Nr. 203. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Jufertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg.. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. ment auf den „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage ber " ,, Die Neue Welt". Sonnabend, den 31. August 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. P Bum 31. Auguft. Schutze der Bajounete die Schlotbarone und die Kraut junker leichter und bequemer als in dem zerrissenen und Mit dem 1. September eröffnen wir ein neues Abonne- denselben Tagen, wo die Bourgeoisie sich zu dem Feste Kosten des ganzen Volkes machen können. Eine seltsame Fronie des Schicksals will es, daß in zerfetzten Raubftaaten Territorium ihre Geschäftchen auf Politisch rüstet, an dem der Hurrahpatriotismus und die chau- und geistig ist die deutsche Bourgeoisie auf einen Standvinistische Phrase sich selbst überschlagen, auch das Proletariat punkt herabgesunken, auf dem das Niveau des Reserveeine ernste Feier begeht. So weltenfern wie der Charakter Offiziers zum Gradmesser der sozialen und geistigen des Sedan Rummels und der Lassalle- Feier, so Leistungsfähigkeit geworden ist. Heut hohnlacht das weltenfremd stehen sich Bourgeoisie und Proletariat gegen Proletariat über die Bourgeoisie, über ihr ödes, zweckloses über. Eine ganze Welt, mehr als eine Welt trennt Treiben, über ihre Ohnmacht, über ihre Impotenz, Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr sie von einander. Sie verstehen sich nicht mehr in ihrem die nicht einmal aus sich selbst heraus patriotische Bedas Interesse jedes denkenden Menschen in Anspruch Wollen, auch in ihrem Fühlen und Empfinden giebt es geisterung mehr schöpfen kann, und die zum„ begeisterten nehmen muß. Die Umsturzvorlage ist zwar gefallen, allein nichts gemeinsames mehr. Und das ist gut so. Das Singen" der„ Wacht am Rhein" der wohlwollenden der Umsturz von oben wird eifrigst fortgesetzt. fätze erleichtert die reinliche Klassenscheidung, vereitelt jeden Reis, das aus Lassalle's Grab emporwuchs, ist ein geBewußtsein von der Unüberbrückbarkeit der Klassengegen Anfeuerung von Hofschranzen bedarf. Aus dem schwachen Namentlich richten die Anstrengungen der reaktionären gefährlichen Kompromiß, schafft das geeignete Brachfeld für waltiger Baum geworden, der ganz Deutschland beschattet, Parteien sich gegen das allgemeine Wahlrecht die Entscheidungsschlachten im Klassenkampfe zwischen die deutsche Sozialdemokratie ist zum bestimmenden Faktor und das gleiche Recht der proletarischen und besitzenden Proletariat und Bourgeoisie, der in Deutschland seit weit in der inneren und äußeren Politit Deutschlands geworden und die Minister werden gewählt je nach der Energie, die Staatsbürger. Das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterklasse mehr als einem Menschenalter tobt. Das aber ist das unsterbliche Verdienst Ferdinand fie gegen die Sozialdemokratie aufzuwenden versprechen. soll politisch entrechtet werden. Und der Kampf Lassalle's: das Banner des Klassenkampfes für das deutsche Diese unbeschreiblich glänzende Entwickelung der Sozial um das allgemeine Wahlrecht, um die Rechte des Volkes Proletariat aufgerollt zu haben, als die liberale Bour- demokratie, diese innere Festigung, an der jeder Streich muß vor allem in der Presse geführt werden. Die geoisie das aufdämmernde Klassenbewußtsein im allgemeinen der Reaktion machtlos abprallt, sie danken wir dem Wirken Presse ist die mächtigste Waffe des Volkes Versöhnungsbrei ertränken wollte. An der überlegenen Ferdinand Lassalle's. Seine revolutionäre Leistung war die Kraft Lassalle's brachen sich die Köderungsversuche des Organisation des Klassenkampfes und damit vollbrachte er und diese Waffe zu stärken, ist Pflicht des Volkes. bürgerlichen Liberalismus von Anfang an. Sein Offenes eine historische That, deren Bedeutung erst die Nachwelt Wir fordern die Genossen auf, nach Kräften für die Antwortschreiben" ist deshalb der Markstein, an dem die voll zu würdigen wissen wird, wenn die Entscheidung des Verbreitung des Vorwärts" thätig zu sein. proletarische Klassenattion in Deutschland einsetzte. Und Klaffenkampfes gefallen sein wird. Und deshalb gedenkt Nach Beendigung unseres gegenwärtigen Feuilletons: wenn auch erst von dem Grabhügel Lassalle's die glänzende die deutsche Arbeiterschaft nicht blos in anerkennender BeErfüllung dessen anhub, was er für das Proletariat gelebt, wunderung vor seinen fast übermenschlichen Leistungen, Stizzen aus dem südamerikanischen gedacht, gethan und gesprochen hatte, so zeigt das uns die sondern auch in unerschöpflicher Dankbarkeit des großen Hinterlande", die ebenso spannend als belehrend unsterblichkeit seiner genialen Befreiungsthat. Er lebt in Todten. sind, werden wir mit dem Abdrucke des in der Gegen- uns unvergänglich. Seine begeisterten Worte entflammen Nicht, daß wir damit Personenkultus trieben! Mehr wart spielenden, hochinteressanten Romans:" Der Ver- noch heut die Empfänglichen zu Thaten der Begeisterung, als die, die uns dessen bezichtigen, wissen wir, daß die rückte" beginnen, welcher die Vernichtung eines hoffnungs- fie richten den Muthlosen wieder auf, wenn er schon ver- Geschichte nicht von dem einzelnen genialen Mann gemacht wirdvollzog sich doch die jüngste Geschichte Deutschlands vollen Menschenlebens durch kirchlichen Fanatis- sagen will, sie trösten den Verzweifelnden. Lassalle's Wirken fiel in die Zeit der Manneskraft der in fast allen ihren Phasen sogar gegen den ausmus darstellt und ähnliche Zustände beleuchtet, wie sie deutschen Bourgeoisie, in die Zeit, in der sie ihren einzigen gesprochenen Willen des Junkers Bismarck, dessen jüngst durch einen sensationellen Prozeß aufgedeckt politischen Triumph feierte. Damals konnte sie noch mit Genialität selbst für liberale Geschichtsschreiber außer Zweifel worden sind. einiger Berechtigung hohnlächelnd auf das schwache Reis steht. Wir wissen es vielmehr, daß in Wahrheit zu berabblicken, das die Arbeiterbewegung darstellte. Aber jeder Epoche die leitenden Geister nur die Träger des allwie haben die Zeiten seit damals sich geändert! Die gemeinen Volksgedankens waren und zu epochaler Erschei Bourgeoisie hat sich selbst entmannt, der Liberalis- nung nur darum gelangten, nicht weil sie eine geniale dee mus hat sich in den Dienst der Reaktion gestellt, überhaupt konzipirten, sondern vor allem deshalb, weil sie hat freudig beide Hände geboten zur Errichtung dieser Idee zu einer Zeit Ausdruck verliehen, wo die Vordes Polizeistaates Preußen Deutschland; ruft ent bedingungen für ihr allgemeines Verständniß vorhanden zückt Bravo, wenu die friedlichen Bestrebungen waren. In dem entscheidenden Moment und in der Arbeiter zur Befreiung von ihrem Sklaven- dem entscheidenden Punkt hat Lassalle die die deuts joche mit dem Polizeiknüttel rücksichtslos niedergeschlagen schen Arbeiter auf den Weg geleitet, der gemäß werden. Dafür singt es in diesen Tagen weinselige Jubel- der logischen Gesellschaftsentwickelung allein zu seiner Be hymnen auf die Erfüllung von Deutschlands Jugend- freiung führen kann. Wohl war es das Dioskuren Paar traum", obwohl anstatt des freien Deutschlands nur ein Mary und Engels, denen das unsterbliche Verdienst gebührt, großes Schacherbureau entstanden ist, in dem unter dem in ihrem kommunistischen Manifest mit zwingender Logik Der Agent war's zufrieden, nur war er empfindlich, wegen des Ramps ankommen lassen will... Das ist der Skizzen[ Nachdruck verboten. daß die Sennora ihn selber nicht empfangen wolle oder Bescheid, den ich Ihnen zu geben habe." Der Agent wurde bei der Anhörung dieser Botschaft aus dem füdamerikanischen Der Alte war bald beritten und machte sich auf den wieder etwas kriegerischer. Weg. Der Agent sollte allerdings Langeweile bekommen.„ Es soll denn bei Ihrem Willen bleiben, Don Matias, Denn Don Matias Patino tam die ganze Nacht nicht nach wenigstens habe ich aus unserer Unterredung entnommen, Sie kennen Herrn German Winterfeld persönlich, Hause. Erst am anderen Tage in aller Frühe traf er wie der Erbe des Dr. Wilson heißt. Also Sennora Donna Don Esteban wieder in seinem Hause ein und traf den Agenten noch Maria Wilson.. aber diese Dame soll einsehen, mein schlafend in seiner Hängematte vor. Als dieser erwachte, lieber Don Matias, daß Herr German Winterfeld nicht sah er den Richter wieder vor seinem Tisch mit Schreiben nur ein mächtiger Mann, sondern auch ein gewiegter beschäftigt. Advokat ist." Alle Wetter, Don Matias, Ihr habt Euch gestern lange aufgehalten bei der Wittwe." Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, soFür Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, so wie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 M. für den Monat September entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Redaktion und Expedition des Vorwärts". " Hinterlande. " 1 29 Wie sollte ich nicht... ich habe ihn manchesmal gesehen und gesprochen... ich entsinne mich seiner auch noch, als er hier Feldmesser in Paraguay war.. " Es gab einmal einen Advokaten des Namens in Asunciou." „ Es ist derselbe... er war Advokat und Feldmesser zugleich. " Und er ist sehr reich der Herr?" Sehr reich... einer der Reichsten in ganz Bueonos Aires. Steh, fieh... und dieser reiche Mann erinnert sich jetzt eines Kampes in dem armen Paraguay?" " Hm... Sie wissen, Don Matias, wer viel hat, will sehr viel haben, und Paraguay wird es doch auch einmal so weit bringen, wie Argentinien." würde. " # " Der Richter sah den sich die Augen reibenden mit einem strengen Gesichtszuge an, was der Agent aber nicht bemerkte, sondern ruhig fortfuhr: Habt wohl ein Schäferstündchen mit der China verplaudert? " Entschuldigen Sie Herr Agüero," rief der alte Indianer zornentbrannt, ich verbitte mir derartige Reden über eine Dame, der Sie nicht werth sind die Schuhe auf zulösen.. M " Das mag er halten, wie er will, Don Esteban; aber ich will es Ihnen schwarz auf weiß geben oder meinets halben beschwören; und was Matias Patino gesagt hat und sagt, daß ist wahr, daß Herr German Winterfeld oder sonst jemand in keinem Falle die Estanzia Cerro Desgracias besigen soll, so lange Donna Maria Wilson und ihr gehorsamer Diener Matias Patino am Leben ist. Lassen wir jetzt alles weitere von Geschäften. Trinken Sie einen Maté, um sich zu erfrischen und dann mögen Sie und Ihr Auftraggeber thun, was Ihnen am besten dünkt. Also ist die Dame eine Engländerin, verzeihen Sie, Herr Esteban Agüero war akso mit seiner Mission " Mag sein, Don Esteban... hören Sie... ich habe mein werther Herr Matias," rief der unglückliche Agent, vor der Hand gescheitert und mußte sich empfehlen. Der mir die Sache doch überlegt, obwohl ich eine Generalvoll- der geglaubt hatte, einen guten Wig gemacht zu haben, ich weißharige Richter empfohl sich sehr fühl, als er ihm zum macht von der Wittwe meines verstorbenen Freundes habe habe nicht im geringsten daran gedacht, die werthe Dame Abschied die Hand reichte, und als er auf seinem Pferd und Ihnen einen endgiltigen Bescheid geben kann, den die zu beleidigen, mein Wort darauf. saß und wegritt, brummte er zwischen seinen Zähnen etwas Sennora ohne Frage als den ihrigen betrachtet, will ich„ Das will ich Ihnen auch nur gerathen haben..." von Gringos und Dieben. doch ihre Meinung hören.. Halten Sie Frieden, Don Matias... und erzählen Don Esteban schrieb uoch am selben Tage an Herrn Ich werde mein Pferd satteln und nach der Estanzia Sie mir lieber von dem Erfolge Ihrer Mission bei German Winterfeld, daß der Erbe des Dr. Wilson seine hinüberreiten. Sie wollen mich hier erwarten, da es Gott es war ein schlechter Scherz von mir und nichts Wittwe, eine Engländerin sei, und daß dieselbe jedes Ueber. nicht denkbar ist, daß die Dame Sie selber sprechen weiter..." einkommen von der Hand weise. Den Kaufkontrakt wird, da sie leidend ist. sie leidend ist. Machen Sie es sich so Der Alte beruhigte sich nur halb. Jedenfalls war er halte er zur Verfügung seines hohen Gönners und bequem, wie Sie können und lassen Sie sich die lange nicht mehr so höflich, als er gestern am Ende seiner empfehle sich im übrigen für alle Unternehmungen, die Beit nicht lang werden; denn voraussichtlich werde ich Unterhaltung sich gezeigt hatte. Herr German Winterfeld für angezeigt halte, angelegentziemlich spät zurückkehren. In diesem Falle bleiben Sie" Frau Maria Wilson läßt Herrn German Winterfeld lichft. Falls er Kämpe brauche, so könne er ihm eine Aus hier zur Nacht." sagen, daß sie in ihrem guten Rechte es auf einen Prozeß wahl der besten in jeder Preislage nachweisen und berechne " • feit über den diesen Weg aus den immanenten Kräften der kapitalistischen oder betrunken war. Die Deutsche Berg- und Hüttenarbeiter begründet den Verdacht ihrer Unwahrhaftigkeit. Lessing schreibt in Wirthschaftsordnung gefolgert zu haben. Aber zur Zeit Beitung" erzählt den Vorgang nach Schröder's Auf der Vertheidigung seines Fragmentisten, der die Widersprüche der des Auftretens Lassalle's stand das deutsche Proletariat fassung. Ihr Redakteur wird angeklagt. Schröder und sechs Auferstehungsgeschichte hervorgehoben hatte:„ Sollte man sich Gideshelfer beschwören ihre Lesart, Münter, ein anderer nicht erst erkundigt haben, ob in dem ganzen weiten Umfange Mary und Engels noch fast fremd gegenüber. Der historische Gendarm, ein Polizeikommissar und elf Mitglieder des Vereins der Geschichte ein einziges Erempel anzutreffen, daß irgend eine Materialismus, auf dem heute die unüberwindliche christlicher Bergleute die andere. Der Redakteur wird verurtheilt. Begebenheit von mehreren, die weder aus einer gemeinsamen Stärke der Sozialdemokratie beruht, war damals dem Schröder und seine Entlastungszeugen werden wegen des Ver- Quelle geschöpft, noch sich einer nach dem andern gerichtet( wenn Proletariat noch völlig unbekannt, war damals für dachts des Meineids in Haft genommen. In der Verhandlung fie in ein ähnliches Detail fleiner Umstände gehen wollen, das Proletariat auch noch so gut wie unverdaulich. gegen sie werden Schröder und fünf andere wegen wissentlichen als womit wir die Auferstehungsgeschichte ausgeschmückt Es steckte noch voll von ideologischen Träumen, die Meineids zu Zuchthaus verurtheilt, während der siebente, dessen finden), ohne die offenbarsten, unauflöslichsten Widersprüche er ihm als Erbtheil von dem bürgerlichen Liberalismus über vermeintlichen Meineid man als einen blos fahrlässigen auffaßt, zählt worden? Ich biete aller Welt Troß, mir ein einziges solches Exempel zu zeigen; ich bin von der Unmöglichkeit eines solchen kommen waren. Der Ideologe Laffalle mußte deshalb mit Gefängniß wegkommt. nothwendig einen ungleich stärkeren Einfluß ausüben, als instruments, daß man Zeugeneid nennt, herauszubekommen, ob Die Theologen haben sich diese Auffassung Lessing's längst an War es nothwendig, mit Anwendung des modernen Folter Exempels ebenso überzeugt wie von meinem eigenen Dasein." es Mary und Engels mit ihrer streng auf dem Realen Schröder von Münter gestoßen worden sei? Nein, es war nicht noth geeignet; unseren Juristen blieb es vorbehalten, einer Auffußenden Kritik vermochten. Aber das Wichtige und Ent- wendig. Wenn man den Redakteur verurtheilen wollte, so fonnte fassung' Geltung zu verschaffen, nach der die Evangeliften scheidende war, daß Lassalle das Proletariat auf dieselbe man das thun, wie es ja so oft geschieht, mit der Begründung, Lügner gewesen sein müssen. In Essen wurden die Richter und Basis geführt hatte, die für Mary und Engels den Aus- daß aus der Fassung des Artikels die Abficht hervorleuchte, Geschworenen durch diese Auffassung in eine gräßliche Zwangs gangspunkt ihrer Kritik der bürgerlichen Gesell- den Gendarm zu beleidigen und die Arbeiterbevölkerung gegen lage versetzt: sprachen sie Schröder und Genossen frei, schaft bildete. Als das aber geschehen war, geschehen war, da die Behörden aufzuheben. Qualifizirt sich etwa die Behauptung, so mußten sie Münter und Genossen verurtheilen, und hätte wuchs das Proletariat mit überraschender Schnellig- Münter habe Schröder am Kragen gefaßt und ihm einen Stoß die Verhandlung noch lange gedauert, so würde wohl auch den philosophischen Idealismus Lassalle's versetzt, wenn sie unwahr ist, als Verleumdung? Bewahre! In nichts anderes übrig geblieben sein, denn Münter leistete in den Augen der Behörden und der herrschenden Klassen und Widersprüchen und voreiligen Behauptungen, deren Unwahr hinaus. Wenn nun auch heut das Proletariat weiß, daß diese, nicht die Arbeiter, kommen bei der Feststellung des Ehrenheit sofort erwiesen wurde, das menschenmögliche; den einihm Jrrwege nicht erspart geblieben wären, falls es dem punktes vor Gericht in betracht- bringt es einem Polizei- fachen Ausweg, zu sagen: Wir wollen die Untersuchung philosophischen dealismus Lassalle's gefolgt wäre, wenn beamten durchaus keine Schande, wenn man erfährt, daß er über Schröder's Fall abbrechen, es kommt nichts dabei heraus, es weiß, was Mary und Engels von Lassalle scheidet, so einen Sozialdemokraten geschuppst" habe oder sonst forsch gegen non liquet, hatte man sich durch die Einleitung des Meineidshängt es doch mit derselben Verehrung an Lassalle, wie ihn vorgegangen sei; vielleicht verhilft ihm sogar der Ruf der prozesses versperrt. Daß Schröder zufällig Sozialistenführer ist, kommt hier als an Marg und Engels. Es wägt und zählt nicht, Schneidigkeit zu Beförderung und Auszeichnungen. Münter € 3 empfindet nur mit daß selbst hat auch in der Verhandlung einmal geäußert, er habe nebensächlich nicht in betracht; alles Widersinnige, was der flarem Bewußtsein, Lassalle seinen ja das Recht gehabt, den Mann am Kragen zu fassen, aber er Prozeß bot, tonnte bei jedem beliebigen andern Bagatellprozeß ersten entscheidenden Schritt ge= Ienft hat, und haben andere nach ihm seine habe es nun einmal nicht gethan. Also es war nicht nöthig, vorkommen. Wenn sich nicht aus jedem solchen Meineidsprozeß uns zur Herstellung der gar nicht angetasteten Ehre des Gendarmen zählige andre entspinnen und bis ans Ende der Zeiten fortspinnen, Führerschaft übernommen, so vergißt es doch nicht seines einundzwanzig Zeugen eidlich zu vernehmen, und dadurch die so ist das lediglich dem Belieben der Staatsanwälte zu danken, ersten Lehrers zur Selbständigkeit. Sind auch der Sozial- Gefahr von vielen Dutzend Meineiden herbeizuführen, das heißt die Schluß machen, wenn es ihnen vorläufig genug zu sein scheint. demokratie in ihren Jugendjahren innere Reibungen von vielen Dußend Verbrechen. Die Nothwendigkeit des Beugen- Auf die politische Seite der Sache gehen wir nicht ein. Eine zwischen Lassalleanern und Eisenachern nicht erspart ge- eides im allgemeinen, die wir bestreiten, einmal zugegeben, kann Aeußerung des Ersten Staatsanwalts aber, die diese Seite beblieben, so lag das doch weit weniger an der theoretischen man diesen Eid, den Zwang zu einer Handlung, bei der eine rührt, müssen wir fritisiren, weil sie zu unserem Thema gehört. Stellungnahme Lassalle's; sah dieser sich doch, durch die That- Verfehlung als schweres Verbrechen mit Zuchthaus bestraft wird, Er meinte, Schröder und seinen Leuten sei weniger zu glauben, sachen gedrängt, seine Agitation immer mehr auf die Basis der vernünftigerweise doch nur auflegen, wo es sich um eine hoch weil bei ihnen das religiöse Gefühl nicht lebendig und ihnen wichtige Angelegenheit handelt. Der richtige Deutsche zieht den der Eid nicht heilig sei. Der Erste Staatsanwalt mag ein Marr'schen Auffassung zu verlegen, als vielmehr auf Personen Tod dem Zuchthaus vor, Zuchthausgefahr ist also ärger als ausgezeichneter Jurist sein, aber er ist ein schlechter Psycholog. fragen, die dank der, Genialität" Bismarck's vollständig erst durch Todesgefahr. Man kann nun einen Pflicht- Feuerwehrmann wohl Unter tausend gläubigen Ghriften giebt es wahrscheinlich nicht die Kämpfe unter dem Sozialistengesetz überwunden worden zwingen, sein eignes Leben zur Rettung anderer Menschenleben aufs einen, für den die Furcht vor dem Zuchthause nicht ein kräftigeres sind. Wir denken nicht mehr an die Frrwege, die die Ver- Spiel zu setzen, nicht aber, um ein Taschentuch aus den Motiv wäre als die Furcht vor der Hölle oder gar die Furcht, steifung auf das eherne Lohngesetz uns in unserer Kritik an Flammen zu holen. Selbst wenn die Ehre Münter's auf durch eine Sünde Gott zu beleidigen; nun, und jenes Motiv demi Kapitalismus hätte führen können, sondern wir denken dem Spiele gestanden hätte, was, wie gesagt, nicht der wirkt bei Atheisten ganz ebenso start. Uebrigens würden noch zu erwägen gewesen, ob echte Christen, wenn es solche gäbe, den Zeugeneid mit Benur daran, wie die geniale Interpretation der Ricardo'schen Fall war, wäre immer noch zu erwägen gewesen, die Ehre eines Gendarmen ein hinreichender Grund rufung auf Matth. 5, 34*) verweigern. Wenn das niemals Anschauung mit vernichtender Schärfe vorgetragen dem sei, beinahe zwei Dutzend Männer in die Gefahr des Zucht- vorkommt, so ist es einer von den hundert Beweisen dafür, Proletarier die ehernen Ketten wies, mit denen er an hauses zu bringen. Die Ansichten über die Aufgaben der Straf- daß der christliche Geist nur noch als ein schwindsüchtiges dem Kapitalismus angeschmiedet ist. Die flammenden justiz mögen noch so weit auseinandergehen, darin werden Flämmchen flackert, das nahe daran ist, von dem Fett unserer Worte der Entrüstung öffneten dem Proletarier die Augen hoffentlich alle übereinstimmen, daß es nicht ihre Aufgabe sei, robusten Staatskirchenleiber erstickt zu werden. und nun kann er sehend und selbst wägend allein den Weg Berbrechen und Verbrecher zu machen. Das thut sie aber beim zu seiner Befreiung gehen. Die Deutsche Warte", deren inkonsequente Haltung im Falle Beugeneid in einer dreifachen Weise. Sie erklärt eine Handlung Mit jugendlicher Begeisterung hat das Proletariat( eine Lüge), die an sich zwar Günde, aber kein Verbrechen ist, Schröder wir unlängst nachgewiesen haben, erhält aus ihrem seine historische Mission der Klassenemanzipation erfaßt, es für ein Verbrechen.( Gine Lüge kann ein Verbrechen sein, z. B. Lesertreise folgende beachtenswerthe Buschrift: In Nr. 198 des Erzählers an der Spree"( Beilage der hat die Ueberzeugung gewonnen, daß das Sklavenjoch des ist sie es, wenn sie einen Unschuldigen zum Mörder stempelt Kapitalismus nur zertrümmert werden könne, wenn es oder die Entdeckung eines Mörders verhindert; und deswegen Deutschen Warte") glaubt ein Herr Amtsrichter seinem Unmuth Kapitalismus nur zertrümmert werden könne, wenn es muß eine derartige Zeugenfüge schwer bestraft werden. Eine über die unparteiische Stellungnahme der" D. W." gegenüber den großen Gedanken der Vernichtung der kapitalistischen Beugenlüge bei Bagatellprozessen, zu denen fast alle Preßprozesse dem Essener Prozeß Ausdruck geben zu müssen. Der Herr Produktionsform durch die sozialistische selbst zur Aus- gehören, mag man, wenn sie entdeckt wird, auch bestrafen, aber Amtsrichter vergißt, daß eine so große Bewegung wie die sozia führung bringt, mit zerschmetternder Beredsamkeit hat boch nicht mit Zuchthaus, sondern mit ein paar Mart oder listische mit anderen Mitteln bekämpft werden muß, als mit Lassalle ihm dieses Ziel gewiesen. Und wenn auch wir allenfalls ein paar hundert Mart. Jede Zeugenlüge zu einem denen der fleinlichen Rachsucht und brutalen Gewalt. Jede vielleicht nicht mehr das Ziel selbst erreichen, das unser zuchthauswürdigen Verbrechen zu stempeln, ist den Juristen mit anständige bürgerliche Beitung, soweit sie sich eine felb Vorkämpfer geahnt hat, so sehen wir doch vor unseren Augen die raftlose Entwickelung, das stete Werden und Vergehen, das uns nach diesem Ziele hinleitet, wir sehen, wie alles unaufhaltsam nach diesem Ziele hindrängt; daraus schöpfen wir unsere Kraft und unsere Begeisterung, jedem Widerstande zu trogen, der sich uns bietet, zu kämpfen, um zu leben, zu leben unter dem rothen Banner, das Ferdinand Lassalle für uns aufgerichtet hat. Hilfe des theologischen Eidbegriffs gelungen. Dabei ist ihnen nur ein doppeltes fleines Malheur zugestoßen. Sie haben übergar feinen Sinn hat, und daß Christus- allen Theologen des sehen, daß im Munde des Atheiſten die Berufung auf Gott Alten und Neuen Testaments zum Troß den Eid bedindungslos verboten hat.) Also unsere Justiz erklärt Handlungen für Verbrechen, die feine sind, und indem sie auf diese Weise alljährlich einige hundert Menschen ins Buchthaus bringt, erzeugt sie eine Mengewirklicher Verbrechen, zu denen sich die Verurtheilten nach ihrer Entlassung durch den Verlust ihrer bürgerlichen Griftenz gezwungen fehen, und denen ihre verlassenen, um den Ernährer und um Bum Effener Meineidsprozelle ihren guten Ruf gebrachten Familien verfallen. äußern sich in sehr bemerkenswerther Weise die Grenzboten". Sie schreiben: Luftige Eike. " " ** ständige Haltung bewahrt hat, tommentirt den Prozeß absprechend und findet die Verurtheilung auf grund der Ver richter müßten ja die Sozialisten eine wahre Wuth haben, ins handlungen nicht genügend motivirt. Nach dem Herrn AmtsBuchthaus zu kommen, nur, um sich als Märtyrer feiern zu lassen. Wenn der Herr Einsender einmal einige Tage Unter suchungshaft praktisch fennen lernen würde, so dürfte er sich wohl über diesen Punkt eine andere, als die in dem betreffenden Artikel ausgesprochene Ansicht bilden. Was dann der Herr Amtsrichter über die systematische Verleitung der sozialistischen Presse zum Meineide sagt, ist auch nicht sehr neu; andere, emporstrebende Juristen haben das schon viel gründlicher behauptet und sind ebenso gründlich von den Sozialisten widerlegt worden. Meiner Ansicht nach muß ich dem politischen Gegner ebenso viel Ehre zutrauen, als ich selbst zu befizen glaube! wie Zu ermitteln, was Schröder eigentlich zu Falle gebracht hat, war demnach nicht nöthig. War es wenigstens möglich? Nein, auch möglich war es nicht. Das Gehirn des Menschen ist Wenn eine Angelegenheit, die zwar hochwichtig ist, aber feine photographische Platte, auf der sich alle Linien des Objekts nicht unmittelbar den Geldbeutel irgend einer einflußreichen mit Einschluß der mikroskopisch fleinen eingrüben und alle Ein- Und kann denn der Parteihaß so tief eingewurzelt sein, daß Klasse berührt, heute noch die gebührende Beachtung fände, so drücke unverlöschlich hafteten. Oder vielmehr: es ist vielleicht das menschliche, das chriftliche Gefühl gar nicht mitspricht? würde der Effener Prozeß eine großartige Bewegung für baldige eine solche Platte, aber es ist so wenig wie ein Photographen- Empfindet der Herr Amtsrichter gar kein Mitleid mit den im Abschaffung des Zeugeneides oder wenigstens des Boreides ent- apparat jederzeit auf den ganzen Raum eingestellt, der den Glend zurückgelassenen Frauen der Verurtheilten, mit den vielen, fesseln, denn die unzählige Male, namentlich auch in den Grenz- Menschen umgiebt, sondern die Gucklöcher, die Augen und Ohren, vielen Kindern, die nun die lange Zeit über auf die Spenden boten", besprochene Widersinnigkeit dieser Einrichtung ist darin find bald hierhin, bald dahin gerichtet, und von dem, was am der selbst nicht viel zu beißen habenden Genossen anaufs grellste hervorgetreten. Schröder wird aus einer Versamm Rande des Gesichtsfeldes liegt, empfängt das Gehirn nur un gewiesen find? Iung christlicher Bergleute hinausgewiesen. Der Gendarm bestimmte und verwischte Eindrücke. Und jeder Eindruck Rann man wohl glauben, daß diese Männer bewußt einen Münter folgt ihm auf dem Fuße. Beim Ausgange fällt wird durch Beim Ausgange fällt wird durch eine Menge nachfolgender überdeckt, sodaß Meineid geleistet haben, daß sie, nur dem wilden Parteiinteresse Schröder hin, von Münter gestoßen, wie er selbst behauptet, wie das Gehirn einer Platte zu vergleichen ist, die man folgend, nicht bei ihren Aussagen an Weib und Kind gedacht dagegen Münter behauptet, weil er in der Eile gestolpert ist aut einer ganzen Menge von Aufnahmen benutzt hat. haben? Nein, das hieße ihnen ja jedes menschliche Gefühl Und die Bilder im Gehirn sind, gleich Nebelgebilden, absprechen. Und wer einigermaßen unsere Gerichtschronik verfolgt, der für seine Bemühungen eine nur mäßige Provision, wie man beweglich, verschmelzen mit alten, schon vorhandenen und bas ja bei der allbekannten alten Firma Esteban Agüero mit neu hinzukommenden zu Bildern, die gar keine Abbilder findet soviel Material gegen unsere verkehrte Rechtsordnung, feit feher gewöhnt sei. ( Fortsetzung folgt.) der Wirklichkeit mehr sind, sondern Phantasieprodukte. Wie daß man mit den letzten Opfern derselben tieses Mitleid viel Mühe kostet es nicht manchmal einen Lehrer, ein empfinden muß. Fast kein Prozeß, wo man nicht einen Widerso einfaches Bild, wie ein kurzer Saß ist, genau in den Hirn- spruch in ein und denselben Beugenaussagen bei verschiedenen tasten des Schülers hineinzubringen! Selbst wenn ein Mann, etwa Terminen feststellen kann. Und ist es denn auch möglich, den man beobachtet, nach längerer ein Reporter, mit der Absicht zu photographiren, einer Versammlung, einen Vorgang, noch in allen seinen Einzelheiten darzustellen einem Schauspiel beiwohnt, ist das Bild, das er im Kopfe da Beit spielt die Einbildung eine große Rolle vonträgt, stets ungenau, das Stenogramm in seinem Notizbuche Da tann ja genau sein. Ist jemand aber gar blos zufällig Beuge die Herren Juristen fast bei jedem Prozeß fonstatiren müssen. eines Vorgangs, noch dazu eines Vorgangs, der nicht wie eine Welch ungeheure Fluth von Meineidsprozessen würde uns Prozession langsam und geordnet, sondern wie eine Wirthshaus- drohen, wenn der öffentliche Ankläger jede unkorrekte Aussage, rempelei blizschnell und verworren vor den Augen vorüberzieht, sobald sie unter Eid geleistet, strafrechtlich verfolgen wollte. Und so ift an genaues Behalten gar nicht zu denken. speziell besser gebildete Männer würden ihre Opfer sein, wie Reiner der Zeugen fann mit gutem Gewissen beschwören: mehrere Beispiele der letzten Zeit beweisen. Auch der Herr Amtsrichter würde zu einer anderen Ansicht so und nicht anders hat es sich zugetragen, und wenn der Polizeistaat nicht aus selbständig denkenden Menschen Marionetten fommen, wenn er es einmal über sich gewänne, die Parteibrille gemacht hätte, so würde sich niemand zum Voreid zwingen beiseite zu legen und vorurtheilsfrei an eine gründliche Prüfung lassen, weil es im voraus feststeht, daß einer im Zeugenverhör des so viel Staub aufwirbelnden Prozesses und seines famosen etliche Meineide" verbrechen wird, in einem längere Zeit an- Hauptzeugen Münter zu gehen.. dauernden gewiß etliche Duhend. Neue Meineide in unendlicher Ueber Ehren Jeup, den Kronzeugen des Staats Zahl find geschworen worden," sagte sehr schön der Erste Staatsanwalt Peterson in seinem Plaidoyer; natürlich! Das ist anwalts im Essener Prozesse, schreibt die Elberfelder Freie immer der Fall, und mußte hier um so mehr der Fall sein, weil Presse":" Bei dem Essener Meineidsprozeß hatte der Erste man so weit ging, zu fragen, wie Schröder beim Hinstürzen die Staatsanwalt in seiner Anklagerede die Behauptung aufgestellt, Hände gehalten habe. Der eine hat ihn auf dem Rücken, der daß in der sozialdemokratischen Presse des Ruhrgebiets der politische andere auf dem Bauche liegen sehen, nach dem einen Meineid empfohlen und verherrlicht worden sei, um dadurch den hat er die Hände nach vorn, nach dem andern rückwärts Beweis zu führen, daß die Angeklagten von Parteiwegen Fl. Bl. gerichtet gehabt. Die einfältigen Leute wissen gar nicht, den ihnen zur Last gelegten Meineid geschworen hätten. daß sie solche Dinge gar nicht wissen können; sie bilden sich Unser Dortmunder Parteiorgan bestritt die staatsanwaltschaftliche ein, daß das Erinnerungsbild, das sie auf die an sie Sentenz ganz entschieden, erbrachte jedoch den Beweis, daß vor gerichtete Frage hervorrufen, eine Photographie sei. Ich kann Jahren die Gelsenkirchener Arbeiter Beitung" einmal einen wohl, wenn es sich darum handelt, ob ein Mordverdächtiger in solchen Artikel gebracht hatte; diese Zeitung sei aber nie als der Nähe des Echauplatzes des Mordes gesehen worden sei, eine Parteizeitung zu betrachten gewesen, sondern von Jeup ins nach reiflicher Ueberlegung den Sah beschwören: Ich habe Leben gerufen, um für die Unabhängigen" Propaganda zu diefen Franz Müller am Sonntag Abend gegen sechs Uhr machen, und daß dieser Jeup jetzt in Schierstein bei Rüdesheim am Wegweiser nach Dingsda gesehen," aber eine ganze Geschichte ein ev. chriftlich konservatives Organ herausgebe. Diese Geunter Eid erzählen, oder auf Fragen über Nebenumstände unter schichte macht die Runde durch die deutsche Presse und die Elberfelder Zeitung" fühlt sich bemüßigt, folgende Glosse zum Eid antworten, das fann ich nicht, das kann niemand. besten zu geben: Auch ein Künstler Bauer( zum Ortamaler): ,, Was Maler: 4 Mart!" fost's, wenn Du mich abmalft?" Bauer: Ui je, der Waftl drüben im Nachbardorf macht's um 2 Mart 50!" Maler:„ Ja, dees tann i' aa' aber fünft Terisch ist's halt nacha nimmer!" Fl. Bl. Gradation. Die äußere Erscheinung der beiden Brüder war gerade teine sympathische. Der ältere war von der Natur stiefmütterlich bedacht worden, der jüngere aber geradezu schwiegermütterlich!" Fl. Bl. Wenn! Was machen Sie denn da, Köchin?"" Rahm schnigeln werden's wenn nicht später die gnädige Frau mit tocht!" Fl. Bl. Unter Polizisten. Was soll denn Ihr Sohn einmal werden?" Polizeipräsident."" Hat er denn schon das AbSperrungsexamen gemacht?" uit. Korrekt. Dame( im Thiergarten): 3u Hilfe! Zu Hilfe! Schuhmann: Geht mich nichts an. Falls man Sie aber ermordet hat, kommen Sie her und melden es mir vorschriftsmäßig. uit. Vom Kasernenhofe. Hauptmann: Was, Sie melden fich frant, Sie können das Kommißbrot nicht vertragen? Was soll denn da erst werden, wenn Sie im Ernstfalle blaue Bohnen zu schlucken bekommen." Borgesorgt. Warum haben Sie Ihren Sohn gerade Drugulin getauft?" Damit es ihm später teiner verwehren tann, sich Dr. zu schreiben." Fl. Bl. Unter Schusterjungen.„ Du, de Meestern sagt, sie hätte uns Wurscht uff't Brot jelegt; hast Du schon nachjesehen?" Nee... ic will mir die Dogen nich verderben!". Fl. Bl. Im zoologischen Garten. Braut: Mama wollte uns hier am Tigertäfig treffen; ob sie noch nicht hier ist?" Bräutigam: Schau' mal hinein!" Fl. Bl. Selbsterkenntniß. A.: Im Zoologischen Garten habe ich heute jemand gesehen, der Dir auf's Haar glich!" Fl. Bl. B.: Einen Menschen?" Umschrieben. A.: Also Sie kennen den Herrn Schmidt?" B.: Ja, er war früher arm, aber ehrlich. A.: Und jetzt?".: Jezt ist er ein wohlhabender Mann!" Fl. Bl. " " " " Auf der beschriebenen Beschaffenheit der Seele beruht es, daß, wenn zehn Leute, ohne sich verabredet zu haben, und ohne daß ihnen eine bestimmte Fassung eingepaukt worden wäre, einen Vorgang erzählen, ihn jeder anders erzählt, und daß die verschiedenen Darstellungen Widersprüche enthalten; nicht der Widerspruch, sondern allzu genaue Uebereinstimmung der Zeugen " = 9 " U 〃 " Genoffe" Jeup, der von den Wupperthaler Volks blättern" zur Freien Presse" und von dieser zu einem eigenen *) Jch aber sage Euch, daß Ihr allerdings nicht schwören sollt. sozialdenwlralischsn Blatte im Kohlenrevier sich„hindurch- redigirt" hatte, ist jetzt auf gemäßigt konservativem Standpunkt angelangt und redigirt und verlegt zusammen mit seiner Frau die viel mit kirchlichen Dingen sich befassende„Schiersteiner Zeitung". Wenn's so weiter geht, wird Herr Jeup, der eine zeitlang mit dem Befähigungsnachweis zum Anarchisten sich abmühte, wohl bald wieder in den allein seligmachenden Schooß des Zentrums zurückkehren, von dem er ausgegangen ist. Es thut uns leid, der„Elberfelder Zeitung" ihre Illusion rauben zu müssen, Jeup ist nicht aus dem„Schooß des Zeulrums" hervorgegangen, sondern dieses Kuckucksei ist im nationalliberalen Neste ausgehecki worden und zwar war es die gut national- liberale„Halle'sche Zeitung", in der er sich seine ersten journa- listischen Sporen verdient hatte. Da Jeup jetzt ein hoch-konser- vativ-christliches Blatt herausgiebt und redigirt, wird er ja bald bei seiner ersten Liebe wieder angelangt sein."— politische Aebetchchk. Berlin, 30. August. Herr von Koller ist ein gelehriger Schüller Puttkamer's, das zeigt auch die Festsetzung des Termins der Dortmunder Nachwahl. Dieselbe ist, wie schon telegraphisch gemeldet wurde, auf den 25. Oktober angesetzt. Das Mandat ist seit dem 24. Mai d. I. erledigt, am 28. August, also mehr als ein Vierteljahr nachher wird erst die Neuwahl ausge- schrieben. Das Reglement zur Ausführung des Wahl- gesetzes für den Reichstag bestimmt freilich in Z 34 Alinea 1: Im Falle der Ablehnung, oder wenn der Reichstag die Wahl für ungiltig erklärt, hat die zuständige Behörde sofort eine neue Wahl zu veranlassen. und in Alinea 3 desselben Paragraphen heißt es: In gleicher Weise ist zu verfahren, wenn für aus- geschiedene Mitglieder des Reichstages während des Laufes derselben Legislaturperioden Ersatz- wählen stattfinden. Herr von Köller ist in der Auslegung dieses Para- graphen der Schüler Puttkamer's, auch er kehrte sich nicht an diese Bestimmung und entschuldigte sich damit, daß das Wort sofort verschieden aufgefaßt werden kann. Arme, ungebildete Proletarier haben sich an das Tüpfelchen über dem i in den Gesetzen zn halten, Exzellenzen haben auch hier mehr Freiheit. Die eigenartige Gesetzesanslegung ist übrigens wieder ein Beweis für die Bedeutung der Sozialdemokratie, für die Früchte, die der Essener Meineidsprozeß gezeitigt hat. Man hat Furcht, daß nun erst recht der Kandidat der Sozialdemokratie aus der Urne als Sieger hervorgehen wird, man sucht Zeit zu gewinnen nach dem Spruche: Kommt Zeit, kommt Rath. Uns wird die Verlegung des Wahltermins nicht schaden, im Gegeutheil, wir werden die Zeit für die Agitation zum Aerger unserer Gegner ganz ausnutzen.— Ter Magdeburger Anarchistenprozeß kommt gerade zu rechter Zeit. Verbunden mit dem Essener Mein- eidsprozeß, den er trefflich ergänzt, giebt er ein Bild der in leitenden Kreisen herrschenden Anschannngen, wie es charakteristischer nicht gedacht werden kann. In Essen der Gedanke, daß der Sozialdemokrat als ein rechtloses Wesen untergeordneter Art zu betrachten und behandeln ist— in Magdeburg der Gedanke, daß es nothwendig ist, zur Ab- schreckung des Bürgerthums das Gespenst des Anarchismus zu pflegen, und mit Hilfe von Lockspitzeln ein paar harm- lose Schwachköpfe zu furchtbaren, den Staat und die Gesell- schaft bedrohenden Verschwörern zu machen. Wir können uns nur freuen, daß diese zwei Prozesse in einem Augenblick aufgeführt worden sind, wo die Staats- streich-Umstürzler einen neuen Feldzug für.Religion, Ord- nung und Sitte" in Szene setzen wollen. Eine bessere Waffe als diese zwei Prozesse konnten der deutschen Sozialdemokratie von ihren Feinden nicht geliefert werden. Und wir werden die Waffe zu benutzen wissen.— Eine Hohenzollern-Legeude perdu. Die„Geraer Zeitung" bringt jetzt den Bericht, den sie im Jahre 1793 über die angebliche Kabiuctsordre des preußischen Königs Friedrich Wilhelms des Dritten veröffentlicht hatte. Er lautete: „Merkwürdige Kabinetsordre Sr. jetzt- regierenden Maj. von Preußen. Vor kurzein erließ der König eine herrliche Kabinetsordre an den Feldmarschall von Möllendorf, wegen des Verhältnisses des Militärs zu dem sZivilstande. Der König sagte, er habe mißfällig vernehmen müssen, wie besonders junge Offiziere Vor- züge ihres Standes vor den Zivilbeainten behaupten wollten. Er werde da dem Militär sein Ansehen geltend niachen, wo es ihm wesentliche Vortheile zu wege bringe, und das wäre auf den Schauplätzen des Kriegs, wo sie ihre Mitbürger mit Leib und Leben zu vertheidigen hätten;„allein im übrigen, fährt Er fort, muß sich nie ein Soldat, wes Standes er sey, unter st ehe n, einen meiner Bürger zu brusquiren; sie sind es, nicht ich, die die Armeen unterhalten; in ihrem Brote steht das Heer der meinem Befehl anvertrauten Truppen; und Arrest, Cassation und Todesstrafe werden nach Verhältniß die Folgen seyn, die jeder Contravenient von meiner unbeweglichen Strenge zu gewärtigen hat." So spricht dieser anbetungswürdige Monarch, nach dem Inhalte mehrerer Nachrichten aus Berlin, und 800 000 Menschen zittern vor dein ernsten Jüngling! die Kabinetsordre ist von seiner eigenen Hand." Der Herausgeber der„Geraer Zeitung" mußte die Nachricht„auf Veraulassung eines verehrlichen Stadtpräsidii in Berlin" für unecht erklären und veröffentlichte zugleich folgende, aus Emmerich, 26. Januar 1798 datirte Mit- theiluug der„Goth. polit. Ztg.": „Vor drei Tagen erschien hier unvermuthet eine in der jetzigen Lage der Dinge üuserst auffallende Königl. Cabinetsordre. Allein bald hernach, als jedoch schon einige tausend Abschriften in die Welt versann dt waren, erfuhr man, daß selbige falsch und untergeschoben sey. Auch hat man schon in Cleve den Verfasser davon entdeckt, der seine Jugendstreiche nicht so gar leicht büsen dürfte." Schade, daß man den Namen des Braven nicht kennt, der durch seiuen„Jugendstreich" den preußischen König an die einfache Menschenpflicht erinnerte, dem Uebermuth des Eamaschenritterthums ein Ende zu machen. 9 9 Deutsches Reich. — Zum Torpedo-Unglück wird uns aus Kiel ge- schrieben: Der Ihnen telegraphisch gemeldete Unglücksfall ist der erste in seiner Art, von dem die deutsche Marine betroffen wurde, nachdem vor einiger Zeit die französische von dem gleichen Schicksal betroffen wurde. Wahrscheinlich ist das Steuer in Un- ordnnng gerathen, sodaß das Boot quer vor die See zu liegen kam, die durch einen furchtbaren Nordwest-Sturm so hoch stand und das Boot kenterte. Tie drei Geretteten haben entweder außerhalb des Kommandothurmes oder oben in demselben ge- standen und sind in die See geworfen worden. Die übrige Be- satzung war sämmtlich unter Deck und ist mit dem Schiff in die Tiefe gegangen. Der Unfall beweist von neuem, daß die Tor- pedoboote auf hoher See durchaus nicht allzu seetüchtig sind und alsdann für die Besatzung außerordentlich gefährlich werden können.— — Heeresergänzung durch Inserate. Daß Ehen heute nicht mehr im Himmel, sondern in den Inseraten- spalte» der Zeitungen geschlossen werden, ist bekannt; daß aber unser 5iriegshcer Soldaten durch Zeitungsinserate sucht, das war doch noch nicht dagewesen. In Paderborn wurde hiermit der erste Versuch gemacht. Das dort liegende Husarenregiment S sucht durch Inserate in den Zeitungen öS Freiwillige zum Dienst- antritt am 1. Oktober. Diese neueste Form des Heerersatzes muß uns unbesiegbar machen.— — Zur Organisation des Handwerks. Der „Vorsitzende des Zentral- Ausschusses der vereinigten Jnnuugs- verbände Deutschlands" versendet folgende Berichtigung an die Presse: In dem Abdrucke der Grundzüge über die Organisation des Handwerks ist in dem von der Regelung des Lehrlingswesens handelnden Abschnitte ein Jrrthnm insofern unterlaufen, als es daselbst unter II Ziffer 2 a heißt:(Lehrlinge dürfen halten die, welche)„im Anschlüsse daran eine Gesellenprüfung und Meister- Uebergangszeit bestanden haben." Die Worte„und Meister- Uebergangszcit" sind, weil irrthümlich aufgenommen, zu streichen. — Zur Währungsfrage. Von der Regierung ist, wie von hier der„Franks. Zettung" gemeldet wird, in Aussicht genommen, unter Zuziehung von Sachverständigen in konimissari- schen Verhandlungen darüber zu beeathen, ob nicht auch in Deutschland, wie dies in Oesterreich- Ungarn und in de» Ver- einigten Staaten von Nordamerika bereits geschieht, der Edel- Metallverbrauch für Zwecke der Industrie zum Gegenstande amt- licher Erhebungen zu machen sein möchte. Die Handelskammern, in deren Bezirke die Edelmetallwaaren-Jndustrie betrieben wird. sind vom Handelsminister daher ersucht worden,, ihm bald einige heimische, zur Zuziehung als Sachverständige geeignete Personen namhaft zn machen.— — Sedanfcierin hessische»Staatsbetrieben. Wie die„Darmstädter Zeitung" erfährt, wird am diesjährigen Sedantage in allen fiskalischen Staatsbetrieben den Kriegs- Veteranen von 1870/71 der ganze Tag ohne Verkürzung des Arbeitslohnes freigegeben.— Schweiz. — Tellfeier. Aus Z ü r i ch wird uns geschrieben: Während das offizielle Deutschland in der Erinnerung an die blutigen Tage von 1870/71 schwelgt und alte Leidenschaften und den Chauvinismus wieder wachruft, feiert man in der Schweiz die Personifikation der Vvlksfreihcit, den Befreier von Tyrannen und Blutsaugern, den sagenumwobenen Helden Wilhelm Tell. In Altorf, dem Hauptorte des Kantons Uri, wurde ihm am 23. August ein neues, in Erz ge- gossenes Denkmal gesetzt, zu welchem Akte sich Vertretungen aus der ganzen Schweiz, auch von feiten des Vundesrathcs einfanden. Eine Tellfeier in unseren Tagen ist angesichts der volksfeindlichen Strömungen und Handlungen in gewissen Ländern ein beachtenswerthes Ereigniß, bei dem man wohl auch gern wieder zum Schiller'schen Drama greift und liest, daß eine Grenze Tyrannenmacht hat und daß die Menschen- rechte ewig und unveräußerlich sind. Die herrschenden Klassen können viel aus Schiller lernen und sie hätten auch das Lernen sehr, sehr nothwendig.— Frankreich. — Der Gemeinderath von Marseille, der den Bourgeoisblättern von hüben und drüben schon so viel Kummer bereitet, hat ihnen, wie uns aus Paris unterm 29. August ge- schrieben wird, abermals wieder Ursache zu jammern gegeben. Im Einklänge mit seinen Wählern hat er nämlich in seiner letzten Sitzung einen Antrag angenommen, der dahin geht, in seinem nächsten Budget eine Summe von 70 000 Fr. als Eni- schädigung für die Gemeinderäthe einzutragen, was, da der Gemeinderath außer seinem Bürgermeister Dr. Flaissiöres 8S Mitglieder zählt, 2000 Fr. pro Mitglied und pro Jahr ausmacht. Nicht genug daran, hat er auch noch zu gunsten der Streikenden von Carmaux eine Summe von 1000 Fr. volirt und schließlich noch einen Wunschantrag angenommen, daß der Eisenbahn- und Kanaltransport als öffentlicher Dienst auf Rechnung und zum Vortheile der Nation organisirt werden solle. Das ist denn auch des Schrecklichen gar zu viel auf einmal!— Belgien. — Die Bankrotterklärung der christlichen S o z i a l i st e n. Der Abbö D'Haens hatte unter dem Namen christlich- demokratische Partei eine Organisation katholischer Arbeiter gegen die Sozialdemokratie geschaffen. Eine zeitlang nahm er den christlichen Sozialismus so ernst, daß die Regierung, die Bischöfe und vor allem die ultramontanen Unternehmer die Sache tragisch nahmen. Sie setzten zuerst dem Abbo durch die geistlichen Behörden, dann durch den Papst selbst zu. Eine zeit- lang schien er sich nicht unterwerfen zu wollen; nun wird aber aus Brüssel gemeldet, daß Abbe D'Haens einem Mitarbeiter des „Journal de Bruxelles" erklärt hat, daß er sich den Wünschen des Papstes unterworfen und daß er seine Parteigenossen ersucht habe, das gleiche zu thun und sich in der Polemik zu mäßigen. Damit ist der christliche Sozialismus zu den Tobte» geworfen, dank dem mit der Großbourgeoisie solidarischen Papst und den Bischöfen. Die belgischen Arbeiter werden aber aus diesem hoch- interessanten Vorgange ersehen, daß sie sich nur aus sich selbst verlassen dürfen, daß sie alle zur Sozialdemokratie stoßen müssen.— Rußland. — Abschaffung des Eideszwanges für Zeugen in Rußland. Während i» Deutschland für die Zeugen vor dem Gerichte ein Eideszwang besteht, welcher unter Umständen zu so schweren Folgen führen kann, wie die€ in Esse» der Fall war, ist das barbarische Rußland schon so weit vor- geschritten, daß dort jetzt überhaupt jeder, der einen Eid als Zeuge nicht leisten will, dies auch nicht zu thun braucht. Es geschah öfters vor russischen Gerichten, daß Anhänger einiger im Volke verbreiteten Sekten, welche den Eid als etwas von Gott Verbotenes betrachten, und ihn verweigerten. Auch Anhänger von Tolstoi weigerten sich, den Eid zu leisten unter Hinweis auf die Worte im Evangelium:„Du sollst nicht schwören. Deine Rede sei: ja, ja, nein, nein." Früher wurden solche Personen, die sich weigerten, vor Gericht den Zeugcncid zu leisten, für Nichterfüllung der gesetz- lichen Forderungen von den Behörden bestrast. Vor kurzer Zeit entschied aber der Senat, als höchste Gerichtsinstanz, auf Antrag des Oberstaatsanwaltes Koni, daß die Personen, welche sich weigern, den Zeugeneid zu leisten, vom Gerichte ohne Eid als Zeugen verhört werden sollen, ohne für die Verweigerung des Eides eine Strafe zu gewärtigen.— — N i h i l i st e n f n r ch t. Der russische„Regierungsbote" veröffentlicht, wie wir dem„B. B.-C." entnehmen, einen vom Zaren Nikolaus II. genehmigten Vorschlag des Ministeriums des Innern, den kleinen Belagerungszustand in den Gouvernements Petersburg, Moskau, Charkow, Kiew, Podolien und Volhynien, sowie in den Städten Rostow am Don, Taganrog, Nachitschewan, Nikolajew und Kronstadt noch auf ein Jahr zu verlängern. Der kleine Belagerungszustand, welcher in Rußland„ver- schärfter Sicherheitsdienst" heißt, wurde in den genannten Gouvernements in der Blüthezeit des Nihilismus eingeführt. Seit damals sind mehr als fünfzehn Jahre ver« strichen und doch findet es die russische Regierung noch jetzt für nothwendig, denselben zu verlängern. Offenbar hat die russische Regierung triftige Gründe, an dem Fortbestande des„ver- schärften Sicherheitsdienstes" festzuhalten.— Kuba. — Der spanische Krieasminister ordnete an, daß binnen 12 Tagen 2S000 Mann Reservetruppen mobilisirt und kouzentrirt werden, um vor Ablauf eines Monats nach Kuba eingeschifft zu werden. Ein Versuch der republikanischen Partei, die Mobilisirung zu verhindern, ijt mißglückt. Ferner ordnete die Regierung den Ankauf von 22 000 Mausergewehren und 8000 Karabinern an. Pslrkei�MÄchvichken. Die Agrarkommissio» wird drei Tage vor dem Parteitag, Donnerstag, den 3. Oktober, in Breslau zusammentreten. Innerhalb der Kommission wird über den Antrag des Genossen Q u a r ck abgestimmt werden, dem Genossen Schippe! das Korreferat für den Parteitag zu ertheilen. Agrarprogramm. Die Meinung der Sozialdemokratie von H ö ch st a. M. wurde in einer Parteiversammlung zu Nied, wo Brühne gesprochen hatte, einstimmig wie folgt formulirt: „In Erwägung, daß das Erfurter Parteiprogramm in klarer Form alle Forderungen der Sozialdemokratie enthält, welche zur Agitation für die ländliche und industrielle Bevölkerung nöthig sind, kann die Parteiversammlung in den Vorschlägen der Agrarkommission, zur Abänderung des Parteiprogramms. eine Verbesserung nicht erblicken und ersucht die Delegirten zum Breslauer Parteitage, diese Aenderung des Parteiprogramms abzulehnen." Auf der Parteikonferenz für den 10. sächsischen Reichstags- Wahlkreis, Nossen-Roßwein, die in Döbeln abgehalten wurde, erklärte G r ü n b e r g aus Hartha die Annahme des Agrar- Programms für unmöglich. Hesse aus Döbeln, Finde- w i r t h, Werner aus Leisnig und Z e i l e r t aus Roßwein sprachen ebenfalls gegen das Agrarprogramm. Beiden letzteren Rednern gefiel aber der Ton nicht, i» dem bisweilen über die Vorschläge gesprochen werde. Im Sozialdemokratischen Arbeiterverein der Dresdener Vor- stadt Striesen vertrat das Mitglied der Agrarkommission, Schulze aus Cossebaude, durchgehends die Vorschläge der Agrar- kommission gegen die dagegen besonders in der Presse erhobenen Einwände. Er meinte, die Vorschläge seien konform dem zweiten Theile unseres jetzigen Programms. Inder sehr lebhaften Debatte widerlegten P lorin und Pgötz die Ausführungen des Refe- renten, während Lorenz die Vorschläge nicht gleich so saus kaoou abgethan wissen wollte, da sie manchen guten Gedanken in sich hätten. Man sollte sich mit dieser Frage etwas näher zu beschäftigen suchen. Von W e g e s s e r wurde folgende Resolution ein- gebracht:„Die Versammlung kann sich auf keinen Fall mit den Vorschlägen der Agrarkommission einverstanden erklären, indem dieselben einen Fortschritt in der Parteibewegung nicht herbei- zuführen im stände sind." Lorenz brachte folgende Resolution ein:„Die Versammlung lehnt es ab, sich jetzt schon in der Agrarfrage zu binden. Sie hält die Frage noch für wenig ge- klärt und behält sich ihre Entschließung darum noch vor." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. In Hof faßte in einer Parteiversammlung der Referent Redakteur S t ü ck l e n sein Urtheil über den Entwurf dahin zu- sammen, daß ein Theil der aufgestellten Punkte, weil mit unseren Prinzipien im Widerspruch stehend, sofort zu verwerfen sei, ein anderer Theil gar nicht besonders betont zu werden brauche und daß der Rest schließlich recht wohl angenommen werden könne. Nachdem aber damit nichts vollendetes geleistet sei, wäre es besser, den Entwurf in seiner jetzigen Form überhaupt abzu- lehnen.' Daß sich die Partei mit der Agrarbewegung zu be- schäftigen habe, stehe außer allem Zweifel; ob aber ein Agrar- Programm geschaffen werden könne, das für ganz Deutschland paßt, das wage er zu bezweifeln. Die Verschiedenartigkeit der Agrarverhältnisse sei zu groß, als daß alles in eine Schablone gepreßt werden könne. Das habe man augenscheinlich mit dem vorliegen- den Entwurf versucht, und so wäre der„Thurmbau zu Babel" fertig. In Bayern sei es recht wohl möglich, den kleinen Bauer zu gewinnen, weil in den meisten Theilen Bayerns der kleine und mittlere Grundbesitz noch vorherrschend fei. Die Bauern- agitation, die in der jüngsten Zeit in Oberfranken betrieben werde, habe den Beweis geliefert, daß die Bauern, wenn ihnen unsere Bestrebungen nur richtig klargelegt werden, für uns auch mit dem jetzigen Programm zu haben sind. Nach längerer Debatte wurde folgende Resolution gefaßt:„Die Parteiversammlung er- klärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Sie erkennt die Nothwcndigkeit bestimmter Agrarforderungen seitens der Sozialdemokratie im Prinzip an, verwirst jedoch den vorliegenden Entwurf in seiner jetzigen Gestalt." Die Parteigenossen des Wahlkreises Calbe- AfcherS- leben hielten ihre diesjährige Parteikonferenz am Sonntag in B a r b y ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken unseres unvergeßlichen Friedrich Engels durch Erheben von den Sitze». Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Be- rathung des Agrarprogramms. Nachdem Genosse G. Keßler aus Berlin, der an der Konferenz theilnahm, darüber einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag gehalten und die Genossen G r e i n e r aus Aschersleben und Trautwein aus Quedlinburg sich in seinem Sinne geäußert hatten, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die Parteiversamm- lung des Wahlkreises Calbe-Ascherslebe» beschließt: das Agrarpro- gramm, welches die vom Parteitage der sozialdemokratischen Partei Deutschlands eingesetzte Agrarkommission vorgelegt hat, eignet sich nicht zur Aufnahme in das Programm unserer Partei. Die Versammlung hält es vielmehr für nothwendig und zweckmäßig, daß die Landagitation sich in erster Linie an das Landproletariat, an die ländlichen Arbeiter wendet. Dazu ist erforderlich, daß der auf dem Parteitage zu Halle dem Parteivorstande zur Erwägung überwiesene Antrag: „Es ist Pflicht der Reichstags-Fraktion, dahin zu wirken, daß die ländlichen Arbeiter auch der Gewerbe-Ordnung unterstellt und die Gesinde-Ordnungen der Einzelstaaten aufgehoben werden" (siehe Protokoll über die Verhandl. des Parteitags zu Halle S. 254), von dem Parteitag in Breslau dem Vorstande mit dem Austrag überwiesen werde, daß er in nächster Reichstags-Sesston darauf bezügliche parlamentarische Schritte ins Werk setze, welche gleich wie bei der Umsturzvorlage durch allgemeine Protest-Versamm- lungen ihre Einleitung finden." Zu Delegirten für den Parteitag wurden gewählt: G. Keßler- Berlin und Aug. Traut wein- Quedlinburg. als Ersatzmann Rob. Greiner- Aschersleben.-£ Zum Schluß sprach die Versammlung unter stürmischem Bravo den ins Zucht- haus geschickten Bergleuten Schröder und Genossen ihre volle Sympathie aus, dabei versprechend, für die Familien der In- haftirten thatkräftig einzutreten. Mit einem Hoch auf die völker- befreiende Sozialdemokratie wurde die sehr zahlreich besuchte Parteikonferenz geschlossen. Von der Agitation. Reichs- und Landtags-Abgeordneter Wilhelm Stolle aus Gesau in Sachsen beginnt Mitte September eine Agitationstour durch Unterfranken. Die Parteigenossen in Rostock stellen auf dem in Lübeck stattfindenden mecklenburg-lübeckischen Parteitage folgende Anträge: 1. Der Parteitag wolle alle Delegirten verpflichten, daß diese sich das Sammeln von statistischem Material über Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Lande auf das eifrigste angelegen fein laffen; der Parteitag wolle den Ber- hältnisse bezw. die jetzigen Abzüge in seiner Fabrik. Es sei hier erzielte dadurch für sich die Straffreiheit. Die genannten Schrifta trauensmann für beide Mecklenburg ermächtigen, für die Samm- folgende Tabelle, wie sie Herr Pfaffe mit der Werkstatt Kontroll- fteller können indessen nicht mehr zur Verantwortung gezogen lung derartigen Materials unter Umständen Geldimittel aus der fommission unterhandelt hat, wiedergegeben: werden, weil die Sache verjährt ist. Höhe 1,33. Höhe 1,29. jetzt 70,- Mark Agitationstaffe zu entnehmen; ob nicht die Jahrmärkte Preise, die früher gezahlt wurden Preise, die jetzt gezahlt werden in den kleinen Städten dadurch der Landagitation dienstbar ger macht werden könnten, daß geeignete Personen dort billige sozialdemokratische Broschüren, Kalender und dergleichen zum Vertauf feilbieten. Als Reichstags- Kandidat für den 17. hannoverschen Wahlfreis Harburg- Buxtehude ist der Parteigenosse Baerer aus Harburg aufgestellt. Für Umbau 87,- Mark Boden 26,50 " 194 " Raften 36, " " " Zusammensetzen 19, " " " " 22, 28, 17,50 74, " " " " Die Werkstatt- kontrollkommission der Klavierarbeiter. In der Anklagefache gegen den Redakteur v. Mosch wegen Gotteslästerung bezw. Beschimpfung der jüdischen Religion hat die 3. Straffammer des Landgerichts I heute das Urtheil verkündet. Es lautete auf Freisprechung des Angeklagten nach beiden Richtungen der Anklage hin. Es handelt sich bekanntlich um einen Artikel unter der Ueberschrift:" Ist der Tod AlexanGanze Kasten 89, ders III. ein talmudisches Verbrechen?" in welchem an dem Gott der Juden des Alten Testaments Kritik geübt wurde und die Da Herr Pfaffe behauptet, es hätte teine Preisreduzirung Delegirtenwahlen zum Breslauer Parteitage. Zehnter stattgefunden, so sei hiermit bemerkt, daß diese Behauptung Bezüglich der Gotteslästerung hat sich der Gerichtshof wieder Juden selbst als Religionsgesellschaft beschimpft sein sollen. ſächſiſcher Reichstags- Wahlkreis, Nossen- Roßwein: Better auf Unkenntniß oder Unwahrheit beruht, denn hätte kein aus Roßwein. Abzug stattgefunden, wäre selbstverständlich keine Arbeits- auf den Standpunkt des ersteren, in dieser Beziehung auch vom In Teuchern im Kreise Weißenfels hielt Adolf Soffeinstellung eingetreten. Das Preisverzeichniß hat vor dem Streit Reichsgericht gebilligten freisprechenden Erkenntnisses gestellt, indem er auch diesmal eine Gotteslästerung nicht für vorliegend erachtete, mann aus Berlin in einer meist von Bergarbeitern hefuchten nicht in der Fabrik ausgehangen. Versammlung unter großem Beifall einen Vortrag über das da es an jeder direkt beschimpfenden Ausdrucksweise in dem Artikel fehle. Soweit dem Angeklagten eine Beschimpfung der Thema: Deutschlands Fest- oder Trauertage?" In einer einjüdischen Religionsgesellschaft zur Last falle, so sei der Artikel ftimmig angenommenen Resolution protestirte die Bersammlung Die Urabstimmung des Unterstütungsvereins deutscher allerdings geeignet, die Empfindungen der jüdischen Religionsentschieden gegen die Feier des 70/ 71er Krieges, mit der das ar Tabakarbeiter über die Lösung des Verhältnisses zur General gesellschaft zu verlegen, aber in dieser Beziehung gehe der Gebeitende Volk in seinem Denken und Fühlen nichts zu thun habe. tom mission der Gewerkschaften Deutschlands richtshof davon aus, daß zu einer Beschimpfung eine gewisse Nicht zu Festtagen, sondern zu Trauertagen habe Deutschland und über die Zahlung des Beitragsrestes an die General- Rohheit des Ausdrucks gehöre. Nicht eine jede, wenn auch Ursache, einmal zum Andenken an die infolge der Fälschung fommission ist vollzogen. Wie der Vorstand bekannt giebt, haben herabwürdigende herbe Kritit folle nach dem Geseze strafbar eines einzelnen geopferten. Söhne des Volkes, zum bei einer Gesammtmitgliederzahl von ca. 13 700, für die sein, sondern nur diejenige, die durch die Rohheit der Form die andernmal in Erinnerung daran, daß seit Begründung Lösung des Verhältnisses 1622, dagegen 1068 Absicht der Beschimpfung bekunde. An derartigen rohen Ausdes Deutschen Reiches die Freiheit immer rücksichtsloser gefnebelt gestimmt. Für die Zahlung des Beitragsrestes brücken der Beschimpfung fehle es aber in dem Artikel. Wenn worden sei. Die Versammlung fenne feinen französischen Erb- ftimmten 1919, dagegen 747 Mitglieder. der Verfasser das überhaupt sagen wollte, was er gesagt hat, so feind, sondern reiche im Geiste den französischen Brüdern und Schwestern die Hand mit dem Versprechen, nicht eher ruhen zu wollen, als bis das große Biel errungen sei, daß es nur eine Nation giebt, welche heißt: die Menschheit, und nur ein Vaterland: die Erde. In einer anderen Resolution, die gleichfalls einstimmig angenommen wurde, bedauert die Versammlung den Spruch des Essener Geschworenengerichts und drückt den Verurtheilten ihre Sympathie aus, wobei hervorgehoben ist, daß fast alle den Genossen Schröder persönlich kennen und ihn als wahrheitsliebenden, ruhigen und fachlichen Mann schäßen gelernt haben. Zum Schluß der Resolution verpflichtet sich die Versammlung, den Deutschen Bergarbeiter- Verband hochzuhalten und für die Erringung der politischen Macht mit aller Energie einzutreten, damit eine Gesellschaftsordnung eingeführt wird, in der Urtheile wie das Essener unmöglich sind. Der Sozialdemokratische Verein Wiesbadens hat in gut befuchter Versammlung dem Parteigenossen Dr. Quard nach dessen Vortrag über seine Stellung in der kaufmännischen Gehilfen und der modernen Arbeiterbewegung" mit allen gegen zwei Stimmen ein Vertrauensvotum ausgestellt und sich mit feiner Kandidatur zum Reichstage einverstanden erklärt. In der Debatte hatte die Mehrzahl der Redner den Standpunkt ein genommen, daß in der Betheiligung an einer rein gewerkschaft lichen Kaufmannsbewegung nichts Anfechtbares gefunden werden tönne. Die Angelegenheit wird noch die Kreistonferenz beschäftigen. Bekanntlich hat die Agrarkommission in ihrem Beschluß vom 28. Juli der Erwartung Ausdruck gegeben, daß Genoffe Quard feine Stellung innerhalb der kaufmännischen Gehilfenbewegung baldigst vor der Deffentlichkeit klären werde." QUANDO Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Sozialdemokratische Arbeiterverein in Sonn hätte er sich in einer anderen Form kaum ausdrücken fönnen. born( Regierungsbezirk Düsseldorf), wo Gewehr aus Elber- Der einzige beschimpfende Ausdruck könnte in dem Worte feld sprach, nahm mit allen gegen 1 Stimme folgende Resolution Pöbelvölt" gefunden werden, der Gerichtshof sei aber der an: Ausgehend von den Ausführungen des Genossen Gewehr Meinung, daß sich dieser Ausdruck nicht auf die heutigen Juden, über das sogenannte Agrarprogramm erklärt sich die Versamm- sondern nur auf einen entarteten Theil der Juden früherer lung ganz entschieden gegen den Programmentwurf. Die Ver- Beit beziehen folle. Hiernach entfalle der Thatbestand sammlung erwartet von dem Delegirten für den Kreis Mettmann, des§ 166. Wollte man aber selbst von dieser durch daß er auf dem Parteitag zu Breslau eine ablehnende Stellung zu zahlreiche Reichsgerichts- Erkenntnisse dem Entwurf einnimmt." Böttcherstreik in Lübeck. Die Faßfabrit von Soft u. Fricke und der Böttchermeister A. Mattheß haben be willigt. Ueber die Doh m'sche Werkstatt ist von der Lohn fommiffion bis auf weiteres die Sperre verhängt. In Arnstadt i. Th. find in der Schuhfabrik von Bernhard Görber Differenzen entstanden, weshalb Zuzug dorthin zu unterlassen ist. gebilligten Ansicht abgehen und annehmen, daß auch durch inhaltlich be schimpfende Behauptungen die Beschimpfung einer Religions gesellschaft erfolgen fann, so sei die Frage, ob der Angeklagte den Artikel in diesem Sinne verstanden hat. Der Angeklagte behaupte, daß er nur die jüdische Rassen gesellschaft habe treffen wollen, und diese Auffassung erscheine nicht unglaubhaft. Dafür spreche auch ein gewisser logischer Fehler in dem Artikel; dieser stelle zuerst die Frage auf, ob der Tod Alexanders III. ein talmudisches Verbrechen sei, und schließe mit der Bemerkung, daß die beiden behandelnden Aerzte allerdings Rassenjuden gewesen seien, aber der jüdischen Religionsgesellschaft nicht mehr angehörten, sondern schon in der Kindheit getauft seien. Die barauf ebenso wenig Anspruch erheben, wie die Gesamtheit Die Klempner Mülhansens i. E. haben ihre Forderung semitische Rasse sei aber strafgesetzlich nicht geschützt und könne nach 11 ſtündiger Arbeitszeit, noch Beibehaltung des bisherigen der Christen, soweit sie nicht als Religionsgesellschaft in betracht überall durchgesetzt. Dieser Erfolg hat eine Anzahl Klempner schüßen und da dem Angeklagten zu glauben sei, daß er diese Lohns und nach einer Frühstückspause von 20 Minuten ziemlich tomme. Das Strafgesetzbuch wolle nur die religiösen Gefühle zum Anschluß an die Organisation veranlaßt. In Hanan haben die Diamantschleifer ihre Forderungen nun auch in der leßten Fabrit durchgesezt, um die es sich noch handelte. = dem in Peking, Gérard, hat den Minister des Auswärtigen Hanotaur benachrichtigt, daß die chinesische Regierung infolge der vora gebrachten Reklamationen betreffs der Gewaltthätigkeiten gegen die Missionsanstalten in der Provinz Sz'- tschwan eingewilligt habe, eine strafrechtliche Sühne zu gewähren und eine Ents schädigungssumme von 4 Millionen Franks zu zahlen. Brüssel, 30. August.( B. H.) Die tongofeindliche Reform" veröffentlicht einen Leitartikel, worin der Abgeordnete Lorand Am zweiten Berhandlungstage wurde die internationale behauptet, der König und die Regierung habe vor einigen Organisation diskutirt. Der Delegirte Reinhardt aus Hanau Monaten die sofortige Annexion des Kongostaates in der Kammer erklärte sich gegen einen internationalen Bund, weil sein Verein beantragt, weil sie einen Krieg mit den Mahdisten vorausgesehen sich nach den deutschen Gesetzen nicht an einen solchen batte. Die Verhältnisse im Kongostaate lägen derartig, daß Verein anschließen dürfe. Dagegen sprach er für die Ernennung Belgien bedroht sei, vom Kongostaat erdrückt zu werden, wenn eines internationalen Sekretärs. Beschlossen wurde, einen solchen, es den letzteren annektire. Das beste wäre es, den Kongostaat der zu Amsterdam wohnhaft sein soll, zu ernennen. Von dem König für seine eigene Rechnung zu überlassen. 13 In Stanislan in Galizien schlossen sich dem Streik der nicht verletzen wollte, so sei auf Freisprechung erkannt worden. Gerber am 31. Auguft die Bäcker an. Die Zahl der Gerber und Bäcker beträgt zusammen etwa 400 Mann. Die äußerste Depeschen und letzte Nachrichten. Noth treibt sie zum Streit. Die frommen jüdischen Ausbeuter Berlin, 29. Auguft.( W. T. B.) Der hiesigen brasilianischen haben ihre jüdischen Arbeiter für eine vierzehn bis zwanzig- Gesandtschaft ist aus Rio de Janeiro die offizielle Nachricht von In dem Duisburger Prozeß gegen den Vertrauensmann stündige Arbeitszeit 3, 4 und höchstens 6 ft. wöchentlich bezahlt. der Wiederherstellung des Friedens im Staate Rio Grande de Sul unferer Partei im Wahlkreis Essen, Johann Kohn, hat das Der internationale Kongreß der Diamantarbeiter zugegangen. Landgericht dem Antrag des Staatsanwalts stattgegeben, den tagte am 24. d. M. in Amsterdam. Er wurde von unserem Ge- Bukarest, 30. August.( B. H.) Der Meldung einiger Angeklagten wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Ge- noffen H. J. Polat eröffnet, der eine kurze Uebersicht über die hiesiger Blätter zufolge hat die rumänische Regierung von Rußfängniß zu verurtheilen. Kohn soll das Vergehen am Geschichte der Diamant Industrie gab. Von verschiedenen land die Abberufung des als Agitator verdächtigen russischen 17. Dezember 1893, also vor 134 Jahren in einer öffentlichen Delegirten wurde Bericht erstattet über die Zustände in ihrer Konsuls in Tultscha verlangt. Brauerversammlung in Duisburg begangen haben. Wegen der langen Heimath. Wir entnehmen daraus folgendes: Den größten Um Paris, 30. August. Der Anarchist Cohen, welcher in contuZeit fann er nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob er über- fang hat die Diamant- Industrie in Amsterdam, wo 56 Diament- maciam zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt worden war, haupt der Versammlung beigewohnt hat; er bestreitet aber entschleifereien mit 7100 Mühlen sind. Die Zahl der Echleifer ist in Amster- wurde heute von dem Geschworenengerichte des Seines freigesprochen. schieden, daß er die betreffende Aeußerung gethan haben könne. dam 6500, von denen 4000 Mitglieder des Allgemeinen Nieder- departements Entgegen Verfahren, Wie der Allgem. Beobachter" hört, ist die Anklage deshalb so ländischen Diamantarbeiter- Vereins sind. Dieser Verein verfolgt welches gegen die übrigen im Prozeß der Dreißig in contumaciam spät erhoben worden, weil die angebliche Aeußerung des An- vorläufig den Zweck, eine Verpflichtung der Diamantarbeiter, Verurtheilten beobachtet war, hatte der General Staatsanwalt geklagten bei einer später wegen einer anderen Sache vor dem Verein anzugehören, hervorzurufen und einen für die ganze gegen Cohen die Anflage aufrecht erhalten und ihn als einen genommenen Durchsicht des von dem betr. Polizeibeamten auf- Welt gültigen Minimal- Lohntarif zu bewerkstelligen. In Amster der gefährlichsten Anarchisten hingestellt. geftellten Versammlungsprotokolls in legterem gefunden wurde". dam ist die übliche Arbeitszeit mehr als 12 Stunden. Daher Paris, 30. August.( B. H.) Der Generalrath des NordBemerkt sei noch, daß der Gerichtsvorsitzende Kohn fragte, fommen unter den Amsterdamer Diamantarbeitern vielfach departements hat eine Resolution abgelehnt, welche verlangte, ob er unserer Partei angehöre, was dieser bejahte, und Augenkrankheiten vor. In Antwerpen find 700 Arbeiter daß bei allen europäischen Ländern die Militärdienstzeit zu verdaß der Gerichtsvorsitzende bei der Urtheilsbegründung aus- in der Diamant- Industrie beschäftigt. Die Löhne werden dort mindern sei und daß ein Kongreß einberufen werde, welcher geführt haben soll, er hätte diese Frage nur gestellt, vielfach von russischen und holländischen Einwanderern gedrückt. Die theilweise Abrüstung zu diskutiren und zu beschließen habe. um den Grund zu erkennen, weshalb Kohn die Majestäts- In Antwerpen wirkt ein Arbeitsrath mit gutem Erfolge. In Paris, 30. August.( W. T. B.) Der französische Gesandte Eine Ge beleidigung begangen habe. Majestätsbeleidigungen werden aber St. Claude( Jura) sind 400 Diamantarbeiter. notorisch von Angehörigen aller Parteien verübt, am meisten nossenschaft von 200 Diamantarbeitern wirft gute Vortheile ab. jedoch von denjenigen Leuten, die sich um das politische Leben Die ortsübliche Arbeitszeit beträgt 71/2 Stunden. Auch die Lohn überhaupt nicht fümmern. Zudem, was ist heutzutage nicht alles verhältnisse sind besser als in Amsterdam. In Hanau sind Majestätsbeleidigung! Aber abgesehen davon, gerade der Stand: gut 300 Arbeiter in der Diamant- Industrie beschäftigt. Die punft unserer Partei, daß der einzelne Mensch ein Produkt der Organisation ist dort stramm. Die meisten Forderungen der Verhältnisse ist und daß selbst der mächtigste Fürst die Ver- Arbeiter wurden deshalb von den Unternehmern bewilligt und hältnisse nur in ganz geringem Maße meistern kann, dieser unser die Lohnverhältnisse sind bedeutend besser als in Amsterdam. Standpunkt, der doch auch den Herren Amtsjuristen nicht unbefannt sein fann, müßte verhindern, daß immer und immer wieder die Zugehörigkeit zu unserer Partei benutzt wird, um zur Verurtheilung eines Sozialdemokraten zu gelangen. Wegen Majestätsbeleidigung war Genosse Heus gen in Mülheim a. d. R. vom Duisburger Landgericht zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Das Reichsgericht hat das Urtheil nebst den ihm zu grunde liegenden Feststellungen der Gründung eines internationalen Organs wurde abgesehen. Brüffel, 30. Aug.( B.H.) Aus Southold wird gemeldet, daß ein aufgehoben und an die Vorinstanz zur nochmaligen Entscheidung Hingegen wurde das Sekretariat ermächtigt, dann und wann englisches Küstenschiff das belgische Fischerschiff Zeelust" beim zurückverwiesen. einen gedruckten Bericht herauszugeben. In der Diskussion über Fischen in englischer Zone überraschte. Das belgische Schiff einen allgemeinen Lohntarif ergab sich, daß ein solcher Tarif wurde nach einem heftigen Kampfe überwältigt und nach Lowesvorläufig ziemlich undurchführbar ist. Es wurde beschlossen, toft geschleppt. Das Vorkommniß macht großes Aufsehen hierselbst. Brüffel, 30. August.( B. H) Der Senat hat heute Nachnach der Gründung eines internationalen Vereins in dieser Richtung wirksam zu sein. Weiter sprach sich der Kongreß da- mittag das Schulgefeß mit 56 gegen 31 Stimmen definitiv an gegen aus, daß die Frauenarbeit gemißbraucht wird, um die genommen. Löhne zu drücken. Hinsichtlich des Achtstundentages wurde be- Bukarest, 30. August.( B. H.) Sämmtliche fremden schlossen, die Agitation für diese Maßregel vorläufig den einzelnen Staatsangehörigen, welche der Theilnahme an der bulgarischen Vereinen zu überlassen. Die Frage des Lehrlingswesens wurde Verschwörung in der Dobrudscha überführt sind, werden nach durch den Hanauer Diamantenschleifer- Verein angeregt. Der Schluß der Untersuchung aus Rumänien ausgewiesen werden. Ans Sangerhansen wird uns geschrieben: Durch die Rongreß nahm eine Resolution an, die sich für die Beschränkung Solidarität der hiesigen Arbeiterschaft ist für die Arbeiter der des Lehrlingswesens ausspricht. Die anderen Punkte der Tages Santt Georgenbrauerei ein schneller Sieg erzielt ordnung wurden bis zum nächsten Kongreß vertagt. worden. In dieser Brauerei hatten die Arbeiter unter der Be- 121 Pariser Lohukutscher, die zu Gefängniß- und Geld. handlung des Braumeisters v. Wangenheim viel zu leiden, wes- strafen verurtheilt waren, sind vom Präsidenten der französischen Konstantinopel, 30. August 1895.( H. Z. B.) Die von halb oft Klagen laut wurden. Vorigen Monat hatte sich dieser Republik, Faure, begnadigt worden. einigen angloarmenischen Zeitungen gemeldeten angeblichen neuen Braumeister noch an einem alten Manne thätlich vergriffen. Greuelthaten gegen die Armenier, deren Lage überhaupt in Die ,, Thüringer Tribüne" brachte nun über den Vorfall zwei Artikel. Schon nach Veröffentlichung des ersten tranten die Ar grellen Farben gemalt wird, erweisen sich als böswillige Erfindungen, welche offenbar den Zweck zu haben scheinen, die langfame beiter das Bier der genannten Brauerei nicht mehr, und die Brauerei- Arbeiter verlangten die sofortige Entlassung des Brau- Partei in Frankfurt a. M. stattgefunden, erschien im Verlage Meldung aus Tiflis, nach welcher ein Ueberfall des armenischen Nachdem im November v. J. der Parteitag unserer Entwicklung der armenischen Frage zu beschleunigen. Ebenso wird die meisters und des ersten Braugehilfen, auch die Wiedereinstellung des Vorwärts" das Protokoll über die dort gepflogenen Ver- Johannis- Klosters zu Beirut durch eine Räuberbande statt= des vom Braumeister zu unrecht entlassenen alten Arbeiters. handlungen. Die Meiningen'sche Regierung erblickte in einer gefunden haben soll, auf das entschiedenste in Abrede gestellt. Bereits am zweiten Tage versprach die Brauerei den Arbeitern Stelle der Broschüre eine Beleidigung des Bergraths Vollrath Desgleichen wird der angeblich in Tifliser Zeitungen erfolgte sofortige Abhilfe, und am vierten Tage wurde der Braumeister sofort entlaffen. Vermuthlich wird die Brauerei auch noch die zu Saalfeldt und stellte deshalb gegen den Expedienten Th. Aufruf der armenischen Bischöfe von Musch und Billis zu sofort entlaffen. Vermuthlich wird die Brauerei auch noch die lode, welcher auf der Broschüre als Verleger verzeichnet gunsten der türkischen Armenier von diesen felbft abgeleugnet. übrigen Forderungen der Arbeiter erfüllen. war, Strafantrag. Gestern fand vor der ersten Straffammer Washington, 29. Aug.( W. T. B.) Der chinesische Gesandte des Landgerichts I Verhandlung statt. Beanstandet war die theilte persönlich dem dienstführenden Staatssekretär mit, daß das Wiedergabe einer Kritit, welche seitens eines Mitgliedes über chinesische auswärtige Amt ihn beauftragt habe, die ausdrückliche die. Thätigkeit des Bergraths in seiner Eigenschaft als amtliche Versicherung von der Absicht der Behörden in Peking Achtung, Zimmerer! Sonntag, den 1. September, Fabrikinspektor ausgeübt worden war. E3 wurde von zu überbringen, eine entsprechende Entschädigung für die den bemorgens 10% Uhr, findet bei Feind, Weinstr. 11, eine zu ihm erzählt, daß er sich von einem alten Schimmel im theiligten amerikanischen Unterthanen von den chinesischen Aufsammenkunft der von den in Nr. 201 des Vorwärts" genannten Lande umherfahren lasse, weil er sich fürchte, die Eisenbahn zu rührern zugefügten Schädigungen zu zahlen und auch die BlutBaugeschäften gemaßregelten Mitglieder des Verbandes deutscher benußen, daß er eine der ihm unterstellten Fabriten nur einmal thaten der Aufrührer zu fühnen. Zimmerleute der Bahlstelle Berlin statt. Es ist Pflicht jedes innerhalb eines Zeitraums von acht Jahren revidirt habe und New- York, 30. August.( W. Z. B.) Nach einer Depesche Mitgliedes, welches von der Maßregelung betroffen ist, zu er daß er während der Besichtigung den Betrieb einstellen laffe, aus aus Central City( Colorado) find 18 Bergarbeiter infolge Ueber scheinen. Mitglieder, welche die Streikunterstützung in Anspruch Furcht, mit dem Arme in eine Maschine zu gerathen. Der An- schwemmung des Ameritus- Bergwerks ums Leben gekommen. nehmen wollen, haben die Mitgliedsbücher mitzubringen. geflagte hatte schon in einem früheren Termin behauptet, daß er Tanger, 29. August.( W. T. B.) Zwischen den Angeras Berichtigung zu der von dem Pianofabrikanten Herrn bas Material zu dem Inhalte der Broschüre von den Genossen und Benida Stämmen einerseits und den Wadras andererseits J. Pfaffe, Landsbergerstr. 109, eingesandten, in der Nr. 200 Dr. Lux und Kurt Baate erhalten habe. Dies wurde von den hat ein mehrere Stunden währender Kampf bei dem zwölf eng im Vorwärts" gebrachten Tarifaufstellung über die Lohnver Genannten im gestrigen Termin bestätigt und der Angeklagte fische Meilen von Tanger entfernten Binat stattgefunden. Verantwortlicher Redakteur: Max Pfund in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. -Der Stadtrath der sächsischen Stadt Wurzen hat die zum Sonntag geplant gewesene assalle Feier dem Sinne nach mit derselben Begründung verboten, wie die Rochlitzer Amtshauptmannschaft, deren Verfügung der Vorwärts" biefer Tage befprach. Viel Kopfzerbrechens hat den Wurzener Stadt rath das Berbot also nicht gekostet. Soziale Uebersicht. Gewerkschaftliches. Gerichts- Beifung. Sofia, 29. August.( W. T. B.) Das militärische Blatt Woenni Liſt", welches von der Opposition als ein Organ des Kriegsministers hingestellt wurde, und welches die Aufhebung der Berfaffung und die Errichtung einer Militärdiktatur empfahl, ist ſuſpendirt worden. = Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 203. Tokales. Sonnabend, den 31. August 1895. Königstraße und über den Schloßplay wird der Verkehr nach Möglichkeit aufrecht erhalten werden. 1 12. Jahrg. und seit Dktober v. J. im Ruhestande lebt. M. wohnt bei seinem Bruder, einem Offizier, in Moabit. Schon seit längerer Die Parteispedition des 4. Berliner Reichstags: Also wie man sieht, ist so ziemlich alles gesperrt, was sich 3eit nahm man an ihm Spuren geistiger Verwirrung wahr, so Wahlkreises( Südost) befindet sich jetzt Stalizerstr. 35 vorn part. überhaupt sperren läßt. Begeistert sollen die Leute ja sein; aber daß sein Bruder daran dachte, ihn in einer Heilanstalt unterzuallzu viel Begeisterung ist ungesund, meint der neue Herr Polizei- bringen. Heute Morgen befanden sich beide Brüder in dem Zimmer, Die Arbeiter- Bildungsschule veranstaltet am Sonntag, präsident, und darum muß sie entsprechend eingedämmt werden. das der Bürgermeister bewohnt. Als der Bruder es gegen 9 Uhr den 1. September nachmittags 2 Uhr eine Besichtigung der Urnen- Wie wäre es denn, wenn halle zu Friedrichsfelde. Abfahrt vom Bahnhof Friedrichstraße Schuhleuten man sämmtlichen Berliner auf einen Augenblick verließ, benutte der Bürgermeister die Gelegen blant สิน ziehen í Uhr 17 Minuten, vom Bahnhof Alexanderplatz 1 Uhr 23 Mi- sämmtliche Spitel und Achtgroschenjungen mit beföhle, wenn man heit, das Fenster zu erklettern und zwei Stock hoch auf die Straße Gummi- hinabzuspringen, wo er mit schweren inneren und äußeren Vernuten und vom Schlesischen Bahnhof 1 Uhr 32 Minuten. Um schläuchen ausrüstete und angeordnet würde, daß überall legungen liegen blieb. Mit einem Krankenwagen brachte man zahlreiche Betheiligung ersucht die Nordschul- Kommission. da à la Friedrichshain- in das patriotisch- staunende ihn in eine Anstalt. Arbeiter, Parteigenossen von Adlershof- Glienicke! Publikum einzuhauen wäre, wo die Sedanbegeisterung einen Am 1. September ist ein Bierteljahr seit der Uebernahme der höheren Grad anzunehmen droht, als die Polizei ihn für erlaubt Hafenhaide 51, sendet uns auf unsere Notiz, in der mitgetheilt Der frühere Hautboist und jetzige Reutier Paethold, Parteispedition verflossen. Es tenn fonstatirt werden, daß die und nothwendig hält. Einrichtung sich bewährt hat. Aber trotzdem sich die Abonnenten Von sonstigen festlichen Veranstaltungen zur Feier des Sedan- war, daß eines seiner Dienstmädchen mißhandelt worden sei und zahl vergrößert hat, ist es doch nothwendig, daß die Partei- tages wäre noch zu erwähnen, daß die„ Norddeutsche Allgemeine blutüberströmt polizeiliche Hilfe in Anspruch genommen habe, folgende Berichtigung: genoffen noch mehr wie bisher für die Verbreitung der Arbeiter- Beitung" nicht erscheint, welche Nachricht bei allen Abonnenten 1. Es ist unwahr, daß mein Dienstmädchen bei mir mißblätter Sorge tragen. Bestellungen nehmen entgegen für Adlers- des Blattes und auf sämmtlichen Zeitungsredaktionen eine wirt- handelt und blutüberströmt zur Polizei gehen mußte. hof die Kommissionsmitglieder Karl Schulze, Genossenschafts- liche Feststimmung erzeugt haben soll. Und ferner ist nicht zu 2. Es ist unwahr, daß ich seit Weihnachten das achte Mädchen ftraße 6, Paul Better, Bismarckstr. 28, Hermann Reichert, vergessen, daß die Brauerei von Oswald Berliner in der habe. Das Mädchen ist sogar heut noch bei mir. Hackenbergstr. 2, sowie die Botenfrau an der Bahn. Für Brunnenstraße am Sedanstage Freibier fredenzt. Es ist zu Glienicke die Botenfrau Spieler, Grünauerstraße 9. Der Ber- wünschen, daß von dieser liebenswürdigen Einladung zur Freude Frau Päßhold nebst Gemahl auf unserer Redaktion machten, Wir können dem nur hinzufügen, daß bei einem Besuch, den des Herrn Oswald Berliner recht zahlreich Gebrauch gemacht diese zugegeben haben, ihr Mädchen geohrfeigt zu haben. Sie wird. Hoffentlich reichen die Vorräthe! Rigdorf. Bekanntlich wurde zur Uebernahme der Parteierklärten, dies wäre ihr gutes Recht laut Gefinde- Ordnung und spedition in eigene Regie eine Kominission gewählt, welche die Prompte Justiz. Nach Brausewetter existirt zwar für feine Mißhandlung. Nun, darüber sind die Ansichten ver= Angelegenheit zu regeln hatte. Es sind nun leider bis jetzt nicht Gericht und Polizei die Oeffentlichkeit nicht, daher ist es auch schieden. Jedenfalls ist es beweisbare Thatsache, daß das soviel Meldungen eingelaufen, um die Spedition sofort über wohl blos Zufall, daß zwei Tage nach Veröffentlichung unserer Mädchen blutend um polizeiliche Hilfe gebeten hat. Ferner er nehmen zu können und wird die Partei erst mit dem 1. Oktober Notiz die in der Buchhandlung des Vorwärts" tonfiszirten erst das vierte Mädchen haben. flärten uns Frau Pähhold nebst Gatte, daß sie seit Weihnachten die Sache in die Hand nehmen. Diejenigen, welche ihre Zeitung aber schon abbestellt haben bei ihren Spediteuren oder neu Mainummern des Wahren Jakob" dieser zurückgegeben worden abonniren wollen, können den Vorwärts" durch die Kommission find. Unentschieden scheint noch das Schicksal der beschlagschon jetzt beziehen und werden dieselben gebeten, sich bei einem nahmten Regel'schen Liederbücher". Vielleicht rücken diese in der folgenden Kommissionsmitglieder zu melden: Jonas, die Buchhandlung ein, wenn die Schwalben heimwärts ziehen. Schönweidenerstr. 31; Herrmann, Kirchhofstr. 1; Lehmann, Kirchhofstr. 26; Heinemann, Prinz Handjernstraße 10; Noch ist ja nicht alle Hoffnung aufgegeben. Stodt, Hobrechtstr. 9; Re Berau, Berlinerstr. 64. trauensmann. " Polizeibericht. Am 29. d. M., vormittags, fuhr ein Kutscher das im Flur eines Hauses in der Koppenstraße aufs gestellte Bockgerüft um. Ein darauf befindlicher Arbeiter erlitt Dabei eine Berrenkung des Schultergelenks und eine bedeutende Quetschung des Oberschenkels. In der Neuen Friedrichstraße wurde eine Frau durch einen Geschäftswagen überfahren Bei dem Zimmererstreik tritt die Polizeimacht diesmal und am Kopfe und an einem Arme schwer verletzt. Die Genossen von Weißensee werden darauf aufmerksam recht auffällig in die Erscheinung. Im Laufe der Woche sind Ein auf einem Glasdache auf dem Grundstück Alexandergemacht, daß die geplante Lassalle Feier nicht in der Weise verschiedentlich Leute sistirt, die Verstöße gegen das Straßen- straße 42 beschäftigter Glasermeister und sein Gehilfe brachen mit stattfinden kann, wie beabsichtigt, da die Behörde jede Be- polizei- Reglement und ähnliches begangen haben sollen. Am dem von ihnen errichteten Gerüst zusammen und stürzten etwa theiligung von Frauen, Kindern und Lehrlingen verboten Montag Nachmittag wurde der Zimmerer 2. in der Wirthschaft sechs Meter tief herab. Der Glasermeister erlitt eine schwere hat. Einspruch gegen diese Beschränkung ist jetzt nicht von Köhler, Greifswalderstraße, verhaftet, angeblich wegen Verletzung am Handgelenk, sowie eine starke Quetschung der mehr erfolgreich durchzuführen und um die Feier Körperverlegung. Wie sich später herausstellte, ist er von einer Brust, der Gehilfe blieb unversehrt. Gegen Abend fiel in der zum Gedächtniß unseres verstorbenen Borkämpfers dennoch Person als" Streitender" denunzirt. Nach einigen Linienstraße ein Rutscher vom Bock des von ihm geführten begehen zu können, werden wir uns vorläufig diesem Stunden wurde der Verhaftete wieder freigelassen. Dienstag Geschäftswagens, gerieth unter die Räder und erlitt einen Verbot fügen, und nur männlichen Personen den Eintritt gestatten. wurde auf dem Aufstellungsplaße ein Streifender arretirt, weil Beinbruch. In der Neuen Roßstraße wurde abends ein An Euch Parteigenoffen liegt es nun, Mann für Mann zu er- er die dort arbeitenden Zimmerleute belästigt" haben soll. Dachdecker mit einer schweren, anscheinend von einem Falle herscheinen, um dadurch zu protestiren gegen diese Handhabung der Der Zimmerer S. wurde am Mittwoch Nachmittag von rührenden Verlegung am Kopfe aufgefunden. Gesetze und die Beschränkung seitens der Behörde. Das Fest- Kriminalbeamten verhaftet, als er sich anschickte, von Tages fanden vier unbedeutende Feuer statt. programm wird in feiner Weise geändert, und ist es Pflicht der der Arbeitsstätte Genossen, anwesend zu sein. Stadt in " Witterungsübersicht der Birkenstraße den Heinweg anzutreten; es wird ihm ,, Aufwiegelung zur Laft gelegt. Wie mitgetheilt wird, ist S. erst am nächsten VorDas„ Sedaufest" soll diesmal mit ganz besonderer Pracht mittag in Freiheit gefeßt; er hat während der ganzen Zeit, wo gefeiert werden. Aufzüge, Paraden, Kinderaufstellungen, Bapfen- er in der Zelle zubringen mußte, tein Essen erhalten. Bei Ausftreich, Illuminationen, alles, alles wird mit unerhörtem Glanz zur übung der Kontrolle vor dem Platz der Firma Stiebitz u. Köppchen Stationen. Feier des Bruderkrieges von 1870 in Szene gehen. Wenn auch verhaftete ein Schuhmann am Donnerstag Nachmittag den Berder vernünftigere Theil des Publikums sich für diese trauensmann der Zimmerer Berlins Th. Fischer. Es wurde Dinge nicht interessirt oder doch nur mit Bedauern bei der Verhaftung Aufreizung" als Grund angegeben. davon Kenntniß nimmt, so giebt es doch in einer Genosse Fischer wurde am Freitag Mittag entlassen, ihm ist Swinemünde so großen wie Berlin genug unvernünftige während der Dauer seiner Haft gleichfalls feine Nahrung gereicht Hamburg Menschen, die aus reiner Neugierde zu solchen Veranstaltungen worden. Das sind wieder einige Beispiele, wie bei einer Lohn Berlin laufen und durch ihre Anwesenheit den verschiedenen hohen bewegung die Organe der Exekutivgewalt rührig auf dem Posten Wiesbaden Herrschaften" die gewünschte Staffage bilden. Denn man find. München denke fich einmal aus, was alle diese Illumi Arbeiter- Risiko. In der Lehmann'schen Tuchfabrik Nieder- Wien. nationen, Parade- Aufzüge u. f. w. ohne das herandrängende Schönweide verunglückten am Freitag früh der Arbeiter König Haparanda nnd zuschauende„ Bolt" wären! Leider ist dieser Bolts" andrang aus Köpenick und der Arbeiter Ritter aus Adlershof dadurch, Petersburg bei derartigen Veranstaltungen gegenwärtig noch so stark, daß daß beim Kohlenausladen aus dem Kahn ca. 5 Meter hoch die Cork die hohe Obrigkeit sich gestatten kann, ganze Straßen und Stadt- Kette, an der der Bottich hing, versagte, der Bottich die beträcht- Aberdin theile fürs Publikum zu sperren, ohne befürchten zu müssen, liche Höhe herunterfauste und den König mit sich nahm. Er er- Paris. daß dieses Publikum einfach nach Hause geht, sondern in der litt einen Hüftenbruch und eine Beschädigung des Kopfes. An Ueberzeugung, daß es jenseits der Absperrungslinie zu feinem Aufkommen wird gezweifelt. Der Arbeiter Ritter, der hunderttausenden sich anstauen und die nothwendige mit Kohlenschippen unten beschäftigt war, erlitt einen Armbruch Volksstaffage bilden wird. Nun, wer dumm ist, muß geprügelt werden. Wer Luft hat, sich von den Schuhmanns- und eine Quetschung des Fußes. Wer an diesem Unglück die Wer Lust hat, sich von den Schuhmanns pferden die Behen abtreten oder sich in den Engpässen, durch die Schuld trägt, wird die Behörde festzustellen haben. Vielleicht sieht sich auch der Fabrikinspektor diese Ausladeder Verkehr nach den Absperrungsmaßregeln des Herrn v. Windheim gepreßt werden soll, die Rippen einquetschen zu lassen, der vorrichtungen einmal näher an! mag's thun. Allen Vernünftigen aber rufen wir zu: Bleibt zu Hause! g Im Laufe des vom 30. August 1895. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) SW 542 Wetter Temperatur ( 5° C. 4° R.) 888nach Celsius 760 wolkig 18 761 WSW bedeckt 16 763 SW heiter 18 767 Still wolkenlos 14 769 SW 3 wolkenlos 18 768 M wolkenlos 15 745 NW wolfig 10 753 MNM Regen 10 765 28 3 heiter 16 754 • • 768 MSM 3 G halb bedeckt 17 • wolkig 14 B142BBL Wetter- Prognose für Sonnabend, 31. Angust 1895. Etwas fühleres, veränderliches, vielfach wolkiges Wetter mit Regenfällen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. " Versammlungen. Achtung! 5. Wahlkreis. Den Parteigen offen zur Nachricht, daß heute Abend 8% Uhr im alten Schüßenhaus, Linienstr. 5, die diesjährige Laffalle Feter stattfindet. Humanistische Gemeinde. Sonntag, den 1. Geptember, vormittags 10% ühr, Kommandantenstr. 72, Bortrag des Herrn G. S. Schäfer: Ueber den Pantheismus der Bibel. Ein schwerer Bau- Unfall, bei dem ein Arbeiter sein Leben einbüßte, hat sich am Freitag Abend gegen 6 Uhr zu- Die Gedächtnißfeier für unsere verstorbenen VorUnsere Genossen haben mit diesen Dingen ja sowieso nichts getragen. An der Ecke Magazin- und Alexanderstraße, wo früher fämpfer, welche die Parteigenossen des zweiten Wahlkreises am zu thun. Empfehlen tönnen wir nur auch ihnen, was den das alte Magazingebäude sich erhob, werden seit einiger Zeit Mittwoch Abend im Martens'schen Saale vereinte, trug ein ein Genossen in Burgstädt empfohlen worden ist. Es heißt in dem von einer Baufirma sogenannte Patentbogen aufgestellt, bezw. auf faches, würdiges Gepräge. Nachdem der Gesangverein, Ge. dortigen Parteiblatt: ihre Tragfähigkeit erprobt. Zwei Arbeiter waren gestern Nach- rechtigkeit" die Anwesenden mit dem exakt vorgetragenen " Im Hinblick auf die am 1. und 2. September dieses Jahres mittag beschäftigt, einen dieser Bogen umzulegen, als aus noch Bundeslied" bewillkommnet hatte, ergriff der Abgeordnete des allerorts in Aussicht genommenen Festlichkeiten zur Er nicht aufgeklärter Ursache der eine Pfeiler plötzlich zusammenstürzte Kreises, Genosse Fischer, das Wort zu einer stimmungsvollen innerung an die 25. Wiederkehr des Schlachtfestes von und einen der Arbeiter der Name fonnte noch nicht fest- Rede, in der er die Bedeutung der Feier in entsprechender Weise Sedan und in Erwägung der drohenden Haltung, stellt werden unter sich begrub. Der Mann war sofort todt; würdigte. die zuweilen von den Mordspatrioten gegenüber den ihnen verfein Kamerad kam mit dem Todesschreck und einigen leichten Brausender Beifall folgte der Rede; mit einigen Gesangshaßten Sozialdemokraten offenkundig eingenommen wird, er- Verlegungen davon. An der Unglücksstelle sammelten sich große vorträgen endete die schöne sinnige Feier, welche alle Anivesen. scheint es zweckmäßig, sich mindestens auf Schußweite von Menschenmassen, bald erschien die Polizei, welche die Absperrung den sicherlich befriedigt hat. den Festlichkeiten fern zu halten, um der Beunruhi- des Platzes vornahm. Der Todte wurde gegen 8 Uhr abends gung und Aufreizung Luguspapier- Branche. In dem Bericht der Versammlung der den Völkerfrieden anstre- nach dem Leichen Schauhause überführt. Wer die Schuld an der Luxuspapier- Arbeiter und Arbeiterinnen am 27. d. Mts. ift benden sozialdemokratischen Bevölkerung vorzubeugen. Die dem bedauerlichen Unfalle trägt, wird hoffentlich die Untersuchung die Adresse des Vertrauensmannes dieser Branche falsch Vertrauenspersonen werden deshalb ersucht, mit den Genossen ergeben. wiedergegeben. Es muß heißen: Alle Verstöße und Familienangehörigen des Ortes Sonntag, den 1. September, Der bekannte und schlagfertige" Gendarm Bröh aus gegen die Sonntagsruhe sind dem Vertrauen 3= und soweit sie Montag, den 2. September, zu feiern genöthigt Weißensee, der in der bekannten Straffache Georgi, über die wir manne A. Bergmann, Lübbenerstraße 23, ana werden, Ausflüge zu veranstalten. Hierbei dürften die wiederholt berichtet haben, die Hauptrolle spielte, hat sich seit zuzeigen. Garten Restaurants, die vom Sedanrummel verschont bleiben, zu dem 1. Juni d. J. dem Telegraphendienst gewidmet. Das berücksichtigen sein." Ungefähr ähnlich wird die Sache ja infolge der zahlreichen Publikum soll über den Verlust nicht böse sein. Lassalle- Feiern in Berlin auch gemacht werden. Die Absperrungs- Aus der guten" Gesellschaft. Vorgestern las man in der maßregeln des neuen Polizeipräsidenten lauten folgendermaßen: Boss. 3tg." unter den Familien Nachrichten, daß sich der 1. Aus Anlaß der am 2. d. M., vormittags 10 Uhr, statt Rittergutsbesitzer, Eisenbahnbau- Unternehmer und Reichsbeamte findenden Aufstellung von 30 000 Schülern, im Lustgarten, auf Hugo Lorenz mit Frau Martha Schulz, geb. Böfefleisch verlobt der Schloßbricke, auf den Plägen am Zeug- und Opernhause hatte und heute schon zeigt die Braut an, daß sie ihre Verbis zum Denkmal Friedrichs des Großen werden von 10 Uhr lobung mit dem Herrn, der die drei vielsagenden Titel führt, ab bis zur Rückkehr Sr. Majestät des Kaisers und Königs vom aufgehoben habe. Paradefelde Fahr, Fuß- und Promenadenwege des vorbezeich- Die nächste Schivurgerichtsperiode am Landgericht I neten Straßenzuges, sowie die Straße Unter den Linden bis zur beginnt sofort nach Schluß der Gerichtsferien, und zwar am Friedrichstraße für Fuhrwerk, Reiter und Fußgänger gesperrt. 16. September. In dieser Periode wird Landgerichtsdirektor Die Kreuzungen der Straße Unter den Linden mit der Friedrich Haat den Vorsiz führen. und Charlottenstraße, sowie der Bürgersteig der Straße Unter den Linden, von der Friedrich- bis zur Charlottenstraße bleiben, Armee geben vom 1. April 1896 ab ein und wird von diesem soweit irgend angängig, für den Verkehr frei. 2. Anläßlich des am 2. September d. J. stattfindenden großen Beitpunkt ab die gesammite Fußbekleidung für die Truppen von Zapfenstreiches und auf Ersuchen des königl. Generalkommandos den Korps- Bekleidungsämtern geliefert werden. Für die Ausdes Gardekorps werden von 7 Uhr abends ab bis nach Beendigung die Truppen auch in Zukunft in der bisherigen Weise durch die führung der nothwendigen Reparaturen am Schuhzeug tragen der Veranstaltung für Fußgänger, Fuhrwerke und Reiter ge= sperrt: Die Fahrdämme der Bläge am Opern- und am Zeughause, Rompagnie- Schuhmacher Sorge. Von den Regiments- Schuh- berger Allee 166 bei Goebel.- Sanges Echo, Naunynſtr. 86, bet Bubeit. der Lustgarten, die Schloßfreiheit, die Schloß- und die Kaiser- machermeistern werden voraussichtlich nur je zwei bei jedem Wilhelmbrücke, sowie nach Bedarf der östlich der Charlottenstraße Bekleidungsamt angestellt werden. belegene Theil der Straße Unter den Linden, die Universitätsstraße, Regiments- Schneider- Werkstätten wird vom Kriegsministerium der Schinkelplay, die Straße am Zeughause, sowie die einerseits von gleichfalls angestrebt, aber es ist ein Termin hierfür noch nicht der Behrenstraße, Französischenstraße und dem Werderschen Markte festgesetzt, und wird es nach dieser Richtung hin noch eine Reihe andererseits von der Dorotheenstraße her nach den gesperrten von Jahren bei dem gegenwärtigen Anfertigungsmodus sein Bewenden haben. Blähen 2c. führende Zugangsstraßen. Durch die Charlotten, Aus dem Fenster gestürzt hat sich heute der 35 jährige Dorotheen-, Französische und Museumsstraße, sowie über die Eiserne, Friedrichs, Schleusen- und Interimsbrücke im Zuge der Bürgermeister a. D. M., der früher in Rogasen beamtet war Die Regiments Schuhmacher Werkstätten in der = Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 1. September, abends 7% Uhr, im zotale bes Herrn Gohn, Beuthstr. 20: Wortrag des Genoffen Paul Jahn über:" Das fittliche Recht und die öffentliche Meinung." Nachdem ge= felliges Beisammensein und Tanz. Die Bibliothet befindet sich bei Gärtner, Moltenstraße 12, geöffnet Sonnabend abends von 9-10 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 1. Septemb., vormittags 83 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„ Die Grund Vortrag des Fräulein Ida Altmann:„ Gefühls-, Vernunft- und Verstandesfäße und Bestrebungen der Gemeinde." Um 103/4 Uhr vormittags ebendafelbst: religion." Tischler- Verein. Sonnabend, den 31. August, abends 9 Uhr, Melchiorstraße 15, Versammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnaberb, den 31. August, fällt der Unters Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Ad. richt in beiden Schulen der Lassalle- Feter wegen aus. Neumann, Bajewalterfir. 3. Alle Renderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends sermannfir. 48. Ecke Herrfurthstraße, bei Heickaus, smeralda, Königsbergerstr. 5 bei Rastowsty. Grüne Eich e, Nixdorf, 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein 2yrania, Lands Gesundbrunner Männer- Gefang= - Glückzu, Pafewalkerstr. 3 bei Neumann. männerchor, Brinzen- Quee 10 bet Bergmann Die Auflösung der verein Liederkranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, Bergfir. 6.- Deutsche Giche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, inter's Salon. Frisch auf 1, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 69 bei Adam. Echulze. Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 84 bei Otto Männer- Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 Hand in Hand 1, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 bet Emil Heinecke. Männer- Gesangverein Immergrün, Tegel, Spans dauerstr. 15 bet G. Rentner. Freie Sänger, Schmargendorf, Wirths haus Friedrich. Hand in Hand I, Admiralstr. 38 bei Tugauer. bei Leichniß. Gesangverein Frisch auf II, Echönwalde in der Mart.- Weiße Rose II, cu cißenfce, Straßburger- und Elsaßstraßen- Ecke, Bum neuen Eifelthurm". Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an K. Pflug, Breslauerstraße 9, Keller. Sonnabend: Unverzagt", Lebuserstraße 13 bei Vogel. Blaue Wolte II, Weinstraße 22 bei Steuer. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Feuersbrunft. Frankfurt a. D. In dem Nachbardorfe 1000. Selbfitredend kann ein Angeklagter die vor der Polizei Alle zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend Aurith sind am 29. August 17 Gehöfte mit 40 Gebäuden ab- gemachte Aussage zurückziehen oder ändern. Ein verständiger find zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: Theaterverein effing, Raupachstr. 6, Restaurant Felsengrotte Geden 2. gebrannt. Es wird Brandstiftung vermuthet. Angeklagter lehnt der Polizei gegenüber überhaupt je de Auss und 4. Sonnabend). Großes Aufsehen erregt in Budapest die Verhaftung des sage ab.-F. Schöneberg. Ob der Ehemann berechtigt ist, Advokaten Dr. Takacy, des Vertheidigers des Journalisten dem Sühnetermin vor einem Schiedsmann in einer BeleidigungsSzeles. Derselbe wird beschuldigt, an dem im Jahre 1893 bei fache seiner Frau beizuwohnen, ist im Gesetz nicht ausdrücklich der ungarischen Escomptebant stattgefundenen Diebstahl betheiligt dargelegt. Die Frage ist deshalb ftrittig, aber zu bejahen, gewesen zu sein. weil der Ehemann der gesetzliche Vertreter seiner Eheihre Ehre zut vertheidigen hat. Briefkasten der Expedition. Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag Deutscher Sozialdemokratischer Leseklub in Paris. Nue St. Honore 314, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Verfammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der alte, von Kari Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street ,, Tottenham Court Rd., W. London. Vermischkes. " Ueber einen Schiffszufammenstoß wird gemeldet: Am 28. August 4 Uhr früh wurde der deutsche Schooner Delphin", Heimathshafen Weener, der feine Hecklaterne führte, durch das deutsche Kriegsschiff Gneisenau" in der Nordsee bei hohem See. " gange von hinten gerammt und sank um 8 Uhr. Extrunken find. der Führer Woldenga und Leichtmatrose Walter, welche beide über Bord sprangen. Die übrige Besatzung: Steuermann Kalmann, Bollmatrose Albert zum Sande, Leichtmatrose Christophers und Koch Weerts sind durch die Gneisenau" gerettet. Für den Inhalt der Juserate.übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 31. August. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Mignon. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing- Theater. Cherchez la femme. Neues Theater. Der natürliche Sohn. Schiller- Theater. Göz von Berlichingen. Friedrich.- Wilhelmstädt. Theater. Die Liliputaner. Die Reise nach demi Mars. Alexanderplatz- Theater. Ginj Kind der Liebe. Vorher: Wahn und Wahnsinn oder Sie ist wahnsinnig. " und Cholera. Wie die Wiener, Presse" erfährt, richtete der Minister frau ist des Innern Graf Kielmannsegg anläßlich der zweifellos aus dem stark verseuchten Gouvernement Wolhynien nach Tarnopol eingeschleppten Fälle von Cholera asiatica an die Landesbehörden einen Erlaß, in welchem Maßregeln zur Hintanhaltung der Einschleppung und Verbreitung der Cholera angeordnet werden. Stiergefechte in Frankreich. Der Minister des Innern hat in allen Departements Südfrankreichs die Stiergefechte untersagt und die Präfekten aufgefordert, sehr energische Maßregeln dagegen zu treffen und die Tödtung der Stiere zu verweigern. ond in Briefkasten der Redaktion. Wir biten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Körsten. In nächster Nummer. Vertrauensmann Största Friedrichsfelde. Ihr Aufruf gehört den Inseratentheil. Wir können nicht redaktionell zu jedem gemüthlichen Beisammensein auffordern. 2. D- t. Könnten Sie uns nicht besuchen? Besten Dank für Ihre Mittheilung. Adolph Ernst- Theater. Sonnabend, den 31. August: Madame Suzette. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Vaudeville- Posse in 3 Att. v. Ordonneau. Am Landes- Ausstellungspark Musit von Edmond Audran. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Dienstag, den 3. September: Zum ersten Male: Paradebummler" Gesangspoffe in 4 Akten von Eduard Jacobson u. Leon Treptow.( Novität.) Bein Aufgeld. 95 Friedrich- Wilhelmstädt. Theater 25/26. Chauffeestr. 25/26. Jeden Abend 71/2 Uhr: Gesammt- Gastspiel der Schauspielgesellschaft „ Die Liliputaner" National Theater. Berliner im Direktion: Carl u. Theodor Rosenfeld. Feuer und Wasser. Theater Unter den Linden. Die Chansonnette. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater." Paradebummler". Die Reise nach dem Mars. Großes Ausstattungsstück mit Gesang und Tanz in 4 Aften und 13 Bildern von Robert Breitenbach. 1. Bild: Hörsaal des Prof. Hedison. 2. Bild: Observatorium. 3. Bild: Central- Theater. Wiedereröffnung Maschinenhalle. 4. Bild:" The Newam 4. September 1895: Eine tolle York Herald" Gebäude. 5." Bild: In Nacht. den Wolken. 6. Bild: Der Flug nach dem Mars. 7. Bild: Die blaue Grotte. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend: Gök von Berlichingen. Sonntag: Minna von Barnhelm. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. 8. Bild: Phantastischer Palaſt. 9. Bild: Diamantengrotte. 10. Bild: Frühling. 11. Bild: Winter. 12. Bild: Auf der Kuppel des neuen Reichstags- Gebäudes. 13. Bild: Der Riesen- Weihnachtsbaum. Die Kasse des Friedrich- Wilhelmstädt. Theaters ist von 9 Uhr vorm. ab den ganzen Tag geöffnet. Außerdem find Billets zu haben im Invalidendank Direktion: Richard Schultz. Unter den Linden 25. Sonntag, den 1. September 1895: Emil Thomas a. G. Novität! Bum 1. Male: Novität! Eine tolle Nacht. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gesett v. Dir. Richard Schultz. Der Billet- Vorverkauf findet täglich an der Theaterkasse von 10-1 Uhr. ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Täglich außer Sonnabends Victoria- Brauerei Lützowfr. 111-112, nahe Potsdamer Brücke. Im wundervollen Konzert Garten refp. Saal. Anfang Wochentag 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf- Billets( für die Wochentage) à 40 Pf. und Familien- Billets à 1 M.( für 3 Personen giltig). ( Siehe Blafate). Großartiges Programm! Jeden Donnerstag und Sonntag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Reichshallen. Heute, Sonnabend, den 31. August: Abschieds- Soiree Nordde deutschen Quartettu. Couplet- Sänger. Kaufmann's Variété Sonntag, den 1. September: Königstrasse, Kolonnaden. Arthur Fraenkel, artist. Direttor. Gradezu sensationell wirkt! !! Rannin!! Das Weltwunder??? Das Räthsel??? Das Problem??? National- Theater. In Caftan's Panoptikum. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Berliner im Fener und Wasser. Volksstück in 5 Aften und 7 Bildern von Fritz Schäfer. Mufit vom Kapellmeister A. Wiedecke. Regie: Frizz Schäfer. Dirigent: Kapellmeister A. Wiedecke. Wirkliches Feuer. Wirkliches Waffer. Wirklicher Regen. Urkomische Burlesque. Japanische Krieger. Japanische Ringer. Der Katzen- Tenor. Ferner 18 Novitäten- Nummern. Den verehrlichen Vereinen steht unser Theater zu Matineen zur gefälligen Verfügung. 8. Bild: La Puce( Benny Schmid ſucht Circus Jansly- Leo. den Floh). 5. Bild: 30 bildschöne badende Mädchen im Wasserbassin mit wirklichem Wasser. 7. Bild: Groß- Feuer( Rettung von drei Menschen aus Feuersgefahr durch unfere brave Feuerwehr.) Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater- Garten. Heute: Letztes Sommernachtsfest. Grosses Concert und Spezialitäten- Vorstellung. Auftreten d. Berliner Original- Romiters Wilhelm Fröbel. Auftreten v. Chansonetten, Soubretten, Luftgymnastikern 2c. Raffeneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Pf. Refervirter Play 40 Pf. Passe- partouts, auch die vorjährigen, haben Giltigkeit. Friedrich Karl- Ufer. Sonnabend, 31. August, abends 8 Uhr: Erke große Gala- Parforce- Vorstellung 25 hervorragende Nummern 25 Sonntag: 2 Borstellungen( Nachm. 1 Kind frei). ( kleine Preise). Eden- Konzert Welt- Restaurant Dresdenerstr. 97. 2143L Im vorderen Saal täglich! Grosses Künstler- Konzert. Entree vollständig frei! Im Theatersaal: Grosse Variété- und Spezialitäten- Vorstellung. Anfang des Konzerts: Wochentags Achtung! Achtung! 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr; der VorKünfil. Zähne v. 3 M. an, Theilz. stellung: Wochentags 7/2 Uhr, Sonntags wöchentl. 1 M., wird abgeholt. 3Bahn- 6 Uhr. ziehen, Bahureinigen, Nervtödten ma fonst Guckel, Lausitzer Platz 2. Elsasser- 1 Vereinszimmer für 30 Personen ftraße 12. au vergeben. Röpenickerstr. 38. 27076 Erste Soiree in den Germania- Prachtsälen. Donnerstag, den 5. Septbr.: Erste Soiree in den Concordia Festsälen. Alcazar. der Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Eröffnung Sonnabend, den 31. Aug. Total umgebant u. renovirt. Durchweg neues Sensations Programm. Meu! = Neu! Mampe's Flitterwochen. Bourlesque mit Gesang u. Tanz in 1 Aft von F. Waldau. Mufit von R. Thiele. Anfang 71/2 Uhr. Entree 10 Pf. Direttion: R. Winkler. Für die Familien der im Effener Meineidsprozeß Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: 3 Droschkentutscher durch A. J. 2,50. Fur det lange Liev 1,-. Onfel 1,-. Luckenwalde durch den Vertrauensmann Dr. R. 2,95. Rauchklub Dornröschen 3,-. Von Ordnern der Freien Boltsbühne 4,35. Premierlieutenant a. D. 3,-. Der Kassenbestand bei Auflösung des Klub Atow 4,-. Der lange Gustav soll vor Aerger plaßen 1,-. In Steglitz 10,-. Von drei Hutmachern, genannt die blaue Grotte" 3,-. Gesangverein„ Unverdrossen" 10,-. Von den rothen Buchbindern aus der Grünstraße 30,-. Verband der Möbelpolirer Berlins B., Rotterdam 10, Aus der Sparbüchse eines janz grünen und Umgegend 20,-. Fur Upvermünterung für Staatsanwalt Schuljungen" G. H., Wilhelmstraße 1,38. R. H. Aus Haß gegen M. 1,-. Summa 108,18 M. Bereits quittirt 2456,16 M., in Summa 2564,34 M. Passage- Panopticum. Tunesische Truppe: Schlangenbeschwörer, Arabische Schule, Bauchtänzerinnen, Derwische etc. Volksgarten ( ehem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen, Badstr. 56/57. Direktion: Max Samst. Heute: Letztes Sommernachtsfest. Grosses Konzert u. Theater- Vorstellung. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des beliebten Tanzkomikers Eugen Milardo. Chansonetten, Soubretten, Liedersänger, Luftgymnastiker 2c. Täglich: Familien- Ball. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabake. Rippentabat 2 Pfd. 70 Pfg. 2323 L* H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. 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Diskussion. [ 208/1] Der Einberufer. Achtung! Kistenmacher. Sonntag, den 1. September, vorm. 9½ Uhr, im Lokal des Herrn Henke, Naunynstr. 27: Oeffentliche Verlammlung. Tages Ordnung: 94/9 1. Vortrag. 2. Abrechnung des Vertrauensmanns. 3. Verschiedenes. Achtung! Steinbildhauer. Sonntag, den 1. Sept., vormittags 91/2 Uhr, im Restaurant Bergner, Annenstraße 16. Oeffentliche Versammlung. : Zages Ordnung: Todes- Anzeige. Hierdurch allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß am 29. d. M. mein lieber Mann und Vater, der Wilhelm Klau Schriftseger im Alter von 42 Jahren seinem Tangen Leiden erlegen ist. Dies zeigt tief betrübt an 2177b Louise Klau nebst Tochter. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. September, von der Leichenhalle des Sophien- Kirchhofes, Greifswalderstraße, nachmittags 3 Uhr statt. Todes- Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter polier Soeben erschien: 31692* Sammlung allgemeinverständlicher Volksschriften. No. 1. Ein Paradies soll unsere Erde sein. Preis 10 Pf. Aus dem Holländischen des Rienzi. Preis 10 Pf. Die Schrift eignet sich ihrer leicht faßlichen, bilderreichen Sprache wegen besonders für die Agitation auf dem Laude. B. Heymann's Verlag, Berlin C., Grenadierstr. 8. Zu beziehen durch alle Buchhändler und Kolporteure. Zimmerer. Bater und Schwiegervater, der Maurer- Sonntag, den 1. September cr., vormittags 10% Uhr: Wilhelm Wegener bei Feind, Weinstr. 11( Herberge): 2178b am Donnerstag, vormittags 1014 Uhr, Zusammenkunft d. gemaßregelten Mitglieder d. Verbandes sanft entschlafen ist. Deutscher Zimmerleute( Zahlstelle Berlin). Mitglieder, welche Unterstützung beanspruchen, haben ihr Mitgliedsbuch mitzubringen.[ 254/61 J. A.: Ad. Rickert. Die Beedigung findet vom Trauer hause Franseckistr. 52, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, nach dem Zions- Kirchhof in Weißensee statt. Die trauernden Hinterbliebenen Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgen. Für die zahlreiche Theilnahme und Berlins und Umgegend. reichen Kranzspenden bei der Beerdi: Sonntag, 1. September, nachmittags 5 Uhr, in den Oranienhallen, gung unseres lieben Sohnes Max, sagen wir allen Freunden u. Bekannten, fowie feinen werthen Kollegen unseren [ 21626 herzlichsten Dank Familie Jensen, Eisenbahnstr. 29. Oranienstr. 51( am Wloritzplay): Versammlung. Zages Ordnung: A 1. Bericht über die am 28. Juli stattgefundene Dampferpartie. 2. Ver. Der Vorstand. Die Beleidigung gegen Frau Lang- schiedenes. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. hanti nehme ich hiermit zurück. 2168b] Frau Weißbrot. 1383 Adlershof. Große öffentliche Versammlung Sonntag, 31. August, abends 8 Uhr, in Wöllstein's Lokal, der Bismarckstraße: Kupferschmiede Große Große öffentliche Volksversammlung 1. Die Einführung der siebenstündigen Arbeitszeit in unserem am Sonntag, den 1. September, Gewerbe. 2. Verschiedenes. 20/15 Es ist dringende Pflicht aller Kollegen zu erscheinen. J. A.: Die Kommission. Freie Vereinigung d. Zivil- Berufsmufiker. Dienstag, den 3. September, vorm. 10 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung bei Mörschel, Schönhauser Allee 28. A Zages Ordnung: 1. Tarifberathungen und Beschlußfaffung. 2. Wahl eines Beisizers. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Achtung! Der Vorstand. 50/4 vormittags 10 Uhr, in der Weinstr. 11 bei Feind. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Neuregelung des Sammelwesens zum Dispositionsfonds. 3. Verschiedenes. [ 2168b Achtung, Stockarbeiter! Mitgliederversammlung am Sonntag, den 1. September, bei Keller, Koppenstr. 29, vorm. 10 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Menzel: Die Stockarbeiter Berlins und ihre Achtung! Organisation." Vergolder und Berufsgenossen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Montag, den 2. September, abends 8 Uhr, in der Ressource", und Noa werden hiermit ganz beKommandantenstraße Nr. 57: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Das Verhalten der Fabrikanten und wie stellen wir uns hierzu? Besonders sind die Personale der Fabriken von Ruthenberg, August Werkmeister, Kubitz und Jmberg und die Rixdorfer Kollegen eingeladen. 227/3 Die Agitationskommission. Stuckateure! Die Kollegen der Firmen Remmert sonders eingeladen. 175/3 Der Vorstand. N. B. Die Rollegen werden dringend ersucht, die Billets zu der am Sonntag, den 8. d. M. stattfindenden Uraniavorstellung abzurechnen. Fertige Betten, berbett, unter für Männer und Frauen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Frit Jubeil über„ Laffalle und seine Bedeutung für die Arbeiterklasse". 2. Der Sedanrummel. Die 3. Diskussion. hiesige Gemeindevertretung und die Stellung der Arbeiterschaft hierzu. 202/17 Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Jedermann, ohne Unterschied der Parteistellung ist hierzu eingeladen. Der Vertrauensmann. Nach Schluß der Versammlung wird Vater Wöllstein für ein gemüthliches Beisammensein sorgen. Stralau, Rummelsburg. Am Montag, den 2. September, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Strohmeyer, Stralau, Markgrafendamm 19: Große öffentliche Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Joh. Sassenbach über:" Patriotismus und Chauvinismus." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Gäste sind willkommen. 8/2 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Achtung! großer Stand-, Parteigenossen u. Genossinnen von Friedrichsberg bett, 2 Ropf= und Umgegend. tiffen, mit gereinigten neuen Federn, von Sonntag, den 1. September, im Lokal des Herrn Asche ( Bum Fürsten Wolfgang), An der Landsberger Allee: 12 Mark an, fertige Inletts, Bettwäsche Matrazen jeder Art, Stepp-, Schlaf, Bettdecken und Polster- Bettstellen empfiehlt billigst das als streng reell bekannte, 1870 gegründete Spezial- Geschäft von S. Pollack, Oranien30892* Montag, den 2. September, abends 8 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: raße 61, am Morigplay. Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission über Lohn- und Lehrlingsfrage in unseren Werkstätten. 2. Was gedenken die Kollegen gegen die schlechtesten Werkstätten zu thun? 8. Verschiedenes. 2065b Kollegen, erscheint Mann für Mann und tretet ein für Eure und Eurer Familien Interessen! ( Siehe Flugblatt und Sonntag, den 1. September, Säulenanschlag.) Die Vertrauenslente. Verband der Möbelpolirer. Suche 1 Laden mit Wohnung zum Gr. Lassalle- Feier unter gütiger Mitwirkung Restaurant oder Stehbierhalle. Jahr des Musikvereins Harfe und der Arbeiter- Gesangvereine liche Miethe bis 1500 m. Offerten 1. A. 29 Exped. d.„ Vorwärts".[ 2167b Arbeitsmarkt. Achtung! Parquetbodenleger! Die Kollegen der Firma Rosenfeld& Cie. haben wegen LohnBuzug ist strengstens fernzuhalten. 76/ 17* Die Werkstatt- Kontrollkommission Montag, den 2. September, abends 8 1hr, bei Kühn differenzen die Arbeit niedergelegt. in Weißensee, Rölkestr. 20: Versammlung. T.- D.: 1. Bortrag des Kollegen Reuter. 2. Disfuffion. 3. Berſchiedenes. In Rigdorf bei Babenschneider, Hermannstraße: Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referent wird daselbst bekannt gemacht. Billets zur Urania" und zum Stiftungsfest sind in den Zahlstellen und in den Versammlungen zu haben. Der Vorstand. 145/8 Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Mittwoch, 4. September, abends 8½ Uhr, bei Schmiedel, Alte Jakobstr. 32: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: d. Deutschen Holzarbeiter Verbandes. Achtung! Achtung! Chirurgische Branche! Bei Dewitt& Herz, Georgenfirchstr. 24, ist wegen Lohndifferenzen fernzuhalten für Gürtler, Dreher, Schleifer und Arbeitsburschen. 48/6 ein Streit ausgebrochen. Zuzug ist von Friedrichsberg. Bei eintretender Dunkelheit: Großes Land- und Wafer- Feuerwerk. Raffeneröffnung 2 Uhr. Im Saale; Tanz. 222/9 Anfang des Konzerts 4 Uhr. Um zahlreichen Besuch ersuchte Die Vertrauensperson. Neue Welt, Hafenhaide 108-114. Sonnabend, den 31. August 1895: Lassalle- Feier, arrangirt vom Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert tafel der Maler und Oberon unter Zeitung des Dirigenten Herrn Tie§. unter Mitwirkung der Gesangvereine Bretzelschluss, Liedesfreiheit, LiederGrosses Feuerwerk. Lebendes Bild. Ball. Turnerische Aufführungen des Turnvereins Fichte. effrede, gehalten vom Reichstagsabg. J. Auer. Achtung, Klavierarbeiter! 218/8 Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Billet 25 Pf. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Jul. Pfaffe, Landsbergerſtr. 109 ,,, Seeschlösschen", Wilmersdorf( Lehmann). Der Streit in der Piano- Fabrik von dauert unverändert fort. Buzug ist strengstens fernzuhalten. 141/ 15* Die Werkstatt Kontroll Kommission. Ein tüchtiger Barockvergolder, der 23/11 Staligerstr. 28. 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über Kulturgeschichtliche Streifzüge". auch versilbern fann, verl. J. Joers, 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Billets zum Vergnügen in Sanssouci find Sonnabend in der. 2174b Sonnabend, den 31. August: Lassalle- Feier arrangirt von den Parteigenossen von Steglitz u. Friedenau unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine ( Friedenau) ,,, Zukunft I und Zaget nicht"( Steglitz) Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes. Rütli" Zahlſtelle Annenſtr. 16 und am Mittwoch in der Versammlung zu entnehmen. Farbigmacher vert., Kottbuser User 32. Großes Vokal- u. Juftrumental- Konzert. 1 Möbelpolier verl., Malplaquetstr. 12. = 202/11 Festrede, gehalten vom Genossen Paul Jahn. Permanente Beitungs- Anstellung. Eintritt 10 Pf. Auftreten der humoristischen Theater- Gesellschaft Strzelewicz. Berliner Berichte. Butonia. 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