flg. 575 ♦ 43,?ah?g. Musgabe A flr. 295 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Ptennt«. monatlich 3,— Reichsmarl voraus liadibar. Unter Kreuzband liir Deutschiaud. Donzia. Saar- und Memelaebiet. Oesterreich. Litauen. Lurembur» 4,dü Reichsmark, für da« iibris« Ausland 5.so Reichsmark pro Monat. Der„Vormärts� mit der illustrier- ten Sonntagsbeiloge.Voll und Seit* sowie den Beilagen„Unterhaltung uno Wissen*..Aus der-silmwelt*, »Frauenstimme*.»Der Kinder- freund*..Lugend-Vorwärts* und »Blick in die Bllcherrvelt* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag, und Zliontags einmal. Telogramm-Adresse: »Lozialdesrotral verlin* Morgenausgabe Derlinev Volksbl�tt (\0 Pfennig� Auzetgenpreife: Ott«inlpallte« Ronvsrew«. »eilt 80 Pfennig. Reklame, ml« 5/— Reichsmarl.»Kleine Anzeigen* das fettgedruckte Wort 2Z Pfennig szuliKIia zwei fettgedruckte Worte), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellenaesuch« das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- stoben»SHIen für zwei Worte. Ardeitsmarlt Keile 50 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Seil« 10 Pscnnia. Anzeigen für die nichst« Nummer müsse» bi» Übt nachmittags im Kauvtgelchüft, Berlin EW 58. Linden- Krake», abgegeben werden. Geöffnet von bis Uhr früh bi» 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratlfcben parte» Deutfchlanda Neöaktion und Verlag: Serlin EW. öS, LinSenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff 292—297.' vorwärts-verlag H.m.b.tz., Serlin SM. 68, Lindenstr.Z Postschecktont»: Berlin 37 535— Bankkonto: Bant der Arbeiter. Angeftekten und Beamten. Wallstr. 55:»Islonto-Gelellschaft. Dcnositenkaffe Lindcnftr. 3, Rußland und Reichswehr. Neue Enthüllungen des„Manchester Guardian": Die Verträge mit Junkers. Rechtspresse und„Rote Fahne" finden sich zu gemein» samem Kampf gegen den„Vorwärts" zusammen, weil dieser mitzuteilen gewagt hat, was im„Manchester Guprdian" steht. Diese Einheitsfront gegen den„Vorwärts" ist nicht neu und entspricht ganz der Situation. Während die„Rote Fahne" behauptet, wir wollten zum Krieg gegen Rußland aufreizen, versichert die Rechtspresse, wir hätten Landesverrat begangen. Wer dem deutschen Volk mitteilt, was in ausländischen Zeitungen steht, der begeht danach—„Landesverrat". Die„Deutsche Zeitung" hat entdeckt, daß der Plan, Deutschland von Rußland aus neu zu bewaffnen, von keinem anderen ausgegangen sei als von R a t h e n a u, der schon im Jahre 1916 mit solchen Gedanken gespielt habe. Das halten wir für durchaus möglich, denn Rathenau, gegen den die„Deutsche Zeitung" hetzte, bis er ermordet wurde, war ein leidenschaftlicher Patriot, dem manchmal Gefühl und Phantasie mit dem Verstand durchgingen. Unter den damaligen Verhältnissen waren solche Pläne zwar nicht weniger falsch als heute, aber doch menschlich verständlicher. Die„Deutsche Tageszeitung" aber, das deutsch- nationale Agrarierblatt, vertritt auch heute noch— nach Locarno und dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund— den angeblichen Gedanken Rathenaus von 1919 mit großem Eifer. Sie schreibt: Wie fragen zunächst: Und wenn es nun wahr wäre, daß Deutschland als souveräner Staat jede Möglichkeit ausgenutzt hätte, um den hundertfachen Betrügereien der Franzosen ein Paroli zu bieten? Wenn es dem fortgesetzten w ü r- genden Druck des Westens einen Gegendruck vom Osten entgegengesetzt hätte? Dann hätte die Regierung nur das getan, wozu sie dem deutschen Volke gegenüber verpflichtet wäre, wozu ihr die stets und ständig aus Täuschung berechnete Politik eines Poincarä und Briand die nötige Freiheit gäbe: den deutschen Staat, das deutsche Volk mü allen Kräften davor zu bewahren, daß es schließlich ein Opfer einer jahrzehntelangen fran- zösischen Vcrnichtungspolitik wurde. Und wer im deutschen Volke der Regierung dabei in den Rücken fiele, der machte sich des g e m e i n st e n Dolchstoßes an seinen eigenen Volks- genosien schuldig, der verdiente, schleunigst moralisch unschädlich gemacht zu werden. Damit bekennt sich ein führendes Blatt der Deutsch- nationalen Partei zu der Aufiassung, daß die deutsche Regierung verpflichtet sei, geheime Rüstungen gegen Frank- reich zu betreiben, mit dem es den Pakt von Locarno ge- schlössen hat, und daß„Verräter", die aus ausländischen Blättern Enthüllungen über solche geheime Rüstungen ab- drucken, für die— natürlich nur„moralische"— Feme reif seien. Das Blatt, das diese Auffasiung vertritt, glaubt offenbar Herrn S t r e s e m a n n, der in Genf in schwierigen Verhand- lungen über die Abschaffung der Militärkon- trolle steht,«inen besonders guten Dienst zu erweisen. Beschuldigt es doch andere des„gemeinsten Dolchstoßes". Wir gestehen, daß wir ganz andere Auffassungen von „deutscher Treue" haben. Eine Regierung, die nach Locarno die Ratschläge der„Deutschen Tageszeitung" be- folgte, würde damit nicht nur den Friedensvertrag verletzen, sondern auch einen Vertrag brechen, den sie in voller Freiheit abgeschlossen hat. Ein Volk, das sich einer solchen Handlungsweise schuldig machte, würde das Vertrauen und die Achtung der ganzen Welt verlieren. Aber davon ganz abgesehen: Wer glaubt, daß Deutsch- land in irgendeinem erheblichen Maße sich von Rußland ins- geheim bewaffnen lassen könnte, ohne daß England und Frankreich davon erführen? Die Militär- kontrolle, deren schleuniges Verschwinden auch wir wünschen, ist schon deshalb ganz überflüssig, weil es bekanntlich auch noch andere Mittel gibt, sich über den Stand der Rüstungen eines Nachbarlandes zu unterrichten. Dies« Unterrichtung wird um so leichter, wenn die Aufrüstung von Rußland her erfolgt, einem Lande, in dem solche Dinge ganz gewiß nicht geheim bleiben. Tatsächlich war man im Westen über die Dinge, von denen der„Manchester Guardian" berichtet, schon lange vor dem Erscheinen dieser Berichte genau unter- richtet. Da gefällt uns schon viel bester die ,Kreuzzeitung", die folgendes schreibt: Selbstverständlich ist der»Vorwärts" der erste, der diese Alarm- Meldung des„Manchester Guardian" sofort parteipolitisch aus- schlachtet und dem Feindbunde wieder einmal die Hand reicht, um tnnerpolitische Geschäfte zu machen und wieder einmal eine Kon- trolle der Reichswehr durch Regierung und Reichs- t a g zu fordern. Mit andere« Worten, die Sozialdemokratie möchte dem Aeindbunde das Geschäft der Mililärkonlrolle abnehmen. Wir gestehen, daß die»„Kreuzzeitung", obwohl sie in der Sache natürlich ganz anderer Meinung ist, unsere Gedanken ganz ausgezeichnet erraten hat. Ja, wir wollen die aus- ländische Militärkontrolle überflüssig machen, indem wir den Reichstag selbst auffordern, diese Kontrolle in seine Hand zu nehmen und indem wir die Rolle des Garanten dafür übernehmen, daß Deutschland auf dem Wege des Ver- trags von Locarno bleibt! Wir sind überzeugt, damit dem deutschen Volk bester zu dienen als durch eine unsaubere und kindische Politik der ge- Heimen Rüstungen, die von der„Deutschen Tageszeitung" als Gjpfel des Patriotismus gepriesen wird. Schließlich auch noch ein paar Worte über Rußland und die deutschen Kommunisten. Die Tatsache, daß die deutsche Reichswehr Munition aus Rußland erhalten hat, wird gar nicht mehr ernstlich bestritten, man streitet nur noch über Zeit und Umstände dieser Munitionslieferungen. Es ist gar nicht zu bestreiten, daß Rußland die deutsche Reichswehr bewaffnet hat, während den deutschen Kommu- nisten von Rußland her der bewaffnete Aufftand gepredigt wurde. Jetzt predigt Rußland freilich den bewaffneten Aufftand nicht mehr. Es hat die radikale Leitung der KP. zum Teufel gejagt und sie durch eine andere ersetzt, die es nicht mehr direkt darauf anlegt, die deutschen Arbeiter vor russische Gewehr- läuf« zu treiben, die sich in den Händen von Reichswehrsol- baten befinden. Die Beziehungen Rußlands zum o ff i z i e l l e n Deutsch- land, dem Deutschland Hindenburgs, Geßlers und des Jnduftriekapitalismus, sind erst gestern wieder von Herrn Tschitscherin hier in Berlin als ganz ausgezeichnet gepriesen worden. Sie sind es in der Tat. Und was die Beziehungen der russischen Regierung zur Reichswehr betrifft, so sind sie— oder waren sie bis vor ganz kurzer Zeit— noch viel intimer, als man öffentlich zugeben möchte. Ableugnen hilff nicht! Es gilt heute für jene Minderheit der deutschen Arbeiter� die noch in kommunistischen Gedankengängen befangen ist, Abschied zu nehmen von einer Illusion. Das Rußland der Weltrevolution ist nicht mehr! Es existiert nur im Reich der Träume. In der Wirklichkeit gibt es nur ein Rußland, das mit dem deutschen Kapitalismus Geschäfte macht und das der deutschen Reichswehr Gewehre zusteckt, die eines Tages auch gegen deutsche Arbeiter losgehe» können. j Und daraus folgt weiter mit unbarmherziger Folgerich� tigkeit dies: Die Kommunistische Partei Deutschlands kann vielleicht noch einige Zeit als Körper fortbestehen, aber ihri Geist ist tot. Rußland, das wirkliche Rußland hat ihn getötet., Es wird ein schmerzliches Erwachen sein für manche» deutschen Arbeiter, der in gläubigem Idealismus seinen Blick auf Moskau richtete. Nicht leicht wird ihm die Erkenntnis sein, daß er die deutsche Arbeiterbewegung jahrelang ge-> schädigt hat, um eines Wahnes willen. Aber nur auf dem Boden der Erkenntnis grausam nüch- terner Tatsachen wächst unter den Fahnen der Sozialdemo-, kratie die wahre Einheitsfront des Prole-, t a r i a t s. Der?unkers-vertrag. Weitere Enthüllungen des„Manchester Guardian"« London, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Unter dem Titel»Berliner militärische Transaktionen" und mit dem Untertitel»Das Reichswehrministerium als Komplice" setzt der »Manchester Guardian" seine»von einem Korrespondenten" stammenden Enthüllungen fort:! Die im»Manchester Guardian" vom Freitag gemachten Mit- teilungen werden in Berlin offiziell dementiert, das Dementi ist jedoch so formuliert, daß es eine kategorische Verneinung Die Kriegserklärung der Volkspartei. Die Sozialdemokratie nimmt sie ans. Die von uns im Abendblatt zitierte Jnsterburger Rede des oolksparteiligen Fraktionsführers, Abgeordneten Scholz ist nichts anderes als eine offene K r i e g s e r» klärung an die Sozialdemokratie. Dr. Scholz ist der Führer einer Partei, die der gegenwärtigen Re- gierunoskoalition angehört, und es ist allgemein bekannt, daß diese Regierung durch den Reichskanzler mit der Sozial- demokratie gewisse Vereinbarungen getroffen hat, die kurz gesagt darauf hinauslaufen sollten, die Geschäfte i n engerer Fühlungnahme mit uns und unter b e- wußterAusschaltungdeutschnationalenEin- flusses zu führen. Wenn, sagt nun zu der Scholz- Rede der„Sozialdemokratische Pressedienst", eine innerhalb des Regierungskonzerns so maßgebliche Persönlichkeit wie Dr. Scholz dem Bürgerblock das Wort redet, so bedeutet das den brüskenAbbruchder bestehenden Beziehungen. Allerdings behauptet der volksparteiliche Wortführer, daß die Verständigung eben an bestimmten Fragen, der Arbeitszeit und der, die sich aus die Reichswehr beziehen, scheitere. Kann sein, daß er damit sachlich recht hat. Aber wie liegen die Dinge? Die der Regierung angehörenden Fraktionen haben uns zur Prüfung den die Arbeitszeit betreffenden Vorschlag überreicht, über den sie sich unter- einander geeinigt haben. Wir haben allerdings keinen Zweifel darüber gelassen, daß der Entwurf, so wie er jetzt ist, bei uns keine Aussicht auf Annahme hat. Aber es sollte doch auf seiner Basis weiter verhandelt werden. Die Absicht ging doch dahin, über unsere Gegenvorschläge zu diskutieren. Und bevor wir sie überhaupt einbringen, bevor also eine Diskussion überhaupt eröffnet ist, erklärt Herr Scholz eine Einigung für ausgeschlossen. Ueber die jüngsten Reden von K a r d o r f f und Becker (Hesien) konnte man, so bedenklich sie waren, zur Not mit der Motivierung hinweggehen, daß es sich hier um die Aeuße- rungen von Priootmeinungen einzelner Mißvergnügter handele. Herr Scholz aber ist der Führer der Partei. Was er ausspricht, muß als amtliche Parteimeinung gewertet werden, und deshalb haben wir selbstverständlich aus seinen! Worten unsere politischen Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Schlußfolgerungen bestehen darin, daß wir zunächst jene Vereinbarungen, von denen vorhin gesprochen wurde, als nicht mehr bestehend ansehen, d. h. also, daß wir den Versuch aufgeben, uns mit dem Kabinett zu einer, gemeinsamen Abwehr der Angriffe von rechts zu vereinem Wir haben die Hände frei. Aber das bedeutet auch, daß eine Regierung, die zusieht, wie einer der Führer der Regierungsparteien der Sozialdemokratie so offenkundig und gleichzeitig so hinterhältig den Fehdehandschuh hinwirft. nicht erwarten kann, daß die Angegriffenen ihr noch länger auch nur einen Rest von Vertrauen ent» gegenbringey. Wie man weiß, ist die Frage des Verhaltens der sozialdemokratischen Fraktion gegenüber dem gegen Herrn Külz eingebrachten Mißtrauensvotum noch offen. Aber die Jnsterburger Rede des Herrn Scholz hat das Miß«* trauen gegen den Innenminister zu dem gegen das Gesamtkabinett erweitert. Die Fraktion wird sich in den nächsten Tagen darüber schlüssig werden, in welcher Form sie ihrem Mangel an Ver- trauen Ausdruck oerleihen soll. Die Genossen Hermann Müller und Breitscheid haben leich am Montag nachmittag Gelegenheit genommen, den eichskanzler persönlich auf die Gefahren dieser Situation aufmerksam zu machen. Herr Marx und seine Kollegen, aber auch das Zentrum und die Demokraten, werden uns keinen Vorwurf machen können, wenn es noch vor Weihnachten zu einer Regierungskrise kommt, deren Ausgang sich nicht voraussehen läßt. Sie mögen sich bei Herrn Scholz be» danken, dem der Ruhm, die große Koalition von 1923 erdolcht zu haben, nicht genügte. Vorerst aber mögen sich nun einmal Zentrum und Demokraten äußern. Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstags» fraktion tritt am Donnerstag vormittag zusammen, um noch vor der Sitzung der Reichstagsfraktion, die nach der Plenar- sitzung stattfindet, zu der neuen Lage Stellung zu nehmen. oermeidet. Ich bin nmrmedr in der Lage, den Ausführungen, die sich auf die Vereinbarungen zwischen dem deutschen Reichs- Ministerium, den Junker- Werken und der Russischen Regierung hinsichtlich der Errichtung einer Kriegsindustrie in Rußland bezogen, weitere Einzelheiten hinzuzufügen. Die Tatsache.-, sind kurz folgende: Das deutsche Reichswehrministerium trat im Sommer �->21 an die Iunker-Werke heran und lud sie zu einer Zusanunenarbeit bei gewisien Pläne ein. Sie(die Iunkers-Werke) wurden dahin unterrichtet, daß die deutsche Regierung diese Pläne mit großen Geldmitteln stütze, und daß führende deutsche Rüstungs- firmen bereits Fachleute nach Rußland gesandt hätten. Die Pläne gingen dahin, eine Kriegsindustrie für deutsche Zwecke auf russischem Boden ins Leben zu rufen, wobei die finanziellen Lasten, von den Deutschen getragen werden sollten. Die Aufgabe der Iunkers-Werke sollte die Erzeugung von Luftfahr- zeugen sein, von denen einige von den Rusien übernommen weroen sollten, die größere Anzahl jedoch Deutschland zur Verfügung stehen sollte. Die Iunkers-Werke zögerten, aber das deutsche Reichswehr- Ministerium drängte sie, diesen Auftrag als patriotische Pflicht anzunehmen. Die Angelegenheit sei politischer und militärischer Natur. Das war der Standpunkt des Ministeriums, und das Mini- sterium erklärte sich bereit, das geschäftliche Risiko und eventuelle Verluste aus eigenen finanziellen Hilfsmitteln zu decken. Nur unter ständigem Druck wiederholter Versicherung von feiten des Reichs- wehrministcriums, diese Garantie zu übernehmen, stimmten die Iunkers-Werke, wenn auch mit größtem Mißbehagen, schließlich zu. Im Dezember 1S21 besuchte eine aus vier Personen beistehende Dele- gation, zwei Vertreter von Junkers und zwei Vertreter des Reichs- wehrsministeriums Moskau, um der russischen Regierung einen Ver- tragsentwurf zu unterbreiten. Das Kapital, welches das deutsche Reichswehrministermm der Firma zur Verfügung zu stellen sich erboten hatte, betrug 21 Millionen Goldmark. Das Ministerium be- stand auf absoluter Vertraulichkeit. Die vier Delegierten reisten unter angenommenen Ramen mit falschen Ausweispapieren. Die Russen zeigten große Bereitwilligkeit, zu einem Abkommen zu kommen, da zu jenem Zeitpunkt die Stimmung zwischen Rußland und Polen gespannt war. Bei den Verhandlungen sowohl als in der Korrespondenz wurde das deutsche Reichswehr- Ministerium aus Gründen der Vertraulichkeit nur als„SG." bezeichnet, zwei Buchstaben, die„S o n d e r g ru p pe" bedeuten sollten. Desiau, der Standort der Iunkers-Werke, wurde Leipzig, Flug- zeuge wurden.Felle" genannt. Die Geschichte der Verhandlungen ist lang und verwickelt. Für die Schwierigkeiten waren teilweise die Russen verantwortlich, die nichts glauben wollten und stets unmittel- bar positive Ergebnisse wünschten; ein Teil der Schwierigkeiten war auf die geschäftliche Unfähigkeit des deutschen Reichswehrministeriums zurückzuführen.(Die Verhandlungen lagen weitgehend in den Händen von Reichswehroffizieren.) Teilweise waren die Schwierig- keiten auf die wachsenden Zweifel zurückzuführen, welche die Junkers- Werte darüber empfanden, ob das Ministerium tatsächlich das be- hauptete Kapitel besitzt. Die Stellung der Iunkers-Werke wurde immer peinlicher und peinlicher. Die Firma wurde ernstlich besorgt, als sie erfuhr, daß das deutsche Reichswehrministerium ähnliche Abmachungen mit anderen deutschen Rüstflrmen zum Zwecke " der Erzeugung von Rüstungsmakerialien in Rußland �trffffcn hatte. Tatsächlich zeigte sich, daß zwischen dem Reichswehr- Ministerium und der russischen Regierung eine Mülitärkon- vention existiert hat. Trotz der Schwierigkeiten wurde das Abkommen im Februar 1323 ratifiziert. Nach diesem Abkommen hatten die Iunkers-Werke zunächst in Moskau die Erzeugung von 100 Flugzeugen durchzu- führen. Beinahe alle Ausgaben für die Errichtung des Unter- nehmcns, die Versendung un� Bezahlung der Fachleute und auch für die Versorgung mit Material und für die Konstruktion der Flugzeuge wurde von den Deutschen getragen. Nach dem Konstruktions- Programm sollte eine jährliche Erzeugung von 300 Flugzeugen schließlich erreicht werden, von denen die Mehrheit Deutschland zur Verfügung stehen sollte. Die Iunkers-Werke hielten das ganze Ab- kommen für durch und durch ungünstig. Aber das Reichswehr- Ministerium wies immer und immer wieder auf die m i l i t ä- rischen und politischen Notwendigkeiten hin. Die Iunkers-Werke litten überdies schwer unter der Notwendigkeit, sich zu einem Zeitpunkt auf den Bau von Kampfflugzeugen konzentrieren zu müssen, wo sie eine Ausdehnung des zivilen Flug- zeugbaues wahrnehmen und große Geschäfte nicht nur in Deutsch- land, sondern auch in Amerika erwarten konnten. Im Herbst 1923 geriet die Firma in äußerste Bestürzung, weil sie ohne vorher- gehende Insonnation plötzlich erfuhr, daß das Kriegsministerium 100 Fokker-Flugzeuge in Holland bestellt habe. Im selben Jahre behauptete das Ministerium, 70 Millionen Goldmark für ihre ver- schiedenen„politischen und militärischen Unternehmen" zur Ver- fügung zu haben. Am 5. Mai 1924 wurde ein neues Abkommen Zwischen dem deutschen Reichswehr- ministerlum, den Zunkers-Werken und der russischen Regierung unterzeichnet. Die Produktion von Flugzeugen durch die russischen Iunkers-Werke wurde fortgesetzt, jedoch waren die Verhältnisse vom geschäftlichen Gesichtspunkt aus gesehen, zumindest für Junkers u n- g ü n st i g. Die Firma hatte vom Ministerium 4 Millionen Mark erhallen, sie erhielt unter dem neuen Abkommen weitere 8 Millionen. Es wurde darauf gedrängt, weitere 12 Millionen mittels einer An- leihe stüfsig zu machen. Im Laufe der Jahre 1924/2S gewährte das Reichswehrministerium der Firma unregelmäßig Kredite. Aber im Sommer 1924 kam die Firma zu der Ueberzeugung, daß die ganze Unternehmung für sie nichts anderes als Verlust bedeute, und sie beschloß, das Ganze zu liqidieren, wobei sie ihre Schadensansprüche anipcldete und anbot, die Meinungsverschiedenheiten einer Schieds- gerichtsbarteit zu unterbreiten. General von S e e ck t, der Chef der Heeresleitung, verweigerte am 26. Nooevmber 1924 seine Zu- stimmung zu einer solchen Schiedsgerichtsbarkeit unter Hinweis auf militärische und politische Staatsräson. Die schlimmsten Befürch- tungen der Iunkers-Werke waren also Wirklichkeit geworden, da der General in einem früheren Brief der Firma das Recht auf Schadens- anspruch bestritten hatte. Die Firma war also außerstande, mittels eines regelrechten Gerichtsverfahrens zu ihrem Rechte zu kommen, denn sie wäre in diesem Falle beschuldigt worden, einen Schritt zu unternehmen, der zur Enthüllung von Staatsgeheimnissen führen müßte. Das deutsche Reichswehrministerium gewährte keinerlei Hilfe, das Personal in Rußland mußte vennindert werden. Der Gesamtoerlust für Junkers war nicht nur finanzieller Natur. Die Märkte, die von den Iunkers-Werkcn mit Gewinn hätten ver- sorgt werden können, waren von anderen Unternehmungen erobert worden, da die Konstruktion von Flugzeugen für zivile Zwecke vernachlässigt worden war. Tatsächlich war es diese russische Unternehmung, die den Ruin der Iunkers-Werke herbeiführte, der seinerzeit so unbegreiflich erscheinen mußte. Die Russen haben wenigstens eine Fabrik und Maschinen bekommen, des weiteren hallen sie Fachleute und überdies eine Anzahl von Flugzeuge,, diese noch dazu beinahe umsonst. Das deutsche Reichs- wehrininifterium schien in geschäftlicher Hinsicht ebenso unwissend zu sein als in politischer. Der größte Teil der Verantwortung für das, chas in der Vergangenheit geschehen war, wurde General von Seeckt aufgeladen. Die größere Verantwortlichkeit liegt jedenfalls beim Reichswehrministerium. Die übrigen Unternehmen, die von feiten des Reichswehrministeriums eingeleitet wurden, sind vermullich in einem ähnlich liquiden Zustand. Die Richtung. die die deutsche Außenpolitik gegenwärtig eingeschlagen hat, ist für solche Unternehmungen höchst ungünstig. Es scheint unwahrschein- lich, daß die deutsche Regierung als Ganzes den wirklichen Charakter dieser Vorgänge begriff. Ebenso, wie die am Donnerstag ocröffent- lichten Enthüllungen können sie nur dazu dienen, Mißtrauen und Unannehmlichkeiten zu bereiten. Es wird nunmehr für die deutsche Regierung leicht sein, diese geheime unverantwortliche Tätigkeit ihres eigeuen Reichswehrminisleriums ein für allemal zu unterdrücken. Der vorstehende Berich? des„Manchef�r Guardian� läßt erkennen, daß die Redaktion des englischen Blattes in den Besitz einer vertraulichen Denkschrift gelangt ist, die die Iunkers-Werke im Frühjahr d. I. herausgegeben hatten, um ihre von der Regierung stark bestrittenen Ansprüche zu begründen._ Tschitscberins propaganöavortrog. Die alte antibritische Leier. Der russische Volkskommissar Tschitscherin hat, ähnlich wie im Oktober 192S, seinen Aufenthalt in Berlin dazu benutzt, vor bürgerlichen und kommunistischen Pressevertretern einen außen- politischen Propagandavortrag für Sowjet-Rußland zu halten. Er ist zwar diesmal etwas zurückhaltender als vor vierzehn Monaten, wo er mit kaum verhüllten Drohungen Deutschland von dem Abschluß des Sicherheitspattes in Locarno abzuhalten ver- suchte. Aber die Grundtendenz seiner Ausführungen bleibt dieselbe: ausgehend von einem Artikel in der letzten Nummer der konserva- twen Londoner Zeitschrift„Fortnightty Review" behauptet er, daß England eine systematische Einkreisungspolitik Sowjet- Rußlands gegenüber betreibe. Alle Gegenzüge Sowjet-Rußlands geschähen nur zur Abwehr dieser britischen Politik. Daher die Verhandlungen über den Abschluß von Paktverträgen mit den einzelnen Staaten, insbesondere mit den baltischen Ländern, die alle dazu kommen würden, weil es in ihrem Interesse liege, sich nicht in die antirussischen Einkreisungspläne Englands einfangen zu lassen. S ch i«d s g« r i ch t s v e rt r ä g e lehne Ruhland dagegen nach wie vor aus grundsätzlichen Gründen(!) ab. Es folgte eine Polemik gegen den Völkerbund, der nur„noch größere Abhängigkeit von anderen"(lies: England)"für seine Mitglieder bedeute. Die Idee, daß.Rußland sich auch einmal in die„Falle" des Völkerbundes locken lassen könnte, wies er mit einem„homerischen Lachen" als eine„Verdrehung der Wahrheit" zurück. Chamberlains Beschuldigung über englandfeindliche Propaganda- tätigkeit russischer Agenten in Asien beantwortete er mit einer Retourkutsche. Er sprach ferner sehr sympathisch und zukunftssicher von der südchinesischen Kuomintang-Bewegung Im übrigen rühmte Tschitscherin die Festigung der gulen Be- Ziehungen Rußlands zu Deutschland, Frankreich und natürlich auch zu Italien(wo die Kommunisten massenhaft erschlagen und ein- eekerkert werden). Unter diesen Umständen fragt man sich oerwundert: Wo bleibt da die Einkreisung? Ueber das politisch Interessante, die russischen Granaten- liefcrungen an die Reichswehr, zog Tschitscherin vor. zu schweigen. Er wußte über die angeblichen Waffenlieferungen „natürlich nichts", da er damals schon von Moskau abgereist war! Dazu ist zu bemerken, daß von russischer Seite bis jetzt keinerlei offiziöses Dementi erfolgt ist. Freilich hat die„Rote Fahne" gestern morgen berichtet. Pieck habe auf dem Kongreß der Werktätigen' erklärt, er sei von der russischen Botschaft ermächtigt, alles für einen plumpen Schwindel" zu erklären. Aber wen» auch nicht die Kommunisten, so weiß wenigstens die Sowjetbotfchaft, daß ein solches Dementi an die Kommuni st en nur bei den Kommunisten Glauben findet, in der übrigen Welt aber Heiterkeit oder Entrüstung erweckt. Die Berliner Vertretung oder der Außenminister der kommunistischen Sowjetunion hatten also die deutschen Kommunisten für so einfältig. daß sie ihnen Dementis verabreichen, die sie der übrigen W-it nicht vorzusetzen wogen! Tschitschcri« bei Marx. Marx bei Hinbenburg. Wie amtlich mitgeteill wird, war Reichskanzler Marx gestern beim Reichspräsidenten zum Vortrag. Borher empftng er den russischen Außenminister Tschitscherin. Das amerikanische Mitglied des Transserausschufles Sherrett ist zurückgetreten. Die Reparationskommission hat den New Yorker Bankier Pierre Lcy zu seinem Nachfolger gewählt. der Zensor. Von Hans Bauer Es ist so weit, daß das Genie von übermorgen auf geistigen Tod und geistiges Leben dem obskuren Filz, dem beschränkten Kasfer preisgegeben ist. Ueber die unsagbare Schande dieses kulturlosen Zustandes ist das Nötige gesagt. Der erste empörte Ausschrei über die Erniedrigung des Geistes ist verhallt und nun wollen wir fest- stellen, daß einen Gewinn die Literatur aus dem Golgathagang der künstlerischen Freiheit denn doch zu oerzeichnen hat: ihr ist das kost- bare Geschenk eines neuen Objekts in den Schoß geworfen worden: der Zensor. Wir kannten dieses Scheusal bislang nur als eine Groteskfigur, die in vergangenen Tagen in deutschen und öfter- reichischen Landen herumspukte und den tollsten Blödsinn anrichtete, die Goethes Werther in Sachsen, Lessings Werke in Oesterreich ver- bot, die Grimms und Andersens Märchen als zu gefährlich für die österreichischen Schulbibliotheken und Ibsens Gespenster als unge- eignet für das Berliner Theaterpublikum erachtete, die Glaßbrenners Zeitung„Don Quichotte" und dem(damals noch nicht hoffnungslos verkalkten)„Kladderadatsch" das Lebenslicht ausblies. Das alles hatte längst etwas legendären Charakter angenommen. Nun aber wird die Sage blutvolle Wirklichkeit werden. Das hagere Gespenst mit der spitzigen Nase und den eckigen Ohren, den zittrig-ver- knöcherten Händen, die nur eben noch Lebenskraft genug haben, den Rotstift zu führen, mit den hinter der Brille boshaft funkelnden Augen und dem zahnlos hämischen Mund, der sich bei der Lektüre lasziver Stellen in heimlichem Wollustschauer zu einem fetttgen Grinsen verbreitern kann: das alles kehrt wieder und wjrd die äußerlich geknsbelte Phantasie innerlich beflügeln. All seine Macht über Kunst und Literatur wird nicht verhindern können, daß umgekehrt auch sie sich des Zensors bemächtigen und daß sie ihn und sein schmutziges Geschäft zausen. Zu dem Tänzlein, das er wagen will, wird ihm eine Melodie aufgespielt werden, von der Deutschland widerhallen soll. Um seinen Ruhm braucht ihm nicht bange zu sein. Er wird die meistbclachte Figur der Gegenwart werden, und weit über die nationalen Grenzen seiner Wirksamkeit hinaus wird er den neuen Typ einer Iahrhundertkarikatur ver- körpsrn. Sein Fell mag so spröde sein, wie die Epidermis der Kunst empfindsam: dem Tod durch Lächerlichkeit wird er auf die Dauer nicht entgehen können, und sein Nutzen wird gewesen sein, daß nach hundert Iahren noch die Menschen eines zivilisierteren Deutschland als das des Herrn Külz und seiner Mumm- und Kube- Kumpanei es ist, sich die Bäuche über die Satiren halten werden, die in einer Periode deutscher Kulturschmach über deren größtes Ekel entstanden: über den Zensor. Et» verein zur Jörderuna der Theater-Ausstellung Magdeburg bat sich in Magdeburg gebildet, um die zablreich interessierten Kräste zu einheitlichem Wirken zusanivienzusassen. In den Vorstand und ArbeitSausichui, find die Führer des Magd�urgcr öffentlichen und wirtschastlichen Lebens eivgetreten. Die Mümhener Thomasmänner. Eine Reihe der bedeutendsten, in München heimischen Künstler haben sich zusammengefunden, um ?emeinsam zum Kampfe gegen die nachgerade von jedermann emp- undene Gefahr aufzurufen, daß München als deutsches Kulturzen- trum in den Sumpft und die Enge eines geistigen Provinzialismus zu versinken droht. Diesen Kampf organisiert führen, heißt die Ur- suche des Niederganges erkennen und aussprechen. Daß die frei- mütigen Männer um Thomas Mann nicht bloß wilde Proteste hin- ausschreien, das gibt der Bewegung die sichtbare Bedeutung für ganz Deutschland. Eine geistige Revolte bereitet sich vor. Das Seher- auge dieser Dichter und Denker erkennt, daß die quälende Enge und die muffige Modrigkeit im Münchener Geistesleben der letzten sechs Jahre einen ganz einfachen Grund haben: fast das ganze Münchener Volk hat den Anschluß an jene mächtige Bewegung ver- säumt oder verloren, mit der das deutsche Volt in die neue Zeit seiner Nation und Europas drängt Während sich der Münchener Geist unter dem rollenden Kalbfell der Kriegervereinsrevuen und der pa- piernen Flut der Dolchstoß- und anderer Proteste befriedigte,, ge- staltete sich draußen im Reiche das Neue. Ein Ringen um die Schöpfung eines neuen deutschen Lebens erfaßte die ganze Nation: München aber, einst die Lieblingsstadt des deutschen Volkes, wurde sein eigentliches Potsdam. Noch gibt es aber viele Menschen, die nichts heißer wollen, als daß diese Stadt wieder ein Zentrum deutscher demokratischer Kultur werde. Schon haben die mutigen Thomas- männer die Rhinozeroshaut des plumpen Leibes der geistigen und politischen Reaktion in München geritzt, aber es wird noch schwerer Schläge und Wunden bedürfen, bis der Koloß sich zur Abwehr auf die Beine stellt und den Angreifern die schwachen Stellen zeigt, wo er tödlich getroffen werden kann. Das neue Reethoven-Archlv in Bonn bereitet zur 100. Wieder- kehr von Beethovens Todestag am 26. März 1927 eine Erweiterung seines Arbeitsgebietes vor: die Gründung eines wissenschaftlichen Forschungsinstituts, das den Namen Beethoven-Archiv tragen soll. Diese neue Forschungsstätte soll umfassen: 1. eine möglichst voll- ständige Beethovcn-Bibliothek, 2. eine Sammlung sämtlicher Aus- gaben von Beethovens Werken, 3. Faksimile-Nachbildungen aller Dokumente und Akten aus Bibliotheken, Archiven und Sammlungen, die für die Biographie und besonders für dos künstlerische Werk Beethovens von Bedeutung sind, 4. die vollständige Aufnahme samt- licher erhaltener Musik-Handschriften Beethovens im Schwarz-Weiß- Verfahren und in Originalgröße, die beim Studium die Originale zu ersetzen vermögen, 5- die Materialien, die zum Studium des ganzen geistigen Umkreises von Beethovens Kunst und seiner Zeit notwendig sind. Außerdem sollen wissenschaftliche Publikationen die wichtigsten Beethoven-Probleme in Angriff nehmen. Zkallenische Staaksthealer. In Italien sollen drei staatliche Bühnen eingerichtet werden. Bisher gab es derartige Theater dort nicht. Nach den Mitteilungen Mailänder Blätter geht die Anregung auf P i r a n d e l l o zunick, der auf diese Weise der gegenwärtigen Krise des italienischen Theaterwescns obbelfen möchte. Nach dem von Pirandello entworfenen und von Mussolini gebilligten Plan wird ie ein Staatstbeater in Rom. in Mailand und in Turin ge- gründet. Die drei Bühnen sind einem Generaldirektor unterstellt, während jede einzelne von einem technischen Direktor geleitet wird. Die Auswahl der aufzuführenden Werke untersteht dem General- direktor, der dabei von Kommisstonen jedes einzelnen Theaters unterstützt wird. Jede der Bühnen hat 15 festangestellte Schauipicler und Schauspielerinnen. Die 20 ersten Darsteller und Darstcllennncu, die engagiert werden, sollen aber an allen drei Bühnen gemeiniam tätig sein und je nach Bedarf bald an der einen und bald an der anderen Bühne spielen. Die Staatstheater werden am 1. November geöffnet und am 31. Mai jedes Jahres gesck�ossen. Einseitige Eheschließung in Rußland. Wie die„Iswestija" mitteilt, ist in der Ukraine eine Verordnung erlassen worden, die eine einseitige Eheschließung ermöglicht und zwar so. daß jedes auch»och so flüchtige Verhältnis auf einseitige Meldung im zustandigen Koni- missariat als rechtsgültige Ehe registriert wird. Der andere Teil bekommt eine schriftliche Meldung von der geschlossenen Ehe. Mit dieser Verordnung werden die schon jetzt unglaublich verworrenen Ehegesetze in Sowjet-Rußland um ein neues vermehrt, dessen Folgen man kaum absehen kann. Eine neue Entdeckung im Tutanchamon-Grab. Die Arbeiten in den beiden bisher noch unerforschten Kammern des Tutanchamon- Grabes haben zu einer neuen überraschenden Entdeckung geführt, die diesem wichtigsten Funde der Aegyptologic noch eine weitere Sensation hinzufügt. Man ist nämlich unter der Kammer, in der der Sarkophag des Pharao stand, auf eine Krypta gestoßen, die in eine große, vorläufig noch nicht genau festgestellte Tiefe hinabführt Der Zweck dieses unterirdischen Raumes ist noch unbekannt, aber die Sorgfalt, mit der der Eingang verborgen war, so daß er in den dreijährigen Arbeiten bisher nicht entdeckt war. und das Riesenqewicht der Verschlußfteine lassen vermuten, daß eine genaue Prüfung Entdeckungen allerersten Ranges zur Folge haben wird. Volksgericht über einen Räuberhauptmann. Der Schrecken der Schwarzen Berge, der berüchtigte montenegriniscke Räuberhauptmanu Milivoj Kalezit. auf dessen Kopf die südslawische Regierung einen Preis von 100 000 Dinaren ausgesetzt hat. wurde seit Monaten von der Gendarmerie verfolgt. Bei mehrfachen Gefechten, die er der Polizei lieferte, hatte er allmählich alle Genossen verloren. Als er schließlich ganz allein war. suchte er Zuflucht in seinem heimatlichen Dorf. Er sah sich in seinen Erwartungen auch nicht enttäuscht: seine Landsleute nahmen den Verfolgten auf und hielten ihn vor den Nachforschungen der Polizei in sicherem Versteck. Als st« aber dahinter kamen, daß der Bandit auch den Doktor Martinovic, der als Wohltäter von der ganzen Gegend verehrt worden war, getötet hatte, beschlossen sie, ihrem Schützling den Prozeß zu machen. Die Aeltesten des Dorfes traten zum Gericht zusammen und verurtellten den Banditen einstimmig zum Tode. Der Spruch wurde sofort durch Erschießen vollstreckt._ Vorträge. Für die Lesfing-Soiblibule spricht Dr. St-Vb-n Zweig am Freitag 7 Uhr über. D o st o j e w s k i" im ReichSwirtschastSrat. Bellelrne- straffe 17._. Der Zu'ammenbruch de»«ilbert-0per-ttenkon,erv,. Der zurückgetreten- Hamburger Direktionsfiellvertreter dcS gdilbert-Overettenklmz-rn« Attred Möller teilt mit. daff Jean Gilbert die einzige Möglichkell zur 7e- sriedigung seiner Gläubiger in der Wiederaufnabme semer Tätigkeit zi.'s Komponist und durch Zurverfügungstellung von 66�/z Proz. der Einnahmen auS seinen Werken siebt. Beide zuvor zum Konzern gebärenden Hamburger Bühnen, das Karl-Tchultze-Tbeater und das Theater am Millern. Tor, nehmen nach Klärung der Sachlage die Vorstellungen wieder aus. Gegen den Kleintaliberunfug. Energische Maßnahmen des Polizeipräsidiums Bochum-Gclscnkirchen. Bochum, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der Polizei- Präsident von B o ch u m- G e l sen ki r che n weist auf die außerordentliche Zunahme des Kleinkaliber-Schießsport- Unfugs hin. Die unter dem Mantel harmloser Klcinkaliber- Sportoereine sich betätigenden Vereine könnten unter Umständen zu nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Gefahren führen. Der Polizeipräsident ist entschlossen, im Bereich seines Bezirks mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen diesen gefährlichen Unfug einzuschreiten. Das Gesetz bietet die Handhabe zur Beschlagnahme sämtlicher Kleinkalibergewehre, deren Inhaber nicht im Besitz von Waffenscheinen sind. Im Bereich des Polizeipräsidiums Bochum- Gelsenkirchen, dem zweitgrößten des Reichs, darf künftig nur bei polizeilich zugelassenen Schießständen in 3» bis IM) Meter Schußentfernung geschossen werden. Keinem Berein werden mehr als 10 Gewehre bewilligt. Zutterkrippenwirtschast in Graunschweig. Deutschnationalc versorgen sich. Braunschwelg, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die braun- schweigisch« deutschnationale Regierung ahnt, daß mit der Neuwahl des Braunschweigischen Landtags, die spätestens in elf Monaten erfolgen muß, ihre Regierungszeit abgelaufen ist. Sie sucht deshalb noch schnell mißliebige Beamte aus politisch wichtigen Stellen heraus- zugraulen. So hat sie jetzt den braunschweigischen Polizei- Präsidenten Haag, der der demokratischen Partei angehört, seitdem sie ihn schon seit Monaten schikaniert hat, aufgefordert, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Haag, der sich keiner Dienstvcrfehlung bewußt ist und dessen außerdienstliches Berhalten auch völlig einwandfrei ist, wird sich weigern, sein Amt zur Ver- fügung zu stell«si. so daß er wahrscheinlich„im Interesse des Dienstes"' mit voller Pension entlassen werden wird. Eine solche Entlassung ist nach dem Staatsbeamtenbesoldungsgesetz rechtlich möglich. Den Posten des Polizeipräsidenten will der deutschnationale Polizeimini st er Lieff für sich reservieren, da er nach der Neuwahl des Landtags nicht wieder als Regierungsrat unter einem sozialdemokratischen Kreisdirektor arbeiten möchte. Auch der deutschnationale Finanz mini st er Dr. K ü ch e n t h a l hat sich schon Zusicherungen für eine spätere Bar- Wendung, im Finonzdienstdes Reiches machen lassen, wäh- rend der Kultusminister Marquardt sich seine alle Stellung in der Landesökonomiekom Mission frei- gehalten hat. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat im Zusammenhang mit dieser skandalösen Wirtschaft folgenden Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses eingereicht:.. „Der Landtag wolle einen Ausschuß von 9 Mitgliedern zur ' Untersuchung der Treibereien gegen republikanische Beamte ein- setzen. Insbesondere soll der Ausschuß prüfen: l. Welche Ver- dächtig ungen sind gegen den Polizeipräsidenten Haag ver- breitet? Haben Oberbeamte der Polizeidirektion dabei mllgewirkt? Was hat dos Staatsministerium oder der zu« ständige Minister veranlaßt, um den Polizeipräsidenten zu schützen und dos Ansehen seines Amtes zu wahren? 2. Inwieweit ist der ,,,p.»utschnational�. Landtagsabgeordnete. Bau.- m a n n an den Treibereien gegen republikanische Beamte beteiligt? — Z. Hut t>as Stantamtrafterium in i einer Personalpolitik die von ihm so oft betont« Ueberparteilichkeit immer gewahrt?" Der Untersuchungsausschuß wird die Personalpolitik der deutsch- nationalen Minister gründlich ans Licht ziehen. Der Polizeipräsident Haag, der seil zwei Iahren ein wahres Martyrium durchgemacht hat, ist ei» er der letzten republikanischen Oberbeamten im Freistaat Braunschwcig. �Schlagt den Juden tot!" Wieder einmal Borkum. Die preußische Polizei in Borkum hatte vor einiger Zell das Singen des antisemitischen Borkumliedes verboten. Das Oberoerwaltungsgericht der Provinz Hannooer hob das Verbot auf, da durch das Lied die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht gestört worden sei und also kein juristischer Anlaß für das Verbot vorliege. Das mag insofern richtig sein, als feit Jahren kein Jude es wagen darf, Borkum zu betreten und infolge das ge- wünschte Objekt zum großen Krach fehlte. Der Badcdirektor, über dessen völkische Gesinnung kein Zweifel besteht, veranlaßte darauf die Kapelle, das Lied wieder in das tägliche Programm auf- zunehmen. Das große Schöffengericht in Emden hatte sich nun- mehr mll der Probe auf das Exempel zu beschäftigen. Das Ereignis ist eingetreten. Der jüdische Rechtsanwalt C h a r i g(Emden) mußte sich dienstlich in Borkum aufhallen. Die Folge: Der Rechts- anwalt wurde von Borkumer Burschen auf der Strandpromenade angepöbelt, die Kapelle spielte plötzlich außerhalb des Programms die Melodie des B o r k u m l i e d e s, die mit dem Kaisermarfch identisch ist, die Menschenmenge umringte den Anwalt drohend und in fanatischer Besessenheit, Rufe„Schmeißt den Juden raus!"—„Schlagt den Juden tot!" ertönten. Das Gericht.war dem Kapellmeister gegenüber nachsichtig. Es glaubte ihm, daß er sich infolge des stürmischen Wetters und seiner Tätigkeit über die Vorgänge nicht klar wurde, und sprach ihn frei. Die beiden Burschen dagegen wurden wegen Landfriedens- bruchs in Tateinhest mit öffentlicher Beleidigung zu je drei Mo- naten Gefängnis verurteill. Eine„D a m e", die sich bei der antisemitischen Demonstration besonders heroorgetan Halle, bekam wegen öffentlicher Beleidigung 190 Mark Geldstrafe. Auf- reizung zum Klossenhaß festzustellen, versäumte das Gericht. Immer- hin, die Pöbelei hat ihre Sühne gefunden. Wichtiger als das Urteil werden die Konsequenzen sein, die man aus dem Urteil zieht. Der Beweis, daß das Borkumlied ein Teil jener antisemitischen Hetze ist, die jeden Augenblick Ruhe und Sicherheit stören kann, der Beweis, daß das Barkumlied selbst die Ruhe und Sicherheit stört, ist erbracht. Wird man jetzt endlich dem rohen Unfug ein Ende machen oder nimmt die Suche nach einem Betätigungsfeld für das Schund- und Schmutz- g e s e tz die behördlichen Geister so sehr in Anspruch, daß sie vor !.Schund und Schmutz" den wahren Schund und Schmutz nicht mehr ?r kennen können? öugosiawiene Außenminister Rinschitsch hat gestern dem König sein« Demission eingereicht, obwohl letzterer sich zunächst sträubte, sie anzunehmen. Anscheinend hängt sein Schrill mit dem erfolg- reichen politischen Vordringen Italiens in Albanien zusammen, das für Ninschitsch, der auf ein freundschaftliches Zusammenwirken mll Italien hingearbeitet hätte,«in« schwere Blamage bedeut«t. ver rumänische König Ferdinand wurde gestern vormittag nach einer neuen Konsultation der behandelnden Aerzt« operiert. Der Gesundheitszustand soll befriedigend sein. VLjprechUNgmitöen „Befriedigendes Ergebnis".— Genf, ö. Dezember.(Eigener Drahtberichl.) Die für ZNonkag nachmittag vorgesehene Konferenz der Vertreter der Rheinlandpakt- mächte, Stresemann, Briand, Chamberlain, Vandervelde und Scia'oja ha! erst um 6 Uhr begonnen und dauerte bis 8�4 Uhr. Ein sofort herausgegebenes deutsches Kommuniquö besagt, daß die erste nach den bisherigen Einzelbesprechungen abgehaltene gemeinsame Konferenz zur Frage der deutschen ZNilitärtontrolle ein besriedi- gendes Ergebnis ergeben Hobe und daß weitere B e» sprechungen folgen werden. Die Verhandlungen über die technischen Einzelheiten der Danziger Anleihe im Finanzkomitee schreiten sehr langsam und schwierig vorwärts. Montag nachmittag hat auf Wunsch der Danziger Delegation der polnische Kommissar in Danzig, Strah- burger, über die zwischen Danzig und Polen bereits durch Verträge und Abkommen geregelten gegenseitigen Beziehungen Ausschluß erteilt. * Das von den Verhandlungspartnern Stresemänns ausgegebene gemeinsame Kommunique unterscheidet sich ein wenig von der deutschen Fassung. Seine Schlußsätze lauten:„Das Ergebnis dieser ersten Zusammenkunft ist befriedigend. Die Verhandlungen werden in weiteren gemeinsamen Zusammenkünften fortgesetzt werden. Es besteht die Hoffnung, daß man zu einer Einigung ge- langen wird." Srianös Taktik in öer Kontrollfrage. Paris, S. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Aus sämllichen Kommentaren, in denen die Pariser Presse die Besprechung Bri'and-Stresemann begleitet, geht hervor, daß Briands Absichten dahin gehen, durch eine Drohung mit einer Ver- längerung der Dauer der Militärkontrolle Stresemänns Ein- wände gegen das vom Völkerbund 1924 beschlossene Investigations- recht zu überwinden und diesem der französischen Auslegung des 8 213 des Berfaillcr Friedens gefügig zu machen. Die Pariser Blätter, die Briand darin kräftig unterstützen, schrecken nicht vor verhüllten Drohungen zurück für den Fall,' daß Stresemann dem französischen Druck nicht nachgeben sollte. Perttnax hat bereits am Montag morgen im„Echo de Paris" betont, daß für diesen Fall Frankreich in der Botschasterkonferenz in der Frage der Entwaffnung Deutschland„den Brotkorb höher hängen werde". Der„Temps" fügt dem hinzu, daß, falls Stresemann auf seiner Weigerung ver- harren sollte, die Entscheidung über diese Frage biszurnöchsten Sitzung des V ö l k e r b u n d s ra t s verschoben werden müßte. Automatisch würde dadurch auch die Zlbberufung der Militär- kontrolle auf das Frühjahr oerschoben werden und das tstöge Strefe- Internationales Zrauenkomitee. Auf der Brüsseler Konferenz eingesetzt. Brüssel, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Am' Sonnabend Und Sonntag fand im Brüsseler Volkshause eine internationale sozialistische Frauenkonferenz statt. Zwölf Länder waren durch etwa dreißig Delegierte vertreten. Autz Deutschland waren er- -schienen die Genossinnen I u ch a c z und Hanna., aus. Deutsch» ' Österreich iWelhetd Popp, aus der Tschechosiowskei' Blatny und Karpischkova, aus England Suzanne Lawrence, Dorothy Iewson, Agnes Dollon und Marion Philipps. Die Internationale wurde durch Friedrich Adler vertreten. Den Vorsitz führte Genossin S p a a k, Belgien. Di« Statuten für ein permanentes internationales Frauen- komitee, das der Exekutive der Internationale als beratende Körper- schaft für alle Frauen und Kinder betreffende Fragen beigeordnet werden soll, wurden nach ausführlicher Debatte beschlossen. Donach wird«in erweitertes internationales Frauenkomitee geschasfen, worin alle angeschlossenen Länder, je nach ihrer Bedeutung, mit ein, zwei oder drei Delegierten vertreten sind, diese werden von den betrefscnden sozialistischen Parteien im Einvernehmen mit den Frauenorganisationcn gewählt. Das Komitee wählt»in fünf- gliedriges internationales Bureau. Am Sonntag referierten die Delegierten über die Fortschritte der sozialistischen Frauenbewegung. In einer ösfentlichen Massen- Versammlung im Bolkshause sprachen die Genossinnen Spaak, Popp, Lawrence und Sauinoneau-Frankreich namentlich über die Bc- dcutung der Frauen in der Friedenspropaganda. Die Konferenz � wählte in das internationale Bureau: Popp, Wiens Lawrence, England: Iuchacz. Deutschland: Ribbins-Pelletier, Holland und Budzinski, Polen. Gleichzeitig wurde mit Zustimmung Adlers beschlossen, der Jeitungskorrespondenz der Züricher Inter- nationale ein periodisches Fraucnbulletin hinzuzufügen. Die nächste internationale sozialistische Frauenkanferenz soll 1928 in London sein. Adelheid Popp wurde als Frauendelegicrte zur Exekutive der Züricher Internationale wiedergewählt. Zrankreichs beginnende Wirtscbastskrise. Die Luxusindustrie als erste Leidtragende. Paris, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der„Paris Soir" hat eine ausgedehnte Untersuchung über die französische Wirt- s ch a f t s k r i s i s, wie sie sich im Zusammenhang mit der F r a n- k e n h a u s s e in zahlreichen jrcmzösischen Wirtschaftskreisen seit einigen Tagen besonders geltend macht, angestellt. Das Blatt ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Krisis besonders die franzö- fischen Luxusindustrien betroffen hat. In diesen Industrien sind bereits 2S- bis 40 Proz. besonders der weiblichen Angestellten arbeitslos. Die großen. Pariser Schneider- und Mode- Warengeschäfte sind durch die Abwanderung der ausländischen Jnflationsrcisendcn schwer getroffen. Im Durchschnitt werden in diesen Häusern 140 bis 200 Arbeiterinnen pro Tag entlassen. Die- selbe Lage herrsche in der Hutindustrio. Hier schätzt das Pariser Arbeitsamt die Arbeitslosen in Paris und Umgebung auf IS 000. Das Hosel-panama. Exministcr Ahrer aus Amerika heimberufcn. Ivien, 6. Dezember.(Eigener Drahtberichi.) Der zur Ueber- wachung der Gebarung der P o st s p a r k a s s e eingesetzte parla- mentorische Untersuchungsausschuß hat den früheren Bundes- kanzler Dr. R a m e t über die Geschäfte der Kasse mit dem Bankier Bösel vernommen. Die Postspartasse hat diesen Spetu- lauten, der durch die Frankenspekulation verkrachte, zu sanieren ver- sucht und dabei rund 70 Millionen Reichsmark verloren. Ramek erklärte, er habe im Frühjahr 1925 erfahren, daß Bösel der Post- sparkasse 300 bis 350 Milliarden Kronen, also mehr als 20 Mil- lionen Goldmark, schuldig war. Mit Hilst des früheren Finanz- Ministers A h r e r sei dann eine Schweizer Gesellschaft gegründet Weitere Besprechungen folgen. mann zu denken geben. Die Blätter sind über den Ausgang der Genfer Verhandlungen in der Kontrollfrage heute ebenso p e s s i- m i st i s ch, wie sie vor dem Besuch Chamberlains in Paris opli- mistisch waren. Nur das„Journal des Debats" läßt sich eine etwas optimistischere Darstellung aus Genf melden. Es weist darauf hin, daß man Anlaß habe zu glauben, daß die Besprechungen am Montag zu positiven Resultaten führen werden, wenigstens was das genaue Datum für die Aufhebung der Interalliierten Militärkontrollc an- belange. Man müsse aber betonen, daß die Frage des In- veftigationsre chts in den besetzten Gebieten eine andere sei als diejenige für das übrige Deutsch- l a n d. Im zweiten Falle gehe die Frage alle Nationen des Bölkerbundes an. Im ersten Falle handle es sich aber nur um eine Frage der Garantie und der Sicherheit speziell für Frankreich. Eine Verhandlung über diesen zweiten Fall könne also nur eine d e u t s ch- fr an z ö si s ch e Verhandlung sein. Sieben europäische Außenminister in Genf. Von den vierzehn Ratsmächten sind nicht weniger als die Hälfte durch ihre Außenminister vertreten: Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Holland(Karnebeck), Polen(Zalefki), Tschechoslowakei(Benesch). Von europäischen Staaten haben also nur zwei ihre Außenminister nicht entsandt: Italien, Scialoja, weil hier Außenminister und Ministerpräsident eine Person sind, und Ru° m ä n i e n seinen Londoner Gesandten Titulesco, wohl weil bei der Krankheit des Königs die innere Lage der Regierung es dem Außen- minister Mitilenu nicht rätlich erscheinen ließ, das Land zu ver- lassen. Die übrigen fünf Ratsmitglieder find, wie gewöhnlich, durch europäisch« Gesandt« vertreten: China durch den Gesandten in Rom, Chao-hstn-chu, Japan durch den Botschafter in London, Grafen Jshii, Chile durch den Gesandten m Bern, Mendeville, Columbien durch den Gesandten in Paris, Urutia, und San Sal. vador ebenfalls durch den Pariser Gesandten, Guerore. Alle Mandatsmächte gegen mündliche Petitionsverfahren. Gens, 6. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die Antworten der Regierungen von Frankreich, Südafrika und N e u s e e« l a n d zu den Anträgen der Mandatskommission wegen der Abfassung der jährlichen Berwoltungsberichte lauten ebenso ablehnend wie die bereits bekannt« englische Antwort.(Es handelt sich um das von der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes befürwortete Recht, in gewissen Ausnahmefällen die Beschwerdeführer von den Mandatsgebieten mündlich zu vernehmen. Red. d.„V.") worden, von der die Postsparkasse Aktien im Betrag von 11 Mil- lionen Dollar übernehmen und langsam in Raten abzahlen sollte, um mit Bostl ins reine zu komme». Bundeskanzler Seipel und der jetzige Finanzminister b e st ä t i g t e n. von dieser Angelegenheit gewußt zu haben. Es wurde beschlossen, zur völligen Klärung Dr. Ahrer, der sich auf einer Reise in Amerika befindet, aufzu. fordern, sofort zurückzukehr e'n, um Auskunft zu geben. Volksentscheid gegen das Getreidemonopol» Erfolgreiche Hetze gegen Grimm. Genf.«. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der schweizerische Nationalrat hat bei der am Montag abend um 6 Uhr statt- gefundenen Eröffnung seiner Wintersession unter dem Druck einer monatelangen Hetze gegen den Genossen Grimm als ehemaligen Leiter des Generalstreiks diesen nicht vom Vizepräsidenten zum Vorsitzenden des Nationalrats, wie es sonst stets zu geschehen pflegt, vorrücken lassen, sondern an seine Stelle den Laufanner Bürgerlichen M a i l l e s e r gewählt. Die Bekämpfung des Genossen Grimm ist von. den Gegnern des Getrede Monopols, das in der am Sonntag stattgefundenen eidgenössischen Volksabstimmung mit 371 000 gegen 365000 verwarfen wurde, namentlich auch zu dem Zwecke mit den demagogischsten Mitteln betrieben worden, um einen Keil zwischen die in der Abstiminungssrag« zusammen marschierenden Arbeiter und Bauern zu treiben. Das ist leider gelungen. Die sozialdemokratische Nationalratsfraktion hat die Nichtwahl Grimms mit einer Protesterklärung be- antwortet und am Montag abend fand im Verner Volkshaus eine große Demonstrationsversammlung der Arbeiter statt, die sich zu Tausenden hinter ihren Führer stellten. Die ungarischen Schwindelwahlen. Die Unterschriften für die Bndapester Kandidaturen. ' Budapest, 6. Dezember.(MTB.) Heute ist für alle drei B u d a- p e st e r Wahlbezirke die Frist abgelaufen, innerhalb deren die Wahl- kandidaten auszustellen waren. Die Zahl der Unterschriften beträgt in Budapcst-Süd: Regierungspartei 22 934, regierungsfrcund- liche Christlichnationale 29 009, Demokraten 11 260, Sozialdcmo: kraten 8300: Budapest-Rord: Regicn-ngspariei 15 700, Demokraten 15 315, Sozialdemokraten 9094; Budapest-Mitte:: Regierungspartei 12 999, regierungsfreundliche Christlichnationale 14 199, Demokraten 5642, Sozialdemokraten 6022. Die geheime Abstimmung nach Listen erfolgt am 14. und 15. Dezember. England und EKina. London, 6. Dezember(WTB) B a l d w i n teilte im Unterhaus mit, daß er während der Anwesenheit Chamberlains in Genf das Foreign Office übernommen Hobe. Laut„Star" ist Baldwins Beschluß, während der Abwesenheit des Staatssekretärs des Aeußeren persönlich die auswärtigen Zlugelegenheiten zu führen, durch die Lage in China bestimmt worden. London. 6. Dezemeber.(WTB.) Unterhaus. Auf eine Frage des Konservativen D a o i s o n. weshalb die sehr wichtige chinesische Frage nicht vor den Bölkerbund gebracht worden sei, insbesondere da ein Vertreter Chinas Mitglied des Bölkerbunds- rats sei, erwiderte der Unterstaatssekretär des Aeußern Locker L a m p s o n, die Regierung glaube nicht, daß es im gegen- wärtigen Zeitpunkt zweckdienlich sein würde, die Frage vor den Rat zu bringen(Rufe: Weshalb nicht?) und bemerkte, die Be- richte des neuen britischen Gesandten in China müßten abgewartet werden. Der Liberole Wedgwood Denn fragte hierauf, ob es nicht Tatsache sei, daß der chinesische Delegierte nicht versucht habe. die Frage vor dem Völkerbund auszuwerfen und daß seine Aktion von dem britischen Vertreter kritisiert worden sei. Locker L a m p s o n erklärte, es sei vollkommen wahr, daß gewisse un- richtige Bemerkungen von dem chinesischen Delegierten gemacht worden seien. M die deutsche Seamtenschast! Für die Einheit der Arbeiter, Beamten und Angestellten. �lis soziale Ringen der Besitzenden und der Besitzlosen hol sich in den letzten Monaten außerordentlich verschärft. Immer deutlicher zeigt sich, daß alle aus dem Krieg entstandenen Lasten aus die breiten Schichten der Beamten, Angestellten, Arbeiter und der sonstige» werktätigen Kreise unseres Volkes abgewälzt werden sollen. Die Rationalisierung der Betriebe ist begleitet von Lohndruck und Verlängerung d c r A r b e i t s z e i t sie hat nicht etwa zur Verbilligung der Preise, sondern lediglich zur ö r h ö h u n g der Gewinnquoten der Unternehmungen gesuhrl. Die chebung der sozialen Lage der Beamten, Angestellten und Arbeiter wird in dieser Zeit mehr denn je davon abhängig sein, das� die drei großen Gruppen der Arbeitnehmer ihre gemeinsamen Konsumenlenintcressen erkennen und in geschlossener Front für ein« Aenderung der deutschen Wirtschaftspolitik eintreten. Die Rationali- sierung der Industrie und die damit verbundene gesteigerte Pro- duktion darf nicht zur Bereicherung einzelner Großkapitalisten fuhren, sondern sie muß eine sichtbare Preissenkung, eine Steigerung des Absatzes und damit auch die Wiederein- gliederung von Arbeitslosen in die Betriebe zur Folge haben. A u ch s ü r die Reichs-, Staats- und Gemeinde- beamtei, kann es nicht nur darauf ankommen, ihre Nominal- gehältcr zu erhöhen; auch sie bedürfen in erster Linie einer Hebung ihrer Kaufkraft. Bei der U'berwindung der europäischen Wirtschaftskrise geht es darum, Produktionskrast und Absatzmöglich- keit wieder in Einklang miteinander zu bringen. Hier läßt sich die allgemeine Lohnfrage der Arbeiter und Angestellten nicht trennen von dem Besoldungsproblem der Beamten. Niedrighaltung der Löhne und Gehälter, Ver- längerung der Arbeitszeit, sozialer Druck in den Privatbetrieben lösen auch für die Beamtenschaft dieselben unsozialen Wirkungen aus. Massenarbeitslosigkeit und Personalabbau stehen in unmittelbarer Wechselwirkung. Eine erfolgreiche gewerkschaftliche Bewegung derBcamtenhat deshalb zur Voraussetzung, daß sie befähigt ist, sich gemeinsam mit den organisierten Arbeitern und Angestellten den großkapitalistischen Nutznießern unserer heutigen sozialen Not ent- gegenzustellen. Die Einheitsfront der Arbeiter. Angestellten und Beamten kann verhindern, daß der Staat ein einseitiges Machtinstrument in den Händen der Industriellen und Großgrundbesitzer wird. Sie sichert die deutsche Republik, in der allein ein freiheitliches Berufsbeamtentum gedeihen kann. Sie erstrebt eine Wirt- schaft, in der das gemeinwirtschaftliche Interesie stets dem Prositinteresie des einzelnen vorangeht. Darum, Beamte, fort mit alten Vorurteilen: Hinein in die freie Beamtengewerkschaftsbewegungl Arbeitet mit an dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg unseres Volkes! Allgemeiser Mftirn SeMMM. Mgemim DeMer GmeMoWvitö. Allgmelm freier AngeWkMM. .Falkenberg. Kohnr. teipark. Aufhauser. Stähr. Urban. Unternehmer für den Achtstundentag! Ein Rundschreiben gegen Ucberstunden. Das Kartell der Arbeitgeberverbände zu Frankfurt o. M. wendet sich in einem Rundschreiben gegen das übliche II e b e r st u» d e» 11 n w e s e» bei der Beschäftigung von Angestellten. Nachdrücklich wird in dem Rundschreiben betont, es sei mit den hcuiigcn Verhältnissen nicht in Einklang zu bringen, Angestellte zu entlassen, obgleich für diese laufend ordnungsinäßige Beschäftigung vorhanden ist. Auch im Rahmen der tarifvcrtraglichen Bestimmungen sollen— so verlangt das Rundschreiben— Ileberstnvden nur dann angeordnet werde», wenn besondere llmständc die Mehrarbeit rechtfertigen und eine Neuein sr ellung von Angestellten nicht möglich ist. Das Rundschreiben warnt davor, durch voreilige Entlassung von Angestellten die Ueberstunden zur Regel werden zu lassen, und fährt dann wörtlich fort �„Oberste Pflicht jedes Arbeitgebers und namentlich unter den gegenwärtigen Verhältnissen muß es sei», wen» Arbeit vorhanden ist, die hierzu normalerweise notwendige Airzahl von Angestellten zu beschästige»." Wird der Appell des Frankfurter Kartells der Arbeitgeber- verbände bei dem vernünftigen Teil der Unternehmer im Reich Widerhall finden? Liellcich! löst das Frankfurter Vorgehen auch sonst noch einigen Leuten iin Untcrnchinerlager etwas die Zunge. Wird im Kampf gegen das Uebcrstundenunwcjen endlich der JDurchbnich der Vernufl ersclgcn? Es wäre Sache der Reichs regle- rung, an symptomatischen Aeußerungen, wie dem Appell des Frank- furter Arbeitgebertartells, nicht achttos vorüberzugehen, sondern end- lich für die Schassung des Rotgesetzes etwas mehr Initiative zu entwickeln. Christliche gegen Srauns' firbeitssthutzgefetz Für den Achtstundentag. Die Vertrauensleute des christlichen Deutschen Gewerk- schastsbundes in Essen nahmen am Sonntag in einer stark besuchten Kundgebung zur Arbeitszeitfrage Stellung. Die Vertreter der einzelnen Verbände brachten über das Ueberstunden- und Ucberschichtenunwesen reichhaltiges Material vor. In ejner ein- stimmig gefaßten Enischliehung fordert der Bezirksverband Essen des DGB. die Wiedereinführung der Acht stunden- s ch i ch t für alle Hochöfen-, Thomas- und Martinswerkarbeiter so- wie auch für sämtliche Arbeiter der Wolzwerke, Röhrengießereien und Zinkhütten, ferner die Fe st legung der dreigeteilten Schicht in den Kokereien und Rebengewinnungsbetrieben des Bergbaues sowie der chemischen Industrie. Die Entschließung wendet sich dann gegen die überhandnehmenden Versuche der Unternehmerkreise, mit offenen und versteckten Mitteln und unter Mißbrauch der Notlage auf dem Arbeitsmarkt tarifliche Vereinbarungen zu mißachten und bestehende Gesetzesvor- fchriften zu umgehen. Insbesondere wird Verwahrung eingelegt gegen die systematischen Versuche, trotz rationalisierter Wirtschaft im Kampf gegen tarifliche und gesetzliche Bindungen Arbeitszeitüber- schreitimgen dauernd zu verankern. Der Entwurf des Arbeite- fchutzgesetzes zum Gesetz erhoben— so heißt es weiter—, würde zahllose Möglichkeiten behördlich-einseiti- g c» Eingreifens in die Arbeitszeitfrage schassen und den Grundsatz des A ch t st u n d e n t a g e s auf dem Verordnungswege durchbrechen lassen. Mehrarbeit hat lediglich Gegenstand tariflicher Vereinbarungen zwischen tarisfähigen Vereinigungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu sein. Mit einem Appell an die Gewerbeaufsichtsbehörden, scharf auf Einhaltung der Arbeitszeit- und Sonntagsruhe-Bestimmungen zu dringen, schloß die bedeutsame Esiener Kundgebung. hpänen ües flrbeiismarktes. Das sind die Adresienschreibverlagsanstalten. Wiederholt haben wir auf die entsetzlichen Zustände hingewiesen, die in Berliner Adressenschreibverlagsanstallen herrschen. Wenn aber von uns nachgewiesen wurde, daß der wöchentliche Verdienst der Arbeitnehmer in diesen Ausbeutungsmstitmen selbst bei munenschlich langer Arbeitszeit noch nicht einmal die Sätze der Erwerbslosenunter st ützung«rreicht, so behaupteten die Unternehmer, es handle sich nur um Ausnahmen. Um diese Behauptungen der Profitoertveter endgültig zu wider- legen, wurde bei der Firma AdolfSchustermann,die«nie der größten Adressenschreiboerlagsanstolten Berlins ist und außerdem be- haupket, in Berlin die„besten" Löhn« zu zahlen, vor kurzem durch eine Rundfrage festgestellt, wie hoch der Verdienst pro Woche gewesen ist und welche A r be i t s da u e r dazu aufgewandt werden muß,«. Dabei muß vormisgeschickt werden, daß es sich in der äugen- blicklichen Zeit um eine Hochkonjunktur für diese„Branche" handelt. Die Verdienste in norinalen Zeiten liegen um ein Ent- sprechendes niedriger. Nach Fonlasstmg derjenigen Arbeitnehmer, die erst in der be- treffenden Woche selbst bei dieser Firma eingetre-en waren, blieben insgesamt 61 Angestellte übrig, die die ganze Woche hindurch der Firma ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hatten. Die durch- s ch n i t t l i ch e Arbeitszeit, die auf jeden dieser 61 Angestellten für die beireiiende Wocbe entfiel, betrug 63 Stunden, der Durchschnitts- Brutto- Wochenverdieust 17,3» TN., der durchschnittliche Stunden- verdienst 27,6 Ps.! Aber auch diese Zahlen, die das erschütternde Elend zeigen, sind noch zu günstig. Unter diesen 61 Angestellten befinden sich nämlich 1-1 sogenannie„Vorarbeiter", oder im Zeitlohn Beschäftigte, die für die-Ibstündig« Bureauarbeitszeit einen festen Stundenlohn von 35— 10 Pf., in einem Falle„sogar" 45 Pf. pro Stunde erhielten. Da dies« im Zeitlohn Beschäftigten mit diesem Verdienst allein selbst- verständlich nicht auskommen können, sind auch sie noch gezwungen, Akkordarbeit mit nach Hauj« zu nehmen. Immerhin wird durch ihre ISstllndige reine Zeftlohntäiigkeit der Durchschnüteoerdienst pro Stunde im gewissen Ausmaße erhöhl. Schalten wir diese 14 Angestellt« aus, so»gibt sich für di« übrigbleibenden 47«ine durchschnittliche Arbeitszeit für die betreffende Woche von 64 Stunden, ein durchschnittlicher Wochemierdienst von 14,80 M., und«in durchschnittlicher Swndenverdienst von 23,2 Pf. Roch schlimmer steht es bei den weiteren Betrieben wie Josef Schuster mann, Robert Teßmer A.-G. und in den weiteren paar Dutzend kleinerer Adresienschreiboerlagsemstalten. Als vor«inigen Monaten es dem Zentrallverband der Angestellten gelungen war, den Schlichtungsausschuß Groß-Berlin gegenüber den maßgebenden Berliner Adressenschreibverlogsanstalten zur Abgabe eines Schiedsspruches betreffend«in Geholtsobkommen zu vcronlasien, dos den ausgebeuteten Opfern des kapitalistischen Systems hinsichtlich ihres Verdienstes ungefähr die wöchentlichen Sätze der Erwerbslosen- Unterstützung garantiert hätte, wurde die Verbindlicherklärung dieses Schiedsspruches abgelehnt. „Die Arbeftskraft steht inner dem besonderen Schutz des Reiches," so lautet Artikel 157, Absatz 1 der Verfassung des Deutschen Reiches. Die Ausgebeuteten der Adressenfchreiboerlagsanstalten müssen erkennen, daß nureine machtvolle Organisation ihnen zu diesem Schutz der Arbeitskraft verhelfen kann. Sie müssen sich im Zentralverband der Ang« st«Ilten organisieren, wenn sie nicht buchstäblich langsam verhungern wollen. öesihästigung öeutstber LanSarbeiter. Ersah der ausländischen Wanderarbeiter. Nach einem Beschluß der Reichsregierung wird das Kontingent der ausländischen Wanderarbeiter in der Landwirtschaft für 1S27 von 130 000 aus 100 000 herabgesetzt. Dieser Beschluß hat in den Kreisen der landwirtschaftlichen Unternehmer hellste Entrüstung hervorgerufen. Sie sehen die Zeit kommen, wo sie daraus verzichten müssen, den ausländischen Landarbeiter als Druckmittel gegen den deutschen Landarbeiter verwenden zu können. In ihrem Aerger kommen die landwirtschaftlichen Unternehmer auf die sonderbarsten Einfälle. So schreibt beispielsweise Graf von Bassewitz- Wesselstorf in Nummer 45 der„Mecklcnbur- zischen landwirtschaftlichen Wochenschrift" folgendes: „Ersatz ist nur möglich, wenn die eigenen Arbeiter mit ihren Frauen und Kindern herangezogen werden. Vor Ostern noch müssen die Betriebsleiter an ihre Arbeiter- schaft herantreten und mit ihnen nicht nur die Mitarbeit der Frauen im allgemeinen, sondern auch die Uebernahme von Rüben- arbeit, Frühjahrs- und Herbstarbcit vereinbaren. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß ein Betrieb sich heute nicht mehr den Luxus erlauben kann, aus jeder Werkwohnung nur ein« Arbeitskraft z« haben, und hieraus läßt sich die Mitarbeit der Frau herleiten. Sollte eine oder die andere Familie die Möglichkeit haben, Kinder als zweite ständige Arbeitskraft zu stellen, so mag man über die Mitarbeit der Frauen etwas liberaler denken." Nach diesen Ausführungen sollen die Folgen, die sich aus der Herabsetzung des Ausländerkontingents in der Landwirtschaft er- geben, ausschließlich von den Frauen und Kindern der deutschen Landarbeiter durch stärkere Verpflichtung zur Mitarbeit getragen werden. Was zur Frauen- und Kinderarbeit in der Landwirtschaft vom freigewerkschaftlichen Standpunkt zu sagen ist, wurde schon öfter, und zwar recht deutlich, zum Ausdruck gebracht. Wie aber können die ausfallenden ausländischen Arbeiter ersetzt werden? Unsere Antwort aus diese Frage besteht zunächst In den folgenden vier Vorschlägen: 1. Der Hebung der Arbeitsfreudigkeit und Arbeits- lust der deutschen Landarbeiter durch eine zeitgemäße Be- Zahlung ihrer Arbeitsleistung und menschenwürdige Behandlung ihrer Person zuzustreben. Die Brauchbarkeit dieses Vorschlages wird jeder bescheinigen lönnen, der beobachtet hat, in wie gewalligem Maße die heuligen Entlohnungs- und Behandlungsmethoden die Arbcitsfreudigkeit der landwirtschaftlichen Arbeit- nehmer beeinträchtigen. 2. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind im Höchstmaße z u modernisieren und so zu führen, daß in ihnen alle Ergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebswissenjchaft und Betriebs- forschung zur Geltung kommen. Heute werden diese Bestrebungen sehr stark durch die konservative Anschauung beeinträchtigt, daß der der tüchtigste Landwirt ist, der auf dem vom Bater oder vom Groß- vater vorgezeichneten Weg konsequent fortschreitet. 3. Die Schassung einer Vermittlungs- oder Ausgleichs st eile ins Auge zu fassen, deren Aufgabe es ist, den gesamten landwirtschaftlichen Arbeitsmarkt zu beobachten und für eine zweckentsprechende Verteilung der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Arbeitskräfte Sorge zu tragen. Die besondere Ausgabe dieser Stelle müßte sein, Erwägungen anzu- stellen, wie dem Wandertrieb der jugendlichen Arbeiter nachgegeben werden kann, ohne daß sse der landwirtschaftlichen Arbeit verloren gehen. Gegenwärtig wird nach der Richtung so gut wie nichts getan, was zu dem bedauerlichen Zustand führt, ,chaß dieselben Arbeitskräfte, die an der einen Stelle gebraucht werden, an der anderen überflüssig sind, und daß der Wandertrieb die jugendlichen Landarbeiter ziellos macht und sie ungewollt aus der landwirtschaft- liehen Arbeit herausführt. 4. Es ist unermüdlich auf Mittel und Wege zu sinnen, die städtischen Erwerbslosen der landwirtschaftlichen Arbeit nutzbar zu machen. Die Nutzbarmachung muh evenwell auf die Notwendigkeit hin erfolgen, daß den Erwerbslosen vor der Aufnahme der landwirtschaftlichen Arbeit ein Fachunterricht in Theorie und Praxis erteilt wird. Mit der Verwirklichung dieser Borschläge würde die Frage der Crsatzbeschaffung für die ausscheidenden ausländischen Wander- arbeiler ziemlich gelöst. Bon den landwirtschaftlichen Unternehmern darf erwartet werden, daß sie sich eingehend mit diesen Borschlägen beschäftigen und ihren Standpunkt dazu der Oessentlichkeit be- kanntgeben._ Tie Gründungsfeier der Berliner Brauer. Das 40. Stiftungsfest des Berliner Ortsoereins der Lebens- mittel, und G« t rä n k« a rb e i t« r am Sonnabend im Saal- bcm Friedrichshain wies«inen außerordentlich starken Besuch aus. Ein« ganze Reihe von Zahlstellen aus dem Reich« hatten Delegierte geschickt. Bon der festlich geschmückten Bühne hob sich unter der strahlenden„40" das Banner des allen Berliner Gauvereins ab. Das gut gewählle Programm wurde von ersten Künstlern von Ruf be- stritten. Bernhard Bötet von der Städtischen Oper, Else K n« p« l von der Staatsoper, der Humorist Willy Rosen, die bekannte Bor- tragskünstlerin Senta Söneland, das Görard- Ballett und die D orris- Truppe vom Wintergarten sowie Prof. Oskar Wappen- schmitt am Flügel gaben ihr Bestes her zum Gelingen des Abends. Der erst« Lorsttzende des Ortsoereins. Genosse Hodapp, be- grüßte. besonders die 22 4 Jubilar«, die der Organisation über 2 5 Jahre(zwei davon seit ihrer Gründung) angehören und stellte ihr« Organisatirmstreue als leuchtendes Vorbild für di« Jüngeren hin. (Genosse Hodapp ist übrigens nicht erst seit 1909 Borsitzender der Berliner Zahlstelle. Er war vielmehr schon seit 1895 Vorsitzender der Sektion I(Brauer) und wurde bei der Zusammenlegung mit der Sektion II(Brauereihilfsarbeiter) im Jahr« 1909 Borsitzender der Zahlstelle.)_ Einsetzung von Arbeitsgerichten in Polen. Warschau. 6. Dezember.(TU.) Demnächst sollen durch Erlaß des Staatspräsidenten in ganz Polen Arbeitsgerichte ins Leben ge° rufen werden. Diese Gerichte sollen nicht nur Lohnkonflikts, sondern auch Konflikte infolge von Nichtbeachtung der so- zialen Gesetzgebung zur Entscheidung zugewiesen bekommen. Den Gerichten sollen neben einem Regierungsvertreter Arbeitgeber- und Arbcitnehmervertreter angehören. Mitglieder der Gesellenausschüsse der Innungen und der Hand- werkskammert Die nächste, von der Juoendzentrale des Ortsaus- schusses Berlin des ADGB. einberufene Zusammenkunst der sreigewerkschastlich organisierten Gesellenausschußmitglieder der Innungen und der Handwerkskammer findet am Montag, den 13. Dezember, pünktlich abends 7Z4 Uhr, in Dörings Fest- sälen, Naunynstr. 27, statt. In Anbetracht der wichtigen Tages- ordnung erwarten wir vollzähliges und bestimmtes Erscheinen. Per- bandsniitgliedsbuch und die von der Organisation besonders zuge- stellte Einladung berechtigen zum Eintritt. Frei«»»werksch<>!t»ji>«an Rekowski einen Ausweis zu sehen gerlangte, griff einer von hnen plötzlich in die Tasche, zog einen Revolver und hiell ihn icm Kaufmann entgegen mit den Wortein„Das ist unser lusweisl Hände hoch!" Der Bedrohte duckte sich geistes- legenwärtig unter den Ladentisch und wollte, von diesem gedeckt, üe Flurtür erreichen. Unglücklicherweise übersah er dabei einen offen lehenden Schubkasten und stieß mit dem Kopf so heftig gegen die kante, daß er betäubt zu Boden stürzte. Dieses Mißgeschick be- rußten die Verbrecher sofort, um sich aus ihn zu stürzen. Blitzschnell oarsen sie dem am Boden Liegenden eine etwa f i n g e r st a r k e Echnurfchlinge um den Hals und zogen sie zu. Trotzdem etzte sich der Geschäftsmann aus allen Kräften zur Wehr. Im Ver- auf« dieses Kampfes biß er einen der Angreifer tüchtig in den kinger. Sie überwältigten ihn schließlich aber doch, schnürten ihm >ie Hände auf dem Rücken zusammen, fessellen ihm die Füße und ««banden außerdem noch Hals, Hände und Füße durch einen »elleren Strick, der den Körper des Ueberfallencn bogenförmig nach ückwärts zwang. Den völlig Wehrlosen, der wiederum die Be- innung verloren hatte, schleppten die Unmenschen auf die am Flur lelegene Toilette und warfen ihn dort hin. Um nicht überrascht zu oerden, ließen sie die großen Jalousien vor beiden Schaufenstern lerab und räumten die Ladcnkasse aus. Sie erbeuteten die Tages- sin nähme in Höhe von SO M., außerdem an Geldern, die ür die Bank eingegangen waren, 2 450 M. Mll ihrem Raub« lllchteten sie unangefochten durch die Hintertür. Als Frau von tekowski gegen 314 Uhr zurückkehrte, fand sie zu ihrem Erstaunen !re Rolläden herabgelassen und den Eingang versperrt. Sie ließ urch einen Schlosser öffnen und sah auf den ersten Blick die Un- rdnung im Laden, die auf etwas Ungewöhnliches deutete. Nichts Suies ahnend, suchte sie nun nach chrem Mann. Auf ihre Rufe intwortete der Eingesperrte, der vergeblich oersucht hatte, sich zu refreien, durch Klopfen. Man erlöste ihn aus seiner schrecklichen -ag« und rief einen Arzt. Dieser stellte zahlreiche Würge- aale und Kratzwunden sest. Schwerere Verletzungen hat «n Rekowski glücklicherweise nicht davongetragen. Es zeigte stch jetzt, daß der angebliche Anruf des Finanzamtes »giert gewesen war. Nach der Beschreibung sind die Räuber «de mittelgroß. Der eine hatte ein rundes Gesicht und trug einen Narengopaletot mit woihen Streifen und einen grauen Filzhut. Oer zweste war etwas kleiner, halle ein breites blasses Gesicht und rüg wie sein Komplice einen marengofarbcnen Mantel ohne Streifen >nd eine Hornbrille. Unter dem Arm trug er eine dunkelbraune -'"entasche. Mitteilungen zur Aufklärung und zur Ergreifung der Zerbrecher an das Raubdezernat im Zimmer 80 des Polizei- «rasidiums. � Bi« Thphuscrkrankungcn in Potsdam. Gegenüber anders lautenden Meldungen, die von einem be- «roMichen Anwachsen der Typhuserkrankungen in Potsdam sprechen, vird mitgeteill, daß bis Sonnabend nur insgesamt neunTyphus- ''r??. �-.�5''. verdächtige in den beiden Potsdamer Kranken- mstalten Aufnahme gefunden haben. Seit Sonnabend sind darüber »maus rm Ell-Ioseph-Krankenhaus zwei Zugänge zu verzeichnen. >on denen der eine Fall nur als verdächtig anzusehen ist, während � v t vi i�n Krankenhaus drei Kranke eingeliefert worden sind, o daß die Gesamtzahl der Erkrankten und Typhusverdächtigen seit »er letzten Wache vierzehn beträgt. Auch in den vorhergehenden ™ � cn nur glücklicherweise wenige Fälle bekannt, so in »er Woche vom 21. November bis 27. November ein Fall, in den leiden vorhergehenden überhaupt kein Fall und in der Woche vom »1. Oktober bis 6. November wiederum nur ein Fall. Während des Qen Oktobers fanden ebenfalls nur vier Kranke in den beiden alten Potsdams Aufnahme. Die zuständigen Gcfundheits- «ehörden rechnen allerdings noch mit einigen weiteren Typhusfällen n Potsdam jedoch glaubt man annehmen zu können, daß der Kreis »er Infizierten mcht allzu groß werden wird und daß auch ins- »«sondere die Gefahr der Kontaktansteckungen infolge der kalten Witterung ni-ht allzu beträchtlich sein wird. Die Quelle der »nfektron ist bereits seit über acht Tagen isoliert und vor allem n ganz besonderem Maße dafür Vorsorge getroffen worden, daß »icht etwa die Seuche durch Einfuhr nichtkontrollierter Milch nach verlin eingeschleppt wird. Sowohl die städtische Potsdamer Gesund- »eitsbehorde wie auch der Berliner Stadtmedizinalrat Prof. Dr. t. Drigalski haben bereits die Oeffentlichkell mit Rücksicht auf die Erkrankungen in der unmillelbaren Nahe von Berlin vor dem Benuß roher Milch gewarnt. Zu den Typhuserkrankungen in Potsdam sind nun auch in größerem Maße Sckarlacherkrankungcn in Potsdam zu verzeichnen. Auch die Staatliche Bildungsanstalt, die sich in der früheren Kadettenänstall befindet, ist hiervon betroffen worden, so daß es nicht mehr ratsam erscheint, Lehrkräfte aus anderen Schulen. die dort unterrichten, an der Potsdamer Bildungsschule wirken ju lassen. Das tödliche Gas. Durch eigen« Unvorsichtigkeit büßten zwei junge Menschen ihr Leben ein. Gestern vormittag wurde die 18jährige Hausangestellte ElifeWinklerin ihrem mit Leuchtgas angefüllten Schlafzimmer in der Wohnung ihres Arbeitgebers in der H a s e n h e i d e 74 be- wußllos aufgefunden. Ein sofort hinzugezogener Arzt stellte den bereit» vor mehreren Stunden eingetretenen Tod fest. Der Befund läßt auf einen U n g l üls Gerüchte, die schon früher hin und her gingen, sich derart verdichteten, daß eine Erhumierung der Leiche des Donnert vorgenommen wurde. Die Lage der Schuß- öffnung am Schädel bestätigte den Verdacht, daß es sich bei diesem Tode nicht um einen Unglücksfall gehandelt haben könne. Unter der Wucht der Beweise mußten schließlich Frau D. und der Hilfsmonteur Krönert eingestehen, daß sie den Mord begangen hatten. Die Waffe des Ermordeten war von dessen Frau dem Mörder zugesteckt worden. D. hatte im Jahre 1913 die Apothekertochter Hämmer geheiratet: die Ehe schien glücklich, es entsprossen ihr zwei Kinder. Noch während des Krieges hatte der junge Referendar sein Assessorexamen gemacht und befand sich im Jahre 1920 auf bestem Wege, als Finanzrat nach Dresden versetzt zu werden. Seine Frau glaubte in sich Schauspieler- talent entdeckt zu haben und war in eine Filmschule cinoetreten. Hier lernte sie den Otto Krönert kennen, der gleichfalls Filmtalente an sich entdeckt hatte. Es entspann sich zwischen beiden«ine Liebelei. die dazu führte, daß Krönert als Gärtner im Landhause des D. ein- gestellt wurde. Als das Liebespaar glaubte, sich nicht mehr anders helfen zu können, beschloß es, den Ehemann aus dem Wege zu räumen. Der Prozeß, der am Mittwoch in Dresden beginnt, ver- spricht manche interessante Momente. Schweres Eisenbahnunglück in Paris. 43 Personen verletzt. Gestern ereignete sich auf dem Pariser Nordbahnhof ein schweres Eisenbahnunglück. Ein au» der Richtung von Dilliers für Marne kommender Personenzug stieß derartig heftig aufdenEndprellbock auf. daß d e r Z u g e n t g l e i st e. Nach den bisherigen Meldungen sind 43 Reisende mehr oder minder schwer verletzt worden. Von der Dampfwalze zermalmt. Breslau. 6. Dezember.(TU.) In der Frankfurter Straße wurde ein Radfahrer bei dem leichtsinnigen Versuch, zwischen einer fahren� den Straßenbahn und einer in der gleichen Richtung fahrenden Dampfwalze hindurchzufahren, von der Straßenbahn dicht vor die schwere Dampfwalze geschleudert und von dieser über- fahren. Der Führer der Dampfwalze konnte von seinem Sitz aus den Unfall nicht rechtzeitig bemerken und es nicht verhindern, daß der Unglückliche buchstäblich zermalmt wurde.'Der Führer der Dampfwalze erlitt einen Nervenschock. Im Auto wurde die gräßlich zerftünnnelte Leiche des Radfahrers, eines auswärtigen Händlers. in die Anatomie gebracht. I gebracht. Gasexplosion im Geburtshause Theodor Slorms. Das Geburts- aus des Dichters Theodor storm in Husum ist durch»ine chwere Gasexplosion verwüstet worden. Di« Explo- sion erfolgte in einem Laden infolge Ansammlung von Leuchtgas. Eine 59 Meter lange Stichflamme fchlug durch die Ladenscheibe auf den Marktplatz. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden ge- kommen. Bestätigke Todesurteile. Der dritte Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig beschäftigte sich am Montag mit der Revision des Drehers Unbescheiden, der am 23. April 1925 den Heilgehilfen Schröder erschossen hatte und deshalb vom Schwurgericht Hannooer am 2. Oktober 1926 zum Tode verurteist wurde. Das Gericht kam nach längerer Beratung zur Verwerfung der Revision und b e- stätigte das Todesurteil.— Derselbe Senat verwarf auch die Revision des Tischlers W o t h, der vom Schwurgericht Hannover am 29. September 1926 zum Tode verurteilt wurde. Wotb hatte am 16. November 1925 in der Nähe von Hannover einem Arbeiter auf einsamer Landstraße aufgelauert, ihn beraubt und erschossen. Das Gericht verwarf die Revision und bestätigt« das Urteil der Dorinftanz. linker Mordoerdachl verhaftet. Nach einer Meldung aus Halle wurde der Landwirt Karl Bennemann sowie zwei welter« Per- sonen aus Wimmelburg verhaftet. Sie stehen im Verdacht, vor sieben Jahren einen Einsiedler in den staatlichen Forsten bei Annerode erschlagen und beraubt zu haben. ftas öer Partei. Der bakteur beleidigte Slaalsanwall. In dem Prozeß gegen den Re- unseres Ienenfer Parteiblattes Konrad Fintelmeyer, über den wir vor einigen Tagen einen Vorbericht brachten, hat das er- weiterte Schöffengericht in Jena auf eine Gefängnisstrafe von 4 M o n a t e n erkannt— obgleich es in der Urteilsbegründung hieß, daß der Wahrheitsbeweis zum Teil als erbracht anzusehen sei. Wahrscheinlich wird gegen dieses Urteil Berufung eingelegt werden. Sesthästliche Mitteilungen. So kurz vor Weihnachten geht die Hnusfr ständigkeit dem Training hingibt. Wie man aus der Zusammen- stellung ergibt, kommen Schädigungen auch bei Wettkämpfen ver- hältnismäßig wenig vor, wobei sie überdies meist nur auf un- vernünftige» Training zurückzuführen sind." El» Waldlauf im SpSkherbst. Dos schöne Wetter hatte den Athletitsportklub veran- laßt, für den Sonntag noch einen Waldlauf auszuschreiben. Er hatte vollen Erfolg damit: An 70 Männermannschaften und wohl ebensoviel Jugendmannfchaften hatten sich gemeldet. Verbunden Mit dem eigentlichen Waldlauf war ein Werbelaus, an dem sich etwa 256 Läufer aller Arten beteiligten. Die Waldläufe in der näheren Umgebung Inner.Berlins verfehlen ihre propagandistifche Wirkung nie. besser natürlich werben noch die Massenläufe, die ohne weit- kämpferische Absichten durchgeführt werden. Der bestens bekannte Sportverein Moabit konnte im Hauptrennen durch den Treptower Park und den Plänterwald den ersten Platz belegen. vor Weißensee und Schöneberg. In der B-Klass« siegt« die Ergäu- zungssportmannschaft des Schwimmvereins Borwäri«, die noch eine bessere Zeit lief als die Zweiten der �-Klasse. Die Beziehung gelungen. tux,«alle A a«hifrt): l. Moabit I 17;SS rtfl. 2. äRonnWicfttn: 1. Moabit 18:51,9.— Veranstaltung war tn leder Resultat«. 5000 SSeet, Miaue», Min.! 2. SBciftenl«: 8. S-bSn«b«rg... �— «lasse B<5 Saufen: 1. SV. Borwärto I 1&Z5A Min.; 2. Zichte 16.— 3000 Meter. ZW I_ mehr_______________________________ schalt über unsere Tätigkeit wachen. Hären wir, was alles von uns verbrochen wurde: Erstens�finb diel« Leute nicht damit einver standen, da» wir von den oe I-. Aä# Behandlung oevdoaaen w fchiedenen Regler fie Organisationen den irSB. die Art schon seit asendr :en gewährt wird. Sa lici ur. «reu, de» aktiven ftempf noch nicht aufgenommen und da» wir noch nichts unternommen haben, UM die Rrbeiterfchaft restlos aus den Ooganifationen des Roten«teuzes heraus, uholen. Run, wir können den Hettfchaften ver. roten, da» wir nicht die Tätigkeit des Roten Kreuzes bekämpfen, sondern ledig. lich die militaristische, monarchistische Einstellung und wa, dl« Hctausho'iunz der Ribeiter aus dem RS. anbelangt, so sind wir demokratisch genug, einen .Zwang nicht auszuüben. Solang« sich die Arbeiter nicht selbst frei machen können, so lang« hoben wir kein Interesse an diesen Mitgliedein. Mit den Methoden der Arliielschreiber wird man allerdings keinen Hund hinler dem Ofen heroovlccken. gilchweig« denn die Arbeiter aus dem RS. San, und gar sind unsere ffreund« von der linken Fakultät aus dem Häuschen geraten, weil wir an dem 8. Internationalen Sonore» für Rettungswescn und Erst« Hilfe bei Unglücksfälle» in Amsterdam teilgenommen baben, und Zwar des. wegen, weil der Sonate» unter dem Protektorat de» Prinzen der Niedcrlanda stand und weil nur bürgerlich« Organisationen und dao Rote Sreu, vertreten ivaren. Einmert darüber nachzudenken, ob die dort gepflogenen Verhandlungen nicht auch im Interest« des arbeitenden Volkes gelegen waren, fällt den Leute» ja nicht ein, es genllgt Ihnen, zu wissen, da» der Songrc» nicht von Moskau diktiert und nicht für die.Werktätigen" bestimmt war und deswegen Kamps. Wir erlauben nn». auch ohne unser» kommunistischen Freund« zu fragen, dorthin zu gehen, wo wir glauben, für das Proleta. rlat wirken ,u können. Die hochwichtigen Vorträg« über Lebens» rettuna in den Bergwerken usw. stnd jedenfalls von bervorraacndcn Wissen. schaftlern und anerkannten Fachleuten geholten worden und dürften, in die Praxis umgesetzt, recht segensreich wirken. Wir sollen auch die Abstcht gehabt haben, an einem Wettkamps in Amsterdam teilzunehmen, wa» uns aber»uo durch da« Rote Sleuz vereitelt worden sei. Run, mir hätten mit dem gr»»!en Vergnügen an diesem Kampf teilgenommen, wenn wir nicht durch einen Form. fehler unlererseit» an der Teilnahm« verhindert worden wären. Da» g:ö»t« Verbrechen haben wir nun nach Ansicht der Moskauer doduich begangen. da» wir uns bereitcrklämcn, an einer in Amsterdam gegründeten Inlernstio. ~m'' M ein®e. Ver. zum Ziel gesteckt, bei elementaren Ereignissen ober Sata- strophen jedweder Art helfend einzugreifen, soweit die Hilfe des eigenen Lande» nicht ausreicht. Wir denken bei dieser Selegenheit an die entsetzliche Hunger- katastroph« in Rutzland 1921, wo die Hilferufe in olle Welt hinausgingen und wo die Kommunistische Sowjetunion die Hilfe des Internationalen Roien Kreuze,— da» deutsch« Rot« Kreuz eingeschlossen— gern angenommen hat. Ja, die russische Eowsetunlon hat auch heut« noch ihr Rote» Kreuz und denkt nicht daran,«tn« Arbeiter- Samaritcrorganisation zu schassen. Roch mehr, da» russisch« Rote Kreuz ist sogar mit dem deutschen monarchistisch-militärisch eingestellten Roten Kreuz in einer Liga verbündet. Im übrigen möchten wir den Artikelschriibern das Gewissen etwas schärfen. Die Leute stnd nach jahrelangem Winseln und Flehen einzeln zum Arbelter-Sgmoriter.Bund wieder herübergekommen vom kommunistischen Pro. letarischen Gesundheitsdienst, der elend in die BiUcke gegangen ist und glauben NUN bei uns ihre Maulausreitzerei fortsetzen zu können. Wir brauchen nur Mitglieder, d!« praktisch etwas leisten können, nicht aber Phrasendrescher. Jedenfalls wird sich der Arbester-Samariter-Bund von diesen sogenannten..Zelle, ibauern" seine Organisation ein zweites Mal nicht wieder zerschlagen lassen. Da» mögen sie sich gesagt sein lassen. Die« die Antwort des Hauptvorstandes aus das Gekläff der „Roten Fahne". In ihrer gestrigen Morgenausgabe beschäftigt sie sich bereits mit diesem Brief des ASB.— allerdings nicht, um chren Lesern die Wahrheit über die sowjetrussischen Samariterorgani- Kationen mitzuteilen, sondern um erneut über den ASB. berz' sollen. Was soll e» heißen, wenn sie den Samaritern vorwirst, daß sie ge- xebenensalls bei den Uebungen in Amsterdam auch einen Preis an- Ideale Schönheitspflege Oer Hände und Oes Gesichts. fn der ridifigen Auswahl und ridifigen Anwendung der Hautpflegemittel Hegt das Geheimnis der schönen Frau. Eine jede Dame fradifet mit allem Recht nach Erlangung eines zarten, frischen, nicht fettigen Gesichtsteints und achtel auf die sammetweiche, geschmeidige und angenehm trockene Beschaffenheit der Hände. Bei täglichem Gebrauch von Creme Leodor kann jede Dame die großen persanlichen Vorzüge genießen welche man kurz das Geheimnis der schönen Frau nennt Auch für Herren hat nach dem Rasieren Creme Leodor eine wohltätige Wirkung für die Haut Das Brennen und Ziehen der Haut nach dem Rasieren verschwindet sofort und verleiht Creme Leodor dem glattrasierten Gesicht die auch von Herren beliebte Jugendliche Frisdie und Geschmeidigkeit I« dien Chlorodont-Verkjufsslellen erhiltli*. Probetub. für«ehrm.li8en Qebreud. kostanio»„«sen Einsenduna sie. ausaefüllten nebenstehend«. Zettel, aU 3- Pf.- Drudcsadie an Leo-Werke. A.-Q., Dresden-N.fi, Hier eblreoMiiI Leo-Werke, A.-Q, Dresden-N. 6 Nr. 195 Senden Sie mir ko«tcnfr«ii I Probetube Crem© Leodor für mehrmaligen Gebrauch tut« jalisan ueD t eichend« Namet Ort« Straße». genommen hätten? Samariterdienst ist etwas anderes als Sport- betätigung, und schließlich weiß die Sowjetunion ja auch Preise in Gestalt von Ehrenunisormen zu oerteilen. Im übrigen hat der Hauptoorstand recht, wenn er notorischen Störenfrieden sein Sjaus verbietet._ Kinderkurnfest der ATGV. Nun naht die Weihnachtszeit mit ihren Freuden für die kleinen und großen Mädchen und Knaben. Gar dürftig sieht es in den meisten Familien aus, aber die Kinder leben im Land der Freude und Hoffnung, das noch weitab vom Sorgenlande des Alltags liegt. In dieses Freudenland der Kinder rr-lll uns die Freie Turnerschaft Groß-Berlin am kommenden Sonntag ein- führen. Die Kleinen und Großen haben fleißig geübt. Bater, Mutter und die Tanten und Onkels kommen sicher alle, um zu sehen, was der Jung« und das Mädel schon alles gelernt hat. Wenn der Turnwart ruft, springt alles herbei und stellt sich in Reih und Glied auf, ganz still und ruhig, was gewiß nicht leicht ist. Und dann turnt die ganze Schar Freiübungen, zeigt ihre Kunst im Geräteturnen und bei den Sonderoorführuneen. Die ganz Kleinen zeigen etwas Besonderes. Dann kommen Volkstänze der Mädchen und Spiele der Knaben. Wer in dieses Freudenland der Kinder einen Einblick tun will, der erscheine am Sonntag nachmittag A Uhr in der Zentralturnhalle Prinzenstr. 70. Eintritt: Erwachsene 25 Pf., Kinder 10 Pf. 1000 Kinder werben am Sonntag, 12. Dezember, 3 Uhr, im fraßen Saal der Neuen Welt, Hasenheide, für die Freie urnerschaft Neukölln. Di« Jüngsten des Vereins, Knaben und Mädchen, zeigen beim Maffenturnen im Saal, an Geräten und Freiübungen auf der Bühne in ernster und heiterer Art, wie sie sich zu gewandten und kräftigen Menschen heranbilden Der Besuch dieser Veranstaltung wird allen Eltern empfohlen. Im Vorverkauf sind die Karten im Sporthaus„Fichte', Neukölln, Kaiser-Friedrich- Straße 01, und bei den Turnwarten der Abteilungen zum Preise von SO Pf. für Erwachsene und 25 Pf. für Kinder erhältlich. An der Kaste kosten die Karten für Erwachsene 1 M. Soalöffnung 2% Uhr. Oesterreichischer Arbeitersport Im Rundfunk. Der Arbeiterbund für Sport und Körperpflege in Oesterreich wird fortan jeden Montag und Donnerstag nach Schluß des Abendprogramms die wichtigsten sportlichen Ereignisse im Rundfunk weitergeben. Futzballresullale vom S. Dezember. Wohl kaum vero-hk«in Spieliao, an i>«m es nicht einig« große Ilsber- «schungcn gibt. Adlershof, der zweit« in der Tabelle in Srupve 0 im Osten, wurde von ssriedrichshagen glatt mit 4: 1 geschlagen. In Gruppe V ner- schenkte Hertha t.2 die Punkt« und somit auch die Führung an Oberspree.. Brandenburg 02 fertigt« seineu Gegner Reuthen mit 11: 3 ab. Dadurch ist geuthen für die Spitzengruppe erledigt. Lichtenberg III unterbrach den Siege». ,ug Spartas durch ein Unentschieden(8: 3). Berliner Sportoerein 22 konnte nur knapp mit 2! 1 gegen ffrisch.Frel gewinnen. Im Norden festigt« Staaken sein« Führung durch«inen 5: 2�Zieq über Siemensstadt. Hart wurde in ald« um di« Punkte««kämpft. Trotzdem g«lang es Belten, dem Platzdesttzer Minerva«inen Punkt abzujagen. Da Bi>rwört-.Hennig»dorf gegen Wittenau mit 4: 1 stegreich blieb, stehen Minerva und Porwitrts mit gleicher Punktzahl an der Spitz« der Grupp« B. Trotz des Sieges, den Adler 12 mit 7: 1 gegen Gisenspalterei errang, li«gt di« Führung in Gruppe O noch im Dunkeln. Einigkeit 2S vermochte gegen Ficht« 24 nur-in Unentschieden 1- 1 herauszuholen. Im Südwesten konnte Wilmersdorf erst in den letzten Minu- t«n über Viktoria mit 2: 1 triumphierrn. Auch Woltersdorf gewann nur knapp mit 2:1 gegen Frankcnfeld«.—«eitere Resultat«: Ketzin gegea Nauen 1: 2. Ziord- Oranienburg gegen Sachsenhausen 2: 2. Arbeiter-Turn. verein Pankow gegen Arminia 4: 2. Britz gegen Arbeiter-Sportvercin 24 1:«. Teutonia gegen Fichte-Gesur-dbrunnen 2:0. Alemannia gegen■Amateur« 1: 1. Helvetia gegen Wacker 20 0: 3. Bernau gegen Sowjet 5: 3. Askania gegen Vorwärts 20 3: 2. Berein für Bewegungsspiele gegen Sadowa b: 0. Stralau gegen Tasrnania 7: 1. Wriezen gegen Lichtenberg I 0:7. Lichtenberg II gegen Alt-Glienick« 1: 2. Johannisthal gegen Weißens«« 0: 3. Berolino gegen Luckenwaid« II 0! 4.»erlin 12 gegen Teltow 4: 3. Kirch. Milser gegen Potsdam 1:«. Rowowes gegen Zehlendorfer Ballfpiel-Elub S: 2. Beelitz gegen Wannsee 4:3. Lankwitz gegen Charlottenburg 0:0. Neukölln. »ritz gegen«olzenburger Sportverein 7: 0. RÜstiq-Vorwarts gegen Frisch. Ans 3: 8. Luckenwalde III gegen Kreuzberg 3: 0. Luckenwalde v gegen Ruhlsd orf 3:1.— Im Gesellschaftsspiel schlug Adler 03 die Reinickendorfer Borussia mit 7: 2.—— Hockey vom 5. Dezember. Die Freie Turnerschaft Groß. Berlin, Norden II 1 und Sporlliche Bereini» gung Nordost trennten sich in einem Freundschaftsspiel 1: 1. Nordost lieiert« ein aufopferndes Spiel und mußt«, nach dem Spielverlauf,«ine dauernde leicht« lleberlegenheit Eroß-Berlins auf sich nehmen. Da» Spiel lag mit wenig Ausnahm« in der Rordoster Hälfte. Bei Groß-Berlin war die Per. teidigung durch Neustellung sehr verstärkt. Auch ließ sich der recht« Flügel etwas bester an. Schußfreudigkeit und Fertigkeit fehlen aber noch immer. Dar Ausgleich seitens Rordo-ft erfolgte mit dem Schlußpfiff.— Di« Frei« Turnerfchaft Charlottenburg 1 und Frei« Turnerschaft Schmargendorf spielten ebenfalls in einem Gesellschaftsspiel unentschieden 1:1.— In den Serien- Ärbeiter-Turnverein Pankow gegen Freie Turnerschast Charlottenburg III 3: 1. Freie Turnerfchaft Schönholz 1 siegte gegen Athletik-Sportklub knapp. aber sicher, 1: 0. Frei« Turnerschaft Lichtenberg II 1 gegen Fichte 1 I trennten sich unentschieden 3: 3. Athletik-Sportklub 2 gegen Schönholz 2 3:1. Sport- verein Ficht« 10 I gegen Staaken 4: 2. Arbeiter-Turnvemn Pankow 1 gewann im Freundschaftsspiel gegen Lichtenberger Sportler 1 sicher 4: 2. handballresulkale vom 5. Dezember. Schüler: Adlershof gegen Sparta 2:0(1:0). Fichte 21 gegen Rosenthal 0:1(0:0), Jugend- Rowowes gegen Fichte-Süd 0:1(0:1). Ficht« I gegen Groß-Berlin�Süten 0: 1. Ficht« X gegen Pankow 2:3(1:1). Frauen» Adlershof gegen Neukölln, II. Abt., 0:2(0:1. Spandau gegen Groß-Berlin- Wedding 0:1(0:1). Lichtenberg««gen Groß-Berlin-Süden 0:1(0:0). Hermsdorf gegen Groß-Berlin-Norden I 1:0(1:0). Tegel I gegen Neukölln- Pereinsmannschaft 1:0.— Männer: Brandenburg I gegen Groß-Berlin- Süden I 2:4(2:2). Brandenburg N gegen Groß-Berlin II 2:0(2; 0). Adlershof I gegen Echöneberg-Sportler 3:2(3:1). Rowowes I gegen Ficht«. Süd I 2:3(1:3). Erkner gegen Groß-Berlin-Norden 10:1(0:1). Bohns- dorf gegen Stralau 3:3(3:1). Hermsdorf gegen Ficht« 23 2: 0(0: 0). Bies- darf H gegen Ficht« vn 1:7(0:3). Etettin-Altgrabow gegen Sparta 12:3 (1: 3). Steinfurt g««>>n Fichte II 0:1(0:1). Teoel I gegen Treptow 13:0 (1: 0). Tegel II gegen Treptow N 1:0(1:0). Ficht« 21 gegen Echöneberg- Sportler II 3:4(3:3). Ficht- 3 I gegen Moabit 1-1:1.— Raffball: Ficht« 13 I gegen Ficht« 22 II 3:0. Fichte 22 I gegen Weißenfe« 2: 0. Ficht« 13 II gegen Fichte 22 I 0: 2. ZNannfchastsringkämpfe. SpsrUich« Bereinigung Norde«»3— Siegfried 0». Heut«, Dienst §ndet in der Turnhall« Pank-, Eck« Wiesenstraß«, der Mannschaft ingen in der S-Kloss« um die ktreismeisterschaft de» AABD.»wischen den oben genannten beiden Bereinen statt. »ingkämpfe in Lichtenberg. Frtedrichssclde. Heut«. Dienstag, Vi3 Uhr. findet in der Turnhalle Bürgerheimftraße der fällige Serienkampf im Ringen in der». Klasse»wischen der Sportlichen Bereinigung Lichtenberg-Frieirichs- seid« 04 und dem Sportklub Hennigsdorf statt. Rordweft II— Nordost l. Am Dienstag, 7. Dezember, findet in der Turn. hall« Iwinglistr. 37 der Mannschoftskampf in der l-Klast« im Ringen zwischen oben genannte» Bereinen statt._ Frei« Tnrnerschaft Groß-Berlin. Sonnabend, 11. Dezember. 7 Uhr vünkt- Nch, Berel nsversamm lu ng im Gewerkschoftshaus. Saal 1. Beitragsfragen und sportliches Programm 1927. Ii»-Zitsn-Adtelln»g.Osten'. Dienstag. 7. Dezember, VjS Uhr, wichtige Abteilungsversammlung bei Hübner. Päul-Singer-Str. 64. Di» Uebungs- stnnden sind jetzt Mittwochs und Sonnabends von 3—10 Uhr in der Turnhalle der Berufsschule Lang« Str. 73.— Kurf», im Bozen. Di« Sportliche Ber- «inigung„Nordost' beginnt in der Turnhall« Prenzlauer Alle« 223«inen aus- führlichen Lehrgang im Boxen, unter besonderer Berücksichtigung der vorbereiten- den llebnnaen, Dienstags und Freitag» von(48—10 Uhr.— Bozen und Zin- Zits» i» Osten. Freitag 10. Dezember, 3 Uhr. veranstaltet di« Sportlich« Bereinigung.Nordost' in�en Andreas- Fe stsiilen, Andreasstr. 21, einen größeren Kampfabend, der I« sechs gute Paarungen im Boxen und Iin-Iitsu vorsteht. Im Jiu-Jitsu nehmen teil di« Abteilungen Osten. Allzeit bereit. LUrtch, Wedding und Boran. Im Boren stellen SE. Siegfried und Südost di« Gegner. Arbeitei-Tnen- und Sportbuad. 3. Bezirk, 1. Gruppe. Freitag, 10. Dezem- ber, 7>4 Uhr, findet in Spandau, Iubiläumsturnhall«, Moltkestraße. Ecke Askanicrring, ein Fusanimenturnen aller alten Genossen statt. Mittwoch, 3. Dezember. Borturnerlebrkurfus in der Iubiläumsturnhalle. Tont isten verein„Die Naturfreund«', zentrale Wie». Ortsgruppe Berlin: Die Gewinne an» der Bücherverlofung find bis zum 11. Dezember in der Feit von 3—3 Uhr bei Hampe, Wörthcr Str. 9, abzuholen.— Abt. Friehrick�hai»: Dienstag, 7. Dezember. 8 Uhr, im Heim Ebcirtrnir. 12. Ad. Hoffmann:„Heiteres au» dem Parlament'.— Abt. Rordeu: Dienstag. 7. Dezember, 8 Uhr, im Heim Sonnenburger Str. 20, Bortrag Dr. Schütte:„August Bebel'.— Abt. Tiergarten: Dienstag. 7. Dezember, 8 Uhr. im Heim Wiölefstr. 3,»arten- und Geländekunde.— Abt. Treptow: Dienstag. 7. Dezember, 3 Uhr, im Heim Elfenstr. 3. Gefangsgrupp«.— Abt. wedding: Dienstag, 7. Dezember, 8 Uhr, im Heim Luxemburger Str. 7, Literarischer Abend.— Musikgemeiuschaft de» Werbebezirk» Norden: Mittwoch. 8. Dezember,>43 Uhr. hei Lehmann. Gaudi». straße 21, Uebungsstunde.— Abt. Friedrichshag-»: Donnerstag. 9. D-zemder, 3 Uhr. bei Freu. Friedrichlir. 73, Liederabend.— Abt. Gctundbrnnnen: Donnerstag, 9. Dezember. 3 Uhr. im Schiller-Lvzeum, Pank-, Eck« Böttcherstraße. naturwissenschaftliche Plaudereien.— Abt. Prenzlauer Berg: Donners- tag, 9. Dezember, 8 Uhr, im Heim Danziger Str. 23. Vortrag:„Dos Bollslied".— Abt. Reillickeudorf: Donnerstag, g. Dezember, 3 Uhr, in Reinicken» dorf-Oft, Seebad, Wcrbevcianstaltung.— Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 9. De- zomber, 3 Uhr, im Heim Partaue 10. Bolkstanz.— Abt. Fri-denau: Diens- tag. 7. Dezember, 8 Uhr, im Heim Offenbachcr Str. Sa, Bortrag:„Goethe als Denker'(Genosse Arndt).. Arbeiter-Samariter-Kolonue Berlin,«. B. Di« Hauptoerfammlung der Kolonne findet Sonntag. 12. Dezember. 9 Uhr. in Haberlands Festsälen. Luiscn-Saal, Neue Friedrichsiroße, statt. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Delegiertenkoi!« nebst Mitgliedsbuch._ Arbeiter-Sport- und«ulturkartell Pankow. 19.»ez. Mittwoch, 8. Dezem- ber, in der Schule Pankow. Koiser-Friedrich-Stt. 3, Kinovorstellungen:„Die neue Großmacht". Kinder 4— 6 und 6— 8 Uhr, Erwachsene 8— 10 Uhr. Eintritt: Kinder 10 Pf.. Erwachsene 40 Pf. Erwerbslos« 20 Pf.„.. Maiiiifchaftsschachwettkäiiipfe 1926 27. Resultate: B-Gruppe: Charlottenburg II— Nordrinq I 3:ö(2 Hänge): Neukölln I— Weißense« 1 5'4:2)4 (2 Hänoe)— OGrup»-: Friedrichshain II— Neukölln II 2>4: 3>4(1 Hänae); Süden II— Gesundbrunnen III ö'4: 314(1 Sänge): Charlottenburg NI— Süd- weft II 1:8(1 Hänge): Friedrichsfelde II— Norden II 4)4: 3(4(2 Hänge).— Die Abt Lichleifeld«. Lankwitz veranstaltete am Sonntag. 28. November,«in Freunbschaftssvibl gegen den Arbeiter-Schachklud Nowawes, das interessante Kämpf« zeitigte. Besonders an den ersten Brettern wurde das Resultat mit Spannung erwartet. Es ergaben sich folgende Resultate: 1. Runds: Lichterfelde und Steglitz kombiniert gegen Nowawes 9: 4 Punkte: 2. Rund«: Steglitz gegen Nowawes 3(4: 3>,4 Punkte: 3. Rund«:. Lichterfeld« gegen Nowawes 5: 7 Punkte. Di« Abt. Lichlerfelde-Lankwitz spielt jeden Dienstag bei Pufch, Lichterfeld«. Oft, Parallel- Eck- Luifenstraßt, Gäste jederzeit willkoinm-n.— Schachreranstaltnng. Der Berliner Arbeiter-Schachklub veranstaltet Diens- tag, 7 Dezember. 7(4 Uhr, in seinem Spiellokal Berlin O.. Iungstr. 10, Ecke Scharnweberstraße. bei«riehn.«inen Werbeabend. Es finden Simultanspiele starker Spieler, Blitzturniere usw. statt. Gäste sind herzlich willkommen. Ein- Schwimmer Charlolteubnrg 04,«.«. Heute abend MonatsNtzung der Gruppe Charlottenburg um 8 Uhr bei Hebestreit. Kaiser-Friedrich-Str. 13. Vortrag des Genossen Breuer:„Das Schmutz- und Schundgesetz, das neue Bereinsaefetz".. Berliner Rudcrverein.Freiheit', Stralau. Tunnelstr. 28. Sitzung icden Freitag 8(4 Uhr. Dassinrudern jeden Sonntagvormittag im„Borw-rts'-Boots. haus, Ergänzungsfport jeden Sonntagvormittag auf dem Fichte-Sportplatz, Baumschulenweg._ Sozialiftische flrbeiterfugenü Groß-Serlin. Abt-Uungsleiier, rechnet die R-o-luttonsfeier. und.Ruiid.uin.deu-Schund'- Karte» ad, sendet das Monatsprogranu» für Januar ei»! * Die ans der Borfitzendenkonferenz liege» gelassen« Aktentasche kann vom Iugenbsekretariat abgeholt werden. Schmökerspicl: Am Freitag ist bei de: Aufführung in der Reuen Welt«in« Indianerperücke abhanden gekommen. Wer die Perücke gefunden hat, möge sie sofort im Iugentsetretariat abgeben. Zlbkeilungsmilgliederversammlungev. heuke. 7M Uhr: Gesundbrunnen: Schul« Gotenbutger Str. 2.— Wedding-Rord: Zugend- heim Turin«. Ecke Soestroße.— Nordost II: Jugendheim Danziger Str. 32.— Kasenheide: Badeanstalt Bärwaldstr. bt.— Südwest: Jugendheim Kelle» Alliance-Sttaße.— Wilmersdorf: Jugendheim Hildegaidftt. 4.— Stegl.tz I: Jugendheim Alb rechtste. 47.— Wannsee: Schul« Charlottenstraß-.— Ren- kölln I: Jugendheim Sand«-, Ecke Hodrechtstroß«.— Reukölln III; Schule Weisestr. 19.— Reukölln V; Jugendheim Zlogatstr. 53.— Reukäkl» VI! Schule Hertzberaplatz. Mttgliedeivckrsammlung und llebunq zur Weihnachtsfeier. Beginn pünktlich �8 Uhr.— Martendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. Zabresmit- gliederv«lammlung.— Moabit II: Schule Bochum« Str. 8b, Vortrag:„Worum Bollstonz?'— Balkan: 303, Gemeindeschule, Mandel straße. Vortrag:„Entstehung«in« Zeitung'.— Falkplatz: Schul« Eb«swald« Str. 10, Bortiag: „Thomas Münzet und di« Bauernkrieg«'.— Knmanuplatz: Jugendheim Scheren- bergstraße, Sründunasreisammtuna. Es wird darum gebeien. daß Gäste mög- lichst nicht erscheinen.— Schönhauser Borftadt: Schule Driefen« Str. 22. Bor- trag..Po neuro va".— Schöneberq I: Jugendheim Hauptftt.- 13. Vortrag:„Die Geschichte und der Aufbau der sozialistischen Jugendbewegung'.— Reinicken- dors-vst: Seebad. Rcsidenzstt. 43, Bortrag:„Proletarisch« Fostkultur". 4- Werbebezirk Müggelsee: Bildungskursll» für Jüngere, Adpenick, Grünauer Straße 5. Thema:„Einführung in den Sozialismus. W-rbebezirk Prenzlauer B«rg: 8 Uhr Borwörtsfpedition Sreifenhagener Straße 22 Sitzung des Ausschusses für Feste und Feiern. Vorträge, vereine und Versammlungen. «llopathie und Biochemie, mit diesem Thema veranstaltet der Arbriter. »«rein für Biochemie am Donnerstag, 9. Dezember, 8 Uhr im Königslädtischen Kastnr, Große Frankfurter Str. 73. eine- öffentliche Berfammlung.-eintritt frei. Freie Aussprache. Vantsagnng Für die herzliche und zahlreiche Teilnahme an der Bestattung mein« lieben Frau I-utse Helnzmaim sage ich hiermit allen Teilnehmern meine» herzlichsten Dank. Barl chainzmaan nebst Mindern. Blnmetispendeti jeder Art liefert preiswert Psal Göltet«, vorm. ß-dnt Hiftr MariannenstraDe 3. Ecke Raunynstraße Amt Moritzpl. 10303. stau z 0rvB« 30.I»»tz..St0rb« � «spitSn-llaittadalt eebl Kopenbaxener ynnlitüt Wird nnr in Papier rerpaekt geliefert Verkaufsstellen Oderall. evtl. durch; C. Höcker* Berlin, Uchtenberger Sav u.Kohlen Monats Raten, Jläddatz&f? Beriin. Leipziger� 5tr. 122'f25 DeotidierlllefallaMer-lleM Oonnceata«. den 8. Cctentbar, nband» I Uhr im iBeniertschafl»- tonn(OceftctSaal), Sagclnfet 24/23 Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1 Stellungnahme zur tnlndtgung de« Taritvertrage». 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 3. Berlchiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Pünktliche» Ertchewen aller Kollegen ist unbedingt notwendig. Ol« OcfsncnDalfnaf. «cklwug! metoniarten Oonaccalna, den 8. v«,«mb«r. »denda t Ahr. im„vresdeoer Kagno», Dresdener Strafte 8» Funttionärversammlung für a0«Htlf»ard«Uer.FnnkSo»Sre,welche tu«tu«« 0VMZ..V«iri«b befchSslig« sind und einer dem Melallkariell au- gefchloflenen Organllallou al» Mitglied angehören. Tagesordnung: l Stellungnahme zu unferemLohntarisontrag. 2 Aussprache. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir in» das Erscheinen all« hierdurch Geladenen.» Berdands buch und Fnnktionilrkarie legitimieren. Va» IstetoUtarte0. Allgemeine Vtt8iifsnlienlte88e üerlin-l-iclilenderg. Einladung zur»rd-ntl. Sitzung des«naschnssea zu Mittwoch, den 13. Dezember, nachm. 3 Uhr. im Kassenlotal, Magdalenenftr. l3. l Tr. links. Tagesordnung: l. Borlage de» Boranjchlages für das Jahr 1927: 2 Wahl der Re hnungsprüfungstommifston: 3. Bericht über den Neubau: 4 Kassenangelegen- Helten. Brichwerden und Antragen, zu denen die Einsichtnahme in die Bücher oder Atten notwendig ist. sind der Berwattnnq mindesten» 3 Tage vorher bekannt zu geben Der Vorstand. O. S e i k e l, Borfltzrnder. TVenn Sie husten müssen dann belästigen Sie nicht nur ihre Umgebung, sondern Sie selbst leiden an etwas, das Ihnenjede Freude— sowohl an der Arbeit, wie am Vergnüge— rauben kann. Denhen. Sio an sich selbsi ln erster Linie, indem Sie schon beim ersten Hustenreiz einige WYBERT-Tabletten In den Mund nehmen I Noch besser aber ist es, wenn Sie das Übel gar nicht abwarten, sondern vorbeugen, indem Sie ständig WYBERT-Tabletten bei sich tragen. WYBERT-T abletten lösen rasch und machen frei vom Hustenreiz, wirken reinigend auf die Schleimhäuto der Atmungsorgane und schaden weder dem Magen, noch den Zähnen. EhM Schachtel WYBERT enthllt Obar 400 Tabletten. 1 Mark In Apothekan u. Drogerien Armband-Uhren in Gold und Silber, jowie Herrenuhren gegen geringe Anzahlung und 10 Monat». raten vert Dentscli-Mliweteerisc&er Ddrenvertrleb. Reich enberg« Straße 6 -15 Teiizaninnd. Bettwäsche, Decken, Uardinen, Je piche UeiM Raten. Iteine Raisimr, Beodi oder Karte. Matrner, ElbhgrttM? 1 Gegr. 1891. U»t.«aea»kte die schönste»«. preis werteste» zäunen- und Stepp-Decken �tourcneieDcucn�o��tuT1"**™ /Bernhard Stroh mnndei" terlln S 14, Wallftr. 72(Untergrundbahn Inieldrücke. Filiale; Svittelmarkt, Ecke Seydelstr.. und »,«Ualdbarger PI»» 2, Eck« Trantenaustr ««t-a.Pettstelte»»«uslegematratze». S, ti» allste. 21.22 und W.»,.t-lab»rger Platz 2. wmm«etwatkkeaL- Jünftr Prettkalalag gratt«. Adolf Noffmoiio Itnorlce 5ct>ttlktiir>t>re»ke mU lllu»trdfloi»«v von Willi Slrlh«r> Dreis so Pig. i Porto S Pttz. VorrÄHg in allen V orwfirtz-Auiga bet teilen Nr. 575 ♦ 45. �ahrgasg 2. Heilage ües Vorwärts dienstag, 7. Dezember 1 4 2S Reparationen unö interalliierte Schulden. Streichung der Schulden.— Ein unsinniger Kreislauf. Das kürzlich von der sozialistischen Vierländer- konferenz in Luxemburg angenommene Programm für die internationale Verständigung der Nationen geht auch auf die w i r t- s ch a f t l i ch e n Voraussetzungen der Befriedung der Welt«in. Unter diesen Voraussetzungen spielt die endgültige Lösung der Reparationen- und Schuldenfrage eine ganz besondere Rolle. Schon die sozialistische Konferenz in F r a n k f u r t im Herbst 1922 hat die Forderung nach der Streichung der interalliierten Schulden erhoben. Seitdem ist diese Forderung nicht von der Tagesordnung der internationalen sozialistischen Zusammenkünfte verschwunden. Auch die Luxemburger Konferenz hat diese Forderung erneuert, indem ste darauf hinweist. daß„das Problem der interalliierten Schulden heute auf dem Wirtschaftsleben und den politischen Beziehungen aller großen Völker lastet". Die Schulden sind unproduktiv. Auch vor dem Kriege gab es Gläubiger- und Schuldnerstaaten, und jährlich mußten große Summen als Zinszahlungen von einem Lande ins andere wandern. Aber was die sogenannten inter- alliierten Schulden kennzeichnet. Ist der Umstand, daß sie nicht produktive, sondern Kriegsschulden sind. Sie sind rein politische Schulden ohne jeden noch produktiv wirksamen Gegenwert. Dann sind die interalliierten Schulden keine Verschuldung zwischen Privaten oder zwischen dem Staat und einem Privaten, wie sonstige Schuld- verhältnisie zwischen den Völkern, sondern sie sind eine Ver- schuldung von Staat zu Staat, über deren Existenz oder Nichtexistenz die Völker beschließen können, ohne direkt in private Schuldverhältnisie einzugreifen Endlich gibt es für diese Schulden im Grunde auch nur einen Gläubiger, nämlich die Vereinigten Staaten von Nordamerika. In Wirklichkeit fließen alle Zinszahlungen heute auf direktem oder indirektem Wege in New Pork zusammen. Das gilt aber nicht nur für. die Zins- und Kapitalzahlungen der früheren Verbündeten, sondern auch für die deutschen Reparationszahlungen. Auf diese inter- alliierten Schulden bezieht sich die sozialistische Forderung der völligen Streichung. Größe uns verbältuks See verkbulüung. Die Vereinigten Staaten haben von ihren früheren Verbündeten rund Sl> Milliarden Goldmark zu fordern. Diese Schuldenlast ist durch Vorschüsse der Vereinigten Staaten an ihre Verbündeten während des Kriege» und aus den später ange- laufenen Zinsen entstanden. Der zweite große Gläubiger ist Eng- l a n d: es hat im ganzen etwa 45,7 Milliarden Goldmork zu fordern. ist aber selbst an die Dereinigten Staaten 19.2 Milliarden Goldmark schuldig. Das englisch« Guthaben beträgt also nominell 26,5 Milliarden, davon müssen ober etwa 15 Milliarden— die von Rußland geschuldet sind— wahrscheinlich als verloren angesehen werden. Die nachstehende Tabelle gibt den Stand der interalliierten Verschuldung für Ende 1925(in Milliarden Goldmark), wobei nur die Hauptgläubiger bzw. Schuldner angeführt sind. Stfiulbn«»Ulubtger: S«. Staaten Cnnlanb Frankreich Frankreich......... 17.4 12.8— Rußland.......... 1,1 16,6 6,3 Italien.......... 8,8 11,9 0,3 Enaland.......... 19,2—— Zukommen......... 60,5 45,7 12 8 Guthaben(+) oder Schulden(—)+ 60,5+ 26,6— 17,9 Die interalliierte Kriegsverschuldung beträgt also rund 77 Milliarden Goldmark, die die Vereinigten Staaten und England zu fordern haben. Wichtiger aber als diese K a p i t o l s ch u l d, die wahrscheinlich nie ganz gezahlt werden würde, ist die jährliche Zinslast aus dieser Schuld. In der folgenden Tabelle ist die Verteilung dieser Zinslast ungefähr berechnet und auch eine jährliche Reparationsleistung Deutschlands von 1 Milliarde eingesetzt. In Klammern stehen die Ziffern für die zukünftigen durchschnittlichen Iahreszahlungen nach den abgeschlossenen oder noch abzuschließenden Schuldverträgen. Echulbner Gläubiger Frank.«lnb. Schulden ffnglanb reich kZtal. zus kin Millionen Solbmark) Ber. Staaten Frankreich... Runiand... Ftalien.... England... Geuilchlanb. Hebt. Schuldner. fluiammen... ginsa>iik>ak>n>+1 ginslchulden(—) 454 100 252 870('500) 7 rot et 30) 073(750) 1000 65 fflO) 454— t(—30 +8J9(+1JOO)-113(-186)+84(-46) Die deutschen Reparationszahlungen sind mit einer Minimalziffer von etwa 1 Milliarde Goldmark eingesetzt, denn man kann wohl kaum annehmen, daß Deutschland in den nächsten Jahren tatsächlich viel mehr wird bezahlen können. Falls nun Rußland in absehbarer Zeit gar keine Zinsen bezahlt(was sehr wahrscheinlich ist), so wird auch England tatsächlich als ein Schuldner- land angesehen werden können. Nur Frankreich wird in den ersten Jahren»ach Abschluß des Schuldabkommens mit den Vereinigten Staaten jährlich ein kleines Guthaben aus den deutschen Reparationszahlungen haben. Aber auch dieser nicht sehr beträchtliche Ueberschuß geht bei der allmählichen Steige- rung der französischen Zinszahlungen an die Vereinigten Staaten verloren, wie dos schon die Tabelle zeigt. Nur wenn man annimmt, daß die Zahlungen Deutschlands nach dem Dawes-Plan ihre volle Höhe von 2500 Millionen Goldmark tatsächlich erreichen und beibehalten, dann würden sogar bei dem stärksten Anwachsen der alliierten Zinszahlungen an die Vereinigten Staaten den Alliierten bedeutende Ueberschüsse verbleiben. öeöeutung unö Schicksal öer Reparationen. Nun sind die deutschen Reparationen«ine auch nach der Mei- nung der Alliierten auf Dauer kaum tragbare Last. Der Dawes- Plan sieht vor, daß sie nur aus Ucberschüsscn der deutschen Wirt- schaft getragen werden sollen; auch die Amerikaner sind sich wie alle Sachverständigen darüber klar, daß sie in der Hauptsache nur aus Exportüberschüssen bezahlt werden können. Da Deutschland diesen oermehrten Export nur aus amerikanischen Geldern finanzieren kann, entsteht ein unsinnig«? Kreislauf: Deutschland zahlt Repara- lionen, die Alliierten zahlen daraus Schulden an Amerik�, Amerika gibt Deutschland Kapital, damit es seine Reparationen erwirtschaften kann. D'.e Vereinigten Staaten aber, die die Hauptgläubiger der Alliierten sind, sind die eigentlichen Empfänger der Reparationszahlungen und zwingen so Deutschland, ent- weder alle Reparationsgläubiger zu schädigen, weil es aus seinem Export die Reparationen tragen muß, oder die Repara- tionen aus seiner Substanz zu zahlen, was der Reparation»- leistung bald ein Ende setzen muh. So wird aus den interalliierten Schulden und den deutschen Reparotionspflichten ein ungeheuer ernstes Wirtschaftspro- blem, das auch der Verständigung der Völker im Wege stehr. Letzten Endes hängt es von den Vereinigten Staaten ab, ob und inwieweit die Frage der interalliierten Verschuldung gelöst werden kann. England macht kern Hehl daraus, daß es seine Schuldner nur insoweit heranziehen will, als es selbst von den Vereinigten Staaten zu Zinszahlungen gezwungen ist.(Balfour-Note vom 22. August 1922.) Aber solange die interalliierten Schulden nicht gestrichen sind, werden sich England und Frankreich fest an die Reparations- Zahlungen in ihrem ganzen Umfang« halteK. Nur die Streichung der interalliierten Schulden kann daher auch den Weg zur Fest- stellung und Beschränkung der deutschen Reparationsschuld össnen. Diese Feststellung aber und die damit im engsten Zusammenhange stehende„Kommerzialisierung" der Reparationsschuld, d. h. der Ucbergang der Gläubigertitel von den früheren Ententestagten an Privatkapitalisten, ist«ine notwendige Voraussetzung der europäischen Befriedung.____ Der Zucker wirü teurer. Und dennoch Zuckerzoll? Während das Reichsernährungsministerium, unbeeinflußt von allen sachlichen Argumenten, unter dem Druck des Reichslandbundes gehorsam an dem Plan eines Zuckerzolls festhält, weist der Welt- Marktpreis für Zucker unverändert eine kräftig steigende Tendenz auf. Während im Vorjahr die Weltzuckererzeugung rund 24,8 Mit- lionen Tonnen betrug, wird sie in diesem Jahre voraussichtlich nur wenig über 23 Millionen Tonnen betragen. Der Ausfall dieses Jahres beträgt also mehr als die ganze deutsche Zuckererzeugung. Dies hat zur Folge gehabt, daß in Amerika der Zuckerpreis um rund 60 Proz. g e st i e g e n ist. In Deutschland ist eine ähnliche Steige- rung eingetreten. Während die Zuckerindustrie selbst einen Preis von etwa 21 M. für den Zentner Weißzucker für angebracht hält auf Grund von Berechnungen, die um rund 3 M. nach oben revidiert sind, so daß ein Preis von 18 M. als ausreichend betrachtet werden muß, liegt zurzeit derdeutscheZuckcrpreisauf22M. Die Aussichten auf eine Preissenkung sind dagegen angesichts der niedrigen Welterzeugung außerordentlich gering. Außerhalb Deutsch- lands bezweifelt niemand, daß die Preissteigerung für dieses und das nächste Jahr andauern wird. Die Zuckerindustrie selbst be- hauptet, einen großen Teil des in dieser Kampagne erzeugten Zucker bereits oerkauft zu haben. Da viele Rohzuckerfabriken bereits jetzt still liegen, ist anzunehmen, daß diese Behauptung zutrifft. Eine Zollerhöhung im gegenwärtigen Augenblick, wie sie das Reichsernährungsministerium fordert, würde also nur e r- höhten G e w i n n für die Zuckerrassinerien und den Zuckerhandel bedeuten. Gelegentlich hat es auch fast den Anschein, als lägen dem Ernährungsministerium die Interessen der Zuckerraffinerien, die im letzten Jahre, das anerkanntermaßen ungünstig war, zu einem Teil abweichend von der Mehrzahl aller deutschen Aktiengesellschaften, Dividenden zu zahlen in der Lage waren, mehr am Herzen, als die Interessen der Rüben bauenden Landwirtschast— und der Rohzuckerfabriken. Bei den von der Regierung geplanten Maßnahmen, Senkung der Zuckersteuer um 7 M. und Erhöhung des Zuckerzolls um 5 M., würde sich für den Handel ein eigentümlicher Gewinn crgiebcn. Während in seinen Lieserungsverträgen mit der Zucker- industrie die Ermäßigung der Z u ck e r st e u e r durch eine Preis- ernräßigung zum Ausdruck gebracht werden müßte, würde ihm die Erhöhung des Zuckerzolls eine unverhältnismäßig günstige Ver- Wertung seiner Zuckerbestände ermöglichen. Die Politik des Reichs- ernährungsministeriums bedeutet im gegenwärtigen Augenblick also keine Hilfe für die Landwirtschast, sondern die Zu- schanzung eines erheblichen Teils des gegenwärtigen Zuckerftcuer- aufkommens an Zucker r a f f i n c r i c n und Zucker Handel. Wie eine derartige Politik die Billigung der anderen Ressorts der Reichsregicrung finden kann, bleibt uns unerfindlich. Daß dos Reichsernährungsministerium selbst auch hier wieder einmal den Interessenten ohne irgendwelche kritische Stel- lungnahmc folgt, ist angesichts der Tatsache, daß es getreu jeder landwirtschastlichen Jnteressentenparole zu folgen sich verpflichtet fühlt, nicht weiter erstaunlich. /iuslanüsanleihen nicht mehr kapitalsteuerfrei. Eine Entschließung des Reichsfinanzministeriums. Das Reichsfinanzministerium gibt bekannt, daß es bis auf weiteres nicht mehr in der Lage sei, steuerliche Begünstigungen von Auslandsanleihen beim Reichsrat und Reichstag zu befürworten. Die Ermächtigung zur Steuerbefreiung sei in einer Zeit erteilt worden, in der die deutsche Wirtschaft noch in starkem Maße auf den Zufluß von Auslandskopital angewiesen war. Der 6. Ausschuß des Reichstags habe bereits in seiner Sitzung am 19. Mai 1926 beschlossen, bei der Gewährung der steuerlichen Begünstigung von Ausländsanleihen im Hinblick auf die Verärrde. rung der Lage auf dem Kapitalmarkt künftig größere Zurück- Haltung zu üben. Seit August vorigen Jahres habe sich der inländische Kapitalmarkt erheblich gekräftigt, die Zinsspanne zwischen Inlandsanleihen und Auslandsanleihen habe sich weiter verringert, und Teile von den im Ausland aufgenommenen Anleihen feien nach Deutschland zurückgeflossen. Mit dieser Entschließung hat das Reichsfinanzministerium eine Maßnahme ergriffen, die nicht nur für die Versorgung mit auslän- dischem Kopital, sondern auch für den inneren Geld- und Kapital- markt Deutschlands von erheblicher Bedeutung ist. In der Tat war für die ausländischen Geldgeber die Kapitalsteuerfrciheit, um die es sich in der Regel handelte, ein bedeutender Anreiz zur Kredit- gewährung und es find mit Sicherheit Rückwirkungen auf den zu- künftigen Zufluß zu erwarten. Auf der anderen Seite wird der Wegfall der Steucrbeoorzugung des Auslands die Ueberführung von deutschen Geldern auf den heimischen Kapitalmarkt fördern.'Wi diesem Sinne ist die Maßnahme eine Ergänzung der Reichs- bankbemühungen, den übervollen Geldmarkt zu entlasten. Aber auch für Reichsfinanzen und Volkswirtschaft ist die Frage bedeutungsvoll. Der Verzicht auf die Ertragsbesteuerung aus Aus- landsanleihen war für die Reichsfinanzen ein glatter Verlust. Da schon jetzt Milliardenbeträge in Frage komme», deren Zinsen auch in der Zukunft steuerfrei bleiben, wird wenigstens für zukünftige Anleihen solchen Verlusten vorgebeugt. Die an sich unvermeidliche Verschuldung der deutschen Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland aber wird in der Zukunft dadurch erträglicher, daß das Zinsen beziehende Auslandskaprtal zu den deutschen Steuerlasten wieder beitragen wird. Allerdings ist Vorsorge zu treffen, daß die in Zukunft not- wendigen Anleihen auch hereinkommen. Das braucht jedoch nicht einfach durch Erhöhung der Zinsen zu geschehen, sondern kann auch durch Verringerung der Vcrmittlungsspesen erfolgen, die die Banken erhalten. Krise in Frankreich. Obwohl der Franken noch nicht stabilisiert ist, scheint Frank- reich infolge der unerwarteten und von der französischen Regierung nicht mehr zu meisternden Frankenhausse vorzeitig in eine schwere Wirtschaftskrise hineinzutreiben. Ueber die ersten Anzeichen dieser Krise haben wir schon früher berichtet. Jetzt lausen aus allen größe- ren Städten Frankreichs Meldungen über di« Verschärfung der Wirtschaftslage ein. Auß«r aus anderen Landesteilen werden auch aus Paris Entlassungen aus Schuhfabriken gemeldet. In den Seidenfabriken in Lyon, in den Tuchfabriken der Textil- önn-en eile SJQäraier treu sein? Solange derSYlann dert Gegenstand seiner J�icbe achten und heiDunderruxicuf wird er auch treu sein. �Deshalb geht ja unser gcuv&s Strebav da/urv die SfäfLSSSlR}?-�jgarettc so xu vervollkommnen, daß sie auch dem, verwöhntesten Raucher ßewunderang abzxvingit IDit rufen n icht Jfaucht nur fMßSSßJlY!- und JccHtl bleiben Jausende der Sl&flSSßJl Y- Qqarette treu, med sie mectoolL ist- rneii sie's verdiente W feilen Sie selbsr! S$CLS$axyScde A Q�asjarv-iDdjtjr Qßassary-ßätec'/Z GOLD-uPURPURmdsi GOLD- u. TÜRKIS host 7� GOLD- a SEIDEN Mosr tAucIl ut cnfcuicbcndcn. TPdhnachts- Qeschenhpacfcun�ai tnlmJWe von Noubaix und T�o u r c o t n g find BetriebseknschrSn» kungen erfolgt. Ungefähr die Hälfte der Eisengiehereiarbeiter der Pariser Gegend ist nach Pariser Meldungen arbeitslos. Die größte Weberei von Amiens mit 500 Webstühlen, die schon längere Zeit verkürzt arbeiten ließ, wird ab Januar den Betrieb für mehrere Monate still legen. Im Pariser Stadtrat wurden An» tröge auf Bereitstellung von Mitteln zur Arbeitslosen- unter st ützung gestellt. Dabei dürfte die wirkliche Lage der Wirtschast noch kaum annähernd durch diese Betriebseinschränkungen gekennzeichnet sein, da die außergewöhnliche Englandkon- j u n k t u r auch sür Frankreich noch in günstiger Weise nachwirkt und zur Füllung der geräumten Läger noch viel auf Vorrot gearbeitet wird. Das Gefährliche der Situation besteht darin, daß diese Krise noch keineswegs die endgültige Stabilisie- rimgskrisc zu sein braucht, da gerode die starte Besserung des fran- zösifchen Frankcnkurses den Erfolg der Stabilisierung sehr zweifel- Haft macht. 'tttntt* mm Settt«.- 17. CM. 7% Cht M Sfnaati.«-lwidstr. t parteinachrichten Stnfenbunsen sür diese Rubrik sind Berlin SB 68, Lindeastraße Z, für Groß-öerlin stet» am da,«ezirkisekretariat. 2. Hat,> Trep. recht», ,» richten. 7.«reis Charioticilburg. Donnerslag, den S. Dezelnder, T/i Uhr, in Chlerts Festfälen, Berliner Str. 8«, Mitgliedegoersammlung des B-reins der Frei. denker für Feuerbestattung. Alle SP?..Freidenkergenosten müssen er. Icheinen, da wichtige Tagesordnung und Wahlen.— Heute Dienstag, den 7. De,ember, 8 Uhr. im Iugendl>«im, Ziossnenstr. 4, Sigung der Arbeiter» Wohlfahrt. Abrechnung der Lose und Listen. Vollzähliges Erscheinen UN» bedingt erforderlich. heute. Dienstag, den 7. Dezember: Sitzung der Abteilangsmietervertreter der SPD. am Dienst««, den 7. Dezember IN«, 7 Uhr, im oberes Saal de. Graphischen Vereins» '■] Hauses. Alexandrinenstr. 44. Tagesordnung: 1..Städtebaugesetz und die ss übrigen Prosektc". Referent Bürgermeister Leid, M. d. L. Z. Diskussion. El S ifii-fdiöftlidie Mittcilunaen.— Unbedingtes Erscheinen aller Funktio. E! 3. Geschäftliche Mitteilungen. 3 näre wird dringend erwartet. willkommen. Unbedingtes Erscheinen aller Funktio- Auch Nichtfunktwuäre find herzlich 13. Abt. 714 Uhr bei Liebsch. Wilhelmshavencr Ecke Birkenstratze, Funktionär. sttzung. Erschsineii aller ist Pflicht. 8. Abt. 714 Uhr bei Rilckcrt, Steinmetzfir. ZSa, Funktionärfitzung. mmmm Freiheitlich gefinnte Eltern und Partei. nmlung 714 Uhr im stonzerthaus Linder, ankow. Breite Strasse. Vortrag:.�Dic weltlich« Schule"._ Referent 128./130. Abt. Pankow. Freiheitlich gefin genossen! Dcfscntliche Versammlung 714 Uhr im Ronzerthaus�Linder. Dr. Kurt Lowcnstcin, Stadtschulrat. Denkt an die letzte Berfammlunl und das Betragen der reaktionären Kreise Pankows. Erscheint zahlrcic und pünktlich. Die Abteilungsleitung. J3T. Abt. ReinIS-ndorf.W-s». 714 Uhr im Boskshaus, Scharnweberstr. 114, wichtige Funktionärfitzung. 13». Abt. Kermsdorf. 8 Uhr im Lokal Eggebrecht, Albrechtfir. 1, wichtige Funktionärsstzung. Alitgliederversammlungea und Zahlabende am Mittwoch: 1. n. 7. Abt. 714 Uhr in Eornis Festsälen, Gartenstr. 8, Gemeinsame SRii. glicbcrvcrsammlung. Vortrag:.Deutsche und internationale Politik". Referent Dr. Hilferdina, M. d. R.„VorwSrts".Liser und GSst«, durch Mitglieder eingeführt, herzlich willkommen. 2. Abt. 71? Ubr im Gewerkschaftshaus. Engelufer 24—26, Saal 1, Vortrag: .Rommunalpolitifchc Tagcsfragen im Verwaltungsbezirk Mitte. Referent Bürgermeister Schneider. Die Bezirksfllhrer laden ein. 3. Abt. 714 Uhr ini Gewerkfchaftshaus, Engelllfer 24/26, Saal 1, Bortrag: „Kommunalpolitifchc Tagesiragen im Verwaltungsbezirk Mitte". Referent Bürgermeister Schneider. Die Be, Irlsführer laden«in. Di« Kinder der Genossen, die bei unserer Weihnachtsfeier im ikjnderchor mitwirken, treffen sich zur Uebungsstunde am Donnerstag, dem 9. Dezember, nachmittags 4 Uhr, bei Krüger. Engclufer 2Z. Die Bezirksfllhrer laden die Kinder besonders ein. 4. Abt. 714 Uhr im Eewerkschaktshaus, Engelufer 25. Saal l, Bortrag: „Kommunaloolitifche Tagesfragcn im Verwaltungsbezirk Mitte", Referent Bürgermeister Schneider. Di« Bezirksführer laden ein. 5, Abt. 7% Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Vortrag: „Gegen da? Schmutz, und Schulgesetz". Referent Erich Fraenkel. 8. Akt. Die Abteilungsversammlung fällt aus. Dieselbe srudet 8 Tage später „statt. Vortrag des Genossen Büraermrister-Schneider. � 8. Abt. 8 Ubr' im Rationalhof, VMowstr. 37. Vortrag:.Reichswehr und Schwarze Reichswehr". Referent Oberst'Lange... Abt. 714 Uhr in Artushof, Perleberger Gtr. 29, Vortrag:.DU Ssziali» ficruna in der Kommune". Referent Stadtverordneter Gustav Hädirle. Die Bczirksführcr rechnen daselbst Rovemberbeiträge ab. 19. Abt. 714 Uhr in der Schule, Alt.Moabit 23, Mitgliederversammlung. 11. Abt. 714 Uhr bei Bergcr, Levetzowstr. 21, Vortrag des Genossen Rechts. anwalt Dr. Oskar Eohn. Neuwahl der Abteilungslcitung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 12. Abt. 714 Ubr bei Schmidt, Wiclefstr. 17, Vortrag:»Di« aussenpoNtische Lage". Referent Redakteur Wolfgang Schwarz. 13. Abt. 714 Uhr in Artushos, Perleberger Str. 29, Bortrag:.Gegen das Schmutz, und Schundgesctz". Referent Willi Ziogge. 14. Abt. 7 Uhr in der Schule, Puttbusscr Str. 3, Gemeinsamer Rahladend. Vortrag:„Das Reichsjuaendwohlfahrtsgesetz". Referentin Genossin Klapper. 15. Abt. 714 Uhr bei Goldbach, Vinetaplatz 7, Vortrag: Fortsetzung:»Die vereinigten Staaten von Europa". Referent Dr. Friedrich Hertneck. 1«. Abt. 714 Ubr in den Sumboldtsälen, Husfitenftr. 40, Bartrag:.Da» Gr- I werMoscnvcrsicherungsgesetz". Referent Stadtrat Fabinnke. 17. Abt. 7-4 Uhr Rahlahcnde bei Gerth, Tegeler Str. 50: Bade, Trlststr.«, und Schreiber, Triflstr. 03. 18. Abt. 714 Uhr Rahlabende in den bekannten Lokalen. 1». Abt. 714 Uhr Rahlabcndc in den bekannten Lokalen. 29. Abt. 7-1 Uhr Rahlabende i» den bekannten Lokalen. 21. Abt. 714 Uhr Rahlabende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. 8 Uhr Rahlabende bei Scholz, Fehmarnstr. 1: Radiav, Brüsseler Straße 43: HerMs, Müllcrstr. 26. 23. Abt. 714 Uhr Rahlahcnde bei: Lewandowski, Seefir. 104. Referent Stadt. rnt Pfeiffer. Grunwaldt, Kameruner Str. 19. Referent Genosse Blaschzik. Tietze, Barfussstr. 9. Referent Genosse Krelenbrink. Taube, Müllerstr. 02. Refcrcntin Liesbeth Hühner. 24. Abt 7-4 Uhr Rahlabend«. 1. Gruppe: Rosner, Immanuelkirchstrasse. 1«. Gruppe: Schmidt. Maricnburger Strosse. Vortrag:„Kreditgeschäfte und Koniuingcnossenfchaft". Referent: Bruno Groppler. 2. Gruppe: Winzer, Chrrstburger Eck- Winsstrasse. 3. Gruppe: Köhler, Greifswalder Strasse, Schwei, erHäuschen. 25. Abt. 7-4 Uhr Rahlahcnde bei Gott, Kaestner, Daronski. Die Mitglieder. versammlüng am 4. Mittwoch stillt aus. 2«. Abt. 714 Uhr bei Beinlich. Weissendurger Str. 1. Tagesordnovs: Jahre«. bcricht und Rciiwohl der Abteilungsleitung. 27. Abt. 71? Uhr Rahlahcnde in den bekannten Lokalen. 28. Abt. 8 Uhr Rahlabend in allen Bezirken in den bekannten Lokalen. Rahl» abend bei Rundet, Kastanicnallee 29/30, Vortrag:.Das Heidelberger Pro, gramm". Referent Adolf Wuschick. 29. AM 714 Uhr Im Altersheim, Danziger Str.«2. Vortrag:.Die Volks. "Ä-v-l-e. Anschliessend Wahlen der Abteilungsleitung. 39. Abt. Uhr im Ledigenheim, Pappelallce I7>, Vortrag:' ,, Staaten von Europa". Referent Karl Lille. 31.«it. 714 Uhr Schulaula Schönflicsser Str. 7. Vortrag:.Warm» fsrber» „ wir die wellliche Schule?" Referent Lehrer Schmidtbauer. Zbt. 714 Uhr Gruppcuzahlabende in den bekannten Lokalen. 7ß JfH t"* Mcgncr, Stralauer Alle- 31;-Hoffmann, Allee 17: Kienitz. Simon.Dach.Str. 24. 34. Abt.'Die Rahlahrndc fallen aus. 35. Abt. 71? Uhr bei: J, Gruppe: Topper, Rigaer Str. 85. 2. Gruppe: Schuf-«amariterstr� 20. 3. Gruppe: Vombe, Voigtstr. 25. 4. Gruppe: .. Borkowfkl, Schrciucrstr. 32. Ueberall Reseratc. 30. Abt 7-4 Uhr Rahlobend« in den bekannten Lostttzen. 1. Gruppe: Bor- � trag des Genossen Ticlemann.- 37. Abt..?-,! Uhr Rahlabendc: 1. Bezirk: Schäpke. Ebertvstr. 0. 2., z. Bezirk: « �«rasch. EbertNstr. in 4 5., 6. Bezirk: Köhler. Matternstr. ,4. * nj. � �br im Nadtischen Jugendheim, Vclle.Allianee.Platz 1, Funktio. narsitzunq. Abrechnungen. Abends 714 Uhr ebenda Mitgliederverfamm. lung. Vortrag:„Vergangenheit, Gegenwart und Rukunft der Arbeiter. .. beweguug Referent Stadtverordneter Adolph Soffmann. 49. Abt 7-4 UNr im Restaurant Krcuzberg, Kren, berg. Eck- Möckernstrasse, .»Der Achtstundentag". Referent Waldemar von Puttkamer. Gäste willkommen. 41. Abt. 7-4 Uhr Rahlabende bei Schmidt, Teltow» Str. 18: Lutz«, Berg. mannstr. 93: Mende, Gneifenaustr. 0s. !"?»<5*ur?«Ia s>-ich-nb»g» Str. 44—«5. Vortrag: 43«M-n/ ns, Stadtrat Karl Mermuth. Schiilaula Reichenderger Eck- Förster Strasse. Bor. a."" Republik". Referent Dr. Sermann Schiltzinger. s:--w�«, einqeladen. Wohlfahrtsmarken und Lotterielose müssen bis Mittwoch bei der b-enolstn Döltz verrechne, fein. yli®miy'eC Str. 53, Vortrag:.Die Entwich. V-r?chicdcnrs Seistes". Referent Genosse Oberüber. Diskuffion. il'«-!'% RaWaBenbe in den bekannten Lokalen. 'Ubr in SIl-sings Festfälcn, Wassertorftr. 0». Vortrag:.Der SLfU willkommen� �'"'""'""ale Sozialdemokratie". Refcrent Otto Bach, Ehael-ttenb-rg. 52 Abt. 8 Uhr bei Büttner,«ais-rin.Auqusta.A0-- 81, Vor- trag-„Europäische �Wirtschaktsproblemc". R-s-rciit Georg Raible.„Bor. warts.Leler und Sympathiss-rende sind herzlichst eingeladen.- 53. Abt. t nffil r i' xte'i b-- 3. D-z-rk: Schweikert. Erazmusstr. 2. 4. bis -. B-zrrk und Plötzenfee: Lux. Suttenstr. 20.. Taqcsordnuna: Stellung. w?bw« iur Reuwahl.- 55. Abt. 7-1 Uhr bei Reimer. Wilmersdorfer Strasse_l, ,rilmvortrag:„Bilder von der Gefolei". Vortragender Genosse Voblmann Wir erwarten zahlreichen Besuch.-50. Abt. l. u. Nl. Gruvve: 8 Uhr bei Liersch, Kantstr. 02, Vortrag:.Da! neue Arbeitszeitgefetz". »Di« vereinigten Etrafaver ha.- m Referent Dr. Knoll. Dorstandswabl. »7. Abt. Srnnewald. 8 Uhr im Bahnhofsrestaurant Grunewald, Vortrag: „Die Vorgänge in China". Referent Wilhelm Richter. Gäste willkommen. 08. Abt. Halenfcc. 8 Uhr bei Sandmann. Westfälische Str. 42, Vortrag:„Die weltliche Schule". Referentin Genossin Prüfer. Wilmersdorf. 79. Abt. 8 Uhhr Rahlabend bei Kroihs, Holsteinische Str. 00, Vortrag:„Die weltliche Schule". Referent Eduard Hahn. Achtung! Vor. stand und Funktionäre treffen sich bereits 714 Uhr ebenda.— 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher Ecke Bruchsaler Strasse. Vortrag:„Die aussen. politische Lage". Referent Gerhard Kramer.— 72. Abt. 7 Uhr bei Schäfer, Augustastr. 31, Bortrag:.Die deutsch-französische Verständigung". Refe. rcntin Adele Schreiber. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr im Lehrerzimmer der Gemeindefchulc', Friedrich-Karl.Str. 13, Vortrag des Genossen Stadtrat Walter Fried. länder. Achtung I Vorstand und Funktionäre tagen bereits um 714 Uhr ebenda. Die Vezirksführer laden ein. 74. Abt. R-Hlendorf. 8 Uhr bei Mickl-l>, Potsdamer Str. 25, Vortrag: „Sozialismus und Wirtschaft". Referent Genosse Schubert. Gäste will- kommen,_, 70. Abt. Dohle». 8 Uhr bei Schilling, Köiligin.Luise.Etr. 42, Mitglieder. Versammlung. Um Abholung der bestellten Wohlfahrtslose und pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. Schöneberg. 77. Abt.?'l Uhr Rahlabende: 1. Bezirk: Milde. Nollendorfstr. 16, Vortrag:„Erwerbslofenfürforne und Arbeitslosenversscher»ng". Referent Dr. Rawitfch. 2, Bezirk: Jürgens, Barbarossastr. 5s, Vortrag:„Drel Revolutionen". Referent Genosse Falk. 3. Bezirk: Zeugner, Grunewald- strafte 35. Vortrag:„Politische Tagesfragen". Referent Ricdard Joachim 4. Bezirk: Will, Martin.Lutker.Str. K9.— 78. Abt. 8 Uhr Zahlabende rn den bekannten Lokalen. 1. Bezirksvortrag:„Die Phrase in der Geschichte und Politik". Referent Genosse Poehlke. 2. Bezirk: Bortrag:..-Was ist und was soll der Finanzausgleich?" Referent Dr. Greil. 3. Bezirk: Vor. trag:»Justiz und Republik". Referent Genosse Adler. 4. Bezirk: Poll. tische Tagesfragen. Referent Willi Groftmann. Pllnktli6,es und voll. zähliges Erscheinen ist Pflicht aller Genossen.— 79. Abt. TV; Uhbr Zahlabende: 1. Bezirk: Arndt, Bauftener Str. 10. 2. und 3. Bezirk: Grunow, Geftlerftr. 13. 4. bis 6. Bezirk: Groft, Sedanstr. 17. Bortrag: Kultur- bewegung und Sozialismus". Referentin Dora Fabian. 7. Bezirk: Podfzus, Sachsendamm Ecke Reichardtstrafte. 8. Bezirk: Siedelung Linden. Hof bei Achtenhagcn. Roblingstrafte. Vortrag:„Deutschland und der Völkerbund". Referent Friedrich Heller. In allen Zahlabenden Vortrag über„Kulturbewegunq und Sozialismus". Erscheinen aller MltgUeder erforderlich.— 80. Abt. 7� Udr im Selmbolft-Gymnasium, Rubensstrafte, Vortrag:„Pazifismus und Völkerbund". Referent Pfarrer Bleier. 81. Abt. Feied-v-u. 8 Uhr Rahlabendc. 1.-3. Bezirk: Klabe. Sandieri,» strasse 00-01 Bortrag:„Die amenkanisthe Arbeiterbewegung- Referent Sermann' Wendel, 4.-0. Bezirk: Baginski. Taunusstr. 7 Ecke Stilben» rauchstrasse. Bartrag:„Partei und Gewerkschaft". Refcrent Genosse Mai» lahn.— Die Namen der Kinder, die an der Weihnachtsfeier teilnehmen, müssen sofort bei den Bezirlsfilhrern obgeaeden werden, 82. Abt. Steglitz. 5., 6.. 8. Bezirk: 714 Uhr bei Thiel. Albrechtstr. 87 Ecke Ringstr. Rahlabend...,.... Lichterfelde.»3. Abt. 8 Uhr im Lokal Kraft, Leinersdorfer Sir. Ecke Kaiferstr. Vortrag:.„Reitgeist und Sozialismus", Ref-rentin Margarete Schenka- lowsky— 83. Abt. Rahlabend für Lichterfelde-Weft 8 Uhr im Lokal R-inh. Schmidt Sindenburadamm Ecke Roonstr. Vortrag:„Die aussen» poN-ilch» Laae und die Vorgänge in der R«ichswebr". Referent: Viktor Schiif,— Sämtliche Genossen, welche noch Lose haben, müssen auf dem Rahlabend abrechnen, es ist der letzte Termin. »4. Abt. Lankwitz. 7-4 Ubr bei Lehmann, K-iser-Wilhelm-Str, 29-31. Vortrag: „Völkerkundliche Streif, vge durch Osteuropa". Referent Eugen L-wln» Dorsch, Gaste willkommen. 85. Abt. Tempelbos. 714 Uhr Rahlabend, 1. Bezirk: Wehr, Borussiastr. 70. 3.. 4. Bezirk:„Linde". Friedrich-Karl-Str. Ecke Werderstr. Referent Dr. Richard Lohmann. 7. Bezirk: Happeldt. Gottlieb-Dirnkel-Str. Eck« Gennaniaktraße. 88. Abt. Mariendorf. 714 Uhr Rahlabend. 1., 2. und 7. Bezirk: Neumever, Kaiferstrasse. 3.-0. Bezirk: Niendorf, Ehausseestr. 19. 8— 10. Bezirk: Findeisen. Friedenstr. 0. 87. Abt. Marienselde. 714 Uhr Rahlabend bei Schuster, Kirchstr, 08, Vortrag: „Rentralifation oder Dezentralisation NN Gem«indewes-n"? Referent Be» zirksverordnet» Richard Kille, Gäste willkommen. 88. Abt. Lichteveade. 8 Ubr in der Schule Roonstrasse Rahlabend. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. «eaköllu. 8». Abt. 714 Ubr Rahlabende. 1.—«. Bezirk: Bros«. Sanderstr. 10, 11, und 12. Bezirk: Glas». Pannier» Ecke Pflügerfir. 6., 7. und 8. Bezirk: Bockmann. Reuterstr, 47, Referent Stadtrat R-inb-rdt. 9., 10.. 18. und 19, Bezirk: Fischer, Sobre»tstr. 04. Bortraa:„Die weltlich- Schule". Refcrent Schröter.— 99. Abt. 714 Uhr Mitaliederverfamm, lungen in folgenden Lokalen: 13. Bezirk: Rüdiger, Lobmühlenftr. 30. 15. und 20. Bezirk: Jahn, Fuldostr. 45. 10. und 25, Bezirk: Ianicke, Ianfastr. 11, 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tell» Ecke Weserstrasse. 22,. 23. und 30. Bezirk: Schittler. Weichselstr. 5. 34. und 43. Bezirk: Kleistner, München» Etr. 53. 35. Bezirk: Idcalkassno. Weichselstr. 8. Bortrag:„Weibnachten und Sozialisten", Referent Rektor Mar Kreuziger. — 91. Abt. 714 Uhr im Lokal Bergfchlosshöhe. Karlsgartenstr. 6—11. Vortrag:„Unsere Justiz". Referent Rechtsanwalt Dr, Siegmunb Kall» mann.— Vorwärtsleser und Snmvatbifierend« find«inaeladen.— 92. Abt. Rahlabendc ballen ab die Bezirke 14, 29 und 30 bei Gauter, Harzer Str. 88, die Bezirk« 27, 28, 32 und 33 bei Ewald, Elbestr. Ecke Weserstr.(Vortrag des Genossen Fenchenbach), die Bezirke 31, 44, 45 und 55 bei Wolff, Kaiser» Friedrich-Str.>73 fVortrag des Genossen E. Marguardt:„Die Rukunft der SPD."), die Bezirke 40, 47 und 59 bei Dehn. Richardstr. 108. die Bezirke 72 und 73 bei Schneider. Rofenstr. 7 fVortrag:„Die Reaktion in Deutschland), Auf allen Rahladenden der Abteilung ausserdem wichtig« geschäftliche Mitteilungen, weshalb jeder Genosse seinen Rahlabend zii besuchen verpflichtet ist— 93. Abt. 714 Uhr Rahlabende. 57. Bezirk: Belger, Treptower Str. 23, 50,. 58., 81.. 82. und 97. Bezirk: Rimmer» mann. Treptower Str. 10. 83. und 84. Bezirk: Rissmann. Böhmische Str. 7. 95. Bezirk: Pritzkow. Richardstr. 53. 00. und 98. Bezirk: König, Saalestr. Eck« Elstersir. 9g. Bezirk: Warnstedt, Thüringer Str. 22. Siedlung im Bäpwinkel. Tagesordnung:„Stellungnahme zur Neuwahl der Abtei» lungsleitung".— 94. Abt. 714 Uhr Rahlabende. 51.. 52., 08. und 70. Be. zirk: Schröder, Eteinmetzstr. 52. 64., 65., 66., 67., 77. und 78. Bezirk: Günther, Schillerpromenade 11. Vortrag:»Sozialpolitik". Referentin Luise Köhler. M. d. L. Gäste willkommen.— 95. Abt. 714 Uhr im Lokal Lausch. Hermannstr. 199. Bortraa:„Unsere Reichswehr". Referent Fran, Künstler. M. d. R. Sämtliche Vorwärtslefer und Sympathisierende sind herzlich» eingeladen.— 90. Abt. 714 Uhr Rahlabende in allen Bezirken. —»7. Abt. 714 Uhr Rahlabende. 79.. 89, und 92. Bezirk: Kutzki, Leine- strasse 1. Vortrag:„Politische Tagesfragen" Referent A. Riemann. 90. und 91. Bezirk: Helmke. Warthestr. 48. Bortraa:„Die anssenpolitikchc Lage". Referent Dr. Sturm. 104. bis 100. Bezirk: Krüger, Emser Strasse 80/87 Ecke Neißestr- Bortrag:»Sozialdemokratie und Freidenker". Referent Genosse R-age. 98. Abt. Britz-Buckow. 714 Uhr Rahlabend«. I. Bezirk: Lindenpark: Ehaussee. strasse 18. 2„ 4. und 7. Bezirk fGrossfiedlung) im Buschkrug.— 3., 5. unb 8. Bezirk: B-chmann, Rudower Str. 90. Tagesordnung:„Unsere Arbeit in der Gemeinde". 188.«it. Rudow. 8 Uhr im Lokal Krfliwr. vendastr. 71, Rohlabend. 191. Abt. Treptow. 714 Uhr Bezirkszohlabende. 1. und 2. Bezirk: Stephan, Grätzftr. 1. Bortraa:.Das Schmutz, und Schundgesetz" Referent Stadt- verordneter Hans Wonwod, 8. bis 5. Bezirk: Lokal, Beermannstr. 10. Bortrag:„Das international« Kapital". Referent Genosse Rüge.— In beiden Rahlabenden noch: Mitteilungen. Weihnachtsfeier. Di« Bescherung unserer arbeitslosen Genossen. 192. Abt. Bauwschuleuweq. 714 Uhr hei Borgmann. B-umfchulenstrasse Ecke Kifholzstrass«. Vortrag:„Die letzten Vorgänge im Stadtparlament und in der Bezirksstadtverorbnetenversammlung". Referent Stadtverordneter Sermann Lempert.— Da im Anschlich auch unsere Weihnachtsfeier he» sprachen wird, werden die Genossen gebeten, pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. 193, Abt. Vberschöveweide. 714 Uhr bei Imberg. Wilhelminenbosstr. 34. Bor, trag:„Friedhos. und Krematorienfragen", Referent Stadtrat Besse». 184. Abt. Ri-dcrlchiveweid«. 714 Uhr bei Raethel, Brückenstr. 15. Bortrag: „Bon der Erwerbslosenfürsorge zur Berstcherung". Referent Stabtrat Röbel. 195. Abt. Adler»b»s. 8 Uhr hei Bogel. BUmorckstr. 74. Dortrag:„Die Justiz im neuen Deutschland". Referent Dr. Alfred Klee.— Die Karten zur Betriebskartothek sind dl» spätestens Mittwoch abzuliefern. Gäste will» konimeii. 189, Abt. Zohounisthal. 714 Uhr bei Botha. GtubenranchNrasse. Bortrag: „Gegen das Schmutz» und Schundgesctz". Referent Dr. Kurt Löwenstein. Gäste willkommen, 197. Abt. Falkenberg— Alt�dlleaick«. 714 Uhr bei Robian. Mt-Glienick«. Grünauer Str. Ecke Kövenicker Straße, Bortrag:„Die Beziehungen der Jugend zur Familie", Referent Mar Peters. Bcricht des Genossen Mar Osten über Bezirlsarbeiten. 198. Abt. Köpenick. 714 Uhr Rahlabende. Dammvorstadt: bei Schulz, Bahnhof. strasse.„Glosshrener-Abend". Kietzvovstadt: bei Otto Fiebach, MUggel- heimer Str. Köllnische Vorstadt: Dtippekoh-l, Schönelinder Str. 5. 119. Abt.»riivau. 8 Uhr bei Werner. Eövenicker Strasse. Bortrog:„Die Sozialdemokratie und das Schmutz- und Schilndgefetz". Referent Lehrer Emil Reifchies.— Ganz besonders stnd die Frauen einoeladcn zwecks Be- forechi'ng der Weihnachtsfeier. Gäste herzlich.willkommen. III. Abt. Bohnsdorf. 7 Uhr bei Seimann, Waltersdorfer Str. 100. BorNnnds» sttzung. Um 8 Uhr Rahlabend ebenda. LIchtenbera. 114. Abt. 714 Ubr bei Piechek, Erossener Str. 14. Bortrag: „Politisch- Tagesfragcn". Referent Stadtrat Willi Klihne,— 115. Abt, 714 Uhr Rahlabende. 1, Gruvve: Kanell, Scharnweberstr, 47. 2. Eruvvc: Lobann. Jung» Ecke Oderstrasse. 3. Grupve: Ro�tfe, Scharnwcber. Ecke Müqgelstrasse. 4. Gruppe: Seivke, Kronprinzen» Ecke Schamweberstrasse. Wichtiae Tagesorbnung. Erscheinen ist Pflicht,— 1l9. Abt. 714 Ubr bei Albrecht, Borbagener Str. 02 Ecke Reue Babnhofltr. Bortrag:„Reichs» wehr und schwarze Reichswehr". Rckerent Fran, von Puttkamer, Gäste find herelichst eingeladen,— 117. Abt. 714 Uhr gemeinsamer Rahlabend in der Schule, Lückstr. 00. Bortrag:„Perfassungsfragen". Referent Wil» Helm Landa.— Wichtige Parteiangelegenheiten. Jeder muß zur Stelle fein.— 118. Abt. 714 Uhr bei Tempel. Gudrunstr. 7. Bortran:„Die Koalitionskrage". R-feren» Robert Breuer,— Gälte und Enmoathisterenb- stnd eingeladen.— 118. Abt. 7-4 Uhr im Reichensaal des Lyzeums. Rat. haiisstr, 8. Bortrag:„Soziale Probleme. Arbeits-eitgefetz, Arbcitsnerichts» qefctz und, Erwerbslofenfrage". Referent Direktor Helmut Lehmann. Mitgliedsbücher find mitzubringen. 129. Abt. Friedrichsfelde. 714 Uhr bei Tempel. Prinzepallee. Bortrag:„Die Reform des Strafgesetzbuches". Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwenftrin, Gäste willkommen., III. Abt. Karl»horst. 714 Uhr Rahlabend bei Hausmann. Treskowallec 94. I «ortrag: JSAt«ektrUitüt-vers-rgung Gross-««-»»»*««lereuJ«abtrat Echlichting.— Pünktlich es Erscheinen notwendig, da Jtsch wichtige Sachen zu b-sprechen find. �_ 122. Abt. Biesdorf. 714 Uhr bei P-rath. Marzahner Str. 31. Bortrag: ..Rationalisierung der Wirtschaft". Referent Rudolf Karsten. Gäste will» kommen.__ 123. Abt. Kaulsdorf. 714 Uhr bei Escherisch. Frankfurter Str. 55. Vortrag: „Der Bllchcrkreis". Referent Karl Döblcr, 124. Abt, Mahlsdorf. 7-4 Uhr Rahlabendc. Nordbeziri: Breidau, Hönower Strasse, Für die übrigen Bezirke: Anders. Bahnhofstvaße. 125. Abt. Weissenfee. 7-> Ubr i» der Boruffia-Brauerei. Vortrag:„Wobl- fahrts- und Rugendpflege". Referent Stadtrat Wilhelm Reimann.— Wir erwarten restlosen Besuch der Versammlung, 128.— 130. Abt, Pankow, l, Gruppe: Roack, Kaiser-Friedrich-Str, 53 Vor- trag:„Rationalisierung". 2. G-uppe: Schweizer Hütt«. Maximilianstr. 11->. Vortrag:„Deutschlands Wirtschaft in jüngster Reit". Referent Genosse Stieglitz. 2o.Gruppe: Meess, Berliner Strasse Ecke Lindenpromenadc. Vor- trag:„Die ethischen und materiellen Grundlagen des Sozialismus". Referent Dr. Carlo Mierendorff. 3. Gruppe: Dreyer. Kiffingenstr. 4. Vortrag:„Arbeitsrecht und Arbeitspflicht". Referent Genosse Neumann. 4, Gruppe: Türkisches Relt, Breitestr. 14. Bortrag:„Glassbrenner". Rc» fcrent: Genosse Mühlmann, 5. Gruppe: Restaurant Florastr. 73. Bortxaq: „Kultur und Technik der Steinzeit". Referent Genosse Lüdicke. 0. Gruppe: Neumann, Mcndelitr. 17, Bortrag:„Die Auswirkungen des englischen Bcrgarbeitcrstreiks auf die Weltwirtschaft", Referent Genosse Günther. 7. bis 8. Gruppe: Rum Forsthaus. Wollankstr, 115, Vortrag:„Politische Tagcsfragen", Referent Genosse Dr. Freund, 9. Gruppe: Dohnkc. Wollankstr. 31. Vortrag:„Die englische Arbeiterbewegung". Referent Genosse Wilhelm Flörke.— Rahlabende 714 Uhr. 131. Abt. RiedersSönhauscu. 8 Ubr Rahlabend im Lokal Wilhelmshof. Kaiser» Wilhelm-Etr. St. Bortrag:„Unsere Reichswehr". Referent Kurt Grossmann. Gäste willkommen. CK. Abt. Blankenburg. 7-4 Uhr bci Klug. Dorfstr. 2. Bortrag:„Stildienreise nach Amerika". Referent Hermann Ämberg. 133. Abt, Buchholz. 8 Uhr bei Rossack, Hauptstr. 71, Vortrag:„Die fyndika- listifche Bewegung". Referent Bernhard Krüger. 134. Abt. Buch. 8 Uhr im Lokal Görfert, am Bahnhof, wichtig« Mitglieder» Versammlung. Erscheinen ist Pflicht. 135. Abt. Karow, 8 Ubr Rahlabend im Lokal„Rum Pankgrafen". Pankgrafr». ftrasse. Bortrag:„Die Kommunalificrung in Berlin". Referent Stadtrat Burckhardt, 130. Abt. Rci-ickend-rs-vst. 714 Uhr Rahloheirde. t bis 6. Dezirk bei Lehmann, Hauptstr, 56; 7 bis 10. Bezirk bei Steiubach, Schillerpromenade 48: 11. bis lt, Bezirk bei Kunze, Eeestr, 23: 15- und 10. Bezirk bei Neumann, Provinzstlasse, Ecke Pankower Allee: 17. bis 21. Bezirk bei Brückner, Provinzstrassc, Ecke Frühlingstrassc. 137. Abt. Rcinickendorf-Beft. 714 Uhr im Bolkshans, Scharnweberstr. 11t. gemeinsamer Rahlabend oller Bezirke. Bortrag:„Die politische Lage". Referent Dr. Alfred Korach. Gäste willkommen. 138. Abt. Kermsdorf. 8 Uhr iü der„Scharfen Ecke", Berliner, Ecke Bahnhof. strasse. Bortrag:„Was ich in Sowjetrussband erlebte". Referent Gregor Bicnstock. 139. Abt. Tegel. 8 Uhr im Restoiiraiit Otto Schade. Berliner Str. 17, Ecke Beithstrasse, Boitrag:„Erwerbslofenfürsorge und Arbeitszeitgefetz". Refe» rent Eduard Rachert, M. d. L. Verschiedenes. 140. Abt. Borsigwalde. Der Rahlobend fällt aus. Abt. 140? Wittenau. 7-4 Uhr im Lokal Schulz, om Nordhahnhof, Bortrag: „Kultur und Sozialismi-s", Referent Hanns Kamm Gäste willkommen. 141. Abt. Nofenthal und Niederschönhaolen-Weft. 714 Uhr bei Ebmeyer fKog- lin), Hauptstr. 15, Bortrag:„Arbeitszeitgesetz, Notgesetz, Arbeitskrifc". Referent Paul Iudrian. Gäste willkommen, 143. Abt. Waidmannslust. 8 Uhr im Lokal Drcissiq. Waidmannssr. 4, Bortrag: „Politische Tagesfragcn". Referent Otto Allst. Sympathisierende sind eingeladen. Eichwalde. 8 Uhr- Mitgliederversammlung im Lokal Lindner. Tagesordnung: „Reit» und Strritfragen". Referent Genosse W. Krüger. Wildau. 8 Uhr Rahlabend im Lokal von Thüring. Arauenveransialtungen: 9. Abt. 714 Uhr bei Dobrvhlaw, Swinemünder Str. II. Bortrag und Etel- lungnabme zur Neuwahl der Fraucnlcitcrin. 89., 90, und 92. Abt. Neuköllu. Mit-woch 8. Dezember, vormittags 10 Uhr. Bcsschtigung des Äonsirmverelns-Worenhaufcs in Eharlottenburg, Treff. punkt»oiulittags 9 Uhr an, llntcrgrundbahnhof Rathaus Neukölln und llntergrundbabnhof Kcrmannpfatz, 131. Abt. Niederfchönhaufen. Di« Besichtigung des Friibelheims findet erst im Januar statt. Arbeiksgemeinschaft der Sinderfreunde: 3. Krei, vedding. Heut«, Dienstag. 7. Dezember. 8 Uhr, in der Schul« Putbusser Str. 3, Hclfe'.fitzung. Jungsozialisten: Gruppe Siidea: Heute. Dienstag. 7. Dezember, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindcnstr. 3, Vortrag und Diskussion:„Deutsche Wirtsch st noch dem Kriege".— Gruppe Dcissenfe«: 714 Uhr im Jugendheim Park- strasse 36, Bortrog:„Gescllfchaftslchre". Referent Dr. Karl Schröder, Sterbetafel üer Groß-Serliner Partei-Grganifatlon 25. Abt. Unser Genosse Ernst Förster, Ekbinqer Str. 11, Ist ncch langjährigem Leiden verstorben. Einäicherunq am Mittwoch, 8, Dezember, 4 Uhr. im Krematorium Gcrichkstrasse. Wir erwarten rege Beieiligung. ELI DA KASSETTEN sind ebenso entzückende, wie taktvolle Geschenke. Für die schöne Kassette wird kein Aufschlag berechnet. Sie bezahlen nur den Ladenpreis des Inhaltes. Von M.2.25 bis 9.— Vienstag 7. Dezember?92H Unterhaltung unö AAissen Die witzbolöe von Neu-Gibbon. Ii Von Jack London. „Ich bin fast ängstlich, Sie in Ncu-Gibbon mit an Land zu nehmen," sagte David Gries.„Erst als Sie und die Engländer mir freie Hand ließen und sich gar nicht mehr um den Ort kümmerten, konnte ich elwas erreichen." Wallenstein, der deutsche Regierungskommissar von Bougainoille, goß sich ein großes Glas Whiskysoda ein und lächelte. „Wir ziehen den Hut vor Ihnen, Herr Gries," sagte er in voll- kommen reinem Englisch.„Was Sie auf der Teufelsinscl erreicht haben, ist das reine Wunder. Und wir werden uns hüten, uns hin- einzumischen. Es ist wirklich eine Teufelsinsel, und der alte Koho ist der Oberteufel. Mit ihm konnten wir nie fertig werden. Er ist ein schrecklicher Lügner und dazu nicht dumm. Er ist ein schwarzer Napoleon, ein kopsjagender, menschenfressender Talleyrand. Ich brauche nur daran zu denken, wie der englische Kreuzer mich vor sechs Jahren auf der Insel an Land setzte. Die Nigger flohen natür- lich in den Busch; aber wir fanden verschiedene, die nicht imstande waren, zu fliehen— und eine von ihnen war seine letzte Frau. Sie war seit zwei Tagen an einem Arm aufgehängt und der Sonne ausgesetzt gewesen. Wir schnitten ste ab. aber sie starb doch. Und drei andere Weiber waren bis zum Hals in den fließenden Strom gestellt worden; man hatte ihre Knochen zerbrochen und ihre Glieder zerschmettert— es ist das ein Prozeß, der sie wohlschmecken- der machen soll. Es war noch etwas Leben in ihnen. Ihre Wider- ftandskraft ist ja wunderbar. Eine von ihnen, die älteste, lebte noch nach drei Tagen. Na ja, da haben Sie ein kleines Beispiel von der Lebensweise Kohos. Er ist ein wildes Aer. Es ist uns stets ein Rätsel gewesen, wie Sie es fertig gebracht haben, ihn zu zähmen." „Daß er gezähmt ist, will ich nicht gerade behaupten," antwortete Gries.„Obwohl er hin und wieder kockimt und einem aus der Hand frißt." „Es ist jedenfalls mehr, als wir mit unseren Kreuzern erreicht haben. Weder die Deutschen noch die Engländer haben je auch nur einen Schimmer von ihm zu sehen bekommen. Sie waren der erste, der ihn gesehen hat." „Nein, Mac Tavish war der erste," erklärte Gries. „Ach, seiner entsinne ich mich noch gut— des kleinen dürren Schotten!" Wallenstein nahm einen Schluck von seinem Whisky und fuhr fort:„War das nicht der, den man den Lärmstiller nannte?" Gries nickte. „Und es heißt, daß Sie ihm ein höheres Gehalt zahlen, als sowohl ich wie der englische Regierungskommissar erhalten." „Ja, das wird wohl leider stimmen," räumte Gries ein.„Und er ist es auch wert— nehmen Sie's mir nicht übel. Ueberall, wo es Spektakel gibt, ist er da. Er ist der reine Zauberer. Er war es, der mir Zutritt auf Nell-Eibbon verschaffte. Augenblicklich ist er in Malaita, um eine Plantage für mich in Gang zu bringen." „Die erste?" „Ja, bis jetzt gibt«s ja noch nicht einmal eine Handelsstation in ganz Malaita. Wenn man Arbeiter dopt wirbt, muß man stets Deckungsboote benutzen und Stacheldraht ausspannen. Aber da ist die Plantage auf Neu-Gibbon! In einer halben Stunde sind wir da." Er reichte seinem Gast das Glas.„Links vom Haufe sehen Sie die Bootsschuppen. Dahinter sind die Baracken. Und rechts sind die Kopraschnppen. Wir trocknen schon eine ganze Menge. Der alte Koho ist so zivilisiert geworden, daß er seine Leute Nüsse für uns einsammeln läßt. Da ist die Mündung des Stroms, in den die drei Weiber gestellt wurden, um mürbe zu werden." Die Wonder steuerte direkt auf den Ankerplatz zu. Sie hob und senkte sich über ganz glatten Wogen, hin und wieder wurde sie von einer Bö von achtern gepackt. Es war gerade das Ende der Passat- zeit, und die Luft war schwer und dick von der tropischen Feuchtig- keit, während farbenreiche, formlose Wolkenmassen den Himmel über- zogen. Die unfreundliche Landschaft war ganz eingehüllt in. ge- waltig« Wolkenbänke und Staubwirbel, die von den Bcrgesgipfeln im Innern des Landes drohend überragt wurden. Auf einem Vor- gebirge spielte ein blendender Sonnenstreifen, über ein anderes, kaum eine Meile dahinter, schüttete eine Regenbö ihre Schauer von Wasser aus. Das war die feuchte, fruchtbare, wilde Insel Neu-Gibbon, die dreißig Meilen von Choiseul entsemt lag. Geographisch gehörte sie zum Salomonarchipel, in polirischer Beziehung stand sie halb unter englischer, halb unter deutscher Oberherrschaft: die Linie, die die Machtsphäre beider Reiche trennte, ging mitten durch die Insel, und sie stand daher unter der gemeinsamen Kontrolle beider Re- gierungskommissare. In Wirklichkeit stand diese Kontrolle jedoch nur auf den Papieren in den Bureaus der Kolonialämter. Eine wirk- liche Kontrolle gab es nicht und hatte es nicht gegeben. Die Trepang- fischer waren ihr in alten Tagen aus dem Wege gegangen. Die Sandelholzhändler hatten sie nach bitteren Erfahrungen aufgegeben. Die Werberschiffe hatten nie auch nur einen einzigen Arbeiter aus dieser Insel bekommen können, und nachdem der Schoner Dorset mit Mann und Maus hier vernichtet war, ließ man den Ort liegen. Später hatte eine deutsche Gesellschaft versucht, eine Kokos- plantage anzulegen, die man aber wieder aufgab, nachdem ver- schiedenen Verwaltern und einer Menge von Arbeitern die Köpfe abgehauen worden waren. Viermal hatten die Missionsgesellschaften den Versuch gemacht, die Insel auf friedlichem Wege zu erobern, und viermal waren sie, teils durch Krankheiten, teils durch Metzelelen wieder vertrieben worden. Wieder hatte man es mit Kreuzern so- wohl wie mit Güte versucht, immer vergebens. Stets hatten sich die Kannibalen in den Busch zurückgezogen, wo sie das Pfeifen der Granaten verlachten. Wenn die Kriegsschiffe fort waren, war es ihnen ein leichtes gewesen, ihre Grashütten wieder auszubauen. Neu-Gibbon war eine große Insel, hundertfünfzig Meilen lang und halb so breit. An der Luvseite war ihre Küste selsig und bot weder Einfahrt noch Ankerplätze. Sie wurde von Dutzenden kriege. rischer Stämme bewohnt, oder war es vielmehr gewesen, bis Koho, einem Kamehameha gleich, sich erhoben und den größten Teil durch Waffenmacht und kluge Politik zu einem Bund vereinigt hatte. Seine Politik, die darauf ausging, jeden Verkehr mit der weißen Raste zu unterbinden, war für sein Volk weise und nützlich gewesen, denn seit der letzte Kreuzer sich gezeigt Halle, durfte er ungestört regieren, bis David Gries und Mac Tavish, der Lärmstiller, auf dem einsamen Strand gelandet waren, wo sich einmal das deutsche Haus mit seinen Baracken und verschiedenen englischen Misfwns- Häusern befunden Holle. Jetzt folgten Kriege, falsche Friedensschlüsse und neue Kämpfe. Der kleine, dürre Schotte verstand sich ebensogut darauf, Spektakel zu machen, wie ihn zu dämpfen, und er begnügte sich nicht init der Eroberung des Strandes, er importierte Buschmänner aus Malaita und drang auf Wildschweinswechseln bis tief in den Busch hinein. Er verbrannte die Dörfer, bis Koho müde wurde, sie wieder auf- zubauen, und»ahm Kohos ältesten Sohn gefangen, nur um den Häuptling zu zwingen, auf Verhandlungen cinzugehei,. Dann führte Mac Tavish sein System des Köpfetausches ein. Jeden Kopf seiner eignen Leute ließ er sich mit zehn Köpfen von Kohos Leuten bc- zahlen, lind als Koho begriffen hatte, daß der Schotte ein Mann von Wort war, wurde der erste wirkliche Friede geschlossen. In- zwischen hatte Mac Tavish Haus und Baracken bauen lasten, den Busch auf weite Strecken an der Küste gerodet und mit Pflanzen begonnen. Dann war er fortgeschickt worden, um einige Spektakel auf dem Tasman-Atoll zu dämpfen, wo eine Epidemie von schwarzen Masern ausgebrochen war, deren Ausgangspunkt nach der Be- Deutsch-ruPsther Vaffenhanüel. „Auf Wieder, chauen, Herr Oberst, und grüsteu Sie die deutschen Kommunisten von mir!" hauptung der Teusel-Teusel-Medizinrnänner Gries? Plantage war. Ein Jahr daraus wurde er wieder nach Neu-Gibbon gerufen, um den Eingeborenen die Köpfe zurechtzusetzen. Koho mußte zwei- hunderttausend Kokosnüsse Strafe bezahlen, und da hatte er»in- gesehen, daß es billiger war, Frieden zu halten und die Nüsse zu verkaufen. Außerdem begann das jugendliche Feuer in ihm zu er- löschen. Er wurde alt und hinkte stark, die Folge eines Lee-Enficld- Geschosses, das ihm den Schenkel durchbohrt hatte. * „Ich kannte einmal einen Mann in Hawai," sagte Gries,„den Verwalter einer Zuckerplantoge, der stets einen Hammer und einen sechszölligen Nagel gebrauchte." Sie saßen auf der breiten Veranda des Hauses und sahen zu, wie der Verwalter der Neu-Gibbon-Plantage an einer ganzen Kompagnie von Kranken herumdokterte. Es waren Leute aus Neu- Georgien, und der Mann, den er unter den Fingern hatte, klagte über Zahnschmerzen. Worth hatte gerade einen mißglückten Ver- such gemacht. Er wischte sich mit der einen Hand den Schweiß von der Stirn und schwang in der anderen die Zange. „Dann hat er wohl verschieden« Kiefer dabei zerbrochen," meinte er grimmig. Gries schüttelte den Kopf, Wallenstein lächelte und hob die Brauen. „Durchaus nicht," erklärte Gries.„Er versicherte, daß der Zahn stets auf den ersten Schlag draußen war," mischte Kapitän Ward sich ein.„Der Alte gebrauchte stets einen Holzhammer und einen Marlspieker. Er schlug mit einem einzigen kleinen Schlage einen Zahn so geschickt heraus; daß nicht das kleinste Stückchen zurückblieb." „Ich ziehe doch die Zange vor." murmelte Worth grimmig und setzte sie im Mutzde des Schwarzen an. Der Mann brüllte und fuhr hoch, als er zog.„Helfen Sie mir, und halten Sic ihn nieder." bat der Verwalter.(Fortsetzung folgt.) Der chemische Krieg. Von E. S i st u r a. In letzter Zeit konnte man wiederholt lesen, daß sich die Völker- bundsmächte mit dem Verbot des Giftgaskveges beschäftigen, und insbesondere die deutschen Sachverständigen sich für ein striktes Verbot einsetzen. Wenn auch die Bedeutung der Gaskampfwasfe für kommende Kriege weit überschätzt wird— wenn von Zeit zu Zeit die phantasievollsten Nachrichten aus Amerika herüberkommen, nach denen die Bevölkerung einer Stadt mit wenigen Flugzeugboinben völlig vernichtet werden könnte—, so verdient dsche-abscheuliche Kamps- Methode doch eine Schilderung, damit die Bestrebungen gegen den Gaskamps«ine Stütze finden. An Gaskampsstosfen stehen zirka 80 verschiedene Arten zur Verfügung/ die sich aber nur teilweise als wirksam genug erwiesen haben. Auf deutscher Seite verwendete man gegen Ende des Krieges drei Gasstofsgruppen: das sogenannte Blaukreuz. Grünkreuz und Gelbkreuz. Auch auf seilen unserer ehe- maligen Gegner gelangte» schließlich diese Stoffe zur Verwendung, doch drohte erst der Eintritt Amerikas in den Krieg der Entente auch darin eine Materialüberlegenhcit zu bringen. Das Blaukreuz ist noch das harmloseste der genannten Stoffe. Es wirkt in nicht zu großer Konzentration nicht tödlich und ruft nur Erbrechen, Kopfschmerzen, Atemnot und Körperschinerzen hervor, aber seine Bedeutung ist ja die, daß es durch die Atemeinsätze hindurchdringt und die Soldaten zwingt, in. qualvoller Atemnot die Maske hcrabzureißen und sich so der Einwirkung tödlidxer Gase ungeschützt preiszugeben.(Es sei erwähnt, daß es als Küstensperre in Verbindung mit Nebel zur Verwendung gelangen kann.) Die anderen Gase haben eine geradezu teuflische Wirkung. Als Beispiel sei nur erwähnt, daß bei dem Gasangriff auf die Hochfläche von Doberdo im Jahre 1916«in llalienisches Regiment allein 1300 Tote verlor. Damals handelte es sich noch um Ehlorgas, das aus Flaschen abgeblasen wurde. Die kampftcchnischcn Nachteile des Settage ües vorwärts Chlors liehen zum Gasschießen übergehen, und nun kam Grünkreuz in Anwendung. Die Wirkung dieses Gases ist furchtbar. �Der ihr Ausgesetzte erstickt in den meisten Fällen im Laufe von 2— 6 Stunden, ohne daß es möglich ist, ihn zu retten. Der Engländer bezeichnet diesen Zustand,, bei den, die Lungen vom Blutplasma überschwemmt und gewaltig erweitert werden, als„Ertrinken auf dem Trocknen". Was der zum Galgen Verurteilte in einigen Minuten überstanden hat, das muß der Grünkreuzvergistete stundenlang ertragen. Diese Gase wirken aber erst dann, wenn sie in die Atmungswege gelangen. Das Gelbkreuz wirkt schon, wenn es mit der Haut in Berührung kommt. Dos unsichtbare Gas zieht auf der Haut nach einiger Zeit Blasen, und in diesem Augenblick ist es schon in die Blutbahnen gelangt, sein Zerstörungswert anzurichten. Die normale Kleidung schützt nicht, sie oerwandelt sich sogar unter der Einwirkung des Gases in Senfpflaster, daher denn auch die davon betroffenen Soldaten auf der Flucht vor diesem Feinde häufig ihre Kleider abgerissen haben. Das Gelbkreuz vergiftet aus Wochen den Erdboden, es ver- seucht das Wasser und die Lebensmillel..Seine Wirkung soll angeblich von dem verbesserten englische» Pperit und dem amerikanischen Lewisit übertroffen werden, daß also der Stoff rascher und in geringeren Mengen wirkt.. Eine Beseitiguitg des verseuchenden Stoffes binnen einiger Minuten oder Stunden scheint zurzeit noch unmöglich: das Gebiet muß gesperrt und von Mannschaften, die Schutzanzüge tragen, mit Chlorkalk abgestreut werden. Um möglichst allen Soldaten und eventuell der Zivilbevölkerung einen Schutz zu geben, bemühen sich die Chemiker aller sogenannten Kulturnationen um die Herstellung eines leichten Schutzanzuges, der mindestens 3— 5 Stnuden dichthalten soll. Von dem Resultat dieser Arbeiten verlautet natürlich recht wenig, doch ist es anscheinend in einigen Staaten geglückt, Kleiderstoffe entsprechend zu imprägnieren. Die nächsten Kriege der Zukunft werden voraussichtlich Bewe- gungskriege sein. Da die Truppen sich relativ rasch bewegen werden— dem Motorwagen ist eine große Rolle zugewiesen—, kann für die Front das Gasschießen nicht mehr die frühere Bedeu- tung haben. Man wird Flugzeuge und Lustschiffe einsetzen, die den Train, die schwere Artillerie und das Hinterland mit Gasbomben belegen werden. Besonders das Luftschiff, den: die besseren Abwurf- Vorrichtungen zur Verfügung stehen, dürfte die Wirkung gegen die Produktionszentren vorbehalten sein. Das Weltiilleresse für den Luftschiffbau, für Flughöhenrekorde und drahtlos gesteuerte Acro- plane wird aus obigen Darlegungen verständlich. Eine Bombe wiegt heute schon 3 Tonnen und mehr. Um einen Kubikmeter Luft zu verseuchen, genügen zirka 2 Milligramm. Es könnten also theoretisch SO— 100 Bomben ganz Berlin verseuchen: in der Wirklichkeit wird sich das Gas stauen, immer aber einer großen Zahl Menschen den Tod bringen. Deutschland, dem die Möglichkeit genommen ist, Bombenflug- zeuge zu bauen, hat alle Veranlassung, die Verwendung der Kampf- gase zu bekämpfen. Aber wir sollten, unbekümmert um die Lage, aus rein menschlichen Gründen dem Gaskriege— wie jedem anderen— den Krieg ansagen. Dem Gaskampfe, der Verwendung von Flammenwerfern, von Whosphorbomben und motorischen Kampffahrzeugelt. Wie schnell reagiert öer Mensch l Führen wir den Finger an eine zu heiße Tasse, so ziehen wir scheinbar sofort die Hand zurück, und wenn ein greller Lichtstrahl unser Auge trifft, dann schließt sich das Auge scheinbar gleichzeitig. Aber diese augenblickliche Reaktion ist wirklich nur scheinbar, denn es vergeht natürlich eine gewisse Zeit von dem Moment des Reizes bis zu unierer.- Reakisön. Früher hat man allgemein angenommen, �aß alle Nervenwirkungen auf geheimnisvollen Kräften beruhen, die sich mit„»nelMicher Geschwindigkeit" ausbreiten, und daher kommt der sprichwörtliche Auedruck„schnell wie ein Gedanke", wo- mit eine gar nicht meßbare Geschwindigkeit angedeutet werden soll. Tatsächlich aber läßt sich die Zeit, die zwischen einem Reflex und seiner Reaktion oerläuft, ganz genau messen. Es liegt diesem Vor- gang jedesmal ein sogenannter„Reslexbogen" zugrunde, der aus einem reizempfindenden und einem bewegnnasauslösenden Nerven besteht nebst einem dazwischen geschalteten Stück Zentralnervensystem, das die Erregung von der eisten Leitung auf die zweite überträgt. Die Erregung braucht also zum Durcheilen dieses Reflexbogens eine bestiminte Zeit, die man mit Hilfe eines Registrierinstrumentes messen kann. S. Hupser erinnert daran, daß der erste, der derartige Messungen vornahm, Helmholtz um die Mitte des vorigen Jahr- Hunderts war. Er wurde durch eine scheinbar gar nicht damit zu- sammenhängende Beobachtung daraus gebracht, sich mit der Schnelligkeit der Reaktion beim Menschen zu beschäftigen. Der Astronom Bcssel war nämlich daraus' aufmerksam geworden, daß von den Beobachtern individuell verschiedene' Angaben gemacht wur- den über die Zeit, zu der ein von mehreren betrachteter Stern das Fadenkreuz des Fernrohrs passiert haben sollte. Merkwürdiger- weise waren die Disserenzen stets die gleichen, und es war Helmhaitz' Genie, daß er schloß, es handle sich hier nicht um zufällige Be- obachtungefehler, sondern um eine Verschiedenheit in der Fortpslan- zung der Erregung bei den einzelnen Beobachtern. Aus diese Weise wurde die„persönliche Zeit" der Astronomen festgestellt, nach der jeder auf dem Wege vom Aua« zum Gehirn und von dort zur registrierenden Hand eine verschiedene Zeit braucht. Seitdem haben sich nun zahlreiche Forscher mit der Frage beschäftigt, wie schnell der Mensch reagiert. So fand der Physiologe Garten für den Reflex des Blinzelns auf Ltchtreiz eine„Reflex, wt" von 0,05 bis 0.2 Sekunden, die sich wieder aus mehreren Einzelheiten zusammensetzt. Da ist einmal die„Leitungszeit", die während des Durchgangs der Erregung durch die zuführenden und abführenden Nerven verstreicht: sie beträgt etwa 0,01 Sekunde, und da die in Frage kommende „Leitung" etwa 30 Zentimeter lang' ist, so legt die Erregung im Nerven 30 Meter pro Sekunde zurück; dann ist die„Latenzzeit" zu berücksichtigen, die in unserem Falle vergeht, ehe der Muskel auf die ihm zugesandte Nervenreizung antwortet, also che sich die Augen- lider schließen; diese betrögt 0,01 Sekunden: es bleibt also für die Umsetzunqszeit im engeren Sinne, während deren sich die„Um- schaltuna" im Zentralnervensystem vollzieht. 0.03 bis 0,018. Sekunden übrig. Das ist immerhin eine verhältnismäßig lange, sehr gut meß- bare Zeitspanne, so daß man jedenfalls nicht von einer unmeßbaren „Gedankenschnelligkeit" reden kann, mit der sich die Vorgänge im Nervensystem abspielen.'> Der Blinddarm als Schwimmgürkel. Allen Nachstellungen zum Trotz breitet sich die Bisamratte mehr und mehr aus. War sie in den letzten Iahren von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Böhmen aus über den Bayerischen Wald bis nach Bamberg vor- gedrungen, so hat man in ollerjüngster Zeit Bisamratten sogar in der Umgebung von München angetroffen. Es ist also wohl anzu- nehmen, daß ihr« Verbreitung zunächst noch weiter fortschreitet. In der„Natur" wird nun«in« bemerlenswerte Feststellung berichtet. Schon oft hat man bcobachlel, daß Bisamratten, die während des Schwimmens durch einen Schuß, also sehr rasch, getötet wurden, nicht untersanken, sondern auf der Wasseroberfläche schwimmend weiter- trieben. Auch an lebenden Bisamratten kann man dies« eigentümlich« Schwimmfähigkeit wahrnehmen. Wenn die Bisamratte sich ausruhen will, liegt sie gleichfalls platt ausgebreitet und regungslos auf dem Wasser, ohne daß sie untersinkt Dies« Schwimmsicherheit verdankt die Ratte nun merkwürdigenveise nur ihrem Blinddarm, der sehr stark entwickelt ist und sich infolge der im Verlauf des Verdauungs- Prozesses entstehenden Gärung in der Regel ganz prall mit. Gasen füllt. Dadurch aber wirkt er wie«in den Körper tragender Gas- ballon und befähigt die Bssamratt«, auf der Wasserfläche zu treiben, ohne unterzusinken. Durch ihre Leistungen beweist Sunlicht Seife ihren hohen Wert, Kurzer Waschtag, vollkommenste Schonung der Wäsche, Ersparnis an Kohlen und Zutaten, Kein hartes Reiben! Der neue große Würfe! 40 Pfg. Das Doppelstück 45 Pfg. MM Staats-Theater Opamhaut M. Platz d.Repnbl. VV.Uhr: TOSCA Schaosplelhaa* 8 Uhr: H a ml at Schiller» Theater 8 Uhr: Wll ielm Teil Städiisis üpsi Charlottenbur 7", Uhr: Turandot Salvztlnl, Ohman E. Jülich de Vogt Abonn.-Turnus Iii oeDtsdies meaiei Norden I0JM— 3i> 8 Uhr Neldhardt v. Gneisenaa von Wolfgang Goetz Regie: HelnzHilperl Kinder-Vorstellung Mittw.S�nchm. 3Vj Du Weilnnditsstern Preise 1-4 M. Kammerspiele Norden I0U4— 38 8V, Uhr: Karussell von Louis Verneuil Die Komüdie 3lsmarc< 2414. 7518 8 Uhr Sie Gefangene Von Bourdet Regie M. Reinhardt Theat. a.DoIMrfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in Jas Skel" In. Kdnie rdtz St. Hasenheide 2110 SUc Mn. Chup Ende Elisabeth Bergner Sonntnachm. 3U. Was Ihr wolU HomötUennaut Norden 6304 8 U.: frOtnidien Volk s büh ne (heater in BDIoiplitz Iii. n Sdilfftiaertaimti Täglich 8 Uhr: Täglich 8 Uhr Nadllasyl Das Orabmal Morgen s uhr: des uubckaiiDten Nadllasyl Soldaten. JÜomiscfke Oper Allabendlich 8>/. Uhr KZie A ledermaus mit Martha Serag, Molly Wessely, Angela Sax. Win. Boettcher, Ulass, Loebel, Suckmann, Schuster u.a. Ab 23'Detcmberi Gastspiel d. weither. Ballefrs Chaurre- Sourls Theaire. Vfinte* Carlen Rdlichcn gestattet Wallner-ftiealer Der gr. Erfolg VSS StÜtUDflSfeSt Täglich SUhrund CASINO- THEATER g Uhr Sem Heute Nem Mister Cornedbeef Jutschein: Fauteull 1 Mk. Sessel I.SO Relchshallen-Theater > Uhr, Sonnt, nachm. 3 Uhr(halbe Pr.i SleMaer Sander lsüih; Plenen viele Donnerst 9.12.: Benefiz für die Mitglieder. Das große Welhnachts-Prozr. Oönhoff-Brett'l Variete Konzert Tanz Berliner lllk-TrlO Neukölln. W Lahutr.Ta/TB1 teiroDo.. Theat. Täglich 8 Uhr: r Metropol Bettdeni- Theat. Tägl. 8',. Uhr; MlöiWMiS? eintritt Jnjndlit Thalia-Theater 8 Uhr: Der grofie und der kleine Haus 7. Schon die Urgroßmutter sagte: „Lebewohl"*, mein liebes Kind. Denn sie weih, daß Hühneraugen Schnell dadurch beseitigt sind! •Qemeint Ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene HOhaerougeB-Lebesrohl mit druckmilderndem Fllzrlng für die Zehen und Lebevohl-Balleatchelhen für die Eulsohle, Blechdose(8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-FnS. bod gegan empfindliche FüSe und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 PL, erhaltlich in Apotheken und Drogerien. fWlsduts. wr&'-uj* JbvmqiSi- OHCif AMUntvHJfyMv? askochcr asbraföfen asherdfiL Auch Teilzahlung Starkstrom in der FernspredisHnlage wörde die Bpparafe zersfören and die Kabel durdt» brennen. Shr nervensqsfem glefdit einer femspredianlage, nur bat es viel zartere Apparate und ein. viel feineres Leitungsnetz. Dieses Wunderwerk der Natur durdi Reizstoffe wie das Coffein tdglldi aufzupeitschen, birgt die Gefahr, daß es vorzeitig versagt, hassen Sie das Coffein denen, die aus Sleldigöltlgkelt oder aus anderen Gründen, auf ihre Gesundheit keine Rücksicht nehmen und trinken Sie nur Kaifee Hag Gen coffeinfreien Bohnenkaffee Sein Aroma ist unübertrefflich, sein Geschmack vorzüglickl Kaffee Hag Ist überall zu haben. i. SttaospielDaoj Täglich 80, Uhr cOoncI}lwn� CHARHLL- R EV U E Sonnt, nachm. 8 Uhr ungekürzte Vors tilg. zu halben Preisen Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend nachmittag 4 Uhr: die neue Kinderrevue Funkhelnzcl. mannsMärch.-Reise mit aurea graan kose-7beater 4>,« Uhr Voo M zo Stufe GASTSPIEL carlI ENBECK ■ KAUTEN: WERTH E AB 10 UHR ÖUhr CIRCUS BUSCH Ngsawg (Mu-TIETZ CiRCUSkASSE ms KUnHier-Tn. Prltzl Maaeary: 8;„Die Königin' Sonntag ä1/.: Der fröhl. Weinberg Lesslng-Theater 8 u.: Hensdi und Debermensdi Tk. LKarffnlißliiiiiii 8 u.. Die Fron an der neue Luatsplclhaia SV. Uhr: 0 Herzogin v.EIbi Stg. ZV,:_" uhr Kleines m. Sensationserfg.i Dirnentragödie Jug. kein-Zutritt .ootaS. t- Sm1, KBr: Schneewittchen Vtrter: liaerle- Tk. BnnancTtMtbctsbi . acizatttac von Millionären Setzten Anwälten. Äabc.'hcf! bin;« Preise. ffmofehfe Taillenmäntel. Paletot*. Broda Smo- lins«, Sehrodanzüge, Hosen, ffipottpelzt, (Bebnelze. Selcocnbcnafäufe tn neuer Darberobe. Seiftflet ffleo lohneab Cothrinccrrtxafte SA. 1 Steppe. Rosen f holet Plot. Settaaene Herren garbe rohen Sefell- fchaffeanzllae für korpulente isiouren üaunenb billig. Noß, früher Mlllad» sfroße. lekt Gormonnstrake 25(28.• «ettennetkans! Seul 12.50! 17,501 19,50! Proch wolle 25,—, 80,-1 Äs» ixntnen 35,-1 Äinbecbetten 8,75! Bett» wäschel Steppbeden I Gardinen! Tüll- bedenl Alle» spottbllllgl deine Low- darbwarel Leibhau» Pruintensftane 47. Pelzwarett! Wolfezieaen 9,751 12H01 Ptaäi wolle 17,501 19,50! Echte Wüchse 25.-!■ 35,-1 Alle, spoffbillig! deine Lombardware! Lelhhau» Brunnen. strake 47._» fflenia getraaeae isradanzüge. tinnonjUae. Gebtodanzüge. Ja: zUoe. Rod pole iolo, Eulaway-L Philharmonie uht: Konzert d.Phllharmon.Orch. Dlrlgu Prof. PrOwer Viol.-Konz. G-Moll Bruch(izieikzwtki) Va- rlat u. Fuge Reger B esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIflEN Im .Vorwans- und trotzdem tiblllldl! Verkäufe Teppiche. Diwanbeden, Tifchdeden, Bettnotleoer, Läuferstoffe, prachwolle Auswab!. erwa billine Seleoenfceiten. Conrad Mischer, seit 1884 Potsdamer- ürake 109._* Handwaqen. TOcrftplan petbouft En- pewicht, Cbarlotlenburß, dirchftrake A. ScUetaeaea, Schubkotten, Sinzeltäbet. Achsen, Gedern, Globus, Dresdener. ftlüke 55. aüodkPlnk.127 88.• Uehteidunqssiurkr. Wasche usw Heb erbettelt verkauft billia Emo» W jadettan. Züqe. Rodpalelots, Cut-way-Anzüge, Talllenmäntel, für lebe Figur passend, Spezialität: Bauchanzüge, spottbillig. Holpern, Zlvsentbalerstr. 4, eiste Etage. Möbel Teppich. Schräget» bewährtes dtebit- fnstem. Berkause Teppiche Gardinen. Läuserüofse, Diwanbeden rischbeden. Stores, Steppdecken. Saraniiert dassn- preise. dleine Anzohlung, niedrige Raten. Bnoalibensttofte 141, Rähe Stet. tinet Babnbos._ Schenkt Mibel zu Weibnachten und kaust Schlafzimmer. Speisezimmer, Her. tenzimmer. Rüchen. Büfetts. Stand. übten. Büchetschtänfe. Schteibillche, Schteibsessel. runde Tische, dlubfifdie. Näbiische, Spiegelschtänke. Beitüeüen, Waschkommoden. Nachttische, sslutaarde. toben. Sosas. Ruhebetten bei Mädel. Döbel. Wotikplak. Betkaus im Fabrik- «ebäude. Rahlungsetlelchterung.___• Ebaiseioagues, Metollbetien. AuNoge- mattaken, Paienlmattaken. Walter. Slatjiatdetstroke achtzehn. Spezial- reUzebl-ng. Schlafzimmer, Speise. «immer düchen sowie sämtliche Einzel. möbel. aeringlie Anzahlung, beauemste Abzahlung. Möbelbnus LuisenNabt. döpenlderstrake 77/78. Ede Brüden flrnke. Möbel gnb Polstetwaten gegen bat und Teilzahlung, spaiibllllg. Stein. Otaniensttake 1._• Morikplak 58». deine Lombatbwgte. Ohne Anzahlung: Bettwäsche, sät' dlnen. Teppiche, Slepp-. Diwan-. Tüll� deden. 12 Monatsraten. Mahner, El bmgerslrake 47 U AvNeibeschränke. groke, mit Spiegel 106—, Beitstellzn 48,—, Schlafzimmer. Leihhaus düchen. Einzelmöbel. Sofas. Rahlung-� erleichferung. ftrak* 20. Stein, nur Anklatner. Telfz-Hlu.g z» daffeprelfen. Mit ,ehp. Vrozenl Anzahlung liefern wir Ihnen Schlafzimmer, Herrenzimmer, Speisejim- mer, düchen und Einzelmöbel. Dekan. der» preiswerte Weihnachisanaeboie: düchen 88,—, Schlafzimmer Eiche 375,—. Speisezimmer 490,—. Hertenzimmer 275—, Bettstellen komplett 59,—, Sofas 45,-,»ertikvs 45�-, Spiegel 9,-, Schränke 65,-, Stühle 5,-. RieNq- Auswahl in Rauch-, Tee- und Nähtischen. Kasemanns Möbelspeicher. Lath- tingerfwake 24. 25, 28, Untergrundbahn Schönhauserwt.' MMsikinstrument« Pianos preiswert. Sink ärunnenftrake 38 dlaotermacher vnalitätepienss, neue, gebrauchte, bil. ligst. Begueme Teilzahlung. Serer, Prinzenürake 90. Sochbahnsiatlon.• Pianos, Harmoniums. Teilzahlung. Scheter.(Ttiauffecftroftc 105.• Pianos, Harmoniums, neue. ge- brauchte, billig, gut, auch ohne An- Zahlung, keine Lodangeboie. Blumen. (traft« 1, Ede Alegandevstrafte.* Fahrräder Drei Mark Wochenrate. 15 Mark An» Zahlung, für ein erüNasüges Marken- rad. ffahrradbaus Gentium Linien- strafte neunzehn.__* Fteilansräder 80,—, Damenräder, dinderräder. draus, Gwfte Frank- furiersttafte 52. ksufaezucke Plsislen, grafte, höchsizahlend. Preuft. nei, daifet.fftiebrich.StMfte 244(Her* mannplah).-____ gebngeblsse. Si'lbersachen Aiitn. Blei, lluedsilber GalMchmelze Ehriktionai, döpenidetfltale 89 lAdaIb»rtktrafte).• Verschiedenes Deiektinbureou Swschel. Chaussee. strafte 77. Fernsprecher Norden 7886. Beobachtungen, Ermittelungen. Aus. tünfte olletpei*.* Ccldwerkehr w' Leihhaus Schneider. unweit? Aleranberftr 14». Iannow kbrüde. Höchflbeleihung von ffläidx. Herrengarderobe, Wert- fachen �ufjn.• Elnlegegeldee fudif Pfandleihe Sanne. Morikplak. Asch in gerhaus. Gegr. 1895. Schlafzimmer 850.- Ruhebetten 25.—. I ssahlungeerlelchterung. damerling. da* I • ftanienaOee 56. Zur Zeit der Kreuzzüge gebrauchte man schon du EntSOr WllSSer(Kränchen), sltberflbmt als Vor- beugungs- und Heilmittel bei Katarrhen, Asthma, Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Grippe and Grippefolgen, Uagensäare(Sodbrennen), Zucker und bernsaurer Diathese. Die letzten Generationen haben außerdem noch das naiQriichc Emser Quellsalz und die echten EmSCP Pastillen zur Verfügung. Die echten Emeer Heilmittel sind Überall erhältlich, in einschl. Ge- •dmtiatrka echäftea auch das hervorragende Zabnpflegemittel Emsolltb, das Zabnsicinansatz ▼erhindert. Aber man beachte etete dl« Schutzmarke und meide Vachahmungren. Vermietungen Mielgetucbe Lehrer an staatlicher Berufsschule. mittleren Alters, unverheiratet, sucht in Charlattenbura(möglichst Westend) Zimmer, ssuschtist mit Dreisangabe unter O. 80 an die Seschäsfsstill« bieies Blatt«. Charta ttenburg, daiserdamm 95. Arbeitsmarkt Stcllenaitgekote Lebensstellung! Herren u Damen auch nebenderufl ges, Ohne daution. Bequem tm Haute, Waren» Vrospekieverland Sah« Praniston u. IÖ0M, Zuschuß, Verlag Scböttler, 28 N, Bützow.