flr.597 ♦ 4Z. �ahry. Musgade A Nr. 304 Bezugspreis. WSchentlich 70 Mennia. monatlich Z. Reichsmari voraus»adlbar. Unter»reusdand«llr DeullchlanS, Daiutio� Saar, und Riemeiaedrel Oetlerreich Litauen Luremdur« 4.5ü Reichsmart, für da» llbriO« Ausland 5.50 Reichsmart vro Monat. Der.Lorwtirt»' mit der Muftrier» ten Sonntagsbeilage.Lolt und Zeit� towie den Beilagen»Unterboltuns uno Wissen'.Aus der ssilmwelt'. .ilraucnltimme'.Der ilinder» freund' Luqend-BarwSrts' und »Dliik in die Lücherwelt' erscheint «ochentäglich tweimal. Sonntag, und Montags einmal. Telegramm-Adresse: «lSozioldemarrai Oerllu' Sonntagsansgabe Vevlinev Volksblatt Pfennig) Anzeigenpreise: Die« i n I v a I t i a« Ronvareille. ,eil« 80 Ptennig. ReNameteile 5,� äReichsmort..Rleine An, eigen' das ieltaedruckte Wort 25 Pfennig t,ulälno»wei«ettgedruckir Worte). jedes weiter« Wort 12 Pfennig. Etellcnaesuch« das erss« Wort lS Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- Naben ,äl>len für ,wei Worte. Arbcitsmarkt sseile 00 Pfennig. lsamilienaiueiaen für Abonnenten sscil« 40 Pfennig. An, eigen für die nichlte Nummer müssen bis 41» Ubr nachmittag» im Kauptaefchäft. Berlin SW 08. Linden- firasse 3. abgegeben werden. Geöffnet von 81» Ubr trüb bis 5 Ubr nachm. Zentralorgan der Bozialdemokratifchen Partei Deutfchlande Neöaktion und Verlag: öerlin EW. SS, LtnSenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292-297. vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SV). 68,£inden(lc.3 PoftlcheeNonto: Berlin 17 030-«auNoat»! Bant der«eteiter. Angeftelte» und Beamten Wallltr. Oö: Diilvato-Sefelschsst. Devojitenkasse Lindenstr. I. Regierungsbilöung vertagt. Bis zum Januar.- Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten. zu Amtlich wird mitgeteilt: Der Herr Reichspräsident empfing im taufe des Sonnabend zu Einzelbefprechungea über die Re u b i l. düng der Reichsregieruog die Führer der größeren Reich». tagsfraklionen, nämlich die Abgeordneten Graf Westarp(Onat.), Müller. Franken sSoz.). v. Guerarddu bist jung und ich bin alt. Ich habe drei Söhne, Mussolini, die sind alle alter als du. Der eine sitzt in Rom zur Rechten des Heiligen Vaters und ist Kardinal. Der andere hat in Spezia ein Schloß und befehligt als Admiral die Flotte des Königs. Der dritte, inein Lieber, ist.Lalzolaio', d, h. Schuster. Mussolini, gib mir deirre zerrissenen Sch,»he, damit sie mein Kalzoiaio flickt," Die, ausgeschifften Herausgeber und Mitarbeiter schusen sich ckb-r die»Reue Standarte", von deren Ergüssen wir bereits niehrs.ich Notiz nahmen. In ihrem neuesten Heft erzählen sie von der Fronde im Stahlhelm, die auch nach ihrem Austritt weiter wirke: Jetzt regt sich die Fronde im Stahlhelm. Der Frunds- berg-Verlog G. m. b. H., der das Eigentum des Herrn Seldte ist, gibt die»Alte Standarte" als Monatsschrift heraus. Der Führer des Stahlhelm begünstigt also eine Opposition, die sich notwendig gegen ihn, gegen Herrn Ludwig usw. richten muß. Diese Erscheinung ist nicht ohne Interesse. Die Opposition ringt um Einfluß im Stahlhelm. Die Herren Seldie und Ludwig stellen ihr zwar nicht das Verbandsorgan, den»Stahl- Helm", zur Verfügung; wohl aber verlegen sie den oppositionellen Kampf in eine besondere Monatsschrift, die den Anhängern der Opposition, nicht aber den Massen zugänglich ist. Was Ist der Sinn dieser Vorgänge? Die Leitung des Stahl- Helm schafft sich ein Ventil. Um ihre Politik»Hinein in den Staat' zu sichern, leitet sie den Widerstand gegen diese Politik in ein Organ ab, das mit dem Stahlhelm in keinerlei sichtbarem Zu- sammenhang steht. Mögen sie sich hier austoben, denkt Herr Lud- wig.»In Euch siedet das Blut, in mir aber siedet der Kalk, und das ist gefährlicher," sagte er einmal zu den Fron- deuren. 3a, im Stahlhelm siedet der kalk; man spürt& Man erklärl sich als Faschist: aber man ist nebenbei Anhänger der Deul- schen Dolksparlei. In seinem„Alten Dessauer' hat der Stahlhelm-Obrist Duefier- berg die Männer der„Neuen Standarte', wie sie selbst sagen,„in jener herzerfrischenden Weis« den Kopf ge- waschen, die ein Regimentskommandeur jungen Leutnants gegen- über anzuwenden pflegt'. Er schilt sie„überhebliche Frontliteraten'. Darauf erwidert der„neue Nationalismus", daß ,chi« Kampfbünd« innerlich fast erstorben' und daß ihre Muskeln sichtbar erschlafft seien! Und an anderer Stelle fügt er hinzu: Heute noch wie damals fühlen sich die nationalen F ü h r e r als Sthnlumicher des(ich national gebärdenden Lürger- lum». Heute noch wie damals läßt man sich von den b ü r g e r- lichen Parteiführern erzählen, was Ziel und Ausgabe der nationalen Organisationen sein darf..... Wenn aber der größte Frontsoldatenbund noch im Jahre I92S nicht weiß, daß die Parole für die deutsche Freiheitsbewegung nicht „Hinein in den Staat!' lauten darf, sondern nur.Her- aus aus dem Staat!' lauten kann, dann bestehen offenbar die hoffnungsvollsten Aussichten für die weitere Entwicklung der nationalen Bewegung in den nächsten sechs Iahren. Aus diesem Bronnen, wo„der Kalk siedet" und„überhebliche Frontliteraten' alte Regimentskommandeure bespritzen, soll dem deutschen Volk« das Heil kommen? Uns scheint, daß die Nationalisten wie die Kommunisten sich gegenseitig erledigen werden. Was immer- hin ihre verdienstlichste Tätigkeit sein dürfte. Die Hintergründe öes Schulstreiks. „Parteipolitische Mache" sagen die evangelischen Pastoren. Dortmond, 18. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der Schul- streit im westfälischen Bezirk ist stark im Abflauen begriffen. Wegen der einzuschlagenden Taktik ist neuerdings übrigens eine Spaltung innerhalb der evangelischen Geistlich- keit entstanden. Ein Teil der Pfarrer tritt für ein Abblasen der Streikoktion ein. Er verössentticht folgende für die Situation außer- ordentlich kennzeichnende Erklärung: »Es besteht die Gefahr, daß, se weiter der Streik sich aus- ... dehnt, sich andere Motive, die wir nicht billigen� nebenbei ein- Weichen. Daher halten wir uns zu einer Aufklärung der O e f f e n t l i ch k e i t für verpflichtet. �Wir lehnen kategorisch ab, daß das Ringen um di« evangelische Schule p a r t e i'p o l i t i s ch ausgewertet wird. Wenn wir der Sache unserer Kirche dienen. so tun wir es als Männer, die in ihrer Arbeit entweder polt- tisch neutral zu sein sich für verpflichtet halten, oder aber die gegenwärtige Staatsverfassung überzeugt bejahen. Jedenfalls er- kennen wir als Deutsche den jetzigen Staat und seine Regierung als Obrigkeit des deutschen Volkes an.'. Daß der Dortmunder Schulstreik parteipolitische Mache ist. war bei einer nüchternen Prüfung des Sachverhalts von vornherein klar. Long«, lange schwieg Giuseppe. Dann weinte er. Schließlich schlug er mit der Faust auf den Tisch und sprach: „Giuseppe ist zärtlich wie«in junges Mädchen, Giuseppe ist gerührt wie ein altes Weib Giuseppe ist sttnkender als ein Schwein. Komme mit mir nach Haust, Mussolini, zu meiner Tochter, komme! Meine Sohn« haben mir kein Geld geschickt. Um eine Lira werde ich meine Tochter schlagen, bis sie dir zu Willen fft. Bedenke: um ein« Lira, MussolimI Komm!' Ich konnte kein Wort sprechen. Die Zunge klebte mir am Gaumen. Meine Glieder waren wie gelähmt. Die Erhabenheit des Himmel» erdrückt« mich. Giuseppe stand aus und rannte mit einem Fluch davon. Seither ging er mir in großem Bogen au» dem Wege. Später ließ ich mir von Maria, der Wirtin der Trattoria del Giardino. bestätigen, daß Giuseppe wahr gesprochen hatte. Dies ist die Geschichte von dem Vater, der einen Kardinal, einen Admiral und einen Kalzolaio zu Söhne» hat. Das klein« Theater bringt eine der bekannten Miniaturrevuen, die das Renaissancetheater vor einigen Iahren als Gegengewicht gegen die Prachffchau-Reoue» eingeführt hat. Julian Ahrendt und Otto Brock nennen ihre Revueparodie„Ohl U. S. A.' und machen sich über die vorgebliche amerikanisch« Freiheit lustig. In den Bildern fällt die republikanisch« Gesinnung auf, die man sonst in den Theatern mit der Laterne suchen muß. Da Kurt Gerron die Spieler fest an der Strippe hält und die ganze Sache in flottem Temvo dahimvirbeit, freut sich das Publikum sehr und kargt nicht mit seinem Beifall. Dgr. wohlsahrls-Ankänse in der kunstgcmeiaschasl. In der Aus- stellung der Deutschen Zhmstpemeinschaft sind, im Auftrage des Hauptausschusses, für die Verlosung der Arbeiterwohl- fahrt vom Staatssekretär Schulz und Frau Iuchacz 20 Gemälde angekauft worden. Das bedeutet nach zwei Seiten hin sozialen Ge- winn: einmal sind Künstler in der Zeit vor Weihnachten mit nam- haften Beträgen bedacht und damit die Zwecke der Kunstgemeinschaft gefördert worden: zum anderen erhält die Verlosung der Arbeiter- Wohlfahrt in diesen mit Verständnis ausgewählten Kunstwerken (deren Wert jeweils um S0v M. liegt) einen starken Anziehungspunkt mehr. Zu der Wahl der Gemälde kann man die Beauftragten nur beglückwünschen. Eine zu große.Modernität' verbot sich von selber durch die volkstümliche Basis der Verlosung und die beschränkten Mittel. Es ist aber eine gute mittlere Qualität fast in allen Fällen gewahrt, so daß auch verwöhntere Kunstfreunde sich diese Werke lebhast wünschen können. Es kommt hier weniger auf Namen an (obwohl Dogner, Sandtuhl, Honigberger und andere bekannte Maler vertrete»» sind); ober diese Landschaften. Stilleben, Kindergestalten sind so gut gemalt und zugleich in einem angenehmen Sinne all- ggmein verständlich, daß sich eine Opposition breiter Kreise gar nicht denken läßt. Es ist guter Schmuck eines kultivierten Heims, von künstlerischer Prägung. Kitsch für den Kulturlosen ist rundweg aus- geschlossen. Und rocr besitzt den Mut, dies als Mangel zu bezeich- nen?„Er trete vor!' Mit diesen 20 Bildern hat sich die Zahl der Verkäufe aus der Weihnachtsschau der Kunstgemeinschaft auf 80 gehoben, mehr als ein Drittel des Ausgestellten: ein unerwartet glückliches Resultat, Es ist eine Blamage sondergleichen für die Hintermänner der Aktion, wenn jetzt sogar die Geistlichkeit als die autorttäre Hüterin der evangelischen Interessen von ihnen öffelttlich abrückt. Damit»st der Streik nach jeder Richtung hin erledigt. Das Kultusministerium hat keinen Anlaß, päpstlicher zu sein als der Papst. Es wird die Kon- sequenzen aus der Erklärung zu ziehen haben. Wenn dadurch die Verhetzten mehr leiden als die Hetzer, so ist das bedauerlich, aber nicht zu ändern._ Gesellschastsfeme gegen Nahraun. Eine Erklärung des Deutschen Qffizicrsbuudes. Der Deutsche Offiziersbund wendet sich in einer Erklärung gegen Mahraun. Die scharfen Erklärungen der anderen vaterländischen Verbände genügen ihm nicht. Er hat es darauf abgesehen, Mahraun zu erledigen. Auf welchem Wege das gemacht werden soll, geht aus der Erklärung klar hervor: Die Bundesleitung hat im Hinblick auf die wertvolle Gemeinschaft des Iungdeutschen Ordens ihre kulturpolitische Erziehungs- arbeit an der deutschen Jugend und mst Rücksicht auf die vielfach gemeinsame vaterländische Zusammenarbeit mtt den Organisatio- nen im Lande sich bisher Zurückhaltung auferlegt. Die eingetretene Klärung der Lage macht indes nunmehr eine u n- zweideutige Stellungnahme im Hinblick auf ihre Mit- glieder, die auch dem Orden angehören, erforderlich. Die Bundesleitung ist der Auffassung, daß. wer heute noch Mahraun in der Verrannthcit seiner Ideengänge, der geschehenen und noch weiter zu befürchtenden Maßnahmen folgt, sich mit- schuldig macht an den Folgen. An die Mitglieder des Deutschen Offiziersbundes, die Ordens- brüder und insbesondere, die dort führend sind, richtet die Bundes- leitung die ernste, von vaterländischer Sorg� getragene kamerad- schaftliche Mahnung der Pflichten ihres sie weiterhin binden- den einstigen Berufes und ihres Führertums eingedenk, sich mit ihrem ganzen Einfluß dafür einzusetzen, daß diese unheilvolle Politik ihr Ende findet. Ehre, Einheit und Zukunst und eine Gemeinschaft reinen nationalen Wollens müssen ge- schützt werden vor einem Manne, der. wenn auch un- bewußt, gefährliche Wege führt. Mahraun soll ein Opfer der gesellschaftlichen Feme werden. Er hat weiter nichts getan, als den Rcichswehrminister auf gewisse phantastische Bestrebungen innerhalb der Reichswehr vertraulich aufmerksam zu machen. Das Reichswchrministerium hat ihn darauf mit Mißachtung gestraft. Innerhalb der rechtsradi- kalen Verbände wurde ein Haberseldtreiben gegen Mahrann veranstaltet. Von dieser Seite begannen die Indiskretionen. Nicht auf Mahraun ist es zurückzuführen, wenn schließlich die Denkschrift an das Reichswehrministerium einer breiten Oeffentlichkcit bekannt wurde. Trotzdem verhängt der Deutsche Offiziersbund die gesellschast- liche Feme über Mahraun. Für ihn sst offenbar das Kriegsspkl Selbstzweck, die Folgen sind Ihm gleichgültig, und wer sich erlaubt, diese Seite der Frage Anzuschneiden, wird in die große Acht getan. Verfassungsänderung in Thüringen? Antrag auf Aenderung der Wahlquoteu. Die thüringische Verfassung bestimmt, daß aus 12000 Wähler ein Abgeordneter enffällt. Der letzte, bei starker Wahlbeteiligung gewählte Landtag setzte sich infolge- dessen aus 72 Abgeordneten, zusammen. Dagegen erhoben sich bald nach der Wohl im Jahre 1923 sozialistische Stimmen der Kritik. Die Debatte darüber wurde in den letzten Jahren fortgeführt und Hot jetzt ihren Niederschlag in einem Arttrag der großen Parteien des Landtags gefunden, der fordert, daß in Zukunft dem Landtag mindestens 53 Abgeordnete angehören sollen. Weitere Bestimmungen, insbesendere die Erhöhung der Wählerstimmen für einen Abgeordneten von 12000 auf 15000 sorgen dafür, daß der Landtag selbst bei größter Wahlbeteiligung in Z'ikunsr hoch- stens 5 7 bis 59 Abgeordnete haben wird. Wenn ae- stimmte K»utelen geschaffen werden, so wird die soziaEbemokratijche Fraktion der für die Aenderung der Mondatsziffer notwendigen Verfassungsänderung zustimmen. Damit würde die von den großen Parteien vorgeschlagene Regelung Gesetz werden. das für die Zukunft das Beste erhoffen läßt. An di« Stelle des Verkauften sind wiederum ausgezeichnete Dinge getreten; von welchem Geiste die DKG. beseelt ist, mögen einige Namen davon besagen: Heckel, Kandinsky, Kaus, Pcchstein. Ulrich Hübner, Karl Hofer(von dem sogar ein Bild bereits verkauft rourde). Auch die Iahresgaben der DKG. sind ausgestellt: signierte Graphiken von der Kollwitz, Zille, Feininger, Kandinsty usw. Durch ihren künstlerischen Wert treiben sie allein schon ausgiebig Propaganda für sie. Dr. Paul F. Schmidt. Das Preisausschreiben für eine künstlerisch-plastisch« Beethovon. Ehrung widerrufen. Der Berliner Magistrat teilt folgendes mit:„Die am 12. Dezember erlassen« Ausschreibung zur Erlangung von Modellskizzen für«in« künstlerisch- plastische Beethoven-Ehvung wird widerrufen, nachdem inzwischen ander« Vorschläge für die von uns beabsichtigt« Beethoven-Ehrung eingegangen sind, di« der Prüfung bedürfen.' Alexander Zemlinsky, der Operndirektor des Präger Deutschen Theaters, soll am 1. September 1927 Prag verlassen, um an der Berliner Krolloper eine erste Stellung unter sehr günstigen Bedingungen anzutoeten. Cr kann sich verlassen..Tulpenblatt.' sagt Lewy, indem er in das Bureau seines Geschäftsfrenndes eintritt.„Höre! Ich übergebe dir 10 000 Zloty zur Ausbewahrung, weil ich aufs Land reise und soviel Gold nicht mitnehmen möchte." »Mit Vergnügen, lieber Lewy! Sofort gebe ich dir eine Quittung. Uebrigens, mein Buchhalter und mein Prokurist sinö ja bei unserem Gespräch anwesend, also ist eine Quittung nicht nöttg." Es vergeht ein Monat. Lewy ist zurückgekehrt und stürzt sofort zu Tulpenblatt. »Serous. lieber Tulpenblatt! Ich komme um mein Geld." »Dein Gold?" »Was heißt da»? Ich habe dir doch 10 000 Zloty zur Aufbewahrung übergeben..." „Mir? Bist wohl nicht recht gescheit! Habe von dir überhaupt kein Geld bekommen!" »Du scheinst mir verrückt zu sein!" schreit Lewy.»Dein Buch- Halter und dein Prokurist wa-en doch Zeugen!' Tulpenblatt holt seinen Buchhalter und Prokuristen. »Bitte, meine Herren, können Sie sich erinnern, daß mir Herr Lewy irgendwann 10 000 Zloty übergeben hat?' „Wir wissen von nichts!" Nichts' haben wir gesehen." »Ich lauf« zur Polizei!' schreit Lewy »Sss— t— sss. reg' dich nicht auf,' beschwichtigt ihn Tulpenblatt. »ister hast du dein Geld. Ich»»»ollte mich»mr vergewissern, ob ich nrich auf mein Personal oerlassen kann." (»Glos Prawdy', Warschau.) Elve knuuisische Schaulplelergewertschatt. Die Union des Artistes tft im Begriff, sich zu einer geiverkichaiUichen Organisation umzugestalten, die die franzSsiiche Parallele zur Genoffenichast Deutscher BiibnenangehSriger darstellen wird. Sine enttcheidende Satzungsänderung ist bereit» angenommen. Der endgültige Beschluß soll im Frühjahr stattfinde». Die Iront von Sta Die Politik Vorläufig leugnen die Führer der Kommunistischen Partei immer noch krampfhaft die Richtigkeit der Enthüllungen des„Mair- [Hefter Guardian" über die Beziehungen zwischen dem Reichswehr- Ministerium und der Sowjetregierung Die Fabrikation von Groh- kampfflugzeugen in russischen Iunkers-Fabriken für die Reichswehr haben sie bereits zugeben müssen, dagegen wollen sie von den Munitionslieferungen über Stettin nichts wissen. Aber wie lange noch? Inoffiziell sind die Waffenlieferungen in- zwischen auch von dem Reichswehrministerium schon zugegeben worden. Das offizielle Geständnis wird wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, und dann hilft auch den Kom- munistensührern alles Leugnen nichts mehr. Vieles wird dann im Lichte der neuen Enthüllungen eine sonderbare Deutung erlangen. Im Laufe der letzten Jahre fiel es wiederholt auf, daß fast jeder Aufruf der Kommunistischen Partei mit der Forderung schloß: „Schutz- und Trutzbündnis mit Sowjetrußland!" Diese Parole war eigentlich das einzige, was die Kommunistische Partei als eine Losung gegenüber der von der Sozialdemokratie empfohlenen Verständigungspolitik vorschlagen konnte. Besonders während des Ruhrkampfes, gegen besten Abbruch die Kommunisten ebenso wild ankämpften wie die Völkischen, gaben die KPD.-Führer die Parole aus:„Kampf am Rhein. Schulter an Schulter mit Sowjet- rußland gegen Frankreich." Das Bündnis zwischen Hakenkreuz und Sowjet st ern trat damals sehr deutlich in die Erscheinung und wurde ganz offiziell von Karl Radek propagiert, der zu jener Zeit gerade— natürlich„zufällig"— in Deutschland wellte. Radek, der damals der maßgebend« Beauftragte der Sowjetregierung in Deutschland war, trat offen für einen aktiven Widerstand gegen die Franzosen ein und für ein Zusammengehen der beiden Extreme, da alle übrigen Parteien mehr oder minder bereit wären, den pastiven Widerstand abzubrechen. Ihren Höhepunkt erreichten diese intimen Beziehungen zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern während der beiden Reichstags- wahlkämpfe vom Jahre 1924. Die Rechts- und Linksrad:- kalen schonten sich gegenseitig nicht nur. sondern richteten auch Ihre ganze Propaganda ausschließlich gegen die Sozialdemokratie. Die Freundschaft ging so weit, daß die Völkischen in ihren Versamm- lungen erklärten:„Wenn ihr nicht völkisch wählt, dann wenigstens kommunistisch, auf keinen Fall aber sozialdemokratisch", während kommunistische Redner mit ähnlichen Aufforderungen zugunsten der Völkischen auftraten. Das geschah so übereinstimmend, besonders auf dem flachen Lande, daß offenkundig eine einheitliche Parole in diesem Sinne von der kom- munistischen Parteizentrale ausgegeben worden sein mußte. lin bis Stahlhelm. der KPD. Man erinnert sich ferner daran, daß Klara Zetkin? Reichs- tagsreden einen ausgesprochen nationalistischen Charakter trugen und stets von lebhasten Zustimmungskundgebungen der Deutschnationalen und Deutschvölkischen begleitet wurden. Auch Ruth Fischer, die in jener Zeit allmächtig in der KPD.-Zentrale herrschte, schlug ähnliche Töne an und trat namentlich in Berlin in Versammlungen auf. die speziell für die national! st ischen Studenten einberufen wurden. Bei der sklavischen Unter- würfigkeit der deutschen Kommunisten gegenüber Moskau ist es ausgeschlossen, daß eine ebenso sonderbar« wie gefährliche Haltung von der kommunistischen Parteizentrale auf eigene Verantwortung und aus eigenem Antrieb beschlosten worden ist. Vielmehr müssen bestimmte Richtlinien in diesem Sinne aus Moskau vorgelegen hoben. Vielleicht haben sogar unter den Führern nur die aller- wenigsten die Zusammenhänge gekannt. Jetzt aber, nach den Eni- hüllungen des„Manchester Guardian" erkennt man deullich, was für ein elendes Doppelspiel mit den kommunistischen Arbeitern von Moskau aus betrieben wurde. Es muß dabei noch an jenes sonderbare Frühstück erinnert wer- den, das der Generaloberst von Seeckt zu Ehren des bolsche- wistischen Außenkommistars Tschitscherin im Winter 1923— 1926 gab. Die deutschen Kommunisten konnten diese Einladung gar nicht fassen, zumal sie von dem Manne ausging, der noch wenige Monate zuvor als Oberbefehlshaber im Belagerungszuswrd die Kommumstische Partei verboten hatte. Tagelang war die„Rote Fahne" trotz fort- gesetzter Aufforderungen in der sozialdemokratischen Presse nicht dazu zu bewegen, die Tatsache dieses Frühstücks ihren Lesern mit- zuteilen. Auch wir konnten uns damals diese Freundschaft kaum anders erklären als eine bloße Demonstration des Chefs der beut- schen Heeresleitung gegen die Politik von Locarno und für die Orientierung nach dem Osten. Jetzt allerdings sind uns die Zu- sammenhänge bedeutend klarer geworden. In diesem Zusammenhang muß man sogar die Frag« auf- werfen, ob denn die Taktik der Kommunisten bei der Reichs- Präsidentenwahl wirklich nur durch Fanatismus und Bor- niertheit diktiert worden ist. Damals haben wir es so ausgesaßt. Jetzt allerdings, wo man die Gründe kennt, weshalb Moskau so großen Wert auf gute Beziehungen zu deutschen Mili- t ä r s legte, muh man sich fragen, ob nicht die Aufrechterhaltung der Zählkandidatur Thälmann, durch die die Wahl Hindenburgs erst ermöglicht wurde, nicht ganz bewußt von Moskau angeordnet wurde, um die Wahl von Marx, dem Mann der Ver- ständigungspolitik mit Frankreich und England, zu verhindern, und die Wahl des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, des Abgottes des deutschen Oftizierkorps, zu ermöglichen. Das pariser Echo öer Krise. Aus Haft gegen Briattd hofft die Reaktion auf deutsche Rechtsregierung. Varls, 18. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die reaktionär« und nationalistische Presse in Frankreich fährt fort in dem Versuch, aus der deutschen Krise Kapital für ihre eigenen Zwecke zu schlagen. Unter völliger Verdrehung der Tatsachen stellt sie die Dinge so dar, als ob das Kabinett Marx-Stresemann lediglich wegen seiner Verständigungspolitik zu Fall ge- kommen sei. Der sehr durchsichtige Zweck dieses Manövers ist, B r i a n d durch den der Polllik von Locarno angedichteten Miß- erfolg in der öffentlichen Meinung Frankreichs zu d i s k r e d i- t i« r« n und dadurch zu Fall zu bringen. Für die außen- politischen Wirkungen, die man in den hiesigen nationalistischen Kreisen von der Umbildung der deutschen Regierung erwartet, ist nichts symptomatischer als der am Sonnabend von dem„Echo de Poris" mit geradezu zynischer Offenheit ausgesprochene Wunsch, daß die Krise mit der Bildung eines ausgesprochen rechtsgerich- t e t e n Kabinetts ihre Lösung finden werde. In sympathischem Gegensatz dazu steht die Beurtellung, die die Krise und vor allem ihr« Ursache in der Linkspresse findet. Für den„Quotidien" liegt in der gegen die Reichswehr und ihre fcen Frieden bedroherden Machenschaften gerichteten Inlliative der deutschen Sozialdemokratie ein unwiderleglicher Beweis für die rapiden Fortschritte, die dank der Politik von Locarno in Deutschland die Abrüstung der Geister gemocht habe. Die deutsche Sozialdemokratische Partei habe gezeigt, daß sie jetzt, nachdem die Abberufung der Interollnerten Militärkontrollkom- Mission gesichert sei, entschlossen sei, selbst die Abrüstungs- kontroll« in die Hand zu nehmen und sich jedem Versuch einer Politik mllitärischer Abenteuer mit aller Kraft entgegenzustemmen. Aehnlich äußert sich auch der linksstehende „Soir", der dem Versuch der französischen Rationalisten, die deutsche Krise gegen Briand auszuspielen, die Tatsache gegen- überstellt, daß die Politik von Locarno und Thoiry nicht nur von der großen Mehrheit sowohl des deutschen wie des französischen Volkes getragen werde, sondern auch die einzige sei, die Europa den Frieden zu sichern vermöge. Der ,L! e m p s" polemisiert in gewohnter Weise gegen die deutsch« Sozialdemokratie, die er dafür verantwortlich macht, eine Krise provoziert zu haben, deren Ausgang zum mindesten in hohem Grade ungewiß sei und sehr leicht zu einer Verschiebung der Ver- hältniste führen könne. Immerhin gibt auch das führend« Blatt der gemäßigten Reaktion der Ueberzeugung Ausdruck, daß die einzig vernünftige Lösung der Krise in der Bildung einer a u s g e- sprachen linksgerichteten Regierung besteh«, die allein in der Lage sei, im Innern die Republik zu konsolidieren und nach außen die Politik der Annäherung und der internationalen Ent- spannung weiterzuslchren. London hofft auf Sie Regiervng See entschieüenen Linken. coodon. 18. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) In politischen Kreisen Londons wird durchaus die Auffassung der„Times" geteilt, daß die gegenwärtig« Krise in Deutschland sich grundsätzli ch von den zahlreichen deutschen politischen Krisen der letzten Jahre unterscheidet: daß es sich diesmal um eine entscheidende Auseinandersetzllug darum handle, wer, wie die„Times" sich ausdrücken, wirklich in Deutschland regiert. Republikaner oder diejenigen, die aus ein« politische und milltärtsch« R e st a u r a- t i o n ausgehen. Wie au» den Meinungen der Londoner Press« im allgemeinen hervorgeht, hat man hier ein überraschend großes Verständnis für die inneren und äußeren Ursachen, die es der Sozialdemokratie unmöglich gemacht haben, ihren Vorstoß gegen den heimlichen deutschen Militarismus in voller Schärfe zu unternehmen. Die„Times" nennen den Augenblick„innerlich unangebracht, in Wirklichkeit jedoch für die Entwicklung des modernen Deutschland durchaus passend". Die„Morning Post" spricht die Auf- fastung der offiziellen englischen Kreise aus, wenn sie wörtlich sagt: ..Herr Schei bemann hatte durchaus recht, wenn er fest- stellte, daß jeglicher Versuch, heimliche Rüstungen vorzunehmen, not- wendigerweis« den Ruf der Anständigkeit Deutschland« sowohl im Innern wie im Ausland in Frage stelle." Wenn irgendetwas eindeutig ist, so ist es die Tatsach«, daß die deutsche Krise, was England betrifft, keinerlei ungünstige außenpolitisch« Rückwirkungen auf Deutschland ausüben wird. Dieser Zluffastung haben sämtliche Bertiner Korrespondenten der Londoner Blätter vorgearbeitet, indem sie übereinstimmend fest- stellten, daß, wie Immer auch die Entwicklung in Deutschland ver- laufen werde, die bisherige Linie der Außenpolitik Deutlchlands beibehalten wird. Interessant Ist, daß mehrere der Berliner Korrespondenten der großen Londoner Zeitungen die Auffassung vertreten, daß sich die Stimmung in den politischen Kreisen Deutschlands während der Weihnachtsferien des Parlaments n a ch links und nicht nach rechts oer schieben dürfte, und daß der erst« Eindruck, es werde tn Deutschland zu einer Rechtsregierung kommen, keineswegs zuträfe. Die vernünftige Lösung der Krise bestehe in der Bildung einer ausgesprochenen linksgerichteten Re- g i e r u n g. die allein in der Lage soi, im Innern die Republik zu konsolidieren und nach außen die Politik der Annähenntg und der internationalen Entspannung weiterzuführen. Germersheimer Prozeß. Fortsetzung der Zeugenvernehmung. In der Sonnabendsitzung des Germersheimer Prozesses gegen den Leutnant Rouzier wurde die Zeugenvernehmung wegen der Vorfälle im Eafä Engel am 26. September beendet. Es wurde ein- wandfrei festgestellt, daß es sich um einen unbedeutenden Vorfall handelt«, bei dem ein noch Zeugenaussagen betrunkener französischer Soldat wegen Belästigung des Servtersräuleins und wegen Ziehens des Bajonetts entwaffnet und auf die Straße gesetzt w»rde. während sein Kamerad keine Hand für ihn rührte, sich viel- mehr mit den in dem Easä anwesenden Deutschen verbrüderte und dabei erklärt«, seinem Kameraden sei ganz recht geschehen, denn er habe Händel gesucht. Der damals herausgesetzte Soldat erinnert sich der Vorgänge nur noch höchst ungenau. Nach den Bc- kundungen des französischen Militärarztes, der ihn seiner Zeit bald noch der Tat untersucht hat. geht aber hervor, daß er keine ernst- haften Verletzungen davongetragen hat. In der Nachmittagssitzung wird der Zeuge Willi Klein ver- nomtnen, den Rouzier als ersten in der Unglücksnacht mit der Reitpeitsche mißhandelt hat. Di« Schläge aus Klein werden durch Leutnant Brunei, den Freund Rouziers, be> st S t l g t. Zwar ist der Zeuge sichtlich bemüht, die Sache in einem milderen Lichte erscheinen zu lasten, doch die Zwischcnftage der deutschen Verteidigung wirft Licht auf verschiedene Einzelhelten. Er hat Ztouzier an wetteren Brutalitäten gegenüber Klein verhindert. Deutsche Zeuge» ergänzen die Aussage. Es wird dann in die Behandlung des Falles Holzmann eingetreten. Rouzier behauptet, von Holzmann angegriffen zu fein. H o l z m a n n leugnet das. Rouzier habe ihn ohne Grund mit der Reitpettsche niedergeschlagen, so daß er bewußtlos war. Die Schüsse des Rouzier seien also, selbst wenn der Ossizier sich bedroht gefühll hätte, doch vollkommen überflüssig gewesen. Holzmann trug keinen Stock, ebensowenig sein« Be- gletter Klein und Schordt. Sie waren ohne Hut. Beißmann habe einen Stock getragen. Der Vorfall ereignete sich, wie Holzmann angibt, blitzschnell. Auf den Gedanken, sich zu wehren, habe er gar nicht kommen können, da er auf gar keinen Schlag gefaßt ge- wesen sei. Bei der Zeugenvernehmung zu diesem Fall kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem französischen Anklagevertreter und der deutschen Verteidigung, die dagegen protestierte, daß die Zeugen über ihren Aufenthalt und Lebensunterhalt in der Zett zwischen dem Vorfall und dem Prozeß gefragt wurden. Es wurde deshalb der Gerichtshof angerufen. Er erklärt« nach längerer Beratung, daß dem Antrag der deutschen Verteidigung mit 3 gegen 2 Stimmen entsprochen worden sei. Um 148 Uhr wurde die Sitzung aus entsprochen worden sei. Um'>48 Uhr wurde die Sitzung vertagt. Ein vergeblicher vö'lkerbunüsappell. Aber internationale Personalausweise für italienische Flüchtlinge sind möglich. Gens, 18.' Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Ein Appell der italienischen Verbannten und Flüchtlinge in Poris an den Völkerbund, der von den französischen Zeitungen am Freitag veröffentlicht wurde, ist am Sonnabend im Völkerbundssekretariat eingegangen. Es dürft« ihm schwerlich irgendwelche Folge gegeben werden können, da sich der Völkerbund rechtlich nur mit solchen Fragen befassen kann, die durch eine Regierung zur Diskussion gestellt werden. Da sich aber kaum«ine Regierung finden dürfte, die bei dem Völkerbund einen Eingriff in die inneren Angelegenheiten Italiens verlangen wird, so dürfte der Appell wirkungslos verhallen und seine Ab- scnder werden vom Völkerbundssekretariat wahrscheinlich keine andere Antwort erhalten als eine gewöhnliche Empfangsanzeige. Dagegen erscheint es nicht ausgeschlossen, daß man den italieni- schen Flüchtlingen in ähnlicher Weise wie den russischen, armenischen usw. wenigstens einen Personalausweis wird verschaffen können. Das wäre möglich durch die Äerkehrskommission des Völkerbundes unter Auslegung oder mit einer Verallgemeinerung der bisherigen Resolutionen dieses Ausschusses auf dem Gebiete des Flüchtlingswescns. » Di« italienischen Flüchtlinge wären für die Ausstellung aller im bürgerlichen Leben notwendigen Urkunden, polizcllichen Anmel- düngen, Pässen, Ausweisen usw. auf die Gnade der faschistischen Behörden angewiesen. Sie erhallen von diesen natürlich keinerlei Unterstützung. Daher wäre die Ausstellung internationaler Pässe und Ausweispapiere für die italienischen Emigranten wenig- stens eine geringe Hilfe, die zu leisten die demokratischen Staaten moralisch verpflichtet sind. Ein solcher Vorschlag würde im Dölker- bunde die erbittert« Opposition des Faschismus hervorrufen. Um so mehr verdient er, durchgeführt zu werden. Neue Pfründen für Jasthisten. Aus Mailand wird uns berichtet: Unter dem Vorsitz Mussolinis hat der italienische Ministerrat die Zahl der Provinzen um 17 ver« mehrt. Italien besitzt jetzt bei einer Gebietsausdehnung von drei Fünfteln Frankreichs mehr Departements als dieses. Die Dermeh- rung der Verwaltungsbezirke ist ein Mittel, um den Faschisten neue Stellen zu verschaffen. Durch die letzten Verordnungen sind eine ganze Anzahl der gewalttätigsten Faschisten zu Präfekten und Pro- vinzdirektoren ernannt worden. Unter ihnen wiegen bekonnte Teil- nehmer an Brandstiftungen, Plünderungen und faschistischen Zerstörungen vor. Das Tollste ist die Ernennung Pcroni-Compagnis zum Präfekten in Reggio Emilia. Dieser Peroni-Compagni wurde als Offizier aus der Armee wegen unwürdigen Verhallens und wegen Feighell ausgestoßen. Er ist einer der ersten Anhänger des Faschismus, der ihm Gelegenheit bot. seine Feighett in Grausam- kell zu oerwandeln. Florenz wurde von ihm regiert und kann von Straferpeditionen gegen Ungläubige erzählen.. Die veröroffenheit ües Elsaß. Eine parlamcutarischc Untersttchungskonrmisfion. Varls. 18. Dezember.(Eigener Drohtbertcht.) In der französischen Kammer hat am Sonnabend der«lsässische A b g e- ordnete Selz den Antrag auf Einsetzung einer porloinen- tarischen Untersuchungstom Mission zur Prüfung der unhaltbar gewordenen Verhältnisse in Elsaß-Lothringen«ingebracht. Die Kommission soll aus 7 Senatoren, 11 Abgeordneten und 3 Delegierten der Regierung bestehe». In der Begründung des Antrages heißt es, daß die politische Situation in den beiden wiedergewonnenen Provinzen einen Charakter angenommen Hobe, der nicht nur vom nationale». sondern auch vom internationalen Gesichtepunkt im höchsten Grade bedenklich sei. Die Unzufriedenheit habe bereits wenige Wochen nach dem Waffenstillstand begonnen. Dem Enthusiasmus von damals sei eine schwere Verstimmung gefolgt, die sich seitdem von Jahr zu Jahr verschärft habe und zu ernstester De- unruhigung Anlaß gebe. Den Anstoß dazu haben vor allem der Wechsel der Verwaltungsmethoden gegeben, die das elsäffische Boll zu fortwährenden, für Frankreich wenig günstigen Vergleichen veranlaßt habe. Heute richte sich der Unmut und die Verbitterung nicht mehr gegen die Verwaltung allein, sondern gegen Frankreich schlechthin. Die Verdrossen- heit vom Jahre 1919 habe sich in systematische und g r u n d s ä tz- liche Opposition verwandelt, die beunruhigende Ausmaße ongeuommcn habe. Die Vornahme einer parlamentarischen Enquete sei sicher weniger gefährlich als die öffentliche Behandlung des Uebels von der parlamentarischen Tribüne herab. Aus jeden Fall aber würde es gefährlich sein, die Dinge bis zu den nächsten Wahlen treiben zu lassen, da die Wahl überraschende Ergebnisse haben könnte, wenn man den Gründen des Uebels nicht rechtzeitig begegne. Die Begründung schließt mit dem Wunsch«, daß die Enquete allen Seiten des komplizierten Problems ihre Aufmerksamkeit widme. Sie dürfe weder vor der Sprach enfroge noch vor der Autonomiebewegung, noch vor den aus den zahl- reichen Berührungspunkten des Landes mit Deutschland resul- tierenden, sehr ernsten Schwierigkeiten zurückschrecken, wenn sie wirklich Abhilf« schaffen wolle. Diplomatie oüer Krieg! In Erwartung freundschaftlicher Verständigung. Peking, 18. Dezember.(WTB.) Der britische Geschäfts- träger in Peking hat dm Gesandten der Mächte ein Memo- randum über die brllische Politik gegenüber China übermittelt. Reuter zufolge oerlautet, daß die Denkschrift Vorschläge liberalen Charakters und von großer Tragweit« enthäll. Die Besprechungen des britischen Gesandten Loinpson mit dem Minister für auswärtige Angelegenheiten der Kantonregt«- rung Tfchen sind gestern an Bord des Kanonenbootes„Peters- field" beendet worden. Die Besprechungen trugen einen sehr herzlichen Charakter und haben eine sreundschoftliche Atmosphäre geschaffen. Es verlautet, daß die Besprechungen nach Renjoi-r wieder aufgenommen werden sollen. Da» Freigobegesetz über das deutsche Eigentum ist vom amen- konischen Repräsentantenhaus angenommen worden. ■ WEUfMMHTS-WEMMMJF •im einfarb oder O OO- l gestreiftem Zephir�»« yV-/: | Servierkleid»u.«chwux l Zanella mit weiß. 7 7 C i Garnit. u. Schurze/ Heute von 2-üUlir geöffnet j B E R L IN» C KdDN 1G5TRASSE SPAN DAUER STR. Tischwäsche Reinleinen gebleicht Jacquard 127X1304 95 127X160 3 95'27X225 Z 45 '55X2259:90& 12:60X15:30 Passende Servietten 58><58cm. Stock 1.05 Einzelne gebleichte Jacquard-Servietten «X48. 6 Stück 2.45 36><36- 6 Stück 1 45 Künstler-Kaffeedecke weiß Zwirnkrepp 7.45 130 x i6o cm 8.95 rr re j 1 kariert, mit Leinen• Glans, 1 O f} Katfccdcckc noxiiocm............. I«ZU Hauswäsche Stubenhanatücher Groß« 46x1 10 cm. 1 I c halb'ein. 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Der Zentraloerband der Hotel-, Restauranl- und Tafeange- stellten hat mit dem Arbeitgeberverband im Gastwirtsgewerbe be- füglich des Weihnachtsheiligabends vereinbart, daß wie in den Vorjahren die Betriebe möglich st abends um 7 Uhr geschlossen werden, um den gastwirtschaftlichen Arbeitnehmern Gelegenheit zu geben, den Weihnachtsabend bei ihren Familien zu verbringen. Soweit die Betriebe nicht geschlossen werden, soll mindestens den oerheirateten Arbeitnehmern Urlaub für die Feier im Kreise ihrer Familie gewährt werden. Für die Silvesternacht 1926 wurde vereinbart, daß die Garantielöhne der Aushilfskellner bzw. die Löhne der Aushilfsköche um 100 Proz. erhöht werden,_ Die Arbeitszeit in den Krankenanstalten. Zwischen dem preußischen Wohlfahrtsministerium und den Ver» tretern der Provinzialbehörden findet im Laufe des Januar eine Besprechung über die Arbeitszeitoerordnung für die Krankenan st alten vom 13. Februar 1924 statt. Der bevölkerungspolitische Ausschuß des Preußischen Landtages hat über das Ergebnis dieser Besprechung einen Bericht onge- fordert. Ebenso forderte der Ausschuh vom Landtag die An- nähme eines sozialdemokratischen Antrags, der das Stoatsministerium ersucht, mit allem Nachdruck auf die �D u r ch> führung der Verordnung über die Arbeitszeit in den Krankenanstalten hinzuwirken._ Entgegenkommen kennen die Unternehmer nicht! Die Textilarbeiter im Bezirk Hannover oerlungen eine Erhöhung der Löhne um 15 Proz. Eine Erfüllung der Forderung hätte in der Orteklasse I(Großstadt Hannover) für die Männer 65 Pf. und für die Frauen 46 Pf. pro Stunde gebracht. Diese gewiß sehr bescheiden zu nennende Forderung wurde abgelehnt. Das nimmt um so mehr wunder, als Betriebe, wie die Samtweberei chonnover-Linden, in Frage kommen, die von jeher nicht nur sehr guten Geschäftsgang hatten, sondern auch Wirtschaft- lich äußerst gut stehen. Dividenden von 15 Proz. sind die Regel._ Schiedsspruch für die Kaliindnstrie. Ein für die K a l i i n d u st r i e soeben gefällter Schiedsspruch sieht eine Erhöhung der Tarisschichtlöhne um drei- einhalb Prozent ab 1. Dezember vor. Das neue Abkommen soll bis zum 28. Februar gellen. Di« Ertlärungsfrist läuft bis zum 18. Dezember._ Iveihnachtsunterstühung im Buchbinderverband. Aus der Zen- tralkasse erhallen die ausgesteuerten Mitglieder für sieben Tag« und die im Unt«rstützungsb«.zuge Stehenden für vier Tag» Exrraunterftützung. Die lokale Unterstützung beträgt: 5—20 M. für männliche und 3— 15 M. für weibliche Mitglieder Auszahlung ab 21. bis 24. Dezember in der Zeit von 8 bis 1 Uhr. Als Ausweis muß Stempelkarte und Mitgliedsbuch bzw.-karte vor. gelegt werden verband der graphischen Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen Deutsch- lands, Ortsoerwaltung Berlin. Mitglieder, die in der Woche vom 13. bis 18. Dezember arbeitslos sind, ferner Krank«, die vom 13. bis 18. Dezember erwerbsunfähig sind und kein« Verbandsunterstützung beziehen sowie Vollinvaliden können vom 21. bis 2 3. Dezember, in der Zell von 9— 3 Uhr im Kassenbureau die Weihnachtsunterstügung abheben. Zenkralverband der Maschinisten und Heizer Deutschlands. Ge- schöftsstelle Groß-Berlin. Mitglieder, welche am 6. Dezember arbeitslos oder invalide waren und am 21. Dezember 1926 noch arbeitslos sind, erhalten eine einmalige außerordenlliche Unter- stützung, und zwar, wet bis zum 21. Dezember 1926 10 Wochen- bellräge gezahlt hat 5 M., 26 7 M.. 52 10 M. 104 15 M.. 312 20 M., 520 und darüber 30 M. Die Arbeitslosigkeit muß durch Arbeitsnachweiskarte ordnungsgemäß bescheinigt sein. Als Beginn der Arbeitslosigkeit ist die Meldung auf dem Arbeitsnachweis maß- aebend. IHe invaliden Kollegen haben den Nachweis chrer Invalidllät zu erbringen. Die Mitgliedsbücher müssen bei der Auszahlung der Unter- stützung in Ordnung sein. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt am Dienstag, den 21. Dezember 1926, vermirto�s 9 Uhr bis 1 Uhr nachmittags an der Kasse unseres Bureaus.— Die wochent- l i ch e Auszahlung an unsere kranken und erwerbs- losen Kollegen erfolgt am Freitag, den 24 Dezember, oormlltags von 9 bis 11 Uhr, in unserem Ortsbureau.— Dos Ortsbureau bleibt für den öffentlichen Berkehr am Freitag, den 24. Dezember. ab 12 Uhr, und Montag, den 27. Dezember(3. Feiertag), geschlossen. Di« Ortsverwaltung. Das AfA-Orkskarkekl Betlin schließt seine Geschäftsstelle vom 24. Dezember, mlltags 12 Uhr, bis einschließlich 27. Dezember, und ferner vom 31. Dezember, mittags 12 Uhr, bis einschließlich 2. Januar 1927. Achtung. Zimmerer! Die Baustelle Kaiserdamm 38 von der Firma Theodor Müller, Charlottenburg, Mommsenstr. 33, ist g e s p e r r t. Die Zimmerer sorderten für die dort auszuführen- den Arbeiten den Zuschlag von 20 Prozent zum Tariflohn. Di? T a ri s k o m m i s s i o n Hot am 16. Dezember 1326 festgestellt, daß der Anspruch berechtigt und der Zuschlag zu zahlen ist. Diesen Entscheid zu erfüllen hat die Firma abgelehnt und die Bau- stelle stillgelegt. Kameraden, übt Solidarllät mit den Streikenden. meidet die Baustelle! Zentrawerband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Gesperrte Gaflwirlsbelrlebe. Wie uns der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Eose- Angestellten mitteilt, sind folgende Gastwirtsbetr>ebe für organisierte Arbeitnehmer gesperrt: Cafe Triumph-Palast, Inh Kasch. Oronienstr. 53 54: Gastwirt Oppermann, Am Ostbohnhos: Gastwirt S ch a l l h o r n, Paul- Singer-Str. 35: Max und Moritz, Oronienstr. 162: Gustav K a p p e s e r, Möckernstr. 155; Restaurant„Groß-Berlin". Inh. Karl Keller, Am Alexand« rplatz. Mrtallcrbcitrt, Bezirk N de« DMB. Am Mittwoch, 12. Doznnbor. nachmittag- V/t Uhr, im Lokal Imbrra. ObrrschSncwoihr. Wilhrlminon- hotllr. Z4, wichtige gus�mmenkunii aller EPD.-Mciallarbeiler de- Be- ziil- 21. Partei- und Gewerlschoftsansweis lind mitzubringen. -(frcktia» Ter onsvorstand. Inqendqruppe des zdS. Morgen, Montag, 716 Uhr folgend« Zkzr.ket Lichte« Heeg: Zuoendheim Porkaue U>. Heimabend.— Südoft-Trepto«: Iuoend» heim Reichende ger Str. fifi. Berufskundlicher Arbeiizadend(Sd)umann).— Norden: Jugendheim Schule Danziger Str. 23. Bortragt„Moderne Er. Ziehung"(Sticke). Freie Sewetklchaft-jngeod. Morgen. Montag. 7 Uhr, Film-Abend in der Knlturabieilung des Deutschen Metallarbeiterverdrndes. Berlin, Linienslr. l?7. zentraloerdand der Angestellten. Kronkenkassenangestellte! Bbschluh bend Sruber nicht Montag, sondern Dienstag. 21. Dezember, in Chrrlotlenburg gentraloeeband der Maschinisten»nd Heizer,i»»??zo Wi-flh«atoft 300 cm Unj., fß 2 Bettlaken»,. M0X3S3............ 1 Ueberlaken i btnf mit Hohlumm renieri Heul« von 2-6 2 Barchentlaken»u itru«» 6 90 Kutte.............. 6 Handtücher oeretMUMiB«. roter Kute........... 3 Frottierhandtücher»oisor KrtDuUteff mit roter Kante.,. Nachthemd m.>«. Aomei»»<1 Bobikrofuu ttrhl( bereut... Taghemd u.Beinkleida�t.«799 hui4gMtln.Snit lack.,p'intür..m.Hutbd. u. Stange Frisiertoilette«euieaurt mit oralem Spiegel..... n.uuiuiM nrMb»* 12M 2850 3900 �edem-LüStl ff Pr I■*y**W�'tr!!ü£ECif0Sebastianstr Weihnachtskuchen km Gböachlofenaspl. 1S23— 1926. Es mar am dritten Wechnachtsfeiertag 1923, zur Zeit der höchsten Inflation. Im Asyl für Obdachlose war es so trostlos wie immer: ausgehungerte, frierende, zerlumpte Menschen. Einer von ihnen, ein alter Asylist, hatte aber an diesem Tage ungewöhnliches Glück: an irgendeiner Tür war ihm vom Ueberfluß der Weihnachts- kuchen ein tüchtiges Stück zugeteilt worden. Voll freudiger Er- Wartung des kommenden Genusses bepab er sich auf seinen harten Platz im großen Schlafsaal. Holla. Kuchen im Echlafsaal..Du. Alter, gib uns auch ein Stückchen ab." Der Glückliche packte aber schnell seine Kostbarkeiten in das Papier und oersteckte sie unter seinen schmutzigen Rock.»Willst alles für dich behalten, du alter.. Gierige Augen flackerten auf, hungrige Hönde streckten sich nach dem Alten. Fauste ballten sich über seinen schwachen Körper und schon lag er oerprügelt und ausgeplündert da. Die Kuchen waren weg, aber auch sein Paß war verschwunden. Und 70 Milliarden Papier- mark— das waren damals gerade 70 Pf.— waren auch weg. Aufseher und Polizei kamen. Es fanden peinliche Untersuchungen statt. Einer wurde abgeführt. Ein anderer, ein einarmiger Kriegskrüppel, prahlte aber hinterher in der Asylkneipe, daß der Festgenommene es gar nicht gewesen sei. sondern er selbst. Er wurde oerhaftet, saß vier Monate in Untersuchungshaft, wurde ent- lassen und oerzog unbekannt. Da, im Oktober dieses Jahres, also nach bald drei Jahren, erfolgt eine erneute Verhaf- t u n g und Anklage wegen Raubes. Vor wenigen Tagen fand die Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Schöne- b e r g statt. Der Beraubte befindet sich augenblicklich in Arbeit und kann sich kaum noch an die Einzelheiten aus dem Jahre 1923 er- innern. Ein Zeuge wird aus dem Gefängnis vorgeführt und ent- sinnt sich auch nur ganz dunkel der Ereignisse. Di« ganze Sache ist überhaupt längst vergessen. Keiner von den Beteiligten hat über- Haupt noch ein Interesse an der Sache Keiner ist auch ernstlich geschädigt worden. Aber die Justiz! Der Fall muß erledigt werden. Das Gericht läßt Mild« walten und verurteilt den Angeklagten nur w drei Monaten Gefängnis wegen einfachen Diebstahl«: der Herr Staatsanwall aber hatte sechs Monate beantragt. Die Justiz hat zweifellos nach dem gellenden Recht einwandfrei gehandelt und hat das Urteil gefällt— im Namen de» Balles—. Aber da» Volk oersteht diese Rechtsprechung nicht mehr. Die Berliner Wintersonderziige. Wie die Reichsbahndirektion Berlin mitteill, sind all« Winter» sonderzüge mit Ausnahme des Zuges nach dem Harz ausverkauft. Der Zug nach dem Harz verkehrt am 25. De- zember ab Potsdamer Bahnhof 9.15 Uhr vormittags, an Thal« 1.43, an Wernigerode 2.10, an Schierke 3.20, an Braunlage 4.00. Die ermäßigten Fahrpreise 3. Klasse betragen nach Wernigerode bzw. Jssenburg 15,30 M., nach Bad Harzburg bzw. Goslar 17,20 M., nach Thole 15,20 M.. noch Blankenburg 15,30 M., nach Alexisbad 13,80 Mark, noch Elend bzw. Schierke 17,60 M, nach Sorg« bzw. Benneckenstein 18,50 M. und nach Draunlog« 19,80 M. Fahrkartenverkauf bei der Fahrkartenausgabe des Potsdamer Bahnhofs. ch Wie der Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung aus St. Andreasberg telegraphifch gemeldet wird, hält die Kälte im Harz auch weiter an. Bei ein Grad Kälte ist erneut starker Schneefall eingetreten, so daß die Schneehöhe jetzt 30 Zentimeter beträgt rmd frische Stibahn vorhanden ist. Gegenwärtig finden die akademischen Skikurse der Göttinger Universität statt.— Nach einer telegraphischen Meldung aus Karlsruhe herrscht im Schwarzwald an- dauernd starker Schneefall. DI« Schneehöh« beträgt 40— 50 Zentimeter. Lügen über das Reichsbanner. Die Bundesleitung des Reich �bonflczz schreibt, uns: Seit Einigen Monaten reist ein gewisser Waller Kor oA.i im Reiche umher Und spricht In meist vom Stahlhelm arrangierten Aersamiillungin über den angeblichen Entwaffnungeverrat de» Reichsbanners. Dieser Ber- leumdungsfeldzug gegen das Reichsbanner, zu dem die»Deutsche Zeitung" den Ton angegeben hat, soll nach Berichten der Recht»- presse in Pfo-rzheim den Erfolg gehabt haben, daß sämtliche in oer dortigen Reichsbonnerleitung sitzenden Demokraten ihr« Aemter niedergelegt haben und aus dem Reichsbanner ausgeschieden sind. Wie wir von der Bundcsleitung des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold in Magdeburg erfahren, entbebren diese Meldungen fever Grundlage. Von einem Austritt demo- kratifcher Mitglieder aus dem Reichebanner ist In Pforzheim nichts bekannt, wohl aber haben nach der Bannerweihe eine Anzahl An- gehöriger der Demokratischen Partei ihren Bestritt zum Reichsbanner vollzogen. Die Jnuuugeu regen sich. Der Mittelstand beginnt allmählich immer mehr den .Schutz" zu spüren, den die Wirtschaftspartei ihr so ost versprochen Hot. Die Verordnung de» Wohlfahrtsministers über die Freigabe der Geschäftsräume läßt sie erkennen, wie sie bisher sich zum willigen Werkzeug politischer Bestrebungen haben machen lassen, die letzten Endes nur im Interesse der Hausbesitzer und ihrer.natürlichen" Bundesgenossen liegen. So bestellte die Schmiedeinnung in fer letzten großen Veranstaltung in der Bötzowbrauerei aus Drängen )ß( großen Mehrheit der Innungsmiiglieder gegen den Willen der führenden Wirtfchastspolitiker den Genossen Landaertchtsrat Ernst Rüben zum Referenten. Genosse Rüben behandelte in etwa zwei. stündiger Rede die winschasllichen, politischen und juristischen Fro- gen. In der Diskusston kam e» zu fahr lebhasten Auseinandersetzungen der Mehrheit der Innungsmitglleder mit der kleinen Minderheit, dt« bisher führte, und im Anschluß an das Schlußwort, wo Genosse Rüben die Innungen aufforderte, sich von der bisherigen politischen Leitung freizumachen und wirklich politisch neutral ihre eigentlichen Interessen zu vertreten, konnte an dem Prossen Beifall in —— der Versammlung festgestellt werden, daß die übergroße Mehrheit forderte, daß die Verordnung aufgehoben werden soll. Bemerkens- wert war, daß der Vorsitzende des Reichsverbandes des deutschen Schmiedehandwerks Behm mit Energie für die dauernde Beibehaltung eines sozialen Mieter schutzes eintrat. Aus der weltlichen Schule. Die weltlich« Schule in Charlottenburg brachte an zwei Abenden dieser Woche ihren Kindern und den Eltern eine Weihnachtsfeier. Zum eisten Male seit dem Bestehen ist das Lehrpersanal mit der Schülerschar vor Eltern und Erzieher getreten, nicht um auf landläufige Art zu zeigen, was die Kinder gelernt haben, sondern um den Ge m e i n s ch o f t s g e i st zu pflegen. Es gehört zum Wesen der weltlichen Schill«, daß sie Eltern, Kinder, Schule und Lehrer einander näher bringt, sie zusammen arbeiten läßt und dadurch das Verantwortungsgefühl und Freude zum Schaffen im Dienst der Allgemeinheit weckt und fördert. Die Feiern haben den Beweis erbracht, daß die wellliche Schule auf dem rechten Weg jst. Alles wetteiferte, um zum Gelingen der Feierstunden beizutragen. Kein Hervortreten des Einzelnen, sondern liebevollste, dabei disziplinierteste Einordnung jedes Schülers und jeder Schülerin in das Ganze. Lehrerin Frl. Zimmer und Ge- janglehrer Schulz studierten in liebevoller Arbeit die Vorträge ein, zu denen Frl. Z. teilweise den lustigen und manchmal auch nachdenklichen Text dichtete. Genosse Rektor S ch m ü ck e r konnte eine freudige Zuhörerschaft begrüßen. „Falch verbunden...* Ein raffiniert vorbereiteter und ungemein dreister Einbruch wurde in der Rettelbeckstrahe verübt. Hier wohnt im 4. Stock«in Korvettenkapitän a. D., der jetzt Flieger und zurzeit nicht in Berlin ist. Bei der Frau, die allein da war, wurde nun in gewissen Zeit- abständen wiederholt angerufen. Es meldete sich stets ein Mann, der immer unwilliger sagte, daß er»falsch verbunden" sei. Am nächsten Nachmittag ging die Frau cihnungslos um 4 Uhr weg, um einen Besuch zu machen. Mit ihrer Nachbarin, deren Behausung von der ihrigen nur durch eine dünn« Wand getrennt ist, hatte sie schon lang« verabredet, daß man gegenfeittg auf die Woh- nung aufpassen wollt«. Diese Frau hörte nun um 5 V» Uhr auf dem Flur und später auch in der Wohnung der Nachbarin mehrere Männer- und eine Frauenstimme und nahm an. daß die Frau Tapezierer eingeladen habe und sich mit ihnen unterhatte, denn es war ihr bekannt, daß solche Ausbesserungen ge- macht werden sollten. Sie hegte um so weniger Verdacht, als sie wiederholt Härte, daß sogar telephoniert wurde. Als nun aber die Wahnungsinhaberin um 11 Uhr zurückkam, stellt« sich heraus, daß die vermeintlichen Handwerker Einbrecher gewesen waren, die eine Frau mitgebracht und dadurch die Nachbarin getäuscht hatten. Das Sicherheitsscbloß der Tür war mit Bleistreisen geöffnet. Sie hatten für 8000 M. Wertsachen gestohlen. Mitteilungen zur Aus- klärung sind an die Dienststelle B. 1, Kriminalkommissar Geißel, im Polizeipräsidium zu richten. Berliner Postverkehr i» de« Festtage«. Am 19. Dezember(Sonntag) sowie an den beiden Weihnacht«. feiertagen und am Neujahrstage sind die Postschalter wie sonst an Sonntagen offen, jedoch können am 1 9. von 8 Uhr vormlltags bis 3 Uhr nachmittags bei sämtlichen Paketannahmestellen ge- »ähnliche und Wertpakete aufgeliefert werden. Am 2 5. können in der Zeit von 8 Uhr vormittag« bi» 1 Uhr nachmittags bei allen Paket ausgäbe ämtern Pakete abgehott werden. Am 19. und 25. Dezember sowie om 1. Januar werden— auch nach Landorten— Pakete zugestellt, am 23. Dezember indessen nicht. Am 2. Weihnachtsseiertag« ruht auch die Zustellung der Blies- sendungen und Zeitungen, die an den oben genannten Sonn- und Feiertagen»och den gewöhnlichen Vorschriften für den Sonntag»- dienst erfolgt. Am Neujahrstage findet auch«in« Geldzustellung statt. Am 2 4.(Heiligabend) werden alle Posiannahmestelle» u in 4 Uhr nachmittag» geschlossen: die Annahm« von Tele- grommen und Ferngesprächen, sowie die Zustellung von Geldern und Paketen findet dagegen wie sanft statt. Di« Briefkasten werden an diesem Tag« im wesenllichen unverändert geleert, dt« abendliche Briefzustellung fällt jedoch aus. Die Berliner Oper im Schwarzwald zu hören. Der neu« Freiburger resp. Stuttgarter Sender, der gerade in letzter Zett durch technische Derbesserungen wesentlich an Laut- stärke zugenommen hat, wird nunmehr auch auf ven Schwarz- waldhohen, tellweis« sehr gut, gehört. Kleinere und arößer« Röhrenapparat» sind bereit» an vielen Orten aufgestellt: für die Bewohner besonders abgelegener Gegenden ist es«ine Freude, etwa» von dem großen Wettgescheaen zu vernehmen. So brachte am ver- aangenen Sannabend Die Aufführung der Oper in Berlin viel Abwechslung. Die Uebertragung war vollkommen einwandfrei. Vorgeschichtlicher Fund in Neukölln. Beim Bau der Untergrundbahn am Hermannplatz wurde gestern nachmittag«in vorgeschichtlicher Fund von einiger Bedeutung ge- macht. In einigen Metern Tief« stießen die Arbeiter aus«inen Gegenstand, der sich nach völliger Bloßlegung ais ein gewaltiger Mämmutzahn darstellte. Di« Geologische Landesanstalt, die als- bald ihren Mitarbeiter Dr. Seih nach dem Hermannplatz sandte, be- stätigte nach kurzer Untersuchung den Fund. Es handelt sich um einen Backenzahn aus dem Ooerkiefer eine» Mammuts, dessen Kau- stäche 25 mal 8 Zentimeter groß ist. Es sind sofort Schritt« ein- geleitet worden, den wertvollen Fund dem Museum in der Inva- lidenstroße zu sichern. Bei dieser Gelegenheit erinnert man sich der vorgeschichtlichen Funde, die seinerzeit bei der Anlage des Körner- platze« in Neukölln gemacht wurden. E» handelte sich damals um die' Bloßlegung eines altgermanischcn Reitergrabes. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche kein« Sitzung. Nach den im Aeltestenausschuß getroffenen Berelnbarungen soll auch in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr kein« Sitzung mehr stattfinden. Da» Großkraftwerk Rummelsburg hat am Sonnabendabend zum ersten Male Strom erzeugt und die seit langem überlasteten Berliner Kraftwerke wirksam unterstützt. Der Einzelhandel gegen unbillige Mlelsknndlgnngen. In einer gestern abgehaltenen Delegiertenoeriammlung der E l n z e l h a n- delsaemeinschast Groß- Berlin fand ein« Aussprache über Auswirkungen der Verordnung betreffend Lockerung der Mietzwangswirtschaft stall, in der beschlossen wurde, alles Material über unbillige Kündigungen und Mietssorderungen alsbald zu sammeln, um dies zu Anfang des kommenden Jahres dem preußi- scheu Wohlsahrtsminister zu unterbretten. Die Einrichtung einer sakullativen Äusgleichsstelle zur Beseitigung entstehender Miets- streiligkeilen wird vom Einzelhandel begrüßt, der sich in Berlin aktiv daran betestigen wird. An einer schweren Schlägerei kam es gestern abend gegen Uhr in einem Restaurant in der Beusselstraße. Der 35iährige Invalide Kla m a r e k aus der Wilhelmshavener Str. 41 und der 49jährige Schlosser Roman M i l p a s ch au» der Beusselstr. 29 gerieten wegen einer Meinungsverschiedenheit in Streit, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Im Verlaus der Schlägerei zog M. einen Hammer hervor, drang damit auf K. ein und versetzte ihm mehrere schwere Schläge auf den Kopf. K. ergriff eine Stich- säg« und st ach seinem Gegner das linke Aupe aus. Polizeibeamte wurden herbeigerufen, die für die Ueberführung beider Verletzten in das Moabtter Krankenhaus sorgten. 700 Paar Tanzschuhe gestohlen! Em« ungewöhnliche Beute machten Einbrecher in einer Sch u h wa r« n fa b r i k im ersten Stock eines Quergebäudes in der Weterftraße. Sie stahlen 700 Paar Damenschuhe aus Lack-, Gold- und Silberleder, lauter Tanzschuh«, und noch einen Posten unoerarbettetes Leder. Di« Strickleiter und zwei kleinere Säcke mit Schuhen ließen sie im Haus- flur liegen, weil sie nicht alles auf ei mimt wegschaffen konnten. Ein folgenschwerer Skraßenunfall ereignete sich gestern nach. mittag an der Ecke Blücher- und Brachoogelstraße. Der 16jährige Radfahrer Franz F. au» der Hagelderger Straße 45 versuchte einen Autobus der Linie 29 zu überholen. Hierbei überfuhr er eine Passantin, die 31iährige Ehefrau Helen« Sch. aus der Berliner Straße 19 zu Pankow. Beide kamen zu Fall und wurden von dem nachfolgenden Autobus überfahren. In schwerver» letztem Zustande wurden die Verunglückten in das Urban-Krankcn- haus geschafft._ Todesurteil gegen eine« dreifachen Mörder. Das Schwurgericht Schwerin verurteilt« am Sannabend den Schnitter Anton Rarlach wegen zweifachen Mordes zwei» mal zum Tab« und wegen Tötung auf Verlangen zu vier Iahren Gefängnis. Der Unmensch hatte fem« Geliebte, deren dreijährig« Tochter und sein« eigene eheliche Tochter fai einem Wasserloch in der Gegend von Boizenburg ertränkt. Unter Zustimmung und Beihilfe der Frau hatte er zirnächst das Halbjahr« alt« Kind in einen mit Feldsteinen beschwerten Sack gesteckt und in der Morgenfrüh« in- Wasser versenkt. Darauf tötete er auf ihren eigenen Wunsch, ebenfalls durch Ertränken, die Mutter de» Kindes. Den Tag über arbeitete er In gewohnter Weife. Am folgenden Morgen ertränkt««r auf gleiche Weis« das dreijährig« Mädchen. Dann flüchtet« er und erst nach Jahr und Tag war es gelungen, ihn in Spandau festzunehmen. Schweres Bauuvglück bei Kaualarbeite». Hannover. 18. Dezember.(MTB.) Bei den Kanalisierungs. arbeiten an der Weser in der Räh« von Stolzenau stürzte heute vormittag ein ausgefchachteter Kanal m etwa vier Meter Höh« und 20 Meter Länge«in. vier Arbeiter wurden von den Erdmossen begraben. Drei von ihnen wurden getötet, der vierte konnte lebend geborgen werden. Ei» Postinspektor mit»SO 000 Mark flüchtig. Bochum. 18. Dezember.(TU.) Nach Unterschlaxung von 250 000 M. ist der Postlnfpektor Katt Winkel vom hiesigen Postamt flüchtig geworden. Man vermutet, daß sich der Defrau. dont Ins Ausland begeben hat. Abermals«in Todesurteil bestätigt. Das Reichsgericht verwarf den Revistansantrag des ehemaligen Gefreiten oer Reichswehr, Schönbarn, der am 29. September 1923 vom Schwurgericht Breslau wegen Mordes zum Tod« verurteill worden war. Schön- dorn hatte am 5. April 1925 in den Festungsanlagen Schollwitz bei Breslau seine Braut durch zwei Schüsse schwer verletzt in der Absicht, sie zu töten. Am 13. Mai 1925 Ist diese infolge Blutver- gistung, oi« auf die Verletzungen zurückzuführen ist, gestarben, nachdem sie tags zuvor von einem Kinde entbunden worden war. lICTaonog»»» kttolgn M III Sicht, Nheuma, Ischias, Grippe, Nerven- avö Kopfschmerzen, äbiett£r Erkältungskrankheiten. Toz-l stillt dt« Schmer»»« und schelllei dt» HarntL«»»«»». Ä»(n« schildltch«« sttedrn- wtrdung««.—?»§»« S!» Ihre««rpl— In«KM Upoldede» erqUIIltch. IZFI-iid. 0,46 Chinin 7i.3Acid.aect.sal. ad 100 Arayl 134 dchonAtc. (SbxZichJisc G A ß BÄTY in xojJiwMjzny Ikfeihnochfeypocte�� A. WERTHEIM Leipziger Platz J&Ä) Königstr. Rosenthalcr Str. Morüzplaiz Preiswerte Weihnadiis-fTG schenke Heute Sonntag von 2 bis 6 Uhr geöffnet Pelzkragen Mouflonette� verschied. Farben, zum Aufheften Kleiderstoffe 375 Mantelkragen Hermeilnkanki Pelzjacke Seai-Eiektrlk-SNlck« Helvetia-Seide 290 gute Qualität, in vielen Farben, doppeltbreit Meter Kieldervelours Ä 65 solide Drackinnster, Meter Pulloverstoffe is Reinwoll. Popeline iQ5 w vielen Farben, doppelfbr., Meter Seide u. Samt Japonseide 5 50 5 Kissen, mit spart. Must, 90 cm, Mtr. CA KöpervelvetLl n und der erwähnte Kuhlmann-Konzern. Ersterer verfügt über ein Aktienkapital von 296 Millionen Franken, besitzt 24 Werke und ist außerdem an zwei großen Fabriten für Luftstickstofsherstellung und sechs Glasfabriken beteiligt. Der Kuhlmann-Konzern mit einem Aktienkapital von 189 Millionen Franken hat im vergangenen Jahr eine Million Tonnen chemische Produtte hergestellt. Sein Tätigkeitsgebiet umfaßt die gesamte chemische Industrie von der Mineralsäurcn- und DUngemittelindustrie(hauptsächlich Super- Phosphate, aber auch Stickstoff) und Knochenvcrarbeitung(Leim) bis zu den Farbstoffen und Arzneimitteln. Er verfügt über 29 Werke mit den modernsten Einrichtungen. Laut französischen Pressemeldungen versuchte die deutsche I. G. in den letzten Monaten, Aktienpakete des Kuhlmann-Konzerns zu erwerben; auf der anderen Seite hat der Kuhlmann-Konzern die Aufnahme einer Auslands- anleihe von 16 Millionen Schweizer Franken beschlossen, um die Fabrikation des Stickstoffes und anderer künstlicher Düngemittel zu Köni&str. 33 Chausseestr. 113 Oranienstr. 40 Am Bbf« AlCMiiclftrpl. Balm Stcltlwcf Bafcw�o' Am Orafilon• Plats Nachdruck roh Wort und ßild v e r bo I e n 1 Am Sonntag, den 19, Daaembor. sind nnaer..°n 2-6 Uhr nnunt.rbroobon g.Sffn.tl erweitern. Die an» der Schweizer Anleihe zu errichtenden Werte in Frankreich und in Belgien sollen ebenfalls aus die A u» n u h u n g non Kokereien gegründet werden. Immerhin erfüllt auch die französische chemische Industrie durch ihre hochgradige Konzentration heute bereits die Vorbedingungen zu einer internationalen Der- ständigung in hohem Maße. Publizität und Hefamtiuteresse. Ein Vertreter des Farbentrusts hat jüngst mit einem gewissen ischen In- nz hingewiesen. Die Tatsache besteht und auch der Stolz ist berechtigt. Nur scheinen uns die Stolz auf die überragende Bedeutung der deutschen chemi hingewiesen. dustrie für die deutsche Handelsbilan Pflichten, hie daraus erwachsen, vom Farbentrust sehr schlecht ver- standen zu werden. Der Farbentrust hüllt seine Wege bewußt in völliges Dunkel und möchte sich als selbständige Macht in und über der Gesamtwirtschast gebärden. Der Farbentrust hat nicht nur Geschäfte zu machen, sondern er hat diese Geschäfte auch unter dem Gesichtspunkte des wirtschaftlichen G e- samt interesies zu machen. Dazu ist«in Mindestmaß von Publi- zität erforderlich, das eine Kontrolle der J.-G.-Politik aus ihre ge- samtwirtschastliche Zweckmäßigkeit garantiert. Diese öffentliche Kontrolle muß nötigenfalls erzwungen werden, wenn der Chemie- trust sie nicht von sich sicherstellt. A. H. Ahm Problem der Zerngasverforgung. Gegen lokale Kirchturmspolitik. Aus kommunalen Kreisen wird uns zu dieser Frage gc- schrieben: Die Diskussion über diese für die Entwicklung der kommunalen Wirtschast außerordentlich wichtigen Fragen läuft Gefahr, in ein falsches Gleis zu geraten, wenn von den Vertretern der Ge- meindcn allzu sehr der besondere lokale Gesichtspunkt in den Vordergrund geschoben wird. Es ist außer Frag«, daß die technische Entwicklung bei der Gasproduktion genau wie bei der Elektrizitöts- Versorgung den lokalen Rahmen längst gesprengt hat, ohne daß die tatsächliche Entwicklung den technischen und wirtschaftlichen Möglich- keiten in genügendem Maße gefolgt ist. Die Zersplitterung in der Gasproduktion ist heute noch viel zu groß, der jetzige Zu st and kann auf die Dauer nicht verteidigt werden und nicht aufrechterhalten bleiben. Die Gasversorgung ist heute ntcht mehr eine Angelegenheit einer einzelnen Gemeinde. In dieser nicht zu bestreitenden Tatsache liegt ein starkes Argument für die mit großer Energie betriebene Agitation der Ruhrkohlenindustrie auf Ueber- nähme der Ferngasversorgung durch die Kokereien des Industrie- gcbiets. Auf der anderen Seite gibt die Durchführung der Pläne der Industrie keine ernsthafteGarantiefür eine dauernde Sicher- stellung der öffentlich-rechtlichen Jntevesierr. sowohl in bezug auf gleichmäßige Versorgung wie auch in bezug auf die Preisgestaltung. Das wirtschaftliche Schwergewicht der Ruhrindustrie würde alle Mag- lichkeiten, die sich, sei es aus dem Wegehoheitsrecht, sei es auf dem Wege über Preiskontrolle des Reichskohlen- r a t s oder ähnliche Instanzen oder auch aus der Beteiligung an zu diesem Zweck gegründeten gemischtwirtschaftlichen Unter- nehmungen auf die Dauer unwirksam machen. Gemischtwirtschaftliche Unternehmungen sind stets Unternehmungen, in denen der stärkere Partner bestimmt, der schwächere aber folgen muß. Die Gemeinden haben deswegen alle Veranlasiung, solche Lösungsversuche a b z u- lehnen. Es bleibt deswegen nur eine Möglichkeit übrig, wenn die Gemeinden sich nicht durch den Fortschritt der technischen Entwick- lwig ins Hintertressen bringen' lassen wollen. Sie müsien sich be- zirksweis« in Gesellschaftsform zu einheitlich betriebenen interkommu- naten Unternehmungen zusiimineuschNeße«. Die Gasfernversorgung muß durchgeführt werden, aber nicht von der Industrie, sondern von den Gemeinden s e l b st. In weiten Bezirken Deutschlands sind solche Lösungen schon längst im Gange. Es braucht nur auf Sachsen oerwiesen zu werden, wo der Staat, der hier in Wirklichkeil doch nur ein höherer Kommunaloerband ist, eine ausschlaggebende Rolle in der Gasversonjung spielt. An anderen Orten werden ganze Kreise bzw. kleinere Städte von leistungsfähigen Kasproduktionsstätten einzelner Großstädte bedient. Die Stadt Berlin liefert zum Beispiel aus Grund eines auf dreißig Jahre laufenden Vertrages fast für den ganzen Kreis Niederbarnim. In anderen Bezirken Deutschlands werden nicht bloß kleinere, sondern auch Mittel- und Großstädte sich endlich entschließen müssen, ihre eigene Gasversorgung gemeinsam mit anderen Städten zu betreiben. Auf diese Weise lasten sich alle Dorteile, die bei dem Angebot der Industrie auf Uebernahme der Ferngasversorgung durch Zechen- kotereien in Aussicht gestellt werden, ebenfalls erreichen. Die größeren städtischen Gaswerke sind heute mindestens so leistungsfähig wie die Kokereien der Industrie. Di« technische Entwicklung geht dahin, in diesen modernsten Anlagen die Kohleoerwendung restlos auch auf alle Nebenprodukte rationell auszudehnen und auf diese Weise technisch vollendete Anlagen zu schaffen, die den ö f s e n t- l i che n Bedürfnisten dienen, ohne von ganz anders gelagerten Jnter- esten abhängig zu werden. Das einzigeBedenken.das hiergegen eingewandt werden kann, besteht in dem unleugbaren Vorteil, die der Besitz eines eigenen Gaswerks aus manchen anderen Gründen für die Einzelgemeinde haben kann. Diese Vorteile lasten sich aber eben für Nein« Ge- meinden dann nicht mehr aufrechterhalten, wenn die technische Eni- wicklung zu weit fortgeschritten ist. Bei kurzsichtigem Festhalten an eigenen Produktionsstätten laufen solche Gemeinden Gefahr, dann erst recht und eventuell auch mit großen Verlusten in Abhängigkest von der Industrie zu kommen, die unter allen Umständen oermieden werden muß. Demgegenüber ist Abhängigkeit von größeren inter- kommunalen Werken weitaus vorzuziehen. Unö wieder neue Arbeitslosigkeit. Der Zugang von 7000 auf II 000 gestiegen. Wir haben gestern schon berichtet, daß der Zugang an Arbeit- suchenden in Berlin gegenüber der Vorwoche.von 7<1 auf 11000 gestiegen ist. In den vorhergehenden Wochen lag die Zunahme zwischen 1000 und SOOO. Di« Steigerung der Erwerbslosigkeit ist also progressiv. Der Höhepunkt kommt aber erst im Januar, so daß noch weiter« beträchtliche Zugänge zu erwarten sind. Das Lande sorbeit samt schreibt: Auf dem ArbMsmarkt tritt ein weiterer, recht erheblicher Abstieg in Erscheinung, der sich insbesondere in der Steigerung der stell um rund 11000 Personen bemerkbar macht, so daß die Zahl der Arbeitsuchenden zurzeit rund 260 000 beträgt. Bei dieser ungünstigen Entwicklung ist unoerkennbar, daß die Wirt- schaft noch immer nicht zu einer Festigung gelangt ist, die periodische Schwankungen auszugleichen oermag. So läßt u. a. der B«- schäftigungsgrad� in der für Berlin maßgebenden Metall- i n d u st r i« und im Holz- und Schnitz st offgewerbe mit Ausnahm« einiger Berufsgruppen nach, woran auch vorliegende Auslandsaufträge nichts zu ändern vermochten. Vielmehr konnte der Krästebedars im großen und ganzen durch Vermeidung weiterer Ent- lastungen, Einschränkung von Kurzarbeit usw. ausgeglichen werden, so daß ein erhöhter Abruf aus den Arbeitsnachweisen kaum in Er- scheinung getreten ist. Auch das Vervielfälligungs- gewerb« nahm nach einem kurzen Aufftieg wieder nennenswerte Entlassungen, besonders von Handsetzern, vor, die in Verbin- dung mit der Saisonbeendigung im Bekleidungsgewerbe zu einer weit««, Belastung des Arstestsmar»«, steiget inge« staken, vstwostk im Baugewerbe ein weiterer, recht erheblicher Rückgang der Arbellsmöglichkeiten«ingetreten ist, bieten sich jedoch trotz der vorgc- schrittenen Jahreszeit noch verhältnismäßig gut« Beschäftigungen. Die Bermlltlungszqhlen weisen hier noch ein« bemerkenswert« Höh« auf, allerdings ist mit einer längeren Beschäftigungsdauer kaum zu rechnen. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß beim Eintritt von Frostwetter durch die Behinderung von Außen- und Bau- arbeiten ein weiterer Zustrom Arbeitsuchender zu erwarten ist. Mll Rücksicht aus die ungünstige Lage auch in fast allen Gebieten anderer Landesarbellsämter geht auch der zwischenbezirtlich« Ausgleich zurück, der sür Berlin infolge der Zuwanderung aus allen Berufen und allen Teilen des Reichs ein« Notwendigkeit stt und erfahrungsgemäß bisher ein Ventil für den Abstrom der Arbells- kräft« bildete. Es waren 260 454 Personen bei den Arbellsnachweisen« i n g«- tragen, gegen 249007 der Vorwoche. Darunter befanden sich 163 44S(IS6S27) männliche und 97 009(92 4S0) weibliche Personen. Unter st ützung bezogen 109 1S4(107197) männlich« und 60 524(58 866) weiblich«, insgesamt 169 678(166 063) Personen. Außerdem wurden noch 36 506<39 873) Personen durch die Erwerbs- losenhilf« der Stadtgemeinde Berlin unterstützt und 8378 J8539) Personen bei Notstandsarbeiten beschäftigt. Von der Krisenfürsorge wurden 3874 männliche und 2342 weibliche, insgesamt 6216 Personen erfaßt._ deutsche und polnische Auckerpolitik. Einer der letzten Beschlüste des gestürzten Reichskabinetts betraf die Erhöhung des Zuckerzolls. Die unsinnigen und unverständlichen Borschläge des Rtichsernährungsministeriums wurden vom Reichskabinett angenommen und beschlosten, dem Reichs. tag eine Vorlage auf Erhöhung des Zuckerzolls zu unterbreiten. Es ist i n t e r e sj a n t. in diesem Zusammenhang den gegen- wärtigen Stand der polnischen Zuckerpolitik zu betrachten: denn iu der Argumentation der Zuckerindustrie hat das angebliche pol- nische Zuckerdumping eine große Rolle gespielt. In Polen hat man eingesehen, daß es eine Gefahr bedeutet, wenn die In- landspreise für Zucker dauernd erhöht werden müsten, und der Ex- port sich unter Dumpingpreisen vollzieht. Darum betrachtet man dort die Dinge anders als in Deutschland. Man geht dort nicht da- von aus, daß eine Zeit steigender Zucker-Weltmarktpreise der ge- eignete Augenblick sei, um den Zuckerpreis im Inland« zu er- höhen oder der Zuckerindustrie die Möglichkeit vermehrten Dum- pings zu geben. Man hat dementsprechend auch die Entwicklung der letzten Zeit nicht dazu benutzt, den Inlandspreis, der staatlich geregelt ist, in die Höhe zu treiben. Ausschließlich Zuckersteuer liegt der Inlandspreis jetzt auf etwa 80 Zloty, das heißt rund 36 M. pro Doppelzentner. Dagegen beträgt der Aussuhrpreis zurzeit etwa 37 bis 38 M. pro Doppelzentner. Dos polnische Zuckerdumping hat sich also in sein Gegenteil verwandelt. Der inländische Preis für polnischen Zucker liegt unter seinem Ausfuhr- preis. Wir wünschten, das deutsche Reichsernährungsministerium be- faßte sich recht gründlich mit der polnischen Regulierung des Zucker- Marktes und revidierte einmal seine eigenen Auffastungen an Hand, solcher.polnischen Wirtschaft". Da» hausiejohr der Börse. Die Deutsche Bank hätte da» Börsenjahr 1926 ruhig ein Hosiannajahr der Speku- lation nennen können. Sie schreibt nämlich trotz des Rückganges des Berliner Aktienkursnioeaus im November bis 9. Dezember von 155,4 auf 147,7 Proz.:.Dieses Jahr schließt als Haustejohr ab. Kein A u f und Nieder, nur wenige.schwarze Tage", und am Ende sieht der Aktienbesitzer durchschnitt- lich sein Vermögen mehr als verdoppelt." Jawohl, -nr—r- ...... Heute von 2 bis 6 Uhr geöffnet Eleganfir* Seidenhui mil Reiher- Garnie--g r% s.O rung..., M. JLaii -5) SelbsifahrikaUon der gesüdiiesten Artikel in Damen-, Herren-, Kinder- Konfektton. WStdte und Schuhwaren ermßglidtt unsere billigen Preise. Unsere Schaufenster, Jeder Gegenstand mit Preis ausgezeichnet, überzeugen von der BilUgkett unserer Waren. Zu diesen billigen Preisen kaufen Sie bei uns auf Teilzahlung mit V* Anzahlung und 3 Monatsraten, bei Käufen über 100 Mark '/< Anzahlung und 5 Monatsraten, Kein Aufschlag für Zinsen und Unkosten auf unsere Kassepreise. 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W Ä Be/IeAlhance Am Unfergrundbohrmof Eleganter Seidenplüsch- Mantel, ganz auf Damassi- Futter, mit vollem Skunks- Ziegen IDf\ pelz M.&Zr am mehr als verdoppelt: denn um 4. Januar standen dle Aktien im Durchschnitt auf 68,3 Proz., am 9. Dezember standen sie auf 147,7 Proz. Die Substanz der Unternehmungen ist mehr wert ge- worden. Wir haben kürzlich schon gesagt, daß die Arbeiter- schaft durch ihre Lohnkämpfc dafür sorgen wird, daß die Unternehmungen durch Steigerung der Kaufkraft auch noch besser ausgenutzt werden können als bisher. italeresscnausgleich In der Saliindustrie? Eine merkwftrdige Mitteilung ist der Erwerb von 466 Wintershallkuxen durch die Bürbach- Gruppe aus der Hand des aus der Auffichtsratssührung unter Protest gegen die R o st e r g- s ch e n Ausbaupläne ausgeschiedenen Herrn Rechberg. Dr. Gerhard Körte vom Burbach-Konzern, der Erwerber des Pakets, erklärt als Zweck dieses Erwerbs die Einheitlichkeit der Kalipolitik und das reibungslose Zusammenarbeiten der einzelnen Konzerne sicherzu- stellen. Der Erwerb soll keine Kampsmahnahme(gegen Rosterg natürlich) sein. Wenn man bedenkt, daß Dr. Körte den Anti- Wintershall-Block führt, klingt diese Begründung wie offener Hohn. Die Situation ist einfach so, daß Burbach Herrn Rostergs Majorisierungsabsichten endgültig zertrümmert und Herrn Rostergs Machtstellung endgültig ein Ende gemacht hat. Wahrscheinlich wird das Vorgehen Burbachs auch auf die Düngemittelpläne Wintershalls mit Klöckner von erheblicher abschwächender Wirkung sein. Zunehmender Gesrierfleifchverbrauch. Der Groß-Berliner Gesamtumsatz an zollfreiem Gefrierfleisch war nach Mitteilung der städtischen Deputation für das Ernährungswesen im Oktober um 175 666 Kilogramm oder 16 Proz. höher als im Scp- tember. Die Verbrauchszunahme erstreckte sich aus alle Bezirke. Besonders groß war die Steigerung in den Bezirken W e i ß e n s e e (88 Proz.), Fricdrichshain(36 Proz.), Berlin-Mitte(29 Proz.) und Tempelhof(25 Proz.). «uslandsauftrSge für die vamag-ZNeguin-A.«., Berlin. Nach den Ausführungen des Aufsichtsratsoorfitzenden Jakob Goldschmidt in der Generalversammlung der Bamag.Meguin-A.-G., deren Bilanz wir schon besprochen haben, sind die V c r l u st e des Unternehmens <875 666 M.) daraus zurückzuführen, daß die Gesellschaft bei der Fusion mit Mcguin eine Reihe von Aufträgen hat über- nehmen müssen, deren Ausführung nur mit Verlusten möglich war. Diese Austräge sind jetzt abgewickelt. Zu berücksichtigen sei serner, daß die Geschäftslage der Maschinenindustrie im abgelaufenen Ge- schäftsjahr eine sehr schwierige war. besonders für solche Maschinen- sabriken, die auf größere Aufträge angewiesen waren. Der B u tz- b a ch e r Fabrikationsbetrieb sei jetzt umgestellt.«Ihm können die Bauten von Anlagen zur restlosen Brennstoffoerwer- t u n g besonders zugute kommen!) Im lausenden Geschäftsjahr habe sich die Situation der Maschinenindustrie erheblich ge- bessert, und es sei der Gesellschaft gelungen, eine Anzahl von Auslandsaufträgen zum Abschluß zu bringen. Aus dein Lingcl-£»lhuhkonzeru. Es ist eine alte Sache, daß die Belegschaften letzten Endes alle Dummheiten und Fehler aus- baden müssen, welche die Herren Unternehmer machen. Ein neues Beispiel dafür bietet das Hauptunternehmen des zum Interessen- gebiet der Kölner Handelsfirma A. Ottcnheimer gehörenden Linzel- Schuhkonzerns, die Schuhfabrik E. Linzel in Erfurt, deren.vorjährige Unterbilonz in Höhe von � Millionen Mark auf die falsche Geschäftsführung des damaligen Borstandes zurückzuführen ist. Die Schuld des Vorstandes lag so offen zutage, daß die Gese(sschaft darauf verzichtete, dem Direktor Dresiel in der Generalversammlung Entlastung erteilen zu lassen. Die Unfähig- keit. der damaligen Geschäftsleitung kommt noch deutlicher zum Aus- druck, wenn man sieht, daß damals der Berluft von 756 666 M. eingetreten ist bei einem Rohertrag von 4.6 Millionen. während der letzte Bericht bei einem Bruttogewinn von nur 3,9 Millionen einen, wenn auch bescheidenen, Reingewinn von?4 666 M. ausweift, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Der diesjährige Abschluß ist also trotz des kleineren Um- satzes besser als der des Borjahres. Die Verluste des Borjahres aber suchte die Gesellschasl dadurch wieder gutzumachen, daß sie zu Lohnherabsetzungcn und zu ArbeiterenUassungen schritt. Aus diesem Grunde steht sie auch heute wieder mit an dex Spitze derjenigen Firmen, welche die Lohnforderungen der Arbeiterschaft bekämpfen, obwohl ihr Geschäftsbericht von einem lebhaften Auftragseingang zu melden weiß. Schwindel mit Markenartikeln. Ueber den Unfug, der mit Markenwaren getrieben wird, ist an dieser Stelle schon öfter geschrieben worden. Uns wird ein Fall bekannt, den wir der Oefsent- lichkeit nicht vorenthaUen möchten, da er sehr tressend diesen Unsinn demonstriert. Eine bekannte Schokoladenfabrik bringt eine ihrer „M a r k c n s ch o k o l o d e n" aus zweifache Art in den Handel. Ein Teil dieser Schokolade erscheint auf dem Markt in der„Original- Packung", der andere dagegen unter dem Decknamen einer Ber- triebsgcsellschast. Wir haben einwandfrei festgestellt, daß die unter dem Decknamen um 16 Pf. billiger verkaufte Schoko- lade genau dieselbe ist wie die„Markenschokolade", und daß auch die Händler über dieses Doppelspiel der Schokoladensirma genau unterrichtet sind. Dem Kunden versucht man natürlich die„Marken- wäre" auszuschwätzen, weil ja auch der Händler einen größeren Ge- winn an ihr hat. Rur nebenbei sei daran erinnert, daß dieses Bei- spiel— das ja nicht allein dasteht— beweist, wie a b w e g ig die Behauptung der Unternehmer ist, ihre Waren nicht billiger verkaufen zu können. Ohne Gewinn verkauft die Firma ihre„ge- tarnte" Markenschokolade bestimmt nicht. Die Arbeiterschaft kann sich gegen solche Geschäftspraktiken schützen, wenn sie ihren Bedarf in den Verkaufsstellen ihrer eigenen Produktionsstätten deckt. Selbst-» Hilfe ist hier stets das beste Abwehrmittel gegen der- artige Uebervorteilungsversuche der privatkapitalistischen Unternehmer. 0c«diwiks» Seiden- Steppschuhe In schOnen Farben- mit Pom- pon und Kordeltohle, schöner Morgentchuh Damen-Hausschuhe'i aus farbigem Stoff, mit' starker Kordelsohle und 1; warmem Futter j) Kinder- Schnürstiefel aus farbigen Fibcstofl, auch zum Schnallen mit starker! Filzsohle H a u s s c h u h e f O r Damen, aus(arbigem! MeKonsIofl, mit Kordelsohle, Grösse 36-42 Mäddien-Niedertret aus farbigem Melton« stoff, mit biegsamer Leder- sohle, Grösse 31-35 Filzpantoffel In verschiedenen schönen Farben, mit starker Filzsohle für M&dchcn. 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In der brdtischen Arbeiterbewegung herrscht« über die Haltung der Regierung groß« Empörung, weil sie trotz der Märztonferenz derArbeilsminisler der«uropäi- schen Großstoaten und der damals abgegebenen Erklärungen bis letzt noch nichts getan hat, um die Ratifikation des Washing- toner Abkommens zu beschleunigen. Wie in England, so rüsten auch in Frankreich und Deutsch. land— Belgien hat bekanntlich die Washingtoner Konvention bedingungslos ratifiziert— die Arbeiter, um die Regierungen end- lich zu entscheidenden Erbrüten in der Ratifikationssrage zu ver- anlassen. In Frankreich hat der Senatsausschuß für Handels- fragen dem Senat die Ratifizierung empfohlen: der Senat hat jedoch die Vorlage mit dem Vorbehalt an den Ausschuß zurück- verwiesen, daß das Inkrafttreten des Abkommens von der vor- herigen Ratifizierung durch Deutfchland, England, Italien und die Schweiz abhängig gemacht werden müsse. De? entscheidende näAste Schritt für Deutschland liegt in der raschen Verabschiedung des von den Gewerkschasten ge- sorderten Notgesetzes. Ist erst der Achtstundentag für Deutsth- land durch das Notgesetz gesichert, dann ist auch der Weg zur Ratifizierung offen. Mit der Ratisizierung selbst kann nicht erst gewartet werden, bis das neue Arbeilsschiitzgcsetz unter Dach und Fach ist: denn bis zur Verabschiedung des Arbeitsschutzgesetzes kann noch geraume Zeit verstreichen. Wie notwendig das RotAesetz zur Wiederherstellung des Achtstundentages ist, wird in Kürze auch durch die Erhebungen des Reichsarbeitsministeriums über die Arbeitszeit bestätigt werden. Di« Veröffentlichung des Resultats dieser Er- Hebungen erfolgt, wie wir hören, erst Ansang Januar. Di« bereits vorliegenden Ergebnisse der amtlichen Arbeitszeit- erhebung bestätigen zum großen Teil die von den G e- werkschasten bereits durch ihre Umfrage bei den Verbänden gemadten Feststellungen. Der allgemeine Eindruck der gewerkschaftlichen und der amtlichen Erhebungen geht dahin, daß zweifellos ein durchaus ungesundes Heber stunden- Unwesen sich breitgemacht hat. Gewiß sind die Verhältnisse nicht in allen Industriezweigen gleich. Unerschüttert bleibt jedoch die von den Gewerkschasten festgestellt« Tatsache, daß Ueber stunden und Kurzarbeit in den verschiedenden Industriezweigen nebeneinander bestehen..Besonders stark ist auch nach den amtlichen Feststellungen das Ueber st undenunwesen in der Metall-, Maschinen- und Textilindustrie. Schon die Ankündigung der amtlichen Erhekmnq hat— wir verraten damit kein Geheimnis— auf einen Teil der Arbeitgeber beunruhigend und aufrüttelnd gewirkt— ein Zeichen für das schlechte Gewissen des Unternehmertums. Auch die amtlichen Erhebungen erfassen natürlich nur einen Teil der Betriebe. Würben sie restlos» nd rücksichtslos durchgesübrt— ein Schrei der Empörung ginge durch die Arbeiterschaft und durch die gesamte Oeffentlichkeit: denn die Ueberschreitungen des Achtstundentages und der Ueberstundenmißbrmich sind in Wirklichkeit noch tausendmal schlimmer, als sie durch die in Hast und Eil« vorgenommenen Umfragen der Gewerkschaften und amttichen A rbeitszeiterhebungen festgestellt werden konnten. Das Notgefetz muß kommen, wie die Ratisizierung des Washingtoner Abkommens kommen muß. weil gerade d i e Arbeitszeitverkürzung eines der besten Heil- mittet gegen den sozialen Aussatz der Zeit, die Arbeitslosigkeit, ist. von dem die großen europäischen Industrieländer heimgesucht werden. Arbeit und Lohn in veutjchlanö. 1925—1926. Die Unternehmer haben auf alle Wirtschoftsprobleme immer eine einfache Lösung zur Hand: die Arbeiter sind schuld. Die Löhne mögen noch so elend sein: sie sind den Unternehmern immer noch zu hoch. Die Arbeitszeit mag noch so intensiv aus- genutzt und durch Ueberstunden bis zur Erschöpfung verlängert werden: der Achtstundentag ist doch das räudige Schaf. Schließlich wird noch über die unerträglichen sozialen Lasten gejammert. Daß die Unternehmer selbst schuld sind an der Steigerung der sozialen Lasten, irtdem sie durch ihre Lohn- und Arbeitszeitpolitik die Aus- gaben für Erwerbslosen-, Kranken-, Unfall- und Invalidenoersichc- rung in die Höhe treiben, zu einer solchen Einsicht können sich die Unternehmer nicht aufschwingen. Wodurch wird die riesig« Arbeitslosigkeit»er- iirsacht, die seit mehr als einem Jahr« gleich einem Alpdruck aus der deutschen Wirtschaft lastet und zehnmal größer ist als die Arbeitslosigkeit vor dem Kriege? Wenn die Unternehmer sich be- mühen wollten, einmal diese Frage zu untersuchen, dann würden sie zu begreifen beginnen, wie verderblich ihr« Lohn- und Arbeitszeitpolitik der deutschen Wirtschaft geworden ist. , 0�» Di« Arbeit Belo�sclvaft ••••• V olle vve ab•! ose 061 OJ» FMAMJJA50ND 1 Q t 5 FMAMO J A50N 19�6 Unsere Graphik gibt auf diese Frage ein« zwar ungenügende. aber doch sehr klare Antwort. Die eine Linie stellt die Tarif- löhne der Facharbeiter dar. Bis Oktober 1S2Z kann man eine allmähliche und gleichmäßige Steigerung beobachten. Von da ab sind die Löhne fast gänzlich unverändert geblieben. Da wir keine Produktionsstatisttk haben» so nahmen wir, uin einen Vergleich zwischen Lohn und Leistung zu haben, die Zahlen der Ruhrkohlenförderung zur Grundlage, obwohl dort aus leicht oerstündlichen Ursachen die Leistungssteigerung nicht so groß sein tonnte wie in der T e x t i l i n d u st r i e. Während bis zum September lS25 die Kurve von Lohn und Leistung un- gesähr parallel lief, beginnt sie von da ab immer mehr aus- einanderzuklasfen. In der Fertigindustrie würde diese divergierende Bewegung noch viel schärfer zum Ausdruck kommen. Leider haben wir darüber keine allgemeingültigen Zahlen, sondern nur Einzelzahlen privater Natur. Mit Beginn der akuten Divergenz zwischen Lohn und Leistung. die ja latent schon vorher vorhanden war, beginnen die Arbeits- losenzohlen sprunghost in die Höhe zu schnellen. Für die gesteigerte Produktivität ist keine cnksprechende Kau s> traft vorhanden. Verschärft wird die Wirtschaftskrise noch durch die auf Grund des Lebenshaltungsindex errechneten Lebens- Haltungskosten. Statt einer Senkung der Lebenshaltungs- kosten sehen wir«in« neue Teuerungswelle. Durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise, die Aussaugung von Arbettskrästen durch die Landwirtschast, die Konjunktur in der Schwerindustrie infolge des englischen Streits sowie durch die Entziehung der Unterstützung bei den Ausgesteuerten smkt die Zahl der Arbeitslosen. Denn es Handelt sich hier nur um die aus der Erwerbslosenfürsorge unterstützten Arbeitslosen. Tatsächlich ist die Zahl der Arbeitslosen um 500 000 bi» 600 000 größer. Trotz dieser Senkung, die inzwischen einer neuen Steigerung Platz gemacht hat, ist die Zahl der Arbeitslosen noch zehnmal größer als im Durchschnitt der Vorkriegszeit. Wir sehen also: Solang« die Löhne sich entwickelten parallel mit der Leistungssteigerung, ging die Anzahl der Erwerbslosen zu- rück, trotz steigender Lebenshaltungskosten. Dann trat eine Wen- d u n g ein. Die Wirtschaftskrise setzte ein. Diese Krise kann nur behoben werden, wenn Löhne und Leistung wieder in Einklang gebracht werden. Darum fort mit den Ueberstunden und hinauf mit den Löhnen! Forderungen der arbeitslose« GastwirtSangestellten. Eine Versammlung der arbeitslosen Mitglieder de» Zentral- verband«» der Hotel-, Restaurant- und Cofä-Anaestellten, die am Mittwoch, den l5. Dezember, im Berliner Gewerkschastshnus tagte, stellte durch eine Entschließung verschiedene Forderungen auf. Di« Versammelten nahmen insbesondere Stellung gegen die bis- herige Unternehmerpolitik der hohen Preise und niedrigen Löhne. Dadurch sei da» Gostwirtsgewerbe ganz besonders geschädigt, weil Angestellte, Arbeiter und Beamte die ihnen zur Verfügung stehen. den Mittel ausschließlich zur Bestreitung des Lebensunterhalt» b<« nötigen. Di« Folge sei die große Arbeüslostgkeit im Gastwirt»- gewerb?. Angesichts der ungeheuren Nottage. in der sich die Ar- bettslosen befinden, wurde der Verband beaustragt, an die zuständi- gen Körperschaften wegen eine Erhöhung der Erwerbslosenunter- stützung heranzutreten. Die Versammlung schloß sich den Forde- rungen der Gewerkschasten und der Berliner Betnebsräte an. Zur Durchführung dieser Forderungen wurde die Organisierung der Er- werbslosen gefordert. Die in Arbeit befindlichen gaftwirtschafllichen Arbeitnehmer wurden ausgefordert, die durch die Verlängerung der Polizeistunde eingeführte Ueber st undenschinderei im Inter- esse der Erwerbslosen einzustellen. Schließlich forderte die Ver- sammlung, die sich den Ausführungen des Bevollmächtigten, Ge- nossen Saar, anschloß, die schleunige Ablösung der Erwerbslosen- sürsorge durch eine Arbeitslosenversicherung unter Selbstverwaltung der Versicherten. Die bei A u s h i l f s a r b t i t« n in Abzug gebrachten(von der Unterstützung) 60 Proz. des Arbeits- Verdienstes sollen herabgesetzt werden. Reue Arbeiterentlassnngen in Westfalen. Lochum. 18. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der westfälische Arbeitsmorkt zeigt« in der vergangenen Woche«In verändertes Bild. Die Arbeiterentlassungen steigen wieder, die Ein- stellungen, dei denen jünger« und unverheiratete Kräfte bevorzugt werden, gehen zurück. Wohl ist in den 20 wichtigsten Atbeitsnach- weisbezirken die Zahl der Unterstütziingsempsänger von 66 466 auf 66 179 zurückgegangen, aber dies« Zahl gibt kein wahres Bild über den Umfang der Erwerbslosigkeit. Die Gesamtlag« des Arbeitsmarktes ist. besondere wenn man das VorjoHr zum Vergleich heranzieht, recht ungünstig. Tauifkündigung in der chemischen Industrie. Die zuständige Tariskommission der Arbeitnehmer der chemischen Industrie, Sektion VII. hat in einer Sitzung am 16. Dezember einstimmig beschlossen, den durch Spruch und Verbindlichkeitsertlärung des Reichsarbeitsminlsters am 13. resp. 24. November 1925 herbeigeführten Tarif zum 31. Januar 1S27 zu kündigen. Die Arbeitnehmervertreter nehmen den Stand- puntt ein, daß die Lohnsätze schon damals im Vergleich zu anderen Bezirken viel zu niedrig festgesetzt wurden und daß aus die Dauer ein menschenwürdiges Auskommen mit diesen Löhnen nicht möglich sei. Die Tatsache aber, daß ganz abgesehen von der Miete, nament- lich in der letzten Zeit notwendige Bedarfsartikel der Arbeiter wesentlich im Preise gestiegen sind, zwingt die Arbeiterschaft, aui eine bessere Entlohnung zu drängen. Die Gauleitung des Fabritarveiter, Verbandes wurde deshalb beaustragt, die Kündigung vorzunehmen. Es handelt sich um den Toris, der durch Abbruch der gewaltigen Aussperrung in der chemischen Industrie, veranlaßt durch den ver, bindltch erklärten Spruch des Arbeitsministers, zustande kam. Hoffent- lich gelingt es, die Arbeitgeber davon zu überzeugen, daß eins wesentliche Ausbesserung der jetzigen Lohnsätze ersolgen muß, damit eine erneute Beunruhigung unseres Wirtschaftslebens oermieden wird._ Ende des Afischerstreiks. Bremen. 18. Dezember.(WTB.) Der Lohnstreit im Nordwest- deutschen Fischereiaewerbe(Bremerhaven, Wesermünde. Kuxhaven) ist durch eine Lohnoere inbarung beendet worden, die zwischen dem Lrbettgeberverband des nordwestdeutschen Fischerei- gewcrbes und dem Äerkehrsbund unter dem Vorsitz des bremischen Schlichtere Dr. Völckers gestern abgeschlossen kst. Die Lohnverem-' barung läuft bis zum 30. April 1927. Ergebnisse der feandinavisch-bnltischcn Konferenz. Auf der standmavisch-baltischen Gcwerkschoftskonferenz wurden mtt großer Wehrhett zwei Entschließungen angenommen. Die «ine fordert die Gewerkschaften in den skandinavischen und baltischen Ländern auf. einen Austausch von Gewerts chafts- funktionären zu Studienzwecken vorzunehmen und durch gegenseitige Repräsentation auf den Kongressen enger miteinander Fühlung zu nehmen. Di« zweii« gegen die Finnen und einen Teil der Norweger angenommene Entschließung fordert von den ballischen und skandinavischen Gewerkschaften die Schaffung zweier Komitees, eines baltischen und eines skandinavischen, für engere Zusammenarbeit. Bevor das ballische Komitee in Tätigkeit trttt, müssen sich e r st die e st n i« schen Gewerkschaften zu einer Landesorganisation zusammengeschlossen haben. Auch dem baltischen Komitee können sich nur die Organisationen anschließen, die Amsterdam angehören. Das skandinavische Komitee soll in Tätigkeit treten, wenn der norwegische Gewerkschastsbund wieder in die Amster- damcr Internationale eingetreten ist. Der Vorsitzende des norwegischen Gewerkschaftsbundes, Hat, vard Olsen, teilte dem Internationalen Gewerkschaftsbund mit, daß die Mehrheit des Vorstandes des norwegischen Ge- werkschastsbundes sich für den Wiederanschluß an den Internattonalen Gewerkschastsbund entschieden hat. Mreikerfolg der Diamantarbciter. Aokwerpe«. 18. Dezember.(WTB.) Zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Diamantinbustri« ist es heut« zu einer Einigung gekommen. Vom 13. dieses Monats ab erhalten die Arbeiter einen um lOProz. erhöhten Grundlohn; sie sollen serner«ine weiter« Zulage von 5 Proz. erhalten, sobald sich die Index- zifser um 25 Punkte erhöht. i0ie Älassa ty- em Seiftag Bit �bensfteude! s ist� Tatsache: LAe, f Jhisqeolichznhcit' der stäsmy-sfauvttc bgeinßußf TDobtuenci den ßaucbzrimd seine llmgebunq. Sorglos leichf, xjutiq. milcb und besdnßüyend� mit ihr&ru SüßaiWolüduft trägt-sie !lluhe&eschauliehkeä�!fnedm ins S(eiiru in die 3{er%en. & sei die SmSSmV-%qareite: jauch. Jfmeru g�tfreiicie.: Urteilen Sie selbst! flßassxuv-Sefk Ä, 6010- u. 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Garderobe mitbringe«.— tuUeshaf: Beteiligung an der heute abend stattfindenden Weihnachtsfeier der Partei im Lokal von Otto ssiege. Bismarcksiraße. verbebezirt streu, berg: Besichtigung de» Institut» für Sexualwissenschaft sArchiv) Mll Uhr. Einleitende Worte de» Genossen Dr. M. Sirschfeld. Teil- nahm« 20 Ps. Reg« Beteiligung auch von anderen Grugpen ist erwünscht. Serbebezirk ZieukSün: Bormittag« WO Uhr im Zugendheim Rannet Straße Nerdebezirtsvorstandssitiung. Morgen, Montag. 7Vi Uhr: Moabit l! Schul« Waldenserste, 20. Vortrag:.Lugend und Gewerkschaft". — Stralauer viertel: Jugendheim Goßlerstr. 01. Weihnachtsfeier.— Schöne» berg lll! Jugendheim Lauptstr. Ib. Bunter Abend mit besonderem Programm. — Wittenau: Jugendheim Rosenthaler Str. 10. Aussprache über dl« Dinte» ssnnenwende. «er de bezirk Lichtenberg: Jugendheim Scharnweberstr. 29. Rreisvertreter- �"Äerbebezirt Prenzlauer Berg: Sprochchorprod« Grrifenha gener Straß« trat« Schule). GroßeWeihnachts-Ausstettung der Sozialistischen Arbeiterjugend Groß< Berlins im Jugendheim, Lindenstraße 3, 2. Hof, 3 Treppen Iugendschnsten und wissenschastliche Literatur Aluminium- und Wanderariikel- Instrumente Kunstgewerbl. Metallwaren— Keramik- Spiele Geöffnet: Werftags von 4-S Uhr, Sonhiags von 40-8 Uhr Jät unsere Jrühsahrsjogeudweihen werden die Ausnahmen in solgenden Anmeldestellen unter Zahlung von S0 Plennigen entgegen- genommen: Zlugendsekretartat, SW 68, Lindenstraße 3, 2. Hos 2 Treppen, Zimmer 11, geöffnet von 9— 5 Uhr, Mittwochs und greitags von 9—7 Uhr. S. Joseph. NW 21. Wilhelmshaven er Sit 48 (Dorwärts-Sped), P. Kroll, N 65, Utrcchter Str. 2l sRestauraut),?l. Hö. nisch, N 65, Müller. Ecke Utrecht er Str.(VorwärtS-sped.). W. Hofsmann. N 53, Lychener Str. 8 sRestauran», H. Obst. N 64, Ackerstraß- 174 lVor. wärls-Tped.). P. Dobrohlaw. N 37, Swinemünder Str. II(Restaurant), K. Zlnderfson, N3l, St-aisunder Sir. 19. E. G-rth, N 113. Greisenhagener Str. 22(Vorwärts-Sped.), H. Fischer, N 20, Bastianitr. 7(VorwärtS-Sped.), V. DSlz, IfO 58, JmmarmeMichstr. 84 fvorwärts�ped.), S.•»«. ITO W, Landsberger Allee 45 I, M. Wartmann, O 34, Königsberger Str. 37(Photo- geschäst). K Melle. O 34, Petersburger Platz 4(VorwärtS-Sped), 8. Witt« ichuß, O 34, Petersburger Str. 5(Restaurant), F. Arndt, O 27, Marius- straßc 36(Vorwärts-Sped,). F. Petke, 80 36, Glogauer Str. 30 vorn IV, P. Böhm. L0 36. Laufiber Platz 14/15(Vorwärls-Sped.). P. Lier, 80 26. Naunynstr, 9(Restaurant!. W. Gallas, Baums ch u I c n w e g, Schräder- straße 16 vorn III, E. Meckelburg, Treptow, Graetzstr. 50(Borwärts- Sped.), Frau Klawitter. Schönebcrg, Zlpostel-Paulus-Str. 7, R. Petrie, Schönebcrg, EbcrSstr. 70, Rathmann, Schöncberg, Bclziger Str. 27(Vor- Wäris-Sped.), G. Schmidt, Friedenau, Bachcstr. 9. Frau Ungerer Wilmersdorf, Hanauer Str. 43(Siedlung), E. Ziege, Lichter« sclde-Ost, Lorenzstr. 15, K. Schönwelter. Lichterselde-West, Händclplatz 5, F. Hamburg, Steglitz, Schloßstr. 103, W. Skubig, Steglitz, Ringstr. 7, Gartenh. III, G. Felgentreu, L a n t w i tz, CharloUenftr. 34. Charlotienburg:.Vorwärts-Spedition", Charlotlenburg. Seien- beimer Str. 1. pir,, Joachimie, Cbarloiienburg, Kaiserdamm 102(Vorwärts- Sped.), Schulz, Charlottenburg. Drohsenitr. 12, 1. Gartenh. III, Puseniak, CbarloUenburg, Augsburgcr Str. 47, ptr.. F. Schmidt, Charlottenburg, Rosincnstr, 4(Laden), Pankow: Konsumocrkaussstcllcn in Pankow, Wollanlstr. 102 und Berliner Str. 47, KonsumverlausSstellen in Ricdcr- Ichönhauscn, Kaiser-Dilhelm-str. 79 und Kaiserwcg 60. Arbeiter, �„ZesteUte, Leaivte! balden steeioen Nontaß dl» ssreitag I.<üeverl«5ckast»bauz-ke5lauranttügl. v. 10-1 u. 4-d U. erhälllich. 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Elegante Morgenröcke, Pullover, Jumperblusen, Kleider Weihnadits- Ausstellung im festlich geschmückten Hause DAS HAUS DLR GU1UN QUAUTÄILN Leipziger- Ecke Charlottenstraße Sonntag 19. Dezember 1926 Unterhaltung und ÄNissen Setlage ües vorwärts Sie Hosenträger. Eine wahre Geschichte von Oskar Grosberg(Riga). Unter d-m bc,eichnenjcn Titel„N H f ch e m o!"(.'s macht nichts!") last der dcutstddaltischc Cchriftsleller und Journalist Oskar Grosdera socbcn im Verlag R. Ructz u. Co. iRiza) ein fielt geschriebenes Büchlein ersltPiineu. das amiisantc und milieuechtc Geschichten aus dem Vorkritgsrufiland enlbitlt. Einer der bekanntesten Männer im ganzen Gouvernement war der Gutsbesitzer Andrej Filatowitsch Besporotschny. Man schätzt« ihn nicht nur als überaus tüchtigen Laridwirt, der sein Gut musterhaft bewirtschaftete und es zu oußerordg»ttlich solidem Reichtum gebracht hatte, sondern auch wegen seiner bekannten patriotischen Gesinnung und streng sittlichen Leben sführuirg. Andrej Filatowitsch war Mitglied des Verbandes der russischen Männer, der. wie man weiß, den Fortschritt und andere um- stürzlerischen Tendenzen haßt«. Er war streng kirchlich gesinnt, spielte nicht Karten und trank keinen Branntwein. Kurz, er war eine der festesten Stützen der Gesellschaft des Gouvernements. Di« rotoer- brämte Adelsmütz« legte er nur dgs Abends, den Wlabimirorden, den «r als Adelsmarscholl erhalten, überhaupt nicht ab,— er schlief sogar mit dem Kreuze am Hals«. Was Wunder, daß man einerz Mann dieser Artung achtet« und schätzt«. Andrej Filatowitsch stand nicht nur beim Gouverneur und beim Sendanneriegeneral in hohem Ansehen, sondern auch beim Erz bischof und bei der sonstigen hohen, Geistlichkeit des Gouvernements, denn er spendet« gern zu kirchliches und wohltätigen Zwecken; sein Lebenswandel war lauter und makellos. Sein Licht glänzt« um so heller, als er auf allen erwähnten Gebieten unter den Gutsbesitzern des Gouvernements so ziemlich allein dastand. Wenn ich noch hinzu- füge, daß Andrej Filatowitsch Junggeselle war, so glaub« ich ihn genügend charakterisiert zu haben ur/d kann nun zur Wiedergabe jenes Ereignisses schreiten, das seinerzeit das ganze Gouvernement beschäftigte. Es war an einem wunderschönen Jtllitage, als Andrej Filatowitsch den Gutshof oerließ und in die Eichenatle« einbog, die zum etwa zwei Werft entfernten Kloster führt«. Andoej Filatowitsch war in gelbe Rohseide gekleidet, aus dem Kopf« trug er die Adelsmütze, in der Hand«inen alwäterischen Stock mit Elsenbeinknauf, am Halse schimmert« die dunkelrote Emaille des Kränz« s vom heiligen Wladimir. Andrej Filatowitsch ging sehr langsam, mit schätzendem Auge musterte er die Weizeirbreiten, die zu beiden Seiten der Alle« wie «in goldenes Meer wogten. Hier werde« bald die Pensen klingen, dacht« Andrej Filatowitsch und überschlug den Ertrag'der Ernte, die in diesem gesegneten Jahre glänzend zu werden versprach. Andrej Filatowitsch ging langsam weher in der Richtung zum Kloster, wo«in großes Fest stattfand. Der Erzbischos hatte die Früh- messe, der auch Andrej Filatowitsch beigewohnt hatte, zelebriert. Er hat!« Andrej Filatowitsch seinen Besuch zum Mittagessen zugesagt. Auch der Abt des Klosters sowie der A-delvmarschall nebst Gattin sollten bei Andrej Filatowitsch speisen. Zu dem Mahle, das den distinguierten Gästen vorgesetzt werden sollt«, waren schon seit Tagen umfassende Vorbereitungen getroffen worden. Di« Haushälterin des Gutsbesitzers hatte unter dem Kleinvieh fürchterliche Musterung gehalten. Der best« Koch der Gouoernementsstadt waltete in schneeigem Weiß seines Amtes; am Vorabend war Andrej Filatowitsch in«igener Person in den Keller hinabgestiegen und hatte die edelsten Marken hervorgeholt, denn die geistlichen Herren waren, wie er wußte, anerkannte Kenner der kost- lichen Gottesgabe. Alles war, wie Andrej Filatowitsch sich wiederholt überzeugt hotte, in bester Ordnung, und nun ging er den geistlichen Herren entgegen, mit denen er nach seiner Berechnung auf dem halben Wege zwischen Gut und Kloster zusammentreffen mußt«. Unterwegs würde man einige solide Betrachtungen über die Natur und die Landwirt- schaft anstellen, während man die abstrakten Themata bei Tisch behandeln würde. So schritt Andrej Filatowitsch in gemessener Würde seines Weges fürbaß; er braucht« sich nicht zu beeilen, denn er hatte noch aus- reichend Zeit. Er schaut« sinnend einem gaukelnden Falter oder einer Lerche nach, die, ihr Liedchen hell schmetternd, zum Aether aufstieg. — kurz, er hatte seine herzinnige Freude an dieser schönen Gotteswelt, die so blink und blank in der grellen Julisonn« dalag. Doch da flog plötzlich ein Schatten über die würdigen Züge des beschaulichen Gutsbesitzers,— er erblickte in all dieser festtäglichen Pracht am Wegesrande ein hockendes, grellbuntes und unsauberes Etwas, das ihn aus unwahrscheinlich schwarzen Glutaugen so recht teuflisch anblitzte. Andrej Filatowitsch runzelt« unwillig die Stirn. Wahrhaftig, das war ein« Zigeunerin, deren Bande sich gewiß irgendwo in der Nähe oerborgen hielt, um nächstens Dorf und Guts- Hof zu brandschatzen. Dem mußte unbedingt vorgebeugt werden. Andrej Filatowitsch wollt« noch heut« den Londpolizisten benach- richtigen, damit dieser die Bande abschieb«. Wo hatte der Mann nur feine Augen— na ja, da hatte man eben wiedar ein Beispiel laxer Pflichterfüllung. Der Gutsbesitzer fuhr das Hockends Wesen mit harten Worten an; doch das Weib ließ sich nicht beirren. Es lachte und zeigte zwei Reihen blitzender Zähne, die aus dem braunen Gesichte hervor- leuchteten. „Komm', Herr, ich werde dir wahrsagen," rief das schamlos« Weib, unter dessen buntem, kurzem Rock die schlanken Beine hervorragten. Und dabei lacht« sie wieder, tief und girrend. Als das nur mangelhaft bekleidete Weib sich rasch erhob und sich ihm nähern wollte, scheuchte er sie mit einer unwilligen Handbewegung zurück. Das Weib wiegte sich in den schlankrunden Hüsten, verschränkte die Arme über dem Kopf« und schaut« lachend dem sich langsam entfernenden Guts- besitze? nach. Andrej Filatowitsch schaut« die Straße hinunter, zog die Uhr, warf«inen Blick zurück aus die Zigeunerin, deren Silhouette sich keck von dem lichtgelben Hintergrunde des Feldes abhob, und dann schritt er, einer plötzlichen Eingebung folgend, in die Weizenbreite hinein, — es schien ihm. als ob die Frucht dort, in der Mitte, schütterer stände als an den Rändern,— da mußte er doch nachschauen. Di« Wogen des goldenen Meeres schlugen über seinem Kopf« zusammen. Zur selben Minute hüpfte auch das Zigeunermädchen lautlos und geschmeidig über den Straßengraben, und auch sie verschwand in der Weizenbreit«._ Ringsum herrschte wieder die regungslose Still« des Hochsommer- toges. Man hörte nur das Zirpen der Heuschrecken, den.hellen Lerchenschlag und das Girren emer. Holztaube im nahen Walde. Di« Weizenbreite lag schweigend und schimmernd da,— nur in ihrer Mitte neigten sich an einer Stelle die schweren Aehren.., Der große Unbekannte. Ei« Brief der Prombank an die Gefu— iOO Zunkersslugzeuge— hat Gomanfki natürlich von Gomanfki gefälscht! gefälscht. ebne Gtstgassabrik im Sreije Samara hat Gomaasti gefälscht! Sech» Zlluoittonsdampier im Stettiner Hafen— hat Gomanfki gefälscht. wer ist Gomaniki r Den hat«oeaeu gefälscht! In die sommerliche Stille hinein ertönten plötzlich in der Fern« Stimmen; man sah die Sprechenden noch nicht, aber da traten sie hinter einer Wegbiegung hervor: voran der Erzbischos in leichter Mönchsgewandung, den schwarzen Hut mit dem Brillantenkreuz auf dem von schneeweißem Haar umwallten Haupt, den goldknaufigen Stab in der Hand, zu seiner Rechten der hochwüvdige Abt, zur Linken die Gattin des Adelsmarschalls und der Adelsmarschall in Zweispitz, Band und Stern. Die Herrschaften schritten in angeregtem Gespräch einher; als sie sich der Weizenbreit« näherten, trat aus dieser sehr eilig und erhitzt Andrej Filatowitsch hervor. Das plötzliche Erscheinen des Gutsbesitzers wirkt« so überraschend, daß die Gattin des Adelsmarschalls einen kleinen Schrei ausstieß. Der Erzbischos lachte:„Den nenn« ich einen frommen und getreuen Mann, der mit dem ihm anvertrauten Pfunde redlich wuchert. Immer unermüdlich, immer nach dem Rechten schauend." „Ja, Andrej Filatowitsch versteht's," seufzt« der Adelsmarschall, „fein Weizen steht ja geradezu glänzend." Andrej Filatowitsch nähert« sich seinen Gästen, nicht ohne sichlliche Derlegenheit über die Lobeserhebungen aus so würdigem Munde,— er war ein bescheidener Mann. .La. man hat es nicht leicht," meint« er, indem er sich mit dem Foulard die Stirn tupfte. Unter solchen Ausrufen und Wechselreden begrüßten sich die Herrschaften und waren eben im Begriff«, den Weg zum Gutshose Andrej Filatowitsch' fortzusetzen, als die Weizenbreit« sich teilt« und ein phantastisch buntes Wesen in kurzem Rock, aus dem die schlanken braunen Beine hervorragten, wie«In« Wlldkatz« auf die Straße sprang. Die Gattin des Adelsmarschalls stieß«inen lauten Schrei aus, der Adelsmorschall griff an seinen Degen, der Erzbischos erhob seinen Stab, und der hochwürdige Abt murmelt«:„Alle guten Geisterl" Di« braun« Teufelin, die mit der Linken an ihrer halboffenen Bluse nestelt«, schwenkte in der Rechten einen Gegenstand; mit klingender Stimme rief sie dem Gutsbesitzer zu: „Gnädiger Herr, hier! Du hast dein« Hosenträger vergessen!" Ankunft auf Eeplon. Vau Andreas Lahko. Zwei Tage etwa, ehe die Küste Ceylons erreicht ist, passiert der Dampfer in Sichtweiie die Koralleninsel Sototra, die natürlich wie der ganze Indische Ozean den Engländern gehört. Mit freiem Aug« nur ein dünner grüner Strich im matten Blau der Tropenferne, präsentiert sich die Insel im Feldstecher ganz wie ein buschiger Reger- topf, mit dicht gekräuselten grünen Haaren. Dieses wirr«, ver- jchiungen« Gekröse ist— der Palmenwald, der erst«, den der Reisende erbllckl. Den Suezkanol entlang standen die langstieligen Fächer in melancholischer Einsamkell oder in kleinen Gruppen, hier meldet sich zum erstenmal der„Urwald", dichter als die ällesten Forste Europas, aus Pflanzen und Bäumen geflochten, die man gewöhnt ist. einzeln als Seltenheiten zu bewundern. Der schlank« kluge Holländer an meiner Seit« wartet«, bis ich das Fernalas sinken ließ, dann sagte er spöttisch:„So! Jetzt können Sie ruhig umkehren, Sie haben die Tropen gesehen. Palmenwälder— und immer wieder Palmenwölder, Sie weiden selig sein, wenn sie wieder unter einer Eiche stehen!" Der so sprach, war knapp dreißig Jahre all und fuhr zum zwölftenmal nach Borneo und Celebes, um für seinen Ches Rohgummi cmzukaufen. Alljährlich im Dezember schifft« er sich in Neapel«in, feilschte mit Plantagen besitzern und Eingeborenen drei Monate lang, bekam jedesmal einen schweren Fieberanfall und war natürlich selig, wenn er dem Singen der Moskitos, dem lähmenden Feueratem der Tropen wieder den Rücken kehren durste. Di« restlichen sechs Monat« des Jahres erholte«r sich in einem fashionablen Hotel der Schweiz, verschlang viele Meterzentner bedruckten Papiers und war der be- lesenst«, kultiviertest«, geschmackvollst« Mensch, dem ich bisher in meinem Leben begegnet bin. Kein schönes Gedicht konnte man er- wähnen, ohne daß er es sofort aus dem Kopf« hergesagt, keinen irgendwie lesenswerten deutschen Autor nennen, ohne daß er gründ- lich. wie ein Llteraturprofessor, Bescheid gewußt hätte. Den Cervantes hatte er ebensogut im Original gelesen wie die Divina Commedio, denn er beherrschte sechs Sprachen mit gleicher Vollkommenheit, und entschuldigte gleichsam sein Wissen mit der geringen Berbreiwng seiner holländischen Muttersprache. Aber der Iustizrat aus Frankfurt und zwei andere Herren mit dem Doktortitel vor dem Namen nannten ihn stets den„Gummipieps", ärgerten sich, daß er erster Kajüte fuhr, und hätten ihm gerne seine soziale Minderwertigkeit zu fühlen ge- geben, wäre er während der zwanzigtägigen Ueberfahrt«in einziges Mal nur aus seiner Leseeck« auf dem Sonnendeck hervorgekrochen. Brachten dl« nächsten drei Jahr« gute Gummiernten und hob« Preise, dann hoff!« mein Bekannter die Tropen kein viertes Mgl wiederzusehen und lud mich schon ein auf den dereinstigen Ruhesitz zur Besichtigung seiner Bibliothek. Als ich sechs Monat« später aus Indien zurückkehrt«, lag unter den Briefschaften auf meinem Schreib. tisch die Anzeige, er sei in Celebes dem Fieber erlegen, im zweiund- dreißigsten Lebensjahr«.— Ueberall in den vielen Höhenkurorten, die in Vorder, und Hinterindien wie Bastionen des harten Krieges gegen das Fieber aus dem Tieflande aufragen, in Rur-Elia, im Himalaja, auf Pencmg Hill und auf Tofari, überall bin ich solchen gelbgedörrten, unruhigblickenden jungen Männern begegnet, die wie der Taucher aus dem Meeresgrund mit angehaltenem Atem sich auf den betörenden Reichtum der Tropenerde stürzen und ihrer giftigen Umarmung erliegen, ehe sie mit dem errafften Gut die rettende Kühl« Europos erreichen. Dem Gast aber, der nicht Beut«, der nur Sättigung für sein« Augen sucht, gewährt gleich der erst« Schritt überwältigende Eindrücke, die nie oerwelken, als hätten die senkrecht niederbrütenden Strahlen die Bilder ins Gehirn«ingebrannt, wie früher das Zeichen der Sklaverei mit glühendem Eisen in die Haut der Eingeborenen ge- stempelt wurde. Run erst, da der kühlende Fahrtwind des Dampfers nicht mehr um die Stirn« streicht, sühll der Europäer oerwirrt den heißen Atem wie aus einem Kesselraum aufsteigen und muß gewaltsam den kindischen Verdacht vertreiben, die nie empfundene unnatürlich sengende Glut ströme aus einer künstlichen Wärmequelle. Zunächst steht man ja noch im Schatten, unter dem Wellblechdoch der großen Zollbrücke und läßt von dem englischen Zollbeamten jeden Kosser nach Massen durchsuchen. Denn Revolver und Jagdgewehr« sind die einzigen Waren, die nur mit besonderer Rcgierungserlaubnis«ingeführt werden dürfen, was gleich bei der Ankunft tiefen Einblick in die Beliebthell der europäischen ZZerwaltung gewährt! Die„Donnerbüchse" hat die Herrschast der Weißen begründet, und auch heut« kann die Wohltat der Zivilisation den Eingeborenen nur erhallen werden, wenn dafür gesorgt wird, daß nicht auch die Farbigen in den Besitz von Donnerbuchsen gelangen. In dem orientallich überlauten Getriebe der Landungsbrück« erhob sich dicht an meiner Seit« ein Gekreische von protestierenden Raturlduten, selbst in diesem betäubenden Stimmengewirr als Strell zu erlemwn. Der Iustizrat aus Frankfurt hatte dem naÄten Vurschen, in dessen Boot er gelandet war. die im Baedeker vorgeschriebene Taxe eingehändigt und weigert« sich, weiter« Anspruch« zu befriedigen Sosort tauchte hinter den beiden ein Policeman ans. in Khckiunifarw. das braungelb« Tamilengesicht vom Tropenhelm beschattet, ganz Engländer, selbst im bedächtigen Gang, nur die nackten Fühe raubten einiges von der Würde der Erscheinung. In verständlichem Englisch erkundigte sich der Mann des Gesetzes bei dem Justizrat noch der Ursache der Meinungsverschiedenheit. Und als er von den, weihen Sohib die«inseitige Versicherung erholten hatte, der Uuli sei gebührend entlohnt worden, da verlor er w«!t«r kein Wort an den«igenen Landsmann, dessen Hautfarbe mich die sein« war, ganz ruhig, ohne di« Miene zu öudern, hob er den schlanken Bambusstab, und lieh ihn niedersausen auf den braunen Rücken des Reklamierenden. So scharf. so erschreckend grell war das Aufklatschen der«lastischen Rute aus dem nackten Fleisch, dah die ganze Gruppe der eben erst gelandeten Europäer ausichri«. Der Geschlagene selbst lieh keinen Laut hören, nicht einmal sein Gesicht verzerrt« sich, er schlüpfte nur rasch davon, und aus der Krümmung feiner mißhandelten, von einem blitzschnell anschwellenden fingerdicken Wulst entstellten Schusterblätter sprach die demütig getragen« Unterdrückung von Jahrhunderten. Eine Minute kaum dauerte di« ganz« Episode, aber das horte Aufschlagen des Stockes auf dem Fleisch blieb hasten im Ohr! Am Eingang in das indische Kolonialreich Britanniens steht, in der Erinnerung zu symbolischer Gröhe ausgerichtet der eingeborene Policeman in langen Khakipontalons, mit nackten Füßen, und quittiert den Besitz von Uniform, Tropenhelm und Bambusstab mit einem dicken Wulst aus dem dunklen Rücken seiner eigenen Raste. « Am Ende der überdachten Brücke wartet der unvergeßlich« Schritt aus dem Schatten hinaus aus die rostrote Erde Ceylons, di« durchglüht scheint von der Bruthitze der Tropensonn« und wie bestreut mit Zimt, den man ja hier von den Bäumen der Promenade schält. In langer Reihe warten die Wagen, die mannshohen Räder Wersen keinen Schatten, kein dunkler Fleck gibt dem geblendeten Aug« Rast, unwirklich dösen Menschen, Bäum«, Häuser in der schmerzenden Helle, die senkrecht niederflutend keine Kontroste duldet. Der erst« Gedanke ist Flucht, nur fort von dem brennenden Platz, man muß einsteigen, un-d wie vorhin beim Stockhieb auf das nackt« Fleisch, revoltiert der Europäer, den man noch nicht Zeit hatte, abzulegen, gegen den Gedanken, von einem Menschen, der al» Pferd.zwischen den Deichsel» läuft, gezogen zu werden! Ganz wie itolionische Droschkeukuislbe! bedrängen diese Menschengäul« den ersehnten Fahrgast, preisen ihre eigene Schnelligkeit an, klatschen sich ruhmredig auf die Waden, um nur der Gunst teilhastig zu werden, dm weißen Herrn, der schweiß- triefend im Schatten des aufgeschlagenen Wagendaches kauert, in rasendem Galopp durch die Straßen der Geschästsstadt vor sein Hotel ziehen zu dürfen, lieber di« schwarzgebrannte Haut sickert nicht, nein strömt, genau wie über die Bronzefigur eines Springbrunnens, der klare Schweiß, klatschmd schlagen die nackten Sohlen die rote Erde, schnellen hoch und werfen den ganzen, nur aus Knochen und Muskeln reduzierten Leib weit ausholend nach vom, immer gleichmüßig, streng bedacht, ja nicht den Rhythmus zu wechseln, damit der weiß« Sahio im Wagen nicht gerüttelt werde!... Durch eine Straße, di« irgend- wo in Derby oder Lancoshir« liegen könnte, wären di« Tamarinden und anderen tropischen Bäum« nicht, an Geschöftcn, Banken, drei« stockhohen Gasthöfen vorbei rast das Wögelchen, sährt durch dos Tor des„Urturmes" der ganz Ceylon die Zeil diktiert und zugleich bei Rocht als Leuchtturm dient, und biegt unter der Zitadelle, unter dem Maule der Kanonen, die das Meer angähnen, auf den schönst«! Strandweg der Erde: die Gull Face Esplanad«, die„Promenade des Zluglais* der Tropen. Mit rotem Zimt bestreut, von keinem Baum beschattet, läuft die breite, schnurgerade Straße unmittelbar am Meer« entlang da» in gläsernem Glanz«, tröge unter der lodernden Kuppel de» Himmel» lich dehnt. Ganz am Ende des langen,.sich oerengenden roten Bandes. das verfchwimmend unter den hüpfenden Gummi rädern der Rikslha zurückläuft, sieht man schneidend weiß di« Erlösung leuchten: in« Fastade de» Göll Face Hotels, das quer über die Efpstmade gelagert den Weg abschließt. Man sieht die Auffahrt, und unter den oäufen, den einzigen Schatten in diesem brennenden Bilde: den offenen, schwarzen Rachen des Eingangs. Wie«in Tau spannt sich der Bück. hingebunden an dieses Ziel. Der ganze Körper, schweißgebadet, aller Willenskrast beraubt, trunken von der betäubenden Glut, die unter dem Wagen dach eingescmgen, wie«in siegreicher Gegner im Wett- kämpf, dem Wehrlosen aus die Brust sich kniet-- Leib und Seele ergeben sich, keine Neugierde mebr, auch die Augen kapitulieren vor der schneidenden Hell«-- nichts nur als das Ziel, der schwarze Rothen de» Hoteltores, nur der«in« ferne Punkt, der Schatten ver- spricht, gibt dem im Wägelchen gebeutesten Eurooöer noch Kraft und Haltung!-- In dem rotglühenden Band vor den Rädern schaukelt der Rücken aus Bronze, feucht glänzend, springt auf und nieder, und erschrocken erwischt man sich bei dem heimlichen Verlangen, den Menschengaul anzutreiben irgendwie, durch irgendeine gewaltsam« Beeinflussung der ohnehin keuchenden, überströmten Schulterblätter. das Tempo zu verschärfen, um nur rascher hinzugelangen in die Schwärz«, die magnetisch anzieht. Wie der erschöpfte Schwimmer mit hervorquellenden Angen an der rettenden Küste, so hängt der Blick an dem Ziel, das mitten im erbarmungslos grellen Glanz langsam näher rückt! Derselbe Mensch, der vor einer Stunde aufnahmshungng, wie «ine geladene Kamera, dies Land der Wunder betrat, der Europäer, der eben noch laut aufschrie vor Schrecken, als der Rohrstock hart auf da» braun« Fleisch niedersauste, derselbe, dem vor Beginn der Fahrt Gewiffensstrupeln das Einsteigen erschwerten, weil der Anblick eines Menschenleibes.zwischen den Deichseln ihn schreckte-- läge in der Rikscha eine Peitsche für den Fahrgast bereit— vielleicht könnte er sich nicht enthalten, sie zu benützen— hart gesotten in einer kurzen Stunde, im Feueratem des Tropenmittags! Petersburger �SaUettomanie" von flnno üazumal. Jetzt, wo die Berliner Saison im Zeichen des Pawlowa- Gastspiels steht, tauchen wohl so manchem schottenhatte Er- innenlnaen an die ehemalige Ballettmetropole der Welt auf: Peters- bung! Der Kampf um die Besitzergreifung eines der 24 Sesiel der ersten Parkettreihe des Kaiserlichen Marientheaters wurde von den Dalletttanatitern sicherlich mit noch größerer Leidenschaftlichkeit aus- gefochten, als der Wettstreit der französischen Geistcsheldcn um die 40 Ehrenscstel der Pariser Akademie der Unsterblichen. Zuweilen geschah es, dah schon während der Totenmeste für einen glücklich entschlafenen, langjährigen Inhaber eines solchen Vorzugssitzes sich unter den untröstlichen Freunden und Verwandten ein Getuschel um die.Sitz'- Nachfolge entspann. Zu dem sogenannten„Ersten Ballett- Abonnement' befanden sich sämlliche Logen des Parketts und des ersten Ranges fett Generationen in festem Familien-, Gardercgi- ments- oder Klubbesitz. In Petersburg kannte noch 1914 jedermann, der sich zur„Gesell- lchaft" zählen durfte, den alten Ballettonkel D u r n o w o. der 37 Jahre hindurch an allen Galatagen auf seinem Abonnementssessel in der vordersten Reihe des Manentheaters Terpsichorcs leicht- beschwingten Atem geschlürft hatte, oder in Morpheus Armen geräuschlos eingenickt war. Einer älteren Zeit gehört ein anderer Ballettomane an Skoltowski, von dem noch heute in der internationalen Lebewell Mythen umgehen. Der Ministerialrat Stalkowski, im Reben- oder im Hauptberuf ein sach- und fach- kundiger Ballettkritiker, liebte es, mit todernster Miene zu erzählen, daß er das Ballett„Das Wunderpferdchen' 146mal genoffen und ihm immer wieder neue Reize abgewonnen habe. In seinem „künstlerischen' Nachlaß fanden sich 3000 Bilder und Photos be- rühmter Tänzerinnen und Tänzer des 18.— 19. Jahrhunderts und eine ganze Kollektion von Bollcttschuhcn der Wienerin Fanny Elßler. der Taglioni, Brianza, Zucchi(diese stand ihm besonders nah!) oder wie die Libellen alle hießen, denn dieser Herr war ein etwas ein- fettiger Liebhaber der italienischen Ballerinett-, der Alt-Peteisdurger Graudfeigneur hat den Ausflug der Pawlowa und Karsawina nicht mehr erlebt, lter d-lese und andere russische Ballettfterne scharten sichlpäter die Ballettomanen der Newaresidcnz, die im revolutionären Rußland natürlich nicht mehr zu finden sind. Aber die Tradition der Xanztunft wurzelt so fest im Kulturleben Rußlands, daß auch die Lunftverantworttichen des Sowjetreiches darauf bedacht sind. m der staatlichen Ballettschule zu Moskau nach Kräften für Nachwuchs zu sorgen._ Ein Milliardslel Sekunde meßbar. Zur Mesiung sehr kurzer Zeiten ist neuerdings ein Berfohren gesunden worden, daß in seiner Anwendung ziemlich einfach ist. Man bedient sich dazu der sog. , Lichtenbergschen Figuren", einer besonderen Art von elektrischen Entladungen auf nichtleitenden Körpern. Die Erzeugimg dieser schon seit 1777 bekannten Figuren geschieht folgendermaßen: Aur eine auf geerdeter Metallplotte liegende photographische Platte wird mittels eines Metallstiftes eine hohe elektrische e-pannung über- tragen, etwa indem man einen Funken darauf überschlagen läßt. Dadurch tritt an der Benihrungsstelle von Glas und Metall Elek- trizttät auf die Glasoberfläche«nd ocrteitt sich dort strahlen- und sächerförmig, was durch die photographische Schicht sichtbar gemacht werden kann. Die Geschwindigkeit, mit der diese Figur von ihrem Mittelpunkte aus entsteht, ist nun zwar sehr hoch, aber nicht unmeß- bar. Läßt man nämlich durch zwei in einiger Entfernung ange- brachte Metallstift« je einen Funken auf die Platte überspringen. und zwar auf den einen Stist ein klein wenig früher als auf den anderen, so ist die deutlich erkennbare Trennungslinie zwischen den entstehenden Lichtenbergschen Figuren gegen die zweite hin ver- schoben. Aus dem Maße dieser'Verschiebung läßt sich nun der Zeit- abstand der Funkenübertragung fepstellen. Die Anwendung geschieht in der Weise, daß die Vorgänge, deren zeitlicher Abstand gemessen werden soll, zur Auslösung von elektrischen Funken und deren Ueber- tragung aus die zwei Mctallstiste gebracht werden. Die Zettunter« schiede, die so noch mit Sicherheit gemessen werden können, liegen in der Gegend vcn 0,000 000001— einer milliardstel Sekunde. Diese Zeitspanne ist so klein, daß man sie sich nicht m-chr vorstellen kann: sie ist um soviel kürzer als eine Sekunde, wie eine Sekunde kürzer rst als 32 Jahre. Ein Tier, welches sich selbst aussrlßk. Die Süßwasierpolypen, die jedem Aquarienliebhaber!>ekannt sind, stellen in vieler Bezie- hung recht merkwürdige Geschöpfe dar, die sich durch eine un- geheure Lebenszähigkeit und große Mannigfaltigkeit der Auswege aus schwierigen Lebenslogen auszeichnen. Man hat diese„Hohl- liere' wie einen Handschuhfinger umgestülpt— sie fanden sich in die neue Lebenslage hinein, obwohl ihr Innerstes nach außen gekehrt worden war: man schnitt ihnen die Fangarme oder den Fuß zum Festhalten ab— sie bildeten das Verlorene von neuem, ja, aus dem abgeschnittenen Kopf, oder Fußteil entwickelte sich sogar wieder ein ganzes Tier. Der wissenschaftliche Name Hydra besteht also sehr zu recht: man kann dem Tierchen alle Arme abschneiden, sie wachten doch wieder nach. Man kann sogar Teile verschiedener solcher Süß- wasierpolypenarten auf Haaren aneinanderreihen: sie wachsen zu einer neuen Einheit zusanmien und geben aus diese Weise Tiere, die im Freien niemals vorkommen, zum Beispiel em Individuum, desien Kopfteil grüngefärbt ist und von der grünen Hydra stammt, und desien grauer Fußteil von einer anderen Art entstammt. Wie bei Obstbäumen kann ma« also die Tierstücke aufeinander pfropfen! Neuerdings �st eine andere Seite dieses Wundertieres entdeckt worden: wie Kepner und Jefter berichten, hilft sich der Süßwasier- polyp dadurch über Hungerzeiten hinweg, daß er seine eigenen Fangarm« im wahrsten Sinne des Wortes aufsrißtl Die Fangarme werden bis auf kleine zurückbleibend« Stümpfe richtig abgebissen und auch im Magenschlouch auf normale Werse verdaut. Da das Tier aber die Fangarme natürlich zum Beutefangen notwendig ge< braucht, werden sie noch einiger Zeit erneuert: das Tier ist aber inzwischen bedeutend tlciner geworden. Durch diesen merkwürdigen , Autokannibalismos" ist es dem Polyp also möglich, sich in nah- rungsreicher« Zetten hinüber zu retten; wenn er dabei auch an Größe einbüßt, so verliert er doch nicht seine Lebensfähigkeit. mir Gadera ist die besfe Zigarette, die ich je gerauchi habe. Sie ist mild- fein- duttreich und in Käsfchen aus Japanholz zu Zö und 50 Sfück verpackf für ö Pfennig das Sfück in den Tabakladen zu haben. Bringe auch für Dich und unsere Gäsfe einen Kasfen mif lOO Gadera- Zigaretten in der K AH- Packung mif. Dieses neueste und schönste Erzeugnis aus der Spezialifäfen- Abfeilung der MAL-K AH wird nicht nur wegen ihres Geschmackes und Duftes höchste Freude, sondern auch wegen der stilvollen, ästhetischen KAH-Packung allen große Ueberraschung bereiten. Meacbed-Tcppidx Marke Halbmond Pcrsermiuter ans besten» rei»vm Wollgarn i& 2074 M SS«A ö1-° 98.- 77_ 230. 816 flfgban-Teppicbe Ali rli* Halbmond m. Handfrarue, reinwolloncr T epplO), Mit 60 Jahr, erprobt 28" � 49. 71. 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So lange man das Laufen zu, körperlichen Enüchligung treibt, muß man selbstverständlich zustimmend ant- Worten. Aber eS gibt da so viele Arten deS Laufens. Sehen Sie, neulich legte Herr Jemand seinen Freunden die Frage vor, „Es ist weiß und man kann drauf laufen. Was ist das?" Prompt kam darauf jatty leicht. DaS find die auf den Fahrdämmen treifen zur Regelung des Fußgängerverkehrs." die Antwort:„Das ist di neu angebrachten weißen Weit gefehlt. ??? Dann wissen Sie eS ni> Na, dann nehmen Sie bt? karlsbader Salz! Eines Beweises bedarf es wohl nicht weiter, und wenn Sie noch so viel von doppelsohlenkauendem Nashorn reden. DaS müssen Sie doch zugeben. nicht wahr? Doch schweigen wir bei diesem heiklen Thema lieber von etwas anderem. Biele Stunden sitzt unser liebes Münchener Äindl, das Wahrzeichen der alten weltbekannten'Zuban-Zigarcttenfabrik, nun schon im Flugzeug, um zu seinem guten Dr. Mbi, unserem„Tabakdoktor", zu gelangen. Bold wird es beim Dr. Nabi sein. In der Ferne blitzen bereits die Lichter von Konstantinopel. Freudig erregt überschaut das Kinbl daS nächtliche Panorama. Da. ein Riß, ein Hämmern: Motordefekt. Der Pilot wird in menschen» leerer Gegend zur Notlandung gezwungen. Stundenlange Bersuche halten nichts: der Motor springt nicht an. Der Morgen ist inzwischen herangebrochen. Unser Kindt trägt sich ernstlich mit dem Gedanken, sich eine belebende Zuban-Zigarette ins Gesicht zu stecken und dann den kurzen Weg bis zur Stadt perpedesapoitolorom zurückzulegen. Hier ist Gelegenheit zum Streiten, ob das Laufen in diesem Falle ein Sport oder glatte Notwendigkeit ist. Doch Glück muß der Mensch haben. Der eiserne Vogel ist inzwischen wie» der auf die Beine gekommen, und weiter geht'S dem Ziele entgegen.»»» Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zigaretten-HerstellungSart. 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S. llnghe LS. Mulock. Bln.. Zwingliltr. R. a. Rftdengrotverfriimmung mit LSHmungserldieinungen. Mögen, u. Daemkatotrh geheiÜ. 6. ssr. M. Beiueck, Bln.. Augullstr. Li. v. MusfelenliMnbung u. Kerlfchwäche gehellt. 7. ffr. S. Kaniich. Bln.. Liibecker Str. 18. Bliubbormfiflel. geheilt. 8. 5fr. Herwaaa, Bln.-Schöneherg. iseurigllr. 18. Biinbbnrmfillel. geheilt, ft. Fr.>. Selb«. foen. Bln.. Kohlerllr. 84. Delenkrheumolismu«. RUdenfchmecen u. Neue» gfthenie. geheilt, iv. s. v. Bürger. Rentier. Bln.. Reichenberger Sie. I4L Drlllenichwelluug. geheilt. U. L. Paul, Bln.. Reidienherger Sir. 181. Magen, u. Nervenleiben, geheilt. 12. ffr. 0. Blihaee. Bln..NeukNla, Socer Str. 87. Nrämpf«. geheilt. 18. H. O. llugee, llaufmonn. Bln., Diihertllr. 41. Mögen.. Leber, u. Nierenleiden, geheilt. 14. ifr. 8.»ofelia. Bln.. Bfluastr. 5, Magen gelchwllre n. Blutarmut, geheilt. 15. ffrl. SlebvW. Bln., iidlberger Sir. 28/211. Gelenfrheiimglismu«. geheilt. 16. ffr. Ww. ffritfchler. Bln.. Marienburaer Etr. 48 Dormgefchwulft. geheilt. 17. ffr. Hedwig Stern. Bln.-Schftneberg. Thorwolbfenffr. 10. Leberanschwellung Sallenblgfenenttvnbung. geheilt. 18. ffr. A. Nvhrmvfer. Bln.. Bresluuer Str. I. Kerrerweiterung. Lerzneurgfe. allg. Nervenschwäche, geheilt. 19. ffr. »arffch. Bln.-Söven ick. Rosen ffr. 2. schwere Blutvergiftung u.&anbo«rtttt- runs. gehellt. 20. S. v. Oebme Schlächtermeister. Bln.. Thgersir. 40. Her,- u. Mooenleidan. Leber» II Mil«ntchwelluna. geheilt. 21. ffr. A. lli'chaee, Bln.. Boltiger Str. 24. Maoen- Lilie», u. Gglleiisteinleiben, Selhsiicht. geheilt. 22. Herta ftohel. Lllhbengu-Svreewgib. tuberkulöser llnochenfrah. Knlegelenfsenttllnbung. geheilt. 28. H. NIhr. Nittergutubefiker. Srnstwolb» llr«. llarvowen. Offvr.. schwere Blutvergiftung u. Keschwllre. geheilt. 24. L. v. Leopvlb. Bln.»ffrieb«nau Agjsergllee 128. eitrige Lungeniillel. geheilt. 25. L. S. Michaella. Sgitwict. Bln.-Shgrlottenburg. WcNOr. 87, Leberleibea, fbgllensleinleib«». Gelbsucht geheilt. 28. K. Boligeiassiltent N. llramm, Bln.. llochhgnnilr. 28. von Magcnoeschwllren. Mggencrwcitirung u. Senkung mit 30 Behandlungen geheilt. 101« fönuan fopan. buk durch die(Int in nnlarat flallanffoll'clbft die ätfeffen, horfntickigfkan Calban noch»ur flailnnn gebrodit werden und bah olle, die Ihr dächst es Stbanglllif. die eVefuubhell, bereit« verloren ZU haben glauben, wieder in den Bolldefttz derselben gefegt werden. DOP" Brieflich« Vriginal-Nnerkennungea von an« geheilter"WWW fjam" Patienten stehen im Wartezimmer der Nnstalt zur Ginsicht. »atcannl« vaftaubfungardnnre ffle Setmau unb«fartanl Äaiua briefliche Bahonblung f pr«le§§or Dr. med. P. Ntelelsky, Arzt, nur Im An« lande ernannt, promoviert und approbiert. Mitglied dar InleraatlonaVn Vcrelnlgoag tob A erat Ca u. Nalnrlrstcm. Berlin S016, BrQckenstraße 10b, 2. Hau« von bat Xnngeflrafic. 1 Minofe von Shf. ZonnoMltzbrileka Coagfahtige fochmannifch« lltlMcha Sahanblnng aub Celfnug. Sprech- unb vahoublnngoeril: 0-1. 4—7 /», Sonntag und Jalartag 10-12 Ahe.- VtacU fall 1007. nmjnlyiz�dejr��dst � Strlmvfe....... yua m. oppets�i iocbierao n.Ifnbi iL. alt 445 95 95 1' SOIuMöM» 1 mit vanno.« Fut'er,» rdl�...> mit ÄsxgJM''» l>Si.er»ohIo.....mm Etmßenschuhe �n50 6" yso 14' 16" 5" mit Pelzbesatz und waru.e Fntter...... Schirme ,.fc...... m t K n ö- fe n nder Bandhakeo.. Zumver aus dunkel pes Pullover aus dunkel peftreittaai Flanell mi HG Wolle alt Kmtttolit, la e e mei und Kragen..... kllp�nto Aa-fUtirung ngeadi. Form. Kleider n no ö en l ar Servierkleid Crip« de ChlM, n ho ö en Karbon......... mit ochurze. aus guten Zaaella gimm»»imniiunwwttwwinmiiiw——wwwr ITaSSCnT.ureUboakol, i io »bn als» dl»»»» Bond........ X no00 57ä emcc \ reuth'r.77tlg.,ra.bant.BlnnL i Kaffeeservice t»i«Uir................... I-coerorni an» leinen Wische- b»ti»i m. 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Wenn ein kommunistisch erleuchtetes Hirn aus den ver- blüsfenden Gedanken verfallen ist, daß Emil Ludwigs Luch über Wilhelm den Nichtschweiger die Zurücksührung dieses Hohenzollern auf seinen Thron vorbereiten solle, so hat das Werk auch in der sozialdemokratischen Presse manche Ablehnung erfahren, weil es nicht mit den Quadern des historischen Materialismus untermauert sei. Solche Unbedingtheit erinnert freilich«imgermaßen an die Fabel vom Kalifen Omar, der die hochberühmte Bibliothek von Alexandria dem Feuer überantwortete, weil all ihre Bücher dem Koran entweder entsprächen oder widersprächen, also entweder überflüssig oder schädlich seien. Aber so sehr die marxistische Geschichtsauffassung für die Erkenntnis histo- rischer Borgänge entscheidend ist, so sehr läßt sich auch aus anderen Darstellungen etwas lernen, und Ludwigs Wilhelm- Charakteristik hat sicher dos Verdienst, daß vielen politisch Gleichgültigen über die Monarchie und ihren letzten Vertreter ein Seifensieder aufgegangen ist. Wie in jenem Werk will Ludwig in seinem neuesten Buch„Bismarck. Geschichte eines Kämpfers"(Ernst Rowohlt Verlag, Berlin) keine Histo- rienmalerei. sondern ein Porträt geben, und was man im einzelnen auch gegen seine Pinselführung einwenden mag. Zehntausende, die den Reichsgründer von 1871 nur als starres Standbild kannten, sehen ihn jetzt zum erstenmal als lebendigen Menschen vor sich Höchstens noch das Lied von Fridericus pfeifen die Schwarz-Weiß-Rottehlchen so ausdauernd wie das von Bismarck, und im besonderen treiben die„völkischen Wind» jacken" mit dem„Alten aus dem Sachsenwalde" ihren Götzen- dienst: ein Bismarck muß her und die s"s"t' ,�)uoenrepublik" in Scherben hauen— Heil! Unentwegt sehen diese einfachen Gemüter in jenem mir eine Steigerung ihres eigenen Ich: den„eisernen Kanzler", die„germanische Reckengestalt", den „Genius teutonischen Kampfeszorns": sie sehen gerade die Kürasiierstiefel und zur Rot den Kürassicrhelm, aber nicht die Stirn, die er bedeckt. Denn Bismarck, wie ihn Ludwig an der 5)and unanfechtbarer Urkunden malt, ist ganz und gar nicht aus einem Guß und unkompliziert, sondern durchaus ein Mensch mit feinem Widerspruch. Trotz seiner massigen Gestalt gleicht er nicht einer knorrigen Eiche, sondern ist ein Neuro st heniker mit ungemein reizbaren Nerven. Melancholische Anwandlungen und Hysterische Angsworstel» lungen sind ihm nicht fremd, und die Tränen sitzen ihm locker. Nicht nur. wenn sich seinem politischen Wollen Widerstand entgegenstellt, schüttelt ihn ein Weinkrampf, sondern er droht auch„unter schluchzenden Tränen" mit Selbstmord, um seinen Sohn Herbert von einer unerwünschten Heirat abzuhalten. Aerger und Zorn— wie leicht ärgert er sich und zürnt!— schlagen sich ihm sofort auf den Magen oder äußern sich in neuralgischen Gesichtsschmerzen, und wenn der mehr als Siebzigjährige dem Fürsten Hohenlohe„den Eindruck eines geistig nicht gaixz gefunden Mannes" macht, so erscheint er schon anfangs der sechziger Jahre als Ministerpräsident seiner Umgebung mitunter„wie nicht ganz zurechmingsfähig", und er selbst spricht einmal die Befürchtung aus, daß er wie Friedrich Wilhelm IV., also im Wahnsinn enden werde. Eine ganz« Kluft trennt den historischen Bismarck auch von dem bewußt zur Schau getragenen Analphabeten- t u m unserer Junker und„Völkischen", die stolz daraus sind, keine..Gehirnfatzken" zu sein und nie ein Buch zu lesen. Zwar ist der in der Macht Sitzende von der geistigen Führer- schaft der Nation geschieden, da keine von den dichterischen oder künstlerischen Größen der Zeit in seinem Hause verkehrt, aber der Mann, von dem die Franzosenkaiserin sagt, was sich vom Grafen Westarp beim besten Willen nicht sagen läßt: „Er plaudert entzückender als ein Pariser!", zeigt in seiner Jugend eine ungewöhnliche Aufnahmefähigkeit und-Willigkeit des Geistes: er vertieft sich in Geschichte und Soziologie, liest aber auch gierig Dramen, Verse. Romane, und zwar— Gott strafe England!— mit Vorliebe von Shakespeare, Byron und B u l w e r. Aus dem„Faust" vermag er noch im Alter viel« Stellen wörtlich herzusagen und selbst vor Heinrich Heine hat er keinen Abscheu. Offenbart dieser Charatterzug schon eine gewisse„Berjudung" des Fühlens und Denkens, so hat der Heros der„Völkischen" auch fast mehr vom„Händler" als vom„Helden" an sich. Aus seiner arischen, nicht aus einer„rassefremden" Feder floflen die Sätze:„Der Wollmarkt war hier wie in Stettin.... Ich habe am Tag« vor dem Markte zu 73 verkauft. 7b hätte ich haben müssen. Du hast meines Erachtens nach(!) 5 Taler zu wohlfeil ver- kauft." Befriedigt steckte er nach 1866 die Dotation von 406 lKX» Talern ein und nach 1876 den wachsenwald, der auf drei Millionen Taler geschätzt wird, und als die Krise am Horizont aufzieht, die ihn vom Stuhle der Macht schleudern soll, vergißt er in allem Sturm der Gefühle nicht, seine Pensionsansprüche feststellen zu lassen. Auch sonst empfindet er nicht deutsch im„völkischen" Sinne. Er hält weder die Deutschen für das auserwählte Volk der Erde noch die anderen Völker für minderwertig. und nicht einmal vor den Juden schlägt er drei Kreuze. Arbeiler- Kultur-Kartell Groß-Verlin Sonntag, den 26. Dezember 1926, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße proletarische Feierstunde Weihenacht— Freudentag Dichtung für Sprechchor mit Musik, Gesang u.Tanz von Franz Rothenfelder Mitwirkende: Oer Sprechchor für proletarische Feierstunden unter Teitung von Albert Florath.- Einzelsprecher: Heinrich Witte, Wolf Truh, Walter Werner, Elsa Wagner, sämtlich vom Staatstheater.- Tanzgruppe.— Musikalische Teilung: Kapellmeister Wolfgang Zeller Eintrittspreis 1 Mark « Montag, den 21. Dezember 1926, abends 2 V- Uhr, im großen Saal der Philharmonie, Bernborger Straße 2. Arbeiter- Sinfonie- Konzert mit dem philharmonischen Orchester unter Teitung von Zascha Horenstein 1. 3ran0cnfciirglfiW flonjtrt Xt.3....... 3-6. Ztuf' 2. Elnsonie In C-Dur CSupller)......... JB.«. Mozan 3. Pacific 2J1............... Bcch. Sone» qcc 4. ZU) OnlenfpitseW Infiine Steeiche....... Ziichnrd«ieanß Preis der Eintrittskarte 1,50 Mark Dem Bankier Bleichröder überträgt er Generalvoll- macht zur selbständigen Anlage seknes Vermögens, den Dr. Cohen hat er durch Jahr und Tag als sehr geschätzten Hausarzt um sich, L a s s a l l e nennt er einen der geistreich- sten und liebenswürdigsten Menschen und bedauert jedesmal das Ende ihrer stundenlangen Unterredungen, den Reichs- tagspräsidenten S i m s o n lobt er als einen„von reinster Vaterlandsliebe getragenen Mann, ein edles Gefäß, in dem stets die lautersten Empfindungen zusammengeströmt sind", und dem britischen Minister D i s r a e l i oder B e a c o n s- f i e l d(B. A. Cohnfeld macht der Witz daraus) bleibt er zeitlebens befreundet. Ja, mehr! Er wünscht, ähnlich wie Nietzsche, die Kreuzung des Adels mit Juden und zählt eine Reihe aristokratischer Häuser auf, deren jüdische Ver- bindungen„alles ganz gescheite, nette Leute" erzeugt hätten. und rühmt, daß die Juden in der Mischung der verschiedenen deutschen Stämme„einen gewissen Mousseux" brächten, den man nicht unterschätzen solle. Die. K r e u z z e i t u n g" entblödet sich denn nicht, mit seinen brandmarkenden Worlen, „die schändlich st en und lügenhafte st en Ver- leumdungen" gezgen ihn zu schleudern.. Der schöne Satz: „Es gibt fast keinen gehler, dessen sich die gegenwärtige Re- gierung nicht schon schuldig gemacht hätte, bloß um ihre skandalösen Beziehungen zu Berliner Finanziers zu oerstecken", ist kein Anwurf der„Deut- schen Zeitung" gegen die„Iudenrepublik", sondern ein Kot- spritzer der„Reichsglocke" gegen Bismarck! Noch weniger läßt sich der Respektlose für die m o n- archistische Legende ausschlachten. Das Genie hat für die Hohenzollern, denen es als„Lehnsmann" dienen muß, kaum mehr als eine Art verächtlichen Mitleids übrig und faßt rückschauend seine Eindrücke in den schneidenden Satz zusammen:„Ich habe drei Könige nackt geseh'n, und sie sahen nicht immer gut aus." Bon den„Vildungs, Mängeln" des alten Wilhelm spricht er ganz offen zu Fremden, leidet darunter, daß er ihm nicht ins Gesicht werfen kann:„Es fft Blech, was Eure Majestät jagen!" oder „Eure Majestät haben von der Politik die Ansicht eines Quartaners!" und meint, der Kaiser lese nur Akten und Depeschen,„es wäre nützlicher, wenn er Patience legte". Deine ParteiMhandlung 3. H. W. Oieh Nachfolger(stüher Vorwärts- Buchhandlung), Äerlin SW 68, Tindenstraße 2 führt modernes Spielzeug in großer Auswahl zu allerbilligsten preisen! Dem zweiten Wilhelm hält er gar, um ihm mittelbar seine eigene Meinung unter die Naje zu reiben, das Urteil des Zaren vor:„Er ist verrückt und ein unerzogener Knabe!", und als es zum Bruch gekommen ist, hat er«all diesen Leuten gegenüber nur das Gefühl des Götz von Berlichingen im Fenster, auch den Kaiser nehme ich nicht aus"— auch ER kann ihn...! Kein Wunder, daß ob solcher Erfahrungen die Ueber- zeugung des Siebzehnjährigen,„daß die Republik die vernünftigste Staatsform sei", später noch manchmal seine von Familie und Klasse überkommene Königstreue durch- bricht. Als Ministerpräsident deutet er der Kronprinzessin Viktoria ay, daß„in Ermangelung eines Königs", das heißt: eines Mannes, der König zu sein versteht, die nächste Ge- neration in Deutschland leicht republikanisch werden könne: 1876, nachdem Wilhelm I. den annexionswütigen Generälen zum Sieg über den Kanzler verholfen hat, knirscht er:„Als Royalift bin ich in den Krieg gezogen, aber, anders komme ich heraus!": in den achtziger Jahren noch'wendet er sich gegen die Monarchie:„Man hat nicht bloß mit dem Mon- archen zu tun, sondern mit seiner Frau, vielleicht auch seiner Mätresse, dem ganzen Hofgesindel", und als er fest davon durchdrungen ist, daß Wilhelm II. Deutschland in Eruno und Boden ruinieren werde, rechnet er mit der Möglichkeit einer späteren neuen Ruhmeszeit,„dann freilich auf der Basis der Republik!" Wenn sich wegen solcher Aeußerungen Bismarck auch nicht unter die geistigen Ahnherren der deutschen Republik einreihen läßt, so ist er doch kein Hurra-Royalist im Krieger- vereinssinne und. was Ludwigs Buch eindringlich, zu Gemüt führt, überhaupt anders als die billigen Oeldrucke, die die schwarzweihrote Propaganda von ihm verbreitet. Aber so sehr Ludwig das schillernd Dämonische, das abenteuerlich Geniale diefes zerrissenen Gemüts Hervorzuheben. versteht, so wenig gelingt es ihm, die Politik des waghalsigen Glücks- spielers und rücksichtslosen Gewaltmenschen zu verklären. lieber sie gilt nach der Katastrophe von 1918 mehr denn je das Urteil F r i e d ri ch s III.:„Bismarck hat uns gxoß und mächtig gemacht,-aber er raubte uns unsere Freunde, die Sympathien der Welt und unser gutes Gewissen... Wie schwierig wird es sein, die blinde Anbetung der rohen Gewalt und des äußeren Erfolges zu bekämpfen!" Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz-Roi-Gold". SefchSitsii eilen Berlin«il«. Lcbaftianstr. S7.3S Ks«! Dc. Winlerlportnbrcilung: Sti-Lauser. die Weilinnchien im Siefen, ceiirfi« find, meiden sich twtd» atmtinfamet Fahrt bei«amerab Breslauer. Markarafenstr. 22, ob 25. Dezember in Erbolunnssieim.—»r»n»de !itbel, flnufinonn» .Bs.- n.— Rrenicher«! Mc>., d. 20.. 7 Ubr. ÄbiedlrniNfl der AdteiwnL». laffierer bei Ende, Oranienplai,.— Scnfänn-Siig: Am 31. Dezember Lil» veslerbali ttirn Besicn de» Tambanrkorvs in Brctcr» isiofesifchaftshau». Br:ii, Cdausirefir. iä.»arten ju 1 M. am Sinrano. Esimilich« Srnsi-Berliner »ameradfchoficn sind herzlichst einneloden.— Sichmnlb«! Mi., b. 22., 8 Uhr, im Lotal Liiedner Weihnnchisfeicr für die betllrfiigen Nomeraden. Arbeiteneerri» Nie Biochemie»nd Leben»refor» L> v. Monatsoer. sammstin» drs Dczirks Lichienber« Maniag. 20. Drzemdcr, sitfi Uhr. Lokal Weriaiia. Kohenloheftr. 3. Lortro«: �siierc»- und Llasenieiden". Eintritt irei. ffiälte nillkammcn._.. Aibeiter Bbsiinentcnbunb. MonSofl, 20. Dczcinder. IM Uhr, Sophien- finicurn, Weinmeisterstrasie(nicht Strinstrasi«), Mitalioderperfammlun». U. a. Nefrnt des Ecnosien Dr. Nofenihal Uder„®esch!rcht»leden". Zugend- und Mönnerchor Sarmoai», Ehnriotteuburg. I. Deihnachisleicr. ton Epandouer Pack We>bnnch:sfe!«r. Wie Fpennde de»«i«« schönst« asier Feste sorglos und froh benchen können. Leider werden aber Zllltoassorqen oder k«:vcrlichc?»- lchwerden bei vielen keine rechte Wethnachtsstimtnuna aufkommen lassen. Bor allen Dingen ist«S der Magen, dar sich die vielen Süsiiqkcilc» und Dclikatesien. die nun einrnat tu den Feiertagen gehören, nicht imm« widerspruchslos go- sollen iästt. Falls Sie die gut« Wirkuna de» Originol-Bnllrich�Salz«» in der blauen Poctunq mit dem Bild« des Erfinder», das sich gleichiieilig vorzüglich zm» Kuchenbacicn eignet,»och nicht kennen sollten.- verlangen Sie noch I�eute gratis und frank? eine Prob« mit Gebrauchsanweisung von der Frrrna A. 39, u. C. W. Bullrick,. Berlin WAS. Eine Uhr ist da« schönfte Festpeschenk. 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Feder durch Erweiterung drr »»nsektionsabicilung und Unterbringung derselben in dem Sause Brunnen» strasi« 197 etwa» geschaffen Hai.»oas jedem grosien ilonsekiionshause ebenbürtig zur Seil» gestellt werden lann. würde nioncher zu Weihnachten gern etwa» Praktische» und Gute» schenken. Sinsichtlich Bezahlung trete» die weithin bekannten Borteile de» Federschen Snstem» in skr oft. Alles die, wird manchen veranlosien, bisherige Borurteil« gegen da»»ausen auf Kredit fallen zu lassen. Dle Filialen de» Houies befinden sich: Frankfurter Alle« 950, Svitdusser Damm 103, Eharlottendurg. Schar renftr. 5. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. SoBütaK. 19. Dezember: Vorm.<( MotjenfeJer. U40: Mitt«rarn«lk du Adolf-Beektr-Orchutors. )2J#: Mu und Paat. Nachm. I.IOt Die Stund« der Labende«(Hevemann. Oaaneti). 2Jtt: Die Kaosl In dar Brlefenarkeakundt(v. RadelBbi). Mti Die Uirtecbaftllch« Bedeutue« de» PdanuntcbuUee(Dr. RiehaO. ZJO: Punk- bcmeelmanns Waihoechtsreue. Weltanseluoung bei den Germanen(Kapp. sfein). 4J0— 7: Ctld-Kammer-Orchester. 7.#Si Zeittelst and Oper(Dr. Chr. bar dt). 7.30; Einführung gar Operette..Die tchfine Helena". 8: Sendespiel: „Die ach One Helena." Operette in drei Teilen von Henri Mellhac and Lndovtc Hgldv». deutsch von C. Dohm, Musik von). Ottenbach. 10JO— ÜJO: Tann- mnatk(Kapelle Kermbach). Montag. 20. Dezember: Nachm. 3J0: Wie soll man Pute leiern(M. Caemmerer). 4: Novellen: „VnMra Weihnachten"(Paul« KnOpffsr). 4Jt: Waldemar von BauBnern ÜConrert-VorträgeX 8J0— Ts Kapelle Gebrüder Steiner. 7313; Deutscher Reit. sporl and Turniere(Hausmann). 7J#: Technische Wochenplaederel(Ingenieur Boehmcr). 8: Balm Surrea der Nibmatehine(Marg Zaldler). SJBt Weihnachtliches(Worte«ad Lieder). lOJO— IJJOi Tangmusik(Orebaater CttO- Dienstag, 21. Dezember: Nachm.)2J0: Die Vlertelstepde für den Landwirt, d: Stande mit Büchern. dJO— 7; Orchester du„Cefd Vaterland". TJM: Im D-Zug über 41a Ostsee (Kapell er 1. 7J0; Orlglnalhildwerk. Kopie and Rapredsfctloo(Haasdorf). % Dutojewski«Is Dlehtar du Hanta(Silber). U0: Stnduplel;„Heim- »"landen WeihnachtskomBdle In drai Akten von Ludwig Augen gruber. Mittwoch, 22. Dezember: Nachm. IJB— 2: Glockenspiel der PtreeUalklreb«. US: Die moderne Braut(0|a Alaca). 4: Jugandbühna. 4JO— 7: CltA-Kammer-Orchuter. 7.05: Ein. führnng zur Uebertiamog aus der Staatsoper am JA Dezember. 7J0; Technische Portschritle im Jahre 1926(Oberittg. Hartmaan). 7JIB: Wu wünschen Sie zum Put? Cina heitert Rundlr aga(Hochatettar). MO: Bunter Abend. 10-30—12-80: Tanzmusik(Kapella Kermbach). Donnerstag, 23, Dezember; Nachm. I2aei Die Viertelstande fOr den Laadwirt. MO: DI« Anstlallnag dar Berliner Akademie der Künste(Dr. Cohn-Wiener), dl s tue de alt Büchern. 4J0— 7: Kaugert-Orehtater Otto Kermbach. 7J0i Nana Pormaa im Welthandel (Dr. Siegart). 7.45: Pcrsooenvergeichnlt und Inhaltsangabe inr Uebertragung aus der Suatsoper. 8; Uebertragung aus der Staatsoper:„Madame Butterfly." Tragödie einer Japanerin. Italienlacher Tut(nach John L. Long nad David Belasco) von UIIu and Olacoea. Deutsch von Alfred Brüggemann. Musik von Qlacomo Pucciol. IO.IO— 12,30: Tanzmusik(Orchester Ett4). Freitag, 24. Dezember! Nzehm. 3.30i Unpolitisches ans aller Welt(M. Weinberg). 4s Weihnachten In der Jugendliteratur(MOIIer-RUdersdorf), MO— 7: Berliner Pnnkkapalle. TJ0— 10: Weihnachtakllnge. Sonnabend, 23. Dezember: Vorm. 9: Morgcnleiar. IIJO— 12.50: Blasorchuter-Kontert. Nachm. I; Weihnachten anf dem Lande(Thea v. Putkamcr). 4.30— 7i Kapelle Qebrflder Die Staatliche Porzellan-ManusaUur Berlin oeranstallel in ihren Verkaufsräumen Wegechstroße 1(tun Stadtbahnhof Tier- garten) einen Sonderoerkauf bemalter und melher Porzellane, die i"' Preisnachlaß abgegeben fich hierbei Blumenoasen Schalen, Kasse«, und Teegeschirre, Einzelleller und" komplette Tafel' kleiner Fabrikationsfehler megen mit Preisnachlaß abai_ werden. Es befinden sich hierbei Blumenoofen, Figuren, Dosen und fervlor. Es ist bekannt, wie gewissenhast die Manufaktur zu sortieren pflegt: man findet daher auch fetzt wieder unter den Porzellanen viele schöne Dinge, die Liebhaber der allen Zeptermark« erfreuen werden. Zlm Sanntog den 19. Dezember sind die vertmjfsräume von 2—<5 geöffnet. Steiner. 7.15: Walhnachlsgadauken(Dr. Heldler). T.45: Die Flacht vor dem Alltag(Dr. Blumeatha]). 8JSj Ouvendren. Zwischenaktsmusik und Tinge IOJO-12JO: Tansmasik(Orchutar Cttd). Königswusterhausen. Sonntag. 19. Dezember: Uebertragangen aas Berlin. Montag, 20. Dezember: Nachm. 2.30—3: Der lindlicb-hautwirtscbiftliche Lehrling und seine Barak. aussiebten(Hilda Welgel). O-MOi Elnbeltaknrzschrlft für Pnrtguchrlttene (Prot Dr. Amaei and Oberschallehrer Westcnnann). 3J0— 4: Sporunt and Volkiguundhelt(Ober-Rcgicrungsrai Dr. Maliwlta). 4— 4J0i Dia Knnst du Sprechana(R. K. Draal). 4.30—1; Erziehungtbaratang(Dr. Klopfer). 0—6: Steigerung unserer Qcdichfnislelstnngen in Schale, Beruf and Leben(Studien. rat Allred Leopold UOllar, Pirna). 4— 4JD: Die Aufgabe du laadwirtschaft. liehen Euoietaanaschussu(Raichsminiater a. D. Schleie).»JO— T; Englisch lür Anfinger(Studienrat Ptiebel, Lektor Mann). 7— 7.30: Die Kunst du Ver. kanfens(Dr lug. Harn burgar). MO— 8: Völkerbund und Internationale wissen. schalllieb» Beziehungen(Vortr. Legationsrzl Dr, Seehripg). Ab MO: Ueber. tragung au Berlin. Dienstag, 2L Dezember: Nachm. 5-JO— d: DU Tttlgkalt du Sehulazakea(Ministerialrat Dr. Koonlf). 4— MO: Waiknaehusituu und-gabrtueha(Mag Jangnlckal). 4-30— 4t Ans der ptdagoglscbea Walt I— dt Moderne StAdtebauiragen(Stadtbaurat Schmidt, Essen), 4— 6-30; Die deutsche Reichsverlassong(Ministerialrat Dr. Mendt). SJO—T: Bpaplseh Iflr Anllngzr(O. v. Eyseren, C. M. Alfierl). 7— TJO: Deutsche Kaitargeschlehte du 19. Jahrhinderte(Regierungsrat Dr. Krammcr). TJO— 0; Fotwicklungsströmungen ig dar gegaawlrtlgen Oper(Dr. Mersmann). Ab 8.15; Uebertragung ans MOncbea. Mittwoch, 22. Dezember: Nachm. 12— 1JJ0: PranzAslsch für Schiller(Laktor Dr ander nad Walteakl). 12J0— 12.40; Mittelinngen du Rdchsst44tebuadea. 3— 3 30: ElnJieitslniraschrift lOr AniAnger(Prof. Dr. Amsel, Obarscballabrar Westarmann). MO— 4: Der deutsche Idaalismas In der Prliqa(Obersladlendlrektor Dr. Bu ebenen). 4—4.30: Dar neotcUlithe AnUagsanlerricbt(Ober schult ehr ar Vorwerk). 4J0— 5: Aas dem Zentrallnsbtnt: Ankündigungen. 5— MO: Oruadzüge der Ästhetischen Kritik(Dozent K. W. Ooldschmldt). 5JO— 4; BOcharatunde: Klassische und moderne Erxdblangikunst(Juliu Bah.) 6— dJO: Musen nnd Masehlnerbsu(De- windemusen)(Dr.-Ing. Raindl). 6-30—7: Englisch lOr Fortgaschrlttane(Stud.- Rat Priebel, Lektor Mann). 7— 7J0i Ablbsani dar 6((entllchen Anleihen(Stants- sekretdr Haler, ci). TJO— 8: Deutsches Schulwesen In China(Dr. Linde). Ab 8.181 Uebartragnng ans Broalan. Donnerstag, 23. Dezember: Nachm. MO— I Pfleg« von altem Haurat. Schmuck und Knaitgegenstladen (Zentrale dar Hansirauenvarelaa QroB-Berllal. 8—4: Alt dem Weihnachts- Oratoriom von lob. Sebastla« Bach(Clnfflhrnng: Prof. Dr. Wernar; Quant; Paala Werner-Jensea. Oeorg ROekert). 4— 4J8; Ein« Pühmng durch haus. wlrtschaltiiche and tewerbllcho Paeh schulen(Regierangsrilln Albreeht). 4J0— 5: Au dem Zaptralinatitatt Berichte. O-d: Oeorg Prladrlch Handel(Prot Dr. Abart). 6-6 JO: OuondheitaschidigMge« voo Mansch und Tiar und SebAdcn der Volkswirtschaft durch Hnndehalunt(Prof. Dr. NSHcr). 4JO-7: Spanisch für PortguchrHteno(0. v. Eyseren und C. M. Alfleri). 7— TJO: Dlehlerstunde; Dr. E. a Kolben hey er(ElnlObring: Dr. Birkenleid; Rezitation; Dr. Leonhard BlaA). TJO—«: Beethovens Kammermusik. Trloz(Prot. Kurt Schubert). Ab 8: Uebertragung au Berlin. Freitag, 24. Dezember: Utbartrngnagaa an Bcrltu. Sonnabend. 23. Dezember: Uebertngnagen aaa Berit«. Das praktische, immer befriedigende und nützliche W eihnachtsgcschenk KLEIN' ADLER Ol« Schreibmaschine für Bureau-, Privat- und Reisegebrauch ADLERWERKE vorm. Heinrich Meyer A.-G., Frankfurt a.M- FlllaJe Berlin: Zlmmerstr. 92-93 und Unter den Linden 12-13 METZNER Puppenwagen Kinderwagen KorbmObcl KlndcrmObci \ndr«aattr. 23 Andreaapi. Drunnenstr 95 Deusselslr 67 Leipziger Str. 94-39. Neukölln, Bergslrebe 159. Spandau. Charlotl-nitr 24a. KledeischOneweide. BrOckengfr. 9. Billige Wettinadils Picisc ttuft iCÜhtuuJit iutßt f iCci&B'eirtj&n Ruw&fiMMaftftakcMt!! DIE FUN K-S TUNDE BIETET IM SPIELJAHR 1926—1927 U. A.: Künttlerieche Veranotaltangep Oparnäbertr« gange«. Am der Berliner Staataoper und«m de» Seid tischen Oper finden regelmbOig Übertragungen statt nnd«war in jedem aweiten Woebenprogramm«ine Übertragung. Opara-Scndo-Splal«, In etwa 30 Vernnstaltnngeo ein« Übenicht aber die dentaeha Oper van Gluek Mi StrauO unter besonderer Berücksichtigung ▼. BichardWagnerOnRing der Nibelungen." Operettan-Sende-Spi«!«. Klastische nnd moderne Operetten. SehantpieL EinZyklas;„DasdentscbeDrame in Gegen- überatellungen"(Grabbe/ Wedekind— Kleist/Kaiser— Lenx/B rönnen— Büchner/ Brecht). AnSerdem drematiacbe Werke klassischer nnd moderner Autoren(n. a. Shakespeare, Schiller, Grillparzer, Tolstoi, Ibsen, Bjömson, Hauptmann, Ib. Mann.) CroBe Orcbester-KoDierte. Eine Überaicht Ober Orcheetermnaik zweier Jahrbundertc von J.S. Bach biaE. W.Korn- gold unter baeonderer Berückiiehtigung •amtlicher nenn Symphonien Beethovene. In bunter Folge Kammermusik von Heyda bis Pfitzner. Ansftthrende: Boed», Hevo- mann-, Oeman-, Goarneri- Qnartatt«.a.m. PopulSrea. PopnlkreUnsIk leiehten Charaktere(Onver- t6rea,Tän«e, Schlager, volkstflmlicheLied er) Oratariam. Em ÜherhUek Aber die EntwicUnng dea Oratoriums vom Händel hie Mendel wohn, Literarische Stnadaa. Durch Vortrag und Rezitation litereriaehe Portrkta der im Sende-Spiel der Woche cn Worte kommenden Dichter n. Schrifteteller. Varscbiadanoa. Bnnte Abende(Instrumental- nndVokah mnsik aller Zeiten, vorwiegend leichteren Charakters),— Die Denteehe Ertib- long(n. a. Werks von Fontane, Hauptmann, Hesae, Mann, Wassern,«an. Zweig), Vortragszyklus Lyrik unserer Zeit unter Berücksichtigung der namhaftesten Vertreter der jungen Seh rifsteller- Gene- retion,— Übertragungen der Ver- aniteltangea de* Verbandes Dent- seber Erslbler,— Lnetigc Abende (Komik, Chansons, Exsentrisches nach der Art des Brettls),— Aknctieebe Bfig- bflder,(aktuelle, fmskische und besonders für du Mikrophon bearbeitete Spiele). An Sonntagen: Dia Stande der Lebenden(Werke der schaffenden Dichter nnd Musiker, mögliehst in ihrer persönlichen Interpretation),— Unterhaitangs- ransik verschiedener Kapellen an den Vormittagen,— Nachmittags-Ver- anstaltnngen an Wochentagen: Untar- baltnngtmnsik für kleines Orchester.— Kammermneik,— Vokal- nnd Inetrnmental-Soli,— Novellen- Stunde, Werke volkstümHeber Autoren, (n. a. Keller, Baabe, Anzengruber, Heyse, Roaegger, Engel, Canghofer n.t.f.), J n g a n d- bühoe,(Werke von Goethe, Schiller, Kleist, Gutzkow n. s. w.),— Märehen- Stnnden für die Jugend,— Kinder» feste,— Kasperle- Vorstellnngen n. a. m. An fast allen TageoTans-Mneik erstkloasigor Kapell ei,(£tt4,Kermb och usw.) #*# Als Dirigenten für die musikalischen Veranstaltungen werden erscheinen; Blech, Bredschneider. Gats, Gilbert ,J esset, Kleiber, Klemperer, Kollo, Korngold, Künneeke, Lehir, Linke, Meyrowita, Pfitzner, Schillings, Sehflnherg. Schreker, Schumann, Seuller-Winkler, Oscar Strana, Rieh. Strauß, SadU, Siegfried Wagner, Waingertner. Ausgeführt werden sämtliche V« Stallungen von Künstlern ersten Ranges, von dem ans 70 ständigen Mitgliedern bcatehenden Orchester der Funk- Stunde nnd dem Funk-Chor unter Leitung von Professor Hugo Rodel. Zn den musikalischen Veranstaltungen werden einleitende Werte voo namhaften Musikkritikern und Sehrifta teil ern gm eprochen. Vort r« gg wesen Die Hoebschul-Knrse der Hene- Bredow-Schule umfassen jeder Im allgemeinen sechs Vorträge Ober ein bestimmtes Gebiet. Für die Bildung»» kurse der Hana-Bredow. Schale find insbesondere Vorträge Ober Spezialgebiete in Anssicht genommen. ZaUrelcbe Einzel- vorträge ans allen Gebieten, die inabesondere euch aktuelle Tagesfrageo behandeln, werden ergänzt dnrcbVorlesungen, die den Wünschen bestimmter Kreise Rechnung tragen. Für die Hörer des Zwiaehensendere Stettin ist außerdem noch eine besondere Vortragereihe eingerichtet, die in weitem Malle, insbesondere auf die poramerechen Belange, ROekticht nimmt. Außerdem werden in den Eineel Vorträgen Vertreter der Reichs- und Staataregierang eich su den aktoellen Tagesfragen äußern. Kfekitet fiutt/tfuwJttelßnjef&nmky/ fuh, nvcnxttiUfy ZTilcthJC, Sebrlftliebc oder mflndliebe Anmeldung bei jedem Postamt nnd bei jedem Briefzusteller Rundfunk-Empfangsapperste für Ort*- nnd Fernempfang in allen I Preislagen in jedem Spezialgascbillt t Mäntel IM" SSMÜÄÄ?el2iaeken 50.- Sonntag 19. dezember 1929 »Oer heilige Serg.* Ufa-Palast am Zoo.) Dem Dr. Arnold F a n ck verdankt der Film Unendliches: er hat uns die Welt der Alpen mit ihrer Größe und Tragik, er hat uns die Schönheiten des Schnee« und der Winterlandschaft und da» herrliche Schauspiel des Schneeschuhsports erschlossen. Immer wieder kehrt er zu seinen Lieblingsthemen zurück, die ja in der Tat unerschöpslich sind, und er weiß ihnen Immer Neues und Größeres abzugewinnen. Das Ergebnis von anderthalb Jahren mühsamster und airgestreng- tester Arbeit in den oereisten Bergen hat am Freitag die Feuerprobe vor einem hingerissenen Publikum bestanden. Es wird Millionen in Deutschland und in der ganzen W-'lt Freude am Schauen und oer- tiestes Gefühl für die Große und Dämonie der Natur vermitteln. Es wird dm Sportempsänglichen neue Antriebe geben und in ollen die Freude am Ringen mit der Natur steigern und stählen. Wieder werden wie früher die Schönheiten der Alpenlandschast im Frühling wie im Winter vor uns entfallet, wieder wird der Kamps mit dem Berg ausgenommen, und wieder folgen wir atemlos den kühnen Sprüngen und dem Dauerlauf der Skifahrer über die weißen Berge hin. Das Märchenhafte eine, Alpenfrühling» mit dem Ueberreichtum an Blumen, die Herrlichkeiten des Schnee» und die Wunder des Eise» sind wohl nie schöner erblickt worden als in diesem Film. Di« Schwie- rigkeiten und Gefahren der Bezwingung«ine, vereisten Berges, über den die Lawinen niedersausen, sind nie eindringlicher vorgeführt worden. Und so könnte man de» Rühmenswerten noch genug sagen, über die Meisterschaft, mit der der Regisseur au» dem unendlichen Vorrat der Natur da» Charakteristischste und Geeignetste ausgewählt hat, wie er im Hintergrund den erhabensten Berg der Alpen, die un- endlich kühne Pyramide de» Matterhorns, zeigt, wie er das Schnee. gsländ« kür dm langausgesponnmen Dauerlauf der Skisohrer aus» gewählt Hai und wie er schließlich au» Ei» einen phantastischen Dom errichtet hat, in dem sich die Vision seine» Bergsteigers verwirklicht. Aber die Natur ist ihm nur der Ausgangspunkt und da» Ma> terial für ein romantisches Drama, da» in ihr sich abspielt. Da» Er- leben der Llvenwunder und der Kamps de» Menschen mit dem Berg sind nicht etwa bloß in eine leichte Rahmenhandlung aefüot, sondern der innere Sinn de» Bergsport» und de» menschlichen Rinffen» überhaupt sollen in der Handlung ihren bedeutsamen Aus- druck sinden. Dom Meer her steigt eine Tänzerin in die Berge, ein Symbol de» Wechselnden. Spielenden, desien Element sie verkörpert, und greift in die Welt der Bergmenschen ein. verwirrend und ver- nichtend. Der Bergsteiger und sein jugendlicher Freund, der Sieger im Skilauf, entzünden sich beide an der Lieb« zu der Tänzerin, ohne voneinander zu wisien. Im Schmerz über den vermeintlichen Treu- bruch der Tänzerin nimmt der Bergsteiger den Kampf mit dem Schwersten auf, mit der nie bestiegenen Nordwand de» Monte Santo und stachelt seinen jungen Freund an. sein Gefährte bei der toll. kuhnm Kletterei zu sein. Im Föhnsturm kommen sie aus eine Platte. wo e» nicht weiter geht, und hier erfährt der Alte, daß der Junge fem Nebenbuhler ist, und will sich auf ihn stürzen. Der Junge weicht einen Schritt zurück und tritt in» Leer«; so hängt er, da der andere ihn nicht wieder hochzuziehen vermag, da die von der Tänzerin zur Rettung aufgeboten« Skifahrerschor zu spät kommt. b>» er erstarrt. Der Bergsteioer Höst ihm die Treue, er rettet sich nicht, indem er da» Seil abschneidet. In einer wunderbaren Vision sieht er, wie er mit der Tänzerin durch einen Eispalast zum Eisaltar schreitet, bis dieser krachend zusammenstürzt. Al» der Morgen anbricht, schreitet er in der Verwirrung der Somie entgegen und stürzt in den Aborund. Die Tänzerin aber kehrt, im Tiefsten erschüttert, an da» Meer zurück. da» unbekümmert um Menschenleid seine ewige Melodie stnat. Die Tänzerin, deretwegen die etwa» verstiegene Handlung er- sonnen wurde, ist Lem R i e f e n st o h l, die noch Ihrem eigenen Geständnis die Sehnsucht nach den Bergen getrieben hat. sich und ihre Kunst in den Dienst dieses Films zu stellen. Sie eröffnete den Film mit ihren Tänzen an dos Meer vor den hoch aufbranden- den Wogen. Hier war Einklang zwischen Natur und Tanz vor- handen. Auch in den späteren Tänzen im Kursaal gab die charakte- ristische Vertreterin des modernen Ausdruckstanzes schön« Proben ihrer Kunst, ohne daß deswegen da» schwierige Problem Tonz im Film bereits restlos gelöst wäre. Auch in ihren alvinen Leistungen und als Darstellerin war sie am Platze. Aber im ganzen hatte man doch den Eindruck, daß durch die Einführung der Tänzerin etwas lleberspitztes und Krampfhaftes in den Film kommt, das zu dieser Natur und den mit ihr verwachsenen Menschen in ungelöstem Kontrast bleibt. Ganz geschlosien, ganz«in Srhn der Berge, ein Kletterer ohnegleichen und auch in seiner Roll« ganz aufgehend. ehern Im Ausdruck der Kraft und Entschlosienhelt war Louis T r e n k e r. ein Bild bergfreudiger Zugend und»in beschwingter Schneeschuhläuser Ernst Petersen Auch die übrigen Vertreter der Bergwelt prachtvoll» Figuren. Al» einzige Schauspielerin wirkte Frieda Richard mit, dl« der Mutter de» Bergsteiger» die Freund- lichkett und den Ernst einer einfachen Frau gab. Edmond M« i s« l hatte zu dem FUm eine Originalmusik komponiert, die besonder» in den ernsten und wuchtigen Teilen ganz aus dem Geist« diese» Films geboren war._____ D. „Die Zlucht in die Nacht.* (ZNarmorhaus.) Zwölf Jahre lebt der Graf In dem Wahn, der deutsche Kaiser Heinrich IV. zu sein. Ein Sturz vom Pferd« während eine» Mastenfeste» hat seinen verstand verwirrt. Er bewohnt ein Schloß im romanischen Stil, seine Umgebung erscheint kostümiert, nichts er- inner: an d>« Gegenwart. Und dann erwacht er aus seiner Um» nachtuna. aber er spiett die Rolle des Wahnsinnigen weiter, um das wahre Gesicht seiner Umwelt zu studieren, acht Jahre hindurch, und al» er sich entschließt, die Moste abzuwerfen, erdolcht er in einem plötzlichen Wutausbruch seinen alten Nebenbuhler. Jetzt muß er wahnsinnig bleiben, weiter spielen, um der Strase zu«nt- gehen. Aber vielleicht ist die selbstgewählte Strase härter al» die. die ein Gericht ihm auferlegen könnte. Dies der Inhalt von Piran- dellos Schauspiel„Heinrich IV.", dem der Manultriviversasser genau folgt Pirandello hüllt die Handlung in breit stießende und philo. sophisch aufgemachte Dialoge ein. Das aste Thema von Schein und Sein wird neu variiert. Wo liegt die Wahrheit? Warum spielt der Graf acht Jahre lang den Wahnsinnigen? Ist er wirklich ge- sundet? Der Filmbearbeiter streicht diese Problematik, er verkürzt vor allem die Zeit des Komödienspiels, es sieht io au», als ob dieser Zustand höchstens ein paar Tage dauere. Die» wirkt wahrschein- sich. Der gedankliche überspitzte Gehalt des Dramas, die Philosovhi« von Schein und Sein, kann nicht in» Bildhafte übersetzt werden, ollein der klinische Fall und die historische Kostümierung bleiben übrig, und nur der klinische Fall interessiert: die Regie jedoch be- schäftigt sich eingehender mit der Ausmalung de» Milieu». Der Re- glsfeur P a t e r m I zeigte bereits In den„Letzten Tagen von Pom- peji*, daß die schauspielerische Leistung für ihn Nebensache bleibt, zeigte, daß er nicht imstande ist. den Darsteller zu steigern, zu nüaneieren und zu dämpfen. Ebenso liegt hier der Fall. Palermi gibt viel prunkhafte Aufzüge, zeigt immer wieder gut aufgemachte Interieur», kümmert sich aber wenig um dl« Schauspieler, und es ist da» Verdienst Konrad V e i d t», daß dieser Film überhaupt wirk« sam ist. Vielleicht hätten Alfred Abel oder Mcsjukin die Rolle glitzernder, nuancierter gespielt, Veidt gefällt sich in einer zu stark betonten Gleichförmigkeit: trotzdem hat er Augenblicke, in denen er sich als großer Gestalter erweist, wie in dem Erwachen zu klarem Bewußtsein. Allerding» unterlcheidet Deidt zu wenig den echten und den gespielten Wahnsinn: Andeutungen hätten genügt, um den Zuschauer zu orientieren. Regisseur und Schauspieler verlassen sich ober nur auf den eingeschalteten Text, und dann dehnt veidt un- nötig, braucht zuviel Zeit, um sich auszuspielen. Der Regisseur hätte da» Tempo beschleunigen und einen Ausdruck für da» Schweben zwischen Wahnsinn und Klarheit finden müssen. E» fehlt diesem Film da» groteske Element, da» in dem Stoff liegt und da» hier nur in ein paar Nebenrollen stark übertrieben Gestalt gewinnt. _ F. S. ,die Hochzeit von Ziorenz.' (Alozart-Saal.) Der Name L il i a n G i s h lockt immer, auch wenn e« sich um einen historischen Film handelt. Henry King hat sich verlocken lasien, da» milde, madonnenhafte Antlitz der Lilian einmal im italienischen Rahmen zu zeigen. Bilder der umbrjschen Schule mögen ihm dabei vorgeschwebt haben. Aber leider tritt sie doch nicht so stark hervor, daß das wenig mterestante historische Milieu und die Geschichte eine» Abenteurer« dadurch In den Hintergrund gerückt würden. Wir vermögen un» schwerlich allzu sehr für diesen Aben- teurer zu interessieren, der nach der Vertreibung der Medln noch Florenz kommt und dort eine groß« polltisch« Rolle spiest, bi» sein selbstsüchtiges Streben durchschaut wird und er ein unrühmliche? Ende findet. Die historischen Hauptaktionen. die Bertreibung der Med tri und da» Auftreten de» Savanorelo, der im letzten Augenblick vor dem Scheiterhaufen gerettet wird, sind glücklicherweise nur ganz nebensächlich behandelt. Dafür treten Florenz selber mit einem Impulsiven Volksleben und eine doppelte Liebesgeschcchte markant hervor. Der Abenteurer heiratet die reicher vatriziertochter, eben Lilian Trilb. aber sein« Liebt achärt einem Kinde de» Volkes, dos Dorothy Gish sehr muter verkörpert. Au» der Vergangenheit de» Abenteurers wird«Ine Seeschlacht geboten, wie sie jetzt drüben in Mode gekommen zu sein scheint. Wie Lilian bleibt auch Ronald Colman al» Maler im Hintergrund: er führt sie, nachdem der Kbrnteurn beselttgt ist, heim. Au» dem Film scheinen große Par- tien fortgelassen zu sein, so daß vielfach der innere Zusammenhang sehst. Voran gingen: ein Landschaftsfilm au» Istrien und eine ameri- konische Groteske:„Wenn einer eine Reise tut*, in dem verwahr- loste Kinder ihre Spaß« treiben. r. ,ver Staatsanwalt beantragt." (plccadilly.) Dieser Film lst au» der Warner Bros. Produktion 1026,«in Glück, daß es auf der Einladung steht, denn sonst würde man ihn um zehn Jahre zurückdotieren. Dazu würden allein die Damen mit den ellenlangen Schleppkleidern und den aufgesteckten Haorlnoten die Veranlagung sein. Doch auch Manuskript und Filmausmachung täuschen ein zehnjähriges Alter vor. Ist der Film vielleicht ein- geführt, um für da» unabsetzbar» Berufsrtchtertum Propaganda zu machen? In Amerika lind die Richter wählbar und absetzbar, und dort ereignen sich merkwürdige Ding«. Der Staatsanwalt muh SN Gericht sitzen über einen jungen Mann au» den besten Gesell- chasiskretsen, der durch seine Autorajeret ein Menschenleben aus »em Gewissen hat. Der Vater de» Angeklagten will den Staat»- onwalt zur Milde stimmen, aber er bleibt hart. Am selben Tag« veiiage des vorwärts fährt der eigene Sohn des Staatsanwalts, zulammen mit der Schwester de. Verurteilten, einen Menschen tot. Der Staatsanwalt führt die Anklage gegen seinen eigenen Sohn. Die Mutter will den Mann zur Milde stimmen, es gelingt nicht. Die Mutter aber will den Sohn retten, und amerikanische Filmmütter sind nun einmal unglaublich dumm. Darum läßt sie sich mit einem Schurken von Staatsanwaltschastsanwärter ein, um die Wiederwahl ihres Mannes zu verhindern. Sie begibt sich in die unmöglichsten Situationen, und schließlich gesteht das junge Mädchen, das mit im Auto saß, seine Schuld, und Bob, der Sohn des Staatsonwalls, ist frei. Was aus dem jungen Mädchen wurde, wird nicht erzählt. Iren» R i ch spielte die Mutterrolle, das wollte in diesem Falle nicht allzu viel bedeuten. Und F l o o d war der Regisseur, das hotte gar nicht« zu bedeuten, weil er da» ganze Geschehen als Illustration einer Morctat auffaßte. Freilich gelang ihm ein», und da» war der Woldbrand. Der ist nämlich auch noch in diese» unmögliche Manuskript hineingepreßt, um Gruselige» schaffen zu können. Es ist ein schaurig schöner Anblick, wie die Bäume in Flammen auf- gehen und die Tiere de» Walde» flüchten. Alle» in allem also ein schlechter Amerikaner mit einer guten Sensation. e. b. »Madame wünscht keine Kinder." (ffapifol.) Aber sie kriegt doch ein. Da» ist die moralische Pointe dieses Geselllchaftssilmes aus der Well derer, die sich nicht langweilen. Bela B a l a s z hat in seinem Mamiskript mit leichter Hand alle Be- standtetle des internationalen Filmlustsptel» gemischt und so dem Regisseur Alexander K o r d a die Eticyworte für ein pikantes mon- daines Gescllschaftstreiben, fabelhafte Toiletten, schöne Beine und fir Charlestontänze ohne Ende gegeben. Er variiert also lauter ekannte Themen, aber et macht e» mit so viel Grazie und Freude an der Sache, daß mon darüber verpißt, daß die» alles schon da- gewesen ist. Die Welt, in der man ernstere Dinge zu tun und zu be- denken hat, wird freilich wenig Gefallen an dieser frivolen Gesell- schast finden, in der das Kind nur eine Störung im Charleston- betrieb und darum unerwünscht ist. Der Rechtsanwalt, den Harry LIedtte mit immer guter Laune und einer sich selbst sicheren Ileberleaenhelt, mit Schelmerei und männlichem Instinkt verkörpert. begibt sich in diesem Strudel der Luxusweibchen. Er heiratet mit seiner eleganten Frau auch Ihre ganze vergnügungssüchtige Sipp- schait, und e» bedarf erst einer klug angelegten Kur, um aus dem Gesellschaftsweibchen eine Frau zu machen. Maria Carba ist die Zentralsonne des Film», die die moderne Frau k la mode totschuf spiest. Zum Ergötzen der Zuschauerschast endigt diese neue Zäh- mung der Widerspenstigen mit einem gesunden Kinde, das un» in der Klinik vorgefubri wird. Maria Corda macht auf einmal sin sehr mütterliches Gesicht dazu. Ihre Mutter, die es genau so toll treibt wie die Tochter, stellt Trude Hesterberg mit einer souvc- ränen Selbstverständlichkeit hin. Sehr echt ist auch das hübsche Schwesterchen der Dlna G r a l la. Ucberfliissig zu sagen, daß an Milieu und echt Pariser Toiletten alles geboten wurde, um ein ver- wöhntes internationales Publikum vollauf zu befriedigen. Selbst- verständlich spielt der Film In Paris, die deutsch« Moral lst also gewahrt. r. , Nixchen." (Emelka-Palasl.) Zuerst philosophiert ein Herr in kleidsamem Smoking darüber, daß olle Männer Faune und alle Frauen Nixen sind. Dann beginnt das Spiel. Man sieht sehr kleidsame und elegante Toiletten, die eine bekannte Berliner Firma gestellt hat und die von lenla Dcsui und Olga Limburg mit Selbstverständlichkeit getragen werden. Hans Albero mit Derfübrerallüren bevorzugt Gesellschaftsanzuge und Pyjamas. Zwischen diesen Modevorfiihrungen bei Tonztees, Ioursixes und ähnlichen gesellschaftlichen Unternehmungen rollt die Handlung ob, die nach dem einst als unanständig geltenden Roman „Nlxchen" de» Hans von Kahlenberg für den Film zurechtgebogen ist. Nixchen ist die Tochter eine» Großkaufmanns, der sich für die lost- soicligen Launen seiner Frau rniniert und dann, nachdem diese in sich geschlagen hat. ein neues Leben auf solider Basis beginnt. Nix- che» verlobt sich, um die Firma zu retten, mit einem Vetter aus Ost- preußen, der unwahrscheinlich reich und moralisch ist. Die Verlobung acht auseinander, als der Vetter erfährt, daß Nixchen mit Haus Albers in irgendwelchen Beziehungen gestanden hat. Natürlich ist nichts geschehen. Nixchen tu! nur so, sie besucht junge Herren, ober dann spielt sie plötzlich dos Rührmichnichtan, höchstens wird ein Kuß gestattet(im Roman benimmt man sich dagegen handfester). Und am Schluß, als Nixchen sich in die brave Haustochter verwandelt hat und die mondäne Mama selber zu kochen ansängt, kommt der rettende Engel in Gestalt de» Großkaiitmonnz Harry L i e dt k e, der heiratet Nixchen und schenkt seinen Schwiegereltern die Villa, die sie früher verkaufen mußten. Da» Spiel endet ln Bravhelc. Im Orchester herrscht allgemeiner Jubel. D u ch o w c tz k i macht au- ständige Regle, er bemüht sich redlich, die Handlung durch alle Fähr- niste der Modeschauen und Tanztee» zu einem glücklichen Ende zu führen. Alles wird aber zu breit gegeben, der Film hat keine Steigerung. Tenia D e s n i spielt das Nixchen sehr launig, sehr ausgelosten, oder die Laune ist bereits überbetont, nur Olga Lim- b u r g Ist vollendet ln ihrer Darstellung als bereits etwas angejahrte Weltdame. F. S. PHOEBUSPALAST AM ANMALTER BAMNMOr Eröffnung 20. Dez. 8 Uhr unter dem Protektorat dM Herrn Oberbürgermeister 558 zu Gunsten der Wohl- fehrtskaseen des Verein*„Müdehenhert" Ab Dienstag, den 21. Dezember läuft der Film gleichzeitig let CAPITOL-- Phoebus» Palest mm Anhmiteer Täglich«»o, 7,»« Uhr Vorverkauf 12—7 Uhr nHof Nach dem Roman von Werner Scheff REGIE: JOE MAY HAUPTDARSTELLER: MARCELLA ALBANI MARY JOHNSON PAUL RICHTER PAUL WEGENER Miiefkastsche Illustration und Ueitungi SCHMIDT-GENTNER JOE NAY FILMtoPHOEBUS FILN« m ■AH vsr vij 4- A ■■mvi'Vi.-kv,. f«R»v;t8V5a«,>is ?«iz>WViPe--A fo Vor*pi*l btrextvrühfjtt and aBTerbindliek im VOX-HAUS nm Potsdamer Plate BerKn�V9, Potsdamer Strafe 4 * Ne« eröffnet: Vox-rHaus �Viltelmplatz Cliarlottcntur� W�üKelmplatz Ecke ScLarrcnstrai2c , Y« / Ca Vox-Fabrünte gind daneben auch in allen beeaeren Geeebaften der Muaikwaren Branche«rh ältlich s| eo j ScKenkt V aa-GutaobanM fiW Voa-F�rikata! Nur na Vox-H*» Potadamer Plate arlilltlieli ü ;�>c>0<>0<>tg»0<>CS0'il Thealcr |Lidiirpieic Bf«. Staats-Theater Operntaana a. Platz d.Repvt I. 711.- Tristan u Isolde Scbauspielhane ZVj Uhr: Doppol- aelbstmord 8 Uhr: Hamlet Schiller- Theater 8 Uhr: Wilhelm Teil IIWM Opn Charlottenbare 8 Uhr: Jagend im Mai Mus. Lg.- Guttmann M. Ptahl-Waller- stdn, L. Schöne AbomL-Tomns IV Cmelka�S�fTalast 500 Der Vorrert 1. alle teinbardtbOhn. ist bis einschl. 31. Dez. eröffnet mes Theater Vörden 10334—38 8 Uhr Heidhanllf.finsisenai! von Wolfganf Goetz Regie HeinzHilpert Heute nehm. 3 Uhr: Minna t. Barnhelm Carmen Bonl die reizende römische Diva in dem lustigen Südfilm Komlcss Bubihopl Regio: Angnsio Geain« Das gcldene Haus am Kurfürsterwlamm 700 Das entzückende Richard Oswald-Lustspiel „Als ich wiederkam" mit Liane Haid Max Hansen, Henry Bender Livio Pavanelli usw. Regie: Richard Oswald Preise M. Kammerspiele Norden 10334—38 8 Uhr: Ollapolrlda ro« Alexander Lemet-Holenia Hierauf: Das Veilchen KomSd.*. F. Molnar Die Komödie Bismarck 3414, 731« 8 Uhr Die Gefangene Von Bourdet Regle: M. Reinhardl Kose-Theatsr 4 Uhr: Mai u. Moritz SV, Uhr. Von Stute zu Stute Nächste Vorführung: Montag 800 Nächste Vorführung: Montag 9» Harry Liedtke heiratet Xenia Desni in dem reizend pikanten Naxosfilm Nixchen nach dem durch ein Verbot berühmt gewordenen Roman von HANS VON KAHLENBERG Nächste Vorführung: Montag 7 00 Volks büh ne Tkuto in Biiovfliti 8 Uhr NadUasyl Morgen 8 Uhr: Nadiiasyi Th. in Sdlifftimrtiiiin TSglleh 8 Uhr Das Grataal des ODbekaniiten Soldaten Heute 3 Uhr: Der selzige JKomiscfke Cper Allabendlich 8>/, Uhr ÄWc Fledermaus mit Martha Serak, Mollj Wessel v, Angela Sax. Falken, Boettcber, Blass, Loebel, Suckmann, Schuster u. a. Ab 23. Dezember» Gastspiel d. weltber. Balleff's Cbaurre-Souris Theatre. Nollendort 7360 8 Uhr Attraktionen 2 Vorstellungen 3>° und 8 Uhr, 3" zu ermäßigt Preisend, ganze Programm Dts Künstler-Th. Fritzl Mossory: 8:„Die Königin Lesslng-Theater 8 u.- neBMfe OBd cebenneBsdi Ts. j.Rirfänttsilainn su-DiePranan der Kette Lustspielhaus 8>/. Uhr: D. Herzogin T.Elba Stg. 3 V,: Onrinlin [a:ino-Tlieater8T1if; Mister torDiillieet An allen Feiertagen 2 Vorstellungen Nachm. Zt'.U- Kröv» Tlppmamsell Abends 8 Uhr: HlSier Cornedhi< t Betidenz-TDenl. TSgt. SV, Uhr: AMeQuartier Ditritt JtpiJlidOT'' Tnallo-TtiMler 8 Uhr: Oer groSe und der kleine KIibs Central-Th. Domenii;. 23. 12.711. Optrettcg-Preiiilen BRONSGEEST In: Der Trompeter vorn Mein Kleines th. Täglich 8V. Uhr Revne Oh! U.S.A. Sonnab. u. Stg. 4 U~* Wallner■ Theater Täglich 8V. Uhr Das blonde Wunder Musikalischer Schwank von Byjacco [330003 Heute. UFAPALAST GLORIAPALAST m, CL CodAchtailsklrotae kurfOrstendahh MOZARTSAAL MM. Moll Andorf platz lAOENTZIENPALAST ▼««•ntzienstraBw 19 UFA-PAVILLON am Holla adorfplatz KAMMERUCHTSPIELE Ufa-Maus Potadamor PI. FRIEORICHSTRASSE PrlodrlchstraBa ISO SCHÖNEBERG Hiuptstr.49, Ecks MOIK.rwtr.ße TURMSTRASSE CeltM Stroms tza da KONIGSTADT SchOnbauSa All«« 10-11 ALEXANOERPLATZ WEINBER6SWEG FRIEDRICHSHAIN Dar helliga Barg Auf der Bbbne Tuns- Gsstspiel Lsni RietMstskl Morgon letzter Tag I Adolphe Menjou la Ulhr Kellner Roqool Meiler C a r m a a Lillian Oish w D*a Noehzolt«a Hollo Mo|a M Die Waraahaaa- Prlnzaesln Letzte Togal Dar Well q.w.ltigiter mit Roman Navai nm evarro Ellen Richter in bat Tag i Cd. von Wmtoretain Dar Melaaldbauar Bühnonechau Adolphe Menjou In Dnretilaucht macht alna Anlalha Bunnanscheu Besuch mich mal bal mir zu Maua Das rollende Haus Bühnenschau Die Erda ruft wh d. Bornen Jereseleai von Seime Lag er MI Msdy Chrietiane In Die KOnlgln voa Mau IIa Rouga Bühnonechau Gäste Ekmea in Dar tanzaada Tor BOhnentchao Täglich 4 Ukr— Sonntags 3 und G Uhr Kinder-NachmiltagB der Ufa im Mozartsaal 50 Pfg uno 1.— Mark Singakademie. Sonntag« 26. Dez� 8 Uhr: Lustiger Weihnachisabend Neueste und heiterste Auslese MARCELL SALZE R Populäre Pr.3-1 M. Bote 4 Bock, Wertheim und telephoniseh Lichterfelde 3M6 Relchshallen-Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Sleiflner Sänger Das wundervolle Weilioaditi-Prögrainni I Nachm. halbe Preise! Volles Programm __ Oönhoft-Brett'l VARIETE- KONZERT- TANZ Vlintejb Carlen RdUchen geitdttct I Sonntag 3*30 ErmSBIgte Preise I in Sonntag,! 19. Dezember vormittags 11', Uhr Berliner Olk-Trl0 Neukölln, ww LahB»tr.74'76 1 Berliner Konzerthaus MauerstraDe 82 cSJ� Beule Gr. Doppcl-Konzcrl CLOU Gesellschaftsabend— Tanz Wochentlgl. du(nSe(itfee-ilichnlttits-biuert bei»Iiis Orchuttr t. freien Elafritt TU glich abonda auBar Montag und Fraltag Ooppelkonzert ✓ aesellschaftsabend /■ Tanz y.°rhmn R1*' KindercJubel- und Trubelfest inmikT-dlnr Th. König räiz St. Hasenheide 2110 8: Was ihr wollt von Shakespeare Ab 2S.(I.IbH.-W«1) 8 U- In. Chmjt EM. Wiederauftr. von Elisabeth Bergner Norden 6304 8 U- FrUdiitncn e.A.IMtili t. Tktl'fflm L Kurfürst 2091 8 Uhr: Nur noch bis 23. Hmt aflniueri in Das Ekel Ab 25. Maz Adalbert in Die lelthtbe. UeMele Meie Hr. SdsauspiBltiaDs Täglich 8V, Uhr 'VonWjunS 'Vduvid' CHARELL- REVUE der Vorreriant für Weihnachten bat begonnen. I und Z Feiertag nm. 3 Uhr (zu ermiß. Preisen) und abends 8V, L'h Konkurrenzlos!!! NetallDeHen...... TOJO an mb PsiMerzBliaSeB.. m-. smiai cnniselonäne«. 14.- I cnnüeioBöne-ucfKm. T.—. iViinanohisOe..... 3.—. Paiemtnat ratzen... S.-, Freisenüuug! katenzaliliiiig! 601ir, Berlin, Pappelailee 12 PanHosr, Schmldtstr. 1. -Httdien roh emailliert HB Gl« UMIGiea 42 FL 80 FL _ cnrttilne 75> 125« mit Anrieht« Riesenauswahl[ roher, lackierter, lasierter t Küchen, einzelner Kleider-j und Kücbenschränke. Himmel lOmWltr.ttWMMWj QroS« Snrwnmi Bimörtc Preise! Puppenwagen jtaüen. u£ri:,ru:■.ocn.Sptrlmacrr.�iiproi, Robelschllttm. Kaitfel. Schönedq. 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Dezember,, abends ö Uhr. das Srnöhrllngsaeld»«n der Dcnossin Barkomi'ki, Woldenberqer Str. k. abholen. 11. Kreis Schöreberg-ssriedenau. Montag, 20. Dezember. 7>h Uhr. Versamm- lung der erwerbslesen Parteigenossen und-genosstnnen bei Will, Martin- Liether-Str.«9. Porteiausweise und Ermerbslosenkarte ssnd mitzubringen. Di« SanimeNiften fiir die Weihnachtsfeier müssen bis zum 27. Dezember mit dem Kreiskassiercr abgerechnet fein 13. Kreis Tempelhof. Maricndorf, Marienfeid«, Lichtenrade. Sonntag, 2K. De- zemder, vormittags 11 Uhr, Proletarisch« Feierstunde:„Ein ssreutentag' und Weihnachten� im Groften Schauspielhaus. Montag, 27. Dezember. 7�4 Uhr. in der Philharmonie, Bmnburger Strohe. Arbeiter-Sinfonie- konzrrt. Freitag, 21. Dezember. Eiloesterfeier auf dem Kreuzberg. Sprech. chor, BlasorckxNer. Massenchoiqesang. Karten zu den di«i Veranstaltungen sind bei den Mitgliedern des Krtisbildungsausfchusse» und beim Genossen Oskar Langauih, Morlendorf. ZIathausstr. 99, am Kanal, zu haben. 14. Kreis Neukölln. Kurz« Besprechung der Abteilungsleiter am Montag, 20. Dezember. 7 Uhr pünktlich, im Parteibureau. 1». Kreis Seihensc«. Montag. 20. Dezember. 7V4 Uhr. Vorstand Ssstzung. Daaesardnung: Neuwahlen zum Kreis- und Abteilungsvorstond. Er- scheinen unbedingt erforderlich. heule, Sonntag. 19. Dezember: 11. Abt. Di« Mzirksführer werden g«bej«n, die Mitglieder bis»um Jahre». fchwh restlos abzukassieren und dann sofort mit dem Genossen Tschirn« abzurechnen. 24. Abt. Abend» 7 Uhr Weihnachtsfeier im Altersheim Danziaer Straße«2. Festrede: Wilhelm Miethke. Alle Genossinnen und Genossen mit ihren Kindern stnd herzlichst«ingeladen. 2». Abt. Abends 7 Uhr bei Büttner. Schwedter Str. 23, Weihnachtsfeier und Bescherung der Kinder. Um recht zahlreich« Beteiligun« wird gebeten. ß Abt. Di« Bezirksführer rechnen in der Keit vom 20.— 21. Dezember, abend, von 3— 9l4 Uhr, Im Lokal Burg. Prenzlauer Alle« 189. ob. Alle» Material ist mitzudtinaen, damit«in« ordmingsgemöh« Urbcrgabe an den neuen Kassierer erfolgen kann. Abt. Di« Sruvven» bzw. Bezirksführer werden dringend ersucht, die Name» der Ktnder bzw. der erwerbslosen Genossen, die für«ine Bescherung in Frag« kommen, spätesten, bi, Montag. 20. Dezember, abend», dem Genossen Hoffmann, Petersburger Str.»4. anzugeben. Später« Mel. durigen können nicht mehr berüikstchttgt werden. Abt. Di« Genossinnen und Genossen, die noch zur Weihnachtshescheriing beitragen wollen, werden gebeten, ihre Geschenke spätesten» b!» Dienstag, 21. Dezember, abends, beim Kassierer Genossen 8-wzow abzugeben. WWWWW 47. Mit. Nachmittag» pünktlich 4 Uhr Weihnachtsfeier bei Rowack, � Manteuffelskr. I.«> über Vorträge. Darbietungen der Avheiterfuge 1 7! usw. Fe'trcd«: Pauna Kühn. Sämtlich« Genossinnen und Genossen-Z sind zu dieser Feier herzlichst eingeladen. 115. Abt. Lichtenberg. Di« Grupnenfiihrrr werden ersucht, sofort die Karto» Betrieb rsekretariat beim Kassierer Genossen Scheiden- ti�kkarten für da,.______ huber- Reue Bahnhofstr. 1. abzuliefern. übergibt man nur dem Nachweis de« Deutsch. Musikerverdande«. Berlin 027, «ndi e-Sstr. 21 sssönigstadt 4ZlO, 4048). KelchästSzeit 9 Bis 5, Sonnlag« 19 bi« 2 Uhr. iluf Wunsch Bertreterbesuch Morgen. Montag. 20. Dezember: 29. Abt. x Uhr im Altersheim Danziger Str. 02 Weihnacht». bescheruno. Alle Genossinnen und Genossen stnd herzlichst eingeladen. 82. Abt. 6lh Uhr bei Schmidt, ssruchtstr. 35a, Wclhnochtsbeschcrung für die Kinder. Vollzählige Beteiligung sämtlicher Genossinnen und Genossen ist erwünscht. Di« Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt aus. 40. Abt. 714 Uhr groß« Werbenersammllung im Restaurant Schult. Heist, am Krcuzberg sfrllher Tioolil, Lichterfelder Str. u. Referentrn Stadtverordnetr Minna Tndenhaaen. Anschliestend Familienabend mit Mustk- und Srsangioorträgen. Freunde der Partei stnd freundlichst eingeladen. 45. Abt. 714 Uhr bei Eichholz, Cunrnstr. 23. Funktionärststung mit den Eltern- beiräten und den Genosten, die Interesse ad der Eröffnung einer weltlichen Schul« haben. Letztere stnd besonders freundlichst eingeladen. Renkölln. 93. Abt. 714 Uhr bei Thormählen, Serstbergstr. 22, Vorstands- ststung.— 95. Abt. 714 Uhr bei Griese:. Lessingstr. 9. wichtig« Sitzung de» Borstande«. Alle Bezirkeführer und Funktionär« der Adteilun« müssen unbedingt erscheinen.-Abrechnung. Jeder Bezirk must verttetcn sein. l«. Abt. Köpenick. 714 Uhr bei Stippekohl Vvrstandssitzung mit den Bezirks- fllhrern und Unterkassierern. Der Sonnabend bot ein reichhaltiges Tagesprogramm. Zeit- gemäß sprach der Physiker Dr. Noack über kosmisch-phystkaltsches Spielzeug. Der Dortragende wies darauf hin, daß im Kinde oft schon das Jnteresse für den späteren Beruf wach ist, und daß die Eltern hier durch die richtige Auswahl des Spielzeugs nicht nur besondere Freude, sondern auch Nutzen stiften können. Seine An- regung zur Anschaffung von technisch-physitolischem Spiel- und Lehr- Material verdienen Dank, werden aber von proletarischen Eltern schwerlich befolgt werden können, da die Kosten für diese Dinge meist recht hoch stnd. Der Auffassung Dr. Noacks, daß man aber auch dos Jnteresse der Kinder durch dergleichen Spielgerät künstlich auf die physikalische Technik hinweisen könne und solle, muß jedoch widersprochen werden. Nur das Kind, das in den naturwissen- schaftlichen Unterrichtsstunden oder durch eigene Basteleien seine Freud« an solcher Beschäftigung verrät, wird den entsprechenden Geschenken Verständnis entgegenbringen und Nutzen von ihnen hoben. — Medizinalrat Dr. med. Alfred Beyer gab den Funkhörern die Lösungen seiner Denksportaufgaben, die er im Rahmen seines Vortragszyklus gestellt hatte und mit denen er bei den Funk- teilnehmern einen regen Eifer, den eigenen Scharfsinn auf die Probe zu stellen, entsacht hat.— Die Musikdarbietungen des Nachmittags fanden die einzig mSgliche Art, im Rundfunk die Revue des Tages zu bieten: man beschränkte sich auf die Haupt- schlager bisweilen mit einigen kurzen, einsührenden Worten, von Kräften de» Metropoltheaters gespielt und gesungen. Das Sende- spiel am Abend..Der Tanz von Eolbugt", war eine stim- mungsvolle, funkgeeignete Darbietung. Die Fabel von Gerhard Hennonn Mostar nacherzählt und in Musik gesetzt, hat zwischen Er- Zählung und dramatischer Handlung«ine glücklich« Verbindung g«- funden, die keine sichtbare Darstellung braucht oder will. Tüchtige Kräfte sorgten für ein gutes Gelingen des Spiels. Karl de Vogt ergänzte die Abendveranstaltung durch Lieder zur Laute. 114. Abt. Lichtenberg. 714 Uhr Furrktionärsttnora bei Schwarz«, Sabviel-Maz- Straß« 17. Di« Bezirksführer müsse» ab I Uhr dort abrechnen. Dienstag. 21. Dezember: 3. Abt. Rachmittags 4 Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Uebtlngsfwnb« des Kiicherchores. 25. Abt. 514 Uhr bei Bütin«. Schwedt« Str. 28. Weihnachtsfeier. All« Genossinnen und Genossen stnd freundlichst eingeladen. Araucnoeranstaltungcn am Monkag, 20. Dezember: 39. Abt. 714 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, LIndenstr. 3. Heilere» Allerlei. Vortroacnd« Hein, Barthel. 57. Abt. Eharlottenbnrg. 3 llhr bei Thunack, DIelanbstr. 4, Musikalische Feierstunde. Gäste herzlichst willkoannen. Iungsozialisien. f Gesamt»« ranstaltu na am Montag, 20. Dezember, THj Uhr, tw Preußischen Landtag, Prinz-Albrechd-Str. ä. Vortrag:.Di« Kultur. e= bedeutung de» Sozialismus. Referent Alezander Stein. Gäste herz- p lichst willkommen. Achtung! Um 6% Uhr ebenda wichtige Gruppen. R ko uferen,. Arbeitsgemeinschaft der Sioderfrennde: Groß.Bttlin: Heut« nachmittag 3 Uhr Deihnachtsvorstellung in d« Volks- dvhn«. Thoat««öfsnunq 2 llhr. Reulöln. Treffpunkt zur Borstellun« in der Volksbühne, Sonntag. 19. Dezember: Gruppe Birk« pünktlich 1 Uhr Lerrturthplaß s Fahrgeld mitbringen, 10 Pf.>. Gruppe Serßdeigplai, 114 Uhr Sepgerftraß«. Srupp» Etbestroßs 114 Uhr Gengcrftroße. Gruppe Boddin 114 Uhr Ecke Berlin« und Boddinftraße. Gruppe Quelle 141 Uhr Bahnhof Hermannstraß«. Gruppe Sollesch«» Tnr: Heute, Sonntag. 19. Dezemb«, abends 8 Uhr, im Jugendheim Belle-Alliance-Ploß t Wintrrsonnenwenbfsi«. vortragend«! Rek- tor Max Kreuziger. Gäste herzlichst willtommen. Mitwirkend«: Sozialistisch« Arbeiterjugend. Gruppe Südwesten. Gruppe«edding, schtflerpark: Dienstag, 21. Dezemb«, 7 llhr. Schulaula Lütticher Str. 47/48 Weihnachtsfeier. Montag 145 llhr leßt« Prob« in der Turnhalle Lütticher Str. 4. Gruppe Friedrich,!«!»« und TAI. Mittwoch. 22. Dezemb«. 7 Uhr. Weih- nachisfei« in der Aula der Mädchenschule. Silhelmstr. 2Sd. Musik, Rezitation, Ansprache. Volkstänz«. Weihnachlsfpiel. All« Eltern und Genossen stnd freund. lichst eingeladen. Eintritt frei. Sterbetafel üer Groß-öerliner pactei»Grganisation( 198. Abt. Köpenick Uns« Genosse Hermann K ä'p p l e r ist im Alte» von 53 Iahren nerswrben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung am Dien». tag, 2l. Dezemb«, nachmittag» 2 Uhr, im Krematorium Baumschrckenweg. Wir bitten um recht»ahlreiche Beteiligung. Sport. vi« iidrterllste her«atserdamw-yremiere. Die»emileitnnz hat jetzt dl« 12 Paare für das Haupteretgnit. da» Internationale ftwei. ft.unden.MannIchaftSsabren, zusavimengestellt. Et ist dabei Rücksicht aus die besonderen Wünsche einzelner Fahrer genommen worden, anderelseitS hat ab« auch da« Bestreben geherdcht. gut eingefahrene Mannschaften nicht ausetnand« zu reisten. Die Starterlifte zeigt folgende» Bild: Loui« Mae»— Mechant. Belgien. Baren— Marcot, Frankreich, Ehar- lier— Sawall, Belgien— Deutschland, Puhev»— Behrendt, Belgien— Deutschland, Bauer— Gottfried, Deutschland, Junge— Franken stein, Deutschland, Krollmann— Skrupinski. Deutschland, Kruptat— Gallo. Deutschland, Man- theh— Lonaardt, Deutschland, Rühlbach— Seiserth, Deutschland, Rausch- Hürtgen, Deutschland, Schräge- Possenheim, Deutschland. Da» lOO-Runden« Punktesabren der Bundesamateur» ist mit«t Fadrern zu stark befetzt, so daß'/, Stunde vor dem aus« Uhr angesetzten osfizicllen Beginn de» Gr- öfsnungkrennen» noch zwei Porrennen stattfinden, um die schwächeren Paare auszuscheiden. ißiuielßuA* wählen Geschenke, die Speade bepeüen und wählen Ges chenke, die Öpeade bepeüen und zugleieh ppakiiseh sindjwip haben die gpoßie Auswahl Für die Dame: Damen-Lack-Ein- spangcnschuhc iC50 modern« Form, uaerllnn. Ahnte. tdr Strasse n. Uesell»cb ad Pelzschuhe extra beeil, warm getattert, prima Boxealt, doppelter Veraehlaes. der prakt Wlnterftlelel lür Damen. 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