Nr. 16 ♦ 44. Fahrg. . Ausgabe Sk Nr. 6 Bezugspreis. Wöchentlich TD DIennia. monatlich S, Beichsmati voraus»ahlbar. Unter RieiMitanb fixt Deutschtan», £>ciUtta. Saar, uns Siemclaebict. Oesterreich Litauen Luremdurl 4.5U Betchsniail. für das itdria« Äusland Zleichsmarl vro Monat. Der.Borwört«' mit der il!u!trtev> ten Sounlagsbeilage»Solk und Zeit� iowie den Beilaaen.UntcrfiaUunfl bno Dissen'»Aus der ffilmroelt*. »Scaucnftimwe*.Der«iabet. freund'.Zunend-Dorwärts' und .Blick in die Bücherroelt* erscheint wochentäslich»mcintal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm. Adresse: .«Sozial» ewotrot verlin- Morgenansgabe (Tö�ä) Vevlinev VolKsbltttt Anzeigenpreise: Di««inivoltiae NonoareMe» »eil» 80 Pfennig. Reklamexeiie 6/- Reichsmart.»Kleine«n, eigen- das fettgedruckte Dort LZ Pfennig txulissssg»mei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben»äfilcn für smci Wort e. Arbeltsmartt Keile 60 Pfennig. Kaulilienanzeigen für Aboimenten Keile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis Hb Ilbr nachmittags int Hauvtaeschäft, Berlin SW 08. Linden» strassoZ, abgegeben werden. Geöffnet von L>.-> Ubr krüb bis S Ilbr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat! fchen partes Dcutfchlands Keüaktion und Verlag: Serlin SW. HS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 293-297. Der Haushalt öes Reichsprasiöenten. Gesamtsumme: 622300 Mark. 2er ftailShalt des Reichspräsidenten zerfällt in zwei Teile, in die fortdauernden Ausgaben, die den Reichspräsidenten selbst betreffen und in die laufenden Ausgaben, die fei n Bureau erfordert. Diese letzteren Kosten betragen 367?00 M. und sind gegen den Voranschlag des Borjahres(ÄZOOO M.) um 61 000 VI gestiegen. Die Mehrkosten sind entstanden, weil u. a. die Zahl der beschäftigten Beamten sich um einen vermehrt hat und der Leiter des Bureaus, der schon feit 1923 die amtliche Bezeichnung Staatssekretär führte, bisher aber das Gehalt eines Ministcriql- direktors bezog, jetzt auch das Gehalt eines Staatssekretärs erhalten soll. Die Kosten der Hilfsleistungen durch Beamte haben sich um rund 8000 M. verringert, dafür sind die Kosten der Hilfsleistungen nichtbeamteter Kräfte um rund 7000 gestiegen. Der größte Teil der Mchranforderungen entfällt auf die. Verwaltung der beiden D i e n st g e b ä u d e in Bertin, Wilhelmstr. 73, und in der Schorf- Heide am Werbelliner See. Das Berliner Dienftgebäude ist, wie mitgeteilt wird, fast 190 Jahre alt und bedarf zur Erhaltung der Gebäudefubstanz einer durchgreifenden außerordentlichen Instandsetzung, für welche als einmalige, künftig wegfallende Fondsvcrftärkung 50 000 M. eingestellt worden stirb. Die Bezüge des Reichspräsidenten sind die gleichen wie 1926. Der Reichspräsident erhält 60 000 M. Gehalt und 120 000 M. Auf. wandsentschädigung. in Summa 180 000 M. Außerdem steht wie im Vorjahr ein Aonds von 75 000 M. zu feiner Verfügung. Ganz unabhängig von diesen Bezügen ist im Haushalt des Reichsfinanz- MlNistetiulns noch eine sogenannte.Derfügungzsumme des Reichs- Präsidenten" in Höhe von 3,6 gegen 3,5 Millionen in 1926'aUsge- bracht. Bon dieser. Summe werden nach dem Boranschlag 1927 für Unterstützungen an ehemalige Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene 2,6 Millionen, für sonstige laufende und aiirnralige Zuwendungen 700 000 M. benötigt. Im Jahre 1925 betrug diese Verfügungssumme 2lA Millionen, im Jahre 1924 1,9 Millionen. Es würde die Ueberfichtlrchkelt erhöhen, wenn auch diefe Verfügung»- summe im Haushalt des Reichspräsidenten angefordert würde. Der Etat des Reichspräsidenten schließt ab in der Endsumm« mit 622 300 gegen 560 800 M. in 1926. Die Steigerungen gegen die Jahre vorher sind bedeutend. In 1923 betrug der Voranschlag 440 000 M., in 1924 250 410 M. Der erste Reichspräsident, Genosse E b ert, bezog in 1924 an Gehalt und Anfwondsgcldcrn insgesamt 53 510 7N. Der Fonds zu seiner Verfügung war mit 13 000 M. dotiert. Am 28. Februar 1925 starb Genosse Ebert und nach der Wahl des jetzigen Reichspräsidenten van Hindenburg wurde alsbald das Ge- halt auf 60000 M., die Aufwnndsgelder aus 120 000 M., der Fonds zur Verfügung des Reichspräsidenten auf 30 000 M. erhöht. In 1926 wurde dieser Fonds dann aus 75 000 M. gebracht. Sind die Ausgaben für die Spitze der Republik seit 1924 auch um mehr als das Doppelte gestiegen, so betragen sie doch immer nur einen Bruchteil derjenigen, die Preußen für die Hohen- zollerndynastie, die übreign deutschen Länder für ihre„onge- stainmtcn Fürstenhäuser" zu zahlen hatten. Im Jahre 1913 betrug die Zinilliste für das königliche Hans allein in Preußen 19,2 Alil. lioueu Mark. Dazu kamen die Riejensummen, mit denen die übrigen Länder ihre Fürsten auszusteuern hatten. In Bayern wurden 4F Millionen, und dazu noch für Reichsverwesung und Apanagen 1.1 Millionen � gezahlt. In Sachsen 3,4 Millionen und 757 000 M.' Apanagen»sm. Mach dem Stände des Jahres 1910 mußten in Deutschland für die Fürsten jährlich rund 3 6 Mil- Uvnen Mark aufgebracht werden. i!m üen Einkeitstarif. Zunächst noch keine endgültige» Beschlüsse. Der Aussichtsrat der Berliner Straßenbahn- A.- G. beschäftig:« sich mit den von den Direktoren und Sochoer- ständigen der Verkehrsunternehmungen gemachten Vorschlagen zur Vereinheitlichung der Tarif« und der Organisationen der Berliner Verkehrsunlernehmungen. Die Vorschläge sehen vor, unter Abschaffung der Zonentarife bei Aboag und Iochbahn, die Einführung einer gepolsterten Einheikwogenklasse bei der Hochbahn, ähnlich wie es bei den beiden anderen Verkehrsunternehmungen der Fall ist. Auf Grund eines Elnheilsfahrschelnes. dessen Preis auf 20 Pf. bemessen wird, sollen die Fahrgäste der hoch- und Straßen. bahn dos Recht zum Umsteigen nicht nur innerhalb des eigenen Netzes, sondern auch zur anderen Uerkehrsualernehmung haben. Die Einbeziehung des Aboag-Verkehrs in dieses Umsteigesystem wird aus betriebstechnischen Gründen vorläufig nicht für angängig geholten. Die Sachverständigen erwarten, daß es auf einer solchen Grundlage möglich sein wird, das Berliner Schnellbahnnetz im be- fchleunigtcn Tempo auszubauen. Die Gesellschaften sollen unter- «inander einen Iiiteresiengemeinschastsvertrag abschließen, der die gemeinsam« Verwendung ihrer Einnahmen zur bestmöglichsten Förderung des gesainten Verkehrswesens ermöglicht. Der Aufstchts- rat faßte noch keinen endgültigen Beschluß, ermächtigte aber seinen Borsitzenden, bei den weiteren Verhandlungen mit den städtischen Instanzen zu erklären, daß die gemachten Borschläge als geeignete Grundlage für die endgültige Entscheidung angesehen werden. Gestern vormittag trat unter Vorsitz des Oberbürgermeisters die Verkehrsdzputaüon zusammen, nachdem vorher der eingesetzte Unter- ausschuß zu den Vorschlagen Stellung genominen halt« Die De- putation trat noch einleitendem Referat des Stadtverordneten Dr. Adler und des Stadtrats Gen. Reuter in ein««ingehende Debatte über den ganzen Fragenkomplex ein. Do aber die Einzel- heilen der ausgearbeiteten Vorschläge und des anläßlich der neuen Tarifversinbarung zwischen den beteiligten Gesellschaften abzu- schließenden Jnteresiengemeinschaftsvertrage- nach Meinung der De- putation noch einer eingehenden Nachprüfung bedürfen, vertagt« die Deputation die endgültige Beschlußfosiung, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu den Aorjchlägen ihrerseits Stellung zu nehmen._ Nicaragua protestiert. Gegen das Verhalten dex Union. TBie ans New Park gemeldet wird, hat die vom Staatspräsidenten Sacasa geleitete Nicaraguoreglerung der Liberalen l» Ivashiogtoo einen Prolest gegen die Landung aordamerikanlscher Truppen in Nicaragua überreichen lassen. Der konservative Gegen- Präsident DIaz. dem die Washingtoner Regierung die wasfeneinfuhr erlaubt, wird vou den südamerikanischeu Staaten nicht auerkaunl. Angeblich versucht Mexiko, e» der pozisischen Küste Nicaraguas Kriegsmalertal für die Liberalen zu landen, was nach dem Verhalten der Ilaion nur zu begreiflich wäre. Di» Vertreter Englands und Italiens sollen dem Ge- sandten Nordamerikas in Managua erklärt Hadem daß sie die Der- antwortung für die Gefährdung ihrer Staatsangehörigen, die durch die niearaguaischen Wirren unmittelbar gegeben sei, dem Präsidenten Dioz auserlegen. Daraushin soll die Landung amerikanischer Truppen erfolgt sein. Infolge der höchst parteiischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat der mexikanische Staatspräsident Calles die mexikanischen Behörden angewiesen, gegen diejenigen Firmen, die auch nach dem L Januar ohne die»ach den neuen mexikanischen Land- und Petroleumgesetzen notwendige Erlaubnis, sich in Mexiko aushallen, vorzugehen. Diese Maßnahme kann Mit der Äonsiskation des nordainerikanische» Besitzes enden. Die Dinge in Mlltelamerika haben sich aufs äußerste zugespitzt. Irgendwie muß es zu Auseinandersetzungen zwischen der Diaz- Regierung und den omenkanijchen Truppen auf der einen, den liberalen Aufständischen in Nicaragua aus der anderen Seite kommen. Möglich, daß noch Versuche mit Erfolg unternommen werden, die Gegensätze diplomatisch auszugleichen. Bemerkenswert ist hierbei, daß der deutsche und der s r a nz ö s i s ch e Gesandte in Nicaragua sich der Intervention der Engländer und Italiener nicht angc- schlösse» haben. Weitere Trnppenentseudnng der USA- Washington. 6. Januar.(MTB.) Sechs weitere Kriegsschiffe, darunter der Kreuzer„Einicinnati" und„Marblehead", haben Beseht erholten, nach Nikaragua auszulaufen. An Bord der Schiffe befinden sich 400 Mann Marinetruppen. Wie das Marinedcpartc- ment mitteilt, verfolgt die Entsendung weiterer Truppen nach Nikaragua den Zweck, Admiral Latimer instand zu setzen, das Leben und Eigentum der amerikanischen Staats- ongehörigen unter allen Umständen zu schützen. Keine Korriüorverhanülungen. Einmütigkeit aller Polnischen Parteien. Warschau, 6. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Der Auswärtige Ausschuß des Sejm hat die Debatte über die auswärtige Politik beendet, ohne eine bestimmte Entscheidung zu fällen. Immerhin zeigte der Verlauf der mehrtägigen Debatte, daß alle polnischen Parteien Verhandlungen ybcr den polnischen Korridor ab- lehnen. Auch die Diskussion über die Locornopolitik ergab nicht gerade eine all z»große A n h ä n g e r s ch a s t innerhalb der polnischen Parteien, die die Berschiedenheu des deutjch-polnijchen Locarnovertrags vorn RKeinpakt mißbilligen. In seinem Schlußwort erklärt« der Außenminister, daß er trotz der gerode nicht leichten Situation ohne Sorge für Polen ln die Zukunft blicke. Dos Bündnis mit Frankreich habe sich eher gestärkt als geschwächt. Weitere Sicherheitsmomente für Polen seien sein Ratssitz, lein gutes Verhältnis zu der Tschechoslowakei, Jugoslawien, der Türkei und endlich auch das Bündnis mit Rumänien. Die Sozialisten brachten im Budgetausschuß de? Sejm einen Antrag ein. dem monarchistischen Iustizminister als Miß-' trauensausdruck demonstrativ 100 Zloty seines Gehalts zu streichen. Der Antrag wurde angenommen. vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin EW. öS, Jtfndenffr.Z vaNtcheckiant«! Berlin 37 53»- Banlkonto: Bant dee Arbeiter. Angestellte« und Beamten. Wallstr. SS: Viefaate-Gefellfchafl De»»Iite»!asse ginbeuftr. 3. Die neue Strafprozeßnovelle. Das Haftübcrprüfverführen. Es bedurfte erst des Todes des Mittistcrs Höfle und des verfahrenen Verfahrens gegen den Großkaufmann Haas, um endlich ein Gesetz zu schaffen, das nun auch Tausenden weniger privilegierten Untersuchungsgc- f o n g e n c n zugute kommen wird. Die für unser demokra- tisches Staatswesen tiefbeschämende Tatsache bleibt jedoch bestehen: Wäre damals im Untersuchungsgefängnis nicht ein Minister zugrunde gegangen und hätte das grausame Iustizspiel der Kölling-Tenholt nicht einem Großkauf- mann gegolten, wer weih, ob selbst heute noch ein Gesetz Wirklichkeit geworden wäre, das schon seit Jahr und Tag von der Sozialdemokratie gefordert und nun endlich einstimmig vom Reichstag verabschiedet worden ist. Diese einstimmige Annahme der Strafprozeß- Novelle, die dem Sturze der Regierung auf dem Fuße folgte, ist vielleicht auch mit der Grund dafür, daß die Oeffentlichkeit, von der Regierungskrise so völlig in Anspruch genommen, diesem Gesetzesfortschritt nicht d i e Aufmerksamkeit schenkte, die er verdient hätte. Die Ausgabe der Strafprozeßordnung ist, die Rechtsfindung zu gewährleisten. Sie bedeutet aber zu gleicher Zeit die große Charta der R e ch t s g a r a n t i e n für den Angeschuldigten. In dem Augenblick, da der Staat mit der ganzen Wucht seines behördlichen Apparates eingreift, stünde er hilf- und schutzlos da, wenn das Gesetz ihm, dem Angeschuldigten, nicht bestimmte Recht« zur Sclbstver- t e i d i g u n g gewährte. Mit der Festlegung dieser Rechts allein ist es jedoch nicht getan. Der Angeschuldigte muß seine Rechte auch kennen und er muß überdies in der Lage fein. von ihnen Gebrauch zu machen. Das gilt in erster Linie für den Unbemittelten, der sich in der Regel keinen Ver- teidiger leisten kann.' Hier wird es Pflicht der Justizorgane selbst, um des wirklichen oder vermeintlichen Interesses des Rechtes willen nicht das Interesse des Bürgers zu übersehen, dessen moralische und physische Eristenz, dessen Wohlstand und Familienglück durch den Eingriff des Justizapparates ver- nichtet werden kann. Was bringt nun das neue Gesetz? Seine Vorzüge gegen- über dem Bestehenden könnten in drei Hauptsätzen zusammen. gefaßt werden: Es ermöglicht dem Beschuldigten, im münd- lichen Verfahren persönlich die Berechtigung seiner Verhaftung zu bestreiten und die Notwendigkeit seiner Frei- lassung zu beweisen! es macht der Justizbehörde zur Pflicht, aus eigenem Antriebe heraus die Haftgründo zu überprüfen; es bewirkt eine gewisse Angleichung des unbemittelten Angeschuldigten an den bemittelten, in- dem jener unter gewissen Bedingungen das Recht auf einen Verteidiger für das mündliche Ueberprüfungsverfahren während der Untersuchungshaft erhält. Für den plötzlich aus seiner gewohnten Umgebung und seiner Berufsarbeit herausgerissenen Angeschuldigten gab es nichts Qualvolleres als daß er oft tagelang nichts Genaues darüber wußte, welche Bclastungsmomente gegen ihn vor- liegen. Oft war er selbst nicht in der Lage, seinen Nächsten von der Berhaftung Mitteilung zu machen. Seine Haft- beschwerde wurde von irgendwelchen Richtern erledigt, denen er seine Klagen und Gründe nicht versönlich vorbringen durste. Ohnmächtig mußte er in der Einsamkeit seiner Zelle vor Verzweiflung vergcheix während draußen Tag für Tag. Stück für Stück ein Teil seines Lebensglücks nach dem andern nnwiderruflich abbröckelte. Diesem Zustande soll die neue Straiprozeßnovelle ein Ende machen. Hat der 8 114 in alter Form geschrieben, daß im Haftbefehl der Grund der Berhaftung anzugeben sei, und der 8 115 gefordert, daß der Verhaftete svätestens am Tage nach der Einlieserung durch einen Richer über den Gegenstand der Beschuldigung gehört werde, so fordert jetzt der Z 114, daß der Beschuldigte bei seiner Vernehmung auf die ihn bela st enden Umstände hinzuweisen sei. Es soll ihm auch Gelegenheit gegeben werden, die Verdachts- gründe zu beseitigen und die T o t s a ch e n geltend zu machen, die zu seinen Gunsten sprechen. Nicht ohne Belang ist auch, daß der neue 8 114a es den Behörden zur Pflicht macht, auf Verlangen des Verhafteten dessen Angehörigen oder sonstige Personen, an denen er Jnter- esse haben könnte, von Amts wegen von seiner Berhaftung in Kenntnis zu setzen. Auch sonst soll ihm sofort dazu Gelegenheit geboten werden. Bon ausschlaagcbcnder Bc° deutung wird aber der 8 114ck, der das mündliche Ver- fahren der Haftüberprüfung bestimmt. Es erfolgt auf Antrag des Verhafteten und darf nicht später als drei Wochen nach Eingang dieses Antrages stattfinden. Von diesem Recht« (ruf ein mündliches Verfahren wie auch vom Beschwerderecht ist der Beschuldigte iedesmal in Kenntnis zu setzen.(� IIS.) Hat ober der Untersuchungsrichter auf Antrag des Verhafteten den Haftbefehl im mündlichen Verfahren zu übervrüfen, so ist das Gericht verpflichtet, in bestimm- ten Fristen vonfichauszu prüfen, ob die Untersuchungs- hast aufrechtzuerhalten fest Zum erstenmal geschieht dies. wenn die Untersuchungshaft zwei Monate gedauert hak. In mindestens drei Wochen und spätestens in drei Monaten ist dieses Verfahren zu wiederholen. Bleibt der Beschuldigte in Hast, so wird in der Verhandlung auch der Termin der nächsten Ueberprüfung festgelegt. Auf Antrag des Verhaf- tetcn hat sie stets mündlich stattzufinden. Unter allen Umständen aber muß vor der Entscheidung der Beschuldigte oder dessen Verteidiger gehört werden. Natürlich bleibt auch hier noch ein großer Spielraum für richterliches Wohlwollen und menschliche Einsickt, denn Art und umfang der Bewetsauf- nähme bestimmt das Gericht. Troßdeni ist der Beschuldigte nun in der Lage, für sein Recht auf Freiheil eine Lanze zu brechen. Hier entsteht aber eine andere Frage: Ist der ungeschulte und oft oerschüchterte Beschuldigte überhaupt imstande,' selbst sein Interesse zu vertreten, die nötigen Beweise für das Un- genügende des gegen ihn bestehenden Tatverdachtes, und. für Äas NichtVorliegen der Lerdunklungsgefahr und des Flucht- Verdachts zu erbringen. Natürlich nicht! Hier soll nun der Verteidiger einspringen. Der bemittelte Beschuldigte wird ihn in der Regel bestellen. Wie soll es aber mit dem Unbemittelten werden? Die Gefetznovelle hat in diesem Punkte leider nur halb» Arbeit getan. Sie bestimmt, daß dem Beschuldigten von Amts wegen nur dann ein V«r- Leidiger gestellt werde, wenn bis zu Beginn der mündlichen Verhandlung die Untersuchungshaft bereits drei Monate gedauert hat. In den übrigen Fällen wird ein Verteidiger vom Gericht nur hinzugezogen, wenn der Angeschuldigte am persönlichen Erscheinen verhindert ist. Dies ist ein Mangel. Das Eristenzvernichtende der Haft macht sich gerade m den ersten Tagen am meisten geltend. Der Verteidiger, der zu allem Anfang von Amts wegen gestellt würde, hätte überdies die Aufgabe, die entlastenden Tatsachen festzustellen und würde daher dein Untersuchungsrichter viel Arbeit ersparen. Doch selbst wenn dies der Fall wäre, würde ja ein Offi- zialverteidiger, oft genug ein junger Referendar, der Sache nur selten die gleiche Aufmerksainkeit zuwenden, wie ein Wahl- Verteidiger. Die Ungleichheit, die hier in der Lage des be- mittelten und des unbemittelten Beschuldigten entsteht, kann nur durch die Tätigkeit der sozialen G e r i ch t s h i l f e wettgemacht werden. Das erste mündliche Verfahren würde dem llmersuchungsgesangsiien unter Umständen nur wenig nützen, wenn er nicht in der Lage wäre, dem Untersuchungs- richter Tatsachen vorzulegen, die eine Haftentlassung für ihn aus persönlichen Gründen unumgänglich notwendig machen. Diese Tatsachen im Auftrage des Untersuchungsrichters her- beizuschafsen, müßte Aufgabe der sozialen Gerichtshilfe sein. Wird diese vom Untersuchur.gsrichicr und von den Gerichten in Zukunft nicht in Anspruch genominen, so liezgt Gefahr vor, daß das mündliche Verfahren, dos ja auch unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich geht, in eine rein formali- st i s ch e Angelegenheit ausartet. Wie soll der Richter über die Tragweit« der Freiheitsberaubung für den Beschul- diglen entscheiden, wenn er keine Unterlagen besitzt? Hier entstehen also durch das Uebcrprüfungsverfahren ganz neue Aufgaben für die soziale Gerichtshilse. Die Strasprozcßnovellc, d'e van Einsicht und Menschlich- keit diktiert worden ist, bedeutet auch einen Schritt aus der Heimlichkeit des Vorverfahrens heraus. Der Der- teidiger wird nun in höherem Maße als bisher in die Unter- fuchungsakten Einblick erhalten müssen, da er sonst nicht in der Lage sein würde, für die Liaftentlassung seines Klienten zu plädieren. Das Gesetz bedeutet serner auch einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur a m t li ch e n Bestellung des Verteidigers im Vorverfahren, unabhängig, ob es sich um ein Verbrechen oder ein Vergehen handelt. Es wixd höchste Zeit, die Gleichstellung des Unbemittelten mit dem Bemittelten, die trotz der guten Absichten der Strafprozeß- ordnung in Wirklichkeit bis heute auf dem Papier geblieben ist, im demokratischen Staate end- lich einmal durchzuführen. Das Gericht muß das Recht er- Der junge Mann. Von R. K o s y r e w. Sidorow muß etwas in der Miliz erledigen. Er kommt hin. »Bitte, wenden Sic sich an den Chef." Vor dem Zimmer des Chefs steht schon eine lange Reihe an. Cr steht eine Stunde, zwei Stunden:„3a, Sie sind hier nicht an rich- tiger Stelle, Sic müssen wo anders hin— in jenes Zimmer, bitte!" und man zeigt ihm das Zimmer nebenan. 3vi dem Zimmer stehen fünf Tische, an dreien sitzen Leute, zwe, find leer. An welchen Tisch soll er wohl gehen? Er geht an den einen heran.„Bitte, an jenen." Wieder nicht richtig.„An jenen Tisch!" und man verweist ihn oti den leeren Tisch. „Aber da ist ja niemand." „Er wird schon kommen." Er steht und wartet. Er wartet süns Minuten— es kommt Niemand. Zehn Minuten— es kommt niemand. Daneben in einer Ecke steht ein junger Mann und unterhält sich mit einer jungen Dame. Er ist sehr lustig, trägt Galifehosen und hat einen schnür- geraden Scheitel. Nein, der wird es nicht sein. Er sieht ja, daß man wartet,— er wäre jchon herangekommen, er ist ja nicht beschäftigt! Hinter Sidorow stehen jchon sechs Personen und immer neue kommen heran. Der eine ist wütend:«Das ist immer so an diesem Tisch— überall wird man. schnell abgefertigt und hier kann man eine Ewigkeit stehen!"—„Er wird wohl zu wn haben."—„Ach wo, zu tun! Er spielt sich einfach als Chef auf." Man wartet noch zehn Minuten. „Wie lange wird das eigentlich noch dauern? Vielleicht ist er fortgegangen, dann könnten wir ja lieber morgen wiederkommen." „Ach was, sortgegangen! Dort steht er ja. Dort!" Der jung« Mann unterbricht seine Unterhallung mit der jungen Dame und kommt an den Tisch heran.„Was gibt's?" wendet er sich an Sidorow. Der reicht ihm einen Zettel. Jener nimmt das Papier, wirst einen flüchtigen Blick daraus und sogt:„3a. gleich..," „Er ist zum Chef gerufen," flüsterte jemand hinter Sidorow. Es stimmt. Der junge Mann geht in das Zimmer des Chefs. Nach zwei Minuten kommt er wieder zurück, steht einen Augenblick nachdenklich da, wirft einen Blick aus die wartenden Leute und spaziert durchs Zimmer.„Na, wird's bald?" empört sich Sidorow. „3ch war ja schon beinah« fertig und jetzt kann ich wieder warten.. Der junge Mann geht an eine Wand heran, liest aufmerksam einen Anschlag, kommt zurück, geht zur Moschinenschreiberin, sagt ihr etwas, lächelt, dreht sich auf den Absätzen herum... Am Fenster steht ein Mann in Uniform.„Ach. Genosse Petrow!" sagt ersreut der junge Mann,„wie geht's dir denn? Hab' dich lange nicht gesehen!" halten, in allen Fällen, wo dies Erforderlich erschein!. bereits im Vorverfahren dem Angeschuldigten einen Verteidiger zu stellen, und zwar hätte es von diesem Rechte ausgiebig Gebrauch zu machen. Mehr noch: man müßte hier nicht allein von einem Recht des Gerichts. sondern von einem Recht des Angeschuldigten sprechen. Ist das Verbrechen eine soziale Erscheinung, trifft die Gesellschaft die Mitschuld an ihm, so entsteht siir den An- geschuldigten das Recht auf juristische und menschliche Hilfe, die im Augenblick seiner Verhaftung einzusetzen hätte. Für die Gesellschaft entsteht aber die P s l i ch t zu dieser Hilfe. Wie weit aber das neue Haftüberprüfungsgesetz für die große Masse der Angeschuldigten zum Segen gereichen wird. dürfte nicht zuletzt von der Art seiner Handhabung abhängen. Nur in den Händen von sozial empfindenden, wohlwollenden und einsichtigen Richtern wird es ein Werkzeug des Rechtes und der Gerechtigkeit, nicht aber eilte pure Formangelegen- heit werden. Bereits die allernächsten Wochen werden die erste Entscheidung bringen. Hier wird den Richtern einmal Gelegenheit gegeben, den Beweis zu erbringen, daß die Be- Häuptling, sie feien in ihrer Masse wenig sozial empfindend, nicht wahr sei. Wird ihnen dieser Beweis gelingen? Klasienkampf in öen Rechtsparteien. Gewerkschaften gegen B«sthbLrgerblo«k, In der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" wendet sich Frank G! a tz e l, Mitglied des Deutsch- nationalen Handlungsgehilsenverbaudes. gegen die Besitzbürgerblocktcndenzen in den Rechtsparteien. Er stellt«inander gegenüber die Interessen der Arbeiter und Angestellten, die Rechtsparteien ihre Stimme gegeben haben und die plutokratischen Interessen: „Die Arbeitnehmer des Zentrums haben auch i» ihrer Partei die Wirkungen der wachsenden sozialreak- tionären Einflüsse zu spüren bekommen, die die Folge der außerordentlich verstärkten industriellen Macht- st e l l u n g waren. U e b e r al l haben sich überdies die sozialen Spannungen zwischen Arbeitnehmergnippcn und Unternehmer naturgemäß verstärkt. Die letzteren machen erneute Anstren- gur.gen, die sogen,„sozialen E r r u n g e ns ch a s t e n" a b z u- bauen. Sie haben dadurch erreicht, daß in allen sozialen Fragen die Gewerkschaften aller politischen Rich- t u n g c n vielfach in gemeinsame Berteidigungssront gedrängt worden sind. Aus parlamentarischem Boden führte die wachsende Macht der 3ndustrie zu einem verstärkten Druck auf die Rechtsparteien oder sogar zu Drohungen. wie sie in der Gründung der sogen.„Staatspolitischcn Bereinigung" als elnem Instrument zur besseren Beelnflussinig der Politik der nichtsozialistischen Parteien ihren Ausdruck fanden. Die Schwierigkeiten, die dem Arbeitsgerichtsyesetz entgegenstanden, die für das A r b e i t s s ch u tz g« s« tz. für den endgültigen Reichswirtschaftsrat und vor allem für die Schaffung feines Unterbans noch bestehen, hoben ihren Grund nicht nur in Mciimngsoerschiedenheiten über die Ausgestaltung, die aus politischen Anschauungen abzuleiten sind, sondern ebenso t« de» tzarkea widerständen gegen die ganze Tendenz dieser Gesetzgebung, die sich, von interessierten Kreisen ausgehend, in ollen sogenannte» bürgerlichen Parteien bemerkbar machen." „Heut« entspricht der Ausbau der nichtsozialistischen Parteien in den Ortsgruppen, in der Besetzung der D o r st ä n d«. der Wahlkreisoor stände und der höheren Partei« i n st a n| e n noch immer mehr dem Ideal einer bürgerlichen" Partei als dem einer Boltspartei. Heute zehrt auch die Ideologie dieser Parteien nach allzu- sehr von den Schlagwartcn einer Zeit, die dem Gedanken des Bürgerblocks näher stand als den Ideen moderner vorwärts- weisender Staatspolitik. Heute sind daher aus dem gegenwärtigen Ausbau dieser Parteien heraus gewisse Gefahren für die soziale Entwicklung nicht zu bestreiten." „Na, es geht... Schau nur das Wetter heute!"—„Ja, es ist herrliches Wetter." Sidorow wird wütend:»,Der Teufel soll ihn holen mit seinem„Wetter"! Ich bin von der Arbeit sortgegangen— jede Minute ist kostbar, und er kommt mit seinem„Wetter" an!„Na, wirst es schon erwarten können..." Aber Sidorow will nicht warten. Er geht aus der Reihe heraus und geradewegs zum jungen Mann: „Fertigen Sie mich doch ab, Genosse!" Jener blickt ihn streng an: „Sehen Sie denn nicht, daß ich beschäftigt bin!" Und er geht wieder zur Moschinenschreiberin und spricht lächelnd mit ihr... Me War- tenden murren: „So ein Kerl! Wie lange soll man denn hier noch warten?!" „Wirst noch lange warten können! Wir sind nicht zum erstenmal hier— wir wissen'?! Aber laßt ihn bloß in Ruhe— sonst wird's noch schlimmer!" Der jung« Mann wird wieder zum Elzes gerufen, er kommt bald zurück, liest noch einmal den Anschlag an der Wand und geht wieder zum jungen Mann in Uniform heran:„Ra, wie geht's?" Äetzt reißt aber Sidorow endgültig die Geduld:„Ach, du Aas! Du glaubst wohl, daß wir unsere Zeit gestohlen haben... Na. warte, du..." Und woher er bloß den Mut hernahm, er wußte es später selber nicht! Er geht ganz ruhig an den jungen Mann heran, packt ihn am Schlafittchen, trägt ihn an den Tisch, setzt ihn auf den Stuhl und legt ihm den Zettel hin:„Da! Unterschreib'!" Na. und was glauben Sie? Nicht ein Wort hat jener g�agt. Er bückt sich über den Tisch, nimmt den Federhalter, liest das Papier durch und unterschreibt es mit einem Federzug! (Aus dem Russischen von Nina Stein.) Für die Erhallung des Kölner Dom». Obwohl aus Grund der vor etwa einem Jahre eingeleiteten Hilfsaktion für die Erhaltung des Kölner Doms im Laufe des Jahres 1926 eine zweite Dombauhütte errichtet werden konnte und jetzt etwa 60 Werkleute— gegenüber früher nur 1Z— stündig am Dom beschäftigt sind, sind doch die Mittel, die für die dauernde Erhaltung des Bauwerks erforderlich sind, noch nicht aus genügende Zeit sichergestellt. Insbesondere hat das Reich die in dem Antrag des Reichetagsabgeordneten Dr. Schrei- b«r gesorderi« Summe von 200 000 Mark noch nicht bewilligt und macht feine Zahlungen von den Beiträgen abhängig, die von der Rheinprooinz und der Stadt Köln gezahlt werden. Beide sind aber bis jetzt mit ihren Zahlungen hinter den Erwartungen zurück- geblieben, und man beabsichtigt daher, eine erneute Werbung durch- zuführen, um mit der Erhöhung der Beiträge aus dem Rheinland zugleich auch den Zuschuß des Reichs automatisch zu erhöhen. Ei» Plan für Äroß-Londou. Die Verwaltungsbehörden der Gemeinden in der Uingebung von London sind durch«in Rund- schreiben des Gesundhestsministers aufgefordert worden, zu der Frage einer einheitlichen Stadtplanung jür Groß-London Stellung zu nehmen. Es soll zunächst eine beratende Kommission eingesetzt werden, in der alle Gemeinden im Umkreis von ZS englischen Glatzel knüpft an dies- Feststellungen die Forderung, das die Zahl der Arbeiterabgeordneten in den Rechtsparteien der Bedeutung der Arbeitersrage für die Innenpolitik entsprechen müsse, und weiter:« „Die richtige Folgerung aus einer weitsichtigen Politik wäcs daher, daß diese Parteien die Tore so weit wie mög? lich äff n c ten für alle diejenigen Arbeitnehmer-� g r u p p e n. die von sich aus poiksparteiliche und staatspolisischs Verantwortung erstreben. Tann ist also erforderlich, daß die Per» jüngung und Durcharbeitung des ganzen Partei� apparates mit den programmatischen Erklärungen Schritt hielte. Das Janusgesicht von Parteien, die sich bald als b ü r g e r- liche. bald als Voltsporteien zeigen, ist nicht geeignet, auf die Dauer Vertrauen zu erhalten." Diese Darlegungen eines der Führer des Deutschnatto-» nalcu Handlungsgehilfenverbandes zeigen die Hilflosigkeit der Situation der Arbeiter und Angestellten, die Rechtsparteien Gefolgschaft leisten. Er träumt von einer Boltspartei. die in sich die Forderungen und Interessen der Klassen ausgleicht — aber im selben Atemzuge legt er lichtvoll dar, daß die Arbeiterschaft ihre Interessen gegen die„bürgerlichen Ten- denzen" erkämpfen muß.'wenn sie der sozialreoktionären Gefahr nicht erliegen soll. Er will das Gewicht der Arbeiterinteressen in den Rechtsparteien in die Wagschale werfen— als ob es nicht das Wesen der Rechtsparteien wäre, daß sie der Bekämpfung der Arbeiterinteressen im Besitzinteresse dienen. Hinter der Deutschnationalen Volkspartei stehen Interesien des Groß- bcsitzes in Industrie und Landwirtschaft. Sie ist die Partei der kastenmäßigen und klassenmäßigen Abschließung. Hinter der Deutschen Volkspartci steht das industrielle Scharfmchchcr- tum. Man nehme diesen Parteien in Aufbau und Ideologie das„bürgerliche Element"— dann nimmt man ihnen ihr Wesen: denn das ist es ja, was sie ins Leben gerufen hat und zusammenhält. Es ist heillos ideologische Verblendung, wenn man in diesen Parteien formal-politische Rahmen sieht, in denen alle Klasseninteressen ausgeglichen werden könnten. Es ist die Selbsttäuschung dessen, der sich täuschen muß, weil sonst seine soziale Einsicht mit der Zugehörigkeit zu diessi Parteien nicht mehr verträglich wäre. Indem er aber das Ziel des sozialen Staates, beruhend auf der Gleichberechtigung. auswirft und um des Zieles willen Macht erstrebt in den Rechtsparteien, führt er den 5tfassenkclnpf im Lager der Rechtsparteien.> Der große Gegensatz in der deutschen Politik, der Gegen- satz zwischen rechts und links ist der Scheidung an eben diesem Ziel entsprungen. Die Rechtsparteien sind die Parteien des Kampfes gegen die Gleichheit der Arbeiterschaft, gegen den sozialen Staat. Die Arbeiter und Llilgestellten, die ihnen folgen, handeln verblendet gegen ihre eigenen Interessen und dienen den Tendenzen des Besitzbürgerblocks. tzörsing amtsmüöe? UebcrUüssigc Kombiaatronen. Aus Magdeburg wird von den verschiedensten Seiten gemeldet, daß Oberpräsident Hörst ng mit Rücksicht aus seinen Ge- sundhcitszustand beabsichtige, am 1. April d. I. aus seinem Amt zu scheiden. Als Nachfolger wird der frühere preußische Minister de» Innern E e v e r i n g genannt. Im Preuhsschen Ministerium des Innern ist von einer Absicht des Oberpräsidenten Hörsing, aus seinem Amt zu scheiden, bisher nichts bekannt geworden. Di« Kombination über feine Nachfolgerschaft wird damit von selbst hinfällig. Aus telephonische Anfrage in Magdeburg wurde dem Eoz. Pressedienst von zuständiger Seite mitgeteilt, daß die Krankheit des Oberprässdcnten Hörsing zwar noch nicht restlos behoben werden konnte, ihm selbst aber von einer Absicht, am 1. April sein Amt niederzulegen, nichts bekannt ist. Meilen um Charing Croß— dies bedeutet ein Gebiet von etwa 2000 Ouadratmeilen— vertreten sein sollen. 154 Gemeinden kommen für die Teilnahme in Frage. Der Minister macht in seinem Schreiben ausdrücklich daraus ausmcrkjam. daß«ine längere Verzögerung der Planungsarbeiten für Groß-London später große Cchwieriglciten und erhebliche Mehrausgaben nach sich ziehen würde. Frauen am atlantischen Telephon. Frauen werden eine wichtige Rolle in dem drahtlosen Telephonverkehr zwischen London und New Tort spielen. Die Telephonistinnen werden aus der Zahl der im gewöhnlichen Telcphondienst beschäftigten Beamtinnen ausgewählt und müssen besonderen Anforderungen genügen. Bor allem ist dabei das Organ von Bedeutung.?Aan hat durch Versuche festgestellt, daß die weibliche Stimme besser verständlich Ist als die männlich«: aber auch beim weiblichen Organ ist die Höhe und Klarheit der Stimme sehr wichtig. Die„atlantischen Telephonistinnen" müssen ganz ruhig und gleichmäßig sprechen, denn dadurch wird die lieber- tragung erleichtert. Man hofft, daß die Aussprache der Telephon- damen vorbildlich wirken wird für die Benutzer dieser drahtlosen Verbindung, die über mehr als 5000 Kilometer geht. Ein vergessene» Goldbcrgwerk. Eine romantische Geschichte von der Wiederaussindung eines vergessenen Goldbergwerkss wird aus Kapstadt berichtet. Bor zwei Jahren fand ein Goldjäger, der von dem Borhandensein einer Goldader etwa 3 Kilometer südlich von Randfonlein gehört hatte, zu seinem größten Erstaunen einsn alten Zugang, der sorgfältig verborgen war. Weitere Forschungen brachten ein« richtige Bergwerksanlogc ans Licht, durch die viele Tonnen des kostbaren Erzes bereits ausgebeutet waren, während noch mehr al» ll)00 Tonnen übrigblieben. Der glückliche Finder ist durch die weiter« Ausbeutung der Ader zu einem schwerreichen Manne geworden. Man nimmt an, daß das Bergwerk zu Ansang des Burenkrieges verlassen wurde. Drahllose tängenbefklmmung. Während es früher unmöglich war. die genaue Entfernung zweier Punkte zu messen, die sehr weü auseinanderlicgen oder durch Meere und Berge getrennt sind, ist jetzt ein neues Mittel durch die drahtlose Telegraphie gegeben. Mit ihrer Hilfe sind jetzt die genauen Längen zwischen Kopenhagen einerseits und Paris und London andererseits festgestellt worden. Wöhrend die drei Observatorien drahtlos miteinander in Verbindung standen, wurden die ostronomischen Bcobachtungen gleichzeitig vorgenommen. «in Arait,öfische» flira» l» Itew-A-rt.?!a» einer Mitteilung de» sranitösilchen Gen-raliUnsulatt in Rem gort plant die sra«,ösilche Regierung die Errichtung eweZ 33 Stockwerk hohe» WoltenkraberS an der Fittb Avenue. der al«.granzösiiche« HauS' zur ständige» AuSsEllunz sranzöfiichcc tünsllerischer Erzeugnisse blitiwmt ist. Sch-Isap'.u» llugnadc. Da« Moskauer Lchaljavln. Studio ist von der Regierung wegen UnrentabiMSt und künitt-rischer Btlanglostg- t-ii auigelöst worden Dogegen wurde da« iSachtangow- Studio in den Rang eines Tbeaters erboben. „k»nz«sflon»pfl!ch!ifle- Cilftolur. Die ungarische Nezircung beabsichtigt die literarische Produktion in Ungarn aus dem Acge der Äerordnmig ton» z-sfion«pMchtig zu machen. ES soll w Zutuns» nur solchen Autoren er- laubt sein, literarische Berte in Ungarn zu veröffentlichen, deren politische Rechte tuckt ausgehoben oder eingeschränlt find. Die Verordnung irchicl sich vor allem gegen die ungarischen Emigranten. Konflikt 6riand'potncftr£ verschärft. Porncars widersetzt sich der eutzentzolitischen Debatte. Varls. 6. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Di« Mitteilungen des -Echo de Paris�. nach denen Poincare sich persönlich zeder Aus- spräche über die auswärtige Politik in der nächsten Zeit vor der Kammer widersetzen werde, dürsten als ein« direkte A n t- wart des Ministerpröstdenten Poincar« auf dt« Erklärungen Srionds im„Malin* anzusehen sein, und sind schließlich als ein dahin zu betrachten, daß der außenpolitische Gegen- saß zwischen den beiden Ministern in aller Schars« fortbesteht. Poincare hat sich beeilt, diese seine Ausführungen am Donnerstag von dem Ministerrat ratifizieren zu lassen, indem beschlossen wurde, in er st er Linie nicht die Interpellationen über die auswärtig« Politik, sondern diejenigen über die Teuerung und Wirischaststrise«ach ihrer Plenar. besprechung in Angriff zu nehmen. Daneben wird die Generaldebatte über die cheeresresorm einsetzen. Der Berichterstatter Paul B o n c o u r hat der zuständigen Kammerkommission am Donnerstag bereits mitgeteilt, daß er mit seinem Bericht zu Ende sei und diesen in den ersten Tagen der Kammereröffnung der Kommission zur Prüfung vorlegen werde. Sie wird ihn aller Voraussicht nach in der gegenwärtigen Form, die auch vom Obersten Kriegsrot genehmigt worden«t, annehmen, so daß die Geiicraldistussion in aller Kürze einsetzen kann. Es mtrd sich also in den nächsten Wochen darum handeln, ob B r i a n d auf seiner Forderung nach einer klaren Stellungnahme der Parteien zu seiner Locarnopolitik bestehen wird und ob ihn dabei die Linksparteien der Kammer unterstützen werden. Bon der sozialistischen Partei steht es außer Zweifel, daß sie Briands Aufsossung nach einer klaren außenpolitischen Aussprache r e i l t. Dagegen kann das gleiche von der Radikalsozialisti- schen Partei nicht ohne weiteres gesagt werden. Es ist insolgedesien zu befürchten, daß ein Teil von ihr, wie schon so oft, auch In diesem Falle die Kartelldisziplin verleugnen wird. Ein« Entscheidung wird sicherlich bereit« in den ersten Tagen der Wiedereröffnung der Kammer fallen, da bestimmt von sozialistischer Seite ein Antrag auf schleunig st e Diskussion der vorliegenden Interpellation über die auswärtige Politik erfolgen wird. Caillaux für Briand. pari». 6. Januar.(EP.) C a i l t a u x und seine zwei Partei- genossen, die im Sarthe-Departement für die Wiederwahl zuin Senat kandidieren, haben in einer Botschaft an ihre Wähler er- klärt, daß sie entschlossen seien, die Politik der d e u t s ch- f r a n- zösischen Annäherung, wie sie von Briand befürwortet werde, tatkrästig zu unterstützen, weil sie überzeugt seien, daß die große Mehrheit des französischen Volkes die Der- söhnung mit Deutschland und nicht ewigen.veckte, al» L e h r k u r s e für Erwachsen« zum Erlernen de» Lesens und Schreiben» einzurichten. Die reaktionären Aufpeitscher sahen hierin das Bestreben, die Bevölkerung zum Lesen kommunistischer Schriften fähig zu machen, und sie ruhten nicht«her, bis diese ganze Bewegung niedergedrückt roar, wobei gleichzeitig sozial- demokratisch« Lehrer, die den Unterricht erteilten, als Kam- muniften gebrandmarkt wnrden. Dos Derschimnden dieser gc- sunden Bewegung hatte zur Folge, daß dadurch Raum für koin- munistische S�ch u l e n gemacht wurde. Was die indischen Kommunisten selbst angehe, so seien Semaoen und seine Parteigenosten nicht kommunistische Inter- Nationalisten im europäischen Sinne des Wortes. Es seien asiatische Bolschewisten. heftige Nattonalisten, die ihr Vaterland um jeden Preis von den Europäern befreien wollen. Sie benutzen den Europäer»nd feine Veen nur, wo diese zu ihren Zielen passen. In der Leitung der Holl.-Jndischen Kommunistischen Partei seien jetzt keine Europäer mehr, und die Regierung Hobe nur ihren Wünschen entsprochen, alz sie verschiedene niederlän- dische«ommunisien zwang, nach Europa zurückzukehren. Ihren Höhepunkt habe die unselige Regierungspolitik durch die schändliche Weise erreicht, wie man erst den Eisenbahner st reik vor einigen Jahren hervorrief und später den Me- tollarb«iterstrei.t in Surabaja niederschlug. Im Anschluß an diese Ausführungen stellt unser Amsterdamer Parteiblott-i)et Volk" fest, daß es zum bewassneten Wider- stand erst kam. als all« natürlichen Mittel der Volksbewegung. Vereinswesen, wirtschaftliche Streiks usw. brutal unterdrückt wurden..So wurde aus der öffentlichen Bewegung eine geheime mit der Konsequenz, daß die Regierung jetzt durch>en Aufruhr plötzlich überrascht wurde. Die Regierung meldet Erfolge. Amsterdam. 6. Januar.(TU.) Den Bemühungen der Regie- rung, der Aufstandsbewegung auf Sumatra Herr zu iverden. ist es gelungen, die Bahnverbindung Mischen Saivah.Luento und Solot wiederherzustellen. Frauen u»d) Kinder würben unter milttärischem Schutz nach Sokok gebracht. Die Ausständischen konnten von ihrem Hauptziel Sawah-Luento, einer Gebirgsstodt im Bergbauzentrum, ferngehalten iverden. In Silumkan, wo der Ausstand seinen Ansang nahm, schetnt man der Log« Herr zu sein. Einer der dortjgen Rädelsführer wurde erschossen. Die Verluste der Aufständffchen sind bedeutend. Allein an der Eisenbahnlinie Silumkan-Sawah-Luento wurden 20 Tote gesunden. Putsch für öie Großagrarier. Schluß mit der Bodenreform i« Litauen! Sowao. 5. Januar.(OE.) Der neu« litauisch« Landwirtschaft?- minister Aleska hat erklärt, daß die Durchführung der A g r a r- reform in Litauen verlangsamt werden soll. Entgegen dem bisherigen Lufteilungsplon sollen Güter unter 150 Hektar überhaupt nicht parzelliert»erben und zur Aufteilung gelangen nur noch die für 1SZK zu diesem Zweck vorgemerkten Güter. Auch da» verbot des Landauskaus» soll aufgehoben werden, damit die Siedler, die nicht imstande find, eine eigene veutfihnationale unö Loemno. Werden die feierlichen Schwüre widerrufen? Die Deutschnationolen möchten um jeden Preis wieder in die Reichsregierung. Gegenüber den Warnungen der fron- zösischen Linkspresse versichern sie, wie es namentlich die „Deutsche Tageszeitung" am Mittwoch abend in einem lang- atmigen Zlussatz getan hat. daß sie eigentlich viel zuverlässigere Perständigungspolitiker feien als die Sozialdemokraten. Wir find gern bereit, die B e t e h r u n g der Dsutschnationalcn zur Locarnopolitik zu erleichtern. Deshalb wollen wir die feierlichen Erklärungen der deutjchnationalen Führer und Blätter in der Zeit der Locarnodebatte in Er- innerung bringen und erwarten, daß diese Erklärungen nun» mehr ebenso feierlich widerrufen werden. In seiner Reichstagsrede vom 2Z. November 1S2S, bei der ersten Lesung der Locarnovorlage, erklärte Graf Westarp unter anderem: „Die Vorlage ist oersossungsändernd, denn der Ein» tritt Deutschland» in die überstaatliche..Dachorganisation" des Völkerbundes bedeutet eine Preisgabe deutscher Hoheitsrechte... Sollte die Frage der Derfastungsänderung hier nicht gestellt oder sollte sie verneint werden, so erheben wir jetzt schon Einspruch gegen die verkündung des Gesetzes, das nicht rechtmäßig angenommen sein würde." Einige Monate zuvor hatte Westarp in einer Sitzung des erweiterten Vorstandes der Konservativen Partei erklärt: „Meiner Ansicht nach ist es unmöglich, dem Eicherheitspakt zuzustimmen, und ich kann den Sicherheitspakt mit der Anerkennung der westlichen Grenze nicht mit- machen, besonder» bezüglich Elsaß-Lothringen» halte ich e» für eine Anmöglichkeil. Es ist dies ein nationales Ziel, das wir haben müssen und an dem unser Nationalgefühl erstarken muß." Nach der Uiiterzeichnung des Locanwgesetzes durch den Reichspräsidenten v. Hindenburg erklärte die„Kreuz- z e i t u n g", also das Organ des deutschnationalen Partei- führers Westarp, am 28. November 1925: »Wir erkennen nach ivie vor die rechtlich bindende Kraft der Vorlage nicht an. Mit uns dürfte ein recht großer Teil des beut- schen Volkes derselben Meinung sein. Nicht»ur die Deutsch- nationalen und die Völkischen, sondern auch all« oater- ländischen Verbände und di« hinter ihnen stehenden Kreise halten diesen Standpunkt fest. Da» kann für spätere Zeiten von großer Wichtigkeit sein... Je mehr die Zahl derer an- schwillt, die die Freiheit des deutschen Volkes nicht aufs neue ver- kaufen nwllei», desto mehr gewinnt es on Bedeutung, daß die nationale Opposition im Reichstage al» die»»rteipoli tische Vertretung der nationalen Kreise die rechtlich Kindende Kraft der Vorlage nicht unerfennt." Wir können die Worte der„Kreuzzeitung" nur auf da» nachdrücklichste unterstreichen, daß diese damalige Erklärung „für spätere Zeiten von großer Wichtigkeit' gewesen ist. Letzt sind diese Zeiten gekommen, da die Deutichnationalen wieder in die Regierung hinein wollen. Es ist schon damals gegenüber diesen feierlichen Schwüren der Deutschnationalen. daß sie Locarno als für sie nicht rechtlich bindend anerkennen, von bürgerlicher Seite erklärt worden, daß die Deutschnationalen erst dann wieder regie- rungsfähig sein würden, wenn sie diesen Standpunkt k a t«- gorisch widerrufen hätten. Ein solcher Widerruf muß nunmehr unbedingt verlangt»Verden. Ebenso erwarten wir von den übrigen deulschnationaien Blättern, daß sie ihre damaligen Aeußerungen zum Locarno- pakt als null und nichtig bezeichnen. Z. B.: „Lokal- Anzeiger" vom 28. November 1325:..Was gestern noch Ankündigung ivar, ist heute schon Tatsache: Der Reichstag hat mit dem setzten Restchen unserer politischen Bewe- gungsfreiheit auch aus Zahre hinaus, auf mindesten» neun Jahre, die Zukunft unserer Brüder am Rhein und on der Saar dem Erfüllung siaumel ausgeopsert." „Tag" vom 28. November:„Und es wird„trotz allem" einst der Tag kommen, wo Europa in Flamme« stehst and wo in diesen Flammen das Papier von Locarno samt den Nomen seiner Unter- Zeichner verkohlt." „Deutsche Zeitung" vom 28. November:„Der Ausrechten einzige Hoffnung klammert sich mir noch an den Tag von Sedan." Wir sind gern bereit, die Aeußerungen dieser Art zu vermehren. Einstweilen wollen wir uns mit diesen begnsigen und erwarten deren Widerruf als Boraussetzung der außenpolitischen Regierungsfähigkeit der Westarp-Partei. ,Sloß nicht Strefemann T Aufschrei eines gepreßten Herzens. Das offizielle Organ der Deutschnationalen Partei Groß- Berlins, die..Deutschnationale Tagespost", beschäftigt sich mit der in der Oeffentlichkeit ab und zu erörterten Ä>ee einer Reichskanzlerschoft Streie manns. und kommt dabei mit großer fachlicher und Personenkenntnis zu folgen- dem Ergebnis: „Es war im Jahre 1923. als das deutsche Volk durch di« so- genannte Inflation um seine Ersparnisse erleichtert wurde. Damals liquidierte Eiresemann den Ruhrtamps. Er schuf die Groß« Koalition. Der Dollar ging von den Millionen in die Milliarde». Eil» aus Wien stammender ehemaliger Mediziner, namens Dr. HUserding, war der Finanzminister. Ein Laie auf den» Gebiet, er Halle ober das Mitgliedsbuch der SPD. in der Tasche und das genügt, um iu die höchsten Stellen zu kommen, auch wen» man nichts verst.-ht. Die paar Worte nur. um zu beweisen, daß das deutsche Volk keine Lust verspüren wird, noch einmal die Segnungen der Großen Koalition unter Strefemann kennen zu lernen. Also bloß nicht Strefemann als Kanzler." Damit ist aber natürlich nur Strcsemann als Kanzler der großen Koalition gemeint. Als Kanzler einer Rechtsregierung wäre es wohl ein anderer Fall. Und dann stände ja auch eine wissenschaftliche Kapazität vom Schlage des Herrn von Schlieben als Reichsfinanz- minister zur Verfügung. Das Tauziehen. Eurtius oder nicht Curtius. Die„Tägliche Rundschau" veröffentlicht folgende, etwas gewurrdene Meldung: ..Der Vorstand der Relchstagsfraktion der Deutsche« Dvltspartei wird zu Beginn der nächsten Woche zu- iammentrcten. Der Fraktionsvorstand hat sich bisher noch nicht mit den zurzeit schwebenden Fragen in einer förmlichen Sitzung besaßt. Es hat aber zwischen den Mitgliedern des Fraktionsvor stände» über diese Frage, so auch üher die i» Aussicht genommene Berufung des bisherigen Reichswirt- schoftsministers Dr. Curtius zur Regierungsbildung eine per- sönliche Fühlung staUgesunden. bei der sich ergeben hat. daß die MUglieder des Frattionsvprstandes mit dem beabsichtigten Schritte einverstanden sind." Das„Berliner Tageblatt" behauptet, Herr Scholz intrigiere gegen Herrn Curtius. Der.„K r e u z- Z e i t u n g" kommentiert die Aeußerun- gen der„Täglichen Rundschau" und der„Germania"»stit folgenden Sätzen: „Das Bild, dos sich aus den widerstrettenden Meinungsäußerungen der Volkspartei und des Zentrum» ergibt, ist in aller Kürz« aus die Formel zu bringen: Die Volkspartei will nach rechts, das Zentrum noch links. Wie das Tau- ziehen zwischen den beiden Parteien enden wird, wird sich erst in der nächsten Woche zeigen. Jedenfalls beansprucht dckv Zentrum erneut mit aller Entschiedenheit die Führung." Die Hugenbergpresse ergeht sich in Betrachtungen über rechte Regierung der Mitte und linke Regierung der Mitte. Drei Millionen Uebersthichtea. Allein im preußischen Bergbau während des 3. Quartals. Der„Reichs- und Staatsanzeiger" veröffentlicht in feiner letzten Ausgabe die Zahl der Ueberfchichten, die die Bergarbeiter im preu- ßifchen Bergbau im Z. Quartal verfahren haben. Diese Zahlen sind ein neuer Beweis für die Notwendigkeit, das Berfahren der lieber- und Nebenschichten im Bergbau zu verbieten. Insgesamt sind im dritten Quartal im preußischen Bergbau drei Millionen Ueber- und Nebenschichten verfahren worden. Ueberträgt man diese Zahl auf die durchschnittlich verfahrene Schichtenzahl, so zeigt sich, daß ü b e r ZV OVO Bergarbeiter bei Vermeidung von Ueberschichten im dritten Quartal 1926 mehr beschäftigt werden konnten. Also im preußischen Bergbau allein hätten Tausende und aber Taufende von Arbeitern Beschäftigung und Brot für sich und ihre Familien slnden können. Im einzelnen sind an Ueber- und Nebenschichten im preußischen Bergbau verfahren worden: s) im Steinkohlenbergbau: in Oberschlesten von der unterirdischen Belegschaft 2S7 462, von der Belegschaft in den Nebenbetrieben 61ö!: in Niederschlesien 94 844 (13 231): im OBA. Dortmund 1548 598(174 946); am linken Nieder- rhein 39 612(8284): bei Aachen 76 249(12 789); b) im S a l z b e r g- bau: im OBA. Halle 15 545(146), im OBA. Clausthal 21»15 (385); c) Erzbergbau: in Monsfeld(Kupferschiefer) 30124, im Oberharz 6996, in Siegen 8946, in Nassau und Wetzlar 5146; 6) im Braunkohlenbergbau: im OBA. Halle: rechtselbisch 79 593(32 962), linkselbijch 97 663(29 815), linksrheinisch 69.77 (45 961); zusammen von der unterirdischen Belegschaft 2 651 219, von der Belegschaft in den Ncbenbetrieben 321 979. Bezüglich des Verbots der Ueber- und Nebenschichten im Berg» bau hat kürzlich der Preußische Landtag einen entsprechenden s o- zialdcmokratischen Antrag angenommen. Es liegt jetzt an dem preußischen Handelsministerium, diesem Antrag auch Geltung zu verschossen. Oie berliner firdettsvermtMung. ein Wnftel aller im Reich vermittelten Gtellen. Vergleicht man die Zahlen der Vermittlungstätigkeit der öffent- kichen Arbeitsnachweise im Deutschen Reich für das Jahr 1925. so macht man die überraschende Feststellung, daß Berlin nicht allein von allen Landesarbeitsömtern an erster Stelle steht, sondern für sich allein fast ebenso viele Stellen vermittelt hat als die beiden be- deutendjten Landcsarbeitsämter, die an zweiter und dritter Stelle stehen, zusammengenommen. Während in Berlin 870 484(595 321 männliche und 365 163 weibliche)— 18,5 Proz. der Gesamtzahl der von öffentlichen Arbeitsnachweisen des Deutschen Reiches vermittelten Stellen vermittelt wurden, kommt Sachsen mit 521 896 oder 11,1 Proz. an zweiter und B a Y e r n mü 494 617 oder 8,6 Proz an dritter Stelle. Di« Rheinprovinz kommt mit 356 314 oder 7,6 Proz. vermittelten Stellen erst an vierter Stelle. Damit dokumentiert sich' nicht allein die außerordentlich« industrielle Bedeutung von Berlin, sondern gleichzeitig der überragende Einfluß, den die öffentlichen Arbeitsnachweise aus den Arbeitsmarkt in Berlin gewonnen haben. Nach Berufen geordnet kommt selbstverständlich die Metall- t.vdustri.«— wenn man von den„sonstigen Lohnarbeitern" und den häuslichen Dienst absieht— an erster Stelle. Hier wurden in Berlin 139 897(199 576 märatliche und 39 231 weibliche) Arbeitskräste varmittelt oder 39,2 Proz. der in der Metallindustrie im Reich durch öffentliche Arbettsuachweise überhaupt vermittelte Stellen. Absolut die größte Zahl weisen mit 186 329 die vermittelten Stellen der sonstigen Lohnarbeit er auf. Den größten Prozentsatz der im Reich vermittelten Stellen weisen in Berlin die freien Beruf« mit 1681 vermittelten Stellen ober 49,2 Proz. der im Reich überhaupt vermittelten Stellen auf. Nach diesen kommt gleich das Vervielfältigungsgewerb« mit 12 622 oder 39,4 Proz. der vermittelten Stellen. Von den großen Industrien weisen— außer der Landwirtschast und dem Bergbau— nur die chemische und die Spinnstoffinduftn« geringe Zahlen aus. wo, sich, wie aus den beiden erstgenannten Berufen aus der Tatsache er- klärt, daß sie in Berlin nur schwach vertreten sind A b s o l u t die zweitgrößte Zahl in Berlin weisen die vermittelten Stellen derhäuslichenDienstemst 173 969 vermittelten Stellen auf. Es folgen dann die bereits angeführte Metallindustrie, das Gastwirtsgewerbe mit 187 191 vermittelten Stellen, das Verkehrswesen mit 47 597, die Nahrungsmittelindustrie mit 37 161, die Bekleidungsindustrie mtt 36 277, dos Baugewerbe mtt 35 449 und die Holzindustrie mtt 32 471 vermtttetten Stellen. Alle anderen Beruf« weisen weniger als 39 999 vermittelte Stellen auf. Auffällig ist, daß der Anteil der weiblichen Stellen in Berlin erheblich größer als im übrigen Reich ist. Im Durchschnitt wurden in Berlin nicht weniger als 26,5 Proz. der gesamten weiblichen Stellen im Reich vermittelt. Nur Sachsen mtt seiner ausgedehnten Textilindustrie weist mtt 11 Proz. der Gesomtziffer noch einen erheb- lichcn Prozentsatz auf. Gelbenhegung bei Siemens und Halske. Die Firma Siemens und Holste. Blockwerk, hatte einen Arbei- tcr wegen angeblicher Betriebseinschränkung entlassen. Der Eni- lassene erhob Einspruch beim Arbeiterrot und nach ergebnislosen Verhandlungen mtt der Firma klagte dieser beim Gewerbegericht oüf Wiedercinstellung oder Entschädigung nach§ 84 Abs. 1 und§ 4 des BRG. Die Betriebsleitung hatte am 22. November 1926 dem Arbeiterrot mitgeteitt, daß in vier Abteilungen E n t lassungen notwendig würden, wobei jedoch die Abteilung, in' der der jetzt entlassene Hilfsrevisor I- beschäftigt war, nicht g e- nannt wurde. Der Arbeiterrat vereinbarte mit der Betriebs- lettung am 24. November, daß bei etwaigen Entlasiungen Hörten vermieden werden sollen. Als trotz dieser Verein- barund der seit 1922 b e s ch ä s t i gte I. am 9. Dezember e n t- lassen wurde, verlangte der Arbeiterrat an seiner«stelle u. a. die Entlassunc! eines abgebauten Beamten, dessen sozia'en Verhältnisse bedeutend günstiger liegen und der keine größeren Qualisitationen hat als I. Die Betriebsleitung lehnte das ab mtt der Begründung, daß darunter die Wirtschaftlichkeit des Betriebes leiden würde. Der Arbeiterrat wies in der Verhandlung vor dem Gewerbe- gericht jedoch nach, daß man bei Entlassungen und Emstellungen weniger Wert lege aui die Arbeitsauolisikation als auf„t r e u d e u t f ch e" Gesinnung der Arbeiter. Der zur Ent'assung vorgeschlagen« abgebaute Beamte T. gehört dem gelben Werkverein an und hat auch dem Arbeitcrrat gegen- über betont, daß er nichts dafür könne, wenn nun einmal durch seine Adern„vaterländisches Blut" fließe. Bezeichnend war auch die anscheinend unbedacht entschlüpfte Aeußerung des als Zeugen vernommenen Abteilung» Meisters, daß I.«in renitenter Arbeiter sei, der nur ungern länger als 8 S t u n- den gearbeitet habe, während T. für Mehrarbeit stets Vcr- stündnis zeige. Der Arbciternit erbot sich, das gesamte Plenum des Arbeiter- rats als Zeugen dafür heranzuziehen, daß im Blockwert während der Abbauperiode sreigewertschostlich organisierte Arbeiter entlassen pnd „Vaterländische" eingestellt wurden. Die krampshoste Gegenbeweis- führung des Firmenvertreters Dr. Lange hatte leider doch den Er- folg, daß die Klage des Arbeiterrots abacwiesen wurde. Zum Schluß sei daran erinnert, daß die Firma bisher stets er- klärt hat, keine Altersversargungsanstalt für Arbeiter zu sein, die ihre Arbeitskraft in anderen Betrieben verbraucht hoben, hier ober entgegengesetzt handc'te, weil es sich um einen ihrer gelben Schützlinge drehte. Das Lohnabkommen im ostoberschlefischen Bergbau. katlowttz, 5. Januar.(WTB.) Der Minister für Arbeiten und öffentliche Fürsorge hat den Schiedsspruch betreffend das Lohn- abkommen im Bergbau und in der Hüttenindustrie vom 18. Dezember endgültig bestätigt, so daß dieser rückwirkend ob l. Dezember Wirt- samkett erlangt._ Abgelehnter Schiedsspruch. Solingen, 6. Januar.(WTB.I Während von den Gewerk- sclzaften der Schiedsspruch für die Metallindustrie des oberen Kreises Solingen angenommen wurde, hat der Arbettgcberverband ihn ab- gelehnt. Die Arbeitslosigkeit i» Frankreich. Pari», 6. Januar.(Eigener Drohtbericht.) Das Arbeits« ministerimn bestreitet in einer neuen amtlichen Auslassung die.Ge» fährlichkeit der Wirtschaftskrise mit dem Hinweis, daß gegenwärtig kaum ein Drittel der Arbeltslosen im Vergleich zu der Wirtschafts- krise von 1929 Unter st ützung bezöge. Es seien heute rund 18 999, während ihre Zahl 1929 69 999 überschritten habe. Neben den geplanten öfsenttichen Arbeiten seien die Industriellen aufgefordert worden, bei Verminderung der Auftragsbestände möglichst Entlassungen zu vermeiden. Außerdem erhielten aus- ländische Arbeiter keine Zuzugsgenehmigung mehr, und falls sie nicht mehr in Frankreich beschäftigt werden könnten, werde man Maßnahmen zu ihrer Zurückführung in die Heimat erwägen. Vatis, 6. Januar.9 639 Metallindustrie............... 15 121 Druckercigewerbe.............. 13 005 Velleidungsgewerbe und Schuhwaren...... 12797 Andere nickt ipezialisierte Gewerb«....... 55 902 Die größte Zahl der organisierten Arbeitnehmer entfällt aus das Eisenbahnwesen mtt 29,1 Proz., während im sonstigen Transportge- werbe und im«schifssoerkehr nur 7,2 Proz. der Gesamtmttgüeder- zohl in einer Gewerkschaft organisiert sind. Von den 2994 gewerk- schastlichen Ortsgruppen gehören 1985 mit 172 473 Mitgliedern den internationalen Verbänden an, die. i n den Vereinigten Staaten ihren Sitz haben. Diese Verbände verloren im Bc- richtsjahre 43 Ortsgruppen mtt 17 998 Mitgliedern. Sechs Orts- gruppen sind dem Verband der„Industriol workers of ich« world" in Chicago angelchloffcn, ihre Mügliedexzahl betrug 19 000, im Jahre 1924 dagegen. 11 500. Wettere 53 Ortsverbände mit 17 256 organisierten Arbeitnehmern gehören einem anderen iitternattonalen Industriearbeiterverbond, der One Big Union, an. Die rein kana- dischen gewerkschaftlichen Organilationcn mit 34 070 Mitgliedern in 311 Gruppen zeigen im Berichtsjahre eine Zunahme um 12 399 56,6 Proz. Organisierte gegenüber dem Vorjahre. Außerdem be- stehen noch 49 unabhängige Verbondsgruppcn mit 12 264 und 99 nationale und katholische Gruppen mit etwa 25 999 Angehörigen. Hier hat sich der Mitgliederbestand im Vergleich zu 1924 nicht ge- ändert._ Dr. S. Urcie S««e,ks»»st»jus»nd. L-u!?. �reiiaq."vi Uhr, lagen die G nippen: vtnslhZnrweid«» Grupprnlieim Zuqentihüim Leufencr Str. 2(iRotet San!). Seiinbcsprechuna und Diskustipns bend:„Rückblick und Ausblick".— detmann- »I»»: SrUppcichciul Iuq-nt-iiem Sandnfrr.-U, Ecke Sobrc«d 85 pi. Hammel dicke Rippe und Brusl, Pfand 8 8 Pf. Schmorfleisch»II ic»»»«...... Pfand 95 pl Schweinebauch u. RUcken Im Schweine-Schinken 1o« Liesen Pfad 85 pl Gehacktes if—d 75 pl Prima gefrorenes Ochsenflelsch Suppenfleisch............. nnd 54pl Kamm u. Brust........... pw-d 60pl Schmorfleisch»» knoa«...... pfa»« 70«. Dänische Butter Pfund 2.06 Margarine... Pfand 55Pt Stangen-LImburger 62 pf. Allgäuer Stangen n«. 72 Pf Edamer.... Pfand 85 pf- Wein Preise für xh Flasche efnschUe Blich Berliner Qeir Ankesie aer, sjhne Olm 1921 Villanyer Bur- Steinbuscher. Pfand 95 pl Tilsiter..... Pfand 95 pl Tilsiter vollfell..Pfand 1,15 Allgäuer Stangen"pii 1.15 Schweizer 1.30 1.45 Frankfurt. Apfelwein .ß«dtle» UrqueU- 62 Pt 1922 Zeltinger II (grlln« Kap»»i).»Uff. Mosel l.UO 1923 Forster StraSe felnblumlrer Pfaliweln'.ZU 1922 Erdener"m1� 1.50 1923 Rüdesheimer Bischofsberg wachst. " 2 M gundepw«2*1� istvanfry leurizer un�ar. Burarimdcr i.40 1922 Chät. Raba Propr. Billsacn, bordeaux>"O rot, aUO, vor- 4 larragona tu.'i, Qualität».iQ Weinbrand Mh- mtw 2.60 Jamaica- Rum• Verschnitt*«voLi. 3.20 Hecp. elegant» Ar 0 Sotten Wein vom Faß Johannisbeerwein Spanischer Rotwein roL»US. Uler 95«. fein» QudUdl. Uler 1.33 Stc. 10 5 44. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Zreltag, 7.5omiorlH27 Der Iilm als Entdecker. SÜt-Berlin wird jetzt systematisch entdeckt, entdeckt siir die„Berliner'. die, wie das alte Wort sagt, ja zumeist aus Breslau sind. Aber längst bevor sich Bezirksämter und heimatkundliche Bereinigungen zu Führungen durch Alt-Berlin entschlossen, war das ma- lorische alte Berlin schon entdeckt werden, enideckt von dem mo- dernsren Ctiesbnider der Kunst— vom Film. So macht es einen wirklich merkwürdigen Eindruck, wenn man plötzlich an einer grau verwitterten Mauer ein Blechschild sieht, das streng darauf hinweist, man müsse die Erlaubnis zu Filmousnahmen zuvor beim chausoer- walter einholen. In dem engsten öjsentlichen Verkehrsweg Berlins. dem Dur 6) gang, der durch das Hau s Fischer st r. 30 nach der Fischcrbrücke führt, ist aber so viel gefilmt worden, daß ein srüherer Berwalter der alten Häuser sich aus diese Weise ein lukratives Ncbeneinkonimen schaffen wollre. Freilich geht Alt-Berlin im Film stets unter falscher Flagge. Aus einem harm- losen Produktenlagerkeller des Durchgangs wurde die berüchtigte Berbrecherspelunke Londons, aus dem malerischen alten H o s P e i r i st r. 13, dem meistgemalten und-gefilmten Stück Berlins, wurde gewöhnlich ein Stück Alt-Nürnberg, und aus dem Kröge! wurde sogar— Kanton. Verwunderlich mag es scheinen, daß die Stadt so fest aus ihrem Schein der Wcgegerechtigkeit besteht, aber wiederholte«Volkszählungen' haben bewiesen, daß der Durchgang Fischerstraße- Fischerbrücke dcch trotz seiner Enge und Berstecktheit von so vielen Personen benutzt wird, daß sich seine Verbreiterung vielleicht einmal ebenso nötig machen wird, wie jetzt der Durchbrnch im Zuge der Parochialstraße, dem auch einige uralt« Häuser der Waisenstraße zum Op�er fallen werden.— Die Anwohner aber freuen sich der wachsenden Berühmtheit ihrer Siraßen und Häuser, denn Film und Führungen lies..rn ihnen Graiistheater, dem sie Durchgang durch das Haus Flscberstraße 30 Der alte Hot, Petristraße IS manchmal recht scharfe Kritiker sind:„So'n Quatsch— Schweineställe sollen det da drieben jewcsen sind! Dct sind schon immer Ieräte- schuppen sier die Fischer jcwesen! die haben nie Schweine sesehen, det mißten doch die Leute wissen, die hier schonst länger int Haus wohnen, wie der junge Mensch ieberhaupt uff de Welt is!' dp 1 1> tr Stiefeivüer öer Eisenbahn. 2cc Verkehr im Berliner Süden. Die im nahen Süden Berlins liegenden Orte gehören bezuglich de? Vorortvsrlehrs auch zu den Stiefkindern der Eilenbahn. Wenn man andere Linien auf die Lange ihres Vorortverkehrs hin prüft und diese meist 30 bis Zki Kilometer betragenden Strecken mit diesen Strecken vergleicht, so wundert man sich, wie rückständig diese Linien bezüglich ihres Vorortverkehrs sind. Der vom Potsdamer Bahnhof geleitete und elektrisch betriebene Verkehr endet bereits nach g.S Kilometer in Lichterselde- Ost, dos heute«in Teil Groß. Berlins ist, während der vom Pols- damer Bahnhos nur 12 Kilometer entfernte Ortsieil Lichter- selbe-Süd bereits dem Fernverkehr angehört. Es mutet wie ein Kuriofum an, wenn tyan bedenkt, dos Lichierielde-Süd wohl durch eine Straßenbahn an das Verkehrsnetz von Groß-Berlin angeschlossen fsk. mit der Eisenbahn aber nur durch Fernzüge, die weit nach Mitteldeutschland führen, erreicht wer- den kann. Aber nicht nur Lichterfelde-Süd wird durch dies« Bahn schlecht bedient, sondern auch die vor den Toren Groß-Berlins ge- lsgene Kreisstadt Teltow. Auch dieser Ort ist durch die Straßen- bahn bequem erreichbar, mit der Eisenbahn aber nur unter Bc- »utzung von Fernzügen. Auch die weiter südlich an dieser Bahn gelegenen Ortschaften werden durch die Bedienung durch Fernzüge geschädigt und in ihrer Entwicklung geradezu ausgehalten. Die Be-- dienung der ini Kreise Teltow gelegenen Ortschaften durch einen Fernverkehr verteuern notwendigerweise den gesamten Fahr- verkehr, sind doch die Fahrkarten im Fernverkehr erheblich teurer als beim Vorortverkehr. Einige Zahlen mögen dies hier andeuten. Nach Trebbin z. B. kostet ein Fahrt in der vierten Klasse etwa 1,10 M., noch Ludwigsjelde etwa 0,75 M., wahrend diese sich beim Vorortverkehr aus etwa 0,40 M. bzw. 0,30 M. dritter Klasse stellen würden. Die Verteuerung des Bahnoerkehrs bedeutet eine wir:- ichaftliche Schübigung der Anliegergeineinden und deren Bewohner sowie der lebhast an dieser Linie(Teltow, Luckenwalde) angesiedelten Industrie. Auch der nicht spärliche Slusslüglerverkehr wird durch ! diese hohen Fahrpreise abgelenkt und nicht gefördert, zumal für diese Strecke nicht einmal, außer Trebbin, billigere Sonn- ! t a g s r ü ck Wa h r ka rt e n ausgegeben werden. Daß die eigentliche Stammstrccke nicht weiter belastet werden darf, ist jedem Kenner : und auch der Reichsbahnverwaltung Berlin klar, wohl aber könnte, I und dies müßte möglichst bald erjolgen. die elektrische Bahn Pots- damer Bahnhof— Lichterseide- Ost verlängert werden. Die Bestim- mung des Endpunktes dieser� Borortlinie dürfte zu langwierigen Berlin und Leip- tsrecht der bis G r o jz- beeren reicht,(evinit untersteht ein großer Teil der dicht bei der Reichshaupistadt gelegenen Ortschaften eiseubahnverwaltungstechnisch den Direktionen Leipzig und Halle: auch so ein M o n st r u m des heiligen St. Bureautratius und der Politik vom grünen Tisch. Um den an der Anhalter Bahn gelegeneu Ortschaften eine» besseren und billigeren Anschluß an Groß-Berlin zu geben, wäre notwendig: 1. sofortige Einführung des Pororrarifes bis Trebbin bzw. Luckenwalde und 2. Ausbau und Ber- länger ung der elektrischen Eisenbahn vom Pots- damer Bahnhof bis Trebbin bzw. Luckenwalde. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn der Vorortverkehr bis nach Luckenwalde ausgedehnt würde, weil 1. die nicht unbedeutende Industrie dieser Stadt hierdurch eine große wirtschafUiche Förderung erfahren würde, 2. den Siedlern um Woltersdors eine billigere und bessere Verbindung mit Groß-Berlin, der Arbeitsstätte dieser Sied- ler, geboten wird, und 3. dein'Ausslugsverkehr der Berliner dadurch einige landschaftlich schöne Gebiete(Glauer Berge, Woltersdorfer Forst, Hoher Golm, Elstal und Kloster Zinna) erschlossen werden. Auch hier sollte die Eisenbahn zur Entwicklung der Kreise Teltow und Luckenwalde beitragen und somit mich ihren Verkehr und besten Wirtschaftlichkeit fördern.____ phantastische Gerüchte. Zum Zlnochcnfnnd in der Landsberger Straße. Der Knochenfund auf dem Grundstück Landsberger Straße 55, über den wiederholt berichtet wurde, lasten milde Gerüchte und immer unsinniger als das andere immer noch nicht zur Ruhe kommen,«eine Ausklärung hat er zwar längst gesunden, aber, das hilft alles nicht?. Dos Haus, das seit 25 Iahren der Stadt Berlin gebärt, ist mindestens 150Iohreolt und auf dem früheren Kirchhot her Georgcngemeindc erbaut. Ein Mieter wohnt darin schon 33 Jahre. Seine Ellern hatten c? schon 20 Jahre vorher ebenfalls bewohnt. Der Mann entsinnt sich, daß schon irüher bei Erdarbeiten aus dem Hose Knochen gesunden wurden. Sie wurden damals beseitigt, ohne daß man erst viel Aufhebens davon gemacht hätte. In dem Raum, den jetzt die Seifenhandlunq inne hat, eröffnete im Jahr« 1810 ein gewisser Lang eine Konditorei, die fast 100 Jahre später, 1907, in eine S ch a ii k w i r t s ch a f t umgewandelt. wurde. Diese bestand bis 1910. Ihre letzten Inhaber waren Droß- müller und Rey. Das Geschält ging sloll und zählte zu seinen Gästen namentlich Leute, die Rennen zu besuchen pflegten oder sonstwie mit den Rennbahnen zu tun hatten,(fmc Kaschemme war diese Wirtschast nicht. Sie wurde 1910 geschlossen. Dann zog eine Drogen Handlung ein. Vor ungefähr zwei Jahren wurde aus dein Grundstück eine neue Wasserleitung gelegt. Dabei wurde wieder aus dem Hos und im Hause selbst gegraben. Auch damals kamen Die Vunöer öer Klara van tzaag. 56] Do« Johannes Luchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. 17. Kapitel. Siverts Hochzeit hat stattgefunden. Es war eine groß« Hochzeit mit vielen Mensche*, sowohl in der Kirche, wie hinter- her. Die Eltern der Braut waren ja beide tot. aber die des Bräutigams lebten: sie waren dabei und hatten einen seltenen Festtag. Namentlich die Mutter des Bräutigams. Aber was ist ein Fest wert, wenn man niemand hat, mit dem man sich hinterher darüber unterhalten kann. Das halte Anna nicht. Nicht mit ihrem Mann: ihn verließ die Feststimmung am Abend desselben Tages und er versank wieder m seinen Ziegeleigrübeleien. Leider auch nicht mit Frau van Haag, die in der letzten Zeit so merkwürdig schweigsam und traurig geworden war, als wäre sie krank. Anna schrieb an Emanuel. Warum kommst du denn nicht heim? Komm jetzt, sobald du kannst, daß ich dir von der Hochzeit erzählen kann. Du machst dir keine Borstellung davon, welch ein Anblick es war. als Sivert mit schimmernd weißen Handschuhen, von seinem Vater geführt, durch die Kirche ging. Minna wurde von Ingenieur Svejdal geführt, dem sie schon verziehen hat. Wir beiden alten Leute— Datc? und ich— gingen zeitig heim, aber wir hatten doch da» Schönste mitbekommen. Komm jetzt, daß ich es dir erzählen kann. So kam Emanuel denn, aber cr ist der Mann, der die Sache von Grund auf untersuchen will, und deshalb Hort er nicht recht ans die blumigen Ergüsse der Mutter, cr macht nnt einiger Beklemmung einen Besuch bei den Neuvermählten 'Er kaufte Blumen unterwegs und trat in Minnas Laden. Sie kam aus dem Hinterzimmer in schwarzer Schürz« mit geblümter Kante. Eine blanke Schere hing ihr an einer Seidenschnur um den Leib. Hier und dort hatte sich ein Fädchen auf ihrem Kleid festgesetzt. Emanuel erhielt einen Eindruck von Gesundheit und Arbeitslust, und das tagte ihm unmittelbar zu und verlöschte ganz die Ironie, die sich in ihm eusgespeichcrt hatte. Es ist auch nett, dachte er, daß sie Nicht von seiner Abwesenheit aus der Hochzeit spricht. Sie gab rur einer jungen Dame, einem Lehrmädchen, einen Auftrag und ging mit ihm in die Wohnimg hinauf. In einem Nu standen Weingläser da, waren gefüllt, und cr wurde„Willkommen' geheißen. Herzlichen Glückwunsch. Dank für Ihre Liebenswürdigkeit. Geschäfismäßig, aber gerade deshalb angenehm frei von Lächerlichkeit, ging sie umher und zeigte überall auf Palmen, Bilder, Leuchter und Silber. „Bon meinem Onkel. Bon Rothe. Bon Sörenfen in Randers— fühlen Sie. wir schwer— Daters Freund. Bon Weißes. Bon van Haags. Uird hier— ein goldenes Halsband, die Morgengabe meines Mannes/ Minnas einzige kleine Lüge. Emanuel kannte die Gold- kette mit dem Medaillon aus und ein. Seine scharfen Knaben- äugen hatten sie um Minnas Hals Höngen sehen, solange er denken konnte. Slber jetzt war sie frisch geputzt und— Herrgott. Minna wollte ja nur mit der Lüge ihren Mann ein wenig putzen. ..Sivert ist nicht zu Hause?" benutzt« er den Anlaß, um zu fragen. „Mein Mann ist im Keller. Er sägt Holz. Ich habe zwei Fuhren Brennholz gekauft, das er sägen soll." Wieder herrlich klar in ihren Ausdrücken. I ch habe gekauft! Das e r sägen s o ll! „Aber die Glaserei," fragte cr.„So�l die ganz still liegen?" „Nein, die Leute dürfen sich gern daran gewöhnen, daß ein Glasermeister hier im Keller wohnt. Ich will nur kein Schild auf der Straße haben." Minnas Augen wurden klug. Sie überlegte diese Sache noch einmal:„Ein Schild ist notwendig für � einen Manu- iakturwarenhändler. Die Leute kommen aus einer anderen Stadt oder vom Lande taufen., eine Krawatte oder einen neuen Hut. wenn ihnen das Schild in die Augen fällt. Aber ein Glasermeister, nein. Platzt einem eine Scheibe, so geht man zum nächsten Glasermeistcr, und den kennt man ja im voraus. Ja, vielleicht," schloß Minna und drehte sich aus dem Absatz energisch herum.„Vielleicht gehen ein paar Oere verloren, aber ein Schild kostet auch Geld, und außerdem verunziert es dos Haus und verringert damit besten Wert. Es wird kein Schild aufgehängt." Emanuel nickte, einig mit ihr. Als eine angemessene Zeit verstrichen war, verabschiedete er sich und bat um die Erlaub- ms, die Hintertreppe hinaus zu gehen: er wollte noch Sivert sehen, und als er halbwegs unten war. hörte er. wie«ine Söge zu schneiden begann. Er taucht« durch die Kellertür hinunter und sah mit schadensrohein Lächeln, wie Sivert an der Säge zerrte. Er arbeitete so eifrig, daß cr nicht einmal sein Kommen hörte. Die Sägespäne saßen wie Puder in seinen schütteren Locken. Erst als Emanuel fast eine Minute hinter ihm gestanden hatte, wandte er sich mit einem ängst- lichen Blick in den Augenwinkeln um. „Ach, du bist es," sagte er entzückt und ließ die Säge fallen. „Störe ich nicht?" Sivert schüttelte den Bruder und sagte flehentlich:„Ach, laß es jetzt vergessen sein, du weißt ja. die Weiber haben ihre Einfälle. Kann ick) dafür? Und außerdem finde ich den Einfall lobenswert. Ich hätte selber darauf kommen können." .Eingeräumt!" „Schön, aber laß uns von etwas anderm reden. Dielen Dank für die Aufmerksamkeit zu unserer Hochzeit. Ach, du hast vielleicht gar nichts geschickt? Das ist auch einerlei. Ich kann es nicht lassen, die Worte zu sprechen, sobald ich einen Menschen sehe. Bielen Dank für die Aufmerksamkeit! Machen Sic uns nicht das Vergnügen? Ja, danke, wir finden auch, daß wir uns sehr nett eingerichtet haben!— Kannst du hören, welche Fortschritte ich schon in der Bildung gemacht habe? Ich bin ja ein ganz anderer Mensch geworden, was ist doch nur mit mir geschehen?" „Du hast dich verheiratet, Alterl" Sivert schüttelte verwundert und lächelnd den Kopf. „Wirklich? Denk einmal, daß mir das zustoßen mußte. Und dazu mit einer Modeworenhändlcrin! Ich muß sehr glücklich sein, wie ich mir denken kann." „Ich verstehe auch nicht«inen Muck von der ganzen Geschichte." sagte Emanuel ernst. „Daß ich glücklich bin?" , Daß du sie bekamst." „Das ist doch sehr leicht verständlich. Ich schrieb ja einen Brief an sie, daß jetzt die Reihe an mich gekommen wäre, da es wohl keinen andern mehr gäbe, auf den sie sich Hoffnung machen könnte." „Das war klug." .La. das war klug. Darum schickte ich den Brief nicht ab, sondern schrieb einen andern, in dem gerade das Gegenteil stand. Daß sie viele andere bekommen könne und dergleichen. Ja— denn ich habe bemerkt, daß cs immer schief geht, wenn man etwas Klngss tut." (Fortsetzung folgt.) wieder Knochen zutage, ohne daß sich jenmnd mn den Fund kümmerte. Nach dem neuesten Gerücht sollen in dem Keller finnische Offi- ?iere ermordet worden sein. Damit Hot es folgend« Be- wandtnis. Ein Mann in Hclsingsors las in der Zeitung von dem Knochenfund in der Landsberger Straße. Das veronlaßte ihn. an die Berliner Kriminalpolizei zu schreiben, was ihm ein Freund ein- , mal erzählt habe. Dieser Freund sei, wann sagt er nicht, vom Alexander platz mit cincin Landsmann ostwärts gegangen. In einem Lade» hätten sie Zigarren gekauft. Dabei sei von Anwesenden beobachtet worden, daß einer von ihnen eine dicke Brieftasche besaß. Ein Mann Hobe über sie, die beiden Finnen, hersallen wollen, um die Tasche zu rauben. Sic hätten aber ihre langen finnischen Messer gezogen, die Leute damit in Schach gehalten und so miongesochten den Loden verlasicn können. Diese gorye phantastische Geschichte ist natürlich so unglaubwürdig wie nur möglich. Tag für Tag üas gleiche Spiel. ttontrollinädchen vor dem Einzclrichter. Tag für Tag das gleiche Spiel: 10, 1Z, 20, 30 Kontrollmädänm vor dem Einzelrichter! Versäumte Gestellungstage, Betreten ver- botener Straßen, Unfug und dergleichen mehr. In monowner Gleichförmiekeit folgen die Verhandlungen, jede von der Dauer einer Minute. Die ch o f t st r a f e n werden ohne Widerspruch angenommen. Die Angeklagten lxabcn in der Regel alle Vorstel- lungcn von bürgerlicher Moral über Bord geworfen und hier ist nichts mehr zu retten. Beide Parteien, Richter wie Angeklagte, betrachten das Ganze als eine Forinalität, die erledigt m e r d c n m u ß. Je schneller, desto besser. Für sie ist die kleine Haftstrafe nur ein Geschöstsrisiko. an dem nichts zu ändern ist. Die Mädchen ober, die noch nicht unter Kontrolle stehen und rr-egen gewerbsmäßiger Unzucht angeklagt sind, werden einzeln vorgeführt. Diesmal sind es nur zwei. Die eine ist 30 Jahre alt. Im Jahre 1921 ist sie bereits einmal von der Sitterpolizei eingeliefert worden. Seitdem sind fünf Jahre verflossen. Sie hat gearbeitet und sich redlich chr Brot verdient. Dann wurde sie arbeitslos und lernte einen jungen Menschen keimen, der aus ihre Köster, leben wallte. Und so suchte sie Hcrrenbekanntschasten und lieferte ihrem Freund das verdiente Geld ab. Der Sitten- beamte traf sie auf dem Stellincr Bahnhof, als sie mit ihrem „Freund" an einem Tisch sitzend friedlich ihre Zigarette rauchte. Er nahm sie mit urd freimütig erzählte sie von sich alles, was man zu hören wünschte, lind was man zu hören bekam, war schlimm aenua. Ihr Tun wird nun vom Richter mit drei Wochen Haft quittiert.�Dic Slraie braucht das Mädchen aber noch»ichr zu oei büßen. Sic wird der Frauenhilfsstelle zugesllhrt, die sich ihrer annehmen soll und den Versuch machen wird, ihr noch Unter- bringung in einem Heim Arbeit zu besorgen. Bewährt sie sich im Laufe von 1% Jahren, so wird sie begnadigt.— Der zweite Fall ist komplizierter. Die Hedwig G. ist erst 21 Jahre alt. Sie soll zur Krankenstation, da sie g e s ch l e ch t s k r a n k ist. Am 11. Ok- tober stand sie bereits einmal vor dem Einzelrichter. Damals er- hielt sie Bewährungsfrist und wurde der Frauenhilfsstellc zugeführt. Sie wollte sich aber nicht Helsen lassen und lernte am 11. November einen Geschäftsreisende» kennen. Aber nur zu schnell hatte er genug »on ihr und da blieb chr nichts übrig— so glaubte sie w-enigstens—, jeden Abeich andere Hcrrenbekanntschasten zu suchen. Bei einer Polizeirazzia wurde sie in eisten, Hotel zroangsecstcllt. Die Frauen- bilisstclle legt keinen Wert mehr auf die Zuführung des Mädchens. Der Richter' will es trotzdem versuchen. Das Urteil lautet auch in diesem Falle auf drei Wochen Hast. Das Mädchen kommt auf die Krankenstation und von dort wird sie der Frauenhilssstelle zugeführt. Die Frage der Bewährungsfrist bleibt offen.— Tag für Tag das gleiche Spiel!_ Kuch ein Ausschluß öer Geffentlichkeit. Einen originellen Trick hatte sich ein Angeklagter ersonnen, um peinliche Erörterungen über sein geschäftliches und privates Leben unliebsamen Ohren vorzuenthalten. Zusammen mit zwei anderen war er vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Tempelhof wegen Betruges angeklagt, weil die drei die Oeffentlichkeit nicht weiter intcrcssiercnde Unehrlichkeiten bei der Verwaltung von Häusern be- gangen haben sollten. Augenscheinlich muß der eine von ihnen große Scheu vor den bösen Zungen und dem Gerede seiner engeren Mit- bürger, deren Anwesenheit als Zuhörer drohte, gehabt hoben, denn er hatte auf eigenartige Weise einen„Ausschluß d e r O e s s e n t- licht eist" oder wenigstens ihre Beschränkung beichlosien. Um dies zu erreichen, hatte er einer Anzahl Arbeitsloser, genügend groß, um den Zuhörerraum des Sitzungssaales völlig zu füllen, gegen ein Entgelt von je drei Mark den Zluftrag gegeben, seiner Ver- Handlung als Zuhörer beizuwohnen. Instruktionsgemäß hatten sich diese Leine rechtzeitig dicht gedrängt als erste vor dem Sitzungssaal ausgestellt. 2lls dann die Sitzung eröffnet und die Saaltür aus- gemach! wurde, ergrifsen sie sofort von allen verfügbaren Plätzen Besitz so daß kein anderer mehr in den Saal hineingelangen konnte. Es wnr cm höchst komisches Bild, als die jungen Leute, durchweg der unverkennbare Typ von Arbeitslosen, im Gänsemarsch eintraten, und im Gegensatz zu den sonst immer neugierigen Gesichtern der üblichen K'.iminolsludeuten sich mit ernster Miene wie im Bewußtsein einer übernommenen Arbeit hinsetzten. Durch die Beschwerde eines ver- drängten„Interessenten" kam die toache zur Kenntnis des Gerichts, das sich wie alle anderen der Hcsterkeit nicht enthalten konnte. Land- aerichtsdirektor Dr. Laschke rief deshalb einen der merkwürdigen Zu- bärer vor und fragte ihn, ob er zu'dem Besuch gegen drei Mark Honorar beauftragt worden wäre, was jedoch vorsichligerrveise ver- „eilst wurde. Deshalb blieb nichts weiter üvrig, als �vorläufig die Leute im Besitz der Plätze zu lasten. Noch Schluß der Sitzung harrt« dann des Auftraggebers eine unangenehme Ueberrafchung auf der Straße. Als er das Gerichtsgebäude verlassen hotte, umringten ihn plötzlich die Arbeitslosen und erklärten ihm. daß ihr Bertrouens- mann mit dem Rest des„Arbeitslohnes" durchgegon- gen wäre. Um sicher zu sein, daß sie ihre Arbeit leisteten, hatte der Auftraggeber den Arbeitslosen nur«in Angeld gegeben, und den Rest einem gewählten Vertrauensmann ausgehändigt. Wohl oder übel mußte er jetzt noch einmal zahlen. Am gestrigen zweiten Ver- Handlungstage mißglückte ihin�sein nochmals versuchter Trick, denn vor der Saallür waren zwei Schupoleutc postiert, die vorzeitige An- sammlungen verhinderten. Berliner Einbrecher in.Havelberg. Einen großen und erfolgreichen Beutezug unten, ahmen Berliner Geschäftseinbrechcr in der vergangenen Nacht in Havelberg. Dort brachen sie bei der Seiden- und Konfcktionsfirina von Schulze in der«teinstraße ein und erbeuteten für 23 000 Mark Seiden- st o f f e aller Art, Strickjacken, Strümpfe usw. Der Einbruch wurde bald emdcckl, und es wurde festgestellt, daß die Verbrecher mit den, Berliner Frühzuqe aus Haoelberg abgefahren waren. Die hiesige Kriniinalpolizei, die von der Havelberger Behörde alsbald benach- richtigt wurde, besetzte die Bahnhöfe und beobachtete die einlaufen- den Züge, fand aber keine Spur der Verbrecher.' Diese haben ohne Zweifel schon auf einer Dorstation mit ihrer Beute den Zug ver- lassen, um sie auf Umwegen noch Berlin zu bringen. llm 1.60 Mark. Ein schwerer Raubüberfall, der auf ein« 07 Jahre alt« Frau Auguste Schmidt in Lichtenberg v«rübt wurde, beschäftigt seit acht Tagen die Revier- und Kriminalpolizei. Frau Schmidt haust für sich allein in ein« Wohnlaube aus dem Grund- stück Gocthestraße 30. Am 30. Dezember wurde sie von einem Manne überfallen, der von ihr die Herausgabe ihres Geldes verlangte. Mit vorgehaltenem Revolver durchsucht« ex die Wohnung und fand 1,00 Mark am Fußssde im Best versteckt. Die Enttäuschung versetzt« ihn in«ine solche Wut, daß er ein« klein« Petroleum- lampe, die brennend auf dem Tische stand, ergriff und auf den Fußboden warf. Zum Glück erlosch das Licht schon, bevor die Lampe In Stücke ging. Jetzt lief der Räuber davon. Die Hilferuf« der Beraubte» verhallte« ungehärt. well niemand in der Nähe war. Serlkner Verkehr km Jahre 1426. 1457 Millionen Fahrgäste. Nach den Ermittlungen des„Deutschen Derkehrsdienftes" sind im Jahre 1926 von den Berlin« Verkehrsgesellschasien(von Stadt-, Ring- und Vorortbahn, Straßenbahn, Hoch- und Untergrundbahn, Omnibus) zirka 14 5 7 Millionen Fahrgäste befördert worden. Bon dieser Zahl entfällt der größte Teil auf die Straßenbahn mit 8 1 3,4 W i l l i o n en Fahrgästen, nach Schätzung ungefähr 369 Millionen Fahrgäste auf die Stadt-, Ring- und Vorortbahn, 163 Millionen auf die Hoch- und Unter- grundbahn und 112,4 Millionen aus den Omnibus. Gegenüber dem Jahre 1925, in dem der Gefamtoerkehr 1442,6 Millionen Per- fönen betrug, ist der Verkehr im Jahre 1926 nur um den ver- hältnismäßig geringen Betrog von rund 15 Millionen Fahr- gasten gestiegen. Der Monat mit dem lebhaftesten Verkehr war der Oktober, in dem 128,6 Millionen beförderte Fahrgäste erreicht wurden, während mit 109,5 Millionen Fahrgästen der Monat Februar als kürzester Monat den schwäch st en Verkehr zeigt. Auf der Straßenbahn war, wie im Äesomtv«kehr. der Oktober mit Ei» Giugling hat sich an setner erkrankten Mutter angesteckt. In einem anderen Fall läßt der bakteriologische Fund aps T y p h u s- erkrankung schließen. Die im Ansang der Epidemie erkrankten Patienten werden jetzt nach und nach als geheilt entlassen. .lnngsozüsIistenZ In der Gesaml!>eranstal!»ng heule, Arcilag, den 7. Zanuar, abend» 7'i, Uhr in der Zlula deS Friedrich-Wühelm-GymnaliumS, Kochslr. 13, tznicht Genosse Professor M a r. Ä d l e r- Wien über das Thema:„Neue Menschen". GrundiätzlicheS zur�iozialiftiichen Erziehung.— Alle Grurpen der Jung. sozialisten und der SAI. beteiligen sich daran.— Gäste sind willkommen. 72,0 Millionen Fahrgästen der verkehrsreichste, in gleicher Weise der Februar mit 59,7 Millionen Fahrgästen der verkehrsschwächste. Die Hoch, und Untergrundbahnen zeigen mit 16,8 Millionen Fohrgästen im Dezember das Maximum und im Juli mit 11 Millionen Fahrgästen das Minimum. Die S t a d t Ring- und Vorortbahnen erreichten» die höchste Berkehrs- ziffer im Monat Mai mit 3 4,9 Millionen Fahrgästen. Für den Omnibus war der Dezember mit 1 0,7 5 Millionen Fahrgästen der verkehrsreichste Monat, der Januar mit 7,4 Mll- lione» Fahrgästen der vcrkehrsichwächste. Gegenüber 76,4 Mil- lionen Fahrgästen im Jahre 1925 wurden mit Autos 1926 112,4 Millionen befördert. Es ist also beim Omnibus eine Berkchrssteige- rung von fast 50 Proz. zu verzeichnen. Die Straßenbahn bcförderie im Jahre 1926 zirka 40 Millionen Fahrgäste mehr als 1925- Bei der Hoch- und Untergrundbahn und bei der Stadt-, Ring- und Vor- ortbahn ist ein Rückgang eingetreten. Die Zahl der jährlichen Fahrten auf den Kopf der Bevölkerung bezogen, beträgt — wenn man eine Kopfzahl von 4 Million« zugrunde legt— für 1926 etwa 3 65 gegenüber 360 für 1925 und 343 für 1924."_ 500 Elektrodroschkcn für Berlin. Seit einiger Zeit sieht man im Berliner Verkehr gelegentlich elektrisch betriebene Klcindroschken für zwei Fahrgäste. Wie wir hierzu erfahren, werden innerhalb eines Monats in Berlin 125 dieser Elektrodroschken zum Motorradtarif in den Verkehr genommen werden. Eine weitere Einstellung bis zu 500 Stück dieser kleinen, elektrisch betriebenen Droschken ist vorge- sehen. Die Elektrodroschke ist ein schnellausendes Krafiiohrzeug neuester Konstruktion nach den Plänen des verstorbene» Direktors der AEG., Geheimrat Klingenberg. Bei der. Konstruktion ist besonderer Wert auf geringes Gewicht gelegt worden, so daß der Wagen infolge verhältnismäßig gering« Betriebskosten zwei Fahrgäste zum Motorradtarif befördern kann. Als ein Vorzug für den Großstadtverkehr erscheint es,- daß die Bauart dem Wagen ein schnelles Anfahrm ermöglicht. Auch die hygienischen Vorteile der Geruch- und Geräuschlosigkeit sind gewiß für die Oeffcnllichkest nicht gleichgültig. Durch die Strombeschaffung wird der einheimischen Eleklrizitätswirtschaft neue Beschäftigungsmöglichkeit gegeben. Durch Leuchtgas vergiftet. Mieter des Hauses Lange Straße 24 nahmen gestern nachmittag auf dem Treppenflur starken Gasgeruch wahr, der aus der Wohnung der 64jährigen Witwe Sophie H« i d r i ch drang. Als auf wied«hol!« Klopf- und Klingelzeichen niemand öffnete, wurde die Polizei benachrichtigt, die sich gewaltsam Einlaß oerschaffte. In dem völlig mit Gas angefüllten Wohnzimmer fanib man Frau H. leblos auf. Ein bei ihr wohnender Untermieter, der 65jährige Kellner Friedrich Fechner, war ebenfalls durch die Ein- Wirkung der Gase bewußtlos geworden. Der sofort hinzugezogene Arzt der Rettungsstelle 15 konnte bei beiden nur den Tod feststellen. Nach dem Befund liegt wahrscheinlich«in Unglücksfall vor. Der Gashahn war nur halb geschlossen, so daß größere Mengen Gas ungehindert ausströmen konnten. Die Leichen wurden beschlagnahmt und in das Schauhaus geschafft. Zwei neue Typhussälle in Potsdam. Nachdem in den letzten zwei Wochen keine neuen Typhuserkronkungen in Potsdam zu melden waren, ist in dieser Woche ein selten« Fall hi« aufgetreten. Im Rahmen der Vortragsreihe„Mensch und Arbeil' hielt Hermann Henke einen Dortrag„Die Zahlen reden" mit dem Untertitel„Der Bankangestellte bei der Arbeit". Leider hörte man nur sehr unpersönliche sachlich gewiß interessante Ausführungen über den Arbeitsgang in einer Großbank. Im Zusammenhang mit dem Abbau der Arbeitskräfte im Bankgewerb« bem«kte der Bortragende, daß die Anforderung von Lehrlingen im Bankgew«be größer sei als in allen Handwerken zusammen. Ost sei ober der Tag, an dem der Lehrling ausgelernt habe, auch der letzte, an dem er im Bgnk- fach beschäftigt sei. D« Bortragende sab darin einen„Beweis mangelnder Befähigung zum Bankgewerbe"(!) und empfahl Berufs- beratungsömtern, durch schärfere Auswahl vor solchen Enttäuschun- gen zu schützen. Hser lag der Schluß wohl näher, daß es sich um eine glatte Ausnutzung jugendlicher Arbeitskräfte handle, die selbst bei glänzender Befähigung für das Banlfoch in dem angeforderten Maße gar nicht auf die Dauer Verwendung finden können.— lieber„Fragen des Zlrbeitsrechts von praktischer Bedeutung" sprach Dr. Hans Ehlert, der in feinem Bortrag wert- volle sachliche und juristische Ratschläge gab.— Dr. Wilhelm Bertelsmann, der Leiter der wärmetechnischen Abteilung der Ber- liner städtischen Gaswerke hielt einen Vortrag üb« die Brenn- stoffwirtschaft in Haus und Gewerbe, indem er auf die Borteile der Kohlenstaubfeuerung und der Gasfeuerung hinwies. Die sehr rationelle KohlenOaubieuernng, wie sie dos Großkraftwerk Rum- melsburg anwendet, ist nur im Großbetrieb möglich. Im Klein- betrieb wie im Haushalt komme on ihrer Stelle die Gasfeuerung in Frage, deren Nutzen der Vortragende an o«schiedenen Beispielen und Zahlen zu erläutern versuchte.— Dr. Hans Martin Elster gedachte Eharlotte v Steins anläßlich ihres hundertsten Todestages. Er zeichnete von ihr etwa dos Porträt, das aus Lite- rawrgefchichten für den Schulgebrauch bekannt ist. Fast schien es, als fürchte Dr. Elster. Frau v. Stein herabzusetzen, wenn er zu- geben würde, daß zwischen Goethe und der Frau v. Stein ein regel- rechtes Liebesverhältnis bestanden hat, das die Goethe-Forfchung lange Zeit verkennen wollte Der Abend brachte Opern- und Ballett- mufik, an Stelle des. leider verhinderten Selmar Meyrowitz von Benno Seidler-Winckl« dirigiert in gut« Ausführung. Vas Hochwasser üer Havel. Potsdamer Parks überschwemmte Bor kurzem berichtete der„Vorwärts" üb« die katastrophal«* Wirkungen des Havelhochwasiers bei Liebcnwalde im Kreise Riederbarnim und in Zehdcnick im Kreise Templin. Er stellte fest, daß hier: von den verantwortlichen Regierungsstellen mit geradezu unglaub sicher Leichtfertigkeit gehandell worden ist. Nun kommen Nachrichteii aus anderen Teilen der Havel, die befürchten lassen, daß in abseh barer Zeit die Vernachlässigung der Havel noch weitere Folgen naä> sich ziehen wird. So wird aus Potsdam folgendes berichtet: „Bei den Dampferanlegestellen in Potsdam schlägt jetzt d'.e Havel ihre Wellen über die Kaimauern. Der Stand an* Potsdamer Pegel betrug am 6. Januar 1,70 Meter, damit ist„Mitt-> leres.Hochwasser"(1,68 Mater) h«eits um eine Kleinigkeit über- schritten. Beim Wasserbauamt hält mau die Höhe des Wasierslondejs für„weniger beachtlich", als die ungewöhnlich lange Dauer der hoben Pegelnotierung, die für das Frühjahr manches dejürchteir läßt. Mit der Havel ist auch das Grundwasser in Pots- dam außerordentlich gestiegen. So bildet der Schul- garten beim„Heiligen See" eine einzige Wasserfläche. in der sich Bäume und Bänke friedlich spiegeln. Im Park Chor- l o t t e n h o f sind die meisten Wege gesperrt. Der„Schafgrabe n" ist übervoll, der„stille Teich" ist sogar übergetreten und überflutet die angrenzenden Wiesenwege. Sogar die sonst nur vom Frühjahrs- Hochwasser überschwenmüen Parkwege sind unbenutzbar. Zahlreiche Bootshäuser am Haoelstrand zwischen Spandau und Potsdam sind von der Ueberschwemmung ebenfalls hart bedroht." Die Tatsache, daß das Havelwasser sozusagen vor denAugen der zuständigen Behörden in Potsdam täglich steigt und aepflogte Parks in Seen verwandelt, läßt hoffen, daß sich die in Frage komnrenden Stellen nun endlich sehr angelegentlich mit der Abhü-c dieses Mißstandes, der zum Himmel schreit, befassen werden. Sollte das Wasserbauamt die Dinge in der Tot für„weniger beachtlich" halten, so wäre es sehr angebracht, diese Dienststelle mit anderen weniger„ruhigen" Leuten zu besetzen. Die Regierung darf sicher sein, daß die Ängrifse in der Oeffentlichkeit wegen dieses Skandals nicht eher aufhören werden, bevor sie gründlich für Abhilfe gesorgt hat. Möge dos Projekt Havelregulierung auch Millionen kosten. Sie müssen aufgebrocht werden, wenn der Schaden diese Summe nicht um ein Vielfaches übertresfen soll. Im übrigen wird die dem- nächst im Landtag zu«wartende Debatte über diese Dinge Gelegen- heit zu einer hoffentlich sehr gründlichen Abrechnung geben. » wassernot in Aalkenb«g. Die andauernden Niederschläge haben in F a l k e n b e r g bei Grünau zu einer wachsenden Kala- m i t ä t geführt.. Das gesamte Niederschlagswasser vom Höhen- d e n T e l t o'w k a n a l f u n k t i o n i e r t n i ch t. So ist der Graben übersättigt. Jetzt stehen die Wiesen schon unter Wasser. Der Grundwasserspiegel steigt von Stunde zu Stunde und überflutet die Keller der anliegende» Wohnstätten. Der Verwaltungsbezirk Treptow hatte bereits die Miltes für die Regulierung des Plumben- grabens beschlossen. Warum dieArbeitenbishernichtaus- geführt wurden, ist uneriindlich. Wenn unberechenbarer Schoden vermieden werden soll, muß schnell Abhilfe geschaffen werden der Prozeß gegen üie„Ehe'. Ein Frcisprnch. Im Verlag Ense, Berlin W. 62, erscheint seit Juli 1926«ine neue Zeitschrift„D i-e E h e". Das BlaU ist hübsch ausgestattet, zeigt geschmackvolle Illustrationen und weist eine ganze Reihe von Aus- sätzen aus der Feder bekannter Sexualforscher und Aerzle auf. Die Zeitschrift hält auch, was sie in ihrer Programmnummer versprach: Sie sorgt für Aufklärung üb« das Triebleben des Menschen, propa- giert eine neue Ehekultur, setzt sich für eine Eherechtsresorm ein. redet dem Ausbau von Eheberatungsstellen das Wort usw. Eine Reihe von Aerzten hat sich bereit erklärt, die Abonnenten der„Ehe" für billiges Geld zu beraten, man findet im Blatte die Auszählung der kostenlosen Eheberatungs- und Mütterberatungsstellen in den verschiedenen Städten. Eine besondere Ecke ist für Anfragen und Antworten bestimmt. Der schriftliche Verkehr mit den Lesern ist sehr rege. Soweit ging alles gut. Die Abonncntcnzahl wuchs, d« Einzel- vertrieb nahm zu. Die Septembernummer verursachte aber plötzlich der Staatsanwaltschaft eine Beunruhigung. Ein Artikel über„G e- fühlskälte der Frau" und eine Zuichrist über„F l a g e l l a n- t i s m u s" hatten es ihr angetan. Der Artikel schilderte in sachlicher Weise, wie die Gefühlskälte der Frau immer wieder zur Ehezer- rüttung führe und wie der Mann dies« Erscheinung wenig �B«- ständnis entgegenbringe. In der Zuschrift«zählte ein unglücklich Veranlagter sein Leiden. Es wurde Asiklage erhoben und nun hatte sich d« verantwortliche Redakteur Edgar Schulz� vor den: Schöffengericht Schöncberg wegen„Verbreitung unzüchti'ger Schriften" laut§ 184 zu verantworten. Der Staatsanwalt erklärte, daß der Inhalt beider inkriminierter Artikel an und für sich nicht unzüchtig sei, in ein wissenschaftliches Buch auch gut passen. würde, nicht jedoch in den Rahmen dicker Zeitschrift. Rechtsanwalt Bahn hielt dem entgegen, daß die Zeilschrift allein schon durch hie Namen ihrer Mitarbeiter die Ernstlichkeit ihr« Absichten verbürge, daß der Massenles« kein« Büch« kaufe und daß Artikel, die an und für sich nicht unzüchtig seien, dieses auch nicht durch Abdruck in einer- so sachlich gehaltenen Zeitichrift wie die„Ehe" würden. Daß gerade der Artikel über die Gefühlskäsie der Frau von den Leserinnen ernst ausgefaßt wurde, beweisen die Briefe, die d« Redaktion noch seinem Abdruck erhalten habe. Dos Gericht stellte sich aus den Standpunkt des Verteidigers. Der Borsitzende, Londgerichtsrat Schenk, erklärte in der Urteils' begründung, daß man von der Zeitschrift den Eindruck«halte, daß sie aufklärend wirken wolle; dieses sei auch äußerst zeitgemäß, da daß heutige Geschlecht in sexueller Beziehung ausgeklärt sein will. Im Rahmen dieses Blattes konnten somit auch weder der Artikel noch die Zuschrift über Masochismus auf normal empfindende Menschen unzüchtig wirken. Aus diesem Grunde sei der Angeklagte freizusprech e n.— Zum Urteil kann man mit den Worten des Richters selbst sagen, es entspricht in dem gleichen Maße dem Zeit- gcist wie die Zeitschrist„Die Ehe" selbst. Groftfeuer im New Docker Hafen. Auf dem im Hafen von New Dort liegenden G o v e r n o r e Island, das mehrere tausend Soldaten beherbergt, wütete gestern ein Großfeuer, durch das sechs Baracken, 20 Schuppen und andere Gebäude sowie große Militärbestände vernichtet wurden. 15 Per- souen wurden verwundet Eine FamUtenkragödie. Nach einer Meldung aus Magdeburg versuchte in dem benachbarten Gerbst« dt der Gastwirt Gustav Mainzer seine Ehefrau mit einem Beil zu er» schlagen. Als der erwachsene Sohn dazwischentrat, schlug der Vater auch auf diesen«in. der Sohn aber hieb mit einem Stück SxdIa den Bat« auf den Kopf und zertrümmert« ihm die Schödeldecke. D« Vater ftaeb kurz darauf. DieMsbilöung des Gemeinöebeamten Freie Bahn dem Tüchtigen? Der Beamte wird auch heute noch von breiten Schichten der Beoöllerung als der Vertreter des Obrigkeitsstaates betrachtet, als ein Wesen, das wie eine Maschine wirkt, das keinerlei Verbindung mit dem Fühlen und Denken des Volksgonzen habe. Wenn auch diese Auffassung im wesentlichen noch die Auswirlung einer im alten Staat geschaffenen Tradition ist, so kann doch nicht geleugnet werden, daß die den heutigen Ausgaben entsprechende Ausbildung des Beamten im Volksstaat auch jetzt noch eine nicht restlos verwirklichte Grund- Forderung ist. voppellaufbahn oüer Einheitslaufbahn. Einen äußerst interessanten Einblick in den Stand und die Ent- wicklungstendenzen der Aus- und Fortbildung der mittleren preu- ßischen Beamten gibt die in Münster herausgegebene Schrift von Budolf Elleringmann»Die Ausbildung und die Fortbildung des preußischen Kommunal- b e a m t e n*. Die Ausbildung der Kommunalbeamten war bis jetzt sehr verschiedenartig. Im allgemeinen herrschte die E i n h e i t s- laufbahn, d. h. alle, die als Anwärter für den mittleren Dienst galten, wurden einheitlich behandelt ohne Rücksicht auf ihre Vor- bildung. Diese Ausfassung entsprach dem einfachen Verwaltungs- apparat und den entsprechend einfachen Dicnstaufgaben früherer Jahrzehnte. Als Gegenwirkung daraus entwickelte sich vor allem in den Großstädten die sogenannte D o p p e l l au f b a h n: für den sogenannten.einfachen Dienst* der Besoldungsgruppen 5 und 6 wird abgeschlossene Volksschulbildung verlangt, und der Anwärter hat sodann eine in möglichst vielen Dienststellen verbrachte etwa sieben- jährige Dorbereitungszeit zu absolvieren. Für den schwierigeren Dienst der Besoldungsgruppen 7 bis 10 wird Oberselunda- oder Primareifs oerlangt. Ferner ist die Ausbildungszeit von wenigstens vier Iahren mit Besuch der Verwaltungsschule und abschließender Fachprüfung vorgesehen, die zur Anstellung in Gruppe 7 berechtigt. Diese Doppellaufbahn wurde aus Grund des Reichstagsbeschlusses vom 23. Januar 1922 für die Beamten des Reiches, der Länder und Gemeinden grundsätzlich angewendet. Diese Doppelausbildung zog eine Grenzlinie zwischen den Angehörigen der beiden Beaniten- gruppen. Sie ist dazu angetan, geradezu eine Beamtenaristokratie zu züchten. Wohl steht aus dem Papier, daß der Uebertritt tüchtigen Beaniten offen sein soll, leider sind auch hier Theorie und Praxis zwei sehr weit voneinander getrennte Gebiete. Sehr de- zeichnend und interessant ist es, wen» der Venasser des oben er- wähnten Buches rnis seinen eigenen reichen Erfahrungen heraus sich auf das wärmste einsetzt für den Ausstieg der Beamten mit Volksschulbildung. Gerade unter diesen hat er mir zu oft sc h r tüchtige und befähigte Köpfe gefunden. fiusbilüungsinstitute. An der Ausgestaltung der Einheitslausbahn wurde schon seit Iahren von der Kommunalbeamtenschaft und den Verwaltungen gearbeitet. Ihr Ziel war im wesentlichen die L e r- waltungsschule. 1909 wurde die erste preußische Schule dieser Art in Aschersleben errichtet. 1910 folgte die Vermal- tungsschllle in Düs s eldo rf. In der erstcren knüpfte man unmittelbar an die Volksschule an. Man bildete die jungen Leute zwei bis drei Jahre im fachwissenschastlichen und allgemeinbildenden Unterricht aus. Danebon bestand ein einjähriger Lehrgang für die- nnigen, die die Untersekunda absolviert halten. Düsseldorf hin- gegen nahm grundsätzlich nur solche Schüler auf, die schon mehrere Jahre im praktischen Verwaltungsdienst tätig waren, und nur aus- »ahmsweise wurden Anwärrer, die auf eine solche praktische Tätig- teil nicht zurückblicken konnten, ausgenommen. Nach einem erbitterten Streit, welchem System der Vorrang zu geben sei, siegte das Ausbildungssystem Düsseldorfs, das sämtliche später errichtete Schulen in seinem Sinne beeinflußte. Diese Schulen, wie sie sich z. B. in Posen, Kiel und Kottbus fanden, blieben jedoch Einzelerscheinungen. Im allgemeinen bestanden nur lose Ausbildung skurse, in denen kein systematischer Unterricht erteilt wurde, sondern in denen nur Einzelvorträge über Fragen kommunalen Verwaltungsrechtes geboten wurden." Nach dem Weltkrieg, der auch auf diesem Gebiet einen vorübergehenden Stillstand bewirkt hatte, setzte eine neue vor- wärtsstrebende Entwicklung ein. Den schwierigen Neuaufgaben, die die Umgestaltung des Staats* und Lerfassungswesens mit sich brachte, konnte die bisherige Ausbildung nicht mehr genügen. So ist es zu verstehen, daß im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk, m dem die Probleme zuweilen besonders kompliziert waren, ein ganzes Netz von Verwaltungsschulen, von Dortmund bis Düsseldorf, von Hagen bis Recklinghaufen ensstand. Die Lehrzeit. Nun wandteu auch die Spitze norganisatiouen der Gemeindeverwaltungen, vor allem der preußische Städte- tag, ihr Interesse der Beamtenousbildung zu. Ein Bildungsausschuh arbeitete entsprechende Richtlinien aus, auf deren Grundlage Ver- Handlungen zwischen dem Preußischen Städtetag, dem Relchsstädte- bund und dem Verband der preußischen Kommunalbeamtcn statt- fanden, die endlich einen einheitlichen Lehrplan und eine gemein- same Schul- und Prüfungsordnung schufen. Nach diesen in Berlin festgelegten Richtlinien soll die praktische und lheoretische Aus- bildungstätigkeit der Anwärter mit V o l k s s ch u l b i l- dung sechs Jahre, mit Prim areife drei, mit Abi- turientenzeugnis zwei Jahre betragen. Elleringmann stellt ganz moderne Forderungen in bezug ans die Ausbildung der Beamten aus. Er weist mit Recht darauf hin, daß in den kleinen Verwaltungen von einer wirklichen Aus- bildung der Anwärter nicht gesprochen werden kann. Er fordert die Heranbildung zu geistig hochstehenden Persönlichkeiten und verwirft die übermäßige Anhäufung von Stoff und dessen mechanische, getst- tötende Aneignung. Er verlangt, daß an der Spitze des Ausbildungs- Wesens ein Mann stehe, der zugleich Fachmann, Menschenlenncr und Pädagoge sei. Es würde zu weit führen, hier auf die einzelnen sehr beachtlichen positiven Vorschläge des Verfassers einzugehen. Sehr beachtlich ist, daß der Verfasser vor einer Ueberschätzung des akademischen Studiums warnt und sordert, daß fach- liche und sachliche Tüchtigkeit auf die einfachste und billigste Weise vermittelt werden. * Das Bildungsmesen der Gemeindcbeainten(und man möchte hinzufügen: aller Beamten) soll seine Grundlogen in der Tiefe des ganzen Volkes haben, damit das Gebäude vom Ganzen getragen und umfangen werde. Seine Tore sollen allen wirklich Tüchtigen geöffnet sein, die nach dem Maße ihrer Kraft und Reife emporsteigen können. Sorge für üie Jugenülichen. Es sst jetzt fast ein Jahr her, als die Berliner Bezirke oer- pflichtet wurden, für die erwerbslos« Jugend geeignete Maßnahmen zu treffen. Neben der Pflege der Geselligkeit, der Unterhaltung und der Gesundheit des Körpers, wurde im Bezirk Reinickendorf gleich zü' Beginn der Maßnahmen«in großer Wert auf die Fort- und Ausbildung gelegt. Es sollte nicht nur verhindert werden, daß die Jugendlichen in der Zeit der Erwerbslosigkeit moralssch herunter kommen, sondern es sollt« auch dafür gesorgt werden, daß dies« Zeit nutzbringend für den einzelnen und die Gesamtheit verläuft. Di« Teilnahme an den mehr jugendpflegerischen Einrichtungen imd Veranstaltungen ist de» Jugendlichen freigestellt worden. Dagegen sind olle unterstützten erwerbslosen Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Iahren verpslichtet, an mindestens zwei Wochenlagen je fünf bis sechs Stunden die eingerichteten Schulungs- und Fortbildungskurse zu besuchen. Di« Pflichianteilnohnie an den Kursen ist seit ihrer Einrichtung, vor fast einem Jahr«, durchgeführt worden und hat sich sehr gut bewährt. Di« ordnungsgemäß laufende Durchführung der Kurse ist wahrscheinlich nur dadurch möglich gewesen, daß die Zahl der unterstützten jugendlichen Erwerbslosen in den letzten.zehn Monaten im Bezirk Reinickendorf zwischen 220 und 38S schwankte. Die Entziehung eines kleinen Teils der wöchentlichen Unterstützung, wegen unentschuldigten Fernbleibens von den Kursen, brauchte nur in drei Fällen zu erfolgen. Bis jetzt sind im Bezirk etwa S 0 K u r s« mit je 5 bis 12 Wochenftunden durchgeführt worden, von denen jeder Kursus zwei bis drei Monat« dmierte. Der größte Teil der Kurse fand in der Berufsschule Borsigwalde statt. Die Kurse wurden von fachlich ausgebildeten, teilweis« erwerbslosen Lehrkräften geleitet, darunter Gewerbelehrer», Gewerbe- lehrerinnen, Hondelslehrcrn, Ingenieuren, Junglehrern und-Lehre- rinnen. Bei der Auswahl der Kurse für die Jugendlichen werden deren Wünsche weitgehend berücksichtigt. Es bietet sich der männlichen Jugend besonder» die Teilnahm« an Tischler-, Schlosser- oder Schuh- macherkursen, der weiblichen Jugend an Kursen siir Wäschenähen, Schneiderei, Kochen und Hauswirtschast. Für alle sind die Kurs« für Staatsbürgerkunde, Deussch, Rechnen, Stenographie und Schreib- maschin« eingerichtet. Einigen Äursusteilnehmern sind bereits auf Wunsch Zeugnisse ausgestellt worden, durch die sie, nach ihrer Angab«, Arbeit erhalten hoben. Dos Material wird den Jugend- lichen zum großen Teil kostenlos geliefert. Di« gefertigten Gegen- stände, z. B. Tellerhalter, Ofenringständer, Fahrradständer, Fußbänke, Kleiderriegel, Apothekerschränke, Eierschränte, Pantoffeln, Hemden, Beinkleider, Röcke, Blusen usw. werden gern mitgenommen. Be- sonders rege war die Tätigkeit vor Weihnachten, weil jeder für die Eltern oder Geschwistern ein Geschenk hoben wollt«. Dem Jugendamt ist es auch gelungen, die Industrie für diese Maßnahmen zu inter- essieren. Die AEG-Werkschule, Reinickendorf, hat bereits«inen Kursus zu Ende geführt, in dem die Jugendlichen unter anderem auch Zeichnen und den Gebrauch der Werkzeuge praktisch lernten. Mehrere geeignet« Kursusteilnehmer werden jetzt in der Werkschitl« wetzer ausgebildet. Anfang Januar wird dort ein zweiter Kursus mit 30 Teilnehmern beginnen, für den die AEG-, ebenso wie für den ersten Kursus, die Kosten selbst trägt. Für Unterhaltung und geselliges Beisammensein stehen den Jugendlichen die Jugendheime zur Verfügung. Weiter« Gelegenhest sst gegeben durch Museumsbesuch«, Teilnahme an Schachkursen und von Zeit zu Zeit der Besuch von Bonrägen, Filmvorführungen und Theatervorstellungen. Recht zahlreich besucht waren das gemeinsame Sommer- fest im Freien und die Weihnachtsfeier. Wandern, Leibesübungen und Besuch« von Badeanstalten, an denen tellzunehmeu in einem ge- wissen Umfange Pflicht ist, sowie Verschickung von Erholungs- bedürftigen und Speisungen, dienen besonders der Gesundheitspflege. So wird auch im Norden des neuen Berlin intensiv für die Jugend- lichen gewirkt und wer die Verhältnisse früherer Jahre mit den heutigen vergleicht, wird mit Stolz die Fortschritt« und Erfolge fest- stellen. Neu-Schulzenüors. Aus der rechten Seite der Görlitzer Bahnstrecke zwischen Eich- walde und Zeuthen liegt Neu-Schulzendorf inmitten eines schonen Kiefernwaldes. Dieser Ort kann als eine Art Waldsiedelung angesprochen werden und die Siedler setzen sich hier in ihrer Mehr- heit vornehmlich aus Arbeitern zusammen, die in den Fabriken von Wildau, der Berliner Moschinensabrik A.-G. vormals L. Schwartz- kopff und den Mafsei-Schwartzkopff-Werken tätig sind. Ein klei- nerer Teil arbeitet tn Berlin, darunter einige, die als selbständige Gewerbetreibende anzusehen sind. Trotz seiner idyllisch gelegenen Lage empfindet man beim Be- treten des Ortes sehr bald, daß die Bewohner mit den Wirtschaft- lichen Verhältnissen einen ständig harten Kampf führen und um ihre Daieinsbediugungen schwer ringen müssen Die meisten Siedler sind Baumeister, Viehzüchter und Gärtner in einer Person. Der Bau des Hauses sowie der Stallungen richtet sich ganz nach den vorhandenen Mitteln und es wird eben so lange gebaut, bis d>« Gebäude fertig sind. Manche bauen an ihrem Nestchen nun schon. vier und fünf Jahr« und sind immer noch nicht fertig geworden. An Stelle von Mauersteinen werden selbstgefertigte Sandstoinblocke benutzt. Der Boden ist als steril zu bezeichnen und bedarf der nachhaltigen Pflege, um leidlich Gartenerzeugnisse zu liesern. Hier gilt die Losung: arbeiten und nochmals arbeiten, von Sonnenaiss- gang bis Sonnenuntergang und darüber hinaus bis tief in die Nacht hinein. Würde sich die Arbeit der Neu-Schulzendoxfer Siedler in Geld umsetzen, so müßten es schon jetzt alles reiche Leute sein, denn der hervorragende Fleiß müßte hier schon längst den ersten Preis errungen haben. Neu-Schulzendorf hat etwa 600 Einwohner. Im wahlfähigen Alter sind 358 Bewohner. Bei den Wahlen halten sich die Sozialdemokraten mit den Kommunisten die Wage. Noch bei der Reichstagswahl im Dezeiiiber 1924 waren die Kommunisten vorherrschend. Sie sind dann aber bei den späteren Wahlen ständig zurückgegangen, so daß sie bei der nächsten Wahl ganz bestimmt hinter der Sozialdemokratie zurückbleiben müssen. Bei den letzten Provinziallandtags- und Kreistatzswahlen konnte die sozialdemokratische Partei bereits weit über hundert Stimmen aus sich vereinigen. Daß unsere Partei auch in diesem Arbeitcr-Siedlungsort im ständigen Fortschreiten begriffen ist, ist an sich sehr erfreulich. Trotzdem aber sehlt hier Immer noch«ine sozialdemokratische Parteiorganisation. Der alte Parteigrundsatz, daß dort, wo in einem Orte nur zwei klassenbewußte Sozialdemokraten sind, zum mindesten ein sozialdemokratischer Wahlverein sein muß, fehlt hier noch vollständig. Auch in diesem Ort vor den Toren Berlins, in dem über hundert Ute seines Aettn QQan sieht es: die Vetsudumq. ist groß, ßherjdtiy watni: Sufs nicht Jean! Und das ist klug von ihn um von einer �qaretteJ viel Aufhebens fa niachai...es ist immer hin S¥1 a$ sary! SÜassary- �gaieitcru sind kleine CKostbatkciten: wundcrooll köstlich und süßaromatisdi dem Tferm gemidmet und derjDame llüteileii Sie JKassach-Sdei Kkssaty-totec rr-A* r'j /t GOLD- u. PURPUR j MUNDSTÜCH lej 4 GOLD- u TÜRKIS■ MUNDSTÜCK GOLD'u SEIDEN MUNDSTÜCK sozialdemokratisch,: Wähler vorhanden sind und der.Vorwärts' in annähernd tü Exemplaren gelesen wird, mühte längst ein gut sunttioni ehrender sozialdemokratischer Orts- verein bestehen, in dem die weitere Pflege der fosialistischen Gc- dankenwelt betrieben werden lönnt«� Die Sozialdemokratische Partei hat nunmehr den Genossen Karl Fromk«, Eich- walde, Waldstr. 21, mit der Wahrnehmung der Partei- arbeiten für Neu-Schulzendors betraut. Dieser Genosse stellt sich unseren Neu-Schulzcndorser Parteianhängern jederzeit zur Per- sügung und wird ihnen bei der Ausgestaltring ihres politischen Lebens nach bestem Können behilslich fein. Jim öen öezirten. 5. Bezirk.— Aciedrichshain. Am leisten Mittwoch nahm die Bezirksosrsar�nrlung Friedrichs« Hain ihre Arbeiten im neuen Jahre wieder auf. Mit 30 Stimmen bei 24 Enthrltungen wurde Genosse Kays er wiederum zum Vor- steher gewählt. Die Wahl des übrigen Porstandes erfolgte durch en-bloc-Wiederwahl der bisherigen Mondatinhaber. Ebenso erging es mit den ständigen Ausschüssen. Die ordentlichen Sigungen der Vezirksoersammlung sinden auch in diesem Jahre wieoer an jedem ersten Mittwoch im Monat statt. Eine Ansrage der Deutsch- nationalen be:r. Lcflaggung des Schulhauscs Gohlcistrohe am 9. November führte zu einer völligen Plamage für diese Fraktion. Sodann begründete Genosse T h e e k eine Anfrage unserer Fraktion wegen der Errichtung eines Zusluchteheims s ü r Jueend- l ich e im Bezirk. Stadtrat Genosse K lo dt bestätigte in seiner Antwort das Vorhandensein einer unerhörten Notlage, die es dem Bezirksamt trotz eifrigsten Bemühens bisher nichl ernwg- lichte, einen geeigneten Platz für ein solch dringend notwendiges Heim zu finden. Eine Ansrage unserer Fraktion wegen Uebersül- lung der Kraukenhäuser begrüiidete Genosse Büchner, der drin- aend den Bau weiterer Krankenhäuser in> Bereich der Stadt Berlin forderte. Er polemisierte dann gegen einen Artikel der„Rote n F a h n e", in dem aus die Klassisizicrung HIntewlesen wurde, die oft zu einer lkebersüllung der 3. Klasse sühre. Er wies darauf hin, dah es in den städtischen Krankenhäuser» eine Klassisizierung nicht mehr gebe. Stadtrat Genosse Günther unterstrich die Ausführungen des Genossen Büchner. Eine 1. und 2. Klasse gebe es in den städtischen Krankenhäusern längst nicht mehr. Nach einer der von den Kommunisten beliebten„Aktionen" gegen den Bürger- meist« Genossen M i e l i tz kam ein Dringlichkeitsantrag der Irak- tion der Mitte zur Verhandlung, den Bezirksverordnotcr Gohr begründete. Er sorderte die Aufhebung der Lockcrungs- Verordnung vom lt. November lÜZg gegen die Schutzbestim- mungen für �ewcrbet''eibende. Bezirtsoerordneter Fuhrmann benutzte die Gelegenheit, um wiederum mit grostem Stimmenauf- wand eine Attacke f ü r d e n H a u s b e. s i tz zu reiten. Jhin begegnete treffend unser Genosse P o h l i n o in längeren Darlegungen, in denen er aus die Segnungen der Wohniingsniangelverordnung und des Mleterfchutzgesetzes hinwies. Der Antrag wurde dann gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Eine Siedlunasansstellun�. In den Ausstellungsräumen von Wasmuths Monatsheften für Baukunst, Morkgrafensiraße 31, finhet zurzeit«in« Ausstellung statt, die an Hand von Bauplänen, Lichtbildern und Modellen«inen inle-esjanton lleoerblick über die baulich« Entwicklung des deutschen Südostens bietet. Das Problem der Verbesserung der Lolkswohnverhältnils«, die Notwendigkeit rascher und großzügiger Abhilf« durch Schassung von Neuwohnungen, Spiel- und Sport- platzen Ist auch in Schlesien zur. akuten Frage. geworden. Wie in ledern LattdtV ist auch hier die Hauptstadt--- Breslau—.infolge ihrer, größten Eii'wohnsrziffer und mühi» des stärksten Wohnung-m'ängels das Sorgenkind baulicher Tätigkeit. Der übergroßen Bevölterüngs- dichte«nrspricht die Dürftigkeit der Wohnweis«. Mit seiner Be- völkerungszisser non 351 Einwohnern je Hektar bebaut« Fläche und 114 Einwohnern je Hektar Stadtgebiet läßt«S alle übrigen Großstädte des Reiches weit hinter sich. Die Ergebnisse der Zählung von 191S besagen, daß 15 Proz. aller Wohnungen aus einem Raum ohne Küche, 30 Proz. aus einem Raum und Küche, 28 Proz. aus zwei Räumen und Küche bestehen, außerdem zählte man 158 Wohnungen, bestehend aus einem, einzigen, nicht heizbaren Raum. Daraus geht hervor, daß 4b Proz. oller Wohnungen Zwergwohnungen waren, die für kinderreiche Familien— wie dies in den unteren Bevölkerungsschichten fast ausnahmslos der Fall ist— natürlich gänzlich unzureichend erscheinen. Dazu kommt dann noch die höchst ungesunde Art der Wohnrerhältnisie. und«s enthüllt sich auch hier ein düsteres Bild von Elend, Verkümmerung von Körperkrast und Voiksgesundhelt. Man geht also auch hier energisch an d«n Bau neu«, gesunder Wohnhäuser, vermeidet die ebenso unschönen, wie unhygtem scheu Hinterhäuser, schafft nach Möglichkeit überall An- logen, Spiel- und Sportplätze und sucht durch Verwirklichung der Eingemeiirdungspläne Raum für«ine lebensfähige, gesundheits- fördernde Entwicklung des Landes und seiner Menschen zu gc- Winnen. DI« lIll««!N!«uxfKU feiert« cnt 8. ftenuttr unter Senclte ZtUturd S u lt- in an«. Strlin.SifjtaSn, Stetiunefcftt. 78, mit(einet ffiftefwa. SenofI«®. ig seit 84 Zekr.en Mwnucnt ixe„Dorm Sri»", der auch stet» in leiner(Sott- Wirtschaft audlieai. IlBerfltbt man nur dem SiaSweie de, Deullchen Musiteruerbandez. Berlin. Kenn. mandantenftr. S3;6t Dönhoff 3277— 7a cScschiittsM 9—5, Sonntaz» J0— 2 Uhr Auf SSunlch- vorireterdeluch. Vergünstigunsiev in der Woche« fürsorge. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, weist der WohlsahrtsmWister in einem Runderloß an die nachgeordneten Be- Hörden(III E 3911) daraus hin, daß durch das zwcu« Gesetz über Abänderung des zweiten Luches der Reichsvcrsichsrungsordnung vom 9. Juli 1926, das am I. Oktober 1926 in Kraft getreten ist, die Leistungen der Familicnwochen Hilfe wejent- lich erweit e"rt worden sind. Den Familienangehörigen eines Dcrfichcrlc» find neben den bisherigen Leistungen nunmehr msbe- sondere auch Hebammen Hilfe, Arznei und kleine Heilmittel zu gewähren. Da sich nach§ 12 der Reichsgrund- stjtze über Vorausletzung. Art und Maß der öiientlichen Fürsorge vom 4. Dezember 1924 Umfang und Inhalt der Wochen s ü r s o r g e nach den Leistungen der Familicnwochenhilse richten, gelten die neuen Vergünstigungen ohne weiteres auch für Personen, denen von einem'Fürsorgeverbond Wochenfürsorge gewährt wird. keine Verwaltungsgebühren für Genehmigung von Zugend. pslcgeveranstollungen. In einem Runderlaß des Ministers des In- nern wird, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, daraus aufmerksam gemacht, daß Veranstaltungen für Jugendliche, die der Jugendpflege oder Jugenderziehung dienen und nicht mit Tanz- Vergnügungen oder ähnlichen Belustigungen verbunden sind, im überwiegend öffentlichen Interesse liegen. Bei der Erteilung der Erlaubnis für solche Veranstaltungen ist daher gemäß§ 2 Zif. 1 der allgemeinen Berwaltungsgebühren- ordnung vom 29. Dezember 1923 von der Erhebung einer Vcr» waltungsgebühr abzusehen. parteinachelchten für Groß-Serlin Stnlendnnge»(Ol di«i« Rubrik find Berti» SWS». Llodenltrafie 3. Net» an da, Bezlrkesekreterial Hos, i Treu, recht,. ,n richte» Die Veisehuvg der Asche unseres verstorbenen Genossen Zrilz Zubeil findet am Sonntag, den 9. Zanuar 1SZ7. nachmittags Z Uhr. auf dein Zenkraffriedhos in Friedrichsfelbe statt. Rege veteiligung der Genossinnen und Grnosien wird erwentel. Der Lezirksoorstand. s. Ztrei, Bllmcredorl. Sonnabend, dk» 8. Innuor. abends gemütliches Btl- faminenseln der Genossinnen und Genoffe» iBockdietikst) bei itrvihs, Holstcinisltze Str. 84. Siecht zahlreiche Teilnahme erwünscht. heule, Zreiiag. den 7. Januar: 2a Abt. 7zz Uhr bei Dariusffi, Fricdenstr. 88. Zunktionärfiffung. Wichtige Tagesordnung. Eümillche Meldungen für die weltliche Schule find mit- subringen. t28./tzo. Ab». Pankow. Nacktmittags 3'- Uhr Beileffung der Asche unseres verstorbenen Eenossen Siegfried Älindl auf dem z. GemelNdefriedhof, Schönholzer Heide. Wir erwarten rege BeleUigung. Morgen, Sonnabend, den 8. Januar: I. Abt. Die Eenofsinnen und,lrelch zu be- ieiligcn. Treffvunkt abends 831 Uhr im strematorium«Lerichtstraße. 4. Abt. Die Senofsinnen und Genossen beteiligen sich recht zahlreich an der Einäscherung unseres verstorbenen Eenoffru Möbius. Treffvunkt ebenda 8»t Uhr im kkrematorium cherichtstrahe. 4. Abt. Genossen, welche an her Einäscherung unseres verstorbenen Denoffen Möbius teilneh men. Irefsen sich nachmittags szj Uhr bei. Dodrahlaw. Ewivemünder Str. ll.— Die tzunklisnäre laden die Mitglieder zu der am Mittwoch, den 12 Januar, stattfindenden Pcrsammlung eilt. Reu, wähl der Äbteilungslettung.— Am Montag, den tv. Januar, abends 7'.!. Ulit, bei Dobrrhlaw, Swinemünder Str. 11, wichtige tzimtiidnärnstung. 25. Abt. ri$ Uhr im Werneuchener Schloff, c-Ue Elbinger Straffe, Sitzung sämtlicher Zunliwnäre und SPD.-Etlerndeiräle. Reuwahl der Abteilunzs- leitung. 88. Abt. 7zb Uhr bei Busch, TUsiter Str. 27, Kunktionärsitzuitg. Stellung. nähme zur Neuwahl der Abteilungsleituva. 47. Abt. Pünktlich 714 Uhr bei Kunerl, Muskauer Straffe Ecke Pücklerstwffe, 124. Abt. �dah�borf..8 U�r' v>i»kUitl! wichtige'ffüniiionitrfltzuns bei.Breidau. Erscheinen unbedingt sriordortick. 28. Abt. Sonniag. den S. Zanuar, glugblattverbreiluna vsn Bartusch, ssriedcnstr. 88. aus. Die Bezirke 158 bis 181 und 188 bis 187 erscheinen vormittag, DM, Uhr. Die übrigen Bezirse um 14 Uhr. Die Elternbeiräte der Schulen 181, öS, 88, 185 und 137 müssen ebensall, erscheinen. Arbeitsgemeiusckast der Aludersreuabe. Äiei, Scköneberg-ttriedenau. Heute ssreitag, den 7. Ianugr, im Heim, Hauvtstr. 15 sLstmark, immer und Temvel), Heimbeimchung. Anschliessend Liederabend.— Srup», Neu. ffilt». Auf Wunsch einiger Helfer sind wegen de» Aortrages von Adler die Heiter, und Borstandssitzun» auf Dienstag, den II. Zanuar, verlegt.— ttzruppe Tiergarten. Unser« KutammenMnsle sinden jetzt in der Waldensee Schule, tzimmer II, statt. Spieltage daselbst sür die-ffinder über 10 Jahre jeden Dienstag 5—71, vbr..fiindet unter 10 Zahrrn jeden Mittwoch von 5 bis 7 Uhr. Beginn Dienstag und Mittwoch, den lt. und 12. Zanuar. Zungsoziallsteul Alle Gruppen beteiligen sich 7. Januar, abend, 718 Uhr, an der Sesamtveranst heute Zreuog. den tliung in der Schul» aula. tiochstr. 12. Genosse Mar Adler. Wien spricht über: Neue Menschen chrundsätzliches zur sozialistischen Erziehung.— Achtung! Abends um 7 Uhr Arbeiisatwschuffstkung ebenda. Sruppe Mitte. Unsere Beranstaltuna fällt heute aus. Wtr beteiligen uns geschlossen an der Sesamtveranstaltung.— Eeuppe Tempelhos Mariendorj. Heute ffteliag abend,«Vi Uhr Treffpunkt an der«aissrin.Augusta.Straffe zum Vortrag de» Genossen Mar Adler, Wien.— Gruppe Schöneberq. Unsere Mitgliederversammlung'indet erst am 14. Januar statt. Wir beteiligen UN» an der heutigen Gesamtveranstaltung.__ { Sterbetafel üer Groß-öerliner Pactek-Grgakzilation 7. Abt. Am Montag. 8. Zanuar. verschied vAtzllch unser längs ähriaer Abteilunasführer Nichard M ö b t u s. Die Einäcckeeruna findet am Sonnabend. 8. Zanuar, abends 7 Uhr, im Rrrnretsttirm Gerichtstraffe statt. 5a Abt. Eharlotteuburq. Am 2. Zanuar ist an dem folgenschweren Straffen. Unfall, der durch da, leichtsinnige fahren eines Autosührer- hervorgerufen wurde der Lederarbeiter Genosse Alfred Becker. Eiscnacher Str. 122, nach erfolgter Operation verstorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Sonnabend, den 8. Dezember, nachmittag.' 3>8 Uhr, auf dem neue» Friedhof der Zwöls-Avoskel-Sirche. Am Temprlhöser Weg, Börlin-Schöneberg. Zahl. reiche Beteiligung erwartet her Ableiwugsvarstand. Sozialistische flrbLitersugenü Groß-öerlin. Bücherstube heute, sideitag, von 5—7 Uhr acöst'net..... Ter SluAt.ei, lommt erstmalig wieber am 1l. Zanuar. 7»� Uhr, im Hemr Linden.srr. 2 zutämmen, Lautenkurfe am gleichen Tage um 8. Uhr. »arten zum«az-Adler-Ao-tra«, heut», ttochsilossi. sind im Zugendsokre. iariat erhaltllch. Jahrevmikglicdcrxersammlungen. heule. Areikag. 7� Uhr: Msabtr I; Schule D-ldenl-rstr, 3.— Weissen sc«! Zugendhrim Partstr. 28.— St-alauer»iertel, Zugenlchrim S-ffieistr. 81.— Ehattotteuburgt Zucenddewi Rossnenftr. t,— H-tenire. Schule Zoachim-zriodrich-Str. 35—38.— Stcgi.tz 1r Zu«ndde>m Holsteinische Sir, 8.- B N-thouz. Ehausseestr. 4«.—«-»> »In II: Zugendheim Bergstraffe.-«tut»«»!»t Zugendheim Nogatstr m. (Dos Erscheinen sämtlickiee W'igliol'er ist Pflicht.»— trbpenick! Zugendheim Grünauer Str. 5,— Nieder scks-ewcidc! Schule Berliner Str. 31.— Treptow: Zugendheim Sssenssr. 3.— Tegel: Zugendheini Bahnt, ofstr. 15.— Spandau: Zugendheim Lrnbenufer 1. Zimmer 5. Moabit D: Schule Bock, unter Str. 8d.«ortrag:.August Bebel und Wilhelm Liebknecht�.— Sall-N! Schule Mendelstr. 2. Vortrag:„Wie kam I» zur EAZ.,"— Rsrdoft Ii: Beteiligung am Mar-Adler-Vortrog. Heinirdend taltr aus.— Seutjel der. Viertel: Zuoeirdbeiot Danzigor Str. 23. Bortrag:„Helden. »eitalter der Anbeiterbiwegung". Schönebeig I: Zugendheim Sauptstr. 1o. Aussprache:„Dos lehrt uns die Deihnachts- und die Stlvestcrfoier?"— Baum- schnlenweg: Jugendheim Ernftstr. 18. Vortrag:„Bub und Bädol", 8. Teil.— «e-k-ll» III: Treffpunkt zum Mar-Adler-Bortrag lit Uhr Sermannplatz fAvotheko). Der Heimobend fällt aus.— Neulölln VI: Jugendheim Rosai- straffe 58. ssunltionärt'itznng. Äeufferst wichtige Tagesordnung. Erscheinen Ist Pflicht.____ Vortrage, vereine und verfammwngen. Zieichsbanner»Sdirocrv Rot-Gold" Gefchäflsfilile: Berlin GH. Sebastianstr. 87 28 Hol 2 Tr. Gaunorstaabl Ackttuno, ssunktionärel D!.. d. 11-, 8 Uhr, in. drn Musikersälen,»ailer-Wilhelm-Strrffe, Vortrag der Serren Polizei- äderst Heimannabeig und Rrgierunasdirettor Weiss,„trdcr ffunknonär hat gegen Vorzeigung feiner Milglieds- nwd sfunitionarkarte Zutritt.— Tie• garten: ot meradschait Avminius. ffr.. d. 7.. bei Schmidt, Wielckstr. 17.— Ehg.lv-tenbutg: Äamcradschaft Wittenberg, Zr.. d. 7.. 8 Uhr, im No.cndor>. .stnstno. Jtleiftftr. 41. Monatsvers.-«tutöfia: 5.«gmeradschoft tZunomann- schall): Tie Monutsversommlung findet nicht hettte, sondern Mo,, d, tv., tri Polrwski. Boddinftr 57, stai:.— Lirbeuwalbe: Wegen einer?estltchlr> t:'>. <*.________•—_____«v.,....„4--., v O«{.-• s-re ll! v e>n'-. M bohithoi. ssahrge d 8" Bs.- Marlendots: Zr.. d. 7., 8 Uhr, Milgl.-Bers. bei Mass, Waricndorf. Ehoussoestr. 27. Wichtige Taceodrdnunll. Beeeinigvug der Zreunbe»»» Teligion uub Pilb'rfriede». Uebrr dos Tltema Ludwig Anzengrnber, der Poiksdichter und Nevoluliouör' svr.cht Genosse Dr. Leibbrand am Sotinabend. 8. Zanuar. 8 Uhr. in einem»lassenz.mmer der katholischen Schule In Sieglitz, Plainagenitr. 8—» sgegenllber der neuen sfrrierwachel. Herr Dr. Leibbrand bebaudeli u. a. die Werte„Der Pfarrer vru »irchsetd" und„Der Meineiddauer", Genosse Pfarrer Bleier fpticktt am Dicno- tv-,, 11, Zanuar. b-S Uhr. in der Aula dar Üo i se e-sssleli: i ch-S ch u!e, ff!» t lohen• bürg,»neseb eckst rosse(am Savignnvlatz) über das Thems„Neue Wege zum Sozialismus". Uukdstenbeilrag 2ü Pf. Arbeitslose frei. Zfreic Be>e!»i»ung ve» Sternsreuube», Berlin. Am Sonnabend, 8. Zanuar. 8 Uhr. Sitzung be'm Borsttzenden, Schutdirektor<8.(Trcirnb, Weü'älssche S>r. 27.. 1 Te. Vortrag: 1. Die Entitehung her Moudkraler. vom V». sitzenden. 2. Die Uhr als Veren'chauliehnna der Planeleublweaungen. vom Borntzende:,. Dar» a:tt Slernbcvbaütlungen am Teleskop. Gäste tönnen aus Anruf(Ubiand 88:8t und dntä, Mitalieker eingesüh:-: werden. Berei» heimattrever SaZefier. Sttzu:«, am Son:ral>end. 8 Zännar, im Boreinslokol von fc. tiromer. Berlin SO. 18. Estheniussir. 8, 8 Uhr. «etei» ftet Freidenker fit llkeuervestsb urg. 8. Beti l CSStlmeisdor'). Die Mongtsversammluna findet infolge der ckleick soenorolverfonunluna erst nach dem t». Zrnnar statt. So- Termin wird später bekanntgegeben. TNtrbonb»Slkegesundheit. Drteperel»«ci! n. Z-ri>ag. 7 Zgp'iar. 8 Uhr. im Zugendheim Schierkefrr. 44. Gründung der Zugendgrupve Süden. Rte.c Aussprache. Gäste herzlich willkommen. Arbritsgemeinlchsft fir starft'chvtz und Naturkunde, e. B.. Belli»- Ztied: ick s- hane». Sonntag. 5. Zantia?. Arfo-Wandr.runa„Vinter im märkischen Wold:". Trelfpunlt BM.!fr.iedrichshaoen 10 Ubr. sslibrung: Dt. Lvvelmgnn von de? Deutsche» Zagdkrmmrr. Unkostenbeitrag: MiiqNed« 2V Pf.. Gäste St> Pf. B.ejchsbund der strtegsb'tchätigten. tztstgsteUurhutcr und Zritgr hinter- bllebeno», Bczsrk Lefte». Generalversammlung Dienrlag, 11. Januar. 8 Itlr, im Ngtü>n»"hof. Bülawstr. 37. Zghresbrrtcht, Neuwohl de, Vorstände?. Bere» hci«»tt:euer Sachsen u»d ihiiriuger. Zgeihw-chtsfeter am.9. Januar. Uhr. Alle Seh:imral»kne-pe. Ievusairm.er Str. 5. Landsleut« detzlich will» cisu ..MM»,»....-.—....-e. Ortsgruppe Klp-nick Im Nrlcksbunb D�iettcke: Mjekerl Zreftgg? libsthm Sladlthcatrr Geneeailwrsrmmlbüg lpiü folstettAtr.Lass«»s»dllur.g: I. Grsckiäs'.S. cke,. berickt. 2. Borftandsn-ahl. Verl:»er verein für Schulgefuudheitspflege. Kitzung sfsteit�g 14. Zonnar, 7�b Uhr. im arrssen Hörsaal des Hvgienischen Znstitutz de UmrerstHt. Dato. Ihtenftt. 28». Privatdozent Dr. Karl Birnbaum a. G.:.Die Pathclogie der Ennpicklungstahre in Ihrer sozialen Bedeutung". Gäste willkommen. k»:s»»feil»eh»�r der Weltsprache„Ado" I» Renlölln. ffreilaz, 7. Januar, i S Uhr. wieder Ushunga'hend in der SSule Jesstngstr. 85—89 Deutsche Kock-schule für Pslitik. Donnabenb, S. Januar. 8 Uhr, nn Hör- 'aal I der Hochschule(Alte Bauakademie), öchinkelplatz 5, spricht P.ofessor Dr. Schel-r.stöln über„Polltik und Moral". Die weiteren Vorträge folgen am 22. Zanuar. 5. und 19. Fabruar. Dir Borträre tind öfsentl:ch. Arbeiter. Sawar jter-üolonne Belli», e. B. Abt. Wedding: Sonntag. 9. Ja- nuar. findet kür die Abieiluna die Besichtiaung de» Baibologisck'rn Znltitut» statt. Mitaliebern und Aurkus'eilnehwern w,'d empfohlen(ich»ablreich davon zu beteiligen. Iieffpuntt 9 Uhr morgens Müller.. Ecke Sellcr'trasse. Nicht das geringste Nabe- Hagen bei der Verdauung darf vernachlossipt werden. Zlugenblicklich« kleine Beschwerden köniicu späler schwere Krankheiten Verden. Daher sollte man schon beim ersten Anzeiä>en von Schmerz be« der Verdauung«inen halben Kasieelössel Biserirte Magnesia in etwas Wasser nach dem Essen einnehmen. Btserirte Magnesia neutralisiert das Uebermoß von Säure, welches die Ursach« so vieler Magenleiden ist. Sie wirit beruhigend auf die«mptindlichen Magen wände, verhütet saures Auf- stoßen, Blähungen, Le'bschneiden usw. und läßt den Verdauung?- apparat in regelmäßiger und natürlicher Weise funktionieren. Biserirte Magnesia«st in allen Apotheken käustich. Befriedigung wird gewährleistet oder das gezahlte Geld zurückerstattet. Wichtig! Btserirte Ucagnejta wirb in drei ve schie'-cttrn verpackonzsgrößen gel ejer«: in Pulver- und Toblelienso.m zu M. 153 das Ftöjchcheu uod m größeren Ala'che» mit Pulver zu IN. 3.10»:e Jtojche. >!!>!!!!!!!« Jcfi lilllHIIIII'lliilill illlllllllllllllllllllllillllilllllüllllll'llilll n i. i i:i i iii i1 lililllli Vom 3» bis 15. Januar 1927 Grosser Inventur- Ausverkauf! zum Teil bis 0|o Preisermäßigung in Aerre»�»�� Västhe, Slietel, Sfrfimpfe» Prima Qualiläfen, lelnsie VerarbeilnnS IfllCl Kleidar. Vertriebs- Gesellschaft fS'Öt SJJ»'�'fiiiiiuiiiriiiBiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiifiiniffliiWBiiiiflifiiimiiiniiiiiimiiiitiiiimiimniiiiiimiminiiiiiiimraimmniinmnniraniiiimininmiiiiinnmMnmiiiuiiiniitiiimiiiitimiiiiiDiKiiMi läie BERLIN S W 1 2, KONHANOANTENST8ASSE SO- öl unmittelbar am Dönhoffptslz Telephon i Amt Zentrum Nr. 4226, 4257 I Ü klr. 10 ♦44. Jabtgcmg' 2. Heilage des Vorwärts Ireitag, 7. Januar 1927 Reichsbahn und Rationalisierung. Kauft die Reiäisbahngesellschaft unter Ausschluß der Oeffentlichkeit? Die deutsche Reichsbahn ist der größte Unternehmer der Weit. sticht nur ihre Personal, und Lohnpolitik, auch ihre Einstellung pr den aktuellen Wirischastsproblemen wirkt sich weithin aus. Das Gefährliche dieser weitreichenden Auswirkung ist, daß das Volk davon nur die Folgen spürt und nicht die Tatbestände kennen- lernt, weil sich die meisten Verwaltungsoorgänge bei der Reichs- bahngesellschaft unter Ausschluß der Oefsentlichteit abspielen. So weiß z.B. heute in Deutschland außer zwei Dutzend Eingeweihten niemand genau, nach welchen Grundsätzen die Reichs- eisenbahn sortlaufeud ihre riesenhaften Einkäufe erledigt. Einen gewissen theoretischen Anhalt für die Wirtschaftspolitik der Reichsbahn bietet nach wie vor die Rede, die ihr derzeitiger Präsident Dorpmüller vor einigen Monaten in der Haupt- ousschußsitzung des Reichsverbandes der deutschen Industrie gehalten hat. Vor dieser Versammlung von Unternehmern und Waren- Verkäufern hat Dorpmüller seine Rationalisierung dahin erläutert, daß der Personalabbau eine Ersparnis von 7S Es ist dringend notwendig, daß die Reichseisenbahn endlich dazu übergeht, bei ihren Einkäufen den Ausschluß der Oeffentlich- keit zu vermeiden. Sonst besteht die Gefahr, daß in der Oefsent- lichkeit die Dorpmüllersche Rationalisierung nicht als Preisverbilligung, sondern als Fahrkarten- und Frochtverteuerung angesehen wird. Das deutsche Volk hat das Recht auf mehr Dublizität in der Geschäftsführung der Reichsbahngesellschaft. Kurt H e i n i g. Kalipreise und Kaliadsatz. Msatzstcigecimg im Dezember um rund 45 Proz. Um den Absatz des Kälisynhitats im Monat Dezember war in der Presse«in großes Raten. Von den Handelskammern der Kalibezirke wurde ein Absatz von 825999 Doppelzentner geschätzt. Die Gebrüder-Dam mann-Bank in Hannover, die gewöhnlich gut im Bilde ist,, schätzte auf 1 Million Doppelzentner. Nach der kürzlichen scharfen Preiserhöhung hatte dieses Raten«inen besonderen Sinn. Es mußte sich zeigen, ob die vorgenommene Preiserhöhung gerechtfertigt war oder nicht. Das Kalisyndikat gibt jetzt den Dezemberabsatz bekannt. Er kommt der Dammann-Bank-Schätzung sehr nahe und beträgt 957 269 Doppelzentner Reinkoli. Zum Vergleich fügen wir die Gefmntabsatzzahlen für die vier letzten Monate 1925 und 1926 an. Der Kaliabfatz betrug: .925 1926 im Monat September.... 1912721 Dz. 825899 Dz. Oktober..... 737 187. 681669. ,, November..... 576 944, 683 186„ ,„ Dezember..... 589 777„ 957 269„ Der Vergleich ergibt gegenüber dem Dezember vorigen Jahres eine Steigerung des Gesamtabsatzes um rund 69 Proz. Gegenüber dem Monat November dieses Jahres ist ein« Absatzsteigerung von rund 4 5 Proz. zu verzeichnen. Für die drei letzten Monate 1926 ergibt sich gegenüber der entsprechenden Zell des Vorjahres ein« Erhöhung um rund 25 Proz. Die bedeutende Absatzsteigerung im Dezember erfolgt nicht von ungefähr. Sie hängt mll der Tendenz in der deutschen Gesamtwirtschaft zur Vefferung. zusammen, die in den letzten Monaten «in besonders lebhaftes Tempo angenommen hat und die, zusammen mit der günstigen Preislage für landwirtschaftliche Produkte, sich auch in der Landwirtschaft stark ausgewirkt hat. Sie erklärt sich um so weniger aus der von der Kaliindustrie nahestehenden Kreisen betonten Neigung der Interessenten, der Preiserhöhung durch Bor- käuf« zu begegnen, als die Kaliindustrie auch im Januar noch mit sehr starken, wahrscheinlich 1,5 Millionen Doppelzentner erreichenden Abrufen rechnet. Sobald die Verteilung der Dezember- Verkäufe auf den Inlands- und Auslandsabsatz bekannt sein wird, werden sich die Gründe der Absatzsteigerung noch deutlicher zeigen. Als die Kaliprsiserhöhung beschlossen wurde, war der Äaliindustrie die steigende Entwicklung des Absatzes bereits bekannt. Damit rechtfertigt sich unsere Behauptung, daß in der Absatz- entwicklung kein Grund für die Preissteigerung gegeben war. Es zeigt sich somit, daß die Kaliindustrie bewußt die Besserung der Konsimktur durch Preiserhöhung zum eigenen Nutzen vor« e s k o m p t ie r t und zum Schaden der Landwirtschaft die intensivere Nutzung der Böden, die die bessere Konjunkturlage ermöglicht hatte, oerhindert hat. hohe Gewinne bei rückgängigem?lbsah. Eine außerordentlich günstige Bilanz hat die W i e I ä n d- W e r k e A.-G. in Ulm zum 39. September d. I. aufzuweisen, die Messing- und andere Metall- waren herstellt. Das Bemerkenswerte an dieser Bilanz ist die bc- trächtliche Höhe der Gewinne, bei einem außerordentlich starken Das grässte Sehuh-SpestiaJh aus mit der grössten Auswahl Berlins Rückgang l?ei Veiriebsüberschüsse. Der Betnebsübenchuß ist gegenüber dem Vorjahr von 2,10 auf 0,98 Millionen, also auf weniger als die Hälfte, zurückgegangen. Dagegen ist der ausgewiesene Reingewinn nur von 0,7) auf 0,57 Millionen gesunken. Darüber hinaus wurden ober offenbar noch beträckßliche Gewinne erzielt, wie die Bilanz erkennen löht. Die Bank-' und Akzeptschulden, die im vorigen Jahre 2,KZ Millionen betrugen, koun- ten(offenbar aus den laufenden Ertragen) auf 0,99 Millionen herunter gedruckt werden. Auf der anderen breite sind die iliqsigen Mittel, Beteiligungen und Wertschriften von 0,85 auf 0,89 Millionen g e st i e g e n. Auf einen nicht unbeträchtlichen Rückgang des Ilm- fatzes lassen die von 3,31 aus 1,80 Millionen gesunkenen Archen- stünde schließen. Der Geschäftsbericht erklärt„das einigermaßen be- fricdigende Ergebnis" im wesentlichen damit, daß zum Beginn des Geschäftsjahres ein großer Auftragsbestand vorgelegen hätte und daß die an sich unvermeidliche Einschränkung der Betriebe durch Nack). drückliche Vearbeiiung von Spezialgebieten nahezu vermeidbar gemacht worden sei. Deutlicher als diese Bemerkung zeigt die Ge- winn. und Berlnstrechnung eine der Hauptquellen der hohen Rein- gewinne. Die S tpezial«Bandagist Köln, Bonner Straß« 249. Zentral-Iii. Täglich 8 Uhr: 3er Trompeter vom ftheia Operette Praise von 1—7 M Hose-Theater suhrPreziosa l esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIOEN in „Vorwirt«" ■ad trotidem R billig n ■"««fee �|\t«terga|.pen Tägl. 8 Uhr; Athos Foliies du lanw-Pradramm Oriskrankenkasie für die Sewerbe der Tischler und vianoforlearbeilet zu vertiu Bekanntmachung. D« A. Nachtrag zur Sahung deir. Uh. twderung der 8Ü Z0 und 44 tkt vom Ober- veestchetungsami Perlw aenehmigi und tritt mit dem 8 Januar I9Z7 in Rtaft Der S 30. San 3, ist dahin geändert. da» auch den nicht verstcherten Familien. aagehdrigen. die mit den be< unierer Kaste gemeldeten erwerbslosen in häuslicher Sie, mrtnichaft leben. die Familienhiiie gewährt werden tonn. Sa» S 44 der abgeänderten Sakung ist der Ka'ienbeitrag au' lech« Hundertstel des Grundlohnes berabgefegt Druckilück« de» Rochlrage« können nach einigen Tagen lm Kaffenlokal In Empfang genommen werden. Berlin, den«. Januar 1927. Ber vsrstaa» z.»eerSbach z». Ehrlich «orsthender. Schristfsthrer. Für die herzlich« Teilnahm« beim Ableben meines Manne? jage ich allen Berwondken, Bekannten. Kartei- genossen lind Genolstnnev, sowie dem Serrn lstedver oom Perein der Frei- denker meinen herzlichsten Dank. Bitwe vnna Maagelsdors n. Kinder Für die vielen Be-oeise wohliuendec Teilnahme onlählich des Hinscheidens meines lieben Mannes sage ich allen meinen herzstchNen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Ww. Ida SchuSsa Berlin 950. Mandeistr>. »«iMIIMlM-WM Achtung! ZllshfgrMxx Ackttunq tonDlag, brm 8. Januar. oortniKosa S, Ahr i« Cof al con Auboll« cifkctl. StIfU«rSfie.Z7,S(le3otBbDtrfcrSlcoün aar- Versammlung der Zaoaavssteller. Die Tagesorbnuna wird tn der Bersammlung bekanntgegeben. BleOtnaoermalhiag. Ndafttdst» 10" Ss!ilafclia!s8loo9ues24.- Fabrikpreise Ratenzahlung Oötir-er,-in' ,2 frei Pankow, Schmldtstr.l jeder Bahnstation. Metailbetten Slahlmatratzea, Kinderbetten gtc«; n hli. <«t. MU ir. Elsenmäbelfabrlk SuhlT.iflr. Eiserne Oefen Kachefoefen Kochherde R.Zechlirf MMMZW-VNUU AM| pm uan 23.- Ulster,..25.- Peszwarfn Sport-Pelke 85.- Geli-Pelze 188.- M f EM 1 Uli' f Elssliiur? paieiois a- �' mz-jui« so., mmiim«.- SmofaflihiiizöliesirielS.- Umnini-Mäiitel 18.- hts so 0 ermüSttt FQebse a. Wölfe WefdisU-W lS.- ZQ* 2 omuwna-fliuuge seide«.- n.-"" ruciise Q. wolle inioßriiis niW ll£|llcii£ SS« F Seal-PIDseh-HSotel 45.-, Plüsch-Jacken 15.-, KostOme and Kleider anl Seide 20. (Ktlna L«mbtr8wirt) Wo bleibt öas Hoöenreformgesetz? Warum die Verschleppung?— Gefahr für das Z�tädiebaugesetz. Im Anschluß an die Verabschiedung des R e i ch s h e i m- s! ä t t e n g e s s ß e s vom l Äi a i\Ü2(i ncihm der Reichstag seinerzeit naliezu«iistiinmlg eine Entschließung an. nach welcher die Reichsregierung ersucht wurde,„tunlickist bald einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der B o d e n s p e k u l a l i o n und zur sozialen Ausgestaltung des Enteigtnmgsrechts, insbesondere in der Richtung vorzulegen, daß die Errichtung von Wohn- und W i r t s ch a f t s!> e i in st ä t t e n durch Beschaffung billigen Badens erlaichieri wird". Der Antrag hierzu ivar von der Deutschen Bolkspartei und der Demokratischen Partei ausgegangen! er verlangt außerdem noch«rwcitene Zuständigkeiten des Reichs hinsichtlich der Gesetzgebung aus dem Gebiete des Siedlungs- und Wohnungswesens und eine ziisawmenfasiendc BeHand. lnng der Wohnungs-, Ticdlunos- und 5?simliänenfrogcn durch ein befoudei es Reichshcimstättenami. Als erste Auswirkung dieses Beschlusses verfügte der damalige stteichsorbeitsminister Z'ch l i ck e die Errichtung eines Ständigen Beirats für cheimstäitenwesen beim Reichsarbeilsministerium unter der Leitung von Adols Darnaschke a!s Vorfitzender. Der letztere setzte es durch, daß in dem Beirat auch die Gewerkschaften aller Richtungen Sitz und Stimme erhielten. Nach kurzer Zeit, nämlich schon im Jahr« l920. brachte dann jener Beirat einen Ge- ietzeniwurl heran z, der dem vorher erwähnten Reichstagsbeschlusse Rechnung trug und der kurz als„B o d- n r e s o r m g e s e tz" bezeichne» wurde. Die dasür ins Wert gesetzte Aktion wurde durch die Inflation unterbunden und das ganze Unternehmen versandete. Erst 1925 hätten die Bcrhältnisse sich wieder so georjme!, daß nunmehr, da die bürgerliche» Parteien ihre Absichten von 1920 i ni Stiche gelassen ballen, die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Laudtaes einen Borstoß iiiitenuhn«;» konnte, um den Reichstag an seine Willenskundgebung von 1920-u erinnern. Im Reichstage trug cbensalls die sozialdemokratische Fraktion diesen Stoß weiter und wurde dabei durch einen Antrag der Demokraten unterstützt. Am 5. Mai 1926»st daraufhin ein neuer Re i ch s t o g s b e s ch l u ß erziett worden, der die Reichs- i eglerung beauftragt hat, baldigst einen Gesetzentwurf im Sinne der Vorlage des Beirats beim Neichszrbeirsministeriim, vorzulegen. Dabei sei bemerkt, daß es sich>etzt r ni einen Inzwischen revidierten Entwurf handelt, der aus seinem GelNingsbereich das iondwirt- ichüTiiiche Wirlichastsiand ousnimml, sonst aber verschiedene zeit- gemäße Verbesterungen erthält. Für den Reichslogsbeschiutz vom 3. Mai 1926 sind die Sozial- dcmokratcn, Kommunisten, Deniakratcn und das Zentrum ge- j ch i o s s e n eingetreten, während die Deutsche B o l k s p a r> e i und die D» u i j ch n a t i o n a l c n ihre Haltung von 1 9 Z 6 ebenso v o l! st ü n d i g verleugnet haben. In nament. lichcr Avsti-nmung wurden 167 Ja- und 149 Neiv-Stmimen abge- gebcii. Indessen: der Wortlaut des neuen Beschlusses nmr wenig glücklich. Er iorderle ein„WohNheimstäUengesetz" im Sinne des Entwurfs des Ständigen Beirats, ob'schon der Sinn des betrenen- den Entwurfs über die Begrenzung der Wohnheimstätten weit hinausgeht. Aber Regierungen müssen auch dem Wort ihre Re- oerenz zollen. So hat das R e i ch s a r b c l t s m i n i st e r i u m demgemäß erst einmal geprüft, ob dem Beschlüsse vermittelst einer — Novelle zum Reichsheimstättengesetz Genüg« geschehen könnte, Das geht aus der Antwort auf eine„Kleine Anfrage" des Reichs- tagsabgeordneien Rönneburg hervor, die diesem Ansang Dezember 1926 erteilt worden ist. Gleichzeitig sei aber— so führte der Reichs- arbeitsminister aus— auch wiederholt die Frage erörtert worden, „ob weitere Maßnahmen des Reichs in badenpolitiicher Hinsicht iwimendig seien". Die endgültige Entscheidung erfordere noch „umfangreiche Vorverhandlungen". Wir vermögen beim besten Willen eine Notwendigkeit zur Pnifiiiig des„Ob" nicht zu erkennen. Schon der gegenwärtig dem Preußischen Landtage vorliegende Entwurf eines Städtebau- g e s c tz e s kann, wie die Begründung der Borlage darlegt, gerade in einem Hauptpunkte vielleicht deshalb nicht verabschiedet werden, weil jenes längst fällige Retchsrahmengcsetz noch fehlt. Häch- stcns würde sich noch über das„W i e" reden lassen. Darüber könnt« man sich über seit Mai 1926 auch längst klar geworden sein. Es muß«ine der ersten Aufgaben der R e i ch s r eg i e r u n g sein, dieses längst fällige Bodenreformgesetz, wie es der Reichstag verlangt hat, vorzulegen und zur Abstimmung zu bringe». Oder soll die Bodenspekulation wieder erst neue große Orgien feiern? Schon hat die Spekulation viel getan, was ein Bodenresonnaesetz im sozialen Volksinterejse hätte verhindern müssen. �rbeiterspsrt. Das hallensportfest. Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, beginnt in den Ausstellungshallen am K a i j e r d n n, m das H a l l c n s p o r t l e st. 2010 Leichtathleten aus dem Reiche und aus Berfi» haben ihre leih nohme zugesagt. In etwa 36 Programmpunkten werden sie Gelegen- best honen, ihr Können zu zeinen. Hürdenläufe, Einzelläufe und Mannschgflskömpfe sind sür die Leichtathleten, Flieger- und Stunden- rennen für di« Radfahrer und ein Handballspiel sür die Turnspieler die Disziplinen, die das Sonntogsprogramm umfaßt. Schon um V>y> Uhr werden die ersten Ausscheidungskämpfe der Leichtalhletcn beginnen. Eine Schwedcnstofscl der Männer, Pcndelstafettc der Knaben. Mädchen uita Männer, sowie die 16 mal 1 Runde Jugend- st.aff� beschließen das Bormiliagsprogramm. Punkt 3 Uhr werden die Houpikämpfe mit dem Einlrnifcn sämtlicher Teilnehmer beginnen. Es wird einen staltlichen Anblick geben, ZÖ06 Arbeiter- sportler vorbeidesilieren zu sehen. Daran anschließend folgen vier Barlänfe zu den Fliegerradrennen, dann Zwischenläusc zur Pendel- siasetie der Männer. 366-Meter- und S66-Wcter-Juaendläuie. Für •l.lO Uhr ist die Entscheidung im 1566-Meter Lauf für Männer vor- gesehen. Nicht weniger als 162 Läufer haben sür diese- Rechnen gemeldet, unter ihnen Wagner- Leipzig, der Bnndesmelster. Bar den Aymnastiknorführungen aller Teilnehmer wird der Erzdlaui des Fliegerrennen, stattfinden: auch bei diesem Radrennen werden Teil- nehmer aus dem Reich mitwirken. In der Pause zwischen dem Auswahlspiel der Handbollmann- schaflen wird ein Bersolgungsradrennen gejahren: während ein„Eine- Stunde-Monnschaiissahreu" nach Sechstogeart der Arbeiterradsahrer den Abschluß der Beranstaliung bildet. Vorher noch werden die großen Staffeln mit ihren Läufennossen da» Interesse der Zuschauer in Anspruch nehmen. Die Eintrittspreise sind: Jugendliche und Erwerbslose 6,36 M., Erwachsene 1 M. Karten sind an der Kasse erhältlich._ Fußballspiele am 9. Januar. See kommend» Lonnt-I« ftcht im Norden im gri-fi«» der«eroctrien Perein«. Don dtfi«hn anoeteiit'n Seriensvieirn können nickt wcnierr alz strden klottklndrn. Iis(iiti) nicht einmal die spieUchm-jMen Verein«, hie daoon be- t-offen Ffr.ft. Auch Oli-unfdiof.cn, die mit in der Svitz-ngruvoe sielieu, mt Jteien dadurch werfvoN« VuntI« und den Anschluß an di« FUdrung. So ist «-> in Ciruvv« t»bimektit?d, die mit nur 2 Dunklen lilnter Dorubia an zineiter stelle Neben und nun 4 Verlulunink?« nehc datx». Von den anderen angeteZten-Zvielrn finden folgende statt: Spandau 25 stchen Katdenom im Eüibicn vosenfeld«. Porwart» aeqev Millerna in Hennizodorf. �Ichte-Rond «««» Wittenau in Zleinickendo-l. Hcharvwederltrahe, De!»«rpen Eisen spaltrr ei in Brid bei Edrromoide. Veert 14 aeqen Zlftte-iSetiitibbrimncn in Nene Ernst-. Este stanradstraste. oi'-mo»nie oeoen Viktoria in der Crrlsttoniastrost«.— Im Osten berrscht Sochbe.tried. Ettalau spielt gasen Äskani« am Bodnchoö Sttalav-Rmmpelsduv». Treptower BuHspUl-Eliib«cr.cn Britannlo t.ti Plantm-mald. StäbttsSiec Evietplad. Dormiirto 20 q-gen Sichten. hetz, I in Podenichrinbailicn. Eommeistraste. Sadowa geqen ttetschendort in Döpanill.Nord. Ariezen nrsen Taemania in Wri«en. verroo«eae» Leo- km« Spertner-in In in Lichtenderq. Woanerstraste. Zeutbe» geqen Monden. dura»2 in Zeniten. Tasdorf gegen Licktenterg kl tn Taodort. Weistense« -egen Lustig-. Zidel in Weistrnlce Nennvadrstoostc. Obeispree giaen»kt. ElieniSe tu Oixrkchdi-ewrtde.»utlt-ide. Wosteredarf g-.gen Ioltg»nioU>oI in «dl», gegen ÄeueitWcen in Mahladork.—»ezlrk Siidmcstcn Berlin XU »c.ttN Luckenmaldr l in S-eglig. R-i:«.. Ecke Slideichstrast'. Scriba?e?en Bttplina In Luckenmlde. Seiiom argen Aeulöllner Dallsptri-EIud in Teltow. Mannlee qeaen ZZilmerddort in Banns«. ScknNirgendori gegen Brandenburg o. d. vonel in Eichkoulp. airchmdker gegen S«lid IN Kirchmöser. Doiotam »eaen Viktoria iu Votsdanr, Boinstrdter lleld. Iartuna gegen Zetilenders-r Ballspiel. ciuii in k.ichterseld«. Eborlottenbnra gegen Raiitg-Dorwiirts in Edar- kotienburq. Oberstraste Wacker g-aen Neukölln in Lankwiti. Genieindepaik. Echöneberä gegen Kustballrina in Schönebern. Deniiuieuevlast. Lnckenmalde Iis aiaen tzriich.Aus und Luckenwalde kl gegen Illierbsg in Luckenwalde. Seil- Heid«. Aariendorf-r Sport-Tlud aeaen Ciern in M-rriendorf. Albrechlstraste. Wolttt-Sdors gegen Nudiodo-i in Wol:ersdori bei Luckenwalde. Dkstme gegen girankeniel-de in Oadme«Sc!«llsSafisspiele: Adler IV gegen Derirnu in Vagkew. Andeego-Oosr: Plast stirteiier-Spe-«verein 24 gegen Känsa in der EhriNianlastrast«. Pankow 05«e4>«n llichte St w Pankow. Mariniilianstraste. Nauen gegen Arbeue, Turnve-kln Pankow in Nauen.— Seginn der Lpiele n-chm'tiggo 2 Übt. Dorber untere Mannschafien. Z!u-I>-kn-iSe»ee»l,erIamnUuua der AAP. Die Versammlung findet e-onn. tag, st. Januar.» Udr, un klar leaarten, Neuloiln. Zwrlogalteirltr. 5 lRech« SetmannolaM, Natt. «rmi» vv- Serelina IV lMUal. d AASO.). Mittwoch. LZ. Sianuar.« Ubr, Tuenb-ckle Sitgstnionnftr.«. telstjaer' i-erierkampi um di««rei-meifts-schaft de» ADS. im Rliigen in der ll-Alosie. Technischer«-»schust der Sluiie«, uab ttauujab-cr. t. Rrti». eistium am 10. Januar. 8 Uhr, bei ffioltet.«nngrtr. 17. »ndernereiu.ckollegta Ebaelottendu-g.«.«. Senerulversammwng Honn- tag. st. Zonuar. m Ubr. im Sootsbauie. Anschliestend Vor!-gg des Denosten Adolf«rck. ffreila«. 14. Januar, spricht Dr. Dergmaun über„Sport und ��»tbÄer.SpneHesie'1.'•«-ddin«. Montag. 10. Ia-uiae, IM Ubr, Slflirt«ari�iin« ist Ledlacroeim am Srunncnpiafc, fihnmet 122 unh 123. SststfUttt. Gonntao. 9. Arn na?, besieht ans Anlaft des SallensportfeUes Cpieloerdot. Dort spielt nur Adlerobos und die Derelnsmannschgst von Erost- Berlin.—«chiedseichtertinse ver-nstolten brr 1. B-zit! om lg.»onuar in Neukölln. Ideal. st lause. MarekinNr. 17.>.�'Ihr: der 2. Vezirk am 10. und 17. Januar. Hoc. bei ßenack, Reiniekeudors, am Vadnbof cetbnbol.s und ber 4 Bezirk am 13. und 20, Januar, 7 Ubr. im Sovö�en-Lnzeuin. Weinmeifter- st-ast- 17. Alle Lstiedorichter baden pünktlich tu erscheinen. .Rvldosst-—.Lurich 02". Freitag. 7. Januar.« Ul,r. Tnrnballe Wrangel- fttnste 128, Serienk-Mvf der A.SUaffc de/ AAB. Eintritt frei. De beatei-llladl obrer. Bund„Solibaritot",(bau s, 4. Be,. Teniren am s. Ja. nnar. Sannta». st. Januar. 1 Ubr. findet das L-allenfvarttest am Kaiserdamm statt. Rege Beteiligmu» aller Abteilungen ist liotu-cirdig. 1. Abt.: Sallensport. fest. Start. 12 Ubr BMowstr. öö.— 3. Abt.! Ialkenborst. Start IM Ubr Laustster Plast— 4. Abt.: Bolanischcr(ßonen(Iustioi-rl. 10 Ubr Beberwiese.— ö. Abt.: Aallensportfest- Sinei 12 Ubr Landoberger Blast.—». Abt.: Tour am Starr I Ubr S»önba»ser Aller 104.— 7. Abt.- Beilebr-mniseuni. Siari istolonleftr. 147.— 8. OUH.r Nlnseum für Böllerkunt« 8 Uhr fviUi; Süllen- spor'sest 1 Ubr Baldenseastr. 19.— II). Abt.: Tour am Slait t Uhr Blockplast. — Bez. 2. Ortogenppe Eharlotieabnrg: Saliensportsesi im lZunlbauo am staiser- deqnm und �inckour über ixe.!, raste durch den Nruneivgld. tziel Spandauer Beck. Tressen 1 Uhr. lrrei.ag, 7. Januar.(Senera.iwrsaaunlnng. Eöstt will- tammen. Toilritlenverein„Die Natuesreunde", tzenirole Wien. Abi. EstarloUenburgt Freitag, 7. Ionnar. 8 Ubr. im Seim Berliner Sir. 137. Veneralv-rsan-mlung. . BZt. E-esun.dbrurne»: ssreitaq. 7. Januar. 8 llbr, im Heim Lorstinaltr. Ist. Zimmer l. Lichtblldrrvartrag:..BilheZm Busch".— Abt. �riebeaan: tzreita«. 7. Januar. 8 Ubr, wi Seim Offenbocher Str. 5a. ISenerolversapiMlung.«- Abt. Oiibvft: ffreitag. 7. Januar. 8 Uhr. im Seim Deiche nberoer Sie. 08. Seimabend.— Abt. Siibwesi: tzreitag, 7. Jaiiliar. 8 Uhr. im Seim Börwald- flraste(Badeanstalt). Sehnabenb.— Abi. Nenlölln: Iugend.gnuppe. Freitag, 7. Januar. 7 Ubr, im Seim stopsslr. K>.©eidhäflllches,— Abt. Roeiendars! lircidag. 7. Januar. 8 Ubr, im Seim Dorsstraste kalte Schule), Vorbereitungen -um Iul.- Abt. Zreptow! lsreitaq. 7. Januar. 8 Uhr. im Selm ttlfenftr. 8, Henerolverfammmng.— Sboe SfiKtbebCiitf Sorben: Zrettaq. 7. Januar. 48 Ubr. im Üttetsbehn Daiviger Str. 62(Baracke III), Ueöuiigostunde. Photogemeinschast: Montag. 10. Januar. 8 Ubr. im Seim Eberl vidr. 12. Iahreaversammlunq.- Naturwissenschaftliche«dt. Montag, 10. Januar. 8 Ubr. im Seim Stralauer Str. 55,„Dom Weben und Ge.wede"-r Abt. Schöbe- berg: Montag. 10. Januar. 8 Ubr, im Seim Sauptstr. 16. Arbeiteplan.»- Abt. Sttgi'st! Montag. 10. Januar. 8 Ubr, rm Seim stniepbos.. Ecke Je«» straste. Gelchiistllcku:» und Doriekungen. Mannlchaito-Schachweitkampt«. Somuag. st. Januar. U» Ubr, find«» d>a Mannschaftowettkämpfe de» Berliner Anbeiter-Schach-stlub» in den Nuvst«». l- Gruppe ihre siorlsestmig. Ed spielen v Gruppe: Ziordring 1 Nordwest I. vleimsir. 10: Neukölln I— SltwZioldlba!» 1, Acuter-, Ecke Boddiplrrgste: Süden k argen Ebarlottenhuna II, Mn--ka--er Str. Ii). Spiekfrn: Weistensee I und tzriedrichsselde l. V.Gruppe.: Südwest II- Mitte l. Lankwistitr. 5: Süden II geeen Neukölln I. Muskauer Etc. 10: Sriebtidtsftlbe II— Sbarlottenbiirg III. Gudrun str. 1: Kriedrichsbain II— Wrddina IV. Elbingee Str. 8. Ecke Cotbeniuo» srrgste. Spielfrei: Gesundbrunnen III. Sonirtog. 9. Januar, 10 Uhr. bei der Tagunq de» 1. stresse» de» Deutschen Arbeiter-Schach-Bund«» beainnt die Du»- traguna der streismeilterschaft in den Arminius-Sollen, Bremer Str. 72. Berliil mit feiner SiilMeinannschoft dürste kann: ju schlag«» lein, dock werden Stettin. Wittenoerge und stottbn» mit aller straft-im den Sieg kömvsen. Berliner Arbeiter. Schach.stlub. Abt. Weistensee. Dienstag. ll. Iannar. 8 Ubr. veransialtet die Abteilung im Lokal Otto Gollae,. Weistensee. Lei, der- slrosle 122. ein Blistturnler. Dil« Lchachinleressenien llnd biergu«ingeliden. Sportliche Pereinigung„Nordwest" gegen„Slegsrjed 09'. Die Liga Kasse beider Vereine trifft sich am 7. Januar in der Turndalle Wielcfstr. 52. Rnbeeveeei»„Areisteti". e. B. Sistn".« lsreitoa Zog Ubr. Porltondefistun« >48 Ubr im Booisliaud Stralau. Tnnnelstr. 28. Besprechung de» Sallensport- feste». Arbeiter-Nads-brerverein Drost. Berlin. Sonntag. 0. Ianuor. irst Uhr. Gtreifgüge durch den Südosten. Endtiel Treptow lIoaerhouschen), Start Waldemorstraste. Ecke Mariannenplast. Gäste willkommen Serienkamps im Bingen. Sonnabend. 8. Januar, 8 Uhr. in der Tiiniball» der 13.-14. Geineindeschule, Eharlctleubura. Pestalo-ististr. 40. Seeienka-mps in der d-«lalle zwischen dem Sport-CIud„Rolor Stern" und dem Sport�llub ..Lucken:no.de". Gäste williom'ncn. «indertu-nv-arte, i. B-uirk. folgende Lelirllunden finden statt: 1. Gruppe: 1» Januar in Adiersdof. Sardenbei-gstnaste. Sebitle: 2. Grnvpe: 30. stanuar in stövenick. DorotbeennZchule: 8. Gruppe' 13. 3ebruar in St:ausbera. Seester. Mübkenstraste. Deginn Punlt 9 Ubr. Anschliestend Eistung. Sport. Großkampftag im Sportpalast. Um die deutsche MittclgewichtBboxmeisteeschaft. Zum zehntemnal wirk heut«, Froiteie), Ostends 8 llhr, im Sport- palast die deutsche Mittelgewichtsmetsterschast im Boxen aus- tzetrugen. Hein Domgörgen Köln wird seinen Titel über 13 Runden mit 4 Unzen hart gec,en Maller Funk« verteidigen. Bei unentschiedenem Kampf wird Domgorgen seinen Titel behalten. Max Schmeling, der deutsche Holbschwergewichtsmeister, trifft über 16 Runden auf den erstklassigen englischen Schwergewichtler Joek Stanley. Hermann H e r s e. der den Titelkamps gegen Grinim vor einem halben Jahr durch eigene Schuld verlor, aber inzwischen in der Provinz jeden Gegner nahm, kämpft gegen den holländischen Mittelgewichtsnieisier Pict Brand. Rennen zu Auhlcsien am Donnerstag, den 6. Zanuar. 1. Rennen. 1. Cstarode fJ. jpiiilS), S. Kartenspieler sClabund«), st. Sultan S(W. Eberl) Tolo: 37: 16. Platz: 17. 23, 11: 10. Fern« lielen: Jrarn, Jungfer im Krünen, Großmogul, Lux, Diunh Aggowa», alellerrole. Kwsichl, ttibbrinj je., Halma. Hinrich, Propeller. Frank. 2. N c n n e n. 1. Ilona W.(R. Roll). 2. Raßgrad(®. fliait), 8. LWS- coli jr. sJauß). Toto: 16; 10. Platz: Ii, 16, 15: 10. Ferner liefen: Blaumeise. Eoiiolamis, Baron Tlatls jr.. Czillag al« L. di«q. 8. Renne n. 1.?llp-ugeier(Jauß si.). 2. Kammerlänger kB. Heckert), 3. 2. R e ii n e n. 1. rHofmeisterin B. sKnöpnadel jr.Z. Toto: SZ: 16. Platz 33: Kl. 1. hMiglich Er. Bahr). Tolo: 106: 10. Platz: 27- l». 3. Slruwclvtler(E.»ingilB). Platz: 5l: 10..lerncr liefen: Idas«, Eckflein. tili 1. diSq., tlLnig Robert, Gerhard,.kfinostern, Herostralo�. 6. R e n n e u 1. JohomiiSIäier(2?. Eberl). 2. Bläue Adna(Heckert), 3. Franleniiein(,7. Badi. Tolo: 44: lO. Platz: 18, IS. 17: 10. Feruer liefen: Baron«xworthh. Cadiac Axworthn, Tiolleur, Lockung. 7. Renne n. 1. Maikönigin 1(O. Haller), 2. Brilon Prinz(E.Perk), 3. Goudskcr jr.(G. Herforib). Toto: 212: 10. Piatz: 42. 20. 48: 10. Jerner liefen: Leuchtkäfer. O'Copt. Leerbcrg, Kronsbeere, Dolo FriSco, Erisa, Benedict, Salome, Liebesbote, Dina Watts. Fortsetzung des grossen Leipziger Strasse, Aiexanderplalz, Frankfurter Aliee, Bclle-Alliance-Strasse, Brunnenstrasse, Kottbuser Damm, Wilmersdorfer Strasse, Gr. Frankfurter Strasse, Chausseestrasse INVENTUR Preise teilweise bis zur Hälfte Msngembgabe«orbebalten» Rain ferkuf ti Wted.nr.rkiuftr Beginn: 3* Januar herabgesetzt Restbcstände und andere Gelegenheitsposten enorm billig nur Ausserdem: LEIPZIGER STRftSSE-» ALEXANDER PLATZ» FRANKFURTER ALLEE Verteilt nur soweit Vorrat (Stmit* unö AbAkdnsttvdn Mengenauasue TOrbetelten Berliner Schlachthausware Pa. Suppenfleisch......... Pfund 78Pt. Pa. Fehlrippe u. Brust.. Fiund 88pi. Pa. Ochsen.Sct.morflelsch Pfd. 1,30 Pa. Hammelvorderflaisch Pfd. 88pi. Pa.HammelrOcken........ Ptnnd«dpi. Pa. Kalbskamm............ Pfand 90pl Pa.Kalbsnlerenbrat. a.BUtt. pw.SBpi. Pa. Schweineschinken..Ptnnd 1,14 Pa. Schweinebauch o�eumgr, Ptd.1,08 Pa. starke Liesen.......... Pfand 00 pf. Pa. ROckanfett entttrü,. iwcbpi, PfamOOPi. Pa. Schabefleisch.......... Ptnnd 1,20 Pa. Gulasch Rim-, Sshr.-i. bibn..Pfd.l,io Pa. ausgalasscner Talg Pfd. 60 Pf. niiiiimiiuiiiiiiiimiiiiiiiuiiirmiiiniiiiiiniiiiiiifb Pa.Ochsan-SuppenflelschPtd. S5i Pa.Ochsenkammu..brüst Ptd. SOPt. Pa.Ochsengulasch». Kn, Pfand 78pl Pa.OchseivSchmerri. K«i«.t.K.,Pfd. OOrt. Pa.SchwelnskOpfe ir.,m.3»ct,pid,52Pi. Pa. Schweinsnlcran,rrtseha, Pfd.84Pt Pa.Oahacktcs............... Pfand 7SPt Slllzwurst..... Ptnnd 90Pf. Grobe Mettwurst Pfd. 1,00 Speckwurst..... Pinnd 1,10 Hausni.-LeberwurstP(d.1,t0 Hildesheimer...Ptnnd 1,25 Knoblauchswurst Pfd. 1,26 Mettwurst n. Br. Art, Pfd. 1 ,40 Plockwurst..... P.nni 1,60 Nolit. Salami. n.Zsrvelatw. PW. 1 ,80 Schinkenspeck Ptnnd 1,75 Speck fetur...... Pinnd 1,40 Frisch. gebr. äoe eigener ßööterei Pfond von Kaffee 240 u ■1, Dose Jg. Schnitt- u.Brechb. 58Pi. Jg. Wachsbrechbohn. 78Pt Jg. Stangen, Schnitt- n. Brechbohnen..... 95pt. Kohlrabi in Scheiben.. 48PL Sellerie In Scheiben.... 1,10 Pfefferlinga........... 82pi. Jg. Erbsen............. 70Pt Jg. Erbsen mittelfein. B8Ft Leipziger Allerlei— 85 Pf. •/, Doe« Gem. Gemüse mittel... 1,05 Apfelmus.............. 72Pt Aprikosen halbe Fracht. 1,75 Birnen h.lbeFiacht..... 70 f. Birnen eanze Fracht... 65Pr. Pflaumen halbe Frucht 85 PI. Pflaumen ganseF.ncht 68pl Heidelbeeren......... 85 PC Ananas.... l-Pfd. vo«« 90pi. Kürbis................. 55Pt Lins:n........... Pfand 20PP Weisse Bohnen Pfund 18pi Graupen.einn.mittei.Pid.27Pf. Eier-Bruchmakkar.Pid.45Pt. Eier-SchnittnndelnPfd.45Pt Eier-Fadennudeln P.d. SOPf. Kal i Backobst 5-Fi�Pid.55, 65 Pf. Kalif. Ringäpfel Pfund 83Ft. Kalif. Birnen...Ptnnd BSPf. Kalif. Pfirsiche Pfund 80Pt. Kalif. Aprikosen Ptnnd 1,50 Aicke und RSuckerwarm Snüiv Frü istückskäse Stack 15 Pt. Camembert.. Schachtet 30 Pf. Harzerkäse i-prd.-K*i. SS Pf. Edamer Käse...Pfund 85 Pf. Tilsiter vohfett...ptund 1,05 Brie-Kftso vollfett, Pfand 1,10 Holländer...... Pfund 85 Pt. Emmanthalero Bind.Pid.1,50 MneStrmgep.d24pt. ScheMche p.nnd Z2p-. RolbarS...... �25.... 6Ctl0Ö)$o K�.pfd 25pf ÄaWlou...... Pfand 2ipt FettdüSlinge p.d 4Zpc Cvrstten... Pfund SJp.. Räuchmermge, 2vp, CetZaKs ptnnd ZV... Räucherlachs �2" Ztmulee 380*805 OS Pfund CiSsardinen Rindfleisch MarfiarlBfl....Pfand Mpt. Roisäiiralz. Pfand 75pi. Bratsssdisiaiz pfdJOpt. Qrtübensdiinaiz pfd.SSpf. Portugies. Dole ca. 1 ku i95 im eig. Saft Doee ca. I kg 1 Weiss- ,Rot-.WInin,kahlP!ü 8Pt. Mönren....... 3P;und20Pf. Zwiebeln..... SPmnd 25pl Sellerie nromer. Pfand 16 Pf. Manoarinen.... Pfand 35Pt Apfelsinen DatzendDS, 70 Pf. Tirol er Tafeläpfel Pfd. 30 Pt. Ananas.......... Ptnnd 1,00 SuRRenhühnercfrorem ptdi29 Gänsegefroren......... P,nnd78 nnd 88 ÄBnmsrEfl.lDJSlüÄi Erflb.liprikes.,Iürsäi]u lobaBiilsbBßr......... l20 PfianmsD nnd Oraats 1M Besonders blll.ge Weine u. Spirituosen gute gepflegte Qualitäten - Bestposten- ffeinerTafelweine ,2- 150 3 Jetzt B frhber 'IjFLble eine hllemUch Steuer n. Klaacbr 1924 er Bayerfelder Schlotsberg.. 1 1922 er Zeltlnser Hlmrnelreleh..... T50 1922er Welsenhelmer Hasenzell...I30 1922er aosscrather St nictael... I75 1922 er Stauneberger HascnlSufcrZ00 2 so 300 1920er Graacher Domprobst.....>«co Origmalge wachs W. E. Veiten..........."V Zur Bowle! 10 FL1925er Edcnkob. Klrchberg{ 2 PI. Fruchtschaumwein I 1 2 Dussei- pynechextrakte dopfor früher �25 Fd. |50 trüber gO'J jetzt 'ft Fl. 1 175 Jntxt 1 Hervor ra-ender Bordaaux-Tifeiwein 1920er ChAteau Larose u rusrh. '50•dnecbllevaUcb Steuer und Plrsrh'-l HERMANN Freitag 7. Iaaoar 1927 ntechaltung unö öellage öes vorwärts Jette. Bon Anna Mosegaard. Droben in Jütland, mitten auf der Heide, steht einsam und verlassen ein strohgedecktes kleines Haus. Es ist nicht größer, als dah es einer seltsamen alten Frau gerade Raum genug gemahn In der Hofeckc. die den stolzen Namen.Stall" trägt, meckert sogar eine Ziege und sünf Hühner gackern herum. Nachts sigen sie in der Küche über dem Herd. Sobald der Tag graut, sind sie drauhen aus der Landstraße, um sich ihr Futter selbst zu suchen. Die Eier ober trogen sie hübsch nach Hause und legen sie in den Holzkasten. Die Ziege grast ebensalls.kostenlos" am Wegesrand. Abends trottet sie nach Hause und bringt der Alten ihr« Milch. Und da fragen sich die Leute noch, wovon die Alte im.Hexenhause" eigentlich lebt. Hexcnhous haben sie dos Häuschen getaust, das so all ist. daß dunkelgrünes Moos das Dach bedeckt. Mitten drauf wächst sogar ein Holunderbusch. Hexe nennen sie die alte Frau, die in ihrem Leben nur Gutes tat. vielleicht ärgert es die Leute, daß sie nichts Näheres über die.Hexe" wissen: woher sie kam und-wer sie ist. Nicht einmal den richtigen Namen wissen sie. Das ist auch gar nicht nötig. Mögen sie sie ruhig.Hexe" nennen, die olle Frau legt ab- solut keinen Wert darauf.„Hexe" ist nicht viel häßlicher als„Jette". Ja.— wovon lebt denn Jette eigentlich?— Ach. sie war ja so genügsam. Ein Töpschen Ziegenmilch, ein Ei— dazu ein paar Brotrinden, die, in Kassee ausgeweicht, wunderschön schmeckten.— so viel hatte sie immer. Und dabei sparte- sie von ihren fünf Hühnern noch so viele Eier zusammen, daß sie dafür beim Höker unten im Dorfe eine Tüte Kaffee, Zucker, Mehl und Salz eintauschen konnte. Selbst im Winter fehlte es den Hühnern nie an Futter. War erst das Korn eingefahren, nahm Jette den Sack auf den Rücken und ging auf die Felder zum Aehrenlcsen. Eine mühsam« Arbeit war es,— ihr alter, krummer Rücken wollt« nicht mehr so recht, aber es ging schon noch. � Fuhr der Herbstwind heulend über die Heide, stand Jette am Fenstsr und rieb sich vergnügt die Hände. Nun prasselten die Tannenzapfen nur so herunter. Das gab Feuerung für den Winter. Da war kein Sägen und Hacken nötig. Tagelang streifte sie durch den nahen Wold. Viele Säcke voll Tannenzapfen schleppte sie nach Hause. Kam die Zeit der Torfeinfuhr, bann kam für Jette die beste Zeit. Dann brauchte sie nur am Wegrande zu sitzen, wenn die Wagen vollbeladen mit schwarzem, hartem Torf oorüberächzten. Etwas fiel immer dabei ab; sie brauchte nur aufzusammeln und in ihrer großen Schürze davonzutragen. Im.Hexenhaus" waren alle Ecken mit'Torf ausgestopft. Mochte der Winter nur kommen,— Jette konnte ihm mtt Ruhe entgegensehen. Wie oll Jette eigentlich fem mochte?— Ja, das wußte man ebensowenig. Mehr als ein Jahrzehnt war es nun her, daß Jette im„Aexenhause" ein Unterkommen gefunden hatte. Schon damals ging sie so gebückt einher. Mit jedem Jahr, das vorüberging, sank ste mehx und mehr iq sich zusammen. Ihre kümmerliche, krumme Gestav perriet Arbeit, Armut, Not und Entbehrungen. Die gelbes, gichtgekrümmten Frauenhänd« mochten einmal sogar schön gewesen sein! Schön wie ihre klugen seelenvollen Augen, die selbst tm Greisenalter ihrem Vogelgesicht noch einen eigenen Reiz verliehen. Urgemütlich ist«s in Jette» Stübchen. In der Fensterbank blüht es, Sommer wie Winter.- Sie hat ein« glückliche Hand in der Blumenpflege. Am Blumenfenster steht «tn breiter, wackliger Stuhl; hier sttzt Jette am liebsten und schaut hinaus auf die stille Heid«. Im Hintergrunde der kleinen Stube steht Jettes brettes, molliges Bett. Blendendweiß wie ehemals'st es nun nicht mehr: ihre armen, schwachen Hände können nun nickst mehr so waschen. Ader es geht schon. Wenn es nur einigermaßen frisch und rein und vor allem„gemütlich" ist. Daraus legt die wunderlich« Zllte nun einmal den größten Wert. Auf einer Reale über der Kommode steht sogar in Reih und Glied manch schönes Buch, das davon zeugt, daß Jette einmal hellere Tage gesehen hat: daß ihre schönhettesuckiende Seele nichts Unfeines. Niederes um sich duldete. In der Mttte des Stübckens steht ein altersschwacher Tisch, außerdem noch eine wackelige Ofenbank, sonst nichts, nichts als bittere Armut. Jette empfindet ste nickt mehr. Sie ist in ihrer Anspruchslosigkett das zufriedenste Menschenkind von der Welt, mit der sie längst fertig ist. Fertig mit der Welt,— und fertig mit den Menschen. Da» will sogen, sie gebraucht die Menschen nicht mehr. Dielen aber ist sie trotz ihrer Armut noch Wohltäterin geworden. Ja, so war es? Die mühselig Beladenen fanden den Weg zu ihr. Denen war sie kein« Fremde, sie fürchteten die„Here" nicht. Bettler, Landstreicher, Vagabunden:— so nennt die Welt sie sa wohl.— es geht niemand vorbei am„Hexenhaus" Jeder ist willkommen und findet stets etwas Eßbaies dort, eins„Wegzehrung", wie Jette es nennt, und ein freundliches, gutes Wort dazu. Und es kam ein Winter, wo die Zahl der Arbeitslosen ins riesenhafte wuchs. Menschen, die die Not bisher nur vom Hören- sagen kannten, lagen nun selber auf der Landstraße Jette hockte vor dem kleinen Ofen, der nicht mehr brennen wollt«. Er rauchte. Mit ihren armen krummen Fingern suchte sie den Schoden auszubesiern. Jettes Runzelgesich strahlte, als ihr Werk nach vieler Mühe doch gelungen war. Nun füllte sie ihn mit Tonnenzapfen, bei— wie die brannte» und knatterten! Als das Stüb- chen dann richtig molliq-warm war, legte sie noch zwei dicke schwarze Torfsoden hinein, die konnten dann stundenlang glimmen und den Kaffee warm hatten. Kam dann solch hungerndes, frieren- des Menschenkind hilfesuchend ins„Hexenhous". hatte Jette immer gleich den Kaffee auf dem Tische. Es war absolut kein Spaß, das Stücklein trockene Brot, dos einem hier und da durch die Tür- spalte gereicht wurde, auf der Landstraß« zu verzehren Das schmeckte viel, viel bester im warmen Stübchen bei einer Taste heißen Kaffee. Und die Freude, wenn Jette sogar noch ein Ei da.zu in die Pfanne schlug! Dann vergaß man für eine Weile alles Leid. Kam ein Handwerksburjch« zu ihr, dem die Zehen aus den Stiefeln guckten, der bekam zwar erst seine„Kopfwäsche", weil er sich Nicht schämte, der Welt so etwas zu zeigen, hinterher gab es aber immer etwas zu esten und zu trinken und heile! trockene Strümpfe dazu. Stiesel konnte sie ihm leider nicht verschaffen. Nein, das konnte sie nicht, dazu reichle» ihre Mittel nicht aus, aber die Löcher und Riste in der Hose, die konnte sie ihm stopfen und flicken. Schön wurde es zwar nicht, wen» man es so am Leib« nahen muhte, aber der Wind pfiff doch nicht mehr so hindurch. Hort und streng war der Winter, wie lange nicht. Sturm, Schnee und klingenden Frost brachte er. Furchtbar wütete er auf der Heide. Es war spät am Abend. Jette lag schon im Bette und lauscht- her wilden Melodie, die der Sturmwind sang. Da klopft es ans Regierungs- Kombinationen. Wie freut's den nationalen Mann, Wenn er ein Lustschloß bauen kann! Dean solch ein San ins Slaue kennt Kein unbeliebtes Fundament! Fenster. Jette besann sich nicht lange. Sie stand sofort auf, fuhr in ihren roten Unterrock und öffnete. Draußen stand ein Mann, klappernd vor Frost. Angst und Berzweiflung brannten in seinen Augen. Die schlotternden.Glieder steckten in dünnen Sträslings- kleidern. Jette erschrak zwar ein wenig, hieß ihn aber eintreten. Man jagte bei' solchen Wetter keinen Hund vor die Tür. Klappernd vor Frost stand«r vor ihr. Kein Wort kam über seine Lippen. Jette verstand ihn auch so. Sie wußte, worum der Mann bat. Um «in Fleckchen zum Ausruhen. Nur ruhen! ruhen!— Ob er hungrig sei. forschte Jette und faßte schon nach der Kaffeekanne.„Nein." er konnte nichts essen, obwohl er fett zwei Tagen nichts über die Lippen gebracht hätte. Cr war zu müde, nur schlafen, schlafen! Kurz cntschWen pack�sie� de» Bonn m ihr Bett. Er schsisf schon, noch ehe er„die Beine sin Bett hätte". Eine Weili saß Jette in ihrem großen Stuhl. Unbarmherzig pfiff der Wind durch die Fensterritzen. Jette fror. Sie versuchte die Glut im Ofen neu zu de. leben: es gelang ihr. Bald knatterte ein luftiges Feuerchen im Ofen. „Hm! eigentlich schade, daß das Feuer für nichts und wieder nichts brennen sollte." dachte Jette. Wenn sie dem Mann nun bei gleicher Gelegenheit eine Suppe kochte, nötig schien er sie zu haben. Er war recht elend: die Rippen konnte man an seinem mageren Körper zählen. Wie rasch sein Atem ging. Große rote Flecke brannten auf seinen Wangen.„Kirchhofsrosen" nennt sie der Bolksmund. Jette überlegte.— Eine Suppe war schnell gekocht. Aber wovon?— Run lochte sie verschmitzt. Wenn man Hühner im Stalle hat, kann man alles. Also auch Suppe kochen. Leid tat es ihr allerdings um die zahme, schwarze Henne, die chr aus der Hand fraß. Aber aUersschwach war ste ja. und Eier legte sie auch nicht mehr. Also weg damit! Bald brodelle die Suppe überm Feuer. Ein lieblicher Geruch verbreitete sich im Stübchen. Der Mann im Bett schlief fest. Er schnarchte laut. Ihn störte das Herumhantieren nicht. Im Küchen» schrank fand sie noch einen Beutel mit Mehl ein paar Eier waren auch noch da. Run rollte Jette Nudelteig. War das eine kuriose Melodie! Der heulende Sturm, der schnarchende Mann; dazu das rumpelnde Nudelholz. Erst als der helle Tag ins Fenster sah, erwachte der Schläfer. Erschrocken sah er sich um.„War jemand hier?" war seine erste Frage.„Ne!" sagte Jette und fragte so nebenbei, wie er geschlafen Hab«. „Danke, sehr gut." Beschämt erkundigte er sich danach, wo sie denn geschlafen habe. Jette lachte.„Ich war natürlich hier. Geschlafen Hab« 4ch nicht: dazu habe ich Zeit genug, wenn ich gestorben bin. So'n bißchen genickt habe uh in meinem Stuhl." Ob ihm nun wohler sei? Ja, o ja? Aber hungrig sei er. Na. dafür wußte sie guten Rat. Und sie tischte auf. Nudelsuppe und Hühnersrikastee. Der Mann aß, nein, er schlang nur so alles hin- unter. Bier Teller voll Suppe und ein Hühnerbein verschwanden in seinem holen Magen. Als er dann satt war, bekam er es furcht- bor eilig.„Tausend Dank, Mütterchen." sagte er,„noch keine Mahlzeit schmeckte mir so wie dies«. An diese Nacht werde ich denken bis an mein Ende." Nun machte er ihr ein« tadellose Verbeugung und küßte ihr ehrfuchisvoll die krummen, häßlichen Hände. Ber- wundert blickte Jette auf. da war er ober auch schon draußen. So wie er ging und stand. Aus dem warmen Bett in den eisigen Wintertag und in einer solch dünnen Kleidung? Nein, das ging doch nicht an. Jette hotte ihn wieder zurück. In einem Winkel fand sie ihre alle, zwanzigmal gestopfte, gänzlich aufgcfchlistene Woll- jncke, die sollte er absolut anziehen. Widerrede duldete sie nicht. Run. der Mann widersprach ja auch gar nicht. Mit herzlichen Dankesworten zog er sie über seine Sträslingsiocke. Jette wickells ihm noch einen wollenen Schal um den Hals, so, nun konnte er ab- schieben Sie brachte ihn sogar noch aus den Weg, der am nächsten zur Stadt führte. Und gleich vorn, da läge der Bahnhof. Jette hatte nicht gefragt, wo« der Mann ctgcutlich verbrochen hatte. Zitternd vor Kälte humpelte sie heim, räumte den Tisch ab und freute sich, noch einen Rost Suppe und Fleisch für den nächsten Tag zu haben. Sie war müde, richtig hundemünde,— jetzt dacht« sie auch an nichts anderere,— nur schlafen! Sie hatte sich bei ihrem Aller doch wohl zu viel zugetraut. Gerade als st« beim Etnschlofen war. klopfte es wieder, genau wie gestern abend. Und wieder stand sie auf und öffnete. Erschrocken fuhr sie zurück; vor ihr standen zwei Kriminalbeamte. In schnarrendem Tone fragten sie, ob hier nicht ein Mann vorgesprochen habe. Es handele sich um einen Sträfling, der aus Horsens Zuchthaus ausgebrochen fei. �(Schluß folgt.) verlorengegangene Techniken. Trotzdem unser Zeitalter stolz darauf ist, d as Zeitatter der Technik genannt zu werden und wir der Anschauung stnd, auf diesem Gebiete den Höchstgrad der Vollendung erreicht zu haben, da Radio, Lustschiffe, Flugzeug, Elcktro-Magnetlsmus einen Ruhmeskranz, der. modernen Technik bilden, so haben wir doch eine große Anzahl von Künsten, die die Allen besessen haben, nicht mehr »nb sind weder in der Lage, ihr Wesen zu ergründen, noch diese Techniken wiederzufinden' oder neu auszubauen. Man denke nur an die hervorragende Kunst der persischen Teppichknüpjerei und öir Herstellung von Gobelins, die heute weder der Beschaffenheit nach noch der Farbe nach anzufertigen sind. Das rein Künstlerische dieser Knüpstechnit ließe sich natürlich erneuern, da nicht anzunehmen ist, warum nicht wieder ebenso hervorragende Meister der'Zeichnung und der Malerei entstehen sollten, wie sie vor Tausenden von Jahren vorhanden gewesen sind. Aber die wundervollen Farben, mit denen die Stücke eingefärbt sind, übertreffen unsere Anilinfarben und alle anderen Farben, die wir augenblicklich herstellen, bei weitem. Auch auf dem Gebiete der Glastechnik, die vollkommen verloren gegangen war, sind wir erst wieder allmäl?lich zu der Vollkommenheit empoc- gestiegen, die die Aegypter bereits vor vielen tausend Iahren erreicht hatten. Bei den ägyptischen Ausgrabungen wurden Gläser gesunden, die eme Technik aufweisen, die uns heute noch unbekamtt ist. Eo sei nur an die grüne Schale uu Dom zu Genua erinnert, die auch „der heilige Gral" genannt wurde und die so hervorragend in der Farbe ist, daß sie viele hundert Jahre lang als ein gewaltiger Smaragd angesehen wurde. Diese herrliche Schale ist schon von den Kreuzfahrern in einer alten Moschee aufgefunden worden und hat ein Aller von mindestens 2000 Jahren. Äehnlich hervorragende Glasstücke kennt man aus Rom und aus Pompeji. Erst im IS. Jahr- hundert begann die deutsche Glasindustrie eine Rolle zu spielen. Messung des Lärms in Chikozo. Das Städtische Gesundheits- awt von Chikago hat mit einem neuerdings vervollkommneten Lärm- meßapparat die Stärke des Lärms an verschiedenen Stellen der Stadt registrieren lassen. Als Meßeinheit gllt dabei eine miitelstorke menschlich« Siimm«. Es stellte sich heraus, daß in den belebtosten Geschäftsstrohen der Lärm das tchcfach« dieser Einheit erreicht«, und daß er in Stroßenhöh« etwa dreimal so stark ist als auf dem Dach eine» Wolkenkratzers. Ferner wurde festgestellt, daß der Lärm einer Dampflotomotiv« bei gleicher Länge des Zuges dreimal so stark ist wie der einer elektrischen Lokomotive. /lbschieösworte an einen Norüpolarfahre?. Lebe wohl, die Träne hängt am Blicke, Welcher dich von dannen gleiten sieht. Dir ersüllt der Horizont sich zum Geschicks, Und der Movenruf zum Lied. Ewige Ewigkeiten bist�du, Skagc, Die entmenschte Menschheit los. Unser Rattennest scheint dir nur«ine Sage. Und die Zettung dient als Brennstoff bloßu Ach der Nordpol ist die einzige Gegend, Wo die Parze Friedensstoffe webt. Wo man sich von hier nach dort bewegend Seiner Seele schönster Regung lebt. Weder daß man morgens zum Ersatztee Den Ersatzgeist- ausgetischt bekommt— Nein, der Eiskaffee ist hier am Platzte, Und die kalte Schnauze ist's, die frommt. Denn der Eisbär ist ein edler Räuber. Und ein stummer Bruder der Pinguin. Möven sind die leichten Zeitvertreiber Und ein biedrer Freund der Schneekamin. Kehrst nach manchen Jahren dann zurück du— Liegt Europa brach von Menschen leer. Bleib in deinem weißen Nordpolglück— du Findest eine goldne Welt nicht mehr. Klabund. INVENTUR- Al)§ VERKAUF Jackett- Anzüge Diverse Anzüge in verschiedenen Stoffarten 56.—, 49.—, 38.—, 33.—. 25.—. 18.— Blaue Anzüge, ein- ond zweireihig, aus Cheviot- und Kammgarnstoffen, in reicher Auswahl, je nach Qualität und Art.. 82.—, 74.—, 68.—, 59.—, 48.—, 36.— Anzüge. Maßersatr, aus guten bis zu den besten Kammgarn- und Cheviotstoffen, je nach Qualität 94.—, 85.—, 78.—, 70.—. 63— Jacketts und Westen, marengo Cheviot■ von 35.— an Cuts und Westen aus marengo und schwarzem Cheviot, je nach Qualität.... 63.—. 48.—. SS- Einzelne Jacketts aus färb. u. blauen Stoffen v. 21.— an Winter-, Frühjahrsmäntel und Paletots Ulster und Raglan, verschiedene* hallbare Stoffe 59—, 49.—. 42.—. 35.—. 23— Paletots mit Samtkragen, marengo Cheviot und schwarzer Eskimo, je nach Art.. 81—, 68—, 54.—. 45—, 39— Gehrockpaletots aus marengo und schwarzen Stoffen, in verschiedenen Qualitäten, tadelloser Sitz, je nach Art.... 89,—, 81—, 67—, SS- Ulster, Ersatz für Maß, nur aus guten bis zu den besten Stoffen, nach neuester Mode gearbeitet 96.—, 81—, 76—, 68— Sportanzüge Sportanzüge, teils mit Breeches, teils mit langer Hose, aus Homespun, Gabardine, Kord und anderen Stoffen, je nach Qualität und Art 42.—, 38—, 28— 25—, 22— Manchesteranzüge, gefütt. Sportjackett. Breeches oder lange Hose..... 38—, 35—, 31—, 27— Anzüge, dreiteilig, aus Kord- und anderen modern- gemusterten Stoffen, zum Teil mit langer Hose vorrätig............ 63.—. 58—, 51__ Anzüge. Ersatz für Maß. aus nur guten Stoffen, streng modern gearbeitet, teilweise mit langer Hose vorrätig......... 81.—, 72—, 69__ Hausjoppen und Schlafröcke Hausjoppen, gute Qualität, ra. Verschnürung 32—, 27—, 19—, 16—, 1250 Schlafröcke aus molligen Stoffen, mit reicher Verschnürung........ 44—, 39—, 33.—, 28__ Lodenjoppen— Lodenmäntel Winterjoppen, zweireihig und in Sportform, aus guten Lodenstoffen, je nach Qualität und Art 36—, 31—, 27—, 24—, 18—, 11.50 Lodenmäntel für Damen und Herren, aus imprägniert. Strichloden 44.—, 35.—. 27.—. 24.—, 18—, IS.— Westen. Fantasie, von 4.50. Waschwesten v. 3—. Stoffwesten............. von 2.75 an Chauffeur- und Livree-Kleidung Manchester- oder Kordanzüge, Joppe ganz gefüttert. Breeches oder lange Hose...... 28.50 Kordanziige, grau oder modefarbig, Breeches oder lange Hose.............. 52—, 48.— Livree-Anzüge aus grünem, braunen oder blauen Düffel, mit Aermelweste........... 86.— Dazu passende Mäntel, warm gefüttert.. 86.—, 78.— Chauffeurmäntel aus kräftigem Düffel, warm gefüttert, Aermelwindschutz........... 62.— Chauffeuriederioppe 55—, Lederbreeches. 45— Lange Lederhose................ 32— Chauffeurpelze, kräftige Stoffbezüge, Schafpelzfutter, Schafpelzkrag., Aermelpelzfütterg. 129.—, 98.— Fahrpelze. Kordbezug. Schafpelzkragen 139.—, Düffelbezug, Opossumschweifkragen..... 159.— Fahrpelze, für Kleinkraftdroschken und Motorradfahrer, mit Schafpelzfütterung........ 105.— Nacktpelze, wenig gebraucht. r-r» 33.—, 25—, 19— Lederbekleidung Herren-Sportjoppen, schwarze Chromleder, warm gefüttert............... 61.—. 55.— Braunes Chrom- oder Nappaleder, je nach Qualität 108— 88—, 76— Herrenbreeches, braun 65.—. 55.—, schwarz 45.—, lange Hose.................. 32.— Autoraäntel, braunes Chromleder mit Plaidfutter, 120 cm lang.......... 175— 145— 125— Damenlederjacken, braun, elegant gefüttert 135— 105— 89— Hosen Gestreifte Hosen, aus Zwirn-, Satin- und Kammgarnartigen Stoffen.■ 8.90, 650, 5.—. 4-25, 3.25 Cut-Hosen aus modernem Streifenmuster, je nach Qualität 26—, 23— 18— 15— 13.50. 12— 10— Breeches aus Homespun. Kord u. anderen Stoffen, je nach QualiL 16.50, 14.—, 12.—. 9.—, 7.50, 6— 4.90 Manchesterhosen in vielen Qualitäten und Farben. Breeches von 8.25, lange Hosen.... von 6.75 an Schwarze Hosen für Beamte und Kellner, verschiedene Qualitäten..... 17.60, 12,—, 10.50 8.90 Pelze Sportpelze, versch. Fütterung 198.—. 135.—■, 115.—, 95__ Gehpelze, schwarze Bezüge, verschiedene Pelzfütterung.............. von 145— an Autopelze von 220—, Ledersportpelze von 195.—, Jagdpclzc.............. von 165.— an Pelzjoppen, pelzgefütterte Windjacken•. von 72.— an Damenpelzmäntel von 98.—, Damenpelzjacken von 49.—. Damenpeizscbals........... 18.90 Gummimäntel für Damen und Herren Köpermäntel für Damen v. 13.50, für Herren v. 7.50 an Doublämäntel von 29.—. Covercoatmäntel von 21.— an Diverse Damen- und Herrenmäntel in allen möglichen Stoffarten, und Qualitäten, Preis nach Qualität und Art........... von 13.50 an Gabardine- Mäntel ans Wolle und Baumwolle, Preise nach Qualität und Machart, aus Wolle, von 60.—. aus Baumwolle....... von 18— an Windjacken für Damen 9.50, für Herren 6.95, für Jünglinge 6.25, für Knaben.......... 5.75 Motorradüberanzug 24.—, Motorradkombination 19.50 Skianzüge imprägn., versch. Farben 33.—. 29.— Damenmäntel Serie I: Ulsterstoife oder Velours.rfrcail& S9/30 Untergrundbahn Stettiner Bahnhof Handelsverbot. Auf Grund der Aerardnung über Kandelsbefchrankunae» vom>3. Juli 1923 >N.-S. Bl s TM) habe ich der tf heirau de« Schlächtermeister« yegrl. Marie, qeb. (Ballte, tu Berlin, Weistenseer Weg 79 8«. duräi Beristzuug oam 20 O'tdber 792t) den tgandei mit allen Gegenständen de« täglichen Bedarfs wegen Unzuoerläfsigkerl in brtug aul diese» Handelsbetrieb rechts. iräflig untersagt. tili II G.V. 7. 26) Berlin, den 31. Dezember 1926. Oer JJoIljcipcäfidcnf Im Austraget gez. Adriaal. Von der Reise rurtick Dr. H. Bernhardt HnTJ-, Hosen-. Ohrenarzt. Verkäufe Leiterwage». Schubkarren, Ginzelräder. Achsen. Federn. Elodus. Dresdener- stroge SS.. Morikvtatz 127 3Z.» leppich.Itiventur-Ausoerlauf. Ten- pich«. Brücken. Diwanbecken, Läufer- swffrefte, Felle. Einzelstücke fehlerhaft, unerreicht billig. 260/306 Bouele 27/—. Fabriltenvichverkauf Friedrichstroh« 3051. Nabe Leipziger Strafte.• Drehrallentelchle. Leistungsfähigste Spe-ialfabrii. Rallenwandlung 2VU,—. Rasentbalerstraße 26.__• Teppiche, Diwandecken. Tischdecken. Bettvorleger. Läuferstakfe. prachtvolle Auswahl, ertra billiae Scleaenheiten. Tonrad Fischer, seit ISZl Potsdamer- ßtoRe 109.• »ckleidunqssiücl'e, Wäsche usw. Pelzwarcnfabrik.(Sröftte Auswahl, beste Berarbettung, billigste Preise. Iahlungserleichierung bei lofortiger Lie. ierung gestatici. Pelzmäntel. Pelz» iacken, Ehaufseurpelzc. Pelziovpen. Sportvelze. Gehpelze. Pelzgarnituren. Stnnlskragen, Fuchskragen. Wölfe, Be» fahfelle. Uniarbeitunqeu, Reparatur- annähme. Tauber. Grünstrage 1. an der Gertraud iensbtahe. Nähe Spitlel- markt. Wenia aetraaeue, teils auf Seid« ae- arbeitete. erftNaistae Iackettanzllae. Frack- anzllae. Smotinaanzstae. Gehrockanzstae Cutawaps. Winterpaletots, Ulster. Bauämnzüge. für jede Figur passend. auherdem hochelegante neue Garderobe sowie Pelzmäniel, Pelzsocken, Herren. spart- und Gehpelz« zu staunend billigen Preisen hn Leihhaus Lowick!, Prinzen- ftrahr 105.«in« Treppe. Kein« Lom- Hardware.• Getrogene Serrsngarderoben Gefell. schaftsanzügi für korpulente Figuren staunend billig. Nag. früher Mulack- strafte, icbt Gvrmannstrahe 2.7 2 6.* Verleih hocheleoanter Gefellfchafts. Anzüge. Leihbaus Lowicki. Prinzen» (rrafte 105. Wenig getragene Anzüge. Hosen, ein- zeln« Jacketts allerbilligü. RUgener- strafte 25. Borzeiger 5 Prozent Rabatt. Etstklassige Titckilerarbeit. langfristige Rahluiifi, keine Wechsel. 120 Iimmer. eittrichutttgen. Stichen, Einzelmöbel vorrätig. Tischlermeister Schumann, Zions- kirchstrafte 30, Ecke Templiner strafte.* Metallbetten mit Auflagen 21— Göhr, Pappclallee 12; Pankow. Schmidt» strafte I._____* Metallbetten mit Auflagen 21,—. Schlaschaiseloiigucs 22— Ehaiselongue- d ecken 6,—. Wandbehänge 3,—. Pa- tentmatraften 9,—. Polsterauflagcn. Wochenabzahlung 3,—. Göhr, Pappclallee 12: Pankow. Schmidlstrafte I- Gelegenheit! Sleiderschrank IS- Vertiko 15,—, Waschtoilette 11.—. Ruft» banm-Schreibtisch 25.—, Süchen 24�-. Plüschkoka 15,—. Möbelhaus Gottlieb. Rügcnerstrafte dreizedn.- Ausnahme'Angebot! Ankleideschtänke. 2 Meier breit, mit ovalem Spiegel, dreitürig. Wäscheabteilung, 185-—. 150 »reit 105,—. englische Bettstellen, kam» vlett. 55,—. Nachttische mit Marmor. platte 15.—. Nuftbaum.Apolheken 12,—, Pllischsofas 48,—. Diplomaten 35.—. Säulenbüfetts 75,—. Bierzugtisch« 05—, Standuhren 72—, komplett« Süchen mit Verglasung, lackiert. 85.—. Eftzimmer, echt Eiche, komplett 295,—, Schlasziinmer mit echtem Marmor und Facettespiegel 285,—. Herrenzimmer mit Ledermöbeln 285.—. Möbelhaus Gottlieb, Rügener» strafte dreizehn Bahnhof Gesundbrunnen. Freilieferung.• «nNeibeschränke 120— Nachttische 20,—. Iahluirgserleichterung. Samer. Uns, Sastanienallce 56. Verschiedenes Ankleideschränke, dreiteilig, mit Spiegel. 85— t grofte 95,—. Bettstellen 48.—. Schlafzimmer, Süthen, Einzelmöbel, Nuftbaum. Eich«. Zahlungsirltichierung bls 12 Monat» zu Salsopretseu. Stein. nur Antlam«rstrafte 20.• Teilzahlung. Schlafzimmer, Speise- Zimmer. Süchen sowie sämtlich« Einzel- mödel, geringste Anzahlung, beguemste Abzahlung. Möbelhaus Luisensiadl, Söpcnickerstrafte 77/78. Ecke Brückenstrafte. Ehaiselongue«, Metallbetten. Auslege- matraften. Patentmatraften. Walter, Stargarderstrafte achtzehn. Epezial- Gtorgart Z-schiift. Pi,»», preiswert. Link. Brunnenstrafte 85. Slaviermacher rskrrsaer Drei Mark Wachenrate, IS Mark An- Zahlung, für ein«rstklafstges Marken- rad. Fahrradhaus Rentrum, Linieti- strafte neunzehn. Keufgesuche Zahugebifse, Silbersachen. Sinn, Blei Quecksilber. Goldichmelze Ehristionat. Säpenickerstrafte 39 CAdalb�rtfiraftes.' Pistolen, groft«, höchstzahlend. Preuft- nec. Saiser-Friedrich-Strofte 244. Her- irramtplaft. Unterricht Tanzschule Friodrich-Donath. Michael. kirchstrafte 39. Täglich Unterrichtskurse für Anfänger und Borgeschrittene. Ehe- paarkursus Mittwoch. ! Zeuge», die gefelren haben, wie älterer Herr Montag mittag Sänigsgrabcn NO". Auto rnngesahren wurde, bitte melden Schubgcftliäft Gollnowstrafte 39. Gcwiflenbajte Austunft Frauen, Mäd- chcn in vorlommenden Fällen, lang- iährig, Erfahrung. Frau Nammonat, ärztlich geprüft. Lichtenbergerstrafte ö. nahe Landsbergerplaft.___* Ehrenerklärung! Die irrtümliche töi- liche Beleidigung des Fräulein A. Win» ziqer, Svandauer Weg 8, nehm« mit Bedauern zurück. P. Melchior. Span- pnuet Weg 8. Arbeitsmarkt . Stellenangebote Arbeiter, ordentlich, nur mit besten Zeugnissen, kräfnz, mit Maschinen vertraut, verheiratet, 35— 40 Jahre, sucht Futtermiiiclfabrik. Offerten mit Zeugnisabschriften unter F. 31 Hauptrxpcdi- tion des„Borwärts".___ 50 Sleiber-Näherinnen, Wolle. Tresse, im. auftcrm. Gagelmanu, Memeler straft« 30.» Unser 1/IEBV43 Jmmltr-fliSHriuf vom 4, bis 17. Januar in fast allen Abteilungen(außer Beleuchtungskörper) verdoppeit Ihre Kaufkraft Grosser Preisnachtass: teilweise bis SO Prozemi 9.(Raddat& Co. Lclpmlgcr Strasse izz-zs