flbenSausgabe Nr. 574 � 45. Jahrgang Ausgabe L Nr. 284 vezugsbedingunse» und Antikgenvttks« sind in der Morgenausgab« angeaeben Ledaklion: Sw. SS, Lindeastratze 3 Fernsprecher: DSohoss 292— 292 Tel.-Ztdresse: SojIaUcaiotcat Berlin Derlinev Volltslklcrkk (�10 Pfennig) Montag ö. dezember 1 �2ö Verlag und«nzetgenadteilungz Geschäftszeit Sid bis d Uhr Verleger: vorwärts- Verlag GmbH. verll» Sw. 68. Clndenftcasje 8 Fernsprecher: vänhoff 398— 393 Zentralorgan der Sozialdemokratifcben Partei Deutfchlands •m Die Militärkontrolle überlebt. Erweiterung der Völkerbundsaufsicht gegen Rheinlandräumnng? Varls. 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die Kommentare. mit denen die hiesige Presse die gestrige Besprechung zwischen Briand und Stresemann begleitet, sind durchweg in ernstem Tone ge» halten. Der Optimismus der letzten Wochen ist aus den Blättern völlig verschwunden. Diese stellen im Gegenteil fest, daß die paar Fragen, die nach der französischen Ansicht in den letzten Wochen noch zu regeln blieben, plötzlich ein, Format angenommen hätten, das die ganze Thoiry» und Locarncz-Politik bedrohen könnte. Selbst der sonst immer zurückhaltende„Petit Parisien" läßt sich aus Genf mit- teilen, daß die Schwierigkeiten, um zu einer allgemeinen Verständigung über die verschiedenen noch schwebenden Fragen der Militärkontrolle und des Jnvestigationsrechtes durch den Völkerbund zu gelangen, bedeutend größer sind, als man sich anfangs diese vor- stellte. Den ausführlichsten Zlommentar zu der Besprechung gibt Pertinax im„Echo de Paris". Er stellt fest, daß das ganze sich in zwei Fragen resümiere: Welche Maßnahmen Deutschland noch ergreisen müsse, um eine Beseitigung der interalliierten Kon- trollkommissi onen zu erreichen, und welches I n v e st i g a- t i o n s r e ch t der Völkerbund nach Abberufung dieser Kommissionen in Deutschland ausüben sollte.- Das Ziel Briands sei leicht ersicht- lich. Er müsse. da sämkllchc Nächte sich darüber einig seien, daß die Kontrollkommissionen sich überlebt Höllen und ihre Existenz nicht länger fortführen könnten, besonders darauf ausgehen, daß Stresemann den im September 1924 vom Völkerbund ausgearbeiteten Investigationsplan an« Nehme. Hier lägen die Schwierigkeiten, denn dieser Plan über- st e i g e in vielen Punkten die durch Artikel 213 des Bersailler Friedensvertrages dem Völkerbund übertragenen Vollmachten. Bis- her fei in diesem Punkte keierlei Fortschritt erzielt worden. Pertinax läßt dann die Argumente durchblicken, nach welchen Briand die Weigerung Strcsemanns, diesen Investigationsplan anzunehmen, brechen könnte. Er weist darauf hin, daß, wenn Stresemann in seiner Oposition fortfahren sollte, Frankreich in der Botschafter- tonferenz gegen die Abberufung der interalliierten Militär- Missionen austreten werde. Im übrigen werde Briand sicherlich so vernünftig sein, in der Frage des Jnvestigationsrechtes nichts Un- mögliches zu verlangen. Es liege auf der Hand, daß eine dauernde Ueberwachung des gesamten deutschen Territoriums durch den Völkerbund unmöglich sei. Selbst die Militärkom- Missionen des General Walch hätten sechs Monate gebraucht, um die neuen Befestigungen von Königsberg, Glogau und Küstrin zu ent- decken. Frankreich müsse sich also darauf beschränken, eine ernste Ueberwachung der entmilitarisierten Zone des Rhein- landes zu erreichen, also eine lokale Kontrolle. Dafür müsse es aber sicher damit rechnen, daß man von ihm die Räumung der Brückenköpfe des Rheinlandes verlangen wird. Briand stehe vor der Allernative, bis an das Ende seiner Locarno- und Thoiry. Politik zu gehen und die Brückenköpfe von Koblenz und Mainz gegen eine vernünftige Entwafsnungskontrolle zu räumen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Briand den Mut haben werde, bis zum Ende seiner Politik zu gehen. Vonöervelüe Ratspräslüent. Senf.«. Dezember.(Eigener vrahtbericht.) Zur Beratung der Milttärkonkroll. und Znoestigatlonsfragen findet heute nachmittag eine erste Besprechung zu dreien zwischen Stresemann. Briand und Chamberlain statt. Die allgemeine Stimmung lautet im Moment dahin, daß es wohl einige Tage omsassenderllaler- Handlungen bedarf, bis mckn zu einem Ergebnis gelangen wird. In der nichtöffentlichen Sitzung des Völkerbundsrats wurde auf Vorschlag Stresemanns Vandervelde zum Vorsitzenden gewählt. die Ernennung des deutschen Unkergeneralsekretärs Dusour-Fer- ronte genehmigt, woraus Ehamberlain den Generalsekretär de» Völkerbundes zu dieser Mahl beglückwünschte und Stresemann für die Worte Ehamberlains dankte. Die Tagesorönung öer Ratssitzung. Genf. 6. Dezember.(2BTB.) Auf der vorläufigen Tagesordnung der Ratstagung stehen u. a. die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz und damit im Zusammen- hang der Bericht des Rotskomitees über die Aufgaben des Völkerbundsrats zur Beilegung internationaler Konflikt« und die rasche Verwirklichung der H i l f e l« i st u n g e n, außerdem die Empfehlung einer internationalen Anleihe für D a n z i g, dann die Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz. über die Reichsminister Dr. Stresemann als deutsches Mitglied zu berichten hat, die Frage der Zurückziehung der französischen Truppen aus dem Saargebiet, und schließlich als legier Punkr die Er- nennung der Vorsitzenden der Investigatiouskom- Missionen des Völkerbundes. In einer kurzen öffentlichen Sitzung erledigte der Völker- bundsrat auf seiner Tagesordnung stehende kleinere Angelegen- heften. In der nächsten ösfentlichen Sitzung am Dienstag nach- mittag soll nur die Frage der bulgarischen Flüchtlings- Anleihe entschieden werden. Die Sowjetgranaten. Wir haben gestern hier den ausführlichen Bericht des „Manchester Guardian" über russische Munitions- lieferungen für die deutsche Reichswehr wiedergegeben. Die„Rote Fahne" versichert, der Bericht sei unwahr, es handle sich um ein Manöver der englischen Im- perialisten gegen Sowjetrußland. Nun ist aber der„Man- chester Guardian" ein liberales, anti imperialistisches Blatt, das auch dem russischen Bolschewismus völlig vor- urteilsfrei gegenübersteht. Daß gerade dieses Blatt Lügen erfindet, um gegen Rußland zu hetzen, ist eine Behauptung, die nur den politisch unwissenden Lesern der„Roten Fahne" vorgesetzt werden kann. Der„Vorwärts" aber soll der kommunistischen Lc- gende nach den Bericht des englischen Blattes abgedruckt haben, weil er zum Krieg gegen Rußland hetzen will. Diese Notlüge der Verzweiflung kann nur Mitleid erregen. Die Sozialdemokratie hat stets erklärt, daß sie jeden Gedanken an eine Intervention in Rußland auf das allerschärfste be- kämpft. Wieso sollte übrigens der Bericht'des„Manchester Guardian" in Deutschland Kriegsstimmung gegen Rußland erzeugen? Wenn Rußland der Reichswehr Munition für jeden Bedarfsfall liefert, so kann das Bekanntwerden dieser Tatsache die Sympathie der Nationalisten und der reaktionären Bourgeoisie für Sowsetrußland nur noch v e r- stärken! Die„Rote Fahne" beklagt sich darüber, daß wir nicht die Namen der Schiffe nennen, auf denen die Munition verladen worden ist. Sie wird sich nach diesen Namen zuverlässig in Leningrad erkundigen können, wo die aus dem Kuban- gebiet kommenden Transporte unter schärfsten A b- sperrungsmaßnahmen durch Beamte der GPU., der Geheimpolizei, verladen worden sind. Die„Rote Fahne" wünscht dann noch eine weitere Aus- kunft von uns, die ihr bereitwilligst gegeben werden soll. Sie schreibt nämlich: „Der„Vorwärts" fordert nunmehr plötzlich, daß die reaktionären Reichswehroffizierc Gcßlers zur Verantwortung gezogen werden sollen. Der„Vorwärts" verlangt endlich die„ganze Wahrheit". Eigen tümlich! Erst am 1. Dezember d. I. wurde im Haus- Haltsausschuß des Reichstags der Etat der Reichswehr und der Marine besprochen. Der Reichswehrminister G e ß l e r leistete sich die Provokation, dieser Sitzung einfach fernzu- bleiben. Die Kommunisten forderten, daß der Reichswehrminister sofort herbeizuholen sei. Die Sozialdemokraten und die Bürger- lichcn verhinderten aber, daß Geßler herbeigehoft wurde. Die„Rote Fahne" hat recht, auf diesen bemerkenswerten Vorgang hinzuweisen, nur kennt sie leider den Zusammen- hang nicht. Zur selben Stunde nämlich, als die Kommu- nisten das Erscheinen Geßlers im Haushaltsausschuß vcr- langten, saßen die Sozialdemokraten mit ihm, Marx und Stresemann im Auswärtigen Amt bei- saminen. Die Unterhaltung, die dort geführt wurde, war für Herrn Geßler bedeutend unangenehmer als die Spiegel- fcchtereien, die d'e Kommunisten gegen ihn aufführen. Die„Rote Fahne" schreit:„Es ist nicht wahr! Es ist nicht wahr!" Sie weiß, baß sie sich mit diesem Geschrei nur für den Augenblick hilft, und daß sie schsießlich damit hineinfallen muh. Sie denkt wohl:„Kommt Zeit, kommt Rat!" Aber an der Tatsache, daß jeder, der unter Hochrufen auf Sowjctrußland in den Straßcnkampf zieht, in Gefahr gerät, mit russischen Kugeln erschossen zu werden, ist nun einmal nichts mehr zu ändern. Die Lehre, die sich aus dieser Tatsache ergibt, ist heilsam, wenn auch für die KPD. nicht gerade angenehm. Volkspartei für Oürgerblock. Eine programmatische Rede des Fraktionsvorsitzenden Dr. Scholz. Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei, Herr Dr. Scholz, hat in Insterburg auf einer Konferenz der Kreis-, Vereins- und Ortsgruppenvorsitzenden der Deutschen Volkspartei eine Rede gehalten, die in der Linie der Scharfmacherreden der Becker und K a r d o r f f liegt. Er hat nach der Telegraphen-Union ausgeführt: „Die heutige Regierung ist ebenso wie das Kabinett Luther ver- fassungsmäßig als neutrales Kabinettder Mitte festgelegt und muß daher jeweilsdieMchrheitsuchen.wofiefie findet. Bei einer Regierungserwciterung kann nur die Frage ent- scheiden, welche Koalition eine längere Dauer verbürgt. Die innere Uebereinstimmung zwischen den Deutsch- nationalen und den bürgerlichen Parteien der Mitte ist entschieden größer als mit den S o z i a l d c m o- traten. Der Slei« de» Anstoßes für die Große Koalition ist die Frage der Arbeitszeik, über die niemal» eine Verständigung zwischen der Deutschen Volksparlei und den Sozialdemokraten möglich sein wird. Ebenso unmöglich ist eine Deptändtgung mit ihnen über die Verhält- nisse der Reichswehr. Sollte die Große Koalition wirklich zu- standekommen, so wäre es ein Gebilde von Wochen, keine dauernde Regierung. Man muß daher nach der anderen Seite gehen und hoffen, daß die Deutschnationalen sich zu praktischer Mitarbett zurückfinden werden. Die Sozialdemokratie muß den Kampf gegen die kapitalistische Wellanschauung ausgeben, bevor man mit ihr paktieren kann. Sie muß einsehen lernen, daß die beste Sozialpolitik die Blüte der Wirtschaft ist. Das Ziel der Deutschen Volkspartei bleibt nach wie vor die Zusammenfassung samt- licher bürgerlichen Parteien." Der Fraktionsoorsitzende der Deutschen Volkspartei will den Bürgerblock gegen die Sozialdemokratie. Er will den Achtstundentag verhindern, er will die Sozialpolitik drosseln und die Re-chswehr monarchistisch lassen. Die innere Uebereinstimmung dieser Willensrichtung mit der Zielsetzung der Deutschnationalen ist vollkommen. Auf derselben Tagung sprach der Landtagsabgeordnete Dr. Steffens über die Regierungsumbildung in Preußen: „Das ursprünglich gespaltene Zentrum fühle sich in der jetzigen Koalition wohl, da es alles durchsetzen könne. Unmöglich sei es aber heute, die Regierung parlamentarisch zu stützen, unmöglich aber auch, daß die Deutsche Volkspartei eine hemmungslose Oppo- sition durchführe, da sie nicht gegen das Staatsinteresse eine Vor- läge zum Scheitern bringen könne. In dieser unhaltbaren Lage habe sich die Deutsche Volkspartei auf Verhandlungen ein- gelassen, die vom Zentrum ausgehen. Später habe man die Deutsche Volkspartei brüskiert, so daß die Verhandlungen abgebrochen wurden Trotzdem sei seine Fraktion gewillt, in die große Koalition einzutreten, denn Koalitionen seien keine Gefühlssache. Aber sie werde es nur tun, wenn sie die notwendigen Sicherungen erhalte, daß ihr Einfluß zur Geltung komme. Nicht aus parteipolitischen Gründen, sondern um des Staatsinteresses willen glaube die Deutsche Volkspartei sich in Preußen der Großen Koalition nicht versagen zu können. Große Koalition in Preußen: Bürgerblock im Reich. Beides, um die Geschäfte der Deutschnationalen zu besorgen. Die Deutschnationalen hoffen wieder einmal auf den Bürger- block, und die Volkspartei arbeitet wieder einmal fleißig daran, diese Hoffnungen solide zu untermauern. Chrisiliche Gewerkschaften und �chtsiunöentag. Wiesbaden, 6. Dezember.(Mtb.) Der ehemalige preußische Ministerpräsident Stegerwald hielt auf einer Kundgebung des hessischen und nassauischen Gaues des Deutschen Gewcrk- schastsbundes in Mayen eine Rede über die Stellung der christ- lich-nationolen Gewerkschaften. Er desinierte da» Verhältnis zu der Sozialdemokratie dahin, daß es zwischen ihr und Ihm keinen Unter- schied in der Marschrichtung, sondern nur einen solchen Im Tempo der Vorwärtsbewegung gebe. Scharf aber müsse der Klassen- kämpf abgelehnt werden. Stegerwald setzte sich dann mit der Behauptung Dr. Siloerbergs auseinander, daß er sich mehr nach links entwickelt habe und führte weiter aus: Die große Forderung des 20. Jahrhunderts sei, daß die Mensch- Heft mehr mit Heimat, Volk und Geist verbunden werde. Gegen- über den klassenegoistischen Bestrebungen der Sozialdemokratie müsse der Gedanke der Berussgemeinschaft wieder gefördert werden. Der Masse sei ein planmäßiger organischer Einblick in die Wirtschaft zu ermöglichen, �wodurch ihr Verantwortungsgefühl dem Staate gegenüber gestärkt werde. Stegerwald forderte zum Schluß die Schaffung von Arbeitnehmerbanken, wo- durch die Macht der Arbeiterschaft wesentlich gestärkt werden könne. In einer Resolution wurde die sofortige Wiederherstellung des Achtstundentags und die strenge Bestrafung jeder nicht dringend not- wendigen Mehrarbeit gefordert. Ein Protest. Theodor Wolff tritt au» der Demokratische« Partei aus. Der Chefredakteur des„Berliner Tageblatts". Theodor Wolff, hat dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei Dr. Koch seinen Austritt aus der Dcmokrati- schcn Partei mitgeteilt. Dieser Austritt erfolgt zum Zwecke des Protestes gegen die Haltung der demokratischen Reichstagsfraktion beim Schmutz- und Schundgesetz. Theodor Wolfs gehört zu den Gründern der Demokrati- schen Partei. Er protestiert im Namen der liberalen Tra- dition, aber er zeigt zugleich eine der Hauptschwächen des deutschen Liberalismus— das individuelle und im Grunde unpolitische Protesllertum. das Sichbegnügen mit dem Be- wußtsein, die richtige Gesinnung für sich zu besitzen, den Mangel an Befähigung, in Reih und Glied zu marschieren. Dieser Austritt ist ein Symptom für die Verwirrung, die der Minister Külz in die Reihen seiner Partei getragen hat. Die Lage der Demokratischen Partei ist nicht beneidens- wert. Ihre beiden Minister find eine schwere Belastung für sie, ihre Reichstagsfraktion ist in einer wichtigen, die Partei- grundfütze berührenden Frage gespalten, die große demo- kratische Presse in zorniger Empörung über Külz und die Fraktionsminderheit. Und nun obendrein der Austritt von Theodor Wolff! Die baperifchen Zööeralisten unter sich. Parteitag der bayerische« Bolkspartei.— Republikaner» fang der Königsmacher. München. 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Dem gestern in München abgehaltenen Parteitag der Bayerischen Bolkspartei wohnten zum erstenmal ofizielle Abgesandte der österreichischen Christlich-Eozialen als Gäste bei. Es waren erschienen die Parteiführer Mataja und Kuntschak, die die Bayerische Volks- Partei als Bruderpartei feierten und die überragende Kulturarbeit des bayerisch-östcrrejchischen Bolksstammes priesen. Sachlich befaßte sich der Parteitag nn wesentlichen mit zwei Fragen: nämlich dem Finanzausgleich und dem Verhältnis zum Heimat- und Kö- nigsbund. Die Erörterungen zum Finanzausgleich bewegten sich in aufgeregten Formen. In einer Entschließung wird erklärt, daß beim Finanzausgleich über die föderative Gestaltung des Deut» ichen Reiches entschieden werde. Die Erörterung des Verhältnisses zum Heimat- und Königsbund war notwendig wegen der Drohung des Bundes, eine eigene Partei aufzustellen, wenn die Bayerische Bolkspartei nicht„die monarchistische Frage energisch in ihr Programm aufnehme". Dem- gegenüber erklärte der Parteivorsitzende, daß die Frage der Staats- form nicht in den Vordergrund des politischen Handelns zu stellen sei, wie ja auch das Parteiprogramm der Bayerischen Volks» parte! keine Bestimmung hierüber enthalte. Als einzelne führend« Persönlichkeiten des Bundes, die zugleich auch Mitglied der Boye- tischen Volkspartei sind, davor warnten, die Frage der Staatsjorm nicht als sekundär hinzustellen, erklärte der Fraktionsführer der Partei im Landtag, W o h l m u t h, daß die Partei sowohl für Monarch! st en wie für Republikaner Raum biete.„Wir stehen auf dem Boden der christlichen Weltanschauung, die uns sagt, »aß das«ine wie das ander« erträglich ist." Wohl- nruth selbst bestätigt sich zwar als Monarchist, betonte aber, daß er diesen neutralen Standpunkt im Interesse der Einmütigkeit der Partei einnehme. Hier griff auch der Fraktionsführer der Partei im Reichstag. Leicht, ein und warnte vor der in Bayern all- gemein herrschenden Auffassung, ein Katholik könne nicht Republikaner sein. Ministerpräsident Held beliebte wieder einmal in Außenpolitik zu niachen. Er nannte den Versailler Vertrag die Eni- mannung Deutschlands: auch in der Investigatton durch den Völkerbund liege genug Demütigung für Deutschland. Die bis- herigen Erleichterungen stünden in gar keinem Verhältnis zu den gebrachten Opfern. In der Innenpolitik wandte.sich Held gegen einen Linksblock, da bei der politischen Einstellung der So- ziakbemokmtie«i»e zielbewußte Qmenpolitik nicht getrieben«erden können Zwischen der Bayerischen? Bolkspartei und dem Zentrum sei irgendeine Einigung notwendig, allerdings müsse sich das Zentrum dabei fest auf den» Boden d«s Kderaiismus stellen. flußenpolitilche Hoffnungen. Eine Rede des ReichstanzLerS Marx. Bei dem Empfang der Reichs* egerrung durch den Verein Ber- liner Presse, der am Sonntag stattsemd, hielt Reichskanzler Dr. Marx eine auch durch dm Rundfunk verbreitete Rede, in der er ehrend des ersten Reichspräsideitten, Genossen Fritz E b e r t, gedachte, „dessen edle und starke Persönlichkeit immer mehr erkannt wird, auch von uns, de» Zeitgenossen, je weiter die Zeit sortschreitct". Seit dem Zusammenbruch der deutschen Währung sind wir vor- wärtsgckommen. Unsere Wintschoft geht neuer Blüte cnt- gegen. Sie hat in ungeahnten Neubildungen sich zusammengeschlossen. Aiuh unsere Wisfenschast steht wieder auf festem Boden. Ein Hauptocrdicnst an der günstige� Entwicklung der letzten drei Jahre trägt aber die konsequent sortgesetzte Linie unserer Außen- Politik, die untrennbar vcrbundcw ist mit den Namen eines Dr. Wirth und Dr. Rathenau, und tue vom Außenminister Strese- mann fortgeführt wird. Der Reichskanzler sprach den Wunsch aus daß jetzt in Genf weitere glückliche Fortschritte auf dem Weg« der Berständigung und der Auzeinandevsetzung mit den Vertretern der anderen Staaten erzielt werden mächten. Westarp fällt Strefemann in öen Rücken. Breslau, ß. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Auf dem deutschnationalen Landespartei tag für Westaberschlesien sprach Graf W e st a r p über außenpolitische Fragen. Er erklärte, daß Strese- mann nur leere Versprechungen in den Unterhandlungen der Westmächte erhalten habe. Die Zustände im Rheinlande hätten sich verschlechtert und mcm müsse sagen, daß sie jeder B e- schreibung spotten(?). Die Bildung des polnischen Staates müsi« als ein Unfug bezeichnet werden, der den Frieden Europas aufs schwerste gefährde. Die Welt müsse daven überzeugt werden, daß die Zerreißung, Oberschlesiens einen Brandherd gs- schaffen habe. Graf Westarp streifte dann noch die deutsch-polnischen liandelsvertragsverhandlungrn, in denen auch politische Fragen mit gelöst werden müßten und erklärte, Deutschland müßte angesichts der Rüstungen der ehemaligen Feinde wieder zur a.l l g e m e i n e n Wehrpflicht zurückgreifen. Das Zusammengehen mit den Mittelparteien hänge von den« Stellungnahme zu den deutschnatio- nalen Forderungen ab. Eine bezeichnende Illustration für die Art, wie die Deutsch. nationalen sich ein solches Zusammengehen denkon, gab ein weiterer Referent des Parteitages, der oberschlesische deutschnationale Führer, Rittergutsbesitzer v. Watzdorf, der in scharfen Worten die neue oberschlesische Pravinzialselbstoerwciltung und ihre dem Zentrum angehörigen Leiter angriff. In einer öffentlichen Kundgebung ver- langte der schlesische deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Le- jeune-Iung baldige Revision des Dames-Gutachtens, dessen Lasten im nächsten Jahre unerträglich werden würden. Er fand für die Forderung die Zustimmung des Grafen Westarp. Die Erfüllung üer Reparationszahlungen. Bericht deS Generalagenten für das zweite TaweS-Jahr. Der Berich» des Generalagenten für das zweite Reparatiönsiahr wird soeben der Oeffentlichkeit übergeben. Er stellt einleitend fest, daß Deutschland diesmal den gesamten Be- trag von 12?l- Millionen Goldmark allein aufgebracht hat. während die Zahlungen des ersten Jahres zu vier Fünfteln durch eine auswärtige Anleihe finanziert worden waren. Der Betrag ist fast ganz auf die Gläubigernatlvnen übertragen worden, das sei die erste Probe der deutschen Zahlungssähigkeit und der Empfangsfähigkeit der Gläubiger. Doch sei diese uur im Zusammen- hang mit den besonderen Berhältnissen des letzten Jahres zu werten. Die Wirtschaftslage sei jetzt besser als je seit der Stabilisierung. Die Auslandskrsdite hätten die Ausführung des Dawcs-Plancs begünstigt. Zu? Frage der Unterbringung der SifenbaHn, schuldocrschreibungen stellt der Bericht fest, daß diese nur auf den Rot des Generalagenten und des Transfer-Koraitees erfolgen darf: dos Komitee fei mit einem kontreten Plan noch nicht befaßt worden. Im Zusammenhang mit den weiteren Berichton lobt der Generalagent für Reparationszahlungen die günstige Entwicklung der verpfändelen Einnahmen(indirekte Steuern und Zölle), die einen Monatsdurchschnitt von etwa 30 Proz. mehr als dem im Normal- jähr zu leistenden Haushaltsbetrag ergeben hätten. Dieses Lob des Generalagenten kann die Deutsch nationale Partei, deren Minister S ch l i e b e n die Hauptschuld an der Verschärfung der Ver- brauchsstcuern trägt, ausschließlich auf ihr Konto verbuchen. Zu- sammenfassend sogt der Bericht: Während die Wirtschaft sich auf dem Wege der Besserung be- findet, hat Deutschland im zweiten Planjahr wie im ersten olle Ver- pflichtungeu promt und loyal erfüllt. Die Erfahrungen hin- sichtlich des T ran sser-Problems haben sich vermehrt: der Plan hat in seinem eigenen Wirkungskreis eine Atmosphäre von Loyalität und freuiidschasllicher Verständigung geschasfcn. Entstehende Schwierig- keitcn sind beiderseits im aufrichtigen Bemühen, sie beizulegen, de- handelt worden. Die neuen so geschossenen Beziehungen gehören zu den wichtigsten Errungenschaften des Planes und werden von der größten Bedeutung, nicht nur für die weitere Entwicklung des Repa- rationsproblems. sondern auch für den Fortschritt der f r i e d l i ch c n Entwickelung Europas sein. Die Zeit der Endregelung t st noch nicht gekommen; wie die Zukunft aussehen wird, ist ungewiß: inzwischen wird ober der Plan vorwärts gehen auf Grund der bisherigen Erfolge und unter Beobachtung seiner durch ihn ge- schoffenen Sicherungen. Auf diese Weise wird es zur gegebenen Zeit und in dem gleichen Geist des Vertrauens und gegenseitigen Ver- ständnisscs, der dein Plan zugrunde liegt, möglich sein, eine a l l g e- meine Endlösung zu finden, die ollen Beteiligten gerecht wird und Europa gestattet, auf dem Wege friedlichen Wiederaufbaues weiter vorwärts zu gehen._ Der volksentfcheiü in Heffen. Eine Niederlage reaktionärer Temagogie— Kommunisten im Bund mit Rechtsparteien. Darmstadt. 6. Dezember.(Eigener Drahkbericht.) Der Ber- leumdungsfeldzug der Reaktion in Hessen gegen die Weimar»? ftoalitlon ist durch die gestrige Abstimmung in sich zusammengebrochen. Der Antrag auf Auflösung des Landtages wurde im Volksentscheid abgelehnt. Die Kommunisten übten wieder einmal schnöden verrat an der Sache der Arbeiterschaft und stellten sich an die Seile der veutschaationalen, der Deutschen Volkspartei und des Bauernbundes. Trotzdem stimmten bei einer verhältnismäßig schwachen Wohlbeteiligung— es gingen 4? Proz. der Slimmberechtiglen zur Urne— uur 202 657 für, hingegen 219 453 gegen den Antrag der Reaktionäre. Abstimmungsberechtigt waren 875 516 Personen._ Frankreich rüstet an Italiens Grenze. Zur Abwehr etwaiger Ffaschisteoüberfälle. Paris, 6. Dezember.(WTB.)„Oeuvre" veröfsentllcht folgende vom 4. Dezember aus Nizza dotiert« und. wie es erklärt, bei der Uebermittlung verzögsrte Meldung: Wir haben bisher nichts von den außerordentlichen Truppenbewegungen, die- im Grenzgebiet bei Mentone und an der sonstigen Mittelmeerküst« im Gange sind, melden wollen. Ein Rundschreiben des Prä- fetten jedoch gestaltet uns nun, ohne befürchten zu müssen, den französischen Behörden Verlegenheit zu bereiten, darüber zu berichten. Seit 14 Tagen passieren fast jede Nacht große ZNililärtransporte den Bahnhof von Nizza. Im Hafen von Nizza liegen vier Torpedobooi« und drei Unterseeboote vor Anker. Gestern ist in einer Kaserne eine vollständig« Panzerwagenabteilung eingetroffen. Alle diese Maßnahmen, so erklärt das Rundschreiben, sind getroffen worden im Hinblick auf die Möglichkeit von Zwlschensälleu. Das gleiche Rundschreiben fordert die Bevölkerung zur Ruhe auf und empfiehlt sich nicht zu erregen, wenn ernste Ereignisse«intreten sollten. Der Knochenkeller. Von Hermann Schützinger. Unier den Ruinen von„Notre Dame de Loretie", eiireni der schauerlichste» Kriegsdenkmäler im Westen, befindet sich eine ..Ossuaire", ein„Knochenkellec" von geradezu einzigartigen Dimen- sivnen, in dem die Ueberrcste von 30 000 bis 40 000„unbekannten Soldaten" aller Nationen— wie man so sagt—„beigesetzt" sind. Ein Keller, etwa 10 Meier breit und mehrere hundert Meter tief. Sobald man in diese Höhle tritt, ladet einen ein riesiger.Opferstock" mit Hilfe eines umfangreichen Plakates.ein, für die Unterhaltung des„Heldcnkellers" und die Errichtung einer Kapelle den Geldbeutel zu ziehen. Wenige Schritte zur Seite ist ein ganzer Stoß von „Souvenirs", alle mehr oder weniger echt, Feldkessel, Vasen, Riemen, Koppelzeug usw. ausgestaplet, deren„Verschleiß" dem„Loretto- komitee" zugute kommen soll. Einige Schritte weiter hinten steht wieder ein mächtiger„Opferstock" mit einem riesigen Plakat, de? neuerdings den Besucher mahnt, für dos„Komitee" zu berappen, und in einem anderen Winkel weiter hinten macht sich eine dritte„Zahl- stelle" breit. Hier können auch Postkarten erstanden werden, de? Preis für das Dutzend ist auf einem Schild vermerkt— alles mitten im„Knochenkeller" drinl Am Ausgang ist ein ganzes„Büfett" voll Zeitschriften, Broschüren,„Andenken" plaziert: ein Angestellter des „Komitees" ladet den„Besucher" ein, für zwei Frank die„Lanierne" der Totenkapelle zu besteigen— herausgegeben wird hier nicht: alles kommt in den„Opferstock": anstatt des herauszugebenden Bar- geldes kriegt man etliche Nummern der„Voix de Notre Dame de Lorette", etliche„Souvenirs", Feldkesseldeckel usw. Man sage nicht, daß bei uns so etwa» nicht möglich wäre! Der "„Reichsehrsnrnalrummel" hat uns doch gezeigt, wessen unsere „Fremdenoerkehrsvereine" und Gastwirtsinnungen sähig wären, wenn sie die Chance hätten, durch einen malerisch ausgestatteten „Heldenkeller" 40 000 Unbekannten die Konkurrenz der Rheininsel bei Lorch oder den Ehrenhain bei Berta aus dem Felde zu schlagen I Die Stahlhelm- und Kyffhäuserleute hätten auch sicherlich alles getan, um das neue Unternehmen mit„finanzieren" zu helfen! Anders in Frankreich! Wenige Tage nach dem Bekanntwerden dies« Zustände aus„Notre Dame de Lorette" setzte in den Reihen der Kriegsteilnehmerverbände aller Richtungen eine scharfe Protest- bewegung ein. Die„Union Amicale des Mutiles" des Arondissement Arras machtö sich zum Sprachrohr der alten Frontsoldaten und stellte die Fordeiung aus:„Laßt die Knochen unserer Kameraden in Ruhe! Besorgt irgendwo anders euer schmutziges Geschäft! Es darf kein ,. Knochenkellec" mehr der privaten Initiative zum Zweck des „Fremdenverkehrs" ausgeliefert werden! Die Knochen unserer Kameraden gehören dem Gemeiiidcoerband und nicht der privaten Spekulation. Wenn die Regierung nicht sofort einschreitet,'zverden unsere Verbände gezwungen sein, das Krämervolk selbst zum Tempel hinauszujagen! Wir verlangen Respekt vor den Toten des Krieges!" Sehr gut! Die Sprache mit den Spekulanten des Krieges haben wir in Deutschland leider vollkommen verlernt! Diese kurze Ankündigung: Wir dulden keinen groben Unfug mit dem großen „Knochenkeller", in dem so mancher unserer Kameraden liegt! Komme was will, wir schmeißen euch hinaus!„Uezpect auic rnorts!" Hände weg von den Knochenhaufen aus dem letzten Krieg! Elauöe Nlonet. Claude Monet ist«onntag mittags aus seinem Landfitz in Giverneh gestorben. Im biblischen Alter von 86 Iahren ist Claude Monet gestorben. der letzte Ueberlebende aus der Generation der großen französischen Impressionisten. Fast sagenhaft war seine Existenz schon geworden, wie es die von Degas und Renoir war, die gleich ihm ein sehr hohe» Alter erreichten, aber vor ihm starben. Begriss und Wesen des Impressionismus konzentrieren sich in seinem Werk. Eigentlicher Bahnbrecher ist er nicht gewesen, den Anstoß gab ihm der acht Jahre ältere und weit genialere Manet in den sechziger Jahren. Aber Monet war der konsequenteste und kühnste in der Gruppe von Bahnbrechern, was die Auslösung aller Gegenstände im Lichte betrifft. Die Figurenmalerei seiner Früh- zeit gab er sehr bald auf, er wurde fast ausschließlich Landschaster. und dies mit einem logischen Fanatismus, einem Fleiß, daß er im Alter ein und dasselbe Motiv, die Heuschober. Themsebriicken, die Kathedrale von Ronen zwanzig und mehrere Male wiederholt hat, dergestalt, daß er mit ganzen Stapeln von Leinwänden hinausfuhr vor das erwählte Motiv und an jedem Bilde etwa eine halbe Stunde malle, um den Wechsel der Beleuchtung am gleichbleibenden Gegen- stände in zwanzigfacher Variation darzulegen. Eine Methode, die fast an Wahnsinn grenzt und beinahe mehr mit Wissenschaft als mit Kunst zu tun hat. Die Nationalgalerie besitzt von ihm vier ausgezeichnet« Landschaften, von denen der„Sommertag" von 1874 zu seinen schönsten und markantesten Bildern gehört, die..Szene bei Vetheuil" von 1880 schon auf dem Wege völliger Auslösung der Dinge im farbigen Duft sich befindet. Der„Sommertag" ist darum so sym- pathisch, weil diese Auslösung in absolute Lichtmalerei, letzte Konse- quenz des Impressionismus, noch ausbalanciert wird von der Dar- stellung räumlicher Werte, und weil hier in der Heiterkeit des lichten Frühlingstages und der glücklichen Existenz von Mutter und Kind eine Ahnung von Stimmung und persönlicher Erfindung leicht auf- dämmert. Aber solche Gefühlsassociationen sind von großer Seltenheit bei Monet und seinen Gefährten. Was erstrebt wird und wirkt, ist die Form an sich, die Kunst der Zergliederung, die Analyse des Lichts. Eine Kunst, die deutschem Empfinden um ihrer Kühle und bis zur Wissenschaft gehenden Exaktheit willen wohl immer fremd bleiben wird. Mit Monct ist auch der letzte Repräsentant einer heule längst »ur Historie gewordenen Kunst dahingegangen.____ Der Direktion der Bolksbühue geht anläßlich der 100. Aufführung vom„Grabmal de s unbekannten Soldaten" folgendes Telegramm von Paul Raynal zu:„Der Erfolg, den Sie gegen- wärtig feiern und dem ich die höchste Bedeutung beileg«, sst die Antwort des Berliner Publikums auf Ihre schön« Mühewallung, aus die Leistung und Hingebung meiner b-wmidernswürdigen Interpreten, auf die so verständnisvolle, loyal und hochherzige Aufnahm« durch die deutsche Kritik. Ich würde Ihnen unendlich dankbar sein, wenn Sie allen: Regisseur. Schauspielern, Presse, Publikum den wärmsten Aus- druck meines Dankes und meiner Sympathie entgegennehmen und übermitteln würden, g«. Raynal." Max v. Schilling» bewirbt sich um die Direktion der Wiener' Volksoper? Wie die Wiener Moniagsblätter melden, beabsichtigt Max v. Schillings, sich um die Direktion der Wiener Volksoper zu bewerben und hofft, für den Fall seines Engagements die Unterstützung eines Berliner Finanzkonsortiums zugesagt zu erhalten. Schillings ist bereits mit dem Theaterverein, dem das Theaterge- bäude der Wiener Volksoper gehört, in Fühlung getreten. Das Gesetz unserer Zeil. Szene: Theater am Bülow- platz während der Aufführung von G o r k i s„N a ch t a s y l". In einer Szene hat einer der Asylisten das Wort zu sprechen:„Jede Zeit gibt sich ihr Gesetz". Daraus antwortet schlagfertig ein zweiter: „Und unser« Zeit gibt sich das Schund- und Schmutz- g« s« tz!" Demonstratio«, donnernder Beifall des Hauses. Zu»er Staatliche» SuvstdlbNolhet, Prim-NIbiecht-Gtratze 7» ist eine Ausstellung von Büdnenentwürsen Caspar ReherS u. a. zu den Neueinstudierungen von.Hamlet' und. L u I u" im Slaatlicheii Echanipielhauie eröflnet. Tie Ausstellung ist wochentäglich von t0 Uhr morgen bis 10 Uhr abends bei freiem Eintritt geöffnet. Die Galerie Schulte, Unter den Linden 75/76. biingt eine Gonder« Veranstaltung der berliner Kunftlergruppe„81 ehre*, sowie grösjerc Kollektionen von Heinrich Hübner, Karl Halsapscl-i, N. Koch- Zeuthen und H a n» B o h r d t. Sei Reuß»ad Pollack. Kmsürstendanun 2L0, veranstallet Gabriel Pellon eine Kollektivausstellung lSchw«z-Deig-Kunst). «asstsche, Theaterlebeu von heut«. Am Mittwoch, den 14.. tritt die Deutsche Kesellichast z upn Studium Osteuropa« in den Räumen der Deutschen Gesellschait 1914, Schadowstr. 6-7. abend» S Uhr, mit einem eigenartigen Versuch in die Oeffentlichkeit. Sie hat zwei bekannte ruisische Künstler, die sich zurzeit in Deutschland aushalten. Olga Gsowstaja und Wladimir Gaidarow, die stüher Mitglieder deS Moskauer Küniller-TheaterS Ware», gebeten, aus Grund ihrer Ersahrungen über rusfischeS Tbeatcrlebcn von beute zu sprechen. Die Künstler werden in ibrem Vortrag die verichiedenen Strömungen der revolutionären russischen Theateikunst lStanislawiki, Tairow, Meyerhold u. a.) behandeln. Dabei weiden iie die einzelnen Richtunzen durch Voisührungen aus einer improvisierten Bühne erläutern. Einladungskarten sind nur«rhäulich in der GeschästSstolle XtV 7. Friedrichstr. 103.(Telephon: Zentrum 2471/72.) Eine Volksausgabe der werte Zack London» bringt die B ü ch e r g i l d e Gutenberg jcyt heraus. Ansang Dezember werden iechs Bände vor- liegen.� Mitglieder der Büchergilde erhallen den Band sür drei Marl, lönnen aber sämtliche Bände sofort beziehen und sie in monallichen Raten abzadlen. Ausführliche Prospelte verschickt kostenlos die Geschäftsstelle der Büchergilde Gutenderg,®8S. 61, Dreibmibitrage 5. Et» astrologischer Songreh. Am U.. 12. u. 13. Auznsl 1927 wirb in Magdeburg der sechste astrologische Kongreß vom statistischen Zentralamt der Nstrolosie, München, veranstaltet. wettere Raubüberfalle in Rerlm. Jn der Zionskirchftraße. ZilXii neu« IRoubü'bcrfälle haben sich wieder in Berlm ereignet. fni der Zionskirchstraße 11 wurde heut« früh 3� Uhr der f» Jahre alte Uhnn. Etockc: sämtlich in Berlin. Berlecr Porwärls-Verlao s. m. b. Ä. Periii». Druck: Dorwäits-Buchdruckerci und BerlaosanltaU Paul Siitaer u. So. Berlin£33 63. Lindeuitrake 3. JKarlottenbur « Uhr: Arwüna au? Kaxos Mu. Aal. Leitung: 'i.Wi'ter M. Ivot-ün. E. Bettendorf. Abonn.-Turnus Ii. LMM! IhMei Norden 10334— i * Uhr tteidhardt v. ßneisenan von Wolfgang Goetz Ffogie: Heinz Hilpert Jiamraerspiele Korden UH34— 3?* 81 4 Uhr: Karimell von Louis Verneuil öie Komödie tzismarc lm. IM- S Uhr Dis Gefangene Von Öourdet Regie Reinhardt t. a.Moiiandor'pl. Kurfürst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in Las 8bel" ir. MWWil! TSglich 8', Uhr CHARELL- REVUE Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend nachmittag 4 Uhr: die neue Kinderrevue Fu kheinzel- mannsMärch.-Relse mit Ufrcd Braun uhr Kleines Tü. SensationserfgJ Dirnemraeddie Jug. kein.Zutritt .HOtb. o.Shi 4 Uhr: Schneewittchen VbHnr: Kasperla- Tb. Jiomistfic Oper Heate tarn 100. Male: Jidrienne in der Premieren Sesetzung Ab DleasieX' dea 7. Dezember» Uhr, neueinstudiert: üDie Fledermaus Vor. rkaui uaunierbrochen 1. 10 U. an Wflilner-Theater ÄJj Dergr! Erfolg DstS StlftflügSfeSt CAS IN O•IMEakTbK- uht üeo Meute teul Mister Cornedbeef Gutschein: Fauteuil I Hk. esse 1.50 Relchshalien«Theater i Ohr, sonnt, nachm. a Uhr(halbe Pr Slefflner Sfliger Ltti-i- Piepers Diele Donnerst 9.>2. BeaellZ fflr die Mitglieder. Das große Weihnachts-Progr. Oänhoff.Brelfl Variete Koniert Tan* Husten, HeiserkeU, Versdilelmung Auswurf. Nachtschweiß. Stiche im Rücken und Brustschmerz hörten auf; Schleim ging: morgens mühelos ab; Atmung ist bedeutend freier; allgemeines Wohlbefinden stellte sich ein usw.— So und ähnlich schallt es freudig aus Mitteilungen Erkrankter über die vorzügliche Wirkung der Apotheken berichten, daß sie nur snerkennende Urteile hören. Aerzte empfehlen ROTOLIN in medizinischen Zeitschriften ihren Herren Kollegen zur Anwendung! 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Die kluge Hausfrau trägt dem Rechnung und läßt keine Mahlzeit vorübergehen, ohne frische Früchte zu bieten: zum ersten Frühstück Trauben, zum zweiten Apfelsinen, abends einen Apfel. undJhrbleibtgesund! Täglicher Genuß frischer Früchte ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Frische Früchte gibt es zu jeder Jahreszeit.