Nr. 4» ♦ 44»?ahrg. Musgabe A Nr. 21 Bezugspreis. Wöchkntlich 70 Vieri ina. morraMH 8,- Reichsmarl uotaus»ahllxlr. Unter RteiubonO für Deutich iaa», SC-ciatO, Saat, unfi äUmelacbte, CeßcrMtd), Et tauen.. Suiemdirr, 4,50 R-ichsmarl. für da« ttbtiflt Ausland 5,50 Neichsmart uro Monat. Der„Sotaiörts* mit der N II strier» Uli Sonntagsbeilage.Volk und Keif sowie den Beilage» Ulnterbaltuoq uno Dissen�„Aas der Zsilmwelf. .fftautnirimmc"»Der ftinbet- freund*.Lugend-Korwärts* und .Vlick in die Bücherwelf erscheint wochentaglich»weimal, Sonntags und Montags einmal. Telegraunn-Adreste: »Sozialdemokrat Berlin» Morgenausgabe Devlinev VolKsblskt �10 pksniits) Anzeigeapreise: »ie«infvaltig» Zlonvareile» »eile 80 Diennig. ReNameteil« 5.— Reichsmark,„ttleine An, eigen* das fettgedruckte Wort 25 Pfennig tZuläfsta«nei fettgedruckte Worte), ledes weiter» Wort 12 Bfenniu. KtellenaeiuSe das er!!« Wort 15 Bfennio, iedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchstaben»Sblen für»wei Worte. Ardeitsmarlt Keile 00 Bfennig. Familienan., eigen für Abonnenten Keile<0 Bfennig. Anzeigen für die nSchste Nummer müssen bis Vi Ufir nachmittags im chauutaeschäft. Berlin SW W. Linden» strasteZ. abgegeben werden. Geöffnet oon SVj Ubr frttü bis 5 Ubr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrattfd�en Partei Deutfcblatids KedoEfion und Verlag: Serlia SV). vT, Linöenstraße 5 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Dienstag, den 25. Januar 1927 vorwärts-verlag H.m.b.H., öerlm SW. öS, Linüenstr.? Postlcheckkont«: Berlin 37 53«- Bankkonto: Bant der Arbeiter. Angestelten »»d Beamten. Lallstr. 55: Dislonto-Tesellschaft. fenaftienlatfc Linden str. 8t Der Dürgerblock im werden. Aber seine Gründer haben schon Angst vor ihm. Amtlich wird gemeldet: Der geschaflssühreade Reichskanzler Dr. M a r x nahm am Zlloa. kag vormikiog die Derhaadluugen über eia Regierutigsprogramm mit den ia Vetrachl komwcudea Arakfianen des Reichstags aus. Zu- röchst wurden in Gegenwart de? Reichsarbeilsmiuislers Dr. V r a u u s und des Reichsaußenmiuistcr» Dr. Slresemonn die Derkreker der deutschuaiioualeu Fraktion unter Führung des Grafen Westarp zu einer eingehenden Besprechung rmpfangea. Zm Dause des Rachmittags hatfe der Reichskanzler nacheinander Besprechuagea mit dem Vorsitzenden der Reichstags- fraklion der Deutschen Volksparlei. Dr. Scholz, und den Vertretern der Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, Drewitz und Alpers- Gegen 6 Ahr abends empfing er den Vorsitzenden der s�zialdemokrallschea Fraktion. Hermann Rl ü l l c r- Franken, zu einer Aussprache. Die Verhandlungen werden am Dienslog narmiltag forkgesetzt werden. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Besuch des Genossen Hermann Müller bei Herrn Marx nichts anderes fein konnte als eine Art Kondolenzbesuch. Herr Marx hat vom Reichspräsidenten den Auftrag be- kommen, eine Regierung aus den bürgerlichen Por- teien zu bilden, und er führt ihn aus. Än der Frage der „Formulierungen" wird dieser Slüftrag nicht scheitern.' Herr Marx oerhandelt mit den Deutschnationolcn nicht über das Zentrumsmanifest, sondern über den Entwurf eines Re- glerungsprogrammes, und da der Wille besteht, zusammen- zukommen, wird sich auch eine Brücke von goldenen Worten bauen lasien. Die Volkspartei steht dicht vor dem Ziel ihrer Wünsche. Merkwürdigerweise ist ihr aber nicht ganz wohl dabei. Ihre Presse ist voll dunklen Andeutungen über die geheimnisvolle Rolle, die der katholische Klerus bei den Verhandlungen gespielt haben soll. Man rechnet aus, daß in dem neuen Kabinett acht Katholiken sitzen dürften und nur drei Evangelische. Die.Liberale Vcreini- gung", die sowohl volksparteiliche als auch rechtsdemokra- tische Elenicnte umfaßt, stößt öffenllich diesen Angstschrei aus: So wünschenswert schon aus outzenpoluischen Grünben das Zustandekommen einer gesicherten Mehrhcllsregierung ist, war man sich in der Erkenntnis der schweren Gefahren einig, die durch ein Zusammenwirken des Zentrums mll den Dcutschnationolen in FragenderSchul- und Sirchenpolitik heraufbeschworen werden. Do die Vormachtstellung des Zentrums auf der Spaltung des Liberalismus beruht, wurde beschlosien, in allen liberalen Kreisen die Aufmerksamkell auf diesedem freien deutschen Geistesleben drohende Gefahr zu lenken und auf«ine einheitliche Abwehrfront hinzuarbelle». Man kann also im kommenden Bürgerblock jetzt schon mit freiem Auge drei„Abwehrfronten" wahrnehmen: die r e p u bli k a nf sch c des linken Zentrums, die soziale der berühmten 33 Arbeitnehmervertreter und schließlich die antiklerikale der Liberalen Vereinigung. Diese An- Häufung innerer Abwehrstationen macht die sozialdemokra- tische Kritik beinahe überflüssig', sie kennzeichnet die Ge- fahren des Bürgcrblocks: Monarchismus, Klerika- l i s m u s und soziale Reottton. Zn den Roten der Bolkspartei bemerkt übrigens gemüt- los, der dem linken Zentrum nahestehende„Reichsdienst der deutschen Presse": Es ist grotesk, daß jetzt die deutlchooltsparteilichc Presse schon fast nicht mehr die Rechlskoalllwn zu wallen scheint. Deshalb wird sie gewiß vom Zentrum nicht mehr gewünscht werden. Aber das Zentrum würde sich doch freuen, wenn der Deutschen Bolkspartei, dieser Krisenpartei ohne linterlaß, einmal ein gehöriger Denkzettel ge- geben werben könnte. Die wahre Liebe ist das nicht! Die deutschnationale Reichstagsfraktion, deren gestrige Abendsitzung sich über mehrere Stunden aus- dehnte, gibt folgenden Bericht heraus:„Die Fraktion nahm den Bericht der Unterhändler entgegen und billigte ihr Derhaltcn." vor einer neuen Krise in dänemark. Infolge des Sparpro gram ins der liberalen Regierung. tiopeahagen. 24. Januar.(Eigener Drohtbericht.) Wie aus zu- verlässiger Quelle verlautet, wird das dänische liberale Kabinett in den nächsten Tagen seine Sparvorschläge dein Reichstag vor- legen. Die Entwürfe enthalten derartige Abstriche an Beamten- g ehältern und Beamtenstellen wie sogar Einschränkungen der parlamentarischen Maschinerie, daß kaum zu erwarten ist. daß eine der anderen Parteien mitgehen kann. Die politische Situation, die schon erhitzt ist durch verschiedene Regierun gsmosinahmen gegen die Be- amten, nameiülich gegen die Eismbahnlieamten, deren Schlich- tungsausschüsse der Berkehrsminister aufhob, spitzt sich k r i s e n- h a f t zu. Eine Machtprobe zwischen Regierung und Reichstag und damll«ine neue politische Krise in Dänemark ist u n a u s- b l e i b l i ch. Gewaltftreich gegen Memel. Die Kowuower Putschvegierung löst den Landtag auf.— Einheitlicher Protest der Deutschen. RIemel. 24. Januar.(TU.) Die drei großen memelländijcheu Parteien der.Einheitsfront"— Bolkspartei, Landwirtschasls- partei und Sozialdemokratische Partei— veröffentlichen in der memeUändischen Presse eine gemeinsame längere Erklärung zu der Auflösung des mememlländischen Landtages durch den Gouverneur, in der es u. a. heißt: „Die unbegründete Auflösung des Landtages ist ein V e r st o tz gegen die Memeler Konvention. Roch Artikel 12 Absatz ä des Memelftatuts kann der Landtag vom Gouverneur im Einver- nehmen mll dem Londesdirektorium ausgelöst werden. Boraus- setzung hierfür ist jedoch auf jeden Fall, daß das Direktorium auf legalem Wege zustandegekomnieii ist. Ein Direktorium, das sich— wie das Direktorium Schwellnus— im bewußten Gegensaß zum ausgesprochenen Willen der L o n d t a g s m e h r h e i t ge- bildet hat. ist nicht im Amte und niemals befugt, einen so be» beutungsvollen Beschluß zu fassen. Der oft von unserer Hello bewiesene Derstandkgungs-- will« hat zu neuen Enttäuschungen geführt. Der Memeler Br- völkerung ist es nur zu gut bekannt, mit welchen großen Schwie- rigkeiten der Landtag feine Arbeit aufnehmen und fortführen mußt«. Bei jeder passenden Gelegenheit wurde diese Arbeit er» schwort und behindert. Raa muß d« Eindruck gewümea. al» sollte das Ansehen des Landtages in der Bevölkerung herabgesetzt, eine gewisse Stimmung für die Landtagsauflösung hervorgerusen und der Boden für Neuwahlen vorbereitet werden. Die Beselligung des Landtages, der zum erstenmal der sichtbare Ausdruck frei aus- gesprochenen Bolkswillens ist, fordert zum schärfsten Protest heraus. Nunmehr haben die Wähler wieder dos Wort. Sie werden. davon sind wir überzeugt, wie am 19. Oktober 1925 so auch am 4. März 1927 aufs neue ein klares Bekenntnis zur 5lultu? und zum Wirtschaftsleben des Riemelgebietes(also nicht Litauens. Red. d.„B.") abgeben." Aus der Tatsache, daß die Erklärung von den drei großen memelländischen Parteien gemeinsam unterzeichnet ist, kann man schließen, daß die alle Einheitsfront, auf deren Zerstörung von litauischer Seite schon sell langem hingearbeitet wird, jetzt in der Stunde der Gefahr, wo es um die Autonomie geht, sich erneut zusammengeschlossen hat. Im ollgemeinen sieht man den Wahlen, obwohl sie unter Kriegszustand und P r e s f c z e n f u r vor sich gehen werden, mit Optimismus entgegen. Sethlens Ohrfeige. Der Prozeß Iusth in Genf.— Zweierlei Recht in der freien Schweiz. Genf. 24 Januar.(Eigener Drahtbericht.) Der Prozeß Justb, bei dem heute morgen die Vernehmimg des Angeklagten und zweier Zeugen, eines Genfer Detektivs und des Leiters der ständigen ungarischen Delegation beim Bölkerbundssetretonat. vorgenommen, sowie die schwache Anklagerede des außerordentlichen Bundesonwalts Glaß geholten wurde, erhielt mit der dreistündigen Rede des Verteidigers Jusths, des französischen Genossen M o u t c t, einen lebhafteren Zug. Wenn ein Revolutionär oder Vertreter einer revolutionären Macht in der Schweiz getötet wird, kommt er vor ein kantonales Schwurgericht und wird f r e>- gesprochen, wenn aber ein treiheitsdurstiger junger Manu namens seines Volkes einem Machthaber eine einfache Ohrfeige gibt, wird er nor das höchste schweizerische Gericht gestellt und ver- nrtellt. Wo läge da die Moral und das internationale Recht? fragte Moutet. Der Angeklagte Justh erklärte zum Schluß, daß er nicht allein für sich persönlich, sondern im Namen der ungarischen Republikane r,-. welchen die schweizerischen Demokraten ihre Achtung gewiß nicht versagen würden, hier stehe, weshalb er zum Spruche der Geschworenen volles Vertrauen habe. Um 7 Uhr wurde bie Sitzung abgebrochen und die Beratung der Geschworenen auf morgen g Uhr vertagt öürgerblock und Zchtsiunöentag Derrtschnatronalc gegen Arbciterforberunge«. Der Borsitzende des Allgemeinen Deutschen Gevicrkschafts- bundSs, Genosse Le i pa r t. hat mit scharfen Worten das Wesen des werdenden Bürgerblocks bezeichnet. Er soll und wird eine Regierung ohne die Arbeiterschaft und gegen die Arbeiterschaft sein. Mit dieser Feststellung ist zugleich die große grundsätzliche Kluft bezeichnet, die wirsschaftspolilisch und sozialpolitisch die Arbeiterschaft u.id ihre Organisationen von der künftigen Regierung der bürgerlichen Mehrheit trennt. Es handelt sich um den Unterschied in den Anschauungen und Methoden über die Bekämpfung der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit. Der Unterschied ist bezeichnet durch dos Wirtschaftsprogramm des ADGB. auf der einen Seite— durch die Praxis des Unternehmertums in der Rationalisierungsperiode auf der anderen Seite. Im Brennpunkt steht die Arbeitszeitfrage—. sozial und politisch. Das Problem drängt nach gcsetzaeberischcr Regelung. Die Verhinderung der Regelung im Sinne der Arbeiterschaft ist eines der Hauptmotive der Parteien, die zum Bürgerblock gedrängt haben. Das heute geltende Recht ist niedergelegt in der Verordnung von 1323. Es hat praktisch den Achtstundentag abgeschafft und den Unternehmern die Möglichkeit gegeben. die zehnstündige Arbeitszeit, für kontinuierliche Betriebe die zwälsstündige Arbeitszeit einzuführen. Die Ge werkschaften allerRichtungen fordern ein Notgesetz. das.die durch die Dczcmbervcrordnung zulässigen Ueberkchreitungen des Achtstundentages beseitigen soll. Der Arbeitsze�tschutz-Gesctzentwurf der Regierung will grundsätzlich die Möglichkeit von Ab- weichungen vom Achtstundentag gesetzlich festlegen, die keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem geltenden Recht be- deuten. Das ist die Sachlage. Ueber die Derhandlungsgrundlage zwischen Zentrum und Deutschnationalen in bezug auf die Arbeits, zeitsrage ist zur Stunde noch nichts bekannt. Die Formulierung des Zentruinsmanifestes über die Arbeitszeitfrage im Stile des RcichsarbeUsministers Dr. Brauns Zieste offenkundig auf den Regierungsentwurf, nicht auf die Forderungen, die die drei großen Gewerkschaftsgruppen ein- mistig erhoben haben. Was wird das Schicksal der Gewerkschaftsforderungen im Bürgerblock sein? Was bedeutet die Einbeziehung der Deutschnationalen in die Regierung für den Achtstundentag? Die Absichten der Gewerkschaften und der Deutschnationalen stehen sich schroff und grundsätzlich gegenüber. Der Gegen- satz wird mit programmatischer Schärfe herausgearbeitet in zwei Aufsätzen, von derren der eine im„Deutschen", der andere in der„Deutschen Tageszeitung" erschienen ist Im„Deutsche n", dem Organ Stegerwalds und der christlichen Gewerkschaften, liest man über den Entwurf des Arbeitsstliutzgefetzes: «Wenn jemals der Arbeltnehaierschofl auf gesetzgeberischem Gebiet eine Enttäuschung bereitet worden ist, dann hier. Das Reichs arbellsministerium scheint nicht von der Voraussetzung ausgegangen zu sein, die Arbeitszeitregelung wieder möglichst auf die Verein- barung der Spitzenverbände der Arbellgeber und Arbeitnehmer (Zentralarbellsgemeinschaft) vom 15. November 1918 zurückzuführen, sondern vielmehr den jetzigen Zu st and unter Bedienung onde- rcr Formen, zu erhalten. Der Entwur» laßt zunächst eine„andere Verteilung der Ar- beitszell" zu. Gegen dieses Prinzip wäre an sich nichts einzu- wenden, wenn es in der Praxis auf die allerdringlichsten Fälle be- schränkt bliebe. Die Vielheit der Vcrschiebungsmög- lichkeiten. beginnend innerhalb einer Woche und endigend mit einer anderen Verteilung innerhalb eines Jahres, dazu die Nachholung vcn ausgefallenen Arbeitsstunden aus Anlaß nichtgesetzlicher Feier- tage und außergewöhnlichen Ereignissen(z. B. Streiks) übersteigt wirklich das Bedürfnis und öffnet Mißbräuchen Tür und Tor. Viel bedenklicher aber sind die Bestimmungen, die eine Mehrarbeit bezwecken. Der Entwurf unterscheidet hier „Ununterbrochene Arbeit", für welche die öfistiindige Arbeitszeit zugelassen ist;„Vorberellungs- und Ergönzunasorbeiten" mll täglicher Arbellszeiwerlängerung für bestimmte Arbeitcrgruppen von zwei Stunden. Es erscheint auch die ominöse„Arbellsbereitfchaft" für bestimmte Arbeitergruppen mll einer Schichtdauer von zwölf Stunden täglich; ul'.begrenzie Arbcilszeil bei„außergswöhnlichen Fällen". Bei dringendem Bedarf nach Mehrarbeit sind 60 Aeberstunde» ig, Jahre zulässig. Durch Tarifvertrag können dazu noch weitere 249 Ueber stunden vereinbart werden. Der Reichsarbellswinister kann aus Gründen des Gemeinwohls genehmigen, daß über diese Grenze von 300 Stunden noch HI a ausgegangen wird. Diese Rlehrarbell kann bis zu zwei Stunden täglich belragen. Dabei ist es ober nicht etwa in dos Belieben der Arbeiterschaft gestellt. ob sie diese Mehrarbeit tariflich vereinbaren will oder nicht. Theore» tisch ja! JnderPraxisabernicht.da auch hier wielwazan vorgesehen ist, daß für den Fall, baß'«in Tarifvertrag die Regelrmg der Mehrarbeit unterläßt, das A u s s i ch t s a in t die obengekenn zeichnete Mehrorbeti tu vollem Umfange zulassen kann. illso trotz der Whlmmkeit der Schlichtung-aueschiils- mit ihren vcr- brndlichen Schiedtsprüchen auch noch der Druck durch eine behördliche Stelle, wodurch natürlich jeweils die Position der Arbeitgeber bei den Taiisoerhandliingen gestärkt, die der Arbeitnehmer aber gc- s.'hwächtwird. Es kann nicht Ausgabe dieser Zeilen sein, die Gesetzes- abschnitte zunächst im einzelnen kritisch zu würdigen: sie sollen ein Gesamtbild gebe». Dieses zeigt aber mit aller Deutlichkeit, wie weit wir von der talsächlicheu Verwirklichung des Achtflunden- tages cntsernl sind." Aus der Feststellung des Regierungsentwurfs, den die rhristlichen Gewerkschaften einer so vernichtenden Kritik unter- ziehen, waren die Deutschnationalen noch nicht beteiligt. Sic hasten diesen Entwurf für zu weiigehcno. In der„Deut- s ch e n Tageszeitung" heißt eer „Anderseits scheint es uns aber recht fraglich» ob, um mit der Begniuduiig des Entwurfs zu reden, die Klärung und F e lt i g ii n g unserer w i r! s ch a f t l i ch e n Verhältnisse schon i'oweit sorlgeschrittcn sind, dah eine e n d g ii l t i g e, doch wohl cur Jahre berechnete gesetzliche Regelung der Arbeitszeit beute bereits ols zweck mäßig, ja, als notwendig anerkannt • werden darf. Wenn die Begründung ausdrücklich reslstdl!, dutz nach dem Willen des Gesetzgebers der Arbeitsschutz nicht zum Spiclball der Parteien bei den Tarisverhaudlimgen wckden dürsc, so könnte man .dann das nur zu billigende Bestreben nach Wahruno voller Parität erblicken In Wahrheit richten sich aber doch wohl die Bedenken des Gesetzgebers lediglich gegen die Möglich keil, daß d' c bessere Einsicht der II» t e r n e h m e r in die Pro- d u k t i o ii s- u n d A b s a tz v e r h ä l t n i s s e eine außer- gewöhnliche Vermehrung der A r b e! t s l e i st u n g für onge brach: halten und die Zustimmiing der Arbeiterschaft da- für gewinnen lörnte Warum hier einer gemeinsamen Erkenntnis und ciaein solidarischen Beschluß, beider Parteien unüberschreitbare Grenzen nach oben hin gezogen werden sollen, ist angesichts der ganz iiiiübersichtlichen Lage unserer Wirtschaft schwer zu begründen. Der ganze Entwurf, den wir hier nur in seinen Hauptliiiicn und auch nur unter Beschränkung auf die Arbeitszciiregcluiig kurz .betrachten tonnten, Zeigt seine K o m p r o m i ß n a t u r ja nicht nur in der versuchten Synthese von sozialen und wirtschaftlichen Iforderirng-n, sondern auch in seiner Enlstehnngsgeschichte vom politischen, man kann ruhig jagen parteipolitischen Gesichtspunkt aus. Als politisches Ka m pjobjekt von allergrößter �Bedeutung wird er demnächst auch den Reichstag beschästigen und dort aller Wahrscheinlichkeit nach erhebliche Abänderungen nach der einen oder anderen Richtung hin ersahren. ver- besscrungen aber sind nur dann zu erwarten, wenn das Arbeits- schußqeseh von einer, bei aller sozialen Elustellumj. ihrer Verantwortung gegenüber der WIrischait bewußten Mehrheit oerobschledct , wird." Die Grundanschauung, von der die dentschnalionale .Kritik auszeht, ist: Erhaltung des gegenwärtigen Zustandcs, Erhaltung der ungesunden, dem Gemeinwohl schädlichen Wirischaftspraris des Unternehmertums auf Kosten der Ar- chgiterfchaft. Die Gewerkschaften fordern den Achtstundentag, weil tr die Eingliederung der Arbeitslosen in den Pro- duktionsprozesz herbeiführt— die Deutschnationalen bc- käinvfcn den Achtstundentag, weil sie die gegenwärtige Wirtichaftsstruktur nicht ändern wallen— selbst um den Preis der Berewiylttrg der. Krise und der Massenarbeitslosigkeit nicht. Für die Gevidrkschästön ist die Vörkürzuilg der Arbeitszeit .'-f nan der siölichen Berechtigung der Forderung, von seiner hoben Bedeutung für die Vasksgesundheit abgesehen— ein .Mittel, um die Krise und Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen: die Deutschnationalen wellen die gesetzliche Regelung der Ar- beitszeit verschiebest, bis c? n Wunder— das nie eintreten wird— auf der Grundlage der heutigen fehler- stiaften Wirtschaftsstruktur ein Ansteigen der Konjunktstr her- beiführsu wird. Die Forderung der Gewerkschaften ist wahrhaft sozial. Vie Zielsetzung der Deutschnationalen ist unsozial. Der Rcgierungscntwurs entspricht in der g r u n d s ä tz- n ch e n wirtschaftspolitischen Auffassung den A u f s a s s u n- gen des Unternehmertums. Er will die Beide- Haltung des gegenwärtigen Zustand es unter dem Vorwand, daß die Konjunktur es erfordere— die Kritik der Gewerk- schaften aber verlangt die Verkürzung der Arbeitszeit, den Achtstundentag, um die Konjunktur zu verbcffern. Das ist der Unterschied, der in der Kritik des„Deutschen" am Rcgierungs- cinmurf vom Arbeiterstandpunkt, in der Kritik der„Deutschen Tageszeitung" vom Unkernehmerstandpnnkt zum Ausdruck kommt. Das Zentrum aber schließt eine Regierungskoalition mit den Deutschnationalen. Der Unternehmereinfluß gegen den Achtstundentag wird verstärkt. Die Forde- rung der Gewerkschaften aller Richtungen wird preisgegeben. Der Kampf um den Achtstundentag wird demnach zu einem Brennpunkt des Kampfes gegen den Bürgerblock werden. In diesem Kampfe werden die Interessen der christlichen Arbeiter gegen die Regierungs- koalition stehen, die das Zentrum eben einzugehen im Be- griff ist. Sie werden sehr bald erkennen, daß ihre Interessen an den Bürgerblock vertauft worden ist. tilgen zu! Tas leninistische Rezept gegen die unbequeme Wahrheit. Die Ableugnungsvcrsuche der kommunistischen Führer gegenüber den Wahrheiten über die Bewaffnung der Reichs- wehr durch Sowjetrußland wurden durch ein Geständnis aus der Schalem- Fraktion im Kern ihres Wesens ge- troffen. Die Scholem-Fraktion bsteiliat sich an der Ableug- nung. Auf einem öffentlichen Diskussionsabeud in Lichtenberg führte ihr offizieller Redner aus: ..Ich sage nicht, daß die vcwassnuug der Reichswehr durch Rnh- land nichk wahr Ist.— Aber wir find keine Philosophen, die die ..absolute Wahrheit" suchen, sondern wir stellen die Frape politisch, das heißt, die Frage steht sür uns so: Ist es für das Proletariat nützlich oder schädlich, die Frage überhaupt zu stellen? Diese Frage! beantwortet die Fraktion mit Rein!" Nach so unbequemen Wahrheiten, wie es die russischen Granatenlieferungen an die Reichswehr find, hat ein Kommu- »ist nicht zu fragen. Auf die Pilatus-Frage„Was ist Wahr- heit?" antwortet er kübn:„Was mir gefällt." Allem anderen gegenüber hat er die Parole zu befolgen: Augen zu! vö'!kisthe vor Gericht. Milde«träfe gegen völkische Beleidiger des preußischen Ministcrprästdentcn. Vor dem crwelteNen Schösfengericht des Amtsgerichts Lichter- selde fand am Montag die Verhandlung gegen den Berliner Rcdak- icur der„Deutschen Beiträge", S i e b e r t, und den oerantworilichcn Redakteur der„Tilsiter Zeilung", W i r t h, wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsidenten Braun stall. Den Borsitz führte Landeerichizrat Fäußner. Die Anklage wurde vertreten vom Ersten Staatsanwalt Keßler. Die Anklage stützt sich auf mehrere in den„Deinschen Beiträgen" bzw. in der„Tilsiter Zeitung" Ende \'.'2ö und im Jahre l926 erschienene Artikel, in denen im Zu- sammeichang mit der Erwerbung eines Landhauses in Zehlendors durch den preußischen Ministerpräsidenten eine Reih« von beleidigen- den Aenßerungen getan wurden. Außerdem wurden alle längst widerlegte Aeuhcrungen über Brauns angeblicher Bauernfeind- ichaft wieder Ausgenommen. Die Beweisousnahme ergab, daß der InHall der der„Tilsiter Zeitung" zugegangenen Berichtigung des Genossen Broun in vollem Umfange zutraf. In seinem Plädoyer sühne der Staatsanwalt aus, daß der Ministerpräsident als der höchste Staatsbeamte vor derartigen sterabsetziingen besonders geschützt werden müsse. Auch der Gegner müsse dem Ministerpräsidciiteii des neuen Regimes dasselbe Maß von Achtung entgegenbringen, wie jedem Chef aus dem allen System. Für den Angeklagten Wirth komme strasverschärsend hinzu. daß er wegen ähnlicher Bergehen dreimal vorbestraft sei. Der Staatsanwalt beantragte gegen beide Angeklagte eine Gc- säiignisstraie von acht bzw. fünf Monaten. In der Urteilsverkündung wurde S i« b e r t wegen Beleidigung in zwei Fällen zu je 100 Mark, im Nichtbei- Um Sie Schutzfrist. von Paul Gulmann. Zu dem neuerdings entbrannten Streit um die Verlängerung der Schutzfrist geistigen Eigentums von dreißig Jahren auf fünfzig Jahrs hat der„Borwärls" bereits Stellung genommen. Er steht aus dem Standpunkt, daß es nicht angebracht ist, über die Ver- sargung von Frau und Kindern hinaus sich noch der eventuellen Enkel und Urenkel anzunehmen. Es ist richtig, daß es Fälle gibt, wo der Eindruck cnics den Hinterbliebenen zugefügten schweren Unrechtes entstehen kann, wie der Fall der Familie Wagner. Die .ßeitumstände haben ihr in ihrem Kamps um die Verlängerung scheinbar recht gegeben, da das große Dermögen, das Richard Wagner den Seinen hinteriassqfi hatte, in der Insiaiion auf einen Bruch- teil zujamniengeschinolzeii ist. Aber dieses Schicksal ist nicht der unzureichenden Schutzfrist zur Last zu legen, sonder» dem all- genieinen Unglück der Inflation. Man weiß, daß außer den großen Beriissorganisationen der Schriftsteller und Komponisten sich auch die neugegründete Dichter- akademic sür die Verlängerung der Schutzsrist einsetzt. Ein Faktor, den sie geltend macht, ist der, daß die Bereicherung aus dem un- gelstndcrten Nachdruck der sreigcwordenen Werke allein den Ver- kegern und Buchhandelsunternehinern zugute kommt. Die Herauf- sctzung der Schutzsrist um zwanzig Jahre würde im Prinzip hieran »ncht viel ändern, es sei denn, daß der Längstoerstarbene nicht mehr marktgängig ist, was ober genau so zum Nachteil der Hinterbliebe- neu oder sonstigen Erben gereichte. Viel wichtiger und noch von keiner Seile genügend betont ist der Umstand, daß der ideale Vorteil, der bei der Freigabe geistigen Eigentums im Gegensatz zu jeglichem anderen Eigentum zum Ausdruck kommt, zum unbeschränkten Frei- gut kopiialistifcher Unternehmer wird. Mit dem gleichen Heißhunger wie auf Schiller. Goethe, Lesiing oder Herder stürzen sich diese auf Autoren, die der Zeitmode ihren Namen verdanken, wie Ebers, Dahl', Marlitt, Auerbach, zum Teil Gustav Freytag und die Leute, die nicht nur keinerlei geistige Werke vermitteln, sondern ein Hinder- nis im lebendigen Strom der Gegenwartsdichtung werden. Das Bild der Produktion wird durch diese auf den Molsenabsatz ein- gestellte Konkurrenz, die tatsächlich eine Schmutzkonkurrenz»st, zum Nachteil der Lebenden verschöbe». Hier werden früher begehrte Marktariitel, deren Bedeutung nur in dem verkalkten Gedächtnis der alten Generation noch lraditloiiell bewahrt ist, als irische Ware dem Unkundigen wegen ihres den Markt unterbietenden Preises an- gehängt. Der lebende Dichter, der in Deutschland schon sowieso schwer sein« Existenz behaupten kann, wird durch diese mit bequemer Lüge angepriesene Ware zugrunde gerichtet, Hiergegen gibt es nur cinc Hilfe, und das ist nicht eine beliebige I Bcrlängening der Schutzfrist, sondern das in Frankreich längst ein- > geführte Donuine d'ctat, die Abgabe a n den Staat zu K u l t u r z w e ck e n. Ein gewisser Prozentsatz aus den durch die Freigabe erzielten Gewinsten muß der Gesanitheii, an die der Gesetz- gcber hierbei gedacht hat, zugute kommen. Hiermit sollen zwei Un- gcrechtigkeiten bckonipst wekdcn, erstens die dem idealen Zweck zuwiderlausende übermäßige Bereicherung des Unternehmers, zweitens die Bedrohung des lebenden Schrifttums durch das ab- gestorbene und mumifizierte. Die so gewonnenen Gelder tragen andererseits zu einem Kulturfonds bei, der angesichts der in Deutsch- land besonders bestehenden Notlage der geistig Schaffendeii von un- geheurer Bedeutung ist. Der Kampf um die Schutzfrist muß zu einem Kamps um das vcnnainc d'ctat werden, auch wenn, wie es zu erwarten ist, olle Berlegerorgauisotionen dagegen Sturm lausen. Es ist die einzige Möglichkeit, den Lebenden in ihrem schweren geistigen Ringen zu Helsen, den Unternehmennut statt zugunsten der Toten zum Vorteil der Lebendigen anzufachen und den Leichen- geruch des ewig Gestrigen zu bannen. Das Wertwollc und zu allen Zeiten Lebenspendende der Bergangenhcit wird, auch wenn sein Preis durch diese Kulturabgabe dem Preis der heutigen Erzeugnisse angepaßt sein wird, seine Anzichungskrast nicht verloren baben. Der unbekannte Urenkel iolltc bei den Erwägungen hinsichtlich der Schutzsrist eine geringere Bedeutung haben als der schutzlose Lebende, dein die Arbeit für die Gesamtheit zu erleichtern oder gar zu er- möglichen ist. IrO. Zublläum:„Das Grabmal de« unbekannlen Soldaten". Paul R a y n a l s Tragödie vom Grabmal des unbekannten Soldaten seierte ain Sonnabend im Theater am Schiff- b a u e r d a in m(Volksbühne) ein zwiefaches Iubiläuni: eines des Theatercrfolges, und eins der Kunst. Der Kampf des von Trommel- teuer und Sturmangriss, Schlamm und Hunger der Front zermürbten Sohnes mit dem theatralischen Vater, der in der Heimat verlogene Krieasbegeisterung deklamiert und nicht ohne persönlichen Egoismus den Tod pro patria in Kriegerschönheit predigt, ist uns allen bitteres Erlebnis geworden. Zwischen den Repräsentanten von Phrase und Erkenntnis steht die Brau«, dies Geschöpf, das in Liebessebnsncht vergeht, und wunderbor schön klingt die Pastell-Lyrik jener Liebes- jzene, in der die Seelen der jungen Menschen vom eigenen Eros in allmenschliches Fühlen überströmen. Die Konturen dieses Lieben- wollen» sind von vhantastischcr Eindringlichkeit und stärkster ethischer Wucht bei dem Soldaten, der sich einige Stunden vor dnn sicheren Tod in der Hölle des Krieges zur absoluten Klarheit durchringt. Die Darstellung unter Viertels Regie(Ernst K o r ch o w als Soldat, Robert Müller als bramarbasierender Vater und die Aude der Erika Burgin) wurde im wesentlichen dem Stück gerecht. Das Publikum folgte ergriffen und dankte am Schluß mit starkem ehrlichen Beifall. Änka. treibungsfallc für je 20 M. einen Tag, Wirth wegen Beletdigunz in vier Fällen an Stelle der verwirkten Gesängnisstrafe von zwei Monaten zu 30 0 0 Mark verurteilt. In einzelnen Fälle» wurde der Angeklagte Siebcrt sreigesprochen. Dem Ministcr- prästdenten wurde die Befugnis zugesprochen, das Urteil je einmal in der„Tilsiter Zeituiig". in,„Vorwärts", in der„Morgenpost" und in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" zu publizierni. Man muh erwarten, daß die Staatsanwaltschaft gegen dieses unverständlich milde Urteil Berufung einlegen wird. Wirtschaft und Zorschung. Studienreisen, Statistisches Reichsamt vor dem Haushaltsansschuß. Die in den letzten Sitzungen des Ausschusses lür den Reichs- Haushalt begonnene Beratung des Haushalts des Reichswitt- schaftsmlnisteriums gab nur bei einigen Positwnen� Anlay zu längeren Erörterungen. Bei dem Titel: Kosten iür rrachoer- ständige fragte Genosse Robert öchmidt-Berlin, weshalb in den „Beirat für das Handwerk" nicht auch Arbeiterver- trete r einberuicW werden. Es handele sich beim tiandwerk keincs- wegs nur um Inleressen der Meister, sondern mindestens ebenso sehr auch um die Interessen der Gesellen und Lehrlinge. Die G e- w c r k I ch a s t e n hätten den berechtigten und lebhasten Wunsch, zugezogen zu werden, und er befürwortet diesen Wunsch noch- drücklich.,., Rcichswirtschaftsminister Dr. Eurtius antwortete, daß bereits Verhandlungen mit dem Reichsverband des Handwerks wegen der Zuziehung von Arbeilcrvcrtrctcrn schwebe». Zur Förderung wirtschosltichcr Forschung, Ausbildung und für Studienreiien nj neben zum erstenmal 500 COO Mark« angefordert und die Uebcrtrag borkest der Mittel verlangt. Genosse Heimann bean- tragte diese Ilebertrogbarkeit der Mittel abzulehnen und erklärte sich gegen die Bewilligung eines solchen neuen Eammel- sonds, es sei denn, das Ministerium verpflichte sich, dem Haushalts- ausschuß vierteljährlich Rechenschait über die Verwendung des Fonds zu geben. Staatssekretär». Trcndclenburg antwortete, dag es sich bei diesem Fonds nid,t etwa darum handle, prioatwirtschartliche Unternehmen zu subventionieren, wie aus den Zlusiünsien hervorgelicn werde, die das Ministerium bei Annahme der Position bereit set, dem Haushaltsausschuß regelmäßig zu erteilen. Die Genossen Hoch und Dr. Hilserdinq unterstützen die gestellten Anträge. Letzterer führte noch aus, daß das Ministeriuin kaum die wissenschaftliche Qualisikation zur Durchführung der mit diesem Fonds beabsichtigten Zwecke haben dürfte: es sei daher eine genaue Prüfung in einem Unterausschuß geboten. Genosse Roberl Schmidt- Berlin wies auf die in Gang befindliche Studienreise von Gewerkschastssührern durch Indien hin und kündigte cm, daß er bei Bewilllqunq der Position auch Anträge stellen werde, Mittel sür Sludienrrisen für Gewertschaslen aus diesem Fonds zu bewilligen. Der Bennert: die Mistel sind übertragbar, wurde ge- striche n. Die Position selbst in einen Unterausschuß verwiesen. Im„I n st i t u t für Ä o n j u n k t u r s o r s ch u n g" sollen stait der angeforderten 60 000 Mark nach einem Antrag Schmidt Bertin, Hoch, Mssell und Simon 100 000 Mark gewährt werden. Auch dieser Antndg wurde einem Unterausschuß zur Vorprüfung überwiesen. Luüenüorff ist wieüer üa. Er hat sich nicht verändert. Die„Mecklenburger Warte", das Blast, in dem Herr van Graese ab und zu mit der Mistgabel zu schreiben pflegst, be- richtet, daß Lud.endorff wieder'»i Berlin sei. Die Haupt- städtische Presse Hot von dieser. Angelegenheit im allgemeinen freilich keine Notiz genommen. Der Kapitulant vom Oktober 191S zeige, so heißt es...auffallende Frische und Sampffreudig- k e i t". Sollte er die Absicht haben, wieder einmal aus irgendeinem Odeonsplatz aus den, Bauch zu liegen? Im übrigm aber hat der vor- molige königlich preußische General der Infanterie und jetzige Groß- Pensionär der Republik im putschistischen„Deutschvölkischen Offiziers- buud" des Herrn A h l« m a n n cinc Rede geredet, in der er außer anderen Phrasen auch diesen Satz vorbrachte, daß er„den heutigen Staat ablehne, weil er s e i n'Volk liebe". Was ist dazu groß zu sagen? Ueber den Fall Ludendorss sind wir uns seit langem klar, und wir stellen lediglich fest, daß eben auch die Kropsoperation nicht geHolsen hat! „tumpaeivagabundus" als Schülervorstellung. Die letzt« Schüler- Vorstellung der städtischen Deputotion für das Schulweien brachte im Theater des Westens die köstlich« Neftroysche Zauberposse„L u m p a c i v a g a b» n d u s" In einer ousgezeidi- ueten Besetzung und szenisch vorzüglich durchgearbeitet wickesten sich die muiiicrcn Dinge so lustig uizd selbstverständlich ab, als spielten sie im Berlin von gester» und nicht in, Wien vor hundert Iahren. Selbst der erwachsene Zuschauer bringt die Naivität für den zauber- tollen Scherz mit Vergnügen auf und die Jugend aller Altersstusen, die dos Theairr bis ani den letzten Platz füllte, geriet ganz aus dem Häuschen. Es war jedenfalls ein sehr vernünftiger Gedanke der Deputation, zwischen den strengen und schweren Trauerspiel- Klassikern auch diesen Klassiker des Humors einmal sprechen zu lassen. k. Das königspserd ohne Schwanz. Mtten aus der Piazza Municipio in Neapel stand(und steht noch) das Monument des Königs. Hoch zu Roh thront der Monarch, und ein imaginärer Wind ließ alles tlattern, was nur slattern wollt«: die Rockzipfel der Uni- form, die.Haare des„R?", die Mähne des Pferdes in vielen Zipfeln. Nur eins flatterte nicht: der Schwanz des Pferdes. Cr war nicht da. Dort, wo der gute, wohlgenährt« Pfcrderücken zu Ende war und man noch aller Erfahrung einen stolzen Schweif zu erwarten hatte, war nichts. So hatte man Muße und Gelegenhett, die ancstoinischcn Einzelheiten eines Pferdehinterteils, das sonst sdiamvoll verdeckt zu sein pflegt, eingehend zu studieren. Zwei Jahre lang hat man Muß« dazu gehabt Plötzlich ist über Nacht dem Pferde«in Schwanz ge- wachsen, wehend im imaginären Winde wie die Mähne, die Uniform und die Haare des„Re". Von mm an war das gut« Roß fo an- mähend und langweilig wie ander« Denkmalspferde auch, und es lohnte sich durchaus nicht, ihm auch nur einen Blick zu fehenken. Dafür war es ja auch wahrscheinlich aufgestellt. Welches Wunder war geschehen? Der Magistrat der Stadt Neapel hatte den Bildhauer des Denkmals bezahl!. Um der Wahr- heit die Ehre zu geben, muß festgestellt werden, daß der Künstler etwa die Hälft« der geforderten Summ« schon gleich bekommen hatte, wie das in diesen Landen üblich rst, wenn man einen gekauften Gegenstand bis auf den letzten Pfennig bezahlen will. Der Bild- Hauer war aber kein Neapolitaner. Er sagte sich: Gebt ihr mir nur die Hülste, so gebe ich euch nur ein halbes Pferd, und schraubte nächtlicherweil« dem aufgestellten Denkmalsrosse den Schwanz ab. Was wollte man machen? Ein Pferd ohne Schwanz ist selbst in Mussolinien nicht möglich. Man mußt« also die ganze gefordert« Summe bezahlen. Es dürft« dos erstemal in Neapel gewesen sein. und wohl auch das letztemal, denn in Zilkunst werden von der Stadt nur noch Dron.zepferde aus einem Stück bestellt. Zm Museum sür Meereskunde ipricht Dienstag 8 Ubr Dr. Paul Mebr über„Konsiantinopel und die Dardanellen ein st und jetzt.' CRit Lichtbildern.) Dt» deutsche Sprach« tu Amerika In einem Rundschreiben an die Schulen betonte das amerilani'che Amt für Erziebung und Unterricht die Vichtigkeit der Erlernung der deutsche« Sprach« für et« spätere« wisse» schnstlicheS Swdimn. Kampfmamfest der Kanton-Regierung „Unsere wirtschaftliche Waffe ist stärker als Eure Kanonenboote." Haukau, 2i. Ja»Aar.(WTB.) Di« Aoritonregierung veröffent- licht ein längeres Manifest, in dem es heißt: Das neue China'ist sich seiner Macht und Jähigtei! bewußt, ruf chinesischem Gebier durch wirischaslliche Mitlel seinen Willen gegenüber Zeder Macht zu erzwingen. Di« Frage ist also nicht, was Großbritannien oder irgendeine andere Macht China z u- g e st e h e n will, um die berechtigten Wünsche der chinesischen Nation zu erfüllen, sondern was das nationalistische China Groß. britannien und anderen Mächten gerechterweise zugestehen kann. Hauptziel des chinesischen Nationalismus ist die Wiedererlangung der vollen Unabhängigkeit Chinas. Wenn die Kanionregicrung in ihrer Außenpolitik dos Ziel zu erreichen suchen wird, so wird sie dabei den fremden Staatsangehöri- gen gegenüber nicht die Crwägungen des Rechts und der Gerechtig. keit außer acht laßen. Ab«r in diesem Zusammenhang müßt««ine große und bedeutsam« Tatfach« beachtet werden: Heitie beruht der wirksatn« Schutz ausländischen Lebens und Eigentums in China nicht auf fremden Bajonetten und fremden Kanonenbooten, denn die Waffe des chinesischen Nationalismus, die wlrlschasiliche Wafsc. ist wirksamer als irgendeine Kriegsmaschine. die das Ausland ersindcn kann. Di« Kräfte der R e o o l u t i o n haben den Schutz des ausländischen Lebens und Eigentums einer Regierung übergeben, die ihre Autorität von einer Seit« bezieht, die das wirt- schastliche Leben der Fremden zu lähmen die Macht Hot. Di« nationalistische Regierung ist abr der Ansicht, daß die Befreiung Chinas vom Joch des ausländischen Imperialismus nicht unbedingt zu einem bewaffneten Konftitt zwischen dem chinesischen Nationalis- mus und fremden Mächten führen muß: sie zieht es vielmehr vor. all« schwebenden Fragen durch Verhandlungen und Verträge zu regeln. Um zu beweisen, daß dies nicht leere Wort« sind, erklärt die nationalistische Regierung sich hiermit bereit, mit jeder der in Botvacht kommenden Mächte gesondert über die Regelung der Vertrogssaagen und verwandien Problem« zu verhandeln auf der Grundloge wirkschafllicher Gleichheit und geg?nsei%* Achtung der beiderseitigen politischen und territorialen Souveränität. Englanüs Militärvorbereitung gegen China London, 24. Januar.< Eigener Drahtbericht.) Im Laufe des Montags sind weitere militärische Vorbereitungen für die Chinaexpcdition bekannt geworden. Aus Indien wird gemeldet, daß außer den bereits gemeldeten Zwei Bataillonen britischer Regimenter noch zwei eingeborene indische Bataillone, eine Kompagnie Sappeure und Minenartillerie sowie eine Maschinengewehrableilung marschbereit gewacht worden sind. Es Handell sich also um die Entsendung einer ganzen indischen Brigade. Die Gesamthell der nunmehr aus dem weg befindlichen oder auf Marfchbereitschosl gesetzten britischen Truppen ist: Zehn britische und zwei indische Jnsanlcriebalaillone. eine Tonkkompagnle, Abteilungen van Artillerie, Sappeure«. Maschinengewehrabteiiungen. wozu noch die bereits in China be- findlichen drei Znsanleriebalaillonc, sieben schwere Batterie« und eine Maschinengewehrabteilung tritt. Die Tatsache, daß die Re- glentng alle von den Zeitungen und nichtamtlichen Koiiresponden;. bureaus gemeldeten Truppenbewegungen zunächst osfiziett dementiert hat, um sie später zuzugeben, hat in po. »tischen Kreisen Londons starke Erregung hervorgerufen. I» SetampfungöttGefthlechtskrantheLten Unentgeltliche Behandlnng nnd Einrichtnng von Behandlnngsstellen abgelehnt. Der R e i ch s t a g setzte gestern die zweite Beratung des Gesetz- eutwurss zur Bekämpfung von Geschlechtskrank- heilen fort. Abg. Rädel(Komm.) unterstützt die Forderung auf Erri6>tung von Aehandlungs stellen. Auch Heilkundige sollen zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten zugelasien werden, wenn sie vor einem von jedem der Länder einzusetzenden Prüfungs- ausschüsse eine Prüfung abgelegt haben. Die Gemeinden sollen verpflichtet werden, Krankenhäuser für Geschlechtskranke in genügen- der Weise zu errichten. Die Landesbehörden sollen verpflichtet werden, für die Behandlung geschlechtskranker Strafgefangenzr Sorge zu tragen. Abg. Frau Dr. Lüders(Dein.) trägt Bedenkon gegen das Gesetz vor und wünicht seine Abänderung in einigen Punkten. Abg. v. Ramin(Volk.) begründet Einwände gegen dos Gesetz und wünscht, daß sich die Regierung zu den vorgebrachten Bedenken der verschiedenen Redner äußert. Frau Dr. Stcgmanu(Soz.) begründet den Antrag der sozial de mokratischen Frak- t i o n, den ersten Satz des ß 7, der die alleinig« Zulassung approbierter A« r z te für die Behandlung Geschlechtstranker fordert, zu streichen. Sie weist noch, daß die Schulmcdizin in vielen Fällen sich die Ergebnisse der Raiurhcilmethodc zu«igen ge- wacht habe, es wäre deshalb falsch, bei der Behandlung von Gc- schlechiskrankhciten die Raturhcilkundigen von vornherein auszu- schließen. Abg. Vaycrdörfscr(Bayer. Bp.) beantragt die Wiederherstellung des fj 7 in der Fassung der Regierungsvorlage, wonach sich der Be- bandlungszwang nur auf Geschlechtskronte erstrecken soll. Der Redner wendet sich gegen die Zulassung der Roturheilkundigen. lkncutgcltlichc Behandlung abgelehnt. Abg. Dr. Hilscrding(Soz.) trägt die Meinung eines Teiles der sozialdemokratischen Fraktion vor. die die unveränderte Formulie- rung der Regierung des K 7 bestehen lassen wünscht. 'Bei der A b st> m m u n g wird bei A 2 die von der Sozialdemo- kratie geforderte unentgeltliche Behandlung und die Ein- richtung von Behandlungssiellen gegen Sozialdemokraten und Kommunisten a b gc ls h n t. Bei H 4 wird ein Antrag der Mittel- Parteien angenommen, wonach anonyme Anzeigen überhaupt nicht beachtet, andere Anzeigen nur dann weiter verfolgt werden sollen, wenn die Vernehmung des Anzeigenden ergeben Hot, daß ein ausreichender Anhalt für d,e Richtigkeit der behaupteten Tatsachen zu behandeln ist. § 7 wird mit den Stimmen eines Teiles der sozialdemokrati- schcn Fraktion in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Dieser hat folgenden Wortlaut: Die Behandlung von Geschlechtskrankheiten und Krankheiten oder Leiden der Geschlechtsorgane ist nur den sür das Deutsche Reich approbierten Aerztcn gestattet. Jede Behandlung solcher Krankheiten, die nicht auf Grund eigener Wahrnehmung erfolgt (Fcrnbchondlung) ist verboten. Wer einen anderen einem der im Abs. 1 enthaltenen Verbote zuwider behandelt oder sich zu einer solchen Behandlung ösfent- lich oder durch Verbreitung von Schritten. Abbildungen oder Dar- stcllungen, wenn auch in verschleierter Weise, erbietet, wird m i t Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe od.-t mit einer dieser Strafen bestraft. Gleiche Strase trifft den Arzt, der sich zur Behandlung der im Abs. 1 bezeichneten Krankheiten in unlauterer Weise erbietet. Bei der Weitcrbcratung wendet sich Abg. Limberh(Soz.) dagegen, daß den Heilungsuchenden durch die Bestimmungen des Ge« sctzes die Heilmethode verboten wird, die sie selbst als äußerst wirk- sant erkannt haben. Das wird eine begründet« Entrüstung auslösen. Im solgeirden beantragt der Redner die Erweiterung d« s§ 11 auf dis Zulassung von aufklärenden Vorträgen usm. Der Redner weist darauf hm. daß es eine ganz« Reihe von Büchern aus der Noturhsilkun.de gibt, die � schon ein« außerordentlich hohe Auflage haben und die durch die Bestimmungen des Gesetzes nerboten wür- den. Der sozialdemokratische Antrag wünscht diese Bestimmungen zu beseitigen. Abg. Stegmann(Soz.) begründet folgende» Antrag zum§!4: Der Z. 3 dos Abs. l des§ 14 ist folgende Fassung zu geben: Wer ein K i n d, sür dessen Pflege er zu sorgen Hot. van einer anderen Person als der Mutter stillen läßt, ohne im Besitz eines un» mittelbar vorher ausgestellten Zeugnisses darüber zu sein, daß weder an dem Kindt noch an dessen Mutter eine Geschlechtskrankheit nachweisbar ist. Der sozialdemokratische Antrag wird gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Es wird schließlich noch beschlossen, daß das Gesetz am l. Okiober i927 in krasi treten soll. Gegen K!-» Uhr vertagt'sich das Hans auf Dienstag nachmittag 3 Uhr. Es eiüsteht noch eine längere Geschäftsordnungsdebotte dar- über, welche Gegenstände auf die Tagesordnung dieser Sitzung gc- setzt werden sollen. Im Aeltcstenausschuß war vereinbart worden. daß nur noch solche Gegenstände verhandelt-werden sollten, bei denen die Anwesenheit einer v e r h a n d l u n g s- fähigen Regierung nicht notwendig sei. Politische Fragen sollten nicht mehr beraten werden. Im Gegensatz dazu beantragte Abg. Mumm(Duat.). daß ein van den Rechtsparteien beän- tragter Gesetzcntwurs über die Grundschule der im Ausschuß bereits beraten worden ist, morgen in zweiter Lesung beraten werden soll. Abg. Crispien(Soz.) erhebt dagegen Widerspruch. Mit den Stimmen der bürgerlichen Varteien wird trotzdem die zweite Lesung diese» Gesetzentwursev beschlossen. Die sofortige Bornahme der dritten Lesung scheitert am Wider- sprach von Sozialdemokraten und Kommunisten. Auf der Tagesordnung stehen sonst noch kleinere Vorlogen. Die dritte Lesung des Gesetzes zur Bekämpfung von Gcschlechtskrank- Helten wird am Mittwoch vorgenommen. Segen öer �rbeiterwohlfahrt. Die Woßlfnchrtsdcbacktc im Landtag. Der La n d I a g fegte in seiner Montagsitzung die zweite Lesung des Wohlfahrt-etats fori. Nach Ausführungen des Abg. Stxinhzss (Dnatl.) erklärt Abg. Frau Kirschmanu(Soz.): Wir sind im Laufe der Jahre gegen solche Beteuerungen zu sozialer Hilisbereitschaft, wie sie auch der Vorredner vorgetragen hat, überaus mißtrauisch geworden: denn so oft wir auch bei der Beratung des Wohltahrtsetats gehört haben, daß Vorbeugen besser sei als heilen, so sicher ist jede praktische Betätigung dieses Grund- laßes nachhsr�am Widerstand des Finanzministeriums geicheitert.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir stellen ohne Bitterkeit lest, daß die Innere Mission und die Charitasverbändc sich in der ganzen Wohlsahrtspslege in einer Vormachtstellung gegenüber den Organisationen besinden. die sich die Arbeiterklasse selbst geschaffen hat. Kein Geringerer als der frühere Volkswohlfahrtsminister t s g e r w a l d hat anerkannt, daß die Arbeiterwohlfahrt eine bessere Berücksichtigung und höhere Wertschätzung beanspruchen könne: er fand es bewundernswert, daß trotz der schweren Bedrückung der Kreise, die infolge der Wirtschaftsnot betreut werden müssen, aus diesen Kreisen selbst ein so starker Wille zur Selbsthilfe sich geformt und organisiert hat. der Tal. die 40 000 Helfer und Helferinnen aus der Arbeiter- klasse. die wir zur Wohlfahrtspflege stellen, könnten gar nicht entbehrt werden.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die berufsmäßigen Wohlfahrtspsteger und-Pflegerinnen werden noch übermäßig ausgenutzt und schlecht bezahlt. Ihr Ausbildunas- gang ist so geregelt, daß kaum eine Arbcitersamilie ihr Kind diesen kostspieligen Weg zurücklegen lassen kann. Die Stipendien für die Ausbildung von Arbeiterkindern zu Wchltahrtspflegern müßten bedeutend erweitert worden. Alte Gewerkschaftspraktiker sollte man überhaupt sticht an die Prllsungsvorschriften binden: dos sind nur künstliche Schranken, durch die man die Arbeiterschait von einem wichtigen Tätigkeitsgebiet zurückhält. Der Sozialarbeiter der Praxis mit seiner Erfahrung darf nicht hinter die rein äußere, formelle Vorbildung zurückgedrängt werden. Aber das P r c u ß i s ch e W o h l- fahrtsmini st erium hat ja im Gegensatz zum Reichsarbeits- Ministerium und zum preußischen Handelsministerium nicht ein- mal einen Bertreter zur Tagung des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt nach Jena geschickt.(Hört. Hört!). Die nicht konfessionell gebundenen Organisationen erhalten vom Wohl- sahrtsministerium ganz unzureichende Unterstützungen, sie kommen wirklich nicht in Gefahr, die Jugend durch Darbietung von über- mäßigem Luxus zu verweichlichen. Wir fordern von den christlichen Organisationen dasjenige Maß von Achtung und Verständnis, das die Voraussetzung dafür bildet, daß wir mit den amtlichen Wohl- sahrtsstellen zusammenarbeiten können an der wirtschaftlichen und lozialen Gesundung unseres Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Wohlfahrtsminister hirlsiefer erklärt, die staatlichen Erziehungsheime würden auf- gelöst, da die Mittel für ihren Ausbau zu Musteranstallen nicht vorhanden feien. Größere Mittel feien im letzten Jahr oerausgabt worden für die Kindcrerholungs- und Heimfürsorae und die Unterbringung schwächlicher Kinder auf dem Lande. Die Kosten der Fürsorgeerziehung hätten sich innerhalb der zwei letzten Jahre oerdreisacht. Für die Gefährdetenfürsorge seien drei neue Pölizeifürsorgerinncn durchgesetzt. Weitere Fortschritte seien von der weiblichen Polizei und dem Gesetz zur Bekämpfung der Ge- schlechtskrankheiten� zu erhoffen. Von den Wohlfahrtspflcgern stammten gegenwärtig schon ein Drittel der Besucher der Aus- bildungskurse aus der Volksschule: es sei also nicht richtig, daß die Arbeiterschaft zurückgedrängt werde. In der A r b e i t's l o s e n- frage sei hie Neuregelung der Bedürftigkeit und der Pslichtorbeit durchgeführt, Den Städten sei trotz gesetzlicher Schwierrgkeiten zreoebmigt worden, besondere Weihnachtsbeihilfen an Arbeitslose zu zahlen- Dreißig Prozent der Arbettslosen seien auf dem Lande ansässig, eine überraschend hohe Zahl. In erheblichem Umsang werde den Arbeitslosen die Ausbildung in neuen Berufen ermöglicht. Die Zahl der bei den Notstandsarbetten Beschäftigten habe sich im Vergleich zum Vorjahre veroiersacht. Allen Regle- rungspräsidenten stünden jetzt für die produktive Erwerbs- losensürsorge ausreichende Mittel zur Verfügung, darunter ein Sonderfonds für den Bau von Arbeitsnachweisgebäu- den. Von den Geldern der produktiven Erwerbslosensürsorze würden 10 Proz. für Sportplätze, 13 Proz. für Meliorationen, 4b Proz. für Straßenbouten und weitere 27 Proz. für sonstige Ties- bauten ausgegeben. Besonders gefördert werde der Bau der L a n d- orbeiterwohnungen auch auf den Staatsdomänen, wo er lange vernachlässigt war. Damit zusammengehen müsse die Kürzung des Kontingents ausländischer Wanderarbeiter. Während früher die Eigenheime für Landarbeiter mir 5 Proz. der Werkswohnungen ausmachten, würden jetzt doppelt soviel Eigenheime gebaut als Werkswohnungen. Es folgen Ausfuhrungen der Abg. Gehrmann(Komm.), Schön (Wp.) und von Bremer(Dölk.). Abg. Frau Christmann(Soz.): Dos Ministerium oerweist uns an die Provinzialoerbände. Aber bei den großen aufgewendeten Staatsmitteln darf der Staat sich fein Auffichtsrecht nicht nehmen lassen. Es ist gewiß viel gebessert worden gegenüber der früheren Zwangserziehung, aber nach hat das Aufsichispersonol nicht überall die notwendige grllnd- »che sozialpädagogische Ausbildung. Auch die Berussaus- b i l d u n q der Zöglinge läßt noch viel zu wünschen übrig. Der Hauptousschuß hat leider unseren Antrag abgelehnt, eine Muster- anstalt für Mädchen mit weiblichem Personal von Staats wegen einzurichten. Dabei werden in den jetzt bestehenden k o n s e s s> o- nellen Anstalten die Mädchen nur in Haus- und Näharbeit unterrichtet, und wenn sie nachher keine Befriedigung finden, fallen sie der Prostitution anheim. Die gleiche Gefahr droht den A r b e i- terinnen unter 18 Jahren, weil sie keine Arbeits- lofe«unter st ützung erhalten. Für die körperliche Ausbildung der weiblichen Fürforgezöglingc wird in den konfessionellen?ln- stallen gar nichts getan. Dafür wird noch in weitem Umfange die körperliche Züchtigung angewendet, selbst bei Mädchen bis zu 18 Jahren. Mit der Beräußerung der staatlichen Anstalten und ihrer Zuschusterung an Orden, die dem Minister nahestehen, sind wir gar nicht einverstanden. Die Sätze für F a m i l i« n s ü r s o r g e müssen erhöht und die Zöglinge vor Ausbeutung geschützt werden, besonders in der Landwirtschaft. Wir verlangen volle Parität für die Zlrbcitcrwohlfahrt, die Wohlfahrt all denen zuteil werden lassen will, die ihrer bedürfen, ohne Unterschied der Kon- session.(Bravo! bei den Soz.) Damit schließt die Debatte über dos Kapiiel Allgemeine Wohlfahrtspflege. Die Etatdebatte wird Dienstag, 12 Uhr, beim Kapitel Wohnungsbau fortgesetzt. Berichtigung. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußi- schen Landtags hat zur Arbeitszeitfrage soeben einen Antrag eingebracht, der das Staatsministertum ersucht, bei der Reichsregierung dafür einzutreten, daß schleunigst durch ein Not- g e s e g die Arbeitszeit im Reich« gemäß den Forderungen der Gewerkschaften geregell wird Infolge eines Mißverständnisses ging dieser Antrag in falscher Fassung bereits durch einen Teil der Prosse: es war die Red« von einem Notgesetz..gemäß dem Washingtoner Abkommen und den Londoner Vereinbarungen der Arbeitsminister". Daß an einem der. artig eingeschränkten Notgefetz die freien Gewerkschaften kein In- tcrefle haben, liegt auf der Hand, ReZchswohnungszählung. Der Wohnungsausschuß des Reichstages beschloß am Montag, die Wohnungszählung in allen Gemeinden vorzu- nehmen und auch die Zahl der Wohnirngsuchenden einschließlich der Werkswohnungen ans dem L a n d e feststellen zu lassen, Die Kosten worden nach dem Vorschlage des Reichsrats sestgesteltt, d. h. gegen die Ncgierungsvorlage verdoppelt. Der Beschluß des Ausschusses bedeutet, daß jetzt in 8 2 8 0 0 Gemeinden Wohnungszählimg erfolgen soll, während sie sich nach der Regierungsvorlage nur auf 3800 Gemeinden erstrecken sollte. Nicht ganz so blöüe... Ein deutschnationalcs Hindenburg-Porträt. / Der Geschäftsführer der deutschnationalen Reichstagsfrattion, Abg. Lambach, erlaubte sich vor einiger Zeit, seinen Freunden ein Porträt Stresemanns zu empfehlen, dos den Außen- minister mit einem Schlage erledigen sollte. Das führte zu einer kurzen, aber sehr temperamentvollen Auseinandersetzung zwischen den beiden ,.Volks"part«ien. Gras Westarp entschuldigte sich, der Autor des Porträts wurde von seinen dsutschnationalon Freunden im Stich gelassen und S t r e s e m a n n ist im Begriff, der Außen- minister des deutschnationalen Bürgerblocks zu werden. Der„Lokal-Anzeiger" des Herrn Hugenberg wartet setzt mit einem neuen Porträt auf. Es Handel) sich um ein Bild des Reichspräsidenten, um einen Oeldruck des Generalseld- Marschalls für den Hausgebrauch, wenn man so will. Da haben die bösen Demokraten dem Reichspräsidenten wegen seines Schreibens an Marx einige Urlliebenswürdigkeiten gesagt. Dos läßt den Danspoeten Hugenbergs nicht niljcrt. Also unternimmt es Herr Friedrich Hussong, das Bildnis Hindenburgs wieder in sein rechtes Licht zu rücken. Verfassungsbruch des Reichs- Präsidenten Hindenburg? Der alle Herr ist gar nicht der böse Wauwau, als den ihn die Demokraten hinzustellen belieben: „Er ist ein einfacher alter Mann, wenn auch nicht ganz so blöde, wie die Mossc- und Ullstein-Press« ihn seinerzeit an alle Mauern malle." Ein schönes Gemälde des deutschnotionalen Reichspräsidenten! Ein schmeichelhaftes Porträt des Generalfeldinarschalls! Es kann in jeder Hinsicht die Konkurrenz mit dem von Herrn Lambach emp- fohlenen Bildnis Stresemanns aufnehmen. Herr Hugenberg tat recht daran, das Kunstwerk Hussongs seinem Volk nicht vorzuent- halten. Es wäre verdienstvoll für die Deutschnotionalen, wenn sie die Sammlung fortsetzen wollten. Dann wird man bald«ine über- wältigende Galerie der großen Männer des„Staatsbürgerblocks" eine Galeric der wahrhaft nationalen Führer im besten deutschnatir nalen Sinne beisammen haben. Die Suchörucker zum Schiedsspruch. Nmnüllge Ablehlluag iu der verNaec Generaloersammlung. Gestern abend fand im Oewerkschastshmis eine sehr stark besuchte außerordentliche Generalversammlung der Berliner Buchdruck« statt, die zu den Lohnoerhandlungen Stellung nahm. Der Gauvorsitzends Braun führt« aus, daß die Uarisinstanjcn nach reiflich« Erwägung eins Lohnerhöhung von 8 M- pro W o ch« ab 29. Januar gefordert hatten. Die Unternehmer lehnten jedoch von vornherein jede Lohnerhöhung rund-- weg ab; s>« forderten vielmehr, daß d« bestehende Lohntarif bis zum Ablauf des Manteltarifs(31. März) verlängert werden soll«. Da es zu keiner Berständigung kam, wurde von den Parteien das Zentralschlichtungsamt angerufen. Dieses fällte nach mehrstündigen Verhandlungen den bekannten Schiedsspruch, der einseitig den Vünschen der Unternehmer Rechnung trägt und die Lohnvereinbarung bis zum 31. März weiterbestehen läßt. Bon der gesamten Arbeiter-- schuft des Buchdruckgewerbes mußte dieser alle ihre berechtigten Forderungen unberücksichtigt lassend« Schiedsspruch abgelehnt roerdyj. Darauf beantragten die Unterirehm« die Aerbindlich-- keitserklärung. Gestern fanden mm vor dem Reichsarbeitsministerimn erneute Verhandlungen statt. Aber auch hier zeigten die Unternehmer nicht das geringste Cntgegeukomnien. Es wurden durch Uelterstundeu erzielte ,chohe Löhne" ins Feld geführt. Die Arbeiter- fchast des Buchdruckgewerbes betrachtet es darum als ihre Pflicht, in Zukunft all« über das gesetzlich« Maß hinaus-- gehenden Ueber stunden zu oerweigern. Wiederum mußten dle Dnhaodluugcu ergebnislos abgebrockzev werden. Mit der verbindlich keitserklärung des Schiedsspruches ist wahrscheinlich in den nächsten Tagen zu rechnen. Die Verbands- instanzen beschlossen einmütig die Formulierung des an dieser Stelle bereits veröfstmllichten Aufrufs, der die Zahlung eines Extrabe.! träges von 80 Pf. bis auf weiteres vorsieht. Braun betonte zum Schluß, daß der Schiedsspruch jede Objektivität und Unparteilichkeit vermissen lasse. Es gelte, für kommende Kämpfe gerüstet zu fein. In dies« Situation könne uns nur Solidarität und Disziplin zum Siege führen! In der Distussiou liehen die Kommunisten durch ihren Rcditer ihr Einverständnis mit den Maßnahmen des Verbandes zum Ausdruck bringen. Folgend« aus der ZZersanunlung eingebrachte Eatfchlleßuug wurde ein ft immig angenommen: �Die außerordentliche Generalversammlung des Gaues Berlin im Verband d« Deutschen Buchdruck« erhebt in schärfster Weise Protest gegen den jedem sozialen Empfinden und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lag« der Buchdruck« hohnsprechenden Schiedsspruch. Sie erwartet von den Vertretern de? Verbandes, daß sie mit allen Mitteln dahin wirken, den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer im Buchdruckgewerbe zum Erfolg zu verhelfen. Die Äollegenschast ist bereit, jede jetzt notwendig werdende Maßnahme d« Verbandsinstanzen mit allen Kräften zu unterstützen. Dem reaktionären Unternehmertum im Buchdruckgewerbe steht die geschlossen« Front und der unerschütterliche Wille der Arbeiter- schast, ihre Lebenshaltung w«ischenwürdig zu gestalten, entgegen." Der ftbbou der Reichsbahn rationiert. Statt 14 000 werden..nur- 5500 Mann entlassen. Der Protest der Eisenbahner gegen die Werkstätten- Abbaupläne d« Recchsbahn. der In der Oeifentlichkeit ein starkes Echo fand, ist an d« Reichsbahnhauptverwaltung allem An- schein nach nicht ganz spurlos vorüberäenan�en. Dem Drängen der Orgonifationen, vor ollem des freigeweckscha'tlichen E i n h e it s- Verbandes der Eisenbahner Deutschlands, nach-- gebend, kam die chauptoerwaltung nach einer nochmaligen genauen Durchprüfung der Abboumaßnohmen zu dem Beschluß, im ganzen Reich in diesem Jahre insgesamt nur 5 500 Wertstättenarbeiter abzubauen, anstatt 14 000. wie sie in ihrem Etat vorgesehen hatte. Der Abbau v«teilt sich über dl« einzelnen Direktionsbezirke— so beziffert er sich für Bayern ein- Ichließlich der Rheinpfalz aus 430, für B a d«n 180, sür Württemberg 130, Königsberg 50 usw.— und trifft auch nicht ganze TlterkstäÜen, sondern in der Regel nur Werkstätten- obteilungen.z. B. bald eine Güterwagenabteilung, bald eine Gießerei usw. In den modernen Werkstätten findet selbstverständlich kein Abbau statt, im Gegenteil: dort kann mit Einstellungen ge. rechnet werden, die allerdings erst in einiger Zeit erfolgen können. Die Abbau zahl vonZ600 ist naturlich, wenn man die Der. Hältnisse in den Werkstätten etwos� genauer unter die Lupe nimmt. «mmer noch viel zu hoch. Sie könnte beträchtlich vermind«t werden, wenn die chauptverwaltmig der Reichsbahn endlich einmal Schluß machen würde mit der A b st o ß u n g der Arbeiten der Werkstätten an die Privatinoustrie. Niemand mutet d-sr Reichsbahn zu. daß sie mehr Arbeiter beschäftigen soll als sie tatsächlich braucht. Aber sie kann doch wenigstens die Ar- beiten. die in den Werkstätten besser und billiger geleistet werden, behalten und damit ihr« Werkstättenarbeiter weiterbeschäftigen. Es ist doch nun einmal eine Tatsache, daß die Werkstätten in vieler Einsicht billiger arbeiten als die Privat- ludustri«. Biel sack wird das Materiol in den Werkstätten— mir oerweisen j. B. nur aus L e i n h a u s e n(Bezirk Hannover)— bis z u 50 P r o z. billiger hergestellt. Die Reichsbahn- nerwalmng kann ferner noch auf sehr, sehr viele geplante Ent- lassungen verzichten, wenn in den Werkstätten die acht- stündige Arbeitszeit eingerichtet wird. Auf diese Weise spart sie meljr Tagewerke als bei den Entlassungen, und gleichzeitig tut sie auch etwas für die Arbeitsbeschaffung. Die tech- nische Einrichtung in den Werkstätten läßt die Einführung des acht stund igen Arbeitstages als durchaus zweck- maßte erscheinen. Daß sie aber in jeder Weise notwendig ist, für die Arbeiter wie sür dos Gemeinwohl, sollte auch bei der Reichs- bahnoerwoltung als bekannt voronsgesetzt werden dürfen. Cntfthließung des Sergarbeiterverbandes. Gegen die Mehr- und Nebenschichicn. Lochum. 24. Januar.(Eig. Drohtber.) Di« Revierkonferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands nahm nach einem Referat über die Lage im Ruhrbergbau und der darauf folgenden Diskussion folgende Entschließung an: „Die Organisationsleitung wird beauftragt, im Benehmen mit anderen Bergarbeiterverbänden das Ueberarbeitsabkommen und den Manteltarls am 1. Februar zum 31. März d. I. zu kündigen. Be- züglich der Arbeitszeit wird darauf verwiesen, daß die betrieb?- organisatorischen Maßnahmen(revierweise Aussahrt, maschinelle Be- förd«ung der unterirdischen'Arbeiter vor ihren Arbeitsort) dazu geführt haben, daß die efsektive Arbeitszeit trotz verkürzter Schichtzelt gegenüber der B o r k r, e g sze it wesentlich verlängert ist. Die Technisierung des Bergbaues. Einführung besserer Maschinen usw. behingt eine unmögliche Nervenanspan- nung. die bei der jetzigen Arbeitszeil die Gesundheit der Bergarbeiter außerordentlich gefährdet. Das Lebens- alter der Bergarbeiter ist gegenüber Arbeitern anderer Berufe w e s e n t l i ch k li r z e r. Die tägliche bzw. wöchentliche Arbeits- zeit in dem jetzigen Ausmaß muh deshalb verkürzt werden. Ueberorbeit anschließend an die Schicht oder durch Nebenschichten muß in Anbetracht der intensiveren körperlichen Anstrengung, des Gesundheitszustandes der Bergarbeiter und der Gefährlichkeit des Berufes weitere Beeinträchtigungen der Gesundheit mit sich bringen, sowie die llnfollgesohren erhöhen. Dos Verfahren von lieber, und ttebenschichtea ist deshalb gesetzlich zu verbieten. Die Arbeitszeit der llebertageorbeiter, soweit sie täglich acht Stunden übersteigt, muß entsprechend verkürzt werden. Die Organisationsleitung wird beauftragt, für eine B e r k u r- zung der Arbeitszeit unter und über Tage auf sieben bzw. acht Stunden einzutreten und entsprechend« Aenderungen des Manteltarifs in vorstehendem Sinne zu for- HepuKIUtöntedKr Abend am Mittwoch, den 26. Januar 1927, abends 8 Uhr in den Alora-Sälen, halenjee. Johann�eorg-Str. 19/20 Tagesordnung: KsieKswSks'undl Republik Referent: Franz Sünstler, M. d. R. Alle Republikaoer sind eingeladen. SPD.-Wilmersdorf. nmlieren und zu beantragen. Die Konferen.; fordert die Berg- arbeiter auf, sofort jede Ueberarbelt einzustel- l« n. Sie richtet den dringenden Appell an alle Nicht- organisierten, sich dem Verband der Bergarbei- ter anzuschließen und den vorstehenden Forderungen Geltung zu verschaffen."_ haudelsarbeiter und Rrbeitssthichgesetz. In der vom Deursehen Verkehrsbund vor kurzem im großen Saal des Gemerkschafishanses einberufenen Mitglied« rverfamm- fung der chandelsarbeiter berichtete einleitend Kollege Fromm msormatorisch über bie Vorteile, die im VeBcleich zu den bestehenden kapitalistischen Betriebspcnsionskassen, die vom Vor- stand beschlosiene fakultative Renten-, Pensians- und Sterbezuschußkasfc des Derkchrsbundcs den Mitgliedern bietet. Mit steigender Empörung wurden hieraus von der Versamm- lung die instruktiven Ausführungen des Kollegen Riedel ausgenommen, der in eingehendem Vortrage die Halbheiten und reaktionären Auslegungen im Arbeitsschutz- gesetzentwurf geißelte. Ganz besonders waren es die aus völliger Verkennimg der tatsächlichen Verhältnisse als„Arbeits- b e r e i t s ch a f t" vorgesehenen Ausnahmebestimmungen für das Hondelsgewerbe, welch« die Versammelten oer- anlatzte. ihre Entrüstung in mehreren Protestresolutionen Ausdruck zu geben, von welchen folgende Entschließung einstimmige Annohme fand: „Die Versammlung der Handelsarbeiter der Sektion I des Deutschen Verkehrsbundes ist entrüstet über die Talfache, daß trotz der katastrophalen Erwerbslosen zisscrn. dem seelischen und physischen Elend der Dauerarbeitslosigkeit, der Er- laß einer Notverordnung zur Herbeiführung des Achtstundentages immer noch nicht ans dem Zusiande der Beratungen- und Erwägungen zur Wirllichkeit gediehen ist. Ebenso wendet sie sich auf dos schärfste gegen den Inhalt des Entwurfes eines Arbeitsschutzgesetzes, dos den Achtstundentag zur seltenen Ausnahme statt zur zwingenden Regel macht und somit diesen Gesetzesakt sozialpolitischer Natur zur Force stempelt. Die Versammelten geloben, in Erfüllung der Solidarität gegen- über den Erwerbslosen, den Kampf gegen das Verbrechen des llzberstundenunwesens auf der ganzen Linie oer- stärkt auszunehmen. Vom Deutschen VerkehrsSimde ob« wird erwartet, daß er seinen gaiizen Einfluß in allen gesetzgebenden Körperschaften zur sinngemäßen Aendcrung des Arbeitsschutzgesetzentwurfes und schnellstem Erlaß der Notverordnung geltend macht. Andernfalls haben sich die verantwortlichen Regierungsstellen die Blutschuld der Verzweiflungsakte erwerbsloser Volksgenossen selbst zuzuschreiben."_ Das Parlament der kaufmännifthen Jugend. In Dresden werden am?0. Februar im Sitzungssaal des sächsischen Landtages die Vertreter der gewerkschaftlich organisierten kaufmännischen Ingend Deutschlands zu ernst« Beratung zusammentreten. o«il der zweiten Reichs- lugendkonserenz des Zentralverbandes der Angestellten in Viele- feld 1S2S ist eisvtzj an der Vervolltammnung der Jugendarbeit de? Verbandes gearbeitet worden. Kommt es doch darauf an, Mittel und Weg« zu finden, um die kaufmännischen Lehrlinge und fügend- lichen Angestellten sckon frühzeitig der gewerkjchastlichen Organi- satten zuzuführen. Die Tageeordnung der Konsereuz sieht vor: Einen Bericht„Stand und Entwicklung der Jugendarbeit des ZdA.", ein Referat„Lage der erwerbstätigen Jugend an Angestelltenberus", Neuwahl des Reichsjugendausschusses und ein zusammenfassendes Schlußwart des Verbandsvorsitzendcn Otto ll r b o n, M. d. RWR. Di« Aussprach« zu den einzelnen Punkten wird den Vertrcetrn aus allen Landesteilen die Möglichkeit zu weitgehender Meinungsäußerung bieten. Es liegt im Interesse der kaufmännischen Jugend, wenn es lebhaften Anteil nimmt an den Verhandlungen und Beschlüssen ihr« zuständigen gewerkschaftlichen Organisation._ Slngcstelltenschiedsspruch im Rulirbergbnn. Dortmund. 24. Januar.(Eigener Drahtbericht.) In der Ge- Hollsstreitsache der technischen und kaufmännischen Angestellten im Ruhrberoba» wurde am 24. Januar unter dem Vorsitz des Schlichters Dr. I ö t l e n nach vorausgegangenen ergebnislosen Einigungsverhandlungen folgender Schiedsspruch gefällt: 1. Mit Wirkung vom l Januar 1927 ab werden die bis dahin ge- zahlten Tarifgcholter um 6 Prozent erhöht 2. Diese Erhöhung tritt an Stelle der sogenannten Koniuntwrzahl von 4 Prozent. Die Regelung gill unkündbar bis Ende Juni 192 7 und ist erstmalig am 1. zum letzten Juni und von da ab jeweils monatlich zum Monatsschluß kündbar. 3. Erklärungssrist: 26. Januar 1927,_ Differenzen im Hamburger Braugewerbe. Hamburg, 24. Januar.(TA.) In der Versammlung der vr- ganisierten Brauereiarbeiter von Hamburg und Umgebung wurde der Schiedsspruch des Hamburger«chlichtungsausschusses, der die Lohne bis zum 31. August 1927 in der ersten Klosse auf 49 Mark wöchentlich und der zweiten Klosse auf 46 Mark wöchentlich festsetzt, mit großer Mehrheit ab- gelehnt. Wie sia? die weiter« Lage entwickeln und ob es.zu ein« Arbeitseinstellung in den Brauereien kommen wird, bleibt abzuwarten._ D:c Gcwrrtschaft dcs Marnnepersouals. Bei dem M a t r o l e n b u n d. der jetzt lein 30jShriges Bestehen feiert, handelt es sich n' ch t etwa um eine geheime Berbin- dung van Malrosen in Deutschland— sondern um den Bund des unteren niederländischen Marinepersnnals. Holland i>r das sinz ige Land, das Gewerkschaften von Mi Ii- tärpersonsn zuläßt. In der deutschen Republik, die jetzt aus der Suche nach einer republikfeindlichen Regierung ist, ginge so etwas„natürlich" nicht. In Holland ging es aber schon seit drei Jahrzehnten und wed« der Staat selbst noch die Monarch:«'st erschüttert._ Arbeiter- und /ingestellten-öetriebsrätel Die Berliner Gewerkschaftsschule veremstaltet regelmäß'g in oierzehntägigen Abständen Dienstagabends 7 Uhr» Arbeitsrcchtlichc Znsormationsabende für Lelrtebsräle. Der nächste Informationsabend sticket heute Dienstag, abends 7 Uhr. im Saal 9 des Berliner Gewerkschaftshauses statt. Die folgenden Insormationseckende werden am 8. und 22. Februar um dieselbe Zeit im Saal 3 des Gewerkschaftohauses abgehalten. Auf diesen InsormationSabenden sollen jedesmal aktuelle wichtige arbeitsrechtliche Fragen für Betriebsräte besprochen werden, die von den versammellen Kollegen auch selbst ausgeworfen werden können. Die bisher siaitgesundenen Abende haben sich einer steigeickcn Beliebtheit erfreut. Wir bitten alle Berliner Arbeiter- und Angestelltenbetrtebsräte darum, sich auch jetzt wieder an diesen Abenden zu beteiligen. /ff�-Iunktionäre der Melallmdnstrie l Die vom AsA-Meiallkarkell ausgcslelllen Forderuvgea sind dem VLLlZ. inzwischen zugegangen, varaushl« ist für Dann er? log. den 27. Januar, nachmittags, eine Verhandlung angesetzt worden. Am gleichen Tage, osso Donnerstag, den 27. Januar. abends 7h Uhr wird in den Musikersölen. Saiser-Mthelm-Stroße Zt. in einer AsA-Aunktionärversammlung Bericht üb« die verhond- langen mit dem LLLIJ. erstattet werden. Lei d« Wichtigkeit der zv fassenden Beschlüsse erwarten wir b e st i m m t das Erscheinen aller AfA-Funktionäre. AsA-Llekoll/artell. Günther. Lange. Rothe. Zuokkionärkonsmcnz. Der Berliner Ortsausschuß de? ADGB- ladet die Funktionäre der angeschlossenen Gewerkschaften zu Donnerslog, abend? 7 Uhr, nach den Andreas- Festsölen, Andreosstr. 21. zu einer Konferenz ein. Gegenstond der Beratungen Ist das Arbeitsgerichtsgejetz: Referent: Regierungsrst I o a ch: m. Zutritt imr gegen Abgabe der Einladung und.Bpr» weis des Mitgliedsbuches._ Tfrtic ifcmttWief'tiuatni. genta, Tknatoa. Vi Ulir, taaen die Scmwkn: •rtnnifu.tet«nc<; uiruatwnhrim Städtisches jueenilieim TUArr Str. 4 5. 1 Tr. Sortreg:„Dir EroAeintainS'lSenass-urfchaft öemiura".— SflndsKrert Ptat«: Wir Minden Hr ftr.ur« 3ranlfirrt(x Äll«.— Lichte llMv: Skuvvcn. beim Zueeirdbetm Doiiebr, S2. Vortroei.Der Bonsrntrieg".--- T cxtaw: Gru vorn beim Schute Wiltenbiuchlir. 3S;54(gocljünnteT). Bunter Abend.- Ldersäbucwcidc' gucendbeim AiederschSueweid«. Berliner Str.»l. Arbeits- gemein fet-eft.— Eiidtrei«: Ac£w.itatm>.ti'cal des Deutschen gflUo-JbeUertiecteindes, SfamgcfiE, 30, fait. Streismttniiederue seunulu..«. Lichlbildervortrag:„Sie- werdebqaiene". Bcscireut Dr. Rorber: Marl, klulitt irur argen geimausweiz und Berbandsbulli.— Singrschar bei Scherllina. Aeutallu. Penuierstr. lr>.— Spandau: gusendbeim Lindenuter 1. Svie lebend.— Bit»! EruvpenbÄm Lbauisse. Säe Hanuemannsirabc. Verir»Brotetarilche Bilduuazarbei!". Lerbaad der Meter»ud Lackierer, geute. Dieustea. T Uftr. ffiewrtfdjoft». feniä. Ergelutee 24,-25. SüüdterCirersaininluug. l. Iahresberich, und Zleuwebl der Settibusleltuug. 2.»erbgndog.m»e:eqcubciten. Z. Verildiadencs. Die S-ttisnsleiiung. Deutscher gglzarieiterue.ltbgud. EiuseKer! Persaurmiung gm Mit> mach. 23. tzguugr. 5 IIb:, Rungelir. 30. Bericht van der Teritverkand'.ung. Ledermbbeso. deiter im Verbaud der Sattter und dope, irrer. Miilmsch. 20. Ienugr. 5 llbr, im Gemerttchefssbau». Saal ö. Zebresbrgnteuversgmmluna. Es Zluorr Bremse. Lick eeberg. Mareen. Mittwoch, nachmitlago 4 llbr. Sufainntenlunft aller SBD.-Kollegen im Lafol nan Siemrrt, Kant. Cife Schill er strvü«. Mitgliedsbuch legitimiert. De«?raft!ouso»:sta-d. Lcroutworilich sür Balisif: Vietor Schiff: Wirtsch-ft:. m. b. g.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und Vcrlggsenjtglt Peu! Singer u. So. Berlin SW 63. Lindensirabc 3. gierzu 2 BeUaoe» und..Uuterballuna und Willen' VEOIANGCM Sie SOMDEPANGtBOT' UktlrS- /Tjss BttJ*- d. KoAltn berief.. Q. Hvcbiren ff— A 1 unrieh-' �addatsL&tf \ Berlin. Leipziaer Str. 122-123 I sind mit bestem Fleischextrakt und feinen Gemüseauszügen auf das sorgfältigste hergestellt. Man achte beim Einkauf auf den Namen MAG Gl und die gelb-rote Packung. Nr. 40< 44. Jahrgang Vkenstag, 25. Januar 1�27 Abrechnung mit üen»Verrätern". Wirtschaftsparteiler untereinander. Die Wirtfchaftspartei hatte am Sonntag nachmittag ihre unentwegten Nachläufer in das ehemalig« Herrenhaus getrommelt, wo sie den„Führern" eine An Gencralabfolution erteilen sollten. Einige hundert Leutchen bekam man auf die Beine-, der ganze Rummel, auf dem sechs Reichs- und Landtagsabgeordnets, lowie ein leibhaftiger Minister politisches Kabarett spielten, lief, da man Spektakel befürchtet«, als interne Versammlung, nur Mitglieder und Freunde hatten Passierfreiheit. Aus den Freunden wurden jedoch sehr grimmige Feinde. Zuerst sprach Herr Mollath, der beängstigend viel von(Hausb«sitzer?)-Jdeolen redet«, lieber«in kleiner Herr als«in großer Knecht fein will und eine Trän« der Rührung darüber weinte, daß das biedere Haus- besitzenrüppchen nicht unter dem Schutze von Reichsbanner und Stahlhelm, sondern von— Blumen tagte. Mit der Blumendekorotion wollten die Wirtschaftsparteiler sicherlich bei ihren einstigen An- hängern wieder in guten Geruch kommen. Int übrigen hetzte der gute Mann gegen den Achtstundentag mit geradezu kindischein Be- weismaterial und sprach von der Erwerbslosenfürsorge als ,.W ohltätigkeit aus den Taschen anderer". So steht das sozial« Angesicht der Hausagrarierpartei aus. Herr D r«- witz hat jetzt schon Anzjst, daß die Bürgerblockregierung zuviel Sozia lpolrtik treibt,„um den Roten das Wasser abzugraben", und Herr Weber aus Sachsen, neugebackener Finanznnnister der Held-Koalition, sprach fein Bedauern darüber aus, daß die Deutschnationalen Sachsens nicht mit von der Regierungs- Parti« sind. Er hofft jedoch,.daß aus der politischen Situation bald die Konsequenzen gezogen werden". Er und seilte Leute wollen noch Kräften darauf hinwirken. Als Herr Müller-Franken sprach und in einem Gemisch krauser Phrasen und Verlegenheiten die schmähliche Politik der Wirtschaftspartei zu verteidigen suchte, wurde es lebendig.(Stürmische Zurufe: Ausnahmegesetzel Sind wir Stiefkinder?) Das ging schließlich soweit, daß die ent- lauschten� Freunde von einst die Totengräber des Mittelstandes als „Verräter" bezeichneten. Herr Müller hatte einen«"schweren Stand.„Man setzt uns auf die Straße, untragbare Mieten, Laden- dorff-Partei" riefen stürmisch die einen, und die anderen, die an- wesenden Hausbesitzer, klatschten Herrn Müller Beifall und schrien Bravo. -» . Die Wirtschaftspartei des deutschen Mittel. st a n d e s hat sich dadurch, daß sie sich bedingungslos in den Dienst des Grundbesitzerkapitals gestellt hat, mit weiten Kreisen seiner Mit- glieder überworfen. Die Herausnahme der gewerblichen Räume aus der Wohnungszwangswirtschaft führte zu gewaltigen Mietsteigerungen, deren Opfer dieselben Mittelstnndler waren, die der Wirtschastspartei ihre Stimme gegeben haben. Um dieje Angriffe abzuwehren, veranstaltete gestern nachmittag der Landesverband Berlin der Mittelstandspartei im Herrenhaus und im Landtagsrestaurants große Mittel st andskundgebungen. Natürlich wurde dabei wieder die Bedeutung eines gesunden Mittel- standcs in ollen Tönen gepriesen. Ein Reserem verstieg sich zu der Erklärung, daß nur Nichtorganisierte Hausbesitzer mit der Herauf- fetzung der Mieten für gewerbliche Räume zu Aasgeiern am 'Mittelstand würden. Ihnen gegenüber würde— so sagte er— die Wirtschastspartei zuerst Zwangsmaßnahmen fordern— nach- dem sie vorher selber diese Aasgeier gezüchtet hat. Interessant war an der Kundgebung, daß man wieder nach dem beliebten Motto„Haltet den Dieb!" einen Prügelknaben für die eigenen Fehler suchte. Selbstverständlich ist das die deutsche Arbeiterschaft, die die Wirtschastspartei im Verein mit den anderen bürgerlichen Rechtsparteien aus der Mitwirkung am Staat gern ausschalten möchte. Mit besonderer Schärfe wandte man sich gegen die Sozialpolitik. Der Vorsitzende der Partei. Abg. Drewitz, sprach sogar die Befürchtung aus, daß ein Rcchtsblock noch mehr Sozialpolitik treiben würde als eine Regierung, an der die Sozialdemokratie beteiligt fei. Denn man würde bemüht fein, den Sozialdemokraten das Wasser abzugraben! In diesem Falle würde, so führte Drewitz aus, die Wirtschastspartei dem jetzt von ihr begünstigten Rechtsblocks wieder die Freundschaft ab- /lerztetamps gegen öie Krankenkassen. Wie es zur Kliniksperre kam. Die Sperrung von zehn Privatkliniken durch den Berliner Krankenkassenverband hat selbstverständlich wieder die ganze Meute der Krankenkassenseindc ajjf die Beine gebrocht. In der bürgerlichen Presse hat sofort die übliche Hetze gegen die Krankenkasien eingesetzt, und wie immer findet die Gegenseite dort weitestgehende Unterstützung, wobei man Ursachen und Gründe der Klimksperre reichlich verdunkelt. Ueber eine Protestoersammlun� des Verbandes der in Privatkliniken tätigen Aerzte, die begreiflichcrl weise von der Kliniksperre nicht erbaut sind, brachte die„Berliner Nachtausgabe" des Scherl-Derlages einen Artikel mit der gehässigen Ueberschrift„Die gesundheitfeindlichen Kranken- lassen" Der Kassenverband sandte dem Blatt eine Berichtigung, aber bisher haben wir nicht bemerkt, daß sie abgedruckt worden wäre Aus dem Wortlaut, der uns mitgeteilt wird, wollen wir hier die wichtigsten Tatsachen wiedergeben. Der Krankenkassenverband betreibt seine eigene Frauen- k l i n i k(in Charlottenburg im früheren„C ä c i l i c n h a u s"), die von Prof. Liepmann, einem der ersten Gynäkologen Berlins, geleitet wird. Als sie voin Wohlfahrtsministerium das Recht erhielt, ärztliche Praktikanten auszubilden, wurde sie von der Aerzteorganisation gesperrt. Danach und aus diesem Gr.unde sperrte der Kassen- verband zehn Prioattliniten. Unwahr ist, daß aus den gesperrten Kliniken die Kassenmitgliedcr entlassen werden müssen, wenn noch eine weitere und durchaus notwendige Operation in Aussicht gc- nommen ist. Diese Kranken bleiben selbstverständlich bis zur völligen Wiederherstellung dort. Eine Ausnahme lomi nur eintreten, wenn die gesetzliche Leistungspflicht der Kasse aufhörl. Unwahr ist, daß die Sperrung der in Frage kommenden ISO Betten die Unterbringung von Grippekranke» erschweren kann. Die Kassen hoben sich in anderen Anstalten die gleiche Zahl Ersahbekien gesichert und die gesperrten Betten brauchen nicht UN belegt zu bleiben, sondern sind für andere Kranken verfügbar. Unwahr ist, daß die Zwistigkeiten zwischen Acrzten und Kassen ihren Grund in der„radi- kalen Einstellung" einiger Kafsenvorständc haben. Schuld trägt das Vorgehen der Aerzte, die am 1. Dezember 1923 ohne Rück- ficht aus den noch lausenden Vertrag ihre Tätigkeit für die Kossen einstellten, weil die Regierung eine Verordnung erlassen hatte, die ihnen nicht paßte. Den Kampf gegen die Regie- ruiig führten sie auf dem Rücken der Kassen Mitglieder. Für Weiterbehandlung wurde bis zum Fünf- und Sechssachen des Privathonorars gefordert. Daher waren die Kassen gezwungen. Ambulatorien einzurichten, um die Kosten der ärzllichcn Be- Handlung in erträglichen Grenzen zu halten. Di� Aerztejchast ober setzte die Ambulatorien auf die s ch w a r z c L i st c, und wer trotzdem dort Stellung annahm, wurde geächtet. Später sperrte die Aerzte- schast auch die kasseneigene Frauenklinik, und dasselbe widerfuhr seit einigen Wochen den Kasseninstituten, die Röntgenaufnahmen usw. machen. Man kann den Krankenkassen nicht zumuten, diesen fort- gesetzten Boykott ihrer zum Wohl der Kranken geschaffenen Einrichtungen ruhig hinzunehmen. Die Acrzteschaft hat es selber in der Hand, die Aushebung der Klinik- sperre herbeizuführen. Sobald sie die Sperre über die Frauen- klinik des Kraiikenkassenoerbandes aufhebt, wird auch die Sperre über die Privatklinikcn ausgehoben. sagen. Die kleine Parteigruppe spielt sich also jetzt schon genau noch dem Muster des Dolksparteilers Scholz als Diktator der bürgerlichen Parteien auf. Die sozialreaktionärc Einstellung der Mirtelitandspartei aber sollte vielen Gewerbetreibenden zu denken geben. Der ge- werbliche Mittelstoiid, ob er Kaufmann, Handwerker oder Hausbe- sitzer ist, lebt doch ausschließlich von der Kaufkraft seines Kunden. Wenn nun die Mittelstondspartei die Parole ausgibt, daß man den größten Kunden des Mittelstandes, die Arbeiter- schast, in dieser Zeit der Krise seinem Schicksal überlassen soll, so schädigt sie damit die Interessen seiner Anhänger aufs schwerste. Die Arbeiterschaft wird dafür sorgen, daß diese Erkenntnis entgegen den hochtönenden Phroser der politisierenden Mittelstandsführcr Verbreitung findet. Sie raufen sich um ein Rcseratl Der Schuhmochcr-J n nun gs verband veranstaltere am Sonntag in der Handwerkskammer eine Tagung, in der auch über den Abbau des Mieterschutzes für gewerliche Räume lebhaft diskutiert wurde. Herr Drewitz von der W i r t s ch a f t s- Partei sollte ein Referat über Wirtschaftsfragen halten und war ohne Entschuldigung ausgeblieben. Unter stürmischer Erregung der Dersamnilung stellte der Obermeister Eckerlein ssst und tadelte in schärfster Weise das Verhalten der famosen Führer der Wirts chast->pa.rtci, Drewitz und Holz- a m in e r, die sich beide um das Referat gestritten hätten(!!) mit dem Endeffekt, daß niemand erschienen iei. Eine Resolution, die die Freigabe der gewerblichen Räume eine starke, vielfach vernichtend wirkende Schädigung des Mittelstandes nennt, wurde angenommen. Seamte einst und jetzt. In der Bezirtsarbeitsgrmeinschait der Beamtenzentrale der SPD. hielt Genosse Bürgermeister a. D. Ernst F a l ck einen Vortrog über die Geschichte des deutschen Beamtentums. Die be- sonderen Schwierigkeiten des Problems eines deutschen Beamten- tums liegen in der Entwicklung des dculsckicn Staatswesens bzw. in der Entwicklung der deutschen Staaten selbst begründet, im dein- sehen Portikularismus, in der turchtbaren Zersplitterung Deutsch- landa in viele Hunderte von kleinen und kleinsten Staaten. So kommt es, daß in früheren Jahrhunderten ein gemeindeutsches Beamtentum, so auch ein gemeines deutsches Beamtenrecht sich nicht trajtig entwickelt hat, daß vielmehr nur die Einzelftaalen, heute Länder genannt, wirklich beomtenbildendc Kräst« ausweisen konnten, on erster Stelle Preußen. Erst in grcgen Abschnitten der Staats» entwicklung wird automatisch etwas neues, etwas anderes, ein anders gestaltetes Dienstrechl der Beamten erzeugt. Der Referent unterscheidet sün s Zeitabschnitte, in denen dos Beamten- mm grundsätzlichen Wandlungen imtermorscn ist. Es lasten sich abgrenzen die Zeit des mittelalterlichen Feudolstoats, die Zeit des Ständestaats als llebergang zum absoluten Staat, die Zeit des absoluten Fürsienstaotcs, die Zeit des altpreußischcn Vertostungs- staates(Obrigkeitsstaates), endlich die Zeit des parlaincutcrisch remerten Staates, 8es Bolksstantcs, der Republik. Der Feudal- staat verfällt der Auslösung, weil ihm die Organisation eines De- omtentums nicht gelingt: der Beamte ist damals hauptsächlich Ehren beanitcr, staatszersetzend. Der laniständische Staat entwickelt aus den Ministerialen ein geeignetes Beamtentum in der Hand des Fürsten, das fürstliche Rotskollcgiuin übernimmt � zugleich die Rolle des Vermittlers zwischen Fürst und Ständen. Im alsto- luten Staate ist der Beamte Fürstendiener, ohne Rechts- sicheruiig, widerrustich angestellt: erst das allgemeine Landrccht entwickelt die ersten Ansätze einer Bersclbständigung der Beamten- 1] Gerichtstag. von Fred verence. Lopzrnrlit 1925 by Paul Zsolnay, Vies 1. Meine Kindheit. Kindheitserinnarungen. So weit meine Erinnerung zurückreicht, sehe ich das ernste, gütige Gesicht meiner Mutler. das nur selten von einem traurigen Lächeln verklärt wurde. Frühzeitig schon ließ mich ihr schmerzlicher Ausdruck ein Geheimnis ahnen, das ich zu ergründen suchte. Ich saß oft regungslos aus meinem Sesselchen und blickte die Mutter aufmerksam an. Die Englein, von denen sie mir zu erzählen pflegte, waren gewiß nicht schöner und nicht besser als sie. Manchmal flössen Tränen über ihre Wangen. da stürzte ich zu ihr, setzte mich auf ihren Schoß, schlang meine Arme um ihren Hals und küßte sie schluchzend. Dann tröstete sie mich und gab mir tausend Kosenamen. Ich hatte überraschend schnell Lesen gelernt, um ein Lächeln in ihren schönen Augen hervorzurufen. Mein Ge- schmack unterschied sich ganz und gar von dem meiner Alters- genossen. Die anderen Jungen lasen am liebsten in den Büchern Gustave Aimards oder Jules Vernes. Die Abenteuer der Weißen bei den Indianern ließen mich ganz kalt: viel lieber waren mir die Erzählungen von Dickens, und ich vergoß Tränen über die Leiden David Copperfields oder Nicolas Nicklebys. Dann setzte mich auch der„Kleine Dingsda" von Daudet in Entzücken. Deullich standen die Schicksale meiner Helden vor mir, und ich nahm an ihrem Ungemach teil. Dieses lebendige Fühlen nahm mit den Jahren noch zu, und artete in eine krankhafte Empfindsamkeit aus, unter der ich später noch so viel leiden sollte. Meinen Valer sah ich kaum, außer bei den Mahlzeiten. Seine Geschäfte nahmen ihn vollständig in Anspruch.�r hatte die vicloerheißende diplomatische Laufbahn aufgegeben und sich dem juristischen Beruf zugewendet: aber schließlich befaßte er sick) nur noch mit Geschäften. Während der Mahlzeiten sprach er mit großer Lebhaftigkeit von seinen Plänen. Er hatte ein internationales Reklomebureau gegründet, das ihm nach ein paar Iahren Millionen einbringen mußte: fein Name und der verschiedener einflußreicher Persönlichkeiten vom Verwaltungsrat waren schon allein eine unbezahlbare Re- klame und sicherten dem Unternehmen eine wunderbare Zu-- kunst. Die Mutter hörte lächÄnd zu, und der Vater, ganz glücklich über dieses beifällige Lächeln, entwickelte ihr alle Gründe, die für das sichere Gelingen der Sache sprachen. Das Lächeln der Mutter war voll Trauer, und ich fühlte mich beunruhigt, da ich nicht begreifen konnte, warum sie sich nicht über unseren künftigen Wohlstand freute. Wenn ich das ge- wüßt hätte, was ich erst viel später verstanden habe, daß mit. jeder neuen Sache ein Teil ihres Vermögens verschwand, hätte ich erraten, daß ihr Lächeln nur ein zurückgehaltenes Weinen war. Ich wußte das nicht, ich wußte auch nicht, daß die Mutter den Vater angefleht hatte, bei der Advokatur zu bleiben: wenn wir dann auch nicht zu Reichtum kämen, wäre uns wenigstens ein gewisser Wohlstand gesichert gewesen. Er wollte aber nichts davon hören und setzte ihr immer wieder auseinander, wie gewiß der Erfolg wäre und bat sie. seine Pläne nicht zu durchkreuzen. Zweifellos würden sie Früchte tragen und den Kindern zu Reichtum verhelfen. Die Mutter hielt ihm vvr, daß ein bescheidenes Auskommen besser wäre als die beständige Gefahr, durch acwagte Spekulationen auch noch das Letzte zu verlieren. Mit seinem sieghaften Optimismus widerlegte er ihre Einwände. Als alle ihre Bitten nichts fruchteten, ging sie in ihr Zimmer und betete zu Gott, daß er mit ihren Kindern Erbarmen habe. Eines Abends kam der Vater später als gewöhnlich nach Haufe. Als er ins Zimmer trat, konnte ich sehen, daß er ganz blaß war, seine gerunzelten Auoenbrauen und sein ganzes Benehmen verr-etcn eine heftige Erregung. Bei seinem Anblick begann die Mutter am ganzen Körper zu zittern. Sie schickte die Dicnstleute und meine beiden Brüder aus dem Zimmer: ich saß in einer Ecke auf meinem niedrigen Stühlchen, und sie beachtete mich nicht. Als die Dienstmädchen draußen waren, ging sie zu meinem Vater, der auf den Diwan gesunken war und neigte sich zärtlich über ihn. Mit zitlerndcr Stimme, aus der man die mühlam unterdrückte Angst heraushörte, fragte sie: . Lacoues, was ist geschehen?" Einen Augenblick blieb der Vater stumm, dann� ont- •mr+ete er mit dumvfcr Stimme:„Der Zucker ist plötzlich kolossal gefallen, wir sind zugrunde gerichtet." Die Mutter fuhr mit der Hand zum Herzen und flüsterte: ,T)u lieber Gott!" Der Vater schien vernichtet und sagte kein Wort. Meine Mutter war über seine Verzweiflung ganz erschreckt und ver- gaß ihr eigenes Leid. „Mut." flüsterte sie, und neigte sich über den Dater. „Mit Gottes Hilfe werden wir wieder hinaufkommen." Und da er keine Antwort gab, verstand sie plötzlich, in welch fürchterlicher Lage wir uns befanden. Sie wurde totenblaß, und wie ein Hauch kam es von ihren Lippen:„Ist alles verloren?" „Alles," antwortete er mit ebenso leiser Stimme.„In drei Tagen muß ich der Bank Clarmont eine Zahlung von fünfzigtausend Franken leisten. Das bedeutet unseren voll- ständigen Zusammenbruch, es wäre denn, daß deine Mutter..." Er sprach nicht weiter. Da neigte sie sich zu ihm und sagte mit fester Stimme: „Verlier den Mut nicht, ich werde das tun, was sein muß." Ich hatte mich während dieses kurzen Gespräches nicht gerührt und die Ellern hatten mich auch nicht bemerkt. Plötzlich, von einer augenblicklichen Eingebung erfaßt, stand ich auf, stürzte zur Mutter und bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. Sie umarmte mich zärtlich, dann wies sie auf den Bater. Ich lief zu ihm hin und fiel ihm um den Hals. Er fuhr zusammen, blickte �mich voller Ergriffenheit an. küßte mich flüchtig auf die Stirnc und winkte mir, ihn mit der Mutter allein zu lassen. Zweifellos hat meine Großmutter das nötige Geld gegeben, denn nach ein paar Tagen war der Bater wieder voll froher Hoffnungen. Aber von da an schien es mir, als wäre die Mutter noch sorgenvoller und manchmal verriet sie die Angst, die sie verzehnte. Sie, die immer so sanft und so geduldig war, wurde nun heftig. Wohl tat sie alles, um sich zu beherrschen, aber meiner Aufmerksamkeit entging nichts. Die geheimen Besprechungen zwischen Bater und Mutter wurden von jetzt an häufiger und nachher pflegte die Mutter zu weinen. Bald darauf verließen wir die Hauptstadt und zogen nach Genf. Ich war nur ganz betroffen, wie sich unser Heim verwandelt hatte. Statt der prächtigen Villa, wo ich meine Kindheit verbracht hatte, bewohnten wir nun ein bescheidenes Häuschen. Wir hielten nur noch ein Dienstmädchen und die Mutter half in der Wirtschaft mit. Als wir etwa ein Jahr in Genf lebten, fiel mir auf, daß häufig Lieferanten in unser Haus kamen. Ich wollte den Grund wissen, aber die Mutter antwortete nur mit einem Seufzer. Einige Tage nachher kam ein Mann, der das ganze Haus besichtigte und jedes Möbelstück aus einem großen Blatt Papier notierte, das er der Mutter übergab: dann entfernte er sich ohne viel Worte. Am selben Abend erfuhr ich, daß es der Gerichtsvollzieher gewesen war. (Fortsetzung folgt.) stellung. Preußische Städteordnung und Preußische BerfassungS- Urkunde begründen den Rschisslaak, die vom allgemeinen Land. recht entwickelten Grundlagen der modernen Beamtenrechtsstellung werden ausgebaut. Im Bcrfassungsstaate vor lg 18, in den Einzeln stallten und im Reich(1871), ist der Beamte Staatsorgan. Fach- beamter. Im republikanischen Dolksstaate soll der Beamte Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei sein, er soll Diener des Volkes, der Volksgesamtheit sein: er soll es werden! Der Referent legte am Schlüsse seines Vortrages besonderen Wert auf die Erhaltung der öffentlich-rechtlichen Stellung des Beamten- wms, die in Deutschland noch nicht sehr viel älter ist als ein Jahr- hundert: er begründete diese Forderung dainit, daß die Beamten- funktionen andere seien als die jedes anderen Arbeitenden, der keinerlei Amtsauftrag zu erledigen hat. Der Dortrag fand großen Beifall und gab Anlaß zu einer leb- haften Diskussion._ Sie wollten mal richtig aufräumen. 14 völkische Rowdys zu Gefängnisstrafen verurteilt. Am gestrigen Montag ist vor dem Großen Schöffengericht Lichtenberg unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Köhler der Prozeß gegen die Mitglieder des völkischen„FronlbannV zu Ende gegangen, die sich wegen eines schweren Zusammenstoßes mit Reichs- bannerleuten wegen Landfriedensbruches, Raufhandels und ähnlicher Delikte zu oerantworten hatten. Der Prozeß endete mit einer Verurteilung von 1t Angeklagten zu Gefängnisstrafen. Damit hat die völkische Bewegung im Osten Berlins ausgespielt. In der mehrtägigen Verhandlung wurde festgestellt, daß die Abteilung des Frontbanns unter Führung des Bank- beamten Neumann einen Ausflug nach Neuenhogen und Alt-Land�berg gemacht hatte, und daß in dem letzteren Ort von den Angeklagten ein Ueberfall aus ein Lokal oerübt worden ist, in dem eine Abteilung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold ein Maskenfest abgeholten hatte. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte Franz Langner zu einer Person gesagt hatte:„Wo ist denn hier das Reichsbanner, wir wollen mal ri ch t i g a u f r ä u m e n. In dem Schützenhaus kam es dann nach vorhergegangenem Geplänkel zu einer großen Schlägerei, in deren Kerlauf auch mehrere Schüsse gewechselt wurden. Einer der Angeklagten hatte, ehe es nach zu Reibereien gekommen war, einen Schuß in das Büfett abgefeuert, und die Wirtin, die sich bemüht«, die Störenfrieds aus dem Lokal zu verweise», wurde ebenfalls be° schimpft imd bedroht. Der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Konrad, beantragte gegen einen großen Teil der Angeklagten er- hebliche Gefäng.nis strafen, und auch die Vertretung der ols Nebenkläger zugelassenen Reichsbannerleute beantragte empfind liche Strafen, mit Rücksicht a»f das �hinterhältige und heimtückische des Uebersalles". Das Schöfsengericht verurteilte den Angeklagten Franz Langner zu einem Jahr Gefängnis, abzüglich drei� Wochen Untcrfuchunoshaft, den Angeklagten Hermann S«idler zu neun Monaten Gefängnis, abzüglich 13 Tage llnterfuchungshast, den Angeklagten Blum zu f e ch s Monaten Gefängnis, abzüglich drei Wochen tlnterfuchungs- Haft und 20 Mark Geldstrafe, ein weiterer Teil der 22 Angeklagten wurde zu fünf, vier und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Frei- gesprochen wurde der Führer der Abteilung, der Bankbeamte Reu- mann. Paul Vrufchke sen., Beador, Naß, Goske, Iohannfen und Geyer, während der Angeklagte Bruschke jun. mit einer Derwarnung davonkam._ flus ötc Praxis üer weltlichen Schule. Das Landesgemeindehaus in der Neue» Schönhauser Straße oeranstoltet augenblicklich in seinen Räumen eine Reihe von Vorträgen, die sich mit der Frage befassen, ob die deutsch« Jugend- bewegung in irgendeiner Beziehung bisher Einfluß auf das kultu- relle und wirtschaftliche Leben gewonnen hat. Der Zyklus wurde am Sonnabend abend mit dem Referat Bruno Lindners„Aus der Praxis der weltlichen Schule" eröffnet. Es kam bei diesem Dortrag weniger auf theoretische Erwägungen an als allein darauf, ej» Bild von der praktischen Tätigkeit in der Gemeinschaftsschule zu entwerfen. Di« Tendenz der Gemeinschaftsschule will vor allem eins: Die Jugend hat, wie der Erwachsene, ihre eigene Form und ihre eigenen Gesetze, und diese Gesetze müssen von den Erwachsenen respektiert werden..Alleinstehend ist das Kind nicht», erst in der Gemeinschaft mit seinesgleichen können sich fein« Kräfte entfalten. Allein auf die Entfaltung dieser Kräfte hat der Lehrer sein Augenmerk zu richten, deshalb treten in der ersten Zeit des Unterrichts die Sachfächer zurück, denn in diesen wäre das Kind nur empfangend, die in ihm nihenden Kräfte könnten sich nicht entfalten. Es überwiegen darum die künstlerischen Fächer. Das Kind zeichnet oder erzählt. Zuerst zeigen die Zeich- nungen einen reinen Phantasiecharakter, das Kind will nur seine Innenwelt gestalten, erst später strebt es zur Nachschaffung der Außenwelt. An Hand ausgestellter Zeichnungen erläuterte Lindner den Entwicklungsgang der Kinder, ihre besonderen Eigenarten. Nur ganz allmählich� werden die Sachfächer in Angriff genommen, im Kinde selbst muß der Wunsch entstehen, schreiben, lesen und rechnen zu können. Es kommt nicht darauf an, so früh wie möglich technische Fähigkeiten zu erwerben, sondern allein darauf, die Kräfte des Kindes in jeder Beziehung zu steigern. Natürlich stellt die Gemein- schaftsschule an den Lehrer schwerere Anforderungen als ein« andere Schule. In erster Linie muß er ein guter Psychologe sein. Leider fehlt es heute schon, wie Lindner ausführte, an geeigneten Lehr- kräften und der Nachwuchs rekrutiert sich allein aus der Jiigend- bewegung Kutisker aus der Haft entlassen. Das Befinden des ehemaligen Generaldirektors der Steln-Bank, Iwan Kutisker, dessen Prozeß in der B e r u f u n g s i n it a n z o m 10. Februar beginnen sollte, hat sich in den letzten Tagen sehr erheblich verschlechtert. Kutisker, der bekanntlich noch immer in der Eharite liegt, ist an einer Bronchitis erkrankt, die die herz- tätigkeit so stark in Mitleidenschaft gezogen hat, daß bei dem Ba- tienten eine hochgradige Wassersu cht eingetreten ist. Mit Rücksicht auf die große Lebensgefahr bat die Verteidigung, gestützt auf ein Gutachten von Geheimrat his, Antrag auf Hastentlassung Kutiskers gestellt, worauf die erste große Strafkammer des Land- gerichs I. und zwar mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft, am gestrigen Montag den Hastbefehl aufgehoben dat. Ku- tisker verbleibt aber nach wie vor in der Charitä, da er bei seinem seligen Zustand absolut tronsportunsähig ist. Unter diesen Um- ständen ist es mehr als zweifelhast, ob die Berufungsverhandlung gegen ihn zu dem vorgesehenen Termin durchgeführt werden kann. Schwere Betriebsunfälle. In dem Pumpwerk II des Großkraftwertes Rum- in e l s b u r g ereignete sich gestern nachmittag ein folgenschwerer Betriebsunfall. Der neupzehnjährige Schlosser(Sridj B rze- zinskl au» der Egellstraße 10 zu T e g e l war mit der Verlegung einer Starkstromleitung auf einer acht Meter hohen Kranlaufschien« beschäftigt. Der Kranführer K., der angeblich von der Montag« auf der Schiene nicht in Kenntnis gesetzt worden wai, schaltete den Kran plötzlich ein. Ehe Brzezinski noch recht zur Besisnyng kam. wurde er zwischen Pfeiler und Kran ein- gequetscht. Der Verunglückte wurde mit furchtbare»' Derletzun- gen in das huberws-Kronkenhaus gebrocht, wo ein mehrfacher Beckenbruch und schwerere innere Verletzungen festgestellt wurden. Sein Zustand gilt als hoffnungslos.— Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich aus dem Gelände der Firma Hirsch, hcabergstraßc 40 in Lichtenberg. Mehrere Eisen- trager, die an der Mauer lehmen, kamen ins Rutschen und ftürzren um. Der Arbeiter R e I n h o l d May aus der Scharnweber- ftraß« 6/7 zu Lichtenberg wurde von einem mehrere Z« n t» »er schweren Träger am Kops getroffen. Mit einem doppelten Schädelbruch wurde der Verunglückte durch das tädtische Rettungsamt in das Lichtenberg«: Krankenhaus geschafft. . dürste kaum mit dem Leben davonkommen. Musikalische Morgeufeier. Der große Theaterraum des Schiller-Theaters, Char- lottenburg, ist hinaus bis zum Olymp mit einer andächtig lauschen- den Zuhörerschaft gefüllt. Auf der Bühne sitzen vier Musiker: sein«. zart abgestimmte Kammermusik. Das prachtvolle K l i n g l« r- Quartett bringt Beethovens Streichquarteste in �-Dur, E-Dur Eis-Moll zum Vortrag. Eine stille, intime Andacht für den großen Toten, kein Riesenorchester mst rauschenden Akkorden, kein« Ein- ladung an alle, sondern gleichsam an seine wirklichen Freunde, an alle diejenigen, die Sinn und Verständnis für große, zeitlose Kunst besitzen und noch den wirklichen, inneren Enthusiasmus dafür auf- bringen. Alles fein«, stille Menschen, die von unserer heutigen, jozzdurchrüttelten Zelt ein bisiel arg an die Wand gedrückt werden und sich in der großen Hetze, dem grellen Licht und dem Getöse und Gequäke der vielen Pfeifen und Trommeln gar nicht mehr zurecht finden können. Neidlos sehen sie all die Herrlichkeiten an sich vorüberziehen, denn alles ist so dünn und durchsichtig und om Grunde ist— nichts. Da ist ihnen dann ihr eigenes, armseliges Leben denn doch noch reicher und wertvoller. Der Beifall war ein unge- heuerer und es zeigte sich die erfreuliche Tatsache, daß derartige künstlerische Veranstaltungen im volkstümlichen Rahmen einem starken Bedürfnis der großen Mcsie entsprechen. Der Veranstalterin des Konzertes, dem Bezirksamt Charlottenburg, dürfte der außer- ordentlich starke Desuch der beste Beweis sein für das Bemühen, dem Volke gute Kunst zugänglich zu machen. Zu der Tragödie im Zloanzaml wird mitgeteilt» daß der Kauf- mann Paul Hackbusch, der seinen llsährigon Sohn durch einen Kopfschuß schwer verletzte, von der Kriminalpolizei ntzt dem Amtsgericht übergeben worden ist. Der Knabe liegt im Krankenhaus am Urban sehr bedenklich danieder. BUNge Fischtage. Reiche Fänge werden von allen Plätzen ge- meldet, ugd es finden deshalb in dieser Woche preiswerte Fischtage statt. Zum Verkauf kommen: frische Ostseeschollen und Flundern. pro Pfund 20— 40 Pf. Ostscedorsch. pro Pfund 20—2? Pf., jüt- ländischer Kablicm ohne Kopf, pro Pfund im ganzen Fisch 3S Pf-, sowie jütläiK» scher Schellfisch. Die Pcrkavfssteilen sind durch Plakate kem-tlich gemocht und befinden sich in den Ladengeschäften, in den Markthallen und aus den Wochenmärkten. lleber Gewährung vou Varabflndungen an bedürskige Per- soaeu. die ihr Reichsnotopfer in Kriegsanleihe entrichtet haben, findet sich im Anzeigenteil der heutigen Nummer eine wichtige Be- kanntmachung ber Finanzämter im Bezirk des Landesfinanzamtes Berlin. Sprech-Ehor für Proletarische Feierstunden. Die U e b u n g s- stunde muß in dieser Woche verlegt werden, sie findet am Mittwoch, abends 7 IL Uhr punktlich, im Gesangssaal der Sophien- Schule. Weinmeisterstr. 16/17, statt. Di« Kinder tonunen um KVL Uhr. Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder sind als Mit- glieder willkommen. Der kireisverelu Tiergarten des Reichsbanne» Schwarz-Rot- Gold" feiert« am Sonnabend im„Ulap" den dritten Jahres» tag seiner Gründung. Die stark besucht« Veranstaltung wurde vom Kreisleiter Z e ck l e r eröffnet. Die Festrede hielt Gen. Dr. M i s ch l e r vom Deutschösterreichischen Doli sbund. In den drei Kampsjahrcn, die hinter uns liegen, so führt« der Redner aus, hat da» Reichsbanner gezeigt, was es zu leisten vermag. Gerade zur Stunde ist die Bewegung der republikanischen Frontsoldaten notwendiger denn z e. Wir stehen, wenn nicht alle» täuscht, vor einer Rechtsregterung. Wir Republikaner wisien, was wir von einer Regierung des Bürgerblocks zu hallen hoben, hier Illlisionen zu pflegen, wäre grundverkehrt. Die Rede wurde beifällig aufge- nommen.~ Tagung des ambulanten Gewerbe». Der Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Deutschlands, Sitz Berlin, häll bis zum 27. Januar in Köln a. Rh. seinen 4. ordentlichen Berbandstag ab. Gewerbliche und organisationstechnische Fragen werden in umfangreichem Maße zur Verhandlung gelangen. Der zwelle Tag ist als„Tag des ambulanten Gewerbes" vorgesehen, wozu Reichs- und Staatsbehörden. Vertreter der Eisenbahn, Parteien sowie Handelskammern eingeladen werden, lieber die einzelnen Berufssparten(Belustigungsoewerbe, wie Straßen-, Markt- und Hausierhandel) werden von Wandergewerbetreibenden Vorträge be- züglich Entstehung, Bedeutung und Behandlung des Gewerbes ge- hallen. Außer den annähernd 200 zur Teilnahme berechtigten Orts- grupoen sind zu einer besonderen Aussprache zwecks Verschmelzung alle in Deutschland bestehenden Vereinigungen des ambulanten Ge- werbes eingeladen.__ Eine dritte Reckarbrücke iu Heidelberg. Der Bürgerausschuß von Heidelberg genehmigte den Bau einer dritten Neckarbrücke. Der Kostenauswand für die Brücke, die eine Straßcnbreite von 20 Metern erhält, beträgt 1480 000 M.. wovon 300 000 M. aus R e i ch s m i l 1 e l n zur Verfügung gestellt werden. Die Brücke wird in Beton ausgeführt und erhält nur zwei Strompfeiler. Sie soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein und das westliche Industrieviertel Heidelbergs mit dem neuen Wohn- viertel rechts de» Neckars verbinden. Parteinachrichten für Groß-Serlin Cinfaibaagai ffit diese Statril si»d Berti» S« 68, Shriwattraftc 3. Het»■)» da» Bezirktseketariat. 2. Hat. 2 Tee», recht», p, richte». 2. tieei, Tieeaaete». Heute, Dienetaa, 25. ganuar,'W wir,»ffent- ßs Iick>e(JItMm>CTfaricht. Reuwabl der Abteilunnslettuna. Alle Senossinnen und«enosse» müsse» wo»» dar wichtigen Sagejocdsuae-ndadiuat«- 18. Abt. TV Obr bt Uta fmAoHi-SSUn, SuMienftr. 40. B-rt-aa de» ©enossen Stadtrat Otto gronk. Neuwohl der Akteilunasleltuna._ 17. Abr. TV Wr bei Schreiber. Triftitr. 63, Dorttaa:.Rttlalon und S-zra. Ii.-mus<' R-srrent Pfarrer Bleicr. Eilst- sind b-rzlichst ein-reladen <»«bt. 7 wr in der Schulaula Panlstr. 17. Bortra«:.Polittscho Taaes. fraaen". Referent: Ww-Im MielbI«. Reuwabl der Abteilunasleittin«. 16. Abt TV Uhr in der Erauen Schule. Sotenbureer Str. 2, Bortraa:.Die volrtiiche La««'. R-ser-nt Otto»i-ta. Reuwabl der Abteiiunaslertuna. Alle Genossinnen und Eenosscn müssen erscheinen. 28. Abt. 7V4 wr bei Wende. Kolonieitr. 117. Bottraat.Die volitlsch« La«. Rrserent Liadttat Willi KUbne. Reuwabl der Abteilunasleitunq. 21. Abt. 7 Vi wr im Schradcidaus. Malvlaouetttt. 14/15. Reuwtbl der Ab- 23. Ä�'wr'im oberen Saal von Saaenbeck. Seesir. 14. Eck« Müller sirasse. Reuwabl der Aiicilunasletuira. Erscheinen aller MttaZieder unbedlngt 24. wt.'�Ä�Wr Im Alterobeim Dmuiaer Sir. 52.«es»äfisb«richi. Reuwabl der Abteilunaslertuna. Alle Mitalieder müssen nnbedinot erscheinen 25. Abt. 7Vi wr im Werneuchener Schloss. Eck« Elbinaer Stt. Vor! rag: .Wobnunas. und Mieteriraacn". Referent Hermann � Lüdemann. M. d. L. Reuwabl der Adteilunqsleitun«. Einlass nur mit SBhtalitbsbüdwcn. 27. Abt. 7Vi wr goblabend« bei Meblbera. Eaudnitt. 5: Boadanowiti. Sonnenburaer Stt. l: Lenser.«op-nkaa-ner Str 37.� 28. Abt. 7 Vi Ubr bei Büttner. Echwcdter Str. 23 Eeschaftsberrcht und Reuwabl der Abteilunas.cituna und der Kreisp-rtteter. 68. Abt. 7Vi wr im Lebigenbeim Dappelallce 15. Dortroa: �Dw»ol'ttsch« Sjaue" Referent Tbeobar Äossur vom Allaemctnen Deutschen Beamtendund. Reuwabl der Abtcilunasleituno. Reuwabl der«reisdeleaiertcn. Achtunal Alle in der Woblfabr'>vfle« iätlaen Eenossinnen und Genossen'«eben de- Genossin Desenbcia ibre Adressen an. Erscheinen aller Mltoliedcr lit rni- bedinat erforderlich. Acktuna! Di« KunltionSre werden dringend acbeten. viinktlich bereits um 7 wr ebenda zu erscheinen. 31. Abt. Di- z«:, labende fallen aus. Dieselben fmden erst am, wetten Mrtt- 32.«St"iVi�* w;0 Cin'0 Schmidt» Gesellschaftsbau». Rcucfitfir. 86a. Iobres. dettcht. Reuwabl der Abieiluna-lertuna.«nttiwe. Das Erfchern-n samt- licher Mitchledir iss Pflicht._„ �.... � 33. Abt. 7 Ubr in der Schulaula Hobenlobeitr. 10. Iabresberichi und Reu. «abl der Abteilunoetleittm«. Samtliche Mitglieder müssen erscheinen. 34. Abt. Achtnna! 3 wr LichtbNdervortraa in den EomenrussZIe». Mcme.ec Strosse 67. Entrttt irei. Wir erwaricn«bl'eichen Besuch. 33. Abt. 74 wr in der Schule Samarrterstr 20. Bortta«:.Die volttifS-e La«". Rcf-'ent Gcara Raible. Reuwabl der Abteilunaslertuna. Jedes Mitalied mnss erscheinen.. �. 38. Abt. 74 wr in der Schule Strassmannstr. 5. Bortraa de» Senossea Sünemann. Reuwabl der Abieilunasleiwna. 37. Abt. 74 wr in der Passenbofer-Brauerei. Landsberqer Allee. Da«». orduuua: Sz-boesb-ric! t. Reuwabl der Abteilunasl-ittma. Mittcilun«». Di« Eenossinuen und'benossen werden ersucht, in Anbetracht der wich'!«« Toaesordnuim bestimmt und nünttlich zu erscheinen. SS. Abt. 64 wr in der Juristischen Svrechftunbe. Lindenstr. 3. wrchiiae ssunlti-närssssuna. Um 74 wr ebenda MitaNederversammluna. Dartraa: .Palästina-, Referentin Irma ssechenbach. 41. Abt. 74 wr bei Bader. Iü-erbaacr Stt. 7.««enLber der Kaserne. Iabresberickt und Reuwabl der Abtetlttnasleituna. 42. Abt. 7Vi Uhr in den Blüchersälen, Blücherstr. 51. Jahresbericht. Reu. wähl der Abteilungslettuna. Vortrag:.Demokratie in der Sozialdem». koatie- Referent Dr. Alfred Freund. Die Bezirlsführer laden ba. 43. wtt" 74�wr bei Rabe, Fichtcssr. 29, Vortrag:»Die alt- und die neue Schule". Rtt.-r-nt Rektor Schultz. Bericht und Neuwahl der AbterlureZ». 45. Abu""?4 Ubr in der Schule Rkichenberaer Strasse Eck« Farster Stirane Vortrag:.Sstückblick und Au-blrck". Neuwahl der Abterlungslertung. Er- schernen sämtlicher Miiglreder ist Pflicht... m 45. Abt. 74 Uhr gemeinsam« Abterlungsoerfainmlung b«, Wallen in«. Gor. litzcr Strosse 72, Borrra«:.Die, Kulturaufgaben der Sozialdcnwkratrc". Referent Siegfried Kawerau. Einnahme de« alten und Ausgabe des neuen MateriUs für die weltlich« Schule. All« Mitglieder müssg» un. Izedingt ersefieinLN.« 33. Abt. Ebarlotturburg. 74 wr Kablabende: 1. bis 3. Bezirk: Schmckkert. Erasmusstr. 2. 4. bis 7. Bezirk: Hutienstr. 25.- K.«b� 8. 8 wr gahlabend bei Eggert, Wallstr. 90.—�35. Abt..4 wr ber Joskowiack. Solssendarsistr. 20, Jahresbericht nnb Neuwabl der Abterlung,. lcituna Die Bezirksfeührer laden bestimmt«in.— 37. Abt. Achtung! Um 7 wr engere Borkiandssttzunq mit den Grupponwbrern bei Thunock, Wielaudsir. 4. Um 7� Ubr ebenda Mitgllederoersammlurm. Dortraa: �tlar zum Gefecht", Referent Stadtverordneter Adolph Hoffmann. Er» scheinen aller Mriglieder ist Pflicht. Gäste willkommen. 74. Abt. Keble Udorf. Die Mitglieder werden anfgefordert, am Mittwoch, abend» 6 Uhr, im Liveum, Schönower Str. 8,- in möglichst großer Zaijl 77. AbE�Äöneberg.� 74 wr bei Will, Mortin.Lutber.Straße«0. Bartvog: .Die voli tische Lage". Referent Regierungsrat Joachim. Reuwabl der «bteilungslcilung.— 78. Abt. 74 wr bei Rosenthal, Gbersstr. 66. Bor- trag-.Die politische Lage". Resarenl Dr. Karl Miere ndaess. Erscheine» sanitlich-r Mitglieder I« Pflicht. � � � K «.««. eickit-rs-ld«, 3 wr bei«ottum. Bäkestr. 7. Borttag de» Genosse» «utt Seiuia, M. d. R. Borstandswahlen. Porteiangelegcnheittn. Ber. Ichtedenes. Erkck�itwn aller Mitglieder tft Pflicht._ 88. Abt. Mari-ndzrs. 74 wr in der Echulaula.«aniastradc. G-nerglper. sammluna. Bortraa:.Die politische Lage". Referent Dr Kurt Löweirsttin. M d. R. Reu wähl der Abteilungsleitung. 128.030. Abt. Pankow. Die ßahl-bend- fallen umNändehalber aus. 134. Abt. Reinickendors-Ost 74 Uhr im Schützenhaus. R-stdenzstr. I, E«. schSit». und«astenberichi. Diskussson. Neuwahl der Abteilungslcitunz. Wahl der D-leglcri-n zur»reisvertreterversammluna und zum Bczlris- Parteitag. Abteilungsongelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Wir, erwarten das Erscheinen sämtlicher Mitglieder. * 9t Abt. Neukölln. Donner-ta«. de» 27. Januar, abends 74 wr, in den Passage- Festiälen, Bergstraße, Abteilungs-Mitgliederversammlung. Gr. scheinen eine»>eden Genossen ist unbedingt»riord-rtich.--.agesordnung: GeschästsberlSit. Kassenbericht. Aussprache. Neuwahl der Abtektungs- IcHuna Verschiedenes. Vorträge der Genossen Höline und Weigelt über besonders aktuelle Fragen Mitgliedsbuch ist am Eingang norzu.,«igen. 103. Abt. Eöpenlck. Donnersioq. den 27. Januar, abend» 74 Ubr. im Stadt. theater. Arn Wilhelmspiuss. Mitgliederversammlunq Bortraa:.Die polttischc Lage". Rcsercul Dr. Karl Mierendorff. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht.' Achtung! Elternbeiräte. Jede» Dienstag von 8—04 wr(6 Wendel Kursus für die in der Sliernbeiraisbewegunq tätigen Genossinnen und Genossen in der Soobienttöchnle. i»<ünme>si-rsti. 16,17. nahe Bahnhof Börse und Alcrander. platz. Beginn: Dienslag, den 1. Februar. HSrgcbühr l Mk. Erwerbslose srai! Zungsozialisten. Heule. Dienslag. 25. Januar: Spielgemein schast. 8 Ubr im Jugendheim. Lindenstr. 3. Probe. Gruppe Lichtenberg. 74 Uhr im Jugendheim, Parkaue 7,10. Ijährige Sründungsfeicr. Mustk. Rc-rtattunen... Gruppe Schöncbcra. 8 Uhr ,m Jugendheim, Hauptstr. 13, Oftmarkzunmcr, Lnremburg-Liebliiccht-Feier.„,... �. «t«bt. Steglitz,«indersrennd«. Nachmittag, von 4—6 wr Spielen im Jugendheim. Albrcchtstr. 43. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Schöneberg. Friedenau. Zstr alle: Lichtbildervortrag:.Das Ri-seng-birge". Arauenveranstaltungen am Millwoch. 26. Januar: 17. Krei». Lichtenberg. 74 wr im Lokal Albrecht, Botzhagener Strasse«2. Ecke Reue Babnhofstraße, Partrag:»Die Frau im Eberecht". Rcferrut Rechtsanwall Dr. Alfred Oborniter. 141. Abt. Rosenthal. 74 Uhr bei Epmeler, Hauptstr. 13, Bortrag:.Hygiene des täglichen Lebens. Referentin Dr. Käthe Frankenthal Sterbetafel öer Groß-Serliner Partei.-Grganifation � IZt Abt. Blankenburg. Am Freitag, den 21. Januar, verstarb unser Genosse Pruß. Beerdigung heut«, Dienetag, den 23. Januar, nachmittags 2 Ubr aus dem Gemeindefriedhof in Blankenburg. Wir bitten um recht zahl- reiche Beteiligung. kannst faggou jiewfafi ve/täfttote rfuayeäe hrott cJ*e sf-HtwarfT trttdt MWUHMt Atwf (uhU Aeü ea obe /Ukc�te frauU fyvuiw Wfr b&kfrtttQMn'(�HUedeu�. wdvvfi fruefv-cUf&KOUH Atem,. dlenstag 2S.Ialluar 1927 Unterhaltung unö ANissen Seklage öes vorwärts Gnadenbrot. Von Henrik Ponkoppidan. Eines Nochmittags gab es ein großes Schauspiel in dem engen Weg hinter dem Teich, wo vier bis fünf schwarze Häuslerkabachen unter dem Schulhügel in einem Haufen zusammen liegen. Der Anlaß war gewichtig genug: Stine Bödkers sollte in den gasten". Das ist die volkstümliche Bezeichnung für das große, neu- errichtete Armen- und Arbeitshaus des Kreises, das den Stolz und Schmuck der Gegend bildet. Man kann sich auch schwerlich etwas denken, was so wenig an die alten schmutzigen und stinkigen Ge- baude der Armenhäuser erinnert, wo man in allen Tagen die Leute aufs Geratewohl zusammensteckte und sie noch eigenem Gutdünken leben lieh. Ganz königlich liegt die„Anstalt" aus der Spitze eines buschwerkbewachsenen Hügels, nach dem Fjord zu— rn rot und grau gemauert— mit Spitzen an den Giebeln und dem Nomenszug der Majestät, der in Gold auf blauem Grund über der Eingongstür strahlt. Fremde, die dort vorbeikommen, werden es sicher für nichts Ge- ringercs hallen, als ein königliches Zuchthaus oder dergleichen, und mehr als ein nachdenklicher Beschauer, der. sich innerhalb der nögelgespickten Plante hineinwagte und das mächtige Treppenhaus, die Heizkörper und die dekorierten Decken betrachtete, hat bedenklich den Kopf geschüttelt und im stillen von Uebertreibung gesprochen. Er müßte denn gerade in einen der großen Säle hinauf- gekommen sein, wo die Insassen reihenweise unter den Fenstern sitzen und Binsenmallen flechten und Körb« binden, Männer und Frauen für sich m je einem Flügel. Der Anblick solcher alten. lebensmüden Menschen, denen das Dasein nichts mehr zu bieten hat, ist immer unheimlich— besonders wenn der lange Kummer des Lebens ihnen schon, wie hier, tiefe Spuren der Vernichtung aufgeprägt hat. Es sind die verbrauchten Kräfte, die verkommenen Existenzen, die aus den Hüllen und Höhlen des Bezirks hier zwischen diesen 'Mauern gefammell waren, wenn die Hand zu schwach geworden und der Rücken zu krumm, um noch länger die Bürden des Lebens zu tragen. Sie sitzen jetzt hier eins in der Tracht wie Geschwister, und so gut gekämmt und gewaschen, wie sie sich nie hallen träumen lassen— aber zugleich so sonderbar still und nachdenklich, als ob auch schon die Cwigkell für sie angefangen hälle in diesen großen, feierlichen Zdaumen. wo das Licht von den hohen Fenstern mll fast überirdischem Glanz hineinstrahlt und schon das geringste Husten oder Räuspern ein Echo unter der Decke weckt wie in einer Kirche. Stumm und andächtig bewegen sie ihre krummen und steifen Finger, befestigen sie das Band im Stroh, knüpfen es und ziehen es an. Stunde für Stunde mit mechanischer Regelmäßigkeit— nur dann und warm erschreckt durch das Geräusch der knirschenden Morzenschuhe des Inspektors, der die Treppen heraufkommt. Dann geht ein Lnostücher Ruck durch die Rechen. Und wenn seine große Gotivatergestalt in der Tür erscheint, ducken sich die alten Köpfe nöch einen Zoll tiefer über die Matten..—...... Das einzige, was eine etwas belebend« Abwechslung in die Einförmigkell des langen Tages bringt, ist das Läuten der Eßglocke. Sobald diese erschallt, stehen alle auf, bürsten sorgfältig die Stroh- rcste vom Schoß auf den regelmentmäßigen kleinen Haufen auf dem Fußboden und gehen auf den Treppenflur hinaus, wo sie von einem Auffeher in Reihen zu zwei und zwei geordnet werden. Auf ein gegebenes Zeichen marschieren sie hierauf zur Küchen- luke hinunter und bald darauf wieder hinauf, jeder mit einem Topf vorsichtig zwischen den Händen, die erstarrten Züge scheinbar auf- getaut von dem lebendigen Dampf, der ihnen in die Nase steigt. Morgens besteht die Mahlzeit aus einem halben Tovf gekochten Wassers— man nennt es osfiziell Bier— und einem Viertelpfund getrockneten Roggenbrotes, das sie ausdauernd und begierig mll den zahnlosen Kiefern bearbeiten, nachdem sie es fleißig im Master aufgeweicht. Mittags gibt es Milchsuppe und einen Hering oder grüne Kohlsuppe mit Wurzeln und Kartoffeln— sowie den Dust vom Beefsteak des Inspektors, wenn sie bei ihrem Töpsemarsch insgeheim einen Augenblick vor der Tür der Privatküche stehenbleiben. Der Speck ro-.rd zur Vesperzeit gereicht, zuoleich noch eine Scheibe trockenen Roggenbrotes und ein halber Topf verdünnter Milch, wobei die Aufsicht eine Runde durch die Stube macht, um nach- zuseben, daß nichts Ueberflüstiges verschüttet oder versteckt wird. U eberhau pt geht alles mit einer Genauigkeit und Ordnung vor sich, die man mustergültig nennen muß. Von morgens 4 Uhr, wo die Insassen aus den Betten aufgestöbert werden, bis zu der regle- mentiertcn Abendmusterung, wo unter anderem die Tagcsarbell abaeschätzt und beurteilt wird, herrscht eine Pünktlichkeit und Disziplin, die In keiner Rekrutenkaserne bester sein kann. Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Fixigkeit diese alten, schivachkövfigen Mmschen überall und bei jeder Gelegenheit ikne Plötze zu finden willen und ihre Pflichten erkennen. Selbst He widersvcnstigsten Gemüter und unvernünftigsten Sonderlinge— und wo findet man sie häufiger als unter gebrechlichen Alten'— werden im Laufe von vierzehn Tagen zu den gefügigsten Gliedern im Mechanismus des Ganzen zurechiqeschliffcn und zeige» sich gleich am ersten Ausaangs- sonntag der Uinwelt mit jenem nicht wiederzugebenden Gemein- gevräge stumpfer und reingewaschener Zahmheit, der sie alle voll- auf so gut charakterisiert wie die einheitliche, graue Friestracht selbst. __(Schluß folgt.) Die Opium- unö Gewürzkriege. Bon Dr. M. Wächter. Kürzlich ist es gelungen, wie die Zeitungen berichteten, eine internationale Bande von Rauschgiftschiebern festzunehmen, die einen schwunghaften Handel mll Opium, Kokain usw. unerlaublerweise getrieben haben. Seit Bestehen der Opiurii'ominission des Völker- bundes, die vor wenigen Tagen wieder zu Verhandlungen zu- sammengetreten ist. unterliegt der Handel mll Rauschgiften einer peinlichen Kontrolle, und die Staaten Bolivien, China, Deutschlaich, Frankreich. Großbrllarmien. Indien, Italien. Japan, Jugoslawien. die Niederlande, Po-llugal und die Schweiz führen einen energischen Krieg gegen den Mißbrauch aller Betäubungsgift«. Das erweckt lebhost die Erinnerung an die Zeiten, da man die blutigsten Kriege nicht gegen die Gifte, sondern gegen Menschen um die Gifte führte. In Indien wurde früher die Hauptmenge von Opium gewonnen, und von den Engländern wurde das Rauchovwm besonders nach China in gewalligen Masten ausgeführt, so daß das Laster des Opiumrauchens in China zu einer nationalen Gefahr wurde, Riesensummen iür Opium dem Lande verloren gingen und der Einfluß fremder Kaufleute in China stark vermehrt wurde. Man erließ ein Einfuhrverbot gegen das Opium, das aber nichis nützte. Endlich entschloß sich die Regierung am IL. März 1839, allen fremden Kauf- seiii-m zu befehlen: sämtliches vorhandene Opium binnen drei Togen Eingelappt N „lieber dtes gewaltige hiaöerals werden die Veutfihuationaleu nicht hinwegkommend auszuliefern. Das half: 1 227 000 Kilogramm Opium wurden abge- liefert und ins Meer versenkt.— Um den Einfluß der Ausländer weller zu verdrängen, wurden englische Waren überhaupt boytolliert, ähnlich wie wir es gerade heutzutage erleben, und lln Dezember 1839 wurde schließlich jeglicher Handel mll der englischen Ration verboten. Daroushin erklärte England den Krieg, der für China ungünstig aus- ging, und mll dem Frieden von Nanking 1843 beginnt die Herr- schaft der Engländer in China: der fremde Kaufmann wurde aus einem geduldeten ein berechtigter Einwohner des chinesischen Reiches. Für dos vernichtete Opium wurden 6 Millionen Dollar Schadenersatz verlangt. Das war das Ergebnis des ersten Opiumkrieges. Ein zweller Opiumkrieg brach im"Jahre 18S6 aus; er endete mll einem Vertrage, nach dem eine unbeschränkte Einfuhr von Opium nach China gestallet wurde. Spätere Versuchs, den Handel in einem China günstigen Sinne zu regeln, mißlangen, aber trotzdem sank die Einfuhr, da inzwischen China selbst Opiummohn anbaut«: was daick der Ausbreitung des Opiumrauchens viel einträglicher war als der Anbau von Getreide.— Die Chinesen haben das" Opiumrauchen überall m der Well verbreitet, und wo es Chinesen gibt, gibt cs auch Opiumhählen, in denen sich die Männer dem Genüsse dieses Rauschgiftes hingeben. Das Rauchen selbst ist zu einer ziemlich umständlichen Prozedur geworden, und die Herstellung der Opium- pfeifen in ihren verschiedenen Formen macht dem kunstgewerblichen Geschmack der Chinesen. Perser und Inder alle Ehre. Die brutale Offenheit, mll der lediglich des Gewinnes wegen diese Opiumkriege geführt wurden, ist ebenlo beschämend für die Kulturmenschen wie der Sktavenhandel, der Handel mll„schwarzem Elfenbein", wird aber well in den Schatten gestellt durch die Bni- talllcll, mll der besonders die Portugiesen ihr«„Gewürztriege" führten.„Wir glauben, in dem Kaufmann, der die neuen Länder entdecken half, einen Pionier der Kultur zu sehen, während in Wirk- lichkell durch das Geld der Äausleuie und die Habgier der Regicrun- gen unter der scheinheiligen Devise der Verbreitung des Christen- tums die schlimmsten Mordtaten verübt wurden." So schreiben die bekannten Berliner Phannakagnosten Professor G i l g und Dr. S ch ü r h o f f in ihrem kürzlich erschienenen und auch für weitere Kreise interessanten Buche:„Aus dem Reiche der Drogen". Die Enldeckimg des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama im Jahre 1497 war der Auftakt zu den„Gewürzkriegen", wie die entdeckung Amerikas der Anfang der Ausrottung aller Kulturen in Südamerika und Mexiko war. Vor Entdeckung des Seewegs uni das Kap der guten Hoffnung lag der Handel Ind'ens— soll Jahrhunderten— besonders in den Händen der Mohammedaner, die indische Gewürz«, vor allein Pfeffer, Nelken, Zimt, Ingwer und Muskatnüsse, über Aegypten ans Mittelmeer brachten. Die Mo- hammedaner am Mittelmeer waren die grimmigsten Feinde der Por- tugiefen. und das mutzten sie nun in Indien büßen. Die Portugiesen errichteten Lagerhäuser in den indischen Hafenstädten und oerständen es, durch das brutalste Vorgehen gegen die olleingesessenen Kauf- leute. Verbrennen ihrer Schiffe, Beschießung der Städte und Nieder- inetzelung der Bevölkerung, sich schließlich das Gewürzmonopol zu verschaffen. Im Jahre 1602 beteiligten sich zum ersten Male auch deutsche Kaufleute, die bekannten Welser. Vöhlin u. a. mll Kapital und Schissen an einer portugiesischen Expedition und legte» damit den Grund zu ihrem großen Vermögen. Im Anfang des 17. Jahr- Hunderts wurden die Vortugiesen zum großen Teil durch die Nieder- länder verdrängt. Diese waren, vom Verkehr mll Lissabon, dem Stapelplatze der indischen Waren, ausgeschlossen, und so suchten sie sich selbst einen Weg nach Ostindien. Auch die Niederländer de- fleckten ihren Handel m't Blut zur höheren Ehr« Gottes. Sie brachten vor allem den Neltenhandel in ihren Bssitz und verboten überall das Anpflanzen von Neltenbäumen, um durch Rationierung des Anbaues die Preise hochzubalten.„Am furchtbarsten wütete im Auftrag der Siebzehner, d. h. der Regenten der Holländischen Compagnie, der„Henker der Molukken", de Vlamina. Diele Millionen von Nelkenbäumen wurden damals„mit Gottes Gnade" verwüstet und 63 000 Eingeborene allein auf der Jnsdgriippc um Amboina ermordet."— Die Verfasser unseres Buches werfen die Frage auf ob nichr die reichen Kaufleute,„von denen die Fugger usw. in Augs- bürg mll dazu beitrugen, den Mord zu kapitalisieren, mit größerer Berechtigung den Namen Räuber und Mörder" verdienen als die viel geschmähten Raubritter,„die nur das taten, was wellliche und geistlich« Obrigkeit von jeher als ihr Recht angesehen hat". Die Zwongskultur der Gewürznelken dauerre bis 1863. bis die Franzosen aus den Inseln Reunion und Mauritius die Nelken- und Muskatnußkullur einführten. Künstliche Unfruchtbarkeit öer Zrau. Aus Innsbruck wird uns geschrieben: Eine neue Entdeckung erregt außerordentliches Interesse in der medizinischen Fachwelt. Dem Innsbruck«« Professor Dr. Haberlandt ist es nach mehr- jährigen Versuchen an Tieren gelungen, die Unfruchtbarkeit nicht trächtiger Tiere durch Uebertroauna von Eierstöcken trächtiger Tiere herbeizuführen. Wenn diese Entdeckung ebenfalls auf die Menschen übertragbar ist. dann wird ein Problem von weit- tragender Bedeutung gelöst. Pros. Haberlandt äußerte sich Presse- Vertretern gegenüber, daß eine Uebertragung auf Menschen selbst- verständlich Erfolg« habe, natürlich seien die ersten Ergebnisse noch wenig zufriedenstellend, denn bisher konnte man noch keine wirk- lichen Versuche an Frauen anstellen Aber das Unfruchtbar« machungsprinzip durch Uebertraauna von Eierstöcken trächtiger Tiere auf nichtträchtige weibliche Tier« gelte ebenio für Frauen. Pros. Haberlandt kam dadurch zu der Entdeckung, daß er Beob- achtungen an solchen Deren anstellte, di« von trächtigen Tieren Eierstöcke eingepflanzt bekamen, und auf einmal die Lefruchtungs» fähigkell verloren hallen. Diese künstliche Sterilisierung durch Einpflanzung von Eierstöcken trächtiger Tiere war nur vorübergehend. Nun untersuchte Prof. Haberlandt die inneren Zusammenhänge dieser hochwichtigen Erscheinung im Sexualleben der experimentell behandelten Tiere. Da kam er zu dem Ergebnis, daß der sogenannte „gelbe Körper" als Drüsenprodukt der abgestoßenen Ovarien bei Einpflauzung und Uebertragung auf ein nichtträchtiges Tier Un- sruchibarkgu hervorrufe. Diese zeitwellige Unfruchtbar- keitswirtung durch Uebertragung könne allerdings nur mll den„gplben Körpern" trächtiger Tiere erreicht werden. Auch der Muttertuchen dieser trächtigen Tier« besitze dieselbe Unsruchtbarkells- Wirkung. Di« Sterilisierung wird nicht nur durch Jnji- zierungen sogenannter Organpräparate erreicht, sondern auch durch Einführung voi� tablellenarttgen Präparaten in die Mundhöhle des Versuchstieres. Sollte die Entdeckung Prof. Haberlandte aus den ersten Versuchs- stadien heraustreten und auf ihre Bedeutsamkell an Mensche» experimentell erprobt werden, dqnn gelangt die Menschheit bei poslliver Wertung der Entdeckung zu einem heroorragentSn eugenetischen Mittel. Da durch die Experimente an Tieren bisher keine nachteiligen Folgen für die weller« Fruchtbarkeit festgestellt werden konnten, glauhz man ebenfalls bei Anwendung auf Menschen keine nachteiligen gesundheitlichen Folgen befürchten zu müssen. * Wer aber glaubt, daß die neue Entdeckung, die für das sexual- hygienische Leben der Frauen von außerordentlicher Wichtigkell werhey.�ann, von allen Kreisen der Bevölkerung freudig begrüßt würdet rechnet nicht mll dem Muckertum der den§ 218 mit Leib und Seele oerteidlgenden geistlichen und vermuckerten Juristen und seltsamen VeoölkerungspolUikern, die lieber ein Geschlecht von Krüppeln heranwachsen lassen, als ein kernhaftes, gesundes und leistungsfähiges Geschlecht. Grundsatz des bekannten Jnnsbrucker Physiologen Haberlandt war gerade die Auswärtsentwicklung des mensch- lichen Geschlechtes, war die Regelung der Nachkommenschaft noch eugenetischen Gesichtspunkten. Nicht zahlenmäßig viele Kinder sollen gezeugt werden, sondern voll- und hochwertig« Kinder. Dieser selbstverständliche bevölkerungspolitische Grundsatz könnte nun durch die epochal« Entdeckung Haberlandts in der Praxis verwirklicht werden. Aus den Gesprächen mll Prof Haberlandt ergab sich, daß er die Anwendung des neuen Mürels zur zellweiligen Unfruchtbar- niachung nicht jedem freistellt, sondern diese Anwendung nur durch einen Arzt vornehmen lassen will. Auch könnte nicht jeder Frau der Wunsch nach Unfruchtbarmachung erfüllt werden, wenn nicht ganz bedeutsame, gesundhellliche, ethische, sexual- hygienische und soziale Gründe vorliegen. Sollte sich die Entdeckung in ihrer Wirkung auch auf Mensche» bewabrhciten. dann müßte erst ein harter Kampf um Anwendung des neu entdeckten Unfruchtbarkeitsmlltels geführt werden. Die Gegner des 8 2l8 werden alle geschlossen auftreten und einen wüsten Kampf gegen die hormonale Sterilisation führen. Ein neues Museum in Venedig. In der Lagunenstadt, die bereits über so zahlreiche Museen und mit Kunstwerken angefüllte Kirchen und Paläste verfügt, ist jetzt eine neu«, großartige öffent- lichc Kunstsammlung eröffnet würden. Es ist das Neue Museum in dein Ca Doro, den,„Goldenen Haus", wie der Palast des neneziernischen Patriziers Marin Contarim wegen seiner ver- goldeten Fassade genannt wurde. Dieser wundervolle Palast, der zwischen 1421 und 1434 gebaut wurde, war im Zustande des völ- rigen Verfalls, als der verstorbene Baron Franchetti, ein reicher Venezianer und großer Kunstsammler, ihn im Jahre 1894 erwarb. Es wurde sofort mit einer umfassenden Wiederherstellung be- gönnen: der Marmorschmuck der Fassade, die herrlichen Skulpturen des Hofes, die Mosaiken— alles wurde in alter Pracht hergerichtet, und nun entstand in dem Eigentümer der Gedanke, dieses herrliche Gebäude zum Heim kostbarer Kunstwerke, besonders solcher von venezianischen Meistern, zu machen. Während der Wiederher- stellungsarbeiten legte Franchetti bereits den Grund zu einer groß- artigen Kunstsammlung, indem er unter anderem so hervorragende Werke, wie den heiligen Sebastian des Mategna. die Venus mit dem Spiegel von Tizian, ein Porträt des van Dyck und viel« Ge- mäld« der umbrischen und tostanischen Schulen erwarb. So fanden sich in der Ca Doro allmählich Kunstwerte zusammen, die ein ganzes Museum darstellten. Als das„Goldene Haus" wieder hergestellt und mit so wunder- vollen Kunstwerken geschmückt war, erklärte Franchetti 1916, er wolle das Palais und die Kunstwerke dem Staat schenken, wenn dieser sich zur Erhaltung bereiterkläre. Um die Lichtoerhältnisse für das neue Museum günstiger zu gestalten, wurde das kleine Palais in der Nachbarschaft erworben und einer seiner Flügel niedergelegt. Die Stadtbehörden ließen In die Ea Doro die seltene geschnitzte gotische Treppe überführen. Ms Franchetti 1922 starb, änderte dies nichts an den Plänen. Nunmehr ist die Eröffnung als Mussum erfolgt und Venedig ist um eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges reicher, in der sich auserlesene Kunstwerke in einem wunderoollen Rahmen darbieten. Trockewnost. Wie Trockenmilch gibt es jeht auch Trockenmost. Nach«ineiz Bericht der„Umschau" habe» zwei ungarische Gelehrte «in Trockenverfahren ausgearbeitet, durch das der Most zu einem feinen Pulver wird. Dieses Pulver löst sich leicht in Wasser auf und besitzt alle Eigenschaften des frischen Mostes, dasselbe Aroma, denselben Geschmack, denselben Vitamin- und Zuckergehalt. Der Trockenmost läßt sich leicht vergäre» und unbeschränkt« Zell auf- bewahren. Sport unö Geschäft. Im bürgerlichen Sport wird gegenwärtig ein scharfer Kampf um die Amateur frage ausgefochten. Nachdem die französische Tennisweltmeisterin Susanne Lengle» ossen zum Profesfio- nalismus übergegangen ist, haben die zum Berufssport neigenden Rekordmänner und'frauen sich des öfteren renitent gezeigt gegenüber den strengen Bestimmungen der Amateurverbändc. In Deutschland hat der Kanalbezwinger B i e r k ö t t c r gegen den Stachel geleckt; er will in Amerika an Konkurrenzen teilnehniea, bei denen es Geld zu verdienen gibt. Das verbietet ihm der Deutsche Schwimmerbund, und Bierkötter will sich deshalb zeitweilig von chm trennen; er hofft, später wieder in Gnaden aufgenommen zu werden, wenn er rühm- und goldbeladen aus Dollarien zurück- kehrt. Der Zug nach dem Westen ist gegenwärtig bei allen Promi- nenten zu beobachten, besonders bei kieir Leuten vom Film. Nach dem Gelde drängt eben alles. Vom Standpunkt des Arbeiterfporllers drängt sich die Frage auf: Was ist besser: offener oder verkappter Be- r u f s s p o r t? Den letzteren haben wir schon seit Iahren. Be- sonders im Fußballsport ist der K a u f guter S p ie l e r cm der Tagesordnung, dafür haben ja unlängst erst einige Vorkommnisse in Sllddeutschland unanfechtbare Beweise geliefert. Diese Unsitte ist nicht einmal eine Errungenschaft der Nachkriegszeit, konnte man docb schon vor Jahrzehnten in jeder Nummer der„Deutschen Turnzeitung" Inserate sehen, die guten Turnern bevorzugte Stellung anbaten gegen Ucbernahme von technischen Funktionen im Turnverein; ent, sprechende Freizeit wurde oft zugesichert, cheutc sind gute Spieler für einen großen Fußballverein nur gegen Zusicherung wirrichaftliclKr Vorteile zu haben; sogar die Zahlung von Alimenten innß über- nommen werden. Die großen Kanonen des Schwimmsports und der Leichtathletik erhalten bei ihren Weltreisen so hohe Spesen, daß sie einen Beruf kaum noch auszuüben brauchen. Gegen solche Zustände scheint uns der offene Berufssport ehrlicher zu sein. Prüft man die Frage ganz sachlich, dann liegt auch gar kein Grund vor, einem Sportler das zu verargen, was jedem Künstler erlaubt ist, nämlich aus seinem Können einen Erwerb zu machen. Im bürgerlichen Sport ist man auch nur aus dein Grunds gegen den Berufssport, weil die bezahlten Leute im Weit- kämpf mit reinen Amateuren im Vorteil sind. Man kann dos vcr- stehen, was hindert aber die Verbände, für Berufssportler besondere Klassen zu schaffen? Man komme doch nicht mit moralischen Einwänden, an solche können wir beim bürgerlichen Spart in diesem Punkte nicht glauben. Und dann sehen wir nicht ein, daß man auf der einen Seite den Berufsboxern und den Sechstaqehelden Kränze flicht, während man den Großen des„Volkssports" das Geld- verdienen verargt. Die Folge wird fein, daß diese Leute dem Sport ganz verloren gehen. Früher gründeten sie ein Geschäft und ver- kauften Sportartikel. Damit ist heute nichts mehr zu machen. Der Film kann auch nicht viele ernähren, und nur wenige find dazu brauchbar. Der sogenannte bürgerliche Beruf aber läßt den: Promi- nenten nicht die nötige Zeit zum Training, unr in Form zu bleiben. Sa trifft das Verbot des Startens gegen Honorar eigentlich, nur die armen Teufel, während der Sohn besitzend« Eltern alle Mittel für fein sportliches Dasein im reichsten Maße zur Verfügung hat. Für den Arbeitersport hat die Frage nur theoretisches Inter- effe, denn bei ihm sind kapitalistische Interessen nicht im Spiel. Wohl ist schon mancher von seinen hervorragenden Leuten zur Varietebühne gegangen, um sich als Artist ein kümmerliches Brot zu oerdienen, aber zu den kapitalistischen Veranstaltungen zur lieber- bietung der Weltrekorde drängt sich kein Arbeitersportler. Kommunistischer Unfug in der Leichtaihletik. Die Leichtathletikoereinigung des 1. Kreises des Arbciter-Turn- und Sportbundes hat sich auf ihrer letzten Jahresversammlung den berühmten kommunistischen Parolensabrikamen Sänger zum Vorsitzenden gewählt. Dieser angenehme Mitbürger begann seine Tätigkeit damit, daß er die sozialdemokratische Presse boykottierte und dafür die„Rote Fahne" und die halb kommunistische, halb bürgerliche„Welt arfi Abend" als alleinige Publikationsorgane be- nutzte. Der„Vorwärts" hat dieses Treiben bereits richtig gekenn- zeichnet, worüber Sänger und seine Trabanten natürlich sehr erbost Und. Bei ihren Schreibübungen in der„Roten Fahne" verraten die Herrschaften indessen mehr als sie wollen: jeder objektiv denkende Arbeiter merkt ohne weiteres, woher der Wind weht. Die Sänger und Konsorten sind nichts weiter als b e ft e l l t e Z u t r e i b e r der KPD.; sie mißbrauchen den Arbeitersport für ihre Parteizwecke. Diesem Treiben wird ein Ende gemacht werden; das miiisen sich die Kostgänger der Münzstraße merken. Lange genug hat die sozial- demokratische Arbeiterschaft sich diesen Spuk angesehen; jetzt ist ihre Gsduld zu Ende. » In� einer Zuschrift an uns hält der Vorstand und der in, .Vorwärts" charakterisierte.Pressewart" der Leichtathletikoereini- aung an seiner Behauptung, er hätte uns mit Material zum Hallen- sportfest beliefert, fest. Lügen werden dadurch nicht wahr, daß man an ihnen festhält. Im übrigen bleibt es bei der Feststellung der .Roten Fahne", daß der„Vorwärts" boykottiert- wurde! der Hauptsache das geringe Vertrauen der Sporller. Das Sportfest muhte also zum nächsten Sonntag mit Schnee verschoben werden. Die 20 Genossen und Genossinnen sowie die Gäste, die sich ein- gefunden hatten, sind voll auf ihre Kosten gekommen. Die Schnee- läge reichte vollständig für Uebungen an den Hängen aus, so daß. alle einen Sonnentag auf den Brettern verlebt haben. Am kleinen Hügel wurden sogar acht Sprünge gestanden, allerdings war nach dem fünfzehnten Sprung der Schnee weggefegt.— Am nächsten Schncesonntag wird es bester. Schwimmfest ües 1. Kreises.' Eine neue Bundesbcstzcit.— Neue Frauenreigcn. Bei gutem Besuch wurde am Sonntag das K r ei s s ch w i m in- fest mit einer Ansprache des Bundesoorftandsmitglieds Genossen B u ck eröffnet. Flott wurde das Programm abgewickelt. Es zeigten sich aber viele Lücken im Startfeld, die Vereine sollten mehr auf die Jnnehaltung der abgegebenen Meldungen sehen. �Von auswärts waren Schwimmer aus Eberswalde, Wittenberge, Sprcmberg und Finsterwalde erschienen. Hart wurde in vielen Konkurrenzen um den Sieg gerungen, und während„Freie Schwimmer Neukölln" die Staffeln in der Männerklasse für sieb buchen konnte, gelang es „Vorwärts" in Klaffe L und bei den Frauenstaffeln den Sieg zu erringen. Während Neukölln die wd blieb« Iugendlaoenstafettc gewinnen konnte, bewiesen„Welle" und..Weißeniee", daß sie in der männlichen Jugend über guten Nachwuchs verfügen. Bemerkens- wert ist das gute Abschneiden von Schleiernick-Svrembera im liXl-Meter Bruslschwimmen für Männer der Klasse A. Im weiblichen Iugendfreistilschwimmen über lOO Meter gelang es F r o h n- Neu- kölln in neuer Bundeshestzeit 1.28.4 zu siegen. Ein Frauenkun st reizen mit Wertung, den„Welle" für sich buchen konnte, fand außerordentlichen Anklang beim Publikum. Während der Sieger durch gute Ausführung der Figuren glänzte, zeigten„Freie Schwimmer Neukölln" neue, ineinander übergleitende Bilder. Die Frauen der„Freien Schwimmer bforden" bewiesen da- gegen, daß es auch im Kunstreigen noch andere Wege gibt als die bisher gebräuchlichen. Im Springen der Männer sah man manchen guten Sprung. Für Vereine ohne Winterbad und andere Sparten waren ebenfalls Wettkämvie vorgesehen, in denen auch scharf um den Sieg gerungen wurde. Zwei Wasserballspietee, Spremberg— Finsterwalde und Weißensee— Neukölln, beendeten das Fest. Im ersteren siegte Spremberg mit l;0, im zweiten nach reichlich bortem und sehr. körperlichem Spiel Weißensee mit ltl: 3(Halbzeit 5: 2), die augenblicklich keinen ebenbürtigen Gegner haben dürften. Nachstehend die Resultate; Mäicntt-Lcarnslasit e 4X1»» Meter: 1. Borwärts- Berlin 5,51. Männer. Seiteschmimmen 101 Meter, Malte X: öllifdcr, Boewilrts, 1.22.1. Männer, greistcllihniimm»'' 1K) Meter für Vereine otine Minterbn», lind andere Snaeten! 1. Rakelmann. greie Turner Neukölln. 1.28.2. Männliche?«a-nd. Laxenetarette 4X5» Mete«: 1. WcHe-Terliu, 2,11. zrauen.Trus>schn>cmmcn 1»» Meter: 1. Beer, !7reie Schinennncr Neukölln. 1,45. Männc-.?reillils>d>nimmrn 10» Meer. Alaisc-X: 1. friiifc, Neukölln. 1,07,2. Wcibli»« Iunend-Saoenstaiette 3X50 Meter: 1. Neukölln. 2,10,2. Männer. La qenCta fette t- 50 Meter. Alteraklage Uder 35 Zach-c: 1. Neukölln. 2.58.4, Mönnerbrnslftafcttc 4X50 Meter fjir Verein« ohne Winterbad und andr-e Sparten: 1. CTrdc Ecknnmneer ckrkn»- 3.00 3. Männer.Hrnlls-breimnnn 100 Meter«klalle A: 1. Sanece. Welle 1.28. Männliche auftend-Brnftstafette 4X50 Meier fjir Vereine ohne Winterb-b und andere Svarfen: 1. Freie Turn, cm 5 Spartnerri>C!.onna Nouc-wes. Z,i3.4. Frauen- TreiCtlllchwimenen 100 Meter: 1. D. Bern.. Nörwärts-Bedgn. 1,45 Frauen, finngrciqcn: 1 Welle-Deilm, XH Punkte. Männer-Laaenttafet'« 4X100 Meter, Klaffe A: 1. Neukölln, 5,21.. Mönner-Freistilfchniimwen 100 Meter. Klaff« N: 1. Derff-Bornrärts, 1,1(5. Weibliche» Zneeud-Vrnstsch'nimmecc 100 Meter. 14 bis 10 Zabre: 1. Wenrel-Nenkölln. 1,52. 16 Iii« 18 Iabre: 1. Fr-bn-Nenkölln. 1.45, Männliche znaend.Vruftftitfette 4X100 Meter: 1, Weinensee, 5 30, Männer» BruCtfchininimcn 100 Meter für Verein« ebne Wintr-b-n«ab anbere Spa'ten: 1 Slubbenlnznen-Witienberoc. 1,35.4. Männer, Rückenlibniimmen 100 Meter, p'aff« X: 1. Frabn. Neukölln, 1,21, Männersnrlnaen, Klaffe A: 1. Krobcl-Nen kölln, 3315 Vunftc. Franen-Bruststazette 4X50 Meter: 1. Varwiirts-Berlin 3,26. Weibliches Annend-FreiftiN't'nimmen 100 Meter: nl 14—15 Aoftre: 1. Nleinkc. B-rwärt". 2.13.4. h) 16—18 z-chrr: 1. Frebn-Nru kölln. 1,28,1. Skrcffentauchen, Männer, 50 Mrkee: x Mafor- Vorwärts. 40,4 Sek, besonders sichere, neue Fahrweise wird gefunden: Die Telemark- kauertechnik, die in tieferer und bequemerer Lage als die übliche Sitzhocke zwangloses Schwingen ermöglicht. hallenfporkfest in Magdeburg. Am 13. Februar findet in der Halle.Land und Stadt" in Magdeburg das vierte Hallensportfest des Arbeiter-Turn- und Sportoereins Fichte, Magdeburg, statt. Die L-ichtathletiksparte des ersten Kreises. Arbeiter-Turn- und Sportbund, ist zur Teilnahme eingeladen. Di« Ausschreibung für die Wettkämpfe ist bei Hurtig, Berlin SQ.. Skolitzer Straße 59a, erhältlich. Der Wasseriportbezirk der„Freien Turnerfchask Groß- Berlin� teilt mit: Die Recht- und Schutzlosigkeit als Bootfahrer auf dem Wasser, das dauernd« Hinaufschrauben der Bootstandmieten, alles das hat die Turner innerhalb des Zentralvereins der Frelen Turnerschaft Groß-Berlin veranlaßt, sich als Wafsersportbezirk fester zu organisieren. Die Riege ist Mitglied der Sparte der freien Ruderer und Kanusahrcr im Arbeiter-Turn- und Sportbund. Mi! ihnen stehen wir mm in Front gegen den bürgerlichen Wafserspon, So können wir uns frei entwickeln, auch Richtturner können bei uns Wassersport treiben Unsere Bootstandmieten können wir so ob- schließen, daß sie für den Arbeiter tragbar sind. So kiaben wir jetzt schon drei Stützpunkte zur Verfügung: Reue Mühle bei Königswusterhausen und Schmöckwitz im Osten, und � e g e für die Havelgewäller. Bon dort kann jeder lsportgenois« die Schönheiten der Wasserstraßen und seinen Sport auskosten. Iegl sind wir noch in der Lac�e, freunde unserer Bewestung bei uns einzureihen, auch Ansängern stehen wir bei Dootskäufen gern mit Rat zur Verfügung. Näher« Auskunft bei Alfred Kind, Berlin SW 29, Mittenwalder Straße 30. Finnland für Amsterdam 1928? Die Meldungen der bürgsr- lichen Sporipresie, wonach der finnische Arbeitersportoerband gemeinsam mit den bürgerlichen Sportverbänden Londesiitelster schaiien im Hinblick aus die Olympiade in Amsterdam auskämpfen will, wird von K o st i a i n e n, der Finnland auf der Interlwtw- Kaken Technikerkonferenz in Leipzig vertrat, als unrichtig bezeichnet, Der filmische Arbeitcrsporiverband �lehne nach wie vor ein Zu- sammengehcn mit den bürgerlichen isportverbänden ab� Eine werbeveranstalkunq trifft das Arbeitersport- und KkUu t tartcU de? Verwaltungsbezirks Mitte. Am Freitag, den 28. Ja nuar, 7 Uhr, werden in den Sophiensälen, isophienstroge Wib. neuzeitliches Turnen, rhythmische Gymnastik, artistische Darbietun- gen. sckimerathleiische Kämpfe, Musik. Gesang und Rezitationen ge boten werden. Der Reinertrag wird zugunsten der Jugendpfiege verwendet._ „Liberias 96" siegt über Köpenick IS: 10. Bei btm am lefctfn firciteQ ftctiQCfvntencu Mannschaftskampf im JÄinQer 9er �-Mannschaft siegte Mr. 3€. Liberias über den<�5. Äopemck mit IS: 10 Vunkicn. Die Veronftaltung hatte einen guten De'uch aufzuweisen. Sv Kämpfe sla irden sportlich auf hoher Stufe. 5n den lerchten Gewichten aap es sehr schnelle Entscheidungen. Im Fliegengawicht bekam Mi.schka(Üb.) vre Punkte Zugesprochen. f>r. Köpenick nicht antrat. Im Banwnrgcwtcht hegte dt'. alte Breton über Lustig fftop.) nach 6,20 bzw. 0.23 Sek. Einen schweren Stand hatte ,m Leicht.M ittel aewick t Tovp(Lrb.) aegen Schmeckebier<«öv.)�hct dem och.?n 2,20 b;w. 1.25 Sek. die Punkte für Köpenick holte. Im vchwermittelgewicht konnte der noch jugendliche Wasmund(Lib.) über Bremisch(Äöp.) in 4 bzw. 125 Sek. triumphieren. In der Ii Mannschaft der Serienkümpfc des ABD. konnte her.Hentncr-Eiub Arnim 1SW den Sport-Club Kerolina mit 18: 10 Punkten schlagen. Die Sportliche Vereinigung Lichteuberq.�riedrichsfelde /i4 ve'.anstaltete\r Tcnrveks Iestsälen einen Grobkampftaq im Ringen und Heben um die Kreis- nnnTUtrfchaft des AABD.(4. Kreis Brandenburg).. Die Lichtenaerger, die in ibien Reihen die stärkeren Leute hatten, erwiesen sich a?lch bald in der Gesamt- beit als die bessere Mannschaft acaenüber Nord-West, was in dem guten Nebilte!»en 43.8 PtmiM". xrnt.«usllrurf tan,,»cfoirtuts rafften mieSer Rosidoch n.ud Achr hervor., die schon wiederholt. Probe» ihres ftönnens ahgekrt haben. Roßbach rist beidarmig rfa Pfitnö. während im Beidarmiastoßen Kehr 260.Pfund hochwucktete. Sodann fanden.ansckl'esienh Ringkämpfe Mtfchen Berolina und Lichtenbcrg-Ir:e'd''ichsfeldc blasse) statt, die durklnvea cin.e� spannenden Verlans nahmen. Selten ist mit einer solckien Harkwäckiokeit auf beiden Seiten gekämpft worden. Der erste Gang endcte mit 7: 7 unentschieden im.»wehen war Berolina mit 9: 5 Punkten cifolqreich. so dost letztere mit 15 äu 12 Punkten den Sieg für sich en-tschieden. v<£mc Arbeiksgemeinschafk mit Fichte." Der erst« Vorsitzende des ..Schwimmvereins Vorwärts 1897«. V," schickt uns eine Berichtigung zu unseren Feststellungen unter obiger Ueberschrift im letzten „Arbeiter-Sport". Di« Arbeitsgemeinschaft sei rein spartlich-idealen Absichten entsprungen. Dazu nur zwei weitere Feststellungen: „Fichte" hat seinerzeit öffentlich zur Wahl Thälmanns zum Reichs- Präsidenten aufgefordert und„Vorwärts" nimm: für sich den Ruhm in Anspruch, als erster Schwimmverein«in« russische„Arbeite r"- Schwimm-Mannschaft nach Berlin geholt zu haben(die so mäßig war, daß man froh war, sie an einen anderen Schwimmverein im Westen Berlins abschieben zu können?). Man sieht also: SchöneScelen finden sich zu Wasser und zu Lande! Das winkerfportfest der AWZ. ist am Sonntag nicht abgehalten worden. Schuld daran war aber weniger die Schneelag«, als in Neue Möglichkeiten im Skilauf. Noch nie in der Emwicklungsgeschichfe der Leibesübungen Hai ein einzelner Mann mit derartiger Kraft und Kühnheit an den Grundfesten eines großen Volkssportes gerüttelt, wie Dr. Fritz R e ii e l in einem umfangreichen, gründlichen, gut gefchriebeyen Lehrbuchs: Reue Möglichkeiten im Skilauf, ein Buch zur Förderung der Fahrtechnik, 263 Seiten, 273 Illustrationen, vorwiegend Filmbilder, Verlag Dieck u. Co,, Stuttgart. Reuel sagt: Der heutige Skilauf ist nicht abgeschlossen, wie allgemein behauptet wird. Er ist noch verbesserungsfähig Die moderne Sportwissen- schaft hat festgestellt, daß jede Lausbewegung, jede Gleitbewegung vom Oberkörper ausgeht. Seine Gewichtsverlegungen sind beim Skilaufen besonders ausschlaggebend. Man muß deshalb den Oberkörper in Theorie und Praxis beim Schwingen weit mehr heranziehen als seither. Dadurch kommt, wie allenthalben, endlich auch im Skilauf der ganze Körper zu seinem Recht. Es wird an Kraft gespart, an Schwung, Schönheil, Wendigkeit gewonnen. Auf diese Weise schlägt Reuel in die von allen Lehrbüchern der alten Schule, einschließlich der Arlbergfahrer, geprägte Lehre von der„relativen Unbeweglichkeit des Oberkörpers beim Skilauf" eine gewaltige Bresche. Fünfzehn Jahre lang lief Dr. Reuel wie jeder andere Fahrer, Seit fünf Iahren lauft er mit dem ganzen Körper gleichmäßig cki» und wer ihn nur einmal im Gelände sieht. muß zugeben; hier liegt etwas ganz anderes. Beweglicheres, Wen- digeres. Stilvolleres vor als bisher. Alle seitherigen Schwünge und Fährweisen werden durch diese Methode des Oderkörperschwingens unter„Drehvorlage" und„Schwunganschmiegung", wie er es nennt, durchschlagskräftiger und wendiger, die Stemmtechnik eingeschlossen. Es ergeben sich auf einmal völlig neue Hebungen; Schwünge auf einem Ski. der Schlitischuhschrilt EHristmuia und der Dreh- umschwung, bei denen der bagenänßere Schneeschuh frei durch die Lust herumgeschwungen wird. Die erstaunlich anmutenden Schwünge werden nicht nur möglich, sondern sind allmählich so ivielend leicht auszuführen, daß sie sogar als Skiwalzer auf einem Bein und als Rückwärtsfahren und Rückwärtsschiittschuhlaufen schwungvoll und elegant gefahren werden können. Eine leichte, lcnTiüenoeieicc„Die Naturfrevnde-(zentrale Wirccl. Sf5t. Friedrickikhcn: Tienowff, 25. Aanciar. 8 Uhr, im Seim Cbertirtir. 12„Sn'micklnrmioesr'i-N» her Cchc".— Abt. Friedenau:$tcu»WU. 25. Fanuoc. 8 Uhr, int Seim Offenbadicr Str. 5a: 21::-«Ken Scften des„ftahttficnoS".— Abt. Norden: Dienstan, 25. Ianunr, 8 Uhr, im Seim Sonnenburner Str. 20 Cbrnera!» ncrfammlmia.— Abt, Tirraarten: Dieixs'nn, 26. ilo irrer. 8 Uhr. im Senn Birlefstr, 5„Reliffion und Soxialismus".— Abk. Treptoni: Dirnsteo, 26, In- iiuerr, 8 Uhr, im Seim Glfonftr. 3 Gesnnnsqimpve.— Abt. fflchhinp-$ fit" ««n. 25. Januar, 8 Uhr. im Seim Luremhurner Sdc Ten t er ötrafic Licht bildervorirno:..Ämatcucnhotocrtuihit".— Abt. Vonloro: Dienskaa, 25. In- Iiicnr, 8 Uhr. im Seim ffbörfchstr 14. OciüiTfrcimMcboft im In- und All» lnnb"(Eenosse Lemi.— Mukirpemeinschast Norden: Mittwoch. 25. Innunr, llbr, bei Lebminn, Gaudnör, 21 UebuunsUiinix.— Abt. Friebrichsbnqen: Donnerstan. 27. Inimar. 8 llbr. im Sealerbeim See- Eck- DeNennestr-fie Liederabend,— Abt. Prenzlauer Bern: DonnlTdtoa, 27. Januar, 8 Ubr. im Seim Dan,ciare Str. 23 Lieder und?olke-'ö/-te,— Abt. Neinickenderf: Douuerslaa, 27. Januar, 8 Uhr, im Seim Seebad:..Irin Rei---'»".— Abc, Neutölln: Donn-feiaa, 27. Januar, 8 Ubr im Iuoendbcrm Böbmiffi,» Ed- ffonner Sirahe Lichlbilbervortrao.— FallbootaruPpe: Donnörstan, 27. Januar, 8l8 Uhr int Seim fflofterskr. 75 Poriiihriina eines neuen Booiemof elle-, Die Abteilunn»Süden- be» Berliner Aibeiter-Tchad-llub« kvielt ieden Donnerstoa 7',i llbr bei Otto Sackbartb. Muskauer Ecke Eifeirbahnstreäf, Donnerstaq. 27. Januar, Bortraa über:„Die französische Partie".(Sülle willkommen. Weisierfchnftsrirokämvie der LioaNaffe. EE. Perolena qe.ren Eirfffried 00 FreiMff. 28. Januar, 8 Ubr. im Moaibiter©cicllfdiaftchcns. Serien kam»! im Rinern: Libertn« 06 oeotn Lnrich 02. Sen'e findet d-r iölliae Serieniamvf In der A.fflaffe Libertos 05 oeeen Lurich 02 in der TcCrnbave der Cbomcintjtfdnclc Ebarlottenburq. Eprseftr. 29. stait. Anfauc 8 Ubr. Diifie b-rclich willkommen. Turnsparte-DorNände» und FnnktionärkonferenA Donnersiaq 27. Je. nuar. 7 Ubr— nicht, wie im ÄT8.-Mitt«iluna»blatt Nr. 2 urtümlich ee- meldet, am Mittwodi. 26. Januar— findet im Iuoendbeim de» Turnnerrins Fidite..fförenicker Etr. 108. eine Vorstände- und Funktionärkonfereu, der Turnsva:1e des Kreises 1 statt. Turn- nnd S»ort»erein»Eiche". Köpenick. Dieiisioo. 25. Januar. 8 Uhr, Iabrrsoeneralnersamniluna im Etadttb-ater Mitffliedsbudi leeitimiert. Rubcruerein»EolfOOia". Freitoo, 28. Iaimar, 8 Ubr. Paukasseireeueral- vrrlammluna bei?b:mad, Ansdilirsi-nd ausierordentliche Mitalieder- nerfammlun«. Connteo 20. Febrnor. beainne» die Arbeitssonnta-ie int Vooisbause, Es isi Pflichk eines jeden Mitaliedes, mlirdestens drei»olle Soiint"ae ,cur Arbeit ru erscheinen, Nnderrerein»Va. Nuderirennde E. B.". Nächste Versammluna 27. Iaui-a', Bortrap:„Wassersiranenrecht". Säst« w-llkomm-n, Bootssländ« frei. Vereins- !ele,! und Bootsbaus Niebcrid öneweide. Berliner Str. 97. Rraelmäsiiae Sittim-en am, weilen und lch'en Donnerstoa in iedem Monat. A briterTennis-Sport im Westen. Die im voriaen liabre aeffrsindeie Ber I iner Arbelter-Denuis-Svortvereinifflnr». die jedt ldion über 5 Abtrib-u-en mit insoelamt 300 Mitülirbern verfüat. aebt iehk baran au-h im Weiten eine Arbeiter-Tennis-Svortnerfinianna 411 oraanisicren, Genosicn und De» neffinnen, die sidi für den Arbeiler-Tcnuissport inle-fsiierer, werden eebe'en. sidi lchrist'ich bei drin Senosscn Scinridi Sänke, Be:I!n-Wilmersdorf. Wei- marilche Sir, 25 ,u melden, B'britrr-Sport, und ffnllnek«-"»!! 13. BecirJ. Mittwoch, 26. Januar. 1.-8 Uhr in Scralds Fcstsalen. Maricndorf, Ebmtffccstr. 282. Be�irkskortell- Sauptncrsammluna. r LSSS««««»SSSSSSs Unserem Kassierer Genoffen « Karl Hohne« m zu seinem 65 Geburtstage a; T, die besten Glückwünsche!% l- herzUchsleo«ISckn-ansche k« � oie 87. �dleilnnx. S «> XI/ Allgemeine Lrtskrankenkassc Berlin- Weihensce. Am Mittwoch, den 2. Februar lg21 ab nbs 7 Ubr findet im Restanranl„Vrrllner Hof" zu Berlin-Dechen ee. Langbonsstr eine a�eroröeal.MgsiljuWkuW statt mit folgender Tagesordnung: 1. Wahl de« AusldiuHvorsiüendcn. 2 Wobt deffen Stellvcrtieters 3 Wahl der Griindstückskommlssion. 4 Wahl deren Stellvertreter. 5 Vortrag t Beschlusilaffunq übet den Voranschlag für 1927 7. Veschlußfaffung über den 7. Nachtrag zctr D enstordnung, S. staffenaccgeiegrnhecten Zum Ecniritt berechtigt sind nur die mit einer Einladung versehenen Ausschuß» Mitglieder. vor Norftand. »rühmüller, Vorsitzeuder. Nr. 4H ♦ 44. �ahrgaüg 2. Seilage öes vorwärts dienstag, 25. Januar 1427 Reichskohlenrat unö Gaskrieg. Fragen, die auf Antwort warten. Der Reichskohlenrat veranstaltet heute nachmittag im Ingenieur- Haus die Vollversammlung sein es Sachverständigen- ausschusscs für Brenn st offv erwertung. Als zweiter Punkt der öffentlichen Sitzung wird auch die Frage der Gasfern- Versorgung behandelt, und zwar wird Generaldirektor Dr. Pott von der Akiiengesellschast für Kohleoerwertung Essen Bericht erstatten. Der Reichskohlcnrat ist«ine gesetzliche Institution zur Wahrnehmung der öiientlichen und gemeinwirtschastlichen Kohleninteressen.' So wenig die Frage des Fernversandes von Kolereigas heute schon für die praktische Lösung reif ist, die Ruhrinteressenten veran- schlagul die praktische Lösung selbst aus die Dauer von wenigstens einem Jahrzehnt, so ist doch die Diskussion der Frage für die öffentliche Meinungsbildung über die Zweckmäßigkeit der Ruhr- Projekte van außerordentlich großer Bedeutung geworden. Der Rcichskohlenrat erwirbt sich dadurch, daß er die Frage der Fern- fcndung von Kokereigas zur öffentlichen Diskussion stellt, ein Verdienst. Die gewaltigen öffentlichen Interessen, die hier im Feuer stehen und über die der„Vorwärts" mehrfach ausführlich abgehandelt hat, verlangen aher, daß der Dienst vollständig und ausreichend fei, den der Reichskohlenrat der Information der Oefsentlichkeit und der öffentlichen llrtcilsbildung leisten will. Es ist bekannt, daß für da? Ruhrprojekt sehr wichtige zentrale Versorgungsgebiete bisher eine mehr als abwartende Stellung zu den Vorschlägen der Ruhr eingenommen haben. Vom Aufsichtsrat der Städtischen Berliner Gaswerke liegt ein deutlich ablehnender Beschluß vor, well die bis» herigen Vorschläge als unzureichend erkannt worden sind. Soviel uns bekannt ist, hat auch die nordwestliche Gruppe der Gaswerke in Homburg in den letzten Tagen in einer Weise Stellung ge- nommcn, die als nicht freundlicher angesehen werden kann, als die in Berlin getroffene vorläufige Entscheidung. Wie die Dinge in Süddeutschland liegen, hat es den Anschein, als ob von den Versorgungszentren München, Stuttgart, Mannheim und Frankfurt auch keine positive Stellungnahme zu den bisherigen Ruhrvorschlägen zu erwarten ist. Daß schon in früheren Iahren entsprechende Verhandlungen im Rheinland gescheitert sind, ist bekannt. Allgemein ist man in diesen Zentren der Anschauung, daß nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Gaserzeugung bei Großwerken ebenso groß ist wie bei den Ruhrzechen, sondern a'-ch, daß die Bedenken gegen die Risiken und Gefahren der Ruhr- sernversorgung nicht zu überwinden ist. Wir können in diesem ? iiaiumcuhang nicht nur auf die Einzelheiten dieser Bedenken ein- gehen. Aber der Reichskohlenrat müßte es seinem Berichterstatter z'.r Pflicht machen, im öffentlichen Interesse zum Beispiel jene Fragen zu beantworten, die Dr. R ü b l i n g vom Gaswerk Stuttgart im letzten Heft der Zeitschrift„Das Gas und Wasser- fach" an die Ruhrzechen gestellt hat. Das Interesse der Oefsentlichkeit verlangt es auch, daß endlich der Berichterstatter der Aktiengesellschaft für Kohleoerwertung die Vcrtragsgrundlagen bekannt gibt, nach denen die 'ZSchenfernocrsorgung ihre praktische Durchführung erhalten soll. WeNn wir recht im Bilde sind, lautet ein Vertragsentwurf u. a. auch dahin, daß die Großabnehmer direkte Kunden der Ruhr- zechen fein sollen, womit die Gefahr nahe liegt, daß nach schon mehrfach gemachten Erfahrungen die industrielle Versorgung auf Kosten der letzten Konsumenten durchgeführt werden soll. Soll die Oefsentlichkeit ein richtige? Bild erhallen, so muß ihr gejagt werden, . um wieviel denn endgültig der letzte Gaskonsum verbilligt werden fall, und zwar nicht nur frei Behälter, sondern auch nach dem Vreijc, den der Verbrauch zuletzt zu bezahlen hat. Es ist eine durchaus oifcne Frage, ob nicht aus denselben Gründen, aus denen die Kokereien behaupten, billiger produzieren zu können, große Gaswerk« mindestens ebenso leistungsfähig gemacht werden können. Zu Dreiviertel ist die Gasversorgung heute eine Angelegenheit öffentlicher Werke, es wäre eine durchaus berechtigte Forderung, daß öffentliche Werke beim Kohlenbezug von der Syndikats- abgäbe befreit würden, in derselben Weise wir die Ruhrzechen als Selbstoerbraucher zu einer zunächst billigeren Vergasung kommen. Ebenso ist es durchaus fraglich, od es der Zechengas- crzcugung möglich sein wird, Gaserzeugung und-verbrauch in dem- selben Ausmaß zu verbilligen, wie es den selbständigen Groß- gaswerken in der letzten Vergangenheit möglich war und in der Zukunft sicher möglich i st. Als kürzlich Direktor Körting die Frage der billigen Belieferung mit englischer Kohle anschnitt, wurde er von den Ruhrzechen nahestehender Seite des Landesverrats be- schuldigt. Wir haben keineswegs den Eindruck, daß es national und im deutschen Interesse gehandelt ist, wenn, wie sehr vielfach bisher, deutsche Gaswerke mit schlechten Kohlen beliefert worden sind. Dieser Vorwurf mutet um so merkwürdiger an. als die Zechen selbst kürzlich die Reichsbahn durch den Zwang zur Koks abnähme zuni Ankauf englischer Kohle indirekt ver- anlaßt haben. Alle diese Fragen und auch jene anderen, die wir früher schon aufgeworfen haben, haben bis heute in der Oefsentlichkeit noch keine Beantwortung gefunden. Die Oefsentlichkeit wartet auf ihre Beantwortung und es ist zu hoffen, daß der Reichs- kohlenrat in der Berichterstattung des Generaldirektors der Aktien- gesellschaft für Kohleoerwertung für ihre einwandfreie Beantwortung Sorg« tragen wird. Es ist in hohem Maße beunruhigeich, daß über die wichtigste Frage, die Frage der Gaspreise, der Kalkulationen und vor allen Dingen der Finanzierung der außer- ordentlich kostspieligen Fernleitungen bisher noch keine authentischen Erklärungen abgegeben worden sind. Man kann sich leider dem Eindruck nicht entziehen, daß der Fewzug der Ruhrzechen gegen die öffentlichen Werke und auch gegen die mögliche Konkurrenz— wir erinnern nur an die von uns kürzlich veröffentlichte Drohung gegen den AEG.-Konzern— in hohem Maße sich unterirdischer Einflüsse bedient und mit A b- ficht seine Taktik der öffentlichen Kontroll« entzieht. Die Ruhr- interessenten zuni Nutzen der Oefsentlichkeit und im allgemeinen Interesse zum Sprechen zu bringen, dazu scheint uns durch die Initiative des Reichskohlenrats jetzt die beste Gelegenheit. Wir wollen daher hoffen, daß diese Gelegenheit nicht versäumt werden wird., Wie»informiert" wirü! Es wird gemeldet, daß demnächst im Deutschen Städte- tag das Projekt der Ferngasversorgung ebenfalls ausführlich diskutiert werden fall. Oberbürgermeister Böß von Berlin werde zu der Frage sprechen und dabei auch die finanzielle Seite des Problems eingehend erörtern. Die Mitteilung sagt weiter, daß die zentrale Behandlung durch den Städtetag vor allen Dinge» auch wegen der notwendigen Mithilfe von Reich und Ländern bei den Fernverforgungsplänen erforderlich sei. Zur Verlegung der großen Rohrleitungen bedürfe es besonderer Konzessionen durch die Regierungen(Wegebaurechte), da der Widerspruch einzelner Kreise und Gemeinden zu großen Umwegen zwingen könne. Es werde angestrebt, der Kohleverwertungsgesell- schaft das Recht zu geben, eventuell auf dem Wege der Enteignung� sich dre Le iku ng sst r eck e n zu sichern. v Wir geben diese Meldung wieder, weil wir sie für typisch halten für die Art, wie unverantwortlich die Oefsentlichkeit„informiert" wird. Wer die Jnfor- mation gegeben hat, steht nicht fest. Dem S t ä d t e t a g ist jedenfalls von dem Inhalt der Mitteilung nichts bekannt. Er hat nicht nur nichts nnt der Mitteilung zu tun, sondern müßte u. E. auch die Insinuation, als ob nach der Meinung des Städietagcs der Kohls- verwertungsgescllschaft ein„Enteignungsrecht" zu geben wäre, aufs schärfste ablehnen. Man hat aber auch hier den Eindruck, als sollte der Oefsentlichkeit wieder etwas zugunsten der Ruhrzechen suggeriert werden. �ine Vraunkohlengasversorgungs-fi.-G. Auf der heutigen Tagung des Reichskohlenrates soll auch Mit- teilung über die Gründung einer Braunkohlengasversorgungs- A.-G. gemacht werden. Daran sind beteiligt die Riebeck-Mon- t a n- A.- G.(Chemictrust), der AEG.-Konzern für Leopold- Grube- und Minng-Anna sowie die Werschen-Weißcnfelscr Braun- kohlcnwerkc A.-G. Untsrnehmeröiktatur in öer Juteinöuftrie. lOOO Arbcrtcr willkürlich brotlos. Schon vor dem Kriege hatte das Iutesynditat die Erzeugung zwangsweise geregelt. Wie diese Syninkatswirtschast beschaffen ist, zeigt wohl am besten die Stillegung der Iutespinnerei u n d.- w c b e r e i in Bautzen, die zu der Vereinigten Jute- spinnereien und-Webereien A.-G. in Hamburg gehört. Als gegen Ende des Jahres 1925 infolge unoünstiger Erntenachrichten der Preis für Rahjute stark in die Höhe kletterte, ordnete das Syndikit eine Produktionsbejchränkung um SO Proz. an. Sic wurde durch das Syndikat damil begründet, daß ein voilcr Betrieb nicht mchrrcntabel sei, da der Preis der Fertigerzeugnisse angesichts der hohen Rohjutepreise einen Gewinn überhaupt nicht mehr zu- lasse. Die Dereinigten Iutespinnereien und-Webereien A.-G. Hamburg kam der Weisung in der Form nach, daß sie zwei Betriebe vollständig stillegte. Mit einem Schlag wurden so rund 1000 Arbeiter brotlos und sielen der Fürsorge zur Last. Die Maßnahme wurde durch die Juteindustrie immer als ein? durch Not gebotene Anordnung bezeichnet. In der Zeit sind nun aber die Iutepreise wieder durchaus normal geworden und sogar unter Vorkriegshöhe zurückgegangen. Die Preise für Fertig- erzeugi'isse stehen aber immer noch weit über Vorkriegs- höhe. Rohjutc kostete zum Beispiel 1913 nind 0,55 M. pro Kilogramm, Jutegarne 0,858 M. und Jutegewcbe 1,158 M. Ottober 192k stellten sich die Preise für Rohjute auf 0,50 M., für Jutegarne auf 1,0« M. und für Jutegewcbe auf 1,31 M. Nach dieser Preis- entwicklung ist zu schbeßen, daß der Gewinn der Spinnereien und Webereien mindestens um zwei Drittel höher als vor dem Kriege ist. Dazu kommt, daß sich der Erport an Jute- erzeugnisien heute höher als vor dem Kriege stellt. Ueberhaupt ist an Jutegarnen und vor allen Dingen an Iutegcweben bereits ein fühlbarer Mangel vorhanden. Von einer Not der Jut�rdustric kann keine Rede sein, auch für eine Produktionsbeschränkung liegt nicht der geringste Anlaß vor. Außerdem wurden in der deutschen Iuteindustrie im November 1926 mehr als eine Viertel- Million Ueber stunden geleistet, die in de» geleisteten Ilcberstunden fertiggestellte Erzeugung ist mehr als ausreichend, sämtliche Arbeiter der stillgelegten Betriebe voll zu beschäftigen. Im Monate Dezember 192« trat für die Iutespinnerei serner eine weitere Besserung der Geschäftslage ein. So konnte die in Gang befindliche Spindelzahl um 7000 vermehrt werden; die Zahl der in Gang befindlickien Webestühle vergrößerte sich um 100. Trotzdem bleibt der in Bautzen stillgelegte Betrieb geschlossen, so daß mehr als 1000 Arbeiter auf der Straße liegen. Alle bisherigen Bemühungen, alle Beschwerden bei den maßgebenden Behörden sind bis jetzt ergebnislos geblieben. Wir fragen: Hat die Kartell stelle des Reichswirt- schaftsmini st criu ms keine Mittel zur Hand, um das Syn- dikat zu zwingen, seinen Beschluß aufzuheben? Besteht keine Mög- lichkeit, die Leistung von Ucberstunden in den beschäftigten Jute- betrieben zu verbiete», wenigstens l» den in Frage kommenden Betrieben der Vereinigten Iutespinnereien und-Webereien A.-G.? Oder will man, wie wir gehört haben, daß die Nicht- eröffn ung des Betriebes ein Druckmittel auf die sächsische Regierung sein soll, um von dieser einen erheblichen Betrag als zinsloses Darlehen zu erhalten? Sollte dem so sein, so wollen wir hellte nur fest- stellen, daß das Unternehnien finanziell äußerst gut steht. Es wäre unverantwortlich, einem solchen Druck nachzugeben und man wird, wenn man guten Willens ist, die Eröffnung de? Betriebes auch anderweitig erzwingen können. iilVw. Auflösung ües Zinkhuttenverbai Aolgen auf dem Zinkmarkt. Infolge der ungünstigen Entwicklung des Ziiikgeschäfts und starker innerer Differenzen ist der deutsche Zinkhültenverband, die Organisation der deutschen und polnischen Z i n k e r z e u g e r, zun, ZI. Dezember 1926 aufgelöst worden. Die Abwicklung des Zinkge- schäfts, der Verkauf und die Preisregelung lag, hisher seit Kriegs- beginn ausschließlich in Händen dieses Verbandes. Schon im März vergangenen Jahres sollte das Syndikat nicht mehr verlängert wer- den, da es den Mitgliedern infolge der ausländischen Kon- k u r r e n z oft fast unmöglich war, die Konventionspreisc einzuhalton. Die Organisationen des Metall Handels haben nun gemäß einem früheren Borstondsbeschluß die Einführung des Zink- b ö r s e n g e s ch ä f t s an der Hamburger und an der Berliner Metollbörse beantragt. Bereits am 1. Februar soll der Zinkbörscn- haiidel zur Einführung gelangen, obwohl neue Verhandlungen durch die Industrie über die Bildung eines Zinksyndikats schweben. Durch den börsenmäßigcn Zinkhandel würde das Schwergewicht der Preis- bildung von den Erzeugern mehr zum Handel verlegt. Von den maßgebenden polnischen und oberschlesischen Erzeugern ist eine scharfe Protestaktion gegen die Einführung des Börsenhandels unter. nommen worden, so daß es noch nicht mit Sicherhest feststeht, ob dos Börfenzinkgefchäft am 1. Februar beginnen wird Durch den Be- schluh der Handelsvcrdändc ist nun ein Konflikt zwischen Erzeugern und Händlern unvermeidlich, da ein großer Teil der Hersteller die Börsennotizen und die Handelsbeziehungen für Zink nickst anerkennen will. Als bedeutendste deutsche Zinkerzeuger sind zu nennen die Rheinisch-Nassauische Bergwerks- und Hüttcngesellschaft in Stolbcrg im Rheinland, Metallwerke Unterweser, Bergwerks- und Hüttengesellschaft Georg von Gisches Erben i» Breslau, Fürstlich von Donnersmarcksche Bergwerks- und Hüttendirektion in Schwientoch- lowitz, Generoldiretticn der Grasen Henckel von Donnersinarck in Beuthen, Hohenlohewerke A.-G., Hohenlohelstitte und die Schlesischc Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb in Lipine in Oberschlesien. Die Aktiengesellschaft zu Stolbcrg, die Donnersinarck- und die Hohenlohehütte sind als die Führer des kommenden Zinkkartells und als Gegner des freien Zinkhandels anzusehen. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 19. Januar be- rechnete Großhaiidelsindexziffer des Statistischen Reichsamts betragt 136,0 gegen 135,7 in der Vorwoche. Die Indexzlfser der Agrar- stosfe hat hiernach gegenüber der Vorwoche um 0,6 Proz. a n g c- zogen. Die Indexziffer der industriellen Roh stosfe und Halbwaren hat sich weiter leicht erhöht, während die Indexziffer der Fertig waren keine Veränderung erfahren hat. Der Gesamt- index ist um 0,2 Proz. gestiegen. lleberslunden für die Belegschaft. Die Verwaltung hat Zeil. Die Bilanz, welche mit der Generalversammlung der Rhena n ig Vereinigte E m a i l l i e r w« r ke 21.-0., Düsseldorf. vorgelegt wurde, schließt per 30. Juni 1926 bei einem Aktienkäpstäl von 1,5 Millionen Mark mit einem Reingewinn von 90 703 M., der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Nach den Mitteilungen der Verwaltung in der Generalversammlung hat sich die Befchästt- gung in den letzten Monaten ganz erheblich qebesscrt. Es scheint, wenn man den Mitteilungen des Organs des Butab, der„Deutschen Technikcrzeitung". folgen darf, für die Belegschaft bei der Rhcnania recht reichlich Arbeit vorhanden zu sein, denn die U e b c r st u n d e'n- arbeit ist dort an der Tagesordnung. Weniger zu tun zu haben scheint allerdings die Leitung, denn sonst könnte sie sich nicht mit der Herausgabe von Erlassen befassen, die sogar den An- gestellten die Zeit der Abortbenutzung vorschreibt. Das Unternehmen gehört zum Linkc-Hoffniann-Konzern. Dividenden aus dem Ruhr-Montantrufl. Es liegen jetzt die Abschlüsse von Zwei weiteren der Vereinigten Stahlwerke 2l..G. angehörenden Unternehmungen vor. Die Stahlwerke Brüning- Haus A.-G. in Werdohl, die kürzlich in den Edelstahltrust aufgenomnien wurde, hat ihre Rechnung zum 30. Juni 192« mit einem Reingewinn von 225 000 M. abgeschlossen, zu dem aus dem Vorjahre ei» Vortrag von 337 500 M. kommt. Aus dem Gesamt- Überschuß wird aus das 3,75-Millionen-Kapital eine Dividende von 10 Prozent oerteilt, während 187 500 M. aus neue Rech- nung vorgetragen werden. Da das Geschäftsjahr der Vereinigten Stahlwerke zum 30. September schließen wird, wird gleichzeitig auch ein Quartalsabschluß bis zu diesem Tage vorgelegt. Gewinne werden in diesem Abschluß noch nicht ausgewiesen, da sie offenbar bei der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten- A.-G. bzw. bei den Vereinigten Stahlwerken ihre VcrrechnunMfinden werden. In gleicher Weise ist die F r i e d r i ch- T h o m e e-A.- G. verfahren, die ebenfalls mit der Deutsch- Luxemburgische» Bergwerks- und Hütten- A.-G. in Interessengemeinschaft stand und ihre Anlagen in die Vereinigten Stahlwerke eingebracht hat. Die Bilanz zum 30. Juni 1926 weist einen Reingewinn von 96 000 M. auf, zu dem 144 000 M. aus dem Vorjahre hinzukommen. Aus dem Gesamtgewinn erfolgt eine Dividendenausschüttung auf das 1.6-Millio»en-Kapital von 6 Prozent. <£lne Rcichsanleihe von 500 Millionen. Das Reichsfinanz- miniftcrium verhandelt gegenwärtig mit der Reichsbant über die Ausnahme einer Reichsanleihe. Sehr wahrscheinlich ist mit einem Betrag von 500 Millionen Mark zu rechnen. Für die Verzinsung kommen, im Anschluß an die Diskontermäßigung und an den über- raschenden Erfolg der badifchcn Anleihe, nicht m e h r als 5 Pro z. in Frage. Strittig ist der Ausgabekurs, der sich wahr- scheinlich auf 92 Proz. stellen wird. Fusammenichluß in der Betleidunqsindustrie. Die Württenr- bergische Berufskieidersabrik A.-G in Herbrechlingen und die Mc- chanische Kleiderfabrit, Hof und Gnann G.m.b.H. in Heidenhsim haben eine Interessengemeinschaft abgeschlossen. Reparationsaustrag für die deutsche Werstindusirie. Das fran- zöfifchc Ministerium für öffentliche Llrbeiten hat der Bestellung eines> 8000-Tonnen-Schwimindocks bei der deutschen Werft- industrie zugestimmt. Die Lieferung des Docks, das für den Hafen von Rouen bestimmt ist, soll über Rcparationskonto erfolgen. Hahn-SVEaccaroni aus reinem HartgrioQ hergestellt, sind deshalb so ausgiebig, weil sie, wenn sie in viel Wasser(man rechnet auf Vi Kilo 4 Liter) nicht allzu lange kochen, stark aulquellen. Dann kommt auch ihr guter Geschmack richtig zur Geltung. Seit Jahrzehnten ein Mittagessen, wie es preiswerter und nahrhafter wohl Kaum gedacht werden Kann! Bei Funkjonntag gab leichte Musik wieder im Ueberslusi. Immerhin war das kunterbunte Abendprogramm von einigermaßen origineller, wenn auch nicht übermäßig funkgecigneter Zusammen- ftellung, denn die Wirkung von Äunstpfeifem, Bandonium- und Zithervirtuosen beruht doch schließlich weniger auf der Bedeutung ihrer Musikdarbietungen als darauf, daß man sieht, daß sie diese Darbietungen mit verhältnismäßig primitiven Mitteln hervor- hrtngem Die Stunde der Lebenden, von Alfred K e r r lebendig und eindringlich eingeleitet, brachte die vierte Szene aus Alexander Lemet-Holenias„Demetrius" und den Schluß von Hans lZenny �ahnns„Pastor Ephraim Magnus", ohne daß man aber von beiden Werken einen rechten Eindruck erhielt. Otto Roth vom Berein der Freidenker für Feuerbestattung gab„Gedanken über den S'nn des Lebens", in denen er ein Besser-, Vollkommenerwerden der Mensch- bcit als den Sinn des Lebens kennzeichnete, durch den es Befriedi- gung und Erfüllung findet.— Der Montag brachte für die unzu- reichenden Musikdarbietungen des- Sonntags eine Ents�ädi>"'no durch die llebertrogung aus der Staatsoper von Berdis„O t e l l o". Leider bleibt die Uebertragung immer noch dem Wert manches tchuldig. Bei den Thören und auch bei den Solisten ist es selbftver- siändlich, daß bisweilen durck ihre Gruppierung auf der Bühne e'nc ongeeignete Stellung zum Mikrophon zustande kommt. Sollt« nicht aber für das Orchester wenigstens eine klangreine, gleichmäßige llebertrogung auch bei Einsatz aller Stimmen möglich sein? An, Nachmittag las Ali Arden eine Novelle des feinsinnigen Moritz Hermann„Das Wintergefpenfl", ein Werk, wohl wert, durch den Kündfunk der Ausmerkfamkeit weiter Kreise nahcgerückt zu werden. Bon den Bortrögen des Tages verdienten die Fortsetzung der beiden Vortragszykicli„Bildende Künstler als Dichter und Schriftsteller" und „Wandlungen des Kunstgefchmacko" Beachlung. Dr. Alfred Kuhn zeichnete die Künstler Liebermann und Corinth, die sich in ihren Schriften ebenso wie in ihre» Werken dokumentierten, während Geh. Nog.-Rat Prof. Dr. W e st p h a l über„Rembrandt im Urteil der Mit- und Nachwelt" sprach. Set Kursus Iber inkernoNonale Politik muß wegen Tr» krantung deS Leiters, des Genofseu Wokfgang Schwarz, am heutigen Dienstag ausfallen. Forlsetzung Diens- tag, den l. Februar, tn der Bücherei des Bezirksvorstandes, Linden- straße S. lieber»Re'chtbanver und Pazifismus- ipricht Hellmut t>. Terlach für die Ortsgruppe der Dculichen Friedensgesellichaft fBorfitz lSenosse Albert Falkenberg) am Donnerstag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, im „Askanier"(Anhaltstr. 11). Der Besuch ist frei für jedermann. Eine pestalozz-Ehrung veranstaltet der Bund enilchiedener Schul- reformer beute, Dienstag, abends VjS Uhr, in der Aula des Werner- SiemenS-Realavmnaiiums, Hobenstaujenilr. 47/48. Genosse Professor Paul Oestrelch spricht über Pestalozzi und der vädaaogiiche Gegcnwartskamps, Hermann Kalling über Pestalozzi, der eni chiedene Schulreformer. Zür die Arühjahrssuxendwelhe In Pankow werden noch Anmeldungen an sollenden Stellen, unier gleichzeitiger Aab'iuig von 50 Ps Einschreibe- aebühr, entgegengenommen: K on sum vc rtouis stcl l en in Pantow: Wollankstr. 102. Berliner Str. 47. Klssingcr Straße und bei Max Tckarsstedt, Pankow-Süd. Sviekermannilr. 3»: KoniumoerlaufSstellen in Rieder« schönhausen: Kaiser-Wilhelm-Sir. 79 und Kaiseriveg 60. Sozialiftlsche flrbeiterjugenü Groß-öerlm. Die ssSdrenmAweile i, weite Llescrunn) sind elnae troffen und Wunen ab- aedoli u»e>den. Taaderleitcrlonsercnz Mittwoch 2«. gannar, im Zuaendbeim Lindenstr. Z. Lichtbilbervortrog:.Geschichtliches aus Alt-Bcrlin-. Eunktlonilrvers-mmlnna am kommenden Sonnabend in der Schnlouta Miti-nwalder Str.«l(Zlähe Snllcsche, Tor, Unternrnntbadn ibuei- lenaultradr). Sarl S«ind-W!en. Vorfidender der Soilalistifiten I-aendlnter. nationale, spricht Sberi„Sosiallftifche Augend und Sozialistisch« Ardeiter. international«. isüdrnog durch d>« SientSNner S>dibibliotbck, Angendüücheeei und«Inder- lcseballc sitr die AdteiwnaslcÜer. Bibliotbckare und interessiert« Genossen am Eonnlaa. Zd lianuor. Tresfpuntt vormitilui« 10 Ubr vor dar Bibliotdek. Neukölln, Sanaboferstr. 3/5. « bcit-gemcinschast de» Genossen Bruno Neumann: Anmellnrnaen können noch erklaen. heule, Dieuskag, 25. Januar, abends 7H Uhr: Neukölln N: Augendbelm Noaotstrabr. Borbereiwn» zum Elternabend. Alle Genossen mlissen«rschemen.— Nenkölla VI: Augendbeim Lcrdberovl-t>. Vortrag!..Aus keinen Wiklun".— Retnirlendors.Ov! Awaendbeim ReNbenz. Iknb«. Seebad. Bort»«:»Di« Äinlerfmatdebewemme'.—«eddIna-N»rd: Auaendbeim Turiner Eile Secstraste. Borirag:..Duckrd.urkerdunst.— gallpladr Auaendbeim Schule Ederswaider Sirakc. Ardeitsgimcinichatt.— Knmannpla/i: Auacndheim Scherenberalivisse. Politisch-fatirifcher Abend.— Nordostcn II.- Augendbelm Danziaer Str. K2. Vortrag:„Die Bedeuiung der EewerIIchaf.cn-. — Stidwesten: Äugend beim Belle-Allianee-VIat! 1...Saürischc, ans der freietten Nevublil*.— Schöncbeig I: Juaendbcim Hauvtstr. IZ. Bortrog.— Eharlottcn. bn-g: Augendbcim Roünenstr. 4..Politisch« Satire-.— T-annsc«: Augendbcim Schule Cbarloticnitrdste. Borirag:»Seruelle ssraoeu".— Reulöllu I: Jugend- keim Sander- Ecke Sodrechiitrakc. Borirag:„Die Iber Revolution-.— Ren- liiln III: Augendbeim Dciseltr. 19. Die prolerarlsiden Äugen dverbände der anderen Länder-.— Reinichendors-Vest: Äugenddeim Äunrndbaus IN der Seidelttvo�e. Vortrag:.Bub« und Mädel-(2. Teil).— Nieberschönbanle»: Äuaendhcim Schule Blankenbureer Strafe. lO-Minuten-Referate.— Panlow: Äugenddeim tkörfchstr. 14. LichtbiZde vorirgg. Werbe bezirk LchZneierg: Äugenddeim Turnballc Tempelhofer Weg. Gom- mrstrkkursus._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reicksbapner„Sckiwarg Rot-Gold" S-kchSkt-st-Il«: BcrNu E 14. S-baltianstr. Z7tZS. Sof 2 Tt Wilmcrsdors: Sömilich««ameraden besuchen den Revudlikrnischcn Abend, der am Mi., d. A>.. in den Äodann-Eeorg-Sälen, Halensce. Äodonn-Eeorg-St:vKe, stattkindet. Sammeln Iii im Hof der Äodgnn-Ecorg- Säle. Äug- und Eruvvenslldrcr laden ein.— Tricdrch-daln: Rads drer-Adi.: Mi., d. 26.. 8 Udr. bei Rvstin, MemrSer Ecke Pillmier Str. ssadrtbesv.echung. Arbeiter-Mandollnlstenbund kVezirt Berlin). Ucbuwgsobend« baden deute: MondolinenNub„Allearo-, Restaurant Porold Biesdorf. Morzadner Str. ZI. —!k:«ir Mandolincnverciniauna. Rowawes: Siädtilcher Evortvloti.— Kreie Mandolinenoerciniguna Adlcrsdof kÄugendobtcilung): Äugenddeim Adlcrsdof, Boroch« Roonst.vstt.- M-ndolincnllnb„Nordisch««lönae 19«»-. Donnerstag. 27. Äamrar. 9 Udr, Arkonadollen Anllomer Str. 29. Urdiingsobeird. Berein der Londslent« der«rasschast Etat, ,« Berlin. Dienstag, 2Z. Äa- nuar. 8 Udr, In den«aimnersSlen. Teltowcr Str. 1/4. Lichtbilder, und K'Im- vortv-a:»Eine Reife durch die Grasschaft Giati und ihr« Bäder". Eintritt 80 Pf. Ikrau Dr. Busse.Wllson spricht Mittwoch, 28. Äanuar. 8 Udr. Am Ost- bohndof 17 Uber„Das sozialistisch« Wien-. Äcdermann willkommen. Ein- tritt frei._ welterberichl der SffenMchen Wetterdienststelle für verstn und Amqegend. sRachdruck verb.i Zeitweise ziemlich beiter, vielüich neblig, obne nennenswerte Niederschläge. Temveraturen wenig unter Null.— Für Deutschland: Westdeutschland ziemlich mild nnd strichweise leichle Regensälle, im übrigen Deutschland leichler Frost obne Niederschläge. inesler LiüiHpleieJ clw. Staats-Theater Opernhaus Platz«. d.Republ. ?/,: La Travlata Schauspielhaus S Uhr; Hamlet. Schiller- Theater Schwestern Mülii Ipsi Cnarlottenbur 7 ytir: loJien�rin Achkunai MlaMattell Uditano Dir t-'J im. B. Walter od. 8 ffildlmon. L Holnno. Abonn-Turnus N DsatS'Jss Ilieater Korden 10834— 37 S Uhr lieijharjty.0!iki$9Ra!) von WoIfgansGoeu: Regie: HeinrHilperi Kammerspiele Norden 10334-37 8 Uhr: letiteAuliddrUBgen Oüapstrlda von Lernet-Holcnia Regie; Heinz Hilpert. Hierauf: Das v'eileheo von Franz Molnar Relle: Eng. Roberl Die KomSdie Bismarck 2414. 151« ts Uhr Die Perle von Tristan Bernard ll»l»: lonlg lairlom Tbeat. a.RolMrspl. Kurförst 2091 8 Uhr Max Adalbert in«Müller«" ür. SdiaDtpiemaDs Tägl. 8>-, Uhr CHAREI.U- REVUE Sonnt, nachm. 3 Uhr nngekürzie Vorslllg zu ermäß. Preisen1 Siltnburg-UaMD Ott. Künstler-Tn. 8 Uhr: Familie SdUmek mit Mu Poilraberg Stg.3l/j: Der(rOh- liehe Weinberg Ucssing-Theater Alb. Bassermann 8: Oer DiHiiilor Tb, LXDiiürsttnbiiiiiii 8 Uhr Lustspielhaus»'/, Ouido Thielscher Dienstag, den 23 Zaauar. abends 8': Ahe, im Srlegernerelnshaus. Ehnukkrestr. 94 Versammlung aller vertrauersleule und velrlebsrat»- belegierten an» dem verbanb verl-ger Melallindustriellenbelriebca. Tagesordnung: Stellungnahme znm Radmcniaris. Äulritt nur gegen Vorzeigung der mit dem VBMZ-Stempel nertedenen Legiti- malionstane und de» Mitgtiedsduches einer dem Melalltarlcll angeschlossenen Gewerlschaftsorganltaiion. vas AletaNtarlest. Bei Grippegefahr Föhnamini Tabletten Vekanuimachung über Gewährung van Larabfin düngen an dedürittge Personen, die ihrÄeichsnokopserin Kriegsanleihe enlrichsei haben. Der Retchsminister der Finanzen ist ermächtigt worden, an bedllrttlg« Personen tstr da» non ihnen seinerzeit tn Ärieqson- leih« entrichtet» und noch nicht«rftattetr Rklchsnotovler Baradstndunaen zu ge> währen, fiur Bcrillaung steht hierzu«tn begrenzter Betrag. Um zn ermitteln, weiche Personen und mit welchen in Srtegsanlerh» entrichteten Beträgen die einzelnen Per- tonen tn Frag« tommen, werden zur i Stellung«ine» Antrage» aus,.et ordert: Srw rdsuntähig» oder am 81. De- zttnbe? 1936 mindesten» 60 Zahr» alte I Perfonei� die gut da» Reichsnoiopler Kriegsanieide hingegeben undhterillr eine I Erstattung tn Kriegsanleihe ober Anleihe l adlösnngstchuid nlcht oder nur zu einem| Zell erhalten haben wenn nach der letzten Beianlagung ihr Permögen nicht mehr al« lOOOO RM und ihr Swtommen nicht mehr al« 80>0 RM. betrug. Die Anträge stnd spätesten» bU zun 31. März 1937 bei dem lkmanzamt einzureichen. da» sllr dle Etntommcn- und Bermägensteuerverantagung de« Antrag. stellers zuständig ist. Sollte dereits em Antrag gestellt oder abgelehnt sein, so ist auf Grund dieser Betanniarrchung ein neuer Antrag einzureichen S» empstehit (ich, im Antrage die Fmanztassc anzugeben! an die da» Rolovter gezadtt ist. Por- drucke tstr den Antrag sind betm Finanz- am: erhältlich. 1 Die Entlchetdung. od und welche Bar- betröge ausgezahli werden tönnen, wird i später getroffen werden. Berlin, den 33 Januar 1937 Die Finanzämter im Bezirk de» 1 Lande-finanzamt» Berlin ....... THeÄ »«lodernrnz IIjl. SL, Es war einmal in Heidelberg mit d. Schlagerl led Ichhab'mcInReriin| Heidelberg Vcr.oren Vorzelg. W/oErmäß. I KäteScnmldt-Samsi . 0*3*0" Briese TentraU Thaatar] Täglich 8 Uhr: Der Trompeter vom Rhein Vorverk. u n u n terbr. Preise von 1—7 M. Philharmonie 8 Uhr: ttagdn-Xozart- öeetimeU'M.{ des Phltharm.Orch, (�| Die Grippe komnit flj Infolge Uebertragung durch Mundhöhle und Rachen in den menschlichen Körper. Sie wütet bereits wieder in einer Reihe von Ländern. Dagegen vorzubeugen ist ftlicht eines jeden. Dies geschieht am sichersten durch sofortigen Gebrauch von..Nympliosnii"(ges. gesch.) Glänzende Anerkennungen. Preis der Flasche M. 3J0 Vymphosan PerubonPons 80 Pfg. AHelohcrsteller: Nympbosan A.-G.. MfinchenäS NS3. KomitcheOper Premiere { FreUai. d. 28. Januar,, mir{ Die weuslfldUsdi« Ilames-Klaln-Revue) Die Bünden der Well 30 Bilder ans dem Lebea einer«ettanen Frau In den Hauptrollen Hans Albers Frans Baumann (der berühmte Radio-Tenor) Vicky Werckmcisier Edith Schollwar Helmut Krauss Edgar Pauiy Max Tobien Maud Nielsen Nana Helling Uy Jankowska Karl Manell Max Mendsen Th. König rät« St. Hasenheide 2110 8 Um hrs.ChencyiEndc Elisabeth Bergner Boitiödieniiaiis Norden 6304 8 U- ErttdHdieii ll.». llodeih t. Nuilou»» Donnsh, z. I.Mate oover-cmaU Rehtrh, f. Thillaite, (nnmlhi. Trtonon-Thcaf. Heute P/t Uhr: SAtÄLlINMfW Der Mann der AUne Leger Regle: Frledr. Lobe Oeryi. iiiUel.DniililwH NeoesTnealer am Zoo Stpi. 3371. TgL 8 Uhr Elite Imi in ModsübaBs Creretts. Vorverk. ununterbi Rose-Theater s übt: Prozlosa Olrtant: Olli Inteihmn 4. Slnf.-Haydn; Slnf. Es-Dur-Mozartj S. Sinf.-Beethoven v. Allwörden Casanova, die Span. Schönheit UBER 390 HITWiRXBHDE{ Preise 2 Mark bis 18 Mark I Vorverkauf heute eröffnet ab vormittags| 10 Uhr an der Theaterkasse. Neue. Welt rA.S/,!! Uhr im 54. Lebens- jalir nach kurzem, schwerem Leiden verstorben. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen nimmermüden, überaus tüchtigen und gewissenhaften, vorbildlichen Mitarbeiter, einen treuen Genossen, einen lieben Freund und Kollegen. Richard Strehl wird von uns über das Grab hinaus geachtet und geschätzt, sein Andenken in Ehren gehalten werden. (zeschäftsleitimg und Personal des V orwärts-V erlag G.m.b.H. Patentmatratzen. Ausleg emadratzen. Me- talldrttcn. Chaiselongurs, Walter. Star- »arderstraste achtzehn. Svezialoekchäft.' Musikinstrumente Piano», Sarmoniums. Teilzahlung. Schcrer. Chausseestraste 105.' Biauo» orerswerl. dinf Brunnenstratze 35 glovirrmacher Da» Piano de» Erfolge»! Ueber 150 000 Änstrumente fabriziert und nach allen Weltteilen geliefert. Neu« Quali- däisptonos von 900,— an. Beaueme Teilzahlung. 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Di« Wahl der Bertrouensleme wird daselbst vorgenommen. MRiMvMeuliijZllklkme! vonnerskag. dea 22. Zaaaar. aarhm S Ahr, ia Ewald» Uerciashau», Staliher Strohe 126 Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung Betrachtungen zur Rat ionalisterungslrit«. Die Ztollegen haben die Pflicht, restlos in dieser Beriammluna zu erscheinen. Oeaactalag, den 22. Januar, abenb» 2 Ahr. im Slhangsfaal Oes Oer vaadahaase», Li aleaste. 83,88 Vollversammlung lämll. Schmiede au» den Groß-, Klein-. Znnunqs- Fuhrwerk»-, Brauerei- uud Saroffe, ledeiriedeu Tagesordnung L Vortrag stder, „Die Ardeitszeit-R otverordnu ng- 2, Branchenangelegenheiten nnd Per- >chied»nes. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Vaaaeralag. den 22. Januar, abends 2 Ahr, Im grohea Saal des ivewert ichatlahaases, Sagelasee 24 2» Branchenversammlung der Rohrleger uud hel'er. Tagesordnung- L Branchenangc- Isgenhetien. 2 Berdandsangetegenheiten 3 Berschikdenes. Mitgliedsbuch legitimiert Da« Erscheinen aller Rollegen, lst unbedingte Pflicht. vonaerslag. den 22. Zauuar. aachin. 8 Ahe. Im Saat 3 de» Deroerkschasls- Hause», Eugetuser 24-23. Branchenversammlung oller ZNetall- und Revoloerdreher sowie vreherlnnen. Tagesordnung 1, Vortrag. Ret: Kollege Wlnauih. 3. Disiulston, 3. Set- band«- und Brand enangelegenheiten Ohne Mitgliedsbuch kein Einlast Zahlreiche« und pstnklNche, Erscheinen wird erwartet, Die OrUscrmaltung. Nach turzem Leiden versdned vtoq. Itch am 31, Zanuar mem lieber Mann, unser go'er Paler Karl Reschke im 52: Lebenswahr». Die« zeigen tief betrübt an Martha Rescnke, geb. Marggral nebu Töchtern Berlin O 112 Rrossener Str. 37. den 31 Januar 1927. Die Einäscherung findet am �onners- lag. den 37 Zanuar, abends 5'/, Uhr. im Rrematorriim Serichtstraste i alt Am 34, Januar, früh t'l, Uhr, ver- Ichted mein lieber guter Mann unser guterBaier.Schwtcger- und Grohvaier Paul ZÄneMer im 78. Lebenssahr an de« Folgen eine» Schtaganialle». Um stille Teilnahme diiteu Wwe. Harle tmneFdcr. ■beoalor Sliaste 17 Bäben SAneider a. Fron. stapenhaqen. Paul idmetaer o. Familie, Raffet Fritz tdiaetder n. Famuie, Reutölln. Die Einäscherung findet am Frei- tag, den 38. Januar, abend» 8 Udr, im Krematorium Dcrtchtiiraste statt Kranzspenden danlend verbeten. Verkäufe Leiterwagen, Schubkarren, Einzclrädcr. Achsen. Zedern. Globus Dresdener- strafte 55. Moritzvia» 127 88._• Teppiche. Diwandecken, Tischdecken Bettvorleaer, Löuserstols«, prachtvolle Auswod! ertra dillioe Gcleaendciten, Eonrad Fischer, seit 1884 Potsdamer- straft» 10«,_• Dredrollentelchk«. Leifluvgssähigste Svezlallabrik Rollcnwaiidlung 200.— Rosentdalerltraste 26.• Hekleidungssiiicke Wasche us* Verleih von hocheleganten Gesell- schastsanzllaen. Ztolenthalerltrafte 4. Norde» 6393.' Getragene Serrengarderobe. Speziali- tät Baucksigurcn. spottbillig. Raft. Gor- mannstraftc 35i36. krllher Mulackstraft«.' Wenig getragene Fracke nzllge. Smo- nganzllar, Gehrockonzstge. 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