Nr. Mt ♦ 43. 7ah?s. Ausgabe H Nr. 312 vej»g»Pretck. Margenansgabe BB4fntlu4 I»«taalc t. jieiasoiart ootaiu____ Unter Slrembonb für Seuttdiloni, S�vBta Saar- unb JRemeUebict. Ceiurrtid) Litauen Lurembur» tM-Jir:d)9ma;(. für bc» übrige Su-Ianb SJO XtidbemaU 9U«enot- Set.Sorfflflrts* Bit bei lOuÜrlet. ien Sonntagsbeilage.Laif unb Reif lomie den Beilagen.UnlerbaUung vno Dillen'.Bu, der Rilmwelf. .KeaueiiNlmme'.Der üinbee» heunb*.Zuaenb-Botwän»' unb .Slirf in die Bücherwelf erscheint wocheniSglich tweimal. Sonntag» und Montag» einmal. TelegraMm-AbreAe: »Hajialbaweotroi varllM« Derllnev Volksvlakt (lO Pfennig) «U»etge»Hretsei M»«i■ I»• 1 1 i t•«onwttetlle- bette 80 Vennia SeflameMil» 5/- Heichtmart.»leiae«»zeige»' ba» fettaedruckte«ort 20 Pfennig linlbfko«wei fetiaebruchi, Sorte« labe» weitere Sari tZ Pfennig. Stellenaeluche ba, erbe«ort U Pfennig itbe« weitere Satt M Pfennig Sorte über 10 Buch» Raben liblcn für ,wei Sorte. «rbeitemartt Seile 80 Pfennig. Uamilienoneeiaen für Abonnenten Seile 40 Pfennt». »ngeiaen für die»Ichüe Sbttnmer Wüllen bis m Übt nachmittaa» im KaubtoelchOft Berlin SB 08. Linden» RmbeS. ab gegeben werbe», chebffnet »»» 8M> Übt trüb bis 0 Übt»achtn. Zcntralorgan der Sozialdemokrat» feben parte» DcutfAlanda Zveöaftion und Verlag: öerlln Ew. 68, iiadenfhaße 3 Fernsprecher: Tönhofs'<49�—*297. Mittwoch, den 29. Dezember 1926 Vonvärts-Verlag S.m.d.k., Berlin©ICD. 68, Ltnöenktr.Z «•Rlebeetent»! Beeil»>} IM. Ba»N»»t»! Bank bee«tbeitet.»»ge Reite» ■ab«eaaue». Salbt. II Ctst*»lo»(bclcSIBaft veneliten lalle liabeabe. 5. Die Memel-Msweisungen. Ministerpräsident Woldemares in Memel.— Empfang der Pressevertreter. Memel. 28. Dezember.(®XD.) Bd dem Empfang der presleoerlreter durch den ÄllalsterprSsldeatea woldemara» wurde auch die Frage der Auswasuag reichsdeutfcher Schriflleiler au» dem Memelgebict angefchnltlen. Der Minlsterpräfidenl äuherte hierzu, dah die Frage nach affeu fei und er vorläufig noch a i ch l» sagen könne. Die Frage, ob diese UngelegenheU Einsluh aus die deulsch. litauische» verhaodiuugea habe» würde. verneiote der Minlsterpräsideul: denn e» haadei« sich um eine relo lokale Mahnahme, die uoch enlschiedeu werden würde. E» bestehe zurzeit in Lilaueu Kriegszustand, und die Mllllär. kommaodanten Höllen die verpflichtuug. für die Sicherhell de» Staate» zu sorge». * Der litauische Putsch-Ministerpräsident irrt gar sehr. wenn er glaubt, daß man in Deutschland die litauische Aus- Weisung solcher Reichsdeutschen, die der legalen Regierung n i ch t als Gefahr für die„Sicherheit Litauens" erschienen sind, als„lokale Maßnahme" der litauischen Militärpaschas ruhig hinnimmt: vielmehr wird das Regime In Litauen ganz nach seinen Taten beurteilt werden. Tat ist die Ausweisung, noch dazu ohne Begründung— wird ihre Aufhebung unter- lassen, so wird sich in Deutschland eine recht einheitliche Stimmung gegen dieses Litauen ergeben. Und ob das dem kleinen Nachbarlande sehr erwünscht ist, mag man sich dort selbst sogen!_ Ke n„Ücbcrfaü* in Mainz. (Vltx Widerruf der französische» Regierung. pari». 28. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der Innen. minister S a r r a u t teilte der Presie am Dienstag zu denMainzer Zwischenfällen mit. daß aus Grund der in Pari» vorliegenden einwandfreien Nachrichten der Zlnlah zu dem Streit von den französischen Soldaten ausgegangen sei. Sie haben inzwischen eingestanden, daß sie sich m sinnlos betrunkenem Zustand besanden und die Deutschen durch Rufe herausforderten. Anfänglich hatte die lzavas-Agemur aus dem Mainzer Zwischen- fall einen U e b e r f a l l aus zwei französische Soldaten gemacht. Di« französisch« Rechlspresie benutzte diese Entstellung der Wahrheit natürlich zur Fortsetzung ihrer Protestaktion gegen die Begnadigung der deutschen Opfer des Landauer Prozesies. Mit weichem Recht d'efe neu« Hetze inszeniert wurde, ergibt sich letzt au» der obigen amtlichen Darstellung. Zronzösiscbe Ministerrotsbescblüsse. parl», 88. Dezember.(Eigener Drähtbericht.) Der französische Ministerrat hat sl.h am Dienstag nach einem Referat Briand» auch mit der künftigen Haltung Franlreiclz» den Ereigntsien in China gegenüber befaßt. Dem amtlichen Sommuniquö zufolge wurde beschlossen, in der bisherigen abwartenden Haltung zu verharren. Jedenfalls billige Frankreich das englische Me- morandum nur mit ausdrücklichem Borbehalt. Den Hauptteil der Tagesordnung nahmen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ein. Die Regierung hat auch diesmal wider Erwarten kein Rotstondsprogranim vorgelegt. und zwar unter dem Borwand, daß kein eigentlicher Not- st a n d vorhanden fei und es sich nur um eine starke Berbrouchs- einschränkung handle. Jedenfalls hat sich der Ministerrat auf keinerlei Notstandsprogramm geeinigt. Er beschloß im wesentlichen nur, die Arbeitslosenunterstützung zu erhöhen. In einem der kommenden Ministerräte soll die Aussprache über dos Notstands- Programm fortgesetzt werden. Einer Delegation der Bürgermeister des Seine- depattements, die auf den Ernst der Wirtschaftskrise aufmerksam machte, soll P o i n c a r e erwidert haben, es gäbe keine derartige Krise. Es handle sich um eine künstliche Bewegung, die von den Gegnern der Regierung unterhalten werde.(!?) Diese billige Behauptung beweist nur, daß die Regierung kein Programm gegen die Wirtschaftskrise besitzt, deren Wesen und Ursachen sie einfach nicht versteht. Pllfudf(fe pressezwang. Rene Heratisfordernng des Parlaments. lSarfchau. SS. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der.Kurzer Poranrnf veröffentlich den Text der neuen Refierungsvorlage eines Gesetzes für Presieoergehen, das in nächster Zell erlösten werden soll, nachdem da» aegeawanig geltende Prestedekret der Regierung aus Beschluß des Sejms am 1. Januar erlischt. Die neue Regierung»- vorlag« wird allgemein alp Verhöhnung von Preste Und Parlament betrachtet, da sie eine noch viel weitergehende Sin- schränkvng der Press efäihelt vorsteht, als dos gegen- wättige Dekret. Di« geringsten Pergehen sollen derar« mit Geld und Haft bestraft werden, daß den betroffenen Zeitungen in kurzer Zeit das Erscheinenselb st unterneuemTitelunmäg. l i ch würde. Die g e s o m t e Prest«, ohne Unterschied der Richtung, auch das Pilsudski-Blait. protestiert gegen ein solches Pressegesetz. Es ist sicher, daß der Sejm ebenso wie das Prestedekret auch dieses Prestegesetz ablehnen wird. Die Regierung provoziert aber ossen- sichtlich einen neuen Konslikt mil dem Parlament. Am 5. Januar soll der Ministerrat die Vorlage endgültig bestätigen. Unser Kaltowitzer Parteiblatt ist abermals, also innerhalb von acht Togen da» drittemal. beschlagnahmt worden. Ii SckonSckronik de» JaSbiemne. Schulkinder ihre« Vornamens beraubt! Die Verordnung, die die Stadt A o st a(Piemont. an der fron- öfifchen Grenze) zum Sitz einer Präfektur und zur Provinzhaupt- .ladt erhebt, hat keinen anderen Zweck, als die Stadt und«die ge- famt« Talebene, die bis heute jeden Versuch faschistischer Durch- dringung beharrlich zurückgewiesen hoben, völlig zu„so- schieren. Auf Verordnung des neuen Schulinspektors sind einer großen Zahl Schulkindern Aostas und der Umgebung die Namen, die sie von ihren Eltern erhalten haben, genommen worden. Dieser Beamte stellte aus ten Schulregistern fest, dsß viele Kinder„bedenkliche" Namen trugen. Der Schulfajchist änderte einfach die verschiedenen Libero, Franca und Jaures in Benito, I t a l o und E e f a r e um. Dies wurde den Familien in a m t- licht» Schreiben zugestellt! Saubere Wiedcranfbauer. Einer der treueften Anhänger des„Duce" ist der fafchistifche Abg. R c b o r a. Gegen diese faschistische Leuchte wird nunmehr bei der Kammer unter folgender staatsanwaltlicher Begründung die Genehniigung zur Einleitung eines Strafverfahrens be- antragt: „Wie bereits im Schreiben vom 12. August Dargelegt, hat die varietekünftlerin Earmela Recalcoti bei der hiesigen Polizei- diretlion angezeigt, daß der Abg. Giovanni»attista Reboro. nachdem«r eine Reihe von Gunstbezeugungen von ihr erhalten habe, ohne dafür zu zahlen, sie unter dem Borwande, ihn«inzu- lösen, zur Hergabe eines Pfandscheines des städtischen Leihamtes iiber einen Platinring mit Brillanten und eines elfenbeincriieii Zigarettenetuis zu bewegen, das er reparieren zu lassen versprach, ohne daß es ibr bisher gelungen sei, die genannten Objekte von Rebora zurückzuerhalten. Auf Grund dieser Anzeige hat die öffentliche Si-berheitsbehörde eine Unterfuchung zur Feststellung de» Tatbestande» eingeleitet, ober der Abg. Rebora weigert sich be- harrlich, die bezeichneten Gegenstände zuröckzuaeben. womit er also die Absicht kundgibt, sie sich widerreckilich anzueignen. In Verfolg der bei dieser Untersuchung zutage getretenen Beweis- Momente erhellt, daß es sich um einen fortgesetzten Betrug handelt."......,_ Der Abg. Reboro verdient also, so schreibt dazu der„Tor- riere degli Italiani", dl« Hochschätzung, die er bei seinen Kollegen in der faschistischen Kammer und bei der obersten Hierarchie der Partei genießt, die dos italienische Leben„gereinigt und „erneuert" hat. Gleichzeitig wie gegen Rebora hat die Strafbehörd« bei der Kammer die Strnsoersolgung der faschistischen Abgeordneten Grossi-Doces, Pirrone und Earnazza beantragt. Der ersten: von ihnen ist des Kreditschwindels, die beiden anderen gemeiner Berbrechen angeklagt. Achtung. Ztalicnreisende! Die Mulsolini-Zeitung„Jmpero" schreibt:„Es ist nötig für die Faschisten, aus der Hut zu seiv. Der Augenbtick ist gekommen. wo einer sich an den anderen schlichen muß, und wo die Berraier in unseren eigenen Reihen entlarvt werden müsien. Die saschisti- schen Organisationen müssen aus sich heraus geheime Ueber- wachungsaktionen bilden zur Unterstützung der Polizei, die aus Grünten der Unzulänglichkeit nicht überall dabei sein kann, und durch die saschistischen Ueberwochungsperzweigungen in den saschisti- schen Reihen und außerhalb gegen die Feinde von gestern, die falschen Freunde von heute und die«leichgültigen in jedem Lager vorgehen. Ueberoll sei das Auge des geheimen saschistischen Späher»: in den Fabriken, den Bureau- stuben, aus den Straßen, in den Easäs, m den�Hotels und in den Kneipen sei«in geheimer Beobachter i" „Jeder Fesrio sorge dafür, daß er eine vollständige Liste der Gegner und der Ungetreuen besitzt. Es ist eine ganze Organisation in diesem Sinn« zu schassen, und sie wird geschassen. Jedes Mittel ist nützlich, jede Initiative ein Werkzeug der Vorsehung. Jeder Faschist muß den Stolz fühlen, ein Tpion der Partei und des Regimes zu sein!" wasfenstillstand in Nikaragua haben die beiden kämpfenden Barteien zu dem Zweck geschlossen, die mährend der letzten oier Tage Gefallenen zu beerdigen. Moskauer Inquisition. Die Ausgeschlossenen berichten übet ihre Srlebuisse. Ruth Fischer, Maslow, Urbahn», Schalem und Schwan waren aus dem ID. Parteitag der Kommunisti- schen Partei Deutschland» einstimmig in da» Zentralkomitee. den Parteivorstand, gewählt worden. Jetzt sind sie gestürzt. aus der Partei ausgeschlossen, standen sie im Büßerkleid vor einer Äommission der erweiterten Exekutive in Moskau, wurden sie. ohne die ersehnte Gnade empfangen zu haben, von dort wieder davongejagt. In einem umsangreichen Schrift- stück, das in der Kommunistischen Partei verbreitet wird, be- richten sie über ihre Moskauer Erlebnisse. Die Entwicklung der KPD. und der Kommunistischen Internationale ist in den letzten Iahren nach den eigenen Worten der Ausgeschlossenen„eine ununterbrochene Kette von Statutenoerletzungen und Verhöhnung, Kne- belung und Ausschaltung des Willens der Mitgliedlchaft" ge- wesen. Sie waren deshalb sehr erstaunt, als sie unter Bs- rusung auf das Statut nach Moskau beordert wurden. Den wahren Grund dieser Beorderung suchen sie ganz wo anders, sicher aber nicht in der Behauptung der Exekutive, daß ihre Ladung vop der deutschen Delegation gefordert word'n sei. Diese Behauptung bezeichnen sie als Lüge. Sie erklären, daß„der Bursche Heinz Reu mann und die Un- glücksfiguren Thälmann. Dengel und Kon- i orten", daß insbesondere auch Klara Zetkin sehr ent- schieden gegen ihre Ladung nach Moskau gewelen wären. Nach Ihrer Meinung war es Stalins Absicht, die deutsche Opposition gegen die russisch« auszuspielen. Dieser Plan sei ober durch das unerwartete Auftreten der russischen Opposition durchkreuzt worden. Stalin habe früher T r o tz k i durch An- gebot der Parteiamnestie und des Eisenbahnkommissariats für ein Bündnis gegen S i n o w j e w, und Sinowjew durch ein ähnliches Angebot für ein Bündnis gegen Trotzki zu gewinnen oersucht. Achnlich habe er die deutsche Opposition jetzt gegen die russische zu gebrauchen beabsichtigt. Das unerwartete Auftreten der russischen Opposition zwang aber zu einer anderen Taktik, zur E'nigung gegen die. Opposition in allen Ländern. Stalin selbst habe, wie„von sehr glaubwürdigen Genossen mitgeteilt" werde, nach her Rede Sinowiews persönlich chiffrierte Depeschen an die russischen Organisationen aufgegeben, um Fochcmnoen auf Bestrafung und Ausschluß der russischen Oppositionsführer zu bestellen. Mit der Einigkeit im erweiterten Ekki sei es trotz aller �Gesänge der„gegen Pauschal- und Zeilenhonorar angestellten Troubadoure" übel bestellt gewesen. Stalin habe in der De- batte Kamenew und den toten Lenin schwer verleumdet, so daß es beinahe zu einem körperlichen Kampf zwischen Kamonew und Stalin gekommen wärtz. Nach dieser Schilderung des Milieu», w�e sie es sehen, wenden sich die Berichterstatter ihren eigenen Angelegenheiten zu. In der„Roten Fahne" ist behauptet wordtn, daß sie vor Antritt ihrer Reise die Zahlung von Tagegeldern von 2D,8D Mk. lind Rückreisevisen verlangt hätten. Davon, oer- sichern sie. ist nur das letztere richtig:„Rückreiseoisen wurden in der Tat gefordert, da trübe Erfahrungen aus der Ber- gangenheit(zum Beispiel der Fall der Genossin Ruth Fischer, die gegen ihren Willen viele Monate lang in Moskau gewaltsam zurückgehalten wurde) zur Vorsicht mahnten." Besonders ausführlich beschäftigt sich der Bericht mit der Frage, warum Maslow nicht mit noch Moskau gefahren sei. Aus den Verhandlungen über diesen Punkt wird- mit- geteilt: Ferner stellte man die Frage, wieso Genosse Maslow nicht erschienen sei. Unsere Genossen gaben dazu die Erklärung ob, daß Maslow jederzeit bereit sei, zur Erledigung seiner Angelegenheit vor der Internationalen Kontrolltommission zu erscheinen, wenn ihm vorher Gelegenheit geboten werde, sich vor der deutschen Mit- gliedschaft gegen die jahrelang gegen ihn betriebene Hetze zu wenden. Jetzt sei Maslow nicht mit noch Moskau gefahren, weil alle oppo- fllionellen Genossen der Aieinung waren, daß man Ihn dort zurückhalten werde, wie man das schon früher versuch« und im September 1SZZ auch tatsächlich getan hat. Die Opposition habe gar keine Ber- anlasiung, in diesem Punkte irgendeine Spur von Vertrauen zu den betreffenden Stellen des Apparates zu haben. Außerdem stellten unsere Genossen fest, daß sie noch im letzten Augenblick vor der Ab- reise von unlerrichteler Seile ausdrücklich gewarnt worden seien, Maslow mitzunehmen. Die Enttäuschung über das Nichterscheinen des Genosien Maslow mochte sich besonder» bei P i a t n i tz k> in so grotesker Form bemerkbar, daß damit offensichtlich zum Ausdruck gebracht wurde, welch« besonderen Absichten in bezug aus den Ge- nosien Maslow mit der Einladung der oppositionellen Genosien nach Mask«u verbunden waren. P i a t n i tz k i war Vertreter der russischen Partei in ber Kommission. Er soll sich nach dem Bericht stets durch be- sonderen Haß gegen die Linke ausgetichnet haben. Soll er doch a's Leiter des Organisal'on»bt>reau« des Ekki in den Iabren 1924 und 1925 die Post der Zentrale der KPD. durch besondere Agenten überwacht haben! lieber die Art der Verhandlung wird unker andern, fol« geiches berichtet: Die Verhanblungsmethoden der Kommission sprachen allein bis- har in proletarischen Organisationen lieblichen chohn. Die Mitglieder der Kommission vermieden peinlichst die Anrede .Genosse�. Dengel bezeichnete die Genossin Fischer als„Frau Ruth Fischers Der Ton des Vorsitzenden war der eine» Staatsanwalt» beim bürgerlichen Gericht. s„S i e dürfen nur reden, wenn ich frage.*—„Schweigen Sie, ich Hab« Sie nicht gefragt.*—„Ich werde die Kommission fragen, ob dicserMann weiter reden darf.*) Aus dem Plenum und in der Komiission wurden eine Reihe von verleumderischen Gerüchten zur Herabsetzung der linterzetchneten verbreitet. Die Feststellung der Resolution, wir hätte» eine freche und erpresserische Drohung ausgesprochen, ge- gebenensall» die KPD. durch gewisse Deröffent- l i ch u n g e n zu t o m p r o in i t t i e r en. ist unwahr Den Ausgeschlossenen ist es bekanntlich nicht geglückt, ihre Sache vor das Plenum zu bringen. Vielmehr blieb es bei der Kommission und einer dort gefaßten Entschließung, die sie als„ungesalzenes, wißloses Geschimpfe* und Produtt eines ,.nnpoli f t e l die poii- tische Atmosphäre, hilft nicht der Arbeiterklasse Klarheit über Ziel und VVg Ihre» Kampfe» zu geben, hilft also der vourgeoifiQ Das ist ein wahrer Prachtsah! Ein Kernsatz! Nie noch ist über kommunistische Lippen eins jo reine Wahrheit geflossen, wie dies«! Schimpferei an Stolle sachlicher Auseinander- fetzung— das kennzeichnet aber neun Zehntel der Kämpfe, die die deutschen Kommuwsten unter sich führen und das kenn- zeichnet von Ankang bis zu Ende den Kampf, den die KPD. gegen die Sozialdemokratische Partei und gegen die Gewerk, fchaften führt.„Wer an Stelle sachlicher Auseinanderfetzun- gen Schimpfereien fetzt, betHeist nur die eigene Schwäch«, per- gistet die politische Atmosphäre, hilft nicht der Arbeiterklaste, Klarheit über Ziel unh Weg ihres Kampfe« zu geben, hilft also der Bourgeoisie.* Sie Helsen a l l« der Bourgeoisie! Sie sagen«« selbst! Ais Folge der Explosion im vahnhos von Sofia wird bulgarisch. amtlich gemeldet: Die bulgarische Polizei hat im Süden de» Landes «in« tpminunistischc Verschwörung ausgedeckt und mehrere hundert Verhaftungen vorgenommen. Der falsche Prinz. Im Gothaer stand er zwar nicht. Doch hoch im Kurs zu Gotha, Am hohenzollernfchen Gesicht Da fehlte ihm kein Iota. Denn er war dumm und semmelblond, Sein Auge blitzte bläulich. Das schloß zu einer Einheitsfront, Die Herzen, so jungfräulich. Man lud zur Jagd ihn. zum Diner. Wie glänzt in vollem Staat er! Ein Galafest mit Bal-Darä Gab ihm das Hoftheater. Es fang:„Heil dir im Siegertranz* Und witterte schon Titel Der Bürger, und— 0 Wonnegans— Der Prinz pumpt' bei ihm Mittel! Man hält' in hell'ger Pietät Ihn auf den Thron gehoben, Da war— verflucht und zugenäht— Der Prinz jäh abgeschoben. Doch da den Burger er gerupft, Wie das des Fürsten Recht ist, Scheint mir gesprungen wie gehupft. Ob falsch er oder«cht ist. Höchst fürstlich hat er sich bewährt, Hat selbst sich abgefunden. Und als die Schäflein ganz geschert, Da ist er erst verschwunden. Darm: war er auch ein falscher Prinz. Ich mächte ihn nicht tadeln. Ich würd' ob feines Fürstensinns Noch nachträglich ihn adeln! «ich. von Li»be»h«ck«». Einberufung ües Parteiausschusses. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hat den Parteiausschuß zu Dienstag, den 11. Januar 1927, vor- mittags 19 Uhr, noch Berlin zu einer Sitzung einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Erörterung der politischen Lage und die Vorbereitung des vom 22. bis 27. Mai in Kiel stattfindenden Parteitages. Herunter von üen pferöen! Ihr Deutschnationale« mit der jüdischen Denkweise! Den Deutschnationalen geht es wie ihren kommunistischen Freunden. Sie mögen sich noch so radikal stellen, es gibt immer noch Leute, die sie als pflaumenweich und Verräter am Deutschtum und an der Nation hinstellen. Im„Völkischen Beobachter" zum Beispiel liest der pommersche Junker v. Corswant den Konservativ-Nationalen folgendermaßen den Text: Dem allen cher„Berjudung* Europas) fetzt die deutsch- national« Parteipolitik nicht» entgegen. Kann man sich da eigentlich noch über den entsprechenden„Erfolg* wundern, dar- über wundern, daß so offensichtlich die neudeutschnationale Partei- Politik immer weiter in da» Fahrwasser jüdischer Denkweise gerät?! Wir fragen schon gar nicht mehr, wie lang« noch wollen die Führer sich„deutsch*, sich„national* nennender Parteien derartige Wege gehen, die notwendig zum Untergang jeglichen deutschen Volks- Nim» führen müssen. Aber wir fragen die Masten der wirtlich noch .Zeutsch* und„national* Gesinnten in diesen Parteien: Wie lang« noch gedenkt ihr euch diesen andauernden Verrat am na- tionoleo Gedanken, am deutschen Volk«, an der Zukunft eurer Kinder und Äindeekinder, begangen durch Leute, die sich bisher eure„Führer* nannten, gefallen zu lasten?! herunter von den Pferden mit jenen Volksführern, die keine Volksführer, sondern volksoersührer sind. Verführer zur— unter den heutigen Umständen— zum Voltsverrat gewordenen Parole: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht! Das ist ja ein« ganz erbauliche Sprache, die die Herren unter sich führen. Schalem, Thälmann, Ruth und Stöcker können es auch nicht besser. 5)eißt es hier: hinaus aus der Komintern!, so dort: heninter von den Pferden! Jeder braucht Bilder aus der ihm bekannten Umgebung. Und Corswant ist bei den Pferden heimischer. Sapern in Gefahr! Invasion Berliner„Beamtcn-Kuckucke". Die Reich ssinanzverwaltung hat au» sachlichen Gründen eine kleine Anzahl mittlerer Beamten au» Nord« d e u t s ch l a n d nach Bayern oerfetzt. Deshalb große Entrüstung der bayerischen Partikularisten. Sie schreien und Hetzen, als sei der Bestand des Landes Bayern gefährdet. Das Organ der Bayerischen Vottsportei.„M oosbnrger Zeitung*, läßt sich unter der Ucberschrift„Preußische Beomten-Karnickel- z u ch t* folgendermaßen vernehmen: „Man will da« bodenständige bayerische Beamtentum mit dem neudeutschen, herumzigeunernden, zentralistischen und h e i m a t l o i e n Bu?cautrati»mus verfäljchen. Schrndsi» die Berliner Beamten-Kuckucke, die man In» bayerische Pest seht, hinaus! Es wäre die erst« Tat, und nur mit Taten wird der Frechheit dir Berliner Zentralistenbrut EinHall geboten. Regierung, iverd« hart!* Daß die Bayern in der Kunst grob zu sein Meister sind, hat der bayerisch« Ministerpräsident Held erst vor einigen Tagen an «inern Gesellenstück bewiesen. Man wird von einer„Moosburger Zeitung* nicht verlangen können, daß sie im Knigge bester be. wandert ist, als der erst« Vertreter des Lande». Aber die von dem bayerischen Ministerpräsidenten und der ihm ergebenen Preste be- tiebt« Tonart tonn leicht zu unliebsamen Zwischenfällen führen. Da» Reichsftnanzministerium ist deshalb—- wie wir erfahren— von dieser Aufhetzung der Bevölkerung gegen sein« Beamten unter. Neues von der Chemie öer Hormone. Ueber die Chemie der drei jüngsten„Hormone* aus Schilddrüse. Pankreas und Ovarien verbreitet sich der Direktor de» pharmato-theropeutifchen Instituts der Universität Amsterdam, Ernst L a q u e u r in der Nummer der Chemikerzeitung, die anläßlich ihres Sstjährigen Bestehens Aussätze über die wichtigsten chemischen Fragen seitens einer Reihe hervorragender Forscher bringt.„Hormone* werden innere Drüsensckrete genannt, die in der neuesten Heilmittellehre«ine Heroorragende Rolle spielen: ge- lingt es, ihre chemische Natur völlig zu ergründen, so kann man vielleicht zur Synthese(künstlichem Ausbau) dieser Stoff« kommen und dadurch von dem oft sehr beschränkten Material, dos die tierischen Organe liefern, unabhängig werden. Am weitesten ist man in dieser Hinsicht mit dem Thyroxin, dem Hormon der Schilddrüse, gekommen, in welchem man vor sieben Jahren zuerst einen eiweih- freien, stark jodbaltigen Körper kennen lernte, der außerordentlich wichtig« biologische Wirkungen entfaltet, in der Hauptsache Erhöhung des sogenannten Gruudstoffwechsels und Erhöhung der Widerstands. fähigkeit gegen gewiste Vergiftungen. Deshalb wirkt dieses Hormon z. B. bei Abmagerungskuren so stark, wie die hundertfache Menge von getrockneter Schilddrüse. Am wenigsten weiß der Chemiker noch über das Insulin zu sagen, das Hormon des Pankreas oder der Bauchspeicheldrüse, das jetzt schon in Hunderten von Fällen von Zuckerkrankheit den sicheren Tod oerhlndert und vielen Tausenden von Kranken Besterung oder doch zum mindesten eine lebenswerte Existenz oerjchasft hat. Che- wisch kann es aber gegenwärtig nur durch feine biologische Wir- tung charakterisiert werden, und zwar durch die Herabsesiung des sogenannten Blutzuckers. Allerdings sind in den sünf Jahren, die feit der Entdeckung des Insulins verflosten sind, schon tausend so- genannte„wissenschaftliche* Abhandlungen darüber veröffentlicht worden, ganz zu schweigen von gelegentlichen Mitteilungen. Sehr viel« davon, die sich mit der Zusammensetzung des Insulin» be- schästigen, erscheinen Laqueur ganz wertlos.„Ich habe nie be- grisfen, sagt er, welchen Sinn es hat, mit schwierigen chemischen Methoden z. B. den Gehall von Diaminosäuren und dergleichen bei einem Körper festzustellen, der vielleicht von dem Stoff, den man eigentlich untersuchen will, 1 Proz.. vielleicht noch weniger, enthält.* Jedenfalls ist allen chemischen Aussagen uber das Insulin gegen- über vorläufig noch größte Vorsicht angebracht. Dos jüngst« Hormon schließlich, dos aus den weiblichen Ge- lchlechtsdrüjen in den Ovarien oder Eierstöcken, welches den Namen Menformon erholten hat. Icheint gegenüber dem komplizierten In- sulin weit einfacher gebaut zu sein. Es zeigt eine ausgesprochen ipezisischc Wirkung aus weibliche Geschlechtsorgane, indem es die Brunst bei jugendlich unreifen Tieren vorzeitig und bei ollen nor- malerweile nicht mehr brünstigen aufs neue hervorruft: auch er- zeugt es Wachstum unreifer weiblicher Geschlechtsorgane, männlichen Tieren gegenüber hat es dagegen«ine hemmende Wirkung, indem die jugendlichen männlichen Organe in der Entwicklung zurück- bleiben. Dos Menformon ist leichter zn einem höheren Grad der Reinheit zu führen, als das Insulin, weswegen die Aufklärung seines chemischen Aufbaue» wahrscheinlich früher gelingen wird. Allerding» ist das gegenwärtig reinst« Produkt schwerer erhältlich, well teuerer al» da» Insulin, und die Geldfrage spielt ja auch bei richtet worden. Man darf gespannt sein, wekchen Schutz das Reichs- sinanzministerium seinen Beamten angedeihen läßt und in welcher Weise ihm dabei die bayerische Regierung behUflich sein wird. Ultimatum an üie Kirche. Braunschwciger Industrielle drohen mit Austritt. Brauuschweig. 2«. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die Industriellen des Landes Braunschweig haben der Kirche ein Ultimatum gestellt. Da die Kirchenaustrittsbewegung in Braunschweig sehr groß ist, andererseits aber die Landwirte fast keine Einkommensteuer und damll auch keine Kirchen- stcuer(die nach der Einkommensteuer veranlagt wird) bezahlen, so ist die Kirchensteuer für die Industriellen— wie sie be- Haupte»— unerträglich geworden. Tatsächlich zahlen 2b In- dustrielle des Landes Braunschweig soviel Kirchensteuer, daß 19 Geist- liche davon besoldet werden können. Dos ist ihnen die Geschichte wohl doch nicht wert. Der Vereinigung der Braunschweiger Industriellen forderte deshalb von der Kirche, daß sie sich b i s z u m 28. Dezember mit einer Herabsetzung der Kirchen- st« u« r einverstanden erkläre, da sonst sämtliche Industrielle des Lande» Braunschroelg bis zum 31. Dezember 1926 aus der Kirche austretea würden. Gleichzeitig wird ein erheblicher Abbau des Verwaltungsapparates der Kirche gefordert. Die Aus- trille aus der Kirche sind in den letzten Tagen wieder gewaltig gestiegen, da diejenigen, die bis zum 31. Dezember 1926 austreten. für dos Jahr 192? Kirchensteuer nicht mehr zu zahlen haben. Im Namen öes Volkes! Aus L i e g n i tz wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen hallen sich vor dem hiesigen Schöffengericht der Unteroffizier SL und der Reiter W. vom Reiterregiment 7 in Lüben zu oerantworten. Der Reiter W. wollte nach einem Tanzvergnügen ein Mädchen mit besten Einwilligung nach Haus« begleiten. Der Unter- ofsizier K. hatte jedoch schon vorher die Zusage des Mädchens er- halten. Darüber ergrimmt, stellte der Unterossizier den Reiter zur Rede, fragte ihn noch seinem Truppenauswcis und gab ihm schließlich den Beseht, sich fortzuscheren. Da der Reiler den Truppen- aliswels nicht bei sich hatte, fordert« der Unteroffizier den Reiter au», mitlhmzurWachczutommen. Der Reiter sagte zwar z u, wollte aber erst das Mädchen nach Hause begleiten. Dar- aufhin versetzte der Unterofsizier dem Reiter eine Ohrfeige! Darauf erfolgte im Namen des Volkes folgendes Urteil: Der U n t e r o f f i- zier erhielt wegen vorsätzlicher Mißhandlung eines Untergebenen 7 Tage gelinden Arrest. Der Reiter wurde zu Z Wochen strengen Arrest oerurteilt, weil er den Befehlen des Unteroffiziers nicht Folg« geleistet und das Mädchen selbst nach Hause begleitet hatte. verleumöer!— verrückter?— Oder beides? Der dcutschnational« Reichstagsabgeordnete Ouaatz verösfent- licht durch TU. folgend« Erklärung: Ein Berliner Iournatist, Freiherr von Gleichen, verbreitet die Beschuldigung, ich hätte mich bei der Lösung der Angelegenheit Junkers zusammen mit Herrn Breitscheid(I) per- sönlich bereichert. Ich habe gegen den Genannten Straf- antrag wegen vertemnderstcher Beleidigung gestellt. Für Reu« gierig« bemerke ich, daß ich die in dieser Frage verrichtet« Arbeit im Interesse des Reiches, ohne jede« Entgell geleistet und auch auf die Erstattung meiner baren Auslagen gegenüber dem Reiche, in dessen Auftrag ich tätig gewesen bin, verzichtet habe. Genosse Breitscheid hat von der gegen ihn gerichteten Ver- leumdung nur durch die Erklärung des Herrn Ouaatz erfahren. Auch er wird Gtrofantrog stellen, wenn sich herausstellt, daß der Freiherr von Gleichen wirklich gegen ihn solche unsinnig« Berleumdungen er- hoben hat. wie au, der Erklärung des Abg. Ouaatz hervorzugehen scheint. Breitscheld hat weder zu Ouaatz Beziehungen, noch hat er mit den Iunkere-Verhandlungen irgend etwas zu tun gehabt. Der Freiherr von Gleichen ist«in völkischer Journalist von geringer Bedeutung. Ueber seinen Geisteszustand ist uns nichts Näheres be- kannt. rein wissenschaftlichen Problemen und Prävaraten eine erheblich« Rolle. Doch wird der Fortschritt der Forschung wohl auch, wie schon anfangs gesagt, zur Spnthese und damit zu einer weller ver- breiteten segensreichen Anwendung der Hormone führen. Bt. Ausgrabungen aus den Plüggelberoen. Das Märkische Museum in Berlin ist in seinen urgeschichtlichen Forschungen, die Pros. Albert Kiekebusch leitet, den Spuren bronzezeitlicher Wohnstätten aus den Müggelbergen nachgegangen. Zlm Westabhang des Hiipels, auf dem der Aussichtsturm der Müggclberg« steht, tonnten Psostenlöcher, Herdstellen und Reste eines Grundristes aufgedeckt werden. Zahlreiche Gesäßreste weisen aus die jüngere Bronzezeit hin. Aus späteren Perioden l'egcn nur ganz geringfügige Spuren vor. Auf dem Eichenhugel zwischen Aussichtsturm und Bismarckwarte gelang es, den Grundriß einer Halle ohne Herd freizulegen, deren Größe nicht'viel hinter der großen vorgeschichllichen Halle in Buch zurücksteht. Auch eine Vorhalle ist vorhanden. Im weiten Umkreise war der Platz völlig frei von Psostenspuren: nur im Norden fanden sich solche, die wohl als Reste der Umhegung gedeutet werden können. Auch die Funde vom Eichenhügel gehören der jüngeren Bronzezeit an. Auf den Müggel- bergen»st vor einiger Zeit eine Kulturschutzstclle eröffnet worden. Ein in die Terrassen des Aussichtsturmes eingebauter Museumsraum enthält Funde von den Müggelbergen selbst und aus der Umgebung. Der Zweck der AusstellungZst, die Entstehung und Geschichte dieser eigenartigen, reizvollen Landschaft im Weichbild« Berlins dem Ver- ständnis der Bevölkerung und namentlich der vielen Schultlasten näherzubringen, die die Müggelberge besuchen. Für 40 Millionen Mark Kunstschähe nach Amerika. Auch in diesem Jahre haben eine große Anzahl berühmter Kunstwerke den Weg über den„großen Teich* gemacht. Britische Sachverständig« schätzen den Wert der Kunsftachen. die allein aus England nach Amerika abgewandert sind, auf 49 Millionen Mark. In den letzten Tagen hat eines der berühmtesten Werke der englischen Malerei, das Porträt„Pinkie* von Lawrence, das auf der Michelham-Versteige- rung die Riesensumme von l 554 000 Mark brachte, seine Fahr, nach den Vereinigten Staaten angetreten: man bewahrte bei dem Trans- port das größte Geheimni», weil man einen Diebstahl fürchtet«. Saantballsmus im treibenden Boot. Ein« erschütternd« Hunger- tragödie enthüllte die Untersuchung über den Tod eines Fischers. die von der Volizei in Los Angeles eingeleitet worden ist. Der alte Fischer Eli Kelley ist kürzlich in erschöpftem Zustande oor dem Hungertode gerettet worden, nachdem er zehn Tag« lang im offenen Doot auf der stürmischen See umhergetrieben worden war. Im Voot fand man einen anderen greisen Fischer narnen» James McKinley tot vor. Der Leiche fehlten mehrer« Teile. Bei dem Verhör bekannt« schließlich Kelley, daß er in der Ver» zweiflung, von rasendem Hunger gequält, Teile der Leiche de» Kameroden, der an Erschöpfung gestorben war, abgeschnitten und gegesten Hab«.____ Nie Obdachlosen der Stadt Mostan. Tic VolkliiAb'una bat ergeben, dag die Zabl der im buchstäblichen Sinn de« vmie« Obdachlosen In der Stadt MoMali 8 848 beträgt. E» sind da« b>ejeninen Versonen. die aber keine Art»an Unteikunst verfügen und aus dl« städtischen Aachtashli an» gewiesen sind. Die Richtungskampfe in Rußland. Ein„kleines Plätzchen" für die Bourgeoisie.— Terror gegen die Sozialifte«. Es ist keineswegs leicht, aus dem Kaufen der scholastischen Auseinandersegungen. die immer mehr an die Kirchen. dispute des Mittelalters erinnern, den wirklichen Kern des bolsche- wistischen Streites herauszuschälen. Man kann deshalb Stalin nur dafür dankbar sein, daß er in seiner scharfen Polemik gegen die Oppositionsführer in der Plenarsitzung des Ekki das Geheimnis seiner„Rechtgläubigkeit" zufällig verraten hat. Die Anhänger Stalins haben bekanntlich der Opposition vorge- worfen, daß sie von den Sozialisten gelobt werde. K a- m e n e w und S i n o w j e w haben dem gegenüber darauf hinge- wiesen, daß die kapitalistische Presse der ganzen Welt und insbeson- dere die Ideologen der neuen Bourgeoisie in Sowjetrutzland auf feiten Stalins stehen. Dieser Hinweis, der zweifellos auf Wahr- heit beruht, hat Stalin aus seinem Gleichgewicht gebracht. Stalin hat in der Plenarsitzung des Ekki den ihm hingeworfenen Handschuh aufgehoben.„Weshalb— fragte er— loben die S o z i a l i st e n die Opposition?"«Weil die Opposition die Einheit der bolschewisli schen Partei untergräbt und die Diktatur des Proletariats schwächt." „Und weshalb loben die Zdeologen— so fuhr er fort— der neuen russischen Bourgeoisie Stalin und überhaupt die Mehrheil? Des- halb, weil die Sowjetmacht die neue Bourgeoisie zur Mitarbeit unter gewisieu Bedingungen herangezogcu habe, weil sie den Bcp einge- führt und der Bourgeoisie.ein kleine» Plätzchen neben der Diktatur" eingeräumt habe. Während die Menschewisten u. a. die Diktatur untergraben, werde sie andererseits durch die Mitarbeit der Vour- geoisie, die unter der Kontroll« der Sowjetmacht steht, nnlerslüht und befestigt. „Ist es nicht eine bekannte Tatsache"— so erklärte Stalin— datz Lenin einen Unterschied zwischen der neuen Bourgeoisie und den Menschewisten machte, indem er die Heranziehung und Aus- nuhnng der ersteren und die Berhaswng der letzteren empfahl?" Habe denn Lenin, als er den Ncp proklamierte, nicht selber er- klärt, daß die Menschewisten und Sozialrevolutionäre in sicherem Gewahrsam gehalten werden müsien? Die deutschen Arbeiter müssen diesen Erklärungen des russischen Diktators die größte Aufmerksamkeit schenken. Stalins These: Her- anziehung der Bourgeoisie zur Mitarbeit und Terror gegen die Sozialisten kann nur eine einzige soziale Bedeutung hoben: die kapitalistische Umwandlung der Diktatur. Mag Stalin, gleich Lenin, die Hoffnung hegen, daß die.umgrenzte" Mitarbeit der neuen Bourgeoisie mir zur einseitigen.Au». Nutzung der letzteren führen werde. In Wirklichkeit jedoch ändert die bolschewistische Diktatur, indem sie die neue Bourgeoisie„aus- nutzt", ihr« eigene soziale Natur. Es ist eine alte Geschichte: Man glaubt zu schieben und man wird geschoben. Es ist bezeichnend, daß der klügste Ideologe der neuen Bourgeoisie und der Sowjetbureaukratie, Prof. U s t r j a l o w, gerade darum die bolschewistische Diktatur preist und unterstützt, well er überzeugt sst. daß die letztere sich auf dem„sicheren" Wege zur bürgerlich, bonapartisttschen Umwandlung befinde. Zortüauer ües Kampfes üer Opposition! Die Parteioppofition in der KPdSU, scheint nicht die Absicht zu haben, ihre Waffe vor den Siegern zu strecken. U g l a- n o f s, der Sekretär der Moskauer Parteiorganisation, hat der „Prowda" zufolge in einer in den letzten Tagen stattgefundenen Konferenz erklärt: „Ich glaube, daß die Opposition ihre Tätigkeit nicht nur in dem Ekki entfallet habe: sie scheint sie vielmehr auch in den untersten Parteizellen wieder ausgenoinmen zu yaben. Es ist uns ausgefallen, daß die gleichen Fragen tn der- selben Formulierung in den verschiedensten Parteizcllen auf» geworfen werden-, es scheint, als ob die Losungen von ein und derselben Oppositions ze n t r a l e ausgehen. Die Opposition letzt ihren Kampf fort. Das muh man im Auge behalten. Die Ein. heit der Partei muß um jeden Preis erhalten werdenl Man muß die Bildung einer neuen Partei in unserem Lande unbedingt ver- hindern." Der Kamps dauert also fort. Daraus läßt sich auch die Totsache zurückführen, daß die Spalten der„Prawda" in der letzten Zeit wieder von Resolutionen gegen die Opposition überhäuft sind. Der gefügige Apparat der„Parteidemokrotie" ist wieder in Gang gesetzt worden. Aus allen Winkeln des unermeßlichen Lande» kommen Resolutionen, die eine der anderen aufs Haar gleichen: überall wird das Auftreten der Opposition in der Ple» narsitzung des Ekki auf das schärfst« als ein verbrecherischer B o r st o h gegen die Leninsche Parteiführung und als eine Ben- letzung der Berpflichtungen vom 16. Oktober verurteilt. Alle Res». lutioncn enthalten zum Schluß die Forderung der schärfsten und entschieden st en Mahnahmen gegen die Opposition. Der gleichlautende Inhall der zahllosen Resolutionen läßt keinen Zweifel darüber übrig, wo die Urquelle dieser Entrüstungskampagnr zu suchen sei. Nur in der Ausdrucksweise und in bezug auf die zahl- reichen und mannigfaltigen Schimpfwort? unterscheiden sich die R« solutionen von einander:„Bankrotteure" ,„u n v« r a n t- wortliche, abgebaute Füchrer",„Kapitulanten", „Parteioerleumder".„Abenteurer" usw., sind schon die mildesten Ehrentitel. Bemerkenswert in dieser Beziehung sind auch die Ueberschriften, unter denen die Resoluttonen in der„Prawda" abgedruckt werden:„2>ie letzte Warnung",„Zur endgültigen Liquidierung der Opposition",»Die Geduld der Partei ist lange genug auf die Probe gestellt worden".„Wie fordern entschiedene Maßnahmen" usw. Diese großzügige Resolutionskampagne sst sozusagen eine Ar- tillerievorbereitung zum neuen Ultimatum, da» den Oppositionsführern auf der nächsten Plenarsitzung de» Zentral« konritees der KPdSU, gestellt werden wird. Mißbrauch ües Selbftverwaltungsrechts. Die Ursachen deS Konflikts zwischen Studentenschaft und Kultusministerium. Die Studierenden der deutschen Hochschulen oerdanken das Sclbstverwaltungsrecht dem verstorbenen Genossen Kon- r a d H a e n i s ch, der als damaliger Kultusminister über- Haupt erst ein Studentenrecht geschaffen hat. Di« Regierung der Vorkriegszeit kannte ein solches Recht für die Studenten nicht. Jahrzehntelang haben freiheitliche Kreise aus der Studentenschaft vergeblich um bestimmte Selbstän- digkeiten gekämpft. Das Studentenrecht von 1S20 gab den immatrikulierten reichsdeutschen Studenten jeder Hochschule die Möglichkeit, sich zu einer Art Zwangsinnung zusammenzuschließen mit dem Recht, ausländischeStudentenzu beteiligen und sich mit den entsprechend gebildeten Studentenschaften der übrigen deutschen Hochschulen zu koalieren. Die Studenten- schalten erlangten gleichzeitig das S t e u e r r e.ch t über alle vtudenten: sie dürfen Beiträge erheben und in der Form einer Selbstverwaltung im Gesamtinteressc darüber verfügen. In den leitenden Körperschaften übernahmen bald v ö l- tische Drahtzieher die Führung. Sie erklärten bei der Zulassung auslandsdcutscher Studenten, daß ein beut- scher Jude aus Prag oder Wien kein Deutscher sei. Don dieser irrsinnigen antigroßdeutschen Haltung wurde weder durch den Einspruch der Rektoren noch durch die Pro- teste des vernünftigen Teils der Studentenschaft abgegangen. Viel schlimmer ober gestaltete sich der Mißbrauch des Koalitionsrechts. In Oesterreich und Böhmen gibt es kein Studentenrecht und daher auch keine anerkannte Studentenschast. Dort stehen sich völkische, katholische, frei- heitlichc und sozialistische Gruppen gegenüber. Die v ö l k i- schen Gruppen sind in der Mehrheit und haben sich selbst als diejenige Studentenschaft proklamiert, mit der die reich?- deutschen Studentenschaften allein und ausschließlich eine Koalition einzugchen hätten. Die Hakenkreuzler hüben und drüben reichen sich die Hand, während die n i ch t v ö l k i- schen Studenten unserer Hochschulen seit Jahren terrorisiert worden sind, für eine Organisation Zwangsbeiträge zu leisten, deren glorreiche Führung sich in den wichtigsten Entscheidungen völkisch gebärdet. Es versteht sich schließlich, daß dieser Kurs von r e ch t s r a d i- kalen Kreisen materiell und ideell unterstützt und ge- fördert worden ist. Endlich haben Regierung und Parlament sich entschlossen, mit einem derartigen Unfug Schluß zu machen. Im Kultur- ausschuß des Landtages erklärten sichalleParteien, mit Ausnahme der Völkischen und der Deutschnationalen, da- mit einverstanden, daß die Regierung die preußischen Stu- dentenschaften verpflichtet, alle auslandsdeutschcn Gruppen ohne Rücksicht auf Konfession und Rasse an der Koalition der Mitgliedschaft zu beteilijjen. Um diese Frage dreht sich der Streit. Die Antwort, die der Vorstand der Deutschen Studentenschaft dem preußischen Kultusminister gegeben hat. ist voreilig, unklug und unmöglich. Der Vor- stand, an dessen Spitze ein völkischer Student aus Brünn steht, wagt es immerhin nicht, sich zu seiner völki- scheu Politik zu bekennen. Er„kneift. Diesen völkischen Kampfgenossen gegenüber müssen Regierung und öffentliche Meinung sich mit aller Entschiedenheit durchsetzen. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß der anders- gesinnte Teil der Studentenschaft, dessen wirtschaftliche Lage zum großen Teil sehr bedrängt ist, gezwungen wird, die ebenso ungerechte wie schädliche Parteipolitit der extrem völkischen Deutschen Studentenschaft zu finanzieren. Sierpreiserhöhung in Sapern. Protest gegen den Preiswucher des Braukapitals. München, 28. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Di« von dem Brauerbund diktierte. 15prozcntige Bierpreiser- höhung ob l. Januar(6 Pf. pro Liter) hat in der bayerischen Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. An- gesicht» der fetten Dividenden der bayerischen Brauereien ist die Empörung besonders auch innerhalb der großstädtischen Arbeiter- schast groß. Das kommt u. a. in einem Schreiben des Bezirks Bayern des ADGB. an den bayerischen Ministerpräsidenten zum Ausdruck. Die Freien Gewerkschaften oerlangen von der Re- gierung, alles zu unternehmen, was geeignet ist, den Preiswucher der Brauereien zu unterbinden, da durch die verantwortungslose Tat des prositgierigen Braukapitals die an sich ungünstig« Lebenshaltung des schassenden Volkes in Bayern noch mehr verschlechtert würde. Auch die bayerische Landesbauernkammer wendet sich mii einem Protest on die Regierung. Das ist bezeichnend, weil die bäuerische Berufsvcrtretung ausschließlich aus Angehörigen der Bayerischen Bolkspartei, der Deutschnationalen und des Bauernbundes besteht, also den gleichen Parteien, die im Reichstag gegen die Sozialdemokraten für die Erhöhung der Bier st euer gestimmt haben. Der Sosel-Stonüal. Geringe Deckungsmehrheit für die Regierung. Wien, 28. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Im Nationalrat beantragten bei der Beratung des Postsparlassengesetzes die Sozial- demokralen Mißbilligung de» Handelsministers Dr. S ch ll r s f(Groß- deutsch), weil er leichtfertig und ohne ernsthafte Prüfung den deutscht, weil er leichtfertig und ohne ernsthafte Prüfung dem Bankhaus Bösel im Dezember 1925 zugestimmt hat. Durch diesen Berlmg vergrößerte sich die Schuld Basels an die Postsparkassen um mehr alz 53 Millionen Schilling, sc daß sie sich verdreifachte. Nach einer stürmisch verlaufenen Debaitc, bei der es wiederholt zu heftigen Szenen kam. wurde der Sozialdemokratische Mißbilligungsantrag mit 75 gegen 64 Stimmen abgelehnt. Geheime Einrichtungen in Spanien. Bestimmt auftretende Gerüchte. pari». 28. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Sämtliche Abendblätter geben das Gerücht wieder, wonach Primo de Rivera vier angeblich« Verschwörer, die ein Komplott gegen ihn so- wie den König beabsichtigt hatten, durch«in Ariegsgericht habe aburteilen und in aller Stille in einer spanischen Festung habe erschießen lassen. cetkländisch-russischer Gefangenenaustausch. Der lettländische Außenminister und der sowjetrussische Vertreter in Riga haben ein Abkommen über den geaenselligen Austausch von Gefangenen unter- zeichnet. Zum Austausch gelangen auf jeder Lette 42 Gesangen«. Neichspoft-flnmaßung. Der Kampf um den Grofchcn-Fsridericus. Unser Parteiklatt in Hannover, der„Bolkswille". hat sich mit dem Stingl-Fridericus beschäftigt. Er teilte snlgendes mit:„Republikanische Kreise haben in zahlreichen Fällen die A u n a h m e von Briefschaften, die mit der Iridericus- Marke frankiert waren, verweigert, io daß dadurch für die Absender und für die Post Schwierigkeiten entstanden sind. Verschiedene republikanische Berbände verwenden neuerdings bei der Verweigerung von solchen Postsendungen Aufklebezettel mit folgendem Text: Annahme verweigert. da mit der„F r i d e r i c u»- M a r ke" frankiert, als Protest gegen die monarchistisch-militaristischc Propaganda der Deusschen Reichspost. Darob ist die Hannoversche Postbehörde in nicht gelinden Zorn geraten. Sie hat an höherer Stelle Rat eingeholt und ist bestrebt, solche Briefe mit dem Fridericus-Schädel auch dann, wenn sie abgelehnt worden sind, in den nächsten Tagen nochmals zu bestellen. Neuerdings ist von der O b c r p o st- d i r e k t i o n an verschiedene Firmen ein Schreiben ge- iandt worden, in dem die Abnahme derartiger frankierter Sendungen verlangt wird und die oben erwähnte ob- lehnende Begründung als Beleidigung des Reichs- po st Ministers bezeichnet wird. Auf diese Veröffentlichung hin erläßt die Oberpost- direktion in Hannover durch die Telegraphen-Union folgende Erklärung: „Wie hierzu von dem Präsidenten der Oberpostdiretlion Hon- nover mitgeteilt wird, ist von der Oberpostdirektion Hannover nicht an verschiedene Firmen, sondern lediglich in einem Falle die Mitteilung gemacht worden, daß die Rückbeförderung von Scndun- gen, denen die vorstehende Begründung der Annahmeverweigerung beigefügt sei, durch die Post nicht erfolgen könne, weil der Inhalt der Begründung gegen die Bestimmungen der Postordnung und auch gegen das Republikschutzgesetz verstoße: sie enthielte ein« Beleidigung des Reichspostminifters. Aus diesem Grund« blieben Sendungen mit. dem obigen Klebezettel von der Postbeförde- rung ausgeschlossen. Man lasse sie einfach lagern, während Sen- düngen mit der Fridericusmarke, die elwa den einfachen Vermerk „Annahme verweigert" trügen, selbstverständlich in üblicher Weise zurückbesördert würden." In der Reichspost sitzen nicht nur die schlimmsten Bureau- traten, sondern auch die verstocktesten Monarchisten. Die Herren vergessen, daß die Reichspost ein Gcschästsunter- nehmen ist, dessen Aufgabe Dienst an der Gesamtheit ist. Dafür bezahlt das Publikum die Gebühren und davon werden sie besoldet. Höflichkeit. Rücksicht auf die Wünsche des Publikums ist das erste Erfordernis im Geschäftsverkehr. Eine Kritik an dem Mißbrauch, den Herr S t i n g l und die Reichspost mit dem Grofchen-Fridericus treiben, ist selbst- verständlich keine Beleidigung— sie sollte die Herrschaften bewegen, die nichtkonvenierendc Marke aus dem Berkehr zu nehmen. Sonst müssen sie aber die mehr oder weniger sanften Rippenstöße einstecken, die ihnen das empörte Publikum versetzt._ ver Reichstagsabgeordnete Genosse Ferdinand Bender sst plätz- lich schwer erkrankt und mußte in die Privatklinik des Herrn Professors Dr. Katzenstein, Berlin-Wilmersdors, übergeführt werden. Wie wir dazu erfahren, Handel! es sich um«ine Gesichtsphlegmon«, eine lehr schmerzhaste Entzünduna der Bindegewebszellen: doch ist die Erkrankung glücklicherweise mcht lebensgefährlich. Vaviü flbrahamovicz gestorben. Ein Paladin der Reattio«. Mit Staunen vernimmt man die au» Lemberg kommende Nach« richt, daß David„Ritter von" Abrahamovicz. ehemals Wirk- licher Geheimer Rat und Kämmerer Franz Joseph», gestorben ist. Schon damals, al» Abrahamovicz Präsident des österreichischen Abgeordnetenhauses war. hatte er schneeweißes Haar zu seinem gelben. glatten, sletschlosen Gesicht mit der großen Hakennase, den tiefliegen- den Auge» und den scharf eingeschnittenen Fallen bis über die Mundwinkel herab. Es war ein wahres Raubvogelgesicht und selbst in dem Bielvülkergemisch de» alten österreichischen Abgeordneten- hause» wirkte dieses Antlitz fremdartig, und da es auf einem lange» hageren Körper saß, geradezu gespenstisch. Er war ein Armenier, aber nichtsdestoweniger ein Führer des polnisch-ostgalizischen adligen Großgrundbesitzes: vielleicht war die Familie noch zu jener Zeit ein- gewandert, als Polen neben Litauen auch die ganze llrkraine um- schloß und von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte. Jeden- falls war Abrahamovicz einer von jenen polnisch-östmeichischea Patnoten, die zu den Herren im Reiche gehörten und darum mit äußerster Energie jede aufkeimende Opposition niederzuhalten strebten. Dos galt ebenso für die bäuerlichen ukrainischen und pol. nlschcn Voltsparteien in Galizien, wie für die sozialistische Arbeiter- bcwegung in ganz Altösterreich, zu der auch das Proletariat der wenigen größeren galizischen Städte wie Krakau, Lemberg, Przemysl kampffrohe, temperamentvolle und opferbereite Scharen unter der Führung junger feuriger Agitatoren, vor allem Ignaz D a szy n. skts stellte. 1896 wurde der galizische Statthalter Gras Kasimir Badeni k. u. k. Ministerprästdent. Um die Tschechen für sich zu gewinnen. erließ er jene Sprachenoerordnungen, die die jahrelange Ob- st r u k t i o n der Deutschbürgerlichen nach sich zogen. Im Mqrz 1897 waren zum ersten Male 72 Abgeordnete des allgemeinen Wahlrechts, natürlich nur für Männer, zu den 353 Abgeordneten der verschiedene» Wählerklassen hinzugetreten, darunter 14 Sozialdemokraten fast aller österreichischen Nationen, die jedoch einen einheitlichen festgeschlossene» Verband bildeten. Ale nun im Spätherbst 1897 die� aus feudale» Großgrundbesitzen! und bürgerlichen Slawen bestehende Regierung?- Mehrheit den Versuch machte, die deutschbürgerliche Obstruktion durch gewaltsamen Bruch der Geschäftsordnung zu ersticken, da traten die 14 Sozialdemokraten mit größter Energie für die Freiheit des Parlaments ein. Das damalige Präsidium, bestehend' au» David Abrahamovicz und dem Jungtschechen Dr. Kramarsch, lieh sich die Vollmacht erteilen, widerspenstige Abgeordnete durch Polizei aus dem Haus« entfernen zu lassen. Al» gegen den All- deutschen K. H. Wolf zum ersten Male dies« Dollmacht angewendet wurde, gab es kein Hallen mehr. Unsere Genossen stürmten das Präsidium und wenn dann auch sie von der Polizei au» dem Saale geschleppt wurdet!, so war doch die Arbeiterschaft Wiens inzwischen auf den Plan getreten. Sie füllte den ganzen weiten Raum vor dem donschen Parlamentspalast bis zur Universität hin. wo die freiheitlichen Studenten gleichfalls Kämpfe mit der Polizei ausfochten. Militär wurde aufgeboten, zumal auch in vielen Provinzstädten die Empörung ausbrach— aber Polizeiattacken und Bajonettangriffe, selbst die Salve bosnischer Soldaten in Graz konnten nichts mehr an der revolutionären Energie der Massen ändern. Nack wenigen Tagen mußte Badeni zurücktreten, da» Voll hatte gesiegt. Eigentlich schon seit jener Zett war David Abrahamovicz ein stiller Mann, ein polttisch toter Mann. Nicht ganz zehn Jahre ober nach jenen Stürmen war das allgemein« gleiche Wahlrecht für da» österreichisch« Parlament erkämpft. Die Bahn wäre frei gewesen für«inen Neuaufbau de» Vielvölkerstaates als eine» Bundes freier Nationen. Die Sozialdemokratie hatte es längst ge- fordert. Aber e» ist dazu mcht mehr gekommen und daran ist Al». österreich zugrunde gegangen. Ratifizierung ües Rchtftunöentages! Wie wir hören, hat die Reichsregierung dem Internationalen Arbeitsamt in Genf durch dessen Direktor Thomas mitteilen lassen. daß sie in der Frage des Arbeitszeitabkommens bereit sei, die Washingtoner Vereinbarungen sofort nach der Verabschiedung des deutschen Arbeitsschujzgesetzes, da» inhaltlich den Bestimumngen de» Abkommens entspreche, zu ratifizieren. Die Reichsregierung rechnet damit, daß der Reichswirtschastsrat den Gesetzentwurf Ende April oder Anfang Mai dem Reichsrat zuleiten wird, so daß sich der Reichstag noch vor Beginn der Sommerferien mit dem Gesetz be- schäftigen könnte. Wir wissen nicht, wie man im Internationalen Arbeits- omt diese Mitteilungen der Reichsregierung aufgenommen hat. Auf uns macht jedenfalls diese Mitteilung den Eindruck eines verfrühten Neujahrsulks. Ganz abgesehen davon, daß der Entwurf des Arbeitsschutzgesetzes nicht zu vereinbaren ist mit dem Abkommen über den Achtstundentag, muß Man sich fragen, welchen Zweck die Mitteilung hat, daß dieser Entwurf dem dann der Reichstag mit dem Entwurf wirklich noch vor Be ginn der Sommerferien beschäftigen könnte, dann würde es sich bestenfalls nur um die erste Lesung und Ueberweisung an den Ausschuß handeln. Wir nehmen nicht an, daß die Reichsregierung, die ja nur noch die laufenden Geschäfte zu erledigen hat, ern'' glauben kann, daß sie mit ihren Mitteilungen in Gen' n Reichswirtschaftsrat zugegangen und von diesem vielleicht April oder Mai an den Reichsrat gehen wird. Wenn sich Eindruck erwecken wird, sie könnte noch die Abkommens von Washington vornehmen. diese Mitteilung ist wirklich unerfindlich. den atifizierung des Welchen Zweck Umtriebe unter erwerbslosen Schauspielern. Der sogenannte Reichsausschuß der erwerbslosen Schauspieler Deutschlands, der sich inzwischen mit einer in weiten Kreisen unbe- kannten„Gewerkschaft Deuischer Geistesarbeiter" verbunden haben soll, treibt sei» Unwesen unter den Opfern der Wirtschofts- und Theaterkrise weiter. Nach Zeitungsberichten hat wiederum eine Versammlung stattgefunden, in der nunmehr die Erwerbslofennot durch die„Aufstellung eines neuen Kulturprogramms" gelöst war- den ist. Es müssen nach dem Willen des„Reichsausschusses" in allen Industriezentren„Theater der Werktätigen" entstehen (wer denkt hier nicht an den.�tongreß der Werktätigen"?), in denen das arbeitend« Volk billige und erstklassig« Lühnenkunst dargeboten bekommen soll.— Wenn weiter von einer„neuen Arbeitsgemein- schaft" der erwerbslosen Schauspieler gesprochen wird, der angeblich auch die Genossenschast Deutscher Bühnenangchörigen beigetreten sein soll, so handelt es sich um einen aufgelegten Schwindel. Die Bühnengcnossenschaft führt die von chr angekündigte Aktion in Gemeinschaft mit ihrer Spitzenorganisation, dem A s A- B u n d, konseguent durch, und es darf mitgeteilt werden, daß der Appell dieser beiden Organisationen an das Reichsarbeitsministerium und die Lönderministerien, nicht zuletzt auch durch die t a t t r ä s t i g e Unter st ützung der Eozialdemokrolie im Reichstag, bereits von Erfolg begleitet ist. Die ersten Detröge aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürforge zur Veranstaltung von Theatervorstellungen sind inzwischen angewiesen. Umfrage des Deutsche« Werkmeisterverbandes. Lersin. 28. Dezember.(TU.) Der Deutsche Werkmeisterver- band hat kürzlich«in« Enquete oeranstallet. der die Untersuchung der Stellung des Werkmeister« seit dem Kriege und besonder» unter dem Einfluß der Detriebsrationalisierung oblag. Die Untersuchungen kamen im»»esentlichen zu dem Schluß, daß sich die berufliche Funktion de» Werkmeisters stark ver» schoben, daß aber auch in dem veränderten Produktionsrahmen der Werkmelsterberuf sein« Bedeutung nicht eingebtlhl habe. Dt«»» ganisatorische Beeinflussung des Betriebes und der Produktion durch den Werkmeister hängt auch heut« von seiner persönlichen Qualisi- kation und leinem sachlichen Einfluß ab. Richtig ist. daß der Werkmeister heute in vielen Betrieben weniger befragt wird, al» vor dem Kriege. Dennoch scheine der tfohe- punkt in der Ablehnung der prakttschen Werkmeisterersahrung berett» überschritten zu sein. Eine mehr oder weniger völlige A u» s ch a l- t u n g des Werkmeisters aus der Festlegung des Fabrikationsganges war im Werstbetrieb nicht möglich, da eine Vereinheit- lichung der Schisfstypen im Sinne der Rormisierung praktisch kaum durchführbar ist und der technische Fortschritt den Meister in seiner Stellung nicht zurückzudrängen vermochte. Die Tagungen des Internationalen Arbeitsamts. Gegenüber verschiedenen Pressemitteilungen, nach denen schon die nächste Verwaltungsratssitzung des Internationalen Arbeitsamts in Berlin abgehalten werden sollte, steht nunmehr fest, daß die nächste Verwaltungsratssitzung ab 20. Januar 1927 nach" > e n f einberufen worden'ist. Der eigentlichen Verwaltungsrats- sitzuno gehen mehrtägige Beratungen der Marinekommisiion voraus, wahrscheinlich auch solche des Komitees für die Ratifi- zierung des Achtstundentage». Sicher wird in der ersten Verwaltungsratzsitzung de» kommenden Jahre» auch der Geschäftsbericht über das letzte Vierteljahr erstattet und die Tagesordnung für die internationale Arbeitskonfe- r e n z im Jahre 1928 festgesetzt werden. Dagegen findet die für April vorgesehene Verwaltungsratssitzung des Internationalen Arbeitsamts in Be r l i n statt, für die bisher weder der genaue Zettpunkt, noch eine bestimmte Tagesordnung vorgesehen sind. Benjntwortlich für Politik Dr. tot Se?«:«irtschoft!». Sewerklchaslibewriruna: Z. Strixrr: ffraillrtOR: Ä. 8. Solltet; Colait» und eonfttqeo: F i» totflädt:«njeiae»: Tt»loe«; sämllich in Berlin. Verla« Borrvirrto-Verlo«®.». d. 8. Berlin. Druck: Born>Srl,.Buitdruckerei und Lerlagoanstalr Paul Einaer n. To. Berlin SD ee. Lindenftrak« z. Limo 1 Beile« und..llnterdaltnne»nd Vitien". Ah j.JänuäP -(nvenlup- »Chousseesfp !Tt. 612 ♦ 43. Jahrgang 1. Seilage öes Vorwärts Mittwoch, 24. Dezember 1426 3m Korben Berlins, m der Invalldenstrnße. gegenüber dem Neuen Tor. befindet sich ein großer Häuserkomplex, dessen mittleres Gebäude die Sammlungen de» Museum» für Naturtnnde beherbergt. Der größte Kaum wird van den zoologischen Lamm- lungen in Anspruch genommen, im rechten Flügel ist da» zoologische Institut untergebracht: im Hauptgebäude befinden sich die Institute für Palaeontologie und Mineralogie. Die zoologische Sammlung wiederum zerfällt in zwei große Abteilungen, in die dem Publikum zugängliche Schausammlung und in die große wissenschaftliche Sammlung. flus der Geschichte ües Museums. Nach der Gründung der Berliner Universität im Jahre 180g wurden im zweiten Stockwerk de» Universitätsgebäude» die uotur- wiffenschösHichen Sammlungen vereinigt, mit dem Bestreben, eine für den Unterricht der Studierenden notwendige, aber auch der durch Schenkungen, durch die Ausbeute von Sammlern und Expedi» tionen, die in fernen Erdteilen ihr Glück versuchten, und durch den Ankauf von Material wesentlich bereichert. Um die Förderung de» Museums haben sich eine Reihe von Wisienschafllern und Eamm- lern hochverdient gemacht. Der erste Leiter des neuen Institut« war ein bekannter Insektensorscher, Professor I l l i g e r. Ihm folgte Dr. Heinrich L i ch t e n st e i n, unter dessen Leitung die Sammlungen des Museums erheblich gefördert wurden. Inzwischen, 1814, wurde die bereit» schon neun Säle einnehmende Sammlung dem Publikum zugänglich gemacht. Mit der steten Vermehrung der Sammlungen wurde auch eine Erweiterung des zur Verfügung stehenden Raumes notwendig. Man ging mit dem Gedanken um, die.Sammlungen in einen, zu diesem Zweck« new zu erbauenden Gebäude in der Invalidenstraße unterzubringen. Der nach dem Tode Lichtenstein» im Jahre 1857 neu ernannte Direktor Professor Peter» setzte diesen Bestrebungen energischen Widerstand entgegen. Trotzdem wurde mit dem Neubau In der Invalidenstraße begonnen. Zunächst sollten alle Räume des neuen Gebäudes als Schausammlungen ein- gerichtet werden, doch es gelang den, damaligen Direktor Professor Möbius, zu erwirken, daß die Schausammlung von der wissen- schaftlichen Hauptsammlung getrennt wurde. Im Jahre 1888 wurde der Umzug zur Invaliden st raße bewerk- st e l l i g t und zwe, Jahre später die Schausammlung eröffnet. Die Trennung zwischen Schau- und wissenschaftlicher Hauptsammlung war durch da» ungeheure Anwachsen de« Materials notwendig ge- worden. Es wäre für das Publikum ermüdend und unübersichtlich geworden. Jetzt begann eine neue Blütezeit für das Museum. In Afrika und anderen Erdteilen wurde von Reisenden naturwissen- schaftliches Material gesammelt. Die Akademie der wisienschaflen unterstützte Forschungsreisende und Expeditionen. Sanslevte. »eisende und Kolonialbeamte sammelten für da» Musen«. Die Sammlungen wuchsen so an. daß wiederum an die Erweiterung des Museums gedacht werden mußte. Das alte Gebäude wurde während der Kriegszeit durch einen Anbau wesentlich vergrößert. Ein besonderer Etat für das Museum wurde bis zum Jahre 1842 vom Staate mcht geführt. Die Mittel zur Unterhaltung der Samm- lungen und zu deren Erweiterung durch Ankauf mußten jedesmal durch Eingaben herbe ig e schafft werden. Erst zur an- gegebenen Zeit wurde ein besonderer Etat aufgestellt und zwei wissenschaftliche Berwaltungsbeamte ernannt, von denen der erste 500 Taler und der zweite 300 Taler jährlich bezog! Die Schausammlung. Die dem Publikum zugängliche Schausammlung wurde im Erdgeschoß des Museums untergebracht. Sie soll dem Besucher einen Ueberblick über das Tierreich geben, ihn über die Anatomie, die Lebensweise und Lebensäußerungen der Tiere unterrichten. Der palaeontologische Teil der Sammlung(Palaeontologie ist die Lehre von den Tieren und Pflanzen der Vorwelt) gibt einen Ueberblick siber Gazellen die Riesentiere längst vergangener Erdepochen. Sie stehen da neben den riesenhaften Skeletten jetzt noch lebender Riesentiere, wie den Walen, den großen Säugetieren nordischer Meere, und den Haifischen, den riesigen, räuberischen Fischen. Andere Säle be- Herbergen Sammlungen aus dem Reich der Säugetiere, der Vögel, Fische, Reptilien, Insekt en und der niederen Tierwelt: der Schnecken, Würmer und Blumentiere. in systematischer Anordnung. Aber auch die Anatomie, der Bau des tierischen Körpers und seiner Organsysteme kam zu seinem Recht. Neuerdings ist man von dieser alten Art der systematischen Ausstellung der Tiere abgekommen. Die Anordnung, die häufig recht gedrängt war, wirkte aus den Besucher wenig anziehend, und vor allen Dingen recht ermüdend. Daher wurde im Laufe der letzten Jahre eine vollständige Umgestaltung der Schausammlung vorgenommen. Die alte Art der Ausstellung soll immer mehr in den Hintergrund treten. Dafür wird die Lebensweise, da» Tier in seiner Umgebung and in seinen Lebensäußerungen weit mehr in den Vordergrund treten. Die neue Art der Aufstellung und Ein- richwng der Schausammlung verspricht eine wahre Volks- brldungsstätte zu werden. Soweit in der Schausammlung vorläufig noch die alte Art der Ausstellung beibehalten werden muß, sind die'Schauobjekte nicht mehr in der gedrängten Farm aufgestellt. und nach Möglichkeit werden nur charakteristische Vertreter der Tier- gnippen gezeigt. Da die Umstellung noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird, so muß noch eine große Zahl nicht gerade muster- gültig und naturgetreu präparierter Tiere in den Vitrinen Auf- ltellung finden, zumal e» oftmals nicht leicht und auch mit großen Kosten verbunden ist. für alle», wo» verschwinden sollte, Ersatz zu schaffen. Doch macht sich überall der Geist der neuen Aufsasiung bemerkbar, der besonders dort auffällt, wo zwischen den„alten' Tieren neu ausgestopfte stehen oder wo kleine Gruppen eingesprengt sind, die un» die Lebensweise de» betreffenden Tieres vor Augen führen. Im neu eröffneten Teil der Schausammlung, die un» in der Haupffache unsere heimische Tierwelt zeigt, fallen die biologischen Gruppen auf, die mit großem künstlerischen Verständnis in echter Naturtreue dargestellt sind. Die charakleristischcn Vertreter unserer Tierwelt haben dort in dem Milien, in dem sie leben. Aufstellung gesunden. Wir sehen m mehr oder weniger großen Vitrinen wohlbekannte Gestalten au» dem vogelrelch, wie die Elster mit ihrem überdachten Nest, da» Rebhuhn im Kleefeld mit seinen Jungen, die Nistweise der In Erdhöhlen lebenden E r d- schwalben, den Eisvogel und viele andere in einer für sie besonder» geltenden Lebensweise: Frösche, Eidechsen und Schlangen in ihrem Lebenselement, die Lebensäußerungen der Jnsektenwelt und vieles andere Der Glanzpunkt der Schau- sammlung sind die großen zoologischen Gruppen wie der nordische Vogelselsen, der uns die große Zahl der mehr oder weniger be- schwingten Bewohner der nordischen Meere vor Augen führt. Da- neben sind zwei weitere große Gruppen zu sehen, die die Tiere der Alpenwelt zeigen. Unter den aufgestellten Gruppen deutscher Tiere werden stet» diejenigen aufsallen, die größere deutsche Säugetiere in ihrer Lebensweise zeigen. Da» sind namentlich die Reh- g r u p p e n. von denen die eine dieses Tier im Sommer am Getreidefeld, die andere in winterlicher Schneelandschaft am Rande einer Kiesernschonuna zeigt. Andere Gruppen stellen das im Aus- sterben begriffene Wisent dar, da» in vergangener Zell unsere Wälder bewohnte, eine weitere zeigt Wildschweine, wie sie sich in einer feuchten, morastigen Stelle, einer Suhle, im Walde wohlfühlen, eine andere stellt Wölfe im Schnee dar, die nur noch al» Uederläuser während strenger Winter von Rußland her nach Deutschland gelangen. Die seltene Wildkatze und ihr Verwandter. der Luch», werden ebenfall» in naturgetreuen Gruppen gezeigt. Au» dem märkischen Kiefernwald ist die Fuchsgruppe genommen. in der die jungen Füchse mit der von den Eltern heimgebrochteft Beute spielen. die wiffenfthastliche Hauptsammlung. Im Gegensatz zur Schausammlung beherbergt die wisienschafi- liche Hauplsammlung ihr außerordentlich reichhaltige» Material in nedrängler Form, da» heißt IN großen Vitrinen, Schränken und Kästen. Im allgemeinen werden Säugetiere und Vögel m der natürlichen Haltung und chrem Aussehen nur noch für die Schau- sammlung konserviert und aufgestellt. Für wissenschaftliche Zwecke genügt e», wenn, abgesehen von ihrem Skelett und Körperteilen, nur der Balg vorhanden ist. Kleinere Arten werden allerdings mit irgendwelchen Stoffen ausgefüllt, um so zum Beispiel die Form eine» tot daliegenden Vogels zu erhalten, die auch für den Wissen- schaftler handlicher und praktischer ist. Vor allen Dingen nehmen derartig präparierte Tiere weit weniger Raum ein. Da sie in gv- schlostenen Kästen oder Schränken aufgehoben werden können, sind sie dem verderblichen Lichte und zerstörenden Ungezieser nicht aus- . l Die wunöer öer Klara van Haag. 49f Von Johanne» Buchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magna». „Dann sollte e» vielleicht Kaufmann Solomons El» frida sein?" „Die hat ja einen roten Kopf. Sie mühte so ein bißchen blaß sein." „Oder Schuhmachers Dues Fanny." „Schuhmacher ist ein Schimpfwort, das du mir nicht bieten kannst." „Es sind geachtete Leute, und sie ist neust ch erst aus dem Krankenhaus gekommen. Da ist sie doch blaß genug." „Wir stellen sie beiseite und untersuchen sie später." „Nein, laß uns fetzt eine Entscheidung treffen. Nimm noch ein bißchen Teig, ehe er in den Ofen kommt." „Danke, es liegt mir nun eigentlich ein bißchen schwer im Magen. Außerdem finde ich, ich muß beleidigt sein, wenn du mir derartige Frauenzimmer anbietest, damit ich meine geliebte dänische Leib- und Magenbraut. Minna Lund. ver- itesie!" »Ach. ich vergaß ganz-- ..Aber ich nicht; ich dachte im rechten Augenblick an sie! Ist sie noch unbemannt?" „Ja. ja. Aber sonst sind große Veränderungen mit ihr vorgegangen. Ihr Vater ist vorigen Monat gestorben und sie hat ein Modengeschäft in dem Laden angefangen. Es soll ganz gut gehen, sagen die Leute, lind dann hat sie ein paar Gesanasschüler." „Schön, schön." sagte Sioert.„Ich und eine Modewaren- Händlerin! Ich und eine singende Modewarenhändlerin, ich singe selbst. Glaubst du, daß sie mich vergessen hat?" „Das hat sie wohl nicht." „Das habe ich auch zuversichtlich gehofft. Sic war es ja. die verhinderte, daß ich im Gcscllschaftsverein aufgenommen wurde. Aber wenn sie'mich nun vergessen hat--" „Nun ja, das hat sie wohl. Sie ist ja kein Kind mehr. Die Leute sirrd so böfx und niederträchfig; sie sagen, sie sei direkt darauf versessen, einen Schatz zu kriegen. Sie sagen auch, daß sie immer den Hut empfiehlt, der am schleffltesten kleidet, damit die andern sie nicht ausstechen. Sie ist, wie gesagt, gut und schön an die Dreißig!" „Gut Mehr als gut* jagte Qeoert zufrieden. .Llber wenn du sie willst, dann solltest du dich, glaube ich, bealen, folang« Bater noch etwas Geld hat.' Sie rennt ja augenblicklich diesem Bahningenieur nach, der hierhergetom- men ist Nicht seiner Schönheit oder seiner Tugend wegen, sondern einzig und allein, weil er einen gelben Mantel mit Rückengurt und einen langen Feldstecher auf drei Beinen hat." „Den steche ich in jeder Beziehung aus," sagte Sivert mit einer Handbewegung. „Ob du dich nicht in den„Gesellschaststchen" einmelden solltest." Dies schien Sivert ein guter Rat zu sein. Er nahm Emanuel mit als eine Art Fremdenführer und Dolmetscher. Buchhändler Dahlberg nahm die Anmeldung entgegen, ohne die geringsten Bedingungen zu stellen. Sioert knisterte mit einigen Scheinen. „Es macht vier Kronen im Jahr," sagte Dahlberg. .Llann möchte ich für drei Jahre vorausbezahlen," sagte Sivert mit rauher Stimme. „Für drei Jahre?" Dahlberg hatte eine Bartfliege, die zittern konnte. ..leo," sagte Sivert unerschütterlich Zu Haufe war Sivert fast Alleinherrscher, weil der Vater beinahe alle Tag« der Woche in der Ziegelei sein mußte. Der Betrieb sollte ja baldigst beginnen; es zeigten sich aber so große Mängel am Material, daß fowohl Zeit wie Geld in unheimlichem Maße hinschwand. Die Lokomobile war zuge- wachsen vor lauter Kesselstein und der Treibriemen fort; die anderen Maschinen waren in ähnlicher Weise ramponiert. Es konnte nicht die Rede davon fein, den Betrieb vor dem nächsten Frühjahr aufzunehmen. Gott sei Dank, daß Egholm an allen Ecken und Kanten der Stadt Kredit hatte. Was kosteten doch die Kohlen! Grausames Geld.— Einiges Bargeld mußte doch auch für die Arbeitslöhne zum Frühjahr be- reitstegen. Ja. es war nicht lauter Vergnügen,«in großer Mann zu sein. Aber alle Mühe und Spekulation machten nichts, wenn nur die Gnädige mit den großen braunen Augen zufrieden mit einem war. Es war gerade lustig, Schwierigkeiten.zu. überwinden. So war es schwer gewesen, einen Brandmeister für das Wert zu bekommen. Aber Eornelius Worm nahm die Sache.in die Hand und verfchaifte einen Mann, der iogor sehr willig und verständnisvoll war. Nur ein einziger guter Brand, dann wäre man obenauf, jagt« der Mann, lind als einen Teil seiner Bezahlung könnte er gern die Bruchsteine nehmen, die es gäbe. Es gäbe ja leider immer welche. Egholm fand den Vorschlag gut. und es wurde ein Der- trag darüber in Eornelius Worms Bureau ausgesetzt. Emanuel und sein Dater waren zusammen in der Ziegelei. Emanuel fand, daß es sehr ausgestorben und vergangen aus- sah. Der Wintersturm hatte große Mengen Dachsteine vom Brennhau» gerissen, so daß die blassen Nippen� her Latten herausguckten. Aber dieses wie die anderen Mängel waren ja nur Kleinigkeiten. Schließlich kamen sie an die Lehmgrube. Der Vater nickte lächelnd:„D i e muß dir doch wenigstens im- panieren. Hast du je eine solche Ausdehnung gesehen?" „Ist der Lehm auch gut?" sagte Emanuel und zer- bröckelte«inen Klumpen zwischen den Fingern. Es gab dem Vater einen kleinen Ruck. „Sagst du auch etwas von dem Lehm. Ja, ursprünglich fand ich auch, daß es verdammt schlecht fei, aber— aber, wir oerstehen ja— Gott sei gelobt— nicht besonders viel davon, was gut und was schlecht ist.— Daß die Lehmgrube groß ist. soviel verstehen wir jedoch. Gott weiß— nirgends im Land gibt es eine größere!" Dies war nicht lauter Uebertreibung. Man konnte sehen, wo die Lorenschienen einmal über das andere nach Osten, fast bis zur Grenze des Nachbargrundstücks gelegt gewesen waren.»- i Emanuel grübelte ein Weilchen: dann sagte er mit halbem Lächeln:„Was wird immer großer, je mehr man davon weg- nimmt?"> „Was meinst du? Ach so, der alte Witz. Ein Loch." „Ein Loch, ja." sagte Emanuel und folgte mit der Hand dem geschwungenen Umriß der Lehmgrube. ,T>u meinst, daß— daß hier viel weggenommen ist. Ja, ja— aber— hier ist sicher noch viel übrig für uns," sagte Egholm. Kurz darauf sprachen sie wieder über all die Ar- beiten, die unternommen werden follten, ehe der Betrieb zum Frühjahr richtig in Gang kam. Doch konnte zuweilen etwa» Springendes, Geistesabwesendes über Egholms Rede kommen. Emanuels Gedanken beschäftigten sich übrigens nicht viel mit anderen Angelegenheiten als den eigenen. Frau van Haag — die ja das meiste von der Welt regierte— hatte Ihm eine Bankstellung in einer Nachbarstadt verschafft� �Das konnte ja etwas zu denken geben. Bald sollte er die Stellung an- treten. Und er fehnte sich danach. Es war zwar amüsant. Karussell zu fahren— aber nicht den ganzen Tag. ...(Fortsetzung folgt) gesetzt. Abgesehen von vielen Insektenarten, werden Angehörige der anderen Tiergruppen in einer Konservierungsflüssigkeit erhalten. Zu jeder Abteilung gehört«ine besondere Bibliothek, deren Werke sich speziell mit der betressenden Tiersamilie befassen, die in der Abteilung untergebracht ist. Außerdem ist noch eine große Haupt- bibliothek vorhanden, die Zeitschrijten und Werke allgemein zoolo- gifchen Inhaltes beherbergt. vle Werkstätten. Zur Herstellung der vielen Präparate und zur Präparation und Aufstellung der Tiere sind besondere W« r k st ä t t e n vorhanden. in denen die Präparatoren arbeiten. Namentlich die Herstellung der Tiergruppen in der Schausammlung letzt eine eingehende Kenntnis des lebenden Tiere» voraus, und sie oerlangt auch künstlerisches Verständnis. Sollen doch die präparierten Tiere eine naturgetreue Wiedergabe des lebenden sein. Di« biologischen Gruppen sollen das Tier in seiner natürlichen Umgebung zeigen. Sie nehmen zur Her- stellung eine long« Arbeitszeit in Anspruch, da auch da» bei den großen Gruppen darzustellende Landschaftsbild der Natur ent« nommen werden muh. Das Berliner Museum kann sich rühmen, eine Anzahl ausgezeichneter Präparatoren zu haben. Weiter ist«ine Tischlerei, eine Schlosserei und ein« Gerberei vor- handen, die die laufenden Arbeiten erledigen und für Herstellung und Instandhaltung der notwendigen Dinge sorgen. Ferner stehen den wissenschaftlichen Beamten eine Anzahl unterer Beamten und Angestellten zur Verfügung, die zur Erhaltung der Sammlungen notwendige Arbeiten verrichten. * Die Schausammlung de» Museum» ist geöffnet: Unentgeltlich: am Mittwoch und am Sonnabend aon 10 bis 2 Uhr. am Sonntag von 12 bis 3 Uhr. Gegen ein Eintrittsgeld von SO Pf. für den einzelnen, von 10 Pf. für jeden Schüler In Begleitung eine« Lehrers: am Montag und Donnerstag von 10 bis 2 Uhr. Am Dienstag und Freitag ist sie geschlossen. Die Schausammlung ist wochentags stets zu einer Zeit geöffnet, zu welcher es der werk- tätigen Bevölkerung Groß-Berlms nicht möglich ist, dem Museum einen Besuch abzustatten. Es wäre wohl angebracht, diesem Uebel- stand« dadurch zu begegnen, daß das Museum auch in den Abend- stunden seine Pforten öffnet, um jedem die Möglichkeit eines Be- suche» zu geben._•\ »Mit Sunft!" Und mit dem Knöchel dreimal auf den Tisch geklopft. Ein falscher Bezirksschorn st einfegermerster, der längere Zeit tm Südwesten der Stadt sein Unwesen trieb, wurde gestern endlich unschädlich gemacht. Er entpuppte sich als em 31 Jahr« alter �Kaufmann" Erwin Rotz, der sich ohne feste Wohnung tn Berlin aufhielt und in Hotel» einen guten Tag lebte. Roh war früher einmal bei einem Schornsteinfegermeister m der Lehr« und wußte daher auf diesem Gebiete noch etwa» Bescheid. Er lieh sich einen Stempel anfertigen mit der Inschrift:.Bezirk»- schornsteinfegermeister H. Barsch, Berlin SW. Planufer 72/76'. ohne dotz der Träger dieses Namens, der wirtlich Bezirksschornsteinseger. meister ist, davon eine Ahnung hatte. Um ganz vorsichtig zu sein und jeden Fehler zu vermeiden, destellte er auch noch Quittung»- sormulore bei derselben Druckerei, die auch für die Schomstein- fcaerinnung arbeitet Mit diesen durch Unterschrift und Stempel ge- fälschten Quittungen schickte er irgendeinen Jungen besonder» in Häuser, die Aktiengesellschaften gehören, und lieh Beträge von 100 bi« ISO Mark einziehen. Ost kam er auch selbst. Dann machte er die Leute besonders dadurch sicher, dotz er sich mit dem au» sittner Lehrzeit ihm noch bekannten Handwerksgrutz einführte. Wie ein richtiger Meisler klopfte er mit dem Knöchel dreimal auf den Tisch, erhob dann die Hände und sprach:.Mit Gunst!' So schöpfte, wenn er selbst kam, erst recht niemand Verdacht. Am Dienstag schickte er einen Jungen zu Habel Unter den Linden. Der Geschäftsführer traute der Sache nicht recht und fühlte dem Boten auf den Zahn. Der sagte, sein Auftraggeber warte auf ihn am Weiden- dämm. Man folgte dem Jungen heimlich und lieh den Bezirksschorn- steinfegermeister in dem Augenblick festnehmen, als er das Geld«in- stecken wollte. Bis jetzt waren der KrimiMalpolizei zehn Schwindeleien dieser Art angezeigt worden. Rotz hat aber viel mehr auf dem Kerbholz. Er selbst weiß gar nicht mehr, wo er überall kassiert hal. Di« meisten Schwindeleien werden wohl erst an den Tag kommen, wenn der richtige Meister Barsch zum Einziehen des Geldes kommt. Mitteilungen zur weiteren Aufklärung nimmt Kriminal- sekretär Neumonn im Polizeipräsidium entgegen. Immer noch �lktenschiebungen tn Moabit. Die..Spielverluste" deS Rechtsanwalts Meyer. Gegen Rechtsanwalt Dr. Ludwig Meyer ist die Anklage nun- mehr erhoben worden, die Anklageschrift wird noch in dieser Woche zugestellt werden, /o datz bereits im Januar die Hauptverhandlung stattfinden wird. Angeklagt wird Dr. Mover werden wegen B e- stechung und Anstiftung bzw. Beihilfe zur oualifizierten ttklenbefeitigung in zwei Fällen. Wie die Ermittlungen ergeben haben, find die Einnahmen von Dr. Meyer für feine..Rechts- Hilfe' nicht unbeträchtlich gewesen. In dem einen Anklagefalle der Aktenbcseitigung, der einen Sarglieferanten L. betrifft, soll Dr. Meyer nicht weniger als 4000 M. erhalten haben. L. hatte wegen Hehlerei eine Gefängniestrofe zu verbühen und hatte die Hilfe Dr. Meyers in Anspruch genommen, um im Gnadenwege einen Erlatz der Strafe zu erzielen. Dafür hatte er zunächst 1000 M. gezahlt. Eines Tages rief Dr. Ludwig Meyer bei ihm an und sagte ihm. die Sache gehe gut, er solle nachmittags zu ihm ins Bureau kommen, aber sich recht viel Geld einstecken. Als L. dort erschien. sagte ihm Dr. Meyer sofort, er habe in der Nacht große Epieloerluste gehabt und müsse gleich 2 00 0 M. haben. L. entnahm den Betrag seiner Brieftasche, und Dr. Meyer sagte ihm dann, er solle in der Nähe in einer Weinstube aus ihn warten. Bon dort ließ ihn Dr. Meyer ober nochmals Ins Bureau bitten und eröffnete ihm, daß er mit dem Geld« nicht auskomme und noch 1000 M. brauche. Er habe viele Ausgaben, da er im Justiz- Ministerium und mit Parlamentariern wegen der Begnadigung zu verhandeln habe. Auch diesen Betrag zahlte L. ohne weiteres. Die .Begnadigung' wurde dann auch mit Hilf« der Justizbeamten auf dem Wege der Aktenbefeitioung bewirkt. L. behauptet nun. daß er Geld nur für den Gnadenak» gegeben habe und nicht zur Bestechung. l�och dem Geständnis von Dr� Meyer soll L. jedoch genau im Bilde gewesen sein, auf welchem Weg« die.Begnadigung' erfolgt sei. Die Akten im Fall L. sind inzwischen bekanntlich wieder herbeigeschafft worden. L. ist gestern au» der Untersuchungshaft entlasten worden, es wird gegen ihn Anklage wegen Beihilfe zur Beamtenbcstechung erhoben werden. Steuervergiinstigung für Kriegsbeschädigte. Noch dem Erlatz de» Reichssinonzmlnlstenum» vom 9. Dezember bleiben die bisherigen Richtlinien über die Behandlung von Anträgen auf Erhöhung der steuerfreien Beträge im wesentlichsten auch für das Jahr 1027 in Geltung. Danach ist. wie ker Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, die Erhöhung de, gesamten steuer- freien Lohnbetrages von 100 Mt. monatlich um den Prozentsatz der Crwerbsbeschränkung ohne Einzeliwchwei, allen erwerbstätigen Kriegsbeschädigten zu gewähren, die mindesten» 2S Proz.«rwerbs- beschränkt sind. Für die nicht im Krieg«, sondern aus anderen Ur». fachen Beschädigten wird wie bisher eine angemessene Erhöhung der steuerfreien Beträge ohne Einzelnachweis zuaelasten. Uebcr 60 Jahr« atte Altrenteier, bi« im Wege des Harteausgleichs vom Der- sorgungsamt«ine Rente erhalten, kann ein« Erhöhung der stsner- freien Beträge gewährt werden. Für Kriegerwitwen gelten Aufwendungen im Haushalt, die durch die Erwerbstätigkeit der Witwe mtt minderjährigen Kindern oeranlatzt worden sind, aus- drücklich zu den besonderen wirtschaftlichen Derhältnisten, die durch Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages berücksichtigt werden können."Derartige Anträge von Kriegerwitwen sollen wohlwollend behandelt werden. Kinder erwerbstätiger Hinter- bliebener, die sich in der Berufsausbildung besinden und über 18 Jahre alt sind, werden mtttellosen Angehörigen gleichgestellt. Der Antrag für das Jahr 1027 ist sofort nach Erhall der Steuerkarte für 1927 bei dem zuständigen skinanzamt unter Bei- fügung des letzten Rentenbescheides zu stellen. Auch Kriegs- b e s ch ä d i g t e, die Vorauszahlungen nach Artikel I Z 7 der zweiten Steuernotoerordnuna zu leisten haben(freie Berufe usw.) dürfen die mit Rücksicht auf die Kriegsbefchädigung entstehenden Mehrauf- Wendungen für Werbungskosten von den Bruttoeinnahmen abziehen. Arbeiier- Kultur-Kartell Groß-Serlin Am Denkmal auf dem üreuzberg, lo der lehten Zahresflunde, nachts von 11—12 Uhr Jahresendfeier 1NÄK Andavtino tvrchtttrt)........... SStahtti Dach aul NSemitch'er Tl>»ri........ Da-sn-r Sleujabr— Samasiadr iSprechchor).... Echönlanl veltrus tGkmifchter Chor)......... Ttrlten Marsch(Orchester).......... Mendelssohn Mitwirkende: Der Sprechchor für Vroletarstche Feterstnade» anter Leitoog von Albert Zlorach. Blasorchester, Viiigrat Zajcha yorro stein. Oer Gemischte Chor Grotz-Berlto. Sartenprei» 50 Pfennig.— Jockeln S 30 Pfennig find am Platze zu habe». deutscher verkehrsbunü fördert den fiutoruf. Besprechungen im Polizeipräsidium. Eine Besprechung mit den Vertretern der Autorufgesellschast, der Droschkenverbände, des Deutschen Verkehrsbundes und der Stadt Berlin über die bisherigen Erfahningen mtt den Autoruffäulen fand gestern im Polizeipräsidium statt. E» wurde dabei festgestellt, datz die Einrichtung der A u t o r u/s s ä u l e n sich ständig wachsender Beliebtheit erfreue, und dotz auch die vereinzelten Widerstände im Schwinden degrissen sind. Ins- besondere erklärten auch die Vertreter des Deutschen Ver- tehrsbundes, dotz die K r a s t f a h r e r im steigenden Matze einsehen, datz es sich bei den Autoruffäulen um eine Einrichtung handelt, die jegliche Förderung verdient. Sclbstvcr- ständlich kann sich der Nutzen des neuen Systems erst auswirken, wenn dos Netz der Säulen noch weiter ausgebaut ist. In der Be- lprechung wurde weiter die Frage der Bezahlung der An- fahrt erörtert und dabei nochmals darauf hingewiesen, datz nach dem Bertrag mtt der Stadt Berlin für die Bestellung und die An- fahrt vom Fahrgast nur ern« Gebühr von 25 Pfennig zu erheben ist. Ein« weitere Bezahlung kommt nicht in Frage. Man darf hoffen, daß sowohl die Drojchkenunter- nehmer als auch die Chauffeure ausnahmslos einsehen werden. daß diese Gebühr ausreichend ist, und daß eine Erhöhung dieser Gebühr für die Weiterentwicklung des Drofchkenoerkehrs nur fchäd- lich se?n mutzte. Im übrigen wurde festgestellt, datz es unrichtig ist. wenn behauptet wird, die Autorufgefellscbast rechnet den Chauffeuren für die Schlüstel zu den Säulen ILO M. an: die Schlüssel werden vielmehr umsonst geliefert. Schließlich kam noch zur Sprach«, daß die Autorufgesellschast den Chauffeuren vorgeschrieben hatte, vor dem Hause, rnch dem si» bestellt waren, ein dreimaliges Hupensignal zu geben, um ihre Ankunft änzuze'gen lieber- einstimmend war man Ver Ansicht, daß dieses Signal künftig unter- bleiben müife, da die Abgabe von Rufzeichen mtt der Hupe oerboten ist. Die Fahrgäste muffen selbst darauf achten, warm die bestellte Droschke eintrifft._ Der verkannte Neichsbankscheck. Als ein Mann von phantastischen und hochfliependen Plänen wurde der mehr als 6 0 Jahre alte Erfinder K., der sich wegen Diebstahls, Betruges und schwerer Urkundenfälschung vor dem Schöffengericht Eharlmtenburg zu verantworten hatte, bezeichnet. K. nennt sich selbst Erfinder und behauptet von sich, daß er das Kohlenstaubverfohren entdeckt habe. Bon seiner Erfindung habe er damals nichts gehabt, obwohl sie jetzt in starkem Maße bei den Zentralheizungen zur Anwendung komme, und den Ausnutzern feiner Idee große Gewinne einbringt. Der Angeklagt« ist in frühe- ren Jahren wiederholt mit dem Strai gefetzbuch in Konflikt gekommen, hat aber in den letzten lö Jahren nichts Strafbares mehr begangen. Im vorigen Jahre mietete er von einem Herrn Meyer in Char- lottenburg zwei Zimmer ab, um in ihnen einen Geschäfts- betrieb für neue Entdeckungen aufzunehmen, die die Ermittelung einer billigen Bauweise zum Ziel hatte. Es handelt sich aber um reine«zchwindelplän«. und es schien K. nur darauf anzukommen, Leuten, die angestellt werden sollten, Kautionen abzunehmen Damit hatte er aber zu seinem Glück keinen Erfolg. Dagegen gelang es ihm. sich in den Besitz mehrerer Scheckblätter der Firma des Zeugen Meyer zu fetzen. In einem der beiden von ihm abgemieteten Zimmer befand sich der Geldschrank der Firma, und K. hatte sich di« Erlaubnis erbeten, feine Bücher in den Schrank mit einschließen zu lassen. Eines Tages ließ er sich von der Buch- halterin den Geldschrank ausschließeii, angeblich, um auszumeffen, ob eine Kassette hineinpaff«. Unter einem Vorwand schickte er die Buchhalterin hinaus, und als sie zurückkam, erklärte er, daß die Sache Es besteht kein zwingender Grund, Lohengrtn als Sende- c>per einzurichten. Di« Borgänge im ganzen ersten Akt wie auch die der großen Chors, zen« des zweiten verlangen unbedingt die Bühne, besonders in musikalischer Beziehung. Di« Themen und ihr« Ver- knüpfung bleiben sonst unverständlich. Vor allem hätte B r o n s- aeest energisck streichen müssen, Ansätze dazu zeigten sich in der Kampsszen« und vor dem Kirchgang, und trotzdem sind dies« Ansätze nicht ausreichend Di« Szene mit dem Heerrufer vor dem Kampf wie auch der Kampf selbst hätten aus«in Minimum verkürzt werden müssen, da sie rein musika lisch ohne Bühne wenig be» deuten. Auch«in anderer Grund hätte Bronsgeest davon abhalten sollen. Lohengrin zu übertragen. Die Oper hat zuviel thematisch differenziert« Chor- und Ensemblesätze, di« in der Uebertragung nie- mal» klar herausgearbeitet werden können. Im Gebet des ersten Altes herrschen im Rundfunk allein die Stimmen der Solisten vor, während der Chor in der Melodie führen scll, und beim Brautzug sind allein di« Frauenstimmen zu hören. Merkwürdig verschieben sich überhaupt die Akzente. Der Austritt Elsas, da, Krescendo bei der Ankunft Lohengrins bleiben absolut wirkungslos, dagegen ist das Duett Orttud— Telramund, aus der Bühne von brütender Langeweile, mit dramatischer Spannung geladen. S ch e i d l, in der Anklag« noch matt und schleppend, ringt sich hier auch zu kraftvollem Ausdruck durch. Nur die Brautszene des dritten Aktes verändert nicht ihren' Charakter,»05 ihr geht die stärkst« Wirkung au», besonder» noch, da Urlus ganz oerinnerlicht und mtt herrlicher weicher Stimme fingt. Ihm gegenüber hat Göta Liungbergs nur schön singende Elsa einen schweren Stand. Unzureichend ist der König und Henriette Gottliebs Stimm« klingt schrill. Janßens schlanker Bariton reicht für den Heerrufer au», aber Seidler-Winkler ist nicht der ge- eignet« Dirigent. Da» Orchester spielt unter seiner Leitung ohne besonderen Klang. erledigt sei. Einige Tage später meldet« die Reichsbant der Firma Meyer an. daß bei ihr ein roter Neichsbankscheck vorgelegt worden sei, der nicht in Ordnung zu sein scheine. Es stellte sich dann auch heraus, datz aus einem Scheckbuch etwa sechs Blätter Herausgeriffen waren. K. hatte einen dieser Schecks benutzt, um sich einen Radioapparat zu taufen. Es war ihm aber nicht be- kannt gewesen, datz die roten Schecks bei der Reichsbank nur zur Kontoüberweisung zwischen Kunden untereinander dienten. Das Gericht berücksichtigte, datz der alte Mann Infolge starker Arterien- Verkalkung In seiner Intelligenz stark gelitten hat. und gab ihm für di« Strafe von 3 Monaten Bewährungsfrist. l>er berliner Verkehr in öer Silvesternacht. Ti« Untergrundbahn fährt die ganze Nacht. . In der Silvesternacht wird auf der Berliner Stadt- und Ringbahn und auf den meisten D or 0 rtst r e ck e n ein Sonderzugoertehr«ingerichtet. Di« Züge aus der Stadtbahn fahren etwa in Abständen von 12 und«e aus der Ringbahn in Ab- ständen von 30 Minuten� Auf den vororlstreckeu verkehrcn folgende Züge: Auf der Strecke noch Zossen: Potsdamer Ringbahnhof ab 2.42 vormittags. Nack, tichterfelde-Ofl: Potsdoener RIngbahnhvf ab 1.56, 2.38, 3.20, 4.20 vormittags. Bon Lichterfelde-Ost ab 2.17, 2LÖ, 8.41, vormittag» nach Potsdamer Rinadahnhos und 4.23 vormittag» bis Porckstrahe.— Auf der BJannsäbchn: Wannseebahnhof ab 1.40, 2.40, 3.10, 3.45, vormittags nach Potsdam. Potsdam ab 1.20, 2.44, 3.44 vormittags nach Derlin Wannseebohnhof. Aus der Strecke Ltadkbahn— kvannsee: Charlottenburg ab 2.53, 3.52 vormittag» nach Wannse«. mit Anschluß nach Potsdam: Eyarlottenburg ab 2.53, 3.20, 3.52 vormittags noch Grunewald. Grunewald ab 1.14, ILO. 2.50 nach der Stadtbahn. — Aus den Rordstrecken: Stettiner Borortbahnhos ab 2.10 vormittags nach Bernau(an 2.46). Stettin«? Borortbahnhos ab 2.20 vormittags nach Oranienburg(an 3.09).— Aus der Strousberger Strecke: Echlesifcher Bahnhof ab 2.00 oormittoa» nach Sttausberg(2.42), Strausberg ab 12.48 vormittags nach Scylesischer Bahnhof(an 1.32). Auf der Streck« Stadtbahn— Erkner: Schlesischer Bahnhof ab 1L1, 2.27, 3.27 vormittag» nach Köpenick. Schlesischer Bahnhss ob 2.27, 3.27 nach Erkner. Köpenick ab 1.55. 2.22, 2.54 nach der Stadtbahn. Erkner ab 1L1. 2.30 vormittags nach der Stadtbahn. Au? der Görliher Bahn: Görlifter Bahnhof ob 2.34 vormittags nach Sönigswusterhaufen(an 3.19), Königswufterhoufen ab l.30 vormittags nach Görlitzer Bahnhof(an 2.15). Auf der Strecke Stadt- bahn-�Grüluru: Schlesischer Bahnhos ab 2.15, 2.51, 5.15, 3.51, 4.15, nach Niederschönewelde— Johannisthal. Schlesischer Bahnhof ab 2.51, 3Ll nach Grünau. Niederschönewelde— Johannisthal ad 12.59, 1.29, 2.34, 3.10, 3.34 vormittags nach der Stadtbahn: Grünau ab 1.18, 2.23 vormittags nach der Stadtbahn. Di« genauen Fahrzeiten sind au» den Bekanntmachungen der Eifenbohnoerwaltung aus den Stationen der Stadt- und Ringbahn und den Bororlstrecken ersichtlich. Auf der Slratzeubahn wird auf den tivleo 1. 69. 72, 74. 76. 64 und 100 durchgehender Nachtbetrieb«ingerichtet. Auf den Linien 4. 15. 23. 27, 32. 36, 41. 44, 48. öS. 60. 66, 87. 187, 93 und 99 wird auf Teil st recken durchgehender Nachtbetrieb mit einer durchschnittlichen Wagenfolg« von 15 Minuten«ingerichtet. Einen verlängerten Nachtbetrieb erhallen die Linien 7, 11, 13. 24, 25, 2V. 32. 42. 47. 61. 54. 60. VI. 65. 63. 76. 77. 177, 93. 96. Aus diesen Strecken fahren di« letzten Wagen von den Endhaltestellen zwischen 2L5 und 6 Uhr morgens ab. Bei der hoch, und Untergrundbahn wird der Zugverkehr auf allen Linien elnfchlietzlich der Straßenbahn Warschauer Brücke—- Lichtenberg«ähveud der ganzen Nacht ohne Unterbrechung ausrecht- erhalten. Zwischen dem Bohnhoi Spittelmarkt und Witten- bergplatz osrkehren die Züge in Abständen von je 5 Minuten, auf den übrigen Strecken betrögt der Abstand 8 bis 12 Minuten. Die Aboag läßt ihr« Autobusse ununterbrochen bis etwa 6 Uhr morgen» auf folgenden Linien oerkehren: Linie 1, ab Zeughaus bi» 6.24, ab Halens«« bi» 6.15 in 4 bi» 12 Minuten Abstand Linie 4 ab Wedding, Rette lbeckpiatz bi» 6.48, ab Herrnannplatz bi» 6.50 in 7 bis 12 Minuten Abstand. Linie 5 ab Stettiner Bahnhof und Steglitz ununterbrochen bi» zum Anschluß an den Tagesbetrieb in 5 bis 7 Minuten Abstand. Linie 8 ab Weißens««. Antonplatz bis 5.50, ab Wilmersdorf, Kaiserplatz bis 6.40 in 7 bis 10 Minuten Abstand. Linie 9 ab Pankow, Breit« Straße und ab Charlottenburg, Sophie- Charlotte-Platz bl» 5L5 in 6 bi» 15 Minuten Abstand. Linie 11 ab Moabit, Turmstratze und Hermann platz bi« 5L2 in 9 bis 12 Minuten Abstand. Linie 19 ab Bahnhof Lichtenberg— Friedrichsfelde und Moabit, Stephan-Platz bi« 5.55 in 7 bis 16 Minuten Abstand. Linie 20 ab Westend. Krankenhaus bi» 6 Uhr, ad Zehlendorf) Bahnhof Mitte bis 6L5 in 12 Minuten Abstand und Linie 29 ab Pankow. Breite Straß« und Hermannplag bis 5.55 in 10 bis 15 Minuten Abstand. Die Opfer der Glatte. Die Zahl der infolge des Glatteises zu Schaden gekommenen und zum Teil schwerverletzten Stratzenpassanten hatte in den gestrigen Mittagsstunden di«Zahl60 bereits überschritten. Außer den bereits mitgeteilten acht Schwerverletzte», die in Krankenhäuser übergeführt wurden, mußten noch suns weitere Der- unglückte, die sich schwere Knochenbrüche(Arm-, Bein- und Beckenbrüche) zugezogen hatten, in Krankenhäuser geschafft werden. Zwei fanden im Lichtenberg«?, je einer im Pankower, Oberschöne- weider Krankenhaus und in der Eharitä Aufnahm«, so daß sich die Gesamtzahl der in Krankenhäusern befindlichen Opser der Glätte auf dreizehn erhöht hat. Umer den Verunglückten besinden sich auf- sallend viel Frauen. Marinebcsuch in Berlin. Mit dem fahrplanmäßigen Zuge au» Kiel traf am gestrigen Dienstag abend 8,46 Uhr eine Abordnung des Kreuzers „Berlin' unter Führung des Kommandanten Korvettenkapitän Kolbe und Kapitänleutnant Fricke, insgesamt sieben Seeleute, auf dem Lehrter Bahnhos«in. Stodtinspektor Misch hieß die Beitrete? Der Tag des Bubikopfes ist der Wochentag, an welchem man regelmäßig das Haar mit„Pixavon** wäscht, am et frisch, glänzend, weich and geschmeidig za machen, damit es leicht jede Frisör annimmt Kein« der gewöhnlichen flüssigen Haancaschseif en hat auch nur annähernd die Wirkungen tna Pixavon. Bestelten Sie fest auf �Pixavon"(mar in geschlossenen Original flaschen), sowohl für die häusliche Haarwäsche, wie auch für die im Frisiersalon. Fordern Sie kostenlos van ans Abbildungen neuer Bubeniopf- schnitte für Winter 1926. LINGNER- WERKE Dresden ber Besatzung b« Kreuzer»„SerTln" aus da» herzlichste in der Reichshauptstadt willkommen und übermittelte im Auftrage des ver- hinderten Oberbürgermeisters Böh die offiziellen Grütze des Berliner Magistrats, dessen Gast die Abordnung des Kreuzers ain heutigen Mittag ist. Um 12 Uhr mittags findet im Roten Äaufe der festliche Empfang statt, woraus der Oberbürgermeister in seiner Wohnung zu Ehren des Kreuzers„Berlin� ein Essen gibt. Si vester mit Resten. Mit der.östlichen Kältewelle" unserer Meteorologen ist es nun wieder nichts. Dem Glatteis der Frühmorgenstunden des Dienstags ist ein andauerndes Grippewetter mit eintönigem Dauerregen und unfehlbar nassen Fützen gefolgt. Vom Westen ist ein Einbruch war- mer Winde erfolgt, der In ganz Deutschland zu starken Temperatur- steigerungen geführt hat Der Witterunesumschlag wird sich auch in den Mittelgebirgen auswirken. Im r) a r z wird schon in den nächsten Tagen das Tauwetter einsetzen und alle winterlichen Sil- vesterillusionen der Ski- und Rodelsreund« zu Wasser werden lassen. Erzgebirge und Sudeten können nur in hohen Lagen noch mit Schnee rechnen. Eine Aussicht auf Besserung des Wetters besteht nicht, das Tauwetter wird Höchstwahrschein- lich über das neue Jahr hinaus in den Januar hinein anhalten. In- dessen wir mit Sehnsucht nach den silbernen Flocken ausschauen, ist über New Park ein riesiger Schnee stürm niedergegangen, der den Berkehr fast völlig lahmlegte und zu zahlreichen Unfällen führte. Wrltliche Schule in Tcmpelhof. Auch im Dezirk Tempelhof soll zu Ostern 1S27«in« weltlich« Schule eröffnet werden. Ein« vorläufige Umfrage hat bereits gezeigt, dah«in« unerwartet grohe Anzahl von Eltern für chr« Kinder eine solch« Schul« fordern. Di« Borbereitung Hot die neugegründete„Freie Schulgesellschoft Tempel Hof" in die chand genommen. Dies« wird schon in nächster Zeit Ver- sammlungen zur Aufklärung der Eltern über Sinn und Ziel der weltlichen Schul« o« ranstalten. Di« genau«» Termine werden noch bekannt gegeben. All« Eltern, die ihre Kinder einer weltlichen Schul« zuführen möchten, werden gebeten, umgehend ihr« Adresse an«in« der folgenden Stellen mitzuteilen: K l ü h s, Kaiserkorso 102, Südring 20 68(Sprechstunde: Montag und Donnerstag von 4 bis 6 Uhr), Dr. K a r s« n. Tempelhos, Berliner Stratze 66. Südring 34 11 (Sprechstunde: Dienstag und Freitag von 4 bis 6 Uhr), Hill«, Tempelhof. Molttestratze 11(Sprechstunde: Sonnabend von 6 bis 7 Uhr), Klahn, Tsmpelhos, Dorsstratz« 62, v.< T.(Sprech- stund«: Sonnabend von 6 bis 7 Uhr). Fabrikbrand In Reinickendorf. Die Feuerwehr wurde gestern abend gegen« llbr naw der Sommer si ratze 2» zu Rei- nickendorf- Ost gerufen, wo in der L a ck i e r e r ei der Geld« fchronliabrik Kode Feuer ailSgebiocben war. Da» Feuer fand an terpenlin-»nb firnithaliigen Farben reirbeNahrung. Dem schnellen Ericheinen der Wehren ist et zu verdanken, datz der Brandherd eingekreist und lokalisiert werden konnte. Der Raum mutzte völlig unter Wasser gesetzt werden. Nach ziem- lich zweistündiger Tätigkeit rückt« die Fenerwehr wieder ab. Slu» Verzweiflung über ihr Nervenleiden ist die 62 Jahre alte Tiscblerfrau«uguste Becker aut der Pintich-Allee zu. B r i v in den Tod gegangen. Kürzlich alt unheilbar aut einer Anstalt entlassen, ging fie in der Rächt zum 2. Feiertag heimlich auö der Wohnung weg. Gestern fand man die Unglückliche a l 6 Leiche im Teltowkanal wieder. Vereinigung der Freunde von Religion and VSlkerfriedca Genosse Pfarrer Bleier ipricht am Sonnabend, den 1. Januar 1927. abend« 6 Uhr, im Rahmen einer religiösen Feierstunde in der Trrnitaiiskirche Charioitenburg. Karl-Aiignst-Platz, über da« Thema: kann un» da» neue Zehr Glück bringen? Sprcchchor für Vroleiarische Feierstunden. Uebungtstunde am Donnerstag, den SO. Dezember, abend» 7»/, Uhr, im Seiangtiaat der Sophienschule. Weinmeistrrstrotze IS/17. Die Kinder brauchen nicht zu kommen._ 2H Personen wegen Vergewaltigung verurteilt Darunter sieben Todesurteile. Lealograd, ZS. Dezember.(WTD.) Räch zehntägiger ver- Handlung wurde heule in einem Prozeß gegen 26 Personen, die an- geklagt waren, eine Arbeilerstudentia in einer Sackgasse vergewalkigt zu haben, das Urteil gesprochen. Sieben An- geklagte wurden zum Tode durch Erschießen»erurteilt, die übrigen erhielten Gesängnisslrasen. Reinfali eines Großagrariers. Eine drollige Schwcinegefchichte. Einen bösen Reinsall erlitt der Rittergutsbesitzer G ü n t h e r in Tiergarthen, Kreis Bunzlau, mit seinem unberechtiaten Vorgehen gegen einen Landarbeiter. Der i}err Rittergutsbesitzer weigerte sich, der Landarbeitersamili«, die er im Juni gedungen hatte, den Lohn zu zahlen, mit der Be- grünüung. daß erst die Umzugskoslen abgearbeitet werden müßten. Aus Anraten des Deutschen Üandarbeiteroerbandes stellte daraufhin die ganz«' Familie die Arbeit ein. Als.Schaden- ersotz" für die Arbeilsoei Weigerung beschlagnahmte nun der Ritter» outsbesitzer kurzerhand das 70 Pfund schwere Schweinchen des Landarbeiter. Dessen Beschwerde beim Landjäger nützt« nichts. da dicser das Vorgehen des Rittergutsbesitzers für bereu)ligl hielt. Infolgedessen kam es zur Klage beim Amtsgericht Bunzlau. Der Rittergutsbesitzer wurde durch sofort vollstreckbare» Urteil ge- zwungen, dem Landarbeiter den zurückgehaltenen Lohn auszuzahlen. Auch der weiteren Klage auf Herausgabe des widerrechtlich beschlag- »ahmten Schweines wurde stattgegeben. Der Herr Rittergutsbesitzer wurde verurteilt, dasselbe Schwein herauszugeben, das er aus dem primitiven Stall des Landarbeiters in den komfortablen Eutsstall liinmiartiert hatte Das war insofern für den Ritterguts- besitzer äußerst betrübend, als mittlerweile aus dem SIebzIgpsund- schweinchen ein stattlichesZweizeninerschwe,» geworden war. Der Antrag auf Erstattung der Futtertosten wurde von, Gericht abgewiesen, weil die Mästung ohne die Erlaubnis des Landarbeiter» vorgenommen worden war. Zustzusammcnftosi bei Paderborn. Paderborn, 28. Dezember.(TU.) Auf der Strecke Päd er- born-Altenbecken suhr heute nachmittag unweit der Block stelle Schierenberg an einer sehr unübersichtlichen Stelle ein Per- sonenzug auf einen Güterzug auf. Mehrere Güterwagen wurden zertrümmert. Bon dem Dersonenzug ist ein Gepäckwagen und ein Wagen 4. Klasse emaleist und schwer deschädigt worden Ob Personen zu Schaden gekommen sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Schweres Betriebsunglnck bei Metz. Metz. 28. Dezember.(MTB.). Auf den Eisen- und Schiniedewerken im benachbarten Pont-a-Mousson war«ine Pariser Firma mit dem Bau einet Hochofen« beschäftigt. Al« man drei riefige Betonpieiler von ILO Meter Dicke und 25 Meter Höh« mir einer Ptaitsorm verbinden wollte, stürzte die'« mir Tonnergelöse«in und ritz 80 Arbeiter mit in die Ties«. S e ch« waren s o f ort tot. Die Ur'ache bei Unglücks ist noch nicht bekannt.__ Seilbruch der Flchkelberg-Schwebebahu. Am Dienttag nach- mittag ritz durch Bruch einer Scheibe ein Begleitseil der Schwebe- bahn, vis von Oberwiesenibal(Erzgebirge) aus den Fichrelberg führt. Der Unfall geschah während der Fahrl einr» Tagen«. Der Führer setzte jedoch'oiort die Sickerheittvorrichrungen in Betrieb. sodatz der Wagen stehen blieb, und die zahlreichen Wiutersponlrr ohne weiteren Zwischenfall aussteige» konnten. peukschland da» Land, darin Honig floß, gm verlause der Ordentlichen Vertreterversammlung des B i e n e n w i r t j cha f t> lichen Proornzialoerbandes sür Btandenbura sprach Prioatdozent Dr. Koch über dos Thema.Der Honig, seine Eni- stehung lind Behandlung sowie seine Bedeutung als Nahrung»- und Heilmittel". Der Rejerent hob einleitend hervor, datz Bienenzucht notwendig sei. Ohne leistungsfähige Bienenzucht könne die deutsche Landwirtschast nicht gedeihen. In alter und ältester Zeit sei der Honig bei allen Kulturoölkern außerordentlich geschätzt worden. Der Aufstieg der Bienenzucht habe sich bis zum Ausgang des 13. Jahrhunsert- erstreckt. Damals habe es allein in Deutschland 2,6 Millionen Bienenvölker gegeben. Dann wäre es mit der Bienenzucht aber stark herabgegangen, und der augenblickliche Stand eröffne ziemlich trübe Ausblicke. Zum Schluß seiner Ausführungen forderte der Referent, immer wieder für deut- jchen Honig einzutreten. Die Gemeinden sollten den Wünschen der Jinker. die durchaus berechtigt sind, dadurch entgegenkommen, daß sie überall, wo sie können, Lindenbäum« anpflanzen. Eine Untergrundbahn in Moskau? Di« Gemeindeverwaltung von Moskau plant den Bau einer Untergrundbahn, durch die vor allem die Moskauer Bahnhöfe untereinander ver- b u n d e n werden sollen. Die Kosten für den Bau des Hauptnetzes werden aus 200 Millionen Mark veranschlagt. Für die technische Ausführung sind Verhandlungen mit der Siemens-Bauunion und der AEG. eingeleitet. parteinachrichten Zlulnid»»»«» IS» diele ZiabrU sind «erlta«O»», Lwde-Itr»«« 3, für Groß-öerlin stet»«,»««etWeittnUtU«. V tzot, 1 See», recht»,(■ richten. 5, Jhrri» griedrich-doin. Amte, Mittwoch. 2».«tzonftn, Sttwn« klmaicher Mitaliedee de» BildundsousschAge» T4 Übe bei Schmidt, struchtstr.*i». Zed« AbteNuna ntuft unbedinot vertreten sein. ». Zriri»»r nudern. Die lieber tiUmnin der Leiche unfew»«enoffen(«tili Ziidett oo tu Urtonfninlenbou« nach dem»rnnatoriirm In der«erichtsira», sindri om Donnerst«». 80. Detemder. nachwiilt««» 5 Uhr. statt Sit Ud- tetlunaen werden eriuait. mit Bannern vor der Letchendale in der Srtmin- ftvode«uffteDun« iu nedmen.—«chtunat Am Mittwoch.».»etemder, 8 vbr. wich»« Sitiun« der Ordnervbleut« bei Bieter. Siiestcnbachstr. 7». It. strei» Pankow. Donnersta«, 30. Deiember, IVi Ubr. bei Meed». Pankow, Berliner Strab» Erke Lindenvromenad«. stonkereni aller parteiaenSfflkchen Deamlen. Lehrer und»ehlrdenanneiiellten. Taneaardimn«:.«ukdan der Beamienovaanisation im l».«rei». Wobt der AdtritunaooMente". Rese rrnt©enogc Sutlahr. Mitaliedsbu» bitten wt,«1» Anowei»»itzn- drinnen. heute. Mittwoch. 29. Dezember: 71«dt. SeUnebera. 7H IUn: bri»osentdol.«bereite.«.»lteste»««- veriainmlun«. Voriraa:.Der bedSrdlich« Ornanisati»n»avna>,l im Brich und in den SSndern".?i eieren! Dr. idrril. SümGche ch«n»INni>ea»od Senallen werden drinnent ersucht, dritinimt im erscheinen. Morgen. Donnerstag. 30. Dezember: «.«dt. Abend» I Ubr In der Bockbvouerei,(Wrinstr.». Welb- nachtsfeier mit Beschrrun» der«linder. Anschltestend nemsttllch«««et- samensein. Kesrret« Pastor israneke.»arien«u SO Pf. ftnd noch an»er «äffe rrdSttlich. geladen. All« ibenaisinnea und Denolseu sind freundlichst ein- Arauenveranstaltungen heute, Mittwoch, 29. Dezember: 102.«dt. Ben»Ichirl« n weg. 8 Uhr bei chast. Baurnschulenite. H. stvanr nadend. All« Genossinnen werden ersucht, bestimmt»u erscheinen. lU>. Abt. SrSnan. Kaute. Mittwoch, findet eine klein» Weihnachtsfeier statt. Wir bitten unseie Genossinnen u»d Genolsen, mit ihren Rindern daran teiliimehmen. Trefwunlt nachu-tua», t Ubr im Lokal Werner,«övenicker Strohe US. \ Sterbetafel üer Groß-öersiner parteteGrgantfation � 8. Ad«. Unser Genosse, der Parteiveteran Theodor L e m k e ist am 27. De» innber an den IZoloen einer Gehirnarivv« versiorben. Wir werden seil» Andenken in Ehren hatten. Ueber die geit der Einiischeruna erfolgt nach niihere Mitteiluna. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-SerUn. Die Bücherstube Ist heute noch geschlossem. Abtetluagokossicrer, heute von 5—7 Übt Mnechnung. Gefunden eine Run« und«in Protolollhest. Abzuholen vom Zustrild» sclrriarjat. Bilder von der Slreolnttenifriee CSnntn adaebolt werden. heute. Mittwoch, 7�4 Uhr: Kedding: Jugendheim Luremburaer Scke Gentrr Strafte.»Wie werde ich Abstinent."- Andreasptah: Iugendhrim Grofte llrankfurier Str. 10. 8 im» mer 5.»Rllikbliit— Auibtitf".— grtedrichshain: Jugendheim Diestthnene» straft« S/8. Welhnachisscier.— Warschauer Viertel! Jugendheim Tilllter Str. 4. Bortrag:»Die alt« und die miltclhochdeuische Zeit".— Nasenthaler vaeftadt: Der Ketmabend lallt au«.— Aeichenbergcr Biertel! Iugendheim Reichenberger StraH 88. Vortraq:.Winieisonnenwende'-.— Martend»rs und T'wpelhok geierstnnd«.— gaitenberq: Iuacndhelm Am flalkrnberg 111. Bortragt„Warum müssen wir UNS gewerlschaf/iich orqanisteren?-— Steutölln VI: Keimabeird Im Jugendheim iianner Strafte.— geichrich Hagen: Jugendheim Scharnweher» ftrgft, 105. Aussprgche:„Unsere gerl«-.— Lichtenderg.Ror»! Der Portrao fällt «u»! dafür um 8 Uhr Probe zum 18. Januar.— Lichtenbeeg-veft! Zugendheim Scharirweberstr. 28. Bortrag:„Rückblick und Ausblick".— S»«Ud»n! Iuaend- heim Lindenufer L..Weihnachtserlebnisse". «erbebe, I-I RenkSlln: Keim V-rgstr. 1» sKandelsschulel. Pünktlich Bildungoougschuftllftung. Zeb« Abteilung muft vertreten sein. Werde de, lek Pren, lauer Berg- Jugendheim Gdeiswalder Sie. 1». Ssttech, Korr rode. Jede Gruppe muft vertreten fein. Vorträge, vereine unü Versammlungen. # Reichsbanner. Schwarz- Roi-Gold". Gefchlkt»stell«: Berlin«14. Sebasttanstr. 87« Kaf 2 Dr. Wedding! Ratchahrerodtrilun« Sonntag, d. 2.. Wimpelweib« i» «rittallsa-l Sellerstr. 85. Eck« Mllllerstiafte. Anfang M>5 Uhr. 9t«- pudllkaner her, lich willkommen.— streu, berg: Abteilnnaen 1 und 8: Di« stameraden nehmen mit AngehSrigen an der Weihnachtsfeier der 41. Abteilung der EBD.. welch« am Do., d. 80., 8 Ubr, in der Bockbrauemi stattfindet, teil. Ginteitt 80 Pf. So., d. 1.. freiwillta« Beteklfgun« an der streisbonner- nagelun» in Treptow bei Ritsch«. Am Treptower Park LS/28. Beginn 4 Uhr. Sintrttt 50 Pf.— JUpenick sstrei»>! ffr.. b. 81., Silvesterfeier de« Tambouv. korv» im Staditheaier.— strrnicherst! stur Ueberfllhrun« de« stameraden Reich«. laasaboeordnele» stubril treten die stameraden Donnrisiag nachmittag 145 Übt »oDUähli« an der(Zvirtanepremenade an. Der steutr»leerband Berliner Briri« bei»Hader»er»ekl e idu ngei»daftei« C.«. (Bar f, he Uder Antvn Stemletl veronstaltet Mittwoch. 2». Deziember. 7 Ubr. bei fretem Eintritt Im llestsackl der Brauerei ssriedrichshain ein« Welhuachisfriet mit Befchentna der stinder. Anschlieftend aemiltliche» Beisaimnensrin und Dan». Die streie Ardeiter-Ztenearaphenuereinigung Greft-BeiUn»eranstaltet fol- aende neue Kurse in der Re>chskur,schrlft und Stol�-Schrep! Rerkälln ab si-riwst. 14. Januar, ¥jt Ubr, im Reoignmnastum«oisrr-striedrich.Sir. 208: Osten ad Dienstags II. Januar,>u8 Uhr. in der Gemeindefchul« isrankfurter Alle« 85: Rerden ad Donnerstag. 18. Januar. VjS Uhr, in der Gemeindeschul» Schulstr. 98. Da««urfuegelh best.Sgt«inschlieftiich Lehrmaierial für Gv- wachsen« 10 9st., für Jugendlich« 7,50 M.: Grwrrdslose zahlen 50 Pro,, der angegebenen Selbe E» werden auch Kurf« in anderen Bezirken erSfsnet, sofern schriftlich« Anmeldungen in«enllqender stahl oorsiegen. Schriftliche Anfragen beantwortet der Borkige nde Salter Riedel, Berlin. Pantow. Herta str. 8. I. wet»«rb«ich» der issenlNchen wrilerdlenststckle für BerNn und llmgedung. (Nachdruck verb). Weiterhin trübe und regntriich, Temperaturen über Rull. — Für vriitichland: Im Süden Temperaturen bei Null und trocken, im Norden und Osten trübe, regnerisch und ziemlich mild. Welhnaclits- a. snvester-Angebote! Trotx grofter Preissiclgerung in«ilen Wein erzeugenden Ländern bin1 ich durch den gucetigen cinkaui von einer Million Leiter In der Lage, ohne Preiaerhöhung zu verkaufen Apfelwein«QÄ. VA. IS0!,, eratkiaealg,.Liter 75 pt lohanntsbeerwein.ml. 14»>«.O>t«r SS flirsotlüfSto.08. a. 14 V blQtnl.... un,, 1.10 Erdbeerwoin.oa,-» 14°„ gua nie.. Liter 1,47 Maivasier m cm. i»°h.**....... ut«r 1.16 Tarragona«oa.-» 15-1» echt...... ut« 1.30 Malaga-oa.-».«m........ ut« 1.90 Sarnos.oa.«-»:........ ut« 1.00 Sanato-na«. 18»|, tflr Krank».... Liter 1.90 Oouro Portwein«oa. entkiM. 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Dez. ab 7 Uhr frün aeSffnet I LJUERGENS ALEXANDER PLATZ ofajnHiL Badetrlkols ArlielUilQliea ood Eiozelailieiter für allerbeatc Ausführung suchen bei Vorlage von Probearbelt Sdifirzenf ahriken AG. Köpenicker str. IIS ScsüAiiytn efie mti, Inlerieren bringt BRFOLOi t... rt r:**'V n<.*;?: ;5«',■ f II*»'tr.yS UbauntQ' find Schäume" fügt mon so leichthin. Und doch: spaßen Sie nicht damit: Sie glauben nicht daran? Erst kürzlich wieder erzählte ein Bekannter dem anderen, daß er geträumt habe, zwei wundervolle wcitzc Schimmel seienaufihnzugelaufen..„und denken Sie, gestern sind bei mir kräftige Zwillinge angekommen", so schließt er freudestrahlend. „Ach, du lieber Gott", schreit da der andere, dem sich die Haare sträuben, „ich habe gestern von Ali Baba und den vierzig Räubern geträumt. Lassen Sie mich bloß gleich nach Hause gehen, damit ich sehe, was passiert". Na, ganz so ängstlich braucht man ja nicht gleich zu sein, nicht wahr? ES träumt ja schließlich jeder mal„ohne Unterlage". Aber Vorsicht ist doch die Mutter der Porzellankiste. Doch wir sind abgeschweift. DaF Fest im Hause des alten Dr. Nabi zu Ehren von unserem München«? Kindl, dem Wahrzeichen der allen weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik, ist zu Ende.- Ein herrliches Bett ist für daZ Münchner Kindl bereitgestellt. Wie ein junger Gott schläft eS darin nach all den Reisestrapazcn. Lebhajle Träume umspinnen es. Alle seine Wünsche, die ja vielseitig sind, hüpfen im Traum vor seinen Augen herum. Gott,»vas mutz das Kindl alles mit dem alten„Tabakdoktor" besprechen! Für die billigen Sorten muß es ganz besonders gute und doch wohlfeile Tobake haben, damit auch der sparsame Raucher, der nicht allzu viel fürs Rauchen ausgeben will, für sein Geld nicht nur Preiswertes, sondem auch in seiner Art Hervorragendes erhält. Beste Edeltabake von besonderer Würze und Eigenart braucht e» für die mittleren Preislagen--- ausgesuchte Edelgewächse--- DubecZ—- -- Tabake zur Abrund ung--- leichte--- süße--- Glanz- stücke--- Festzigaretten. Die Traumbilder schwimmen bunt durcheinander. Dr. Nabi wird olle Wünsche in SrMuug gehen lassen, er wird alles Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wr gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigarette« sind Glanzftücke der heutigen Zlaarer'.cn.HerstelliingSart. Drum seien Sie nicht nur Leoenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Gcschmacksi Rauchen Sie: Lucy Doraine, die Zuban-Fünferl * Die verhanölongen in der Textilinüuftrie. Im Rcichsarbeitsministcrium u»d in Dresden. Nachdem sich die Verhandlungen für O st s a ch s e n zerschlagen haben, ist der Schlichtungsausschuß von Dresden von den Unter- nehmern angerufen worden. Dort fanden gestern die Verhandlungen statt. Auch Ostsachsen oerfolgen die Unternehmer dieselbe Taktik der Ablehnung jeder Lohnerhöhung. Mit dieser Taktik hoffen sie vor allen Dingen zu erreichen, daß die notwendige Lohnerhöhung so niedrig wie möglich bemessen wird. Heute finden im Reichsarbettsministerium Verhand- lungen über West- und Mittelsachsen statt. Diese Verhand- lungen sind notwendig, weil von den Gewerkschasten die Verbind- lichkeitsertlärung des Schiedsspruches, der bekanntlich eine Lohn- erhöhung von 6 Proz. vorsieht, beantragt worden ist. Die Unter- nehmer sehen nach den vorangegangenen Schiedssprüchen wohl«in, daß sie besonders angesichts der elenden Lage der Arbeiterschaft und der ausgezeichneten Konjunktur in der Textilindustrie nicht um die Lohnerhöhung herumkommen werden. Trotzdem dürsten die Ler- Handlungen heute im Reichsarbeitsministerium sehr hartnäckige werden. Es ist kaum anzunehmen, daß die Unternehmer sich zu einer Verständigung herbeilassen werden. Sie werden auch diesmal wieder dem Neichsarbeitsminister die Entscheidung zuschieben. Diese Entscheidung steht auch noch für die Lausitzer Tuch. i n d u st r i e aus. Auch für die Lausitzer Tuchindustrie wurde für Anfang Dezember ein Schiedsspruch gefällt, der eine Lohnerhöhung von S Proz. vorsieht. Auch hier ist die Lerbindlichkeitserklärung beantragt worden. Di« Verhandlungen über diesen Antrag haben stattgefunden. Da in dem Schiedsspruch vorgesehen ist, daß die Lohnerhöhung in Kraft tritt mit der Lohnwoche, in die der 8. De- zember fällt, ist die Verbindlichkeitserklärung bereits überfällig. Sie kann nicht mehr länger hinausgezögert werden. Nüstung der Textilinüuftriellen. Zur Abwehr„unbercrfjfigfer" Lohnforberuugen Wie dem„Bertiner Bövsen-Eourier" aus Hannover gemeldet wird, hat sich ein« Reihe größerer Verbände der Textilindustrie im Westen zusammengeschlossen zwecks gemeinsamer Abevehr unberechtigter Lohnforderungen und Ausstandsabsichten. .�ven Anlaß dazu hat die«inheilliche Kündigung der Lohntarif« und der Mehrarbeitszeitabkommen durch die deutschen Textilgewerk- schoftsarbeiter gegeben." »Unberechtigte Lohnforderungen'! Haben die Unternehmer schon jemals eine Lohnforderung als berechtigt erklärt, außer in den Fällen, in den« fie«ine Sohnforderung, zur«nt» sprechenden Erhöhung chrer Preise gebrauchen? Jedwede Lohn- forderung gilt ihnen als.unberechtigt". Da dies längst kein Ge- heimnis mehr ist, wäre es schon bester, wenn sie dies nicht immer wieder betonen wollten. Denn damit läßt sich kein Eindruck' schinden. Daß die Aiheiter es obendrein wagen, endlich einmal mit dem Mehrarbeitszeitabkommen Schluß zu machen, müßte auch den Unter- nehmern begreiflich sein, wenn sie nicht die Absicht hätten, dies« Mehr- arbeitszeitabkommen zu verewigen. So wenig wie die Arbeiter sich da» Recht streitig machen lasten können, ihre Forderungen aus angemessenen Lohn gellend zu machen und sich von den Festeln der Mehrarbeitszeitabkommen wieder frei zu machen, so wenig können st« den um die Schmälerung ihrer Profit« besorgten Unternehmern den engeren Zusammenschluß oerwehren. Was die Arbeiter aber können und was sie tun müssen, da» ist, sich an diesem„engeren Zusammenschluß" der Unternehmer«in Beispielzunehmen und sich i n i h r e r Gewerkschaft so eng zusammenzuschließen, daß es keinen Unorganisierten mehr unter ihnen gibt. Denn nur dann haben sie einige Aussicht, ihren„unberechtigten" Lohnforderungen die ge- hörig« Gellung zu verschaffen und das Joch der Mehrarbeitszeit- abkommen abzuschütteln. die Arbeitszeit ia öen Gas- ooü Wasserwerken. Kündigung des Manckeltarifes. Die Funtttonäre der städtischen Gas- und Wasserwerke de- schästigten sich Dienstag abend in einer gut besuchten Versammlung im Verbandsbaus« der Gemeinde- und Staatsarbeiter mit der Kün- digung de, Manteltarffes. Genoste Geßn/r vom Gemeinde- und Staatsarbeiterverband ging eingehend auf den Schriftwechsel und die Besprechungen zwischen der Organisation und der Direktion ein, wodurch erreicht werden sollte, ohne Kündigung de» Per- trage» zur Wiedereinführung der 48-Stunden» woche für die Schichtarbeiter zu kommen. Die Funktionäre hatten am S. Dezember beschlosten, von einer Kündigung de» Mantel- tarife» abzusehen, da nach den Aeußer�ngen der Direk- tton anzunehmen war, daß es ohne Kündigung zu einer Verständi- gung kommen würde. In schriftlichen und mündlichen Erklärungen versprach die viret- tton jedoch nur, zu einer versuchsweisen Einsührung der 48 stündigen Arbeitswoche für die Schichtarbeiter berell zu fem, sich aber die Wiedereinführung der SZ�stün- o i g e n Arbeitswoche, wie sie jetzt tariflich zulästig fei, vor- zubehalten. Diesen nichtssagenden Vorschlag lehnten die Ob- leute der Gas- und Wasserwerk« und die Organisation ad und de- schlössen, den Funktionären nunmehr die Kündigung de» Manteltarife» zum 81. März 1827 zu empsehlen. Funktionär« teilten dies« Ausfastung und beschloste» er kurzen Aussprache, den Manteltaris am 81. Dezember vi« nach einer z u k ü n d i g e n. Di« Taristommistion wird zu Beginn des neuen Jahres die Forderungen der Gas- und Wasterarbeiter formulieren, sie noch ,m Januar einer Volloersammlung unterbreiten und dann der Direktion überreichen, so daß noch im Anfang des Februar mit den Verhandlungen begonnen werden kann. Genoste Geßner er- suchte jedoch die Funktionäre, durch eine rege Ausklärungsarbeit in den Betrieben gegen das leider stark eingeristene Ueberstunden- Unwesen vorzugehen und dadurch die Tarifbewegung tatträftig zu unterstützen._.\ Schiedsspruch für den SiegerWnder Bergbau. Dortmund, 28. Dezember, i Eigener Drahtbericht.) In den Gesamistreitigkeiten im Siegerländer Eiienstein-Bergbau wurde «in S ch i« d S s p r u ch verkündet, wonach die tarifliche Lohn- ordnung wieder in Kraft gesetzt wird. Die Sckichr- l o h n ä tz e werden u m 10 P r o z. e r h ö h t. Der soziale Lohn bleibt bestehen. Die Regelung kann erstmalig mit monatlicher Frist zum 1. Juli 1927 gekündigt werden. Die bisherige bestehend« Mehrarbeitsregelung wird ab 1. Januar 1927 wieder erneuert und kann mit Monatssrist gekündigt werden, erstmalig zum l. Juli 1927. ErklärungSirist: 31. Dezember 192S. Die Ge- werkschasten haben den Schiedsspruch angenommen. Auf der Detriebsrätekonferenz de, Mctallarbeilerverbande, am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche hatte nicht— wie wir in Nr. KOS berichteten— Dr. Hilserding, sondern Dr. Fritz N a p h t o l, das Referat über die deutsche Trustbildung. Die Arbeilslosigkeil in Polen hat in der letzten Berichtswoche eine bedeutende Steigerung erfahren. Di« Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zur Vorwoche um 19 714 auf 219 471 gestiegen. Di« Sparkaste der Bank der Arbeiler, Angestellten»nd Beamten «.llv., Berlin, wallstr. 65. ist täglich mit Ausnahm« von Eonnadend von»—8 Uhr und S— 7 Uhr. Sonnabends von V— 1 Uhr geöffnet. ffreh sewertscheft»!»»»� beute. Mittwoch, TH UV. KwjjuMe ffliursf*' Neukölln I:(SniDPcnfieim Iuaentcheim Berqstr. 23, Hof. Schöncber«: Gruvveiibeim Schule ftcunioftr. 57. RitckbUck. ii���lottenbura: Gruvvenheim Iuqen�hcim Deutscher Arankenkassenuerbarch-. i chtun�ev. — Rordriua: Grupvenbenn Auaendhcim EbersroQlixr Str. 10. oiuwieripici — Sprechstund« der Insvndszentrnlr statt ffwüatt moraeu. Donaerstoa. von 6—7 Udr«rbend». Arbeiter, Angestellte, Beamte! Billetts für Zirkus Carl Hastenbeck zu halben Preisen für Monta? bis Freitag im Qewerkschaftshaus; Restaurant täglich von 10 bis 1 und 4 bis 6 Uhr erhältlich. Volksbühne Staals-Hiealtt Opernhso» Plate a. d.Repabl. 7Vi Uhr: Othello Schausplelhaue S: Nathan d. Welse Schiller. Theater 8 Uhr; Peer Qyiit Wlllliie Dpei Charlonenbur; T/, Uhr: Dil hutigen Weite Mas. UelUB. Walter M. Ivogan, E-Bassth A. Bau mann Abonn.-TurnusN Deotsdies Ibeater Norden 10334—37 8 Uhr: von WoIfghngQoetz Segle: HelnzHilpert Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Ollapotrlda -von Alexander Lemet-Holenla Hierauf: Das Veilchen von Franz Molnar Regie: Eug. Robert Die Komödie BismarcK 2414, 7516 8 Uhr: Die Gefangene Von Bourdet Regie: M. Reinhardt Unat. LRollndorfsil Kuiiürst 2091 8 Uhr; Max Adalbert in Dte letdd. beueldeie Adele Rose-Theater »/.u- Preziosa Gr. SdiaDtpieiliaui Täglich 8'/, Uhr cOonWwnd CHAREUL- REVUE SIlTesterTorstell. Anl. 7';,, Endel OV.U. Der Vorverkauf hat bereits begonnen Letzte 2 Vorstel lungen der Kinder revue Fnnkhelnzel mannsMirch.-Rcisc mit Allred arann am 29. und 30. Dezember nachm. 4 U Beildeai> nieal. Tägt 8'/, Uhr: MiMaM Bihitt Jmndlidw Tkatff n WHswjiliti 8 Uhr Tolpone Morgen 8 Uhr; Volpone TnaUa-Tnealer Täglich 8 Uhr; Der groSt und der kleine Ilms netropoi- TUem. Täglich 8 Uhr: Die ZirMozessiD Sthnbui Dts künstler-Th. Prltzi Massar): 8;„Die Küdlgin" Stg.3V,: Der fröhliche Weinberg Lessing-Theatcr Alb. Bassermann 8; Der DlHIolor Tb. aJorfirstendZimg Käthe Dorsch 8 u. Die Frnn an der Kette Lustspielbaus 8>/« Hulda Thielscher Harfa-BinJange Wallner- Theater TägL 8'/« U. die erfolgr. Schwankoperette Das blonde Wunder CASINO-THEATER« w>r: Nur noch wenige AuffOhrungen Mister Cornedbeef Gutschein. Laut, I MIc, Sessel 1�0 Mk. Kleines Tb. Täglich SV, Uhr Die erste aktuelle politische Kevue Oh! U.S.A. tamwurSatutii Th.Königurätz 81. Hasen beide 2110 8 Uc In. Ctemn It* Elisabeth Bergner Sonntag, 2. Jan, nachmittags 3 U.: Was Ihr wollt Homödlenhau* Norden 6304 8 U.- Erdditdien R. A.fab«rh i. Mintin Sonntag. 2. Jan, nachmittags 3 U_ Der Garten Eden Zentral-Theater Täglich 8 Uhr: BRONSGEEST in der Operette: Der Trompeter vom Jthein Phllbarmonle uhr: WagDer-ülid. d. Philharuion.Orcb. Di rige Ptof. Prüwer Ks In der Geaamtauflag« de».Vonrdrta*»lad b Monden wtrka «nd trotzdeai sehr billig I Nollendorf 7360 8 Uhr. Varieti- Attraktionen » SONDERZUG» 9(rTHsitliu'/«MI S C IS-.., V-.«.55 ? ffiditEdimrVj>.55 ab hier Nachnahme Normannla, Norlnrl(HoUL)l02 Th. an Sdtifstinrdino Täglich 8 Uhr: D« Orabnal de nbeknntn loidattD. JiomistAe Cper Allabendlich»/« Uhr Der sensationelle Presse-Erfolg Blllletl'f Chaure Souris Theater Originellste Revue in 20 Bildern. I An Ii. Dmnkr: Groll Silveslei-Vonle | Anfang 5 Uhr_ Ende 10'? Uhr| Vorvcrknaf ab IQUhr ununterbrochen Letzte Tegel ÄSS Reinbold« Sthünzel» Film der Ufo In dar Hnaptrwllsi Reinhold Sdiünzel Regie: Leo Miteier TSgUd.(TJ-od[»] Chr Ut»-Thnot«r Mozartsaal Ufa-Pala*« ICgnigstadt ragiiA[s] 0 0 ühr Ufa-Theater Tauentzienpalast jjlugondlllchii�hnb»" Am tritt j Am 37. Otjctnhec»rrflarb nein Ntbec Mann nnfrt nutir Batet und Echmitgetvattr der Maschinrnarbeitrr Rudol? Werner im 8E Lebennlahrt. Dt« tnmemtxm(interbltcheaa Ww. Anne Werner ■md Kinder. Die StnSfd)ming«tfoigt am 31. Dezember. norm. 10 Uhr. im Rrrmatorinm SnumIchuIrntB-g.> 3nnnngatran(cafaff« der Turortlerr, Sold- nah Silbcrldimleb* (3n>angslnnang) zn Berlin Bekanntmachung. Dir ormi Ausschuß beschloffeneAenbetuna ber ZS 38 unb 7b der Sakunq ist u»m Ober- vetsicherun Deeheollenteschke. 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Genau gesagt, waren es nicht drei, sondern vier Menschen, die da gingen: denn gerade das ungeborene Kind dieses blinden Stuhl- flechters schien die eigentliche Ursache dieses offenkundigen Elends zu sein, und die Spur feiner Gegenwart, seines Schondaseins war es, die den stärksten Eindruck in allen Vorübergehenden hinterließ: denn es war ja schon im voraus dazu bestimmt, so viel mehr leiden zu müssen, als irgendein Wesen aus der Erde. Mit festem Schritt schob die Frau sich, ihren Mann und das Kind vorwärts. Dabei sprach sie aus ihren Mann ein, jedoch gelang es mir nicht, ein Wort zu verstehen von dem, was sie sagte. Ich folgte ihnen bis zur Brücke des Flusies. Hier blieben sie stehen und setzten sich müde aus die Stühle, von deren Last sie sich vorher befreiten» wie sie sich jetzt von der Last des eigenen Körpers befreiten. Es begann zu regnen. Der Blinde horchte niit gespanntem Ausdruck auf die fallenden Tropfen, während die Frau sich dann und mann das Gesicht wischte. Das Kind bedeckte sich mit seiner Schürze. Wer die drei jetzt sah, konnte meinen, daß sie auf der Welt keinen Ort wüßten, um zu weilen, als die Brücke, auf der sie der Regen überfiel. Die beiden Stühle schienen die eigenen und einzigen Möbel zu sein. So er- schienen sie ärmer als die Zigeuner, die mit ihrem Wagen durch die Welt fahren, und wohin sie kommen, zum wenigsten die Erde, die treue Mutter alles Lebenden, unter sich wissen, während diese Familie hier nichts unier sich hatte als den rinnenden, heimatlosen Fluß, der nirgends rasten darf und da. wo ein Wehr seinen Lauf hemmen möchte, es mit kurzem Satz weißschäumend überspringt. Der Blinde horchte nun aus das Rauschen des Walsers. .Wenn man da hinunter spränge," hörte ich ihn sagen,.ob einem dann'bester wäre?" ,3a. ja," gab sie zur Antwort, wie wenn sie nicht hingehört hätte. dann jedoch fuhr sie auf:.Und wer soll die Stühle fertig machen. wo ich doch morgen vielleicht schon.. .3a so. tu» Stühle, an die dachte Ich schon gar nicht mehr." Und es sah aus, als ob er sie ansähe und um Verzeihung bitten möchte..Wir gehen," sagt« sie dann, faßte ihn am Arm, nahm ihren Stuhl und zog ihn vorwärts. Mit einer heftigen Bewegung zog auch er seinen Stuhl an sich. Das Kind'nppelte der Mutter nach und faßte wie vorher Ihren Rock. Die Leute, die sich angesammelt hatten, verliefen sich,«in Schutz- mann frug. was da los wäre, und als ich die Familie hinter der nächsten Straßeneck« verschwinden sah, war ich ollein auf der Brücke. 3mm«r noch blickt« ich in das Wasser hinunter, und im fallenden Regen war mir's, als hört« ich di« Stimm« des Blinden noch neben wir: Wenn man da hinunter spränge. Und dann di« keifende Stimme der Frau: Wer soll denn da di« Stühle fertig machen? 3a so, die Stühle. 3ch schreckt« auf. 3emand faßt« m«in«n fllrnr. Mann, siw werden ja ganz naß. 3a, sagte ich und blickt« In dos Gesicht des Schutzmanns von vorhin. Sie erkälten sich ja... und er sagte dos, wie wenn eine Mutter ihren Sohn ermahnt, der all genug ist, um nicht mehr ermahnt werden zu müssen, bei dem aber oft noch ein Wort auf guten Boden fällt. 3o so. danke. Guten Abend, sagte ich, und ging wieder meinen Geschäften nach. Als ich«n Abend In meinem Bette lag, dacht« ich wieder an die Begegnung des Nachmittags. Sah die Familie wieder auf der Brücke sitzen, ohne zu wissen, ob ich träumte oder im Zustand« halben Wochseins mir di« Bilder des Nachmittags wieder zurückrief. Schwaches Fieber war die Aeußerung einer leichten Erkältung. die mich befallen hott«. Und wieder sah ich mich am Geländer der Brücke stehen. Mann, st« werden ja ganz naß... 3ch sah den Schutzmann verwundert an und hob mein« Hand. Da. sehen sie. Da... Richtig, er sah. Aus dem Wasser schwamm die Familie, die wirklich hinelnge- sprangen sein mußt«. Aber wie es schon vorher die Stühle waren. die sie nicht ganz untergehen ließen, so waren sie es auch jetzt. Krompshoft hielten st« sich an ihnen fest und hielten sich so über Wasser. Wie lang« sie so den Fluß hinabgeschwommen und ob sie erst am Wehr oder schon vorher absanken, weiß ich nicht. Ich oerlor sie bald aus den Augen und außer mir und dem hilflosen Beamten schien niemand die Untergehenden zu sehen. Dann war mir's, als sähe ich oll« drei mir wieder entgegen- kommen. Das Kind noch mit sest um den Hals der Mutter ge- klammerten Armen, so wie ich sie im Wasser gesehen hatte. Doch tonnt« ich mich nicht aus den Ort besinnen, an dem ich mich befand. Da hört« ich die Frau stöhnen: Wenn man uns nun nicht einläßt? Man wird schon, antwortet« der Blinde und fuhr fort: Haben wir nicht unser Leben hindurch gearbeitet, haben wir nicht gedarbt und Heißt es nicht in der Schrift... 3a. ich glaub's schon.— Und sie gingen weiter. Da sind wir. sagt« er dann, und mir schien es, als cto fein Dlindsein nun von ihm gefallen wäre. Es klopft« gegen«in Tor. Wer ist denn da draußen? brummte«in Bart. Die Stuhlslechter kommen. Dann sah ich, daß es das Himmelstor war. vor dem sie standen: denn Petrus steckte seinen Kops hervor. Etwa» von dem Glanz« des Himmel» drängle sich an ihm vorbei und siel aus die Stühle, die immer noch am Ann diese» seltsamen Paares hingen. Was schleppt ihr denn da für Gelumpe heraus, knurrte«c dumpf. Dann hört« ich di« Frau etwas wie«ine Entschuldigung sprechen und sah. wie der Himmelspförtner auffuhr. 3o, da hört sich doch nun alles auf. 3hr armen Ludersch glaubt wohl, es ginge hier oben so arm zu wie da unten, daß ihr eure ßtüjl« gleich mitbringt! Und überhaupt, was wollt ihr mit solch' zerfetzten Stühlen? Das wäre ja die rein« Beleidigung für den lieben Gott, wenn ich euch mit denen hier herein ließ«. Es sind doch die Stühle vom Direktor Rosental. Wir hatten sie gerade zum Ausbessern, als wir... So, so. ihr wart wohl zu faul, eure Arbeit fettig zu machen und habt euch schnell verdrückt. Ho ho, das wird ja immer inter- essanter. Was soll denn der da unten denken, wenn ihr mit den Stühlen nicht wiederkommt? Di« beiden sahen sich verlegen an. Dann sagte die Frau: Der ist reich genug und wird sie vettchmerzen. Das wird ja nmner besser. Was meint ihr denn, wenn der eines Tages hier oben ankommt und sieht euch mit eurer Frechheit hier herumfliegen? Was der dem Herrgott für Vorwürfe macht? Marsch ab, gibt nichts. Seht zu, wo ihr bleibt. Gesetz bleibt Gesetz, und Gerechtigkeit muß sein! iMZW General v. Lütlmih:»Dies wäre mela aufgewertetes Gehalt. Aber, bitte, wo bleibt die kampfzul age?l" Gesetz verpflichtet euch, übernommen« Arbeit auszuführen und recht- zeitig abzuliefern. Damit warf er das Himmelstor zu, daß es trachte. Die Familie aber, hungrig und müde, dabei erfüllt von einer großen Enttäuschung, die vielleicht die größte ihres Lebens war, denn sie waren immer fromm gewesen und hatten die Kirch« sogar außer den hohen Feiertagen besucht, wußten nichts zu tun, als sich vor den Toren des Himmele auf ihr« Stühle zu fetzen. Wie lange sie so saßen, weiß ich nicht. Plötzlich ertönt« eine Stimm«: Holla, aufftehen. Man muß ja meinen, hier will man bis zum jüngsten Tag schlafen. Ein tiefes Dröhnen erklang. Verwundert suchte ich mir auszudenken, was nun wohl kommen würde, da schien es mir, als ob der Lärm mir gegolten hätte... Ich machte die Augen auf und richtig, bis in den hellen Tag hinein hatte ich geträumt. Ich sah zur Uhr. Nun aber schnell, dacht« ich und hatte alles Borher- gehende schon vergesssn. Wie man nur so träumen kann. Dann ging ich meiner Be- schästigung nach. Der späte Nachmittag führt« mich in die Gegend, in der ich gestern die Stuhlflechterfamilie verschwinden sah Bor einem Hause hatten sich Menschen angesammelt. Ich drängt« mich zwischen die Neugierigen. Was ist denn hier los? fragt« ich die Umstehenden. Da Hot sich einer die Treppe nuntergesterzt. Ich hatte«ine Ahnung und betrat das Haus. Lor mir her trugen zwei Männer den Körper des Berunglückten die Treppe hoch. Oben, vor der Tür einer Bodenkommer machten sie halt. Bis ich herauskam, kamen sie mir schon wieder entgegen. Na, der hat's überstanden, hört« ich«inen sagen. Es war auch besser für ihn. Dann trat ich in die Stube. Nie un Leben sah ich so viel Grauen zwischen vier Wände gedrängt. Nie so viel Elend. Da lag die Stuhlflechierin auf dem einzigen Bett des Raumes. Mit weit aufgerissenen Augen startt« sie gegen die oerrußt« Decke der Stube. Ihr zu Füßen«in totgeborenes Kind. Ihren Gatten hatte man auf den Tisch gelegt. Seine Füße hingen herunter. Es schien, al» seien sie mehrfach gebrochen. Aber auch am Kops klasfi« ein« groß« Wund«, aus der das Blut in di« Stille der Stube rann, wie das Ticken einer Uhr, die hier zu fehlen schien. Mir war es, als hätte ich jemanden atmen und hoffte schon, die Frau sei noch am Leben. Ich trat näher. Es schien nicht glaublich. Da begegnete ich dem hilflosen Blick des Kindes. Es schien noch gar nicht begriffen zu haben, daß es«in« Waise war und kroch mit un» beholfenen Bewegungen aus der Eck« des Zimmers heraus, in der es geschlafen hatte. Als es den Toten auf dem Tische liegen sah, rannt« es fort. Ich hört« es im Hausflur schreien. Dann ging Ich. Hier war niemand mehr, dem man helfen konnte. Ehe ich die Tür schloß, sah ich noch nach den Stühlen. Sie waren nicht mehr da. Sicher hatte der Blinde sie noch fettig machen können. Melleicht hatte er mit dem Gelbe einen Arzt bezahlen wollen und fand sein« Frau tot, als er zurückkam. Jedenfalls hatte er sein« Pflicht getan. ehe er sich in den Tod stürzt«. Ich dachte an meinen Traum und tonnt« ein Lächeln nicht unterdrücken. Nun würde man sie wohl «inlasien. Aber wer weiß, od man ihnen nicht doch noch«inen Strick zu drehen versucht au» der Tatsache, daß sie ihr Kind allein zurückließen. Eicher ist so etwa» nicht., Der„Dichter der Settier� Bon Dr. E. L o e w e ck e- M ö b u s. Der Eisenbahnarbeiter Ebenezer E l l i o t war der erste, der in England den Mut hotte, der Rot und dem Hunger seiner proletottschen Klassengenosien dichterischen Ausdruck zu verleihen. Das ganze Elend der Jahre 1813 bis 1840 schreit aus feinen Dichtungen, di« Berzweislunq der Jahrzehnte, in denen eine Miß- ernte gleichbedeutend mit Hungertyphus war. Der Großgrnnd- besitz, der im Parlament die Herrschaft über die politisch rechtlose Masse besaß, dachte gar nicht daran, aus eines seiner wesentlichsten Privilegien zu verzichten, aus das Borrecht, den Zoll für aus- ländisches Getreide sestzusetzen, d. h. den Preis zu bestimmen, für den das Bolk das Brot kaufen mußt«. Der Zoll war so hoch, daß er nahezu einer Aussperrung für das nicht in England gewachsene Getreide gleichkam..Wenn die Hölle selbst Britannien wäre, könnte es schlimmer sein? Wenn die Teufel Lords von England wären, könnten sie uns auch nichts Aergeres zufügen, als unser Brot zu besteuern," Diese Worte Elllots in seiner Dichtung .Satans Weisheit" gaben der Erbitterurig unzähliger Tausender Ausdruck. Immer lauter wurden die Stimmen, die das Bolk zur Selbsthilse gegen seine Bedrücker ausriefen. Die neu eingeführten Maschinen hatten unqezählte Arbeiter brotlos gemacht, die nun in Verbindung mit beschäftigungslosen Soldaten in Trupps das Land durchstreiften und durch das Niederbrennen und die Plünderung der Getreideschober die Hungersnot noch verschlimmerten. In seinem Gedicht.Eine Proletoriersamflie in England" schildert Elliot di« furchtbarer Wirkungen der bestehenden Gesetzgebung, di« Zu- nähme der Verbrechen, die Verwahrlosung und den vollkommenen Ruin der Familie. Großhändler ihr, in Mangel, Not und Blut, O stände eingegraben, was ihr tut! Es ist's! In Herzen, die verzweifelnd klopfen, Tief eingebaut mit heißen roten Tropfen! Hurra Brotzoll und England!» Voll leidenschaftlicher Erbitterung wandte sich der.Dichter der Bettler", wie man ihn höhnisch nannte, gegen die Aussauger des englischen Volkes und suchte das Gerechtigkeitsgefühl der össent- lichen Meinung zu beeinflussen. Elliot war ursprünglich eine weich«, träumerische Natur gewesen..Aber mein Herz, einst sanft wie die Träne einer Frau, ist hart geworden bei dem Anblick des Elends, das ich nicht heilen kann," Mit diesen Worten schildert er sich selbst. Sein Leben war reich an Not und Entbehrungen. Nur in kargen Mußestunden konnte er sich weiter bilden. Seine Dichtungen sind nicht immer formvollendet, manches klingt rauh und un- beHolsen. Aber, wenn man das Leben des englischen Arbeiters jener Zeit bedenkt, in der eine Arbeitszeit von l4 Stunden nichts Unaewöhnliches war. wenn man den geringen Lohn, das völlige Fehlen jeder Unterstützung in Betracht zieht, so ist es verständlich, daß Sorge und Not, körperliche und seelische Müdlateit nur zu oft das Streben nach geistiaer Wsiterbildunq unmöglich machen mußten. Aber die manchmal fehlende Formvollendunn wird ausgewogen durch die leidenschaftliche Beredsamkeit seiner Dichtungen, durch die Wahrheitsliebe und das Gefühl für sonale Gerechtigkeit die ihm zuarunde lieoen. Stark und nachhaltig war daher auch ihre Wirkung. Wie Gerhart Liauprmann in Deutsibland durch seine .Weber" nicht nur die Klasse, für die er sich«insetzte, sondern die gesamte Oeffent'ichkeit aufrüttelte, so rief der enalische Dichter 150 Jahre früher das Elend feiner proletarischen Brüder, die un- haltbaren Mißstände des englischen Wirtschaftslebens in die Welt hinaus. Er war ein Wegweiser für di« kotimeende Zeit, für die Umoestotttlna des englischen Barlament». für die Errneiteruna des Wahlrechts, den Zusammenschluß der Arbeiter in den Tracle Unirm,. den Gewerkschaften. Er war der Borbereiter einer Zeit Wirtschaft- sicher und sozialer Reformen, ein Vorkämrsser des Proletariats, dessen Name auch in Deutschland nicht vergessen werden sollte. Tfrabisthes oder lateinisches Mpkabet! Da über die geplante Einführung des lateinischen Alphabets in der Türkei so viele widersprechende Mitteilungen gemacht werden, seien hier folgende Tatbestände aneinander gereiht: Auf dem Türkoölkerkongreß in Baku im Februar und März dieses Jahres ergab sich bei der vorgenommenen Abstimmung eine starke Mehrheit für die Einführung der lateinischen Schrift. Des- gleichen wurde auf der kürzlich tagenden Kulturkonserenz in Samar- kand beschlossen, das lateinische Alphabet einzuführen. Ebenso hat das türkische Unterrichtsministerium in Angara einen Sprachaus- schuß zur Prüfung dieser Frage gebildet. .Der in Aussicht genommene Vorsitzende dieses Ausschusses, der t.— i.. rTl. f. f..'S! av Xmi-s• f i t.f S/« 1 1 /■* S slin» fl-f* berühmte Grlehrte und Schriftsteller Kjöprülü-sade Fuad Bej, hat sich �■........*' 14 in folgender Weise geäußert:.Zum Beispiel Hüssejn Djchahid Bei hält die Beränderunn des Alphabeis für f ie aleichc Angelegenheit wie die Hut- und Kleidersrage. Meiner Ansicht nach hingegen ist die Alphabetsrage höchst komplizierter Natur und wert, von ver- schiedenen Gesichtspunkten her untersucht zu werden. Die Geschichte der türkischen Sprache lehrt, daß die Türken im Lause der Zell mehrere Alphabete besessen haben. Um zu oerstehen, wie und unter der Einwirkung welcher Faktoren diese Alphabetwechlel statt- gefunden haben, ist eine vertiefte Kenntnis der türkischen Geschichte und Sprache notwendig. Daß eine Notion ihre Schrift ändert, kann nur geschehen, wenn sie einer alten Kultur entbehrt und sich noch im primitiven Zustand befindet. Die heutige türkische Nation besitzt aber eine sehr alte Kultur und gehört keineswegs zu den primitiven Böltern. Als die Türken die uigurische Schrift aufgaben und zur arabischen Schrift übergingen, da waren sie im Vergleich zu unserer beutioen Kultur und Bildung sehr zurück, und trotzdem hat die Schritt des Islams, obzwar die islamische Kultur der nettorianischen weit überlegen war und die neu zum Islarn bekehrten Türken unter dem Einfluß des religiösen Fanatismus standen, nur mit großer Schwierigkeit feste Wurzeln fassen können. Und doch ist das arabische Alphabet viel zweckmäßiger zur Wiedergabe des Türkischen als das uigurische." Nach diesem Titel des Gelehrten rechnet man nun- mehr in eingeweihten Kreisen mit einer Ablehnung des lateinischen Alphabet»._ Ein Jahr mit 15 Monaten. Bor der Einsetzung des Iullani- schen Kalenders durch Julius Cäsar war in Rom ein« große Un- sicherheit im Kalenderwesen eingerissen. Infolge der weniaer be- stimmten Zeitrechnung des alten römischen Kalenders fielen die einzelnen Monate betnahe um ein Dierteljahr zu früh, so daß römische Schriftsteller klagten, die Ernte falle längst nicht mehr in die Sommerzeit und die Weinlese nicht mehr in den Herbst. Als nun Julius Cäsar im Jahre 46 o Chr. daran ging, den Kalender zu verbessern, mußte er vor allem daraus bedacht sein. die Zeitspanne auszugleichen, di« die Monate im Kalender gegen- über den Jahreszeiten vorausgeeilt waren. Das erreichte er da- durch, daß er gewissermaßen drei Schaltmonate einlegte. So entstand ein Jahr mit 15 Monaten, genau ein Jahr mit 445 Tagen, dem man die Bezeichnung„das letzte Jahr der Verneinung" bei- gelegt hatte. Wenn später auch der Iulianisch« Kalender, der allerdings schon unter Augustu» verbessert werden mußt«, dem Gregorianischen wich, so bedeutet da» Jahr mit den 15 Monaten doch den Ansang einer besseren Kalendereinteilung. ' ' Die ElektnAltat in öer Industrie. 81 Prozent der Antriebskräfte in Snddentfchland und Sachsen elektrifiziert. Das Zeitalter des Dampfes gehört der Geschickt« an. An sein« Stelle sind die Elektrizität und das Oel getreten. Würde der Verkehr in den kapitalistischen Staaten nicht wesentlich aus militärischen Gründen unter Kohlenfeuerung gehalten, der Sieg der elektrischen Antr-ebskraft würde schon feit Jahrzehnten viel sinnfälliger geworden fein lieber das Ausmaß der Verdrängung der Dampfkraft durch die Elektrizität muß so die Kurve der S t r o m e r z e n g u n g und die Statistik der installierten Pferdekräft« in der Industrie Ausschluß geben. Dankenswerterweis« hat das statistische Reichsomt nicht nur aus gewerbe-, sondern auch aus konjunkturstatistischen Gründen dieser Entwicklung ihre besonder« Aufmerksamkeit geschenkt. In den in rascher Folge veröffentlichten Teilergebnissen der Berufs- und Be- triebszählnng von IllZS ist darüber wertvolles Material enthalten. In dem letzten lieft der„Wirtschaft und Statistik" finden wir die Ergebnisse der Betriebszählung über die eisen-, stahl- und nietall- verarbeitenden Industrien in Bayern, Sachsen, Württem- bergundBaden. Insgesamt wurden in den genannten Ländern, die nach Fläche und Einwohnerzahl etwa 27 Prozent des Deutschen Reichs ausmachen, 7Slt>l> Betriebe des Eisen- und Metallgcwerbes mit einer Belegschaft von 956 Ifiß Personen und einer Gesamtleistung von 1 119 137 Pferdekräften ermittelt. Für die folgenden Gewerbegruppen dw Metallverarbeitung im Perichtsgebict werden nähere Angaben angeführt: p>ahl der Personen MotorischeLeistung in PS Eisen-, Stabl- und Metall- 1907 19:28 1907 1928 warenberstellung... 211691 295 913 69 789 166 225 Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik..... 64 168 177 178 28 299 111376 Eiien- u Metallgewinnung 62 923 65 982 77 941 236 985 Alle drei Gewerbegruppen zeigen einen Aufschwung im Vergleich mit dem Jahre 1997, besonders aber die Elektrotechnik und Fein- Mechanik, deren Belegschaft um 176 Proz. zugenommen hat(während die Zahl der Personen, die'in der Eisen-, Stahl- und Metallwarenher- stelltmg beschäftigt sind,«ine Zunahme von 39 Proz., das Personal in der Eisen- und Metallgewinnung ein« Zunahm« von bloß S Proz. ausweist). Viel schneller geht aber die Entwicklung der technischen Ausrüstung, der motorischen Leistung der betreffenden Industrien vor stch. Es entfiel an Antriebskraft auf je 199 Personen: iso? 1923 Zunahme in PserdestSrten in Prozenten Eisen-, Stahl- und Metallwarenherstellung 33 56-h 79 Proz. Elektrotechnik. Feinmechanik und Optik. 44 63-f- 43„ Eisen- und Metallgewinnung..... 124 379-s-296, Die Branchen der Meiollverarbciwng, die eine ganz geringe Zu- nähme des Personals verzeichnen, haben also lies« Veränderungen in der Technik der Produktion erlebt und ihr« Anlagen erheblich ver- vollkommnet. In ollen drei Gewerbegnippen zusammen entfielen im Berichtsgebiet auf je 199 Personen der Belegschaft im Jahre 1997: 52 DS, im Jahre 1925 schon 96 TS,— die mechanische Antriebskrast, die jedem Arbeiter zur Verfügung steht, hat sich beinahe verdoppelt! Sehr kennzeichnend sind auch die Angaben über die Glied«- r u n g der Antriebskraft in den in Frage kommenden Industrien. Im Lahre 1997 wurde in Deutschland der größte Teil der von den Kraft-. Maschinen verwendeten Energie mit chilfe von Transmissionen den Arbeitsmoschinen zugeführt und nur ein kleiner Teil wurde elektrifiziert und durch Leitungen tragen. Di« metallverarbeitende sehen, welche Veränderung getreten sind. ans eine größere Entfernung über- Industrie im Betriebsgebiet läßt er- e n in dieser Hinsicht seitdem«in- Zum Antrieb v.Arbeit.Zmalchinen verwendete Energie 1997 Damvt-» ÄT Eisen-, Stahl- u. Metallwaicn Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik...... Eisen- und Metallaewinnnna orinikr« Moloren PS bl 235 20995 63419 moloreu PS 18495 8285 13631 1925 Parnpf- Maschine» und and. (fietiro- primäre Mar.reir PS 28396 5696 62876 PS 137829 105970 174699 Insgesamt: 134 799 4 0 411 96 378 418 498 175111 514786 Es wurden also im Jahre 1997 etwa 22 Proz. der verwendeten Energie, im Jahre 1925 über 81 Proz. elektrifiziert! Es ist schwer zu beurteilen, in welchem Maß« dies« Angaben, die sich nur auf einen Teil des Deutschen Reichs beziehen und nur gewifje Industriezweig« umfassen, für die gesamte deutsche Wirtschaft kennzeichnend sind. Gewiß hat die Elektrifizierung in Bayern, das so reich an Wasserkräften ist, und in Sachsen, wo die Industrie von Grund aus umgestellt wurde, größere Fortschritt« gemacht, als im übrigen Deutschland. In gleicher Weise ist zu erwarten, daß nicht all« Industrien denselben Entwicklungsgeist wie die Metallverarbeitung aufweisen werden. Allerdings bedeuten die 81 Proz. einen außerordentlich hohen Grad der Elektrifizierung der Antriebskrösle,«inen Grad, der bis jetzt sogar in den Vereinigten Staaten, im Lande der größten Elektrizitätswirtschast der Welt, nicht erreicht wurde. Hier wurde die Industrie in dem Zeitraum von 1999 bis 1923 auf elektrischen Antrieb unigestellt. Der Anteil der Elektromotoren an der von den Arbeits- Maschinen verwendeten Energie betrug in den ZZereinigten Staaten: M» gesamte ver- Povon verwendet von Mendels Energie Eiektromoloren in PS in PS in Proz. 1909....... 18 652 900 4 817 000 26 1914....... 22 291 000 8 827 000 89 1919....... 29 328 000 16 253 000 55 1923....... 33 940 000 22 188 000 67 Für die metallverarbeitenden Industrien war aller- dings im Jahre 1923 der Elektrifizierungsgrad etwas höher: Eisen und Stahl rindere Metalle. Maschinenbau. Die gclamie ver- wende!» Energie in PS 7 202 000 1 163 999 2 309 999 Davon verwendet von Eleltroilloioren In PS in Proz 4 901 900 68 978 000 84 2 292 000 100 Zusammen... 19 679 999 8 171 009 76 So standen vor kurzem die Ding« in den Vereinigten Staaten von Amerika, und im Vergleich mit ihnen erscheint der Lormorsch der Elektrizität in den süddeutschen und sächsischen metallverarbeiten- den Industrien als besonders bemerkcnsa-ert. Gute Zeiten für Goüenspekulanten. Um die neuen Kanalufer. Die Inangriffnahme der großen Äanalbauten, die u. a. auch in das Arbeitsbeschasfungsprogvamm der Reichsregienmg und der Länderregierungen mit aufgenomnien ist, weckt die Gefahr einer Bodenspekulation an den Ufergeländen. Ein« un- gesunde Preistreiberei würde die Gewinnung neuer ge- s ii n d e r Anlagen für Industriesiedlungen, Heimstätte nbildung usw. wesentlich erschweren. Grundsätzlich hat der Deutsche Reichstag bereits erklärt, daß. gemäß Artikel 155 der Reichsoerfasiung bei Kulturarbeiten auf Kosten der Gesamtheit Podenspekulotionsgewinn« nicht entstehen dürfen. Das ist geschehen durch das Reichsgesetz über die Enteignung von Grundeigentum und über die Beitrogsleistung bei der Kanalisierung des Neckars und des Mains sowie zum Ausbau der Donau, vom 3. August 1929. Es sollte fast als selbstverständlich erscheinen, daß die Reichs- regierung jetzt ein Gesetz vorlegte, durch das zu bestimmen wäre, daß künftig bei allen solchen Wasserstraßenbonten gleich« Bestimmungen Anwendung finden. Wie liegen aber die Dinge? Der Bund Deutscher Bodenresonner hat auf ein« Eingabe vom Reichsoerkehrsminister eine Antwort erhalten in der ge- sagt wird, es erschein« ihm durchaus erwünscht, daß«in« un- gesunde Bodenspekulation anläßlich des in Aussicht genommenen Ausbaues der Wasserstraßen rechtzeitig unterbunden wird.„Do jedoch", so fährt der Reichsoerkehrsminister fort,„die Länder" sich neuerdings auf den Standpunkt gestellt haben, daß die dem Reich nach Artikel 97 Absatz 2 zustehende Enteignungsbesugnis sich aus den Bereich der R e i ch s Wasserstraßen selbst und ihrer Nebenanlagen beschränkt, sehe, ich mich außer st ande. die zur Verhinde- rung der Bodenspekulation erlassenen Vorschriften vom 3. August 1929 im Wege des Reichs gesetzes auch für die anderen zum Ausbau kommenden Kanalufer in Anwendung zu bringen. Mein Versuch, für die Vollendung des Mittellandkanals ein solches Gesetz«inzu- bringen, ist auf erheblichen Widerstand der beteiligten Länder, insbc- sondere Preußens, gestoßen, und ich muß bei der Zweifelhastig- keit der R« ch t s la g« es den Ländern, in deren Gebiet der Kanalbau zur Ausführung gelangt, überlassen, ihrerseits durch ge- fetzgeberische Maßnahmen einer ungesunden Bodenspekulation an den zum Ausbau gelangenden Kanälen vorzubeugen." Um eine höchst notwendige Maßnahm« in die Weg« zu leiten, streiten sich also erst einmal wieder Reich und Länder, wer dafür eigentlich zuständig ist. Und die Bodenspekulanten eignen sich den Wertzuwochs an, der auf Kosten der Allgemeinheit geschaffen wird. Wenn nun aber das Reich in, zwischen auf sein« Zuständigkeit verzichtet hat, wie die Zuschrift des Reichsverkehrsministers erkennen läßt,— wo bleiben denn jetzt die Länder mit den erforderlichen Gesetzesvorlogen? Heraus damit, und zwar schnellstens: in Preußen, Sachsen, Braunschweig und Anhalt! Diese Länder sind es nämlich, die zurzeit dafür in Frage kommen. Verschmelzung voo flutomobilinteressen Siemeas-Schuckeri und NAG. Zwischen der Siemens-Schuckert werke G. m. b. H. und der Nativ- nalo Automobilgesellschost 2L-®., Berlin, erfolgt eine bedeutsame Interessenverschmelzung. Zum Zwecke der Rationalisierung wird die L ro st wo g c n ja b r i ka t i o n der beiden Firmen ver- einigt werden. Die Herstellung der P r o t o s- Personenwagen, die bisher bei der Protos Automobil G. m. b. H. in Berlin-Siemens- stadt erfolgte(die Protos Automobil G. m. b. H. befindet sich voll im Besitz der Siemens-Schuckert 0. rn. b. H.) wird auf die Werke der National Automobil Gesellschaft übertragen. Die NAG. wird also in Zukunft neben ihrer bisherigen Lastkraftwagenproduktion auch Personenwagen herstellen: die in gemeinschaftlicher Arbeit hergestellten Personenwagen werden den Namen„NAG.-Protos" führen. Die zahlreichen in- und ausländischen Geschäftsstellen der Siemeiis-Schuckert-Werke werden sowohl die Lastkraftwogen der NAG. als auch die Protos-Perfonenwagen vertreiben. Ebenso werden die Reparatur werk st ätten zusammengelegt. Die Siemens-Schuckert G. m. b. H. wird für die Ucbertragung ihrer Produktion 2 Millionen Mark Aktien der NAG. übcnichmcn. Der Znsontmenschluß bedeutet eine noch engere Verflechtung des A E G.- K o nz« r n s mit den Siemcns-Schuckert-Werken. Wie bekannt, befindet sich nämlich der größere Teil des NAG.-Kapitals in den Händen der AEG. Die Zusammenarbeit der Konzerne, die in der gemeinsamen Beteiligung an de» Osram-Werken, der Gesellschaft für drahtlose Telegrophie und den Vereinigten 2lkkumulatorenwerken Berlin-Hagen schon in der Bcrgongenheit zum Slusdruck kam, wird durch die Bereinigung der Automobilinteresten noch weiter vertieft. Die Konzentration der Produktion hat naturgemäß durch die stärkere Ausnutzung der NAG.-Anlagcn bedeutsame Ersparnisse zur Folge. Slus der einen Seite wird die Absatzbasis und Werbekraft für die gemeinsam hergestellten Produkte durch die Einbeziehung der Verkaussorganisation von Sicnvns-Schuckert oerstärkt. Die NAG. gehört mit den Brennaborwertm und der Hansa-Lloyd-Wert« A.-G. zur Gemeinschaft deutscher Autoinobilfabriken. die bisher allein die NAG.- Produktion vertrieben hat. Der Vertrieb der neuen Personen- wagen der NAG durch die Gemeinschaft scheint nicht beabsichtigt zu sein. ivun der ManneSmann-Mulan Die M a n n e s m a n n- M u l a g A.-G. Aachen gehörte mit zu den ersten Werken der Auwmobilindustrie, die bald nach der Stabilisierung in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Die Geschäslsauf- ficht wurde unabwendbar, und lange Zeit schwebte über dem Unter- nehmen das Damoklesschwert des Konkurses. Um wenigstens einen Teil ihres Besitzes zu retten, mußte die Familie Mannesmann ihre Zustimmung zu einer tiefgreisendcn Sanierung geben, die mit Hilfe einer R c i ch s s u b o e n t i o n von 1.2 Millionen M. durchgeführt wurde. Das Aktienkapital wurde im Verhältnis von 29: 1 auf 2 5 9 9 9 9 M. z n s a m in e n g c l e g t, um den 9,2 Mit- lionen Mark betrogenden Bilanzverlust zu decken. Gleichzeitig er- folgte eine K a p i t a l e r h ö h u n g um 2.1 Millionen M.i die neuen Aktien wurden zu einem großen Teil dem Reich für die ge- währte Unterstützung verpfändet. Das Unternehmen Hot auf diese Weise genügend neues Betriebskapital, um seine Pro- dukiton van Lastkraslivagen auf neue-- sinanzieller Grundlage wieder aui.zunehnien. Wie aus dem jetzt erst veröfsentlichten Geschäftsbe- richt für das Jahr 1955 ivrvo'gch', läßt sich das Geschäft dank der merklichen Belebung de- Icntomooilgeschästs recht gut an. Die Mannesmann-Mulig lonnie nennenswerte Auströge vor Behörden, Kommunen. Pnuaien und aus dem Auslande herein. nehmen. Was an dem jüngsten Geschäftsbericht am meisten interessiert, ist die Darstellung der Verwaltung, wie es zu den riesigen Verlusten gekommen ist. Richtig gelesen, sind diese Ausführungen«in neuer, weiterer Beweis für die wirtschaftliche Kurzsicht ig keit und Unfähigkeit vieler deutscher Unternehmer. Die Hochkonjunktur, die im Jahre 1924 einsetzte, oeranlaßle die Mannes- mann-Mulag, ihre.Produftion zu verdoppeln. Riesige Ma- terialbestellunocn wurden aufgegeben und alles mit kurjsristi- gen Schulden finanziert. Die Frage, ob die eintretende Kenjunktur nicht bloß eine Scheinkonjunktur sei, ob der Markt säh'f) sei, eine solche gesteigerte Produktion aufzunehmen, ob es nickt un- geheuer teichtsinnio fei, den ganzen Ausbau des Betriebes mit kuiz- fristigcn Schulden in die Wege zu leiten, stieg den verantwartlichen Leitern nie ans. Blindlings wurde die Gunst des Augenblicks aus- genutzt, um die Gewinne zu errassen, die der Augenblick zu bieten schien. Uni die Zukunft sorgte man sich nicht, bis eines Tages, verstärkt durch die Schwierigkeiten, in die die B e t e i l i g u n g s- s innen geraten waren, alle Finmizierungskunststücke versagten und 60 Wechsel zu Protest gingen, llnd als man nun an eine genaue Prufune des Vermögens heranging, da stellte es sich heraus, daß bei der Aufstellung der G o l d m a r k e r ö f> n u n g s b i l a n z f a st sämtliche Hosten zu hoch bewertet waren und außer- ordentliche Abschreibungen nötig wurden, die 9,5 Millionen bei den Werkzeugen, 9,6 Millionen bei den Beteiligungen und 5,4 Millionen Mark bei den Waren betrugen. Die Unterbilanz von 9,2 Millionen Mark ist ein Ilnsähigkeiisattest für die Verwaltung: ein Beispiel allerdings nur für viele, und es ist selbstverständlich, daß die Ar- bciterschast immer weniger Aertrouen in die Tätigkeit und Ofähig- feit der Unternehmer setzt._ Die Dessauer Gas-Gesellschaft erwirbt die Zeche..westsaien". Wie gemeldet wird, hat die Conti nentalc Gas-Gcsell- s ch a f t 21.>0. in Dessau von den G i c s 6>e- W e r k e n die Zeche„Westfalen" erworben, die im östtichcn Teil des rheinisch-west- sälischen Kohlengebiets liegt. Die Gieschc-Gesellschost nimmt den Verkauf dieler sehr wertvolle» Zeche vor, um sich für den Bau einer Zinkhütte die erforderlichen Mittel zu beichassen, nachdem sie die For- derung Preußens, eine Zinkhütte auf deutschem Gebiet aus einem gegen" diese Bedingung zugesagten tzö-Millioncn-Kred'.t zu errichten, äbgeleynt hat. Diesem Erwerb der Dessauer Gae-GescUschait kommt eine besondere Bedeutung zu. Offenbar bereitet sich die Dessauer Gas-Gesellschast daraus vor. bei den in der Durchsührnng bogrifsencn Gasfcrnoersorgnngspläncn der Rnhrzcchcu sine starke Stellung zu erhalten. Die Zeche„Westfalen" ist sür das große Gasversorgungsgebiet der Dessauer Gas-Gesellschaft in Mitteldeutschland außerordentlich günstig gelegen und sür die Gas- Produktion sehr wertvoll. Sie hat eine Beteiligung von 1,2 Millionen Tonnen Kohle und 299 999 Tonnen Koks und hat in diesem Jahre bereits 899 909 Tonnen Kohle qesördert. Es sollen bei iyr rund 10 099 Tonnen Teer und 59 Millionen Kubikmeter Gas an. Die Zeche ist außerdem stark ausbaufähig. Der Besitz dieser Zeche erlaubt der Dessauer Gesellschaft sowohl als Konkurrent gegen- über den Gasversorgungsplonen der Ruhrzechcn auszutreten, als auch sich selbst an der Kohlcoerwertungs-A.-G. zu beteiligen und daniit Einlluß ans die G a S l i e s e ru n a s v e r t r ä g e zu gewinnen. Jedenfalls haben die Gemeinden und Gemcindeverbande, an welche mit Berträgen zum Anschluß an die Zechenaasvcrsorguiig herangetreten werden wird, allen Anlaß, dieses Vorgehen der Dessauer Gas-Gesellschoft und ihr weiteres Verhältnis zur Kohle- verwcrtungs-A.-G. sorgfältig zu beobachten. Verluste durch falsche Geschäslspolitik. Die Absatzkrisis hat sich auch in der Holzindustrie stark bemerkbar gemacht und die Gewinne der Unternehmungen geschmälert. Zlber offenkundige Fehler der Betriebsleitungen haben die Wirkung der mißlichen äußeren Verhältnisse noch verschärft. Dafür bieten dl« beiden Abschlüsse von 1925 der Gebr. Rosenberg Holz-A.-G. in Köln und der Schlesien werke sür Holz ver wertung A.-G. in Breslau ein Beispiel. Die großen Unterschiede der örtlichen Lage gestatte» natürlich nicht, zwischen den beiden Firmen, die beide mit je eine Million Mark Aktienkapital arbeiten, eine Parallele zu ziehen. Aber auffällig ist, daß ihre Verluste(bei der Rosenberg A.-G. 247 999 Mark, bei den.Schlesienwerken" 65 999 Mark) überein» stimmend zum nicht geringen Teil durch ihr zu u m s a n g r e i ch e 2 und zu hoch bewertete; Warenlager verursacht worden sind. Wenn die Gebr. Rosenberg Holz-A.-G. darüber klagt, daß die Entwertung der Lagcrstände infolge des Preissturzes einen Teil des Bruttogewinnes aufgezehrt habe, jo liegt hier nichts anderes als ein Fehler der Verwaltung vor, die bei der Bewertung des Logers keine Reserve zum Schutz gegen einen Konjunkturvinschlag geschaisen hatte. Ebenso ist es Schuld der Verwaltung, wenn die„Schlesien- werke" A.-G. durch die Auflösung einiger wöbrcnd der Inflation angelegter Läger Verluste erlitten und so die falsche Gcschästspolitik vergangener Jahre den Abschluß sür 1925 belastete. Leider läßt sich aus den beiden Bilanzen die Höhe der durch diese Fehler entstandenen Verluste nicht ganz ersehen. Aber vielleicht machen stch die verant- wortlichen Direktoren selbst einmal eine Kostenrechnung ihrer Unter- lassungen auf. Exporloergülungcn in der österreichischen Znäustrie. Zwischen den Verbänden der östererichischen weiterverorbeitenden Industrie, wie die Metallwarenindustrie, die Maschinenindustrie, die Elektrizitäts- und Automobilindustric, einerseits und der Verkaufsstelle der öfter- reichischcn Metallwerke ist ein Rahmenvertrag zur Gewährung von Rückvergütungen beim Export fertiger Waren abgeschlossen worden. Aehnlich wie zwischen der deutschen Arn und den Eisenoerbänden werden denjenigen Firmen, welche Messing-, Toinbak-, Kupfer- und Aluminiumhalbzeug verarbeiten und die Halbfabrikate von der Verkaussstelle der österreichischen Metallwerke kaufen, sür die Aus- fuhr der Endfabrikote gewisse Exportoergütungen von der Verkaufs- stelle gewährt werden Reporationszohlungcn in Raten. Für das dritte Reparaiions- jähr nach dem Dawes-Plan, dos am 1. September begonnen hat. sind zwischen der deutschen Regierung und dem Generalagenten für Reparationszahlungen Abreden getroften worden, die die Zahlung der fälligen Summen in allen Fällen in einzelnen Raten sicherstellt. Die Zinszahlung für die Eisenbnhnobligationen wird wie bisher (unter Vergütung von 6 Proz. bei Vorauszahlungen) in Monatsraten erfolgen."Die Bcsörderungssteuer der Reichsbahn wird in reget- mäßigen monatlichen Zahlungen von je 2254 Millionen Mark abgc- tragen. Dieselbe Zahlungsweise gilt für einen Betrog von 119 Mil- lionen Goldmark, der aus dein Reichshaushalt zu zahlen ist(ver- pfändete Einnahmen). Die zusätzlichen Zahlungen aus dem Reichs- Haushalt werden in sieben Teilbeträgen zu je 18 Millionen und in fünf weiteren Teilbeträgen von je 34,5 Millionen fällig. Die Zinsen tür die Industricobligationen, die in diesem Jahre mit 259 Tlillionen Mark voll zu zahlen sind, werden in zwei Teilbeträgen am 1. April und am 25. August 1927 geleistet werden. Zu Haus- Trinkkuren m Ml. RöeassüHass. ZQtter-. Nieren-. Eilsen-, Bsrnleiden(ltaSsre). ArterienveiiialM. FrancDleißea, Wevlellleii mrw. Uta befrag» dea BaaeariL Krhll illch in Mlnenlwseeerhandluneen, Apotheken and Drogerien iowle In Berlin hei der Ven-snd. teile der Btutsouelien feehinsen and Sledeiselters, Beilin SW u, SchSneherger bir. IS» TeL DUtrow 8280/61. Bmanentebriften dnreh diu« Farhinger Zentralbäür«, Her Ii o W. 00. WlltjeUnstja»»« 06,