Ne. 1 ♦ 44.?ahrg. Ausgabe A Nr. 1 BezwgspretS. W-Si-ntli» 70 Vtennta. monaili» ß.- Äcidismotf voraus«Äildar. Unter Sttsiwbaab für Drullckians. £'-.r.Sio. Saar- und äRrmelaebiat. Ofnttttid). eiMUtu. Luremkurl <.öll Reichsmark, für das Udrik« iLusIand S.SO Reichsmark pro Monar. Der..Borwirts' mit der illustrier» Un Sonningsbeilflg«.Boll und Zeit' sowie den Beilagca.Uuterbaltunq und Dissen'..Aus der ssilmweit". .Zrauenstimme'.Der sinder- ftttiub'..Iuftend-ZZorwirts' und .Blick In die Bilcherwrlt" erscheint wochentiialich zweimal. Eanntok» und Montags einmal. Telraramrn- Adresse: �Saziaisernotral verlin- Morgenausgabe Derlinev Volksblskt �15 Pfennigs »«zeigenpreise: vi« liuspalti«« Nonpareille- teile M Dlennia. ReNamezcile t/— Rsichsmark..Meine Anzeigen' da» iettaedruckte Wort 22 Bkenni» lzulissta zwei iettaedruckte Wortes, irde»«eitere Wort!2 Viennia. Stellengesuch« da» erst« Wort lS Viennig. jede» weitere Wort Ist Pfennig. Worte Lber 15 Buchstaben«ffilen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeil««0 Dieuniir, Tamilieuanzeiaen lür Abonnenteu Seil« ist Pfennig. Unzeiern fSz die nächste Nummre nillsscu dl» Übe nachmittags im Aauvtgefchiift, Berlin SW KS. Linde». strateS. abgegeben werden. Geöffnet von 8H Ubr frstb bis S Übt nachm. Zcntralorgan der Sozfatdemokratifcbcn Partei Deutfchlanda Reüaktion und Verlag: Serlia EW. öS, Linöeostraße 3 Fernsprecher: Tönhoff LSS— SS7. Souuabeud, den 1. Januar INÄ7 vorwärts-verlag S.m.b.tz., Serltn SW. SS, LinSenftr.Z P»ssscheckk»nt»t Beeil» 17 0»— Beniiont»: Baak de» Arbeiter,«naeftellte» vnd Beamte». Wallte, fit Diskont»-chesellichait. Deposttenkass« Lindcnstr. S. Ausblick auf i9XZ. Wir treten in das Jahr 1927 unter einer in Demission befindlichen Reichsregierung. Seit 1925 begann das deutsche Volk so das neue Jahr. Letzte Ursache der jetzigen Krise war. daß die Reichsregierung über keine f e st e Mehrheit im Reichstag verfügte. Noch links hin war 1926 keine Mehrheit zu bilden und nach rechts hin war keine Politik zu machen. wenigstens keine auswärtige. Eine neueMinderheits- r e g i e r u n g, die sich auf die Sozialdemokratie stützte, wäre nur dann zu bilden, wenn die Deutsche Volkspartei jetzt bereit wäre, die Politik einer solchen Regierung dauernd zu stützen, ohne in ihr vertreten zu sein. ?n"der deutschen Republik ist das parlamentarische System nicht so einfach zu handhaben wie einstmals in Eng- lcmd. Denn auch England hat heute drei Parteien. Die Re- gierung Macdonald war eine Minderheitsregierung. Mir hat ein Führer der Rechten neulich gesagt, daß das parlamentärische Sizstem in Deutschland nur dann zweckmäßig funktio- Nieren würde, wenn man an Stelle der zwei Parteien des englischen Systems zweiKombinationenvon Por- t e i e n setzen würde. Das heißt auf Deutsch etwa: Vier Jahre Weimarer Koalition gefolgt von vier Jahren des Dreibundes Westarp-Scholz-Emminger. Aber selbst das ist für Deutsch- land Theorie. Denn beide Kombinationen haben keine Mehr- hcit. So geht es also auch nicht, weil die Frau Wählerin und der Herr Wähler es 192� nicht so wollten. Mit der Kom- bination Westarp und Genossen ist ferner, wie gerade die Jahre 1925 und 1926 gelehrt haben, keine auswärtige P o l it i k zu machen. Das Zentrum aber, das die Rechte zur Mehrheit braucht, ist Anhänger einer Politik der Befriedung und der Verständigung. Sein Schwerpunkt liegt im Westen. Seine Politik muß die baldige Räumung der Rheinlande zum Ziel haben. Wird sich 1927 insofern etwas ändern, als die Deutsch- nationalen bereit sind, Stresemann zu folgen und die Politik mitzumachen, die seit ISIS von der Sozialdemokratie und dem Zentrum vertreten wurde? Die Deutschnationalen tun so. äder nur deshalb, weil sie aus innerpolitischen Gründen an die Macht wollen. Sie würden dulden, daß Stresemann den Zug in derselben Richtung weiterfährt, aber sie würden ihm von Zeit zu Zeit immer wieder Sand in die Maschine schmeißen. Weil ihre östlichen Wortführer von der kommen- den großen AuseinandersetzungonderWeichsel faseln, glaubt im Ausland niemand, daß sie innerlich den guten Willen haben, die Politik der Befriedung Europas fortzusetzen. Das entmachtete Deutschland kann aber seine auswärtige Politik nicht auf Heuchelei gründen. Die Ost- Politik kann von der We st Politik weniger denn je getrennt werden, seit wir im Völkerbunde sind. Der Völkerbund würde niemals eine Politik der Ver- gewaltigung Polens dulden, von der deutschnationale Phan- tasten träumen. Nun ist eine solche Politik der Vergewalti- .gung praktisch überhaupt nicht möglich, aber wieviel Glas würde Herr Stresemann brauchen, um die Fensterscheiben wieder einzusetzen, die die Deutschnationalen einzuwerfen ge- willt sind? Trotz alledem bieten sich die Deutschnationalen eifriger denn je zur Teilnahme an der Regierung an. Eine Mehr- heitsregierung unter Einbezug der Deutschnationolen kann jedoch auch 1927 nur gebildet werden, wenn das Ze ntrum mitmacht oder zum mindesten Krücken leiht. Ein Vorgang, wie wir ihn zur Zeit der ersten Luther-Regierung schon ein- mal erlebt haben. Nach dem Willen der Rechten und auch des Herrn Reichspräsidenten soll sich dieser Vorgang jetzt wiederholen. Die Herren von rechts würden dann am liebsten das deutsche Volk zusammenregieren, bis 1928 die Wähler ihnen endlich die Quittung ausstellen könnten. Wird dos Zentrum 1927 bereit sein, dem Grafen Westarp in den Sattel zu helfen, etwa mit der Begründung, daß wir doch„irgendwie regiert werden müßten", wie einmal Herr Luiber gesagt hat? Das Zentrum hat nicht nur. weil fein volitischer Schwerpunkt im Rheinland liegt, kein Interesse an der Heraufführung einer Regierung der Reaktion. Da? Bon Hermann Müller-Kranken. Zentrum hat viele katholische Arbeiter unter seinen Wählern. Das Zentrum will die 1927 fälligen sozialpolitischen Gesetze. das Gesetz über die E r w e r b s l o s e n v e r s i ch e r u.i g, das Arbeitszeitgesetz usw. mit Zustimmung der So- zialdcmokratie machen. Das Zentrum weiß, daß die Sozial- demokratie bereit ist, die sozialpolitische Gesetzgebung in der Art fortzuführen, für die sich auch die christlichen Gewerk- schaften erklärt haben. Weigert sich aber das Zentrum, der Rechten die Krücken zu liefern» was dann? Aus dem deutschnationalen Blätter- walde wird für diesen Fall mit der Bildung einer Minder- heitsregierung der Rechten oder mit einer Beamten- regierung gedroht. Zu dem letztgenannten Experiment wird es wohl kaum kommen. Unter dem parlamentarischen System hat eine Beamtenregierung keine Autorität in den Parteien. Deshalb werden gegen eine Beamtcnregierung leicht Mehrheiten für Agitationsanträge gebildet. Politische Phantasten denken sich als Führer einer Beamtenregierung gerne einen ft a rk e n Mann, der die staatlichen Notwendig- keiten mit dem Artikel 48 durchsetzen soll. Der Artikel 48 schafft kein Budget. Eine budgetlose Regierung bringt aber letzten Endes die deutsche Währung in Gefahr. Mit dem Artikel 48 sind auch die Rheinlonde nicht zu befreien. Oder bildet sich jemand ein, daß ein Diktator die Rheinlandräumung erzielen würde? Was aber soll der Sinn der Bildung einer Minderheits- regierung der Rechten sein? Soll sie es einfach darauf an- kommen lassen, ob sie gestürzt wird?- Soll sie im Falle des Sturzes mit der Reichstagsauflösung ihr Glück pro- bieren? Abgesehen von der Sozialdemokratie will keine Partei die Auflösung. Die Deutschnationalen haben eine heillose Angst vor ihr, weil sie die betrogenen Rentner und Sparer fürchten. Die Deutsche Volkspartei würde die Halste ihrer Mandate verlieren. Trotzdem ist eine Reichstogsouf- lösung nicht unmöglich, weil in Deutschland keine Dummheit unmöglich ist, wenn die Rechtsparteien die Politik führen. Es gibt in Deutschland Rechtspolitikcr, die sich einbilden, dos; breite Schichten des deutschen Volkes sich von nationalistischen Phrasen umnebeln lassen, wenn der Reichspräsident von Hindenburg einer Rechtsregierung einen Appell an die Wähler ermöglicht. Die Sozialdemokratie hätte einen solchen Wahlkampf nicht zu scheuen. Mit dem blöden Geschrei über angeblichen Landesverrat der größten driitschen Partei werden die Rechtsparteien keine politischen Geschäfte machen. Die Sozialdemokratie würde mit gutem Gewissen in den Wahl- kämpf ziehen. Sie hat vor und während der Krise unzwei- deutig zu erkennen gegeben, daß sie in dem Staat, den sie in Weimar mitgeschaffen hat, bereit ist, v e r a n t m o r t liche Mitarbeit zu leisten, und daß sie daran nur durch die Politik der Deutschen Bolkspartei gehindert wurde, die das deutsche Volk der sozial- und wirtschaftspolitischcn Reaktion ausliefern will. So wird dos Jahr 1927 die Sozial- demokratie bereit finden, mit ihren Gegnern abzurechnen. Die Arbeiter. Angestellten, Beamten und die Schichten der neu Enteigneten werden ihr folgen, wann immer sie zum Kampfe für die Verteidigung ihrer Interessen aufrufen wird. Die Hewerkfthasten an der Jahreswende Von Theodor Leipart. Das Jahr 1926 endet mit einer weiteren D e r s ch ä r- fung der Gegensätze. Die Lage der Wirtschaft zeigt zwar mancke Anzeichen der Besserung, aber die Krise des Arbeitsmarktes blieb und wird noch länger andauern. Man kann sagen, daß die Krisis der deutschen Wirtschaft schon mit Ablauf des ersten Bierteljahres 1926 ihren Höhepunkt erreicht hatte. Don da ab ist eine zunächst langsame, später schneller steigende Erholung zu beobachten. Die offenen Konkurse, die im Januar. Februar bzw. März mit rund 2100, 2000 bzw. 1900 das Doppelte der Vorkxiegszahlen erreichten, sanken schnell, um im September bis November unter 500 monatlich. d. h. auf etwa die Hälfte der Vorkriegszeit, zurückzugehen. An Wechselprotesten brachte der Januar mehr alz 32 000 mit 48 Millionen Mark, der Februar 20 000 mit 26,5 Millionen Mark. Im Oktober ist die Zahl bis auf 4000 mit 5,2 Millio- neu Mark gesunken. Die Warenausfuhr hob sich vom April ab in jedem Monat. Die Steiger ung der Pro- d u k t i o n ist ersichtlich aus der Statistik der Wagengestellung durch die Reichsbahn: im Januar arbeitstäglich 105 000, im Oktober 152 000. Ferner aus der vom Statistischen Reichsamt errechneten Kurve der„Produttion wichtiger Grundstoffe", die in den letzten Monaten über die Grundziffer für 1913 hinausstieg. Das Geldwesen zeigt gleiche Erl?olung. Kredit- entwicklung, Zinssätze, Kursniveau der Aktien deuten gleicher- maßen auf eine überraschende Konsolidierung der Wirtschaft. Nicht zuletzt auch die Warenprciscntwickiung, sowohl in der Industrie wie besonders in der Landwirtschaft. Uebertriebener Optimismus wäre trotzdem nicht am Platze. Die Entwicklung ist ohne Zweifel durch eine Reihe vor- übergehender Zufälligkesten günstig beeinflußt worden, die nicht als Beweis dafür gelten können, daß die Wirtschafts- krife schon endgültig überwunden ist. Aber niemand kann be- streiten, daß für die Privatwirtschaft die Entwicklung der Krise sehr viel weniger schmerzvoll und sehr viel kurzfristiger war, als im Anfang angenommen werden mußte. Die Krise ist nicht die große„Reinigungskrise" geworden, die das Privatkapital fürchtete und die von der Gesamtwirtschaft aus gesehen notwendig war. Anders dieKrife des Arbeitsmark tes. Wohl «reicht auch dieser feine tiefste Depression im Februar/März 1926, um von da eine langsame Besserung zu zeigen. Arn 1. März betrug die Zahl der unterstützten Erwerbslosen 2 056 800! von je 100 Gewerkschaftsmitgliedern waren 28 bis 29 vollerwerbslos, weitere 22 waren Kurzarbeiter. Am 1. Ro- vember war die Zahl der unterstützten Erwerbslosen auf 1 308 000 gesunken, in etwa gleichem Maßstab senkten sich die Zahlen der Erwerbslosen und der Kurzarbeiter in dim Gewerkschaften. Vom November an trat ein erneutes Steige» der Arbeitslosigkeit ein, so daß am 1. Dezember wieder 1 369 014 unterstützte Erwerbslose gezählt wurden. Von je 100 Gewerkschaftsmitgliedern waren noch immer 14,5 vollerwcrbslos und 8,1 kurzarbeitend. Das Jahr endet also damit, daß im m e r noch s a st der vierte Teil der Arbeiter entweder ar- beitslos oder nicht voll beschäftigt ist, während die Wirtschaft selbst wesentlich gebessert erscheint. Aus d r „Reinigungskrise" der Wirtschaft ist die„R a t i o n a! i s i c- rungskrise" des Arbeitsmarktes geworden. Un- zweifelhaft hat die Rationalisierung der Betriebe große Fort- schritte gemacht, sowohl was die Ausnutzung der technischen Entwicklung, wie die Verbesserung der Betriebsvrganisation anbetrifft. Die Gewerkschaften haben von allem Anfang an die Notwendigkeit der Rationalisierung anerkannt. Aber sie haben nie einen Zweifel daran gelassen, daß sie ihr einen anderen Sinn unterlegen, als das Unternehmertum es bisher getan hat. Der Zweck einer wahrhaft gesunden Rationalisic- rung der Wirtschaft kann nicht sein, durch vermehrte Anwen- dung der technischen Fortsthritte. durch Normalisierung und Vereinfachung der Produktion, durch prioategoistische Kartell- Politik immer mehr wertvolle menschliche Arbeitskraft aus der Produktion auszuschalten und viele Hunderttausende und Millionen konsulnunfähig zu machen. So aber zeigt sich uns. der bisherige„Erfolg" der Rationalisierung. Bei steigen- derProduktionskapazitätsinktdieZahldcr benötiKcken Arbeiter. Dieser Konflikt kann nur ge- löst werden dyrch Verkürzung der Arbeitszeit und Hebung d er Kaufkraft der Massen, um den Leistungserirag modernster Technik zu konsumieren. Die sozialpolitische und kulturelle Forderung nach Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen wird damit zugleich immsr mehr Voraussetzung zur Ueberwindung der Arbeits- marktkrise. Das Unternehmertum will diese Schlußfolgerung nicht an- erkennen. Es hält nach wie vor an der verhängnisvollen Auf- faffung fest, daß aus langer Arbeitszeit und niedrigem Lohn eine Verbilligung der Produktion erwachsen müsse und nur auf diesem Wege eine Belebung der Kaufkraft herbeigeführt werden könne. Die Arbeitgeberorganisationen haben immer wieder unter Ausnutzung der großen Arbeitslosigkeit des Jahres 1926 versucht, diese Auffassung mit Gewalt durchzu- setzen. Dabei ist es immer deutlicher geworden, daß für sie die Arbcitszeitfrage in der Hauptsache ein« Frage der Lohn- Politik ist.' Man lehnt den Achtstundentag nicht ab, weil die läng-re Arbeitszeit technisch und betriebswirtschaftlich den günstigeren Leistungseffekt sichert, sondern weil die kürzere Arbeitszeit den höheren Lohn nach sich ziehen muß. Diese grundsätzliche Einstellung zum Krisenvroblem diktiert auch die Haltung der Unternehmer zur Sozialvolitik, besonders zum Arbeitslosenschutz. Als„überspannt? Sozial- Politik" wird sowohl der notwendige Ausbau der Sozial- Versicherung, wie jede Berbesscrunq der Erwerbs- l o s e n u n t c r st ü tz u n g leidenschaftlich bekämpft, wobei immer wieder geflissentlich die Kostenhöhe der Sozialaufwen» düngen übertrieben wird. Die Gewerkschaften haben trotz der schweren Krise, die ihr Wirken immer wieder hemmte, im wesentlichen die Angriffe der Unternehmer abwehren und darüber hinaus Verbelsecun- gen durchsetzen können. Dos gilt für die Sozialversicherung nuc für die Sorge um die Erwerbslosen. Es gilt-'benso für d-e Fragen des Lohnes und der Arbeits-eit. Gemeinsam mit den Gewerksrbaften der übrigen europäischen Industrieländer ist der Kampf für die Ratifizierung des Washingtoner Arbeits zeitabko m mens fortgesetzt worden, weil die internationale Verständigung über die Mindestgrundsätze den Zkamuf um die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit im einzel- nen Lande erleichtert. Aber den deutschen Gewerkschaften kann angesichts der großen Arbeitslosigkeit im Lande das Washingtoner Abkommen mit seinen Beschränkungen und Ausnahmen nicht genügen. Sic verlangen den wirklich gesicherten Achtstundentag für alle Arbeitnehmer und haben deswegen in den letzten Monaten gefordert, die geltende Arbeitszeitverordnung durch ein Rolgefetz entsprechend abzuändern. Die Bekämpfung des Ueberstunden- nnwestns, das die jetzige Arbeitszeitverordnung herbeigeführt hat. wird die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften auch noch in den nächsten Wochen sein. Sie erwarten bestimmt, daß der Reichstag sie hierin durch gesetzliche Maßnahmen unterstützen wird. Daneben ist aber auch eine ernste Mahnung an die Arbeiter in den Betrieben am Platze. Nicht ein Gesetz allein kann den erstrebten Achtstundentag bringen. Soziale Schutz- /tesetze sind letzten Endes nur die formale Festlegung bereits tatsächlich und erfolgreich erstrittener Regelungen. Der Kampf um den Achtstundentag muß daher sc ä r k e r ci n t e r st ü tz t werden. Heute wird dieser Kampf nur zu oft durch kurzsichtige Arbeiter, die um vermeintlicher Vorteils willen sich zur Ueberarbeit bereitfinden lassen, ge- bemmt. Hier muß wieder eine ernste Erziehungsarbeit der Arbeiter untereinander einsetzen. Die Gewerkschaften haben trotz der Krise ihre Mitglieder- reihen festigen können. S'e hätten aber sehr viel mehr er- reichen, ihre Grundlagen sehr viel mehr verbreitern können, wenn nicht immer wieder kommunistische Quer- i r e i b c r« i und R a d a u l u st die Agitation stören würde. Wer mit sadistischer Wollust jeden Erfolg der Bewegung herabsetzt und keine größere Freude kennt, als das Vertrauen d-r Massen zu den Gewerkschaften zu untergraben, muß end- lich auch vom letzten Arbeiter als ärgster Fe i n d der Ar- h? tersache erkannt werden. Auch hier muß es Aufgabe der Arbeiter in den Betrieben fein, dem kommunistischen Spuk in den Gewerkschaften, soweit ein Rest davon noch übriggeblieben ist, schnell ein Ende zu machen. hin heiligen Zeuern. An heiligen Feuern wachen wir Und läutern Tag und Äundet Brich auf. brich auf, du Glutpanier In freiem Flammenbunde! Brich an, du morgenroter Tag, In Hymnen und Chorälen I Was notbedrückt im Elend lag, Soll sich dem Licht vermählen. Schon schwingt die Zeit den Flammenstrahl, Schon schloß sich manche Wund«, Schon blinkt auf jedem Tag Fanal Der nahenden Sicgesstunde. So laßt uns, Brüder, Hand in Hand Das neue Jahr bezwingen, Bis sorgenfrei von Land zu Land Die gleichen Lieder klingen. Fritz M u ch e, Metallardeiter. Erfüllungen. Ein« sentimcnkale Betrachkung von Kurl vsfeaburg. Alte Weisheiten können nicht oft genug gesagt«erden. Komisch aber ist es, daß der Mensch, der duinme Mensch, immer wieder alle Ersahrungen vergißt. Immer wieder fliegt man in» Licht wie die Motte. Wie oft hat man sich die Flügel nicht so ver- sengt, daß sie kaum mehr fähig sind, die arm« Kreatur zu tragen. lind immer wieder fliegt man ins Licht. Wie oft hat uns das Leben nicht geprellti Und noch immer sitzt man vor der Bühne wie in der Kindheit: mit cherztlopfen und in rasender Spannung, bis der Vorhang sich hebt. Und was erlebt man? Ein ödes Lustspiel und— wenn es hoch kommt— ein heiseres Trauerspiel. So ist das Leben. (T.tztern abend ging ich durch die Hauptstraße. Es war dunkel. Nur die Lichter der Kinos und die Kleider der Mädchen lockten. Ach, was die Titel versprechen!„Wüstenritt«",„Arabisch« Nächte" und„Die Entdeckungen auf dem Mond" Aber ich weiß schon: wann man eintritt, spielen„Die arabischen Nächte" auf dem Tempel- hofer Feld, und die Mädchen auf der Straße— Schleier der Nächstenliebe darüber! U'.d trotzdem! Narr des Glücks! Die drängenden Nächte des Frühlings machen dich glauben, daß die grau Gerichtsrat eine schwei- gende Astarte ist(sie trug Flanellunterröckchen, noch im Mail: der Sommer lockt dich zu Fahrten aus die Landstraße, wo du vertrockne� Die Konzentration der Kräfte in der Gewerkschaftsbewe- gung hat im verflossenen Jahre wesentliche Fortschritte ge- macht. Die Gewerkschaften der Glas- und der Keramischen Industrie fanden sich mit den F a b ri k a r b« i t e r n zu einer einheitlichen Organisation zusammen. In den Verbänden der Nahrungsmittelindustrie schweben crfolgver- sprechende Zusammenschlußberatungen. Gleiches gilt für einige andere Gewerkschaften, so daß im kommenden Jahre die durch die Breslauer Kongreßbeschlüsse neuerlich angeregte Konzentrationsbewegung weitere Fortschritte bestimmt er- warten läßt._ die psychologische Staatskrise überwunöen. Eine nützliche Konstaticrung. Reichsaußenminiper Stresemann veröffentlicht in der Korrespondenz seiner Partei einen Neujahrswunsch an die Deutsche Volkspartei, in dem er die Parteien der Mitte, zu denen die Volkspartei als leitende Partei gehöre als Kern jeder Regierungsbildung und Träger des Wiederaufbaues feiert. In diesem Glückwunsch findet sich die folgende be- merkenswert« Stelle: „Aber wir können doch feststellen, daß das deutsche Volt die Kraft aufgebracht hat, das. was es zu leisten vermag,- für die Rettung seines Staates hinzugeben. Die psychologische S t a a t s k r i s e, unter der wir lange Jahre gelitten haben, ist min» bestens in bezug auf Staatsform und Verfassung überwunden, und wenn das parlamentarische Leben sich trisen- loser gestaltete, so würde auch nach außen hin die große Geschlossen- heil des deutschen Voltes in allen Fragen klarer zutage treten, die seine Zukunft entscheiden." Die Republik steht fest, und das laute Bekenntnis der Kommandcure von Heer und Marine zur re- publikanischen Verfassung in ihren Neujahrs- erlassen unterstreicht die Worte Strcsemanns. Diese Festigung der Republik ist im Kampfe gewonnen worden, der lang« Zeit gegen die Deutsche Volkspartei ge- führt werden mußte. Die Republik steht fest: nun ist es an der Zeit, daß die großen Gesetzgebungsprobleme wirtschafts- politischer und sozialpolitischer Art. die aus der Not des Volkes erwachsen und gesellschaftlicher Neuordnung gelten, in den Vordergrund treten. 5iier sehen wir aber nicht die große Geschlossenheit des Volkes— hier stehen wichtige Interessen und Anschauungen einander gegenüber, und es ist der Sinn des politischen Lebens, daß sie miteinander kämpfen. verstänüigung, nicht Hetze! Eine Zurückweisung deutschnationalen Verräter» geschrei». Die„K r e u z- Z e i t u n g" hat es als einen„unerhörten Skandal" bezeichnet, daß die„Germania" einen Artikel von F. W. Foerster über deutsche Außenpolitik und preußischen Militarismus abgedruckt hat, um dagegen polemisieren zu können. Das deutschnationale Organ gründet seine Entrüstuna aus zwei Gesichtspunkte: der Artikel stört die deutsch-franzosisch« Verständigung, und Foerster ist«in Verräter, von dem man Distan,? halten muß. Der erste Gesichtspunkt ist sehr merkwürdig für ein deutsch- nationales Organ. Die„Germania" hält der„Kreuz- Zeitung" deutschnotionale Aufrufe gegen die Verständigung entgegen und schreibt dann die folgenden programmatischen Sätze: „Wer aus solchem Standpunkt steht, hat kein Recht, an der Behauptung Foerster? Anstoß zu nehmen, daß die preußischen Nationalisten und Militaristen die deutsch-französisch« Verständigung hintertrieben. Oder aber man ist grundsätzlich«in Anhänger der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frank- reich. Die„Germania" macht feit langem kein Hehl daraus, daß in Sonne, in Staub: der Herbst ruft dich mit seiner köstlichen Schwermut, und der gärende Traubensaft biegt deine gehätschelt« Melancholie in niederträchtige Kopfschmerzen um(wie ernüchternd wirkt Aspirin): nur der Winter verspricht nichts und hält nichts; er ist der wahre Weis«. Alles ist Illusion! Aber der Inbegriff menschlichen Selbstbetruges ist die Sammelwut. Di« Sehnsucht des Sammlers ist in- brünftiger als die Liebesleidenschaft der Afra: doch der Abstieg pro- portional dem Grad der Begeisterung, wie in der Liebe. Was habe ich nicht alles gesammelt? Schmetterlinge, Reklamebilder, BriZ- marken, Haarlocken, Ehampagnerpfropsen. Fronen(die Müdigkeit war die gleich« wie bei den Schmeiterlingen), und dann kamen antik« Möbel(man merkt, daß man seßhaft wird), Porzellonteller, Münzen, und schließlich sammeln sich von selbst— die Jahr«. Reste von allem Vergangenen umgeben das Leben. Niemals ober sieht man das Menetekel, niemal» hören wir auf zu wünschen, uns zu sehnen und den großen Clou des Ledens zu erwarten. Ich glaube, man fürchtet den Tod nur, well man noch immer auf letzte Erfüllung harrt; wie man ssth nicht entschließen kann, von einem langweiligen Vall nach Hause zu gehen, weil man hofst, daß der Knalleffekt jeden Augenblick eintreffen könnte.... Nur einen Beruf gibt es, der von der Sehnsucht lebt, das sind die Dichter. Ich habe den Verdacht, daß manch« unsterblichen Liebesverhältnisse der Literatur ihre reine Platonik der Absicht des Mannes verdanken. Der Künstler konnte keine allzu glücklich« Liebe brauchen. Sehnsucht gibt Flügel, und man trägt gern die kleinen Schmerzen der Entsagung, wenn man vor begeisterten Zuschauern in den Himmel aufsteigt. Ich kann diese Betrachtung nicht zu Ende schreiben, denn es ist schon neun Uhr. Man soll Verabredungen, Einladungen ebenso gewissenhaft nachkommen, wie den Pflichten gegen stch selbst. Ueber- dies muß ich mir noch eine Karte für den Zirkus besorgen. Silvester-premiere Anna Pawlowa». In einem kitschigen und übervölkerten Ballett.„Das G e h« i m n i s d« r Mumie", da« auf der Bühne des Theaters des Westens kaum Raum für den Einzeltanz läßt, entzückte die Pawlowa wie immer durch ihre Kunst. Sie brachte nicht» Neues, stets dasselbe, ihr eigene» Ich— und keiner der Zuschauer verlangt ja andere» zu sehen. Solange die Pawlowa auf der Bühne steht, konzentriert sich die Aufmerksamkeit des gut besuchten Hauses dorthin.„Die Zauberflöte" zur Musik von Drigo wirkte als Ganzes glücklicher als da« pathetisch«„Geheim- nis der Mumie". In diesen, zierlichen Schäferspiel kann sich Anmut und burleske Heiterkeit entfalten, und man freut sich, daß die hübsche Nichtigkeit kritische Gefühle kaum aufkommen läßt. Freilich fehlt diesem Ballett der Mittelpunkt. Elisabeth Grub«, die hier ganz im alten Ballettstil tanzt, ist kein« Pawlowa, wirkt kompakt und erdenjchwer, verglichen mit der elfenhasten Leichtigkeit der Russin. Es war gut, daß in einem späteren Einzeltanz, der auf Ballettkünste verzichtete. Frau Grub« sich auch vl« einer ernsthafter zu wertenden Seit« zeigt«. Xes, sie eine überzeugte Anhängerin dieses Gedankens ist. Wir halten es für die vornehmste Pflicht der deutschen Außen>< Politik, unter Wahrung der berechtigten Intern essen diese Aussöhnung zu fördern. Ja, wir glauben sogar, daß gerade bei solcher Aussöhnung und nur durch eine solche Aussöhnung die berechtigten Interessen sowohl Deutschlands als Frankreichs auf die Dauer gewahrt werden können. Daß wir die Ansichten Foersters für falsch hallen, haben wir sürwahr deutlich bekundet. Wir verfallen deshalb nicht in den Erbfehler, der für die p o l i ti f ch e Unreife des deutschen Voltes charakteristisch ist. Herrn Foerster wegen seiner abweichenden An- ficht für einen Verräter zu halten. Der Gewohnheit, die eigene Richtung als die einzige nationale und den Gegner als Feind des Vaterlandes hinzustellen, können wir keinen Geschmack abgewinnen. Diese Gewohnheit hat in den vergangenen Jahrzehnten in unseren, Volke furchtbares Un- heil gestiftet." Die Zurückweisung des deutschnationalen Geschreis durch die„Germania" ist politisch bedeutsam. Sie zwingt die krei- schende Rechtspresse deutlich zu sagen, was sie will. Ist sie für die deutsch-französische Verständigung— ja oder nein? Getaufte Politik. Geheimrat DmSberg will nicht amerikanisiere«. Im Austrag von Geheimrat Dulsberg verbreitet Geheimrat K a st l eine Erklärung über die Rede Dulsbergs in der Staats- politischen Vereinigung, in der es heißt: „Wenn bei der Berichterstattung von Herrn Geheimrat Duis- berg behauptet wird,„er wolle weiter nichts anderes, als mit Geld nach amerikanischem Muster die Parteien kaufe n". so ist dies das Gegenteil von dem. was er gesagt hat. Herr Geheimrat Dulsberg führte nach dem Steno- gramm wörtlich aus, daß er das amerikanische System, das als korrupt gebrandmarkt wird, keineswegs cmpsehlen möchte. Nachahmenswert sei nur an ihm, daß diejenigen, welche durch ihre Lebensarbeit die Wirtschaft des Landes bestimmen, sich auch persönlich un, die Politik bekümmern." Herr D u i s b e r g hat sich weniger brutal ausgedrückt, als die „Kreuz-Zeiiung" aus Furcht um deutschnationalcs Renommee ge- fürchtet hatte. Aber sie ist aus den Aengsten nicht heraus. Sie ver- sichert deshalb: „Allerdings hätten wir es begrüßt, wenn die Zuschrift des Geheimrots Kaftl auch eine Ertlärungin positiver R ich- t u n g enthalten hätte darüber, welche praktischen Qi) r i t( e von der neugegründetcn„staatspolitischen Vereinigung" in die Wege geleitet sind. Auch wäre es uns lieber gewesen, den Wortlaut der Rede des Geheimrats Dulsberg zu erfahren, als nur eine Richtigstellung eines T e i l s v o n ihr, den wir aus anderen Zeitungen entnommen hatten." Es ist die Sorge: was wird mit uns Deutfchnationalen und was will die Schwerindustrie mit uns ansangen, die aus der Jkrcuz-Jeitung" spricht. (Wzielle Glückwünsche. Telegramutwechjel zwischen dem österreichische« Bundespräsidenten und dem Reichspräsidenten. Au» Anlaß de» Jahreswechsels drahtete der österreichische Bun- despräfident H a i n i s ch an Reichspräsident von Hindenburg: „Eure Exzellenz bitte ich die wärmsten Wünsche für Ihr per- sönliche» Wohlergehen im kommenden Jahr entgegenzunehmen. Mit mir hofft ganz Oesterreich, daß das deutsche Brudervolk im Jahre 1927 den schon bisher so erfolgreich bejchrittenen Weg der Kräit' gung fortsetzen und einer glücklichen Zukunft entgegengehen möchte." Der ReichsprösidecU antwortete mst folgendein Telegramm: „Eurer Exzellenz danke ich herzlichst für die freundlichen Wünsche, die Sie dem deutschen Volke und mir persönlich zum Neuen Jahre ausgesprochen haben. In stetiger warmer Anteil- nähme an den Geschicken Oesterreich? hoffe und wünsche ich, daß dem österreichischen Volke auch im Jahre 1927 weitere Kräftigung und weiterer Aufstieg beschieden fein mögen; ich verbinde damit meine herzlichsten Wünsche für sein Staatsoberhaupt." Zux. Meschuggc ist Trumps, heißt es sehr richtig in dem Stück. So macht man im Theater in der Klosterstrahe Sil- vester und spielt die„Spanische Fliege", den unsterblichen Blödsinn von Arnold und Bach'ud tauft das Stück um als„D i e l e s b i s ch e Fliege". Es bleibt nicht nur bei der Taufe. Dos Ganze wird umgsknempclt. Ein Prolog sagt warum. Wenn die „Räuber" mit Handgranaten und„Hamlet" mit wilhelminischen Uniformen gespielt werden, muß es auch umgekehrt gehen. Die Klassiker von l92k, gespielt in der ollen griechischen Tunika. Und der Unsinn beginnt. Uebrigens famos, Arnold und Lach sind jq Feinmechaniker der Dertrottclung. Und olles hält sich die Bäuche. Es ist noch nicht zehn Uhr, als man schon in Juxstimmung geroten ist. Und auf dem Untergrundbohnhof in der Klosterstraß« stopfen sich die Leute bereits in den Zug. Sie sind bewaffnet mit kitzelnden Pfauenfedern und mit Knallbonbons und mit Suffnasen- und einige kommen schon ins Wanken. Prost Neujahr beginnt, zwei Stunden bevor es fällig ist. Die Leute find von der spanischen Fliege gestochen und von der lesbifchcn. Also, Prost Neujahr! M. H. Die Wissenschaft im Reichselat. Der ReichslhZushaltsvoranschlag für 1027 fordert für wissenschaftliche Zwecke an: für die Notgemein- schast der deutschen Wissenschast auf den Forschungsgebieten der nationalen Wirtschaft, der Bolksgesundheit und des Volkswohles 8 Millionen Mark, an Zufchnsien für den Neubau des Instituts für Anthropologie der Kaiser-Wilhelm-Gefellschoft zur Förderung der Wissenschaften in Dahlem 300 000 M., und für das Auslandsinstitut als erste Baurate S00 000 M.. für den Ausbau der Laboratorien der Chemifch-technischen Reichsanstalt 120 000 M. und für das Dresdener Hygiene-Mufemn als erst« Rat« 1 Million Mark. Die Japaner haben die ehrwürdigst- Tanzkunst. Di« Pawlowa wurde von einem russischen Journalisten befragt, wo sie die am höchsten entwickelt« Tanzkunst gefunden habe. Darauf erwiderte sie, daß sich die Tanzkunst nirgends in der Welt eifrigerer Pfleg« erfreue, und in ihrer ursprünglichen Reinheit so unberührt geblieben sei wie in Japan. In Europa reichen die Ueberlieferungen der Tanzschulen nur festen mehr als 100 Jahr« zurück. In Japan dagegen vererben sich die Traditionen der asten Tanzkunst von einer Generation zur anderen durch viele Jahrhunderte, manchmal sogar durch ein Jahr- taufend. Man kann heute in Japan Tänze sehen, die genau in dem- selben Stil, in denselben Kostümen und der gleichen Musik ausgeführt werden wie vor taufend Iahren. Di« Pawlowa selbst hat während ihres Gastspielaufentholtes in Japan die japanisch« Tanzkunst bei den besten Lehrern studiert. Aber auch Indien, so fügi« die Pawlowa hinzu, besitzt ein« uralt« Tanzkuliur. Nur werden diese Geheimnisse der asten Tanzkunst dort sehr streng gehütet, und es ist nicht leicht, In die Stätten des indischen Tanzes einzudringen, da sie vor den Augen der Fremden streng gehütet werden. vom Schiller preis- Wie der Amtliche Preuhüche Preffrdienkt rrfZbrt. bat dt« preutzisch« StaatSrcgierung in der Angelrgeiibeit de» ZchitlervreiteS den Zusammentritt der S c k t i o n für D i ch t k u n st der Prcuhilchen Akademie dee Künste abgewartet. Ter Kultusminister wird mminebr die Sektion für Dichtkunst zur Mitwirkung bei der Bildung der für die Vci leihung des SchÜlcrpreiic» zuständigen Kommiiston oustordrrn. 0«e Lebeaserinnerungea der Lady«brrdecn Die Gattin de» früberen Vizekinigs von Irland, Lady Abcideen, hat soeben ihre Lebenserinne» ranzen veröffentlicht. Sie ist eine stührerin der internationalen ksrauea» buoegung imd langjährige Vorsitzende des Jnteniattonal« Frauenbund c» Serlin und München. Dcutschnationaler Druck auf die Bayerische Volk». Partei. München. 31. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) In dem Feder- krieg, der nach dem Sturz der Reichsregierung zwischen den Deutsch- nationalen und der Bayerischen Volkspartei in Bayern ausgebrochen ist, demaskierte am Freitag der Führer der Deutschnationalen, Pro- fcssor Hilpert, die Haltung seiner Partei. Aus einem Artikel, den er über die Wirkung der Reichskrise aus Bayern verössentticht. geht klar hervor, daß die Teuischnationalen unter der Drohung der Auf- lösung der bayerischen Regisrungskoalition darauf ausgehen, die Bayerische Volkspartei auf das Zentrum zu Heyen, damit dieses dem deutschnationalen Machtstreben im Reich gefügig wird. Wärt- lich wird erklärt, dag das Ziel des bayerischen Koalitioneprogranims erschüttert werde, wenn es im Reich unter Hilfe des Zentrums zu einer Linksorientierung käme. Gleichzeitig wird der Bayerischen Volksparlei vorgeschrieben, daß,„wenn das Zentrum die Ueber- zeugung gewänne, daß es der Bayerischen Bollspartei unter allen Uniständen bitterernst ist mit einer Regierungserweiterung nach rechts, das Zentrum schon um des guten Einvernehmens willen diesen, Wunsche Rechnung tragen müsse". Das ist natürlich bloße Gaukelei, denn jederniann ist sich darüber klar, wer in dem augenblicklichen Verhältnis Zentrum-Bayerische Bolkspattsi der gebende und der nehmende Teil ist. Di« von der Bayerischen Voltspartei mit ollen Mitteln betriebene Annäherung an das Zentrum ist letzten Endes für die Bayerische Volkspartei eine Existenzfrage und wird bestimmt durch deutschnationale Wünsche und Forderungen, auch wenn dieselben ultimativen Charakter tragen. Die bulgarische Schreckensregierung. Sozialistischer Kammcrangriff.— 1500 politische Untersuchungsgcfangene. Sofia, 31. Dezember.(Eig. Ver.) Anläßlich der Kammerdebatte über die Thronrede ergriff für die Sozialdemokraten u. a. auch der Fraktionsvorsitzsnde I a n k a S a k a s o s s das Wort und unterzog die Politik der heutigen Regierung einer vernichtenden Kritik. Alisgehend von der im Sommer dieses Jahres von Süd- slawicn, Griechenland und Rumänien an Bulgarien gerichteten Kol- lekrivnote betonte der Redner, daß sich Bulgarien heute in einer außerordentlich schwierigen Lage befinde, die ein« doppelt- friedfertige Politik der Regierung ersordere, um zu einer Verständigung mit den Nachbarstaaten zu kommen. In erster Linie sei eine Annäherung an Südslawien eine unbedingte Lebensnotroendigkeit für Bulgarien. Der offene faschistische Vorstoß auf dem Balkan und Albanien müsse jeden friedliebenden Bulgaren mit größter Besorgnis erfüllen. Sakafoff stellte dann fest, daß die„Demokratische Vereinigung' nicht imstande gewesen sei, normale Verhältnisse im Lande herzustellen. Die inneren Konflikte hätten sich in« riesenhaft« aus» gewachsen, und der bulgarische Bürger erschauere vor dem Blut- ström, der>» t»«» letzten drei Iahren geflossen sei. Roch niemals seien soviel bulgarische Söhne ün Bürgerkrieg gefallen, selbst die blutigen Unruhen in den Iahren 1886/87 würden durch die jetzigen Vorgänge in den Schatten gestellt. All« Wahlen ständen unter den schlimmsten Gewalttätigkeiten, wie sie die Geschichte des Landes nie zu oorzeichnen gehabt habe. Das heutige Kabinett Liaptscheff unterscheid« sich in seiner Politik wenig von dem terroristischen Regime des Putschisten Zankoff. Auf seinen zynischen Zwischenruf des Ministerpräsidenten Liaptscheff rief ihm Sokosoff zu, sich doch einmal als Harun al Raschid unter das Volk zu mischen, um zu vernehmen, mit welch ungeheurem Terror seine Polizeiorgane und verantwortlichen Faktoren unter der Be- völkerung wüten. Wie könne man von einer Freiheit der Wahlen sprechen, wenn zehn Tag« vor dem Wstimmungstermin eine ver- schärfte Polizeistunde eingcführt würde, um die Wahl- agitation der Opposition zu behindern. Schließlich verlangte der Redner volle A m n e st i e für die p o l i ti f ch e n Gefangenen, die noch zu Tausenden in den Gefängnissen schmachteten. Mein mehr als IS SO von ihnen sind feit Jahr und Tag eingekerkert, ohne daß sie bis heute vor den Richter geführt worden sind. Unzählig« Unschuldige seien lediglich auf. Anzeig« irgend eines persönlichen Feindes hinter Schloß und Riegel gefetzt worden. Siitc ganze Familie au� politischen Gründe« yingemordet— sechs Menschen verbrannt! Sofia. 31. Dezember.(Eigener Bericht.) Die gesamte Oppositwn in Lulgarlcn ohne Unterschied der parteipolitischen Schattierung vereinigt sich immer mehr in ihren Protesten gegen den z u- nehmenden Terror der Regierungsorgane und der in ihrem Solde stehenden unverantwortlichen Faktoren. Als vor einigen Wochen in der berüchtigten nordbulgarischen Stadt P l e w e n die Wohnung des politisch linksstehenden Arztes B e f ch e f f unter eigenartigen Umständen niederbrannte, wobei die ganze Familie mit sechs Köpfen in schrecklicher Weise ums Leben kam. erhob die Oeffentlichteit schwere Anklagen gegen die verbrecherischen Elemente der Regierung. Die sozialistischen Organe„N o r o d' und„N o- v i n i' beschuldigten offen die„unverantwortlichen Faktoren' der „Demokratischen Vereinigung' als Brandstifter. Aber schließlich sahen sich die Behörden unter dem Druck der Opposition doch ge- zwungen,«ine sachverständige Enquetekommission einzu- setzen, die sich aus Regicrungsbeamten zusammensetzte. Die abge- schlossenen Erhebungen sind eine einzige Rechtfertigung des Verdachts der Opposition. Uebercinstimmend wurde bei der Untersuchung festgestellt, daß Brandstiftung vorliegt und sich die Täter dabei großer Mengen leicht brennbarer Stoffe, wie Benzin. Petroleum oder Spiritus, bedient hoben, um eine Rettung der Familie Bescheffs unmöglich zu machen. Zur Ablenkung des Verdachts wurde das Feuer nicht nur in der dritten Etage, wo die Unglücklichen wohnten, sondern danach auch im ersten Stockwerk angelegt, wo es wenig«? Schaden anrichtete. Die Feuerwehr traf erst etwa zwei Stunden nach der Drandmeldung«in. Die Regierungspresse schwelgt bis jetzt über die Feststellungen der Untersuchungskommission, die nicht überraschend . kommen, nachdem kürzlich schon bekannt geworden ist, daß Dr. Vescheff In den letzten Monaten wiederHoll Drohbrief« er- halten hatte, daß man mit ihm Abrechnung hallen werde. Eine unzureichende Teilamnestie. Losia. 31. Dezember.(Eig. Drahtber.) Anläßlich des Neujahrs- tage» io«rd«n am Danncrstag durch königlichen Utas gegen SOO Gefangen« begnadigt. 80 davon völlig, während die übrigen eine.'Strafmilderung erhalten. Von den Begnadigten find nur«in kleinem Teil politische Gefangene. Di« Regierung ist also dem Cr- suchen der Linksparteien um w e i t g e n d« Amnestierung der nach') auf enden zählenden politischen Sträfling« aus den Bürger- Jämpst n der letzten Jahre nicht nachgekommen,_ j.... i parlamentskomööie in Ätauen. Das Rumpfparlament verzichtet auf ein Regieruugsprogramm. Kowno. ZI. Dezember.(MTV.) An der gestrigen ersten Sitzung des litauischen Sejm nach der Umwälzung nahmen auch Abgeordnete der Volkssoziolistischen und der Sozial- demotralischen Partei teil. Ein von einem Volkssozialisten gestellter Anteag, die neue Regierung möge eine programmatisch« Erklärung abgeben, wurde mit einer Stimme Mehrheit abge- lehnt, nachdem die erste Abstimmung Slimmenzleichheit ergeben hatte. Der Sejm beschäftigte sich weiter mit dem Budget und nahm den Etat des Ministeriums des Innern, bei dessen Beratung es zu Lärmszenen kam. mit den Stimmen des Reckzksblocks gegen die Stimmen der Linken und der Polen an. Die mcmellävdifch- deutsche Fraktion übte Stimmenthaltung, die jüdische Fraktion stimmte überhaupt nicht mit. * Selbst aus der übervorsichtigen Fassung dieser Wolfs- Depesche, deren zurückhaltende Kürze sehr wohl auch eine Folge terroristischen Zwanges oder von Zensurstreichungen sein kann, geht deutlich hervor, daß es nur ein Rumpf- Parlament gewesen ist, in dem die Faschistenregierung schließ- lich mit Ach und Krach eine Stimme Mehrheit erhalten hat. Und was für eine Qualität hat diese Parlamentsmehrheit, die nach einem gewaltsamen Umsturz durch das Militär nicht einmal ein Programm der neuen Regierung hören und ver- künden lassen will. Freilich, über eine Programmerklärung müßte man schon eine Debatte zulassen, und die kann man nicht brauchen. Man hat doch die Pressefreiheit nicht dazu beseitigt, daß die unterdrückte Volksstimme auf der Parla- mentstribüne erschalle. Nur ein Teil der oppositionellen Abgeordneten hat also an der Sitzung teilgenommen. Wie kommt das? Vielleicht äibt die lakonische Meldung von Lärmszenen beim itat des Innern einen Anhaltspunkt: wenn oppositio- nelle Abgeordnete von der Polizei an der Ausübung ihres Volksauftrags gehindert sind, können sie nicht am Parlament erscheinen. Es ist begreiflich, daß ihre noch nicht verhafteten Genossen dagegen mit aller Stimmenkraft protestieren; frei- lich ebenso verständlich, daß die solcherart zur Mehrheit ge- wordene Rechte des Sejms nicht säumt, diese Gelegenheit auszunutzen. Im benachbarten Polnischen hat man für solche Methoden die sprichwörtliche Bezeichnung:„Nicht ehrenvoll, aber gesund!" Das Fehlen der Iudenfraktion bei den Abstimmungen erklärt sich recht einfach aus der Besorgnis, durch Stellung- nähme gegen die Faschisten noch ärgere Bedrückung auf die jüdischen Massen heraufzubeschwören. Und ähnlich ist wohl auch die Stimmenthaltung der Deutschbürgerlichen zu werten. Staatspräsident Dr. Grinius. kowno. 31. Dezember.(OE.) Die neue Regierung hat dem durch den Staatsstreich gestürzten Staatspräsidenten Dr. Grinius eine monatliche Pension von 603 Lit angeboten, was aber Grinius abgelehnt habe. Die Zeitungsmeldungen über sein« angeblich geplante Auswanderung dementiert Dr. Grinius. Verhafte« und verbiete« könne» sie. kowno. 31. Dezember.(OE.) Im Rayon zwischen den Forts 1 l und III bei Kowno fand eine Versammlung statt, die den Militärposten verdächtig erschien. Ausgejandt« Partouillen kamen jedoch zu spät, da die Teilnehmer bereits geflüchtet waren. Nachträglich find mehrere Personen unter dem Verdacht. Anstifter dieser Versammlung gewesen zu sein, in einem Dorf bei Kowno verhaftet worden. Zur Einsetzung der Feldgerichte erklärt der Kommandant von Kowno, die Gerüchte, daß bereits zahl- reiche Personen den Feldgerichten übergeben seien, für halt- los« Sensationsmeldungen. Die„Jüdische Stimme' meldst aber unter Bezugnahme auf polizeiliche Angaben, daß in Mosheiki der Vorsitzende der dortigen sozialdemokratischen Organisation, Spukas, wegen regierungsfeindlicher Aeußeruu- gen schon dem Feldgericht übergeben worden sei. Die ausländischen Zeitungen„Prager Presse"(Organ der tschechoslowakischen Regierung),„Dni', und„Poslednijo Nowosti' (russisch-bürgerliche Emigrantenblätter) sind für Litauen verboten worden. Protestkundgebungen in Sowjctrußland. Moskau, 31. Dezember.(OE.) Nachdem nun die Hinrichtung der vier Kommunisten in Kowno feststeht, haben in Moskau und anderen russischen Städten große Protestkundgebungen stattgesunden, denen wohl noch weitere folgen werden. Die„P r o w d a" be» hauptet, daß der Putsch in Litauen nur das Signal zu weiteren ähnlichen Vorstößen in den baltischen Staaten sei und macht dabei Andeutungen über angebliche Faschistenpläne in L e t t l a n d, wo soeben eine Linksrcgierung ans Ruder gekommen ist.„Jswestija" schreiben, es sei doppelt und dreifach zu beklagen, daß Litauen, das hoch bisher Wert auf gute Verbindung mit der Sowjetunion gelegt hätte, eine so grobe Herausforderung verübte. polnische Presseknebelung. Raffinierte Unterdrückungsmethoden. Danzig, 31. Dezember.(TU.) Di« polnischen Zeitungen bringen nähere Einzelheiten über den Inhall des neuen polnischen Presse» dekret». Danach dürfen Zeitungen nur von Personen über 17 Iahren oerkauft und nur mit dein bloßen Z e i t u n g s t i t e l auf der Straße ausgerufen werden. Die Verwaltungsbehörde erster Instanz kann sogar dos Feilbieten von Zeitungen an bestimmten öffentlichen Orten ganz untersagen. Als vcrantwort- licher Redakteur darf niemand zeichnen, der auch nur ein einzigesmal wegen Presjevsrgehens verurteill worden ist. Samt- lich« amtlichen Bekanntmachungen müssen die Redak- tionen in ihrem vollen Wortlaut, ohne Einschränkung und ohne abschwächende Kommentare, zum Abdruck bringen. Di« in Zeitungen beleidigten Personen können bei Gericht aus Schadenersatz bi» zur Höhe von 10 000 Zloty klagen. Für Druckoergehen kann neben den gewöhnlichen Gesetzesstrasen vom Gericht eine Geldstrafe bis zu 300«) Zloty ausgesprochen werden. Der D r u ck e r c i b e s i tz e r ist mit dem Verleger des Blattes für alle Geldstrafen, Entschädigungen und Gerichtskosten haftbar, wenn das von ihm gedruckte Blatt bereits dreimal in einem Jahre konfisziert worden ist. Besonders scharf werdcn künftig die Zei- tungsbeleidigungen bestraft, die die Privat- oder Familien- Verhältnisse des Beleidigten angehen, ohne daß zu der straf- baren Zeitungsverösfentlichung allgemeines Interesse vorgelegen hat Das Gericht kann in besonderen Fällen eine Zeitung auf unbe- stimmte Zeit verbieten, ohne daß eine Berufung da» Verbot ausschiebt. Für die wegen Prcssevergchens Verurteilten dürfen keine Geldsammlungen veranstaltet werden. Den Sammlern droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten und«ine Geldstrafe bis zu 3000 Zloty. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der den Verurteilten wegen seiner Tat noch lobt.(!) Unter diesen Umständen gestaltet sich besonders die Lage de» verantwortlichen Redakteurs sehr schwierig, da er, wenn er«In« strafbare Berösfentlichung zugelassen hat. mit Freiheit?- strafen von sechs Monaten bis zu drei Jahren und Gcid- strafen bis zu 10 000 Zloty bedroht wird. Wegen Herausgab« einer gerichtlich verbotenen Zeitung oder wegen Führimg einer gerichtlich geschlossenen Druckerei kann eine Strafe von sechs Mo- naten und 5000 Zloty oerhängt werden, wegen Nichtaufnahme einer behördlichen Bekanntmachung kann eine Ber- urieilung zu drei Monaten und 2000 Zloty imd wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung die gleich« Verurteilung erfolgen. Auf Antrag des Staatsanwalts kann das Gericht in einer Zusammensetzung von drei Richtern den Strafbefehl erlassen, andercrseits kann im ver- einfachten Verfahren ein Richter ohne Verhandlung und nur nach Anhörung des Staatsanwalts allein das Urteil fällen. Wenn die verhängten Geldstrafen nicht innerhalb sieben Tagen von dem Bestraften geleistet worden sind, kann das Gericht die Zeitung bis zur Bezahlung verbieten. Eine verbotene Zeitung darf auch nicht mit verändertem Titel wieder erscheinen. politischer Mord in polen. Ei» Verräter seiner Genossen in Warschau erschossen. Marschau, 31. Dezember.(EP.) Der 27jährige Handelsgehilfe Oppenheim, der vor kurzem unter dem Berdacht, ein Polizei» k o n f i d e n t zu fein, aus der Kommunistischen Partei au»- geschloffen wurde, ist auf offener Straße erschossen worden. Borher war ein regelrechtes Todesurteil der Polizei brieflich mit- geteilt worden. Oppenheim hotte sich daher in der letzten Zeit ver- borgen gehalten. Zwei Männer sind als angebliche Attentäter, ver- haftet worden. Seuoff« Reichetansabgeordneter Zohannes Schlnncr, Freilal. ist an einer schweren Blinddarmentzündung mit Bauch« llverenerirng erkrankt.,:j._..... Nöte des Vielvölkerstaates. Gestern Oesterreich— heute der Tschechoslowakei. Prag, 31. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Die monatelang.m Verhandlungen der Regierung mit den slowakifchen Kleri- kalen haben noch immer nicht zu einer festen Koalition der tschechischen und deutschen Bürgerparteien mit den Slowaken mc- führt. Diese verfolgen die sehr geschickte Taktik, sich bei scher kritischen Abstimmung mit neuen Zugeständnissen kaufen zu lassen und ihr« Forderungen von einem zum andernmal zu steigern. Nun bliebe der Regierung, um zu einer festen Mehrheit zu kommen, wohl der Ausweg übrig, die tschechischen Nationalsozialen in die Koalition aufzunehmen. Die Parteien der äußersten Rechten wehren sich ober gegen diese Schwächung der bürgerlichen Macht- Position und vor allem die N a t i o n a.l h e m o k r a t e n, die durch. aus Dr. B e n e s ch aus der Regierung drängen wollen, setzen sich gegen die Ausnahme der Nationalsozialisten und für die Slowaken ein. Die Slowaken selbst sind inzwischen in ihren Forderungen schon bei dem Berlangen nach vollständiger Autonomie der Slowakei angelangt. Di« Ausrollung des nationalen Problems und die Schassung der nationalen Autonomie für die Slowakei müht« aber die tschechisch-deutsche Bürgerkooiition sprengen und die deutsche Frage wieder auf die Tagesordnung setzen. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, hat Dr. K r a m a r s ch schon vor Jahresfrist die Rückkehr zur alten Kronlands- Verfassung, wie sie Altösterrcich hatte, vorgeschlagen. In den letzten Tagen verlautet aus offiziösen Quellen, daß man tatsächlich zu diesem Projekt zurückgekehrt und mit den Slowaken auf der von Kramarsch vorgeschlagenen Basis verhandelt. Das Parlament soll auf Mitte Januar«inberufen werden und die Landesverfassung an Stelle der aufzuhebenden und großenteils noch gor nicht durch- geführten Gauverfosfung beschließen. Die Republik würde dann vier Länder, und zwar Böhmen, das oereinigte Mähren- Schlesien, die Slowakei und Karpathenrußland um- fassen. Die Länder würden von Landtogen autonom verwaltet. Es sollen jedoch nur zwei Drittel der Landtagsabgeordneten gewählt werden; das restliche Drittel will man ernennen! Die Slowakei würde so den slowakischen Bischöfen ausgeliefert und zur Domäne des schwärzesten Klerikalismus gemacht, die Deutschen wären in allen Ländern eine Minderheit, während sie nach dem Gaugefetz vom Jahre 1020, das noch von der rein tschechischen Revoluttons, Konstituante beschlossen wurde, wenigstens in zwei Gauen(Karlsbad und Böhmisch-Leipa) eine große Mehrheit gebildet hätten. Die Landesverfassung bedeutet im übrigen keinen Schritt zur nationalen Autonomie, sondern ein Mittel, die nationale Selbst- Verwaltung zu begraben. Sie ist auch verwaltungstechnisch ein Rückschritt, da sich die Kronlanbsverfassung schon im allen Oesterreich als schwerfällig und die Landtage als arbeitsunfähig er- wiesen haben. Die Sozialdemokratie forderte schon damals die Kreisverfassung mit nationaler Abgrenzung der Derwaltungsgcbielc. Die deutschen Regierungsparteien wie auch die deutschen Minister werden anscheinend um ihre Meinung nicht gefragt. Es sst aber sehr wahrscheinlich, daß sie trotzdem klass-negoistisch genug sein werden, um sich gegen die Beseitigung des letzten Restes nationaler Selbstverwaltung nicht zur Wehr zu setzen. Amnestie für dsäfllfche �ntonomiften. Nach Abgabe einer Loyalitätserklärung. Paris, 31. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der„Temp-' laßt sich aus Straßburg melden, Poincarö Hab« den wegen Teilnahme an der A u t onomistenbewegung mit Difziplinarstrasen belegten Beamten mitteilen lassen, er werde sie begnadigen, wenn sie ein« Loyalitätsertlärung gegenüber Frankreich unter.zeich- neten. Sämtliche bctrossenen Beamten haben ihm nach der Meldung des Blatte»«in« jolche Erklärung zugehen lassen. ♦ ♦ tölr wünsthen ntcht und hoffen nicht. Wir fordern! Die gewerkschaftlich und politisch organisierte und disziplinierte Arbeiter- und Angestclltenschaft war sich von allem Ansang an darüber klar, daß mit Wünschen und Hosscn nichts getan ist. Wir wünschen nicht und hoffen nicht, wir fordern! Soll aber das Fordern einen Sinn und Zweck haben, sollen unsere For- derungen gehört und durchgesetzt werden, dann ist uner- läßliche Boraussetzung die einheitliche organisatorische Zusam- mensetzung oller Kräfte. Ist diese Boraussetzung auch längst zu einem großen Teil erfüllt, so doch immer nur erst zu einem Teil. Selbst in B e r t i n ist die Zahl der noch nicht und der nicht mehr Organisierten heute noch ziemlich groß und auch die kleine Zahl der»wirtschaftsfriedlich" oder sonst verkehrt»Orgoni- sierten" immer noch viek zu groß und wenn es das kleinste chäuflein wäre. Zur Organisation gehört notwendigerweise die Form. Doch die Form muß von dem rechten Inhalt erfüllt, vom richtigen Geiste belebt sein. Zwischen den Extremen' der Gelben, die nur wünschen, hoffen und betteln und den Moskauern, die die Weltreoolution fordern, stehen die freien Gewerkschaften. die ihre Stärke nicht darin sehen, sich in Forderungen zu über« schreien, sondern darin, dos möglich st Erreichbare durch» zusetzen und zu sichern. Die Gewerkschaften wissen selber am besten, daß die Entwick- lung nur langsam. Schritt um Schritt, vorwärts getrieben werden kann und Rückschläge unvermeidlich sind. Und sie bedauern am meisten, daß es nicht rascher und erfolgreicher vorwärts geht. Weil vor allem die organisatorischen Boraus- setzungen noch nicht voll erfüllt sind, die nicht nur in der formellen Zugehörigkeit zur OVganisatloii bestehen, sondern in der Erkenntnis des Wesens der Organisation und der hin- gebungsvollen opferfreudigen Mitarbeit an ihrer Berbreiterung und an ihrem Ausbau. Nicht nur äußerliches, auch innerliches Zusammengehen und Zusammen- stehen ist notwendig, uni unseren Organisationen größere Kraft und Macht zu sichern. Wir dürfen uns nur der Dorgänge in den letzten Togen des allen Jahr« erinnern, an das Dikwt der Unternehmer im mittel« deutschen Nraunkohlenbergba«, die von Ihren schlecht be- zahlten Lohnsklaoen die dauernde Erfüllung des vertraglich abge- laufenen Zwölf-Stunden-Mehrarbeitszeitabkonimens als ihr Recht forderten, an die Ausfperrungsdrohungen der Unternehmer in der Textilindustrie gegen die.unberechtigten' Lohnforderungen der armen Textilarbeiter und-arbeiterinnen, an das Verhallen der Schuhfabrikanten, die jedwede Berhandwng über eine Lohnauf- besicrung ablehnten und die Generalaussperrung dekretierten, um zu dem festen Entschluß zu kommen, alles daranzusetzen, um unsere Organisationen zu stärken. Darauf kommt es an! Und deshalb richten wir unsere erste und olle Forderung an die Unorganisierten, sich in Reih und Glied zu stellen und die nächste Forderung an uns selber, alles zu tun, was unsere Organisation fördert und alles zu unterlassen, was ihr abträglich ist. Was für die gewerkschaftliche Organisation gilt, gill in gleichem Maße auch für unsere politische Organisation und für die konsumgenoss e n s cha st li ch e Organisation. Mehr Vertrauen in unsere Sache, zu uns selber, und größer« Regsamkeit für unsere Sache! Dann muß und wird es rascher vorwärtsgehen. Utax Sarth. Mnfuvdzwanzig Jahre lm Dienst. Der Berliner Kassierer des Deutschen Nahrungs- und Genuß- millelarbeiter-Derbandes, Max Barth, begeht heute fein SSjähriges Angestellten-Jubilämn. Schon Mitte der neunziger Jahre war Max Borth m seiner Gewerkschaft an hervorragender Stelle tätig. Im Jahr« 1896 wurde er zu dem berüchtigten Böckermeistertag in Breslau, der eine besondere scharfmacherische Stellung gegen August Bebel und sein Werk ein- nahm, als Berichterstatter entsandt. Seitdem ist Max Barth mit den verantwortungsvollsten Ehrenämtern seiner Gewerkschaft ununter» brachen betraut worden. Ihm ist mit in erster Linie die Anfang des Jahrhunderts erfolgte Einigung zwischen Zentral« und L o ta! o r g a n i sa t i o n zu danken. In letzterer stand er an leitender Stell«. Das Vertrauen seiner Kollegen entsandt« ihn zu fast allen Berbondstagen. Dem Derdandsbeirat gehört Max Barth seit dessen Bestehen an. Sn der? artet, ver er Lker Krek Jahrzehnt« angehSrt, Ist Barth langjähriger Aorsitzender des Wahloereins E i ch w a l d e. wo er auch mehrer« Jahr« dem Gemeindcparlanient in schwerster Zeit angehörte. Er ist seit Gründung des Reichsbanners eines dessen rührigsten und eifrigsten Mitglieder, und auch die Konsum- genossenschast oerdankt ihm tatkräftig« Mitarbeit. Wir wünschen dem verdienten Iubllar stir seinen weiteren Lebensweg beste Gesundheit und erfolgreiche Weiterarbeit für die Arbeitersache. Deutsche Reparationsarbeiter im Ausland. Der Reichspräsident Jfat dos vom Reichstag beschlossene Gesetz zur Regelung der Sozialversicherung und der Er- werbslosenfürsorge der bei R e pa r a t i o n s a r b e it e n im Ausland beschäftigten Arbeitnehmer unterm 24. Dezember in Kraft gesetzt. Das Geseg ermächtigt den Reichsarbeitsminister, die soziale Versicherung und die Erwerbslosenfürsorge für die von deur- schen Arbeitgebern bei Reparationsarbciten im Ausland beichäftigten deutschen Arbellnehmer abweichend von den allgemeinen Vorschriftenzuregeln. Das Gesetz tritt Ende 1927 wieder außer Kraft. Gesperrte Gastwirlsbetrlebe. Wie der Zentrolverbond der chatel-, Restaurant, und Cafeangestelllen mitteill, sind folgende Gastwirts« betriebe für organisierte Arbeitnehmer gesperrt: Restaurant zur Volksbühne, Hankestr.Z: Cafe Eomet, Inhaber Hartmann. War« schauer Str. 53; Cafe Triumph-Palast, Inhaber Kosch, Oraiiien. straße 53/64: Max und Moritz. Oranienstr. 162: Restaurant zum Heidereiter, Inhaber Pfund, Hosenheide Ecke Camphausenstraße. BerairtumriNch fitr Politik: Dr. tot(Beqtt; Wirtslbasj:®. »-werkschaftsbrwcinina: fit. Cdfotn; ficuitletor:»r. 3oJa Schik-woti: Lokal«, uiU> Sonftiflc,; fitt*«atftädt: Anzeigen: Th.«l»tf«: fämllid) in Berlin. Barlo,: Borwärts-Berlog S. nr. b. S..»erlin. Druck: Borwärl�Buckdruckcrei und Brrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68, Lindenftoofie 3. Si«r,u I«ei las-»»ab«Unterhalt» ug»ad wisse»'. Arbeiter, �«geztellte. Beainte! Billetts für Zirkus Carl Hagtnbeck zu halben Preisen für Montag bis Freitag im Gewerkschaftshaus- Restaurant täglich von 10 bis 1 und 4 bis 6 Uhr erhältlich. •CHULPia gc,ü.Uiitt. ll mOC'fiiu. zum Teil bi« 507. ortnäOigt Herren-T aschentücher mit eingrsticHtcm Buchstaben Restbert&ods Mtko eekraoctu- 1. c RemlJundg. 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Und schließlich sing einer von uns an zu klagen: Minder, et is traurig, aber wahr: Et siebt teen« Berliner mehr l* Ick habe schon manchmal een« sanz« Woche lang nich mehr richtig berlinern hören— un wat man so als berlinisch liest, det is zun» bebohmöin! Et i» ieberhaupt »lischt mehr los mit Berlin— ut jraule mir schon, wenn ick denke, mat d-t nax 3öhr wieder alles abknabbern wird von nnfr« alte Gemütlichkeit!" Da mußten wir ihm recht geben: Uns allen fehlte was in diesem großen, schönen, neuen Berlin, und wir oersuchten, uns einmal darüber klar zu roerden. was uns denn eigentlich die Stadt unserer Jugend jetzt so neu, so fremd erscheinen läßt. Jurzeit gibt es zwar«in« richtige Hochkonsmiktur für Alt-Berlin. Es wird Propaganda gemacht für Heimatsgefühl, Bodenftändigkeit und allerlei ähnliches Gemütvolle mit dem schmückenden Beiwort ..berlinisch'. Demnächst wird sogar ein Verein die richtigen alten Berliner zusammenrufen: man will systematisch die Liebe zur Heimat» stadt in der Seele der heranivachsenden Jugend pflegen, man will der neuen Generation die Geschichte Berlins nahebringen. Ueberall finden Führungen durch Alt-Berlin statt, an denen sich viele ..Berliner' beteiligen, denen diese Gegenden wahrhaftig Neuland sind: denn wer in Neukölln, in Achlendorf oder Tempelhof trwhnt, der kennt gemeinhin, auch wenn er in Berlin seine Arbeitsstelle hat, nichts weiter, als den Weg mit der„Elektrischen' hin und zurück. Darum erscheint es ein verdienstreiches Unternehmen,»venn der Verein.M.Berßn' jetzt seinen Heerbann zusammenrufen nwD; sicher wird er begeistert« Zustimmung finden. Der Lokalpatriotismu, mar i schon immer des Berliners schwache Seite, und hinter aller Selbst- ironie und Kaltschnäuzigkeit wuchert in seinem Herzen auch als himmelblaues Blümlein die Sentimentalität. Und dann: allen, die heut mindestens am Rand der bösen.Dierzig' stehet», bedeutet Berlin, das Berlin zunschen dem Potsdamer und dem Königstor ja, mehr als nur irgendtvelche steinernen Verkehrswege— es ist eben [das Land der Jugend.... vom„echten' Serliner. Im Rundfunk erzählte vor einiger Zeit ein Schriftsteller von einem Stammtisch der echten, unentwegten Berliner, die von jedem neuen Mitglied den Nachweis verlangten, daß es väterlicher» wie mütterlicherseits.reiablülig berlinisch' sei. Aber es ist«in« merk» würdige Sache im das„Berlinertum'.„Wat e«n richtijer Berliner is, der is aus Breslau!' war lange Zeit ein geflügeltes Wort, und uiohl wenige, die es gebrauchten, wußten, welch alte Weisheit sie da aussprachen. Dem»venn auch heut noch in mancher Stadt selbst proletarische Familien ihren Ursprung jahrhundertelang zurück» verfolgen können— wir Berliner sind eigentlich ein« traditionslose Gesellschaft. 3n Berlin regiert dos Prinzip der Auslese: Berlin ist die Stadt der Chance, des Augenblicks, nicht erst seit heut und gestern, und ist der große Magnet, der alles anzieht,»vas Wagemut und Unternehmungslust in sich fühlt. Und gehen wir weiter zurück in der Geschichte. Au, den wendischen Fischerdörfern entstanden unter dem letzten Askanier die befestigten Städte Berlin und E ö l l n, deren aus dem Reich herangezogene deutsche Bevölkerung sich schnell genug selbständig machte, mit den jeweiligen Landesvätern meist nicht gerade auf gutem Fuße stand und eifersüchtig Rechte und Pri» vilegien wahrte, wendisch blieb das Proletariat, die vom Bürger- recht ausgeschlossene Unterschicht, von der erst gegen Ende des sieb- zehnten Jahrhunderts der Makel der„unehrlichen Geburt' genommen wurde. Zu gleicher Zeit kam die erste große sranzösische Einwanderung der ihres Glaubens wogen vertriebenen Reformierten, und unser'geliebtes Berlinisch zeigt noch heute,»oelch großen Einfluß dieses fremde Element hotte, so verdorben die Brocken auch sein mögen.„Man immer dusemang!'—„O controlör, ins Iejenteil, ick bin immer für'n gewissen Avestl'......„Machen Sie sich nich so »naustch. Sie.ham'n a?.ch. stich mehr Angsreh. bgzMt— iebahaupt bleim'n wir lieber angtcr nanu!-4. Schon in anderthalb Jahr» htmderten waren diese Emigranten so mit der Berliner Bevölkerung verschmolzen, daß Madame Dutibre, geb. George, noch heute im Gedenken der alten Berliner lebt als resolute aste DaMe, die zwar weder die deutsche, noch die französische Sprache, aber das Berlinische glänzend beherrschte. Und manchmal will e» scheinen, als Hab« der Berliner Witz in semer Schlagkraft und Ironie nicht wenig gemein mit dem französischen esprit.— Dos waren die drei Grundelemente, aus denen sich bis zu den Gründerjahren das„Berlinertum', der spezifische Berliner Geist zusammensetzte. Aber dann kam die große Invasion, Berlin wurde Reichshauplftadt, und aus ollen Teile»» des neuen Reiches zogen die neuen Einwohner zu. Aber merkwürdig schnell wurden sie assimiliert: ihre Kinder schon unterschieden sich in nichts mehr von denen der Alteingesessenen, und merkwürdig schnell wuchs in der Generation aus den achtziger Iahren das Gefühl des Derbundenfeins. der Zugehörigkeit zur Berliner Art. Aus dieser o fC r Generation stammen die Adoptivsöhne Berlins: wer in den klemen Städten keinen Raum für seine Ellbogen, keine Lust zum Atmen fand, zog nach Berlin, und Berlin konnte alle diese Menschen, die Wahlverwandtschaft aller hellen, fixen, beweglichen Geister, brauchen. vie Straßen unserer �ugenö. Die Kinder dieser Adoptivsöhne wuchsen in den Straßen Berlins auf, und Berlin nahin sie in seine Arme, und wieder wirkte es wie ein großer Schmelztiegel. Woran das wohl lag? Nun, wir, die wir damals im Norden oder Osten groß wurden, wir glauben es zu wissen: Dos war die Gemeinschaft, in der unsere Jugend groß wnrde. Vorderhaus oder Hinterhaus— wie egal war uns das! Weder die Schule noch die Vermögenslage unserer Eltern konnte schranken zwischen uns errichten,„unser Haus hielt wie Pech und Schwefel zusammen, und zum Entsetzen der Lehrer„berlinerten' die„ivahl erzogenen' Kinder vorzüglich. Wir spielten zusammen, und„unsere" Straße war unsere Heimat,..unser' Hof unsere Burg. Ja, es gab ja längst nicht soviel Iugendschutz, nicht soviel Fürsorge wie heute. wir waren in»nseren Spielen auf uns selbst angewiesen, niemand lehrte uns„Volksspiele', und der alleinseligmachende Sport war noch nicht erfunden. Aber noch diente die Straße nicht lediglich dem verkehr, nun» kännte noch„T o p p s a u" oder„Ä a s c b a l l" mitten tzlll dem. Datziw, spielen, � ahne daß map vor heimtückisch leiiMfMist schnellen Autos Angst haben brauchte. Und selbst in den belebten Straßen die Hose gehörten zweifellos� uns, wir koniztey noch „tri cselu' und„K l i e b s ch e n mi t Span n e' spiekeb,. wir hatten Platz und Raun». Die Vermögenslage unserer Eltern war verschieden, aber sie waren alle auch als Konsumenten oder Händler aus Gedeih und Verderb mit der nächsten Rachbarschast verbutiden. Die Schule belästigte uns nur mit den Schularbeiten, sonst kümmerte sie sich nicht um uns. So erreichten wir derm gänzlich ungeslöit von irgendwelchcy Autoritäten das Reich unserer-Jugend, und- Rulle Friedrichsohn vom zweiten Hof, dessen Mütter waschen- ging und dessen Schwestern„'n Lebensrvandel fiehrten". war cinx wegen seines Mutes und seiner„Ruppichkeit' bedeutend höher- geschätzte Persönlichkeit, als irgeendein Feigling aus dem Vorderhaus, der ausriß, wenn„die von Nummer viernndsechzig'»ins angriffen: Und wir kannten ilnfer Berlin von einem Tor bis zuin anderen,»nachten selbst Expeditionen ohne„Erklärer" nach dem Krögel, gingen jeden Vie Vunöer öer Klara van yaag. 52] von Johannes Vuchholtz. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Ich glaube, dort an der Planke steht ein Mensch,' sagte Svejdal. .Nein, das ist nur ein Schatten. Aber der Schatten bewegte sich und schlich sich fort; er passierte den Lichtstreifen, der aus den oberen Fenstern fiel, und da sagte Minna:„Ach so— es war Sioert Egholm. Der schleicht ja bei Tag und bei Nacht um mein Haus.' „Egholms Sohn— der kleine Amerikaner?' , Ja, ich weiß nicht, was er sich einbildet." „Er gefällt Ihnen nicht, wie ich merken kann.' „Nein, das tut er bei Gott im Himmel nicht.' „Ich finde eigentlich, daß er ein wirklich netter Bursche ist. Wir reden fast täglich miteinander. Er hat eine Masse drüben erlebt. Und er interessiert sich sehr für Gesang. Soviel ich verstanden habe, will er Unterricht bei Ihnen nehmen, Fräu- lein Lund." „Bei mir! Nie. Nein, wenn ich mit Herren singen soll. dann müssen sie groß und fesch sein, keine kleinen Idioten.' Vielleicht, um zu zeigen, wie die Großen, Feschen sein müßten, schlang Minna auch den anderen Arm rnn den Hals des Ingenieurs und zog seinen Kopf herab. .Schönen Dank für den heutigen Tag. Vielen Dank," sagte er etwas außer Atem.„Aber die Briefmarke, wenn S'-e Nur ein« zu zehn Oere. Und wenn Sie ein Kuvert hätten." „Ein großes oder ein kleines?" sagte Minna und ging in den Laden. „Ganz einerlei, nur ein Kuvert. Briefbogen habe ich selbst." „Darf wem Name darauf stehen?" „Nee. Nein, das geht nicht. Nein, aber das Kuvert ist ja auch nicht so wichtig." „Hier ist eines." „Also nochmals vielen Dank." „Würden Sie mir eine Freude machen, Svejdal? Wollen 6ie nicht? Wollen Sie mich nächsten Monat zum Garten- fst bei Staatsrats mitnehmen?" „Das würde ich schrecklich gern, aber ich bin leider nicht e:geladen." „Danke, Svejdal, dann bleibt es dabei! Ich weih näm» lich, daß Sie es werden, und die Einladung lautet stets: mit Dame� Ach, das wird herrlich!" Damit trennten sie sich. Der Ingenieur ging seinen langbeinigen, schlendernden Gang durch die Straßen.- Er ging nicht ins Hotel, sondern bog nach dem Bahnhofsweg ein. Es war wegen des Briefes, der mit dem Nachtzuge sollte. Gleich darauf holte er-Sioert ein und sie gingen mit» einander. „Ich bekam solche schlimme, xod darnned Zahnschmerzen," sagte Sioert,„da stand ich auf und ging aus." „Standen Sie nicht vor kurzem vor Fräulein Lunds Haus?"! „Sahen Sie mich?" flüsterte Sivert. „Ich nicht, aber Fräulein Lund sagte, daß Sie es wären." „Irgendwo muß man ja sein. Ich meinte, ein hübsches, nettes Lied helfe vielleicht ein bißchen bei Zahnschmerzen. Also Minna sah mich. Ganz über Erwarten. Aber sie sprach wohl sonst nicht von mir?' „Nein, gar nicht." „Ach ja, sie ist recht nett in der Beziehung.' „Ja, ich sagte, daß Sie sich für Gesang interessierten und da meint« sie, daß sie Sie gern zum Schüler l>aben mächte.' Sioext sank fast zusammen unter dem Gewicht dieser überrascheiriien Mitteilung, aber gleich darauf sprang er hoch, schwang beide Arme und sagte mit einem heiseren Lachen: „God in lieaven! Alle wollen meine Stimme hören. Ich werde Schüler! Und dann. Sie sind doch sicher, daß sie nicht Schüler in Modeputz meinte? Natürlich nicht." Sioerts Mund stand nicht einen Augenblick still. Der Ingenieur lachte ab und zu ein kurzes Lachen. Er amüsierte sich recht gut, aber er hatte im übrigen nicht die geringste Menschenkenntnis. Rechtsanwalt Worm war ein Betrüger, denn er hatte es selbst gesagt. Aber sonst waren alle Menschen gut und nett, einer wie der andere. ,Ficb muß nach dem Bahnhof," sagte Svejdal. „Ich gehe mit. Nie könnte ich daran denken, jetzt zu Bett zu gehen. Wissen Sie, daß ich vier Stunden heute abend an ihrer Planke gestanden habe, um ihre schöne Stimme zu hören. Ich werde noch heut« nacht ihr Schüler!" Svejdal zog sein Notizbuch hervor, riß zwei Blätter her- aus und legte sie in das Kuvert. Dann schrieb er mit seiner kindlichen Handschrift darauf: Fräulein Emmy Meyer, Kopen- Hägen, Falknerallee 38. Er ging auf den Bahnsteig und warf den Brief in den Briefkasten. So flatterte Minna Lunds Lied weit hinaus über die Grenze, die sie sich gedacht hatte! 16. Ka p i te l., Am 17. August bricht der große Tag Knarrebys an, an dem Staatsrats Gartenfest von statten gehen soll. Es scheint sogar dieses Jahr größer als je werden zu wollen. Gerüchte laufen um von riesigen Einkäufen in Papierlaternen, Wind- beuteln und vielem andern. Mit dem Mittagszuge kam Emanuel heim: er hatte sich freigemacht, um noch einmal eine Kindheitsfreude zu genießen. Er brachte der Mutter Kchößlinge von der Hängeflichsie des Bankdirektors, gestohlene Schößlinge, mit, die nicht eingehen konnten. Sie war so froh und dankbar, sagte jedoch, daß er und Sivert am Abend allein zum Gartenfest gehen müßten, denn der Vater sei wirklich nicht in der Stimmung für der- gleichen. Er sei ja fast seine ganze Zeit draußen in der Ziegelei und käme mit vielen Runzeln in der Stirn nach Hause- Das Gcldpaket sei so dünn geworden, wie die dünnste Scheibe Schwarzbrot und es fei kein Trost, daß gleichzeitig das Rech- nungspaket so dick geworden wäre, daß sicher niemand die Kiefer darüber zuschnappen konnte. „Dann muß er gerade mit, um aufgemuntert zu werden," sagte Emanuel. „Ja, dann sprich du selber mit ihm, mein Junge." Emanuel fragte nach dem Bruder, und die Mutter be- richtete ein wenig ausweichend, daß der in einem einzigen Festrausch einher ginge: neue Kragen hätte er bekommen und einen steifen, schwarzen Filzhüt— etwas zu groß ihrer Meinung nach— und heute wollte er sich phötographieren lassen. Nicht.bei seinem Vater— nein, was dächte Emanuel — bei dem neuen, flotten Photographen Biermann.- Letzte Nacht sei er zum Ball im Königswald gewesen. „Ich mein.e. er ist verrückt," sagte Emanuel. .„Wir dürfen nicht vergessen, daß er die großen Verhält- niss« drüben gewohnt ist," entschuldigte die Mutter. Ein Gewitter mit starken Regenschauern zog auf. Das trieb zyerst Sievert und dann den Vater heim. „Wo kommst du her?" fragte Emanuel den Bruder. „Ich bin bei Nören gewesen. Wir sind jetzt den ganzen Tag zusammen. Ich erzähle alles von meiner Reise. Wie ich com im Westen gehuskt habe. Und in Gegenwart einer Frau nackt an die Decke gehißt wurde. Wie ich den Nigger Jimmy killte, und wie ich meine Augen auf den Niagara blitzen ließ. Dort war ich übrigens krank und übergab mich. Geh mit hinüber, dann will ich dir die Stelle zeigen— zwischen zwei großen Steinen. By Iingo! Dann kriegst du gleichzeitig den recht hübschen Wassersall zu sehen!"(Fortsetzung folgt.) 11«S?z noch dem Friedhof der MZrzpefaNenen. dt» Fron�dnmt». tionen M bewundern und die Echukleute ,u ärgern, und als wir größer wurden gingen wir Sonntags vormittags zum traditionellen Lindenbummel.— Das war damals, und so wurden wir all« zu guten Berlinern. Wie merkwürdig scheint es nun auf dm erstm Blick, daß Berlin diese Kraft verloren haben soll, diese Kraft, die all die „landfremden Elemente" so schnell zu eigenem Boll mit eigener Prägung umschmolz, und daß sich nun die„alten Berliner" gegen die wachsende„Uebersremdung" wehren wollen. Ader das Rad der Entwicklung läßt sich nicht zurückdrehen. Zwar sind die Berliner jetzt, dank der Wohnungsnot, seßhofterals vordem Kriege; doch unsere Jugente ist von der Straße, vom Hof ver- jagt, sie pendelt zwischen Schule und Sportplatz. Damit ist die �„Hausgemeinschaft" zerrissen; die„Aushöhlung" Berllns tut ein Uebriges. Wer es möglich machen konnte, wohnte schon in der letzten Zeit vor dem Kriege in irgendeinem Borort, nur das Geschäft oder Bureau blieb drin tn der Stadt, und schon die Schulkinder trennen sich, nicht wie einst nach Alterskreism, sondern nach den Schulen, die sie besuchen.„Wat een bisken wat is", legt Wert darauf, ja nicht zum„Volk" gerechnet zu werden, und selbst der proletarisierte Angestellte sorgt dafür, daß seine Kinder ja nicht mit „gewöhnlichem Volk" zusammenkommm. Gemeinsamteil sindel sich nur dort, wo die Klassenlage fle schassl— in den Arbellervierleln. draußen, wo eine Fahrt nach Berlin fast eine Reise bedeutet. Aber diese Gemeinsamkeit hat eine andere Färbung wie die vormärzlich. gemütliche der alten Berliner, und diese Jugend hat heute einen anderen Lebensinhalt. Sie nimmt wohl, turiositätshalber, mal an einer oder der anderen Wanderung durch„Alt-Bertin" teil. Doch ihre Liebe gehört der jungen Stadt, die täglich voll neuer Probleme ist. Auch sie sind Berliner, und vielleicht wird diese proletarische Jugend einst Berlins geistiges Gesicht formen; aber ste sind frei von Traditionen bürgerlicher Welt, und Licht und Luft für Men- schen bedeuten ihnen mehr als verwinkette Höfe und vormärzliche Witze. �. und mit fliegenden Fahnen ziehen sie aus, die neue Welt zu«robern, die neu« Stadt zu erbauen, aus ihrem Heer klingt es: „Mit uns zieht die neue Zeit!"— Und gerade zum Beginn des neuen Jahres ist es gut, davon zu reden. Ein wirklicher alter öerliner. Vom„Alten Berlin" hört und steht man auch noch manches. Der alten Berliner, jener Menschen, die Berlin wachsen und werden sahen, wird man seltener habhaft. Vor einigen Tagen hotte man das Vergnügen, einen solchen alten Berliner zu sehen und sprechen zu hören. Nun, es war in der Tat ein Vergnügen, dem Vortrag des 87jährig«n Urberliners Dr. K a st a n zu folgen, den er über das Thema„7 0 Jahr« erlebtes Berlin" in dem„Berliner Kreis", einer Vereinigung des alle» und neuen Berlin, hielt. Mit erstaunlicher Frische und Beredsamkeit kam der all« Herr seiner Auf» gab« nach, und was er gab, war«in fesselndes kommunal- kulturelles Bild des einstigen Berlins. Der alt« Frei- sinnsmann ging gleich am Anfang forsch los, indem er erklärte, das Berlin vor 75 Jahren fei damals zwar die zweitgrößte deutsche Stadt gewesen, aber einen Charakter als Stadt und Gemein- wesen hat sie nicht gehabt, es fei denn, daß man, um paradox zu s in, gerade diese Charakterlosigkeit als ihren Charakter bezeichnen wolle. Allerdings könne man ihr einen inneren Charakter nicht abstreiten in dem Sinn, wie ihn Goethe erkannthabe, als er von Berlin schrieb, es„herrsche dort ein verwegene�Keschlecht". Aber im Aeußeren war nichts von der gediegenen Kul- t u r der alten süd- und südwestdeutschen sowie der nordischen Hanse- städte zu spüren. Was es geworden, ist Berlin tatsächlich, so er- klärt Dr. Kastan, durch die Herrscher Preußens geworden, besonder» durch Friedrich II„ und der würdige alte Herr meint, man könne auch heute noch in Berlin den tüchtigen Geist dieses Preußenkönig» spüren, eine Behauptung, auf deren Beweis er sich nicht weiter ein- ließ. Die Gemeindeverwaltung beschränkte sich damals in den fünfziger Jahren— also doch immerhin 50 Jahre nach dem Tode dieses Friedrich ll.— auf die allernotdürftigsten Aufgaben. Es gab weder Wasserversorgung noch einigermaßen genügende Beleuchtung, noch gute Pflasterung. Die Straßen waren mit Findlings-, d. h. mit Feldsteinen gepflastert. Das und ähnliches konnte aber auch gar nicht anders fein, denn der Große Kurfürst hatte Im Jahre 1684 der Stadt die Unterhaltung der Straßen und Brücken abgenommen, so daß sie als Eigentum des Staates galten. Erst im Jahre 1875 erhielt die Stadt das Recht über die Straßen und Brücken wieder. Von dem Zustand der Straßen, für die doch der Staat verantwortlich war, kann man sich kaum eine Vorstellung machen.' Die Rinnsteine rechts und links waren bis zu einem Meter tief. Als einmal ein großer Regen niederging, strömten vom Schönhauser Tor so gewaltige Wasser- inassen in die Stadt, daß darin ein Kind ertrank. Auch ein t o m° niunales Krankenhaus gab es nicht. Man war auf das 1786 errichtete königliche Charitähospital angewiesen. Erst unter dem Tinskuß Rudolf vlrchow», dessen der Redner besonder, etn- gehend und liebevoll gedachte, wurde 1874 endlich das erst« städtische Krankenhaus im Friedrichshain erbaut. Virchows Verdienst war dann auch die Errichtung der Schwemm- kanalisation im Jahre 1873. Vorher war Berlin ein rechtes Typhusnest, dann aber wurde es langsam besser. E r b ä r m- l i ch war das Schul-, besonders auch das V o l k s s ch u l w e s c n. Von städtischen Sammlungen und Bibliotheken war keine Rede. Eigentümlich war es mil den öffentlichen Denkmälern. Bis 1870 waren sie fast ausschließlich Soldaten gewidmet. Zwar wurde bereits 1859 der Grundstein für ein Schiller-Denk- m a l auf dem Gendarmenmarkt gelegt, aber enthüllt wurde das Denkmal erst am 10. November 1871. Solange war es von Tüchern verhüllt. Neben Rudolf-Virchows wurde auch des Oberbürger- Meisters Seydel(nach ihm die Seydelstraße benannt) von dem Redner als des genialsten Berliner Burgermeisters gedacht. Die Aus- führungen des greisen Berliners wurden mit großem Beifall ent- gegengenommen. Ein paar Worte noch zur Ergänzung. Den Hohenzollern wurde vom Redner in bezug auf die Entwicklung Berlins großes Lob zuerkannt. Dem widerspricht, und mit Recht, die Schilderung der erbarmungswürdigen Zustände Berlins in den fünfziger und sechziger Jahren, die berüchttgt sind als die preußischen Reaktionsjahre. Und wenn wir schon vor dem Krieg von einer Wohnungsnot in Berlin sprechen konnten, so nur deshalb, weil die berüchtigtste verderbliche Berliner Bauordnung aus dem Jahre 1853 stammt; sie ist nämlich schuld daran, daß sich das Berliner Mictskasernenwesen so fürchterlich entwickeln konnte, ein Umstand, der leider nicht von dem Redner. wohl aber von Viktor Noack vor einiger Zeit an dieser Stelle ge- bührend gekennzeichnet wurde. Berlin hat noch viele Jahrzehnte an dieser üblen Erbschaft des aufkommenden, sich freisinnig nennen- den Berliner Hausbesitzcrtums der fünfziger und sechziger Jahre zu knabbern. Die Silvesternacht. >Ts ist ein zweifelhaftes Vorrecht für den Bürger, an der Jahres- wende einmal den„Ausgelassenen" spielen zu dürfen. Das un- freundliche Wetter mußte naturgemäß den öffentlichen Berliner Silvesterbetrieb ein wenig einschränken, doch knallten die Frösche und Raketen in aller Frische, die Jugend amüsierte sich mit netten Spähen, die die humorlose Obrigkeit als„groben Unfug" zu be- zeichnen pflegt, und es gab. wie immer, eine stattliche Anzahl Sistierungen, die den Katerhering am Jahresbeginn in Gestall eines Strafmandats servieren werden. In der F r i e d r i ch st a d t und am Kursürstendamm herrschte Hochbetrieb, eine unübersehbare Masse schob sich quietschend und unablässig, wen» auch schon etwas heiser „Prosit Neujahr!" rufend über die Straßen, und die Polizei hatte ihre liebe Not, für Ordnung in dem„Zirkus Mensch" zu sorgen In den Arbeitervierteln hingegen ging es weit stiller zu. Dem Proletarier fehlte das Geld, um sich in die nötige„Silvester- stimmung" zu versetzen. Ueberslüssig zu sagen, daß die Lokale ein Bombengeschäft machten. Die Polizeistunde war für die Siloester- nacht gänzlich aufgehoben, die unbeschränkte Freihett rentierte sich bis in den ernüchternden Morgen hinein. Eine Anzahl Silvester- bälle fanden statt, und die es im Ueberfluß hatten, soupierten sehr vornehm für 40 Mark bei Adlon und im Eden. Um 12 Uhr läuteten, wie immer, die Glocken das alte Jahr aus und das neue ein. Man beglückwünschte sich wie immer bei Glöserklang. Man warf Kon- fetti. Und so trat, mit dem gewohnten Spektakel empfangen, das neue Jahr seine junge Herrschaft an. Müßige Frage, was es bringen wird. Müßig die Ueberlegung, ob der Pessimist oder der Optimist recht behalten wird. Die Kölner scheinen das Richtige getroffen zu haben, als sie zu ihrem Geleitwort in allen Lebenslagen sich den Spruch wählten: Et het noch immer immer grt jegange. Keine zweigeschossigen Straßenbnhnwagev. Von Verkehrssachverständigen ist bekanntlich schon mehrfach die Forderung erhoben worden, auch in Berlin zur besseren Bewältigung des Verkehrs zweigeschossige Straßenbahnwagen einzuführen. Derartige Wagen sind schon seit langem beispielsweise in London in den Dienst gestellt. Nachdem jetzt die Vereinheillichung des Berliner Verkehrswesens in die Wirklichkeit umgesetzt werden soll, wird auch diese Frage wieder in erhöhtem Maße akut. Von der Straßenbahn- betriebsgesellschast war seinerzeit schon ein Konstruktionsentwurf für einen zweistöckigen Straßenbahnanhängewagen ausgearbeitet worden. Das Projekt ist aber, wie wir hören, nicht weiter verfolgt worden, weil die Schwierigkeiten bei der Unterfahrung der vielen Bahnüberführungen, die Betlm in verkehrstech- nischer Hinsicht wie ein Barrikade umgeben, bisher nicht zu über- winden gewesen sind. Die zweistöckigen Straßenbahnwagen können nämlich nicht so niedrig gebaut werden wie die zweistöckigen Omni- busse, die die vielen Bahnüberführungen noch zu unterfahren im- stände sind. Man darf aber wohl annehmen, daß mit dieser Fest- stellung die wichtige Angelegenheit nicht oersackt, sondern zu einer annehmbaren Lösung weitergetrieben wird. Explosion von ZeuerwertskSrpera. Ei Laden völlig ausgebrannt- Ein größerer Ladenbrand, der durch die Explosion von Feuerwerkskörpern hervorgerufen wurde, beschäftigte am Silvesternachmittag mehrere Löschzüge der Feuerwehr in der Rei- nickendorfer Straße 42. Gegen)44 Uhr gab es plötzlich eine weithin vernehmbare Detonation, der ein Klirren vvii zertrümmerten Fensterscheiben solgte. In einem Drogen- und Farbengeschäst waren größere Mengen Feuerwertskörper, die im Schaufenster lagen, aus noch unbekannter Ursache explodiert. Die Fensterscheibe wurde zer- trümmert und, ebenso wie die Ladentürscheibe, auf die Straße geschleudert. In wenigen Augenblicken standen die Auslagen im«chnu- fenster und das Schaufenster selbst in Flammen. Das Feuer fand an Feuerwerken und Chemikalien reiche Nahrung und griff auf das Ladeninnerc�über. Mit Mühe und Not konnte sich der Inhaber in Sicherheit bringen. Nach etwa einund- einhalbstündiger Tätigkeit gelang es der' herbeigerufenen Feuer- wehr, den Brand zu löschen.— Ein weiteres gefährliches Feuer, das äußerst schwierig zu bekä inpfen war, kam in den Kellereien des Hauses Rostocker»traße 33 zum Ausbruch. Als die Wehren erschienen, brannten zahlreiche Verschlüge mit Gerümpel lichterloh. Fast undurchdringlicher Qualm erschwerte den Löschangrisf außerordentlich. Nur mit Rauchschutzmasken oersehen konnten die Wehrleute im Keller vordringen. Es mußte lange Zeit aus m e h- reren Schlauchleitungen Wasser gegeben werden. Ourch Kohlenoxpügafe vergiftet! Die söhadhafte Trockenkammer. Eine schwere Kohlenoxydgasvergiftung, bei der vier Arbeiter in ernste Lebensgefahr gerieten, ereignete sich gestern nachmittag gegen X3 Uhr in der Metallwarenfabrik von Sch. u. Co. in der P r i n z e n st r a ß e 9 5. Um l-,3 Uhr machte ein Teil der Belegschaft Arbeitsschluß und vier Arbeiter begaben sich in die Umkleideräume, um die Arbeitskleidung abzulegen. Plötzlich sanken zwei von ihnen lautlos zu Boden. Die beiden anderen er- eilte fast im gleichen Augenblick dasselbe Schicksal, sie verloren das Bewußtsein, ohne noch Hilfe herbeirufen zu können. Glücklicherweise wurde der Vorfall van Arbeitskollegen sofort entdeckt, die das' Rettungsamt und die Feuerwehr benachrichttgten. Unter alle» Vorsichtsmaßregeln konnten inzwischen die Verunglückten aber noch vor Erscheinen der Feuerwehr aus dem gefahrbringenden Raum entfernt werden. Der 38jährige Maschinenformer Richard Friedrich, wohnhaft Admiralstraße 19, der 26jälxrige Gießereiarbeiter Max Dettlaff aus der Lübbener S fräße 9 und der 21jährige Willi Hehn, der in der Berliner Straße 90 zu Mahlsdorf wohnt, mußten mit schweren Vcrgiftungscrscheinungen in dos Urban-Krankenhaüs geschafft werden. Der vierte Verunglückte er- holte sich an Ort und'Stelle soweit, daß er seine Wohnung aufsuchen konnte. Während Hahn leichter erkrankt ist, liegen die beiden anderen schwer danieder. Es wurden sofort Ermitttungen über die Ursache der Vergiftung angestellt. Demnach haben sich in einem Trocken- ofen, der neben dem Umkleideraum liegt, Kohlenoxydgase angesammelt, die an einer schadhaften Stelle entwichen und in den Umkleideraum eindrangen. Einer, öer umsonst arbeiten will. Die Unternehmer und ihre Presse können auch heute noch nicht von den unsinnigen Behauptungen lassen, es finde einer jederzeit Arbeit, wenn er nur ernstlich den Willen habe, zu arbeiten. Wie es in Wirklichkeit bestellt ist. lehrt indessen eine Anzeige, die wir in der Nummer.142 des in Essen erscheinenden„A nzeigers für Berg-, Hütten- und Maschinenwesen" vom 11.?>,em- der dieses Jahres finden. Sie hat im Original folgenden Wortlaut: „Trotz guter Zeugnisse und langjähriger Erfahrungen ist es.. mir nicht gelungen, seit meinem Abbau vor eineinviertel Jahren eine Stellung zu erhalten. Umsonst stelle ich meine Arbeitskraft derjenigen Firma als Probezeit einen Monat zur Verf., wenn sie mich mind. V*. I. weiterbeschäft. Bin 28 I. alt, ledig, habe 9 I. Werkst., 2 I. Bureaupr. und war Vi I. als Konstr. tätig gew., firm in Eisenkonstr., App.-, Kessel-, allg. Mo- schincnbau, Maschinenschr. und Stenogr., Ob.-Sek.-Reise, Absol- vent höherer techn. Lehranst., saub. Zeichn. u. sich. Mathem., gel. Schloss., m. Führersch. 3b. Eintr. kann sof. oder spät, im Betr. oder Bureau erf. Firmen, die auf intensiven Mitarbeiter, Maschineningenieur, reflektieren, werden um ihre gefällige Zuschrift gebeten unter II 7996 an die Expedition dieses Blattes. Diese Anzeige, die von einem geradezu fanatischen Arbeitswillen zeugt, ist ein seltenes„Kulturdokument" aus einer Zeit, in der die prominenten Führer der Wirtschaft bei offiziellen Anlässen sich nicht genug tun können im Lob der aufbauenden Kräfte in Deutsch land; sie bauen ihre Privatwirtschaft glänzend auf. aber die wahrhaft aufb aufähigen Köpfe sind und werden abgebaut, und man läßt sie, Kopfarbeiter wie Handarbeiter, in Untätigkeit und?tot verkommen. 4 -WMKtzS' '-it' 't'■" t Fertige Betten tnmnt lalttt alt graa«a ratmu Oberbett......... 9.50 Unterbett......... 7.80 Kissen........... 3,40 Monopoldaunen- OberbettÄM f raiu Inlett, Indanthren- AA Ort farbig........#�,WU Bettwäsche ■tarklUigar VfaokaatoN Oberbett i»x«»..... 3.75 Kissen«x«....... 1.25 Bettlaken«>-»>»»,... 1.75 Beginn desVerkaufs3. Januar. 1 Posten Bett-Inlette Oborbetten, Unterbett« and Kissen rot and rotross gestreift, teils mit Naht oder Kleinen Fehlern 30o/o herabgesetzt Barchentlaken vall alt tarblgar Kant»..-2.25 Rolltücher (MCMtralfi........ 95 K Oberbettbezug Feinfad, Linon«0x200 4.2 5 Bettlaken la Dowlas«.«0x220.. 3.95 Reinleinen xaoxaw... 5.90 1 Postsn Daunendecken rtiima Daunanaatln, mit a Dasnes, in direnon CO AA Farben, mit kleinen Fehlern 9a-.w W 1 Foatan Steppdecken Satt n-Obaraalta, 4« OC UOX200, in diversen Faiben I ladO 1 Poatan kamelhaargehsit- Decken Är,"'! 14.75 Damenwäsche Metallbettstellen Einzelne Kissenbezüge Da man! and Olmltl 4 Q/t 80X80 IsWOr t Post, fehlerhalte Handtdcher darunter Halblainan a. Reinleinen I.T. zur HSItte d. regulär eu Prebes Außerhalb das Inventur-Verkaufs: Kinderwagen Weiße Möbel bedeutend herabgesetzt TdQllGrndQn m-Stiekereisos gatem Hemdentach 1.26 and Beinkleider 1.75 Stickerei-Garnituren, leicht angestanbt, 2 teilig.. O.vw Elegante Garnituren Nachthemden, Hemdhosen mit kostbarer Handarbeit, ans feiner. Mako./ 0/ inrOck- batiat, nm /S' O gesetzt 1 Posten Ueberlaken mit Lochstickerei, Hohlsaum � QC oder Stickerei reich garuiert/ esßO WiSChtUCh Beinleinen. 39�5, 1 Pesten, s. T. mit Messingrer- ziarnng. 80 bt. 150 cm breit, mit kleinen Schünheitefehlern, Ml 50 0 0 Iwibfleirtrt. Bogenbettstelle soxiss. m» zng- federmatratze, weih und d A OC "-dearz........ 1Ü.Z3 Bogenbettstelle 2? mm. mit zog. . 14.60 Bogenbettstelle»r 90 x'lSO11* D— d Z�fedormatratze schwarz* Zucli------------- 24.50 ____ PrinzenstEmirEcIce �astianstn » der eine weint, üer andere lacht. Ncujahrsübcrraschung für ein angeklagtes Ehepaar. Eine Neujahrsüberraschung nach zwei verschiedenen Richtungen hin bereitete das Erweiterte Schöffengericht Mitte am letzten Gerichtstage des alten Jahres einem angeklagten Ehepaare. Der Ehemann nämlich nutzte mit betrübtem Sinn zur Silvesterfeier ins Gefängnis wandern, während die Ehefrau, deren Freisprechung für sie keine Ueberraschung war, da sie schon der Staatsanwalt beantragt hatte, den, Gericht ihre unverhohlene Freude darüber aussprach, daß sie durch den Urteilsspruch auf zwei Jahre von ihrem teuren Gatten befreit worden sei, und das neue Jahr ohne ihn feiern könne. Der frühere Kellner Otto Becker hatte sich später einer anderen Berufstätigkeit zugewendet, die auf dem Gebiete der .fjeiratsvernuttlung und des Heiratsschwindels lag. Nicht weniger als s c ch z e h n m a l war er dabei mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten und bestraft worden. Zu- letzt hatte er sich dem neuerdings so beliebten Darlehens- schwindet gewidmet. Durch Inserate bot er Kapitalien an, und zwar von 100 M. auswärts. Es meldeten sich zahlreiche geld- bedürftige Beamte und kleine Geschäftsleute, die zunächst«iiiinal Vorschüsse in Gestalt von Unkosten für„Recherchen" zahlen mußten. Mehr hörten sie ober nicht von der Sachte. Die Staatsanwaltschaft war in der Lage, dem Angeklagten 3ö Fälle-des Betruges nachzuweisen. Das Geschäft war auf den Namen der Ehefrau an- gemeldet, so daß diese mit auf die Anklagebank mußte. Es wurde ihr aber geglaubt, daß sie von den Geschäftspraktiken ihres sauberen Ehemannes keine Ahnung gehabt habe. Beckers Verteidigung ging schließlich dahin, daß die Geldsucher selbst nichts als Betrüger gewesen seien, die die armen Geldgeber hineinlegen wollten. Das Schöffengericht war der Meinung, daß auf den Angeklagten die bisherigen Strafen nicht abschreckeich genug gewirkt hätten. Wegen seiner Genieingesährlichkeit müsse er auf lange Zeit unschädlich gemacht werden. Deshalb verurteilte das Gericht Becker, um das Doppelte über den Antrag des Staatsanwaltes hinausgehend, zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Er wurde auch sofort in 5)aft genoickinen. Als der Angeklagte abgeführt wurde, lachte die freigesprochene Ehefrau schaden- froh, wies dem Gericht ihr �zerschundenes Gesicht vor und sagte rreuherzig zu den Richtern:„Sie glauben gar nicht, was ich aus- gehalten habe und wie froh ich jetzt bin." Unerbetener Sesuch. Fassadenkletterer in der City und im Westen. Bekanntlich lassen die großen Waren- und Geschäftshäuser ihre Warenschätze in einer Weise bewachen und sichern, von der der Laie keine Ahnung hat. Und dennoch ist einem kühnen Fassaden- kletterer in dem bekannten Damenmodehaus von Mannheimer in der Jägerstraße ein Eoup gelungen. Der Kletterer stieg in der Jägerstraße, an der Ecke der Oberwallstraße, bis zum ersten Stock empor und drückte hier eine Scheibe nach innen so behutsam ein, daß auch die Sonderwache des großen H a u s e s n i ch t s merkte. Der Spezialist suchte unter den großen Vorräten Pelze, Damenkleider und seidene Ball- t o i l e t t e n aus, riß die Vorhänge von den Fenstern und benutzte diese, um verschiedene Pakete zurechtzumachen. Unten standen in- zwischen, wie erst später festgestellt wurde, Helfershelfer, die die zum Fenster hinaus- und hcrabgereichten Pakete in Empfang nahmen und in ein« mit abgeblendetem Licht bereitgehalten« Autodroschke verstauten. Di» V-rbrecher waren mit ihrem Beutezug noch nicht ganz fertig, als der Wächter des Nebenhaüfes aufmerksam wurde. Schleunigst fuhren sie mit dem Auto in der Richtung nach der Fricdrichstadt zu davon und entkamen. Auch noch mehrere andere Paket«, dt« bereit» am Fenster tage«, hatte« st« im Stich lasse« müsien. Immerhin waren ihnen noch für etwa 10 000 M. Sachen in die Hände gefallen. Großen Erfolg mit weit weniger Mühe hatte ein Zunftkolleg« in einer Villa in der Winklerstraße im Grunewald. Der Kletterer benutzte ein hölzernes Spalier zum Aufstieg nach dem ersten Stock, stieg hier durch ein Fenster, das vermutlich nicht geschlossen war, in ein Schlafzimmer ein, stahl aus dem Nachttisch des Hausherrn eine Browningpistole, Kaliber 7,6S Millimeter, aus dem Nachttisch der Hausfrau eine bronzene Rciterpistole mit Perlmuttereinlagen und aus einem Schrank einen Pelzmantel, der an die 20000 Mark wert ist. Der mit Crepe de Chine in Blumenmuster gefütterte Mantel ist ganz aus Nerz gearbeitet. Den Saum und die Bermel zieren noch vier Nerzstreifen, die besqnders herumgelegt sind. Für die Wiederbeschaffung ist eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Die nächste Nummer des„vorwärts" erscheint am Montag früh. Dl« Hezlrksgruppea Berlin, Zrankfurt a 6.0 und Potsdam der Ardei s- gcmeinlchajt sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands halten am Montag, 3. Januar 1927, vormittags 11 Uhr, im Jugendheim. Linden nr. 3, eine gemeinsame Sitzung ab, zu der die Berliner Genosse» vollzählig erwartet werden. Tagesordnung: 1. Bericht über den gegenwärtigen Stand und die Entwilkiungsaussichten der sozialistischen Lchrerbewegunq: ai im Bezirk Frankfurt a. d. O.(Genosse Schulrat Classe, Sprembcrg), b) im Beziri Potsdam(Reg.- und Schulrat Wagner, Pots. dam). 2. Erneute Bedrohung der Grundschule(Genosse Stadlrat Dr. Löwcnstein, M. d. R.). 3. Verschiedenes. Für unsere Zrühjahrtjugendweihen müssen die Aufnahmen in solgenden Anmeldestellen unter Zahlung von 50 Pt. biS spätestens 10. Januar vorgenommen werden: I u g e n d f e k r e t a r i a t, SW 68, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Treppen, Zimmer 11, geöffnet von 9—5 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9—7 Nhr. S. Joseph, NW 21, Wilhclmshavcner Str. 48 (Vorwärts-Sped), P. Kroll, N 65, Utrechtcr Str. 21(Restaurant), A. Hönisch, N 65, Müller- Ecke Iltrechter Str.(Vorwärts-Sped.), W. Hoffmann, N 58, Lvchener Str. 8 tRestaurant), H. Obst, N 54, Ackcrstraste 171 iVor- wärts-Sped), P. Dobrohlaw, N 37, Swincmünder Str. 11(Restaurant), Landsberger Alle« 45 I, M. Wartmann, 0 34, Königsbcrger Str. 37(Photo. geschäs»), fl. Melle, O 34, Petersburger Platz 4(Vorwärts-Sped), L. Wltt- ichub, O 34, Petersburger Str. 5(Restaurant), F. Arndt, 0 27, Markus- straffe 36 lVorwärls-Sped.), F. Pelke, SO 36, Glogauer Str. 30 vorn IV, P. Böhm. SO 36, Lausitzer Platz 14,15(Vorwärts-Sped.). P. Stier, SO 26, Naunynstr. 9(Restaurant', 28. Gallas, Baumschulen weg. Schräder- straffe 16 vorn III, E. Mcckelburg, Treptow. Graetzstr. 50(Vorwärts- Sped.), Frau Klawitter. S ch ö n e b e r g, Zlpostel-Paulns-Str. 7, R. Petrie, Schöncberg. EbcrSslr. 70, Rathmann, Schöneberg, Belziger Str. 27(Bor- wärts-Sped.), G. Schaudt, Friedenau, Bacheslr. 9, Frau Ungern Wtlmersdors, Hanauer Str. 43(Siedlung), E. Ziege. Lichter- s e l d e- O st, Lorcnzstr. 15, K. Schönwetter, Lichtcrselde-West, Händclplatz 5, F. Hamburg, Steglitz, Schloffstr. 103, W. Stubig. Steglitz, Ringstr. 7. Gartenh. III, G. Felgcntreu. Lankwitz. Cbarlottenstr. 34, Charlotte n bürg:„VorwärlS-Spedition", Charlotlenburg. Scsen- bclmcr Str. 1. ptr., Joachimic. Charlottenbnrg, Kailerdamm 102(VorwärtS- Sped.). Schulz, Cbarloltenburg, Droysenstr. 12, 1. Gartenh. III, Pusentak, Charlotlenburg, Augsburger Str. 47, vir., F. Schmidt, Charlottenbnrg, Rosinenstr. 4(Laden), Pankow: KonsumoMkausSstellen in Pankow Wollantstr. 102 und Berliner Str. 47, Konsumoerlaujsstellen in Nieder schönhausen, Kaiser-Wilhelm-Str. 79 und Kaijertvcg 60. Bezlrlsbilduogsausschllß Groff-Berlin. Nächste Theatervorstellung am Sonntag, 30. Januar, nachmittags 3 Uhr, Im Theater der Volksbühne am Bülowpiatz. Zur Aussübrung gelangt.Volpone"(oder:.Der Kamps um« Geld'). Komodie in zwei Teilen von Stcsan Zweig(nach Ben Jonson). Preis der Karle(elnschiiefflich Garderobe und Theaterzettel) 1.20 M. Karten sind ab Anfang Jnnuar in aller» bclannleii Vertaussstelleu zu haben. Der Kampf um die Polizeistunde. Der Stadtrat von Würzburg hat einstimmig beschlossen, die Police, stunde, die an Feiertagen und den Vortagen auf 1 Uhr fest- gesetzt war. aus12Uhrzurückzuoerlegen. Auch der V o r- litz««d« der Saft«irtei««u«s. der dem Stadtrot«»gehört, hat diesem Beschluß zugestimmt. Im Gegensatz dazu steht ein Beschluß des Provinzialrats von Rhein- l a n d, wonach es den Schankwirtschaften in unmittelbarer Nähe der Zechen und Fabriken erlaubt sein soll, schon frühmorgens um 5 Uhr den Betrieb zu eröffnen, damit„den zur Arbeit gehen- den Arbeitern Gelegenheit geboten wird, ihr Frühstück in gedeckten Räumen einzunehmen". leiser Beschluß wurde gegen die Stimme des sozialdemokratischen Provinzial- ratsmitgliedes von den Vertretern der D e u t s ch n a t i o- n a l e n und des Zentrums gefaßt. Die„Gastwirtsgehilfen- zeitung" bemerkt dazu:„Hier werden die Arbeiter geradezu verführt, sich schon am frühen Morgen, vor Beginn der Arbeitszeit, den Magen mit Alkohol zu füllen"— Der Fürstbischof Kardinal Bertram hat im Namen aller in der Fuldaer Bischofskonferenz vereinigten Geistlichen an den preußischen Innenminister Grzesinfki eine Eingabe gerichtet, in der er gegen die Polizeistunden- Verlängerung Stellimg nimmt und die Wiederaufhebuna dieser Maß- nähme fordert. Unfall auf Zeche Julia in Herne. Herne. 31. Dezember.(WTB.) Auf Zeche Julia wurden zwei Bergleute von herabbrechenden Gesteinsmassen aus dem Hangen- den verschüttet. Die Verunglückten konnten nurals Leichen geborgen werden. Ein anderer Bergmann geriet auf derselben Zech? unter herabfallende Kohlcnmassen. Es gelang jedoch, diesen Verschütteten nach sechsstündiger Arbeit lebend zu befreien. In den Flammen Mutter geworden. vudweis L B., 31. Dezember. Ein gräßliches Unglück ereignete sich in der kleinen Gemeinde Hämmern in Böhmen. Dort brannte nachts das hölzerne Gasthaus Linzmaser nieder. Eine hochschwangere Jnwobnerm eilte nochmals ins Haus, um einen Teil ihrer Habe zu retten. Sie kam in den Flammen um. Im Todeskampfe gebar die Frau ein Kind, das ebenfalls mit verbrannte. Neues Unglück an der Garzer Oderbrücke. Stellin. 31. Dezember.(WTB.) Um den Großschiffahrtsweg Stettin— Berlin nach dem Einsturz der Garzer Oderbrllcke wieder freizumachen, sind umfangreiche Sprengarbeiten vorgesehen. Der noch erhaltene Brückenbogen aus Beton sollte heute nachmittag ent- sernt werden. Bei dem Versuch, die Last durch auf zwei Odcrtähne ruhende Gerüste auszunehmen, brachen diese plötzlich u n t�e r großem Getöse in sich zusammen. Der Arbeiter bemäch- tigte sich eine Panik. Sie spränge» zum Teil ins Wasser. Es ist jedoch niemand dabei ums Leben gekommen. Die Regengüsse in den maloyischea Staaten lasse», wie aus Eingapore gemeldet wird, allniählich nach. In drei Tagen find 37 Zentimeter Regen gefallen. Die Arbeiten in den Kautschukplantagen und den Zinnbergwerken sind seit Tagen eingestellt. Verschiedene Bergwerke sind schwer geschädigt. Der Schaden in dem Distrikt von Jpoh wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt. Die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt. Amnestie in Japan. Aus Anlaß der Thronbesteigung de» neuen Kaisers wird demnächst eine Amnestie erlasien werden, von der 60 000 Personen betroffen werden. Sport. Der große R usahrspreie am üal erdamm a« 2. Zaoiiar zeigt folgende Besetzung: Fandet— Choury(Frankreich', Waltbour— Ostar Tietz(Amerika— Dcutichland), Pagnoul— Krupkat(Belgien— Deutschland). Viktor Standaert— Gottsried Belgien— Deutschland', Jenssen— Bauer(Dänemark— Deutichland), Tonani— Behrendt(Italien— Deutlchland), Buschenhagen— Frankeuslein. Koch— Fricke. Manthey— Sawall. Kroll-Nörcnberg. Krollmann— Gkupinski, Michael— Dossenheim, Mijhlbnch— Seifert i>(alle Deutschland). Renn- beginn 7 Uhr. Wentel�? Sfehmt nicht eMes gar so widitig, föhlt nicht gleich als Schicksal&bürdz � Wae im$nmde, klein imd nichtig. tädntffhrdenn, dasJ&bcn würde Seichter ertragen sein, Wätje&jeäcl Sonnenschein?~ Stimmung, das ist hier die Sfagc IDer vergnügt Mass a ry raucht .Jfat die Stimmimg, die er braucht Und vergißt die hüben Sage. SPeshalb macht es so, Jht Qeben:/ �ngt das Jahreins-neim-fpo-sicben/ SfiahUdt mit SHas sary anl* Werfläa s sxi ry liebgewann,/ (täerktSuch das für alle SMc!) Jf 3)e r ist auf der richtigen Welle!' ! m WERTHEIM KfinigstraA« ItoaantliRlT Morttzpistz RBumung großer Mengen zurückgesetzter Waren zu besonders billigen Preisen JlmßeinJiiiP'�iisipeipIhmiilP Begüm S. /« ■fa f reBar Post«« Baumw.'Musseline s�,�45r62«. Von den vielen rum Verkauf kommenden Artikeln; WSscheztoHe Wäschestoff..»w» TS n Hemdentuch..im» 42m Madapolam.»M» 65 k Makotuch..... im» 75 k Köperbarchent 68 k Wollwaren Helvetia-Seide 245 Damen-Kleider refaiwoUener Popeline, Sötte jnSendL 890 Pullover»tt bSfee.(»WS 3 90 Pullover SÄßÖS 690 Westen«5�1�-�. 12bo StrlckkostOm JHS» 27so Weißwaren Fransenschol!S3S* 2a Trikotschal""ÄSSf 1« Tanz-Kleider I 1275 Crtpe de Spitzenweste vü«d«o» I25 Spacht.-Rundkrag jmI a Bauemtflcher»m vw» 2 00 Metall-Volants 4i» Pelzwaren Kleider- Stoffe Pullover-Stoffe»M» 75k WoII-Musselln'JSS 95k RclnwoII.CheviotMJr. las Relnwoll. Karos m#«» 1a Rips-Paplllon ll# wehT; 3 75 Damen- Wäsche Taghemden zU,. 85k 1 ss Taghemden"nd 225 Beinkleider«Urupeseend 225 Nachthemden d�le«»d 3 20 Prinzeßröcke«,. nrftsndteref 225 M 425 Oamenstrümpfe BaumwMl3tS-eÄ 32k Se!dt.w.orsÄ,Ä85»t Kunstseide fe», mitDoppti-. sohl«, schwarz und moderne Farben> 05 Wolle sefavarz od. soHd. Farbe» 2 80 „Bemberg-Adlcr" kflnsflidie Waschseide, extrafeta, Oä- sebwar* und moderne Farben � Knaban-Kleidung Damen-Mäntel meliert Serie I gestretti Velour» tleuadi mit PeH Serie U Serie ZU Ö90 lOlS 15 SO Damen-Jumper Serie l Serie II Serie ID las 2is 39o Morgenröcke dorunicr Serie t Sso guten Flausch- Serie U Trikot stoffen Serie ID 49o 6 so Mouffonettekragen» Splclhosc«.. i» Ftrttn"® v),!, Farben. Lang««-88, Lg.«•«S Kinder-Kleider gemusterte Stoße, Wolle n. Waschsamt Serie I Serie II Serie Ol 2lS 37S Ö90 Pelzmützen 7ao o"«. Trikotagen (Jede weiteren 6 cm 2S PL mehrt Spielanzug Vclvct), farbig, Lg. (gerippter WW«-«, Lg. 40 Qede weiteren 5 cm 80 PL mehr) 295 ood UulertaiUcm, Herrcn- UatarheiaklHder. Trikoi- rMte, Kiadar-UäseruLsag« 95 Pf. Schvedenfona Pelzschol«I«. a«. S■ taag 1 9 50 Frauenkragen»>»*> 68 m Pelzjacke M-BMEMwock. 89m Kieler Anzug chSJtot Pelzjacke zebt*uM4m 135 m Ho**"'•"■?*'0'■"■*'• gefUtt. Hom, f. ca. g-10 1, f. ca. 1 1. 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Mit wütender Energie kämpften die Bolschewisten gegen die so- zialistischen, gegen die gewerkschaftlichen, genossenschaftlichen und gegen tue kulturellen Arbelterorganisationen. Der Bol- fchewlsmus trug die Pest der Selbstzerfleischung und der De- nioralifation innerhalb der Arbeiterschaft von Land zu Land. Die Zersplitterungsarbeit war begleitet von tommunisti- s ch e n„Aktionen" unter phantastischen Parolen gegen mnstische Mächte. Die unausbleiblichen Niederlagen wirkten sich aus: Ohnmacht, Entmutigung bei den Proletariern. reaktionärer, faschistischer Triumph bei den Kapitalisten. Auch nationalistisch kamen die Bolschewisten den Arbeitern. Krieg des Ostens gegen den Westen! Ohne diese nationalistischen Kriegsparolen wäre den Bolschewisten die Derwirrung im proletarischen Lager nicht groß genug gewesen. Nach solchen glänzenden Erfolgen der bolschewistischen Taktik konnte die zweite Epoche der Geschichte der Kommu» nistischen Internationale beginnen. Sie oerspricht nicht min» der ruhmreich zu werden. Scherben gse richte und Bannslüche gegen die eigenen Freunde sind verheißungsvolle Zlnfänge. Das bolschewistische Ideal der Arbeiterzersplitterung ist noch lange nicht erreicht, wenn sich Dutzends von Arbeiterorganisationen gegenüberstehen. Jede Organisation muß erst noch in sich gespalten werden, bis zu einem Kampf von Mann gegen Mann. Die Kommunisten arbeiten kräftig an der Zertrümmerung ihrer eigenen Par» teien, um ein gutes Beispiel zu geben. Eine segensreiche Arbest für den Kapitalismus! Stellt man gelegentlich einen kommunistischen Schreier in der Oeffentlichkest mit der Frage: Wann, wo und wie hat die Kommumstische Internationale auch nur die bescheidenste Aktion gegen den Kapitalismus geführt, so verstummt er oder, je nach Temperament und Charakter, er ergeht sich in wilden Beschimpfungen gegen— die Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten! Sie waren nach dem Krieg ohne geschlossene Internationale. Siegestrunkene kapitalistische Regierungen sorgten mit ihren Gewaltfrieden für die Erhaltung von Völkerhaß und für die Fortsetzung von mllitarisiischen und wirtschafuichen Gewaltmühoden. Und doch erhob sich aus allem Wirrwarr d i e Sozialistisch« Arbeiter-Internationale. Ihre Nächsten Aufgaben waren die nationale und inter» nationale Einigung der Arbeiterklasse. Ferner dt« V-r» ständigung der"angeschlossenen Parteien über eine einhestliche Taktik gegen die kapitalistische Rea.tion und Kriegs Politik. Die Einigung der Sozialdemokratie in Deutschland war das Werk der internationalen sozialdemokratischen Ar- beitsgemeinschaft, in der sich die Zweite Internationale und die Wiener Arbeitsgemeinschaft gefunden hatten. Diese Arbeitsgemeinschaft ist zur Soziali st ischen Arbeiter» Internationale gewordem Im letzten Jahre wurde auch die Sozialdemokratische Partei der Schweiz Mitglied der Sozialistischen Internationale. In der Schweiz hat die Sozialdemokratie die Spaltung von 1920 im wesentlichen überwunden. Ihren 19Z 768 Wählerstimmen und 49 Sitzen im Nationalrat stehen die Kommunisten mit ganzen 14 837 Stimmen mch 3 Sitzen in hoffnungsloser Schwäche gegenüber. In Norwegen hatte der Bolschewismus erreicht, daß die Arbeiterpartei sich den berüchtigten 21 Moskauer Bedin- gungen unterwarf. Es folgte bald eine große Enttäuschung und Ernüchterung der norwegischen Arbeiter. Sie verließen die Kommunistisch« Internationale. Aber dl« große einige Arbeiterpartei war durch die bolschewistische Kur ln drei Teile zersprengt die zusammen nicht einmal halb soviel Mitglieder zählten als vorher die eine Arbeiterpartei. Nun setzte auch in Norwegen die Einigungsarbett der Sozialdemokraten«in. unterstützt von der Sozialisttschen Arbeiter-Internationale. Im November und im Dezember 1926 haben die norwegischen Sozialdemokraten und die norwegische Arbeiterpartei de» schlössen, zum 30. Januar 1927«wen Ewigungstongreß einzuberufen. Gegenwärtig find in der Sozialistischen Arbeiter-Internationale 45 Parteien aus 35 Ländern vereinigt. Den doppett schwer getroffenen sozialdemotrattschen Be» wegungen in Rußland. Georgien. Ungarn und Italien leistet die Sozialistische Ärdeiter-Jnlernattonale moralischen und materiellen Beistand. Ueberall sind die Sozialdemokraten bemüht, das Prole- tariat zu sammeln, zu ewigen, kampffähig und siegeszuoersichi- lich zu machen. Die Kriegs» und Rachepoltttk der Kapitalisten scbien unerschütterlich zu sein. Unter zähen, unablässigen Anstren- gungen gelang es der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. eine um die andere der widerspenstigen Parteien und Re- gierungen Schritt um Schrttt zurückzudrängen. Der Krieg hinterließ Friedensverträge, durch die die Klüfte zwischen den Völkern nur noch vertieft wurden. Die Politik des Zwanges und der Gewalt brachte den Ententemächten nicht den erhofften Segen und verschärfte die Kriegs- folgen besonders schwer in Deutschland. Ueberall loderten Völkerhaß und Rachsucht in hellen Flammen auf. Die Sozialdemokraten begannen unverzagt mit dem schweren Werk, die Völker zur Besonnenheit zu führen und sie einander näher zu bringen. Hier kann der Verfasser dieser Zeilen aus eigener Erfahrung sprechen. Er war der e r st e Sozial- demokrat, wahrscheinlich der erste Polstiker überhaupt, aus Deutschland, der nach dem Krieg in Paris vor Tausenden gesprochen hat. Er sprach für das arbeitende, friedenwollende republikanische Deutschland und �wandte sich an das arbettende, verständigungsbereite Frankreich. 1922 versaminelten sich Sozialdemokraten aus Belgien. England, Frankreich, Italien und Deutschland zu einer Kon- ferenz in Frankfurt am Main. Schon auf dieser Konferenz konnte der Bankerott der militaristisch geführten Neparations- Politik festgestellt werden. Die Sozialdemokraten waren überzeugt davon, daß nur der Sozialismus durch die fried- liche Verständigung der Völker die Schwierigkeiten, die aus de� Rivalitäten und der Anarchie des Kapitalismus ent- fpnngen, aus der Welt zu schaffen imstande ist. Eine rein sozialistische Regelung der Reparationsfrage wäre aber nur durchzusetzen, wenn wenigstens w den Hauptländern sozio« listische Rogterungen die Politik bestimmen könnten. So west sind wir leider noch nicht. Bis dahin müssen teil» weife und provisorische Lösungen auf der Grundlage der internationalen Interessengemeinschaft der Völker für fort- schreitende Verbesserungen gefunden werden. Die Nationalisten in den verschiedenen Ländern ver- leumdeten wütend die Sozialdemokraten als Landesverräter und Agenten des Auslandes. In Deutschland beschuldigten die Nationalisten die deutschen Sozialdemokraten und rühmten die französischen. In Frankreich werden die französischen Sozialdemokraten beschimpft und die deutschen gelobt. Der Januar 1923 brachte die Ruhrbesetzung. Neue harte Belastungsproben. Sollten die Bemühungen der Sozialdemokraten, die Neparationspolitik auf den Boden einer Verständigung nach wirtschaftlichen Grundsätzen und nach dem Prinzip der Gleichberechtigung zu bringen, aus- stchtslos sein? Die Sozialdemokraten steigerten ihre Tätigkeit. Im April 1923 traten abermals Sozialdemokraten aus Belgien. England, Frankreich, Italien und Deutschland, diesmal in Berlin, zu einer Konferenz zusammen. An dieser Konferenz nahm noch der später von Mussolini ermordete Genosse Matteotti in heroorrageiwer Weise teil. Es wurden be- sonders die Fragen der Sicherheiten für Frankreich und die der internationalen Schiedsgerichte besprochen. Nach weiteren internationalen sozialistischen Konferenzen in Brüssel, Amsterdam und London nahm dann 1925 der zweite Kongreß der Sozialistischen Arbeiter-Internationale m Marseille ausführlich und zusammenfassend zum ganzen Problem der Weltpolitik Stellung. Zu allen bedeutsamen Fragen wurden Entschließungen angenommen: Kapitalismus und Krieg, Proletariat und Völkerbund, Internationale und Sonderverträge, Kriegsgefahren im Osten. Arbeitslosigkeit, Achtstundentag. Endlich konnten dann die 1926 in Luxemburg ver« sammelten Vertreter der belgischen, englischen, französischea und deutschen Sektionen der Sozialistischen Arbeiter-Inter- nationale mit Genugtuung feststellen, daß seit dem Zusammen» bruch des Ruhrkrieges die Politik der Verständigung zum Durchbruch gekomWn ist und daß sie seitdem große Fortschritte gemacht hat.„Der Dawes-Plan ist in seinen nützlichen und Do rnen-Strürnpfc fein MaJtko, extra hohe Fers« /> /\ mit Doppelsohle, In farbig ond|| •diwara, prima Qualltat, Paar vFVfFt» Damen-Strümpfe Wauhsetd« and Scldcnflor, U» /\ /\ Tiden Modefarben, nur beste Iii| Quallt m. kleinen Fehlern, Paar t/v/Pt Spottbillig! 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Januar 1927 Schluß; Sonnabend, den 15 Januar 1927 Vom 3.-18. Januar I9t7 Inventur- Ausverkauf Vm OBitr Lager In Wintemr«a mSgl lebst glszlieb zu rtmnra. bibeo vir die Preis« ebne BQckslcht aal die Oestsbungskasten rum Teil bis zur Hälfte bermbgesetrz. Einige Beleplelei Feinste fertige Herren- sonst lim.«B.W Jetzt Km. 29.50 au reinwoiienea lloOen. teste MtaAcri e r.raibe taa» sonst Km. KL— Jetzt Km. 49.50 ans relnwoiirnen ffaSstoHen. anrrfelB.«!. Kan m$ara(t n. cneviots, eiesantoue Vcrameltna«. lies Beile*.m 4>«en. sonst Km. 128.— Jetzt Km. 69.— 1 Pc-sleo Koabso-HlBlel g.-inz&te jetzt 9.50, 11.50 fieitiellle Berrtn- Hasen... jetzt llw. 3.95, 5.95 »«»»««VD»»«Aozn Elolmt znognehst den Vurmlttsc Hampel, Clerlraucitenstr.24 Sie müssen uns besuchen denn wir nehmen es mit Jeder Kenkurrens aufl Wir liefern Ihnen Geiileg. Schlaf-, Herren-, Speisezimmer, Küchen Einzelmöbel jeder Art Ohne Anzahlung 24 Monate Kredit! 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Jann«. 4.: Sturz der bulgarischen Zakow-Regierung.— Prinz QHa&ich- gräh wegen Fälschung sraazösischer Vantnotea verhasiei.— Er» offnung der deutschen Augtelephonie auf der Strecke Berlin- Hamburg.— In der Bezirtsoersammlung Treptow schlagen die Kommunisten unseren Genossen Lempert nieder.— 7.: Genosse Haß wird zum Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung wiedergewählt.— 8.: Der Rechtsausschuß beginnt die Beratungen über die Fürslenabsindung.— 9.: Der Auswärtige Ausschuß erledigt den- von der Rechtspress« begonnenen Skandal über eine angebliche Stellenjägerei in der Sozialdemokratie in Genf.— 12.:' Der Sozialistische Parteitag Frankreichs gegen den Eintritt in ein bürgerliches Kabinett.— Diskontherabsetzung von 9 auf 8 Prozent.— Der Wiener Nationalrat wählt Dr. Römer zum Bundeskanzler und Außenminister.— 16.: Das Reichsarbeitsministerium erklärt den Schiedsspruch für die Eisenbahner vom 29. Dezember 1925 sür verbindlich; er sieht eine Lohnerhöhung um 1 und 2 Pfennig vor.— 18.: Deutschland protestiert wegen der Höhe der Besatzung; deutsche Friedensstärke verlangt'(48— 50 000 Mann).— Kamencw und S o k o l n i k o f f abgesetzt; Rykow Vorsitzender des Rats für Arbeit und Verteidigung und damit Darsihender des Rates der Volkskommissar«.— Das Haus Kirchstraße 9 wird durch ein« Gasexplosion zerstört: 7 Todes- opfer und 22 Verletzt«.— 19.: Eröffnung des Jnternatio» nalen Anstitnts für geistige Zusammenarbeit in Paris.— 20.: Die Rcichsregierung ernannt: Dr. Luther Reich». kanzler, Külz statt Koch Innenminister.— Im Perlacher Pro» z e ß werden die Angeklagten Pötzing und Prüfer! von der Anklage des Mordes an 12 Arbeitern freigesprochen.— viltmauns Enthüllungen im Untersuchungsausschuß über die Justizmord« in der Marine.-- 24.:.Gesetz zur Enteignung der Furfienvermögen" von der SPD. und SPD. gemeinsam beschlossen und am 26. ein. gereicht.— Ultimatum der Sowjet- Union an den Beherrscher der. Mandschurei Tschan Tsolin wegen Gefährdung der russischen Eisenbahn..— 25.: Wiederausnahme der Arbeiten an der AEG.« Schnellbahn.— 27.: Massenkundgebung des Reichsbonners gegen die Fürstenforderungen.— 28.: Kabinett Luther bleibt mit 160 Ja. gegen 150 Nein-Stimmen bei 130 Enthalmngen im Amt. — 3L: Die Kölner Zone geräumt; Köln frei! V. Februar. . Zahl der Hauptunterstützungsempfänger 2 031 000.— Mit der Zuschüttung des Luisenstädtischen Kanals begonnen.— 2.: Regierungsentwurs zur Fürstenabfindung.— Vier Todesurteil« im Ber-liner Fömemordprozeß; Freispruch Senden».— 3~ Rundschreiben der Kommunistischen Bezirksleituno Berlin-Brandenburg über die Ausnützung des Volksentscheids gegen die SPlaidemokrati«.— Der Auswärtige Ausschuß genehmigt, am 6. verbilligen die Ministerpräsidenten der Länder, am 8. beschließt das Reichskabinett die Anmdkmiig Deutschland, beim Völkerbund. — 4.� Da» Sperraeseh über die Fttrstenabfindung angenommen.— Die Berliner Skadtverordnetenoersammluno beschließt die llmtause des Königspiatzes in Platz der Republik.— Rsd« de» bay- rifchen Ministerpräsidertten Held gegen Mussolini; 6.: dessen Crwide- nmg..— Ist.: Slresemäyn weist„im Ramen der Rcichsregierung dl« gegen Deulfchiaad gerichlekea Drohungen and Anqrisfe.MussollalS" unter--stürmischem Beifall de» Reichstage», zurück.-»- 12.: Sozial». denzokxatrjch« Reichstagsfrattion gegen Besitz st«uerabbau. — Derrts ch» Französi sches Handelsabkommen über Zollvergünstigungen.— Eröffnung der freien sozialistischen Hochschule in Berlin.— 14.: Eröffnung des Dahnhofs Kreuzberg der Nord-Süd-Bahn.— 16.: Dr. Luppe von der Nürnberger Strafbrm- mer außerVerfolgung gesetzt.— Belagerungszustand in Ru- mänien wegen- der Gemeindewahlen.— 18_- Kompromiß der Regierungsparteien über die Erhöhung der Unlerstühuagssähe für Er- werbslose.— 20.: Gesetz über die Vereinfachung der Lohnsteuer an- genommen.— 21.: Reichsbannertag in Homburg.— Die B«- sagungs stärke im Rheinland auf 59 000 Franzosen, 7600 Engländer und 7500 Belgier angegeben.— 22.: Der italienisch« Botschafter in Berlin Bosdari abberufen.— 24.: Dirtschasts- Programm de» ADGB. über die Gegenworteaufgaben der deutschen Wlrtschastspopttk. 25.7' Der Haushattsausschuß ermächttgt die Reich»- regierung, eine Garantie für Lieserungsgeschäste nach Rußland bi» 105 Millionen Mark zu übernehmen.— Spanien und Polen verlangen ständige Ratssihe.— 26.; Winzeraufstand an der Mosel.— Briands Ä a m m e r r e de über Locarno;„Deutschland darf die frühere Gesamträumung aus Grund de» Friedensoertrages dis- kutieren"; die Kammer beschließt öffentlichen Anschlag der Rede.— 27.: Beschlüsse der deutschen, sranzösischen und belgischen Sozial- demokrati-e in Brüssel über internationale Handele» Politik. März. 3.: 100 Prozent F.riedensmiete ab 1. Juli im Reichs- tag beschlossen.— Ministerpräsident Bethlen als Hauptsälscher von Windischgrätz belastet.— 4.:* Beginn de» Volksbegehren».— R e i ch s w e h r t r i t i k im Reichstag.—> 5.: Das August-Vebsl- Heim der Arbeiterwohlfahrt in Gohrisch eröffnet.— S.: Im Schweriner Reoisionsversahren wegen de» Greoesmühlensr „Landfriedensbruchs" bleiben die Überfallenen Reichs- bannerleute bestraft.— Abreise Luthers und Etresemanns nach Genf: Briand tritt zurück und reist ebenfalls nach Genf.— 8.: Landesschulrot Stölzel in Braunschweig zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.— 9.: Briand bildet in Paris ein neues Kabinett mit stärkerer Beteiligung der Rechten.— 10.: Brasilien fordert einen ständigen Ratssitz.— 11.: Briand nach Genf zurück- gekehrt; die Aufnahmekommission der Völkerbundsversammlung empfiehlt Deutschlands Aufnahme— Bericht der englischen kohlen- kommisslon zur Lösung der Bergbaukrtse.— 14.: Eröffnung der Wirtschaftsschule des Metallarbeiterverbandes in Dürenberg.— 15.: Schweden verzichtet auf die unbedingte Ablehnung der Er- Weiterung des Völkerbundsrats.— Arbeitsmini st«rkonfe- renz in London über die Auslegung des Washingtoner Abkommen».— Vierter Verbandstag der Landarbeiter w Berlin.— Außerordentlicher Bundestag des Baugewerk»- bunde» in Berlin.— 16.: Die Genfer Verhandlungen über die Aufnahme Deukschlands an Brasiliens Haltung gescheliert; Erklärung der Locarno-RIächte über das Festhalten am gemeinsamen Werk.— 17.: Abschluß de» Voltsbegehrens: 1583 000 Eintragungen in Berlin.— Die Spitzengewertschoften fordern vom Reichsarbeit»- Ministerium Verhandlungen über«ine grundsätzliche N« u r e g e- lung der Erwerbslosenfürsorge.— 18.: Der Kanadier Steffens Präsident der Saar-Regierungskommission.— Deutsch- nationaler Mißtrauensantrag gegen Külz abgelehnt.— Einsetzung eines Sludienausschusses de» Völkerbundsrats über die Ratssrage.— 19.; Annohme der Hauszins st euer im Landtag.— Genosse Ullrich wird von einem faschistischen Werkvereinler die Trepp« hinuntergeschleudert, so daß er an den Folgen eines Schädelbruch» stirbt.— 22.: Der Franken steigt auf 139 für das Pfund.— 23.: Die Sowjetregierung erklärt sich bereit, an einer Abrüstungskonfe- renz außerhalb der Schweiz teilzunehmen.— 24.: Annahme des Billigungsantrogs für Genf mit der Sozialdemokratie. — Ehiunberlain erhall das Vertrauen des Unterhauses.— 25.: Endergebnis des Volksbegehrens: 12,5 Millionen.— Urteil im Matteotti-Prozeß in Chieti: Zuchthausstrafen, aber gleichzeitig Frei- lassung.— Steuerkompromitz der Regierung mit der Sozialdemokratie.— Verschärfung des Sachsenkonflikts: Die Froktions- Mehrheit lehnt die Landtagsauflösung ab.— 26.: Für 92 000 TO. Briefmarken im Postamt SO. 36 gestohlen.— 27.: Zweit« Diskontermäßigung von 8 auf 7 Prozent.— Reichskanzler o- D. F« h r« n- bach gestorben.— Der deutschösterreichische Bundeskanzler R a m e k in Berlin.— Der Reichsetat zum erstenmal seit 1911 recht. zeitig fertiggestellt.— 29.: 100. Geburtstag Wilhelm Liebknechts: SPD.-Gedenkfeier im Schweizergarten am Köniastor.— Rücktritt des Generalsekretärs der Faschistenpartei, Farlnacei. — 30.; Schreckensurteile im K o t t b u s s e r Landfrieden»» prozeß.— General Averescu bildet nach dem Rücktritt Brottanu» eine Faschistenregierung in Rumänien.— Erst« Inte» nationale Konferenz der Eisenbahnbeamten in Amsterdam.— Ende de» Eichelkonzern». April. 1.: Gründung de» RuHrmonlaatrust».— Bei Erwerbslosenunruhen in Ealizien tötet die Polizei sieben Teilnehmer.— 2: Tagung der Metallarbeiter-Jnternationale in Lugano.— 5.: Fünfundzwanzig Jahre Internationale Artistenloge.— 6.: Tschitscherin lehnt die Teilnahme der Sowjetunion an der Abrüstung»- konserenz des Völkerbundes ab.— Der italienische Demokrat Amendolo stirbt an den Folgen eines faschistischen Ueberfalls.— 7.: Kaliabkommen von Lugono zwischen Deutschland und Frank- reich.— Die geisteskranke Engländer« Gibson schießt aus vlusso- lini.— Freispruch Kuhmanns und Knalls im Prozeß wegen Aktenunterjchlagung.— 9.: Plünderungen in Italien.— 10.: Balkan- tonferenz des IGB. in Sofia.— 11.: Tagung der sozialistischen Znteroolioaal« iu Zürich.— Die Nord-Südbahnstrecke bis Bahnhof Bergstrohe in Betrieb.— 12: Mussolini» Reise nach Tripolis.— 14.: Erste Meldung über«inen deutsch-russischen Vertrag. — Tagung der Bergarbeiter-Jnternational« in Brüssel.— Die eng. lsscheo Bergherren kündigen die Lohnabkommen mit den vergarbei- lern.— Der Bergarbeiterverband gegen den Abschluß von Distrikt». vertrügen.— Die Reichsregieruug erklärt Fürsieukompromiß und Enteignangsgefeh als versassuagsäudernd.— Staatsanwalt Asmus in Chemnitz freigesprochen.— 22: Der amerikanische Senat ratifiziert das Schuldenabkommen mit Mussolini.— Gesetzentwurf der Reichsregierung gegen ein Aufwertung»- Volksbegehren.— Abbruch der verhaudluugeu zwischen Berg- werksbefltzeru und Bergarbeitern in Eaglaad.— Verurteilung der „Kreuz-Zeitung� zu 1200 M. Geldstrafe wegen Beleidigung de» preußischen Ministerpräsidenten Broun.— 24.: Unterzeichnung de» .Berliner vertrage»- mit der Sowjet-Uuiou.— 27.; Beginn der Frleden»verhaadlungeu mit Abb el Krim.— Beginn der vor» bereitenden Weltwirtschastskonfertnz.— 28.; Da» Fürstenkompromiß scheitert Im Rechtsausschuß und am 30.: im Reichstag.— Mecklenburgischer Landtag nach Sturz der Landbund- regierung aufgelöst. Mai. 1.: Internationale Maifeier.— Der eaallsche Gewerkschaft». kongreh beschlichl den Generalstreik.— 8.: Beginn de» Generalstreiks; völlige Verkehrsruhe.— 4.: Zlaggenverordnuag der Reich». regierung.— 5.: Massendemonstration des Reichsbanners.— 6.; Regierungskrise.— Der Reichstag lehnt das Enteignung»- gesetz ab.— 7.:§ 218 des StrGB. gegen die Abtreibung gemildert.— 8.: Die Gesolei in Düsseldorf eröffnet.— Deutsch- spanischer Handelsvertrag.— Debatte über das Ge- meindeb'estimmungsrecht im Reichstag.— 10.: Hindenburas Brief an Luther wegen der Flaggenverordnung.— 11.: Rücktrttt der demokratischen Minister.— 12: Ausdeckung van Pulschplänen der Recht»Putschisten.— Amund sen überfliegt deu Nordpol. — Rücktritt des Kabinetts Luther.— P i l f u d s t i marschiert auf Warschau.— Abbruch des englischen Generalstreik«-— 14.: Serrati, früherer Ehesredakteur des„Avanti", gestorben.— Deutsch. f ch we- bischer Handelsvertrag�— 17.: Marx Reichskanzler.— Bartel polnischer Ministerpräsident. Pilsudski Kriegsminister.— Einigung in der Studienkommission für die N a t» f r a g e.— Landtagsdebatte über die Putschpläne.— 18.: Der Bolttent» scheid angeordnet.— Beginn der Abrüstungsvorkonferenz.— 20.: Explosion derPulverfabrikHaßloch; 10 Tote. — 60 Jahre Buchdruckerverband.— 23.: Internationaler Iugendtog in Amsterdam.— Französischer Partestag in Cler- mont-Ferrant. Beschluß gegen die Regierungsbetestiguna.— 25.: Schweres Eisenbahnunglück bei München; 27 Tote.— Frieden». bitke Abb el Krim».— 26.: Zuchthausurteile für die Franken- fälfcher.— 8. Internationale Arbeitskonferenz.— Terrorwahlen in Rumänien.— 28.: Rationierung des Kohleverbrauch» in England.— 29.: Nachwahlsieg der Labour Party.— 31.: Rücktritt der schwedischen Regierung. SttttL 1.: M o»z i s ki mit den sozialistischen Stimmen zum polnische« Gtaatsprästdenten aewähll.— Stürmisch« Landtagsdebatt« in Preußen über Rechtsputsch.— 4; Dorpmüller zum Generaldirektor der Reichsbahn vom Derwaltungsrat ernannt.— 5.: Ankauf der Berliner Hochbahn; zum erstenmal das Verkehrswesen einer Großstadt kommunal vereinigt.— 6.: Der„Vorwärts enthüllt, daß Löbell«inen Briefwechsel mit dem Reichspräsidenten von H i N- denburg gegen den Volksentscheid veröffentlichen wird. — 6.; Ellernbeiralswahlen: die Liste Schulaufbau gewinnt mehr als 300 Sitze in Berlin.— Sozialistischer wahlsleg in Mecklenburg.— Volksentscheid in Schaumburg-Lippe gegen den Anschluß an Preußen.— Die Glasarbester beschließen die Verschmelzung mit dem Porzellanarbester-Derband zu einem Keramischen Bund im Fabrikarbester-Derband.— Dritt« Diskontermähigung von 7 auf 6f< Proz.— Brasilien bleibt dem Völkerbundsrat fern.— Die Finanzkontroll« über Dcutschösterreich ausgehoben.— 9.: Erfolgreiche Beendigung des Rummelsburaer Streiks.— Di« Derbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches über die Eisenbahner- löhne rechtswirtsaml— 10.: Zweiter Jahrestag der Er- mordung Matte ottis.— Die Regierung Marx erklärt den Hindenburgbrief als eine vrivate Angelegenheit — 11.: Der deutsch-russisch« Vertrag vom Reichstag ratifiziert.— Englische Not« an die Sowjetregierung wegen der finanziellen Unterstützung der Gewerkschaften.— 12.: Tschaidse, der Führer der georgischen Sozialdemokratie, gestorben.— Der Relchsbaus Hollsausschutz stimmt einer Kredstgarantie für Mannesmann zu.— 14: Massendemonstration im Lustgarten.— 15.: Rückirlkt Briand» wegen Finanzfragen.— Der Berliner Etat mst 89 gegen 88 Stimmen angenommen.— Bei einer Uebung des Roten Kreuzes auf dem Waynsee ertrinkt ein Schüler.— 200 Fleischoergift ungen in Kalkberge-Nüdersdorf.— Mitte Ium: Hochwasser in ganz Deutschland.— 20.: Volksentscheid über die Fürstenabsindüng: 141» Millionen Ia-Skimmen(1 700 000 Za-Slinunen in Berlin).— 24: Sozialdemokratische Reichstagsinterpellation gegen den Brot- wucher.— 22. Komplott gegen Kemal-Pascha aufgedeckt.— Welt- wanderungskongreß in London.— 23.: Neue Regierung Briand: Eaillaur Finanzminister.— 25.: Der Pan- amerikanisch« Kongreß spricht sich für die Schaffung eines ameri- kanifchen Völkerbundes au«.— 26.: Das Mieterschutzgesetz verlängert.— 28.: Da» Arbeilsbeschassnngsprogramm für die Erwerbs- losen im Reichstage angenommen.— 30.: Das Unterhaus nimmt das Gesetz über den Achtstundenorbeitstag im Bergbau an.— Manifest der elsässischen Sozialisten gegen die autonomistische Bewegung: neue Disziplinarurteile. Jttli. 2: Bürgerliches Zollkompromiß.— Reichsregierung zieht die fürstenvorlage zurück und bleibt im Amt.— Das Gesetz zum chutz der älteren Angestellten angenommen.— 3.: Schwere Wolkenbruchkatastroph« im Riesengsbirge. — 4: Umvetterkatostroph« bei Woltersdorf: 13 Ausflügler getötet, 50 Verletzte.— 5. Ruth Fischer vom Ckki aller Funktionsn enthoben.— 6.: Anschlußrede de» Reichstogsvrästdenten L ö b e in Wien.— Viert« Diskontoherabsetzung von 61- aus 6 Proz.— Lurtsregierung in Mecklenburg.— 8.: Straßenbahnzusammenstoß in Tempelhof: 19 Personen verletzt.— 10.: Der Solinger Industrie- oxbeiterverband beschließt seinen Uebertritt zum Deutschen Metoll» arbeiterverband— Caillaur unterzeichnet das französisch- englische Schuldenabtommen.— verbot des Potenkim- Film».— 11.: Bei dem internationalen Automobilrsnnen auf der Avus 2 Tat«, 9 Verletzte.— 13.: Der spanische Diktator Primo d« Rwera in Paris ausgepfiffen.— 14: Zwölf Todesurteile im Atten- tatsprozeß in Smyrno.— Handelsvertragsabschluß mit der Schweiz. — 17.: Da» Kabinett Briand-Caillaux gestürzt; Eingreifen Herriots gegen das Ermächtigungsgesetz.— 20. Die französische Währung erreicht mit 239 Franken gegen 1 Pfund Sterling ibren tiefsten Stand.— 21.: Bombenattentat in Kattowitz gegen das Kor- fanty-Blatt.— Kabinett Herriot gestürzt.— Einsturz des Funkturms am Magdeburger Platz.— 22.: Potncorö bildet ein Kabinett der Nationalen Einheit; Briand Außenminister.— Der Fememörder SchweiAhardt aus der Hast entlassen.— 25.: Wirbelsturmkatastrophe bei Grünau; Fleifchvergifwngen in Herzseld«.— 26.; Magdeburger Iustizskandal.— Adstimmungskomödie in Spanien über die Dik- tatur.— 27.: Anklagen des„Vorwärts' gegen den bayerischen Justiz- minister Gürtner.— Abessinien protestiert beim Völkerbund gegen das englisch-stalienisch« Abkommen.— 29. Der Schieber K u t i s k e r wird zu 5 Iahren Gefängnis und 4 Millionen Mark Geldstrafe ver- urteilt.— 31.: ktrchenstreik in Mexiko wegen der Inkraftsetzung der Sirchengesehe: Gegendemonstrationen der Gewerkschaften, Beschlag« nahm« der Kirchenoermögen. Attguft. 4: Schwer« Zuchthausstrafen im Budapester Koiumu» nistenprozeß— 5- Der Magdeburger Mörder Schröder gesteht; Zusammenbruch der reaktionären Hetze.— 6.: Ha�»elsprovssorimn mit Frankreich.— Moskau macht Litauen Angst wegen Polen.— 7.: Di« Krankenschwester Flessa wegen Totschlages zu 7 Jahren Zuchchaus verurteilt.— Poincores Finanzvorlag« in Senat und Kammer angenommen.— IlaNenifch-spanischer Schiedsvertrag.— 9.: Entfernung des faschistischen Generalstabschefs G a i d a au» der tschechischen Annee.— 11.: Versossungsfeiertag.— 13.: Protest der bulgarischen Nachbarstaaten wegen Grenzzwischenfällen.— Der ADGB. ruft abermals zur finanziellen Unterstützung der englischen Bergarbeiter auf.— Eisenbahn- katostrophe bei Langenbach in Bayern: 11 Tote. 25 Verletzte.— 16.: Preußen bewilligt 60 Millionen für den Wohnungsneu- b a u.— Di« Mehrheit der«nglisthen Bergarbeiter lehnt den Ver- mittlungsvorfchlag dar Bischöfe ab.— 18.: Südslawisch- griechischer Vertrag über Saloniki.— 19.: Attentat auf de» D-Zug Berlin— Köln bei Leiferde; 21 Tot«.— 20.: 25 Jahre Amster- damer Gewer kschoslsinlernattonale.— 22: Der grichische Diktator Pangaloe gestürzt und verhaftet.— 24.: Internationaler Nationa- litötenkongreß in Genf.— Spanien wiederholt fein« Ansprüche auf Tanger.— 26. KI« 30.: Tagung Ses WrLfkungsau�chusiez tmS 5«s Bureaus der Sozialistischen International«.— Der Faschismus befiehlt die Unnvandlung deutscher in italienische Namen. — 31. Die südchinesische Kontanarmee erobert hankau: der russische Botschafter verläßt Peking. September. f.: Beginn der Typhusepidemie in Hannover.— Ende der Inter- alliierten L u f t-f o n t r o l l e.— 3. Eröffnung der F u n k a u s- stellung am Kaiserdamm.— 4.: Rede Silverbergs beim Reichsverband der Deutschen Industrie in Dresden:„Es kann nicht ohne die Arbetterfchaft regiert werden."— 5.: Die Sowjetunion läßt einen„Varwärts"-Berichterstaster nicht zu.— 0.: Aufstand der Artillerieoffiziere in Spanien.— Polnisch-rumänische Militärkonvcntion.— 8.: Deutschland einstimmig von der 7. Bundes- Versammlung in den Völkerbund ausgenommen: Abreise der deutschen Delegation nach Genf.— Verkleinerung des Reichsfinanzmini- steriinns.— 10.; Einzug der Deutschen in Gens: Reden Stresemenns und Briands.— 11.; Spanien tritt aus dem Völkerbund aus.— 12. bis 19.: Internationale Werbewoche der Gewerk- schaften.— 13.: Erklärung von 700 Funktionären der Kommunistischen Partei gegen die Zentrale.— 14.: Der Hie-wieder-Krieg- Vertrag von Locarno in Gens ratifiziert und in Kraft gescht.— Faschistenterror in Rom.— l6.: Neuwahl des Völkerbundsrates. lä Mitglieder.— Deutsch-russischer Gefangenenaustausch.— Italienisch-rumänischer Vertrag ohne Garantie Bessaräbiens.— Frankreichs milstärifche Vorsichtsmaßnahme gegen den Faschismus.— 17.': Vereinbarung Streiemann-Briand Iii Tholey über eine Gesamt- lösung.— Politischer Ausschuß für die Uebermachung des Rund- funke.— 18.: Eröffnung der Hochschule des �deutschen Arbeitersports in Leipzig.— 19.: Gewerkschaftsdemonstration in Treptow.— Bildung des Zeiß-Phototrusts.— Einsturz der Odcrbrücke bei Garz. — 21.: Richard Fischer gestorben.— Zusammenstoß zwischen Polizei und Erwerbslosen in Breslau.— 23.: Polizeious stellung in Berlin.— 28.: Der französische Unterleutnant R o u z i e r tütet in Germersheim einen Deutschen und verwundet einen zweiten schwer.— Enthüllungen über die Dienstleistungen des Kronprinzen» sohnes bei der Reichswehr.— 30.: Verhaftung des Inwelenräubers Spruch in Breslau.— Abschluß des r u f f i f ch- l i t a u i f ch e n Garantie- und Nichtangriffsvertrages. Oktober. l.: Gründung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft(Euro- Pinscher Eisenpokt zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg).— homburger.hafenarbeiterstreik.— Pilsudski polnischer Ministerpräsident.— 2.: Todesstrafe in Italien eingeführt. — 6.: Rücktritt des preußischen Janenministers Severtng.— 7.: Grzcsinfki sein Nachfolger.— Der Bundestag des DBB. beschließt die Verschmelzung mit den christlichen Beamtengewerkschasten.— 8.: Der Reichspräsident genehmigt Seeckts Abschiedsgesuch.— Gärtner) Roth und Kohr vor dem Feine-llntersuchungsausschuß des Reichstags i» München.— 9.: A b e s s i n i e n von der eng- tischen und italienischen Antwort ans seine Beschwerde beim Völker- bund befriedigt.— Generalleutnant Heye„militärischer Berater des Reichswehrmtnisters".— 10.: Konferenz deutscher und englischer Industrieller in London.— 11.: Gründung der Kohlenverwertungs-A-G.— Erster Textilarbeite- rinnenkongrcß in� Gera.— 12.: Deutsch-tschechische Gemeinschasts- regiernng de» Bürgertums in der Tschechoslowakei: Ministerprösi- dent Svehlo.— 13.: Der thüringische Oberstaatsanwalt Frieders wegen sahrlössigen Falscheides zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. — Di« s ch w e d i s ch e Sozialdemokratie gewinnt 76 Mandate in den Provinzialwahlen.— 15.: Verlängerung der Berliner Polizeistunde auf 3 Uhr.— 16.: Leginn der sozialdemokratischen vierbewoche.— 19.: Der Entwurf eines unmöglichen Diktatur- g e f e tz e s veröffentlicht.— D o r p in ü l l e r als Generaldirektor der Reichs-Eisenbohngesellschaft bestätiot.— Beginn der britischen R«ich»konser«nz in London.— Freihandelsmanisefl der Unternehmet von 16 Staaken.— 19.— 28.: Erfolgreicher Streik der Angestellten der Berliner Gesundheitsindustrie.— 20.; S e i p e l zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt.— Eugen Debs, der Führer der amerikanischen Sozialisten, gestorben.— Bertrag von Köln: Reparationskohlenlieferungen nur noch durch freie Kaufverträge(statt Zwangslieferungen).— 22.: Bau- beginn am Mittellandkanal.— 23: Reichskanzler Marx gegen Wilhelms Rückkehr.— 24.: Direkter hochbahnverkehr von Warschauer Brücke über Gleisdreieck nach Westen.— 25.: Skobili- sierung des belgischen Franken(174,31— 1 Pfund Sterling), Belgo — ,5 belgische Frank.— 26.: Besprechungen der englischen Regie- rung mit dem G c n e r a l r a t der b r i t i s ch e'n G e w ö r k- schaften über den Kohlenarbeiterstreik.— Slnowjew als Prä- sident der Komintern abgeseht: die. anderen Opposstionsführer ihrer Posten enthoben.— 28.: Die gewerkschaftlichen Spitz enorgani- sationen fordern ein Notgesetz über den Achtstundentag.— 30.: Robert Dißmann gestorben.— 31.: Landtagswahlen in Sachsen: die Sozialdemokratie erhält 31 von 96 Sitzen. November. 1.: Angebliches Attentat eines ISjährigen Knaben auf Mussolini in Bologna: faschistische Lynchjustiz.— Große Erfolg« der Arbeiter- parte! bei den englischen Gemeindewohlen.— 2.: Gründung des englischen C h e m i e t r u st s: 1136 Millionen Mark Kapital.— 3.: Im L andsberger Fememordprozeß wird der Aug«- klagte Schulz freigesprochen. Kkapproth und Raphael erhalten Zucht- Haus.— 6.: Enthüllungen über Lockspitz eloersuchc der faschistischen Polizei in Frankreich.— 8.; Die Schweizer sozialistische Partei beschließt den Beitritt zur Internationale.— 9.: Erhöhung der Sähe der Erwerbsloseuunlerstühung um 10 und 15 Prozent durch Verordnung der Reichsregierung.— Die Oppositionsabgeord- neten in Italien ihrer Mandate beraubt; Gesetz zum Schutz des Staates.— 11.; Die Reichsregierung verabredet mit der sozial» demokratischen Fraktion Verständigung von Fall zu Fall.— 12.: China kündigt den einseitigen Handelsvertrag mit Belgien.— 13.: Annahme des Srisenfürforgegesehes(Wegfall der Wartezeit für alle Erwerbslosen und Regelung der Unterstützung für die Aus- gesteuerten).—.Die gewerkschaftlichen Spitzenverbändc fordern ein Notgesetz über den Achtstundentag.— 14.: Sozial- demokratische W o h t e r f o l g« bei den Gemeindewohlen in Sachsen, Baden, Kiel und Lübeck.— Rvssisch-türkische Besprechung in Odessa.— 15.; vorbereitende Westwirischastskouserea; in Gens.— 18.: Eingeborenenaufstände in Niederländisch-Indien.— Deutscher Wählsieg in Polnisch-Oberschlesien.— 20.: Ergebnis der sozialdemokratischen Wcrbewoche: 50 000 Mitglieder gewonnen.— Beendigung des englischen Bergorbeiterstreik»(Delegiertenkonferenz beschließt Ein- leitung von Verhandlungen für Distriktsabkommen).— Gründung des Mitteldeutschen Stahltrusts(Mitteldeutsche Stahlwerke A.-G., 50 Millionen Mark Kapital).'— 21.: Sozialistische vlerländerkonse- renz in Luxemburg über RheinlaadrSumnng und Abrüstung.— Schweres Bootsunglück auf dem Plauer See: 5 Personen ertrunken. — Die„D e u t s ch e A l l g c m e i n e A c i t u n g" fest sechs Monaten Reichseigentum!— Bucharin Präsident der Komintern.— 24.: Die Unternehmer in Gera und Greiz sperren die Weber aus.— 27.: Abschluß der britischen Reichskonferenz: Das Weltreich als Gemein- fchaft freier Nationen.— Eröffnung des Planetariums am Zoo. Dezember. 1.: Aussperrung von 26 000 Textilarbeitern m Sachsen-Thüringen.— 3.; Ein Schiedsspruch für sie mit 6 Proz. Lohnerhöhung verbindlich erklärt.— Aussperrung der Schuh- arbeit er in Burg und Weißenfels.— 3.: Die dänischen Wahle n enden mit dem Rücktritt der sozialdemokratischen Regierung Stauning.— 3.: Schund- und Schmnhgeseh angenommen. — 4.: Enthüllungen des„Manchester Guardian" über russische M u n i t i o n s l i« s c r u n g c n an die'Reichswehr.— Landtagsdebatte über den Dortmunder Schulstre>k gegen einen konsrssionslesen Schukrat.— 6.: Der mDvpnteffiche Fraktion«. führer Scholz fordert in Insterburg den L ü r a« r b l o ck.— Italienisch-albanischer Vertrag.— 12.- Oesterreich, Tschechoslowakei, Ungarn in der Int. Rohstahlgemeinschoft.— 13.; Arbeitsgerichts- gefeh angenommen.— Einigung in Genf: Ende der Mililärkon. trolle.— 14.: Der kaiserliche Kanzler Michaelis vor dem Untersuchungsausschuß des Reichstages.— A u to r u f a n l a g e in Berlin.— 15.: Die Sozialdemokratische ReichstaVfraktion fordert, zur großen Koalition bereit, den Rücktritt der Rerchsregierung.— I 464 000 hauntunterstutzungsempfänger.— Terra r- wablen in Ungarn, 14 Sozialdemokraten.— Genosse Albert K o h n, Direktor i. R. der Ortskrantenkasse Berlin, gestorben.— 17.: Sturz des Kabinetts Marx: Reichstag und Regierungsbildung vertragt.— Militärputsch in Litauen.— 18.; Das Großkraftwerk Ruinmclsburq nimmt die Stromerzeugung auf.— General- ausfperrung in der Schuhindustrie beschlossen.— 21.: Britisches Rlcmorandum kündigt eine neue CHIaapolitik Englands an.— Der Germersheimer Leutnant R o u z i e r wird vom französischen Kriegs- gericht freigesprochen.— 23.: Das Reichsarbeitsministerium verlängert durch Schiedsspruch das Rlehrarbeitsabkomme« im Mitteldeutschen Braunkohlenbergbau bis zum 30. AprU 1927 und damit auch die 12-Stunden-Schicht.— 24.; Der Pariser Ministerrat b e- gnadigt die deutschen Verurteilten von Landau.— Die französischen gewerkschaftlich organisierten Beamten beschließen den Wiederanschluß an die Amsterdamer Gewerk- schaftsinternationale.— Aufhebung des Fechenboch-Urtells durch das Reichsgericht.— 27. Reichstagsabg. Genosse Fritz Z u- b e i l, 78jährig, gestorben.— 28.: Die Bergarbeiterverbä'nde in Mitteldeutschland lehnen den Schiedsspruch ab.— 29.; Deutschlands 11. Schiedsvertrag, mit Italien, unterzeichnet. Theater See wache. La« 2. Januar dt« 10. Januar 1227. bOeMfexc: 7. RaKtnKl.». Bfiformf. 4 811 Ml min — C»et an Wal, b« Stambltf: 2. Otbells. 8. Lobenarin. t.©et itlimeni-c KollSnber. 5. Maslenball. 6. Mona Eifa. 7. Slnwiriäoiizert. 8.©er Tcha«. Oräber. 9. RosrnSir-alitr. 10. TrouUad«rr.-» Staatliche»«chaafpicöjau*: i. 8. Lullt. S, Cbartei,? Taut». 4. ffiqerws Sock«it. 5., 9-, 10. SwmTft 7. 5uqeird. S. Peer Sunt.— Schiller-Tbeattr: 2. WalleayetU» Loaer. Piccft- llmiint. 3.. 4.. 5., 9-, 10.©rei Schwestern. 8. Wilhewi Teil. 7„ 8 Wallen, steine Tnd.— Deutsche» Theater: Zieidhaicht»va Sneiseiuiu.— Rannerspiel': Ollavatrida und©a» Beilchen.— Die JtanZdie: Die(Sefanacne.— Lcfimfl- Theater:©et Diktator.- Theater i« her SS-iaarähri Stroh«: Wr». Tlrrneno Entr.— Städtisch« Oper, Charlotten dura: i To» ca. 3. Jugend im Ma>. 4. Sin Maskenball. 5. Tristan und Isolde. 8. Di« Boheme. 7. Marooret-. 8. Turandot. 9. ssidelio. 10. Carmen.— Stehe, Schauspieldan»: Bon Munb «u Mund.— Di« Tribun»! Der Liebes trank.— Deutsche» RSn stier. Theater: Di« Niinigin.— Rnnädieohan«: ssrüchtchen.— Zicsident-Theater: Ab st eise. auartior. � tzentral-Zheater: Der Trompeter»01» Rhein. Theater in her Samnandantenftrah«! Bis 4. Ein tollet Einfall. Ab 5. BMa Barikendorf.—. Theater an Schitfbanerdann: Das Stabnal des unbekannten Soldaten.— Sonisch« Oper: Riiiw Balieffs Ehauve-Svirris-Theater.— Lnstspielhau»: Surra— ein Junael— Mciropol. Theater: Die.girkilsprimeffin.— Thalia. Theater! Der otohe und der kleine Maus.— Theater an Raleudarfpla»: Nluhlcute.— Theater an Anefürstendann: Vi» 7. Die!Zmu an der«ettr. Ab 8. Masor Barbara.— Kleine» Theater: Ich, USA,— Ballner. Theater: Dos blonde Wunder.— Theatee in de« Klostetftrahe: i, S.. 8. Die Eb-e. 4., 9. Meiseken. 5., 8. Spanische Älieqe. 7, Gespenster.— Walhalla. Theater: Es war einmal i» Seide lbera— Theater la der LSHansttahe: Di« türkischen Gurken.— Schlohpark- Theater Stralih! 2. Lumvatioaaabitnbu,.— Theater im Abmital»palali: tballer-Revue An und aus.—«internarte» und Seala: Internationales Da riete.— Reichs hallen. Theater: Stettiner Säuger. Rachmittag»»-« st elluaaeu. DoIksdShae: 2. Balpeme. 9. Rocht. aspl.- Staatliche» Schanspielhane: 2.. 9. Donvelselbsllnord.— Theater in de« Käniggeähet Strohe: 2„ 9. Was ihr wollt.— Deutsche, RKastlet-Thmtet: 9. Dtp sröbUche Weinbera.- llomädienhan,: 2.. 9. Der Garten Eden.- Resident- Theater: 2. Atsteiacauartier.— Theater in der Ronamudantenftrahe: g Pssia Bankendorf.- Theater am Schisfbauerdamm: 2.. 9.©er Gei,iae.- Samischc Oper: 1„ 2. Die glederinous.— Thalio-Th ratet: 9. Lottckiens Gebur>»ton Erster Nlasse.— Theater in der Klasterftrah«: 2.. 5. Dönsel und Gretes. 8.. 9. Struwelpeter.— Walhalla-Theater: 2., 8., 9.. 8 Ilhr, Die Puppenfee. 4'-3 Uhr E» war einmal in Seidelbcra.— Theater in der Lühgnstrahe: 9. Die türkische» Gurken.— Schlohpark-Theater Steglih: 2. Lumtnusivagabundus.— Theater im«dniral»palaft: 2.. 9. An und aus.— Wintergarten und Seala: 1., 3. Internationales Barict«.— Rcichshallen.Zheater: 1.. 2., 9. Stetttner Sänger. I!>. die ! 4 f» J-* j- Cheviot- Kleider] Popelin- Kleider] Pullovci Kostüme mit PcbJ Scalplüscb- M ä n t e Ii Sic werden jetzt so- fort wissen, doch es nur eine einzige Möglichkeit für Sic gibt---— schnell kommen, ausgiebig kaufen! Fantasie- Mantel Binsen Kleider Flausch Mäntc Röcke Velours- Mäntel mtt Pclzbeaalt Kinder- Mäntel Samt- Kleider nskimo- Mäntel Gcscllsch. Kleider Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt Beginn am Montag, d. 3. Jan. morgens 9 Uhr Nachdrud von Wort und Bild verboten I Königstr. 33 Chausseestr. 113 Oranienstr. 40 Ai«Biir.Ai«zaiid«rpl. b«Im Slatllnor Bahabof Abi O ran l bb. B la t s Di« obigen Angabole stehen Ihnen ab Montag sur Verfflgung!— ScbrlfUlcho Bestellungen kSanen nicht berucfcsiohtigl werden! fe ".H � E 7V K/Vi Vv, 4 U* u> JtndriTf Jackett- Anzüge Dtren« etnzelM Aazflw In viel Stoff» rfea und Mustern•••••■••-•* 58,—» 32,— �5,— 18, Anzüge, aus Icammgarnartigen Gabardine-». anderen Stoffen L 27,— Lodenmäntel, für Damen und Herren, Imprägnierter Strichloden, 27,—, 24,—% 18.—, 16%— Lodenmäntel aus reinwollenem Kamelhaarstrichloden. für Herren und Damen, in vielen Farben und Qualitäten, Preis je nach Schwere........ 50.—, 44,—, 39.—, 35.— Damen-Mantelstoffe, reine Wolle, hervorragende Qualitäten............. Meter 2,90 Oamen-Kostümstoffe, la Qual, 3,50, 2,90, 2,50 Covereoatstoffe. 140 cm breit•••• Meter 2.25 Manchester, gute Qual, viele Färb., Meter 1.90 Westen, Fantasie- v. 4,50, Wasch- v. 3,—% Stoffwesten von 2,76 au Beruf sbekleidxmg Blaoe Monteuranzüge von 4,50, Malerkittel von 2,96 an Mechanikerkittel von 3.76. 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Jackett gefüttert mit Breeches.................... von 36%— na SÜD Damen-Pullover, sehr elegant, mit Pelz- Imitation besetzt........................ 436 Strickwesten L Herr. u. Dam. I schönst Färb. 4.70 Herren-Oberhemden aus vorzüglichem Zephir mit gefütterter Brust Klappmanschetten. 1 steilen, 1 weichen Kragen 330 Herren-L'o terbosen. grau Futtertrikot, Innen weiß. Gr. 4.............................. 130 Damen-Hemdhosen, normalartig und weiß.. 130 Damen-Scblüpler. extra schwer............ 130 Frauen-Untertaillen. grau Futtertrikot.#ehr gute Qualität------------------ 135 Frauen-Unterröcke, graa Trikot...... 1.16 Barcbentlaken. weiß, mit roter nnd blauer Kante. 190/140 cm...................... 230 Lakenstoff. Halbleinen, vorzügliche Qualität 150 cm breit%................... Meter 130 Küchentücher. Halbleinen, m. kl Fehl.. Stück 038 Baer Sohn s Berlin nur Chausseestraße 29/30 nt.1 ♦»4.�ahrgaag 4. Seilage öes vorwärts SonnabenS, 1. Kasuar l»27 Eingestellte unö Sozialpolitik. Von Siegfried Aufhäuser« Jahr 1926 war für die Angestclltenbewegring eine Belastungsprobe. Auf der einen Seite hielten die ungünstigen Auswirkungen der W i r t f ch a f t s k r i f e auf den Stellen- markt wester an, wobei die Mängel der dezentralisierten Ar- beitsoermittlung, das Unwesen der Chiffreanzeigen besonders in die Erscheinung traten: auf der anderen Seite begann die „Rationalisierung" die Stellenlosigkeit zu vermehren. Das Ueberstundenübel, wie es im abgelaufenen Jahr innerhalb der Anaestelltenberufe besonders wucherte, zeigte erneut, daß tech- vische und organisatorische Rationalisierung noch keine Wirt- schaftlichkeit bedeuten, wenn sie nicht mit einer wachsenden Menschenökonomie in Wechselwirkung verbunden ist. Der leise Vorwurf, der immer wieder gemacht wird, als läge diese Mißhandlung des A ch t st u n d e n t a g e s an einer ungenügenden Aktivität der Angestelltenverbände, ist unbe- rechtigt, wenn man die große Zahl der Unorganisierten be- achtet, die es auch in Deutschland trotz der(international ge- sehen) relativ starken Berufsorganisationen immer noch gibt. Das Jahr 1926 gibt Anlaß, einmal wieder deutlich zu den Masten derer zu sprechen, die Jahr aus Jahr ein müßig am Wege stehen, um zuzusehen, wie die gewerkschaftlich Organi- sierten Opfer bringen und für die anderen die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Angestelltengewerkschaften der drei großen Richtungen dürften zusammen fast eine Million Mitglieder zählen, eine gewiß ganz stattliche Zahl; aber ist nicht die Zahl der U n- organisierten heute noch ein bis einundeinhalb Millio- nen? Der Vergleich von Organisationsziffern gibt auch zu denken, wenn man die Gewerkschaftler und die Sportler gegenüberstellt. Bei aller Anerkennung der Sportbewegung und der Notwendigkeit körperlicher Ertüchtigung soll doch schließlich das Anwachsen des Sportes nicht a u f K o st e n der geistigen Bewegungen unseres Volkes vor sich gehen. Bei den Angestellten muß die Frage der Organisationsstärke aufge- warfen werden, weil sich hier ein merkwürdiges Mißverhältnis zwischen den großen sozialpolitischen Erfolgen der Berufsver- bände und der Entwicklung der Mitgliederzahlen ergeben hat. In dem.�"hre 1926 allein waren es vier große Reformen, die den so ialen Fortschritt bestätigen, wie ihn die gewerk- schaftliche Angcstelltenbewegung unter Ueberwindung großer Widerstände erreicht Hot. Das Reichsknappschafts- g e s e tz brachte die Beseitigung der lästigen Doppeloersicherung. eine verstärkte Selbstv«rrvaltung die Abwehr der von der Gegenseite geplanten Verschlechterung der Renten. Das K ü n- digungsschutzgesetz vom Juli 1926 hat zum erstenmal das wichtige Prinzip der ungleichen Kündigungsfristen, das heißt des besonderen Angestelltenschutzes gegenüber dem Unternehmer als Vertragskontrahentcn in die Wirklichkeit um- gesetzt. Die Krisenfürsorge zur Erwerbslosenverord- nung hat der Masse von ausgesteuerten arbeitslosen Ange- stellten wiederum einen gewissen Rückhalt durch die vffent- liche Unterstützung verschafft. Das eben verabschiedete A r- beitsgerichtsgesetz bringt allen Angestellten eine verbilligte und beschleunigte Rechtsprechung in Arbeitsstreitig- leiten unter unmittelbarer Mitwirkung von Berufskollegen und-kolleginnen als Arbeitsrichter. Die Arbeiterschaft Deutschlands hat vor dem Krieg« Jahr- zehnte gekämpft, um die soziale Gesetzgebung auch nur einen Schritt norwärtszutreiben. Die Mäste der unorganisierten An- gestellten von heute läßt sich in einem Jahr die genannten vier großen Gesetzgebungswerke(abgesehen von vielen anderen Schutzmaßnahmen) präsentieren, beklagt sich noch gelegentlich. daß nicht mehr erreicht(?) worden ist, ohne daraus gewert- schaftliche Konseqquenzen zu ziehen. Die Mitgliederzunahme der Angestelltenverbände aller Richtungen in diesem Jahre sozialpolitischer Erfolge ist nicht befriedigend. Der vermehrte gesetzliche Angestelltenschutz hat offenbar einen Teil der In- differenten in seiner Bequemlichkeit noch bestärkt, er hat jeden- falls bei den Masten der Unorganisierten keine besondere Aktivität ausgelöst. Es genügt deshalb nicht, daß dieRichtungstämpfe der organisierten Angestellten miteinander durchgefochten wer- den. Der Kampf gegen die Unorganisierten muß in stärkerem Maße im kommenden Jahre aufgenommen werden. Es ist unsittlich, andere für sich kämpfen und opfern zu lasten. Die soziale Durchdringung des Volksstoates macht es erforderlich, das Netz der Organisatton zu verdichten. Die Werbearbeit für die Gewerkschaften ist mehr als Derbandstätigkeit, sie ist ein Stück sozialer Arbeit überhaupt. Das abgelaufene Jahr hat freilich auch gezeigt, daß die Sozialdemokratische Partei in der konsequenten Vertretung des Organisations- gedonkens und des Kollektivismus nicht nur die Rechts- Parteien des Reichstags, sondern vor allem die Kmümumstische Partei gegen sich stehen hat. Es ist ein Derbrechen an der deutschen Arbeiterbewegung im ganzen, daß sich eine„Ar- beiterpartei" bei jeder Gelegenheit, insbesondere aber in der Sozialgesetzgebung immer wieder zur Vertretung der„Un- organisierten" aufwirft. Der Kongreß der„Werktätigen" war nur ein Symbol für diese Richtung der Kommunisten. Im Reichstag war jene Tendenz weit gefährlicher, denn dort trafen die Kommunisten mit ihren Forderungen für die Unorgani- sierten jeweils zusammen mit den Gelben. Die Sozialdemokratie hat beim Knappschaftsgesetz durch- gesetzt, daß nur die gewerkschaftlich Organisierten Vorschlags- berechtigt zu den Selbstverwaltungskörperschaften sind. Jene Bestimmung hat bei den Industriellen, den Gelben und einigen Wissenschaftlern vom Schlag« des Herrn Stier-Somlo einen Proteststurm hervorgerufen. Die Ausgestaltung des Arbeitsgerichtsgesetzes hat aber eine weitere Festigung des Gewerkschaftsrechtes gebracht. Auf Arbeitnehmerseite sind nur unabhängige Gewerk- s ch a f t e n vor den künftigen Arbeitsgerichten parteifähig. Die Uebertragung der Prvzeßoertretung an die Organisations- Vertreter ist zwar kein„Privileg", aber sie ist die Legitimatton der Gewerkschaften, in der weiteren Entwicklung des Arbeits- rechts Träger des Kollektiogedankens zu sein. Zum Kollektivis- mus gehören nun einmal Koalitionen der Arbeiter und Angestellten. Die Unorganisierten können nicht verlangen, daß sie neben den Gewerkschastsvertretungen eigene Kollettiovertre- tungen erhalten. Es wird also auch den Kommunisten in der weiteren Gesetzgebung schwerlich gelingen, durch besondere An- reize an die Unorganisierten die Aufwärtsentwicklung des Gewerkschaftsgedankens zu hemmen. Diese Entwicklung wird ollmählich auch die noch unorga- nisierten Angestellten zum Rachdenken zwingen. Sie werden im Arbeitsstreit mit ihren Unternehmern den Weg zu den An- gestelltengewerkschaften finden müssen, um durch eine voll- wertige Prozeßvertretung im gewerkschaftlichen Sinne ihr Recht zu bekommen. Der Angestellte, der sich auch künstig jeder Berufsorganisation versägt und deshalb einer hem- mungslofen Ausbeutimg seines„organisierten" Unternehmers verfällt, mag erkennen, daß nicht der Egoismus des einzelnen, sondern nur die Solidarität aller den Weg ins Freie weisen kann. Darum gilt für 1927 die Parole: Auf zum Kampf für den weiteren Ausbau der Sozialgesetzgebung, heran an die Unorganisierten! der Schieüsfpruch für üie Schuhinüuftrie. Zustimmung des Verbandsbeirats der Schuhmacher. Der Beirat des Zentraloerbandes der Schuhmacher hat gestern zu dem Schiedsspruch Stellung genommen und trotz wesentlicher Bedenken demselben in Anbetracht der ganzen Situation zugestimmt. Die Erklärung der Schuhfabrikonten steht noch aus. dach wie sie auch aussollen mag: die Aussperrung, deren Androhung ihre Wirkung leider nicht ganz vcrfehll hat, ist erledigt. die Weihnachtsgeschenke üer Reichsbahn. Worüber die Hauptverwaltung der Reichsbahn schweigt. Uns wird geschrieben: Die hier erhobene Forderung, daß der Reichstag durch Einsetzung eines Untersuchungsausschusses für die Finanzgebarimg der Reichs- bahn endlich eine öffentlich« Kontrollmöglichkeit schaffen solle, hat die Hauptverwaltung der Reichsbahn etwas aus dem Gleichgewicht ge» bracht. Die Herren sehen ihre heiligsten Güter bedroht und ver- suchen deshalb durch Ablenkung den wahren Angriffspunkt zu ver- lchleiern. Wir fragen deshalb: Trifft es zu. daß der Ztorrupttonsfond» eingeführt wurde, wobei man die Mitwirkung der Leamtev- und Betriebsröte absichtlich ausschloß? Zu welchem anderen Zwecke als dem, sich nicht l» die Karte» sehen zu lassen, geschah diese Ausschließung? Trifft es zu, daß die Direktionspräsidenteu vierteljährt, ch je 12 000 Mark aus den, sogenannten Korruptionsfonds erhalten haben? Trifft es zu, daß a l l e Mitglieder der Haupwenvalwng, alle Amtsvorstände und Direktionen und die übergroß« Zahl der Dienst- Vorsteher bis zu den Bahnhöfen 2. Klasse herunter je nach ihrer Zugehörigkeit zu der entsprechenden Besoldungsgruppe Summen. die drei-, vier- und fünfstellige Zahlen sind, durch Scheckzahlung er- halten haben? Wieviel Prozent der Angehörigen der einzelnen Besoldungsgruppen haben welchen Prozentsatz der Gesamtsumme erhalten? Stieg die gezahlte Summe mit der Höhe der Besoldungsgruppe, der der einzelne Beamte angehörte? Wenn die von uns angedeuteten Summ« in das Reich der Fabel gehören, dann fragen wir die Hauptverwaltung öffentlich: Welches Weihnachtsgeschenk haben sich der Generaldirektor und die einzelnen Direktoren bewilligt? Ist es zutreffend, daß diese Zahlungen entgegen den ge- setzlichen Vorschriften seit drei Iahren nicht ver- steuert worden sind? Was sagt dos Reichsfinanzministerium dazu? Die Hauptverwaltung der Reichsbahn hat das Watt, damit der einzusetzende Untersuchungsausschuß an der Hand der ösfentlich be- kannt gegebenen Zahlen seine Arbeiten beginnen kann. * Die Hauptverwaltung der Reichsbahn legt Gewicht darauf, daß wir, ihrer Berichtigung folgend, einzeln anführen, welche Ausgaben außer den von uns so genannten Korruptionszulagen auf das per- fönliche Gebiet fallen. Hier sind sie: Reife- und Umzugskoften. Reben- bezüge des Fahrpersonals, Aufwandsentschädigungen für Nachtdienst. Belohnung für Diebstahlentdeckung und Bahnfrevel, Rangiergelder an Beamte und Arbeiter, Beiträge für Dienstkleidung, Verlustevtschädi- »ung für Kassenführer. Unterstützung für ehemalige Beamte und deren Hinterbliebenen, Unterstützungen für Angestellte, Arbeiter und deren Hinterbliebenen. Rotstandsbeihilsen, gesetzliche Wohlfahrt?- ausgaben, Wohlfahrtsausgaben darüber hinaus, darunter Zahlungen für Arbeiterpensionskasse, Tubertulosenfürsorg«, Krantenversorgung. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn sagt allerdings nicht, wie hoch die geleisteten Beiträge der Beamten und Arbeiter sind. Wir werden ja sehen, ob sie darüber hinaus auf die Fragen unseres Korrespondenten eine Antwort finden wird. Unser Inventar' Aas vcrkGuf beginnt am 3. Januar! Herren- Haßjidmhe, hochfein weih gedoppell � 90 Damen-SpanS enidmhe besondere Gelegenheit.. 4 7.90. etht Rindbox Damen- Lack- Spanien' ZT 90 n. IL-Chevr.- Modepomp»" Herren- SchnOrttletel, Rindbox gute QuaUtfii.. 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Von den durch die Sozialdemokraten de- gonnenen Zlrbeiten nennen wir die ll m �e sta lt n n g de r La n d � m i r t s ch a f t s ka m m e r.?n der jetzigen Landwirtschaftskammsr sitzen lediglich vier Vertreter der Landarbeiter, die von den Großgrundbesitzern Mecklenburgs bestimmt sind. Die Sozialdemokraten des Landtages, unter denen sich drei Mitglieder des Deutschen Landarbeitervcrbandes befinden, ein Gauleiter, ein Kreisleuer ured ein Forstarbeiter, haben beantragt, doß d'« Landwirtschaftskcmnner künftig zu einem Drittel aus Vertretern der Landarbeiter bestehen soll, die in direkter Wohl zu mahlen find. Die Regierung wird einen entsprechenden Entwurf in nächster Zeit vorlegen. Di« Regierung Kot noch vor Weihnachten einen umfangreichen � Begnadigungsakt oorgsnoinanen, der mancl>em Landarbeiter,! der durch die Rch der. Zeit sich eine Straf« zugezogen hat, die Mög-- lichkeit gab, Weihnachten.im Kreise seiner Angehörigen zu feiern. Bemerkenswert waren nvitere Ausführungen der iozialdemo- t ratischen Minister im Rechisausschuß. Der Ministerpräsident,«in .Sozialdemokrat, erklärte unter anderem, daß die Tifgirrurg alles tue und wa wolle, uni der mecklenburgischen candarbeiierschai- zu Helsen und sie zu beschützen. Dazu brauche sie allerdings die Mithilf« der lsandarbeitericliaft, die sich organisieren und durch Tarifvertrag« menschenwürdige Arbeitsbedingungen schaffen müsse. Lnr Laufe der Aussprache enthüllten die sozialdemokratischen Landtogsabgeordneten de unerhörten Beispiels des Terrors gegen die freigewerkfchaftlich organisierten Landarbeiter. Die unglaublichsten und in ihrer Wirkung tragischsten Fälle, bei denen Schläge mit dem Krückstock ebenfalts«ine Rolle spielen, wurden vorgetragen. Das Staats- Ministerium läßt durch sein« drei Minister mitteilen, daß die Regierung mit den schärfsten Mitteln gegen renitente Gutsbesitzer vorgehen wird. Wenn Lanoarbeiler wegen gewerkschastlichrr oder politischer Betätigung orbeiis- und wahnungsloz gemacht werden. wird die Stavtsregicrung diese Arbeiter auf dem betreffenden Gute ansiedeln. Das Finanzministerium erklärt, daß es zukünftig einen Passus in die Domänen Pachtverträge aufnehmen wird, nach dem die Verträge gekündigt werden, wenn der Pächter auf Grund feines wirtschasilichen Uebergewichts den Arbeitern ihre politischen und wirtschaftlichen Recht« be- schneidet und schmälert. Wir sehen jedonfalls, wie von dm Sozialdemokraten durchgegriffen wird, wenn die Arbeiter die Möglichkeit dazu schaffen. In allen Teilen Deutschlands ist dazu Gelegenheit gegeben, wenn die Arbeiter in Stadt und Land bei Wahlen der Sazialdsmokratie ihre Stimme geben. Das darf nie wieder vergessen werden. ?hr laßt öen /tonen schuldig werden... Vorbeslrafk— ausgestoßen. Ein Arbeiter hat eine Reihe von Freiheitsstrafen verbüßt wegen Diebstahls, Hehlerei, Betruges, Unterschlagung. Er hat später als Parkarbeiter beim Bezirksamt Zehlendorf Beschästigmig gefunden. Bei seiner Einstellung wurden ihm, wie üblich, ver- schiedene Fragen gestellt, darunter auch die, ob er b e st r a s t sei. Natürlich mußte er fürchten, nicht beschäftigt zu werden, wenn er diese Frage wahrheitsgemäß beantwortete. Cr gab sich also als unbestraft aus, wurde eingestellt und arbeitete zur vollen Zu- friedenheit. .-. In feinem Arbeitsverhältnis hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Doch seine üble Vergangenheit wurde ihm zum Verhängnis. Das Bezirksamt erhielt Kenntnis von dem Straf- rsgister des Arbeiters. Cr wurde entlassen, weil er aus ausdrück- liches Befragen seine Bestrasungen verschwiegen hatte. Der Be- triebsrat erklärte die Entlassung als unbillige Härte und erhob Ein- spruch beim Arbeitsgericht."Der Vorsitzende des Betriebsrates betonte, die versehlungen des Entlassenen sollten in keiner Weise beschönigt werden. Es sei selbstoerständlich, daß er nicht an einer Stelle beschäftigt werden könne, wo er Gelegenheit habe, sich an fremdem Eigentum zu vergreifen. Aber als Parkarbeiter biete sich ihm solche Gelegenheit nicht. Hier sei ihm die Möglichkeit zu ehrlichem Erwerbe geboten. Es würde eine große Härte sein, wenn man dem Manne, der verheiratet und Vater von zwei Kindern sei, diese Möglichkeit nehmen wollte. Die Klage wurde abgewiesen. Wie Obermagistrotsrat Schultz oerkündete, hat sich das Gericht nur schwer zu diesem Urteil entschließen könne». Aber es habe doch berücksichtigt werden müssen. baß es sich bei dem Entlassenen nicht um«in einmaliges Straucheln, sondern um vielfache Vergehen und uni recht erhebliche Strafen handelt. Es könne der Verwaltung nicht verdacht werden, wenn sie einen solchen Mann nicht beschäftigen wolle. Was soll nun ans dein Manne werden, wenn jeder Arbeitgeber so denkt wie das Bezirksamt Zehlendorf, und wenn jede» Arbeits- gericht so urteilt, wl« e» in diesem Fall« geschehen ist? Dann ist dem Arbeiter, der sich durch ehrlich« Arbeit forthelfen will, jede Arbeitsmöglichkeit abgeschnitten, und es liegt die Gefahr vor, daß er aufs neu« die Bahn des Verbrechens beschreitet, wenn er nicht mit seiner Familie verbungern will. Man soll dem Bestraften die Rückkehr zu ehrlicher Arbeit erleichtern, aber nicht abschneiden._ Kein Setrieberat im Hotel Excelsior. Herr Elscher moralisch oerurteilt. Das Berliner Gewerbegericht, das Amtsgericht Lerlin-Mitte und auch das Landgericht und Kammergericht haben im Laufe des legten Jahres den Unternehmer des Hotels Excel sior, Kurt Elschner, wiederholt zur Zahllmg eines Schadenersatzes �n entlassene Arbeitnehmer wegen Nichtbestehens eines Betriebsrats verurteilt. Der„Vorwärts" berichtet« erst kürzlich wieder einen Fall, der vor dem Berliner Gewerbegericht verhandelt wurde. Neuerdings wurde Herr Elschner durch Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte vom 5. November 1926 gehalten, an einen Feinbäcker ä80 M. Entschädigung zu zahlen. Der Kläger war entlassen worden, weil er angeblich einmal zehn Minuten zu spät zur Arbeit angetreten ist. In den Evtscheidungsgründen heißt es:„Es war zunächst davon auszugehen, daß die Tatsache, daß in dem umfangreichen Betriebe ein Betriebsrat nicht existiert, auf bewußter Außerachtlassung der Bestimmung des Betriebs- rotegesetzes durch den Beklagten beruht. Der Beklagte hat selbst nichts dagegen vorgebracht. Ob die Darstellung des Klägers oder des Beklagten hinsichtlich der Verspätung und der Nichtein- Haltung der Essensordnung zutrifft, mag dahingestellt bleiben. Bei der Säumnis des Klägers handelt es sich jedenfalls um einen Einzelfall wählend semer bereits zwei volle Jahre währenden Tätigkeit bei dem Beklagten. Der Beklagte beruft sich nun noch dar- auf, daß Kläger entgegen der Hausordnung in der Küche ge- g essen habe. Der Kläger, der übrigens unstreitig freie Kost hat. würde sich damit doch ober nicht in einer seiner Entlassung rechtfeltigenden Weise vergangen haben. Der Beklagte betont zwar, daß es sich dabei um eine strenge Vorschrift handle, deren strikte Einhaltung er verlangen müsse. Demgegenüber muß folgendes erwogen werden: Ob die Führung und das Verhalten eines Arbeit- nehmers derartig ist, daß seinem Arbeitgeber eine Zusammenarbeit nicht mehr zugemutet werden kann, kann nicht bloß noch der Person des Arbeitnehmers, sondern muß auch nach den, im Verhalten des Arbeitgebers liegenden Umständen bewertet werden. Der Beklagie kann die strenge Beachtung seiner Borschristen begrllndeterweise nur dann erwarten, wenn er selbst seinen Betrieb vorschriftsmäßig, insbesondere unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen führt. Er kann sich aber nicht auf verhältnismäßig gering- sügige Unterlassungen berufen, wenn er sich selbst nicht an gesetzliche Betriebsvorschriften hält. Nachdem auf Grund der Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes, nach denen Strafanträge nur durch eine Betricbsvertretung gestellt werden können, die Staatsanwaltschaft gegen Herrn Elschner versagt, wird ihm hoffentlich nunmehr ourch die Zivilgerichte bei- gebracht werden, daß er einen Wahlvorstand zur Wahl des Belriebsrots zu bestellen hat. Der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafäange- stellten wird für seine Mitglieder deswegen erneut an die Firma herantreten._ Tarifkundigungcn in Frankfurt a. M. Der Deutsche Metallarbeiterverband hat den Lohn- t a r i f für die Metallindustrie der Bezirke Frankfurt o. M., Darm- stadt, Hanau, Höchst und Osfenbach zum 31 Januar 1927 ge k ü n- d! g t. Gleichzeitig hat auch der Fabrikarbeiterverband den Lohntarif in der chemischen Industrie gekündigt. Hier- mit sind die beiden stärksten Industriegruppen des Bezirks Frankfurt in einen Lohnkompf eingetreten. -» Luch im Kreise Solingen hat der Metallarbeiterverband den Tarifoertrog, der eine wöchentliche Arbeitszeit von 52 bis SS Stunden vorsieht, zum 31. Januar gekündigt. Die Erhebungen über die Erwerbslose«. Das.Reichsarbeitsblatt" veröffentlicht in seiner neue. sten Nummer Einzelheiten über dos Ergebnis der am 2. Juli über das ganze Reich veranstalteten Erhebungen über die Erwerbslosen. Bon den damals gezählten 1 594 300 Erwerbslosen gehörten 1276 319, d. h. 80,06 Proz. männlichen, und nur 317 981, also tp.94 Proz., dem weiblichen Geschlecht an. Die Zl n g e st e l l i e n stellten mit 144 190 Erwerbslosen ungefähr den zehnten Teil der Gesamtzahl. Die größte Gruppe der Erwerbslosen mit fast 30 Proz. stellten die ungelernten Arbeiter. Bei den erwerbslosen Angestellten überwiegt die Zahl der Frauen mit 13sh Proz. gegenüber nur 8 Proz. bei den Männern. Die kauf- man nijchen Ange st eilten waren mit 100 000, die technischen mit 25 000 Erwerbslosen vertreten. Außerdem wurden unter den g-tzählt. Dem Alter»ach entfällt der«M KiT Pm», auf die 20. bi» ZSjährige» Sr»«rd»l»s»» n*' jüngsten Arbeitnehmer bi» zu 18 Jahre» stellte» 49674 die ältesten über 70 Jahre 12142 Erwerbslos«. Illteruatiou«ler Songretz der London, 31. Dezember.(WTB.) Ffle de» 27 w* 29. 1927 ist die Abhaltung eine» Internationale» Kongreß«, der stcherungsstatistiker in London geplant. Seit de» Ainsterbamer greh von 1912 hat kein« internationale Zusammenkunst aus dies«» Gebiete stattgefunden. Man hofft, daß diese wichtig« kunst mathematischer und sinanztechnischer Sachoerständigi Teilen der Welt sich der Uksterstützung und de» zahl führender Persönlichkeiten erfreuen wird, Aa» Fortbildung«»L Umschulung Au gestellter. Wie WTB. hört, hat der Herr ZteichearbettsmwDtr.400006 Mark bereitgestellt, die der Erleichterung, Beschleunigung»nt> Leo» mehrung von Veranstaltungen der öffentlichen Lrbeitsnoch wirtschaftlichen Vereinigungen der Angestellten zur mehrung von Veranstaltungen der öfsentlichen Arbeitsnachweise und wirnrfv.Wichen Vereinigungen der Angestellten zur beruflich«» Fortbildung und Umschulung erwerbsloser Ange- stell ter dienen sollen, wenn sie nach der Lervrbmma über Erwerbslosensürsorge unterstützungsberechtigt find. Weshalb hier die Einschränkung der Unterstütz»««� berechtigung gemacht wird, ist nicht recht oerstänfolich. Nicht genug damit, daß den jugendlichen Angestellten, die bei den Eltern wohnen, vielfach die Unterstützung vorenthalten wird, trotzdem sie Beiträg« zur Erwerbslosenunterstützung zu entrichten haben, wenn sie in Stellung sind, wird hier die Bedürftigkeit auch noch im Sinne ihrer F o r t b i l d u n g und eventuellen Um- schulung verneint. Sollen denn alle dies«„nicht bedürftigen"«rwerb»- losen jungen Angestellten aus der elterlichen Wohnung wegziehen, um unterstützungsberechtigt zu werden und so auch an den Fortbildungseinrichtungen teilnehmen zu können? vilanz üer faschistischen-Hewerkschasten�. Die Knechtung der Arbeiterklasse. R o s s o n i, der Präsident der Vereinigung faschistischer„Ge- werkschaften", veröffentlicht im„Lavoro d'Jtalia" unter der Ueberschrift„Zahlen und Glaube" eine Bilanz der Gewert- schaststätigkeit des Jahres 1926. Danach haben die faschistischen„Gewerkschaften" insgesamt 1060 Arbeitsverträge ab- geschlossen, die den betrofsenen Kategorien moralische sowie Gehalts- aufbefsernngen zusichern. Von den Verträgen sind 26 National-, 39 Regional-, 199 Provinzial- und 976 Lokolverträge, von denen die Nationaloeriräge die bedeutendsten sind. Bon letzteren betrifft je ein Vertrag die Wasser-, Gas-, Elektrizitäts- und Nahrungsmittelindustrie, einer die Wohnungseinrichtungsindustrie, eine? den Ackerbau, besonders Reisfelder, drei die Papier- und Druckerei- industrie, einer das Baugewerbe, drei die chemischen Industrien, einer die Prioatangestelllcn, einer das Hotelgewerbe, vier das Theater, vier die Textil-, fünf die Glasindustrie. 715 der abgeschlossenen Verträge betreffen Piemont, die Lombardei, Ligurien, Veneiien, Emilia-Romagna, Marcha, Toscana, 345 Latium, die Abruzzen, llmbrien, Campogmen, Apulien, Basilicata, Calobrien, Sizilien und Sardinien. Von keiner der früheren Gewerkschaften wären je soviel seien die Arbeitermassen von Süditalien so wirksam unterstützt. Di« faschistische Gewerkschasise Verträge obgesäiloisen und niemals bewegung in Süditolien sei im Steigen begriffen und verspreche ungemein viel für die Zukunft. Die von den faschistisch orgauislerten „Gewerkschaften" erreichten Vorteile kosteten keinerlei Opfer. (Jedenfalls nicht den Unternehmern.) 1926 seien von den faschistischen Gewerkschaften 2 600 000 Mitgliedskarten� perteilt. Das Jahr 1926 sei ein wahres Gewerkschastsjahr im Sinne der Einreihung der Gewerkschaften in die nationale staatliche Disziplin, 1927 werde dos Jahr der Arbeitstarte fein, die die Recht« und Pflichten aller Produzenten durch das heiligste aller Gesetze krönen werde und die Opiniessenz fünfjährigen faschistischen Gewerksthasts- apostolates bedeute. Unter dieser großspurigen Aufzählung fehlt nur ein«, aller- dings die wichtigste Angabe: die materiellen Dorteile für die Arbeiter. Die Angabe über die„moralischen" Vorteil« erlassen wir den Faschisten, die davon ja nur reden können wie der Blinde von der Farbe. Rossoni oerschwsigt eine andere„Errungen- schoft" der faschistischen„Gewerkschaften": die Beseitigung des Acht- stundentages. Wenn Rosioni für dos Jahr 1927 großspurig die„Krönung" der faschistischen Gewerkschaftsarbeit ankündigt, die die gesamt« Arbeiterschaft unter die faschistische Kontrolle der„Arbeitskarte" bringen werde, dann erinnern wir an eine bekannte römische Sage vom tarpejischen Felsen, der dicht beim Kapital liegt. Der Sturz ist vielleicht näher, als die Musiokinier ahnen. teeJunot gxe die ane�teannf jgui© M Lsinstveber-KlMung qex&aMq. hmabqesjBtgiB C&eise Säuglingsnahrung Ist nSdut der Muttermilch M�ilftliimiKtl wie solche ISglldi 2 mal ermolken wird in den Gro6berliner'iVl Olkcrcictl. Für einwandfreie Beschaffenheit dieser Frischmilch bürgen: 1. die regelmfilslgen klinischen Untersuchungen der Kühe auf ihren Gesundheitszustand� 2. die regelmfihlgen bakteriologischen Untersuchungen der Milch durch beamtete Tlerftrzte und Bakteriologen Möller und Hausfrauen! 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Heilage öes vorwärts Soanabenö, 1, Januar 1927 Die Seamten in der Politik. Von Albert Falkenberg. Die organisatorische Mehrheitsbildung, die sich im Laufe des letzten Jahres in der Beamtenbewegung nollzogen hat, findet im neuen Deutschen Beamtenbunde nicht nur ihren ziffernmäßigen Ausdruck, sondern sie stellt zugleich auch das Ergebnis politischer Strömungen dar, deren Quell auch in den von der Beamtenschaft bald nach der politischen Umwälzung von 1918 durchlebten Tagen wildester Gärung nie ganz versiegt ist. Immer ist— bis in die Kreise der Beamten der untersten Besoldungsgruppen— seit dieser Zeit ein Stück jener Tradition lebendig gewesen, die wieder- Zugewinnen manchem Beamten erstrebenswerter schien, als eine Besierung im Sinne der fortschrittlichen Entwicklung. Schon diese Tatsache läßt erkennen, daß das b e a m t e n- politische Problem der nächsten Zukunft bei der organisatorischen Mehrheit und nicht bei der organisierten Minderheit zu suchen ist- Je später sich die Mehrheit für die zur Bekämpfung feindlicher Fronten zu ergreifenden Mittel entscheidet, desto mühseliger und zeitraubender wird sich der Weg der fortschrittlich eingestellten Minderheit gestalten. Beide— Mehrheit und Minderheit— bleiben grundsätzlich durch die gemeinsame Jnteressenatmosphäre verbunden, auch wenn sie in Kampfstellung einander gegenüberstehen. Wo die Führung in beamtenpolitischen Fragen ist, ob bei der Mehr- heit oder der Minderheit, darüber entscheidet durchaus nicht allein Ziffernstärke, sondern vor allem anderen»der Besitz geistigen Rüstzeugs, ohne das weder Gewerkschaftsbewegung noch politische Bewegung jemals getrieben werden können. Auch dem der politischen Praxis weitab stehenden Be- amten sollte aus den politischen Ereignissen des abgelaufenen Jahres die Erkenntnis gewonnen sein, daß gewerkschaftliche Stärkung durch Steigerung der Mitgliedsziffern Erfolge nur dann bescheren kann, wenn in diesen Zahlen einheitlich gerichteter politi scher Wille lebendig ist. Es gibt sicherlich kaum eine Beamtenorganisation, die nicht die kritische beamtenpol'tische Lage erkannt hätte. Die nicht auch der in der„Allgemeinen Deutschen Lehrer- zeitung" vom 11. Februar 1926 vertretenen Auffassung sich zubekennen möchte,„daß die zunächst bedrohten Teile der Beamtenschaft im Interesse der Gesamtheit eine groß angelegte Berteidigungsoffensive zum Schutz des Berufsbeamtenwms beginnen" müßten,„um die Oeffentlichkeit von den hier dem Staat drohenden Gefahren zu unterrichten". Wobei erst noch festzustellen wäre, was unter„Schutz des Berussbeamtentums" zu verstehen isü Wer fortschrittlich denkt, kann in dieser Frage nur so handeln, daß aus dem Bcrufsbeamten der obrigkeitlichen Zeit, der sich sehr oft als Glied einer besonderen Kaste gab, ein Mensch wird, der sich als„Diener der Gesamt- heit" fühlt. Wo aber blieb die„groß angelegte Berteidigungs- offensive"? Sie einWleiten, sst vor allem nötig, daß der Beamte nicht nur dann gegen die Derwaltungsbureaukratie mobil macht, wenn sie sich gegen ein« zeitgemäße Anpassung der Besoldung an die fortschreitende Teuerung mit allen ihr zur Berfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzt, sondern auch gegen jeden Bersuch der sozialen Entrechtung, die im Be- amtenrecht ihren Niederschlag findet. Hat aber etwa die Beamtenschaft aufbegehrt, als eine bürgerliche Mehrheit in der Ausschußberatung des Regierungsentwurfs einer Reichsdienst st rafordnung gegen die Anträge der SPD.(Oeffentlichkeit der Hauptverhandlung, Nichtvereidigung von Zeugen und Sachverständigen in der Voruntersuchung) an dem„mittelalterlichen Jnquisitionsverfahren" fefchielt? Welchen Wert aber hat das theoretische Bekenntnis zu einem „freiheitlichen Beamtenrecht" für die Mitglieder einer Or- ganisation, wenn sie nicht die Macht besitzt, ihre Forderungen im Parlament zur Geltung zu bringen? Jede Niederlage einer Organisation im Parlament bedeutet Jnhaltsmin- derung ihrer Zahlenstärke. Durch politische Mißerfolge wird weiten Kreisen der Beamtenschaft das politische Denken syst«- matisch abgewöhnt. Sie werden zu politischem Fatalismus erzogen. Bon Tatsachenpolitik wollen sie nichts mehr wissen. So kommen sie zwangsläufig � zur politischen Abstinenz, die nur ihren Gegnern nützt. Diese Praxis führt zur politischen Reaktion in der Beamtenschaft.... Die Stellungnahme der. Beamten zu der Frage der soeben ausgeschütteten W e i h n.a ch t s b e i h i l f e hat die Auswir- kungen dieses politischen Entmündigungsprozesses mit aller Deutlichkeit offenbart. Die aus dem Besoldungsunrecht des Sommers 1924 gewonnene Stoßkraft gegen die grundsätzliche Zurückdrängung der Gehaltsempfängermassen im Volksstaate — wo ist sie geblieben? Daß der gewerkschaftliche Grundsatz- kämpf von der Beamtenmehrheit abgelehnt wird, ist eine Folgewirkung der Derkennung wirtschaftspolitischer Ver- bundenheit der Beamtenftellung mit der Stellung des Arbeit- nehmers schlechthin. Die Einstellung der Beamten zu der Frage des A ch t st ün d c n t o g e s zeigt diese Tatsache m noch hellerem Lichte. � Zu welcher Bedeutungslosigkeit sinkt die For- derung der„Volksgemeinschaft" herab, wenn man auf Be- amtenleite nicht einmal den Mut aufbringt, in den großen Wirtschafts- und Verbraucherfragen Schulter an Schulter mit den übrigen Arbeitnehmern— Arbeitern und Angestellten zu kämpfen.,,.... Die Beamten, die das Wort„Wirsschaftssozialisnms mchl in ihr Programm aufnehmen wollen,� zeigen mit dieser Ab* lehnung, daß sie auch nach den Vorgängen des Jahres 1926 in der Wirtschaftspolitik glauben, sich zu ihrem Vorteil von der Entwicklung ausschalten zu können. Sie wollen nicht ver- stehen, was der Aufruf der freien Gewerk- s ch a f t e n vom Dezember 1926 fordert, nämlich daß es auch für die Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten nicht nur darauf aukommen kann,„ihre Nominalgehälter zu erhöhen: auch sie bedürfen in erster Linie einer Hebung ihrer Kauf- kraft... Niedrige Haltung der Löhne und Gehälter, Der- längerung der Arbeitszeit, sozialer Druck in den Privatbe- trieben lösen auch für die Beamtenschaft dieselben unsozialen Wirkungen aus. Massenarbeitslosigkeit und Personalabbau stehen in unmittelbarer Wechselwirkung". Hier wird allerdings die ganz klare Parole ausgegeben: gegen die Nutznießer des großkapitalisti- fchen Wirtschaftssystems! Dieser Parole kann man auf die Dauer nicht ausweichen mit der Propagierung des „Prinzips der reinen Beamtenverbände" oder durch Wah- rung des Scheins einer parteipolitischen Neutralität, unter deren Fittichen die Gegner der Beamten ihre besten Geschäft« machen. Man braucht nicht parteimäßiger Voreingenommen- heit verfallen zu sein, um diese Tatsache zu beweisen. Wer hat die.Luni-Befoldung 1924" zum Scheitern gebracht? Wo saßen und sitzen die Saboteure des Beamtenrätegesetzes? Wer hat den SPD.-Antrag vom 2S. Juni 1924 auf sofortige Ein- siellung des Beamtenobbaus zu Fall gebracht und wer die Annahme der Anträge auf Verlängerung des Urlaubs und gesetzliche Regelung der Dienstzeit im Sommer 1924 ver- hindert? Hier wurde Grundsatzpolitjk gegen die Beamten getrieben. Sie läuft auf der gleichen Linie, die die Steuer- gesetzgebungspolitik und Zollpolitik des Hochsommers 192S kennzeichnet: D i e M a s s e n z a h l e n! Die Massen haben zu kuschen. Um sie gefügiger zu machen, wurden noch recht- liche Amputationen vorgenommen, wie dies seit längerer Zeit in geradezu vorbildlicher Weise von der Reichsbahnverwaltung besorgt worden ist. Noch während der Beratung der Reichs- bahngesetze im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags wurde von dem derzeitigen Vertreter des Reichsverkehrsministeriums ausdrücklich festgestellt, daß„die Beamten der Reichsbahn- gesellfchast öffentlich-rechtliche Beamte mit den gleichen Rechten und Pflichten wie die Reichsbeamten bleiben". Und heute muß festgestellt werden, daß die Reichsbahngesellschaft das ihr übertragene.Dienstherrenrecht" zu einer Beseitigung und weitgehenden Verschlechterung der Rechte der Reichsbahn- beamten gegenüber dem Reichsbeamtenrecht benutzt hat Staatssekretär Hirsch hat in seinen Ausführungeh über d.« Rückwirkung der Reparationsfroge auf die deutsche Reichs- bahn und die deutsche Finanzpolitik in der öffentlichen Kund- gebung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes vom 18. Oktober 1926 einen besonders warmen Appell zur Mit- arbeit an der Gesamtregelung derJDIeparationsfrage an die deuffchen Eisenbahner gerichtet.„Sie sind es, die' in erster Linie mit den Reparationen belastet sind." Werden die Eisenbahner diese Mahnung beherzigen? Wird die Beamtenschaft im ganzen erkennen, daß nicht ein zur Umnebelung ihrer gesunden Vernunft gepredigtes„Ethos" sie aus sozialer und wirtschaftlicher Bevormundung zu befreien vermag, sondern daß sie selber zufassen müssen, wenn sie in dem über alle Maßen heftig entbrannten Kampf der Wirt- schaftsmächte bestehen wallen? Die Siloesterglocken von 1926 haben für uns alle nicht mehr die reine Klangfarbe von ehe- dem. Sie haben einen Sprung bekommen, der die Romantik der Erinnerung zerreißt. An ihre Stelle ist eiserne Wirklich- keit getreten. Auch bei den Beamten geht es hart auf hart. In den unteren Schichten bis hinauf zur Mitte wird das Wort von den Proletariermassen verstanden. Der Vorhang ist über dem letzten Akt der Abwehr aufgegangen, aber die vielen, allzuvielen leben noch immer an der Wirklichkeit vorbei. Sie mühen sich auf alten Wegen, anstatt sich in Aktivität auf die neuen Fronten einzustellen, die von ihren alten Gegnern modern aufgemacht wurden. Wirtschaft und Bureau- k r a t i e haben nur ihren Scheinfrieden mit der Republik ge- macht. Niemand darf sich darüber täuschen, daß auch 1927 der Kampf weitergeht. Er verläuft von der Wirtschaft zur politischen Linienführung. Welche Arbeitnehmergruppe kann sich seiner Zwangsläufigkeit entziehen? Die Arbeiter? Die Angestellten oder gar die Beamten? Ihre Interessen über- schneiden sich in diesem Wirffchaftskampf so oft, daß nur Toren glauben, die wirtschaftliche und geisfige Solidarität dieser Gruppen leugnen zu können. Hugo Preuß hat auf dem 2. Gewerkschaftskongreß des AfA-Bundes im Juni 1925 in München u. a. gesagt:.Die Sozialisten nennen sich untereinander Genossen. Und es ist der genossen« s ch o f t l i ch e Gedanke der Organisation von unten nach oben, auf dessen Grund die Republik und das demokratische Prinzip ruhen." Dieses Wort ist Leitstern für alle, die bereit sind, zur geistigen Untermauerung der deutschen Republik. Die „formale" Republik hat nicht genügend Tragfähigkeit zur ge- rechten Ausbalancierung der Arbeitnehmerinteressen bewiesen. Die Verkehrspläne für 1927. Ausbau des U-Bahuuetzes— Vereinheitlichung der Tarife! Als die Stadt Berlin im Smnemr des vergangenen Jahre» nach langen Auseinandersetzungen und Kämpfen sich entschloß, unter verhältnismäßig großen Opfern den Erwerb der Hochbahn durchzuführen, waren sich alle Beteiligten darüber im klaren, daß diese bedeutungsvolle Transaktion nur dann«iren Sinn haben würde, wenn ihr eine intensive Arbeit der Stadt auf dem Gebiete der Ausgestaltung des Verkehrs auf dem Fuße folgen würde. Aller. �ings hat die Stadt Berlin schon in den vergangenen Jahren mit dem Ausbau der Nordsüdbahn gezeigt, daß sie mit der Tradition der Vergangenheit nichts zu tun haben und mit ihr brechen will. Sie hat dann weiter im Frühjahr des vergangenen Jahres den Bau der A E G.- S ch nel l b a h n in die Hand genommen und ihn inzwischen so weit gefördert, daß ein großer Teil im Lause dieses Jahres in Betrieb genommen werden kann. Im neuen Jahre wird man von vornherein erwarten können, daß der Ausbau des Berliner Verkehrswesens noch ganz anders im Mittelpunkt des Interesses der städtischen Der- waltungsarbeit stehen wird als bisher. Nachdem im November die Erklärungsfrist für' die privaten Aktionäre der Hochbäh» abgelaufen war, steht jetzt nichts mehr im Wege, die drei großen Ber- kehrsgej ellschaften'zusammenzubringen, sie ver- kehrlich und wirtschaftlich als eine Einheit zu organisieren. Erste Voraussetzung für diese Arbeit, die eine gewaltige Aufgab« schon an sich darstellt, und die nicht etwa nur durch einen einmaligen Beschluß gelöst werden kann,' ist V e r e i n h e i t l i ch u n g des Berliner Tarifwesens. Gegenüber der Vorkriegszeit ist allerdings bis- her schon die Tendenz zu größerer Einheitlichkeit unverkennbar. Trotzdem ist das Bild der Verkehrstarife immer noch bunt genug. Eigentlich hat nur die Straßenbahn einen Einheitstarif ohne Zonen mit einer, hygienisch einwandfreien, Polsterklasse. Es muß so- bald, als möglich für alle Verkchrsunternehmungen ein einheitlicher Tarif unter Beseitigung der Zonenkarten und unter Herstellung einer einzigen Klasse durchgeführt werden. Wenn in der Presse gelegentlich davon gesprochen- wird, daß. bei der Hoch- und. Untergrundbahn die zweite Klasse abgeschafft werden soll, so ent.> spricht das nicht ganz den Totsachen und Absichten. In Wirklichkeit muß die dritte Klasse abgeschafft werden und die Unter- grundbahnwagen ausnahmslos nach Art der jetzigen zweiten Klasse gepolstert und ausgerüstte werden. Es muß dabei erreicht werden, daß die wechselseitige Benutzung der Berkehrsunternehmungen ge- steigert wird. Insbesondere muß durch Verbesserung der Umsteigemögllchketl zwischen den beiden wichtigsten Berkehrsunternehmungen Straßen- bahn und Untergrundbahn erreicht werden, daß das Publikum, das von den Borörten mit der Straßenbahn in die Stadt fährt, im Innern der Stadt zur Benutzung. des Untergrundbahnnetzes übergeht. Dadurch werden die Reifezeiten ganz erheblich verkürzt, enutzt da» bestehende Schnellbahrmetz in bestmöglichster Weise ausoem und die Straßen vom Oberslächenverkehr tunlichst cntlastA Eine solche organssche Weiterentwicklung des jetzt noch rpiP, zersplitterten Tarifwesens zu größerer Einheitlichkeit bringt automai tisch ein enges wirtschaf tlichesZusammerarbelt ender verschiedenen Berkehrsunternehmungen mit. Es sst ja nicht so, daß sich eine gewisse Konkurrenz unter den verschiede- nen Verkehrsmitteln vollkommen beseitigen läßt. Jedes Verkehrsmittel hat feine besondere Eigenart und seine besonderen Borzüge, und jedes Verkehrsmittel muß, wenn es gffund geleitet wird, darauf halten, daß feine Borzüae durch gute Bedienung des Publikums voll zur Geltung kommt. Diese Konkurrenz muß sich aber in gesunden und richtigen Grenzen hatten, und es kann vor allen Dingen durch eine Verbesserung unseres Tariswesens erreicht werden, daß der Verkehr in erster Linie dem schnellsten Verkehrsmittel, d. h. der Untergrundbahn zugeführt wird. Die Konsequenz einer solchen Entwicklung ist ein beschleunigter Ausbau des Schnellbahnnehes. Deswegen soll der Stadtverordnetenversammlung»och im Januar die Borlage über die Schnellbahn A l e xa n d e r p l a tz— Lichtenberg zugehen. Damit ist natürlich das Programm für den Ausbau unseres Schnellbahnnetzes keineswegs erschöpft. Die Entwicklung drängt zwangsläufig aus den Ausbau einer zweiten O st. W e st- V e r b i n d u ng, auf die Herstellung einer weiteren Nord-Süd-Verbindung, etwa Potsdamer Bahnhof— Stettiner Bahnhof und einer Linie M o a b i t— T r e p t o w. Außerdem wird day bereits bestehende Netz an seinen Enden weiter in die Vororte verlegt werden müssen. Man braucht nur an die jetzigen Bahnhöfe Uhlandstraße, Nordring, Seestraße usw. zu denken, um zu erkennen, daß hier noch nicht die endgültigen Endpunkte des Schnellbahnnetzes gefunden sind. Die Bahn. Neukölln— Gesundbrunnen wird später auch Berbindung mit der Reinickendor f— L ieben- wa ld e r Bahn bringen. Niemand wird erwarten, daß die Stadt Berlin diese zwangsläufigen Projekte in ein paar Jahren durch- führt. Dazu sind die Kapitalien, die bei der Durchführung auf- gebracht werden müssen viel zu groß. Aber die Arbeit muß und wird- Zug um Zug- geleistet werden. Es wird nicht, an Widerständen.fehlen. In der Vorkriegszeit haben sich nicht alle Beteiligten, die an den Entschließungen der städtischen Verwaltung mitwirkten, durch weiten Blick und den Willen zur Leistung, ausgezeichnet. Auch heute noch gibt es genug ängstliche Gemüter; mancher, der behauptet, der sogenannten Wirtschast' nahe- zustehen, hat immer noch nicht begrissen, wie- sehr die Wirtschaft der Förderung durch eine energische, totkräfttge Stadtverwaltung bedarf. Aber die Widerstände, die aus sogenannten Steuerängsten und ähnlichen Motiven entspringen, müssen überwunden werden. Unsere Diermillionenstadt, als das größte Zen- trum der deutschen Industrie, muß leben und sich entwickeln können: Wenn andere nissü wollen, wird es unsere- Aufgabe sein, ihre Entwicklung zu fördern: Und es wird vorangehen! Ernst Reuter, Stadtrat. Snventur-ÄuSverkauk 50 Metall-Bettstellen, Matratzen, Bettwäsche, Daunen- Steppdecken, Watte-Steppdecken Vo GvmSSiguttg! 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Der Zug fuhr auch immer langsamer, und endlich hielt er still— auf freiem Felde, wie es schien. Das Zugpersonal ging durch die Abteile. Wir mühten stilliegen, so hieh es, könnten nicht weiter fahren, und die Stacht hindurch könne das wohl so bleiben. Wir haben in der Ferne so etwas wie Lichter gesehen, und da sind wir alle aus dem Zug hinuntergeklettert in den Schnee und sind auf die Lichter zugegangen. Es ist ein Dorf gewesen, und man hat einen kleinen Sirchtunn mit einer dicken Schnecmiitzc und eine mit großen, schwarzen Flügeln erkennen können. Bei der Mügle noch vor deni Dorfe lag ein großes Gehöft, und einige von uns haben angeklopft, und man hat uns hinein gelassen. Die anderen sind weiter gegangen, ein Wirtshaus zu suchen, von deni der Müller sagte, dah es nicht weit entfernt der Kirche gegenüber läge. Dorfwirtshäuser liegen immer der Kirche nahe, glaube ich/ sagte Herr Habamuck. „Wir waren unserer Sechse/ fuhr er fort,„die dann bei dem Müller um den runden Tisch sahen. Der eine war wohl so an die vierzig und sah braun aus wie ein Seemann. Dann kam ein ganz Alter, der hatte einen wirren, grauen Bart und gor lebendige Augen und war recht groß. Ich denke mir, so muh der Propl>et Jeremias ausgesehen haben, von dem die Bibel erzählt. Dann waren da noch zwei Frauen, eine junge, lachende Blonde und eine ältere. Die hatte verarbeitete Hände und ein mageres, stilles Gesicht. Der letzte war säst noch ein Kind, so etwa sechzehn, siebzehn Jahre alt. Er sah ganz aus wie ein geprügelter Hunp. Und der sechste war ich. Der Müller sagte, er wolle uns einen steifen Grog brauen,� denn das sei bei ihm Silvesterbrauch, und wir, die wir durch den Schnee gestapst seien, würden etwas Heihes wohl brauchen können. Wir widersprachen nicht, und so ging er mit seiner Frau hinaus, um den Grog fertig zu machen. Ordentlich einen Schuh Rum solle er hinein nehmen, rief ihni der Seemann nach. Wir anderen aber, die hier so zusammengewürfelt waren, sahen einer den anderen an und wußten nicht recht, was wir reden sollten. Da hat der ganz Alte mit einem Augenzwinkern gesagt: „Ich habe einmal ein berühmtes Buch gelesen, da kamen die Leute so zufällig zusammen wie wir, die haben einander Geschichten erzählt. Das könnten wir auch/ „Später einmal können wir von dem heutigen Silvesterabend erzählen/ habe ich gesagt.„Da können wir heute von früheren reden. Es soll einmal ein jeder erzählen, welches der schönste Silvesterabend in seinem Leben war." Die anderen waren einverstanden, und als jetzt der Müller hereinkam, hat er erst vor jeden ein volles Glas hingestellt, da- neben legte die Müllerin ein Stück braunen Psefferkuchens, und als sie sich dann auch gesetzt hatten, fing der Alte an: „Ja, ich als Acltester muh wohl zuerst reden, und ich habe mir auch die Sache schon überlegt. Ihr werdet mir vielleicht nicht glaub«, ums mir al» schönster Silvesterabend nn Kopfe ist. Das ist etwas, das ich heimlich getan habe, als ich noch ein Junge war. Meiner Eltern Wohnung gegenüber war die Kirche mit dem hohen Tun*, und der Junge des Küsters, der in dem Turm die Glocken läuten mußte, war mit mir in der ZAasse in der Schule. Er er- zählte mir, daß er manchmal am Strick ziehen und die kleine Glocke oben läuten dürfe, und diesmal würde er helfen, das neue Jahr einzuläuten. Wenn ich wollte, könnte ich mit in den Turm kommen und mit ihm zusammen den Strick ziehen. Für ihn allein ginge er ohnehin schwer. Vater und Mutter hätten mir das nicht erlaubt, das wußte ich wohl, denn sie waren mit dem Küster nicht gut Freund, und ich wußte auch, daß sie mich am Silvesterabend gerade so früh ins Bett stecken würden wie an anderen Tagen auch. Da habe ich ihnen gar nichts erst von der Sache gesagt. Aber als ich dann in meiner Dachkammer im Bett war und die Großen unten zusammen in der Stube saßen, habe ich mich wieder angezogen, habe sachte das Fenster aufgemacht und den Zweig von dem hohen Nußbaum gefaßt, der bis an das Fenster reichte. Ich bin erst hinaus auf das Dach und dann hinüber auf den Baum. Der war ganz voll von hartgefrorenem Schnee. Ich bin an dem Baum hinuntergeklettert und habe unten acht gegeben, bis der Küster und sein Sohn kamen. Glücklicherweise hat es nicht allzu lange ge- dauert, denn es war höllisch kalt. Dann sind wir hinein. In der Kirche wurde Licht gemacht, und der Küster hat was auf der Orgel gespielt. Danach sind wir in den Turm gegangen. Der Küster hatte den Strick von der großen, Hans und ich den von der kleinen Glocke gefaßt. Als der Küster«in Zeichen gab, haben wir gezogen, da klang unsere Glocke ganz hell und die große dunkel dagegen, und plötzlich fingen von allen Seiten die Glocken an und haben geantwortet, und das ging durch die Nacht, und mir gegen- über durchs Fenster schien der Mond, und dann fing die große Uhr an zu schlagen, 12 Schläge. Es kam mir vor, als hätten wir Jungen mit unserer Glocke all dies Klingen und Tönen und das ganze, neue Jahr, das nun anfing, aufgeweckt, und ich kam mir gar groß und feierlich vor. Solch ein Gefühl hatte ich nie wieder gehabt, und das war eben das Schöne an diesem Abend. Ich bin wieder heim, ohne daß die Eltern etwas gemerkt haben, und ich weiß genau, daß ich In dieser und in vielen anderen Nächten noch immer von klingenden Glocken geträumt habe. Nachher hat mir oft etwas im Leben nicht gefallen, daß es so ungleich ist in der Welt, die einen es soviel besser haben als die anderen, ich habe davon geredet und geschrieben. Ich habt dann immer gemeint, ich rühre damit auch eine Heine Glocke, und die großen müßten antworten und für die Menschen ein neues Jahr kommen, ein besseres »nd schöneres. Aber die Antwort ist meist ausgeblieben, und es ist mir nicht so gut geworden wie an jenem Silvesterabend.— Ja. das sind so Illusionen/ Wir hatten etwas erstaunt zugehört, und der Seemann sagte: „Solche lange und— nehmen Sie mir's nicht übel— künstliche Geschichte weih ich nicht. Bei mir war das ganz einfach. Ich war Schiffsjunge und auf meiner ersten Fahrt nach Südamerika ge- kommen und hatte das gelbe Fieber gekriegt und lange drüben im Krankenhause gelegen. Ich konnte erst spät im Jahr auf einem fremden Schiff nach Europa zurück, nach Frankreich, und von da bin ich niit der Bahn auf der Station, die unserem Dorfe die nächste ist, gerade am Silvesterabend angekommen und durch die Nacht gegangen und war kurz vor Mitternacht an meines Vaters Hause. Ich konnte durch da« Fenster sehen. Da saßen die beiden Alten am Tisch«, und die Mutter weinte. Wie ich ans Fenster geklopft habe und sie mich sah-en, haben sie geschrien und gemeint, es sei mein Geist, denn sie hatten keinen Brief bekommen von drüben und gedacht, ich wäre tot. Aber wie ich nachher bei meiner Mutter gesesien habe und von ihrem gut«, selbstgebacken« Kuch« gegefse» — ja, das ist wohl die schönste Silvesterfeier gewesen, die ich er- lebt fjabe." Die Blonde lachte:„Bei mir ist es nicht gar so lange her. Ber- gangenes Jahr ist es am schönsten gewesen. Wir haben Blet gegossen, das tun wir immer, um zu sehen, was das neue Jahr bringt— ja, da habe ich mir ein rundes Ding gegossen, durch dos man den Finger stecken konnte, und alle haben gesagt, es wäre ein Ring"— sie sah auf den glatten Goldreis an ihrer Hand—,„und am nächsten Tage hat mir der Hans den da gebracht,— na, und nächste Woche heiraten wir." Die ältere Frau mit dem mageren, stillen Gesicht sah mit einem guten Lächeln auf die junge:„Dann kann es vielleicht im nächsten Jahre zu Siloester eine Kindtaufe geben," sagte sie schalkhaft. „Vielleicht sollte ich von so etwas nicht reden, aber es paßt ga dem, was ich erzähleg will. Mein schönster Siloesterabend ist der gewesen, an dem ich die größten Schmerzen und die größte Angst meines Lebens getragen habe. Ich war ein lediges Mädchen und sollte ein Kind bekommen von einem, der schlecht an mir gehandelt hatte. Er hatte gesagt, er wollte mich heiraten, und als es mit mir soweit war, ist er davongegangen in die Fremde und hat nichts mehr von sich hören lassen. Meine Eltern haben mich auch nicht haben wollen. Da bin ich bei einer fremden Frau gewesen, und am Tage vor Silvester haben die Schmerzen angesang« und sind die ganze Nacht hindurch und den ganzen nächsten Tag hindurch gegangen, und die Hebamme hat gesagt, so schlimm wie bei mir wäre es selten. Aber kurz vor 12 Uhr haben die Schmerzen auf- gehört, und ich habe mein Kind schreien hören, ganz leise, ganz fein, aber gehört habe ich es doch. Und so glücklich bin ich nie wieder gewesen wie damals, als ich wußte, ich habe nun«in Kind, das mir gehört, mir ganz allein, als ich wußte, da schreit mein Kind. Ich habe nachher hart für sie arbeiten müll«, es ist nämlich ein Mädchen gewesen, aber sie ist gut groß geworden, und jetzt ist sie verheiratet und hat zwei Buben und ist glücklich und ist gut zu mir/ Die Frau schwieg. Wir blickten alle auf d« scheuen Jungen, an dem nly, die Reihe des Erzählens war. Er sah uns nicht an, starrte auf den Boden und sagte kurz:„Ich habe noch keinen Letzte- jahrsabend gehabt, der so gut war wie der heutig«. Ich habe noch nie dabei im warmen Zimmer mit anderen gesessen, habe noch nie so guten Kuchen und so was Gutes zu trinken gehabt. Bei uns zu Hause war immer Unfrieden und Streit, Schmutz, Kälte und Hunger. Die Mutter ist tot. der Vater im Gefängnis. Jetzt geh' ich zu einem Mutterbruder. Dielleicht wird es da besser/ Die ältere Frau strich ihm sachte über das Haar,"und die Müllerm legte ihm schnell zwei dicke Stücke braunen Kuchen» hin und goß ihm das leere Glas wieder voll. „Ja, nun hätte ich erzählen müssen/ sagt« Herr Habamuck. „doch es war wohl ebenso gut, daß es damit nicht» wurde, denn draußen begann die Turmuhr zu schlagen. 12 Schläge, Mitternacht, und die Glocken der kleinen Kirche läuteten, und wir ging« hinaus vor die Tür und sahen hinauf zu dem Himmel, an dem jetzt Sterne kamen. Es hatte zu schneien aufgehört Wir sind wieder hinein- gegangen und haben angestoßen darauf, daß das neue Jahr für alle ein gutes werden sollte. Nicht lange danach ist einer vom Zug gekommen und hat gesagt, die Streck«: wäre wieder frei und wir könnt« fahren. Die Fünf sind mit mir ins gleiche Abteil gestieg«, aber ge- sprachen haben wir nicht mehr viel. Ganz still sind wir in die Nacht hineingesahren, dem Morgen und dem neuen Jahr entgegen. Ich habe keinen von ihnen wieder getroffen." ' K AI O T K A"I O T K A*1 O T M AI O T Gpo/yep Verkauf Die Grenze des Möslkhen zu bieten Ist stets unser Grundsatzl Das gilt auch für diesen Inventur-Ausverkauf! Beginn: 3. Januar. Keine Worte— nur Taten! Herrenanzüge Serie I....»15.00 Serie Ii...»25.00 Serie III....35.00 Seile IV....49.00 Serie V.... 59.00 Serie VI.... 69.00 Herren Hantel Paletots, Ulster Serie I.... 19.00 Serie II....29.00 Serie III.... 39.00 Serie IV.... 49.00 Serie V...»59.00 Anztlse u. Mantel für Knaben u. 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Dennoch führt dieser Film nicht in Neuland, er blieb, trotz Lupu Pick, die übliche Dutzendware. In den Hauptrollen wurden And Eged« Nissen, Fmogene Robertson, Ernst Reicher, Io- Hannes Riemann, Heinrich George und Siegfried Arno beschäftigt._ e. b, ,Vas Mäüchen ohne Heimat.� Cprimlis- Palast.) Nein, das sollte es wirklich nicht mehr geben. Dieses kleine Mädchen, das unschuldig in die Großstadt kommt und dann aller- Hand Gefahren durchmachen muß, ehe sie zu ihrem von Kinos Gnaden bestimmten Herrn Gemahl kommt. Es ist im Grunde gleichgültig, ob dieses Mädchen ohne Heimat aus eines Tagelöhners Hütte oder aus verarmtem vornehmen Haufe stammt. Der Kitsch bleibt immer der gleiche. Jenny Hasselquist, aus Skandinavien importiert, heiratet am Schluß den gestrafften Henry Stuart. Daß außerdem Falschmünzer, Sümpfe der Großstadt und ähnliche Eourts-Mahler-Anekdoten das edle und zarte Gemüt mit Fallstricken umlauern, ist selbstverständlich. Aber Manuskriptverfasser und Re- gisseur sühren alles einem glücklichen Ende entgegen. Immerhin überzeugte Oskar Homolka in einer Episodenrolle durch seine saftige Vitalität. Im übrigen ist ei» solcher Film ohne Bedenken zu den Akten zu legen._ Sch— t. „Vater werüen ist nicht fchwer.� (III. Surfürstendamm.) Man benutzte E- von Wolzogens Novelle„Mein erstes Aben- teuer", um ein Filmmanuskript zu verfassen und namentlich um für Lilian Harvey eine glänzende Filmrolle zu schreiben. Wie an- sprechend ist Lilian als Trotzkopf, der recht teinperamentooll dem Vater gegenüber auftrumpft und sich schließlich durchsetzt und Mutter eines gesunden Kindes wird. Und da doch zum sogenannten Publi- kumssilm ein Liebespaar gehört, findet sie auch noch«inen frei- willigen Vater zum Kinde. Selbstredend sind die in Frage kommen- den Leute reich, und der Regisseur Erich Schönfelder konnte dann und wann filmisch in Wohlhabenheit schwelgen. Er hatte nette Einfälle, als er die Langweiligkeit eines Sonntags auf einem englischen Adels- sitz schildert«, und der Photograph wurde seinerseits sogar keck, als er Zerrbilder in Lilians Apachentanz brachte. Lilian sah recht nett aus, sie brachte wirklich Schwung in die Sache. Und so kam bei den Zuschauern(wir ssnd ja schon allesamt bescheiden geworden) frohe Laune auf. Zu der tnigen aber auch der trocken-witzige Harry Halm und Pauli als Unglückswurin von Detektiv bei. Die Ufa-Wochen- schau brachte hervorragend gute Aufnahmen von den letzten Aus- brüchen des Vesuvs. eb. artzcllenvo wiaiul-ioflerte! n Die Gewinnlisten(Stfick 10 Pfennige) sind in allen Konsum-Filialen.Vorwärts-Spcdltioncn und im Sekretariat, Lindemfraße 3, II. Hof : 2 Trp. Zimmer 1 zu haben. Geschäftliche Mitteilungen. Tic altbekannte Isirma Stefan Saders(mrmcfte Weltmann), Kalfcr.Wilbelm. ® raSc 55, Ecke Spandancr Strafie ZS, bietet in ihrem am z. Januar be» ainiienden Invenwrverlauf beste«Seleaenheit»u Lusterst vorteilhaften Einkäufen in öerre»., Damen, und«inderbekleiduna sowie in Schulten, Wäsche und Trikvtaaen, sind boch die Preise zum Teil bis ,u 50 Proz. hcrabaefcht. 35» lichtiauna der Läaer ohne«aufzwang ist aern aestattet. Man beachte das Inserat in der heutioe» Nummer dieser tzeiwna. Mit Massarq in» neu« Zahrl Da» ist die Devise aller Massarv�reund«. b. h. oller sZreunde einer wirklich«Uten giqarett«. Und jeder, der dieser Devise folat. tut gut daran, den» die Massarv-Zigarette wird ihn nicht ent- täuschen. San ieher ist es Diundsoh der Massary-giaarettenfabrik, und das bringt sie auch in ihrer Reklame, die wohl jeder kennt, deutlich zum Ausdruck, nicht ZU Uberreden, sondern zu Überzeugen. Einfach und schlicht heistt e» am Schlüsse fast jeder ihrer ZPerbungsanzeiqen:..Urleilen Sie selbst!" Nicht «edanlcnlos« Raucher will die Massarn-Zigareitc, sondern Raucher, die sich durch eigenes Urteil von der Sllte der Massarn-Marfen Überzeugt haben. Das ist auch der Grund dafstr. daft man heut« die Massary-Zigarette in oller Munde findet. Nichts wirbt kür eine Sache besser als ihre«igen««Ute Qualität, denn nur in diesem Kall« bleibt der liänser seiner Marie treu und emvsiehlt st« weiter. Noch diesem Grundsah ist die Mossarn-Zigarettensabrik bis aus den heutigen Tag verfahren, und auch im neuen Jahr« wird sie dieser bewährten Devise treu bleiben. Rauchen Sie Massarn-Ziga retten und dann: Urteilen Ei« selbst! BeiaanUich ist die Milch ei» Litamiuträger allerersten Range«, und da die Vitamine besonders für dos Gedeihen der Kinder unbedingt notwendig sind so sehen auch die Aerzte die Milch heute mit ganz anderen Augen an als früher. Aber auch zum Wohlbefinden der Erwachsenen trägt der regelmässig« Milch. genuss in hohem Masse bei. U. a. äussert sich hierüber Unioersstätsprofessor Dr. Qtfried Müller, Borstand der Medizinischen Klinik In Tübingen, vor kurzem wie folgt:»Die Milch ist auch für den Erwachsenen von der grässten Bedeutung, weil Ii«, von ganz weniaen Kiankheitszuständen abgesehen, die Grundlage ist, auf der sich all« Diätetik des kranken Erwachsenen aufbaut. Was Berlin betrifft, so haben dem bereits vor länger als Jahresfrist die Gross. Berliner Molkereibcstsser dadurch Rechnung getragen, dass st« feiwillig ihre Betriebe einer regelmässigen polizeitierärztÄchen Kontrolle unterstellten. Den solchermassen kontrollierten Betrieben ist deshalb vom Polizeiprästbium die Kühlung eines Schildes mit der Aufschrift:»Der Molkereibetrieb untersteht der staatlichen polizcitierärztlicheu Kontrolle" gestattet worden. Tic Reit der Inventerautverkärfe beginnt am Z. Januar und dauert zwei volle Wochen. Die svarsamen Hausfrauen, welche schon lang« auf diese günstig« Kausgelegenheit' warten, werden wieder in die Houptstrassen der Citq strömen, Am Siloesterabend spricht ein Herr über Weltanschauungs- fragen und berührt dabei den Sinn des Dafeins. Keiner hat bis jetzt dieses Räts«l ergründet. Natürlich auch nicht der Vortragende. Daß das Iägerleben Lustiges bringt, wußte man aus Humoresken im„Lokal-Anzeiger" auch ohne das Rundfunkreferat am Nach- mittag. Kühn ist es aber, daß Frau Margarete Weinberg be- hauptet, wir lebten im Jahrhundert des Kindes. Mag auch die Säuglingsfürsorge in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht haben, und mag auch die Erforschung der Ändespfyche viel mehr Auf- merkfamkeit erheischen als in früheren Zeiten, so kann doch keines- wegs unsere Zeit irgendwie als Jahrhundert des Kindes bezeichnen. Am Abend fingt Otto Reutter einige feiner belannten Coupleis in Legleitung des Funlorchesters. Eine literarisch angehauchte Revue, zu der B e r t h o l d Brecht und Lion Feuchtwanger Beiträge geliefert haben und Holländer die Musik schrieb, beschloß den Ausklang des Jahres 1926. mm*?** hw m*, HLuMt»» c Ii'Ii TU TDCTU1UIIKTI/ WPW TTTTT«DClTH DCTKKZcnV■QBfWTcQl UUVVu Umschau zu halte« unb zu kaufen. Auch bi« Kirma ZLertheim bringt in ihren vier Sesäiäste» zu diesem Invenwvausverkauf grosse Warenmengen mit den Restbeständen der lebten Saison, bei ausserordentlichen Preisrrmässignngen. zu» ZZetkauf. Es versäum« daher kein« Dam«, die Berka» sshäuf er der Firma Wertheim zu besuchen, die In fast allen Abteilungen Höhnende Sinkaufsmöglichkeite» bietet. Tee diesjähkig« Znventnrausverkans der Barr Sohn AktiengeseSschast, alleinige Bertaufsslelle in Berlin. Chausscostr. 29—50, ist von dem Willen der Direktion diktiert, die Preis« möglichst herabzusehen. Die enormen Bestände, Herren-, Illnalings» und Knabenbckleidung, die Vorräte moderner Damen- Mäntel sowie die ungehcuren Massen Wall-, Web» und Wirkwaren und bi« erst. ilassigen Erzeugnisse der für die Mode und Industrie massgebenden Kleiderwerke bieten wie nie zuvor Eelegeuheit zu votieilhafiem Einkauf. Die von der Deutschen Automobilaiissiellun« noch verbliebenen Modelle für Herren und Damen: Sportbekleidung, Sportpelzc. Ehauffeurprlz«., Edespelze aller Sorten, ssnd zum Ausverkauf bcreiigcstevk. In einer besonderen Abteilung werden Stoffe und in einem anderen Ravon Gummiinäntel für Herren und Damen sehr billig feilgebote». Der Ausverkauf beginnt am z. Januar, morgen« W Uhr. -Keine Sorte— nur Taten' heisst es in einem Inserat dieses Blattes. Mlt Recht, denn allgemeine Redensarten interessieren den Leser nicht. Er muss Preis« wissen, um sein Geld richtig auzuiegen.»«übten Sie deshalb die Anzeig« von Kähnen u. Iöring, die übrigens ihre sämtlichen Artikel während der Inventur«rmässigk haben. Hervich» grosser Inventurau-verkans beginnt Montag, den Z. Januar 19Z7 und bietet, wie in jedem Jahr«, reichhaltiass« Auswahl in Qmrlidätswaren zu ousserordenNich niedrigen, zum Teil bi» zur Hälft« herobqciehten Preisen. Eine Bestchtigung der reich sortierten Läger dürsie daher in jedermanns eigenstem Interesse liegen, zumal«ine ZZerpflichtung daraus in keiner ffleise erwächst. Tech» ausseroewöbnlich billige Tage bei S. Ada». Seit langen Jahren wirb die Kirma S. Adam dies« Aufsehen erregenden billigen Tage in dein- selben Umfang« dringen, wie vor dem Kriege. E» wird somit weitesten Kreisen Gelegenheit gegeben— wie früher— aus den reichhaltigen Lagerbeständen die bekannt guten Waren zu aussergewöhnlich billigen Preisen kaufen zu können. Wir verweisen aus die Anzeige in vorliegender Nummer. Wie olljähiAch hat die Finna Teppisch-Bursch,»erlin C.2, Spanbanen Strasse S2, ihren Inventurausverkauf zu einem Ereignis für da, kaufend« Publikum ousgeftoliet. Die Anstrengungen der Firma in diese« Jahr können wohl kaum überboten werben. Preisreduzierungen bis über 50 Proz. stick» vorgenommen worden. Di« hochwertige War« ist in einer so überraschenden Füll« und in so erlesenem Geschmack vorbanden, dass man dehanvten kann, dass die Kirma Teppich-Bursch, 35erlin C. 2. Svandauer Str. 52. ihren Ruf mit diesem Ausverkauf aufs neu« befestigt. «och billige. In Gram ach, gr-ssem z»»-ntu,«»»»erkaul! König-, Eck« Span. dauer Strasse, gibt es ab 5. Januar«ine qrvsse Preissensation. Grumach hat sämtliche Preise gewaltig herabgesesst. Ei« werden dort in Wollwaren. Wolle. Trikotagen. Stiiimpfe» und Handschuhen so viel« günstige Gelegenheiten finden, dass Sie von einer Ausnüssuna dieser Borteile airf jeden Fall Gebrauch machen sollten. Eine klein« Uebersscht darüber gibt Ihnen schon dos heutig« Inserat der Kirma. Sehen Sie ssch einmal die Preis« an und gehen Sie rechtzeitig zu Grumach. Nach langer Pause hatte im Borjahr« bi« Kirma Peek n. Cloppenburg. Berlin, GertraubtenWe. 25—27, wieder ihren Inventurausverkauf eingefichrt. Auch in diesem Jahre findet der Auaverkauf statt und beginnt am 5. Januar. Die Roftbeftände aller Abteilungen stnd im Preis« erheblich ermüssigt. Moderne Herren- und Änabenkleiduna wird zu vorieiNmslen Preisen zum Berkauf gestellt. In der Sonberabteilun« Damenmäntel und Kostüm« ist besonders preiswerte Kleidung vorrätig. Die Korge.sport. unb BeNeidungs-G.«. b. H. teilt uns mit. dass sie durch die Liquidation der alten Kirma: Deutsche Vertriebszentral« für Bekleidun» und Sport. Arthur Korge, in keiner Weise berührt wird. Die Gesellschaft führt in der Wilhelmstr. 107 da» bekannte Sporthaus für Automobil- und Sport- bckleiduna weiter und ist bemüht, ihrer Kuirdschast nicht nur sportgerechte War«, sondern auch billige Preise zu bieten. Zahreswenb« bei«tiller. Wenn das Jahr zur Neige geht, wird fast in allen Geschäften zur Inventur gerüstet, und in den meisten Geschäften wird da« neu« Ighr mit den verlockendstcn Sämufensterdetoratlonen für den In- ventuvausvertauf eröffnet. Fast sprichwörtlich stirb die Riesen-Inventuraus- Verkäufe des Schuhivgrenbauses Stiller geworden, weil dies« Kirma infolg« ihrer gewoltige» Läger und ihrer altbekannt«rstklasstgen Qnnlitiitstvarm Immer ganz besonderes bei den InvenwialtSverkSusen zu bieten hat. Auch in diesem Jahre werden wieder gewaltig« Posten der verschiedensten Schuhwaren für jung und alt. gross unb klein zum Ausverkauf gesiellt. Grosse Mengen von Rest- und Einzelvaarrn, die nicht mehr der allerlessten Mode entsprechen, oder deren Sortimente au« sonst einem Grunde nicht mehr erneuert werden sollen,. gelangen bei dieser Gelegepheit zum Berkauf, und es ist in der Tat so, dass bei Stiller fast jeder Artikel de» Inventurausverkauf««Inen nie wiederkehren. den Gelegenheitskauf dedeuiet. Wir brauche» unsere Leser nur auf das heutigr Sliüersche Au«verkaufsinserat aufmerksinn zu machen, welches tn feiner Manni«. saltigkeit wohl unübertrvfscn ist. übergibt man nur dem Nachweis de« Deuifchen Musikerverbande«. Berlin. Kam- mandanienstr. 05/04. Dönhoff 3277—78. Geschäftszeit 9—3, Sonntags 10—2 Uhr. Auf Wunsch: vertreterbesuch. EIN GROSSER POSTEN DAMEN HAIBSCHUHE EIN GROSSER POSTEN HERREN HALBSCHUHE s ERSTKLASSIGE MARKENWARE Feinste scHw. ßoxcalf Düalbschuhe und ft.cn<«.S4i*fal Schwarz Chevreaux jF 85 D.h aiDccnun«—" Braun Boxcalf ÜHalbschuhe, Prima Lack Q O.liaibachuhe_ NORDEN: ickc Involidcnstr. ERSTRANGIGES ERFURTER FABRIKAT braun Boxcalf �- Fcinafe Rahmenarbeit RC OMA m» durüig«hcndcr9»|>p(lsolil* H � 0/ Unsere Kinderschuhe / sind im Preise bis zu•• /O ermässigt. 20°/ OSTEN; FranKf urterAlleeS1« Echo Krcutztgerstr. SCHoMEBERO Ecke 5tu ben rauchstr. WESTEN: L in Kstr.TS. c IUI 2. Woche verlängeri D AG F IN p A0L AST Täglich 3" 1" 9" Regie: Joe May mit EUROPAHAUS ztNTaun sc» CAPITOL Teieph.: Nollendorf 7098 Matcella Albani, Mary Johnson, PaulRiMer, Paul Wcgener Vorverkauf 12—2 uhr i««uöa« MäM Tmxxa i i Ck*Tlet 00 frtlxr Mi S4-0O, Jehl U«J Winter-Ulster Hariifi-CbiTlil 4 QOO trShir M« M.OO, JMzt 40 Winter-Ulster uo ObOTiot-Q»liU«M ftfOO Irther Mi M.OO, Jitrt V£i Winter-Ulster � TiUari-Qiilitttei*1 MC (rtlnr Mi tW�OO, JMst' V Winter- Paletots MM�Mi�oofKS 0900 Winter-Paletots tUt�Qmr BitHittMlU£400 gtL,(rbk. k«s�x>, 34 wnter- Paletots SSrrs.vssss-Äoö00 Winter-Paletots SL8*� ir.iohvs.Kikim*ii Mir- TOOO CW», fr. b.M.00,]st Ch». rloto-, Card- a. Oabardina-ßtnS. fr. Mi M- fr Mi 79- fr.bltta.- KSdS� Iriztse.- tatet r7- IßstrundPatrtot« 1ftj.e t5l lim III«.irtatac, fraal 1 7� Sakko-Anzüge 5� 1750 Sportanzüge-MZl« SportAnzflge�« 39°° Bursch-AnzügejM 1278 Bummi-Mäntei)mm 950 Loden- Mäntel ja« 12®* Loden-Joppen hm II75 Knaben-Anzüge 4M Knaben-Anzüge 7®° Loden-Mäntel l»pr«püart raiaek. Tu- 1'JbC baa, jctct 27-, 22.8« 1/ Gummi-Mäntel ohne Omrta nte Ovwmie- 1 O&Q mngs jetit 1B.SO, 16.SO Loden-Joppen Kalten fana, warB refnt- 1 4 SO tart, JatM 21.60, 17- 14 Loden-Joppen t�4KB*' aar*(afsttart HM 14-80, Windjacken 14.-, n-M; Baa- 107» rat laptd- iandw»- N. Kaefc-IDcMe. Burschen-Sakko- Anzüge tnaalldaaStrmpaa-Qaat. madana Farbatatlaaaaa a. Kar*. 1 A50 HM.«UO, ILM2BJ9 1" Einsegnungs-Anzüge la caLChaalot- a. Kaimngamatoff la I- a ll reib» Karmea 1 TbO IMit 54, 42, 38, SS, 29, M 1/ Kinder-Anzüge OrttOa 0—« Kittel-, Ein knöpf-, Bluaaa- and Scbal- A azbpe �75 Jetst...... 9.75, Knaben-Anzüge Gr. 7-11 aaa derbea Strapaalar- Qaallutea In Sporiforaan alt Breecbaa oder Knlahoea 1 rian Jetat....ZU«. 17« 14 Kinder-Mäntel Gr. 04. relzead. Farm., dar. bU*a JÄ «L 6- Kn aben-Mäntel OrBIa 7—11 la Ulatar- -'■•"'fÄÄÜ 1050 Rüses«MI Westes Streifen-Hosen ZitCT Rtettm ki»od fltoeifs« 075 9000,»TS, S.7S* Anzug-Hosen *S.rTWl5,Ä496 Breeches-Hosen"i Cord- and OherlotateSea C75 Jetst 184«, 10.78, 7-8« 3 Knickerbocker aaa an pl leck featuUrt. 1"7 60 ChertoUtoffen. Jatat., 14 Phantasie-Westen M danklen FarbataQanaaa fü Jetzt. MO, 6.78, 43« 4 Einzelne Anzug-Westen 2 75 Jvi 84• a a Haus-Jacken �nJk! Kamalk aar a. Baad. 1 4M HMdlK.SJn.»J8 14 Januar Am Ormi�va� tiaiZ ORESOENERSTR* no Snlskerboeker, Paletots, fielu�ck-Palotots, Ulster, vmr lelnate QnaHfftea Itt. 1 ♦ 44.?ab:gt vergrößern. Daneben werden auch allenthalben U e b e r st u n d e n geleistet, obwohl es in einzelnen Orten noch Arbeitslose gibt. Hoch- konjunktur haben auch die Bamnwoll w e b e r e> e n: nur in Augs- bürg und einigen anderen, wenn auch kleineren, nicht ousschlag- gebenden Orten ist der Geschäftsgang noch schleppend. In der K a m m g a r n spinnerei ist man überall zur Voll- arbeit übergegangen. Dadurch sind weitere Neueinstellungen von Arbeitskräften notwendig geworden. Wie in der' Baumwoll- induftrie, greifen die Unternehmer auch hier zu»eberftundcn. So find z. B. D o p p c l j ch i ch t e n in größcrem Ausmaß eingelegt worden. Auch Damenstoffwebereien lerichtcn von einem guten Befchästigungsgrad. Hier hat vor allen Dingen die Ausfper- rang den Bedarf an Waren gesteiger t, fo daß äugen- blickiich Waren in allen Läilgcn von den Stühlen genommen werden, ohne daß man sich an dos»orgcfchriedenc Stückmaß hält. Den Uebcrgang zur Vollarbeit berichten auch Glauchau, Meeraue, Frankenberg, Neugersdorf, Plauen, Löba», Bayreuth, Köln und Eommerfcld. Dagegen hat in Pößnitz die Bcschäflizung etwas nach- gelassen. In der H e r r e n st o f f w e b e r c i hat sich die Lage gegenüber den Vormonaten nicht wesentlich verändert. Der Geschäftsgang ist Großer Inventur-Ausverkauf M» ■ Beginnt Z. Jan. 1927 Enorme Preis-Ermäfliguiigen 5n allegi Abteiflungew unseres Ganses Beginn: 3. Jan. 1927 Herren-Kleidung Paletots und Ulster PeletolBf sdiwarz u. marengo, 1- u. AJZ_ 2-reibig.. M. 95.- 85.- 78.- 65.- 58.- TJ. Gehrock-Palotota, wAwani o. rengo..... M. 110.- 98.- 87- 75- JO* Ulsters 2 reihig, ia allen Farben, rnod- Aus.'ührungen. auch mit Sleppiatineüa OA M 95.- 88.- 75- 58- 45.- 85.- Profit Auswahl in Sommer-Palefots, Ulster. Sport- Paletots tu sehr hera hzesetzten Preisen Sakko-AnxQge Chcrlot, bell irnd duolcel jemustert OH M. 78.- 65.- 48.- 85.-bV. 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M. an 26 50 P.etsorchube mit Taschen, M. 9.50. 7 50 6.50 Rclaodeckcn........ von M»n 25.— Schals....... M. 6.76. 4.50, 2 95 2.23 Cachenez........ M. 5.50. 4.25 3.95 TaschentUchcr...... von M an 0.45 Schirme........ M. 13,50. 7�0 6.75 ütficke........... von M. nn 0.95 Prom gnaden* Garaazchcn.. M 6.50 3.05 Uandccbahe, Trikot..... M. 1.95 1.25 in G'acd, Wüdledei, Nappa- M. 7.50, 6�0 ß.25 Oberhemden farbig, Perkai od-r Zephyr mit u. ohne Kragen... M. 7.25. 550 4.23 Sport liemdeu, Zephyr, Perkal, Trikolms M. 6.50 4 50, 3.95 2.95 Oberhemd, weiß, auch Frack f., 13.-, 1«'.50 8.75 Nachthemden........ M* 6.50 5.95 Sch'afanzfige..... M. 12.50, 11.53 9.73 Wo 1 gern echte Unterhemden.. M. 3.95 Wollgomlachlo Unterhosen,., M. 2.75 Sport SkUtzen....... von M an 2.25 SpoitstrSmpfe....«von M. an 393 Mrlckbindor......... M. 1.95 1.50 Se.bstblnder.. �. M. 1.50. 1.Z5. US 0.75 .MU5. 0.8S 0.65 Hos entrSger M. 2.10, 1.50, 0.95 Sockanhaltar Ii. 1.50, 1.10, 0.75 Hfite in Ha&r- und Wo'lfilr, steif M. 8.50. 6.50. 5.30 weich M. 6.50. 4.50. 3.93 Sportmützen in veracbiod.StoffarteQ bL 2.90! 2L5. 1.76 Schleifenbindor.. im großen und ganzen auch nicht einheitlich. In einigen Bezirk« und Betrieben wird voll gearbeitet. Hier wird auch über Mangel an Webern geklagt. Außerdem oerlangen die Fabrikanten die Einlegung von Ueberstunden über das gesetzliche Maß hinaus. Man hat sogar das Nacharbeiten der Wcihnachtsseiertage durch Ueberstunden oerlangt. Im Gegensatz hierzu herrscht in anderen Gegenden allerdings ein ungünstiger Geschäftsgang. In Spremberg waren Mitte Dezember nur 65 Proz. der früheren Belegschaft beschäftigt. In Luckenwalde und Hersfeld wurden sogar Arbeiter entlassen und aus Grünberg und Kirchberg wird Zunahine der Kurzarbeit gemeldet. Auch in der Kunftseidenindustrie herrscht Hoch» k o n j u n k t u r. Hier werden dauernd neue Arbeitskräfte ein» gestellt. Barmen sGlanzstoff-Bemberg) arbeite dauernd in drei Schichten. In der Teppichindustrie hält der gute Geschäftsgang vor, der bereits vor Wochen gemeldet werden konnte. In Oelsnig (Vogtland), Luckenwalde und Zillertal erfolgen dauernd Neuen* ftellungcn von Arbeitskräften. Hier wird durchweg in zwei Schichten gearbeitet. In der Gardinen- und Kongreßstoffbranche ist die Beschäftigung durchaus verschieden. Starke Verschlechterung am �rbeitsmartt. 270 000 Arbeitslose in Berlin. i)ic Entwicklung des Arbeitsmorktes bewegt sich weiter in ab- steigender Linie. Durch die Beendigung des Weihnachtsgeschäftes hat auch die Zunahine der Arbeitslosigkeit gegen die Vorwoche wieder «inen höheren Grad erreicht. Sie betrug rund 7200 Personen, so daß sich die Gesamtzahl-der Arbeitsuchenden zurzeit auf 270 323 beläust. Das bedeutet bei einer durch die letzt« Berufszählung vom vorigen Jahr« geschätzten Zahl der Berufstätigen in Berlin von zwei Millionen, daß annähernd jeder siebente Arbeitnehmer ohne Beschäftigung ist. Das ist ein« um so schwerer« Belastung des Arbeitsmarktes, als in dem ganzen, jetzt ablausenden Kalenderjahr der Beschäftigungsgrad nn allgemeinen gegenüber den Vorjahren einen ungewöhnlichen Tief- stand aufwies, den auch eine etwas aussteigende Kurve vom August bis Mitte November nicht wesentlich zu beeinflussen vermochte. Betrug doch die Arbeitslosigkeit in dieser günstigsten Zeit noch immer rund 230 000 Personen, was im Vergleich zum geringsten Stande des Vorjahres mehr als das Siebenfache ausmacht. Eine Kennzeichnung der allgemein schlechten Beschäftigungsverhältniss« er- gibt sich auch aus der Gegenüberstellung der Durchschnitts- wochenzahlen der Arbeitslosen, die S7 132 im Jahre 192S und 247 664 im abgelaufenen Jahre betrug. Es waren 270 323 Personen bei den Aibeitsnachweisen einge- tragen, gegen 263 093 der Vorwoche. Darunter befanden sich 172 107 (165 683) männliche und 98 216(97 410) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 113 467(110 389) männliche und 61784(61 166) weibliche, insgesamt 175 251(171545) Personen. Außerdem wurden noch 34 920(34 207) Personen durch die Erwerbslosenhilfe der Stadt- gemeinde Berlin und 13 048(10 974) Personen von der Krisenfürsorge unterstützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 7059(8377) Personen beschäftigt. Ter erste Abschluß aus dem Ruhrtrust. Die A.-G. Charlottenhütte in Niederschlesien, das Aktionszentrum des Jndustriemagnaten Flick, hat am 1. Juli dieses Jahres ihre gesamten Industrieanlagen in die Vereinigten Stahlwerke eingebracht. Wie die anderen im Ruhrtrust zusammen- geschlossenen Unternehmungen hat die A.-G. Charlottenhütte für die eingebrachten Anlagen Stahlvereinsaktien erhalten. Dem Geschäfts- abschluß zum 30. Juni 1926, der von der Charlottenhütte vorliegt, gebührt deshalb besondere Beachtung, weil er der erste Abschluß der in den Vereinigten Stahlwerken aufgegangenen Montangesell- schaften ist. Wenn die Bilanz für 1925/26 auch noch voll in die selbständige Betriebssührung der Charlottenhütte fällt, so ist doch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Festsetzung der Dividende für die jetzige Holdinggesellschaft nicht außer Verbindung mit dem Ruhrtrust erfolgte. Im Gegensatz zum Vorjahr, wo 6 Proz. Dividende verteilt wurden, kommen jetzt auf das Aktjenkapital von 9,98 Millionen 8 Proz. Dividende. Der Reingewinn ist gegenüber dem Vorjahr(0,86 Millionen) auf 0,90 Millionen erhöht: dazu kommt der Vortrag von 0,22 Millionen aus dem vorigen Geschäftsjahr. Nach der Verteilung der achtprozentige» Dividende werden rund 0,30 Mil- lionen wieder auf das nächste Jahr vorgetragen. Die Bilanz zeigt sehr erhebliche Veränderungen, da der Ueber- gang der Werksanlagen in die Hand des Ruhrtrusts bereits berück- sichtigt ist. Grundbesitz, Gebäude- und Anlagewerte sind von 11,0 auf 0,35 Millionen zusammengeschmolzen Die Beteiligungen und Wertpapiere, unter denen auch die Stahlvereinsaktien geführt werden, sind von 12,8 auf 22,5 Millionen g e st i e g e n. Die Waren- bestände sind ebenso wie die Betriebsanlagen aus der Bilanz ver- fchwunden. Die Schulden und Forderungen, die von der Char- lottenhütte selbst abgewickelt werden, haben sich gegenüber dem Vorjahr in dem Sinne günstig entwickelt, daß die Der- pflichiungen von 15,7 auf 11,8 Millionen gesunken und die Forderung von 13,5 auf 14,1 Millionen g e st i e g e n sind. Der Geschäftsbericht betont auch hier das Mißverhältnis zwischen der Erzeugungsmöglichkeit der Anlagen und den durch die Konjunkturlage beschränkten Absatzmöglichkeiten. Die Verhältnis- mäßig sehr günstigen Gewinne dürsten größtenteils auf die Preis- Politik für Bleche zurückzuführen sein, über die die blechoer- arbeitende Industrie mit Recht sehr klagt. Nach dem großen Produktionsantrieb, den der englische Bergarbeiterstreik ge- bracht hat, wird die Geschäftslage weiterchm noch sehr günstig be» urteilt, so daß nach den Aeuherunaen des Generaldirektor» Flick auch für die Vereinigten Stahlwerke eine Dividende zu erwarten ist._ Güterverkehr der Reichsbahn. Die Güterwagengestellung der Reichsbahn ist auch in der vierten der letzten Wochen rückgängig geblieben: allerdings ist der Gesamtrückgang nicht beträchtlich, wie folgende Tabelle zeigt: (In 1000 Stück) wöchentlich niaieadinlge» für diese Rudrtt si»d verli» SW 68, Elndenfttefc« 3. parteinachrichten ffwb für Groß-Serlin stet»*b da,«»zirkisetret-eiai. 8. H»i, X Tee», recht», ,» richte». Woche durchschnittlich pro Arbeitstag Der Güterverkehr liegt im Vergleich zum Vorjahr noch in beträchtlicher Höhe, wobei allerdings zu berücksichtigen ist. daß die November- und Dezemberziffern des Vorjahres bereits ausgesprochene Krisenziffern waren. Zur Erhöhung der VIerfieuer. Nach einer Mitteilung des Landesfinanzamts Berlin sind die gesamten Biervorräte, die sich am 1. Januar 1927 im Besitze von Bierhändlern oder Gast- wirten befinden, bis zum 5. Januar 1927 nach Zahl und Raumgehalt der Gefäße und unter Angabe der Biergattung(Einfach-, Voll-, Starkbicr) der zuständigen Zollstelle zur' N a ch v e rst e u e r u n g anzumelden. Bierhündler oder Wirte, die am 1. Januar 1927 nicht mehr als 2 Hektoliter Bier besitzen, brauchen ihre Bier- Vorräte nicht anzumelden. Die Engelhardt-Brauerei verleilt 10 Prozent Dividende. Ein willkommener Kommentar für die Bierpreiserhöhung ist neben vielen anderen Abschlüssen der Brauindustrie der Gescbästsbericht der Engelhardt-Brauerei A.-G., Berlin. Ihr Rein- gewinn im letzten Geschäftsjahr ist aus 1,80 Millioneü(im Vorjahr 1,70 Millionen) gestiegen. Die Abschreibungen sind aus 1,34 Millionen erhöht, so daß dre D fserenr von 190 000 M. bei der Methode hoher Abschreibungen der Engelhardt-Brauerei dem Mehr- gewinn noch hinzuzurechnen ist. An den Woblsahrtcsonds wer- den fast 400 000 M. überwiesen, gegen das Vorjahr ein Mehr von 30 Proz., das dem Reingewinn noch entnommen werden kann. Die Erhöhung der Gesamteinnahmen von 29,7 auf 30,4 Millionen, zusammen mit den Zugängen in der B i l a n z auf Grundstücks- und Gebäudekonto von einer halben Million, auf Maschinenkonto von 0,31 Millionen, auf Effekten um fast 800 000 Mark und auf Beteiligungen um 130 000 M. lasten die sehr günstige Lage der Engelhardt-Brauerei deutlich erkennen. Kasse und Bankguthaben sind g e st i e g e n, die Akzepwerpflichtungen sind zurückgegangen, die Außenstände sind stärker erhöht, als die laufenden Verbindlichkeiten zugenommen haben. Es kann mit Recht vermutet werden, daß die Engelhardt-Brauerei eine höhere Dividende als 10 Prozent hätte ausschütten können, womit neuerdings ein Beweis vorliegt, daß die Brauereien auf die Steige- rung der Bierpreise zum mindesten in dem unsinnigen Maß, in dem sie vorgenommen worden sind, nicht angewiesen sind. Stillegung nach dem verkauf der Quote. Die Deutsche Spiegelglas A.- G.. die bisher in Freden(Hannover) die Spiegelglasfabrikation betrieb und außerdem in Grünenplan einen Betrieb hatte, in dem in der Hauptsache Gläser für optisch« Zwecke und Spezialglasfabrikate hergestellt werden, hatte schon im vorigen Jahre erkannt, daß die Spiegelglasfabrikation in Freden infolge der frachtungünstigen Lage und der technisch rückständigen Einrichtung des Betriebes nicht mehr wettbewerbsfähig war. Sie hat infolgedessen schon im Vorjahre diesen Betrieb an das S y n- d i k a t, den Verein Deutscher Spiegelglasfabriken in Köln, ver- pachtet. Da sich aber herausstellt, daß diese Verpachtung unzweck- mäßig war, ist die Gesellschaft jetzt dazu übergegangen, den ganzen Betrieb in Freden, die Quote und die Vorräte an das Syndikat zu verkaufen und den Betrieb auf Grünenplan zu beschränken. Dieser Betrieb soll mit Hilfe der hereinkommenden Gelder technisch ausgebaut werden. Man rechnet ungefähr, daß der Gesellschaft nach Bezahlung der Schulden 214 Millionen Mark zur Verfügung stehen. Die Belegschaft fürchtet, daß durch diese Transaktion zirka 2 00 Leute in Freden brotlos werden, da die Kristallquote von Freden auf Stollberg, die Farbglasquote auf Reisholz übertragen werden wird. (französische Waggonaufträge. Die tinke-Hosmann-werke A.-G haben von der französischen Regierung, die insgesamt 1500 Güter- wagen ausgeschrieben hatte, einen Auftrag auf 600 Güterwagen im Werte von etwa 514 Millionen Mark erhalten, die in deren Werk Köln und Brand bei Aachen hergestellt werden sollen. Gleich. zeitig hat die unter Führung der Waggonfabrik van der Zypen und Charlier G. m. b. H. stehende Gruppe einiger w e st l i ch« r Waggonbouan st alten einen Auftrag im Gegenwert von 414 Millionen Mark erhalten. 400 Waggons des Gesamt- auftroges sind der französischen Waggonindustrie vorbehalten. I. strri»»itt«. Di-n-wa. 4. 3• Ein Posten Moha i r Wirbelplüsch Diu/andecken mir kleinen Webefehlern, in vielen feinen Far&en Reshbesfgnde in Möbelstoffen'1"� Vorwerk Mobeis toff-Reste für Kissenplatten u.Decken- ca.65/Q5cmjetztMk.*j?5 O Elfi PostenTÖü rnoy LOLiferSfOffepersermuster � CrSk,97i" Cbate�13« ca.'IOOO Smyrna Vorlooen. 6M��'moderne'künsHari�l ote�kie» ßestöesländein Oarcf/neaSfores, B&täzcken. fände in Dekorah'ons-VxnangsloFfzn O/s 60% ermäßig/: und mehr« PREISERMÄSS1GÜNQ: Kokosläuferin quterQual.faf �\75 ca67cmbreif, Menqenabgabe bis 10 Meterl pMfr Verkauf nur BERUH C.$f>ANDAIJ£li.STIl31 Mengen- abgäbe vor behauen Beginn; Montag, den Z. 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Am 29 Dezember verstarb unerwartet unser Genosse Willi KollderF im Arontenhous Britz Wir werden dem Genossen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Montag, nachnutiogs 1 Uhr. auf dem Gemeinde- sriedhos,-Murtendcrser Weg. statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand der stZ.Abteilang, I Danksagung Für die anläßlich der Einäscherung unseres lieben Vaters, Bruders, Schwieger- unb Großvaters Max Stuhlmann ullseltig beroiejene letzte Ehrung unseren besten Dank. Im Stamen ber Htnlerbltedenen ttevmann Stuhlmann. vettiedenn aus erster Sand, Vsd.arau 80 Pi. geichl 90 Pf. Rup> 1.75. Satbbaune 2.75, 4 weiß. Flaumrupi 4, beste 5, Daune 7. weiß 3-10. Schleißdaune 3 50—5, Oberbett la dicht Inteil S Pfd 12. 18. Kissen 3 Pld. 3 50 5.50 an iw. gegen Nachn. Muster-Preist tret, kein Rtstto. Nichlpassend zurück. Böhm. Bettfedernspeziathsus Sachsel& Stadler, Berlin E 12 Landsberger Str. 44 Hygienische Dampjretntguag gratis vurcb BesebtuL de» Oberver- sicherungiamts Berlinvom23. Dezember 1026— II. B.K. 437. 25— wird die Bctrlebskrai.k.okarse der Fa. A. Jandorf& Co. mit Ablauf des Monats Dezember 1926 geschlossen. Unter Hinweis auf die§§ 301 und 302 der Reichsversicherungsordnung fordern wir hierdurch unsere Gläubiger auf, etwaige Forderungen alsbald bei uns anzumelden. Hierbei bemerken wir, da3 die Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen nicht binnen 3 Monaten nach dieser Bekanntmachung anmelden, verweigert werden kann. Berlin, den 31. Dezember 1926 Belle-Alliance-Str. 1/2. Vorslacii icr Eetrlebskrantekasse der Firma A. Jandorf& Co., Berlin B o r m, Vorsitzender. Hcilanstall+ für eiMglneWniW geüsiekMe. tw- iiitö Höntoen- tdetepie uno HoturDeiffunöe, MiWüW.WAM unö ßiöuteriaren. Sämtiidje taeDhiniidien m kMMWdrr. Bollftiin&ig giflreie Beöaaöiunor Sestr gnU nah stchneNe Teilerfolge bei allen inneren nah Snsteren Sranthelken, speziell chronischen,»ei llikianern, ijrouen unb Sinbern. Nachweislich ssnd mit gutem Keilersotge foltienbc Krankheiten behandelt und «eheill worden: Hals» und Lungen-Tuberkulose und Katarrh, Bronchiallatarrh, Brauchialafthma! Keuchhusten: Herzerweiterung, Hrrzfthlrr und Kerzllappen- schier Herzasthma: Magenelwelterung und-senkung. Magen, und Dorm- katarth, uerväse Magensdiwäch«, Magengeschwüre; Etuhiurrstopsung: Lcbcr» crkrankung, Gallensteine, Gelbsucht: Leber- und MilzanschweNung: Gicht unb Rheuma. ISMUS, rheumatische und nervöse«opsschmeezc,!. Schlastrsigkeil: Er. krankungcn des Ncrvcnshftcms, Rcrvrnsiywäche, Neurasthenie, Hysterie. 2>°nr. -tgie. Zschias, Trigeminus-Rcuratgie, Migräne, Räckeninarterk anlunge»; Stosswechtctklankhcltcn, Zuckerkrankheit, Harnsäure Dialhesc, Fettsucht: Gr- kranlungen de« Blutes. Leukämie, Ehlorvse und Anämie: Nte:c:>. und Btatcnteiben! Erkältungekrankheitei!, Influenza, Grippe: Schuppenslechee.. chranisdir Ekzeme. Bariitcchtc. Kaaraussall, sresscnbe Ha» siecht:(Lupustt Beingeschwüre, frische und veraltete Wunden und Fisteln, Mastbarn, sistcln und .sissuten: Hämorrhoiden: Quetschungen, Blutergüsse; Furunkel und Karbunkel: Krampfadern, Muttermale: Nesselsucht, Rase: Brandwunden: Drüscuschwel- Bingen jeder Art: Ohren- und Nasrnlciden, Stirn- und Kicsernhöhlenvcrcitc- rung: AdernnrrkaUuug: Felgen nun Schlaoansall, Lähmungen bei Kindern und Erwachsenen: Klnderrrankhci.en, Ekrophulnse: Frauenleiden jeder Art: Seschlechtskrankhritcn und deren Folgen bei Männern und Frauen. Bon den Hunderten Geheilten sind hier nur einige wegen Raummangels an. geführt: I. H. Rönsch, Snlller, Bin., Frankfurter Allee lila, Rheumatismus. geheilt. 2. Fr. E. Hehdorf, Bln.. Kclberarr Sir. 28/29, Z/rroen. und Knochcnhaulenlzllndung. vollständig gelähmt, geheilt. 3. H. Ritler, Bl».- Frlcdenau. Sponholzstr. 56, v. Beinleiden gcheill. 4. S. M. Werner,.staus- mann, Bln. R., Goltschedstr. 2 n. Lungenleidcn, Blasenkaiarrh geheilt. 5. Knabe W. Mulack, Bln., Fwinglistr. 39. v. Rückcngratvcrkrllmmnng mit Lähmungserscheinungen. Magen» u. Darmkalarrh geheilt. 6. Fr. M. W üveck, Bln.. Auguststr. 21. v. Muskclcntzündung u. öerzschwächc geheilt. 7. Fr. I. Kanisch, Bln.. Lübecker Sir. 13, Blinddarmfistel, geheilt. 8. Fr. Her mann, Bln.-SchLnrberg, Feurlgstr. 13. Blinddaimfislcl. geheilt. 9. Fr. A. Heide- kern. Bln., Geßlerstr, 34, Gelenkrhenmatlemus, Rückenschmerzen n. Ncur- astdcnic. gebellt. 10. H. O Bürger, Rentier, B'n. Reichcnberger S!r. 141, Drllsenschwellung gehellt. II. S. Paul, Bln.. Reichendergcr Str. 131. Magen- u. Nervenleiden gehellt. 12. Fr. O. Blißncr. Vlii..Neiisölln, Harzer Str. 87, Krämpfe, geheilt. 33 S. O. Unger, Kauimann. Bln., Wichcrlstr. 41. Magen-, Leber- u Nierenleiden, geheilt. 14. Fr. E. Balelin, Bln.. Pflugstr. 5 Magengeschwüre u. Blnlarmut, geheilt. 15. Frl. Lietzow, Bln.. Kolberger Str. 28/29 Gelenkrheumatismus, geheilt. 18. Fr. Ww. Fritschler, Bln.. Maricnburger Str. 48 Darmacschrnulst. geheilt. 17. Fr. Hedwig Stern, Bln.-Echönedcrg, Thorwaldsenstn. 10. Leberanschmellung. Gallcnbl'sencnlzllndung. geheilt. 18. Fr.«. Rohrmolcr, Bln.. Drealauer Str. 1, Serzermeitcrung, Her, neurose ollg. Nervenschwäche, gcheill. 19. Fr. Barisch, Bln.-Eövcnick, Rnsenstr. 2, sd'werc Blntveraifluiig». Handvercllc» runa. gehellt.' 20. K. O. Oedme Schlächtermeister, Bin, Thacrstr. 40. Herz- u. Maocnlelden. Leber- u. Milzanschwellung, gebellt. 21. Fr 21. Ki'chncr, Bln.. Dalzigcr Str. 24. Magen-, Leber- u. OiallcnsteinIeiVn, Gelbsucht, ac- hellt. 22. Herta Fabel, Lübbeuau-Epreemald, lubcrkulöscr Kuochenfraß, Knlegclenksenlzllndnng, geheilt, 23. H. Nähr, Rltlergutshesttzer. Ernstwalde. Krs. Karvowen. Ostpr., sdiwcre Blutvergiftung u. Geschwüre, geheilt. 24. S. v. Leopold, Bln.-Friedenau. Kaiserallec 123. eilrigc Lungeniistes. aehcilt. 25. L. E. Michaelis, Gastwirt, Bln.-Eharlottenbnrq, Wallstr. 87, Lcberlcidcn, Gallensteinleiden, Gelbsudst. gchrtlt, 26. H. Polizeiasstsient R. Kramm, Bln., Kochhannstr. 26, von Magengesdiwllten Magenerweilcrung u. Senkung mit 30 Behandlungen geheilt. mir können sogen, daß durch die Kur I« unterer Bellanstglk selbst die ältesten, hurknöcklgste» Leiben no» zur Seilung gebracht werden und daß alle, die ihr höchstes Erbengillck, die tSesuubheik, bereits ncrlnren zu haben glauben, wieder in den Vollbesitz derselben gesetzt werden. itstBH Briefliche Original-Anerkennungen von im» aebciller Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt zur Einsicht «vekrenntr vestgublungnröuni« für vg-nen und Herren! Keine briekllche vehgnblung! prvkeszvr Sr. meC P. ÄrzJ, lllir im Auslände ernannt, promoviert und approbiert. Niigllcd der bitcmaBoaa'cn Vercinlgang von Aerzten u. Nolnr�rzicn. Berlin SOIS, Brückenstraße 10b, 2. Haus von der Rungefkva�e, 1 Minute von Vhf. Jannowihbracke. Longjührige fachmännische Lrztiiche DeHandlung und Leitung. Sprech- nud Vehondlnnov,elt: v- R. 4—? /z. Sonntag und Feeertag: I 10— 12 Ahr- Praxis sei» ZS07.' Von der Reise zurück l //ff" 4/ 1 WW m gowihrKlnach Prüfung Kredit Vertrauens- und Kreditwürdigen Personen aller Stünde In fester Position. zum Zwecke des Bareinkaufs notwendiger Gegenstände in den Ihr angeschlossenen Geschäften. Der Kreditnehmer hat weder In den Geschäften, noch bei der Citag eine Anzahlung zu leisten, es werden ihm lediglich bei einem Kredit von 6 Monaten eine Vergütung von 31/, u/o und bei einem Kredit von 12 Monaten eine Vergütung von 7 0/0 von der Schecksumme gekürzt. In den Geschäften Is' er unbedingt KassaKäufer wie jeder barzahlende Kunde und trotz anders- lautender Behauptungen werden die Preise in den der Citag angeschlossenen Geschäften durch die Zahlung mit Cirag-Schscks nicht im geringsten verändert. Citag-Schecks gelten auch während des Inventur- Verkaufs In den ihr angeschlossenen 164 Geschäften und deren Filialen als Barzahlung. BpiMiiMaaipiMpiMittMpiikttMWMpaMpaiiiiiir inrniiiiira� ■Jtäc Jlcujig dhrz n�TLodkrh Preise z,T Ifa der früheren Beginn des Jlujsver'kcLufS iTLcrrvtCLg den 5. Jaruxa� vomn.QVhn BERLIN� LEIPZIGER STR. 36, ECKE CHARLOTTENSTRASSI Tjuoedgrt�&db�Ca�sxcrxg: JOMrfi�sterwCbvrisrL, Ccdte J�jCunJdssiu�. BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN w BEAMTEN, AG ANNAHMESTELLEN IN SÄMTLICHEN STADTTEILEN BERLINS UND BEI ALLEN ORTSAUSSCHOSSEN DES ALLGEMEINEN DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTS. BUNDES IM REICHE ZENTRALE BERLIN S 14 wallstrasse« POSTSCHECKKONTO: BERLIN 3S98 diiiiipm. HAMRIIDH besenbinoerhof s?-» FILIALEN. immDUKU POSTSCH.-KTO. HAMBURG 32 S3fl RDF�I All MARGARETENSTRASSE 17 OI�C�LAU POSTSCHECKKONTO BRESLAU 414 BEI TÄGLICHER KÜNDIGUNG...... 4'/,°/» p-». BEI MONATLICHER KÜNDIGUNG.... S'/z«/« p.». BEI VIERTELJÄHRLICHER KÜNDIGUNG 6'/j% p.•. EINZAHLUNGEN VON I RM. AN KASSENSTUNDEN VON 9 BIS 3 UHR UND 5 BIS 7 UHR SONNABENDS VON 9 BIS 1 UHR Strumpffabriken Chemnitz i. Sa., Hohcnstcin-Er. LSa, Hennsdorf I. Sa. 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Die mit jeder Stunde Uns wirbelnder saht. Wir tragen die Welt Und wissen es gut. Was die Nächte erhellt Ist flammendes Blut. Was die Tage beschwingt. Zst fiebernde Kraft. Mit keuchenden Brüsten Durch uns geschafft. wir zwingen dich Zahr mit feurige« Kuh Und halten mit Eisen dich fest. Noch ist uns die Arbeit ein ehern« Muh... Einst wird sie dem Werkvolk zum Fest. wir weben so lauge Ein blutrot« Land. Vis jedwede Grenze wie Nebel entschwand. wir Werkvolk der Welt Sind Hammer der Zeit, Zedes Jahr, na» gesellt. Sei zum Amboh geweiht. Was die Väter gesät Mit blutiger Saal. Erstehe herrlich Ja heiliger Tal. Brnao SchSalank. Die Maske. Von Lola Laudan. „Rehmen Sie Ihre Maske ab!" Er rief es seiner Tänzerin zu. Sie hielte« in einer Laub« von grünen und Hellrosa Papierblumen. Das ftompfenbe Brause» des Festes durchschüttert« sie noch, als sie still standen und chre Hände sich ws ließen. Nach dem heftigen Tanz schienen beide auf einer ungeheuren Schaukel auf- und niederzuschwingen. Flatternde Farbe» jagten an ihnen vorüber. Sein klares, geschlossenes Gesicht bekam plötzlich bei dem milden Wunsch, sich ihre Züge zu entschleiern, den Ausdruck«ine» eigen- sinnigen Knaben. Er umarmte sie mit seinem Blick: den geschmei- digen Körper in der rotseidenen Jacke der Türkin, den breite» braungoldenen Gürtel, die sanften, blühenden Arm«, die sich bis zum Ellenbogen nackt aus weiten Aermeln hoben, und endlich da» Gesicht, das beinahe völlig von einer schwarzen Maske verdeckt mar. „Nehmen Sie die Maske abl Sie versprochen»» mir für dies« Stunde." „Stein, heute abend nicht." „Warum nicht?" Sie schwieg. Er sah sie lächeln, oder ahnte nur unter dem schwarzen Stoff der Larve ein Lächeln zittern. Ihr verhülltes Ge- ficht— daß sie. ihn mit ihrem versteckten Mienenspiel betrügen und verhöhnen könnte, brachte ihn in Äaserei. Sein Blick brannte aus ihrer Maske, glaubt« sie durchbrennen zu müssen bi» m da» Ge- heimnis der Beseelung. Er wollte diese Lugen erraten, die Form dieses Kinns, die Fläche dieser Wangen, diesen Mund. Wa» ihre sprechenden Bewegungen ihm gesagt hatten, sich durch ihr Antlitz wiederholen lassen. Denn alles bei diesem Mädchen sprach zu ihm, der aufjauchzende Tanzschritt, da» leise Zucken ihrer länglichen. empfindsamen Hände, die stürmisch« Bewegung ihre» Hauptes, wie es vor seinem dichten Atem sich zurückwarf und ihm doch näher. inniger schien, je weiter es schwand. Endlich dorthin blicken, wo die Seele in der Blüte des Gesichts aufbrach, in« Weiße der Seele hineinschauen. Durch den schmalen Spalt der Larve sah er plötzlich ein Aug« aufglimmen und griff in den Stoff, um die lästige hülle abzureißen. Sie schrie leise auf, und schon war sie ihm entflohen, forttanzend in wirbelnder Schnelligkeit, so daß er sie erst nach einer Runde de» großen Saales wieder ergriff und in sausendem Zweitakt wetter- trug.... Während Erna ollein tanzte, fiel sie zusammen im Entsetzen ihres wirklichen Gesicht». Stürzte zurück aus der Verwirrung der Lichter in ihre eigene Mißgestalt. Sie war häßlich. Häßlichkeit hatte Ihre Züge entstellt und zerstückelt. Häßlichkeit hatte den Ein- lang ihrer Züge auseinandergerissen. Nun demaskierte sie sich vor ihrer eigenen grausamen Klarheit, dachte die Larve fort. Und sah sich, wie sie wirklich aussah. Ihr entblößtes Gesicht mit der platt- gedrückten Nase, dem breiten Mund, dieses flache, schief« Antlitz, da» nur Leeres zu reden schien. .Welche verschwollene, beutenhaste Häßlichkeit." übertrieb sie in ihrer Erbitterung. Häßlichkeit«st Auswuchs, krankes Gewächs. Sie sah ihr Gesicht nackt in den ganzen hüllenlosen Grauheit vor ihm. der es entschleiern wollte, und die Verdammnis ihres Schicksals brach neu über sie herein. So war es immer gewesen. Wenn aus ihrer reichen, liebreichen Seele Worte emporstiegen, klangen sie auf diesen reizlosen Lippen fahl und tonlos. Wenn ihr« glänzend« Seele den Strahl, den Blick hinaus sandte, ward er in ihrem Auge trübe und stumpf. Wer konnte je diesen Worten, diesen Blicken liebend entgegeneilen l Wenn Freundschaft sie auch umschlang. Lieb« wandt« sich ob. Bei allen Freuden und Tänzen der Jugend war sie nur Zuschauerin, wo sie so gerne mitgelebt hätte. Immer saß sie in Nebenzimmern, unterhielt sich mit älteren, müden Frauen und schien selbst keinem Alter mehr anzugehören.... ♦ Aber heute zum erstenmal war Erna umworben. E» umglühte sie der starke Dust, der alle Frauen durchströmt, wenn sie Be- wunderung fühlen. Lockung erfuhr sie, Abwehr, Flucht, Verfolgung, ja Liebe. Denn dem Manne, der sie den ganzen Abend so leiden- schastlich festhielt, mal sie für die kurzen Stunden da» einzig«, da« schönste Weib. Allerdings war das Glück erkauft durch lffttgen Be- Prosit Neujahr! ctggnts - vi.Moiüi:» Buf zu neuer Arbeit! trug, durch die lügenhaft« verdeckung ihres Gesicht». Di« Eni- larvung ivär» grauenvoll. Bei diesem quälenden Gedanken spürte sie seinen Arm um ihren Gürtel, wieder war sie gesangen, und da zerflog alle» Schwere. .Nur genießen," dachte Erna,.nur diesen Abend einmal leben, nichts von sich selber wissen, und dj« Seele in einem fremden, ein- gebildeten, schönen Körper tanzen lassen!" Sie beschloß, die SNaske niemals vor diesem Mann« zu lüften. Gegen Morgen brachte er sie noch Hause. Die schlafenden Straßen lagen leer und tot in der weißen helle. Ein gespenstisch erstarrter Tag blickt« sie an. Doch stnch schon frische Frühluft über die Dächer und netzt« auch die erhitzten Stirnen der Maskierten wie kühles Wasser. Es war. als ob sie selbst au« irgendeinem traumwirrenn Schlaf- sein zur Wirklichkeit neu erwachen müßt«. Und da beugt« er sich nochmal» zu ihr und sagte diesmal leise wie«in Freund:.Warum wollen Sie eigentlich die Maske nicht abnehmen? Vertrauen Sie mir den Grund." Sie bat nur:.Quälen Sie mich nickst," da ließ er behutsam ab. Und dann sprachen sie nur über wirtlich ernsthafte Ding«. Als st« sich trennten, verlangt« er ein Wiedersehen. Sie schlug die» ab, gewährte ihm aber, sie in Briefen weiter anzureden. Damit be- gnügte er sich zögernd. » Diese Gespräch« ohne die zerstreuende Wirkung eine« verliebten Anschauen» wurden zu dem tiefen Zwiegesang von zwei tönenden Menschen. Das Leben eines jeden floß strömend zu dem anderen hinüber. Sie kannten sich so gut, al« wäre selbst ihr« Kindheit eine gemeinsame gewesen. Sie halfen sich durch die abgerissenen und verknoteten Alltäglichkeiten des zusammengesetzten Tages zu dem Sinn eine« ununterbrochenen rauschenden Lebensgefühl». BI» zuletzt ein Brief von ihm kam, in dem er ihr Lieb« gestand und sie pries al» sein« von der Vorsehung und allen Mächten des Seelenfchicksal» bestimmt« Frau. Gleichzeitig drang er nun auf «in unmaskiertes Wiedersehen, da» der Ansang ihrer Vereinigung für alle Zeiten sein sollt«..Em solches Wiedersehen." schloß der Brief,„wird zwar nicht» meinem Bild« von ihnen hinzufügen oder wegnehmen können. Denn die Seele bildet sich da» Gesickst, und ich Hab« Sie längst mit lebendigsten Augen angeschaut" Al» Erna diesen Brief gelesen hatte, blieb sie eine Weil« un- beweglich am Schreibtisch sitzen. Aus einen Zettel matte sie mechanisch lauter groß« Lettern. Die Buchstaben hatten jubelnde spitz« Austtriche. Ihre Finger zuckten. Mit wütender Heftigkeit riß sie die Feder über das Papier und zertrotzt« ihre Schrift. Darüber brach sie in Weinen zusammen. Endlich erhob sie sich, ging vor den Spiegel und grub die Nägel in ihr Gesicht, al» wollte sie Fetzen haut au» ihren Wangen heraus- reißen. Plötzlich fiel ihr der Schlußsatz seme» Briese» em. Laut sagte sie ihn sich vor. Eine wahnwitzige Hoffnung kroch in sie hinein. Liebte er sie denn nicht, sah er nicht ihre innere Schönheit leibhaftig wie ein Antlitz vor sich? So würde er auch ihr Gesicht sich neu aus seiner Liebe formen und schön finden. Bttt einem Ruck setzt« sie sich an den Schreibtisch und schrieb ihm, daß er sie morgen mittag Im Part bei dem Sockel der Nymphe erwarten solle.... * Di« Nymphe stand auf einem breiten illasenplatz. Kleine Sträucher warfen im Frühling ihr grünes Licht auf die steinerne, nackte Figur. Lieblich war sie, wie sie in sanfter Beugung der zarten Knie die Schale hielt. Di« klassische Meißelung des schönen, schmalen Kopses war etwas gemildert durch einen lächelnden Ausdruck. Unruhig ging Erna die große Pappelallee auf und ab, die in den hellen Platz mündete. Da erblickt« sie ihn, wie er am Rand« der Alle« auftauchte. Er schritt eilig. Den Hut hatte er ab- genommen. Noch sah er sie nicht. Aber jetzt-- Da bemerkte sie das entsetzte Erstaunen, dos auf sein Gesicht aufprallte. Er taumelte beinahe zurück. Sie wollte fliehen. Es war zu spät. Wieder beobachtete sie ihn, wie er seine Züge in gewaltsamer Beherrschung zusammenzog. In freundlicher Be- grüßung gab er ihr die Hand. Einen Augenblick blieben sie vor der Nymphe stehen. „Schön." sagte er, erschrak über das Wort und stockt«. Sie gingen schnell durch den Park, sprachen viel und vermieden es, sich anzusehen. Der Mann versuchte einige Male sich zu einer persönlichen Sprache zu zwingen. Er schalt sich feige. Immer schluckte er die Worte wieder hinunter. Eine quälende Beschämung, daß er von Aeußerlichkeiten so abhängig war, begleitete ihn dumpf. Aber allmählich verstärkte sich das Gefühl körperlicher Abneigung gegen das Mädchen, das mit gesenktem Kopf wie eine Schuld- bewußte neben ihm her ging, zu Widerwillen und haß. Sie hatte ihn hierher gelockt, unter der Maske ihm ein holdes, reizvolles Ge- schöpf vorgetäuscht, ihn tückisch betrogen. Sie hatte ihm die Eni- setzliche Verlegenheit dieser Stunde bereitet, ihm mit seinen ver- bundenen Augen Geständnisse abgeschmeichelt, daß er nun beinahe wie ein Wortbrüchiger vor ihr stand. Nein, sie hotte keinen Takt, war ohne Seelenfeinheit. Sie hätte ihm schreiben können, sich vor ihm auf diesem Wege demaskieren können; aber ihn hierher bestellen zu der peinlichen Rolle, die er spielen mußte, das war unpassend bis zur Schamlosigkeit. Er hatte sich auch in Ihrem Wesen geirrt. Aber in diesem Blindekuhspiel sollte sie ihn gewiß nicht fangen. Er blieb plötzlich stehen.„Ich muß leider in die Stadt zurück. Hab««ine beruflich« Zusammenkunst. Wir sehen uns natürlich wieder. Man muh sich doch in persönlichem Zusammensein erst kennen lernen. Brief« können nur Andeutungen unsere» wahren Wesens sein, nicht wahr?" Er verabschiedete sich. Ihr« Hände berührten sich flüchtig. Er ging. Sie sah ihm nach in der volle» Klarheit, ihn nie wieder. zusehen. Ihr Blick traf das steinerne Lächeln der Nymphe, da» in höhnischer Schönheit über sie hinlächelt«. In diesem Augenblick begriff sie ihr Schicksal und zugleich das Schicksal aller beschatteten und vernachlässigten Kreatur. Eine unendliche Traurigkeit löst« den Krampj ihrer Züge. Und jetzt sah sie beinahe schön aus. Aber er sah«» nicht mehr. Er war jcqon mta dufcntz.««» Sonnemmtergang in öen Tropen Von Andrea» Lahko. I. Seit«lf Stund«, glüht auf den Rasenplatz des„Colombo Club' vor meinem Fenster die Sonne. Gan� ohne Schotten zu werfen. unwirklich stehen Bäume, Häuser, Wagen und Menschen in der weihen, reglosen Hitze, die ein zu niedrig gesponmer Himmel gerade auf dieses Fleckchen Erde herabzupressen scheint. Im Zimmer ist es finster, der elektrische Fächer surrt ohne Pause: zwischen dem sleinerncn Fußboden und der gekalkten Zinnnerdecke eingesangen, brütet eine erstickende Mischung aus Dampfbad und Gewitterschwüle und drück, den Gast aus kühleren Zonen zersließeiid auf das seuchte Bettuch. So vergeht der Tag, von der zehnten Morgenstunde bis gegen fünf Uhr abends, bald dösend im glühenden Würfel des Moskitonetzes, bald in verzweifelter Pendelbewegung durch den dunklen Raum. Drängt die lechzende Erwartung des Sonnenunter- ganges an den Spalt im Fensterladen, dann taumelt der Vorwitzige geblendet zurück, ins Hirn getroffen von de» spitzen Pfeilen des gleißenden Lichts. „Cupreoup rascal"— den„kupfernen Schurken" nennen die Eingeborenen die Sonne, die Wohltäterin, die den vielfach überein- ander gelegten Teppich einer verschwenderisch üppigen Vegetation unter ihre Füße breitet, das Zeltdach des Palmenwaldes über ihre Häupter spannt, dainit sie ihr Leben, unbeschuht und unbekleidet, wie Glashauspflanze» verwöhnt, verbringen können.„Luprecnis rascal"— die Nährmutter, die in alle Wurzeln und Früchte, ja in die Rinde der Bäume selbst soviel Saft und Duft und Süße und Nährkraft treibt, daß Hunger und Durst zu stillen ein Handgriff ins Dickicht genügt,—„kupferner Schurke"!... Die Sonne, die wir monatelang entbehren, heiß zurücksehnen, besorgt um ihre Wieder- kehr hinter unsere» Feldern verschwinden sehen,— hier ist ihr Niedergong die Erlösung, das Leben beginnt, wenn sie Abschied nimmt, genau wie bei uns alles erst erwacht, wenn sie von drüben, wo man sie einen„Schurken" schilt, zu uns Stiefkindern herüber- lugt, kühl gegen unsere Liebe, die ihr ouf Knien dankt. II. Wie aus farblosem Glas geschnitten stehen die Palmen vor dem Klubhaus am anderen Ende des Platzes. Eine gemalte Schnee- landschaft, von dem weißen Licht der Bogenlampe übergrevt, so hängt die Esplanade in dem Rohmen der schmalen Spalte, reglos und leb- los, wie ein Bild. Ganz selten nur rollt der dunkle Fleck einer Rikscha durch die Leere, ein Geschäftsmann, den unerbittlicher Zwang in die Glut hinaustrieb, stürzt unter in der Halle an die Vor und erliegt der tückischen Abkühlung eines Eisgetränkes. Sei» Kuli wartet feuchtglänzend vor der Auffahrtsrampe des Hotels, betäubt wie eiu getroffener Boxer gegen das hohe Wagenrad gelehnt— und — den Späher am Fenster durchrieselt wie eine Heilsbotschaft die Beobachtung: der schwarze Halbkreis, den der Kopf des Rastenden aus die Erde zeichnet, falle schon einige Zentimeter von seinen Sohlen entfernt nieder... Wenn der Schreitende nicht mehr auf den Schatten seines Kopfes treten muß, dann ist die Erlösung nahe! Einmal auf der schiefen Ebene angelangt, gerät die Sonne rasch ins Stürzen, und in die aus- gebrannte Landschaft kehrt Leben und Farbe zurück Der grau- glitzernde Rasenplatz beginnt zu ergrünen, die Kronen der Palmen verlieren den gläsernen Glanz, wo tagsüber das schneidend scharfe Licht ein« sablos leuchtende Glasur über Pflanzen und Bäume breitete, erstrahlt da? bunt gemusterte Gewebe der Tropenflora. Bald schütten auch die Häufer die erlösten Märtyrer des Tages in tadellos weihen Anzügen und duftigen Toiletten auf die Esplanade hinaus. Dem Einzüge der Mächtigen voraus eilen hurtige nackte Hungen, huschen wie Wiesel über den Rasen, treiben Pflöcke ein und spannen Netze, bereiten die Kricket- und Tennisplätze vor für die weißen Götter, die im Goldglanze der untergehenden Sonne, am Rande des aufatmenden Ozeans. Bälle schleudern, in breiten Korb stählen ihren Tee trinken, von Pferden oder Eingeborenen gezogen über die Esplanade fahren, als Herolde ihres eigenen Reichtums. Ein Stück Europa, von exotischen Kulisfen umrahmt, lebt aus vor dem KlubhäuSchcn und auf dem raten Strandwege, ein« verkrampfte Imitation des Hyde Park oder des Bois de Boülagne, bereichert um den bronzenen Ton der nackten Läufer, den weißen Kaftan der be- dienenden Singholefen, die im Bewußtsein ihrer Würde andächtig den Tee zelebrieren, brennrote Schärpen um die mädchenhaft schlanken Hüften, das lange Haar zum Knoten geschlungen und mit einem Schildpattkamni(der ihre höhere Kaste kündet) am Hinterkopfe aus- gest?ckt. Heber den quirlcndwcißen Gischt der übervölkerten Promenade huscht beglückend ein leiser Abendhauch, sacht die grstoute Lebens- freudc, die einem ganzen Tage seine Essenz in zwci Stunden aus- pressen muß, zu der hastenden Intensität dieser Fieberzone an. Auch nie feinen Finger der Palmenblätter greifen zitternd vor Lust in den erbleichenden Abendhiinmel. der olle Tönungen seiner Bläue in xascher Folge auf die straffgesponntc Seide des Meeres malt, bis der stürzende Ball alle milden Farben verjagt und quer in das Bild eine brennend« Straße schneidet, die nach dem Westen, nach der , Heimat, führt.--— Ein gieriges Verlangen, ganz Auge zu werden, jede einzelne Sekunde bewußt genießend in sich aufzunehmen, erfaßt den Europäek! Wie Kenner den edlen Wein zwischen Zunge und Gaumen festhalten und dann erst langsam durch die Kehle rieseln lassen, so ähnlich, tropfenweise, wird das kurze Glück dieser Stunde, die karge Atempause zwischen der Flammenglut des Tages und der knstenveii Schwüle der Nacht, mit ollen Sinnen umspannt. Besorgt, und doch wie von Hoffnung festgehalten, als könnte es den Sturz hemmen, hängt das Auge an dem kederenden Kreis, der erschreckend rasch abwärts gleitet und im Untertauchen die ganze grenzenlose Wasserfläche mit dem zuckenden, qualmenden Rot erlöschender Fackeln überzieht. Wenn die glühende Scheibe, in der Mitte entzweigeschnitten, mit der verschwundenen Hälft« schon die Spitze des Eifeltunnes vergoldet, während ihre letzten Strahlen noch das fashinable Bild zwischen Klubhaus und Esplanade beleuchten, in diesen wenigen Mi- nuten steht die Sonne gleichzeitig beide Erdhälftei, den Gewohnheiten und Interessen des weißen Mannes unterworfen, den ganzen über- reich bedachten Süden vor den Wagen des ungeliebten Europa ge- spannt. III. Kaum eine Viertelstunde weit trabt der Kuli von der Esplanade weg, dann ist alle Schminke aus dem Antlitz des Tropenabends verschwunden, und der selige Frieden der Singholesendörfer rollt wie ein Märchenfilm vorbei. Schnurgerade läuft die breite Straße durch den Kokoswold, dicke Keulen aus goldenem Licht fallen zwischen den turmhohen Stämmen auf die offenen Hütten nieder, die, eng aneinandergereiht, ein wenig an die Verkaufsbuden unserer Jahr- Märkte erinnern. Je zwei Bambusstäbe, vorne hoher als rückwärts, tragen, tief in die bräune Erde gerammt, ein Dach aus Palmen- blättern. Ein Kreisrund aus Sternen, darüber ein Kupferkesiel für die tägliche Reisspeise, in der Mitte eine Kokosmatte, dos ist die ganz« „Inneneinrichtung", die in zahllosen Wiederholungen beide Seiten der Straße säumt. Kein Schloß, keine Tü«�. nicht einmal ei» Vor. J hang, sorglos der Neugier preisgegeben, spieß sich da, ganze Siebes dieser Eingeborenen in aller Oeffentlichkeit ab. Rur um die Hellig- tümer werden hohe weißgekalkte Mauern errichtet, die primitiv« Buddhastatue vor dem Treiben der Außenwelt abzusondern. Nirgends sieht man, unseren Kruzifixen ähnlich, den Helligcn irgendwie frei an den Waldrand gestellt, hier, wo die Häuser keine Mauern haben, muß dos liebersinnliche herausgehoben werden aus dem Alltag, der es hüllenlos umdrängt. Dumpfe, summende Gongschläge durchschwingen immer dichter den Wald, daß die Rikscha wie unter einem Gewölbe aus Tönen icllt. In Zwischenräumen von kaum fünf Minuten blitzt immer wieder das Weiß der„Dagaba" durch dos satte Grün des Urwalds, und die Gongschläge werden lauter und dringender,>« länger die Schatten der hohen Bäume sich dehnen. Freundlich fletschen die Gläubigen die Zähne, treten achtungsvoll beiseite, wenn der mächtige Sahib aus Europa ihren Tempel mit seinem Besuche beehrt. Ein- fach und ohne Geheimnisse ist auch chr Gottesdienst, genau wie ihr Leben, nichts gibt es, was sie zu verbergen wünschen. Duftende Lotosblüten, kindisch wie Zinnsoldaten auf einem Brettchen in Reihen gelegt, das ist das ewig gleich« Opfer, das groß und klein, hoch und nieder in anmutiger Verbeugung Buddha zu Füßen legt. Wer seinem Tagesverdienste die besonder« Ausgabe abknausern kann, kauft auch»och einige Räucherkerzchen und entzündet sie neben der Opfergabe, um die Aufmerksamkeit des Himmels aus seine Neinen Wünsche zu lenken. Ist so alle Sorge der Allmacht aufgeladen, ellen sie erleichtert, wie Kinder nach der Schule, schnatternd nach Hause, kauen, in jeder 5)ütte um den Kessel voll Curry-Reis, bis der schwere schwarze Samtoorhang der Tropennacht vor ihre offenen Hütten niederwallt. Nackt, wie sie den Tag verlebten, strecken sie sich auf die Matte hin, ohne Angst vor Räubern, di« ihnen nur das wirklich nackte Leben nehmen könnten, beschützt von ihrer Einfalt, die an einer Handvoll Reis und einem Lendenschurz Genüge hat.--- Gleich dem rissigen Gewölbe einer alten Kathedrale schwebt hoch oben das Schwarz der Palmenkrvnen, durchslimmert vvn dem Ge- dränge fremder Sternenbilder: und es ist als strömte ein seltsames Gefühl, eine niegekannie Mischung aus Scham und Andacht, auf den weißen Gast nieder, wenn die Rikscha aus dem lauen, duftenden Dunkel des Urwalds hinaus in das Bogenlicht der Esplanade rollt! Patzig, eine Zitadelle der Tyrannei, ragt der lichterbesäte Riesen- block des Hotels vor dem finsteren Grund des schlafenden Meeres aus. Ein würgender, feuriger Atem schlägt aus dem mächtigen Mauerwürfel, wie wenn olles auf dieser entgegengesetzten Erd- halste aus dem Kopse stehen müßte, strömt die lähmende Schwüle unseres Gewitterhimmels hier aus der Erde auf. Was immer über Tag leichten Schutz gegen die Sonne gewährt«, saugt nun rächend die Kühle in sich ein und haucht den heißen, feuchten Dunst seiner Poren in die Nacht. Der leise, spielerische Gedanke, der lockend« Verdacht an das Wirken einer ausgleichenden Gerechtigkeit läßt sich nicht gan,z verdrängen.--- Selten nur verläßt der weiße Sahib bei Tag das künstliche Dunkel seiner Geschäfts- und Wohnräume, wagt sich kaum aus dem Bereiche des elektrischen Fans oder der„Punkoh", die an einem Seile, das durch die Mauer geht, draußen, zwischen das Feuer der Sonne und die nickstrahlende Glut der Ziegel geklemmt, ein Kuli bis Sonnenuntergang in steter Bewegung erhalten muß. Der glückliche Singhalese, in eine Heimat hineingeboren, die Nahrung gibt, ohne Arbeit zu fordern, mußte Fleiß und Ausdauer der kühlen Zone erlernen, während der Europäer, überwältigt von dem flammenden Tropenhimmel, nur vierundeinhalb Tage der'Woche seinen Geschäften widmet, und dem trägen, schleppenden Tempo des ungedrillten Farbigen verfällt. Bei Nacht aber ruht der Kuli, der triefend vor dem Wagen des Sahib lief, seine Punkah zog, für ihn den Tee pflückte oder die Reis- ballen auf seine Schiffe schleppte, wie ein Kind, an der Mutter Knie geschmiegt, frei unter den tauscnchten Schleiern des Waldes, der Sahib hingegen dient, bei Musik und Whiski, im Schweiße seines ganzen Körpers dem„Vergnügen", das ja seiner Arbeit erst einen Sinn geben muß! Die keuchende Brust hinter den Panzer der gestärkten Hemdbrust gezwängt, den würgenden Griff des steifen Kragens um den Hals, so plagt der weiße Herr sich bis Mitternacht, und schiebt dann seinen armen Leib selbst in den Backofen hinein, den er eigens errichten ließ, wie eine ungeheure Schachtel, berufen, die marternde Glut des Tages aufzuheben für die unabwälzbare, unbedingt persönliche Arbeitsleistung der-- Nachtruhe! der silberne Kasten. Von Erik Zuel. (Aus dem Dänischen übersetzt von David Luschnat.) Sie waren Brüder— der«ine war Pastor, der andere— man nannte ihn Dichter. Das paßt« gut, denn er lebt« wie die Vögel unter dem Himmel, sammelt« nicht in die Scheuern. Dem Pastor gehörte«in großes Haus im Kirchspiel, da hatte er sein« eigene Wohnung im ersten Stock, sehr komfortabel und an- heimelnd, außerdem, wie es sich gehört und geziemt, Geld auf seinem Bankkonto. Der Pastor war«in guter Mensch, Iter so gut seines Amte» waltet« und seine Pflichten erfüllt«, daß die Bewohner des Kirchspiel» fanden, er verdiene«in« Belohnung. Sie sammelten für ein« Ehrengabe— auch di« Aermsten steuerten dazu bei:«ine alt« Frau versagte sich jedoch«in« ganze Woche hin- durch ihren Morgenkasfee, um bei der Ehrung des Pastors mit dabei sein zu können. « Ein großer Kosten au» gediegenem Silber wurde Seiner Ehr- würden durch gewählt« Vertreter der Gemeinde überreicht. Der Kasten mar dazu bestimmt, die.Havannazigarren des Postors auf- zubewahren. Der kostbar« Gegenstand wurde aus einem blankpolierten Mahagonietisch aufgestellt. Der Pastor hatte ihn täglich vor Augen, oft strich er mit der Hand über die gehämmert« Deckelplatt« und freut« sich an der hübschen Gabe. Kam dann Besuch, uni Trauung, Kindtaus« oder Begräbnis an- znmelden, so konnte es geschehen, daß der Pastor ein« Zigarre aus dem Kaste» anbot, gleichgültig, ob es«in gutgekleideter Besucher war oder nur eins der gering bemittelten Gemeindeglieder, denn der Pastor ivar«in Mann, der in dieser Beziehung keinen Unterschied machte. Wenn der Dichter, vielleicht einmal im Jahr, nach der Stadt kam, in der sein Bruder Pastor war. ging er gern hin und besuchte ihn. Sie sprachen zusammen vom Wind und vom Wetter, beide waren friedliche Naturen. Der Pastor berührt« die Arbeiten des Dichters mit keinem Wort, und der Dichter kritisierte di« Predigten des Pastor» nicht, von denen er schließlich ebenso wenig Kenntnis hatte wie der Pastor von den Gedichten. Als der Dichter wisder einmal zum Besuch war, wurde ihm auch «ine Havanna aüs dem silbernen Kasten angeboten. Er bekam die Herkunft zu erfahren. Wirkliche Freude log in der Stimm« des Pastors, als er von der Ehrengabe der Gemeinde berichtete. Der Dichter wog den Kasten in der Hand, stand und wog ihn, schätzt« chn ab:„Fünfhundert Kronen Silber." (Eine Wolle verdüsterte die Stint de» Pastor».■— �Du bist immer j so materialistisch.*— 9r nahm 5nt Kasten ans 8» Hand des Bruder«, stellt« ihn auf den Tisch und trocknete ihn umständlich mit seinem weißen, leinenen Toschentuch ob. Der Dichter zuckte die Achseln. Kurz darauf ging er. Er ging heim in sein Zimmer, nahm Tintenfaß, Feder und Papier. Obwohl es kalt war, merkte er nichts davon, er hatte die Idee zu einer kleinen Geschichte. Er schrieb und schrieb, arbeitete die halb« Nacht— als er fertig war, steckte er dos Manuskript in«ine» Briefumschlag und sandte «z dem Redakteur. Einig« Zeit danach stand eine klein«, rührende Erzählung in einer von den Zeitungen der Stadt. Sie trug die Ueberschrist: „Das Scherflein der Witwe." Dies war nun ein« Zeitung, die nicht in das Haus des Pastors zu kommen pflegte, dagegen ihren Weg in die kleinen Häuser fand, und eines schöne» Tages las sie die arme alte Frau, di« ihr Scherflein zu dem Silberkosten des Pastors gegeben hatte. Natürlich stand nichts von ihr oder ihrem Vormittagskaffe« darin, den sie sich versagt hatte, um mit unter den Gebern zu sein, aber es schien doch so, als ob von ihr di« Rede sei— aber dann stand da in der Erzählung, daß der Pastor den schweren Silberkasten genommen hätte und ihn hätte umschmelzen lassen, um für das Geld Nahrungsmittel für di« Hungernden und Brennmaterial für all«, di« in kalten Stuben saßen, gekauft hätte. Diese Erzählung gab der armen alten Frau Stoff zum Grübeln. Es wurde«in ungewöhnlich strenger Winter, dazu kam Teuerung. Der Pastor mußte sogar sein« Ersparnisie ouf der Bank angreifen, um seine Zimmer behaglich warm zu bekommen, denn di« Kohlen waren für ihn ebenso im Preis gestiegen wie für andere, di« etwas hatten, um«inzukaufen. Der Dichter und die alte Frau waren unter denen, die kein« Mittel hatten, um Kohlen einzukaufen. Die alte Frau war zu schwach zum Arbeiten, u»d die Erzählungen des Dichters wurden, im Gegensatz zu den Predigten des Pastors, geringer honoriert, eben auf Grund der Teuerung. Es kam so, daß die beiden zufällig beim Pastor zusammentrafen. Der Pastor war freundlich gegen beide— seinen Bruder kannte er natürlich, die alt« Frau dagegen mußte Namen und Wohnsitz angeben— ja, sie gehört« zu seinem Kirchspiel. Der Alten und des Dichters Augen begegneten sich ouf dem Wege zum Silberkasten, den der Postor hervorholt«, um seinem Bruder «in« Havanna anzubieten. „Mein Gott, der Pastor hat ihn noch— der Pastor hat chn also nicht verkauft!" rief di« Alte aus. Der Pastor stutzte.—„Was meint Madame Andersen?"— Er sah sie scharf an. Sie reichte ihm di« Zeitung mit der kleinen Erzählung.— „Dos Scherflein der Witwe" los er. Na. dos klang ja onnehmbar. Cr überflog di« Erzählung,— wurde rot und bleich und verlegen— zwei Anfangsbuchstaben standen unter der Novell«, die er wohl konnte. Er gab Madame Andersen die Zeitung zurück. „Nein, ich sehe ja, daß der Pastor es nicht verkauft hat, dos Ehrengeschenk, nein gewiß nicht, nein. Das wäre vielleicht auch nicht recht gewesen?" „Nein, dys wäre es nicht, Madame Andersen!" — Man hört«, daß dies die feste Ueberzeugung des Pastors war. Madame Andersen wußte kaum, wie sie„Guten Tag" sagt« und zur Tür hinauskam. Als der Pastor und der Dichter allein waren, schwiegen sie «in« Weil«. Der Pastor stand da und sah zum Fenster hinaus. „W>« konntest du?" unterbrach er die Still«. „Was denn?" fragte der Dichter. „Die Erzählung von dem silbernen Kasten schreiben." Dem Dichter ging ein Licht auf. „Als ich damals bei dir war, als du mir den Kasten zeigtest, hatte ich weder Geld noch erwas zu«sien.— Du gabst mir Stoff, ich bekam das Honorar für di« Erzählung." „Materialist!" rief der Pastor, feine Stimm« zitterte.— Er drehte sich zu dem Dichter um, sah jedoch nicht das Lächeln um den Mund des Dichters. „Materialist!" wiederholte er in gerechtem Zorn. 5euer und Lorbenspiel öer Diamanten. Bekanntlich besitzt nur«ine sehr geringe Anzahl der gefundenen Rohdiomanten die Eignung dazu, sich durch zweckentsprechendes Schleifen in«inen Brillanten oerwandeln zu lassen. Die große Menge der unreinen»stücke, die sich für Schmuckzwecke nicht eignen, wird zu Diamantstaub verarbeitet, der in verhältnismäßig großen Mengen zu industriellen Zwecken, vor allem aber zur Diamant- Ichleifere-, selbst verwendet wird. Feuer und Farbenspiel des Brillanten hängen aber nicht nur von der Reinheit und Farbe des Steines selbst, sondern im höchsten Maße von der Form ab, die ihnen durch den Schliff gegeben wird, d. h. von der Verhältnis- mäßigen Größe der verschiedenen„Facetten" und von den Winkeln, in denen sie zueinander stehen. Hierbei sind zweierlei Schlifsormen, sachtechnisch„Schnitte" genannt, besonders beliebt und verbreitet: der„Rosen- oder Rosettenschnitt" und der„Brlllantschnitt". Der crstere eignet sich vor allem für sehr flache Steine, die bei der Aus- sührung des eigentlichen Brillantschnitts zuviel Abfall liefern, also einen zu hohen Größe- und Gewichtsverlust erleiden würden. Da- gegen liefert der Brillontschliff die weitaus besseren optischen Wir- kungen, und zwar speziell in der jetzt allgemein üblichen Art des „dreifachen Brillantschnittes", der 57 Facetten besitzt, von denen 33 den Oberteil, d. h. den Teil des Brillanten bilden, der in der Fassung dem Licht direkt ausgesetzt wird, während die 24 den linier- teil begrenzenden Facetten nicht sichtbar sind und nur die Reflex- Wirkungen, d. h. dos Feuer und Farbenspiel des Obertells ver- stärken. Die Winkel und die relativen Größen der Facetten dieses dreifachen Brillantschnities sind im Laufe der Zeit vielfach abgeändert worden. Geübte Schleifer gestalten den Schliff ausschließlich nach Augenmaß und auf Grund langjähriger Uebung und Erfahrung. Run hat Prof. Johnsen von der Berliner Universität kürzlich rein rechnerisch ermittelt, welche Winkel und relativen Größen die Fo- cetten des üblichen dreifachen Brillantschnittes haben müssen, uni das Höchstmaß von Brillanz, d. h. von Feuer und Farbenspiel zu er- reichen. Er ist dabei zu Resultaten gekommen, die ziemlich erheblich von den bisher geübten Methoden abweichen. Zugleich hat Johnsen einen Apparat erfunden, rnU dem man nicht nur die Güte der Brillanz von Brillanten und anderen Edelsteinen nachprüfen, sondern auch Imitationen sofort von Brillanten unterscheiden kami. Der Apparat bezeichnet sich als Brillantoskop und dürfte geeignet sein, die Methodik und damit auch die Resultate der Brillantschleiferci bc- deutend zu verbessern.___ welches sind die sturmfestcsten Bäume? Nach eingehenden und jahrelangen Beobachtung:» haben sich als die sturinfejcesten Bäume die Eibe, Lqrche und Eiche erwiesen. Nach ihnen kommen sodann der Reihe nach: Lind«, Ahorn. Eiche, Mine, Akazie, Hain, und Rot- buche, Erle, B'rke, Weide und Bavpcl. Die geringste W'b-rstonds- kroit gegen Sturmbruch zeigen Kiefer, Tanne und Fichte. Bei diesen Feststellungen muß man allerdings auch in Betracht ziehen, ob die betreffenden Bäume flach oder ties im Boden wurzeln, jerner ab der Boden flachgiündig oder tiefgründig ist. Die SturmsejUgleit wird bei den Bäumen in der Regel auch durch ihre Lage bedingt, indem freistehende Baume immer widerstandsfähiger sind, als Bäume m dicht« Beständen, in denen sie sich nicht voll auswachsen konnten. Jniventiii*-Aiasvei*McBiif beginnt am Montag, den 3. Januar 1927 anei1 Gegenstände, einschließlich aller Pef£e und Tsr�piche Sind bedeutend, teilweise bis zur Hälfte herabgesetzt V«rloaat 9«g«n Carcahlung oKne Abzug. Auf Antrag fahlungserlelchterung bei mädigar Verzinsung des BestbStrsgeA degründet 1635 Pelze• Kleidung• Teppiche• Hüte- Sport Berlin W. Leipziger Str. S U GeDtsMMMirM Achtuaql MMMxx Achwng Oer Sxperla»«»ta>-»»rl«,« fSr Schweiher beginnl am Montag, den ?. Januar, abend» 8 Uhr, bn DiK»nq»saaI de» Verbandshanse», Linienstr. N 8S, 2Tr. /, Uhr. Z_ Rost», Gubener Etr. lg, nach- msttaas 5 Uhr. Seipt«, Lichtenberg. Krön- Prinzen». Ecke Scharnweber- ilraße, nachm. 5 Uhr, Bahr. Klralauer Allee 47, nach- millag» ö Uhr.__ Ewald, Skallger Straß« 12«. nachm d Uhr, Rudolph- N e u k 8 I l». Her. inann-. Ecke Knesebeckstraße. nachm. li Uhr, Ewald, Elalcher Straße lZS, nachm i Uhr, SewerkschaitrhansAngelufer.. nachm. 5 Uhr, Tornow, Wasierrorstr. 71, nach- mttlags b Uhr, Termin wird noch bekannt. lÜÄexandrtnrr'.AI raanbrinoi stratze 37a. nachm 5 Uhr, Roseathal, EchSneberg- Ederssiraße S6. nachm. S Uhr. LelllzSer MsMileHLM Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Drahtarbeiter Kkiodolä Zcdlldert am 30 Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung finde» am Diens- lag, den 4 Januar, nachmiltags Z Uhr. von der Leichenhalle des Friedrichs- seider Kirchho es aus statt. Rege Beteiligung erwartet vie Ortsoorwoltung. OsnkllsgiiDg Für die zahlreichen Beweise ans- richtiger Teiinahnse bei der Ein- äscherung meines lieben Mannes Will� Richter sage allen Verwandten. Freunden und Betannlen sowie Kollegen der A O K., Beriin-Adiershof und der Soziaidem Partei Orisgxnppe Berlin-Adlershot. insbesondere dem He>rn Redner der Freidenker sowie Herrn Rader für die herzlichen Worte besten Dank. Vve. Cläre Richter. Bcrlin-Ädlershof, b. 31. Dez. 1926. Friedenstr 12/13. 3. 4. S-, Ra 10.. . 11.„ Borchraan». Steg l ig.Rhe.n straße 40. nachm. S Uhr, 11.„ Reimer. E h a r l o t t e n d u r g, Wilmersdorler Straße 21, nach- miitaga S Uhr, 14.„ Pilz. Rostockerstr. 37, nachmittag» 5 Übt 15.„ Verbaudshan» sSlßungsaali. LintenlIr.8Z SS. abend» k>/,Uhr, 1«.„ BSldickr,-„Echraderhaus". Liedenwalder Str. 3S,3S, uach- mittag» 4'/, Uhr, 17.„ Le-Ich-er, Ackerstr. llch uach- millag, 5 Uhr, 1«.„ Berdaadshau» /»Immer 28), Liniennr. W 85, abend» 8 Uhr. 15., Verdandshau» fSmoiter 7 bis 12), Linienstraße 83/85, pari. _ abends 6 Uhr. 2®-» Mende. Soloniestraße 147, nachm. 5 Uhr. « Jmderg.Oberschün«weide, Wilhelmtnendoistr. 54,»ach- „ wsttag» 4V» Uhr. 22.. Schul,.»Spenick, Bahn- hoistraße 34. nachm. 4:/, Uhr. a.. Schiunt«. Evandau, Brcitestr. 54. nachm. 4>/, Uhr >E«.- Bezirk,.Humbold,-äle». Hufsiten. straße 49. nachm. 4 Uhr, Siemeus-Bezirk,.stnr Wariburg-. <5' e �" 9 ft 0 b t, Nonnen- damm-Allee Erle Reisstraße. nachm. 4 Uhr. Tage»ordnung>n alleu Konferenzen l Berwaltnngsbericht. 2 Neuwahl der Bezirkslestung. 3 Verbandsangetegen- hatten und Berschiedene». Ohne Mitgliedsbuch und Vertrauens- inänner-Legllwialwast-rte sgrülr) tet.l vi« Orlo Dcrroaltung, Unserem alten, feit 1890 organisierten Genossen | Geor� Sladeihof» g Ramlerstr. 6, die herzlichsten Giück-g « wünsche zu seinem sechzigste» Geburls-A ginge Die Genossend. 14. Abt. d. SPD g »kl«»««««««««««« Wünsche allen meinen Patienten ein ge- sundes»nd erfolgreiches, neues Jahr. Oeorg Huse btaall. gepr Dentist, Neukölln, Kaiser-Fricdrich-Siraße III. Alte g&tneiOaoC' SM- Me- Betren SlriMev Ititotsgen sirSMen Stles billigst. Tagespr. fiebiHder PUaanie, Berlin SW. Friedridistr. 205 Ecke üimmerstr. Mal- o. Zeichen- Bedarf L-Jucgens Aleaander�latl la. Eiderfetttäse 9 Pfd. M. 6,30 frko. Datppfkfisefabrik Rendsburg. BEQINNAM L JANUAR ffefütau#/ 0ÖT®■ iarea- iaro-ßfliniiB-Si , ttLr Gtnto«ad AC > Sport. a« Landhausstraße 4. TeL: PfaUbur» 9831 aDSSteUnnPsraaine und Laster uexonaerstr. 39-40(Alexander- Passasv-:) Tel.: Eoniöstadt 540. 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Reinhardt Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Ollapotrlda von Alexander Lernet-Holenia bgh: Heinz Hilpert. Hierauf; Das Veilchen von Franz Molnar Regie: Eng. Robert Kurfürst 2091 8 Ulm RIflbleote mit Max Adalbert B.nunlpr-filhara Th.KSnigerätz St. Hasenheide 2110 8 Uhr MrsXbeneyiEndc Elisabeth Bei Sonntag, 2. nachmittags Was Ihr wollt HomftiUenhang Norden 6304 s u_- Fmchictien R. l.Uobcrts r. Thellmann Sonntag, 2. Jan., nachmittags 3 U- Der Garten Eden SdlnbarHüton Dts Künstlcr-Th. Prltzl Massary: 8:„Die Königin" Stg.3>/z: Der fröhliche Weinberg Lessing-Tbeater Alb. Bassermann 8: Der OlKl&lor Tk. a.KnrfOrjtendaiiim Käthe Dorsch sujOlePranaa der Bette Luslspielhaus 81/, Guido Thielscher IlBrra-eiQjDDge Volksbühne Tbeitn an Bilovplih 3 Uhr: Volpoae TV, Uhr: �ÄUSt Morgen 3 Uhr: V• i p o n e 8 Uhr; Nachtasyl TL n Sdüffknadm 3 Uhr: Der Geizige uhn Dai Grabmal Morgen 3 Uhr: Der eeizlte su.tDasfiromqal Momiscfkc Cjpcr Letit. Wnda: Gnfspie! dtt I. 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I öltr Reichshaiten-Thealer Beute n. morgen ndm. 3 Uhr dnt. 8 Uhr Sfelflner Sänger QroBcs Fest-Programm Nachmllt. halbe Preise, volLAbendpregranim; OönhoH.Brotfl Das grandJanuar-Progr.m. Kali Braun Siagafcadamle (Am Festungsgr.),8U1ir( Das neue Progr. Lästiger Abend| MARCELL SALZER „Noch den ganzen ntch eten Tag war nun von Salzers Lästigkeit behext!*' Populäre Preise 3—1 M. Telephonischl Lichterfelde 3596, morgen such In der! Singakademie Mittags Kasse von 11-1 0.1 __ Abendkasse ab>/,7 Uhr._( Grotrlan-Stelnweg-Saal, BelleTncstr. 14.1 Lötzow 8330. Mittwoch. 5. Jan, abs. 8 Uhr Mozart-Abend Walter Lang, Zfirlch(Klavier) KonzertflOgel: Grotrian-Steinweg. Karten zu 4,3,2 Mk. Tages- u. Abendkasse Oswald Wermuth u. 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Januar TSAhb 7 aod 9" Uhr tmd Sonntag: S, 7, S1® Uhr MOZARTSAAL >�mck ijm Kanarischen Inseln mit den Seh' ff** hr Hamburg-Südamerikanischen Oampfschifffahrts-Gesellschaft Erstt-KJasse-Dajnffgr CA* FOLONIO, ANTONIO DSUTINO and GAP NORTK EhhitslelasM-Motor»eh'ff* MONTE SARMIENTO, MONTE OUVIA Falirprexaas NiWev fiter LKlaam-.£ 25—/- Falnt FaIvfra.MnadXbtalirtcBJsrd.jM H-KImm--£18.15/- Fchrt HAMBURQ-SÜD/ HAB BÜRO S FiubcitvlrlaMC XJL 420— bin onJ zurück und dareb die Generalvertretung in Berlin W 8, Unter den Linden 0(Hotel Bristol), sowie durch die bekannten Rcisebureaus. Sonnabend, den 1. Januar 1927 Erdlhinng der bajer. Boddiiersafeon 30 Bayer. Mail* Neoe Behorationen* 8 Kapellen DiensiaS. Hlttwodi. Donnerstag: ELITE-TAGE DlenslaO. Hlttwotfi. DonnerstaS. ßr Alnen.Rall Sonnabend nnd SonnlaQ: U4.MPeU 0aii Einlaß wochentags 6 Uhr Anfang wochentags 7 Uhr Cinlafi Sonntags 4 Uhr Anfang Sonntags 3 Uhr Voranzeige: Dienstag, 4. Januar 1927: Elite» Tagt tirofte Damen-SdiOiiheifrKonlnirrm Drei bin Geidpnlse 10.—, 10.—, 20.— larfc Große Ochsenbraterei AnssioB des berühmten B c r gs c h I o B.B o c kb I• r e a iZentral-Theater Täglich 8 Uhr: BRONSGEEST in der Operette M Trompeter vm Kein Gr. UiaosiiieliiaDi Tägl. 8>,. Uhr: cÜQncI/lijynS &u.'TIdujrih CHARELL- R EV U E ! Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürzte Vors tilg I in ermiß. Preisen! Trianon-Th. 1 Heute n. morg. 8'/,; Rosa Valettl Der kleine Kuppler Nachm. 4 Uhr: f Theater dJWärchen; Dernrösehea nnd RGÜLippdMI Sonntag, den 2. Januar vormittags II1/, Uhr PblHiarmonle Neujahr?>/, Uhr: KONZERT d. Phllfaarmon.Orch, Dirig-- Prof. Prüwer unt geh. Mitwirk. v. Erl tz Hieiner(Dii.j Sonnt. 2. Jan., 7 U. KONZERT OeGOOOOOOGOOGOOOOODOOOOOOOOeOO > Restaurations-Betrieb Im Gewerkschaftshaus Barliw S0 16, Eiigaiuler 24.35 Tj>g"chi KünttlerKonzert Auserlesene Küchel Oute OelrAnkel Solide Preise l, den 2. Januar 1927: Sfingemiorgenfprache unter Mitwirkung des Ebert- Manz«Quartetts Beginn ve r m II t a g s 1 0 U b rl' ps Blüthner-Saal— Lützowstr. 76 2 Konzerte des Berliner tlnL* Ordiesters Dirigent; Emu Bomme Sonnabend I.Jan. 8 Uhr SoL L Lambinon (Vioi.) Sonntag 2. Jan. 8 Uhr Solu Ernst Knobel (Klar.) -Eintritt 75 Pf.— Betldenz-Tiiea. Täglich SV, Jhr: lliisteigeprtier Eintritt J.gerdhdKB mboto Morgen Stg. 4 Uhr: Absteigequartier Hetrepoi- rneai. Täglich 8 Uhr MmprinzessiD TIulU-Tbeaier Täglich 8 Uhr: Der groDe and der kieine Klaas Th. Metall bette« Die eiste aktuelle politische Revue Oh! U.S.A. Stehtmatratzen, Kinderbetten glntig» Ptir. KaL650tr. Eiscnmöbeifabrik suhl TbUr. Kose-7beater Uhr: Das tapfere Schneiderlein 8«/.u. Prezlosa Qai ttangs-, Raball- o.Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzt. Pesch. fertigt seit 43 Jabr, als Spezialität Conrad fifllier Schkeuditz-Leipzig Blnmeitspeniien jeder Art liefert preiswert Paul Gollets, norm. 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