Abendausgabe Sc. 51 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. 25 •».imssertbteuBse» stA VstätamB* int in bei Morgenans«abe engeaetea ■leiafrlon: SS. M, Cinöru(trafje z Zernsprecher i VLnhoft 292- 292 ScL.S»t«ff«; SojIaUemaftal Occtto Derlinev VolkslrlÄkk (tO PfenttSg) MonSüg 31. Januar 1�7 Setlag und Vn|etgenabteilUR9i ecfdjäftsjett 8 Mi dt» S Uhr Nerleger: Sotindttg-Oetlag GmdH. Verlin SS. 96. Cintenfteaf}« 6 Fernsprecher: vdnhoft 292— S2 T�entralorgan der Bozialdcmokratifchcn Partei Deutfchlanda Grönungsblock in Thüringen geschlagen! Schwierige Regierungsbildung.— Die Sozialdemokratie gewinnt an Stimmen und Einfluß! Weimar. ZI. Januar. sEZgener vrahkbericht.) Die Thüringer Landkagswohlen habe« mU einer ZUederlage des Ordnuazs- blocks und einem anjehvlichen Erfolg der Sozwldemokraiie geendet. Das vorläufige Endergebnis ist das folgende: Landtags- Reichstags- Landtags- wichl wähl wähl z«. l. IS27 7.12. 1924 10.2.1934 Sozialdemokralen..;.. 292 627 260 262 210 165 Uommuuiflev...... 113 470 107 806 162 128 Komm. Arbeiisgem..... 3 874—— Ordonngsbloek l Einheitsliste). 270 625 333 766 422 246 Wirlichoflsparlel..... 75 500 34 334- Zkalioaaifozialiflen.... 20918 44577 81412 Demokraten....... 26 531 43 060— Später......... 23 156—— Völkisch-.....---»167-_— 815 038 813 795 875 951 Sie Wahlen sind überall ruhig verlausen. Die w a h l b e l e i l i- g u n g betrug rund 78 Vroz., etwas mehr als bei der kehlen zleichslagswahl. 12 Proz. weniger als bei der Laadlagswohl vom Februar 1024. Die Verteilung öer Lanütagsmanüate. Weimar, 31. Januar.(WTB.) Die Mandate bei dm Thürin- ger Landtagswahlm[ verteilen sich, foweri bisher festgestellt wurde. wie folgt: i Einheiteliste(Drmt., D. Vpt.. Landbund und Zentrum) 10 lbis- her 31). Sozio ldemo�ratea 18(17). Kommunisten 8(12). National- sozialistisch« Arbeiterpartei 2(3). Dmlschvölkisch« voraussichtlich 1 (4), Demokraten 2(4). Wirtschastspartei 5(0), Aufwertungspartei 1 (0). Parteilos 0(1).' Insgesamt 56(72) Mandate. i Die Entwicklung öer Parteien. Verfolgt man l)ie Entwicklung der Part-ien fest der Landtags- wohl vom 10. Febr uar 1024 in Prozenten der Gesamtstimmenzahl, so ergibt sich folgendes Bild: LandtagSwahl Retchstagswahl Landtaaswahl so. 1. 1927 7. 13 1924 10. 3. 1934 Prozent Prozent Prozent Sozialdemokraten.... 37,3 30,8 23,9 Kommunisten...... 13,9 13.3 18.0 Komm. ArbeitSgi-meinschaft.0,6—— «inheitSIiste...... 33� 41,1 47,9 Wirtschas'.Sparleh..... 9,2 4,1 Naltonai!ozwlist.en.... 8,7 5,4 0,3 Demokraten....... 8,3 5,3 Sparer......... 2,8— Voilische. 1,1 Der Ordmmg sblock hat seit der letzten Landtagswahl 14,7 Proz. verloren, die Sozialdemokratie 8,4 Proz. gewonnen, > » Das Ergebnis der Wahlen bedeutet einen katastro- phalen Zus a minenbruch des unter der Führung des Reichswehrgene-rals Hasse 1924 zusammengeflickten r o- n u n g s b u n d'« s". Bon rund 422 OVO Sümmen, die er in jenen Hatz-Waksten aufbrachte, ist fein Anhang auf rund 279 999 zufaimmengefchrumpft! Diese üatsache wirkt um so stärker, als auch fein« nationalsozialistifch-völkifchen Hilsstrupx'en. die nach ihres Führers Dinier Aus- fprurf) die„Ha nd an der Gurgel des Staates" halten sollten, stait 81999 W-ählern jetzt nur noch rund 39 999 ausbrackten, also mehr als die Hälfte ihres Anhangs verloren. Das Kleingewerbe, dem man damals in den Reichswehrwa�len die Erlösung vom„marxistischen Joch versprach, hat- bald eingesehen, daß bei dem Ordnungsbund M Wirklichkeit Vie Interessen der Landbündler vor- h e r r s ch t e nt und daß an Stelle des marxistischen das Joch der Aorarier und der völkischen Demagogen trat D?swe'Zen fand die W i r t f ch a f t s p a r te i schon tnomoo Monroe nach den Ordnungswohlen bei der Reichs- �oamobl oonn Dezember 1924 mit ihrer eigenen Liste einen An'�nli von jjäber 39 999 Wählern, den sie jetzt aus den Reihen b.. riebnuno-sparteien und zum Teil aus der Anhängerschaft v �.mof rotten auf rund 75 900 steigern konnte. Es darf »n-eb-nas n-cht vergessen werden, daß bei den Reichswehr- m Men«e! Demokraten unter Führung des inzwischen von way.en. Profesiors Gsrland sich dem Ordnungsblock �."�lnisen hatten. Bei der Dezemberwahl 1924 machlen sie --e mi ieder selbständig und erzielten damals mit 43 999 Ni�i-n ei-nen Achlungserfolg. Diese Wählerzohl ist setzt L Jus 26 500 zurückgegangen. Der größer- Teil der •rwimterlten wird wahrscheinlich der Liste der Sparer- und una'spartei zugute gekommen sein, die rund 23 999 LUmateN i lerzeichnen kamt. Da Demokraten und Sparer Listenverbindung eingegangen sind, so werden die beiden bei der Mandatsverteilung sich gegenseitig unterstützen. Die Sozialdemokratie, die bei den Ordnungs- wählen vom Februar 1924 mit Hilfe des unglaublichsten Terrors und der schamlosesten Verleumdung stark zurückgeworfen war— sie erzielte im Februar nur 219 999, bei den Maiwahlen 1924 gar nur 199 999 Stimmen— erreichte bei den Dezemberwahlen bereits wieder 259 262 Stim- men und konnte dies« Zahl jetzt auf 262 827 steigern. Gegenüber der Landtagswahl oerbucht sie also einen G e- winn von mehr als 59 999 und gegenüber der letzten Reichstagswahl einen weiteren von 12 999 Stimmen. Die Partei, der auch bei diesen Wahlen nichts an Verlästerungen erspart blieb, zeigt damit, daß sie im Vertrauen der breiten Wählerschichten einen unverrückbaren Bestand hat. Die Auswirkung ihres Erfolges aber wird gemindert durch die Tatsache, daß neben ihr noch immer die Kommunistische Partei um die proletarischen Wähler wirbt. Die Kommunisten hatten bei den Ordnungswahlen 162 128 Stimmen errungen. Jetzt sind sie zwar auf 113 479, und wenn man die Splitter der Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft knit 3874 hinzu- rechnet, auf rund 117 999 zurückgegangen, aber dieser Rückgang reicht nicht aus, um ihren hemmenden par- lomentarifchen Einfluß auszuschalten. Ueberblickt man das Wahlergebnis nicht nur nach Ziffer- reihen, sondern nach dem Maße der möglichen Auswirkung in politifch-parlamentarifcher Hinsicht, so findet man, daß zwar der Einfluß der Sozialdemokratie im neuen Landtage sehr wesentlich gesteigert sein wird, daß er aber nicht ausreicht, um eine rein sozialistische Regierung von Dauer bilden zu können. Die Sozialdemokratie hatte im letzten Landtag, der insgesamt 72 Mitglieder umfaßte, 17 Mandate, während die Kommunisten deren 12 zählten. Beide Gruppen umfaßten also etwas mehr als ein Drittel des Landtages. Das neue Landesparlament soll nicht mehr als 53 Sitze umfassen. Nach der bisherigen Berechnung, die durch die amtlichen Fest- stellungen nur um weniges verändert werden dürfte, würden unsere Parteigenosien 17 oder 18 Mandate von den 5 3 besitzen, während den Kommunisten noch 7 oder 8 zu- fallen. Zusammen würden beide Parteien im besten Falle 26 Mandate aufweisen. Das ist eines weniger als notwendig zur Mehrheitsbildunq. Wären die Kommunisten eine par- lamentarische Partei, die zwar eine radikale soziale Politik treiben, vor allem aber parlamentarische Möglichkeiten ausnützen will, so dürften sie mit Sozialdemokraten zusammen immerhin die Regierung bilden können oder wenigstens der Sozialdemokratie die Möglichkeit gewähren, eine Minderheits- regierüng zu schaffen, in der die sozialen Interessen der proletarischen Bevölkerung Berücksichtigung finden. Mit solchen Möglichkeiten ist jedoch bei der ganzen Geistesverfassung der Kommunisten nicht zu rechnen. Infolge dieser Haltung der Kommunisten besteht die Gefahr, daß die Auswirkung des linken Wahlerfolges vollkommen unmöglich wird. Es bedarf sicher schwieriger Derhand- lungen, um überhaupt einen, Wechsel im Regierungsiystsm herbeiführen zu können, wobei es fraglich bleibt, ob Wut- schaftspartei und Demokraten geneigt fein werden, mit den Sozialdemokraten über die Möglichkeit einer Regierungs- bildung zu verhandeln. Für unsere Parteigenosien beginnt infolgedessen jetzt eine neue und besonders schwierige Aufgabe. Sie werden an deren Lösung auch herangehen, trotzdem sie weiß, daß in ihrem Rücken die kommunistische Gruppe keine anderen Sorgen kennt als die. der Soüaldema- kratie jeden Fortschritt für die Arbeiterklasse zu erschweren. Der Ordnungsblock hat mehr als ein Drittel feiner Stimmen verloren. Wenn er trotzdem in Thüringen einstweilen am Ruder bleiben sollte, so würde dafür die Kommunistische Partei restlos die Verant- wortung zu trogen haben. Es ist jedoch zu hoffen, daß sich im neuen Landesvarlament die Vernunft auch ohne Rücksicht auf die Kommunisten durchsetzt und eine Regierung zustande- kommen läßt, die wieder an Stelle der monarchistischen und landbündlerischen Jnteressenpolitik r e p u b l i k a n i s ck) e Grundsätze und soziale Gedanken zur Geltung bringt. Die Deutsthnationalen in öer Klemme. Sie müssen Graes preisgeben! Heute nachmittag tritt die deutschnationale Reichstags- fraktion zusammen. Sie steht vor der Wahl, entweder alles wieder in die Brüche gehen zu lassen oder zu Kreuze zu kriechen und Graes preiszugeben. Natürlich wird sie trotz allen Geschreis, das einige ihrer Blätter erheben, das zweite tun. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nun H e r g t aus den Posten des Justizministers zurückgeschoben und Herr v. Lindeiner-Wildau zum Innenminister ernannt werden. Daran dürfte auch das deutschnationale Hauptorgan für Pommern, die„Pommersche Tagespo st", nichts ändern, die sich aus Berlin folgende aufschlußreichen Sätze telephonieren läßt: Abgesehen davon, daß der an Graess Stelle vorgeschlagene Herr von tlndeiner aus gut verstandenem deutschnationalen Interesse für den gefamlea deutschen Osten völlig untragbar wäre, bedeutet dieses Borgehen der Koalllionsparteien angesichts einer nur den Deutschnationalen zustehenden Prärogativ« ein« starke, mit aller Schärfe zurückzuweisende Ein- Mischung in unsere Parteiangelegenheiten. Wir haben weder der Deutschen Lolkspartei noch dem Zentrum Borschriften gemacht, welche Persönlichkellen s i e herausstellen sollten, haben uns in groß- zügigster Form trotz schwerwiegendster Bedenken mit Herrn Dr. Marx und Herrn Dr. Stresemann abgefunden und müssen mit allem Nachdruck dagegen protestieren, daß jetzt, nachdem bald anderthalb Monate wertvollster Zeit vergeudet wurden, und endlich alle Un- stimmigkeiten beseitigt schienen, erneut Hindernisse aufgeworfen werden, die sofort die schwersten Gefahren für die neu« Koalllion heraufbeschwören müssen. wer au diesem Räakesptel dl« Schuld»rägi, wird flch ja bald herausstellen. Herr von Lindeiner dürfte sedensalls nicht sehr weil von jenem Klüngel zu suchen sein. Die Deutschnationale Partei ist ober, wie wir erfahren, fest ent- schlosien, alle, auch die ernstesten Konsequenzen aus diesem für die verbündeten Parteien ungeheuer blamablen Vorgang zu ziehen, Hier spricht ein deutschnationales Blatt die Lermutung aus, daß ein deutschnationalcr Abgeordneter gegen einen Fraktionskollegen intrigiert und ihn bei anderen Par- teien und beim Reichspräsidenten denunziert mit dem Ziel» ihn von der Futterkrippe wegzubeißen und sich selber an seine Stelle zu setzen! Ein Außenstehender hätte so etwas kaum für möglich gehalten, aber die Herrschaften müssen ja einander kennen! Was nun Herrn Graes betrifft, so ruft der Borschlag der deutschnationalen Reichstagsfraktion, gerade ihn zun» ReichsjustizmiNlster zu machen, einen Vorgang in die Erinne- runq Zurück, der für diesen Herrn charakteristisch ist. Am 4. Mai 1921 sagte Herr Graes im Reichstag in einer Rede über den Erzberger-Prozeß folgendes: Es ist dies gerade die Aufgabe des Strofvcrsahrens, festzustellen, ob von den Summen, die Herr Erzbcrger für kirchliche und politische Zwecke oerwaltet hat, wie nian teilweise in der Oesfentlichkeit an- nimmt— ob mit Recht oder Unrecht, lasse ich vollständig osjen—, etwas in den Taschen de» Herrn Erzberger geblieben ist. Der stenographische Bericht verzeichnet an dieser Stelle „großen Lärm links und und im Zentrum und Rufe: Pfui! Skandal! Unerhört! Gemeinheit! Ehrab- schnei der!" Der Reichstagspräsident rief den unbe- kannten Zwischenrufer des Wortes„Ehrabschneider" später zur Ordnung, nahm aber zu der Aeußerung des Herrn Graes zugleich folgendermaßen Stellung: Ein angeblich in der Oeffentlichkell verbreitetes Gerücht ist von Herrn Graes mit so viel Vorbehalten und E i n s ch r ä n- tvngen wiedergegeben worden, daß ich die Möglichkell einer parlamentarischen Rüge nicht für gegeben ansehe. Zu meinen. Ein- griff war ich allerdings bestimmt worden, well mir ein in der Oeffentlichkell bekanntes Gerücht, daß Herr Erzberger fremde Gelder ln seine Tasche hätte verschwinden lassen, durch den Mund des Herrn Graes zum erstenmal zur Kenntnis ge- kommen ist.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Mit diesem Herrn soll Herr Marx, der Fraktionsfreund des auf Grund solcher Gerüchte htngemordeten Erz- berger, fortan an einem Tische sitzen! Gerade diesen Herrn betrachtet die deutschnationale Fraktion als besonders gc- eignet, Recht und Gerechtigkeit im Deutschen Reiche an höchster Stelle zu repräsentieren!! * Der deutschnationale Froktionsvorstond ist heute vormittag im Reichstag zusammengetreten, um die Beschlußfassung der Fraktton, die sich um 5 Uhr nachmittags versammett, vorzubereiten. Seine Sitzung war bei Schluß des Blattes noch nicht zu Ende. Man rechne« mll sehr stürmischen Auseinandersetzungen in der 9nttn>, Monaechkstisthe Propaganöapläne. Hermine als Reklamepuppe. Entgegen d»m Widerspruch weiter Kreise ist den Hohen- zollern bei dem bekannten Vergleich das Palais Wilhelms I. Unter den Linden gegenüber der Universität als Privat- besitz zugesprochen worden. Die Monarchisten wollen nun dieses Haus zu einer Propagandazentrale ihrer Pläne machen. Das„Berliner Tageblatt" weih darüber zu melden: Vor einiger Zeit hat der ehemalige Hofmarschall G r P l o t e n, dessen Verhalten bei früheren Gelegenheiten Anlaß zum Widerspruch bot, den preußischen Finanzmini st er Dr. Höpker-Aschoff aufgesucht und die sofortige Räumung aller noch von Beamten oder sonstwie bewohnten Zimmer des Palais ge- fordert. Der Minister hat geantwortet, daß er zu einer sofortigen Mahnahme nicht genötigt werden könne, denn bis zum 1. April stehe das Palais noch unter seiner Verwaltung. Von Doorn aus ist der Befehl ergangen, umfangreiche Umbauten in dem Palais vorzu- nehmen. Eine Zentralheizung wird geschaffen und Badezimmer wer- den angelegt. Wer soll in das so modernisierte Palais seinen Ein- z u g halten? Zunächst die„Kaiserin" Hermine, die zweite Gattin des Exkaisers, die jetzt in Doorn die wahre, alles bestimmende Herr- schcrin ist und auch in dem historischen Palais Wilhelms I. zu residieren gedenkt. Dieser Plan soll seine Wirkung nach zwei Seiten hin aus- üben. Es ist bekannt, daß die.Kaiserin" Hermine, über die ihr Mann sich neulich gegenüber einem amerikanischen Journalisten in Worten hymnenhafter Verehrung geäußert hat, mit den meisten an- deren Mitgliedern der ehemals kaiserlichen Familie nicht die besten Beziehungen unterhält. Die Anwesenheit der„Kaiserin" in Berlin. in dem ruhmreichen Ahnenpalais, ist ein Trumpf, der gegen die Prinzen und Prinzessinen ausgespielt werden soll. Damit vereint sich die Absicht,«ine Rückkehr Wilhelms II. vorzubereiten, die man in Doorn— der Exkaiser röar ja immer gut unterrichtet— ernsthaft für nicht unmöglich hält. Die Gattin soll zunächst einmal die Palosttüren öffnen, und man meint, nift. Sie betonten übereinstimmend mit besonderem Nachdruck, daß der vor zwei Iahren erfolgte Raub des Achtstundentages und der Unfug de» lleberflundeawesens von den Gewcrlschaften nicht mehr länger hingenommen werden könne. Den U n t e r n e h m e r n, die in der Regierung des Besitz- bürgcrblocks jenes Instrument zu besitzen glauben, das ihren sozial- reaktionären Forderungen in dem von ihnen gewünschten Maße Rechnung tragen müsse, würden die Gewerkschaften den nötigen Wider st and entgegenzusetzen wissen. Husemann vom Bergarbeiterverband verwies in diesem Zu- sammcnhang auch auf die katastrophale Notlage de-, Bergbaue?. Nach den amtlichen Zahlen werde heute mit einer Belegschaft, die bei weitem geringer ist als die im Jahre 1313 eine erheblich höhere För- derung erziell als in der Vorkriegszeit. Dafür würden aber Heber- schichten in einem Umfange verfahren, wie es in der Geschichte des deutschen Bergbaues beispiellos sei. Im dritten Quartal 1326 seien allein."Millionen U e b c r s ch I ch t« n verfahren worden. Auf 75 Schichten, die im Durchschnitt zu verfahren wären, hätte man ctwa 30 000 Arbeiter mehr beschäftigen können, also soviel, wie heme im Bergbau erwerbslos seien. Husemann for- derte schließlich im Interesie der Gesundung der allgemeinen Wirt» schaftsverhältnisie die Wiedereinführung des Acht- ftundentages und das Verbot der Ueberschichten. Der zweite Redner gelangte zu den gleichen Schlußfolgerungen. Er wandte sich u. o. gegen die Gefahren, die sich aus der Bildung der Bcsitzbürgerblockregierung ergeben. Die Sammlung der Reaktion habe in dem neuen Kabinett ihren Ausdruck gefunden. Jetzt gelte es, die Sammlung der Arbeikerschaft zu betreiben. Auch A u f h ä u s e r richtet« seine Ausführungen mit aller Schärfe gegen die Bürgerblockregierung. Sein Ruf galt be- sonders den christlichen Arbeitern und Ange st eilten, d'e durch ihre Gewerkschaftsvertreter sich bereit erklärt hätten, g e- m e i n s a in mit den freien Gewerkschaften den Kamps für den Achtstundentag und die sozialen Interessen der Arbeiterschaft zu führen. In diesem Kamps handle es sich nicht um irgendwelche Weltanschauungsprobleme, sondern um soziale Realitäten, die für alle Arbeiter gleiche Geltung hätten.— Die Ausführungen der drei Redner fanden st ü r m t s ch e n Beifall. Die Kundgebung endete �nit einer Ealschliehung, in der es n. a. heißt: „Mit dem Fortschreiten der Rationalisierung wird in zunehmen- dem Maße ein Ueberslundenwesen eingesührt, das den e n t- schieden st«n Protest nicht nur der Arbeitslosen, sondern auch der in Tätigkeit befindlichen Arbeitnehmer herausfordern muß. Die Versammlung richtet daher an alle Arbeiter und Ange» st eilten die Aufforderung, dem Ueberstundeuwesen ein Ende za machen. Die Versammlung erwartet von diesem Appell eine so starke Ein- schränkung des Ueberstundenwesens, daß nur noch solche Ueber- stunden geleistet werden, die aus betrieblichen Gründen eine unab- weis bare Notwendigkeit sind. Die Versammlung erkennt die Vorgänge bei der letzten Regie- rungsbildung als ein Zeichen dafür, daß dos Unternehmertum den wirtfchaflllchen Forderungen der Arbeiterschaft den entschiedenste» Widerstand entgegensetzen will. Die Zurückgewinnung des Acht- stundentages muß deshalb das Werk der Arbeiterschaft selbst sein." Einleuken üer StuöentenschastenZ Eine Entschließung der Studcntcutagung. Sonnabend und Sonntag fand in Magdeburg eine Tagung der preußischen Studentenschaften statt, die zu dem bekannten Konflikt mit dem preußischen K u l t u s m i n i st e r i u r, Stellung nehmen sollte. Die Resolution, mit der die Tagung ihre: Abschluß fand, zeichnet sich vor ähnlichen Kundgebungen durch ch'.� sachlichere Tonart aus. Bisher war es nänllich üblich, daß die Ber- treter deutscher Studentenschaften gegenüber dem Kultusministeriuin mit gehäsiigen Schmähungen austraten. Es scheint auf den Druck der republikanischen Studenten zurückzuführen zu sein, daß jetzt sachlicher gearbeitet wird. Die Entschließung hält zwar an dem früher von ihr vertretenen Standpunkt fest, ertiärt sich jedoch bereit, an einer Neuordnung der Bestimmungen mitzuarbeiten. dl« zu den Auseinandersetzungen Anlaß gegeben haben, � und ver- langen dabei eine selbständige Stellung von Rektor und Studenten- schast. In bezug auf die österreichischen Universitäten wird erklärt, daß die preußischen Studentenschaften keinerlei Machtbefuz- nis hätten, die Zusammensetzung dieser Stundentenschaften zu be» einflusien. Trotzdem halten sie an der Zugehörigkeit der rein völ» tischen Gruppen zur deutschen Stundenten'chaft fest. Diese Stellungnahme schließt jede Verständigung aus. Der preußische Kultusminister wird jetzt kein anderes Mittel mehr haben, als endlich die Beschlüsse des Landtages durchzuführen. Auf keinen Fall darf der Zustand aufrecht erhalten bleiben, daß die amtliche Vertretung der deutschen Studenten zum�Werkzeug rassenpolitischer und reaktionärer Umtriebe wird. Dem Tone nach haben die preußischen Studentenschaften eingelenkt; sie werden auch in der Sache nachgeben müssen, wenn man ihnen zeigt, daß der Staat nicht gesonnen ist, die einsellig reaktionäre Auffassung ein- zelner Studentenkreise zum Programm der studentischen Selbstver- waltnng zu machen. der dokumentenfälscber dr. Sckreck. Tie Schweizer �sälschungSzentralc des Hochstaplers. Wie die Ermittlungen in der Angelegenheit der gefälschten Rcichswehrprotokolle ergeben haben, hat deren Verfasser nicht nur diese Aktenstücke gefälscht, sondern schon vorher zahlreiche Hochstapeleien und planmäßig Fälschungen größten Stils ver- übt. Dr. Schreck ist als Sohn eines Maurer» aus Oberndorf in Franken geboren. Im Jahre 1310 war Hans Schreck in Berlin bei den Deutschen Wasserwerten A.-G. als Ingenieur beschaf- tigt und, nachdem er sich selbst zum Diplomingenieur ernannt hatte. wurde er wegen Betruges mit Gefängnis bestraft. Durch ein Gnaden- gesuch wurde die Strafe in eine Geldstrafe umgewandelt. In den Jahre» 1913—1314 hat der Hochstapler dann ein eigenes Ingenieurburcau in Berlin aufgemacht. Einem Verfahren wegen betrügerischen Bankerotts entzog er sich schließlich durch Flucht in die Schweiz, wo er seine Schwindeleien aus pollli- schem Gebiet fortsetzte. Er bot sich dann 1915 dem damaligen deutschen Gesandten in Bern als Agent an; seine Tätigkell bestand ober mir darin, daß er sich eine Sammlung falscher Stempel, Briefpapiere usw. anlegte, um Nachrichten zu' fälschen und diese erfundenen Spionagemeldungcn, an denen kein wahres Wort war, b e» zahlen zu lassen. Seine Tätigkeit muh damals sehr lrukrativ gewesen sein, denn sein Lebenswandel siel den Schweizer Behörden auf, die ihn überwachen und schließlich einige Jahre später wegen Spionageverdachts o« r h a f t« n ließen. Die Haussuchungen in seinen verschiedenen Wohnungen führten zur Entdeckung der Fälscher- zentrale, die mll allen modernen Hilfsmitteln ausgestattet war. Als man Schreck rn der Schweiz den Prozeß machen voollte, stellte er sich geisteskrank, und es gelang ihm auch, zur Beobachtung in die Das Mufnahmegefuch. Sehr verehrte Herren Dinier, Bartels und von W o l- zogen! Mit Freude habe ich van Ihrer Absicht gelesen, der mit Juden- stäminlingen durchjetzten Dichtersektton der Preußischen Akademie eine im germanischen Geiste wirkende„Deutschs Dichtergesellschaft" entgegenzustellen, mit Bedauern muß ich aber zu gleicher Zeit bemerken, daß Sie es bisher unterlassen haben, mich zum Eintritt in Ihr Unternehmen aufzufordern. Es ist woh: nicht unbescheiden, wen» ich mir im nachfolgenden erlaube, Ihnen einen Einblick in meinen Stamnibaum zu gewähren und Ihnen einige Daten aus meinem Leben zu unterbreiten, aus denen sür Sie gewiß hervor- gehen wird, daß ich der Mitgliedschaft in Ihrem Derein würdig bin. Meine Mutter war die großherzoglich badische und sürstlich rcußische(älteie Linie) Hofpianistin Erika Krummbein und mein Vater königlich bayerischer, mit der fünften Klasse de» Verdienst- ordens vom helligen Michael und mit der dritten des Militär-Max- Iosef-Orden» ausgezeichneter Hofarchivar. Leitete er sein Geschlecht ans die im vierzehnten Jahrhundert im Thüringischen ansässigen Ritter Trutzig von Trotzenstein zurück, die dem damals die Land- straßen unsicher machenden Handelsgeist in echter Deutschgesinntheit und mit schimmernder Mehr begegneten, so weist auch die Ahnenreihe meiner Mutter genug Vorfahren auf, die praktischen Antisemitismus betätigten. Ich selbst bin blauäugig, blondhaarig, hochwüchsig, platt- füßig, geradnasig und lonaschädelig. Für meine deutschtümliche tiefere Gemütsveranlagung mag sprechen, daß ich abhold bin allem hohlen Sinnestaumel des modernen Großstadtlebens und Charleston und Bubikopf hasse, dafür aber einen Ouickborn der Seelenverjün- gnng im würzigen Duft unserer märkischen Heide, in den Unter- Haltungsbellagen völkischer Tageszeitungen und in schmetternder Milllärmusik erblicke. Interessieren dürfte Sie in diesem Zusammen- hang auch, daß ich der Abonnent des vom Grafen Reventtow heraus- gegebenen„Reichswarts* bin. Jüdische oder jüdisch versippte Bücher habe ich prinzipiell noch nicht gelesen, und ich rechne es mir zum Derd-enst an, zum Beispiel Heinrich Heine und Ludwig Börne mit vornehmer Ignorierung übergangen zu haben. M<« nun meine eigene schöpferisch« Tätigkeit anbelangt, so ist sie ergiebig und von großem Erfolge beglellet gewesen. Ich bin wählend der ganzen Dauer des Krieges, Feldzeltungsschriflleller ge- wesen und habe zuletzt die„Ardennenwacht" in Charleville red'- giert, eine Tätigkeit also ausgeübt, die es mir nicht nur vergönnte, ünsersn wackeren Feldgrauen in Gestall von heldischen Gesängen und zu Kampfesmut aufstachelndem Lesestoff die Grüße des Hinter- landes zu übermitteln, sondern die mir auch das Eisern« Kreuz 1. und 2. Kloll«, die Kaiser-Wilhelm-Erinnerungsmedaill» und das Abzeichen für Verwundete einbrachte Di« Nachkriegszell über habe ich mich nicht weniger auf dem Posten befunden, wenn es galt, die Fahne des deutschen Schrifttums hochzuhatten. So habe ich in den ersten Reihen bei dem Stink- bombenangriff auf den„Retgen" für die Hochgüter germanischer Kultur gefochten und auch beim„Fröhlichen Weinberg", die Triller- pfeife im Mund und echten Idealismus im Herzen, meinen illUmn gestanden. Das Schmutz- und Schundgesetz fand in mir einen feurigen Befürworter, in Eberhard König sehe ich den größten Gestalter und beseeltesten Dichter der deutschen Gegenwart, und im Klein- kaliberwettschietzen des Stahlhelms habe ich kürzlich einen mir vom Bundesführer Seldte persönlich überreichten Preis bekommen. Mit eigener literarischer Produktion bin ich im Jahre 1925 noch einmal mll einem im„Aufrechten" veröffentlichten Kaisergeburtstagsgedicht vor die Oeffentlichkeit getreten. Mit alledem glaube ich dargetan zu haben, daß ich der rechts Mann für Ihre geschätzte Neugründung„Deutsche Dichtergesellschafl" bin und allen gestellten Ansprüchen zu genügen voll und ganz in der Lage sein werde, und bitte ich daher um meine Aufnahme und zeichne mit Front Ijetl und deutschem Gruß als Ihr Hans Bauer. Eaoalleria and Bajazzi.(K r o l l- O p c r.) Die Rosinen im Kuchen der Opernkassterer. Also auf neu hergerichtet, damit die Leute zum fiinfzlgstenmal merken, daß hier«in recht unwahres Leben recht wirkungsvoll packt. P i r ch a u bringt«ine sehr geschickte Raumverteilung, brcme Fläch«, kleines Theaterchen, Gasse, Häuser des Bajazzodorfes, so daß sich oben von unten scheidet und die 283 Choristen, die angekündigt sind, Platz haben. Den Rüdclschen Chören ein fiauptlob und ebenso Meister Blech, der durch Straff- heit und belebtes Tempo alle dicken Schmachtpartien zudeckt. Im übrigen ein Teilersolg der großen Sänger. Ohne sie wären beide Werke unerträglich. Die K e m p' in ihrer großen Leidenschaft, Dattie ra mit der schlanksten aller italienischen Tenorstimmen, S ch l u s n u s, starr im Spiel, doch berückend im deutschesten Timbre de edlen Baritons. Max Roth als verhallener Alfio, Janssen als klar singender Silvio— ein Paradeensemble. Ueber allen die herrlich strahlende Reinhell der Battiera-Stimme. Die Frauen weniger ausgeprägt, weniger gut. Keine Lola, eine noch nicht ganz aufgeschlossene, doch spielbegabte Neuda, e-n un- möglicher Beppo, auch Lucia reif zum Abbau. Großer Enthusias- mus. Tranenbach«, Kassenfüllung sür lange Zeit. K. S. Külz und Kunst. Ueber dieses Thema sprach in einer Sonntags» matinee des Renaissancetheaters der Wiener Schriftsteller Anton Kuh. Warum das Schmutzgesetz kommen mußte, hätte eben- falls der Bortrag heißen können. Stofflich bracht« Kuh nicht gerade erschütternd Neues. Daß Kunst und Normalbürger wenig mitein- ander zu tun haben, weiß man bereits, und daß die Fraktions- demokraten am reinsten den Typ des Normalbürpsrs darstellen, ist auch bekannt, ober Knb gibt dielen Dingen eine schillernd«, originelle Form. Geschliffene Bonmots, vietlei-ft schon zu I-barf geschliffen. glitzeyide Paradoxe bilden das Rezitatto vor der entscheidenden Arie, die Kuh in wildem Tempo hinausschmettert. Hier steigert er sich beinahe zum Pathos; etwas cheotralisch aufgezogen, doch überzeugend. Das neu« Gesetz soll nicht die Jugend an sich schützen, die hat es nicht nötig, sondern die wohlbehüteten Söhnchen der Be- güterten, die Demokratensprößling«. Das Gesetz ist überhaupt nur ins Leben gerufen worden, weil seine Schöpier selbst vor den Dingen Angst hallen, die sie verbalen. Sehr witzig ist die Analyse der Demokratenseele der Herren Külz und Genoslen. Anderthalb Stunden spricht Kuh, ohne zu ermüden oder in Wiederholungen zu verfallen; jedenfalls rein artistisch eine Meisterleistttng. F. S. Neue Arbellen der Nolgemeinschast der deutschen Disievschosl. Die Noigemeinschaft der deutsche» Wissenschaft Hut jetzt, wie die „Deutsche Medizinische Wochenschrisi" berichtet, eiche Reihe großer Eemeinschastsforderungen in Angriff genommen, hei denen durch sreiwillige Zusammenarbeit der besten Forscher aus ganz Deutschland grundlegende wissenschaslliche Fragen gelöst werden sollen. Auf dem Gebiete der theoretischen und praktischen Medizin sind Arbeiten über die Bolksseuchen, Eiweiß-, Vitamin- und Stosfwechseluntersuchungen sowie arbeitsphysiologischc und sparthygienische Probleme in An- griff genommen. Weiter sind Untersuchungen über die biologischen und medizinischen Wirkungen der Röntgen- und Radiumstrahlen sowie über die astronomischen, physikalischen und imeteorologischen Grundfragen der Strablensorschung geplant. Dafür ist im Reichs» Haushaltsplan von 1927 wiederum eine Summe von 3 Millionen Mark eingestellt. Römische Baupläne. Der Gouverneur von Rom hat In einer Pressekonferenz mitgeteilt, daß nach dem neuesten' Bauplan für Rom. sür den an Krediten 60 Millionen bereit stehen, in erster Linie die Freilegung des Kapitals und des Tarpejischen Felsens so- wie die Untertunnelung des Kapitals m Betracht ko-mmen. Dann wird das Marcellustheater freigelegt und ein neuer> Augustusplatz erbaut werden; auch die Scipionengräber auf der Biet Appia sollen ausgehoben werden.' Teure �reuudschafl. Bekanntlich wurde am 3.� Januar eine drahtlose Telephonlinie zvesschen London und New sjhort eröffnet; arti selben Tage wurden 16 Gespräche zwischen den beiden Städten gewechselt. Die Verbindung war gut, mit Unterbre-chungen von einigen Sekunden. Eine amerikanische Deine riet ein«. Freundin in London an, und es entw'ckelle sich ein Gespräch, das' 28 Minuten dauerte und nur abgebrochen werden mußte, weil eil# anderer die „Linie" zu benutzen wünschte. Die Unterbalt"ng zwisch»» den beide a Freundinnen kostete 700 Dollar, gleich 2940 M. Zm ce'flngaiat-um tprlidt TonrerSlaq. 8 Mr. Marpare'e Kiiver Dtchtimpcn von Moz Dauthendeh. Tazu Klavierrmsik vcm Schumann und Chopin. stochtchnlstrelt In Zugosliwten. Die Gbidentkichbasten t?er �MqraVt sowie der Sagrcfier Umocrfiiätcn sind in Streit getreten aufs Sympathie sllr die Studenten der medizinischen Fakultät.' »In chreisau'schreibeo für ein Schülersvlel bat der Aechcin sllr d--» Deutschtum Im Ausland veransiatlet. Der er»- Preis beti>t 1003 M, der zireite B30 M.. der dritte 330 TO. Nähere Bedingungen«tnd von der Hauptgeschäftsstelle des B. D. Ä., SB. 62,«ursürsteaslr. 105, emtzusordera. Morötat einer Einbrecherbanöe. Cin Ehepaar in Sommerfeld im Bette erwürgt aufgefunden. Zia kapttaloerbrechen wurde in der vergangenen Nacht in dem Städtchen Sommerfeld in der Nieder lausih verübt. Hier wur- dm der 55 Zahre alle Kaufmann Paul Tfchentke und seine ZZ Zahre alte �rau Marie in ihrer Wohnung erwürgt und beraubt. Tfchentke betrieb seit langer Zeit in der Hauptstraße zu Sommer- selb, in der Nähe des Marktes, das größte Kolonialwarengefchäst am Orte Schon vor einixen Monaten wurde er von Einbrechern heim- geiucht und um eine größere Summe Geldes bestohlen. Das Ehe- paar, dessen Wohnung mit dem Geschäft verbunden ist, hatte sein Schlafzimmer gleich hinter dem Laden. Heute morgen fiel es aus, daß es nicht zur gewohnten Zeit das Geschäft öffnete. Mau schöpste Verdacht, die Sommerfe'der Kriminalpolizei sah nach und fand die böse Ahnung bestätigt. Die Eheleute lagen unter dm Decke,, tot in ihren Letten. Wie der Befund ergab, drangen in der vergangenen Nacht wieder Einbrecher in das Zimmer, indem sie eine Scheibe eindrückten und ein Fenster aufriegelten. Sie ü b e-r r a s ch t e n das Ehepaar im Schlafe, würgten es, steckten ihm Knebel in den Mund, um es am Hilferufen zu verhindern, decktm es endlich mit dem Bettzeug zu und machten sich dann an die Durchsuchung der Wohnung und des Ladens. Dabei erbrachen sie alle Bchältniffe und durchwühlten sie Mit der Deute, deren Gegenstände und Wert noch nicht festgestellt werden konnten, verschwanden sie, ohne sich noch um die unglücklichen Opfer werter zu kümmern. Ob Tschentke und Frau bereits tot waren, als die Verbrecher von ihnen abließen, nachdem sie sie gewürgt, geknebelt und ihre Hände und Füße a n die Betten gebunden hatten, läßt sich noch nicht sagen. Es ist möglich, daß sie erst erstickt sind, während die Einbrecher di« Beute in der Wohnung und Im Laden aussuchten und zusammen- packten. Den Rückweg nahmen die Einbrecher wieder durch das Fenster. Die Sommerfelder Polizei und die Landjäoerei leiteten sosoc die Ermittelungen ein. Es wurde festgestellt, daß mehrere junge Leute gesehen worden sind, die sich mit Paketen nach dm. Bahnhos begaben. Es fahren dort mehrere Frühzüge nach beiden Richtungen ab. Welche Richtung die Verdächtigen eingeschlagen haben, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen und genaueren Feststellungen am Tatort sind noch im Gange. Die Gerichtskommission wird noch er- wartet. Von dem Derbrechen wurde alsbald auch die Berliner Kriminalpolizei in Kenntnis gesetzt. Der frankfurter Mörüer verhastet. Ein mehrfach vorbestrafter Schwerverbrecher. Die Frankfurter Kriminalpolizei verhaftete am Sonntag den Mörder, der am Vormittag des vergangenen Sonntags in der be- lebten Kaiserstraße in Frankfurt a. M. den Juwelier Grävenau umbrachte und beraubte. Es ist«in mehrfach wegen schweren Dieb- stahls mit Zuchthaus vorbestrafter Spengler Friedrich Schult- heiß aus Langenselbvldt. Der Verhastete leugnet vorläufig noch. die Tat begangen zu haben. Bei einer Haussuchung in seiner Wohnung in Wisselheim bei Nauheim fand man aber blutige Kleider und Wäschestücke. Im übrigen ist die Handschrift eines Briefes, der in der Tasche des Ermordeten gesunden wurde und in der sich ein gewisser Noack für den vergangenen Sonntag zum Besuch bei Grävenau ankündigte, mit der von Schultheiß identisch. Schultheiß bestreitet auch nicht, am letzten Sonntag in Frankfurt gewesen zu sein. Verdachtsmomente sind außerordentlich belastend. Der Sohn des Schultheiß wurde inzwischen ebenfalls verhaftet. Staatliche Irrenanstall Durghölzli gebracht zu werden, aus der er durch Unterstützung von außen wieder entkam. Kurz vor dem Revolutionsausbruch tauchte er wieder in' Deutsch- land auf und kam auch hier wieder mit den Gesetzen In Konflikt. Bei einem Prozeß, der vor mehreren Jahren in München spielte, wurde festgestellt, daß er auch seine Retter, die ihm zur Flucht verholfen hatten, um die versprochene Belohnung ge- prellt hatte. Aus der Schweiz hatte sich Schreck neben erheblichen Geldmitteln aus seiner Spionagetätigkeit auch ein Doktordiplom mitgebracht, das sicherlich aus derselben Quelle stammt wie seine llcachrichtcn. Bon dem ergaunerten Gelde kaufte er sich in Ober- franken ein Gut. Ihm gelang es, dort sogar zum Kreisrat zu aaanciercn, mußte aber später sein Amt wieder niederlegen. In München versuchte er weitere Schwindeleien. Auch während der Rätezeit spielte Dr. Schreck eine Rolle, und zwar hatte er mit dabei geholsen, daß die Bauern mit Gewehren bewaffnet wurden. die er allerdings später wieder nach dem Zusammenbruch dieser Aktion durch seinen Berwaller an den Staat verkaufen ließ. Nach dem Verkauf des Gutes trat Dr. Schreck zunächst sehr groß auf und verkehrte viel mit Theaterleuten und völkischen Kreisen. Als das Geld zur Neige ging, gründete er ein Jmmobilienbureau und brachte seine Gesellschafter um ihre Einlagen. Da dazu meist hoch- scehenkte adlige Persönlichkeiten gehörten, wurde keine Anzeige gegen chn erhoben, weil die Geschädigten einen öffentlichen Skandal vermeiden wollten. Später übernahm Schreck dann einen Teil der Deutschen Werke in Reichertshofen bei Ingolstadt. Die Geldmittel dazu erhielt er anscheinend von dem durch seinen Zu- sammenbruch vor etwa 16 Monaten vielgenannten Münchener Bankier S i m a d e r. In dieser Angelegenheit schweben jetzt noch große Prozesie, die der Fiskus gegen Schreck wegen Betruges ange- strengt hat. Nach dem Konkurs der„Dr. Schreckfchen Gutsverwallung Reichertshofen" verlegte Schreck leine Tätigkeit wieder nach Berlin. wo er in einer in der Grenadierstraße etablierten Paß fälscherzentrale seine„Kenntnisse" oerwertete. Als dieses Geschäft dann nicht mehr einträglich genug wurde, wandte er sich wieder der Fälschung politischer Dokumente zu, wie er sie schon während des Krieges in der Schweiz ausgeübt hatte. Dlutiger Ueberfall im öuegenlanü. „Frvutktimpfer" erschienen friedliche Arbeiter. Wien. ZI. Zanuar.(Eigener Drahlberlcht.) 3n dem bürgen- ländischeu Ort Schotten dors an der ungarischen Grenze ist es gsstera zu eiuem Uebersall christlichsozialer.Froalkämpser" aus sozialdemokratischs Arbeiter und Kleinbauern gekommen, wobei Zote und Verwundete die Opfer der Zconlkämpser geworden sind. 3m vurFenland hat letzthin die Sozialdemokratische Partei einen großen Wohlerfolg gehabt, mehr al» 10 000 ländliche Wähler haben für sie gestimmt, und das hat die Wut der Reaktionäre noch gesteigert. Für den Sonnlug nachmittag war in Schatteudorf eine sozialdemokratische Versammlung einberufen, aber schon am Vor. mittag stießen die Frontkämpfer Drohungen aus und ließen auch HUf-truppeu mit der Bahn herbeikommen, selbst von Wien! Zosotgedesscn boten die Sozialdemekralen aus den Nachbar- orten eine Anzahl Genossen vom Republikanischen Schutzbund auf. um den ungestörten Verlauf der Versammlung und die Sicherheit ihrer Teilnehmer zu verbürgen. Schon vor der Versammlung kam es mit den Frontkämpfern zu einer Plänkelei, bei der jedoch Ernst- liches nicht passierte. Die Frontkämpfer zogen dann in den Gasthof Scharabon, dessen Wirt ebenso wie seine Söhne christlichsozial-sront- kämpferisch« Fanatiker find. Als nun nach der Versammlung die Teilnehmer an diesem Gasthof vorüberkamen, wurde aus dem Sa st hos aus sie geschossen, wodurch ein kriegsinvalider Ar- beller und ein siebenjähriger 3unge, der aus Neugier herzugelaufeu war. sofort gelötet und sieben Personen mehr oder««niger schwer verletzt worden sind; es sollen sogar zwei davon in- zwischen gestorben sein. Die Schutzbundler hoben, wie anch amtlich szstgeslellt worden ist. Schuhwaffen nicht besessen. Die Fensler des Frontkämpfergasthoses sind sämtlich ganz unversehrt— Beweis dafür, daß nicht einmal Steine gegen das Hau» geworfen wurden, in dem sich die Reaktionäre aufhielten. Der eine Sohn des Gast- wlrls, der wohl der ZNordschühe war. soll nach Ungarn ge- flüchtet, der andere von der rasch Herbeigekommerren Gerichts- kommission verhaftet worden sein. 3a Schotteudorf und anderen Orten des vurgenlaades herrscht größte Erregung. Kundgebungen der Arbeiter, und Loueruschaft gegen die Frontkämpfer stehen bevor. Wiener Wahlvorbereitung. Wien, ZI. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die nächsten Pur- lamentswahlen sollen zwar nach dem Gesetz erst im Herbst statt- finden, aber auf Grund der gegenwärtigen polllischen Situation ist ein früherer Zeitpunkt sehr wahrscheinlich, deshalb traten gestern die sozialdemokratischen Vertrauensmänner Wiens zur Vorberatung zusammen. Der Referent, Genosse Otto Bauer, bezeichnete als die wichtigste Frage die Regelung des Mieterschutzes und zu- fammenhängend damit die Wohnbautätigkeit der Wiener A e m e i n d a Jede dieser Fragen könne die Sozialdemokratie zwingen, die einschlägigen Verhandlungen des Parlaments unmög- lich zu machen und seine Auflösung herbeizuführen, damit die Wähler entscheiden. Anschließend wurde die Gründung eines Wahlsonds beschlossen. Ab S. Februar soll jedes Parteimitglied wöchentlich zum Wahlfonds mindestens 10 Groschen(6 Pfennig) beitragen. D!e Entwaffnung Deutschlands. Heute Botschaftcrkonferenz. Paris, 31. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Das Interalliierte Militärkomitee befaßte sich am Sonntag unter dem Vorsitz des Marschalls Foch in einer dreistündigen Sitzung, an welcher die deutschen Delegierten General v. Pawetsz. Michaelis und Legatious- rat Forfter teilnabmen. mit dem Stand der Entwaffnung in Deutsch- land. Dem amtlichen Kommunique zufolge sind ernsthafte Fort- schritte erzielt worden. Immerhin bleiben noch einige Einzelfragen bezüglich der Rönigsberger Befestigungen zu regeln. Die neuen Instruktionen, die Dr. Elaudius aus Berlin mitgebracht hat und die nicht gebilligt werden konnten, werden heute morgen im Interalliierten Militärkomitee nochmals beraten. Danach tritt die Botschafterkonferenz zusammen. Wird im Laufe der Sitzung eine endgültige Einigung erziell, so wird die Botschafter- konferenz sofort offiziell aussprechen, daß Deutschland seinen Eni- waffnungsverpflichtungen nachgekommen ist. Die Ausübung des Straßenhandels. Wie der preußische Handels- minister auf eine Anfrage mitteilt, ist die Ausübung des Straßen- Handels naä) den Bestimmungen der Gewerbeordnung wäh- rend der clllgcmeinen Ladenschlußzeiten grundsätzlich v e r- boten. 2lusnahmen können unter gewissen Borausietzungen für den Handel mit einigen Waren zugelassen werden. Nach den Be- richten der Regierungspräsidenten besteht eine derartige Ausnahme gegenwärtig nur noch in geringem Umfange. flbermals kinobranü. Während der Kindervorstellung. Die Feuerwehren von Oberschöneweide wurden gestern nach- mittag kurz vor Uhr nach der Mathildenstr. 1 zu Oberschöne- weide gerufen, wo in emem Kino während der Nachmittagslinder- Vorstellung im Vorführraum Feuer ausgebrochen war, das aus den Zuschauerraum überzugreifen drohte. Der Filmstreifen hatte sich während des Ueberrollens plötzlich entzündet. Eine Stichflamme schoß hervor und setzte den Raum in Brand. Mehrere Film« sowie das übrige Inventar und der Vorführungsapparat fielen den Flammen zum Opfer. Der Dorführer versuchte, das Feuer zu löschen, zog sich hierbei aber erheblich« Brandwunden zu. Es gelang es ihm noch rechtzeitig, das Freie zu gewinnen. Zum Glück tonnte eine Panik unter den jugendlichen Zuschauern verhindert werden, die in vollkommener Ruhe das Theater verließen. Das Feuer wurde aus seinen Herd beschränkt und nach längerem Wasser- neben gelöscht. Erst vor wenigen Tagen ereignete sich in einem Kino in Moabit ein ähnlicher Vorfall.— In einer im ersten Stockwerk des Hauses Belle-Allianee-Platz 6a gelegenen Wohnung entstand heute früh ein Wohnungsbrand, der erst bemerkt wurde, als da» Feuer die Deck« eines darunterliegenden Geschäftslokals, in der sich die Bank für Handel und Grundbesitz befindet, durchgefressen hatte. Ein großer Ofen in der Wohnung, vermutlich auch der Entstehungsherd des Feuers, mußte wegen der drohenden Einsturzgefahr ganz abgetragen werden. Nach mehr- stündiger Tätigkeit rückte die Wehr wieder ab. * Eine schwere Fetlgasexplosion trug sich am Sonntagnachmlltag im Geschäft des Kaufmanns Sch. in der Liudenpromenad« 1 in Pankow zu. Ein großer mit Fett gefüllter Kessel explodierte plötzlich unter lauter Detonation. Durch den Luftdruck wurde eine Mauer zum Einsturz gebracht. Die Feuer- wehr, die herbeigerufen wurde, löschte das Feuer und nahm die Aufräumungsarbeiten vor. Zum Glück befand sich der Inhaber des Geschäftes im Augenbllck der Explosion in einem Nebenraum. Der immerhin sellene Vorfall ist auf die Explosion von Fett- gasen, die sich infolge des starken Koksfeuers entwickellen, zurück- zuführen._ Das Ende vom Lieü. Ein Revolverfchust. Em« blutige Auseinandersetzung verursachte Sonntag abend in dem Hause Weidenweg 57 große Aufregung. Hier wohnt im ersten Stock des Seitenflügels eine 42 Jahre alte aus Dresden ge- bürtig« Arbeiterin Frieda Pietfch, die von ihrem Mann ge- schieden ist. Frau P. unterhielt seit längerer Zeit ein Verhältnis mit einem 47 Jahre alten Schlosser Marschand, der auch bei ihr wohnte. Marschond war in der letzten Zeit krank und arbeitsunfähig. Das scheint dazu beigetragen zu haben, daß das Paar in Zwist geriet. Der Schlosser, dessen Frau in Eberswalde wohnt, sand eine neue Geliebte in der Müggelstroße zu Lichtenberg. Er zog zu ihr, als er die Wohnung bei Frau P. verlassen mußte. Auch diese Frau tröstete sich bald und nahm einen neuen Freund zu sich. Marschand aber wollte sich nicht beruhigen. Er stieß wicderholl Drohungen aus. Sonntag abend steckte er den Revolver seines Bruders ein und begab sich nach dem Weidenweg. Als er eingelassen wurde, schob er den Freund der Frau P. kurzerhand beiseite und verlangte cin« Aussprache mit ihr. Es kam sofort zu einem heftigen Streit. Plötzlich zog Marschand die Waffe und schoß viermal aus die Frau. deren Freund davonlief. Ein Schuß traf die Frau in die linke Brust- seile so schwer, daß sie blutüberströmt zusammenbrach. Während die 5)auSZenossen aus den Lärm herbeieilten, ergriff Marschand die Flucht eilte die Trepp« hinunter auf die Straße hinaus und entkam zunächst. Einig« Stunden später versucht« ein zunächst unbekannter Mann sich gegenüber dem Hause Engeluser 1 mit einem Spiegelscherben die Pulsadern zu öffnen, bracht« sich aber nur ungefährliche Verletzungen bei. Dann s p r a n g er an der Schillingsbrücke in di c Spree. Der Selbstmordversuch schien ihm leid zu werden und er arbeitet« sich selbst aus dem Wasier wieder heraus. Einer Schupostreife des 12. Reviers erklärte er, daß er sich aus Liebeskummer das Leben habe nehmen wollen. Die Beamten brachten ihn nach dem Krankenbaus Bethanien. Hier wurde er heute morgen als der gesuchte Marschand festgestellt. Er blieb einstweilen im Krankenhaus«. Die durch ihn schwerverletzt« Frau wurde noch dem Krankenhaus, am Friedrichshain gebrocht. Demonstration unter Sowjetgranate«. Die Kommuni st«n wittern Dürgerblockchanco». Um über die innere Misere hinwegzutäuschen, demonstrierten sie am gestrigen Sonntag wieder einmal im Lu st garten. Weit mehr al» gegen Marxens Rechtsblock ging es allerdings, was doch sehr bezeichnend ist, gegen die verhaßte Sozialdemokratie, die man ja attackieren muß, um den wilden Brüdern von her„entschiedenen Linken" das Wasser abzugraben. Die Sowjetgranaten hatte man mit begreistichem schlechten Gewissen— s ch w a rzr o t g o ld lackiert unib trug sie auf Stangen über der erstaunten Menge. In Zügen mit Fahnen, Transparenten und Musik rückten die Roten Front- kämpser, der Frauen- und Mädchenbund sowie das kommunistische Zivil aus den Bezirken an. Die mitgetragenen Schilder sorderten Auflösung des Reichstags,„fort mit der Hindenbürgerei".„es lebe der Kampf der Werktätigen",„Brot den Erwerbslosen",„Wahrt den Achtstundentag" u. ä. Nach kurzen Ansprachen ging die Menge auseinander. Höchst seltsamerweise hatte sich an der Schloßfreiheit berittene Polizei zu beiden Seiten des Fahr- d a m m s so ausgestellt, daß die abmarschierende Masse sich durch eine schmale Gesje förmlich hindurchzwängen mußte. Völlig unbe- teiligte Zuschauer, die keineswegs mit den Kommunisten sympathisierten, empfanden das zum mindesten als unnötig. Beim Anmarsch der Trupps ist es an zwei Stellen zu kleineren Zusammen- st ö ß e n gekommen. In Moabit gerieten Völkische und Kommunisten aneinander. Hier griff die Polizei ein und nahm mehrere Verhaftungen vor. Am Brunnenplatz kamen Demonstranten mit Polizei in Konflikt. Auch hier kam es zu einigen Sistierungen. Auch einige Plakate wurden beschlagnahmt. Ein örillantenüieb. Entlarvung des Einbrechers aus der Sächsische« Straße. Nach einer langen und aufregenden Jagd wurde, wie wir be- richteten, am Freitag abend in der Bregenzer Straße ein Einbrecher festgenommen. Er war in eine Wohnung in dem Hause Sächsisch« Str. 45 eingedrungen und von dem heimkehrenden Haus- Herrn überrascht worden. Erst nach längerer Verfolgung gelang es. seiner habhaft zu werden und ihn der Kriminalpolizei zu übergeben. Sowohl auf dem Revier als vor den Beamten der Dienst-"'" stelle ö 1, denen er zugeführt wurde, verweigerte er jede Auskunft über seine Person und erklärte mit gut gespielte?" � Harmlosigkeit, daß er von einem Einbruch nicht das geringste wisse. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben aber bald, daß er doch nicht so harmlos war wie er sich gab. Der Festgenommene ist ein 27 Jahre aller Kaufmann Hermann Behrens aus Schöne- berg. Er verübte im Frühjahr 1919 einen raffiniert ausgedacht«» Iuwelenraub in der Friedrichstraße.> An einem Sonntag abend öffnete er, wie wenn er der Inhaber wäre, vor den Augen der zahlreichen Spaziergänger die Tür eines Iuwelenladens, packte für. mehr als eine halbe Million Brillanten in eine Aktentasche und ging seelenruhig durch die Vordertür wieder hin- aus. Cr wurde bald ergriffen und zu einer längeren Freihells- strafe verurteill, für deren Rest er Bewährungsfrist erhielt. Bei seiner letzigen Vernehmung bekannte er endlich, Behrens zn sein und den Einbruch in der Sächsischen Straß« verübt zu haben. Wie er erklärte, bestritt er seinen Lebensunterhall während der Rennsoison von Wetten. War damit nichts mehr zu machen, so betrieb er ge- werbsmäßig den Wohnungseinbruch. Da er mit erstklassigem Einbruchswerkzeug ausgerüstet war. so ist anzunehmen, daß er noch mehr auf dem Kerbholz hat. Wahrscheinlich gehört«r zu einer Kolonne, deren Spezialität der Nachmittagseinbruch m Mangel- Haft gesicherte und unbewachte Wohnungen ist. Mitteilungen, die weitere Aufklärung über sein Treiben geben können, erbittet die Dienststelle V. 1 im Polizeipräsidium. Züafunözwanzig Jahre kwöerchor. Der Schwarzmeiersche Kinderchor, der in Verlin von dein Gemeindcschullehrer Karl Schwarzmeier(166. Schule. Pflligstraße) im Jahre 1992 gegründet wurde, feierte am Sonntag seinen 2 5. G« b u r t s t a a. Zu dem Festakt hatte der Magistrot den Lichthos des Stadthauses hergegeben, und viele Behörden, der Magistrat, die städtische Schulverwaliung, das Prooinzialschul- kollegium, das Unterrichtsministerium usw. hatten Bertreter entsandt. Der Ehorvorsitzende, Obermagistratsrat H ä u ß l e r, Direktor des Jugendamtes Berlin, und der Festredner Schulrat G o t t w a l d gedachten des Mannes, der vor 25 Jahren zur Pflege des Gesanges diesen eigenartigen Verein singender Schulkinder schuf und ihn aus kleinen Anfängen in mühevoller Arbeit zu einer Beachtung fordernden Höhe emporführte. Vater Schwor zmcier, wie man ihn nannte, hat nicht nur die Gesangsausbildung der Jugend durch diesen Verein gefördert, sondern auch vielen Hunderten von Berliner Kindern durch die mit ihnen unternommenen Konzertreisen die Kenntnis deutschen Landes vermittelt. Der Schwarz- meiersche Kinderchor ist angesehen in allen Gauen Deutschlands, und aus manchen der Städte, die von ihm besucht wurden, sind ehrende Geburtagsglückwünsche eingelaufen. Zu der Feier trug der Chor selber die schönsten Spenden bei, seine die F«stteilnehmcr erfreuenden Gesänge, in denen er aufs neu« seine gute Durchbildung bewies. Dem alten Schwor, zweier hat so schon der Tod den Takt- stock aus der Hand genommen, aber Schwarzmeiers Nachfolger, der Berliner Gemeindeschullehrer Bernhard Klaut, führt den Chor mit gleicher Meisterschaft. Eine besondere Schwierigkeit der Ans- gab« eines Kipderchardingenten liegt darin, daß in seiner Sänger- schar ein unaufhörliches Gehen und Kommen herrscht, weil die Mitglieder nach Vollendung des 14. Lebensjahres bei Beendigung ihrer Schulpflicht auch aus dem Echulkinderchor ausscheiden und immer wieder durch Neulinge ersetzt werden. Die Leistungen des Schwarzmeierschen Chor« und seines Dirigenten Klauk wurden bei der Jubelfeier dadurch gewürdigt, daß angesehene Gesanavareine, darunter der Berliner Lehrergesangverein und der Erksche Männer- gesangverein, sich zu den Gratulanten gesellten. In dem Konzert wirkte die Konzertsängerin Fräulein Frida Schmidt-Siebert (Oper Wiesbaden) mit. Ihre Liedvorträg«(Schubert, Schumann, Wagner. Strauß u. a.) fanden verdienten Beifall. Aus Anlaß der Jubelfeier ernannte der Schwarzmeiersche Chor mehrere seiner Förderer zu Ehrenmitgliedern. Auch Schwarzmeiers Witwe, die an der Feier teilnahm, wurde durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft erfreut. Das /lrbektsgerlchtsgefetz. Ueber seine» Aufbau uud seine Wirkunge«. In einer vom Berliner Ortsausschuß des ADGL. einberufenen, siorl besuchten Versammlung der Funktionäre der freien Gewerk- schoften sprach am 27. Januar Genosse Regierungsrat Joachim über das vor kurzem verkündete Arbeitsgerichtsgeseß. Der Vortragende ging davon aus, daß das Gewerbegerichtsgefetz und das Gesetz betreffend Kgusmannsgerichte zwar eine besondere Arbeitsgerichtsoarkeit geschassen haben, aber nur für Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis der gewerblichen Arbeiter und der kauf- männischcn und technischen Angestellten und nur für die erste Instanz. Durch die Schlichtungsoerordnung von ISA seien den Gewerbe- aerichten und Kausmannsgerichten noch einige weitere Arbeits- streitigkeitcn übertragen worden, die bis dahin �ur Zuständigkeit der Schlichtungsausschüsse gehört hatten. Das Streben der Arbett- nehmerschaft aber gehe fett jeher aus eine allgemeine Arbeits- gerichtsbarkcit für alle Arbcitsstreiligkeiten und alle Instanten. Die Zuständigkeitsvorschriften des neuen Arbettsgerichtsgesetzes trogen dissem Streben im allgemeinen Rechnung. Nach ihm ge- hören vor die Arbeitsgerichte alle Strettigteiten aus dem Arbeits- Verhältnis, mit zwei verhältnismäßig nicht sehr bedeutungsvollen Ausnahmen(Streitigkeiten der Seeleute und um Arbeitnehmer- crfindungen. soweit sie nicht nur die Vergütung betreffen), also auch die Strettigkeiten der bisher nicht erfaßten Berufe, wie Landarbeiter, Behördenangestellte usw., und vor allem auch die Streitigkeiten aus dem kollektiven Arbeitsverhältnis, die Streitigkeiten der Tarif- vertragsträger aus dem Tarifvertrag und aus unerlaubten Handlungen des kollektiven Arbeitsrechts. Das arbeitsaerichlliche Verfahren beginne stets— ohne Rück- ficht auf den Wert des Streitgegenstandes— vor den Arbeits- geeichten. Wenn der Streitwert nicht 300 Mark übersteigt und der Streit nicht von grundsätzlicher Bedeutung ist, ende der Prozeß mit dessen Urteil, soweit nicht eine Emigung erfolgt. Andernfalls fei die Berufung an das Landesarbeitsgericht— beim Landgericht— zugelassen, die im wesentlichen der rechtlichen Nachprüfung des arbeitsgerichtlichen Urteils diene, ohne jedoch ein nachgetragenes tatsächliches Vorbringen einer Partei völlig auszuschlleßen. Die Revision gegen das Urtell des Landesarbeitsgerichts sei nur aus rein rechttichen Gründen zugelassen, wenn der Streitwert 4000 Mark übersteigt oder wenn der Streit von erheblicher allgemeiner De- deutung ist: sie gehe an das Reichsarbeitsgericht, das beim Reichsgericht errichtet werde. Die Verwaltung der gesamten Arbeitsgerichtsbarkeit liege nicht allein in den chänden des Justizministeriums des Reichs und der Länder, sondern sei den Justizministerien im Einvernehmen mit den Soziolmini st erien übertragen. Dos bedeute, daß kein Verwallüngsakt, also auch keine Richterbestellung, ohne die Zu- stimmung beider Behörden erfolgen könne. Das Gesetz treffe Vorsorge, daß das Verfahren der Arbeits- gerichtsbarkeit sich niindestens ebenso schnell, billig und einfach ab- wickele wie das bisherige gewerbegerichtliche Verfahren. Die Gebührenvorschristen des Gewerbegerichtsgesekes seien für die erste Instanz im wesentlichen übernommen, in allen Instanzen werde» Gerichtskostenvorschüsse nicht erhoben, die Kosten seien vielmehr erst nach Abschluß von der unterlegenen Partei zu zahlen. Rechts- anwälle seien in Verfahren vor den Arbeitsgerichten, wie bisher var den Gewcrbcgerichten und den Kaufmannsgerichten, als Prozeß- Vertreter ausgeschlossen, um das Verfahren einfach zu erhalten und die unbemittelte Partei nicht schlechter zu stellen als die wohlhabende, Vertreter der wirtschaftlichen Vereinigungen seien dagegen zugelassen. Im Berusungsversahren vor den"Landesarbeitsgerichten können sich die Parteien durch einen Rechtsanwall oder durch den Vertreter einer wirtschaftlichen Vereinigung vertreten lassen. Im Remsions- verfahren vor dem Reichsarbeitsgericht herrsche zwar Anwaltszwang, die Prozeßpartei könne aber ieden ihr geeignet erscheinenden deutschen Rechtsanwalt, nicht nur einen beim Reichsgericht zugelassenen, mjt ihrer Vertretung betrauen. Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag wurde aus der Ver- fämmlung eine Reihe von Fragen zur Ergänzung des Gehörten in Einzelheiten gestellt, die der Referent ausführlich beantwortete. Der Vorsitzende, Genosse Saboth, schloß alsdann die Konferenz mit der Ankündigung, daß für die bald bestellten freigewerkschoft- lichen Beisitzer der Ärbeitegerichtsbehörden eingehendere Kurse über den Jnhall des neuen Gesetzes abgehalten werden sollen. Die„Erudeiintg* fo Mellen dnrg, Bei der Neuwahl der Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Ro stock erzielte die Liste derAmsterdamer Richtung, die mit dem Namen Martin Müller begann und aus den Mitgliedern der bisherigen Vermal- t u n g sich zusammensetzte, 372 Stimmen. Die Kommunisten er- hiellen trotz aller Anstrengungen nur 89 Stimmen. Der Einfluß der KPD. geht iimner mehr zurück. Schiedsspruch in der Gladbacher Konfektion. Nünchen-Gladbach, 31. Januar.(TU.) Der staaUiche Schlichtung?- ausschuß fällte Freitag abend für die Bekleidungsindustrie des München-Gladbach-Rhcydter Bezirks den Schiedsspruch Das von den Gewerkschaften gekündigte Mantelabkommen soll unver- ändert bleiben. Die regelmäßige Wochenarbeitszeit kann also noch weiterhin bis aus S4 Stunden ausgedehnt werden, ohne daß Lohnzuschläge zu zahlen sind. Für die Akkordlöhne wurde den Arbeitern eine Erhöhung um drei Prozent und für die Zeitlöhne eine Erhöhung um zehn Prozent zuerkannt. Die Erklärungssrist läuft am kommenden Freitag ab. Zum Streit in der rechtsrheinischen Textilindustrie. München-Gladbach. 31. Januar.(WTB.) In den Verhandlungen über das Mehrarbeitvzeitabkommen in der rechts- rheinischen Textilindustrie fanden in Köln vyr dem Schlichter erneut Verhandlungen stall, nachdem die Gewerkschaften den Schiedsspruch abgelehnt, die Arbeitgeber ihn ange- nommen und die Berbindlichkeit beantragt hotten. Trotz knehrstündiger Verhandlungen kam man zu keiner Einigung, so daß der Schlichter erklärte, er beHalle sich seine Stellungnahme über die Verbindlichkeitserklärung oder die Ablehnung des Schieds- spruches vor._ Einigung tut Tabakgewerbe. Zu dieser Notiz in Nr. 44 des„Vorwärts' teill uns der Deutsche T a b a k ar b« i t« r o e r b an d mit, daß es nicht um eine Vereinbarung für das gesamte Tabokgewerbe Hondell, sondern nur um eine solche für die Rauch- und Schnupftabak- i n d u st r i e, für die der Mantellarif am. 3l. Oktober abläuft. In der Zigaretten- undKautabakindustrie werden die Löhne örtlich bzw. bezirklich geregelt, während in der Zigorrenindustrie mit zentraler Lohnregelung die Unter» nehmer den Reicftzlarifvertrag zum 31. März d. I. gekündigt haben. Um üas Washingtoner Abkommen. Schluß der Verwallnngsralssihung des ZAZl. Genf. 31. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Der Verwallungs- rat des Internationalen Arbeitsamtes befaßte sich am Sonnabend und Sonntag mit der Ratifikation der Arbeitszettkvnventton. Im Verlauf der Debatte erkannte der englische Regierungs- Vertreter die Bestrebungen des Jmernationaleu Arbeitsamtes in bezug auf die Ratifikation des Washingtoner Abkommens an. Seine Rede hinterließ jedoch den Eindruck, daß die englische Regierung bestrebt ist. das Internationale Arbeitsamt immer und immer wieder mit neuen Studien und Erhebungen zu beschäftigen und die Ratifikation möglichst weit hinauszuschieben. Das wurde von den dann folgenden Arbeiteroertretern P o u l t o n, Oudegeeft und Hermann Müller- Lichtenberg mit oller Deutlichkeit ausgesprochen. Müller- Lichtenberg zog daraus die logische Folgerung, indem er erklärte, daß die Arbeiterorganisationen in den einzelnen Lön- dern sich nicht mehr hinhalten lassen und mit dem Hin« weis darauf, daß gewifle Fragen im Internationalen Arbeitsamt noch nicht endgültig abgeschlossen seien, sondern sie nunmehr sowohl vom gewerkschaftlichen wie vom polltischen Standpunkt für die Rati- fikation der Arbeitszettkonvention alles einsetzen würden. In einer formulierten Erklärung der Arbeiter- g r u p p e wird schließlich festgestellt, daß nach der Ministerkonferenz von London und den Beratungen des Sonderausschusses kein« Srilnde«eh? bestehen, dt« Ratisttatton der Washingtoner Mo» oention vom Verwaltungsrat aus nicht nachdrücklich zu empfehlen. — Direktor Albert Thomas, der die lange Debatte in ihren Kern- punkten zusammenfaßte, zeigte sich trotz des vergangenen Wort- gefechtes Z i e ml i ch v p t i m i st i f ch. indem er als sicher betrachtete, daß die Konvention in absehbarer Zeit in den wichttgsten Industrie- ländern ratifiziert werden wird. Der Antrag der ttalienischen Regierungsvertreter, für die sozial- politischen Interessen der geistigen Arbeiter eine eigene ständige Kommission einzusetzen, wie solche für die Schiffahrt und die Land- Wirtschaft beretts bestehen, wurde vorläufig dem Arbeitsamt über- wiesen, um in der Session verhandelt zu werden. Schließlich wur- den in das Direktionskomitee des neuen Instituts für wissen- schaftliche Arbeitsmethoden als Vertreter der Arbester- schaft I o u h a u x und Oudegeest gewähll. Die Zahl der Sachverständigen für die Prüfung der Regierungsberichte über die Slnwendung der Arbeitskonvention wurde von 6 aus 8 erhöht. Als Vertreter Deutschlands ist Verwaltungsgerichtspräsident N o st i tz vorgeschlagen. Die nächste Tagung des Verwallungsrats soll in der Zeit vom 28. März bis 2. April erfolgen. Der italienische Gewerkschastsbunü. Er denkt nicht daran, sich auszulösen. (II.) Der Italienische Allgemeine Gewerkschaftsverbaud(Con- lederazione Generale del Lavoro) gibt folgende? bekannt: Des Exekittiokomitee des Italienischen'Allgemeinen Gewerkschastsver- bandes und die im Ausland befindlichen Mitglieder der Gewerk- schoftskommission erlassen im Hinblick auf die von der s a s ch l st:- s ch e n Presse verbreitete Nachricht, daß die Italienische CGL. ihre Auflösung beschlossen habe, folgende Erklärung: 1 Nach Anwendung der Ausnahmegesetze hat sich das Exe- kntiokomitee der italienischen EGT. ins Auslalnd be- geben, um seine Tätigkeit, gemäß dem Mandat, das ihm von den italienischen Arbeitern übertragen wurde, fortzusetzen. 2. Der in Italien durch die Mllglleder des Verwaltungsrates gefaßte Beschluß, daß unter den gegenwärtigen Um- ständen die Durchführung der Tätigkeit der EGT. als unmöglich anzusehen sei. kann das Exekutiv- komitee in keiner Weise binden, und dieses sühll sich auch dadurch nicht gebunden, obwohl der Beschluß durch die für die nichtsaschistisch« italienische Arbeiterbewegung geschaffene Lage er- tlärlich ist. 3. Die Vereinbarung zwischen dem Exekutivkomitee der italienischen CGL. und dem Internationalen Gewerk- schaftsbund von Amsterdam, sowie die sich daraus ergebenden Verpflichtungen moralischer und materieller Soltdarttät, leisten un- bedingt dafür Gewähr, daß sich die Tätigkeit der italie- nischen EGT. in der nun bevorstehenden neuen Phase ohne Unterbrechung und unbeugsam, gemäß Lettsotzen, die demnächst bekanntgegeben werden, fortsetzen wird. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G.. 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