Nr. 607 ♦ 43, �ohry. Ausgabe A Nr. 309 Bezugspreis. SiAtnllid) 70 Cfrnntfl monatns S. dieidismarf oorau««ablboc. Unter Rreuibano füi SeuiIAlanit, S'-.ijin Saai- und gRcmelarbitt Deiurceibl Litauen Luremdur« tM jleichsmait für bat Ubnae Suslanb 5,30 Reichsmark uro Monat. Set.Vorwärts' mit ber wulkrles» tcn conntaasbcilaec.Volk und Seit* tomie Den Beilagen.Unterhaltung uns Willen'.Au» Der Silmmelt*. »Frauen Itimme'.Der flinbet- freunb*.Iuaend-Vorwärts' und »Sliif in die Vüdiertrelf* erlcheinl «ochenläglich rweimal Tonntags und Montags einmal. Zelegramm-AdreNet vertler« Morgenansgabe -GG Verliner VolKsblclkt �10 Pfennigs Anzeigenpreise: Sie e i n> v o 1 1 1 a e Zkonvareilie- »eile SO Slennia Reklameeeile 5,- Reichsmark.fllelne Anzeigen' dos fcttoeDniekle Wort 25 Plennia lzuIäMa zwei lettaedruck'r Worte) iedos weitere Wort I? Dlrnnia, SteOcnaeluche das ctfte Wort 15 Sicnnto ifbcs weitere Wort 10 Pfennig, Worte Ober 15 Buch- Itaben zählen für zwei Worte, Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. ffamilicnanzeiaen für Abonnenten Seile 40 Pfennig, Anzeigen für die näebfte Nummer nrüfien bis Uhr nachmittags im tbauvtaefchaft Berlin TW 68 Li nben. NraheZ, abgegeben werben Geöffnet von SU. Uhr früh feie 5 Uhr nachm Zcntralorjjan der Sozialdemokratifchen parte» Deutfcblands Redoftion und Verlag: Verlin Ew. 68. Linöenstraße 3 Fernsprecher: TSnHoff 292-297. hastentlasjung in llanöau. Einstilumiger Beschluß des Pariser Ministerrats: Begnadigung. >le au» Koblenz vom Relchskommissarial für die befehlen Gebiete gemeldet wird, sind die beiden nach dem Lan- dauer Sriegsgerichtsurteil in Haft behalteneu Deutschen. S e- g e l und Fechter, ohne Kaution aus der Haft entlassen worden, nachdem der französische Ministerrat gestern mittag dem Präsidenlea Dommergue die vegnadlguäg der s e ch» verurleillea einstimmig empfohlen Halle. » Friedensliebe und Rechtsgefühl sind un- tr.'nnbar miteinander o e r b un d e n. Deshalb war das un- erhörte Urteil d:s Landauer Kriegsgerichts em schwerer Schlag vor allem für die Freunde der deutsch-französischen Annähe- rung. An der vorlauten Entrüstung der dcutschnationalen Fände der Verständigungspolitik merkte man nur allzu deut- lich ihre heimliche Freude über den Schaden, den dieser Fehl- spruch der Sache des Friedens zugefügt hatte. Der hugen- bergsche„Tag" oerriet diese schmutzige, vor allem inner- politische Spekulation durch den zynischen Ausruf: „Schade, schade, daß wir jetzt keine Wahlen haben!" Für uns, die wir sowohl für das Recht— und zwar überall— wie für den Frieden kämpfen, war es in unserer Trauer um das Landauer Ilrtsil sofort ein erhebender Trost, als wir feststellen konnten, daß die Freunde des Friedens und des N'chtes auchinFrankreich einmü ig ihre Stimme gegen diese kriegsgerichtliche Schande erhoben. Und zwar muß hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß dieser Protest s p o n t a n w a r. E» ist in Blättern wie, Oeuvre".„Quoti- d'en" und..Volontö" bereits am Morgen nach dem Urteil. laut geworden, unabhängig von dem berechtigten Ent- rüstungssturm in Deutschland, dessen Widerhall erst später die politischen Kreise in Paris erreichte. Eine Selbstverständlichkeit? Leider ist in einer Welt, die iahre'ang vom Nationalismus umnebelt war, eine derartige spontane Reaktion des Dolksgewiffens gegen das Unrecht, das an ehemaligen Kriegsgegnern begangen wird, noch keine Selbstverständlichkeit. Vor zwei Jahren erfolgte der Einspruch der französischen Oeffentlichkeit im Falle Nathusius nicht so prompt und nicht so energisch. Vor dreieinhalb Jahren— allerdings mitten im Wahnsinn des Ruhrkampfes— gehörte noch in Frankreich ein besonderer Mut dazu, gegen das min- bestens eben'o säiändliche Urteil von Werden a. d. Ruhr tKruvr-Pro-eß) Stellung zu nehmen: und nur die wenigsten linksbürgerlichen Franzosen fanden diesen Mut. wie überhaupt unsere französischen Genossen damals in ihren Kampf gegen die Ruhrinvasion fast allein standen. Und wir brauchen ja nur bei uns selbst Umschau zu hallen, um zu sehen, daß die Rebellion des Gewissens gegen eine par eiische Justiz keine menschliche Selbstverständlichkeit ist: die Dentschnationalen die am lautesten gegen das Landauer Urteil schrien, stellen sich schützend vor alle Ungeheuerlichkeiten, die von deutschen Gerichten fast täglich begangen werden: während die Kommunisten die Stimme nur zugunsten ihrer Freunde erheben aber jedes rschekistische Justizverbrcchen im Namen der„proletarischen Revolution" verteidigen. Die vom französischen Ministerrat einmütig beschlosiene Beanadigung und sofortige Freilassung der deutschen Opfer des Landauer Kriegsgerichts ist das schnelle und ersmiliclies Ergebnis eines gemeinsamen Protestes der deutschen und der fran-ösischen Oeffentlichkeit. Ins- besondere müssen wir unseren französischen Genos- s e n dafür danken, daß sie auf den telegraohtlchen Appell des deutschen Parteivorstandes jene energischen Schritte unter- nommen haben, die zum raschen Erlolg zweikellos beigeiragen haben. Hier hat sich sowohl die ethische Größe wie der prat- tische Wert der internationalen sozialistischen Solidarität erwiesen. Man stelle sich vor, w'lchen Erfolg ein ähnliches Telegramm gehabt hätte, das Graf Westarp an den Führer seiner fronwstschen Eesinnungsgenosien. z. B. an Herrn Millerand gerichtet hätte. Es verdient übrigens registriert zu werden, daß nicht nur die Sozialisten, sondern auch die Radikalen(Partei Her- r i o t) und die Sozialistisch-Republikaner(Partei P a i n- l e v ch Vorstandsdelegationen zur Regierung entsandt haben. um gegen das Landauer Urteil zu protestieren: alle Parteien des bisherigen Linkskartells, das im Varlament über die Mehrheit verfügt, haben sich also an dieler Wiedergutmachungsaktion beteiligt. Infolgedessen ist der Begnadi- »"ngsbe�chluß des Ministerrats einstimmig erfolgt: weder Poinearä, noch Marin, noch Tardieu haben gewagt, sich einem Regierunosakt zu w'derfetzen. der von Brian d, P a i n- l e v und H e r r i o t dringend empfohlen wurde. Eine Begnadigung bedeutet freilich nicht eine volle Wiedergutmachung des beaangenen Unrechts Rouzier bleibt straffrei und die Tatfache der Verurteilung der deutschen An- geklagten bleibt formal, wenn auch wirkungslos bestehen. Und schon rüsten sich die deutschen Nationalisten, für die die schnelle Freilassung von Kegel und Fechter ebenso unbequem ist wie seinerzeit die Begnadigung von Nathusius, zum Gegenstoß. Im voraus haben sie es schon verkündet: eine Begnadigung der Deutschen genügt uns nicht, wir verlangen Aushebung des Urteils, wir fordern Bestrafung Rouziersl Sie fordern das, obwohl oder vielmehr geiade w« i l sie wissen, daß diese volle Wiedergutmachung unmöglich ist. Das französische Slrasrecht läßt weder das eine noch das andere zu: ein Freispruch ist immer endgültig, eine Be- gnadigung kann nur erfolgen, wenn ein Urteil rechtskräftig ist, d. h. in diesem Falle(wie im Falle Nathusius), wenn auf die Revision vorerst verzichtet wurde. Die französische Regierung hat daher das getan, was für sie möglich und für die verurteilten Deutschen nützlich war. Fechter und Kegel sind— so wie e» im Telegramm des Partei- Vorstandes gewünscht wurde— noch zum Weihnachtsfest aus der Haft entlassen worden.(Genosse Holzmann war aus freiem Fuße geblieben, da nur mit Strafaufschub verurteilt.) Koegler, Mathes und Arbogast dürfen unbehelligt in die besetzte Heimat zurückkehren. Alles, was nach Lage der Dinge zu erreichen war, ist erreicht worden. Eine erfreuliche Weihnachtskunde, die geeignet ist, vieles von dem Schaden wieder auszugleichen, den die deutsch-fran- zösische Annäherung erlitten hatte. Darüber hinaus bleibt jedoch->- unbeschadet dieses Gnadenaktes— die Haupt» lehre von Germcrsheim und Landau bestehen: die Sache der Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, die die Sache des Friedens schlechthin darstellt schwebt in ständiger Gefahr, so lange die militärische Besetzung andauert. Es ist ein ebenso grotesker, wie unerträglicher Gedanke, daß zu jeder Stunde ein ähnlicher Zusammenstoß wie in Ger- Mersheim— gleichviel durch wen oerschuldet— und ein ähnliches Kriegsgerichtsurteil wie in Landau die beiden Völker wieder gegcneinanderstellen kann, wie wir es in den letzten Tagen erleben mußten. Der Frieden ist ein zu hohes Ziel, als daß er von irgendeinem Provokateur— gleichviel, welcher Nationalität— jederzeit gefäyrds: werden darf. Möge die französiche Regierung endlich diese Lehre ziehen, den Rat der sozialistischen Konferenzen van Frankfurt und Luxemburg befolgen und ihren Widerstand gegen die Räumung des deut- schen Territoriums endlich aufgeben! Der veschluß ües Ministerrats. pari». 24. Dezember.(Eigener Drahtbericht,) Schon noch den Mitteilungen, die am Freitag morgen im Ministerrat von dem Kriegsminister P a i n l e o 6 gemacht worden waren, durfte eine schnelle Beilegung des durch das Landauer Kriegsgerichtsurtcil ge- schasfenen bedauerlichen Zwischenfalls als gesichert angesehen werden. Painlevt hotte bekannt gegeben, daß der Oberkomman- dierend« der Rheinarniee, General G u i l l a u m a t, bereits am Donnerstag aus eigener Initiative die Begnadigung der verurteilten Deutschen vorgeschlagen hat. Dieser Vorschlag hat die einmütige Zustimmung de» gesamten Ministerrats gefunden. Ein entsprechender Gnadenerlatz ist noch am Freitag dem Präsidenten der Republik zur Unterschrift vorgelegt worden. Man wird der französischen Regierung In Deutschland dafür Donk wisien, datz sie das an den Opfern der Landauer Militärjuftiz be- gangene Unrecht so schnell wieder gut zu machen de- strebt war. Frankreichs LVirtCchastskrife. Ein Notstandsprogramm der Regierung.— Unbegründeter offizieller Optimismus. Pari», 24. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Neben der Landauer Affäre befaßte sich der K a b i n e t t s r a t am Freitag ausführlich mit der Wirtschaftskrise und der Arbeits- losigkett. Die Regierung hat beschlossen, das seit Monaten angekündigte Programm zur Hebung der Produktion als Not- stondsprogramm zur Linderung der drohenden Arbeltslostg- keit umzufrlsieren. Ob das wirklich dos richtige Mittel ist, mutz bezweifelt werden, denn mit der Hebung des Getreideanbaues und der Kohlenproduktion kann man wohl die Handelsbilanz, nicht aber das bittere Los der nach Zehntausenden zählenden Arbeitslosen bessern. Das Programm soll der Kammer sofort nach der Wiedererössnung der Parlamcntssession in Form eines G e s e g- e n t w u r f e s zugehen. Es ist geplant, die dafür notwendigen Kredite outzerha'b de» Budgets anzufordern und dafür neue, wahrscheinlich indirekte Steuerlasten auszuschreiben. Der Kaifer von?opaa ist. wie WTB, aus Tokio gemeldet wird, gestorben. Diesmal scheint die Nachricht endgültig zu sein. vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin EW. 68, Linüenstr.Z Poftfebecktontv! Berlin 57 536- Banflonto: Bant tee Arbeiter Angestellte» nnfe Beamten Sallfle 65, Sistonto-feefcllfetieft ScnoRlenlafle Linbenfte. 3. Jnedc auf Gröen! Bon Hermann Wendel. An«inem Tag des Jahres glauben auch wir Zweifler. Ungläubigen, im großen Kirchenbann Stehenden an den Stern von Bethlehem. Der Tag der Wintersonnenwende ist es, an dem die Tannenbäume mit Lichtern besteckt und mit Aepfeln behängt sind und für Stunden die Idyll« die ameri- konische Hetze unseres mechanisierten Daseins ablöst, der Tag, von dem Arno Holz singt: Und wieder nun läßt aus dem Dunkeln die Weihnacht ihre Sterne funkeln! Die Engel im Himmel hört man sich küsien und die ganze Welt riecht nach Psessernüsscn... Und die frohe Bolschaft dieses Tages: Friede auf Erden! oernehmen wir um so bewegter, als sie, vor bald zwei Jahrtausenden verkündet, zwei Jahrtausende hindurch Verheißung geblieben, nie Erfüllung geworden ist. Das offizielle Kirchenchristentum hat wenig getan, der Losung: Friede aus Erden! zum Siege zu ver- helfen. Vielmehr hat es sich dem Gegenteil des Weihnachts- »vangeliums, dem menschlichen Massenmord, genannt Krieg, höchst bewunderungswürdig angepaßt. Schon vor 1914 gab es den befremdenden Gottesmann, auf dessen Visitenkarte zu lesen stand: X. U., Predigtamtskandidat und Leutnant d. R.. aber richtig militarisiert, ja, in einzelnen Fällen bestialisiert wurden die amtlichen Derbreiter des Gottesworlcs doch erst im Weltkrieg. In Büchern und Broschüren, Aussätzen, Prc- digten und Reden sonder Zahl wurde der Krieg in die christ- liche Weltanschauung und göttliche Weltordnung eingefügt und als„Erzieher großen Stils", als„heiliger Kampf der Völker" geradezu kanonisiert. Der bekannte bayerische Bischof Foulhaber brachte es fertig, den Glauben an einen ewigen Weltfrieden„im Lichte des Evangeliums" als Aber- glauben abzutun und darzulegen, daß der Weltkrieg das Evan- gelium höchst glorreich bestätige, denn die Beseitigung der organisierten Gewalttat mache die Weissagung der Schrift falsch, die viele und große Kriege bis ans Ende der Zeiten prophezeie! Wenn derselbe geistliche Würdenträger in seinen gesammelten Kriegsreden„das Heldische unserer christlichen Moral" betonte und„den Heldengeist und die Heldenart Christi" hervorhob, erstand in dieser Beleuchtung ein neu- artiger und merkwürdiger Nazarener: den Stahlhelm auf den Locken und die Hand am Maschinengewehr! Aehnlich mag die „Bereinigung der katholischen Feldgeistlichen Bayerns" den Heiland noch heute sehen. Aber wenn sich, eingedenk ihrer Katholizität-Jnternatio- nalität, die römische Kirche noch einigermaßen zurückhielt. taten sich dafür die Mordspsaffen des Protestantismus eine besondere Güte an. Wohl gab und gibt es auch hier einige wahre und mutige Ausdeuter der Weihnachtsbotschaft: Friede aus Erden!, aber die anderen trieb schon die Ab- hängigkeit ihrer Landeskirche vom Staat, die Krieastrompete zu blasen: ja, im Wesen der lutherischen Lehre selbst fand ein freilich deshalb vom sächsischen Konsistorium geächteter evan- gelischer Theologe. Dr. Kuno Fiedler, den Gegensatz zum Friedensgehalt des Christentums:'er formulierte: Jesus war Pazifist, Luther Militarist! Wie dem auch sein mag, die protestantischen Gottesdiener mit ihren Kriegsliedersamni- lungen„Hurra und Halleluja", mit ihrer Losung: Mit Gott und Hindenburg!, mit ihrer Verherrlichung des U-Boot- Krieges übertrafen sich jeden Tag selber. Friede auf Erden? Bewahre!„Gott sei Dank," schrieb ein Berliner Pfarrer, Dr. theol. Philipps, im Herbst 1916,„daß der Krieg gekommen ist: ich sag's auch heute noch im dritten Kriegsjahr. Und Gott sei Dank, daß wir noch keinen Frieden haben: ich sag's auch heute noch trotz aller Gpfer." Selbst Ausgang und Folgen des Kriegs haben diese Gotteslästerer und Christusleugner weder zur Einsicht, noch zum Schweigen gebracht. Von all den Schichten, die sich mit mehr oder minder Recht geistig nennen, lebt in keiner so sehr der Ungeist eines beschränkten, dumpfen Chauvinismus wie in der evangelischen Seclsorgerschaft: w'r kennen sie nur zu gut, die Stah'helm» Pastoren, die das Giftgas der Revanchehetze von den Kanzeln blasen. Der Sozialismus aber ist der Friede. Wohl mag ein Bsick nach Rußland Zweifel an diesem Satze wecken, denn was dort herrscht, der Bolschewismus, ist in der Tat der Sv'ialismus,„gepredigt aus Kanonenschlünden". Aber falsche Marx-Jnterpreten sind es, die allzugern des Meisters Wort von der Gewalt als dem Geburtshelfer neuer Ordnungen oder den Kriegen als Lokomotiven der Weltgeschichte an- führen. Wo es nicht Tatsachen festzustellen, sondern Richl- simen zu ziehen galt, hat, in der berühmten.Jnauaural- odresse" von 1864, Marc der Arbeiterklasse zur Pflicht gemacht, für die auswärtige Politik ,/die einlachen Gesetze der Moral und des Rechts zu proklamieren, die ebensowohl die Beziehungen einzelner regeln als auch die obersten Gesetze de» Verkehrs der Nationen sein sollten". Klarer kann die pazifistische Aufgabe des So-ialismus n'cht umschrieben sein. denn wie es den Gesetzen der Moral und des Rechtes wider- spricht, wenn einzelne ihren Streitfall mit roher Gewalt aus- trazen, so gilt das auch für die Konflikte zwischen Staat und Staat. Die Arbeit an der Versöhnung und Verständigung der Völker steht ja auch im Einklang mit dem sittlichen Gehalt des Sozialismus, der vom Menschen ausgeht und in den Menschen mündet. Während der Kapitalismus den Menschen nur als Anhängsel der Produktionsmaschine, der Militarismus nur als Anhängsel der Zerstörungsmaschine gelten läßt, betrachtet der Sozialismus den Menschen als Selb st zweck und stemmt sich mit aller Gewalt da- gegen, daß er als Kanonenfutter verbraucht werde: kein furchtbareres Wort als Napoleons Ausspruch:„3ch habe monatlich 40 000 Menschen auszugeben", und Lude'ndorff hatte noch mehr auszugeben. Wenn denn die Sozialdemokratie vor dem Kriege, wäh- rend des Krieges und nach dem Kriege für eine Neuordnung Europas auf pazifistischer Grundlage unermüdlich eintrat, blieb ihrem Mühen nicht ganz der Erfolg aus. Nicht ohne Befriedigung kann sie dieses Weihnachtsfest als das erste begehen, an dem Deutschland nicht mehr außerhalb der „Gesellschaft der Nationen" steht. Freilich istderBölker- b u n d noch weit von einem wahren Bund der Völker, einem wirklichen Bund des Friedens entfernt, aber Ansaß, Beginn, verheißungsvoller Keim ist er doch, und, wenn auch gedämpft durch allerhand schwarzes Gewölk, an dem Himmel von L o c a r n o, von Genf, von T h o i r y strahlt sichtbarlich der Stern von Bethlehem. Solch schwarzes Gewölk verfinstert auch bei un« den Horizont. Deutschland feiert Weihnacht mitten in einer Regie» nmgskrise, bei der alle Fäden unlösbar oerwirrt scheinen. Aber so seltsam es klingen mag, ein scharfes Auge erkennt, daß es sich bei diesem Durcheinander nicht so sehr um Koalittons- fragen als um die verschiedene Stellung zum Weihnachtsevangelium handelt. Auf der einen Seite jene, die auch das: Friede auf Erden! heute im Munde führen, aber die Politik der großen europäischen Derständi- gung nur halben Herzens mitmachen und den getauften Heiden gleichen, die heimlich im Dunkel des Urwaldes ihr« alten Götzen anbeten: auch diese Mußpazifisten werfen sich heimlich immer noch vor dem Götzen der Gewalt zu Boden. Auf der anderen Seite die aufrichtigen Bejaher einer auf- richtigen Verständiguig, die ihrer ganzen Weltanschauung entspricht: in der Erkenntnis, daß halbe Friedenspolittk schlim- mer ist als ganze Kriegspolitik, wollen sie nicht, daß das Bersöhnungswerk, der moralische Wiederaufbau Europas durch trübe Aufwallungen der ewig Gestrigen gestört wird. Unter diesen Gruppen steht die Sozialdemokratie vorn« an. Sie wird und muß den Fuß beim Male halten, gerade weil sie an einem Tag wie diesem den Blick vom Gewirr und Gewürge des Alltags zu ihren großen Zielen erhebt. Der Sozialismus denkt in Jahrhunderten. Er weiß, daß die Botschaft: FriedeaufErdenl, der durch fast zwei Jahr- tausend« keine Erfüllung ward, in seinem Zeichen Wirklich. kelt werden wird. Späte Wieüergutmachung. DaS Zuchthausurteil gegen Fechcnbach aufgchobe«. Der 5. Strafsenat des Reichsgerichts hat aus formalen Gründen das bayerische Volksgerichtsurtetl aufgehoben, das den Genossen Felix Fechenbach wegen Auslieferung dezl sogenannten Rittertelegrammes zu lOJahrenZucht- Haus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt hatte. Die Kosten des Verfahrens fallen dem bayerischen Staate zur Last. Die Entscheidung des Reichsgerichts ist au» forma» len Gründen erfolgt. Eine neue Hauptverhandlung, die dem Genossen Fechenbach die Gelegenheit geben würde, die Ungeheuerlichkeit der Anschuldigung gegen ihn nachzu- weisen, ist dadurch unmöglich gemacht. Das Urteil des Reichsgerichts ist eine späte, und nur unvollkommene Wiedergutmachung. Es bleibt, daß ein Gericht aus politischen Gründen ein furchtbares und Willkür- liches Zuchthausurteil ausgesprochen hat. Keine rechtliche Wiedergutmachung kann dem Genosien Fechenbach die Jahre wiedergeben, die er im Zuchthause verbringen mußte. Ein seltsames Zusammentreffen, daß diese Wiedergut» machung an demselben Zeitpunkt erfolgt, an dem die fran- zösische Regierung das Urteil des Kriegsgerichts von Landau durch die Begnadigung der verurteilten Deutschen wiedergutgemacht hat. Dies Zusammentreffen regt zu bitteren Vergleichen an zwischen der Haltung der deutschen Oeffentlichkeit gegenüber dem Urteil von Landau und der Hallung gegenüber dem Zuchthausurteil über Fechenbach. Das Zuchthausurteil gegen Fechenbach war ein Faust- schlag gegen das Recht, war ein brutaler politischer Gewalt- att. Wo war die Emvörung des beleidigten Rechtsgefühls auf der Rechten angesichts dieses Urteils? Jahrelang hat die Rechte diesen flagranten Rechtsbruch verteidigt, diesen Akt tendenziöser Vernichtungsjustiz gutgeheißen, und nur Schritt um Schritt konnte in zähem Ringen der deutschen Justiz die Wiedergutmachung entrissen werden. Offener Kampf! Di« Antwort der deutschen Studentenschaft an de« Kultusminister. Der Vorstand der Gesamtorganisation der deutschen Studentenschaft wendet sich in einer längeren Veröffentlichung gegen das Schreiben des preußischen Kultusministers. Der Minister verlangt, daß das Selbstverwaltungsrecht von der deutschen Studentenschaft nicht in einem na t i o n a l i st i s ch» antisemitischen Sinne mißbraucht wird, da das mit dem preußischen Studentenrecht und staatsbürgerlichen Grund- Prinzipien nicht vereinbar sei. Dem setzt der Vorstand ein glattes Nein entgegen: Der vorstand der Deutschen Studentenschaft muß«» ab- lehnen, diese Bestrebungen des preußischen Kultusministeriums zu unterstützen. Er sieht die beste Gewähr für die Verwirklichung de» großdeutschen Gedankens in einem gesunden Föderalismus, der für die Deutsche Studentenschaft lebensnotwendig ist und wird von dem von ihm als richtig erkannten Grundsatz nicht abgehen. Selbst wirtschaftlich« Druckmittel, wie sie in dem Schreiben des Kultusministers In Aussicht gestellt werden, werden die Deutsch« Studentenschaft niemals zur Ausgab« ihrer leitenden Ideen und Ziel»- veranlassen können. Der Vorstand der Gesamtorganisatton der Deutschen Studentenschaft will sich sein Recht auf Antisemitismus und Rassenhaß nicht nehmen lassen. Er wird es sich dann auch gefallen lassen müssen, daß man in ihnen nicht die Stelle sieht, Zi« geeignet ist. unvoreingenommen die Geschäft« zu führen, die sich aus der Selbstverwaltung ergeben. Die Hochschulen sind nun einmal nicht für völkische Rassefanatiker reserviert. Wenn das über den Horizont des Vorstandes hinausgeht. werden die Konsequenzen aus diesem Mangel an Einsicht ge- zogen werden müssen. Der Kultusminister hat den ersten Schritt bereits getan, indem er sich in seinem Schreiben nicht an den Lorstand der Gesamtorganisation, sondern an die einzelnen Studenten- schasten gewandt hat. Die„Deutsche Zeitung", da» Leiborgan der Unentwegten, weiß, was das zu bedeuten hat. Während sie auf der einen Seite ihre Schützlinge zum Kampf bis aufs Messer gegen den Kultusminister aufputscht, schrell sie auf der anderen Seite Zeter und Mordio: .Dr. Lecker Ist sich über den Ausgang seiner Machtprobe voll- kommen klar. Er weiß schon jetzt, daß er über kurz oder lang dos der Deutschen Studentenschaft zugestandene Recht der Zwange- b e st e u e r u n g an den preußischen Universitäten und Hochschulen aufheben und damit dt« ihm durch ihre wahrhast großdeutsche Entwicklung unangenehm gewordene Organisation wentgstens in Das Jest öes kinöes. von Paul Gutmana. Eine englische illustrierte Wochenschrist bringt folgenden Scherz: Ein Kn-ibe, der der Weihnachtsmarkt besucht, wird gefragt, was er sich wünsche, etwa einen Schlitten? Der Knabe antwortete:„Ich wünsche mir einen Hitzdrahtmilliamperemeter und einen Gleichrichter zur Anodenspeisung meines Senders." Warum Ist diese Antwort komisch und erschütternd zugleich? Weil sie an Stelle de» Beseelten, des Schöpferischen, da» jedem Kinde eigentümlich ist, da» Lebtose, das in der Form Erstarrt«, da» Maschinell« setzt. Wir Erwachsenen fühlen, wenn wir zur Besinnung kommen, daß diese Welt der Technik, der gebundenen Formen, de» vom Derstand Errechneten nicht da» eigentliche Leben ist. daß es jenseits dieser Welt, die un» in ihr atemrrnibendes Getriebe einschnürt, ein andere» Leben gibt, ein Reich der Liebe, der Phantasie, de» Gemeinschaftsdienste». Wenn aber da» Kind, das noch vor kurzem im Schoß der Natur ge- schlummert hat. sein Wesen verleugnet und in der Gehirnwelt der Erwachsenen scheinbar heimisch ist, so zeigt sich uns die Welt, in der wir leben, als ein Zerrbild von grotesker Komik, und mit dem Mit. leid packt uno dos Entsetzen. Wenn dieses Weihnachtsfest auch für denjenigen, der nicht an seine religiöse Bedeutung glaubt, einen Sinn haben soll, so kann es doch nur der sein, daß wir uns einmal im Jahr in bewußtem Gegensatz zur gewohnten Welt des rechnenden Verstandes, de» zivili- satorischen Getriebes setzen. An diesem Festtag triumphiert nicht wie sonst der in fe�.en Formen abgeschliffene Erwachsen«, sondern da» empfängliche Kind, das in jedem Augenblick die Welt erobert und sie neu gestaltet. Einmal im Jahr sind wir uns bewußt, daß nicht die Welt der rasselnden Maschinen, der Ehronometer und Tachymeter, der Straßenbahnen und Motorräder, der Lichtrettame, de» Kinos und Radios der Weisheit letzter Schluß tst, sondern daß sie hervor- ging aus der ewig sprudelnden Phantasie des Kindes und daß sie erstarren muß, wenn die Quellen des L«bens und der Phantasie verschüttet sind. Die Zivilisation rächt sich an den Eroberern, die sie für sich in Erbpacht zu haben glauben. Schon jammern sie, daß es am geeigneten Nachwuchs fehle und daß es keine Diplomaten und Politiker, keine Führer gebe. Sie fühlen trotz aller um sie zusammengerajsten Reichtümer, daß ihr Leben arm ist und sinnen infolgedessen aus immer neuen Nervenkitzel. Das Leben ist für sie versteinert, e« ist kein Sinn in ihrem Tun. Kein Glaube in ihrem Handeln. Täglich und stündlich speit die Maschine neue Waren aus, aber was hilft es, sie zu erwerben, wenn die Freude an ihrem Gebrauch fehlt. Auf der Jagd nach dem Genuß wird immer neuer Genuß oersucht, aber die aufkeimende Freude wird von der rasenden Begierde getötet. Alles wird uns gebrauchsfähig übergeben, wie es Eugen Diesel. der Sohn de» derühmten Erfinders, in seinem Buch:»Der Weg durch das Wirrsak". I. G. Eotta, Verlag, so packend schildert, von der Sprache angefangen bis zu den optischen und akustischen Eindrücken, bis zu den Begriffen de» täglichen Lebensdosein»..Der Vierzehn« jährige lieft während der Weihnachtsserien einig« halbe Kapitel in der .Themie de» täglichen Lebens" und erfährt im wissenjchasUichen Plauderton, wie Kerzen fabriziert werden, wie und warum sie brennen, und daß in der Seifenfabrik Lauge und Fett verbraucht wird. Gesehen hat er aber nur den Parsümerteladen und das Plakat der Lilienmilchseise. Unzählig find die vollzogenen Tatsachen. zwischen denen der werdend« Mensch wie zwischen den Duden«mes ungeheuren Jahrmarktes spazieren geht." Lassen wir un» durch solche Stimmen nicht beirren. Dies« Welt ist nicht allein die in der Zivilifatton immer mehr verknöchernde Welt de» Bürgers, sie ist vor allem die Well de, werktätigen Volke», jener Jugend, die Immer wieder von unten herauf dem sozialen Or- ganismus neu» Säst« zuführt. Weder Spengler».Untergang de» Abendlandes", noch Diesels Klage über die technische Verödung der gegenwärtigen ZivUisation können uns vergessen lassen, was dabei untergeht: nicht die europäische Menschheit, sondern ein« herrschende Kaste. Die bewußte Aufgabe des Volkes muß es sein, über alle Technik hinaus den Geist wach zu erhalten, jenes ewige Feuer, aus dem alle großen Dinge der Menschheit hervorgegangen sind. Nicht darauf kommt es an. den raffiniertesten Apparat zu besitzen, womit man die entferntesten Stimmen jener Zivilisation hören kann, die in London oder New Aork ebenso die Seelen mordet wie bei uns, sondern jener Stimme zu lauschen, lener kindlichen Stimme, die immer wieder neues Leben gestallen heißt, der Stimme der Natur. Vintersonnenwenöe. von Dr. Viktor Engelhardt. Sonnenwendfeier flammt im Juni empor— auf der Höh« de» Jobre»— in der kürzesten Rächt. Jugend, die sich, der Großstadt enlsliehend, aus» neue mit der Natur verband, lebt in der Johanne»- nacht, wie die Heiden der Vorzeit. Jubel und Freude haben ihr Recht. Denn noch steht der Sommer— die Zell der Ernte, die Zeit des Glücks und der Wärme, bevor. Doch leise mischt sich die Trauer, die Herbstahnung in den Glanz der rotglühenden Nacht. Der Tage Abstieg beginnt. Sonnenwende ist im Juni— ja— aber Sonnen- wende— zur Flucht. Die Sonne wendet sich von uns— zum Abstieg. Jetzt aber, zu Winter» Deginn, wendet fle, die geflohen war. sich zu uns zurück. Zwar— die folgen Ihrer Flucht stehen noch au». Winter und Kälte müssen noch kommen. Mit ihnen aber kehrt fle selber zurück— die leuchtende Kraft des Tagesgestirns, wie ein Versprechen, daß Käll« und Not nicht ewig währen. Ist Sonnen- «ende im Winter der heidnischen Feier nicht wen? Ist sie nicht wahre Sonnenwende für un»? Der christlich« Missionar hat es empfunden, wenn er Christi Geburt in den Winter oerlegte. Wen- Preußen zerschmettern kann C» hat gewiß mehr als formalen Sinn, daß er sein Schreiben vorwiegend den preußischen Einzelstudentenschaftsn und nebenbei, gleichsam nur zur Ansicht auch dem Borstand der Deutschen Studentenschaft zuleitete. Dieses Vorgehen bedeutet ein Ausspielen der Glieder gegen das Haupt, bedeutet ein Aufputschen der nachgeordneten ort- lichen Gruppen gegen die einheitliche sinn- und sachgemäße Spitzen- lellung." Die.Deutsche Zeitung" ist ein schlechte? Rufer im Streit. Wer beim ersten Hieb schon darüber zetert, daß der Gegner ihm in die Parade gefahren und im Begriff ist, ihm den Gnadenstoß zu versetzen, ist noch niemals Sieger geblieben. der �unkers-vertrag unterzeichnet. Ausscheide« des Reichs als Aktionär der JunkerS Flugwerke A. G. Zwischen der Aktienmehrhell und der Akttenminderhett in der Junker» Flugwerke A.-G. haben sell einigen Monaten verhand- lungen stattgefunden, die. wie von zuständiger Seite mitgeteill wird. jetzt zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Infolge des getroffenen Uebereinkommens scheidet dos Reich als Aktionär aus der IFA. aus. die übliche nationalistische Weihnachtshetze Gemeine Verleumdungen gegen Genossen Scheidemaun. Genosse Scheidemann schreibt uns: Seit etwa acht Tagen gehen mir Schimpf» und Drohbriefe täglich in großen Mengen zu. Die Hetze soll aber offenbar setzt durch.bessere" nationalistisch« Zeitungen verschärft werden. Der.F r i d« r i c u»" oeröffeittlicht heute unter der sensationellen Ueberschrist.Scheide- mann-Gehchäfte" einen spaltenlangen Arttkel, in dem neben allerlei törichtem Geschwätz auch folgendes behauptet wird: .Durch Herrn Iustizrat Werthauer wurde(für Parvus) mit einem Herrn Mülhausen«in Geschäft abgeschlossen. Dr. Werthaucr erhlell für seine Bemühungen 30 000 TO., Scheidemann erhielt SO 000 TO. Zahlreich« andere Abgeordnete de» Reichstage; erhiellen geringere Beträge bis zu 8000 M. hinunter.. Es wird dann in dem Artikel behauptet, daß das Geschäft eine WaffSnschlebung nach Lettland gewesen sei. Ich stelle fest, daß ich niemäls, weder mll Parvus noch mit irgendeinem anderen Menschen an irgendeinem Geschäft betelligt gewesen bin, also auch niemals einen Pfennig für solch« Geschäfte von irgend- einem Menschen bekommen Hab«. Ich bin überzeugt, daß auch kein anderer Reichstagsabgeordneter jemals an solchen Gejchästen beteiligt gewesen ist. Iustizrat Dr. Werthauer»M uns zu dem Artikel des „Frldericus" mit. daß an demselben nicht ein einziges Wort wahr ist. Es habe sich niemals irgend etwa» ereignet, was auch nur den geringsten Anlaß bieten könnte, eine derarttg vollständig erfundene Verleumdung auszustellen. Er habe den Artikel der Staats» anwaltfchaft zur Bestrafung des Verfasser» übergeben. Enttäuschung noch dem Frühstück. Bei seiner Rückfehr von Hamburg nach Berlin ist Reichsaußenminister Dr. Stresemann bei dem deutschnationalen Reichstogsabgeordneten Fürsten Bis- m o r ck zu einem Frühstück eingekehrt. An diesem Frühstück haben außerdem die deutschnationalen Reichstagsabgeordneten L i n d e i- ner-Wildou und Graf Westarp teilgenommen. Trotz an- geregter Unterhalwng sollen die deutschnationalen Herren noch dem Frühstück sehr enttäuscht gewesen sein. Wahlprüfung. In der Wahlprüfungssache, betreffend die Reichstagswahlen im Wahlkreisoerband VI II(N i ed e r s a ch s e n), ist Termin zur öffentlichen mündlichen Verhandlung auf Montag. den 17. Januar 1927. vormittags ll Uhr, im Saal 31 de» 1. Obergeschosse» de« Reichstagsgcbäudes sowie zur Prüfung de» Abstimmungsergebnisse« beim Voltsentscheid vom 20. Juni 192S, betreffend Enteignung der Fürstenvermögen aus Dienstag, den 18. Januar 1927, vormittags 11 Uhr.>m Saal 31 des 1. Obergeschosse» de» Reichstagsgebäudes anberaumt worden. schen, die, wie die neue Generation, die Natur wieder lieben gelernt. die innerlichst sühlen, was uns die Sonne bedeutel. müßten ihr auch im Winter den Holzstoß entzünden— das Freudenfcuer über die Sonnenwende zu un». Des Kulturbundes Plan sei uns daher willkommen. Er will dl« Jahreswende, die mit der Sonnenwende ja fast zusammenfällt, in der Ihr einzig würdigen Weise begehen: Unterm Sternen- Himmel— am hoch auflodernden Feuer, da» d>« wieder- kehrende Sonne begrüßt. Reiße jeder, der über Jahre», und Sonnenwende hinaus— an eine Menschheitswend« glaubt, an ein kommendes Zeitalter des Lichts, sich in jener Nacht von allen Narr- heilen los— von Bierdunst und Tabaksqualm— und von den ödesten Scherzen. Trete er unter den ewigen Himmel— an den in der WiMernacht flammenden Holzstoß— mit dem fester Willen im Herzen, mll der Menschheitswende schon jetzt zu beginnen— im eigenen Ich._ Wilhelm It. und Schloß Freien walde. Die großzügige Schenkung von Schloß und Park Freienwalde durch die Erben von Waller Railienau an den preußischen Staat weckt die Erinnerung an eine Aeußeruna Wilhelm» II, au» der da» Kunstverstädms des letzten deutschen Kaisers recht eindrucksvoll deutlich wird. Wilhelm, der vas Rauschends und Glänzende liebte, hatte eine ausgesprochene Ab- neigung gegen den schlichten, bürgerlichen Kunststil aus dem Beginn des 19. Jahrhundert», und dos ehemalige Hofmarschallamt glaubte deshalb, Seiner Maiestät den Anblick von Schöpfungen jener Zeit möglichst fernhalten zu müssen. Es wurden sogar Schinkelsche Deko- rationen wiederholt verkleidet oder beseitigt, um Wilhelm nicht aui> zuregen. Als die» einmal bei einem Besuchs de» Allerhöchsten Kriegsherrn in einem Schloß in der Provinz vergessen worden war und der Hofmarschall vor dem Eintreffen Ssiner Majestät das Vestibül betrat und dort die Dekoration gewahrte, soll er mit dem Schreckensausruf zusammengebrochen sein:.Um Gotteswillen, Schinkel! Was wird da Majestät sagen! Als Rathenau 1911 mit dem Kaiser über da» Schloß Freienwald« sprach, das er vom Hof- morschallamt zu erwerben beabsichtige, fragt« der Kaiser Raihenau, in welchem Stile denn da» Ihm persönlich ganz unbekannte Schloß gebaut sei. Auf Rathenaus Entgegnung.im Stil de» Frühklassizis- mus, Majestät, in dem Stil, der kurz vor Schinkel herrscht-. tat Wilhelm den llassischen Ausspruch:.A so. Schinkel, also oben Box- köppe, unten Greifenklouen." Damit war für ihn der Fall erledigt. Heute aber können diese kunstoerständigm Hohenzollern gar nicht genug von den Kunstwerken aus den preußischen Schlössern de- kommen tum sie womöglich recht teuer zu verkaufen und von den Erträgnissen die monarchistische Reaktion zu finanzieren). Kein Weihnachtsbaum In Rußland. Der neuest« Utas der rufst- schen Sowjetregierung„Au Alle" verbietet für diese» Jahr den Christboum. Sie hat nach refflicher Erwägung herausgefunden, daß Naturschutz wichtiger sei. als das alt« Herkommen und die Freude darüber, wenn zu festlicher Stunde die Augen im Glanz« des strahlen- den Baumes aufleuchten.___ «rklaessühreaae» des»ach« Are«. T». l. d.«kasterltrahe: .Dl« leibliche gll-g-.- Ih. de» S-tzeu«:.Die Zauberslöie. che- heunnij der Mumie.- Moskaus„militari Die„Prawda" findet die Sprache wieder. Dolle zehn Tage schwieg die„Prawda" beharrlich über die Enthüllungen des»Manchester Guardian", die die deutsche und internationale öffentlich« Meinung ausgewühlt haben. Dolle zehn Tage verheimlichte das zentrale Organ der herrschenden Partei die äußerst peinlichen Meldungen vor der russischen Oeffentlichkeit. Erst am IS. Dezember hat die„Prawda" die Sprache wiedergesunden und einen Leitartikel unter der vielsagenden Uebcrschrist»holtet den Diebl" verössentlicht. Es genügt, diesen kläglichen, stotternden Artikel zu lesen, um mit Gewißheit sagen zu können: Da ist der Dieb! Di« ganze Angelegenheit wird von der»Prawda' in sehr Harm. loser Form als eine»fette Zeitungsente" hingestellt, die dank den Bemühungen der deutschen sozialdemokratischen.Lakaien der En» tente", von den Spalten einer großen liberalen englischen Zeitung losgelassen wurde. Der Name der Zeitung wird absichtlich v e r» schwiegen:»Manchester Guardian" gilt in Rußland als«In sowjetfreundliches Blatt. Es sei nichts anderes als eine Zeitungsente, ein« vorüber- gehende Sensation. Und doch sieht sich die.Prawda' gezwungen, zu gestehen, daß sich unter den bunten Federn-der sensationellen Ente»auch solch« befinden, die den Anschein der echten Wahrheit erwecken könnten'. Um welche.Federn' handelt es sich? Schnell versteckt sich die.Prawda' hinter das mikitö- rische Geheimnis: »wir sind in die Geheimnisse unserer IMlitärverwaltuag nicht eingeweiht und wissen nicht, ob die Aeilnagsmeldungen der Wahrheit entsprechen.' Kurz... und undeutlich. Wer wird im Ernst daran glauben, daß der Thesredakteur der„Prawda" und Mitglied de» Politbureaus, B u ch a r i n— noch Stalin die erste Person im Staate— in WirNichkell nicht» darüber gehört habe, ob«ine militärisch« Der» ständigung zwischen russischen und deutschen Militärstellen bestehe? Wer weiß denn nicht, daß die Arme«, wie auch die Diplomatie, sich In Sowjetrußland in Händen de» Pvlttbureau» be- finden? Etwa» scheint die übermäßig bescheiden«.Prowdo' trotz- dem zu wissen: »Wenn man sogar voraussetzen soll, daß die Zeitungsmit- teilungen nicht lügen, so beweist es an si ch noch nichts(!). wenn wir den Ausländern Konzessionen für die Errichtung von /sabrikea zur Herstellung von Verbranchsartikeln für den Massen- bedarf erteilen, warum sollen wir denn ihnen verbieten oder ihnen nicht behilflich sein, bei uns Fabriken«ad wert« im Znler- esse unserer Verteidigung zu errichten? Zst doch auch anderer- seits den deutschen Firmen die Errichtung von Muailionswerken im Auslaad« durch den Versailler Vertrag nicht verboten.. Das klingt beinahe wie ein halbes Geständnis. Man muß sich dabei noch die„vorausgesetzte" Idylle von Augen hallen: der deutsche Militarismus bewaffnet die proletarische Revolution in Rußland! Sehen wir uns setzt das Bild von der anderen Seite an. Be- kam denn der deutsche Militarismus für sein« Dienst« t«in«n Gegenwert? Wie steht e» mit der E I n s u h r der russischen Munition nach Deutschland? Und wie steht« mit den S o w s« t g r o n a t e n, die der Reichswehr geliefert wurden? Die »Prawda' benimmt sich in dieser Frag«, wie«in Dieb, der in flagranti ertappt wird: sie verneint alles. sthe Geheimnisse�. — Halbe Geständnisse— ganze Lügen» Die Mitteilung über die sechs Schiffe, die au» Leningrad nach Stettin mit Sowjetgranaten abgegangen sind, sei»ein Unsinn", seien„lauter Phantastereien", die der„Dorwärts" selbst er- funden habe. Daß der»Vorwärts" diese Mitteilung au» dem »Manchester Guardian" abgedruckt hat, wo sie z u n ä ch st erschienen ist, muß die»Prawda" natürlich verschweigen, da sie nicht den Mut hat, das englische Blall als Quelle anzugeben. Merkwürdig ist nur. daß in den s w e st i j a' zur selben Zell Karl Radek die Tatsache der Stelliner Munitionstransport« mit folgender Begründung als„Legende" abzutun versucht: Niemals hätten die Stelliner Behörden die Löschung solcher Transport« ge- stattet! Radek scheint über die„Stettiner Behörden" nicht genau im Bilde zu sein, sonst hätte er sich wohl gehütet, gerade diese» .Argument" anzuführen. Im übrigen kommt nach diesem„Dernenll" Radek« gleich ein Geständnis. Er schreibt: »Die Sowjetunion wird nicht daraus verzichten, die au»- ländische Technik zu denutzen, um sich gegen die tztatwnalisten zu verteidigen. Die Firma Junkers verweigert niemandem die Herstellung von Flugzeugen." Na also! Um mll den klassischen Worten des Kommunisten Pieck in Sachen Gefu-Wiko zu reden:»hetzt kommen wir der Wahrhell schon näher!" Karlchen Rädels Weg zur Wahrhell ist zwar stets dornenvoll gewesen, aber auch hier läßt sich ein nicht unbedeutender Fortschritt feststellen: 1. Di« Firma Junkers liefert Flugzeuge jedem, der welche haben will— und Sowjetrußland will eben welche haben. 2. Di« Sowjetunion braucht für ihre Rüstungsindustrie»ausländische Techniker"— und wenn das zufällig Reichswehrosfiziere sind, dann sind sie eben auch will- kommen. Radek scheint also schon«her in die»militärischen Geheim- ntsse" Sowjetrußland« eingeweiht zu sein. Da» dürfte auch sein« guten Gründe haben. Ist ja gerade Radek einer der Väter dieser lichtscheuen Beziehungen zwischen Moskau und der Bendler- straße. Er selbst sorgt in diesem Artikel der»Jswestija' dafür, daß die Erinnerungen an sein« nationalbolschewistisch« Glanzzell wach- gerufen«erden. Denn die Argumente seiner Polemik gegen die deutsche Sozialdemokratie könnten ebenso gut aus gut deutsch- völkischer Feder stammen: Sch«idemann, so schreibt er, wolle mit HllfeFronk- r« i ch s sich der Reichswehr bemächtigen und»jene Reichs- wehroffiziere kaltstellen, die das Derbrechen begehen, nicht vor der Entente auf dem Bauch zu rutschen". »Die deutschen Sozialdemokraten wollen zwar nlcht die Reichsmehr abschaffen, aber ihr Kamps allt der Wehrlos- machunq veusschlands gegenüber seinen imperialistischen Feiaden. Sie haben ein doppeltes Ziel: einmal wollen sie da» Vertrauen der Franzosen gewinnen, indem sie ihnen die famos« deutsch« Demokratie als die beste Garantie für die französische Sicherhell empfehlen; anderersells wollen sie die Reichswehr zum Instru- ment ihrer eigenen Politik machen." Heil euch, Westarp, Reventlow, Leicht und Scholz! Euch ist ein neuer Bundesgenosse im Kampfe gegen die Republikanisierung der Reichswehr erstanden: Karl Radek tritt in der„Jswestija" dafür «in. daß alles in der Reeichswehr beim allen bleche— vor allem einschließlich der Munllionserzeugung durch»fremd« Techniker" mll falschen Pässen. Ein Weihnachtswunsch ües Reichskanzlers. Wohlfahrtspflege im Dieafte des Volkes. Reichskanzler Marx erläßt durch die Wohlfahrts-Korrespondenz den folgenden Weihnachtswunsch für das deutsch« Volk: Weihnachten, das Fest der Liebe, findet auch in diesem Jahre welle Kreise unseres Volles in wirtschaftlicher Not und schwerer seelischer Bedrängnis. Unsere ökonomische Lag« hat zwar sell IahreSmille eine erfreuliche Besserung ersahren, trotzdem ist sie noch unsicher und unübersichtlich, wenn wir auch wohl auf ein« langsam fortschreitende Belebung der Wirtschost hoffen dürfen. Damit bleibt vor allem das drängendste Problem unserer Gegenwart und nächsten Zukunft: die große Arbeitslosig- keit. Hier alle öffenttichen und privaten Möglichkeiten einer Mll- derung auszuschöpfen, gebieten Staatsklughell und soziales Der- ontwortungsgefühl. Darüber hinaus findet sich ferner gerade für die Betätigung der öffentlichen und privaten Volks» Wohlfahrtspflege im Sinne sozialer Pfllcht und christlicher Nächstenliebe ein unabsehbares und fruchtbare» Arbeitsfeld; denn noch sind die traurigen Nachwirkungen des Krieges auf die Gesund- heit unserer Bevölkerung nicht behoben, werden sich zum Teil wohl überhaupt nicht völlig überwinden lassen. Mutterschutz, Säuglingspflege, Schutz der Kranken und Schwachen, Erhallung und Ertüchtigung der Gesunden— riesengroß und erdrückend stehen die Probleme vor un»I Sie der Lösung nahezubringen, ist nicht nur ein« Frage geldlicher Mittel. Sozi«l«» Verständnis, ttefinnerste» sittliche« Pflichtbewußtsein, nie verzagend« Menschenllebe müssen sich die Hand reichen, das Werk zu vollbringen. Möchten darum die Weihnochtsglocken unsere Herzen mahnen und wecken, tätig zu sein im Dienste am Menschen, im Dienste der Wohlfahrt unsere» ganzen großen Dolke»! Reichskanzler Marx. Tagung ües Arbeitsamts in öerlin. Deutsche Einladiitts an den Verwaltungsrat. Der Derwallungsrat de» Internattonalen Arbeitsamtes, der fein« Tagungen im allgemeinen regelmäßig in Genf abhäll, ist auf Einladungen der Regierungen verschiedener Mitgliedstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation wiederHoll zu Tagungen außer- halb Genfs zusomniengetteten. Es ist beabsichtigt, den Der- waltungsrat zu einer Tagung noch Berlin einzuladen. Die dem Internationalen Arbeitsamt aus der Verlegung der Tagung nach Berlin entstehenden Mehrkosten müssen vom Deutschen Reich getragen werden. In dem Etat de» Reichsarbeitsministerium» für 1S27 sind bereit» für diesen Zweck 80 000 M eingestellt worden. der ZaU Lutasthek. Eine dunkle Spihelangelegenheil. Aus einer Erklärung des deutschen Mllglledes der gemischten Äommisson für Ostoberschlesien. Lukaschek, geht hervor, daß dieser tatsächlich einen Scheck Leuten ausgehändigt hat. die chm belastendes Material über den General Le Rond und die polnischen Aufständischen angeboten hatten. Wie er sagt und glaubwürdig be- legt, geschah die» nur. um der monatelangen Bespitzelung, der er von polnischer Seite ausgesetzt war, ein End« zu machen, indem er die Spitzel in eine Falle lockte. Ob er dabei klug gehandelt hat, erscheint allerdings fraglich. Eine Erklärung de« schweizerischen Präsidenten Ealonder enthüll Wendungen, die kaum ander» gedeutet werden können als ein Abrücken von Lukaschek. An- derersells hat die polnische Regierung, die durch die Tatsachen der „Enthüllungen" bewiesen Hai, daß sie Lukaschek bespitzeln lleß, allen Grund, zu schweigen. Daß sie kein reine« Gewissen in dieser dunk» len Affäre hat. geht schon daraus hervor, daß sie verschiedene deutsche Blätter Ostoberschlesiens hat beschlagnahmen lassen, darunter den sozialdemokratischen„Bolkswillen" in Kattowitz. Zofchiftiscbe Regierungstunst in Litauen. Nach einer Woche mit allen Nachbar« ia Konflikt. Es ist«in« besonder« Gab« der Faschisten, daß überall dort, wo sie zur Macht gelangen, st« es sehr bald mit ihren Nachbarn gründlich verderben. Das gill für Italien ebenso wie für Ungarn und in starkem Maß« auch für Rumänien. Di« neu« faschistische Re- gierung Litauens scheint dieselben Bahnen beschreiten zu wollen. Begründet wurde der Putsch mit antibolschewistischen Argumenten. Damit waren die Beziehungen der neuen Regierung zu Sowjetrußland von vornherein verdorben. Das war Nr. 1. Dann folgt« die Susweisung der reich, deutschen Redak- teure au» M e m« l. Auch die in Kowno erscheinende deutsch« Zeit- schrist„Litauisch« Rundschau" hat ihr Erscheinen einstellen müssen. Die Reichsregierung wird sich diefev Schlag gegen die deutsch« Minderheit nicht gefallen lassen. In Deutschland herrscht jedenfalls gegen den neuen nationalistischen Kur» in Litauen stärkste« Miß- trauen. Da» ist Nr. 2. Nun ist vielfach, insbesondere von kommunistischer Seite, be- hauptet worden, daß der Smetona-Putsch polnisch« Der- anlassung inszeniert worden sei. um die russisch-litauische Annäherung zu verhindern. Der neu« Ministerpräsident Woldemaras hat ober gestern vor Presseverlretern verkürchet, Litauens Hauptziel fei die Zurückerlangung Wilno«. Litauen werde daher mit denjenigen zusammengehen, die ihm Wilna zuerkannt hätten und ihm zu seiner Erlangung behllslich sein könnten. Da» ist«in« ossene Drohung gegen Polen. Da» ist Nr. 8. Wann erfolgt der Krach Nr. 4 mll Lettland? Uebrigen» klingt die Bemerkung Woldemara« eigentlich mehr wie eine Offert« an Sowjetrußland, denn diese» ist das einzige Land, das Wilna offiziell als Ntauisches Gebiet anerkannt hat. Gleichzeitig werden aber die Kommunisten in Litauen oerhaftet. Die neuen Herren in Litauen scheinen fürchterllch« Kvnsusionsrät« zu sein. Denn das so well er geht, werden sie ball» völlig abgewirtschaftet haben. Der Neipel-Attentäter begnadigt. Der Arbeiter Java reck, der im Juni 192S auf Bundeskanzler Seipel geschossen und ihn schwer verletzt hatte und dafür zu Wi Jahren Zuchthaus verurteil, worden war, ist von der neuen Regierung Seipel degnadigt worden. Auch Horihy begnadigl. Di« ungarssch« Regierung hat 77 Per- sonen begnadigt, darunter 10 Verurteilte au« der Zell der Räte- diktatur. Wieviel Menschen schmachten aber noch weller in den Kerkern als Opser der weißgardistischen Justiz? Darüber schweigt sich die Horthy-Regierung aus. Und«in« Amnestie für die Emt- q r a n t e n verweigert sie nach wie vor, während sie zu gern« die Frantensälscher auf freien Fuß setzen würde, wenn sie sich nicht vor Frankreich» Einspruch sürchtet«. Die faschistische deportotionsjchanöe. Bereits über 3000! Aus Mailand wird uns berichtet: Das letzt« Gesetz zum vorgeblichen Schutz des Staates berechtigt die faschistische Regierung, ihre Gegner zu deportieren oder ihnen einen Zwangswohnsitz zuzuweisen. Di« Anwendung de« Gesetzes ist einfach: ln jeder Provinz bezeichnet eine faschistisch« Kommission die der Gegnerschaft Derdächtigen, diese werden ver- hastet, wie gemeine Verbrecher behandelt und dann vom Innenministerium ohne Benifungsrecht, außer an Mussolini selbst, deportiert. Es gibt drei Formen der Deportation: die sogenannte „metropolitanische", d. h. an«inen wellverlorenen ländlichen Ort. die aus eine einsame, vegetationslose Insel wie L i p a r i s ch e n Inseln und die in eine Kolonie, vor allem S o m a l i l a n d. Man weiß nicht, welche Form brutaler ist. Jedoch wütet In Domallland als Gouverneur der berüchtigte Foschistenführer de Decchi, derselbe, der seinerzeit in Turin Arbeiter nieder- schießen ließ, an mehreren bewaffneten Mord- und Raubzügen teilnahm und die Eingeborenen von Somalilaad derartigen Bedrückungen aussetzte, daß die von ihm veranstalteten M a s s o k e r s vor zwei Jahren, als die Ualienische PressefrelheU noch nicht ganz tot war, in der großen llalienlschen Press« einen wahren Entrüstungssturm hervorgerusen haben. Wieviel Verbannt« gibt«s? Mussolini hat ziemlich ironisch der ausländischen Presse und den NachrichtenbureaM er- klärt, Italien Hobe mehr al» 40 Millionen Einwohner, verbannt seien aber nur 622. Am selben Tage jedoch wurde der Presse jede Veröffentlichung über Deportationen verboten. So hat man keine Kontrolle mehr, zuverlässigen Berichten nach beträgt jedoch die Zahl der verbannten über MK. Wer wird nun deporttert? E» sind die markantesten italienischen Persönlichkeiten, nicht nur Sozialisten, sondern vor allem auch Konservative wie der Abg. Benedettt und Katholiken, wie der Abg. degli Ubertt, Rechisanwälle. Schriftsteller, Journalisten, Verleger usw. ja, eine Anzahl mit Tapferkellsmedoillen ausgezeichnete Kriegsteilnehmer und bekannte Professoren befinden ssch darunter. Ungefähr 100 Senatoren und Abgeordnete werden als Gel- sein betrachtet und bei der ersten Bewegung gegen den Faschlsmu» ntederg«macht werden. Zu ihnen gehört der Senator, frühere Außenminister und Botschafter Graf Sforza-, der immer Kon- servatw gewesen» Senator und frühere Leiter de»„Evrricre della Sera", Albertint, der frühere Arbeitsmlntstcr und Bürgermeister von Neapel, Genosse Prosessor Labriolo, u. a. m Von Graf Sforza weiß man momentan überhaupt nichts. Er hatte für sich und sein« Familie vergeblich einen Auslandspaß er- beten. Schon einmal ist er von Faschisten verwundet worden, sein« Villa wurde zerstört und er lebt nun in Rom in ständiger Lebensgefahr. Ein sehr reicher itasienlscher Abgeordneter, Dino Philip-- s o n. war zur Deportation oerurteill worden. Er war stets Abgeordneter der Rechten, ist ein Neffe Rothschilds und wegen seiner konservativen Grundsätze bekannt. Das einzige, was man chm vorwirst, ist, im vorigen Jahr in Pari» schlecht mm Mussolini gesprochen zu haben,«in Spion hinterbrachte die» und man droht« dem Abgeordneten mll der Deportation. Da sich jedoch bei der ersten Nachricht davon im Ausland der lebhaftest« Unwille kundtat, wurde der Deportationsbefehl nach Somali- land aufgehoben. Täglich gelingt es einer Anzahl Abgeordneter. Schriftsteller und Journalisten trotz der Wachsomkell der Regierung und ihrer Agenten zu Fuß über die Alpen nach der Schweiz oder nach Frankreich zu gelangen, um den saschistischen Gewalttaten zu entgehen. Tief« Niedergeschlagenheit herrscht in Italien; das Dolk, das sich nicht mehr wehren kann, wird von Haß verzehrt, darf ihn aber nicht kundtun. Gefihaüigte Erben. Und ei« Mittionenschaden für das Reich. Aug Interessententreisen wird uns geschrieben: Während da» Auswärtige Amt sich energisch der Auslandsdeutschen annimmt und jährlich viel« Millionen für die Hebusi«' des Deutschtum» im Au«- lande ausgtbt, hat es die Wahrnehmun/�der Interessen deutscher Erben im Auslande sehr vernachlässigt. Amerikanische Banken in Deutschland, Crbschaftsbureaus und Agenten, welche, die Situation ausnutzend, wie Pilze au» der Erde emporgeschossen sind, haben die Vertretung deutscher Erbtnteressen an sich gerisien. Wohin sollen wir Erbberechtigte uns wenden? Don einer untergeordneten, im Auslände unbekannten kleinen Reichsstello, die auch bei den deutschen Botschallen und Gesandtschaften keine be- sondere Autorität genießt, können wir nicht» erwarten. Weshalb hat man überhaupt die Vertretung der Erbinteressen vom Au». wärtigen Amt getrennt und si« dem Reichswanderungsamt zu- gewiesen, dessen Aufgabentrei» sich gar nicht über da» international« Erbrecht erstreckt. Warum hat man die all« Rachlaßabteilung, al» da» Reichswanderungsamt abgebaut wurde, nicht eilends wieder ins Auswärtige Amt zurückgenommen, anstatt sie mit dem trotz Relchstagsbeschlusse» wieder aufgebauten Reichswanderungs- amt in den Bodenräumen eines Miethauses in der Eharlotten- straße 60 zu verstecken? Man lief oft stundenlang Harum, eh« man die nevgeschassen« Reichestell« sür Nachforschungen und Nachlaß- fachen entdecktel Di» Nachlaßbeamien haben unser« Klagen oft ge- hört und st«t» auch für dies« Verständnis gehabt, ab«r si« tonnten achselzuckend ihnen nicht abhelfen. Vielleicht schafft diese Flucht in die Oeffentlichkeit Remedur. Der Reichesinanzminister hat so oft Über d«n Rückgang der Erbschaft» st»uern und Bermögenszuwachssteuern geNagt. Warum ist er der Ursache nicht auf den Grund gegangen? Vielletcht leuchtet er setzt tn dt« Mißständ« hinein, handelt e« sich doch jährlich um viel« Millionen von Nachlaßwerten, die auf amt- lichen und heut« leider aus nicht amtlichen Wegen au« dem Aus- lande hereingebracht werden._ Ein Referendar wegen Spionage verurteilt. Dos Große Erweitert« Schöfsenaertcht in Beuihen(Oberschesien) verurteilt« nach eintägiger Lerhandlung den früheren Referendar Dr. jur Joseph Hudullo aus Konty(Kreis Oppeln) wegen Verrat» militärischer Geheimnisse an Pole» zu 8 Jahre» 1 Monat Seföngni«. SchieSsfpruch für üen Sraunkohlenbergbau 31b 1. 3lPrU soll die 3lrbeitszeit verkürzt werden. Uitter vorsig ein« vom Reichsorbeitsniinister beslelllen de- sonderen Schlichters wurde am 23. Dezember im Neichsorbeits- ministelium«in Schiedsspruch für den Mitteldeutschen Braunkohlenbergbau gefällt, der in seinem ersten Teil einen Borschlag an die Tartspartelen enthält, durch eine Kommission untersuchen zu lassen, in welcher Weise die sozialpolitisch dringend erwwünschle Verkürzung der gegenwärtigen Arbeiszelt Im Mitteldeutschen Braunkohlenbergbau möglich ist. Das Gutachten dieser Kommission soll s p ä l e st e n» am lS. März 1927 vorliegen. Kommt aus Grund des Gutachtens eine Verständigung unter den Tarispartelen über dt« Rcgclung der Arbeitszeit nach dem 30 April 1927 nicht zustande. so soll die Streitfrage im Schlichtungsverfahren erledigt werden. Für die Uebergangszeit vom 1. Januar bis 30. April 1927 wird die bisherige Arbeitszeit unter folgenden Abänderungen ausrecht erhalten: 1. Die Schichtzcit untertags rechnet vom Betreten des Förder- korbs bis zum Berlossen der Arbeitsstelle vor Ort(bisher wurde die Wegstrecke unter lag bis zur Arbeitsstelle vor Ort in die Arbeit». zeit nicht eingerechnet.) 2. An Sonnabenden endet in nicht durchlaufenden seinschichtigen) Betrieben übertag» die Tagesschicht einschließlich einer halbstündigen Pause um 2>1 Uhr nachmittags. In zweischichtigen Tagebau- und Abraumbetrieben betragen beide Sonnabendsch chten einschließlich 'A Stunde Pause grundsätzlich 6% Stunden. Di« über 8 Stunden Hinaue geleistete Arbeitszeit gilt als Ueberorbeit im Sinne des Manteltarifvertrages.(Bisher endeten diese Eonnabendschichten um 4 Uhr nachmittags.) 8. In der Pausenfrage ist gleichfall» eine Verbesserung zugunsten der Arbeiterschaft vorgesehen. Di« Frist zur Erklärung über Annohm« oder Ablehnung des Schiedsspruches läuft am 28. Dezember ab. Dieser Schiedsspruch kommt einem Zurückweichen vor den stockr-aktionären, scharfmacherischen Zechenbesitzern gleich. Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau befindet sich seit langem in einer— für die Zechenbesitzer— glänzenden Lage. Die Aus- beutung der Arbeiter ist geradezu himmelschreiend. Die Zwölf- stundenschicht ist ein uneriräglicher Skandal. Sie muß fallen. Der Achtstundentag muß wiederhergestellt werden. Die choff- nung, daß die Unternehmer, die Protektoren des Stahlhelms, bis zum 7. April zur Einsicht kommen werden, ist ein« Illusion. vereinbarter Schiedsspruch in Sachsen. Such für dir Berufsfremden in der Textilindustrie sechs Prozent. Dresden. 24. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) In den Der- Handlungen vor dem Dresdener Schlichter kamen di« Ta.ifparteien der we st sächsischen Textilindustrie zu einer E i n i- g u n g über die Löhne und da» Vertragsverhäitni» sür die B e r u f«- fremden. Do, ach bleiben all« Berusssremden in den Texilllorifen und gleichzeitig tritt tnren Organisation in da» Dertragsoerhälini» ein. Die Altersklasse der Handwerker wurde von 23 aus 23 Jahre herabgesetzt. Die Einigung über die Löhne sieht vor, daß die tariflichen Lohnsätze der gelernten Handwerter über 23 Jahre sowie der Spitzengruppe der Maschinisten und Heizer bei 63 Pf. um 0,5 Pf.. bei 63-66 Pf. um 1 Pf., bei 60—62 Pf. um 2 Pf., bei 57—59 Pf. tun 3 Pf. und bei 54—56 Pf. um 4 Pf. erhöht werden. Die Lohn- sätze der übrigen Berussfreinden werden im glelchen Prozentoerhäll- nis erhöht. Die einzelnen Altersklassen oder dos Hilfspersonal er- holten ihre Bezüge im prozentualen Verhältnis errechnet. Die Fach- arbeiterzulagei- bleiben in der alten Form bestehen. Der Schiedsspruch, der aus Grund der Vereinbarungen über eine generelle Lohnerhöhung gefällt wurde, sieht »ine Erhöhung der tariflichen Lohnsätze aller berusssremden Arbeiter und sür alle Lohntarisvertröge, die zum 31. Dezember gekündigt sind, durchgängig um 6 Proz. vor. Diese neue Lohnrege. lung tritt mit dem Januar in Kraft und ist mit einmonatiger Kündigungsfrist erst zum 30. September 1927 kündbar. Erfolgt keine Kündigung, dann läuft der Vertrag un> je zwei Monate weiter. kommun'stisthe Streikführung. Sie führt zum Zusammenbruch. Nahezu ein halbe» Jahr haben 35 000 Damenkonfektionsarbeiter in New Park im Streik ausgeharrt, um jetzt einzusehen, datz ihr Kamps vergeblich war, weil ihreFühruna vollkommen versagt hat. Die rein kommunistische Leitung der«n Frage kommenden Branchen des Internationalen Damenbekleidung»- arbeiteroerbandes hat nur mit einem Teil der Unternehmungen Verträge obschlietzen können und zwar mit den Grotzbetrieben, die schon bisher eine fortschrittlichere Arbeiterpolitik al» die Masse der kleineren Betriebe hallen. Jetzt ist die Saison zu Ende und damit sind die Aussichten für«inen günstigen Abschlutz de» Kampfe» dahin. Die beteiligten Arbeitermasien. die in der Hauptsache erst im Vorjahre sich Kommunisten zu örtlichen Gewerkschastssührern gewählt hatten, äußern ihre Enttäuschung und ihre Erbitterung über diese untoug- lichen Führer in großen, von Tausenden besuchten Massenversamm. lungen. Hier wurden die bisherigen Machthaber aufgefordert, ihre Positionen zu räumen und die Beendigung des Streiks in die Hände des Z e n t r a l o o r sta n d e s der Gewerkschaft zu legen, in dem die Kommunisten nur eine Minderheit bilden Der Verbandsvorsitzende erklärte die Bereitwilligkeit zu dieser Uebernahme, wenn die Kom- munisten ihre bisherigen Aemter niederlegen. Den kommunistischen Strategen wird vorgeworfen, daß der Streik in der kommunistischen Partei beschlossen worden sei, Wochen bevor die Gewerkschaftsich damit beschäftigt hatte. Es sei das erstemal in der Geschichte de» Verbände», daß ein Streik ohne»ine Abstimmung der Mitglieder proklamiert worden sei. Die wichtigsten Aemter in Kommissionen feien mit Leuten besetzt worden, die weiter keine Befähigung nach- weisen tonnten als die Mitgliedschaft in der kommunistischen Arbeiter- Partei. Gegen die schon erwähnten Großfabrikanten wurde der Gewerkstbastsaktion in Serlm-Sranöenbmg. Achtstundentag— Arbeitsämter— Bildungsarbeit. Die Frage der Arbeitszeit steht gegenwärtig im Vorder- grund des gewerkschaftlichen Lebens. Der Bundesausschuß des ADGL. Hot sich vor kurzem eingebend damit beschäftigt und den Beschluß gefaßt, die ganze Aktivität der Gewerkschaft s- bewegung aus diese Frage zu lenken. Nicht zuletzt deshalb, wdl die Arbeitslosigkeit in den letzten Wochen wieder mächtig anschwillt, und aus der anderen Seit� die bedauerlich« Tatsache be> steht, daß heut» Ueberstunden in einer Weise geleistet werden, wie man dies in solchen Zeiten niemals gekannt hat. Diese Umstände oeranlaßten das Bezirkssekretariat des ADGB. für Berlin und die Provinz Brandenburg, in einer gemeinsamen Sitzung des Bezirksausschusses und der Gauleitunpen der einzelnen Gewerkschaltsverbände diese Frage gründlich zu besprechen und nach Mitteln zu suchen, w>e diese Probleni« zweckmäßig ini Bezirk zu be- handeln sind Die Konferenz fand am 22. Dezember 1926 im Berliner Gc- werkschaftshaul« statt. Das einleitende Referat hatte der Genosse Vollmerhaus übernommen. Er beleuchtete das Problem der Arbeitszeit von allen Seiten, wobei er besonders aus die gesetzliche Regelung einging. Ausgehend von dem kürzlich oerösfentlichten Entwurf des Arbeiterschutzgesetzes kam der Redner auf dos Rot g« setz zu sprechen und betonte, daß mit allen Mitteln versucht werden müsse. das Rotgeseß zur Durchführung zu bringen. Dies um so mehr, well dos endgültige Zustandekommen de» Ar- beiterschutzgesetze» wahrfcheinlich noch lange aus sich warten lasse. Zum Schluß ging Vollmerhaus auf die Möglichkeit ein, wie die Pro- pagando für ein« bessere Regelung der Arbeitszeit in Berlin und der Provinz Brandenburg vorgenommen werden könne. Er kam dabei zu Vorschlägen, die nachher näher formuliert wurden, und die wir weiter unten mitteilen. Die einleitenden Ausführungen des Genossen Dollmerhari» bildeten den Ausgangspunkt einer längeren Debatte, wobei besonder» die Gauleiter der verschiedenen Verbände ihre Erfahrungen mit- teillen und Vorschläge machten, wie di« Propaganda am besten be- trieben werden könne. In der Diskussion lvielte di« Haltung einiger Parteizeitungen bezüglich der gewerksä-aitlichen Fragen«ine große Rolle. Vom Bundesvorstand des ADGB. war Genosie Schulze anwesend, der verschiedene Fragen beantwortete und au» seiner internen Kenntnis der Materie heraus längere Ausführungen machte. Die Ausführungen des Reseienten und der Diskussionsredner wurden von der Konferenzleitung in folgend« Vorschläge zu- sammengefaßt. die e i n st i m m I g Annahm« fanden: Das Arbeilsproblem. die lleberstundensrage sollen ausgiebig behandelt werden 1. durch Herausgabe von Flug- s ch r i s t e n. 2. in örtlich anberaumten gemeinsamen Mit- gliederoersommlungen, 3. in nach bestimmten Bezirken einberufenen Zusammenkünften der Betriebsvertrauens, l teute, 4. durch Kontrolle der Betriebe, die sristematisch Ueberstunden machen. 5. durch Veranlassung zum Einschrellen der Gewerbeaussicht und Strosbehörden, 6. soll die Partei- presse des Bezirks angehalten werden, sich mit der Verkürzung der Arbeitszelt zu befallen und den diesbezüglichen Verösfentlichungen der Gewerkschaften Raum geben. Im zweiten Punkt der Tagesordnung wies Vollmerhaus auf verschiedene, in der nächsten Zeit aktuell werdende Fragen hin. So ist die N e u b e st c l l u n g der Beisitzer zu den S ch l dch. tungsausschüssen notwendig. Der Bezirkssekretär bat die Vertreter der einzelnen Gewerkschaften, recht bald Vorschläge ein- zureichen, damit die Listen ergänzt werden können.— Er berichtete dann noch über einige Beschwerden in der Zusammensetzung der Verwaltungsausschülle der Arbeitsämter. Daß die Gelben kein Anrecht auf die Besetzung haben, zeigt folgender Beschluß de- Preußischen Landtages vom 2. Dezemb«, 1926 .Der Preußische Minister für Handel und Gewerbe hat dem Abgeoidneten des Preußischen Landtages Kirchmann(Stralsund) aus eine Beschwerde unter dem 30. Aprll 1926(Nr. III 3699) nach- stehenden Descheid erteilt: 1. Zum gefl. Schreiben vom 3. April 1976, das von dem H:rrn Wohlfahrtsminister an mich zuständigkeitshalber abgegeben worden ist. Ueber die Frag«, ob der Landbund als wlrtschaftlia)« Bereinigung im Sinne des Ardeitsnachweisgesetzes anzusehen ist, ist bereit» von mir im Jahr« 1923 Ents.heidung getroffen worden. In Uebereinstimmung mit den, Herrn Reichsaibeitsminister und dem Herrn Preußischen Minister sür Landwirtschaft, Domänen und Forsten kann ich di« Arb«itnehmerob:«ilung im Landbunde n ich t ol»«in« wirtschaftlich« Vereinigung im Sinne des angeführten Gesetzes ansehen. Die bezeichnete Arbeitnehmerabteilung kann also zu Dorschlägen im Sinn« der 9. 65 des Arbeitsnachweisge'etzes nicht zugelassen werden. I. A.: gez. von M« y« ren. 2. Den nachgeordneten Behörden den Inhalt des Les xridss de» Preußischen Ministers für Hand:! und Gewerbe vom 30. April 1926 an den Abgeordneten Kirchmann bekanntzugeben mll der Maßgabe, im Sirme dieses Bescheides zu versahreu und dafür Sorge zu trogen, daß die entgegen den gesetzlichen Bestimmungen und dem Bescheid« des Preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 30. April 1926 gebildeten V« r w a l« tungso usschüss« öffentlicher Arbellsnachweis« sowie der Landesorbeitsämter sofort ausgelöst und den vorstehend be- zeichneten Bestimmungen«fitsprechend neu gebildet werben." Di« Konferenzteilnehmer erwarten, daß nunmehr die Herren Regierungspräsidenten etwas schneller durchgreisen, damit endlich die Derwollungsaueschüsse an die Arbeit gehen können, denn«in halbes Jahr ist feit ihrer Wahl schon verstrichen. Im Londesausschuß der deutschen Iugendverbänd« sind die Gewerkschaften durch Bollmerhau» als Geschäftsführer oertreten. Zum Schluß gab Dollmerhaus bekannt, daß die«ingelell�te B il» dungsarbeit gut« Erfolg« gezeitigt Hab«. Es haben bis jetzt 31 Kurse mit insgesamt 1231 Schülern stallgefunden. Diese Arbeit wird fortgeietzt, und es ist zu hoffen, daß d!« erstmalig in dieser Form ln Angriff genommen« systematische Bildungsardell lhre Früchte trogen wird Kampf besonders gerichtet, während man den.Jobbern", d. h. den Händlern ohne eigene Fabrikationsbetrieb« keine Aufmerksamkeit schenkte, wodurch e» kam. daß trotz des Streiks durch Heimarbeit in erheblichem Umfang Streikbrecherware angefertigt werden konnte. Die Borfchläge einer Regierungskommission zur Beendigung de» Konflikts, die den Arbeitern mehr brachten als die Kommunisten setzt anzunehmen bereit sind, wurden von diesen als.arbeitsgemein. schasillch"(Elaß-Eollaboration) grundsötz'ich abgelehnt. Die Losung der von den Kommunisten mißbrauchten Masten ist setzt: Hinweg mit den verantwortungslosen Führern! Wiederausbau der Gewerkschaft unter gesunder und oernünsliger Leitung. Wcihnachtshilfe im ZdA. Die Ortsgruppe Groß-Derlin de» Zentralverbande« der Ln- gestellten hat wie alljährlich die erwerbslosen Verband»- k o l l e g e n mit einer kleinen Weihnachtsunterstützung bedacht. Die Sammeltätigkeit der Derbandsmitglieder war außerordent- lich rege. Die Größe der Stellenlostgkeit hat jedoch darüber hinaus erhebliche Zuschüsse au» örtlichen Mitteln erfordert. 642 erwerbslose Verbandsmitglieder, deren Familien- stand sich aus insgesamt 952 Erwachsenen und 218 Kindern zu- sammensetzt, wurden unterstützt. Der geringste Unterstützungssatz betrug 10 Mark, die Staffelung nach dem Famisienstand, ins- besondere der zu unterstützenden Kinder, reichte bis zu einem Betrag von 35 Mark. Daneben wurden in 105 Unterstützungsfällen Sach- werte, wie Mantelstoffe. Kinderbekleidung, gediegene fertig« Konfek- tion und Spielzeug zur Verteilung gebrocht. Ferner wurden in vielen Fällen Lebensmittelgutscheine, di« zum kostenlosen Bezug ln den Verkaufsstellen der Berliner Konsumgenostenschaft berechtigen, ausgegeben. Die Ortsoerwaltung spricht all den Berbandsmtt- gliedern herzlichsten Dank aus. die durch ihre eifrige Tätigkell zu dem guten Gelingen der Wechnachtshilf« beigetragen haben. Weihnachtsfeier der Maler. Dn Verband der Maler und Lackierer hatte zu Donnerstag nachmittag sein« arbeitslosen Mitglieder nach dem Ge- werkschastshaus zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Etwa 400 Arbeits lose, darunter eine große Zahl verheirateter Erwerbsloser mit ihren Kindern, waren zu der Feier erschienen. Eine aus Mitgliedern des Deutschen Musikerverbandes zu- sammengestellte Kapelle sorgte ausgiebig für die Unterhaltung der Erschienenen. Der Lorsitzende der Zohistelle, Genosie S ch i e m a n n, zeigte in einer kurzen Ansprache den Unterschied auf zwischen dem Weihnachten der Besitzenden und der Besitzlosen. Er ermunterte die Anwesenden, nicht den Kopf hängen zu lasten wegen ihre» Schicksals, daß sie leider mit Hunderttausenden teilen müssen, son- dern weiter treu zur Organisation zu halten, die auch in Zukunft alle» ausbieten wird, um sie über die schwere Krisenzeit hinwegzuhelfen. Zum Schluß der schlichten, eindrucksvollen Feier erhielt jeder arbeitslose Kolleg« eine kleine geldliche Unterstützung und ein Paket mit Lebensmitteln, wobei auch der Kinder gedacht war. Schaüenersahpflicht ües Unternehme«'« Weil er keinen Belriebsral wählen lief,. Im Restaurant de» Hotels E x c e l f i o r hallen die Kellner wegen Difserenzen über die Verteilung des Be- dienunggeldes die Arbeit niedergelegt. Ein Z i m m e r k e l l n e r, der sich weigerte, an Stelle der Streikenden im Restaurant zu arbeiten, wurde entlassen. Ein Betriebs- rat, bei den der Entlassene hätte Einspruch einlegen können, ist im Hotel Excelsior nicht vorhanden, und zwar durch Schuld der Geschästsleitung, die nicht nur keinen Wahl- vorstand bestellt, sondern Versuche der Ange st eilten, einen Betriebsrat zu bekommen, verhindert hat. Unter diesen Umständen konnte der gemaßregelte Kellner nicht auf Grund des Betriebsrätegesetzes beim Arbeitsgericht klagen. Der Verband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten schlug deshalb einen anderen Weg ein. um dem Gemaßregelten zu seinem Recht zu verhelfen. Beim Landgericht wurde eine K l a g e e i n g e r e i ch t, die 707 M. fordert als Ersatz des Schodens, der dem Kläger dadurch entstanden ist. daß er durch Schuld de» Beklagten, der die Wahl eines Betriebsrots verhindert hat, kein« Ein- lpruchskloge beim Zlrbeitsgerlcht erheben konnte. Das Landgericht hat sich für unzuständig erklärt und die Klage an das Gewerbegericht verwiesen. Der Beklagt« bestritt die Zuständigkeit des Gewerbegerichts und verlangte, daß die Klage an dos Innungs'chiedsgericht verwiesen werde, da er Innung». Mitglied sei. Bielleichl glaubte er, beim Innungsschiedsgerich« mit- fühlendes Derständnis für sein betriebsrais- und arbeiterfeindliches Verhalten zu finden,— Das Gewerbegeri-bt(Kammer 12, Vorsitzen- der Dr. Riese) erklärte sich jedoch auf Grund des Ueberweisunas- beschlusies des Landgerickts und in Uebereinstimmung mll der Zivil- Prozeßordnung sür zuständig. In der Sache selbst wurde dem Kläaer die Forderung von 707 M. zugesprochen mit der Begründung: Der Kläger ist entlasten, weil er es aus Solidarität abgelehnt hat, im Restau- rant, wo die Kellner die Arbeit niedergelegt hotten, zu arbeiten. Dos ist kein Entlassiingsgrund. Dem Kläger konnte nicht zuge m u tet werden, seinen streiken- den Kollegen in den Rücken zu sollen. Wenn ein Be- triebsrat vorhanden gewesen wäre, dann würde dieser ohne Zweifel den Einspruch des Klägers gegen leine Entlastung gebilligl und auch das Arbeltsgerlibt würde den Einfpruib rl» berechtigt aner- könnt haben. Durch Verschulden des Beklagten ist dem Kläger die Möglichkeit einer Einspruchsklage ge- n o m m e n, also ist der Beklogte zum Ersatz des dadurch entstandenen Schodens verpslichtet. Beranlworllicki für Politik:$r. l»rt Wirischoki:®. Jlltnn'itBf:-! Sewcrktltxijiobcweminä: I. etci»«r; geuiNkton:*. Ii. SS'ifot: Lokole» und eonniot«: S t»»Ärfiöbi: Anzcl-cn: U. Gl»»«! s-imtlich in Berlin. Bulo» Voiwärls-Berlaa®. m. b. fi.. Berlin. Bntrf: Borwilris-Bu-�driickerei und Bcrlootanslall Poul Sinoer u, Co.. Berlin ED«8. Lindenfteofte J. Plein! Betlagen,.«n» de? Fllm-Delt' und.Untcibaltnna und«igen». Gesundheit, Krast bi» ln» hohe Alter hinein zu erhalten, ist nur denkbar bei vernünftiger Lebensführung, zollmäßiger Ernährung und viel Bewegung in reiner Luft. Ganz besonders kommt es am' die Ernährung an.»Der voll« Segen der Gesundheit kann nicht durch geheimnisvolle Mittel und WiilidertNiifte, sondern nur durch eine richtige Ernährung gewonnen werden, die den Körper erbäit und täglich verjüngt," Do» sind die Worte eines bekannten Arzie» unb Prosesior». Zu emer zweckmäßigen Ernährung gehört da» allbekannt« Biomalz. Da» ist ein«ohlichmeckenbe», billige» Nährmittel, weit und breit geschätzt und besiebt E» kräsliot den Körper ungemein. Schlaff«, welke Züge verschwllcdeu, die Ge- jichtssarb« wird frischer und rosiger, der Teint reiner. und Schönheit Bei blutarmen, blassen, mageren, in der Ernährung heruntergekommenen Personen macht sich eine Hebung des Appetits, des Gewichts und insolged-ssen eine mäßige Üiuuduug der Formeil bemerkbar, obne oaß lästiger Fettansag die Schönhei: der Forinen becin- rrächtigt.— Erhäillich in Avolheten und Drogerien. Man verlange nur das echte Liomatz, uichls aiideres. angeblich Ebensogutes", Achte genau auf das Elitelt. Preis einer Dote Piomalz l.' O Mk, mit Eilen lzur Stärkung isir Blutarme tmb Bleichliicblige) 2.20 Mk., mit Kalt extra(zur Stärkung siir Luiigenleideud») 2 50 Mk., mit Lebertran lüberia'chend ongeneb», in, Ge'ch»inck> 2.60 Ml., mit i'ecitlifn 6.— Mk. Viomalz» Schokolade if lOO-Gramm-Tmei 60 Pf. und Biomalz- BonbonS. besi»» Linvernngsmittel bei Hüsten und Heiserkeit, je Beutel 30 P-.. Doie 50 Pf. Ausfllhrltch« Druckschriften und den Mustrierten Prospekt..Piomalz-Prämteu" kostenfrei von Gebr. Patermann, Teltow b. Berlin 10.. «t.««7 ♦«.Jotoonj!♦ dC0 t)DCU>0tt6 eon»°b°»s.2»�v-z°md«1«i» Vorbei ist die Bescherung! die Kerzen am Weihnachtsbaum sind halb herabgebrannt. Langsam tauchen die Menschen wieder aus der Bersunkenhett des Weihnachtsabends auf. langsam besinnt man sich auch darauf, daß es wohl den und jenen in der näheren Lckanntschaft gibt, von dem man nicht weiß, ob auch er an der Weihnachtsfreuüe Anteil hatte. Ach, Weihnachten ist eine böse Zeit für die Einsamen, für die Einzelgänger der menschlichen Gesellschaft. An allen anderen Tagen mag man fest im Leben stehen, fest schon darum, well sich jeder einstemmen muß, will er von dem brausenden Strom nicht fortgerissen werden; aber plötzlich legt das Weihnachtsfest eine Bresche, es entsteht um den Einsamen gleichsam ein leerer Raum, und er gerät ins Taumeln, wie ein Mensch, dein plötzlich die Last, gegen die er sich stemmte, fortgenommen wird. Einsamkeit kann eine Quelle der Kraft sein, aus selbst» gewählter Einsamkeit können wir neugestärkt an Leib und Seele wieder zu den Menschen zurückkehren: doch die Vereinsamung ist ein lauerndes Raubtier, das gerade an diesen Tagen seine Opfer überfällt. Für die. die es sich leisten können, ist es Mode geworden, Weihnachten irgendwo zu reisen, in einer Gebirg-baud«, einer Pension, einem Sanatorium diese drei Tage zu verbringen. Da wird dann in echt imitierter Weihnachtsstimmung und gesell- fchastlicher Liebenswürdigkeit gemacht, und vor den.weißen, Höf- lichen Manschetten" flieht das grau« Gespenst. Man Hot es glück- kich mal wieder betrogen. Aber die anderen, die ihm nicht auf solche bequeme, wenn auch nicht wohlfeile Art entfliehen können, die X w I sollten wir suchen, damit ihnen nicht in diesen Tagen die Berein» jamjmg zum Fluch und zum Elend wird. Es sind so viele unter iW.. Im Keller. Ja, ist denn dieser Keller überhaupt noch mit anderen Dingen als Büchern möbliert?— Richtig, da steht ja ein Tisch, zur Seite «in Stuhl und dahinter«in Cosa. Auf dem Tisch liegen srellich auch große Bücherstapel, das Sofa ist nur frei, well es gleichzeitig als Bett dient, und der Stuhl, weil er.Garderobenschrank" ist. Und so, vergraben zwischen Büchern, erwartet der Herr Stadtbau. sckretär a.v. Weihnachten. Der Herr Stodtbausekretär ist 74 Jahre all: früh wurde er eines Nervenleidens wegen pensioniert, da be- kommt er nur 734 M. Pension, dazu hat er aber noch IS M. monat- lich Rente: von den Eltern eines Jungen, der ihn vor vier Jahren angeradelt hat. Seitdem geht der alle Herr an Krücken, er hall« «in Bein gebrochen und die Hüfte ausgekugelt.— Materiell geht es ihm nicht allzu schlecht. Er zahlt nur 7,50 M. Miete, und Heizung braucht der Keller nicht, denn nebenan ist ein« Backstube. Für Esten sorgen einige Restaurants, in denen man dem allen Herrn Frei- tisch gibt, und für seine beiden Leidenschaften: Pfeife und Bücher, ist auch gesorgt. Bücher, ausrangierte Leihbibliotheks- bücher und schadhafte neue, schenken ihm einige Buchhandlungen, die den alten Herrn gut kennen, für Tabak und Milch, Brot und Licht reicht ja die kleine Pension. Aber niemand ist da. der mit dem alten Herrn mal einige leere Stunden verplaudert, und der Keller sieht bös verwahrlost aus. Unbezogen sind die Kisten des Bettes, braun die Gardinenfetzen an den Fenstern. Verstaubt hängen Violine und Gitarre an der Wand. Reben dem Ofen hängt auch noch das Geweih eines«inst mit eigener Hand erlegten Hirsches— denn der alte Herr war nicht unvermögend, aber alles hat die Inflation verschlungen. Er hat sich sehr tapfer umgestellt. Vor seinem Unfall hat er Teppiche geklopft und Kohlen getragen, der Herr Stadtsekretär, der früher aus die Jagd ging, und er scheint sich ganz an seine Umgebung, an diese Arme-Leute-Gegend des alten Berlin, angepaßt zu haben. Aber der unverhosft'e Besuch macht ihm doch Freude. Deim nur die Schritte der Vorübergehenden klingen vor den Fenstern: im Keller ist«s totenstill: sogar seine Katze hat der alle Herr fortgeben müsten, er konnte sie nicht mehr regelmäßig betreuen. Run hat er nur noch seine Bücher... und in den dunklen Ecken des Kellers hockt das Schweigen wie ein lauerndes, böses Tier. Und traurig denkt man seiner einsamen Weihnacht... Die Näherin. So viel ich auch klopfe— es öffnet niemand. Da kommen müde Schritte die enge Treppe herauf. Und endlich steht sie vor inir— die alle Näherin, zu der ich gerade wollte. Wir kennen uns fett langer Zell, denn sie ist in der ganzen Bekanntschaft ein hoch- geschätztes Juwel, das.Mädchen für alles" mit der Nadel. Schnell schließt sie die Wohnungstür auf, und ohne Uebergang stehen wrr in der winzigen, unaufgeräumten Küche.„Ja, Sie müssen man entschuldigen, wie's bei mir aussieht. Aber ich habe jetzt vor Weih- nachten keine Zell, bei mir selber aufzuräumen. Alle woll'n se ihre Sachen noch vor Weihnachten haben— sechs Hände könnte ich mir zulejen, jeden Tach jeht es bis elf«, zwölfe! Un ich bin blas fvoh, daß ich jetzt hausschneidern jehe, denn da sitzt man den Leuten wenigstens auf der Rase, wenn se selber schläsrich werden. 2Iber wenn man nich bei ihnen arbeitet, dann denken se, unsereins braucht ieberhaupt keinen Schlaf— wie manche Nacht habe ich mll Kaffee durchjehalten! heute kann ich's nicht mehr und wirde es auch nich mehr machen. Denn was hat man dann davon. Arbeitslohn jeb'n se ein'n nich mehr, un sonst denkt auch keiner an mir, wenn de Tür hinter mir zuklappt! heut« habe ich noch jeholsen, Jardienen auf- stecken, un nu kann ich am Heiligabend anfangen, bei mir reinezu machen. Zehn Uhr wird's sicher, ehe mein Bäum- chen brennt, un denn bin ich viel zu müde, um mich noch richtich dran zu freun. Da, wo ich heute jeholsen habe, jehe ich nu schon zehn Jahr« hin, aber se ham»ich dadran jedacht, mir zum heilig- abend dazubehalten, un se wissen doch, ich sitze alleine. N' paar Psefserkuchen un Jeld ham se mir in de Hand jedrickt: wenn sich blas eener die Miehe jeden wirde, mal zu ieberlejen, was ich je- brauchen könnte! Aber daran denkt keener, unsereins is blos jut, wenn er jebraucht wird. Ich habe mir frieher nischt aus Sozialismus un stme Sachen jemacht, ich dachte, das jinge mir Die Wunder der Klara van Haag. 47] Bon Johannes vuchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Frau Gtzholm benutzte die Gelegenheit wie ein großer General und sagte:„Ja. wenn mir ein einziger kleiner Wunsch erfüllt würde. Es kostet nicht viel." „Mütterchen soll jeder Wunsch erfüllt werden! Sind wir vielleicht nicht reich?" „Aber ja," sagte Egholm und erwartete, etwas von einem neuen Hut oder einem Blumentopf zu den neunundneunzig anderen zu hören. „Dann bitte ich," sagte Anna feierlich,„daß du Sivert Reisegeld schickst, damit er heimkommen kann!" 14. Kapitel. In Knarreby hat es immer nur einen Rechtsanwalt gegeben und der heißt O. P. Jensen, ein großer dicker Mann, ein Walfisch, der die Stadt im Laufe eines Jahres auffrißt und sie so gut wie unbeschädigt wieder von sich gibt, nachdem er die sechs- bis achttausend herausgesogen hat, die er für feinen Lebensunterhalt braucht. O. P. Jensen ist bei niemand verhaßt und bei Zweien bis Dreien beliebt. Aber jetzt ist ein Anwoltsgcwächs gekommen, das Cornelius Worm heißt, der Sohn des Brauers. Was soll Knarreby mit ihm? Weg mit ihm: er ist häßlich. Alle erinnern sich noch seiner Lausbubenstreiche aus der Schulzeit. Inwendig ist er am häßlichsten. Bon außen ist er nicht fo schl'mm. Eine Mischung von gut und schlecht. Er gleicht ein bißchen einem Offizier: groß ist er und sonnenverbrannt. Auf der rechtenBacke hat er eineNarbe. Die kann ja von einem Säbelhieb in einem ernsten Duell stammen Aber nein— er hat ke'nen Blick. Wenn man seine Augen sieht, kommt man wohl eher zu dem Glauben, daß seine Narben die Spur von der Reitpeitsche eines anderen ist. Cornelius hat keinen Bauch: er genießt nicht mit ge- eigneten Zwischenräumen eine fette Mahlzeit. Cornelius ist ein Marder, der unwahrscheinlich lange hungert, dann aber allen Hühnern des Rachbars in einer einzigen Nacht das Blut aussagt. Jetzt sitzt Egholm auf einem Stuhl in Cornelius Worms Bureau. Der junge Rechtsanwalt steht spreizbeinig vor ihm und spricht väterlich, mit Autorität. „Sie müssen Ihr Geld anlegen," sagte er und schlägt aufs Pult. „Ich glaube nicht an diese Banken," antwortete Egholm verzagt.„Aber seien Sie ruhig, ich werde es gut aufheben. Wenn meine Hirnschale nur auszuschließen wäre, käme es gleich dort hinein." „Es soll auch nicht in einer Bank liegen, sondern in guten Grundstücken oder in sicheren Aktien." „Wo sind die zu finden?" Cornelius hatte, wie gesagt, keinen Blick. Aber er half sich mit einer guten Nachahmung. Er oerschaffte sich die Autorität mit den Augen, indem er die Pupillen erweiterte. „Nein, sehen Sie. Sic wissen es nicht. Darum müssen Sie sich einen Berater nehmen." „Wer sollte das fein?" „Ich!" sagte der Rechtsanwalt. Jetzt schraubte er seine Augenblender über alle Grenzen hinaus. Der Gedanke, Worm zum Berater zu haben, erschien Egholm im ersten Augenblick lächerlich. War Worm nicht der Junge, der unflätige Dinge am Turbinenboot gemacht und hinterher mit himmelschreiender Frechheit seinen Namen auf das weiße Boot gemalt hatte? Wenn man aber nun einmal hier saß und ganz geschwol- len von Reichtum war, konnte man sich da nicht eine amüsante kleine Dummheit leisten? Er sagte rasch:„Ich habe selbst schon daran gedacht." „Das ist wirklich ein vernünftiger Gedanke," sagte Worm mit einem kurzen Lachen. Er begann jetzt auf spannende Art und Weise eine ganze Reihe Dokumentenmappen aus seinem großen, eichenholz- gestrichenen Schrank zu nehmen, blätterte ein wenig darin und pfiff, als hätte er Egholm vollkommen vergessen. Dann ließ er diese und jene kleine Bemerkung fallen:„Hotelwesen — 30 Prozent— nein, das ist nichts für Sie. Dritt« hypo- thek in einer Villa, sicher wie im Himmel, aber zu niedrige Zinsen. Aber hier sind Goldminenaktionen. fast 150 Prozent. Was meinen Sie dazu?" „Was für eine Mine ist das?" „King Albert." „Wo?" „Wo? Ja, wo, zum Teufel. Ach, hier steht es. In Delavahana." Au. Der Rechtsanwalt war zwar pfiffig, aber nicht in Geographie. Nach einer Leere sagte Egholm resigniert:.La. nein. Es wäre mir schon recht, einen Teil'von einer Gold- mine zu besitzen. Ich leugne nicht, daß das mein Traum gewesen ist— jedenfalls in jungen Jahren— aber King Albert in Delavahana paßt mir nicht. Mag es nun in Kalifornien, in Afrika oder Australien liegen— ich komme nie hin. Ich bin ja bald ein alter Mann. Ich will, daß mein Haus gleich neben der Mine liegt. Ich will selbst darin arbeiten. Ich will mit meinen Händen im Sand wühlen und Goldklumpen zwischen den Fingern spüren. Nein, ich bin zu alt. Könnten Sie mir eine Goldmine schaffen, vielleicht höchstens zwei oder drei Meilen von hier, dann..." „Ich habe gerade eine solche Goldmine.", „Das wäre ja verteufelt!" „Sie glauben mir nicht?" „Wo? sage ich." „hier." Der Rechtsanwalt schwang ein Dokument, das Egholm sehr geheimnisvoll und anziehend vorkam, vor seinem Gesicht hin und her. „Nennen Sie den Namen und den Ort." Worm setzte sich mit einem Ruck auf seinem Stuhl zurück und sagte mit der kleidsamen Ueberlegenheil des Weltmannes: „Ich kann nicht glauben, mein lieber Egholm. daß Sie noch nie von der Aabyer Ziegelei gehört hätten." Nun hatte Egholm es schon früher gehört, weshalb er es angängig fand, ziemlich eifrig zu nicken. „Nun, ja," sagte Worm mit einem zufriedenen Lächeln, das mit großen Pupillen schloß.„Es war zwar etwas übertrieben, daß ich vorhin sagte, ich hätte eine Goldmin«, wenn Sie die Sache aber ganz in meine Hände legen wollen. dann, ja, dann sollte es fast mit dem Teufel zugehen, wenn ich sie Ihnen nicht verschaffen könnte! Kommen Sie morgen zu mir." Damit puffte er Egholm fast zur Tür hinaus, ohne auf seine Einwände zu hören. Worm, dieser Sohn eines Dünnbierbrauvrs, besten Astestorexamen sich nur einen Grad über das reine Wasser erhoben hatte, braute hier ein pfiffiges Getränk, das Egholm in kurzer Zelt zu Kopf« stieg-(Fortsetzung folgL) nifcht an. Aber nu habe ich das belriffen. Meine Nachbarn hat vier Kinder un ooch jenuch zu tun, aber sie hat mir doch meinen Kuchen mitjebacken, un ich habe fier de Kinder ne Kleinigkeit je- kaust, dann komm'n se am ersten Feiertag rieber zu mir. abends, wenn ich Feiertach mache, denn erst schlafe ich mich aus, da sreue ich mich schon vier Wochen draus!"— Nun endlich komme ich da- zu, meine Pakete auszupacken, und das alte Fräulein freut sich wahrhaftig über die wollenen Handschuh und das kleine Büchlein mehr, als über die„Weihnachtsgratisikationen" all ihrer wohlhaben- den Arbeitgeber. Und als ich ihr noch ein bißchen ausräumen Heise, wird ihre Stimmung wesentlich besser, und Ihre Abschiedsgruh .Frohes Fest" klingt hell und aufrichtig. Schlafburschen. Noch steht großartig„Glaserei' über dem Kellerhals mit den ausgetretenen Holzstufen. Aber in dem Vorraum, der längst nicht mehr als Laden dient, hängen nur noch einige verstaubte Rahmen- leisten an der Wand. Vor dem dicken Ofen steht ein zerwühltes Bett, in dem die.Schlummermutter' schläft. Alle anderen Möbel des früher kleinbürgerlichen Haushalts sind in dem großen Zimmer nebenan zusammengetragen. Das Zimmer ist vermietet an drei Schlafburschen, drei Leute, die nichts Gemeinsames haben, als diese vier Wände, die ihnen kein Heim, aber doch die Sicherheit vor der Obdachlosigkeit oder der.Palme' bieten. Wer sind die drei? Ein junger, arbeitsloser Maler. Heut ist er bei seinem Bruder zu Gast. hat. für diesen Tag wenigstens, die Illusion eine» Heims. Auch der zweite Schlafbursche ist nicht da— Gott weiß, wo er sich herumdrückt: wahrscheinlich in irgendeiner dieser üblen Kneipen, in denen heute statt der sonst so grölenden, olkoholdurchtränkten .Stimmung' so oft das heulende Elend durchbricht. Der dritte aber sitzt altein im Kelter, sitzt vor der Kommode, auf der in einer Flasche «in paar Fichtenzweige stehen. Ein kräsliger Mann in den Fünf- zigern. An den Zweigen stecken die Endchen eines Wochsstockes. und unter diesem Weihnachlsbaumsurrogat liegt eine bückt«, leuch. tende Ansichtskarte, wie man sie so sorbenprächtig und geschmacklos nur noch in den Kolonialwarenläden der kleinen Dörfer aus dem "platten Lande kriegt. Uederroscht sieht er durch die Glastür aus den späten Besucher:.Ja, die Frau Schlavinck i» weg— zu ihrer Tochter. Wenn Se wat zu bestellen haben.'— Nein, ich habe nicht» zu bestellen. Mich hat ja mir das Bild eines Menschen, der heule einsam bei einem Kerzenstummel sitzt, in diesen dunklen Keller ge- zogen. Er scheint recht froh über die.Störung'..Ach Iott io. man ls ja so alleine, und ick bin beinah noch froh dadrieber. Denn wenn der olle Sofftopp erst nach Hause kommt, i» et au» mit die Ruhel Aber et is doch t ra u r i ch, s o allein«. Nu habe ick mir ja'n Baum jemacht, un mein Bruder hat wenichstens je- schrieben, mehr kann der och nich for mir duhn... aber denn denkt man so an allens. wat man sich frieher jewinscht hat, un man hat jeorbeet't und jearbeet't, un hat nischt vor sich jebracht, hat keene Frau und keen Kind und keen Kegel— un man kennte ja lüch mal'ne Familje ernähren. Ach. wenn een doch mal eener an de Hand nehm' Wirde, in't Haus, det man sich nicht so elend allecne vorkäme I Ick will froh sind, wenn Weihnachten vorbei is un Ick't ieberstanden habe.. « Drei Besuche am Heiligabend— drei Besuche bei einsamen Menschen. Und jeder ösfnete dem Zufallsbesucher gern Tür und Herz und war dankbar, auch nur auf eine Stund« seiner Einsam- kctt entrissen zu werden. Und, von Licht und Weihnachtsfreud« um- spült, sind so in vielen unserer menjchenübersüllten Häuser noch kleine, einsame Inseln der Dergesienheit, dunkel und lichtlos, und manch Einsamer steht sehnsüchtig am Fenster, und sein« dunkelste Stund« ist die. in der die Ehristbäum« der anderen aufleuchten. Wer den eigenen toten vier Wänden entfliehen kann, sitzt dann irgendwo unter einem geschästehalber aufgeputzten Weihnachtsbaum in irgendeiner Kneipe, und niemals rücken die einsamen Gäste enger zusammen als an diesem Tag. Die Armen, die Alten, die Kranken aber sind wehrlos gegen den Vampyr Vereinsamung, Kranken aber sind wehrlos gegen den Vampyr Bereinlamung, auf dessen Konto so mancher oorzeitige Lebensabschluß gesetzt werden kann. Und doch hätte ost ein Wort genügt, da» Gespenst zu bannen. Laöenüiebstähle und weihnachtsfest. Es wird noch gestohlen— aber weniger alS sonst. Zu Weihnachten herrscht immer Hochkonjuirkwr in Laden- und Warenhausdiebstählen. In diesem Jahre ist, wie das Dezernat) für Ladendiebstäh!« im Polizeipräsidium in Uebereinstintmung mit den leitenden Persönlichkeiten der großen Warenhäuser versichert, erheblich weniger gestohlen worden als in früheren Jahren. Größer« Dieb- stähle sind gar nicht zu uerzeichnen, was nach Ansicht der betreffenden Stellen darauf zurückzuführen ist, daß vor einigen Wochen die ge- sährlichste Berliner Warenhausdiebsbande hinter Schloß und Riegel gebracht werden konnte. Gestohlen wurden zumeist Neiner« Gegen» stände, zum Teil auch ganz wertlos« Sachen und Pfennigartikel: es handelte sich also offenbar um Gelegenheitsdiebe. Man hatte sich aus umfangreichere Diebstähl« gefaßt gemacht, und hatte daher den Ueberwachungsdienst o e r s ch ä r s t. Er hatte wenig Arbeit. In einem großen Warenhaus ist während des Weihnochtsoerkaujs nur«in Diebstahl bemerkt worden. Natürlich wird nicht jeder Diebstahl entdeckt, und viele Sachen, die gestohlen worden sind, werden erst bei der Inventur ol» vermißt gemeldet. Von allen Warenhaus, und Ladendiebstählen kommt etwa«in Drittel zur An- zeige, in fast allen Füllen, wo es sich um klein« Artikel handelt, greifen die Warenhäuser und Inhaber der kleinen Geschöst« z-ur Eelbsthils«. Dem Dieb wird dann das Betreten des Geschäft» untersagt. Was gestohlen wird? Man stiehlt Uhren. Lössel, Seiden- strümpse, Handschuhe, Handtaschen, Bücher, Ring«, Kämm«. Parfüm». Jetzt zur Weihnachtszeit sind vorzugsweise Pelz«. Pelzjocken, Jumper und ander« Wollsochen gestohlen worden. Ein Dieb wurde beim Wegschaffen eines Anzuges erwischt,«in anderer oersucht«, ein« größere Schreibtisch» hr unter dem Mantel zu schieben, andere stahlen Krawatten, Broschen, Portemonnaies und Messer. In einigen Fällen handelt es sich um Diebstahl von Spltzendecken von hohem Werte und echiem Porzellan. Der überwiegende Teil der Diebe wird von den Frauen gekiellt. Ein kleiner Teil davon übt den Ladendiebstahl gewerbsmäßig aus, die Mehrzahl stiehlt ge- legentlich,«in geringer Prozentsatz kommt aus irgend einem psycho- logischen Grunde dazu. Hierfür sprechen folgende zwei Fäll«, die sich vor einigen Tagen ereigneten. Ein« ältere Frau kommt vom Lande zum erstenmal nach Berlin und betritt«in großes Warenhaus. Hier sieht fi« die Gegenstände aus den Tischen liegen, und sie nimmt, was sie gerade gebrauchen kann, und steckt es«in: Toschentücher, Kämme,«inen Schlupser und.zwei Handtaschen. Sie wird sestge- nommen und gibt an, sie habe die Sachen genommen, weil keiner dabei stand. Im anderen Fall« handelt«» sich um«In«„Dame' aus den besten Berliner Gesellschaftskreisen. Di« Frau ist wohlhabend und hat es nicht nötig, zu stehlen, trotzdem stahl sie wie ein Rabe. Alles, was s>« erwischen konnte, mußte mit, selbst die werttosesten Sachen. Lei ihrer Festnahm« gab sie an, unter einem„unwider- stehlichen Zwang' gehandelt zu haben. Am meisten ist in den kleinen Ladengeschäften gestohlen worden. Die Ansicht, daß in den Waren- Häusern viel mehr gestohlen wird, ist falsch: dies« Erfahrung ist nicht berliner Weihnachtsfeiern. Für die Obdachlosen Berlins fanden bereits am vorgestrigen Donnerstag die Weihnachtsfeiern statt, die getrennt für die Frauen, und Kinderabteilung, sowie für die männ- lichen Asyllsten veranstaltet wurden Die beiden Säle waren mit riesigen Tannenbäumen geschmückt, und der Lichterglanz ver- breitete auch hier eine weihnachtliche Stimmung. Die Festansprache hielt Pfarrer Wiese, der auf die Bedeutung des Weihnachtssestes hin wies. Im Anschluß an die Feier fand eine Bescherung statt, und alle Jnsasicn wurden mit nützlichen Kleidungsstücken und einem bunten Teller mit Aepfeln und Gebäck beschenkt. Für die Im Asyl mit untergebrachten Kinder batte man auch Spielzeug ausgewählt. um den Kleinen eine Festfreude zu bereiten. Frau Stadträtin Kauß- ler, die an der Feier teilnahm, sprach im Namen des Magistrats warme Worte. Den Abschluß bildeten Gesangsoorträge. Auch ln den städtischen Krankenhäusern Groh-Bersins fanden die Wcihnachlcseiern bereit» am Donnerxlag statt, hier Halle ebenfalls jede Station ihren großen Weihnachtsbaum erhallen. Die Leichtkranken und Transportfähigen oersammelten sich in sämtlichen Anstalten zunächst zu einem Festgottesdienst, zu dem zum größten Teil neben Vertretern der Bezirksämter die Schwesternschaft er- schienen war. Für diejenigen Kranken, die infolge ihres Leidens ans Bett gefesielt waren, fanden dann in den einzelnen Sälen Weih- nachtsbescheeruntzen statt, an denen auch die Aerzte und die Direktion teilnahmen. Für jeden der Kranken hatte man«ine kleine Gabe gefunden, um auch in den Krankenhäusern Weihnachtsstlmmung und Freude zu verbreiten. Eine sehr stimmungsvolle Feier hatte auch das städtische Walsenhaus In der Allen Iakobstraße ver- onstaltet. Auch hier schmückte ein großer Lichterbaum den Saal, und der Glonz spiegelle sich auf unzähligen freudigen Kinder- gesichtern wieder. Im Unlersuchungsgesängnl» und den Strasabtestungen in Moabit wurde gleichfalls das Weihnachtsfest gefeiert, und alle großen Säle, die Kirche und da» Krankenhaus waren mit Tannen- bäumen geschmückt worden. Am Heiligabend wurde den Gefangenen zunächst besiere» Esten gereicht. Für die mittellosen Gefangenen waren außerdem von der Derwaltung Eßwaren zur Berteilung ge- langt und ebenso war der bedürftigen Angehörigen der Insasten ge- dacht worden, für die durch Spenden und Anweisungen der Bezirks. Wohlfahrtsämter Geldunterstützungen ausgezahlt wurden. In den Frouenabteilungen waren außerdem Kleider gesammelt worden, die ausgebessert und geändert an die Kinder der Gefangenen verteilt wurden. Bei den Weihnachtsfeiern wirkte ein aus den Insasten ge- bildeter Sängerchor mit, der Weihnachtslieder zum Vortrag brachte. Ein Unterschied zwischen Untersuchung»- und Sttafgesange- nen wurde nicht gemacht, und die ganzen Wcihnachtstage sollen dazu angetan sein. Weihnachten auch in dem Gefängnis als das Fest der Liebe zu empfinden. Im Bolizeiprästdlum fand für die Polizetgefangenen und die Angestellten ebenfalls unter brennendem LIchlerbaum eine Weih. nachisandacht mit anschließender Bescherung statt. Die Schutz- polizei Groß-Derlins feierte ihr Weihnachtsfest In den Jnspek- tionen Schöneberg und Berlin-Mitte, soweit die Beamten in Kasernen untergebracht sind, in einer gemeinsamen Feier. Eine gutgelungen« Weihnachtsfeier veranstaltet« der 2. Kreis (Tiergarten) im Ulap. 42ü Kinder wurden beschert. In drangvoll fürchterlicher Enge lauschten die Erschienenen den Darbietungen de» gemischten Chors Norden, der unter Leitung des Chormeisters R. G ü t t e mehrere stimmungsvolle Lieder zum Dortrag brachte. Das Berliner Ulktrio wür.-le mit humoristisch satirischen Spaßen das Fest. Die Moabiter Gruppe der Arbeiterjugend und die Kinder freunde erfreuten durch ihre Darbietungen. Genosse H e n n I g hielt eine an die Erwachsenen gerichtete Ansprache. während Genosse Jordan das Wort an die Kinder richtete. Darüber hinaus konnten noch 100 erwerbslose Parteigenossen und deren Familien mit Kleidungsstücken und Lebensmitteln ver- sehen werden. Natürlich war die Freude darüber groß. Die reichen Spenden, die zur Verfügung gestellt wurden, rühren zum Teil von Ungenannten her. Di« In der Städtischen Säuglings- und Kleinkinderfürsorgestell« Niederschöneweide ehrenamtlich tätigen Helferinnen hielten am 17. d. M. in der Aula der 1. Gemeindeschule Niederschöneweide ihre diesjährig« Weihnachtsbescherung ob, bei der außer den Cltern und Kindern der leitende Arzt und die Schwestern zugegen waren. Nach einer Ansprach« des Vorsitzenden des Hilfs- ausschusses fand die Dertellung der von privater Seite u. o. ln reich- lichem Maße von Frau Direktor Lehmann gespendeten Gaben statt. Es wurden etwa 90 Familien mit so st 200 Kindern beschenkt. Sie erhielten Kleidungsstücke, in der Hauptsache wollene Mäntelchen, Jäckchen, Röckchen und Mützchen. Der bunt« Teller mit Psefferkuchen fehlte nicht. Seit allers her ist es in der I d e a l p a s s o g e zu Neukölln eine schöne Sitte, wenige Tag« vor dem Weihnachtsfest eine Be- scherung der Kinder zu oeranstallen. Am letzten Sonntag hotten sich 62 Kinder tm Idealkasino unterm Weihnachtsbaum zusammen- gefunden, wo nach kleinen theatralischen Darbietungen jeder sein Geschenk in Empfang nahm. Mundharmonikas. Stabilbaukästen für die Jungen, Puppen und ähnliches für die Mädchen, keines ging unbefchenkt au». Das.Studentenwerk' Dersin veranstaltete auch in diesem Jahre für die jungen Studenten, die den Heiligen Abend nicht im Familienkreise verleben können, eine kleine Weihnachtsfeier mit anschließendem gemütlichen Beisammensein in den Räumen der wen»» zesäemiea, Friedrichstraße 107. Eine stattliche Anzahl junger Menschen hatte sich«ingefunden, die unter Altersgenossen das Fest begehen wollten. Zn 15 Weihnachtsfeiern brachte das Jugendamt Treptow allen Kindern der städtischen Kindergärten, Hort« und Lesestuben des Bezirks, sowie mehr als S00 Walsenpfleglingen und 180 jugendlichen Erwerbslosen Festtagsfreude und Hilf«. Mehr als 1800 Kinder betrachteten in all den stimmungsvollen Feiern leuchtenden Auges die guten Weihnacht»- stollcn, bunten Teller. Jugendbücher, Spiele und die vielen anderen nützlichen Sachen. Selbst die jugendlichen Erwerbslosen hatten in ihren Werkstätten(Nähstuben, Schuhmacherei, Tischlerei) es sich nicht nehmen lassen, den Waisenkindern, den Kindern der städtischen Kinder» gärten und Horte durch selbstgeschaffen« Ding« ein« Weihnachts- freude zu bereiten. Eine Weihnachtsdefcherung für die Kinder derZO. Ge- meindeschul«, Rüdersdorser Straß«, hat da» Lehrerkollegium gemeinsam mit dem Elternbeirat am Mittwoch, dem 22. Dezember, oeranstaltet. Durch Sammlung war es möglich, über ISO Kindern von Erwerbslosen, Witwen und Bedürftigen Wollsachen zu ver- abfolgen. Di« übrigen erhielten vor allem gut« Bücher. Auch Stollen kamen zur Verteilung. Daß diese» durchgesührt werden konnte, ist in der Hauprsache dem Genossen Zacharias, dem Rektor der Schul«, zu oerdanken. An den beiden vorhergehenden Tagen fand «ine Weihnachtsfeier mit den Eltern statt, bei der die Kinder rege mit- wirkten. Unter anderem wurden Märchenspiele in freier Gestaltung aufgeführt. Rezitationen und Gesang trugen gleichfalls zum Gelingen des Abend» bei. erst jetzt, sondern auch in früheren Jahren gemacht worden. Der klein« Geschäftsmann ist höflicher zu seinen Kunden, und dies wird von den Dieben ausgenützt. Natürlich werden die tieinen Geschäft« von den Diebstählen hart betrojfen, wenn es sich um teuere Waren handelt: fortgesetzter Diebstahl kann den Inhaber zum geschäftlichen Zusammenbruch bringen. Di« gestohlenen Waren lassen sich jetzt schwer oerkaufen, was unter der Hand verkauft wird, muß schon ganz billig sein. So kann vom Lodendiebstahl heut«, wie etwa in der Inflationszeit, keiner mehr leben. Auch dieser Umstand hat zu dem Rückgang wesentlich beigelrogen. Vereinheitlichung öerliner Sahnhofsbezekchnungen. Bon der Städtischen Derkehrsdeputation sind in Gemeinschaft mit dem Verkehrsamt Richtlinien ausgearbeitet worden, um in der Einheitsgemeinde Groß-Berlin eine Vereinheitlichung der Bohnhofsbezeichnungen zu erreichen. Diese Richtlinien, die noch der endgültigen Genehmigung der Reichsbahndireklion be- dürsen, gehen von dem Prinzip aus, im Berliner Stadt-, Ring- und Vorortverkehr die bisher angewandten Doppelnamen, wie beispiels- weise Riederschöneweide-Iohannisthal, Stralou-Rummelsburg, zu beseitigen und Namen wie Tegel bei Berlin, Grünau(Mark), die im Rahmen der Cinheitsgemeinde Groß-Berlin als nicht mehr angängig erachtet wurden, gleichfalls auszumerzen. Auf der anderen Seite §ing das Bestreben bei den Vorschlügen dahin, den Güter- und ernbahnhösen die Ortsbezeichnung Berlin voranzusetzen, um Ber- wechslungen zu vermeiden und den Güterverkehr zu erleichtern sowie dem Reisepubllkum eine bessere Orientierung zu ermöglichen. Die neuen Bezeichnungen für die Güterbahnhöfe sind auch in Borschlag gebracht worden, um eine Bereinheitlichung mit deil, postalischen Ortsnamen herbeizuführen, da im postalischen Verkehr bisher samt- liche Bezirke Berlins die Borbczeichnung Berlin benutzen, so etwa: Berlin-Schönebeerg, Berlin-Wilmersdorf. Berlin-Köpenick. Bei den einheitlichen Benennungen Ist soweit wie möglich den Wünschen der betreffenden Bezirke Rechnung getragen worden, und vor allem hat man auch aus die historische Entwicklung der Orte Rücksicht genommen. Aus diesem Grunde ist beispielsweise die Doppelbezeich. nung Sldlershos-AItglienicke beibehalten worden, während im übrigen z. B. der Bahnhos Stralau-Rummelsburg in Zukunft nur Stralau und der Bahnhof Nicderschöneweide-Johannisthal nur Johannisthal benannt werden soll. Die Umbenennungen werden erst generell durchgeführt, wenn sich die Reichsbahndirektion mit diesen Bor- schlügen einverstanden erklärt hat. Von der Haltestelle bis zur Plattform. Man schreibt uns: Der Verkehr der Weltstadt Berlin macht dem Fußgänger immer mehr zu schaffen. Straßenbahn. Autobus und Krastwogen beherrschen das Feld. Unerträglich ist es an den Brenn. punkten des Verkehrs. Dort stauen sich an den Sttaßenbahnhalle- stellen die Menschen. Eine geschlossene Kette von Auto» versperrt den Zuoong zu Straßenbahn und Autobus. Rücksichtslos schieben sich die Autos vor und gefährden nicht sellen das Leben der Bassan- ten. die vergeblich versuchen, In die rettende Dahnoas« zu flüchten. Hier herrscht keine Regelung des Verkehrs, sondern das nackt« Ehao».. An drei verkehrsreichen Stellen Berlins konnte ich dies Schauspiel beobachten, eine Frau kam wie durch ein Wunder nicht unter die Räder eine« Autobus, der sich parallel der Straßenbahn aufstellt« und mit einem Ruck anfuhr, al» Dutzende von Leuten einsteigen wollten. Rur zu ost fährt die Bahn ab, ohne daß die Gäste ein« steigen können. An einer Stelle mußten 10 Leute zurückbleiben, da sie keine Möglichkeit sahen, den noch halb leeren Wagen zu er- reichen. Ist da keine Abhilfe möglich? Hier müßte die Verkehrs- polizei eingreifen und ähnlich wie an einigen Stellen im Wetten einen neutralen Passiersteg für die Fahrgäste einrichten, den die Autobusse zu respektieren hätten. So wie e» zurzeit getrieben wird, gehi es nicht weiter. Der jetzige Zustand Ist unerträglich. Sowohl Passanten wie Chauffeur« müßten sich dagegen wehren. Wir haben, scheint es, noch immer zu wenig Straß enunfäll«.— Hoffentlich genügt diese Mitteilung, um diesen, Zustand zu steuern. Der Dieb in der Kiste. Mit einem allen Diebestrick arbeitete ein Dlebespaar, der 28jährige Kaufmann Alfred Kaufmann und der Fuhrwerksbesitzer Waldemar o. Tucholski, mit Erfolg. Beide sind mehrfach oorbestrast, und Tucholski wird gegenwärtig steckbrieflich verfolgt. Der ziemlich kleine Kaufmann wurde in eine große Kiste gesteckt, die von innen zu öffnen war. Zusammen mit anderen, mit Sand gefüllten Kisten wurde Kaufmann in seinem versteck abends bei einem Speoi- teur abgeliefert. Nachts kletterte er aus seinem Bersteck heraus und füllte die Kiste mit anderen Frachtgütern des Lagerraumes. Am anderen Morgen erschien der Aujlieserer und holte die Kisten wieder ad. Da die«ache gut gegangen war, wurde der Trick bei einem anderen Spediteur wenige Tage später nochmals angewendet. Beim Absatz der Beute hatten die Dieb« aber Pech. Unter den ge- ttohlenen Waren befanden sich auch vier Kisten mit Glimmer Auf der Suche nach einem Abnehmer lernten die Diebe in einem Kino einen Mann kennen, der den Derkauf übernehmen wollte. Dieser wußte aber mit Glimmer nicht Bescheid und wandte sich an einen anderen Herrn, der aber auch von Glimmer nicht« verstand, aber schließlich einen Mann au» der Branche fand. Zufällig war das aber der Be stöhlen« selbst, der sofort Anzeige erstattete. Kauf- mann hatte noch andere Schwindeleien begangen, bei denen ihm ein gewisser Arthur Kleindienst Hilfe geleistet halte. Das Schöffen- gericht Schöneberg verurteilte Kaufmann zulIahrGesängni». Kleindienst zu7Monaten Gefängnis. Bon einer krafld'-oschke koigefahren. Ein schwerer Straßen- unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich vorgestern nachmittag vor dem Haufe Große Franksurter Sir. 20. Die 65jährige Witwe Sophie Kreutz aus der Rosendorfer Str. 2 zu Mahlsdorf wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einer Kraftdroschke erfaßt und Übersahren. Passanten bemühten sich sofort um die Schwerverletzte und sorgten für die Uebersührang zur nächsten Rettungestel!� Frau St. hatte aber so schwere innere Der- l e tz u n g e n erlit.en, daß sie kurz nach der Einlieferung st a r b. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. Eln Siebzigjähriger. Am 2. Feiertag vollendet Genosse Former Heinrich R o g o n. lttrechter Str. 10, sein 70. Lebensjahr. Schon früh wand.« er sich der sozialistischen Bewegung zu und blieb ihr trog aller Bedräntniss«, Maßregelungen und Aussperrungen bis auf den heutigen Tag treu. Noch bei den letzten Wahlen, als man ihm nah» legte, sich zu schonen, sagte er:„Was wollt Ihr, ich bin Jung- sozialist und muß erst recht arbetter.' Chlorodont Kleine Tube Mark—.60. oroße Tube Mark die herrlich erfrischende Zahnpaste macht die Zähne blendend weiß Winterluftkuren in(dberschoneweiöe. Die städtische Tageserholungsstätte für Frauen und schulentlasjene Mädchen, die vom Bezirksamt Treptow eingerichtet und auf einem Sprsegrundslück in Ober» schönewcide(Äöpenicker Str. 26/Ä) untergebracht wurde, hat ihr er st es Kurjahr hinler sich. Sie wurde bei Gelexcicheit ver Reichsgejuildheitswoche im April 1326 eingeweiht, nahm ihre ersten ffläfte im Mai auf und sühn« den Betrieb mit einer ersten Winterkur bis zum 11. Dezember durch. Dann wurde sie bis aus weiteres ge. schlössen, weil ersahrungsgemäß um die Wechnachrszeit das Ber- langer nach einer Kur sehr gering ist. Stun wird erst Mitte Januar sie jür die zweire Winter kur w reo er eräfsnet werden. Die Zwischen. zeit wird man zur Ausführung von Verbesserungen, z. B. des An- schlusses an die Kanalisation, benutzen. Das 12 333 Quadratmeter große Grundstück liegt an der Spree imnitten schöner Garten- und Parkanlagen und grenzt an die Wrchcheide. Die Erholungsstätre mit ihren l l cht d u r ch> fluteten Spiel- und Sonnenplätzer, mit ihrem Strand und der schönen Aussicht aus die Spree und den gegenüberliegenden Kiefernwald ist so recht sür ihren Zweck geeignet. Gine Doeckersch« Baracke, durch neuen sreundlichen Anstrich und Bilderschnmck ver> schönt, hat Ausnahme-, Sanitäts-, Umtriebe-, Waschrämne und zwei bei ReaenwSiter und kür Winterkuren zu benutzende Liegeräuine, die zweckmäßig mit festen Liegestühlen ausgestaltet wurden. Zu dem Hauptgebäude, der ehemaligen.Villa Weißenburg", gelangt man über eine breite Freitreppe und eine Terrasse, die eine prächtige Aus. ficht aus die Spree bietet. Das Haus har einen loggioortigen Vor- räum, zwei große lustige Speisesäle, ein« einstweilen in einem Nebenraum untergebrachte Küche, behaglich eingerichtete Unter- haltungsräuine mit Bibliothek. Alle Räume sind heiz- bar und daher sür den Winterbetried gut zu verwenden. Man hat sich mit Erfolg bemüht, das Anstaltsmäßige fernzuhalten, ohne dabei das Gesundheitliche aus dem Auge zu verlieren. Die fachmännisch celeitete Küche sorgt für krästige. schmackhaft« und abwechslungsreiche Kost. Dazu kommen noch Milchkuren. Die Erfolg« der guter Ver- pflegung zeigen sich in Besserungen des körperlichen und seelischen Zustandes. Messen kann man sie auch an den außerordentlich hohen Gewichtszunahmen, die in wenigen Wochen bis zu 12 Pfund gingen. Liegekuren. Turnübunger. Spiele unterstützen die segens- reichen Einwirkungen de» Kuraufenthalts in der Erholungsstätte. Großer Wert wird aus luftige Bekleidung gelegt, um die Haut zu kräftigen und widerstandsfähig zu machen Der Betrieb war anfänglich nur sür die Monate Mai bis Sep- tember vorgesehen. Die guten Erfolge ließen aber den Versuch einer achtwöchigen W i n t e r k u r ratsam erscheinen. Für die erholungs- bedürftigen Frauen und besonders für die im Herbst aus der Schule entlassenen schwächlichen und noch nicht berusssähigen Mädchen, die der Tuberkulosegesahr ausgesetzt sind, wollte man auch im Winter die Möglichkeit schassen, ihre Gesundheit wiederherzustellen und sie «rwerbssähig zu machen. Wie schlecht oft der Gesundheitszustand dieser 14jährigen Mädchen ist, kann man schon noch ihrem Körper- gewicht beurteilen. Die meisten wogen bei der Aufnahm« nur 63 bis 83 Pfund. Der Versuch einer Winterkur ist durchaus geglückt: die Erfolge waren noch bester als bei den Sommerkuren. Man darf von der am 17. Januar beginnenden zweiten Winterkur neue Erfolg« hoffen. Zu den für die Aufnahme in Frage kommenden Krankheitszustände gehören: allgemeine Körper- Meiler. AngesleiUe, Beamte! Billetts Iflr Zirkus Carl HaK nbeck zu halben Preisen für Montai vi» Fiei'ag im Gewerkschaftshaus• Restaurant täglich von 10 bis 1 und 4 bis 6 Unr erhältlich. schwäch« und Erschöpfung nach schweren Krankheiten, llnterernäh- rung, Blutarmut. Erkrankungen des Nervensystems, Erkrankungen des Herzens, Asthma. Tuberkulosegesahr. Der brennende Saum. 14 Regeln, die man beachten sollte! L Weihnachtsbäume stelle man in einem schweren, festen Fuß auf. um ein Hinfallen zu oenneiden. 2. Weihnachtsbäume stelle man frei im Zimmer auf, niemals aber in der Ztähc von Fensteroorhängen und anderen leicht brennbaren Draperien. 3. Weih- nachtsbäume stelle man so auf, daß durch Zugluft niemals leidst- brennbare Stoffe in da» Kerzenlicht hineingeweht werden können und so Brände entstehen. 4. Weihnachtsbäume stelle man nicht auf Teppich.. Tuch, oder Papierunterlagen. 6. Weih- nachtsbäume mit brennenden Kerzen in Schaufenstern hall« man von Ausstellungsgegenständen und Derzierungsstücken möglichst well entfernt. 6. Kerzen befestige man hallbar.' 7. Kerzen eines trockenen, daher besonders leicht brennbaren Weih- nachtsbaumes Pinde man nicht mehr an. 8. Kerzen eines Weihnachtsbaumes zund« man in der Reihenfolge von oben nach unten an. da man bei der umgekehrten Reihenfolge leicht seine Kleider und sich selbst in Fcuersgefohr bringt. 3. Wunder- k e rz e n, die durchaus nicht so ungefährlich sind, wie behauptet wird, verwende man lieber gar mcht. 13. Papierloternen und alle ahnlichen Laternen hänge man an einem starken Draht aus und achte darauf, daß sie während des Brennens nicht schwingen. Schwingende Papierloternen sangen leicht Feuer. 11. Gold- und Flitter- p o p i e r verwende man nicht zum Schmuck des Weihnachtsbaumes. 12. Watte, die sehr leicht entzündlich ist, gebrauche man nicht als „Schnee� für den Weihnachtsbaum. 13� Zelluloidous- schmückungsgegen stände verwende man zur Ausschmückung des Weihnachtsbaumes nicht, da sie äußerst feuergefährlich sind. 14. Zündhölzer entfern« man aus dem Bereich von Kinder. Händen. Dos Anzünden der Kerzen des Wechnachtsbaumes ist eine Tätigkeit für Erwachsene, die Kindern niemals erlaubt werden sollte. Häufig setzen Kinder stall der Kerzen ihre Kleider in Brand. Die Rache öes Staubsaugers. Man kann nicht zwei Konkurrenten diene«. Einen Vampir zu reizen ist ein sehr leichtsinnige» und ein sehr gefährliche» Untersangen. Hätte sich Frau Batsch dies vorher über- legt, bevor sie dos getan hat, was sie getan hat, hätte sie es gewiß nicht getan. Unglücklicherweise überlegte sie die» nicht, ja, sie über- legte überhaupt nichts, sondern ging zu Herrn Sommer von der Staubsaugerbranch«, und erhiell von ihm drei Mark im Tag. und außerdem noch den ehrenvollen Auftrag, als Pionierin für den Sommerschen Staubsauger tätig zu sein. Das heißt, sie mußt« Damen sammeln, die gewillt waren, sich am darauffolgenden Tag von«mem Vertreter Sommers dessen Produkt vorführen zu losten. Daraufhin suchte sie Herrn B r i tz t i aus, der den Staubsauger„Vampir" ver- trllt, und auch von ihm erhielt sie drei Mark pro Tag und den ehrenvollen Auftrag...(siehe oben!) Frau Batsch vertrat also zwei Konkurrenten gleichzeitig, und entledigte sich ihrer Aufgabe folgendermaßen: Jeden Vormittag lobt« sie Sommer und verdammt« Britzki in Grund und Boden, jeden Nachmittag prle» sie den„Vampir" und zog das Sommerfche Produkt buchstäblich in den Staub. Eines Tages passier!« nun der Unglück- lichen das Unhell, die gefammellen Damen insofern zu verwechseln, als sie diejenigen, die bei Britzki kaufen wollten, Sommer auslieferte, und diejenigen, die sich für den Sommerschen Staubsauger begeistert Hollen, dem„Lampir".B«rkäuser überantwortete. Selbstverständlich kam es zu dem, zu was es unter diesen Umständen kommen mußte: zu einem Auftritt. Sommer sperrte Frau Batsch ein. Frau Batsch schall ihren Auftraggeber einen„dämlichen Kerl", und zertrümmerte ein« Scheibe. Dieser Auftritt gebar einen Schwanz langer Prozeste. Frau Batsch hatte sich nun mit ihrem Mann wegen Betruges und Erpressung zu verantworten. Richter(zu Herrn Batsch):„Sie sollen Herrn Sommer telephonisch gesagt haben, Sie würden ihm die Freste einhauen, falls er nicht sofort Ihrer Frau 33 M. bezahlt?..." Herr Batsch kann sich nicht erinnern. Sommer:„Es ist schließlich möglich, daß Herr Batsch nicht gesagt bat, daß er mir die Fresse einhauen würde, falls ich nicht bezahle, sondern etwa so: Zahlen Sie sofort meiner Frau das Geld. Im übrigen werde ich Ihnen gelegentlich, falls ich Sie treffe, die Freste einhauen.." „Gelegentlich und ohne Grund" ist natürlich keine Erprestung, deshalb mußte Herr Batsch freigesprochen, sein« Frau dagegen bestraft werden, denn es geht nicht an, irgend etwas zu ver- dämmen, wenn man dasür bezahll wird, dieses etwas zu loben. Lebhafter Weihnachtsverkehr auf üer Reichsbahn. Der Welhnachtsreiseverkehr Hot bereits am 22. Dezember ver- hältnismäßig lebhaft eingesetzt. Die saht planmäßigen Züge zeigten in diesen Tagen bereits eine Durchschnittsbesetzung von 83 Proz. Von den vorgesehenen Sonderzügen verkehrte der 1. Sonderzug nach Ostpreußen(dleser mit 53 Proz. Fahrpreisermäßigung), der vollkommen ausverkauft war. Der 23. Dezember ist für den Weihnachtsreiseverkehr von Berlin aus nach außerhalb der Haiipttog. In den Schlaswagen sind alle Plätze für die Feier- tage bereits seit mehieren Tagen belegt, dagegen sind in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr zurzeit noch sür einige Strecken Schlaswagenplätze erhälllich. Starke Nachfrage herrscht nach den aufliegenden P l a tz k o r t« n für die D-Züge, die vielfach mit Vor- zügen verkehren Die Besetzung der Schnell- und Personenzüge wird als sehr gut bezeichnet. Besonders die beschleunigten Personenzüge nach Schlesien und nach Köln, wie auch die D-Züge weisen eine ungewöhnlich starke Besetzung auf. Eine Ueberfüllung wird jedoch durch die Einlegung von Vorzügen vermieden. Am Nachmittag des 23. Dezember oerlietzen die Sonderzüge nach Oberbayern. Schwarzwald und Riesen- bzw. Isargebirg« Berlin. Sie waren durchweg fast bis auf den letzten Platz besetzt. Auch die Inanspruchnahme der Mitteleuropäischen Reise- b u r e a u» läßt aus einen Welhnachtsreiseverkehr schließen, der an Umfang gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Bor ollem tragen die legt eingetretene Kälte und die gute Schneelage In den Bergen dazu bei, die Reiselust �u steigern. Favorit sür die Berliner scheint in diesem Jahre das Riesen gebirg« zu sein, nach dem außerordentlich starke Nachfrage herrscht und settens der Reisebureaus auch zahlreiche Hotelzimmer bestellt wurden. Frau Julie Kahn, die Gattin unseres verstorbeneu Genosten Albert Kohn, bittet uns, solgendes mitzuteilen:.Da es mir nicht möglich ist, all denen, die mir anläßlich des Ablebens meines Mannes ihre Teilnahm« In herzlichster Weise zum Ausruck brachten, perfön- lich zu danken, spreche ich hiernnt aus diesem Wege meinen ver- bindlichsten Donk aus." proletarische Feierstunde. Die Ordner für die Proletarisch« Feierstunde treffen sich am zweiten Feiertag, vormittags S Uhr, im Großen Schauspielhaus, Eingang Schissbauerdamm. Trockener Husten, Schleimanhäufung, rauber, Ichmerzrnder Hal«, die Folgen tatbarrbatischer Ertältuncinn.«erde» alsbald mit N e i it> e I' S Hulientroplen. die auch bei Kindein sebr gut ivirten, beleitigt. In Apotbelen und Droaerien erbälutch, aber echt nur ml! Marke. M e d i e o � und der Firma Otto Reichel. Berlin SO W, Eisenbabnllr. 4. m DER KONSUMFINANZIERIING FINANZIERTcsBARZAHLERnKONSUHikSCHUIDENMACHER. weil er die Kredrtkoshen in der Ware mifbezahlit. Wer bar zahlen Kann, kauft" da. wo nur geqen bar ver- kauff wird und keine Kredlfkosten in den Preis der Ware einkalkuliert" sind. SALAMANDER VERKAUFT NUR GEGEN ZU FOUEHDEN EINHEITSPREISE�: 1450 l#50 IS50. BAR 12 50 24 00 Der Eislauf beginnt. Bei Anhalten des Frostwetters wird am 1. Weih nachtsfeiertag die Eisbahn.Einsame Pappel". Schönhauser Allee— am Hochbahn- Hof Danziger Straße— eröffnet. Die Eintrittspreise be- tragen für Schüler und Lehrlinge wochentags 10 Pf., an Sonn- und Musiktagen 20 Pf. Für Erwachsene wochentags 30 Pf., an Sonn- und Musiktagen 50 Pf. Bei klassen- oder abteilungsweisem Besuch der Schulen unter Führung eines Lehrers wird bis zu 30 Kindern 10 Proz., bis zu 50 Kindern 20 Proz. und über 50 Kindern 30 Proz. freier Zutritt zur Einsbahn gewährt; die übrigen Kindern zahlen je 5 Pf. vlc neue Eisbahn am Zoo, die auf dem ebenen Gelände der Zooarena(Eingang Joackimsthaler Straße neben dem Plane- t a r i u m) mit Beginn des Frostwetters hergestellt ist, wird am 1. Feiertag vormittags 10 Uhr eröffnet. Sie weist außer einer grünen Umrahmung durch markische Kiefern und Fichten einen Musikpavillon, eine Unterkunftsholle und einen Erfrischungsraum auf. Auch ist Gelegenheit zum Leihen von Schlittschuhen und Eis- laufstiefeln und Unterricht im Eislauf gegeben. Der Eintritts- preis beträgt 00 Pf. für Erwachsene, 30 Pf. für Kinder bis zu 14 Iahren. bei Konzert 1 M. bzw. 50 Pf. Die Eisbahn Im städtischen Freibad wannsee. die mindestens 200 Meter lang und 20 Meter breit ist, wurde eröffnet. Die E i n- trittspreife sind für Erwachsene 30 Pf., für Kinder 10 Pf. Außerdem sind noch zwei Rodelbahnen vorhanden, deren Be- Nutzung nach eingetretenem Schneefall kostenlos ist. Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. In Rockward(Georgia) ereignete sich ein schwere» Eisen- bahnunglück. Infolge Bersogens einer Weich« stießen zwei Florida- luxuszüg« zusammen. Bisher konnten 12 Tote und 20 Ler- letzte geborgen werden. Die Laufkatze. Im Hamburger Hafen ereignet« sich auf dem Dampfer.Stahleck' ein schwerer Unfall. Bei der Kohlenüber- nähme löste sich aiif einem Greifer plötzlich eine Laufkatze und stürzte aus einer Höh« von acht Metern auf das Deck. Zwei Ar- bester und ein Heizer wurden getroffen und so schwer verletzt, daß sie sofort ins Hasenkrankenhaus übergeführt werden mußten. Da» Deck wurde erheblich beschädigt. Aus Grund geraten. Der Dampfer.Achill«»' au» Bremen ist in der Röhe von Bergen auf Grund geraten. Das Schii» hat ein großes Leck. Ein Rettungsdampfer versucht den .Achilles' flott zu machen. Eukfehstche Bluttat in Böhmen. Eine furchtbore Bluttat wird au« der kleinen Gemeinde Riebnig bei Böhmifch-Trüban ?«meldet. Dort ermordete ein 50jähnger Landwirt feine vierte erst 9jährige Ehefrau auf bestialisch« Weife und erschlug dann deren kleine» Kind. Darauf beging der Mörder Selbstmord. Da auch dt« drei ersten Frauen de» Landwirt» unter verdächtigen Umständen ge» starben sind, glaubt man jetzt mit Bestimmtheit, daß auch sie von dem Verbrecher ermordet worden sind. Ctafesbtagai f4t tieft KattU firnt Beeil»«»«5. Lwdeeftraße 3. parteinachrtchten für Groß-Serlin stet» aa da« Bez irkes etretariat. i. Hof. J Trep. recht», ,» richte». 7. tteet» Bt»rlitte»b»eg. Wie kann man feinen Bustriti au» der Landeskirche vollziehen?— Indem man beim zuständigen Amtsgericht bis zum 20. Dezember feinen Austriit erklärt. Legitimation ist unbedingt mitzu» nehmen. Da noch nach dem Austritt drei Monate Steuern zu zahlen stnd, wäre man am 1. April 1927 steuerfrei.— Rechtsanwalt und Notar Dr. Theodor Tichauer, jtantstr. 1Z7, nimmt Austrittscrkiärungen gegen eine mäßige Gebühr entgegen. 13. Stuit Tempclhof Marie ndorf-Marienfelde. Lichtenrade. Genossen, besucht die Weihnachtsoeranstaltungen des Bezirksdildungsausfchusses.— Am 2. Feier- tag, vormittags 11 Uhr, Proletarische Feierstunde. Am Z. Feiertag abends 7V4 Uhr, Ardeiter-Sinfoniekonzert.— Näheres siehe Anzeige.— starten bei den Genossen Günther und Langguth, Mariendorf, Rathausstr. 99. 9. Abt. Sonnabend. 25. Dezember, Weibnochtsfeier mit Bescherung und Tanz. Beginn 5 Uhr. Gintritt 1 M. Erwerbslose Genossen frei. 22. Abk. Die Bezirksführer rechnen bestimmt am 28. Dezember südlichste MAler- straße und am 29. Dezember nördlichst« Müllerstraß- beim Genossen Schmidt ad. Z2. Abt. Die Gruppenführer und Bezirksführer werden gebeten, bis zum 29. Dezember mit dem Bbteilungstafstercr, Genossen Oskar Winkelmann, Memeler Str. 51, abzurechnen.— Marken und Mitgliederlisten stnd mitzu- bringen.— Wegen Abschluß de» Geschäftsjahre» ist dieser Termin unbedingt einzuhalten, etwaige Restanten stnd, foweit noch nicht geschehen, bi» dahin zu kossteren. 33. Abt. Am Dienstag, den 28. Dezember, von 7 Uhr ab bei Lojak. Beqme- straße 8, Abrechnung mit dem stafsterer.— Bezirksführer Buch mitbringen. Listenabrechnung.— Nach der Abrechnung kurze Sißuna, dazu der engere Borstand sowie der Bergnllgung»au»fchuß.— steinet darf fehlen, sonst Ber- treter schicken. 128./1S*. Abt. Pankow. Achtung! Am Dienstag, den 28. Dezember, an- schließend an die Einäscherung unseres Genossen«lindt Porstandsstßung im TürSifchen Jett, Breit« Str. 1«.— Niemond darf fehlen. 99. Abteil»»«. Unsere Weihnachtsbescherung findet am Mittwoch, den 29. Dezember,«>4 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3 statt.— Alle Genossinnen und Genossen stnd herzlichst eingeladen. 192. Abt. Banmschnlenweg. Am Sonntag, den 28. Dezember, nachmittags 414 Uhr. im Lnzeum, Baumfchulenstr., Weihnachtsfeier der Ab- teiluna. Mitwirkende Dr. Günther am Flügel, Elfe Janssen, Overn- sSnieri», stlewiß. Opernsänger. Herr strauß. Städtische Oper, SeDtft Jugend. Ansprach«: Landtagsabg. Genosse Ott» Meer.— »uw Arbeitsdienst treffen sich die Genossen und Genossinnen-m 28., vormittags 8rh Uhr., »8. A»t Haleafee. Sonntag, d-n 28. Dezember, Welhnachtsfeicr, ver- Hunden mit gemütlichem Beisammensein im Lokal Sandmann, West. tälische Str.«2. Anfang nachmittag- 4 Uhr.— Die Gen-ssen mit ihre» stindern nebst Gästen stnd herzlichst eingeladen. 193. Abt vberschöneweide. Am Montag, den 27. Dezember, abend, 9 Uhr, Weihnachtsfeier in Imbergs Gesellschaftshaus, Wilhelminen. hosstr-ße 34.— Alle Genossinnen und Genossen sind herzlichst ein- ZNoatag. den 27. Dezember. M.«dt«harlottrebura. Weihnachtsfeier im Türkischen Zelt. Der- ltaer Str. 54. Beginn abend» 9 Uhr. Alle Genossen stnd mit ihren «»»eßLrtge» freundlichst eingeladen. vlenskag. den 2S. Dezember: 128.139. Abt Paulo». Nachmittags 5ZH Uhr Einäscherung unseres tödlich verunglückten Genossen«vieglried stlindt, Pankow, Breite Str. 18, im Krematorium Gerichtstraße. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Mltwoch. den 29, Dezember: 5. Abt Weihnachtsfeier im Rofcnthaler Hof, Rofenthaler Str. 11/12. Alle Genossinnen und Genolsen stnd freundlichst eingeladen. 9. Abt. Bon 8 bis 8 Uhr rechnen die Bezirksführer bestimmt bei dem De- nassen Herrichen, Wilsnacker Str. 48, vorn IV, ab. Ebenfalls die Rest. beitrüge für Juli bis Dezember. Die Bezirke 739 u. 739 mllilen abrechnev. 78. Abt. Lchäaeberg. 71h Uhr bei Rosenthal, Ebersstr. 88, Mitgkicdcrve» fammlung. Vortrag:„Der behördliche Organisationsapparat im Reich und in den Ländern. Referent Dr. Ereil Alle Genossinnen und Genossen müssen bestimmt erscheinen. Frauevveranstaltuugea am Montag, den 27. Dezember: 7. Abt 7 Uhr In Eorni» Festsälen, Sartenstr. 8, Gemütliches Beisammensei». 104. Abt RiederfchSaeweide. 6 Uhr Weihnachtsfeier im.�kleinen Agfshäuser*. Gäste herzlichst willkommen. Francnveranstaltuagen am Dienstag, den 28. Dezember: 4. strei» Prenzlauer Berg. Dienstag, de» 28. Dezember, nach, mittag» 5 Uhr im Gartensaal des Saalbau Friedrichshain Gemütliches: Beisammensein. Vorträge und Tanz bis 1 Uhr nacht». Gäste herzlichst gf willkommen.£? 24. Abt. Nachmittags 5 Uhr im Eartenfaal des Saalbau Friedrichshaio Gemütliches Beisanunenfein. Anschließend Tanz. 25. Abt. Nachmittags 5 Uhr im Gartensaal des Saatbau Friedrichshain Eeniülliches Beisammensein.' 31. Bit. Nachmittags 5 Uhr im Gartensaal des Saalbau Friedrichshain Gemütliches Beisammensein. Anschließend Tanz. 137. Abt. Reiuickenders.West. 71h Uhr im Vollshaus, Scharnroederstr. 114, Heiterer Abend. Bortragender: Genosse Schumann. Gäste herzlichst will. kommru. Frauen Veranstaltungen am Mittwoch, den 29. Dezember: 141. Abt. Rosenthal uud Ntederschöuhausea.Lest. 8 Uhr im Lokal Ebbmeier, Hauptstr. 15, in Rosenthal, Bortrag der Genossin Elara Bohm-Schuch, M. d. R. Gäste herzlichst willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Gruppe Reinickendors-Ost. Montag, den 27. Dezember, nachmittag, 5 Ubr, Fröhliches Beisammensein mit den Eltern im Jugendheim Seebad. Juteressterte Genossinnen und Genossen stnd herzlichst eingeladen. Bezirk Friedrichshain, Gruppe Balteuplaß. Dienstag, de« 28. Dezember, 7 Uhr, im Heim des Osten», Große Franksurter Str. t8, Eltern.Weiuuam s. abend. Die Eltern werden gebeten, recht zahlreich an der Veranstaltung teil. zunehmen. Grnppe Mitte. Am 31. Dezember. 1. und 2. Januar begehen wir die Iahreswcndscier in Nowawc». Für Fahrgeld, Schlafen, Mittagessen und Gr- tränke sind 2 MI. zu entrichten. Treffpunkt 31 Dezember, 1H7 Uhr, Bahndos Börse. Anmeldungen stnd bis zum 28. Dezember an Den. A. Prießet R 54, gionskirchplatz 10, zu richten. Sterbetafel öer Groß-öerliner Partei-Grganifation 195.«dt. Ablershos. Unser Genosse, der Schriftführer Willi Richter, ist am 22. Dezember verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag, den 28. Dezember, mittags 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir erwarten recht zahlreiche Beteiligung. T. Wüte ich teich* würde ich immer reisen, wundervoll wäre da». Wie oft hört man da» sage». Seien Sie ehrlich» fortwährend möchten Sie auch nicht unterweg» fem. nicht wahr? Gewiß. Schöne Reisen bilden, aber in ausgedehntem Maße strenge» st« an und s Pannen ab. Denken Sie an den armen Kerl, der, nach langer Seekrankheit mtt schloß- ternden Knieen endlich amerikanischen Boden betretend, einen Taucher auf- steigen sah und überrascht ausrief:„O Gott, wenn ich gewußt hätte, daß man zu Fuß gehen kann, wäre ich niemals gefahren. Na ja. Seereisen macht man ja nicht alle Tage. Aber auch Eisenbahnfahrten machen nervös, gewissermaßen gleichgültig nnd zerschlagen. Neulich fragt ein Reisender im Berlin-KönigSberge, v-Zug nach mehr- pündiger Fahrt, ob der Zug noch nicht bald in Hamburg fti. Da erwidert ein Mitreisender mit teilnehmender Miene»„Da müsse» Sw falsch einge- stiegen sein, ich fahre nach Eöln." So waS ist angenehm, nicht wahr? Aber zurück zu unserem Münchner Sindl, dem Wahrzeichen der alten weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik. Auch das Kindl, das die Reise bis Konstantinopel mit dem Flugzeug zw- rücklegte, war von der Reise abgespannt und müde. Der Abend brach heran, und noch immer war e« mtt vr. Nabi ans de» Wege zu dessen Wohnsitz. Midlich standen sie davor. Die große zu Ehren deS KindlS illuminiert« Front des Palastes zauberte dem Beschauer ein Mürchenschwß von unerhörter Schönheit vor Augen. Das gesamte Personal vr. Rabis erwartete das Kindl vor de« Portal. Eine Kapelle spielt« lustige Weisen. vr. Nabi begrüßt das Kindl noch einmal feierlichst auch im Namen semer Angestelltem ein Willkommensmf aus aller Munde: schon war das Kindl im Palast verschwunden. Schnell ein erfrischendes Bad, ein« erquickend« Zuban-Zigarett« und dann zum festlichen Mahl.— übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Tie leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigarette» sind Glanzstücke der heutigen Zigaretten-Herstellungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sonder» werden Sie Künstler des Geschmacks/ Rauchen Sie: Lucy Doraine, die Zuban-Fünferl Bettfedern au erster Hand. Pst. grau 80 Ps, geschl 90 Ps. Rups � 1.75, Halbdaune 2.75. 4. »eiß. Flaumrups 4, beste 5. Daune 7. weiß 8-10. Schleißdaune 3 50-5. Oberbett!» dicht. Inlett 8 Pfd.>2. 18. Kissen 3 Pfd. 350 52!0 au jw. gegen Rachn. Muster-Preisl irrt tetn Rifitv. Richtpassend zurück,»»dm. BcUfedcrnspezIaltaDi Sachse)& Stadler, Berlin C 12 Landsberger Str. 43 Hggtratsche Dampsretnigung gratis Statt klarte». ssllr die Oberaus zahlreichen Beweise herzlichster Anteilnahme beim Heimgange meines geliebten Mannes, unseres guten Vaters und GroBvaters Albert Kohn Dinktw ia lIlgeDeian OrUknnluiku» der Stidt Seriii L L sprechen vir auf diesem Wege unseren besten Dank ans. Im Namen der Hinterbliebenen Jolle Kohn, geb. Rewald. Dahlem, ArchivstraBe 15 b. Okasa für Männerl Vielfach wird ons der ▼orwvrt gemaebt. d&sn wir an groase Beklame macbtenl Ganz' /abgesehen daron. daes nar wirklich bewährte Präparate Jahrelang eine gross ' zügige Reklame a na halten können, antworten wir darauf nur: Kein Geringerer ala< epvflCt;„Wie soll dl« Menschheit wiseen, datee dn etwa«] Gnies haeig wenn dn es nicht bekannti maoHst-I Wette Wegs heben unsere Rohprodukte zurückgelegt, beror sie in Deuteehlsnd n den bewahrten_Okaaa*-Tabiettennaeh Geheimrat Dr. med. Lahusen(Sexual-Krariigungsmittei bei ▼orzeitiger Schwache) zerarbeltet werden. Ersatzmittel gibt ee nicht!.Macben Sie, I einen Verzucbl Die Wirkung ron Yohimbin allein Ist in den Schatten gestellt. Hoch-, . intereasante Broacbüre mittaglich eingebenden geradezu fraop&nten Anerkennungen über l k die prompte znd nachhaltige Wirkung von Aerzten und Privatpersonen jeden Standes � . erhalten Sie kostenlos absolut diskret in verschlossenem Doppelbriet ohne Absender. k gegen 20 Pf. Porto. Ba wird ausdrücklich betont, dass keine anverlangten Nach-/ nahmesendnngen, wie dies letzt vielfach üblich, versandt werden. Die Zusendung. k der Broschüre verpflichtet Sie zu nichts, bestellen Sie sofort(auch wenn i Sie bisher alles mögliche, Apparate, sogenannte Kräftigungsmitiel usw. ' erfolglos angewandt) und dann urteilen Sie selbst. Zu haben in den Apotheken. Alleiniger Versand für Deutschland; Radlauem Kronen-Apotheke. Berlin W.... Friedrichstrasse 160. Jede Nachahmung weise man zurück. 1 Originalpackung a 100 Tabletten M. 8,b0. Wer misstranlsoh Ist. ver lange ohne jede Verpflichtung kleine Probepackung umsonst Probepacknngen werden nur auf schriftliche Bestellung absolut diskret versandt J eh jeho -SS- s-s» «gseeeeee» $ Ihren lirden Mitglieder» und«1. Bezirkssitiuer T, $ Bennarn nnd Rfnna lllller � \t> zu ihrer Silberhochzeit vi, die herzlichste» cüiütfroü-n'dii->>, \Dlc Genossen des Bezirks 243».dtail»ng»Iail»»g. Borwän»— Rtineiiungsdlalt— Freiheit»» Repudiit— Rote Fahne— stampsrut— KAg usw.. auch unvollständig. Pres» angeoote Postlagertarte 1119, Berlin Wft. ylvesfep cherz- 'Adikd in unerreichter Auswahl Pohl A Weber Nachf. Berlin 8W10,Spiteelmarkt4/5 I Preisliste No. S umsonst und portofrei Konkurrenzlos!!! netoimetleit.... mtt PolsieraiUlaüea 10.S0 an 20.. 50-. ' ?.» cNaB«»»R«Rt!-iie«eu Vdaal»«N5t>t»e...... Potentmo: ratzen.... 0-. Freiseotlunß! üdtevzshlllnz! Whr. Bsdin. Pappelallee 12 Pankow, SchaUdtatr. 1. Nr. 607 ♦ 4?. Jahrgang 2. Seilage ües vorwärts Drei?ahre Krise unü Aufbau. Von Fritz Naphtali. i !. Der Anteil, den die wirtschaftlichen Triebkräfte an der Eni- st e h u n g de» Weltkrieges gehabt haben, wird eine dauernd um- ftrittenc Frage der Geschichtsphilosophie bleiben. Unumstritten da- gegen ist die entscheidende Bedeutung, die der große Krieg seinerseits auf die wirtschaftliche Gestaltung in der Welt und im besonderen in den europäischen Ländern ausgeübt hat. Der Einschnitt, den die Entwicklungslinie der Wirtschaft durch den Weltkrieg erfahren hat, war ein so heftiger, daß noch heute, acht Jahre, nachdem der Kampf mit der Waffe zur Ruhe gekommen ist, keine Analyse der wirt- schastlichen Entwicklungstendenzen möglich ist, ohne die große Zer- reißung der wirtschaftlichen Zusammenhänge durch den Krieg zum Ausgangspunkt zu nehmen. Immer wieder sind wir gezwungen, bei der Betrachtung der neueren Eni- Wicklung uns die Frage vorzulegen, inwieweit wir es mit Rück- bildungen der Wirtschaft zur Vorkriegezett zu tun haben, inwieweit wir noch in der Periode der Ueberwindung von Kriegsstörungen stehen und Inwieweit wir mit dauernden Neubildungen sowohl in der inneren Wirtschastsftruktur als auch In den Verflechtungen der Wirtschoftskörper der Welt zu rechnen haben. Das Drama der Znflalloa. Denn wir unseren Blick auf die deutsche Wirtschaft im besonderen richten, so wisien wir, daß der Periode der Kriegsstörungen eine weitere Perlode der Störung aller wirtschaftlichen Verhältnisie inso» weit folgte, als die Z e r r ü t t u n g d e r W ä h r u n g, des wichtigsten Instruments der modernen Wirtschaft, als Kriegsfolge weiter wirkte. Hatten uns die Kriegsjahre die Absperrung von den internationalen Märkten, die plötzliche Entsalwng aller dem Kriegsbedarf dienenden Industrien und die Umschichtung des Verbrauchs durch den Heeres- dienst gebracht, so setzten die ersten Jahre nach dem Knege mit dem Entstehen neuer Staaten und Zollgrenzen in Europa die Markt- Zerreißungen noch fort. Darüber hinaus aber traten entscheidende Entwicklungen, die man heute als Fehlleitungen erkennt, durch die Inflation ein. In der Inflationsperiode wurde der einzige Regu- lator der anarchischen Produktionsverhältnisse in der kapitalistischen Wirtschaft, die normale Preisbildung, ausgeschaltet. Die Folge war eine ungeheure Häufung von wirtschaftlich falschen Investitionen in der Industrie, die starte Entwicklung aller spekulativen Betätigung gegenüber der produktiven Arbeit, damit zusammenhängend, die Uebersetzung des Bank- und Hondelsgewcrbes, die Umschichtung oder Zerstörung der Konsumtrost durch Reollohnsenkung und Vernichtung der Rentnerschicht, um nur die wichtigsten Erscheinungen aufzuzählen. In dieser Inflationsperiode wurden also die Tendenzen zum wirt- schasllichen Wiederaufbau durchkreuzt und zum großen Teil über- schattet durch neue zerstörende Momente. Ueber das ganze wirt- schastliche Leben, von der Zelle der Unternehmung bis zum Gesamt- körper der Volkswirtschaft, war der Schleier der Papiermilliarden und»billionen gebreitet, hinter dem es nicht möglich war, zwischen Niedergang und Ausstieg, zwischen Blüte, Scheinblüte und Verfall zu unterscheiden. Erst mit der Stabrlisierung der Wäh- r u n g. die in Deutschland mehr zwangsläufig aus dem Sichüber- schlagen der Inflattonswellen folgte, als daß sie«in großartiger Akt bewußter Wirtschaftspolitik gewesen wäre, haben wir wieder da» MlndestmoßanfestemBoden unter den Füßen und brauch- bare Maßstäbe gewonnen, um uns Rechenschaft abzulegen über Art und Maß der wirtschaftlichen Entwicklung, dl? sich zum Teil als Wiederaufbau, zum Teil als Neugestaltung und zum Teil als ein bisher fruchtloses Ringen mit zerstörenden Kräften kennzeichnet. Dle Wandlung des SapllaNsmus. Viele auf unserer Seite, wie im anderen Lager hatten geglaubt. daß der Weltkrieg da» Ende der kapitalisttschen Wirtschaftsordnung bedeuten würde. Wir wissen heute, daß diese Hoffnung der einen und Furcht der anderen sich nicht erfüllt hat. Wir wissen, daß Krieg und Inflationsperiodcn, während sie auf der einen Seite zerstörten, auf der anderen Seite besonders schroff« Formen k a p i t a l I st, s ch e» G e st a l t u n g zur Blüte gebracht haben. Wir wissen, daß die Leidtragenden dieser Perioden im wesentlichen nicht die Repräsentanten kapitalistischen Unternehmertums gewesen sind, sondern neben der zugunsten der kapttalistischen Produzenten, Händler und Finanziers brutal enteigneten Rentnerschicht die in ihrer, Lebenshaltung tief herabgedrückten arbeitenden Klassen. Die Tatsache des Fortbestandes der kapitalistischen Wittschaftsordnung liegt so klar aus der Hand, daß ihre Konstatierung, die auf der dies- jähttgen Tagung des Vereins für Sozialpolitik stark in den Vorder- grund gerückt wurde, nicht gerade als der Beweis besonders tief- gründiger Einsicht der deusschen Nationalökonomen gebucht werden kann. Wichttger ist es schon, zu erkennen, daß trotz der Fortdauer des Hochkapitalismus das Wesen der Wittschaftsordnung nicht unverändert geblieben ist. Sowohl durch die politische Machtoer- schiebung nach dem Kriege, die in GestaU von Erwerbslosenfürsorge, von staatlichen Eingriffen in die frei« Wittschaft mannigfacher Art. von Zlusgestaltungen des Arbeitsrechts, als auch durch die aus der Wittschaft selbst geborenen Neugestaltungen, die durch Zusammen- sassungen und Vereinbarungen regelnde Normen an die Stelle der freien Wirtschaft gesetzt haben, istdasGesichtdesKapitali»- in us verändert worden. Professor Werner Sombott spricht in seinem„Wirtschaftsleben im Zeitatter des Hochkopitalismus" von diesen Nachkriegsgestoltungen als Alterserfchelnungen des Kapitalismus, und er meint, daß dort, wo die Grundsätze normativer Ordnung anfangen, bestimmenden Einfluß zu gewinnen, der Kapita- lismus langsam dahinschwinde. Wir wallen diese Ansatzpunkte zur Ueberwindung des herrschenden Wirtschaftssystems um so sorg- fälliger beachten, als es unser Ziel ist, ihren Eharakter durch die Wirtschaftspolitik entscheidend zu beeinflussen. Wir werden von diesen Erscheinungen noch zu reden haben. Solange wir aber die Gegenwartslag« in einer kapitalistischen Wittschaft erfassen wollen, müssen wir unseren Blick dorthin wenden, wo wir den klarsten Niederschlag aller rnelsältigen gesellschaftlichen Be- Ziehungen, auf denen die moderne Wittschaft beruht, finden, nämlich zu den Märkten(Arbeitsmarkt, Warenmarkt und Kapitalmarkt) und zu den Unternehmungen. Die Waffen arbeitsloflgkeii. Wir beginnen mit dem Arbeitsmarkt, einmal deshalb, weil die erste Voraussetzung für das Gedeihen der Gesamtheit darin besteht, daß die Wirtschaft den arbeitenden Menschen dle Mög- lichkeit zur normalen Verwertung der Arbeits- kraft und zu entsprechender Einkommcnsbildung gibt; sodann aber auch, weil es sich hier beim Arbeitsmarkt, bei der Arbeitslosigkeit, am unmittelbarsten um das Schicksal lebendiger Menschen handelt, und weil wir es ablehnen, etwa von einem Aufschwung zu sprechen, solange an dieser entscheidenden Stelle noch die Symptome der Krise vorherrschen. Von den Statistiken, die uns zur Beobachtung des Arbeitsmarktes zur Verfügung stehen, ist wohl diejenige, dt« das beste Bild ver- mittelt, die Aufstellung über die prozentuale Arbeitslosigkeit und Kurzarbett in den Fachverbänden. Um hier die Zahlen der letzten drei Jahre richtig würdigen zu können, ist es notwendig, daran zu erinnern, daß im Durchschnitt der Jahre 1907 bl» 1913 die Arbeits- losigkett in den einzelnen Monaten bei den Gewerkschaften zwischen 2 und 3 Proz. schwankte. Eine leichte sich etwa Im Rahmen eine» Prozentes bewegend« Erhöhung dieser Prozentzahlen wäre ohne weiteres erklärlich aus der Vergrößerung des Mitgbederkreises der Verbände, die die gewerkschaftlich« Statistik ersaßt. Die Kurzarbeit als Massenerscheinung war vor dem Krieg« unbekannt, und es fehlen deshalb für ihr gelegentliche» Vorkommen statistische Bergleiche. Betrachten rmr demgegenüber die Zahlen für 1924 bis 1926, so ergibt sich folgendes Bild: Bon je 100 GewerkschoftsmUglledern waren Für das letzte Jahr 1926 liegt eine statistische Umrechnung der Kurzarbeit auf Dollarbeitslose vor,»ach der sich ergibt, daß die Zahl der vollbeschäftigten Gewerkschaftsmitglieder von dem Tiefstand Im Januar 1926 mtt 70,3 Proz. allmählich sich gehoben hat bis auf 83,7 Proz. ttn November 1926. In dem vorstehenden Zahlenbild spiegelt sich die K o n j u n k t u r- schwankung im Verlaus der Krise nach der Stabllisierung, als die man die Gesamtheit der verflossenen drei Jahre ansprechen muß. Die erste Etappe bringt vom November 1923 bis zum Februar 192S eine überaus scharfe Zuspitzung der Arbeitslosigkeit. Es setzt dann eine gewisse Erleichterung ein, die mit der vorüber- gehenden Ausdehnung der Rentenmarkkredtte als Ankurbelung»- kredit« begann. Ihr folgte im Sommer 1924«ine neue Verschärfung nach den Kreditrestrittionen der Reichsbank. Dom September 1924 bis zum September 1923 findet eine allmähliche starke Besserung des Arbeitsmarktes statt. Wir erleben nach der Annahme des Dawes-Planes mtt dem ersten Zustrom an Auslands- krediten eine ausgesprochene Krisenunterbiechung. Im Herbst 1923 beginnt dann der neue scharfe Anstieg der Arbeitslosigkeit, der im Januar 1926 den Höhepunkt erreicht und im Laufe des letzten Jahres wieder longsam absinkt. Aber auch nach elf Monaten der Besserung, deren Fortsetzung im zwölften Monat mindestens zweifel- Haft geworden ist, haben wir unter Einrechnung der Kurzarbeiter rund 16 Proz. Lollarbeitslose oder, wenn wir auf die Umrechnung verzichten und Vollarbeitslose und Kurzarbeiter addieren, 22,3 Proz. der Gewerkschaftsmitglieder, die nicht in der Lage sind, ihre Zlrbeits- kraft voll zu verwetten, d. h. mehr als ein Fünftel der Gesamt- arbeiterschaft ist in seinem Einkommen auf das Minimum der Erwerbslasenfürsorge oder Kurzarbeitereinkommen herabgedrückt. Wenn wir diese Zahl mit der im Durchschnitt der Jahre höchstens dreiprozcntigen Arbeitslosigkeit vor dem Kriege vergleichen, so wird die schärfste Beleuchtung dafür geboten, wie weit auch nach der Besserung der letzten Monate die deutsche Wirtschaft von einem normalen Funkttonieren entsernt ist. Massenarbeitslosigkeit geht, wenn auch durch Unterstützungen, gewerkschaftliche Macht und öffent- liches Schlichtungewesen etwas gemildert, Hand in Hand mit einem Druck auf das Lohnniveau der beschäftigten Arbeiter. Beide Erscheinungen zusammen bedingen einen außerordentlichen Ties- stand der Konsumkraft der breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung, so daß von einer Mehrung des Volkswohlstandes trotz mancher Symptome beginnenden Wiederaufblühens kapitalistischer Gewinne keine Rede sein kann. Elend und Not, die sich hinter den Arbeitslosenzahlen verbergen, sind aber noch größer, als es die reinen Prozentzahlen zeigen, wenn man berücksichtigt, daß durch die lange Dauer der Kttse gerade erst im letzten halben Iaahr die lang- fristige Erwerbslosigkeit der einzelnen Arbeiter zur Massenerscheinung geworden ist. Wir wollen hier nur die Zahlen von Mitte Januar 1926 mit denen von Mitte November in Vergleich stellen. Von den Haupwnterftützungsempsängern der Erwerbslosen- fürsorg« waren länger als 13 Wochen arbeitslos am 13. Januar 230 707, d. h. 14 Proz. der Gesamtzahl der Unterstützten, am 13. November 873 132, d. h. 66 Proz. der Gesamtzahl. Länger als 26 Wochen waren arbeitslos am 15. Januar 38 499, d. h. 3 Proz. der Gesamtzahl, am 18. November 329 866. d. h. 40 Proz. Angesichts dieser aufpeisschenden Zahlen von einem Aufschwung, von einer funktionierenden Wittschaft zu sprechen, wäre frevelhast. Hier liegen schwer st e Störungserscheinungen vor, die zur Aufbietung aller Kräfte der pttoaten Wirtschaftsführung und der öffentlichen Wirtschaftspolittk mahnen, um den Nosstand zu über- winden. Die Ursachen dieser Krisenerscheinungen des Arbeitsmarktes und ihre Zusammenhänge mit den anderen Märkten werden in eincnr"? zweiten Attikel behandelt werden. 5al bis Kll Proz. zurückgegangen. In der Fabrikation von Baumwolle. Wolle, Roh- und Kunstseide und Automobilen ist die Loge besorgniserregend geworden. Mussolini Hot dem Auslande weismachen lassen, die italienischen Arbeiter arbeiteten täglich g bis 10 Stunden; die Wahrheit ist. daß in den meisten Industricbranchen nur noch an vier bis fünf Tagen in der Woche gearbeitet wird. Die führen- den italienischen Industriellen sind allgemein bereit zuzugeben, daß es aus der gegenwärtigen Situation kaum mehr einen Ausweg gibt. Die Geschäftsstillegungen und Zusammenbrüche häufen sich immer mehr. Man darf sich keineswegs wundern, wenn demnächst von der Regierung auch die Veröffentlichung dieser Geschäftszu- sammenbrüche verboten wird, ähnlich wie Maßnahmen getroffen wurden, um die Lage der Stoatsfinanzen zü verschleiern. Als Fplge dieser unehrlichen Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung ist es nicht ausgeschlossen, daß die neu«„L i t t o r i o"- Anleihe eine Enttäuschung sein wird; immerhin kann sie der Regierung die Mittel verschaffen, über den Voranschlag hinaus noch k> bis 7 Monate leben zu können. Die Regierung läßt bekanntgeben, sie werde neue Schatzanweisungen ausgeben, die uncinwechselbar sind, also nicht, wie sie es kürzlich gemacht hat, in Anleihe umgewandelt werden._ D. C. vie Lage ües flrbeitsmarkts. Das Weihnachlsgefchäfl verringert den Arbeikslosenftrom. In den fünf Tagen der Weihnachtswoche hat der Zustrom an Arbeitslosen sich oerrrngert. Es traten 2 6 00 neue Arbeitsuchende dem großen Heer der Berliner Arbeits- losen hinzu, das jetzt auf 263 093 gestiegen ist. Gegenüber der Vor- woche mit einem Zugang von 11 000 ist die Vermehrung also erheblich kleiner. Symptomatisch für eine Besserung der Arbeitsmarktlage ist die Verringerung des Zustroms leider nichr Das außergewöhnlich lebhafte Weihnachtsgeschäft hat zur Einstellung zahlreicher Hilfs« k r ä f t c überall im Handel geführt. Außerdem haben Be- Hörden und besonders die Reichspost wie alljährlich Hilfskräfte eingestellt. In den Produktionsbetrieben hat sich die Lage kaum gebessert. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt dazu: Die rückläufige Bewegung auf dem Arbeitsmarkt tritt in der Berichtswoche zahlenmäßig nicht so stark in Erscheinung wie in den Vorwochen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit beträgt rund 2600 Personen, so daß sich die Zahl der Arbeitsuchenden zurzeit aus 263 093 Personen beläuft. Das verlangsamte Tempo kann jedoch nicht als Zeichen einer aufsteigenden Konjunktur gewertet werden, vielmehr dürfte es überwiegend auf die erhöhte Einstellung von Aushilfskräften für das Weihnachtsgeschäft zurückzuführen sein. das in den letzten Tagen einen wesentlichen Aufschwung erfahren hat. Nicht unwesentlich hierbei war die Sluszahlung von Gratifi- knfionen und Beihilfen an Beamte. Angestellte und Arbeiter. Das Handelsgewerbe war mcht nur aufnahmefähig für Verkaufs- »ushilfskröfte, sondern hatte auch lebhaften Bedarf an H a n d el s Hilfsarbeitern. Infolge der erhöhten Versandtätigkeit nahm auch die Post Einstellungen von Aushelfern vor. In den Produktionsbetrieben dagegen, unter anderem in der Tabakbronch«, Süßwarenindustrie und in der Kürschnerei ist der Beschäftigungsgrad schon stark abgeflaut, so daß hier bereits ein größerer Zustrom von Arbeitskräften zu oerzeichnen ist Mit der völligen Beendigung des Weihnachtsgeschäftes dürfte mit weiteren Zugängen zu rechnen fein. �Es waren 263 093 Personen bei den Arbeitsnachweisen e I n g«- t racheir, gegen 260 134 der Vorwoche. Darunter befanden sich M» 633.(163 445) nrcmnliche und 97 410(97 009) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 110 389(109 154) männliche und 61156 (60 524) weibliche, insgesamt 171 545(169 678) Personen. Außerdem wurden noch 34 207(36 506) Personen durch die Erwerbslosen- Hilfe der Stadtgemeinde Berlin und von der Krisenfürsorge 19 974 (6216) Personen unterstützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 8377 (8378) Personen beschäftigt. Fortschritte der Währungsslabilisierung. Wenn nicht alles täuscht, wird das Jahr 1926 sür die Stabilisierung der europäischen Währungen eine gute Ernte bringen. Nach der endgültigen gesetz- lichen Stabilisierung in Belgien hat sich für Frankreich längst der praktische Zwang dazu ergeben. Dänemark ist vor wenigen Tagen dazu übergegangen, Goldbarren gegen dänische Noten umzutauschen, was die Stabilisierung auch der dänischen Krone bedeutet, und jetzt wird aus Belgrad gemeldet, daß auch Jugoslawien die gesetzlichen Boraussetzungen zur Stabilisierung des'Dinar schaffen will und dazu 2luslandstredite erhalten wird. Auch außerhalb Europas macht die Stabilisierung der Währungen Fortschritte, so hat Brasilien seine Milreiswährung in ein festes Verhältnis zum Golde gebracht, und auch in dem jungen Staar Palästina ist eine Währungsreform durchgeführt worden, die die Palästinawährung in ein festes Verhällnis zum englischen Pfund bringt. Erweilerung des vayernwerknehes. Das HOOOO-Volt-Netz des Bayernwerkes, dessen einfache Länge gegenwärtig ungefähr 1000 Kilo- me:sr beträgt, hat jetzt eine Erweiterung dadurch erfahren, daß die 110 000-Volt-Leitung von Passau nach Rogensburg mit einer Länge von 110 Kilometern feniogestelli worden ist. Die neue Fernleitung dient dazu, die im Kachlit»rastwert der Rhein-Main-Donau A.-G. erzeugten Energiemengen zunächst nach Regensburg und von dort über die vorhandenen Boyernwerkleiwngen nach Nürnberg zu über- tragen. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntas, den 26. Dezember 1926. Vorm. 9: Morgenfeier. 11.30; Platrmnsik des Blasorchesters..Jandcr**. Nachm. 1.10; Die Stunde der Lebenden: Hermann Kasack. 2.30: Was muß der Laie und der Briefmarkensammler vom Postverkehr wissen(Lindenberg). 3; Medizinisch-hygienische Planderci(San.-Rat Dr. Frank). 3.30: Funkheinzelmann. 4.30— 7; Lunapark-Orchester. 7,05; Geschichten um Weihnachten(Ricmann-Qeorgl). 7.30: Die Schncekrlstalle(Dr. Kaßncr). 7.55; Weltanschauung der sogenannten Naturvölker(Kappstein). 8.30; Kunterbunt. 10.30— 12.30; Tanzmusik(Kapelle Kcrmbach). Montasf, den 27. Dezember 1926. Vorm. 11— 12.50: Unterhaltungsmusik der Kapelle Gebröder Stelner. Nachm. 3.30: Was die Hausfrau vom Versicherungswesen und den Sozialabgaben wissen muß(Dr. Martha Bode). 4: Max Ehrlich(Eine lustige halbe Stunde). 4.30—7: Ettd-Kammcr-Orchestcr. 7.05; Einführung zu dem Sendespiel am 28. Dezember. 7.30: Der Völkerbund und die internationale Rechtsprechung und Schlichtung(Dr. Tichauer). 8; Michelangelo(Dr. Kuhn). 8.30: Vortrag. 9; Blasorchester-Konzert 10.30— 12.30: Tanzmusik(Orchester Ettd). Dienstag, den 28. Dezember 1926. ff Nachm. 12.30. Die Viertelstunde für den Landwirt. 4; Stunde mit Büchern. 4.30—6.45: Konzert-Orchester Kcrmbach. 7: Sendespiele: Lohcngrin, Oper in 3 Teilen von Richard Wagner. Mittwoch, den 29. Dezember 1926. Nachm. 1.30— 2: Glockenspiel der Parochialkirchc. 3.30: Die Kunst, Briefe zu schreiben(Ola Alscn). 4: Jugendbühne. 4.30— 7; Kapelle Gebrüder Steiner. 7.05: Das Rätsel der Blutdrösen(Dr. Thomalla). 7.30; Vor und hinter dem Schalter(Manccke). 7.55: Rechtsfragen des Tages(Prof. Dr. Heilfron). 8.30; Kleinkunst. Danach: Lustige Welsen(Berliner Funkkapelle). 10.30— 12.30: Tanzmusik(Kapelle Kcrmbach). Donnerstag, den 30. Dezember 1926. Nachm. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt 3.30; Der Silvesterkarpfen(Dr. Mosfcacher). 4; Schachstunde(Ahnes u. Nebermann). 4.30— 7. Berliner Funk-Kapelle. 7.05; Spanisch. 7.30; Die Technik im Kampf gegen Eis und Schnee(Erdmann). 7.55: Modernes Strafrecht(Prof. Dr. Kohlrausch). 8.30; Kammermusik: Dem Gedenken Beethovens(Havemann-Quartett). 9.30: Sondespiele: Ein Heiratsantrag(Anton Tschechow). 10.30— 12.30: Tanzmusik (Orchester Ettö). Freita*. den 31. Dezember 1926. Nachm. 3.30; Im Jahrhundert des Kindes(Marg. Weinberg). 4; Lustiges aus dem Jägerleben(Dr. Müller. Licbenwalde). 4.30— 7; Ettd Kammerorchester. 7.05: Christmas and New Ycar in England(Pender). 7.30: Der Sinn des Daseins(Dr. Lionnet). 7.55: Das Berliner Jahr(Dr. Polaczek). 8.30: Otto Reutter singt 1 10.30: Larifari... 1926. Anschließend— 2 Uhr nachts: Tanzmusik(Kapelle Kcrmbach). 4� Der Heilige Abend brachte wie üblich ein Programm, das sich allein auf Weihnachtsklänge für die Familie beschränkte und des- halb kaum kritisch gewürdigt zu werden braucht. Außer dem gut gespielten Nachmittagskonzert, das mit Walzer, Märschen und Ouvertüren auswartete, beschäftigte sich alles mit„Frieden auf Erden und den Hörern ein Wohlgefallen". Das Abendprogramm. das diesmal bereits eine Stunde eher begann, vermied es, sich allein auf die.Gartenlaube" zu stilisieren, im Gegenteil, man kam sogar hin und wieder literarisch, und man rezitierte, auch ohne den üblichen Rührungsakzent. Sehr schön sang der„Chor der Berliner Funk- stunde" und auch der Bläserbund tat sein Bestes. Sonosdenll. den I. Januar 1927. Vorn. 9: Morienfeler. 11.30: Platrmnsik des Musikkorps der 3.(RreoB.) Nachr.-Abtlg.(Potsdam). 3: Oaer durch Algier(Lehmann). 4.30—7: Kapelle Gebrüder Steiner. 7.05; Einführung zu dem Sendespiel am 2. Januar 1927. 7.30; Kalender und Kalcnderrcfortn(Dr. Borchardt). 7.55; Künstlcirschc ElnJ föhlung als Mittel der Erkenntnis(Forstreuter). 8.30; Populäres Orchester* konzert. 10.30— 12.30: Tanzmusik(Orchester Ettd). Königswusterhausen. Sonntag, den 26. Dezember 1926. Vorm. 9; Morgenfeier. 11.30: Plalzmusik. Nachm. 1.10: Stunde de* Lebenden. 4.30: Unterhaltungsmusik. Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Montag, den 27. Dezember 1926. Nachm. 2.30 3: Die Hausfrau am Silvesterabend(Frl. Elsi Heese). 4—4.30: Die Kunst des Sprechens(B. K. OraeO. 4.30— S: Eralehungsberatuog(Dr. Klopfer). 5— 6: Stelgerung unserer Qcdächtnlsleistungen IBr Schule. Beruf und Leben(Studienrat Alfred Leopold Müller, Pirna), fr— 6.30: Landwirtschalt und Volksernährung zar Jahreswende(Reichsminister Dr. Haslinde). 6.30— 7: Englisch für Anlänger(Studienrat Friebel. Lektor Mann). 7— 7.30: Die Kunst des Verkaufcns(Dr.-Ing. Hamburger). 7.30— 8: Völkerbund und internationale wissenschaftliche Beziehungen(Vortr. Legationsrat Dr. Soehring). 8— 8.30: Entwicklungsströmnngen in der gegenwärtigen Oper(Dr. Mersmann), Ab 8.30; Uebertragung aus Berlin. Dienstag, den 28. Dezember 1926. Nachm. 3.30—4: Der neuzeitliche Anfangsunterricht(Oberschullehzer Vor3 werk). 4—4.30: Aus der pädagogischen Welt 4.30—8: Ans dem Zcntral- institut: Ankündigungen. 8—6: Vorgänge im Planetensystem(Dr. Archenhold). 6— 6.30: Das Kündignogsschutzrecht(Min.-Rat OaBner). 6.30— 7: Spanisch für Anfänger(Q. v. Eyseren, C. M. Alfieri). Ab 7: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, den 29. Dezember 1926. Nachm. 12—12.30: Französisch für Schüler(Lektor Grander und Walinski). 12.30— 12.40: Mitteilungen des Relchsstädtebundcs. 2.30— 3: Silvestersitten und -gebräuche(Max Jungnickcl). 3— 3.30: Einheitskurzschrift für Anfänger(Prof. Dr. Amsel. ObcrschuIIchrer Westermann). 3.30—4; Der deutsche Idealismus in der Prima(Oberstudienrat Dr. Buchenau). 4— 5: Deutsche Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts(Reg.-Rat Dr. Krammer). S— SJO: Orundzüge der ästhetischen Kritik(Dozent K. W. Ooldschmldt). SJO— fr: Bücherstunde: Erinnerungen eines Bücherfreundes(Dr. Hirschberg). 6— frJO: Die Wärme als weserälicho Grundlage der Technik(Prof. Dr.-Ing. Schüle). 6.30— 7: Englisch für Fortgeschrittene(Studienrat Friebel, Lektor Mann). 7—7.30: Die Börse am JahresschluB(Chefredakteur Q. Bernhard). 7.30— 8; Transkaukasien und seine Völkerschaften im Verbände der Sowjetunion(Oswald Zlenan). Ab SJO: Ueber- tragung aus Leipzig. Donnerstag, den 30. Dezember 1926. Nachm. 2J0— 3: Wie man alte Spitzen pflegt and trägt(Zentrale der Hansfrauenvereine QroB-Berlln). 4—4.30; Eine Führung durch hauswlrtschaft- llche und gewerbliche Fachschulen(Reg.-Rätin Albrecht). 4J0— S: Aus dem Zentralinstitut: Berichte. 8—6: Vorginge Im Planetensystem(Dr. Archenheld). 6-6.30: Betriebsmittelaufwand und Reinertrag in der Landwirtschaft (Dr. Sagawe). 6J0— 7: Spanisch für Fortgeschrittene(Q. v. Eyseren und C M. Alfieri). 7— 7J0; Dichterstunde. Rudolf 0. Binding liest aus eigenen Werken vor. 7.30—8: Beethovens Kammermusik. Trios(Prof. Kurl Schubert). Ab 8.30; Uebertragung aus Berlin. Freilae. den 31. Dezember 1926. Nachm. 12— 12J0: Sprechtechnik für Schüler(B. K. Qtael). 3— 3J0: Einz heitskurzschrift für Fortgeschrittene(Prof. Dr. Amsel und Oberschnllehret Westermann). 3J0— 4: Sportarzt und Volksgesundheit(Ober-Regierungsrat Dr. Mallwitz). 4— 4.30: Die kaufmännische Berufsausbildung hn Industriebetrieb (Berufsberater Friedrich). 4.30— 8: Mitteilungen ans den mit dem Zentral] Institut verbundenen Stellen. 8—7: Unterhaltungskonzerl(Berlin). Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 1. Januar 1927. Vorm. 9: Morgenfeier(Uebertragung ans Berlin). 1IJ0: Platzmusik (Uebertragung aus Berlin). Nachm. 4J0: Unterhaltungskonzert(Uebertragung aus Berlin). Ab 8J0: Uebertragung aus Berlin. Arbeiler-Kultuk-KaM Groß-Verlin Sonntag, den 26. Dezember-1926, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße proletarische Feierstunde Weihenacht— Freudentag Dichtung für(Sprechchor mit Musik, Gesang u.Tanz von Franz Rothenfelder Mitwirkende: Oer Sprechchor für proletarische Feierstunden unter .Ceifung von Albert Florath.—(Zinzelsprecher: Heinrich Witte, Wolf Trutz, Walter Werner, Elsa Wagner, sämtlich vom Staatstheater.- Musikalische-Leitung: Kapellmeister Wolfgang Zeller.— Tanzgruppe Eintrittspreis 1 Mark 4° Montag, den 27. Dezember 1926, abends 7 Vs llhr, im großen Saal der Philharmonie, Dernburger Straße ' 2. Arbeiter- Sinfonie- Konzert mit dem philharmonischen Orchester unter derOeitung von FaschaHorenstein 1 ZJtOThcnhnrgifAed Konzert 3Ir. 3 2. Sinfonie in C-Dur(Jupiter)., 3. PotiPt 231........ 4. Till Oufenfpfegeld luftige Streiche i e. ZJed) 3B- 9L Hnjert äfrth. Honeoger Zllchurd Strauß preis der(Zintrittskarte 1,50 Mark Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Sonntag, den 2S. Dezember: Neunaa IV. Treffpunkt zur Weihnachtsfeier früh 4(6 Uhr Schlecke. Ecke fUfeftrahe. Qczbcbejlik Tierparteu. Defhnachtnfeirc Im.Actuohos", Declebecger Strohe 20, obenbs 7 Uhr. Sreunbc und Gönner find detzlichft eineeloOcn. Sriestaften der Redaktion. 9.». 85. Pffinhunfi Ist möqllch, wenn Lentrtetliino gut gohltmo«fner Unierboltsrente erfolot ist.— T. v. t Ctmo 16 M. 2. Des hängt nom Crmefltn her bedingt die Melodien„Aus dem Baume, da hängt eine Pflaume" und„Es geht ein Rundgesang um unfern Tisch herum herum" ver> arbeitet haben.(Wenn ich daran denke, mit welchem Ernst sie das Verlangen stellte und mit welch unbeirrtem Eifer ich es ausführte— o selige Kindcrzeit!) Da» Slück war drei Tage vor Weihnachten, gerade am Schul- schluhtag vollendet: so hallen wir Zeit, die Rollen zu lernen und Proben abzuhalten. Wir haben bestimmt nichts in unserer Schulzeit sorgfältiger unlerem Hirn«inverleibt als dies« Rauberoper. Am Heillgabend-Nachmittag war Generalprobe, und wir hielten so glühend zur heiligen Sache, dah wir es als ein Erblasien der schönen Stunden empfanden, da uns die Glocke zum Weihnachtsbaum rief. Beim Singen von„Stille Nacht, heilige Nacht" gingen uns immer die Theatermelodien durch den Sinn, und in Erwartung der morgigen Aufführung lächelten wir so selig, dah uns die Eltern gewih im Stillen— sie dachten ja, wir feien über die nützlichen Ge- schenke so erfreut— sehr artige Kinder nannten. Als wir sahen, wie gut gestimmt die Eltern waren, luden wir sie zur Lorstellung ein und baten um Einräumung des Wohn- und Schlafzimmers als Bühne und Zuschauerraum. Nach einigem Hin und Her gewährten üderakbt man nur dem Nachweis bei lllllllllSllSffrlllSÄl deutsch, üfnfileroerbcmbrt,«erlin O 27. Ssslr«ndreasktr. A«RSnigitabt 4310. 4048). ♦IfUfllUif f KelchAtlzeit 2bi«s. Sonntaa« 10 Sil —— rr■-u i._ u— i— mm— 2 Ubr.«u« Sunt* Werirfterbe'uch sie die Bitte, nur sollten wir nicht zuviel Krach schlagen. Der Titel des Stückes erschien ihnen in dieser Hinsicht mihtrauenerwcckend. Längst hatte jeder seine Schulfreunde eingeladen, und so konnte die letzte Land, wie man so sagt, angelegt werden. Wir hatten die halbe Nacht durch in unseren Betten geplappert, vor lauter Borbereitungen am anderen Morgen fast den Besuch der Kirche— so unandächtig waren wir noch nie!— versäumt: um zwei Uhr erschienen die ersten Gäste. Um drei begann's, und ist ein Fest geworden wie keines zuvor! Mit sich selber spielen, das war's, was uns befeelle. Und zugleich sich selbst anderen schenken! Im Bannkreis vieler Augen ragen, ja ragen als purpurner König, als wilder Räuber, als milde Prinzeß -- ja. und den meisten Effekt erzielte die Fee in den Bettwolken: Beifall auf offener Szene. Keii.er von uns— wir fragten uns später und heute noch al» Erwachsene oft danach— hat ja so viel Großes in sich zusammen- schauern gefühlt wie in jener Theatervorstellung, die ganz so unser Werk war. Wo sind die Spiele diesem ebenbürtig? Räumt alle Spielzeuglager aus, für dies Spiel der vier Schmidts ist kein Der- gleich. Ja, so dachten wir, und so denken wir bis auf den heutigen Tag. Es waren die reichsten, die seligsten Weihnachten! Keiner, auch von den Erwachsenen nicht, hat uns ausgelacht, obwohl wir komisch genug ausschauten. Aber wir waren zu ernst- Haft bei der Sache. Den ganzen Nachmittag muhten wir in Kostümen bleiben; die Szene mit der Ermordung der Prinzessin, der Totenklage des Königs und der Erweckung durch die Fe« noch einmal spielen. Später Abend war's, als uns die letzten Schulkameraden verließen. So hatten wir uns selber reich beschenkt. Jahrelang sprach man in unseren Freundeskreisen von diesem Weihnachtsstück als einer Tat, die sich sehen lassen konnte. Und wenn ich nicht irre, besitzen wir von der Aufführung des Dramas„Der geraubten Prinzessin Zauber- lösung" an(mit Absicht sagten wir„geraubt", um durch den Mord zu überraschen, was auch gelungen war), ja von da an besitzen wir Schmidts das Selbstvertrauen und den Theaterdrang, die uns ein wenig weitergebracht haben, so daß es uns hx�te besser geht als an jenem Weihnachtsfest. Nur wenn ich an meine Kinder denke, möchte ich fast die Lage herbeiwünschen, dah ich auch nur Nützliches schenken kann, um zu sehen, was die sich dann selber schenken. Oer verbotene Weihnachtsmann. Auch heutzutage erregt wohl die allzu heftige und allzu ver- schwenderische Feier des Weihnachtsfestes und der anschließenden Feiertage den Unwillen von Kreisen, die um das Wohl der All- gcmeinheit besorg! sind. Aber niemand würde wagen, den Weih. nachtsmann einfach abzubestellen und das Christfest zu verbie:«n, wie dies in früheren Jahrhunderten der Polizeistaat fertig brachte. Die hohe Obrigkeit Hot sich in früheren Jahrhunderten wiederholt streng gegen alle Auswüchse der Weihnachtsfeier gewendet. Diese Verbote von Einzelheiten gipfelten schließlich in England 1744 in einer Verordnung der puritanischen Regierung, in der Weihnachten abgeschafft und der 25. Dezember zu einem gewöhnlichen Markttag gemacht wurde. Aehnliches ist hie und da in Deutschland vorge- kommen. So erlieh der Herzog Gustav Adolf von Mecklenburg 1582 einen Erlah folgenden Wortlauts-„Demnach nunmehro die Adventszeit und das darauf folgende Heilige Christ-F«st herbey kombt, da dem gemeinen Gebrauch nach allerlei vermummte Per- sonen unter dem Namen des Christkindleins aufs den Gassen umb- herlaussen, in die Häuser entweder willig eingerusfen werden, oder sich auch in dieselben hinelndringen dergestalt, dah den Kindern eingebildet wird, als wäre es das wahr« Christkindlein, auch Niko- lau» und Martinu» bey demselben die Kinder zu vertreten sich annehmen, auch andere nichtige, unchristlich«, mutwillige Dinge in Worten und Werken vornehmen und treiben, in der Tat aber die Sache im stockfinsteren Heldentum den Ursprung hat— so haben wir in Erwögung solcher Umstände nach reislicher Ueberleaung beschlosien, dag solche reprAentatlo flttnvcckosa mit allen ärger- lichen Zeremonien in Unseren Herzogtümern und Landen den ernster Strafe gänzlich abgetan und durchaus bei Adel und Unadel oerboten sey soll." Häufiger wurde da» Beschenken zu Weihnachten verboten und mit Strafen bedroht; man gestattete nur den Eltern, Geschwistern und Kindern, sich untereiuander zu beschenken: den Palen aber wurde e« ausdrücklich untersagt. Feste, die sich über den Kirchgang und die gemeinsamen Mahlzetten zu Hause ausdehnten, waren nicht erlaubt In England werden im 16. Jahrhundert alle Spiele verboten, die nicht in dem 1618 erschienenen Buch des Sports ent- hatten sind. In unseren Tagen sehen die Weihnachtsverbote anders aus. In dem amerikanischen Staate Iowa ist es untersagt, bei der Ausstattung des Baumes Baumwolle als Schnee zu oerwenden: es muß unoerbrennliche Asbestwolle benutzt werden. Andere der Bereinigten Staaten verbieten die Derwendung von Papier bei den Weihnachtsdekorationen. In England sind mehrfach Schaustellungen in den Ladenfenstern untersag: worden, well sie eine große An- sammlung von Menschen zur Folge hätten und dadurch den Verkehr hinderten.__ Das lockende Raubtier. Raubtiere pslegen Ihr« Beutettere zu bcschleichen, ihnen aufzulauern oder sie solange zu verfolgen, bis sie ermüdet zusammenbrechen; daß ein Raubtier aber seine Opfer durch Locktöne oertraut macht und zum Derlassen des sicheren Der» steck« verleitet, gehört sicher zu den Settenheiten. Nach den sehr zuverlässigen Berichten von Heuglin wendet die in West- und Ost- afrika in den Steppengebieten oerbreitete Zebramanguste, ein kleines, etwa Meter langes Schleichraubtier von marderähnlicher Ge» stalt, diese List an, um Frankolinhühner zu erbeuten. Heuglin be» obachtete, wie sich zwei Zebramanousten vorsichtig an ein Gestrüpp heranschlichen, in welchem sich eine Hühnersamilie aufhielt._ Ein Huhn lockte, ein Hahn antwortete mit denselben Locktönen. Plötzlich ertonte aus dem Gras vor dem Gebüsch derselbe Lockruf: er kam von der«inen Manguste, die aus einem Stein sah. Der zweite Räuber lackte daraus ebenfalls. Das ging einige Minuten so fort, bis der Hahn wütend wurde, weil er wohl glauben mußte,«in fremder Hahn sei in sein Gebiet eingedrungen. Er sing an. nach dem Nebenbuhler zu suchen und wäre bei diesem Vorhaben ganz sicher den beiden lockenden Räubern zum Opfer gefallen, wenn er nicht— zu seinem Glück— den Hunden Heuglings zu nahe ge. kommen und dadurch samt seiner Familie zu schleuniger Flucht ver- anlaßt worden wäre. Daß die Zcbramangusten wirtlich Töne her» vorbringen, die den Rufen des Frankolinhubnss täuschend ähneln, kann Hiszhei ner bestätigen, der gezähmte Mangusten diese Rufe hat hervorbringen hören. — Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig in den Allel ndepotj: Zloat Apotheke Berlin N 31. Anklaraer Straße 3& Telephon: Amt Humboldt 1022 Adler-Apotheke Berlin- Friedenau, Kbeinstraße 10. Telephon: Kheingau 2029 Friedrfdi• Wllhe m- Apotheke Oharlottonbur)t 2, I.eibnizstraÜe 108, Telephon: Wilhelm 121 Heetfei-Apotbeke Berlin O, Gubener Straße 33 Schweizer-Apotheke Berlin W 8, Friedrichatraße 178 Aosen-Apotheke Eich walde- Berlin Das groBa Pfarrar Hnumawii.Bmh (320 Seit, 200 Abbildung.) erhält ieder Leser, der seine Adresse einschickt, von der Firma Ludwig Haumann& Co. Nürnberg M. 45, erarts und franko zugesandt. Postkarte genü-L- m zum Jnventur- Anhage auf Kpedifgewahrung nehmen wip entgegen in unsepemßüpovon9'7übp. der N werden ha N Ka«tb««ra.es bar«n.__ KauHtmHI GM B.H. Berlin W 8, Mar>kgpafenSfp. 28. Sonaabeaö 25. Dezember 1926 Äus öer �ilm-AUelt öellage des vorwärts Die Zilme öer Woche. »�eüige Töchter.� lZNarmorhaus.) Da, ffi wirklich mal«twos anderes. Alle die belledten Mm. themaw von heut«, die zwischen Charleston und ausgezogenen Manne- guins variieren, sind darin so gut wir gar nicht vertreten. Kart «oes« erweist sich wieder als einen Regisieur, dein der Griff ins volle Menschenleben liegt. Jan« Beß und Adolf Lantz haben ,hm«inen Stoff geliefert, der ganz aktuell ist: aber es ist das Der- dienst des Regisieurs, ihm durch eine Füll« von Detalls und durch zahlreiche Einfälle prickelnde Wirtlichkeit gegeben zu haben. Das ist einmal ein Filmlustspiel, an dem man seine Freude hat. Der Text sucht durch sein« Witzigkeit die filmischen Pointen noch zu steigern: noch witziger wäre es, wenn der an sich schon gut« Film ohne diese Beihilfen aufkäme. Ein« jener wackligen Familien, die sich nur durch stets neue Manöver über Wasser hallen und aus ihren Schulden schwimmen, ist in dem Film aufs Korn genommen. Di« Familie Münk tut außerordentlich vornehm, und dabei sind all« Möbel mll dem„blauen Vogel' geziert. Zudem sind sie«ruf Abzahlung gekaust, und die erst« Rate ist noch nicht beglichen. Kein Wunder, daß man mir allen Mitteln oersucht, die beiden hübschen Töchter cm reiche Männer zu bringen. Aber das ist heut« verdammt schwer. Der sehr umschwärmt« Gros wird als Hochstapler entlarvt, dafür kapern sich die Töchter selber«in paar Verehrer, von denen der«in«, ein Fabrikant, ebenso plell« wie der Schwiegervater in spe Ist, während der zweit«, ein« Untergrund bekanntschoft, über den nötigen Kies ver- fügt. Papa, der in allen Künsten des Eiertanzes Meister ist, arron» giert ein« groß« Verlobungsfeier mit dem Geld« seines Möbel- Händlers, der mangelnd« Jugend und Schönheit durch Reichtum ersetzt: aber die Tochter versetzt dem Unwillkommenen statt de» Ver- lobungskusses ein« gehörige Knallschot«. Papa Münk muß schließlich mit bittersaurer Miene zugeben, daß seine Töchter die Männer ihrer Wahl nehmen. Zu dem fröhlichen Gelingen des Film, trug die außerordentlich gut« Besetzung das ihr« bei. Jenny I u g o und Charlotte Ander waren«in paar famose Töchter, di« ein« schwarz, die andere blond, aber beide voll Temperament und Lustigkeit. Und dann Iba Wüst als Mullerl Ein Meisterstück charakterisierender Kunst! Was sagt alles ihr Lächeln und Zublinzeln. Fritz S p i r a ist der Papa, der all« Register von gut gespielter, mttleiderregender Hilflosigkeit bis zum feinsten Schieberroffinement zu ziehen weiß. Die beiden Liebhaber sind Ernst V« r« b«» und Livio Paoanelll, jeder in seiner Art charmant. Kurt Pefpermann hat nichts zu tun. als müde zu sein und den von einem Fest zum anderen ge- schleppten, aber immer gutlminigen Ehemann zu spielen. Reizend ist Lotte L o r r i n g als dazugehörige Frau. Das Publikum nahm den Film in bester Laune auf._ JJl , Unsere fnid«».' (Emelkapalast.) Mit Unterstützung der Reichsmarine hat die EmeUa ein beut- sches Gegenstück zum„Panzerkreuzer Potemkin' fabriziert:.Unser« Emden.' Das Resullat ist für die deutsche Filmproduktion beschä- ruend. Die Regie versagt, und der Aufbau ist dilettantisch, die schwarzweißrote Flottenoereinspropaganda ist diesmal restlos ge- scheitert. Ein« Hymne aus die Talen des Kreuzers sollte entstehen, nnd es entstand eine Karikatur, denn der Stoff ist völlig undrama- tffä> und unfilmisch. Ungesähr ein Diertelsohr versenkt die.Emden" im Indischen Ozean Schiffe, ohne daß es den überlegenen englischen Streitkräften gelingt, den kleinen Kreuzer zu stellen. Zu bewundern bleibt die Ausdauer der Mannschaft und die Geschicklichkell und das Glück des Kommandanten, aber dieses Hauptmotiv ist filmisch nicht auszuwerten, der Akzent wird demnach auf das Versenken von Handelsschiffen und Passagierdampsern gelegt, Porgänge, die heule besser nicht mehr erwähnt werden sollten, und diese Vorgänge ver- laufen immer nach demjelben Schema. Verfosier und Regisieur i bersehen, daß es sich hier um bloße Wiedexbolungen handell, die berells beim zweitenmal ermüden. Außerdem sieht man nur signali- sierendc Matrosen, grüßende Offiziere und eine höchst gleichgültige Liebesgeschichte. Das Ganze schleppt sich mühsam dahin, hat weder Steigung noch Ausbau und Tempo. Der Regisieur, Louis Ralph. der sehr«indringlich und ohne Pose den Kommandanten spielt, steht den Dingen hilflos gegenüber. Ueberall endlose Wiederholungen, auch bei dem Enffchei'dungskampf zwsichen„Emden" und„Sydney". Man ivollte eine möglichst wahrheitsgetreue Kopie geben. Es ist aber so gleichgültig, welcher Schornstein zuerst abgeschosien wird und wie lange der Kamps dauert, die Hauptsache bleibt, daß der Kampf dramatisch zugespitzt wird, und daß störend« Detail» aus- oejchaltet werden. Man besetzte einige Rollen mit Mannschaften und Offizieren, die die Onginaltapersahrt der.Emden" mitgemacht hatten, um die Wahrhell zu steigern: man stellte sie aber auf wie Opernchoristen.„Panzerkreuzer Potemkin" gibt«in zusammen» oeballres, dramatisches Geschehen,.Unsere Emden" ist nichts weiter als eine langweilige Chronik für ein deutschnationales Heim..Po- temkin" ist der Film der Masie,„Emden" dagegen setzt nur die Offiziere unter Scheinwerserbeleuchtung. und ihre Darsteller, wie etwa Charles Willy Kaiser, sind nichts weiter als Operetten- Helden, und die Mannschaft macht nur Paradefigur. Rur natio- nalistische Borniertheit konnte sich gegen diesen Stoff versuchen, der überhaupt keinen Keim von dramatisch-filmischer Wirkung in sich birgt. Die Hurras auf den sogenannten„allerhöchsten Kriegs- Herrn" nehmen sich da.zu in einem Film, bei dem die republi- konische Marine mitgewirkt hat. äußerst merkwürdig aus. Auf- dringlich ist die Aufmachung im Emelkapalast. Als Konstrencier braucht ein abgedankter Vizeadmiral nicht notwendig Propaganda für Schwarzweißrot zu machen Das Kino ist kein deutschnationaler Stammtisch. Das Fazit; Wir hoben genug von dieser Sorte Film! F. S. „ver Cowbopkönig See kalifornischen Serge." (Schauburg.) Die Ansicht über di« amerikanischen Filme hat sich grund- legend geändert. In finanzieller Hinsicht erwartet man wohl noch allerlei, aber in künstlerischer Hinsicht nicht mehr alles Hell au» Amerika. Doch sobald die Amerikaner auf Tempo spielen, werden sie auch in Zukunft wohl noch schier unübertresslich bleiben. Selbst ein an und für sich abgedroschenes Cowboystück mit der üblichen Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere und dem Sieg der Guten erzielte ehrlichen Beisal! ob seines mitreißenden Schwungs. Wer kann denn auch außer den Amerikanern Landschaft, galoppierende Pferde und sich prügelnde Menschen zu einem so geschlossen wir- kenden Ganzen vereinen? Und wer kann so wie sie Tiere ver- werten, sei es nun ein kleiner Raufbold von Hund oder ein Kunst- stück« machender Esel! Der Allerweltskerl von Cowboy heißt dies- mos Tom Tyler, er ist frisch, draufgängerisch und eine blendend« Figur im Sattel. „Fräulein Mama", der zwette Film, der sein« Urmif- führung erlebte, steht keck in der Gegenwort. Zopfkrone und Bubi- köpf, lange Kleider und kurz« Röcke, das sind so die äußeren Ver- schiedenhetten der beiden Töchter des Hauses. Beide haben einen Verehrer, die eine Partie walzt nach den.Donauwellen" mll Schmalz und Hingabe, und die andere Partie tanzt noch„Der Reger hat sein Kind gebissen", mit dem heute üblichen Bein- gestrampel. Und dazwischen stehen ein unglücklicher Vater und eine erboste Tante, die innere Entwicklungen und Modelaunen mitein- ander verwechseln. Der Familie bleibt die Katastrophe nicht erspart. doch bekommt die immer als Vorbild hingestellte Haustochter das uneheliche Kind, während das selbständige Mädel sich einen Tunicht- gut zum rechtschaffenen Ehemann erzieht und die Schwester mll Bekennermut zum Kinde beseell. Das alles wurde so gespielt, daß der ganze Film Laune macht B o l v a r y s Regie war so an- sprechend, so nett, sie verhalf dem Film zu einem wohlvorberetteten Sieg, der zugleich für Helene H a l l i ä r ein vielversprechender Anfangserfolg war. Ferner müsien von den Darstellern Grete Rein- wald, Margarete Kupfer und Ferdinand von Alten besonder» er- wähnt«erden._«. b. „Riff und Raff im Weltkriege." (Gloriapcllast.) Der Fttm parodiert.cht« heiligsten Güter der Nation", närnlich das Mifllär und dazu noch das Militär im Weltkrieg, deshalb zischten bei der Premier««inig« Gesmrnmgsdrave. Ja, es handell sich hier um das amerikanische Heer, aber das spezifisch Amerikanische wird nur in einem Nebensatz erwähnt, di« Parodie richtet sich auf das Militärisch« überhaupt. Jeder Einsichtig« sogt sich, bei uns war«n die vorgefetzten noch bornierter, bei uns waren Drill und Kadaver- gehorsam noch unenräglicher. Die Amerikaner haben als erste den Mut gefunden, über diese Dinge herzhast zu lachen und hinter di« Heldenpose zu leuchten, bi£ Konjunkturverständni» mit besonderer Ausdauer den geistig Armen Deutschlands serviert. Riff und Raff, «in Dieb und«in Lestohlener. lassen sich, verführt von den schönen Augen einer reichen, jungen Dame, anwerben. Niemand kann ihnen mllllärifchen Sinn beibringen, di« schönste Porode machen sie zunichte, erstsuttuluimg für Neukölln Vom Sonnabend, den 25. Dezember bis Dienstag, den 28. Dezember 1926 Ueberflusstge Jtfenschen Der erste Film aus der deutsch- russischen Rlmproduktion Dazu das glänzende Beiprogramm An den Feierlagen je drei Vorstellungen 5, 7 und 9 Uhr. An den Wochentagen Je zwei Vorstellungen 7 und 9 Uhr. Die Volks-Film- Bühne spielt in der Zeit vom 25. Dezember 1926 bis zum 2. Januar 1927 an Jedem Tagel immer haben sie etwas oergessen. Revolver oder Bajonett, und begreifen als einzige vernünstige Menschen üb«rhaupt nicht, wozu der Krieg gut ist. Selbst als sie bei einer Patrouille auf einen Deutschen stoßen, vergessen sie den Krieg, da sie in dem Gegner«inen Deutschamerikaner aus Chicago erkennen. Man unterhält sich und zankt sich um acht Dollar, die Riff dem anderen schuldet und dann schüttelt man sich herzhast di« Hand, Warum die Gegnerschaft? Immer wieder klings durch das Lachen, der Krieg ist Wahnsinn, und di« daran Beteiligten müsien wahnsinnig sein. Aber dem Film fehlt jede Anklägerpos«, er ist ganz leicht und witzig gearbeitet. Der Regisieur Edward Sutherland steigert ihn nicht ins Groteske, nur manche Typen streifen di« Karikatur, es entsteht«in Lustspiel, da» in schnellem Tempo abrollt und das von Witz und Satire sprüht. Wallace B e r e y und Raymond H a H 0 n, die Hauptdarsteller, vermeiden Uebertreibungen und geben lebensvolle Menschen. Der Film bedeutet geradezu ein« Erholung nach all dem schwarzweißroten Gartenlaubenkllsch, den deutsche Filmgesellschaften auf den Markt werfen, und er weist vielleicht ein Mittel, die milllaristische Be- geisterunq abzudrosieln. Denn Lachen wirkt tödlicher als der ernst- hastest« Angriff mit Bernunftsgründen. Als zweiter Film„B u st« r Keaton, der Cowboy, außerordentlich glücklich in der Er- findung, reich an Einfällen, di« auch totsächlich originell sind,«in« der besten Grotesken, die Amerika in letzter Zell herausbrachte. Am Ansang etwas schleppend, steigert sich das Tempo zum Schluß hi"- Cen Höhepunkt bildet Buster Keaton mit seiner Kuhherd« in der Stadt. Ueberall wirr« Aufregung, alles flüchtet, voran Polizei und Feuerwehr. Di« Situationskomik bleibt hier unerreicht, und Bust«r Keaton bewahrt seine steinerne Ruhe, auch wenn er Felix, den Kater imitiert._____ F. S. „Schützenliefel." (Primuspalast.) Unter diesem Tttel erwartet von vornherein kein Mensck ein Filmwerk von ttefgreifender Bedeutung. Darum enttäuscht dieses leichte Filmspiel auch nicht, das den Schützenkönig und das Schützen- liesel zusammenbringt und zwischendurch nur wegen der Per- wickelungsmöglichkeiten einen Gutsherrn eine Pater- und Lieb- haberrolle spielen läßt. Rudolf Walther-Fein führte die Regie mit der Freude an lebendig bewegten Festszenen und schönen Land- schastsoufnahmen, für die er Willy Hameisters photographisches Können beanspruchte. Zwar würde die Rollenauslegung mancher Regisieur wohl anders aufgefaßt haben. Warum spiell beispiel»- weif« ohne zwingenden Grund Elair« Lotto chre Rolle so geziert und unsympathisch. Ebenso ist Wolfgang Zilzer überhaupt nicht »um Spielen veranlaßt worden, er geht nur auf den UU ein. den seine Rolle mit sich bringt. Doch die Hauptbesetzungen wurden zur vollen Befriedigung, denn es gefielen Livio P 0 v a n e l l i als Forstherr mit seinen eleganten Bewegungen des Weltmannes, Carl de Bogt als Forstadjunkt im urwüchsigen Naturburschentum und lenia D e» n i als Schützenlicsel in ihrer natürlichen Anmut. Mll der wurde nicht nur viel, mll der wurde in der Tat alle» gewonnen.«. b. „der Sohn öes hannibal." (U. T. Kurfürstendamm.) Ei» einsame Weihnachtsfeier kommt in dem Film vor. Grund genug, ihn deshalb gerade jetzt auf das Programm zu setzen. Doch die Weihnachtsfeier war nicht oonnöten, sie ist gar nicht mll dem Filminhall verwachsen. Das Manuskript ist in den einzelnen Teilen überhaupt nicht organisch miteinander oerwoben: es find nur Figuren aus einem Roman verfilmt, ohne daß an ein« schlosiene filmisch« Uebersetzung der Handlung gedacht wird. Da» wäre noch zu entschuldigen, wenn der Film irgendwie Anschauung»- Unterricht erteilen wollte, aber das will und kann er nicht, well ex dazu renntechnisch nicht korrekt genug ist. So bekommt der Herren- reit« sein« Braut, ohne daß man an den Zwischenfällen rege Anteilnahm« nimmt. Dem Regisieur Felix Bosch fiel neues nicht ein. dafür ließ« es sich angelegen sein, alle als witzig erkannten Idee». unterstützt von dem ewig jubelnden Arno, weidlich auszunutzen. Liane Haid spielte mit Liebreiz die sehnsüchtige Braut, und ihr Partner Alfons F r y l a n d sah verliebenswert aus. Doch war die Charokterzeichnung für einen Herrenreiter nicht richtig, denn die haben wenig Neigung zur Weh» und Demut. Einen Erfolg hotte sich d« Regisieur mit dem Derby. Spannungsmomente haben bekanntlich ungeheure Reiz« in sich, und wenn bei der ollgemeinen Abjagerei ein Pierd zuguterletzt noch Atem hat und mit mächtigen Sätzen zum knappen Siege ausholt, dann kommt di« Beifall»- stimmung ganz von selbst._— g. „dagfin." (Phoebuv-Palast.) Ein neues Kinohaus großen Stils in der Innenstadt und ein neu« Großfilm von einigem Ehrgeiz: und beides mellenferr jenem neuen Geiste aeschürster, tlaräugig« Sachlichkeit, dem doch gerade die moderne Architektur und die wirklichkeitserfüllte, gespannte Ra- pidität des Kino» Sprache zu oerleihen hat. Mit diesem opulenten Lichffpieltheoter am Anhalt« Bahnhps, dessen weile Ausmaß« von keiner räumlichen Idee zusammengefaßt und auch farbig nicht be- zwung« sind, dessen Wände mit nichtig« Ornamentik beklebt sind und dabei doch kahl wirken, ist abermals deullich geworden, wie ahnungslos die Mächtigen des Films ihrer eigenen Arbell noch gegenübersiehen, ohne rechten Sinn für die Schänhell und Wahr- haftigkeit d« Kameraoptik und des Technischen überhaupt. Nachdem die Phoebus-Gesellschast da»„Capitol" einem Architekten von künst- lerisch« Eigenwilligkeit anzuoertrauen gewagt hat, enttäuscht«» doppelt, daß sie min ihr zweites Haus wieder der gedankenlosen Ron- ttne ein« Firma übertragen hat, der offenbar jeder Instinkt für die Lesonderhell d« Aufgabe mangelt. So ist die Gelegenheit,«inen CAPITOL - Noliandoiipiata KAtlMERLICHTSPtELE U'a'Haaa Potadamar P FRIEDRICHSTRASSE PrtadrlehatraBa ISO SCHONEDERG laupU>i-4d. icke AUhtens refii TURMSTRASSE Laha StromatraBa KONIGSTADT SehBahaas. Allea tO-ll ALEXANDERPUTZ WEINBER6SWE6 FRIEORICHSHAIN Dar hatllga Barg Ast dar Böhm Tut. (rulapiel L»n Riaiini'i- Boatar Kaatan. dar Caaba- Riff and Baff im Waltkriag Uana Haid, Alton* Fr» and Dar Salin das Hanniba' Remheld Schfinza>n 1» dar Balms', da glbfa ein Wladaraabn lagindllcha babea Zutritt! Ramheld SehOnzsi n is dar Bclmat da gtbta ata Wlade. aatm lasancllebo habe» Zu rlbl Ldtzts Tags: Bast* Haar Dar Wal>«anaiugitar Für, nii Hamen Ntvarro Harold Lloyd, der Sportatudant lugtndllo'it kabe« Zutritt! Dia aehOnsta Frau dar Staataa Harold Lloyd, dar SpertaUidant lugaadKeh» baban Zntrli! Harold Lloyd, der Sportatudant lugeud lobe haban Zat IUI Reinhold Sehunzal in la daiJBalmai, da glb'.'a •la«laderaaba Jogandlleha babea Zutritt! Sagte, F. W. Murnau Harold Lloyd, dar Sportatudant Jugaadl'aka kabaa ZatrKt! Harold Lloyd, der Spertstudjnl Ja andteh* haben Zulrlt.I ragiien« Um Sonn aga• Uhr Klndar.Nadhmlttag« der Uta im Mosartsaal 60 Pig uno 1.— Mark büh ne lli.;■ SdlffliaunUnai TIgllch 8 Uhr Das Grainal das anhakinetM loldatai 3 UL: Oer Uaiziga Wallner- Theater Tlgl. S"'. U. die erfolgr. Schwankoperette Oas blonde Wunder 2S. und 36. Dezember, nachm. 3',, Uhr: Das Stitlnnpsfest"pXnf KASINO-THEATER An allen Feiertagen 2 Vorarellnnzan Nachm. 3'; U- Cr.iriu Ttpomamtfll Abends 8 Uhr: Nl8.er CorneCDeel Reichshallen.Thaater J Uhr, sonn- u. Faiertags nenm.•• Uhr Sleiflner Sänger Weihnachts- Programm! Nachm. halbe Preise! rrönhofk-Brein VARI TC- KONZERT- TANZ Utuiburg-Sülius Dts Künstier-Th. Prltzl Massary: 3:„Die Kdnlgin' Heute u, morgen 3 Der Irö.illctae Welnbere Letzine-Thcater 8 Uhr: Oer OlKlBt«r Id. i.HatSrstendajrn Käthe Dorsch su.: UleFrnuau der neue i.usisplcinaus —' 81'. Uhr: Tbielsc ier »Bna-einJoiw Heute u. morgen 31',: Dornröschen Täg Quido Rose-Theatsr 4 Uhr.Max u. Moritz si.uPreziosa Reeidet»• Tiieut. Tägl. 8'.. Uhr: fll!itD!gDD03rtier .«Ifill Ig�llidK» mtat!» Z Feiertag nm. 4 Uj Abttelgcquartier ■ntnila-Thealer Täglich S Uhr: rofie and der eine Kim :tr gi kie letropoi• nteat. 7 Uhr zum I. Male: 2. Feiertag 7 U. DU ZirkoiiirinzeiiiD Central-Th. Täglich 8 Uhr: BRONtGECST in der Operette: Dsr Trompeter vom Rhein Saalbau Friedrichshain Erster reiertaA Turn- n.Sporl- Verein„Flehte" Bühnenschau u. Ball Iweiter Feienmt Riesen-Bühnenschau Münchener Hetz Tanz— 2 Kapeilen Eintritt elnidü. Tanz 1 Hark Sisbah n Ä Gr8ßle �iTezterkeler Berlins SW 29. Frtmnstr. am Tempcinoter Feld ist eröffnet! Berliner Konzerthaus MauaratrsOs 82 Heule Gr. Doppel-Honzerl CLOU Gesellsohaftsabend— Tan« WoBheflllgi. du grnB' üfttt-Sachraltrtgs-lou�rt bil vshdo Orakntsi i. fnitii Elttrlö Täglich abends außer Montag und P elteg Doppelkonserl/ Gesellschaf sabend s Tans Kleines th. Täglich 87. Uhr Die eiste aktuelle politische Revue Oh! U.S.A. Sbd. U.Stg. 3', Uhr: MemlM fortr: KtiperU-Th. Iheat a.Hollendorfpl. KurJSrst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in sie lekntwe- UcMcle ftpfifi Morgan Bonmajc Singakademie 8 U.: Lostfger WeüinaöHwöend. Ntncate* und hei. erste Auslese MARCBLL SALZER Wenn tuet vor Lachen Tränen«eint, meint Salier irockm:„So, nun wollen »Ir uns erst mal fix amüsieren." Popuilre Preise 3—1 Mk. telepho» nlaeh Lichterfelde 3590 und am 26. in der Singakademie Mlitaggkasge II— I u. Abeadkassc ab' ,7 Uhr. Nächster Abaad t sinsakademle. 3. Januar. Iketttf. n«. tut ttliudi SstL 1826 S6UTSCH6R CDreiN'BKÄND 1926 r» Blüthner-Saal— LOttowstr. 76 iWeimachts- koi zerte des Berüner»KU. Orcbesiers Dirigent: Emil Sotuihe Sonnabd. 25. Dez 8 Uhr SoL: H. Hernleld (Vlol.) Sonntag 26. Dez. 8 Uhr Wagner-Abend ""Eintritt TS Pf." Plülbarmonie t. Feiert OB 7'/,Uj Konzen d.Philnarmon Orch 2. Feierten 7>/,U.' Konzen irmruy-jlton Th.K6nij ritz St. Hasenheide 2110 8 Uj*ii. Dun Udt Elisabeth Rergner I. und 2. Feiertag nachmittags 3 U.; Was Ihr wollt MomtMUenhaiif Norden 6304 s U- Fradiioien 8.*, Itrt«rt! f. TMlain 1. und 2. Feiertag nachmittags 3 U- Der(ianen Eden Slnmesspeniien Itbtz Art Ii«'»« vre!»wert l'nnl Gollete. norm. Wart Iqa Marlannenttrafie 3, Eli» Slaunqnftrafit Amt Motignt. 103US. mm JJrxwntmiö* r h«ator l. Admlralspalsst rznltoo v'l Uhr'S Weehe Vir rrmic.h' j 1 Heute u. morgen 1. and 2. Feiertag je 2 Vorstellungen 3 und g'/« Uhr Nachmittags die ganze Vorstellung zu halben Preisen I Mittwoch, d. 26. Dez, 3'/t Uhr: L• t a t e Vorstellung 1 der Kinder-Revue „Mle Puppen tanzen"! Miloi Pitisi: 0.50, 1-, 1.50 M. n«. Wem. OivtieiU, SthtktUL-'p.'Qili J f�ilveslevr Im Anschluß an die VorsttQung Großer SB«II an Beisein aes gesamten EnsemSles. Variier kauf ununter BroSen. CARL HACEK BKK IM emeus BUSCH! An dmifesttagen je, IVorstettümgvnSußÜk: Xadunätags bdoollem. AbendptcgthäIbe.Vwse. ßr'J&vdec TtartendblOUhrander Ctccoskdsse, forden Wl An dlknS Festtagen HacstaUbeAchtigupg vm10~1lihrJ "ErwödLs.SOj'JOTulerWk- 7 l'br Woinhetia 7 Uhr � Rheingold Preltax« den 31 Dezember 1916 Bin« Silvester olar boi Carmen in St villa der heitere Ball der Pünllauaend Im Kaisersaal sowie In sämtlichen oberen Räumen Sley 9 Mnftikkapellea 401 Feenhafte Auaatattunj;. Ucbcr- raschungen und Bclastlguoseo aller Art Kartenverkauf: Ballburcau Rheingold, Bcllevucstr. 19-20. in ioilaUfi. flezeiDlin(2. feiertag) vormittags II1, Uhr u.'fj.rs,*:-»,. si Wer sich und seinen Kindern fröhlidie Weihnachtsstunden bereiten wMI. besuche KraDKeskai» der Persocen-lBtinretir- werks-lüDDng zi Berlin Vekanntmachunp Am 7. IWmjot 1927 findet in Reden- lofol, Berlin LW., B«lie>AMonre- Stmhe 16. v. I. dir ücumabl der«crNlhertr». mak be« ■ei bet Raffe suftänbi«eii Arbeit. acberoertreter zum Bocllaak Bott. d» sin» au wiihieu: 6 SRerlTelrt her Berlichertei» unk 12 8t- füRTn duner, •»e- treter bet Arbeitgeber und» 8t. fatimdaitet. Die Wohl der Versichert en flnbrt statt nachmittags im. van In seinem lustigsten Film Harold Lloyd der Sportsstudent I. Feiertag(5l0®l,-Feierta9@S0S Kammerlichtsple�e und TurmstraBe »Muuumummuuillliiiuiiim und II. Feiertag 0 0 0 0 Uhr Uf a-Thaatar Schöneberg/ Weinbergsweg und Friedrichshain f5l Uhr Jigandvorstsllungen zu•rmäßigten Pieisen ■ � Weihnachten 1926 a uar| Ireffpunkt j s US» MQnchener Duld aaf der Luna-Park-Bler- Terrasse Eintritt OlM Et d»r Bar Tan» Kölner Carneval auf der Luna-Park-Weln- Terrasse Eintritt t— E» dar Bar Tan»— Tarn S- 7 Kapellen/ Vorführungen S Besfanrallonsbcfrleb im Berliner Oewerkscliattslians S0 16, Engelufer 24-2B/ Morltzpl. 11507 An den Feiertagen; Von 12-4 Uhr: Tafel-Konzert Festgedeck Mk. 1,50 Ab 6 Uhr: Künstler-Konzert Reichhaltige Abendkarte Qutsapflegta Qatrbnk» r VorzOglloha KQoha So ld» Pr»l»» Verleben Sie Silvester nur Im Berliner Gewerkschafishans Jubel u. Trubel/ Tanz/ Verstärkte Kapelle OalltuBiii-.RabUI- n.Beklamefflarktn gegen Nachahmung gesetzi esch. fei tigt seil 4S Jahr. eis Spezialität Conrad Hdiler Schkeuditz-Leipzig 7. ffebtuot -S Uhr Dir Wabl fcet IrtwheArrvrrttefn am 7. ffrtrtuar 1927, abend» Dan S bi» " Uhr. «>r fatheiu tmfret tDa�rberechttoten Arbeitnehmer foroie Arbeitgeber auf, Inverhalb bet nächsten 14 Zage Bohl- vorschliige•Ingmtifben. Noch dem 10. Januar 1927 rinae«titi-r JB-ihiner- schlda»«erben nicht berllrfnditial Sie Stimmabgabe ist an die«ohlvorfcM»* artmnben. Sie luorlaffenen»ohfvor. (dlläfte Hnb am 11. Januar unb 12. Ja- nuet 1927. van U b(« I Ubr. Im �e. fibWlMimmeT bet Rtanfenfaffr, Belle- Allianee�traa» 16.». I, eimufehen SülfllifberveMeidmiffe Hagen bafelbll täglich mh 11 Ma 1 Uhr an*. fvHlch« gegen hie Widrllgfeit be»»it. flliebemernefdmlfft» unb bet ßch au» ngebenbe»«alch. unb Stimm- bereditimma ff ab hei Bermaihnng be» Ati»f»luffe« von der»Sohl, nnter Bei. fstgun» van«etchlvMlltein. faateffen, bi» tum 1t Januar US? beim staube einzulegen. See Jstofflauafchua Ist berechfig: Wahl- und Stimmberechtigung de, WZ6I«n:s bei ber Wa6lband!ui� S» prüfen: e, emvfirh» ffch daher, einen Ausmri« hierüber mitzubringen. Wahlv»rfchlaa be* B»rstenbe« für Arbeitgeber: 1- 8rr>ff»rver, Dbermeistei. Pankow. M üblen strohe 55. 2. Ana. Saknwim. BerNn. straft« 12. S- Eimen � Jockel. Bern«. Scharnborfl- nTVlke 8, 4- Marh"� Aznhit. Berlin, onitzaiv. 5.:flort Schnl««enann, SaifewWtM rlch�traftr 8. 6. Soul Sdirffber, Sharlattenbvrg, Seh- ring straft» S3. 7. Rott ffrltf*«. Rtlibeitau, Jastnstr. 17, 8. Albert Schmidt. Seinlrfenbetf. Seff benzstrafte 89. I. Dan, SiO. Wilmernbarf, Babel». beraer strafte 4. Wahlvorschtaa de, Barstavbe» für«rbeftnehnrer, 1. Rar Schmidt, Berlin. Samaastt. 1. Arbei'grbem Benzin. Tvansvaal. strafte S. 2. Adolf Sog«, BerB», Siaanbriichrr Strafte 86. Arbeltgeber: Thiem. Päbrener strafte 14. 2. Sustav Bochstein. S-'-ffneber«, Rv. lovnen straft* 27. Arbeitgeber: Bettinaer. RoZannrnffrafta. 4. August Trefv. Berlin, Am strirb- richehain 26. Arbeiigebem Wüller, SuHener Strafte 6. Di. Jalet BinNer. Berlin. Am Dstbahn bot 5. Arbeilgeber: Sffiime. Nch. fenberg. 8. Serm. Menzel, Berlin Schanweber- strafte 17. Arbeitgeber: Betbge >- Echerlnastrafte. 7. Beul Brune. SrrT'n, Schliemann strafte 27. Arbeitgeber: Slftaff Sbauffeestrafte. 8. Aug. Lanaftatst, Berlin. Strafte 64. Arbeitgeber: Milmeredorf. ü. Beln-Ich Honve. BerNn. Ratueiutter Si-:de 8. Arbeitgrber: Runihnann Beinltfenbort. 18. Nttholf Sbirri. Berfin, Transvaal. straft? 18. Arbeidgeber: Sreto«. stranevaalstrafte. 11. Rar SiückNn« Berlin. 7rr,kom. straftr 1. Arbeltgeber: Schuppe Wiltnerebvrf. 12. Bat,! Rojiel, Berlin, Sprengel- strafte s. Arbellgeber: cheink! Svatrstrafte. 12. RotI Stlimibf, BerNn Pinffchstr. 21. Arbeitgeber: Automobil®. m b. ft. 14.«IIb. Merls Berlin. LI auer Strafte 6. Arbeitgeber: Müller, Gubener Strafte. 15. ch ermann cheinrlch, Berlin Etolvlsche Straft» 80. Arbeitgeber: Pohl, Box. hagener Strafte. 16. Arihut Prodi norm. Berlin. Tllffler Strafte 24, bei Vogt. Arbeitgeber: Sudoll. Lichtenberg. 17. Brrnbard vorraib, Berlin. 8i1rn. bahnsiraft» 81. Arbeitgeber: Rat» lÄMWMM-WM Sonntag, den 29. Oejernbee(2. weih- nacht»tetertag>. oormittag» 10 Ahr, iiubihungsiaat be»7>eebanba Hauses. Clnlenftt. 63 66, Portal UL 2 Treppt: uf Versammlung der Auszenmonleure. Sie Tageeorbnuna wirb in der Versammlung bekanntgegeben. NSU- Sa» Erscheinen aller Monteure wirb erwartet. Witftliebgbnch legitimiert. vlen»las. ben 28. Ocjectbec, abend» 7 Ahr, Im Slhangsfaal vesvervands häuf ca. Ctntenftc. 83.86 Vollversammlung ämllicher Kollegen Schmiede au» den Groh-, Mittel-. Sorojjerie-, veauerei-, Zohrwerf»- und Junuvgsvelrtebea. Ta g e e» r da» n z: 1.»erbanb«. angelegen feilen i Seht wichtige BrancheuangriegenbeUen. 8.Verfchtebeneo Jahtreiche Beteiligung wirb ermarter. «ckiwnq! Vrghlllihxjstt«ch«»«« Verordnung über bi» BilPung de» Obetbcnecc- tangsausidinfieo Im 8ezi>( ha» Canbeofliianjoml» Berti». Auf Srunb ber§6 t, 3 Abs 8 unb der Ki 1 1 die 15 uno 20 bor Verordnung über >te Bildung der Ob, rdewertungeauoirbüsie bei den ilanbeoftnantilmlrrn und lbr Per- lahren. L S 471) wir?, soweit etsorderiich. im Benehmen mit der zultanblaen nandesregieiuita für de» Bewirf des L indesfiaanzamt» Berff» gende» verordnet: stltlmod). den 26 Dezember, abend» »>/, Ahe. im Calal A» a 1 1, ch l 6, e r Adnidertstr. 21 Brauchenversammlung allee im der vrehflndustri« de- ichäfttglenkolleginnen«.Kollegen. Zogesordnung: i. Bericht Uder unlere Berbanbiungen oor dem Schlichtung»- ausfchnft. 2. Stokulston. 8 Branchenangelegenheiten. tfBe~ Da in btefer Berfamminng ein» Abitimmung notwendig fein wirb, werben all« Rolleginnen unb Rollegen ersucht, bestimmt unb nünltlid) du erscheinen. Di» VrSnnerioalInng aller Art für Fabrikation und Vertrieb laufend gesucht von erstklassig eingerichteter, bekannter, angesehener Fabrik Berlins mit besten Verbindungen, Belegschah ISO Köpfe. Ausführlich« Angebote, dit unbedingt diskret bebandelt werden, erbeten unter B.3I an die Haupt- ezpedition des VorwSrf»- VerUg. Hildteii- ' roh emailliert | Rome Letroim 42 rt SO ff. « CltrUllne 16» 125. mit Anrichte Rlescnauswahl 1 roher, lackierter, laelerter I Küchen, einzelner Kleiderund Küchenechränke. Himmel lUtiiriRserltr.ZKKüSDliaDmTBi) f»i- 8 L den Bezirf he» Lande,ffnan,ami« Borltir wird»in Oberdewerlungsaudschtch gebtibed 8 2 Bei dem Ob»rbewertung»au«schuft wem den 4 svierl Rammern errrchtet. Sift der Rammern ist Berlin. 8 3 Oertlich juflänbifl sind: die.Srsl»- und Zweite Ramme»' für die stiibtischen Berwairungsbeftirfe I bi» VL bi«.Dritte» unb.Viert» Ramm«»' für bi« ftäbtijchcn ScnDaltungsbczlct« VUhUXX. DI« Oefamtjabl bet für den vbrr- bew«r!ung»au»ichuft zu w6bl»nb«n«brev- amtlichen Mitglieder betrügt 72 Izweiunh- siebzig!, bi« grmüü t II. Abs 1 b«t Ober- beweriungsausschuftordnuna w gleicher Jabi von Organen brr-Srlbstvrrwaitung unb oan Iffeniltch-techtlichen berusoftün» bischen Vertretungen �u wählen find. «ahlbrrrchtigt sind: 1. solgrndr Organe der Selbstverwaltung: dt« Siabtorrorbnrtrnserlavimlmta der Siodiarmrind« Vrrli», 2 solgrndr üffentUch-rrchtllch» brrusostSn- btlchr Verlrelungen: a) die Jnbuftrle- unb Kandelofammer zu Berlin NW 7, Doroihernstr. 8 b) bi» Kandwrrlslommer zu Berlin, «eriin K«-.1. Trltowe» Str. 1—4, e) die Lanbwirtschaitofammer für dl« Provinz Brandenburg unb für Berlin, Berlin NW. 40. Rranorinzenuler 4—6. dl der Poritanb brr«nwaitslammer zu Berlin,»eritn W 10.«illoriastr. 13, e) die Arrzrelommer für Berlin. Berlin W 62, Nettrlbeckstr 4, f) dir gobnürztefammer für Prrufte«, Sitz Berlin, Porstanh««»tau V, Zauentzinplatz 7, gl dir Avotbrlr lommer lür dir Provinz Bronbenvurg und bi« Stadtgemewbe Berlin. Berlin E. 64. No-rmHoler Strafte 48 8« Bon der»rsamtzahf der ehrrnamd- lichen Miigiieber haben zu wühleu: die Srabivrrorbneirnoersamm. lung brr Stabtgrmrmb» BerHn 68 Mitgl. dir Jnbustrif unb San bei». tau-mrr. barunler 10 Kaue» und Grundbesiger, sowie t) Be» tr>»b»grunbslüd»bis!tzer.. 16, b>» tzanotverl»lamm«r zu Berlw, darunter 7 Hau»- und Drunb- tesiger, sowie gBrtrteosginnd- stillt« brützrr...... 12» die Lanbwirtschaitofammer für bia Provinz Brandenburg und silr Berlin, barunter l Hau»- unh tbruiiblesitzer. sowie 1 Belrtebd» grunbltüdsbesitzer..... 2, bet Boi stand 6er Anwailslammer zu Berlin........ z. die Aerzlrlammer lür Berlin. 1, die Jahnürztekammer s. Preuften. Sitz Berun....... 1, die Apothelerfammer für bl« Provinz Brandenburg und bi« Stadlgemetnb« Berlin. t» gnjammen 72 NülgL § Atisforbertmgen zur«ornabme der Wahl werben den Bahlorganen besonder» Zugestellt. Berlin, den 17 Dezember 1928 Der Prästdent de« Landeiftnanzamt» Brellu. st«en*irlope»irnm o»<«k zitiz'z zzfMtl UtDUuUcrd;■«er Geunt-ZillaK hillin I tu„VgrairtT nä b*b/, �tr. Wasser eine« ca. 52 0/o Ttumoerfchnitt Marke»Crtifron* ober �ünffren' hcrstelltn. aus dem mit Zucker und heißem Wasser(nach Geschmack voch Zitrone) ein kräftiger Punsch bereitek wird.der voll dustigenAromat Ist unb vor allem sehr gui bekommt.(Zbenfallt sind alle anderen Sorten wleAnanas-.Slahpunsch», Echlummerpunschaeschmack etc., herstellbar, wie auch bekanntlich sämtliche Liköre und Lranntwelna. Dohlgemerkt. aber nur die echten Zleichel-Esseuzen mit der»Qchtheijmarke', die In allen Drogerien «Ml. pod. llllo löllftel. oeMZll. ellellHUM.« LMmMiMerwev-jM Mmlnks-Mlivg zu öelllu vetauatmachaag. Da tut Wahl Nrt Bertrrtar im Au». WuR fein SPtiVoorfdilaB matter ein«»» omtqen ist. fo«ilt her vom Sorftoni «rf«c stellte Wahworschla« ol»«eneRmigt. Die cm 10. Januar 1927 feftaeseRte Wahl mild hiermit aufsieheben. (hemühlt sind: aon den Heeren Aedeitgeder» 1. Hefe Richard«rllyer. Beilin. Pe» tereJeurcer St-ofte 56. 1 fiert Alberl(SneeC SerStt, Nerne- ler Strafte 28. t. Sett Äort Rom, Berlin. Äolvnie» fttofte 147. 4u Herr Mar Roch. Berlin. Meimeler Strafte 27. d. Herr florl Kiedrich, Berlin, Setitfe. fttofte 72, 6. Herr Bernhort Ifift, Berlin, Hetrnifls. borfer Strafte 9. 7. Herr florl Tschesch, Berlin. Döhlert strafte 12 12. Erfaftminnee: 1. Herr Adolf RNs», Berlin. Vvvelner Strafte 5. 2. Herr Wilhelm RegSsel. Berlin. Rll derodorfer Strafte 21. t Herr©uflor Schräder, Berlin, ettomfltofte 25. 4. Herr Paul Rllhiucke. Neukdlln, Mainderstraftk. � 5. Herr Alfred Danehl. Berlin Sood) im strafte. ». Herr Rml Schenk. Wilmersdorf Berliner Slroftt 41. 7. Herr Poirt Zoftmcnn. Berlin. Stral. sunder Strafte 65. 8. Herr Gustav Wegener.»erlin. Waldemar strafte 15. 9. Herr Karl Burzlaff. Berlin, vft. ender Strafte 8. 10. Herr Willi Godau, Berlin. Sroft. de-ren strafte 21. II. Herr Robert Rriiflet, Berlin, Beter,- buraer Strafte 56. 12. Herr Deoro Rietmllller. Berlin, Arndtstrafte 25. 13. Herr Hernrich Lier. SchSneber«. Aka.iienstrafte 27. 14. Herr Arnnist Gerchardi, Neukölln. stflnastraftr 28. G. mahlt find: von den Herren Arbeitnehmern: 1. Adolf Gericke. SransmMlftraftc 14. ■arbeitflehet: Reumann, Luremburfler Strafte Z2. 2. Wilhelm Rvaufe. WilmerÄrolf. Ba» eenschc Strafte 90. Arbeitaeher: Schuvve, Wilmersdorf, Wilhelms» aue 12. 9. frrift Pfefferlin«. Morift strafte 2. Ardeiiaeber. A. Sänüz. Branden- fturoftroftc 8. 4. Gerhrrd Chmel, Adalbertstrafte 24. Arbaitoeber: Schuppe. Wilmersdorf. Wildclmsaue 12. I. Bei-tboll» Bettinqer,»olonnenstr. 27. Ard-ilaeber: Betüttfler. ftolonntn» strafte 27. 6. Will! SchrSder, Wilmersdorf. Ber» liner Str. Z8. Arbeitaeher: Schuppe. Wilmersdorf. WIHelmsaue 12. 7. Karl Ztvirnlein. Sdiöneberq. ilrid Beuter-Strafte 8. Arbeilgeber: Fo» bienke. SchSneberfl. Dorberq strafte 7. 6. Bruno Lehmann, Rostl, strafte 47. Arbeitgeber: Heinde. Svlmestrofte. d. rtto Schlombach, Gubener Str. 80. Ardeitsieber: Grvft, Quiftotvslrafte 1«. 10. Rael WNller, Nordufer 2. Arbeitgeber: ffitoft. Quiftow strafte 108. II Alfred Lehmann, Nostitftrafte 60. Albcitgfbtr: Bürger. Willibald- ?!lrt!s-St>afte 17. Uosenstoff kbscknitts 3— Anzugstoffe Mit NideUtreiin'... Meter 2.50 StOffe 140"" �"'�..er 1.75 1.50 iür Winfer-Danienmintcl. 140 cm breit, O Cft OlUllC jrute OuahtAt. rnoderue Farl-»fn. Meter Ulsterstoife rar HOTtB> 3.50 1/alAiir» Ifr*>1x1»- Mäntel, 14ü cm breit. Ä HA Velours vorroel. yvalitKt..... Meter Manchester f te Queütit••••••.1,03 r tcbOneFarb.O Ofl Orfißc 65"U 1 1 n | I,<ÄF Wollene Schals.......... 0.40 Kinder- Hemdhosen C"e.F«Ä 1— Herren-Hemden �„Sr'.Tordne0 5 1.75 Herren Unterhosen-"Ä?"- 1.20 Herren-Futterunterhosen 0�4 1.30 Männer-Unterhosen•™' Trk<1. � 0.70 MeilOam.-Fiiitendiiöpler' Damen-Schlüpfer Damen- üntertaillen Z!'«x�nn7!� 0.70 Damen-Strickiacken fSSSoSSi: 5.95 Frauen Strickblusen �.l�.ÄZSÖ Strickwesten 0-m.n 4.80 Kunstseid Schals t. Herren n. Damen, ! Mutter 1.5rf 12a Gamaschen Hös'chen nia' Wo"t 0.80 2.50,1.35 Garnituren Schal«od Mfltze«r Kinder 1.90 Männer-Handschuhe O.SO Könnsr-PoosmanüschuneiÄf o.8ä Männersocken krl(ti£e>O»wcbe,2Pa*r0.43 Männersocken 0.45 Hosenträger 0.45 Barchen tlakenweis. 300x1«,«««.• 2.50 Barchentlaken rÄ�T.1�! 2.50 Barchentdecken 0%.... stock 0.90 Tischdecken............. 1.40 Künstlerdecken 8ox».imdi-«.)>iiecw 1.25 Künstlerdecken 3.95 Laken-Nessel 1«—«-.--�0.95 Lakenstoffe 1.30 Bettbezüge? Ä» 8.75 BettbeZÜqeDinriir. IDeckbMt. SCiuea. 9.75 Frottier Handtücher � Qm�T> 0.80 Handtücher � T.T! 1 f Ä 0.50 Handtücher p,'fc"d 8tbV£ 0.45 Herren- Joppenanzug Pelzjoppen 48.00 Herren-Hancti.-a. Coraaazüge 2a_ mit Bieecbe*............." Herren-Hose......... 3.50 Monteur-Hosen Kop»«»d onn.. 1.85 Knaben-HancDesteianzügeAiso Damen-Wintermäntel».«-« 10.50 ifacktpelze 24 Üi[FuSsäcke.TT 2ÜÖÖ| Aufträge v. außerhalb werden geg. Nachnahme ausgeführt Porlofr. Versand v. M. 20.— an Baer Sohn«. Berlin IV 4. nur Claau99enee feit 1882 nur Dronien .... iirahe 158.«einerlei Beitiehungen ,ur 71���'itgebe?- Beth�?'�-'"»-n Namens P-lsdomer» 12. Heinrich Schafer. Immlibenstrafte 17». Ardeitgeber: äricke n. Hoff mann. ehsusteestrafte 37. 18. Louis Gefertch. Wilmersdorf, Aoche. ne. Strafte 4». Arbeitgeber: B:ifch. «ilmersdarf, Berliner Strafte 18. 14. l>tto Bettinger.«vlonnenstrafte 27. Arbeitgeber: Beiiingrr«oletuwn. strafte 27, «rsaftmZnner: 1.«atl Mnft. Edllestfche Strafte 14. Arbeitgeber: Langner. Treptorn, Graehsteafte 14. 2. Rid:«rd Gaertiq. Arndtfiraft« 17. Arbeitgeber: Sangner, Treptow. Graeftstrofte 17. 8. Georg Nieolai, Stennneft strafte 15, bei Becker. Arbeitgeber: Psblisch Nollendorfsteafte 2. 4. Hermann Sduilft, Rykestrafte 22. Arbeilsebet: Bolkner. Brunnen» strafte 86. 5. Otto Zoftmann. Hussttenstrafte 8. Ar- beitgeber: Zeftmann. Gartenstrafte 12. 6. Gduord SewandomM.«dslinee St'afte 8. Arbeitgeber: A. SdnitiM Reinickendorf. Residenzstraft« 89. 7. Grmin Strafte Wilbelm strafte 3. 8. ftorl flloft. Citri stbueger Strafte 43. Arbeitgeber: Müller, Gubener Str. 6. 9. Wilhelm Sonnende eg. GreifSivolder Strafte 9. Arbeitgeber: ff. Pohl. Mag ften strafte 23. ia Welbeln: Welle, RetckSlln, Westr- strafte 158. Arbeitaeber:«sthn'.cke, Renkölln, Mai nter Strafte 99. W. Beul Billiger. Bohnsdorf b. Grünau. Arbeitgeber: ffifcher, SchZnebe-a Sedanstrafte 17. 12. ffrani Urhat. Rstdeesdorfer Str. 59 Atbeiteeber: Säumt, Lichtenberg. 18. Richard ückelt. ffeiedrichsbeeger Strafte 8. Arbeitaeber: Stahmann. 14. CmK Belli». Net-tülln. Harzer Strafte 89. Arbeitgeber: Birtenstod. 12 Max Brinkmann. Rüdersdorfer Straft« 8. Arbeitgeber: Pohl, Box. Hagener Strafte. 16. Hermann«raufe. Weidenmeg 6. Arbeitgeber:«odt. 17. Bruno Eckelt. Liebtaftrafte 88. Ar. beitaeber Auwmobil G. m. b. H. 18. Ernst«roetel. Marbach str. 65, Ar» beiWeber: Bnttaereil. ffreurtgstrafte. 19. Ernst Hoblet, ffriedenau, Rubens. ttrofte. Arbeitaeber: Hoftnann. ffrledenau 28. Auanft Melom, Berlin. Bofener strafte 8. Arbei! sieber: Bohl. tL ffriedrtch«nebell. Nenklllln. Reuterstrafte 67. Arbeitgeber: Cheifwpb, Reuküvn. 22. vtta BolM. Culmstrafte 2. Arbeit- geder: Otto Schllnebeck, Alven». leben er Strafte 12. 28. Andrea» Borfenbagen. ffrnchtste. 81. Arbeitgeber: Erpel. Memeler Strafte. 24. Ernst Gimmler, SchSnebera. Gustav- Müller Strafte 19. Arbeitgeber: Gimmler. M. Gottharb Goftfchalk, Reukslln, Lenau» straft« 27. Arbeitaeber: Bettinger, SchSnederg.«olvnnen strafte 27 28. Wilhelm Paul. Luitpvstistrafte 88. Aebeitaebee: Gitnmler. 27. Richged Behl. Cbarlottenburq. Schil» leestrafte 18. Arbeitaeher: Baris. 28. Albert Genz. Reinickendorf, Bon komrr Allee 69. Arbeftoerer: fftift Reumann. S.«.: Ludwig«treftl, Bvrstftender Seutsehsr Republikaner-JleicSisbund Ortsgruppe Berlin der Sammelpunkt der demokratisch und sozial eingestellten Republikaner Anmeldungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt der ehrenamtliche GeschältsfOhrer Bürgermeister M Kesslern Berlln-Lichterfelde-West Hortensienstraße 40. Telephon; Breitenhach Nr. 0692 Chailelougne«, Metallbetten. Auflege» mairaften, Balentmoteaften. Waltet, Siargorderstrafte achtzehn. Spezial gelchäft.__! Ich lieftcc Meiollbetten ab 19� Wanze» niemals im Metallbert. Li« fore trotz Teilzahlung sofort Metallbett» stellen.«inderbetten.«indermagen. Pupvenwaaen. Chaisewngues, ffeder» betten. Ball. Srofte ff rankfurtetstrafte 47. aegenüder Markusstrofte._" Metall bette» mit Auflagen 21. Schlafchaifewnaue, 22,—. Ehaiselangu«. decken 6.— Bandbebänge 8,—. Ba- tentmalraken 9,— BoIsterauNagen Mochenabzahlung 8,— GSHe. Pappel, alle« 12: Ponwrn. Schmidtstrafte I' Metallbette, mit Göhr. Pappelallee 12: strafte 1._ Auflage» 21,— Pankow. Schmidt, Drcdrollcnteschke. Leistungsfähigste Spezialsabrit. Rollenrnondlung 200.—. tRofrnthaltrftrafte 26.__* Leiterwaae«. Schubkarren. Einzelräder. Achsen, ffedecn. Globus. Dresdener» strafte 55. Moritzplotz 12? A._____' Teppiche. Dimandcckcn. Tischdecken. Betlvorleoer. Läuferstoffe, prachtvolle Ausmahl, erlra billig« Dileaenbeiien. Conrad ffifcher. feit 1884 Potsdamer» strafte 109._____* MöbelGelegenheitskäufe. Schlafztm inet, komplett, mit Drellmatratzetz. Rllstern.«rmoiodenschrauk, 740,—. Re» -seda Ofenlack 519.—. Eichen 475.— Mahagoni, Birke,«irschbaum. Ruft, bäum, in gröftler Auswahl. Herren. zimmer. arofte, dreitetlige Bibliothek innen MahOsiOni. 895.—. 495—, 585,—, 675,— usw. Speisezimmer. Büfett. An» richte, innen Mahagoni, poliert, mit Ledcrstllhten, 87?.—. 445.—. 555.—. 659.-. 739,— usw. Gräfte Auswahl in birkenen und Ruftbaum-Epelsezimmern fei. !en billige Angebote. Riesenouswabl tu Stonduhre», Sofas.«lubfessel,«üchen. weifte eichen«. Nuftbaum-Sdiränke. alle Arten Einzelmöbel. Auf Wunsch auch ffablungserleichternng. Ausstellung in 19 Etaaen. Möbelspeicher Lennert. Loth- ringerstrafte 55, am Rosenfhalerpla».- Wringmaschine», Waschmaschinen, Wäschemangeln. Riefenauswahl. Repa- rawren allerlei. Drehrollentelchte. Waftniannstrafte 3, Landsbergerltrnftc.- Sdtzleiüunpsstiicfte. Wzzkh? us« Wenig getraaene«avalieraarderobe don Millionären. Aetzien. Anwälicn. ffadelhoft billige Preis«. Empfehle Toillenmäntel. Paletots, ffrocks Smokings, Gehrockonzüge. Hofen. Eporlpelze. Gehpelze. Selegenheiiskäufe rn neuer Garderobe. Weitester Weg lohnend. Lotbrinsierstrofte 56. 1 Tteppe. Roten- !ba!»r Platz. Gediegene Möbel, merk- den Satz. baut Gleiset, Aleranderplatz. Alerander- straft« 42. 409 preiswerte ffiminerelnrich- tunaen. Illustrierten Prachtkatawg 33 kostenlos.• Getraaene Herrengarderoben Gesell- schastsanziiae für korpulente ffiauren staunend billig. Raft, früher Mulack- strafte, ietzi Gormannstrafte 25126.____* Wenig aetragene Herrenanzüsie, Win» tcrvaletolz staunend billig. Wolfsziegen 19,—. Pelzjacken 49.-. Sämtliche Pclzarten spottbillig. Leihhaus Rosen» thaler Tor. Linienstrafte 2931294, Ecke Rosenthalerstraftc.«eine �mbardware. Stonnenerregend! Prochtteppich«»wa». »igl ffederbetten. Stand 29.—. Diwandecken! Gardlnenlager! Silber» wölfel Dreiftigl«reuzfüchfe fllnfzebu! Pclzjackenl Monatsaarderobel kkein« Bcrsatzware.) Teilzahlung. Pfandleihe. Betkaulshaus Schönhauserallc« U5 kZwrdrinal_* P-lzwarenfobrlk. Gröft'e Auswahl. beste Berarbeitung. billigste Preis«. ffahlungs-rlcichterung hei fofartiger Li« ferung gestattet. Pelzmäntel. Pelz» lacken. Chauffeurpelze. Pelzloppen Snortvelze. Gehpelz«. Pelzgarnituren Skunksktagen. ffuchskragen Wölfe latzfelle. Umorbeitunaen. Reparatur- annahm«. Tauber. Grünstrafte l. an der Gertraud ten straft». Räd» Splttel» markt.• Teppich» Schräger» bewährte,«redii- Instem. Lertaufe Teppich«. Gardinen. Läuferstoffe. Diwandccken Tischdecken. Swre,. Steppdecken. Garantiert«affa» preise.«leine Anzahlung, niedrige Raten. Invalidenstrafte 141, Röhe Stettiner Bahnhof. Vstrowskt» Möbelhau». Turmstrofte 73, nur vorn erste Etog«.«onkurrcnzlo» niedrige«affenpreise für Qualitätsware. trotzdem beaueme ffahlweii«.- Teilzahlung,«omvlett»«Immer. Ein» »elmödel billig. Wenger. Marstlius- strafte 8 sAIerandervlatz). Gräfte ffrank- kurterstrafte fechsundfünkzig.___• Teilzahluna. kulant. Mödel-Nisch._• TeilzahlUng, billig. Möbel-MIsch.« Teilzahlung. reell. Möbel. Misch. Graft« ffrankkurterstrafte 4514S. � Sclegenhcitl«leiderschronk 18.—, Berttka 15.—, Boschtoilettc II— Ruft- bourn-Schreibtilch 25.—.«üchen 24.—. Plüschsosa 15.—. Möbelba»» Gottlieb. Rüoenerstrgfte breitzeh»._* Tellzablnng. Schlafzimmer. Speise» »immer.«stchen sowie sämtliche Einzelmöbel. geringste Anzahlung, beauemste Abzahlung. Möbelhau» Suiscnftadt. «öpenickerstraftc 77/78. Eck« Brückcnstrafte. Schenkt Möbel zu Weihnachten und kauft Schlafzimmer, Speisezimmer, Set. renzimmer.«üchen. Büfett». Standuhren. Bllcherscheönkc. Siireiblilche. Schreibsestet. rund» Tische. Klubtische ...... Rähtische. Spsegelschränte. Bettstellen. Be- Waschwmmaden. Nachttische, ffluraarde» toben. Soso, Ruhebetten bei Möbel- Böbel, Moritznlotz. Berkaus im ffabrik- aebäude.«ahlunaserleichteiung.' Nuftbanmbstfett 150�-. o, 80,—.«ahlungserleichterung. linfl.«astanienallee 56. Polsteekeller Ärautftraft« 2 Lichteobcrg. Oderstraft« 24. Gabriel-Mar-Sitaft« 4. Riefenlager bildschöner Chaisewngue» Schreibtische jstastenruhebetten, Auflegematratzen. So- Äomer-!sa». ffelbbetten, Metallbettcn Woihen «lzablnng. Möbel. Teilzahlung. Gärisch. Stra. lauetvla» 1—2. Schlestlcher Bahnhos.' Ausnahme-Angebot! Ankleideschtänke. 2 Meter breit, mit ovalem Spiegel, dreitllrig. Böscheodteilung. 185,—, 159 »reit 195,—. englische Bettstellen, komplett. 55,—. Nachttische mit Marmor- platte 15,—. Ruftboum-Apotheken 12.—. Plllichsofa» 48,—, Diplomaten 35,—. Söulenbüfett» 75,—, Bierzug tische 65,—, Sianduhren 72,—, komplett»«llchen mit Berglosung. lackiert. 65.—. Eftzimmer, echt Eiche, komplett 295,—, Schlafzimmer mit echtem Marmor und ffoeettesoieg«! 285,—. Herrenzimmer mit Ledermöbeln 285.—. Möbelhau» Sottlieb, Rllgener» tiroft« dreizehn Bahnhof Gesundbrunnen. ffrelliefernng.* Anklelbescheönke, arofte. mtt Spiegel 106—, Bettstellen 48.—, Schlafzimmer. «llchen. Ein�lmöbel. Soso», ffohlung»» erleichterung. Stein, nur Anklamer- strafte 20. ♦ Musikinstrumente Biono-ffabtik Steinberg, ausgezeichnete ffadiikate, billigst« Preise, lang» kriftig« Monatsraien. ffabrikgaranti«, Verkauf nur in unserer Houptfobtik: ff rankfurteralle« 12.«ei» Laden!«eine Vr.treterl• Piene« preiswert. Link Brunnenstrafte 85 «laviermache: Piano«, fflllgel. neu und gebraucht. grofte Auswahl. langt ähria« Garantie. 59.— monatlich, verkauft Pianohau» «IniggtAtzerstrafte 81. Hcilansialt+ fflr eieMomevlMWe Sellmekljoüe. Höt- ooD Höntgen- toeronlc uno RoturöBiituaDp. öomöooainie. Btomemie ono fitöuterturefl. SiimtMe meDlpifdien noD MlumMer. Boüitonöig glftiiele Beijanöiuag. Sehr gute nnö schnelle Heilerfolge bei allen innere» and Oufterea Krankheiten, speziell chronischen, bei MAnaer«, Zrooea ono»rnbern. Nachweislich stnd mit gutem Heilerfolge folgende«ronlheiteu behandelt und geheilt worden: Hat»- und Lungen. Tuberkulose und Katarrh, Pronchialkataerh. Bronchialasthma:«euchhuften: Kerzelweiteeuna. Serzs-HIer und Herzklappen. fehl». Herzasthma: Ma>,cnc:we>leruna und-leuk-ng. Magen- und Darm. kotar.'h. nervöse Magenschwä-t«. Magengeschwüre- Stnhlverstopsun«: Leber. erkrantnng, Saltensteine. Gelbsucht-. Leber, und Milzanschwellung: S:cht und Rheuma:ismu». rheumatische und nervöse«opsschmerzen, Schlaslostakelt: Er. krankunae» de» Rervensastems, Nervenschwäche. Revraicheuie, Systeric. Rrur. algic. Ischias, Teiarminus-Nenralaic, Miglän«, Riickenm-rkukrankuuaeu: Sie sswechsetkravkheiten, ffuckerkravlhcit, har»sr« Diathcse. gettincht: Er- kranlunae» d«« Biute». Leukämie. Chl-r-se»nd A-äm»: Riere». und «lasevieiden: Erkältungskrankheiten. Influenz,»rrpp«: SchvppenN-chic. chronische Ckr-me. Dartslechte. Haaranssall. frestend« K-m flechte sLupnsl: Beinqeschwüre, frisch«»nd ocraltcte Wunden und ffisieln, Mostdarmsistel» und .fistttten; Hömorrhoid«»: Quetschunsi-n, Blntetgüste; ffurnukcl und«Olbunket: «rampfadcr». Muttermale! N-ffelsncht. Roic;»randwunden: Denienschwet- tunaen jeder Art; Ohren- und Rasenleiden. Stirn- und»iefernhöhicnverett«. runa: Adernvetkolkuuq: ffolge»»an Schlaaanfall, Lähmnnae» bei Kindern nnh Erwachsenen:«inderkrankhei!«». Skrophuwse: ffrauenleidep jeder Art: Geschlechtskrankheiten und deren ffolgen bei Männern und ffrauen. Don den Hunderten Geheilten sind hier nur einig« wegen Rarunmangels an. «-führt: 1. S. Rönsch. Sattler, Bln.. ffrantfurter Alle« 16». Rheumatis- mus, geheilt. 2. ffr. S. Sshdarf, Bln..«olbergrr Str. 28/29. Nernen. und «nochenhaulenlzllndung. vollständig gelähmt, geheilt. 8. H. Ritter, Bln.» ffriedenau. Eponholzstr.-56, o. Beinleiden«cheilt. 4. f>. M. Berner.«aufmann. Bln. R.. Gottfchedstr. 2 v. Lungcnleiden. Bl-senkat-rrh geheilt. 5.«nahe». Mulack. Bln.. ffwinglistr. 39, v. Rückengratnerkrümmung mtt Läbmunqserscheinunqen. Maflen- u. Darmkatarrh geheilt. 6. ssr. M. Welueck, Bln., Auguststr. 21. v. MuskelentKÜndung u. HerKsckwSche geheilt. 7. ffr. Z. Kanilch, Bln.. Lübecker Str. 13. Blinddarmfistel. geheilt. 8. ffr. Herm»»», Bln.�chänebrrg. ffeuriastr. 18, Blinddarmfistel. geheilt. 9. ffr. A. Heide- kue». Bln.. Goftlerstr. 84 Gelenkrheumatismus. Rückenschmerz» u. Reur. asthenie. aeheitt. 10. S. O. Bürgee. Rentier,»tu.. Reichenberger Sir. 141. Drüsenschwellunq. aeheitt. U. S. Paul. Bln.. Retchenberaer Str. 181. Magen, u. Nervenleiden, aeheilt. 12. ffr. v.»liftner, BIn.-Neukolln. Harzer Str. 87,«rümpfe, geheilt. 13. S. v. llnger.«aufmann. Bln.. Wichertstr. 41. Magen«. Leber- u. Nierenleiden, geheilt. 14. ffr. E. Baseli», Bln.. Pflunftr. b Magen qcschwüre u. Blutarmut, geheilt. 15. Frl. LleKow, B'n., Kalb erger Str. 28/29 Gelenkrheumatismus, aeheilt. 16. ffr. Wrv. ffritschler. Bln.. Marienburgrr Str. 4« Darmgeschwulst, geheilt. 17. ffr. Hedwig Stern. Bln-Schöneberg. Tharwaldsenstr. 19. Leberanschwcllung Gallenblasenentzllndung, aeheilt. 18. ffr.«. Rohrmoser. Bln.. Breslouer Str. 1. Herzerweiterung. Her, neurose oll«. Rcroenschwäche. geheilt. 19. ffr. Bartsch. Bln.-Cävcnick. Rosenür. 2. schwere Biutveraifttina». Handvereiie. runa. aeheilt. 29. S. O. Vchme. Schlächtermeister, Bln.. Thaerstr. 49. Herz- n. Magenleiden. Leber- u. Milzanschwelluna. aeheitt. 21. ffr.«. Kirchner. Bln., Dolziaer Sir. 24 Manen. Leber- u. Gallensteinleiden. Gelbsucht, ge- heilt. 22. Herta Jabel. Lübdenau-Spreewald. tuberkulöser«nochenfraft, «nleaelenksentzllndung. aeheitt. 23. H Röhr, Ritterautshesttzer. Srnittvaldc. «rs.«arpowen. Ostvr.. schwere Bluiveraiftuna u. Geschwür,, geheilt. 24. S. O. Lcvpolb. Bln.-ffriedenau.«aiseralle» 123, eitrige Lungen kistel. aeheilt. 25 s«. Michaeli». Gastwirt. Bln.-Charlottendura. Ballstr. 87. Leherleiden. Gallensteinleiden. Gelbsucht aeheitt. 26. S. PolizeiaMstent R.«ramm. Bln..«ochhannstr. 26. von Magenaefchwüren. Magen erweiterung n. Senkung mit 30 Behandlungen geheilt. »It können ianrn. daft durch die Bor In noieeee yeilae, statt selbst die ältesten. hortnSckiqsten Leiben noch zur Heilnng gedrocht werden und daft alle, die ihr höchstes OtbcnglOd. die Gesundheit, bereit« verloren zu haben glauben, wieder w den Bollbesttz derselben gesetzt werben. (HF- Briefliche Oriainol-Anerkennilnaen von nn« gebeitter«Wb gzpgtz PalientenstehenunWortezimmerderAnNaltzurEinstcht. Oetreuale Sehanblnngarönrac ffir Carnen and Herren I Seine briefliche Behandlung t Professor Dr. med. P. NIsfelsKy. Anf, nur im Aailande ernanni, promoviert und approbiert. Mitglied der Iniernailonalen Vereinigung ton Acrrlcn n. Natur irrten. Berlin S016, Brückenstraße 10b, 2. yan» von der»nagesteafte. 1 Minake»na Bhs Zannarnihbrücke. cnngsöhrtge iochn,öanische öezMch« Sehoodlnag und celwag. Speech- und vehandlnnoszeil: fl-I. 4— 7 � Sonnlag und Zetert ag P 10-12 Ahr.- praxi» feil löSI. Von der Reise zurück! Ohne Anzahlung. Piano, in großer Auswahl, neue und gebrauchte, mit herrlicher Tonfülle. Longjähriger Garantieschein. kleine Ratenzahlung. Herer, Brunnenstraft« 191, 1 Trepp«, am Rosen- cho lervlatz._* Grammophon 10,— an. Schallplatte» —20 an. Plattenumlausch. Ersatzteil«, Reparaturen,«äpcnickerstrafte 183».» Seltene Gelegenheiten: Piano», Ga. rontieurkunb«, 599,— an.«leine Mo- natsraten. Herer. Prinzenstrofte 90, Sochbahnstatton.* Steinmeyerpian», Konzertpiano, fflü- lelton ab ffobrit. ffahlungserleichterung, cht ffriebrichftvofte 16 ckl._____ Pianos, Harmonium». Teilzahlung. Scherer. Chausteestrafte 196.__• Sprechmaschinen, vollständig geräusch. loser Gang, in allen Preislagen,«offer- Avvorai 17 Mark. Hauben-Sprechmsilchi- nen 22 Mark, Schrankapparate 68 Mark. bis zu den eleaanieftcn Ausführunqen preiswert. Schul, n. Sundlach. Berlin MUnzstraft« 18.» Bandanisn». 194teil!g, 95 Mark: Wie- ner A kkordien 8.59 Mark. 2 Reiben besser 14 Mark: deutsche Atkardien 4 Mark an. Biolinen. Mondolinen. Lauten. Giior. ten. 2900 Stück auf Lager, in allen Pretsiaaen. Schulz u. Gundlach. Ber- Ii», Mllnzftraft» 1Ä._____• Mletpi-vv,, teilweis««auf-nrechnnna Teilzahluna. Bahrt. Hauptstraft« 1. Eck« Grunewald strafte.• Kaufgesuche Nahngebisse. Tildersachen. Rinn.. Siel Queckstlder Goldlchmelze Christianal «öpenicker straft« 8» i Svalb.rtstraftei._• R-dnaibisse. Zdelmelalldruch. Queck- stldrt Rinn. Blei. Eilberichmelze Edriilianat.«öpenickerstrafte 29» tMan�- teuiielstraftcl. Unterricht Ber!!» School. ffremde Sprachen. Leiv» zigerstrafte 12Sa. Ecke WilHelmittafte. Tauentzien strafte 19s. Einzel- und Rirkel- Unterricht._ Eintritt sederzeit.__ Pntzkurs«. Privatschul« für Damen- putz. Thea Simon, oerehelicht« Baruch Rortgrosenstroft« IL. ffreiprospekt._• ffröbel-Oderlin-Znftitut. Privot-Hou». Haltungsschule. Inhaber S. Pollak. Berlin. Wilhelmstrafte 19. Beste Aus- bildun» in allen hauswirlschaftlichen ffächern. Schneidern,«ochen usw. Ein- tritt an iedem Ersten de» Monat«.__* Kaufmännisch« Privaischul« VON Hon» Iungck. Inhaber Hon» Iungck und Ru- dolf Sobet. Berlin SM. Beuthstrafte 19. am Spittelmarkt. ffern'precher Merkur 4481. Tage», und Adendlehrgönge. Be- ginn Anfang Januar. Dieimpnalskurse>n Einzelfächern: Buchfllhrunq. Bilanz, Mo- schinenschreiben. Kurzfchrist. ffremdspra- che». Privatunterricht täglich. Prospekt kostenlos._ Roblunoserleichtetun«. Modetanzschule, Uhlond 2698._ Pnchsührungs-, Bilonz-Privatnnterricht Bücherrenisor Bruno Rilschk«. RUtn- beroerstrofte?. Steinplotz 144 91. Jung. mädchen-, Domen, irlel Anna Nitschk«. � Tonzschnle ffrivdrich-Donath. Michael- kirchstrafte 39. Täglich llnterrichtskurse für AnfSngrr und Borgeschrttten«. Ede- paarkursu» Mittwoch. Technisch« Privotschul« Dr. Werner. Rcairrungsdoumeister. Berlin. Reondev» strafte 3. Maschinenbau. Elektrotechnik. Kochbau. Abendlehrgäng«, Togeslehv. gänge. Verschieckenez ffröhlich« Weihnachten wünscht Möbel. hau»«amerling.«astanienallee 56.__ DeteNivbnrea» Etaschel, Chaussee. straft« 77. ffernfprecher Norde» 7886. Beobochtunaen. Ermittelungen,«u». künfte allerort».__• Wäsche nach Gewicht. Habtrocken zu» rück per Pfund nur 29 Pfg.. trocken zurück nur 25 Pfg. Dampfw äscheret .Metfut*. fftflnffurtet Alle« 807. Riv nlgstodt 2829.____• veetra»«»»»olle Auskunft. Unter» suchung särztlichl. ffrau Erdmann,«öpe» nickerstrafte 151. rechter Borderousgong. I Treppe. Räh« Schlessslher. Görlitzer Bahnhot.___________________• Riugfrei« Umzüge. Möbeltvanv parte. Guhl, SM. 29. W:llibald-AIexi».S:r. 32 Hasenheide 2312._ Buchbinderei Sieber, Iosevhstroft« 2, Moritzplatz 4812.«mpfiehtt stch.' Celdverkebr Leihhanv Schneider. Aleranderstr 14a. unweit Ionnowitzdrücke. Köchstbeleihun« von Wäsche. Herrengarderob«, Werl» fachen niw.• Silvestermnstk. ffrenaphon, der neue Svred>avvarat mtt Bollkiang. direkt ab ffabrik ohne jeden Zwischenhandel. Tischapparate 25.—. 85.— Mark. Schrank» apparai« 62.—, 85,— Mark. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung, van 1.— Matk an. Longjähriae Garonlie. Sin Plottensortiment nach Wahl. 29 Stllcke. 19,59 Mark Borführungsräiune nur in der ffabrik. HI» 7 Uh: geöffnet. Soredtapparate-Bau-Gesellschait ffrejer u. Ca.. R 4. Chausseeftraft« 46«ine Trepp« Haltestelle Schwartzokpkisttafte. Drei Mark Dochenrate, 15 Mark An- � zahlun«. fflr ein erstklasssae» Rarken. l rad. ffahrradhau» Kentrum Linien»� strafte neunzehn.' 31 acka tos kaufmännisch« Privaifckulen W und Dr. A. Rackow. Wilbelenstr. 49. nahe Leipzigersttafte, Tauentzienstraft« 1, Alerande rplatz 59. 6. und 19. Januar beginnen besondere Viertelsohr«»» und Salbiahreslehrfläng« zur kaufmännischen Ausbildung fllr sunge Damen und Herren mit«infadier und höherer Schulbikdung. Lehrviäne kostenlos. Schnell fördernde Wahlsöchert Buchfüh» runa. Rechneu.«orrrtnonhenz, Wechsel» lebr», Slenograpbie. Rlaichinenscheeiben. Schönicheeiben. Deutsch, ffreindsprochen. fremdsprachlid»« Stenographie.' Kelundbrunne».«aufmännischr Bei» vatschule«ossatz Bodstraft« 67. Kum- boldt 223. Januar beginnen 8. 4. 6 und 12 Monatslehrgäng» in sämtlichen Kan- delsföche:»,«urzschrift. Maschinenschreiben und ffortbilduna. Deutsch und ffremdiprochen. Schönschreiben jeder Art� Prlvatunterrichl jederzeit._* Schnelllnrie, Englisch. ffronzöstsch. «orresponden». Urbanstraft« 176. Einlaaegeldee sucht Pfandleihe Lange. Moritzvlatz. Aschingerhaus. Segr. 1893. *• Mielgcsuche Schlesstelle» und einfach möblierte Rimmer für Ledige sowie leere oder teil. möblierte Rimmer fllr Ehepaare gesucht.' Prelsanaabe an Wahlfahrtestelle ffröbel. strafte 15.« Mrheit»marht Sldlcnangckote Vertreter zum Besuch von Läden jeder Art für moderne Schaufensterbelruchtung bei hohem Verdienst sucht NutzikM-Gesellsdiaft m.b.H. WilhclmstraBe 147, I Tr. Ab Montag von 9—12 Uhr. Richard V09®i| Berlin, Friedrichstraße 43, und RotsdamerStraße 14. Linoäeum, Teppiche, Läufersloffe, Schlafdecken. Unterhaltung uns ÄNissen ZUM Jest der Liebe. öeilage ües vorwärts Zrieüev auf Crüen) dann hört mit üieser Spielerei auf! Heimat öer Seele. Eine kleiae weihaachtsgeschichte beinahe von Lelms Lager lös. Ein kleine» Siroßeaerlebms, nicht wichtiger ol» manche» andere. das vor ausmerkiamen Augen im Wogen und Treiben der Droh. stadt einmal ausbhtzen mag. Daß es an Wechnochten sich ereignete— ist vielleicht eine Aeuher- Kchteit dabei. Ich glaube es aber nicht. Die grob« schwedische Dichterin, die dieser kleinen Geschichte, ohne es zu wissen oder zu ahnen, chren Sinn gab, hat es so wunderbar verstanden, die chnst- liche Weihnachtslegend« mit dem einfachen Dasein ihres Volles zu verweben, daß»in gemeinsamer Mythos daraus erwuchs. Und dessen Kraft schien mir wirksam in der Seele des armen Jungen, von dem ich erzählen will. Es war vor längeren Jahren in London, ol» ich am Vorabend «or Weihnachten durch die zartschimmernde Nebeldömmerung heim- wart» wanderte. Wir hatten, eine jugendlich« Schar von Sange- rinnen und Sangern einer Londoner Madrigaloereinigung, in An. lchnung an den alten englischen Brauch des„caror-Singens in Kensington in den Vwenvorgärten englischer und deutscher Musiker und Maler allniederländische, alldeutsche und altenglische Weihnachts- Leder gesungen. Einen prächtig vielstimmigen Thorklang noch im Ohr und unbekümmert vor mich hinsummend, ging ich, von Kensington High Street kommend� den einsamen Kensington-Park entlang. Do kommen plötzlich aus der dunklen Tornische der monströsen „Aldert-Halle" zwei Policemen über die breit« Parkstrahe mir nach- gerannt und fragen, bei mir angekommen, ob ich eine Fremde sei und zufällig deutsch könne. In jenen gtücklichen Jahren, lange vor dem oölkerverhetzenden Weltkrieg, hatte solche Frage noch durchaus Nichts erschreckende» an sich. Ich konnte daher unbefangen erklären. daß ich sogar eine Deutsch« sei. Nun baten mich die beiden um den Gefallen, Dolmetscher für sie zu sein bei einem gänzlich erschöpften Menschen, den sie soeben im Torweg der Albert-Halle gesunden hallen und mit dem st« sich englisch durchaus nicht verständigen könnten. Die Deutschen seien doch immer so„goock linguists"(gute Sprachkenner), auch wenn der junge Mann nicht Deutscher sei, könne ich ihn sicher irgendwie verstehen. Ich konnte diese Bitte nicht ab- schlagen. Und so führten sie mich nun hinüber zu der Albert-Halle. die im tiefen Dunkel lang. Wir umschritten den gewaltigen Rund- bau dieses größten Londoner Konzerthause», um aus den Stufen der Hinteren Türnische nicht etwa»inen betrunkenen Landstreicher zu finden, sondern einen ärmlich gekleideten und todmüde und ver- froren dreinschauenden, aber bildhübschen kräftigen sungen Menschen. Hilflos blickte er uns aus tränenschimmernden Augen entgegen, zu- lammengesunken aus den Stufen, seinen Kopf gegen seinen elenden Handkoffer lehnend. Ein Deutscher war er mm zwar nicht, aber er besaß einen ge- «isien deutschen Sprachschatz, der allerding» bescheiden genug war. Mit einiger Geduld brachte ich heraus, daß er Schwede sei,«ine deutsch« Mutter gehabt habe, die aber, wie auch der Dater, schon sell langen Jahren tot sei. Don ihr hatte er die paar deutschen Brocken. Bor wenigen Tagen hatte er in der Heimat seine Lehre als Kürschner beendet und hatte nun gedacht, zu so guter Pelzsaison, t» war plötzlich kurz vor dem Fest kalt geworden, in einem Pelz- gefchöft in London unterzukommen. Am Morgen desselben Tage» war»r direkt von Malmö m London angekommen, voller Hoffnung. Wie sollte er auch nicht, au» seinem Heimatsstädtchen war vor Jahren auch ein Kürschner ausgewandert, der hatte jetzt, wie seder dehetm, und auch wohl ich wüßt», ein großes glänzende» Geschäft in London„am Bahnhos'. Und dann gab es ja doch in London 3000 Schweden, mehr als in seinem Heimatsort selbst, darunter Dutzende von Kürschnern. Eltern, Geschwister, die ihn beraten hatten, besaß er nicht. Reisegeld und soviel Taschengeld, um bei der Landung nicht abgewiesen zu werden, hatte er sich er- spart, und so kam er hoftnungsselig am frühen Morgen an der Lioerpoolstation an. Liverpoolstation, ja, da»«or gewiß sehr ander» als der Harm- lose„Bahnhossplotz'. auf dem sich der gute Junge seinen erfolgreichen Landsmann unter der Tür seine» gutgehenden Pelzladens wohl vor- gestellt hatte, wie er neagierig die neu ankommenden Fronden mustert. Liverpoolstation in der Morgendämmerung!— keiner der 3000 Schweden läuft da gerade zufällig herum. Seine Frag« nach dem Stolz der Heimat, dem reichen Pelzhändler, niemand versteht sie— ratlos steht er und weiß nicht wetter. Rur maßlos müde fühll er sich nach den zwei Rächten stürmischer Seefahrt. Er setzt sich zu- nächst einmal auf ein« nahe Lnlogenbant vor der Liverpoolstation, abzuwarten, ob nicht mit zunehmendem Tag einer der 3000 Schweden vorbeikomm«. 3000, immer wieder ruft er mir voll Ehrfurcht diese Zahl in» Bewußtsein. 3000, daß sich so was in London einfach verkrümeln kann, wie soll»« er sich dos vorstellen. Natürlich schläft er«in. Nach Stunden wacht er auf. wohl lag sein Kops noch aus feinem Koffer, aber die laschen seine» Mantels sind leer! Weg ist alle» mit der Brieftasche, die er prottischerweis« in der Außentasche stecken hatte, alle» fort: Ausweis, Geld, Zeugni» des Lehrherrn, all« Papier«! Gestrandet, fassungslos, ohne Geld, ohne Möglichkell, sich zu verständigen, steht er dem Ungeheuer London gegenüber! Und nun fängt er an zu wandern, wandert, wandert dtzn ganzen Tag, planlos, zlellos, die Augen auf die Firmenschilder gehestet— einmal muß doch sem Aug« den Namen eine» der vielen erfolgreichen schwedischen V«schäst»leute treffen, einmal muß er hoch bei seinem Frage» sich an einen der 3000 wenden. Keiner geht an Ihm vor- über, nremand reagiert aus den Namen de» berühmten Pelzhändler»! Und so wandert er hungrig, hoffnungslos immer weller, legt bis zum Abend die gewollig« Entfernung von Lioerpoolstotton bis Albertholl zurück. Hier läßt er sich endlich oerzweifell an der Türe nieder. Hier finden ihn die guten„Bobbies'(Londoner Schutz- leutef. Der Bericht, den ich ihnen übersetze, weckt ihr tiefe» Mitgefühl. E» ist klar, daß man den jungen Mann aus da« schwedische Konsulat bringen muß. aber da» ist setzt zu spät, er muß zunächst aus da» Polizeirevier gebracht werdsn, uk«ine Anweisung zum Uebernachtrn im.Workhouse'(Armenhaus) zu erhalten. Man meint auch auf dem Revier nicht auf mein« Hilf« verzichten zu können, und so machen wir un» oll« dahin aus den Weg Ein« merkwürdige Prozesswn: der eine Schutzmann nimmt den Koffer und trägt ihn, der andere saßt den sungen Mann freirndschaftUch unterm Arm und redet idm du Angst vor der Palizeistation aus. «ich faßt der Jüngling hilfestehend an de? Hand, damit ich ihm ja nicht in da« Dunkel des Parke» entwisch« und so ziehen wir oereint zum nächsten Revier. Der Poliznleutnan» dort ist allerding» de- deutend skeptischer al» wir. Er lächelt übersigen: daß eine junge Dame»emsallea kann, schien ihm oerzechlich. daß aber ersahrene gedient«„Bobbie»' sich mit solch altem Schwindel reinlegen Neßen, könne er nicht oerstehen Da» alle Märchen von den gestohlenen Ausweisen! Wer dos nicht kennt! Was will er übrigen» tn seinem Koffer haben?— Ja, danach hatte ihn noch niemand gefragt,— ein Sopsschütteln nach den Schutzleuten hin. Denen schien Mutter» Plumpudding schon in die Nase gestochen zu haben! Und nun zeigte un» der Pollzeigewallige, wie man jemand in ein Kreuzfeuer nehmen kann, selbst wenn man es über einen Dolmetsch tun muß. Aber es glückt» ihm nicht, daß sich der Schwed« in einen Widerspruch verwickelle. Er blieb bei den alten Behaup- tungen. Im Koffer wollte er seine ganze Habe von der Heimat mit» gebracht haben, so gut es deutsch und mit Gesten geht, zähll er die wenigen Kleidungsstücke aus. Er bleibt bei dieser Darstellung auch auf zweitmaliges Befragen. Run wird ihm. wie vorhin, eröffnet, daß er morgen aus da» schwedisch« Konsulat gebracht werd«, von dem hat er so wettsremd« Begrlfse. daß er sragt. ob man dort schwedisch verstände. Zunächst muß er jetzt im nächsten Workhouse übernachten. Wenn er also noch etwas zu sagen oder zu bekennen hob«, soll« er mir'» ver« trouensvoll mlltellen, denn bis morgen Mittag könne er sich wohl mit niemand mehr verständigen. Er hat nur die schüchtern« Bitte. daß ihn tn» beide» selben Schutzleute, die begreislicherweis« sein' Vertrauen hotten, auf das Konsulat bringen möchten. Die Bitte wird gewährt. Aber nun kommt die Hauptsach« für den Polizeileutnant: Der Koffer, der über Nacht aus dem Revier bleiben soll, muß noch ge- öffnet werden. Zögernd schnürt der junge Kürschner aus. Das Auge de» Gesetze» zwinkert mir zu:.Derdächtigl' Und da» Pro- tokoll über den angeblichen Inhalt zur vergleichenden Feststellung liegt bereit. Aber wieder stimmt alle», wie es angegeben war-, die ganze mitgebrachte Habe war: ein Arbeitsanzug, zwei Hemden,«in Paar Strümpfe, einige Taschentücher. Schwamm, Komm. Keine Diebes» Werkzeug«, keine Bomben.— Aber da befühlt der Beamte«ine Seilentosch«. Und tatsächlich scheint der Schwede, der bi» dahin � teilnahmslos olle» über sich hitt ergehen lassen, leidenschaftlich be- troffen, er reißt ein Buch au» dem bisher uneröftneten Kossersach und steckt es mit schützender Gebärd« in seine Brusrtasch«. Aha! also em Buch! Da« hatte er nicht ausgesagt, triumphiert der Gestrenge. Da» könnte nun wirklich einigen Aufschluß geben. Der Besehl, da» Buch zu zeigen wird von mir allerding, sehr wen'g polizeiinaßitz in«in« Bitte oerdolmetscht, aus die hu» dar arm« 2un>e sein Kleinod zögernd herausnimmt und mir überläßt. Ich halt« mit Ergrissenheit in der Hand«in zerlesen«» Exemplar von Selms Lagerlöss„J e r u s a l e rn", in großen ungelenken Buchstaben steht Erik» Name auf der Titelseite. Und während ich dem gespannt wartenden Polizeibeamlen erkläre.«» sei wirklich ein schwedische» Buch, ein Buch, da» Ich kenne und ein gutes Buch, hält der jung» Mann sein Buch fest an sich gedrückt und versucht in seinem stammelden Deutsch mir zu erklären:„Heim'. Meine Mission aus dem Palizeibureau war fa nun beendet. Ich konnte meinen Weg nach Haus« sottsetzen. Ich wandert« heimwärt» sellsam erschüttert. Und bereichert durch da» Erlebnis, das ein Licht auf die Heimatbezirke einer Seele fallen kieß. Er hätte nicht erklärend zu stammeln brauchen:.Heim', der arme Junge! Ich»erstand wohl, wa» ihm die» Buch war. Au» der Heimat in der er nicht» sein eigen nennt, bringt die»«alt- fremd« Kind in da» unbekannte Land mll dem bitter.Nötigsten nur die««ine: sein Buch Droht man. ihm diesen einen Besitz wegzu- nehmen, ist er erst heimatlo», gestrandet, entwurzelt. Hot auch sein armer Leib keinen Teil an den Gütern der Heimat, kennt sein Arbeiterdosein nur ihr Elend— sein« Setznsudtt suchte und fand sich«in« Heimat der Seele, von ihr sühll er sich umsangen, sie umleuchte« und umhegt Ihn, wenn er sich in sein Buch versenken darf. Und wiederum begegnet die Seele der Heimat darin der seinen. Die Seele der Heimat schwingt tn der umfriedeten Enge der Bergtäler und webt Sagen und Mythen In da» Alltagsleben ihrer Bewohner. Sie schwingt in der Wellenwelle abenteuernder Pläne der myslhisch oerzückten Gläubigen. Heimat» eng». Wellenweit«, wie lebt beide» m dem Buch! Zyüstensturm segt in sengender Glut daher, aber mächtiger tobt der brausend« Schnee- stürm, daß da» Ei» de» Flusses birst. Purpurseuer südlicher Blumen» au«, leuchten auf, aber unverwelkllch stehen die heimatlichen Wälder. Jerusalemi Di« armen Schweden verschmachten an geweihten heiligen Zisternen vor Durst nach den quellenden Dasiern der un» cü, lässig sich oerströmenden Bergquellen der Heimat. Sie sehnen sich zurück au» dem oerzehrenden Fieber verkrampfter Frömmigkeit nach der»infachen Güte ihre» reinen Menschentum». Zur Irrfahrt ward die Reis« in» gelobte Land, vi« Seele kann dott nicht» gewinnen und nicht wurzeln: heilig und dem Einigen näher bleibt die Heimat Wunderbar« Kraft der Dichterin, die so den Mytho» und damit die Seele auch de» Aermsten an die Heimat zu binden vermag! Hermin« David. �BeihnaiHten am Tigris �3on Ärmiu T. �Weguer. B a g d a d, im Januar ISIS, diesseits des Flusses Wie glucklich ich bin, geliebte Frau. Die Post hat mir gestern so gute Briefe gebracht. Und wenn ich jeden abwechselnd in die Hand nähme, so wüßte ich nicht, welcher mir schwerer wiegt. Nun stelle Dir vor, wie ich meine Kerze entzünde, die in einer kleinen, mit Erde gefüllten Büchse steckt, und wie ich, in die Kissen gelehnt, mit einem alten Federmesser langsam die Umschläge aufschneide. Jetzt falle ich den Bogen auseinander, ein weißes Gesicht. Aber hier ist einer, auf dem laufen die Zeilen Sturm, und wie sie mit Heeres- schritten auf mich loseilen, lasse ich mich zum neunzigstenmal er- obern, obwohl ich doch eine längst eingenommene Festung bin. Draußen ist eine große Unruhe in der Natur. Die hohen Rizinusstauden vor meinem Fenster rascheln mit ihrem dürren Blätterhcmd, der Regen rast mit eisernen Hufen auf das Dach, und die Schakale heulen und kämpfen mit den Hunden wie jeden Abend, wenn sie an den Tigris kommen, um Wasser zu trinken. Mein Gesicht aber ist ganz überströmt von Liebe, und ich bin so überwältigt, als hättet ihr olle zugleich euer Herz auf meine Brust gelegt. Ich bin richtig ein wenig müde, daß ich mich zurück auf das Krankenbett lehne, um auszuruhen. Nur nichts sagen, nichts reden, dann will ich Dir auch gestehen, daß ich wieder krank gewesen bin. Du wirst nicht klagen, Geliebte. Soll ich Dich um Verzeihung bitten dafür, daß ich krank war? Es ist so wunderbar, wie geduldig ich geworden bin: wo ist mein heißes unzufriedenes Herz geblieben? Und doch weiß ich nicht, weshalb die Gifte immer von neuem kommen, um in meinem armen gemarterten Leibe zu wohnen. Oft scheint es mir, als wär dies eine stille Rache, welche die stumme und leidende Natur an uns nimmt. Es ist die Pflanze, die den Menschen besiegt. Zwei Tage vor unserer Ankunft lag ich in der Rohrhütte auf dem Kellek und fiebert«. Das Floß drehte sich, mein armer Kopf drehte sich, zwei Kreisel, die ineinandergingen, endlich erblickte ich durch die offene Tür der Hütte in der hellen Morgensonne den gewundenen Turm von Samara. Am Abend waren wir in Bagdad. Als ich aus dem Zuge stieg, fand ich mich unter Palmen. Palmen— dachte ich und daß das Paradies im Schatten ihrer Schwerter ruhte. So elend ich war und obwohl eine kalte Nacht vom Flusse wehte. empfand ich es doch wie eine tiefe Erquickung, als müßte aus ihrem blauen Schatten Kühlung auch auf meine fiebernde Stirne regnen. Ich trat in das Haus des Betriebsleiters der Bagdadbahn und fand eine deutsch« Mutter mit ihren Kindern um die Lampe oersammelt. War das nicht genug, um allen Schme« zu vergessen? Wäre ich nicht noch einmal zwanzig Tag« trank durch die Wüst« gereist, um das Wunder blonder Haare und blauer Augen zu schauen? Am nächsten Morgen wurde ich in das Krankenhaus der Bahn gebracht. Ich fand ein bereitetes Bett und einen weißgedeckten Tisch mit blühenden Astern. Es war der siebenzehnte Dezember, und die Sonn« schien durch die offene Tür. Hier habe ich gelegen. Weihnachten kam, das Fieber hatte nach- gelassen, und man sandte mir gebratene Pute, Fisch und blühende Rosen ans Bett. Hier war ein kleines Bä"mc»'en ans Kiesernzweigen, zwei Briefe, eine Flasche Champagner. Jemand hatte mir eine alte Kaschmirdecke geschenkt, die ich auf mein Bett über die Füße breitete. um sie liebevoll immer wieder zu betrachten. Mein Auge verlor sich in den Farben ihrer verschlungenen Muster wie in den Wegen des lieblichsten Gartens. Die Kerzen flammten, ihre kleinen weißen Seelen zitterten mir entgegen, nun entfalteten sie ihre Schmetter- lingsflllgel, und der Duft verbrannter Tannenzweige führte mich über soviel Jahre in die Zeiten zurück, da noch das Wunder dieser Nacht für mich nicht erloschen war. Dazu aß ich die kleinen Leb- kuchen, die Du mir geschickt hattest und die Ich so lange Wochen mit mir durch die Wüste trug.„Soviel Lieb«! Soviel Liebe!' dachr« ich, und wieder überströmte es mich. Wieviel hatte doch diese arme und geschändete Erde noch an Güte zu geben. Wie reich war ich! Ja, einen Augenblick schien es mir, als wäre die Erde nur darum des Grauens und Blutes voll, weil ich allein alle Liebe der Welt im eifersüchtigen Herzen verschlossen hielt. Zwei Tage vor Neujahr stand ich das erstemal auf. Mit zittern- den Füßen ging ich um das Haus: aber es war zu viel. In der Nacht überkam mich ein neuer Anfall. Gleich einem abgerissenen Fetzen Leinwand flatterte der Geist aus diesem schmerzenden, von tausend glühenden Hämmern geschlagenen Kopfe davon. Und während nasse Tücher meine Stirne kühlten, währen-d ich von helfenden Händen in das Badewasser gehoben wurde, zog aus meinem Haupte der Schwann der Gedanken aus wie die Wolke der ungeborenen Geister, die ausbrechend das Haus der Schöpfung verlassen. Bis das Mar- phium kam und die Well in Musik erlosch. Nie habe ich mich so reich an Gestallen gefühlt, nie soviel Pläne zugleich leibhaftig in Händen gewogen wie in den Tagen dieser Krankheit. Ich habe mein Bett dos „Fieberschiff' getauft und über Meere und Länder die abenteuer- lichsten Reisen in ihm geführt. Hat schon jemand das Märchen des fliegenden Lettes gedichtet? Dann müßte ich es tun. Wie merkwürdig war dieser Silvesterabend, die sellsamste Fieber- nacht stieg herauf. Während vierzig Grade meinen Körper siedeten, tanzte mein Geist lllstig auf seinem Seile weiter. Und in aller Klar- heit stiegen die blutigen Erinnerungen Polens herauf, begann ich ruhig und unberührt Verse an Verse zu reihen. Wie habe Ich in dieser Nacht das Martyrium des Dichters verwünscht! Der Sklave seiner eigenen Gedanken zu sein, die uns zertreten. Und doch, welches Wunder umrauscht« mich. Sollt« das alles ungeboren vorüber- gehen? In einer Nacht erschaut und wieder erloschen? Ich zündete die Kerze an, ich stand auf, um mein Tagebuch zu holen, das mir gegenüber auf dem Tische lag. Aber die Kräfte verließen mich, und die Besinming verlierend sank ich auf die Steine. Ich mußte den Wärter rufen, der mich zurück in die Kissen trug. Frost schüttelte mich, von neuem erbrach sich mein Magen, diese Müllgrube ver> dorbcnen Fleisches und foulender Pflanzen. Ich ließ mir Tee kochen. „Dies ist mein Neujahrspunsch' sagte ich zu meinem Wärter. Es war zwei Uhr morgens, und ich wurde der Schmerzen müde. Dennoch gelang es mir im Grau des neuen Jahres, die ersten Zeilen nieder- zuschreiben. Wachsend hob sich die Gestalt, die Nacht hatte es nicht bchallen. Und so blieb es durch alle Tage einer langen und langsamen Genesung. Es arbeitete in mir am Tag und in den Nächten, ich lag von einer wohligen Musik gewiegt. Und wenn ich aufwachte, begann es von neuem, stellte sich als ein fertiges Gebäude vor mich hin. Sollte man eine Krankheit nicht segnen, die so reiche Schätze in unserenHänden zurückließ? Wie wunderbar sie waren.diese tropischen Träume. Hier ist der Vorhos des Todes. Aus ungeahnten Tiefen steigt die geläuterte Seele empor, eine süße Stärke erfüllt uns. Mir ist es die Stunde der Auferstehung. Noch liege ich, in tausend Gedanken blätternd wie In einem schönen Buch, ehe man es zu lesen beginnt. Deiner gedenkend an den langen Abenden, die uns Regen und Stürme bringen, eingehüllt in das warme Gewand Deiner Liebe. Noch liege ich, diesseits des Tigris, gegenüber der gelobten Küste und im Angesicht von Bagdad, das ich bisher nicht betreten habe, und freue mich, wenn ich morgen aufstehen werde, auf den Strom und die weißen Häuser und auf die tausend Palmen, unter denen ich wandern werde. Wie dankbar bin Ich dieser Krankheit, die mich in Ruhe und Schlummer eingesponnen, daß ich erneut das Wunder der Wiedergeburt schaue, um mtt heiterer Seele das Bild dieser Stadt zu empfangen, daß nicht«in Körnchen Staubes und nicht die feinste geäderte Zeichnung auf der Wange einer alten arabischen Muhme ihrem gereinigten Spiegel entgeht. Noch weiß ich nicht, wie die Tage sich gestalten werden. Wieviel jene nächtliche Saat der Träume mir an Früchten zurückließ, wenn ich erst wieder mit blassem Gesicht durch die Lazarette wandern werde, um von Bett zu Bett abgehauene Gliedmaßen und blutige Verbände in meinem Eimer zu sammeln. In diesen Tagen vulkani- scher Veränderungen, in denen uns die Aussicht zur nächsten Swnd« verhängt bleibt und wir immer mehr der Bestimmung unseres eigenen Willens entzogen werden, bin auch ich zu einem kindlichen Glauben an das Schicksal zurückgekehrt. So sehr ich auch fühle, wie mir das Leben liebend entgegenkommt, so sehr empfind« Ich, daß ich aufgehärt Hobe, selbst der Lenker meiner Tage zu sein. Wie oft muß ich an einen Abend in Tekrit denken, als ich zwei Tage vor unserer Ankunft in den nächtlichen Straßen der Stadt einem lahmen Esel begegnet«, der auf dem schief geheilten Knochen seines gebrochenen Hinterfußes wie auf einem Schlitten dahinglitt. Hoch oben hing der Mond, eine kühle Lampe, während aus einem Hause leise Musik erklang, in dem Araber um die Flamme oer- sammell sahen, ihre Gebete sagend. Ich wandte mich um und sah das Tier mir einsam zwischen den verlassenen Mauern folgen, aus der staubigen und hartgetretenen Erde vergeblich nach Gräsern suchend. O meine Seele, dachte ich, wie sehr gleichst du diesem Geschöpf. Immer klingt aus einer verschlossenen Tür süßer Gesang. Aber der Weg ist dunkel, und niemand weiß, wohin die Straße sich öffnet. „Liebet eure Zeinöe...!" Auch eine weihnachtsgeschichle von Heinz Eisgruber. Es war im Jahre des Unheils ISIt. Das Bataillon lag im vorderen Schützengraben. Die Tage waren herrlich und kristallklar. Die Stimmung der in die Mordgräben Verbannten trüb. Alle hatten sehnsüchtig gehofft» den Weihnachtsabend im Ruhequartter zu verbringen. Nun zitterten sie in jenem Grabenabschnitt, der sett Wochen von beiden Sellen unterminiert wurde, vor dem Augenblick, da die Dynamitladungen die Gräben in Gräber oer- wandeln würden. Niemand getraute sich, laut zu sprechen. In allen Unter. ständen und Sappen lagen Horchposten an der Erde und lauschten auf die unterirdischen Klopftöne der Sappeure. Die überanstrengten, verkrampften Sinne täuschten allüberall oerdächttge Geräusche vor. Frierende Posten, die mit ihren Stiefeln aus der Stelle traten, brachten zuweilen einen ganzen Kompagnieabschnitt in panikartige Aufregung. So kam der„Heilige Abend'. Im Abschnitt der 2. Kompagnie stand der Landwehrmann Frey neben seiner Schulterwehr und äugte zu den französischen Gräben hinüber. Seine Gedanken schweiften zurück In die Heimat, zu der Neinen blonden Frau mtt ihren drei Kindern. Heute abend würden sie olle unter dem Tannenbaum sitzen und an den Dater denken. Marie würden sich die Augen füllen und Tränen über die Backen rollen: sie würde den Kopf abwenden, damit nicht auch die Meinen traurig würden, denen der Krieg ohnehin die Weihnacht geschmälert hatte. Spät nachts dann, wenn die Kinder schliefen, würde sie vor seinem Bilde sitzen und zitternden Herzens fragen, ob er noch lebe, ob feine Glieder noch hell feien, ob er wiederkommen würde. Der Landwehrmann Frey tat einen tiefen befreienden Atemzug: Ja, er lebte noch! Mit gesunden, heilen Glieder«. Und zurückkommen würde er auch wieder! E» konnte I» nicht mehr lange dauern. Alle wußten es. Alle sprachen davon:«in paar Wochen noch und der Irrsinn würde vorbei sein! All« hatten genug davon. Hüben und drüben. Länger al» ein paar Wochen würde niemand mehr mittun. Darüber waren sie sich all« einig. Er würde bald in der Heimat sein. Mitte« im G«tl»etch»med« Freys Anfmerkfamkoit abgeteuft. Er deutete aufgeregt nach dem Groben der Franzosen. Ein dunkler Gegenstand bewegte sich langsam auf der Grabenbrüstung. Frisch schob das Gewehr vor sich und machte es schußfertig. Frey hiell ihn zurück. Beide sahen mll offenem Munde nach dem fron- zösischen Graben. Nun begab sich, schneller als man erzählen kann, überraschend, in einem unwahrscheinlich taumelnden Tempo und Gestu» da» Folgende: Ueber dem französischen Graben wurde ein Kops sichtbar, der rasch wieder oerschwand. Als nicht» geschah, kein Schuß fiel, er» schienen zwei Köpfe, zwei lebendige Soldatenköpf«. Und winkend« Arme. Da schoben sich auch im deutschen Graben Soldatenköpfe über die Brustwehr. Schon stand einer oben. Drüben folgten zwei. Da liefen fünf, sechs, mehr auf das Drahwerhau zu: fron- zösisch« Käppis, deutsche Helme und Mützen, zögernd, gesttkulierend, erregt, und endlich brach au» zuckenden Mündern der erlösende. befreiende Menschenlaut: Eemoroäe! Kamerad! Frey war einer der ersten gewesen, dir aus dem Graben spmngen. Sein Gewehr war dabei in den Graben gekollert und mit dem Bajonett voraus in der Erde stecken gebNeben. Mer Frey hatte es nicht mehr gesehen: er sah nur das eine: daß hier Friede wurde, Friede. Das, was alle seit Wochen, seit Monaten ersehnt hatten. Milchgesichter und Graubärte standen vor ihm und reichten ihm mit zettern den Händen Zigaretten und sagten Lomeroäe zu ihm und ihre Augen waren Bruderaugen. Sie sprachen fremde Laute, deren Sinn nicht sein Verstand, wohl aber sein Herz erfaßte. Musik erklang ihm aus dem fremden Idiom. Musik, die er in der Sprache seiner Offiziere und Feldwebel nie vernommen hatte. Ueberschwenglichen Herzens zog er den vor ihm stehenden schwarzbärtigen Franzosen an sein« Brust und er- zählt« ihm sprudelnd von Marie und den drei Kindern und von der Schlosierwerkstätte. Und der bärtig« Franzose soh ihm strah- lend in die strahlenden Augen, in die Bruderougen, und erzählt» von setner Jeanette und den zwei Kindern und»on seiner Schreib- stube. Sie verstanden sich, als wären sie miteinander In die Schule gegangen. Als hätte sie eine Mutter unter dem Herzen getragen. Sie verstanden sich.... Sie»erstanden sich. Ja. Aber sie ließen sich trennen. Ae hattau oerfchiadenfardiges Tuch um de» Leib und Mvadgefchoffe Prüfung öer Astrologie. Bon Willy L e Y. Durch meinen seinerzeit an dieser Stell« veröffentlichten Artikel über Astrologie bin ich mittlerweil« in den Besitz einer ganz netten astrologischen Bibliothek gelangt. Astrologische Kalender, Bücher, Schriften, Brief«(vom jämmerlichen Flehton bis zur temperament- vollen Kriegserklärung), Zeitungsausschnitt« usw. Das wurde mir alles in bekehrender Absicht tns Haus geschickt, so daß mein Brief- träger mich ob solcher Literatur schon argwöhnisch von der Seit« betrachtete. Gleich vorher gesagt, genützt hat es nichts: das mag zum großen Tell an der Art der Schriften liegen. Ganz dumm«, mit hebräischen und griechischen Worten in der Urschrift, magischen Zahlenquodraten und anderem Hokuspokus und ganz raffiniert«, die nur Sammlungen «ingetroffener Horoskope entHallen. Eins fehlt überall,«ine Theorie, warum die Gestirn« die und dl« Wirkung haben. Di« gibt es anscheinend nicht. Und wenn sie so an den Haaren herbeigezogen wäre, daß die arm« Theorie davon jahrzehntelang Kopfschmerzen hätte— ich würde schon zufrieden sein und mir sagen:„Die Leute geben sich Mühe, das„Warum' ihrer Behauptungen zu erklären.' Aber sie tun es nicht Sie denken nicht daran. Statt dessen:„Die Astrologie ist eine Erfahrungswissenschaft, wer kein« Erfahrung hat, soll nicht mitreden.' Ein« wirklich billig« Redensart. Aber was dem einen recht ist, kriegt der andere umsonst. Di« Wissenschaft redet trotzdem mit. Dr. Richard Dehmel hat in einer Abhandlung in der„Veflischen Zeitung' den Vorschlag gemacht, die Astrologie exakt nachzuprüfen. Durch Vergleichimg des Lebenslaufes astrologischer Brüder(Leute, die zur selben Zeit am selben Ort« geboren wurden). Er Hot den Anfang gemacht mit seinen eigenen astrologischen Brüdern. Es sind nur fünf Leute, und bei denen stimmt die Sache schon nicht. Man darf auf den Fongang der groß angelegten Versuchsreihe gespannt sein. Aber ich möchte noch einiges zu«ingetroffenen Horoskopen selbst sagen. Nehmen wir an, einem Gläubigen wird durch sein Horoskop prophezeit, daß ein„böser' Stern ihm zu Weihnachten Krankheit schicken werde.(In diesem Zusammenhang ist vielleicht an die meist weiblichen Astrologen die Anfrage erlaubt, ob unser« Erde auf hypothetisch« Bewohner anderer Gestirn«„guten' oder„bösen' Ein- fluß hat.) Dann wartet der Betreffende schon Wochen vor dem fest- gesetzten Termin auf die Krankheit und betreibt— jedem Arzt ist diese Art bekannt— urngekehrten Eouäismus, er fühlt sich täglich schlechter, bis sich endlich„erfüllet hat, das da geschrieben steht'. Ein anderer Fall. In einem kleinen Städtchen werden gleich- zeitig zwei Knaben geboren. Sie müßten astrologisch in ihrem Lebenslauf dieselben Schicksale zugleich hoben. Sie werden also: zusammen geimpft, getauft, zur Schule geschickt, wieder geimpst. kon- firmiert werden und gleichzeitig versetzt werden, zur selben Tanz- stund« gehen, dort nach Kleinstadtsitte die Zukünftige kennen lernen. sich verloben und heiraten, wahrscheinlich auf Grund des gleichen Geburtstages befreundet fein und alle» zusammen unternehmen. Ja, wer das nur astrologisch erklären kann, dem ist nicht zu helfen. Ein besonderes Steckenpferd sind noch die Zwillinge. Da kenn« Ich zwei verschiedene Lebensläufe. Ein Zwillingspaar männlichen Geschlechts ist so verschieden wie möglich(spricht gegen die Astrologie) und«in anderes Paar weiblichen Geschlechts ist sich derart ähnlich— auch in den kleinsten gerstigen Regungen—, daß es eine Qual ist, mit ihnen zusammen zu sein. Man kann sie nämlich einfach nicht auseinanderhallen. Ist dieses zweit« Paar nun«in Beweis? Durchaus nicht! Solch« einander derart ähnliche Zwilling« sind nämlich«in besondere» Kunststück der Natur. Wir wissen ja. wie die Befruchtung verläuft. Ein« männliche Samenzell« bohrt sich in ein« weibNche Eizelle«In und verschmilzt mit ihr. Dies« befruchtet« Eizelle beginnt sich dann zu teilen, in zwei, vier, acht, sechzehn usw. Zellen. Nun kann es vorkommen, daß der werdende Embryo etwa auf der Zweizellenstus« auseinander gerissen wird. Jede«inzein« Zelle «nttvickell sich dann ruhig für sich weiter, so daß Zwillinge entstehen. Solch« Zwillinge sind die, die kaum voneinander zu unterscheiden sind, sogenannte„identisch« Menschen'.(Die anderen Zwilling««nt- stehen durch Befruchtung zweier Eizellen.) Es ist ja nun selbstverständlich, daß identische Zwilling« sich nicht nur äußerlich, sondern auch in jeder geistigen Regung und Der- antagung gleichen— sie sind ja eigentlich doch nur e i n Mensch— und also auch«in einigermaßen gleiches Schicksal haben werden. Traurig, aber wahr. Auch das alle» ohne Astrologie. umgegürtet. Das zog sie auseinander. Hinter ihnen ertönten plötzlich scharf« Stimmen, wie Peitschenknall. Und der Untertan in ihnen gehorchte. Die Brüder rissen sich voneinander los. Die sudelnden Menschenherzen verstummten jäh. Die Sklaven nahmen wieder die Mordwaffen in die Hände, die noch warm waren vom Druck der Menschlichkeit. Frey sprang mechanisch, verwirrt, gedankenlos zurück, als die Flüche und Kommandorufe der Offiziere in die Derbrüderungs- szenen hineinpeitschten. Er wußte nicht, warum er zurücksprang: er wollte nicht, aber er sprang. Und sein französischer Bruder wollte nicht, aber er sprang. Warum?! Warum?! Frey hätte weinen mögen wie ein kleiner Jung«, als er wieder im Graben stand, als tilfende Offizier« an ihm vorbeiliefen und von Kriegsgericht und An-die-Wand-stellen schrien. Warum, warum waren sie nicht bei- einander geblieben, die sich tausendmal näher standen als ihren Offizieren l Darum! Warum! Frey» dumpfe» Gehirn gab keine Antwort. Er stand, während GefühUsttirm« durch sein Herz brausten, stumm und unbewegt an der Brustwehr. Als ihm der klewe Unteroffizier Frisch, der auch draußen gewesen war,«in Neiner jubelnder Junge, der die» alles wle ein köstliches Abenteuer erlebt hatte, auf die Schulter klopfte, da schrak er zusammen, als erwachte er aus einem seltsamen Traum. * Die Geschichte fit noch nicht zu Ende. Bis hierher war sie unendlich herrlich and unendlich traurig. Aber nun wird sie bestialtsch. Als die Mitternacht dieses Friedenstages herangekommen war, als in der Heimat die Glocken zur Christmesse riefen und die Orgeln„Ehre sei Gott Jn der Höhe und Friede den Menschen aus Erden...1' sangen, da flogen die Minen, die von hüben und drüben gegraben waren, in die Luft. Die deutschen und die franzö- stschen. Die deutschen Gräben waren zerrissen und die französischen. Di« deutschen Bruderherzen waren zerrissen und die französischen. Hüben wie drüben mußte die internationale Gilde der professionellen Hasser und Schlächter die zwölfte Stunde auserwähl! haben, mit Dynamit jenen geheiligten Erdensleck zn»erttlgen, der den Bruder- kuß der Menschenliebe gesehen hatte. Frey, der träumend in einem vorgeschobenen Horchpostenloch gesessen hatte, wurde zerrissen wie sein Bruder drüben. Sie fanden sich wieder in jenem kleinen Söckchen, in dem man später die ver- streute» Knache» und Fleijchreftchea der Toten sammelte.