ttf. tfr ♦ 44. Fahrg. Musgabe A Nr. 9 Bezugspreis. WöchenNich 70 Pscnni». numailiH S.- Zi-ichsmar! voraus»ai>lbar. Unter jireiuban!»o Preffevcrfiffentlichungcn der letzten Zeit dürfen von diesem Plan nicht abschrecken. Die Lösung der Krise erfordert Vorhand- l u n g e n der verantwortlichen Instanzen der Parteien. Solche Verhandlungen von der Mille nach rechts zu führen, bin ich von dem Herrn Reichspräsidenten beaustragt. Wenn sie gelingen, werden sie nicht zu einem ,.B e s i tz b ü r g e r b l a ck" führen. Auch eine Regierung mit den Deutschnationale« wird das Gemeinwohl und die sozialen Notwendigkeiten schützen wie die bis- herige Regierung der Mitte. * Der Reichspräsiderit hat Herrn Dr. Cu rtius, Mitglied der Deutschen Volkspartei, mit der Regierungsbildung beouf- tragt. Dem formellen Auftrug ging voran eine Vorstands- sitziing der Deutschen Volkspartei' und eine Besprechung zwischen den Herren Dr. Curtius und Dr. Scholz von der Volkspartei und Graf Westarp und L i n d c i n c r- Wildau von den Deutschnationalen. Der Sinn des Auftrages an Curtius ist: B ü r g c r b l o ck. Herr Curtius hat der Oeffentlichkeit die Richtlinien be- kanntgcgeben, nach denen er die Verhandlungen über die Bildung der Regierung führen wird: Brücken nach rechts, Arbeitsgemeinschaft mit den Deutschnationalen. Das Ziel: der Befitzbürgerblock. Herr Curtius gehört zu den Reichsministern, die kurz vor dem Sturze der Regierung Marx einstimmig im Ka- binett den Beschluß zur Großen Koalition gefaßt haben. Herr Curtius hat rasch umgelernt. Seine Erklärung könnte dazu führen, daß sich um den Sturz der Regierung Marx und die Wandlung von Curtius Geschichtslegenden bilden. Man muß deshalb gegenüber dieser unhistorischen Beschönigungs- erklärung feststellen, was war und was ist. Der Plan der Großen Koalition ist durch die b e- kannten Ereignisse zerschlagen worden— so sagt Herr Curtius. Was waren die bekannten Ereignisse? Stille Koalition, Rede von Scholz, Protest der Sozialdemokratie. Beschluß des Kabinetts zur Großen Koalition, Beschluß der Sozialdemokratie: Verhandlung über Große Koalition, vor- her Rücktritt der Regierung, um klare Verhältnisse zu schaffen. Also was hat den Plan der Großen Koalition zerschlagen? Das Mißtrauensvotum der Sozialdemo- k r a t i e? Aber dafür haben auch die Deutschnationalen ge- stimmt. Herr Curtius sagt: bei der Stellungnahme der Deutschnationalen hat es sich nicht um die Regierungs- Politik gehandelt, sondern lediglich um die Klärung der parlamentarischen Mehrheitsverhält- nisse. Um nichts anderes hat es sich bei der Forderung der Sozialdemokratie gehandelt, die Regierung möge zurück- treten. � Was hat also den Plan der Großen Ko-sttion zerschlagen und den Brückenschlag nach rechts an seine Stelle gesetzt? Es gab allerdings bei der Slbstimmung über das Mißtrauens- votum eine bemerkenswerte Differenz. Die S o z>i o l d e m o- Stellung öer Sozialöemokratie. Beschlüsse des Pnrtciausschusscs. Der Parleiausschuß beschäfiigie sich im Beisein des Vorstandes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in der Vormiltagssihung am Montag mit der politischen Situation im Reiche. Er faßte dazu nachstehenden Beschluß: „Der Parleiausschuß billigt die Haltung der sozialdemokratischen Relchslagssraktion. die bereit war, mit den aus dem Boden der republikanischen Verfassung stehenden Parteien in die Reichsregierung einzutreten. Der Parleiausschuß hält auch heule an dieser Bereitschaft f e st. Er wird dabei zunächst geleitel von der Erwägung, daß die Politik von Gens und Thoiry sorlgesührt werden müsse mit dem nächsten Ziel der Befreiung der Rheinland e. Er betont des weiteren die Notwendigkeit, gerade im 3 n t e r- esse der Reichswehr selbst ihre Enlpolilisierung insbesondere durch völlige Unterbindung aller Zusammenhänge mit den vaterländischen und Wehroerbänden durchzuführen und sie unter Verzicht aus jede selbständige Politik aus ihre militärischen Ausgaben zu beschränken. Der Parleiausschuß weist aus die dringende Notwendigkeit hin. die Sozialpolitik fortzuführen, und insl'esondere durch schleunigste Verabschiedung des Arbeitszeitnot. gesehe» den Achtstundentag zu sicher»." -ü ?n der Nachmittagssitzung wurde zunächst die Tages- ordnung des im Mai in Kiel tagenden Parteitages festgesetzt. Der Entwurf eines A g r a r p r o g r o m m s lag dem Parteiausschuh zur Kenntnisnahme vor: feine Veröffentlichung in der Parteipresse wird in den nächsten Tagen erfolgen. Die Beratung innerer Organisations fragen bildete den Schluß der Beratungen. k r a t i e hatte politisches Mißtrauen gegen.-lerrn G e ß l e r, der die Verbindungen der Reichswehr mit Rcchtsvcrbänden und die Verbindungen mit Sowjetrußland verdeckte. Die Deutschnationalen erklärten ausdrücklich, daß sie diese Politik und diese Taktik des Herrn Geßler billigten. Hat das die Große Koalition zerschlagen und den Brückenschlag herbeigeführt? Die Haltung der Sozialdemokratie hat damals eine Rechtfertigung durch die Regiernngserklärnng gefunden, die selbst die Loslösung der Reichswehr aus diesen Beziehungen forderte— gegen den Willen der Deutschnationalen! Will Her/Curtius den Brückenschlag nach rechts mit „den bekonnten Ereignissen" erklären, so fällt van vornherein aus seine künftige problematische Arbeitsgemeinschaft ein vcr- hängnisvoller politischer Schatten. Hinter den Verlegenheiten der parlamentarisch-taktischen Begründung des Herrn Curtius verbirgt sich das Zusammen- gehörigkeitsgefühl von Deutscher Volkspartei und Deutsch- nationalen, von Schwerindustrie hier und Schwerindustrie dort, verbirgt sich das Klossengefühl: chr und wir, wir sind eines Blutes— gegen die Arbeiterschaft, gegen die Besitz- losen, und darum"wollen wir eine Arbeitsgemeinschaft. Aber diese Regierung der Rechten ist zunächst nur ein Wille, keine Realität. Ein Wille, geboren aus dem Wesen der Volkspartei, aus Klassengesinnung, aus den Traditionen des Vergangenen. Politik auf der Grundlage der Regierung der Mitte unter Einbeziehung der Deutschnationalen! Tin theoretisches Bekenntnis der Deutschnationalen zur Außen- Politik der bisherigen Regierung könnte nicht verhindern, daß die Außenpolitik der Regierung" nach dem Eintritt der Deutschnationalen nicht mehr das wäre, was sie war. Sie wäre getrübt dupch ein Moment der Unwahrheit und der Unehrlichkeit zum inindesten! Curtius:� das bedeutet heute weithin sichtbar den Willen zum Bürgerblock. Es ist dag böse Gewissen, dos dem Führer der noch ungeborcnen Regierung die Verteidigung gegen die Anklage: Besitzbürgerblock! eingibt. Wo ist das soziale Programm, das die Deutschnatio- n a l e n annehmen werden, und das— die Volkspartei vorschlagen will. Wo sind die„sozialen Notwendigkeiten" im Sinne der Volkspartei? Die Verhinderung des Achtstundentages? Die Entscheidung über diesen Plan liegt beim Zentrum. Die Regierung Curtius wäre eine Regierung des Kl e s s en v o ru r>Ei l.s gtgen die Arbeiterschaft, des Klasse negoismus des Besitzes, eine Regierung des Kampfes gegen die Sozialdemokratie. Das Zentrum muß wissen, ob es diesem Plan Realität verleihen will oder nicht. Er ist klar und deutlich— die Worte von der Politik der Mitte und der sozialen Notwendigkeiten, wie die Volkspartei sie auffaßt, vermögen nicht seine harten und brutalen Züge zu verbergen— die Züge des B e s i tz b ü r g c r b l o ck s- Dieser klare Plan drängt zu klarer Entscheidung. Auf dem Zentrum ruht eine große Verantwortung. Gewinnt dieser Plan Leben, so wird der Kampf, der dann entbrennen wird, hart sein wie die Züge des Besitzbürgerblocks! Die Sozialdemokratie hat ihre Stellung fest um- rissen: Politik der Verständigung, Reichswehrreform, Sozial- Politik, Achtstundentag. Herr Curtius hat fein Ziel ge- zeigt: Regierung des Bürgertums gegen die Arbeiterschaft. Hier sind Gegensätze, die zur Entscheidung drängen und Kampf in sich"bergen! Dr. Curtius. Der mit der Regierungsbildung beauftragte gegenwärtige Reichswirtschaftsminister vr. für. Juliiis Eurtius vertritt seit lNAI als Mitglied der Deutschen Volkspartei im Reichstag den 32. Wahl- kreis(Boden). Eurtius ist am 7. Februar 1877 in Duisburg geboren: und evangelischer Konfession. Cr besuchte von 188Z bis 18g5 da? Gymnasium in Duisburg, studierte 1895 bis 1838 an den Universitäten Kiel, Siraßburg und Bonn, mar 1899 bis 1904 Referendar in Duis- 1 bürg, Kiel, Berlin und Hamm. Inzwischen trieb er neun Monate wissenischastliche Studien in Paris. Von 1905 bis 1310 war Curtius Rechtsanwalt in Duisburg, von 1911 bis Kriegsausbruch beschäftigte er sich mit staatswissenschoftlichen Arbeiten in Heidelberg. Während des ganzen Krieges war er Hauptmann und Batterieführer im Felde, und sodann bis Herbst 1921 in Heidelberg schriftstellerisch und politisch tätig und wurde sodann Rechtsanwalt am Kammergericht in Berlin. Bei der Neubildung der Reichsregierung am 19. Joimar 1326 trat er als Reichswirtschaftsminister in das Kabinett Marx ein. Das Problem öes Korridors. Crff Entspannnna, bann Lösung. Vau Dr. Hermann Rienians, Mitglied des polnischen Sejm. Der polnische Außenminister hat am Montag in heftiger Weise gegen eine angeblich hon Deutschland ausgehende Propaganda für die Rückgabe des Korridors po- iemisiert. Es wird deshalb von Interesse sein, zu er-, fahren, wie der bekannte polnische Abgeordnete und füh- rcnde Pcrsöulichkeiten der polnischen Sozialisten dos Problem betrachten.(Die Redaktion.) Die Verfasser des Versailler Friedensvertrages haben dafür gesorgt, daß schwierige Streitfragen offen bleiben und das Friedenswerk auf schwer überwindlichc Schwierigkeiten stößt. Es wurden Entscheidungen getroffen, die ständige. Reibungsflächen hervorrufen und den Völkern ein friedliches Nebeneinanderleben erschweren sollen. Diese' Schwierigkeiten sollten Belastungen schassen, welche den« so- genannten europäischen Gleichgewicht dienen sollten. Dem Expansionsbedürfnis Deutschlands nach dem Westen sollte die Spannung an der Ostgrenze das Gleichgewicht halten. Die Verhältnisse haben ober eine bedeutende Veränderung/ er- fahren; die grenznachbarlichen Beziehungen zwischen Frank- reich und Deutschland find friedliche geworden und werden allem Voraussehen nach sich festigen. Im Maße dieser Eni- wicklung wird die Spannung im Osten wenig geeignet» dem Gleichgewichte zu dienen. Das Gefühlsleben der Natioivilisten aller Länder bedarf eines Gegenstandes des Hasses. Es handelt sich weniger um das Wesen dieses Gegenstandes, als um die Befriedigung dieses Bedürfnisses. Frankreich, der Erbfeind— ein glänzendes Zeugnis der Entwicklung europäischer Kultur— ist zum moralischen Bundesgenossen Deutschlands geworden, die Feier des hundertjährigen Jubiläums Beethovens in Frankreich klingt wie ei» beethovenscher Friedenshymnus durch die Welt. Um so gesteigerter wendet sich der Haß der Ra- tionalisten gegen den östlichen Nochbor und findet freudigen Widerhall im Haßbedürfnis der Nationalisten Polens. Die Nationalisten der einen Seite sind die Existenzbedingung der Nationalisten der anderen Seite. Es muß zugegeben werden, daß der p o l n i f ch e K o r- r?dor ein um fo schwierigere? Problem bildet, als. bis jetzt kein Vorschlag DOtfonfien ist, bcr ftnc e'rmvanVfreie Lösung geben würde. Polen ist zwischen Rußland, Tschechoslowakei und Deutschland eingeschlossen und wird durch die besonderen Per- ßältnisse Zu diesen Ländern in freiem Verkehr mit der Außen- wclt behindert oder läuft in bestem Falle immer Gefahr, be- hindert Zu werden. Nun reicht Polen estnisch bis als baltische Meer und hat somit die Möglichkeit, ein Tor nach der Außen- welt ZU besitzen. Dieser Zugang zum Meer hat seine geschichtliche Tradition und die Sicherung des Zuganges zum Meer ist somit nicht ein Akt von Erwägungen oder Willkür, sondern eine Wiederherstellung eines cntwicklungs- berechtigten logischen Zustandes. Dieser sonst einwandfreie Zustand erfährt aber dadurch eine Verwicklung, daß der Korridor sich zwischen Deutschland und Ostpreußen einschiebt. Das Problem erscheint mir nun folgendermaßen: welche Einrichtungen sind zu treffen, damit Polen den freien Verkehr zum Meere durch estnisch-polnisches Gebiet ausrecht- erhält und welche Maßnahmen sind zu ergreifen, um Deutsch- land den unbehinderten Verkehr mit Ostpreußen zu sichern? Die Lösung dieses Problems trifft in diesem Augenblick auf jetzt kaum übersteigbare Hindernisse. Aber sollte es nicht genügen, vorläufig eine Milderung der Gegensätze zu gewinnen und die endgültige Lösung einer Zeit zu über- lassen, in der mehr Einsicht für Ueberwindung solcher Schmie- rigkeiten vorhanden sein wird, einer Zeit, die kommen muß? Während der Unterhaltung mit einem entscheidenden deutschen Staatsmann über die Gestaltung der Verhältnisse zwischen Deutschland und Polen, bezeichnete dieser die Korri- dorfrage als den G r u n d st e i n der deutsch-polnifchen Ber- ständigung, er stimmte mir aber zu, als ich auf den bautech- nifchen Vergleich eingehend sagte, die Lösung der Korridor- frage wäre die Krone dieses Werkes. Mit je mehr Einsicht und Geduld an solche Fragen heran- getreten wird, um so mehr wird einer endgültigen befriedi- «enden Lösung vorgearbeitet. Nicht diejenigen fördern den Pflanzenwuchs, die dem Wachstum mit Gewalt Vorschub leisten wollen. Zerren wir nicht an dem Widerhaken, der im Körper beider Staaten eingetrieben ist, je mehr wir an ihm herumreißen, desto tiefer dringt er ein. Diese Einsicht fehlt der deutschen Politik nicht, wenn es sich um Gebiete handelt, die rein deutsch sind und fremden Staaten einverleibt sind. Deutschland und Oesterreich, zwei deutsche Staaten, warten geduldig, bis der Anschluß reif geworden ist. Weshalb sollte es an Geduld mangeln, wenn es sich um ein Gebiet handelt, das von Nichtdeutschen besiedelt ist und das im Grunde genommen nicht ein nationales, fon- dem ein schwieriges Verkehrsproblem darstellt. Sor- gen wir dafür, daß wir zu wirtschaftlichem Frieden kommen, erleichtern wir den Verkehr und das Zusammenleben beider Völker, die, wie keine anderen geeignet sind, eine wirtschaftliche Einheit zu bilden, und die politische Verständigung folgt der wirtschaftlichen auf dem Fuße. Der W i r t s ch a f t s f r i e d e ist der Quartiermacher der politischen Verständigung. Die polnische Regierung geht daran, den Eisenbahnverkehr über den Korridor paß- und visumslos zu gestalten, die Zahl solcher Züge bedeutend zu vermehren. Arbeiten wir für einen paßlosen Personenverkehr in gan� Europa. Dieser Gedanke ist auf dem Wege zur Erfüllung. Es werden dann die Landes- grenzen den Charakter von Barrieren verlieren. Die Stadt- grenzen hatten einst den Charakter der jetzigen Staatsgrenzen und die Stadtbarricren find spurlos verschwunden. Vec memelläiUiische Landtag darf nicht lagen! Die Lolksoer- treter des Memelgebietes wollten am Sonntag eine parlamentarische Beratung abhalten. Das haben ihnen olle drei zuständigen und nnzustöndigen Instanzen verboten: der Militärbesehlshaber, der Gou- verneur und das Direktorium. Ileisch aus der Polarzone. �; Von Otto C o r b a ch. ' Quer durch Nordsibirien, Alaska und Kanada zieht sich der Gürtel der„Tundren", die als unwirtliche, unfruchtbar« Landstriche verrufen sind und doch noch unbegrenzte Möglichkeiten für die Flcifchvcrsorgung bieten. In den langen, heißen Sommeriagen ge- langen hier alle Grasarten, die in der gemäßigten Zone bekannt find, zu üppigstem Wachstum, noch weit über de» Polarkreis hin- aus. Man schätzt den GefamKimscmg dieser Grasländer auf fünf Millionen QuadratkUonntter. Gewiß würde es sich nicht lohnen, Rinder- oder Schafherden dorthin zu verpflanzen: die Kosten für Ställe und Stallfütterung würden bei denr langen Winter viel zu groß« Summen verschlingen. Aber es steht ja dort für die Vieh- zucht das Rcnntier zur Dersllgung, dessen Heimat in den nördlichen Breitengraden liegt. Dieses sindet auf den Tundren zu allen Jahres- Zeiten von selbst seine Nahrung. Seit Tausenden von Jahren bildet es den Hauptrückhalt der Lebensweise der Bevölkerung Nordasiens und Nordeuropas, die es schon in vorgeschichtlicher Zeit zu zähmen verstand. Es diem ihr lebend als Lasttier, geschlachtet als Nahrung, Kleidung und Motsrial zu Waffen und Geräten. Das kanadische Renntier, das Karibu, wurde nie gezähmt: es schweift zu Millionen wild in den Tundren Alaskas und Britisch- Nardamerikas umher. Die Eskimos können sich daher sein Fleisch nur durch die Jagd beschaffen. Sie kamen dabei im allgemeinen immer aus ihre Rechnung, solange nicht der Weiße mit seinen überlegene» Wasfeii in ihren Ja�revieren zu sehr wütete. Seitdem ist das Karibu i» n'.auchen Teilen Alaskas eine große Seltenheit geworden. Der Nahrungsspielraum für die Eingeborenen wurde enger und enger, bis regelmäßige �Hungersnöte im Winter ihre Reihen so stark lichteten, daß die Washingtoner Regierung sich ge- drungcn fühlte, sich ihrer Notlage anzunehmen. Im Jahre 1891 begann sie damit, Familien von Lappländern nach Alaska zu»er- pflanzen und mit ihrer Hilfe �>as zahme Remttier aus der Alten Welt einzubürgern. Heule gibt es«n Alaska gegen 500 000 Reimtiere asiatisch-europäischer Rasse, von denen 50 Proz. den Eskimos gehören. Man trifft sie überall von den alcuttschen Inseln bis zum Kap Barrow. aber in den größten Herden auf der Halbinsel Se- ward. Di« Eskimos sind nun für ihre Ernährung nicht mehr aus- schließlich aus die Jagd angewiesen. Im Jahre 1911 kamen vier smarte Aankees, Söhne des Richters G. I. Lomen in Name, Alaska, aus den Gedanken, die Renntier- zucht zu einer Versorgungsquelle für den Fleischmarkt der Union zu machen. Sie begonnen mit dem Erwerb und der Ausbeutung einer Herde von 1000 Stück. Heute habe» ihre Herden einen Be- stand von mehr als 50 000 Tieren. In verschiedenen TeUen Alaskas haben sie riesige Schlachthäuser und Kühlanlogen angelegt. In allen großen Städten der Union kommt regelmäßig RenMiersleisch aus den Markt. Der Leiter des Bureaus für biologische Forschung bei d!e«.Nationalen" unter sich. „Seid auf der Hut vor denen.. „Der Jungdeutschc" zitiert aus einer soeben erschienenen Schrift des Wehrwolf-Führers Kloppe in Halle einige Sätze, die die wunderbare Einheit der SchwarZweißroten ins rechte Licht setzen. Es heißt dort unter anderem: Kameraden, werdet euch doch endlich einmal darüber klar, daß es«in« fchwarzweißrote Einigkeit zwischen uns, dem „Wehrwalf", und solchen Kreisen niemals geben kann, die sich zwar national gebärden, die aber de» Beweis nationalen Handelns in jeder Beziehung schuldig bleiben. Darum seid aus der Hut vor denen, die sich in die vaterländische Bewegung eindrängen, weil sie reaktionäre Tendenzen verfolgen oder nur deswegen schwarzweißrot sind, weil sie hassen. dadurch eine alle, durch ihre Schuld verlorengegangene Vormachtstellung wieder zu gewinnen. Mit diesen Leuten gibt es für uns keine Zusammengehörigkeit, für sie nur eine scharfe Ab- lehimng. Und an anderer Stelle kennzeichnet Kloppe scme schwarz- weißroten Farbengenossen noch deutlicher: „Wir wollen es einmal offen aussprechen: es gibt«ine ganze Reihe von Leuten unter der schwarzweißroten Fahne, die innerlich nicht im mindesten zu uns gehören, von denen uns sogar nicht mehr, denn alles trennt, Elemente, die nur ein Hemm- i ch u h sind in der völkischeii Entwicklung und an der nationalen Er- Neuerung unseres Volkes. Anderseits wissen wir aber auch, daß in dem sogenannten anderen Lager deutsche Brüder stehen, die von uns eher als Volksgenossen angesehen und geachtet werden können, als jene üblen Gesellen, die immer wieder Itnsricdcn in das Volk trogen und denen wir niemals das Recht zubilligen werden, sich als die Vertreter des deutschen Volkes und der deutschen Interessen alifzuspletcn." Das ist sehr hübsch gesagt, und die„üblen Gesellen' werden ihre Freude daran haben. Aber, wie lange ist es eigentlich her, daß der Studienrat Kloppe aus Halle an den Redakteur Sodenstern von der„Deutschen Zeitung" das ebenso schöne Wort schrieb, er, Kloppe, sei gern bereit, den republikanischen Regierung? st ellenan die Gurgel zu springen, aber nur wenn er Gelegenheit hätte auch durch- zudrücken.... „prmz* Oomela und die Reichswehr. Crine Darstellung des Rcichswchrministcriums. Zu den Pressemitteilungen über Beziehungen des nunmehr ver- hasteten falschen Hohenzollernprin.zen Domela zu Reichswehr- ofsizieren erklärt das Rcichswehrmimsterrum auf Grund einer dienstlichen Meldung der dritten Reiterdivision in Erfun folgendes: Arn 9. Dezember d. I. erschien der damals noch für einen Prinzen Gehaltene»ach telephanischer Anmellstmg um 3 Uhr nachmittags bei dem Regimc'ntskommandeur in Erfurt und sagte, er habe gehört, daß in Erfurter Zeitungen Artikel über seinen Aufenthalt in Erfurt gestanden hätten: die sozialdemokratische „Tribüne" hätte unwahre Angaben über Zusammenkünfte des Prinzen mit Osftzieren des 16. Reiterregiments gebracht. Oberleutnant Freiherr v. Grote bestätigte, daß die Zeitungen solche Mitteilungen veröffemlicht hätten. Der„Prinz" fragte, ob das Regiment durch seinen Erfurter Aufenthalt irgend- welche Unannehmlichkeiten gehabt hätte und ob eine dienstlich« Meldung über seinen Aufentlialt nach Berlin erstallet worden sei! Der Regimentskommandeur sagte dem Prinzen, daß man erst durch die Zeitungsartikel, besonders der„Tribüne". Kenntnis von seinem Ausenthalt bekommen hätte. Das Regiment habe der dritten Reiter- dioision gemeldet, daß die Angaben der„Tribüne" unwahr seien. Der„Prinz" erzählte dann noch, er habe von Berlin Weisung er- halten, größte Zurückhaltung gegenüber Offizieren der Wehrmacht zu üben: die Angaben über seinen Erfurter Aufenthalt hätten auch in den„Leipziger Neuesten Nachrichten" gestanden und das sei ihn, uuangenehm, da dies eine größere viel gelesene Zeitung sei. der Washingtoner Regierung, Dr. E. W. Nelson, urteilt über die Zukunft der RenMierzucht in Alaska:„Es hat sich bereits ergeben, daß in dein Territorium genügend Weideland vorhanden ist, um drei bis vier Millionen Renntiere zu unterhalten. Der jährlich« Ueberschliß aus diesen Herden würde Fleischmengen ergeben, die den Wert der in dem Territorium gewonnenen Edelmetalle über- steigen und als dauernde Erwerbsquelle nur von der Fischerei über- troffen würden." Bei der Reinuierzncht ist die menschliche Aussicht auf das denk- bar kleinste Maß beschränkt. Der Züchter kann seine Herden jähre- lang sich selbst überlassen: kehrt er zu ihnen zurück, so kann er nur feststellen, daß sie sich mit inatheinatischer Genauigkeit in bcstimintem Verhältnis vermehrt haben. In der gemäßigten Zone werden auf den Weiden Viehherden von Schafherden und beide vom Getreide- dauern verdrängt. Das Renntier dagegen herrscht unumschränkt in den Tundren des Nordens. Kein anderes Tier kann es verdrängen, und seine Weide gebiete kommen für keinen anderen Zweck in Betracht. In Kanada hat die Hudson Bay Company damit angefangen, die Remitierzucht in großem Stile für die Fleischbeschafsung aus- zunutzen. Die Tundren Alaskas und Kanadas bieten zusammen Raum und Nahrung für 25 Millionen Renntiere. In abselzbarer Zeit dürste also die Polarzone einen großen Anteil an der Ver- sorgung des Welimarkics mit billigem Fleisch nehmen können. Politik und Theater. Im Rahmen der Volksbühne begann am Sonntag abend der Kritiker Julius Bad im Bürgersaal des Rathauses seinen Vortragszyklus„Politik und Theater". Dieser erste Abend galt der Klärung der Begriffe. Politik sowohl als auch Theater haben von vornherein ein verbindendes Moment, sie sind ohne die menschlich« Gemeinschaft undenkbar. Verschmolzen findet man sie noch bei den Naturvölkern. Ist irgendein großer Fest- atl. bei dem sich der Stamm versammelt und der Schamane tanzt, politischer oder theatralischer Natur? Das ist hier noch nicht zu unterscheiden. Seinen Ursprung hat er jedoch in der Angst des Un- zivilisierten vor dem Uiierklärlicheii, eine Angst, die auch den Kultur- menschen nicht ganz verläßt. Der Festakt soll diese Lebensangst bannen, der Tanz des Schamanen die bösen Geister abwehren und den Segen der Guten herobslehen. Sucht man hier eine begreis- liche Klärung, so kann man formulieren: Politik soll die Lebensangst, die Furcht vor dem Unerklärbaren bezwingen durch die gesellschast- liche Ordnung, Kunst dagegen durch die Hingabe an den Rhythmus. Allmählich wird das Leben differenzierter, die Einheit des Vorganges zerfällt. Nach dem Prinzip der Arbeitsteilung wird die einheitliche Funktion zerlegt, so daß am Ende der Entwicklung die beiden Gebiets l menschlichen Geistes entgegengesetzt zu sein scheinen. Was hat der Politiker, der absolute Wirklichteitsmensch, noch mit der Kunst zu tun? Aber es gibt Momente höchster Erregung, in denen der Funke überschlägt und eine Theateraufsührung vielleicht den äußeren Anstoß gibt zu einer polilische» Aktion, wie 1830 in Brüssel die Oper..Die Siumme von Portici" dos Volk derart«rvegte, daß es die öffent- lichen Gebäude besetzte. In den lolgcndcn Abenden wird Bab die historischen Zusammenhänge erläutern.— t, Dieselbö Geschichte hat Domela dann auch in Weimar he, n* dortigen Reichswehrkommandeur gemocht. Das Reichswehrministerium erklärt, daß die Behauptungen über Beziehungen des Domela zu Reichswchroffizieren, die mit ihm Auto- fahrten gemacht und für ihn Galadiners gegeben hätten, vollkommen unwahr seien. Spzanz... Aus Weimar wird uns geschrieben: Im Lager der guten Gesellschast Thüringens herrscht große Bestürzung ob der Enthii'.- lungen, die Domela. der falsche Hohenzollernprinz. bei seiner Ver- nehmung durch die Kölner Kriminalpolizei gemacht hat. Ungefähr zur selben Zeit, wo der Polizcibcricht mit der Tatsachenschilderung Domelos über sein« Erlebnisse als Hohenzollernsproß in Ersim. Gotha und Weimar bekannt wurde, erließ der G o t h a e r Thcaterintendont«in« Berichtigung, in der es u. o. heißt: „Dos Landes theater Gotha liegt In Gotha und nicht in Lyzan;. Es hat niemand eine„Galavorstellung" mit dem Prinzen in der res«. vierten Hoflage veranlaßt." Diese Berichtigung schlägt der Wahr- h e i t ins Gesicht: denn die Tatsache läßt sich nicht leugnen, daß der falsche Prinz in der Hosloge der Aufführung des„Alten Dessauer" beigewohnt hat. Auch der Gothacr Oberbürgermeister Dr. Sch essler erließ eine„Berichtigung". Sie versucht ebenfalls die Wahrheil zu verdrehen, wenn Dr. Scheifler erklärt, den„Prinzen" nie zu Gesicht bekonimen zu haben, und dann, in die Enge getrieben, zugeben muß, daß im Rathaus ein offizieller Empfang stattgesimden hat. Der Oberbürgermeister hat aber tatsächlich auch einen Besuch im Schloßhotel gemacht und sich um die Bekanntschaft des Prinzen bemüht. Inzwischen wirh bekannt, daß Domela auch in Friedrich- roda eine Gastrolle gegeben hat. Hier hat er sich rasch oerlobt und dem Prinzen Leo von Koburg-Gotha einen Besuch abgestattet. Staatsminister o. D. von B a s s e w i tz, der sich auch heftig bemüht hatte, den, Prinzen nähertreten zu dürfen, schmückt die Wahlliste der D e u t s ch n a t i o n al e n für die bevor- stehenden thüringischen Landtagswahlen an aussichtsreicher-stelle. Die Thüringer Wähler wissen also, mit welchen Größen sie es bei der deutschnationalen Liste zu ttin haben. �Strafversetzt." Strafe oder Beförderung im Fall Bcinert? Vor wenigen Tagen befaßten wir uns mit den schwebenden Disziplinarverfahren gegen richterliche Deomte, wie Bewersdorsf, Kußmann und Beinert in Wernigerode. Ergänzend wird uns hier- zu jetzt mitgeteilt, daß die entsetzliche Strafe der Strafversetzung gegen Beinert inzwischen durchgeführt worden ist, und zwar wurde der republikseindlichc Aintsgerichtsrat von Wernigerode nach Weser münde versetzt. Das bedeutet für ihn persönlich mehr eine Beförderung als Bestrafung, denn Wescrinündc liegt in einer höheren Ortsklasse als Wernigerode. Eine wunderbare Justiz, die eine Beschimpfung republikanischer Minister als„bestochene und käufliche Subjekte" so„bestraft"! Ein Jude als Sprengpulver. Tragikomifrher Konflikt unter den rheinischen Nationalsozialisten. Köln, 10. Januar.(Eigener Drahtbcricht.) In den Kreisen der rheinischen National soziali st en ist es zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen. Dem bisherigen Gauleiter der Nationalsozialisten im Rheinland, einem Dr. L c y, wird sorge- warfen, daß er Iudenabkömmling sei. Er soll deshalb aus der Bewegung verschwinden. Ley ist es bisher nicht gelungen, seine Rassenreinheit nachzuweisen. Er hat jedoch eine Anzahl Freunde. die ihn trotz seiner angeblich nicht reinrassigen Abstammung zu halten suchen, so daß bei einem Ausschluß Leys eine Spaltung unter den rheinischen Nationalsozialisten unvermeidlich sein dürfte. Metropolis, der neue, langerwortete Film der Ufa, an dem Fritz Lang zwei Jahre arbeitete, erlebte gestern abend im Ufapalast am Zoo seine Uraufführung. Alles ist in Riesendiincnsioncn: drei Stunden Spieldauer. Orgien der Massenregie, Triumph der Ma- schinentechnik, eine phantastisGe Welt des Uelierkapitolismus. Di« Auseinandersetzung zwischen den unterirdisch hausenden Sklaven- Horden der Arbeiter und dem einen Kapitalmagnatcn führt zur Katastrophe und ungeheuren Zerstörung. Alle Schauer einer wild ge- wordenen Phantasie sind im Furioso-Tempo losgelassen. Vorspiel und erster Akt ermüden durch unfilmische Dialog«. Alles Gedankliche und Sozial« ist überholte Schablone. Dies« Znkunstsphantasie wäre nur denkbar, wenn es keine Arbeiterbewegung gäbe.— r. • Der Ausflchtsrat der Städtischen Oper A..G. unter Vorsitz des Oberbürgermeisters beschloß in seiner Sitzung vom 10. Januar 1927. einem Zusammengehen der Staatsoper und der Stadtoper durch die Bestellung eines gemeinschaftlichen Intendanten in der Person des Herrn Tietjen zuzustimme». Di« Zusammenarbeit ist ein Versuch. der bis Ende September 1928 dauern soll. Der Besckiluß bedarf jedoch zunächst weiterer Erörterung durch die berufenen städtischen Instanzen. Der antifaschistische Bart. Bei ein« Unterhaltung mit dem römischen Berichterstatter ein« englischen Nachrichtenagentur hat sich Mussolini auch mit aller Entschiedenheit gegen den Bart aus- gesprochen, der antifaschistisch und geradezu als Zeichen der Ent- artung des Mannes anzusehen sei. Zur Begründung beruft sich der Duce darauf, daß die großen Römer der Frühzeit� und alle Redner aus dem Forum glattrasiert erschienen seien, ebenso wie nach Aus- weis der Büsten die römische» Kaiser keinen Bart getragen hatten. Dieser sei erst aufgekommen, als der Glanz des römischen Reiches zu verblassen begonnen Hab«: das gelte für alle Epochen der Ge- schichte. Die Renaissance sei ebenfalls eine Zeil der Bartlosigkeit ge- wesen: dagegen der Bart die Regel unter dem alten, faulen Regime, mit dem der Faschismus aufgeräumt habe. Der Bart sei orientalisch, das glatte Gesicht dagegen kennzeichne den Westen. Dabei vergißt der Duce nur, daß z. B. Marc Aurel einen Bart trug, von Bar- barossa, Karl dem Großen und Christoph Kolumbus, die wahrschein- lich nicht den Niedergang ihrer Zeit bedeuten, sondern an sich ganz tüchtige Leute waren, ganz zu schweigen. Vor allem aber scheint Mussolini den Nationalhelden Italiens, Garibaldi, vergessen zu haben, der ebenfalls einen wallenden Bart trug. Aber Mussolini frisiert sich die Bilanz zurecht, wie er sie braucht. In Italien wird man künftig ebenfalls zur Bekräftigung einer saschistischen Gesinnung bei dein bartlosen Kinn Mussolinis schwören müssen, nicht beim Barte des Propheten, den etwa der Muselmann anruft, wenn er die Hand zum Eid erhebt. Willy vuschhoff spricht an seinem 8 dieSjäbrigen Vortragsabend am 11., abends 8 Uhr, im Meisterfaal.Tie Sanfte" von D o st o> s c ro 9 f i. Der verein der küostlerinnra, Schöneberger Ufer 38. eröffnet am 16. eine Ausstellung von Plastik und Gemälden. Eintritt frei. vir Humboldt- Hochschule veranstaltet eine BorlejungSreihe„Der Künstler und sein Nerk". mit Lichtbildern. ES werden a. n. sprechen die Künstler: Prot. Pölzig. Pechstein und Bellina. Leginn! 14. Januar, FiritagS 8'/,— 0'/« Uhr, Dorothecnstratze 12. Der yavptausstbuß tagt. Vorbereitung der Etutsberatung. Einverständnis mit dem Aeltestenrat ist der Ausschuß für den Reichshoushalt am Montag nachmittag zusammen- getreten, um die Beratung des chaushaltsplanes für l9Z7 aufzu- nehinen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde von der kommunisti- schen siroktion die Forderung gestellt, die Beratungen solange aus- zusetzen, bis eine verantwortliche Regierung vorhanden ist. Der Vorsitzende, Genosse fj c i m a n n, widersprach diesem Antrag und ersuchte den Ausschutz im Interesse einer ruhigen und gründlichen Beratung des Etats die plenarsitzungssreie Zeit nicht ungenützt oer- streichen zu lassen, sondern in den anderthalb Wochen bis zum Zu- sammentritt de? Plenums(19. Januar) die Etatsberatung durch möglichst ausgedehnte Ausschutzfitzungen zu fördern. Er machte den Vermittlungsoorschlag, bei der Beratung der Einzeletots die politischen Fragen zunächst zurückzustellen und sie erst dann zu verhandeln, wenn eine verantwortliche Regierung vor- Händen sei. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde dem Dorschlog des Vorsitzenden von allen Fraktionen mit Ausnahme der Kommunisten zugestimmt. Einstimmig angenommen wurden auch die Vor- schlüge des Vorsitzenden bezüglich der Verteilung der Referate und der Einteilung der Beratung, durch die die rechtzeitige Fertig- ftellung des Etats vor Beginn des neuen Etatsjahres sichergestellt werden soll. Räch Eintritt in die Tagesordming ermächtigte der Ausschutz die Regierung, im Vorgriff auf Anforderungen im Etat 1927 eine Reihe von Bauvorhaben, die von keiner Seite bestritten wurden, schon jetzt in Angriff zu nehmen, um auf diese Weise als- bald neue Arbeitsmöglichkeiten zu schassen. Sodann nahm der Ausschuß den vom Abg. ch e r g t erstatteten Bericht des für S u b v e n t i o n s m a ß n a h m e n der Reichs- regicrung eingesetzten Unterausschusses entgegen. Die Beschlüsie des Unterausschusses ruhen auf einem von der Sozialdemo- kraiie gestellten»Antrag und sind von uns seinerzeit im einzelnen genau dargelegt worden. Die Beschlüsse des Unteraus- schusscs wurden nur von dem kommunistischen Redner, die ihm nicht weit genug gingen, bemängelt. Genosse H e i m a n n tonnte ihm nachweisen, daß das, was er jetzt verlange, bereits in dem sozial- demokratischen Antrag gefordert worden war, ohne daß es trotz oller aufgewendeten Mühe gelungen sei, eine Mehrheit dafür zu finden. In der Abstimmung wurden die einzelnen Abschnitte der Be- schlösse des Unterausschusses teils einstimmig, teils mit allen Stim- men gegen die der Kommunisten angenommen. r Hrzesinfki in düffelüorf. Soziale Pflichten der Wirtschaft. Düsseldorf, 19. Januar.(WTB.) Der preußische Minister des Innern Grzesinski, der auf einer Besichtigungsreisc durch die Rheinlande heute hier weilt, führt« in einer Konserenz mit Der- tretern der Wirtschaft und des chandels, der Arbeitgeber- und der Airbeitnehmcrschoft u. a. aus: Wenn in tvirtschaftlicheii Kreisen die Auffassung besteht, daß für die älteren Erwerbslosen mit einer dauernden Erwerbslosigkeit gerechnet werden mutz, so haben Regierung und Wirtschast hier die Aufgabe, ehe die Verelendung wcitergreift, vor- z u b e u g c n und zu Helsen, wo es geht, und man wird von der Wirtschaft verlangen müssen, daß sie einen Teil der dadurch ent- stehenden Lasten mitträgt. Myn darf dabei nicht vergessen, daß der Vertrag von Versailles dem gesamten deutschen Volke eine ungeheure Last auferlegt hat. Die besonderen Schäden der Rhein- prooinz. die durch die Besatzung entstanden sind, müssen wieder gutgemacht werden, und die Staatsregierung wird hier im Rahmen des Möglichen alles tun. Das für den Bau der Autostraße Köln-Düsscldors von der Provinzverwaltung geforderte Recht der Abgabenerhöhung hat der preußische Staatsrat trotz aller Bedenken als berechtigt anerkannt. In der Frage des Städtebau- gesctzes kann die Stoatsregierung augenblicklich nichts mehr tun. Das Gesetz liegt jetzt dem Landtag vor. Der Minister versicherte zum Schluß, daß er der Wirtschaft überall da helfen würde, wo er helfen könne. Der Minister wird morgen seine Reise nach Köln fortsetzen. Erklärungen üer Kantonregierung. Die Fremden haben nichts zu fürchten. London, 19. Januar.(WTB.) Der kantonesische Minister des Aeußeren Tschen hat der„Daily News" in Erwiderung auf eine Anfrage des Blattes folgendes Telegramm gesandte Die Ausdehnung der nationalen Kontrolle auf die britische Konzession in chankau ist in sich selbst die größte Garantie, daß das Leben und Eigentum britischer und anderer Staatsangehöriger in der Konzession von meiner Regierung geschützt werden soll und muß. Solange die Konzession unter rein britischer Kontrolle ver- blieb, war es nicht die Pflicht meiner Regierung, für den Schutz der dort befindlichen Ausländer zu sorgen. Jetzt aber, wo die Kon- Zession aufhört, ein Stück des unbefreiten Chinas zu sein, betrachtet meine Regierung den wirksamen Schutz der Engländer und anderer Ausländer in chankau als ein Lebensrnteresse des nationalen China. Indien warnt England. Bombay. 19. Januar.(Reuter.) Die Auffassung der indischen nationalen Presse über die Ereignisie in China kommt in dem „Bombay Chronicle" zum Ausdnick. der die gegenwärtige Lage auf „die rücksichtslose Unterdrückung«- und Ausbeutungspolitik gegenüber China" zurückführt. Das Blatt wirft den britischen Poli- tikern vor, sie hätten den Ernst der chiiiesischen Lage nicht begriffen, als bereits die ganze Welt darüber sprach, und äußert Zustimmung zu dem C h i n a- M a n i f e st der britischen Arbeiterpartei. das u. a. die Zurückziehung der Kriegsschiff« verlangt.„Indien Dally Mall" rät zu einer Politik der Versöhnung und Geduld: wenn Großbritannien sich zu einer Politik de« Zwanges entschließen sollte, würde es alsbald isoliert dastehen. Um Rußlands Schuld bei Frankreich. Der nach Moskau ab- gereiste Direktor d« Rußlandabtellung im französischen Außenmini- sterium wird der Sowjetregierung die grundsätzliche Anerkennung der russischen Gesamtschuld an Frankreich und der Entichädigungs- Pflicht für die durch die Revolution geschädigten französischen»taats- bürger in Rußlaird nahelegen. Frankreich ist seinerseits bereit, der Sowjetunion bei der Ailfnabme der Schulden.zahlungen ein längeres Moratorium einzuräumen, sowie gewisse Konzessionen in der Frage der jährlichen Zahlungen zu machen. � Bei Entgegenkommen der Sowjctregierung beabsichtigst die französische Regierung, wie ver- lautet, Rußland industriell« Liescrungskredite einzuräumen. Sechs merikonische Bischöse verhastel. Noch einer Meldung der Asiociated Preß aus Mexiko ist über Poscual Diaz. Bischof von Tobasco und Sekretär des mexitoniichen katholischen Episkopats, und über fünf andere Bischöfe die Hast verhängt worden. Die Gistgasfabrit in Trozk. Bekundungen zweier Augenzeugen.— in Hand.— Soll Durch eine Parteikorrespondenz hat Genosse Reichstags- abgeordneter Franz Künstler einen Artikel veröffe'nt- licht, der den unwiderleglichen Deweis für die dreiste Der- logenheit bietet, mit der die Kommunisten bisher olle Der- öffentlichungen über Beziehungen zwischen Sowjetrußland und gewissen Organen der Reichswehr abgeleugnet haben. Genosse Künstler schreibt: „Es bot sich mir Gelegenheit, mit zwei Genossen zu sprechen, die beide als A r b e i t« r in, ersten Halbjahr 1926 in der G i f t g a s- s a b r i k tötig waren, die das Reichswehrministerium durch seine Dienststelle„E e f u" in Rußland errichten ließ. Ich lasse nun meine Fragen und die Antworten der Genossen, die seit vielen Iahren Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei sind, im Wortlaut folgen: Frage: Wie seid ihr nach Rußland gereist? Antwort: In Gruppen von 4 bis 29 Mann, mit Cinzelpäsicn über Riga, Sebesch, Moskau nach Trozk. Frage: Wann war dos? Antwort: Im Dezember 1925. Frage: Wo liegt dies Trozk? Antwort: Einige Bahnstationen von Samara, an der Wolga. Frage: Was habt ihr dort fabriziert? Antwort: Phosgen und Lost, also wie man im Kriege sagte, Gelbkreuz und Blaukreuz. Frage: Wie wurde das gemacht? Antwort:' Es wurden Spezialmasch, nen ausgestellt. Ein Teil der Fabrik bestand aus einem besonderen Füllraum zur A b- süllung von Gasgranaten im Umfang von einer Million Stück. Frage: Wer betrieb diese Fabrik? Zl n t w o r t: Seit dem Jahre 1924 die Firma Stolzen- b e r g in Hamburg. Frage: Was ist das für eine Firma? Antwort: Das ist die Chemisch« Fabrik von Dr. Hugo Stolzenberg, Hamburg 28, Müggenburger Schleuse. Frage: Welcher politischen Richtung gehört Herr Stolzenberg an? Antwort: Stolzenberg ist völkisch, Mitglied der national- sozialistischen Partei. Frage: Kam Herr Stolzenberg selbst nach Trozk? Antwort: Ja, sehr häufig. Frage: Hatte Stolzenberg als Hakenkreuzler in Rußland keine politischen Schwierigkeiten? Antwort: Nein, gar keine. Frage: Wer hatte die geschäflliche Leitung des Betriebes? Antwort: Geschäftsführer der Firma Stolzenberg in Trozk war Regierungsboumeistcr Direktor Ratz, auch«,n Schwarzweiß- roter. Frage: wer hatte dicscu Stolzenberg beauftragt? Antwort: Die Rcichswehr-Gesellschaft»Gefu". Frage: Wiht ihr, was„Gefu" heißt? Antwort: Ja.„Gesellschaft zur Förderung gewerblicher Unternehmungen." Das ist nur«in Deckwort. Frage: Wie war eure Bezahlung? Antwort: Sehr gut: es wurde in deutschem Geld« gezahlt. Die Arbeiter erhielten 799 bi» 999 Mark monatlich. Darin war cinlegriffen die Heimatszahlung und die Gefahrenzulage, die von Fall zu Fall festgesetzt wurde. Die Eesahrenzuloge wurde gewährt wegen der Gasgefahr. Frage: Wieviel Arbeiter waren zu eurer Zeit in Trozk bc- schaitigt; Antwort: 13 Meister und etwa 80 Arbeiier. Frage: Wurden die 799 bis 999 Mar? in Rußland voll aus- bezahlt? A n! w a r t: Nein, in Rußiond wurde nur die Abrechnung mit uns gemacht. Cin Cxe-nplar der Lohichcrechnung ging an die Reichsivehroesellschaft Gefu m Berlin, die dann mit Stvlzcnbc'.g verrechnete. Stolzenberg hatte in Berlin ein Bureau in der K e i t h st r. 9, während das Bureau der Reich-wehrgesellschast in der K e i t h st r. 11 war. Frage: Welche Abzüge wurden von eurem Lohn gemacht? Antwort: Die Steuerabzüge gingen an das jeweilig zu- ständige deutsche Finanzamt. Frage: Wurden denn keine Soziallasten abgezogen? Antwort: Nein, wir waren durch«inen Pauschalvertrog des Reichswehrministeriums, Abteilung Gesu, bei der Versichern ngs- gescllschast„Albingia" in Hamburg versichert. Frage: Gab es einen Betriebsrat? Antwort: Nein. Frage: Wie lang war die Arbeitszeit? Antwort: Acht Stunden, für russisch« Schwerarbeiter sechs Stunden, die nach einem 17tlossigen Tarif bezahlt wurden. Frag«: Wo wohntet ihr? Antwort: Gemeinsam in Halzhäuseni, die von der russischen Gesellschaft M e t a ch'i m zur Verfügung gestellt waren. Frage- Wo aßt ihr? Antwort: In unseren Blockhäusern, wo wir bis zu 29 zusainmenwohnten, wurde gemeinsame Küche gehalten und das russische Personal von uns gemeinsam bezahlt. Frage: Wie hieß offiziell die Fabrik?> Antwort: Rusk Germaastaja Fabrika Versal, das heißt: Russisch-deutsche Sersolsabrik. Frage: Was ist das„Bersol"? Antwort: Bersol ist«in explosives Salz. Frag«: Wäret ihr in eurer Freiheit beschränkt? Antwort: Ja: unsere Briefe wurden zensiert, und wir duefleu keine sozial dem akrattschen Zeitungen abonniere», vie reakttovären Zeitungen.„Blüuchener Reuest« Rachrichte«".„Hamburger Roch- richten".„Dresdener Rochrichten", dagegen waren erlaubt. Sozial- demokratische Blätter sind nie durchgekommen. Es war ausgeschlossen. sie zu erhalten. Dafür durften wir einen deutschen Kollege«, der kein Russisch verstand, in den vrtssowjet mahlen.(!) Frage: Was geschah für eure Gesundheit? Der Betrieb ist doch sehr gefährlich. Antwort: Cs waren zwei«erzte der aktiven Reichswehr nach Irazk abkommandiert,«in Stabsarzt und ein Unterarzt. Frage: Kamen noch andere deutsch« Ossiziere noch Trozk? Antwort: llawvhl: der Betrieb wurde oft von deutscheu Ossizieren kontrolliert, die von der Reichswehrgesellschafk Gefu ab. gesandt waren. Frage: Wie benahmen sich dem, die Sowjetbehörden zu den Offizieren? Antwort: SeZr zuvorkommend. Reichswehr- und Tscheka-Agenten Hand das so weitergehen? Frage: Wie heißen dies« Offiziere? Antwort: Einer hieß Oberst von der LiedU ein audorer Major Tschunke: er hatte sich den salschen Namen Teichmann beigelegt. Frage: Womit begannen die Arbeiten in Trozk? Antwort: Die Fabrik wurde unter deutscher Leitung mit russischen Arbeitern montiert. Dann wurden zur Inbetriebsetzung 39 bis 49 Arbeiter und Werkmeister aus Deutschland geschickt. Frag«: Aus welchen Städten stammten die deutschen Arbeiter? Antwort: Aus Berlin, Frankfurt a. M., Hall« und Hamburg. Frag«: Wurdet ihr zu besonderem Schweigen verpflichtet? Antwort: Za: man drohte uns wiederholt mit der Tscheka. die uns nicht wieder lebend aus Rußland herauslassen würde, wenn wir etwas nach Hause schrieben. Dann drohte mau uns auch mit Landesverralsprozcssen in Deutschland. Wir mußten einen Kon- tratt unterzeichnen, der folgenden Wortlaut hat: «Es wird Ihnen ausdrücklich zur Pflicht gemocht, über sämtliche Ihnen in Rußland direkt oder indirekt bekannt werdende Vorgänge. sowie über Ihre Tätigkeit und über alle Ihnen bekannt werdenden Geschäslsvorkommnisse nach außen hin sowie auch im Betriebe selbst da« st r e n g st e S l i l l s ch w e i g e n zu bewahren, wie Ihnen auch strengstens veröfsenflichungen und Vorträge irgendwelcher Art ohne Ausnahme untersogt sind. Verstöße hiergegen ziehen sofortige Entlassung und evtl. Schadenersatzanspruch und rücksichtslose Ahndung durch die in Frage kommenden.Gerichte nach sich." Frag«: Wieso dürft ihr j« tz t sprechen? Antwort: Unser Vertrag ist gelöst und Genosse Scheide- mann hat ja im Reichstag alles schon aufgedeckt. »Frag«: Waren auch andere deutsch« Firmen am Ausbau der Fabrik in Trozk beteiligt? Antwort: Ja, Siemens-Schuckert lieferte die elektri- schen Anlagen, Lindes Eismaschinen, die Kompresi oren und Rudolf Meyer in Hamburg die Fernheizung. Frage: Warum habt ihr schließlich die Arbeit eingestellt? Antwort: Es wurde gearbeitet bis zur großen U e b e r» schwemmung im Mai 192 6. Das Hochwasser der Wolga war zwei Meter hoch. Der Winter war besonders streng gewesen. 35 Grad Kälte und furchtbare Stürme. Das Frühjahr kam sehr spät. Infolgedessen kam die Schneeschmelze zu plötzlich. Frage: Wie lange dauerte das Hochwasser? Antwort: Die ganze Fabrik stand wochenlang unter Wasser. Es bestand große Gefahr, daß zwei Tonnen Phosgen, die schon produziert waren, durch das Hochwasser aus ihren Behältern befreit wurden. Das wäre für uns alle und für eine weite Umgebung tödlich gewesen. Es mußte fieberhaft gearbeitet werden, um das zu oerhüten. Frage: Was geschah nach dem Hochwasser? Antwort: Nochher wurden die Maschinen wieder instand gesetzt. Es wurden Verbandlungen über die neue Inbetriebsetzung geführt. Die Russen wollten in Zukunft die Relchswehrgelder direkt bekommen, um die Fabrikation mit eigenen Kräften fort- zusetzen. Die Russen versuchten von da ab, Stolzanberg heraus- zuekeln und zu schikanieren. Sie beschwerten sich über Stolzen- berg bei der Reichswehr-Getu. Die bezeichneten den Stolzenberg als einen Betrüger, der die Reichswehr um viele Millioiien Mark betrogen habe. Frag«: Wieso konnten denn solche Vorwürfe gemacht werden? Antwort: Die Russen haben Stolzenberg als Schwindler bezeichnet, weil tatsächlich ungenügende Ergebnisse erzielt wurden. Es wurden zwar einige Tonnen Phosgen produziert Ui6> Füllhallen zur Abfüllung von Gasgranaten gebaut, aber a b- gefüllt wurde nicht, da uns die Ueberschwemmung zuvorkam.(!) Frage: Wurden die Löhne pünktlich bezahlt? Antwort: Rein, es herrschte eine Riescnunzusriedenheit unter den Arbeitern und eine große Unruh«, weil unsere Angehörigen aus Deutschland schrieben, daß sie das Geld, das ihnen überwiesen werde» sollte, nicht erhalten hotten. W i r drohten mit den beut- schen Gerichten, stellten ein Ultimatum, da hieß es gleich: „Um Gotteswillen, das gib! einen größeren Skandal als den Barmat- Skandal", und unsere Angehörigen erhielten ihr Geld. Frage: Blieb dann alles bis zum Schluß in Ordnung mit der Bezahlung? Antwort: Nein, ein Teil von uns hat wegen rückständiger Gelder noch Mitte Mai 1926 in Berlin in der Keithstraße 11 im Bureau der Reichswehrgesellschaft Gefu dem dort anwesenden Herrn von Borries einen Krach machen und mit den Ge- richten drohen müssen. Zuerst sagte Herr von Borries:„Wend:! euch an Stolzenberg, wir haben mit ihm abgerechnet!" Auf unsere Drohungen mit dem Gewerbegerichl wurde er windelweich. Herr von Borries war einer der L« i t e r d e r G« s u. Frage: Existiert die Firma Stolzenberg heute noch? Antwort: Sie kam unter Geschäftsaussicht und machte später Pleite. Ein Herr Bauer übernahm alle Aktiven und Passiven. Die Gläubiger bekamen 53',» Proz. Frage: Gibt es die Fabrik in Trozk heute noch? Antwort: Das wissen wir nicht. Nach der Ueberschwemmung wurde Stolzenberg ausgeschaltet, die russische Metachim-Gesellschait verlangte, daß mit Stolzenberg Schluß gemacht würde. Darauf wurden wir deutschen Arbeiter Mitte Mai 1926 nach Deutschland abgeschoben. Es blieb nur ein Nack,- k o m m a n d o der Reichswehrgesellschaft Gesu, die sich unterdessen in„W i t o", d. h. Wirtschaftskontor", umgetauft hatte. « Cs besteht also kein Zweifel mehr, daß Reichswehr und Sowjetrußland gemeinsam Giftgase sabriziert habqn, um die Reichswehr für den Bürgerkrieg mit diesem entsetz- lichsten aller Kampfmittel auszurüsten. Erhöhung ües Wehretats. Auch in Gowjetrutzland. London. 19. Januar.(TU.) Der Sowjetsinanzkommissar jor« derte heute in Moskau in einer Erklärung die Erhöhung der Kosten für die nationale Verteidigung um 199 auf insgesamt 792 Millionen Rubel für 1927. Der Finanzkommisiar erklärte, bei einem Nachbar wie P i l s u d s k i. der durch Chamberlain und Poincore gedeckt sei, sei es nicht er- forderlich, die Notwendigkeit der erhöhten Ausgaben für die Armee zu begründen. Sowjetrußland werde nicht die Zahl der Truppen vermehren, sondern Ausrüstung und Te- köstigung des Heeres verbessern. Das gefointe Budget der Sowietunion für 1927 beträgt 7769 Millionen Rubel gegenüber 4921 Millionen Rubel für das Jahr 1926. Die„vaterlanöisthen". Was der Reichsbuud will. �Ikögen Ne Gelknn: sich nennen wie sie wollen, das ändert nichts 4(ßortjimmtt). ssrih-Reuter-Merid.— D'ntschrr Rctellarbe-ter- verband, Aagendabtetlnng: Boanchenversammlung der Eisendreher», Waichinen- und Autoschlofferlehrling« im Verbandshau» Linien str.!v) 85.— Oberschöne- weid«: Ardeiisoemeinschoft im Zuorndheim Niederschönemeide, Berliner Sir. 3L — Südkrei«: Sing schar bei Schcrfling. Neukölln. Vannierstr. Ii Verantwortlich für Volitik: Dr. Enrt Gcqer; Wirtsöjaft:®. plingeshoser! Sewerkschastsbewcgung: ffr.«hkorn: Feuilleton: Dr. John S»>k,w»k>: Lokales und Sonstiges: Reig Larftadt: Anzeigen: Th.©locke: sämtlich in Berlin. Verlag: Parwärts-Verlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Vormärts-Buchdruclerel und Verlagsansialt Paul Singer u Co. Berlin SW 68, Lindcnftrahe i. öictju 2 Beilage«.„Unterhaltung und Will«»". K AI O T K A T O T Gro/yer Noch 5 Tage und Sie haben die günstige Gelegenheit verpaßt; denn nur bis zum 15. 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Don sind die schwerfälligen Schleppkähne an den Pfählen festgemacht und warten, bis alle Wasserwege wieder fahrbar sind, um Anfang März mit neuer Ladung auf Fahrt zu gehen.«Zu Berg" und.zu Tal" fahren sie, nach Hamburg, Lübeck und Nach den pommerschen Häfen, die Elbe aufwäNs bis nach Böhmen, bald vom Schlepp. Kämpfer gezogen, bald durch Staken oder Treideln fortbewegt oder vom Wind getrieben, der sich in den rasch gesetzten Segeln fängt. Transportiert werden Bretter, Mauersteine, Kohlen Getreide, Me- talle! Obst bringen eigentlich nur die Zillen aus Böhmen. Die Transportgenossenschast in Berlin, die in Lübeck, Stettin, Magde- bürg Geschäftsstellen hat, nimmt die Aufträge entgegen, die nach der Reihenfolge, in der sich die Schisser eintragen lassen, oergeben werden. Der vergangene Sommer brachte ein lebhafteres Geschäft, da infolge des englischen Streiks viel Kohle ausgeführt wurde. Dann kann sich der Schiffer soviel ersparen, daß er mit seiner Familie die tote Zeit ini Winter überdauert. Die Arbeit beschränkt sich dann auf eine gründliche Reinigung des ganzen Kahnes, der mit seiner 41 Meter Länge und nahezu 6 Meter Breite immerhin zu schaffen gibt. Mit Schrubber, Besen und Gießkanne rückt man dem von den letzten Ladungen zurückgebliebenen Staub zuleibe. In der kleinen Wo h n k a j ü t e am Heck des Kahnes wäscht die Frau für die oft vielköpfige Familie. Pom Deck fällt spärliches Licht durch die Glasluke. An den Wänden sind hinter einem Bor» hang übereinander die Betten angeordnet. Ein Tisch und ein kleiner Eisenofen vervollständigen die Einrichtung. Der an die Wohnkajüte anstoßende leere Laderaum wirkt wie ein langgestreckter Tanzsaal. Don den auf Deck befindlichen Pumpen laufen Rohrleitungen unter den Boden dieses Laderaumes. Zur Aufnahme der drei Mastbäume dienen große Gestelle mit Ausnehmungen und eisernen Halbringen. In einem geräumigen Kasten lagern säuberlich zusammengerollt die Segel, während man die 2 4 Meter hohen Masten in Stettin zur Aufbewahrung zurückgelassen hat. Große Schissslompen mit vorschriftsmäßigen roten und grünen Scheiben stehen in einer Ecke. Durch ein Türchen, das der Eingang einer Hunde- Hütte zu sein scheint, windet man sich in die.Junggesellen- wohnung" am Bug. Hier hausen die Bootsleute. Manche von ihnen besuchen den Winterkurs für Schiffer in Charlottenburg, um sich das Steuermannspatent zu. erwerben. Andere schnitzen klein- Schiffsmodelle und malen kleine Oelbilder, auf denen stolze Segelschiffe im Kampf mit mächtigen Meereswogen zu sehen sind und anderes mehr. Viele sind aber auch in die Heimat gefahren, um irgendwo Arbeit zu finden, die hinweg helfen soll über die lange Zeit des Winters. Sie wirken dann als Tagelöhner, als Zimmerleute, sie arbeiten beim Bauer, zuweilen auch aus eigenem Grund und Boden. Dann bauen und werken sie, um das ärmliche Haus in wohnlichem Zustand zu erhalten. Oben auf Deck hat man die S ch i e b e st a k e n mit einer Leine verbunden und hochgestellt, und lustig flattert die Wäsche im Wind. Neben dem mächtigen Steuerruder schaukelt leise das Beiboot, von der benachbarten Zille bellt ein Spitz herüber, und manche Antenne auf Deck beweist, daß auch der Schiffer mit den technischen Errungenschaften seiner Zeit Schritt hält— vorausgesetzt, daß sie nicht viel kosten. Um- braust vom Großstadtverkehr, schlafen die Zillen. Fast scheint es, als sähe man einen Schiffsfriedhof, in dem sich die allen, abgenutzten Kähne zur großen Ruhe versammelt hätten. Der �lrzt auf üer Anklagebank. Ei« Mißgriff der Justizbehörde zum 2t8. Ein 21jähriges junges Mädchen R. lernt in München in befreundeter Familie einen russischen Leutnant a. D., nennen wir ihn o. K., kennen. Es entstehen Beziehungen, die nicht ohne Folgen bleiben. Das junge Ding fühlt sich derart elend, daß es einen Arzt aufsuchen muh. Die Mittel, die dieser ihr zur Behebung ihrer Beschwerden gibt, nutzen nichts, v. K-, dem sie ihren Zustand offen- bart, erklärt kurzerhand: die Frucht muß weg. Auch sie ist dieser Ansicht, da v. K. sie nun doch nicht heiraten will, obgleich er es ihr versprochen hatte. Beide beschliehen, nach Berlin zu fahren, da o. K. hier einen bekannten russischen Arzt hat. Der Arzt untersucht die R., lehnt jedoch seinerseits jeden Eingriff ab und nennt den jungen Leuten einen Frauenarzr. Dieser ist bereit, den Eingriff vorzunehmen, falls das ärztliche Attest eines seiner Kollegen die Fruchtabtreibung als ärztlich angezeigt bescheinigen würde. Er hatte seinerseits einen Lungenspitzenkatarrh und basedoide Erschcinun- gen festgestellt, bei denen das Austragen der Frucht für die Mutter eine Gefahr bedeuten tonnte. Die Aerztin, zu der der Frauenarzt die R. schickte, bestätigte auch ihrerseits, daß hier ein Abort angezeigt wäre, falls eine innere Therapie keinen Erfolg haben würde. Da die Frucht schon vier Monate alt war, somit jeder weitere Aufschub des operativen Eingriffs eine Erhöhung der Gefahr für die Patten- tin bedeuten mußte, eine schnelle Behebung des Lungenspitzenkatarrhs und der basedoiden Erscheinungen jedoch nicht zu erhoffen war, nahm der Arzt in einem Berliner Sanatorium unter der üblichen Assistenz von Krankenschwestern den Eingriff entsprechend den Regeln der ärzllichen 5kunst vor. Alles verlief gut und das Mädchen kehrte nach München zurück. In München erzählte sie ihren Bekannten von der Operation. So wurde der Fall auch einem Menschen bekannt, der äuf die R. schlecht zu sprechen war. Er erstattete bei der Polizei Anzeige t die Folge war eine Anklage geaen die R., gegen den Leutnant a. D. v. K., gegen den Berliner Arzt und gegen eine Bekannte der R. Die ersten drei hatten sich vor dem Schössengericht Schöne- b e r g zu verantworten. Der eirrzige, der den operativen Eingriff nicht für angebracht erklärte, war der Münchener Gerichtsarzt. Da- gegen waren bekannte Berliner Aerzte, die als Sachverständige er- schienen waren, ar-ic Med.-Rat Dr. Stürmer, Pros. Glaser, Prof. Nagel, Prof. Abel, Prof. S i e b m a n n. c i n st i m m> g der Ansicht, daß der operative Eingriff unter allen Um- ständen angezeigt gewesen war. und daß die Unterlassung des Ein- grifss womöglich zu einem tödlichen Ausgang für die Mutter hätte führen können. So blieb dem Staatsanwalt nichts anderes übrig, als von seinem Strafantrag abzusehen. Mit voller Berechtigung führte Rechtsanwalt Dr. Klee, der den Berliner Arzt verteidigte, aus, daß eine derartige Praxis der Staatsanwaltschaft, gegen Aerzte vorzugehen, die in Erfüllung ihrer beruflichen Pflicht bei Schwangerschaften operattve Eingriffe vornehmen, zur Folge haben würde, daß die Aerzte sich in Zukunft scheuen würden, die Opera- tionen vorzunehmen und es vorziehen würden, die P a t i e n- tinnen ihrem Schicksal zu überlassen. Das Gericht sprach die Angeklagten frei.— Der Mißgriff der Staatsanwaltschaft ist aber dadurch nicht aus der Welt geschafft. Der Freisvruch sollte ihr für die Zukunft als Warnung dienen. Nachtüienft in üen Kassenambulatorien. Die Schwierigkeiten, die zu überwinden sind, ehe man nachts ärztlichen Beistand erhält, sind bekannt. Diel« Aerzte lassen sich erst die Honorierung sicherstellen, es ist sogar schon vorgekommen, daß sich der Herr Doktor verleugnen lieh. Da die Aerzte der wenigen Rettungsstellen meist überlastet sind und deshalb die Wache nicht verlassen können, ist schon mancher Patient gestorben, der noch hätte gerettet werden können. Erst dieser Tage wurde in dem Brand- sttftungsprozeß Fuchs an Gerichtsstatt festgestellt, daß die Frau des verunglückten Kellermeisters Klante die ganze Nacht nach einem Kassenarzt herumlief, der bereit gewesen wäre, zu ihrem schwer- kranken Mann zu kommen. Infolge des Fehlens jeder ärztlichen Hilfe ist dieser dann verstorben. Um dieser offenkundigen Notlage der versicherten Bevölkerung abzuhelfen, haben die Berliner Kassenambulatorien stän- digen Nachtdien st eingerichtet. Dieser Nachtdienst darf aber nach dem letzten Schiedsspruch nur den Familienangehörigen und den Versicherten zugute kommen, die sich in der Behandlung der Ambulatorien befinden. Die standestreuen Aerzte haben auch hier wieder den Sieg über die Interessen der versicherten Bevölkerung davongetragen, indem das Schiedsamt nur den Versicherten die Möglichkeit zuerkannt, in t*r Nacht ärztlich« Hilfe zu erhalten. Die Wunöer der Klara van Haag. 59] TJoa Johannes Buchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Eine Woche später kam Hedwig unangemeldet heim. Die Mutter war bestürzt, sie sowohl in den Kleidern wie in der Sprache in eine Dame verwandelt zu sehen, und wagte nicht, sie an sich zu ziehen, sondern blieb vor ihr stehen und weinte. Der Vater hingegen strahlte vor Willkommenfreude. Er legte alle Arbeit beiseite, um bei ihr zu sitzen, mit ihr zu reden und sie anzusehen. Donnerwetter, was für eine Tochter man auf seine alten Tage bekommen hat, sagte er mehrmals bewundernd.'Hedwig fühlte einen Stich vom Trotz der Kind- heit in sich, als sie ihn sah, aber das verschwand schnell. Sie waren ja beide jetzt neutral. Während sie seine Bewunderung einkassierte, war auch keine Zeit für anderes. „Du hast dich wirtlich oerändert," sagte er lächelnd. „Du auch." „Ach, zu meinem Vorteil?" „Glaubst du, etwas anderes wäre möglich gewesen," sagte sie nachdenklich, aber dann lachten sie beide und waren gute Freunde. Hedwig ließ ihn alles erzählen, was sie im voraus aus den kurzen Briefen der Mutter wußte. Am meisten von der Gnädigen, die das Glück über das Haus ausgeschüttet hatte, über Sioerts Ehe und den Ziegeleihandel. Ueber letzteres sprach er weiter, und. während er seine eigenen Worte an- hörte, ging etwas in ihm vor. Den ganzen Winter hatte er sich tot gewünscht. War es da nicht rein zum Erstaunen, daß er sich jetzt die Ziegelei als ein großartiges Unternehmen schildern hörte, das ihm bisher täglich Freude verschafft hatte und ihnen zudem bald großen Reichtum verschaffen sollte! Er log sich glücklich und war in dieser Stunde glücklich. „Und du sollst wahrlich deinen Anteil haben, mein Kind. Wenn der Brand fertig ist und das Geld hereinzuströmen beginnt. Wahrlich sollst du das. Eine Aussteuer sollst du haben. Bist du verheiratet?" „Nein," sagte sie und wurde etwas düsterer. Aber es eficl ihr doch, daß er ein wenig intim und väterlich war. ur: Bist du verheiratet? sagte er. $ „So, nicht. Nun, einerlei. Du sollst ein Reitpferd von mir haben, oder was du sonst willst, wenn es gut geht." Er schwieg ein wenig und schmeckte die Worte gleichsam mit der Zunge: Wenn es gut geht. Dann lachte er mit schiefgelegtem Kopf, pickte sie auf den Arm und sagte:„Ja, denn es ist ja ein Wagestück, aus das ich mich eingelassen habe. Eine Ziegelei fast ohne Geld zu kaufen und ganz ohne Geld zu betreiben. O— ein Spiel um Leben oder Tod. Aber ich gewinne. Du. Ich gewinne das Spiel!" Hedwig aß daheim Mittag und sagte dann, daß sie zu Frau van Haag gehen wolle. „Ich gehe mit!" sagte der Vater. „So," sagte Hedwig und hob die Brauen. „Ich meine: erlaubst du, daß ich mitgehe!" Hedwig nickte gnädig, er dürfe gern. Dann gingen Vater und Tochter mitsammen durch die Stadt, und es traf sich, daß sie gerade Herrn van Haag zur Tür von Wangs Hotel hineingehen sahen. Sie sprachen nicht darüber, fühlten aber beide eine große Erleichterung. Gleich darauf waren sie im Zollamt. Sie gingen nach oben und direkt in die Stube. Frau van Haag saß in ihrem Zimmer am Schreibtisch mit einem Kissen hinter dem Rücken, alz sie aber Hedwig sah, sprang sie auf, und es war, als streife sie alle Krankheit ab. Ihre weißen Wangen erhielten jetzt Farbe und sie schloß Hedwig in ihre Arme. Sie sahen sich fest in die Augen und vergaßen für eine Weile Egholm. Aber dann setzten sie sich alle drei dicht zusammen und sprachen von vielerlei. „Sie freuen sich auch mit dem Mädchen, Monsieur Eg- Holm, das kann ich Ihnen ansehen. Oder hat sich gleichzeitig etwas Gutes in der Ziegelei ereignet?" „Ja, auch das," sagte Egholm geheimnisvoll. „Aber der Lehm sei ja nicht gut, meinten Sie neulich." „Nicht gut. Habe ich das gesagt? Der ist herrlich. Sie können selbst eine Probe sehen, vielleicht glauben Sie mir dann. Sehen Sie." Er steckte die Hand in die Tasche und zog sie, mit einer gelben, bröckligen Masse gefüllt, wieder heraus. „Merkwürdig, daß aus so etwas Steine werden können," sagte die Gnädige. Egholm schwieg ein Weilchen und ließ die andern reden: dann brach er in die Unterhaltung ein. Es war deutlich, daß er über etwas nachgedacht hatte. „Ja," sagte er,„meine Zweifel an der Güte des Lehms haben sich als unbegründet erwiesen. Der Stein hält gut zusammen, und es kann schon als gegeben betrachtet werden, daß alles gut gehen wird. Ich kann nicht anders, ich muß es schon jetzt erzählen, weil Sie ja verreist sind, wenn der Brand vorüber ist." „Nein, Egholm, ich glaube, ich bleibe, bis der Tag über- standen ist." „Ja, ja, aber ich habe, wie gesagt, Sicherheit für einen ausgezeichneten Ausfall." „Meinen Sie wirklich?" „Ich kann gut sagen, daß ich es weiß," sagte Egholm mit fester Stimme. Gleich darauf verabschiedete er sich, und die Gnädige begleitete ihn trotz seiner Proteste ganz bis auf den Korridor hinaus, als sie aber wieder kam, war sie noch stark mit seinen Worten beschäftigt. „Ich weiß nicht," sagt« sie.„ob dein Vater recht hat, aber ich wollte, er hätte es. Ach, Hedwig, könnten wir doch den Mann glücklich machen, gegen den das Leben so schlecht gewesen ist!" „Die Schlechtigkeit hat er an andern gerächt," sagte Hedwig kalt und klar. „Das ist ricktig! Den Urheber konnte er ja nicht treffen. Er hat sich an Mütterchen gerächt, an dir und den andern. Deshalb war er ein unglücklicher Mensch." „Für mich ist Vater eigentlich eher verrückt als un- glücklich." „Unsinn, Hedwig. Er ist in gleich hohem Maße toll und unglücklich." Frau Klara kauerte sich zusammen und sah mit großen Augen auf Hedwig. Ihre Stimme bekam einen zitternden Klang, der den tiefsten Eindruck auf die Zubörerin machte. „Ach— denk einmal richtig, wie schrecklich es ist, mit einem kranken Gehirn geboren zu werden. Wir andern, wir gehen in die Welt hinein mit einem Svarkafsenbuch versehen, auf das wir Geld abheben können. Kaspar Egholm— der Unglückliche— hat kein Sparkassenbuch, sondern eine Tollheit, die an dem Tage ausbricht, als er über einen Stein fällt und mit der Stirn« gegen den Boden schlägt."(Fortsetzung folgt.) Das Urteil im DranÜftistungsprozeß§uchs. Ein Jahr drei Monate Gefängnis. Nach dreitägiger Verhandlung kam das Schwurgericht I unter Lorsitz von Landgerichtsdirektor Marschner auf Grund eines von der Anklagcbchörde geführten Indizienbeweises zu der' Verurteilung des Junglehrers Alfred Fuchs wegen versuchter Brandstiftung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und versuchten Betruges zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von drei Wochen Untersuchungshaft. Der Angeklagte sei zweifellos ein Mann, bei dem man sich einer solchen Tat nicht versehen könnte. Das Gericht hätte ihn auch nie verurteilt, wenn auch nur 1 Proz. einer anderen Lösung als durch Brandstiftung möglich gewesen wäre. Die drei getrennten Brandherde, bei denen es tatsächlich von innen aus den Schränken heraus brannte, schlichen eine Selbstentzündung aus und lassen allein mrf Brandlegung schließen, die nur von dem Angeklagten ausgegangen. sein kann. Das Gericht erlieh Haftbefehl gegen den Angeklagten. Justizrat Wronker bot ein« erhöhte Kaution an, und das Gericht erklärte, daß der Angeklagte aus der Hast entlassen werden würde, sobald der Vater zu der bereits gestellten Kaution von ISOll M. den gleichen Betrag nochmals als Sicherheitsleistung bei der Gerichts- kassc eingezahlt Hab«. Vorläufig wurde der Angeklagte ins Unter- suchungsgefängnis abgeführt. Unser juristisflier Mitarbeiter schreibt uns zu dem Prozeß: Die Feuerwehrjachver-ständigcn hatten mit absoluter Bestimmt- h ei t die drei k ü n st l i che n Brandherde festgestellt. Nie- mand anders als F. konnte sie verursacht haben. Um so komplizierter erschien aber die Persönlichkeit des Angeklagten. Nichts deutete darauf hin, daß er zu einem derartigen Verbrechen fähig sei: sein« Kollegen gaben ihm das beste Zeugnis. Und doch ist an diesem Junglehrer etwas, was zu denken gibt. Er sehnte sich aus den kleinen Verhältnissen heraus. Das wird der Grund seines Verbrechens gewesen sein. Er glaubte, in sich plötzlich Geschäfts- t o l e n t e entdeckt zu haben und beurlaubte sich im Jahre 1922 ohne Gehalt. Mit gepumptem Geld kaufte er zwei Lebensmittel- geschöstc und versuchte sich nebenbei auch im Ankauf von Altmetall: die Inflation mit den leichten Derdiertstmöglichkeiten war wohl dem Lehrer zu Kopf gestiegen. Der Erfolg war eine Schuldenlast, die Rückkehr zum Lehramt, die Verpfändung seines Gehaltes. Trotzdem gefiel er sich in seiner breiten Lebensweise. Schließlich wußte er sich nicht mehr zu Helsen: er mußte unbedingt eine größere Summe Geldes in die Händ« bekommen. Da mag er wohl auf die Idee der Brandstiftung verfallen sein. F. verteidigte sich vor Gericht wenig bescheiden. Er beteuerte immer wieder seine Unschuld: das schuldete er schließlich seinem Ruf und seinen Kollegen. Er zog es vor, auf Grund eines Indizienbeweises verurteilt zu werden, als geständig zu sein: da konnte er immer noch den Unschuldigen spielen. Schwerer Gerüfteinfturz. Vier Maler abgestürzt und schwer verletzt. Ein folgenschweres Unglück ereignete sich gestern nachmittag gegen H4 Uhr in einer Wagenhalle des Betriebsbahn- Hofes 13 der Aboag in der Bclforter Straße 19. Vier Maler, die auf einem Gerüst standen, das in sich zusammen- brach, wurden hierbei mehr oder minder schwer verletzt. In der Wagenhalle werden gegenwärtig Maler- arbeiten ausgeführt. Zu diesem Zweck wurde ein Hängegerüst errichtet, das in einer Höhe von etwa 3 Metern über dem Erdboden angebracht ist und auf dem leilung. 5. Abt. 7V, Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. U/12, Geschäfts» und Kassenbericht. Neuwahl der Abteilungsleitung. Erscheine» ist Pflicht. 6. Abt. 7 Vi Uhr bei Büttner, Schwcdter Str. 23, Neuwahl der Abteilungs lcitung. 8. Abt. 7'4 Uhr gahlabente in den bekannten Lokalen. g. Abt. 7 Vi Uhr in Artushof, Perleberger Str. 2S, Vortrag:„Die politisch, Lage". Referent Bernhard Döring. Vorstandswahlen. Mitgliedsbüchei sind zur Kontrolle mitzubringen. 13. Abt. 7V, Uhr in der Schulaula, Alt-Moabit 23, Vortrag:„Das rote Wien und fein« Arbeit". Referent Otto Meier, M. d. L. II. Abt. 7's, Uhr bei Berger, Levetzowstr. 23, Eck« Iagowstraße, Vortrag: „Das Großkraftwerk in Rummelsbuvg". Referent Stadtrat Schlichting. Gäste können eingeführt werden. 12. Abt. 7?b Uhr Zahlabend bei Schmidt, Wiclcfstr. 17. Neuwahl der Ab. teilungsleitnng. 13. Abt. 74 Uhr in Ariushof, Pcrleberger Str. 2g, Vortrag:„Die wirtschafts. politische Lage". Referent Otto Ziska. Neuwahl der Abteilungslcitung. 11. Bbt. 8 Uhr Zahlabende bei Eotlfchall, Putbuffer Etr. 34, Stark, Put- in: ff er Str. 14, und Bank. Graun straße Ecke Lortzingstroße. 15. Abt. 7'i Uhr Zahlabende. Bezirk 251 bis 254 1! und 25g und 26ll bei Franz Schmicdtal, Vinctaplatz 7(ehemals Eoldbach). Bezirk 265 und 266 bei Kunze, Ackcrstr. 4a. Ii. Bbt. 7Vj Uhr Zahlabend« bei MMer, Scheringstr. 13, und Döhlinep Brunnenstr. 79. 17. Abt. 7 Vi Uhr Zahlabende bei Gerth, Tegeler Str. 53, Bade, Triftstr. 4» und Schreiber, Triftstr. 63. 1». Abt. 74 Uhr Iahlabende bei Sachs, Lindower Str. 2«, Schade, Kösltner Straße 9, Schmidt, Kolberger Str. 24, Köpke, Pankstr. 46 und Müller. Uferstr. 12. 1». Abt. 74 Uhr gahlabcnde. Bezirk 835—836: Grunert. Pankstr. 5g.— Bezirk 867—813: Schrepel, Drünthalcr Str. 13.— Dezirk 811: Brodzinsky, Grün. thaler Str. 6.— Bezirk 812: Schulz, Stettiner Str. 52.— Bezirk 813: Zcisc, Drünthalcr Str. 14.— Bezirk 814—810: Schuchardt, Christiania» straßc 116.— Bezirk 820: Erüncbcrg, Prinzenallce 57. 26. Abt. 74 Uhr gahlabcnde in den bekannten Lokalen. 21. Abt. 74 Uhr Zahlabcnde bei Dammer. Schulstr. 24, Kroll, Utrechter Straße 21, Scholz, Adolfstr. 12, Schrepel, Antonstr. 8, Senkel, Utrechter Straße 13. 227 Abt. 8 Uhr Zahlabend« bei Scholz. Fchmarnstr. 1. Radzav. Brüsseler Straße 43, He ans, MUllerstr. 28. 23. Abt. 74 Uhr Zahlabende bei Lewandowski, Scestr. 134, Drunewalbt, Kameruner Str. 19, Tictzc, Darfußstr. 9, Taube, MUllerstr. 62». 24. Abt. 74 Uhr Zahlabcnde. 1. Gruppe: Rösner, Immanuelkirchstraße.— 1» Gruppe: Schmidt, Marienburger Straße.— 2. Gruppe: Schleift, Wins- straße. Ecke Christburgcr Straße.— 3. Gruppe: Köhler, Schweizerhäuschen, Grerfswalder Straße. Vortrag:„Reichswehr, Volkshccr, Schutzpolizei". Referent Erich Froenkcl. 25. Abt. 74 Uhr Zahlabende bei Gott, Kniprodestr. 6, Baronskt, Pasteur- straße 6, Kästner, Elbinger Etr. 24. Referat« in allen drei Lokalen. 23. Abt. 74 Uhr bei Beinlich, Weißenburger Str. I, Vortrag:„Bau. Europa". Referent Karl Litkc. 27. Abt. 74 Uhr in den Schönhauser ssestsälen, Schönhauser Alle« 121, G«. schäftsbericht und Neuwahl der Abteilungsleiwng. Mitgliedsbuch dient als Ausweis, sonst kein Zutritt. 28. Abt. 8 Uhr gahlabendc. Bezirk 237: Krause, Belforter Str. 19.— Bezirk 238 und 243: Bartelt, Wörther Str. Ig.— Bezirk 23S: Kemper, Prenzlauer Allee 232.— Bezirk 241: Lehmann, Wörther Str. 12.— Be. ziri 242d: Richter, Hagenaucr Etr. 5.— Bezirk 243» und 243b: Ruhl, Ehoriner Str. 4g.— Bezirk 244: Zundel. Kastanienall« 23/33. Vortrag: .Las Heidelberger Programm". Referent Adolf Wufchick.— Bezirk 245: Meier, Oderberger Str. 3g. 29. Bbt. 74 Uhr in, Altersheim, Danziger Etr. 62, Vortrag:„Stellungnahme der Partei zur Regierungskrise. Referent Viktor Schiff. 36. Abt. 74 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Dezirk 93— 95; Pohst, Lychener Straßc, Ecke Etargardcr Straße. Bortrag:„RationaNsierung und Arbeiterschaft". Referent Genosse Jahn.— Bezirk 96, 97: Schröter, Pappelallce 34.— Bezirk 100— 102: Hoffmann, Lvchcner Str. 8. Vortrag: '„Reichswehr und Republik". Referent Genosse Krüger.— Bezirk 117 bis 123: Hilgcnfcldt, Earmen.Eylva.Str. 5.— Bezirk 124—127: Seidel, Kanzow. straßc 13. SL Abt. Die Mitgliederversammlung findet umständehalber nicht am Mitt. woch, sondern erst am Freitag, den 14. Januar, statt. Näheres in der Donnerstag.Movgenausgabc. 32. Abt. 74 Uhr Sruppenzahlabende in de» bekannten Lokalen Die Wich. ngkeit her Tagesordnung iNeuwahlen usw.) erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Die Bczirksführer laden ein.— Kruppe Wartmann tagt bei Hartmonn, Am Ostbahnhof 18.— Zahlabend der Gruppe Kluge tagt diesmal bei Schmidke. Krautstr. 44, Eingang Paul-Singer-Straßc. 33. Abt. 74 Uhr Zahlabende. Wegner, Stvalauer Alle« 31. Vortrag mit Lichtbildern.— Hoffmann, Ctralaner Allee 17, Vortrag des Genossen Pohling.— Kienitz, Simon-Dach-Str. 24, Vortrag des Genossen Eugen Brückner. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 24. Abt. 74 Uhr in den EomeniussSlcn, Äemcler Str. 67. Bortrag. Ref. Felix ffechenbach. 35. Abt. 7 Vi Uhr Zahlabende. Gruppe 17: Töpper, Rigaer Str. 85.— Gruppe 2: Schule, Samariterstr. 20.— Gruppe 3: Bombe, Boigtstr. 25.— Gruppe 4: Borkowski, Echreinerstr. 32. Ueberall Referate. It. Abt. 74 Zahlabcnde in den bekannten Lokalen. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. 37. Abt. 74 Uhr Zahlabcnde. 1. Gruppe: gepke, Ebertystr. 6.— 2. und 3. Kruppe: Ierach, Ebertystr. 10.— 4., 5. u. 6. Gruppe: Köhler, Mattern. straße 14. In allen Zahlabcnde» Stellungnahme zur Neuwahl der Ab» teilungleitung. 39. Abt. 74 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Wilhelm Hoopf:„Das Leben ohne Sott". Ferner Vorstandswahlen. 41. Abt. 74 Ubr Grupvcnversammlungen. 1. n. 2. Gruppe: Beinhoff, Belle.Alliance.Straße 74». Vortrag:„Das neue Brbeitsgerichtsgesetz". Referent Genosse Römer.— 3. u. 4. Gruppe: Schuster, Ehamissoplatz 4.— 5. u. 6. Gruppe: Lutze, Bcrgmannstr. 93.— 7. u. 8. Gruppe: Mcnde,' Gneisenaustr. 6». Stellungnahme zur Jahresabteilungsversammlung. 46. Bbt. 74 Uhr im Restaurant„Zum Krcuzberg", Krcuzbcrg., Ecke Möckern. straße. Vortrag:„Mieterfragen". Referent Stadtrot Otto Most. Aus. spräche über die weltliche Schule. 42. Abt. 7 Vi Uhr Zahlabcnde. Wagner, Blllchcrstr. 61.— Wiersdorfs, Urbanstr. 6.— Sicht, Blllcherstr. 38.— Dogeler, Mittenwalder Str. 16. — Sechaak, Willibald-Aleris-Etraße 5.— Höhlkc, Bcrgmannfir. 69. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. 43. Abt. 74 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 44. Abt. 74 Uhr in der Schulaula, Rcichenbcrgcr Etr. 44/45, Vortrag:„Die ., Bedeutung der weltlichen Schule. Referent Richard Schröter. Abt. 74 Uhr bei Burckhardt. Görlitzer Str. 53, Tätigkeitsbericht und Aeuwahl der Abteilungslcitung. Aussprache über die weltliche Schule. zs°?ch>edencs.— Tic Bücher des Bücherkreises müssen abgeholt werden. Uhr Zahlabcnde. Stadtbezirk 82, 83; Timpe, Adalbertstraße, Ecke Naunynstraße.— Stadtbezirk 97: Lier, Naunynstr. 9.— Stadt- bezirk 98—100: Siedentopi, Muskaucr Str. 35.— Stadtbezirk 101—105: Lehmann, Mnskauer Str. 1. � ��?.„Uhr in Gliesinas Festfälen, Wassertorstr. 68, Vortrag:„Die Rationalisierung der Wirtschaft". Referent Wilhelm Landa. Gh-rlottenbu-g. 51. Abt. 74 Uhr bei Schcllboch, Konigin.Elisab-th-Straße 6, Bortrag:„Die sittlick« Idee des Sozialismus". Referent Genosse Katzen» stein. Ecichaftsbericht und Neuwahlen.— 52. Abt. 74 Uhr bei Büttner, . st?l stee 81. Innere Äbteilungsangelegeüheitcn. Erscheinen ist Pflicht.— 53. Abt 74 Uhr bei Alderts, Wiebestr. 40, direkt neben i. c Jahresberichte und Neuwahl der Abteilungslcitung. — 54. Abt. 8 Uhr>m Jugendheim, Rosinenstr. 4, Neuwahl der Abteilungs. leitnng und samtlicher Funktionäre.— 55. Abt. 8 Uhr bei Reimer, Wilmcrsdorfcr Straße 21, Bkricht und Neuwahl der Abteilungsleiwng. Verschiedenes.— 56. Abt. 1. u. 3. Gruppe 74 Uhr bei Lierfch, Kant. straße 62. Vortrag: Die außenpolitische Lage".'Referent Franz Walnga. Stellungnahme zur Neuwahl des Vorstände-'..— 2. Gruppe: Ioskowiack, Kolticndorffstr. 20, Vortrag:„Sozialversicherung".- 57. Abt. 74 Uhr Zahlabcnde. 1. Gruppe: Arndt. Kantstr. 51. Vortrag:„Die Wohnungs, not und die Partei". Referent Genosse Mickler.— 2. Gruppe: Thunack, Wielandstr. 4.— 58. Abt. 74 Uhr im Rankehaus, Rankestr. 4, v. lv, Vortrag:„Religion und Sozialismus". Referent Pfarrer Vlcicr. Ab» rcchnung...—. 66. Abt. Spandau. 8 Uhr bei Wind. Pichelsdorfer Etr. 5, Vortrag:„Die Regierungsbildung im Reiche. Referent Fra», Puttkamer. 62. Abt.»iemensstadt 74 Uhr im Lokal früher Inh. Szindheim. General. Versammlung. 1. Parteiangelcgcnhcitcn. 2. Kreisvcrtretertag am 16. Ja. niiar. 3. Jahresbericht des Vorstandes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird erwartet. 67. Abt Ernncioald. 8 Uhr im Vahnhe.ksrcstaurant Grunewald. Geschäfts- bericht und Neuwahl der Abt-iiangslcitung. Dil Straßenfllhrer lade» ein. 68. Abt. Halensce. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag: „Sollen die Sozialdemolralen in die Reichsrcaicrung gehen?" Referent Dr. Kurt Löwenstcin, M. d. R. Wichtige Parteiängelegcnbeiten. Er. fcheuizn ist Pflicht Wilmersdorf. 69. Bit. 9 Uhr bei Andreas, tSfatzJura« Etr. 96. Vortrag: „Die Geschichtsbücher der deutschen Republik". Referenl Dr. Siegfried Kawerau.— 76. Abt. 74 Uhr bei Kroihs, Holsteinische Str. 60, Vortrag: „Politifche Tagesfragen". Referent Bernhard Krüger. Neuwahl der Ab» tciwngslcitung.— 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlachcr Straßc, Ecke Vrnchfalcr Straße, Zahlabend. Wir bitten die Funktionäre, bereits um 74. Uhr ebenda zu erscheine».— 72. Abt. 74 Uhr bei Schäfer, Augusta. straße 3l, Vortrag:„Mängel des Ehcrcchts". Referent Dr. Fritz Gold» schmidt. Vorstandswahlc». 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr in der Gemeindeschule Hauptversammlung. Die Funktionäre und der Vorstand tagen bereits ab 7 Uhr daselbst. Wichtige Tagesordnung. Borstands- und Delegicrtcnwahlen. Erscheinen ist Pflicht. Die Vczirksfllhrer laden schriftlich ein. 74. Abt. 8 Uhr bei Micklen, Potsdamer Etr. 25, Neuwahl des Vorstandes. Kommunale Angelegenheiten des 16. Bezirks. Referent Etadw. Richard Dracmert. Aussprache. Verschiedenes. Alle Genossinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. 76. Abt. Dahlem. 8 Uhr bei Schilling, iiLnigin-Luise-Etr. 42. ordentliche Gencralversainnklung. Jahresbericht. Borstandswahl. Für die weltliche Schule! Werbeversammlungeu der freien Schulgcmeiuden Tempelhof und Friedrichshain. heule Dienslag. abends 7% Uhr, spricht Oberskudiendireklor Dr. Fritz karsen in der Aula Frledenstr. 31 in einer össenllichen Ellernversammlung über:„Die weltlichen Schulen im Bezirk Friedrichshain". Am Freitag, den 14. Januar, abends S Uhr. hält die freie Schnlgemeinde Tempelhos in der Aula Kaiserin» Augusta» Slrahe ihre erste össentliche Werbeversammlung ab. Dr. Karsen spricht über das Thema:„warum müssen wir unsere Kinder in die weltliche Schule schicken?" Die Elleru sind herzlichst eingeladen! Schän-bera. 77. Abt. 74 Uhr Zahlabend«. 1. Bezirk bei Milde. Noll-nfcjrf. straße 16. Bortvag:„Die politische Lage". Referent Dr. Karl Miere Udars. 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossastr. 5». Bortvag:„Organisation". Re» scrcirt Genosse Hausse. 3. Bezirk bei Zeianer. Grunawaldstr. 36. Vortrag: „Die biologischen Voraussetzungen des Marrrsmus". Referent Dr. K<-us. 4. Bezirk bei Will. Martin-Luther-Str. 69. Vortrag:„Die volitischc Lag«. Resercut Genosse Willberg.— 79. Abt. 74 Uhr Zahlabend«. 1. Bezirk bei Arndt. Bautzencr Str. 10. 2. und 3. Bezirk bei Ernnow, Geßlerstr. 13. Vortrag:„Innen- und Außcnvolitik". Referent Gerhard Kramer. 4. bis 6. Bezirk bei Groß, Sedonstr. 17. Vortrag:„Innen, und Außenpolitik'. Referent Waldemar von Puttkamer. 7. Bezirk bei Podzus. Sachsendamm Ecke Reickiordtstraßc. Referent Georg Mendt. 8. Bezirk Sradlunq Luiden Hof bei Achtenhagen. Röblinqstraße. Vortrag:„Innen, und Außenpolitik Referent Georg Raibit. Beginn pünktlich. Wegen noch weiterer wichtiger Besprechungen ist das Erscheinen sämtlickier Mitglieder unbedingt«rforder» Tick).— 80. Abt. 74 Uhr im Helinholtz-Gymnasimn Seneralversommlung. 81. Abt. Frieden«,. 74 Uhr Zahlohend« in den bekairnten Lokatlrn. 82. Abt. Steglitz. 74 Ubr bei Sclick, Bi-marckstr. 65, Vortrag:.OlteitropSisch« Etreifzüae". Referent Eugen Lewin-Dorfch. 83. Abt. Lichterfc lde. 8 Uhr im Lokal Reinh. Schmidt. Liiidenbiivgdamm Eck- Kaiser straßc. Zahlabend. Bonirag:„Religion undd Sozialismus». Referent Wilhelm Miethke.— Lichterfelde-Oft. 8 Uhr bei Paul Kraft, Heinersdorfer Ecke Kaiferftraße. Zahlabend. Vortrag:„Die politische Lage". Referent Brun» Theek. 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr bei Lebmann, Kaifer-Wilhelm-Skr. 29/31 Haupt» Versammlung. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. 85. Abt. Tempelhos. 74 Ubr im Restouvant©tuWmttitn, Dorfstr. 50, Generalversammlung. Vortrag:„Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Politik". Referent Hermann» Mllllcr.Frankcn. Berichte des Vorstandes. Neuwahlen. Erscheinen Pflicht. 66. Abt. M-riendaif. 74 Uhr Zahlabend«. 1„ 2. nnd 7. Bezirk bei Ren» mener. Kaiserstraß«. 3. bis 6. Bezirk bei Rtrndorf. Gbansseestr. 19. 8. bis 10. Bezirk bei Findeisen, Friedenstr. 6. 88, Abt. Lichtenrade. 74 Uhr in der Schul« Rvonstvaß«. Reilwahr der Ab- teilumgslcitunq. Erscheinen ist Pflicht. Renkölln. 89. Abt. 74 Ubr in der Kottbusser Klaus«, Kotibusser Damm Eck« Bürknerstraße, Bortvag des Genossen Franz Künstler, M. d. R. Bericht des Vorstandes. Rcuwahl der Abteilungsleitung. Verschiedenes.— 90. Abt. 74 Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 18. Be» zirk bei Rüdiger. Lobmühkenstr. 36. 15. und 26. Bezirk bei Jahn. Fulda- straße 45. 16. und 25. Bezirk bei Ianicke, Iansastr. 11. 17. und 24. Bezirk bei Lelmiannn. Tell- Ecke Weserstraße. 22., 23. und 36. Bezirk bei Scha» Heiko, Weichselskr. 5. 34. und 43. Bezirk bei Kleistner, Münchener Str. 53. Bö. Bezirk im Idealkasinv, Wcichselstr. 8.— 9L Bbt. 74 Uhr im Lokal Bergschloßhöhe. Karlsgartenstr. 6/11. Bortvag:„Arbeitsrecht". Referent Maglstratsrat Dr. Echcinemann. Bericht des Vorstandes. Vorstand». mahlen: Der Festausschuß und b«r Vorstand treffen sich«in« Stunde früher ebenda.— 92. AM. 8 Uhr Zahlechende: Bezirke 14, 29, 30 bei Ganter. Harzer Str. 88(Vortrag). Bezirk« 27, 28, 32. 33 bei Ewald, Elbe- Ecke Beserstvaße(Vortrag). Bezirk« 31, 44, 45, 55 bei Wolff. Kaiser-Friedrich- Ecke Roseaaerstreße(Fortsetzuna des Dortvags:„Die Zukunft der SPD."). Bezirke 46. 47. 50 bei Kanferstein. Richardstr. 108 (wichtige Tagesordnung). Bezirke 72. 73 bei Schneider. Rosenstr. 8(Bor- trag). Da auf allen Zahlabenden der Abtriluna außerdem sehr wichtig« Organisotionsfragen zur Berhondluna sieben, ist es unbedingte Pflicht aller Genossinnen und Genossen, pünktlich und zahlreich auf ihrem Zahl- abend zu erscheinen.— 93. Abt. Die Abteillunqsocrsaninilung wird auf den 26. Januar verlsgt. In der Siedlung findet am Mittwoch. 12. Ja. nuar, 74 Uhr, im Bärivinkel der Zahlabend statt. Referent Stadtverord» neter Max Fechner.— 94. Abt. 74 Uhr Zahlabend«. Bezirk« 5l, 52. 68 78 bei Schröder. SIeimnetzftr. 52: Bortvag des Genossen Guse. Bezirke 64, 65. 66, 67, 77, 78 bei Günther, Schillert»: omcnade 11.— 95. Abt.: 74 Uhr Zahlabend«. Bezirke 53, 60, 61, 71 bei Grieger, Lessingstr. 9. Bezirke 62, 63. 70 bei Sürtler. Prinz-Sandiery-Str. 34. Bezirke 69, 74, 75 bei Gust- mann, Eteinmetzstr. 78. Jedes Mitglied muß inihedinqt erscheinen.— 96. Abt. 74 Uhr in Wolfis Gesellschaftsbaus. Kirchhofstr. 41, Vortrag: „Justiz". Referent Rechtsanwalt Dr. Eiegmund Kallmann.— 97. Abt. 74 Uhr bei Rudolf. Hermann. Eck« Knes«beckstvaß«, Vortrag:„Die Ee- schichte der schwarzrotgoldenen Fahne". Referent Dr. Friedrich Hertneck. Bericht des Bvrstandes. Neuwahl de, Vorstandes und der Funktionäre. 99. Abt. Britz-Buckow. 8 Ubr im Lokal Bllschkrua, Rndower Straße. Bortrog der Genossin Gertrud Hann«, M. d. L.:„Politisch« Dagesfraqen". Er» scheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. 1. Bezirk bei Niemsch, Ehausseestr. 19. 3., 5., 6. Bezirk bei Bartmann. Rudower Str. 92. 191. Abt. Treptow. 74 Ubr Zahlabend«. Oettinger. Kiefholzstr. 33/34. Ecke Eiscnstraße, Vortrag:„Der Völkerbund". Referent Otw Bach. Stephan, Graetzstr. 1. Vortrog:»Gegen Schmutz» und Schundgefctz". Referent Hanns Kamm. 102. Abt. Baumlchnlenweg. 74 Uhr bei Boromann, Bamnschnlenstroße. außer. ordentliche Generalversammlung. Geschäftsbericht und Neuwahl der Ab» teilungsleituna. Erscheinen ist Pflicht, 193. Abt. Oberschöneweid«. 74 Ubr bei Imberg, Wklhelmwenbofstr. 34, Generalvetsammlung. Abteilung«bericht. Wohl der Abteilungsleitung und der Funktionär«. Kreisgeneralverfammluna und Beratun» evtl. Anträge zu derselben. Delegiertenwahl. Der Streit um die Demokratie von Karl Renner.- 194. Abt. NiederfchSncweid«. 74 Uhr bei Roethel. Brückenstr. 15. General. Versammlung. Vortrog:„Feuerbc stattnng und Krematorium in Berlin". Rcserent Stadtrat Besten. Vorstondsbericht. Neuwahlen. 195. Abt. Adlershos. 8 Uhr bei Vogel. BIsmarckskr. 84, GeneralversammtlUng. Erscheinen ist dringrnb erforderlich. 169. Abt. Johannisthal 74 Uhr bei Schreiner. Friedrichstr. 6, General. Versammlung. Vortrag:„Die volitischc Lage". Referent Robert Breuer. Neuwabl sämtlicher Funktionäre. 107. Abt. Alt.Glienickc.Faltcnberq. 48 Uhr Genevalversammlun« bei Thieme, Echirncrstraßc.„Die Beziehungen de» Iugendamis zum Elternhaus", Referent Genosse Peters. Vorstandswohsen. 108. Abt. Köpenick. 74 Uhr Zahlabende. Kictzvorstadt bei Lietfch«, Dorotheen» Ecke Marienstraße. Köllnisch« Vorstadt bei Stivpekohk, Sckiöirerliirder Str. 5. Der Zahlabend fllr die Dammvorstodt findet erst am Donnerstag, 13. Ja. nuar. statt. Stellui ig nähme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. 110. Abt. Grünm». Generalversammlung bei Werner, Köpcnicker Straße. „Der Kampf um den Mietersckrntz". Referent Landeerichtsrat Rüben. Bvll» ».. lähliges Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Gäste willkommen. III. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr bei Heimann. Wailtersdorfcr Str. 100, Vortrag: „Politische Jahresbilanz". Referent Gustav Eckhardt. Lichtenberg. 114. Abt. 74 Uhr bei Pieschek, Krossener Str. 14, Vortrag de« Genossen Zitscher. Neuwahl her Abteilungsleitung.— 115. Abt. 74 Uhr bei Seipkc, Kronprinzen» Eck« Scharnwaberstraße, Vortrag:„Die politische Loge". Referent Stadtverordneter Adolph Hoffmonn. Neuwahl der Ab- teilungs'eitung. Außerdem Bortvag über:„Die weltlich« Scknilc". Re- fercnt Rektor Priebe.— 116. Abt. 74 Uhr bei AD'eckt, Boxbagener Straß« 62, Vortrag:„Polizei und Arbeiterschaft". Referent Polizei- oberst a. D. Dr. H-rman» Schlitzinger.— 117. Abt. Pünktlich 74 Uhr in der Schule LUckstr. 60 oemeiusamer Zahlabend. Bortrag:„VoÜtische und soziale Demokratie". Referent Genosse Lepinski. Bericht. Neuwohl der Abteil»ngsl«it»ng.— 118. Abt. 74 Uhr Zahlabend« in den bekannten Lokalen. Stellungnahme zur Nenwabl der Abteilungsleitun". Erscheinen ist Pflicht.— 119. Abt. 74 Uhr im Lnzeum Rathgiiesta, 8 fZeichenso»:! Vortrag:„Aiiswiiideriina»nb innere Kolonisation". Referent Gewerk- schaflssckretär des ADGB. Genosse Knoll. Diskussion, Neuwahl der Ab» teilnnaslcitnna. 120. Abt. Friedrichsfelde. 74 Uhr bei Tempel, Prinzenallee, Gcncrolversamin. l»ng. Erscheinen aller ist unbedingt erforderlich. 121. Abt. Karlsborst. 74, Uhr im Lokal Denlsches Kons, Stoszcnselsftraße, Vorträg:.Sozialpolitisches". Ncfe:cnt Rudolf Karsten vom Zentralver. band der Arbeitsinvattden Deutschlands. 122. Abt. Piesdoef. Der Zahlabend wird vom 12. auf den 19. Januar per. schoben. Räber« Mitctilung erfolgt noch 123. Abt. ftralsborf. 8 Uhr bei Escherich, Frankfurter Str. 55, Neuwahl der Abteilungsleitung. 124. AbV Mahlsdorf. 74 Uhr bei Anders. Bahnhofftraße. Vertrag:.Die Geaenwarksanfarhen der Sozialdemokratie". Nckerent Genosse Bad", Nrn. w'hl der Abieilungsleiinng. Wir erwarten restloses Erscheinen aller. 125. Abt. Weißensce. 74 Uhr Zahlabeirde. 1. Bezirk bei Nagel, Loibrrngen- Ecke Slraßburgsivaßa. Referent Genosse Seymuth. 2. Bezirk bei Gallas. Referent Otlo Neriich. 3. Bezirk bei Pohlmann, Langhai, s. ntaße 102. Referent Ludwig Lobapp. 4. Bezirk bei Päckel. Berliner Allee. Referent Genosse Thiel«, b. Bezirk i» Grüne» Bm«t. Bkrliner All« 204. Referent«evoss« Falkcnsteiti. Seaewthmat: Bericht«m bei... vartanrent. Stellungnahm« zu den Borflnndowahlen. Dt« Gruppe afüdose werden gebeten, einzuladen. 128. 130. Abt. Panlow. 74 Uhv Zahlabend«. 1. Gruppe bei Roack.«atsäv. Friedrichstr. 53. Vortrag:„Rationalisierung". Nefeient Genosse Faltner. 2. Gritzpve i» der SänveizerliiUt«, Marimilianstr. 11«. Vortrog:„Der Laienrichter in der Strafrechispflege". Referent Genosse Kaiser. Gruppe 2« bei Mecß, Berliner Straßc Ecke Linde npromenad«. Vortrag:„Politische Grundfrage» der Zeit". Referent Friedrich Wcndcl. 3. Gruppe bei Dreier, Kissingenstr. 4. Vortrag:„Glaßbrenner". Referent Josef Mühl- inann. 4. Gruppe im Tsirkischen Zelt. Breite Str. 14. Vortrag:«Sozial- politisches". Refelcnt Hclmuih Lehmann. 5. Gruppe im Rrflaurant Flora» straße 73. Vortrag:„Auswirkung des englischen Vcrgarbcitcrstrciks auf die Weltwirtschaft". Referent Genosse Gün-tber.«. Gruppe bei Neu. mann, Mendelstr. 17. Vortvag:„Die wivifchaftsvolitifch« Lage... Referent Paul Iudrian. 7.IS. Gruppe im Forsthaus. Wollankftr. 115. Bsrtrag: „Die Welt im Spiegel der Satire". Referent Robert Keller. 9. Gruppe bei Dobnke. Wollnalstr. 31. Vortrag:„Pevsonolpolitik in der Kommune". Referent Genossc Äubig.— Heinersdors. 8 wir im Lokal Radatz, Tinius- straßc 60. Zahlabend. Vortrag:„Die Seminar« in der Konimniialverwal. ■hing". Referent Genosse Lovsner. 131. Abt. SUederfchönhanf-n. 74 Uhv im Wilhessmshof, Kahfer-Wilhelm» Straße. Bericht über dos verflossen« DeschSftsjoh'r. Neuwahl der Ad» i cilrniflslcitunfl. 13». Abt. Tegel. 8 Ubr im Resbunsnt Otto Schade. tBcrVintr Str. 17 Veithstroßc. Jahres» und Kassenbericht. Neuwohl der Abteilungsleitung. Verschiedenes.. 132. Abt. Blank-nburg. 74 Ubr bei«lug. Dorfstr. 2. Dortrag:.Di« Juden im Völkerleben"._„. 133. Abt. Buchholz. 8 Uhr bei Rossack, Hauptstr, 71, Zablabend. Vorstanbswahl. 134. Abt. Buch/ 8 Uhr im Lokoll Sövrert. am Bahnhof. Dortrag:.„Die vvlihfäie Lage". Referent Stobtverordneter Gustav Hädicke. Erscheinen oller Gv- Nossen ist Pflicht., 138. Abt. Karow. 8 Uhr bei«lir, Pankgrafcnstr. 3. Neuwohl des Vorstandes. Der Vorstand tritt eine Stunde früher ebenda zusammen. 136. Abt. Reinickendorf. Ost. Der Zahlabend fällt aus. Dafür wichtige Funk- tionärntzung 8 Uhr bei Metzkcr Reüdenzftr, 109. Ecke Pankower Allee.. 137. Abt. Reinickendorf, West. 74 Ubr Zahlabend, 1.. 2., 3. und 5. Bezirk der Matter». Eichbornftr. 94. 4.. 6.. 7. imd 8. Bezirk im Volksbaus Echarn. wcberftr. 114. Wichtige Tagesordnung. Erscheine» ist Pflicht. 138. Abt. Hermsdorf-Frohnan. 8 Uhr im Lokal„Zur scharfen Ecke", Bahnhof» Eck« Berliner Straß«. Vortrag:„Die Vereinigten Staaten von Europa". Referent Genosse Willige. 140. Abt. Borsigwalde. 74 Uhr bei Wvitschoch. Ernststr. 1, Bortrag:„Stell. lungnahm« zur Regiernngskrisc". Referent Eduard Zachert, M. d. L. 141. Abt. Rescnthal und Niederschönhanlen-West. Pünktlich 74 Uhr bei Sllbel. Niedeischönhaufen-Weft. Hermannltr, 12. Geschäftsbericht, Neuwahl der Abteilungsleitung und der Funklionärc. Verschiedener. Erscheinen ist Pflicht. 148. Abt. Waidwannslnft. 8 Uhr bei Dreißig, Waidmairnstr. 4, ZahMiend. Dortrag:„Politisch« Tagesfragen". Referent Stadtrat Willi Kühne. Er» scheinen ist Pflicht, Wildau. 8 Uhr Zahlabend. Zungsozialisken. Gruppe Lichtenberg: ioeirtc, Diensta-a. 11. Ianu Uhr: Scfuudbrnnnen: Schule Gotenburger Straße. Vortrag:„Bub und Mädel ist der Iugendbowegung".— Wedding-Nord: Jugendheim Turiner Ecke Serstraße. Bortvag:„Unser Kampf gegen das Schmutz, und Schemdgesetz".— Balkan: Gcmeinäeschule Mandelltr. 2. Bortvag:„Französische Arbeiterbewegung",— Humannplatz: Schul« Echeerenbevastraße. Zehn-Minutcn-Ncferate.— Nord- oft II: Iugendbeim Danziger Str. 62. Außorordentllche Mitgliederversanun- lung.— Rosenthaler Vorstadt: Beim Genossen Pürschel, Feldstr. 10 I. Funk. tioniirversammlung.— Schönhauser Vorstadt: Schule Driclener Str. 22. Zehn- Minnten-Referate.— Scnescldee. Viertel: Iuaendbeim Denziger Str, 62. Vor: trog:„Ford und wir".— Haseicheide: Jugendheim Bärwald str. 64. Karl» Liebknechd- und Rosa-Lurembura-Feier. Beginn pünktlich 7 Uhr.— Schöne- berg 1: Jugendheim Hauptstr. 15. Vortrag:.„Ferdinand Lassalle".— Ehs.r» lottenbnr«: Jugendheim Rosinenstr. 4. Hermann-Löns-Aliend.— Wilmersdorf: Jugendheim Hildegardstr. 4. Vortrog:„Karl Liebknechl".— Steglitz I: Jugendheim Wbrechtstr. 47. Generalmitgliederverfainmlung.— Renkölln T: Ingend- heim Sander. Eck« Sobrechtstraßc. Vortrag:„Sexuelle Fragen".— Neukölln III: Schule Weifestr, 19. Vortrog:„Wie entsteht«ine Zeitung?"— Renkölln VI: Schule Kcrtzbergvlatz. Eeneralmitglidderversommliiiig. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht.— Lichtenberg-Nord: Ratbausstraßc Dorstandssttzung.— Rcinicken- dorf.Weft: Iugendhaus in der Ecidelftroße. Portrog:.Lörpcrkulhir".— Pankow: Jugendheim Görfchstr. 14. Vortrag:„Eckiund- und Echmutzgefetz",— Halensce: Schule Ioachim»Friedrich»Str. 35/36. Lustige und heiter« Dichhrngen. Werbcbezirk Ost«»: Jugcndlicim Rigacr Etr. 103. Kreisvorstandssttzun» Beginn 8 Uhr. Werbebczirk Schöneberg: Turnhall« Tcmpelbofer Weg. Beginn des Gym» noftikrurfus pünktlich Uhr. Vorträge, vereine unö Versammlungen� Reichsbanner»Schwari-Rot-Gold-. Geschäftsstelle: Berlin«14. Sebastianstr. 87/38 Hof 2 Tr. Bernau: Di., d. u.. pünktlich 8 Uhr, Ucbungsabend bei Locw«. AnschNeßend 410 Uhr Sanitätsausbildung, desgleichen Borstands» sitzung mit Führern. Erscheinen aller Führer Pflicht, da Orgänisatwnsfragcn. Longfellow Englifh Debatiag Sind. W., Dstkowstr. 104. Mittwoch, 8 Uhr, Mrs. Fleniic:„Dickens" Arbeitcr-Samaritcr-Kolonnc. Monatsversammliingen baden folgende Ab. teilungen: Kreuzberg: Montag, 17. Januar, bei Vogler, Mittenwalder Str. 16. Feiedrichahain: Dienstag. II. Januar, Inn Barhlsch, Friedenstr. 88. Mitte: Mittwoch. 12. Januar, im Leibniz�bymnasium, Marwnncirplatz. Schöneberg: Mittwoch. 19. Januar, bei Rosenthal. Ebersftr. 66. Tiergarten: Donnerstag, 13. Januar, bei Lausch. Bredow- Ecke Wiclefkkrvße. Treptow: Donnerstag, 13. Januar, im Lokal Beermannstr. 1. Lichtenberg: Donnerstag, 13. Ionuar, bei Rothorf, Rigaer Str. 95. Pankow: Donnerstag. 13, Januar, im Jugend- heim Kissingenstvaße. Steglitz: Freitag, 14. Januar, bei Schulz, Dirkbuscki- straße 90, Neukölln: Sonnabend. 15. Januar, bei Wilke, Reute» Ecke Lonau- straße. Beginn der Bersammlunaen 48 Ubr. Reg« Betciliaung wird erwartet. Foaucngiuppe für soziale Arbeit. Chovlottc Diihler-Wicn wird Freitag, 14, Januar, 8 Uhr, in der Aula des Peftalozzi-Frödel-Haufes l. Karl-Schvader- Straß« 7/8. über„Berhaltungsweifen des Jugendlichen in feiner Beziehung zur Umwelt" sprechen. Deutscher Schäferhnniwerbemd. Oriegruppc Friedrichshain: Donnerstag, 13. Januar, 8 Uhr. Restaurant Elbinger Hof, Elbinger Str. 35, Vortrag des Landeegruvvcndressurwartcs Michalski:„Aufzucht. Pflege und Dressur des deutschen Schäferhundes". Regelmäßige Sitzung.«» jeden zweiten Donnersiag im Monat im obigen Restaurant. Gruppen freier Menschen im Verband Bolksgesnnbhcft. Dienstag, 11 Ja- nuar, 8 Ubr. Referenten, und Funktionärkurfus:„Historischer Materialismus" bei E. Schräder. Ouitzowstr. 103, vorn part. rechts, Bund heimattrcuer Ostpreußen. Gruppe Osten. Generalvcrsainmlnng Donncrc tag. 13. Januar, 84 Ubr, In Schmidts Gesellschaftslians, Fruchtstr. 36s. Sport. die Mannschaften im Sechstagerennen. 14 paare am Siartt Die Starterliste für das am Mittwochabend in der Kaiser- damm-Arena beginnende 13. Berliner Sechstagerennen steht nunmehr endgültig fest. Cs werden 14 Mannschaften die Reise antreten, und Zwar: Wambst-Lncquehay(Frankreich).— Goossens. Stockelynck(Belgien).— Degraeve-Thollembeck(Belgien).— Mac Namara-Tietz(Australien-Deutschl.).— Marcillac-van Keinpen (Frankreich-Holland).— Rielens-Kvch(Belgien-Deiits-bland'.— Tonani-Lorenz(Itolien-Deutschland).— Petri-Iunge(Deutschland). — Buschenhagen-Frankenstein(Deutschland).— Bchrendt-Gattfried (Dciitschland).— Bauer-Manth.y(Deutschland).— Huerigen-Rausch (Deutschland).— Krollmann-Skuiünski(Deutschland).— Seiferih- Muhlbach(Deutschland). Sefthäftliche Mitteilungen. .,'�ins Barte— nur Taten" lescn Sic nochmals in einem heutigen Iiisevat. Die,, Preise, die Kobncn u. Iöring in diesem Inpenliirncrkanf bieten sind wirklich Taten. D:c Fenster licsern de» Beweis! Nutzen Sic dic Gclvzeiilvitl iric haben nur»ach 5 Tage Zeit! Wetterbericht der öffcnklichcn IvctkcrdienslslcUc für verlin und Ilmgegend. Nachdruck vcrb.s Zeitweise etwas regnerisch und ziemlich mild.— Sät beÄchU>ch�üb«�Äzlh°�� Keiflttnä att Niederschägen. Temperaturen Wintersport im Schtvarzwalü. Don elnor murttembsri�ilckzen Part�ijzenossin erhalten wir folgen- den anschaulichen Bericht vom Schnccschuhlausen im Schwarzwald: Vom Kniebis waren bb Zentiincter Schnee gemeldet und etliche (hrad Kälte dazu. Wer hätte solcher Meldung, die einem verlockenden Ruf gleich iam, wohl widerstehen können? Ich vermochte es nichl! Die weihen Berge im ernsten, stillen Schwarzwald üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Und so hatte der«schnee und der Schwarzwald viele sportlustigc und neugierige Menschen an- gelockt. Der kleine Luftkurort mit dem schönen Namen Freuden- stadt konnte die Wintersportler und die anderen zur Jahreswende kaum fassen, chöhcncrlebnisse verschiedenster Art brachten Mensch und Natur wieder zueinander.— Der Schnceschuhlauf ist das schönste und stolzeste Erlebnis. Er erlöst den Menschen sur die Dauer des Laufes von feiner Erdgelmndenheit. Eine herrliche Kühn- heit läßt den geüdtcn Wahrer in sausender Fahrr dem Abgrund cnt- gegenstürmcn, um dann in vollkommen beherrschter Körperhaltung in den weiten Weltraum hinmiszuspringen. Losgelöst von aller Erdenschwere, frei wie ein Vogel in der Lust, so fliegt er über den Abgrund, um dann, unten angekommen, aus der weißen Bahn des flach auslaufenden Schncefeldes, wie ein Pfeil weiter zu gleiten. Tief in Kauerstellung, jede Bodenwelle federnd auffangend, steht der Läufer aus seinen Brettern. Und dann ein leichtes Kanten, ein? Drehung in den Hüsten, der weiche Schnee stäubt hoch aus.— der Läuser hat seine mutige Fahrt mit einem stolzen Telsmark->schwung beendet. Doch, nicht wahr, was weiß der Nichtwintcrsportler nom Telemark? Der Schnecschuhlauf ist bekanntlich derjenige Sport, der eine romantische Geschichte hat. Irgendwann und irgendwo im nörd- lichen Sibirien, dort wo die Menschen jahraus, jahrein im Kampfe mit Schnee und Eis lagen, dort ist der Schneeschuh in Gestalt eines primitiven Brettes geboren worden, um dann als Werkzeug und Beförderungsmittel auf der Jagd zu dienen. In Lappland. Alaska, Grönland, Rußland, Finnland, überall wurde der Schneeschuh im Laufe der Jahrhunderte heimisch. Die einst sehr plumpen Bretter wurden schmäler und schmäler. Als der Schneeschuh im Laufe der �heit auch nach Schweden und Norwegen gekommen war, ocran- staltete die Stadt Kristiana 1879 den ersten Schneeschuhweltlaus, zu welchem sie auch die damals besten Läufer der Landschaft Tele- marken eingeladen hatte. In kühner, sausender Fahrt zeigten die Telemarker Bauernjungen, was sie tonnten. Der Schneeschuh war damit zum Sportgerät geworden, und der verwegene, elegante Schwung, mit dem die Telemarker jede sausende Fahrt beim ersten Wettlauf beendeten, wurde der weltbekannte Telemark! Ich schaute mit frohen Augen in die weite, weiße Bergwelt und sah auch einem Ansängerkurs im Schneeschuhlauf am Kniebis zu! Ach, wie hätten da die Telemarker Jungen gelacht, wenn sie hier die großstädtischen jungen Damen und Herren beim Schneeschuhlauf gesehen hätten. Es ist natürlich nicht so leicht, sich mit so langen, schmalen Brettern unter den Füßen und soviel gut bürgerlicher Tro- dilion als Belastung in Kops und Gliedern elegant und geschickt auf steilen Ber�abhängen vorwärts zu bewegen, namentlich wenn man im ollgemeinen mehr für Rückwärtsbcwsgungen interessiert ist! Und so wurde auch meine Kniebissahrt reich'mit"Erkenntnissen gesegnet. Ueber eine äußere Erkenntnis will ich noch berichten: Nämlich über die weiblichen Schneeschuhlöuser.— Es ist soßt anscheinend die große Mod?, daß auch die Frau beim Schneeschuhlaufen lange Männer- Hosen trügt. Es ist niit de» langen Hosen wie mit mit den kurzen Haaren: Eines schickt sich nicht für alle. Es gibt Frauen, die sehen mit beiden sehr gut aus, aber die«leisten Frauen sind von Natur aus für das männliche Bekleidungsstück ungeeignet. Die Frau der bürgerlichen Welt ist auf dem besten Wege, geschmacklos zu wirken. Es ist ein eioen Ding mit dem guten Geschmack, sofern er anders als mit der Zunge zum Ausdruck gebracht werden soll! Eins aber steht unumstößlich fest: nämlich daß der Schnee- schuhlauf der schön st c, der mutigste und der ge- s ü n d c st e Sport für uns alle ist. Hallenspoetfest öer Leichtathletik-vereinigung. Die Leichtathletik-Bereinigung des 1, Kreises im Arbeiter-Turn. und Sport-Bund hielt am Sonntag in der neuen Automobilholle ein Kaiserdamm ein groß angelegtes H a l l e n s p o r t f e st ab, das innen guten Besuch aufzuweisen hatte. Bon auswärtigen Arbeiter- Sportvereinen nahm Bennickendorf und Burg bei Magdeburg, Eiche-Lcipzig, die Brandenburger, die Fllrstenwalder, der Sport- verein aus Halbe, die Klausdorfer, Luckenwalder, Rathenower, die Wittenberger und andere aus der näheren Uingebung Berlins teil. In einer Anzahl Borkümpfen, die bereits vormitags um Kll Uhr begannen, erfolgten die Ausscheidungen: um 3 Uhr begannen dann die Hauptkänipfe, die sich bis— gegen 9 Uhr hinzogen. Die Leitung der Leichtathletik- Bereinigung, die für die Or- ganisation des Hallensportfestes verantwortlich ist, nahm der ihr nicht genehmen Presse gegenüber eine mehr als merkwürdige Haltung ein. Der �„V o r wä r t hat nicht eine einzige offizielle Zeile von der Leitung erhalten, weder eine Vorschau, noch einen Werbeartikel, noch eine Ei n l a d u n g zum Besuch des Festes. Ein solches Berhalten einer Zeitung gegenüber, die das Organ vieler, sehr vieler Arbeitersportler ist, ist der Leitung einer großen Sportorganisation unwürdig, wenn man es nicht direkt als dumm und schädigend bezeichnen will. Der Arbeitersport braucht die Arbeiterpresse, deshalb dürfen sich die Sportler die einseitige Bevorzugung der kommu- nistischen Zeitungen nicht gefallen lassen. Was ist das für eine Lei- tung, die da glaubt, eine sozialdemokratische Zeitung nach Belieben ausschalten zu können?— Ein erheiterndes Vorspiel gab es auf dem Platz vor der großen Halle. Der„Rote Frontkämpfer- b u n d" fühlte sich zu den Arbeitersportlern(oder nur zu der Lei- tung der Leichtathletik-Vereinigung?) so hingezogen, daß er mit seiner Schalmeienkapelle ein„Platzkonzert" veranstalten wollte. Von Mitgliedern des Kreisvorstandes wurde die gefürchtete Dudelsack- musik dankend abgelehnt, um so mehr, als die Leute der Polizei keinen Erlaubnisschein vorweisen konnten. Wie dankend verbetene Bremer Stodtmusikanten hingen sie ihre Blasgerätschaften auf den Buckel und zogen ihrer Wege. Zu dem Fest selbst schreibt uns ein Gewährsmann, daß die besten Plätze auf den Zuschauer- tribünen von mitwirkenden Sportlern besetzt warenj so daß die Gäste mit weit hinten lieaeirden Stehplätzen fürlieb nehmen mußten. Nach dem großen Aufmarsch bot die Arena das Bild eines Ameisenhaufens umherirrender, undisziplinierter Sportler, die einen ohrenbetäubenden Lärm machten. Der Ansager im Laut- sprecher blieb infolge des allgemeinen Lärms unverständlich, so daß man jeden Ueberblick über die Beranstaltung verlor. Die zeitlich unerhört ausgedehte Veranstaltung tötete zum Schluß hin jedes Interesie an den Darbietungen. Ueber die Zulassung von Geldsammlungen schien sich die Festleituna nicht recht einig gewesen zu sein. Ein Teil gestattete, daß die Helfer der„Roten Hilfe" die Zuschauer mit ihrer Agitation belästigte, der andere Teil wandte sich dagegen, aber niemand dachte daran, etwa Bau- sondsmarken für die B u n d e s f ch u l e verkause» zu lassen. Eine Frage an die Festleitung: Geschah die Verteilung einer von Lieste herausgegebenen Schmähschrift auf den Arbeiter. famariterbund durch eine aktive Sportlerin im Borraum der. Halle mit Genehmigung der Festleitung? Der Inholt der Schmutz- schrift zeigte wieder einmal, wie die Leute aussehen, die im Bcr- liner Arbeitersport eine Rolle spielen dursten. Nachstehend die Ergebnisse des Sportfestes: Mön-cr! Cv Meter: Emif A: Rricki-Adlershof 6,5; Wirnecke-Ase. IVi Meter aeriief. Lauf B: Leldi-AStl. 6,5; Tellcr-�ichte-West% Meter jimlrt. 1500 Mete:: Da-nier I-Leivzi« 4:13,4: Wolloast-Weißensee 75 Meter lturttck, tOXM-Meter.PendelsloIette! Sportler AST. 1:4,4; l?ichle-WeIi 15 Meter jurilrf. Turner, Waffecsportic? usw.: Ruderverein„PorwÄrts" 1:16,8: Fichte-EUd 1:17,9. AOO-Meter-Munuschastslauf: Lauf A: Moabit 10:11; Bura 120 Meter zurück. Lauf B: Schwlimnverein.Vorwärts" 10:27; Neuis lln; Nichte 16. Lauf C: Moabit 10-41,7: Ablersbof. OO-Meter-SiirdenIauf: Mcmald. Rathenow 8,0; Wehls- Bura 3 Meter aurita. Schwedenftafette. Turner und Waffcrfpor-.icr: Fichte 8 2:25; Fichte 2 12 Meter auriiel. 20X2 Runden: Lauf B: Nordost 15:27; Branden, bttro und Rathenow. Lauf A: AST. 15,6; Siidost 90 Meter zurilck: Sparta Snndbali: Adlershof aeoen F?GB. 4:4(3:1).— Frauen(Iohih. 11,13): 60 Meter: Witt-Ponkow 7,6: Riefc-Schoneberq. Jahr». tO und älter: 60 Meter: Rau-Weddino 7,2: 0lIve.S!Idoft Bruftoreile auiürf. 10XV, Rund«: Lauf A: Weddina 2:16,2;«örenis, Lauf B: Fichte-Sild 2:15. Turner, Waffcrfportler Ufa».: Groü-Berlin 2:0,9; Fichte 3. 1000 Meter: Lauf A; Matiner-Wetken fce 3:39,5: Schillich-Fichte 12, Lauf B- Echroimn-Maadebura 3:60: Rannda-Frieb, rlchshaaen Meter Auriick.— Jugend: 60 Meter: jirirael-Fichte-SIid 6,7; Schulh-ACC, 1'r Meter ,nirii« den aostlichen Ort. Teael.4 t>ztt« aegen Fichte-Sesundbrunnen einen nicht«-rede schweren Stand. Bis ,ur Pause flllirtc To-el schon mit 2: 0. und erst noch derselben holte Fichte ein Tor auf. Aber Teael stellte da» alte Verbäl-tnis bald wicder der. Fichtc-Nord konnte erst in der Aweiten Sviclb.älste«eaen Wittenau««Winnen. Wahrend es bis ,um Wechsel 1: 1 stand. lautete es am Schluh 6:1. Spandau 2o blieb durch den 6:3. Sieq Uber Rathenow weiterhin an der Svihe. Auch hier fiel die EnUcheiduna erst in der Aweiten Killstc. Atbelter-Sporwercin 24 lvielte a-aen Sansa-Sohenneuendorf 4:0. Wacker 20«egen Amateur« 4:4. Ale- mannia avaen Piktoria-Tber-walde 7:0. Brih o-oen«isenspalterei 7:0.— B-Airl Osten: Die von allen erwartete Ueberioschuna im e-viel Vorwärts 20 aeoen Lichtcnbera I blieb aus. Lichtenberg oewann glatt mit 6: 1. Mit dem gleichen Resultat schlugen die wieb-r-rwach-ndcn Treptower ihren a.ten Rivmen Britonnia. Stralau hatte aoeen Askania den Sieg iederA«it m der Sand. Ber SaSbA-it schon mit 3:0 filbrend. errangen sie tro» einiger Ueb-rl-genh.nt Askanias noch Awei Tore. Nur sn-vv mit 2: 1 gewann Oberspree«egcn Alt- Glienicke. S-rtha 22 sicherte sich durch einen 3:1- Sieg itber Berlin-r Sport- verein 16 weilerbin die Svihe in der Erupve B. Sadowa spielte geaen Wetschen- darf 0: 2. Totdors aagen Lichtenberg II 1:5. tlomet gegen Svarta 0 l 6. Fichte-Silbosi gegen Berliner Sportverein 22 3:1. Friedrichshaoen gegen. Lichtenberg 11t 1:4. Adler gegen N-uenb-gen 1:2.— Beurk«udwesie»: ?n diesem Bezirk ist die Ucberraschung die hoho Torzahl. die IN den eiNAclne» Spielen erzielt wurde. Co schlug Luckenwalde l mit 8: 2 Berlin 12. Mi» 9: 0 wurde gllterbog von Luckenwalde II au» dem Feld« geschlagen. Nur knapp mit 5:4 gelana es Wilmersdorf, die Wanseer zu brsitgcn, Potsdam musite sich von Diktoria eine empfindliche Niederlage gefallen lassen. Schon bei Kalb- A-it führte Viktoria mit 2: 1. Nachdem Viktoria noch Aweimal elfolgreich sein konnte, gelang es auch Potsdam, de» zweiten Treffer onAubringen. Lertha gegen Berolina 2: 2. Teltow gegen Neuköllner Vallfpielklub 4: 0. Echmargon. darf gegen Brandenburg 3: 6. Fortuna aeoen tzehlkndorf 4: 1. Thorlottcnburg gegen Rüsiig- Vorwärts 3; 0. Wacker-Lankwih gegen Neukölln 0: l- Echäncberg oagen FusibaLring 2:1. Luckenwalde III gegen Frisch-Auf 0:1. Moriendorfer SvortNub gegen Stern 1:2. Wollersdorf gcgen Ruhlsdorf 8:2. Schmargen. dorf gegen Brandenburg 3: 6. Kirchmöser gegen Beclih»: 2. Äreuzberg gcgen Titonia 1: 0.___ Großkampftag in Friedrichsfelde. Am 14. Januar veranstaltet di« Sporloereiniaung Lichtenberg.Friedrichs. selbe 04 T.B. in Tempel» Fesisalen. Friedrichsield«. Pmnzenall«- 30, einen Grosikamvstag im Heben und Ringen zur areismeislerichast de» Arbeiter- Athletenbundes. 4.«reis. Im Heben stariet die M-ii»schaft der SportvereiNi- auna Lichtenberg-Friedrichsselbe. die sich schon Aweimal die Kreis- und Mitte,'- deutsch« Meislersckiaft holte,«egen die Ligamannschaft d«r Svortvereimgung Nordwest. Beide Mannschosten befinden sich in guter Form, und es wird zu äusierst horien Kämpfen kommen. Ausserdem sindet dann noch der fällige Serienkampf im Ringen statt, wozu die Mannschaft des Sportklubs„Berolina' Neukölln verpflichtet i«: hier wird es zu besonder» spannenden Kämpfen kommen, da di« Mannschaft Kreismeister der A. Klasse 1925/1926 ist, dagegen die Mannschaft vo» Lichtender« in diesem Jahr« sich erstmalig«n den Serien- kämpsen beteiltzN. Brginn der Kämpfe 7Vi Uhr. „Der Ring", eine neue Bereinigung von Boxsportfreunden, trainiert in der Sportschule„Norden". Lychener Straße 130, Man- tags und Donnerstags von 7 bis 1�10 Uhr. Die Leitung des Traininos hat der Zlmaleiirboxer Hans Baumgarte», Die geschäst- lich« Führung des Vereins übernahm Bruno Hensel: er stchl dem Trainer für die Anfänger zur Seite. Bereits am 27. d. M. kämpft der Verein gegen die Sportliche Vereinigung.Nord-Ost". Besonders Nndeevereia„Tollegia" 1895, Tharlottenburg. Uebungsabend leben Sonn- abend ab 7 Uhr in der Ruderanlage. Freitag, 14. Januar, im Bereinslokal Tharlotlenburg, Wiilandftr. 41. 8 Uhr, Boxtra« de, Genossen Dr. Bergmann: „Sport und Wettkampf". Ncuanmeldungen können jesst noch in der Bereins- sissunq jeden Freitag popgenommen werden. Ter Kampfabend im Rinsen de« A-Kkasse zwischen Adler 05 und Nordwest 87 sindet am 13. Januar. 8 Uhr, Turnballe Manteuffelstr. 7 statt. Arbeiter-Gporttotekl Stvss-Berlin. 0. K-rteibczirk: Montag. 17. Januar, HS Uhr. im Lokal Ztcinke. Erllnauer Str. 17, Kartell-Generalversammlung.— Neukölln! Nächste Dclegiertenssssung Dienstag, 18. Januar, ViS Uhr. bei Fripan, Moreschsir. 14. Montag. 31. Januar, 7i-j Uhr. Kacicllgeneralversamm- l»ng Im„Karlsaarten". Karlsgortenstraftc.— Friedrichshoiil: Borstands- und Epielplassausschussmitglieder Montag, 17. Januar, T/i Uhr. Eissung Borhagener Strasse 114. Sämtliche Anträge belrefsend Benussung des Svortplahcs Friedrichsbain mllssen bis zum 1. Februar in zwei Ausführungen in Händen des Kartcllvarsissenden fein. Touristcnverei»„Die Naturfreunde"(Zentrale Wien). Abt. Friedrichshai»: Dienstoa. 11. Januar, 8 Uhr, im Heim Tberthstr. 12 Liebknecht-Abend.— Abt. Friedenau: Dienstag, 11. Januar, 8 Uhr, im Heim Offenbacher Str. 5a Musskabend.— Abt. Norden: Dienstag, 11. Januar. 8 Uhr, im Seim Sonnen- burger Str. 20 Neiseschildorunqen«Seil. Hofmann).—«bt. Tiergarten: Diens- tag, 11. Januar, 8 Uhr, im Heim Wielefstr. 5 Korten, und Geländekunde.— Abt. Treptow! Dienstag, 11. Januar. 8 Uhr. im Seim Elfenftr. 8 Gesangs- gruppe.— Abt. Pankow: Dienstag. U. Januar. 8 Uhr, im Seim Gö.schstr. 14 (Zimmer 3) Heimabend.— Musikgeweinschast Norden: Mittwoch. 12. Januar, ■48 Uhr. bei Lehmann, Gaudystr. 21. Uebunasstunde.~ Abt. Frledrichshggrn: Donnerstag. 13. Januar. 8 Uhr, im Seglerheim See- Ecke Bellcvuestrasse, Echachabend.— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstoa. 13. Januar. 8 Uhr. im Seim Danziger Str. 23 Generalverstitmnluna.— Abt. Neinickendorf: Donners- tag. 13. Januar. 8 Uhr, im Keim Reinickendorf-Oft. Seebad,„Heinrich Heine". - Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 13. Januar, 8 Uhr. im Keim Parkane 10 .Revue".— Abt. Neukölln: Donnerstag. 13. Januar, 8 Uhr. im Heim Sonder- sivasse 11 Bortrag.— Faltbootgruppe: Donnerstag, 13. Januar.>,48 Uhr. im Iugendbeim Klossersir. 75 Besprechung. Volk-tanzkursn» der Natnrfrennbe. Der Berir? Schöneberg-Friedenau des Tourisienverein»„Die Naturfreunde"(Zentro'e Wien) veranstaltet vom Januar bis März einen BolkstanAkiirsus. Der Kursus findet Freitag« von 8—10 Uhr statt und beginnt Freitag, 28. Januar, in der Turnhall« der Thamissoschulc am Barharvssavlass zu Echänebara. Die Teilnahme an dem Kursi!» ist nur»ach vorheriger Anmeldnna möglich. Die Anmeldung kann bis Freitag 21. Januar, beim Genossen Willi Gamrath. Friedenau. OffenbaSer Str. 28. ieden Dienstaa und Freitag im Jugendheim Offenhgchor Etr. 5o ober Montag» im Incendh-im Hauptstr. 15 erfolaen. Die Teilnehmergebühr beträgt 2 M. und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Anmeldungen nach Beginn de- Kursus nicht mehr möglich. Schwimmvereiu.vorwärts" Berlin 1897 e. B. Sonntag, 16. Januar, 2 Uhr, im Gewerkschaftsbau». Saal 4 Iehresrenerelverfammlung. Norden»3 gegen Lurrch 02. Freilog. 14. Ianrar, findei in der Turnholle Wronaelssr. 123 der fällia« Serienkampf in der A-KIasse zwischen den Bereincn Norden 93 und Lurich 02 statt. Di« Kämpfe beginnen pünktlich um 8 Uhr. TInt-ittsoelb wkr-i nickt erhoben. »hythmlsch« Gnmnnstik und Iiu.Iitsu. Die Uebunqoswnden der Frauen- abteiluna in Rhythmisch« Gymnastik sowie in Jiu-Jitsu sind jesst Dienstaa, von 8— 10 Uhr in der Tneyhave Brombrrger Str. 13/14. Athleiik-Soortkl'-b«. B.(Leichtathletik. Hacken. Handb-ss). Da» Hassen.. t-ainino hat lebt wieder regelmässig begonnen kür Männer.- Ron'-gs 8—10 Uhr Turnhalle des Re-Igymnasinm» am Tecptower Park. Nene Kruaallee 7: singend: Donnersiag» 8— 10 Uhr Riebe-wallssr. 12: Frauen: Donnersln-s 8—10 Uhr Kiefholzssr. 46: Schiller: 6—8 Uhr Kiofholzstr. 46. Dienstags ob 8 Uhr Badend« nd Schillingsbrücke. Nr. IS» 44. �ahrgakg 2. Seilage öes vorwärts Dienstag, 11, Januar 1H27 Europas Arbeitslosenheer. Ohne Sowjetrutzland eine Armee von 8-9 Millionen.— Vor großen Kämpfen. Das abgelaufene Jahr war in den meisten europäischen Ländern durch ein« ungeheure Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Die Völker Europas haben diese schwere Erbschaft auch in das neue Jahr herübergebracht. Unmöglich ist es. die Größe des gesamten Heeres der Arbeitslosen mit vollständiger Genauigkeit festzustellen. Wir wollen aber versuchen, das Problem soweit zu beleuchten, wie es die vorhandenen Materialien und die üblichen Methoden der Verwertung von Teilergebnissen gestatten. In Deutschland betrug die Zahl der Hauptunterstützungs- empsänger am 1. Dezember 1926 1 369 914 Personen(davon 245 146 weibliche). Diese Zahl ist recht hoch, sie bedeutet jedoch eine Besserung der Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt, wenn wir sie mit den Daten am Anfang des abgelaufenen Jahres vergleichen: Januar 1926.. 2 939 646 Unterstützungsempfänger Februar 1926.. 3 9SS923, März 1926.. 1942 911 Die angeführte Zahl umfaßt aber bei weitem niHt alle, die in Deutschland vergeblich nach Arbeit suchen. Es müssen noch abgelehnte Unter st ükungsgesuche hinzugesügt werden, deren Zahl mindestens 19 Proz. der Unterstützungsempjänger be- trägt, und die A u s g e st e u e rt e n, die nicht weniger Kohlreich sind. Die auf Vollarbeitslose umgerechneten Kurzarbeiter können weiter mit rund 299 999 angenommen werden. So schätzt denn auch „Wirtschost und Statistik" zur Jahreswende in Deutschland 1 859 999 Arbeitslose. Die letzte Zahl ist aber immer noch zu niedrig: es bleiben noch viele„selbständige" Einzelproduzenten, die nicht weniger al» die Fabrikarbeiter das Grauen der Arbeitslosigkeit empfinden; ferner ist die kurzfristige Arbcitslosigkest nicht berücksichtigt; endlich werden nicht immer die minderjährigen Arbeitsuckienden als Ar- beitslose anerkannt. Im ganzen genommen muß die Zahl der Ar- beitslosen in Deutschland bei weitem zwei Millionen überschreiten, vielleicht sich sogar 2,5 Millionen nähern. In Großbritannien werden fast 12 Millionen Lohn- empsänger durch die Arbeitslosenversicherung umfaßt. Die Zahl der Arbeitslosen in den versicherten Wirtschaftszweigen betrug: Im Durchschnitt von 1921.... 1 957 446 . 1922.... 1662 989 , 1923.... 1348 732 . 1924.... 1 185427 . 1925.... 1322439 » September 1926.... 1648 322 . Oktober 1926.... 1635886 . November 1926.... 1 626 235 Hier ist die Arbeitslosigkeit ständig geworden, die Lage weist keine konjunkturelle Verbesierung auf. Die ermittelten Zahlen sind aber wieder kleiner als die wirklichen. Die Versicherung umfaßt in England mcht nur drei Viertel der gesamten Arbeiter und Angestellten, deren Zahl 16 Millionen überschreitet. Es ist anzunehmen, daß die unversicherten W i rls ch a s t L z w e i g e ebenso wie die versicherten durch die Depression betroffen sind. Die Zahl der Arbeitslosen muß deshalb entsprechend erhöht werden. Hinzu kommen»och, wie in Deutschland, die abgelehnten Unter- stützungsgesuche, die ausgesteuerten, die arbeitslosen Einzelprodu- zenten. die Minderjährigen,— und wer weiß, wie groß ihre Zahl ist? Wir werden sehr vorsichtig gewesen sein, wenn wir die ge- samte Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien mit denselben Zahlen wie für Deutschland schätzen: über 2 Millionen, vielleicht nicht unter 2,5 Millionen. Für Frankreich liegen keine genauen Angaben vor. Hier existiert so gut wie keine Arbeitslosenunterstützung; die Gcwerk- schasten sind andererseits schwach und führen keine Statistik der Arbeitslosigkeit. Di- Stabilisierungskrise ist hier erst in der Eni- Wicklung und hat noch lange nicht ihre volle Schärfe erreicht. Die von einem Teil der Presse mitgeteilte Zahl der Arbeitslosen: 2 999 999 scheint uns übertrieben groß zu sein. Es handelt sich hier wohl um mehrere Hundertausend Arbeitsloser, nicht aber um Millionen. Für die Niederland«, Schweden, Norwegen und Dänemark besitzen wir Angaben über den Prozentsatz der Slr- beitslosen unter den Mitgliedern der Gewerkschaften. In allen diesen Ländern(außer Schweden) erweisen die Zahlen denselben ständigen Charakter der Arbeitslosigkeit, den wir oben bei Groß- britannien betont haben. Der Prozentsatz der Arbeitslosen unter den Mitgliedern der Gewerkschaften betrug: Niederlande Schweben Norwegen Dänemark Im Durchschnitt von 1921 19,9 26,6 17.6 19,7 . 1922 12,6 22,9 17,1 19,3 , 1923 12,8 12,5 19,6 12,7 . 1924 19,2 19,1 8,5 19,7 . 1925 9,5 11,1 13,2 14,7 Ende 1926 7,4 11,5 22,9 22,1 Wir wollen die Prozentsätze für Ende 1926 aus die Gesamtzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger der betreffenden Länder(aller- dings ohne die Landarbeiter) anwenden. Delchätzte Zahl "»loten Zahl der städ- Prozentsatz der tischen Arbeitnehmer Arbeilolosen der Arbeitslosen Ende 1926 Niederlande... 1699 999 7,4 Proz. 129 999 Schweden... 999 999 11,5, 199 999 Norwegen... 459 999 22,9. 199 999 Dänemark... 799 999 22,1, 155 909 Nach derselben Methode kann auch die Zahl der Arbeitslosen in Ungarn ermittelt werden, die etwa 159 999 beträgt. Für Oe st erreich steht die Zahl der unterstützten Arbeitslosen sest: Seit zwei Jahren schwankt sie um 159999 bis 299 999(November 1925: 159 259, November 1926: 163 757). Die Gesamtzahl der Ar- beitslosen ist bestimmt höher und kann 299 999 bis 259 999 be- tragen. In Polen wird die Zahl der Arbeitslosen mit 299 999 geschätzt. Sehr dürftig sind die Angaben über Italien, Tschecho- slowakei, Belgien, die Schweiz. Keine Angaben liegen für Länder wie Spanien, Jugoslawien, Rumänien, Portugal, vor. Das gilt auch für S o w j« t r u ß l a n d, das gegenwärtig von der Arbeitslosigkeit mehr als jedes andere Land der Welt betroffen ist: Hier wird die Zahl der Arbeitslosen durch die Arbeitsnachweis« ermittelt, diese streichen aber willkürlich Hunderttausende von Arbeitsuchenden aus ihren Listen, um der bleibenden Minder- h e i t der Arbeitslosen das Erlangen einer Stellung zu erleichtern. Durch solche periodische„Reinigungen" der Listen wird die offizielle Zahl der Arbeitslosen aus etwa 1,5 Millionen herabgedrückt, obwohl sie in Wirklichkeit weit Höher ist. Die ausgestrichenen Arbeitslosen werden teilweise auf das Betteln angewiesen, teilweise aus den Städten nach dem flachen Lande verdrängt, wo die Ueberbeoölkerung ohnedies von den Forschern auf 19 Millionen Arbeiter und mehr geschätzt wird. Die Zahl der Arbeitslos«» in Sowjetrußland kann weder festgestellt noch mit dSN entsprechenden Zahlen Westeuropas verglichen werden. Wir wollen uns daher bei den ab- schließenden Berechnungen auf die westeuropäischen Staaten be- schränken. In den zehn oben angeführten Ländern(Deutschland, Groß- britannien, Frankreich, Niederlande, Schweden, Norwegen, Däne- mark, Ungarn, Oesterreich und Polen), auf welche etwa zwei Drittel des ganzen Proletariats Europas(ohne Sowjetrußland) entfallen, beträgt gegenwärtig die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt etwa 19 bis 12 Prozent der Arbeitnehmer oder 6 bis 6,5 Millionen Per- s o n c n. Wenn auch die übrigen europäischen Länder von der Wirtschaft- lichen Depression nicht in demselben Maße betroffen sind, so wird die Arbeitsmarktsorge doch nicht weniger schwer. Wegen mangeln- der Unterlagen läßt sich die Zahl ihrer Arbeitslosen auch nicht an- nähernd berechnen. Es handelt sich aber hier wieder um weitere Millionen, und mit ihnen wird sicher das Arbeitslosenheer Europas mindestens S bis 9 Millionen erreichen. Diese Bilanz des europäischen Arbeitsmarttes, mehr als acht Jahre nach Kriegsende, ist furchtbar. Sie ist zugleich eine Bilanz der ungeheuren wirtschaftlichen und sozialen Zerstörungen, die der Krieg und düe In flat io n.zur.Folge hatten. Sie stellt die Arbeiterjchäjt vor ungeheure K a n�x s x, Demi die Gesetze des Profitstrebens' führen"' das Prwätkapssäl"da zu ," die Verewigung dieser Arbeitslosigkeit zu wollen. Diese Verewigung wird nur verhindert werden können, durch die B e s ch n e i d u n g der überhöhe n Gewiunansprüche des Kapitals, die allein mehr Ab- satz und mehr Beschäftigung bringen kann. Das bedeutet Sozial-, Wirtschafts- und politische Kämpfe auf Jahrzehnte hinaus in ganz Europa. Möge die Arbeiterschaft auch international Im Interesse der europäischen Gesamtwirtschast diese Kämpfe zum Siege führen. W, W. Der Rondel der Industrieländer. Deutschland als Kunde und Lieferant. Der Halbjahrsbericht der Reichskrcditgesellschaft enthält einen sehr interessanten Versuch, die gegenseitigen Handels- Beziehungen der großen Industriestaaten zahlenmäßig darzustellen. Di« Angaben beruhen auf der Außenhandelsstalistir dieser Länder für das Jahr 1925. Vergleichszahlen fehlen leider, sie wären allerdings auch für die Vorkriegszeit bei verschiedenen Ländern, die inzwischen ihre handelsstatistischc Methode geändert haben, nicht recht brauchbar. Die einzelnen Staaten gehen auch bei der Anschreibung der Ein- und Aussuhr nach Herkunsts- und Bestimmungsländern etwas verschieden vor. Trotz dieser Ver- schiedenheiten in der Methode tragen die Zahlen zur Klärung wich- tiger Tatbestände bei. Es geht aus ihnen hervor, daß die großen Industrieländer(be- sonders die europäische») untereinander die besten Ab- n e h m e r und die wichtigsten Lieferanten sind. Beispielsweise waren(1925) die fünf besten Kunden Deutschlands: die Nieder- lande mit 11,3 Proz. der Gcfamtausfuhr, Großbritannien mit 19,6 Proz., die Vereinigten Staaten mit 6,9 Proz., die Tschecho- slowakei mit 5,2 Proz. und die Schweiz mit 4,9 Proz. In diese fünf wichtigsten Abnehmerländer gingen 38,9 Pro,z. der deutschen Gesamtausfuhr. Bemerkenswertetweise drängt sich die Ausfuhr fast aller übrigen Länder stärker auf einige großen Kunden zusammen, als im Falle Deutschlands. So gehen an die fünf wichtigsten Abnehnrer Italiens 51,4 Proz. der Gcsamtausfuhr und entsprechend an je fünf Hauptkunden bei den Vereinigten Staaten 5 4,2 Proz., bei Frankreich noch mehr, nämlich 58 Proz., bei Schweden 65 Proz., bei Belgien 66 Proz. und bei Holland sogar 73 Proz. der Gesamt. ausfuhr. Nur Großbritanniens Export vertellt sich, ähnlich wie der- jenige Deutschlands, auf sehr viele relativ wichtige Kunden; an die fünf wichtigsten Slbnehmer gehen nur nmd 39 Proz. der Gcsamtausfuhr. Deutschland ist für Holland und Italien der wichtigste Abnehmer, es stelst an zweiter Stelle für den Export Schwedens, an dritter Stelle für Großbritannien, Frankreich, Belgien und die Vereinigten Staaten. Andererseits ist Deutschland der größte Liefe- rant für Holland, Schweden undPolen,der drittgrößte für Ruß- land und erst der viertgrößte für Frankreich und Italien. Ein öauxit-Trust. Die Reichsaluminiumwerke beteiligt. In Zürich ist zur Ausschließung und zur Verwertung größerer Bauxitfunde in Ungarn, Istrien und Rumänien eine Baurittrustgssellschaft mit einem Kapital von 5,1 Millionen Schweizer Franken(auf 8,15 Mill. erhöht!) gegründet worden. Bauxit(Tonerde) ist der Urstosf, der sür die Herstellung von Hütten. aluminium verwendet wird und der bisher noch nicht durch ein anderes Urprodukt ersetzt werden konnte. Für die deutsch« A l u in i n i u m w i r ts cha f t ist der neu« Trust von sehr großer Bedeutung, da die dem Reich gehörenden Vereinigten Aluminiumwerk« und vor wenigen Tagen noch die Otavi-Minen und Eisenbahngesellschast-Berlin durch Uedem ahme größerer Aktienpaket« maßgebende Interessen an diesem Unternehmen gewonnen habe». Di« Auffindung von Bauxit in Ungarn ist erst neueren Datums. Schon im Herbst vergangenen Jahres hatten die Vereinigten Aluminiumwerke mit der ungarischen Regierung wegen der Verwertung der Bauxitgruben verhandelt, doch sind dies« Be- sprechungen damals zu keinem Ergebnis gekommen, weil die ungari- schon Nationalisten ein« Ausfuhrsperre für Bauxit verlangten und bei der ungarischen Regierung die Errichtung einer eigenen Wuminium- Hütte in Ungarn angeregt haben. Für die deutsche Alumimumerzeugung ist jetzt eine eigen« Rohstossbasis durch ihre Beteiligung an dem Bauxittrust gesichert, und das ist für die weitere Entwicklung der deutschen Almniniumindustrie von großer Bedeutung. Di« bedeu- tcndsten Bauxit fördernden Länder waren bisher Frankreich mit ungefähr 459 999 Metertonnen, die Vereinigten Staaten von Nord- amerika mit etwa 499 999 Metertounen, Britifch-Guayana mit etwa 299 999 Metertonnen und Italien mit etwa 159 999 Metortonnen Jahreserzeugung. Insgesamt wurden etwa VA Millionen Metertonnen im Jahre 1926 gesördert. Nach Angaben der Verwaltung der Otavi-Minen und Eisenbahn» gesellschast steht der neugegründet« Bauxitirust mit dem europäischen Aluminiumsyndikat tn keinem Zusammenhang. Außer den-deutschen Gesellschaften sind mM-lrocki und Metallunternehmungen und die ungarische Allgemein« Kredit- bank in Budapest beteiligt. Di« Freigabe der Ausfuhr von Bauxit nach Deutschland ist bereits durch Abmachungen mit der ungarischen Regierung gesichert. Durch diesen Vertrag hat die deutsche Aluminium- Industrie zum ersten Male direkten Einfluß auf die Bauxitförderung erlangt.''Z Gefricrfleischverbrauch in Großstädten. Wie der Amlliche Preußische Pressedienst einer aus 39 Groß- städten mit über 199 999 Einwohnern aufgestellten Statistik ent- nimmt, übertraf der gesamte Gesrierfleischverbrauch des dritten Vierteljahrs 1926 den des vorhergehenden, ohne deit des' ersten Viertcljnhrs zu erreichen. In 15 Großstädten wurde im. dritten Vierteljahr der Kopfvcrbrcuch der vorhergehenden überschritten; die stärkste Steigerung weisen Magdeburg, Altona und Bitcr auf. In Berlin steigerte sich der Verbrauch vom Januar ab von Monat zu Monat bis zun, April(1632, 1642, 1697, 1729 Tünnen). Infolge der Kontingents schwier ick.ketten würde im Mai und Juni der Tiefstand mit 935 und 997 Tonnen erreicht. Bon Juni bis September ist wieder ein plötzliches Ansteirjen van 1378 bis 1899 Tonnen zu beobachten, so daß der Höchststand von April sogar überschritten wurde. Der ReparMioneagenl sür höhere Löhne. Bor kurzem hat der Reparationsagent Gilbert Parker seinen Bericht über den Stand der Reparationsleistungen verösfentlicht und gibt darin auf 157 Seiten eine umfassend« Uebersicht über die deutsche Wirtschastslage. Nach- dem er über die Rationalisierung der Produttion im vergangenen Jahr urod die Steigerung des Nutzeffekts der Produktion«Mgehend unterrichtet, kommt der Roparationsagent zu folgendem Schluß: „Diese Politik der Rationalisierung und der Befestigung der Industrie Aass. A. M. E'clcsteln& Söhne, Dresden Griindungsjohr 1842 ßeuticMatuii«JvtM tcibUindiB* Zirtreitenfobrik eine gute Zigarette! Vortreffliche Neuerungen bei der Kartonnagenherstellung bringen solche Einsparungen, dal) auch zu diesem geringen Preise eine Zigaretti milden, erlesenen Geschmacks geliefert werden kann. Eckstein Gold erscheint daher in einer Qualität und Aufmaohung, daß auch der anspruchsvolle Raucher an ihr volle Befriedigung findet. hat kaum Veränderungen des Preis- and Sohnnwem» hetCefgefähri An einigen Stellen wurden zwar etwa» höhere Löhn« gezahlt und niedrigere Preise fer Fertigfabrikat« verlangt. Diese Fälle waren ober verhältnismäßig selten. Die Leiter der Industrie sind offen- kundig aus Grund ihrer Ueberzeugung vorgegangen, daß es wün- fchenswerter ist, zuerst die Schulden der Unternehmungen zu bezahlen und das Betriebskapital zu vermehren." In diesen Worten wird also die Tatsache bekundet, daß die Rationalisierung der Pro- duktion den Unternehmern groß« Gewinne aus dem Rücken der Arbeiterschaft und der Verbraucher verschafft«. Der Reparations- ogent fährt dann also fort:„Für den Augenblick war dies vielleicht(!) eine richtige Geschäftspolitik. Wir müssen aber annehmen, daß die deutschen Unternehmer für die Zukunft die Bedeutung der höheren Löhne und der damit verbundenen Ausdehnung des inländischen Ab- satzmarktes als Mittel zur Ermäßigung der Produktionskosten und letzten Endes auch zur Erzielung größerer Gewinne erfasicn werden." In höflicher Form gibt hier der Reparationsagent den deutschen Unternehmern einen Verweis wegen einer Lohnpolitik, deren Fort- setzung in der Zukunft auch nach seinem Urteil die Volkswirtschaft stark schädigen mühte. Der Export der Pianosorteindusirie. Don der Pianoforte» industrie wird für Weihnachten ein verhällnismähig günstiger Absatz gemeldet, wie überhaupt das Jnlandsgeschäft sich im Lahre 1926 fühlbar gebessert hat. Das Auslandsgeschäft ist schlechter. Im Jahre 1926 wurden rund 49 999 Klaviere exportiert gegen rund 7S 999 im Jahre 1913. Der Ausfuhr- rückgang entfällt in der Hauptsache auf England, daß 1926 nur etwa 2999 deutsche Klavier« bezog gegen 22 999 im Jahre 1913. Auch Rußland, das damals 8999 Klaviere aus Deutschland bezog, ist als Käufer fast ganz ausgefallen. Gebesiert hat sich dagegen der Export nach den nordischen Staaten, nach Holland, Argentinien und Brasilien. Die ungünstigen Cxportverhältnisse werden aus den hohen Zollmauern und den Valutahindernissen(Dumping und mangelnde Kaufkraft der valutafchwachen Länder) erklärt. Ostwerke Schullhcih-Pahenhoser 12 und 15 JJroj. Dividende. In den Aufsichtsratssitzungen der beiden Gesellschaften wurde be- schlössen, den ordentlichen Generalversammlungen nach Vorrahme reichlicher Abschreibungen und Rückstellungen die Aus- schüttung einer D i v i d e nde von IS P r o z.(im Vorjahre 19 Proz.) ouf die S ch u l t h e i ß-Patzenhofer-Stammaktien und von 1 2 P r o z. (i. V. 19 Proz.) auf die O st w e r k«-Stammaktien vorzuschlagen. Die Trhähung der Droidenden ist mtt dadurch ermägklchk worden, daß im abgelaufenen Jahr« die bekannte Aenderung bezüglich der C. A. F. Kahlbaum A.-G. getroffen worden ist, welche die Gesamt- summe der dioidendenberechtigten Kapitalien um nom. 6% Millionen M. ermäßigt hat. Der Geschäftsgang in den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres wurde als allgemein zufrieden- stellend bezeichnet.— Wenn die Verwaltung des Konzerns weiter sogt, die Bierpreiserhöhung sei verhältnismäßig gering und konnte nur deshalb so„niedrig" gehalten werden, weil der Ab- satz sich bisher ir aufsteigender Linie bewegt habe, so widerlegt sich die Verwaltung durch ihre erhöhten Dividenden selbst. Sehr wohl hätte die Steuererhöhung zum größten Teil von den Brauereien getragen werden können, ohne die Gewinne zu schmälern. Das Telephonueh in Moskau. Die Wirtschaftsverhältnisie in Rußland sind trotz(auch vielleicht wegen) des riesenhaften Zahlen- Materials, das offizielle russische Stellen veröffentlichen, noch immer kaum zu übersehen. Sicher arbeitet die russische Wirtschastsmaschine, je kapitalistischer sie aufgezogen wird,, sich unter furchtbaren An- strengungen allmählich aus dem Sumpf heraus, in den sie kurzstchti- ger politischer Radikalismus und der absolute Mangel an neuem Kapital bisher verstrickte. Wieviel dabei auszuholen ist, zeigt eine Ziffernreihe über die Telephonanschlüsse in Moskau, die der„Edo" veröffentlicht. Danach belief sich die Zah) der Telephonabonnenten in Moskau im Jahre 1918, also nach der Revolution, noch a u s 54 3 3 9. Im Jahre 1923.fiel sie aus 19 464. stieg jedoch bis zum Dezember 1926 wiederum auf 41799. Für die nächste Zeit ist der Uebergang zur a u t o m a t i sch e n Telephonverbindung in Moskau vorgesehen. In drei Jahren soll der Bau von vier automa- tischen Bezirksstationen für 85 999 Abonnenten fertiggestellt sein. Ausschließung von Hochmooren. Der preußische Landwirtschafts- minister hat auf Verlangen des Landtags eine Uebersicht über die Fortschritte der Kultivierung und Besiedlung der domänensiskalischen Hochmoore in der Zeit vom 1. November 1925 bis zum 1. Novem- ber 1926 vorgelegt. Danach waren von den insgesamt vor- handenen 22 294 Hektar Mooren bis zum 1. November 1926 9 543 Hektar fertig kultiviert und noch zu kultivieren 13 661 Hektar. Infolge Verpachtung scheiden von letzterer Zahl für die Kultivierung vorläufig aus 3867 Hektar. Von den kultivierten Flächen sind verkauft 2551 Hektar, davon besiedelt 1547 Hektar. Es handelt sich dabei um die domänenfiskalischen Hochmoore in den Regierungsbezirken Aurich, Hannover, Lüneburg, Stade und Schleswig. Ausschluß der vesfmMchteM Me Fälle häufen flch, in denen die Verwaltungen von Aktiengesellschaften es für nötig hallen, die Presse von der Teilnahme an Generaloersammlungen auszuschalten. Wenn ein Unternehmen, wie die Fleischwarenindustrie A.-G., Berlin(F l i a g), in einer Zeit, in der die Verhältnisse auf dem Fleischwarenmarkt ungeklärter denn je sind, diesen Ausschluß der Oesfentlichkeit für notwendig hält, so muß man daraus den zwingenden Schluß ziehen, daß entweder bei der Gesellschaft selbst oder auf dem Warengebiet, das sie vertritt, etwas vor sich geht, was besser im Dunkeln gehüllt bleibt. Die Oesfentlichkeit aber hat Interesse daran, gerade auf dem Gebiete der Ernährungswirt- schaft unterrichtet zu werden. Im übrigen schaden sich die Gesell- schaften durch ihre Angst vor der Oesfentlichkeit auf die Dauer nur selbst. Die deutsche Golddiskoukbank will eine neue Serie von Wechseln (die erst« Serie betrug 199 Mill. und wurde mit 72 Mill. begeben) zur Geldüberführung vom Kurzfristigen auf den Kapitalmarkl aus- geben. Die Neuausgabe wird nach der„Konj.-Korr." von den Banken begrüßt. Offenbar erscheinen den Banken die Börsenkurse jetzt selbst hoch genug. - Frachterleichterung für deutsch-obcrschlesische kohle. Die Reichs- bahn hat mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab eine Tariferleichterung für westoberschlesische Kohle eullreten lassen, und zwar erfolgt die Fracht durch Rechnung jetzt nicht mehr ab Gewinnstation, sondern ab Mutterftation nach dem neuen durchweg um 1 Pf. je 199 Ki logramm gekürzten Frachtsatzanzeiger. Hierdurch ist eine Gleichstellung der schlesischen mit der mittel- und westdeutsche» Kohle erfolgt. Weiter wurde dem Antrag des Oberschlesischen Steinkohlen- Syndikates auf Frachtermäßigung für westoberschlesische Kohle nach Oderberg stattgegeben. Die dadurch erreichte Frachtoerbilligung be- trägt 9,49 bis 9,89 M. je Tonne. Krisenopfer in Frankreich. Von der auch in Deutschland sehr bekannten französischen Automobilsabrik Dion-Bouton wird der Zusammenbruch gemeldet. Die Gesellschaft hat ihre Zahlungen eingestellt: die Passiven betragen 69 Millionen Franken, die Hauptforderungen stammen von Zubehörlieferanten. Die starke Frankenhausse, zusammen mit dem Eindringen der amerikanischen Konkurrenz, also das Ende der Inflationsvorteile, sind die Ursachen des Zusammenbruchs. Segen 'Ät�fJicnalsraieti Staats-Theater Opernhaus Platz a. d.Republ. 7'/z: Der Waffenschmied Schauspielhaus T/a Uhr: Figaros Hochzeit Schiller-Theater 8. Wallenstcins Tod. .! Charlotlenburt: T/s Uhr: Hoffmanns Erzählnngeo Abonn.-Turnus IV Mdies Miei Norden 10334-37 8 Uhr: KeiiUiariltv.Ofleisenau von Wolfgane Goetz Regie HelnzHilpcrl Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Oliapotrida von Lernet-Holenia Regle: Heinz Hilpert. Hierauf: Das Veilchen von Franz Molnar Regie; Eug. Robert Nollendorf 7360 und andere Hoviläten!! Volks büh ne Id. m Sdhiftaiicrtlamni Theater am BBlowplati 8 Uhr; lyslsirak Morgen 8 Uhr Judith Täglich 8 Uhr: Das Srabmai des unbekannten Snldaten. Wallner-- Theater Tägl. 81/« u. Sonntag 3Vz Uhr(kl. Preise) die erfolgreiche Schlageroperette Das blonde Wunder C RCUS BUSCH/ ND. 840 Tägl. 8 Uhr Das farbigste CIrcusprogramm Europas u.a. C)2ly Meinest d. Filmdiva als Elefantendompt 3 Ajax Heroen der Kraft Gebr. Oesprcx Auto-Sturzflleger Kose-Theater »uhrPreziosa Mesie Weil fl. Sdiolz Hascetlieifle 108 Dienstag, d. 11. Januar, sowie täglich: Bockbierfest Die Komödie iiismarcK 2414, 751h 8 Uhr: Letzte Afiii&hiongen. Die Gefangene Von Bourdet Regie M. Reinhardt in den bayr. Alpen x 8 Kapellen Neue Dekoration. /30 bayr.Madl Primiierung der größten und lelditesten Frau und de» kleinsten und schwersten Mannes 4 baare Geldpreise ä 30.00 Mk. Anmeldungen von 8— 10 Uhr abds. a. d. Kasse u. Braten von 6 ganzen Schweinen auf dem Riesen-Lucuflus-Bratapparat BfnlaS 6 Uhr Anfang; 7 Uhr Toranzelge: fliltwom. 13. lannar 1921: ELITE-TAG u. Gr. Algenbaii in Berchtesgaden ''''.Jf-v, ,* fatäSfr*>.' Vv'-t-r/- /■* Theat. a.ltollendorfpl, Kurfürst 2091 8 Uhr; Kinbleute mit Max Adalbert ür. Stimspielto Tägl. 8'.. Uhr; CHARELL- REVUE Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürneVorstllg zu ermaß. Preisen. CASINO-THEATERs Uhr: Mister Cornedbeef. Ab 12. Januar: Bin Tag Im Paradies Gutschein. Faut I Mk., Sessel 1,50 Mk. Zentral-Th. Täglich 8 Uhr: Der grosse Opereltcnerfolg! 3er Trompeter vom Khein M. Alfermanü. J. Klein, H Barrl. H. ßoaftrfe-, L Haininfi, H. Kran». Preise von 1—7 M. irianon-Thealer Täglich 8>/. Uhr. Der gr. Lacherfolg Dr. Stieglitz mit• Lobe». Ebclsbacber Irtitfwodi.Scnnab.n. Sonnt.* D. Theater d. Märchen Gonr&dien nnd RotUapdvn Netropol- Titeal. Täglich 8 Uhr: MDwinzessii) Resmsnztheater Täglich 8V« Jhr: MWWM Eintritt Jugcnillldun verboten Thaun-Theoier 8 Uhr: Lottdiens Geburtstag Erster Klasse. WalünliB- Titeal Weinbergsvtg Tigl. SV« Es war einmal in Heidelberg mit d. Schlagerlied Ich hab'meinflerz in Heidelberg verloren Vorzeig. SO�/oErmäß. Parkett von 60 Pf. an KäteSchmidt-Samst Gaston Bricor fnfccafc im Vorwärts sichern Erfolg! SO 14. Jannar 1927 Großer Inventur Ausverkauf es in Bei Grippegefahr Tabletten OSas- Porzellan- Steingut Emaille usw. zu ffabelfrsaft biiiigen Pressen! BerünpWran�elslr.lSpEdcecuvmir. Meishöian, KaSser-Friedridi-Slr. 10 Beginn: 14. Jannar 1927 Ball der Komiker , jcnselfs von $fh. u. Sdi.!" (Schund und Schmutz) teitunfl: Narr» Lamberts-Paufsen PefBawssdinO; Wilhelm Bendov, Siegfried Berisch, William Berner Jul. Falkenstein, Carl Geppert Paul Graetz, Max Hansen Artur Hell, Anton Herrnfeld Kurt Lilien, Albert Paulig Harald Paulsen, Eric Peitersson, Willy Rosen, Adele Sandrock. Senta SöncIand,Sz5keSzakall,SteidI Sonnabend 15. Januar eesamiranme Philharmonie UostOm oder Baiitoiiette VorverBauiskarten billiger Bis 12. Januar: Saalkarte fl HK. Künstlerkarte 4 MK. Ah 12. Januar; Saalkarte 10 MK. Künstlerkarte 1 MK. Ballburean Philharmonie Lützow 490. 11—6 Uhr. Weitere Vorverkaufsstellen: Kaufhaus des Westens Verkehrsbureau d.StadtBerlin Trardy, Potsdamer Str. 72 OS es CsS geifetaunen, Schubkorren, Sinselröber, Achsen, ifebetn. Globus, fDttsbcnct- fteafte 55. Moritzvlotz 127 38. BeklfldungsslücKe, Wäsche usw. Getroocne ßcttenqotbctobctt©etell- föoftsonaüqc für fotpulcnle ffiauren Itaunenb billtfl. Soft, ftübcc Mulack- fttake. tekt©onnannftiaftc 25/26,* ffieniq getragene ffcctfanjüfle, Snu>- kingonzüqe. Gebrockonsüge, Jocketton» üüze Rockpoletols, Cutmoon.Anzüge, SaiHcnmnrtlcI, für iebe Rgtir poffenb, Spcsialitai: Bauchoiizüge, spottbillig. Salvern. Rosentkolerftr. 4. erste Eltge. verleih von schoftsanzügen. Norden 6393. cheleganfen Gefell. ifenfhalerstroße 4. Veite ilperkanfl Neue 15,-1 19,50! Prodiioolle 22 50! 27,50! flinberbotien 8,75! Belttväsche! Steoobeden! Alles spottbillig! Seine Sombarbnorc! Leib- haus Stumtcnlhofie 47. Eestklaisige Tischlerarbeit. langseisiige Zahlung, feine Wechsel. 120 Zimmer. einrichtunoen. 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Dynamit kostet viel, und Feuer ist zu lang- weilig. Die beste Art, Stümpfe zu entfernen, ist, sich des Königs der Tiere, des Elefanten, zu bedienen. Er gräbt sie entweder mit seinen Stoßzähnen aus der Erde, oder er reißt sie vermittels eines Taues aus. Der Pflanzer mietete also Elefanten und schickte sie einzeln, paarweise oder zu dreien an die Arbeit. Der beste der Elefanten gehörte dem schlechtesten der Treiber, und der Name dieses unvergleichlichsten aller Tiere war: Moti CJudfch. Er war der unbeschränkte Besitz seines Mahout, was unter einer Eingeborenenregicrung nicht inöglich gewesen wäre, denn Moti Gudsch war ein Geschöpf, das den Neid jedes Königs erweckt hätte: wie denn auch sein Name soviel wie:„Perle der Elefanten" bedeutete. Da das Land aber unter britischer Botmäßigkeit stand, durfte Deesa, der Mahout, in unbestrittenem Besitz seines Schatzes bleiben. Deesa, der Mahout, war ein Schlemmer. Hatte er durch die Kraft seines Elefanten genug Geld verdient, so pflegte er sich maßlos zu betrinken und dann Moti Gudsch eine Tracht Prügel mit einer Zeltstange zu verabfolgen, indem er auf die empfindlichen Zehen- nägel seiner Vorderfüße losdrosch. Moti Gudsch trampelte ihn bei solchen Gelegenheiten nicht etwa tot, wußte er doch ganz genau, wenn die Prügel zu Ende sein würden, würde Deesa seinen Rüssel umarmen und laut weinen und ihn„mein Herzblättchen, mein Leben und Leber meiner Seele" nennen und ihm Schnaps zu trinken geben.— Moti Gudsch war nämlich ein großer Freund des Alkohols, insbesondere des Araks, aber er verschmähte auch Palm- sast-Toddy nicht, wenn er nichts Besseres bekain.— Nach solchen Gefühlsausbrüchcn legte sich Deesa gewöhnlich zwischen Moti Gudschs Aordcrfllßc schlafen und, da er sich dazu gewöhnlich die Mitte der Landstraße auscrkor, Moti Gudsch über ihm Wache hielt und weder Pferd, noch Fußgänger, nach Wagen passieren ließ, so stockte jedesmal der Verkehr, bis es Deesa beliebte, aufzuwachen. Tagsüber war Schlafen auf der Ausholzung streng verboten, denn dazu waren die Löhne zu hoch. Deesa saß also auf Moti Gudschs Nacken und kommandierte, während Moti Gudsch machtvoll Baumstümpfe aus- redete, denn er besaß ein paar prachtvolle Stoßzähne, oder sie mit einem Strick ausriß,— denn er besaß ein paar ebenso prachtvolle Schultern: Deesa trat ihm dabei hinter die Ohren und nannte ihn den König der Elefanten. Am Abend spülte Moti Gudsch hüll Pfund Grünfutter mit einem Quart Arak hinunter, und auch Deesa nahm einen Imbiß zu sich und sang dann zwischen Moti Gudschs Vorderbeinen Lieder, bis es Zeit wurde, schlafen zu gehen. Wöchentlich einmal führte Deesa Moti Gudsch hinunter ans Fluß- ufer: Moti Gudsch legte sich dann in dem seichten Wasser wollüstig auf die Seite und ließ sich von Deesa mit einem Kokosschrubber und einem Ziegelstein bearbeiten, bis ihm ein Klatschen mit dem Stein das Zeichen gab, sich umzudreheks.�Wä?'d1e Prozedur vorbei, sah Deesa ihm Augdn und Füße nach und hob ihm die Lappen seiner langen Ohren aus, um nachzuschauen, ob sich dort nicht wunde Stell-n oder Entzündungsherde gebildet hätten. Fiel der Befund zufriedenstellend aus, so kehrten beide— Moti Gudsch schwarz und glänzend, einen abgerisienen zwölf Fuß langen Ast mit dem Rüssel schwankend, und Deesa, sein nässend langes Haar zum Knoten schür- zend und eine Hymne auf das Meer singend—, nach Hause zurück. So floß ein friedliches und gut bezahltes Leben dahin, bis Deesa eines Tages die Lust in sich fühlte, sich wieder einmal gründ- l>ch zu besausen. Er sehnte sich aus Herzensgrund nach einer Orgie. Die kleinen Gelegenheitsschnapsercien führten zu nichts rechtem »nd zehrten nur an seinem Männlichkeitsbewußtsein! Er ging deshalb zu dem Pflanzer und rief unter heißen Tränen:..Meine Mutter ist tot!" „Ich weiß," sagte der Pflanzer,„sie ist vor zwei Monaten auf der anderen Plantage gestorben. Aber auch früher ist sie schon einmal gestorben,— damals hast du— vor einem Jahr— bei mir gearbeitet." . Dann ist es meine Tante!" heulte Deesa.„Sie war so gut zu mir wie meine Mutter. Sie hat achtzehn kleine Kinder zurück- gelassen, deren hungrige Mägen ich füllen muß," und er schlug seine Stirne auf den Boden. „Wer hat dir die Nachricht gebracht?" forschte der Pflanzer. ..Die Post." „Die ganze letzte Woche ist doch gar keine Post gekommen! Scher dich an deine Arbeit!" „Eine verheerende Krankheit ist in meinem Dorf ausgebrochen, und meine sämtlichen Weiber liegen im Sterben!" jammerte Deesa, und diesmal füllten echte Tränen seine Augen. „Ehihun soll herkommen!" befahl der Pflanzer.„Er ist aus demselben Dorf wie Deesa.—— Ehihun, hat dieser Mann ein Weib?" „Der?!" sagte Ehihun.„I wo! Kein Weib aus unserem Dorf würde, ihn anschauen! Eher würde sie noch seinen Elefanten hei- raten."— Und Ehihun lachte laut: Deesa aber weinte und brüllte. „Du wirft gleich was erwischen! Marsch jetzt an die Arbeit!" rief der Pflanzer. ..So will ich denn die himmlische Wahrheit sprechen!" stieß Deesa, von plötzlichem Offcnherzigkeitsdrang ergriffen, hervor.„Seit zwei Monaten habe ich mich nicht mehr betrunken. Ich will weit fortgehen von dieser Himmelsplantage, um kein Aergernis zu geben." Ein Lächeln flackerte über das Gesicht des Pflanzers.„Deesa," sagte er, �.jetzt hast du die Wahrheit gesprochen, und ich würde dir auf der Stelle einen Urlaub bewilligen, wenn ich nur wüßte, was ich mit Moti Gudsch anfangen soll, während du fort bist. Du weiß, er gehorcht nur dir allein." „Mögest du, o Licht des Himmels, vierzigtausend Jahre leben!" rief Deesa.„Ich werde nur zehn Tage fort sein, dann kehre ich zurück, das schwöre ich bei meinem Glauben, bei meiner Ehre und ineiner Seele. Habe ich jetzt die ällergnädigste Erlaubnis des Himmelsentsprossenen. Moti Gudsch herzubringen?" Die Erlaubnis wurde erteilt, und auf Deesas schrillen Pfiff hin kam das majestätische Tier aus dem Schatten einer Baumgruppc hcrangeschaukell, wo es sich die Zeit damit vertrieben hatte, sich mit Staub zu duschen. „Licht meines Herzens, Beschützer der Betrunkenen. Berg der Macht, leihe mir dein Ohr!" begann Deesa und pflanzt- sich vordem Elefanten auf. •) Wir brinqcn dies« Ewhlime als Probe der neuen Zkiplina-Änsgabe, die! der Paur-List-Berlaa in L-iwa veranstalict, und»war aus dem Bande .D u n i l e- Indien", den Osuston Royrrnd meisterlich übersetzt dat. 1 Moti Gudsch lieh es ihm und salutierte mit dem Rüsiel. „Ich gehe fort." erklärte Deesa. Moti Gudsch zwinkerte verständnisvoll; er liebte ebenso wie sein Herr das Henrinstrolchen: man konnte da allerlei nette Sachen aus der Landstraße aufschnappen. „Aber du, du altes dickes Schwein, bleibst hier und arbeitest," setzte Deesa schnell hinzu. Moti Gudsch heuchelte Entzücken, aber der Glanz in seinem Auge erlosch. Er haßte aus tiefster Seele das Stümpfeausrodcn. Es bereitete ihm Zahnschmerzen. »„Zehn Tage bleibe ich fort, o Lieblicher! Hebe mal jetzt den linken Vorderfuß, damit ich dir die Zahl einhämmern kann, du Warzenkröte aus einer vertrockneten Drcckpfütze!"— und Deesa nahni die Zeltstange und schlug Moti Gudsch, der dabei grunzte und von einem Fuß auf den anderen trat, zehnmal-auf die Nägel. �Zchn Tiage", wiederholte Deesa,„mußt du arbeiten, Stümpfe ausroden und ausreißen, wie Ehihun dir befehlen wird. Hebe jetzt Ehihun auf und setzte ihn auf deinen Nacken!" Moti Gudsch rollte das Ende seines Rüssels zusammen, Ehihun stellte seinen Fuß hinein und befand sich im nächsten Augenblick auf dem Nacken des Elefanten. Deesa reichte ihm den Anku? hinauf, den eisernen Elefanten- stäche!; Chuhin hämmerte damit aus Moti Gudschs Glatze los wie ein Grobschmied auf den Amboß. Moti Gudsch trompetete.(Fortsetzung folgt.) Polizei unS Zensur. Von Dr. Ed. Gudenrath. Die Polizei fft nun einmal dazu da, daß sie verbietet, und zwar teils zu Recht, teils zu Unrecht. Was aber wirklich verboten sein sollte, hat sie noch nicht verboten, nämlich die Dummheit. Hingegen das Denken. Früher einmal, wenigstens— versteht sich. Auch mit Grund, denn sagt« nicht Marquis Posa:„Ich bin gefährlich, weil ich über mich gedacht."(Schiller,„Don Carlos", 1787.) Ueber die verbotene Gedankenfreiheit wachte die Einrichtung der Zensur. Sie trieb ihre besonderen Blüten unter der Kaiserin Maria Theresia von Oesterreich(1749 bis 1780), und dann zur Zeit des Herrn Bieder- meier, im vormärzlichen Deutschland, wo die Polizei eilten bösen Guerillakrieg ungezogener Literaten und gerissener Verleger zu be- stehen hatte. Bis Anno 1848, zuletzt in Preußen, die Zensur abge- schafft wurde. Bloß die besondere Spezies Thcaterzensur, die sich von der in der Verfasiung gewährten allgemeinen Presse- und Rede- sreiheit nicht betroffen fühlte, lebte gar bald wieder auf und fristete ihre zweifelhafte Existenz noch bis zum Jahre 1S18. Zensurfragc ist immer eine Frage der Zcnsurpraxis und was bei der Ausführung der Zensur alles möglich und unmöglich ist, dafür gibt einig« Einblicke das neue Buch von Prof. H. H. H o u b e n „Polizei und Zensur"(Berlin, bei Gersbach u. Sohn), das anläßlich der Berliner Großen Polizeiausstellung im Rahmen einer zwölfbändigen Sammlung„Die Polizei in Einzeldarstellungen", erschienen ist. Prof. Houben, der mit seinen Arbeiten über die Ge- schichte der Zensur und Pressegesetzgebung längst bekannt geworden ist, will in dem vorliegenden schmalen Band„nicht mehr als etliche Längs- und Querstriche geben: Längsstriäie. die gewisse charaktc* ristisch« Entwicklungslinien andeuten, und Oucrstriche, die bestimmt« bemerkenswerte Episoden dieier Entwicklung genauer umreißen". Und er besorgt das mit ebenso wissenschaftlicher Sachlichkeit wie mit gutem Humor.' Aus Grund eines umfangreichen und bislier unbekannten Urkundenmaterials oernrag er scharfe Lichter in die dunklen Kulissen- gössen der Zensur zu werfen und trifft dabei ach so manche Lächerlich- keit— Lächerlichkeiten auch, bei denen einem der Humor vergehen könnte. Nur einiges zum Kopffchütteln: Patrioten wie Joseph Görres und Ernst Moritz Arndt wurden wegen Zensurvergehens verfolgt. Johann Gottlieb Fichtes„Reden an die deutsch« Nation", die nach der Schlacht von Jena die Deutschen zum Freiheitskampf begeisterten, wurden 25 Jahre später durch den Zensor Grano als nicht mehr zeitgemäß verboten. Der berühmte Königsberger Philosoph Immanuel Kant mußte sich durch eine hübsch« ministerielle Gardinen- predigt eines Besseren belehren lassen. Daß man es bis zu einem Gesamtverbot aller Schriften des literarischen„Jungen Deutschland" brachte— na wenn schon, denn schon: aber Keils„Gartenlaube" (noch 1864) zu verbieten, wie fürchterlich! In Oesterreich wurde zur besseren Untcrrichtung der Behörden und Buchhändler über die vcr- boten«» Bücher.der„Catalns-is librorum proliibitoy.ini" von 1754 bis 1780 regelmäßig neu herausgegeben, bis schließlich di s-r Ftilror durch die anrüchige Literatur allgemein so eifrig benützt wurde, daß dieses Verzeichnis der verbotenen Bücher selbst auf das Verzeichnis her verbotenen Bücher gesetzt wurde. Auf diesem Index stand so allerlei, zum Beispiel Goethes„Die Leiden des jungen Werthers". Sein„Faust" konnte wirklich schon 1850 einmal ohne Zensurver- stümmelung in Wien auf die Bühne kommen, unter Laube, doch ein preußischer Zensor tat den klassischen Ausspruch:„Es wäre eigentlich viel besser gewesen, wenn Goethe seinen„Faust" nie geschrieben hätte!" Ein« Folge der Zensur, vor allem zur Zeit des.Lungen Deutsch- loni)" war«ine starke Literaturabwanderung in dos Ausland, von wo dl« literarische Konterbande mit Hilfe einer weitverzweigten, raffinierten Verleger- und Buchhändlerorganisation mit Ueberlistung der Polizei nach Deutschland geschmuggelt wurde. Hein« und Börne gingen damals nach Paris, andere in die Schweiz. Dort war der Buchöerlag das„Literarische Comtoir" gegründet worden, der sich besonders dieser„Zensurstüchtlinge" annahm, und dort, auf neutralem Boden, konnten Hossmann von Fallerslebens„Deutsche Lieder aus der Schweiz" erscheinen, eine Liedersammlung, die unsere spätere Nalionalhymite„Deutschland, Deutschland über alles" enthielt. Am Ende richtet« sich die Zensurwut selbst noch gegen Gedankenstriche (niit Gedankenstrichen oder Punkten wurden die von der Zensur gestrichenen Zeilen im Druck ausgefüllt), sie waren für den un- schuldigen Leser docb zu verdächtig. Ludwig Börne beklagte sich darüber, daß die Polizei sein« Gedanken totschlage und ihm zugleich verbiete, ihnen in Focm der verräterischen Punkte Leichenstein« zu setzen. Ueber solchen Streik schwollen die polizeilichen Zensurakten an. Dies find nur ein paar wenige Zensurblüten, die eigentliche Tragikomödie liegt in dem üppig gediehenen Zcnsurbureankratismus selbst, den man in seinen Amtsstuben auffuchen muß, und in seiner Rückwirkung auf das ganze geistige und öffentliche Leben. Von alle dem entwirft Houbcns Buch ein artiges Gemälde. Die Willkür fand in der Zensur immer den schönsten Spielraum, denn nie wird sich der lebendige Strom des geistigen Lebens durch starr« Begriffskanäle leiten lassen. Der Kreuzschnabel und seine Winkerhochzeit. Der Kreuzschnabel dürste von ollen Vogelarten, die bei uns heimisch sind, am frühesten Hochzeit machen. Manchmal schon im Dezember, spätestens jedoch im Januar sondern sich die Paare von der Schar ab und beginnen mit der Brut. Der Kiefernkreuzschnabel, auch Kiefern- und Tannen- papogei, Krummschnabel, Roßkrinitz und großer Krinitz genannt, und der Fichtcnkreuzschnabel oder Kreuzvogel und kleine Krini�. gehören mit zu unseren eigenartigsten Vögeln. Weil sie in den BZäldern plötzlich auftauchen und auch ebenso plötzlich wieder verschwinden. werden die Vögel im Bolksmunde auch Zigeunervögel genannt. Im allgemeinen ist der Kreuzschnabel in Nordeuropa und in Nordasien überall zu finden, wo Nadelwälder anzutreffen sind. Den Namen Kiefern- und Tanncnpapagei trägt er nicht mit Unrecht, denn er turnt und klettert wie ein Papagei und ebenso erinnert seine Bunt- farbigkeit an den Papagei. Die liebste Nahrung des Vogels sind Kiefern- und Fichtenzapfen, die er mit seinem oben und unten fast wie ein Halbbogen geformten Schnabel aufbricht. Findet der Kreuz- schnabel von dieser Nahrung genug, so bleibt er länger in einem Revier, wird die Nahrung knapp, so zieht er in«ine andere Gegend. Er ist vertraglich und zankt sich kaum mit anderen Vögeln herum, wo ihm nicht nachgestellt wird, ist er auch nicht Im geringsten mißtrauisch. Das wird ihm oft zum Verhängnis, und er geht leicht aus Leimritten. Der Kreuzschnabel ist ein ausgesprochener Baumvogel, d-r fast nur zur Erde kommt, wenn er trinken oder sich baden will. Einge- fangen, wird er so zahm wie kein anderer Waldvogel, er lernt seinen Herrn bald kennen und antwortet auf Zurufe von ihm. Auch singt er im Käfig viel häufiger als in der Freiheit. Der Tierkult in Japan verboten. Wenn die japanische Regie- rung sich durchsetzen kann, so wird in nächster Zeit eine der unerfreu- lichsten Absonderlichkeiten des alten Japan verschwinde». Nach der Mitteilung eines japanischen Blattes aus Kode hat die Regierung die Abhaltung einer Gedächtnisfeier für 5800 in einer für die Jagd auf wilde Hunde freigegebenen Woche erlegten Hunde zur Berau- lassung genommen, um den gesamten Tierknlt zu untersagen, weil die Anbetung und Verehrung von Tieren einer modernen Kultur- natton unwürdig sei. Wie stark dieser Kult noch im Volke wurzcli, läßt sich daraus schließen, daß an der beanstandeten Feier ein hoher Prälat von Kode, 30 buddhistische Priester und eine große Anzahl von Regierungsbeamteu teilgenommen haben. Jetzt sollen alle Altäre, die bisher dem Ticrkull gedient haben, abgebrochen, alle Zeichen, die an ihn erinnern, entfernt werden. Dabei hat die Regierung angeordnet, daß alle kulturhistorisch und künstlerisch wert- vollen Stücke nicht zerstört, sondern in den Museen und Kunst- galcrien aufbewahrt werden.— Diese Verordnung ist ein Anzeichen von erwachendem Liberalismus, der in Japan noch jetzt nußerordent- lich stark gegen die reaktionäre Kulturpolitik der alten konservativen ffvfkreise zu kämpfen hat. Immerhin läßt sie erkennen, daß die Dinge im Fluß sind und vielleicht bald auch andere Gebiete ergreifen werden, auf denen mauchnial auch jetzt noch die kulturelle Rück- fälligkeit des japanischen Volkes— des Landvolkes im besonderen—. erschreckend in Erscheinung tritt. Preise teilweise bis zur Hälfte Mengenthgibs Torbehaltea* Kein Terkaaf an Wledenrarkltfer Beginnt 3* Januar herabgesetzt Restbestände und andere Gelegenheitsposten enorm billig BtZ dorpcltbrelt, . Katar fr® er ¥U■ Jetzt WolScripe � ,» ................ Meter trfmer bl* JL jetzt diverse Muster., MeideMofKe Baumw. 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Kottbuser Damm* Wilmersdorfer Str.* Grosse Frankfurter Str.* Chaussecstr. K> Unserem netbienten Genossen esSSSSSSS� Jlans Pilz Rcssnenssr, 4 »UM 2S jährigen Parteijubildum dl» herzlichsten GlOtf mansche Die 54. Abteilung. ssssoossesee� o-".- Stall besonderer«nzelgel , Allen Dermcnblen, Freunben unb I Bekannten ble Iraurlge Nachricht, baß unser lieber Vater, Großvater. Urgeoh- vater, Schwiegervater, Schwager, On- \ tel unb Bruber, ber Werimeister Karl Gansellen nach kurzem, schwerem Leiben aill Sonntag, ben 9 Januar, früh S'/j Uhr, saust entschlafen ist. Die« zeigen liefbeWIbt an: Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerblgnng findet am Milkwoch, den 12. Jan., nachm.«>/, Uhr, von der Leichenhalle des Neukällner Gemeinde- irlebhcfs. Nudower Sir, aus statt. Am 7. Januar verschieb plönlich noch kurzem, schwerem Leiben meine liebe Frau unb gute Mutter, Schwester unb Tante Berta Czock geb. Raddant an ihrem 63. Deburtsicge. Im Namen der Irauernben Sinterbliebeiien Franz Czoct u. Tocbler Einäscherung Mittwoch, den 12 Ja- nuar, vormittags iv'/z Uhr, im Zkrema. tcrium Baumschuienweg, Am 7 Januar verschieb und) lurzeiu fdjmcren Leiden meine liebe Frau. unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grohmutlet, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Emilie Schmidt geb. Eberhnrbk, im 6Z. Lebensjahre. Im Namen der Iranernden ßmter. HUcbetU'ii ROi&ert SrtimlCi Bin.-Schonederg. Kolhenstr. C">. Einäscherung am Tonnersiag. de» 13. Januar, nachm. 31/, Uhr, Krematorium Baumschuienweg. Kiethoizstr Ana K. Januar vormittag, voraottiock v&oh schwerem T.eiden mein lieber Mann, mein guter Sohn, der Kaufmann Max Metzner im 49. liebenqabre. Im Namen der Hinterbliebenen Frieda Metzner, geb. Voigt Louise Metzner, als Mutter SchmfiokwiU, Seestr. 15, den 11. Januar 1927. Berlin O, Andreasstr. 23 Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand nehmen zu wollen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12 Januar. nachm. 8 Dhr, von der Kirche ans auf dem Friedhof in Schmöckwitz statt. Fahrrerbindung: Ab Görlitzer Bahnhof 2Dhr4Min. Ab Bahnh. Friedriohstr. 1„ 36 Min. (bis Bahnhof Grönau, dann Weiterfahrt mit Straßenbahnlinie 86). Am H. o M verstarb an den Folgen eines Unaiücksialle» unser lieber Mitarbeiter, der Metteur Herr Johannes Hegemann im 60. Lebensjahre. Er war immer ein treuer Arbeits- kallege, dessen Andenken wir stets in Ehren hatten werben. Berlin, den>0. Januar 1927. Da» Qegamtpersonat der PretiB. Druckerei- und Verlags- A.,Q. DieEinSscherung findet amMitttvvch, den 12 b. M., abend«(PI, Uhr, Im Krematorium Baumschnienwea Natt 40. Abteilung 8?lZ. Kurz vor Bvllendung seiner 25 jähr Parteimttgliedschast verstarb an den Folgen eine» Verkehrsunfalles unter lieber Genosse, der Buchdrucker Johannes Hegemann im Atter von 59 Jahren Sein Andenken wirb allzeit in Ehren gehalten Die 40. Abteilung. Einäscherung Mittwoch, abends «'/, Uhr, im»rem® Baumschuienweg. Mtas («iai- leiunli. ni für idiwm rilli bmltigl worden In Hüft., Cnil nni Snin,»mr inll. In IS ligce ihn Unintailbari önilirfglge. Beslitiggog cid Hnfereiaen. ürztl. empkohlen. Ignlidgulnti 166. 9-11, 1-4. SnnUg 10-12. Jauby Nachruf I Am 8. Januar d. J. verschied nach schwerem Leiden unser Ohef, der Kaufmann Herr Max Metzner DiesenVerlust beklagen auch wir anf das schmerzlichste. Herr Metzner war uns das Vorbild eines Kaufmanns. Seines Vaters Lebenswerk hat er nicht nur wohl verwaltet, sondern durch unermüdliche Arbeit so gestaltet, daß es zu einem bedeutenden Unternehmen der Branche wurde. Und trotzdem hatte der Verstorbene immer Zeit, uns in unseren Sorgen Freund und Helfer zu sein. Unser Dank soll nun darin bestehen, daß wir mit ganzer Kraft helfen wollen, das Werk dieses ausgezeichneten Menschen in seinem Sinne weiterzuführen. Sein Andenken soll nns der Ansporn sein. Das Personal der Firma Frllz Metrners Zentral'Horbwaren'Magazin Berlin, Andreasstr. 23. Brunnenstr. 95, Beusaelstr 67, Leipziger Str. 54. Neukölln, Bergstr 138. Berliner Straße 78. Spandan, Charlottenstr. 24a. Nieder- schöneweide, Brückenstr. 9. Ftic ble vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei ber EinSicherung meines lieben Mannes und guten Boter« Pldhar«! Möbius sagen wir»llenParieiaenossen.Kollegen und Rednern, insbesondere dem Ge- Nossen Willi Riese sür die zu Herzen gehenden Worin, den Genossen der 7. Abteilung, sowie den Eilernbeiräten | unsere» innigsten Dank. Margarete Mdblut,jeb. Herzig, und Sohn Otto. Poistersnlibsl in allen Preislagen, ab Fabrik, bei Teilzahlung kein Aufschlag. Sommer, smoneber», Hanpidr.l 51 60Uz>tr. 44. Vorzeiger dieses erhält 5 Prozent Rabatt.» Nach schwerem Leiden verstarb am 6 Jan mein innigst geliebter Mann, unser Bater und Schwiegervater, ber Tischler Karl Salzmann int 65. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinter- bliebenrn Minna iaizmann. Einäscheruna Mittwoch. 12 Januar natbm 12' 2 Uhr, im Krematorium Baumschuienweg. �sSsSMsNsn Slahimairaizen, Kinderbetten ntnlig in Pili Kau 650 ir. Elsenmöbelfabrik bohl Tüur. echt Kopeahagener Quaiitai Wird nur in Papier verpackt geliefert Verkaufsttellen Bbcrall. evtl. durch: C. Röcker. Berlin, Lichtenberger Straße 22= Königstadt 3861 SMlIMIMM-MDi WUlMkAiM.SillMiiliii. UnserevrnnchenneelrnuensmSnner. konferenz findet ausnahmsweise am Vonnerstag, den 1Z. Januar. nachm. 5 Ahr. Im Gewerfschosls- Hanse, Sngeiusee 2* 25, statt. Montag, den 17. Januar, in unserer ff ulfutabteilung, Clnienslrofje 197 (gegenüber Serbanbsbous) Filmvorführung: „Der schwarze Svnniag". ZWU- Ausgabe der Eintritiskarten in der Aonserenz am 13. Januar. Achtung! Achtungi Donnerstag, den 1Z. Januar, nach. mittag» 2 Uhr, im„Sotlbufser Seug-, Soltdusser Sirasze 19 Elwerbslosenversammlung Tagesordnung: 1 Da« Arveils- bekchastiingSp» ogramm Reierent: Kollege Maz Urich. 2. Luslprache. 3. Ber- ichiedenes. Lerbandsbuch und Siempeitarte ist vorzuzeigen! gahireiches Erscheinen der erwerbslosen Kollegen wird erwartet Donnerstag, den 13. Jonnnr. aar- mittag» il Ahr. Im„Kosenif alcü Hof",»oienlhaler Str. 11 12 Arbeitslose«-Verfammiung der Branche der Eisendrcher Tagesordnung:.Kriieniürss'rge�, gahireiches Erscheinen wird erwariet. Die OrksoerwaUung, l'GilZÄZHkung Herren-iL Barschen- i G&rdcro e! 'Unzafilaaü/ZiWotlfDratBD| CAMN87ZEß3 Schönhauser Allee SS L A AM Hochbahnhof Nordring �8