Nr. 34■» 44. Fahrg. fiusgabe A Nr. IS Bezugspreis. WöchrntliÄ 7V Ptenam. monallich k.- Zieichsuiark voraus Halilbar. Unler tireu�danü für■Seulfdiian». !tciyita, Saar- und ättcraclaebitl, Otiierrcid) Litauen Luicmbun 4,50 Reichsmaii, filt das übttae Ausland 5 j0 Scidismail vro Monat. Der„Botaiörls* mit der Musirisr» t-n Sonntagsbeilage„Poll und Zeit" iowie den Beilagen.Unierhaltung und fflifkn*„Aus der Silmroclt", „Srautnttimme*„Der Bindet- freund" �uqend-Borwärts" und „Blick in die Mcherruelt" erscheint tvochcntäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: «Soztaioemorro» v-rlln- argen ausgäbe Devlinev VolKsvlstt (�tO Pfennig) Anzeigenpreise: Die«illirnaltiae Nonvareille. »eile 80 Dkennig, Rellameteile Reichsmarl..Bleiue Anzeige»" das fetiaedruckte Wort 25 Biennli» kHulöllia zwei kettgedrucktc Worte). jedes weitere Wort 12 Virnnig. SicDenoefudie das erste Wort 12 Vfennia. jedes weitere Wort 10 Vkeitnia. Worte über 15 Buchstaben»Sbleu für»met Worte. Arbeitsmarkt Bolle 00 Tkennig. gamilicnanteiaen fstr Abonneutcu Beil»<0 Viennia. An., eigen filr die nächste Rummee müssen bis 4>b Uhr nackimiitaas im Sauvtaeschäft. Berlin EWW. Linden» strasseO. abgegeben werden. Eröffnet von 8Vi Uhr früh bis S Uhr nachm. Tentrslorgan Äsr SosialclemoKratifcken Partei VeuttcklanÄs Reöaktioa unü Verlag: Serlin SW. H8, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SSÄ-ÄS7. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. SS, Änöenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 17 231— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamte». Wallftr. 52: Biokonto-Scfelllchaft. Deuokltcnkasse Lindeustr. 8. Marx- Kanzler öes öürgerblockstt Hinbenburg fordert ihn auf, eine Rechtsregierung zu bilden.— Die Entscheidung des Zentrums vertagt. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichspräsident hat gestern Nachmittag das nachstehende Schreiben an den geschäfss- führenden Reichskanzler Dr. Marx gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Die au heu- und innenpolitische Vage des Reiches erfordert eine arbeitsfähige und starke Regierung. Die Regierung wird am erfolgreichsten arbeiten können, wenn sie sich aus eine Mehrheil im Reichstag stützen kann. Die Bildung einer solchen Mehrheit unter Liuschlutz der Linken ist, zurzeit wenigstens. nicht möglich: der Versuch zur Schaffung einer nur auf die mittleren Parteien gestützten Regierung ist gescheitert. Ich richte nunmehr an Sie, Herr Reichs. kanzle?, das Ersuchen, die Bildung einer Regierung auf der Crurdlage einer Mehrheit der bürgerlichen Parteien des Reichsiegs mit iunlichsier Beschleunigung zu übernehme u. Ich appelliere gleichzeitig au die hlerfüc in Frage kam- niend.n Fraktionen des Reichstags, persönliche Bedenken und ver�chi.deaheiteu der Anschauungen im Zuteresfe des vaier- tandes beiseite zu stcll-n, sich zur Mitarbeit unter Ihrer Führung zusammenzuschlistzeu und sich hinter ein?r Regierung zu verelnigcn, die entschlossen ist, nicht für und nicht gegen einzelne Parteien, sondern getreu der Verfassung für das Wohl des Vaterlandes zu arbeiten. Diese neue Regierung soll, weun ihr auch Vertreter der Linksparteiea nicht angehören, dennoch die besondere Pflicht Huben, in gleicher Weise wik' andere Skaatsnot. MLndiZkeileu, die berechtigten Interessen der breiten Arbeitermasscn zu wahren, und in dem Bestreben, dem gesamten deutscheu Volke in all seinen Schichten zu bleuen, die vor uns stehenden wichtigen politifchcn, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben lösen. Mit der Versicherung meiner besonderen Wertschätzung bin ich Ihr ergebener gez. vk hiadenburg. Die Zentrumsfraktion des Reichstags gab, nachdem im Laufe des Nachmittags mehrfach Sitzungen des Fraktion?- »orstandes und der Gesamtfraktion abgehalten worden waren, am späten Abend folgende Mitteilung heraus: ..Die Zentrumsfrakkion des Reichstages hak am heutigen Abend Berichte über die Regierungsbildung entgegengenommen. Sie erblickt in dem Scheitern der von ihr mit allem Ernst angestrebten Regierung der Mitte eine bedenkliche Verwicklung der politischen Lage. Damit ist ein Zustand geschaffen, der große staatspolitische Gefahren in sich schließt und länger nicht verantwortet werden kann. Der erneute Ruf an die Zentrumsfraktion, die Regierungsbildung führend zu beschleunigen, stellt die Fraktion vor eine überaus verantwortliche Auf- gäbe. Bei der Inangriffnahme dieser Aufgabe legt die Fraktion Wert darauf, dem Lande gegenüber ihreaußen- u n d ianenpoliti scheu Grundlinien unler Be- rücksichkigung der neu geschaffenen Lage klar herauszustellen. Zu diesem Zweck wird die Fraktion amFrcitagwieder zusammentreten.- Di« Mitteiluna der Zentrumsfraktion ist das Ergebnis langer und st �«Wischer Beeatvira»« b*r Zentrumsfraktion, die zeitweilig unterbrochen wurden, um dem Frak- tionsvorstand Gelegenheit zur Abfassung des oben wieder- gegebenen Kommuniques zu geben, dos in seinen Gründ- linien EON der Fraktion bkschlosjcn worden war. Das Kommunique wurde dann in kurzer Beratung von.der Fraktion genehmigt. Sein Wortlaut bedeutet� nicht die Ablehnung der Aufforderung des Reichspräsidenten von vornherein. Es schafft em Z w i s ch e n st a d i u m. Einstweilen kann man sagen, das der Brief des Reichspräsidenten im Zentrum große Erregun« hervorgerufen hat, und als eine äußerst unwillkvmmeno Pression empfunden wurde. Der Widerstand gegen den Plan einer Rechisregie- rung wurde dadurch zunächst stimm'Mgsmäßig nur verstärkt. � Bor einer sofortigen klaren Ablehnung schreckte man I Der Brief Hinöenburgs. ReichspräDent v. H i n d e n b u r g hat den geschäfts- führenden Reichskanzler Dr. Marx aufgefordert, die Bildung einer Regierung der bürgerlichen Parteien des Reichstags zu übernehmen. Der Reichspräsident hat an Herrn Marx ein Schreiben gerichtet, das eine politische Pression des Reichspräsidenten auf die Zentrumssraktion darstellt, wie sie die Geschichte der deutschen Republik bisher nicht kennt. Der Reichspräsident fordert das Zemrum auf, die Führung des Bürgerblocks zu übernehmen. Er erklärt, daß diese bürgerliche Mehrheitsregierung ans innen» und außenpolitischen Gründen notwendig sei, Den Vorwand für diese Pression gibt die Behauptung, daß die Bildung einer Mehrheitsregierung unter Einfluß der Linken zurzeit wenigstens nicht möglich fei. Der Wille der Bolkspcitei, die sich geweigert hat, an einer Regierung der Großen Koalition tsik-unehinen, ist für den Reichsvräsidewken demnach unumstößliches Faktum. Der Reicheprästdcn: lrilt mit dieser Pression auf das Zentrum an die Seite des HerrnScholz. Eine gleiche Pression ist nicht auf die Fraktion der Deutschen Volksvartei ausgeübt worden. Der Wille des Zentrums war auf Heranziehung der Sozialdemokratie gerichtet, der Wille der Deutschen Doltspariei auf Einbeziehung der Dcutschnationolcn in die Regierung. Der Reichsvräsident hat Partei genommen sür den W'llen der Deutsche.! Bolksxartei. Er achtet den Willen dieser Partei. Er achte« nicht den Willen des Zentrums. Die Zentrumsfraktion hat beschlossen und mehrfach bekräftigt, daß sie eine Regierung gemeinsam mit den Deutschnationalen aus gewichtigen S ünden nichf stjr möglich halte. Die Pression des Reichspräsidenten soll den Willen des Zentrums zerbrechen, damit der Wille der Deutschen Volkspartei triumphiere. Die Weigerung des Zentrums, eine Regierung mit den Deutschnationalen zu bilden, war wohl bearündet. Das Zentrum hatte innenpolitische und außenpolitische Bedenken. Es glaubte nicht an die Treue der Dcutschnationalen zur Verfassung, es fürchtete eine Gefährdung des Kurses der deutschen Außenpolitik. Ohne auf diese Bedenken einzugehen, fordert der Reichspräsident vom Zentrum die Bildung einer Rechtsregierung aus innenpolitischen und außenpolitischen Gründen, obwohl die Ereignisse der letzten Tage die gerecht- fertigten Bedenken des Zentrums verstärkt haben. Aus welchen außenpolitischen Gründen ist diese Regierung des Bürgerblocks notwendig? Die Erfahrung hat gelehrt, daß sin stetiger Kurs der deutschen Außen- Politik gemeinsam mit den Deutschnationalen nicht ein- gehalten werden ka«m, daß der Kurs der deutschen Außen- Politik schwankend imd unsicher wird, wenn sie sich nicht auf die Parteien der Linken stützt. jedoch zurück. Es wird also wstder und weiter verhandelt werden. Das Zentrum wird außen- und innenpolitisch Richt- linien aufstellen, und die Deutschnationalen werden genötigt sein, sich zu ihnen zu äußern. Freilich gjbt es keinen Eid, den die Deutschnationalen nicht zu schwören bereit wären, wenn es sich für sie darum handelt, an die Macht zu kommen. Das Hallen ist dann eine ganz andere Frage. Die Krise geht fort— noch weiß niemand, wie sie enden wird. vle Minister öes vürgerblocks. Im Reichstag nannte man gestern bereits die Minister des Bürgerblocks unter Marx. Sämtliche Minister würden beibehalten werden außer den demokratischen Ministem. Natürlich würde Geßler bleiben. Man raimlc als Ersatz sür die ausscheidenden Minister und sür Herrn Bell, der das Justizministerium aui- geben und nur das Ministerium für die besetzten Gebiete bei- behalten würde, die Deutschnationalen von Lindeiner-lvildem, Dr. von Dryander und Dr. Wallraf. Drei deutschnationale Minister! Die Berliner de in akratische Presse erklärt, es sei selbstverständlich, daß sich die Demokraten an einem Bürgerblock unter Zentrumsführung nicht beteiligen würden, auch nicht in verhüllter Form. Für ebenso selbstverständlich hält sie es, daß Herr Geßler gegen den ausgesprochenen Willen seiner Fraktion dein Bürgerblock angehöre« würde. Der Wille der Deutschen Dolkspartei zur Rechtsregierung ist fachlich nicht begründet worden.'Er entspringt der klasscnkämpferischen Stimmung der Partei — von der Herr Stegermaid sagte, daß es nichts Reaktiv- näreres gäbe— gegen die Arbeiterschaft. Wie seinerzeit in der Erklärung des Herrn Eurtius, findet man im Briefe des Reichspräsidenten Worte, die die Anklage, die in dem Worte Besitzbürger block liegt, von vorn- herein entkräften sollen. Das ist eine vorausgreifende Vor- teidigung der Klassenpolitik, die ein kommender Besitzbürger- block seiner Natur nach treiben wird und treiben muß! Aus dieser Verteidigung spricht das Grauen derer, die einen Krieg erklären, dessen Folgen sie kennen. Der Brief des Reichs- Präsidenten erklärt, die neue Regierung solle, wenn ihr auch Vertreter der Linksparteien nicht angehören, dennoch die berechtigten Interessen der weiten A r b e> t e r m a s s e n wahren. Warum, wenn die Wahrung der berechtigten Iiiter- essen breiter Arbeitennassen zu den brennendsten inncrpoli- tischen Problemen gehört» der demonstrative Ausschluß der Sozialdemokratie, der berufenen Ber- tretarin dieser Interessen, von der Regierungsbildung? Es gilt, den Schleier dieser beruhigenden Worte zu zer- reißen. Lösungen der Krise, der Arbeitslosigkeit, der sozialen Not, sind nur zu finden, wenn der Wille derArbeiter- s ch a s t entscheidenden Einfluß gewinnt. Diese Lösungen heißen: Lohnerhöhung, Achtstundentag, Aus- bau der Sozialpolitik. Das steht hinter allen Vcr- Handlungen, die in den letzten Wochen um die Regismngs- bildung geführt worden sind. Das hat die Taktik der Volks- parte« in der Regierungskrise bestimmt. Ihr Ziel war eine Regierung d.es Klassenkampfes gegen die Ardeiterschaft. Mit aller L)ärte des Willens, die die Scharfmacher in ihrem Lager auszeichnet, hat sie den Bürger- block erstrebt als Kampfregierung gegen die Sozial- demokratie, die Partei der Arbeiterschaft, und gegen die Arbeiterschaft als Klaffe. Der Wille der Volkspartei zum Bürgerblock ist es gewesen, der jede andere Regierungsbildung vereitelt. Die Mehrheitsbildung unter Einbeziehung der Deutschnationalen ist darum ein Programm: ein Programm des Klassenkampfes des Besitzes gegen die Arbeiterschaft. Worte vom Wohl des Vaterlandes, wohlbekannte, oft miß- brauchte Worte, können darüber nicht hinwegtäuschen. Der Reichspräsident hat den Kandidaten des Volks-- b l o ck s. der im Kampf um die Reichspräsideiitschaft cm 26. April 1925 alle republikanischen Stimme n auf sich vereinigte, er hat Herrn Ma r x aufgefordert, eine Regie- rung zu bilden, die ihrer Natur nach eine Kamnfregierung gegen die arbeitenden, republikanisch gesinnten Volksmessen werden muß. Das Zentrum berät. Aber ist die Antwort nickst auch eine eigene, persönliche Angelegenheit für Marx? Oer Lüttwitz- Skandal. Nicht nur Liittwit?, auch Ehrhardt Ncichspenffonär. Minister Brauns zur Rebe acstcllt.— Er zuckt mit den Achseln. Der Haushalt des R e i ch s a r b e i t s in i n i st e r i u m s wurde in der Donner-tagsitzung des Ausschusses für den Reichchaushalt init dem Kapitel Versorgungswesen zu Ende beraten. Bei den beiden Ctatstitcln, aus denen die ärztlichen Gutachter bezahlt werden, beantragte Genosse Hoch im Interesse der Geschädigten die Erhöhung um 175 MO bzw. 000 M. Er wies darauf hin, daß auf ihren Gutachten in erster Reihe die Erledigung der Ber- sorgungsmstprüche beruhe. Die Rcgicrungsvertreter baten dringend um Annahme der Anträge, und führten für die Naiwcndigkeit, eine größere Zahl erfahrener Gutachter anzustellen, die Tatsache an, daß bei den Versorgungsstellen wegen Mangel au ärzllichen Gut- achtern nicht weniger als 68 000 noch unerledigter Ansprüche sich aufgehäuft hätten. Die Anträge wurden einstimmig angenommen. Der Zvall LlittwiÄ. Beim Kapitel Reichsversorgungsgsricht bringt Genosse Dr. Rosenfeld die Zi-erkennung der Pension an den General v. Lükkwlh zur Sprache und bezeichnete es als unerhört, daß die Republik diesem Hochverräter eine Pension auf Lebenszeit und nach- träglich« Gehaltsbezüge bewilligt habe. Wie sei et« solches Urteil inSglich gewesen! Während Lüttmrtz sich versteckt gehasten habe, solle mit den« für ihn bestellten Pfleger amtlich wegen seiner Pensionsansprüche verhandelt worden sein. Ist das wahr? Bei den Verhandlungen über den Justizetat habe der ge- jchäftsführende Reichsjustizminister erklärt, dag bei Kommunisten, wenn und solange sie flüchtig seien, Gnadenbeweise nicht in Jlragc kommen könnten. Aus welchem Gründe sei bei dem hochverräler Lüttwih das enlgegengesehle verfahren befolgt worden? Wer habe in diesem Prozeß das Reich vertreten? Warum habe sich kein Herr des A r b e i t s»i I n i st c r i u m s selbst um den Prozeh gekümmert? Durch die Begnadigung könne doch nicht rnlsgesprochen werden, daß das, was der Begnadigte getan habe, nicht strafbar sei, sondern nur, daß wegen des Delikts die Strafverfolgung unter- bleiben solle, werde das Reich gegen v. Lüttwih nicht eine klage wegen Ersah des Schadens anstrengen, den er angerichtet habe? Reichsarbeitsminister Dr. Brauns antwortete, daß durch das Dekret, mit dem Lüttwitz' Entlassung ausgesprochen sei, die Pensionierung nicht ausgeschlossen worden wäre, Eine Aufrechnung wogen Schadensersatz konnte vom Arbeitsministerium nicht erfolgen, weil es sich dabei um zivil- rechtliche Ansprüche handele, mit denen das Reichsver- sorgungsgericht nichts zu tun habe. Was die Pensionierung von Ehrhardt betreffe, so sei dieser schon vor dem Kapp-Putsch pensioniert gewesen. Durch die Amnestie sei diese Pension wieder aufgelebt. Ob eine Lex L ü t t w i tz ertasten werden müsse, tonne nur das gesamte Kabinett entscheiden. Ministerialrat kerschcnstelner und der Präsident des Reichsver- sorgungsgerichts Scheffcc ergänzten die Ausführungen des Ministers. Letzterer setzte insbesondere auseinander, daß das Urteil Im Falle Lüttwitz korrekt nach rein wissenschaftlich juristi- ichen Erwägungen gefällt sei. Er müsse zugeben, daß die Rechtslage eine sehr verzwickte sei und könne die ganze Frage als eine Doktorfrage betrachten. Genosse Dr. Rosenfeld bezeichnete diese Auskünfte als g ä n z l I ch unzulänglich und wiederholte feine Fragen, ob das Reich im Falle Lüttwitz die Klinke der Gesetzgebung ergreifen und ob es auf Schadensersatz gegen Lüttwitz klagen werde. Auf diese Fragen erklärte der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. daß die Anfragen von Genossen Dr. Rofenfeld rein politischer Natur wären. Er könne sie zurzeit und für solange nicht beant- warten, bis nicht ein verantwortliches Kabinett, das allein zur Beantwortung zuständig ist, vorhanden sei. Der Ausschuß trat sodann noch in die Beratung des chaushalts des Rcichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ein. Doch blieb die Beratung in der allgemeinen Aussprache Über die Lage der Landwirtschaft stecken. hartnäckiger Schwindel. --Tägliche Rundschau" und Landbundverleumdungen. Die Verleumdungen, die gegen den preußischen Minister- Präsidenten Braun in der Landbundbroschüre»Herr Mini st er- Präsident Braun: Wer ist Oppen heim er?" ans- gestreut worden sind, sind vom amtliche» preußischen Pressedienst in einer amtlichen Erklärung Lügen gestrast worden. Die Deutschnationale Presse hat diese Erklärung abgedruckt und hingenommen. Anders die„Tägliche Rundschau", die den Schwindel ebenfalls nachgedruckt hatte, besitzt die Stirn, die amt- liche Erklärung der preußischen Regierung anzuzweifeln und auf den Verleumdungen zu beharren. Die„Tägliche Rundschau" ist Organ des Außen- Ministers S t r e f e m o n n. Es ist ausgerechnet dies Orgati. das den preußischen Ministerpräsidenten weiter ver- leumden möchte. Ehrhardt. Meineid. Generalstaalsanwalt. In seiner Red« über das Wiking-Bcrbot hatte Innenminister G r z e f i» s k i u. a. auch von einer erwiesenen An st istung zum Meineide durch Ehrhardt qesprochen. Ehrhardt hatte darauf die Stirn, gegen Genossen Grzesinstt Strafanzeige wegen verleumderischer Be- lcidigung zu erstatten. Der General st aatsanwalt beim Landgericht I Berlin hat die Anzeige, wie jetzt bekannt wird, zurückgewiesen. Kampfbeginn im sächsischen Lanötag. Scharfe Kritik an der Rcchtäregicrung Heidt. Dresden, 20. Januar.(Eigener Drahtbericht. l In der heutigen Sitzung des sächsischen Landtages übten die Genossen Bockel- Chemnitz und Edel- Dresden scharfe Kritik an der farblosen Regie- rungserklärung und insbesondere an dem Verhalten der ASP. Die Regierungsparteien begnügten sich mit einer kurzen Erklärung, in- dem sie ihr Einverständnis mit der Regierungserklärung erklärten. Ein kommunistischer Mißtrauensantrag sowie«in kommu- nistischcr Auflösungsantrag wurde gegen die Stim- me n der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag enthielten sich die beiden Nationalsozialisten der Zlbstlmmung. Sie stimmten jedoch gegen den Auslösungsantrag. Ein überflüjsiges Subventionsgesuch. Krupp nimmt eine private Anleihe auf. Das Entgegenkommen des Reiches an das Großkapital hat be- konntlich dazu geführt, daß jede einigermaßen bedeutende Firma ohne weiteres um R e i ch s h i l f e ersuchte, wenn sie einmal auf kurze Zeit festgefahren war. So hatte neuerdings die Firma Krupp in Essen vom Reiche 20 Millionen Mark zu einem verbilligten Zinssatz vorlangt und dabei die Drohung ausgesprochen, daß sie bei einer Verweigerung des Darlehens 15 000 Arbeiter entlassen müsse. Dieses Kreditgesuch, das einer Forderung nach R« t ch s s u b- v e n t i o n gleichkam, wurde abgelehnt. Bald darauf erschien die Bilanz des Unternehmens, die ergab, daß von einer Notlage der Krupp-Bstriebe und auch von einen, Mangel an flüssigem Gelde nicht die Rede sein kann. Jetzt aber legt die Firma Krupp mit chllfe von privaten Großbanken eine sechsprozentige An- leihe in chähe von 60 Millionen Mark auf. Die tatsächliche Ver- zlnsung ist noch etwas höher und beträgt annähernd 7 Proz. Die Banken sowohl wie die Firma sind der Meinung, daß die Krupp- Betriebe diese ganz bedeutend höhere Zinslast ohne weiteres tragen können. Sonst wäre di« Anleihe nicht zu- stände gekommen. Der Anleiheabschluß ist also ein Beweis dafür, daß das Unterstützungsgesuch der Firma Knipp ebenso überflüssig wie unberechtigt war. Der ganze Vorgang zeigt also aufs neue, in wie l e i ch t f e r t i- g e r Weise das Großkapital an die chilfe des Reiches appelliert. Es weiß schon, daß die Regierung für die Forderungen der Unter- nehmer immer sehr viel Geld übrig gehabt hat, während die berechtigten sozialen Forderungen der Arbeiterschaft meist rück- stchtlog abgelehnt werden. Sehr charakteristisch ist die Tatsache, daß dem Krupp-Konzern von den 60 Millionen, wenn die Amerlkaanleihe und die Aus. wertungohypotheken, wie beabsichtigt, getilgt sein werden, gerade jcne20Millionen noch zur Verfügung bleiben werden, um die dos Reich in Anspruch genommen werden sollte. Weshalb der Essener Oberbürgcrmelster für die Krupp- interessen mißb raucht werden konnte, wird noch besonder» aufzuklären sein. Stahlhelmführer vor Gericht. ZOO M. Geldstrafe wegen Beleidigung der RcichSfapnc. Znsterburg, 20. Januar.(56X25.) heute wurde vor dem Schöffengericht gegen den Landesverbandsführer des Stahl» Helms, Rittergutsbesitzer Graf Siagfried zu Culenburg« Wicken(Kreis Friedland) verhandelt. Roch Bekundungen von drei Landjägern soll der Beschuldigt« bei einer Stahlhelmversamm- lung in Mixeln(Kreis Gurnl, innen) am 18. Juli 1926 gelegentlich der Festrede die Warte gebraucht haben:„wir wollen die schwarz- welßrole Fahne wieder haben und nichi die versaute Fahne." hier- in wurde ein Vergehen gegen den§ 1 des Republikschutzgesetzes erblickt. In der umfangreichen Beweisaufnahme bekundeten die ver- nommenen Stahlhelmmiiglieder, daß sie diese Aeußerung nicht ge- , hört hätten. Das Gericht kam trotzdem zu einer Verurteilung, und ! zwar erhielt Graf Eulcnburg-Wickcn an Stelle einer verwirkten '■ Gesängnisstrofe von 10 Tagen eine Geldstrafe von 500 M. an deren Stelle im Unvermögensfalle für je 50 M. Geldstrafe ein Tag Gefängnis treten soll._ Eine notwendige Kontrolle. Seltsame Praktiken der Rcichöbahngesellschast. In Erledigung einer Reichstagsentschließung hat der Reichs- finanzininsster dein Reichstag eine Denkschrift de« Rech- nungshoses zur Prüfung der Bilanz und der Gewinn- und Derlustrechnung der Deutschen Reichsbahngesell- schaft vorgelegt. Maßgebend für eine solche Prüfung ist ß 30 des Relchsbahngesetze». wonach die Reichsrcgierung das Recht hat, jeder- zeit die Bilanz und die Gewinn- und Derlustrechnung der Gescllfchait nachprüfen zu lassen. Nach einem geschichtlichen Rückblick über das Zustandekommen dieses Paragraphen macht die Deutschrift oussühr- liche Zlngaben über die Erfordernisse einer ausreichenden Prüfung und über die rechtlichen Grundlagen einer solcdei- Prüfung. Sie stellt fest, daß die Meinungen darüber, inwieweit auf eine derartige Prüfung ein Rechtsanspruch des Reiche» besteht, zwischen Rechrnings- Hof und Reichsbahngeselischast auseinandergehen. Die Reichsbahn- gesellschaft habe in den Verhandlungen, peinlichst an den Buch- st oben des Gesetzes haftend, der Gesetzesbestimmung die engste und dem Reich« ungünstigste Auslegung gegeben. Eine aus- dehnende Auslegimg habe die Reichsbahngeselischast als mit dem Gesetz in Widerspruch stehend und zu außenpolitischen Schwierig- leiten führend bezeichnet. Die Denkschrift kommt zu dem Ergebnis, daß zwar der Wort- laut des Z 30 des Reichsbahngesetzes der klaren Fassung entbehre, daß aber die Auslegung des Rechnungshofes auch gegenüber dieser Fassung rechtlich durchaus vertretbar sei. Die Reichsbahngesellschaft wäre sehr wohl in der Lage gewesen, der den deutschen Be- langen und den Wünschen der Reichsregierung und Volksvertretung entsprechenden Auffassung Rechnung zu tragen und dem Reiche den notwendigen Einblick in alle, sein Eigentum betreffenden Verhältnisse zu gewähren. Vcsürchtlingen über einen zu«rwartendcn Widerspruch der Reparationskommission tonnten sachlich keinen ge» nügeuden Grund finden. Eine Kontrolle im Sinne der Denkschri': werde vielmehr gerade der Sicherung der Reparationsfähigkeit dienen können. öarmat-prozesi. Die Staatöbankpräsidcntcn sagen aus. Nach dem Staatsbankpräsidentcn v. Dombois wurde im Bannat« Prozeß gestern Slaatsbankpräsident Schröder vernommen. Auch er erklärt, daß Vorschrislen über den Abschluß von Geschäsien nicht bestanden und daß alles dem Entscheiden der Dezernenten überlassen blieb. Er hat nach seinem Amtsantritt zwar Barmat empfangen, sich um das Konto Barmat aber nicht gekümmert. Erst später sei ihn, die chöhe der Kredite aufgefallen. Dellwig nuiss« den Beschluß, die Kredit« zu verringern, gekannt haben. Er habe nach der fraglichen Sitzung eine Zluseinandcrsetzung über die Kredite mit Rühe und Rugge gehabt. Dellwig gibt zu, daß ihm dann aber Rugge Vorwürfe über die 5)öhc der Kredite gemacht habe, aber er sei sehr empört darüber gewesen, da er Rugge über die Höhe der Kredite stets auf dem Laufenden gehalten habe. Den!Seschluß auf Kreditvermiiide- rung habe er dagegen damals nicht gekamü, sondern erst im Jqhre darauf erfahren. Staatsbanlpräsident Schröder niuß die Möglichkeit zugeben. daß die Generaldirettion es gebilligt habe, wenn Barmat trotz des Dennindeningsbeschlusle« weiter« Kredite gegeben wurden. Auf Betragen der Verteidigung gab er ebenso wie dar frühere Präsident v. Doinboi» an, es sei durchaus möglich. daß die Staatsbant günstigere Bedingungen eingeräumt habe, wenn der Kredit einen oolkswirtschaftlichen Zweck habe. Der weitere Verlauf der Verhandlung wird durch eine Kontra- verse über banktechnische Fragen zwischen Dellwig aus der einen und Schröder sowie Sachverständigen Professor Leilner auf der anderen Seite ausgefüllt. Die Auseinandersetzung führte zu keinem Ergebnis. Lprik im Konzert. Musik-Ilmschau von fiurf Singer. Liederabend auf Liederabend. Als sei so ein Singen von zwei Stunden das Bequemste von der 5velt. Es ist das Schwerste, das Verantwortungsvollste, das Undankbarste. Wie käme es sonst, daß mir in den Iahren seit dem Krieg keinen neuen Liedersänger, keine Nachfolgerin der Eulp, Vehr. Dcssolr, Gerhardt gesunden haben! Die Zeit schlägt der Lyrik des Lieds die Flügel ob. Texte moderner Dichter wandeln sich vielleicht in dramatischen Ausdruck, ins Dalla- deske. in Rezitativ oder Begleitung der Musik, aber lyrische Ge- sänge werden daraus nicht. Und die Menschen, die da aus der Stimmung Schubertfchen Lieds ihr eigenes Wesen enthüllen, müssen ein wenig vom Gestrigen haben, dürfen keine Menschen sein, die mit dem Tempo, mit dem Sinn unserer Zeit zufrieden sind. Die Zeit ist gegen den Gesang, und Liedsänger sind unzeitgemäß. Selbst die sinfonische Musik, die doch im lebendigen Ton Bruckners stärkste episodische Gesongsparticn enthält, will nicht viel von solcher lyri- scheu Stimmung wissen. Dier treffen sich Zeitströmungen mit künst- lerischem Unvermögen. Eines aber könnten die Singenden, die jetzt die Podien besetzen, zur Freude der Dörer tun; sie könnten zum Bekannten das Unbekannte setzen. Nicht gerade immer Neues von neuen Männern. Aber im unendlichen Schatz Schubertscher, Schu? mannscher. Brahmsscher Gesänge sind Perlen, die gefunden werden, die gezeigt werden sollten. Das Lied sst der Ausdruck der Liebe. Man muß aus der Auswahl schon erkennen, wes Geistes, wcs Wesens der Sänger ist. Wer aber nicht selber lesen, lernen, suche» kann, der greife zu dem erquickendsten, lebendigsten, gcsimgensten oller Bücher über das Lied und vertraue sich diesem herzlichen Füh- rer an: Oskar Bies Wert über dos deutsche Lied(2krlag von Fischer) ist eine Geschichte der Lledkultur, eine ästhetische Muster- arbeit über den Zusammenhang zwischen Mensch und Musik, Zeit und lyrischen Ausdruck dieser Zeit. In den Namen Schubert, Schu- mann, Brahms, Wolf wird der Well lyrischer Andacht Vollendung gegebe». Den Unterschieden, de» Weisheiten, den Göttlichkeiten dieser Meister tastet Bie nach, und Schubert heißt das große Erlebnis- wunder. Solchen gesprochenen, gesungenen Stimmungen begegnen wir nn Konzertsaal selten. Lied, geschaut und gestaltet im Temperament. in der Güte eines Meisterdarfteilers— wo ist es geblieben? Dos Lied, gepeinigt durch die Zerrung an die Oeisentlichkeit, flieht zurück in die Däuslichkeit, aus der es entstand. Eine Persönlichkeit drang immerhin durch: Äia von Dessert. Im Komps um die Technik der Sprache ist sie zu«iner großen Deuterin von Gefühlen geworden. Ist die Stimme auch noch nicht ganz erschlossen, vielleicht unfertig im Streit zwischen Doch und Ties, so bleibt aus der Darstellung Debussyscher Lieder doch ein Klang, ein Ton, ein Empfinden haften, persönliches Wesen, anmutiges Durchleben. Pauline Dobert rech- net zu den besten der Liedsänqerinneu. Mi! Dobrowen im Bunde weiß sie Schubertschem Lied Rundung. Leichtheit, Fülle, Struktur zu geben, und selbst in schwächeren Momenten quillt die Stimme malerisch durch. D«rtho G l ü ck m a n n ist im Aufstieg. Technische Mängel, wie ein gelegentlich sehr enges Ansetzen des Ton», sind fast ganz überwunden. Ueberlezc» im mustialischen Erfassen und Führen der melodischen Linien, weih sie Schumannscher Lyrik innerlich belebt nachzuspüren. Varianten der Stimmung beglücken. Nichts scheint unisormiert und erlernt. Gefühl ist olles, lind Michael Rauch- eisen nntersireicht es durch zarteste Beleuchtung des bei Schu« mann so wichtigen Klaviersatzes. Den, Chorlied zollte der.Berliner Lehrergesang- verein" zu Ehren des 40jährigen Bestehens herrlichen Tribut. Wirkliche Lieder in Chorbearbeitung erwiesen ihre Lebensberechti- gung, die diesem herrlichen Männerchor unter Rädels Leitung längst zugesprochen war. Je seltener die Lyriker des Gesangs, um so häufiger die am Klavier. S eh n o b e l. der seinen Beethoven-Zyklus herrlich sort- setzt, ist ein solcher(aber nicht nur ein solcher), K e m p f f ist's, Bertram Aber Katharin« G o o d s o n ist es nicht, oder nach nicht. Dem Brahmsschen Klavierkonzert O-moll ist sie menschlich und technisch nichl gewachsen. Ihr Griff ist unsicher, ihr« Baukraft noch schwach. Der Versuch, auf dem Klavier zu singen, gelingt immerhin besser, al» der pantherhofte Sprung, der zu Brahms ge- hört. Ihr bescheidenes Wesen, ihr gute» Wollen, da» zu früh an größte Ausgaben geriet, fand Beifall. Fritz B» s ck> zeigte sich von seiner besten Seit« in den Brahmsschen Variationen über ein Daydn- Thema. Ein Gestalter, ein naturhaster Anreger, eine Leidenschast und ein Feuer. Dätten nicht ein paar Momente theatralischer Heber- kraft gestört—, es wäre eine Darstellung herbster, stärkster Profi- lierung gewesen. Busch wurde von den Berlinern dankbar gefeiert. Einigung in der Berliner Aussielluogssrage. In der Aus- stellungelrage, die vor einiger Zeit in Künstlerkreisen und in der Oesfentlichkeit lebhast erörtert wurde, ist durch Verhandlungen unter den Künstlerorganisationon und mit dem Kultusmintslerlum ein« Einigung erzielt worden. Wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat Kultusminister Dr. Becker auf eine Kleine Anfrage im Landtag geantwortet, daß die Absicht bestehe, die Ausstellungshalle am Lehrter Bahnhof im Jahre 1927 gleichzeitig sowohl den von der Ausstellunqskommission vertretenen Künsllergruppen al» auch der .Iurysreien Kunstschau" zu überlassen. Der Plan, die bisherigen Ausstellungsgebäude durch einen zeitgemäße» und zweckentsprechen- den Neubau zu ersetzen, werde erwogen. der Urania hielt Dansotto K n i s p e l einen Lichtbildervor, trag unter dem Thema.Zwischen den Schluchten der Wolkenkratzer von New Uork". Doch bot er nicht eigent- lich einen zusammenhängenden Vortrag, sondern es war mehr ein großes, meist interessantes oder amülaittes Bilderbuch von New Bort, das er dem Publikum zeigt«, Zu den Lichtbildern, di«— mit Ausnahme der knalligen Nachtbilder— sogar recht gut koloriert waren, gab der Bortrogende den Text. Begeistert von dem. wa» er drüben gesehen und erlebt Hot, begeistert noch in der Erinnerung van den unbegrenzten Möollchkeiten des Landes, war Knlfpel gewiß kein guter, ober trotzdem ein eindrucksvoller Redner. Sein Aar- trag war immer lebendig, impulsiv, vermittelte etwa» pou dem, was auch die Bilder vermitteln wollten: den Eindruck New Bork« nicht als Begriff, sonder» als Stadtbild. Man bekam eine Vor- stellung von drr gewaltigen Entwicklung der Stadt, die in etwa 300 Jahren aus einem kleinen Landstädlch«n mit Ichlichten, an» stöckigen Däusern, von denen noch heute einige erhalten sind, weil man den Platz noch nicht brauchte, zur Weltstadt wurde. Man blickte auch in die primitiven Stadtteile der Armen, die sich aus Einge- wanderten aller Länder rekrutieren. In seltsamem Kontrast zu dem überladenen Glanz der Douptstraßen stehen diese schmutzigen, oft baufälligen Däuser, vor denen Stroßenhöndler im Sttl der jetpeili- gen Nationalität ihre Waren feilbieten. Es war zu bedauern, daß der Redner nicht mit einem Zcigestock die Blick« der Dörer zu den wesentlichen Punkten der Lichtbilder dirigierte und daß er als Maße stets die englischen, den�neisten also nicht geläufigen nannte. 5)offen!. lich fallen diese Mängel bei Wiederholung des Vortrags fort und hoffentlich ist Dansotto Knifpel dann auch in seinen recht anfecht- baren Kunsturteilen oorsichiiger. Ts. Eine Ebert-Büstc für die Rattonalgalerie. Di« Pressestelle des Oberpräsidium» in Breslau teilt mit; Der von Prof. Vednorz von der Kunstakademie Breslau modelliert« Kopf des früheren Reichs, Präsidenten Ebert ist vom Oberprästdenten im Austrage des preu- ßischen Kultusminister» für die Nationalgalerie angekauft worden. De« Kopf bleibt al» Lethgabe im Oberpräsidium Breslau. Ein Maulkorb für einen Vulkan. 60 Personen haban sich im Jahre l926 in den Krater de» Vulkane Älsetakz aus der sapansschen Insel Kiuschiu gestürzt. Kluschiu, die drittgrößt« Insel des japoni- scheu Koiserreichz, Ist wegen ihrer Vulkane und ihrer Erdbeben berüchtigt und gefürchtet. Da sie nun in neuerer Zeit auch Selbst- mordinsel geworden zu sein scheint, hat der Polizeipräsekt von Nagasaki mehrere hervorragende Ingenieure aufgefordert, Entwürfe und-PlSn« zur Bändigung des gefährlichsten der feuerspeienden Berge des Eilandes vorzulegen. Den größten Beifall fand ein Pro- sekt, das di« Krateröffnung des Vulkans mit einem starken Metall- netz versperren will. Der Vulkan wird sich dadurch wahrscheinlich nicht hindern lassen, weiterzuspeien, aber die Selbitmordkandidaien n-ird er dann nicht mehr verschlingen können, es fei denn,»aß er, was nicht ganz unmöglich Ist, sich eine neue Kraterössnung bahnt. Mvach-Aussiellung in der Nationolgolerie. Gebeimrat Ludwig Jufti der Direktor der Nationolgalerie, deren Schicksal jetzt in-frage steht, itt fett einiger Zeit al» fflait Sdvard Münch« In Dilo, um mit dem Metfier eine große Runch-AuSitellung in der Nationalgalert» ,u vereinbaren. «ugeaie tduardowa gibt den diesjährigen öffentlichen Abend ihrer Balletlichulc am 29., abends 8 Uhr, im Blüthnerfaal. vefialozzifeicr>a den veruis- und Aschfchulen. Wie der«mtllche Preußische Preffedienff mitteilt, bat der Hanbelsmiiuiler empioblen, daß cm 17. Februar auch in den ÄerusS- und Fachschulen Pestalozzis gedacht wird. Die Durchführung wird den«iiizclnen Schulen überlassen. Soweit am 17. Februar kein Unterricht stattfindet, kann am nächstfolgenden UnterrtchtZ- tag« aus di« Bedeutung Pestalozzis hingewiesen werden. vi« Ton, Orchester de, presseball» Lei dem am Sonnabend. SS.. In allen Feftfälen deS Zoologisch»» r» a r t e u S itattiindenden Prrs'eboll werden di« besten Tanzorchester Deutschlands spielen. Da all» Räum« de« Zoo für den Boll in Anspruch gcnomme» werden, sind sieben Orchester verpflichtet worden: Iftti. Julian F u b» vom Palais am Zoo, Eric vorchardt. Kermbach, Ssim Schachmeister, Pros. E h m k I, «rtur»uttmann. Der Kartenverkauf beguml Montag 1b Uhr du Zoo, Adlerportal. Deutfth-polnisthe Zrieöensarbeit. Der Gindruck von Lobes Lodzer Rede. Die Lodzer Iubiläumsoersammlung der deutschen Sozial- dcmokratie in der Republik Polen, in der am vergangenen Sonntag nach dem Reichstagspräsidenten Genossen L ö b e die Sejinabgeordneten Genossen Diamond und Cza- p i n s k i für die polnische Sozialdemokratie, K ro n i g und Serbe für die jubilierende Partei sprachen, war eine Kund- gebung, wie sie Lodz kaum je vorher gesehen hat. Ueber ihren Eindruck äußerst sich das polnische sozialistische Haupt- organ, der Warschauer„Rodotnik" in folgender Weise: Die Rede, die am vergangenen Sonntag Genosse Paul L ö b e, der Präsident des deutschen Parlaments und einer der hervor- ragendsten Führer der deutschen Sozialdemokratie, in Lodz gehalten hat, ist eine Tatsache von großer politischer Bedeutung und bestätigt tressend unsere Ansicht, daß die Behandlung des ganzen Deutschland als eines geschlossenen nationali st i- schen„Blocks"«ine bodenlose Dummheit ist, die dem Frieden im Osten Europas schadet. An der Sitze der deutschen Demokratie steht der deutsche Sozia- lismus. Er tritt mit großem persönlichen Mut gegen die nationa- listische Propaganda, gegen Rüstungen auf. nimmt gegenüber der polnisch-deutschen Grenzsrage eine kluge, ehrlich«, weitblickende Stellung«in und stellt a» erste Stelle die Frage der Wirtschaft» l i ch e n und kulturellen Annäherung beider Völker. Die Rede des Genossen Lobe wird vielen Lügen, falschen Mei- mingen, demagogischen Ausfällen ein Ende machen. Die Rede war ein starker Schlag gegen den entfesselten polnischen und deutschen Chauvinismus und zeigte die Möglichkeit der Zusammen- arbeit und die Bereitwilligkeit des deutschen und polnischen So- zialismus zu gemeinsamem Borgehen. Die Deutsch« Sozialistische Arbeitspartei Polens hat de r F r i e- denspolitik einen großen Dienst erwiesen, indem sie gerade in dieser Weise und unter dieser Losung die Feier ihrer Partei veranstaltete. Die Sozialistische JMernationale hat noch einen Beweis dafür erbracht, daß sie die lebende Wahrheit der Ge- schichte ist. Am Tage nach dieser Rede war Genosse Lobe— dem die von der polnisch-nationalen Arbeiterpartei beherrschte Lodzer Stadtverwaltung ihr Repräsentationsauto zur Per- fllgung gestellt hatte— in Warschau Gast der polnisch-fozia- listischen Sejmfraktion. Cr stattete den Präsidenten beider Häuser des Parlaments Besuche ab, wodurch diese Reise wohl über das rein private hinausgehoben worden ist. Konferenz»er üeutschen, iüöifchen und polnischen Genossen. I» der vorigen Woche tagte im Warschauer Scjmgebäude eine Konferenz der deutschen, jüdischen und polnischen Sozialistenpartei der weitere folgen sollen, um das Zusammenwirken der Parteien immer enger zu gestallen: in Zukunft sollen auch die Sozialdemo- traten der slawischen Minderhettsvölker Polens— Weißrussen. Ukrainer. Tschechen— hinzugezogen werden. Bon der erwähnten Konferenz seien folgende Ausführungen wiedergegeben, die die Beurteilung der polnischen Innenpolitik durch unsere Go- nassen zeigen: Abgeordneter Riedzialkowskl(PPS.) unterstrich, daß kleinere und größere Agrar Parteien in der letzten Zeit zusammen- arbesten. um dadurch das Jndustrteproletariat zu beu> gen, ebenso die einzelnen Industriezweige. Dt« PPS. will nicht die gegenwärtige Regierung um jeden Preis stürzen, aus Rücksicht auf den Anmorsch des Faschismus, der sich im„Lager des großen Polens' eine Kampforganisation geschaffen hat. Der PPS. geht es um die A c n d e r u n g der gegenwärtigen Regierungspolstit im Sinne der Berücksichtigung der Interessen der werktätigen Bevölke- rung. Die letzten Beschlüsse des Parteirates sind nicht als eine Ab- kehr vom Standpunkt der Opposition zur Regierung zu werten, son- dern nur als ein« Aenderung der Stellungnahme zu Pilsudski als Person, den viele persönlich« Fäden mit«in- zelnen Mitgliedern der PPS. verbinden. Dies betrifft aber keines- falls den Rcgierungsmann Pilsudski. Gelingt es aber nicht, eine Aenderung der Politik der gegenwärtigen Regierung zu erzielen, so wird die PPS. zur rücksichtslosen Opposition greisen. Stadtverordneter Ehrlich- Warschau(Bund jüdischer Arbeiter): Wir sind gegen die Pilsudski-Regiening. Wenn wir sie chrer Art nach beurteilen sollen, so können wir sie nickt, wie viele Zeiwn- gen. eine faschistische nennen. Denn der Faschismus hat drei Grund- sätze: 1. Berneinung der Forderungen der Arbeiterschast: 2. Begünstigung der Interessen der Befitzenden und 3. rücksichtslos« De- kämpfung des Gegners. Die ersten beiden Grundsätze hat sich die Pilsudsti-Regierung zu eigen gemacht. Den dritten noch nicht. Wir würden unseren italienischen Genossen Unrecht tun, die unter dem schlimmsten Terror zu leiden haben, wenn wir unser« Zustände mit Foschisnms bezeichnen würden Aufgabe des Augen- blicks ist die Zusammenfassung aller Arbeiterorganisationen zur Bor- bereitung der Abwehr des uns drohenden Faschismus. Ueber die Minderheilsvölkerpolilik führt« der deutsch-sozialdemoklratische Sejm abgeordnete K r o n i g- Lodz aus: Unser Standpunkt ist: Weit-. gehende territoriale Autonomie für die slawischen Minher- heiten, die geschlossen wohnen, für uns eine kulturelle logenannte personelle Autonomie, wie sie grundsätzlich schon vor 25 Jahren Genosse Karl Renner- Wien vorgeschlagen hat. Außer dieser Forderung haben wir noch Einzelsorverungen, u.a.: die Her- stellung der Gleichberechtigung für unsere Volksgenossen bei Anstellung In staatliche», kommunalen und sozialen Acmtern und Betrieben: die Abschaffung des ungeschwächt weiter betrie- denen Polonisierungssystems in allen möglichen Formen, z. B. durch Zuteilung polnischer Lehrer an deutsche Volksschulen: Berücksichtigung der Bedürfnisse der deutschen Volksschulen bei der Durchführung der Zu- sammenlegung: Wledcrzulassung des Erklärungsrechts für deutsche Eltern in denjenigen Schulbezirken, In denen diese Eltern die Ein- reichung der Erklärungen versäumt haben: Abschaffung der politi- schen Gemeindegeometrie bei den Schulen in den Landgemeinden, wodurch viele deutsche Schulen durch künstliche Beschränkungen geschlossen werden. Für Oberschlesien fordern wir die vollständige Einhaltung der Genfer Konvention. Außer- dem haben wir noch diverse Forderungen lokalen Charakters. Von den Genossen der PPS. forden, wir. daß sie sich für die Verwirk- lichung unserer Forderungen einsetzen, uns in unseren Jnterven- tionen unterstützen und unsere Forderungen zu den eigenen machen. Man sieht hieraus, wie weit die Behandlung auch der deutschen Minderheit noch von Gerechtigkeit entfernt ist! * Gegen eine polnische Verordnung, wonach die Donziger Eisenbahner, soweit sie nicht seit Danzigs Siaatshcginn im Dienst sind, polnisch können müssen. Hot die Danziger Sisen- bahnergowertschast protestiert, Der Senat will den BMerbunds- kommissor anrufen. Volksparteiiiche Splitterrichter. Der Fall Sicbcns vor dem Landtag. Der Landtag nahm gestern zunächst in zweiter Beratung die Ausschußbcschlüsse auf Ermäßigung der Gerichtskostsn und Bereinheitli Huna der Gebührensäge in den einzelnen Ländern rn. Zugestimmt wird auch der Bestimmune, die Gebühren bei wirt- schaftlicken Zusammenschlüssen im Zusammenhang mit Rationalisie- riingsbestrebungen zu ermäßigen. Ein Antrag des Rechtsausschusscs, der die Gebühren für Eintragungen In dos Schisssregister an die Vorkriegegebühren anpassen will, wird angenommen. Sine Zollüebatte. Abg. heesch(Dem.) begründet einen demokratischen Urantrag, der die Verlängerung der Schutzfrist für den ermäßigten Zollsatz von 2 Mark je Doppelzentner Futtergetreide über den 3l. Dezember!Ü26 hinaus verlängern will und in zukünftigen Handelsverträgen und in dem endgültigen Gesetz über die Zoll- vorläge für olle Gerste, niit Ausnahme von Braugerste, sowie für sämtliche Futtermittel Zollsreiheit verlangt. In der Besprechung wendet sich Abg. Zacoby-Rassaus(Z.) da- gegen, daß durch eine bedingungslose Aufhebung der Futtermittel- zolle der Viehgroßmästerei Millionengewinne zugeschanzt werden. Adg Schulze-Stapen(Dnatl.) fordert Ablehnung des demo- kratisthen Antrages. Unter dem Zollschutz Hobe die Gersten- onbau fläche in Deutschland allein im letztm Jahr« um 50 OW Hektar zugenommen und auch der Ertrag des Kartoffelanbaues pro Morgen sei gestiegen. Abg. Delerz-'Hochdonn(Soz.) tritt für den demokratischen Antrag ein und hält den Deutschnationalen vor, daß sie nur die Interessen der Großbesiger vertreten und die der K o n s u m e n t e n außer acht lassen. Abg. Held(D. Vp.) bezeichnet einen niedrigen Futtermittelzoll als Existenznotwendigkeit für die Klein- und mittlere Landwirtschaft. Roch weiteren Ausführungen der Abgg. Skjellerup(Kam.) und vlcster(Wtrtsch. Vg.) wird der erste Teil des Antrages, der die Verlängerung der Schutzsrist für den ermäßigten Zollsatz von 2 M. über den 3l. Dezember 1926 hinaus fordert, mit großer Mehrheit gegen die Deutschnationalen angenommen. Bei der Abstimmung über den zweiten Teil des Antrages, der für sämtliche Futtermittel Zollfreiheit einführen will, ist die Auszählung des Hauses notwendig. Sie ergibt die Ab- l e h n u n g dieser Bestimmung, für die nur die Demotraten, Sozialdemokraten und Kommunisten stimmen. Der§aU Siebens. Es folgt die Beratung des v o l k s p a r t e i l i ch e n Ur- outrages, der das Staatsministerinm ersucht, im Falle des wegen Wahlfälschung rechtskräftig verurteilten Lehrers Siebens in Tannhausen im Kreis Aurich weder die volle Begnadigung ein- treten zu lassen noch Siebens im Schuldienst als Lehrer weiter zu deschä'stigen. Abg. Siendel(D. Bp.) begründet den Antrag. Ministerialdirektor KaestnA: vom Kultusministerium erklärt, die Unterrichtsverwaltung Hobe den Fall sachlich bearbeitet und der Staatsrat habe beschlossen, das Lorgehen der Staats- regierung zu billigen. Dem Redner sei e» nach seiner Beamtenousfassung ein« Freude gewesen, für den Lehrer Slebens einzutreten. Di« Unterrichtsverwaltung habe zu dem Urteil selbst nicht Stellung genommen: es sei das unbestrittene Recht des Unter- richtsministers, einen verurteilten Beamten auf sein« Wiederein- stellung hin zu prüfen. Auch der Landrat habe die Per- sonalakten Sieben» nicht gekannt. Slebens sei van allen Schulräten der allen und der neuen.Zeit alz Cluster hingestellt worden. Sämtliche Herren der Unter- richlsverwaltung selen für dl« Begnadigung clngelrden; leine Wiedereinstellung sei mit 10 gegen 2 Stimmen bei zwei Eni, Koltungen empfohlen worden. Die Wiedereinstellung sei aber nur cufirogzwesse erfolgt. Abg. Grzlmek(Dem.) weist die Angriff« des Abg. Stendel rntjchiedsn zurück. Die Hetze gegen Siebens geh« auck, jetzt noch meü er. Für solche Splitterrichterci habe Redner kein Verständnis. (Zustimmung links, Gcgenkundgebungen rechts.) Der zur Anklage gestellte Fall habe sich erst ereignet, nachdem das Wahlergebnis bereits telephonisch an den Londrat weitergegeben worden war. Mindesten» die Staatsanwaltschaft sei v o r e> n g« n o m- m c» gewesen. Für die Begnadigung und Wiedereinstellung Sieben» in Tannhausen seien der dortige Gemeinderat. die Schulgemeinde usw. eingetreten. Der volksparteiliche Antrag sei offenbar aus wahttaktifchen und persönlichen Gründen gestellt und wolle SiebcnsindenT od Hetzen. Ein Vertreter des Justizministeriums weist die gegen die StaatsanwaUschost Aurich erhobenen Vorwürfe als unrichtig zurück. Abg. Dr. Hossmann-Münster(Dnatl.) stimmt dem volkspartei- iichen Antrag zu. Abg. knltner(Soz.) erklärt, das Wahlprüfungsgericht habe einen sehr wesentlichen Test des Urteils umgestoßen. Der Angriff der Deutschen Volkspartei habe nicht Siebens, sondern Ministerial- direktor Kaestner gegolten. Die Sozialdemokraten hielten es für nStlger. Urteile wie im Falle llüttwit) zu revidieren. Wenn es Lüllwitz so gut gehe, dann sollt« die Rechte Schamgefühl empfinden, wenn sie gegen einen kloinen Lehrer loszieht.(Beifall links. Lärm und Zurufe bei den Deutschnationalen.) Ministerialdirektor kaestner bedauert die in dieser Sache er- hobeiien persönlichen Angriff« und weist daraus hin, daß unter dem alten Regime sogar Lehrer, die sittliche Verfehlungen begangen haben, wieder das Ohr des Kultusministers gesunden hätten. Der Schulrat in Aurich sei Siebens insofern. nicht gerecht geworden, als er an die Spitze seines Gutachten» für die Staats« onwaltschast die Erwähnung zweier kleiner Rügen stellte, die Siebons während des Krieges mal erhalten hatte. Abg. Stendel(D. Dp.) legt dar, daß Siebens sich selbst schuldig fühlte, weil er den Staatsanwalt selbst gebeten habe, nach dem erst- instonzlichen Urteile keine Berufung einzulegen, da er dann selbst auf die Berufung verzichten werde. Abg. Schwenk-Lerlin(Komm.) spricht den Rechtsparteien die moralisch« Qualifikation ob, angesichts ihres Verhallens beim Volksentscheid sich über Wahlfälschungen zu ereifern. Die Ucberweisung de» volkevartellichen Urantrag« an den Unterrichtsausschuß wird gegen Deutschnationale, Deutsche Volkspartei und einiae Wirtschastsparteiler abgelehnt. Ablehnung findet auch der Urantrag selbst. � Um H6 Uhr vertragt sich das Hau» aus Freitag 12 Uhr: Wahl eines neuen Bizepräsidcnten, Wohlfohrtsetak. Gerichts tollen und Rechts anwaltsgebühren Der Gesetzentwurf vor dem Reichstag. Im Reichstag beantragte gestern vor Eintritt in die Tages- ordnung der Abg. Rosenberg(Komm.) als ersten Punkt der Tages- Ordnung ein von seiner Fraktion eingebrachtes Amnestiegesetz zu beraten, besonders im Hinblick auf die Fälle Lüttwitz und Höltz. Abg kling(Wp.) beantragt Beratung ei,«« Antrags auf weitere Hinauslchiebung bor Erhöhung des Biersteuer. Q C j C t Der Aufsetzung der beiden Anträge aus die Tagesordnung wird widersprochen. Dos Haus tritt sodann in die Beratung eines Gesetz- entwurfes über die Gerichtskosten und die Gebühren der Rechtsanwälte ein... � Den Bericht über die Ausschußverhandlungen gibt Abg. wunderlich. Danach solle» die Gebühren m bürgerlich»» Recht»- sireitigkeiten betrogen bei Gegenständen im Werke bi» zu 20 W. 1 M., von mehr als 20 bis zu 60 M. 2 M.. bis zu 1000 M. 3 Proz., bis zu 2000 M. 2 Proz.�bis zu 10 000 M. 1 Proz.. von dem Mehrbetioge H' Proz. Im Strafprozeß sollen im Falle einer Freiheitsstrafe bis zu eiirsr Woche 5 M., bis zu 2 Wochen 10 M., bis zu 1 Monat 20 M., bis zu 6 Monaten 50 M. usw. erhoben werden. Ist auf eine G e l d st r a s e erkannt, so werden 10 Proz. des Betrages der erkannten Strafe, mindestens 5 M. erhoben. In einer Entschließung wird zum Ausdruck gebracht, daß die Bestimmungen über die Vorwegerhebung der Gerichtskosten eine Erschwerung der Rechtsversolg ung für die Rechtsuchenden sei, deren Aufhebung anzustreben sei. In Erkenntnis der Auswirkungen, die der sofortige Wegfall dieser Vorschüsse auf die Gerichtskosten auf die Finanzen der Länder haben würde, soll der Reichstag davon absehe», die Bestimmunacn darüber schon jetzt aufzuheben, die Regierung soll ober eine entsprechend« Borlage so rechtzeitig einbringen, daß die Aushebung am 1. Januar 1 9 2 9 in Kraft treten kann, inzwischen soll die Möglichkeit von Mildeningen geprüft werde». In einer anderen Entschließung wird die Regierung ersucht, auf ein« angemessene Vermehrung der Zahl der beim Rcichsgerichl zugelassenen Rechtsanwälte hinzu- wirken. Abg. Rosenfeld(Soz.) stimmt der Vorlage Im allgemeinen zu, weil sie eine Verbilllgung der Gerichtskosten bring«. Leider sei aber noch nichl die Vorschußzahlung von Gerichtskosten beseitigt. Diese Borwegerhebungen sind in der Inflationszeit cnt- stände», als bei der schnellen Entwertung des Geldes die Justiz- Verwaltung sich vor Verlusten schützen mußte. Im Rechtsausschuß haben wir einen Antrag auf Aufhebung der Vorschuß- Zahlungen eingebracht, er ist auch zuerst angenommen worden. Spater aber wurde die Entschließung angenommen, wonach die Aus- Hebung der Vorwegerhebung van Gerichtskosten erst anzustreben sei. Wir wiederholen heute unseren Antrag und stellen eine F r i st bis zum 1. April 1 928. Bis dahin müßte es möglich sein, die Vorschuh zohtungen wieder zu beseitigen. Es Ist«in unwürdiger Zustand für di« Rechtsprechung, wenn Berufungen nur deshalb zurückgewiesen werden, weil der Vorschuß nicht gezahlt worden ist. Da es sich hier weniger um die Finanzen al» um da» Ansehen der deutschen Rechtspflege handelt, bitten wir um Annahme unseres Antrages. Staatssekretär Zoel widerspricht dem sozialdemo- kratischen Antrage, weil aus finanziellen Gründe» die Aufhebung der Vorschußzahlungen noch nicht möglich sei. Die Regierung walle aber prüfen, zu welchem Zeitpunkte die Borschußzahlungen beseitigt werden könnten. Der Gesetzentwurf wird darauf In der Ausschuhfaflung unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages angenommen. Nach 4 Uhr vertagt sich da, Haus auf FreUog nachmittag 3 Uhr mit der Tagesordnung: 2. Beratung des Gescßentwurfs zur B e- kämpfung der Geschlechtskrankheiten. Stingls Zopfgalerie. Sogar der„Lokal-Anzeiger" gegen die FriderienSmarke? Wenn ein Minister der deutschen Republik Pech hat, so ist«» der Rcichspostminister Stingl. Urbayer, der er ist, hat er di« gebräuchlichste Bricfmarke der deutschen Republik mit dem Kopf des Fridericus geschmückt, zu einer Zeit, wo der Fridericus-Kult Inhalt und Wahrzeichen monarchistischer Propaganda geworden war. Daß er damit die Republikaner vor den Kopf stieß, mochte noch hingehen. Den» auch das gehört zur gut bayerifchen Uebung. Und es war daher auch kein Wunder, daß er sich um di« rspu- blikanifchen Proteste nicht kümmerte. Was aber wird Herr Stingl sagen, wenn ihn feine nächsten Gesinnungsfreunde im Stich lassen? Der römische Korrespondent des„Lokal-Anzeigors" bringt nun eine Kritik der neudeutschen Bricfmarkenbildsr vom Standpunkt der im Ausland lebende» Deutschen. Er bezeichnet es als außerordentlich geschickte Propaganda, daß Frankreich einen seiner größten Wissenschafter, Forscher und Erfinder der Neuzeit, P a st« u r, auf seiner Propagandabriefmarke dargestellt hat. Die Auslandsdeutschen sind— stellt Hugenbcrg» Korrespondent inst Jubel fest—- durch und durch reaktionär, aber st« sind demokratisch bi« auf die Knochen, wenn sie Vorrechte der Geburt wittern. Und was sagen dies» reaktionären Ausländsdeutschen zum Stlnglschen Briefmarkenrummel? Hier ist es wörtlich: Fridericus. gut. Wie nun aber, wenn di« Fron- zosen jetzt hergehen und Napoleon aus ihre Marken setzen? Gewiß, der Große schniste neben dem Korsen nickst schlecht ab. er braucht wahrlich keinen Vergleich zu scheuen, jedoch wir gerieten auf diese Weise mit einer Aktualität, wie sie nun ein- mal die Briefmarke sein soll und ist, in zurückliegende Zeiten, die uns spöttisch anschauen: Ihr Heutigen licckl wohl keine fiäpse auszuweisen? Und wenn man sich unter diesem Gesichts- winket die Markenreihe unseres nüchternen, aber auch kühn vor- stürmenden Maschinenzeitalters betrachtet, dann fällt st» unon- genehm onochronistisch auf: nichts als Zöpfe und Perücken? W o ist dagegen der Genius, vor dem sich der ärgste Deutschen- sresser beugt, wo ist Richard Wagner? Wo R ö n ta e n? Es gast doch, dos wollen wir nicht leugnen, der Pafteur-Propagonda etwas Ebenbürtige, entgegenzustellen. Röntgen kennt im Ausland jedosKind, seinNameist invieleSprachen sprichwörtlich übergegangen, die X-Strahlen spielen bei der Bewertung deutschen Können» sicher eine größere Nolle als Lessings Lehrweisheit. Wamst weder gegen den philosophischen Erfinder der Differentialrechnung noch gegen den tiefsinnigen Natbondichter etwas gesagt sein soll. Di« Losung mußte einfach lauten: die für den Zweck geeigneten Großen auswählen! Eine Briesmorkenreihe der Revräfen- lationsgottung darf weder zwecklos noch zweck- widrig sein. Zwecklos und zweckwidrig, weil sie die Gefühle der Auslands- deutschen verletzon, sind die Marken. Stingls Zopfkultur wird selbst den Hugenbcrgern zuviel. Ein armer Postmimster, der mit soviel Mannhaftigkeit gegenüber den Wünschen der Mehrheit seines Volkes sich noch bei feinen besten Freunden lächer- l> ch macht! Akussollnis Diplomaten. Zum italienischen Generalkonsul in Hamburg ist der frühere Korrespondent des„Popow d'Italia' in Wien, Attilia Tamopo, ernannt worden. Er ist«in ehemaliger Anarchist.— Der italienische Botschafter in Paris, Aoczzana, wird demnächst durch den Botschafter in Moskau, M o n z o n i, ersetzt. Zw belgischen Senat leistete d« neu« klerikal« Senator von Eupcn. Esser, den Derfassungseid. und zwar in französischer und dann in deutscher Sprache. C? war das erstemal, daß im bel- gifchen Senat deutsch gesprochen wurde. Die slowakischen Minister in der Prager Regierung sind nun ernannt, und zwar Abg. Dr. G a z t k zum Minister für Unifizierung und Abg. Dr. T i j o zum Minister für Gesundheitswesen. Dr. Gazik ist Rechtsanwalt. Dr. Tiso katholischer Priester und Theowgic. Professor. Die gelbsüchtige Straßenbahn. Sie hätschelt die Gelben und schikaniert die Gewerkschaster. Durch die am Sonnabend voriger Woche vorgeironunene Neu- wähl der Betriebsvertretung bei der Straßenbahn ist an der bis- heriow, Zusammensetzung des Betriebsrates nichts geändert worden Trotz angestrengter und lügenhafter Propaganda ist es den Gelben nicht gelungen, Ntarrdate zu erobern. Immerhin ist aber der Ausgang dieser Wahl wert, die Verhältnisse bei der Berliner Straßenbahn einmal unter die lntischc Lupe zu nehmen und der Ocffentlichkeit zu zeigen, warum die Gelben über- Haupt dort noch ihre Position behaupten können. Es ist nicht nur die leider vorhandene Indifferenz der Be- diensteten der Straßenbahn gegenüber den freien Gewerkschaften, die diese nicht vollkommen das gewerkschaftliche Feld bei der Straßen- bahn beherrschen läßt, sondern auch die Einstellung der Be- triebsleitung gegenüber den Gelben und Doutschvölkischcn im Betriebe. Wir machten sdjon in unserer Abendausgabe vom 1Z. dieses Monats auf die innigen Beziehungen zwischen der Betriebsleitung der Straßenbahn und den Gelben aufmerksam, die zeigen, daß die Betriebsleitung bewußt die gelbe „Gewerkschaft" wie auch die deutschvöltische Werksport- bewegung aufpäpvelt. Es steht fest, daß die Betriebsleitung der Straßenbahn den Gelben nicht nur Mittel zur Anschaffung einer schwarzweißrole»?ahne bewilligt hat. sondern sogar Fehl- betröge deckte, die bei Veransioitnngen der Gelben entstanden sind. Es steht weiter fest, daß Angestellte der Verwalluug— die eigentlichen Inspirateure bleiben iin Hintergrund— mit dem Führer der Gelbe», Buttgereit, bei Lohnbewegungen z u. sammengekommen sind, um zu beraten, wie man den um lhre Eristenz kämpfenden Verkehrsbedienstetcn und Arbeitern i n den Rücken fallen kann Man hat sich nicht gescheut, be- zahlke Spitzel in die Versammlungen der freien Gewertschasetu zu schicken. Be! der letzten Lohnbewegung ließen sich höhere Lerwaltungs- beamte Ken um Verhandlungen nachsuchenden Vertretern der freien Gewerkschaften gegenüber verleugnen, hatten aber genügend Zeit, mit den G e l b« n über Löhne und soziale Einrichtungen zu verhandeln, obwohl die Gelben gar keine Tarifkontrahenten sind. Es sind überhaupt Zustände eingetreten, die sich von denen der Bor- triegszsit durch nichts unterscheiden. Genau wie vor dem Kriege werden heute freigewerkichaftlich und pottlisch organisierte Straßen- bahuer von den Dlenstslcllenletkern und Fahrscheinkonkrollea be- spihelk und schikanlerk. Mit rücksichtsloser Brutalität werde» oie Betreffenden, die für ihre Ueberzeugung eintreten, beim geringsten Anlaß entlassen oder in einen anderen Dionstzwcig versetzt, in dem die Bezahlung geringer ist. Den Gelben werden solche kleinen Vergehen nicht ange- kreidet, man läßt ihnen im Gegenteil manche Dien st erleichte- r u n g zukommen. Daß dagegen ausgerechnet solchen Straßen- bahncrn, die alz freigewerkschaftlich organisiert oder Anhänger einer Arbesterportei bekannt sind, allerlei Erschwerungen aufgehängt werden, wird immer als ein„Versehen" bezeichnet. Verschlafen des Dienstes wird glatt mit Entlassung bestraft, trotzdem das Ber- schlafen in fast allen Fällen auf die launi glaubliche Einteilung des Dienstplanes zurückzuführen ist. Daß diese Dienstplancinteilung von jungen, im Straßenbahnbetriebe unerfahrenen Leuten und nicht den örtlichen Verhältnissen entsprechend vorgenommen wird, ist den Straßenbahnern unverständlich. Die Wünsche des Personals, die Dienstplancinteilung unter Hinzuziehung der Arbeitervertrctung der betreffenden Bahnhöfe vorzunehmen, wurde bisher aus angeb- lichen Sparsamkeitsgründen abgelehnt. Während man hier auf stosteu der Gesundheit de» Personals spart, nimint man es bei der Unterstützung der gelben Sport- bewegung mit der Sparsamkeit nicht so genau. Bei aller Anerkennung der Sportbewegung muß doch gesagt werden, daß bei dem Werksporlverein der Straßenbahn wie bei allen ähnlichen Ec- bilden nicht das Sporttreiben die Hauptsache ist, sondern die Züchtung voa völkischen Schuhtruppen. Die Straßenbahner gebrauchen in erster Linie mehr Lohn. achtstündige A r b ei t s z e i t und menschenwürdige Behandlung. Durch die ost elf- und mehrstündige Arbc'tszeit, die überaus kurz bemesienerr Fahrzeiten und den bekannten Ansturm der Fahrgäste ist für Körperbewegung schon überaus reichlich gesorgt, so daß die Straßenbahner nach beendetem Dienst kein anderes Der- langen mehr haben, als ihre Glieder zu ruhen. Daß sich solche Zustände be! der Berliner Straßenbahn ent- wickeln konnten, ist wohl zum Teil auf die allaeineineu Wirtschaft- lichen Verhältnisse, nicht zuletzt aber auf die Gleichgültigkeit eines großen Teiles der Straßenbahner selbst zurückzuführen. Wenn sie in ihrer Gesamtheit den Wert des Zusammenschlusses in den freien Gewerkschaften erkennen würden und mcht noch zum Teck den Sirenengesängen und Unkenrufen der gelben Liebediener der ve- lrlebslciiung folgen würden, wie es bei der Betriebsratswahl leider noch geschehen ist, hätten diese skandalösen Zustände bald ein Ende. Wenn die Straßenbahner wollen, daß die übrige organisierte Zlr- beiterschaft nicht mitleidig und verächtlich zugleich auf sie herabsehen soll, wenn sie nicht nur ins Joch eingespannte Arbeitstiere, sondern in freierer Luit atmende Kulturmcnscbcn sein wollen, dann inüssen sie endlich jedes Paklieren mit den Gelben aufgeben und sich restlos zusaminenschließen in den freien Gewerkschaslen zum Kampf für ein freies Menschentum. Der velriebsleilung ober muß einmal gründlich klar gemacht werden, daß sie mit ihrer skandalösen Gelbenwlrkschafl nicht länger mehr die große Masse der Berliner Bevölkerung brüskieren darf' ver Meister ohne Arbeit. Der Lehrling kann sehen, wo er bleibt. Ein kleiner Schlossermeister, der schon seil längerer Zeit nicht so viel Arbeit hat, um seinen Lehrling zu beschäftigen, und dem des. halb die Zahlung des Kostgeldes an den Lehrling eine unerträg- liche Last schien, glaubte sich seinen Verpflichtungen gegen den Lehrling dadurch entziehen zu können, daß er denselben aus- setzen ließ. Dieser Zustand dauert bereits ein halbes Jahr. Das rückständige Kostgeld war inzwischen auf 168 M. ange- laufen. Um die Zahlung dieses Betrages klagte der Vater des Lehrlings beim Gewerbcgricht. Der Meister erklärte, er könne n i cht zahlen, er befülde sich in einer.bedrängten Loge, habe gar kein» Arbev und beziehe Erwerbslosenuvterftützung. Dagegen lebe der Vater des Lehrlings in so günstigen Berhältnissen. dah er das Kostgeld für seinen Sohn, der übrigens der erwerbs- tätlgen Mutter helfe, entbehren köime.— Der Beklagte wurde zu der durch den Lehrvertrag begründeten Zahlung des Kost- geldes verurteilt, da vertraglich eingegangene Verpflichtungen erfüllt werde» müssen und das Gericht auf etwaige Zahlungsunfähigkett keine Rücksicht nehmen dürfe. Zu diesem Falle, der wohl in der jetzigen Zeit wirtschaftlicher Rot nicht vereinzelt dastehen mag, ist zu sagen, daß beide Zeile nicht richtig gehandelt habem Wenn der Meister infolge von Mangel an Arbett nicht mehr die Möglichkeit hat, den Lehrfing auszubilden, dann hätte er sowohl wie der Dater auf eine andcrweitc Unterbringung des Lehrlings bedacht sein müsicn. Es ist doch nicht das Wichtigste, daß der Lehrling jede Woche fein Kost» geld heimbringt, sondern daß er im Handwerk ausgebildet wird. Deshalb wäre die Beschosfuna einer anderen Lehrstelle wichtiger gewesen als ein Urteil, das dem Vater des Lehrlings 163 M. zuspricht, die er, wenn die Lage des Meisters so schlecht ist, wie dieser sie darstellte, schwerlich bekommen dürste. Di« Innungen versagen in diesen Fällen einfach. Anstatt der- artige Fälle von sich aus zu vcrfoigen, unterstützen sie ihre Mit- glieder noch in dem Ausfctzungsunsug. Was aus den Lehrlingen dabei wird, das ist nicht ihre Sorge. die Ueberftunüeawirtscbast in Magdeburg. Der Ortsausschuß des ADGB. Magdeburg hat für die Zeit vom 13. bis 18 Dezember 1926 eine Umsrag« über die Ueberstundcnleistunge» veranstaltet. Erfaßt wurden 638 Betrieb«, darunter 409 Kleinbetriebe und 120 in« dvstrielle Betriebe. Dos Ergebnis der Umfrage ist gerade- zu erschreckend. In einer Woche wurden in 638 Betrieben mit 11 693 beschäftigten Arbeitern 49 945 lleberstundc« ge- j leistet. Wohlgcmcrkt U e b« rst u n d e n a rbe it, die über die j tariflich« Arbeitszeit von 83 bzw. 54 Stunden der Woche hinaus- geht. Die Gesamtzahl der über die 48 stündige Ar- beitswoche hinaus geleisteten Ueber stunden würde für 11 693 beschäftigte Arbetter 107 969 betragen. Wo bleiben da die Gcwerbcaussichtebeamten? Wo bleibt der Staatsanwalt? Was sogt der Rcichscrrbeitsminister zu diesem Skandal. Tarifeüudigung in der Metallindustrie. Die Bochumer Bezirksverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes hat beschlossen, den am 28. Februar ablaufenden L o h n t a r i f für die Metallindustrie Nordost- g r u p p e, die die Betriebe von Hamm bis Düsseldorf umfaßt, zu kündigen und den veränderten Wirtschaftsverhält- nisten entsprechend Erhöhung der gellenden Löhne zu fordern. Sie Generalftreiköebatte in EnglanS. London, 29. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die von der ge- samten englischen Arbeiterpartei mit großer Spannung erwartete außerordentliche Konferenz der Gewerkschaftsvor- stände zur Besprechung des Generalstreiks trat am Donneistag in London zusammen. Es waren 1299 Delegierte als Bertroter von 459 Gewerkschaften, mtt einer Gesamtmitgliederzahl von etwa 4 Millionen Mitgliedern, anwesend. Die Arbesterpartei war durch Macdonold und eine Reche anderer jährender Männer ver- treten. Die Bormittagssitzung war mit einer Verlesung des melumstristenen sogenannten Geheimberichts des General- rates durch Cook, den vorjährigen Präsidenten des Kongrestes. ausgefüllt. In der Nachmittogssitzung wurde die Stellungnahme der Bergarbeiter in einer Rede des Vorsitzenden des Bergärbciterverbaudes Smith dargestellt. Die Hcuiptanklage- punkte feiner Rede gegenüber dem Generalrat waren folgende: 1. Daß der Gencralrat bei verschiedenen Gelegenheiten über den Kaps der Bergarbeiter hinweg verhandelt habe. 2. Daß der Abbruch des Generalstreiks erfolgt sei. ohne daß der Generalrat �ein« Siche- rung hinsichtlich der Durchführung des sogenannten Samuelfchen Memorandums gehabt habe. 3. Daß beim Adbruch des Generalstreiks von dem Gencralrat der Gcwenschoflen nichts unternommen worden fei, um die Maßregelung der Arbeiter zu verhindern. Smsth schloß mit der Feststellung, daß er als Führer der Berg- arbeite? unter ähnlichen Verhästnistea wie in den vergangenen acht Monaten genau so handeln würde. Auf cinith folgte der Eisenbehnjührer Thomas, der in seiner Rede die Führung der Bergarbeiter durch Eook aufs schärfste an- griff. Das Wort nahm sodann Cook. Seine Rede gipfelte in der Ankkoge gegen den Generalrat. sich rim die cui scheidenden Punkte herumzudrücken. Er appellierte an die Konferenz, aus Ab- lehnung oder Annahme zu verzichten und die Entscheidung den Massen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu unter- breiten. Der Konferenz wurden zwei Resolutionen vorgelegt, eine, die die Annahme des Berichts, dos ist ein Vertrauens- votum für den Gencralrat, fordert, und eine zweite Resolution, welche im Sinne der Dorschläge von Eook die En!- scheidung den Massen überlassen will. Die geschäftsordnungs- mäßige Zulässigkcit der zweiten Resolution wurde jedoch b e- stritten. Die Konferenz, die bisher kein wirklich entscheidendes neues Material über die Umstände, die zum Abbruch des General- streik» geführt haben, gebracht hat, vertagte(ich hierauf auf Freitag. Das V e r t r a ü e n s v o> u m für den Generalrat dürfte, wenn auch gegen eine erhebliche Minderheit, Annahme finden. InflOld»«!»»« tx» 3 ML SV'J'.C, iZrrttaa, 7Zj UTir. finden fola«nde Z. Modckenwerbrrbenbi.Lilsti«« Episoden au» o-obeu und Vt'.ntn Kucken".— sZn ber Sultunabieilunn des Bculfcken MetastarBoiteroSrbckndcs gilniabend: Der fdioaue Sonntet«. Die SiUtcIf o rrnuu f ch in«. Edi und dl« wilde Decke.___ Scrasttoottlid) für Boiitil: Dietor Sckiff: Wieii-irfL®. Klinge lbZIee: EewcrkIÄaIisbrii>ca»ng: Kr. Ebtora: Feuilleton: Dr. Zoh» Sckikowaki: Losalc» und Sonstiges: JEN«»arftädt: Auzeigen: Tb. Glocke; iiimtlicki in Berlin. Verlag:. Vo:u>ürts-Bcrlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Borwärts-Duckdruckerei und Berlogsgustalt Paul Siuaer u. En. Berlin SW 6S. Lindenstrsbe 3. Hierzu Z Beilage». �lnlerhaUnug und Wisse»" und �-tadtbciloge". Leipziger Str. Königetraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Soweit Vorrat Grüne Heringe...... 5 � 60*. Dorsche.... wnnd 12 Pt Schellfische.. pfmick 26«. Kabeljau g0rö«0p. 33 u 33 Pf Lebende Karpfen m 98 pl Rotbarse o. Kopf. Pfu 35Pf. Lebende Hechte„ü 95� Ii. Pt. Pfund Kon f Hüten Sandgebäck*'* Pfand 25 p'. mu schowoied«, v«P(und 35 Pf Borkenschokolade Kart.. Inh ca. 75 Cr. 35 PI. ca. 180 Cr. 65 Pf Sahne-, Vollmilch-, Speise-Schokolada iTaieinttocor. i.io GänSe gefroren.... Pfund/ Spf. 85 Pf. Hasen gesireiit und Suppenhühner. eusxevorseo, psunci».lO tnscti sesclilscktet, v.», i O ao von Makrelen-Bücklinge ptund 32 p/. Sprotten..... pwnd 38 Pf. Aale........ Bund 63 Pt FettbQckllnge. Pf-md 42 pt Rommersohe Rissen- Rotharse>.sill-ic«i.Psd. 4SPL Flundern.. Pfund 65 Pt Tafelbutter....... pf�d l&t I92 Dänische Butter Pfund 2 m Bratenschmalz piü1� 85Pt Margarine... Pfund 53 Pt Speisetalg i Pfd..Pai-«i 55 Pf. Stangenkäse.. sm* 10 LlmburgerStang.Pn.62Pt Steinbuscher vonr Holländer• Piund e2Pt Tilsiter" QaaJtSL Harzer Kuje0«"!)/» Pfd. 1 65 Schweizer dänischer Konserven ■ftDoee � t*05* Schnitt- und Brach- Ananas«»»»»... 1.65 höhnen I. sona... SOpl Pflaumen 7r.w ohne oco, Q_T_ eno» mit Slaln. 70Pf. Lleiu. 35 Pk. «Junger Spinat.... 53 Pf.«„riimcor,'"vaD««-jc Junge Erbsen.... 70Pf. Aprikosen fl,tht d. 78 Pf- 1.35 Junge Erbsen msttcHetußSPt Preiselbeeren Do»e 5.20 Leipziger Allerlei• 35 Pt Rindfleisch' ro. 78Pf. 1.35 Junge Erbsen alt bnnei 7 Ort Konfitüren,» Pfond-Bimer GemischtßemQse fdn 1.50 Kitschen, Erdbeeren, 1 Pfefferlinge..... 82 pl Himbeeren, ApriKosen MS Stachelbeeren«le». Im Orange, Johannisbeerl.15 Frisches Fleisch Kalbsfcamm u. Brust......«u-a 75 n. KaSbsnierenbraten........ 80 n. Hammel«Udco Rippe und Brust. Pfamd CS PL Schweinebauch u. Rücken Ben"». 90 rt Schweine-Schinken Ulatt KotTu™ 1«« Schmorheisch u. Roastbeef k™*. D5?t Liesen rfosd 80 pt. Gehacktes �»»<1 75 pl Kaßler, Speer u. Kamm...pid Iso Prima Taly•elb••.Pfund 1.50 Zervelat u. Salami Pfd. 1,80 Schinkenpolnische. 1.50 Schinkenspeck Pfund 1.65 Eosenlhaler Strafe, Könl�slra�e, Moritzplalx: Blut- u. Leberwurst Speckwurst...Pfund 1.10 haiiesche, Pfund /2pi. ßier- u. Leberwurst Dampfwurst... Pfund 1.19 ,e,ne. Pfund 1.70 Wein Preise für Vi FJestfie einsdilleftlich Berliner Gctr&nhesie a er, ohne Qlas San Antonio milder ßolweln................. Im Tarragona Ret»üb, vorriigliche Qualität.......... 1,10 Alter Maiaga Golden oder Dunkel.......... 1.60 Jamaika-Rum-Verschnitt**« voi. Prozent.... 4.10 Weinbrand-Verschnitt H-......... 2.90 Feiner Fruchtwein 7? 0.90 Besondere Gelegenheit 1923 GrOnstadler Berg tarier Piaiavei»... 1.15 1922 Trebener Wurzgarten«tirxi.erKo»ei 1.20 1921 Vilianyer Burgunder � 1.40 1915 RüdeshelEner Engerweg und OlSertOld Wadulam Flach, alter Rbelugaaer.... 1.30 9 Sorten Wein n. Spirituosen vom Faß Kr. 34 ♦ 44.�ahrgaag 1. Seilage öes vorwärts 5re!tag, 21. Januar 1427 Nachklänge zum Düppelkauf. Die Stadtverordtteteuversammlutig beschließt die Untergrundbahn nach Lichtenberg. Den Bau der Untergrundbahn nach Lichtenberg genehmigte gestern die Stadtverordnetenversammlung noch dem Vor- schlag des Ausschusses, und zwar ohne nochmalige Erörterung. Dagegen gab es längere Auseinandersetzungen noch bei der Nachtrags- vorläge zum Ankauf des Gutes Düppel, die aus dem Aus- schuh zurückkam. Hier hielt Genosse Dr. L o h m a n n erneute A b- rechnung mit Stadtrat Busch, dem Grundstücksdezernenten des Magistrats. Daß die Nachtragsvorlage überhaupt nötig wurde, ist Schuld des Herrn Busch, der über einen der wichtigsten Punkte die Stadtverordneten in der von ihm ausgearbeiteten Vorlage im Unklaren gelassen hatte. Wie die sozialdemokratische Frak- tion sich künftig zu ihm stellen will, sagte Genosse Adolph Hoff- mann ihm mit täller RückHaltlosigkeit. Der gestern gefaßt« Stadt- verordnetenbeschiuß bedeutet übrigens noch nicht den endgültigen Erwerb, sondern nur ein Kaufangebot der Stadt. Wie die Gegenseite, der Vermittler Hiller, sich dazu verhalten wird, muß abgewartet werden. m In der gestern abgehaltenen Stadtverordnetensitzung wurde nach der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten die zweite Be- ratung der Vorlage über den Bau der Untergrundbahn nach Lichtenberg vorgenommen. Genosse k rille berichtete von den Verhandlungen des Ausschusies, der die Annohme der Vorlage empfahl. Schwarz Morgen herausgenommen sei und zur Parzellierung verwandt wurde? Stadtrat Busch teilte mit, daß allerdigs der Pächter dableibe, und zwar für die Anzahl von Iahren, die sein Vertrag noch gelte und daß er pro Morgen und Jahr«inen halben Zentner Roggen Pacht zahle. Auf dem Parzellengelände säßen die Siedler bereits seit Iahren, diese könnten natürlich Anspruch auf den ihnen zustehenden Rechtsschutz erheben. Allerdings verheimliche die ursprüngliche Vorlage in dieser Hinsicht absolut nichts. Nach längeren Ausführungen der Stadtv. Schwenk(Komm.), velhleffsea(Dnat.), Birk(Z.) und Schwarz(D Dp.), der die Vorlage ablehnte, erhob Stadtv. Genosse hoffmann an den Magistrat die Forderung, daß bei den noch nötig werdenden Verhandlungen wegen des Kaufabschlusses nicht wieder Stadtrat Busch mitwirke. gegen den, wie bereits zum Ausdruck gebracht sei, die sozial- demokratische Fraktion schwer st e Bedenken habe, sondern andere Unterhändler. Der Oberbürgermeister Löß bemerkte dazu, daß für die Verhandlungen bereits eine besonders sachver- ständig« Kommission vom Magistrat eingesetzt sei. In der Abstim- mung wurde dann der vom„Vorwärts" bereits gestern abend mitgeteilte Beschluß des Haushaltsausschusses gutgeheißen.— Die Wirtschaftsparteiler hatten im Oktober v. I. einen Antrag ge- stellt, nach dem ein Vertrag aufgehoben werden soll, der den Bezug von Bekleidungsstücken für die Für- sorge berechtigten durch die Firma Sklarek vorschreibt. Stadtv. Schalldach(D. Vp.) betonte, daß der Antrag unerfüllbar sei, da geschlossene Verträge gehalten werden müßten. Die wahren Ab- sichten der Wirtschaftler bei der Einreichung ihres Antrages ent- hüllte Genosse heilmann: Er trat ebenfalls dafür ein, daß die Ver- träge gehalten werden. Zudem bestehen keinerlei Bedenken gegen die Firma Sklarek. Sie habe bisher kaufmännisch einwandfrei ge- arbeitet und in bezug auf die von ihr gewährten Lohn- und Arbeitsbedingungen lägen keine Differenzen vor. Seit Iahren sei die Firma durchaus tariftreu, jedenfalls tariftreuer als andere Firmen, die sich an Stelle von Sklarek setzen möchten. Genosse Heitmann brachte eine Anzahl von Briefen dieser sich bewerbenden Firmen zur Verlesung, die das einwandfrei bewiesen. Stadto. Gaebel(Komm.) betonte, daß von einer Aufhebung der Rundoerfügung, die den Bezug der Kleidungsstücke regelt, keine Rede sein könne. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Linken abgelehnt.._ Große Gahnhofspläae am tvannfee. Futzgängertunncl zum Dampfer. Der BahnhofWannfee.fürden Berliner Hauptausgangs- pforte zu Ausflügen in die westliche Umgebung, soll in diesem Jahr« von Grund auf umgestaltet werden. Bei dem starken Verkehr, der sich hier an den Sonntagen und auch an Wochentagen, besonders Sonnabends, entwickelte, tonnte man von einer geregelten Verkehrsabwicklung kaum nach sprechen. Ferner war das Um- steigen zwischen den Zügen der Wannseebahn und der Stadtbahn sowie den Fern- und Vorortzügen nach Beelitz— Sangerhauscn treppab, treppauf recht unbequem. Hier wird der Umbau be- sonders für den bedeutenden Umsteigevcrkehr zwischen Stadtbahn und Wannseebahn eine angenehme Erleichterung schaffen. Der mit der Wannseebahn von Berlin ankommende Reisende kann dann auf demselben Bahnsteig in den von der Stadtbahn kam- Menden Potsdamer Vorortzug zur Weiterfahrt einsteigen. In der umgekehrten Richtung von Potsdam geht das Umsteigen auf dem zweiten, danebenliegenüen Bahnsteig in der gleichen bequemen Weise vor sich. Ein dritter, sich weiter anschließender Bahnsteig dient dem Verkehr für die Vorortzüge nach Beelitz und für die Fernzüge der Wetzlarer Bahn, während die Vorortzüge noch Stahns- dorf-Friedhof auf dem ersten Bahnsteig abfahren bzw. auf dem Esten Bahnsteig ankommen, so daß für diese Verbindung das Um- >en gleichfalls sehr bequem ist. An Stelle des alten, seitlich neben Zugang liegenden Bahnhofsgebäudes wird ein vollkommen neues Empfangsgebäude aufgeführt, dessen geräumige Ein- gangshalle unmittelbar in den Zugangstunnel zu den Bahnsteigen sührt. Di« im Grundriß achteckig gestaltete Eingangshalle erhält drei vereinigte Fahrkavtengeber und Sperren, sogenannte „Possimeter", die in ähnlicher Ausführung bereits auf den Berliner Schnellbahnen teilweise eingeführt sutd, und außerdem etwa acht Referoeschalter, die bei starkem Andrang geöffnet werden. Westlich der Eingangshall« liegen die Restaurations- und Warteräume, nach Osten sind die Räume für die Gepäckabfertigung und den Bahnhofs- dienst angeordnet. Die Loge der neuen Bahnsteige, in der gleichen Höhe wie die zurzeit bestehenden, ist.so gewählt, daß der vor- handene Zugangstunnel unter ihrer Mitte zu liegen kommt. Bon dem Tunnel führen dann Treppen zu beiden Seiten auf die Bahn- steige. Der für das südlich des Bahnhofs liegende Wohngebiet an der Dveilinden- und Nibelungenftvaße wichtige Zugang'wird erweitert und mit einer Zohlfperre ausgerüstet, so daß in Zukunft nicht mehr der umständliche Weg durch den Tunnel bis zum Bahn- hofsgebäude notwendig ist. lim den Umsteigeverkehr nach Potsdam so bequem wie möglich zu geftasten, muß im Bahnhof Rikolasse« aus dem Gleis von Grunewald ein neues Gleis ab- gezweigt werden. Dieses Gleis liegt in seinem weiteren Verlauf neben den Gleisen der Wannseebahn und läuft parallel mit ihnen in den Bahnhos Wannfee ein, so daß fegliche Kreuzung vermieden wird. Bei der Elektrifisterung der Wannseebahn soll noch ein n eu e r Ab sie ll b a h n h o s mit Wagenschuppen zwischen den Bahnhöfen Wannsee und Nikolassee errichtet werden. Im Zusammenhang mit diesen Ilmbauarbeiten muß die an dem Dahnhof entlangführende Hauptverkehrsstraße, die Bahnhof. st r a ß e. vor dem neuen Bahnhofsgebäude nach Norden zurück- weichen und wird in schlankem Zuge durch die Anlagen hindurch- geführt. Die Stadt Berlin rechnet für die nächsten Jahre mit einer Vcroier- oder Verfünffachung des Automobilverkehrs nach Wannsee, zumal an Sonntagen. Mit Rücksicht hierauf wird die Straße in zwei Fahrbahnen von je 8 Meter Breite für jode der beiden Richtungen aufgeteilt. Ferner ist ein Fußgängertunnel unter den beiden Straßen geplant, der die Fortsetzung des Bahnsteigtunnels bildet, und ein weiterer Fußgängertunnel unter der Stmße an dem Zugang zur Dampferanlegestelle. Dadurch wird den mit der Eisen- bahn und den Dampfern ankommenden Reisenden das gefährlich« Ueberfchreiten des Fahrdammes erspart und vielen Unglücksfüllen vorgebeugt werden. Mit den Vorarbeiten ist bereits begonnen. Man hofft, das neu« Bahnhofsgebäude voraussichtlich noch in diesent Jahre dem Verkehr übergeben zu können. Die Kosten dieser, fin den Berliner Ausflugsoerkehr bedeutuno-wollen �Umgestaltung find in ihrem ersten Ausbau mit 2 Millionen Mark veranschlagt. Erweiterungsbau für die Reichskanzlei. Wie bereits bekannt, wird im diesjährigen Reichshaushaltsplon eine erst« Baurate von 200 000 Mark zur Errichtung eines Cr- Weiterungsbaues für die Reichskanzlei auf dem freien Grundstück Wilhelmstraße 78 angefordert. Der Reichsrat Hai dieser Anforderung der Reichsregierung bereits zugestimmt: die Be- rarungen des Haushaltsausschusses des Reichstages über diesen Etat- onsatz sind für die nächste Zeit zu erwarten. Um nach erfolgter Zustimmung des Reichstags ungesäumt mit der Ausführung be- ginnen zu können, hat im Auftrage des Reichskanzlers der Staats- jekretär in der Reichskanzlei mit den erforderlichen Borarbeiten vor einiger Zell bereits begonnen. Um zu einer der Bedeutung de- Bauvorhabens entsprechenden einwandfreien Lösung zu kommen, ist an- die Veranstaltung eines Preisausschreibens, zu dem eine Reihe prominentester deutscher Architekten hinzugezogen werden soll, und die Einsetzung eines entsprechenden Preisnchterkollcgiums gedacht. Die Vunöer öer Klara van Haag. 681 Bon Johannes Bnchholtz. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Meine Anficht vom Vater hat sich geändert," sagte Hedwig still. „Wann denn?". � < Hedwig beugte den Kopf. .Heute," sagte sie. Dann richtete sie ihren weichen Mädchenkörper auf und schritt- zu Iohan hinüber, der sich gegen den weißen Tür- rahmen lehnte. Sie schlang ihre Hände um seinen Nacken, beugte seine Stirn zu ihrem Mund herab und sagte, während ihre Augen sich mit Tränen füllten: „Wer die Sonne in seinen Händen hält, sollte wohl ein wenig Sonnenschein für andere übrig haben!" Da erhielt Frau van Haag den Glauben, daß Hedwig dasselbe wie sie, ja, vielleicht noch mehr ausrichten konnte. Es war ihr klar, daß eine Staubwolke von Klatsch sich erheben würde, wenn sie chren Fuß nach Knarreby setzte, ohne das Zollamt zu betreten. Man konnte nie wissen, was Herr van Haag unternehmen würde, der Form wegen. Hed- wigs neue Ansicht kam ihr daher als eine doppelte Freude. Sie blieben alle drei zusammen bis zum Abendzuge. Die beiden Frauen stritten sich sanft um Iohan. Frau van Haag wollte, daß er mit Hedwig nach Knarreby reiste, aber Hedwig bestand darauf, daß er die wenigen Tage bis zu Frau van Haags Abreise nach dem Süden bei ihr bliebe. Hedwig gewann. Als der Acht-Uhr-Zug aus der Bahnhofshalle lärmte, blieben Johan und Frau Klara stehen. Unter den Dutzenden wehender Taschentücher folgten ihre Augen nur einem. Lange knirschte es noch in den Schienen. Der Einschnitt zwischen den Bahnsteigen lag wie ein offenes Grab da. Alle Leute waren aufgebrochen. Johan und Frau Klara rissen sich los und gingen mit. Sie schlugen langsam den Weg nach Bester- bro ein. �. Johan wandte seinen Wlkmgerhals, damit der Lärm ihm nicht die Worte nahm, und sagte: „Wir wollen uns nächstes Jahr in Rom treffen, nicht wahr, Frau van Haag. Wir wollen glücklich miteinander in Rom sein." Frau van Haag sah ihm in die Augen. Ihr Blick war weitumfassend und unerschütterlich. „Nein," sagte sie.„Nein, Johan. Sie dürfen nicht da- von sprechen, mich in Rom zu treffen. Heute habe ich einen großen Kummer gehabt— aber eine weit größere Freude. Ich will jedes von ihnen in eine Hand nehmen und in die Berge, in die Einsamkeit mit ihnen gehen." Die Leute in der Straße schrien und riefen von allen Seiten. Johan und Frau Klara wurden bald von rechts, bald von links gepufft und gedrückt. Aber es war, als ginge Frau Klara schon einsam zwischen stillen Bergen. Johan hörte jedes Zittern in ihrer schönen Stimme. Die Worte nahmen die Form ausgereifter dunkler Trauben an, wie er fand. „Ich will fortgehen und mich in den Bergen verstecken. so gut, daß niemand mich wiederfindet. Vielleicht kann ich meinen Kohf über einen Stein heben und Ihnen und Hedwig folgen— aber ihr dürft nicht nach mir suchen. Es ist meine Hoffnung, daß Frau van Haags Geschichte heute zu einem guten Abschluß gebracht ist." So sprach die gute Gnädige. Johan runzelte die Stirn und schwieg. Er fand, er hätte kein Recht zu sprechen. 2 0. Kapitel. Die nächste Nacht. In Egholms kleiner Stube sitzt Heb- wig und spricht mit ihrem Bater. Er ist völlig angekleidet: das ist er seit drei Tagen, trotz aller Bitten und Vorstellungen Annas. Das schwache Licht der Petroleumlampe reicht nur bis zu seiner Brust, aber in dem Halbdunkel darüber erscheint sein fahles Gesicht doppelt groß. Keinen Augenblick findet er Ruhe vor Schmerzen. Beim Sprechen verrenkt er seinen Körper in schiefe Stellungen, die sich jede Minute ändern. Aber seine Stimme ist ganz beherrscht: sähe man ihn nicht, so könnte man glauben, er säße bei einer Arbeit, die durchaus vor Tagesanbruch fertig sein müsse, und führe während der Nacht eine kleine freundliche Unterhaltung mit seiner Tochter. Aber es ist der Tod, von dem er spricht. „Ich bin nicht bange, weißt du. Nicht mehr als die an- deren Male, da ich den Beruf wechselte. Nur unruhig. Ich wurde Photograph, weil ich nicht für die Eisenbahn taugte; ich werde ein toter Mann, weil ich nicht fürs Leben tauge." „Du wirst gesund, Vater, und verrichtest noch Großes. Du machst eine große Erfindung oder holst deine alte Tur- bine hervor. Du sollst sehen— du sollst sehen, es wird schon werden!" „Kann ein zerrissenes Herz zusammenwachsen? Das meine ist, wie gesagt, zerrissen. Ich muß es die ganze Zeit zusammenhalten, und sobald ich nur ein wenig zu stark denke, fließt das Blut in einem kochend heißen Strom in den Brust- tasten." „Du weißt ja gut, daß das nur ein Gefühl ist, Bater. Sonst wärst du schon lange tot." Der Vater blieb dabei und fuhr fort:„Aber nun fragt es sich, ob ich mich zum Todsein eigne! Was geschieht sonst? Ich taugte nicht zum Kaufmann— da wurde ich Photograph, und als ich dazu nicht mehr taugte, wurde ich Eisenbahner— wozu ich am allerwenigsten taugte. Was wurde ich dann? Wieder Photograph! Kann ich wieder lebendig werden, wenn ich das Totenhandwerk verderbe? Denn ich bin jetzt müde. Ich. ich bin sehr, sehr müde." „Hast du keinen festen Glauben mehr. Vater? Einst glaubtest du stärker als alle anderen Menschen, die ich kannte." Egholm wand sich nach vorn und weitete die Brust. „Nein, nein. Alles ist für mich in Fetzen gegangen. Mein Glaube wie mein Handwerk. Die Iohannisbrüder ver- leidsten mir alle Religion, da wurde ich Atheist. Aber was für ein Atheist! Einer, der heimlich in den Wald ging und Gott opferte. Ich wurde Erfinder, weil ich nicht in die Ding« hereinpaßte, die wir bereits haben. Aber meine Erfindungen taugten nichts, und ich wünschte mich zurück in die alten Tage, dü alles ganz primitiv war." Frau Egholm kam vom Schlafzimmer herein und ließ sich seufzend auf einen Stuhl gleiten. Egholm wandte den Kopf zu ihr hin und sagte:„Gegen Anna, deine Mutter, bin ich ein Tyrann gewesen, aber kein tüchtiger Tyrann." Frau Egholm sprang auf, nahm seine Hand in die ihren und sagte weinend:„Warst du das! Ach nein, Egholmchen, du bist gut gewesen! Lüg' dich jetzt nicht in einer feierlichen Stunde schlecht, wo du so gut gewesen bist." „Gut! Ich?— Wann?" sagte Egholm. „Heute und gestern und immer. Immer!" „Nein, seit Frau van Haag kam, bin ich„gut" gewesen. Aber schlecht gut, wie ich vor ihrer Zeit schlecht böse war." Das verstand Anna nicht ganz. Sie sagte:„Denk daran, daß es heißt:„Richtet nicht!" Das betrifft auch das Urteil über einen selbst." „Die Strafe mag werden, wie sie will. Ich kann zu keinem anderen Resultat kommen." Egholm legte die Arme auf die Banklehne, einen nach jeder Seite; sein Kopf fiel schwer nach vorn, und mit schwacher Stimme fuhr er fort:„Nein, daran denke ich gerade. Könnte ich eine einzige Sache finden, die ich vollkommen getan hätte, dann würde ich leicht sterben, aber eine solche Sache gibt es nicht."(Fortsetzung folgt.) Der vatermörüer. Lebenslänglich ins Zuchthaus. Man wird diesem eigenartigen Kriminaifall nicht gerecht, wenn man ihn allein aus den äußeren Tatbeständen zu verstehen versucht. Dies schien anfangs auch die Ansicht des Landgerichtsdirektors Siegcrt zu fein, der gestern im Landgericht III den Vorsitz führte. Immer wieder legre er dem Ziljährigen Angeklagten Friedrich Biel nahe? daß die von ihm angeführten Motive nicht genügten, um den Mord um Vater, den oersuchten Horb an der Mutter und seinen Selbst- Mordversuch zu erklären. Um so unbegreiflicher war es, daß das Gericht den Antrag des Sachverständigen Dr. Straßmann, den Ange- klagten zwecks Beobachtung in eine psychiatrische Anstalt zu über- weisen, ablehnte und ihn zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte. Sollte etwa diese Strafe über alle Zweifel hinweghelfen? .hier der Tatbestand: Friedrich Biel hatte lns zum 21. Lebensjahre auf dem Bauerngute feines Vaters in Ostpreußen gearbeitet. Die Prügel, die der Junge erhielt, hatten ihn mit.haß und Angst erfüllt. Drohungen hotten ihn zum Stotterer gemacht: in feinem neunten Lebensfohre bekam er eine Stiefmutter. Nach dem Kriege wurde die Behondlpng nicht bester. Als der Bater ihm eines Tages sagt«, daß er das Gut nicht erben würde und er gehen könne, falls er nicksi parieren wolle, verließ er feiire heimatliche Scholle, die er in feinen Lindheitsträinnen schon als fein Eigen betrachtet hatte, und ging nach dem Rheinland, wo er als Grubenarbeitsr fein Dasein fristete. Der Vater aber verkaufte sein Anwesen in Ostpreußen, legte RftOO M. in der Sparkasse an und kaufte ein kleineres Anwesen in Bernöwe bei Oranienburg Den Sohn aber empörte die Unge- rechrigkeit seines Vaters. Er forderte von ihm 2000 M., um sich selbständig zu machen. Er erhielt 1000 M. Die Forderung von weiteren.MI M., die oon Drohungen begleitet war, ließ der ltzatcr unbeantwortet. Als dieser dann die Absicht äußerte, das Anwesen seiner Tochter und dem Schwiegersohn zu überlassen, da reifte im i-ohn der Entschluß, �im Falle einer neuen Geldverweigcrung den Voicr wie auch die Stieimuttcr, der er die Hauptschuld an seiner Lage zuschrieb, und sich selbst zu töten. Er kaufte sich in seinem Wohnorte Alt-Esien eine Pistole, fuhr nach Bernöwe, betrat ohne Gruß das Haus seines Baters und leitete das Gespräch sofort aus die Mi Mark. Die Eltern verweigerten sie ihm, die«chwcstern erklärten, er möge sich keine Mühe geben. Am nächsten Morgen öifncte Friedrich B. die'Tür zur Stube seiner Eltern und feuerte drei Schüsse aus den Vater und zwei aus die Mutter. Dann jagte er sich vor dem Spiegel in der anderen Stube einen Schuß in die S ch l ä s e. Der Vater starb nach zwei Tagen im Kranken- haus an einem Bauchschuß, die Mutter genaß vom Lungenschuß, er selbst mußte sich einer Schädcloperotion unterziehe». Als der Unter- suchungsrichter an ihn die Frage richtete, ob ihm sein Verbrechen leid täte, verneint« er. Dem Gericht konnte er keine andere Erklärung für seine Tat geben, als daß er in der Jugend gezüchtigt worden sei und der Voter ihm die SOO M. verweigert habe. Ent- gegen der Ansicht des Gerichtsarztes Dr. Hirsch, der die Tat aus dem Charakter und der Ausregung des Angekla'gten herleiten wollte, erklärte Prof. Straßmann, daß die Tat nach wie vor unverständlich bleibe und bei der ganzen Art des Angeklagten der Verdacht einer beginnenden Geisteskrankheit nicht von der Hand zu weisen sei. Der Staatsanwalt widersprach aber dem Antrag, den Angeklagten zur Feststellung seines Geisteszustandes einer psychiatri- schen Beobachtung zu unterziehen. Das Gericht verurteilte den Friedrich B. wegen Totschlags an einem Verwandten in auf- steigender Linie zu lebenslänglichem Zuchthaus— es ist die gesetzlich zulässige Höchststrafe— und wegen versuchten Mordes an seiner Stiefmutter zu zehn Iahren Zuchthaus.— Es erscheint unbegreiflich, dos das Gericht es für überflüssig fand, entgegen dem Antrage eines so erfahrenen Arztes«je Prof. Dr. Straßmann, gerade in diesem Fall« eine psychiatrische Beobachtung anzuordnen. Weder die erbliche Belastung noch die psychische Entwicklung und Eigenart des Angeklagten waren Gegenstand ausführlicher Erörterung. Man blieb völlig Im unklaren über die Persönlichkeit des Angeklagten und über die tieferen psychischen Beweggründe seiner unseligen Tat. Auch die Verteidigung hätte wieder einmal glänzend versagt. Tragödie einer ledigen Mutter. ..Probejeit" für Ad»f»twkrn�er. Die jüngste Chronik der Gerichtssäle hat uns wieder einige unsagbar traurige Kapitel aus dem Lebensweg lediger Mütter beschert. Und wznn die soziale Helferin anläßlich eines dieser Prozesse gesagt hat, daß die jungen Mädchen keine Ahnung von den städtischen Einrichtungen hätten, daß sie nicht wüßten, wo sie gebären und das Kind fürs erste unterbringen sollen, so enthüllt das Zustände, die eines fortgeschrittenen Gemeinwesens nicht würdig find. Was weiß die Mehrzahl aller Frauen— speziell aus den Kreisen, die das Hauptkontingent dieser Bedauernswerten stellen.- von all den sexualreformotorische» Bestrebungen, der Einrichtung von Sexuakberatungsftellen, dem edlen, gutgemeinten Wirken der Mutterberatungsstellen? In der Stunde ihrer höchsten Not an Leib und Seele sind sie ollein, verlasien, gcdemütigt und gepeinigt von der Schmach zertretenen Weibstumcs' Sie sind, aus Furcht vor dem Berlust ihrer Existenz, gezwungen, ihren Zustand wie eine böse Krankheit ängstlich zu verbergen und trachten mit ollen möglichen und unmöglichen Mitteln, das Kind schon im Mutterleib zu töten. Wenn dann oie schwere Stunde naht, läßt ihre sinnlose Verzweiflung nur Naum für den einen Gedanken: Es darf nicht am Leben bleibe�! Der Leidensweg einer solchen unglücklichen Mutter sei hier kurz geschildert: Eine Hausangestellte hatte in der Charite entbunden und nach 0 Tagen hieß es auch bei ihr: Wohin mit dem Kinde? Die wenigen Ersparnisse waren aufgezehrt, seit zwei Monaten hatte sie nichts verdient und der saubere Kindesvater ließ es, wie meist in diesen Fällen, erst aus seine gerichtliche Verurteilung ankommen. Aengstlich erkundigte sie sich bei allen Zimmer- insassinncn der Eharite— das Kind ins Waisenhaus zu geben, konnte sie sich nicht entschließen— nach einem Plätzchen für das kleine Würmchen. Endlich riet ihr eine Frau ein Säuglings- heim in Aeißensee. Mit ihren schwachen Kräften, neun Tage nach der Geburt, machte sich die Aermste mit ihrem Kind« auf die mühevolle Wanderung. Nach einer langen, anstrengenden.Fahrt mußte sie noch weit über Felder laufen und langte endlich, mehr tot als lebendig, an ihrem Bestimmungsorte an. Das Pflegegeld für das Kind betrug 3 Mark pro Tag und da das gerichtliche Versahren betreffs Zahlungspslicht des Vaters noch nicht entschieden war, muhte sie das Kind nach sechs Wochen wieder aus der A n st a i t nehmen, da sie das Geld nicht mehr aufzu- bringen imstande war. Ein Mitglied der städtischen Fürsorge empfahl ihr nunmehr das Rittbcrg-Haus in Lichtcrkelde. Wiederum machte sich die schwache, kränkliche Frau mit ihrem Kinde ans den Weg und brachte es nach Lichterfelde. Hier sollte sie für ihren Teil einen Verpflegungsbeitrag von monatlich 2S M. leisten. Als dann inzwischen die Zahlungsverpflichtung des Baters in Höhe eines monatlichen Betrages oon 33 M. ebenfalls spruchreif geworden war, wurde auch diese Summe von der Stadt als Verpflegungsgeld erhoben. Am Jahresende bekam die Mutter von der Anstalt eine Gestimtabrechnling. die eine Summe von etwa 1800 M. aufwies, die sich aus Ernährungs- und Bekleidungsspesen für das Kind zu- sarnmensetzte. Demnach hätte sie eine Nachzahlung, von etwa M. zu leisten gehabt. Da dies bei ihren Einkünften— sie bezieht ein Monatogehatt von 30 M., wovon Steuer, Krankenkasse und ein Erhaltungsbeitrag von 10 M. monatsich für ihre An- ochSrigen In Abzug kommt— ausgeschlossen war, reduzierte man oen Betrag auf 200 M. und stundete ihr auch dies« Zahlung. Inzwischen hatte die Stadt Berlin, als Vormund des Kmdes, dieses ohne jede Verständigung an die Mutter, nach Hohenofen in | Pflege gegeben, späterhin wurde es bei Leuten in Frelenwalde untergebracht, die es adoptieren wollten. Die Mutter, die stets kränklich und schwach ist, hat in ihrer ständigen, bangen Sorge um das Wohlergehen ihres Kindes alle zur Adoption erforderlichen Papiere unterschrieben und sich damit jeden Rechtes ihrem Kinde gegenüber begeben. Jedes Kind, dos an Kindcsstatt angenommen wird, hat bei seinen künftigen Eltern eine Probezeit von drei Monaten zu absolvieren. Gefällt es ihnen nicht, dann haben sie»ach Ablauf dieser Frist das Recht, das Kind der rechtmäßigen Mutter, bzw. dem Waisenhaus wieder zur Verfügung zu stellen. Die Adaptiv- eltcrn dieses Kindes, die anfänglich in heißer Liebe für dasselbe entbrannten, fordenen vom Vater des Kindes eine einmalige A b- findung von 2000 M. gaben sich jedoch, als er diese verweigerte, mit dem von ihm geleisteten monatlichen Erzichungsbeitrag zufrieden. Als dieser Betrag einmal nicht pünktlich eintraf, war es mit der großen„Elternliebe" vorbei und nun soll das Kind wieder an das Waisenhaus zurückgegeben werden. Lichtbildervortrag „Aus dem Leben der weltlichen Schule" heule. Arcilag, den 21. Januar, abends 7�/, Uhr, im großen Sitzungssaal des Bezirksamts, gorckstr. 11. Vortragender: Lehrer Richard Schröter. Alle Eltern, deren Kinder die südwestlich gelegenen Schulen besuchen, sind herzlichst eingeladen.— Eintritt frei! N n m e l d u n g e n iür die wcllliche Schule bei nachstehenden Elten?- beträten: Raiviel, Treibundstragc 3.— Münchcnhagen, Möckern» strotze 63.— Kuhlicke, Hagelberger«tr. 6.— M e h er, Hagelberger>2tr.'lZda. Die Berliner sollen Berlin lieb gewinnen. Kennen wir Berliner unser Berlin? Nicht viele wissen, wie Bertin ist und wie es wurde. Es ist besser als sein Ruf, und seinem Werden nachzuspüren, lohnt der Mühe. Nicht nur dem Heer der Zugewanderten fehlt die rechte Kenntnis Berlins und seiner Ent- wicklung. Auch in den Reihen der„geborenen Berliner" findet man oft eine verblüffende Unkenntnis ihrer Vaterstadt, und bei manchem„Geborenen" ist dieser Mangel sogar noch ärger als bei Zugewanderten. Das Bezirksamt Berlin-Mitte, dessen Gebiet die ältesten Teile Berlins umfaßt, erwirbt sich den Dank aller Berliner durch Veranstaltung einer Vortragsreihe unter dem Titel:„Berlin in Wort, Bild und Lied." Die Entstehung und die Entwicklung Berlins, die Baudenkmäler, die Beziehungen zur Kunst uird zur Literatur, die Sitten»nd die Sprache des Berliners werden in acht Vorträgen behandelt. Wie groß das Vcrlang-n nach solcher Belehrung ist, zeigte der Andrang zu dem zweiten Vortrag. Der Bürgersaal des Berliner Rathauses war dicht besetzt, und viele konnten keinen Zutritt mehr erhalten. Dr. Osborn gab in seinem Vortrag„Das älteste Berlin" einen Ausschnitt aus der Baugeschichte der Stadt von ihren Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Er be- sagte, daß man in Berlin so lange ziemlich achtlos an den alten Baudenkmälern vorübergegangen sei. Erst im 19. Jahrhundert sei das anders geworden, doch halie man da den anderen Fehler ge?nacht, bei sogenannten Restaurierungen künstlerisch Wertvolles zu ver- Nichten. Bon dem, was noch gerettet wurde, konnte Osborn in Lichtbildern manche schöne Probe zeigen. Er sprach anerkennend von den Bemühungen des Bezirksamtes Mitte und im besonderen des Bezirksbürgermersters Schneider, die uns erhallen ge- bliedenen alten Bauten vor dem Berfall zu bewahren. In dem älteren Berlin habe die Bevölkerung ihre Stadt geliebt— und das müsse auch in dem Berlin des 20. Jahrhunderts wieder erreicht werden._ � Ein Ehepaar durch Gas vergistek. Auf den Treppensluren des Hauses E lf ass e r'Straße 09 machte sich gestern ein starker Gasgeruch bemerkbar. Mieter stellten fest, daß das Gas aus der Wohnung des betagten Ehepaars Fienke drang. Als auf wiederholte Klopfzeichen nicht geöffnet wurde, rief man die Polizei und Feuerwehr herbei, dis sich gemallsam Einlaß in die Wohnung verschafften. In dem völlig mit Gas angefüllten Schlaf- zi.mmer wurde der 70jLhrigc R. Fienke und dessen 08 Jahre alte Frau Anna in den Bellen liegend leblos aufgefunden. Die Feuerwehr nahm sofort Wiederbelebungsversuche mit Sauerstoff vor, die nach langwierigen Bemühungen nur bei der Frau Erfolg hatten. In bedenklichem Zustande wurde sie in das Hedwigskrankenhaus geschafft. Die Leiche des Mannes wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus gebracht. Nach dem Dejund liegt unzweifelhaft ein Unglücksfall vor. Der Hahn der Lampe war nicht ganz verschlossen, so daß größere Mengen Leuchtgas ungehindert ausströmen konnten. Einen aktuellen Vortrag hielt Bürgermeister a. D. Schwan, Geschäftsführer des Deutschen Vereins für Wohnungsreform, der über „Die Ziel« der Wohnungsreform" sprach. Er zeigt«, wie der Mietskasernenbau eine Folge der verhällnismäßig schnellen Wandlung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat war. Die vielstöckigen Häuser mit ihren licht- und luftarmen Straßen, und Hofschächien schienen damals wirtschaftliche Notwendigkeit. Heute, wo zahllosen Menschen«in« Wohnung fehll, nehmen viele gern selbst mit der schlechlcsten, unhygienischsten oorlieb, um nur«in Dach über dem Kopfe zu haben. Doch mit Recht wies der Bor- tragende darauf hin, daß nicht nur Krankheiten sich in viel größerem Maßstäbe als in hellen sonnigen Wohnungen in diesen ungesunden und oft völlig übervölkerten Räumen ausbreiten, sondern daß hier auch der Nährboden für die meisten Verbrechen ist. Sind diese üblen Wohnverhältnisse gegenwärtig noch nicht völlig zu beseitigen, so sollten sie doch in naher Zukunft verschwunden sein. Vor allem sollte statt des Baues von Hochhäusern in weitgehendem Maße Ein- und Zweifamilie n Hausbau gefördert werden. Autoritäten auf baiitechnischem Gebiet haben errechnet, daß Zimmer im modernen Ein- und Zwessamilienhaus sich im Bau sogar wesentlich billiger stellen, als im vier- und fünfstöckigem Hochhaus. Der wertvolle, sehr allgemeinverständlich gehaltene Vortrag Dr. Willibald Pschy- r e m b« l s über Atomphysik hätte sicher noch gewonnen, wenn man dem Redner statt der sehr knappen Zeit an einem anderen Wochentage noch«in« weitere halbe Stunde eingeräumt hätte. Auch die übrigen Vorträge des Tages Karl Figdors anregende Schilderungen„Kreuz und quer durch Asien", Dr. Anton Meyers Fortsetzung seines Zyklus„Freude an der Kmist" und Otto Za re k s Ausführungen über dos historische Drama der Gegenwart verdienten Aufmerksamkeit. Di« Musikdarbietungen des Nachmittags bestritt das Schubert-Quarteit, das in meist sauberem Zusammenspiel klassische Kammermustkwerk« bot. Wesentlich höher stand allerdings der Virtuosenabend, für den der Rundfunk Maurids van den Berg, Michael von Zadora und Gregor Piatigor- sfi aufgeboten hatte. Leider war Bruno Seidler-Winkler weder der Violine Maurids van den Bergs, noch dem Cello Gregor Piatigorstis«in gleichwertiger Begleiter. Michael v. Zadora brachte am Flügel Werke von Debussy. Chopin und Liszt. Sein meisterhaktes Spiel tonnte indessen nicht harüber hinrvegtäufchen, daß virwos« Klavierwerke vorläufig noch nicht recht funkgeeignets Musik darstellen, da gerode hier die Klangversardung des Klavierttms be- sonders fühlbar wird. Ueberfall auf eine Epileptische. In der Bucher �furst verschleppt und beraubt. Auf der Chaussee im Bucher Forst stieß Mittwoch nachmittag ein Kutscher, der dort entlang fuhr, auf ein junges Mädchen, das ihn fragte, ob er nicht eins Handtasche gefunden habe. Das Mädchen machte auf ihn einen so verstörten Eindruck, daß er sie aus seinem Wagen mitnahm und nach der Revierwache in Buch brackste. Auf der Wache kam sie erst langsam wieder zur vollen Bs- sinnung und gab nun an, daß sie im Forst beraubt worden war. Das Mädchen, eine 28 Jahre alte, stellungslose Frieda L., hielt sich. wie sie sagt, am Mittwoch vor dem Arbeitsnachweis in der August- straße auf. Hier fragte sie ein Mann, ob sie bereit sei, eine Stelle ass Wagenwäscherin anzunehmen. Sein Arbeit- geber habe ihn beauftragt, dafür jemanden zu suchen. Der Mann, der einen grauen Mrnchcstcranzug, Ledergamaschen und eine passende Mütze trug, machte so auch den Eindruck eines Chauffeurs, und sie hotte keine Bedenken, die Stellung an- zunehmen. Er erzählte ihr, daß sein Großvater mit seinem Wagen in Earow liegengeblieben sei. Er welle hinausfahren, um den Wagen abzuschleppen und dann die L. gleich nach ihrer neuen Ar- beitsstellc bringen. Auf dem Stettincr Bahnhof löste der vermeint- licho Chauffeur Fahrkarten, angeblich nach Buch. Man bestieg einen Zug, und was nun weiter vor sich ging, weiß das Mädchen nicht. Wie sie sagt, fand sie sich nachmittag um 3 Uhr in der Bucher Forst wieder. Sie lag hier am Boden und war der Handtasche mit 10 Mark und einigen Pfennigen beraubt. Sonst war ihr, wie ein Zlrzt feststellte, keine Gewalt angetan worden.-Die Ermittlungen, die das 2S4. Revier sofort anstellte, blieben erfolglos. Das Mädchen ist Epileptikerin. seine Airgaben werden auf ihre RichLgkeit uoii der Kriminalpolizei noch nachgeprüft. Der angebliche Chauffeur soll mit Bornamcn„Hans" heißen. Der verschwundene Bote. Das rätselhafte Verschwinden eines Bureauboten beschäftigt dos Raubdezernat der Berliner Kriminalpolizei. Im Flur des Hauses Bclle-Allianec-Straßc 14 wurde gestern eine alte Aktentasche gefunden, die außer einem Paket Stullen ausgerissene und ihres Inhaltes beraubte Lohntüten enthielt. Aus dem Ausdruck ging hervor, daß die Tüten in den Bureaus der Firma Braß u. Hertslet in der Großbeerenstraße zu Marienfelde aus- geschrieben worden waren. Sic hatten 4 0 3 Mark Lohngelder enthalten, die für eine in Moabit beim Brückenbau tätige Zlrbeiter- kolonne bestimmt waren. Gestern vormittag war der 19 Jahr« alte Bureaubote Martin Günther aus der Fehmornstraße mit dieser Summe abgeschickt worden. Er hotte aber dem Kolonnenführer das Geld nicht abgeliefert und sich weder an seiner Arbeitsstelle noch in seiner Wohnung wieder sehen lassen. Die Ermittlungen der Kriminal- polizei nach dem Verbleib des jungen Mannes waren bisher erfolg- los. Man weiß noch nicht, ob er das ihm anvertraute Geld unter- schlagen hat oder ob er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Mitteilungen, die geeignet sind, Licht in die rätsel» hafte Angelegenheit zu bringen, nimmt Kriminalkommissar Werne- bürg im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums entgegen. Im Fernzug erhängt. Einen grausigen Fund machten gestern Bahnarbstter der Eiseiibahnbetriebswcrkstätte in der Renaler Straße. In dem Abort eines Fernzugwagens3. Klasse wurde ein noch unbekannter Mann erhängt aufgefunden, der keinerlei Papiere bei sich tnig. Der Selbstmörder ist etwa 33 Jahre alt und gehört seiner Kleidung nach dem Mittelstande an. Die Leiche wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus geschafft. Em neuer russischer ffirotzfilm, aedreht von der Melchrabpom-Rutz. Moskau, behandelt«in Tbcma. äbnlich wie der vor kurzem in Berlin mit grotzem Ersola qelausrne Film:„Der Sohn der Berge'. In pi ächtiger kiinlt» leri'cher Arslallnng gibt er ein Bild der imt«rdri!lkten Völker des.«mikasuS, die unter der Dillkur zaiiftrlcher Rachtbaber fiöfcntcn. Prachtvolle Natur- aufnahmen umrahmen die spannende Handlung. Der Film erlebt«im Freitag, den St. d. Mt».. abends 7 Uhr. leine Urguisühning im Theater der VolkS-Filmbühne, Neukölln, Bergstraße l47. Der«rnosse Otfo Fehlberg von der 74.?Ibt. Zeblendorl war in dielen Tagen 2SJabre Mitglied der SPD. Dir wünlchen den jeder. zeit rührigen Genoffen noch recht viele Jahre als Milarbeilei: in voller Gelundheit in unseren Reihen zu sehen. Der Stand der rellgiö».so,Ial!sNschen Bewegung und der Samps um die neue Sircke. lieber dieses Thema lvrechen in einer vom Bund der der süddeutschen, und Genosse Pfarrer Dr. tdeol. Em il Fuch S- Eisenach, der Führer der mitteldeutschen religiös-sozialistischen Bewegung. Di- Genannten sind auch in anderen Teilen Deutschlands bekannt gewoiden durch die hejligen Angriffe, die sie sich namentlich durch ihre Stellung- nähme in der Frage der Fürltenentschädigimg zugezogen hatten. Der Eintritt ist frei. Anschließend Ansprache über die Vorträge. Sergmanns Tod. Wie aus Bochum gemeldet wird, ist auf der Zeche Hannooer 1— 3 im Flöz Sonnenschein die Kohle in den Streben eingelaufen, dadurch ging die darunter liegende Strecke zu Bruch. Der Streckcnhauer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die beiden«vtrebenhauer wurden von der Kohle verschüttet und werden noch gesucht. Man ver- mutet, daß sie nicht mehr am Leben sind. Sport. Kunstlauf-Meisterschaflen. Unter Aufsicht des Norddeutschen Eislausoerhondes wurden gestern im Sportpalast die Kunstlauf-Meisterschaften des Deutschen Eislaus-Verbandes ausgetragen. Wie zu erwarten war, gab es so ziemlich bei allen Konkurrenzen hart«.Kämpfe". Der deutsche Meister von 1926, Werner Rittberger(BSC.) mußt« den Titel an seinen Vereinskameraden Pmil Franke abtreten. besten größere Sicherheit und Variation in feinen Figuren den Ausschlag gaben. In der Meisterschaft für Damen verteidigte Frau E. Brockhöft(BSC.), Meisterin von 1920, ihren Titel erfolgreich. Ihre stärkste Rivalin war Frl. Flabb«, die sich zumindest ebenbürtig, wenn nicht gar besser zeigt«. Sieger im Herren-Iuniorlaufen wurde L Maier-Labergo vom Münchener Eislauf-Verein. Im Schnelläufen mit Vorgabe über 12 Bahnrimden ging als erster Meylen vom BEB.(Berliner Eislaus�Berein) durchs Ziel. Es folgten Schönbrod, ebenfalls vom BEB., und Grund vom BSC. Das Eishockey- Wettspiel zwischen der deutschen Ländermann- schaft und den Internationalen des BSC.(Berliner Schlittfchuh-Club) endete mit 7:2 Toren für letztere. Bei Halbzeit war der Stand des Spiels 5: 1. Wenn Ihr Magen Sie plagt, müssen Sie die Ursache Ihrer Beschwerden suchen. Sehr viele Verdauungsleiden sind die Folge eines U�berniaßeS von Säure im Mageniafd. Diese Säure ist eS, wellbe laureS Ausstoßen, Sod- brennen, Blähungen, Uebergcben und so viele andere Verdauungs- beschwcrden hervorruft. Nehmen Sie noch dem Essen einen halben Kaffeelöffel Biserim Magnesia in etwas Wasser ein. und Sie weiden damit sichere und schnelle Heilimg erzielen. Bileririe Magnesia nemralisiert die schädliche Wirkung von übermäßiger Säure und regell die Funktionen des BerdarningSapparatS. Sie übt eine beruhigend« Wirkung aus die gereizten Maaenwände aus und sichert normale und schmerzlose Verdauung. Biscrirte Magnesia ist in allen Aporheken erhältlich. Wtchrtgl Silerlrte Magnesia wird In drei verschiedenen verpackung«größcn geliefert; in stolver- vnd TableUensocm zu M. 1.50 da, Flaschcheo und ta größeren Flaschen mit Pulver za M. 3.00 die Flasche. Ein Wohnungsbauprogramm für Serlin. Forderungen der sozialdemokratischen Stadtverordnetensraktion. Wirksame und durchgreifend« Maßnahmen gegen den Wohnungs- mangel in Berlin verlangt ein Antrag der sozialdemo- kratischen St a d t ve r o r d ne t« n f ra k t i o n, derein sorg- föltig erwogenes Programm ausstellt. Der Antrag lautet: Die StadtoerordnetenvcrsMnmlung wolle beschließen: Den nachstebenden Richtlinien für den Wohnungs- neubau in Bersin wird mir dem dringenden Ersuchen an den Magistrat zugestimmt, alles.zu tön, um durch schnell ße Durchführung den darin enthaltenen programmatischen Forderungen m kürzester Frist zur Durchführung zu verhelfen, damit endlich der erschreckenden Wohnungsnot in Berlin wirksam entgegengearbeitet wird. Richtlinien für üen Wohnungsneubau in Serlin. Di« bisher durch die Stadt Berlin und die Wohnungsfürsorge- gesellschast Berlin m. b..fj. bewirkt« und geförderte Wohnungs- bautätigkeit erweist sich gegenüber dem Wohnungsbedarf als völlig ungenügend. Das trifft vor allem auf die aus dem .hauszinsauskommen für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Be- träge zu. Denn die noch den Geschäftsberichten der Wohnungsfürsorge- gesellschaft verfügbaren rund SN Millionen aus dem Jahre 1924 und rimd KK Millionen aus dein Jahre 192S reichten nicht entfernt, um auch nur dos Allerdringendsts auf dem Gebiete des Wohnungsneu- baues durchführen zu können. Insbesondere muß hervorgehoben werden, daß die aus dem hauszinsauftommen der Stadt Berlin an den staatlickze» Wohnungssürforge- und Ausgleichsfonds abzuführenden riesigen Beträge als eine besonders krasse Ungerechtigkeit cmpsundcn rocrden, wenn man die in Berlin herrschende Wohnungsnot dem- gegenüber in Betracht zieht. Der aus den so beschränkten Geld- Mitteln zu erzielende Effekt konnte daher auch nur völlig unge- nügend ausfallen. So wurden im Jahre 1924 insgesamt nur 10 050 und im Jahr« 1925 9Z07 Wohnungen neu errichtet. Jin Jahr« 1926 steht es nicht viel anders: aus dem zur Verfügung stehenden Betrag« von rund 95 Millionen Mark können etwa 14 000 neue Wohnungen errichtet werden. Wie wenig dieses Ergebnis der Geschäststätigkeit der Wohnungssürsorgegesellschast auch nur den allergeringsten Not- wendigkeiten entspricht, geht aus der nachstehenden Zusammenstellung hervor: wohnungsbeöarf. Der Wohnungsbedarf ergibt sich aus: s) dem objektiven Fehlbedarf snack der WobnungSzablung vom S.Mai 1925). dazu pro Jabr: b) dem inneren Neubedors(Zunahme der Bevölkerung und der HauSbaltnngen). c) dem äußeren Neubedari-tqrke des Einzelwesens, sondern vielmehr die Gemeinschafrsarbeit hat das Menschengeschlecht vorwärtsgebracht. Und wenn man von diesem Grundgedanken ausgeht, erkennt man, daß die Sozialpolitik nicht abzulehnen, sondern geradezu zu fordern ist. Der Staat muß dem wirtschaftlich Schwachen Helsen, um ihn so dem wirtschaftlich Ueberlegenen gleichwertig zu machen. Der Staat muß den wirt- schaftlich Schwachen gegen die Beraubung seiner Arbeitskraft schützen. Es fragt sich, ob es richtig ist, daß der Unternehmer die Arbeitskraft als nichts anderes anerkennt, als ein Unkostcnelemont. Es fragt sich, ob Menschenökonomie nicht wichtiger ist. als Eachgüterökonomie. Der Arbeiter ist bekanntlich nicht mir der Erzeuger van Waren, sondern auch ihr Verbraucher imd zwar in seiner Masse der Hauptverbraucher aller hergestellten Güter. Jede Verminderung der Lohnhöhe wirkt sich ans in der Verminderung der Kaufkraft und damit auch des Beschästigungsgradss des Betriebes. Und es ist wertlos, mehr herzustellen, als man verkaufen kann. Diese Zusammenhänge zeigen klar die A b h ä n g i g l e i t des Besitz- losen von den wirtschaftlichen Verhältnissen und man erkennt, daß die Erhaltung bei- Arbeitskraft unbedingt n a l w e n d i g ist, wenn die Gesamtheit bestehen soll, und daraus ergibt sich dann nicht nur die sittliche, sondern auch die wirtschaftliche Begründung der staatlich geregelten Sozialpoliiik und Wohlfahrts- pflege.— Der nächste Vortrag sindet am Freirng, den 28. Januar, ebenfalls im Hauptgesundheitsamt statt. Dr. P r e l l e r- Berlin wird über das Thema:„Ist Wahlfahrtspflegc proouktionsfördernd" sprechen. �lus öen Bezirken. 1. Bezirk— ZNitte. Di« erste Bersammlung im neuen Jahre der Bezirksverordneten im Bezirk Mitte hatte sich mit den Neuwahlen des Vorstehers, der Stellvertreter, der Beisitzer, sowie der ständigen Ausschußmitglieder zu beschäftigen. Die Neuwahl ergab die Wiederwahl des bis- herigen Vorsitzenden. Genossen Riese. Die Wahl der beiden Stell- Vertreter mit gleichen Rechten ergab eine ausgiebige Diskussion durch Erklärung der Fraktion der Mitte sowie der Kommunisten. Da die Fraktion der Mitte sowie der Kommunisten aus Be r ä r ge r u n g sich nicht entsprechend dem Stärkeverhältnis an der Wahl beteiligten, murde die Wahl besonders erschwert. Durch die Befchimpfung�n unserer Partei durch die Kommunisten sahen wir uns veranlaßt, nicht für die komftiunistischen Kandidaten zu stimmen. Unsere Partei- genossen vertraten den Standpunkt, daß die Besetzuüg des Vorstandes nach dem Stärkeverhältnis zu erfolgen Hab«. Da trotz allen Ent- gegsnkommens ein« Verständigung nicht �u erzielen war, wurden zu Srellvertretern mit gleichen Rechten der Bezirksverordtiete Dr. Besse(Dnat.), sowie der Genosse T h i e m« ck e gewählt. Die Wahl der Beisitzer fand unter dem gleichen Verhältnis statt. Es wurden gewählt: Bezirksverordneter Winkel und Jffland (Dnat.), sowie die Genossen Wo liste in und Wille. Nachdem die Vorstandswahlen beendet waren, wurde als Sitzungstag der dritte Mittwoch eines jeden Monats bestimmt. Nachdem noch einige Dringlichkeitsanträ�e zur Annahme gelangten,.unter anderem ein Antrag, der die Beseitigung der Mißstände in den Schulgebäuden betraf(Abortanlagen usw), Belästigung der Anwohner des Rosen- thaler Tors und Umgegend bei Ausführung der Bauarbeiten, sowie Beschäftigung der Angestellten der städtischen Bureaus(42 Stunden), fand die Bersammlung in ziemlich später Stund« ihr Ende. 2. Bezirk— Tiergarten. In der ersten Sitzung des neuen Jahres fand die Norstandswahl statt. Es kandidierte der Dcutschnationale G r a n a ß gegen unseren Genossen B u b I i tz. Die Kommunisten gaben eine Erklärung ab, in der sie die übliche Schimpfkanonade gegen uns losließen, kamen aber schließlich doch zu dem Schlüsse, daß sie, wenn wir es auch nicht oerdienen, sür uns stimmen werden. In der Abstimmung wurde Genosse Bu blitz mit 3 7 gegen 22 Stimme n g e- wählt. Die Deutschnotianalen verzichteten darauf auf die weitere Beteiligung an der Bureauwahl: die Stellvertreter und Beisitzer wurden aus der Fraktion der Mitte und aus der KPD. gewählt. Die Streichungen, die der Magistrat im. Etat des Bezirks vorgeNom- men hat, riefen eine erregte Aussprache hervor. Alle Fraktionell drückten ihr Bedauern Und Befremden darüber aus, daß die drin- gendsien Bedürfnisse des Bezirks nicht berücksichtigt worden sind. Genosse Schlegel bemängelte vor ollein die großen Abstriche auf dem Gcbiere der Wohlfahrtspflege und die Streichung des Postens für den Ausbau des.Kranken- Hauses Moabit. In Moabit müssen bis zur Fertigstellung des neuen Pavillons noch die ältesten und n n z w e ck n> ä ß i g- st e n Baracken benutzt werden. Die Versammlung war sich einig darüber, daß diese Verhältnisse nicht mehr tragbar sind und daß die Stadt noch eine ganze Reihe anderer Ausgaben zurückstellen kann und muß, so lange sür die Unterbringung der Kranken in so unzureichender Weise gesorgt ist. Auch die Streichung des An- satzes für ein Bureauhaus wurde einer scharfen Kritik unterzogen. Das Bezirksamt zahlt zurzeit f ü r B u r e a u m i e t e n 2 0 6 0 0 0 Mark pro Jahr. Die Bureaus sind in Privathänsern untergebracht und entziehen der Bevölkerung unnötig Wohnräume. An- gesichts dieser Tatsachen muß es geradezu als Verschwendung ange- sehen werden, wenn man diese» Zustand beibehalten will. Ein- stimmig wurde beschlossen, die Vorlage noch einmal in den Haus- haltsausschuß gehen zu lassen. Schließlich entspann sich eine lange Sföachk Sie das harten neroö-s 1 tDxmri hab&v Sic- tDahrsdicirdidL keines a s s ary~ Oggarettens bei sich.. Wer S¥la s s a ry raucht harnt keine Sangeweile. Wiese mildcy höstliche Qabe, diese ausgesprochene Stirnrnungs�igcmzite läßt die Slflinuten. angenehnv vergehen.. 'JZchtncrL Sie also immer Stä.assary' �garetten. mit. Wann sind sie xiuch allein in guter,, unterhaltender Gesellschaft". Urteilen Sie selbst! Massaev�akÄ GOLD-u PURPUR m�dsTO GOLD- u. TÜRKIS GOLO-u. SEIDEN mundst �7# Diskusflon Wer die Aenderrmj, der Geschiftsarlnmna. vi« Vor. lag» wurde von den Kommunisten im Verein mit der Deutscheu Völkspartei und den Deulschmuionalen abgelehnt. Die alte Ge- fchäftsordnung bleibt also in Kraft. 6. Bezirk— ftreozberg. In der letzten Bezirksverfommluna erfolgte nach einem Nachruf des Lorstehers für Fritz Zubell die Einführung und Der- pflichtung des Genossen Polizeioberwachtmeisters Klentz. Zur Dorfteherwahl gab der Vertreter der Kommunisten, von deren 13 Ver. ordneten ganze fünf anwesepd waren, die Erklärung ab, daß st« nicht für«wen Sozialdemokraten als Vorsteher, sondern.ihren eigenen Kandidaten Fröhlich stimmen werden. Genosse Gerber wurde darauf mit 4ö von SO Stimmen als erster Dorsteher gewählt. In das Bureau wurden weiterhin entsandt: Peter(Bürgerl. Der- einigung), P« r l s(Dem.), Genosse Zöpfel und Genossin G r u m- dach. Bei der Debatte über das auf dem Fabrikgelände hinter dem Bezirksamt Forckstraße 11 neu zu errichtend« Jugendheim stellt« der Kommunist Fröhlich die Behauptung auf, daß vom Be- zirksamt die Jugendheime abgebaut, würden. Genosse Stadtrat Dittmer konnte ihm nachweisen, daß daran kein wahres Wort sei und mit dem vorgeschlagenen Jugendheim das fünft« im Ver- waltungsbezirk errichtet werd«. Die aus Vorbehaltsmiiteln ange- fordert« Summe wurde daraufhin dewilligt. Di« Debatte über«in« kleine Vorlag« des Bezirksamts gab dem Bürgermeister Genossen Dr. Herz Gelegenheit, mit der würdelosen Art, in welcher Pfarrer K o ch die Vorlag« dekämpst«, abzurechnen. Ueberschwemmung überall. Alljährlich kann man zu bestimmten Zeiten immer wieder dieselben Klagen über Hochwasserschäden aus Eiedlerkreifen ver- nehmen und doch sind es fast immer dieselben Gegenden, aus denen die Beschwerden kommen. Insbesondere Hoheneuendorf, Alt- Landsberg und Bohnsdorf klagen in diesem Jahre außerordenllich darüber. Da sitzen die Siedler in ihren Häuschen und sehen, wie von Tag zu Tag das Wasser um sie herum imm-r höher steigt und doch sind sie machtlos dagegen. Da ist es angebracht, einmal der wahren Ursache dieses Uebels nachzugehen. Alle diese jetzt über- schwemmten Siedlungen sind früher Wiesengelände gewesen, die oamals genau so wie heute unter Wasser standen. Es ist nicht viel dagegen zu machen, denn dieses Gelände liegt eben so tief, daß sich bei feuchten Perioden in diesen Senkungen das Wasser an- sammln muß. Hier einen regelrechten Abfluß zu schassen, kostet Taufende von Mark und dann bleibt es noch zweifelhaft, ob die Arbeiten Erfolg haben. Hier ist es Pflicht der betrefsenden Ge- meinden, dm Bauern und Grundstücksspekulanten aus die Finger zu sehen, daß in Zukunft solche Sumpssiedlungen nicht emstehen können. Diese Spekulanten sind skrupellos und fragen nicht da- nach, ob sie einen Menschen um sein« sauer ersparten Groschen betrügen und so einem Parzellenkäufer so ein.Wassergrundstück" andrehen. Diese Verkäufer suchen sich zum Verkauf selbstverständlich trockene Jahreszeiten aus und die Kauflustigen sind olle noch un- erfahren in der Bodenbeschaffenheit. Hier ist es Pflicht der Ge- meinden, genau darauf zu achten, daß solches Gelände nicht als Siedlungsland verkauft wird, denn das ist kein Gartenland und erst recht kein Bauland, denn letzten Endes strebt jeder Käufer einer Parzelle danach, sich mal ein Häuschen darauf zu errichten. Ist dann der Kauf geschehen und es treten solche Ueborschwemmun- gen ein. dann gibt es nur schwer ein Zurück, denn die ersparten Groschm sind bereits verpulvert und der Siedler ipird sein Leben lang nicht froh auf einem solchen Grundstück Wenn aber die Ge- meinden, durch deren Hände diese Verkäufe gehbn. ruhig zusehen, daß solche tiefliegenden Gelände verkaust werden, dann hoben sie auch für Abhilfe zu sorgen und das'ist dann sehr schwer, meist un. möglich, was' an einem Beispiel gezeigt werden soll. An dem in Bohnsdorf gelegenen SieMungssumpigeländ« zieht sich der Plumpen- graben entlang. Schon oft war dieser Graden wie auch in diesem Jahre überschwemmt. Man hat Kommissionen gebildet und alles mögliche unternommen, um dem Hebel abzuhelfen. Auch hat man sich mit dem Plan beschäftigt, einen Abflußgraben zu ziehen noch der Dabm«. Bei vorgenommenen Messunaen hat sich ober her. auegestellt, daß das Niveau der Dahme höher liegt als da» des Grabens, so daß dadurch die Wassersnot noch viel schlimmer werden könnte.» Die wohl überall bestehenden Siedlung»- und Grundbesitzen,«- eine würden sich ein aroßes Verdienst erwerben, wenn sie darauf achten, daß solch« tiefliegende Parzellen nicht an den Mann ge- bracht werden. Da wäre es angebracht, wenn diesbezügliche Warnungstafeln auf den in der Nähe gelegenen Grundstücken an- gebracbt werden. Aber auch die Kauflustigen sollten vorsichtig sein und sich genügend in de? Siedlungegegend befragem wie dies oder jenes Gelände in feuchten Perioden beschaffen ist. Jeder anständige Siedler hat die Vflicht, die Kauflustigen auf solche Usbel auf- merksam zu machen. Die Wasserplage in Mahlsdorf. Zu diesen Ausführungen in Nr 22 unseres Blatte« sendet un« das Bezirksamt Lichtenberg folgende Entgegnung: Die an der Berlin-Frantfurter Chaussee östlich der Kaulsdorf-Mahlsdorfer Grenze geleaene Siedlung„G a r t e n h e i m" hat durch die dauern- den Niederschläge stark unter Ueberschweinmungen zu leiden. Infolge des undurchlässigen Bodens, der au» Lehm- und Mergelschichten besteht, kann das Regenwasser nicht oerstckern und bleibt auf dem Gelände stehen. Ein Anschluß der Siedlung an eine Regenwasserkanalisation ist, da keine vorhanden, nicht möglich. Di« Siebler sind, als sie seinerzeit die Baugenehimoung nachsuchten, vom dem Vauamt ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß die Straßen dieser Siedlung noch nicht anbaufähig her- gestellt sind, und daß insbesondere«ine sachgemäße Entwässerung auf absehbare Zeit nicht möglich ist. Das Bezirksamt hat sich diese Frage besonders angelegen sein lassen und pflegt zurzeit noch Ber- Handlungen mit in Frage kommenden Grundstückseigentümern und mit der Wasserpolizei über die Herstellung eines besonde- rcn Entwässerungsgrabcens, der über Privatgcländ« führen und in den Siebgraben einmünden soll. Der Ausbau des letzteren ist schon in Angriff genommen. Weiter sind vom Magistrat soeben die Mittel für den Bau des neuen Entwässerung«» g r a b e n s bewilligt worden, so daß nun in allernächster Zeit mit der Behebung des llebelstandes gerechnet werden kann. Staütratswahl im vezirk Pankow. Im Pankower B« z i r k s par la m« n t wir» am 2ö. Ja- nuar die Ersatzwahl für den in den Ruhestard getretenen Stadtrat und stellvertretenden Bürgermeister Oberbäurat Fenken statt- finden. Der Rücktritt dieses Stadtrats, der von den Bürgerlichen unterstützt wurde, ist im wesentlichen auf die Ausdeckung einer Steuerhinterziehung, beim Kauf seines Eigentums zurück- zuführen. Wie mehrfach im.Vorwärts" berichtet, hatte die SPD.- Fraktion jegliches Zusammenarbeiten mit Stadtrat Fenten abge- lehnt. In den interessierten Kreisen steht man jetzt der Neuwahl mit großer Aufmertjamkeit entgegen. Die zweitstärkste Fraktion des Bezirtsparlaments, die Deuljchnationalen, haben den Burgermeister- Posten besetzt. Nach dem SlärkeoerhältniS müßte nunmehr wenig- stens der stellvertretende Bürgermeister nach einem Vorschlag der SPD.-Fraktion gewählt werden. Schon bei der Wahl Fenkens wäre das recht und billig gewesen. Damals wurde Fenten(Deutsche Volkspartei) mit 19 Stimmer gegen den Sozialdemokraten Burk- Harb, auf den 18 Stimmen fielen, gewählt. Ein Demokrat hatte sich der Stimme enthalten. Die Stellung der beiden ersten Beamten im Bezirk ist so wichtig, daß sie, wenn reibungslose und erfolgver- sprechende kommunale Arbeit geleistet werden soll, nur von Ber- tretern der stärk st en Parteien.besetzt werden darf. Vielleicht überlegen sich jetzt auch die Demokraten, ob sie nicht in ihrem eigensten Interesse bei dieser Wahl mit der SPD.-Fraktion Hand in Hand gehen sollten. Iedenfalls beansprucht unsere Fraktion die Besetzung dieses Postens und sie wird durchaus konsequent aus ihrer Forderung bestehen bleiben. drMe deutsche Ziegelbau- Kusstelluug. Dom IS. Januar bis zum 14. Februar wird in den Räume» der Vereinigten Staatsschulen m der Hardenbergstrab« die dritte Wanderausstellung des deutschen Zievel- bau es gezeigt, in der diesmrl der brandenburgische Ziegel- brennereigewerbe besonders berücksichtigt werden soll. Der Zweck der Ausstellung ist, den Stand der technischen Vollkommenheit der baukeramischen Materialien zu zeigen, die für allgemeine Bauzwecke beute verfügbar sind. Leider war hiervon bei der Presseoorbestchti- gung, zu der die Ausstcllungsleitung für den vergangenen Sonn- abend eingeladen hatte, noch so gut wie nichts zu sehen: Die Aus- stellung bot sich in einem völlig unfertigen Zustande dar, der es hätte angelegen erscheinen lassen, aus diese sogenannte„Vorbesichti- gung" zu verzichten. Nach Fertigstellung und offizieller Eröfsnung der Ausstellung plant man für mchrere Haupttage Vorträge und Führungen. Für diese haben sich u. a. die Herren Relchskunstwart Dr. Redslob, Dr.-Ing. Starhorft, Professor Bruno Möh- ring und Miiseumsdirsktor Gustav G e r, ck e zur Verfügung ge- stellt. Auf verschiedene keramische Arbeiten von hohem künst- lerischen Wert fei besonders hingewiesen. Die diesjährige Tagung des Reichsstädtebundes findet, wie nun- mehr endgültig feststeht, am 29. und 30. Juni in Görlitz statt. Ihr geht am 27. Juni eine Sitzung des geschäftsführenden Bor- stondes und am 28 Juni eine Sitzung des Gesamtvorstandes voraus. Ein wärmetechnlscber Äursn» für Archltet'en und vaulührer wird von der ArbeitSgemeinlSalt für Siennftofferlpcrni»«. V Im Februar und März tSZ7 in den Räumen der Etaatltcben Bauaewerklchule in N e» t ö l I n. peineltr. 38/39. veranftaltct. Die Vorträge siuden jeden Montag und Donnerstag, abends von 7—9 Nbr. Natt und Umsätzen sieben bis acht Dovvilstnnden sowie eine Fubrnng durch die wärmetechnifche Abteilung deS VeitebiS- und BaumnieumS. Der KnrtuS beginnt mit dem 3. Febiuar. Teilnebmei karten können gegen eine Mebllbr von 7 M. von der MelchästSileve der ArbeitSgrmrinlchalt. Berlin W 8.?eivzlgcr Str. 3. Zimmer 205. oder am ersten Vortragsabend in der Staatlichen Bau- gewerkjchule bezogen werden. Arbeitersport. Das kreisfchwimmfesi am Soavtag. Di« Schwimmersparte des 1. Kreises veranstaltet am Sonntag, den 23. Januar, im Stadtbad Neukölln, Ganghoferstraß«, ihr Kreisschwimmfest. Das Meldeergebnis ist als recht gut zu bezeichnen. 29 Derein« mit ihren besten Mann- schaften werden In den einzelnen Konkurrenzen um den Sieg streiten. Besonders zahlreich sind die Meldungen zu den Männerwettkämvfen der L-Klasse. Auch in der �-Klasse werden die alten Rivalen.Bor- wärts-Berlin" und die.Freien Schwimmer-Neukölln" sich erbitterte Kämpfe liefern. Einen besonderen Wert wird das Fest durch die Frauenkunstreigen gewinnen, die diesmal mit Wertung geschwom- men werden. Die Manm'chaften von.Welle-Berlin",»Freie Schwimmer-Norden" und„Freie Schwimmer-Neukölln" werden hierbei erstmalig in den Wettbewerb treten. Auch im Spriv"?» treffen die vier besten Springe- des Kreises zusammen. Die Jugend- konkurrenzen verzeichnen auch in allen Lagen eine äußerst starte Besetzung. Das einzige Wasserballspiel des Zage* werden die /c-Mannsckaften der„Freien Schwimmer-Neukolln" gegen den Bundesmeister„Reptun-Weißensee" austragen. Di« Neuköllner haben sich in der letzten Zeit reckt spielstark entwickelt. Eintrstts- karten zu dem Fest sind im Vorverkauf in den Sportgeschäften von Ficht«, Köpenicker Straß« 108. und Neukölln, Kaifer-Friedrich- Straße 61, sowie an der Tagestass« des Stadtbades Neukölln in der Ganghoferstraß« zum Preise von 0,78 M. zu haben. Fußballspiele am 23. Januar. Bezirk Korden: In nttilum A gibt esten oerloren Und. Z» Pankow Bnt-.eak-Aoker-Plat». triste» s'ch Adler OS und Alemannia. Adler daik dies«, Svicl niSrt zu leicht Neimen. Wenn nuten die Meislerschast auch nicht mebr zu nrbuieu ist. so macht es doch innnerbin»inen betzeren Sintruck, wenn alle Sviel» gewonnen sind. Auf dem Adler-IS-Vloii In der CbriManiastraste kann e» sibr leicht zu einer Ueber- rasch uno kommen..Sier stckie» sich dar Platlbotztler und Arbeiter-Turnverew V-nkow gegenitber. Einigkeit emvfänat in tzevernick die Bernauer. ffllr beide Vereine ailt er. den Anschluß an die Soit« zu debalten. Ratdenow svlelt«««» Li«ln«n« statt in Ratdenow. Vorwärts aegea Ro>ch»Orani»nd» g in Lennias- d»rf. Veltener BallsvieMud<-«o«n Santa in Velten. Wittenau gogen Minerva in Wittenau. Fichte-Rard gegen Blrkcnwerder in Reinickendorf. West. Scharnweberstrade. Arbei-er-Soortnereln 24 aecen Serida in der Cdristiania. strotz«. Nordlska gegen Britz auf dem Srerziervlatz Schöndauser Alle«. Van- low OS gegen Eisrnsvalterei in Riederschändausen. Vfeilstuatze. Tegel 24 aeoen Viktoria in Bortzowalde. Neu« Ernst.. Ecke Kon odstratz«. Borusiia gegen Lowiet in Reinickendors. Lindenauer E»ratze. Wacker 24 gegen Fichte 24 in LIchlerfeld«.— Bezirk Osten» In KSvenick am Frieddos trefsen tzch zwei alt« Rivalen: Berein für Bewegunossviei« und Stralau. Di« Stralauer. die am letzten Eonntaa die Lichtenberaer so vernichtend schluaen. baden dier«Ine» entschieden schwereren Stand. Odersvie« svlelt in der WuMdeid««gen«in« Uederraschungsman nschaft der Abteilung Lustio-Fidel. und mutz tzch sebr an- strengen, um die Punkt« zu aewinnen. Svarta bat auf dem Platz tn der Sauff- liratz». Lichtenberg, einen schwelen Stand gegen Lichtenberg Ul. SauvtlSch. lich tznd es bei Lichtenberg dl« Autzcnstllnner. die vor dem Tor wimer sebr aaftzbrlich werden. Ketschendorf svielt gegen Lichtenberg l In Kestchendors. Wriezen gegen Treptower Ballwiel-Elub in Wriegen. Tarnnania aegea Bit. tannia In Fredersdorf lOstbalmi. Vorwärts 20 gegen Richterswald« in Koben- schinbaulen, Sommerstvatze. Feutben aeaen Alt-Slienick« in Ieu'ben. Kendl 22 asoen B»and«nbura 02 in Lichtenberg. Wagnerstrotze. Weitzenk«« gegen Iobannistdal in Waitzenfe«. Rennbadn. Woltersdvrf gegen Lichtenberg ll in Woltersdorl bei Erkner. Komet aoren ffrledrichsbaaen in Fstrstenwald«. Adler gegen Verl ner Soortverein 22 in Madledars. Fichte-Sstdost gegen Frisch.Frei auf dem Fichte-Turnvlotz in Bommschnsenwaa.— Bezirk Sstdwesten: In diesem Bezirk stndet innerhalb Drvtz-Berlin» kein Sviel von besonderer Bo- deutuno Natt. E» Wielen: Lerolino gegen Jüterbog auf dem Temvelboker Feld. Wannse« gegen ffartuna In Dannnsee.?edlenborker Dallwiei.CIud »«gen Potsdam I» Keblendarf. Semelndesvvrwlgtz. Soandnuer Stratze. Beelitz gegen Wüenfrsdvrk in Beelitz. Kirchmöser oaren Titania-Reukölln in Kirch- Möse?. Viktoria gegen Echmorgentors In Temvelbok. verlängert» Kaiserin- AilMisto-Stratz«. Lankwitz gegen Rvstia-Vorwärts in Sankwitz. Gemeindepark. Schiineberg gegen Luckenwalde M in Eckönebera, Denninieusvlatz. Marien. dorfer Svort-Elub gegen Woltersdorf in Mailendorf. Semeindewortvlatz Albrechfstratz«. Dabm« gegen Rublsdorf in Dahme. Stern gegen Luckenwa-de V in Marienlelde. Dorkstratze. In Luckenwalde. Ketzbeide. Neben tzch zwei Meister. schgstsrivalen geaenliber. Luckenwalde I und Teltow. Auch Luckenwalde II, die gegen Berlin XII ontrcten. haben einen schweren Stand.— Gesellschaft,. wiel«: Elstal gegen Teutonia in Elstal. Sachsenbausen gegen Wacker 20 in Sachsenbausen. Beginn der Sviel« nochmittoa, 2V4 Übt. Vorder unter« Mannschaften. Vorm I' tag« auf allen Plätzen Sviel« der Mt-Iugend. Jugend- und Schüler- monnschasten._ Handballspiele am 23. Januar. Folgende Vereine kohren I» die Provinz: In Brandenburg wielt Moabit 1. und 2. Männermannschaft gegen 1. Abt. und Reukölln-Berrinssrauenwann- schaft«Sgen die erstmolia wielend« 2. Frauinrbt. Iahn-Trevtruv fährt ins Finowtal. Di« Jugend- und die 2. Männermannschaft Wielen in Kuvier- bo, inner und die 1. Männe»Mannschaft in Steinfurth. Fichte 20 V-Iuaend besucht Eberswalde. Nach Erkner fährt Ficht« 2. Männerabt. und Hchänebera l. Svartler tritt w Bornstedt an. während Brrnbenbura 2. Abt. I gegen Gratz- Berlin-Webdina n um V68 Uhr In Reinickendorf. Schornweberst»«tze. wielt. In Adlershof. verlängerte Selbiastrotze. Wieleu die Schüler geoen Moabit um 10 Uhr. die Frauen ae<-en Lichtenberg 1. Abt. um 12 Uhr. di» 2. Männer- Mannschaft gegen Neukölln 2. Abt. N um 1 Uhr und di« gleich« L Manu» schaft um 2 Uhr. In Wilmersdorf. Bürttembergische. Ecke 3Sbringer Strotze. svielt Grok>B«!lin-Ver«insmannschatt oeoen Tegel und zwar di« Ixgendmonn. schofteu um 1 Ilbr. die Frauenmannschaften um 2 Uhr und die Männermann- schaften um Z Uhr. Auf dem Wafseiwortvlal! in Vlätzense« neben tzch Fichte 4. Abt. unb 5. Abt. geoenstder. Es Wielen um 10 Uhr die Jugend, um 12 Uhr die 2. Männer. 1 Uhr di« F-auen. 2 Uhr die 1. Männer. In Neukölln. Dammweg, spielen di« 2. Frauen»bt. avaen Ficht«» A um 10 Uhr. die 2. Ber. »insmännermannschaft gegen Svarta I!'-41 Uhr. die 1. Bereinsmännermann- schaft gegen Svotta I um lbkl Uhr.'In Köpenick. Marienlstatz«. svielt die 1. Männer gegen Frei« Kvnufrbrer um 12 Ubr di« 2. Jugend gegen Svarta II um 10 Ubr und di« 1. Iuaend gegen Fichtc-Rord 1 um U Ubr. Aus den Fichtoplätzen wieleu folgende Ab'eilunoen: In Baumfchulenmeg 10 Ubr 2. Iugendabt. aeoen Adlersbol II. 7. Iugcndobt. N aeaen Fi-bte-Süd II, 13 Ubr 8. Iugendabt. I gegen Adlershof I. t Ubr 10. MSnnrrobt. I gegen Ficht« 23 I, 8. Frauengdt. N aeoen Nord I. 2 Uhr 3. Frauenabt. 1 gegen Spandau I. 10. Iugendabt. 1 gegen 8. Iugendabt. 1, 8 Ubr 8. Männerabt. 1 «eoe» Fichte-Nord 1. In Mariendorl an der Rennbahn Wielen Fich-e Süd 1 Jugend gegen 7. Iuaendadt. I um 11 Ubr. die 2. Männer gegen Schönow II um 1 Ubr. Fichtt?0 Frauen gegen Schönow um 2 Ubr. die 1. Männer arge» Schönow I um 3 Ubr: in Reinickendorf Schäferse«. um 1410 Ubr SB.-Flauen. odt. regen l. Frauengdt. Auf dem Ererziervlab Schönhauser Allee Wielen Grotz-Berlin-Rorden 2 Jugend aeaen Fichte 10 1 um 10 Ubr. Grotz-Beblin. Norden 1 Iuaend aeaen Grotz-Berlin-SIiben ll um II Uhr Ficht« 12 1. Männer gegen Grotz-Berlin-Rorden 1 um 2 Uhr und Fichte 12 II. Männer gegen Ficht« S w um 3 Ubr. Spandau spielt in der Faltenhagener Chaussee gogen Fichte 18. um 14? Ar die 2. Rinne«,«ch um 143 Ar di« 1.«inner. »laiulschaften. Zu Lichtenberg. Knnvststratze. wieU die 2. Abb. gegen Bohns- dors um 2 Ar. die 8. Abt. gegen Ruderverin Eollegia um 8 Uhr und die 1. Iugendabt. geaen Fichte 8 I um ll Ar. Auf dem Tiergorten-Svortplan wieleu Moabit L Frauen gegen Grotz-Derlin-Norden 1 um 2 Ar und die 2. Frauen aegeu ASE. i um%3 Ubr. In Pankow, am Bahnhof Seinergdaif. wielt Pankow geaen ASS.. die Iugendmannschaften um 1 Uhr und die Männer um 2 Ar. In Steglitz spielt Berlin 12 Jugend aeaen Wildern I um 9 Uhr und di« Männer gegen SchSnebera-Turner um 10 Uhr. In Alt-Olienut: Wielen die Männer«gen Fichte 3 II um 2 Ar und die Iuaend gegen Ficht« 1 um 3 Ar. Grotz-Berlin-Rosenth-I wielt im Ort« mit den Schltim» gegen Kenniasdars um 1410 Ar und die Männer gegen Fichte 19 um U Ar. Weitere ffiriel« tznd Männer: Scl öneborg-Svortler N gegen Fichte-Nord II in Schänebera. Dominlcusvlgtz um 148 Ubr: Schmargendorf gegen Fichte i um 9 Ubr auf dem Kuberlusviatz: Niederlchöncnoeide gegen Grotz-Beriw-Noid-n;■ um 2 llbr In der Berliner Stratze. Sasanstall: Oberwree aeoen Fichte 22! um 148 Ar in Obe wree: Kauisbors geaen Fichte 7 l um'48 Uhr in Kouls- dorf: Fichte 21 gegen Fichte 8 I um 2 Ubr in Lichtenrade und Wildau-Schülec gegen Svarta in Wildau um 1411 Ar. Hockey am 23. Zmmar. In der Gruvv« A treffen tzch Soortverein Fichte.West und Frese Turner» schaft Eharlotteuburg in Westend 3— 4>4 lBaukowl: die Freie Turnrrlchast Gr«tz»B«rl!n.No»b«n II 1 und Arbeiter-Turn verein Pankow 1 1914—12 in der Schönhauser Allee sssichte-Desti und Freie Turnerschoft Schönholz und Atbletit- Sport-Clud von 114—8 in Schönbol, lSrotz.Bcrlin.Norden).— In der Gruppe st w'elen Evortve ein Fichte 12 und Lichtenberaer Sportler vor. 12—114 in der Schönhauser Alle«(Fichte 1): Freie Turnerschaft E«margen- darf und Freie Turnerschaft Lichtenberg 2 in Schmargendorf lNordglli: Sport- verein Ficht« 10 I und Sportliche Bereinigung Roland in der Echonbauser All« 114—8 IStaakenl.— InGruvveC spielt Freie Turnerschoft Eha-Iotten- dura il und Sportverein Moabit I14— 3 in Westend fFichte 10 Ii): Frere Turner- schaft S»önhol, 2 und Staaken von 10'4— 12 in S»önhoi, /Moabit).— In der Gruvv« v: ff-ei« Turnerschoft Grvk-Berlin-Norden n und Arbeiter-Turn- verein Pankow ll von 9— l0'4 In der Schönhauser All« sASE. M: Freie Turnerschoft Schönbol, 8 und Atbletik.Svo't-Ciub ll von 12—114 in Schön- bolz lBonkow II) und Freie Turnerschast- Ebo iotttnburq IN und Sportverein Fichte 10 ll von 12—114 in Wetzend /Fiche 1 II).— SSmtlicke Resultate tznd bis 0 Ar an den Evortgenossen Weaner /ATE.), Tel. Lichtenberg 82VS, durch- zugeben._ Tourisienverein„Die Naturfreunde". Zentrale Zvieu. Veranstaltung i» Kennlgsdorf am 28. Januar. Karten tznd ausverkauft. Ratte fann utricr keinen Umständen Einlas oewäkDt wevden.— Abt. EharloNenburg: Freitag, A. Januar.» Ar. im Seim Evr«str. 30, Licht- bildervortrag:.Auf Ekkrhards Spuren".—«bt. Gesundbeuunen: F'.eitog. 21 Januar, 8 Ar, Im Keim Lortzinatzr. 19, Keimabend.— Abt. Südost: Frei- tag. 2l. Ian,»r.« Ar. im Seim Reichenbe gar Str. 06, Lichtbi'dervvrttog.- Ab'. Südwest: Freitag. 21. Januar. 8 Ar. im Keim BSmvaldstratze(Bade- anstvlt),.Naturfreund« und Arbeiterbewegung".— Abt M-riendgef: F.el- tag, 21. Januar. 8 Ar im Seim Sorfstratz« falte Schule). Singsang.— Abt. Srtptv»! Frei-aa. 21. Januar. 8 Ar. im Keim Elsenstr. 8. Lichtbilder- vortrog.-.Bom Winter, dam harten Mann".— Abt. Friedenau: Freitag. 21. Januar. 8 Ar. im Keim Olsenbacher Str. b», Leseabend.— Gemischter Clor: F eftgg. 21. Januar, im Altersheim Donziger Str. 62. Baracke III. 948—149 Ar Tbcorie. dann Reueinstudii-runa. Teno:- und Eovranstimmen können»ch melden.— R-tnrwissenschgstliche«it.: Sonntag. 23. Januar, Besuch der Kera- mischen Werke Bellen. Abf. 8 und 814 Ar. Montag. 24 Iam�gx. 8 Ubr. im Seim Stralauer Str. 55.Gletscher d.-r Kochgebira«'.— Bhoto-Aht.: Mon- tag. 24. Januar. 148 Ar. im Keim Ebertvstr. 12. BUdkompotztion /Otto Nagel). Schachwetkkämpfe. «M Sounta«. 28. Januar. 10 Ar, finden folocnbe Spiele stall: A. S r u v v«: Weddino Ii— Defundbrunnen I. Marstr. 12: Wrddina I— Südwest I, Marstr. 12; Lichtenberg I— Osten I. Iunastr. 10: Gesundbrunnen I und Wetzen I.«oloniestr. 14?: Roter Stern I ist vom Turnier zurückgetreten.— O- Gruppe: Gesuubbrunnen ll— Wetzen Ii. Koloniestr. 147: Sumdold'- Hain N— Osten N. Boitastr 19: Ostk-v I— Westend i. Rigoer Stt. 67: F iedrlchs- Hain I-S»illervork l. Elbinger Str.«: Wedbing ili— Nordwest ii. Rtarftr. 12.— L.Gruvve: Sumbo'dlhain Iii— Otzen III, Boitastr. 19: Köniastadt 1 und Schillerpark ll, F iedrnstr. 01: Reinickendorl-ON l— ONIav N. Reüdenzstr. 100. Svielftri: Weitzens« II.— Sonnabend. 22. Januar. 148 Ubr. bei Wanke. LonI- witzstr. 5. Sitzung sämtlicher Spielleiter. Arbeiter- Radfahrer-Luad„Solidarität". Touren für Sonntag. 23. Januar. Ort-gruppe B-rliu. 1.«bt.: St'.eis- züae durch den Grunewald. Endziel Feh'endorf. Gerecke. Äaristr. 12. Slort 1 Ar Bülawstr. 50—2.«bt.: 1 Ar Fglkenborst bei Grünau. Start Dteffen. bachstr. 80.— Bez. 2, Ortsgruppe Rculüllu: Frith 8 Ar nach Konigswulter- Hausen. Bezirksvrrsommluna.«tart für beide Abteilungen Kertzbergvlatz.— Orbegiupp« clbarlot cnburg: 22. abend, 8 Ar, Epondauer Bock: 28. nach Köniaswusterbauseu. Altes Schlltzenbaus. zum Bezirkstag. Start 10 llbr Salvanistr. 13._ Schwerathletikkurfe. Am 1. Februar beginnt.Der S i N a" mit einem Borkurlus für Anfänger unter dar Leituno Bruno Senlel». Der Kursus b'uert vier Wochen noch Beendigung de-selden stebt eg icdcm Te'Inebmer frei, dem Verein-l, Nil- alied b«izut:«ten. 3ur Deckuno der Unkosten wird nur«in kleiner Bci.rag erbeben. Die Training? oebiet««strecke n tzch über Sandsack-, Sonddirnen-, Dopvelendball- und Blat fvrmballardeit und Umsätzen M« veb'ete des vrak. tischen Bürens. Anmeldungen an den Trainmosabenden Montag» und Donnerstags von 147 bis>410 Ar in der Sportschule.Norden". Lvchencr Stratze 18>). und bei Br. Lenfel. NO. 55. Prenzlauer All« 27. Zin.Zitsn.ktti s»». Demnächst beginnt beim Verein.Lurich 02" ein neuer Kursus fan Jiu-Jitsu. Anmeldungen werben Montag Dienstag. Donnerstag und Freitag abends von 8— 10 Uhr in der Turnball« Küpen Icker Str. 2 ent» «egengenommc»._.______. Kampfbericht. Im Serien-Rinakamuf der A.jllass« de»«ABD. standen tzch die Bereine Norden 93 und Lurich 02 aagenllber. der Kampf endet« 14: 14 unentschieden. SS.«dl« 05 gegen SE. Siegftied 09. In der Turnhalle Wirlei str. 53 treffen tzch Vit obengenannten Verein«»um fälligen Scrienlamvf Freitag. 21. Januar, 714 Ar. «rbeiter.Radlabrerverei» Grotz-Bcrlin. Sonntag. 28. Januar. Betzchiiguna de» Bostmufeum», Leipziger. Ecke Mauerstratze. Treffpunkt 10— 1411 Ar por- »ittags: ab 4 Ub- nachmittaos Treptow fILgerdäuschen). 1. Bezirk. I.»rupv«. Umständedalber findet der Gruppentaa am 23. Ja. nnar nicht im Lokal Wcdhout. londern im Lotal Oldenburg. Berliner Stratze, «cht»«.�<�anf und Siehockeu! Freitag. 21. Januar.'48 Ar. ladet die «WZ. fArbeiter-Winterwort-Interessenaemeinschof» Grotz-Berlin alle Inter. «tzenten für Eislauf und Eisbocken zu einer Zusammenkunft in der Schule Detnmeitzertzr. 10—17 ein.— Die Ilebunasvbende der AWI. tznd leben Mon- tag ad>47 Ar im Svartpalatz. Potsdamer Sttatz«. Jeden Donneretaa finden abends Kusammenkünf« auf dem Fichte-Svortvtatz Treptow, Köpenicker Land- svatze. statt, wo Säst« iederzeit gern« gesehen tznd. Auskunft und Anschriit: Walter Kölker. Berlin 0. 17. Bemneiir. 4. Gefihästliches. Die lebt« Lücke auf dem Platz vor dem Potsdamer Bahnhof ist soeben geschlossen worden. Neben dem bekannten Postamt W. 9 ist an Stelle eines früher dort stehenden nicht repräsentablen Pvstge- bäudes aus der Zeit des Postministers Stephan nunmehr ein Spezialausschank der Fürstenbergischen Brauer«! in Donaueschingen getreten, der soeben dem, Publikum zugänglich gemacht wurde. Der Architekt Z i m m e r st e i n e r hat unter Zurückstellung alles über- flüssigen Luxus sehr behagliche Räume geschaffen, die im ersten Stock fast familiär gemütlich wirken. Man wird in diesen schlichten Räumen gerne wellen. Der Eröfsnung wohnte auch der badische Gesandt« in Berlin bei. Eheberahinasstelle im Derwaliungsbezirk Weddlng. Das Be- zirksamt Medoing hat mit Leginn dieses Jahres eine Ehebe- ratungsstelle eröffnet, in der erfahrene Aerzle Heiratswilligen und Verheirateten in allen Fragen des Ehe- und Geschlechtslebens un- entgeltlich Rat erteilen. Ehebewerber erhalten auf Wunsch kästen- los ein Heiratszeugnis über ihre gesundheitliche Eignung zur Ehe- schließung. Die ärztliche Beratung trägt streng vertrau- l i ch e n Charakter, das Ergebnis wird an Außenstehende keines- falls weitergegeben. Die Eheberatungsstelle befindet sich Wattstr. 16, vorn 1 Treppe. Die Sprechstunden finden statt an jedem Mittwach von 12 bis 1 Uhr und an jedem Freitag von ö bis 6 Uhr. Am Mittwoch ist«ine Aerztin anwesend, am Freitag ein Arzt. Inteeefsante tekbuisch« Neuerungen I» der Fiaaretteninvustri«. Zm Laufe der Jak« ist der Raucher anspruchsvoller geworden. Er vrrlangt. batz ihm sein« Fiaarettt in einer auch äutzerlich anaenebmen Aufmachung dabaeboteu werde. Nur war es bis letzt zu teuer, für di« gängsgen Fiaarettenmarken ansehnlich« Packungen zu verwenden. Jetzt hat man ein« Lörnna gesunden durch Benutzung eine, Vcrfabrens bei der Kcrtzelluna ber Kartonnagen, dos in der Metallindustrie bereits seit Jahren ervrvbt ist. Die nenen Fleh. outo malen liefern sauber aearbeitete, stabile und stattlich aussehende Kappen. schachteln bei niedrigsten Unkosten. Eckstein— Dcutsch'ands älteste selb» ständig« ginarettensabrik mit ÜOiabriger Tradition und ErsaHruna— hat mit KIlf« solcher technischer Neuernnoen soeben ein« neu« Figarefte auf den Markt «dvacht. di« den altbekannten Ramen Eckstein G 0 I d führt. Die Kigarett« hat den billiaen Preis von 4 Pf., übertrifft aber dank ihrer modernen Aus- stattung und besonders bochrverlioen milden Qualität alles bisher Eebotrne und befriedigt daher auch den verwohnten Raucher. übergibt man nur dem Rochweis des Deutichen Mutzterverbandes. Berlin. Kor». mandaatenjtr. 03,04. Dönhoff 3277- 75. 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Zu den deutsch-polnifche» Verhandlungeu. In unserem Artikel über den Staub der deutsch-polnischen .fsandelsvertragsverhondlungen haben wir m Ueberemstunmung mit der allgemeinen Anschauung die Ansicht ausgesprochen, daß die größten Schwierigkeiten der Verständigung auf dem Gebiet des Einreise» und Nieberlassungsrechts zu suchen seien. Man hatte bisher nur immer wieder gehört, baß der polnische Standpunkt in bissen Fragen mit den deutschen Forderungen keines» wegs in Einklang zu bringen fei und baß sich Polen weigerte. den deutschen Kausleuten und Industriellen das Recht zur Wirtschaft- lichen Betätigung in Polen zu gewähren. Wie wir nunmehr hören, trifft diese Auffaffung keineswegs zu. Vielmehr ist schon in den letzten Dezemberwochen eine weitgehende Uebereinstimmung in den Verhandlungen über diese strittigen Punkte erzielt worden Zu einer endgültigen Festlegung von vertraglichen Vestimmungen ist man allerdings noch nicht gekommen. Jedenfalls wird die endgültige Einigung auf der Grundlage zustande kommen, daß Polen für die Einreise und die Niederlassung beulscher Staatsbürger das M e i st b e g ü n st i. gungsrecht gewährt. Es werden also die Deutschen bei Ein- reise und Niederlassung nicht anders behandelt werden, als die An- gehörigen irgendeines anderen Staates, mit dem Polen im Ver- tragsoerhältnis steht. Polen bleibt es freigestellt, auf dem Wege der Gesetzgebung und der Verwaltung alle Maßnahmen zu treffen, die es besonders für den Schutz des inländischen Arbeiismarktes für erforderlich hält. Die Sicherheit dagegen, daß durch solche Maßnahmen etwa deutsche Staatsangehörige benachteiligt werden, bietet die Möglich- keit, daß in allen Streitfällen über diese Fragen das S ch i« d s. gericht des Völkerbundes angerufen werden kann. Die Niederlassung soll nur für solche Personen in Frage kommen, die sich wirtschaftlich betätigen, also nicht etwa für Personen, die ein Geschäft nur zum Vorwand betreiben. Jedenfalls wird Polen grundsätzlich das Niederlassungsrecht aller fremden Staatsbürger auf Bollkaufleute oder protokollierte Kaufleute und auf leitende Ange- stellte beschränken. Man fürchtet dort nämlich nicht so sehr das Eindringen fremder großer und kapitalkräftiger Unternehmungen als vielmehr den Zustrom von Kleinhändlern, Angestellten und solchen Personen, die früher oder später dem Arbeitsmarkt zur Last fallen könnten. Der Erwerb von landwirtschaftlichem Besitz ist durch die polnische Gesetzgebung, die sich aus der Agrarreform auf- baut, grundsätzlich nur solchen polnischen Staatsangehörigen ge- stattet, die den Nachweis erbringen können, daß sie zum Betreiben einer Landwirtschaft qualifiziert sind, choffentllch wird die end- gültige Bereinigung dieser Fragen nun bald erfolgen, d. h. un- mittelbar dann, wenn die zu erwartende neue polnische Verordnung über den Schutz des Arbeitsmarktes herausgekommen ist. Es ist auch zu hoffen, daß dann die deutschen Unterhändler in den Fragen der Zollsestsetzung und der Zulassung von Warenkont' geuten ihre bisherig« Tal r i k aufgeben, die in sehr vielen Fällen darin bestand, zunächst Unerfüllbares zu fordern. Durch diese Art der Verhandlungsführung ist nicht zum mindesten die lange Verzögerung entstanden. Wenn nunmehr die Möglichkeit gegeben ist, daß nach Niederlassung deutscher Kausleute in Polen das deutsch-polnifche Geschäft tatsächlich in Schwung kommt, und daß dann die polnischen Zollzugeständnisse auch wirklich ausgenutzt werden können, müßte man in den übrigen Streifragsn endlich auch zu einer Verständigung kommen. Die schwierige wirtschaftliche Lage im ganzen deutschen Osten und die zunehmende Arbeitslosigkeit lassen es erforderlich er- scheinen, sede Möglichkeit zu einer Ausdehnung des Exportgesechäfts auch wirklich schnell auszunutzen. Daß andererseits Polen das größte Interesse daran hat. den wirtschaftlichen Kriegszustand zu beenden und daß es übertriebene wirtschaftliche und zum Teil politisch bedingte Forderungen aufgeben sollte, haben wir bereits in unserem eisten Artikel mit allem Nachdruck betont. Aber wir mußten leider auch sagen, daß ein Teil der d e u t- schen Unterhändler ihrer Person nach wenig geeignet zur Führung der Verhandlungen sind und daß die Taktik der Bcr- Handlungen durch übertriebene Rücksichtnahme auf die Forderungen von Landwirtschaft, Waldbesttz und Großindustrie unnötig er- s ch w e r t werden. Dieser Eindruck bestätigt sich nach all dem, was man von der Art der Verhandlungsführung hört. Auch auf diesem Gebiete treten wieder die Organe der Veterinärpolizei, die schon so viele Handelsoertragsverhandlungen erschwert haben, mit chren Forderungen auf Schutz vor Seuchenelnschleppung als die Schrittmacher der landwirtschaftlichen Sonder. interessenten hervor, die sich gegen die Einfuhr von Vieh und Fleisch mit allen Mitteln sträuben. Wenn in diesem Zusammen- hang bisher von deutscher Seite gefordert worden ist, daß die polnische Einfuhr an frischem Fleisch nur an einen engbegrenzten Kreis von Wurst- und Konservenfabriken erfolgen dürfe, so wird man gerode diese Forderung sich sehr genau ansehen müssen und im Interesse der billigen Inlandsversorgung fordern müssen, daß die polnische Ware nicht einem Kartell von Groß- interessenten ollein zugeliefert wird, das dann den ganzen Unisc- schied zwischen Irlands, und Auslandspreis in die eigene Tasche leiten kann. D!e Konjunktur für proüuktionsmittel. Zur Lage der deutsche» Maschinenindustrie. Aus dem Bericht der Vereins deutscher Maschinen- bauanstalten für den Monat Dezember und der ihm beige- fügten Uebersicht über den Verlauf des Jahres 1026 geht deutlich die besondere Lage hervor, in der sich die Produktionsmittel- Industrien während des ganzen Mcderaufbauprozesses der deutschen Wirtschaft befinden. Während die Konjunkturbelebung in den Roh- stoffindustrien eine schnelle und erhebliche war. und auch die Konsumgüterindustrien eine starke Zunahme der Beschäfttgung auf- wiesen, berichtet die Waschinenindustrie noch für den Monat Dezember nur von ganz allmählichen Fortschritten. Die leichte Belebung, die seit Oktober schrittweise emgesetzt habe, hiest an Der Austragseingang aus dem Inland wie aus dem Aus- land ist weiter ein wenig gestiegen Doch sind Rückschläge da zu verzeichnen, wo zuvor eine stärkere Zunahme gemeldet war. Auställlg ist, daß es insbesondere Konsumgüter- i n d u st r i e n waren, von denen die meisten Aufträge eingingen. So Texttl- und Werkzeugmaschinenbau. Popierverarbettungs- und Druckmaschinen, sowie Maschinen'für die Rahrungs» und Genuß- mittelindustrie. Ausgehend von der glänzenden Konjunktur im Montangewerbe war aber auch im Zerkleinerungs- und Auf- bereitungsmoschinenbau die Beschäfiigung teilweise lebhafter. Daß die Belebung in der Maschinenindustrie hinter der in anderen Industrien zurückstehe, zeige auch die verhältnismäßig größere Ar- beitslosigkett in der Gruppe Maschinenbau und Metalloerarbeitung. Der Bericht bezeichnet das Jahr 1326 als das schwerste Jahr des deutschen Maschinenbaues. Im Gegensatz zur Gesamt- Wirtschaft habe die Krise in der Maschinen mdustrie bereits im August 1925 begonnen, also zwei Monate früher und die Depression habe bis Ende Oktober 1926 angehalten, also wenigstens vier Monate länger gedauert. Der Beschäftigungsgrad der Werke, der bis Ende 1925 aus unter 50 Proz. gesunken war, ging Anfang 1926 weiier auf 40 Proz. zurück, um erst im dritten Vierteljahr 1926 wieder 50 Proz. zu erreichen und bis zum Jahre«- ende auf etwa 60 Proz. zu steigen. Die Krise in der Maschinen- Industrie sei auch besonders heftig gewesen, well Rohstoffe und Kredite der Maschinenindustrie kartellmäßig geregelt und die nur äußerst schwer tartellierbare Moschinenindustrie keine Möglich- kett zur Abwälzung der Belastungen auf die Preise habe. Heftig geklagt wird über die F r a ch t e n p o l i t i k der Reichsbahn, die Maschinenfrachten lägen noch doppell so hoch als das Durchschnitts- Niveau sämtlicher Frachten, und über Methoden der Handels- vertragspolitik. in welcher auf deutscher Seite rein innen- politische"Rücksichten— sowie die Nachgiebigkeit gegen bestimmte Wählerkreise— die für die Ausfuhr so wichtige Maschinenindustrie schwer hemmen. Es sei noch immer viel zu wenig in das öffentliche Bewußtsein gedrungen, daß der deutschen Fertigindusttre mtt ihren 2,1 Millionen Arbeitern im Nachkriegsdeutschland eine ungleich größere Bedeutung als früher zukomme. Alten Unlernehmermsthoden getreu klagt der Bericht auch sehr heftig über die Steuerlast, obwohl aus zahllosen Bilanzen gerade der Moschinenindustrie eine sehr bedeutende Senkung der Steuerlast bei nicht verrmgerten Erträgen nachweisbar ist. Recht merkwürdig berührt es, wenn der Bericht neben dem Rohstoff- und Zinskartellen auch von Qohnkartellen spricht! Der Verein deutscher Maschir.enbauanstalten könnte sich eine der- artige Gleichstellung um so mehr schenken, als er sehr wohl weiß, daß zwischen den Lohnkosten und den Material- und Finanzierungs- kosten der gewallige Unterschied besteht, daß die Löhne die Basis des industriellen Absatzes sind, während die Kartellrente ausschließlich dem Proftt bestimmter Kreise zu- gute kommt und eine unproduktive Verteuerung der Produktion darstellen. Bemerkenswert ist die im Bericht geäußerte Meinung, daß von einer rasch aufwärtsgehenden Konjunktur keine Rede fein könne, wenn auch die schwere Depression des ver- gangenen Jahres zu weichen scheine. Auch nach dem Abklingen der englischen Streikwirkungen bleibe aber immerhin der Beginn eines Wiederausstiegs erkennbar._ Jnternntionales Kunstseideknrtell. In der internationalen Kunstseideindustrie vollzieht sich eine seit langem zu erwartende Entwicklung. Das Jahr 1926 war allgemein etwas schlechter, die Konkurrenz war auch international oerschärft. Jedoch war das Geschäft gut genug, um keine Ueberkon- turrenz entstehen zu lassen und die Zahl der Produzenten ist bei dieser neuen, von vornherein mit größten Kapitalien aufgezogenen Industrie klein genug, um das Zusammenarbeiten nicht auszu- schließen. So wird die Well wohl bald vor einem internationalen Kunstsetdekartell stehen, das die Preisreaelung für den W e l t v e r b r a u ch an Kunstseide in die Hand nehmen wird. Unmittelbarer Anlaß scheinen die Schwierigkesten zu sein, die die italienische Snia Viscosa zur Zusammenlegung ihres Kapi, i..r_.....! CT"? 1.. u 1« f 4 Cmiff-Av-Xi �rllC A r7Cv? II».»» vX rt V» 0«4*a\ VTA. tals um ein Viertel(nach 1 Milliarde auf 0,75 Milliarden Lire) ge- zwangen hat. Die englische C o u r t a u l d g e s e l l s ch a f t. die mit der deutschen Glanzstoffgesellschaft verbunden ist(gemeinsamer iabrikbaü bei Köln'dadurch auch mit Bemberg und der I. Farbenindustrie und die in England 96 Proz., in den Vereinigten Staaten 66 Proz. und mit Glanzstoss Bamberg zusammen über 86 Proz. des deutschen Marktes beherrscht, hat mst der ttalienischen Snia Viscosa eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Diese Arbestsgemeinschaft bedeutet praktisch, da sie den wichstgsteu Außensester der englisch-deutsch-amerikanischen Gruppe anschließt, die für das ststernatiottals Preist artest allem zu schassende Baraus- setzung.- Aus der deutschet Kunstseideindustrie wird von dar L. P. Bemberg A.-G. i b Barmen eine Abschlußbilanz zum 30. Sep- tember 1926 vorgelegt- Die Absatzschwierigkeiten, bis das Iciij* 1926 brachte, werben irr. Geschäftsbericht durch die Nottvenbiakest gekennzeichnet, den Bestich in Ochde lungere Zell stillzulegen. Daß diese Stillegung keine erhebliche Beeinträchtigung des Äejchüsts be- deutet hat. zeigen sowoyi die Gewinnrechnuna wie die Bilanz Gegenüber dem Borsahr ist der B et r i e b s u b e r s ch u ß von SP auf 6P Millionen gestiegen. Die Steigerung der Handlungsunkosten und der Steuern läßt den erweiterten Umfang des Geschäftes deullich erkennen. Auf der anderen Seite zeigt d'.e Herabsetzung der Zinslast, die allerdings auch durch die Aufnahme einer langfristigen Anleihe(6L Mill.) verringert worden ist. daß tue Geschäflsergebnisse günstig waren. Aus dem Rein Überschuß von 1,6 Millionen wird, wie im Vorjahr, eine Dividende von 8 Proz, erteilt. Wie un©efchdftobcricht mitgeteilt wird, hat die in den Vereinigten Staaten gegründete Fabrik den Betrieb bereits ausgenommen._ folgen einer politischen Hetze. In den letzten Monaten wurde vom Netchsverband der deutschen Industrie und der ihm nahestehen- den Presse gegen den Hauptoerband der deutschen Krankenkassen wegen der von diesem in eigener Regie be- triebenen Versorgmrg mit Heilmitteln eine beispiellose Hetze geführt. Es handelte sich dabei in der Hauptsache um den Aktienbesitz an der Oskar Skaller A.-G. Berlin. Wie wir hören, ist die Aktien- Majorität dieser Gesellschaft, da sich ihr Besitzer von rein kauf. inännischem Stndpunkt auf die Dauer auch keine erheblichen Vor- teile davon versprach, an ein Bankkonsortium übergegangen, das unter der Führung der Donnstädter Bank steht. Eigentlicher E r- werber ist die Verbandstoff-Fabrik Kohnemann, die beabsichtigen soll, die Fabriken gleicher Art zu einer Arbeitsgemeinschaft zu- sammenzusckließen. Der Rcichsvcrband der deutschen Industrie hat damit sein Ziel erreicht. Aber es muß dahingestellt bleiben, ob dieser „Erfolg" sich nicht als Pyrrhussieg auf die Dmier am Privatkapiral rächen wird. verschwendungswirlschasl bei holdinggeseilschaslcn. Die Ver« einigte Stahlwerke o a n der Zypen und Wissener Eisenhütten A.-G. in Köln-Deutz hol zum 1. April 1!)26 ihre gesamten Anlagen einschließlich der Vorräte an die Vereinigte Stahlwerke A.-G. verkaust. Der Preis stellte sich auf nominell 18,3 Millioneen Mark Xrustatticn; das Aktienkapital ist, nach den augenblicklichen Börsenkursen, 28,7 Millionen Mark wert. Der Be- sitz der van der Zypen-Wisscner-Gcsellschaft setzt sich nach dem Ver- kauf der Werke aus diesem Aktienpaket der Bereinigten Stahlwerke und dem Äurenbesitz der Steinkohlengewerkschast Hürtherbcrg sowie aus sonstigen Beteiligungen und Effekten zusammen, d. h. die Ge- sellschaft ist reine Holdinggesellschaft. Femer sind noch Bankguthaben und Forderungen an Warcngläubiger vorhanden; die icisteicn werden nach und nach abgewickelt. In der Bilanz vom 30. Juni 1926 sind die Anlagen verschwunden, Wertpapiere und Beteiligungen mit 18,38 Millionen Mark ausgewiesen worden. Das Schuldnerkonto, mit dem Kuxenbesitz für Hürtherberg, der seinerzeit gegen 6 Millionen Mark van der Zypen-Wisseiter-Äktien erworben wurde, zeigt trotz Einstellung der Berkaufstätigkxit eine über- rasche nd st arte Zunahme von 8,13 aus 11,20 Millionen. Das gesamte Aktienkapital beträgt 22,2 Millionen Mark. In dem Zeitraum Juli 1925 bis Btärz 1926, in dem noch ein eigentliches Geschäft bestand, ist nach anfänglich gutem Geschäftsgang mit Ver- lusten gearbeitet worden. So wird nur ein Gewinn von rund 27 000 Mark ausgewiesen, der mit dem Vorjahrsgewinn— rund 48 000 Mark— zusammen auf neue Rechnung vorgetragen wird. Die Gesellschaft will nicht liquidieren, sondem bleibt in ihrer jetzigen „ausgehöhlten" Form bestehen, niit dem einzigen Lebens- zweck, die Dividenden für ihren Aktienbesitz einzukassieren. Dazu werden Direktoren gehalten und ein Aufsichtsrat hoch bezahlt. Auch ein Stück Rationalisierung nach Unternehmeraxt! Die Ziuhrmonlanin'.eressen des Ehemietcusts. Die bekanntlich nicht sehr gesprächige Pressestelle der I. G. Farbenindustrie gibt Uber ihre Verhältnis zu den Rheinischen Stahlwerken eine Mit- teilung heraus, der man angesichts der Schweigsamkeit des Konzerns woht Glauben schenken darf. Danach haben die beiden VerwaUun- gen verenibart, von den 35 Millionen Vorratsaktion der Rheim- fchen Stahlwerke 10 Millionen einzuziehen, womit das Rheinstahl- kapital von 160 auf 150 Millionen herabgesetzt wird. 9 Millionen von diesen Varrotsoktien(die übrigen 16 Millionen sind für die Ansprüche aus einer Wandelanleihe gebunden) gehen an den Chemie- lrust über, der den Rheinischen Stahlwerken dafür 7.5 Millionen Lhemietrustakticn überläßt. Man erfährt bei dieser Gelegenheit als endgültig die Tatsache, daß die I. G. Farbenindustrie der aus- ichlaggebende Großaktionär der Rheinischen Stahlwerke ist. so daß die Transaktion gewissennaßen als eine ver. aaltungsmäßige Angelegenheit zwischen Mutter- und Tochtergest"schaft zu betrachten ist. Auf der anderen Seite befinden sich im Besitz der Rheinischen Stahlwerke Chemietrustaktien im btenn- werk von 19,5 Millionen, was einem Kurswert von annähernd 70 Millionen Reichsmark entspricht. Man ersieht daraus, daß die Verbinduna zwischen diesen beiden Werksgruppen eine außerordent- lich chsge ist und daß man die beiden Gruppen als eine wirtschaftliche Eü.heit ansehen darf, was für die Stellung des Ehemretrusts im Stuhrbergbau und in der Schw-erindustrie natürlich von erheblichster Bedeutung ist. welkere Sapilalerhöhungen bei Danken. Wie aus Leipzig ge- rneldet wird, hat auch die Allgemeine Deutsche Kredit- a n st a l t(Aoda) eine Kapiatlerhöhung, und zwar von 26 aus 40 Millionen beschlossen. Die Erhöhung geht also über die zunächst geplanten zchn Millionen um vier Millionen noch hinaus. Ebenso wird vom Halleschen Bankverein, der schon einmal sein .Kapital erhöht hat. eine Erhöhung des alten Kapitals von 4 aus 6 Millionen gemeldet. In beiden Fällen liegen die Zeichnungs- kurse für die Aktionäre ziemlich erheblich unter dem Börsen- kurs, ein Beweis, daß die beteiligten Banken auf die Reserven- bildung aus der Ausnützung des Kurses verzichten können. Der Hallssche Bankverein kündigt jetzt schon eine Erhöhung der Dividende von 8 aus 10 Prozent an. Von der Acda ist dieselbe Erhöhung zu erwarten. Beide Banken verteilten im Borjahr 8 Proz. Große Dauauslräge für die Wiener Elcnrizllalswirtschafr. Wie aus Wien mitgeteilt wird, planen die Wiener Städtischen Elektrizitätswerke eine weitgehende Modernisierung der Anlagen, ihn den stark zunehmenden Strom- und Lichtbedorf von Wien und Umgegend entsprechen und genügend sicher befriedigen zu können. Dazu ist ein Kostenaufwand von 50 Millionen Schilling(rund 30 Millionen M.) ersorderlich.'der von der Stadt Wien aufgebracht wird. Für die Durchführung der Arbeiten kommen in erster Linie die Elektrlzitätsgesellschasten Siemens- S ch u ck e r t, Brown, Bovert u. Co. und die AEG. in Frage, wobei allerdings nicht die deutschen bzw. schweizerischen Mutter. werke verhandeln, sondern ihre Niederlassungen in Oesterreich selbst. Natürlich worden diese Auströge auch aus die Beschäftigung der Muttergescllschaften nicht unerheblich zurückwirken. Der Belgrader Brückeobauaustrag perfekt. Der Aertrag zwischen der serbischen Regierung einerseits, der Siemens-Bauunion und einem Konsortium führender deutscher Brückenbaufirmen andererseits über den Bau der Donaubrücke bei Pancevo ist ab- geschlossen und bedarf nur noch der Genehmigung durch die R e- parotionskommission. Diese ist innerhalb der nächsten vier Wochen zu erwarten, so daß man hofft. Ende Februar mit der Ausführung des Auftrages beginnen zu können. Der Bau der Brücke soll innerhalb von vier Jahren noch Unterzeichnung des Vertrages beendet sein. Die Gesamt tosten belaufen sich aus etwa 21 Millionen Goldmark, wovon etwa 17 Millionen über Reparationskonto bezahlt werden. Dem Brückenbaukonsortium gehören insgesamt 12 Unternehmungen an, darunter Krupp, Gutehoffnungshütte, MAN., Dortmunder Union und C. H. Jucho. Richtlinien für hauszinssteuerhypolheken. Wie der Amlliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben die Minister für Volkswohl- fahrt und der Finanzen unter dem 31. Dezember 1926 die neuen Grundsätze bekanntgegeben für die Vergebung von Hauszinssteuer- Hypotheken für Wohnungsbauten, die im Jahre 1927 errichtet werden sollen. Sie schließen sich in der Hauptsache den vorjährigen Richtlinien an. Bemerkenswert ist vor allem eine Aende- rung, die vorsieht, daß der T i l g u n g s s a g der Hauszinssteuer- Hypotheken noch Ablauf von 10 Jahren von 1 Proz. auf 2 Proz. herausgesetzt werden kann. Dtskoolermäßigung in Oesterreich. Die Nationalbank setzte den Diskontsatz ab 18. Januar von 7 auf 6�? Prozent herab und er- mäßigte den Lombardzinssuß auch um � Prozent. partemachrkchten für Hroß-Serlin «wsendimge» siir diese Stadcil find «erli» SW#8, Lwde-str-be 8, stet» an da»«aztetoselntariat. S. Hot, 8 Step, recht», ,» richten Achtung, Kassierer! Mit dem 31. Januar 1927 verlieren die Rentenbankscheine zu 5 Rentemnark ohne Kopfbildnis mit dem Aus- fertigungsdatum des 1. November 1923 ihre Gültigkeit. Es ist deshalb notwendig, daß sich die Kassierer dieser Scheine rechtzeitig ent- ledigen, weil sie nach dem 31. Januar von unserer Kasse auch nicht mehr in Zahlung genommen werden können. I. A.: Alex P a g e ls. U. tt-ei, Stulinn. Heut«. Sreito«, 21. SantÄt.«'4 Mir. im Partridlrrrou. kirae D-Ivrechüna dos crujtttn Srkisvorslondrs— ÄckstM«! atiotttcx 24. tzonuar. 7 Uhr, graMonsIitmn« im Rath-IIS Reukblln. erscheinrn un, brinmrt«rföriertiifi._„ 17.»rci« Lichtrub««. 3« EtatHulun»!©onartoo. 2S. Aam-ar. vormittags ,0 Uhr. fitihtt in der wtttliSxn Schuir. Scharnm-berstr. tS. unter Ftihrung des Rektors der Schule, des Gcnvsten Lcn,.«in. Beucht,-Nina siimtl'.cher Siirridrtunflcn statt. SM- Scnossninen und Genossen sind hier«!«,n- «elade»._. heule. Freitag, den 2l. Januar: «dt 124» Ral>l»do-s.SSd.» Uhr bei Dieti. Uhlandssr. 18. Generalverkamm. tun« Geschäfts- und»assendericht. Neuwahl des Barstande«. Zahlreiches Erscheinen sinntUcher Genossinnen und Genossen wird bestimmt erwartet. «eitirkarb-ttoqcmcinfchast lo,i-ld-m-rrattsch«r«eamte»»ad Sichrer. 8 Uhr im Zuaendbeim Lindcnftr. S Eitiuna. Tagesordnunn, 1. Rerevat des Er, nassen Ernst ssalck über..Die Geschickte des deutschen Beamtentums. 2 Diskussion. Anker den Mitgliedern der Bezirkssrhsitsaemeinichoft ssnd im dieser Sikuna auch die itbritwu Mttqlieder der Beamtcnwerboausschiiss- einacladen. Morgen, Sonnabend, den 22. Januar: 34. Abt TU Uhr Besschtiauna der BorrvStts-Buchdruckerri. Trrffsunlt Vi Ulr Lindenssr. 3, 1. Hof. zahlreiches Erscheinen wird erwartet. «bt 123»«aulsdorf.SIid. Vi Uhr im Lokal Büroerheim Seneralverianrmkma. Neuwahl der Adtcilunqsteiwna. Alle Mitglieder müssen unbedinat er- scheinen. » ». Abt. Sonniaa. 23. Januar, vormittaa« 10 hi, 1 Uhr. rechnen sämtlich« Dcxirisführcr h«im Kassierer. Genossen He reiche». WiUnocker Str. 40, vorn 4 Tr.. bestimmt ab. resv. leisten eine Atontojahlunq. «9.«bt. Sri». 7«»»i-k: Sonntag. 23. Januar, vormittag 10 Ubr.�Zu. summenkul�ft der Genossen de? Grok'Sivdlnnn fftik«n Lokal Duschtrim. Jungsozialisien. Heule, Freitag, den 2t. Januar: Srnpp« Rorde»! Vi Uhr im Jugendheim de, Ledia-nhttms. Am Brunnen. vir». Eingang OtthNrake, Beginn der ALbeitsgemeinschast mit dem Thema „Sooi-listisch- ffimichung". Leiterin Irina isechenbach. Dl- össeren Genossinnen und Genossen der SAI. ssnd herttichst eingeladen. Pünltlubes Erscheinen ist unbedingt erforderlich.— Gruppe Rtitt«: 8 Uhr In der Schule Giv-str. 23» Vortrag: ,.E«wate Fürsorge IM kapital, Alchen Staat". Res«, ent Dr. Mar Sodann. Parteigenossen und Säst« find cern ars-hcn. Arbeitsgemeinschaft der Kind-rfrennd-.«rei» Schin-bera.«r>ede-»»: Heut«, Ircitog. 21. Januar, für Jüngere: Basteln: für Aestere: Bunter Abend im Jugendheim Hauptstr. 15. Oswiorl«mm«r. Sozialiftische Arbeiterjugend Groß- Herlin. Bon 5—7 Uhr Abrechnung der Beitriig«! Di« Bücherstube ist heute von 5—7 Uhr«eBstnet. Die, weite Lieferung der ikiibrerguzwets- ist«inget'.vffen und können abgeholt werden. �,,, Abteilungsleiter und-kusfieter beüchtiaen am kommenden Sonnabend das Verbands bans der Buchdrusser in der Dreibnndftrass«. Treffpunkt Wt Uhr Unterarundt-ahnststwn Krembera. Elldausgang. Di« Hesschtigunz ist mit einem Dort rag:.Wie«ilttleht«ine Zeitung" verbunden. Besschtiauna de. Reichstage« horch die Wcrb«be4irke Westen, e-ieraorten. Echönebero, Teltowkanal und Bdiettung Lickltenberg-Mitte. Treffpunkt am Sonntag. ,3. tzanuor. 10 Uhr vormittags, Rclchstagsportal 5. Befichtignng de, Partei-rchi,« durch die Werbebe�irk« Lichtenbera. Wedktiia. Reinickendorf und Pankow. Treffpunkt Sonntag, 23. Januar. 10 Uhr, Linden- straäe 3. Achtung, ZuqenbbelrSte und Mitarbeit««? Sonnabend, 22. Ianuar, im Sngendhebn Linden str. 3. wichtige Zusammenkunft. Dr. Otto Iuliusburarr fprickit über, Psychoanalnfe und Individualpsvchologi«, Beginn'48 Uhr. Die säumigen Abteilungsleiter werden aufgefortwet. Bettchtsbvgen und Monatsproaranim« einzureichen. Heule. Frei lag, tea 21. Januar, abends 7l- Uhr: Moabit U: tzliaendheim Schul« Bockumer Str. Sd. Bortvag:„SAI. und Zungloxialisten".— Batkan: Zugendhcou-Schul« Mendeiltr. 2..Äarl Liebknecht und R-Ia Suit-mhurgR— Rothoffen TT; tzugendhelnen!tentffl«i Str. 8? lO-Minuten-Referatr.— Rosenthaler Borstadt: Jugendheim Sormann-, Ecks tzohdenicker Strosse. Vortrag:.Die ffoau im politischen Leben.—«euef-Ser- Viertel: tzuoendhrim Dansiger Str. 23. Bortrog:»Polnischer Re:chorag. Weiheuse«: Jugendheim Parks, r. 36. Dortr-a:„Die ffrcu in der Arbeiter» bewrauna".— Sttalauer Viertel: Iuaer.dticiin Dosslerstr. 61..A:u- der internen- Witt."— SS-ucberg I: Jugendheim Hauptstr. 15 tKapellel. Vortrag: .Amerika".— Eharlottenburg: stugendbeim Ziossnenstr. 4. Vottrag:-Di-Not der erwerbslosen Jugend".— Kalensee! Jugendheim?»achrm.3ricdrl».Str. �36. Dortragsreihe:„Siaaisbürgelpslichten und-rechte".— Br>»: pugendhenn Rathaus, Ehausseeitr 18. Sst-rtrng:.Die Io,ial- Not der arbettevden Aigen-. — Neuis>!» I: Iugendheiin Rütlisch'.ile. Arbeitsaemeinschas» der Aelteren. aruvvc.— Nrnkölln UI: 3u»endheim Schul« Weilestr. lt>. Bottvagr»Die Aus- gaben der SA?."— stöpenick: Iuaendhetm Grünauer Str. 5. Mmabcnd üoer .Schmu» und Schund".— Boulüichulcnireg: Jugendheim Ctrf'yr. 1«. Vor- trag:„Zweck und 3!el der Gewertsaarlen".— Ni-d-rschön-weidch Jugendheim V-iliner Str. 31..Die rote Feldpost."— F->-diich«icld-: zugenelherm wchloss-. Eck- Berliner Sirasse. Lichrbildervortraa.- Tegel- Iu«ndhij>m �-hnhof. stross« 15. Bar trog.- Spgndan: FugendhelM L: n de n Ii' r rl Ab- Be rl i n er Hiunor.— We:b«be,irt Rculilln! ZngcndhclM tlanner. Eck« Bohmlsed« Strasse Werbemitaliedcrpersammlnnq Thema:.Das neu« Nrissland. Weroevesire Tiergarten: Iuaendheini Waldenserftr. 21. WerbcoeiirtSMita�ederverlommluno. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz Rol-Goid". Seschäktsstrll«: Berlin 614. e-bastlanlkr. 37/38. Hof 2 Tr. Jv Wassersport-Abt.! Sonntag, d. 23.. ArbeitsdienL im BootÄiaus.— Temp-lh-f: Fr., d. 21.. 8 Uhr. Nügl.-D-rs. bei Pommerenrna. TemreSoi. Berliner Str. 10«. Vortrag des Landt-a-abg.«uttner:-Bon. der langen Garde bis sur Reichsroehr".— Bauwichulenweg: Ft., d. 2L, i Vh Uhr. Gen.-isters. bei Borgmannn. Tsgesordnuirg� Bericht des Vorstandes Neuwahl. Jedes Mtqlicd muss erscheinen.— Pankow sttrcisl: Fr., d, 14., 8 Uhr. wichtig« Zus-mm-nkunit Wollankstr. 31. Nachrichtendienst ladet ein.— Reinickendorf sSreis): Sonntag d. 23.. nachm. Ith Uhr Antreten om BM. Reinick-ndorf- 9ta'cn'ho[ bei Müller. Pflichlperairktaltun« noch Schildow.— B-rnan-L-d-. bnrst.Röntgental: Sonntoo. d. 23.. We.heperanstolttrng IN Schildow. Ah fahrt 11.42 Uhr ab Bernau bis Waidmannstust. Ein- F-hria-t« lösen. V-ci« 60 Pf. Radfahrer 1 Uhr ab Wasserturm Bernau.—«rc>s Riederb-rnrm-R-rd! Eon». tag. d. 23.. Werbeveronitaltuna in Schildow. Eintreffen dort bis 3 Uhr.— Eharlottetbnrg: Fr., d. 21.. Verf. der Fugendkmneradschoft in mruen Fugend- heim. Portrag des Ärrisführers. Wist« und senftige Kameraden nullkourm««- Die Arbeitsgemeinschaft lür Ferftschv»»nd Natur k»nb«.«. S«N»- Frlcdrich-Hggen. Sonntag. 23. Januar. V-sschtianna de» Museum» für Natur- künde. Führimg: Dr. Etackowlss. Tresspunkt: Fnvalidenstr. 10 sHauvteinganal. Untostenbeitrag: Mitglieder 30 Pf.. Gäiie SO Vf. Frelrcliglöic Gemeinde. 1«. B«,irk. Ott-teck«Zp-nick. Botbe?elwng«uni«r» richt zur Jugendweihe findet ieden Mittwoch nachmittag pon lllh— 5'.h Uhr im Zugendhrim Grünauer Str. 5 statt. Dellerberich» der öffcnilichen Detlmdimiftskev« für verlin u»d Amg-zead. INachdruck nerb.) Keine crhrbiichen Nied-rschtöge. Temperaturen unter Null. Wind aus östlicher Richluiig.— Aitr v-utschlan»- Im Osten grost, im Westen Teulperaturen um Null, vieliach noch leuhte NiedcrZchläze. 5 los- A /Cunsf ff Stpen igS' _ Kuchur| fle/tMn VSOI.ANGEN SIE SONO-CANGTBOT' ddat&t€9 Berlin. Leipziger Str. 122-125% WMMtterMMM! Sonnab*nh, den 22. Fan aar, abend« 6 Ahr. in der Aulturadt-ilung de» VarbaniXi«, Linteoslr. 10? sgexenüder dem BerdandShous«) Filmvorführung! Hauplstlm:»Der schwarz« Sonntag", unter Mitwirkung eines MandolineN' »rchester«. Der Eintritt ist Ire!. tzuteitt haben Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter-Berbandes sowie ander« in einer freien Gewerkschaft organifiett» Hilfsarbeiter der Metallindustrie und ihre AngehSrigen mtt Ausnahm« schulpflichtige! Alndee. Ausgabe der Eintttttskarten am Abend der Vorstellung am Eingang der Kultur abtellung.___ Achtung! MWMeg«chwna! Dienstag, den 2». Januar, abend» v>/. Ahr, im Kriogeroereioshnns, Chansscestr. 04 iw Versammlung � aller vertraue»»!««»« und Bsfricbs rof». delegierten au» den verband Derliuer vletallindustrielleubelriebea. Tagesordnung: Stellungnahme zum Rahmentarif. Zutritt nur gegen Vorzeigung der mit dem BBMZ.-Stempe> versehenen Legiti- matwn»katte und de« Mitgliedsbuches einer dem Metallkattell angeschlossenen Sewertfchast»organisalton. Di« Ortaorrmaltung. . lombols- WWn?' lievwoe Karneval Arflkcl Pohl Weber Nchflö., spSAeiaurki 4-5. L Verlangt Prelsli»«« 5. Melaiibellen 10n SclilafchaiseIon9ues24. Fabrikpreise Ratenzahlung döfiu*-er'-'n' p?ppe,®'.,ee ,2 frei Pankow, Scbmidtstr.l jeder Bahnstation. Domino-Masken von 10 Pfg an Rütrea Dtzd.v.l!0 Pf an XII« Anrurval- und Featartikel sehr bfllige Markgrafenstraße 84gh�n�a6( Betftedcrn Adolf Pohl Oresdenar Straße IS (Fahr)xgebaude) eine gule Zigarette! Die Fabrikation: Die gute Mischung der Eckstein Gold, beruhend auf reichlicher Verwendung naturreiner, edler Tabake von spezifischer Leichtigkeit, ist durcK wichtige Neuerungen in der Kartonnagenhentel- (ung möglich geworden. Lange' Zeit hat man geglaubt, daQ weitere technische Verbesserungen bei der Zigarettenfabrikation und somit Einsparungen beim Pro; duktionshergang nicht mehr durchführbar seien. Das nicht rastende Bemühen aller Beteiligten hat das Gegenteil bewiesen. Man kann jetzt auch für die billigen Zigaretten feste, haltbare und ansehnliche Schachteln herstellen. Mit Recht kann der Raucher eine Verpackung fordern, die sich auszeichnet durch Zweckmäßigkeit, also die Zigarette sauber und gut verwahrt. «nd durch ein angenehmes Äußere. Die neuen Eckstein Gold• Schachteln erfüllet» beide Bedingungen und sind, wie ein flüchtiger Blick schon, zeigt, mustergültig. Raucht Eckstein üold 25 Stck.zu IMk. Freitag 2I.Fonuar 1927 Unterhaltung unö ÄVissen Sellage ües vorwärts VerMann, öer den Saum erschoß. von Max Larthel. Ein blühender Baum steht am Anfang der Welt, und wenn Karl Sommerschuh die frühesten Erinnerungen seines Lebens aus- aräbt und an die goldene Mauer des Nichts kommt, da steht dieser Baum und fingt, ist wie der Frühling selbst, in dem dos Kind sein erstes, bewußtes Spiel beginnt und aus gelber Erde die Schöpfung neu aufbaut: dunkle Löcher, in denen die Sonne wohnen soll. Heber dem Spiel rauscht der Baum und singt. Ein Vogel saß in der blühenden Krone, aber der winzige Mensch dachte, der Baum singt. An jenem Tag, als der Baum sang, trat aus dem Haufe des Vaters sin unbekannter Mann, lauschte einen Augenblick in das Lied, lächelte, trat zurück und erhob ein Gewehr. Feuer blitzte auf, Dcmner ralve, und dann war Rauch und große Stille. Aus dem Baum stürzte ein schwarzer Stein zur Erde und fiel in eines der Löchgr, die das Kind gebaut hatte, damit die Sonne drin wohne. Nun wohnte der Tod darin, und das Kind weinte und schrie, weil der Baum nicht mehr singen wollte. Dos waren die ersten und schmerzlichsten Erlebnisse der frühen Jahre. Der Mann, der den Baum erschoß, verfolgte das Kind noch lange. Manchmal träumte es von ihm, und machmal stand er wie ein Schatten in einer glücklichen Stunde. Erst nach vielen Jahren, als in Spitzbergen der Luftschiffer Andri aufstieg und mit seinem Ballon im Eismeer oerscholl, löste sich der Schatten und kam nicht wieder. Oit hat der Mensch, von dem wir erzählen, über den Au- fcmrmcnhang zwischen dem Mann, der den Baum erschoß, und dem Mann, der im Eismeer verkam, nachgedacht, aber er hat keine Lösung gefunden. Als Kind sah er noch viel« blühende Bäume, aber sie sangen nicht. Und als er dann die Vögel kennen lernte, wurde er manchmal traurig. Ja, sie waren schön und sangen lieb- lich, aber sie blühten nicht... Sein Vater starb früh. Schon lange vorher mußte das Haus mit dem blühenden Baum oerlassen werden. Die nähe Stadt wurde kühle Heimat. Aber das Lied ging mit in die Stadt, und das Kind hörte ab und zu den Baum der frühesten Jugend singen. Der kleine Mensch lebte am Rande der Stadt und wurde größer. Als er zwölf Jahre alt war, überwuchs sein Herz noch einmal ein blühender Baum, der Baum der Dichtkunst. Auch dieser Baum blühte und sang! Dos Spiel und Gegenspiel der Bilder und Wohl« klänge nahm ihn ganz gefangen. Die ersten Verse waren Verse auf den Römer Scävola, den Helden der allen Sage, der die Hand ins Feuer stoeckte und olle Schmerzen verachtete. Alle Schmerzen und alle Feinde. Auch das Kind brannte wie jener Mensch, als es das erste Gedicht schrieb. Es erlebte das Wunder vom singenden Baum. „Karli," sagte eines Tages die Mutter,»Karl!, du machst ja Gedichte! Aber eins verstehe ich nicht, das von dem Römer meine ich. Jetzt gibt es doch keine Römer mehr. Aber es gibt Vögel und Blumen und Elfen. Davon solltest du schreiben. Oder vielleicht vom Wald." Die Mutter war eine alte Frau. Sie verstand keine Gedichts mit brennenden Händen mehr. Es gab Vögel und Blumen und große Wälder, und aus ihrer Kindhell wußte sie noch von den M cm helfen, die über die Wiesen ihrer Heimat getanzt hatten. Aber vielleicht halten die Elfen gar nicht getanzt, vielleicht war ihr Schinnner in dem allen Herzen nur der Abglanz einer heftigen uud wunderlichen Sehnsucht. Karl hatte niemals Elfen gesehen. Sie tanzten nicht durch die heißen und dumpfen Kammern der armen Leute. Bielleicht wehten sie fern und kühl über betaute Silberwiesen. Auf den Borstadtwiesen waren sie niemals, lind als a trotzdem, um die Mutter zu erfreuen, von den tanzenden Mond- geistern schrieb, erschrak er. Rein, seine Hände brannten nicht und auch der blühende Daum blieb stumm. Es war, als fei er noch einmal erschossen worden. Dann kam größere Not und bessere Ein- ficht in das Leben. In das blaue Heft, in dem schon die Verse auf den Römer standen, marschierten rebellische Lieder ein. Karl ließ rote Fahnen flattern und die Arbeiter kämpfen. Da brannten seine Hände! Da jubilierte der blühende Baum! Von Karl Sommerschuh wäre noch viel zu erzählen. Nur dos sei haute gesagt, daß er den schmutzigen Weg der Armut ging und mit seinen Freunden und Kameraden in die Fabrik zu den Maschinen kam, als es Zell war. das Brot zu verdienen, das blltere Brot für sich und das süß« Brot der Nichtstuer. Aber er war kein Arbeiter, an dem die Meister große Freude haben. Cr lief davon und versuchte sich ohne Begeisterung in vielen anderen Berufen. Dann stromerte er durch Deutschland und war an dem Tage, als ich ihn kennen lernte, auf der Wanderschaft in Italien. „Du weißt ja gar nicht, wie verrückt ich war, als ich die Grenze überschrill," sagte er am zweiten Tage unserer Freundschaft,»ich war sinnlos glücklich. Besoffen vor Glück, wenn du willst. Hast du schon mal was sehr Schönes geträumt? Natürlich, ja. aber hast du dann auch das Geträumte wirklich gesehen und in den Händen ge- halten? Siehst du, so geht es mir jetzt: ich halle es in den Händen!' Das war am Luganer See und wir wanderten nach Como, im Anblick der Dergr erzählte er die Geschichte vom singenden Baum. Wie eine Kulisse war die Landschaft aufgebaut, man sah das leuchtende, blaue Wasser des Sees, über den Segler lausten. Vor den steilen Bergwänden und an stillen Buchten logen weiße Dörfer, viele erquickende Windstöße kamen von den Schneebergen hinler uns, und die Sonne war über uns und vor uns. „Ja," sagte Sommerschuh,„und setzt ist wieder so ein ver- dammter Schatten da, ein Mann, der den Baum erschießt. In Zürich habe ich drei Tage im Gefängnis gesessen und sollte abge- schoben werden Aber ich bin getürmt und habe noch zwei Lire und will nach Rom... Ja, und wie kam ich denn auf Andre?" setzte er unvermutet hinzu,„ich habe Andre niemals gesehen und auch sein Bild nicht. Wie kommt nur Andrö in mein« Kindheitsgeschichte, und warum ist er der Mann, der den Baum erschoß? Kannst du mir das erklären?" „Immer ist neben uns ein Mann, der den singenden Baum er- schießt," knurrte ich und sagt« dann ein wenig von oben herab: „Und das mll dem Andre? Das kann ich dir schon erklären! Die Sache ist nämlich so: du hast den Mann, der den Baum erschoß. so furchtbor gehaßt, daß du ihn später, unbewußt natürlich, mit jenem Ballon in die Eiswüste schicktest. Ist das jetzt klar geung?" „Vollkommen klar," antwortete er und wir marschicrieu weiter. Kurz vor Mailand ober wurde Sommerschuh von einem Earabi niere auf der Straße angehalten und verhaftet. Ich konnte rechtzellig türmen. Ja. so war es schon: immer ist bei uns ein Mann, der den singenden Baum erschießt! Aber ich hatte scharfe Augen und ließ mich nicht erschießen. Als ich drei Wochen in Rom war. traf ich den Freud der ersten Wandertage wieder: Karl Sommerschuh. In Mailand halle er einige Tage gesessen und war dann nach dem Süden getippelt. „Mann Golles." sagte er gleich bei uns in der ersten Stunde, „was sage ich, oder vielmehr, was sagtest du:„Immer ist bei uns ein Mann, der den singenden Baum erschießt!?" Aber er läßt sich ja gar nicht erschießen... Ich habe in Mailand Zell gehabt, dar- über nachzudenken. Sie können ja unsere singenden Bäume gar nicht totschießen! Das ist mir endlich klar geworden. Das Volk tjmöenbnrg, hilf! Der vurgerblock:.Meine beiden Leine habe ich jetzt fest beisammen. Aber um stehen zu können, brauche ich noch diese«rücke!" ist nämlich wie ein singender Baum, und die nach uns zielen, treffen sich ins eigene Herz. Ist dir das klar?" fragt« er ein wenig von oben herab in demselben Tonfall, mit dem ich damals schloß, als mir der Zusammenhang klar wurde über den Mann, der den Baum erschoß, und den Wann, der in der Wüste des Eismeeres unterging. „Lolllommen klar, Sommerschuh," antwortete ich und wir tippellen nach dem Kolosseum. Später saßen wir in einer kühlen Osteria und bei einer Flasche Frascati sprachen wir über viel» Dinge, und über uns stand ein blühender Baum und rauschte und sang._ kinöer Gottes. Loa Adolf Abter. In der Rue de Chabrol in Paris liegt das Hotel vopulaire. Dolkshotcl. Herberge des Proletariats. Die Besitzerin ist die Heils- armee. Alle Kinder Golles sind in ihren Räumen willkommen. Ein dunkler, langer, schmaler Torweg, an dessen Ende eine trübe Gasloterne sparsames Licht spendet, führt zum Eingang der Herberge. Da tritt man an einen Verschlag mit einem Schiebescnstcr und nennt seinen Rainen. Irgendeinen Namen. Der wird in das Gästebuch eingetragen, man zahlt einen Frank fünfzig und erhält ein« Nummer zugerufen. Das ist Sie Nummer der Lagerstätte, auf der man dann in der Nacht seinen müden Körper ausstrecken kann. Bevor man hinaufgeht, bekommt man zwei wollene Decken ausgehändigt. Neben dem Verschlag ist ein großer quadratischer Raum mit langen Tischen und Holzbänken. Der Speisesaal. Hier hocken die Männer und löffeln ihre Gemüsesuppe mit Fleisch. Schlürfen Kaffee oder Schokolade mit Brot. Für sechzig Centimes die Portion. Die Wände find grau und kahl, niedrig die Decke, von der eine Easfunzel malles Hell verbreitet. Es stinkt nach Schweiß und verfaultem Laub. Seit langer Zeit ungewaschene und ungekämmte Menschen dünste» sich aus. Beißender Tobakgeruch schwält sich dazwischen. Und dampfende Suppen und Kaffee. Hier finden sich die Menschen zusanimen, die tagsüber betteln und ZigareUenstummel in den Straßen auflesen. Die zerlumpt aus den Bänken der Boulevards müde, dumps, teilnahmslos für alles, ihre ausgemergelten Gestalten von der Sonn« bescheinen und erwärmen lassen. Das große Leben brandet an ihnen vorüber. Es rauscht und singt und tänzelt. Ee rattert in Luxusoutomobilen. Lächelt durch Seide und Pelzwerke schöner Frauen. Strömt durch seltsame, sinnerregende Parfüms. Das Leben, das große Leben. Aber sie sehen es nicht und hören es nicht. Sind so müde, stumpf, dumps. Der Hunger tut nicht mal mehr weh, ist zur Gewöhn- heit geworden. Nur die Sonne scheint auch für sie, die kann ihnen niemand streitig machen. Selbst nicht die in den Luxusautos. Ja, die Sonne! Wie sie den Nacken wärmt und den Rücken. Den Kopf ganz tief hängen lassen, damit die Strahlen von oben hineinkriechen können. Ist dock) ein guter Vater, der liebe Gott, der alle seine Kinder erwärmt durch den Himmelsosen. Reiche und arme. Alle Menschen sind doch Kinder Gottes. Auch die, die auf der Straßen- bank sitzen, müde, dumpf und stumpf.... Zweihundert Mämier kommen Abend für Abend in die Herberge der Heilsarmee. Jede Lagerstätte findet einen Körper. Aber nur, wenn die Nächte kalt sind oder regnerisch. In der warmen Jahreszeit sparen die Leute das Geld und ichlasen in den össentlichen Parks, auf den Kirchentreppen, unter den Brücken. Oder in Karussell- schaukeln aus den vielen Rummelplätzen von Part». Jeder hat da seinen Platz. Zwei bei Zwei in jeder Schaukel. Immer die gleichen Paare in der gleichen Schaukel. Hat ein anderer es sich bereits bequem gemacht in dem Abteil, sagt man: „Das ist mein Plag." Und ohne Widerspruch torkell der Eindringling von bannen. Ungeschriebene Gesetze der Ausgestoßcnen. die von der ganzen Ge- meinschafl respektiert werden. Die Karussellbesitzer haben ein gutes Herz, denn sie tun so, als ob sie nicht sähen, was nachts sich in ihren Schaukeln ereignet. Der Trieb der hungrigen Obdachlosen in warmen Rächten führt sie ins Freie. Sie verwünschen den Winter, der sie zur Zuflucht zwingt bei der Heilsarmee in stickige stinkende Räume. Aber die Männer der Heilsarmee sind gut und milde. Fragen nicht noch Namen und nicht nach Papieren. Sie wissen, wer ihre Gäste sind: Menschen, Kinder Golles. Haben einen kleinen Betraum eingerichtet, in dem sie Andacht üben mit den Zerlumpten, vom Schicksal Verstoßenen. Freiwilliger Gollcsdienst, niemand ist gezwungen, daran teilzunehmen. Blasse Soldatinnen singen fromme Lieder. Eine Ziehharmonika und Lauten begleiten. Unter den großen Hüten scheinen die Gesichter der Halle- lujamädchen wehmütig. Ihr Gesang ist Klaube, Sehnsucht, Inbrunst. Und die bärtigen Männer, dreckig das Gesicht, die Hände: verschmutzt, zerrissen, müssend die Kleidung: verlaust, stmnpf, oerschüchtert— sie hocken da und lauschen. 5?alten in den Händen die schäbigen Mützen oder uralte Hüte, aus denen das Futter heraushängt. Kratzen sich scheu-verstohlen den Kopf, den Rücken, aus Scheu vor den singenoen Frauen da vorn. Und hören Choralgesang. Und Harmonika und Lautenklang. Und Worte von himmlischer Lieb« und Gerechtigkeit. Dumpf, brütend sitzen sie da wie bärenhafte Urwald- bewohner. Sagt man das i h n e n? Liebe... Gerechtigkeit.., gilt dos ihnen? Schreit nicht jemand auf? Reckt nicht so ein Tärenmcnsch die Glieder? Reißt er nicht die Fäuste empor, daß erschlaffte Muskeln sich hörbar straffen? Nein, nein, nein. Jahr um Jahr, Tag um Tag im Elend und Hunger, das zermürbt Körper und Geist. Macht unfähig auch nur zu einem einzigen Schrei der Empörung. Müde, müde, blöde, dumpf. Is mir alles ganz egal. Ganz egal.... Der Herbergsvater, Offizier der Heilsarmee, hält die Predigt. Spricht zu der Vagabundcngemeinde leise, eindringlich, gleichsam zu jedem einzelnen besonders. Nennt sie seine lieben Freunde und Brüder in Christo. Erzählt: Der letzte auf Erden wird der erste im Himmel sein.(Na. wenn schon. Is mir alles ganz egal.) Und predigt vom Durst der Seele und vom erquickenden Labetrunk des Glaubens. „Wer von euch, liebe Freunde und Brüder in Christo, hat Durst? Wer von euch will erquickt werden? Der trete vor und bekenne!" Keiner regt sich. Alle stieren vor sich hin. Nur einer murmelt durchdie Zähne:„Ich Hobe Durst— aber nach einem Schnaps.".. � Wenn die Andacht beendet ist, geht alles in die Schlafsäle. Jeder sucht seine Nummer aus. In de» langen halbdunklen Räumen herrscht eine Lust zum Ersticken. Da liegen die Menschen eng neben- einander, und die Neuantömmenden stolpern über sie hinweg. Da wird geflucht. Da hustet einer zum Erbarmen. Nebenan schnarcht einer wie ein grunzendes Ungeheuer. „Schweinerei, verfluchte!" Ruhe silr wenige Augenblicke. Dann geht es in irgendeiner Ecke wieder los. Fast olle liegen angekleidet in ihre Decken eingehüllt. Nur die Stiesel werden ausgezogen Aber auch die behält mancher an den Füßen, weil sie unentwirrbar durch Bindfaden zusammen- gehalten werden. Würden die Bänder gelöst, zerfielen die Schuhe in sich selbst. Um elf Uhr abends werden die Gaslaterncn in den Schlafsälen noch niedriger geschraubt. Nun herrscht fast vollständige Dunkelheit. Die Luft wird immer unerträglicher. Schaurig tönt vom Nebenraum bellender Husten herüber. Irgendwo redet einer im Schlaf. Es klingt wie: Is mir alles ganz egal.... »Um zwölf Uhr schlürft der Aufseher auf Filzsohlen durch den Saal und dreht die Laternen ganz aus. Sorgt der liebe Gott für seine Kinder und läßt den Mond feist und fahl durchs Fenster lächein.... Kanossa. Bor 850 Jahren, in den Tagen vom 25. di» 28. Januar 1077, stand der deutsche Kaiser.Heinrich IV. als Büßer im Schnee aus dem Hose des Schlosses Kanossa in Norditolien, um die Verzeihung des Papstes Gregor VII. zu erlangen. Man hat diesen Schritt bis vor kurzem immer als«in« große Demütigung des Trägers der weit- lichen Macht in Deutschland vor dem höchsten Airchenfürsten ange- sehen, mrd in diesem Sinn« hat auch Bismarck da? stolze Wort geprägt:„Nach Kanossa gehen wir nicht!" In Wirklichkeit ist der, Gang nach Kanossa eine politische Großtat ersten Ranges gewesen, durch die der Kaiser dem Papst eine entscheidend« poliüsäx Nieder- log« bereitet«. Schon seit langem lagen Kaiser und Papst im Streite über Ihr« Borrechte. Gregor hatte die voll« Freiheit der Kirche ge- fordert und hotte weiter oerlangt, daß der Papst als Stellvertreter Gottes auf Erden auch den weltlichen Staat beherrsch«. Ja. er be» gehrt« sogar das Recht, den Kaiser absetzen zu können. Das fei. f» meinte er, das von Gott gewollte Rccbt des römischen Bischofs. Der Kaiser wiederum wollte nicht auf das Recht verzichten, die Geistlichen seines Landes in ihrem Amte zu bestätigen und sie mit Ring und Stab als Zeichen der weltlichen Oberhoheit zu belehnen. Auch dieses Recht nahm der Papst für sich allein in Anspruch. Als nun Heinrich durch den Papst zum Gehorsam gegenüber dem Apostolischen Stuhle ausgeszrd-rt worden war, berief der Kaiser«in deutsches Nationalkonzil«in und erklärte zusammen mit 24 deutschen Bischösen den herrischen Papst für abgesetzt. Di« Ant- wort daraus war. daß der Papst den Bonnfluch gegen den Kaiser fchleiitert«. Dadurch wurde dem Kaiser die Ausübung aller Regiernngshandlungen verboten und feine Untertanen wurden aller Eid« gegen ihn ledig gesprochen. Diesen Vorwand benutzten die zahlreichen Feinde Heinrichs, ihn zu stürzen. Sie erklärten, der Kaiser solle seiner Würde verlustig gehen, falls er nicht innerhalb «ine» Jahres sich vom Bannfluche des Papstes gelöst l)ab«. Es galt also jetzt für Heinrich, den von den feindlichen deutschen Fürsten vorgeschützten Rechtsgrund hinsällig zu machen, Gregor zur Aushebung des Bannfluches zu bestimmen und(a die Gegner— den Papst und den Fürsten— voneinander zu trennen. Aus dieser klugen Erwägung heraus ging Heinrich nach Kanossa. Nun mußte da? geistlich« Oberhaupt den Schritt tun, den der schlau« Politiker so gen, vcnnieden hmle. Er mußt« den Bannfluch auf- heben und damit das von ihm selbst so kmistvoll gewobei« Netz seine» intriganten Machtstrebens zerreißen. Die Fürsten wählten zwar dennoch einen Gegenkönig gegen Heinrich, aber der Papst konnte nun nicht mehr gegen den Kaiser auftreten, weil dieser sich sa der Gewalt Gott«?„unterworfen" hatte. So hatten die Fürsten, nach- dem sie vom Papste vorlassen worden waren,«in« starke Stütz« beim Volk« verloren und konnten sich nicht gegen Heinrich, den Borkämpser der Reichseinheit, behaupten. Ihr Zorn darüber richtete sich gegen den Papst selbst, uno damit hatte der Gang nach Kanossa seinen Zweck erfüllt. Als Heinrich zum zweiten Mal« gegen Gregor auf- trat, zeigt« es sich, daß der Papst die allergrößt« Zahl seiner Anhänger In Deutschland eingebüßt hatte. Er mußt« vor dem Kaiser aus Rom fliehen und starb später in der Berbaimung. Der Kanviscigaiig ist demnach«in außerordentlich kluger politischer Schachzug Heinrich« gewesen, der durch ihn die Grundlage zum Siege über den Papst legt«. tebenslänglich vorausgezahltes Kostgeld. Eine große Londoner Gesellschaft, die mehrere Hotels und etwa hundert Speisewirtschasten besitzt, hat mit einem Gast soeben einen originellen Vertrag ob- geschlossen. Der Betreffende hat gegen Zahlung von 5000 Pfund Sterling dos Recht erworben, bis an lein Lebensende alltäglich zweimal in einem der größten Londoner Restaurants auf Kosten der Gesellschaft zu speisen. Der heute Bierzigjäbrig«, der die immer empfindlicher werdende Verteuerung der Leuenshaltung fürchtet, mußte vor Ausfertigung der Police eine«ingehend« ärztliche Unter- suchung durchmachen, auf Grund deren er al» völlig gesund be- furchen wurde. Nur LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE Mengenat>£abe vorbcbaltcn Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Berliner Scrlachthausware ScEimornelXCh o.SnociL, Keale, m 1,18 Rouladen.................. Ffond 1,24 Suppenfleisch............... Pfand 76i'i. Fehlrippe u. Brust........ piand 86Pt. Hammelfleisch(Qicka m,?«) Pfand SSPi. HammelrOcken............. Pfau- 88pi Hammelkeulen............. Pfand 1,04 Kalbskamm..................Pfand 74pi Kaibsnlerenbraten....... Pinna So? Kalbskeulen ti,»Pfd. n. Pfd. 04Pt Schwelnexchlnken a. Blut, Pfand 1,02 Schweinebauch a. Beilage.. Pfand 98p. Kassler Kamm u. Speer Pfand 1,24 starke Liesen............... Pfand 80pt. ROckenfett bratfertig, dnrciigcl.. Pfd. S4Pt. 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Theat. a.Hollcndorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhn Stllsdi! W Cbarlettenburi> 7'/, Uhr: Jugend im Mal Mus. Leitung: Onttmana. H. Pfahl Tallmtihi, k ImUiu. C. Uns. Abonn.-Turnus I Met IHM Norden J0334— d7 8 Uhr: leidhardiT.liniistiaB von WoIfgangOoeti Segle: Heinz rlilpen Klübleute mit Max Adalbert Morgen z. 1. Mole 'Iii Uhr: Max Adalbert in„Müller»" fit. SdiaDtpißliiaDi Täg1.8>., Uhr: ('Ü(yncIßuyrtx) CHARELU- REVUE Sonnt, nachm. i Uhr ungekOrzie Vorsing zn ermiß. Preisen: Kammerspiele Korden 10334—37 8 Uhr: Ollapolrkla Von Lernet-Holenia Bcjin. Heinz tlilpert. Hierauf: Das Veilchea Ssn Franz Molnar egle: Eug. Robert Die Komödie BismarcK'2414, 751« 8 Uhr Die Perle wi Trlstaa Beroord hgbrimiaURlun Reaesmcaler am Zoo Stpl.MTl, Tgl. 8 Uhr Iii OläsM IcdellbaDS Cmette. TApwrk,sauMerb Wallner» Theater 8', Der Schlager 8'/» Das blonde Wunder Sonntag 3'f, Per Raub der Sabinerinnen Täglich 8 Uhr: Der Trompeter vom Rhein Vorverk. ununterbr, Preise von 1—7 M. 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Bassermann 8:»er Diktat er TL a-hrflinteolniiD 8 Uhr «laioi Bartara lusisplclhän» i'i, Ouldo Thlelschcr Borra-einJonge wanonü«-Ttieot 'Jeiiboisni IIjl. 8'', Es war einmal in Heidelberg mit d. Schlagerlled Ich hab'melntlen in Heidelberg rcr oren Vorzeig. S0%ErmäB. KäteScnmidt-Samst Gaston Briese Rose-Tiisater eunrPrezIosa Am 18. Januar, abends 6'/, Uhr. verschied mein lieber Mann, unser guter Sohn, Vater und Schwiegervater, der Zigarrenhändier Rudolf Nowigk im 53. Lebensjahre an den Folgen eines am 6. d. M. erlittenen Sohlaganfalles. Um stille Teilnahme bitten W«v. Emma Nowigk geb. Zernieka. Luise Nowigk als Mutter. Gustav Nowigk und Frau. Einiscberung: Montag. 24. d. M, nachm. l'/iUhr, im Ktematorium Baumschnlenweg. Kranzspenden dankend verbeten. ilunq. Sdilofjimmtt. Speist- RUditn sowie sämtliche Sinjcl- iHvie Grippe kommt M infolge Ucbertragung durch Mundhöhle und Rachen in den menschlichen Körper. Sie wütet bereits wieder in einer Reahe von Ländern. Dagegen vorzubeugen ist Pflicht eines jeden. Dies geschieht am sichersten durch sofortigen Gebrauch von..hymphosnn"(ges. gesch.) Glänzende Anerkennungen. Preis der Flasche AL 150 Nymphosan Perubonbons 80 Pfg. Allelnheratctler; Nymphosan A..G.. München 38 N53. XeiUaklnai »immer möbt! actinnfle äinznhluna, beduemftc übsablunq, MSbcIHous Luisenstadt. Röpenickttstrasie 77/7S�Scke Brücke astraß«. AnNeidesch änfe. bteileilip. mit Spie- ael. 85«-: aroke»5,—. Betlstcll.'n 48.—. Schias»immcr, Rüchen. Sinselinäbcl. Nustkiaum Eiche, aolilunssctleulilerunj bis 12 Monatt*u ÄosTnpieifen, Stein, nur Llnflamctstrake 40._* StlcgenßtUI RIeiderschrank 18,—, Lertifo 15,-, Waschioilttte Ii.- Saft. baum-Schreidlisch 29.—. Rüchen 24,—. Vlüschsosa 15,—. Möbelhaus ffiottlieb. Rilaentrstraste dreizehn._' rfetropa.- laeat Täglich 8 Uhr: Mnzeuiii Anserofe im A Vorwärts sichern Erfolg! Rslcl,sl>»ll«n»TI»u»t«p Abends 8U.r u. Sonntag nachm. 3 Uhr Slettiner Sänger Du vonlervallt JairoiT-Piognniii! 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