Nr. 26 4 44. �ahrg. Ausgabe � Nr. 14 Bezugspreis. SZochenüiÄ 70 Piennl«, ntonaüiift P,- Äfidismatl voraus»abibor., Unter Jltewbanb für Deutlchlan», t Ocimiq, Saat- und Siemelaebiei, tejltrrctd) Litauen. Lurcmdur» 4,50 Reichsinnrt. für bo« Obtme Llu-Ianb 5�0 Rcichsmarl pro Monat, Ter.Vorwärts' mit der Wustrier. te» Eonntagsdeilag«.Volk und Zeit' lowie den Beilagen.Unlerbaltung uno Wissen'„Aus der nllmwelt". .Frauenstimme".Der stinder- freund"...Zuaend-LorwärtS' und .Blick in die Biicherweit" erscheint wcchentöalich zweimal. Eonntaz» und Siontap» einmal. Teleqromm-Adrestet .Sozialbemoir«! verlin Sonntagsausgabe Oevlinev VolKsvlakt Tentralorgan cler 8o2ia1äemoKratil'cKen Partei veutfcklanäs �15 pksnnig� Anzeigenpreise: »Ie einsvaltia« NoiwareMe. »eile 80 Psenmn. Sicllamezeile Reichsmark,.«leine Anzeigen' da» fettgedruckte Wort LS Dienui» Oulässig ,wei ieitatdruckte Wor!e>. ted«» weiter» Wort 12 Lsennia. Eiellenqeluche das erst« Wort tä Vfennig. jede» weitere Wort 10 Psenuia. Worte über 15 Buchstaben»Allen für zwei Warte.. Hrbeilsmarlt Seile 60 Vfennia. lkamilienanzeigen für Abonnenten Seile<0 Bfer.nl«. Anzeigen für die nächste Nummer oiüsseu b�> gs, Ubr nachmileags im töauvtaeswofi, Berlin SB 68. Linden. strasteZ. abgegeben werden.(Seöffnet van S'/j Ubr fr üb bis 5 Ubr nachm. Noch kein Anftrag zur Kabineitbildung.— Neuer Vorstos; für den Bürgerblock. Eine amttichc Meldung vom lS. Zannor, abends, besogl: Der �err Reichspräsident empfing heule nachmillag den geschästssühren. den Reichskanzler Dr. Marx und erleNlc ihm den Auslrag. auf Grund des gestrigen Dcschluiics der Zentrums- s r a k l i o n durch Verhandlungen mil den In �rnkie kommenden .chraklionen des Reichstags die parlamentarische Loge und die Möglich- keiten einer Regierungsbildung weiter zu klären. Reichskanzler Dr. Marx behielt sid) seine Entscheidung bis morgen nachmittag vor. * Herr Marx ist n i ch t— oder mich nicht?— mit der Re- gierunosbildung bconftragt. Er hat lediglich, wie nur ihm �>err En r t i u s, den Auftrag, die Lage zu klären. Dazu hat er sich nicht nies Zeit genommen-, binnen 24 Stunden will er damit fertig sein. Man darf daraus schließen, daß seine 5)ois- nung, im Sinne des Zentrumsbcschlusfes einen Erfolg zu er- reichen, nicht groß ist. Das Zentrum will eine Regierung der Mitte. Da ist deim die erste Frage die, ob die Mitte selber eine solche Legierung will. Die Antwort ist oon vornlzerein gegeden: ein Teil der Mitte will nicht die Regicnmq der Mitte, son- dern den Biftgerblixk. Ee ist möglich, daß per Bersuäx, eine neue Regierung der Mitte auf die Beine zu bringen, schon an dieser TotsoHs scheitert.' �- Gestern abend, bar dem Empfang des Herrn Marx beim Neichspräfidenten, schrieb die„Germania": Wer es mil der ruhigen sozialen Entwicklung in Deutschland und mit der Annäherung an Frankreich und ganz besonders mit dem Ansehen des Parlamemansmus in Deutschland gut meint, kann nur d n dringenden Wunsch hegen, daß derjenige Mann, dein der Herr Reichspräsident heule nachmillag den Austrag zur Regierungsbildung erteilen wird, bei der Bemiihung um die Wiedei-Herstclliirig der Koalition der Mitte und der Anlehnung nach links von raschem Erfolge getränt sein möge. Herr Marx ist aber gestern nachmittag nicht mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Hätte er diesen Auf- trog erholten, so hätte sich die Votkspartci vielleicht der Autorität des Reichspräsidenten gebeugt und einer neuen Regie- rungsbildung durä, Herrn Marx vorläufig keine Schwierig- keiten in den Meg gelegt. Um die Gunst des Reichs- Präsidenten sind heute die bürgerlichen Parteien kaum weniger bemüht, als sie es in der Kaiserzeit um die Gunst des Kaisers waren. Run weiß man aber, daß der Reichs- Präsident den Bürgerblock will, und der sehr be- grenzte Austrag, der Herrn Marx erteilt wurde, läßt nicht daraus schließen, daß der Reichspräsident von diesem Ge- danken abgekommen ist. Darauf.gründet sich die trotz allem immer noch ziemlich optimistische Haltung der Rechten. * • Inzwischen ist dem armen Herrn Marx noch ein anderer Stein in den Weg gerollt worden, und der kommt ans dem eigenen Lager.„Der Deutsche", dos Organ der christlichen Gewerkschaften"und des Herrn Stegerwald, vcröffent- lichte gestern abend folgenden Situationsbericht: Die Zenlrumsiroktion bes Reichstags ha« gestern abend in einem Schreiben Herrn Dr. Euxtius erklärt, dos Zentrum habe den 53er- such der Bildung einer Regierung der Mitte»ach Loge der Dinge für den gegebenen Weg zur Beilegung der Krise. Nach den Besprechungen, die gestern abend noch und heute stottgesunden haben, hat es aber den Anschein, als ob man auch im Zentrum keine Möglichkeit sieh!, diesem Versuch zum Erfolg zu oerhelscn. Der Reichs- Präsident will eine Regierung, die sich auf eine feste Mehrheit stützt, keine Miiidcrhcitsregierung, die nur mit„Anlehming" arbeiten kann. And dann hol die Deuljchc Volkspcrlci klar und deullich erklärt, sie.mache eine Regierung der Mille mit Anlehnung an die Sozialdemokratie nicht mit: die Gegensätze erscheinen ihr unübcr- bruckbar. Bon der„Großen Kaalition" dürste überhaupt wohl nicht mehr die Rede sein. Da die Dcutschnationalen der Forderung des Zentrums auf den Kanzlerposlen zu entsprechen bereit sind, so wird also der Reichs- Präsident bereit sein, e in cm Führer des Zentrums den Auitrog zur Regierungsbildung zu geben. W eiche m Fiiltrer dieser Agitrag. erteilt wird, das zu bestimmen is> Sache des Zentrums. Nor Montag ist der neue Austrog jedoch nicht zu erwarten, äa «rsler Linie komml wohl in Frage Dr. Stegerwald: genannt wird auch wieder Dr. Marx, der sich allerdings die letzten Monate sehr einseitig festgelegt ha«. Damit würde ihm die notwendig« .handlungssreibeit fehlen: er müßte sie sich denn ausdrüS- llch wiedernebmen Für du» Rechte«klärt sich der„Berliner Lokalonzai.gcr" viit einer Rechtsregierung unter einem Zentrumskanzler ein« verstanden. Herr Stegerwald würde ihm ebenso gc- nehm sein wie Herr v. Gu6rard oder Herr Lammers. * Bor einigen Tagen erschien in der„Germania" eine Zu- schrift aus der Reichstagsfraktion des Zentrums, die der So- zialdemokratie einige starke Unfreundlichkeiten sagte, aber doch zu dem Schluß kam, daß das Ziel der Großen K o a- lition weiter verfolgt werden müsse. Herr Dr. Wirth hat uns in der„Deutschen Republik" enthüllt, daß der Verfasser dieses Artikels kein anderer gewesen sei als S t c g c r w a l d. Es entbehrt also nicht des unfreiwilligen Humors, wenn „Der Deutsche" den armen Marx fallen läßt, weil er sich„sehr einseitig festgelegt" habe und an seiner Statt Herrn S t e g e r- wald als Kanzlerkandidaten des Bürger- b l o ck s aus den Schild hebt. Man versteht jetzt auch besser den Zweck der kleinen Indiskretion Wirths, dem der schwer- fälligere Marx lieber ist als der beweglichere Stegerwald. Diese Geschicklichkeit, einem Eichhörnchen gleich von Ast zu Ast zu springen, hat eben Herr Marx nicht— sie steht aller- dings auch ini deutschen Pärteilehen ziemlich vereinzelt da. Mo ober soll Herr Mgrx zum Ziel kommen, wenn ihm, dem Kanzlärtandidaten der Mitte, aus den eigenen Reihen Herr Slcgerwold als Äonzlerkandidat des Bürgerdlocks cnt- gegengeftellt wird'!' Herr Marx fällt mit seinem. Auftrag wo- möglich- schon, über die Intrigen, die in seiner eigenen Partei gegen Um gesponnen werden! « Es wäre wahrhaftig ein Witz der Weltgeschichte, wenn der Bürgerblock zustande käme— unter Führung der ch r i st l i ch c n Gewerkschaften! Die feudalen Herren der Rechten, die adligen Großgrundbesitzer, die großen In- duftrieherren akzeptieren einen g e w e s e n e n T i s ch l c r als lsleichskonzler, und dieser bemüht sich dann innerhalb des Pürgerblocks die Interessen der Arbeitnehmer wahrzunehmen. Wie kann ein solches Experiment enden? Ohne den Rückholt, den sie an den freien Gewerkschaften und an der Sozialdemokratie besitzen, wären die christlichen Gewerkschaften vollkommen ohnmächtig. Ohne die freien Gewerkschaften, ohne die Sozialdemokratie, ohne den 9. No- vembcr und die Republik wäre es niemals dahin gekommen, daß der Gedanke einer Kanzlerschaft des ehemaligen Tischlers Adam Stegerwald auch nur erwogen worden wäre. Unter den 317 Abgeordneten, die rechts von der Sozial- demotratie fitzen, befinden sich, wie Herr Lambach jüngst ausgerechnet hat, ganze 33 Arbcitnehmervertretcr. Die Ber- treter anderer, entgegengesetzter Interessen haben die er- drückende Mehrheit und durch die Geldmittel, die sie den Partciapparaten spenden, den weitaus-überwiegenden Ein- flnß. Das dein so ist, bezeugen neben der Lambachs zahlreiche andere Stimme aus dem Lager der christlichen Gewerkschaften. Herr Stegerwald selbst hat erst kürzlich über diesen Zustand öffentlich lebhaft Klage geführt. » Was könnte also ein Bürgerblock unter„Führung" der christlichen Gewerkschaften bedeuten? Schließlich doch nichts anderes, als daß diesen erlaubt würde, ihre Fahne zu Zwecken der Täuschung einer Armee des Geldsocks vorgnzutragen. Wir nehmen ohne weiteres an, daß. sich die christlichen Ge- werjkschchten für diese Rolle zu gut halten, und daß einige ihrer Führer ehrlich der Meinung sind, sie könnten im Bürger- block etwas erreichen. Aus Angst vor der Sozial- demok rotte sind im Kaiserreich aste sozialpolitischen Gc- setze gemacht worden— warum sollte in einer Gcldsack- republik nicht das gleiche möglich sein? Uns aber dünkt, daß die christlichen Gewerkschaften bei einem solchen Spiel um ihre eigene Existenz spielen und um die Existenz der Parteien, denen sie sich zuzähien. Sie wer- den sehr rasch vor die Wahl gestellt sein, entweder vor den Kapitalsintcressen zu kapitulieren oder aber im Bürgerblock selbst einen Klassenkampf zu eröffnen, der sie an die Seite der Sozialdemokratie bringen muß. Werden aber die Eine halbe Milliarde Ueberfthuß. Die Entwicklung der Reichsfinanzen April— Dczc»»ber 1026. Nach dem Ausweis des Reichssinänzministeriums betragen die Rcichssteuereinnohmcn im Monat Dezember insgesamt ätz? Mil- tionen Mark. Dies Ergebnis bedeutet gegenüber den hohen Er- trägen der beiden Vormonate eine fühlbare Senkung, die sich im wesentlichen aus deni Nachlassen der Eingänge aus der veranlagten Einkommen st euer. Körperschafisstcuer und Vermögenssteuer erklärt. Andererseits weist die Massenbe-lastung weitche Steigerungen aus. Die L o h n st c u c r ist ziemlich sprunghaft aus 1(15,7 Millionen hinaus- geschnellt, so daß der Dezember den höchsten Ertrag mäh- r e n d des ganzen.Kaie n d e r j a h r c s IltÄi gebracht hat. Ebenso stell« der Ertrag der Zölle und Aic r b r o u ch s st c u e r n von 240,8 Millionen ein Maximum dar: hieran sind die Zölle mit 82 Millionen, die Tabaksteuer mit 73 Millionen beieiligt. Mit dem Monat Dezember sind zugleich drei Vierteljahre des Rechnungsjahres 1026 abgelaufen. An Hand der nachstehenden Tabelle kann verfolgt werden, wie die Entwicklung in den einzelnen Vierteljahren verlausen ist und welches Ergebnis gegenüber dem ursprünglichen Voranschlag im Reichshaushaltsplan 1026 erzielt morde» ist. Million�, Aufkommen in April- Juli- Oki IlinI Eept.«?>>,. Gesamtauskommen 1455 1905 1953 Massenbelastung 1090 1907 1267 davon LaLnstcuer 261 979 909 llmiaysleueucr 320 202 218 Zölle u. Lei- brauchSstoiirr 482 649 670 B c l i b be l a st u n g' 420 698 666 davou Einkomnicnst. 179 328 303 Körpersckl.-Gt. 54 144 97 ZZermögenSsteuer 26 80 104 Erbsckia'ttsteuer 6' 6 9 Reichsmark. Poranschl. I. 9 Mo». 4848 3844 Acril- Dei. 5293 3601 830 610 1704 1700 810 2yä 220 21 «00 731 1470 1504 680 188 300 45 : Ueberlchich — Fehlbetrag + 445 -f 160 — 70 — 71 -1.324 + 986 + 910 + 107 — 80 -?1 Au? der Uehcrsicht geht hervor, daß in den ersten drei Viertel. jähren de? Rechnungsjahres 1926 insgesamt 5�93 Plstlioncn Mark ausgekommen sind.' Damit ist der ursprüngliche Voranschlag yon 9 Monaten bereits Jim fast ein« halbe Milliarde überschriller». Aller- ding,' hat der Reichstag durch Erhöhung der ursprünglichen Haus- haltsansötze um 220 Millionen Mark bereits einen Teil dieser Uebcr- schüssc für die Deckung des Rochtragctats herangezogen. Aus der Massenbelastung ist in der Zeit vom Oktober bis De- zember ein Ueberschu ß von 160 Millionen Mark erzielt worden. Denn'während zwar L o h n st c u e r und II in s a tz st c st« r Feh lbetr ä g c von je 70 Millionen aufweisen, haben die Zölle und Verbrauchs st eucrn einen U c b c r s ch u ß von 324 M i l- l innen Morl erbracht. Infolgedessen sind in der Zeit vom Zlpril bis Dezcmbcx ans Zöllen und Verbrauchssteuern ollein mehr als aus der gesamten vesitzbelostüng ausgekommen. Bei. der Besihbeloslung hat die veranlagte Einkommen- st euer in den 9 Monaten 810 Millionen kousgcbrocht. Nach den Erläuterungen zum.Yousholtspla» 1927 hat die Veranlagung ein Gejomtsoll von 1309 Millionen ergeben. Hiervon entfallen mir l 16 Millionen Mark ans Lohnstciierpslichtige mit einen, Jahres- cinloinmen Über 8000 Mark.> Die hohen Gchollsempsängcc bringen also nur ein Zehniel des cohnsteuerertrages aus. Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer bleiben niit ihren Erirägen noch erheblich, hinter den Voran- schlügen zurück. Das liegt vor allem an öer Verzögerung der Veranlagung durch die langwierigen Bewertungsarbeiten. Bei der Vermögenssteuer kommt hinzu, daß noch 7er dritte Vorauszahlungs- tcrini» am 15. Februar 1927 aussteht. Für die Erbschaftssteuer aber>?ird auch nach Abschluß der Bewertungsarbeitcn kaum eine so wesentliche Erhöhung der Ertrage zu erwarten sein, daß der Vor- anschlag von 60 Millionen nach erreicht werden könnte. In den Erläuterungen zu dem Etatsansatz für.1927, der sogar 100 Millionen aus der Erbschaitssteuer erwartet, weist die Regierung darauf hm. daß in vielen Fällen ein gesetzlicher Stundungsanspruch hesteht. Das gilt vor allen» bei Vererbung von landwirtschostlichew ober von Grundvermögen, wo dem Steuerps sichtigen aus Antrag die ratepwelse Tilgung in 10 oder gar 20 Jahren gr- wahrt werden muß. Solange diese Vorschrift besteht, ipird ff kaum gelingen, die Erbschaftssteuer zu einer ertragreichen Besitz. steuer auszugestalten.,...-•. Massen der Arbeitnehmer, die noch hinter den Christlichen stehen, nicht mittlerweile erkannt haben, daß ihre Sache nur im festen Zusamnienschluß aller Arbeitnehmer, wie ihn chH�Sojtaldenvotrotie anstrebt, vorwärts gebracht werden kann? Wir versprechen heute schon, daß wir alles 'Äufbteten werden, um diese Erkenntnis zu fördern.- . Deutschland, dessen Bevölkerung in ihrer erdrückenden Mehrheit aus Lohn- und Gehaltscmpsgngern besteht, soll von ' einer Koalition regiert werden, in der die Interessen des Großbssitzes nick> der Arbeitgeber ausschlaggebend sind. Das ist der Sinn des Dürgerblocks. Es ist auch außer- halb � der Sozialdemokratie richtig erkannt worden— man braucht in diesem Zusammenhang nur den Namen W i r t h zu nennen. Aber auch das muß noch mit aller Äilarheit gesagt werden: Die Drohung mit dem schwarzen Mann, die Drohung .mit dem Bürgerblock, kann die Sozialdemokratie nicht schrecken. Kommt der Bürgerblock, dann hegen wir das feste Vertrauen. daß das Volk bei den n ä ch st e n W a h l e n den Schaden wieder gut machen wird, den er bis dahin angerichtet haben wird. Parteipolitisch gesehen, ist aber der Bürgerblock ein llnheil nicht für die Sozialdemokratie, sondern für die bürger- licheit Partelen. Herr Marx hat es nicht leicht! Die Sozialdemokratie wird � es ihm nicht überflüssigerweise noch schwerer machen— dafür sorgen, wie mir gesehen haben, schon andere. Bloß, um seinet- willen s i ch s e l b st v e r a e s s e n w i r d s i e n i ch t, und das sollte vernünftigerweise auch niemand von ihr verlangen. Sonntagstagung öes Aentrumsvorstanöes. . Der Vorstand der Zentrumsfraktio» des Reichstages ist zu cjner Sitzung aus heutx, Sonntag, mittag einberufen morden. In dieser Sitzung wird Rcichskan.zicr Dr. Marx über seine Besprechungen nnt dem Reichspräsidenten Bericht erstatte». Der Frattionsvorftand der..Deutschen B o l k? p a r t e i wird -sich ani--J>hoiitag nnl der politischen Lage befassen. '' Die F rat t i a n e n— auch' die sozialdemokratische— tagen voraussichtlich erst am Mittwoch. Der sozialdemokratisch c F r a t t i o n s v o r st a n d wird schon früher einberufen werden, falls die Umstände es fordern. Deutsche Studenten icbast! Ii» Spiegel ihrer Rektoren. Die Universität München veranstaltete am 15. Januar, dem Tag der Wiedererrichtung des Deutschen Nciifyis, ein» Erinnerungsfeier. Die Festrede hielt ihr Rektor, Gehcimrät- Dr. V o ß l e r. Die..st u den tischen Korporationen waren aus' Grund eines geineinschastlichen Be- schlusses nicht erschienen. Warimi? Eine Meldung mis München besagt:.'-. J». seiner Festrede führte der Rektor, auss' daß gerade die w 1 1.s c n s ch a f t l i ch e> B e t r a ch t u n g der Vergangenheit das . Bkiqüßtsein der Gegenwart desto weniger entbehren"ranne, je strenger und. kritischer sie geführt werde.. Den KomnUlstonen hielt der Rektor vor, daß sie seit einigen Jahren Gewhr laufen, sich in .po l t t is chse n. PH rer.se n. Lei st ig e trinken, Wenn die. rckädcinische Jngenh" es' nicht veistrug«: st'ch-W-ch t e r n zu halten, so �-Ä�cr'. Zu tu»st des Reichep-mit Besorgnis entgegen.-' Studenteil' Ulkten Äe Wahrheit hören. Davor glaubten die völkischen Drahtzieher der Korps ihre Schäflein bewahren zu müssen. Was Monarchie mrd die. Erinnerung an die Glairztage des Kmserreiches, wenn die völkische Phrase ins Gedränge kommt! Nicht Deutschland, der Radauanrssemitis- mus und der nationale Phrasendrusch geht ihnon über alles. Das ist die„ruhige, sachliche Arbeit", die sie meinen. Das ist ihre..Großd-eutsckse Politik". Nicaragua. Brief an einen Zungsozialisten. Bon Paul Gutmann. Ich habe aus Ihrem-Schreiben ersehen, daß Sie sich in einer vekzweiselten Stimninng besinden. Ueberall, so sagen Sie, triuin- phsert das Unrecht in der Welt. Stets find es die Kleinen, die von den Grosze» vergewaltigt werden, Der Arbeiter Krawutschke, der in der Gegenwehr eine schwarzweißrote Fahne zerbricht, wird • zu drei Monate» Gefängnis verurteilt, während ein adliger General, der die Republik mit Wafjengcwalt zu stürzen versucht hatte, dafür sein Gehalt nachbezahlt bekommt. Sozialistische Be- -amt? worden durch Verleumdungen ins Zuchthaus oder in den Tod gehetzt, und dem gerissenen Schwindler, der einen Prinzen mimt, küssen alle Narren die Hände. Wie im Kleinen, so im Großen. -Di« schwachen Nationen werden von den in Waffen Starrenden mit Füßen getreten. Ueberall das gleiche Bild. Einmal ist es Armenien, ein andermal Sudliroi oder Marokko, heute sind es die Chinesen oder ein winziger Staat wie Nicaragua, die in die „Interessensphäre" eines Mächtigen sich nicht einfügen Und deshalb -mit Kanonen, Fluggeschwadern und Kriegsschisfen gefügig gemacht werden. Sie rusen verzweifelt onS, der Zustand der Welt ist hoffnungslos, was nützen alle Ideale, wenn man immer und überall die rohe Macht triumphieren sähe und wenn alle scheinbare Sittlich- kcit der anderen sich nur als plumper Schwindel und Bauernfängerei osfenbcrr«. Dieselben Leute, die empört wegen Belgien den Zorn des Himmels- beschwören, zerdrücken ein Ländchcn, das sie nicht im ipiiKiesten etwas angeht ivie eine' Wanze. . Ebenso, wie Sie, empfinden bei dem Namen Nicaragua noch viele aydenN-Meiischeu ein Unbehagen. Die nieisten verbinden mit diesem Wort kaum eine klare Vorstellung: dieser belanglose Fleck irgendwo auf der Erde war ihnen so gleichgültig wie ein Mond- k roter. Plötzlich, fühlen sie, daß Nicaragua, eigentlich höchst wichtig isti- mindestens ebenso wichtig, wie der Arbeiter Krawutschke, der' . zu Unxecht ins Gefängnis geworfen wurde, haß Nicaragua ihnen. näher liegt als. meinetwegen Potsdam, daß es«ine. Angelegenheit .der Menschheit-geworden üst,..Diele merkwürdige Fähigkeit, daß wir. ein Unrecht,, das auf. dem enlserntesten Punkt der Erde verübt wurde, als ein Unrecht.an uns selber«mpsinden, ist eine größere Garantie für den Fortschritt als alle diplomatischen Beteuerungen. Es ist unmöglicki, daß die...elektrischen. Wellen, die dieses oder irgendein ähnliches Unrecht auf der Welt.in den Herzen der Ge> wissensmenschen fühlbar machen, sich nicht irgendwann einmal in dies«, befreiende Tot umsetzen. Heute triumphieren die Wolken- kratzcr in der.. Wallstreet, als seien sie sür die Ewigkeit gebau:. Heute brüsten sich die Petroleumkönige und Bankmägnaten, daß ein paar Kriegsschiffe genügen, um ein rebellisches Land zum. Gehorsam zu zwingen. Die Schwingungen, die von Nicaragua ausgehen, Der Defreiungskrieg hat begonnen! „Ztrtljlhclm" mobilisiert gegen„Iungdcutschcn Crdcn". Der„Stahlhelm" macht augenblicklich ein« iiefgreisende Führer- kris« durch. Nicht weniger a!s vier Parteien streiten sich über die politischen Richtlinien, die der unpolitisch«„Stahlhelm" in Zukunft zu befolgen hat. Da ist der schon fast verdrängte gemäßigt« Gründer des„Stahlhelm" Sei die, da ist der ebensalls nicht, mehr genehm« radikale Nationalist Franke, da sind der eben erst arrivierte aber auch schon desavouierte Kapitän Ehrhardt und der unvermeidliche Oberstleutnant Düsterberg aus Holle. Diesem Düsterberg, der ja stets«in lebhaftes Interesse für„Aklioität" und„Aktionen" an den Tag gelegt hat und der seinerzeit durch sein geschmackvolles Anti-Stvck- rerbot-Telegramm selbst dem deutschnationaleti Innenminister Schiele peinvoll« Stunden der Verlegenheit bereitete, scheint der häusliche Kleinkrieg nicht zu genügen. Sein Ehrgeiz geht weiter. lind da auch ihm ein srisch-fromm-sröhlicher Krieg mit dem„Erz- feind" an der Elblinic nicht ganz statthast zu sein und ihm die Lust an Antimarristenhatz und Staatsstürzlertum seit Schieles Zeiten etwas vergangen zu sein scheint, mobilisiert er seine Mannen gegen de» ,.J u n g d e n t j ch c n Orb« n". Mit hcm Munde natürlisti mir und den bei ihm beliebten Mitteln. Das will sich nun der„Juugdelltschc Orden" ebensowenig gefallen lassen, wie es seinerzeit die„Marristen" und Republikaner getan haben. Die Ordciisleltuiig erläßt deshalb an die Mitglieder einen Aufruf, in dem es heißt: Wir versagen es lins vorläufig, näher auf seine Ausführun- ' gen einzugehen, erklären sedech, daß die von Herrn Düsterberg gemachten Angallen teils der Wahrheit widersprechen, teils durch die Art ihrer Fassung einen falschen Eindruck i» der Ocffenllichkeit erwecken müssen. Herr Diisterberg hat nachträglich erklärt, daß er sein« Ausführungen nicht als„Stahl- ' hclin"-Bundesocrsitze»d«r, sondern als Bo'fitzender des Lnndes- uerbandes Mitteldeutschland des..Stahlhelm" gemacht habe. Auch diese Erklärung enthält Unrichtigkeiten und B e l e i d i- g>.i st g e Ii. Bedauerlicherweise hat das vorgehen des Herrn Düsterberg bereits dazu geführt, daß Angehörige des„Stahlhelm" sich an dem versuch der Störung der jungdeutschen Kundgebung in Leipzig am 1l. Zanuor beteiligt haben. Herr Düsterberg tragt die Verantwortung dasür. daß erstmalig innerhalb der nationalen Bewegung politische Bieimnigsverschiedenheiten blutig ausgetragen ' wuidcn. Die Ordensleitung bricht deshalb.jede Beziehung und jeden Verkehr i' il dem Siahlhelin ab und erläßt an die Ordensbrüder entsprechende Anweisungen. Bezeichnend, daß dabei Warnungen vor Provokationen und gewaltsamen Zusammenstößen mit dem „Stahlhelm" eine Rolle spielen. Die Ordensleitung kennt ossenbar ihre Freunde vom„Stahlhelm". Das dürste Herrn Düsterberg aber wohl kaum daran hindern, über Vergewaltigung und blutigen Terror der anderen zu jammern, wenn es getegent- lich einmal Senge jetzt. Die„Befreiungskriege" de» 5)errn Duster- berg pslegen iiNiner mit dieser Melodie zu enden. Die Opposition gegen üen Lanöbunü wächst« Tic Kleinbauern machen nicht mehr mit. Der Hannoversche Kleinbauernbund bringt in seinem Verbands- organ interessante Angaben für das Wachsen der oppo- sittonellen Bewegung gegen den Landbund. Da- nach bricht sich die Erkenntnis, daß die klein- und mittelbäuerlichcn Interessen nur durch selbständige, vom Großgrundbesitz unabhängige Organisattvnsn stark und zielbewußt vertreten werden können, nicht nur in den Kreisen derjenigen Bahn/? die den Organisationsfragen bisher verhältnismäßig teilnahmslos gegenüberstanden, sondern gerade auch in den Kreisen, die bisher unbedingte Anhänger und treue Mitglieder des Landbundes waren. Von besonderem Interesse seien die Vorgänge in Ober- s ch l e s i e n. Dort haben sich die Führer der oberschlesischen Bauern- schaft mit dem von ihnen gegründeten oberschlesischen Bauernblock dem Schlessschen Bauernbund angeschlossen. In O st p r c u ß e n haben sich vor«inigen Wochen die aus Gegnerschast gegen den Landbund entstandenen einzelnen bäuerlichen können hellte in den Bereinigten Staaten noch kein Zeitungsblöll erzittern machen, aber sie werden mit anderen Wellen, die von anderen Mißhandlungen der Menschheit erzittern, zum Erdbeben werden. Der kleine, nackte, braune Weber, der irgendwo in Indien sein Gewebe schlägt, während Millionen dem Atem seines Mundes lauschen, ist ein Symbol sür die Macht des Gewissens. Er fügt Masche an Masche mit jener Ruhe, womit das göttliche Atmen die Zeit gebiert:'denn er, der Mahatma, weiß, daß der Sieg des Guten über das Böse unaufhaltsam ist. Auch er wird siegen, wie jene anderen Weber gesiegt haben, von denen Heinrich Heine singt: „Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch. Wir weben hinein den dreifachen Fluch. Wir weben, wir weben." Lasten wir uns nicht durch die äußere Macht verblenden. Eines Tages wird der scheinbar gleichgültige Name Nicaragua ebenso die Gewissen be- lasten,-wie es der Name Dreyfus getan hat, geeignet, den Vcr- zweifelnden Mut zu machen, die Lauen anzufeuern. Seien Sie eingedenk, junger Freund, daß wir nicht müde werden dürfen, das Unrecht zu bekämpfen, ganz gleich, wo es verübt wird, auf der Straße oder in der Fabrik, im winzigen Derein oder irst Parlament, in Moabit oder vor Nicaragua. paraguap-Tee. Es besteht jüstt bei uns das Bestreben, statt des teuren chine- fischen Tees den Paraguay-Tec einzuführen, der billiger und sehr viel ausgiebiger ist. Dieses eigenartige Genußmittel, das in Süd- amerika regelmäßig von niehr als 1l> Millionen Menschen getrunken wird, hat noch eingehenden wissenschaftlichen Versuchen große Vor- zöge: sein Genuß ermuntert nur, ohne iiervös zu machen, und die Verdauung wird durch de» geringen Tannin-Gehalt gefördert. Auf die Bedeutung des Paraguay-Tecs weist Prof. Otto Bürger in der eingehenden Landeskunde von.Paraguay hin, die er von dem„Garten Südamerikas" in einem soeben bei der Dieterichschen Berlogsanstalt in Leipzig erschienenen Werk bietet. Der Tee stammt von einem Strauch oder Baum, der im Spa- nischcn Perba Male heißt: daher wird das Getränk auch vielfach Mate geilaiint. Der-t bis ü Meter hohe, mit glänzend grünen Blättern bekleidete Strauch bildet das Unterholz ausgedehnter Wälder in Paraguay, Rordargeminien und einigen brasilianischen. Staaten. Au« den getrockneten Blättern..dieses immergrünen Gif wächscs wird seit langer Zeit ein in isudamerika weit verbreiteter Tee bereitet. Man rühmt ihm nach, daß er vortresslich den Durst stillt. Hunger und Ermattung leichter ertrage» läßt, die Verdauung und besonders die Funktionen der Nieren fördert und anregend, ober nicht erregend wirkt. Im Ber.z-eich mit dem chinesischen Tee ist Mate sehr arm an Aroinastofsen und steht in seiner Zusammen- scgung dem Kaffee näher. Der Tee mundet ebcnlo gut lall wie warm und ist besonders schwer orbcitenden Personen zu empfehlen: er wird besonders gern von den südamerikanischen Bergarbeitern und Bauern, von den Soldaten aus dem Marsch als Ersrischungs- mittel benutzt. und kleinbäuerlichen Verbände, zwischen denen zum Teil kein freund- schoftlichcs Verhältnis und keine einheitliche Auffassung über die Ziele einer fortichrittlichsn Baucrnpolitik bestand, an den Berhaiid- lungstiich gesetzt und eine Vereinigung unter dem Namen„Ost� preußischer Bauernbund" ins Leben gerufen. In Pommern sei durch die einseitig deutschnationale Ein- stelliiiig des Landbundes und die unerträgliche Bcvorinuiidung seiner bäuerlichen Mitglieder durch den Großgrundbesitz zur Gründung einer von, Landbund unabhängigen Bauernorgomsaiion. der» „P o n> m e r s ch c n B o u c r n w i r t s ch a f t". die zunächst-t Kreise umsaßt, übergegangen worden. Im Znsammenhang mit diesen Angaben des Hannoverschen Kleinbauernbundes ist ein Vorgang bemerkenswert, der sich in einer der letzten Sitzungen des Thüringischen Landtages ab- gespielt hat. Zur Beratung stand ein Antrag, der verlangte, daß in Fällen von Nachtrankhcitcn bis zu 6 Wochen nach Ausbruch der Seuche ein- Entschädigung der Tierbesitzer erfolgen soll. Dieser im Interesse der kleinen Landwirte und. Klein- dauern liegende Antrag wurde mit den Stimmen der Linksparteien gegen die Regierurigsparteien. also auch gegen den Landbund angenommen. Die Folge der Abstimmung ist, haß sich der ihüringischen Kleinbauern eine starke, sich gegen den Landbund richtende Entrüstung bemächtigt hat. Nach alledem verdient das zukünftige Verhällnis der Klein- dauern zu dein unter deutschnationaler Führung stehenden Landbund stärkste Beachtung der politisch und organisatorisch interessierten Kreise._ fiufsichtsrat Luther. Der Krupp-5io»zcrn licdarf xcincr. Nachdem Reichskanzler, a. D. Ln t h e r kürzlich gegen große Widerstände in den Verrvalwngsrat der Deut scheu Reich s- bahngesellschaft ausgenommen worden ist, hch sich auch die Berwaliung des K r n p p- K o n z e r n s es nicht eichgehe» lassen, den illustren Mann in ihren Aufsichtsrat zu wählen. Wir wollen nicht annehmen, daß diese Wahl irgend.elwas mit Politik zu tun hat. Denn es ist zwar nicht ausgeschwsien. chaß Herr Reichskanzler a. D. Hans Luther noch einmal in der Liste der Bewerber»m höchste Aemter erscheinen wird, aber sein Ehrgeiz zielt wahlscheinlich aus anderes ab, als auf Reichskanzler polte:«, Jedenfalls muß die Krupp-Berwaltung ein Interesse daran haben. Herrn Luther in ihrein Aufsichtsrat zu wissen, und die 83 e r- m n t u n g ist peinlich, daß man ihn wegen sei zier Stellung in der Reichsbahngesellschaft gerne in den Aussichtsräten von G r o ß u n t e rne h m u nge n sitzen hat._ was sagt Heßler öazu? Aus D a r m st a d t wird uns geschrieben: Die alte Gepflogen- heit, von Zeit zu Zeit Neserveübungen zu machen, steckt gewissen Kreisen so sehr in den Knochen, daß sie es auch heute noch nicht lassen können. Es scheint, daß die republikanische Reichswehr dieser Neigung rechtsradikaler Herren gern entgegenkommt. So vcrbrqchle der Studienreferendar an der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Harald Kaesberger, seine letzten großen Ferien Ende Juli bis Ansang August in Reichswehruniform als Teilnehmer der Hebungen der Reichswehr in der Gegend von Stuttgart-Münsingenz Es ist bekannt, daß Herr Dr. Kaesberger bei den R e ch t s v e r- bänden ein« führende Rolle spiett. Der Rcchtsausschuß de» Reichstags beendet am Sonnabend die Beratung der Vorlage über die Sammlung des Reichs- rechts. Die Anträge der verschiedenen Parteien wurden der Re- qierung als Wünsche überwiesen. Voraussichtlich wird die neue Regierung eine vollkommen neue Vorlag« einbringen. Der Beamtenausschuß des Reichstage erledigte die zweite Beratung der R e r ch s d i e n st st r a s o r d n un g. Von Abände- rungsanträgen wurde mit Rücksicht auf das Fehlen einer veram- wortlichen Regierung Abstand genominen. Die dritte Beratung der Borlage wird erst nach Bildung der neuen Regierung stattsinden. Man schlürft ihn in Südamerika mit Zucker oder mit Zitronen- fast versetzt durch ei» besonderes Rohr mit Sieb, die sogenannte Bombilla, und aus besondere» Gefäßen, die aus Kürbissen hergestellt sind. Beim Matetrinke» geht die Schale gewöhnlich von Mund zu Mund. Gewallige Fläche» des östlichen Pakaguay sind mit diesen Sträuchern bedeckt: im Jahre IllLÜ wurden 5 staatliche und 86 private Matewälder ausgebeutet, die eine Ernte von 6 600 000 Kilogramm lieferten. Bei der Ernte, die gesetzlich nur vom Januar bis August erfolgen darf, reinigen die Arbeiter zunächst das Stück Wald, das ausgebeutet werden soll, und errichte» dort ihre Hütten. Dann schlagen sie mit ihren mächtigen Buschinessern alle 4 bis 4.'-» Fuß langen Zweige der Bäume ab. sammeln sie in Bündeln von 100 Kilogramm und unterwerfen sie einer vorläufigen Röstung. Danach werden die Blätter von den Zweigen entfernt, gewogen n»d auf Karren den Röstwertcn zugeführt, in denen der eigentliche Tee hergestellt wird. Drei Zeitungsbäume für jeden Deutschen. Ein« statistische lieber- ficht über die Zeitmigsberstellung und den Verbrauch an Zeituyaen im Jahre 1924 weist Riesenzahlen auf. So befördert die Deutlche Reichspost im Laufe eines Jahres täglich sechs Millionen Zeitungen und Zeisschriften, deren Gewicht ungefähr 200 000 Kilogramm beträgt. Um diese Zeitungsinassen herstellen zu können, braucht man jährlich 150 000 Tonnen Holz(1 Tonne— 1000 Kilogramm), d. h. mit anderen Worten, soviel Bäume, wie«in 500 Quadratkilometer großer Wald enthält. Demnach müssen sür jeden erwachsenen Deutschen, damit er sein« Zeitungen lesen kann, jährlich drei Bäume gefällt werden. Dieser große Holzoerbrauch erklärt sich zum Teil auch damit, daß man bisher das alte Zeitungspapier, der untilgbaren Druckerschwärze wegen, nicht wieder zur Neiitierstellling von Zeitungspapier verweriden konnte. Man ist aber bereits dabei, ein Berfahren zu erproben, durch das«ine solche Wiederverwendung zu ermöglichen wäre, was zur Folge hätte, daß alljährlich das Papier von zwei Milliarden Zeitungen wieder verbraucht werden könnt«. Savst»ad ftatat im vonautal. Liner der bedeutendsten Lichtbildner L eilen eiche aus dem Gebicie tünstlerilchcr LandtchaitSpjoioaraphicn. Alerandcr Hanger, wird am 17. Januar, 7 Uhr, In der Urania über eine malerische Donaureis« sprechen. VorlrSge im Muleum für Meerestunde. Slm IS. Januar spricht Kapitä» B o Ii t o w über da« Lustlichtdild im Dienste der Polarsorschung. 2» der litademic der Wissenschaften(Unter den Linden SS) spricht Sonnab'epd. T/, Uhr, Professor Franz S tudnicz ka(Leipzigi über da» Schema: ,Mi>ron, der Meister der rhythmischen Plasttl" (mit Lichtbildern). Münzbildansftcllunz de» Reichfinaaim-nifternm» Ab nächsten Donner»- tag werden in den Beretniaien DiaatSschiilen für sreie und aiigewondte Kunst. Berlin, Hardenbergilrake SS, die rund stebendundert«ingrgongepen Entwürfe>ür neue Äünrbilder antgcslclll Werden. Die Eniwürsc find do» Ergebnis de» vom Reichstuanzministerium veranstalteten Preisausschreiben». Da» Gaullerfeft des Freundestrrifes der Schule Reimcmn findet am Donnerstag, den 30. Jan., tn den ödefamtfestfälen de» Zoologischen»arten» statt. Dt« DubskriptionSIistc Negt im Reimannhau», LandShuter Str. ZS, au». Neuorönung öe Tie erste Beratnug! Der 29� Zlusschuß des Preußischen Landtags(Städtcbauaus- schuß) Izat in den letzten drei Tagen die erste Beratung des von der preußischen Regierung vorgelegten„Entwurss eines Städtebau- g c s c tz e s" vorgenommen. Durch das Gesetz soll das gesamte Bau- und Wohnwesen einer einheitlichen gesetzlichen Regelung unterstellt worden. Bisher kamen für dieses wichtige Gebiet Bestimmungen und Verordnun. daß bei: der anss höchste angespannten Etatslage Anträge van so weitreichender finanzieller Bedeutung ohne verantwortlichen Reichs- finanzminister entschieden werden. Einstimmig angenommen wurde dann nach eine Z« n t ru in s c n t schl i c ß u n g, in der die Reichsregierung er- sucht wird, die V e r k c h r s v e r h ä l t n i s s e des besetzten Gebietes zur Kräftigung seiner wirtschastlichcn Siellung auch mit besonderer Berücksichtigung der internationalen Verkehrslinien unter Hinzu- Ziehung der Länderinstanzen nachzuprüfen. Unzeitgemäßer flnnexiom'smus. Aus den Geheimnissen des„Deutschen Hcrrcnklnbs". Der„Deutsche Herrenklub", eine Vereinigung mit gut deutschnationalem Einschlag, veranstaltete kürzlich in seinen Räumen, dem alten Garde-5tasi>io am Pariser Platz, einen außenpolitischen Abend, der dem Oberpräsidenten von Hassel Gelegenheit bot, sich über das Randstaalenproblem zu verbreiten. Eingeladen waren der Reichspräsident, die gesamte Reichsregierung, die Gesandten der Randstaaten und der von Un- gorn. Der Einladung Folge leisteten u. a. Reichspräsident Hin- d e n b u r g, Reichskanzler Marx, Reichswehrministcr G e ß l e r und die diplomatischen Vertreter von Finnland. Litauen, Lettland und Ungarn. Vor dieser airschnlichen Versammlung hielt Herr von Hassel seinen Vortrag, der, wie das Hamburger demokratische Wochenblatt„Deutsche Einheit" mitteilt, in der For- gerung gipfelte: Die ehemals russischen Ostseerandstaatcn sind deutsches Kulturgcbiet und müssen wieder deutsch werden. Es soll bei diesen lichtoollen Ausführungen einige erstaunte Gesichter gegeben haben, und es soll-dem Reichepräsidenten Hindcnburg nicht leicht geworden sein, die Gesandten der von dem Oberpräsidentcn so plötzlich annektierten Länder durch„freund- lichc und sriedkiche Bemerkungen" davon zü überzeugen, daß der „Deutsche Hrrrenklub" vorerst nicht in der Wilhetnrstraßc liegt. Trotz der Anwesenheit des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Rcichswehrministcrs! Zuspitzung in China. Der Frcmdenhaß nimmt zu. London. ZS. Januar. tWTB.) Reuter meldet aus Peking: Außer den britischen Kausleuten, die ihre Geschäste im Stich lassen mußten, sind auch viele Hunderte von M t s s t o n a r e n aus dem Innern Ehinas nach der Küste unterwegs. Sie waren gezwungen, die Schulen und Krankenhäuser, die von den Chinesen für militärische Zwecke beschlagnahmt wurden, und die Kirchen zu verlassen und mußten tätliche Beleidigungen und unwürdige Ae- Handlung erdulden. Infolgedessen ist in der vergangenen Woche ein entschieden ungünstiger Wechsel in der Haltung der Chinesen und in einzelnen Fällen auch der Japaner gegenüber den Engländern eingetreten. Die Aenderung kommt darin zum Aus- druck, daß die Engländer geradezu mit Verachtung be- handelt werden. Eine weißrußisthe verschworung? Tpci«cjmal'gcvrdnetc verhaftet. Warschau. 45. Januar.(MTB) Gestern abend wurden in W i l n a drei weißrussische Sejm abgeordnete, unter ihnen der weißrusflschc Führer und Präsident der weißrussischcn nationalen Organisation, Romoda Taraszkiewicz, verhaftet. Wie vom Ministerium des Innern mitgeteilt wird, ist die Festnahme ersolgt, weil die drei Abgeordneten mit Geldmitteln, die ihnen von einem N a ch b a r st a a t iSowjetunionI Die Red.) zur Verfügung gestellt worden seien, eine ausgedehnte staatsfeindliche Propaganda in Polen betrieben hätten. Bei den Festgcumnnicneil soll man eine Reihe ichwer kompromittierender Dokumente, wie Instruktionen, Chiffre- schlüssel und belastende Korrespondenz gesunden haben, aus der m a. hervorgehen soll, daß diese Abgeordneten für jeden von ihnen bearbeiteten Kreis je 201)0 Dollar monatlich für Agi- tationszwccke erhalten haben. Ueberdies wurden M a s s e n v c r h a f t u ng e n in Warschau. Bialystok, in Polesisn und in Posen vorgenommen, wo die polnische Polizei angeblich einen der weißrussischen Bezirksausschüsse auf- decken konnte. Die Festnahme der drei weißrussischcn Abgeordneten hat in Sejintieison großes Aufsehen hervorgerufen, da die Verhafteten Unter dem Schutz der Immunität stehen. Wie iedoch ein Warschauer Abendblatt, der„Rote Kprier", mitteilt, haben die pol- nischen Behörden, als sie die angeblich unzweideutigen Dokumente von der Schuld der Abgeordneten in die Hand bekamen, beschlossen, von der„langwierigen Formalität", die mit der Auslieferung der Abgeordneten durch den Landtag verbunden ist, abzusehen und die Verhaftung-sofort vorzunehmen. Churchill bei Mussolini. Rom.\ö. Januar.(WTB.) Der englische Schatzkanzler Churchill begab sich heute nachmitiag mit dem englischen Lot- schastcr Graham zu Mussolini in den Palazzo Chigi. Die Unter- redung der beiden Staatsmänner, der in ihrem erst«! Teil auch Graham beiwohnte, war vertraulicher Natur; sie dauerte etwa eine Stund«. die Slowaken in üie tschechische Koalition. Prag. lä. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend sind die Bcrhaiidlungei! mit den s l o w a l i s ch o n Klerikalen über deren Beteiligung an der Regierung abgeschlossen worden. Die Ernennung der slowakischen Minister dürfte spätestens am Man- tag erfolgen. Damit hat dt« Regierung S w e h l a nach drei- inonatigem Bestände endlich eine sichere Mehrheit gesunden. Die Slowakische Voltspartei, wie sich diese von der Geistlichkeit vollständig beherrschte Partei nennt, erhält das Ministerium für Volksgesundheit und das Ministerium für'Vereinheitlichung der Vcrwaltungsgesetzgebung. Einer der slowakischen Minister wird ein Klerikaler, der zweite ein Laie sein. Das Ministerium für die Slowakei, das bisher die Verwaltung dieser Provinz von Preß- bürg aus leitet, wird aufgelöst und an seine Stelle tritt ein« autonome Landcsverwaltung mit einem Landtag für die Slowakei; damit wird diese Provinz den Klerikalen ausgeliefert. Der Eintritt der Slowaken in die Regierung bedeutet eins ent- scheidende Erweiterung nach rechts und vor allem ohne Zweifel eine Berschärsung der kulturellen Reaktion in der Tschechoslowakei.. Der Klerikale Block, bestehend aus tschechischen, slowakischen und deutschen Klerikalen, umsaßt beinah« die Halst« der Regierungsmehrheit und ist stärker als der agrarische. Die nächste Folge der Erweiterung der Regierung dürfte ein neuex An- griff auf die Position des Außenministers Bcnesch sein. Kirche und Kapital. Die Boltscrziehung in Mexiko. Amsterdam. Im Igmiar.(Eigener Bericht.) Der Selrctär der Transporlarbeüer-Jnteriiaticknale, Edo F i in m e n, wandte sich in einem auf Veranlassung des Amsterdamer Arbeiter-Bildungs- Instituts gehaltenen Vortrag über seine Rcisecindrücke in Mexiko entschieden gegen die Tcndenzlügen Iber Religionsverfolgungen in diesem Lande. Im einzelnen führte er aus: „Jahrhunderte hindurch wurde das mexikanische Volk zunächst als williges A u s b e u t u n g o b j e k t durch Spanien miß- braucht, und als es dann seine Freiheit erkämpfte, kam es von dein Joch der Spanier unter das der einheimischen Großgrund- b e s i tz e r, die sich auf die im Lande ebensalld durch ihren Grund- besitz allmächtige katholische Kirche stützen konnten. Selbst die be- deutendsten Präsidenten des vorigen Jahrhunderts, wie ein Por- firio Diaz, waren trotz aller liberalen Grundsätze letzten Endes konservative Diktatoren. Für die Entwicklung des Balkcs wurde nichts getan. Schulen bestanden nicht, und die indianische BesHkkewng'htell'mmrimn allem sstiterrtcht fern. A u sl ä-nkii i che Ä a p i t a l i st e n wurde« ins Laitd gezogen und der kleine india- nische Bauer verarmte mehr und mehr. Bon 1011 bis 1017 löste daher eine Revolution die andere ob. bis 1017 endlich eine Ber- faffung zustande kam, die die G r u n d b e s i tz f r a g e im Interesse der indianischen Bauern regelte und Kirchen jeder Art von der Grundbesitzerwerbung ausschloß. Mexiko hat die größte Kirchenzahl von allen Kulturländern. Dörfer von 1Z00 Einwohnern mit acht Kirchen gehören nicht zu den Seltenheiten. Die mexikanischen Löhne sind noch sehr niedrig: sie schwanken zwischen 80 Cent und 1,25 Gut- den täglich. Die jetzige viel verleumdete Regierung hat zunächst den Schulbaü systematisch gefördert, so daß schon 1022 insgesamt 800 Bauerndörfer und 1020 weit mehr als 1000 Dörfer sich Schulen errichteten. Der P f l i ch t s ch u l Unterricht wird künstig auch aus dein Lande vom 0. bis zum vollendeten 12. Lebensjahre dauern. Für das Jahr 1927 ist die Errichtung von 2000 Dorfschulen vor- gesehen. Die Landschulen werden zugleich als L o l k s h ä u s e r eingerichtet, wo abends die Eltern zusaininentrefsen, um sich von dem Lehrer über manche Fragen ebenfalls aufklären lassen. Ebenso sind mittlere Landschulen ins Leben gerufen worden, und die Re- gierung läßt gut ausgestattete Bücher drucken, in denen das Kind u. a. Fragmente aus der Weltliteratur kennenlernt. Der Wider- sta.nd der bisher allmächtigen Kirche gegen diese imgeheure Bildungs» und Kulturarbeit ist begreislich. Die Kirchen weigerten sich daher, ein Inventar über ihre Besitzungen auszumachen lind die Priester streikten, um das Volk aufzupeitschen. Von einer R e l i g i o n ov e r f o l g u n g ist nicht im mindesten die Rede. Die Kirchen stehen offen, und jeder kann hineingehe». Es wird nach wie vor getauft, getraut und kirchlich begraben. Der Verbündete der Kirche ist das ausländische Kapital, wobei die Petroleuminteressen der Vereinigten Staaten die größte Rolle spielen." Justiz und parajustiz. Grober Unfug in der Rechtsprechung. Aus München weiß Wolfis Bureau zu berichten, daß dort der Redakteur eines Sonntagsblattcs durch richterlichen Strasbesehl mit 100 M. Geldstrafe belegt wurde, weil er— grobe» Unfug verübt habe. Dieser„grobe Unfug" wurde erblickt in der Fettdruckmeldung. daß in Ingolstadt Typhus herrsche. In Wirklichkeit sei es ober — Paratyphus gewesen. Nun wird modernen Medizinern zweifellos der Unterschied bekannt sein, daß er aber jedem Redakteur oder gar jedem Zeitungsleser bekannt sei, wird sicher auch das Münchener Gericht nicht annehmen. Die meisten von ihnen werden den Paratyphus für eine Abart des Typhus halten. Im neuesten Brockhaus' Konveijatianslexikon lesen ipir über Paratyphus djesc Erklärung:„Paratyphus, dem Unterleibstyphus gleichende Erkrankung, jedoch gutartiger verlausend." In älteren Lexika ist Paratyphus überhaupt nicht gesondert ausgeführt, weil der besondere Erreger erst später entdeckt wurde. Gleicht.also der Paratyphus in seineu äußeren Erscheiuunge» dem Unterleibstyphus, wie kann dann„grober Unfug" durch die Verwechselung der Bezeichnung verübt werden? � Der Miinchcncr Strasbesehl scheint sich zur wirklichen Recht- sprechnng zu oerhalten, wie Paratyphus zum echten Typhus. Sie sind sich gleich w ihren äußeren Erscheinungen, sind aber doch nicht das gleiche. Nur daß die P a r a j u st i z in diesem Falle weniger gutartig ist als das wahre Recht! flus dem Reiche Heßlees. GesinnungsschuUffelei und Maßregelung. Di««inwairdfrci fcststchcudcn Intimen Bejichunflen der N« i ch s w« h r rechtsputschi st Ischen Bcrbönden snllcn wokl dadurch ausgeglichen werden, daß man nach der a ndere» Seite h! n mit d e r g r ä ß t c n R ü ck s i ch t s l a s i g> ke i t gegen jeden vorgeht, der im Verdacht steht, einer links- radikalen Richtung anzugehören. Allerdings kommen hier nicht Angehörige der Reichswehr in Frage, denn sie nimmt ja nur tchwarzwcißrot gefärbte Leute auf. Aber es werden ja auch Arbeiter in Reichswchrbctriebcn befchastigt und wenn einer von denen auch nur im Verdacht kommunistischer Gesinnung steht, wird er obne Umstände auf die Straße gefegt. Zwei Arbeiter und eine Arbeiterin, die im Materiallager der dritten Reichswehr Division in Spandau beschäftigt waren, wurden gekündigt und entlassen. D'e Gekündigten erhoben Einspruch beim Arbeiterrat, der dann benn Äoinmando der Division die vom Betriebsrätegeseß vorgeschriebene Verhandlung beantragte. In dem betreffenden Schreiben war gesagt, die Ver� bandlung solle sich erstrecken auf die Zurücknahme der Kündigung oder auf die Gründe, welche zur Kündigung Veranlassung gaben. Darauf erhielt der Arbeiterrat die militärischjcknoddrige Ant- wort, von einer Rücknahme der Kündigung könne keine Rede sein, die Gründe seien den Gekündigten im Kiindigungsschrcibcn mitgeteilt worden. Durch diese abweisende Antwort Hai also die Division die Ver- Handlung mit dem Arbeit er rat abgelehnt und die Vorausseßung für eine Klage beim Arbeitsgericht gegeben. Als aber die vom Arbeiterrat im Beistalidc eines Vertreters des Metallarbeitcrverbandcs geführte Klage verhandelt wurde, glaubte der Vertreter der Division— ein Leutnont— die Abweisung aus formale» Gründen durchsetzen zu können. Er behauptete nämlich, der Arbeiterrat habe ja gar nicht mit der Division verhandelt, also sei die Voraussetzung der Klage nicht erfüllt. Diese haltlose Argusnentation fand beim Gericht keinen Anksang. Es trat in die sachliche Verhandlung ei». Da erfuhr»»an denn, daß die Kläger gekündigt wurde», weil sie .einer die gegenwärtige S t a a t s f o r in verneinen- den Organisation angehöre n." Einem der Kläger wird außerden» noch nachgesagt, er habe für diese Organisation— geineint ist die KPD.— agitiert. Alle drei Kläger behaupteten mit größter Beftimmtheit, daß sie w c de r der Kom munistischen, noch e i n e r o n- deren Partei angehören und der zum kommunistischen „Agitator" gestempelte Kläger versicherte, die einzige Orgarn- sation, der er angehöre, sei ein Verein der Kleingarten- Pächter, an dem er sich allerdings tätig betelligc.— Aufgefordert, zu beweisen, daß die Kläger Mitglieder der Kommunistischen Partei seien, berie» sich der Leutnant auf eine Auskunst des Ver- l i n e r Polizeipräsidiums, Abteilung la, die er ober nur dem Vorsitzenden des Gerichts vorlegen wollte. Obermagistratsrat Schultz erklärte das für unzulässig, da Vcweismittel drin Richterkollegium und den Parteien zugänglich gemacht werden müssen, er stellte aber anHeim, für diesen Teil der Veweisausnahme den Aii-scbl'.tß der Oesfcntlichkcit wegen„G e- s ä h r d u n g der Staatssicherheit" zu bcaiitiägcn. Ein dahii, gehender Antrag wurde dann vom Leutnant gestellt und vom Gericht angenommen.— Nach Wiederherstellung der Oesfentlichkeit wurde verkündet, daß die Verhandlung zum Zweck weiterer Beweiserhebung vertagt ist. Dieser" Vertagungsbeschluß läßt darauf schließe», daß dem Gerichl die vom Divisionsvertreier vorgelegte Auskunft des Polizei- Präsidiums nicht genügt, solider» daß es die Quellen kennen lerne» will, aus denen die Polizei ihre vermeintliche Kenntnis von der Parteizugehörigkeit der Kläger geschöpft hat, um danach de» Wert der polizeilichen Auskunft zu beurleiien. chofsentlich jindet die kam- mende Beweiserhebung nicht wieder hinter oslichlassenai Türen statt, denn es ist nicht ei», zusehen, wieso die Staotssichci- heit d o d Ii r ch gefährdet wer den könnt.«, daß die Oesfentlichkeit erfährt, durch welch« keVi» k l c n Gewährsmänner die Polizei die politische Gesinnung von Staatsbürgern ausschnüffeln läßt und zu welchem Zweck das geschieht. Legt die Polizei politische Kon- dulleulisten VN für den Gebrauch der Reichswehr, oder auch für andere Behörde» oder gar für industriell« Unternehmer'? Das zu erfahren, hat die Oesfentlichkeit das größte Interesse. Nundcrlaü gegen die Ucbcrstundcnwirtschaft. Der Reichsarbeitsniinister Hot zur Bekämpfung der U c b c r st ii n d c n a r b c i t an die Reichsiniiiisterien und Regierungen der Länder«in neues Rundschreiben gerichtet. Er oerlangt darin, daß bei den staatlichen und sonstige» ösfemlichen Peschaifungsstellen darauf hingewirkt wird, bei den Bestellungen die Lieferfristen so zu bemessen, daß d'e Austräge auch von weniger kopitalkrästigen Unternehmern, die nicht in der Lage sind, ausreichende Lagervorräte zu hallen, ohne Ueber stunden- arbeit pünktlich ausgeführt werden können. Oefsentliche, aus unübertragbaren Haushaltsmitteln finanziertc Auftrage solle» nicht erst kurz vor Ende des Haushaltsjahres gegeben werden, weil dies leicht dazu führt, diese Austräge durch Ncberstuiiden zu erledigen. Aus der Tapisscricindustric. Die Unternehmer versuchten schon im vorigen Jahr« eine Be- jeiilgung der l8-«runden-Woche, damals erfolglos. Nun hoffen sie auf Erfolg. Vielleicht verrechnen sich ober auch diesmal wieder die Chefs, denn die Arbeiterschaft der lapisseriebranch« ist endlich aufgewacht und hat die überfließende Freundlichkeit der Herren Chefs richtig einschätzen gelernt. Es wird den Unternehmern nicht gelingen, die Arbeitszeit zu verlängern und die Ferienbedingungen zu verschlechtern. Dafür wird die Versa mm- l u.n g der lapisserieorbeiierschaft am Donnerstag, den 20. Januar, nachmittags Uhr, im Graphischen Vercinshause, Alexandrincnstroß« t t, sorgen.__ Tarifkündigungcn in der sächsischen Textilindustrie. Chemnitz, tfi. Januar.i. Juli Sitzungeii des Vorstandes voraus. Die Körperschaften, die cingcloden werden sollen, sind ebenfalls festgestellt worden. Ferner werden hie im Interesse der Arbeiterschail notwendigen B o r b e r e i t u N g e n zur- W e l t w i r i s ch-a i l S t o n s e r c n z und zurInternotionalei, Arbeitskonscrenz behandell. Der Bericht On d eg ee st's über seine Reise nach der Tschechoslowakei und den baltischen Ländern wurde zur Kenntnis genommen. Oudegeeft konnte mitteilen, daß Norwegen sich wiederum an den IGB. anschließen werde. Bei Be- sprcchung des englischen Bergorbeiter st rciks dankte Purrell nowens- der englischen Gewerkschoftsbepiegung aufs herz- lickste für die internationale Unterstützung. Bis zum 3. Dezember liefen tfür den Bergorbeiterstreik mehr als 1,3 Millionen Guide», jiir den Generalstreik 473 000 Gulden ein und vom IGB. wurde eine Anleihe in Höhe von 030 000 Gulden gewährt. Aus- dcr englischen Gewerkschaftsbewegung. Der„K ongreß zur Erörterung des General- st r ei ks". der am 20. Januar in London ziisammenirill, wird— wie uns von dort gemeldet wird— unter Ausschluß der Oeffentlichkeit und der Presse stattfinden. Der Bericht der Berg- arbeiter-Föderotion über de» Generalstreik dürfte zu scharfen 2lus- cinandersctzungen zwischen den Bergarbeitern und den anderen Gewcrkschaiten führen. Der Eleneralrat des Britischen Gemerkschaftsbundes hat für den 28. Ionnor«ine Konferenz aller angeschlossenen Verbände, die Arbeiter im Baugewerbe organisieren, zur Besprechung der Fiiage der engeren Zusammenarbeit im Baugewerbe an- beraumt. Der(Yeneralrat hat neuerdings beschlossen, sich energisch für die R a t i s i z i e r u n g der Washingtoner Achtstuiidenlog-Äonoeiition einzusetzen. Der National« Eisenbahnerverl�md beschloß, im Inieressa des finanziellen Wiederaufbaues im Jahre 1027 einen Ertrabcilrog von drei Pencc pro Woche und Mitglied zu erheben. jsrei« Vei»erkschast«i»g«»t>. Seilt», Sonntoq: Tiil>krr>»: RormlttaM 10 II.!« -a.nwt-nii in Ttmveikos UI'.I«aifülln. Slinvidji 8 Uhr im IuSiNddeiin Tomvr!' tief(Scrmomoftr. 1'i.„Bfrlirer Ab-nd" mit Lichttnldcrn. EieVr cur tojlr. Seimerskkmmc. 0 Uli'.- Bwcsien- Bes,»iiq'via tx-s Sel'vidheitsb.nrtes des Beiirt» iaeiube.r.o. jrefitn 10 Uhr ixkrmittäils am(Eingart.— Oiotl).«na tSeUfrei«:-äl&cnbe« Uhr i'Tj)lfiili\rtrecfra. Dersamuilona. aller an? dem Boden der EVD. und der ÄmIIerdomer Gewertslliaftsinternatloneie stehenden �alleren/ woru auch Ennipathisierende.ejnqeladen sind. In Anbetracht der wichlieen Danesordnnno wird nollgihliacr B-such erwartet. Deutscher Werkmeisteruerband. A«4irk Id. Dienstag. 18. tzonu-r. 7 Uhr. Ssuhhous Dhmste. 2 liffentlillle Dersammlung der Werkmeister der Chemischen Onduftrie. Die Eejchäftsstglle: P. bothe. Deutichcr vcNeibunasa'deiteruerbonh. Diensiag, 18. Januar. 7 UHt Mii- aliederne-sammluna illr die berrei piaßdranche i» den Rriidenz-szestshien. Land?- her« er Ltr. A. I. Die augendl-'ltliche«rituatlon. 2. chietluirgnahnre zur C-enerelversamu'.luiig. Milgiiodnbuch oder-karte leailimierl Die Beaachenkommilsion. Verband bar Maler nnb Lackierer. Am Dienstag. 18. Januar, 7'i, Uhr. im C-emerkschaftühans. Cngeluser 24. ZS, Saal i. große gnnklioniir'oni'eren!. Uni'e.re Stellung vim Abianf de? Tarii'oertrage?. Betp- eck nn8. Lindeiistroßc ll. 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Kissecpiattei MarBeVorwerB.Mokettplüscb. O 7C Wollgobelin. Epingle..... Stück C./%J E G R. 1 8 1 5 CHUCPt. Jtr. 26 ♦ 4� Jahrgang 1* Seilage öes Vorwärts Soaotog, 16. �auoar 1627 ! dos Asyl als ihre einzige„Heimat" ansehen. Alles löffelt die ! Abendsuppe— Knochenbrühe mit Mehl gedickt, zu der ein« dicke : i-cheibe Brot gegeben wird. Wenn das Brot nur besser wäre! ; Manchmal ist es so sauer, daß die armen Teusel vor Magen- ! beschwerden keine Ruhe finden können— ist Suppe und Brot ein mal besser, so kommen die meisten mit der Bitte um«ine kleine „Zugabe"; denn für viele, ach, gar viele ist die Asylsupp« und die tocheibc trockenen Brotes die einzige Kost des ganzen Tages.... Das Haus der unglücklichen Frauen. Die„Wiesenburg"! Das war, vor Iahren, gelobtes Land für alle Obdachlosen. Wer es irgend wagen konnte, versuchte dort wenigstens für drei Nächte einmal unterzukommen, um sich von seinem ständigen Quartier, dem übel berufenen„Hotel zur Palme", zu erholen. Das von unserem Genossen Paul Singer gegründete und geförderte Asyl in der Wiesenstraße gehörte dem„Asyloerein für Obdachlose" und stand nicht unter städtischer Regie. Ein alter Kunde konnte geradezu ins Schwärmen kommen, wenn er von den Wundern der„Wiesenburg" sprach. Und ganze Feldzugspläne wur- den geschmiedet, um einmal für kurze Zeit in die„Wiesenburg" zu kommen. Nun hat die Stadt Berlin auch die„Wiescnburg" über- nommen und hat sie neu hergerichtet. Das Frauenobdach ist aus den alle» Räumen in der Fröbelstraße hierher verlegt worden Die Aufnahme. Nag und müde von den weiten Wegen im kalten Wintcrregen sigen die Frauen in der Sammelstelle: erst um S Uhr nachmiliags wird das Asyl geössnet. und um S Uhr steht schon eine ganze Schlange vor der niederen Tür, die zu dem Schalter des Pförtners führt. Jede„Neue" muß sich durch Legilimationspapiere ausweisen: über die anderen, die seit Mitte l92ö schon einmal im Asyl nächtigten, wird mit Hilfe einer Kartothek genau Buch geführt: die ständigen Gäste der Stadt Berlin müssen an fedem Abend ihren Badeschein vorzeigen, denn es ist strenger Befehl:„Jede soll in der Woche einmal baden und sich auf Ungeziefer untersuchen lassen! Dann gibt es noch eine verpslegungsmarke, und nun ist der W«g frei— der Weg ins Asyl.— Wie angenehm wirken die hellen, bunten Säle! In der Mitte liegt die große Speischalle, von der die meisten der Echlafsälc durch die offenen Türbogen zu übersehen sind. Zeder der Schlassälc enthält 46 Drahtpritschen; jede ist von der Neben- piitschc durch einen schmalen Zwischenraum getrennt, und aus jeder ständig benutzten Pritsche liegen zwei Drellaken.„Neue" müssen sich von der Saalschwestcr frische Decken geben und ein Bett anweisen lassen.— Die Saalschwester— dos ist auch eine neue Einrichtung, denn im alten Fraucnasyl gab es überhaupt keine weiblichen Aufsichtspersonen. Freilich, die Saalschwester ist lediglich A u f s i ch t s- Person� und genau so wenig wie in der Fröbelstraße wird hier dafür gesorgt, daß unter den Insassinnen des Asyls einigermaßen gesondert wird. Noch immer liegen die Neulinge zwischen den allen Asylistinpen—. und dos sind leider nicht nur Schnitterinnen und Arbeitslose. Denn wenn auch viele verzweifelt gegen dos Elend kämpfen, das sie ins Lumpenproletariat herabzieht.— viele, viele sind schon in dieser letzten Schicht des Elends gelandet. Und so liegen zwischen den anderen schmierig und— verlaust alte, unsagbar schmutzige Lumpenpatcte,„Kanalpennen", deren einztg.es Gepäck aus einer zerrissenen Tasche mit den unvermeidlichen Konserven- büchsen für„Drippbier" und erbettelte Speisereste besteht. Im Mittelraum sitze» an den schmalen Tischen nur die, die Schicksal oder freundschaftliche Zuneigung miteinander verbindet, Schnitterinnen, Polen und Deutsche gesondert, Verkäuferinnen, die krampfhaft noch den Schein bürgerlicher Wohlanständigkeit aufrechterhalten— oder die Alten, die noch nicht reif für das Hospital sind, die aber längst Kapitel von üer Reinlichkeit. Süll Nachtgäste hat das Frauenasyl durchschnittlich. Und für diese 500 stehen ganze fünfzehn Waschschüsseln zur Bersügung! Geweckt wird um fünf: um sieben sollen alle das Asyl verlassen haben. Da kommt die Reinlichkeit oft recht schlecht weg, besonders wenn die Handtücher wieder mal knapp waren. Denn dann werden einfach die benutzten noch einmal ausgegeben. Kein Wunder, wenn jo viele der Insassinnen an Geschwüren und Ausschlägen erkranken, auch die, die sich nach besten Kräften sauber halten wollen.... Das Schlimmste aber ist das Bad und die— Eiülaufung. Im Baderoum stehen neun Sleinbadewannea. Behäbig sitz« davor an einem Tisch die.Bademutter", eine htlssweise angestellte Schnitterin. Aber hier badet man nicht nur, hier wird auch gleich große Wäscht in der Bodewanne gehalten, nicht nur die eigene Wäsche, sondern auch die des„Bräutigams", der drüben in der Palme logiert. Weder vor noch nach den, Baden oder Waschen werden die Wannen irgendwie gereinigt, der kleine Klecks grüner Seife, der auf Verlangen verobsolgt wird, reicht gerade zur Reinigung des Körpers, und die „Badenmtter", eine ehemalige Schnitterin, denkt gar nicht daran, Anweisungen zum Reinigen der Wannen zu geben, geschweige denn, sich zu erheben und sich von dem Zustand der Wannen zu überzeugen. Es gibt keine Brausen, und dos kall« und heiße Wasier strömt gesondert aus zwei Hähnen, so daß man in Gefahr gerät, sich schwer zu oerl'.nihcn, wenn man aus Furcht vor Hautkrankheiten oder Läusen kein Wannenbad nimmt, fanden, sich nur abseifen will. — Nach dem Baden(schon vorher wurde die Wäsche aus Läuse unter- sucht) folgt die Prozedur des Kämmens, lind wohrhostig! Die Redensart von der„alljemeinen Laufoharke" wird Wirklichkeit! Die Vunöer öer Klara van yaag. 64) Bon Johannes Duchholtz. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Sollte ich mich nicht mehr über ihn freuen können, als an dem Tage, als ich von ihm ging? Unmöglich. Ist damit alles gesagt? Mein Wille ist stärker als mein Herz, und ich rnjll nicht noch einmal das Leben meiner Mutter leben. Dazu wäre es nämlich gekommen. Ich spürte es an mir selbst, daß ich entweder gehen und ihm den Rücken kehren— oder mich ihm zu Füßen werfen mußte, dort, wo er stand, im Boot, barhaupt, goldhaarig, herrlich, aber mit den Augen eines Teufels und Tyrannen. Einen solchen Menschen gibt es nicht noch einmal in der Welt. Liebe Frau van Haag, ich fühle mich über alle Menschen erhaben— über Sie auch— wenn ich daran denke, daß er mich die fünf Minuten, oder wie lange es war, liebte.— Aber warum liebte er mich? Weil ich stolz war. Wozu machte feine Liebe mich? Zum Sklaven. Können Sie nun verstehen, daß mein Weg auch jetzt von ihm fortgehen— daß ich ihm den Rücken kehren muß. Kalt wie ein Stein und mit dem Feuer von fünf- minutenlanger Liebe inwendig!" Am Abend kamen sie nach Kopenhagen, fuhren ins Hotel, badeten, aßen und gingen ins Theater. Die folgenden Tage waren sie fast ausschließlich von dem Besuch der Geschäfte in Anspruch genommen. Frau van Haag stürzte sich in die Modeherrlichkeiten wie ein Schwimmer ins Meer. Sie hatte jetzt Geld, und lie gedachte es nicht in der Erde zu vergraben. Ihr Wunsch war, daß der Wahnsinn auch Hedwig anstecken sollte. Sobald das Mädchen etwas ungewöhnlich lange mit einem weichen Stoff zwischen den Händen stehen blieb, drang Frau van Haag in sie, ob sie es haben wollte, wieviel Meter. Wollte sie nicht— merkwürdiger Mensch Rein— Hedwig schüttelte den Kopf. Doch ließ sie natürlich einen Augenblick svätcr ihren Unterarm durch eine Seide schimmern, die aus Seewasser gemacht schien. Auch das Seewasser wollte sie nicht besitzen, aber ein Kleid aus schwär� zem Atlas mit eingewebten Veilchen wurde ihr Schicksal. Sie verschwand darin wie eine Biene in der Blüte, und als ihr Kopf hervortauchte�. und sie sich im Spiegel sah, lachte sie und ließ die Wimpern zittern. Fron von Haag setzte sich in einen Korbsessel, sagte weit �veo- I"!>-nd schönste tief Luft. Jesu roar auch Hedwig verloren. Sie sank in die Knie) bor Lackschuhen mit viereckigen Spitzen und beugte sich an pachtsvoll unter phantastischen Hüten. So wurde sie eine Prinzession in Kleidern, und als die beiden Damen am nächsten Vormittag in Sonne und Oere- sundsfrische vom Hotel zur Ausstellung gingen, wandten olle Menschen die Köpfe nach ihnen: die Leute räumten mit den Augen ein, daß der liebe Gott sich hier Mühe gegeben und eine glückliche Hand gehabt hatte, und daß die beiden Damen selbst seinem Werke Ehre machten. „Jetzt trennen wir uns," sagte Frau van Haag, als sie ihr Ziel erreichten. „Warum?" sagte Hedwig enttäuscht. „Um jeder seinem eigenen Drang zu folgen. Auf Wieder- sehen." Hedwig kauste sich einen Katalog und ging durch den Eingang links. Die Gnädige war rechts gegangen. Außer ihnen schienen nicht mehr als zwei Menschen aus der ganzen Ausstellung zu sein. Ein alter, feiner Mann ging still mit flatterndem, weißem lzaar über den Kokosläuser. Eine vom Zahn der Zeit halb verzehrte Lehrerin hielt sich im Abstand eines Bilderrahmens vor ihm und stürzte jedes- mal, wenn er nähcrglitt. mit verfolgten Augen weiter. Bei der Tombola las ein blasses Mädchen von der roten Pimpcr- nelle. Hedwig setzte sich auf ein gelbes Sofa und blätterte in ihrem Katalog. Sie las die kindischen Bildernamen.„Zwei Kühe" stand dort.„Drei bunte Kühe" stand darunter. Jetzt sprang der Katalog bei Johan Fors auf.„Alter Mann im Walde."„Junge Schwedin im Winde."„Nacktcke Frau." „Nymphen auf einer Lichtung im Walde." Johan hatte zwölf Bilder auf der Ausstellung. Hedwig schlug das Buch zu und stand auf. Sie wollte sich nicht selbst belügen: sie war gekommen, um die Bilder von Johan Fors zu fchn. Nicht, um auf einem gelben Sofa zu sitzen und die zwei oder drei Kühe anzusehen. Das Herz schlug schief und unordentlich in ihr. Es interessierte sie zu sehen, was aus dem Manne geworden war. Sie holte den Alten und die Aeltliche wieder ein: ein Instinkt sagte ihr, wo Johan seinen Platz hatte. Jetzt war sie da, in einem stattlichen hellen Saol: gerade der Tür gegenüber hing ein großes Bild mit Waid und Wasser. und einer zufammengekauerten Gestalt, offenbar Iohans Hauptwerk„Der alte Mann", von dem die Zeitun- gen so viel schrieben. Hedwig trat näher. Sieh—"das Wasser ist der Kleine Belt, der Wold ist der dunkle Vergkirfernhain auf der Knarrcbycr Düne und— der niic Mann ist. ja ihr Vater. Es ist, als hebe er jetzt den Kopf und sähe sie mit seinem brennenden Blick au.'■ Hedwig will fast in die Erde sinken, so überraschend und heftig ist ihr Eindruck. Hör', der Kleine Belt murmelt und der Wind raschelt in dem langen, braungebrannten Gras und in den langen Nadeln der Kiefern. Der alte Mann kniet aus dem Boden: sein Haar flattert wie eine ungekämmte Franse um die Glatze. Unter seinen langen, mageren, ineinandergerungenen Händen liegt ein kleiner Haufen weißer, halbdurchsichtiger Steine— sein Opfer für Gott. Ueber dem ganzen ruht ein seltsamer Nebel, der den Beschauer ein Gefühl von alten, alten Tagen aufzwingt. Aber es ist nicht dieser Nebel, auch nicht das wehmütige Schlagen der Wellen, das Hedwig zu Boden zieht, obwohl sie nie die blanke Leinwand in dem Maße zu Leben um- gefchasien gesehen hat Nein, es ist das Gesicht des Mannes. Oh, du alter Mann, wie hast du doch von dem bitteren Trank des Lebens trinken müssen, ehe deine Stirn so elend gefurcht, dein Mund in Tränen versteinert wurde. Meine Hand hebt sich und will deine Wange streicheln, aber mein Fuß flieht vor dir, alter Mann. Deine Augen haben mich erschreckt, deine guten Augen haben so viel Leid gesehen, daß jch armes Mädchen hange werde. Wie hast du deine Lebenskraft vcr- fluchen müssen, die dich überleben ließ, daß sie di--• langsamen Feuer der Erfahrung die Augen aus dem Kopf brannten. Hedwig stand vor dem Bild und war nicht wie lebendig. Aber jetzt näherten sich Stimmen. Eine übertrieben süß? Stimme, die die Worte buchstabierte— och, es war wohl die Lehrerin— Re— stau— ront, sagte sie. Eine andere Stimme sagte ja und jawohl, und das weiß ich nicht genau, .eine Mannesstimme. Hedwig blätterte in ihrem Katalog, sie konnte weiter- gehen, wenn die beiden vorüber waren. Sie sah mit einem kurzen Blick auf. jo, es war die Lehrerin— ober der Mann war nicht der alte, feine Herr-- Hedwigs Herz blieb stehen und machte dann einen Sprung vorwärts— aber>br Gehirn funktionierte einigermaßen und stellte fest, daß bier Johan Fors in einer Unterhaltung mit der Lehrerin kam. Jetzt begegnete er ihrem Blick. Sowohl in ihm wie in Hedwig gab es einen mächtige Ruck. Die Lehrerin sagte zu Hedwig:„Entschuldigen Sie, sind Sie herum gewesen?" „Herum?" sagte Hedwig. „Ja. ich bin mindestens zweimal herum gewesen, aber ich habe nicht das Restaurant gefunden. Der Herr ist auch herum gewesen, hat aber auch weder Kaffee noch strnst etwa? bekommen." j'-i, (Fortsetzung folgt.) Kops für Kopf wird ttiii demselben engen Skahlkamm dvrchgekZmmk. dorm werden mit einer kleinen Klinge die Haare und Schuppen oberflächlich entfernt, und— bitte die nächste Damel Keine Idee. daß der Kämm r.or jeder neuen Benutzung desinfiziert wird, nein, Kopfschuppc»,„Nisse" und Läuse werden in ordnungsgemäßer Reihenfolge von einem auf den anderen Kopf übertragen.— Cs ist überhaupt bedenklich, in einer derartigen Anstalt Wannenbäder einzurichten, und die Schmutzausschläge, an denen eine große Zahl der Asglistinncn leidet, find wohl nicht zum geringen Teil aus die Benutzung der ewig schmutzigen Bade- und Waschwannen zurück- zuführen Der Hausvater hat erlaubt, daß die Frauen in den Wannen ihre Wäsche waschen, und sicher war das von ihm recht gut gemeint. Es ist ja ein unmöglicher Zustand, daß den fünshundert Insassinnen des Asyls nicht keinerlei andere Waschgelegenheit für ihre Wäsche zur Verfügung steht und daß man wohl an dekorativ abgestimmien Wandanstrich, aber nicht an die primitivsten Fordsrun- gen der Hygiene bei der Ncuhcrrichtung dieses Ashls gedacht hat! — Raum ist genügend vorhanden: Es ließe sich leicht eine Waschküche für die Insassinnen einrichten, und weder der Ersatz der Wannenbäder durch Brausen, noch die Kosten für eine besiere Auf- sieht oder die Anschaffung dreier Staubkämme wären für die Stadt mr erschwinglich!— Weder Schwestern, noch der„Hausvater" haben bisher an diesem Zustand Anstoß genommen... Wer sich aber weigert, d i-e s e s Bad, diese„Haarpflege" über sich ergehen zu lassen, wird aus dem Obdach gewiesen... Aber die Säle können seder Besichtigung standhalten,' und vor„heimlichen Visiten" scheint man sich allerorts sehr sicher zü sein. Man oertraut darauf, daß iich für die ärmste Armut so bald kein Fürsprecher findet. -P Eine Frau, die das Unglück hat, obdachlos zu werden, muß anscheinend als erstes begreifen, daß sie keinerlei Recht, auch nicht das Recht auf das natürliche Schamgefühl mehr hat.— Um 2 Uhr nachts kommt der Heizer in die Schlafsäle, um die Heizung zu kontrolltcren, während des ganzen Abends geht das männlich« Per- fonal hin und her in dem Mittelsaal, um die Schlafsäle nach rauchenden oder anderen„Sünderinnen" abzusuchen, und oft genug wechsell dann irgendeine der Frauen gerade die Wäsche oder flickt mit nacktem Oberkörper das einzige Hemd, denn keinen Augenblick ist eine Asylistm vor einer derartigen Visite sicher.— Es ist schwer verständlich: Haben wir denn unter allen sozial tätigen Frauen Berlins keine, die hier an Stelle des„Hausvaters" treten könnte, haben wir denn keine Schwestern, die sich getrauen, den Saaldienst ohne die ständige Assistenz eines Wärters auszuüben? Die Idee, daß die Obdachlosen„gebändigt" werden müssen, scheint hier eine fröhliche Urständ zu erleben. Und glaubt man wirklich, ein Asyl sei schon durch ein Kübel Farbe„modernisiert"?— Ach, den Bibelkundigen erinnert dies Verfahren fatal an das Wort von den„über- tünchten Gräben:", die in sich Tod und Fäulnis bergen.--- Explosion im Elektrizitätswerk Südwest. Zwei Personen leicht verletzt. In dem Gebäude des Elektrizitätswerkes Südwest in der Motzstraße �8 in Wilmersdorf ereignete sich am gestrigen Sonn- abend nachmittag unter hestlger Detonationswirkung eine E x- plofi on. Der Pförtner des Werkes glaubte zunächst, daß es sich um einen gefährlichen Unglücksfall handelte und alarmierte sofort die Feuerwehr, die alsbald eintraf. Es stellte sich jedoch heraus, daß die Explosion nur leichter Natur war, und daß in einem Akkumulatorenraum, in dem die Ladung der Batterien erfolgt, sich Aktumulotorengaf« auf bisher noch nicht erklärliche Ursache selbst entzündet hatten. Durch die Explosion wurden sämtliche F« n st e r s ch e i b e n des im vierten Stock gelegenen Raumes z e r- t r ü m m« r t und auch sämtliche Fenster der gegenüberliegenden Front' des Vorderhauses, in dem sich die Bureauräume befinden, zerstört. Durch die Glasscherben, die mit Donnergepokter auf den Hof prasselten, wurden ein Arbeiter und eine Reine- mache frau leicht verletzt. Die Berwundungen waren jedoch glücklicherweise nur geringfügiger Natur, so daß beide nach Anlegung von Heftpflasteroerbändcn in ihre Wohnungen entlassen werden konnten. Die Feuerwehr und das Rettungsamt brauchten nicht mehr in Aktion zu rreten.. Außer dem Sachschaden der zersprungenen 40 bis 50 Fenstsr- fcherben sind keinerlei Störungen in dem Elektrizitätswerk verursacht worden, und der Betrieb, vor allem die Elektrizitätsversorgung, erleidet keinerlei Unterbrechungen. Wodurch sich die Akkumulatoren- gase selbst entzünden konnten, liegt noch völlig im Dunkeln. Die Direklion steht noch vor einem Rätsei, da die Unterstation bisher zwanzig Jahre lang im Betrieb ist, ohne daß sich der geringst« Unfall ereignet hat. Schlechte Zeiten für Einbrecher. Im Zeichen des bargeldlosen Verkehrs. D« unausgesetzte Propaganda für bargeldlosen Verkehr trägt letzt Früchte, und die Herren Einbrecher werden immer mehr zur Einsicht gezwungen, daß es sich nicht mehr lohnt, die Geldschränke zu„knacken". Dafür drei Beispiele aus einer einzigen Nacht. Mit den modernsten Werkzeugen ausgerüstet, ging in der Nacht zum Sonnabend eine Kolonne von Geldschrankeinbrechern vor, die e«� auf den Geldschrank einer Grobschlächterei in der Berliner Straße zu Wilmersdorf abgesehen hatte. Die Spezialisten öffneten mit einem Nachschlüssel die Haustür, stiegen vom ersten Hof nus�über eine drei Meter hohe Bretterwand nach dem Schlachthof hinüber, gingen von dort aus durch die Räucherkammer und über ein Glasdach weiter nach den Bureauräumen und gelangten Ein Prozeß um öas Jernfprechzählerfpstem. Der Reichspostvertreter erklärt:„Die Post denkt nicht daran, das System zu ändern." herausgestellt, daß die Zählergebnisse der Beamtin richüg ge. Ein interesiontcr Prozeß, dessen Entscheidung von grundsätz- licher und weittragender Bedeutung sein kann, beschäftigte gestern eine Zivilabteilung des Amtsgerichts Charlottenburz. Bei diesem Rechtsstreit handelt es sich nämlich um eine Klage, die der Berliner Rechtsanwalt Dr. Walter Iaff« gegen d i e. R e i ch s- p o st angestrengt hat. weil ihm gleich unzähligen anderen Fern- sprechteilnehmern eine viel zu hohe Gebührenrechnung von seinem Fernsprechamt ausgestellt worden war, die in keinem Betchältnis zu den wirklich geführten Gesprächen stand. Um der Postvcrwaltung die Mangelhaftigkeit ihres Zählsystems zu be- weisen, hatte der Anwalt in seiner Privatwohnung sämtliche Per- sonen, d. h. seine Frau und seine langjährige Hausangestellt« ver- pflichtet, jedes geführte Telephongespäch aufzuschreiben, mit dem Hin- weis darauf, daß dies« Aufzeichnungen eventuell vor Gericht be- eidigt werden müßten. Diese Aufstellung wurde auch von den An- gehörigen vorgenommen, und als die Fernsprechrcchnung kam, stellte sich heraus, daß die Post etwa 30 Gespräche mehr ge- rechnet hatte, als In dem Haushalt geführt worden waren. Als der Einspruch gegen diese zu hohe Fernsprechrechnung wie üblich erfolglos blieb und die Antwort kam, daß ein Irrtum der Post unmöglich fei, hatte Dr Iafsä auf Grund der eidesstattlichen Bersichenmgen über die geführten Telephrmgesprächc den Prozeß gegen die Reichspost angestrengl. In der Berhandlung führt« der Kläger. Rechtsanwalt Dr. Iasfö zum Beweise seiner Klage an, daß ihm eine ganze Reihe von Zuschriften zugegangen sei, in denen sich Fernsmechteilnehmer über zuviel geführte Gespräche beschwerten. Bon einem?lrzt, in dessen Behandlung drei bis vier Telephonistinnen seien, habe er ferner erfahren, daß die Beamten selb st zugegeben hätten, daß bei der Ferosprechzähluag Irrtümer vorkämen. daß aber aus Amts- und Dienskgründen darüber nicht gesprochen werden sollte. Zur Schlllssigkeit des Beweises reichte er die oben erwähnten Tabellen ein, in der jedes geführte Gespräch von den Hausangehörigen verzeichnet worden sei. Die betresfenden Personen hätten sich bereiterklärt, ihre Aufzeichnungen eidlich zu erhärten. Das ganze bisherige Gesprächzählsystein berge Fehler in sich und öffne Oijicrenzen Tür und Tor. Der Vertreter der beklagten Reichs- post, Postrat Dr. Breithaupt, betont«, daß es sich lediglich um eine Differenz von 17 Mark handele, um die geklagt werde. Die Klagen der Fernsprechteilnehmer, aus die sich der Kläger berufe, seien alle nachgeprüft worden, und ein Teil der betrcfsenden Personen hätte schon eingesehen, daß die Beschwerden unberechtigt gewesen seien. Di« Post habe mehr als 114 Millionen Gespräche nachgeprüft, und zwar durch einen Zählapparat, der an die betrejsendc Nummer des Fernsprechteilnehmers angeschlosien sei und von einer Spezialbeamtin kontrolliert werde. Diese Spezial- bewachung, die 130 bis 200 Mark monatlich koste, werde eingeführt, wenn von einem Fernsprechteilnehmer Klagen über Auviel gerechnete Gespräche kämen. Auch der Anschluß des Klägers sc, auf diese Weise überwacht worden und werde auch jetzt noch überwacht, und es habe w�sen"jeien.� So habe der �Kläger angegeben, im � Monat Äügm't vorigen Jahres nach eigener Zählung 232 Gespräche gejährt zu haben, während im Betriebe 305 und durch die Spezialübenvachung 322 Gespräche ermittelt worden seien. Es habe sich herausgeslelli, daß die Betriebszählung günstiger sei als die Speziaibewachung. Das Eigenartaqe sei, daß der Kläger siä> gerade aus die Monate April bis Iun! in feiner Klage berufe, in der keine S p e z i o.- bewachung eingeführt worden sei. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einem scharfen Zusammenfloß zwischen dem Lertreter der Reichspost und dem klagenden Anwalh, da Postrat Dr. B r e i t h a u p t behauptete. Dr. Ja sfä müsse gewußt haben, in welcher Zeit er kontrolliert worden sei. Dies wies der Kläger mit aller Entschiedenheit zurück und behauptete, daß er doch nich: den Poftbetrieb durch einen Detektiv ausspionieren laße. Post- rat Dr. Breithaupt: Wie der Prozeh auch ausgehen wtrd, das Zähljystem wird von der Poftverwaltung doch nicht geändert werden. Auch im weiteren Verlaufe des Prozesses betont« der Per- treter der Reichspost» daß an eine Abänderung des� Systems Nicht im Traum zu denken sei. Rechtsanwalt Dr. Joffe führte noch zum Beweis dafür, daß auch bei der Post eingestandenermaßen Irr- tümer bei der Geiptächzählung möglich seien, einen Fall an, der einein anderen Berliner Rechtsanwalt, der seinen Wohnsitz während der Ferien aus Berlin verlegt hatte, passiert war. Bei diesem Teil- nehmer waren, trotzdem das Telephon während der Reisezeit ge» sperrt war, eine große Anzahl von Gesprächen berechnet worden. Aus die erste Beschwerde war von dem Fernsprechamt 3 mitgeteilt worden, daß ein Irrtum ausgeschlosien sei. Auf Grund wiederholter Beschwerden hat dann schließlich das Fernsprechamt noch längeren Rachsorschnngen festgestellt, daß der Teilnehmer doch im Recht ge- weiea sei. Es hotte sich nämlich ergeben, daß sich die Leitung des Geiprächzählers des Beschwerdeführers mit der eines anderen Fernsprechteilnehmers berührt Halle und daß durch diesen Fehler in der Leitung gar nicht geführte Gespräche Auf Anrechnung ge» kommen seien. Der Vertreter der Reichspost behauptet demaegen- über, daß es sich hierbei um einen ganz seltenen Fall handele, der nicht zum Beweise angeführt werden könne. Da die Postverwaltung einen neuen Schriftsatz eingereicht hatte, kam es noch zu keiner Entscheidung über diesen bedeutungsvollen Prozeß. Der.Kläger hat sich innerhalb vier Wochen zu entscheiden, ob ein schriftliches Urteil erfolgen oder noch ein neuer Termin angesetzt werden soll. * Die Worte des Reichspostvertreters, der sicgesgewiß austrumpst: „Das Zählersystem wird doch nicht geändert werden, wie der Prozeß auch ausgehe", ist ein Symptom für die Einstellung leitender Stellen in der Poswer, waltung dem Publikum gegenüber. Der Prozeß kann also rirhiq Fehler in einem Zählersystem(und damn eine Benachteiligung des Publikums) feststellen, die Post denkt im Traum nickst daran, diese Fehler zu beheben. Treffender kann man die Institution, der man dient, nicht kennzeichnen... in diese hinein, indem sie die Fenstertraillen auseinanderbogen und die Scheibe emdrückten. Einen großen Panzerschrank schweißten sie an, bis sie auf die Stahlkasie stießen. Hier setzten sie einen elektrischen Bohrer an, indem sie den erforderlichen Strom von der Lichtleitung ablenkten. Nach Aistbohrung der Stahl- taste arbeiteten sie wieder mit dem Schweißapjxirat on den Panzerkassetten. Dabei muß ihnen der Sauer st ozf ausgegangen sein, und so gaben sie den Versuch auf. Der Mißerfolg muß sie so enttäuscht und niedergedrückt haben, daß sie nicht einmal daran dachten, sich einige Würste oder dergleichen aus der Räucherkammer mitzunehmen. In derselben Nacht öffneten Einbrecher die Bureaus des Zentralverlages für Heimatdienst im Hause Pots- damer Straße 41 mit einem Nochschlüstel, knabberten einen Schraick auf und erbeuteten ganze 5,30 Mark.— Bei der Ortskrankenkasse in der Roinintener Straße 34/35 stiegen sie an der Regen- rinne zum 1. Stock empor, stiegen ein, erbrachen den Schreibtisch des Kastierers, fanden aber nichts darin und stiegen an der Regengosse wieder hinab. --- Die Stadtverordnetenversammlung hat chre nächste Sitzung am Donnerstag um%5 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Vorlagen über die rm„Borwärts" schon mehrfach er- örterten Plön« zur Vereinheitlichung der Verkehrs- mittel, zur Einführung eines Einheitstarifes und zur Aufnahm« einer großen Anleihe für Verkehrszwecke. Werbeversammlung der Freien Schulgemeinde Berlin- Köpenick am Monkog, den 17. Zanuar, abends 7'/, Uhr. in der Aulavorolheenschule, Köpenick, Freiheit Tagesordnung: 1. Bortrag:„Wann bekommen wir unsere weltliche Schule und wie soll sie aussehen?" Referent: Lehrer Richard Schrötor. 2. Bericht über den Stand unserer Bewegung. Alle Eltern sind herzlichst eingeladen? Leiferöe-/sttentat vor üem Reichsgericht. Verhandlung am Montag. Am Montag, den 17. Januar, wird das Reichsgericht in Leipzig lein entscheidendes Wort sprechen: Bedeutete das Lciierde-Attentcit Transportgefährdung mit Todcseriolg oder Mord? Es wird sich nicht allein aui die Prüfung etwaiger rein formeller Per» stößc bdschränken dürfen. Die ausiührliche Begründung des Urteils gewährt ihm die Möglichkeit, ja, macht es ihm zur Pflicht, auch/ danach zu sehen, ob die Normen des Siros rechts richtig an- gewandt worden sind. Denn es geht hier nicht um Schlesingers und Willi Webers Leben— daß sie letzten Endes begnadigt würden. wer wollte bei der einmütigen Stellungnahme der sozial cmpsindciis den Oessentlichkcit zu dem Hildesheimer Urteil daran zweiieln—, es haiüielt sich hier um die Frage des Rechts: Ist es angängig, aus kriminaltaktischen Gründen, aus Gründen der Bergellung und Ab- schreckung künstlich einen psychologischen Tatbestand zu kon- struiereii, der nicht vorhanden ist. Dies schien im Hildesheim« r Fall um so weniger berechtigt, als zwingende Gründe sozialer Natur vorhanden waren: Not, Arbeitslosigkeit, Landstreicherleben. Das Reichsgericht wird zu entscheiden haben: Höllen die An- geklagten wissen müssen, dckß die von ihnen geplante Transport- gesäh'rdung Menschenopfer koste oder nicht? Falls ja, so sind sie des Mordes schuldig. Das Reichsgericht kann seine Entscheidung, jedoch nur aus Grund tiefer Einblicke in das Vorstellungsleben der Angetlagten während der Zeit ihrer Wanderschaft rrcssen. An einer ausschlaggebenden Tatsache wird dos Reichsgericht hier- bei nicht vorübergehen können: Staatsanwallschoft, Verteidigung und Urteilsbegründung haben diese Tatsache in Hildesheim un- berücksichtigt gelassen. Schlesinger und Willi Weber haben beide gesagt:„Wir haben mit Absicht einen Zug gewählt, dem nicht unmittelbar ein zweiter solgte. Wir wollten unbedingt einen Zu- sammcnstoß vermeiden, denn wir hallen die Darstellung, daß Menschenleben nur bei dem Aufeinanderfahren von Wagen aus Wagen gefährdet würden, und die wollten wir nicht gefährden." Ihnen schwebte nur die Erfahrung Willi Webers vor: Die Eni- gieisung des Rangierzugcs, bei der die Lokomotive zur Seite fiel und es dem Lokomotivführer gelang, abzuspringen. Noch zwingender spricht ober gegen ihre Mordschuld eine psychologische Betrachtung, die in Hildesheim nicht an- oebastianstn abgab* vorba- haJUn/ im größten Spezialhaus, denn Sie profitieren: "ÄSI" # Fachmännische Rupffedem Graue Federn m..95« Entenfedern Mm3.40 Schleißfedern Daunen Schleißfedern 3.90 Monopoldaunen"1� 3.50 Schleißfedern*«'1 5.20 Matadordaunen p«1 12.00 Wei6eRupffedern5S4.90 Schleißfedern"A«. 7.50 Weiße Daunen m 13.50 donopoidaunen- Oberbett «cht ttlrliifich.rot oder eold, UU. inim A C AA lalrtt, iad«cthr«Bf«rfal<....... 4da(lw Bnliett- Reste Wi.45 95 pi 95. 55» Bettwäsche »ürklWljw VbohutoB Oberbett iaoxa» 3«75 Kissen»*».... 1,25 Bettlaken A» o» üb« 1,75 Die ideale Bettfüllung: mhiderRohsrnr S, Jtonopokhumen X# IvJCClriCf£ Preise.* unbedingt aeößtes Spezialhaus l I« GröfdteAuswahl* Gesetz). gesth. Pi4 8.50 f-4"un- Fertige Betten Oraarot Inlett mit grauen Federn Oberbett....... 9,50 Unterbett...... 7,90 Kissen'....... 3,45 Fertige Inlette Ä.. 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Daß dies auch hier für Schlesinger der Fall war. dajür liefert die Dummheit und Planlosigkeit seines Tuns den Beweis: Er hat keine Darstellung von der Bauart des Postwagens, vos; der Stärke der Bemannung und deren Bewaffnung, mit leeren chanden geht er auf die Plüitdcrung aus, usw. Daher die Flucht im entscheidenden Moment. Die wirtliche Entgleisung bedeutete für ihn ein Erwachen aus dem Traumleben, versetzte ihn in Schrecken. Was Wunder, daß er da an Menschenopfer überhaupt nicht gedacht hatte. Die llcbcrlegung hatte gefehli. An diesen Betrachtungen wird das Reichsgericht nicht achtlos vorübergebeo können. Glaubte der Staatsanwalt in tsildesheim aus Gründen der Sicherheit der Eisenbahn für die Todesstrafe plädieren zu müssen, so wird der Reichsanwalt in Leipzig aus Gründen der Sicherheit des Rechts gezwungen sein, die Aufhebung der Todesstrafe zu beantragen. Rät die weltliche Schule. Eilte große Werbeverfammlung für eine weltliche Schule in Tempelhos wurde am Freitag in der Aula der Schule in der Kaiferin-Augusto-Straße veranstaltet. Die Der- sammlung war sehr stark besucht, auch der Evangelische Elternbund unter Fuhrung des Pfarrers Pfeifer war in stattlicher Anzähl angetreten. Genosse Dr. K a r s e n hielt den einleitenden Vortrog, in dem er auf das Bestreben der kirchlichen Reaktion hinwies, auf dem Wege über die Schule wieder die Machr über das Volk zu bekommen. Seine geschichtliche Darstellung des Kampfes um die Schule er- weckte reges Interesse, das sich zu begeistertem Beifall steigerte, als er nachwies, daß das Schulfchstem der Zukunft die weit- l i ch e Schule fei, in der an Stelle der überlieferten Religionen der ttzemeinfchaftsgedanke als der Ausdruck der so- zialen Zeiterscheinungen vorherrschend sein muß. In der Diskussion nahm zunächst Pfarrer Pfeifer das Wort. um für die alte christliche Schule eine Lanze zu brechen. Noch feiner Meinung ist nur die evangelische Schule in der Lage, durch- gebildete Charaktere zu erziehen. Allerdings bestritt er, daß die evangelische Kirche als eine Macht anzusprechen sei, die Ein- sluß auf die Schule erlangen wolle, wohl aber hättn die evan- gelischen Eltern als Erziehungsberechtigte den Wunsch, daß in den staatlichen Schulen der Religionsunterricht beibehalten werde und seinen Einfluß auch auf die ganze Erziehungsmethode aus- üben könne. Bemerkenswert war das Zugeständnis dieses Geistlichen, daß die evangelischen Ellern nichts dagegen haben, wenn die andersgesinnten Ellern ihre Kinder in weltlichen Schulen unter- lichten lassen. Dieses Zugeständnis wurde vom Leiter der Ver. iammlung, Genossen Klühs, sofort unterstrichen und daran die Erwartung geknüpft, daß der Evangelische Ellernbund nun beim Bezirksamt die Bestrebungen der Freien Schulgesellschaft, noch zu Ostern dieses Jahres eine weltliche Schule in Tempelhof zu erlangen, nachdrücklichst unterstützen werde. Viergibt man nur bem?!a»wek» de, Deutlchen Musikerveciaudev, Berlin, ftatn- mandanlenstr. 63i6L Dönhoff 3277- 78. Eelchästszeit 9—3, Sonntage 10—2 Uhr An! Dnusch: tlZertreterdcsuch. An der weiteren Aussprache beteiligten sieb die Genossin Setzer, die in wirkungsvollen Ausführungen b»sonders auf das Martyrium jener Kinder von nichlgiäubigen Ellern hinwies, die konfessionelle Schulen besuchen, aber der Ueberzeuaung ihrer Eltern entsprechend, vom Religionsunterricht befreit sind: serner ein Lehrer, der sich als Anhänger des Bodelschwinghschen Christentums bekannte und Lehrer Schrahn, der aus eigener Erfahrung über die Vorzüge der welllichen Schule berichtete. Zum«chluh zeichnete eine große Anzahl der anwesenden Eltern die Namen ihrer Kinder in die ausliegenden Anmeldelisten ein, die demnächst dem Bezirksamt mit den' Antrag aus Errichtung einer weltlichen Schule eingereicht werden sollen. Weitere Meldungen werden baldigst erbeten an eine der folgenden Adressen: Klühs, Äaiserkorso 10S, Dr. K a r s e n, Tempelhof, Berliner Straße 26, Hille, Tempelhof, Mollkestraße 11, K l a h n, Tempelhof, Dorfftraße 22, v. 4 Zt. ftChtung! Csenossinnen! Acht"»g' Am$ t ei tag, den 21. Jannar 1927, abend» 71/a Uhr. im Skadkverordnelen-Sitzungssaal. c£mg. Sönigstraße: Fiinktionäs'innen- Konferenz Die wtchkige Tac-esordnung erforderl vollzählige» Erscheinen. NSF" Tütfonttolle: 1. Sreis. .Tür'orgerlnnoi! So, wlbeam klone» I Menolfw Nuchae, spricht Montag. den 17. Januar, abends'/.8 Ubr, im Deullchen Verband der Sozialbe- anitinnen. Ortsgiuppe Berlin. Potsdamer Str. 120, gelber Saal, über die .Soziale Lage der Arbeiterjugend'. .pr!oz Karneval auf dem Aipetiball,' betitelt sich ein Trachten-Koltüm- ball, der am Mittwoch, den 19. Januar, in den Sälen der»Neuen Delt in der Hascnheidc slatlsindet. VerWolle»Vresse sind sür die schönsten Trachten festge�eht. u. a. wird auch eine Maskenkoslltm-Modenfchau bor- gesübrt von einer größeren Anzahl prämiierter Mannequin» veranstaltet Kostümzwanz besteht nicht. Zezirlsblldungeavsschuh Groß. Verlin. Sonnabend, den 22. Januar, abends 71(5 Ubr, spricht im Rabmen der Sozialistischen Hochschule Genosse Hermann Wendel. Frankfurt a. SO?., über:.Der neue Balkan im neuen Europa'. Der Portrag findet im großen Saal des ehe- maligcn Serrenhaules statt. Saalcröffnung 7 Uhr. Preis der Einlaß- karte SC Pj.— Sonntag, den 30. Januar. Theatervorstellung im Theater der Voiksbübne am Bülowdlatz Zur»Aussührung gelangt. V o I p o n e' toder der Kampf ums Geld), eine Komödie w zwei Teilen von Stefan Zweig fn ach Ben Jonson). Preis der Karte einschließlich Garderobe und Tbcaterzetkcl 1,20 M. Karten für die Veranstaltungen sind zu babeo bei den Bitdungsobleuten der Kreise und»Abteilungen, bei Harsch, Engel- uscr 24/2S sZigarrengesch�st), Linkc.-Jl'Ielstr. 6(Tabalvertrieb der GEK.), Verband der grapblichen HilsSarbcitcr. Luisenuser 33, in den Vorwärts- speditionen, der Buchhandlung I. H. W. Siefs, Lindenftr. 3. sowie in allen bekannten Verkaussstellen. Der größte Senöer Europas. Einweihung des Rundfunksenders Langenberg. Langenberg, 12. Januar.(MTB.) Rundfunkkommissar Dr. Bredow übergab heute vormillag im Auftrage des Reichsvast- Ministers den bei Langenberg aus dem Hordll.rqc errichteten Rheinlandgroßsender dem Betrieb. Der Rundfunkkom- missar wies in einer gleichzellig durch den Sender übertragenen Ansprache darauf hin, daß die Lösung des Rundfunkpro- blems im Rhein- und Ruhrgeblet zu der schwierigsten Aufgabe gehört hätte, die dem Rundfunk bisher gestellt worden fei. Der rheinisch-westfätische Bezirk stehe in bezug auf den Detektorbereich dem günstigsten deutschen Bezirk gleich. Di« aus aller Dell eingetroffenen Meldungen Über feine Starke seien verblüffend. Der Sender sei nach den modernsten Gesichtspunkten der Hochfrequenz ausgeführt. Er fei der größte Europas innerhalb des üblichen Rundfunkwellenbereiches. �"i Sport. Noch immer Vegraewe-Tollembeet in Führung. Die betrübende Sensation des Sonnabend nachmittag ist das Ausscheiden Oskar T i« tz' aus dem Felde. Die beiden vorangegangenen Stürze zwingen zur Aufgab« Mac Namara fährt als Ersatzmann weiter. Die beiden Nachmittogswcrtungen bringen kein« aufregenden Momente und fomtt auch keine Feldver- änderungen. In der Spitzengruppe führen nach wie vor Degraeve-Thollembeek mit 128 P. vor Koch-Rielens 74, Tonani-Lorenz 69 und Buschenhagen-Frankenstein 69 Punkte. Eine Runde zurück: 5. van Kempen-Bauer 153, 6. Goossens- Stockelynck 98 und 7. Wambst-Lacquehay 32 Punkt«. Zwei Runden Mrück: 8. Petri-Junge 67 Punkte. Drei Runden urück: 9. Behrendt-Skupinski 64 und 10. Raufch-Hürtgen 22 D. ier Runden zurück: 11. Seiferth-Manthey 60 Punkte. Die Sonnabenduacht. Selbstverständlich stand die Arena w der Nacht von Sann. abend zu Sonntag im Zeiche» des„Ausoerkaiist". uud mit Spannung harrte die große Gemeinde der kommenden Ding«. Die Ill-Uhr-Dertuag. Di« Glocke ertönt. In der großen Halle wird es lebendiger. Das Feld jedoch behält vorerst dos ruhige Tempo bei. 1868,040 Kilometer find bis um 10 Uhr bedeckt. Ohne Zlufreauifl fährt Junge den ersten Spurt nach Hause. Tonani, Wambst und Koch nehmen die nächsten Plätze. Gemächlich findet dann der Manthay und Rausch. Vierter Spurt: 1. van Kempen vor Fronkenstein, Rielens und Koch> Lebhafter geht es beim dritten Spurt zu: Tonani nimmt den ersten Platz vor Behrendt. Manthey und Rausch. Bieter Spurt: 1. van Kempen vor Lorenz, Frankenstein und Lacquehay. Fünfter Spurt: 1. Manthey vor 5ftth, Tonani und Thollombeek. Sechster Spurt: 1. van Kempen vor Lorenz. Frankensteiii Und Skupinski. Siebenter Spurt: 1. Manthey vor Tonani, Behrendt und Wambst.»Achter Spurt: 1. Seiferth vor Bauer, Stockelynck und Lacquehay. Neunter Spurt: 1. van Kempen vor Buschcnhagen, Thollembeek und Lorenz. Zehnter Spurt: L Degraeve vor Rielens, Skupinski und Rausch. Tieh und Zange scheiden ans. Reue Mannschaften. Nachdem ergibt sich folgender Stand des Rennens: Spitzel Degraeve-Thollembeek 136, 2. Koch-Rielens 83, 3. Tonani-Lorenz 89, 4. Buschenhagen-Frankenstein 79 Punkte.— Eine Runde zurück: 5. van Kempen-Bauer 178, 6. Goossens-Stockelynck 100, 7. Wambst-Lacquehay 38 Punkte.— Zwei Runden zurück: 8. Petri-Junge 72 Punkte.— Drei Runden zurück: 9. Behrendt-Skupinski 72 Punkte, 10. Rausch-Huertgen 24 Punkte. — Bier Runden zurück: Seiferth-Manchcy 77 Punkt«, Mac Namara Ersatzmann. # petri-Mac Namara. Nach dem zweite» Spurt bei der 10-Uhr-Wertuna trug man Junge mit der Bahre von der Bahn fort. Er hat Hüft- und Schullerprellung und eine leichte Gehirnerschütterung erlitte« und gibt das Rennen auf. ■aETgffZf hervorrage»!» bewährt bei: Gicht, Rheuma, Ischias, Grippe, Nerven- unö Ropfschmerzeu, Erkältungskrankheiten. Togal stillt die Schmerze» und scheidet die Haru säure aus. Keine schädlichen Rebe»- .»irtongaL— Fragen Sie Ihren Arzt!— 2a allen Apotheke» erhlUtUch.: 13j6Lith.Qi46Cbinio7t2AcULaceLul. adUlOAmyL Unerreicht In Auswahl u, Qualität (3ciU$cfiuii£ffcdfi£ 20'3'ouT.3u* &<*amen � Zoo Fabelhaft billig Einige Bt Noamen Zoo *>*bleref Seidene Strumpfe| \ in allen Farben, za]edcm Schuh l ß ' passend, ganz besonders bllUg\ 0 «winuniiMiuiniiiHniiuiiinuuuuuuuMniiMiMuiuiiutitnuuiuiutuiiti; � Zur Pflege der Lackschuhe nur Manna" w f9kijront'*a*- S-*d>r.:SBcU der<7�.. /gu.,. J�V/raen (*hUka"*anUi) 12s'h�zmkhall run. ■ttczsr* ---- fw"™'-IfStn h*>.7230 ü-Jt Loü�e�-chuhe W'30' 10.90. 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Genossenschatt m. beschr. HaftptL Reinickendorf Ost, Wilkestr. 62 Unsere Genossenschaft ist durch Generalversammlungsbeschluß vom 19. Dezember 1926 aufgelöst. Die Gläubiger werden hierdurch aul- geforilert,ihreForderungen einzureichen. Berlin-Reinickendorf, d. 12. Januar 1927. Die Liquidatoren Karl Mctzold Karl Schulz. Bettfedern aus erster Send, Vfd. qreu 60 Pi, gcfdtl. 90 Pf. Rupf l.7Z. Saiddaune 2.76. 4, wr>K. fflaumrupf 4. belle 6, Daune 7. weiß 8—10, Echieißdanne 360— 6. Oberbett!a dicht. Inlett 8 Pfd. 12. 18, Riffen 3 Pfd. 3.30, 3.60 auiw. gegen Nachn. Mufter-Preisl frei. fein Ziisiko. Nichtpnflend zurück. Böhm. Beltfcdcrnspezialhaus Sachsel& Stadler, Berlin T 12. Landsberger Str. 41 Hygienisch« Dampfreinigung gratis Honigstr. 3är<26 I.Stock steht Kopf; denn das sind Angebote von ungeheurer Hochelegantes T anzklcid aus ganz vorzflgL Crepe de chine. Die reiche Verwendung von Seidenspiize und kfinst- lerisch. FUitermoflTen machen da* hochapart gearbeit. 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Daneben macht die Auffassung immer weitere Fort- schritte, daß der Ausbeutung der gesamten M i e t e r s ch a f t nicht freie Bahn gelassen werden darf. Mit Schrecken denkt man an die Zeit, wo wiederum das alte Mietrecht mit seinen durch die Zwongsverträge abdingbaren Bestimmungen in Kraft tritt. Selbst soweit die Führer von Handel. Gewerbe, Kleinindustrie und der freien Berufe sich als Klassen» genossen des Kapitals fühlen, schloffen sie sich doch dem Ruf nach einer Beränderung unseres� allgemeinen Rechtes an. Die Führung in dem Kampf um ein soziales M i c t r e ch t, um Kündigungsschutz und Ausgleich bei der Mietzinshöhe, fällt hierbei der politischen Vertretung der Ar- beiterschaft, der Sozialdemokratischen Partei, zu. Die Erbitterung darüber, daß unter stillschweigendes Duldung sogar der Zcntrumspartei die übereilte Verordnung vom 11. November 1926 erlassen ist, deren Rechtsgültigkcit von berufener Seite mit gewichtigen Gründen überhaupt an- gezweifelt wird, wo man noch dazu iu der Eile die wichtigsten Schutzbestimmungen, z. B. die Kündigungsfrist, vergessen hat, ist besonders in den Zentrumslreifen Westdeutschlands ollge- mein. Immer stärker werden die Stimmen auch in diesen Kreisen, nicht nur nach einer Verlängerimg der am 30. Juni 1927 abgelaufenen Mieterschutzgesetzc, sondern nach_«iner dauernden Umgestaltung des allgemeinen Mietrechts. Schon ist die sozialdemokratische Stadtvcrordnetenfraktion in Berlin und die sozialdemokratische Landtagsfraktion in Preußen im Kampf um die Aufbcbung der Hirtsiefer-Verordnung voran- gegangen. Wir können daher dem durch die falsche Polstik der Wirtschastspartei betroffenen Gewerbestand nur zurufen: „Wehre dich!" Ernst Rubcn. vortrage, vereine unö Versammlungen. « Reickisbanner„Sckiwar, Rot-Gold". kcfchiiftslicll«: S Scbastianstr. 3,38. Hof 2 Zt. Mittc: 4. SUimcroMtcft Mi..!. 1!)., 8 Uhr. SotiontmltraB Scu« ffririnidiftt. 1. 3iorftontisn)ah[. IuMnh irden Mondoq Turnahrn!» Gartenstr. 1073. So., d. 20.. 8 Uhr. in den Cornn-�rstsälen, Aeferstr. 6. Vor. tcod.— Rcnlölln. Britz: 1, ÄoraCKibfthjft 1. ,3«« Mo., d. 17.. zuenersannnlung h«i Wilkr. RplterNr, 47. Bortroq drs Nomoioien Boltjdohcrfrtrrtör flotho. 3..tomrrflbfif-oft Mrna'furr rnnmiurjodestat ung E. B. Bezirk 6 Rrr«,berg: Montag. 17. genug-. 7U> Ithr, Mitgiicdervedommlring im Gewerkschaftshaus. Enooluter. Bericht Uber gugendweihe und weltliche Schulen im Bezirk. Bericht Uber- die Gou-Generalvertommlunq. Der$ 218 des RSt<3.:-- Tanbenaiisfteenng. Sann tag. I«. Januar. lind et- bei Barak»,! ilopenhggencr .Strafte- 30. eine. Prrrsftt-ger.'rnsstellurrg. statt. vroanftaUet von den Vereinen „Arnim" und„Rund um Berlin". Die ifielc Arbeiter. St« nograptzen-Beeetnigurrg Kroh. Berlin weiss nochmal» auf den Beginn ihrer Allfängerkurse hin, und»war letzter Mefdetermiu für den Begilk Osten: Dienstag.. 18. Januar, iö8. Uhr., in der Schule ssrankfurter Allee 37. Norden: Donnerstag. 20. Januar. V.8 Uhr, in der Schul« Schul- strafte 00. Neukölln! ssreitaa. 2l. Januar, Uhr, im Realormtnafurm floiftf isriedrich-Str. 200/210. Die Teilnchtna-oebübr betragt für Erwachsene einschlieft. lich Lehrmaterial 10 M.. für sl unendliche 7,00 M. Erwerbslose zahlen so Vre». der angegebenen Sätze. Schriftliche Anfragen beantwortet der Vorfitzend« W. Riedel. Berlin-Pankow, Sertassr. 3 I. Biochemischer Be-ein Graft. Berlin. Versammlungen. i'r f Ii ch Ii» g. Entweder bat man in der Redaktion dieses Organs der rheinisch- westsälischen Schwerindustrie dix„nnchrevolutiouären" llmgestal- tungen verschlafen oder»ran tnr so, als ob seit l9U olles beim alten geblieben wäre und die Gervcrkichaften sich mft der Duldung durch die Regierung und den Berrusserklörungen ihrer Mitglieder durch die hochmögenden Gönner der„Deutschen Bergwcrks-Zeitung" abzusinde» hätten. So öder so— die Zeiten sind für immer vorbei und die lrampshosten Bemühungen dieses Blattes, die Gewerkschas- Extra preiswerte Angebote in modern ausgestatteten 12tei!igen Schirmen ra Ab Sonnabend, den 15. Januar 1. MakO-Taffet dauerhafter Gebrauchsschirm. Jt.. M. 2. Halbseidener Taffet............ m. 3. Halbseide mit Webekante sehr preiswert m. 4. Braun, glanzreiche Halbseide neues«« Griffe........................ M. M. M. M. M. M. 5. Surah-Halbseide sehr solide Qualität... 6. Solide Halbseide Fantasie-Rundhaken,.. 7. Satin de Chine seidenreiche Qualität.... s. 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Hinler den Parteien stehen Menschen, und zwar in ihrer überwiegenden Mehrzahl Arbeitnehmer, die, soweit sie sich überhaupt als Staatsbürger betätigen, auch gewcrl- fchastlich organisiert sind. lind ob das auf politischer Grundlage zu- sommengesetzte„©rfriilum", der Reichstag, den Scharfmachern an der Ruhr gefällt oder'nicht, sie haben die Verfassung zu rcspck-' tieren und werden es auf die Dauer nicht verhindern können, daß auch die Gewerkschastsvertrcter mehr und mehr in ihre Domäne eindringen, in die Wirtschaft. Die„Verquickung von Politik und Wirtschaft" aber ist älteren Datums und von den JnduftricUen so eifrig betrieben worden, daß die Vefürchiiing des Blattes ob solcher Verquickung recht post festum kommt. Im übrigen haben wir keineswegs die Absicht, einen nn nützen Versuch am untauglichen Objekt zu machen, die.Bergwerks Zeitung" zu bekehren. Vielmehr wollen wir u N f ereil G c w c r k schaftsgenosscn deren Ausführungen als Beispiel dafür zeigen, was die Arbeit nchmcrschaft von dem scharf macherischen Ausbeutertum, zu all der Arbeits- losi�gkeit, zu all der U e b e r st u n d e n w i r i s ch a f t und der elenden Löhne, sowohl wirtschaftlich wie poli tisch zu erwarten hätte, wenn es den Trabanten dieses Protzcntums gelingen würde, mit Hilfe der Gelben die Gewerk schaslcn zu lähmen und ihren. Einfluß zu unterbinden. Durch un ermüdliche Stärkung unserer Organisationen mus dieser Einfluß soweit gesteigert werden, daß er ausreicht, der beut scheu Arbeiterschaft die ihr gebührende Stelle im Wirtschaftsleben zu sichern. Dann werden wir noch deutlicher gls heute zeigen können, was dic Gewcrkschaften die Regierungsbildung a n g c h f.. Sorgt für Arbeit! Wo bleibt das preußische Wirtschaftsprogramm? Die Arbeitsbeschaffung des letzten Jahres ist eine richtig« Tragikomödie. Im letzten Frühjahr merkwürdiger O p t i- mismus und dann just in dem Augenblick, in dem der Reichs- lag" an dle-Ferien gehen wollie, also kurz vor Toresschluß, in Hast und Eile die Ausstellung eines Arbeitsbeschasfungs- Programms! Dann w i e d c r O p t i m i s m u s, bis uni die Jahres- wende die Pleite der Arbeitsbeschaffung offen- kundig war. Statt den nachgeordneten Behörden ordentlich ein- zuheizeiü überließ man es ihnen, Initiative zu entwickeln. Jetzt schlage» die maßgebenden Stellen im Reiche die Hände über dem Kops zusammen, weil ein gut Teil der sür die Arbeitsbeschaffung angcliotenen Gelder gar nicht in Anspruch genommen würde. Es wäre sehr interessant, zu erfahren, wieviel denn von der für die Arbeitsbcschassung im ganzen bereitgestellten Summe wirklich verweirdet wurde und wieviel nicht in Anspruch gc- nomme» worden ist. Die Denkschrift des Reichsarbeitsnnnisterüims wird vermutlich über diese wichtige Frage noch keinen Ausschluß geben: denn die Klippen, an denen die Arbeitsbeschaffung zu einem guten Teil scheiterte, liegen allem Anschein nach draußen bei den Regierungspräsidenten. Dort ist die Arbeits- beschafsimg ins Stocken geraten. Kein Wunder, wenn die Regie- rungsprästdenten von den Zentralstellen kerne»»eiteren Mittel an- förderten. Das Schweigen der Regierungspräsidenten wurde ebenfalls optimistisch gedeutet, und alles war sozusagen„in Butter", bis plötzlich der Sprung der Arbeitslosen Ziffern in der zweiten Dezemberhälfte wie ein Donnerkeil in die Ministerien einschlug.. Äufgejcheuckt und erschreckt, ruft man jetzt /lach der E r w c i t e- rung der Arbeitsbeschaffung, nach einem zweiten Arbeitsbeschafsungsprogramm. Bei diesem Ruf erinnert man sich unwillkürlich daran, daß in Preußen doch bereits ein Wirt- f ch a f ts p r o g ra m m, das ein Ost- und Westprogramm und ein Arbeitsbeschaffungsprogramm im engeren Sinne umfaßt, fertig- gestellt ist. Wie steht es mit diesem Programm? Warum hört man von ihm nichts? Ist es ein Verbrechen, wenn dieses Wirtschaftsprogramm etwas eher, als ursprünglich vorgesehen war, durchgeführt wird? Der F i n a n z in i n i st e r macht Schwierigkeiten. Pflicht des Landtages ist es, schleunigst über die Finanzierung des Wirischaftsprogramms Klarheit zu schaffen. Kann die parlamentarische Ochsentour nicht etwas abgekürzt werden? Das Programm forderk Bau van Eisenbahnen und ist gegen die K a n a l p l ä n c. Preußen will vgn der Kanal- schwärmerei nichts wissen. Kanäle oder Eisenbahnen, Meliorationen, Hasenbauten und Strnßcubauten! Entweder— oder! Wir brauchen rasch Klarheit und dann muß endlich Dampf hinter die für die Durchführung der Projekte in Frage kommenden Stellen gesetzt werden. Rur Sckiluß mit diesem ewigen, unerträglichen Schlendrian! Das Problem der Arbeitsvermehruug ist dos Problem der neuen Reichsregierung. Nur Männer, die Gewähr danir bieten, dieses Problem'durch Beschaffung von Arbeit und Bcr- kürznng der Arbeitszeit in beschleunigtem Tempo— der Reichswagen ist heute keine Kutsche mehr wie zu Großvaters Zeiten— meistern zu können, dürfen an die Spitze des Reiches. WAWlilMn-MM ßlemsver Ackitunq Uchtung! Oienslag, den 1«. Zanunr. abends Ahr, Im SIHnngstaal de» Vet- bondshause», Cinienfic. 83/85 SV" Versammlung"Pb Itter. in den Znnunqsbctrieben beschäftigten Kollegen. o rd n» ng! Rruwohl des Keiellcnauischusscs und der Belgier zum ZnnunoslchlcdsgericKt. Es Ut B flicht eines jeden Noll, gen. in diejer Berfammlung anwesend zu fein. vienolog, de» 18. Zonnar. naehm. I Ahr, in(frooldo Aereinshaus, Slalihec Slrahe 120 »�Versammlung'•fe illcrMctavschleiscr-u.GalvanIseur- lehrlinge. Tag es« r d n u II g. t. Bortria Uber: .Jugendschu» und Iugcndrechi". 2. Di«. kuigon. S. Branchensachsragen. E» ig Pgicht aller Lrdrlinge, in dieser Bertgwmlung zn erscheinen. vienstag. den 18. Januar, abend» 1 Ahr. m unserer ttuieurobleUnng, Cinicnflc.lOZ(gegenüber Berbandshausi 55rauenversammlung Zllinaortrdge. Au» dem Programm: l. Der schwarz« Sonntag.(ZUm au» der Zarenicit im Iannar I90Z. Er behandeil den Streit der Petersdurger Arbeiter.) 2. Scherz- und Trickfilm. Der Eintritt ig frei»arten find bei den weiblichen Vertrauensleuten und ini Arbeilerinnen-Sclretariat zu haben. Einsendungen sSr diese Rubrik find Perlt» SS 68, Liadenstrahe 3, parteinachrkchten wSm für Groß-Serlin stet» an da» Bezirlosekretariat. 1. Hak, 2 Step, recht«, zn richte». Mittwocki. den Ig. Jonnar, abend» ZUhr.imparterresaal deoverdaod». Hause», Linienstr. 83 85 Branchenversammlung Die' Tagesordnung wird in der Berfammlung betanMgegeben. Die»ollegen müssen diese Kcrsamsnlnng retilo» besuchen, da wichiige Angelegen- heilen erörtert werden mllltzti. Ohne Milglicdsbuch lein Zutritt. vannerstog. den 20. Jaanar. adend» 8».. Ahr. in unserer Anitnrodteiluag. Linienstr. laZigegcnlldcrVerdand» hau») Filmvorführung für alle Kollegen der Branche der Waliwerkorbester. Droht- und Sobei- sowie Papleilohrindufirie. sowe» dir- selben Mitglieder de» Deustchcn Metall- ordeUci- oerband»» find. Gegeben wird: Der schwarz« Sonntag und Da« icettenwnlzwert. Einlaß nur gegen Borzeigung de» Mitgliedsbuches. Dt« Ortsoerwaltaag. I. Krei» Mit!«. Versammlung aller Elierubeirliie am Dienstag, IS. Januar. s UKr. wi Zschieiing. Vcke:fir. I. Voriraa:„Erneute Bedrahuna hnscrer Grundschule'. Reserent Lehrer Richard Schroctcr.. Reuwabi de» Vorstände.''. Erscheinen«Her Genossinnen und Genossen ig unbedingt er- forde-lich. 2. it'ei» Tiergarten. Achinna. Abtelluugsleiler! Die Adteilunaslritrr werden aebnen, die Adressen der Bcamlcnocrtrctcr an den Genosscn Woger. Linden- Nrohe 2. eint» senden. z. Krci» Wcdding. Montag, 17. Januar, 6>d Uhr. im Schiller-Lnzeum. Pank- Ecke Böttcherstrahe..gieisfunkiioniirvkrsatnmiung Achtung! Um 7 Uhr ebenda llreismilgiiederversammliing.-Vortrag:»Wohnungs- UN» Mieler. seaaen". Rckereni Hermann Sikherschmldt. M. d. R. Um pünktiiches und zahkrctches Erscheinen wird we»n des attuellrn Themas deinaenb gebeten. - Arbeiterwodlfahrt: Montao. 17. Janimr,.7>z Uhr, bei Müller. User- chrahe 12, Vortrag:„Arbeilcrwshlsahrl'. Rcscrenti» Stadtoerordnele Minna Tabenhaaen. K. Are!« st:«», der«. Verkammlnn-g olle? sozialteintkratischen Eltcrnbeiriitc am Mittwoch. I!>. Zonnae. S Uhr. bei Reim. Uebanstr. 2!>. Tagesordnung: I. Ernste Gesithrduna der Grundschule. Referent Ssadteat Varste. 2. Di« alte und die neue Schuir. Rek«:rnt Rektor Gieselcr. z. Diskussion und Verschiedenes. !». Ar»i« Wilmersdorf.?r«ic Schul gemeinde: Ausnahmsweise wird die Mangtsversaunnluna auf Dienehag, 2a. Januar, verschoben. Besondere Einladung crfoiei! noch.-- Aibeitcrwohl'ehrt: Dicns'aq. Ist: Januar, st Uhr. bei Andrea«. Pfalchurger Sir. 55. Konferenz. Vortrag:„Gefangenen- fürlorgc". Referrntin Ltadivetvrdiiclr Mm»a Todenhage». Allgemeine Zunktionär-Versammlnng am Dienstag, den 18. Zanuar 1S27. abends 7 Uhr, in den „Prachlsälen am ZNärchenbrunnen". Am Ariedrichshain 2g'ZZ. Tagesordnung: Negierungsbilüung und Sozialöemokratie. Referent: Reichstagvabgeordneter ZvilhelmDittmann. Als Ausweis gilt die Funktionärkarte für da» Zohr lSZS mit gleichlantendcm Aiitgliedsbuch. Der Bezirksvorstand. IZ. strei« Tcmvclhof. Mariendors, Maricnseld«, Lichtrnrabe. Voranzeige: Sonobend, 10. Jebrnar, Winterfest in Grassls Eefellschaf shaus. Malten- dorf. unrer Mitwirkung von Mitgliedern der iniernatioiralen Artistenloge und der Volksbühnen. Pan.«onzert, heitere VortrSge. Tanz. Eintritt I M.— Arbeit-rwohllohrt: Diensiag. Ist. Jonnar, 8 Uhr. bei Bus«. Tcmvelhof. Nalser-Wilhelm- Ecke Wcrderstrahc. Jrauenobcnd. Aussprache über die Arbeiterwohlsalirt. Alle in der Wohlfahrt tätigen Genossinnen »nb Genossen werden gebeicn. bestimmt zu erscheinen. 11.«rei, Rcuiolln. Achtung. Genossinnen! Der«irrsus beginnt nicht Mon tag. 17. Januar, sondern erst am 21. Januar. ZNorgea, ZNoatag. 17. Januar: 1». Abt. Alle Genossinnen und Genossen müssen an der 7>) Ubr im Schiller- Lnzeuni. Pank- Ecke Biittcherstrass«, stattfindenden Kreismitglicdervcrjamin lung unbediiiot iriinehtnen. 25. Adt. 7 Uhr Adrechiiung mit den B-zicksführern im Lokal Töpver. Rigaer ' Eirage'stZ. Um st Uhr ebenda wichtig« Funktionärfigung. Niemand darf fch!en. 127. Abt. Reintckendoef-Weft."i'/i Uhv im Volkshaus, Echornwederftr. III, Tunktionirrsthun«. EieUungnahm« zur Generalversammlung. Alle Ig»?. tkmäre müssen imdedingt erscheinen. Dienstag. 18. Januar: II«. Adt Lichtenberg. In der Aula Park»«.Schrvorzweihrote Reich«». glllnkungsfeier" der Arbkitersugend. Programm: AiliiärmSnche. Re»I. tationen. Je strebe:„Do, segensreich« Wirken der Hohcnzoller»'.. Politische Revue:„Der Teufel Reaklian". » II. Abt. Tchwerhürige. Mittwoch. 19. Januar, 7'i Uhr. km Jugendheim Lindenstr. Z, 2. Sok Z Tr.. Generalversammlung. Ei-scheine» aller Mi- gliedcr ist unbedingt erforderlich.— 79. Abt. Schäncberg. Unsere enger« Barsiandchiliung findet am Mittwoch. 19. Januar. S Uhr, im Lokal Zelllig. Sedanstr. st«, statt, also nicht am Dienstag. 18. Januar. Sämtliche Bezirksfiihrcr nrülfen hierzu unbedingt erscheinen. Dienstag. IS. Januar, rünkillch st Uhr. findet etne wichtige Besprechung wo»«» der weltlichen Schule statt. Hierzu werden alle Elte:': gebeten, zu erscheinen.. 93. Abt. Renlölv. Die zum Mittwoch. 26. Januar, s» Ausstcht genommen« AtU,i1u>utSvcr!alnmlU'ig muh wegen der an diesem TEgge.stattfindenden BczlskSvergrdnetenveisqzumlung abermals verlqfit werden und zwerr aus Mittwach. 9. JrSrimr. 129. Abt. Tegel. Heiligenkee.Nen.Keilizens«. ES-ulzendors. Siedlung am Pahnhos Keillgensc«. Mittwoch. 19. Januar.« Uhr. im Restaurant Kuhnert Mitariederveifammlung. Taaesovdnuna: Diskussion Über die politischen Ereignisse. Gästo find herzlichst eingeladen. 122. Abt. Bi«»d»rf. Mittwoch. 19. Januar, st Uhr. bei Porash. Marzahner Strasse 21, wichtig« Mtigliederversamnilung. Reuwahl der Abteilung». lk-iung. 5 raueuveran staltungen! 2. ikrei» Tiergarten. Montag. 17. Januar, 7 Uhr, bei Trümpec, Jlensburger Strasse 2. Juntiianärinnenkonferenz. st. Krei» ikriedrichshain. Dienstag, Ist. Januar, 7t.st Uhr. hei Rvfin, Subenor Strasse 19. Junktionärinnenkonfere»». Auch Wohlsahrt». und llindeischutz- kaimnissiansmitgliedrr sowie 5ti»terfreund« haben zu erscheinen. 8. lirei» Krenzberq. Alle Genossinnen beteiligen stcki restlos an der Mimlieder» oersanunlnng des Bereins der Freidenker für sseuerb-stattung am Montag, 17. Januar. 7 Uhr. im Gewerkschaklshaus, Enoelnk-r 21/25. Referat über: „st 218*. Reffreiuin Trau Apotheker Sciser-Reulülln. Arauenveranstaltungen am Montag, 17. Januar: 3. und 2. Abt.'Mi Uhr im Gewerkschakishaus, Engeluser lllÄst, Konferenz. zimmer. Vortrag:„Zweck und Ziele»er Aihciterwolüfahri". Reserentin Dr. Clara Hnlriduics. Neuwahl der Abteilungslejtcn». 4. Abk. 7Vj Uhr bei«ienil svvrnml» Schwarz), Blankenfeldestr. v. AM- trog!„Die Jrau und der Sozialismus'(Bebel). Referrntin Elf« Scheiben- hirber. 17. Abt. Tj Ahr Jranenmitglledervc.kannnlung bei Schreiber. Triflftr. 93. Borirvg:„Die gesellschaslliche Stellung der Jrau". Reserentin Clara Bolmi-Schuch. M. d. R. Erscheinen ist Psiicht. 29. Abi. 7><. Uhr dei Seiles, Prenzlauer Allee 2S9, Heiterer Abend. Rezi- tationen. Lieder zur Laute. Mitwirkende Lotte Svdow und Gen. Schumann. 28. Abt. Uhr bei Allinann. Rnkestr. 2, Bortrag:„Alkoholismns und Er» ziehung". Referent Wilhelm Miethtr. 31. Abt. 7Vi Uhr bei Goldschmidt. Etoipischc Str. l>«, Bovtrag:„Typen au» der Türkei*. Referentin Erna Büssng. 31. Abt. 7H Uhr txi Busch. Tilfitor Str. 27, Barl rag:„Gefangenenfürsorge*. Reuwahl den Ableilungsieitung. 39. Abt. 7'(. Uhr in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3. Bortrag: „lsraueukrankhetten. ihr« sozial« Bedeutung und ihre Bekämpfung"(Licht- bilde rvorliaq). Referent Dr. R oeder. 48. Abt. 7>1 Uhr im Graphischen Bereinsbau«. Alerandrlyenstr. 41. Vortrag: „Grossstadt und rationelle Wirtschaktskllhpung*. Referentin(ssenosfin Dorn. st-, Abt. Ehalotteobueg. st Uhr bei Thunack, Wielandsir 4, Vortrag:„Das Ardettsaericht*. Rcferrnttn Gertrud Kanna. M. h. L. 78. Abt. Schöneberg. 7'o Uhr bei Rasen!hal Edcrsstr. KK, Vortrag:„Der vraleiarifibc Menfcki*. Refeient Genosse Willige. 199. Abt. z-hannistbal. 7 Uhr bei Schreiner, Jriedrichfir. 9, Heiterev Abend. Vortragender: Hein, Barthcl. Zrauenoeranstaltuugen am Diensiag, 18. Januar: 1. Abt. Nachmittags 3 Uhr Besichtigung de» Komumwatenhauses in Ehar» lattenbnr», Rofinenstr. 4. 29. Abf. 7V, Uhr bei Borttke, Sckntlzfir. 74, gemütliches Beisammensein. Gäste«wlomnien.- l>1. Abt. V«bn»dors. 7>4 Uhr bei Seimann, Waltcrodorfer Str. 199, Bort:« der Genossin Albrecht. 128./130. Abt. Pankow. 7>„ Uhr bei Meess. Berliner Strasse Ecke Linden. p.omenadc. Seine- Abend. Rezitationen Genosse Schümann. * 11. Abt. Voranzeige: Donnerstag. 29. Januar. TVj Uhr, bei Berger. Lcoelow» nrasse 21. Ecke Jagowstrassr. äusserst wichtige Jrauenverkammüinz. Jede Genossin muss unbedingt«rscheinen. 194. Abt. RleberschZneweid«. Der IZvauenabend wird umftänbeHolbcr auf Dienstag. 25. Januar, vertagt. Zungsozialisten. Gruppe Rickenh»rf-Ofi: Rianiag. 17. Januar', st Uhr. im Sröbgd, Residenz». itrasse 19. Vortrag:„Artikel 18 RB. irtid Arbeiterschaft". Kindersreunde. S2. Abt. Hi:ute, Eonntva. 16. Itinusr« Äa 4l.de»ins. TrefrvunkL. nachmiiioa« 1 Uhr Albnechstt. 47 im Seim. Dienstäg, 1«. Januar, nachnültags von 1—9 Uhr Spielen im Seim Albrechlstt. t7. »rei, Renkill». Gruppe Quelle: Sonntag. 19. Januar, vormittngs? Ubr. Bahnhof Skrmannstrasse. Besichtigung de? Poslmukeunis. Jahrgelb A> Pf.— Gruppe Bobdinplal: Sannlag. 19. Janüar, treffen wir un» zum Heben um 10 Ubr im Seim Berliner Ecke Baddinifinossi. I Tr. llhgrlvtteuburg. Gruppe Bgiwärt»! E»niit»g. 18. Januar, vorniitlags 19 Uhr, im Heim Bleibtre-Istr. 19. Liederbücher mitbringen. Am 29. Januar findet im Aranken kalsenhgns. Berliner Sit. 137, unsere Eliernvcrlammlung statt. Wir bitte», die-en Tag freiiuhalicn. »ez. Ariedrichoboin. Am Montag. 17. Januflt, 7 Uhr. im Jugendheim Rigaer Str. 193 Sclferfibung. Tagesordnung: Untere Generaiverfammiuna. LollzähNges Erscheine» unbedingt erfoederkich.—»ioberueiauftaltungen,«renk. furter Bicrtel: Dienstag und Donnrrsfag Spielen im Jugendheim Ebertnstr. IZ. Sttalaucr Viertel: Montag Bastclabend. Freitag Spielabend. Wa, schaue« viertel: Montaa und. Jreitag. Spiklabend. Baltenplass: Montag Bafielabend: Mittwoch Spielabend. Weddiug. Gruppe Schillerpark: Sonntag. 16. Jamiar, Museumsbefichtigung. Tresspunkt 49 Uhr Müller. Ecke Serstiasse. Eltern willkommen Monieg Turner» und Rcieenadend. Tsturnhollc Liitticher Str. 1. Jrcitag- Wrlheim-Busch» Abend ii Uhr im Sciur.Slc- Ecke. Turiner Slrassc. * Werbcausfchuss der Post- und T'lrgrophenbcamirn und Anwärter. Am Montag.>7. Januar, 8 Uhr, findet in S-verlonds Jestsälen. Reue Jriedrich. fttassc. Eingang Rgchstrvssc'. unsere Johrcsrerfgmmlung statt. Tageoorbnung: 1. Jahresderichr. 2. Reurvahl des Vorstandes. ZahiLelchcr'Besuch wrtd erwartor» Siittritt erfolg! gegen Parteiausweis. Sterbetafel üer Groß-öerliner partei-GrgaBZsativn"� 3. Abt Beleillauno oller Genossinnen und Genossen an der Etnäscheiung unserer Genossin« r ü g e r-. ist Pfiichr. Parleigenössische Hausbesitzer? Die Jreie Sau-bcfisser.Brreinigunq!):d Karl- Liebknechi-Jeicr.— Wtlm»,do«I: Jugendheim Sildegardsir. 1. Rosa Luxem- bürg- und Karl-Liebtnecht�Zeier.— lewpeihof: Tr-srvunkt zur Fahrt Zb8 Uhr Bahnhof Trmvelhok.— Lich rnberg-West«ud Mitte: TresfpuNkt fhll Uhr Bahn- hos Jtankfurter Allee. W«bebe»irk Prenzlancr Berg: Treffpunkt zur Demonstration'-jlst Uhr vpr- miiwqs Schönhauser Allee Ecke Danzigcr Sirasse.' Alle rote Jahnen mkt. bringen, e Abends 8 Uhr Wegbebizirksvorfissendenkonserenz. Abends 7 Uhr Werbrbczirksdelrgierienkvnfcrcnz. Werbibezirk Reinickendolsr Delegiertenkonferenz 2 Uhr in der Schorn» wgberstrasse. Werdebezirk Tcltowkanal: Delegiertenkonferenz vormittag» 19 Uhr Steglitz, ?llbrtchtstrasse 47. verbedezipll Rerrkölln: Karl-Lsebknecht- und Rvsa-Luremburg-Jrier im Rathaus Britz. Anfang 8 Uhr. Eintritt 10 Pf. Morgen, Montag, 17. Januar, 7 Vi Uhr: Moabit 1 und IT: Jugendheim Schule Waidenierst:. 29. Boriran:„Bebel lind Liebknecht".— Tchön:be:g Iii! Jugendheim Sauptst». IS. Technisch» Plan- dcreien.— Westen: Juge'ndheim Sauvtstr. 73. Rosa-Luxemburg- und Kari- Liedknecht-Jeier.— EH»>Iott»»bur«.S!«ed: Jugendheim Schul« Aiebesttgstr. Borttag:„Dos Arbeitsdienstpflichigesek'.— S«rm»«oef: Jugendheim Schul- Roanfttassc fZimnier 28). Lortra«:„Warum,«cgcn den modernen Tanz und für den Pol! stanz?" Weabedczirk WeMing und Reinickendorf. Jugendheim Schönstedistr. 1. Bierier Astend des Bkldungskurfus. Thema:„Einrühnrng.in den Sozialismus". »erbebe, Irk Lichtenberg: Der Bildungskursus ist um acht Taae verschoben. Werbebezirk Rculöll»! Wir brterliaen uns geschlossen an der. Lcranstaltmig de» Ortsausschusses. Treffpunkt 7 Uhr Rathaus Neukölln. «- Lichtenberg.«Ot»: Am Dienstag. 18. Januar, in der Aula Parlaue. Schwärz- weissroie ReichogiUnduugsfeier". Programm: Miliiiärmärsche. Rezilationen, politische Rrvue:„Der Teufel Reaktimr". Anfang r-U Uhr. Eintritt 30 Ps. Geschäftliche Mitteilungen. A» Sonnabend dieser Woche, den 22. h, M.. wird der Jnventtirv erkauf I» dem ältesten Berlin«:. TcvvichhaUS Emil Lef.'vr«,>'«it 15 Jahren rnn: Oranienfir... 1Z9. geschlossen.. Die. wellhekqnni« JIrnia Lesstvr« hat während des Jnvenrurver.kauf» aewältiae Pr«isl>crabsctzung:n für alle Artikel ihre» Sause» vorgenommen, worauf wir hierdurch aufmeiksarp machen. Di« wannigsachen Jeier» und Jeste der Weihnachls- und Neujohrszeit stirb vorüber: Da stellt so manch« Haussvau fest, dass ihr Sauehaltgerä: der teil- weisen Erneuerung und Ergänzung bedarf. Diesem Bedürfni» trägt der qooss« Berkaus in Gla». Porzellan und Steingut, den di« Jirma A. Wertheim in der nächsten Wdche»eranstaltet. Rechnung und dienet«in« willkommene Kauf-- »eiegenbeit. Schon lanae find die Belkäufe bei der Jirma A. Woriheipr In Haushalioriikeln als wohlfeil weit bekannt, so dass es einer wetteren Emzd- fehiung nicht bedarf: sie bieten immer eine arösse Auswahl in allen mögliche» Bedarfsartikeln für Saus und Wirifchafr zu billigsten Preise». Auch«ime Kollektion Bosen. Schalen, Platten aus Blei-Krlsiall kommt diesmal besonder« preiswert zum Verlauf. .Pie Kerstellersirma der schon seit 12 Jahren hervooragend bewährten Togal-Tad'etten, Gerhard I. Schmidt G. m. b. S.. MOnchen-Booeuhause», brachte jüngst«ine sehr ansprechend« und interessant« Braschüre„Die vrompie Wirkung des Togal bei Grippe. Influenza und anderen Erkäl:ungsknankh«tt«n" heraus, die eerad« bei der irtzigen Epidemie besondere Beachtung verdient. Klinische Berichie aus den Sünden bekannter Aerzie und zahlreich« Gutachten aus der ärztlichen Praxis beleuchten in eingrizender Werfe die Erfolge des Präparates Togal. Räch den interessanten Mitteilung«» verdient das Mittel weitefigehende Brach rung. Die Frisur des Herrn wirkt nur elegant, wenn das Haar gepflegt and sauber erscheint. Sorgen Sie deshalb für eine regelmäßige Kopf' wasche mit Schwarzkopf• Kamillen' Haarwäsche, in S Minuten ist Ihr Haar sauber und läßt sich leicht frisieren! Wöchentlich ein- mal. Die 2 Mark-Flasche reicht mehrere Monate. I Schomrstk '�mitten aarioäsdis 'durch SeifQ-kräßfidimhKajTÜlLa Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 16. Januar: Vorm. 9: Mor�enlcier. 11.20; Ucbcrtrosunu des Fcslaltcs des Berliner Lehrer cesansvcfcins aus der staatliche-; Hochschule f. Musik. Kachm. 1.10: Die Stunde der Lebenden(Qesants- u. Muslkvortr.). 2..Z0: Weshalb sammeln Mir Briefmarken(Lindenberg). 3: Wetterbeobachtungen für Landwirte(Prof. Kaßner)..130; Funkbcinzelmann. 4: Dompicurschicksalc(Hj-an). 1,10—«: Konzert. 7.05: Einführung zum Sendespiel am 17. Januar. 7,10: Gefahren der Landstraße(Krim.-Komm. Werneburg). 7.SS: Bernard Shaw und die Krauen (Dr. Schwarzwald). 8.30: Strauß-Lanncr-Abend. 10.30-12.30: Tanzmusik (Orch. Eltt). Montag. 17. Januar: \achm. 3,10; Jugendfürsorge und Jugendbewegung(Marg. Weinberg). 4: Eduard Stucken liest aus seinem Kornau„Die weißen Gotter". 4.30—«: Ettd- Kammer-Orchcstcr.«.10: Tcchn. Wochenplaudercl(Ing. Bochmcr).«.35: t'ie Philosophie Kants(Dr. Kalkcnield). 7.C8: Das Tageswerk des Zcitungs- sclzers(Encke). 7.30: Der Ruhm Raffacis in drei Jahrhunderten(Prof. Dr. Wactzoldt). St Sendespielc:„Der Kuhreigen": ein musikalisches Spiel In drei Teilen. Musik von Wilhelm KicnzL 10.30— 12.30: Tanzmusik(Kap. Kcrmbach). Dienstag, IS. Januar: Nachm. 12,10: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Stunde mit Büchern. 4.30-«: Kap Gerhard Heffmann.«.10t Auf Sctmccschnhen durch den Schwarzwald(Dr. Volz), 6,15; Was kostet ein Elim(Corrcll). 7; dDic Wasserhülle der Erde(tir. Heyde). 7.20: Die Rationalisierung und der Innere Markt(Dr. Jahn!. 7.50: Die gcschiphllicbc Bedeutung des 19. Januar(Prof. D. Dr. Kahl). S.lö: Dr. Leopold Schmidt über Beethoven. 8.30: 200 Jahre Orchestermuslk: Dem Gedenken Beethovens. Mittwoch, 19. Januar: Nachm. 1,10 2: Giockenspicf der Parcchialkirchc. 3,10: Die Hans. angcstcllleirirafe. ein soziologisches Problem(Marg. taemmerer). 4—«: Jugendbühne: Krlemhilds Rache, ein Tranerspiel in fünf Akten von Friedrich Hebbel.«.30: Unser begabter Junge bleibt sitzen, was ist schuld daran? (Prof. Dr Eckert). 7: Merkwürdigkeiten an Berliner Hüusorn und DenkmäTern (Dr. Lederer). 7.25: Besuch bei Willy Jäckel und Georg Kolbe(Jaro-Jaretzki). 7,50: Wie wohnt der Amerikaner(Dr. W. Spickernagel). 8.15: Drahtloser Empfang ferner Stationen.' Esperimentalvortrag(Prof. Lelthänser). 9: Bunte Stunde. 10.30—12,30: Tanzmusik(Orch. Elte). Donnerstag, 20. Januar: Nachm. 12.30: Die Vicrtelslunde für den Landwirt. 4: Kreuz und qner durch Asien(Figdor). 4.30--«: Kanimcrniusik. 6.10: Atomphysik(Dr. Pschr- rcmbel). 6.35: Die Ziele der Wohnungsrcform(Schwan). 7.05: Spanisch, 7,10: Freude an der KiiK.t(Dr. Mayer). 7.55; Das Drama der Gegenwart(Znrek). 8.30: Lästiges. 9: Vlrtnosen-Abend. 10.30—12.30: Tanzmusik(Kap. Kcrmbach). Freitag. 21. Januar: Nachm. 3.30:„Licbhabcrthcater"(Jaffd). 4: Das Porzellan und seine Herstellung früher und jelzt.(Dr. Schneider). 4.30-6: Etld-Omimer-Orchester. 6.10: Wie züchtet man neue Pilanzensorten?(Dr. Höstennann). 6.35: Die ge- schiohtlicnc Em Wicklung des Pressewesens(Eckhardt). 7.05: Aspccfs of hl Odern England. Edncatlon: Oxford and Cambridge(Pender). 7.30: Die staatliche Arbcilszdtregelmig(Dr. Pohl). 7.55: Spinozas Leben, und Lehre(Dr, Fromer). 8,30; Lyrik unserer Zeit, y«n Hofmannsthal— Loerkc. 9.15: Das Lied(Volks- iitder).!0..1i1-!2,;U; Tanzmusik(Orchester Ettd). Sonnabend, 22. Januar: Nachm. 12.30: Die Vicrfelstandc für den Landwirt. 4: DaS Recht am eigenen Namen.(Geheimrat Ncubcrg.) 4,10«: Kap. Gebr. Steiner.«.10: Fort- schifite der Liektro-Hciztechnik(Fritsch). 6,10: Medfgfn-hygfen. Plauderei (San.-Rat Frank). 7.05: Diplomatie und Menschenkenntnis(Dr. Iloehdorf). 7 30: Die Spektralanalyse als Forschungsmittel Im Fixstemranm(Prof. Micthe). 8: Einleitung; Sendespiel„Rosmersholm". 8,30: Sendespiel:„Ros- mersholm". Schauspiel in vier Akten von Henrik Ibsen. 10.30—12.30: Tanzmusik(Kap. Kcrmbach). Königswusterhausen. Sonntag« 16. Januar; Vorm. 9; Morgenfeier. 11.20: Ucbertragunjt des Festaktes des Berliner Lchrcrgcsangverelns aus der staatlichen Hochschule für Musik. Nachm. 1.10; Stunde der Lebenden. 2.30; Weshalb sammeln wir Briefmarken? Paul P. Lindenbert. 3; Wetterbeobachtungen' für Landwirte. Prof. Dr. C. KftQner. 3.30: runkhcinzelmann. 1.30: Konzert. Ab 8.30! XJcbcrtragung aus Berlin. Montag 17. Januar: Nachm. 2.30— 3: Landhäucnmitarbcit im NornienausschuiW der deutschen Industrie und im Rcichsausschuß für Lieferungsbedingungen. Fr. Kueßner- Gerhard. 3.30—4; Die neue Schule: Schule und Gemeinschaft. Obcr-Stud.-Dir. Hildebrandt, 4.30—5: Erziehungsbcratung. Dr. Klopfer. Ä-*: Schachfunk. E. Nebermann. 6-0.30; Grundfragen der Mincraldüngnng. Dr. Nolle. 6.30—7; Englisch für An langer. Siud.-Kat Friebcl und Lektor Mann. 7—7.30: Spezielle Biichhaltungslelire. Diplom-Handelslehrer Wieg und Katthaln. 7,30— 8: Reise nach London. Tagebuch blütter über das bürgcHichc London von heule. Alice Behren d. Ab 8: Ucbcrtragung aus Berlin. Dienstag, 18. Januar: Nachm. 3.30-4.30: Die Kon troll an gestellte, die Vcrkfiufcrln, Frl. Emma Walther. 4.30 5r Ans der pädagogischeu Welt. 8— 8.30: Die Abstammungslehre des Menschen. Prof. Dr. Rawilz. 5�0— 6: Grundlagen der deutschen chemischen Industrie. Prof. Dr. Großmann 0-6.30: Das neue Arbeitsgerichts. gesetz. Geh. Reg.-Rat Volkmar. 6.30�-7,: Spanisch für Anfänger. O. v. Eysercn und C. M. Alficri. 7—7.30; Nordpolexpeditionen in alter und neuer Zeit. Wirkt. Admiralitfitsrat Prof, Dr. KohlschiiUcr.' 7«30— S: Dichterstunde: Wilhelm Schmidtbonn. Einführung: Dr. Birkenfcld. Vorlesung: Frl. Faber dti Faur. Ab 8.15:. Uebcrtraguns aus Berlw."* • f. Mhtwoch, 19. Januar:" �---- Nachm.. 12— 12.30; Französisch für Schölef. Lektor � Grander und Waünski. 12.30— 12J0: Miti�ihtngcn des Reichsstädtebnndcs-. 3.30—4: Einheitskurzschrift für Anfänger. Prof. Qr, Amsel nntl�OberscfiulIchrcr Westermann. 4—4.30: Psychologie und Hygiene der Arbelt. Prof. Dp. A�ler. 4.30—5: Aus dem Zentrallnstltiu: Ankündigungen. 3—5.30: Völkerbund und Sozialpolitik. Reg.-Rat t)r: Rhode. 5.30—6: Unsere Kirchenmusik: Lied und Kantate. Prof. Siegfried Ochs. 6—6�0: Der Praktikant in inaschinentechnischcn Betrieben. Min.-Rat Horstmann.•6.30— 7: Englisch für Fortgeschrittene. Stud.-Rat Friebcl und Lektor Mann. 7—7.30: Tropen- uijd Weltwirtschaft. Dr. Arthur Dix. 7.30— S: Der Geis! der Gotik." Die griechische und die gotische Form. Kar! Scheffler. Ab 9 Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 20. Januar: Nachm. 2.30—3: Naiürliche und künstliche Wolmungsbelcuchtung. Zentrale der Hausfrauenvereine Groß-Berlin. 3.30—4: Der Jugendlffchc in der Wirtschaft und im Recht. Min.-Rat Schindler. 4— 4.30: Die für das gesamte Gebiet des Deotschen Reiches neuerrichtcten Jugendämter und ihre Aufgaben, Rcg.-Rai Dr. Becker. 4.30— 8: Pestalozzi und die erziehliche Bedeutung der Mutter, Liiiy DrOcscher. 5— 5.30! Streudeutschtum in Osteuropa, Dr. F. Lange. 5.30— 6; Hochschulreformen. Min.-Dir. Prof. Dr. Richter. 6-6.30: Die Marktverhältnisse auf dem Schlachtvichmarkt und ihre Einwirkungen auf die landwirtschaftliche Tierproduktion ückonomicrat Keiscr. 6,30—7; Spanisch für Fortgeschrittene. G. v. E�scrcn und C. M. Alficri. 7— 7.30: Dichterstunde: Knud Hamsun. Einführung: Dr. Paul Fechter. Vorlesung: Else Beyer. 7.30— S: Beethovens Kammermusik: Ouartctte. Prof. Kurt Schubert. Ab 8 Uebertragung aus Berlin. Freitag, 21. Januar: Nachm. 12—12.30: Sprcchtechnik für Schüler. B. K. Oratf. 3—3.30: Uebcr Drüsenkinder. Prof. Dr, Hamburger. 3.30— 4: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. Prof. Dr. Amsel und Obcrschullchrcr Westennann. 4—4.30: Deutsche Muttersprache. Prof. Dr, Streicher. 4.30— 5: Aus dem Zcntralinstltut: Berichte. 5—5.30: Die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Och.-Rat Prof. Dr. von Schulze-Gävernitz. 5.30 6.30: Geschichte und Geschichtsschreibung. Prof. Rothacker. Heidelberg. 6.30—7: Englisch für Anfänger. Stud.-Rat Friebcl und Lektor Mann. 7—7.30: Der inländische Kapitalmarkt. Dr. Dalberg. 7,30—8: Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc.(Thema und Name des Dozenten wird In den ärztlichen Fachzeitschriften bekanntgegeben.) Ab 8.30: Ucbcrtragung aus Leipzig. Sonnabend. 22. Januar: Nachm. 3.30- 4: Esperanto. Postrat Behrendt und Frl. Moclkc. 4— 4.30: Die gesundheitliche Lebensform des Aibeitcndcn. Prof. Dr. Schütz, 4.30—5: Das Neueste aus1 der pädagogischen Zcitsphriftenlitcratur. 5-5.30: Die Persön- licnkeit des Beamten. Geheimrnt Falkenberg. 5.30—6: Qncosscn schaf tswesen und Arbeiterschaft. Geschäftsführer P. Lange. 6—6.30: Hochdruckdampf und seine Verwendung. Dir. Hartman n. 6.30--7: Englisch für Fortgeschrittene. Stud.-Rnt Friebcl und Lektor Mann. 7—7.30: Zur Diagnostik der Dämpfigkeit. Prof. Dr. Schmitt. 7,30—8; Die deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts. Dr. •Werner Mahrholz. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. -........... 1-.....— Pfarrer Heumanns Heilmittel siels audi vorrätig in den AUeindepo's: Zions-Apoiheke Ccrlin N31, Anklamor Straße J9. Toläphon: Amt Humboldt 1022 Adler- Apo iheke Berlin- Friedona«, Rhoinätraßo 16. Telephon: Rheingan 2029 Friedrich-WSH'.elm- Apotheke Cnarlott-onbiirf:•, Loibnizstraße 106. 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Vbändernna der Ztoffensatzung Ist vom Obcrorrhchernnqsnmt Berlin ac. nehmiqf worden und tritt sahnnoegemäb cm Montag, de» 17. Zanuar 1927 in straft. Griindm find die fjfi IS. Ads. 4 und Zf. Abs. 2 der Satzun« DrucistUcke stnd(n eininen Tagen bei der stafie erhSfflfch. (biefchzettig geben wir delannt, daß der ie zusammenfetzl: ' �err SRI tMftfcdc, irdritßtndrt, Sheet ff. Gofdfchmfd:, Stellvertreter Dcrr ff� Heinann. Echriflfllhrer Zierr M. Aitter, Stellvertreter »err(L. Biittendors Serr 9)1. fffhe !'err P. stiefüg 5jrrr A stonsti . Serr O. Mal�c. Serr P. Aadtte . Serr ff. Nennecke Herr.....Meter| Anzugstotte i s für Knaben, ca. 140 cm breit..................Meter W Rips-Popeline o65 reine gute Kleidervare, in viel. Farben, Meter Eollennewou.m.seid. o»o schwere Qualität, ca. 100 cm breit.............. Meter Ov' KostümstoSSe ca. 130 cm breit, in den verschiedensten Stotiartcn, Meter , Vaumwolleue .«leiderNotte ihr Piusen u. Oberhemden, ca. SO cm breit..... 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Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Metalllchletser Richard Höder am 14. Januar gestorben ist. Einäscherung am Donnerotag, den 20. Januar, abends«>/. Uhr, im Kremalor.um Serichlstraße. Ehre ihrem Andenken! Rege Bete Itgung erwartet VI« Orfsoccn>al(mi0. Hiermu teile ich allen Freunden und Bekannten mit. daß meine Itebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Frau Hcdwix Hormuth geb. Riemer am Donnerstag, den 13. Jan., vor- mittag» W/j Uhr, nach langem. schwerem Lechen sanir verschieden ist Um stille Zeitnahme bitten Qusiav Hurmuth Fritz Hormuth „ Die Zstauerleier ftndet am Mittwoch, den 13, Januar, nachmitlags vlintllich 5 Uhr,.ini Krematorium Baumschulen, weg. Aieiholzstrage. statt Statt befauherer Anzeige t Allen Freunden, Gästen Genossen und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine Hebe Frau Berta Krüger geb. Klein nach kurzem, schwerem Leiden am 12. d. Ni. verschieden ist. Emst Krüger, Gastwirt, EngelU'er 23, Die Einäschernng findet am Mitt» wach, den 19. Januar, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtfiraße statt. Am Mittwoch, den 12 Januar ver- starb nach längerem Leiden untere langjährige, jederzeit treubewährte Parietgenojsin Berta Kruger Engetuler 23, im M. Lebensjahre. Wir werden Ihrer treugeleisteten Parteidienste tmmerfbrt in Ehren gedenken I vi« 3. Abteilung. den Die Einäscherung erfolgt Mittwoch, !N 19, Januar, add» 7 Uhr, im Krem. Gerichlstiaße. Allseitige Beteiligung der Parieigenossen wird erwartet, »r. Fliihenraih Haut-. Haar-, Nieren-. Ulasen-. Oesctti-, Bclnleiden ig.ieosmetik, Draktizlert-jgtzt Oppeioer\\i ZK ttke Wrangelitr. 47 12-ljt��gnn��WJ. Strahlentherapie! Danksagung. Es war uns ein Trost, unseren Schmerz über den unersetzlichen Verlust, der uns durch das Hinscheiden meines lieben Mannes, meines guten Sohnes, des Kaufmanns Max Mctzncr betroffen hat, mit so vielen Freunden geteilt zu wissen. Wir sagen an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank. Frieda Mctzncr, geb. Voigt, Louise Metzner als Mutter. BtamenspenJeii Beteln in fltiMet U ZkllMMM Bezirk S Kreuzberg eher Ati itc-crt prei»wert Paul GoIIetz. Dornt, lüden Miyet Marlannensiralle 3. Ecke Naum>n!lraße Ami SOlotlRDl. 10303 �UfRGtNS Maxa n it er Dl a t: i Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes Richard Kreutzberg sage ich allen Verwandten, Freimden und Bekannten. insbesbndere der Grnppenleltjzng und Kolieeen der Fachgruppe der Putzer Berlins, sowie der 87. Abt)g. der SPD-, dem Arbeitergesangverein, dem Arbeiter- radfabrverein Marienfelde und der Relchsbanner- gruppc Mariendort meinen herainnigsten Dank, Emmy Kreutzberg. Berlin-Marienfelde, den Ii Januar 1827. Danksagung. Für die zahlreiche» Beweise liebe» voller Teilnahme und die Herr ichen KraNzsoenden beimHinscheiden meines lieben Mannes, unteres guten Sohnes Brudirs und Schwagers Max Lubitz lagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, tnsbesonhere den Mietern de» Saules. den Angestellten und Arbeitern de? Betriebes E„ Ade und dem Mämietchor Reinickendorj. Oft unteren innigsten Dank. Im Namen aller sMntertfirtenen Ww. ferta Lnh'tz. geh-SIack. am Montag, den 17. Januar, aliends 7 Uhr im(Vewertschaftshaus, Engel-Ufer eitt.ÄZ Bericht über Augendwtihc 1927. Bericht über Eirichtung weltlicher Schulen im Dezirl Kreuzbelg. Bericht über die(San-Keneralversainmlunz. Rejeral über Z218 d.Str.G B. Frau H eis er-Neuköllir. sfienossen erscheint pünktlich. Der Borstand. Ailertesnsie Oatur« Butter 1.80 II. Qualität.. 1.7 III.,.. I.SO Wesener, Berlin SO MariannensttaBeS-i. OnlItmins-.Babiil- u.aeklamemarken legen Nachahmung gesetzl• esch. (titigt seit 45 Jahr. als Spezialität Conrad HlUler Sti&€udlt$-.Leipzig SptrlePskrankenkane in itadt Bsrlin Auf das Wahlausschreiben tiir die Wahlen der Vertreter der Versicherlen und der Ersahmänner zum Borstand vom 27. Dezember 1928 tst nur rüi gültiger Wabloorschiag eingegangen, Nack, z 2t> sß Iii) der Wahlordnung gelten daher die ans dietem Wahloorschlage hezeichnetru Perionen. deginnrnd mit dem Namen Elchner. Otto, und endigend mit dem Name» Schurig. Wilhelm. als gewählt. Die zum 7. Februar 1927 angeseilt« Wahl findet deshalb nicht statt. Die Gllttigtett der Wahl lann inner. halb«wer Woche nach der Belannlmackung de» Wahlergebnisses bei dem B.rstanb oder dem Berfichernngsamt der Sigdt Berlin angefochien, werden. Das Bkr- sicherungsaint entscheidet. Berlin, den 1 1. Januar 1927. Der Vorstand. Puppen. Bado», Puppenwagen, Repa. raturen preiswert, billigst. Fsriiveettrr, Zeaohizitmße Hü warnt.• Sooatag 16. Iaauar 1927 Unterhaltung unö ÄAissen Settage ües vorwärts Die Predigt. von Elja Maria vut». 2,e Orgel begann mit dumpfen Bässen zu stöhnen, draußen fegte Schneeregen an die leise bebenden Fenster der Kirche. Ter Predigtamtskondidot chcchinger nahm die Dürftigkeit und erfroren« Nüchternheit dieses Gatteshouics der Arbeitervorstadt in flüchtigem Ausblick in sich hinein: er sah dort, wie einer aus der Strafbank vor Gericht sitzt, olles hatte das Recht, kalt und drohend und mit verlängertem Zeigefinger dazustehen, alles war graugetünchte Buße und brounhölzerne Freudlosigkeit. Vorn am Altar war ein bißchen rnondkühles Silber über schwarzen Sammetdecken und ein schmerz- verbogener Knizisixus, aus grauem Stein geschlagen. Das gab alles zusammen eine rechte Totenkapelle, gemacht für Heulen und Zähne- klappernde Zerknirschung. Die Orgel braust« drohend« Wetter über die gesenkten Kopie, und wenn sie einmal leisere und lichter« Töne ous dem gewaltigen Brustkasten der Empore hinaussang, war doch ein Seufzen darin und sogleich kribbelt« auch der nasi« Schneefall lauter an den hilflos ungeschickten Bilderfenstern. Hechinger hob den mächtigen Jungmannskopf, kraut« sich flüchtig im Haar, sog mühsam an der verbrauchten St«inlllst, in der eine Schicht Dampfheizung gegen einen Unterstrom Kellerluft kämpfte. Hier sollte«r nun predigen! Hier? Da gab e» met zu sagen. »enn dos Wort nicht vor der Geburt erfror! Jetzt stand der Hauptgeistlich«, im Gebet oersenkt, auf der Steinkanzcl. Am Abend würde er, der Kandidat, diese Kanzel be» treten, vielleicht mit derselben Pose dastehen und das Maß dieser hundertprozentigen Frömmigkeit zur Schau stellen. Hechinger betrachtet« mit leiser Wendung den rechten Reben- mann. Der hatte den alten Zylinder vor sich in der Hand hängen und starrte glasig, schläfrig hinein, als müßten aus dem Röhren- topf irgendwelche Andachtsgefühle kommen, die anders nicht auf- zubringen waren. Die Hand war verarbeitet, klotzig; der grau« Byrstenfckiädel hatte die starre Haltung eines völlig ausgeleerten Kulis. Links sah ein Weib! Alt, so alt— da waren wohl Jahr- hunderte, da war wohl eine ganze Weltpericche auf Antlitz und Schultern geprägt! War ein Wesen, das nicht mehr sterben konnte, fo lange hockte es schon getötet herum, hatte Zahllose gebore«, hatte Zahllose ins Grab gefegt, konnte nicht mehr lächeln, war nur noch knochige Grimasse. Doch sie sang. Mit dünnem Spielurhstimmchen piepst« sie den drohenden zucht- meisterlichen Text ins Orgelbranden. Und rings um den Kandi- baten, der da fremd und jung unter der Gemeinde sah und ihr« zerquetschten Seelen witterte, folgt« der ergebene, schläfrig- schleppende Gang der Orgel nach, immer ein Sechzehntel hinter brcm. Broch dann in der Modulation ab; die Bälge stoppten mit Gcscusz; einen Augenblick fröstelnde Stille durchs Gewölbe. Und nun begann die Predigt. Eine hart« Ostprcußcnstimme, in den Achsen knarrend, von schlechtem Salbungsöl geschmiert, breitete einen Mischmasch an Sprüchen von diesseits und jenseits der Zäsur des Jahres 1 aus, verband sie mit dräuender Ermahnung, klebt«, was sich nicht zu- fammenfügte, mit den— ach, so leergcwordcnen, abgegriffenen Sentenzen aneinander. Hechinger begann es ein wenig zu schwirren. War das die Bibel nach, ihr Glanz, ihre Ewigkeit?.Der Tod ist der Sünde Sold", polterte es dumpf von da drüben--.Ihr Schlangen. ihr Otterngezüchte!" Grollend, mit ausgelegten Fäusten, wurde das Alltagsgraucn in die Kirche hinabgeschüttet: Betrug, Rächstenhaß, Gier nach den Gütern dieser Welt(der Schatz, den Rost und Motten fresien), Verderb der Jugend. Dem gesellten sich die Straien nach: erst Bildliches aus dem Bereich fernen, wunder- gläubigen Mergenland-Daseins: Verdorrte Feigenbäume und Weüv • stocke, Wasser in Blut verwandelt, Frösche und Heuschrecken- und Raupenfraß. Dumpf döste die Gemeinde, mit Ducknacken: die Worte waren erhabener Schutt, unter dem sie sacht versanken, da war kein goldenes Seil hinabgeworfen in ihre trübe Tiefe, nichts, das hinan- zog. auflöste und lichtete— ach, kein Aufheben aus allzu harter Beugung war da, kein Liebesfunken. Dann wurde alles Gegenwärtige als Strafe des Himmels g«. deutet, der Zeigefinger stach kriegerisch in die Lust, die Hoffnungen verkrochen sich, ja, der Himmel fror über der vereisten Erde zu. Gebückt, ins Starren geraten, vor sich eine Reihe alter, müde nickender Köpfe, hörte Hechinger den harten, gehackten Spruchsalat bis zu dem Ende, das in gesalbten, widerwilliz gesänftigten Trost auslief. Dann stöhnte die Orgel, brach gewaltig aus: etwas dünner Gesang versuchte aufzukommen, fand sich nicht aus jäh zerrisiener Schläfrigkeit heraus und oerrann bald.---- Am Abend spähte Hechinger während der Liturgie vom kleinen Sakristeifenster aus ins Kircheninnere hinein. Dasselbe Bild: mürbes, müheverstaubtes Volk. Kaum irgendwo Gesichter, die das Leben mit Künstlersinn fertig gezeichnet hatte: fast alles vom Kultur- betrieb noch-m Werden zerdrückt, zernichtet, nur Reste de» natür- lichen Planes in ihnen. Er fühlte eine heiße, in allen Adern schwellende Sucht, sich gleich einem Ausgräber an die» Zertrümme- rungswerk zu begeben-- vorsichtig müht« man die Reste heben, Stützen ansetzen, das ursprüngliche Bild in möglichster Ganzheit und Reinheit restaurieren. Religion! Diesseits-Religion! Hic Rbockus---- Es war nicht alles klar, was sich in ihm formte, als er schon, etwas scheu den Talar anhebend, zur Kanzel ausstieg. Elektrisch« Lichter brannten in den Leuchten»,«in wenig durchivärmt war nun die pralle Nüchternheit. Kläglicher Gesang verebbte im Machtstrom der Orgel. Und der junge Prediger nahm sein Herz, fest, fest in die Hände, daß es ihm nicht ganz eirtsprong und las das Thema vor, das er gewählt hatte: „Dos Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. man wird auch nicht sagen: Sieh« hier,«der: Da ist es. Denn sehet, da« Reich Gottes ist in euch." Das trüge das kleine Kind schon auf der Stirn, führt« er nun aus. welcher Gla»»z. welches Glück iväre um Kinder. Longsam verscknitte allzu frühe und allzu viele Lebensmühe den Ausdruck göttlichen Ursprungs und wirke von außen nach innen. Und dennoch, da er sie alle vor sich sähe, Menschen mit Schicksalen, Menschen mit Gram und Last genug— so, da wäre wohl keiner, dem nicht das Licht tief in- zwendig gslKieben. jenes Willen nom Gattesreich in der Brust. „Ihr wunderbaren, ihr»apiereu Menschen," sagte er,„welche Heldenkränze habt ihr euch olle verdient. In wieviel Lebene- jgjtochwn habt ihr mit zujammeqgeraftteu Seelenträsten gelammt Curtius bei öer Arbeit. £-- v .Ein neues Sabine« kneten, nichts leichter als das!" .Allerdings, der Teig ist etwas zäh" .Es ist doch schwerer, als ich dachte.. .Himmeldonnerwetter!* .Ich gebe es anstund durchgehalten! Das Leben mag manches Mal mit euch um- gegangen sein wie mit jenem Tantalus, der ewig dürsten mußte, während unerreichbare Früchte vor seinen Augen in Saft schwellten. Müßt nicht auch ihr, immer wieder, an gehäuften Genüssen vorbei marschieren, die nie euer sein können! Besteht ihr doch an jedem Tage unzählige Prüfungen eurer Sittlichkeit und Festigkeit, die viel« ändere Menschen nie keimenlernen! Ich sehe die Väter und die Mütter: wieviel Güte ist in ihnen allen, wieviel Treue, vneviel zäher Wille, das Leben zu erhöhen, die Grundlagen zu festigen, um das zukünftige Geschlecht hinan zuführen, wo es ein wenig freier atmen und weiter hinausblicken kann auf Gottes überreiche Erde! Ich ahne die Würde eurer tausendfach geprüften Herzen, euren Trieb, in Ehren alt zu werden, diesen bescheidenen Stolz, der euch schöner schmückt, als eine unverdiente Krone es je könnte. Ihr Männer schleppt die oft unmenschlich bemessene Last der Familie; Opfer um Opfer sind eure Jahre. Ihr Frauen erschöpft euch in der reibenden Mühle der Einschränkung, Hintansetzung eurer selbst, me voller Größe sind und die doch kaum einer je richtig erkennt. Gottes Hände seid ihr alle, die zu Ende bringen wallen, was nur begonnen wurde, als die Welt erstand. Das inwendige Reich tragt ihr getreulich durch die Stürze und Schlünde einer zertlafften Zeit, die Menschen weiter voneinander trennt als je zuvor— könnten ja wohl viele von einem fernen Stern sein, so fremd bleiben sie euch und ihr ihnen! Ich aber, der euch predigen soll, ich will von eurem Leben und Leiden wissen, und Liebe soll mein Führer sein--—" So sprach er und so pries er aus überschn>ellendem Herzen die Niegepriesenen, die Immergescholtenen, die ewigen Rekruten des Lebens. Da hockten sie, hoben ein wenig die Köpfe, war vielleicht ein inneres Raunen in ihnen, daß er sie— jeden einzelnen— kenne und meine. Wie schön er das alles fühlte, der junge Mensch da oben. Es war nur neu, gelobt zu»Verden, rvenn man auch wußte, man hotte sich Lob genug verdient— und würde sich's immer ver- dienen wollen. Neu war es. Geduckt und getadelt war man lebenslang, das war eine nie reißende Kette: Schule, Behörde, Brot- Herr, der Arzt schalt noch und die Schwester und— gut, daß man's nicht hörte, zuletzt gewiß auch der Totengräber. Dann sprach»sohl der Pastor ein fadenscheiniges Lab,„er war den Seinen ein guter Vater und Gatte"— sprach's zwischen Frühstück und Mittag acht- mal an acht Särgen: ging sacht hinter eine Tür und biß in ferne Semmel, inwendig voll scheltender Ungeduld, denn der Tote n>ar zu spät hereingetrogen worden--- In der Sakristei zitterte noch letzter Orgelhall und das Schurren vieler Füße. „Herr Kollege," rasselt« der Hauptgeistliche und mischte ein wenig Salbungsöl in sein« Rede..Ihrer Predigt fehlte noch— gestatten Sie?— der richtige innere Ausbau: Thema, Einleitung, Ausführung a: Das Reich Gottes in der Glaubenslehre: Aus- führnng d: Im Menschenherzen: Ausführung c: Wie trachten wir nach seinem Besitz! Und ich mein«, Herr Kollege, wir dürfen das Erziehlich« nicht außer acht lassen, hm— ja.— Das Volk ist nicht gemacht, Lob zu vertrogen, die Sünde und das Laster in diesen Volksbezirken sind ungeheuer— tja, da»»sollte ich nur freund- schastlich sagen--' Und er schied mit kühlem Handreichen. Das Jubiläum öer Dynamomaschine. Am 17. Zamurr 1SS7 wurde die Erfindung bekanntgegeben. Man wird selten jemand finden, der auf die Frage,»oas eine Maschin« sei, sofort bündig antworten könnte. In der Tat gibt es grnichsätzlich ziveierlei Moschinen, nämlich einmal bloße Mechanismen wie«troo ein« Toschenuhr und zweite>»s die eigentlichen Arbeits- Maschinen, die die Ver»»«» tirng der Roturträite qestotten. Schon das Altertum kannte Maschinen der«»sten Art. Ihre Em- Wicklung geht parallel mit der Kunst des Schlossers und Mechani-. kers. Die Arbeitsmaschinen aber stellen einen ungleiä» höheren Zustand der materiellen Entwicklung vor, sie setzen eine hohe Voll- endung der Arbeiten des Schlossers und Mechanikers voraus. Es muliu unD uuö z»nijcriuu epcufuu? nuu � 1 «ajchinen, d. h. sie erzeugen verwertbare Arbeit aus Raturträstei». I Aber obgleich Windmotor und Wasserrad auf ein ehrwürdige, Alter zurückblicken können, haben sie doch niemals einen Einfluß auf die Gestaltung der menschlichen Wirtschast gehabt. Ungefähr mit dem Jahre 1700 beginnt die Entwicklung der Dampfmaschine, die 1760 durch Watt ihre lebensfähige Gestalt erhielt. Von diesem Zeitpunkt an rourde die Kohle zur wichtigsten Energiequelle. Die Länder bedeckten sich mit einem Netz von Verkehrslinien. Das Segelschiff wich fast vollständig dem Dampfschiff. Das.Sahrhiinden des Dampfes", das man mit geschichtlicher Berechtigung etwa von 1760 ab zählen kann, war aber»»och nicht völlig vergangen, als W e r n e p Siemens den geroaltigen Ri- valen der Dampfmaschine, die Dynamomaschine erfand. Zwar gab es schon lange vor ihm Maschinen zur Herstellung von Elektrizität. Sie gehen alle auf die großartigen Versuche des Engländers Michael Faraday zurück, jener berühmten wissenschaftlichen Leuchte, die vom Buchbindergesellen zum Forscher ersten Ranges emporstieg. Aber das gleiche was seinerzeit Watt für die Dampf- moschine leistete, das hat Gemens für die Dynamomaschine aus- gearbeitet: jene wesentliche Ausführung, die allein den unbeschränk- ten praktischen Gebrauch ermöglichte. Wa» ist der Grundgedanke der Dynamomaschine? Während jedermann glaubt, die Wirkung einer Dampfnwschine grundsätzlich zu begreifen, trifft dies für die Dynamomaschine in keiner Weise zu. Man weiß: es wird in dieser Maschine mechanische Arbeit in elektrischen Strom umgeioandelt. Die gleiche Maschine ist imstal»de. wie ebenfalls schon Werner Siemens gezeigt hat, den elektrischen Strom wieder in Belvegung umzusetzen. Siemens zeigte im Jahre 1870 auf der Frankfurter Ausstellung zum ersten Male eine elektrische Eisenbahn: darin funktionierte also die neue Maschine als Motor. Der grundlegende physikalische Vorgang nun, dessen Entdeckung Faraday und dessen praktische Verwertung Siemens zu danken ist, kann auf folgend« Weife beschrieben iverden: Bewegt man einen Magneten zu einem geschlossenen Drahtkreis hin, so entsteht in diesem ein Strom.'Entfernt man ihn, so entsteht ein Strom von entgegengesetzter Richtung. Dabei ist zu bemerken, daß die Hm- und Herbervegung in Ablvesenheit des Drahttreises widerstandslos vor sich geht,»vährend die gleiche Hin- und Her- bewegung bei Stromerzeugung nur unter Ileberwindung eines weiter nicht erkennbaren Widerstandes möglich ist. Die zur Heber- Windung des Widerstandes verbrauchte Arbeit erfcheiirt bis zu 08 Proz. in der Energie des elektrischen Stromes wieder. Durch diese hohe Rentabilität der Anlage hatte die Dynamornaschine von vornherein einen großen Vorzug vor der Dampfmaschine, die in der Wattschen Ausführung kaum 1 Proz. Nutzeffekt einbrachte und heute auch erst bei 14 Proz. steht. Die Siemenssche Umgestaltung der Dynamomaschine bestand darin, daß er an die Stelle des Magneten den Elektro- magneten einführt«, und weiter darin, daß er den kühnen Ge- danken erfolgreich zum Ziele führte: die für den Elektromagneten notwendige Elektrizität aus der in Gang gesetzten Dynamomaschine selber zu gewinnen! In der Tat enthält ja auch das weiche Eisen, wie man es für Elektromagneten braucht, immer noch Spuren von Magnetismus. Darauf beruht die Möglichkeit, zunächst ganz schwache Ströme zu gewinnen, die in dem weichen Eisen stärkeren Magnetismus und sonach stärkere Ströme hervorrufen. Ein Ver- ständnis aber dafür, wie nun die Energie der Bewegung sich in Elektrizität umsetzt, mangelt uns völlig. Der Borgang ist geheimnis- voll, und auch die«legantesten Fachausdrücke wie Kraftlinien urrd Induktion usw. helfen darüber nicht hinweg. Man erkannte sofort, daß man Hilfe der Dynamomaschine die Wasserkräste aus unserem Planeten auswerten kann. Namentlich in Frankreich bemühte man sich in dieser Richtimg u»»d dort entstand auch der Ausdruck.weiße Kohle", dessen Schöpfer Aristide Berges ist, einer der Pioniere der Elektrotechnik. Es schien, als ob sich zwei verschiedene Energiequelle»», nämlich Kohle und Wasserkraft, mit Hilse von zrvei verschiedenen Maschinen, nän»lich Dainpsmaschine und Dynamomaschine, dauernd nebeneinander entwickeln würden. Indessen zeigte es sich, daß die Ausasertung der Wasserkräste nur sehr langsam vor sich ging. Die erste für industrielle Zwecke ge- baute Krostübert ragung scheint die von Kriegstetten nach Solothurn in der Schweiz vom Jahre 1886 gewesen zu sein. Die ständige Zunahm« der Kohlenförderung, die ungeheure Entwicklung des Eisenbahnwesens, Verbilliairng der Frachten brachte es m't sich. daß d'e Dampfmaschiii« auch am Fundort der Wasserkraft bis vor weingen Iahren beinahe allein herrschend blieb. Man muh sich diese Sachlage recht eindringlich vorstellen. Aus dem Ruhrgebiet wird Kohle 600 Kilometer weil nach Luzern trans- parliert, und mit dieser Kohle wurden die schweren Gotchard- zöge nach Italien gefahren. Links und rechts von der Bahnlinie loh der Reisende die„weiße Kahle" in Schluchten und Tölern glitzern, er Hörle das Donnern de» Wassersälle. ha-- Brausen her Bergslüsse. er sah den weißen Firn als eivigri»'Nährboden dieler Naturkraft oben glänzen— und nichts von all diesen Schätzen wurde verweichet, um an Ort und Stelle nutzbare Arbeit zu leisten! Die Schweizer mußten erst durch die Kohlen! rifis der Nachkriegszeit dazu gezwungen werden, ihre eigenen Naturträfte zum Betrieb ihrer Bahnen zu verwenden. Das Mittel dazu war die durch Wasserturbinen angetriebene Dynamomaschine. Darüber hinaus geht nun die unverkennbare Entwicklung der Gegenwart dazu über, auch in den kohlenreichen Landern die Kohle nach dem Umweg über die Dampfmaschine mittels der Dynamomaschine in Elektrizität zu verwandeln. Mehr und mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß der elektrische Strom die zweckmäßigste Form ist, vermittelst welcher der materielle Betrieb unserer abend- ländischen Kultur aufrecht erhalten wird. Kohle. Wasserkraft, Ge- zciten, Windkraft und viellenicht auch noch Sonnenlicht werden mehr und mehr aufgeschlossen, ausgewertet und mit Hilfe der Dynamoinaschine als Elektrizität den Menschen nußbar geniacht. Darum ist die Erfindung der Dynamomaschine eine der wichtigsten geistigen Schöpfungen der Gegenwart. Dr. R. L ä m m e l. Lob öes Kaktus. Jede Zeit wählt sich aus dem Tier- und Pflanzenreich ihre besonderen Lieblinge. Als ehedem der dickwanstige Bierspicher vonr Stammtisch aus die Nation herrlichen Zeiten entgegensührt«, gedieh «j Hayse. im kugeligen Glas der behäbige Goldfisch und vom Fenster� stock gytfßte seist und rot der Storchschnabel. Ein Bild der Selbst- Zufriedenheit und strammen Ordnung. Die alte Jungfer lebte von der Zärtlichkeit ihres Mopses. Großmutter zojp Kresse für den Kanarienvogel. Nun, wir haben eine glorreiche Revolution Himer uns gebracht. Den Möpsen war sie nicht bekömmlich, die Goldfische, durch und durch reattionäre Tiere, krepierten teils, teils wurden sie so fett, daß man sie nicht mehr in Stubcngläsern halten konnte. Storchschnabel und Kresse gedeihen weiter bei armen Leuten, werden aber nicht beachtet. Die Zeiten liebten das Fantastische, Exotische. Man suchte nach ausgeprägten Eharakteren. Unter Menschen? Bitte, keine anzüglichen Nebensragen. Sie sollten langst gemerkt hoben, daß hier nur von Botanik und Zoologie die Rede ist. Kurz: die Zoologie versagte. Dackel, Meerschweinchen und Igel »ermachten nicht die Grundansichten der menschlichen Gesellschaft zu verändern, ebensowenig wie Diplomaten, Juristen und Politiker. Allein das Pflanzenreich konnte mit einem Geschlecht aufwarten, das allen Forderungen einer neuen Epoche gewachsen ist. Wer sich im harten Doseinskamps durch ein hehres Beispiel aus der lebendigen Natur stärken und erbauen will, der ziehe sich einen Kakt»?! Er gehört nicht zu den leuchteirden, bunten Blumenprinzessinnen. die ihre vergängliche Pracht aller Welt kvtctt zur Schau stellen. Er wiegt sich nicht in berauschenden Düften und treibt geheime Kuppeldienste. Er will nicht mehr scheinen als er ist. Stämmig, in sich verschlossen, wehrhaft nach außen, doch inner- lich von zartem Gemüt, so lebt der Kaktus sein nüchternes und strenges Leben. Er ist der Prolet unter den Pslanzen. Sein Rock ist staubgrün. unansehnlich. Sehr genügsam beHilst er sich mit wenig Erde und Wasser und baut unverdrossen Zelle an Zelle. Bon feinen, glatten Monieren hält er nichts. Der Außenwelt zeigt er«ine ruppige, stachlige Schals. Derb, knollig, knurrig hockt er in seinem Töpfchen und sieht aus wie ein verdrießlicher Mensch, der sich nur ungern anreden läßt. Er gehört zu den seltenen Naturen, die es für den Tod nicht ausstehen können, wenn man von ihren Verdiensten viel Wesens macht. Eine Rose will um- worden, in ihrer Eitelkeit geschmeichelt sein. Dem Kaktus ist diese Ziererei und solches Getue tief verhaßt. Denkt ober deshalb ja nicht, daß er ein mürrischer, trockener Geselle sei. Wie so manchem Menschen, der brummig und gallig erscheint, ein warmsühlxndes Herz in der Brust schlägt, so oerbirgt auch der Kaktus unter seinem stachlichen Panzer ein reiches, gemütvolles Innenleben. Er ist ein ausgesprochener Freund von Ueberraschungen und denkt sich im stillen die tollsten Spaße aus. Scheinbar weltverloren und in tiefer Resignation verbringt er den Winter. Ja, noch im Frühling, wenn die anderen Pflanzen sich gcwastsmn sicksalten, bleibt er stumm und reglos, wie ein Mönch, der stille Buße tut. Inzwischen hat er in aller Heimlichkeit in seinem Zellenstaat die kuriosesten Befehle erteilt. Und plötzlich, wenn man am wenigsten daraus gesaßt ist, treibt er in einer Nacht die sonderbarsten Knollen und Wärzchen aus. In wenigen Tagen hat er sich eine lange, behaarte Nase ausgesetzt, oder eine schinken- artige Keule von sich gestreckt, oder eine ganze Schar von kugel- mndcn Käktusbabys um sich versammelt. Ja, da staunst du. Dieser Pflanzenprolet ist ein Kerl mit echtem Humor. Er hat mehr Phontoste als ein Dutzend zeitgenössi- scher Dichter und mehr sozialen Sinn als hundert gelernte National- okonomen, denn er läßt ohne Tadel sich die Jugend über den Kopf wachsen und nährt sie aus seinen besten Säften. Und wenn er ganz besonders gut gelaunt ist, dann getraut er sich gar, sein Lebenswerk mit einer zarten, wunderschönen Blüte zu krönen. Aber nur selten öffnet er soweit sein Herz, denn wie alle edlen Charaktere scheut er sich, seine innersten Gefühle allzu eilfertig zu offenbaren. Noch ein Wesenszug muh hervorgehoben werden, um die „Modernität" des Kaktus zu beweisen. Seht euch mal die vielgliedrigen Blätterpflanzen an. Welche Schwatzhaftigkest in den Formen. Das treibt hie und da und dort Stcngelchen, Knospen, Blättchen, überwuchert sich selbst, ist in steter Bewegung, nervös, launenhaft. Die kleine Zimmerlinde, die vor mir steht, ist der Inbegriff aller Romantik. Empfindsam, pathetisch, ehrgeizig, voll abenteuerndem Drang nach Licht und Sonne. Sie ist ein Gestalt gewordenes Volkslied. Könnt ihr euch den Kaktus als Gegenstand der Volkspoesse vorstellen? Von einem Ingenieur, der den Stoff in zweckmäßige Formen umbildet, wird man keine lyrische Gefühlsseligkeit erwarten. Knappe, einfache Läsungen zu finden, die nützlich sind, ohne dekora- tioe Wirkungen auszuschalten, das ist seine Aufgabe. Unser Kaktus ist ein solcher Pflanzeningemeur mit zeitgemäßer Anschauung. Er oermeidet alles Rankenwerk spielerischer Romantik und kon- struiert exakt und streng seine Formen. Seine mathematische Begabung ist auffallend. Er türmt scharf- kantige Säulen aus, die an die Kristalle des Basalts erinnern. Er konstruiert viclflächige Körper mit erstaunlicher Genauigkeit in allen Teilen. Er spannt sich zur Kugel oder zum Zylinder. Seine Ingenieurkünste lösen das Problem, möglichst viel Masse in möglichst wenig Oberfläche unterzubringen. Und mit welchem Kunstgeschmack oerteist er seine Selbstschutz- organisation, das«ternengeflecht der Stacheln! Wäre er Mensch, so würde er seine Dolche und Lanzen ge- brauchen, um seinesgleichen umzubringen. Da er aber nur Kaktus ist, begnügt er sich, sein Leben vor räuberischem Angriff zerstörungswütiger Umwest zu schützen. Es ist kein Fall bekannt, daß ein Kaktus einem anderen Pslanzenwesen seine Stacheln ins Herz wachsen ließ. So ritterlich sein Aussehen, so wenig ist er Militarist. Sein weltpolitisches Glaubensbekenntnis gilt wahrscheinlich dem wehrhasten Pazifismus. Nachdem ich diese Zeilen geschrieben, versommeste ich meine Kakteen um mich. Die Eitelkeit des Federsuchses ließ mich nicht ruhen: ich las ihnen vor, was ich zu ihrem Lobe zusammengetüftelt hatte. Natürlich in der Erwartung, Dankbarkeit und Beifall zu ernten. La standen sie in ihren irdenen Töpfen und Töpschen. zackig, kugelig, schuppig und struppig. Aus Mexiko, Afrika, vom Südhang des Kaukasus, von der Alpenmatte. Eine Internationale pflanz- sicher Proleten. Ich war fertig und bereit, einige verbindliche Redensarten über „die interessanten Ausführungen" entgegenzunehmen. Ebenso er- wartete ich als markiges Schlußwort die Bemerkung, daß am Kaktus die Well demnächst genesen werde. Nichts dergleichen geschah. Unbewegt und unbestechlich standen die Gelobten stumm in ihren Stacheln. Ich merkte sehr deutlich, daß ihnen mein« literarischen Geistesblitze nicht im geringsten imponiert hatten. Ich gesteh«, daß ich zunächst enttäuscht war. Dann aber begriff ich, daß ihr Klassenstolz es ihnen verbot, von schönrednerischem Wort- wert irgendein Wesen zu machen. Aus ihrem Schweigen hörte ich manche Anklage heraus: Was nützen uns deine Lobpreisungen, wenn du manchmal vergißt, uns rechtzeitig den Tropfen Wasser zu geben, den wir für unser be- fcheidenes Leben brauchen, oder wenn du versäumst, unser Wachstum durch den nötigen Zuschuß an nahrhaster Erde zu fördern? Ich hatte plötzlich das unangenehme Gefühl, in eine Reihe mit jenen Dichtern gestellt zu fein, die das Leben des Proletariers zu ästhetischen Betrachtungen verarbeiten, ohne eine Hand zu rühren, wenn es gill, der Gesinnung die Tat folgen zu lassen. Ich versprach also meinen Kakteen, sie ferner mit Vorlesungen zu verschonen und dafür pünktlicher und achtsamer in meinen Hilfe. leistungen zu sein. Am nächsten Morgen belohnten einige Knospenwärzchen den mannhaften Schwur. das Rätsel eines vorgeschichtlichen Alphabetes. Die Funde, die bei Ausgrabungen in dem französischen Oertchen Glozel am Nordabhang des Puy de Dom« gemacht wurden, liaben besonders großes Aufsehen erregt durch die Tontaseln mit Echriflzeichen, die hier ans Licht gehoben wurden. Außerdem wurde eine Menge von Geräten zutage gefördert, Aexte, Messer, Schaber. Speerspitzen, Ackerbaugeräte aus vulkanischem Gestein, tönerne Farbtöpschen usw., die die Fundstätte als eine Siedlung aus der jüngeren Steinzeit erscheinen liehen, lim das Alphabet von Glozel ist nun ein heftiger Gelehrtenstreit entbrannt, dessen bisherige Er- gebnisfe in einem Aussog der„Umschau" zusammengestellt werden. Der Prähistoriker Solomon Reinach, der die Fundstücke unter- suchte, sprach zuerst die Anschauung aus,„daß sie mit denen des ägäischen und trojanischen Kcklturkreises so viel Uebereinstimmung zeigten, daß man beide auf dieselbe Zeit— etwa 3000 v. Chr.— datieren müsse". Dagegen erhob sich nun manmgsacher Widerspruch. Einige bezweifelten überhaupt die Echtheit der Funde, die von anderen als ganz unantastbar bezeichnet wurde. Aus den Tiernach- bildungen glaubte man mit»icherheli feststellen zu können, daß die Fluide der Renntierzeit entstammen. Aus den unterdessen gebor- genen 50 Tontaseln mit Schristzeichen würde dann hervorgehen, daß zu jener Zeil, also zwischen 3000 und 4000 v. Chr. schon eine wohl- entwickelte Schrift im Gebrauch war. die neben einigen neuen Zeichen solche ausweist, die mit phönizischen/ archaischen, griechischen und lateinischen Schristzeichen eine überraschende Aehickichkeck bs- sitzen. Eine weitgehende Uebereinstimmung Hot man zwischen der Schrift von Glozel und den Schristzeichen, die vor etwa zwanzig Jahren in portugiesischen Dolmen gefunden wunden, festgestellt. Mit einer neuen Hypothese ist der Londoner PräHistoriker Pros. G. Elliot Smith aufgetreten. Er nimmt die Echtheit der Funde als erwiesen an, findet aber in dem Auftreten der Schrift- zeichen eine von ihm schon früher vertretene Ansicht bestätigt, nach der die Renntierzcit Westeuropos von fast allen Forschern viel zu früh angesetzt wird. Wenn Ivan den Beginn der jüngeren Steinzeit von W�teuropa ins zweite vorchristliche Jahrhundert verlegt, dann komnck man zu einer zeitlichen Uebereinstimmung mit der kretischen Kultur des östllchen Mittelmeers. Dann würde auch das Auftreten der Schristzeichen nicht als verwunderlich erscheinen, denn wir wissen aus den Funden der letzten Jahrzehnte, daß im ersten und zweiten Jahrtausend vor Christi in den Ländern de östlichen Mittelmeeres eine Reihenschrift in Gebrauch war. Die phönizsschen Schristzeichen, die ihren Weg in der Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts über Kreta nach Griechenland nahmen, müßten dann von Griechen- land über Italien nach Frankreich gelangt sein. Demgegenüber be- hauptet allerdings Morlet, der die Steinwerkzeuge in die allere Steinzeit verlegt, daß der Fund vvn GlozÄ die Entstehung der Schrift in Westeuropa beweise. An dieser Datierung ist aber vielfach Kritik geübt worden. So geht der Streit der Meinungen über das rätselhafte Alphabet von Glozel noch hin und her: aber man ist sich einig, daß hier einer der wichtigsten vorgeschichtlichen Funde gemacht worden ist, dessen endgültige Klärung noch in weiter Ferne liegt. öraflwagensernoerkehr in Amerika. Bisher gall es als aus- gemacht, daß im Konkurrenzkampf zwischen Kraftwagen und Eisen- bahn eine gewisse Distanz gegeben sei, oberhalb welcher die Eisenbahn sicher überlegen ist. Man stellte genaue Berechnungen an, um die Größe dieser wirtschaftlich wichtigen Distanz herauszufinden. Eine unternehmende amerikanische Gesellschaft hat diesen rheoreti- jchen Erwägungen ein jähes Ende bereitet. Auf eine Entfernung von 2750 Kilometer hin verbinden riesige Personenautos Bancouver in Kanada mit San Diego an der Grenze der Dereinigten Staaten und Mexiko. Anschließend läuft eine Autolinie nach El Paso in Texas, 1250 Kilometer weit. Insgesamt durchmißt der Reisende bei viermaltgem Umsteigen ziemlich genau 4000 Kilometer. Obgleich zwischen den genannten Orten auch gute Eisenbahnverbindungen mit Fernzügen bestehen, macht die Gesellschaft trotzdem gute Ge- schäste. Besonders lebhast ist der Fern-Autoverkehr aus der 733 Kilometer langen Strecke San Franziska— Los Angelos. Dort verkehren„Samwoggen" mck-Wirtschastsb«trieb. Die Fahrt dauert WA Sfündsn......" Auf der zuletzt genannten Strecke verkehren täglich etwa 100 direkte Personenwagen. In Aussicht genommen ist die Einführung des SchlafwagenoerkehrsI Natürlich empfinden die Eisendahnen diese Konkurrenz sehr bitter. Sie suchen durch Einführung zahl- reicher Zubringerlinien, die mck besonders billigen Tarifen arbeiten, den Berkehr auf sich zu lenken. Bei uns hat es die Reichsbahn in der Hand, jede derartig« unangenehme Konkurrenz zu ver- unmöglichen. Für das Publikum ist die amerikanische Methode vorteuhafter, da ste den Fortschrill begünstigt. >40 cm breit, zu!« Qualit-t 1 Cfl Meter 1.75 I-llv C|n4fa'ür Wmter-Demenraänfel. 140 cm breit, O 0 i u&UilB crute üu»htät. modeTm» Farben. M'ter J Ulsterstolfe i�Äu�Är 3.50 1/oiAiire lür 1 �en-Mintel, 140 cai breit. O Q] VC UuFo vorzClfi!. Qualitit••••.Meter* J Ma ichester euteOueliUt.... Meter 1,9 J Damen Hemdhosen ronnatarä... 1.2!) 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Sonnabend S-U Bekanntmachung Stcbcitnctimern, di« nicht jtti(Einfoinmen- (leucr veranlagt werden, sind Eteuerde» träge, die vom Aibeltelahn im Zabce 1926 eindeliailen worden sind, au, Antrag zu ersialten, wenn 1. die sienerireien Beträge von zu» slimmen 1200 RZli lährlich und die Ermäßigungen nach dem Familien» stand« lusotge Oecbleaflaastanes beim Steuerabzug« nicht in voller diihe berücksichtigt worden sind, oder 2. besondere beim Steele radellg nicht berücksichtigte wirtichaslliche ürrbäit- nlsie Docgc'cgen haben, die ihre steuerliche Letlrungstahtgleck wesentlich da» etutrüchtigt haben. Der Autrag wnsz unter Beisüguug der Sleuertarto>92« und»er aa-hacdcucit Slochtoeile übet BerdUoftoustan und. bclondcxc wirtschottltche Sciaftung ipä- teirens bis zum.71. Zliärz 1927 bei dem Fiuauzaiu. gestellt werden, in dessen Bezirk der Arbeirueljmer am St. De» jember 192« gewvhut dat. Ein auo- t'.ihrlicheo Mcridlatt über die Lohu» »«uererstaUungen nebst Bordruck Isir t'ji Lrstaitungeantrag wegen Berdienstauoialt«, werden von den Finanzämtern tosienlo« abgegeben. Berlin, den 24 Dezember 19.6. Die Zitton-ämker des Landesfinanzamisdezirks Berlin. Stadlmairatren, Kinderdettev jürnlif tu Prii. aaubbu ir. EiseamöbclfabriK sutck Ihür. Sonntag 16. Januar 1627 Äus öer Die Iiime öer Woche. »Metropolis/ (llfa-palast am Zoo.) Ein unponierender Triumph aller Filmtechniken, ein bewun« Äernswertes Werk des Fleißes und der Eingabe, aber ein Der- lagen im Geistigen— das ist das Endergebnis dieses oielum- stnttenen Filmes. Es erhebt sich sogleich die Frag«: Soll der Film überhaupt an die Lösung tomplizi«rter Probleme herangehen oder sich nur an das hasten, was leicht in eine Bilderfolge zu übersetzen ist und damit ollen höheren Aufgaben aus dem Wege gehen? Es ist die Klage aller großen Regisseure, daß sie für ihre Kunst, die ja technisch alles leisten kann, und für ihre Begabung, die sich oft «enug erwiesen hat. nicht die Manuskripte finden, die sie brauchen. Fritz Lang, der Regisieur des..Müden Todes", des„Dr. Mabuse" irni der.Nibelungen" hatte die größten Hoffnungen erweckt auf .Metropolis", über die fest anderthalb Jahren die seltsamsten Ge- rächte sich verbreitet hasten. Aber er ist schließlich auch am Manu- skript gescheitert; denn diese Zukunftsphantasie aus dem Jahre 2000 der Thea v. Harbou ist nicht die Vorlage, die diesem ungeheuren Aufwand an Kräften und Mitteln entspricht. Diese utopische Zu- Prnftsperspektive greift zu Lösungen, die in den Anfängen einer llozialen Dichtung zulässig sein mochten, aber heute als romai'' naiv anmuten. Die Verfasserin spiest mit Kontrasten, die i geheure gesteigert sind. Auf der einen Seite steht der Bch und Schöpfer der ungeheuren Industriestadt Metropolis, auf der -anderen die ungeheure Schar zu reinen Sklaven degenerierten Ar- bester, die schon fast zu Automaten geworden sind, jedes eigenen Willens beraubt. Die Oberstadt ist ein gigantisches, in die Wolken ragendes Ungeheuer, in dem die Maschinentechnik zum vollen Siege geführt ist. Im Mittelpunkt der Anlage steht ein neuer Turm zu Babel, von dem aus dos Riesenwerk geleitet wird. Ties unten in der Unterstadt haust das Volk der Fronknechte. Ihr einziger Trost ist die jugendliche Moria, die ihnen in den Zusammenkünften in unterirdischen Katatomben als Retter einen Mittler zwischen Hirn und Hand verkündet. Dieser Mittler ist der verwöhnte Sohn des Fabrikgewaltigen, der eines Tages'entdeckt, in welcher Welt er lebt und aus Liebe zu Mario die Erlöserrolle übernimmt. Der Vater will gegen den Sohn die Erfindung eines Uebererfinder» aus- spielen, der emen künsttichen Menschen schaffen will, durch den die Arbeitersrage ei» für allemal gelöst werden soll. Aber dieser Er- finder, verrückt geworden durch den Raub seiner Frau, dep der Zabritgewallig« in ihm begangen hat, ersinnt ein« teufliche Rache. Er schafft eine künstlich« Doppelgängerin der Mario, die ganz Me- tropolis umstürzen soll. Sie entflammt die Arbester zur Zerstörung der Maschinen und wird schließlich von ihnen als Hexe verbrannt, als sie ihr Gaukelspiel erkannt haben. Di« wirkliche Maria hat indes mtt dem Mistler die Tausende von Arbesterkindern au» der Unterstadt gerestet, die durch den Wassereinbruch dem Tode preis- gegeben zu fein schienen. Es folgt«in Kampf auf Leben und Tod zwischen dem Mittler und dem Erfinder und schließlich die Der- föhnung zwischen Arbeit und Kapstal durch den Mittler und seine Liebe. Ueber diesen Text läßt Fritz Lang seine virtuose» Filmkünste spielen. Ungeheures ist aufgeboten an Filmarbest jeder Art. Wir wollen hier nicht die Statistik des Wertes ausschreiben und müssen auch darauf verzichten, alle die wertvollen Mitarbeiter an dem Kol- lektwwert aufzuführen. Nur die bewundernswürdige Leistung der Kamerabeherrscher Karl Freund und Günther Rittau soll ge- bührend hervergchoben werden. In der Regie von Lang muß man unterscheiden die Verwendung van Masten, die sich in den längst erprobten Lahnen bewegt, aber hierin immer noch Steige- rungen erzielt, und die Uebersetzuna der phantasiereichen Elemente. Seine Zukunftsstadt, m der zwischen den himmelhohen Wolken- kratzern Brücken schweben, Luftschiffe und Flugzeuge als alltägliche Verkehrsmittel verkehren, ist eine kühn« Schöpfung. Weniger ge- lungen scheint seine Moschinenwell, die zwar sehr'«sfektvoll wirkt, ober nur in der Anhäufung von heute bereits zum Teil überwun- dener Clement« besteht. Auch die Erzeugung des künstli Menschen ist mehr ein Augenblendwerk voll großen mali Reizes. Viele der staunenerregenden Effekte sind der Schüfton- Technik zu verdanken, die es erlaubt, große Bauten durch Tricks zu ersetzen. Während das Vorspiel und der erste Akt viel zu lang ausgesponnen sind, ist der Schlußtell wirklich auf ein furioses Tempo gestellt. Hier hat der Regisseur sein bestes geleistet. Die Erplosion der Werte, die Wetterkatastrophe, der Aufruhr der Arbeiter, die , Rettung der Kinder, sind bisher kaum erreichte Höhepunkte rein filmischer Darstellung. Der Boxkampf zwischen Erfinder und Mittler' und die Zirkuskünste auf dem Dach des Doms scheinen uns dagegen Zugeständnisse an amerikanischen Geschmack, die wir gut missen lönnten. Die Personen sind größtenteils Symbole, Repräsentanten von Klasten und Typen. Durch eisige Käste und konzentrierte Energie zeichnet Alfred Abel den Unternehmer,' gespenstisch und in den Gebärden vielfach übertrieben ist der Erfinder Rudolf Klein-Rogges. Gustav Fröhlich vermag aus dem Mittler auch nicht mehr zu machen, als wo, er in Wirklichkeit ist, ein hübscher, seidenweicher Junge. Eine sich einprägende Gestalt schuf Heinrich George in dem robusten treuen Wächter der Haupt- Maschine. Für die schwierige Rolle der Maria in ihrer Doppel- prägung hatte man das Wagnis einer bisher unerprobten Dar- stellerin unternommen. Es bewährte sich. Denn die jugendlich« Bri- gitte Helm gab ihr sowohl die Anmut und das Vistonare, wie auch das Dämonische der Verführerin. Gegenüber den sich überbieten- den Sensationen und dem rasenden Tempo des Schlußaktes kam die Musik von Gottfried H u p p e r tz glücklicherweise nicht auf, denn sonst wäre das Infernale unerträglich geworden. D. ,Zickusteufel'. fTauenhien-palast.) Dem Regisieur Benjamin Chriftenslen schwebten offenbar wunderbare Bilder vor Augen, als er sich hinsetzte und sein Film- Manuskript schrieb. So emstand ein Film, getrogen von sein durch dachter Regie, oder voll unschön knalliger Handlungen. Himer einem Taschendieb schließen sich die Tore der Strafanstast, er tritt ins Freie. Zur selben Zeit kommt ein junges Mädchen in die Groß- stadt. Der Verbreche.- und das junge Ding lernen sich durch Zufall kennen. Der Jüngling ist keck; doch entwaffnet Marys Unschuld chn, und es entspinnt sich ein zartes Liebesverhältnis. Normo S h e a r e r spielt dieses junge Mädchen so rührend bescheiden, so angstvoll und aufrichtig, daß der Erfolg dieses Unschuldsengels nicht zum üblichen amerikanischen Kitsch wird. Das junge Mädchen wird beim Zirkusballett befchäfttgt. Das bume Treiben hinter der Zelt» leinwand wird in wunderschönen Einzelheiten und in einem glän- Senden Maffen-Mansgeschauspiel ausgemalt. Zum Zirkusperfonal gehören Nino, der Löwenbändiger, ein weibertoller Mann, und seine eifersüchtige Frau. Dieses Paar wird von John M i l j a n und von Carmel M y e r s verkörpert. Ihre Gesichter sind stets verzern, sie schneiden zentimeterlange Grimassen, und sie spielen mit einer Aus- dringlichkeit, als ob sie sich noch am Uranfang aller Filmschauspiel- kunst befänden. Natürlich stellt Nino dem jungen Mädchen nach; Carl, der Berufsoerbrecher, will es aus dem Milieu erretten und geht, um Geld zu bekommen, auf Einbruch aus. Angeschossen kehrt er zurück, und eben vor Ankunft der Polizisten erklärt er Mary, daß er ein Dieb ist Das Geständnis packt die Zuschauer, da die Darsteller M a ck und Normo Shearer diese ganze Aussprache Szene für Szene so erschreckt, so verzweifelt, so lebenswahr gestalten. Carl wandert in die Sstafanstalt und Mary geht mit dem Zirkus auf Reisen. Prachtvoll schildert der Regisseur dieses Ausbrechen in tiefer Nacht. Mary wird eine berühmte Luftturnerin, sie arbeitet als ganz große Nummer über Ninos offenem Löwenkäfig. Die eifersüchtige Frau bringt das Halteseil m Unordnung. Mary stürzt ab und wird beinahe von einem Löwen umgebracht. Sie ist Krüppel geworden, verkauft Hampelmänner. Carl, der jetzt die Schuh- macherei besteibt, findet Mary wieder. Nino ist erblindet, sein« Frau, die fünf Jahre Gefängnis verbüßt hat. lebt im tiefsten Elend. Unterm Weihnachtsbaum sinken sich Mary und Carl beglückt in die Arme. Dieses endliche Finden gelingt dem Regisseur recht stim- mungsvoll. Benjamin Christensen sit immer ein Künstler, ob er nun ein Lustspiel, Literäwr, einen Film im wissenschaftlichen Ge- wände oder einen Kinoreißer verfilmt. Wann wird sich endlich der Künstler finden, der ihm ein vollwertiges Drehbuch schreibt?— g. Lmelko-W�Wlast Das goldene Haus am Kurfürstendamm Das Ereignis von Berlin! UraufffOhrung des 75 H ARU Y' PI EL Jubiläum-Films v im REGIE: HARRY FIEL Hauptrollen: Harry Fiel Haanl Weiss« Jlone Kerolewne Prltx Oreiner ■rieh Kalser-Tits Charly Barger Eugen Burg Ralf Ostcrmann Anfangszeiten: 5, 7", 9" Setlage ües vorwärts ,die Sporckschen Jäger.' tphölms-Palast.) Gleich am Anfang erlebt man eine große ungetrübte Freude: inan sieht wieder einmal marschierende Soldatenveine und gleich darauf die dazugehörenden Soldaten. Und hoch zu Roß rettet Haupt. mann O t t o G e b ü h r. Er ist so leutselig und nennt seine brave» Soldaten.Kinder", er singt mit ihnen, und es ist wieder einmal eine Lust, Soldat zu sein. Der Rhythmus patriotischer Herzen beschleunigt sich. Nachher wimmelt es von Offizieren, und unter ihnen vegetiert einer, der Lehmann heißt und sich auch sonst aufdringlich semitisch benimmt. Alfo die Voraussetzungen sür einen Erfolg sind gegeben: Militär, leise antisemitische Anspielungen und Otto Gebühr erleben immer noch eine anständige Konjunktur. Aber hinter dieser Kulisse verbirgt sich eine Tragödie, die allerdings nicht scharf heraus« gearbeitet worden ist. Bei dem Jägerregiment in der kleine» masurischen Stadt steht ein Leutnant Naujfard, ein armer Kerl, der das Opfer einer ungezügelten Jagdleidenschaft ist. Nachts schleicht er sich in die Wälder und wildert. Aber bekanntlich geht der Krug nur eine gewisse Zeit zum Wasser. Man stellt den Wilderer, und Naugord zieht die Konsequenz und erschießt sich. Dieser psycho logische Fall wird weder in dem Roman Skowronneks noch! im Film erschöpft. Das Drum und Dran überwiegt. Es entsteht ein M'lieu« film aus einer vergessenen ostpreußischen Garnison, und auf die Ausgestaltung dieses Milieus legt der Regisseur Holger- M a d s e n den Hauptakzent. Wundervolle Naturaufnahmen ge- lingen, etwa der masurische Wald in Abendnebeln mit weichen, ver- wischten Konturen, und diese Aufnahmen stehen nicht um ihrer selbst willen da, sie bilden den Schauplatz der Handlung. Echt ist das Försterhaus, sind die nüchternen Kasernenstuben, die billige» möblierten Zimemr der Offiziere, echt sind jedoch nicht immer die Schauspieler. An erster Stelle S t e i n r ü ck s Oberförster, ein ge« drungener Ostpreuße, schnauzig, rauh, aufbrausend, tapsig und wuchtig wie ein Bernhardiner, ober mit weichem Herzen. Seine Tochter GFete Mosheim ist zu feingliedrig für dieses oft- preußische Grctchen und kommt kaum über eine sentimentale Salon- Haltung heraus. Otto Gebühr als verstehender Hauptmann kul- tivicrt nur sein königliches Fridericus-Lächeln, und P o i n t n e r verleiht seinem nach Ostpreußen versetzten Gardckürassier die edle» Züge dieser angenehm verblödeten Menschengattung. Hilde Mangel ist ein prachtvoll naturwahres Fischweib, verschlampt. unordentlich und doch rührend als Mutter. Diese sthars umrissenen Nebensiguren überschatten die Hauptrolle. Walter R i l l a hat gute Augenblicke. Manchmal versügt er über ein wehes, zerfetztes Lächeln, aber die Gestalt bleibt ohne eigene Prägung. Ein psycho-- logischer Film hgtte entstehen können, das Resultat ist jedoch nur eine glatt gearbeitete Familienangelegenheit mit stellenweise zu dickem Zuckerguß. Uebrigens überraschte die junge Schauspielerin Elizza La Porta durch ihre erplosiven Gefühlsausbrüche. F.S. � .So ist Paris.' (Marmorhaus.) Ein neuer Lubttsch-Film erregt immer Interesse. Lu« bitsch Hot die leichte, elegante Art, auch aus Nichtigletten etwas wirklich Filmmähiges zu machen. Er ist der Meister der Einfälle und Improvisation. Aber in der Serie seiner amerikanischen Lust- spiele spielt dieser jüngste Film keine besondere Rolle. Auch Lu- bitsch schläft manchmal, und sein Manuskriptverfasser Kräly hat sich zudem die Sache sehr leicht gemacht. Warum dieser Aller« wettssilm, der in jeder anderen Großstadt spielen kann, ausgerechnet nach Paris benannt ist, bleibt rätselhaft. Man könnte auch sagen: So ist New Park oder Amerika, denn zur rechten Zeit wird immer gebremst und der holden Sittlichkeit zuliebe das angefachte Feuer vorzeitig ausgeblasen. Ein Flirt über die Straße von Fenster zu Fenster zwischen zwei Ehepaaren ist der ganze Inhalt. Die bürger» lichc Seite, ein Arztehcpaar, ist kontrastiert mit dem Tänzcrchepaar, dessen weibliche Hälfte sich natürlich als alte Bekanntschaft des Arztes herausstellt. Der Flirt geht hin und her, und als es zur Entscheidung kommen muß, wird ein Motiv aus der Fledermaus ein- geschoben. Der Arzt ist zu einer Gefängnisstrafe wegen Automobil- raserei verurteilt, geht aber in der Nacht vor Antritt der Strafe noch mit der Freundin von vis-ä-vis auf den Ball. Inzwischen macht der Tänzer vergebliche Attacken bei der braveren Arztfrau, muß sich dem Polizeibeamtcn gegenüber als Ehemann ausgeben und nun statt seiner die Haftstrake antreten. Die Frau hol. ihren total beschwipsten Gatten siegreich ins Heim zurück. Versöhnung und neugcsesligtes Eheglück! Der Ball ist das große Filmereignis.. Allerlei reizende Situationen werden lebendig und das Ganze in einer Art Kurzschrist von Ausschnitten, die durcheinandergewirbell werden, gekennzeichnet. Im übrigen lebt der Film von Lubitschs EinfäUen, besonders bemerkt sei der Filmw-.tz: der überführte Ehe- mann soll ganz klein werden, ehe ihm seine Gattin verzeiht, und dos wird dann flugs im Film gezeigt. Monte B l u e ist der ge- borcne Ftlmlustsptelliebhaber. Sein Arzt ist ganz der charmante, jeder Situation gewachsene und immer siegreich lächelnde Manu. Andre Beranger muß dem Tänzer ganz wider Erwarten Uc Note des Schwächlings geben, der von seiner Frau erst mit Ei zur tänzerischen Leistungsfähigkeit ausgepäppelt werden muß. Die Damenrollen hätte man in Deutschland besser besetzt. Die Arztfrau ist in der Darstellung Ruth Millers wirklich ziemlich unbedeu- tcnd, und Liiian T a s h m a n übertreibt im Gebrauch ihrer Sprech» Werkzeuge erheblich. Um so besser Ist sie dafür in den Bnllszenen. r. .Aigeuaer im 5ra lich. Für die Liebe ist in diesem Film auch gesorgt. Die blinde Tochter des Ermordeten beiratet nach einer glücklich überstanden�!» Augenoperation einen berühmten Arzt, dem Erich K a i s e r- T i tz> mit Anmut und Würde adelt. Das Ganze ist echte Kolportage, aber Harry Piel gibt ihr eine fabelhafte Aufmachung. Der Film. hat keine toten Stellen, alles rollt in gehetztem Tempo ab, man. fragt überhaupt nicht nach der Richtigkeit und Möglichkeit der Bor- gängc. Piel arbeitet bewunderungswürdig mit der Andeutungs- und Berschleierungsmcthode, man glaubt immer etwas zu wissen und weiß doch nichts. Aber ist diese filmisch glänzende Kolportage mit dem Schauspieler Picl nicht imeressanter als irgendein lang- wellig aufgemachter Gescllschaftsfilm? Iiiige Bücher-Woche Karl Block, Buchhandlung und Antiquariat, Berlin SW, Kochstraße 9"»> Besuchen Sie mein Ladengeschäft. Reichhaltiges Bücherlager aus allen Literaturgebieten Staats-Theater Opernhnat» Platz a. diRepubl. P/aUhr: Othello Schauspielhaus VI, Uhr; Doppel» Selbstmord 8 Uhr; Hamlet. Schiller»Thcatcr 3 Uhr Alt-Bcrlln SUj Charleys Tante Mick« Dp«! Charlottenburc y/a Uhr: DasfilOdidien des Eremiten M Jrogön, N. Olszewska, Fr. Rranss, Abonn.-Turnus IV DeotscbK Tlieater Norden 10334—37 S Uhr; Seidhäfdtv.Gneisenau von Wolfßang Qoetz Regie: Heinz Hilpert Die Ronrädie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr: Vorletzte Aottohning. Die Gefangene' Von Bourdet Regie:M. Reinhardt Diensiag, den IS«, 7Vt Uhr: Erstaufführung: Die Perle von Tristan Bernard Regie: Forster Urrinaga Donncrstagp d. 20 Nadiftontellung. LndWift nardl. Gr. MWiellW Tägl. 8'/, Uhr: CHARELL- REVUE Sonat. nachm. 3 Uhr ungekflrzte Vorstllg. zu ermfiß. Preisen! Jtammerspiele Norden 10334— 37 S Uhr; Oilapolrida von Lernet-Holenia Iqit: Heinz Hilpert. Hierauf: Das Veilchen von Franz Molnar Regie; Eug. Robert CAS1NO-THEATER- u», — 1 las im Paradies!— flUS£*lineUB£n I Gutschein 1—4 Pers Pauteuil nur 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. St Nollendorf 7360 und andere HovitStenü Sonnabcnrfs d. Sonntags 2 Vorstellungen 3« und 8 Uhr, 3W zu ermäßigt Preisen d.ganze Programm Sonntag, den 16. Jannar mittags 12 Uhr Neiropoi- Theai Täglich 8 Uhr; ZirküsprioiMsin Bestaenztnealer Täglich SVo Uhr: Heute nachm. 4 U. Absteigequartier Eintritt Jugnllidn mtoln Thalia-TUeater 8 Uhr: Der grofie und der kteine Klaas Trianon- Theater Täglich 81/. Uhr. Der gr. Lacherfolg Dr. Stieglitz mit Lobe u. Ebelsbacher hittmd.Soniili. n. Sonnt. 4 D. Theater d. Märchen QoldUesdien. Walluuia-Theai. Wninlmgsweg Tljl. SV« Bs war einmal In Heidelberg mit d. Schlagerlied Ichhab'meinHerzin Heidelberg verloren Vorzeig. SC/oErmäß. KäteSchmidt-Samst Gaston Briese Wocite iweiiiir VerHaHi Deoiscties Teiipidilimis mr Em» efewe |«. m. h. 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Mitwirkende: Walter Möller CRezitation) •.Unsterbliche Mcisler In Wort und Ton" Eintritt 7» Pf.— Volksbühne TL u SüfflnniilRiiiin Heute 3 und 8 Uhr Uuttr n Wnplih 3 Uhr Lysislrata 8 Uhr: Vnlpoae Morgen 8 Uhr: Volpone Das Grabmal des oabekamrtCT Soldaten. Wallner- Theater Tägl. 8'/« u. Sonntag ZV, Uhr(kL Preise) die erfolgreiche' Schlageroperette Das blonde Wunder Raichshallan-Thaater Abends 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Hadinittigs: Halbst Prti», VOllstS Pragramiii! Oönhoff'Brett'l Variete, Tanz, Konzert, mit Karl Braun B�BfeVUfewocheB Täglidhi UFA»THE ATER KAMMERLICHT» SPIELE UTA»THEATER FRIEDRICH STR. UFA. THEATER TÜRMSTRASSE UFA. THEATER ALEXANDERPL. UFA»THEATER WEINBERGSWEG UFA»THEATER FRIEDRICHSHAIN nach dem Romas„Die Mittxmach fvsonne" von Lasrids Braus Universal SupcrFilni der Ufa Der seuesce GroiSfilm Dimicri Bucbowetzkis, dep aua der deutackes Filmisdustrie hervorge» gasgeses amerikanischen Meiste rregissctin Regie. Dimitri Buchowctzki In der Titelrolle. Laura La Plante Musikalische Illustration: W. R.Heymans Ufa» Sinfonie» Orchester unter Leitung von Arthur Guttmann Uraufführung: Montag, 17. Januar, U][?][Ö] Uhr Ufa-Palast am Zoo Konzert-Dir. Hermann Wölkt und Jules Sachs Philharmonie. Freitag« 21. Januar, 8 Uhr: Philharmonie. BEETHOVEN: SEPTETT SCHUBERT: OKTETT Strclchqulntctt: WOlfStlial SofutVnd. ZtÄStSKUgKÜk Populäre Preise: Mk. 1.50, 2., 3.—, 4. Karten b. Bote& Bock, Wertheim u. Abendkasse Berliner Konzerthaus Im Clou MauerstraDe 82 Im Clou Turmbau zu Babel! ClOU Die sehensw erte Ausschmückung der Berliner Sezession Triumphator-Fesl Morgen, Montag:«rege«*o l K* tOmi l eb e s Bo n x er t«er Berliner Ueeertafei. Chormeister; Musikdirektor ttox Wiedemann Berliner- HeWriHer- Gcnossensdiail Ber4inN24,EIsässerStr.86-88 I Filiale Westen, Wilmersdorf Fernsprecher Nvden 6325 o: 65 2t 1 Ludhausstraße 4. Tel.: Pfalzbnr- 983t ______ antsteflunds-amne und Lader Uexanderttr. 39-40(Alexander-Pasude) TeL: BAnidnadi 54«. 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