Menöausgabe Nr. 61 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. 30 B«*ufls6eliinminfl«n mtl Amets«nvr«is, ilni) in 6er Morgenansaabk angeaebe» ScDotfion: Sw. SS, Cinbenfltage 3 Fernsprecher s V0nhosk 292- 292 TeU-Adrefse: Sozialdemo trat Berlin Derlinev VolkSvlNkk (10 Pfennig) Sonnabenö 5. ßebruar 1�27 »erlag und Bnzetgenabtetlu»«» Seschlstszett iiz dt» K Uhr Verleger: Barn,ar«». Verlag GmbH. Berlln»20. 9», Llndenstrah» 3 Zernsprecher> vönhass 292— 297 Zentralorgan der Sozialdemokratifcben parte! Oeutfchlands Oer Kapp-Lanörat als Reichsminifter. Er leugnet, wird aber überführt!— Marx kündigt Untersuchung an. Die heutige Reichslagssihung brachte ein« lleberraschung. als das Haus über die Vertrauens- und ZIllblrauenaautrSge für die Regierung abstimmen sollte. Zufolge der neuen Enthüllungen des Slbg. Landsberg fSoz.), dem der Sapp-Minister Seudell nur hilflose Ausslüchte entgegenzusehen wußte, beantragte das Zentrum die ver- tagung des Hauses um eine Stunde. Die Vertagung wurde befchlostea, obwohl vorher Reichskanzler Dr. Marx eine Untersuchung der Vorwürfe gegen Keudell angekün- digt hatte. Die Abgeordneten gingen in großer Erregung auseinander. um zu den neu bekanntgewordenen Tatsachen Stellung zu nehmen. * Damit die breiteste Oeffentlichkeit darüber ent- scheiden kann, welcher Art diese Kundgebungen waren, die die Unterschrift von Keudell tragen und von ( ihm gedruckt und verbreitet wurden, bringen wir hier den Wortlaut zweier solcher Bekanntmachungen: Sonderblatt. Zu Nr. 22 de» amtlichen Sreieblalte» für den königsberger kreis. Ausgegeben am 17. März 1920. vekauntmachuog. Die bisherige Regierung ist zurückgetreten. Die Grundlagen der neuen Regierung sind: Die Achtung vor der Versassuug! Reuwahl de» Reichspräsidenten und de» Reichstag»; Arbelt. Ruhe. Ordnung! Ich bin auf Grund des Gesetzes über den Ausnahmezustand zum Militörbefehlshaber für den Bezirk der Reichswehrbrigad« V(Ost- Brandenburg, Restkreise von Posen und Kreise Glogau, Freystadt, Grünberg und Fraustadt) ernannt. Es handelt sich für uns alle um Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung! Politische Stellungnahme ist hierbei gleichgültig! General st reik bedeutet unseren Untergang, gleichviel unter welcher Regierung. Ich ordne an: 1. Borbereitungen und Hetzereien zum Generalstreik in den lebenswichtigen Betrieben, Sabotage, sind verboten. y 2. Versammlungen unter freiem Himmel sind verboten; in geschlossenen Räumen unterliegen sie meiner Genehmigung. 3. Druck und verlrieb des„Arantsurler vollsfreundes" sind verboten, weil die Zeitung und Druckerei zum Generalstreik gehetzt haben. Die Druckerei wird geschlosieu. Zu 1 bis 3: Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Zahre bestraft, falls nicht nach den Gesetzen höhere Strafen angedroht sind. 4. Die Zivilbehörden setzen ihre Tätigkeit fort. Sie sind zunächst zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung an mein« Weisungen gebunden.„ � r. Ich fordere alle Besonnenen auf, mich in allen Maßnahmen zum ungestörten Gang des wirtschaftlichen Lebens zu unterstützen. Frankfurt a. d. Oder, 13. März 1S2l>. Freiherr v. Grüter. Generalmajor und Führer der Reichswehrbrigad« V. VeröffeaMchl: Die Orlsbehörden haben für Weilerverbreitung ,u sorgen. Königsberg i. Reumark. IS. März 1320. Der Landrat. v. Keudell. Zweites Sonderblatt. Zu Rr. 22 des amtlichen Kreisblattes für den Köuigsberger kreis. Ausgegeben am 18. März 1S20. Königsberg i. d. Neumark, den 18. März 1920. Bekanntmachung: Auf Grund des Gesetzes über den Ausnahmezustand verordne ich im Auftrage de» Reichskanzler»(Kapp! D. Red.) im Interesse der Ausrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit für den Bereich der Brigade V. Kreis: Kroffen, Züllichau, Oft- und West- sternberg, Stadttreis Frankfurt a. d. Oder, Soldin. Königsberg i. d. Neumart, Landsberg. Friedsberg. Arnswald«, Glogau, Freystadt, Grünberg. Fraustadt. Bomst, Meseritz, Schwerin a. d. Warthe: 8 l. verboten sind der Druck, öffentlicher verkauf, die Verteilung «der sonstige Verbreitung aller Telegramme. Vlakate. Extrablätter. Tluablätler und Zettel oder ähnlicher uicht periodisch erscheinender vlälter. die irgendwelche Anordnungen oder Kundgebungen der ehe- maligen Regierung Eberl-Vauer enthalten. 8 2. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot, die Auffor- deruna und Anregung dazu werden, sofern die bestehenden Gesetz« keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnishaft oder Geldstrafe bis zu IS 000 Mark bestraft. Frankfurt a. d. Oder. 14 März 1920. Der Militärbefehlshaber: Freiherr v. Grüter. Generalmafor. R.-W.-Brigade V. s. 1. K. Nr. 962. veröffentlicht: Die Orlsbehörden ersuche ich für sofortige weiter- verbreiluag zu sorgen.. t__. Der Laadrat. v. Keudell. Auf der R ü ck s e i t e dieses Sonderblattes steht das in der Morgenausgabe wiedergegebene famose Telegramm über die„Einigung zwischen der alten und der neuen Regierung". Wenn die mit Gefängnisdrohungen gespickten Anord- nungen der Kapp-Firma Grüter-Keudell befolgt worden wären, wenn sich überall die Arbeiter den Putschisten gefügt dann hätten die Hochverräter gesiegt und die Republik wäre gestürzt worden. Aber die Arbeiter haben sich zur Wehr gesetzt. Auch die katholischen Arbeiter im Westen sind in den General- streik getreten und haben für die Republik ihre Haut zu Markte getragen. Jetzt sollen nun die Führer dieser katholischen Arbeiter Herrn von Keudell, der im März 1920, felinde gesagt, nicht' auf der Seite der ver- assungstreuen Bevölkerung stand, das Vertrauen aussprechen! So will es das Zentrum... Der aktive Kappist. Di« Abberufung des Herrn v. Keudell aus feinem Landratsamt« ist am 4. Mai 1929 von der organisierten Arbeiterschaft in einer Eingabe an den Mini st er Severing gefordert worden In dieser Eingabe heißt es: „Die organisiert« Arbeiterschaft des Kreises Königsberg/Neumark hat in zahllosen Versammlungen, gestützt auf den Erlaß der ver- fossungs mäßigen Regierung, daß alle am Sapp-Vulsch beteiliglev Ve- amlen Ihrer Aemler enthoben werden, einmütig die Forderung auf- gestellt, die Regierung zu ersuchen, den Landrat v. keudell, welcher mit allen Mltelu vom 13. bis 20. vlärz d. Z. gegen die verfassungsmäßige Regierung gearbeitet hat. seines Amtes zu entheben. Die Arbeiterschaft, somit der größte Tell der Bevölkerung des Kreises, sieht b«i einem weiteren Verbleiben des Landrats im Amte eine groß« Gefahr für die Republik und die Ordnung und Sicherheit de» Kreises, zumal als erwiesen angenommen werden muß, daß Landrat v. Seudell von den Vorbereitungen zum Sapp-Pulsch bereits längere Zeil unterrichtet war." In den Anlagen werden dann folgende weiteren Fest- stellungen gemacht: In Zellin ist von dem Amtsvorsteher Hoes Militär zur ver- Hinderung des vou der versassuugsmäßlgen Regierung befohlenen Streik» angefordert worden. Die von der Regierung Ebert» Bauer nach dem Putsch herausgegebenen Erlasse sind bis 25. April in Zellm nicht veröffentlicht worden. Im Sep- tember 1919, als der Pastor Braun sein Amt als Schulverbands- Vorsitzender niederlegen wollte, ist er vom Landrat v. Kendell auf, gefordert worden, das Amt weiterzuführen, da es doch bald anders käme. Am 14. März wurde auf Deranlastung des Landrats der Bahn- Hof von Z ä ck e r i ck mit Mllitör besetzt, trotzdem daß in Zäckerick die vollkommenste Ruh« herrschte. Am 21. März wurde auf Beran- lasiung des Landrats die Oderbrücke bei Zäckerick von Gendarmen und bewaffneten Zivilisten besetzt. In Bärwalde ließ der Landrat v. Keudell den Bertrauensmann des Land- arbeiterverbandes zu dem Mühlenbesitzer Karge kommen und sagte dem Bertrauensmann folgendes: Die ueue Regierung kapp habe schon mit der alten Regierung eine Einigung erzielt. Er sollte sich ins unvermeidliche Schicksal fügen. Das hätte er. der Landrat, am 9. Rooember auch tuu müssen. Der Bertrauensmann wurde s o- fort in Schutzhaft genommen, sobald er Propaganda für den G e n e r a l st r« i t mache. Der Bürgermeister von Mohrin veröffentlichte die Plakat« der Kapp-Regierung nicht. Dafür wurde ihm vom Landrat v. Keudell Strafe angedroht. Der Vertrauensmann des Landarbeiterver- b a n d e s in Klein-Wubisen wurde am 17. März von Gendarmen von der Arbeitsstelle abgeholl und zum Amtsvorsteher Tohn gebracht und dort in Gegenwart de» Laudrats darauf hingewiesen, daß die neue Regierung jetzt am Ruder ist und er sich zu fügen hätte. Vom Amtsvorsteher wurde der Vertrauens- mann in Gegenwart des Landrats aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß am Nachmittag gearbeitet würde, sonst würde er als Rädelsführer mll einem Jahr Gefängnis bestraft. Es wurden noch drei Landarbeiter geholt und die vier Mann wurden gezwungen, eine Erklärung zu unterschreiben, daß sie am Rachmittag die Arbeit ausnehmen. Am Nachmittag versuchten 12 Gendarmen den Vertrauensmann zu verhaften. Auf die Anfrage nach dem Haftbefehl wurde die Antwort erteilt, daß die Verhaftung auf Befehl des Amtsvorstehers erfolge. Der Gendarm Napierfki aus Mohrin stieß die Frau des Vertrauensmannes zur Tür hinaus, so daß sie zu Fall kam. Die Frau wurde darauf von den Gendarmen mit Füßen gestvtzen. Am 1. März vormittag wurde die Ver Hof- t v n g des Vertrauensmannes durch zwei Offiziere, vier Gen- darmen und 26 Soldaten vorgenommen und der Verhaftete auf einem der Transportwagen, die dem Landrat v. Keudell gehörten, abgeführt. In Neuenhagen Bral.tz wurden auf Wunsch des Domänen- Pächters der Gendarm Großmann und der Hilssgendarm vom Landrat beauftragt, auszukundschaften, ob der Vertrauensmann der Land- arbeiter dazu aufgefordert Hab«, den Generalstreik mitzumachen. Durch diese Angaben wird das, was Herr v. Keudell schon in der gestrigen Reichstagssitzung zugegeben hat, durch interessante Einzelheiten ergänzt. Ganz als das verfolgte Un- schuldslamm, als das er sich dem Reichstag vorzustellen ver- suchte, erscheint danach der neue Reichsminister des Innern nicht. So was wird Hüter der deutschen Reichsverfassung! Untersuchung gegen Keuöell. Hilflose Ausflüchte des Ertappten.- Die Reichstagsfitzung unterbrochen. Die heutige Reichstagssitzung begann bereits um 11 Uhr bei nur mäßig besetztem Hause. Bei der Fortsetzung der Aussprache über die Erklärung der Reichsregierung erhält dos Wort Abg. Stegenvald(Z). Redner wendet sich zunächst gegen die sozialdemokratischen Ad- geordneten Müller.Franken und Landsberg. Da» Zentrum habe keinen Weg zur Bildung der Großen Koalition oder einer Milleregierung gesehen, es fei auch falsch, die jetzige Regierung als Bürgerblock oder Rechtsregierung zu bezeichnen: ihre praktisch« Politik werde nicht anders beschaffen sein als die einer Großen Koalition. Auch diese Regierung habe Arbeiter hinter sich, deren Jnteresten sie wahrnehnien würde. Die Bezeichnung «bürgerliche Parteien' wirkt schon etwas altmodisch. Das Zentrum habe doch unter seinen 4.2 Millionen Wählern mindestens 1,2 Mil- lionen Arbeiter und Angestellte. Aehnlich liege es auch bei den Deutjchnalionalen. Sind denn die Arbeiter keine Bürger?(Zurufe von den Sozialdemokraten.) 3m Zentrum gebe es keinen Menschen, der die jetzige Soalilion als wünschenswert angesehen habe. Deshalb Hab« der Redner pon dem, was er gesagt und geschrieben Habe, nicht» zurückzunehmen. Was das Zentrum tun konnte, um ein Millekabinett mit Unterstützung von links zu ermoglichcr., fei geschehen, die zweite Möglichkeit sei die jetzige Regierung gewesen, die dritte Möglichkeit die Reichstogsncuwahl, aber die hätte keine Verbesserung der politischen Verhältnisse gebracht, man würde sich nach einer Neuwahl nur noch weiter nicht nur von der Weimarer, sondern auch von der Großen Koalition ent» ssrnt haben.(Sehr richtig! im Zentrum.) Auch bei den Deutsch- nationalen seien Kräfte vorhanden, mit denen das Zentrum zu- sammcnarbeiten könne. Aber wichtiger sei es. die Kräfte von links zur Mitarbeit am Staate heranzuziehen. Vor dem Kriege habe der Klassenkampf zerrüttend auf den Staat eingewirkt, jetzt müßten wir aus der Atmosphäre herauskommen, in der jehrzehntelang sich Be- fitzende und Besitzlose im Haß gegenübergestanden hätten. Das Zentrum sehe seine Ausgabe dann, vermittelnd zu arbeiten, und wir müßten letzt zu einer ganz neuen Volksordnung kommen, für die auch die sozialistischen Arbeiter gewonnen werden müßten. wie in keinem anderen Lande der well seien die arbeitenden Massen in Deutschland entwurzelt worden. Das Zentrum wolle jetzt die Verwurzelung dieser Massen mit dem Staate wiederherstellen. In der Schulfrage wolle das Zentrum nicht, daß auf die gläubigen Schüler der ungläubige Lehrer losgelassen werde. Die Kinder sollen so erzogen werden, wie die Eltern es wünschten. Die Dissidenten sollen nicht wie früher unterdrückr werden, aber auch die Kinder der Gläubigen sollen keinem Zwange unterworfen werden. Die beste Schulpolitik sei die, die die Kinder zu Staatsbürgern erziehe, aber auch die verschiedenen Bekenntnisse achte. Die Aufnahmefähigkeit der deutschen Wirtschaft muß gesteigert werden durch die Förderung der Landwirtschaft und durch die Hebung der Kaufkraft der Arbeiter und A n g e st« l l t e n. Den Arbeitern komme«» nicht auf hohe Rominallöhne. sondern aus hohe Reallöhne an. Es müsse oerhütet werden, daß die Mittel- schichten noch weiter hinabgedrückt werden. Das Zentrum wolle keine Proletarisierung des Mittelstandes, es sollen nicht Zustände herbeigeführt werden wie in Amerka und England. Auf dem Ge- biete der Arbeitsbeschaffung müsie zur Bekämpfung der Erwerbs- losigkeit das� denkbar Mögliche geschehen. Den jugendlichen Ar- beitslosen müsse besondere Sorgfall zugewendet werden. Auch die Wohnungsfrage fei mit dem größten Ernst zu behandeln. Man müsie die notwendigen Mittel zu erträglichem Zinsfuß zum Bau von Wohnungen bereitstellen und durch Typisierung den Wohnungsbau verbilligen. Den weg. den Abg. Müller-Franken eingeschlagen habe, könne man nicht gehen, nämlich erst Lohnerhöhung«» und dann Mieterhöhungen.(Hört! hört! bei den Soz.)'! I Das Zentrum«oll« einen Zustand der sozialen Ordnung, in dem sich der einzelne wie die Familie wohlsühle und der Ausstieg der arbeitenden Massen gesordert werden. Politische Freiheiten hätten wir schon, dazu müsse der Ausbau der Sozialpoli- t i f kommen. Die Gcwertschasten hätten die Aufgabe, die Äräsle der Arbeiterschaft zu schulen. Das Zentrum sei für organisch« Eni- wicklung, und �daher sei es gleich, ob es in dieser Koalition drin sei oder nicht. Die Staatspolitik sei jahrzehntelang auf allen Gebieten antisozial gewesen: das dürfe sich jetzt nicht wiederholen. Das Zen- trum sei nicht umgefallen, indem es sich an der gegenwärtigen Koa- lition beteiligt Hobe, es werde auch künftig seine bisherige Politik fortsetzen.(Bravo! beim Zentrum.) Abg. Slöcker(Komm.) vernnßie es, daß der Innenminister v. S e u d e l l auf die gegen ihn gerichteten Angriffe noch nicht ge- antwortet habe. Nach längeren außen- und sozialpolitischen Darlegungen kommt der Redner auf den neuen Innenminister v. Keudell'zu sprechen. der gestern alles, was Landsberg gegen ihn vorgebracht, habe zugeben muffen. Die Berufung v. Keudells auf seine vor- gesetzte Behörde sei nur eine Ausrede: wenn etwa die sagenhafte Rote Armee von Zäckerick das Regierungspräsidium in Frankfurt a. d. Oder besetzt und von dort aus den Landräten bestimmte Wei- sungen gegeben hätte, wer glaubt, daß v. Keudell solch« Weisungen befolgt hätte? will keudell jetzt leugnen, daß er noch im Sommer 1924 aus seinem Gute eine zu militärischen Zwecken einquartierte Abteilung der.Olnmpia" ein bis zwei Monate lang beherbergt hat. die unter Führung eines aktwea. vou der Seßlerschc» Reichswehr beurlaubten Offiziers in ollen Zweigen militärischer Tätigkeit ausgebildet worden ist? Will er leugnen, daß der Führer der„Olympia". Oberst v. Luck. wiederholt auf dem Keudellschen Gut während dieser militärischen Ausbildung erschienen ist, um sich persönlich von den Fortschritten zu überzeugen? Will«r leugnen, daß Oberst v. Luck wiederholt Gast des Herrn v. Keudell gewesen ist? Vorsichtigerweise hat der neue Minister vorgezogen, sich zu oerdrücken und nicht hier zu sein, sonst würde ich ihn noch erinnern an die Abschiedsrede, die er nach Beendigung der militärischen Ausbildung an die„Olympia" gehalten hat. und in der er nach den üblichen Phrasen, daß da» Vaterland wieder erstarken müsse usw.. wörtlich gesagt hat: »Wenn e» wieder losgeht gegen de» äußere» oder inneren Feind, dann gilt es aus dem Poüen zu sein und seinen Manu zu stellen." Das ist der Geist des neuen Innenministers, und dem wird die Innenpolitik dieser Regierung und des faschistischen Junkers, der ihr Innenminister ist, entsprechen Abg. Feder(völk.) vermißt an der Regierungserklärung den Hinweis auf die Maßnahmen, die für Rentner, Angestellte und Beamte zu treffen seien. Wg. Oondsberg(Soz.): Minister o. Keudell wird noch einmal das Wort nehmen müssen. sei es auch mir um Mitteilungen, die ich zu machen habe, als richtig zuzugeben. Er hat es gestern so dargestellt, als ob er in der Zeit d«« Kapp-Putschez genau derselbe treue Beamte der Republik gewesen sei, wie«r es jetzt nach seinem Ministereid fein muß, und daß er lediglich im Auftrag seiner vorgesetzten Behörde, des Regierungspräsidenten in Frankfurt a. d. O. gewisse Flugblätter zur Unterstützung der Kapp-Diktatur habe verbreiten lassen. Nach den uns zugegangenen Informationen ist dies« Darstellung nn- richtig: nielmehr hat Landral v. keudell in der Zeit de» Kapp-Pulsches seiner weitgehenden Sympathie mit dem Unlernehmeu de» kapp durch die Tal und durch da» Wort Ausdruck gegebe«. .:tt zu haschen, ein Problem künstlich auf da» andere packt, ohne die Ky-ist zu besitze", von sich au» etwa» zur Lösung beizutragen. Mit Richmut denkt man an Hauptmann«„Ratten". Es gibt mehr vorzulesen:„Die neue Regierung Kavp hat mit der alten Regierung eine Einigung erzielt„und ergänzt sie', der Bertrauensmann des Land- arbeiterverbandes soll sich nun in das unvermeidliche Schicksal fügen, wie er. nämlich Herr v. Keudell das am S. November 1S18 getan habe? (Große Heiterkeit.) Wenn der Bertrauensmann weiter für den Ge- nerolftreik tätig sei, so werde der Landrot v. Keudell ihn in Schutz- hast nehmen müssen.(Stürmisches Hört! Hört!) Di« Darstellung des Herrn v. Keudell, daß die Brücke nur mit Gendarmen befstzt wor- den sei, sst falsch. Tatsächlich waren an der Besetzung Zivilisten be- teiligt, d. h. Kappisten. Herr o. Keudell hol auch noch in anderen Fällen die Beteiligung: an dem von der Regierung angeordneten Geiieratstreik gegen die Kapp-Regierung zu verhindern gesucht. Aus diesen Tatsache» geht hervor, daß Herr v. Keudell die Bekanntmachungen der Kapp-Regierung veranlaßt hat, dagegen die Bekannt- machungen der Reichsregicrung von ihm nicht vcrössentlicht wor- den sind, und daß er die Maßnahmen, die die verfassm-asmäßige lkeichsregierung angeordnet hat, um die Kapp-Regierung niederzii- werfen, zu vereiteln gesucht hat. Zu diesem Punkte wird sich Herr o. Keudell hoffentlich noch äußern. Als Präsident Lobe nunmehr mitteilt, daß weitere Wort- Meldungen nicht vorliegen, entsteht im Hause ein Sturm der Entrüstung. Gleich daraus teilt der Präsident mit, daß Herr v. Keudell sich jetzt zum Worte gemeldet habe. Er habe das nicht früher getan, weil er glaubte, daß die Rednerliste noch nicht ab- geschlossen sei. Znaeaminisker v. keudell beruft sich auf sein« gestrigen Ausführungen, wonach er vom R e- gieruugspräsidenten den Auftrog bekommen habe, den Weisungen des Militärbefehlshabers zu ent- sprechen. Ihm sei nichts davon bekannt gewesen, daß von der Regierung der Generalstreik proklamiert worden sei. Auf Anordnung des Kommandos von Küstrin habe er dem Generalstreik entgegenwirken müssen. Herr v. Keudell behauptet weiter, daß er die Brücke zum Schutz gegen kommunistische Horden aus Eberswalde habe besetzen lassen müssen. Er gab zu, daß au der Brücke nicht nur Gendarmen standen. sondern auch zwei Zivilisten. Zu der kommunistischen Interpellation, wonach auf seinem Gute die Olympia beherbergt worden sei. erklärt er, das sex 19 24 gewesen, als die Olympia in Preußen noch nicht oerboten gewesen sei. Damals habe sich tatsächlich ein Ferienlager der Olympia bei ihm aufgehalten. Abg. Höllein(Komm.) ruft: Ihr« Stirn. Ihr« Stirn möchte ich haben.(Stürmische Heiterkett.) Der Minister erklärt zum Schluß, daß der Vertrauensmann Sasse, aus den sich Abg. Landsberg gestützt habe, unglaubwürdig sei. »» m Nach der Feststellung seiner Kappistentätigkeit im Reichs- tage hätte man erwarten dürfen, daß der Hauptsächtich zur Wahrung der Verfassung berufene Reichsinnenminister die Erklärung abgäbe, er hält« unter dem Eindruck der Kapp- rebellion zwar eine politischeDummheit gemacht, habe sich jedoch inzwischen überzeugt, daß die Republik die einzig mögliche Staatsform fei und aus diesem Grunde seine politische Ausfassung geändert. In solchem Falle hätte man m i I- dernde Umstände bewilligen und die Haltung des Landrats v. Keudell auf mangelnde politische Urteilsfähigkeit zurückführen können. Aber es geschah nichts von alledem. Vielmehr erklärte Keudell. daß er a u ch in Zukunft unter ähnlichen Umständen die gleiche Haltung einnehmen werde! Das ist eine vielleicht unbeholfene Ausrede, die jedoch alle Möglichkeiten für die Zukunft offen läßt. Der Reichsminister des Innern hat ganz besonders die Auf- gäbe, gegenüber Länderbehörden die Innehaltung der Reichsverfassung zu überwachen. Cr gerade ist be- rufen, den von ihm abgelegten Verfassungseid außer- ordentlich peinlich zu beachten. Welches Maß von Vertrauen. außer der parteimäßigen Abstimmung im Reichstag, will aber dieser Reichsinnenminister für sich in Anspruch nehmen, wenn er, nachdem er schon einmal die Verfassung und seine Ver- pflichtung gebrochen und mit den Putschisten gemeinsam« Sache gemacht hat, nun ausdrücklich die Wiederholung eines solchen Verhaltens in Aussicht stellt? Zweifellos gibt es für alle Sünden auch ein« Verjährungs- als einen Berührungspunkt mit dieser Berliner Tragikomödie. Nur daß in den.Ratten" das Motiv für die Schicksalstrogödie innerlich menschlich empfunden ist, während in„Razzia" die Buhnenfiguren manchmal nur literarisch aufgezäumte Attrappen vorstellen. Sie reden auch eine recht unechte Sprache.„Er glupscht mir immer usf oen Beene, daß man sich schänien mecht, welche zu haben." So geschwollen redet kein« Berlinerin. So unecht wie die Mehrzahl der Szenen wirken auch Pir- ch a n s Bühnenbilder und eine ganze Anzahl der von Karl-Heinz Martin ins schleppende Tau genommenen Darsteller. Der Re- gisseur hat zwar prominente Schauspieler beschäftigt, nur daß sie nicht immer zu ihrer Rolle paßten. Gerda Müller wirkt als in die Gesetzesmaschin« geratene Grünkamfrou von der ersten bis zur letzten Szene hölzern, und Paul Graetz spielt mit dick aufgetrage- nen, auf äußerliche Wirkung erpichten Mitteln. Dagegen bietet Paul B i l d t als Hochstapler mit dem goldenen Herzen und Erich R i e w e als pflichttreuer Schutzmann reinen Genuß, ebenso wie Friedrich K a y ß l e r als der aus der Bahn geworfene Fabrikarbeiter Rust. Till K l o k o w fand sich nach einigen Verkrompftheiten bald in ihre höchst unwahrscheinliche Rolle, und unter den vielen Reben- figuren taten sich Max Pohl als jüdischer Pserdehändler und Rosa P a t e g g als handfestes, durchaus ins Leben passendes Fischweib hervor. Ernst Degener. 15 Minuten �cbeitsruhel Aus Wien wird uns geschrieben: Schaurig heulen die Sirenen der Fabriken... Am Fahnen- mast des Volkshauses steigt die schwarze Trauerfahne empor. Was ist geschehen? Wie ein Lausseuer fliegt es von Mund zu Munde und löst auf allen Gesichtern Entsetzen aus. Noch will es niemand recht glauben, da kommen die Zeitungen, Gruppen bilden sich, stehen und lesen atemlos... schweigen... lesen wieder, dann verzerren sich die Gesichter, und ein einziger Rus aus Hunderten Kehlen:„Arbeitermörder!" Eine schwache Bahnstunde von Wien liegt das Burgenland, ein kleines, fruchtbares Land, dessen überwiegende Dcvölkerttng aus Land- und Industriearbeitern besteht.- Bor dem Anschluß des Biirgenlan�es an Oesterreich hatten sie ein hartes Los unter dem Hortba Regime Ungarns, und noch heute werden sie terrorisiert von den schwarz-gelben Frontkämpfern diesseits und den monarchistischen Magyaronen jenseits der ungarischen Grenze. Bon Tag zu Tag. von Woche zu Woche wird das Treiben dieser Landesverräter, die ein neue» Regime des Nauses Habsburg herbeiführen wollen, unerträg- licher. Die klerikale österreichische Regierung läßt das Treiben ge- ichehen und schützt es noch. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft in dem kleinen Ort Schattendorf hat eine Versammlung einberufen. Da sind Männer und Frauen und Kinder im geschlossenen Zuge, der zum Lersamm- lungslokol zieht. Alle sind unbewassnet. Als der Zug vor einem Gasthaus vorüberzieht, dessen Wirt allgemein als Magyarone be- kannt ist. rufen einig«:„Horthy-Knechte!" Da krachen aus den frist. Man kann durchaus der Meinung sein, daß auch die Sünden der Kappisten einmal verjähren und daß man wert- volle Kräfte nicht nur deshalb dauernd ausschalten solle, weil sie in unruhigen Zeiten sich auf die falsche Seite geschlagen haben. Aber um zu diesem milden Urteil zu kommen, müßte man bei den in Frage kommenden Personen doch auch eine äußerlich erkennbare Wandlung feststellen rönnen. Wo ist diese Wandlung bei dem Kapp-Landrat Keudell in die Erscheinung getreten? Ist es nicht richtig, daß er noch bis zum Ends seiner Tätigkeit als Deichhauptmann in seinem Bezirke— 1923— sich immer noch als, K ö n i g- licher Landrat a. D." bezeichnete? Paßt diese g e- wollte Heroorkehrung seiner monarchische n Tradition zu dem Amt des Hüters der Reichsverfassung? In keinem anderen Lande der Welt wäre es möglich, daß ein politisch so belasteter Mann wie Keudell in ein so verantwortliches Amt wie das eines Reichsministers berufen oder ihm gar die besondere Ueberwachung der Innehaltung aller Berfassungsbestimmungen übertragen würde. Wenn nach dem abgesägten Völkischen Graes der K a p p i st Keudell in das Reichskabinett berufen wurde, so verstärkt das nur noch das ohnehin in reichstem Maße vorhandene Miß- trauen der Sozialdemokratie und aller republikanisch gc- sinnten Kreise gegen dieses Ministerium des Besitzbürger- blocks! Nicht vom König reöen! Sagt Bcthlen. Budapest. 5. Februar.(WTB.) Bei der Beratung des Gesetz. entwurfes über die wirksamere Kontrolle der Gemeindehaushalte verwahrte sich Ministerpräsident Graf B e t h l e n in entschiedenster Form gegen die in einigen Blättern erschienene Nachricht, als ab er die Munizipien durch die Kontrolle in Fesseln schlagen wolle, um die Königsfrage seinerseits überraschenderweise lösen zu können. Er erklärte, er wünsche sich mit der Königsfrage nicht z u b e f a s s e n. Er könne nichts dafür, wenn diese Unterstellung von Zeit zu Zeit wieder auftauch«, da er die fixe Idee einiger T o l l k ö p f e nicht verhindern könne, daß sie mit ihren fixen Ideen hervortreten., Herr Escherich, der Orgeschmann, war dieser Tage in Wien, wo er geredet hat, und in Budapest, wo ihn die Hauptreaktionäre empfingen und feierten. Sollte Bethlen etwa gar den Orgeschmann unter die Tollköpse rechnen? Di« Genfer Strafe für die Ohrfeige, die I u st h dem Bethlen zugeleitet hat, ist rechtskräftig geworden. Schanghai gefallen? Eine unbestätigte Meldung. Einige Berliner Morgenblätter veröffentlichen ein Telegramm einer angeblichen„Chinesischen Nachrichtenagentur", wonach Schanghai„mit Hilfe der Schanghaier Bürgerwehr von der weiß- gardistischcn Armee Tschuon Fengs gesäubert und im Namen der südchinesischen Reoolutionsregierung besetzt worden". Die Ausdrucks- weise dieser Meldung verrät ihren kommunistische» Ursprung. Was ihren Inhalt angeht, so handelt es sich nicht um eine Einnahme Schanghai» durch die Truppen der Nativnalarmee, die nach den letzten Meldungen den Vormarsch gegen Schanghai erst begonnen hat, sondern um einen örtlichen Ausstand. Aber selbst hierüber liegen keinerlei Bestätigungen vor. Einkehr gehalten hat die deutschösterreichische Bundesregierung: nachdem sie letzthin einen ungarischen Revolutionär aus Dicöstalils- beschuldigung ausgeliefert hatte(obwohl er sich die Pulsadern auf- schnitt), der Mann aber trotz ungarischer Freisprechung dann interniert wurde, hat sie jetzt die Austieferuug des ungarische» Kommunisten Franz Braudel trotz Mord- und Raubanklage a b- gelehnt, da er diese angeblichen Verbrechen in der Rätezeit wider Gegenrevolutionäre begangen habe, sie also wahrscheinlich politischer Natur seien. vergitterten Fenstern Schüsse, die wehrlose Menge flieht, aber auf der Straße ringt ein kriegsverletzler Arbeitsloser mit dem Tode, und ein achtjähriger Knabe, der einzige Sohn eines Arbeiters, liegt. mitten ins Herz getroffen, im Staube. Sieben Arbeiter schleppe» sich, teils schwer, teils leichter verletzt, davon. Der Kriegsinvalide stirbt, ehe ihm Hilfe gebracht werden' kann. Die Mörder fliehen über die Grenze, und andere versteckt der Pfarrer in der Kirch«! Im ganzen Rayon sind nur zwei Gendan»« anwesend, aber gleich drüben Über der Grenze stehen die Banden der Magyaronen schwer bewaffnet und im eigenen Lcicke die schwarz-gelben Landesverräter und lauern auf den günstigen Augenblick, das Burgenland wieder unter Ungarn zu bringen. Ein Land, dessen Mehrheit aus sozialdemokratischen Land- und Ind»- striearbeitern besteht. Die wenigen Gendarmen senden ernste Be- richte, aber die Regierung kümmert sich nicht darum. Aber die Antwort der Arbeiterschaft Oesterreichs bleibt nicht aus. Vor dem Wiener Rathaus ziehen die endlosen Züge der Ar- bciter auf und demonstrieren gegen diese Mordtat und demonstrieren für den Wiener Gemeinderat, der sozialistisch ist, und den die Bourgeoisie stürzen will. Der Gemeinderat. der ihnen in drei Iahren 50 900 Wohnungen erbaut hat, In denen sie fast umsonst wohnen, der Gemeinderat, der ihnen Schulen und Bäder gebaut hat, der Gemeinderat, der jedem Säugling die Wäsche in die Wiege legt, diesen Gemeindcrat will man stürzen, und draußen im Burgen- land krachen schon die Schüsse aus wehrlose Arbeiter, Tausende und Zehntausende stehen um das Rathaus. Fünfzig Redner sprechen zu der Meng«, und wie Gewitterstürme brause» die Rufe der Arbeiter über den Platz und fordern Neuwahlen und fordern die Bestrafung der Mörder und fordern Waffen, um sich verteidigen zu können. Der Tag des Begräbnisses der Gemordeten kommt. E i n Generalstreik in der Dauer einer Viertelstunde bringt über ganz Oesterreich Stille und Andacht. Die Arbeit in den Fabriken, in den Bureaus, in den Geschäften, in den Acmtcrn ruht. Die Motors stehen still, die Wagen auf den Schienen. Zu kurzem Gedenken stehen die Arbeiter entblößten Hauptes im ganzen Lande, währeitt» an der Grenze im Burgenland die Opfer in die Erde ge- lassen werden._ Krllauffübri'ngen der Ivoche. Allllw. Renaisikince-TS.!.Aber Mnma"- Freit. Krollopsr: ,P a l e st r i n a".— Tb. i. d.«.IMleritr.:„D i e P s a r r- b a u S k o m ö d i c".— Th. i. d. Komniandanteullr.:„Die ietzlc Warnung-.— Zonnab. Th. i. d. Kiniggrätzerstr.:„Die treue Nymphe". Ilranic-.Ueranstalwrgcn. TSgllch-.DaS schaffende Amerika" Sorniad.<9>:„Sommer fahrt durch Alaska.- Ab Alant, tödlich außer Millw.<7): Dr. RM:.?ln der Schwell« de« Lebens" Sonaab.(9): Dr. LolbuS:„Ealigari, Expressionismus und Wunder tm Ftl m.- Zigeunerprimas Ale» gessorben. Wie die.Paris Times« aus New Do:k meldet, ist der seinerzeit weitbekannt gewordene ungarische Zigeunerprimas Riga in einem New Jorler KranlenbauS im gi ößtrn Elend geiiorben. Riga wurde in seiner Glann-eit besondeis in Paris gescieit. Er war siebenmal verheiratet, darunter auch mit der Prinzessin Cdimay. kunstvorträge im Saiser-Friedrich-Aluseum bSlt Dr. B. Daun am Sonntag. 11»/� Uhr, über„Die(A e m ä l d e der venezianischen Meister bis Tizian" Vortrag. Koröerungen Zur Wohnungspolitik. Kommunale Konferenz der SPD.— Wohnungsbau und Mieterschutz. Die Konimuiialc Konferenz der SPD., die von Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und der Bczirksversammlungcn, des Magistrats und der Bezirksämter und auch von Landtags- und Reichstagsabgeordneten besucht war, hörte ein Reserat des neuen Stadtbaurats Genossen W a g n er über die Wohnungsnot in Groß-Berlin und das sozialdemokratische Woh- nungsbauprogramm. Wagner erinnerte daran, wie im Reich und im Staat unsere Partei und die Gewerkschaften sich um die Durchführung eines planvollen Kampfes gegen die Wohnungsnok und eines auf eine Reihe von Jahren verteilten Wohnungsbau- Programms bemüht haben. Das jetzt in der Berliner Stadt- verordnetenoersammlung von der s o z i a l d e m o k r a t i- schen Fraktion in einem Antrag vorgelegte W o h n u n g s- bauprogramm zeigt auch den höheren Instanzen einen Weg, aus der gegenwärtigen außerordentlichen Wohnungsnot herauszu- kommen. Wagner berechnete, wie es der tschon im„Vorwärts" Nr. 34 in seinem vollen Wortlaut wiedergegebene) Antrag tut, den W o h n u n g S b e d a r f für Berlin aus dem nach der letzten Woh- nungszählung ermittelten Fehlbedarf, aus dem Neubedarf durch Zu- nähme der Bevölkerung und der Haushaltungen und durch Zuzug von außerhalb, aus dem Wohnungsvcrfall und dem Ersatz für räumlich unzureichende Wohnungen und aus dem erforderlichen Leerbestand auf jetzt 165 000 und für die nächsten zehn Jahre noch 315 000 Wohnungen, zusammen 480 000 Wohnungen, so daß in zehn Jahren jährlich etwa 50 000 Wohnungen neu zu bauen wären. Das hierzu nötige beträchtliche Kapital läßt sich beschaffen, wenn mit der H a u s z i n s st e u e r eingegriffen wird, die bestehen bleiben muß. Sie ermöglicht die Aufnahme von A n- leihen, wenn zu deren Verzinsung und Tilgung ein olljährlich vom Hauszinssteuerauskommen abgezweigter Betrag verwendet wird. Der Vortragende wandte sich gegen den Vorschlag des Stadtrats Busch, die Hauszinssteuer auf einmal zu kapitalisieren und sogleich eine große Anleihe aufzunehmen. Dabei würde es zweifellos zu einer Abwürgung der gemeinnützigen Bautäkigkeit kommen.(Zuruf: Ist ja die Absicht!) Dieselbe Wirkung sei von einem Vorschlag des früheren Kämmerers K a r d i n g zu erwarten, der die Hypothekenbanken durch Erhöhung der Beleihungsgrenze bei der Kapitalbeschaffung mitwirken lassen möchte. Wagner wies warnend auf die zunehmenden Anstrengungen derPrivat- Wirtschaft hin. die Arbeit der gemeinnützigen Bau- Wirtschaft zu erschweren. Zur Durchführung seines Bor- schlages forderte er eine Gcsetzesänderung. aber schön jetzt müsse die Stadt Berlin einen Strich durch die Rechnung der Privat- Wirtschaft machen und baldigst zur Aufnahme einer 1 5 0- M i l- lionen-Anleihe für den Wohnungsbau schreiten. Auch auf den Baustofsmarkt müsse sie mehr Einfluß gewinnen, um die Bauausführung zu verbilligen. Das Privatkapital hält schon jetzt die Baustoffe zurück und schraubt die Preise in die Höhe. sitionen günstiger waren als der Tarif mit dem Arbeltgeberverband Nach vielen Bemühungen gelang es dem Unternehmeroerbande end- lich, die beiden„Außenseiter"' zum Anschluß zu bewegen. Dieser Erfolg veranlaßte den Verband der Fleischwarenfabriken, den mit dem Zentraloerband der Fleischer abgeschlossenen Manteltarif sowie das Lohnabkommen zum 31. Dezember zu kündigen. Zum gleichen Termin kündigten auch die Efha-Werke und die Firma Bruno Koschwitz u. Eo. die bestehenden Soirdertarife. Die von den Unternehmern verlangten Abänderungen lagen, wie vorauszusehen, nicht im Interesse der Arbeiter. Die S t u n- d e n l ö h n e sollten u m 5 P f. herabgesetzt, der Urlaub bis um vier Tage gekürzt, die übrigen soziale» Bestimmungen des Mantelloriss verschlechtert werden. Der Zentraloerband der Fleischer forderte dagegen eine generelle Erhöhung der Stundenlöhne um 5 P f., eine Verbesserung der Urlaubsbestimmungen, vor allem aber mit Rücksicht auf die mehr als Z(XX> Berliner erwerbslosen Fleischer- gesellen, daß in Zukunft jede notwendige Ueberstunde durch entsprechende Freizeit abgegolten werden soll. Nachdem die Tarifkominission der Arbeiter mit den Unter. nehmern dreimal ergebnislos verhandelt hatte, stellte die Ortsverwaltung auf Beschluß der letzten Versammlung das von uns mitgeteilte Ultimatum, innerhalb zwei Tagen die Forderungen der Arbeiter anzunehmen. Daraufhin kam es am Donnerstag abend nochmals zu Derhand- lungen. Die Unternehmer bequemten sich nach längeren Derhand- lungen schließlich zu folgendem Angebot: I. den Stundenlohn entweder bis zum 30. September um 3 Pf. oder bis zum 30. Ium um 2 Pf. zu erhöhen, 2. im Tarifvertrag, der bis zum 31. Dezember gelten soll, fest- zulegen, daß kein Ueberstundenzuschlag gezahlt werde, sondern iede über acht Stunden hinausgehende Arbeitsstunde, die nur in dringendsten Fällen verlangt werden kann, innerhalb drei Wochen durch entsprechende Freizeit abgegolten werden muß, 3. die Bestimmungen über die Urlaubsregclung sollen dahin verbessert werden, daß Arbeiter und Arbeiterinnen, die sechs Mo- n a t e im Betriebe sind und nach den bisherigen Tarifbestimmungen keinen Anspruch auf Urlaub hatten, nunmehr drei Tage Urlaub bekonimcn sollen. Zu diesem Angebot nahmen die in den Fleischwarenfabriken Bc- schäftigten gestern abend in einer überfüllten Versammlung in den Residenzfestsälen Stellung. Nach dem Bericht des Bevollmächtigten Schultz über die Verhandlungen und einer regen Diskussion nahm die Versammlung in geheimer Abstimmung das Angebot in der Form an, daß dos Lohnabkommen mit 3 Pf. Lohn- erhöhung bis 30. September gelten soll. Damrt ist der Konflikt in den Berliner Wurstfabriken infolge der organisatorischen Geschlossenheit der darin Beschäftigten kampflos mit einem guten Erfolg beendet worden. Wenn auch die Lohnsorde- rung nicht in voller Hohe durchgesetzt wurde, so ist aber die Ue b e r- stundenbeseitigung ein durchschlagender Erfolg. Es liegt jetzt an den Betriebsräten und Vertrauensleuten, in den Betrieben dafür zu sorgen, daß eventuelle Ueberarbeit auch wirtlich durch Freizeit abgegolten wird. Die Berliner Ortsverwal- tung des Zentraloerbandes der Fleischer kann in ihrem Kampfe um die Wiedereinführung des Achtstundentages in Berlin vollen Erfolg verzeichnen. auch die im Verkehrsbund organisierten Arbeiter der Zigaretten» mduftri« mit dem Schiedsspruch und nahmen ihn« b e n f a l l» gegen eine starke Minderheit an. Die Stellungnahme der Unternehmer zu dem Schiedsspruch steht noch aus. Schiedsspruch für die Zigarettcnindustrie. Die Berliner Ortsverwaltungen der Verbände der Buchbinder, Tobakarbeiter und des Verkehrsbundes, die mit dem Metallorbeiter- verband zu einem Kartell der in der Zigarcltenindustrie tarifschließeii- den Verbände vereinigt sind, hatten dem Ortsverein Berlin des Ar- bcitgeberverbandes der Zigareitenindustrie dos Lohnabkommen zuin 31 Januar gekündigt und ein« Erhöhung der Löhne um 10 Proz. gefordert. In den direkten Lohnoerhandlungen erklärten die Unter- nehmer, auch nicht ein Viertel Pfennig Lohnzulage geben zu können, da die ungeklärte und äußerst schlechte wirtschaftlich« Lage in der Ziaarettenindustrie eine solche Belastung nicht zulasse. Der Unter- nehmeroertreter Dr. Dorendorf glaubte auf den Schlichtungs- ausschuß, den die Unternehmer nach dem Scheitern der Berhand- lungen angerufen hatten, damit Eindruck machen zu können, daß er einen Ab bau der Löhne um 5 Proz. beantragte. Der Schlichtungsausschuß anerkannt« jedoch, daß die seit der letzten Lohnerhöhung«ingetretene Verteuerung sämtlicher Lebensmittel und Bedarfsartikel sowie der Mieten eine Lohnerhöhung not- wendig mach« und fällt««inen Schiedsspruch, der die bis- herigen Tariflöhne mit Wirkung von der nächsten auf den 1. Februar folgenden Lohnwoch« umS Proz. erhöht. Das Lohnabkommen soll bis zum 30. September gelten und kann von da ab mit 14tägig«r Frist zum Schluß eines jeden Monats gekündigt werden. Es heißt in dem Schiedsspruch dann weiter: „Sofern die Reichsindexziffer während der Vertragsdauer über 130 Punkte steigt oder unter 138 Punkte fällt, tanm eine Nachprüfung der Löhne verlangt werden, jedoch nicht vor dem 1. Juni d. I. Kommt bei den alsdann herbeizuführenden Verhandlungen«in« Einigung zwischen den Parteien nicht zustand«, hat der Schlichtungs- ausschuß Groß-Berlin«inen Schiedsspruch zu fällen, der für die Parteien bindend ist." Die Tabakarbeiter und Buchbinder haben zu dem Schiedssoruch bereits Stellung genommen und ihn gegen«ine stark« Min- derheit angenommen. Am Freitag abend beschäftigten sich „Nusschuh der Notstandsarbeiter." Die Gewerkschaften sind verpflichtet, auch für die Interessen derjenigen ihrer Mitglieder einzutreten, die mit Notstandsarbeiten beschäftigt sind. Wenn die Notstandsarbeiter sich in Zweifels- oder Streitfällen rechtzeitig an ihre Organisationen wenden, dann werden die Verbände eventuell über den Ortsausschuß des ADGB. den Be- schwerden nachgehen und soweit es irgend möglich ist, für Abhilfe sorgen. Die Gewerkschaften können jedoch keine Sonder- organisationen anerkennen, die über sie hinweg für Erwerbslose oder Notstandsarbeiter von Unberufenen gegründet werden. Unter der Führung von Karl Brinkmann, Kleine Markusstr. 3, hat sich ein„Ausschuß der Notstandsarbeiter Groß-Berlin" aufgetan, der vom„Vorwärts" fordert, sich chm nicht nur als Publi- kntionsorgan für seine Versammlungsonzeigen zur Verfügung zu stellen, sondern obendrein gegen d:e Gewerkschaften Siel- lung zu nehmen. Zuerst sollten wir einen Brief an den Vorstand des ADGB. veröffentlichen, den dieser Ausschuß mit gleicher Post dem ADGB. direkt zugehen ließ und jetzt verlangt man von uns, unter Wiederholung der Drohung, unser ablehnendes Verhalten „öffentlich zu brandmarken", einen Protest der„Funktionäre" der Notstandsarbeiter zu veröffentlichen, der sich gegen das P r i n- zip der Erwerbslosenversicherung wendet und ver- langt, daß die Erwerbslosenfürsorge in ihrer jetzigen Gestalt be. stehen bleibt, die Unterstützungssätze aber um 40 Prozent erhöht werden. Die angeblich sozialdemokratischen Funktionäre dieses Ausschusses erlauben sich außerdem,„den Parteispitzen der SPD. ihr größtes Mißtrauen" auszusprechen wegen ihrer Hallung in der Erwerbslosenversicherungsfrage. Nach der unmaßgeblichen Meinung dieses Ausschusses soll also die Partei in dieser Frage den Standpunkt der ADGB.-Gewerkschaften be- kämpfen. Das charakterisiert diesen Ausschuß, mit dem weder die Ge- werkschoften noch die Partei etwas zu tun hoben. Unsere Gewerkschafts- und Parteimitg lieber, die zu Notstandsarbeiten gezwungen sind, erblicken ihre Interessen- Vertretung auch in diesem Falle in ihren Gewerkschaften und müssen es ablehnen, einem gegen Gewerkschaft und Partei gerichteten„Ausschuß" Gefolgschaft zu leisten. Betriebsratswahlcn bei den Blauband- Margarine-Werken. Vom Zentraloerband der Angestellten wird uns geschrieben: Erfreulicherweise finden die diesjährigen Aufrufe der freien Ge- werkschaften zur Durchführung der Wahlen von Betriebsvertretun- gen nun auch bei den A n g e st e l l t e n ein lebhaftes Echo. Wäh- rend in den letzten beiden Iahren in diesen Kreisen eine ziemlich« Wahlmüdigkeit zu beobachten war. haben die Angestellten aus den Erfahrungen dieser Jahre gelernt und schreiten in immer größerem Umfange dazu, ihre Wahlvorbereitungen zu treffen. Das veranlaßt aber auch die Unternehmerzu Maßnahmen gegen die Vornahme dieser Wahlen. Man will den Ange- stellten die Wahlen verekeln. Wie wir schon mitteilten, haben auch die Angestellten der Firmen Berolinawerke mrd Zentralexpedition G. m. b. H., Lichtenberg, Hertzbergstraße 55/56, beschlossen, sich an den Angestelllenratswahlen zu be- t«iligen. Diese Firmen gehören dem Konzern Van den Bergh an, der für Berlin den Vertrieb der Blaubondmargarine ausführt. An der Spitze der Zentralerpedition steht ein Herr Direktor P r i e g n i tz, der auf seine Weise die Angestelllenratswahlen zu sabotieren versucht. Er bestimmt von sich aus Angestellte zum Wahlvorstand, doch legt er keinen Wert darauf, daß diese Ange- stellten die Aufgaben eines solchen auch durchführen. In diesem Jahre haben sich nun die Arbeiter entschlossen, einen Angestellten in den Wahlvorstond mit aufzunehmen. Da die„Ge- fahr" besteht, daß dieser Wahlvorstand seine Ausgaben wirklich durchführt, hat die Direktion zunächst einmal den von der gesamten Arbeitnehmerschaft vorgeschlagenen Wahlvorstond abgelehnt und verlangt, daß aus den Kreisen der Ängestelllenschast ein eigener Wahlvorstand gebildet werde. Nun haben endlich, nachdem in- zwischen 15 Angestellte ihre Ernennung zum Wahlvorstond ab- gelehnt hatten, drei Angestellte sich bereit finden lassen, als Wahl- vorstand tätig zu sein. Dem von den gewerblichen Arbeitern in ihren Wahlvorstand aufgenommenen Angestelllen ober Hot man gekündigt! Innerhalb eines Jahres ist dies das vierte Opfer. vom Lanüarbeiterwohnungsbao. wer bauen will, wird arbeitslos gemacht. Es wird viel darüber geklagt, daß es mit dem Landarbeiter- Wohnungsbau nicht recht vorwärts gehl. Das ist erklärlich, wenn man hören muß, daß sich im Kreise L i« g n i tz beispielsweise folgendes zugetrogen hat: Ein Landarbeiter und Mitglied des Deutschen Landarbeiterverbandes Halle beim Landratsomt die Geld- millel aus dem Staatszuschuß für den Bau eines Landarbeiter- Häuschens beantragt. Damit der Landarbeiter nicht bauen tonnte, wurde er aus einem nichtigen Grunde glatt gemaßregelt. Vor einigen Tagen bestellte ihn der Kreisbaumeister.ju sich. Der Landarbetter stellte sich ein und bekam folgendes zu hören: „Aus Ihrer Siedlung wird wahrscheinlich nichts werden, da Sie arbettslo» sind und nach dem Gesetz ein Landarbeiter, der bauen will, sich aus zwanzig Zahre verpflichten muß. Landarbeit zu verrichten." Der Landarbeiter gab daraufhin die Erklärung ab, daß er sehr gerne zwanzig Jahre, und wenn es sein muß noch länger Landarbett verrichten will. Man lasse ihn aber nicht arbeiten, sondern«ers» ihn auf die Straße, damtt dl« Siedlungstätigkett erst gar nicht in Angriff genommen werden kann. Nach diesem Vorgang müssen die Regierungsstellen unverzüglich eine Anweisung herausgeben, nach der vorübergehende Arbeits- losigkejt eines Landarbeiters, die, wie in vorliegendem Falle, sehr oft absichtlich und künstlich herbeigeführt wird, kein Grund für die Nichtgenehmigung eines Landorbeiterwohnungsbaues sein darf. Metallarbeiterstreik in Leipzig. wie WTB. meldet, sind in Leipzig gestern 6000 Metall- arbeitet in den Streit getreten. Schiedsspruch für die Lederindustrie M.-Gladbach. München-Gladbach. 5. Februar.(WTB.) In der Leder. industrie des Bezirks München-Glodbach— Krefeld hatten die Ar- better eine Lohnerhöhung von 10 Pfennig pro Stunde verlangt. Durch«inen Schiedsspruch wurde der Grund st unden- lohn von 71 aus 76 Pfennig erhöht. Der Spruch ist bis Juli unkündbar, wenn nicht in der Zwischenzeit die Reichsmiete um mehr als 15 Proz. steigt. Beide Parteien hoben den Spruch angenommen._ Proteststreik der Lehrer in Antwerpen. Antwerpen, 5. Februar.(WTB) Die Antwerpener Lehrer oeranstatteten heute einen«instündigen Streik zum Zeichen des Protestes gegen di« Verzögerung in der Auszahlung ihrer Ge- Hölter und der Rückstände._ Aufgehobene Sperre. Vom Zentralverband der Hotel-, Restau- rant- und Cafeangeftelllen, Elsasser Straße 86/88 III wird uns mtt- geteilt, daß die Differenzen mtt der Destillation Wilhelm Krüger, Inhaber D ö h r> n g, Wiener Straße 23, Ecke Grünauer Straße, beigelegt find. Die Sperre ist aufgehoben. Sport. polizei-Boxabend. Im Saalbau Friedrichshain traf sich gestern der Polizeisport. verein mtt den Vertretern hiesiger Vereine zu einem lokalen Kampf- abend. In den Mittelgewichten ferttgte Kahle(PS.) Hütter(Mac- codi) im letzten Augenblick noch mit einem gerausitzenden Kinn- haken Ko. ab. Pautz-Stettin fand in Schwarz(Weißenste) einen fixen, harten Gegner. Der Kamps wäre als unentschieden besser ««wertet gewesen, denn mtt Pautz' Sieg. Die Schwergewichte Schwortz(PS.) und Habermann(Teutonia) fanden sich fast nur in Nahkämpstn an den Seilen, wo sie Körpermassage trieben. Unentschieden war das Ergebnis. Bitzkowski-Schuttheiß konnte Ansorg (PS.) oft und gut treffen: A. traute sich nicht heran und mußte sich besiegt bekennen. Ebensalls unentschieden trennten sich Feikowski (PS.) und Pistulle(Heros). Die Rahmenkämpfe brachten viel un» fertiges Material in den Ring. Theater See Woche. Vom S. Februar bis 14. Februar 1927. «ottsbihiu:«.. 7., 10., 11., 13., 14. Traumspiel. 8., 12. S5oIj*mt.—- Oper»» Pla» der Slepublil:». Aida. 7. Der ferne«lang. 8.«iaoletto. 9. Tiefland. 10. Der Sioscnlavalier. 11. Palestrina. 12. Boris Dobunow. 13. Tannhiiuser. 14. Vrrsiegelt, Spanisches Fest und Ländliche Tanze.— Ataatsthratrr: 7., 8., 13., 14.«ili-n. 9. gltdrnn-us. 10., U Hamlet. 12. Prcr(Sunt.— Schillrr Zbcatrr! 6, 7., 8., 13., 14. Bazzia. 9., 10., 11., 12. Die drei Schwestern.— Deutsche» Tb««t«r: Reidhardt von Snriscnau.— lt-mmerspicle: Dcrmaine.— Dir«omodie: Dir Perle. 13., mittags 12 Uhr, Tänzr Ecnt Mahesa.— Lcssiig.Zheater: Der Diktator.— Zhcaler in der ZtSniggräster Straß«: Bio lt. Mrs. Cdency» Ende. Ad 12. Die treue Nymphe. — siadtischr Over, Sharlottenburg: 6. Earmen. 7. Das Rheingold. 3., 12. Jugend im Mai. 9. Lohengrini. 19. Der Troubadour. 11. Die Walkitre. 13. Turandot. 14. Die ZauberflSte.— Große» Schanlpiclha»,: Vo» Mund zu Mund.— Theater de. Besten»: 6. Mignon. 7. Troubadour. 3., 19. Traviata. 9., 12. Rigoletto. 11. Carmen.— Die Tribüne: Der Liebhaber.— Deutsche» stiinstler Theater: Familie Schimet.— ttomhdienhau»: Dover— Calais.— Berliner Theater: Rur du!— Reue» Theater am Zoo: Modellhau» Crcveit,.—, Triauou-Thcatrr: Doktor Stieglitz.— Residenz. Theater: Absteigequartier.— Ientral.Theater: Der Trompeter vom Rhein.— Theater i» drr«ommandantru. ftraße: 8. bi, 10. Der Meister boxcr. 11. bis 14. Die letzte Warnung.— Theater am Schiffbaucrdams: Das Grabmal des unbekannten Soldaten.— "-»---- fturra_»in Zunael— linä der tletnc maus. A0 lu. roilojcn» u-euur-v-uu, V.„|——__...._____ am Rollenborsplatz: Maliers.— Theater am tk-rfürstendam«:«iji.—«allner. Theater: Das blonde Bunder.— Walhalla-Theatee: Es mar einmal in Heidel- berg.— Rose-Theater: Das Einfamilienhaus.—«afio,.THe-t«,: Ein Tag im DI Theater i» der LStzowftraß«: Di« türkischen Gurken.— Theater '*«l-st.rst..ß.: 6 ,10� Pension Schöllet. 7. Ein Volksfeind. 8., 13. Nora. ' Tstrnrken 11., 12. Die Pfarrhauskomildi«.- Theater im«dmiralspalost: Haller-Revue: An und-US.-«iutcrgort.» und Ecal»: Internationales Bariets.— Reichshallea- Theater: Stettiner Sänger. «ach»ittaga»a-«ell»»ye». voN-bilhne: IS Boloone— St-al.lheatee: 8 Ii»apoieon- D.e«.Midi.: 18.«onz.rt Elsa W'Heureuse. -- Großes Schauspielhaus: 6., 13.?on Mund zu Mund.— Tbeater de« W-fte»«« 13. Lohengrin.— Deutfche» stinftler-Theater: 13. Der fröhliche Weindera— «»«....Thmter: 6. Rur du- T.I.-o».TH«.t..- 0.. 13. Doltoe StiegNtz._ Th-»'» in d.r zt-»m-ndant.nstr-ße: 13. Di.«leine vom Voriet«- Theater a» Schiffbauerdamm: 6., 13. Der Geizige.— Komische Over" k 1�. Sünden der Welt.- Thall.-Th.�ee-... iz7«Der-W?- B-fh'al� Theater:«..1�, 3 llhr: D>e Puppcnfeei Ühr: E, war einmal In Leidet. b-rg.- Rose-Theatre: 12.. 13. Da« tapfere Schneiderlein.- Theater la dar Litz-mstr-ß«: I 13. Die«ürkstchen Gurken�- Theater i. der«lasterstraße: 8. Nabair und Lieb«. 12., 13. Minna von Baruhelm.— Theater I««dmiral». 13. An und au,.- Seal-: 6., 12.. 13. Internationale,«ariet»._ Retch»hallr». Theater: Stettlner Sauger. Perankwortll» Ntr Politik:«leto,«chlss! Wirtschaft: 9.»llngelhZIer- »ewerkschaftsbeweaung: Fr.«ktzkor»! Feuilleton: Dr. Zohn«chikomski- Lotale» und Sonstig«,! Fritz«arstädt: Anzeigen: T».«loike: sämtlich in Berli» Berlaq: Vaiwörts-Berlag s. m. b. s.. Berlin. Druck: Barmörts-Buchdeuck-r� und Perlagsonstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SB 03. Lindenftraße 8 ERSCHIEN IN UNSERER REIHE „SCHRIFTEN ZUR ZEIT" JULIUS DEUTSCH KARTONIERT M......... 2.20 WEHRMACHT- UND SOZIALDEMOKRATIE Zu beziehen durch die Sortimentsbuchhandlung J. H.W. Dietz Nachf., Berlin SW88, Lindenstr.2, durch sämtliche Ausgabestellen des Vorwärts oder direkt vom VERLAG J. H.W. DIETZ NACHFOLGER, BERLIN s w 63, LINDENSTRASSE 3 Berniter- Elcklrlker- fienossensdialt Berlin N 24, ElsässerStr.86-88 I Filiale Westen, Wilmersdorf I er f Sprecher t* orden 65 2 u. 65 26 I Landtaauuiraa« 4. 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