ftf. 14 ♦ 44.?ahrg. Musgade A Nr. S Bezugspreis. WöS-ntlich 70 Pfennig. monaM» A,— Reichsmcrk nocaus»ahldar. Unter SreuHband für Deutlchtan». Dnugia. Saar, und Memelaebiet. O-ilcrreich. Litauen. Lurembur, 4,50 Reichsmark, für da, übrige Ausland 5.50 Reichsmark uro Monat. Der»PorwSrts� mit der Illustrier» ten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit* lowie den Beilagen.Unlerbaltunq uno Willen"„Aus der Zilmwelt". .Frauenstimme".Der Kinder» freund".Juqcnd-Borwäris" und .Blick in die Büchermelt" erlcheink wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adrest er .Sozialoernokral varlin» Sonntagsansgabe ZZevltnev Volksblakt (iL pksnnig� Anzeigenpreise: Di««inlvalttg» Ronvarellle- »eil« kii Pfennig. Reklame, eil« Ii.— Reichsmark..Kleine An, eigen" da, fetigcdruckle Wort TZ Pfenni» k,ulölna ,wei kettaedruckte Worle), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Sicllenaeluch« das erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 1Z Buch> liabcn»iiblen für ,wel War!«. Arbcitsmarkt Keile 00 Pfennig. liamilicnan,eiae» für Abonnenten Keil« 40 Pfennig. Anzeigen für die nächst« Nummer nrüllen bis IIb Ubr nachmittags im lbouotgeschäft. Berlin SW OS. Linden» Ii raste Z, abgegeben werden. Geöffnet von SM, Ubr früh bis 5 lldr nachm. �entralorgan der Sozialdemokrat! fchcn Partei Deutfcblands Neüaktion und Verlag: Serlin EW. HS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff ÄSÄ— ÄS7. Abrechnung in Thüringen. Landtagswahl am 30. Januar.— Bankrott des OrdnnngsblockS. AM 30. Januar sollen die L an dito;/; sw a h le n in Thürin-gen stattfinden. Die Wähler sollen entscheiden, ob der �OrdmmgÄilock" von Stresemann bis Dinter weiter im Lande herrschen oder ob endlich wieder wirklich Orb- nu.n g geschaffen werden soll. In einem Aufruf an die Wähler zeigt der sozialdemokratische Bezirksvorstand die Taten des Ordnllngsolocks und ihr Ergebnis auft Was bar der Ordmun-gsbund geleistet? Vos Land war wiederynlt rra t i o n a l f oz iei4l st.fchen Horden preis- gegeben. Überfälle und Mo-rd osaf u che waren dabei an der Tagesordnung! Zu den schweren sozialen kämpfen' zwischen Ar- beilern und Unternehmern aber hat die Regierung unter Ausschal- tung der zuständigen Behörden die Polizei gegen hungernde Ar- bcller eingesetzt. Für die Opfer des Krieges und der Inflation, der Arbeit und der Erwerbslosigkeit hatte der �drdnungsbund"' nur den Ausspruch des Abgeordneten Baum: »Wohlfahrtspflege ist Unsinn!" Gerechte Aufwertung vcrylndocte der Minister Dr. Satt» U r dadurch, daß er den Gemcindesparkassen jede Aufwertung über 12% proz. verbot. Sparsamkeit sdllte lm Staatshaushalt einkehren. Statt dessen wurde der RIehrmilllonenüberschuh der sozialdemokratischen Regierung verwirlschoslel. die Ausgaben von SS ZNillionen Wart im Jahre 1924 auf 121 Millionen Mark im Jahre 1826 gesteigert. Mit 20 Millionen Mark Defizit und S2 Millionen Mark Schulden vollendet.er den Bankrott der Ordnuugsmitzwirtfchast. Ausbeutung der Besitzlosen. Schonung der Reichen, war der Grundsatz des„Ordnungsbund"-Steuersystems. Abbau der Besitz- steuern, unerhörte Steigerung der Mietzinssleuer. feine„Taten". Di« Mketzmssteuer wurde für den Fiskus versthleudert. die Wohnungs» not nicht befeitigt. Statt Vereinfachung der Verwaltung touröen die Bcrwol» tu n gs ft eilen oermehrt, die Rcpubltkanqr hinaus» geworfen, die Reaktionäre befördert, aber 15 Proz. aller voltsschullehrerstellen, über 600, abgebaut! Die„Ordnung?- Z n st I z" ist ein schändlicher Skandal. Zerschlagen wurde die Selbstwerwaltung der(S«- meinde» und Äreise, zerschlagen die kollegiale SchMcrwaltung, zerschlagen dos Bauhaus, so daß seine Meister das Land verlassen mußten. Die Gleichberechtigung der Geschlechter wurde tot- sächlich beseitigt, die Frauen aus allen leitenden Stellen im öfscnt- lichen Dienst entfernt. Für all diese.Leistungen" hat der„Ordnungsbund" feine Minister durch ein Korruptionsgesetz, das nur der persönlichen Be- reicherung der Sattler, Klüchtzner, Leutheußer dient, belohiU. So steht Thüringen heule vor dem finanziellen, moralischen und kullurellea Ruin. Das sind die Erfolge des..Ordnungsbundes"! Aber auch zugleich die Erfolge der Kommunisten, deren Führer Tenner nach am 9. April 1924 im Landtag den Ausgang der Wahlen bejubelte. Die Kommunisten haben sich trotz bitterer Erfahrungen nicht gewandelt. Wir wünschen den Thüringer Genossen in ihrem harten Wahlkampte, in dem sie wieder der geschlossenen Front der Reaktion mit ihren tommunistischsn Helfern gegenüberstehen. vollen Erfolg.. Wenn Tatsachen überhaupt politisch wirken können, dann müssen die Tarsachen, die der thüringische Ord- nungblock schuf, allerdings am 30. Januar eine umwälzende. Wirkung ausüben! Der Krieg in Nicaragua. Tie Twz-Truppen geschlagen. Rem Jork. S. Januar.(TA.) Die Truppen des Präsi- denleu Dlaz sind bei Cos Grielas(Jlicatagun) entscheidend geschlagen worden. Der Gegenpräsident Sacosa erbeutete große MllnikionsbestSnde nutz machte zahlreiche Gefangene. Die Dioz-Tcuppen befinden sich in völliger J I u cht Admiral Caf Intet. der Führer der amerikanischen Flokken- streilkräsle, hat die Blockade gegen Sacasa an der Ostküste RIcaraguas durchgeführt. Takimer wird unter alle« Umständen scharf schießen, falls die mexikanischen Schisie. die den Truppen Sacasas neue Munition bringen wollen, sich nicht sofort auf einen Warnungsschuß hin stellen. Senator Borah. der Vorsitzende des Auswärtigen Senalsaus- schusses. hat der Washingtoner Regierung offene Feindschast an- gekündigst Coollögc sucht Streit. Washington, 8- Januar. sEP.) Staatssekretär Kellogg er. klärte inoffiziell, daß dl« mexikanischen Waffensendun- gen für die Liberalen in Nicaragua einen unfreundlichen Akt darstellten. Der amerikanisch« Kreuzer„Galveftone" werde heute bei Tagesanbruch nach der Fonseoabucht auslaufen, um diese Wafsen- sendmigen zu unterbinden. Protest gegen Llricgshctzc. Washington, 8. Januar(WTB.) Der Demokrat Huddleston erklärte im Repräsentant enhause. er glaube, daß die Bereinigten Staaten mit Ueberlegtheit und in vollem Bewutztsein in einen K r i e g gegen Mexiko getrieben werden. Einigung in �ankau. Der Rückgang des britischen Haniiels. Dondon, 8. Iamiar. lEigencr Drabtbericht.) Auf Grund der letzten aus Ehina eingetroffenen Funknachrichtc» hat der britijche Generalkonsul in Hankau mit den chinesischen Behörden ein Heber- et n t o mni an getroffen. Danach sollen die chinesischen Trup- pen aus der englischen Konzession zurück gezogen werden und den Ordnungsdienst soll wieder die e n g l i s ch c Polizei übernehmen. Die englischen Geschäfte in Hankau haben daraufhin am Sonnabend ihre Läden und Bureaus wieder geöffnet. Damit haben sich die Englander zu«in? in neuen Zugeständnis bereitgefundcn: denn zunächst hatten die britischen Kausleust; sich geweigert, mit den chinesischen Behörden in Unterhandlungen einzutreten. Det� britische Generalkonsul hat. sich aber dennoch zu Verhandlungen Pcrest gesun- den und dos Ueöereinkommeii abgeschlossen. .Daily Neros* hebt besonders hervor, daß die Deutschen Hankope von den Bchiörden der Karstonregienung besondere Arm- bk pst em- erholten haben und. dadurch geschützt, völlig unbelosstgt bleiben. Gleichzestig unterstreicht das Blatt, daß Deutschland zwar seine exterritorialen Rechte und seine frühere Niederlassung in Hantau durch den Dersailler Vertrag verloren habe, daß es ober dennoch deni deutschen Handel gelungen sei. seine Verluste während des Krieges wieder aufzuholen. Demgegenüber habe der britische .Handel i« China ständig abgenommen. polmsch-litauistber Konflikt? Angeblich 150 Pole« nusgewiese». Doris, 8. Januar.(TU.) Wie der amtliche stonzösische Funkspruch aus Wllna meldet, haben die litauischen Behörden '150 polou ausgewiesen, Lottisch-sozialistischc ScxmilUtutg. Riga. 8. Jonvou(TU.) Im Zusammenhang niit einer für das Frühjahr in Aussicht genommenen lettisch-polnisch-Iitauischcn Sozialtstenkonferenz in Riga ist ein Vertreter der polnischen sozialdemokratischen Partei hier eingeirosren. Er soll erklärt haben, daß die polnische Partei bereit sei. den lstauijch-palnischen Konflikt beizulegen. Di« lettischen sozialdemokratischen Vertreter er- klärten, die Vermittlerrolle übernehmen zu wollen und beabsichtigen, in dieser Angelegenhost inst den litauischen Sozialdemokraten zu verhandeln. Zu diesem Zweck soll ein Vertreter noch Kowno«»t- sandt werden, der gleichzestig die litauischen Sozialdemokraten zu der Rigaer Sozialistenkonfcrenz einladen soll. Kownocr Zustände. kowno. 7. Januar. tOCJ In Kowno herrscht zwar Ruhe. doch lausen verschiedene Gerüchte um, die die Presse nicht ver- öffentlichen darf. Man spricht von polnischen E i n»i a r s ch- plane en, drohenden Arbeiteru» ruhen usw., ohne daß irgendwelche Beioese für die Richtigkeit dieser Gerüchte vor- liegen. Die gefangenen Kommunisten werden jetzt nicht mehr dem Feldgericht» sonder» dem Kriegsgericht übergeben, welches an be- stimmtere Instruktionen gebunden ist. Weitere Todesurteile er- wartet man nicht und ein Teil der verhafteten Kam- in u n i st e n ist bereits in Freiheit gesetzt worden. Der Justizmeinister hat die Eentlassung des sehr bekannten jüdischen Juristen Fried st ein aus dein Staatsdienst verfügt, was in der jüdischen Fraktion große Erregung hervorgerufen hat. Eisenbahnkataflrophe m Rußlanö» 10 Tote. Wo, kau, 8. Januar. sWTV.) ver Schnellzug Jrkuksk--- Moskaa entgleiste heute bei der Siation Arsaki, 95 Kilometer»an Moskau entstrnl. 16 Personen wurden g c l S t et, 26 ver» letzl. fS davon schwer. vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin EW. SS, Lindenstr.Z PoNIch-Skont«: Bettln 37 531- Scuffonlo; Bank»et«rbkltet.«„»«kielten nnb Beamten,«ntltit. 65: tislonto.jScicIildioft, Xooiittuiajlt Liobcr.ftt. 3» Zur Sache. Die Verhanblungeu über die u-uc Regierung. Da und durt ist der Sozialdemokratischen Parter und Presse der Vorwurf gemacht worden, sie habe in der gegen- wältigen Krise es an Initiative sehten lassen und mehr Zu- rückHaltung, als nützlich sei, an den Tag gelegt. Leider wird. von unseren bürgerlichen Kritikern nicht gesagt, nach welcherRichtung wir die gewünschte„Initiative" hätten entwickeln sollen. Will man uns etwa die D e u t s ch n a t i o- nalen als Muster vorhalten, die sich tage- und nächtc- lang noch den vielgeschmähten„Futterkrippen" die Kehle wundgeschrien haben? Ist es nicht genug, wenn eine der beiden großen Parteien des Reichstags Politik treibt nach dem Vorbild des Handlungsreisenden der„Fliegenden Blätter", der den Kopf zum Fenster hcreinsteckt, nachdem man ihn die Treppe hinuntergeworfen hat? Eine solche Zudringlichkeit, die man in antisemitischen Kreisen als„echt jüdisch" zu be- zeichnen pflegt, liegt uns nicht und scheint uns mit der Würde einer großen Partei nicht vereinbar. Für diese Rolle danken wir ein- für allemal. Die Resultate der vom Grafen Westarp befohlenen Taktik' sind auch nicht so. daß man sich zur Nochcifcrung crniuntert fühlen könnte. Roch vor Beginn der entscheidenden Verhond- langen erscheinen die deutschnotionalcn Sturmtruppen, die die Feste in der Wilhelmstraße berennen, ziemlich abgekämpft. und das Durcheinander, das sich entwickelt hat, ist nur für schadenfrohe Gegner erheiternd. Nach so vielem Hin und Her wissen die armen Deutschnationalen selbst nicht mehr, ob sie Männchen oder Weibchen sind, ob sie noch Prinzipien haben, oder ob sie keine mehr haben, ob sie für die Rcvubiik sind oder für die Manarckiie, ob für den Verzicht auf Elsaß- Lothringen oder für die Revanche. Schwarz und Weiß, das find Extreme. Grau, das ist das Angenehme, Das so Schwarz wie Weiß enthält. ♦ Zunächst muß man sich daran erinnern, daß diese von einem Angriff ausgeht, den die Deutschnatinnälen gegen die Regierung Marx unternommen hatten. Nacks der Wiedereröffnung des Reichstags im Herbst legten sie es darauf an, die regierende Mitte ständig in die Minderheit zu bringen, indem sie für alle soziaidemokratischen Anträge stimmten. Je weniger sie mit diesen Anträgen einver- standen waren und je mehr sie hofften, durch ihre Annahme der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, desto begeisterter stimmten sie für sie. So wurde die Not der Arbeits- lösen in empörender Weise zu einem taktischen Spiel miß- braucht, das den Zweck verfolgte, nicht denen, die Not leiden, zu helfen, sondern im Gegenteil diejenigen, die nichts von Nvi wissen, an die Macht zu bringen. Dieses Spiel zu durch- kreuzen lag ebenso im Interesse der angegriffenen Regierung wie im Interesse der Sozialdemokratie, die sich nicht zum Stunnbock für den deutschnationalen Vorstoß nach der Regie- ningsgewalt hergeben wollte. Darum schloffen die Regierung Marx und die sozialdemokratische Reichstagsfrattion mit« einander ein Abkommen, das die Entstehung falscher, nicht auf sachlicher Uebereinst'mmung beruhender Mehrheiten ver- hindern sollte. Dieses Abkommen verpflichtete die Regierung zu nichts anderem als zu dem Persuch bei wichtigen Gesetzes- vorlagen eine sachliche Uebereinstimmung zwischen der Mitte und der Sozialdemokratie zu erzielen, ohne daß eine der beiden Parteien in ihrem endgültigen Entschluß gebunden gewesen wäre. Wurde dieses Abkommen gehalten, so war der hinterlistige Angriff der Deutschnationalen gescheitert. I n d i e s e in Augenblick setzte aber auch schon die Hilfs- aktiv n des voltsparteilichen Herrn Scholz für die Deutsch nationalen ein. Die Volksvartei unter Führung des Herrn Scholz versagte diesem Abkommen, das dem Schutz der Regierung gegen eine perfide Oppositionstaktik dienen sollte, die Zlnertcnnnng. und damit war das Abkommen praktisch gescheitert. Die Sozialdemokratie wurde aber über diese Totlache im unklaren gelassen. Sie erfuhr van ihr erst durch dieInsterbnrger Rede des Herrn Scholz, oder eiaentlich erst durch die Diskussion, die über sie entstand. Die Empörung der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion über ein solches Vorgehen. das alles andere als offen und ehrlich war, ist begreiflich. *■ Koalitionen zwischen der Sozialdemokratie und lnirger- Uchen Parteien sind an sich keine leichte Sache. Die Meinung?- Verschiedenheiten sind zu groß. Aber äs geht, wenn man sich über bestimmte Aufgaben, die man genieinsam lösen will, ehrlich verständigt. In der Weimarer Koalition sind die Sozialdemokraten keine ZentrumSleuic und keine bürgerlichen Demokraten geniorden, und die« ZentnintsTiut«! und die bürgerlichen Demokraten wurden keine Sozialdcmv' kraten. Dennoch wurde d-e Zusammenarbeit niemals gestört durch das Gefühl einer Partes, sie sei. von einer, anderen reicht wird, ist die chlmptinche. Ob ein Aabineu stehen bleibt oder ob'es auf die Nase fallt, ich Nebensache. W a s�Zetan wird, ist Hauptsache. W e r es tut, ist Nebensache. Die Sozial- demokratie wird nicht ruhen, als bis das Notwendige erreicht ist. Sie denkt nicht daran, einer Regierung, die zwischen rechts und links daherschwankt. auf ihrem Zickwckkurs nacb- zuhumpeln. Sie geht ihren Weg. dcflen nächste Strecke sie genau zu bezeichnen bereit ist. Wer geht mit Ihr? Abgeschüttelt oüer nickt? Kopflosigkeit im dcutschnationalcn Lager. Die Erklärungen des Herrn n. L o e b e l l und die Gegenerklärungen der deutschnationalen Parteileitung und der Deutschkonservativen Partei haben wie ein in einen Ameisenhaufen geworfener Stein gewirkt. Ein Teil der deutschnationalen Presse bemüht sich, zu beweisen, dag die Deutschnationalen trotz allem regic- rungs fähig sind. „Deutsche Tageszeitung". „Aus diesen Acußcrungen und aus der bekannten früheren SteUtingnahme der Deutschnationalen gegen Locarno wollen nun Linksblätter die Holgerung ziehen, dag die Deutschnationalen auch jetzt nicht aus den Boden der Verträge von Locarno treten wollten usw. Reiniin natürlich: also dürfen sie auch nicht zur Regierung zugelassen werden! Dos ist eine grobe und bewußte Verdrehung klarer Tatsache n." Der„L o k a l- A n z e i g c r" schreibt über die Verlaut- barung der deutschnationalen Parteileitung. „Obgleich jene Notizen iin Wortlaut nicht übereinstimmen und schon daraus heroargeht. daß ihnen ein parteiossiziöser Charakter nicht zukommt, sondern daß ste offensichtlich auf Grund von Erkundigungen von jenen beiden Bureaus selbst formu- liert worden sind, stellt sich ein Teil der Linkspresse, als ob in der einen oder der anderen Notiz ein solches parteioffiziöses Dokument vorläge, um dann unter Ueberschriften wie der„L o e b e l l wird abgeschüttelt" den Lesern allerhand von Konflikten im deutschnationalen Lager v o r z u f a b« l n." Die„Tägliche R u n d s ch a u" springt diesen Zeitungen von der Volkspartei her bei. Tendenz: die Chancen für den Bürgerblock nicht verdecken, die Hoffnungen auf deutsch- nationalen Regierungscintritt nicht sinken lassen. Die„Tag- liche Rundschau" schreibt: „Die demokratische Presse benutzt aber diese Erklärung, um von einer„A bschüttclung" Loebells durch die Deutschnationalen zu reden und daraus weitere Folgerungen zu ziehen, die i n das Gebiet der Phon tafle gehören. Man will daraus beweisen, daß die Deutschnationale Volkspartei die zu st Immen- den Aeußerungen über die Locarnopolitik nicht billige und diesen Standpunkt zurückweisen wolle. Das ist aber eine willkürliche Deutung, die durch die Haltung deutschnationoler Morgenblättcr, z. B. der„Kreuz- zeitung", nicht bestätigt wird." Keine Abschüttlung Loebells, Berufung auf die ,„K r e u z z« i t u n g", das Organ Westarps. Die „K re u z z e i t u n g" aber schreibt zur selben Zeit: „Herr v. Loebell hat nun in der sicher wohlmeinenden Absicht. einer staatsbürgerlichen Regierung den Weg zu ebnen, e t m a s des Guten zuviel getan, Seine Ausführungen im..Deutschen- spiegel"— wenigstens wie sie in der zuerst vom.Lokal-Anzeiger" verbreiteten Fassung lauteten—, die als eine Anerkennung der heutigen Verfassung und«ine Zustimmung zur Erfüllungspolitik auch seitens der Deutschnotionalcn auf- gefaßt werden mußten, waren vielleicht nicht so gemeint. Aber sie wurden von der Linkspresse im Sinne einer deutschnationalen G e> sinnungskapitulation gedeutet. Es war deshalb zu begrüßen, daß von offiziöser deutsch. nationaler Seile eine Abschüttelung jenes Artikels erfolgte durch die Erklärung, daß„Herr v. Loebell feine Artikel lediglich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des überparteilichen Reichsbürgerrats und ohne jede vorherige Fühlungnahme mit der deutschnationalen Parteileitung geschrieben habe". Uns scheint fast, als ob Herr o. Loebell mit seiner Publizistik noch mehrPorzellanzcrschlagen als z u s a m m e n g c k i t t et hat." Also: es war eine Abschüttelung. und damit der politische S i n n Anterstrichen wird, schreibt die„K r e u z- zeitung" weiterhin: „Eine Forderung wird ober unbedingt gestellt werden müssen: Die Deutschnationalen dürfen in einer solchen Koalition mit den bürgerlichen Parteien von ihren eigenen Grundiotzen und Rick»- linien nichts ausgeben. Mit Recht erfahren die Deutschnationalen durch die heute morgen oerösfentlichte Erklärung des Vor- sitzenden der Konservativen Partei. Dr. Ii. c. G r a l e n Seydlitz-Sandretzki eine ihnen sicher willkommene Rückenstärkung in ihrer Stellung zur Republik und zu der Erfüllungspolitik. Ein Gesinnungswechsel in diesen beiden Hauptsragen würde in der Tat Selb st ausgäbe bedeuten." Schlechte Regie! Aber auch völlige innere Zerfahrenheit. Es steht eine Richtung, die in die Regierung will und dar- um die deutschnationalen„Grundsätze" preisgeben will, gegen eine andere, die. nicht mehr mit einer Regicrungsteilnahme rechnet und sich dolzcr auf die„Grundsätze" zurückzieht. Die Gnindsätze: Kampf der Republik und der Verständigungs- Politik!_ Luttwitz. Was ein Hochverräter verlangt— was ein Gericht zugesteht. Das Gericht, das Lüuwitz Gehalt für die Kapp-Tag« zuge- sprachen hat, hat festgestellt: l. Es liege keine unerlaubt« Cntsernung vom Heer« vor. Z. Es bestehl kein Gesetz, das die Pensionierung von Lllttwitz gerechtfertigt hätte, außer dem Gesetz zur Verwinde- rung der Heeresmacht. L ü t t w i tz hat bestritten. Hochoerrat begangen zu haben,— das � Gericht ist um diese Frage herrnngegangen. LültwIH. der Hochverräter, bezieht von der Republik eine Pen- sion von lk 983 Mark jährlich. Das Gericht hat Lüttwitz 6 7 7 Mark zugesprochen. Das Objelt läßt erkennen, daß es Lüttwitz nicht auf das Objekt ankam, sondern nur darauf,«ine reaktionär« Aktion der Justiz gegen die Republik zu veranstalten, ein« S o l i d a r i- s i« r u n g reaktionärer Justiz mit dem K a p p- P u t s ch hervorzurufen. L ü t t w i tz wollt« die Republik verhöhnen. Das Gericht, das ihm recht gegeben hat, bestand aus dem Land- gerichtsdirektor von Wedel-Parlow, den Landgerichtsräten Hartwig und Stein. �ttentatsplan gegen Hermann tvenöel. Mnzedouieerarhc für ein Buch. Wie das Polizeipräsidium in Franlsurt a. M. mitteilt, ist e- von glaubwürdiger Seite darauf aufmerksam gemacht worden, daß eine Gruppe mazedonischer Emigranten einen Anschlag auf unseren Genossen Hermann Wendel plant. Die Polizei verfolgt eine bestimmte Spur, die nach einer der Nachbarstädtc führt. Hermann Wendel hyt in seinen vielen Schriften über de» Balkan natürlich auch von Mazedonien reden müssen. Er hat das nie tn gehässiger oder auch nur einseitiger, lediglich Serbien gün>. stiger Weise getan. Wendel ist ein zu bewährter Aorkompser der Demokratie und der Gerechtigkeit, als daß solcher Verdacht berechtigt sein könnte. Wir hoffen deshalb, daß an diesen angeblichen Mord- Plänen nichts Ernstes ist. D i e mazedonische Richtung, die etwa versuchte, ihr Mißfallen gegen mittel- oder westeuropäische Schritt- steller auf terroristische Weise zu entladen, würde nur die gesamte zivilisierte Well gegen sich einigen und damit ihrer Sache den ollerschlechtesten Dienst erweisen! k reulos und unanständig behandelt worden. Erst mit der Bolkspartei kam in das deutsche Koalttiansws'en der widerwärtige Geist der Intrige. Indes wollen wir uns nicht lange beim Moralischen aushalten. Auch das läßt- sich erklären und oerstehen. Denn die Volkspartei will ja gar nicht den iaztal- demokratischen Arbeitormassen irgendeinen Einfluß aus die Regierung und die Gesetzgebung einräumen, sie will im Gegenteil den Bürgerblock. Gibt sie unter dem Zwang einer politischen Situation eine Erklärung fjst: die Große Koalition ab, so gerät sie sofort in einen Konflikt zwischen dem Wollen und dem Müssen, zwischen dem, was sie öffentlich erklärt, und dem. was sie in Wirklichkeit erstrebt. ist Das Scheitern des Abkommens, das zwischen deni Konz- ler und unserer Fraktion geschlossen worden war, führte folge- richtig zum Sturz des Kabinetts. Die Sozialdemo- kratie hatte versucht, auf dem Weg jenes Abkommens für die Arbeitslosen, für die Arbeiter— vor allem durch ein Arbeitszeitnotgesetz— und für die Reiorni der Reichswehr Positives zu erreichen. Jetzt, da ihr durch das Dazwischentreten der Volkspartei dieser Weg gesperrt war, wurde der llebcrgang zur Opposition ein Gebot der Selbstachtung. Und sehr rasch hat sich gezeigt, daß eine Regierung in Deutschland gegen die Sozialdemokratie nicht regieren kann, wenn sie nicht bereit und in der Lage ist. Zuflucht zu den Deutschnationalen zu nehmen. Klär ist jetzt das Problem gestellt, ob die Mitte ihre Macht mit den Deutsch- nationalen oder mit den Sozialdemokraten teilen will. Ohne die Lösung dieses Problems gibt es auch keine reinliche Losung der Krise. Eine reinliche Lösung wird jedoch durch den Umstand verhindert, daß die Mitte selbst keinen einheitlichen Willen hat. Sie will regieren, aber sie weiß nicht wie. Ihre Parteien können politisch weder miteinander noch ohne einander leben. Daraus ist die Krise entstanden, und das macht sie auch fürs erste mtlöslxir.. Die iozialdeinokralische Reilizstagssraklion ist dem G e i st des Abkommens, das sie mit der gestürzten Regierung Marr geschlossen hat. nicht untreu geworden. Ihre Initiative geht nach wie vor nach der sachlichen Richtung. Sie versucht, von dem, was sie zur Festigung der Revublik und zur Befriedi- gung dringendster sozialer Bedürfnisse fordern hat, soviel wie möglich herauszuholen. Und daß sie durch eine solche Taktik den Klassenkampf nicht verleugnet, sondern führt, das hat erst gestern hier einer der beiden größten lebenden Theoretiker des Sozialismus, unser greiser Genosse Eduard Bernstein in überzeugender Weise dargelegt. Niemand kann es aber der Sozialdemokratischen Partei verargen, wenn sie nach den Ersahrungen, die sie gemacht hat, von der neuen Regierung Garantien fordert. Garantien in der persönlichen Zusammensetzung des Kabinett. Garan- tien durch klare, für alle Beteiligten bindende Erklärungen. Eine sachliche Verständigung müßte möglich sein, wenn auf der anderen Seile der gute Wille dazu vorhanden wäre. Wer will denn auf die Dauer den Widersinn rechtfertigen, daß «ruf der einen Seit« Millionen Arbeitender zur U e b e r- arbeit angehalten werden, während auf der andern Seite die Welle der Arbeitslosigkeit steigt?! Jede Regie- rung, die nicht vom Geist des Besitzlnirgerblock? besessen ist, wird sich über kurz oder lang zum Erlaß des A r b e i t s z e i t- notgesetzes bequemen müssen. Was aber die notwendigen Reformen bei der R e i ch s w e h r betrifft, so hat die gestürzte Regierung in der letzten Stunde der Not über sie Vor- sprechungen abgegeben, die einigermaßen ausreichend wären wenn man den Mann sähe, der das Versprochene Die Sozialdemokratie bleibt bei der Linie ihrer Politik. Sie bleibt bei ihren Forderungen. Daß etwas Positives er- Das Vorwort. Von Jodok. In einem Pariser.Kabarett, so habe ich gelesen, geht allabendlich etn kleiner politischer Sketsch in Szene: Jean, der Diener Briands, und Fritz, der von Strcsemann, unterhalten sich im Vorraum jenes historischen Hotelzimmers von Thoiry, und während drinnen die Sekt- korke knallen und Prositnifc ertönen, mündet ihr Gespräch in die nachdenkliche Feststellung:„Daß unsere Herren sich einmal so gut würden vertragen, das hätten wir uns damals auch nickst träumen lassen, als wir uns am Ehemin des Domes gegenüberlagen!" Ja, das ist's! Was uns betrifft, so breiten wir ja wahrlich segnend die Hände über jeglichen Bruderkuh, den die Regierer der Erde sich aufdrücken. Indessen, es bleibt dabei: Träumen hätte man sich'« damals doch nicht lassen, daß so alles enden würde. Briand und Sirefemann find Politiker. Da mag es hingehe», aber was ist das bloß für ein eigentümliches Gefühl, dos wir in uns aussteigen fühlen, wenn wir erfahren, daß auch die Führer der ernst feindlichen Armeen, die Oberansporner zu millionenfachem Todesgane, die Inbegriffe unerbittlichsten Kriegswillens, daß auch die Generale längst sich nickst das mindeste mehr nachtragen.... Der deutsche General der Artillerie Kraist von Dellmensingen hat in amtlichem Auftrag«in Buch über den Dammbruch am Jsauzo geschrieben. Ein atemraubendes Thema.... Ein gewaltiges Motiv. ...! Aber nickst genug damit: das Luch wird auch noch durch ein Vorwort des Hauptbeteiligten von der Gegenpartei bereichert: des Generals Cadorna. Und dieser General Eadonia erklärt sich mit ver Art der Behandlung, die Dellmensingen seinem Stoff hat an- gedeihen lassen, durchaus einverstanden, nennt die Derössentlichung „ein schönes Buch", betont„dos große Interesse", mit dem er es gelefcn habe, gesteht dem Autor„mit Vergnügen" zu, daß er seine Gedanken immer„zutreffend ausgelegt habe" und begnügt sich nicht r.ur mit Komplimenten für die schriftstellerische Leistung des Inter- Preten des Infoiizodurchbruchs, sondern zollt auch dessen Bewirker. dem General von Below, für„seinen großen Scharssinn und seine klare Auffassung der materiellen und moralischen Lage" hohe An- «rkennung. Andererseits findet Cadorna freilich auch Anlaß, die Stirn zu runzeln und nach den freundlichen Worten «in paar böse zu sagen. Nun ja, denken wir, wie wir das hören: was wäre wohl menschlich verständlicher, als daß der erbitterte Widerpart von einst auch seiner Feindseligkeit die Zügel schießen läßt! Aber nein, nickst gegen Below, nicht gegen Dellmensingen richtet sich sein Unmut, sondern gegen seine italienischen Soldaten, denen er in zornigem Groll vorwirft, der Belowschen Offensive eine gesunkene Moral entgegengesteinmt zu ljaben und angefressen gewesen zu sein von der ruchlosen Propaganda gegen den Krieg. Nun muh man sich das einmal recht plastisch vorstellen, wie Belows Trommelfeuer und seine Gasgranaten die italienischen Schützengräben am Jsonzo zudecken, wie die Todesnot Hundert- taufender von italiensschen Männern in ihm den leibhaftigen Satan verfluchen, wie ste dagegen in Cadorna das Sinnbild italienischer Schicksalsgemeinschoft, das Prinzip der Widerstands-, der Hasses- energie erblicken fallen, um deren Erhaltung, willen es sich lohnt, das junge Dasein verlöschen zu lassen. Nun, das Trommelfeuer hat ausgetobt, die Giftwindc der Gas- granaten sind zerstoben. Heute empfindet der übrigens begeisterter Faschist gewordene Cadorna bei allem, was vorangegangen ist, den Trommelfeuer- und Gasgranatcndirigiercr von einst als Kollegen und meint, daß er die Sache mit dem Durchbruch damals famos gc- deichselt und feines Einfühlungevermögen für die schwachen italieni- schen Frontstcllen bewiesen habe. Was armen Landsern bei ihrem Golgathagong als ewige Fügung erschien, das ist nun längst vom Sockel seiner schicksalshaften Gewalligkeit heruntergestürzt und zur Fochsrage geworden, über die der eigene General mit dem fremde» in einen höflichen Gedankenaustausch eingetreten ist. Jsonzodurchbruch: Stundenlang ließe sich der Niagarafall von dem Blut und den Tränen bestreiten, die er verursachte. Für die Generäle ist er heute«ine Berufsangelegenheit, eine trockene Frage der Kriegstechnik, bei deren Erörterung sie den Verbluteten und Aus- geweinten so nebenher ein verabscheuendes Wort widmen und im übrigen den jeweiligen Herren Kollegen von der Gegenseite chr« voll« Hochachtung für die Meisterleistung bezeugen. Schließlich ver. bindet sie ja untereinander auch die alle nationalen Grenzen über- brückende Stand.'sgeme.insck)ast. mährend ste mit den einfachen Sab boten nur die Beiehlsgewalt verband, die sie über chr Leben be» saßen. Ja, das hatten diese einfachen Soldaten sich damals auch nicht träumen lassen, daß der Durckchruch am Jsonzo eigentlich nur ein technisches Problem der Herren war. über das sich auch mit weit höflicheren Formen verhandeln läßt als die es waren, in die die Granaten gegossen wurden. Wiedereröffnung des Renaissimce. Theaters. Das Renaissance- Theater in Charlottenburg war durch Inflation und andere Glück»- umstände verwahrlost. Jetztz da wieder Geld zu beschassen ist, wurde es umgebaut und der Umbau ist sehr schön gelungen. Man weihtr das Theater am Sonnabend ein mit Gala,«inigen Gesandten, Mi- nistetn und anderen Leuten, die nichts zu bezahlen brauchten und die spater die Zahlungskräftigen anlocken sollen. Am Montag werden wir erzählen, wie das Haus jetzt aussieht und wie man dort Bernard Shaw, allerdings einen Shaw von ziemlich lockerem Bau und lockerer Gesinnung, spielt. m. li. Der Kampf um die Berliner Beethoven-Ehrung. Di« Künstler- Vereinigung Berliner Bildhauer und der Künstlerverbond deutscher Bildhauer haben in einer Emoabe an die Berliner Stadtverwaltung gefvrderk, daß der Jdeenwettbewerb für«in« plastisch« B«ethoven Ehrung, den der Mogistrat vor kurzem zugunsten anderer Vor- schlage zurückgestellt hat. doch noch durchgeführt wird. In einer zweiten Eingabe erklären sieben Berliner Bildhauer, daß der Be- schluß des Magistrats einen bedenllichen Präzedenzfall auf dem Wege zu einer grundsätzlichen Ablehnung der Denkmalsplastik dar- stelle.— Wie wir' dazu erfahren, dürsten endgültige Beschlüsse der Berliner Stadtverwaltung vor Ende der kommenden Woche nicht gefaßt werden. Das Unwesen der fliegenden kunftauktioneu. Die Auktionen fliegender Kunsthändler, in einer Geschäftsstraße der Berliner Innen- siadt seit Iahren anscheinend unausrottbar, haben jetzt durch mehrere Regierungspräsidenten in Westdeutschland eine energisch« Abwehr erfahren. Die Präsidenten in Düsseldorf, Koblenz, Münster und Arnsberg haben die Gemäldeversteigerung von solchen Händlern, die in die größeren und kleineren Städte mit ihrer meist ganz minderwertigen Ware zogen, verboten und lassen sie durch recht- zeitiges polizeiliches Einschreiten verhindern. Ein solches Verbot liegt ebenso im Interesse de» Publikums, dem da mit Hilse von Strohmännern wertlose Ramschware als Kunst teuer angedreht wird, wie im Interesse der Künstler. Ein ZNeisterwerk der veuezianifchen Baukunst aledergebraitnl. Der Palazzo E l a r y am Canale Grande in Venedig, dessen prachtvolle Architektur dem Besucher der Lagunenstadt sofort beim Verlassen des Bahnhofs auffällt, ist durch eine Feuersbrunst fast völlig zerstört worden. Der Palast, ber von dem Herzog von Cane- oaro bewohnt wurde, gilt für eine Schöpfung des große» Bau- meisters Boldassarc Longhcna, der auch die wundervolle Kirche von Santa Maria delln Salute gebaut bat, und ist ein Meisterwerk der venezianischen Architektur. Das Feuer, das bei der Ausbahrung des verstorbenen Herzogs ausbrach und wahrscheinlich durch die ausgestellten großen Kerzen verursacht w-urde. hat den ganzen Palast zerstört, mit Ausnahme eines Teils des künstlerisch unbedeutendsten Flügels, In dem die Zimmer der Dienerschaft lagen. Bei dem Brande sind auch kostbare alte Möbel, Werke alter Meister und andere Kunstwerke zugrundegegcmgen. Mositchromk. In dem Koitzeyt de§ Berliner Sinfonie- O r ch e>t e r S am Sonnlaq 8 llbr im Bliitbner-Saal, unter Leitung von Emil»ofinfe. bringt Marianne Moniar lGesangl Erstau-iühiungcn von Monteoerdi, Warcello, Zllsoön und Welertin»u Gehör. Paul Bf«na« ktiarianetlenthratec gibt in der Sezeffson. Kurfürsten dämm i und 8>lt Uhr. ab Montag daZ.Alte deutsche F a u sl. Spiel». «lsred vöbll» lieft aus dem S. Dicht-rabend d-S Verbände« Teutscher Erzäble» am Donnerstag, abend» 8 Uhr. im.�irrenhauS aus seinem Roman.Berge, Heere und Giganten". Ehrung«lue» japanischen Eelehelen. Tie medizinische Fakultät der Univerfttät Breslau bat dem sapaniichcn Professor Kesto Dobi die Würde eine» DoktorS ebienbalber oerlieben. Peofefwr Dobi ist die erste Autorität Japans aut dem Gebiet der Houltrankbeiten. Todi hielt iich von>8!U bis 1866 in Oesterreich und Deutschland auf, um seine Studien abzuschließen. Sin großer Test seiner lvisienlchaftlichen Arbeiten ist deutsch geschrieben. Ein Aorschnngsinstitu« für Rheumotismn, wird seht von der Lande»- verficherungSanstalt der Rheinprovinz ihrem Landesbade in Aachen ange- gliedert«erden. Der Rheumasorschung will auch ein internationaler Ast«- fchuR dienen, der jetzt auf B-ranIassung der Internationalen Gefellschafl für ärztliche Hhdrolagie gegründet wurde. Kreuzer Hamburg und öle Republik. Prozeß gegen den„Vorwärts" wegen der Kritik an den Vorgängen in Sau Franziska.— Alle Behavptungen als wahr unterstellt. Wegen öffentlicher Aeleidigung des Marine- offizierskorps in feiner Gesamtheit und insbesondere der Offiziere des Kreuzers„Hamburg" hatte sich gestern der frühere verantwortlich« Redakteur des„Do r wa r t s", fetzige sozialdemokratische Stadtrat Ernst Reuter vor dem Erweiterten Schöffengericht Mitte unter Vorsitz von Amisgerichtsrat Ahlsdorf zU verantworten. Er war beschuldigt, durch zwei Artikel mit der Behauptung nicht erweislich wahrer Tatsachen die Marineoffiziere beleidigt zu haben. Diese beiden Artikel waren auf Grund eine-„Eingesandt" an den Karlsruher Volks- freund" verfaßt worden. Der Gewährsmann berichtete darin über das Verhalten der deutschen Offiziere des Kreu- zers bei dem Besuch desselben in Amerika und über den Empfang durch den Bürgermeister von San Franziska. Es war behauptet worden, daß Offiziere bei der Rede des Bürgermeisters, sobald dieler von der deutschen Republik sprach, ostentativ gehustet hätten. Der Komnrqndant habe m der Erwiderung das Wort„Republik" nicht ausgesprochen. Vor dem Stadthaus habe ein Mann auf der Straße schwarzrotgoldene Schleifen ange- boten. Ein Offizier, der eine Schleife erwerben wollt«, sei von einem anderen Ossizier daran mit den Worten gehindert worden, und zwar, indem dieser Offizier sagte:„Du wirst doch den schwarz- rotgoldenen Dreck nicht anstecken." Nach de», Einsender des Briefes soll es vor dem„Deutschen Hause"(nicht wie oben„Stadthaus") zu einem scharfen Zusammenstoß deswegen gekommen sein. Der„Vor- wärts" hatte das Verhalten der Ossiziere als flegelhaft bezeichnet und von„Taktlosigkeit" und„Gemeinheiten" gesprochen. Der zweite Artikel fchloß mit den Worten:„Wir haben uns einen schönen Dreck angelegt." Rechtsanwalt Dr. Landsberg beantragte die Bern eh- mung sämtlicher Ossizierc. Deckoffizicre und Fähnriche des Kreuzers darüber, daß die ausgestellten Vehaup- tungen wahr seien. Staatsanwaltschastsrat Dr. Kirschner verlangte die Abweisung dieser Anträge. Wenn man alle Mannschaften ver- nehmen wollte, müßte das Gericht wochenlang sitzen, und es sei auch »»möglich, sämtliche Zeugen vom Dampfer weg»ach Berlin zu holen. Cr betonte aber, daß damit nicht der Eindruck erweckt werden solle, daß die Marineverwaltung etwas zu verbergen lfabe. Vors.: Die Menge der zu vernehmenden Zeugen würde, wenn sie notwendig wäre, kein Hindernis bilden dürfen. Rechtsanwalt Landsberg: Wir muten nicht zu, daß alle Zeugen herkommen, sie können durch den Ermittlungsrichter vernommen werden. Nach längerer Beratung kam das Gericht zu einer Ablehnung der Anträge des Verteidigers, und mit der Aufsehen erregenden Begründung. daß die in dem Eingesaudt ausgestellten Behauptungen rein tatsächlicher ftalur als wahr unterstellt werden. Es sei als w a h r zu unterstellen, daß der Kommandant des Kreuzers mit keinem Wort in seiner Erwiderung-red« die deutsche Republik «ruwhnt habe. Wich, daß Offiziere gehustet haben, wenn der Bürgermeister von San Franzislo von der deutschen Republik sprach und daß das als Demonstration gegen die- deutsche Republik aufgefaßt wurde, hat das Gericht als wahr unterstellt. Daß einige Offiziere Acußerungen getan hätten, die. wenn sie gefallen wären, nach Ansicht des Gerichts im höchsten Maße ,zu mißbilligen wären, wurde eben- falls als wahr unterstellt. -Nach diesem Beschluß hieß es weiter, könne auf den Angeklagten wohl kaum noch§ 18S angewendet werden.(Behauptung nicht erweislich wahrer Tatsachen), sondern es komme nunmehr wohl nur noch§ Ibö(jormgle Beleidigung) in Frage. Das Gericht hat ferner entschieden, daß die beiden Artikel als eine einheitlich« Handlung aufzufassen seie-,, da der Redakteur des„Vorwärts" auf Grund des Eingesandts des Gewährsmannes aus San Franzi skv die Absicht hatte, z-i den Vorgängen Stellung zu nehmen. Eine Beweisaufnahme fand nicht stau. Staatsaiiwott- schastsrat Dr. K i r s ch n e r sprach sein Bedauern darüber aus. daß dos Gericht die Behauptungen über die Lorgänge bei dem Besuch des Kreuzers im vorigen Jahre als wahr unterstellt habe. Da das nun aber geschehen sei, so bleibe nur erne grobe fahrlässige Beleidigung der Ossiziere des Kreuzers und der Offiziere der Reichsmarine zurück. Auch wenn etwas Ungeheuerliches gofcheben sein sollte, so habe niemand das Recht, es in beleidigender Form zu rügen. Die Presse habe das Recht, Vorgänge des Tages zu kritisieren, sie dürfe aber nicht ihre Macht mißbrauchen und beleidigen. Mit derartigen Angrissen mache die Presse sich zum Sprachrohr radikaler Elemcnie. stifte Unfrieden, verhindere die Verständigung und untergrabe die Autorität. Der Ehes der Marinelcitung habe eine eingehende Untersuchung angestellt, und es habe sich die Wahrheit der Vehaup- tungen nicht erwiesen. Der„Vorwärts" aber habe im-allgemeinen von der Lügenhaftigkeit der Offiziere gesprochen. Derartige zügel- lose Besch! uipsu-igeii müßten scharf geahndet werden, obwohl dam Angeklagten milde: ndc Umstände zuzubilligen seien, nachdem das Gericht die Behauptungen als wahr unterstellt habe.— Der Staatsanwalt beai, fragte zwei kNanale Gefängnis, die um- zilwandcln sind in ZiM. M. Geldstrafe, außerdem Publikalions- bcfugnis des Urteils Rechtsanwalt Dr. Landsbcrg betonte, er stehe hier nicht nur als Verteidiger, sondern auch als Juri st. Im ersteren Falle müsse er die Unterstellung als wahr begrüßen/ Als Jurist halte er den Beschluß für unzulässig. Man läima einen über eine Tatsache gestellten Beweis als wahr nur unterstellen, wcnN man ihn für un- erheblich halte. Der Beweis der Wahrheit könne nicht abgelehnt werden. Er erwarte, daß das Gericht selbst noch seinen Beschluß abändern werde. Im übrigen bestritt der Bcrtcidiger.'daß der Artikel sich auf die Allgeineiiiheit der Os/izicre beziehe. Es hätten nur die Offiziere getroffen werden sollen,' die sich in San Franziska skandalös benommen haben. Der Staatsanwali habe selbst anerkannt, daß ein Offizier, der sich so bcnoinmcn hat, wie es der Gewöhrsmann bc- hauptet hat, nicht länger Offizier bleiben könnte. Man bedenke, was geschehen wäre, wenn sich vor 191S ein deutscher Offizier bei einer feierlichen Kundgebung als Republikaner oder Sozialist bekannt hätte. Gegen Männer, die sich so im Auslande be- nommen hoben, könne nicht scharf genug vorgegangen werden. Als Bürger des Deutschen Reiches habe der Angeklagte im S i n n e d e s § l 9 Z die schärfsten Ausdrücke gebrauchen dürsen. Man bedenke, daß ein deutscher Offizier es fertigbekommen habe, vor den Ohren amerikanischer Republikaner die Farben der deutschen Republik als Dreck zu bezeichnen. Cr beaickragc daher die Freisprechung des Angeklagten nach 8K 192 und 19Z. Auch der Angeklagte Genosse Reuter verwahrte sich dagegen, daß die Angriffe sich gegen die Gesamtheit des deutschen Marine- Offizierskorps gerichtet hätten. Das Schöffengericht Miste kam zn folgendem Beschluß: der zuerst verkündete Beschluß wurde ausrecht erhalten, und daher könne der Angeklagte nicht nach§ 186, sondern nur wegen Beleidigung nach§ 1,85 abgeurteilt werden. Eine Be- letdigung sämsticher Marineoffiziere hat das Gericht in der Aeußerung gefunden, daß feit Kriegsbeginn die Unwahrhaftigkeit und Lügen- hastigtest der Offiziere großgezogen worden fei. Diese Behauptung sei aus der Luft gegriffen. Die Ausdrücke„Üümmel",„Flegel" usw. feien Zweifellos formale Beleidigungen.- Da» Gericht hat eine Geldstrafe von 500 TSl. aber für ausreichend gehalten. Deni Chef der Marineverwaltung wurde die P u b l i k a t i 0» des Urteils im„Vorwärts" und- in der„Deutschen Allgemeinen Zestmig" zugebilligt. französische Senatswahlen. Ihr Mechanismus und ihre polickifchc Bedeutung. Am heutigen Sonntag finden in Frankreick Senats- wählen statt. Die französische Verfassung von 1875 hat zwei parlamentarische Körperschaften geschaffen, eine D e p u- t i e r t e n k a m m e r, die alle vier zuihrc durch allgemeine 3 und direktes Wahlrecht gewählt wird, und einen Senat, dessen Mitglieder im indirekten Wahloer- fahren durch Wahlmänner ausneunZahre gewählt wer- den. AllcdrciZahre wird je e i n D r i t t e l des Senats neu gewühlt. Die alphabetische Reihenfolge der französischen Departements ist dadci maßgebend. Am heutigen Sonntag stellen sich die Senatoren der Departements von Orne bis Uonne zur Wahl. Besonderes Interesse konzentriert sich aus die in diesen Abschnitt fallenden Departements Seine(Paris und Bonmneile), Seine et Oife �weitere Umgebung von Paris)»omie Ober- und Nicderrhein, d.h. die beiden elsässi- schen Departements. Wenn auch der Senat in seinen verfassungsmäßigen und gesetzgeberischen Rechten erheblich mehr beschränkt ist als die Kammer, so ist seine politische Bedeutung nicht zu unterschätzen. Insbesondere bringt es die neunjährige Mandats- douer mit sich, daß er in seiner Zusammensetzung und Gesamt- tendenz ineist von der Kammer abweicht, die durch einen starken Ruck der Wählerschaft oft ganz anders aussteht als ihre Vorgängerin. Insofern wirkt der Senat als eine Art politischer Bremsklotz, mit dem die Deputierten und vor allem die Regierungen stets rechnen müssen. Als z. B. im Jahre 1818 die Abgeordnetenwahlen einen überwältigenden Sieg des Nationalen Blocks brachten, da war der Senat, der gt� zwei Dritteln noch in der Vorkriegszeit gewählt worden war, relativ demokratisch, und er bildete bis zu einem gewissen Grade ein Hindernis für die Verwirklichung der reaktionären Pläne der neuen Kammermehrheit. Umgekehrt, als im Frühjahr 1924 der plötzliche Ruck der Wählerschaft nach links eine starke Kammermedrheit für das Linkskartell brachte, da war derselbe Senat die gemäßigtere Körperschaft geworden. Gerade auf diesen Umstand ist der Niedergang des -Kartells der Linken zum großen Teil zurückzuführen. Schon die Regierung Herriot erkannte, daß sie mit den von den Sozialisten verlangten kühnen gesetzgeberischen Maß- nahmen auf finanziellem Gebiete beim Senat nicht durch- dringen würde. Sic schränkte daher ihr Finanzprogramm er- heblich ein und verscherzte sich damit die Sympathien der So- zialisten. Trotzdem wurde Herriot im Frühjahr 1925 vom Senat gestürzt. Auch die folgenden Regierungen glaub- ten immer mehr, auf den Senat Rücksicht nehmen zu müssen, und so bröckelte das Linkskartell zusehends ab, bis die Zeit für die Wiederkehr Poincarös reif war. Wahlberechtigt zum Senat sind, außer den Abgeordneten des betreffenden Äcpartelncnts, die Gencralräte sowie die von den Gemeinderäten bestimmten Wahlmänner. Das er- gibt in jedem Departement einen Wcchltörper von mebreren hundert Personen, je nach der Bevölkerungszahl. Der Wahl- körper der Seine beträgt rund 11ÖO Wahlmänner, die zehn Senatoren zu wählen haben, eine Zahl, die übrigens, ge- messen an der Bevölkerungsziffer der Hauptstadt und der übrigen Departements, viel zu niedrig ist. Gewählt ist, wer die absolute Mehrheit der Stimmen erhält. In den meisten Fällen erhattcn nur die wenigsten Kandidaten gleich im ersten Wahlgang die notwendige Stimmenzahl, schon wegen der Zersplitterung der Parteienlisten. Erst im z w e i- tcnWahloang, und, wenn es sein muß, in einem dritten und vierten Wahlgang, verringert sich die Zahl der Kandi- daten allmählich so) daß sämtliche Sitze belegt werden können. Nach jedem Wahlgang erfolgen nämlich kurze Besprechungen zwischen den Führern der befreundeten Parteien, die dann die maßgebende Parole ausgeben. Die« o z i o l i st e n, die sich früher grundsätzlich nicht an den Senatswahlen beteiligten, haben nach Kriegsende be- gönnen, ohne von ihrer grundsätzlichen Forderung der A b- schaffung des Senats abzugehen, Kandidaten aufzu- stellen, und es ist ihnen bereits gelungen, in sechs Fällen Senatssätze zu erobern. Das ist zwar nur eine germge Zahl. wenn man bedenkt, daß der Senat insgesamt 214 Sitze zählt, ober es ist immerhin ein Anfang. Allerdinas hat die Mehrheit der Partei beschlossen, in allen zur Wahl stehenden Departe- ments im ersten Wahlgang eigene und vollständige Kan- didatenlisten auszustellen und eine Verständigung mit der bürgerlichen Linken erst vom zweiten Wahlgang ab zu gestatten. Infolgedessen ist an verschiedenen Stellen dieses Zusammengehen der Linken gefährdet, und außerdem haben sich dadurch die Aussichten der Reaktion stier und dort gebessert, die den zunächst getrennt vorgehenden Linksparteien von vornherein Sammellisten entgegenzustellen bemüht sind, um möglichst schon im ersten Wahlgong die absolute Mehr- heit zu erringen. Im allgemeinen dürste aber die Schlacht erst im zweiten Wahlgang entschieden werden, und dabei wird das Zusammengehen der Linksparteien hoffentlfch den Ausschlag geben. Bon den'rund 100 Senatoren, die es neu zu wählen gilt, ge- hören zwar die meisten schon jetzt der Linken des Senats an, aber es gibt darunter auchunjichere Kantonisten, die zu vcrdrän- rm die besondere Aufgabe der Sozialisten ist. Ueberhaupt istes von größter Wichtigkeit für die nächste polstische Entwicklung in Frankreich, daß die heutigen Wahlen eine Schwächung des reaktionären Flügels des Senats ergeben. Schon eine Per- f ch i e b n n g nach links von etwa 15 Mandaten, die in den Kreisen der Linksparteien allgemein erwartet wird, kann für die Gesainttendenz der französischen Politik von großer Bedeutung sein. Es ist ja bezeichnend, daß im Ministerrat die Austragung des Konflikts Briand-Poincarz bis nach den heutigen Senätswahlen verschoben worden ist. Mit besondc- rem Imercsse sieht man der Walst in Poris auch deshalb entgegen, weil M i l l c r a n d, der frühere Präsident der Re- publik und Führer des Nationalen Blocks, sich unter außer- gewöhnlich ungünstigen Umständen zur Wiederwahl gestellt hat: nachdem die gemäßigten Parteien ihn nicht in ihre Liste aufnehmen wollten, weil er für sie eine zu große politische Be- lasmng bedeute, hat er sich entschlossen, als E i n z e l k a n d i- d a t aufzutreten und hängt somit völlig in der Lust. Seine Niederlage würde für die Reaktion einen sehr schweren Schlag bedeuten. �„ Zuversicht bei den Linksparteien. Paris. 8. Januar. Sämtliche Blätter der Linken äußern sich heute abend voll Zuversicht über den Ausgang der morgigen Senatswahlen. Es scheint ziemlich sicher, daß der Nationale Block die 9 Senalssiße des Departements der Seine an die vercinigten Linksparteien verlieren witd. auch die Niederlag« Mtllerands wäre so gut wie besiegelt. Der reaktionäre Senatspräsident de Selves befindet sich in seinem Hcimatdepartement den Linksparteien gegenüber ebenfalls in schwieriger Stellung. Es ipird den Linksparteien natürlich darauf ankommen, einen zahlenmäßig ge- nllgenden Mandatsgcwinn zu erreichen, um eine Verschiebung der bisherigen rückschrittlichen Mehrheit des Senats zugunsten der Linken zu erhallen. Dies dürfte aber nur dann der Fall sein, wenn die optimistischen Hoffnungen des Linkskartells in Erfüllung gehen sollten. Sowjet-Launen. Weshalb man noch vor Jahresfrist in Moskau ver- haftet wurde. Am 28. Januar 1926 wurde der von der Sewjetrcgterung amt- lich zugelassene Berichtefftaller der Londoner„Daily News" Edward Rkmington verhaftet und bis zum 9. April gefangen gehalten. Dann wurde er ausgewiesen. Sein Verbrechen hatte dann bestanden, daß er nachstchendes Telegramm— übrigens ganz legal und mit Erlaubnis des amtlichen Zensors— abgesandt halle: „Man kündigt den Sturz des Vizepräsidentsn des Rats der Bolksbeauftragten K a in e n« w und des Finanzkomtnissars S o> k o l n i k o w an. Es wird allgemein erwartet, daß diese Veränderungen den Sturz von S i n o w j e w.per Folge haben werden." Rimmeton wurde erst aus der Hast entlasten, als diese von ihm gemeldeten Kaltstellungen von Äamenew, Sokolmkow und Sinowjew zur Tatsache geworden waren. Frag«: Welches Schicksal würde erst einem ausländischen Presse- Vertreter in Moskau heute bereitet werden, der die R e h a b i l i- t i e r u n g von Sinowjew, Äamenew, Sokolmkow und Genosten on- kündigen würde?? Prof. dr. tzans Crüger gestorben. Gestern oefftarb Prof. Dr. Hans C rüger. der bekannte Führer der ehemals Schultze-Dclitzschcn Ge nassen-- schatten und der frühere Anwall des Deutschen Genossen- l ch a f t s v e r b a n d e s. Das deuisch« Genostcnschaftswesen verliert mit ihin eine Persönlichkeit, die für die ganze Bewegung von größter« Bedeutung war und der insbesondere der Ausbau und die Lebensfähigkeit der Handwerker- und Mtttellftandsge- nasse nschasten und Äreditvereine zu danken ist. Erüger trat in sehr srühett Iahren führend in die GenostenschastSbewegltng ein und hat außer Kommentaren zur Gcnossenschastegesetzgebung, die als die wertve-ilste» ihrer An auch über die deutichen Grenzen hinaus weit bekannt sind, eine seht atohe Anzahl von Schriften versaßt, darunter auch eine theoretisch« Einführung in das Ge- nostenschastswesen. Dem Preußischen Landtag und dem Reichstag gehörte er als Abgeordneter längere Zeit an. Als Nachfolger von Schuttze-Deligsch war Erüger auch Vorsitzender dos Ausstchtsrats im genossenschastlichsn Zentralinstitut, der früheren Deutschen Genossenschaftsbank Sorget P a r i j i-u s u. Co. und später beim Uebergang dieses Instituts aus die Dresdner Bank, in deren Auffichtsrat, dem er seit 1964 bis zu seinem Tode angehörte. Während des Krieges trat er insbesondere als Letter des Freien Ausschusses für das Genosse nschafts- wesen hervor. Die proletarische Konsumvercinsbewegung hat dem verstorbenen Führer der'Schultze Delitzscben lIenosten- schasten insofern viel zu danken, als durch seinen W i d<; r st a» d gegen die Eigenproduktion der Arbeiterkonsumvereine es zum Aus- schluß dieser Vereine aus dem Verband der Erwerbs- und Wirtschastsgenostenschasten kam und damit der Ausstieg der Arbeitcrkonsum vereine und die Entwicklung ihrer großen Eigenproduktion beginnen konnte. Die Gstfestungen. Neuer Pariser Prcssefeldzug. pari». 8. Januar.(Eigener Drahtbcricht.) Der sonst politisch gemäßigte„Paris Midi" widmet heute einen mit Karten aus- gestatteten vier Seiten langen Artikel angeblichen deutichen Rüstungen gegen Palen und sucht nachzuweisen, daß die Vefestigiingc» von Königsberg, Lätzen, Küstrin und Gkvgau tatsächlich seit dem Abschluß des Locarno-Abkommens in umfangreichem Maße aus- gebaut worden seien. Es könne kein Zweifel bestehen, daß der deutsche Generalstab diesen Befestigungen nicht nur defensiven Eharokter beilege, sondern in.mchr� oder wxnigcr Zell beabsichtige, sie als große offensive Operations- und Sammliingspunkte zu e stiem eventuellen Angriff gegen Polen zu benutzen. Den jüngsten Ausbau der Königsberger Befestigungen habe der jetzige de»tschc„Genergl- stabsches" General v. Heye geleitet. Den gefährlichsten Charakter habe die Befestigung von K ü st r i n, die als ein ungeheurer Waffen- plag von einem Netz von Feldbefestigungen aus Eisenbeton her- gestellten und unterirdischen Befestigungen in einem Umkreise von 46 Kilometern umgeben sei. Wenn Deutschland nicht gezwungen würde, dieses ossenstoe B-sestigungssystem zu zerstören, so würde ein neues. Wellrüsten in Ost-Europa einsetzen, da sich Polen und die Tschechoslowakei in gleicher Weise bedroht fühlten. ver preußische Minister de» Znnern Grzesinski stallet in der Zeit vom Ii), bis 16: Januar der Rheinpro vi gz und dem besetzte» Gebiet einen Besuch ab. D,r Minister wird sich aus seiner Reis« ist Düsseldorf. Köln, Aachen, Trier, Koblenz und Wiesbaden aufhallen und an diesen Orten mit den Bezirksnerwaltungsbehörden Und mit den Vertretern verschiede ii er Bevölkerungsschichten Besprechungen abhalten bezw. Fühlung nehmen. Am 11. Januar wird der Minister in Köln auch die Aintseinsührung des neuen Kölner Regierungspräsidenten Elsgcir vornehmen. AB 3. JANUAh 0ERkfN+C Herrenwäsche Oberhemd weiß, mit Pikee- a 7 c Fa'teneina., geweichen«.geplattet J•* J Farbiges Oberhemd Perkat mit gefutterter Faltenbrust, mit � Oft Kragen undUmschlagmanacHetten 3•y\J Hosenträger 0.75 Selbstbinder mneSeiele, O QO in vielen Farben und Muitem... Herren-Hut Haarßii........ 5.50 Kleiderstoffe 3 rosten Us 59«/««od mehr ermlfllgt Reinwoll. Kammgam- Streifen in vielen aparten Farben, ea. 100 cm br� I QC statt bis 4.20.. Mtr. I.7 J Reinwoll. Gabardine vorzügl. KleideTWare, marine und solide F.ibcn, O Q C tSOem, statt 6.20 Mtr. D.Oj Mantel- Velouryottomane- Bindung. reine �olle. mit Moul,-Effekt., hervorragende Qualität, ca. 140 cm O Q � breit........... Mtr. JL.sJ JuaenOklaldfune Sakko-u. 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Leider hatte sie bis jetzt damit nur axnie Erfolff. Auch der neue Etat bringt bedauerlicherweise kein« Aenderuna des u n e r t r äg ti ch e n Zustandes. Das kann so nicht weitergehen! Im Inieresse des Arbeiterjchutzes muß die GewerbeKygiene ausgebaut werden. Die bereits vor Jahresfrist von der sozialdemolratischen Fraktion ausgestellten Forderungen, wie z. B. die Anstellung weiterer Landesge- w« r b« a r z t«, die Anstellung von Bureauhilsskräften Und Lebtet, die in den Laboratoriumsarbeiien erfahren sind, dje Zuteilung von Assistenzärzten, um die Ausbildung von Gewerbeärzten zu fördern usw., müssen endlich einmal Berück» stchtiaung smden. Bei der Beratung des Etats des Wahlsahrts- Winisteriums muß abermals ein deutliches Wort über diese Dinge gesprochen worden Was soll die Arbeit e rschu tz p ro p a ga nd a de? Reichs- «beilsministeriums, wenn die Länder bei noch fo bescheidenen For. derunF«» zitw Autbau der Gewerbehygieno versagen? Lohntarife unabömybar. Da? Steinkohlenwerk Plötz hatte Anfang 1928 wegen wirk. flhsftlicher Bedrängnis einen niedrigeren Lohntarif angestrebt und für die Zeit bis Mitte August tm Schiedsverfahren vom Reichsaröeitsministerium auch be- willigt erhalten. Räch Ablauf der dem Werke günstigen Sonderbestirnmim« gut zahlte es die untertariflichen Löhne willkürlich weiter, angeblich wegen noch bestehender wirtschaftlicher Schmie» rigkeitcn. Die Belegschaft erhob dagegen bei der tariflichen Schieds» stÄle Klag« und forderte die tarifmäßigen Lohne. S« wurde hier sonderbarerweise abgewiesen. Erst im B«w rufungsvorsahren vor der Oberschiedsstelle in Halle wurde dem Antrage auf Gültigkeit der tarifliche» Lohntafel stattgegeben. (Streifall H. D. lk>4 vom 14. Dezember 1928.) Unter dem Dorsig des als unparteiischen Vorsitzende� wirken» den Overbergrotgs Lohmann erging der endgültige Beschluß, daß da« Steinkohlenwert Plötz oerpflichtet sei. den Tariflohn zu zahlen. In der Begründung heißt es: »Der Berufung-mußte statkgegrllm werden, da der SckMs- sprach vom 12. Aprll 1928 ausdrücklich bestimmt, daß das Stein- kohlenmerk Plötz mit Wirkung vom 18. August 1926 ab wieder die Löhne der Gruppe zu zahlen hat. der es nach der lctztgeltenden Lohntafel angehört. Die Frage, ob durch die Kündigung der Belegschaft vom 18. August 1926 und deren Weiterarbeiten über den 23. August 1926 hinaus, die Rechtslage hinsichtlich der zu zahlenden Löhne eine Aenderung erfahren habe, war mit Rücksicht auf die Be- stimmung des§ 1 der Verordnung über Tarifverträge zu v e r- n e i n e n.* Wir empfehlen diese sehr wichtige Entscheidung der Beachtung für die Belegschaften und Betriebsräte aller Bergbaubetriebe. Genosse Bock. 60 Jahre. D» Hauptkassierer des Deutschen Lederarbesterverbandes, Ee- nasse Bock, wird heute 60 Suhre alt. In der Gerberstadt Elms» Horn gebären, erlernte er das Weihgeroerhaichwerk und schloß sich sofort nach zurückgelegter Lehrzeit im Jähre 1883 seiner Organisation an. In einer Reihe von Städten war er in den verschiedensten Ehrenämtern für seine Organisation tälig. Am 1. Januar 190.Z trat er in das �auptbureou des Deutschen Lederarbeiterverbandes als Hauptkassierer ein. In Neukölln betätigte er sich auch für unsere Partei und war als Stadtverordneter tälig. Jetzt bekleidet er das oft schwierige Anst des Schiedsmanns. Wir bring an diesem alten Gewerkschafter und Parteigenossen zu seinem 60. Geburtstag die besten Glückwünsche dar und hosten, daß es ihm nach lange oergönnt sein mog� für die gewerkschaftliche und politische Arbetterbewegung tätig zu sei». -Bor einer Tarrfbeweguttg im Gastwirtsgcwerbe." Der Derbandsleitung des Zentraloetbandes der chotel-, Restaurant, und Eafe-Angestellten ist von einer Tarifbewcgung zwar nichts bekannt, doch hinhert dies die kommunistische „Opposstlon" keineswegs, die.Rote Fahne" zu veranlassen, Alarm zu schlagen. Acht 6. Januar brachte das Blatt in großer Aufmachung mst obiger Ueberjchrift als Balken eine Kritik der Lahn- und Ar- beUsyedinguugen und zugleich eine Forderungsliste mit fünf Punkten, Die.Opposition?', die durch ihr Geschrei die ihr mangelnde Stärke zu ersetzen bemüht ist. und d-erOrganisatian vtrfifrnrfttn tp ill,- irni n r ych) m# we kch ep?mx ch s. run gen sie ick eine Lahnvewegu ng eintreten soll, redet zum«chlusie der Berbandsleitung zu. alles zu unterlassen, was zst einer welkeren Zersplitterung der Bewegung sühren könne. Die Zersplilterer sind der unmaßgeblichen Meinung. daß die Organisation nur nach ihrer Pfeife zu tanzen und ihnen dle Führung zu überlassen habe. Denn oer Zweck der in der.Roten Fahne" inszenierten � Tarifbewegung" ist ostenbar der, für die bevor- siebenden Neuwahlen die Kandidaten für eine kommu-- tust if che Berbandsleitung in empfehlende Erinnerung zu bringen. Der Berliner Generalversammlung soll die in der „Roten Fahne" aufgelegte Walze vorgeleiert werden, um den Mst- gliedern zu zeigen, aus welch tüchtigen Kerlen eben die Opposition besteht. Es wird sich ja zeigen, was die Derbandsmitglied- schost oon diesem Theater hast. Ilebersliissig zu betonen, daß über die Frage einer einznle'tcndeil Tarisbewegung und die jetoa zu stellenden Förderungen die Mstgstedschaft bestimmt und dte so anmaßend austretende Opposstlon m chre Schranken verweisen muß. Lohnbewegung im Hamburger Brauereigcwchpbe. Hamburg, 8. Januar. fTII.I Die organisierten Drauereiarbeiter von Hamburg und Umgebung haben in einer im Gswerkschgstsstaus abgehaltenen Milgliederversamwlung beschlösset!, den Arbettgeoern die Forderung aus Gewährung einer Lohnerhöhung von sechs Mark wöchentlich zu uxrerbresten. Bergarbeiterstreik in der Tschechoslowakei? Drag, 8. Januar., Arbeitgebern die Auszahlung von Zulagen als unmöglich b««eichr�et wurde. D�e Arbeiter erklärten darauf, daß st« die K o n> guenze-n Ziehen würden. Die Sparkasse der Bank der Arbeller. Aogestellkea und Beamten A.-G.. Derlin. IVallstr. SS. ist täglich mst Ausnahm« von Sonnabend von 9— 3 Uhr und 5—7 Uhr. Sonnabends von 9—1 Uhr geöffnet. B«r°ntw->ttZich für Ztr. e-rt«a»«*: Birttibaft, s. JHinpnMfat ®ttB«iMä)aft»btn)equn#; St. Ctlsra; zpeuillzton: Dz. 3ein Cdübwsß: iofale« und Sonfliats: Krjtz ftaettätt; Anzclaen-. Th. Qhde; sämtlich in Berlin. Berlan� VoiwärtZ-Berloz äSrtlin. Druck:?nnpärts.9uifii)tuckctri und äßctlaasonftort Paul Tina«: iL Ca. Berlin TW 68, Strtdtnftrgke 8. chietju 3 Deilsgee,..Unterhallnag und Wifien'.„An, der jfilmjBtlf »CJ4UtP»0 flt. 14 ♦ 44. Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts Sonntag, 9. Januar 1927 Märkisthe Rolanüe. < Roland zu PoÜ/on rint:* Der Roland mVerlebedg .Roland der Ries, am Rathaus zu Bremen," ist wohl die bc- kaynteste Rolondsfigur in Deutschland. Die räumliche Ausbreitung dreier Standbilder beschränkt sich auf das Gebiet des sächsischen und thüringischen Rechts: Thüringen, West- und Ostfalen, Nieder- /ochsen. Sehr bedeutend ist auch die Zahl der teils noch vor- handenen, reils geschichtlich nachweisbaren Rolande in den Koloni- �ationsgebieten des nordöstlichen Deutschland, zu denen auch die Mark Brandenburg gehört. Die ältesten Nachrichten über Rolands- faulen reichen nicht über das Jahr 1340 zurück. Rolandssäulen. Die Rolandssäulen sind ursprünglich Markt, eichen gewesen. Die srüber vielfach verbreitete Annahme, daß der Roland das Wahl- zeichen für die hohe Gerichtsbarkeit sei, trifft nicht zu; denn Rolands- säulen befinden oder befanden sich an zahlreichen Orten, die die hohe Gerichtsbarkeit nie besessen hatten. Umgekehrt hat bei der überwältigenden Mehrzahl dieser Gerichtsstätten ein Roland nie Zbestanden. Auch ein Kennzeichen des Stadlrechts, ein Zeichen der städtischen Freiheiteil schlechthin, können die Rolande nicht gewesen sein: denn sieben Rolandsbilder befinden sich in Marktflecken oder Dörfern, die ehemals Märkte gewesen sind. Bei manchen Rolanden tritt die Erscheinung als ein bloßer Träger sür die Marktzeichen (Rechne, Kreuz, Schwert, Handf klar zutage. Man darf daher an- rlchmen. daß die Rolandssäulen aus einer Umformung der alten Sindt- oder Marktkreuze hervorgegangen sind, die sich frühestens um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert vollzogen hat. Die in jener Zeit einsehende Verfeinerung des Kunstsinns mag dazu bei- getragen haben. Als man die wahre Bedeutung des Marktkreuzes nicht mehr verstand, niußte«in Kreuz als Träger von Fahne, Schwert, chaichschuh. Schild als ungereimt erscheinen. Angemessener war es, eine männliche Figur als Träger dieser Abzeichen zu wählen. Daß in jener Zeit hierfür nur ein Ritter in Frage kom- wen konnte, steht außer Zweifel. Er niußte, gleich dein alten Markt- kreuz, von übergroßer Gestalt �sein, durch seine Größe und Massig- kcit wirken. Bei ihm traten Schwert und Schild mehr und mehr in den Vordergrund, auch die Handschuhe, da sie zur Ausrüstung des Ritters gehörten, während Fahne und Kreuz mir noch eine nebensächliche Rolle spiesten oder ganz verschwanden. Karl der Große lebte lange in der Eriimerung als Gesetzgeber fort. Er galt als der Urgeseßacber, aus den alles weltliche Recht, und so auch das Stadt- und Marktrccht, zurllckgesührt wurde. Unter den Helden im Gefolge Karls stand keiner höher als sein sagenhafter Neffe, der für unüberwindlich gehaltene Roland. Er wurde durch die karo- lingische Heldensage nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutsch- land im Mittelalter volkstümlich. Da lag es denn nah«, in einem gewaltigen Ritterstandbild, wie es an die Stelle der Marktkreuze getreten war, Hdd Roland verkörpert zu sehen. der dranüenburger Rolanö. Nach dem alten brandenburgischen Stadtbuch ist der Roland von Brandenburg an der Havel im Jahre 1402 an Stelle einer alten verfallenen Rolandsfigur errichtet worden. Dieser urkundlich beglaubigte Roland ist nicht mehr vorhanden: der jeßige, aus Sand- stein bestehende, wurde 1474 aufgestellt, wie die eingemeißelte Roland in Brandenburg. Jahreszahl kund tut. Die hagere barhäuptige Gestalt steht straff- aufgerichtet: der gebeugte rechte Arm hält das blanke Schwert auf- recht empor, die linke Hand umfaßt den vorn am Wehrgurt be- fcstigtcn Dolch. Der ganze Körper ist mit einer ritterlichen Rüstung bekleidet, die vollständig der Zeit um 1474 entspricht. Aus dem Haupte wächst ein kappensörmigcr Busch von Hauslauch oder Donnerbart(Lempervivum tectonnn). 1356 und 1709 sind Aus- besserungen vorgenommen worden. 1716 wurde der Roland auf Veranlassung Friedrich Wilhelms I. vom Marttplaiz auf seine jenige Stelle an der Tür des Neustädtischen Rathauses gesetzt, um den Marktplatz für militärische Hebungen frei zu machen. Hierbei wurde es„nnt dauerhailiger Afcherjarbe überstrichen und der Küraß mit Gold ausstaffiret". Die etwa fünfeinhalb Dieter hohe steht auf einem etwa«inen halben Meter hohen einfachen Sockel. Der Brandenburger Roland gehört nnt seiner mächtigen Erschei- nung zu den kulturgeschichtlich wichtigeren Rolandsstandbildeni. Er hat eine auffallende Achnlichkeit mit der Abbildung des Magdc ourger Rolands, der 1459 errichtet und 1631 zugrunde gegangen ist. Nachbildungen des Brandenburger Rolands befinden sich vor dem Märtischen Museum in Berlin und vor einem Haus in der Brau- denburgischen Straße in Wilmersdorf, nicht weit vom Kurfürsten- dämm. die Rolanüe in Perleberg unü potzlom. Der Roland von Berleberg ist ebenfalls eine stattliche Figur von etwa 5.40 Meter höhe, die auf einem achteckigen Untersatz steht. Figur und Untersatz sind aus Sandstein. Der Roland ist als Ritter dargestellt, dessen rechte Hand mit dem erhobenen Schwert vor der Brust liegt, während die linke den an das linke Bein gelehnten Schild niit dem märkischen Adler hält. Die Jahreszahl 1346 weist wahrscheinlich aus die Errichtung hin. Der Roland steht jetzt an der nordöstlichen Ecke des Marktes. Das Schwert wurde 1863, die Nase 1871 abgehauen: beide Teile sind jedoch wieder ergänzt worden. Bohlow ist ein uckermärkisches Dorf, südlich von Prenzlau, am Wcstuscr der Ueckerseen. Der hier befindliche Roland besteht aus hol,. Der Rumpf ist aus einem viereckige» Pfahl gearbeitet, der Kopf weist keinerlei Gesichtszüge auf. Der rechte Arm hat wahr- scheinlich das Schwert gehalten, während der linke am Körper herab- hängt. Durch Fäulnis ist der Pfahl im Lauf der Zeit immer kürzer geworden, so daß der linke Ann nur noch etwa 30 Zentimeter vom Erdboden entfernt ist. Nach der Sage sollen die Prenzlauer den steinernen Roland geraubt und durch einen hölzernen ersetzt haben Wahrscheinlich wird zwischen der deutschen Stadt Prenzlau und dein wendischen Dorf Potzlow eine Fehde geherrscht haben, in deren Ver- lauf der Roland vernichtet wurde. Der jetzige Pfahl ist etwa zwei Meter hoch, die Arme sind gut einen Meter lang. verfthwonüene Rolanüe. Von einem Teil der märkischen Rolande werden nur noch Reste in den Museen aufbewahrt, andere sind völlig verschwunden: nur noch alte Schriften und Dokumente künden von ihnen. Im llckec- märkischen Museum in Brenzlau befinden sich die Reste des Brenz- lauer Rolands, nämlich der Kopf, zwei Oberschenkel, ein Ober- und Unterann sowie das Schwert von 2,08 Meter Länge. Dieser Roland, der dem Brandenburger nicht unähnlich war, wurde 1496, an Stelle emes älteren aus Hol,, auf dem Markt errichtet. Auf der Schwert- klinge befinden sich die Inschriften, deren eine über das Ende des Rolands Aufschluß gibt. Sie lautet:„Die Statue des Rolandt, welche anno 1496 auf dem Marckte zu Prenzlow errichtet worden. ist von einem sehr hesftigen Sturm-Winde den 21. Ianuari 1737 (nachdem Selbig« 241 Jahr gestanden) umgeworssen." Aus denk Rumpf wurde ein kleiner Steinobelisk errichtet, der den Stand- platz des Rolands bezeichnet«. Cr mußte jedoch später dem Krieger-- denkmal weichen und wurde an seine jetzige Stelle auf dem Markt- gesetzt. Auch von dem Roland in Zehden(Reumark) ist nur noch ein Rest vorhanden, ein 1,60 Meter hoher hölzerner Rumpf, üher- dessen Alter sich nichts ermitteln ließ. Nach einer Beschreibung von 1751 war der Zehdener Roland zu dieser Zeit noch ausgestellt, jetzt wird der Rumvs im Märkischen Museum in Verlin aufbewahrt. Der Roland von Königsberg(Reumark) war ebenfalls aus Holz; jetzt sind von ihm weder Reste noch Abbildungen vorhanden. Aus welchem Grunde manche Orte ihre Rolandssäulen aus Holz errich- teten, hat sich bisher nicht ermitteln lassen. Die Annahme des Chro- nisten von 1751, daß diese Orte keine Mittel hatten, um dauer- Die Münder öer Klara van Haag. von Johannes Duchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. 18. K a p i t e l. Hedwig schreibt an Frau van Haag. Vranstedgaard, den 24. März. Meine liebe gute gnädige Frau! Ja, Sie haben nie aufgehört, meine Gnädige zu sein. Hunderte von Malen ertappe ich mich, wie ich mich stets frage, was die Gnädige nun wohl zu diesem oder jenem sagen würde, das ich im Begriff stehe zu tun. Bisher bin ich so einigermaßen fertig geworden mit dem Rat, den Sie mir so oft einprägten: Tue,' was du willst! Ich kann immer Ihre Stimem diesen Satz aussprechen hören, und es ist ja auch nötig, daß ich die rechte Betonung in meinen Ohren höre. Nicht: Tue, w a s du willst! sondern: Tue, was du willst! Wie gesagt: Bisher habe ich einen Willen gehäbt— ich bin ihm gefolgt, und ich freue mich darüber und bin Ihnen dankbar. Aber jetzt stehe ist vor etwas, das vielleicht größere Bedeutung für mein Leben haben wird, das zu wäblen oder zu fliehen inir jedoch der Wille fehlt. � Ein Mann will mich heiraten. Nun muß ich gleich sagen, daß es das yierte- oder fünfte- mal ist. daß ein Mann das will, aber die anderen Male habe ich gewußt, was ich nicht wollte. Lieb-e gnädige Frau, Sic müssen mir in dieser Sache helfen. Sie wissen alles und können alles. Er hat eine Meierei, ist gut und brav in jeder Beziehung, gesund und stark, dazu reinlich und appetitlich wie frische Butter. Sind das nicht gute Eigenschaften? Ja. Soviel kenne ich schon die Menschen, daß ich selbst ja sagen kann. Ich bin ja nun ein Mädchen, das viele Stellungen und viele Menschen hinter sich hat. Was habe ich nicht olles bei Frau van Haag gelernt! Ach. sie strichen mir ja über die Augen, daß ich sehend wurde. Ich habe auch viele Bücher gelesen. Augustinus Tnllmgs- bat— wie er ja leider heißt— hat auch Bücher gelesen, nämlich, als er die Hochschule besuchte. Aber jetzt, da er ein freier Mann ist, kann keine Macht ihn zwingen, ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich will Sie nicht damit ermüden, zu erzählen, wie wir uns»rnfen. Es war letzten Sommer in Kopenhagen. Er mar dort, um ieinc Mutter aus dem Krankenhaus heimzuholen(bei ihr bin ich jetzt). Aber ich will Ihnen einen kleinen Zug von ihm erzählen. In den ersten Tagen, als wir uns kannten, war er verlegen und ernst. Ich war eine feine Dame, die er kaum anzusehen wagte. Aber da war ich mit ihm drinnen bei der Mutter, und als er ihr gegenüberstand, begann er plötzlich wie wahnsinnig zu lachen, und als er sich eine Weile damit belustigt hatte— ja, da weinte er so, daß die Tränen ihm über den Rockkragen rannen. Gleichzeitig pflückte er an meinem Aermel und meinem Haar. Das war ja eine recht lächerliche Vorstellung, aber ich gab ihm einen Kuß— den ersten. Mir schien, daß ich ihn in diesem Augenblick gern hätte. Trotzdem ich dagegen ankämpfe, soviel ich kann, habe ich nämlich in mir einen' unermeßlichen Drang, geliebt zu werden. Augustinus' Lachen und Weinen brachte mich dazu, zwei ausgezeichnete Menschen, das Künstlerpaar Uhde, zu ver- lassen, in deren Haus ich wie eine Tochter gewesen war, und auf den Vranstedgaard zu ziehen, mit der starken Aussicht, Holländerfrau zu werden, wenn ich nicht ernsthaften Wider- stand leiste. Warum soll ich auch Widerstand leisten? Ja, ich möchte fragen, ob es notwendig ist, daß man sich auf seine Hochzeit freut. Das tue ich nämlich nich.. Ich kann zwar lachen, aber froh bin ich nicht gewesen, seit ich ein kleines Kind war. Ja, einmal wäre ich fast froh gewesen. Das war in Ihrem Haufe, Frau von Haag. Es war an jenem Abend, als wir wie zwei Backfische um die Kirche rannten und Iohan Fors drinnen spielen hörten. Ich weinte und lachte aus Verliebtheit die ganze Nacht— ungefähr wie mein guter Augustinus Trillingsbäk. Ich hatte übrigens zwei Briefe von Iohan Fors. Aber ich denke nie an ihn, und namentlich bin ich nicht mehr in ihn verliebt. Dann wäre dieser Brief nicht entstanden. Ich antwortete auch nicht ein Wort. Er ist jetzt in Paris. Nein — und wenn er über die Straße ginge— ich würde mich nicht nach ihm umdrehen, ich glaube dagegen, daß ich mich' fester an den Arm des Holländers hängen würde. Denn wenn ich jemand froh mache, fühle ich selbst Freude dabei.. Der gute Junge— jetzt ist er hereingekommen und sitzt hinter mir. Er sitzt ganz still. Ich weiß, daß er mich ansieht, aber er wogt nicht, mich mit einem Muck zu stören. Er findet, daß ich zu fein bin, er liebt das Feine: deshalb will er lieber Holländer werden als den- Hof übernehmen. Gleich als ich kam. schenkte er mir ein Fahrrad, und jetzt zu Weihnachten kam er und sagte:„Sieh, hier habe ich mir einen Fahrrad- katalog über Klaviere verschafft. Bitte, such dir das beste davon aus. Glauben Sie nicht, daß ich ihn ausschließlich als lächerlich und töricht gii> darstellen möchte. Nein, zeitweise übertreffen er und seine Mutter fast alle anderen an feinem Austmem So fragen sie mich nie aus nach meiner Familie und noch weniger nach meinen Geldverhältniffen. Schreiben Sie mir nun, was in dieser Sache recht und richtig ist. Bergessen Sie nicht, daß ich nur Sie habe, die ich fragen kann. Mein Verstand sagt mir, daß dies Angebot des Schicksals recht gut lautet. Aber etwas in mir macht mich unsicher. Ich liege jede Nacht wach— und es endet stets damit, daß ich an Sie und die herrliche Zeit im Zollamt von Knarreby denke. Dann weine ich und hoffe, daß Sie mir helfen können und wollen. Sie haben doch nicht einen Menschen vergessen, der stets die Erinnerung an Sie in seinem Herzen trägt? Nämlich Ihre Hedwig." Frau van Haag bedachte sich einige Tage, dann ant- wortele sie. Liebe kleine Hedwig! schrieb sie, und als sie die drei einfachen Worte mit ihren großen, merkwürdigen Buchstaben auf dem Papier stehen sah, warf sie sich über den Briefbogen und verdarb ihn vollkommen mit ihren Tränen. Aber dann schämte sie sich und nahm einen neuen Bogen. Es war ihr gerade darum zu tun, daß der Brief tränenfrei blieb. Sie sollte ja die Ratgeberin sein— die Trösterin! „Liebe kleine Hedwig! Ach, ich freute mich mit deinem Brief, obwohl sein Inhalt nicht gerade lustig war, aber ich habe den Kopf stets nach der Seite gewandt, und dorthin gelauscht, wo ich dich glaubte— ob nicht doch ein kleiner Rui von dir kommen sollte. Jetzt kom er und hallo! hier bin ich, mein kleines Fräulein, meine Tochter von Gottes Gnaden, einmal in einer kurzen, aber unvergeßlichen Zeit! Es ist richtig. Du bist ein moderner Mensch. Du suchst den Spezialisten aus. Haft du Magenschmerzen, so gehst du zum Magenprosessor, und hast du eine unglückliche Liebe, so kommst du zu mir, die gerade in dieser Materie die Erfahrung eines Vierteljahrhunderts besitzt. Aber, wenn ich dir helfen soll, muß ich sehen. Obwohl du wirklich lebendig mit deiner Feder zeichnest, muß ich doch dich selbst zu mir her haben und deinen Puls fühlen. Und du sollst gleich kommen. Es ist ernst. Soviel kann ich di»- allein schon nach deiner Handschrift sagen. Du wirst gerade rechtzeitig kommen, um Abschied von mir zu nehmen, wenn du dich beeilst, denn ich bin eine gebrechliche alte Frau geworden. Wenn wir einander helfen könnten, wir beide; ich kann wieder jung werden, wenn ich deine warme starte Hand in der meinen drücke. Ich denke, für dich weiß ich Rat. Komm, wjß haben vieles zu besprechen. Deine Gnädige, deine Freundin Klara van Haag, geb. Stcen." (Fortjetzuag solgl.) baftere Steinbildnisse aufzustellen, erscheint wenig zutreffend. Auch von dem Zlngermünder Roland ist nichts mehr vorhanden, ebenso- wenig von der Rolandssäule in Reichwalde(Dorf im Kreis Luckau). In Trebbus, einem Dorf bei Kirchhain, soll sich«ine hölzerne Säule an der Kirchhossmauer befunden haben, die wohl als eine Art Rolandssäule angesprochen werden konnte. »ji Eine so wichtige Handelsstadt wie Berlin hatte natürlich ebenfalls einen Roland. Nach dem Berlinischen Stadtbuch stand er auf dem Alten Markt, dem jetzigen M o l k e n m a r t t. In dem Abschnitt über die Einnahmen der Stadt aus dem Hofstellen- zms heißt es wörtlich:„Up deine oldcn markte dat negst« orthus by den Ruland het hinder 12 rüden." Die Berliner Rolandssäule war eine Steinsigur. Als im Lahre 1444 der Hohenzollernkurfürft Friedrich II. die Freiheit und Selbständigkeit von Berlin-Tölln niederwarf, ließ er auch die Rolandssäule, das Wahrzeichen der Stadthoheit, umstürzen. Auch eine Abbildung dieses Rolands ist nicht erhalten geblieben. Die Rolandsfigur des 1902 errichteten Rolandsbrunnens auf dem Kcmperplatz im Berliner Tiergarten zeigt keinen Zusammenhang mit dem Berliner Roland, und die Figur vor dem Märkischen Museum ist. wie schon gesagt, nur eine 1308 errichtete Nachbildung des Brandenburger Rolands. Sie hatten kein Glück! Ein äußerst elegant gekleideter junger Mensch: dem Richter stellt er sich als„Fabrikant" vor. Und wie es Fabrikanten schon manchmal geht, geriet er eines Tages in Geldverlegenheit. Sein Bankkonto wird wohl erschöpft gewesen sein und so machte er sich au seine Geliebte heran— ein kleines reizendes Persönchen— und bat sie um ein geringes Darlehen. Die hatte wohl ihr Herz, nicht aber ihr Portemonnaie für ihn übrig. Da entnahni er kurzerhand in ihrer Gegenwart den Inhalt ihrer Börse, etwa 14 2 Mark. Sie ließ aber mit sich nicht spaßen, lief zur Polizei und erstattete An- zeige... wegen Diebstahls. Auch der Richter sagte: Diebstahl, ichd verurteilte den Fabrikanten und unglücklichen Liebhaber zu zwei Wochen Gefängnis. Er kündete die Berufung an und schwor Rache.— Ein anderer Fall! Cr w a r einmal Iuwelcnhändler— in Odessa. Jetzt ist er Emigrant in Berlin und hört aus einen Namen, der der Juwelierbranche entnommen ist. Hin und wieder gelang es ihm noch in Berlin, ein Steinchen abzustoßen. Mit der Stabilisie- rung der Mark kam aber der Dalles über ihn und mit dem Dalles die Versuchung. Das Ende vom Liede war, daß er aus der Unter- suchungshaft dem Richter vorgeführt wurde— wegen Dieb- sia h l s: er soll den Pelz seiner Pensionswirtin versetzt und seiner Zimmernachbarin aus deren Portemonnaie 10 M. entnommen haben. Dieses runde, wohlgenährte, glattrasierte Burgergesicht und ... Diebstahl von 10 M.l Das ist das Emigrantenleben. Den Pelz will er wohl versetzt haben, die 10 M.. die hat er nicht ge- nmnmen! Bei Gott nicht! 10 Mark! Der Richter sagt aber: Diebstahl und dafür gibt es zehn Tage Gefängnis.— Auch Herr 3t hat einmal bessere Tage gekannt. Er war der Tombola- kö n i g. Bedurste man auf einem vornehmen Ball in aller Eile «ine Tombola: in einer halben Stunde war Herr N. zur Stelle und die Tombola aufgebaut. Dos Geschäft florierte. Herr N. nahm Waren auf Abzahlung und zahlte prompt. Mit dem Ende der Inflation war auch Herrn N.s Glück zu Ende. Die Tombola zog nicht mehr, die Waren wurden nicht mehr bezahlt und das End- refultat war: Anklage wegen Betruges. Herr 9t per- leid'gt sich mutig. Er ein Betrüger? Er, den die ganze Welt ?ttmt? Pech hatte er, ausgesprochenes Kaufniannspech: bezahlen konnte er nicht: aber betrügen— das wollte er nie. Das Gericht sagte aber: Betrug und quittierte ihn mit fünf Monaten Ge- fängnis.— Alle drei Verurteilte halten sich für anständig« Leute. Rur eine Kleinigkeit fehlte ihnen: sie hatten kein Glück! Oer Ausammenstoß. Man schreibt uns:„Zusammenstoß der Straßenbahn mit einem Autobus Ecke Potsdamer Straße und Bülowstraße in der zehnten Morgenstunde. Ich fahre mit der Straßenbahnlinie 92. Der Fahrer scheint Eile zu haben, um die ihm vorgeschriebene Fahrzeit inne- zuhalten. Bor ihm führt ein Geschäftswagen auf den Schienen. Der Fahrer klingelt wütend, um den Kutscher des Kefchäftswagens zu veranlassen, rechts einzubiegen. Der Kutscher hat ober„Nerven". Er fährt ruhig auf den Schienen weiter, ohne rechts in die Lücken der anderen haltenden Wagen einzubiegen. Wir kommen an die Ecke Potsdamer Straße und Bülowstraße. Dort hält ein 2lutobus. Autobus und Straßenbahn wollen weiterfahren: der Autobus gerade- aus, die Straßenbahn rechts um die Ecke in die Bülowstraße hin- ein. Erfolg: Die erste Scheibe der Straßenbahn klirrt durch den Richtungsanzeiger des Aulobus. Die dicken schweren Scheiben fallen in taufend Splittern zu Boden, das fahrende Publikum ist entsetzt und verläßt fluchtartig den Wagen. Der Autobusführer fährt zurück und dreht das Steuer links. Weiterer Erfolg: Die zweite und dritte Scheibe geht in Trümmer. Einer Dame fällt ein großer Splitter auf den Fuß. Eine Blutlache zeichnet Ihren Weg. Im Augenblick des Zusammenstoßes rotten sich Fahrer. Schaffner des Straßenbahnzuges, Autobusführer, Schupoleute und Publikum zu- fammen. Auch ein Kontrolleur der Straßenbahn erscheint. All« zücken ihre Bleistifte, ziehen ihre Notizbücher aus den Taschen, um den„Fall" festzustellen. Die Dame kann verbluten. Ein Herr erbarmt sich ihrer und verlangt, daß zunächst das Leben der Fohrgäste geschützt werden müsse. Der„zuständige" Schupomann muß ober erst den„Fall" notieren urck» ruft seinen Kollegen von der„Ecke". Dieser winkt zunächst ab, er muß doch seine„Ecke" weiter behüten. Auf das energische Auftreten einiger Herren hin, wird die Dame zu einem auf der anderen Seite haltenden Auto «führt. Der Autoführer weigert sich, die Dame zu fahren, weil fem das Blut befchniutzt werden könnte. Auch hier muhte jen dun erst' das„Publikum" eingreifen und den Schupomann zu Wachtwon dem Chauffeur gegenüber veranlassen, daß die Da nächsten Unfallstation gel' rocht wird. Der ganze Borfall hat bewiesen, daß weder Straßenbahner noch Schupomann begriffen haben, resp.— durch ihr Gebundensein an ihpe Dienstvorschriften nicht begreifen dursten— daß es in erster Linie darauf ankam, dem verletzten Menschen zu helfen, an- statt den„Fall" festzustellen._ wohin kommt üer Prozeß domela l Die Verfahren gegen den falschen Zollernprinzev. Die polizeiliche Vernehmung des falschen Hohenzollernprinzen Harry Domela ist am gestrigen Sonnabend nachmittag abgeschlossen worden. Er ist vorläufig in' da» Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden und wird sich auch wegen der beiden in Köln oerübten Be- trugsoersuche zu verantworten haben. Wann dem falschen Zollern- Prinzen der Prozeß gemacht wird, läßt sich gegenwärtig noch nicht sagen, da Domela wegen seiner.prinzlichen" Gastspiele in H e i d e l- berg, Erfurt und G o t h a. wo er ganz besonders große Erfolge erzielt hat, bei den dortigen Staatsanwaltschaften, die ebenfalls gegen ihn Haftbefehle erlassen hatten, ein umfangreiches Schuldkonto aus- 'ugleichen hat Auch dort, wo er beträchtliche Geldbeträge er- lindell und mehrere Hoteliers um nrht unbedeutende Rechnungen :ellt hat. wird er sich wegen Betruges zu verantworten haben. ie Staatsanwaltschaften von Heidelberg. Erfurt Gotha und Köln werden sich nun miteinander in Verbindung setzen, und nach Prüfung des gesamten Aktenmaterials beschließen, an welchem der vier Orte das gesamte Anklagematerial zusammengezogen und der Prozeß gegen den falschen Hohenzollernprinzen geführt werden wird. Zu diesem Zwecke wird besonders geprüft, an welcher Stelle Domela die meisten Straftaten begangen hat, damit nicht dem Staat durch die Reisen und Zeugengebühren der zahlreichen Geschädigten allzu große Kosten entstehen.__ Giu rätselhafter Todesfall. Di« 46 Jahre alte Frau Anna Krüxer, geb. Weidland, Eberswalder Str. 19, wurde vor kurzem in ihrem Bett tot auf- gefunden. Der Ehemann, der selbst schwer nervenleidend ist, erstattete auf dem zuständigen Polizeirevier Meldung und fügte hinzu, daß er sich den Tod seiner Frau nicht erklären könne. Sie habe in der Nacht zuvor starkes Erbrechen gehabt und sei erst spät eingeschlafen. Um ihr eine möglichst lange Ruhezeit zu schassen, habe er sie am Morgen nicht geweckt, sondern nur im Laufe des Vormittags ab und zu nach ihr gesehen, sie aber stets schlafend efunden. Erst als er sie um 2 Uhr wecken wollte, merkte er, daß iW tot war. Ein hinzugerufener Arzt konnte die Todesursache nicht feststellen, glaubte aber am Halse der Frau Würgemale zu er- kennen. Man benachrichtigte deshalb die Reseroe-Mordkommission, und Kriminalkommissar Ouoß erschien alsbald mit den zuständigen Beamten in der Wohnung. Wie die Ermittlungen ergaben, litt Frau Krüger seit längerer Zeit an schwerem Rheumatismus. Die heftigen Schmerzen suchte sie.durch Einreibungen mit Petroleum zu bekämpfen. Die kranken Stellen am Halse und an den Schen. keln hatte sie so kräftig massiert, daß die Haut stellenweise ab- gerieben war und das rohe Fleisch zutage trat Während der Nacht hatte sie ein mit Petroleum getränktes Taschentuch um den Hol» gebunden: man fand es noch an der Leiche. Anhaltspunkte für ein Verbrechen ergaben die Ermittlungen bisher nicht Zur volligen Klärung der Todesursache wurde die Leiche zur Obduktion beschlag- nahmt und nach dem Schauhause gebracht. Einen Vortrag, der besonderem Interesse begegnet sein dürfte, hielt Gustav H. Eckhardt Er begann einen Vortragszyklus über „Die geschichtliche Entwicklung des Pressewesens". In seinen Ausführungen hob er hervor, daß das Bedürfnis des ein- zelnen, sich über die Geschehnisse der Umwelt zu unterrichten, ein so elementares sei, daß es bereits in den frühesten Bolksgemeinschasten zum Ausdruck kam. Von abgesandten Kriegern wurde den Daheim- gebliebenen die Kampflage bekanntgegeben. Fremdlinge mußten von unbekannten Ländern und Sitten erzählen. Bald wurde die mündlicke Ueberlieserung von einer mehr oder weniger regelmäßigen schriftlichen abgelöst In Rom gab es bereits eine Art Staats- zeitung, die bis in die fernsten Provinzen verbreitet wurde und bis In die Gegenwart sind uns Exemplare einer ähnlichen chinesischen Zeitung überkommen, die aus dem achten Jahrhundert stammt und in einer geschriebenen und einer gedruckten Ausgabe gleichzeitig verbreitet wurde. In Deutschland entwickelte sich aus geschriebenen Zeitun. gen, die Neuigkeiten aus aller Welt brachten, die gedruckten„Meß- relationen", die gegen Ende des 16. Jahrhunderts auf den großen Messen oerkauft wurden. Die ersten wöchentlichen Zeitungen ent- standen im Jahre 1609 in Straßburg und Augsburg, und am 1. Ja- nuar 1660 gab ein Leipziger Buchhändler die erste Tageszeitung her- aus.— Bon anderen wertvollen Vorträgen des Tages waren die Ausführungen G. Flachsbarts„Brasiliens Bedeutung für Deutschlands Handel und Gewerbe" von besonderem Interesse. Trotz sehr sreundschaftlicher Einstellung warnte der Vortragend« nachdrück- lich vor der Auswanderung nach Brasilien.— lieber den Anblick des Fixsternhimmels sprach, aufschlußreich und allgemeinver- ständlich Geh. Regierungsrat Dr. A. M i e t h e.— Berliner Schlager sorgten für das heitere Wochendende. Menschenleben in Gefahr. Großer Wohnhausbrand in Lichterfelde- Ein gefährliches Feuer, bei dem mchrere Mieler m ernste Gefahr gerieten, kam gestern abend gegen �8 Uhr in dem Haus.- H o ch st r. 16 in L i ch t e r s e l d e zum Ausbruch. An einem großen Wohnhaus ist als Seitenflügel ein zweistöckiges Nebengebäude an- gebaut, das mehrere Notwohnungen hat. In einer Bodenkammer des Seitenflügels brach aus bisher noch unbekannter Ursache Feuer aus, was schnell um sich griff. Die Flammen fraßen sich durch die Bodentür und setzten das Treppenhaus in Brand. Mit geradezu rasender Schnelligkeit ergrissen sie das ganze Treppenhaus, so daß den Bewohnern die Flucht über die brennende Treppe abgeschnitten war. Auf den Alarm„M i t t e ls e u e r" und„Menschenleben in Gefahr" eilten die Steglitzer, Lichterfelder und Zehlendorfer Feuerwehren herbei. Den Feuerwehrleuten war es unmöglich, über die brennende Treppe vorzudringen, d'e bald in sich zusammenstürzte. Mit großer Mühe wurden vier Per- s o n e u aus der zweiten Etage durch Steckleitern in Sicherheit ge- bracht Schon vor Erscheinen der Feuerwehr war ein junger Mann. der gleichfalls im zweiten Stock wohnt, aus etwa 14 Meter Höhe hinabgesprungen, ohne glücklicberweise Schaden zu nehmen. Der Feuerwehr gelang es, den Brandherd einzukreisen und ein Weitergreifen zu verhindern. Nach ziemlich dreistündiger Tatlg- keit war die Gefahr beseitigt. Außer dem Treppenhaus wurde cm großer Teil des Dachstuhls ein Raub der Flammen,. Protest gegen öeo neuen Mietwucher. Wie wir erfahren, ist die heute mittag stattfindende Der. sammluug der Auftakt zu der großen eigentlichen Kundgebung, die am nach st en Sonntag, den 16. Januar, vormittags 11 Uhr, im Clou, Mauer- straße. stattfindet Diese Kundgebung, für die Paralleloerscmrm- lungen vorbereitet sind, wird von dem Reichsbund Deutscher Mieter, dem Schutzoerband der Arbeits- und Gewerberaummieter und der Arbeitsgemeinschaft für Handel. Gewerbe. Handwerk. Klein. mdustrie und die freien Berufe veranstaltet. Dieser Arbecksgemem. lchast gehören die Innungen und die großen gewerblichen Der- «- s.___ fwr. cc f*t«K«rvmdi ftficrr• hör ÄefnMQCJP.nßS' oeranme«orramprer yut ein----. rat Ernst Rüben- Berlin. Am gleichen Tage finden in ganz Preußen hunderte ähnlicher Veranstaltungen statt. Voraussichtlich wird das Materiot welches dort über die unheilvollen Folgen der Politik der Wirtschaftspartel zum Dortrag gelangen wird, die Beratung des Preußischen Landtags über die Aushebung der Hirtsiefer-Verordnung wesentlich beeinflussen. Ilebn- gens hat unsere Stadtverordnetenfraktion, wie schon gemeldet, von sich aus Schritte zur' Aufhebung dieser Verordnung ergriffen. Unsere Toten. Ein großer Freundeskreis erwies gestern im Kremotonwn Gerichtstraße Karl Klein die letzte Ehre. Genosse Wels nahm als Sprecher der Trauernden Abschied von einem, der zur alten Garde gehörte und der sich selbst mit Stolz einen der Alten nannte. AI- Genosse Klein vor langen Jahren aus der ostpreußilchen Heimat nach Berlin kam. fand er hier die Welt der gleich ihm Enterbten und Darbenden. Er schwor Treue der Lehre des Sozialismus, die da- mals einen Lassalle zum lebenden Berkünder hatte. Das Aus- nahmegesetz, eine Hochoerre�sanklage und alle Schikanen der da- maligen Gewalthaber vermochten nicht, Klein von dem als recht er- kannten Wege abzubringen. Keine Parteiarbeit war ihm zu groß oder zu gering. Wenn er bei festlichen Gelegenheiten die Jugend zum Fackelzug' anführte, fühlte jeder: hier marschiert die neu« Zeit Schließlich sind es nicht nur schöne Schriftsätze und klingende Reden. die die Partei ausbauen, sondern auch die Kleinarbeit die der Per- blichene in so hervorragender Weise leistete. Das danken wir Karl Klein. Feierliche Orgelklänge geleiteten den Sarg in die Tiefe. Abends gab eine große Trauergemeinde dem Genossen Richard Möbius das letzte Geleit. Genosse K l ü s e n e r wies in seiner Gedächtnisrede darauf hin. daß auf Richard Möbius die Worte: „Rasch tritt der Tod den Menschen an" in besonderem Maße anqe- wendet werden können. Er hat im Komps um die höchsten Mensch- heitsideale nicht abseits gestanden, sondern bis zum letzten Atem- zuge treu seine Pflicht im Dienst an der Menschheit erfüllt. Darum werde der Verstorbene nicht nur den Seinen, sondern allen, die ihn kannten und verehrten, unvergessen bleiben. Für die..Vorwärts"- Buchdruckeret sprach Genosse K ö ck e r i tz ehrende Worte. Der Kreisleiter des Bezirks Mitte der SPD., Genosse Riefe, rühmte In warmen Worten das unermüdliche Wirken des Verstorbenen als Abteilungsleiter und als Kollege. Sein Leben fei durch die Worte: Arbeit, Liebe und Freundschaft gekennzeichnet Letzte Abschieds- worte an den Verstorbenen richteten dann noch Genosse Schulz für den Buchdruckerverband sowie ein Mitbewohner des Trauerhaufcs und ein Vertreter der Elternbeiräte der 67. Gemeindeschule. Die Skadtverordneteaverfammlung hat lbr« e*«« Sifeima tm neuen Jahre am 13. Januar(Donnerstag) um%5 Uhr. Nach Vollzug der Vorstandswahl wird sie sofort ein sehr reichliches Arbeitspensum vorfinden, das sich in der Weihnachtspause ange- sammelt hat Die Tagesordnung hat 53 Verhandlungsgegenstände. Arbeilerbildungslchule. Im Laufe dieser Woche nehmen lolqende Arbe»«g«meinschalten ihre Arbeiten wieder auf: DienStaa, It. Januar, abend»?>/, Ubr. in der Bibliothek. Lindenltr. S,.Internationale Bolitil". Dr. Wolfgang Schwarz. Donnerstag, l3. Januar, abend»-Ubr. im Kindergartenzimmer der 245. Gemeindeschule. Wielen-(Sit Bankstraf!«, »Problem« der Wcltwirtschait", Gregor Bienltock Donnerstag. 13 Januar. abend» Tj, Uhr. in Zeblendors. Nordschule, Potsdamer Straße,„Ein- sübrung in den Sozialismus�, Otto Kautz. Di« Hörer werden gebeten, vollzählig und piinttllch zu erscheinen. I Kaufe billig! Dimltl» OberbettBezus 130X200, zum KnSpfso..... Daunendecke Pr. Dannenzatin. Eflek«. fraai. 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Die Genosienlchast Siedlung Mohlsdorf Hot zu den fchon bewohnten 200 Häufern 70 weitere Häuser so weit fertiggestellt, daß am Sonnabend das Richtfest abgehalten werden konnte. Zahlreich waren die Genossen erschienen. Roch einem kurzen Umzug durch die Siedlung wurde auf den neuen Häusern die Richtkrone emporge.zogen. Nach dem Spruch des Maurerpoliers sagte Genosse G i e r s ch n« r den Dank an die Arbester für das geschaffen« W«rk. Bei dem Ilmzuge wurde an der Spitz« des Zuges«ine Ärone mitgetragen, an der für jeden Bau- arbester ein Taschentuch aufgehängt worden war. Einer alten Sitte gemäß, muß jeder Genossenschastler, dessen Haus gerichtet wird,«inen Kuchen backen und jedem Bauarbeiter wird beim Richtfest« i u Taschentuch mit Luchen gefüllt, uberreicht. Der Umzug -endete in einer Gastwirtschaft in dem das weitere Programm abge- wickelt wurde. In einem humorvollen Prolog, den Genossin Rohde sprach, wurde an die vertretenen Behörden die Bist« gerichtet, die Genossenschaftler beim Bau eines Spielplatzes, einer Schule und eines Volkshaufes zu unterstützen. Die Festansprache hielt dann Stadtverordneter Genosse Gutfchmidi, der in seinen Aus- führungen den Gedanken der Genoisenschaftsbewegung mit warmen Worten feierte. Stadtrat Genosse Wutzti versprach den Siedlern in einer mst lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede für die einzelnen Wünsche nach Möglichkeit Abhilfe zu schaffen. Im weiteren Programm rezstierte Heinz G i e r s ch n e r ein Gedicht von Franz Rothen- felder. Lindertänze fanden reichen Beifall. Bis In die Morgen- stunden blieben die Genossenschaftler in schönster Harmonie bei- sammen, stolz in dem Bewußtsein, daß wieder 70 Familie» heraus können aus den Mistskasernen der Großstadt. Gleichzeitig mit dem Richtfest wurde die Einweihung der Ä o nsu m f il ia le gefeiert. Verbot sämtlicher Straszensammlungeu. Die große Zahl der Sammlungen und die dornst vielfach ver» knüpften Mißstände hoben die Gebefreudigkest beim Publikum all- mählich recht ungünstig beeinflußt. Der materielle Erfolg der Sammlungen ist ständig zurückgegangen. Das oft beobachtete auf. dringlich« Verhalten der Sammler auf den Straßen wird als belästigend empfunden. Hierzu kommt, daß«in Einschreiten gegen nicht genehmigte Sammlungen und gegen das unter dem Deckmantel der Sammestatigkest und des Verlaufs von Gegenständen(Druck- schritten usw.) oorgenonnnene Einsammeln von Geldspenden nur dann mst wirklichem Erfolg möglich ist, wenn auch jegliche erlaubt« Sammeltätigkest von der Straße oerschwindet. Um diesen Mißständen entgegenzutreten, hat der Polizeipräsident sämtliche Straß en- iammlungen bis zum 31. März 1327 verboten. Die Straßenpolizei- beamten sind angewiesen, gegen jede Art von Straßen- fawmlungeu energisch«inzuschreiten. Elll Siebzigjähriger. Heute feiert Genosie Rich. K o h l m a n n. Lurzestr. 9, feinen 70. Geburtstag. Cr gehört feit 1864 der Partei au und ist als Funktionär verschiedentlich für die Partei in Magde- bürg und Berlin tätig gewesen. Auch gewerkschaftlich beteiligte sich der Jubilar schon Ende der achtziger Jahre au der damaligen Elsen, bahnerbewegung. Auf dem ersten Eisenbahnerkongreß wurde er als erster Vorsitzender gewählt. Nach seiner Maßregelung trat er dem damaligen Hafenarbeiterverband bei. Später wurde er Ma- fchinenarbeiter und trat zum Deutschen Metallorbeiterverband über. Hier war er auch«ine Zeitlang als Angestellter tätig. Heute ist er trotz seines hohen Alters immer noch in der Kleinardest für die Barlei innerhalb der 3. Abteilung tätig. Er bekleidet noch städtische Ehrenämter als Schredsmann und Bezirksvorfteher. Zirkus Hakenbeck. Die im Buschgebäude gastierende» Hamburger rkusleute bringen auch in diesem Monat ein glänzende? Programm. er»absolut« Zirkus" ist auch diesmal erhalten geblieben. Pferde- und Tierdresiuren herrschen vor. Fritz Schilling, der Senior der Hagenbecks chen Dompteur«, führt Löwen, mehrere Bärensorten und Tigerdoggen in einer Gruppe vor, Emmerich Ankner zeigt Drcs- spren herrliche» Pferdematerials und betätigt sich auch als Schul- Orthopädische Heilanstalt Scherl Wriviopaciic(1904—1914 Kriecsausbruch, Paris) von Lendsberg a. L- nach Berlin, Wilheiinstr. 2.1, flbergesiedett Sprech st Dienstag, Freitag 2—4 oder auf Anruf Hasenheide S. Privatansult für mechan. operationslose Orthopädie, Mecanotherapie, Massage, orthopi- dl sehe Apparate. Bemerkenswerte Erfolge bei ftDckgratsverkrammungeo. ohm Olpsverbärde oder die Körperbeweüungeo behindernde Korsetts, UUt- tnongen, Pseudarthrosen, QelenkemiQndungen, spastischen Contraktureo, Luratloncn, Klump-, Senk- und Knickfüße usw. PersSnl, Leitung> A, Sehet f. IdOZ— 1%4, Chef der Orthopäd. Abteilung in der Klinik des berühmten Chirurgen Dr. Doyen, Paris, 1916—1419 Leiter der orthopädischen Werkstätten der Kriegs- Invalidenschale II Landsberg a. U mit beruflicher Verantwortung gegenüber der Regierung von Oberbayern. retter auf dem Albinoh engst„Wittcfttb*. Alle mögliche» exotischen Tier«, wie Tigerwildpferde, eine Elenantilope, die ihr unglaubliche? Sprungvermögen zeigt, und ein südamerckam'sches Guanaco Hai Charles Bradbury dressierst Er bringt nichi nur Airkuskünste, sondern auch ein Stückchen Naturkunde in die Manege. Die kleine. zierliche Cillp F e i n d i produziert sich mit Riesenelesanten und Kapstän Borstel läßt seine klugen S e e l ö w e n die hohe Schule der Jongleure vorführen. Das zirzensische Programm ist durchsetzt mit ersstlassigeu Artistennummern. Peters und Billy leisten Fabelhaftes, noch nie Gezeigtes als F o ß s p r i n g e r, die drei Ajax sind Srastaymnastiker von unerreichtem Können und schließ- tich verabreichen die vier Bronnets ein? Biertelstunde long Humor als Medizin. Der Doppelsalto durch die Luft der Gebrüder Desprez mst dem Auto von der Zirkuskuppel herab ist etwa» atedbeklemmend, für den Techniker aber interessant.—. Der Zirkus gibt im Eewerkschaftshausrestaurant Karten zu halben Preisen aus. Wiatergartea. Der großen Mode der Revuen kann sich auch der Wintergarten nicht versagen und stellt er dem Berliner Publikum etu englisches Ensemble die Achos-Gesellschaft vor, 14 Tanzgirls nebst«inigen Solo- Mitgliedern, die 1% Stunden«in Programm vov 22 verschiedenen Nummern, versaßt von Percy Lthos, bewältigen, und zwar in einer so überraschend mannigfachen und abwechslungsreichen Form und dabei in einem so schnellen, aber keineswegs hastigen Tempo, daß dos Ganze wie ein bunter, farbiger Sammernachtstraum vorüber- huschst Alles, wo» man nur an Tänzen wünschen kann, bringt die Trupp«: Eharattertänz«, Nationaltänze, akrobatische und komische Tänze und den allermodernften, Black Butiom. Die Solamitglieder Jan Rai. Fred Dickfon und R. W. Willey brillieren in ausgezeichneten Darbietungen. Willeys Stepptanz ist allerdings zu lang, wirkt ermüdend und muß gekürzt werden. Unübertreffliche« Groteskhmnor bietet die Zirkusszene von Iaß und Jessie. Cm besonderes Wort der Anerkennung verdienen die prachtvollen,«igen- artigen und sehr geschmackvollen Lostüme. Dos übrige Programm hat ein« Anzahl vortrefflicher Darietänummern. Do sind vor allen Dingen die drolligen und absolut sicher rollschuhlausenden und rad- fahrende» Bären des Herrn Berg zu nennen. Martinets Zauber« k mrststücke find amüsanter als die Künste seines Raben. Am Hoch- stoapez arbeitet in wagemutigen und doch sehr graziösen Stellungen die schön« Französin F i l i s und die tolle und wirbelnde Akrobatik der Za n« t t i- Truppe rundet das Programm Zu Toüe geprügelt. Hexenglavben im 2V. Jrthrljurrdertk Im Krankenhaus in Haltern(Westfalen) wurde drei Wochen nach ihrer Trauung«ine Frau Lande mst furchtbaren Verletzungen sterbend eingelieserst Ehe sie den schweren Verwundungen erlag, konnte sie noch angeben, daß sie von ihrem Mann« und dessen Famstie regelrecht �u Tode geprügelt wurde. Der Grund big tu Aussagen einer Wahrsagerin aus dem benachbarten G e l s« u k i r ch e n. die die junge Frau als Hexe bezeichnet haste. Gleich nach der Hochzest mar nomlich auf dem Gute der Schwieger- eltern eine Viehseuche ausgebrochen. Deswegen wurde die Wahr- sagerin zu Rate gezogen. Auf deren Veranlassung wurde die un- gluckliche Frau tagelang in einem dunklen Raum«in- gesperrt und entsprechend den Anweisungen der Wahrsagerin longsam durch Verhungernlassen und Prügel zu Tode gequält Die Bauern waren von den Aussagen der Wahrsagerin selsenfest überzeugt und führten ihre Anordnungen getreulich aus. Die Wahrsagerin und die Mitglieder der Bauern- familie wurden oerhaftest_ Der Seedieuft nach Ostpreußen. Der Weihnachtsvertehr de» Seedienstes Ostpreußen und Danzig, der ab 11. Dezember 1S2K mit dem neuerbauten Seemotorschnell- nsestadt Danzig" aufrechtephalten wurde, findet am Danjig' den 11. Januar 1927, in Swinemünde seinen Abschluß. schiff.Ha Dienest■ Letztmalig verkehrt.Hansestadt Danzig" von Pillau nach Neufahr- wosser< Danzig)— Swinemünde am Montag, den 10. Januar. 11.4S Uhr vormittags. Der diesjährige Sommerverkehr wird bereits am S. April d. I. voraussichtlich durch das Seemotorschnell- schiff„Preußen" aufgenommen. Zunächst ist ein zweimal wöchent. licher Verkehr wie bisher in jeder Richtung vorgesehen. vempserkatastrophe auf der Weichsel Während aus der Weichsel bereits Eisgang herrscht«, versuchte der Passagierdampser„F r«- d e r i k" mit tSO Passagieren an Bord«ine Fahrt nach Plock. Dabei wurde das Steuerruder von Eisschollen beschädigt und der Dampier l e ck. Unter den Reisenden entstand«ine Panik, doch eillen auf die Rotsignale die Uferbewohner zu Htlse und testeten alle Passagier«. Der Kapstän wollte sich, da das Schiff selbst nicht zu retten war. das Leben nehmen, wurde aber daran gehindert. Sozialistische flrbeiterjugenü Groß-öerlin. Di« Brrichisboqeu müssen umatbrttb aiGtüefetl werden. Der®iusitei« kommt ctfttnalitt wieder cm 17. Zanucr. T% Uhr, tat fiefnt Ctttbcnffi. 8»ufentnten. Lcutcnbirfe am gleichen Zaat wn S Uhr. heule. Sonntag, den 9. Ianunt: neaaUtaes SVj Uhr rdeiterjugend imh ZSirt» Xsaferta* der W-tbebezirlsIefiee sah SL-tL-Stij tut 3ucenih«im Lindenftr. 3. lascsotbiuuts: st fchcftsvr littst 2. Unser« Qrgcatfction. Südwest: Auuendhetm Lindensir. 8. Kunlortkifcher Abend mit Lichtbildar». — ahallottenbnrg.Rolh: Jugendheim Rostnenstr. st Seimcbend mit heiter«!» Progrcmm.— Lteglifl I: Spcztergcng. Treffpuntt 1 Uhr»atbeuo.— Tempeihof: Besuch des Museums für Meeroslitilde. Treffvunit 10 Uhr Phf.— wenafe«: schu!« Chcrlottenftrosse. k-etaurdend.— NenWn I: Mufemnsbestchti. Nun«. Treffnuntt V-S Uhr Reuterplci,.— Derbebezlrt SeuMla: Zusettdheim. Ccnner«treke. grosse Zieuichrsfeier. Musti. Sefung. Barlos una usw. Ansang 7 Uhr, Eintritt IN Bf.— Worbebezirk Osten: Echuloula ssranifutter AH« 87. Acrl-Liebknecht. und Roso-Lllreinburg.Sedenlfeier. Beginn MS Uhr. Redner Adolph Sossmcnu. M. d. R.— ffluBthcjirf Schänederg: Zugendheiat Senat. ss'Csse 18, Bunter Abend. Beginn M8 Uhr.— Schönh gaser Bürstadt: Schön. Messer Str. 7, TM Uhr Seiuicbend. Morgen, Montag/ Uhr. Iahresmllgllederversammlnngen: Selmholssplass:.Borwärts��ipedttisn Sreitenhagenee Str.__ Heeg ni; kinaenÄeiat Sunptllr. 15.— Semsbnxf:.Zugendheim Roowstrasse. * M-cbit I. Schule Waldenserfkr. 30.«m-tn-a:.««-d. SaMte".- lottendnrg-Roich: Schul« Wiehestrcss«, Lustiger Abend. Moabit Engels'. II: Schnü» SiewScitcIat, Bartnaa:.fbrrt Zldcrr und RtigdtiÄ Gesthästliche Maeilungen. Brtnz Sarneval schwingt nun wiedar sein Zepter. Da» dringt den Dianen. neue Sorgen...Was»irh« ich an, womit schmiiil« ich mich?" Zn Strassen» und SeseUschcftskleibetn findet man in allen Modegefchaften eine gross« Auswahl und stets ein« Auslage aller Neuheiten; da ist die Wohl bald getroffen. Da- «ingerichtet hat. hie«ine grosse Auswahl aller Arten Kleider und Kostüm« für. den Karneval cntbSIt. So kann man nun. auch in Nasfentostlnnen bei Wart. heim wählen und man wird sicherlich bald das Gewünscht« finden. Der diesiÄhrige Anneutnransnerfauf der Zirma Teopich-Bursck,»erN» 6,2. Spandauer Str. 32, hat es bewiesen, dass die ausserordentlichen Anstrengungen. in btsug auf Breiswürdigkeit und Qualität der anneboten«» Waren eine ausser. ordentlich« Beranstaltung für das kaufend» Bttblikum gewesen ist. In allen Abteilungen des Sauses ist von dem Angebogener derart Gebrauch gemacht worden, dass«in gtosser Teil neuer Angebote von der Mrma«�schaffen werden mnsste. St ist defttt Sorge getvoaen. dass seder Interessent bis»nm Sckluss d«r Ausverkaufstage Überraschend billige und gute Qualitäten vorfindet. Sin Besuch der Mrma Tepplch-Bntsch, Berlin E. 2. Spandauer Str. 32, ist jedenr dringend»u empfehlen. Der gross« Anoen turnerkaas hei Crntt Lesbare, dem ittteste» Bertiner Teppich. Turas, seit 44 Iahren aar vranienfte. 188. NSHe Worisspless. bringt in fall allen Abteistingen ihrer Riesenlöger hervarragend preiswari« Gelegenheit«- anaebot« in Teppichen, Möbelstoffen, Brücken, Dlwandecken und Tischdecken, Gardinen. Siates. Tüllbriidecken. Akise» und Schlafdecken lind Restbestända verschiedenster Art»mn Berkauf, Die ssirma Lesen re bittet Ihne Kunden, möglichst di« Bormittogsstunden ui ruhigem Einkauf in henuhea. Brnfiaften der Reüaktioa. Drsstdeat. Nach deutschem Recht bat Llehknedit richtig übersesst. wefferberichi der öfienlvchen UcNerdlenstsielle für Berlin und Ilmgezead, sNachdruck verb.) 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In Berlin rückten diese wie festgeschl offene Kompog- n i e n an und beobachteten eine musterhafte Diszivlin. Die Berliner Weißbierphilister faßten sich an den Kopf und er- hoben mehr oder weniger laut die Frage:„Sind denn das Sozialdemokraten— diese in sauberen Feier- tagsanzügen aufmarschierenden Wahlhelfer der Sozialdemo- kratie?" Der„Tölcke-Knüppel" war so oft vor ihren Augen von den bürgerlichen Pressemenschen geschwungen worden, daß sie jeden Sozialdemokraten für einen rauflustigen Kra- keeler hielten. Die konservative„Äreuz-Zeihing" wies mit Fingern auf die„Agenten" der Sozialdemokratie, die„in gesetzlichen Formen" so„geräuschlos und sicher operier- t e n" und die„teilweise in feiner Kleidung mit Zylinderhut" erschienen waren und„durchaus kein„Proletarieraussehen" hatten". Mit einem Wort: Hier marschierte eine neue KlassemithohenKulturansprüchen auf, die sich politisch als sehr aktiv und„gebildet" erwies. Man kann an den 10. Januar 1877 zunächst die wichtige kulturhistorische Tatsache knüpfen: Das Bürger- tum entdeckte an diesem Tage das Proletariat als politisch selbsttätige, kulturvoll aufstre- bende Klasse, und sofort verband es mit dieser Ent- deckung die unheimliche Furcht vor einem seine Exi- stenz bedrohenden Feinde! Der Raufbold, der Krakeeler war dem Bürgertum politisch nicht gefährlich— wohl aber der„in gesetzlichen Formen",„geräuschlos und sicher" operie- rende Sozialdemokrat. Man kann wohl behaupten: Die aus- nahmegesetzliche Gewaltpolitik Bismarcks gegen die Sozial- demokratie hat ihren Ursprung in dem 10. Januar 1877! Bismarck sah in den riesigen Wählermassen der aufgeklärten sozialdemokratischen Arbeiterschaft den sich ankündenden lintergong der bürgerlichen Gesellschaft. Wie sollte man sonst anders die Worte verstehen, die sein Leiborgan, die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung", nach der Wahl schrieb: „Würde es jemanden angesichts der heutigen Zustände oerdacht werden können, wenn er sämtliche sozial! st ischen Ar- beitcr entliehe? Soll jemand gezwungen werden können, seinen Feinden Brot zu geben?" Jeden Sozialdemokraten betrachtete also das Kanzler- blatt als einen verfönlichen Feind der industriellen Bour- geoisie, der einfach durch Hunger vernichtet wer- den müßte! Bon diesem Standpunkt aus gesehen, war der Weg Bismarcks zu einem die Sozialdemokratie drangsalie- renden Ausnahmegesetz wirklich nicht sehr weit. Ueber- dies stieß das Kanzlerblatt schon sehr greifbare D r o h u n- gen gegen das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht aus.„Fürst Bismarck, der Protektor des allgemeinen und direkten Wahlrechts," so schrieb es,„ist nicht der Mann, sich auf einem Prinzip, das nicht mehr nützt, festzureiten. Wenn die traurigen Folgen des jetzigen fakultativen allgemeinen und direkten Wahlrechts... noch schärfer zutage treten follten, was bliebe übrig, als eine Remedur hier eintreten zu lassen..." Das Bismarck-Blatt spielte zunächst einmal auf die Einführung der Wahlpflicht an. Für die übernervöse Aufregung der amtlichen und der bürgerlichen Presse über die sozialdemokratische Springflut des 10. Januar 1877 wird auch der ruhige Betrachter einiges Verständnis haben, der sich in die Reichs- tagswahlstatistik vertieft. Am 10. Januar 1877 er- hielt die Sozialdemokratie von 5 401021 Stimmen bereits 493288 Stimmen, das heißt jeder 9,1 Wähle? stimmte für sozial- demokratische Kandidaten, und die So�ial- demokratie wurde an diesem Tage die viert- stärkste Partei des Deutschen Reiches! Sie er- oberte überdies zwei Wahlkreise der„Metropole der Jntelli- genz". Entrüstet schrieb die„Norddeutsche Allgemeine Zei- tung": „Die Metropole der Intelligenz durch Herrn F r i tz s ch e im deutschen Reichstag vertreten, das ist eine Signatur der Zeit, so furchtbar beredt, daß wir unter dem ersten Eindruck der- selben eine gründliche Betrachtung dieser Erscheinung uns versagen. Wir werden oft genug darauf zurückzukommen haben". Ja, es war„furchtbar", selbst im Berliner„Geheim- ratsviertel" kam der Sozialdemokrat in die Stichwahl! Die bürgerliche Presse ließ zur Stichwahl wieder die „blutigen Greuel" der Pariser Kommune aufsteigen. In den schreiendsten Farben wurden von ihr die„brennenden Tuille- rien" und die Füsiladen der Geiseln gemalt. Die Börse lei- stete sich den„Witz": eine Hausse für Petroleum sei unvermeidlich. Natürlich konnten sich die bestechlichen Seelen der Reptil- presse nur vorstellen, die Sozialdemokratie sei von großen politischen Geldgebern korrumpiert worden. In einer nationalliberal-konservativen Schand- und'Schundschrift:„Die Sozialdemokraten und die Wahlen" zerbrach sich der Autor über diesen Geldgeber den Kopf. War es Bismarck, die fran- zösische Regierung oder der alte Welfenkönig Georg, der die Sozialdemokratie geschmiert hatte?„Die meisten denken an Rom," so schrieb der Verfasser.„Das ist die eigentliche Ge- fahr: eine ultramontan-sozialistische Majorität." Und nun kam die„Berliner Freie Presse" dem vornehmen Rätselrater in zuvorkommendster und höflichster Weise zu Hilfe. Bis- m a r ck hat die Bestechungsgelder durch T e s s e n d o r f, den sozialistenfresferischen Staatsanwalt, an die Sozialdemokratie befördern lassen.„Doch wozu eigentlich die Verwunderung: Sind nicht die Sozialdemokraten die Staatspensio- näre von Plötzensee?"» Die siegreiche Sozialdemokratie kaufte nicht Petroleum und zündete nicht Berlin an, sie bereitete auch nicht den Z u- k u n f t s st a a t durch Massenfüsiladen von Bourgeois vor. sondern sie brachte einen ganz„realpolitischen", sich auf dem Boden des Gegenwartsstaats bewegenden A r- beiterschutzgesetzentwurf heraus, der allerdings bald ein unheimliches Licht über die Arbeiterfreundlichkeit der bürgerlichen„Sozialpolitiker" verbreiten sollte. Er blieb nämlich„unerledigt". Der 10. Januar 1877 schloß mit einer Riefendemon- st r a t i o n der Berliner Sozialdemokratie auf Tivoli. Nicht weniger als 22 000 Mann versammelten sich dort, sie ließen Tessendors hochleben und begrüßten die langsam eingehenden Wahlergebnisse mit ungeheurem Jubel. „Wir haben dem," so heißt es in der„Berliner Freien Presse", „nichts beizufügen, zumal ja der Jubel des Voltes, wie er im Tivoli zum Ausdruck gelangte, doch nicht mit Worten hinlänglich geschil- dert werden könnte. Es ist eben so, wie ein hiesiges Blatt sehr richtig bemerkte: „Die Sozialdemokraten können mit ihren Erfolgen zufrieden sein, und werden sicherlich in dem. was sie errungen, nur einen Sporn zu erneuter Tätigkeit erblicken, um mehr zu erringen. Ihre Machtstellung aber beruht zunächst weniger darin, daß sie einige Sitze mehr im Reichstag einnehmen werden, als vielmehr in dem Umstände, daß sie der Well und sich selbst eine Parteiorganisation zum Bewußtsein gebracht hoben, wie sie großartiger und sicherer ineinandergreifend kaum jemals dagewesen ist." Karl Marx aber schrieb nach der Ianuarwahl unter anderem an WilhelmBrackein Draunschweig: Lieber Bracke, 21. Januar 1877. GlückaufzurjüngstenMusterungder sozialdemokrati- schen Streitkräfte in Deutschland! Sie hat dem Ausland sehr imponiert, ganz besonders England, wo die Berliner Zei- tungskorrespondenten seit Jahren alles aufgeboten, um ihr britisches Lefepublikum über unsere Parteiverhältnisse zu Mystifizieren. Aber „muräer vill out", wie John Bull sagt, wenn er falliert... Salut Ihr K. Marx. Die jjroße historische Bedeutung des 10. Januar 1877 besteht nicht zuletzt darin: Indem die sozialdemokratischen Massen diegewaltigeSchlagkraftihrerPartei- organisation erkannten und diese bewußt st e i g e r t e n, bereiteten sie den Triumph des demokratischen Sozialismus in Deutschland vor, den selbst das Schandgesetz eines Bismarck und die Verfolgungen während der Aera Wilhelms II. nicht zu verhindern vermochten! Paul Kampffmeyer. Gegen öen UeberstunSenunfug. Arbeiter! Angestellte! Obwohl heute schon über 270 MV Arbeiter und Angestellte aus dem Pflaster liegen, ist noch nicht abzusehen, wann das Steigen der Erwerbslosenziffer zum Stillstand kommen wird. Das Ende der wirtschaftlichen Krise ist noch nicht zu erkennen, die fortschreitende Rationalisierung der Betriebe birgt die Gefahr in sich, daß i m m e r mehr Arbeitskräste überflüssig und in das Heer der Arbeitslosen gestoßen werden. lieber eine VIerlelmillion Arbeitslose in Berlin! Welch erschreckendes Elend birgt diese Zahl in sich! Und trotzdem stellen die Unternehmer in ihrer Profitgier an ihre zusammenge- schmolzenen Belegschaften immer wieder das unverschämte Ansinnen, Ueber st undcn zu leisten. Das Unternehmertum fordert von der Arbeit- nehmers chaft Rücksichtnahme auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Kein Unternehmer aber denkt daran, aus die Notlage der unbeschäftigten Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen und bei steigendem Geschäftsgang neue Arbeitskräfte einzustellen. Im Gegenteil, sie fordern von ihren Bc- legschaften Ueber st unden und überlassen brutal und rücksichts- los die Arbeitslosen, die gern arbeiten wollen, weiter ihrem Elend. Und angesichts dieser zum Himmel schreienden Not, bei der Millionen von Menschen, Frauen und Kinder, des Alleruotwendigsien zum Leben entbehren, fordert das Unternehmertum Abbau seiner sozialen Ber° p f l i ch t u n g e n. Gleichzeitig aber belostet es durch verschärfte Entlassungsmaßnahmen den Arbeitsmarkt und überläßt dre Sorge für die Opfer seiner Profitgier skrupellos der Allgc meinheit. Leider haben nicht alle Arbeitnehmer das Rückgrat, das unvec- antwortliche Verlangen der Arbeitgeber zur Leistung von Ueber- st u n d c n abzulehnen. Noch bedauerlicher und aufs schärfst« zu verurteilen ist es, wenn, wie durch Tatsachen erwiesen, sich A r b c i t- nehmer freiwillig anbieten, Ueber st unden z» leisten. Das kann und darf in Zutunft nicht mehr ge s ch e H e n l Die elementarste menschliche Rücksicht auf unsere arbeitslosen Brüder und Schwestern gebietet, daß ihnen durch den Ueber st undenunfug nicht die Möglichkeit zur Arbeit und das Brot genommen wird. Die unterzeichneten gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen Berlins fordern darum die organisierte Arbeitnehmerschaft auf jede lleberstunde zu verweigern, dw das Unternehmertum über den Rahmen der tariflichen Bedin- gungen und die gesetzlichen Bestimmungen hinaus fordert. Die organisierte Arbeitnehmerschaft hat darüber hinausgehend aber auch die Pflicht, dafür Sorg« zu tragen, das auch die U n- organisierten ihren erwerbslosen Klassengenossen nicht in den Rücken fallen und, ihrer Menschenpflicht bewußt, die gleiche Solidari tät üben. Der Ueberstundenunfug ist eines der größten Hinder- niste zur wiedererrtngung des Achtstundeutage». Die organisierte Arbeitnehmerschaft wird sich dort, wo er ver- lorengegangen ist, den Achtstundentag wieder holen, und wenn es sein muß, im härtesten und zähesten Kamps. Soll dieser Kampf ober erfolgreich sein, dann müssen die gewerkschaftlichen Organisationen gestärkt werden, die heute wie in der Vergangenheit auch in der Zukunft zum Kampf bereit sind. Auf dem Wege zum Achtstundentag muß aber zunächst und mit entschlossenem Willen mit dem Ueberstundenunfug aufgerämt werden. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Orlskarlell Berlin. Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund, Ortsausschuß Berlin. Vre ArlieitslosrAxelt der- Frauen�, im Bezirk Groß-Berlin. 19*16 u. 19 96( In-1000"Peivsonen 504 S.S. K.b.st.l. 6.3.7.5,4.7. st. 1.1. S. 3. 7. 3.7. st. Ä. 6. st. 31.- J FMAMJJASOMDJ FMAMJ JASON D 199.5 1996 acKeiv Sie s so urie wir! &Tipfehkrv Sic dem, Sreund� dem Qasf die Qäassary- mit lichhdt die dem anderen gestattet, sich eine, eigene Meinung bilden. 6s wird, Jhrem, Sreunde genau so gehen wie Ohnen: an der�a ssary~!%gcuette selbst erkennt et nach wenigen, Sfugen, daß ihm, hier nichts Alltag* liches gebaten, wird. 6in feines Sgchelrusei dhr Q>b, begleitet von der schlichten, Aufforderung, init der wir seit Jahren werben: Urteilen Sie selbst l S�ftasjary-Sb-kJ. �assatv-IlelftC' 5V5as$ary-JJitterA( QOLD-u PURPUR MU�Ti GOLQ- ja TÜRKIS MUNOJr«/� ßOtD-M S6»PBN MUNWtVsl Serliner Gewertschastssthule. Herbstquortal 1SZ6 haben über Ir/OO Gewerkschaftsmitglieder jn den Lchrgöngsn der Berliner Gewcrkfchoftsfckilile teilgenommen. Diese erfreulich hohe Zahl beweist, wie stark das Interesse der Berliner gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft an ihrer Bildungseinrichtung im Wachsen ist. Ein Teil der im Oktober v. I. begonnenen Lehrgänge ist von vornherein als zweijähriger Kurs disponiert morden. Trotzdem ist es möglich, in einigen An- sängerkurse» jetzt noch neue Hörer aufzunehmen. Es handelt sich dabei um folgende Kurse: C. 5. Bolfsroirfschoffliche Arbeitsgruppe für Anfänger(Cyste- matische Einführung in die Nationalökonomie). Lehrer: Dr. Oskar Etilli ch. Begann Donnerstag, den 6. Januar, abends 7 Uhr, im Cophien-Lyzeum, Weinmeifterftr. 16/l7. CO. 9. Arbeitsgruppe Betriebslehre für Aortgefchritteue. Lehrer: Fritz F r i ck e: Begann Dienstag, den 4. Januar, abends 7 Uhr, im Gewerkschoftshans, Engelufer 24/25, II. Hof, 1 Trp. rechts. C. 13. Arbeitsrechtliche Gruppe für Anfänger. Lehrer: Willi Weinberger. Beginn: Dienstag, den 11. Januar, abends TA Uhr, im Sophien-Lyzeum, Weimneisterstr. 16/17. C. 16. Gewerkschaftliche Zeit, und Streitfragen. Lehrer: Hans Gott für cht. Beginn: Dienstag, den 18. Jgnuor, abends 7 Uhr, im Cophien-Lyzeum, Weinrneisterstr. 16/17. Neben diesen langfristigen Lehrgängen werden in folgenden Einsührungskursen ebenfalls noch Hörer aufgenommen: C. 1. Mensch und Staat. Lehrer: Dr. Theodor T i ch a u e r. Begann Donnerstag, den 6. Januar, abends 7>j Uhr. C. 3. vi- Frauen im Befrelungskampf des Vroletariats. Lehrerin: Maria Hodann. Beginn: Dienstag, den 11. Ja- nuar, abends 7 Uhr. C. 1 Einführung in dos gellende Strofrechl. Lehrer: Rechts- anwalt Dr. jvr. Holpert. Beginn: Dienstag, den 8. Februar, abends 7 Uhr. Diese drei Lehrgänge finden im Cophien-Lyzeum, Weinmeifterftr. 16/17, statt. Ein neuer Lehrgang beginnt unter Leitung des Genossen Dr. Solomon Schwarz mit dem Thema: .Grundprobleme der internationalen Sozialpolitik" im Hörsaal der Berliner Gewerkschaftsschule, Gewerkschastshaus, Engeluser 24/25, II. Hof, 1 Trp. rechts. Unter diesem Thema wird Genosse Schwarz weniger auf die sozialpolitischen Einrichtungen in den verschiedenen Ländern eingehen, als in erster Linie die Fragen des Arbeitsschutzes, Achtstundentages usw. behandeln. Anmeldungen zu diesem Kursus können im Bureau der Berliner Gewerlschafts- schule uörgenommen werden. Die Gewerkschaftsschule unterhält wieder regelmäßig Man- tags und Freitag» von 4 bis 7 Uhr in ihrem Bureau Engel- ufer 24/25, 1 Trp.. Zimmer 6, Lehrberatung». Sprechstunden. In diesen Sprechstunden können alle Gewerkschafter und alle Schüler der Berliner Gewerkschaftsschule Auskunft und Beratung über gewerkschaftliche und sonstige Arbeiterbildungsfrägen erholten. Neichskonferenz üer Mitropa-flogestellten.% Ledieuungsgelder stall Löhnen. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-An- gestellten hatte zum Freitag nach Berlin eine Reichskonserenz des gewerblichen Fahrperfonals der„Mitropa"(Mitteleuropäische Schlaf- und Speis«wagen-A.-G., Sitz Berlin) einberufen, die über das� Verlangen der Direktion nach Abänderung des bestehenden Ent- lähnungssystems zu entscheiden hatte. In der dem wichtigsten Tages- vorausgcgangencu Aussprache über Betriebs ) n.gc l c g-e n h e i ten wurde» Zustände beleuchtet, die der inter» nationalen Ruf genießenden Gssellschafr gerade nicht zur besonderen Ehre gereichen. Nicht genug damit, daß man die Kellner durch Geheim- und sonstige. Kontrollen schikaniert und von ihnen oftmals bis zu 106 und noch mehr lieber stunden im Monat perlangt, die man, entgegen den tariflichen Bestimmungen, gar nicht oder ganz miserabel bezahlt, zieht man ihnen von ihrem Ein- kommen noch ganz erhebliche Beträge für abhaudeugckomnieue oder zerschlagene Flaschen, beschädigtes Geschirr usw. ab, ohne in den incisten Fälle» dazu berechtigt zu sei». Nicht zu unrecht wurde von den Berliner Delegierleu daraus hingewiesen, daß diese skando- lösen Zustände verschwinden würden, wenn die Kellner ganz euer- gisch dagegen Front mache» und sich weigern würden, einfach jeden Schoden zu ersetzen. Genosse Salle vom Zentralverband ging dann päher aus die Vorschläge der Direktion zur Einführung des Be- dienungsgcldcs ein, über die wir schen ausführlich in unfeker Montag-Morgcnausgabe berichteten. Die Direktion be- hauptet, die Kellner würden bei Einführung des Bedienungsgeldes eine um 5 Prozent höhere Einnahme haben als jetzt, während gerode das Gegenteil der Fall sein würde. Das bisherige Einkommen eines Oberkellners betrug etwa 306 M. pro Monat, das eines Abteil- und Wagenkellners 150 bis 20 0 M., wovon noch die Abzüge für zerschlagenes Geschirr usw. abzurechnen sind. Nach dem geplanten System würde auf Arbeiter, Angestellte, Beamte! Billetts für Zirkus Carl Hagenbeck zu halben Preisen für Montag bis Freitag im Qewerkschaftshaus- Restaurant täglich von 10 bis 1 und 4 bis 6 Uhr erhältlich. eine» Zuz mit 8000 HZ Monatsmnsatz(sogenannt« Kanon«»» z u g) der Oberkellner 320 M. und bte drei Hilfskellner je 160 M. monatlich erhalten. Auf einem Durchschnittszug mit 3000 M. Monatsümfatz erhielten der Oberkellner 2.30 M. und die beide» Hilfskellner je 125 M. Und auf einem Zug mit 3000 M. Umsatz, von denen eine ganze Anzahl fahren, bekäme der Oberkellner 180 M. und der Hilfskellner 1 2 0 M. monatlich. Abgesehen von dem Abbau des Einkommens der meisten Kellner wurde eine Preisermäßigung für Speisen und Getränke, wie sie die Direktion dadurch her- beiführen will, nicht eintreten, da ja auf die um zehn Prozent ermäßigten Preise das Bedienungsgeld wieder aufgeschlagen werden müßte. Die Aktion ist tat- sächlich weiter nichts als eine große„Lohnbewegung" der „Mitropa" auf Kosten ihrer Angestellten und auch des reisenden Publikums. Genosse Salle schilderte dann weiter die moralischen Folgen eines solchen Systems für die Angestellten, gegen das die Gewerk- schasten schon fest Jahrzehnten angekämpft haben und ohne das es bei der„Mitropa" sieben Jahre lang sehr gut gegangen ist. Die „Mitropa" war noch bis vor kurzer Zeit stolz dar» auf, ihre Angestellten im festen Lohn zu beschöfttzen. Der seit dem Frühjahr vorigen Jahres amtierend« Direktor Kischke scheint es jedoch darauf angelegt zu haben, das Renomme der Ge- sellschaft gründlich in Mißkredit zu bringen und bei der„Mitropa" die Methoden der Reichsbahn, von der er gekommen ist, einzu- führen. Das Personal dürfte ihm jedoch bei seinen Plänen noch manchen ungeahnten Widerstand leisten. Die Konferenz faßte nach einer längeren Diskussion ihre Met- nung in folgender Resolution zusammen: „Die am 7. Januar in Berlin tagende Reichskonserenz des ge» werblichen Fohrpersonals der„Mitropa" hat sich eingehend mit der Tarifkündiguno und der bei der„Mitropa" bestehenden Absicht be schäftigt, dos Zehn �Prozent- System einzuführen an Stelle der bisherigen festen Wochsnlöhne von 28,50 M. und 29 M. für die Hilfskellner und 35 M. für die Oberkellner nebst den bisher ein- kalkulierten Prozenten von A bis 4 Prozent. Sie ist nach genauer Prüfung unh Berechnung des angebotenen Garantielohnes, der Prozente und deren Verteilung zu dem Resultat gekommen, daß das Angebot der Direktion ein starker Abbau des bis- herigen Einkommens der Kellner bedeutet und deshalb nicht ak» z e p t a b e l ist. Die angebotenen monallichen Garantielöhne von 200 M. für Oberkellner und 120 M. für Hilfskellner bedeuten keine, auch nur den bescheidensten Ansprüchen Rechnung tragende Existenz- grundlage. Die„Mitropa" ist sehr wohl in der Lage, eine Preis er. Mäßigung durchzuführen. Die Reichskonserenz protestiert dagegen, daß diese Preisermäßigung auf Kosten des P e o-f o n o l s erfolgen soll. Sie beauftragt deshalb die gewerkschaftliche Interessenvertretung des gewerblichen Fahrpersonals, den Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Ange st eilten, auf der Basis des seit sieben Iahren bestehenden Lohnsystems mit der Direktion zu verhandeln und eine Erhöhung der Löhne um 20 Prozent für die Schaffner und 10 Prozent für das übrige Per- sonal zu fordern."_____ Ausgehobeue Sperre. Wie uns der Zentralverband der Hotel», Restaurant- und Cafe-Angestellten mitteitt, ist die Sperre über das Restaurant„Volksbühne", H a n k e st r. 4, aufgehoben, da die Benützüng des Arbeitsnachweises und die Befolgung der tariflichen Bedingungen zugestanden wurde. krastdroschkenführer! Die in den Kraftdroschkengroßbetrieben beschäftigten Fahrer erhallen noch keinen Fe st lohn. Die Funktionäre dieser Betriebe nahmen daher in den letzten Togen Stellung zur Frage der zukünftigen Regelung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Ausgehend von der Tatsache, daß die Wirt» schaftlichkeit der Großbetriebe eine erheblich bessere als die der Klein- betriebe ist, vertraten die Funktionäre den Standpunkt, daß es nicht mehr als recht und billig ist, den Fahrern eine etwas höhere Entlohnung zu. gewähren, ah dies von den Mittel- und Klein- betrieben jetzt»ach dem abgeschlossenen Tarif geschieht. Der Deutsche Berkehrsbund hat zu Dienstag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, eine Volloersammlung nach dem Gewerkschastshaus, Engel- ufer 24/25, Saal IV, einberufen, die sich mit der Lohnfrage be- schästigen wird. Die dort zu fassenden Beschlüsse werden den Arbeit- gebern umgehend unterbreitet werden. isreie Tewerksch<»ft-ius°»d. Seut«, Sonntag, tagen folgentie fflruntKtt: vstk-cj,: Dir SKita-rtcfc« lx-r Oftttetagrupocn treffen fich UN Sugfnbbtiin Sbcrtn- ftMRC 12.— SiiMieie: Zuacndltaim Kellc-Alltanee. Platz 1. Daudistel Tieft aus eigenen Berten.— Sörth ei«: Iugeirtheim Berbandsbaus. Linienstr. 82— Sä. Untetbo'.tungsobeni).— Wedding: Dislufitansabend beim Kollegen Schulwitz, Lnrembnrger Str. 30. Bier Jahre gewerkschaftliche Jugendarbeit. Zugenbgruppe de, ildA. Morgen. Montag. 7'i Uta, Veranstaltungen in folgenden Bezirken: Lichtenberg: Iitgendbeim Pattaue 10. Allerlei Luftiges.— Siibost-Treptow: Jugendheim Reichenberger Str. 80. Berufskundlicher Arbeiis- abend lSchumaini).— Sorben: Jugendheim Schule Dauäiger Str. 23. Löns» Abend. Zuformaiionsabend des Oetsknetell« Berlin de, AkA-Bundes am Montag, 10. Fanuar, VA Uhr. im grotzen Saal des Kewertschaftalmles. Enge-lufoo 21—25. Thema:„Das neue Arbeitsgerichtsgesetz". Referent SOgterungstat Joachim. Per band bot Gemeinde, und Staatsartefter, Bezirt 4, Prenzlauer Berg. Dienstag. 11. Januar, 7 Uhr, in der Schule Senefelder Sir. 8, Bezirksoer. fammlung. 1. Staig e-setz, Uebcrttunten, Ardeitslofigkeit und die Tätigkeit de» Betriebsrates. Seferent Äollege Schaum. 2. Bericht vom ftongretz der Werktätigen. Referent Kollege Lenz. Die Bezirksleitung. Deutscher Bekleidungsarbeiter«erbanb. Am Dienstag. 11. Januar, 7>4 Uhr. Siiigliederverfammlang für die Herren.. Knaben, und Bnrschenkonfrtttan, Rn. fchneidar und Rnfchneiderinnen in den Restdenz-Eeftfölen, Landsberger Str. 31. Bericht von der Konferenz der Kerrenkonfekitan und Kündigung des Lohn- abkomme ns. Referent Kollege Kutzebach. Mitgliedsbuch oder-karte legitimiert. Die Braiichenkommiffton. Baugeroertsbund, Fachgruppe der Putzer. Donnerstag, 13. Januar. 5 Uhr, In den Residenz-iZeitfälen. Landsberger Str. 31. Mitgliederversammlung. Reu- jghrsgrutz des Tberi.Mguz.Q'tarteits. Vortrag des Kollegen Sericke ither De- richtsurteile innerhalb unserer llachgruppen und Aussprache darüber. Bei der äutzerft wichtigen Tagesordnung ist e, Pflicht, zu erscheinen, ferner bitte» wir, die Frauen mitzubringen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Fachgruppentzeiwng. Liufeuduuge» für triefe Rubrik sind Berti» SD 08. Liudeuftroße 3, partemachrlchten für Groß- S erlin stet» ra de* B ej ittaf«kretsrist, ?. Hos,! Trep. recht», zu richte»» Zeitungskommissiov Groß. Berlin! Am Sonnabend, den IS. Tanuar. findet die Besichtigung der„Vorwärts"-Druckerei durch die Obleute stakt. Die Genossen werden schon jetzt darauf hingewiesen. sich diesen Abend steizuhalien. Sammlungsort und Zeit: abend» 7 Uhr.„BorwSrts"�ebäude. Lindenstrahe Z, l. Hof links, 1 Treppe links. » 2. Krei« Tiergarten. Montag, 10. Januar, 7 Uta. findet ein» kurze Be» forechung zwischen dem geschäftsfithrenden Ausfchutz und den Abteilung»» leitern bei Artiger, Putlitzffr. lO, statt. 4- firei, Prenzlauer Berg. Dienstag. 11. Januar. TM Uhr. bei Klug. Danziger Str. 71. Versammlung sämtlicher Elternderräte.— Arbeiter. Wohlfahrt: Dienstag. 11. Januar, 7>4 Uhr, bei Burg, Prenzlauer Allee 189, iZunktionärinnettkanferenz. Die Helferinnen Und Helfer der Arbeiterwoblfabrt lind eingeladen. Neuwahl der Leiterin. 5. Krei» griedrich,ha>n. Montag. 10. Januar. 7 Uhr. in Schmidts Gefell» fchaftshaus, ffruchtskr. 36a, Kreisfunltionärverfammlung. Tagesordnungt 1. Bortrag:„Die Kinderfreundebewegung". Referent Dr. Kurt Läwen» stein. M. b. R. 2. Diskussion. Z. Srei»angelegenheiten. Sämtliche lfunktionSre und Abgeordnete de» Kreise» werten gebeten, pünktlich und bestimmt zu erscheinen. Mitgliedsbuch und lfunktionirrtarte nicht per» gellen. 8. Krei» Kreuzberg. Arbelte rwohlfahrt: Montag. 10. Januar, 7 Übt, nr Rades jfestfälen. Ifichteftr. 29. Besprechung der Ableilungsfunltionäre für Albeitertvohlfahrt. Es wird gebeten, recht pünktlich zu erscheinen da bereits um 71b Uhr die Kreisirauenverfammlung beginnt.— Dienstag. 11. Rennet, 7 Uhr. Sitzung sämtlicher SlternbeiratsoMeute bei Bieler, Diefsenbachstr. 78. Materialansgabe. 13. Krei, Tempelhof. Dienstag, 11. Januar, pünktlich Vi Uta. bei Stendorf. Martendorf, Chaulleestr. 19, Kreisvorftandsfitzung. Pünktliches Erscheinen ist unbedingt erforderlich, dg das Riurmer um 10 Uhr geräumt werden mutz. 17. Krei» Lichtenberg. Montag. 10. Januar. 7 Uhr. im Arbeitsamt. Schreiher» Hauer Stratze. wichtige lfunktionarützung. 20. Krei« Reinickendorf. Arbei erwohlfahrt: Dienstag, 11. Januar, TM Uhr, in Reinickendorf-Oft. Lindower Straft«< Baracke), lfunktionärtonferenz. heute. Sonnlag, den 9. Januar: 34. Abt. Rur Beisetzung dar Asche unsere» verstorbenen(Scnoffen ff ritz Rubelt treffen sich die ffienoffinnen und©enolTen um 2% Uhr vor dem Eingang de» Rentraifriedhofes in ffriedrichsfelde.— Achtung! Die Bezirtsfiihrer, welche die Einladungszettel ,n der Berfammlung am Mittwoch. 12. Zanuar. Nock nicht abgeholt l>gben. werten dringend ersucht, dieselben sofort bei Rostn, Gubener Skr. 19, in Empfang zu nehmen. 82. Abt. Steglitz. 12M Uhr Treffpunkt aller Mitglioder vor dem Steglitzer Salhaus zur Teilnahme an der Beifetznna der Asche unser«» verstorbeneu Genossen ffritz Rubeil. Erscheinen ist Pflicht. 102. Abt. Baumschnlenweg. Die Genossinnen und Genossen treffen sich zur Beisetzung der Asche unseres verstorbenen Genossen ffrttz Rutail m» 1% Uta am Bahnhof Baumschulenweg zur gemeinsamen ffahrt. 120. Abt. ffrirtrichsfeUx. Rur Teilnahme an der Beisetzung der Asch« unser«» verstorbenen Genossen ffritz Rubel! treffen ssch sämtliche Genossinnen und Genossen um 3 Uhr aus dem Rentralfriebhof. Morgen. Montag, den 10. Januar: 3. Abt. Kommunale Kommission: Sitzung TM Uta bei ft rüget, ffngelufet!*. Alle auf kommunalem Gebiet ehrenamtlich tätigen Senofssnnen und Genossen müssen erscheinen. 8. Abt. TM Uhr bei Perschke, Georgenkirch str. 14, wichtig« ffunktiottarsstzung. 8. Abt. 7ta Uhr bei Dobtehtaw, Swinentüttder Str. U, ffnnktionärsttzun». 7. Abt. 7tz Uhr bei Bärwalde, Schlegelfiratze. ff unkt ta uärsttzung. Wir er* warten vilnktliche» und bestimmtes Erscheinen. 10. Abt. 7 Uhr im„Schwarzen Kater". Kirch str. 2, ffunkiionavsttzung.— Ritt. woch» 12. Iairuar, TM Uhr, Mitgliederversammlung in der Schale Alp Moabit 23. II. Abt. 714 Uta bei Berget, Leoetzowstr. Lt. Ecke Zagow strafte, ffunktionilr- sttzung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. 13. Abt. TM Uta bei Teichert. Lübecker Str. 8. ffuuktionärsstzung. 14. Abt. Vi Uta bei Lauritzen. Putbusser Str. 11. ffunktionärsstzung. 15. Abt. TU Uta bei Obiglo. Stralsunder Str. 11. Sitzung sämtlicher Partei, sunktionäre. 17. Abt. VA Uhr bei Dose, Smdhasen 6. ffunktionärsstzung. 18. Abt. TM Uhr bei Müller. Uferstr. 12, Sitzung sämtlicher Funktionäre. 19. Abi. TM Ubr bei Schrepel Grünthaler Str. 13. ffunktionärNtzuna. 21. Abt. TM Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21 ffunktionärsitzung. 23. Abt. TU Ubr bei Grunwaldt. Kameruner Str. 19, ffitnktronäosstzung. 24. Abt. TM Uhr bei Winzer. Etaistburg er. Ecke Winsstratze, ffunktwnäv» sttzung. 27. Abt. TM Uta bei Bourtillier, Milastr. 5. Sitzung fämtllcher ffunktiorSee. Stellungnahme zur Seuwahl. Der engere Borftanb und die Revisoren treffen sich bereits um 7 Uhr pünktlich ebenda. 28. Abt. TM Uhr. bei Büttner, Sckwadier Str. 23. Sitzung Amtlicher - ffunktionäre. 31. Abt. 8 Uta bei Goldschmidt. Stoft-ifche Str. 36, wichtige ffunktionäv. sttzung. 33, Abt. IM Uhr in der Juristischen Svrechftunde. Lindenftr. 3. ffunktionär» sttzung. Borbesvrechung zur Borstandswabl der Abteilung. 41. Abt. TM Ubr bei«chuster. Chamissovlatz 4. Sitzung sämtlicher ffunktionär« 42. Abt. TM Uta bei Wiersdorfs. Urbanstr. 0. Sitzung des Abteilunasvor» Vorstandes.— Achtung! Um SM Uhr ebenda Sitzung sämtlicher ffunktionäre. Tagesordnung: Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungs» leihing. Wir erwarten bestimmtes und pünktliches Erscheinen. 43. Abk. Ttzl Uta bei ffrankenhauser. Iahnstr. 15. ffunktionärsitzung. Wegen der wichtigen Tagesordnung mutz ieder Bezirk unbedingt vertreten fein. 45. Abt. Pünktlich 7 Uhr im Reichenkaal der Schule fforster. Ecke Reichenberger Stratzr, wiäitige ffunktionärsttznns. Erscheinen ist wegen der wichtigen Tagesordnung unbedingt erforderlich. 48. Abk. TM Uta bei Eichhol, Euornltr. 23, ffunktionärsttzw«. Ru dieser Sitzung müsse» sämtliä-e ffunktionäre erscheinen. Eharlottenburg. 52. Abt. 8 Uhr bei Bade. Kgikertn-Lugusta-Allee 52, ffnnk» tionärtitzuiig.— 53. Abt. 8 Uhr Abtoilunosvorstondssttzung bei Sur, Hilttenstr. 26.— 54. Abt. 8 Uhr bei Easver, Guerickeftr. 1, ffunktionär- sttzung.— 57. Abt. 8 Uhr bei Max Pohl. Leidnizstr. 70, ffunktionär. sttzung. 85. Abt Tempelhos. H8 Uta in der„Linde", ffriedrich-Karl-, Ecke Werter- strafte, ffunktionärsitzung. ReuIZIn. 94. Abt. TM Uhr bei Schröder. Steinmetzstr. 52, ffunktionärsstzunq. Alle ffunktionäre müsse» unbedingt erftfit'nen.— 98. Abt. Die ffnnk. tionärsttzung am Montag fällt aus. Ebenso die Abteiluugsversammlung am Miliwcch, 12. Ignuar. III. Abk. Bohnsdorf. 8 Uta bei Hcrrnonn, ffiflJtersdorfet Sit. 100. Sitzung des erweiterten Vorstandes. 124. Abt. Mohlsdorf. Die für Sonnabend. 8. Januar, anaefetzie ffunktionär. , Versammlung findet am Montag abend TM Uhr im Lokal von Breide« statt. Ersrfxinen unbedingt erforderlich. 123. Abt. Beiftenfte. TVj Uhr bei Gallas ffunktionärsstzung. Wichtige Tagesordnung. Dienstag, den 11. Januar: 7. Abt. TM Uta in Eorni» ffestsälen, Gartenstr. 7. Mitglrederverfammlin»«. Bortrage„Politische Taaessragen". Referent Robert Breuer. Neuwahl der Abteiwngsleitung. Niemand darf fehle». übergibt man nur dem Nachweis de« Deutschen Mustkerverbandes, Berlin. Kom- mandantenstr. 63/64. Donhoff 3277-78. Seschäst,zeit 9—8, Sonntag, 10—2 Uhr. Aus Wunsch: Dertreterbefuch. --- mAmcamU SONNABEND iSJANUAR ■.«*. 1% Sbc M MhMb BOmte Sie. M. wiSti««kukL»k. SteHaiwmofin« Bit Neuwahl b« TOIffruRwWta««. Mitaü«d» Kücher fini mltAÜbrtnflen.— Die Sofeftunfl der Äsche utifeic« oerswrbenen Cwnoffcn Tliwdor Lemke finde; irm 2� lllir auf dem Städtischen ffricibof in der Secst'.osie statt. Wir bitten die Eenaksinnen und Genossen urn recht»ablreiche Ketcilichinn. «I. Äbt. 7ir Uhr bei„Kah-Sari". Druiinenstr. 7!>. isunktionärsitimllt. 22. Abt. H Mr bei Radzan. Brüsseler Str. �»nktionärsshuna. 127. Abt. Reinickendorf Wcst 7\ Uhr im Pollshaus Echarnwdderftr. 114 !?unktionärsst>nnel. Sämttichc irunrliouQrr müsse» unbedingt erscheinen. lZS. Abt. Kermsdnrs. 8 Uhr im Lokal Eaaebrecht, Äldrecht-, ecke Bismarck- ssrahe. Isunktionärsshuna. Mittwoch, den 12. Januar: 70. Alt. Wilmersdorf. 7'� Uhr bei Äroihs, Holsteinisch» Str. 6»,.?ahlabenb. Vortra» des Genosse» Bernhard.ssrüarr über..Volitische Taqesfraqen". Neuwahl der AbteilunaÄeituna.- Montaa. 10. Januar.& Uhr, bei Kroihs. Holsteinische Str.«0. ssunktionärsshuna. 73. Abt. Säiomrqcndoif. 8 Uhr HauDtneriatninluiia in der Gerne indeschule. Die Funktionäre und der Vorstand taacn bereits ab 7 Uhr daselbst. Wich» tige Taaesordnuna. Vorstands- und Deleaiertenwahlen. Daher Gr» scheinen Pflicht. Die Be,irk»sUhrrr lade» schriftlich«in. 8b. Ali. Schäncbera. Achtun»! Die Eeneralversammlunji der Abteilurur findet nicht am Donnerotaa. sondern schon am Mittwoch. 12. Januar. TVi llbr, im Lelmhelh-Gymnassum statt. 93. Alt. Neukölln. Di«»um Mittwoch, 12. Januar, in Aussicht aenommenc Al t« ilunasver samm lun a wird auf den 26. Januar nerleat.— In der Esedluna findet am Mittwoch 12. Januar, 714 llbr, im Bärwinkel der Iahlabend statt. 123. Abt. Weihcnsee. 714 Uhr Iahlabende in folaenden Lokalen: 1. Bezirk: Naael, Lothrinaen.. Gcke Strassburastrasse. Referent Bezirlsocrordneter Henmuth. 2. Bezirk: Gallas. Referent Bezirksverordncter Äerlich. 3. Be- zirk: Pohlmann. Lanohansstr. 102. Referent Stadtverordneter Ludwia Hodann. 4. Bezirk: Bockel. Berliner Allee. Referent Bezirksverordneten. Vorsteher Thiele. 3. Bezirk: Grüner Baum. Berliner Alle- 201. Referent Bezirksverordnet» ffajfenstein. Taaesordnuna: Bericht aus dem Bezirks. varlamcnt. Stellunanahm« zur Neuwahl. Di« Sruvpenfitbrer werde-s dringend gebeten, beslwimt einzuladen. « 27. Alt. Asttun«! Elert.KSftl» zum Preis« von 4,73 M. vro Stück stehen »um Betkauf beim Abteiluna-kafllerer Genossen Mar sfroemel, Gleim- Itrasse 51, Querseb. 4 Tr. Frauenveranstaltungen t I. Rrei, Prenzlauer»erg. Dienztaa. 11. Januar. 714 Uhr. bei Burg. Prenz- lauer Alle« ISS. Funktion Sri nnenkonferenz. Dorschlä« zur Neuwahl der Leiterin. K I.«reis Are«, her«. Montag. 10. Zannar. 714 llbr. bei Rabe. W � FIchtellr. 2S, Steisf-auenabend. Gefana Rezitationen Ansprach« der Genossin Johanna Sühn, turnerisch« Aufführungen her Fvaucnahteilung su � der Freien Turnerschaft Süd usw. Liederbücher sind mitzubringen, b gl Gäste herzlichst willkommen. 7.»reis ckharloitenbur» Donnerstag, 13. Januar. 714 Übe. im Meilien- bmis. Berfrner Str. 137, 22 Kof vart.. Fortsetnin« des Zkursus über.Die Geschickt« des Sozialismus�. Gäste willkommen. I. greis W>lmer,b»rf. Montag, 10. Januar. 714 Uhr. hei ftroib». Holsteinisch» Sirahe 60, Fortfessun« des stursu«.Di« Verfassung'. Referentin Glara Bohm-Schuch. M. d. R. Gäste willkommen. 14. grel, Reukölln. Dienstag- 11. Januar, 714 Uhr, im Tagesheim. Bertel». dorfer Str. s. ffunftionärinnensshung. Neuwahl. Alle Abteilungen müssen unbedingt vertreten fein. Frauenveranstaltungen am Montag, den 10. Zannar: 2». Abt. 714 llbr hei Rieb«, Dunckerstr. 13. Dortrag:»Bolksfürforge». Ziefe» rent Genosse Iessath. «I.»lt. 714 Uhr Rreisfranenadend bei Rabe. Fichtestr. 2». Alle«enafstnnen müssen ainoefenh fein.— Am Dienstag. 11. Januar, itonfumbesschtigung in Charlottrnburg. Rossnenlir 4. Treffpunkt 214 Uhr Hochbahn«Ott- biiffee Tor. Nachzügler Rossnenstrass«. Alle Genossinnen müssen erscheinen. 82. Abt. Etealit. 8 Uhr bei Thiel. Albrechtssr. 87. Bartrag:.Schuh; und Haus'. Referent Genosse Pufch. 108. Abt Alpenick 8 Uhr im Jugendheim Grünauer Str. 5 Lichtbildervortrag: „Die Schwangerschaft'. Bortragrnder Dr. Samuel. Franenveranstaltungen am Dienstag, den 11. Zannar: 23. Alt. 714 Uhr hei Taub«. Mllllerftr. 32». Bortrag:.Die Frau in der kovitalistilchen Gesellschaft'. Referent Dr. Max Schütte. 42. Abt. Besschtiguna des Konsumwarenhauses in Gharlottenburg. Rosinen. strasse 4. Treffpunkt 214 Uhr Hochbahn Hallefches Tor. am Villrttfchalier. 33. Abt. 714 Uhr in der Schule Hohenlohestr. 10 V»rtvag: Tppen au» der Türfei'. Referentin Erna Büssng. «dt. 123- Aanlsdorf.ssl. 7 Uhr im Iägerherm Frauenabent. Wichtig« Ve- fvrechung. v-AMnn». Genosstnnen! Freitag, den«. Somit, ist für ekne wichtige al- fttmctnt Fnnftionäeinaenkonferc», unbedingt f»fz»l«lte». Znngsozialiften. Gruppe»elnIckendorf.Ost: Montag, 10. Januar. 8 Uhr, im SMbod. Rest. denzssr. 49, Bortrag des Genossen K. Schulz.— Vorher, vünkmch 714 Uhr, Funktonärsstung ebenda.— Gruppe Süden: Dienstag. 11. Januar. 8 Uhr. Gruppenabend in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag und Distussson:„Stinnes. das Wirtschaftsgebilde der Inflation'. Sterbetafel See Groß-Serltner partet'Grga.iifatton M. Abt.»rih.Bnckow. Am Donnerstag rerftarb unser« Genosstn Margarete Heid«, Iabnstr. 83. Die Einäscherung findet am Montag. 10. Januar, 514 llbr, im Krematorium Baumfchulenweg statt. Um rege Beteiligung bittet die Abteilunosleitung. * parteigenossische Hausbesiher! Die Frei« Hausbesssser-Vereinigung fSiss Altenbnrg) will i» Berlin eine» vrt»»«»dai>d gründen, nm de» Parteigenossen Schutz und HUse ohne Agit»»«»» für dö« WIrtfchastspartri zu»ermitteln. Interessenten wolle» ihre Adresse de« vlnrnu» de, Brzieksmieteransschusse«, Ernst Rnben. Perlt» w. S, Köthener >VoelieaproKrsmm des Berliner Rundfunks.. Sonntas, den 9. Januar 1927: Vonn. 9: Morgenfeier. 11.30t Plateninsnc des Syra�honiscliCB Blasorchesters Groß-Berlin. Nachm. 1.10: Die Stande der Lebenden: Max HcrnnaiiB-Neiße, Fritz Walther BischoiL 2�0; Das Reich der Arbeit in der BrlcfmarVcnkande (Rudolph!). 3: Winterfötterunc der Hühner(Zeuncrt). 3�?0: Fankheinzelmann. 4: Das deutsche Volkslied(Dr. Hirschberg). 4J. 10.. 8 Uhr. beginnen in diesem Jahre wieder unloro lausenden Turn- und Sportabende. Di« Jtameraden werden ersucht, sich recht zahlreidi am genannten Abend einzufinden.— Lichtenberg nebst Untergruppen: Sonntag, d. 9., 2>; Uhr. Antreten bei Echubzik zur Utnenbeiiestuno unsere» Rom. Frist Iubeil mit Fahnen und Tambourkorvs.— Reukölln-Brist: l, Äameradichäft. 2 Jus: Am Montag bei Bähle, Wildenhruch strasse. Iugversammlung. Deutscher Monistenhund. Ortsgruppe Berlin. Montau. 10. Jannar. 8 übe in der Aula de» Werner-Sientens-Realgmnnasiums, Hohenftaufenstr. 47— 48, Bortrag von Hellnrut v. Gerlach:.Ist Kolanialpolitik eihifch zu rechtfertigen 7* isteibenleeHplksbnchfchule Beel!». Mittwoch. 12. Januar. VA Uhr, i» Askanischen Snmnasium' Berkin GW.. Hallefche Str. 26(am Anhglkrt Bach» Hof). Dr. B Ärifdie:„Die Weltrrliqionrn in rnaritülschar Deleuchianig': Allgemeine« Tierfchustverein.«. v., Gruppe Südwest. Dienstag u. Zw, nuar. 8 Uhr, Restaurant-Imn neuen Iägerhof, Bergmann str. dl. Ecke Lehnine» Strasse, Bartrag des Herrn Dir. Liebermann. Hewerderaummieter, Wohnungsmieter! Brotestkundgebung gegen die Frei- «ab« der gewerblichen Räum« und gegen die Erhöhung der Wohnunoemiete auf 130 Pro»., sowie aegen die«risirnznernichtende Aushebung des Mieten» schustes Dienstag. IL Januar. 148 Uhr.-Tusculum', Tegel, Hauptstr. UL Referent Landgorichisrat Rüden. Verein der Sleiwister. Montag, 10. Januar, gemütliihes Beisammensein: Montag, 24. Januar, Generalversammlung im Bereinslokal, Konditorei Leon. Bülawstr. 1.— Seffeutllch« Kundgebung für die Wochenenb-Zd«. Montag, 10. Januar. 8 Uhr, im Eistungsiaale de» ehemaligen Herrenhanfes, öffentliche Kundgebung für die Wochenend-Id«. In dieser Bevanstaltuna. die von der Wochenend- Arbeitsgemeinschaft einberufen ist. wird auf die Wichtigkeit des Wochenende» in gesundheitlicher. wittfchafMcher und kultureller Beziehung hingewiesen werden. Freier Eintritt. Der Speziol-Elnd belgische« Pub weisser Niefenkaninchenzüchter für die Provinz Brandenburg, Eist Berlin, hält fein« dlesjdbrige Isudschou vom 15. bis 16. Januar in der ffichto-KIause. Schönhauser Allee 134d, ah. Per» bunden ist«ine Schau von Pelz- und Lederweren aus nur Äaninchenleder. Di« Ausstellung ist geöffnet von s Uhr bis 8 Uhr. Eintritt für Erwachsene 40 Pf., für»Inder 20 Pf. Nur eine Auslese >I>IIUIIIII>IIllIIIIIlIlIIIIIIIII>>IlI»IIIIIIIINIIIII»»II»»IIIIIIII»II»IIIIII»I»»I>N» unserer spottbilligen Angebote! Hansschuhe für Damen ans geblümt. SathH /\ f\ stoß mit waracoi Futter oodllfl 1 r t/Vf Kordelsohle Paar i Pf, Seiden-Steppschuhe für Damen, In sdiünen Farben, mit Pompon»Tn � nur Grösse 35-40 TÜ Spottbillig! 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Rege Bete iigung erwartet Die Ort»t>«r»oaltu«g. Nm 8. Januar verschied vlSzlich linier lieber Bruder, Schwager und Ontel. der Bureauangesielllc Paul Barnlow im 60. S«bon,>ol>re. Die» zeigen an DI« Hinterbliebenen. Derlin. Schönholz lt. Ginälchernng: 10. Januar, abend» ss'/j Uhr. Kremalorium Gerichistraße. Allen werten Genossen. Kollegen und Kameraden vom Reich.danner die iiettraurige Nachricht, cah meine liebe Frau und Muller Margarete Dill am 0 Januar, morgen» l>/« Uhr, nach langem, ichwerem Leiden lanst ent» schlaien ist In tteser Trauer KIcliirä Olli unä Tochter Lieselotte Mcnplaquctslr 11/16. Auf«. 6 II. Die Einäscherung findet amll. Jan., nachm. 4 Uhr. tm Kr.matorium Ge- richrstraste statt. ilvenliir- Verkauf Oeaisthes_ Emil efövre Eeriu 1 WimBiir Oranlcnslr. 158 u Vir haben keine Filialen! bw- niesenlagcr Teppiche«a.1;.'».., Brnckes. DiwandeAen. TiscbdcAen. SienndeAen. fiirdlnen. SdUaldeAen. BW ccwaliiler Prels-Abisau! Vormiiums' Einkauf empf ehl ena weit. Kaiaiod nod Eilr<ste kostenlos I Vau- und Sparverein.Eintracht e. S. m. b. H. zu öerlin. Ullttesoeh. de« lS.Zanuor. naiMm.S Uhr, la Ben Säumen des»Lpakendrän-, Arlevrlchstr. 1Z2 WUT Außerordentliche General-Versammlung ' Tagesordnung: 1. Wahlen zum Vorstand und Aufsschisrat. 2. Anträge auf Aenderung der KZ>2, 37, 3g, 52 und 63 der Sagungen. 3. Vauoorhadcn im Jahre 1927. vor vorstand: Bauer. Moltenbllbr Segenj[2 Monatsraten tMaddatz» Bsr/m, Leipziger Str. 122'125 Für die Beweise herzlicher Teil» «ahm« beim Hinscheiden unsere» Bruder» und Schwager»... Paul Teiilnsnn sagen wir allen Kollegen lind Be- tonnten, sowie der Firma Schuchardt 4 Schstite A.-G. Maschinenfabrik Abt. Neu ölln. besonder» den Kollegen der Deputation, deegle chen Herrn Pfarrer Tamaschte unseren herrlichen Dank. Qeortk Schneider und Fnu Wende, geb. Lehmann, Am 6. Januar verschieb ganz plöfi- lich unsere»eb« Mutter,«chwieger- mutier, Großmutter und Schwester Hed�vix Bock rerw, Schröder, geb. Bormean im 70 Leben» ahre. Im Namen der Hinterbkiedenen Paul Noppe u ssrau Cnna, pb. Sirfder Luise Steffen, geb. Schröder Einäscherung Dienatag. 11 Januar, nachm 5 Uhr, Krematorium Gertchiftr. lAlldlAUM-MM Utonfag, den 10. Januar, abend» 6 Ahr. bei 1B a« n e t(„ftallbufsec Krug**), Aaltbuffee Straß- lg Verfammlmtsi der fioBcgen der Zeugschmiede- Znnungsbetriebe zahlreiche Beteiligung wird erwartet. lclitimgi verirnnenslenle Dienstag, de» ll. Januar, abend» r Uhr, bei Schulz, statlschreider- strafte 29 BeittnneosinfinnertonfeieQ} de» 9. Bezirk». Tageeordnung! 1. Verwaltung,. derichl. 2. Neuwahl der Bezirksleitung. 3 Berdandaangelegenheiten und Ver- lchiedene« Zutritt nur gegen Vorlegung der Legitimaklonotarte istr>927 und de» Mitgliedobudies. Die Legitimationdkarlrn werden am Eingang ausgegeben. «w Vellzengmncher WU! Oieaefag, den 11. Januar, abend» r><, Uhr, in unserer BBltatablcilaag, Ciaieatlc. 19t(gegenllder»er band» hau») Filmvorführungen Dienstag, den 11. Jaaaar, abend» •'/, Ahe. tn unserer ftultatabteUaag, Ctalenflc.igr(gegenüber Verbandehauo) Branchenversammlung ISmtticherEisendrehet-.Moschiaen- und Siutoichlasser-cehriinge. Taaeeordnuna: 1. Vortrag:„Die Sntwutiung unserer Berufe und dir Aus- gaben der Jugend". Aeierent: Kollege Paul Eckert, Branchenleiter der Mafchinenschlosser._ Nach E�Iedigun� der en. 2 Drvlt- ._ für Auszüge 3, Scherzfilm. Iugendkollegenl Besucht alle diese Veranstaltungen! Fordert Eintritt». tarten von den V»rlra»en»leutei>. ohr.e diese! c t n gutritt. Die Ort»»er»altuag. luergens hleroaderples lls!iig...lllilia...lli!i!g in klopft e» Im Herren aller Möbel such- enden Berlinerinnen und Berliner. Was wünsch!»ich das Junge Ehepaar am güldensten Tage des Glücks 7 Eine ,,Driha"-Wohnungs. einrlchlung I Was wQ. scht sich der Herr Papa und die Frau Mama? Ein neues„Drfha"-Sdilaf., Herrenoder Speisezimmer, vielleicht auch eine Küche oder einige ErgSnzungs- mdbel. „Drfha"- Möbel sind nidii nur Ihrer bekannten Qualitfi'en wegen gesdiölzt, sondern deswegen, weil sie zu billigsten Preisen und aut Wunsch zu Individuellster Zah. lunasweise abgegeben werden. „Drlha"'AusstelIungsröume: El tasser Strafte 97 Brunnens trafte 39 Chaasseettrafte$0(Fabrik) Berlin N.„ Berlin NmBerlinN... Die Aktionäre der Schultheiss-Patzenhofer* Brauerei-Aktiengesellschaft werden hiermit zu der am Sonnabend, d. 29. Januar 1927, vorm. 10 Uhr, im Sitzungssaal der Gesellschaft, Berlin NW 40, Roonstraße 6, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen. ♦ Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsberichts und der Abschlußbilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für den 31. August 1926, sowie des Berichts des Aufsichterats. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, die Gewinnverteilung und die Entlastung von Vorstand und Auf- sichtsrat. 3. Auf sichtsrats wähl. Diejenigen Aktionäre, welche in der Generalversammlung ihr Stimmrecht ausüben wollen, werden mit Bezug auf die§§ 2o— 2" des Gesellsehaftevertrages ersucht, ihre Aktien oder die über die Aktien lautenden Hinterlegungsscheine der Reiohsbank oder der Bank des Berliner Kassenvereins unter Beifügung eines doppelten Xumrnern Verzeichnisses bis spätestens Dienstag, den 25. Januar 1927, mittags 12 D h r. inBerlin heider Commerz- u. Privatbank A.-0.,Charlottenstr.4T „„„ Dannstädter und Nationalbank. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Behrenstraße 68/69, „„„„ Deutschen Bank. Behrenstraße 9/13, « n„„ Dresdner Bank, Behrenstraße 35/39, „„„„ Mitteldeutschen Creditbank. Burgstraße 24, sowie bei den Filialen dieser Banken in München. ferner„»„ dem Bankhause Jacquier& Securius, An der Stechbahn 3/4. n m»„ Bankhause E. j. Mez-er, Voee-Straße 16, „ n„ der Bank des Berliner Kassenvereins(nur für die Mitglieder dee Giro-Effekten-Depot«), Hinter der Katholischen Kirche 2. „*,„ Schultheiss-Patzenhofer Brauerei-Aktiengesellschaft, Roonstraße 6/7, in Dessau bei der Schultheiss-Patzenhofer Brauerei* Aktiengesellschaft. Abteilung III, Brauereistraße 1/2. „ Breslau„„ Schultheiss-Patzenhofer Brauerei- Aktiengesellschaft, Abteilung V, Matthiasstraße 204/5)8 während der üblichen Geschäftsstunden zu hinterlegen. Die Aktien können auch bei einem deutschen Notar hinterlegt werden. In diesem Falle ist der Nachweis der Hinterlegung durch Einreiehung des notariellen Hinterlegungssoheineq bei einer der angeführten Hinterlegungsstellen spätestens am Mittwoch, den 26. Januar 1927. mittags 12 Uhr, zu führen. Der Hinterlegungstohain eines Notars muß die Bescheinigung enthalten, daß die darauf nach Nummern verzeichneten Aktien nur gegen Bückgabe des Hinterlegnngssoboines oder erst nach Schluß der Generalversammlung ausgeliefert werden dürfen. Berlin, den 6. Januar 1927. Der Aufsichtsrai der Schultheiss-Patxenhofer Brauerel-Akllengesellschaffl t u od Landau ersitzender. Dudwig Kstzenollenbogen ttoilv. Vorsitzender. Heilanstalt+ föt eleKromeöljinifflje öeilaieNjoDe. W- unö Bönföfn- ttmie nno Batuiheiiranae, öomöODadile.Bloöemle and kliZMkmm. SüllttMe tneOijiQifiDen unö HaDiuinOflDer. VoWvkig glstireie BeDaaDiuno. Sehr gute anb schnelle Ocllecfolgc bei allen iaaeven und datieren »raatheitea. fpezieO chronischen, bei Männern, fronen anb ftiabecn. Nachweislich find mit gutem Heilerfolge folgende Krankheiten hehandelt und aeheili worden: Kals- und Luugcn.Tuberknlole und Katarrh, Branchialkatarrh. Bronchialasthma! Keuchhusten: Kerzerweitcruag. Kerzschler und SerzNavpcn. Bichler. Kcrzasthma: Magcncrwciierung und-lcutuna. Magen, und Darm* tatarrV nervS!» Maarniidwäihe. Maaengcschwürci Stuhlverstopfnng: Leber. ertrenkung, Gallensteine. Gelbsucht: Leber, und Milzanschwellunn: Sicht und ~ Rheuma ismu», rheumatische und nervöse Kopsschmerzen, Schlaslofigteit: Er. lrantunaen des Rervensvstem». Rereenschmäche. Reuratchenie. fiysterie. Reur. algie. S,ch>-». Trig«minu».Nenralgic, Migräne, Riickenmartert'antnnge«: Stosiwechseltrankdeiten. ssuckerf-autdeit, harnsanr« Diathese. Fettincht: Er» krantungeu de» Blute», Leotämie, Ebloeose und Ruämie: Rieten, und Blasenleiden: ErtSIWn->,trankheiten. Znslnenza. Grippe: Schuppen flechte. chronilch»? Ekzem«. Barkslecht».»aaran»Iall. siefieirde.ean's'echte lLnpna): BeiugeschwLre. frisch« und veraltet» Wunden und lrifteln. Mastdarmsistelu und .iifiuren: Kämorrhoide«: Lneischunoen. Blntcrgiisse: ssnrnnkcl und Karbunkel: Krampfader», Muttermale: Resselinchi. Rose: Brandwunden: Drstsenschwel. lnagen ieder Art: vhrea- und Raienleiden. Stirn» nn» Kiefernhählenvereiie. rung: Adernverkalknna: Folgen von Schlaoaniall. Löhmunae» bei Kindern und Erniachienen: Kinderkrankbeil««. Skrophnlase: Frauenleiden ieder Art: Geichlechiokrankheike» und derea Folgen bei Männer» und Frauen. Bon den Hunderten Geheilten find hier nur einige weocn Raummangels an. aefllhrt: 1. S>. Ränich, Satkirr. Bln.. Frankfurter Allee 16», Rheumati». mu». oeheilt. 2. Fr. E. Kabdarf, Bln.. Kolheroer Skr. 2629, Nerven- nnd Knochenhauientzllnduna vollständia oelähmt. aehcilt. 3. K. Ritter, Bln.- Friedenau. Svonholzstr. b«. v. Beinleiden geheilt. 4. S. M. Werner. Kons. mann. Bln. R.. Gottschedstr. 2 v. Llingerrleiden Blalenkatarrh geheiii,. 6. Knabe W. Mulock, Bln.. Kwinglistr. 39. v. Rstekenarakncrkrstmmnna mft tähmunaserschclnnngcn Magen, u. Darmkatarrh geheilt. 6. Fr. M. Wrinech. Bln. Anguststr, 21. v. Mnsielen'-iindnng u. Serzs�wiiä'e geheilt. 7 Fr. K. Kanilch, Bln.. Lllbeekcr Sir. 13. Blinddarmfistcl. geheilt. 8. Fr..Acrmann, Vln..SchSnehera. Feuriastr. 13. Blinddarmsistel. geheilt. 9. Fr. A. Seide- korn. Bln.. Gohlerftr. 34 Gelcnkrhe"motismiie. Riisscnschmerzen u. Reur- «sthenie. gebeilt. 10. S v Biirger. Rentier. Bln. Reichenbcraer S'r. 141, Drillenlchwelluna acheil!. II. 6. Paul, Bln.. Reiihenberaer S!r. 131. Maoen. u. Nervenleiden aebeilt. 12. Fr. v. Blihner. Mn.-Neukölln. L>gr»ee Str. 8? Kromvie. geheilt. 18. K. v. Ilnaer. Kanfmonn. Bln.. Micherlstr. 41. Magen.. Leber.>i Nierenleiden, geheilt. 14. Fr. E. Balcl29 Gc�cnkrheumaliomiis. geheilt. 16. Fr. Ww. FrltsiMer. Bln.. Nlarienfnirntr Skr. 48 Dormoeschwnlst. geheilt. 17. Fr. Mebwia Stern. Bln.-Schiineherg. Thorwokhsrnstr. Ist. Leberanschwellung Gallenblasenenlriinduna.»«heilt. 18. Fr. A. Rohrmoter, Bln.. Breslaner Str. 1. Serzerrneiternng. Serzneurose allg. Nervenschwäche, geheilt. 19. Fr: Bartich. Bln.-Cävenilk. Rosenstr. 2. schrnerc Blntveraiftuna u. Kandverei'e. rnna oebeili. 29. S. v. Oedme Schlächtermeifter. Bln.. Tbaerstr. 4st kcrz. n. Maoenleiden. Leder. Milzooschwelluna. oeheilt. 21. Fr, A. Ki-chner, Bln.. Dolziacr Str. 24 Maoen-. Lebe" u. Gasscnsteinleihen, Gelbsucht oc- heili. 22. Kerta?ab«l. Lilhbenau-Sn-oowald Inberknläser Knochenfrah. Kniege'enksentzllndimg. oeheilt. 23. K Röbr. Rittero"i»hefiiier. Ernstmalde Kr». Kornowen, vstvr.. schwere Blniveroisinng il. Gcschmiire. aeh»-lt. 24. 6. f>. Leonosd«Bin.Friedenau Koiserastec 123. eitrige Pnngensjftel oeheilt. 25 s. E. Michaeli». Ggstrnirt.?ln..Char'otteiidn'a. Wassstr. 87, Leberleiden. Golltnsteine«lden. Gelbsucht aehkls'. 26. S BolizelaMstent R. Kramm. Bln., Kochhannftr. 26. von Maoenoeschwiiren. Mooenrrwcitcrunq u. Senkung mit 30 Behandlungen geheilt. Wir rennen faoen. dast durch die Rnr In nntever tieiianfiail selbst die älreslen, hartnäiTIalten reiben noch zur ftel'nna gebracht werden und daß alle, die ihr höchstes«rdenglück. die«Aesundbeii, bereit» verloren zu haben glauben, wieder in den Vollbessh derselben gefegt werden. »>»- Brieflich» Oriainal-Nnerkeumlnaen von un« aebeiiter-Buneu gl*»- Vatienten stehen im Wartezimmer der Anstalt zur Einficht.-HXI Getrennte vebandlannsrännre für Damen and Herren! Reine brleklichie Behandlaag! pr«le5»»r vr. wes.?. MleBlqs, irzl, Hur Im Auslände ernannt� promoviert und approbiert. Mliglied der internationa'en Vereinigung von Aerzfen u. Notar Ärzten. Berlin S016, Brückenstraße 10b, 2. Raa» ooa der»nageilrafte, 1 Minute oon vhf. Zanaomiftbrüeke Langjährige sachmännifche ärztliche Behandlung und Leitang. Sprech- and vehandluagsteit: 9-1, 4— Z'i-, Sonntag und Feiertag: 10-12 Uhr.- praxi»(eil 1*S7. Von der Reise zurück! Achtung! 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Entsprechend dem keineswegs nur wirt- schaftlichen, sondern vielmehr hochpolitischen Charakter der ganzen .j�rage, Hot der Kampf auch bereits sehr scharfe Formen angenommen, Die„Deutsche Bergwerkszeitung" Hot gegen den Generaldirektor Koning von der Gasbetriebsgesellfchoft Berlin tDessauer-Konzern» bereits den Vorwurf des Landesverrats erhoben, weil er dem englischen Kohlenhandel(wohl in anfechtbarer Form) nahe- gelegt ho», die deutschen Gaswerke vorzugsweise mit billigen Kohlen zu beliefern. Auf der anderen Seite hat die Braunkohlenindustric durch Professor Heidenschnur ihre Konkurrenz gegen die Ruhrzechen angemeldet. Die große private Dcssauer Gosgesellschast Hot die äußerst wertvolle Zeche„Westsolen" erworben, um sich— sei es als Glied der Kohleo«rwertungs-A,-G., fei es in Konkurrenz mit ihr— ihre Position aus alle Fälle zu verbessern. Ganz im besonderen sind die Gemeinden und die Oeffentlichkeit aus die den öffentlichen Be- trieben drohenden Gefahren aufmerksam geworden. Was aber be- sonders erfreulich ist, ist die außerordentlich starke Teilnahme der organisierten Arbeiterschaft und ihrer Vertretungen in den Gemein- den. Organisationskörperschaftcn und Parlamenten an der Diskussion der Probleme, Argumente für das ZechenprojeN. Zur Sache liegen uns drei Zuschriften vor. die uns in gleicher Weife beachtlich erscheinen und eindringlich zu den Problemen der.Gasfernversorgung Stellung nehmen, allerdings von ver- schiedenen Standpunkten, 2)ie erste Zuschrift von einem Arbeit- nehmervcrtrctcr der geseglichen Kohlenbcwirt- s ch a f t u n g betont gegenüber anders lautenden Meinungen, daß das von den Zechen zu verwendende Gas nicht erst erzeugt zu werden brauche, sondern schon in solchen Mengen vorhanden sei. daß die Jahreserzeugung der deutschen Gaswerke mehrfach gedeckt werden könne. Wenn die vo» den Ruhrzechen erzeugten i) Milliarden Kubikmeter(gegen 3 Milliarden Kubikmeter der Gas- werke) zu neun Zehnteln in den Kokerei- und Kesselonlagen der Bergwerke wieder verfeuert würden, so geschehe das, weil man bis jegt kein« andere Verwendung dafür habe, und große Mengen Fein- kohle und nicht absetzbarer" Koks aus Lager genommen werden müßten. Diese aber zu verfeuern und dafür hochwertiges Kokerei- leuchtgas durch Fernleitungen an die Gasvcrbraucher zu ver- s e n d e n. sei nicht nur im höchsten Maße wirtschaftlich, sondern bilde auch die Voraussetzung, das Zechengas unter den Erzeu- g u n g s k o st e n den Stödten Deutschlands anzubieten. Gegen dos befürchtete Monopol der Zeche» mit Preisdiktaten für den Gas- und Inksvcrbrauch könne dem mohlorganisierten Bergbau eine geschlossene -zrom der Verbraucher gegenübergestellt werden. Durch lang- M- i st i g abgeschlossene Verträge könnten sich die abnehmenden Städte in preisliche» chinsichi sichern. Die Länderregiermige» könnt«» durch ihre Verfügung über das Wegerecht die Machtposition der vertragschließenden Gemeinden stärken. Endlich sei die Bildung einer gemeinwirtschastlichen Körperschaft für Energie- im er essen möglich, das Kohlenwirtschaftsgesetz könne auf die Nebenprodukte des Bergbous, damit auch auf das Kokereigas aus- gedehnt werden. Die Geiahr eines Koksmonopols bestehe nicht, Einmol könne von der Auflassung moderner Gasanstalten keine Rede sein. Dann aber seien gegenüber den 27 Millionen er- zeugten Zechenkokses die 3 Millionen Gaskoks für die Kokspreis- bildung unerheblich, die wesentlich durch den Weltmarkt bestimmt sei Die getrennte Abstimmung von Reichskohlenverband und dem großen Reichskohlcnratsousschuh zusammen mit der Oberaufsicht des Rcichswirtschaftsministeriums seien eine Garantie, daß auch die Kokspreise(wie die Gaspreise) nicht willkürlich von Interessenten bestimmt würden. Die Gasfernversorgung sei auf dem Marsch, sie lasse sich nicht aufhalten. Die Zechenserngasversorgung im Interesse der Allgemeinheit zu beeinflussen, das fei das Gebot der Stunde, Die wirtschaftliche Problemstellung. Die zweite Zuschrift von dem Sachbearbeiter der uns nahe- stehenden Forschungs stell« stellt scharf das Wirtschastlichkeits- Problem der Ferngasversorgung. und erörtert die Monopolgefahr und die dagegen möglichen Maßnahmen, Sie unterstellt smit Recht) als unbestreitbar, daß modern« Großwerke— gleichviel ob eigentliches Gaswerk oder Kokerei— erheblich billiger erzeugen als mittlere und kleinere Gaswerk«. Bon vornherein wüsten die Ersparnisse durch Konzentration in der Gaserzeugung sehr hoch einge- ichätzi werden. Der eigentliche Streit sollte also, soweit die Masse der Gaswerke, mit Ausnahme vielleicht der ollergrößlen und modern- sten Werke in Betracht kommt, nicht um die Frage der Zentralisierung geführt werden, sondern darum, ob diese Zentralisierung auch ohne Anschluß an Kokereien, lediglich durch Schaffung öffentlicher Großwerke erzielt werden soll, die ihrerseits durch Fernleitungen die Versorgung und den Neuaus- schluß von Gebieten übernehmen. Di« etwaig« Mehrersparnis beim Anschluß anKokereien errechne sich aus der ersparten Kohlen- f rächt von der Zeche bis zuin Gaswerk, vermindert um die »euemslehende K o k s f ra ch t von der Zech« zum Koksoerbrauchsort. Bei 235 Kubitineler Gas aus einer Tonne Kohle berechne sich diese Ersparnis auf 500 Kilometer Entfernung überschlagsweise a u f 1 P f. pro Kubikmeter Gas. Doch steigere sich die Er- iparnis, wenn zur vollständigen Vergasung des Koks und zur Fern- Heizung übergegangen werde. Diesem Pfennig Ersparnis durch die Zechenversorgung stehe der Verlust der Unabhängigkeit der Gemeinde in ihrem Eosbezug und die privatmonopolistische Gefahr der willkürlichen Gaspreiserhöhung nach Ablauf der zum Teil kurzfristigen Verträge gegenüber. Wie die erst« Zuschrift betont auch diese die großen Abwehrmöglichkeiten gegen jedes Zechenpreis- diktot durch Meckbewußtes und einheitliches Vorgehen der öffent- lichen Körper beim Dertvagsabschluh und bei der Verleihung der Wegenutzungsrechte. Zur Vermeidung der Zersplitterung bei diesem Vorgehen soll von vornherein dos Reich zur Kontrolle herangezogen werden. Ausdehnung der Kohlen- und Kokspreiskontroll« auf die Gospreise, ebenso die Verstärkung der Gemeinde- Vertretung in diesen Organen sei zu fordern, um nach dem Wegsall der Gaskokserzeugung die einseilige Kokspr« isibestimmung noch mehr auszuschließen als bisher. Endlich sei zu prüfen, ob«in« selbständig« Verwaltung der Gasfernoersorgung(für Kom- prcstion und Fortleitung getrennt von der Kokerej) technisch möglich ist. Für diesen Fall sei zum mindesten für die nächst« Zeit gemischtwirtschaftlicher Betrieb, für die Zukunft Ueber. »ahme durch die öffentliche Hand eventuell durch Heimfalls- bzw. Dorkaufsrechtsklaufel, zu verlangen, Dolkswirsschafilidhe und gewerkschaftliche Eiawäade. Ew« dritte Zuschrift aus Gewertfchoftstreiseo ist um die sorgfältige Abwögung der privat- und vokkswirffchastlichen Vorteil« und Nachteile vom Gesamiinieresse aus bemüht. Bis heut« sei noch von keiner Seite bewiesen, daß Kokereien billiger wid wirffchaftlicher arbeiten als bestehend« groß« Gas- werke, Kokereien und modern« Gaswerk« werden, gleiche Kohlen- «instandspreis« vorausgesetzt, immer zu ungefähr gleichen Preisen ihre Änndschail mit Wärmemengen bedienen können, sei es in Gas oder fester Form. Nach fachmännischer Berechnung konmien zu den Zechen erzeugungskosten von 1,2 Pf. pro Kubikmeter bei 500 Kilo- meter Fernleitung noch Kosten von 3 bis 3,5 Pf. Zu dem Preise von 4,2 bis 4,7 Pf. frei Behälter lornm« noch der Gewinnaufschlag für den Produzenten, Für diesen Preis produzier« auch jedes moderne gutgeleitete Gaswerk in Deutfchland. So sehr die Per- Wendung ausländischer Kohle zu bedauern sei(warum, wo sie bester und billiger ist?— D. R.), so würde selbstverständlich überall aus deutsche Kohl« zurückgegriffen werden, wenn dieselbe zu einem wirt- schaftlichen Preise geliefert würde, wozu aber die Bewllligung eines Sondertarifcs und Befreiung der Gaswerk« von der Syndikatsobgabe notwendig feien. Die Frachtevspornis von em«n halben Pfennig pro Kubikmeter Gas bei der Zechensernver- sorgung und einer Gasausbeute von 500 bis 550 Kubikmeter je Tonne könne volkswirtschaftlich kaum einen Nutzen bringen, weil eine V«r- billigung des Eisenbahnbetriebes durch den Frachten- ausfall zum mindesten für Anlagekosten, Bahnhöfe, Geleise, Ver- waltungspersonal usw. der Reichsbahn auch nach Einführung der Ferngasversorgung nicht eintrete. Von dem Wegfall des Kapital- dienstes für städtische Werk« könne kein« Rede fein. In Wirklichkeit müßten in Zukunft neben dem Kapitaldienst der Werke Verzinsung, Amortisation der großen Fernleitungen und Kompressionsanlagen erfolgen, und kein« Stadt könne sich aus die Unsicherheit der Ferngasversorgung einlassen, ohne für den Notfall eigen« Werke in Reserve zu haben. Es bestehe überdies keine feste Garantie gegen die Wiederkehr einer Situation wie lg23. in der dam», im Falle der Gasversorgung Deutschlands von der Ruhr, das ganze Reich vom Gasbezug abgeschnitten wäre. Das Projekt mache 18 000 bis 22 000 Arbeiter der Gasanstalten dauernd brotlos, groß« Teile der keramischen Industrie(und des Gaswerksbaus) stünden vor der Ver- nichtung. Keineswegs könne man den jetzigen Zustand der deuffchen Gaserzeugung verteidigen. Zenlralisierung der Gaserzeugung bis zum höchsten wirtschaftlichen Nutzeffekt, Errichtung von Gemein- sthastswerke»»nd Verbindunasleitungen der einzelnen Versorgungs- gebiete zur Sicherung des Belastungsausgleichs seien zu schaffen. Was übersehe« wird. Aus diesen Zuschriften ist ersichtlich, mit weicher Lebendigkeit ui>d> auch mit welcher geistigen Spannung die Probleme der Gasfernversorgung diskutiert werden. Doch werden unseres Er- achtens die Zuschriften in vielen Punkten weder den wirtschaftlichen., noch den politischen Ileberlegungen voll gerecht, die dabei anzustellen find, Wohl ist das Gas zur Versendung auf den Zechen vorhandene, Heberschußgas sind aber höchstens 2 Milliarden Kubikmeter nach den eigenen Feststellungen der Kohleverwertungs-Zl.-G verfügbar, wozu der Bau von Sammlungsleitungen und Reinigung? anlogen kommt, deren verteuernde Wirkung nicht genügend berück- sichtigt wird. Ebenso erfordert die Berseuerung, geringwertiger Kohlensortcn statt des Zechengases und die Versendung von hoch, wertigcm Kokereigas einen vollständigen sehr kostspieligen Umbau der Kammern, was ebenfalls übersehen'wird Große Teile der geringwertigeren Kohle könnten überdies bei entsprechender Wäsche von den Gaswerken verbraucht werden, die in der Regel mit unterwertigcn Qualitäten beliefert werden. Die Der- braucher gegen die Erzeuger zu organisieren, um auf diese Welse die Gefahren der willkürlichen Preiserhöhung und des Prioolmonopol� zu verhindern, ordnet bei steigendem Gasabsatz und weiterer .technischer Vervollkommnung der Gaserzeugung den Zechen alle Vorteile, den Verbrauchern ober alle Nach t.e i l e und alle Risiken zu. Langfristige Verträge schließen ebenso die Verbrauchennassen von den Porteilen des technischen Fortschrittes aus, wie kurzfristige Verträge olle Möglichkeiten der Preis- fteigerung offen lassen. Gegen diese automatische Folg« der Monopolisierung gibt«s keinen Schutz, jede staatliche Preiskontroll« wird sofort machtlos, sobald die deutsche Gasversor- gung in einer Hand liegt! das Versorglmesintercsse der Bevülke- rung ist daim notwendig stärker als jede Komrollmacht, und gegen die Forderung der unbedingten Rentabilität des in der Zechen- fernoerjorgung inoestverten Kapitals kann keine Kontrolle etwas ausrichten. Gerade diese aber sieht heute im Feuer. Die preisregu- lierende Funktion des Gaskokses wird durchaus unterschätzt, denn wenn auch 27 Millionen Tonnen Koks erzeugt werden, so kommen doch nur etwa zehn Millionen Tonnen zum Verkauf, deren Preis bedeutsam durch die drei Millionen Tonnen Gaskoks in Schach gehalten wird. Die Preiskontrolle ist eine Frag« der Macht und der unterirdischen Einflüsse des Hochkapitals, In allen Fällen wird die heutige Machtoerteilung im Hochkapita- listischen System sich gegen das Verbraucher- und das gemein- wirtschaftliche Interesse und f ü r das Interesse des Schwerkapüals auswirken müssen, insbesondere weil die demokratische Oeffentstch- keit erst um dos erforderliche organisatorische Sachverständnis ringt und dabei weitgehend von der staatlichen Bureau kratie hept« noch in Stich gelassen wird, die sich dem Besitz enger verbunden fühlt als dem Volk, Zechearente«nd Gemcininkerestc. Insbesondere ober werden von den Zuschriften wichtigste p o l>- tische Ding« übersehen, die heut« schon zutage liegen. Das Zechen- kapital fürchtet den Verlust seiner Rente, die aus dem nur durch den Bergarbenerstreil unterbrochenen Rückgang des Kohlen- äbsatzes,- der scharfen Koukurrenz um die Berwertung der Neben- Produkte und aus der Gefahr der Verdrängung der Köhle durch die substanzlose Kraft(Gas und Elektrizität) in der Zukunft noch stärker bedroht wird als bisher. Auf das aufmerksamste muß das Wort von der Oeffentlichkeit beachtet werden, das die Ruhrzechen am K a p i t a l d i e n st ersticken, wen» nicht die Hilfe der Ferngas- Versorgung durch Kokereigas erkämpft wird. Die Vollvergasung der Kohle, die den großen össentlichen Gaswerken ebenso möglich ist wie den Kokereien, soll diesen aus privättppitalistischen Sonderinter- essen für ganz Deutschland überantwortet werden. Für den Kohlen- bergbau wäre angesichts seiner zweifellos prekären Finanzlage eine finanzielle Sanierung notwendig: Das, heißt, er müßte die Gewinnansprüche des investierten Kapitals durch dessen Zusammenlegung herabsetzen. Es ist das Wesen des von den Zechen geführten Gaskrieges, diese finanzielle Sanierung für die Zechen überflüssig zu machen und durch die schärfere und m>t der Zukunft immer lukrativere Ausbeutung der Gasverbraucher die in- vestierten Kapitalien auf alle Fälle mit Dividenden zu versehen. Dieser Gaskrieg entspringt nicht der Sorge um die wirtschaftlichere Versorgung der deutschen Gaskonsumenten, sondern er ist ein Kampf um die Kohlenrente, der gegen die Allgemeinheit- geführt wird und nur durch die Privatisierung der öffentlichen Werke zu gewinnen ist. die letztlich hinter der Zechenfernnersor- gung steht. Die Demokratisierung würde ihren Sinn verlieren, wenn die gewaltige Absatzsteigerung, die aus die Dauer tatsächlich durch die Ausdehnung des Gaskonsums im Haus- halt und in der Industrie zu erzielen" ist, sich ausschließlich in der Erhaltung und Steigerung der Zechenrente auswirken würde, In der Tat ist es so, daß nur für den Kohlenbergbau die Per- Handlungen sofort aufgenommen werden müssen und lange Ver- zögerungen den Todeskeim bringen können, wie man sich ausgedrückt hat. Diese Zwangslage der Zechen wird die Oefsent- lichkeit zu berücksichtigen haben. Sie wird aber auch mit größter Sorgfalt und gesundem Mißtrauen der Arbeit und den Veröfsent- lichungen allerjener technischen Kommissionen entgegensehen müssen. 4-Cie 5 VLJ e.nAöoa Resi� u. Einzelpaare halb geschenkt! 125 Verkaufsstellen, davon 19 in Grofj-Bcrlin u. Potsdam �.Spittelmar Wt 15 Rosen thaler-Sfrafc« 14 W, WillUtrafe 1» W.. Potsdamer Strafte 50 (an der Kurfttntenstrafte) NW, Turmstrafte 41 NW., Wilsnacker Strafte 22 NW., Beuftelstrafte 29 N., Frtedridistrafte 150 N., MQliers'.rafte 3 N, BrunnenstraSe 37 N., Dorniger Strafte 1 O., Andrcas-.traie 50 O., Frankfurter Altec 22 SO, Oranienstraftc 2a SO, Wrangelstrafte 49 SW, Friedrichstrafte 240 41 NeolcAUa, Bergstrafte J0 3l Potsdam, Brandenourger Str., 54 Charlottenburg, Wilmersdorfer Strafte 122/23 bte fai her aächstsn Zeit zu«rwart« find. In diesen Sommisfione» sitzen, auch wo Vertreter der Gaswerte genannt werden, vielfach Leute, die aus tausend Gründen(Verwandtschaft, Wtisninteresse, verwaltungsmäßige Bindungen, Auftragsinteresse) dein Zechenkapital ergeben find. Bon diesen Kommissionen kann man unseres Wissens ehe? eine Schädigung, als eine Förderung dar gemeiiuvirtschaftlichen Älteressen erwarten. Das wahre Interesse der Gesamtheit kann nur durch die äußerste Wachsamkeit der öffentlichen Komrolle ge- sichert werden. weiter abwärts! S700 neue Arbeitsuchende in Berka. Die Verstärkung der Arbeitslosigkeit in Versin zwischen Weih. nachten und Reujahr um 720» auf 270 000 Personen war keine vorübergehende Erscheinung. Das zeigt der Berliner Ar- beitsmarkt von der ersten Januarwoche, der einen Zugang von Erwerbslosen bringt, der mit 8700 Personen di« Ziffer der Vorwoche beträchtlich übersteigt. Die Ziffern der schwersten Krise des Borjahres sind mit 279000 Arbeitslosen für Berlin wieder er- reicht. Daß wir im Winter stehen, ein Winter, der das Bauen aber noch erlaubt, ist dabei kein Trost. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt in seinem Bericht: Die Kurve des Arbeitsmarttes bewegt sich weiter in stark absteigender Linie. Die Zahl der Arbeitsuchenden hat sich in der Berichtswoche um 8700 Personen erhöht, so daß die Arbeits- lostgkeit zurzeit rund 279 000 Personen beträgt. In Verhältnis- mäßig gleichem Maße sind auch die Zahlen der Erwerbs- lofenunterstützungsempfänger und der durch die .Krisenfürsorge Unterstützten gestiegen. Nicht unwesentlich sind an dieser allgemeinen Verschlechterung die maßgebenden Industrie», wie Metall- und Holzindustrie, daneben auch das Bau- g e w e r b e und die Konfektion beteiligt. Auch durch die in- folge des letzten Frostes ins Stocken geratenen Notstandsarbeiten hoben die Defchäftigungsmöglichkeiten eine wesentllche Einschränkung erfahren. Für kaufmännische und Bureaukräfte hat sich die Nach- frage in den letzten Wochen zwar etwas gesteigert, was besonders stqrt in der Anforderung weibsicher Verkaufskräfte für die In- venturverkäufe in Erscheinung tritt, jedoch bsieb ein starker Vewerberzugong vorherrschend, so daß namentlich auf dem m ä n n. t i ch e n Etellenmarkt die Verschlechterung überwiegt. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß die Abwärtsbewegung auf dem Arbeilsmartt noch nicht zum Abschluß gelangt ist. Es waren 279 091 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getrogen, gegen 270 323 der Vorwoche. Darunter befanden sich 179.501(172107) männliche und 99 590(98 216) weibliche Per- sonen. Unterstützung bezogen 117 520(113 äß7) männliche und 62 063(61 784) weibliche, insgesamt 179 583(173 251) Personen. Außerdem wurden noch 34 832(34 920) Personen. durch die Er. werbslosenhilfe der Stadtgemeinde Berlin und 14 359 (13 048) Personen durch di« K r i s e n f ü rs o r g e unterstützt. Bei Notstondsarbeiten wurden 4698(7059) Personen beschäftigt. Phosphalbüngcr und Landwirtschaft. . In einer informativen Veranstaltung des Vereins Deutscher Düngerfabrikanten wies der Vorsitzend« Klamroth-Halberftadt darauf hin, daß Deutschland im Durchschnitt der Jahre 1919/20 bis 1924/25 zwar an Stickstoff 40 Proz. und an Kall 36 Proz. mehr. aber 54 Proz. weniger verbraucht hat als im an Pyvspyoriaure aber cA Proz. wen iget verbraucht hat als un Äahre 1913/14. Demnach hätten also bei der starken Steigerung des Grickstofs« und Lalloerbrauchs höhere Erträge gegenüber dem Jahre 1913 erzielt werden müssen Dos ist aber nuht der Fall gewesen, es traten vielmehr ganz erhebliche Winderuvaen ein. 3 B. im Jahr« 1925 gegenüber 1913 bei Winterweizen um 19 Proz., der Fall bei Sommerweizen um 33 Proz.. bei Winterroggen um 10 Pwz.. bei Sommerroggen um 16 Proz., bei Sommergerste um 26 Proz. und bei Hafer um 28 Proz. Die Veränderung m der Düngung zugunsten der Phosvhorsäure führt Kommerzienrat Klamroth auf den letzt behobenen Mangel an Rohphosphaten zurück. Soweü die Preisfrage dem Bezug von Phosphorsäure entgegensteht, verwies er darauf, daß durch Rationalisierung(die deutsch« Superphosphat arbeitet gegenwärtig mit 54 Fabriken gegenüber mehr als 130 vor dem Kriege) der Superphosphatpreis im Jahre 1926.auf 41 bzw. 35 Pf. herabgedrückt werden konnte. Er betrug 1900 42 und 1913 35 Pf. Der Dortragende ist allerdings der Auffassung, daß ein Teil der Landwirte die Superphosphatdüngung infolge der A e r e b o e- schen Lehr« hat zurücktreten lassen. Auf die beiden letzten Behauptungen Klamroths ging dann Professor Dr. K o p o e a- Bonn rn seinem Dortrag:„D i e p h y s i o- logische Reaktiou der Düngemittel" näher ein. Jeder Ackerboden enthält so große Mengen an Phosphorsäure, daß weitere Zuführung von Phosphorsäure in der Form von künstlichen Dünge- Mitteln lange Zeit hindurch überflüssig sein würde, wenn diese Mengen in einer für die Pflanzen leicht und schnell annehmbaren Vindungsform im Boden vorhanden waren. Leider ist das nicht der Fall. Die Bodenphosphorsäure ist so schwer löslich, daß sich die Pflanze ihrer nicht in ausreichender Weife bemächtigen könne. Wenn auch die Pflanzen wohl ein gewisses Ausschsießungsvermögen für dies« Phosphorsäur« besitzen, so genügt es doch nur seilen dazu, die Düngung mit leicht aufnehmbaren künstlichem Phosphor- fäuredüuger unnötig zu machen. Deshalb habe auch das Düngungs- fystem des bekannten Vetriebswissenschastlers Aereboe nicht zu der erwarteten Ersparung an künstlicher Phosphorsäuredüngung geführt. Der Vortragende schloß mit dem Hinweis, daß es einmal völlig falsch wäre, wenn der Landwirt aus Furcht vor Bodenversauerung der Verwendung des Ammonsulfates den Rücken kehrt und nun glauben wollte, damit hätte er genug getan, da die� Verwendung der Ammoniaksalze keineswegs die einzige Schuld an der verbreiteten Bodenversauerung ist und man in der Verwendung der Ammoniaksalze nur eine der vielen Ursachen zu sehen habe, die auf eine Versauerung des Bodens hinarbeiten. Noch viel verkehrter wäre es nach Auffassung Kappens, wenn die Furcht vor Bodenversauerung nun den Landwirt veranlaßt, auch auf die Ver- wendung von Superphosphat zu verzichten. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 5. Januar berechnete Großhandelsindexzifser des Statistischen Reich-amis beträgt 136,5 und ist gegenüber der Vorwoche u m 0,4 Proz. g e- funken. Die Indexziffer der A g r a r stofse ist um Ich Proz auf 141,8 zurück gegangen. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwareu hat um OL Proz. auf 128,9 angezogen, wahrend die Preise der industriellen Fertigwaren leicht aus 141,8 n ach go- geben haben. Im Monatsdurchschnitt Dezembor ist oxe Gesamtindexzisfer gegenüber dem Vormonat mit 1�7,1 unverändert. Eine Dortragsrelhe über Soafeksionskunde veranstaltet die Humboldt-Hoch schule in Fortsetzung der im vorigen Jahre abgehaltenen Kurse über Textllkunde. Die Vorlesungen werden aus- schließlich von Angehörigen der Branche geh allen, lv ob ei Lichtbilder und Muster die Vorträge erläutern werden. Sie finden Montags, SV* Uhr bis 9% Uhr aöends, in der Kochstraße 66 statt. Herr Stadt- verordneter Rosenthal beginnt am Montag, den 10. Januar, mit einer Vorlesung über die Waschekonfektion. BwvCond&fL fiEQ EN MÄNTEL TEL TU rcÖHtft; ZS.'/iiOj- setzt: 1 KOSTÜME und KLEIDER C PELZ- MÄNTEL raaxee--caa-xMQ- SETZTS '0.-/29,*- "t. GESCHÄFT* MOHRENSTR-57-** S»* R.. GESCHÄFT* GROSSE F RANKFURTERSTR. 115 ah otn ah whasst«, tlnsere 3m£enfuiT7reiS£ iruucc I3X3 äXtxs, 15. Kein Aufschlag. keine Zinsen, keine Abgaben an Kredif- Jnsitfufe Sakko-Anzug 0. für Herren, dnnU..k«mm«»rn- yn" •rUgar Stoff,«ehr deuerbett U. Sakko-Anzug flrHerre», rein*, modern fem.-i? a Cheriotetoffe. U. 7«.-, SS-. Sakko-Anzug__ fflr Herren, dOTltelWene Stoffe Sf M in bewihrt-QnaL M. 82.-, 6S.-,•»I« Winter-Ulster für Harren, Meien�o-Cheriot, Ju m nreireihlg süt Eüakengurt M. 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Die drei Ehe- paare feierten nach einer vergnügten, durch Gelächter und Probieren etlicher Flaschen gehobenen Bahnfahrt unter den Augen des rot- mützigen Bahnhofsvorstandes Wiedersehen. In zwei gemischten Rechen marschiert« die frohe Schar die Hauptstraße des Ortes ent» lang, als vor einem Schaufenster eine Dame mit lohend fleisch- farbenen Seidenstrümpfen chnen mit singend geschwellter Stimme J)ua— a* zurief, die Finger der erhobenen Rechten zum Gruß spielen ließ und um die Ecke verschwand. .Wer war denn das?" fragte der erstaunte Malersmann,.hast du sie denn nicht gekannt?" antwortete Klauron..Das war doch unsere Minna, das Stubenmädchen'"„Zlch nein." rief die Malers- frau,.ist das chr neuestes?" Und die Schriftstellerssrau fragte weiter: �?at sie denn noch keinen Bubikopf?" ,3a," antwortete Frau Klauron,.den hat sie auch. Ihr.fetziger" ist ein Friseur, der hat ihn ihr sogar recht nett geschnitten. Sie wollen heiraten, sie hat mir bereits gekündigt. Sie versieht nur noch.aus Freundschaft zu mir" und weil es hier so.reuzend" ist, die niedrigen Dienste eines Stubenmädchens! Ich muß sagen,.er" steht ihr ganz gut." .Run," erwiderte die Schriftstellersgattin,.alles, was recht ist, und wir haben oft genug unseren Spaß an der guten Minna gehabt. aber ich tät mich bedanken für sie, und du wirst auch froh sein, daß du sie los bist." Die Angesprochene nickte, als wollte sie sagen, das kannst du dir denken. Dann kamen sie an das Häuschen, das Abendessen stand bereu,«ine Maibowle wurde verschiedentlich geleert und gefüllt, so daß, obwohl über Minna noch weidlich gelacht wurde, die Gesell- schast doch zu sehr mit chrer guten Laune beschäftigt war. um irgendetwas, geschweige denn die verschrobene Minna ernst zu nehmen. In den Mittelpunkt des Interesses trat das Mädchen erst den Tag darauf, der ein Sonntag war. Um des Kirchenchors willen wollten die drei Damen zur Predigt gehen, als die Kunftmalersgallin noch einmal zurückkam. Ihr Mann wischte sich gerade den Seifenschaum des Rasierens vom Gesicht, als sie sämtliche Kommodenschubladen aufriß und dann verzweifelt sagte: .Mein Pelz ist fort!" .Unsinn." erwidert« er, besann sich und sagt« dann:.Ich kann nrttl) genau erinnern, gestern hing er draußen in der Halle an der hölzernen Säule." .Natürlich." entgegnete sie,.das weiß ich auch, aber er hängt nicht mehr dort!" Damit lief sie hinaus, Türe» ginge» draußen, und man horte sie erzählen:.Meft, teurer Zobel, der sechstausend Saldmark gekostet hat. ist verschwunden. Mein Mann hat Geld damit angelegt, wie er das Portraft des amerikanische» Milliardär» gemalt hat. Dort an der Säule hat er gestern abend noch gehangen." 2lls er aufgeregtes Durcheinander hörte, trat der Maler nun selbst im Schlafanzug in die hall«. Die drei Männer, alle in seidenen Pyamas, standen nun hier mit ihren Ehegattinnen, und Minna, das Stubenmädchen, wie Kathi, die fromme, aber strenge Köchin waren auch zugegen. .Natürlich hat er da gehangen," rief der Neugekommene,.ich sehe chn. noch deutlich. Wie ich gegen Abend herauskam, um meine Zigarettendose zu holen, hing er noch" „Da hast du ja auch noch," rief der Schriftsteller,„das rotlederne Täschchen deiner Frau mit hereingebracht." „Ja, freilich," rief seine Frau,.daran ermnere auch ich mich," »nd die Malerssrau hob das �siotlederne" hoch. „Und Sie können sich also, gnädige Frau," rief der Hausherr «rnst und bedächtig,.genau entsinnen, daß Sie de» Mantel gehabt haben? Da» ist nämlich wichtig für die Untersuchung." Die angeredete Dame sah mit einem ungewissen Bl>ck ihrer großen braunen Augen um sich, bis chr Mann erklärte:„Wir hatten alle unsere Mäntel über dem Arm, als wir kamen. Minna hat sie abgenommen und an die Säule gehängt. „Minna?" fragt« Frau Doktor Klauron mit erhobener Stimm«. „Ich?" fragte die Gerufene,.ja, ich Hab« die Mäntel abge- Nammen." „Nun, und der Pelzmantel?" „Der Pölzmantel"— aber freilich, den Hab ich dort in den Schrank gehängt." Alles stürzte an den Schrank. Da hing zwar ein Pelzmantel, aber die hausherrin entschied nach kurzem Blick: mhas ist der meinige." Nun trat die Köchin hervor, die bislang ihre Augen schwer auf Minna hatte ruhen lassen.„Ich Hab' zwar die Herrschaften nicht kommen sehen," sagte sie durchdringenden Tone»,„und weiß nicht, ob ein Pelzmantel dabei war. Aber das weiß ich. die Minna ist heute nacht um l650 Kilogramm, also rund 33 Zentner nötig sind, die aui einen Onadraimeter wirken. Wenn man also einen Knochen durch Auflegen eines Gewichtes zertrümmern wollte, dann müßte man pro Quadratmeter 33 Zentner verwenden. um die gleiche Wirkung zu erreichen, welche der Hund mit Hilfe seiner Bcißmustcln erlangt. Das gleiche gilt iür den Fall, daß man den Knochen durch einen Schlag zertrümmert. Auch diese Kraft müßte dem Gewicht von 33 Zentnern entsprechen. Diese Zahlen gelten für das Zerbeißen eines Knochens. Nun wird man annehmen, dqß für das Zerbeißen eines Stückes Fleisch sehr viel geringere Kräfte nötig lind, da es sich hier um einen weichen Gegenstand handelt. Es dürste darum viele überraschen, zu hören, daß auch für diese Leistung ein Gewicht von ungefähr 8 Zentnern notwendig ist. Man kann sich leicht selbst davon überzeugen, wenn man einen Versuch mit einen, nicht zu scharien Messer macht, dos ungefähr der schärte der Zähne entspricht. Man wird erkennen, daß auch recht schwere Gewichte nicht imstande sind, dieses Meiser durch ein Stück gekochten Fleisches ohne Anstrengung der Muskeln hindurchzutreiben, also nur durch die eigene Last des Gewichtes selbst. Beim Menschen dürfte diese Zahl durch das Zerbeißen von Fleisch auch nicht viel geringer sein, als sie beim Hund festgestellt wurde, da ja auch der Mensch gezwungen ist. das Fleisch vollständig mit den Zähnen zu zermahlen. wenn es lach- gemäß gegessen und gut verdaut werden soll. Man kann also sagen. daß der Mund bei jedem Essen eine recht beträchtliche Schwerarbeit verrichtet. Der Inventar'Verkail in allen Abteilungen hat begonnen F. A. Schumann Berlin W 8, Leipziger Straße 109 Glas, Porzellan, Kttdienelnridilun� Bekanntmachung. Die Versteigerung der nicht eingelösten Ptänder innerhalb der Piandmimmern 43 173 bis tä 30« und 61 236 bis 71 992(ludet am Oonnecelag, den 27.3anuar 1927, »Ahr Dormitlagg, iinRalhauseNrntölln gegen sofortige Barzahiung stall. Berlin. Neukölln, den 28. Dezember t926. WMetteiliMi» Berlio-Molln. vinjäheigkurse. Votksschlller. erfolg- sicher. Urbanstraste 176.* Bettfedern erster Sand, Lfd grau ,!l, geicht 90 Pi. Rups 1.75, Salddaune 2,75, 4, weist. 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Januar 1927 Die Filme öer Woche. „der Seeräuber.� (CaptfoL) Wenn der Rame Douglas Fairbanks auf dem Programm steht, wissen wir, was unserer wartet. Er hat �war gar kein Mienen- spiel und kann daher nichts Seelisches ausdrücken. Aber er verfügt iiber den gewandtesten Korper. der dem Film überhaupt zur Ber- sügung steht: er ist ein Meister im Fechten, wie es keinen zweiten gibt, der kühnste Kletterer, der fabelhafteste Schwimmer, kurzum ein Triumph aller körperlichen Fähigkeiten. Und da» olles leistet er mit einer Selbstoerständlichkeit und Leichtigkeit, als ob es gar nichts wäre:«r spielt mit allen Fährlichkeiten, da er ihr absoluter Herr ist. Douglas Fairbanks als Seeräuber— das war ein« neue Note. Das war die Idealisierung des Schmökers, wie ihn eine auf Aben um-ÄVelt deNage öes vorwärts yunoert, als es glücklicherweise noch hoqgeoorvete«eqelschisse gab und als das Kapern und In-die-Luft-sprengen eines solchen Holz. schiffe» noch ein« Augenweide bedeutete. Douglas ist natürlich ein Seeräuber wider Willen, der sich in die Bande nur begibt, um den Tod seines Daters an ihr zu rächen, und die erste Gelegenheit benutzt, um st« zu verroten und auszuliefern. Unnötig zu sagen, daß auf dem ersten Schiss, das er dank seiner fabelhaften Gewandt- heit ganz ollein kapert, sich eine wunderschöne Prinzessin befindet, für die der edle Seeräuber sofort Feuer und Flamme ist. Die Aben- teuer, die er besteht, um sie zu retten, sind denkbar spannend. Uner- hört ist es, wenn er mit einem Ruderschiff zurückkehrt und mit der ganzen Mannschaft unter Wasser heranschwimmt und dann im Prestissimo da» Seeräuberschisf überwältigt. Der Regisseur Albert Parker entwickelt hier ein beneidenswertes Tempo. Der Schluß ist leider infam amerikanisch. Der edle Seeräuber entpuppt sich als ein veritabler Herzog, und so kann ihm die steifleinene langweilige Prinzession(Billie Dave) beruhigt ihre Hand reichen. Erfreulicherweise können sich neben Fairbanks auch die anderen Darsteller gut sehen lasten, so Anders Randolf als Piraten. Hauptmann und Donald C r i s p als der einarmige Freund von Douglas. Die Mostenregie ist vollendet, überflüssig und zuweilen störend wirkt die gedämpfte Farbigkeit de» Films, die dem Techniko- lorverfahren verdankt wird. Es überwiegen die braunen und gelben Töne: da« Meer sieht wie Tunke aus. D. ,Hotel Staöt Lemberg.� (Gwrlapalafi.) Gegen die Durchschnittsamsrikaner, die am europäischen Emp- finden porbeispielen, ist das Filmpublikum nach und noch in eine feindselige Stimmung geraten. Doch in Amerika ist ein zielbewußter Nersöhnungswille vorhanden, well er sich für das Geschäft erforder- lich«rweist. Daher sicherte man sich bei der Verfilmung von Lud- wig Liros Roman die Mitarbeit von Persönlichkeiten, die al» Kunst. ler starke Eigenwerte haben. Da» Manuskript führt in die Zell grausamsten Kriegserlebens. Die Einwohner von Lemberg erleben das Zurückweichen der Oesterreicher, den Einzug der Rüsten und darauf wieder den Einzug der Oesterreicher. Zu Beginn sieht man in verschwommenen Diwern todmüde Menschen, denen Geist und Körper den Dienst versagen. So kommt, als ein Versprengter, der Leutnant Baron Almasy in das schmierige Hotel.Stadt Lemberg". Dieses Hotel bekommt überragende Bedeutung, es wird der Wohn- sitz des russischen Generals Juschkiewiffch. Dadurch kommt natürlich der Leutnant in Gefahr, doch das Dienstmädchen Anna Zedlat liebt ihn auf den ersten Blick, sie verkleidet ihn als Kellner. Er erschießt einen russischen Spion, sie verhilft ihm zur Flucht, wodurch es dem Leutnant möglich wird, den Oesterreichern große Dienst« zu er- weisen. Beim Einzug der siegreichen Truppen bekennt er sich zum Dienstmädchen, dem«r alles, Leben und'Tot. verdankt. und er bekommt drei Wochen Urlaub zur Regelung lungen ausgesetzt ist, sind Pola Negri und James Hall. Für Polo N e g r i war diese» Dienstmädchen«in« wirtlich gute Rolle, denn ihr liegt sowohl die girrend« wie die tragische Liebeskünstlerin. Und James Hall legte seine Rolle so an, daß man ihn gern gewann und um ihn bangen mußte.„Wird er entdeckt werden?, diese Frage beschäftigte das Publikum andauernd, und die Spannung der Zu- schauer begleitete seine Handlungen. Eine ganz große Leistung bot George S i e g m a n n als General Iuschtiewllsch, ein lüsterner Mann, halb Brutalität, halb Gutmütigkeit. Max Davidson war als Portier eine wunderbare Judentype und Michael Vaoitsch der von Geheimnissen und Verrat umwitterte Spion Tabakowitsch. Erich Pommer zeichnet als Produktionsleiter, und als Regisseur 'der seine Mauritz Stiller. Er weiß, was lebenswichtige Fragen für den Film sind, wie man Spannungen steigern muß, wie man . durch Einzelheiten untermoll und dabei nicht durch sie ablenkt. Wie prunkend schildert er den Gottesdienst nach dem Massenmord: wahr-- hastig, Menschen, die keinen Sinn für Hohn haben, haben Gelegen- heit, sich tiefster Rührung hinzugeben. Läßt Stiller Truppen auf- marschieren, und das tut er ausgiebig, erweist er sich als ein ganz Großer in der Beherrschung von Massenszenen. Der Film ist«in Meisterwerk das sich freilich glänzend in den jetzt Üblichen Militär- rummel einfügt. Und die merkbare Verstimmung derer, die die schneidigen MilitärsUm« überhaben, wird auch vor diesem Film nicht haltmachen. Im Gegentell. man erinnert sich der allerorts üblichen Schablone und denkt, wenn noch wettere Filmillustrationen der De- richte der Obersten Heeresleitung folgen sollten, dann können wir ja wirklich noch auf allerhand gefaßt sein. e. d. „SrennenSe Grenze." sMozarlsaal.) Zwar hat der internationale Ftlmkongreh in Pari» vor nicht allzulanger Zell beschlossen, daß der Film aushören soll zu hetzen. .Zwar haben die deutschen FUminterestenten erst vor kurzem da- gegen protestiert, daß in Amerika ein nun oereinigter Kriegesllm weiter gejjen die Deutschen losgelassen wird. Und doch dieser Film, der das skandalöse Plündern und Wüten polnischer Bonden in dem abgetretenen deutschen Grenzland brandmarkt. Aber, sagen seine Verteidiger, er richtet sich ja nicht gegen das offizielle Polen, das sogar durch einen Kommissar sympathisch vertreten ist, sondern gegen die irregulären Horden. An diesen Horden nun hat Erich Wasch- D« toMen Bus in KurtUrstauiunL in lOOOstirnrniger Hilfeschrei aus dunkelster Nacht! Eine dröhnende Warnung an alle Mädchen, die leichten Herzens das Elternhaus verlassen—- 1 Eine machtvolle Kundgebung an die ganze gesittete Welt ist der groEe Libertyfilm der Emclka Hergestellt mit der Unterstützung des .Deutschen Nationalkomitccs zur Bekämpfung des Mädchenhandels* und der griediisdhen und türkischen Polizei Regle: faap Speyer Hauptdarsteller: M&rf Kid. Rodoll Kleio- Rodde. Ms PaoBaa.VeraEDÄMiraBüflelnaDdi. MM Diedeloiaiin. M Kaiser- Titz, SooDiePadaf, GbariesLMo. Maria Foresco PracMe OrifttaaiulnfiiuBeü aus den Orienl! Ein Film, den jedes Mädchen, jede Frau, jcdcrVatcrJedcMutter gesehen haben muh iotBodszetteo: Tadilcü 5-7-9.» neck seine wahre Freude gehabt. Er hat«ine richtige Sammlung von Galgenvögeln zusammengesucht, die im Fressen und Sausen großartiges leisten. An ihrer Spitze steht ein Kommandant von elegantester Aufmachung, aber innerlich eine Pfütze. Er setzt sich auf einem deutschen Gut fest und schaltet hier wie ein Eroberer, der weiß, daß seine Z-" u~'i'" �---■' lung, für die Ems Romanbesprechung.WWWMl,...___ DM_______________ missar ins Spiel, der einst durch"die Schuld der Gutsherrin über die Grenze getrieben wurde, ein Deutscher, der nun als„Verräter" zurückkehrt, um, wie es scheint, sich zu rächen. Wer in Wirklichkeit liebt er die stolze Frau noch immer und bietet, als der Sohn der Gutsherrin den 5kommandanten erschlagen hat, seine Hand zur Flucht über die deutsche Grenze. Zum Schluß stehen die Deutschen, auch der Kommissar, unter deutschem Schutz. Die Bande hat in- zwischen das Gut angesteckt. _ Als parallele Nebenhandlung wird zwar das Treiben der Frei- schärler in einem deutschen Wirtshaus gekennzeichnet, aber im ganzen widmet der Film seine Fürsorge ausschließlich der Cuts- Herrin und ihrem Sohn. Ms ob das gerade die deutschen Interessen im Grenzlande gewesen wären. Rein filmisch genommen sind die acht Akte nicht ohne Reiz. Darstellerisch wird sogar vorzügliches geleistet. Herr v. S ch l e t t o w macht aus dem Freischarenführer eine Eharakterrolle, die in jedem Zuge meisterhaft ist. Glänzend in der Erscheinung ist Olga T s ch e ch o w a als seine Geliebte; be sonders ihr Tanz auf der Tafel des nächtlichen Gelages gefiel außerordentlich. Wenig glaubhaft als östliche Gutsherrin, aber vortrefflich in ihrem� feinen psychologische� Spiel ist Jenny Hassel- q u i st. Mbert S t e i n r ü ck gibt den allen, treuen Gutsvogt mit voller Wucht. Trotz der Uebertreibungen ist auch der Matrose des Oskar H o m o l k a eine interessante Leistung. Fritz Suberti war als Regierungskommissar von vornehmer Zurückhaltung und deckte erst im letzten Augenblick sein wahres Gesicht auf. Wenig Ausdruck zeigte dagegen Hubert v. Meyerink als Gutssohn. D. „Mäüchenhanüel." sEmelkapalost.) Der Film ist heute das Mädchen für olles. Z. B. im Prunus- palast muß ein sogenannter Bismarck-Film dazu herhalten, für die nationalen Belange lahme Propaganda zu machen. Man hat uns höflicherweise dazu nicht eingeladen, und so müssen wir uns be- anügen, aus der Rechtspresse festzustellen, daß man dort zwar die Absicht lobt, aber beim besten Willen kein Gelingen zu konstatieren vermag. Bismarck II. muß sich nachsagen lassen, daß er ein Wachs- figurenkabinett und ein Panoptikum fei.... Wir besahen derweil einen anderen Tendenzfilm, den„Mädchenhandel". Er ist im Auf- trage des Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels hergestellt und oerfolgt die löbliche Absicht, junge Mädchen vor gut organisiert ist und vor allem ob er sich so sehr lohnt, daß er so große Spesen aufwenden kann. Iaap Speyer zieht jedenfalls aus dieser Handlung vielerlei Nutzen, zeigt uns interessante Bilder aus Budapest, Athen und tkonstantinopel und läßt im übrigen das Komitee die Verantwortung für die UnWahrscheinlichkeiten tragen. Das deutsche und das ungarische Mädchen, dre beide in ein Mhener Bordell verschleppt und dort durch deutsche Matrosen bestell werden, wurden von Mary K i d und Vera Engels gut charakterisiert. Der Elou der Darstellung war aber K l e i n- R o�g g e, der in viel- fachen Verkleidungen und Maskenwechsel den Mödchenhändler so, geschickt verkörperte, daß selbst die Polizei darauf hereinfällt. Zum Schluß gibt es eine richtige Hetz: die Polizei nimmt die Festung des Mädchenhändlers in Konstantinopel im Sturm, es folgt ein heftiger Kampf, der zu Schiff fortgesetzt wird. Auch die Nebenfiguren sind größtenteils sehr gut besetzt. „vie 5rau öle nicht �JUiu* sagen kann" (Marmorhaus.) D«n Verfasser fällt nichts ein, und der Regisseur versucht es, durch ständiges Vorführen Pariser Modelle diesen Mangel vergessen zu lassen. Man steht also, wie Lee Porry sich airzieht, auszieht und umzieht. Sie«rschaint in Traukleidern, Reisekostümen, in un- wahrscheinlich tief ausgeschnittenen Abendgaderoben und in Pyjamas. Daneben ist st« auch noch die Frau, die nicht„Nein" sagen kann. Deshalb läßt sie sich unentwegt scheiden und heiratet schließlich zum zweiten Male den Mann, mit dem sie die Serie ihrer Eheschließungen begann. Natürlich hat ss« sich während der ganzen Zeit nonnenhaft benommen, also«in höchst merkwürdiger Fall. Außerdem bringt der Film die mondän parfümiert« Welt mit Luxushotels. Automo- bilen, Bars, Salonwagen und Modcmagazmen, denn Lee Parry ist die Erbin eines großen Industrieunternehmens, und ihre Männer stammen aucd aus den Regionen der oberen Zehntausend. Scheinbar glaubt man in Filmfressen, daß dies« Ding« noch immer wirken wie am ersten Tag«, und daß eben die Welt der Vornehmen, aus der Perspektive von Meseritz gesehen, niemals ihren faszinicrenden Zauber verliert. Vielleicht hätte das Sujet grotesk behandelt werden, oder vielleicht der Regisseur sich als Ironiker erweisen müssen. Den Amerikanern gelingt so etwas hin und wieder. Man hat hier aber mtt echt deutscher Gründlichkeit«in« unterernährte Handlung zu einem sechsaktigen Milieulustspiel ausgewalzt, nur fehlen Milieu, Witz. Spannung und Steigerung. Fred Sauer, der Regisseur, dämpft noch, wo es nichts zu dämpfen gibt, er versucht so etwas wie«in Kammerspiel zusammenzubasteln, aber der Stoff reicht dazu nicht aus. Lee Parry hat vergessen, daß sie immerhin«in« begabte Schau. fpielerin ist, sie begnügt sich mit sonnigem Lächeln und beträntem Augenausschlag. Ihr Partner Gustav Fröhlich zeigt unaufdringlich männlich gestrasst« Züge, dazwischen«ntwickell er auch Liebens- würdigkett. Am besten Hans A l v e r s als verschuldeter Lebemann. Wer konnten nicht einmal dies« ausgefahrenen Qustspielgeleif« ver- lassen werden? Ist das deussche Filmluftspiei tassächlich am Ende? _ F. S. H DER REHMER JCHWÖBT 5�' Staats-Tbeater Opernhnus Platz a. d.Republ, 7U.: Rosenkavaller Schausplelhana Z'h Uhr: Doppel- Selbstmord � Uhr; Hamlet. Schiller- Theater S Drei Schwestern M!M Optr Charlottenbur; 7'/, Uhr; Fidelio Dinj. E. Pollak K.Wildbruna.E.iülididiVojt. L Eanraann Abonn.- Turnus III Netropol- TUenJ. Täglich S Uhr Zlrkospiioiestio Besideaziueaier Täglich SV» Uhr: Absteigemiartier Eiatritt Joamdliias tarbete Heute Nachm. d II. Abstelseguartier Tnaiia-Theiuer 8 Uhr; Der große ond der kreine Haas WM! Theater Norden 10334— 37 8 Uhr: Zum 73. Male von WolleangQoetz Regie: HemzMilpert Kamraerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Ollapotrida von Lernet-Holenia Rwie: Heinz Hilpert. Hierauf: Das Veilchen von Franz Molnar Regie: Eug. Robert Die Komödie UismarcK 2414. 75 le 8 Uhr /am 125. Male Die Gefangene Von Bourdet Regie ,44. Reinhardt Tbüß}. a.fiolleaöcrfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr; Klnbleute mit Max Adalbert tvaibaua•Tbeal- Weitbatjswtj Täjl. a1'. Bs war einmal In Heidelberg mit d. Schlagerlied Ichhab'melnHerz In Heidelberg ver.oren Vorzeig. SCF/oE rm.äß. Parkett von 60 Pf. an KäteSchmfdt-Samst Gaston Bricor Heute Stg. 3 Uhr; Hanse! und Gtetel. 4>, und 8'/4 Uhr: Es war einmal in H. Kindervorstellung. Kleine Preise. Hose-Tbeater 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. suhrPreziosa Noilendorf 7360 ond andere HoTitSlenü Sonnabends g. Sncnligs 2 Vorstellungen 3K und 8 Uhr, 3W zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm VolksbQhne Tk.>■ SiUflkaadiBB 3 u. Der Geizige Täglich 8 Uhr: Das Gratnnal des iniliekaDiiten Soldaten Tbutu in niavnliti 3 Uhr Nachtasyl 8 Uhr: Veipon« Morgen 8 Uhr vo ipane Wallner- Theater Tägl. S'/g u. Sonntag 37/, Uhr(kl. Preise) die erfolgreiche Schlageroperette Das blonde Wunder CASlNÖ-THEAfERluhT Mister Cornedbeef. Ab 12. Januar: Ein Tag Im Paradies, Outschein. Faut 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. mm Taglich BSCJlMfl MKl zz. | SV« Uhr KEVUBwoche „J/n untam' Thnatar I. Admlralsoalast| 1 OD kopiert— nie crreldiil 2 Vorstellungen 3 und S'/g Uhr Naebniltta;s die ganze Vor Stellung zu halben Preisen �iotergarfe- Tägl. 8 Uhr: Athos Follies ßazu dns lanoar- Proftrsmni Sonntags 3 3Ü: grraäßigte Preise Regle: Erich Wasch neck Eiko.GroBfiim im Verleih der Nationalfilm A-G. Täglich[Yj|g.i5| Uhr B 0 jg-ISl Uhr MOZARTSAAL GLORIAPALAST KURFQRSTENOANN MOZARTSAAL TAUENTZIENPALAST UFA- PAVILLON KAfWERLICHTSPIELE FRIEDRICHSTRASSE SCHONEBERG Leists Tags Dar heilige Barg Auf dar Bahne Tan». Gutapiel Lanl Kalanitahi Pols Nagri Matal Stadt kam. Zweite Waahs Ulian Harvay Vater werden Ist nicht sehwar I rennende Breese Regie E. Waachneek Zweite Waaha Oes PanaergewSlba Regie; Lupu Pick Matrepolls Ein Film von Fritz Laag Reinhold Schänzel In der Helmet de gibt's ein Wiedersehn Lya Ma/a in Dia laehenda Brille Relnno d Schunzel In der Heimat da gibt's ein Wiedersahn TURMSTRASSE KONIGSTADT ALEXANDERPLATZ WEINBERGSWEG FRIEDRICHSHAIN Remhoid Schünzei In dar Heimat da gibt's ein Wieder- sehn Bunter Keaton, der Cowboy Btlhaenaehsa Düster Keaton, der Cowboy BOimenzcbaa Madame wOnscht keine Kinder mit Maria Corda BUhoeoaehaa Madame wOnscht keine Kinder mit Marli Corda Bübneuchso lUflU: Holser« rigdse» Ein Wildererfflm aas Masvren Nach dem Roman„BatalHon Sporek" von Weh. Skowrewtefc In den Hauptrollen: Otto Gebuhr Walter Riila/ Grete Mosheim/ Alberl SteinrOck/ Hedwls Wansel/ Elizza La Porta Hersteller: Carl Boese-Rlm G. m. b. HL Verleih: National- Film A..G. Uraufführung: Ab 10. Januar BiiiMimuimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiuiimiwiMuiunmiimMUUwninwwggMBii Tiglieh Sonntage »» 3» Tis ggd 3'» y» Uhr Uhr Schmidt» Gentner dirigiert! Phoebus- Palast Europahaus(am Anhalter Bahnhof) EIN FILM VON FRITZ LANG IDEE umd MANUSKRIPT REGIE............ MUSIK........... AN DER KAMERA... BAUTEN.......... PLASTIKEN......... KOSTÜMENTWURFE. THEA V. HARBOU FRITZ LANG GOTTFRIED HUPPERTZ KARL FREUND, GUNTHER RITTAU /OTTO HUNTE, ERICH KETTELHUT IKARL VOLLBRECHT WALTER SCHULTZE-MITTENDORF AENNE WILLKOMM DIE GESTALTEN DES FILMS: JOH FREDERSEN.............. ALFRED ABEL FREDER, JOH FREDERSENS SOHN.. GUSTAV FROEHLICH ROTWANG. DER ERFINDER...... RUDOLF KLEIN-ROGGE DER SCHMALE................ FRITZ RA5P JOSAPHAT............."...... THEODOR LOOS NR. 11811.................... ERWIN BISWANGER GROTH, DER WÄCHTER D. HERZMASCHINE HEINRICH GEORGE MARIA...................• BRIGITTE HELM Ab Dienstag, den 11. Januar 1927, täglich i Uhr Wochentags_ Preise der Plätze; Nachmittagsvorstellung t Mk. 2.-», 3.—, 4.-, 6.— Abendvorstellung t Mk. 3.—, 4.—, 6.—# 8.— Vorverkauf für 7 Tage an allen Theaterkassen von A. Werth e im und im Ufa* Pavillon. [Die Welt-Uraufführung findet als einmalige Festvorstellnng am Montag, dem 10. Januar 8.30 im UfarPalast am Zoo statt I L IL O N OILF PLATZ CHARELL- R EV U E Sonnt, nachm. Z Uhr nngekOrzteVorstllg ra ermhy. preisxn! Zentral- Täglich 8 Uhr: Der grosse Opereilenerfolg! Der Trompeter vom Kein l. lltoguDS. J. Rlcin. -;.'(.•laii, B. BBttiiier. ----- U äioisth, B. Braus!. Preise von 1—7 M santmky-Btbntn Th. Königerätz St. Hasenheide 2110 « Uhr H riXbeneyrEndc Elisabeth Bergner BonKklleiinau« Norden 6304 8 U- FiUdtimen R-ERoiarts f. TheUirau Trlanu- Theater Täglich 8'U Uhr. Der i r. Lacherfolg Dr. Stieglitz mit Lebe n. Ebelsbacher IRH»ck.l>a»ai>. l Sojnt. 4 II. Theater d. Märchen Drnirisdiei ond Rotllppdirn Siltolnn-SktiBeD. Dts Kiinstler-Th. PrltM Masssrv: 8;„Die KBntgin" Sonntag 3'U Uhr: D fröhl. Weinberg Lessing-Thebter Alb. Bassermann i: DerPiKiaior Id. a. Kurfürsten daran 8 Uhr; Major Mara Lustspielhaus S1/« Guido Tbieischer awa- ein Junge Reichshalfcn.Ydieater Miends» Uhr u. Sonntag nachm. 3 i Irr Stettiner Sänger Kadunittigs: halbe plii». Volles Pmeiaiiinil �R- Oönhoff-Brett'l Variete, Tang, Konzen, mit Karl Braun BerS!sieri|läBTriO Neukölln. MA Lahnstr. 74/76 l Sonntag, den 9. Januar vormittag« II1'? Uhr E A nc Wocöcn- Sv vri m rafean ohne Anzahlung! Schlaf-, Wohn- u. Speisezimmer- Bilder ,, kauft mpn. direkt in der Rmstbilderfabrik„Diansanl" Berlin NO 18, EUsabeibstr. 27 (Am Alexanderplatz) Schlafzimmer-Bilder schon t. 18 M. an �"�Au�Wunsch Vertreterbesuch «3!ül!:-.er-S?8'— Meute 8 Ith» Sinfeni®- Konzerl des Berliner Sinfonie-Orehcst. Dirigent: Emil Bomuie. So).; Marianne M6rner(Ges.) Eintritt 75 Pf.* Philharmonie 7V. Uhr; KONZERT des.Philf>arm. Orch. Dirig. Prof. Prüwer I Konzert-Direktion: Hans Adler, W30 Blüthnersaal» Mitiwoch,12.Januar(8llhr: 1 � Vera Tanzgruppe Berthe■ Skoronel* Trümpy i u. 3. Kiiegerrhythmu», Schwer tlled. Gotischer Reigen, Zamacueca, Vailationcn Ober ein maschinelles Thema Kart 6, 4,3. 2 M. Balkon Einheitspreis 1,80 M. b. Bote& Bock, Wertheiin,AbdIc. J Antenne Batterie Kurfüritendanin 2d . Nahe Zoo* ; Gth,JTr, 3r«/RosenhrarT? ?l. BismarK- iAI3. SHk. vöduafl. Preis 95 Mk- zableo Sie für eine komplette Badio- Anlage mit Lanteprecher and Batterien mit Montage Vorführung u. Vertreterbesuch kostenlos. Neue WeU ABHOLD SCHOH Hasenheide 108-114 Sonntag, den 9. Januar 1927 sowie Uglicfa; Bockbierffest in den bayer. Alpen S Hapellen» NeaeDekerattonen* 30 bayer. Modi Gänseweiß fragte jüngst seinen Freund Goldlust, wie's ihm eigentlich m letzten Abend im gastlichen Hause von Lehmkuhls gefallen habe.„Siebe, Freund", erwiderte dieser frech,„wenn die Suppe so warm gewesen war« wie der Wein und der Wein so alt wie der Braten und der Braten so sett wie die Hausfrau, dann hätte es mir gefallen". So„nett" sprechen heute die Menschen voneinander. Weit entfernt sind wir davon, diese Schnoddrigkeiten etwa als fabelhaft zu bezeichnen. I« Gegenteil! Fabelhast müssen aber einmal die alten Zeiten gewesen sein, als in unseren Gegenden Rücksichtnahme gegen die Mitmenschen noch zu den Tugenden zählte. ', fernen Orient hat sich die aus ältester Zeit überlieferte Höflichkeit bis Im fernen Orient hat sich du auf den heutigen Tag erhalten. In dieser gottbegnadeten Ge und Gr. Alpenball ElniaB 4 Uhr Anfang 5 Uhr Ii Hüft.. Galt and Bein, wenn Intl. festgeteil). In Ii Ingen sinn Isdimre Fälle beseitigi werden. Unnnlnslbnn Ueilertnlge. latätigang und 5 ehr euren, firztl. empfohlen. jvaNraVrak 104. 9-11, 1-4. ignnhg 10-12. Jjoiy| igoiil- lehandl. nnr für Isdifas Voranzeige: Dienstag, den 11. Januar 1027 Prämiierung der grlßteo LleiditesteD Frao D.d. UeiDSteo nsdiwenten Mannes 4 bare Geldpreise A 30 ff. und Braten von 0 ganzen Schweinen auf dem Riesen-Lukullus- Bratapparat. Teppiche| b7 em breit. pcrMtr.. i.«8l UuferStOliD BoucIdläuler.Pnma, 67 cm Dreit, per MV. 2,9S|„�i�p— RICHARD VOGEL Potsdamer Straße 14 ♦ Friedrichstraße 43 Invenlur-Ausverttauf ♦ TEPPICHE ♦ Beucia Velour Teurnay Axminster Extra Extra Kimjan m. Fr. Kabul 140/200 22.40 30.25 58.50 35.40 175/250 35.— 47.40 88.— 51.30 200/300 48- 64.80 120- 76.80 WSirend der Inventar 7 Vr o auf Orlglnalpreise, in Lino- lenm, zoradegeseizie Master, sehr billig. Die milden hocharoniat. Feinschnitte EUROPA rot.... 30 PI. I SO Staslol. SO PL 40 Stanloi. 40 PI. 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Nabi orientiert das KiM über seine jahrzehntelangen Erfahrungen auf dem Gebiete der Tabakwissenschaft und er erzählt von den gewaltige» Fortschritten, die er in der Tabakmischkunp gerade in letzter Zeit erziele» konnte. „Das alles soll dem Lebenswerk meines seligen Freundes Zuban, de» Zuban-Zigarettenfabrik, gehören", so schließt der Alte. ,£uban-Raudier sind verwöhnte Feinschmecker, wie sollte es auch anders sein. Meine neuen Mischungen werden sie abermals begeistem! Immer mehr Freunde werden sie zur großen Zuban-Raucher« gemeinde werben und damit den Weltruf der Zuban-Zigaretten ehren und igen.".... Übermorgen hören Sie mehr!. � Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehe» mit! Die leichten, süfsig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zigaretten-Herstellungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks/ Rauchen Sic die 4 Pfg.-Zigaretie Zuban Nr. 6! Mitgl. bea azhtite&SteBugr.-ecchaaht«. Wie eröffnen in folnenben Sejitlen liniere neuen Anfiinaerturse in Reichskurzschrtst und ötoUo-öÄcei): "un: Frew den IL Januar, Realgiimnasium, RadK abends T/t Übt, int Kaiser-Friedrich'Eir. 210 Osten: Diensiag, den 11 Januar, abends 7'/, Uhr, in der Gemeindefchule, Frank stirier Allcc 88. Norden: Donneretag, den L8. Januar, abends 7t/, Uhr, in der Gemeindeschule Schuiiir. 90. Teiwehmergebllhr Infi. Material: Erwachsene 10,— M. Jugendliche 7,50 M, Erwerbslose 5,— M und tr- M. Weitere Auskunst erteilt W. Niedel, Neriin-Pankow, Herthastrl 3. ___ vertreferbes und borfChrq unverbindL ist ßad/o nur m/f Lautsprecher!" 8 u SHönrerj-Appcro/e mit Läuhprecher Ms Fabrikate Nur MkväM Teili SHERLOCK-CES.m.b. letzt: Hackeseher Markt 2-31/ Norden 4791—93 3ch hm von der Reise zurück und habe meine Praxis sllr Herziranke wieder ausgenommen.(10—11, 4—6 Uhr.) Professor Dr. Martin Mendelsohn, autfflestenhii Damm 40—41. Aiiessinier-PDiopeD f. Laubenkolonist, z. belbstaufstll. Flllnueger. Girtwjritae, Pgage». Sdi'ludic Krflger & La man Pumpe:. fabr. JUacrimtraBe IL 181« 1. 1,««.-?,. �vtsSSbGtSGN Ltahlmaki-utien, kUnckeFdetten Aüvzsiy.-.apüv Ksl.HäO r. Kiseniücheffahrik Suhl Thür. Der heutigen eiaötaudoqc liegt ein Pryspett de? Firma Nern,ttvn Tietx bei betreff, lnvemujr» A.usveTlÄ2uk, worauf mir unsere Leser besonders hinweisen. Unser Vom 3. dis 15.■fsnusi' 192/ Grosser Inventur- Ausverkauf! zum Teil bis®)o Preisermäßigung in Herren-, Damen- und Mndcr- BcMctdimd ***** Wäsdic, Miel, SfrOmple* Prima Qualltälen, feinste Vcrarbcifiing Ifllf* Kleider- Vertriebs• Gesellschaft WM V-v/nJ iiiiiiMiiiiiuinjiiiiMiniiniinnitiniMiiiiitiiiiMiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiimiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiHiiniiiHiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Dm W BERLIN SW 19, KOMMANOANTENSTRASSE 80• 81 unmittelbar apn DönhoHpiaSz Telephon; Amt Zentrum Nr. 43S6, 435V INYCNTVR- AUSVERKAUF Jackett- Anzüge Anzfice. versch. Stoffe 49,—, 38,—, 32,—» 25,—. 18,— Blaue AnzGze aus Cheviot- nnd Kammgarnstoffen, ie nach QuaHtät nnd Art 82.—, 74.—, 68.—, 59,—. 48.—. 36.— AnzGze. Maßersatz, ans vorzüglichen Kammgarn» a. Cbeviotstofl- Je nach Oualit 94,—. 85,—, 78.—. 63.— Cuts und Westen aus marengo und schwarzem Cheviot. 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