Nr. 608 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 310 Bezugspreis. Böchentlich 70 Bfennta, monatlic 3. Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia. Saar. und Memelaebiet, Desterreich Litauen Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der tuftries ten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" lowie den Beilagen Unterhaltung uno Bissen"„ Aus der Filmwelt", Frauenftimme" Der KinderJugend- Borwärts" und Blick in die Bücherwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. freund" Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipalttae Nonpareilles geile Reflamencile 80 Pfennig. 5, Reichsmart Kleine Anzeigen" das fettaedruckte Wort 25 Pfennia ( auläffa zwei fettaedruckte Worte). fedes meitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erite Wort 15 Pfennig. edes weitere Wort 10 Bfennia. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für awei Worte. 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Es erklärt, daß es während dieser ganzen Zeit die Politik der britischen Regierung gewesen sei, jede Einmischung in die Kämpfe der Parteien zu unterlassen. Die gegenwärtige Lage sei vollkommen verschieden von derjenigen zur Zeit der Ausarbeitung der Washingtoner Berträge. Es sei den Mächten nicht möglich gewesen, das in Washington ter Verträge durchzuführen. Hand in Hand mit der politischen Berin Aussicht genommene Programm einer weitergehenden Revision segung sei das Anwachsen einer machtoollen nationalisti. fchen Bewegung gegangen, und jeder Mangel an Bohlwollen gegenüber dieser Bewegung würde den wahren Absichten der Mächte gegenüber China zuwiderlaufen. aber durch die wirtschaftliche, politische und intellektuelle Entwicklung Chinas überholt waren. Indem England auf diese Berträge" pochte und nur jene Pefinger Zentralregierung anerkannte, die sich, wenn auch wider Willen, zu deren Einhaltung grundsäglich bereit erklärte, hat es eine schwere Schuld auf sich geladen. Einmal hat sich dadurch diese willfährige Zentralregierung in den Augen des eigenen Volkes unmöglich gemacht und mußte fürzlich einen Banfrott anmelden, der nicht nur finanzieller, sondern auch politischer Natur war. Außerdem hat England gegenüber den anderen Signatarmächten eine ernste Berantwortung übernom: nen, die, wie z. B. Belgien, die Not wendigkeit eines Kurswechsels schon erkannten, aber dazu die Initiative nicht ergreifen konnten, weil sie dadurch ihre Staatsangehörigen in eine ungünstigere Lage gebracht hätten als die britischen. England hat erst eingelenkt, als die Fortschritte der süd chinesischen Regierung so unverkennbar wurden- und gleich zeitig der Niedergang der Befinger Zentral- und Schatten Die britische Regierung schlägt vor, daß die Mächte eine Er. regierung, daß der britische Einfluß im Fernen Diten voll. Die britische Regierung schlägt vor, daß die Mächte eine Er ständig zusammenzuschmelzen drohte, während umgekehrt flärung erlassen, in der die wesentlichen Tatsachen der gegen. Sowjet Rußlands Einfluß und Ansehen immer mehr wärtigen Lage dargelegt werden und die Bereitschaft ausgewuchfen, sprochen wird, in Verhandlungen über eine Revision der Ber. wuchfen, weil Moskau„ auf das richtige Pferd gefeht" hatte, sprochen wird, in Berhandlungen über eine Revision der Bernämlich auf die Kanton- Regierung. Diese hat natürlich mit träge und über alle anderen schwebenden Fragen einzutreten, ie Kommunismus nichts zu tun, aber ihr nationales und wirtbald China felbst eine verhandlungsfähige Regierung gebildet habe. Für die Zwischenzeit soll die Absicht bekundet werden, schaftliches Befreiungsprogramm deckte sich durchaus mit den eine fonftruftipe Politit im Einklang mit dem Geifte der anfibritifden Rielen des Mostauer Imperialismus. Es war für England die hödyfte Reit, als es vor wenigen Washingtoner Konferenz, jedoch entsprechend den Forderungen der Tagen seine bisherige rein negative Haltung gegenüber der veränderten Verhältnisse zu betreiben. Weiter wird vorgeschlagen, daß die Mächte keinen Zweifel darüber laffen sollen, daß sie den füdchinesischen Regierung aufgab und einen offiziellen diploma berechtigten Bestrebungen Chinas so weit als möglich ent. tischen Vertreter nach Santa u entsandte, um Verhandlungen über Anerkennung dieser Regierung usw. aufzunehmen. Viel leicht erfolgte dieser Schritt sogar zu spät, vielleicht hat in diesem Falle die fonservative Regierung Baldwin- Chamberlain- Amern die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erfannt. Das wird die nächste Zukunft lehren, und es wäre übrigens nicht der erste schwere Fehler dieser Art, den die starrsinnige fonfervative Politik in den zwei Jahren ihrer Regierungstätigkeit begangen hätte. gegentommen wollen. Der Gedanke, daß die Entwicklung Chinas nur unter fremder Vormundschaft gesichert werden könne, müsse aufgegeben werden. Es müsse die Bereitschaft ausgesprochen werden, das Recht Chinas ouf Tarifautonomie anzuerkennen und jedes Bestreben, China wider feinen Willen eine ausländische Rontrolle aufzuzmingen, müsse ausdrücklich von der Hand gewiesen werden. Während der möglicherweise sehr ausgedehnten Periode der Un gewißheit sollten die Machte eine abwartende haltung einnehmen und sich bemühen, den Ereignissen eine solche Wendung zu geben, daß, wenn die Vertragsrevision schließlich möglich werde, es fich zeige, daß diese Revision wenigftens zum Teil bereits in be friedigender Weise durchgeführt sei. Die Mächte sollten daher auf wirkungslose Proteste für Fälle, in denen es sich um lebens. wichtige Interessen handele, einer gemeinsamen Attion porbehalten. Die britische Regierung hoffe ernstlich, daß die Mächte sich die machen. Gewisse bezügDas Memorandum des britischen Auswärtigen Amtes bedeutet für das Prestige der englischen Staatsmänner und Diplomaten feine leichte Belastung. Seine gewundene Sprache insbesondere an der Stelle über die Heiligkeit der Verträge" flingt wie das Geständnis einer bisherigen falschen Politit. Nur gründliche und völlige Ab. fehr von den Methoden der politischen Bevormun dung und der wirtschaftlichen Ausbeutung, die durch die Ententemächte unter Führung Englands bisher in China geübt wurden, fann noch größeres Unheil verhüten. Erfolge der deutschen Unterhändler. Paris, 26. Dezember.( WTB.) Die Verhandlungen, die Botschafter von Hoesch und Geheimrat Forster in letzter Zeit mit der Botschaftertonferenz über gewiffe Restpunkte des Entwaffnungsprogramms, nämlich Bolizeifragen, vorübergehende Einstellungen in die Reichswehr und Sportver. bände geführt hatten, haben zu folgendem Ergebnis geführt: Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Ballftr. 65: Distonto- Gesellschaft, Devofitentaffe Lindenstr. 3. Sühne für Fechenbach. Ein lebendiges Denkmal deutscher Justizschmach. Von Alwin Saenger. Das Reichsgericht hat in dem Wiederaufnahmeverfahren Fechenbach dem Antrage des Oberreichsanwaltes entsprochen und das Urteil des Münchener Boltsgerichtes vom 20. Ottober 1922 in den entscheidenden Teilen aufgehoben. Durch dieses Urteil war der Angeklagte Felix Fechenbach wegen pollendetem Berbrechen des Landesverrrats ( Beröffentlichung des sogenannten Ritter- Telegramms) zu zehn Jahren Buchthaus verurteilt worden. Aus dem Rechtsgrunde der Verjährung ist das volksgerichtliche Urteil wegen dieser Beturteilung aufgehoben worden, ohne daß eine Würdigung der anderen, zwingenden Wiederaufnahmegründe zu erfolgen brauchte. Wegen des Gar gastompleges war eine Festungsstrafe, also eine sogenannte Ehrenhaft, von fünf Jahren ausgesprochen. Wir sind der Ueberzeugung, daß aus Rechtsgründen auch diese Verurteilung zu einer Festungsstrafe unhaltbar ist. Das Entscheidende für eine Gesamtwürdigung des Falles Fechenbach ist jedoch die Tatsache, daß nunmehr durch eine Entscheidung des Obersten deutschen Gerichtshofes feststeht, daß ein bayerisches Boltsgericht einen ungeheuerlichen Rechtsirrtum gegenüber einem Infchuldigen begangen hat. Felix Fechenbach ist rehabilitiert. Das an ihm begangene Unrecht, die Tragödiedes Rechtes in dem Fall Fechenbach", bleibt für alle Beiten ein lebendiges Denkmal einer unerhörten Justizschmach. Dieses Unrecht wird fortwirken, bis es uns gelungen ift, erhöhte Garantien für den Sieg des Rechtes zu schaffen. Dem einzelnen wurde endlich sein Recht gegeben. Wie viele aber leben auf dieser Erde, leben in der deutschen Repu blif, denen Unrecht im Namen des Rechtes geschah und die auch eine letzte Stunde ungerechter Kerferhaft durchleiden müssen? Die Justiz des Freistaates Bayern ließ Felig Fechenbach meieinhalb Jahre 3uchthaus als Unschuldi gen verbüßen. Die Tragit liegt in der Erkenntnis, daß diesem Falle noch schlimmere zur Seite gefeßt werden können, in denen die richterliche Erkenntnis eines Fehlspruchs sich niemals einstellte. Die Geschichte der Rehabilitation Fechenbachs ist lehrreich. Wir müssen ihr klassische Bedeutung zuerkennen. Als die Unschuld dieses Verurteilten Gemeingut der anständigen Deffentlichkeit geworden war, bekannte sich die offizielle Jurisprudenz noch immer zu dem Schuldig". Hätte die Deffentlichkeit nicht den Fall des Politikers als eine Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung erkannt: der Unschuldige fäße heute noch. Wo waren die wortreichsten Verfechter der oft und viel gerühmten richterlichen Unabhängigkeit, als das Prozeßverfahren des Münchener Volksgerichts einen Grundsatz ge= ordneter Rechtspflege nach dem andern mit Füßen trat? Noch eräten Grundläge zu eigen maden Gemiffe Reformen bus: Ergebnis der Entwaffnungsverhandlungen. einmal wird – um des Rechtsgewiffens willen begrüßen wi fich der Erterritorialität fönnten ohne großen Auf schub durcheführt werden. Weiter sollten die Mächte sich sofort mit der bedingungslosen Bewilligung der Washingtoner 3ollerhö. hungen eirverstanden erklären. Das Memorandum gibt eine ausführliche Begründung für diesen Vorschlag und weist darauf hin, daß der Haupteinwand, der dagegen erhoben werden könnte, der sei, daß diese Maßnahme auf die Gutheizung eines Vertrags. bruches hinauslaufen würde. Diese Betrachtungsweise trage jedoch der tatsächlichen Lage, insbesondere dem Umstand, daß die Verträge jetzt eingestandenermaßen in vielen Hinsichten ver. altet seien, nicht Rechnung. Die Heiligkeit der Berträge fönne am besten durch eine wohlwollende Anpaffung der vertraglichen Rechte an die billigen Forderungen der Chinesen geschützt werden. Das ständige Ziel der britischen Regierung sei es gewesen, die Solidarität der Mächte auch dann aufrechtzuerhalten, wenn sie ihre eigene Auffassung habe opfern müssen. Zum Schluß wird erklärt, die britische Regierung würde es begrüßen, wenn sie so bald als möglich erfahren lönnte, ob die Mächte mit der bedirgungslosen Bewilligung der Washingtoner Zollerhöhungen einverstanden seien. Es war bisher die Kunst der englischen Staatsmänner, daß fie, bei aller angeborenen Hartnäckigkeit des britischen Wefens, die Zeichen der Zeit rechtzeitig erfannten und einzulenten verstanden. Darin unterscheiden sie sich gerade von den faiserlich- deutschen Staatsmännern( mit Ausnahme von Bismard), und dieser Kunst verdankt das Britische Weltreich seine Erfolge und seinen Bestand. Auch in diesem Falle hat London eingelenkt, nachdem es zunächst faft drei Jahre lang die große Bedeutung der Maffenbewegung, die durch das chinesische Bierhundertmillionenvolt geht, verkannte und durch ein starres Festhalten an dem Buchstaben von Verträgen" festhielt, die zum Teil vor einem Bierteljahrhundert mit Gewalt erpreßt wurden, inzwischen Die Polizeifrage ist durch einen Notenwechsel zwischen der Botschafterkonferenz und Botschafter von Hoesch endgültig ge. regelt worden. Die deutschen Polizeikräfte sind darin auf ins gefamt 140 000 Mann feftgesetzt, davon 105 000 staatliche Bolizei und 35 000 Kommunalpolizei. Dabei hat aber die Botschaftertonferenz ausdrücklich anerkannt, daß gewiffe polizeiliche Hilfskräfte, die in der Note von Boulogne noch in die Zahl der eigentlichen Polizeikräfte Note von Boulogne noch in die Zahl der eigentlichen Bolizeifräfte eingerechnet worden waren, nicht als solche anzusehen sind und daher zu der Zahl von 140 000 hinzufommen. Dazu ist zu bemrfen, daß die Note von Boulogne die Zahl dieser Hilfsfräfte auf 15 000 bemessen hatte. Es ergibt sich also eine Vermehrung 15 000 bemessen hatte. Es ergibt sich also eine Bermehrung der zugelaffenen eigentlichen Bolizeifräfte um 5000. Auch die Frage der Anrechnung der Polizei der Hansa städte bei der Berteilung von staatlicher und Kommunalpolizei ist in einer den deutschen Belangen Rechnung tragenden Weise gelöst." Ferner ist hinsichtlich der Einstellungs- und der Verbandsfrage ebenfalls volle Einigung erzielt worden; der Austausch der im Entwurf bereits vorliegenden Noten wird voraussichtlich in der ersten Januarwoche ftattfinden. In beiden Fragen hat sich die Bot schaftertonferenz von den ihr von der deutschen Regierung mit geteilten Maßnahmen, die sich im Rahmen des allgemeinen deutfchen Rechtes halten, befriedigt erflärt Insbesondere hat sie von der früher gestellten Forderung einer Auflösung von Verbänden Abst and genommen und das Vertrauen ausgesprochen, daß, wenn sich etwa in Zukunft die getroffenen Maßnahmen nicht als ausreichend erweisen sollten, die deutsche Regierung das Kötige veranlaffen wird. es dieser ganze Gerichtsstandal fondergleichen lebendig. Troß der flaren Bestimmung des§ 136 des Gerichtsverfassungs gefeßes beanspruchte das bayerische Volksgericht die Zuständigfeit bei einem angeblichen Landesverrat, gegenüber dem Reich begangen, für fich. Die Laienrichter in diesem Prozeß waren ausgesuchte Laienrichter, die nicht der Reihenfolge nach, sondern der Anordnung des Gerichtsvorsitzenden entsprechend zum Amt herangezogen wurden. Der Grundsatz der Strafprozeßordnung, daß in der Anklagefchrift ganz genau die einzelnen, dem Angeklagten zur Laft gelegten Delifte genannt werden müffen, wurde geradezu hohnvoll verleugnet. Erst am fünften Tage der Hauptverhandlung ließ sich der Staatsanwalt auf eindringliche Borstellungen der Berteidiger herbei, die AnMage im einzelnen zu gliedern und zu substanziieren. Ja, am fünften Tage des Prozesses mußte der Staatsanwalt am Nachmittag die Aussetzung der Berhandlung um eine halbe Stunde beantragen, damit er die Grundlage feiner Anflage im einzelnen angeben fönne. Am sechsten Prozeßtage aber mußte der Staatsanwalt unter indirekter Mitwirkung des. Gerichtsvorsigenden seine Anflage nodymals fundieren und einen Bericht in die Anflage wieder hereinnehmen, den er bereits hatte fallen lassen! Der erkennende Richter in dem Fechenbach- Prozeß war der gleiche Richter, der wochenlang in der Straffache als Entgegen Ermittelungsrichter tätig gewesen war. den eindeutigen Bestimmungen des§ 35 der Strafprozeßordnung verweigerte bas Gericht dem Berteidiger und dem Berurteilten die Zustellung einer Abschrift des Urteils. Erst dann wurde denen, die nach dem Gefeß einen Rechtsanspruch auf Ausfertigung eines Urteils haben, dieser Rechtsanspruch erfüllt, als der Presse das Urteil in dem Prozeß Fechenbach ausgehändigt worden war und hiervon die Verteidigung Kennt nie erhalten hatte. Ein deutscher bürgerlicher Rechtsgelehrter von Namen hat nach dem Landesverratsprozeß Fechenbach uns gegenüber er. klärt, daßdiesesProzeßverfahreneineSchande für das deutsche Recht sei. Und trotzdem blieben alle Versuche, dem Recht Geltung zu velschaffen, erfolglos, bis die deutsche Volksvertretung das Gesetz über das Wiederaufnahme- verfahren gegenüber Urteilen der bayerischen Volksgerichte schuf. Die bayerische Regierung wußte in dem Augenblick der parlamentarischen Verhandlungen über dieses Gesetz, daß der Prozeß Fechenbach der erste sein werde, auf den das neu zu schaffende Gesetz Anwendung finden müsse. Daß die b a y e- rische Justizverwaltung vor allen anderen Protest gegen dieses selbstverständlich« Gesetz des Rechtes und der Gerechtigkeit einlegte, erhöht die Schuld der baye- rischen Justiz an dieser Tragödie des Rechts um ein Viel- faches. Schmählich, daß diese Justiz selbst in dem Augenblick sich nicht auf ihre erste Rechtspflicht besann, als die Möglichkeit geschaffen wurde, Unrecht im Namen des Rechtes auszutilgen. Hartnäckig leugnete der Ober st e bayerischeGerichts- h o f in München die Voraussetzungen für ein Wiederaufnahme» verfahren. Es muß sich nun vom Reichsgericht sagen lassen, daß es einem Gesetz(Preßgesetz) eine Absicht unterstellt habe, die aus dem Gesetz nicht entnommen werden könne. Ein Mitglied des gleichen Obersten Gerichtohofes erklärte im November 1922 im bayerischen Landtag: „Ich sage auf Grund meiner genauen Kenntnis des Urtells und meiner Ueberzeugung: Das Urteil(elf Jahre Zuchthaus!) selbst ist nach seinen tatsächlichen Feststellungen sub- jeltiv und objektiv im Schuldausspruche hieb- und stichfest. Es würde auch bei einer Reviston des Reichsgerichts oder des Obersten Landesgerichts nach meiner Ueberzeugung kaum auf- gehoben werden können." Fast möchte man eine Satire schreiben!— Unter dem Ansturm der öffentlichen Meinung gelang es, eine m fein Recht zu gebm. All denen aber, die einsam und ohne Schuld im Schatten von Zuchthausmauern und Gefäng- nishöfen leben, kann nur durch eine grundsätzliche Acnderung des Wiederaufnahmeverfahrens im Nahmen der Strafprozeßordnung geholfen werden. Hier werden sich die, die von der Unabhängigkeit der Rechtspflege reden und die dafür wirfliche Garantien schaffen wollen, voneinander scheiden. französische Gnade. Wo bleiben die deutschen Begnadigungen? Die französische Regierung hat durch die Beanadi- gung der in Landau verurteilten Deutschen das Urteil des französischen Kriegsgerichts korrigiert. Die Hetze der nationalistischen deutschen Presse indessen geht weiter. Man liest in der„K r e u z z e i t u n g": „Ergreift die französische Regierung nicht Mittel und Wege, das Urteil umzustoßen— ob Öle Gerichtsverfassung dies ermöglicht oder nicht, kann uns Deutschen o o l l k o m- inen gleichgültig sein—, so ändert die Begnadigung nichts an unserem Standpunkt. Auch ein Vorgehen auf dem Disziplinar- wege gegen Rouzicr kann uns keineswegs genügen, zumal fraglich ist, ob er überhaupt stattfinden kann. Solange die französische Re- gierung nicht gegen das Kriegsgericht einschreitet, das das unglaubliche Urteil von Landau gefällt hat, können wir überhaupt keinerlei Wiedergutmachung des Schandurteils anerkcn- »en. Mit Gnade kann ein Iustizverbrechen nicht aus der Welt ge- schafft werden.... Die deutsche Regierung darf sich keinesfalls init dem„Gnadenbeweis" zufrieden geben. Sie würde sich damit in eine Lage versetzen, die wieder einmal Würde und Ansehen des deutschen Volkes preisgibt." Tatsächlich ist die Korrektur des Landauer Urteils nicht restlos befriedigend— aber sie ist die einzige Korrektur, die nach französischem Recht möglich war. Was die„Kreuz- zeitung" fordert, ist so ungeheuerlich, daß es lächerlich wirkt. Die französische Regierung soll die französische Gerichtsver- fassung umstoßen, sie soll ein Ausnahmegesetz gegen die Rich- ter von Landau machen, soll K a b i n e t t s j u st i z gegen die Richter üben— das kann niemand ernst nehmen. Wir wollten das Geschrei' der r e u z z e i t u n g" hören, wenn die Forderung in Deutschland erhoben würde, die preußische Regierung solle die Urteile von Landsberg gegen den Fememörder Schulz umstoßen und gegen das Gericht von Landsberg vorgehen! Die politische Korrektur des Landauer Urteils i st erfolgt. Die Verurteilten sind begnadigt. An sie hat die nationalistische Hetzpresse am wenigsten gedacht. Die Opfer französischer Justizwillkür waren am Weihnachtsabend frei. Zwei Deutsche— durch die Gnade der französischen Regierung und des Präsidenten der französischen Republik. Wo aber sind die Gnadenbeweise der d e u t s ch e i R e- gierungen und des Präsidenten des Deutschen Reiches für die Opfer deutscher Justizwillkür, für die vielen, die auf Grund politischer Urteile in deutschen Gefängnisien sitzen? Die deutsch-österreichische Republik hat den Seipelatten- täter begnadigt. Horthy hat 77 Verurteilte amnestiert, darunter 19 Verurteilte aus der Zeit der Räterepublik. In Deutschland hört man nur aus Sachsen von Begnadi- gungen. Und die übrigen Länder? Werden sie zu Neujahr nachholen, was zu Weihnachten versäumt worden ist? Der Widerhall der Begnadigung in Frankreich. Die Aufnahme der Begnadigung in Frankreich entspricht genau der Aufnahme in Deutschland: die Linkspresse begrüßt den Be- schluß des Ministerrates als die aus Gründen der Gerechtigkeit und der politischen Vernunft notwendig« Korrektur des Landauer Fehl- Urteils, die Rechts blätter dagegen sind unzufrieden. Sie protestieren gegen diesen„Akt der Schwäche", der„verfrüht" sei und den Deutschland durch seine„DrohrWgen" bewirkt habe. Der Kongreß der französischen Liga für Menschenrechte in Metz nahm einstimmig eine Protestresolution gegen das frieden- störende Urteil des Landauer Kriegsgerichts und überhaupt für die Abschaffung der Kriegsgerichte an.« Rechtsregierung? Deutschnationale Pläne und Hoffnungen. Zwei Montagsblätter versichern, die Deutschnationalen arbeiteten auf eine Regierung der Rechten ohne das Zentrum hin— entweder eine rechtsstehende Beamtenregierung oder eine Regierung der rechten Minderheit, der„kleinen Rechten". Sie suchten den Reichspräsidenten sür ihre Pläne zu gewinnen. Im Hintergrund stehe die Hoffnung auf den Artikel 48. Es ist möglich, daß dies der Wille der Deutschnationalen ist. Aber der Wille der Deutschnationolen rst noch nicht der Wille der Verantwortlichen. Nur nicht so brutal! Aber, Herr Gchciurrat. was sollen die Leute denken! Die ,Lreuzzeitung" klagt über Unternehmerbrutalität. Nicht gegen die Arbeiter, bewahre, sondern gegen die Rechts- Parteien. Die Unternehmer werden ihr zu deutlich: „Anfang Dezember ist in einer Versammlung führender Indu- striellcr, die zur Gründung einer„st a a t s p o l i t i s ch e n B e r- e i n i g u n g" zusammengekommen waren, vom G e h e i m r a t Dulsberg ein Vergleich mit Amerika gezogen worden. Wenn die Berichte richtig sind, so hat sich der führende Kopf der Chemischen Industrie recht brutal ausgedrückt. Er will weiter nichts anderes, als mit Geld nach amerikanischem Muster die Parteien kaufen. Mit Vernunft auf sie ein- zuwirken, habe er aufgegeben. Rur eine planmäßige Beeinflussung mit den Machtmitteln des Geldes mache die Ueberwindung oller Schwierigkeiten möglich. Wir brauchen nicht zu betonen, daß der Standpunkt, den Geheimrat Duisbcrg eingenommen hat. von uns ebenso abgelehnt wird, wie es auch von der Arbeiterschaft geschieht. Die amerikanischen Zustände sind für uns in dieser Bc- ziehung durchaus nicht erstrebenswert. Wir hallen die Ideal« unseres Volkes denn doch für zu hoch, als daß ste einfach dem Geldbeutel ausgeliefert we»den." Herr D u i s b e r q hat über eine bereits bestehende Tat- fache mit brutaler Offenheit gesprochen. Das Interesse der „Kreuzzeitung" ist das Entsetzen derer, die bereits genommen haben. Die moralischen Betrachtungen der„Äreuzzeitung" in allen Ehren— aber wo bleibt die Erklärung» daß die Deutschnationalen kein Geld von Herrn Duisberg nehmen werden? Wenn sie tot sind... Eine Erinnerung an Friedrich Eberk. In einer Berliner Tageszeitung veröffentlicht Professor Dr. K r a us, Direktor der 2. Medizinischen Universitätsklinik in Berlin, Erinnerungen an bedeutende Tote. Er schreibt folgende Sätze über Friedrich Ebert: „In den Anfängen seines vielseitigen Leidens(Gallenstein- anfülle, Magengeschwür, Wurmsortsatzentzündung) hatte ich auch F. Ebert, den ersten Reichspräsidenten, zu beraten. So oft ich ihn sah, befestigte sich in mir die Ueberzeugung, wie wenig doch Schulen und Examina zur Persönlichkeit beitragen. Ebert hatte seine Kenntnisse aus unmittelbarster Gegenwart geschöpft, am „eigenen Leibe" ein ungeheures Stück gesellschaftlicher Entwicklung erlebt und damit einen besonderen Takt und zarte» Empfinden ver- bunde». Stetes Eindringen in die notwendigen neuen Entwick- lungstendenzsn auf allen, auch auf naturwissenschaftlichen Gebieten, hob ihn weit über jeglichen Parteistandpunkt: er war ein kluges. mildes, der Assoziation dienendes Reichsoberhaupt. Der Pflicht hat er seine Gesundheit, vermutlich selbst sein Leben geopfert. Immer wieder verschob er die rechtzeitige gründliche Untersuchung seines Zustandes in einer Klinik, da er„zunächst noch anderes zu tun habe". Diese Erinnerung— wie überhaupt das warmherzige Urteil über den von ihm behandelten Toten— ehrt den Arzt. Aber diese Erinnerungen stehen— im„Lokal-Anzeiger". Demselben„fiokal-Anzeiger", der an der widerwärtigen und niederträchtigen Hetze gegen den Genossen Ebert kurz vor seinem Tode teilgenommen hat. Heute ist Ebert tot......J_____ Die Auguren lächeln... Die„Rote Fahne" und die Sowjetgra«aten„ Nachdem die Moskauer„Prawda" ein halbes Geständnis über die Beziehungen Sowjetrußlands zur Reichswehr abgelegt hat, darf auch die Berliner„Prawda" den Schleier etwas lüften. Sie gesteht die Einrichtung der Iunkersfabrik für Kampfflugzeuge, sie gesteht die Einrichtung von Munitionsfabriken und die Gistgasfabritation. Die„Rote Fahne", die das. was sie jetzt gesteht, bisher als sozialdemokratische Lüge bezeichnet hat. erzählt ihren Lesern mit unschuldigem Augenaufschlag: es handelt sich ja nur um die Der- teidigung Sowjetrußlands. Sowjetrußland brauchte natürlich aus- ländische Fachleute sür die Rüstungsindustrie, warum sollte es die deutschen Rllstungsindustriellen nicht ausnehmen, die sich anboten? Verteidigung Sowjetrußlands— was diese Flagge deckt, das nehmen deutsche Kommunisten unbesehen hin. so spekuliert die kom- munistische Zentrale und ihr Organ. Die Auguren lächeln... Aber es ist ihnen doch nicht wohl. Sie wagen kein volles Geständnis. Man liest weiter in der„Roten F a h n e": „Die ganze Produktion der Fabriken, die in Zu- sammenarbeit mit den deutschen Industriellen errichtet wurden, und von denen oben die Rede war, ist in der Sowjetunion geblieben" Eine letzte Lüge, aber eine vorsichtige Lüge! Es wird nlcht mehr bestritten, daß«in erheblicher Teil der Produktion dieser Fabriken der Reichswehr gehört— es wird nur noch be- stritten, daß Granaten usw. nach Deutschland transportiert wor- den sind. Aber eines Tages wird auch diese Lüge, nicht mehr zu halten sein. Dann wirk» die Berliner„Prawda" schreiben: was ist dabei, die Sowjetunion denkt nur an ihre Verteidigung— an der Elbe! pariser Theater. Von Erich Gottgetreu. Paris, im Dezember. Es macht� Spaß, in Paris ins Theater zu gehen. Zunächst ist es bequem: es fängt selten vor neun an. Man kommt meistens in ganz alte Häuser mit großen, weit ausgebuchteten, dunklen Logen und viel Erinnerungen: Großmutter hat da und da schon das und das gesehen. Früher war's wohl feierlicher. Jetzt darf man die Garderobe mit hineinnehmen und in der Pause den Hut aussetzen. Die Preise für die Plätze sind ziemlich hoch: es kommen also im wesenttichen nur die oberen Schichten ins Theater. Denen ist zum größten Teil— man wird leichter«eich als gebildet— Theater nur Amüsement, kaum Ktilturäußerung. Ihre Freude am Artistischen, die den schon gewohn. heitsmäßigen Beifall auf offener Szene so oft entladen läßt, daß das aufgeführt« Werk selbst zu Schaden kommt, den es gewiß nicht immer verdient— diese ganz unekstatifche Freude ist in ihrer Exklusivität zwar gute französische Traditton, aber in dieser Form doch etwas sehr Weißhaariges— man möchte dagegen reooltteren. Wird mm besser oder schlechter gespielt als bei uns? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wie in Deutschland teils ganz flirch- terlich geschmiert und teils ganz Herrliches geboten wird, fo natürlich auch hier. Trotzdem glaube ich nach einer Beobachtung von ungefähr zwanzig verschiedenen Pariser Schauspielbühnen urteilen zu können: Es gibt in Paris weniger„Prominente" als z. B. in Berlin, doch dafür mehr gute Ensembles. Gibt es aber auch eine Truppe, die man leicht als vollkommen empfindet? Roch nicht: indessen sieht es so aus, als ob die großen Theaterschlachten des Winters erst noch geschlagen werden sollten. Der Spielplan ist beweinenswert. Die alten General« haben sich zwischen den Kulissen breitgemacht in der Zeit, als es keine Jugend gab, weil man sie in die Schützengräben geschickt hatte, und nun sind sie von den Brettern nicht mehr runterzukriegen. Moliere, Racine. Dumas— schön, das ist Ehrensache. Aber sonst begegnet man vor allem Tristan Bcniard, Henry Bernstein, Louis Verneuil und ihren vielen zum Teil sehr begabten Epigonen— gewiß guten, aber doch längst arrivierten Leuten. Jean Richard Bloch, ein Junger, ist mit seinem„Letzten Kaiser" sieben Jahre lang umsonst von Bühne zu Bühne gezogen. Jetzt ist das sehr interessante und gut gemachte Stück im„Odeon" herausgekommen und hat bei Presse und Publi- lum einen Bombenerfolg gehabt— nur nicht bei einem geradezu dilettantisch blamablen in deutscher Sprache erscheinenden Blättchen, „Reue Pariser Zeitung", das sich vor lauter Nationalismus(ist das nun deutscher oder französischer?) gar nicht fpssen kann, daß ein so feudales Haus wie das„Odöon" ein so demokratisches Stück spielen läßt.(Aber die Pariser konservative Presse, die es übrigens verstau- den hat, sich die besten Theaterkritiker zu holen, kommt natürlich gar nicht auf die Idee, Gömier so gemein anzupöbeln, wie's jetzt wieder mal die Berliner mit Ießner�macht.) Ohne Protest macht die Sache manchen Leuten kein Vergnügen. Jedenfalls sind die Medizinstudenten dieser Ansicht. Zwei berühmt« Chirurgen haben ein schlechtes Stück geschrieben: es heißt„Die Be- rustrng". Es geht da um die Berufung d?r Frau. Die sei: Mutter zu sein und Hausfrau, ober nicht Berussmensch und schon gar nicht Aerztin. Der Beweis wird zwar daneben, aber sehr radikal geführt: zuletzt fällt ein Schuß. Vorher gaben, natürlich nicht alle Abende, mit Hausschlüsseln und Kindertrompeten die Pariser Medizinstudenten ihr dürftig Teil dazu. Sie sind wenigstens ritterlich, wenn sie ihre studierenden Kolleginnen unterstützen und„Es lebe die Aerztin" rufen. Und das„Thäatre de la Renaissance" hat eine glänzende Re- klame für ein Stück, das es nicht verdient, und ist Abend für Abend ausverkauft. Besonders genannt von den vielen fei noch das„Thöatre des Arts". Dort wurde von der Truppe des wohl in Rußland beheima- teten Ehepaars Pitoeff ganz ausgezeichnetes Theater gemacht. Wurde— denn dieser Tage geht die Truppe auf die Europareise, die zuletzt auch noch nach Deutschland führen soll. Shaws.Heilige Io- hanna" wor hier einfacher als bei Reinhardt und stilisierter, ober ebenso eindringlich. Mmc. Pitoeff, die die Jungfrau gab, war herber als die Bergner. vielleicht auch schon etwas ermüdet— man muß diese vielseitige Künstlerin als Mademoiselle Bouriat in dem gleichnamigen Stück von Claude Anet sehen. In diesem tragikomischen Stück leben hundert Millionen mitteleuropäischer Spießer und ihre Opfer— die Bourrat ist eins davon. Noch etwas ist hier sehr gekonnt: das spannende Stück, die Sensation. Manchmal wird sie sogar recht literarisch ausgeformt, Lermandod, von dem eben die„Magische Liebe" mit viel berechtigtem Erfolg uraufgeführt wurde, ist darin Meister. Und wer einen Abend im„Grand Guignol", der brutaler ist und sich aus Beziehungen zu den Musen nicht viel macht, zugebracht hat, kann die Nacht drauf nicht schlafen. Die Revuen? Sie sind noch flitterglänzender, noch rauschender, noch dekadenter als in Deutschland und so sind sie wenigstens nicht langweilig. Deutsches wird, abgesehen von einem harmlosen Lustspiel von Rudolph Lothar, nicht gespielt. Von Toller soll ja der.Hinkemann" herauskommen, aber die Säume werden sprießen, wenn mit den Proben noch nicht angefangen worden sein wird. Es gibt keine Volksbühne, es gibt keine Arbeitertheater von Rang in Frankreich. das sich um so etwas sorgen könnte. Einige kommunistische Aktionen auf diesem Gebiet sind bisher noch nicht über den Rahmen des Dilet- tantischen hinausgekommen Mit dem„Volk, Du schläfst!", das die Kommunisten jetzt in allen Stadtteilen von Poris spielen lassen, wird weder eine große propagandistische noch irgendeine rein künstlerische Wirkung erzielt. Wird Toller nun auf dem französi- schen Vergnügungstheater zur Aufführung gebracht, so wird man dem Dichter zwar seine ehrliche Gesinnung bestätigen, das Wert aber als Kunstwerk, also überhaupt, verreißen. Der deutsche Bürger empfindet Toller auch nicht gerade als Bruder im Geist, aber durch die Volks- bühnen usw. werden doch weit mehr Menschen, die ihn verstehen können, erfaßt als in Frankreich..Hinkemann" ist nicht ästhetisch. „Hintemann" ist schlechtweg antifranzösisch. Ist denn Toller, seiner Tendenz und der jungen deutschen Dichtung mit dieser Wahl ein Ge- fallen getan? Ob er nicht besser„Die Wandlung" oder„Masse Mensch übersetzen und aufführen ließ? Anderes Deutsche wird im Juni gespielt werden, wenn das große internationale Theaterfest, geleitet von Firmin Gemier, dem Präst- denten des„Welttheaters", stattfindet Gemier empfing mich dieser Tage in seinem Bureau im„Odäon", das er ja als Direktor leitet, und erklärte neben anderem:„Feste Zusagen zur Beteiligung an unseren Festfoiclen liegen bis jetzt vor aus Amerika, England. Deutschland. Rußland, Japan, Ungarn und Polen. Ueber die aus- zuführenden: Stücke sind die Verhandlungen noch im Gange. Aus Deutschland kommt wahrscheinlich ein« Truppe Max Reichardts: es ist übrigens auch möglich, daß demnächst eine französische Truppe, außer den Pitoeifs, Gastspiele in Berlin gibt. Drei tiäuser stehen mir hier für die Festspiele zur Verfügung. Und schließlich ist es mein Traum, in Paris ein Theater zu gründen, in dem nur bedeutende ausländische Stücke in französischer Sprache gespiell werden--" Das wäre nicht übel. Das französische Theater, das an seiner großen Vergangenheit zehrt, aber davon doch seine Jugend und sein Volk nicht sättigen kann, neigt etwas zur Inzucht. Wenn auch nicht gleich revolutionär, so brauchte es doch nicht so konservativ zu sein. Eine proletarische Feierstunde veranstaltete das Arbeiter- Kulturkartell Groß-Berlin im Großen Schausoiel- haus. Zur Aufführung gelangte Franz Rothenselders Sprechchor„D e'i h e n a ch t— Freudentaa" Das Evangelium des Proletariers„Seid Brüder", die Lehr« des Zimmermanns Jesus Christ„Liebet euch untereinander" wurde in wuchtigen Bildern ge- staltet. Wintertag: Not, darbende Frauen, arbeitslose Männer, sonnenfremde Kinder, Kriegskrüppel— Frühling: freie, brudergläubige Menschen, jubelnde, blumenbekränzte Mädchen, lachende, spielende Knaben. Das ist das Symbol unserer Wintersonnen. wende, das Bekenntnis unseres Glaubens. Unter Albert F l o r a t h s� Leitung formt« der Sprechchor für prole- tarisch« Feierstunden mit den Einzelsprechern Heinrich Witte, Wolf Trutz, Walter Werner und Elsa Wagner dos eindrucksvolle Werk nach, das W o l f g a n g Zeller mit einer fein charakterisierenden musikalischen Untermalung ergänzt hatte. Aus die Tanzeinlage hätte man verzichten sollen. Sie war nur einmal am Platze, als sie mit Iazzrhytbmen des Orchesters bewußt einen Gegensatz ausdrücken wollte. Der Sprechchor aber kann eine Ergänzung dadurch nicht erfahren, zumal nicht durch typisches Ballett, das seinem Charakter völlig artfremd ist. sx. Das Alelropolthealer stellte Kaimans neueste Operette„D i e Zirkusprinzessin" aus seinen Weihnachtssvielplan. Ein aanz großer Wurf, wie die„Czardassürftin" und„Gräfin Mariza" ist dieses Werk nicht. Aber seinen Weg wird es trotzdem machen, wenn auch Kalman diesmal gar genügsam fast auf jede Originalität verzichtete. Doch seine Gewandtheit in der Gestaltung der Melodien und seine Geschicklichkeit in der Behandlung des Orchesters treten euch In der.Zirkusprinzessin" wieder hervor und schaffen ein ge» fälliges Werk, das unter den Operetten der Gegenwart sich immer. hin behaupten kann. Leider liegt der Musik ein sehr fades Text- buch zugrunde, das bis zum zweiten Akt noch einige Spannung ent- wickelt, aber schon hier ein außerordentlich schwaches Finale bringt. Musikalisch ist dieser Aktschluß sehr fein gestaltet, ohne daß er in- dessen dadurch recht zur Wirkung kommen könnte. Das ganze Text- buch von Julius Brammen und Alfred Grünwald baut sich auf der Erkenntnis auf, daß das goldige Wiener Herz, gemilcht mit glänzenden Uniformen und glänzenden Titeln noch nie ganz ver- sagt hat. Und wenn das Metropoltheater nicht wie bei der Premier» die Aufführung viereinhalbe Stunden hinzieht, so wird die„Zirkus- Krankenkassen und Arztgebühren. Die Ermäßigung aufgehoben! Der Minister für Volkswohlfahrt hat am Mittwoch, den 22. Dezember, die Bekanntmachung vom 11. Juli 1924 betr. die Gewährung einer 20prozentigen Ermäßigung auf die Mindestsäge der Gebühren für Aerzte in Abschnitt II der Gebührenordnung für approbierte Aerzte und Zahnärzte zugunsten der Versicherungsträger mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab aufgehoben. In der in dieser Woche im Wohlfahrtsministerium veranstalteten Besprechungen über die Frage der Wiederaufhebung der Ermäßigung erklärte der Wohlfahrtsminister, er fönne nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß die finanziellen Schwierigkeiten der Krankenkassen, die seinerzeit zur Ausnahmeverordnung geführt haben, auch heute noch in gleichem Umfange bestehen. Der Minister brachte es fertig, trotz des Widerspruchs der Kranten tassenvertreter die erwähnte Berordnung aufzuheben. Die Krankenkassenverbände( der Gesamtverband der Krankenfaffen Deutschalnds, der Hauptverband deutscher Krankenkassen, der Berband zur Wahrung der Interessen der deutschen Betriebskrankerkassen, der Reichsverband deutscher Landkrankenkassen, der Haupt. verband deutscher Innungsfrankenkassen) erlassen deshalb eine Stund gebung, in der es heißt: Durch die Verordnung erhöhen sich die bisherigen Arzt gebühren für die reichsgesetzlichen Krankenfassen mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab um jährlich 25 Pro3. Durch die Verordnung werden die Arztkosten der Krantenfassen um jährlich 60 Millionen Reichsmart gesteigert. Bei= tragserhöhungen der Krankenkassen sind die unausbleibliche Folge. Die Krankenkassenspizenverbände lehnen die Verantwortung für diese neue hohe Belastung der Wirtschaft ausdrücklich ab. Alldeutscher Weihnachtsgruß. Rücksichtsloser Kampf gegen die Republik. In der Weihnachtsbetrachtung der Deutschen Zeitung" muß Herr v. Sodenstern zugeben, daß man außenpolitisch im letzten Jahr vorwärtsgekommen ist: Räumung der Kölner Zone, Auflösung der Interalliierten Kontrolltommission. Troßdem gibt er für das neue Jahr die Parole aus: ,, In diesem aber soll unsere Parole nicht heißen: ,, hinein in den Staat zur positiven Mitarbeit an einem verderbenbringenden System, sondern: Nationale Oppofifion bis zum äußersten. rüdsichtsloser Kampf( selbstverständlich im Rahmen der verfaffungsmäßigen Rechte) gegen das Syftem, das uns der November 1918 beschert hat!" Man kennt das Lied. Die Aktionen derer um Claß haben fich selbstverständlich" immer im Rahmen der verfassungsmäßigen Rechte" gehalten. Man begnügte sich damit, nach dem„, starken Mann" und der„ rettenden Tat" zu schreien und die Rezepte weiter zubereiten, die die Republik aus dem Wege räumen sollten. Die Tat selbst überließ man Männern wie Kern und Fischer So soll es also auch in neuen Jahr verbleiben. Die Kattowitzer Spitzelaffäre. Die polnische Presse gegen Lukaschet und Calonder. Warschau, 26. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die aufgebedte Spionageaffäre in atto wig wird zur See gegen Calonder, den Vorsitzenden der interalliierten oberSchlesischen Kommission, benutzt. Der deutsche Kommissionsvertreter Dr. Lutasche?, den die polnische Presse als den Leiter der Spionageorganisation bzeichnet, veröffentlichte eine Richtig. stellung in den deutschen Kattowizer Zeitungen. Beide Zeitungen wurden jedoch beschlagnahmt. Die polnische Presse verlangt die Abberufung utfchets sowie die Belangung Calonders, der von der Tätigkeit Lutdchefs gewußt haben soll. Gegen den Mietwuche an bildenden Künstlern wendet sich ein Antrag der Sozialdemokratichen sowie der Demokratischen Bartei im Preußischen Landtag, wonch die Ateliers dieser Künstler nicht als gewerbliche Räum anzusehen sind und die Miete nicht beliebig gesteigert werden fan. prinzessin" wohl auch in Erlin ihr Bublifum finden. Was sonst für das Werk getan werdenkonnte, ist geschehen. Man hat es mit einer pruntvollen Ausstattun auf die Bühne gestellt. Besonders der erste Aft, der im Foyer eins Birtus spielt, bietet eine Reihe intereffanter und gut gelungen Bilder. Die Besetzung mit Erit Wirl, Lori Leur, Bul Bestermeyer, Josephine Dora ist ausgezeichnet unider heltere Mar Hansen und seine Partnerin Maria Bauder, die in der Operette offensichtlich erst an der richtigen Stelle sht, verdienen sogar ein besonderes Lob. Tes. Die modernste Drudere der Welt. In den Neubau des Londoner Northcliffe- Hauses, de Residenz eines der mächtigsten Beitungstrufte der Welt, wurderwährend der letzten Woche die 42 mäch tigen Rotationsmaschinen eirebaut, die stündlich 756 000 Zeitungseremplare nicht nur drucken, ondern auch versandbereit hergerichtet, refalzt und abgezählt unmielbar an die Expedition liefern. Be trieben werden fie selbstverindlich durch elektrische Energie, und ihre Bedienung ist faum schieriger als die einer häuslichen Nähmaschine: sie werden durch inen einzigen elektrischen Schalthebel in Gang gefeßt und erhaltei die Papierzufuhr von den in einem befonderen Raume unmittelbe unter dem Maschinensaal befindlichen Rollen. Diese Papierrollen nd so sinnreich konstruiert, daß die Maschine niemals leerlaufen ann, denn im gleichen Augenblid, wo das Papierquantum einer Rie verbraucht ist, wird sie durch eine neue Rolle automatisch ersetzt. 18 Motoren von je 100 PS. Leiſtung liefern die Betriebstraft fürdie tomplizierten Maschinen, die mit den sonstigen dazugehörigen Räumlichkeiten im Kellergeschoß des neuen Hauses 12 Dieter tief nter der Erde liegen. Phonograph und Käse. ine amerikanische Fabrit phonographischer Platten machte die nerkwürdige Beobachtung, daß die Kupfermatrizen aus einem bemmten Bad bedeutend härter waren als die aus allen anderen; ifolgedessen ließen sich mit weniger Kupfer viel mehr Phonograjenplatten pressen. Man ging dieser merkwürdigen Erscheinung naand ließ das Bad durch eine chemische Untersuchungsanstalt prüfen, e das Borhandensein eines organischen Stoffes feststellte. Da e solcher Stoff der Lösung nicht beigegeben war, stand man vor tem Rätsel. Der Chemiter Dr. Wil liam Blum fand aber, wie der Umschau" berichtet wird, die ebenso überraschende wie einfje Lösung. Bei der Herstellung der fraglichen Blatten hatten sich ihrend der Frühstücspaufe ein paar italienische Arbeiter geneckt, u der eine hatte ein Stüd Käse als Wurfgeschoß benußt, um eine anderen zu treffen. Er hatte aber fein Ziel verfehlt, der Käse w in eines der Kupferbäder gefallen und hatte dort unerkannt die aftige Wirkung ausgelöst. Nachdem auf diese Weise die Ursache denartung erflärt war, feßt die Firma jetzt allen ihren Kupferbädern asein zu und hat dadurch die Herftellung der Platten verbilligt id verbessert. Die dramatische Sängerin Rofeauly- Dreffen, die unter Dtto Klemperer mehrere Jabre am Kölner Doernus wirtte und zuletzt am National theater in Mannheim tätig war, irde an die Berliner Staats. oper für die nächste Spielzeit berichtet. Das nächfle Internationale Mitteft wird zum erstenmal in einer reichsdeutichen Stadt veranstaltet erben. Die Internationale Mufit. gefellichaft bat für das kommende thr Frankfurt a. M. als Drt der Beranstaltung bestimmt. 100 Feuerwehralarme in den Weihnachtstagen. Die Feuerwehren Groß- Berlins wurden vom Heiligabend bis| 28jährige Arbeiter E. Neumann mit seiner 25jährigen Frau eine Jum 2. Weihnachtsfeiertag nicht weniger als einhundertmal alarmiert. Es handelle fich in den meisten Fällen um Gasvergiffungen, Kleinfeuer, Straßenunfälle und böswillige bzw. voreilige Alarme. Die gefährlichen Kohlenoxydgase. Das Telephon als Retter. Die Zehlendorfer Feuerwache wurde am ersten Feiertag gegen 5 Uhr nachmittags durch das Telephon nach der Karlstraße 21 gerufen, wo vier Personen durch die Einwirkung von Kohlenorydgasen bewußtlos geworden waren. Auf den Alarm Menschenleben in Gefahr eilten außer der Zehlendorfer Behr, unter Leitung von Brandmeister Schmiedecke, die Steglitzer und Lichterfelder Wehren zur Hilfeleistung herbei. Nach einftündigem Bemühen gelang es die Bewußtlofen ins Leben zurüdzurufen. Wir erfahren dazu folgendes: In dem Hause Karlstraße 21 hat der 28jährige Polizeiobermachtmeister Dürre mit feiner 28jährigen Frau Sophie und ihrem zweijährigen Kinde eine Rotwohnung inne. Das Kind ist seit einiger Zeit frant und steht in Behandlung eines Behlendorfer Arztes, der auch am ersten Feiertag gegen 5 Uhr nachmittags einen Besuch machte. Während der Arzt das Kind noch untersuchte, sant plößlich der daneben stehende Bater ohnmächtig zu Boden. Das gleiche Schicksal ereilte die in der Küche hantierende Frau und auch das Kind verlor unter den Augen des Arztes die Befinnung. Dieser selbst fühlte einen stechenden Kopfschmerz, hatte aber noch die Geistesgegenwart, sofort zum Telephon zu eilen, um die Feuerwehr herbeizurufen. Dann sant auch er bewußtlos zu Boden. Die Wehren, die kurz nacheinander eintrafen, nahmen mit Sauerstoffapparaten Wiederbelebungsversuche vor, die glücklicherweise bei allen Berunglüdten Erfolg hatten. Die drei Familienmitglieder mußten in das Sanatorium Waldfrieden in Zehlendorf gebracht werden. Der Arzt fonnte seine Wohnung aufsuchen. Sofort angestellte Untersuchungen ergaben, daß eine Rohlenoxydgasvergiftung vorlag. Wahrscheinlich sind die Gase der schadhaften Heißluft heizung entströmt. Möglicherweise liegt auch ein Konstruktionsfehler in beren Röhrensystem vor. Die Polizei ist mit der weiteren Untersuchung beschäftigt. Das Sprungtuch als Lebensreffer. Ein verhängnisvoller Wohnungsbrand fam in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend in dem Hause Ryte str. 24 zum Ausbruch. Im vierten Stockwert des Quergebäudes bewohnt der Die Weihnachtstage. Die Wetterpropheten hielten diesmal, was sie versprochen: Es gab Winterwetter, frostig und trocken und auch die Sportenthusiasten Heer Frühaufsteher die Bahnhöfe belagerte, um auf einige Stunden tamen zu ihrem Recht. Kein Wunder, daß am Sonnabend früh ein ins Freie zu entwischen. Stier und Rodler kamen allerdings noch nicht auf ihre Kosten. Dafür zog man aber mit Schlittschuhen in die engere und weitere Nähe. War es am Heiligabend wie gewöhnlich überall fleinstädtisch still und leer, so tobte die Weltstadt Berlin am ersten Feiertag um so bewegter auf. Schon Tradition ist es, daß die Theater und Kinos am 25. Dezember ausverkauft sind, baß die zum Bersten gefüllten Vergnügungslotale gute Geschäfte machen, daß die Straßenbahnen noch in zweiter und dritter Nacht stunde, bis auf die Trittbretter mit frierenden Menschen behangen, fast asthmatisch teuchen und die weihnachtliche Ueberlastung nur mit Mühe an den häuslichen Herd zurückbrachten. Natürlich war auch an beiden Feiertagen der Zug ins Freie" sehr start. Das Ausflugswetter wurde füchtig ausgenutzt. Ringbahn, Stadtbahn, starten Bertehr aufzuweisen, der vom frühen Nachmittag bis tief Wannsee- und Vorortbahn hatten ausnahmslos einen außerordentlich in die Abendstunden währte. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Der Frost der letzten Tage hat faum die ſtilliegenden Seen mit einer schwachen Eisdecke überzogen, so werden sie auch schon zur Ausübung des Schlittschuhsportes benußt. Das voreilige Beginnen hat in Spandau bereits ein Todesopfer gebracht. Der 13jährige Schüler Will Bagel aus der Kuhnertstraße zu Spandau und fein gleichaltriger Kamerad G., Sohn eines Kriminaloberwachtmeisters, hatten sich für den ersten Feiertag nachmittags zum Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Grimäßsee verabredet. An einer schwachen Stelle brachen beide plöglich ein. G. flammerte fich in seiner Angst an der Eisdecke fest und konnte sich herausarbeiten. Er wollte dann seinem Freunde Bagel helfend die Hand reichen, der aber war bereits untergegangen. Vom Land aus, wo der Vorfall bemerkt worden war, konnte wegen der Gefahr feine Hilfe geleistet werden. Die Spandauer Feuerwehr wurde herbeigerufen, die unter eigener Gefahr mit Leitern und Seilen den Ertrunkenen zu bergen versuchte. Die Arbeiten unter Leitung des Branddirektors Kreis gestalteten sich äußerst schwierig, da das Wasser zwei Meter tief und der Grund sehr moraftig ist. Nach dreiviertelstündigem Suchen mit Fangleinen und Haten konnte der Berunglückte geborgen werden. Dieser Gin herbeigeeilter Arzt fonnte nur noch den Tod feststellen. Borfall gibt erneut Veranlassung, vor dem Betreten von Eisflächen zugefrorener Gewäffer zu warnen. Es wäre dringend erwünscht, auch in den Schulen immer wieder auf die drohenden Gefahren des Eislaufs an verbotenen und gefährlichen Stellen hinzuweisen. Ein Bubenstück. In einer der letzten Nächte ist der Denkstein für die gefallenen Gemeindemitglieder vor der Christuskirche in der König gräger Straße abermals von Bubenhänden mit einer gelben Säure übergossen worden. Es ist leider nicht gelungen, der Denkmalsschänder habhaft zu werden. Es ist bereits das dritte mal, daß dieser Gedenkstein von ruchlosen Händen verschandelt wurde. Es scheint fast, als ob gerade dieser schlichte Stein mit seiner einfachen Inschrift: Ihren gefallenen Brüdern der Christuskirchengemeinde" das besondere Mißfallen gewiffer nationaler" Kreise erregt hat. Offenbar gefallen diesen Leutchen nur Erinnerungsmale" mit Racheinschriften. Chinesische Ausstellung. In den Räumen der E. Cassirer G. m. b. H., Nettelbedstr. 23, wurde die 2. Ausstellung chinesischer Frühferamit eröffnet, der diesmal ein Ausstellungszimmer von Farbenholzschnitzen, einer Sammlung teils fertiger, teils schwarzweißer Holzschnitte aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts angegliedert ist. Die frühkerami fchen Stüde( Blaftit und Gefäße) find zum Teil in Rhythmus, Charakterisierung und geschlossener Plastit des Ausdrucks außer ordentlich interessant. Aus der Fülle des Materials feien einige besonders markante Stüde aufgeführt. Von einer verblüffenden mimischen Vitalität, sprühend in der Ausführung und stilistisch aus einem Buß find zwei bemalte Tonftücke aus der Bor- T'angzeit ( Krieger in Banzer und Schuppenpanzer) Fabelhaft ausdrucks. lebendig die Gruppe der Tänzerinnen, sensible Meisterwerkchen aus der T'angepoche, start die sieben mufizierenden Mädchen, verblüffend in der ziselierten Materialbearbeitung und der Vollkommenheit des Mimischen das Mädchen mit Einkauftasche und Geldbörse", Ton mit Glajur( T'angzeit), das Mädchen mit Kopfpuz und die Tänzerin. Bas immer wieder staunen macht, ist die Geschlossenheit des Stils und die fast moderne, weil eben zeillose Kunst, mit intellektueller Schärfe, das Charakteristische des geformten Gegerstands festzuhalten. Sehr feine Schalen aus den Epochen L'ang( 6. bis 9. Jahr. fleine Wohnung, deren sämtliche Fenster auf den 2. Hof hinaus. gehen. Gegen 1 Uhr nachts erwachte Neumann plöglich, die ganze Stube war mit dichten Rauchschwaden angefüllt, große Size machte sich bemerkbar und als der Erschrockene nach der Ursache forschen wollte, schlugen ihm aus dem Korridor die hellen Flammen entgegen. Eine Flucht durch den brennenden Korri dor zur Treppe war unmöglich. Nach kurzer Zeit waren alle Mieter durch die gellenden Hilferufe der Gefährdeten aus dem Schlaf gerüttelt. Die Feuerwehr erschien sehr schnell auf den Alarm Menschenleben in Gefahr unter Leitung des Oberbranddirektors Gempp. Das Feuer hatte inzwischen erhebliche Ausdehnung angenommen, die Flammen schlugen durch die brennende Wohnungstür auf den Treppenflur hindurch und setzten das Geländer in Brand. Den Rettungsmannschaften war der Zugang durch ein Flammenmeer versperrt. Auf dem Hof wurde ein Sprungiuch aus. gebreitet und als erster sprang Neumann, der bereits am Fensterfreuz hing, in die Tiefe. Troß der Dunkelheit landete er glücklich und unversehrt im Sprungtuch. Dann folgte seine Frau, die beim Absprung gegen ein Fensterbrett schlug und mit einigen Berletzungen unten antam. Bimmerfenster auch schon die ersten Flammengarben. Frau N. Unmittelbar darauf schossen aus dem wurde sofort ins Krankenhaus am Friedrichshain geschafft, der Ehemann fand bei Bekannten Aufnahme. Nach längerem Waffergeben gelang es dann den Wohnungsbrand, der inzwischen alle Räume erfaßt hatte, zu löschen. An einigen Stellen war die Decke bereits durchgebrannt. Die Entstehungsursa che ist jedenfalls unvor sichtigkeit beim Hantieren mit Licht im Korridor. Nach mehritündiger Tätigkeit rückten die Wehren ab. . Das fahrlässige Umgehen mit einer Schußwaffe hat am Heiligabend wieder einmal Unheil angerichtet. In der Nacht zum ersten Feiertag befand sich eine größere Gesellschaft in der Lübbener Straße 11, zu ber auch ein 24 Jahre alter Karl U. gehörte. Im Scherz legte er einen Revolver auf die 39 Jahre alte Mathilde Gospodaret an. Unversehens ging ein Schuß los, traf einen Hund, den die Frau auf dem Arm hielt, in den Hals und drang dann ihr selbst in den Oberarm. Frau G. wurde in das Krankenhaus gebracht, das verlegte Tier auf der Rettungsstelle verbunden. hundert), Lung und Juan( 12. bis 15. Jahrhundert) sind zu sehen. Die Farbholzschnitte der Zehnbambushalle sind ein ästhetisches Panorama, Blumenstücke, weit zarter als diskreteste Pastellarbeit. von einer Weichheit und einem Duft, wie sie unsere Zeit wohl nur zu Weihnachten der Blinden. ahnen vermag. Der Moonsche Blindenverein lub seine Schüßlinge zu einer Weihnachtsfeier in den„ Clou" Mauerstraße. Groß, allzugroß ist die Zahl dieser Aermsten der Armen Weit über 1500 Besucher waren erschienen. Still lauschten sie dem Gesang und der Mufit. Und manch einem, der früher Weihnachten gleich dem anderen glücklichen, sehenden Menschen gefeiert hatte, dem stieg es wohl wie eine liebe leise Erinnerung auf. Ein stilles Duldertum liegt über all den Menschen. So ruhig und gefaßt tragen sie ihr herbes Schicksal, gleichsam erhaben über menschliches Leid in ihrer Bertlärung strahlt von ihnen aus. Als Weihnachtsgabe erhielt jeder 10 M., der Wirt spendete die Bewirtung. Still wie sie gekommen waren, gingen sie wieder ihrer Wege. Raiserhof, Potsdamer Str. 50, Kinderbescherung. Alle Barteigenoffen 74. Abt. Zehlendorf. Morgen, 27. Dezember, 6 Uhr abends, im werden gebeten, zu erscheinen. Opfer eigenen Leichtsinns. Die Fliegerbombe auf dem geheizten Ofen. Kaffel, 26. Dezember.( WTB.) Wie Wolff's Südwestdeutscher Brovinzialdienst meldet, ereignete fich am Heiligen Abend gegen 7 Uhr in dem Hause Annastraße 16 ein schweres Explosions. unglüd. Ein dort wohnender Malergeselle hatte in einem Stubenofen eine Fliegerbombe zur Erinnerung an den Weltkrieg aufbewahrt. Am Heiligen Abend wurde dieser Ofen geheizt, ohne daß die Bombe entfernt worden wäre. Als dann die aus vier Per. sonen bestehende Familie zur Weihnachtsfeier versammelt war, explodierte die Bombe und riß den Ofen auseinander. Der malergefelle, seine Ehefrau, sein vierjähriges Kind und sein Bater wurden verlegt, der Ehemann lebensgefährlich. Schwerer Unfall im Hamburger Hafen. Auf dem beim Schuppen 48 liegenden Dampfer Stabled ereignete sich gestern abend ein schwerer Unfall. Bei der Kohlenübernahme löfte sich auf einem Greifer plöglich eine Lauffaße und stürzte aus einer Höhe von 8 Metern auf das Dec. 3 mei Arbeiter und ein Heizer wurde getroffen und so schwer verlegt, daß sie sofort ins Hafenfrantenhaus übergeführt werden mußten. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonntag, den 26. Dezember. 1. Rennen 1. Charade( 3. Mills), 2. Charley Worthy ( Winter), 3. Botsdam( L. Weiß). Toto: 35: 10. Platz: 32, 87, 30: 10. Ferner liefen: Lug, Tram, Eitelfried, Vola Frisco, Einsicht, Kletterrose, Quantität, Sultan S., Augenstern B., Wintermärchen, Kronsbeere, Struwelpeter, Dina Watts. 2. Rennen. 1. Arnfried( Przyrembel), 2. Kinostern, 3. Beffie. Toto: 90:10. Play: 20, 19, 23:10. Ferner liefen: Harlekin, Hof. meisterin B., Good By, Heroftratos, Coriolanus, Divisionär, Kapit. Halle, Sphing I, Czillag, Ilona W. 3. Rennen. 1. Dunajec( Th. Rezki), 2. Quera, 3. Colonel. Toto: 223: 10. Plag: 40, 52, 18:10. Ferner liefen: Blaumeife. Lindowkind, Brilon Brinz, Erifa, Friedrich Reg, Ingrid Halle, Bring Ruckud, Venus, Paula Bingen, Heiderose B., Höhensonne, Cadiac Arworthy, Kammerfänger. 4. Rennen. 1. Progreß( M. Huth), 2. Doritha, 3. Blaue Adria. Toto: 54:10. Blag: 22, 14, 20:10. Ferner liefen: Natter, Marrel, Crassus, Quintora, Wainsca, Frankenstein, Johanniskäfer, Ostermagda, Gassenmädel, Frettchen. 5. Rennen. 1. Lebemann( Knöpnadel jun.), 2. Kürassier, 3. Möglich. Toto: 69:10. Blaz: 22, 23, 25: 10. Ferner l'efen: Gerhard, Kartenspieler, Sultan S., Ludwig, Crispa, Augenstern, Salome, Liebesbote, Dele Marion, Benedict. 6. Rennen. 1. Quera( M. Huth), 2. Barmaid, 3. Cypresse II. Tato: 185: 10. Blag: 28, 19, 17:10. Ferner liefen: Königsadler, Beter Harvester, Jimiene, Ballonfönigin, Flamingo, Heiderose B., The Kitty. 7. Rennen. 1. Modern( F. Brandt), 2. Vola Frisco, 3. Mais fönigin I. Toto: 67:10. Platz 17, 40, 54:10. Ferner liefen: Kronsbeere, Elfenfönigin, Ludwig R., O'Capt. Leerberg, Mantua, Baron Watts, Raßgradd, Radiola. 8. Rennen. 1. Baron Arworthy( J. Mills), 2. Minz, 3. Drelise Antil. Toto: 24:10. Blag: 16, 26, 28:10. Ferner liefen: Zeit. geift, farwelle, Indianer, Weinstoc, Fiscus, Carl Alexander, Belvedere, Hersteller, Bergschwalbe, Odessa. Berdun. Der Schiedsspruch im Braunkohlenbergbau. Kommiffion eingefeßt, die durch je einen Arbeitgeber und stündige Arbeitszeit im Bertrage zu vereinbaren. Wortlaut des Arbeitszeitschiedsspruchs. Obwohl wir den Inhalt des Arbeitszeitschiedsspruches für den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau bereits in der Sonnabendaus gabe des Vorwärts" auszugsweise wiedergegeben haben, erscheint es angebracht, dem an uns gerichteten Wunsche nachzukommen, den Wortlaut des Schiedsspruches zu veröffentlichen: Mehrarbeitsabkommen. Ueber die in§ 3 des Manteltarifvertrages vom 29. September 1925 vorgesehene Arbeit hinaus leisten die Arbeiter, im Anschluß an ihre regelmäßige Schicht mehrarbeit nach folgenden Bestimmungen: I. Allgemeine Regelung. 1. a) Unter Tage beträgt die Arbeitszeit vom Beginn der Einfahrt beim Betreten des Förderforbes oder Stollenmund. loches bis zum Berlassen der Arbeitsstelle vor Ort ohne Pausen in den Kernrevieren 8, in den Randrevieren 8% Stunden täglich. b) Ueber Tage beträgt die Arbeitszeit ohne Pausen 10 Stunden täglich. c) In durchgehenden Betrieben wird im Zweischichtensystem ge. arbeitet. 2. An den im§ 3 3iffer II, 3 des Manteltarifvertrages er. wähnten nafsen, heißen und schlecht bewetterten Arbeitspunkten wird Arbeitnehmersachverständigen ergänzt werden kann. Diese mit weitestgehenden Befugniffen auszustattende Kom mission foll untersuchen, inwieweit die Berkürzung der Arbeitszeit wirtschaftlich durchführbar ist. Bis zum 15. März 1927 muß die Kommission ihre Arbeiten beendet und ein Gutachten erstattet haben. Auf Grund dieses Gutachtens sollen dann die Parteien bis zum 12. April 1927 eine grundsägliche Regelung der Arbeitszeit für die Zeit nach dem 30. April 1927 herbei. führen. Der Schiedsspruch hat Geltung bis zum 30. April 1927. Schiedsspruche deutlich äußern und Stellung nehmen. Die mitteldeutschen Bergarbeiter werden sich zu diesem * Unser Urteil über diesem Schiedsspruch wird auch durch seinen Wortlaut nicht gemildert. Die vorgesehene Kommission täme auf dem fürzesten Wege zu einem Urteil über die physische und soziale Seite des Problems, die uns ausschlaggebend zu fein scheint, wenn sie sich einen Tag der Mühe unterziehen würde, die von den Unternehmern geforderte Arbeitsleistung in dem im Schiedsspruch vorgesehenen Ausmaße zu bewerkstelligen. Was Ist der Unternehmer. heißt wirtschaftlich durchführbor" " profit maßgebend oder die Gesundheit und das Wohlergehen der Arbeiter und ihrer Familien? die Arbeitszeit weiterhin in demselben Verhältnis zur allgemeinen feglichen Arbeiterschutzes ist bezeichnend, daß der Schiedsspruch diese Arbeitszeit verfürzt wie früher. 3. Uebersteigt die Schichtzeit die Dauer ven zehn Stunden(!), so ist dies nur in demselben Umfange zu lässig, wie den Arbeitnehmern Bausen gewährt werden. Innerhalb einer zwölf stündigen Schicht müssen also zwei Stun den Pausen enthalten sein. Das ist die Frage, die dieser Schiedsspruch aufwirft. Für die im Reichsarbeitsministerium beliebte Art der Betreibung des geFrage im wirtschaftlichen Sinne beantwortet. Mit der Arbeiter schaft Schindluder zu treiben, ist vom sittlichen und politischen Gefichtspunkte aus verwerflich, wenn schon vom sozialen Standpunkte aus die Rede nicht mehr sein soll. Zusammenkunft der Außenmonteure. Es dürfte sich jedenfalls tein Monteur finden, der einen Monatsvertrag abschließt, der schlechter ist als der Tarifvertrag und das Monteurabfommen. Genosse Grohn versprach, daß die Organisation und die Monteurfommission auch im neuen Jahre stets allen Beschwer den Rechnung tragen und auch dahin wirken wird, daß endlich im ganzen Reich für die einzelnen Orte die gleichen Auslösungsfäße festgelegt werden. Wenn dies aber gelingen soll, dann muß auch ein innigeres Zusammenarbeiten der Monteure in den einzelnen Verwaltungsstellen Plaz greifen. Es ist heute leider oft noch so, daß unter den Monteuren mehr Berufsegoismus herrscht als Solidarität. Als Termin für die nächste Zusammenkunft wurde der Nachmittag des Ostersonnabends bestimmt. einen r e= beDie französischen Beamten und die Reaktion. Zum Beschluß des Kongresses der Beamtengewerkschaften, fich dem Allgemeinen Arbeiterverband( Richtung Amsterdam) an zuschließen, schreibt Journal des Débats", das sich nunmehr ein Staat im Staate gebildet habe, und daß die Gewerkschaftsbewegung volutionäre merkenswerten Sieg davongetragen habe. Temps" erflärt, die Beschlüsse des Kongresses der Beamten gewerkschaften seien die notwendige Folge einer Politik der Schwäche, die es den Beamten ermöglicht habe, sich u Bewertschaften zusammenzuschließen. Inmitten der Besorgnisse der gegenwärtigen Stunde habe die öffentliche Meinung vielleicht nicht sofort alle Folgen erkannt, die eine derartige Entscheidung für die Zukunft in sich schließe. Im Kommentar des Temps" wird weiter auf die Tatsache hingewiesen, daß der Kongreß auch das Mittel des Streifs zur Durchsegung seiner Forde rungen ins Auge gefaßt habe. Reichskouferenz der tschechischen Bergarbeiter. Prag, 26. Dezember.( TU.) Infolge der ablehnenden Antwort des Grubenbesitzerverbandes auf den Vermittlungsvorschlag des Ararbeiterfoalition für Mittwoch, den 29. Dezember, eine Reichskonferenz nach Prag einberufen. Als Pausen sind nur Ruhezeiten anzusehen, die eine ununterbrochene Dauer von mindestens 20 Minuten haben. Innerhalb der zwölfftündigen Schicht muß ein ununterlegenheit, einmal in Berlin zusammenzukommen. Die Ortsverwalbeitsministeriums im Bergbaukonflikt haben die Führer der Bergbrochener Zeitraum von je einer halben Stunde für Frühstück und Mittag zur Verfügung stehen. Zum Ber bringen der Baufen sollen Räume vorhanden sein, die im Sinne der bergpolizeilichen Bestimmungen als angemessen anzuerkennen sind. Den Arbeitnehmern bleibt es überlassen(!), biefe Räume während der Pausen aufzusuchen oder nicht. II. Regelung der Sonnabendschichten. 1. Ueber Tage endet die Tagschicht in nicht durchlaufenden( ein. fchichtigen) Betrieben um 2% Uhr nachmittags. In der Schicht ist eine Pause von einer halben Stunde enthalten. 2. In zweischichtigen Tagebau- und Abraumbetrieben betragen beide Sonnabendschichten einschließlich ½ Stunde Pause grundsäglich 8% Stunden. Soll aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen die unverkürzte Schicht beibehalten werden, so bedarf es hierzu einer Vereinbarung zwischen Werts. leitung und Betriesvertretung. In diesem Fall gilt die über 8 Stunden hinaus geleistete tatsächliche Arbeit als lleber. arbeit im Sinne des§ 4 des Manteltarifvertrages. vergüten. 3. In sonstigen durchlaufenden Betrieben( Fabrik, Kesselhaus, Maschinenbedienung, Schwelerei, chemischen Nebenbetrieben usw.) tritt feine Schichtverfürzung ein. Die über 8 Stunden hinaus tatsächlich geleistete Arbeit gilt als ueberarbeit im Sinne des § 4 des Manteltarifvertrages. 4. Die verkürzten Sonnabendschichten sind als volle Schicht zu III, Ergänzende Bestimmungen zu I und II. 1. Soweit nicht in diesem Abkommen etwas anderes bestimmt ist, finden die im Manteltarifvertrag vorgesehenen 3ufchläge für Ueberstunden auf mehrarbeit im obigen Rahmen teine Anwendung. Für die auf Grund dieser Mehrarbeitsregelung fich ergebende Schicht hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den in den Lohntafeln festgelegten Schichtlohn. Die Gedinge find fo zu stellen, daß die Verdienste der Unter- Tage- Arbeiter nicht tiefer finken, als die Verdienste vergleichbarer Üleber- Tage- Arbeiter. 2. Soweit Bestimmungen des Manteltarifvertrages mit Bestim. mungen des Mehrarbeitsabkommens in Widerspruch stehen, gehen die Bestimmungen des Mehrarbeitsabtommens Dor. Außerdem wurde eine aus drei unparteiischen Personen, die wirtschaftliche und sozialpolitische Erfahrungen haben, bestehende Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. Der Vorverk. f. alle einhardtbühn. ist bis einschl. 31. Dez. eröffnet 62: Rosenkavalier entsches Theater Schauspielhaus 8 Uhr: Hamlet Schiller Theater Norden 10334-38 8 Uhr: 8: Drei Schwestern Neidhardt v.Gneisenau von Wolfgang Goetz Regie: Heinz Hilpert Städtische Oper Charlottenbur Kammerspiele 62 Uhr: Norden 10334-38 8 Uhr: D. Meistersinger Capatrida Stückgold, Oehman Abonn.- Turnus II von Alexander Lernet- Holenia Nur zu den hohen Festtagen haben die Außenmonteure Getung des Deutschen Metallarbeiterverbandes benutzt diese Belegenheit jeweils, um ihren Mitgliedern auf Außenmontage es zu ermöglichen, ihre beruflichen Erlebnisse auszutauschen und etwaige Beschwerden geltend zu machen. Se auch am zweiten Feier. tag, wo die Außenmonteure fich am Vormittag im Verbands. haus versammelten. Genosse Grohn gab zunächst einen Ueberblick über die gegen. wärtige Situation, um die Kollegen, die oft monatelang im Reiche oder im Auslande beschäftigt sind, zu informieren Grohn zeigte die Lage auf dem Arbeitsmarkt, schilderte die Entwicklung der Rationalisierung und deren Auswüchse, und schließlich die wirtschafts- und die der Organisationsleitung zugegangenen Wünsche und Beschwersozialpolitischen Vorgänge der letzten Zeit. Er berichtete dann über den der Monteure und die von ihr unternommenen Schritte. Theater der Woche. lustigen Beiber von Windfor. 30. Die Walküre: 1. Turandot. 2. Tosca. 1 Bom 26, Dezember 1926 bis 3. Januar 1927. Boltsbühne: Volpone. 1. Fauft. Deutsches Theater: Neidhardt von Gneisenau. Rammerspiele: Ollapotrida und Das Beilchen. Die Komid e: Die Gefangene. Leffing- Theater: Der Diktator. Theater in bee Königgräger Straße: Mrs. Chenens Ende. Städt. Oper, Charlottenburg: 26., 31., 3. Jugend im Mai. 27. Die Meistersinger von Nürnberg. 28. Holofernes. 29. Die Großes Schauspielhaus: Von Mund zu Mund. Theater des We..ens: Gastspiel Anna Pawlowa. 27. Geschlossen. Die Tribüne: Der Liebestrant. Romödienhaus: Früchtchen.- Ver. liner Theater: Nur Du.- Neues Theater a. 800: Ninon am Scheidewege. Zentral- Theater: Der Trompeter vom Shein. Theater in der Komman. bantenstraße: Ein toller Einfall. Theater am Schiffbanerdamm: 26., 28., 29. Komische Oper: Balieff's. Lustspielhaus: Hurra ein Junge! Metropol Theater: Die Zirkusprinzessin. Thalia- Theater: Der große und der kleine Klaus.- Theater am Rollendorfplak: Die leichtbekleidete Adele. Theater am Kurfürstendamm: Die Frau an der Rette. Kleines Theater: Oh! U. G. A. Wallner- Theater: Das blonde Wunder. Thea in der Klosterstraße: 26., 27., 1. Meifefen. 28., 29., 2. Die Ehre. 30. Heimgefunden. 31., 3. Die lesbische Fliege. Rofe Theater: Preziosa. Theater in der Lükowstr.: Die türk schen Gurken. Eloßpark- Theater, Steglih: 26., 27. In Vertretung.- Theater im Admiralspalaft: Haller- evue An und aus". Wintergarten: Internationales Variete. Scala: Internationales Variete. Rachmittagsvorstellungen: Voltsbühne: 1., 2. Bolpone. Deutsches Künſtlertheater: Die Königin. Theater i. b. Königgräger Straße: 26., 2. Was ihr wollt.- Gr. Sauspiel hans: 26. Von Mund zu Mund. 27, 28., 29., 30. Funtheinzelmanns Märchenceife. Thea er bes Westens: 25., 26. 2. Anna Pawlowa. Neuerdings häufen sich besoi.ders die Beschwerden dar. über, daß eine Reihe von Firmen ihren Monteuren den 3u30., 1., 2. 3. Das Grabmal bes unbekannten Colbaten. 27., 31. Der Geizige fchlag für Kurzmontagen nicht zahlen wollen, wenn die Monteure vor Ablauf von drei Wochen, sei es aus Materialmüssen, um dann wieder nach dem ersten Montageort zurück zu mangel oder aus sonstigen Gründen, nach einem anderen Orte hin müssen. Außerdem hat der BBMI. von sich aus eine ganze Anzahl von Städten in eine niedrigere Ortstlaffe eingrup piert, was mit einer Kürzung der Auslösungsfäße perbunden ist. Darüber ist eine große Erbitterung unter den Monteuren hervorgerufen worden, da es ihnen einfach unmöglich ist, mit den niedrigeren Auslösungssägen auszukommen. Die Monteurfommission wird versuchen, durch Verhandlungen mit dem BBMI. diese Mißstände abzustellen. Einige Firmen weigerten sich, ihren unverheirateten Monteuren den sjogenannten Bierteljahrsurlaub zu gewähren, der ihnen außer ihrem tariflichen Urlaub zusteht. Soweit solche Fälle der Organisation be. fannt geworden sind, wurden sie im Sinne der Monteure geregelt. Bittere Erfahrungen machte eine Anzahl von Auslandsmonteuren, die mit ihren Firmen sogenannte Monatsvers träge abgeschlossen und dabei vergessen hatten, auch die Arbeitszeit im Bertrage festzulegen. Sie famen nach ihrer Rückkehr mit ihren Firmen in Konflikt, da diese sich wei. gerten, leberstunden egtra zu bezahlen, die nun einmal bei Montage nicht ganz vermieden werden können. Die Dr ganisation fann den Menteuren nur dringend empfehlen, solche Berträge nicht abzuschließen oder aber auch die 48 Deutsches Rünfilertheater: 27., 1. Sirlefans. 2. Der fröhliche Weinberg. Komödienhaus: 26., 2. Der Garten Eden. Theater in der Komma: ba..len. Theater am Schiffbauerdamm: 26., 1., 2. Straße: 26., 2.Ein toller Einfall. Der Geizige Romische Oper: 26. Balieff's. Luftpielhans: 2. Dornröschen. Thalia- Theater: 26., 1. Lottchens Geburtstag Erster Klasse. Kleines Theater: 26. Echneewittchen. Wallner- Theater: 26. Das Etiftungsfest. Theater in ber Klasterste.: 26. Gespenster. 27., 2. Hänsel und Gretel. Rose- Theater: 27. Mag und Morig und ber Beihnachtsmann. 1., 2. Tas tapfere Echneiderlein. Theater in ber Lükowe: 26., 1., 2. Die türk fc en Gurken. Er lokpart- theater, Steglig: 31., 1., Tornröschen. Theater im Abmiralspalaft: 26., 2. Saller- Sevue An und ms". 29. Rinder- Revue le Puppen tanzen". Wintergarten: 26. Jnternationales Barieté. Ecala: 26. Internationales Bariete, Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewertfchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuillen: R. S. Dösder; Lotales und Sonstiges: Fi Rarstädt: Anzeigen: Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Budbruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Erlin SW 68, Lindenstraße 3. Schenke mir Gadera Cigaretten! Auch zu Silvester! Auch zu Silvesteil GADERA ist mild, fein, duftreich, in Kästchen aus Japanholz zu 25 und 50 Stück verpackt und auch in der Kah- Packing zu 100 Stück überall erhältlich. GADERA kostet in allen Tabakläden 6 Pf. Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. im Schiffbauerdamm Gr. Schauspielhaus 8 Uhr: Nachtasyl Täglich 8 Uhr: Das Grabmal des onbekannten Soldaten. Reichshallen- Theater Uhr, Sonn- u. Feiertags nchm. Uhr Steffiner Sänger WeihnachtsVARIETE Central- Th. CASINO- THEATER 8 Uhr: Täglich 8 Uhr: BRONS GEEST Nur noch wenige Aufführungen Mister Cornedbeet Verkäufe Fahrräder Dre Mark Bochenrate, 15 Mark AnDrehrollenteschke. Leistungsfähigste zahlu, für ein erfttlaffiges MartenRollenwandlung 200- rad. Fahrradhaus Rentrum Linien Rosenthalerstraße 26. ftrakneunzehn. in der Operette: Gutschein. Faut. 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. Spezialfabrit Täglich 8 Uhr Von Mund Eu mund CHARELL REVUE Der Trompeter Berliner Uik- Trio vom Rhein arnowsky- ähnen Th. König rätz St. Hasenheide 2110 Silvester vorstell. 8 U: Mrs. Chineys Ende Anf. 71, Endel 01 U. Elisabeth Bergner Der Vorverkauf hat Homödienhaus bereits begonnen Norden 6304 Letzte vier Vorstel- 8 U: Früchtchen Programm! lungen der Kinder- R. A. Roberts. Thellmann Nachm. halbe Preise! Dönhoff- Brett'l KONZERT Funkheinzelmanns Märch.- Reise mit Alfred Braun am 27, 28., 29. und TANZ 30. Dez. nachm. 4 U. Hierauf: Wallner Theater Das vellchen = Kleines Th. von Franz Molnar Tägl. 8%, U. die erfolgr. Schwankoperette Rose- Theater Täglich 814 Uhr Die erste aktuelle Die Komödie politische Revue Bismarck 2414. 7516 Oh! U.S.A. Die Gefangene SCALA Nollendori 7360 8 Uni VarietéAttraktionen Von Bourdet Regie M. Reinhardt Theat. a. Nollendorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr. Das blonde Wunder, U. Preziosa 8 Winter Garten Variete Max Adalbert Rauchen gestattet in Die leichtbekleidete Adele Metropo Theat. 8 Uhr: Die Zirkusprinzessin Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Residenz- Theat. Tägl. 8 Uhr: Saltenburg- Bühnen Dts Künstler- Th. Fritzi Massary: 8: Die Königin Lessing- Theater 8 Uhr: Der Diktator Th. a. Kurfürstendamm Käthe Dorsch 8 U: Die Frau an der Kerte Lustspielhaus Tägl. 8 Uhr: Guido Thielscher Der große und der Absteigequartier Harra- ein Junge kleine Klaus Eintritt Jugendlichen verboten Krause- Pianos zur Miete W. 0, Ansbacherstr.1 Neukölln, Lahnstr.74/ 751 LJUERGENS ALEXANDER PLATZ din fabrie Kontobinher für Barbarossa EMS Schutzmarke Möbel Chaiselongues, Metallbetten, Auflegematragen, Batentmatragen. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spezial gefchäft. Musikinstrumente preiswert. Klaviermache Lint. Brunnenstraße 85. Bianos Kaufgesuche Ragebiffe. Silberfachen Rinn, Blel, Goldschmelze Chriftionat, Quedber, Röpederftraße 39( Adalbertstraße). lerschiedenes Josephstraße Bubinderei Sieber, zwei Morigplag 4312, empfiehlt fid). Geldverkehr Plano- Fabrik Steinberg, ausgezeich nete Fabritate, billigste Preise, langfristige Monatsraten, abritgarantie, Verkauf nur in unseret Hauptfabrik: Lejaus Schneider, Alexanderstr 14a, Frankfurterallee 12. Rein Laden! 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