Nr. 2 ♦ 4».?ahrg. Ausgabe A Nr. 2 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pienni». monatlich 8.— Zicichsmarl voraus»ahlbar. Ilnicr Kreuzband tili Deutlchlanb, SXlüüa. Laar- und älcmelacbiti. Oesterdeich Litauen. Luremdur, ».SS R-ichumark. fltr da, llbri«- Ll�uland ü.äO Reichsmari»ro Monat. £cr.DorroSrts' mit der illustrier. ton Sonntagsbeilage.Voll und Zeit' sowie den Beilagen»Unterhaltung uns Wissen'.»Aus der SUnuotli*, „ilratiensümme".»Der iiindar- rreund'. �Zugend-LorwSrt»' und »Blick in die Bilcherwelt' erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Montags einmal. Telearamm-Adreff«:. „SozloUieioottai öetlhr" Morgenausgabe Devltnev Volksvl�tt (lO Pfennig) Anzeigenpreiie: Sm((«(«alitac Zilmoareillc. «eil» 80 Vsennig. Reklame«!? 8,— Reichsmark,.»leine«»»eigen' da, settaedruckte Wort 28 Mennig lzulSista»wei settgedrucktc Wortes. sedes weitere Wort 12 Dfennia. Stellengeluch« das eil!« Wort 1Z Psennia. sedes«eitere Wort 10 Blennia. Wort« über lö Buch- siaben»ähle» für Zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeile 80 Vlcnnia. KamUienanzeigen kilr Abonnenten Zeil««0 Diennia. «„zeigen für die nächste Rümmer müssen bi» 414 Uhr nachmitta«, im chauotaeschäfi, Berlin CW 08, Linden- stratieZ.abaegeben werde». Seösfnet von SM Uhr srüh bi» b Uhr nachm. Zcntr7 IM— B»»kl»«t»! Baal bn«rteitee. und BexBien,«allste. 15:»isIsats-Setellschast, De»«ll!enkaffe Lindenftr, 8. Das Jahr der Räumung! Nicht nur Frankreich— auch Deutschland hat das Wort! 1925 war das Jahr von L 0 c a r n 0. Der größte Teil jenes Jahres, von Februar bis November, war mit den Nor- bereitungen und dem Abschluß dieses Vertragswerkes ausge- füllt. 1926 war das Jahr von Genf. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund, der die restliche Voraussetzung für das Inkrafttreten des Locarno-Paktes bildete, sollte bereits noch vor dem Frühjahr erfolgen. Nachdem aber die Sondertagung des Völkerbundes im März an Brasiilens unerwartetem Wider- stand gescheitert war, trat ein« Verzögerung von sechs Mo- naten ein.' In der Zwischenzeit von März bis September wurde eifrig verhandelt, um auf der ordentlichen Iahrcstagung des Bundes das Versäumte reibungslos nachzuholen. Nach Deutschlands überaus herzlichem Empfang in der Genfer Voll- Versammlung fand die berühmte Besprechung von T h 0 i r y statt. Dort wurde zwischen Briand und Stresemann der ge- meinsame Wille Frankreichs und Deutschlands festgestellt, die noch zwischen beiden Ländern schwebenden Streitfragen ans der Welt zu schaffen. Das Hauptproblem, das die beiden Völker noch trennt, ist die R h e i n l a n d b»s e tz u n g. Von ihrer vorzeitigen Beendigung ist in Thoiry gesprochen worden. Doch kam die Aussprache zwischen den beiden Außenministern über das Stadium allgemeiner Betrachtungen nicht hinaus. Sie hat seitdem keine konkreten Fortschritte gemacht, oder nur insofern, als inzwischen andere Vorfragen, insbesondere die Aufhebung der Interalliierten Militärkontrolle, die unbedingt vorher geregelt werden mußten, auf der Dezembertagung des Rates in befriedigender Weise g e- löst worden sind. Wird 1 927 des Jahr der Räumung sein? Und damit zugleich das Befreiungsjahr für das Saargebiet und womöglich auch für Eupen-Malmedy? Das ist die Schicksalsfrage der deutschen, ja der europäischen Außenpolitik. Ihre Beantwortung hängt nicht allein von dem guten Willen der Außenminister ab. Auch die i n n e r p 0 l i- tischen Faktoren in beiden Ländern werden auf ihre Lösung von größtem Einfluß sein. Schon jetzt läßt sich ein gewisser Rückschlag oder zumindest«in Stillstand feststellen. seitdem in Frankreich aus finanzpolitischen Gründen das Links- kartell zerbrach und eine„Einheits"-Regierung mit P 0 i n- c a r 6 an der Spitze ans Rudek kam. Wer kann bestreiten, daß, wenn in beiden Ländern gleichzeitig Linksregierun- gen am Ruder wären, die deutsch-franzäsische Einigung schneller fortschreiten würde? Das ist bekanntlich seit 1918 niemals der Fall gewesen. Eine geradezu tragische Schicksals- fügung hat vielmehr dafür gesorgt, daß, solange in Deutsch- land die Weimarer Koalition regierte, in Frankreich der Na- tionale Block am Ruder war: und als in Frankreich der Na- tionale Block gestürzt und durch das Linkskartell abgelöst wurde, da schlug in Deutschland, als Folge der Reichstags- wählen von 1924, das Pendel nach rechte Inunerhin haben auf außenpolitischem Gebiete die Sozialisten beider Länder einen wesentlichen Einfluß auf die Regierungspolitik ausge- übt- und gerade diesem Einfluß sind die Fortschritte von Lo- carno und Thoiry zu verdanken. Hinsichtlich der Rheinlandräumung ist kürzlich von Dr. Wirch das Wort geprägt worden:„Frankreich hat das Wort!" Das ist nur zum Teil richtig. Gewiß, die Fort- schritte auf dem Wege zur deutsch-französischen Verständigung hängen zum großen Teil von Frankreichs Bereitwilligkeit ab, den berechtigten deutschen Wunsch auf frühere Beendigung der Okkupationen zu erfüllen. Daß dieser Wunsch auch im Friedensvertrag selbst seine Stütze hat. hat kein anderer als Briand selbst anerkannt, als er in einem Neujahrsgruß an die Presse der Vereinigten Staaten ausdrücklich auf die ver- .-- s- hinwies. t r a g l i ch e Zulässigkeit einer vorzeitigen Räumung Aber auch Deutschland hat das Wort. Denn es muß sich jetzt bei der Lösung der Regierungskrise entscheiden, ob es nach rechts oder nach links gehen will. Gerade Frank- reich wartet mit Spannung auf diese Entscheidung, lieber- einstimmend erklären alle verständigungs- und räumungs- bereiten Blätter der französischen Linken, daß von der Lösung der deutschen Regierungskrise die weitere Entwicklung der deutsch-französischen Frage abhängt. Daß ein Deutschland, dessen Regierung sich auf die nationalistischen Parteien stützen und dadurch im schärfsten Gegensatz zur Sozialdemokratie befinden würde, kein Entgegenkommen fände, weil es kein Vertrauen genießen würde, wird in allen Organen der französischen Linken ausdrücklich betont.' Aber auch in Deutschland wird dies deuilich empfunden: insbesondere die Zentrum spresse hat jüngst ausdrücklich erklärt, daß allein im Interesse der Außenpoiitik eine Regierung des Bürgerblocks nicht in Frage komme. Trotzdem sind starke Kräfte am Werke, um die Rechts- regierung in den Sattel zu heben. Auch in der Volksparte', in der Partei des Außenministers Stresemann! Und Herr Stresemann schweigt sich dazu aus, obwohl er weiß, daß eine Rechtsregierung das größte Hindernis für die Verwirklichung der Pläne non Thoiry fein würde. Er hat es bisher nicht ge- wagt, trotz besierer außenpolitischer Erkenntnis, gegen die von sozialreaktionären Wünschen diktierten Absichten seiner eigenen Parteifreunde Stellung zu nehmen. Wir aber wollen an dieser Jahreswende unsere warnende Stimme erheben. In Rechtstreisen gefällt man sich wieder ein- mal im„Lairdesverratsgeschrei" gegen die Sozialdemokratie. Wir ober sagen: Jawohl, es droht die Gefahr eines Landes- verrats. Der wirh aber objektiv von denen betrieben, die durch ihre Bürgerblockpläne die Rheinlandräumung er- schweren. Eine Rechtsregierung würde sich auf die Deutsch- nationalen stützen müssen, deren ostelbischer Wortführer S ch l a n g e- S ch ö n i n g e n kürzlich von dem„Entschei- dungskamps an der Weichsel" gesprochen hat, der dem„Ent- ichüdungskampf im Westen" vorangehen müßte. Sie würde sich auf die„Vaterländischen Verbünde" stützen müssen, die erst in diesen Tagen schärssten Kampf allen denen angesagt haben, die für eine Verständigungspolitik mit Frankreich eintreten. Diese Kundgebungen bieten einen Vorgeschmack der Außenpolitik, die eine Regierung der„kleinen" oder der ..großen" Rechten treiben müßte, um ihre Getreuen zu be- sriedigen. Es wäre ein sonderbares Schauspiel, wenn der Nobelpreisträger Stresemann der Außenminister einer solchen Regierung wäre. Soll 1927 das Jahr der Räumung sein, dann hat nicht nur Frankreich, sondern auch Deutschland das Wort! Deutschnationale Siioestersthmerzen. Trübsal bei Westarps.— Claft will Dirigent spielen. Ein sehr amüsantes Kapitel um die Jahreswende bilden die politischen Rück- und Ausblicke in den deutschnationalen Zeitungen. Diesmal blickt die . Kreuzzeitung" äußerst trübselig in die Zukunft. Sie findet, daß die Lage an der Schwelle des Jahres„nichts weniger als erfreulich" ist. Besonders schmerzlich ist sie von dem Vorhandensein und der Wirksamkeit der Sozialdemo- k r a t i e berührt. In den ostelbischen Feudalschlössern, wo die . Kreuzzeitung" des Namens halber noch gehalten zu werden pflegt, wird man mit lebhafter Freude diese Weisheit über die„Marxisten" lesen: Es hat sich immer wieder in der Praxis ergeben, daß ein Hand- inhandgehen mit den Marxisten für die industriellen Kreise unmöglich ist. Namentlich in der nächsten Zeit, wo verschiedene sozialen Gesetze zur Verhandlung stehen, wird es sich von neuem zeigen, daß der Slassenkamps sich nicht durch Portelkompromisse und Koalitionsregierungen aus der West schaffen läßt... Die Sozialdemokratie lebt in der Republik genau wie in der Monarchie von der Aufhetzung der Massen gegen den Privatbesitz... So hat die deutsche Republik ihren hauptsächlich st en Feind in Wahrheit gerade in jener Partei, die sich scheinheilig als Hüterin der demokratischen Republik aufspielt. Wenn es den Marxisten Ernst ist mit der Durchführung der Lehren ihres Begründers, kann sie mit der heutigen Republik nie und nimmer einverstanden sein... Di« richtige Bedeutung des gesamten Mar xis> mus wird allerdings nur der erkennen, der sich von der bequemen, leider ja oft verbreiteten Meinung frei macht, die Sozialdemokratie sei nicht halb so schlimm, wie sie gemocht werde. Dir: 52, 19, 21: 10. ffetnct liefen: Jdafa. Sroßmogut. Sultan 6., Kletterrose. Potsdam. Eckstein. Kasimir. Ludwi«. Erbritw. Eilento. 2. Rennen. 1. fftoniiw»(Jaust it.), 2, Konsul(I. ffulnimins). 3. Ilona W.(Roll). Toto: 18: 10. Plati: 31. 30. 20 1 10. ffeener I cfeu: Rubin, Smoortair. Winnie. Carl Userander, Bessi«, Barmaid. Sood Bon. Bonus. Edttaa. 3. Rennen. 1. Lindow lind(ff. ffltiqat). 2. fftietiticki Rex(E. Elias). 3. Meinmin«(ff. B-andt). Toto: 90:10. Pla«: 23, 18, 15:10. Zerncr liefen: Eadiae Arworthn, Erst. Wckltersomer. Prine Kuckuck. Brilon Brini. Rastarad. Beraschwalbe. Eobra. Morgentau. Lanaomann. iboudster» Moria. «.Renne». 1. ZSiOn A.(Jaust ir.). 2. Diornonär(W. Leitriet),?. Eil- lufl(I. ffrSmmina). Toto: 21: 10. Plast: 18, 18. 31: 10. fferner liefen: Eolonel, Wrinsca, Lockuna. Peter Sarvrstcr. Ballontiinigin, Corona Mc Kinnen, Ko- »insadler, ffrettchen. Blaumeise, Natter. Quintora, Barometer. Nltqotd, 5. R« n n» n. 1. Ivam(I. Liihlenfeld). 2. Einsicht(W. Lemier). 3. Aumn- stern B. lEberl). Tot»: 11:10, Plast: 15, 12. 11:10. fferner liefen: Eiteifr-ed. Diana Maaowan. Monostato«. Lur. Kietterrose. 8. Rennen. 1. Ivstannislafer(3F. Eberl), 2. Blaue Abriet(35. Kecker». 3. Baron Klatawab(I. Mills). Toto: 15!): 10 Plast: 35. 15. 27:10. ffrrner liefen: ffranlenficin. Kittnschor. Kammersänaer. Proarcst, Crassuo. Eopal, Trotleur. 7. Rennen. 1. Mantua(K. Teil).?. Kllr-fstcr(A. RUSeri). 3. Erifa flstwosdi) Toto 253:10. Plast: 27. 11. 21:10. fferner liefen: Kaisen» svielcr, Goutster Ir., Cilento, Inqrib Kalle. Leuchttäfer. Rallöniain. Weinstock, Eoudfficr» Moria. Abdulod Siloer. Charlen Wortbn. Salome. Eoriolanus. Rabiola. 8. Rennen. 1. Kofmeisterin 35.(Kniivnad. ir.) 2. Kerostrato»(55. Eberl), 3. Surfitrst fIaust). Toto: 80: 10. Plast: 19. 18. 30: 10 fferner lieien: Bclvebere, Liebesbot«. Gerbard. Kinostern. Etasböferln. Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rot-Gold" Geschäft» stelle: ZZerltn«i 11. T-bastiunstr. 87/38 Kol 2 Tr. Scheibe mattn-Versammln na des Reichebanners. Kcut« Mon'.aa abend 8 Ubr findet wie bereit» anaekitnbiat. in der Etadtballe Klofterstraste die republikanische Kunbaebuna de« Reichsbanners Schwari-Rot-Golb statt. Der Reichstag sabgcorbnet». Kamerad Scheibemonn. wirb in seinem Referat»u dem Tbema„Boll. Hab acht!" auf die verloaene Sest« ber Rechtsparteien«inachen und im fiulammenhauq damit die Reaieaunastris« schildern und die Gefohren austeiaen. die in mora. lis»«r Kinstcht unserem sunaen Staatswesen droben.— Wassersport. Abteiluno. Donnerstaa. den 6., abend« 8 Ubr. Gewerlschaftebaus. Md- nat»o«rsammluna.— Pren, lauer Bera. Montaa. den 3., onTclcn 7.15 Ubr Dan,ia«r Straft« Eck« Prenzlauer Allee mit Mustk Ujtd ffobnen. Kameradschaft Balkan, Donnerstaa. den 8.. abend» 8 Ubr, Versammluna im Altersbeim. Daniiper Str. 62.— Mitte. Samerabschaftaversammlunaen Diensta«. den 1.. abend« 8 Ubr. 1. Kameradschaft Ackcrstr. I: 5. Kameradschaft Iostnstr. 7: 8. Kameradschaft Gartenftr. 8»: Mittwoch, den 5. Januar, abends 8 Ubr. 3. Kame adschaft Stallschreiberstr. 29. In allen Versammiiunoen Bor» standswabl. Erscheinen aller aktiven und passiven Kameraden Pflicht.— ffrtedrtchsbain. Montaa, den 3.. nachmittaa» 3ZH Ubr antreten Krematorium Serichtstrafte. abends 7 Uhr Kllst-.iner Plast mit Musik un» ffabnen 8UM Marsch nach ber Kloster strafte.— Kreuibera. Dicnstaa, den 1.. abend»)H8 Ubr Kameradschaftsversammlunaen. Ab-eiluna 1 im Restaurant Zur Linde, Kavrfche» Ufer 11t Abteiluna 7 bei Steinia Alerandrinenstr. 30, Abteiluna 8 bei ffublbrllqa«, RostiZNr. 29: Mittwoch, den 5..>�8 Ubr, Abtei- luna 12 bei Siebentopf. Muekauer Str. 35: Abteiluna 13 bei EichboX Euvrn- straste 28: Abteiluna 11 bei WieneZier». Reichenberaer Str. 104: Dvnncretaa, den 8.. Abteiluna 10 Dieffenbachstr. 51. In allen Versammlungen sastunas- aemäft« Neuwahlen.— Wilmersdorf. Donnerstaa, den 8.. abend» 8.30 Uhr ffllhretbesvrechnna bei Kroihs. Kolsteinische Str. 60. BellZähUae» Er- scheinen.Pflicht. Wichtia« Taoieordnuna. Der erweiterte Vorstand iaat 7.30 Uhr daselbst.— Schönebera-ffriedenan. Montaa den 3.. abend» 8.80 Ubr antreten Zllllblenstr. 9 Zum Morsch nach der Stadthall:.--KSpenIck. Ab ffreitaa. den 7., jeden ffteita» Turnabcnd in der 1. Gemeindeschul«.— Pankow K r« i». Montaa. den 3.. abend» 7 Ubr. Bornbolmer Straste Eck« Schänbauser Alle«, Betriliauna an der Beronstaltnna in der Stedtballe. Mittwoch, den 5.. abend» 7)h Ubr. Kieisvolloersammluna bei Meier. Türkische» kielt. Breiteste. 11. Nachrichtendienst ladet«in. | Sterbetafel 6er Gross-Serliner paetei-Grganlfatlon| 97. Alt Genoll« Man»«7»dorf. Neukölln. 35vdestr. 19. ist am MItt- woch. den 29. DeZember 1928. nach lurZem Krankcnlaaer aestorben. Die Ein- äfcheruna findet am DIenstaa. den 4. Januar 1927, 8 Ubr nachmittaa«. im Krematorium Baumschulenmea statt. Ehr« seinem Andenken. Oer Schiedsspruch für Gftsachsen. Angenommen von den Textilarbeitern. Dresden. S1. Dezember(Eigener Droh Gerichts Am 30. De- zember 1326 fand in Neugersdorf eine Konferenz der Gewerk- Ichcrsten, die an den ostsächsifchen Tarifverträgen der Textilindustrie neteiligi sind, statt. Erfreulich war es, daß auch in dieser Konferenz die in den Betrieben beschäftigten Kollegen und Kolleginnen die Mehr- zahl bildeten, und zwar stellten sie über zwei Drittel der Delegierten. Das Referat erstattete Seidel von der Bauleitung des Deut- fchen Textilarbeiterverbandes. Er berichtete von den Verhandlungen, die zwischen den Gewerkschaften und dem Arbeitgeberverband statt- gefunden hatten, in ausführlicher Weif«. Roch«ingehender Aus- spräche wurde folgende Resolution, und zwar im ersten Teil«in- st i m m i g, im zweiten Teil gegen 1 Stimme angenommen: „Die am 30. Dezembr 1926 im„Nußbaum" in Nugersdorf tagende Konferenz aller Gewerkschaften erklärt sich mit den Aus- führungen des.Kollegen cheidel einverstanden. Die Kon. ferenz billigt die Haltung der Verhandlungstommifsion, die sie in allen stattgefundenen Verhandlungen eingenommen hat. Sie erkennt an, daß die Verhandlungstommission alles getan Hot. um die For- derungen der Arbeiterschaft zur Anerkennung zu bringen. Den Spruch des Schlichwngsausfchufses Dresden nimmt sie, obwohl nicht olle Forderungen damit anerkannt sind, auf Grund der gegebenen Verhältnisse a n." Sollten die Unternehmer den Spruch ebenfalls annehmen, so dürfte damit der Wirtschostsfrieds in Östsachsen gewahrt bleiben. In anderem Fall« würde es zu K a m p f h o n d l u n g« n kommen, an donen gegen 45 000 Textilarbeiter und-arbeiterirmen außer den sog«- nannten Berufsfremden, Handwerker, Heizer ufw. beteiligt wären. Eine$olge öer Rationaliflerung, Rückgang der Zahl der Lehrlinge. Die Berufsberatung hat eine wichtige Aufgabe zu lösen. Bei der zunehmenden Ueberfllllung der Berufe wird es für den heran- wachsenden Nachwuchs immer schwieriger, den geeigneten und aus- sichtsrcichen Beruf herauszufiicken. Die Elten, zerbrechen sich den Kopf, welcher Beruf wohl der beste ist, und wenn sich schließlich jeder als unsicher erweist, dann gibt bei der Wahl der Wunsch des Jungen den Ausschlag. Hier kann die sachkundige Beratung viele Zweifel und Irrtümer zerstören. Die Berussämter haben unter anderem die Aufgabe, de» lungen Leuten mit sachverständigem Rat bei der Berufs- wähl zur Seite zu stehen und noch Möglichkeit den jungen Berufs- anwortern ie nach Eignung und Wunsch passende Lehr- stellen zu vermitteln: sie aufzusuchen und um Rat anzugehen, ist durchaus empfehlenswert, wenn auch, was ihre bisherige Tätig- keit erweist, sie von den Ulücrnehmern bei der Besetzung von Lehr- stellen noch wenig berücksichtigt werden. Das Berliner Berufsamt Hot, wie das soeben für das Berichtsjahr 1925/26 abgeschlossene Ergebnis zeigt, trotz aller hemmenden Ein- flüsse einen beachtenswerten Erfolg aufzuweisen. Die Berufsberatung wurde im Berichtsjahr von insgesamt 37 072 Kindern in Anspruch genommen, davon 19 345 Knaben und 17 727 Mädchen. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Zahl der Ratsuchenden e r- heblich geringer, was darauf zurückgeführt wird, daß infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und der geringen Aussicht e n für den erlernten Beruf wenig N ei g u n g f ü r die Erlernung eines Berufes besteht. Hierfür spricht ßesonder? die starke Abnahme der ratsuchenden Knaben. Wurde doch in diesem Jahre die Verussberatung von 12 000 Knaben weniger in Anspruch genommen als 1920/21, dagegen stieg die Zahl der ratsuchenden Mädchen um 3000. Rund 30 000 der Ratsuchenden waren Gemeindeschüler, 7000 kamen aus höheren Schulen. Das Berussamt hat insgesamt 10 728 Kindern eine Lehrstelle beschaffen können, hiervon 6343 Knabe» und 5385 Mädchen. Es konnten also Mädchen und Knyben in fast gleicher Anzahl vermittelt werden. Die Zahl her Vermittlungen ist von Jahr zw Jahr g e. stiegen, woran die weiblichen Berufe den stärksten Anteil haben. Am meisten gesucht werden die Berufe im Metollgewerbe, wofür in Berlin das Vorhandensein der starken Metallindustrie natürlich ausschlaggebend ist. Hauptsächlich gewünscht sind Lehrstellen für Maschinenschlosser, Mechaniker und Elektrotechniker, auch nach Lehrstellen für Installationsklempner und Werkzeugmacher wird stark gefragt. Im Holzgewerbe werden Lehrstellen für Bau- und Möbeltischler bevorzugt, imNahrungsmittelgewerbe stehe» die jungen Leute, die Bäcker und Schlächter werden wollen, an erster Steve, im Bekleidungsgewerbe Schneider und Schuhmacher, im graphischen Gewerbe Buchdrucker und Schriftsetzer und im Baugewerbe Maler und Zimmerer. Für die weiblichen Berufe kommt in erster Linie das B e» ileidungsgewerbe in Betrocht. Hier stehen an erster Stelle die Schneiderinnen: auch Putzmacherinnen und Näherinnen stellen einen hohen P,ozentsatz unter den Ratsuchenden. Häufig vermittelt werden auch Friseurinnen, auch Lehrmädchen für Loger, Kontor und Verkauf sprechen häufig noch Lehrstellen vor. Verhältnismäßig wenig Lehrstellen werden gesucht m der Krankenpflege, Im photographischen Gewerbe und in der Zahnlechnik. Bemerkens- wert ist, daß sich die weiblickien Lehrlinge für das Juwelier, und Goldschmiedehandwcrk, für den Dcrgolder-, Buchdrucker- und andere Berufe, die früher nur den Männern offenstanden, interessieren. Die Ergebnisio lassen erkennen, daß an der Besetzung der Lehr- stellen das Berussamt bis jetzt nur einen geringen Anteil hat. Die Berliner Metallindustrie stellt jährlich etwa 5000 Lehrlinge ein, durch das Berisisamt gehen davon etwa 800— 1000, rs wird also der überwiegende Teil der Stellen ohne Inanspruchnahme der Berufs- beratung besetzt. Es müssen noch viele Widerstände überwunden werden, um dos Berufsamt zu einer Zentralstelle für Lehrlingsvcr- mittlung zu machen. die Berufsschulen in Preußen. Forderungen der Berufslehrer. Am Mittwoch hielt der Landesverein der preuhi- schen Gewerbe- und Handelslehrerschaft im Tier- gartenhof eine öffentliche Versammlung ab. zu der außer vielen Angehörigen des Verbandes, Vertretern voni Ministerium für Han- del und Gewerbe, der Schuldeputation auch Laudtagsabgeordnete verschiedener Fraktionen und Vertreter der Gewerkschaften erschienen waren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Berufsschuldirektor Fronemonn aus Gevelsberg i. W. über «Die preußische Berussschulpolitik im Volks- st o q 1; Hoffnungen und Enttäuschungen." Aus seinen Ausführungen sowie aus dem ihm vielfach gezollten Beifall ging hervor, daß die Berufsschullehrerfchoft mehr Enttäu- schungen als Hosjmingcn hegen muß. So ist die alte Forderung nach der Schaffung eines Reichsgesetzes für die Berufs« schulen noch immer nicht verwirklicht. Das ist um so bedauer- lichsr, als dadurch kein allgemeiner Pslichtbesuch der Berufsschulen geschossen ist. Von den in Preußen vorhandenen erwerbstätigen Jugendlichen besuche» nur etwa 33 Proz. die Berufsschulen. Es ist zu fordern, daß der vom Abgeordneten Müller- Franken dem Reichstag vorgelegte Entwurf für ein derartiges Reichsgefeß endlich verwirklicht wird. Es geht um das kostbarste Gut der Nation, und die Be�:fsfchullehrerschaft erwartet gerade vom Bolksstaat«in Eingehen aus ihre Wünsche und Forderungen, d'e im Interesse der Jugend wie der Wirtschaft geäußert werden. Was die beruflichen Wünsche der Lehrer und Lehrerinnen anbetrifft, fo fordern sie eine Gleichstellung mst den sonstigen Lehrkräften. Zur Frage der Vorbildung der Lehrkräfte steht der Verband auf dem Standpunkt, daß ein« Hochschulbildung des Berufs- lehrers notwendig ist. Gegen die von den Unternehmern ein- gerichteten Werkschulen müsse man sich mit aller Eni- s ch i e d e n h e i t wenden, denn sie bilden ebenso eine Gefahr für die Entwicklung der Berussschulen wie auch für die jungen Menschen selber. Die Versammelten brachten ihrem Redner eine Ovation dar, damit zum Ausdruck bringend, daß er aus ihrem Herzen gesprochen hatte. Redner der sozialdem of ratischen Landtag?- fr a k t io n versicherten die Lehrerschaft ihrer Unterstützung in chren berechtigten Wünschen. Der Vertreter des Ministeriums hatte dagegen keinen leichten Stand; er rief mit seinen Ausführungen vielfach den Widerspruch der Versammlung hervor. Am Ende der Verairstaltung wurde eine Entschließung angenommen, die am Tage vorher die außerordentliche Vertreter konfcrenz sich zu eigen gemacht hatte. Hierin wird gefordert, daß vor allem die preußischen Berufsschulen ouz.zebam werden und daß der Ausbildung der Gewerbelehrer und-lehrerinnen die gewünschten Wege geebnet werden. Der Landtag wird gebeten, das Staats- Ministerium zu ersuchen, in«ine Prüfung der Verhältnisse einzv- treten und geeignete Maßnahmen zu tressem um das Verufsschul- wesen seiner Bedeutung für Wirrschaft und Staat entsprechend aus- zubauen und auszugestollen._ Oer neue Lnhnoorfthlag üer»Mitropa". Vediemingsgeld statt festen Docheulohn. Die Direktion der Mitropa(Willeleurovöische Schlafwoaen. und Speisewogen-AktienGesellschoft, Sitz Berlin) hat endlich am 10. Dezember 1920, 6 Wochen noch Kündiguno des Lohntorifes, den, Zentralverband der Hotel-, Restaurant-»nd C a f 6- A n g e st e l 1 t« n. als der gewerkschaftlichen Interessenv«!- trellmg des Fahrpersonols, mündlich ihre Vorschläge betreffend die Aenderung des Lohnsysterns für die Kellner unterbreitet. Nach diesen Vorschlägen der Mitropa-Direktion soll an Stelle der bisher nebst den einkalkulierten Umsatzprozenten in Höhe von>4 bis 4 Broz. üblichen festen Wochenlöhnen von 35 M. für die Oberkellner und 29 resp. 28,50 M. für die Abteitkellner und Wagenkellncr das Bedienungsgeld— ein Zuschlag van 10 Proz. aus die Rechnung des Gastes— eingeführt werden. Die V e r t e i l u n g der Prozente soll wie folgt erfolgen: Bei einer Besetzung des Speisewagens mit einem Oberkellner und einem Hilfskellner soll der Oberkellner 6 Proz. und der Hllfskcllner 4 Proz. des erzielten Bedienungsgeldes von 10 Proz. erhallen. V-i einer Besetzung des Speisewagens mit 1 Oberkellner und 2 HUfs- kellnern sollen der Oberkellner 5 Proz. und die 2 Hilfskellncr Je 2% Proz. erhallen. Bei einer Besetzung des Speisewarens von 1 Oberkellner und 3 Hilfskellnern sollen der Ober- kellner 4 Proz. und die Hllfskellrer je 2 Proz. erhallen. Zu den Hilfskellnern zählen auch die A b t ei l k e ll n e r. die bisher einen besonderen Prozentsatz von ihrem Umsatz bezogen. Als Garantielohn bietet die„Mitropa" für die Oberkellner 200 M. und für die Hilfstellner 120 M. monatlich, ins- gesamt 12 Monots-Garantielöhne pro Jahr, d. h. die Prozentcin. nahmen der schlechten Monate sollen mit den Prozenteinnahmen der guten Monate verrechnet werden. Die Besoldung der übrigen Angestellten. Köche. Küchengehilfinnen, Silberputzer und Schaffner soll nach dem bisher gültigen Entlohnungssystem ersolgen. Nachdem die Angestellten zu diesen Dorschlägen der Mitropa- Direktion(die zumeist helle Entrüstung Hervorriesen) in den einzelnen Städten, in denen eine Zweigstelle der„Mitropa" vorhanden ist, Stellung genommen haben, wird eine am Freitag, den 7. Januar 1927, in Berlin tagende Reichskonferenz des Fahrpersonals. auf der jede Sektion durch Delegierte vertreten ist, endgültig entscheiden, ob die Borschläge der Mitropa-Direktion akzeptabel sind oder ob es bei dem bisherigen Entlohnungssystem bleiben soll. . 7% llbr. vermllwrimim» In foloenlion Parkau« 10. Sttwn-SJrant-Ißicnb. Anqeubmuvpe de» 3M(. Montag. 3Vat-t»n; Li-ttenberg- Iugendbeim'------.., Südost-Treptow: guorndlx-iM Reichenberaer Skr. 08. Gruprenbesprcchuna und Liederabend.—»«de»- Zuscnbbeim Schule Daiwiger Str. 23. Trbeivoocnd. Geschäftliche Mitteilungen. Slenschenansampelun» 1« nenen z-br. Kaum tat da, N«U« Jade beqonnen: da strömen schon miedrr Tausend« von Menschen am»ottbusscr Tor»usannne». Was ist denn da lo,? C» ift der Brennpunkt am Nottbusser Tor. M. Schul. ineifter macht Invenwroei laust Sein Wunder. Do briaat die ffirma n-icölr so ein« Riescnausivadl von Aiuilaen. Mäntel». Losen und Reaenmäutxtn fi so unalaublich dMioen Dreisen, daß man kaum«laude» kann, dab txll alle, Totsach« ist. Verantwortlich für Politik: Dr. Tuet»«her! Wirtschast:». Sl>a«elhösee: Sewerkschastsieweauna: gr. Ehkor»! Feuilleton! De. Sohn Sckitowist: Lolalc» und Eonfti««,: grih Sarslädt: Anzeigen: Td.»lo«: sämtlich in Berlin. Verlag: Barwärtt-Verlag®. m. d. L.. Berlin. Druck: Borwärte-Buchdruckerei und BcrMnscnftalt Paul Singer u. Eo„ Berlin SW 68, Lindenslrone 3. .J-yjgZf atut—tymn ff Mal-Kah-ZlgarettenfabrtJe rt.-Q. BerHii Volksbühne Theatei am BDIovuliti 8 Uhr Volpone Morgen 8 Uhr zum 50. Male: Lysistrata Tb. m Sduffbaoenlanm Täglich 8 Uhr: Das Grabial das anbekannten Soldaten. Staats-Theater Opernhan* Platz«. d.Republ. 8'-, U- Lohengrln Scbsuzplelhau« 8U.; Charleys Tante ächiller-Theater 8; Drei Schwestern CASINÖ-THfiATERs um Mister Cornedbeef. Abl2. Januar: Bin Tag Im Paradlea. Outschein, staut. I Mk., Sessel IJO Mk. Walhier- Theater Tägl. 8>/, U. die erfolgt. Schwankoperette Das blonde Wunder itädtisdii! Dpn Charlottenbure 7ViUhr: Jugend im Mai Mus-Ugc Guttmann M.PfahT-WaIIcrstein L. Schöne Abonn.- Turnus III Relchshalien-Theater Abends 8 L Ii r u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger tidioiittags; halbe Preist. Volles Programm! Dönhbff-Brett'l Das erand Januar-Progr. ra Karl Braun WM UteafBi Norden 10334—37 8 Uhr: ron Wolfgang Goetz Regle: HemzHilpen Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: OHapotrlda von Alexander Lernet-Holenia Regle: Heinz Hilpert. Hierauf: Das Veilchen von Franz Molnar Regie: Eug. Robert Die Komödie Bismarck 2414, 7510 8 Uhr Die Gefangene Von Bourdet Regie: M. Reinhardt Tbeat. a.floIleiidorfpl. Kurfürst 2091 8 Ulm KJubleote mit Max Adalbert rfeiropoi-"tiieai. Täglich 8 Uhr- ZirtnuprinzeHio Beddemiaealer Täglich SV- Jhr: MWMM Elibritt Jsgaalidn SCAiA Nollendorf 7360 S Uhr: Dos neue Vartett- Programm! 5los??Ktef BUhrPreziosa äannatj-libMi Th, König-rätz St. Hasenhefde 2110 8 Uhr drs.ChtneyiEnde Elisabeth Bergner Norden 6304 8 Uj FrOdllCtieil R.1. Dehnt) zMaos bItnIigrg-Wiin Ots Künstler Td. Prltzl Massaryi 8;„Die Königin'- Lessing-Tbeater Alb. Bassermann 8; Der Diuioior Th. i.RiirfDnteiiilaiiim Käthe Dorsch su�DtePraDOB l.ustspiclhaus 81;, Quldo Thielscher ör. MWiMW Tägl. 8>,. Uhr: 'Von cKwnS 45� TfaMrict Z8ntral-ThEat3r Täglich 8 Uhr:' BRONSGEEST In der Operette; Oer Trompeter vom Rbeiu Tbaua-Tneoier Täglich 8 Uhr: Derarofieiuid der kTelne Uus Trisnon-Tliealer Täglich 8>U Uhr. Oer IT. Lachenolg Dr. Stieglitz mit Lobe» Ebelsbacher Mlthndi.Soiiiil. o. Sonnf. 4 ö. Theater d. Märchen Dflniffaihw ,»6 RatUggdisD Kleines Th. Täglich 8>/- Uhr Die eiste aktuelle politische Revue Oh! 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