Hr. 62 ♦ 44»?ohrg. Ausgabe A Nr. 32 Bezugspreis. ®ö(ScntIi(f) 70 Menilia. ttwaaMch S,- Neichsmart ootaHS»aliltxlr. Untet RccujbanÄ für Diullckland, S5>ciuiio. Saar« und Memelaebiat. De(leiteid). Litauen Luiembut« 4j0-Neichsmart. füt da» Obtifle Ausland 5,50 Reichsmart sto Monat. Der»Larwärts� mit der wuitrier» »en Sanntogsdeilag«»Dal! und fteit� iorvie den Beilaaen.Unterbaltung uno Wissen'»Aus der ffilmwelt'. »Frauenstimme'»Der Kinder- treund' Luaend-Varroärts' und -Blick in die Blicherweit' ericheint wochentäalich tweimal, Sonntag» und Montags einmal. Telegramm-Adresle: »Sojialdmaotral Sarliu» Sonntagsausgalre Vevlinev Volksttl�kt (iL pksnnig) Anzeigenpreise: Die« i n i v a l t t«« Nonpareille. ,eil« 80 Pfennig, Reklame, eil« B,— Reichsmark,.»leine An, eigen' da» fettgedruckte Wort 25 Pfennig fiwlitflra»wei fettgedruckte«ortet, iede» weitere Wort l2 Pfennig. Ktellengefuch« das erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte übet 15 Duch- fiaben»Sblen für»mel Worte. 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Die erste ist durch den Rücktritt Graes? erledigt, die zweite durch Westarps Eni- schuldigung beigelegt, die dritte ist gestem in Verwirrung und Tumult vertagt worden. Die kurze Debatte, die der Abstimmung voranging, war van unerhörter Spannung. Selbst der nüchterne Herr Marx schien von den dramatischen Stimmungen umwittert, als er — mit einem Borabdruck aus dem Abendblatt des„Bor- w ä r t s" in der Hand— eine Untersuchung gegen d:n neuen Reichsinnenminister ankündigte. Landsberg als Ankläger unerbittlich. Keudell, der arme Sünder auf der Ministerbant, unsicher, zwischen Verlegenheit und schlecht gc- spieller Keckheit schwankend. Eine blasse Stirn, auf der das böse Gewissen thront. Die Stunde von 2 bis Z Uhr, für die d i e S i tz u n g aus Antrag des Zentrums ausgesetzt wurde, war die bisher angstvollste des Bürgcrblocks. Hastige Verhandlungen, vor« läufiges Ergebnis: Roch haben sich die Deutschnationalen nicht entschlossen, Keudell fallen zu lassen— noch hat sich das Zentrum nicht entschlosien, seine Entlassung zu fordern. Die Abstimmung ist nicht zu vermeiden, nicht zu vertagen. Es folgt verabredungsgemäß ein Akt. der in der Geschichte des Parlamentarismus noch nicht erlebt worden ist. Herr v. Eucard besteigt die Redncrlribüne und gibt messerscharf die Erklärung ab, das Zentrum bewillige das Vertrauen dem Gesamtkabinett, auch Herrn v. Keudell... «... in der Annahme, daß sich die gegen ihn er- hobencn Anschuldigungen wegen Unterstützung des sogenannten Sapp-Pulschcs durch die vom Herrn Reichs- kanzler im Einvernehmen mit dem Reichsinnenmiulster zu- gesagte Untersuchung als unberechtigt erweisen." Also Vertrauen mit Vorbehalt, Vertrauen auf Widerruf. Vertrauen als Galgenfrist, Denn wenn- das Zentrum zu seinem Wort steht, wird es binnen wenigen Tagen genötigt sein, Herrn v. Keudell sein Vertrauen in aller Form zu entziehen. Was dann? K e u d e l l s Ende? Bürgerblocks Ende? vie Abstimmung. Einstweilen hat die Abstimmung einen größeren Borlprung der Regierungskoalition vor der Opposition gebracht als erwartet wurde 235 Ja gegen 174 Neiti, bei 18 Enthaltungen. Das ist auf folgende Ursachen zurückzu- führen. Erstens waren die Bänke der Regierungspar- t c i e n ausgezeichnet besetzt und es wurde— bis aus den Abg. Wirth, der mit der Opposition stimmte— vollkommene Fraktionsdisziplin gehalten. Zweitens stimmten neun Mitglieder der Wirtschaft- lichen Vereinigung, darunter Welsen und Bayerische Tauernbündler, mit 3a; nur der Rest enthielt sich. Drittens enthielten sich die Völkischen bis auf v. Graefe und Henning, die mit Nein stimmten. Die Völkischennähernsichalso— und das ist sehr be, zeich- nend— dem Regierungslagcr. Sie bringen es nicht fertig, gegen eine Regierung zu stimmen, in der Herr v. Keudell sitzt. Viertens zeigte die Opposition auffallende Lücken. Es fehlten 20 Sozialdemokraten, 6 offizielle, 4 linke Kommunisten und 6 Demokraten. Von den fehlenden Sozial- demvkraten sind viele krank, andere waren auf der wichtigen Bezirkskonferenz der Bergarbeiter in Bochum, andere mögen durch andere Gründe, die sie für ausreichend hielten, fern- gehalten worden sein. Die Fraktion wird zu prüfen haben. Das laute unS freudige Ja für Republik und Locarno Die Deutschnationalen hielten, wie schon gesagt, glänzende Disziplin. Keiner der wilden Männer fehlte. F r e y t a g h- Loringhooen, Graes, E verlin g, olle waren da! Nur eine bemerkenswerte Lücke, Hugenberg. Sie alle stimmton für den Antrag, dessen erster Teil lautet:„Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsr-gierung." Was ist es. was die Deutscbnanonalen einstimmig billigen? Was steht in der Erklärung? Man muß es noch einmal lesen: Die Reichsregiervng, die am heutigen läge vor die deutsche volksverttetullg Kitt, ist sich einig, daß die Grundlage unser« polltik, die Anerkennung der RechlsgllMgkeit der in da Verfassung von Weimar gegründeten republikanischen Staatssorm. auch für die Arbeit da neuen Regierung volle Geltung behalten soll. Es ist da feste Wille der Reichsreglaung. für den Schuh, die Achtung und die Ehre unserer gellenden ver- f a s s u o g in ihra Gesamtheit, ihra Organe und ihra Reichs- färben, wie fie in Artikel Z der Reichsversassung festgelegt sind, mit Tatkraft einzutreten. Die Reichsversassung ist durch Beschluß da Ralionaloersamm- luug rechtmäßig zustande gekommen. Jeden Vasuch gewallsama oder sonst ungesehlichec Abänderung wird die Reichsregiaung als Hochverrat ahnden.(Keudell. wie wird DIrl Red. d.„v.") Insbesondere wird sie auch gegen alle Vereinigungen, die den rechtswidrigen und gewaltsamen Am- stürz da bestehenden Slaalsfonn bezwecken, vorgehen.(Seudell, wie wird Dirt Red. d..v.") Das also billigen die Deutschnatwnalen. Und weiter über die Reichswehr: Es werden in nächster Zeit ergänzende Anordnungen bekannt- gegeben weiden, nach denen beim Retruliaungovasahren die Berücksichtigung aller verfassungstreuen Volkckrcise sowie unt« Mitwirkung da Verwaltungsbehörden da Länder durch lal- sächlichc Auskünfte der ausnahmslose Ausschluß aller verfassungsfeivdlicheu Elemente(Keudell, wie wird Dir! Red. d.»V."j bei da Einstellung von Freiwilligen gewähr- leistet sind. Das also billigen die Dcutschnationalen! Und weiter über die Außenpolitik: So versteht es sich von selbst, daß die Reichsregiaung die bisherige Außenpolitik ün Sinne da gegenseitigen Ver. ständigung weiter vafolgen wird. Die Außenpolitik, welche die Reichsregierung seit Kriegsende ohne llntalaß unbeirrt verfolgt und die schließlich zu dem Loudona Dawcs-Abkomme«. zum Valragswerk von L o c a r u o und zum Eintritt in den Völkerbund geführt hat, ist gekennzeichnet durch den Verzicht auf den Gedanken da Revanche. ihre Tendenz ist vielmehr die Herbeiführung einer gegenseitigen Verständigung. wie auch immer die Haltung einzelner Partelen in der Ver- gangenheit gewesen sein mag. für die Zuknnst können die durch jene Akte angebahnte Entwicklung und die dadurch geschaffenen Grundlagen allein maßgebend sein. Reichskanzler und Außenminista würden dem an sie ergangenen Ruse zur Aebcrnahme ihrer Aemta nicht entsprochen haben, wenn sie nicht durch die geführten Verhandlungen über die Regierung»- bildung die feste Gewähr dafür besäßen, daß die bisherige Außenpolitik im Sinne der gegenseitigen Verständigung von allen Mitgliedern des Kabinetts einmütig gebilligt wird und daß hinter dieser einmütigen Billigung diejenigen Fraktionen stehen, welche die Regierung unterstützen. Das also billigen die Deutschnationalen! Sie billigen es einstimmig! Ebenso einstimmig haben sie gestern auch in namentlicher Abstimmung einen konrmunistischen Antrag auf Austritt aus dem Völkerbund abgelehnt! Nachdem sie das alles fertig gebracht haben, nachdem sie G r a e 5 preisgegeben haben, nachdem Westarp wegen seiner Rede vom Donnerstag am Freitag seinen Entschuldigungs- zettel verlesen hat, werden sie wohl auch Keudell fallen lassen! Oder etwa nicht...? Das Zentrum hat der Regierung das Vertrauen gegeben unter dem Vorbehalt, sich die gegen Herrn v. Keudell erhobenen Anschuldigungen als ungerechtfertigt er- weisen. Sie sind aber gerechtfertigt. Niemand, der dieses Blatt mit Aufmerksamkeit liest, wird noch einen Augen- blick daran zweifeln können, daß Keudell gehen muß -- wenn das Zentrum zu feinem Wort hält. Keuüell, öer Harmlose. Kapp-Rebell.- 1924-26 Herbergsvater der Olympia.- 1929 Beschützer des Putschmajors Buchrucker von Kiistriu. Der Reichsminister des Smiern v. Keudell darf nach der Erklärung des Zentrums nur dann im Amte bleiben, rneiw sich die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen als ungerechtfertigt er- weisen. Ein paar Wort« zur allgemeinen Würdigung des Falles vorweg. Die Sozialdemokratische Partei steht keineswegs auf dem Standpunkt, daß ein Politiker, der früher einmal geirrt und gefehlt hat, für alle Zeit unfähig fei, ein hohe« Amt zu bekleiden Aber er muß zwei Voraussetzungen erfüllen: Er muß zu seinen Taten st ehe n, und er muß, wenn seine früher bewiesene Ge- sinnung mit seinem Amt unvereinbar ist, Beweise dafür gegeben haben, daß er ehrlich und ernstlich anderen Sinnes geworden ist. Einen so aufrichtig Bekehrten würden wir ebenso aufrichtig be- grüßen und ihm, wenn er sonst ein ganzer Kerl ist, jedes Amt gönnen. Ehe der Landrat a. D. v. Keudell an die Spitze des Reichs- Ministeriums des Innern berufen wurde, wußte man nichts von ihm, als daß er ein angenehmer Gesellfchaiter und ein guter Klavierspieler sei. Politisch war er weder im Reichstag, dem er erst seit Dezember 1924 angehört, noch sonstwie in Erscheinung getreten. Plötzlich trat der Mann ins Licht. Und man erfuhr ebenso plötzlich von ihm als Politiker ein einziges: Er hatte sich in dein ihm angestammten Kreis Königsberg(Neumark) im März 1920 als Landrat aus die Seile der Kapp-Regierung gestellt und war damals deswegen aus seinem Amt entfernt worden. Dies das einzige Politikum, das zunächst aus dem Leben des neuen Reichsinnenministers bekannt wurde. Wir waren und find— um uns ganz vorsichtig auszudrücken— nicht der Meinung, daß dieses Politikum allein genügt, seine Berufung zum Hüter der deut- schen republikanischen Reiche Verfassung zu rechtfertigen. Irgendein Beweis dafür, daß Herr v. Keudell seine im Kapp.Putsch betätigte Gesinnung geändert habe, liegt nicht vor. Im Gegenteil., Der Mann muß zu seinen Taten stehen! hat Herr o. Keudell dos getan? Diese Frag« muß mit einem glatten Rein beantwortet werden. Er hat seinen Fehltritt von 1920 gar nicht als Gesinnungs delikt gelten lassen wollen. sondern höchstens als«inen Unfall, der au« mißverstandener Subordination entstanden twir. Er Hot sich als den kleinen Beamten hingestellt, der nur den Grundsatz kennt:„Befehl ist Be- fehl!" Ohne eigene Einsicht und eigene BeraHwortung will er ausgeführt haben, was ihm der Regierungspräsident ge- heißen hatte. Aber— peinliches Malheur!— der Regierungs. Präsident hatte ihm gar nichts geheißen. Der sozialdemo- k r o t i s ch e Regierungspräsident von Frankfurt a. d. O. war damals gar nicht an seinem Amtssitz, sondern im Brennpunkt der östlichen Putschgefohr, in Kottbus, nachdem er am ersten Tage des Staats- streiches das Ansinnen des Reichswehrkommandeurs, Generalmajor v. Brüter, einen gemeinsamen Aufruf zu erlassen, glatt a b- gelehnt hatte. Der Loudrat v. Keudell mußte, wenn er nur «ine Spur politischen Verstandes befaß, wissen, daß er von diesem Vorgesetzten olles eher zu erwarten hatte als die Weisung, die verlogenen Kundmachungen der Kapp-Regierung weiterzuver- breiten. Da wir nicht annehmen können, daß sich Keudell seine Eni- schuldigung ohne weiteres aus den Fingern gesogen hat, rechnen wir mit der Möglichkeit, daß ein höherer Be a m t e r des Frank- furter Präsidiums ihm tatsächlich die Weisung gegeben hat, sich auf die Seite der Putschisten zu schlagen. Dann aber blieb es trotzdem seine Pflicht, sich dieser Weisuno, zu widersetzen. Kein Beamter darf auf Beseht eines Vorgesetzten tun, tvas sich mit Gesetz und Verfassung nicht verträgt. Wir wollen uns nun nicht lange dabei aufhallen, daß Herr von Keudell durch den Eifer, inll dem er sich als Kapp-Landrat be- tätigt hat— Bedrohung eines Bürgermeisters, der sich weigerte, die aufrührerischen Kundgebungen wciterzuverbreiteu, Bedrohung von Arbellcrführern, die für die rechtmäßige Regierung wirkten—, eine Gesinnung bewiesen hat, die er jetzt vor dem Reichstag zu verbergen sucht. Wir haben bessere Beweise! Wir bebaupken und werden beweisen, daß o. keudell mindestens bis zum Sommer 1926 konsequent dieselbe Gesinnung be- tätigte, die im ZRärz 1920 die Richtschnur seine« Handelns war. Der Schußherr der Glpmp'a- Militärisch wurde der Kapp-Putsch bekanntlich durch den Kapitän Ehrhardt in Bewegung gebracht, durch den berühmten Maffch von Döberitz nach Berlin. Ehrhardt stellt« sich dann an die Spitze öcs Witingbundcs, der mit dem„Sportverein Olympia" eine Einheit bildete. Die Olympia wurde im Jahre 1928 vom preußi- scheu Innenminister verboten, v. Keudell gibt zu. daß er im Jahre 1924 eine Abteilung der Olympia auf seinem Gut beherbergt hat. Soll er damals so ahnungslos gewesen sein, nicht zu wissen, dah die Leute der„Olympia"'-*■ nichts anderes waren als seine alten Kameraden aus dem Kapp-Putsch? WM er die Rolle des„gastfreien Pastors" der reizenden Novelle O. E. Hartlebens gespielt haben, der die bedenklichste Gesellschaft in rührender Harmlosigkeit bei sich beherbergt? Er hat sich über diesen Punkt nicht ausgesprochen, wohl von der richtigen Annahme ausgehend, daß so viel Ahmmgslosigkeit einem Menschen von vor- maler Gehirnbildung nicht zuzutrauen ist, und wohl auch aus Sorge, der Gegner könnte mit Gegenbeweisen herausrücken. Herr o. Keudell hat sich daher auf die rein formale Einrede beschränkt, daß die Olympia damals, 1924, noch nicht verboten gewesen ist. Wie war es aber im Sommer 1920! Nun hat Herr v. Keudell aber auch noch im Sommer 1926 ver- dächtigen Besuch gehabt. Wer war's? Herr o. Keudell hat gestem dem Reichstag erzählt, es seien Mitglieder des Jungdeutsch. landbundes gewesen, der vom Reichsinnenminister unter Gegen- zeichnung des sozialdemokratischen Staatssekretärs Schulz ein« Unterstützung erhalten habe.(Heiterkeit rechts.)- Also eine ganz harmlose Sache! Wirklich? Dazu ein paar Fragens Leugnet v. keudell. daß er mit dem Iührer der Olympia, dem Obersten v. Luck, persönlich befreundet ist? Leugnet er. daß er im Sommer 1926 ersucht wurde, eine Ab- leilung der damals schon verbotenen Olympia bei sich aufzunehmen? Daß er aber wegen des Verbots sich zunächst weigerte, und daß deshalb der Deckmantel gewählt'wurde, es handle sich um Mitglieder eines„Zungdeulschlandbundes"? Leugnet er. daß es sich um Z7 uniformierte, mit h i t l e r- A b- zeichen versehene Leute handelte, die unter dem Kommando des Oberleutnants Arihmann(Olympia. Abteilung Lichtenberg) und des Leutnants Warnacz(Sportabteilung Olympia Sb) standen? Leugnet er, daß ihm die Bedeutung der Abzeichen und die Rolle der beiden Osfiziere bekannt war? Leugnet er schließlich, daß die Verhandlungen zwischen ihm und der Olympia von einem Hauptmann Wackerzapp geführt wurden, der Ihm als Untersührer der Olympia bekann« war? Oder gibt der Herr Reichsminister des Innern zu, daß er gestern dem Reichstag gegenüber Ausreden gemacht und Ihm d i e Wahrheit verschwiegen Hot? KenöeU— Schützer öes Putschmajors Suchrucker. Der Nachläufer des Kapp-Putsches von 1920 war der Münchener Hitler-Putsch von 1923. Die preußische Nebenerscheinung des Hitler-Putsches war der Putsch von K ü st r i n, der von der Schwarzen Reichswehr unter Führung des Majors o. Vuchrucker oersucht und von der legalen Reichswehr unter der Führung des Oberstleutnants G u d o v i u s niedergeschlagen wurde. Herr v. Keudell, der 1920 ohne jede böse Ahflcht, nur aus preußischem Beamtengehorsam, als Landrat für die Kapp-Regierung wirkte, der 1924� die Olympia beherbergt«, ohne eine Ahnung da- von zu haben, was sie eigentlich sei, und der 1926 die inzwischen verbotene hakenkreuzbewehrte Olympia wieder aufnahm im Harm- losen Glauben, das sei ew harmloser Iünglingsverein— Herr von Keudell geriet durch sein« so ost. bewährte Harmlositkeit auch im Jahre 1923 an die Seite des Putschmajors v. Buch- -rucke r! : Oder leugnet v. keudell, daß er damals gemeinsam mit dem Hauptmann a. v., Hans Joachim v. Eberhard l, versucht hat. bei dem Oberstleuluanl Gudovius zugunsten Buchruckers zu intervenieren und daß damals das Wort gefallen Ist, der Fehler Buchruckers bestehe nur darin, aus versehen zu früh losgeschlagen zu haben? Wenn aber v. Keudell das alles nicht leugnet, weil er es nicht leugnen kann, ist dann der Beweis dafür, daß er mindestens der schwarze Pauker. Von Hermann Schühinger. Der„Garde-Berein-Köln" teilte kürzlich seinen Mitgliedern mit:„Unsere uniformierte Vereinskapelle konzertiert augenblicklich im Restaurant Burghof, wozu auch der schwarze Pauker des ehe- maligen Lcib-Husaren-Rcgiments, Kamerad E l o W. Samba aus Kamerun, verpflichtet ist. Wir hoffen hiermit den vater- ländischcn Gedanken in weite» Kreisen zu heben und bitten Sie. diese Gaststätte aufzusuchen. Sie werden stets Anschluß an Kam«- raden finden." Nun ist es ja eine altbekannte Tatsache, daß die Treue zum an- gestammteu Fürstenhause durch Pflege friderizianischer Tradition und. Festhalten an schwarzen Paukern wesentlich vertieft wird. So befindet sich im„Garnison-Museum" in Potsdam eine„Wacht- parade" aus tausend Zinnsoldaten mit so einem schwarzen Kerl auf einem Ehrenplatz und die Missis and Gentlemen sowie die Offiziers- damen aus Jnsterburg und Pasewalk fühlen jedesmal, wenn der Museumsdiener seiner Erwähnung tut, einen patriotischen Schauer auf ihrer weißen Haut. Auch Herr Lettow-Lorbeck kennt die Anziehungskraft seiner„schwarzen Armee" aus ein patriotisches Gemüt und arrangiert seine Borträge meist im Anschluß yn eine schwarzhäutige„Ball- festlichkeit", wie ein begeisterter Berichterstatter des„Lotal-Anzeiger" kürzlich konstatierte:„Obgleich dieser bunte, groteske Schmuck der Riesenfestsäle für irgendeine Ballfestlichkeit bestimmt war, paßten doch alle diese bunten, tanzenden Ztigger, die kolossalen Elefanten und Giraffen glänzend in den Rahmen der Beranstaltung des Reichsbundes der 4. Gardisten, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Generals von Lettow-Borbeck stand." .„Sie paßten glänzend"— ist das nicht herrlich gesagt? Nun schlägt Kamerad Elo Samba aus dem Restaurant Burghof in Köln die gesamte lebende und tote Konkurrenz! Denn was be- deutet ein Zinnsoldatcn-Paukenschläger, ein ausgestopster Nigger, eine Giraffe und ein„kolossaler Elefant" gegen ein lebendes, kohl- rabenschwarzes Menschen-Exemplar. Kein Wunder, daß der Kölner Gardiste-Berein den schwarzen Pauker voll Stolz.Kamerad" tituliert. Hoffentlich hat er sich die Stammrolle des farbigen Gardisten vorlegen lassen und ist gegen jede Art von Mystifikation geseit! Wenn dieser Elo Samba am Ende gar ein entlaufener französischer Senegal-Schütze wäre, ein Stück„Schwarze Schmach" w Köln am Rhein? Das wär' nicht auszudenken: Ein„schwarz«« Domela" mitten tm Kölner Karneval! Volksbühne: Skrindbergs„Iraumspiel". Fritz Holl hat mit Strindbergs Iraumspiel und Ausdauer die Volksbühne gequält. Wieviel Phantasie und Talent verbraucht wurden, damit sich dieses »noraiiiche Martyrium in einen Kuisttkarneval verwandelt«, soll in ruhiger Stunde am Montag gesagt werden. M. H. bis zum Sommer 1926 konsequent nach seiner Gesinnung von 1920 gehandell lzat, gelungen oder nicht? Wir wiederholen: Wenn ein Mann zu seinen Taten steht, wie sie aus seiner Gesinnung entstanden sind— Hut ab vor diesem Mann! Wenn ein Mann offen erklärt, früher gefehlt und später erst den rechten Weg gefunden zu haben— Hut ab vor diesem Mann! Herr v. Keudell hat aber weder das eine noch das andere getan, sondern das Gegenteil von beidem. Was wir ihm letzten Endes vorwerfen, das ist nicht die Kraft, die er gegen die Republik betätigt hat, sondern die Schwäche, die ihn jetzt dazu verführt, sich vor sich selber und seinen eigenen Taten zu verstecken. Das ist ganz sicher nicht das Holz, aus dem die g e f ä h r- lichen Gegner der Republik geschnitzt werden. Aber kann man aus diesem Holz«inen brauchbaren Hüter der Republik machen? Dies« Frage muß in den allernächsten Tagen beantwortet werden! fitis tiefer Not... Teutschnationalcr Hilferuf für Keudell. Der„Kreuzzeitung" wird migst und bange angesichts der K a t a st r o p h e n, die über die so brave monarchisch-repu- blikanische Partei ihres Westarp hereinbrechen. Den Verlust ihres Graes hat sie weinend geschluckt, aber da auch ihr Keudell in parlamentarisches Kreuzfeuer gerät, bricht sie in diesen erschütternden Hilferuf aus: Wir sollen und können nichts anderes tun als u n s e r e g e i st- liche Not erkennen und fühlen und um Hilf« zu Ihm schreien! Ach, dah Du den Himmel zerrissest und führest herab. daß Dein Rame kund würde unter Deinen Feinden! Amen. An der Spitze dieses Notschreies für Keudell und die anderen Kappisten steht das Psalmwort: Da mir angst war, rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott: da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel. Angst ist ihnen jetzt auch. Aber ob sie erhöret werden, daran wagen ungläubige Mesnchen zu zweifeln.... Achtstundentag! Sozialdemokratischer Vorstoß im Reichstag. Vor einigen Monaten hatten die Gewerkschaften aller Richtungen den Erlaß eines Notgesetzes zur Wiederein- führung des Achtstundentages gefordert. Sie verein- harten damals, daß jede Gewerkschaftsrichtung den Versuch unternehmen soll, die ihr nahestehenden politischen Parteien zur Anerkennung dieses Gesetzentwurfes zu veranlassen. Die Sozialdemokratische Partei hat das sofort getan. In einer offiziellen Erklärung der Sozialdemokratischen Reichstags- fraktion vom 3. November 1926 wurde zugesichert,„daß die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion in voller Ueberein- stimmung mit ihrer ganzen bisherigen Haltung bereit fei» dieses einmütige Verlangen der Organisationen der A r b e i- ter und Sange st eilten aller Richtungen mit allem Nachdruck zu vertreten." Von den übrigen politischen Parteien aber war bislang keine eindeutige Erklärung über ihre Stellungnahme zu dem Notgesetz zu erhalten. Die Bil- dung des Besitzbürgerblocks und die Erklärung der neuen Rechtsregierung, die jede genaue Stellungnahme zum Acht- stundentag vermeidet, läßt aber die innere Abneigung zum Achtstundentag deutlich erkennen. Jetzt ist deshalb der Kampf um die Wsederherstellung des Achtstundentages zur alleinigen Aufgäbe der Sozialdemo- kratie geworden. Die Sozialdemokratische Reichstagsfrak- tion hat deshalb das Notgesetz als Jnitiatiogesstz ein- gebracht. Der Entwurf will, daß der Achtstundentag durch- geführt wird und daß die Ueberstunden nurdurchtarif- liche Vereinbarungen mit den Gewerkschaften möglich sind. Er soll nicht nur für alle Arbeiter und Angestellten gelten, sondern auch für das Krankenpflegepersonal, dem durch besondere Verordnung vom 14. Februar 1924 der Achtstundentag entrissen wurde. Sie Schlacht bei Aäckerick. Rummfidibum, ruinmfidibum, Wer kraucht denn dort im Busch herum? Der Londrat Keudell, Gott erbarm, «chickt aus zum Krieg den Landgendarm. Er schwör: zu Lüttwitz und zu Kapp Ilnd lauert Rotgardisten ab. Es läßt kein böser Feind sich sehn, Herrn Keudells Heer muß wieder geh». Die Riesenschlacht, sie ist verloren: Der Keudell hat sich schwer blamoren. Nun wird er auch noch ausgelacht: Hast's schlecht gemacht, hast's schlecht gemachl! Bald zeigt sich dem erstaunten Blick Die neue Schlacht bei Zäckerick! Die Horde schwarzweißroter Knaben, Die will Ministersrisel haben. Da sind Prinzipien einerlei, Und furchtbar tobt die Keilerei. Verwundert sieht der Arbeitsmann Sich dieses Mordsgetümmel an. Das nennt sich„natiornlle Führung"! Das ist die Bllrgerblockregierung! Sehr schlecht gemacht, sehr schlecht gemachl! Wie lange noch! Paßt auf, es kracht! hundert Jahre heißlufimotor. Das Prinzip des Heißlustmotors ist außerordentlich bestechend. Es genügt, Luft zu erwärmen, sie in einem Zylinder aus einen darin verschiebbaren Kolben wirken zu lassen, der seine Arbeit auf eine Kurbelwelle zu übertragen hat, und die Maschine ist fertig. Keine explosionsartig wirkenden Drucke wie bei dem Verbrennungs- motor, keine Kesselanlagen mit ihren tausend Gefahren, wie bei oer Dampfmaschine, sind nötig: man braucht nur Kohle in einen Ofen hineinzutun und ein Feuer zu unterhalten, und ohne erheb- lichen Wärmcverlust setzt sich die Energie der Kohle in mechanische Arbeit um. Diese einfache Theorie hat viele Erfinder schon bald. nachdem die Dampfmaschine ihren Siegeszug angetreten hatte, veranlaßt, sich der Schaffung solcher Wärmemotoren zuzuwenden. Im stillen haben sie alle gehofft, damit die Kraftmaschine zu schassen, der die Zukunft gehören würde. Aber der Heißlustmotor ist ein Stiefkind der Technik geworden. Auch in seinen besten Ausführungen hat er keine erheblichen Leistungen gezeigt. Lange Zeit war er der Standardmotor des kleinen Handwerkers, bis ihm der Elektromotor und der Benzinmotor das Feld mit Erfolg streitig machten. In diesen Tagen waren gerade hundert Jahre verflossen, seit die Schöpfer des ersten wirklich brauchbaren Heißlustmotors, die Brüder S t i r l i n g, das englische Patent aus die von ihnen er- dachte Maschine nahmen. Der ein« der Brüder, Robert, war Pfarrer in Galston, der andere. James, Mechaniker in Glasgow. Ihre Maichine zeichnete sich vor allem durch den mit einem Regenerator der Graf bestehlt totstellen. Folget mir nicht nach? Der Bürgerblock kann keine neuen Zwischenfälle mehr vertragen. Wenn-aber ein Deutschnationaler den Mund auf- tut oder eine deutschnationale Zeitung schreibt, dann kommt sicher ein Zwischenfall heraus. Wenn sie aber gar zu reden und zu schreiben anfangen werden über die klägliche Haltung der eigenen Partei, dann wird es schlimm werden. Also befiehlt Graf Westarp, der Parteichef, in der„Kreuz- zeitung": „Für heute sei nur noch die Bitte an die Partei« freunde im Lande ausgesprochen, Sorgen und Bedenken über das Maß des Erreichten und Kritik an der Bergangen- heit soweit zurückzustellen, als es erforderlich ist. um der jungen Koalition die Möglichkeit innerer Festigung zu gewähren, unsere Partei aber geschlossen zu halten und von innen heraus immer kräftiger auszubauen. Rur so wird es uns möglich sein, in der jetzt grichossenen Regierungsgemeinschaft erfolgreich im Dienste am Daterlande zu arbeiten." Kommando totstellen. Nicht mehr die Erfüllungspolitik verdammen. Nicht mehr über Stresemann schimpfen. Die deutschnationalen Minister nicht mehr kompromittieren, als sie es schon sind. Nur keine Zwischenfälle! Herr Westarp hat genug von dem, den er selbst hervorgerufen hat, und beschwört nun seine Getreuen, ihm nicht nachzueifern. Ist das eine Beschwörung an die d e u t s ch k o n s e r- v a t i v e P a r t e i? Der engere Vorstand der engeren Partei des Grafen Westarp hat kürzlich beschlossen, nichts zu beschließen und den erweiterten Vorstand einzu- berufen. Es scheint, daß Graf Westarp nicht sicher ist, daß dort kein neuer Unfall passiert. Keine neue�bstimmung inCl?pen-Nalmeöp Eine Erklärung belgischer Minister. Brüssel. 6. Februar.(Meldung der Belgischen Telegraphen- agentur.) Da einige Zeitungen der Kreise Eupen und Malmedy die Meinung äußern und verbreiten, daß die Bevölkerung dieser Gebiete aufgefordert werden sollte, erneut zu ihrem Anschluß an Belgien Stellung zu nehmen, haben der M i n i st e r p r ä s i d e n t, der Mini st er des Aeußern und der Mini st er des I n n e r n ein Schreiben an den Gouverneur der Provinz Lüttich g«. richtet, um darauf hinzuweisen, daß die von der belgischen Regierung in diesen Gebieten ausgeübt« Souveränität ihr durch Artikel 84 des Persailler Vertrages zuerkannt wurde, in dem Deutschland aus alle sein« Ansprüche und Rechte aus sie ausdrücklich verzichtete. In dem Schreiben heißt es weiter: Der erwähnt« Artikel bestimmt« über- dies das Berfahren, nach dem der Bevölkerung dieser Gegenden die Möglichkeit geboten wurde, ihren Wunsch nach Aufrechtcrhaltung der deutschen Souveränität über die gesamten befreiten Gebiete oder einen Teil davon auszusprechen. Dieses Verfahren hat innerhalb der in dem Artikel festgesetzten sechs Monate stattgefmftien. Am 20. September 1920 stellte der Bölkerbundsrat fest, daß Belgien den ihm vertraglich vorgeschriebenen Verfahren entsprochen hatte, und erkannte endgültig die Unterstellung der Kreise Eupen und Malmedy unter die belgische Souveränität an. Die Entscheidung wurde von der VölkcrbundsoersamnUung eiilstimmig bestätigt.: r- Unter dlesen UmstSnÄen. schreiben die Millister, kann von einer W l ed rirer off u ü n g'd e r De b a k t e ö d e r A n beraü m li n g einer neuen Abstimmung nicht die Rede sein. Zum Schluß wird der Gouverneur aufgefordert, dieses Schrei- den der Bevölkerung von Eupen und Malmedy zur Kenntnis zu bringen. Rrichswinister Dr. Stresemann hat heute einen mehrwöchigen Urlaub angetreten. In seiner Abwesenheit führt Staatssekretär von Schubert die Geschäfte. Der Pariser Botschafter von Hoesch ist nach Berlin berufen worden. verbundenen Vertrilerkolben aus. Sie hatte ihre Borzüge und regia andere Erfinder zu weiteren Verbesserungen an. Schon vorher, im Jahre 1807, hatte George Cayley in der Zeitschrist.Nicholsons Journal" eine Heißluftmaschine beschrieben. Etwa zehn Jahre späier hatten die beiden erfolgreichen Brüder mit ihrer eigenen Arbeit be- gönnen. In der Folgezeit sind dann vor allem die Maschinen von E r i c s o n(1833), R i d c r in Philadelphia(1878), Vönier.Hock und Lehmann bekannt Leworden. Es gibt im wesentlichen zwei Arien solcher Maschinen: offene und geschlossene. Bei den offenen wird die im Zylinder verbrauchte warm« Lust einfach in die Atmosphäre ausgepufft: bei den geschlossenen wird die Luft immer wieder zu neuer Arbeitsleistung gezwungen. Der Brennstofsocr- brauch der einzelnen Systeme schwankt zwischen 1,7 und 3 Kilo- gramm für die effektiv« Pferdestärke und Stund«. Während die Dampf- und Gasmaschine mit Erfolg für oller- größte Leistungen gebaut werden können, ist der Feuermotor ein Zwerg geblieben. Selbst der Zeitraum von hundert Jahren hat nicht genügt, die Prophezeiungen zu erfüllen, die bei seiner Geburt verkündet wurden._ Theater des Westens.(R i g o l« t t o.) Selten noch hat selbst ein berühmter Sänger so aus einem Ensemble hervorgeragt wie hier. Ba klon off hat solch« Methoden und hat solche Staffage nicht nötig: man würde ihn auch heraushören und herauskennen, wenn nicht die Stotterer, die Stammelnden und Steckenbleibenden um ihn herum zur Katastrophe drängten. Es war wirklich schwer, dieses Gegen- und Durcheinander unter«inen Hut zu bringen. Ewald Huth gab sich erfolgreich Mühe, da» sehr aufmerksame Sinfonie- orchester an diesen Klippen vorbeizuführen. Baklanoff, nicht gerade angeregt oder in allerbester Laune, hatte leichten Stand, seinen Ruf als eindrucksvoller Spieler und markanter Sänger italienischer Schulung zu behaupten. Man fragt sich, waren derartige Experimente mit zusammengestöppelten, unzulänglichen und abgebauten Solisten in einer Provinzstadt wie Berlin nötig, wie sie möglich sind. Und flieht ins Freie. K. S. lanzfest der Zugend. Es war ein Tonzsest ohne Charleston und Black bottom, ohne Altohol und Zigaretten, das die H e i d e s ch a r Berlin.GruppeWilmersdorf im Viktoria. Garten in Wilmersdorf veranstaltete. Man trank Tee und Setters und sehr viel Zitronenlimonade, yiar sehr aufgeregt, wie das zu jedem richtigen Tanzlest gehört, und sehr lustig dazu. Und die Kellner machten auch vergnügte Gesichter, weil sie nicht so gehetzt wurden wie an den anderen Abenden, und am allervergnügtesten waren die Garderoben- srauen, denn die wußten, daß es diesmal nicht bis in den hellen Morgen hineindauern würde und sie richtig noch ein paar Stunden Nachtschlaf kriejjen würden. Aber vielleicht waren die Kinder ebenso vergnügt wie sie. alle die kleinen Steppkes, die st» eifrig zwischen den Tänzen der Großen das Tanzbein schwangen. Was getanzt wurde? Der Gimpel und der K a s s c e k a n n e n- W a l z e r, der Senftenberger. der Gelbzahn, die Geestländer Polka und noch«ine Meng« hübscher charakteristischer Volkstänze mit ähnlichen sellsamen Namen. Zwei kleine Burschen produzierten sich in einem flotten Rüpel tanz als Solisten, und ein Kinder- pärchen tanzte, und zu allem musizierte«ine Burschenkapelle nicht nur Kleine �ugenberg-Iälschung. Es wird ihnen zuviel. Die Tatsache, daß das Zentrum weaen des Herrn v. K e u d e l l der Regierung nur ein Vertrauens- votum Mit Vorbehalt gegeben hat. ist die dritte Niederlage der Deutschnationalen. Das wird der Hugenberg- scheu Presse zuviel. Der„Nacht-Tag" hat deshalb die Er- tläruna, die Herr von G u 6 r a r d' für das Zentrum vor der Abstimmung abgegeben hat, durch eine kleine Fälschung abgeschwächt. Herr von Tusrard erklärte für das Zentrum: Die Zustimmung meiner politischen Freunde zu dem bean- tragten Vertrauensvotum bezieht sich auf die gesamte Reichsregie- rung und insofern grundsätzlich auch auf jedes ihrer Mitglieder. Der Herr Reichsinnenminister o. Keudell ist in dieses Vertrauensvotum mit einbegriffen in der Annahme, daß sich die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen Unterstützung des so- genannten Kapp-Putsches durch die vom Herrn Reichskanzler Dr. Marx im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister zugesagte Untersuchung als unberechtigt erweisen." Der„Nacht-Tag" aber läßt ihn— im Fettdruck— eine Erklärung abgeben: „wonach die Zustimmung des Zentrums zu dem Der- trauensvotum sich auf die gesamte Reichsregierung und deshalb grundsätzlich auch auf jedes einzelne Mitglied beziehe. Der Reichsinnenminister von keudell fei also In dieses Vertrauensvotum einbegriffen." Wo bleibt der Vorbehalt in der Erklä- rung(Bu�rards? Der„Nacht-Tag" hat ihn aus der Erklärung hinweggefälscht, und fährt dann redaktionell fort, und selbstverständlich nicht mehr im Fettdruck: „In der Annahme, daß sich die gegen ihn erhobenen A n- schuldigungen wegen Unterstützung des Kapp-Putfches durch die vom Reichskanzler im Einvernehmen mit dem Innenminister zugesagte Untersuchung als unberechtigt herausstellen würde, stimmte das Zentrum dem Vertrauen so otum zu. Damit war endlich der Zwischenfall erledigt und die Abstimmung begann." Eine niedliche kleine Fälschung. Man versteht: die Hugenbergleser sollen nicht erfahren, daß diese Erklärung eine dritte Niederlage der Deutschnationalen war. Gewerkschaften unü Zaschismus. Ein Erklärung d'Aragonas. Zürich. 5. Februar.(Eigener Drahtbericht.)_ Die Sozialistische Partei der italienischen Arbeiter hat mit Heftigkeit dagegen protestiert, daß einige Gewerkschaftsführer eine von Mussolini e r- preßte Erklärung unterzeichnet haben. Auch D'Aragona, der ebenso kluge wie zuverlässige Führer der italienischen Gewerk- schaften, sollte diese Erklärung unterzeichnet haben. Er wendet sich jetzt gegen diesen Verdacht durch folgende öffentliche Erklärung. in der es u. a. heißt: „Soeben lese ich in den Zeitungen die Nachricht, daß ich eine Veitrittserklärung zum Faschismus unterzeichnet hätte, die in Italien vor zwei oder drei Tagen von italienischen Gewerkschaftsführern abgefaßt worden sei. von einer solchen Zu- sammenkunfl ist mir nicht» bekannt. Jedenfalls habe Ich aus dem einfachen Grunde daran nicht teilgenommen, weil ich mich seit dem 26. Januar im Ausland befinde. Ueberflüfstg ist, dem noch hinzuzufügen, daß ich die Erklärung, um die es sich handelt, nicht unterzeichnet habe. Es ist zutreffend, daß einige ehemalige Funktionär» der italie- Nischen Arbeitergewerkschaftcn, die der Confederazione Generale di Lavoro(Italienischer Gewerkschaftsbund) ongeschlosten waren, in der letzten Zeit die Linien des Verhaltens diskutiert haben, die gegenüber der italienischen Gewerkschast-organisation, wie sie durch die faschistischen Gesetze zwangsmäßig bestimmt werden, anzunehmen ist. Es trifft auch zu. daß ich selbst an dieser Diskussion teil- genommen hob«, aber niemand hat im Verlauf dieser Diskussion Aorschlög« gemacht, die als Uebertritt zum Faschis- rnus ausgelegt werden könnten Wir haben die faschistische Gewert- schaftsresorm vom Standpunkt der Prinzipien geprüft, von denen die gewerkschaftliche Tätigkeit der Organisation des itolieni- schen Gewerkschastsbundes immer geleitet war, und was mich be- trifft, so baruche ich nur daran zu erinnern, was ich zu wieder- holten Malen, als ich noch Sekretär des Eonfederatione Generale di Lavoro war, dargelegt habe Ich lege nur Wert darauf, festzu- stellen, daß wir in der Diskusston, die zwischen meinen Freunden und mir stattfand, immer wieder unsere Pflicht und Absicht be- kräftigt haben, für das Leben der Gewerkschaften dl« absoluteste Achtung vor den demokratischen Prinzipien zu fordern. Heißt das Anhänger des Faschismus sein? Hinzufügen will ich noch, daß ich, als die Frage der 2lu f l ö s u n g oder der Ueberweisung des italienischen Gewerkschastsbundes ins Ausland gestellt wurde. nieine Gegnerschaft gegen alle Entscheidungen dieser Art nie- mals oerborgen habe; denn ich war und bin der Meinung, daß es für die Verteidigung der gewerkschaftlichen Prinzipien, denen ich treu bleibe, besser sei, wem, der italienische Gewerkschaftsbund seine Existenz in Italien fortsetzt. Suschiaüe. Sitzung des Reichstags vom 4. Februar. Das Wort hat der Abg. Henning: M. D. u. H., das Auftreten des Herrn immer noch zwölf Abgeordnete, mit Schreibarbeiten beschöftigt. darunter Lanbsbcrg. Ab. Henning: M. D... H.. das Auftreten des Herrn v Duärard hier im Hause erinnert mich stark an die Geschichte vrm Pater Filucius. Ja, wenn man das Bild des Paters Filucius. wie es Wilhelm Busch gezeichnet hat. mit den Zügen des Herrn v. Guörard vergleicht, erkennt man erne überraschende Aehnlichkcit. Dieser Pater Filucius aber, ich meine den Herrn v. Guerard... Abg. Landsberg(von seiner Schreibarbeit auffehend): Nun hören Sie aber auf. Sonlt vergleicht e r sie noch mit Fips, dem Affen! Festung für Schristenverbreitung. Ein unhaltbares Urteil des Reichsgerichts. Leipzig. 5. Februar.(Eigener Drohtbericht.) In dem Buch- Händlerprozeß gegen die beiden Geschästssührer R e i m a n n und D o m n i n g aus Berlin wurde am Sonnabend van dem 4. Straf- ienat des Reichsgerichts das Urteil gefällt. Das Gericht verurteilte Reimann und Domning wegen Vergehens nach§ 86 des Reichsstraf- gesetzbuchcs und§ 7 Abs. 4 sowie wegen Vergehens gegen§ 8 Abs. 1 des Republikschutzgesetzes zu je acht Monaten Festung und 300 M. Geldstrafe. Außerdem beantragt das Gericht, eine Anzahl Schriften und Bücher zu vernichten sowie in mehreren beschlag- nahmten Buchern Streichungen vorzunehmen, auch sollen Platten unbrauchbar gemacht werden. Das Gericht hat angeblich In mehreren bei den Buchhändlern beschlagnahmten Schriften und BücheriuStellen gefunden, die zu hochverräterischen Zielen und zum Umsturz der Republik und der Rezierung auffordern. Es wären wohl Werke darunter, die von bekannten Künstlern und Schrift- stellern verfaßt worden seien, jedoch hatten die Berfasser nicht die Ziele verfolgt wie die Derbreiter; derm nachdem in den Jahren 1023 und 1024 die kommunistische Aufstandsbewegung von der Regierung unterbunden wurde, wäre in den beiden Vuchhand- lungen diese Literatur erschienen, um damit hochverräterische Ziele zu propagieren. Durch das Urteil des Reichsgerichts werden Zustände geschaffen, unhaltbar sind. mit viel Liebe zur Sache, sondern auch mit wirklichem Können. Muß man da noch besonders betonen, daß es«in außerordentlich ge- lungener Abend war? Sz. Geheime Ausgrabungen in Londons jungfräulichem Boden. Eines der erstaunlichsten Ereignisse in der langen Geschichte der Erforschung Londons find die Grabungen, die«in Ingenieur namens Gordon ganz im geheimen an einer bisher unbeachteten Stelle der Riesenstadt vorgenommen hat. Ein kleines Stück Land, eingeschlossen von hohen Gebäuden und dadurch dem ollgemeinen Blick verborgen, liegt hinter Revollscourt bei Fetter-lane. Ein Bergwerksingenieur, Hugh Septimus Gordon, pachtete dieses Stück unbenutzten Bodens und fing„durch Zufall" zu groben an.„Ich wollte mich ein wenig im Ausgraben üben," so erzählte er den Berichterstattern, die jetzt seiner geheimen Tätigkeit auf die Spur gekommen sind,«und schon nach wenigen Spatenstichen entdeckte ich ein schönes altrömisches Ton- Medaillon. Dadurck erst kam ich aus den Gedanken, daß es sich hier vielleicht um ein Stück jungfräulichen Bodens handeln könnte, der niemals bebaut worden ist. Seit dieser Zeit verwendete Gordon jede freie Minute auf die Ausgrabungen, und als er Heroorragende Funde machte, fand er die Unterstützung des Britischen Museums, der Englischen Geschichts-Gesellschaft und der Firma, der der Boden gehörte. Er hat nun mit unendlicher Mühe das yanze Gelände umgegraben, die einzelnen Kulturschichten freigelegt, jedes Körnchen Sand durchgesiebt und den Inhalt dieser Schaütammor der Jahr- tausende immer wieder aufs neue durchgeprüft, von verschiedenen Sachverständigen unterstützt. Dabei gelang es ihm, eine großartige Sammlung zusammenzubringen, die Gegenstände aus 12 000 Jahren Londoner Geschichte umfaßt. Die Grabungen wurden, geschützt durch die umliegenden Gebäude, mit größter Heim- lichkeit durchgeführt; man drang bis in eine Tiefe von IS Fuß vor und kam so bis ins Steinzeitalter, dos durch verschiedene Funde von Feuersteinen bestimmt wird. Dann konnte man die ganze ge- schichtl'�e Entwicklung verfolgen vom jüngeren Steinzeitaller über die Eisenzeit und die Römerzell bis zu den Tagen der alten Sachsen um 800 n. Ehr. Einer der interessantesten Funde ist ein allkretisches Juwel, das den Teil einer Halskette bildete und von den PKöniziern herübergebracht wurde, als sie mll den allen Briten Handel trieben. Der Katalog der Funde ist fast endlos und umfaßt Stücke von den vorhistorischen Reiten bis vor etwa 200 bis 300 Jahren. Unter diesen Kunden befanden sick auch zablreiche Tonpfeifen, die bis in die ersten Anfänge des Rauchens zurückführen, seltene Münzen, Gefäße, Nadeln u. a. aus dem alten Britannien. Stücke der Crom- well-�eit usw. Die Grabungen sind noch nicht vollendet. Wenn aber der Boden alles hergegeben haben wird, was er sell 12 000 Jahren auWipeichert hat, dann wird ein« einzigortioe Sammlung zur Ge- schickte Londons vorhanden sein, die in einem Museum untergebracht werden soll.____ Der neue llorNaad der Serliner Sezeisioa für da» Jahr 1027 s,ht sich w'e'olgt zusammen: Charlotte»erend, Erich vüttner, Pbltlpv firanck, Willi Jacckel Leo o. Koma. Bruno Kran« köpf. Eugen Spiro, Joseph Tborak. Ernesto de frort. Nabelt«enin. Rudolf Grotzmann, Karl Hofer, Rudolf Lilly. Otto Dchoff, Rens« Sinteni». -------------—•-•-— Malerei und Bildhauelkunft gezeigt Wersen, wn» dereit« Mit!« April'r- öffuet. Wie bisher sind auch diesmal� frei- Ewfendunaen zugelassen. Di- Eiulieserung der Weile hat m der Zell vom 0. blS 19. März zu erfolgen. Hintertüren ües Reichsetats. Wie parlamentarische Rechte umgangen werden.— Die Fonds. Die Deutschnationalen sind noch nicht auf ihren Ministersesseln warm geworden. Trotzdem erhebt der R e i ch s l a n d b u n d be- reits die Forderung, daß man durch eine Erweiterung der Rechte des Reichssi nanzmirristers die parlamentarische Kontrolle über den Reichshaushalt einschränkt. Man will das Bewilligungsrecht des Reichstags beschneiden. Nun hat man noch nichts davon gehört, daß die Landwirtschaft an den großen Summen Anstoß genommen hätte, die ihr selbst, insbesondere aber den Großagrariern während der letzten Jahre zugeflossen sind. Der Sinn einer Beschränkung der Ausgaben, wie sie die Rechtspar. teien jetzt fordern, kann also nur der sein, die Aufwendungen f ü r soziale und kulturelle Zwecke zu kürzen. Der Reichshaushalt, die Bestimmung über Einnahmen und Ausgaben des Reichs, ist einer der stärksten Faktoren, die die Aufgaben des Staates oorzeichnen. Je nachdem, wie über die Steuerkraft des Volkes verfügt wird, kann ein Staatswesen sozial oder kapitalistisch, kulturell fortschrittlich oder rückständig, pazifistisch oder militaristisch sein. Wenn nun gerade in den Kreisen der Rechtsparteien Bestrebungen im Gange sind, die dahin zielen, das Kontrollrecht des Reichstags über die Staatsausgaben auszu. schalten oder zu beschränken, so muß dem der stärkste Widerstand aller Republikaner entgegengesetzt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist es notwendig, in diejenigen Prak- tiken des Reichshaushalts hineinzuleuchten, die durch die b i s h e r i g e Handhabung des Etatsrechts entstanden sind und die schon jetzt einen wesentlichen Teil der Parlamentskontrolle unwirksam machen. Hierzu gehören die Fonds, Ausgabebewilligungen, deren Zweck nicht immer genau umschrieben ist. Solche Fonds öibt es in verschiedenen Arten. Die Repräfentationsfonds. Dazu gehören diejenigen, durch welche dem Reichspräsidenten und den Ministern für ihren A u s w a n d und ihre R e p r ä! e n- tation Mittel zur Verfügung gestellt we-den, die einer Nachprüfung durch das Parlament nicht unterliegen. Es beziehen an Auswandsgeldern der Reichspräsident 120 000 M., der Reichskanzler 18 000 M., jeder Minister 4800 M.. Außerdem stehen zur Ver. fügung zu besonderen repräsentativen Aufwendungen dem Reichskanzler 40 000 M., dem Reichsauhenminister 60 000 M., den Reichsministern zusammen mll Ausnahme des Reichskanzlers und des Außenministers, 30 000 M., den Präsidenten der Landesfinanz- ämter 10 000 M.. dem Reichsminister der Finanzen 105 000 M.. nicht für seine Person, sondern zur Gewährung von Entschädigungen an Dienststellen für außergewöhnlichen Auswand aus dienstlicher Veranlassung in dejondercn Fällen(Verhandlungen und Verkehr mit fremdländischen Derlrciern und dergleichen). Die Vcrfügungsfonds. Einen anderen Charakter als diese Aufwands- und Repräsen- totionsgelder tragen die Fonds, die dem Reichstagspräsidenten, dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler„zur Dersügung' stehen. Sie dienen der Förderung sachlicher Zwecke und unter- liegen der Prüfung durch den Rechnungshof. Sie be» tragen für den Reichstagspräsidenten 30 000 M., für den Reichs- Präsidenten 75 000 M. Der Reichspräsident hat außerdem noch die Verfügung über einen Unterstützungssands von 3,3 Millionen Mark. Don dieser Summe werden 2,6 Millionen zu Unterstützungen an ehemalige Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene Verwender. nur 700 000 zu sonstigen laufenden und einmaligen Zuwendungen an Personen und Organssationen. Der Fonds des Reichskanzlers, aus dem er„unvorhergesehene Ausgaben" bestreiten kann, beträgt 10 000 M. Die«»kontrollierte« Geheimfonds. Eine Ausnahmestellung unter allen Ausgobeposten des Reichshaushalts nehmen die beiden Fonds ein, die keinerlei Nachprüfung unterliegen. Im Etat de» Auswärtigen Amts werden zu„geheimen Ausgaben" 8 Millionen an- gefordert, während im Reichswehretat dem R-lchswehrminilter„für besondere Zwecke" der Betrag von 1 Million zur Verfügung gestellt und„übertragbar" gemacht werden soll. Der Geheim- fonds des Auswärtigen Amts war 1924 auf 6 Millionen Mark festgesetzt und auch 1925 in dieser Höhe bewilligt worden. 1926 wurden als einmalige Erhöhung 3 Millionen bewilligt, so daß der Fonds 8 Millionen ausmachte. Von 1027 ob sollen diese 8 Millionen„lausend" bewilligt werden Die Kommunisten hatten den Antrag gestellt, den Geheimfonds ganz zu streichen. Der Antrag war nicht ernst zu nehmen. Es wäre interessant zu hören. was wohl die S ö w j e t i n st a n z e n zu einem kommunistischen An- trag sagen würden, die Fonds für russische Propagand., in nicht- russischen Ländern zu streichen oder zum mindesten öffentlich über ihre Verwendung Rechenschast zu geben. Man wird bei der Lage Deutschlands sich der Notwendigkeit nicht entziehen können, dem Auswärtigen Amt geringfügige Mittel bereitzustellen, über die es geheim verfügen kann. Dagegen kann die dauernde Erhöhung des Fonds von 5 auf 8 Millionen nicht als notwendig anerkannt werden. Auch dem Geheimfonds des Reichswehr- Ministers steht die Sozialdemokratie durchaus ablehnend gegen» über. Wenn man bedenkt, daß geheime Verbindungen zwischen Reichswchrstellen und Sowjelbehörden mit Riesenstimmen aus Reichsmitteln finanziert wurden, ohne daß es bisher gelungen ist. die Quellen aufzudecken, wenn man sich erinnert, daß die Marine- leitung dem Reichstag erst kür, stich den Beweis geliefert hat. wie sie ein vom Reichstag abgelehntes Projekt(Marineschule in Friednchsort) aus anderen M i t t'e l n trotz der für jeden Etatstitcl gegebenen genauen„Zweckbestimmung" zu bestreiten weiß. dürfen solchem Ministerium nicht noch Mittel in die Hand gegeben werden, die es unkontrolliert verwenden kann. Zn der Sitzung des Haushalksausschusse», die am Freilag dieses Kapitel beriet, wurde ein sozialdemokratischer Antrag. der die herabsehnng von S auf 5 Millionen ver- langte, abgelehnt. Ein dentschnatlonaler Antrag, statt S Millionen 7 Millionen zu bewilligen, davon 2 Millloaen als„künftig wegfallend" zu bezeichnen und einen neuen Titel einzufügen, der„zur Verbreitung der amtlichen Aktenpublika- tivn" mii 1 Million dotiert werden soll, wurde angenommen. Die kontrollierten Sachfonds. Außer dem Geheimfonds stehen dem Auswärtigen Amt n o ch fünf weitere Sammelfonds zur Verfügung. Don diesen nehmen die„zur Förderung des deutschen Nachrichten- Wesens im Ausland" mit 2 760 000 M. und„zur Förderung des Nachrichtenwesens im Inland«" mit 446000 M. wiederum eine Sonderstellung ein. Die Mittel beider Titel sind „übertragbar" und stehen ausschließlich zur Verfügung des Reichs- außenmmisters. Die Iak�esrechnungen werden geprüft, aber nicht vom Rechnungshof, sondern sie unterliegen der alleinigen Prüfung des R e i ch s s ch u l d e n a u s s ch u s se s, der auch die Entlastung erteilt. Welche Gründe dazu geführt haben, bei diesen beiden Titeln, wie nur noch bei einem korrespondierenden dritten, den Rechnung?- hos auszuschließen und an seine Stelle den weitesten Kreisen UN- bekannten Reichsschuldenausschuß zu setzen, wird in den Erläute» rungen nicht angegeben. Die Regierung wird darüber noch genaue mündliche Auskunst zu geben haben. Wenn das Verfahren auch formell korrekt ist,— so ist es doch ganz ungewöhnlich und um so verwunderlicher, als in den letzteren Jahre» die Reichsschulden- ko m m i s s i o n mit der Rechnungsprüfung dieser beiden Etatstitel betraut gewesen war und an ihre Stelle ohne ein Wort der Be- gründung nun wieder eine andere Behörde gefetzt werden soll. Des weiteren werden angefordert: Zur Pflege kultureller. humanitärer und wissenschaftlicher Beziehungen zum Ausland 7 Mit- lionen gegen 4,7 Millionen in 1926, für außerordentliche und un- vorhergesehene Ausgaben des Auswärtigen Amts 180 000 M. gegen 200 000 M. Im Vorjahr und schließlich erstmalig 500 000 M. für das wirtschaftliche Nachrichtenwesen. Die Begründung für diese neue und wichtige Position wird in einer Denkschrift gegeben, In der dargelegt wird, daß der für den inländischen Handel und die inländische Industrie überaus wichfige wirtschaftliche Nachrichtendienst neu organisiert worden ist und größere Mittel ersordert. Andere Sachfonds. Wie der Reichskanstei und dem Auswärtigen Amt stehen auch den beiden anderen politischen Ministerien, dem des Innern und dem für die besetzten Gebiete größere und kleiner Sammel- fände in nicht geringer Zahl zur Verfügung. Aus diesen sind zu fördern wissenschaftliche und künstlerische Zwecke, kulturell-gemeinnlltzige Einrichtungen und Vereinigungen, Bestrebun- gen auf dem Gebiete des Schul-, Erziehungs-, Volksbildungs- so- wie des T u r n- und Sportwesens, Bekämpsung menschlicher Krankheften, besondere kulturelle Aufgaben im Interesse des Deutsch. tum», knllu rekle Fürsorge im besetzten Gebiet und zahlreiche andere. In vielen Fällen bat die Reichsregierung dt» Mittel dieser Fonds zu verausgaben nach Richtlinien, die mit den zuständigen Fachausschüssen des Reichstages vereinbart worden sind. Wo solche Bindungen der Verwaltung noch nicht bestehen, wird die Sozialdcmo kratie bemüht sein, sie herbeizuführen. Auch alle F a ch m i n i- sterien mit der alleinigen Ausnahme des Reichsjustizministsriums verfügen für ihre Fachzwecke über Sammelfonds in zum Teil be- trächtlicher Höhe. Der Zahl nach am reichsten mit ihnen ausgestattet ist das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Es kann über 12 Fonds mit ollgemeiner Zweckbestimmung im Gesamtbetrag von 8 114 000 M. verfügen. Dem Reichefinanzministerium stehen allein im Etat der allgemeinen Finanzverwaltung Mittel zu Unterstützung», und ähnlichen Zwecken in Höhe von 18 585 000 M. zur Verfügung. Die Höhe der im Etat des Auswärtigen Amts ausgebrachten Sammel- fonds beträgt 17 940 000 M. Aehnlich liegen die Dinge bei allen anderen Ministerien. Die Stellung dee Sozialdcnrokratie. Schon diese gedrängte Uebersscht zeigt, daß die Reichsregierung die notwendige finanzielle Bewegungsfreiheit besitzt, wenn sie sachlich berechtigte öffentliche Zwecke fördern will. Sie kann sich daher nicht beschweren, wenn die Sozialdemokratie Wünsche aus Bewilligung von weiteren Mitteln, sofern sie nicht durchschlagend begründet werden, ablehnt. Angesicht» der gespannten Finanzlag« des Reich« und im Interesse der Wahrung des Budgetrechts des Reichstags ist dos dringend erforderlich. Der Kampf in Leipzig. Die Schlichtungskammcr weigert sich zu entscheide«. Leipzig, 5. Februar.(XU.) 3ra Konflikt der Leipziger Metallindustrie hat heute die Schlichtung:kammer eineu Spruch ge- fällt, nach dem beide Parteien unverzüglich und iu den nächsten Tagen die gegenseitigen Verhandlungen unter Aufrechter- Haltung des heutigen Zustande» weiterführen sollen, um zu einem für beide Teile annehmbaren Ergebnis zu kommen. Scllle dies nicht geNngen, so bleibt beiden Testeu der Weg offen, sich erneut au den Schlichtungsausschuh zu wenden. Der Spruch der Schlichtungskammer führt dabei an. dag nach den vorher- gegangeneu Vorverhandlungen eine Bereitwilligkeil der Arbeiter zur weilersührung der gegenfeUigen Verhandlungen als vorhanden gewesen angesehen werden müste und daß die Möglichkeiten, die Gegensätze zu überbrücken, nicht vollständig er- schöpft worden seien. « Dieser salomonische Spruch der Leipziger Schlichtungskammer bedeutet praktisch, daß die Schlichtungskemmer es ablehnt, einenSpruchzufällen. Sie hat offenbar nicht den Mut, den gesetzlichen- A ch t st u n d e n t a g im Schiedsspruch festzulegen. Sie hat aber auch nicht dm Mut, den Unternehmern recht zu geben und die S2-Stunden- Uboche festzusetzen. Der Spruch trägt den Unternehmern auf.„unter Auf- rechterhaltung des heutigen Zustandes", d. h. bei Weiter- führung des Streiks die Verhandlungen wieder auf- zunehmen. Selbstverständlich ist der Deutsche Metallarbeiter- verband bereit, mit den Unternehmern über die Frage zu verhandeln und zu einem direkten Abschluß zu kommen. Diese Verhandlungen können aber nur geführt werden a u f der Grundlage des Achtstundentages. Die Schlichtnngskammer selbst hat das ja bei Fällung des Spruches stillschweigend anerkannt. Sie hat den Arbeitern nicht aufgegeben, vorher die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Arbeiter stehen im Streik, weil sie die Ueberstunden ver- weigern, well sie sich weigern, länger als acht Stunden täglich zu arbeiten. Die Leipziger Metallindustriellen werden sich ebenso wenig wie die Schlichtungskammer einer Täuschung darüber hingeben, daß die Metallarbeiter den Kampf aufgenommen haben, um sich dann mit einem sogenannten„grundsätzlichen" Achtstundentag zu begnügen, den die Unternehmer einseitig, ohne Zustimmung der Arbeiter jederzeit beliebig in einen Neun stundentag oder gar Z e h n st u n d e n t a g ver- wandeln können. Die Arbeiterschaft Deutschlands hat eine Riesengeduld bewiesen. Kein ehrlicher Mensch im Unternehmerlager wird behaupten können, daß jemals vergebens an die Einsicht der Gewerkschaften appelliert worden ist, wenn es sich um w i r k- lich notwendige Mehrarbeit handelte. Kein ehr- licher Mensch im Unternehmerlager wird bestreiten können, daß die Arbeiterschaft in den letzten acht Iahren in ungezählten Fällen ihre egoistischen Interessen zurückgestellt und Opfer'über Opfer im Allgemeininteresse gebracht hat. Nun aber, wo zweieinhalb Millionen Arbeits- lose in Deutschland im Elend vegetieren, ist es eine m o r a- lifche Unmöglichkeit, von der Arbeiterschaft zu ver- langen, über den Achtstundentag hinaus zu arbeiten. Es ist auch eine wirtschaftliche Unmöglichkeit. Es ist wester eine ungeheure soziale Gefahr, cheute noch auf einer Arbeitszeit zu bestehen, die über dm Achtstundentag hinausgeht, ist eine Herausforderung nicht allein der Arbeiterschaft, es ist eine Herausforderung des gesunden Menschenverstandes. Durch die Rationalisierung ist das Arbeitstemvo und die Arbeitsleistung gegenüber dem Vorkriegsstand im Durchschnitt wohl um SV Proz. gesteigert worden. Trotzdem ist k e i n e Verbilligung eingetreten, sondern im Gegenteil eine Verteuerung, die man mindestens auf 50 Proz. schätzen muß. Diese Steigerung der Produktivität und die Preissteige- rung haben das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Er- zeugung zerrissen. Die Arbeiterklasse lebt heute schlechter als vor dem Kriege und leistet bedeutend mehr. Daneben gibt es eine zehnmal größere Arbeitslosigkeit als sie durchschnittlich in den Vor- kriegsjahren bestand. Die Unternehmer aber scheffeln das Geld und wissen nicht, wohin damit. Das hindert sie nicht, sich auch den geringfügig- sten Lohnerhöhungen gegenüber verschlossen zu zeigen, ja noch einen Abbau der Löhne zu fordern und, um das Maß zum Ueberlaufen zu bringen, auf einer Verlängerung der Arbeits- zeit über acht Stunden zu bestehen. Das ist Katastrophenpolitik. Die Gewerkschaften sind entschlossen, mit allen Mitteln und allen Kräften gegen diese Katastrophenpolitik anzugehen. Sie sind dabei getragen von dem Willen der Arbeitermassen. flmfteröam- Moskau. Eine Anfrage des britischen Generalrats. Der Generalrat des Britischen Gewerkschaftsbundes hat in seiner letzten Sitzung sein Bedauern ausgesprochen über die A b- lehnung des der Zlusschußsitzung des JGB. von der britischen Delegation unterbreiteten Antrages betr. die Einberufung einer Konferenz ohne Vorbedingungen zwischen Bertretern des JGB. und des Allrussischen Gewerkschaftsrates zur Besprechung der Frage einer geeinten internationalen Gewerkschaftsbewegung. Der britische Generalrat fragt nunmehr dos Sekretariat des JGB.. ob er im Hinblick auf die Ablehnung des britischen Antrages zur Annohme berechtigt fei, daß der Vorstand des JGB. die Teilnahme an einer eventuell vom britischen Generalrat einzu» berufenden Konferenz der beiden interessierten Parteien ablehnen wird. Ist dies der Fall, so bittet der Generalrat um die Angabe der Gründe. Der Vorstand des JGB. wird sich in feiner nächsten Sitzung(2k.— 25. Februar) mit dieser Angelegenheit zu befassen haben. Lohnbewegung in öer chemischen InSustrie. ScLtion VI, Baden und Rheinpfalz. Am.?. Februar erfolgte eine Aussprache zwischen, dem Arbeit- geberverband und der Tarifkornmission der Gewerkschaften in Karls- ruhe. Die Arbeitgeber bestritten energisch die Berech- tigung zur Forderung erner Lohnerhöhung, wollen jedoch die von der Tarifkommission angeführten Begründungen zur Lohn- erhöhung ihrer Mitgliederversammlung unterbreiten. Auf Drängen der Arbeitnehmerverrreter wurde eine endgültige VerHand- lung aus Ende nächster Woche zugesägt. Sollten die Arbeit- geber bis dahin ihre Auffassung nicht ändern und die nächsten Ver- Handlungen deshalb resultatlos verlaufen, so daß in den tariflichen Schlichtuugsinstanzen keine Einigung zustandekommt, dann spitzt sich der Lohnkampf in der chemischen Industrie immer weiter zu und die Arbeiterschaft wird gezwungen, Maßnohmen zu ergreisen, die die Erreichung ihrer Forderungen ermöglichen. Verantwortlich kür Politik: Victor Sckisf: Wirtstfrit'(9. Sling.'lhökcr: EewcrtschastsbewcaunA: Fr. Stzkorn: zcuilleton: Dr. John Schikowoki: Lokale» und Tonstiflc»: Fnj« Sarsladt: Aiizcizcn: Th. Stock«: sämtlich in Berlin. Verla?: Voiwärts-Verlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buckdruckerri und Verlaasanilalt Paul Einoer u. So. Berlin SW 68. Lind-all raSe s. Sier,u 8 BlUog-n.„Unterhaltuu? und Wissen'.„Ans der Zsilmwelt" Arbeiter, Angestellte» Beamte» sowie Mitglieder der Konsumgenossenschaft Karten für Zirkus Karl Hagenbeck zu halben Preisen fßr alle Tage, auber Sonntag, im Gewerkschaftshaas, tggUch von 10— 1 Uhr und 4— 6 Uhr zu haben. A» LU A* /> Herrenwäsche Oberhemd Perkai mit gefütterter Faltenbrust, mit X/ S Kragen und Klappmanschetten v»• tß Weißes Oberhemd_ m. kariert. Batist-Eins. u. Um- S fl legemansch., gcwasch. u. geplatt,•• 0 1/ Stehumlegekragen iTh 0.50 Prima 4 fach, Decke Leinen Damenwäsche TaghemdsT&.l.SO 2.75 Nachthemd*) AC A ÄA mit Stickerei...... UrtO T.VU Beinkleidsuck. 1.60 2.75 Hemdhose 9 9C 9 �0 mit Stickerei......... 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Und die Mütter haben recht; nur; nie!« sind selbst schuld an diesem Zustand, den sie erst geschaffen haben, rocil sie ihre Erziehung nach dem Grundsatze einrichteten:„Das Kind soll noch nicht arbeiten; dazu kommt es noch früh genug!'— Und so mächst so ein kleiner Mensch heran,«in geliebter, kleiner Strolch zwei, drei Jahre lang; doch mit einem Male ist die groß« Landplage feriig. Mutter weiß nicht aus noch ein vor Arbeit und klagt oft geni-g vor allen guten Bekannten darüber, daß man„von den Kindern so gar kein« chilfe hat'. Und schließlich tröstet man sich: Wenn sie nur erst unier fremde Menschen kommen, werden sie schon anders werden. Aber bis dahin schleppt Mutter resigniert ihre Arbeitslast weiter und freut sich schließlich auf die ruhige Zeit,„wenn die Kinder erst aus dem Hause sind'.— Ja. so ist es oft; Mutter hat eben den richtigen Zeitpunkt, sich aus ihren Kindern Hilfen zu erziehen, verpaßt. Montelfori km Haushalt. Wir haben alle schon von den Montessori-Kindergärten gehört, rud davon, daß da schon drei- bis oieriährig« kleine Purzelchen richtig„große Leute' spielen, spielend lernen, spielend arbeiten, i iren Mittagstisch Herrichten und ihr Süppchen auftun. Aber das l aben noch die wenigsten Mütter begriffen: sie könnten dieselben Resultate erzielen, wenn sie nicht die wichtigste Zeit für die Er- z chimg des Kindes, die ersten drei Lebensjahre, ungenützt verstreichen l eßen. Denn es gilt wahrhaftig das Wort:„Was Häuschen nicht l rnt, lernt Hans nimmermehr.' Frellich kostet solch«ine erste Er- r hung ein wenig mehr Zeit, Äs wenn, nach„guter" alter Art, die Mutter selbst dem Kinde jede Arbeit abnimmt, aber diese Zeit wird m allen folgenden Jahren hundertfach wieder hereingebracht.— Me s:ll man denn, wann soll mau begiuueu?— Am besten läßt sich hier an einigen praktischen Beispielen zeigen, wie früh diese„Er- z ebung zur Hilfe" schon einsetzen kann. Da ist ein kleiner Bcngel, noch nicht zwei Jahre alt. Er spricht noch das herrlichste Racker- latein. und„Mama",„Buch" und„du, du' sind seine einzigen ver- siändlichen Wort«. Ueberall sind seine Händchen, und alles muß er- gründet und erprobt werden; das fetzt natürlich Verbote. Aber ihm vvrd nichts„weggenommen"; er hat schon gelernt, aus den Befehl ..hinlegen, wo hergenommen' alles wieder an genau denselben Platz zu bringen, wo es eigentlich stand— Uhren, Bücher und Tassen. Wenn auch unter Protest— aber er trägt das aus dem Bücherregal ossiohlene Buch getreulich wieder zurück und steckt es in da-jelb« ffach. Er trägt sein leeres Milchtöpfchen wieder in die Küche, schleppt Kohlen zum Ofen und holt die Stiefel. Und er holt sogar den Scheuerlappen und wischt die vergossene Milch wieder aus!— Das alles sind ihm keine Arbeiten, und das Kohlcntragen ist sogar ein« sehr großartige, herrliche Sache, denn dabei kommt man sich fabelhaft wichtig ver!— Denn: Ein Kind will seine Kraft„austoben", will seine kleinen Muskeln spielen lassen, und in all seinem Spiel steckt sa die Nachahmung des Erwachsenen. Das erste Beispiel findet sein Nachahmungstrieb aber bei der Mutter, im Haufe, und wenn es d e Muiter osrjtehl. hier das Sind richtig heranzuziehen, dann ist schon das sechsjährige eher eine kleine Hilfe, als eine Last. Das Sechsjährige geht einholen, Hilst abtrocknen, kann aufkehren und wischt Tisch und Stühle sauber. Aber darum geht ihm doch nichts von seiner Jugend verloren und es bleibt noch reichlich Zeit für olles andere Spiel. Ebenso ist es init der Instandhaltung der«achcn. Lueselchen putzen. Knöpfe annähen— alles das können die kleinen Hände selbst niachen. Freilich, es gehört ein wenig Geduld dazu— m / und auch Nachsicht, denn zuerst sind die kleinen Hände noch recht un- geschickt, und Mutter würde in weit kürzerer Zeil alles selbst machen. Nur daß damit freilich für die Erziehung des Kindes nichts erreicht ist; es ist eine alte Erfahrung, daß die besten Hausfrauen meist die ungeschicktesten Tochter haben— von den Söhnen ganz zu schweigen. Ja, die Söhne! Denn wenn es noch genug Mütter gibt, die selbst ihren zwölfjährigen Mädeln noch die Strümpfe stopfen, die Jungen werden fast nie zu derartigen Arbeiten herangezogen; höchstens läßt sich der Herr Sohn dazu herab, irgend etwas einzuholen. vom Recht ües Kinües. So läßt sich jedes Kind leicht an allerlei Hilfeleistungen im Haus- halt gewöhnen; aber man soll darüber nicht vergessen, daß diesen Pflichten auch Rechte gegenüberstehen. Zuerst einmal das Recht aus eine ungestörte Freizeit. �Mutter hat nicht das Recht, ihr Mädel mitten aus irgend einem Spiel herauszureißen und zu irgend einer Besorgung zu schicken, die das Kind eine halb« Stund« lang festhält. Denn so wie dem Kinde Arbeit zum Spiel werden kann, so ist auch das Spiel wichtigste Arbeit.„Stör mich doch nicht, ich habe jetzt keine Zeit", antwortete der kleine Fritz seinem Vater, der ihn von einem sehr wichtigen Deichbau an der Pfütze im Park abrief. Er hatte Recht, aber er bekam doch ein« Maulschelle. Denn die Verständnis- losigkeit der Erwachsenen geht ja noch viel weiter. Wehe, wenn Vater eine Haushaltungsliste oder dergleichen auszufüllen hat! Tiefe Stille muß herrschen, und ein heiliges Donnerwetter zermalmt jeden Störenfried. Wie oft aber müssen Fritz oder Else von ihren Schul- arbeiten weg,„um eben mal ein halbes Pfund Margarine zu holen". Nachher fetzt es Krach, wenn von der Schule schlechte Zensuren ge- geben werden, und wenn die Hausarbeiten die llnterschrift„slllchtig" oder„ungenügend" tragen. Aber morgen fehlt gerade, wenn Fritz beim deutschen Aufsatz ist, wieder der Essig, und dann kann der Junge ja„bloß schnell mal runterspringen". Und wenn Dater sich am Abend das Malhpur von deutschen Aufsatz ansieht, wird er nie be- greifen,„wie der Jung« bloß so'n Blödsinn schreiben kann", ebenso wie Mutter nicht begreift, daß sie mit den täglichen Einholezwischen spielen ihren Jungen nicht nur um eine gute Zensur, sondern vielleicht überhaupt um jede Konzentrationsfähigkeit bringt.— Roch eines ist schlimmer: daß das Kind in der rlkerlichen Wohnung keinen Winkel hat, der ihm allein gehört. Gewiß, es wachsen genug Kinder auf, die ja nicht einmal ihr Bett allein haben, und gerade jetzt im Zeichen der Wohnungsnot klingt diese Forderung vielleicht utopisch. Aber es gibt noch immer Wohnungen, in denen für alles Platz ist— sogar für einen spinnebeinigcn Ziertisch mit dem alpakkasilbernen Tafel- aufsatz, aber nicht für irgend ein Spieleckchen für das Kind. Dabei ist solch keine Ecke so leicht herzurichten! Schon wenn nur«in Neiner Tisch, ein kleiner Stuhl und ein« klein« Truhe für die Spielsachen vorhanden sind, baut sich das Kind daraus ein« herrliche Wohnung. Kommt dazu noch ein niederes Regal für Bilderbücher, dann ist damit«in ganzes kleines Königreich geschaffen und die ganz« Herr- lichkeft hat im Fensterwinkel Platz! Teuer ist so eine kleine Ein- richtung auch nicht, denn es läßt sich olles aus Kistenbrettern zusammenschlagen, und niemand sieht es der lustig bunt bemalten Truhe an, daß sie eigentlich eine geborene Stärke- oder Nudelkiste ist. Die kleinen Sklaven. So kann und so soll Äinderhilfe im Haushalt aussehen, so soll sie, und schon so früh als möglich, eine„Spielschule des Lebens' sein, und was im Spiel und Scherz gelehrt und gelernt wurde, hilft Mutter und Kindern Zeit und Streit ersparen. Richt gut ist es aber dort bestellt, wo die Srost des Kindes voll die eines Erwachsenen ersehen muß. Meist— aber nicht immer— ist es die Not, die die Kinder zu kleinen Sklaven ihrer häuslichen Pflichten macht. Wir kennen sie alle, die kleinen Mütter, die, den Wohnungsschlüssel an der Strippe um den mageren Hals, hier und da sich schnell ein wenig Kindersreude von der Straße stehlen, und die Rachbarn kennen sie auch.„Wir hoben früher auch so arbeiten müssen..." uod damit wird jene Härte gerechtfertigt. Wenn aber gar kleinere Geschwister da sind, dann wird das Leben der„großen" Zehnjährigen manchmal eine kleine Hölle. Kleine Kinder sind niemals eine be- gueme Sache, und nicht nur manche Alütter aus dem Proletariat, sondern auch manche„Mama" findet es recht bequem, ihre Aeltefte zum Kindermädchen abzurichten. So lebt da ein elfjähriges Mädel- chen, das man auf der Straße kaum anders als mit der kleinen zweieinhalbjährigen Schwester sieht— dabei hat die Mama in ihrer Dreizimmerwohnung sogar ein Hausmädchen.— Und schlimm, ganz schlimm ist auch das Kapitel von den Strafen. Zeder verlorene Groschen wird zehnfach durch Schläge abgebüßt, und oft wird ein Kind in bösester Weise geschlagen und wüst geschimpft, weil eine auf- getragene Arbeit die ichwnchen Kräfte überstieg und darum nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde. Darum sollte jede Mutter, deren Kind im Haushalt hilft, stets eins bedenken: Die Arbeitskraft eines Erwachsenen kann nie durch die Arbeii eines Kindes ersetzt werden. Der unsterbliche Dickens hat übrigens das Motiv des geplagten Kindes, das die jüngere» Geschwister betreuen muß, in seiner Novelle „Der Verwünschte" lWeihnachtsgeschichten) in eine köstliche Form gebracht. Ein paar Sätze seien aus diesem Kapitel zitiert: „Es war ein wahrer Moloch von einem Wickelkinde, auf dessen unersättlichem War das ganze Dasein dieses jungen Bruders täglich zum Opfer gebracht wurde. Sein Haupicharakter war, nie an einem Orte fünf Minuten hintereinander ruhig zu bleiben und ein.zu- schlafen, wenn es gewünscht wurde. Tctterbys Wickelkind war bei ,,, Gerichtstag. von Fred Dsreace. eopvtlelit 1925 by Paul Zsolnay, Wien' Der Vater jubelte, alles ging aufs beste. Wir kauften neue Möbel, die in Monatsraten abzuzahlen waren, im Herbst begann das gemeinsame Leben. Vater und Großmutter vertrugen sich ausgezeichnet mit- einander, denn Herr Valcourt verstand es, mit Anmut liebens- würdig zu schmeicheln. Nun will ich schildern, wie ich meine Großmutter vor mir sehe: eine kleine, magere Frau, verrunzelt wie«in Leder- ovsel, dem sie auch in der Hautfarbe glich; eine enge Stirn, pfesfergraue Haarsträhne, zwei kleine, boshafte, durch- dringende, helle Augen, die grünliche Pünktchen hatten, ihre Nase hatte sich mit dem Alter scharf gxkrllmmt und stieß fast mit dem spitzigen Kinn zusammen, das mit grauen Borsten be- deckt war. Der Mund war klein und zahnlos, mesterdünne Lippen gaben ihr ein böses Aussehen; trotz allen Vorstellungen iftrer Familie hatte sich die Großmutter, die doch die Witwe eines Arztes war. niemals den Händen eines Zahnarztes an- vertraut. Lebhaft, beweglich, mit sehr lauter Stimme wollte sie, daß alle Menschen nach ihrer Pfeife tanzten; beim gering- sten Widerspruch begann sie zu schelten und zu schreien, denn nichts brachte sie so tief auf, als wenn man anderer Meinung war als sie. Dieses schwache Frauchen hatte.nvsi Männer am Gängelband gehalten, aber bei ihren beiden Töcbtern war das mißglückt. Sie bekannte sich ganz offen als Menschen- se-ndin und haßte auch die Menschen wirklich, war aber doch gerne immer in Gesellschaft: den ganzen Sommer wurde ibr Haus nicht leer und sie langweilte sich halbtot, wenn man sie mit ibren Katzen allein ließ, die sie übrigens vergötterte. Zwischen ihr und meiner Mutter gab e? kein richtiges Verstehen. Bald konnte ich es an manchen Worten und an der Art und Weise, wie sie gesprochen wurden, oder an einem Gesichtsausdruck merken, daß eine versteckte Bitterkeit zwischen den Frauen lag. Meine Mutter verzieh der Großmutter nicht, daß sie uns verlassen hatte, nachdem wir ins Unglück geraten waren, und besonders(aber das habe ich erst später erfahren), daß ick ein . Gcmeindekind" werden mußte, um die Schndunq der Eltern zu beschleunigen! Die Großmutter wußte von diesem Groll, und obgleich sie sich selbst mit dem. Vater versöhnt hatte, konnte sie meiner Mutter ihr Nachgeben nicht verzeihen und hegte einen dumpfen Haß gegen sie, Bis zum Herbst ging alles gut, denn dank der vielen Gäste waren die beiden Frauen fast niemals allein. Auch wachte mein Bater, der genau wußte, wie ver- schieden die Charaktere seiner Frau und seiner Schwieger- mutter waren, eifrig darüber, daß es zu keinem Zusammen- stoß zwischen ihnen käme. Im Oktober zogen wir in die neue Wohnung: die Mutter lehnte das Anerbieten der Großmutter ab, die Mahlzeiten bei ihr einzunehmen, aber um die alte Frau nicht zu verletzen, wurde ausgemacht, daß wir Donnerstag und Sonntag bei ihr speisen sollten. Mein Vater und ich befanden sich in einer ähnlichen Lage wie Mutter und Großmutter. Während der ersten Wochen war er mir mit der allergrößten Höflichkeit entgegenge- kommen: er nannte mich immer„mein großer Junge" und ich war stolz darüber, aber allmählich wurde er kühler, be- handelte mich strenge und zankte mich aus, ob es einen Grund gab oder nicht; die Mutter nahm mich selten in Schutz. Eines Tages kamen Alice und ich mit der Mutter von einem kurzen Spaziergang im Walde zurück; wir gingen lang- sam über einen schmalen Gartenweg. Alice hielt eine 5)and der Mutter gefaßt, ich stützte mich ungezwungen auf ihren Arm. Plötzlich kam uns der Vater entgegen. Er warf mir einen strengen Blick zu, riß mich roh von der Mutter fort und sagte, sie auf die Stirn küssend:„Lächerlich, was dieser Fratz für eine Art hat.. Ich verstand nicht, was er meinte, und er entfernte sich, indem er den Arm der Mutter zärtlich drückte. Ein Gefühl, das ich bisher noch nicht gekannt hatte, zer- schnitt mein Herz: er hatte mich zurückgestoßen, um statt meiner den Platz neben der Mutter einzunehmen: er duldete nicht. daß mir die Mutter ihre Liebe zeigte... Warum denn, mein Gott...? Um meine Erregung zu verbergen, ging ich ein paar schritte zurück. Die Eltern waren schon fast hinter einem Oleandergcbüsch veMckwunden, als Alice sich umwendete: „Jacques, komm!" Ich zögerte. Die Stimme meines Vaters ließ mich zusammenfahren:„Er bockt, ich Hab' dir schon gesagt, daß man ihn ducken muß." Er rief:.Komm her!" Ich näherte mich langsam. „Kannst du dich nicht beeilen?" Er maß mich mit eittem langen Blick, den ich nur zu gut kamrte, und die Mutter starrte auf eine Oleonderblüte:„Jetzt schlägt er mich," dachte ich und blieb wie angewurzelt stehen, „Also so bist du deiner Mutter dankbar für alles, was sie für dich getan hat, du undankbare Kröte? Du solltest vor ihr auf die Knie fallen und ihre Füße küssen, daß sie dich von dort weggenommen hat." Ich preßte nur ein„O Gott" hervor und war wie zer- schmettert: ich fühlte ein leichtes Brennen in den Lidern, drängte aber mit aller Kraft die aufsteigenden Tränen zurück. Ich wollte schon erzählen, was ich dort gelitten hatte, aber ich besann mich noch rechtzeitig, da würde ich ihm ja eine neue Waffe gegen mich in die Hand geben! So senkte ich den Kops und schwieg. „Bitte jetzt deine Mutter um Verzeihung." Ich blickte ihn starr an und fragte:„Weshalb?" Nun flüsterte ihm die Mutter, die ein wenig ärgerlich war. ein paar englische Worte zu:„Laß ihn doch in Ruh!" Diese Bemerkung verstärkte noch seine Wut, statt sie zu dämpfen. „Geh' sofort zu Bett, du bekommst heut' kein Abendessen." Ich blickte auf die Mutter, und einen Augenblick lang hegte ich die törichte Hoffnung, die mein Herz schneller schlagen ließ: sie wird es nicht zulassen. Immerfort starrte sie auf die- selbe Blüte. „Nun zähle ich bis fünf," dachte ich,„eins... zwei... drei... vier..." und dann— mein ganzes Sein erflehte das befreiende Wort: sie rührte sich nicht, drehte mir den Rücken zu, blieb taub für meine Angst—„fünf", flüsterte ich kaum hörbar.. und ging langsam fort. Mit einem Satz war mein Vater neben mir. „Wirst du gleich...," er stieß mich nach vorwärts,„du brauchst keine Angst zu haben, daß ich dich nicht unterkriegen werde." „O nein, ich Hab' gar keine Angst," dachte ich,„aber du kriegst mich doch nicht unter." Ich ging die Stiegen hinaus, schlich mich in mein Zimmer und legte mich aufs Bett. „Dieser Mann haßt mich, und ich habe ihm doch nichts getan, gar nichts." Ich wiederholte wütend dos eine Wort, dann, als mein Zorn immer mehr zunahm, sprana ich aus dem Bett, packte ein Buch und zerriß es in tausend Stücke. Ich hörte Stimmen, betrachtete mein Werk und war ganz betroffen über das, was ist getan hatte. Ich sammelte die zerstreuten Fetzen, in der unbestimmten Hoffnung, sie wieder zusammenkleben zu können, versteckte sie am Grunde meines Kastens und legte mich wieder. Ich vernahm den Schritt meines Vaters im Korridor, er öffnete die Tür, ich hatte mich zur Wand gedreht und stellte mich säjlaicnd: er schloß die Tür, und ich hörte ihn zur Mutter sagen:„Er schläft oder stellt sich wenigstens so." (Fortsetzung folgt.) d« Nachbarschaft so bekannt, wi« der Briefträger und der Biersunge. Von Montag früh bis Sonnabend abends streifte es auf dem Arme des kleinen"Johnny Tetterby von Tür zu Tür, schloß als schwer. fälllger Nachzügler den Zug der Straßenjugend, die dem Taschen- spicler oder dem Affen folgte, und kam immer auf eine Seite g«. lehnt, immer ein klein wenig zu spät, um noch etwas zu sehen. Wo sich die Jugend zum Spiele snnimclte, da war der kleiioe Moloch und machte Johnny das Leben sauer. Wo Johnny bleiben wollte, da wurde der kleine Moloch widerspenstig und wollt« fort. Wenn Johnny auf die Straße wollte, schlief Moloch und mußte gewartet werden: wenn Johnny Lust hotte, zu Hause zu bleiben, war Moloch wach und wollte spazieren getragen sein. Und doch war Johnny fest überzeugt, daß es ein ganz fehlerloses Kind war, dos seinesgleichen in ganz England nicht hatte, und begnügte sich, halb versteckt von dem Kleide des Kleinen oder dessen großem Hut einen nur mangel- haften Blick aus die Welt zu werfen und mit ihm herumzuwan/en. wie«in sehr ftciner Austräger mit einem sehr großen Paket, das keine Adresse hatte und niemals abgegeben werden konnte.* * Jedes ungerechte und harte Wort, jeder Schlag trifft so eyr Kind doppelt hart, und nichts baut so leicht eine Mauer der Ent- fremdung zwischen Eltern und Kindern auf, als das Gefühl, von den Eltern ausgenutzt zu werden. Di« Mutter muß vor allem daran denken, daß jede Pflicht ein Recht erwirbt, und daß die»Er- ziehung zur Arbeit* auch eine.Erziehung zur Freiheit* sein muß, wenn sie für beide Teile ersprießliche Folgen haben soll. Ein ßreibier als Gage. Seltsame Gepflogenheiten in Berliner Ballsälen. Bei der heutigen Berufsnot, namentlich der katastrophalen Aus- sichtslasigkeit zur Ausübung tünstlerischer Tätigkeil für die vielen „Nichf-Prominenten*. wird natürlich jede Gelegenheit ein paar Groschen zu verdienen, freudig beim Schopf ergriffen. Niemand ist über diese chronisch« Baisse natürlich besser informiert als die Herren Unternehmer der Vergnügungsstätten. Daß man heute nur halbe Gagen an Kabarett- und VarietSkünstler zahlt, ist eine bekannte und teilweise dadurch begründete Tatsache, daß die meisten dieser Lokale infolge schlechten Besuches wenig Einnahmen erzielen. Daß man ober eine sogenannte„Ru n d t ä n z« r i n*, das sind Wesen, die in den Ballhäusern als„Allgemeinpartnerin* der Gäste fungieren, mit einem Freibier honoriert, ist immerhin ein ziemlich krasser Fall der Ausbeutung. In einem Berliner Blatt stehen des öfteren Inserate, wonach „Damen, gute Tänzerinnen* für«in solches Ball- haus g e s ucht werden. Vorstellung abends 9 Uhr. Das groß« Lokal gähnt in öder Leere. Auf der Estrade trommeln und pauken i Jazz-Band-Männer. Der Herr„Direktor* ist noch nicht anwesend und die Anwärterinnen auf die Stelle werden ersucht, sich in den Saal zu begeben und an verschiedenen Tischen Platz zu nehmen. Was sind das nun für Mädchpn? Grundverschieden, bunt zusammen- gewürfelt, ober allesamt mit dem Zeichen des Elends auf der Stirn. Zwei pralle, derb« Wesen mit raten, aufgequollene� Händen, ein- gezwängt in ihr„Sonntagskleid*, verlegen kichernd ob des unge- wohnten Milieus, neugierig ihr« Umgebung musternd— allem An- schein nach abgebaute Hausangestellte. Dann wieder ein blasses junges Ding im ärmlichen, alltäglichen Wolljäckchen, nervös eine Zigarette nach der anderen kayend. Der Hunger sieht ihr aus den Augen, Not und Elend spricht die ganze dürstig« Gestalt. Dann einige einfach, aber sauber gekleidete Mädchen, die vielleicht im Kontor saßen und jetzt nach einer neuen Verdienstmöglichkeit gieren. Die Rummelplatz-Musik peitscht ihr armselig« Jugend auf, sie tanzen untereinander in Ermangelung anderer Gäste: das helle Licht, der warme Raum— alles ist schöner wie zu Hause. Der Herr Direktor — es ist inzwischen UM Uhr geworden— ist noch immer nicht da. Dagegen erscheint ein gemütllch lächelnder Herr mit zwinkernden Aepglein, steht sich.als„General-Direktor* vor, überreicht jeder der Damen eine Marke für ein Freibier und oertyostet sie auf die Gäste,„die noch kommen werdqn*. Auf die schüchtern« Frag« der einen, ob denn nicht wenigstens das Fahrgeld ersetzt wird, meint er:„Aber was, wenn Sie'n Kavalier haben, dann bringt der Sie schon im Auto nach Hause I* Nennt man das nun offen« oder versteckte Jhippelei und gibt «» für die Polizei wirklich keine Möglichkeit, diesen Ballhaushyänen das Handwerk zu legen?_ Weltliche Schule— Tempelhof. Für die neuzubildende weltliche Schule im 13. Verwaltungs- bezirk liegt bereits ein« große Anzahl von Anmeldungen vor. Um jedoch dem Bezirksamt den Nachweis von der Dringlichkeit des Verlangens möglichst deutlich zu erbringen, ist es notwendig, weit mehr Anmeldungen zu bringen, als unbedingt nötig sind. Es werden deshalb alle Eltern, die sich zur Neueinschulung oder Umschulung ihrer Kinder entschlossen haben, gebeten, die An- Meldungen zur weltlichen Schule möglichst sofort an eine der nach- stehenden Adressen einzureichen: Tempelhof: K l ü h s, Kaiser- korso 102, Dr. Karsen, Berliner Str. 56, K l a h n, Dorfstr. 52, W i t t h a u e r, Manteuft'elstr. 43, Klein, Kaiserin-Augusta- Straße 12: Moriendors: Hammler, jturfürstenstr. 46, Schütze, Großbeerenstr. 115. Stefan, Lankwitzer Str. 33/34, Ehrsam, Ehausseestraße, Kinderheim: Marien selbe: Fritz Greulich, Berliner Straße._' Slrafankrag gegen die„Koke Fahne*. Das Nachrichtenamt des Berliner Magistrats teilt mit:„Wegen der in Nummer 26 dieses Jahres der„Roten Fahne* gegen Herrn Stadtrat Schlich- ting erfolgten Veröffentlichung ist vom Oberbürgermeister Straf- a n t r a g wegen verleumderischer Beleidigung gegen den� verantwortlichen Schriftleiter gestellt worden, nachdem eine vom Magrstratsdirigenten veranlaßte Nachpnifung der Angelegenheit zu dem Ergebnis geführt hatte, daß ein Anlaß zu disziplinarem Ein» schreiten gegen Herrn Stadtrat Schlichting nicht vorliege.* '--i-Vö.V.-,;'■ Dachstuhlbranö In Steglitz. Ursache era schadhafter Ofen. Gestern nachmittag, kurz vor 3 Uhr, wurde die Feuerwehr nach der A r n d t st r. 40 im Bezirk Steglitz gerufen, wo im Vorder- Hausdochstuhl des zweistöckige» Wohnhauses Feuer ausgebrochen war. Beim Eintreffen der Wehren brannte der Dachstuhlkompler in gesamter Ausdehnung bereits lichterloh. Der Löschangrijs gestaltete siq äußerst schwierig, da das Wohnhaus nur einen einzigen Auf- gang Hot, der sich vom letzten Treppenabsatz zum Boden so vor- engt, daß er nur von einer Person beschritten werden kann. Nach Ueberwindung verschiedener Hindernisse wurde dann vom Trcpven- haus und über eine mechanische Leiter von der Straße aus insgesamt Oeffentl. Siedlerversammlung am Mittwoch, den 9. Februar, abends 8 Uhr im Lokal Esserich, Kaulsoorf, Frankfurter Str. SS Vortrag: Siedlerfrage«. Referent: Stadtrat Emil wuhky. Erscheint in Masten I Erscheint in Masten'. fünf Schlauchleitungen großen Kalibers Master gegeben. Das Feuer fand an Bodengerümpel, das in großen Mengen in den Bodenkammern lagerte, allzu reiche Nahrung. Bald bildete das ganze Dach ein einziges Flammenmeer. Unter starkem Geknatter explodierte ein kleiner Vorrat Infanterie- munition, den ein Mieter des Hauses auf dem Boden wahr- scheiniich versteckt gehalten hat. Mehrere leere Patronenrahmen wurden bei den Aufräumungsarbeiten noch vorgefunden. Erst nach zweistündiger angestrengter Löschtätigkeit war die Gefahr soweit beseitigt, daß mit den Ablösch, und Aufräumungsarbeüen begonnen werden konnte. Di« unter dem Brandherd gelegenen W o h n u n- gen haben unter Wasserschaden sehr stark gelitten. An verschiedenen Stellen wütete das Feuer mit solcher Gewalt, daß die Decken durchbrannten. Zwei Wohnungen mußten von den Mietern geräumt werden. Der gesamte Dachstuhl ist vernichtet, nur ein paar verkohlte Dachsparren ragen noch hervor. Di« Ent- stehungsursache ist vermutlich eine schadhafte Ofen- a n l a g e in einem Mansardenzimmer. Durch Ueberheizen wurde das eiserne Abzugsrohr glühend, so daß das Dachgebälk in Brand geriet. Es wurde zuerst Brandstiftung vermutet, doch konnten von Beamten der Kriminalpolizei, die eine eingehende Untersuchung vornahmen, keine Anhaltspunkte dafür gefunden werden. Die Aus- räumungsarbeiten dauerten— nachdem einige Ablösungszüge ein- getroffen waren— noch bis 8 Uhr abends. Unter Zurücklassung einer Brandwache rückten die Wehren ab. Die erste stadtische Ha»sfra«ensch«le. Zu Ostern d. I.' wird an der Luise-Otto-Peters- Schule, Gubener Str. 53(Leiterin.- Rektorin Görke), die erste städtische Hausfrauerschule eröffnet, deren einjähriger Besuch zum Eintritt in die Seminare für technische Lehrerinnen, für Hort- nerinnen und Kindergärtnerinnen und tn die Anstalten zur Aus- bildung von Fürsorgerinnen berechtigt. Ausbildungszeit 1 Jahr, Schulgeld monallich 5 M. Außer den vorgeschriebenen wistenschaft- lichen Fächern umfaßt der Lehrplan praktische Hausarbeit, Kochen, Gartenbau, Gesurdheitslehre, Säuglings- und Kleinkinderpflege. In die Hausfrauenschule können oufczenommen werden: Mädchen und Frauen, die l. das Schwßzeugnis eines Lyzeums oder einer an- erkannten Mittelschule erlangt haben: 2. die erste Klaste eines Lyzeums durchgemacht, aber das Schlußzeugnis wegen unzureichen- der Leistungen in Mathematik und Fremdsprachen nicht erhalten haben. Als Gastschülerinnen können junge Mädchen an den haus- wirtschastlichen Unterrichtsfächern teilnehmen. Anmeldunger täglich von 10 bis 11 Uhr sin Amtszimmer der Rektorin, Gubener Str. 53. Kunstgemeinde Kreuzberg. Das Volksbildungsomt Kreuzberg veranstaltete im Orpheum, Hasenheide, einen Kunstabend, für den die bekannte Schülerin von Professor Laban, Herta Feist, mit ihrer Tanzgruppe gewonnen wurde. In Einzel- und Gruppentänzen sah man die tänzerische Auffasiung und Wiedergabe verschiedener Tanzthemen, die, unter fast gänzlichem Verzicht auf besondere AeußerNchkeiten, auf streng durch- geführter' Gestaltung künstlerischen Wollens beruht. Die zahlreich erschienenen Zuschauer verfolgten die einzelnen Tänze mit viel Inter- esse, allerdings hatte man das Gefühl, daß es für die meisten von ihnen völliges Neuland war: das Publikum der großen Masse, das ja weder Zeit noch Gelegenheit hat, das Neue, Borwärtsdrängende der verschiedenen Kunstgattungen richtig mitzuerleben und so den Aufbau und den Uebergang zu verfolgen, wird hier etwas zu plötz- lich vor eine gänzliche Veränderung eines Kunstbegrifss gestellt, die in ihrer vollkommen neuen Auffassung alle bisherigen Empfindungs- normen von tänzerischer Grazie und Wirtungsmöglichkeit einfach über den Haufen werfe. Dielleicht wäre im Rahmen volkstümlicher Veranstaltungen eine Einführnug am Platze. Einweihung des Alexander-von-Humboldt-Hanses. Gessxrn nachmittag fand die Einweihung des in der F a s a- nenstraße gelegenen Alexander-oon-Humboldt-Hauses statt, zu der zahlreiche Gäste geladen' waren. Der erste Borssgende der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Dr. Lewald begrüßte die Erschienenen und führte in seiner Ansprache, in der er auf den Zweck und die Ziele des von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gegründeten Alexander-oon-Humboldt-Hauses hinwies u. a. aus: „Die rechten Kräfte der ausländischen Jugend nach Deutschland zu ziehen, das ist der Gedanke der Alexander-von-Humboldt- Stiftung gewesen, die bereits 180 ausländische Studierende aus 32 Ländern unter ihren Stipendiaten aufzuweisen hat. Um den ausländischen Studierenden ein Heim in Berlin zu geben. Ist nun- mehr dieses Haus gegründet worden.* Indem Lewald noch auf die Bedeutung Alexander von Humboldts für die akademische Jugend hinwies, übergab er das Heim seinem Zweck. Als Vertreter des Reichsministers Dr. Stresernam» ergriff hieraus Ministerialdirektor Gesandter Freytag das Wort und überorachte die Grüße und Glück- wünsche des Auswärtigen Amtes. Ministerialdirektor Professor Dr. Richter überbrachte im Austrage des in letzter Stund« am Erscheinen verhinderten preußischen Kultusministers die Glückwünsche des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft und Volks- bildung. Schließlich sprachen noch ein Vertreter des Ausländischen Akademiker-Klubs sowie ein Vertreter der ausländischen Studie- renden und der Humboldt-Stipendiaten. öee Jall tzackbusch. Eine amtliche Erklärung des LanÄcsfinanzamts. Ein wenig spät nimmt jetzt auch das Landesfinanzamt Berlin zu der Tragödie auf dem Finanzamt Neukölln Stel- lung und versendet folgendes Ergebnis seiner Feststellungen: „Der Vorfall un Finanzamt Neukölln, bei dem der Geschäfts- führer Paul Hackbujch feinen elfjährigen Sohn er- schoß, hat zahlreiche Angriffe gegen die Fmanzverwaltung, die beteiligten Finanzämter und ihre Beamten zur Folge gehabt. Diese Angriffe gehen fehl, weil die Tatsachen, auf die sie sich gründe», falsch oder entstellt sind. Im Falle Hackbusch steht schon letzt un- widerleglich folgendes fest: 1. Der Ausgangspunkt der Kritik, wonach der Täter durch die Drangsalierung seitens der Finanzbehörden zu seiner Tat gebracht worden sei, ist falsch. Gegen den Täter selbst ist überhaupt nichts oeranlaßt worden. Es hat sich vielmehr lediglich um die Steuern seines Bruders, eines Fabrikdirektors in Treptow, gehandelt. Auch gegen diesen hat aber kein Steuerstrafversahren geschwebt. 2. Pfändung, Stundungsgesuch und Stundungsversügung betrasen nur den Bruder des Täters. Die Stundung war mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Bruders des Täters nicht einmal geboten:— sie ist nach der Tat mit Rücksicht auf den traurigen Dorfall unter Zlufrecht- erhattung der Pfändung ausgesprochen worden. Don diesen Nor- gängcn hat der Täter im Augenblick der Tat keine Kenntnis gehabt: sie konnten also auch die Tat nicht auslösen. 3. Der Täter halte vielmehr mindestens seit dem 7. Januar 1927 die Tat geplant. An diesem Tage hat er bei Einholutjg einer Auskunft, bei der er unbegründet erregt war. erklärt:„Sie werden in der nächsten Zeit in den Zeitungen von mir lesen!* Auch in dem un- mittelbar vor der Tat abgegebenen Brief des Töters, der schon längere Zeit vor der Tat geschrieben sein muß, steht:„Ich will mit H."(dem Buchprüfer des Finanzamts Neukölln)„ein Duell ausfechten." 4. Der Buchprüfer selbst hat aus Grund der tjesetz- lichen Bestimmungen gehandelt, indem er die als nicht ausreichend und vollständig nachgewiesene Buchprüfung für nicht maßgebend bei der Feststellung des" Einkommens des Bruders des Täters erklärte und eine Schätzung durch den Steuerausschutz vorschlug. Daß diese an sich bedauerliche Tat eines überreizten Menschen zum Anlaß für heftige Angriffe gegen die Finonzverwallung und ihr« Beamten genommen worden ist, welche die vom Reichstag beschlosienen Ee- setze lediglich ausführen und nur ihre Pflicht erfüllen, beweist wie weit die unverantwortliche Hetze gegen die Finanzoerwallung und ihre Beamten gediehen ist.* Die beiden Sommerfelder Mörder sind noch nicht ergriffen. Es ist auch noch keine Spur gefunden, aus der man schließen kännle, wohin sie sich von Frankfurt a. O. aus gewandt haben. Beide können jetzt genauer beschrieben werden. Kurt Sommer ist 1,74 Meter groß." 19 Jahre alt, hat diirkelblondes. links xefckeitelles, glattes Haar, eine etwas aboeftumpste Ras« und mehrere besondere Kenn zeichen: einen Zentimeter settwärts vom linken Nasenflügel einen Leberfleck, am linken Mittelfinger auf der oberen Seite des letzten Gliedes eine Narbe und ein« ähnlich« auf dem Mittel- glied des Ringfingers der rechten Hand. L i b r e n z sst 18 Iah-e ölt, 1,64 Meter groß, mittelkräftig, hat hellblondes, gescheiteltrs Haar und ein frisches Gesicht. Unglücksfall oder Doppelfclbstmordoersvch? Mieter des Haufis Roßftraße 1 nahmen gestern vormittag starken Gasgeruch wahr, d-n* aus der Wohnung des Arbeiters Max Temming drang. Polizei und Feuerwehr wurden benachrichtigt und verschafften sny, als auf Klopfzeichen nicht geöffnet wurde, gewaltsam Einlaß. In dem völlig mit Gas angefüllten Schlafzimmer wurde Temming und dessen Frau Emmi in den Betten liegend leblos auf- gefunden. Die Feuerwehr nahm Wiederbelebungsoersuche mit Sauerstoff vor, die nach fast«instündiger Tätigtest bei beiden Per- sonen von Erfolg gekrönt waren. In bedcntlichem Zustande wuroe das Ehepaar in das Urban-Krankenhaus geschafft. Es konnte bisher noch nicht ermittelt werden, ob ein Unglücksfall vorliegt oder ob«. mit seiner Frau gemeinsam aus dem Leben scheiden wollten. Hunderennen am Funkturm! Im Rahmen der Hundeschou aller Rassen, die an den beiden Schwßtagen der„Grünen Woche, Berlin 1927" in der Alten AutoHalle stattfindet, veranstaltet der Berliner Hunde-Rennklub am Sonntag, den 6. Februar, von VA Uhr ab auf dem Gelände hinter dem Funkturm Hunderennen und Hoch- und Weitsprungtonkurrenzen. Ferner werden die Mitglieder der Laudesgruppe Mark Brandenburg des Deutschen Schäferyundverbondes, Gaii Berlin(DSV.) um 4 Uhr in der Alten Autohalle den deutschen Schäferhund in allen seinen Verwendungs. Möglichkeiten als Schutz- und Polizeihund vorführen. Tinea wekkkampf zwischen 25 Pferdegespannen und einem 50.? 5- Raupenschlepper veranstaltet die Pserdeschutzwoche am Sonntag, den 6. Februar, nachmittags 1 Uhr, auf der Aousbahn. Es treten 25 Gespanne im Wellkampf mit einem 50-5>?-Raupenschlcppr und ein Lastzug im schwierigsten Gelände an. Bestrafte Schwarzhörer. Im abgelaufenen Vierteljahr sind 488 Personen wegen unerlaubter Errichtung von Rundfunk- anlagen zu empfindlichen Geldstrafen rechtskräftig v e r- urteilt worden.' � per MsUrÄO Pt. 31# 90 e» biait, Ä C per Ueti,r 39 Pf,<£9"• u. Kupons Kindeirtuoh.ctark.« OA tPix..5 Mslci Linon, 60 es A K droit.. S Uotor OftaoO Linon, c*. 190 cm droit. 4.15 Meter«» OA ffir 1 Oberbett. e9aOW Dowlas, ca. 130 em breit, lur 2 ysttlakea, i Mater. 7.25 Oberbett-Bezug Linon wmwig<» i»*»» 3.95 Dowlas-Laken krftftiga QuliUU m. 150X2» 3.95 Ueberlaken HohlsaumMSSSfS.SO KissenbezUse Unguetten-Verzierung 1,25 Stickerei-Einsatz— 2.25 Hohlsaum bandgoxogon.2.75 Handtücher dennur Reinleinen«>d Halbleinen n. w*hi« pi 48 razenslr Metaii- Bettstellen Penises Oberbett graurot Inlett 9.50 Bett-Inlette Oberbetten, Unterbetten, Kissen Steppdecken Satin-Oberseite todtw. g 25 •eo Farben 307, rot s. rotrcM gestreikt, tails »U Naht od. klaiono Fablern ß herabgesetzt Bnorm billig I Daunendecken la Daunsnsatin>»» primaDannen, w dirert. Jf-Q,"9 R Färb., mitkleia Fehlern§ 9 9.25 Bogenform 5Ä!& fedoroatratza. 90X190.»ei» oder aebwaro 40 KA Uckiart... laf.9w Kinderwasen welBo nd farbige,«alt Foblera *1*40%££& Klappwagen 16.80 Gr. Wagen 38.80 MaiifWtbatbe«utobtlUi I Seit 1886 Unbedingt größtes Spezlalhaus Deutschlands für Bettfedern, Betten und Schlafzimmer bedarf / Arbel ter-Slittur Kartell Groh-Berlm. Slofoole-Sonzeri. Sonniai,. den"27. Kcbtuar. nachuiiltagS 3'/, Uhr, im großen Saal der Philharmonie, Bernbnrgcr Straße, drittes Ar- beiter-Sinfonietanzert mit dem Philharmonisihcn Orchester unter Leitung von Sascha Horenslciir Programm: Ouvertüre zu.Ter Wasserträger'. L. Ckerubini;.Berllärte Nacht'(sür Streichorchester), Arnold Schönberg: Sinfonie w C-6ur, Franz Schubert. ElnlritlSprciS 1,30 Ml. FtüilinoS'BInfferiom. Sonntag, den 6. März, mittags',',12 Uhr, findet im Theater der Loltsbühnc am Aülowplatz die Urausführunq von „Ein FrühliiigSmy'lerlum'. dramatisches Chorwerk von Bruno Schönlank, statt Muül von Sreinz Tblesscn. Es wirken mit: der Svrechckor sür Pro- letarische Feierstunden. Einzelsprcchcr find: Heinrich Witte. Lothar Müthel, Alexander Bockert, Wols Trutz. Elsa Wagner. Ferner wirken mit: der Berliner BolkSchor, der Gemilchtc Chor Sroß-Berlin, der Schubertchor, der IXunpe Cbor, der �lugend- und Kinderchor des Gesangvereins.Harmonie'- Charlottenburg sämtlich Mitglieder des Arbeiter-SänaerbundeS), Tanz- gruvpe Hertha Feist, das Berliner Emtonie-Orchelter. Musikalische Leitung Falcha Horenslein. künstlerische Gesamtleitung Albert Florath. EintritsprciS 1,30 M, Am Ist. März wird die Aujsührung wiederholt. Alaiseler. Am l. Mai findet in der Philharmonie eine Ausführung der Neunten Sinfonie von Beethoven statt. Karten sür alle Veranstaltungen sind zu haben: in der Geichästsstelle deS Arbeiter-Kultur-Kartells. Liudenstr. S. 2. Hof, 2 Tl., Zimm. 8; im Ortsausschuß deS ADWB.. Eng eluier 24-25: tu den Bureaus der Verbände: Zentralverband der Angestellten, Belle-Alliance-Straße 7-10; Verband der graphischen HilsSarbeiler. Ritterstr. 1: Figarrengeschäft Horsch, Engeluser 24 bis 23: Tabakocrtrieb GEG.. Jnselslraße 6: Buchhandlung Varwärts, Lwdenstr. 2; bei den BildungSobleulen der Kreise und Zlbteilungen: in den VorwärlSspeditionen. Für die Frauen der kanfumgenofienschafi beginnt am Montag, den 14. Februar, pünktlich 7 Uhr. in der Angc stell tenkantine deS VerwallungS- gebändes in Lichtenberg. Rittergutstr. 17s 18, ein g e n o s j e n s ch a s 1- l i ch er Lehrgang, der sich über vier Vortragsabende erstreckt. Die Teilnahme ist unenigeltlich: Frauen, die gewillt sind, an dielem Kursus teilzunehmen, wollen sich unier Vorlegung ibreS Mitgliedsbuches am 14. Februar(trflcr Vortragsabend) im Porti agLzimmew melden. Die Straljenbahnlinien 88 und 176 führen bis zur Rittergutslragc. Pestalozzi. QJedenisfler. Am 17. Febinar veranstaltet der Bezirks- bildungsausschuß im Oberlichisaal der Philharmonie, Bernburgcr Slrag«, eine Pestalozzi-Ehrung. Die Feier wird eingeleitet durch Gelang deS Kindcrchors. deS Gesangvereins.Harmonie'-Charlottenburg. Ober- ftudtenrat Eenosle Karsen halt die Gedcnirede, und Frau Wally Seidel wird aus den Werken Pcsialazzis lesen. Die Feier beginnt um 8 Uhr. der Eintrittspreis betrag: 70 Pf. Ka:ten find zu haben Im Bureau des BezirlSbildungSanSschufieS. Liudenstr. 3, 2. Hos 2 Tr., Zinimer 8, in der Vorwärtsbuchhandlung Liudenstr. 2. Zigarrengcschäft Horich, Engclufer 24/25, Tabakoertrieb GEG. Jnielslr. 6, Sozialistische Arbeiterjugend Lindenstr. 3, 2. Hos 2 Tr., Zimmer 11, bei den BildungSobleuten der Kreise und Ab- teilungen, in den BorwärtSspeditionen. Lehrer, Elternbeiräte. Kindersrcunde sowie olle an ErztehungSsrageu Beteiligten find hierzu ganz besonders emgeladen. » Theater. Am Sonntag, den 20. Februar, nachmittags 8 Uhr, findet tm Theater der Volksbühne am Bülowplatz unsere nächste Theatervorstellung stall. ES kommt zur Aussührung.Ein Troumspirt' von August Strind- berg. Die Platzkarten werden verlost, die Verlosung beginnt nachmittags 2 Uhr. EmllillspreiS 1,30 HB., einschließlich Garderobe und Theaterzettel. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigleu, Kriegsleiluehmer und Krieger- hioterbliebeuen, Gau Berlin, veranstallet am Montag, 7. Februar 1927, 8 Uhr. im GewerlichastshauS. Engeluser 24/25, eine öffentliche Kundgebung. Res er eirt: Dauvorfitzender Eberl. Kriegsopfer erscheint in Massen I pleistrrschaft der Feiluagsfahrer. Auf der Rütt-Arena, am Kaiser-Friedrich-Platz, findet am 13. Mär», um 11 Uhr vormittags, die Reifterschult der Berliner ZestungSfahrer statt. Um die Radrennbahn befindet sich eine 850 Meter lange Straße, auf welcher über 40 Runden gleich 35 Kilometer die Meisterfchaft ausgetragen wirk Meldungen werden täglich ab Montag, den 7. Februar, im Bureau der Rütt-Arena fchriflltch oder mündlich, sawie nur fchriftlichin der Redaltüm der.Radwell' entgegengenommen. Bei Abgabe der Mel- dung muß Bor« und Zuname, Aller, fawic Zeitungsverlag angegeben werden. Durchgehendes Braucreiwoliengespann. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich gestern, in der Grunewald- Ecke Schloß- st r a ß« zu Friedenau. In der Ganghoferstrasze hielt ein Brauerei- wogen, von dem die Brauer einige Biersästen abluden. Die Pferde scheuten plöxlich und gingen durch. In rasendem Tempo ging es die Ganghoferstraßc hinunter. Kurz vor der Straßenkreuzung Grunewald- und Schwßstraßk prallte das Gefvann nacheinander gegen acht an der Drofchkenhalleftellc steherde Kraftdroschken, wovon vier schwer, die übrigen leichter beschädigt wurden. Durch das Eingreifen beherzt hin.zufpringendsr Straßenpassanten konnte das Gespann ausgehalten und noch größeres Unheil verhütet werden. Menschen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Berusekundliche Vorkrage des Beruf samts Süd �umfassend die Bezirke Neukölln, Kreuzberg und Tempelhof). Dienstag, den 1. Fe- bruor fand in der Aula des Ersten Lyzeums, Berliner Str. 9/11, in Neukölln, ein weiterer Vortragsabend statt, der Eltern und Jugendlichen Aufklärung über die geistigen Berufe bot. Minifteriak- rat a. D. Falkenberg schilderte die Anforderungen und Einstellungs- Möglichkeiten für die Berufe als Beamter oder Angestellter im öfsentlichen Dienst. Auch der zweite Redner. Jugcndsekretär Eschbach, oermochte in hohem Maße das Interesse der Eltern und Jugendlichen zu erwecken, indem er die Angestelllenberuse in Handel und Industrie in ihrer das ganze Wirtschaftsleben umfassenden Viel- qestaltigkeit vor Augen führte. Am nächsten Dienstag, den 8. Fe- bruar. abends 7 Uhr, findet der letzte Vortrag in diesem Jahre statt, der den jungen Mädchen gewidmet ist, und zwar werden die hauswirtschastlichen, pflegerischen. so- zialen und Lehrberufe sowie die Tätigkeit der Frau in Handel und Industrie und im öffentlichen Dienst de- handelt werden. Eintritt ist für alle Besucher frei. Nach hundert Jahren! S Millionen Goldmnrk statt 300 000 Mark. Ein deutscher Kapitän M a n n f e l d, der zu Beginn des lS. Jahrhunderts für englische Rechnung zwifchen.Homburg und Ost- indien fuhr, halle sich 1811 rund 390 000' Goldmark gespart lind hinter- legte sie damals bei der Englischen Bank auf Ceylon unter der Be- dingung, daß sie nach hundert Iahren mit den aufgelaufenen Zinsen an seine Erben auszuzahlen seien. Seit 1911 bemühte stch die Englische Bank, die Erben ausfindig zu machen. Durch den Krieg ver- zögert, ist es erst jetzt gelungen, sie zu finden. Es handelt sich um 18 Personen, von denen 12 als kleine Leute in Deutschland und 6 als dänische Staatsangehörige in Dänemark wohnen. Sie haben sich nunmehr in die g Millionen Mark, zu denen die 300 000 M. seit 1811 angewachsen sind, zu teilen. Einigung über die hohen Fuukwellen-. Am 28. und 29. Januar fand m Brüssel auf Initiative von der, Internationalen Union für Radio-Telephonie"' eine Konferenz statt, um ein Uebereinkommen zwischen den verschiedenen Sendestationen zu treffen, wodurch die zahlreichen Störungen, die die einzelnen Stationen bisher beeinträchtigten, in Zukunft vermieden werden sollen. Zu der Konferenz hallen Deutsch- land, England, Finnland, Frankreich, Holland, Italien. Norwegen, Oesterreich, Polen, Rußland, die Tschechoslowakei und Schweden Per- treter entsandi. Die Besprechungen führten zu einem U e b e r e i n- kommen zwischen Deutschland, Dänemark, Holland. Italien, Polen, Rußland und Schweden, wonach die folgenden Stationen ab 10. Februar mit nachstehenden Wellenlängen arbeiten sollen: Leningrad 980, H i l v e r s u m 1060, Warschau 1111.1, S ö r ö 1133.8, Rom 1200, Königswu st erhausen 1250 und M o t a l a 1304.5. Man hofft dadurch die Störungen in Zukunft vermeiden zu können. 102 Jahre alt. Bor wenigen Togen konnte der frühere Schäfer Johann Lond- be r g in Peterswald«, Kreis Schlochau. seinen 102. Ge- burtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich noch einer erstaunlichen körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Er liest noch ohne Brille die Zeitung. Londberg wurde am 3. Februar 1823 zu Preußisch-Fried- lond geboren. Er ist der älteste Einwohner der Grenzmark. Das Eltde eiucs Naudeuführers.> Der gefährliche Banditenführer Bulgarien«, Micha! T s ch e t o, der schon von sechs Iahren zum Tode durch den Strang verurteilt worden, aber dann aus dem Kerker entwichen war. ist jetzt ermordet worden. Ein Mitglied seiner fast hundert Köpfe zählenden, in den Dörfern verstreut lebenden Bande, von Beruf Friseur, der ihn ge. lcgentlich rasierte, verriet ihn bei der Warnaer Polizei, um sich selbst Straffreiheit zu sichern. Der Polizeichef händigte ihm darauf einen Revolver aus mit dem Auftrag, den vielfachen Raubmörder beim nächsten Zusammentreffen zu erschießen. Das geschah in der Nacht vom Mitiwoch zum Donnerstag. Lebendig begraben! In der Stadt Mayet haben nach einer Meldung aus Poris ein Hlüzknecht und dessen Frau ihr neuge. boren'es Kind lebendig begraben. Das Ehepaar, dos auch eines feiner anderen Kinder arg mißhandelt hat, wurde ver> haftet._ Seschästliche Mitteilungen. Die Firma Werthrim hat neuirblnz« eine Einrichtung getroffen, welche ein» große Annebmlichkeit für den großen«undenlrei» der Forma bedeutet. Hot nämlich die Reichs posi veranlaßt, ein gweigpostamt in ihrem Eefäiästshaule Leipziger Straße-inzurichten. Es werden alle Arten Briefe, Drucksachen, Post- anweisungni, Postswccko und Telegramme angenommen und postlagernd« Sachen ausgegeben, sowie alle Arten Briefmarlen und Postformulare verlaust. Das Postamt ist bequem im Erdgeschoß gelegen und während der Eeschästsstundcn ununterbrochen gcöfftiet. und Für die letzte Weiße Woche hat da» weltbekannte deutsch« Gardinen- .---- i, seit 4» 5a:"'" lotroffon. ewährt� die altbekwurte Finna zaus Emil Lefdvre, seit ii 5«5«n nur Berlin Süden, Oranrenstr. 15N, Nähe Moritzp'atz, allergrößte Borbereitungeu getrosfen. lim ihrem großen »unbentrei« etwa» ganz Besondere» d» biet«», gewährt dl« altbekwurtd Finna ..... i anerkannt billigen Preis« 10 Proz. i>.abqtt ihrer Riesenläger, also nicht nur auf weiße für dies- Weiße Woche trotz ihrer anerkannt auf alle Artikel ohne Ausnahme ihrer Riese.....____ Waren, sondern auch auf Tevpich«, Brücken, Diwaad ecken, Möbelstoffe usw. Wer die ganz besonderen Elnkaussvorteile bei Teppich Lesdvre wahrnehmen will, benutze di< diese Loche dazu. Neukelln erhält da» größte Sick heater Europa». Am 17. ___ W>_ ebruar wird in Neukölln, Hermann-, Ecke Iägerstratze(ehemaliger Garten der Berliner Nindl-Brauccei), das größte Lichtspieltheater Europas, der zweite„Mereedcs- Palast' eröffnet. Das Theater, da» zu ebener Erde liegt, umfaßt 5000 Sitzplätze. Das Neueste aber besteht darin, daß es kein« Stufen, leine Treppen und keinen Balkon hat. Es ist technisch sa fabelhaft gebaut, daß es In einer Minute geräumt werden kann. Dre Sitze sind überaus bequem und gut ge» polstert. Trotz der Größe ist das Theater intim und hat von jedem Platz au, -in- glänzend- Sicht. Die Proscktionswand Ist nach einem neuesten amcri. aut und vollständig stimm er frei- In dem Theater befinden «ine Lust, und Heizungsanlage, die nach den saften gebaut ist und im Winter das Theater vorzüglich heizt und im Sömm« angenehm kühl hält. Zwei Orchester werden für die uru(Italische Unterhaltung sorgen, die durch ein« große,«ingebaut« Orgel unterstützt werden._ Sanäi glänzend! scheu Pole: nt gl wetlerbertchl der öffenllichra weNrrdlevslffelle für Berlin und Lmgegend. (Nachdruck verb.) Nach-lurzer Austlarung wieder neue Eintrübung mit Regeniällen bei aufjrischenden südwestlichen Winden. Temperawien zu. nächst etwas niedriger, später mit auffrischenden südwestlichen Winden wieder eintrübend— Für Benischland: In Mittel- und Westdeutschland nach kurzer Ausheiternng wieder neue, zuerst in Westdeutschland«in. setzende Trübung mit Regensällen. Süd- und Ostdeutschland trocken. C. Spittclrnarkt 15 W, Potsdamer Straße 50 NW. Wilsnacker Str. 22 C Rosenthaler Straße 14(an der Kurfürstenstr.) NW. Beusselstraße 29 W, Schillstraße 16 NW, Turmstraße 41 N, Friedrichstraße 130 N, Müllerstraße 3 N. Brunnenstraße 37 N, Danziger Straße 1 O, Andreasstraße SO O. Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstraße 2a SO, Wrangelstraße 40 SW. Friedrichstr. 240/41 Neukölln, Bergstr. 30/31 Potsdam. Brandenburger Str. 34 Charlottenbure, Wilmersdorler Straße 122/23 WERTHEIM LeTpzfger Straße Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Der Enveiferungsbau am Leipziger Platz isi eröffnet Weiße Woche Vom 29. Jon. bis 7. Febr. Einige Beispiele dieses außerordentlich billigen Verkaufs: Damenhemden mit Stickerei 2l5 2 75 Nachthemden für Damen, � mit Stickerei eA 90 Prinzeßröcke mit Stickerei 2 75 425 Gardinen' Kariert Etamine is« em breit, Meier 48 pr. Scheibengardinen..... Meter 40 pr. Gardinenstoff geucbirnn...Meter 68 pr. Haibvorhänge ei-mwe 95 pr. Iss 2?» FensterdekorationgcMen™l2io 6 so Gewebt Tüll-Bettdecken, Bett 2-» Halbvorhänge vSLt» 4ss 7 so Fenster-Garnitur�ÄnÄ!l 4s- Tischzeuge Drell-Tischtücher �"W'n�it« 220 Jacquard-Tischtücher Gri$Uo 3 so Mitteldecken � � 125 Tischtücher Re,n,e,ncn' S?»;,« cm S?» Madapolam feinfädlg, Meter 42 PI. Linon Kissenbr. Meter C C Deckbett. A ß breite Pf. 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Nach den von uns bereits im Abend- blatt wiedergegebenen Ausführungen der Abgg. Stegerwald(Z.). S t o e cke r(Komm.) und Feder(VAk.) ergreift �bz. randsberg(603.) nochmals du* Wort. Er führte,«te«tr zum Teil schon«tt- teilten, aus: Minister v. Keudell wird noch einmal das Wort nehmen müssen, sei es auch nur um Mitteilungen, die ich zu machen habe, als richtig zuzugeben. Er hat es gestern so dargestellt, als ob er m der Zeit des Kapp-Putsches genau derselbe treue Beamte der Republik gewesen sei, wie«r es jetzt nach seinem Ministereid sein mutz, und daß er lediglich im Auftrag setner vorgesetzten Behörde, des Regierungspräsidenten in Frankfurt a. d. O. gewisse Flugblätter zur Unterstützung der Kapp-Diktatur Hab« verbreiten lassen. Roch den un» zugegangenen Information«» ist diese Darstellung n n- richtig: vielmehr hat condrat v. ScudeS in der Jett des Kapp-Pulsches seiner weltgeh eudeu Sympathie mit dem Unternehme» des kapp durch H« Tat und durch da» Wort Ausdruck gegeben. (härt. hör« links.) Die Flugblätter mit Berordnungen und Bekanntmachungen der Kapp-Regierung sind im Kreise Königsberg i. d. Neumark amtlich verbreitet worden, die Verordnungen der rechtmäßigen Negierung aber nicht.(Zurufe rechts: Die nxir doch aus- gerückt!) Meines Wissens hat die Reichsregierung ihren Sitz da- mal» nicht nach Doorn verlegt. lSehr gut! links.— Zuruf recht»: Sie sind doch auch ausgerückt.) Ich war damals in Brüssel. Die deutsche Regierung hatte damals den Generalstreik proklamiert zur Abwehr des Kapp-Putsches. Die deutschen Be- amten waren verpflichtet, den Anweisungen der deutschen Re- gierung entsprechend zu handeln. Was aber hat cherr v. Keudell getan, als der Vertrauensmann des Deutschen Landarbeiterverbandes für den Generalstreik Propaganda machte? Ließ er diesen Mann zu einem Mühlenbesitzer kommen, um ihm folgend« Veröffentlichung vorzulesen:„Die neu« Regierung Kapp hat mit der alten Regierung eine Einigung erzielt„und ergänzt sie"', der Vertrauensmann des Land- orbeiterverbandes soll sich nun in das unvermeidliche Schicksal fügen, wie er. nämlich Herr v. Keudell das am 9. November 1918 getan habe? (Große Heiterkeit.) Wenn der Vertrauensmann weiter für den Ge- nerasstreik tätig sei. so werde der Landrot o. Keudell ihn in S ch u tz- hast nehmen müssen.(Stürmisches Hört! Hört!) Die Darstellung des Herrn v. keudell. daß die Brücke our mit Gendarmen beseht worden sei, ist falsch. Tatsächlich waren au der Besetzung Zivilisten beteiligt, d. h. Kappisten. Herr v. Keudell hat auch noch in anderen Fällen die Beteiligung, an dem von der Regierung angeordneten Generalstreik gegen die Kapp-Regierung zu verhindern gesucht. Aus diesen Tatsachen geht hervor, daß. Herr v. Keudell die Bekanntmachungen der Kapp-Regierung veranlaßt hat. dagegen die Bekannt- machungen der Reichsregierung von ihm nicht veröffentlicht wor- den find, und daß er die Maßnahmen, die die verfassungsmäßige Reichsregierung angeordnet hat, um die Kapp-Regierung niederzu- werfen, zu vereiteln gesucht hat. Zu diesem Punkte wird sich Herr v. Keudell hoffentlich noch äußern. Als Präsident Löbe nunmehr mitteilt, daß weitere Wort- Meldungen nicht vorliegen, entsteht im Hause ein Sturm der Entrüstung. Gleich darauf teilt der Präsident mit, daß Herr v. Keudell sich jetzt zum Wort« gemeldet habe. Er habe das nicht früher getan, weil er glaubte, daß die Rednerliste noch nicht ab- geschlossen sei. Innenminister v. Keudell beruft sich auf seine gestrigen Ausführungen, wonach er v o m R e- gierungspräsidenten den Austrag bekommen habe, den Weisungen des Milttärbefehlshabers zu cnt- sprechen. Ihm sei nichts oaoonbekannt gewesen, daß von der Regierung der Generalstreik proklamiert worden sei. Auf Anordnung des Kommandos von Küstrin habe er dem Generalstreik entgegenwirke« müssen. Herr v. Kendell behauptet weiter, daß er die Brücke zum Schutz gegen kommunistische Horde» ans Eberswalde habe besetzen lassen müssen. Er gab zu, daß an der Brücke nicht nur Seudarme« standen. sonder» auch zwei Zivilisten. Zu der kommunistischen Interpellation, wonach auf seinem Gute die Olympia beherbergt worden sei, erklärt er, das sei 192 4 gewesen, als die Olympia in Preußen noch nicht verbot«» gewesen sei. Damals habe sich tatsächlich ein Ferienlager der Olympia bei ihm aufgehalten. Abg. Höllein(Komm.) ruft: Ihre Stirn, Ihr« Stirn möchte ich haben.(Stürmische Heiterkeit.) Der Minister erklärt zum Schluß, daß der Vertrauensmann Sasse, auf den sich Abg. Landsberg gestützt habe, unglaubwürdig sei. In diesem Sommer— 1926— Ist nur ein Ferienlager de» sogeuannteu Jungdeulschiandbande» bei mir gewesen, einer Organisation, die nachweislich der Akten unter Gegenzeichnung des sozialdemokratischen Staatssekretärs Schulz unter meinem Amtsvorgänzrr mit Geldzuweudnngen unterstützt worden ist. Abg. Habe(vött.): Ich habe den Eindruck, daß dt« Omwflttnn der Sommuntsten oie Ruhmsucht der Sozialdemokrat« nicht hat schlafe» lassen. Run schicken Sie ihre« Protestkomiker vor(Präfldent Löbe erteilt dem Redner einen Ordnungsruf), um aus irgendeiner klemen angeblich dunklen Vergangenheit eines Ministers irgend- ttioas herauszuholen.(Lärm link», Zurufe: Jakob, Lausbvb?) Präsident Löbe: Herr Kube macht mich darauf aufmerksam, daß er weder Jakob noch Lausbub heißt.(Stürmische Heiterkeit und lebhaste Zwischenrufe rechts.) Herr Kube hat das von mir oerlangt und außerdem gebeten, daß ich dem Herrn, der den Zuruf gemocht hat, einen Ordnungsruf erteile.(Zwischenruf recht».) Er hat das in dieser Weise verlangt; das muh ich doch besser wissen als Sie.(Große Unruhe im ganzen Haufe.) Ich rufe den Abg. I e s ch k e(Komm.) zur Ordnung. Abg. kube sortfahrend: Um was handelt es sich? Die Sozial- demokratie hat ihre Felle auf der ganzen Linie wegschwimmen sehen (Lärm), dieselbe Sozialdemokratie, die jahrelang in der Vergangen- heit Revolution gelehrt hat. Wenn sie weiter nichts vorzubringen hat, als daß einmal ein Landrat seiner Begeisterung für den Kapp-Putsch Ausdruck gegeben hat...(Stürmische Zwischenrufe von links und andauernder großer Lärm.) Wir nehmen es Herrn o. Keudell nach keiner Richtung übel, wenn er sich damals für den Kapp-Putsch ausgesprochen hätte. Eine Partei, die jähr- zehntelang alle Grundlagen des nationalen Staates und der christ- lichen Kultur untergraben hat, hat da» Recht oerwirkt, sich über revolutionäre Gesinnung aufzuregen. Marx künöigt Untersuchung au! Zur allgemeinen Ueberraschung besteigt Reichskanzler Dr. Marx die Tribüne, um folgende Erklärung üb« den Fall Keudell abzugeben: Die Behauptungen, die aufgestellt sind, in ihrer Bedeutung abzuschätzen und zu beurteilen, bin ich jetzt nicht in der Lage. Ich habe mich aber gestern mit Herrn v. Keudell dahin abgesprochen, daß- selbstverstSirdlich die ganze Angelegenheit von mir untersucht werden wird. Es herrscht« zwischen uns volles Ein- vernehmen, daß ich selbstverständlich mir auch die litten aus der früheren Zeit kommen lasse und sie einsehe. Ich möchte jetzt schon feststellen, daß Herr v. Keudell erklärt hat,« habe damals bei der zuständigen preußischen Behörde die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegensich beantragt. Daraus hat er von der preußischen Behörde überhaupt keine Antwort erhalten. Das hat er versichert. Es liegt in seinem Interesse, das Der- fahren noch nachzuholen, um festzustellen, wie damals die Sache war. Ich werde selbstverständlich die Prüfung der ganzen Angelegenheit in die Hand � nehmen und möglich st beschleunigen.(Zwischenrufe links.) Abg. Sloecker(Komm.). Herr v. Keudell hat nicht bestritten, daß er wochenlang ein« Abteilung der Ülympia auf seinem Gute militärisch ausgebildet hat. Die Tatsach«, daß die Olympia später verboten wurde, ändert an ihrem Charakter nichts. Herr v. Keudell hat ferner nicht bestritten, daß der L« i t e r der Olympia. Oberst o. Luck, wiederholt auf seinem Gute während der mili- tärischen Uebunaen gewesen ist. Er hat auch nicht bestritten, daß er am Schlüsse dieser Kriegsübung eine Ansprache gehalten hat. die da- mit schloß, wem, die Zeit kommt, wo wir wieder gegen den äußeren und inneren Feind zu stehen haben, dann werdet ihr hoffentlich alle euren Mann stehen. Lanüsderg überführt keuüell! Genosse Landsberg ergreift abermals das Wort. Er hott zu einem neuen Schlag gegen von Keudell aus, der ungeheure Aufregung im ganzen Haufe hervorruft. Er verliest die Verordnung, die v. Keudell an, Ib. März 1929 verbrettet hat. Darin heißt es: Auf Grund des Gesetzes über den Ausnahmezustand verordne ich im Auftrage des Reichskanzlers(Kapp) im Interesse der Auirechterhallung von Ruhe und Ordnung: Verboten find der Druck, öffentlicher Verkauf, die Verteilung oder sonstige Verbreitung aller Telegranime, Plakate, Extrablätter, Flugblätter und Zettel od« ähnliche nicht periodisch erscheinende Blätter, die irgendwelche A nordmingen oder Kund- gebungen der ehemaligen Negierung enthalten."(Stürmisches Hört, hörtl) Es folgen dann die S t r a f b e st i m m u n g e n: Die Ortsbehörden werden ersticht, für- die sofortige Weitervc r- breitung zu sorgen.(Erneute Hört, hörti-Rufe. Es ertönen Rnfe wie Hochverräter, im ganzen Haufe herrscht große Unruhe. Einige tomnnmiftisch« Abgeordnete erhalten Ordnungsrufe. Präsi- dent Löbe ruft den Kommunisten zu: Wenn Sie empört sind. tun Sie da» in parlamentarischen Formen, aber nicht in Schimpf- warten.) Herr». keudell behauptet, vom Regierungspräsidenten die Er- «öchkgung erhalten zu haben, die Anweisungen de» Militär- Da» ist die eiserne Stirn.) Selbst wenn die Ermächtigung erreUl wäre, ergibt sich denn nicht die ganze Einstellung Keudells zum Kapp-Putsch schon aus der Tat- fache, daß er überhaupt in Frankfurt a. d. Oder angefragt hat.(Stür- mische Zurufe rechts: Nein!) Ein Beamter wird bei Begehung ein« strafbar«, Handlung niemals gedeckt durch die Zustimmung sein« vorgesetzten Dienstbehörde.(Zurufe rechts: 1918 haben Sie etwas anderes gesagt.) Ich glaube, der Herr Minister sollte seine Verteidigung nicht Herrn Kube überlassen, er sollte offen und ehrlich eingestehen, daß er zur Zeit des Kapp-Putfchcs die vollste Sympathie mit Ka o p gehabt hat und seinerzeit alles daran gesetzt hat, um diesem Putsch zum Siege zu verhelfen. Daraus könnte Herrn v. Keudell kein Mensch einen Vorwurf machen. Ob er noch weit« Minister bleiben kann, wäre allerdings ein« ander« Frage. Ich glaube, daß Herr v. Keudell zu einem solchen Geständnis genötigt sein wird. vertagang See Sitzung. Während der Red« Landsbergs umdrängen die Abgeordneten die Rednertribüne. Die Erregung ist auf den Höhepunkt gestiegen. Da— neu« Ueberraschung! Die Sitzung wird vertagt. Abg. Alitzka(Z.) beantragt gegen 2 Uhr namens seiner Fraktion Vertagung der Sitzung auf eine Stunde, in der Hoffnung, dadurch eine wesentliche Beruhigung zu erzielen. Präsident Löbe stellt fest, daß den Völkischen, die durch eine and«e Veranstaltung noch fern gehalten feien, zugesagt worden sei, die Abstimmung werde zwischen 2 und 2� Uhr, jedenfalls nicht vor 2 Uhr, stattfinden. Dies möge bei der Abstimmung berücksichtigt werden. Die Abstimmungen. D« An mag Ulitzka wird gegen die Stimmen d« Linken ange- nommen. Die Sitzung ist also bis Z Uhr oertagt. Die neue Sitzung wird um 314 vom Präsidenten Löbe eröffnet. Die Abg. Sänger und Schiller-Hannooer(Soz.) werden wegen beleidigend« Zurufe gegen den Abg. Kube nachträglich zur Ordnung gerufen. Di« Kommunisten bringen einen Mißtrauensantrag gegen den Minister v. Keudell ein. Präsident Löbe schlägt vor, zuerst über den von den Re- gierungsparteien eingebrachten Dertrauensantraq abzustimmen, werde« angenommen, so seien damit all« Mißtrauens- «mträge, auch die gegen einzeln« Minister«ledigt. Abg. Stoecker(Komm.) meint, daß auch bei der Annahme des Vertrouensantrages üb« die einzelnen Mißtrauenscmträge abge- stimmt w«dcn müsse. M&wcMtegmino(hrcchtamfi das Seexhunk, dassbm cmgetocfftoi; füt Scnüsßc habidi von dea schlankm, Sa d�m�antitea%i erhoffen f lim drängt das daß dies besprach skkendet jedoch ich büinodilangc nicht soweit: tfördie Massary'$ die du mir gespendet Bin ich vctbtmdcn dir auf ßebensteit /* Ä�assouvÄkrle� GOU>-u PURPURMUNDSrT* MassacpÄM� MassatpÄltter� GOLD- u.TÜRKIS MUMDSrJ� GOLD-u SEIDENMUNDSTSb� Urteilen Sie selbst! Präsident LSbe bleibt bei seiner Auffassung, werde ihr nicht zu- gestimmt, so könne über den heut« eingebrachten Mißtrauensantrag nach der Geschäftsordnung erst in der nächsten Sitzung abgestimmt werden. Das Haus tritt der Auffassung des Präsidenten bei. Von den Regierungsparteien ist namentliche Ab- stimniung über das Vertrauensvotum beantragt worden. vertrauen mit Vorbehalt! Vor der Abstimmung gibt Abg. Guörard(Z.) im Rainen der Zentrumsfraktion folgende Erklärung ab: Die Zuslimmunz meiner politischen freunde zu dem beantragten Vertrauensvotum bezieht sich aus die gesamte R c i ch s r e g i e- r u n q, Insofern also auch grundsätzlich ans jedes ihrer Mitglieder. Der Herr Neich-innenminister v. K e u d e l l ist in dieses Vertrauens� volum einbegrissen, in der Annahme, datz sich die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen der Unterstützung des sogenannten Kapp-Putschs durch die von dem Reichskanzler Dr. Marx im Einvernehmen mit dem Rcichsinnenminister vorgenommene Untersuchung als unberechtigt erweisen. An der Abstimmung beteiligen sich 42? Abgeordnete. Es stimmen mit Za 235, mit Rein 174 Abgeordnete, IS Abgeordnete enthalten sich der Ssimme. Der Vertrauensantrag für die Regierung ist also angenommen. Es folgt die Abstimmung über den von den Kommunisten ein- gebrachten Antrag:„Die Reichsregierung aufzufordern, den Aus- tritt aus dem Völkerbund zu vollziehen." Auf Antrag der Sozialdemokratie wird auch über diesen Antrag namentlich abgestimmt. 3ö4 Abgeordnete stimmen mit Rein, 4ö Abgeordnete mit 3a.(Lebhaftes Hört auf der Linken, von den Kommunisten werden lärmende Zurufe gegen die Deutschnationalen gemacht.) Vor der Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag, die Rede des Grafen Westarp im besetzten Gebiet auf Reichs- kosten öffentlich anzuschlagen, erklärt Abg. Schulz-Bromberg(Dnat.) unter Heiterkeit, seine Fraktion habe kein« Veranlassung, auf diesen kindlichen Antrag einzugehen. Der Antrag wird darauf gegen Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten abgelehnt. Gegen 4 Uhr vertagt sich das Haus aus Montag nachmittag 3 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Gesetz- entwurfs über die Arbeitslosenversicherung. Die Sergarbeiter Zur /lrbeitszeitftage. 8 Stunde» über Tage, 7 Stunden unter Tage. Bochum, Z. Februar.(Eigener Drahibcricht.) Auf der Reichs- konferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands in Bochum sprach das Vorstandsmitglied des Verbandes A. B a l k e über das Arbeitszeitproblem, das er vom politischen, wirt- schoftlichen und sozialen Standpunkt aus behandelte. Besondere Be- rücksichtigung fand dabei der Entwurf eines Arbeitsschutzgesctzes. Balke wies nach, daß schon aus politischen Gründen die Verkürzung der Arbeitszeit und die Beseitigung der wilden Ueberschichten eine Notwendigkeit sind, weil das Arbeitszcitproblem unmöglich von der hochpolitischen Frage der Arbeitsbeschaffung bzw. der A r- beitslosigkeit getrennt werden könne. In wirtschaftlicher Be- Ziehung unterscheide sich die gegenwärtige Lage des Bergbaues sehr wesentlich von der der Jahre 1923/24. Seit jener Zeit sei unbestreit- bar eine Konsolidierung sämtlicher Zweige der Bergbauindustrie ein- getreten. Deshalb rechtfertige sich auch die Beibehaltung der damals eingeführten Arbeitszeit heute nicht mehr. Geradezu k a t a st r o- phal habe die verlängerte Arbeitszeit in sozialer Hinsicht ge- wirkt. Die U n f a l l z i s s e r n haben seit Einführung der längeren Arbeitszeit eine ungeheure Steigerung erfahren. Nach der Statistik der Knappschaftskranke n k a s s e macht diese Stei- gerung Ivb Proz. aus, d. h. der Gesundheitszustand der Bergarbeiter hat sich um das Doppelte verschlechtert. Auch die Zahl der Krankentage des einzelnen Kranken Hot sich teilweise um IM und mehr Prozent erhöht. Kein Stand in Deutschland hat, ganz abgesehen von den Opfern an Gut, so große Blutopfcr gebracht wie die Bcrgarbeiterschast. Die Konferenz nahm einstimmig nachstehende Entschließung zur Arbcitszeitfrage an: Die vom 3. bis 5. Februar 1927 in Bochum tagende Reichs- konserenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands erhebt schärfsten Protest gegen den Versuch der Neuregelung der Arbeitszeit nach dem neuen Entwurf zu einein Arbeitsschutz- g e s e tz. Der Entwurf täuscht den Arbeitern den Achtstundentag vor. Praktisch will er an dem jetzigen Zustand jedoch nichts ändern. Die Konferenz erhebt ferner Einspruch gegen die be- absichtigte Zerreißung der Bergarbeiterschutzgesctzgcbung. Sie fordert die einheitliche Regelung des Bergarbeiterschutzes und der Arbeitszeit für alle im Bergbau Beschäftigten in einem beson- deren Abschnitt des vorliegenden Entwurfes und in einem baldig vorzillegenden Gesetzentwurf für den Bergbau. Die jetzt gültige Arbätszeitregelung ist in einer außergewöhnlichen Zeit erfolgt. Inzwischen hat sich die Wirtschaft konsolidiert. Dieser Tatsache trägt der Entwurf nicht Rechnung. Er ignoriert den Zu- sammenhaug der Arbeitszeitfrage mit dem Arbeitslosenproblem und geht achtlos an den Millionen Arbeitsloser vor- ü der. Die Reichskonfercnz fordert daher: Die Arbeiterschutzgcsetz- gcbung muß eine praktische Verkürzung der Arbeits- zeit sestlegen. Sie muß ein Verbot der wilden lieber- schichten bringen. Zu diesem Zweck häll die Reichskonferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands die Verabschiedung des N o t g e s e tz e s für dringeich erforderlich. Ziel der Gesetzgebung muß die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit über- und der sieben st llndigen Schichtzeit unter- tage sein. Uebersetzer gesucht! Das„Deutsch" eines zünstigcn OberrcgierungSrats. Das Reichsverkehrsministerium übermittelt« den am LTVW. (Lohntorif für die Reichswasserstraßenorbeiter) beteiligten Orgoni- sationen nachstehendes Schreibt, für das der Oberregierungsrat Stapenhorst verantwortlich zeichnet. „Der Reichsvcrkehrsminister. Berlin W. 8. den 18. Januar 1927. W.II. P. 7. 201. Betrifft: LIBW. Unter Bezugnahme auf die Verhandlung am 14. Januar 1927 bin ich damit einverstanden, daß der ZeilpunÄ des Inkrafttretens der Lahnfcftsetzung für die Streckenunterhaltungsarbeiter gemäß§ 2 Ziffer 5 des LTVW. festgesetzt wird: a) auf den 3 9. Juni 1926 in denjenigen Fällen, in denen die von den Arbeitnehmervertretungen bis zum 31. März 1926 vor- gelegten Anträge auf Neufestsetzung von Ortslohnzulagcn, soweit sie bei den Verhandlungen über die Aufstellung der Anlag« 2 des LTVW. nicht bereits abgelehnt worden sein, bei der Festsetzung des Lohnes für die Streckenunterhaltungsarbeiter in Berücksichtigung gezogen werden. Dabei kommen auch die bis zum 31. März 1926 vorgelegten Anträge für Mvfelkern(Diebiich) und Neuwied(Rheinstrombauver- walwng), Bad Essen iWasserstraßendirektion Hannover), Zingst (Wasserbaudirektion Stettin), Mühlberg-Belgern und Mauken-CIöden (Elbstronrbauverwaltung), All-Hartmannsdorf(Verwaltung der Märkischen Wosierstraßen) in Betracht, die bei den Verhandlungen über die Aufstellung der Anlage 2 nicht berücksichtigt wurden, weil sie für die Entlohnung der unter dies« Anlage fallenden Arbeiter nicht in Frage kommen; Zentralverband der Angestellten. Gleichzeitig müssen sie dafür sorgen, daß endlich in ihrem b) in allen übrigen Fällen auf den ersten Tag der Lohnwoch«, die auf den Tag des Abfchlnsses der Vereinbarung folgt, jedoch keines- falls später als 2. März 1927. Unter a) kommen, wie zur Klarstellung des Sachverhaltes be- merkt wird(der Verfasser hat offenbar selbst das Gefühl, daß feine Stilübung der„Klarstellung" bedarf), demnach die Fälle in Bettacht, in denen die Lohnsätze eines nach den bisherigen tariflichen Beftim- mungcn für die Entlohnung'der Stteckenunterhaltungsarbeiter maß- gebenden Ortes bei der Aufstellung der Anlage 2 des LTVW. auf Grund der bis zum 31. März 1926 von den Arbeitnehmeroereini- gungen vorgelegten Anträge erhöht worden sind und diese Erhöhung, weil der Ort mit zu den Hauptorbeitsplätzen des in Bettacht kommen- den Stteckenunterhaltungsbezirts gehört, von den Mittelbehörden bei der nach ß 2 Ziffer ö des LTVW. vorzunehmenden Festsetzung der Löhne für die Streckenunterhaltungsarbeiter ganz oder zum Teil be- rückfichtigt wird oder in denen bei dieser Festsetzung auf die Anttäge für die unter a) namentlich ausgeführten Orte von den Mittelbehörden aus dem Grunde eingegangen wird, weil nach den vorgelegten An- trägen anzuerkennen ist, daß die Erhöhung der Lohnsätze für diese Orte oder Strecken nach Lage der Verhältnisse notwendig ist. Ich ersuche, sich bis zum 21. Januar 1927 mit dieser Regelung schriftlich einverstanden zu erklären. Im Auftrage gez. Stapenhorst. Das ist ein« Klarstellung! Und dieser Stapenhorst. dem die Grundbegriffe der deutschen Sprache unbekannt sind, gehört sicher zu den Leuten, die den„gewöhnlichen Arbeiter" und besten Vertreter von oben herab ansehen. Als Gewerkschchtssekretör airgestellt zu werden hätte dieser Stapenhorst allerdings nicht die geringst« Aussicht. 5ür öetriebsräte im �ufsichtsrat. Schulunxswoche des AfA-Bundes. Heute wird in Finkenmühle, dem schönen in einem Seitental der Schwarza in Thüringen gelegenen Erholugnsheim des Zentrawerbandes der Angestellten, ein zweiwöchiger Kursus des AsA-Bundes für die den AfA-Vcrbänden angehörenden B e- triebsröte im Aufsichtsrat eröffnet. An diesem 1. Kursus nehmen 35 Betriebsratsmitglieder teil. Der Lehrplan des Kursus gliedert sich in drei Teile: Arbeits- recht, Privatwirtschaft und Wirtschaftspolitik. Die arbeitsrcchtlichen Uebungen werden ein- geleitet durch Vorträge des hervorragenden Kenners des Arbeits- rechts, Professor Dr. Kastel, Universität Berlin. Daran schließen sich Vorträge über a r b e i t s- und handelsrechtliche Fragen des Syndikus der Wirtschaftsschule des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes in Dürrenberg. Astestor Dr. F r ä n k e l. Ueber G e- schäftsführung und Bilanzen spricht Fritz N a p h t a l i, der bekannte frühere Redakteur der Frankfurter Zeitung, der jetzt der Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik angehört. Ueber das Gewinnproblem referiert einer der ersten Vertreter der Privatlehre an den deutschen Universitäten Prof. Dr. W a l b, Köln. Staatssekretär z. D. Prof. Dr. Hirsch, ein anerkannter Sachverständiger auf dem Gebiete der deutschen und amerikanischen Wirt- schaft, wird Uber Kartelle und Kartellpolitit, Grund- fragen der Kalkulation und über Absatzorganisa- t i o n sprechen. Der Direktor der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte A.-G., Bern Meyer, behandell die Frage der Zlufgabe der Banken in der heutigen Wirtschast. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Paul Hertz spricht über Reichs- sinanzpolitik und steuerliche Belastung der Unternehmen. Dr. Alexander R ü st o w vom Verein Deutscher Maschinenbauanstaltcn referiert über die Grundfragen der Handelspolitik und deren gegenwärtigen Stand. Dr. Otto S u h r, der Leiter der wirtschaftspolitischen Ab- teilung des AfA-Bundes, spricht in einer Reihe von Vorträgen über: Das Unternehmen im Wandel der Konjunktur. Dr. Fritz C r o n e r, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung des Deutschen Werkmeistervcrbandes, referiert über E n g l a n d und feine Krise.__ Hegen Sie Ueberstunöenwirtschast. Auch bei Weriheim muh sie abgebauk werden. Der Zentralverband der Angesteltten schreibt uns: Ungeheuer ist die Arbeitslosigkeit unter den Angestellten und trotzdem werden in Kaushäusem Ücberstunden geleistet. Wertheim hat sowohl vor Weihnachten als auch nachher Ueberstunden von den kaufmännilchen Angestellten bis in die Nachtstunden hinein verlangt. Unsere Kon- trollkommissio» mußte feststlkllcn, daß in der Woche vom 25. bis 29. Januar 1927 die weiblichen kaufmännischen Angestellten den Be- um 11 Uhr abends verlieben. Einer der Personalchefs stellte zwar die Behauptung auf, daß etwa 3Siähnge weibliche Angestellten ihren Vätern nachts um II Uhr dos Esten gebracht hätten, mos jedach wenig überzeugend klingt. Im Interesse der Arbeits- losen wäre es notwendig, endlich mit dieser Ueberstundcnwirtschaft aufzuhören!, Die Kollegenschaft der Firma A. Wertheim muß aber auch selbst gewillt sein, sich und ihren stellenlosen Kollegen und Kolleginnen zu helfen. Deshalb muß die Belegschaft jede Ungesetzlichkeit den zuständigen Organisationen melden. Die Angestelltcn dürfen aber auch nicht versäumen, sich ihrer gewerkschaftlichen Organisation, dem[ «mzuschkießen. arem.lytruh« ein Ängestelltenrat gewählt wird, der fest langer Zeit bei der Firma A. Wertheim nicht mehr existiert. Rur so können die Angestellten sich gegen ungesetzliche Arbeitsleistung und gegen ungerechtfertigte Kündigungen(chllgen. Lohnstreit im Saargebiet. Saarbrücken, 5. Februar.(Mtb.) Die Fenner Glashütte, die sich in französischen Händen befindet, hat am 1. Februar die bestehen- den Lohn- und Akkordsätze gekündigt, woraus die Gewerkschaft den Schlichtungsausschuß angerufen hat. Dieser sprach sich dahin aus, daß das früher getroffene Abkommen noch gilt, nachdem die Ge- werkschaft als berufene Vertreterin der Arbeiter anerkannt sei und mit der Arbeitgeberorganisation zusammen eine Arbeitsgemeinschaft bilde. Vor letzterer müßte die Lohnfroge beraten werden. Die Fenner Glashütte hat den Spruch a b g e l eh n t und nimmt damit eine einseitige Haltung«in. die im Gegensatz steht zu der heutigen Behandlung derartiger Angelegenheiten. <(nformationsabende für Betriebsräte. Die Berliner Gewerkschaftsschule oeranstostet am Dienstag, den 8. Februar, abends 7 Uhr, im Saal 3 des Gewerkschaftshauses» Engelufer 24/25, einen Betriebsröteinformationsabend. Die Leitung dieses Abends hat der Genosse Dr. B r ö ck e r vom ADGB. übernommen. Wichtige arbeitsrechtliche Themen können von den Besuchern selbst ausgeworfen und zur Besprechung gestellt werden. Die Arbeiter, und Angestelltenbetricbsräte werden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen._ Mitglieder der Geselle nausschüste, der Innungen und der Handwerkskammer. Die nächste von der Jugendzentrale des Orts- ausschustes Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerlschaftsbundes einberufene Zusammenkunft der freigewerkschaftlich organisierten Gesellenausschußmttglieder findet mo r g e n. p ü n k t l i ch 7� Uhr. im Saal 1 des Gewerkschäftshauses, Engeluser 24— 25, statt. Die wichtige Tagesordnung erfordert vollzähliges und bestimmtes Er- scheinen. Verbandsmitgliedsbuch und die von der Organisation be- sonders zugestellte Einladung legitimieren. Einsetzer! Wegen Lohndisferenzen sind für Einsetzer die Bauten der Firma H o l z m a n n. Reinickendorf, Holländische Straße, g e- sperrt. Deutscher Holzarbeiterverband. De? zweite vundeskag des Deutschen Baogewerksbundes wird nicht in Dresden, wie uns irrtümlich berichtet wurde, sondern in Leipzig stattfinden. Gesperrte konditoreibetriebe. Der Deutsche Nahrung's- und Genußmittelarbeiterverband teilt mit: Wegen Nichteinhaltung der tariflichen Bestimmungen sind folgende Konditorei- betriebe gesperrt: Konditorei G e p p l e r, Oranienstr. 13(Am Heinrichsplatz), Konditorei und Cafe K o l b e r g, Prinzenallee 25/26, sowie Brunnenstr. 52, Bersand-Konditorei K n o b e u. Co., Berlin N, Müllerstr. 40a,„Angst-Konditorei", Inhaber Patzak, Berlin SW, Lindenstr. 108. Achtung, Bergmann straß«! Montag dorfcr Straße, müssen anwesend sein. De« grattionaaarftand. Achtung, SPD..H»lzaririte«, Bezirl Zentrum! Dienstag nachmittag hr bei Schilling, Rungestr. ZO, wichtige Versammlung aller Partei- Der Fraktu»»»»orst»nd. Iugendgrnpp« de» gdA. Morgen, Montag, 7ZZ Ahr, finden folgende Veranstaltungen statt- Südost-Treptow: Jugendheim Reichcnbergcr Str. SS. Heim» besprechung.— Norden: Schule Danziger Str. 2Z. chrnppenbesprechung. Freie»ewerlschastsjugend. Heute, Sonntag. 7 Uhr, tagen die«reise: Siidlrci»: Jugendheim Tempelhof, Germaniastr. 4— S. Unsere„lieben" Sachsen, Land und Leute."— Ziordlrei,: Vormittags 10 Uhr Desschtigung der Arbeiter» Wohlfahrts-Ausstelluna in Charlottcnburg, Fraunhofcrstraße. Abends 7 Uhr in Jugendheim des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Linienstr. 107. Lichtbilder vortragt„Die Sächsische Schwei,."— Morgen, Montag, l\i Uhr, tagen die Srnvpen: Wedding: Arbeitsabend— Ausspracheabend beim«ollegcn E. Diener. „Auf zum Gipfel der Redekunst." Sicheres Auftreten erlangen Sie durch das Bewaßisein eines gediegenen Äußeren. Dazu gehört nicht zuletzt gepflegtes, sorgsam frisiertes Haar. Bei Verwendung von Schwarzkopf-Kamillen- Haarwäsche genügen 5 Minuten, Ihr Haar gründlich zu säubern und leicht frisierbar zu machen l Wöchentlich einmal l Die 2- Mark» Flasche reicht mehrere Monate. laarioäsche fduTdiSefQ-kTäßgtdimhKamiüa MMg 288 neue deutsche OrtomappcnraacUca i• � A Ar AA' A* et* M A Am*** M A* f* �* A* Eins-ndunge« ffit dies« Rubrik find Berlin S W 68, Lindeustratze Z, Parteinachrichten für Groß-Serlkn slet»«u da» Be�irlssekretariat. i. Hos, 2 Trep. recht», zu richten m Krci» Sharlotteudurg. Heute, Sonntag, 6. Februar, 7 Uhr, M Detail staltet der Bildungsausschuß im Deutschen iirankcnkassenhaus, Berliner Str. 137, einen Musik, und Filmabend. Mozart» f.; quortctt und Film: Sie Schmiede. S-alösfnung 6t-, Uhr. lln. kostenbeitrag so Pf. Gäste herzlichst willkommen. Zahlreichen Besuch l-t, erwartet der tireiaoorstand. ' M 1. flrtia Mitte. Montag, 7. Februar, 7% Uhr, Sitzung des engeren kireis, vorstände» bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 168.— Arbciterwohl» foiltt. Boranzeigel Freitag, 11. Februar, Besichtigung de» Asyl» in der Fröbclstratzc. 2. Zlrci» Tiergarten. Voranzeige. Arbeiterwohlfahrt. Frei» tag, II. Februar, Bestchtigung de» Asyl» in der Fröbelstratzc. 4. Ärci» Prenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt. Montag, 7. Fe» bruar, 7>,H Uhr gllnktlich bei Burg, Prenzlauer Allee 180, Arbeiierwohl» fahrt», und Funktionärinnenkonferenz. Wegen der wichtigen Tagesordnung mutz unbedingt jede Abteilung vertreten sein. 6. Rret» Fricdrichshain. Montag, 7. Februar, 7 Uhr, in Schmidt» Gesell- schastshau», Frnchistr. 36a, kireisfunktionärkonferenz. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Die politische Lage." Refercntin Mathilde Wurm, M. K. R. 2. Aussprache. 3. Arcisangelegenheitcn. Erscheinen aller Funktionäre ist unbedingt erforderlich. Mitgliedsbuch und Funktionärkarte ist mitzu» bringen.— Mittwoch, 9. Februar, außerordentliche Bezirksversammlnng im Rathaus, Stadtverordneten-Sitzunassaal. Einlaßkarten ab 7 Uhr Spandaucr Straße beim Genossen Fischer. 9. steeis Wilmersdorf. Dienstag, 8. Februar, abend» 8 Uhr, im Viktoria. garten(kleiner Saal), Wilhelmsaue 114, Lreisdelegiertenverfammlung zur Wahl des Borstandes usw. Tagesordnung: 1. Bericht des Kreisvorstandes, der Bezirksverordnetenfraktwn und der Pressekommisston. 2. Wahlen. 3. Verschiedenes. Alle zur Teilnahme Berechtigten müssen erscheinen. E» findet Buchkontrolle statt. Wer mehr als ein Jahr mit seinen Bei» trägen im Rückstand ist, hat kein Wahlrecht. 11. Kreis Tchönebcrg, Friedenau. Montag, 7. Februar, TVi Uhr, Kreisvor. stands. und Fraktionssttzung im Zimmer 144 des Reuen Rathauses, Rudolf. Wilde.Platz. 13.»reis Tempelhof-M-riendors-Marienselde-Lichteurad«. Montag, 7. Februar, 7lh Uhr, beginnt im Handarbeitsraum der Mittelschule, Mariendors, Kurfürftenstraße, der neue Kursus:»Praktische Wirtschattssrogen." Refe. reut Gregor Bienstock. Einmaliger Beitrag 1 M. Arbeitslose oder ähn. lich gestellte Genossen frei. Um rege Werbung wird gebeten. Das Winter. fest des 13. Kreises findet am Sonnabend, dem 19. Februar, in den Ge- samträumen von Grafel'» Gesellschastshaus, Mariendorf. Ehauffeestr. 393, statt. Witz, Humor, Konzert, Variete, Ballorchester. Eintritt 1,39 M. im Vorverkauf bei allen Funktionären und in den Konsumverkaufsstellen 1 M. 14. ftrtic Neukölln. Montag, 7. Februar, 7>4 Uhr, in den Passagesälen, Bergstr. 1Z1. Kreisfunktionärlonferenz. Vortrag:»Republik, Reichswehr und Bllrgerblock." Referent Franz Künstler, M. d. R. Auch Nichtsunktio» nitre haben Zutritt. 17. Krei, Lichtenberg. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die Fahl der in den Abteilungen organisierten Beamten, getrennt nach den Behörden, möglichst umgehend dem Genossen Eronefeld anzugeben. Die Vertrauens» leui« der Abteilungen werden auf die von der Bezirksarbeitsgemeinschaft veranstalteten Vorträge hingewiesen.— Montag, 7. Februar, 7 Uhr, im Arbeilsamt, Weibliche Abteilung, Schreibcrhauer Straße, Kreisfunktionär. koufcrenz. Buchkontrolle über Parteiprcssc, Gewerkschaft und Konsum. Alle Funktionär« müssen erscheinen. 19. Krei» Pankow. Montag abend Punkt(48 Uhr findet im Sitzungssaal des Pankower Rathause» eine Fraktionssitzung mit den Areisdelegierten ordnete Minna Todenhage». 26. Krei« Reinickendorf. Montag, 7. Februar. 7 Uhr, im Lokal UHNg, Ret» nickendorf-Ost, Restdenzstr. 136, Zusammenkunft aller Mitglieder der De. omtenwerbeausschüsse des ganzen«reise». Jede Abteilung muß unbedingt vertreten sein. heute. Sonntag, den S. Februar: 7. Abt. Alle Genossen treffen sich pünktlich in ihren gahlabendenlokalen zur Fingblattverbreitung. 85. Abt Tempelhof. Alle Funktionär« und Mitglieder werden gebeten, das Material für die Flnzblattverbreiwng von den Bczirksführern abzu» holen und zu verteilen. 116. Abt. Lichtenberg. 9 Uhr Restverteilung der Flugblätter bei Morr, Reue Bahnhofstr. 28. Alle Mitglieder beteiligen sich. Srincr,dorf. 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Lößner, Reukirchstr. 33. Mitteuwalde. Nachmittags 4 Uhr im Lokal von Rühle öffentliche Bersamm. lung. 1. Aesercnt Genosse Dr. Freund über die politische Lage. 2. Städtische Angelegenheiten.,........., Morgen. Montag, den 7. Februar: 7. 13. 14. Ii. 17. 19. 20. 21. Abt. 7(4 Uhr bei Bärwald«, Schlegelstr. 8, Funktionärsitzung. '_.----- Wiftefi■ ____.._______...._________ �„ irsttzung. Tß Abt. 7(4 Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11, Sitzung der Parteifunktro. «dt. �nnktionärsitzun bei Liebsch, Wilhctmshavener Straße Ecke Birkrnstraße, Wichtige Tagesordnung. -------.-»- Funktionär 8 Uhr Ptzung.., 7>4 Uhr bei Lauritzen, Puttbusser Str. 11. Funktionärsttzung. nktionärsttzung. 24. 26. 27. närc mit den Bctriebsoertrauensleuten. Abt. 7(4 Uhr bei Dohse, Am Rordhafen 6, wichtige Abt. 7>-. Uhr bei Schrepel, Grünthaler Str. 13, ssunki._ Abt. 7'.. Uhr bei Pose, Koloniestr. 13, Funktionärsttzung. Abi. 6 Uhr wichtige Vorstandssitzung. Um 714 Uhr Funktionärsttzung bei Kroll, Utrechter Str. 21..._... ,.», Abt. 7(4 Uhr bei Rösner, Immanuelkrrchstr. 23, Funktionärsttzung. Abt. 7>l Uhr bei Heile», Prenzlauer Allee 239, Funktionärsttzung. . Abt. 7(4 Uhr bei Leyhser, Kopenhagener Str. 37, wichtige Funktionär. sitzung. Erscheinen aller Funtlionäre ist Pflicht.... 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Sitzung der gesamten Ah. teilungsleitung. Um 8 Uhr Kunktionärsttznng. 31. Abt. 7(4 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Funktionärsttzung. Er. scheinen unbedingt erforderlich. 38. Abt. Die Funktionäre nehmen an der Kreisfunktionärkonferenz teil, da nor dem Zahlabcnd keine-Abteilung». Funitionärsttzung stattfindet.— Achtung! Am Dienstag, dem 8. Februar, abends 8 Uhr, bei Wachs, Friedenstr. 33, wichtige Sitzung des neugewählten Abteilungsvorstandes. 39. Abt. 7(4 Uhr in der Iuristilchen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Fuuttioiiär. ntzung. Alle Kommissionen müssen vertreten sein. 41. Abt. 7(4 Uhr bei Lintert, Marie ndorfer Str. 6 Ecke Solmsstraße, Sitzung sämtlicher Funktionäre._.. 43. Abt. 7(4 Uhr bei Krüger, Grimmstr. 1, Funktwnarsitzung. Jeder Bezirk muß vertreten sein. 44. Abt. 7 Uhr bei Ewald. Skalitzer Str. 128, Funktionärsttzung. 86. Abt. Marjendorf. 8 Uhr bei Niendorf, Ehausseestr. 19, Funktionärsttzung. 103. Abt. Obcrschönewcide. 8 Uhr bei Imberg, Wilhelminenhofstr. 34, Funkt, o. 125.«bt��Wcißcnsee. 7(4 Uhr hei Gallas wichtige Funktionärsttzung. Zahl. reiches Erscheinen unbedingt erforderlich. Dienstag, den 8. Februar: 16. Abt. 7(4 Uhr bei Döhling. Brnnnenstr. 79, Funktionärsttzung. �" 7 � W 19. nnb 20. Abt. Werbeverfammlnng der 208. nich der s 283. Sammeifchule für Kinder ohne Religionsunterricht. 7(4 Uhr in der ist Schule, Eotcuburger Str. 2. 23. 33. Abt. 7(4 Uhr bei Radzay, Brüsseler Sir. 43, wichtige Sitzung der Ab- teilung». und Bctriebsfnnktionäre.,,__. Abt. 8 Uhr findet umständehalber die Funktionärsttzung der Grunwaldt, Kameruner Str. 19, statt... Abt. Eharlottenburg. 8 Uhr bei Lutz, Huttenstr. 26. Funkiionärsttzung. " �'"tt müssen erscheinen. Wichtige Tagesordnung. Alle Funltionäre übergibt man nur dem Racknoei» de» Deutschen Mustkerverbandes. Berlin. Kam» mandantenstr. 63/64. Dönhoff 3277—7». Geschäftszeit 9—5, Sonntags 10-2 Uhr Auf Wunsch- Dertreterbesuch. Lokal Lange, Ringbahnstr. 4. 98. Abt. Reukölln. 7(4 Uhr bei Teich, Knefebeckstr. 133, wichtig« Funktionär. sitzung. Erscheinen unbedingt notwendig. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr bei Breidau, Hönower Str. 49, wichtige Funktio. närsttzuna. Achtung! Am Mittwoch, dem 9. Februar, 8 Uhr, bei Anders, Bahiihofstraße. Nordbezirke bei Breidau, Hönower Str. 49. Zahlabcnde. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Mittwoch, den 3. Februar: 3. Abt. 7(4 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/23, Mit» gliederversaminlung. Bortrag:»Die politische Lage." Referent Robert Breuer. Wahl von Delegierten zur Kreisvertreterversammlung. Di« Be» zirksfllhrer laden bestimmt ein. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr im Bahnhofsrestaurant Grunewald Mitglieder. Versammlung. Vortrag:»Der Bllrgerblock." Referent Wilhelm Landa. __ Die Bezirks, und Straßen führer laden bestimmt ein. Wilmersdorf» 70. Abt. �< Vortrag Ml brandt, M...._____..._______________ touimcn.— 72. Abt. 7(4 Uhr bei Schästr, Augustaftr. 31, Zahlabend. Vortrag:»Kulturpolitische Tagesfragen. Referent Eduard Hahn. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung in Lehrerzimmer der Eemeindeschule Frirdrichshaller Straße. Vorstand und Funktionäre tagen ab 7 Uhr daselbst. Dezirksführer laden ein. 164. Abt. RicderschSncwcidc. 7(4 Uhr bei Raethel, Brückenstr. 13, Mitglieder. Versammlung. Vortrag:..Sozialdemokratie und Dcsttzbürgerblock." Referent Paul Judrian. Alle Mitglieder werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. 198.-Abt. Köpenick. 7(4 Uhr Zahlabende. Dammvorstabt: Lokal Oskar Schul», Bahnhofstr. 34. Vortrag:»Kommunale Angelegenheiten." Referent Genosse Tolksdorf.— Köllnifche Vorftadi: Stippekohl, Schöncrlinder Str. 3. Vor. trag:»Kommunale Angelegenheiten." Referent Stadtverordneter Robert führer sind verpflichtet, bestimmt dazu einzuladen. Frauenveranstaltungen. 3. Kreis Wedding. Dienstag, 8. Februar, 8 Uhr, Funktionärinnenkonferenz an bekannter Stelle. 7. Kreis Ebarlottenburg. Achtung, Abteilungsleiterinnen! Für den geselligen Abend ist der Saal de»„Türkischen Zelt" für den 8. März gemietet. Die Frauenabende können demnach unbehindert stattfinden. 6. Krei» Wilmersdors. Montag. 7. Februar, 8 Uhr, bei Kroih», Holsteinische Straße 60, Kursus über»Vcrsassung". Referentin Elara Dohm. Schnch, M. d. R. 15. Kreis Treptow. Dienstag, 8. Febrnar, 7(4 Uhr in der Schule Berliner Straße 31, Funktionärinnenkonferrnz. Neuwahl. 25. Abt. Achtung, Genossinnen! Am Donnersiag, 16. Februar, Besichtigung des Konsumwarenhauses in Charlottenburg, Rostucnstr. 4. Nähere, siehe „Vorwärts" Mittwoch früh. Frauenveranstaltungen am Montag, den 7. Februar: 81. Abt. Fricbcna«. 8 Uhr bei«labe, Handjerystr. 60— 61, Bortrag:»Heinrich Seine und unsere Zeit." Referent Genosse Herrlinger. 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr bei Lehmann, Äaiser.Wilhelm.Str. 29—31, Bortragt „Jngendgerichtshilfe."(Fortsetzung.) Referentin Dr. Hanna Hellinger. 106. Abt. Johannisthal. 7(4 Uhr bei Botha, Stubcnrauchstraß«, Vortrag. Wahl der Franenleiterin Alle Genossinnen müssen erscheinen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den S. Februar: 9. Abt. 7(4 Uhr bei Hübner, Wilsnacker Str. 34, Vortrag:»Wohnungs» pflege." Referent Architekt Otto Most. Gäste sind herzlichst eingeladen. 26. Abt. Nachmittags 3 Uhr Konsumbesichtigung. Treffpunkt 1(4 Uhr Schweden., Ecke Badstraße(Normaluhr). Iungsozialifien. Gruppe Reinickendorf. Ost: Montag, 7. Februar, 8 Uhr, im Jugendheim Seebad, Restdenzstr. 49, Literarischer Abend(Doswjewski). Vortragender Gr. nasse Behrendt.— Gruppe Tempelhof. Marien darf: Dienstag. 8. Februar, 8 Uhr, im Jugendheim Tempelhof, Ecrmaniaftr. 4—6, Vortrag:»Straffällige Jugend." Referent Hans Silber. SPD..Derbe-n-schnß ber Post,»ad Tclcgraphenbcamtea»ad An. Genosse Dr. Bölt-r. Ferner werden vom Reichstag die Abgeordneten Srvpcl und Steinkvpi sprechen. Kolleginnen und Kollegen, erscheint zahlreich in dieser wichtigen Versammlung. Kinbcrsreundc Neukölln. Gruppe Sermanaplatz: Heute, Sonntag. 7(4 Uhr Mvttens,~~' abends 8 Uhr, Eltcrnbcfprechung im iHcim Boddin-. Ecke Berliner Siraßi genossen, schickt eure Kinder hin! Freie SSnilqemcindc Köpenick. Mitgliederoerfatumluug Montag,. 7. Februar, 8 Uhr, bei Zabel, Freiheit 5, in Köpenick. Tagesordnung: Vortrag und Bericht. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist bringende Pflicht. A Sozialiftische �rbeiterjugenü Hroß-öerlin. Jugendgenosseu, beteiligt euch heute an bee Flugblattverbreitung der Partei nnb stellt euch geschlossen euren Parieiabteilnagc» zur Verfügung. gnr Kundgevung im Sportpalast am Donnerstag, 16. Febrnar, beteilige» wie uns geschlossen. Die Bücherstube ist heute, Sonntag, von 9—1 Uhr als Arbeitsraum geöffnet. heule. Sonnlag. den S. Februar: Reichstagsbestchtignng der Wcrbebezirle Kreuzberg, Neukölln, Lberlpeee»od Müggelsee. Treffpunkt 10 Uhr vormittag» Portal 5. Hnmaunplatz: Treffpunkt vormitlag,(49 Uhr am„Exer" zum Spiele».— Schönhauser Vorstadt: Der Heimabend fällt heute aus.— Tempelhof: Treff. Punkt>410 Uhr Bhi. Erunewald-Wannsee.— Adlersbof: Jugendheim Noon» straßc 16, Heimabend.— Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 13, Heimabend.— Hascnhcide: Besuch des Ziaturrundemufeumz. Unter den neuen Vorträgen gab es einen von funktechnischem Interesse. Dr.-Ing. h a r b i ch, Abteilungsdirektor im Telegraphen- technischen Reichsamt, sprach über den neuen Wellenplan und die Leistungsfähigkeit der neuen Rundfunksender. Der Vortrag gab glücklicherweis« nicht nur eine Begründung dafür, weshalb bisweilen der Fernempfang unklar sein muß, sondern er bat auch Ratschläge, wie man diesem Uebel nach Möglichkeit abHelsen kann.— Au einer Stund«, die an mehreren Wochentagen meist sehr banalem Haus- frauengeschwätz gewidmet ist, begann Dr. Olga Stieglitz eicke Vortragsreihe„Die Lüge in der Gesellschaft". Läßt sich auch über den gangen Vortrag aus Grund dieses Bruchstücks noch kein Urteil fällen, so war es immerhin schon erfreulich, zu dieser Stunde eine Frau am Mikrophon zu hören, die mit sachlichem Ernst ihre Aufgabe erfaßt hatte. Am Abend wurde die Operette„Die Mädels von Davos" von A. S). Bühler mit der Musik von Martin Knopf w der Regie von Bronsgeest gegeben, über die nichts Besonderes zu be- richten ist. Werbe bezirk Sreuzberg: Jugendheim Lindenstr. 8. Abend. , Uhr JatLmton. Werbe bezirk Osten: Schulaula Frankfurter Allee 37. 7(4 Uhr:„Der Sozia- lismus in der Karikatur/' Morgen, Montag, IV2 Uhr: Singkrci«: llebungsabend im Jugendheim Lindenstr. 3. Moabit I: Schule Waldenferftr. 26. Vortrag:„Die Industrie Amerikas und Englands."— Moabit II: Eemeindeschule Stephanplatz. Mitgliederversamm- lung.— Hclmholtzplatz: Jugendheim Greifenhagener Str. 38—59. Vortrag: „Die Frau in der Arbeiterbewegung."— Westen: Jugendheim Haupiftr. 15. Mitgliederversammlung.— Eharlottenbora-Rord: Schule Wiebestraße, Ecke Neues Ufer. Mitgliederversammlung.— Johaunlsthal: Rathaus. Vortrag: »Die soziale Lage der arbeitenden Jugend."— Wittenau: Jugendheim Rosen- thaler Str. 16. Schilderung Über Lassall«. Werbedezirk Prenzlauer Berg: Schulaula Danziger Str. 23, öffentliche Bersammluna. Thema:„Die soziale Notlage der Jugend." Ladet die erwerbs- losen Jugendlichen ein. Werbedezirk Reukölln: Beteiligung an der Filmvorführung des vrtsaus- schusses für Jugendpflege:„Die neue Großmacht." Treffpunkt(48 Uhr im Vorraum des Ltchifpielhauses. Eintritt 26 Pf. vortrage, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold* Geschäftsstelle: Berlin S 14, Sebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Dassersport>Abt.: Beginn des Rnderkurfus Mo., d. 7., van 6 bis 7 Uhr. Jeden Mo. fortlaufend.— Ritte: 3. Kameradfch., Dt., d. 8., 8 Uhr, Monatsvers., Iostystr. 7(Zum musikalischen Vor). Bericht von der Kreisgeneralvcrs. Nachrichtendienst ladet ein.— Fricdrichahai»! Di., d. 8., 7(4 Uhr, Ringbhf. Weißenfee mit Musik und Fahnen. Pflichtveranstaltung.— Nenkölln.Britz: Der Umzug der 8. Kameradschaft am Sonntag findet nicht statt. — Lichtenberg. nebst Untergruppe«: Mo., d. 7.,(48 Uhr, Sitzung der Radfahrer» gruppe im Vereinshaus Breite Straße. Rachher gemütüchcs Beisammensein. Gäste willkommen. Di., b. 8., 7 Uhr, Abf. vom Bhf. Franks. Allee mit Tambour. korpz und Fahnen. Do., d. 16., 6(4 Uhr, treffen sich sämtliche Kameraden vor dem Sportpalast. Näheres daselbst. Fahnen und Instrumente nicht mit. dringen.— Adlershof: So., d. 6., treten alle aktiven Kameraden vorm. 9 Uhr am Bahnhof zum Uebuugsmarfch an. Mo., d. 7.,(48 Uhr, 2. Bvriragsabend .Die Verfassung des deutschen Reiches" im Ingendbeim.— Schön:' über öneberg. Friedenau: Mo., d. 7„ 8 Uhr, Turnhalle Wartburgplatz. Regelung der Per» sscherungsmarkrn. Kameradschaft Insel: Di., d. 8., 8 Uhr, Kameradschaftsvers. bei Warth, Sportkasin», Monumenten., Ecke Hochkirchstraße. Referent Kam. Senatsprästdent Dr. Großmann._ Verband für Freidenlerwm und Fenerbeftattnng. r. B. Untergruppe Alt. Glienicke: Freitag, 11. Februar.(48 Uhr, im Gasthaus»Zum Deutschen Hause", Inh. Franz Bahn, Alt. Glienicke, Grünauer Str. 33, öffentlicher Lichtbilder. Vortrag. Thema:„Erb. oder Feuerbestattung?" Eintritt frei.— Bezirk 6, Wilmersdorf: Donnerstag, 10. Februar,« Uhr, im Lokal von Kulka, Wilmers- dorf, Lauenburger Str. 21, öffentliche Werbeverfammlung. Referat:»Gegen. wartsausgaben des Verbandes für Freidenkertnm und Feuerbestattung." Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelalle« 13, Bortrag des Herrn P. Rogal:„Haben die Pflanzen eine Seele?" Harmonium: Larghetto aus dem„Klarinetteu.Quintett"(Mozart). Gäste willkommen. Biochemischer Berel» Grvß.Berlio. 8. Februar: Hauptversammlung im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—13. Artur Banfelow:»Biochemie und Matte."»Brafilien, Land und Leute," mit Lichtbildern. Jvhannisthal: Restaurant Schreiner, Friedrichstr. 6. Friedrich:»Die Wahrheit über Bio. chemie." Pankow: Konzerthaus Pankow, Breite Str. 34. Dr. med. Steinte!: ..Haut- und Geschlechtskrankheiten," mit Lichtbildern.— 9. Febrnar: Friedrichs- Hägen: Lerches Bllrgerfaal. Friedrichstraße, an der Kirche. Dr. med. Austgen: »Asthma"(mit Lichtbildern). Hennigsdorf: Rest. Wolter, Haupiftr. 6. Möikcl: „Licht, Luft und Sonne"(mit Lichtbildern). Lichtenberg: Prachtsäle de» Ostens, Frankfurter Allee 48. Dr. med. Schmegg:„Herz., Blasen., Nierenleiden"(mit Lichtbildern). Schöneberg: Schloßbranerei, Hanptstraße. Dr. med. Kunz-Stack- flcth:»Die wichtigsten Tagessragen in der Medizin, unter Berücksichtigung der Grippe und der modernen Ernährungslehre." Freie Aussprache. Velten: Tllbbcckes Festsäle, Breite Straße. Wille: Nervenleiden." Virchow: Pharus» säle, MUllorstr. 142. Dr. med. Steintet;»Das sexuelle Aufklärungsproblem der Kinder."— 10. Februar: Lindenhof: Ledigenheim, Siedlung Lindenhof. Fried- rich:„Die Wahrheit über Biochemie."— 11. Februar: Mariendorf: Herolds Festfäle, Ehausseestr. 283. Banfelow:„Biochemie und Matte."»Brasilien, Land und Leute(mit Lichtbildern). Freidenker.Vvlkshochfchnle Berlin. Mittwoch. 9. Februar, 7(4 Ilhr, im Askanischen Gnmnasium, Berlin SW., Hallesche Str. 28(am Anhalter Bahnhof). Dr. Sniiff:»Kirchengeschichte von der Antike bis zur Reformation." Arbeitcr-Tennisvereinignug. Jeden Sonntag vormittag von 9— 12 Uhr Turnhalle Gormannsir. 4 Hallenlraining. Aufnahmen dortsclbst. Gäste will» kommen. Arbeiter-Mandolinistenbund, Bezirk Groß-Berlin. Montag, 7. Februar, 7(4 Uhr,»Bürgerklaiis«", Rockistr. 3(Nähe Aleranderplatz), Delegiertensstzung, zu der auch die Lorsitze»den sämtlicher angeschlossenen Mandolinenvereine er. scheinen müssen. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. D. B. Bezlrksverfamm» lungen im Februar: Adlershof: Tonnerstag, 10. Februar, Lokal Ziege, Bis- marckstr. 29. Eugen Schirenke:»Das Herz und feine Leiden." Friedrichshain: Mittwoch. 9. Februar. Lokal Dohms. Koppenstr. 62. Heinrich Pfarrer:..Tuber. lulofe." Sallesches Tor: Mittwoch, 9. Februar, Lokal Kroll. Alte Jakob-, Ecke Lollmannstraßr. Alfred Kirchner:„Gesundheit und Nahrung." Lichtenberg: Montag, 21. Februar. Lokal Wegruer, Frankfurter Allee 238. Ludwig Bartel: Lichtbildervortraa:„Frauenleiden." Moabit: Donnerstag. 10. Februar, Lokal „Zur Gießkanne, Siephanstr. 31. Erich Weh:»Di« Zähne und ihre Erkran. kungen." Neukölln: Donnerstag, 17. Februar. Lokal Ängelraih, Elbestr. 28. Frau Dr. Held:„Grippeerkrankungen." Reinickendorf: Montag, 14. Februar, Lokal Rößler, Ressdcnzstr. 160. Dr. Baer:„Krankheitsvorbeugung." Prenzlauer Berg: Montag, 21. Februar, Lokal Walsleben. Kopenhagener Str. 49. Dr. Büß. mann:„Ein Rundgang durch den menschlichen Körper." Wedding: Montag, 14. Februar, Lokal Naß. Maxstr. 12. Dr. Littwitz:„Tchwanqerfchakt und Geburt." Weißensee: Mittwoch, 23. Febrnar, Gemeindewärmehalle, Lehderstr. 122. Heinrich ktnchel: Lichtbildervortrag:»Di« seelischen und körperlichen Leiden der Liebe." Zepernick: Mittwoch, 9. Februar, Lokal Packert, Zevernick-Dorf(an der Kirche). Sermann Krngmener:„Geschlechtskrankheiten." Beginn 7% Uhr. Eintritt überall frei. Gäste willlommen." Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, e. B., Ortsgruppe Berlin, Bezirk« Eharlottenburg, Stadtpark imd Zoo. Dienstag, 8. Febrnar, 8(4 Uhr, Spichern» säle, Spichernstr. 3, Dortrag mit Lichtbildern:„Als Kriegsfreiwilliger im afrikanischen Feldzug unter General Lettow-Borbeck". Referent Theodor Frcndcnberqer, Frankfiirt a. M. Gäste willkommen. Adolf Damaschke spricht Donnerstag, 16. Februar, 7 Uhr, in der Urania, Taubcnstr. 48—49, über„Wege zur Ueberwindung der Wohnungsnot". Ein. tritt 1„36 M.(Porzugskartcn zu 1 M. durch die Bodenreform, Lesssnastr. 11). Völkerbund". Gäste willkommen. Sriefkaften See Redaktion. ». L. 68. Die gesetzlichen Bestimmungen bestehen noch, aber befand««« Rechte ergeben stch daraus nicht für d e Mieter. Wenn der Wirt seiner Ber. nflichtung bezüglich der laufenden Instandsetzungsarbeiten nicht nachkommt, f. kann das Wohnungsamt angerufen werde».— S. L. 166. Kommen St« in unsere juristisch« Sprechstunde.— E. F. 12. Vor dem 1. April 1925: 80 Prozent— 9,50, 40 Pro».— 12,65. Nach dem 1. April 1925: 30 Prvz.— 9,75, 40 Proz.— 13,00. Sondcrzahlungcn sind nicht erfolgt.— Bgm. 1. und 2. Nein.— Schneider 20. 1. Da die Frau einen Ehescheidungsgrund hat, kann sie von ihrem Ehemann getrennt leben. 2. Sollten wegen des Kindes Diffe. renzen Mit dem Ehemann entstehen, so wollen Sie die Ehcfiou veranlassen, in unsere iiiristische Sprechstunde zu kommen.— E. G., Rcnlöll». Physisch«— natürliche oder Naiurkrasi. W. Sch. Rcttungc-omt der Stadt Berlin, N. 24,«rttlleriestr. 23.— ». H. 34. 1. Nein. 2. Bei jedem Finanzamt,«dreßbuch, Teil 3, Seite 13. « Liripz»«, Influenza «. a. ErkLlttittgkstrank Helten haben stch Pogal. Tabletten hervorragend bewährt. 3m flnfangsstadium genommen, verschwinden die Krankheit, er- jcheinnngen sofort. Lt. not. Bestätigung sind innerhalb 5 Monaten mehr al, l 500 Gutachten allein ans Arztekreisen einzegang., darunter v. namhaft«» Professoren u. au, ersten Miniken«. Krankenanst. Überrasch. Erfolge! Fra- gen Sie Ihren flrzt! Togal ist in allen flpotheken erhältlich. 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Im 9l(iaaqe�aal bcaUnbanba baafc«, Claianflc.<3 85 Konferenz der weiblichen Oertrauenkperjouen und Lelriebsräte. de» Tade.ordnunq iioUen-n Vit» stach II über!.Sie �Slip leit der Gewerbe, und Ardel«siericki'«- S. Berdandaangeieseohei!»» und Der- schieden»» Da«. Nch um wichtig« Fragen Handell. muh jeder Betried vertreten sein. OlaOrtnaerwallnng. »•••••••••••( Pfänder i die in den Vlonale»«Zerll. Alal and i Zu«! 1929 d«l unseren Abteilungen oeiietzt und nicht erneuert wurden, ZtaslUMesl�Uisml WbJtHisSÄI? MWWWWWMu»�» teieder erSftnet. Hob. B.Ielhn IX Jeder Wertsache. Diskrete Bedienung in Elntelkeblner. WWwW aeStlnet von 4—7 Uhr. WUwW Blsmardc-Realsdiule Rbeiiuberger Strafe 4-5 (an dar BrunnenstraSc) �«mcldanaeii för Sexta, aach aade dem 1. Februar, and AmVoatt täglidh 11-12. ir Küdien roh emailliert HB(He LotMHCB 42 FL 80 FL „ CHrlsttne is.. 12s„ mit Anrichte RlescnauswaM roher, lackierter, lasiertet 1 KBchen, einzelner Kleider- 1 und KOchenschränke. 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Geeignet« Bewerber mit längerer erlolgrrlcher BerwaliungStätigkelt wollen chre Gejuche unter Benügung von 19. März 1927 dem ....... nden Persönliche Borstellungen find nicht erwünscht. Osnabrück, den I. Februar 1927. Sdtwclgmann, Justizrat, Bürgervorlieher-Borilührer. Bekanntmadiuug 2 lodaSrile i Leiter einer ZalmKilnih und I Asslslenzarzl >Lr Rranlenkassenmifglleder und Schul- zahnpfiege für sofarl getucht. Be oldung uach Gruppe II und 10 der Staatlichen Beioldungsordnuug. Bewerbungen mit ieldltgelchriebenem LebensIaul.L chlblld und Reugnisadschritten erdeten an di» Hauptetpedition de»„Bor- wärt»"-Berlage» A 58. Für größeres Bnreauhans in Berlin wird Hausmeister (nicht Portier), mOel. gel. Mechaniker, der kleinere Schreibmasch.- und Lieht- anlage-Repar. ausüben kann, gesucht. Angebote unter F. R. 2324 an Rudolf Messe, NW, RaUteaawer Sir ab« i, flr. 62 ♦ 44, Fahrgong 3. Seilage öes vorwärts Sonntag. 6. Jebruar 1427 Umgruppierungen im Gaskrieg. Aufgaben der Stunde.— Gefahren des Gruppeninteresfes. 2>er offene und stille Machtkampf um die deutsche Gaswirtschaft reht weiter. Am 20. Februar wird auf einer Aufsichisrotssitzung der WirtschaftlichenVereinigung Deutscher Gaswerke in München eine Denkschrift der A.-G. für Kohieverwertung Essen diskutiert werden, wobei wir hoffen, daß der Verein Deutscher Gas- und Wasserfachmänner ebenfalls jene längst fällige Denk- fchrist zur Diskussion stellen wird, die Klarheit über alle Fragen erzwingt, denen die � A.-G. für Kohleverwertung bisher ausgewichen ist. Am 25. Februar wird der Vorstand des Deutschen Städtetages sich mit der Zechenfernversorgung beschäftigen', wir erwarten, daß seine Stellungnahme das gemeinwlrtschaftlichc dem Zecheninteresse so voranstellt, daß die Vorteile einer ein- heitlichen Großgasvei sorgung Deutschlands heute und in der Zu- kunft der öffentlichen chand gesichert werden und den großen Städten und Gaswerken die Gründung einer Studien- gesellschaft vorgeschlagen wird, um gegenüber allen privaten Sonderinteressen ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, auch für die Frage der interkommunalen Zweckoerbandslösung der Fern- Versorgung. Am 2. März wird die A.-G. für Kohleverwer- t u n g in einer Generalversammlung über die Erhöhung ihres Kapi- tals endgültig Beschluß fassen, womit der Kampf um die bausch« Gaswirtschaft in ein entscheidendes Stadium tritt. In der organisierten Arbeiterschaft herrscht die Neigung zur gruppeuinkeressierkea Stellungnahme leider noch vor. Diese scheint uns nach wie vor für die gemein- wirtschaftliche Lösung des Problems gefährlich, weil dabei allzu leicht das Interesse der öffemlichen Hand dem Sonderinteresse des Zechenkapitals in die Hand gespielt wird. Insbesondere wird eine tohlenwirtschastsgesetzliche Kontrolle der Zechen- fernversorgung Deutschlands bei den heutigen Machtverhältnissen die Zechen niemals zwingen, bei ungenügender oder gefährdeter Rentabilität des investierter Kapitals das Verlustrisiko i« l b st zu tragen. Immer wird jede Preissrage so gelöst werden, daß das investierte Geldkapital zu seiner Dividende kommt, wodurch der Staat selbst zum Instrument des Zechenkapitals gemacht wird. Im übrigen haben sich in den Kampffronten seit unserer letzten Stellungnahm« Umgruppierungen vollzogen, über die folgende Zuschrift aus sachkundigen Kreisen unterrichtet: Obwohl die Aktiengesellschaft für Kohleoerwertung Essen gerade die Gasfernversorgung anscheinend als ihre vordringlichste Aufgabe ansieht, hat sie es doch bisher nicht vermocht, sie praktisch ihrer Lösung näher zu bringen. Das bisherige Resultat entspricht kaum den anfangs gehegten, von einem schrankenlosen Optimismus ae- tragenen Erwartungen. Von der A.-G. für Kohleverwertung wird über die Presiepolemik geklagt, die sich an die von ihr selbst in der Presse ausgerollte GasfeinverslKgungsfaige angeschlossen hat. Mit Unrecht: Es handelt sich hierbei um wichtig« öffentliche Interessen, und das Für und Wider in der Presie trägt zur Klärung der Sach- läge bei. die um so erwünschter sein muß, als über die Durchführ- barkeit der Pläne keineswegs hinreichende Klarheit besteht, die auch in der öffentlichen Versammlung des Reichskohlenrats durch das Referat des Generaldirektors Dr.' Patt nicht geschaffen wurde. Der Referent brachte keine Rentabi, itätszahlen, sondern de- schränkte sich aus allgemein gehaltene Behauptungen, deren Richtigkeit noch nachzuweisen bleibt. Im Anschluß an die öffentliche Dersamm- lung Hot der Große Ausschuß des Reichskohtienrats beschlossen, die mit der Gasfernversorgung �zusammenhängenden Fragen im berufenen Kreise von Sachverständigen zu prüfen und zu klären Richtiger wäre es gewesen, diese Prüfung vor der öffentlichen Versammlung vorzunehmen, um dann der Oeffentlichkeit gegenüber mit unanfechtbaren Zahlen aufzuwarten, wie auch die Stellung eines Korreferenten selbstverständlich hätte sein müssen Leider hat der Geschäftsführer des Reichskohlenrats in der öffentlichen Versammlung das Ergebnis der später vorzunehmenden Prüfung bereits vorweg genommen, indem er nach einer einseitig zechenwirtschoftlichen Darstellung der für die Gasfernversorgung in Betracht kommenden Verhältrisse die Gründung der A.-G. für Kohle- verw-ertung als eine nationale wirtlchaftliche Tat feierte. Bei einem Vertreter der öffentlichen Koylenwirtschaft muß die Bitterkeit erstaunen, mit der den Zweiflern und Kritikern vorgeworfen wird, daß sie die Bedeutung dieser Tat verschleiern, Sonderinteressen über das Allgemeinwohl stellen(!) und die öffentlich« Meinung irre. führen, kurz Wirtschoftspartikulorismus treiben. Von einem Vertreter des Reichskohlenrats sollte die Oeffentlich- keit eine größere Zurückhaltung und Objektivität er- warten dürfen. Mit Recht wurde in der nichtöffenllichen Sitzung des Reichskohlenrats gegen die Ausführungen des Geschäftsführers Stellung genommen und darauf hingewiesen, daß der Vorwurf der Irreführung der Oeffentlichkeit eher den Befürwortern der Gas- fernversorgung gemacht werden kann. Wandlungen des Ruhrprojekts. Wie sehr Skepsis gegenüber dem Zechenprojekt angebracht ist, zeigen die Wandlungen, die es schon erfahren hat. Ursprünglich sollte ganz Deutschland von der Ruhr aus mit Gas versorgt und die kommunalen und privaten Gaswerk« stillgelegt werden. Nach Herrn Dr. Pott sind die Ruhrzechen jetzt bereit, sich mit den übrigen Kohlenrevieren in das Geschäft zu teilen und auch die Ansprüche der Braunkohle zu bers""!J-''— �---- K welche Verhandlungen mit positivem Ergebnis und auch die Ansprüche der Braunkohle zu berücksichtigen. Irgend- welche Verhandlungen mit positivem Ergebnis sind jedoch mit den übrigen Kohlenrevieren bisher anscheinend nicht geführt worden. Ein noch viel schärferer Wandel der Zechenauffassung ist hin- sichtlich der k o m m u nalen Gaswerke eingetreten. Die Zechen zu sie' hergestellte€ Dr. Pott erklärt daher, es sei nicht beabsichtigt und auch nicht prak geben zu, daß es Fälle geben kann, wo Ferngas teurer zu stehen kommt als das in neuzeitlichen Gaswerken hergestellte Gas, und tisch, wirtschaftlich arbeitende Gasanstalten in jedem Falle zu schlie- ßen und dafür Ferngas zu beziehen. Eigene Gaserzeugung in den Städten und Ferngasbezug müsse vielmehr Hand in Hand ge- schehen und das gegenseitige Verhältnis der beiden Ver- sorgungsarten müsse wie bei der Elektrizitätsversorgung von Fall zu Fall auf Grund rein wirtschaftlicher und sozialer Ueberlegungeu entschieden werden. Also nicht mehr Gasversorgung Deutschlands ollein von den Ruhrzechen, sondern Beteiligung aller Kohlenreviere e i n s ch l i e ß- l i ch der Braunkohle gemeinsam mit den städtischen Gaswerken. Diese Wandlung entspringt wohl der Erkenntnis, daß der A n» griff aufs Ganze abgeschlagen ist. Offenbar sucht die A.-G. für Kohleverwertung im Kreise der Gaswerksdirek- toren nach Verbündeten für das Zechengejchäft, und es liegt nah«, daß hier ein bestimmter Teilersolg möglich ist. Es ist anzunehmen, daß besonders diejenigen Gaswerksleiter, die Zlussicht darauf haben, ihr eigenes Werk auszubauen und au der Zechen» fernversorgung als Gaslieferant beteiligt zu sehen, auch den Zechen freundlich gegenüberstehen. Mit der Umstellung der Gasversorgung Deutschlands auf samt- liche Kohlenreviere einschließlich Braunkohle und nicht zuletzt aus die schon bestehenden leistungsfähigen Gaswerke, die ausgebaut wer. den sollen, ist aber der Hauptgrund, der angeblich die Ruhr zu ihren Gasfernversorgungsplänen bestimmte, nämlich das Sorkenproblem in de» Hintergrund getreten und bedeutungslos geworden. Dies« Frage ist von außerordentlicher Wichtigkeit. Gerade auf der Lösung der Sortenfrage beruhte i» der Hauptsache der von dem Z�chenkapital in de» Vordergrund gestellte technische und w i r di ch a s t l i ch e Fortschritt. Das Sortenproblem wurde als eine Lebensfrage des deutschen Bergbaus hingestellt, ohne dessen Lösung sein Bankrott binnen kurzem unvermeidlich sei. In einer Polemik mit Herrn Dr. Nübling- daß das Sorten- MNg gelöst werden gbau"durch sie nicht»er- rettet* zu werden braucht, sondern nur wirtschaftlicher sd. h. für das investierte Kapiwl risikoloser) gestaltet werden soll. Das Zugeständnis der Betelligung aller Bergbaureviere, der Braunkohle und der Großgaswerke an der Gasfernversorgung schließt ober die Lösung der Sortenfrage an der Ruhr nahezu ganz aus, denn hie Verwendung der dort anfallenden Feinkohle erfährt dann kpine nennenswerte Steigerung. Mit der Erweiterung des Kreises der Gaslieferer hat sich auch eine Umstellung der Pläne für das Leitungsnetz vollzogen. Aus der ursprünglichen einfachen Hochdruckleitung Ruhr— Berlin. die 40 bis 50 Millionen Mark kosten sollte, ist«ine Reihe von unter- einander verbundenen.Fernleitungen geworden mit fünf sternförmig auf Berlin zulaufenden ringariig zusammengeschlossenen Verbin- dungszuleitungen in den verschiedenen Gebieten. Diese zur Siche- rung der Gasfernoersoreung unbedingt nötige mehrfache Leitung verteuert selbstverständlich auch die Kosten für die Gaszufuhr um das Mehrfache. Die strittige Frage, ob der Transport des Gases in Röhren und der Transport der Nebenprodukte, Koks usw., von der Ruhr nach Berlin per Eisenbahn wirtschaftlicher ist als die Der- frachtung der Kohle an die Gaswerke, ist damit unzweifelhaft zu- gunsten der Kohlenfrocht verschoben, was auch im großen Ausschuß des Reichskohlenrats von kompetentester Seite nachdrücklich unterstrichen wurde. Wie man sieht, hat sich durch die ösfenlliche Kritik der Zechen. pläne schon außerordentlich viel geändert. Aber wenn die Pläne in größerem Umfange Wirklichkeit werden, woran zu zweifeln ist, wer- hen sich die Zechen auch in der Frage der Beteiligung von Gemeinde, Staat und Reich stark umstellen müssen. Die A.-G. für Koh'ever- wertung möchte d'« Tätigkeit des Reichs daraus beschränkt wissen. durch gesetzliche Regelung des Wecerechts der Zechengasversorgung in die Hand zu arbeiten. Es gehört sehr viel Optimismus dazu. 2 95 90 Schwarze Spangenschuhe n) t durebbrochenen öpinscn, Ciröas zS-irj Braun Chevr.-Schnürstiefel ohne Kappe, Grösse 2»'— 22 Braune Spangenschuhe »am Teil mit iarbigor Flechtgarnitur, Grösse 20-22 Lackleder• Spangenschuhe mit sellilcbem DiircübructJ, erstbl. Qualiiät. Grösse N/2V 5,90, 23/24 5,50, 20- 2? 4,' O R'Chevr.- Spangenschuhe schwarz, aüe Grössen von 27 bis 35 3 90 2 90 Braune Spangenschuhe zum Teil mit tarbiger Fiecht�arn.tur, Grösse»-26 Schwarze Schnürstiefel mit und ohne Kappe, Grösse 28-26 Braune Schnürstiefel mit und ohm* Kappe, Grösse 28-26 Schwarze Strapaziersticfel mit Oesen, Grösse 31-35 SchwarzcBoxr.-Derbysticfd Oröse« 96-3» Schwarze Boxr.- Halbschuhe (irdise Sfl-Sb Laddeder- Spangenschuhe mit h&ibhob. od. flac-* Absatz Grösse 3 �-38 Braun Kroko- Spangenschuhe halb©her A eai/. 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Alle parteigenössi- schen Beamten werden in der Entschließung zur tatkräftigen Durch- führung eines vom Reichsbeamtenbeirat im Juni 1924 gefaßten Be- schlusses verpflichtet. Dieser Beschluß hat folgenden Wortlaut: „Die parteigenössischen Beamten sind verpflichtet,.in ihrer gewerkschaftlichen Betätigung für das Ziel des wirtschaftlichen Sozialismus zu wirken." Zum Schluß gibt der Reichsbeamtenbeirat in seiner Entschlte- ßung vom 5. September 1925 der Erwartung Ausdruck,„daß der Parteitag in Heidelberg in der Frage der gewerkschaftlichen Orga- nisation eine Entlckieidung trifft, die geeignet ist, der Förderung der sozialistischen Gedankenwelt in der Beamtenschaft einen neuen kräftigen Anstoß zu geben". Diese Erwartung ist Insoweit ent- täuscht worden, als der Parteivorsitzend« nach dem Parteitagspro- tokoll(S. 172) zu der in Rede stehenden Frage wörtlich aussührte: „Mich wird niemand in Verdacht haben, daß ich gegen den ADV etwas einzuwenden habe. Aber in der Praxis müssen wir zunächst noch ein« gewisse Toleranz üben, da viele Reichs- und Kommunalbeamten noch in anderen Verbänden sind" Aus diesen Ausführungen spricht die unbeirrbare Absicht, den Gewerkschaftsstreit der Beamten nicht zum Gegenstand unerquick- licher Erörterungen aus dem Parteitag werden zu lassen. Soweit werden alle Interessenten sich einig sein, daß gerade ein Parteitag — und am wenigsten sein Plenum— keine besondere Eignung für die letzte Klärung einer Frage besitzt, die zwar von einem Teil der SPD.-Genossen— den Beamten— bitter ernst genommen wird, deren Lösung jedoch von der überwiegenden Mehrheit der nicht im Beamtendienst stehenden Parteimitglieder nicht als lebens- wichtig für die Partei angesehen wird. Tatsachen sind auf der einen Seite die Schwierigkeit für den parteigenössischen Arbeiter, in die letzten Tiefen der staats- politischen Bedeutung der Beamtenfrage einzudringen, und a n d e- r e r s e I t s die parteipolitisch« Abstinenz vieler parteigenössischen Beamten in der Meinung, die Partei mllffe alle Probleme lösen. Diese Tatsachen wirken ungünstig auf die Lösung des Pro- b l e m s. Kann ein Sozialist grundsätzlich eine andere Meinung vertreten als die, welche u. a. auch der im August 1925 auf dem Berliner Bezirksparteitag der SPD. mit großer Mehrheit an- genommene Antrag zum Ausdruck bringt, nämlich, daß Partei- genossen, die als Lohn- und Gehaltsempfänger arbeiten, Mitglieder einer freien Gewerkschaft sein müssen? Zu jener Zeit, als dieser Antrag Annahme fand, konnte noch um die Frage gestritten werden, ob sich dem Grundsatz zuliebe der Schnitt zwischen DBB.- und ADB.-Parteigenosien recht- fertigen ließe. Auch die Befürworter dieser Methode konnten keine sichere Gewähr für den Erfolg ihrer Radikaltaktik bieten. Auch heute wird dieser Taktik kaum von der Mehrheit der freigewerkschaftlich orientierten parteigenössischen Beanuen das Wort geredet, nur Klar- heit in der Einstellung aller Parteiinstanzen zur Frage der Be- amtenoerbände wird verlangt. Zu ihr aber hat leider auch die Er- klärung des Parteiausschusses nicht geführt, weil— das darf bei Anerkennung des in der Formulierung bewiesenen außerordentlichen Geschicks festgestellt werden— ihre Verfasser über schon überholt« Zustände zu falschen'Schlußfolgerungen gelangen mußten. Wenn 1925 noch Hoffnungen auf ein« Einigung der Beamten- verbände die Parteiinstanzen zu ihrer vorstehend gekennzeichneten Einstellung bewegen konnten, so mutet heute die gleiche Grundsatz- einstellung beinahe wie ein Anachronismus an. Ist beim seitdem alles geblieben, wie es war? Haben sich die Aussichten auf Er- füllung jener Hoffnungen gebessert? Das kann man doch nicht gut mehr behaupten, nun die Vereinigung des ehemaligen DBB. mit dem christlichen Gesamtverband als voll- zogene Tatsache in Rechnung gestellt werden muß. Und wenn die Erklä- rung des Parteiausschusses von diesem jedenfalls für die deutsche Beamtenbewegung historischen Vorgange mit keinem Wort« Notiz nimmt, dann dürfen sich ihre Verfasser nicht wundern, daß zahl- reiche freigewerkschaftlich organisierte parteigenössische Beamte sich sehr wenig befriedigt zeigen. Sie meinen, daß gerade die einseitig vollzogene Vereinigung, aus der der neue Deutsche Beamtenbund hervorgegangen ist. keinerlei Anlaß zur Erörterung des Einigungs- gedankens biete. Und wenn im Schlußsatz der Erklärung von der „Zusammenfassung aller Beamtenorganisationen in einem Spitzen. verband" die Rede ist, dann kann unseres Erachtens diese Perspek. »mtenverbanöe. Falkenber�. tive der Entwicklung nicht herausgestellt werden, ohne zugleich an die„neutrale" Seite den Appell für eine grundlegende System- änderung beamtenpolitischer Praxis zu richten. Hier zerschellr die feinste Kunst der Taktik an den Barrikaden gewerkschaftspolitischer Grundsätze, die aus der Verflechtung von Gesinnung und Kamps- willen erwachsen sind. Das organisatorische Ziel der sreigewerk- schaftlichen Beamtenbewegung kann niemals die Mitbeteiligung an der Herstellung eines Organis ationsbrcis um j-eden Preis fein. Wenn die freigewerkjchastlichen Grundsätze der Arbeiter, und Angestelltenbewegung auf sesten der SPD. Anerkennung gesunden haben, kann der Grundsatzstellung der sreigewerk schaftlichen Beamtenbewegung von den Instanzen der gleichen Körperschaft die Anerkennung mft allen aus ihr sich ergebenden Konsequenzen nicht versagt werden. Wenn die Erklärung glaubt feststellen zu können, daß„zahl- reiche Mitglieder der Sozialdemokratie im DBB.-Lager" seit langen Fahren für die Interessen der Mitglieder und gegen die Bestrebun- gen. den„DBB. als Ganzes in das Schlepptau bürgerlicher Parteien zu bringen", arbeiten, dann sei— unter Anerkennung der zu überwindenden Schwierigkeiten— zu dieser Feststellung die An- merkung gestattet, daß diese Arbeit bisher weder sichtbare gewer!- schaftlich« Erfolge gezeitigt hat, nach eine irgendwie in die Er- scheinung tretende freiheitlichere Atmosphäre im DBB. erzeugen tonnte. Kann das besser werden, wenn erst einmal die kommende Rechtsregierung fest im Sattel sitzt? Auch wir möchten den wo immer für unsere Ideale geführten Kampf nicht gehemmt wissen. meinen aber doch, daß erst einmal der Nachweis für die Erfolge erbracht werden müßte, bevor man sie anerkennt. Bisher hat sich jedoch stets nur gezeigt, daß die parteigenössischen Beamten vom anderen Ufer schweigen,, wenn von maßgebenden Stellen ihrer Organisation offensichtlich Unwahr- Helten sowohl über die Organisation der ihnen ideell gleichgerichteten Kräfte als auch über das Wirken der SPD. zu wahrhaftig allzu durchsichtigen Zwecken in Umlauf gesetzt werden. Soll das so bleiben? Weil immer etwas hängen bleibt, dos den anderen schädigt? Ist das parteigenössische Solidarität? Soll das für die umfassende Einigung der Beamtcnverbände!n Frage kommende Prograrrnn auch von der freigewerkschaftlichen Beamtenbewegung anerkannt werden, dann kann es weder„christ- lich" noch„national" im Sinne des christlichen Gesamtverbandes bleiben— dann müßte vielmehr die wahrhaft neutrale Linie so unmißverständlich herausgearbeitet werden, daß ein G e w e r k- schastsprogramm entstünde, besten wirtschaftliche und soziale Forderungen, unter Berücksichtigung ihrer besonderen Färbung für die Beamren, geeignet wären, mit den gleichwertigen Forderungen der Arbeiter und Angestellten ein einheilliches Ganzes zu bilden. Solange das Streben nach diesem Ziel nicht auf allen Seiten vor der„Zusammenfastung aller Beamtenorganisationen in einem Spitzenverband" vorhanden ist. kann auch der größte Optimist nicht einmal den Glauben an die Möglichkeit eines Spitzenoerbandes aufbringen. Wir hätten gewünscht, daß von dem Parteiausschuß diese Ge- dankengänge in seine Erklärung hineingearbeitet worden wären. Er hat es nicht getan— wenigsten? dieses Mal noch nicht. , Die natürlich« Entwicklung aber wird, fortschreitend, neue TÄppen zeugen, die aus dem Kampf um das Grundsätzliche'der Bewegung entstehen werden. Trotz aller Kritik muß aber schon heu-e anerkannt werden, daß die Erklärung im ganzen, mit chrer Tendenz «inen begrüßenswerten Fortschritt gegenüber der Stellungnahme des Heidelberger Parteitages von 1925 darstelll. Dies« Tatsache allein sollt« keine Seite in Resignation oerfallen losten oder gar zu der Meinung verleiten, daß der ADB. mit der Einstellung der SPD. nichts zu tun habe. Für die gewerkschaflliche Praxis läßt sich mit Argumenten, die aus Stimmung entstehen oder kurzsichtiger Beurteilung von Tatsachen und Zusammenhängen ent- springen, nichts Rechte anfangen. Eine gewertschafllich organisierte Beamtenorganisation, die ernst genommen werden will, kann nicht so tun, als seien ihre gerade die Parteien gleichgilltig, deren vor- nehmst« Aufgabe die parlamentarische Vertretung der Arbeitnehmer- interesten ist. Die Erklärung des Parteiausschusses Ist nichts weiter als ein Dokument für die augenblickliche Meinung der parte» genössifchen Instanzen über den Stand der Beamtenbewegung sowie über Entwicklungsmöglichkeiten. Gewerkschaftsentwicklung ist zu keiner Zeit ausschlaggebend von einer Parte! bestimmt worden. A n uns selbst ergeht der Ruf, die als richtig erkannten Ziele' unentwegt und mit alter Zähigkeit weiterzustrebem Je weiter wir vordringen zu diesem Ziele, um so höher wird auch von der SPD. der Wert der freigewerkschaftlichen Beamtenbewegung anerkannt werden müsten. Und zwar nicht zuletzt deswegen, weil in ihr allein schon jetzt die Möglichkeit gegeben ist, die reinen Beamtenverbände an der Seite der Beamtenabteilungen der gemischten Verbände für die geistig« Erneuerung des Beamtenwms zu gewinnen. dt« Ausgaben der staatlichen Gesetzgebung in solcher Weise zu ver- kennen. Es ist zu hoffen, daß die Nachprüfung durch den Reichskohlenrat und durch den Deutschen Verein von Gas- und Wassersachmännern endlich'die Gasfernversorgungspläne ihrer Nobelhoftigkeit und Phantastik entkleidet und feststellt, was i nt gesamtwirtschaftlichen Interesse notwendig und durchführbar ist. An Hand der angekündigten Denkschrift, die demnächst von der. Kohle- Verwertung herausgegeben werden soll, wird sich oizllcicht feststellen losten, welche positiven Vorschläge die Ruhr zu machen hat, insbesondere in der Preisfrage, und inwieweit ein Eingehen darauf im ollgemeinen Interesse liegt. Vor allem ist jedoch notwendig, daß die Nachprüfung nicht nur durch die Interessenten und ihre Hintermänner erfolgt, sondern auch durch Sach- verständige, die dem Projekt ohne persönliches Interesse gegenüberstehen. Kreüitgenossenfthastliche Tagung. Dr. Schacht gibt Ratschläge. Gestern fand in Berlln der 3. Girooerbandstag der alten S chu l tz«- D e l i tz s ch e n Genossenschaften fDresdner Bank) statt. Die deutschen Kreditgenossenschaften oder, wie sie sich gern selbst nennen, die genossenschafllichen Volksbanken des gewerblichen, landwirtschofttichen und sozialen Mittelstandes sind bekanntlich ihrer finanziellen Verbindung nach in zwei Gruppen ge- schieden, von denen die ei»e mft der Preußenkasse, die andere mit der Genossenschaftsabteilung der Dresdner Bank als Zentoalinstitut arbeitet. Die Referate der Tagung, die von Direktor Rapinund, Dftek- tor Gutmann(beide Dresdner Bank), Unioersitätsprosessor Kalveram- Frankfurt a. M. und dem Anwalt des Deutschen Äenossenschafts- Verbandes Professor Dr. Stein geHaften wurden, gaben gemeinsam mft einer seitens der Genossenschaftsabteilurgen vorgelegten Denk- s christ von Dr. Meyer einen erschöpfenden Ueberblick über die Tätigkeit und den sinanzicllen Wiederaufbau der Kreditgenossen- Ichosten seft der Inflation und speziell im letzten Jahre. Zu der Tagung waren eine große Anzahl von Gästen aus Regierungsstellen, befreundeten Wirtschaftsoroanisationen und Bankorgarrisationen er- schienen. Unter ihnen Reichsbankpräsident Dr. Schacht. Letzterer erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Reichsbant den genossenschaftlichen Bestrebungen mit voller Sympathie gegen- überstehe und ihnen auch praktisch immer ihre Unterstützung gegeben Hab«. Zurzeft werde freilich von der Genossenschastsabteilung der Dresdner Bank kein Gebrauch von den Krediten der R e i ch s b a n k gemacht, dagegen sei noch im letzten Vierteljahr des Jahres 1925 der Kreditkontmgent seitens der Genossenschafts. o.bteilung voll in Anspruch aenommer worden. Er ermahnt die Kreditgenossenschaften, das Wechselkreditgeschäft stärker als bisher zu pflegen. Dagegen müßten die öffenllich- rechtlichen und besonders die kommunalen Kreditinstitute, deren große Bedeutung besonders in der letzten Zeit noch gewachsen sei und denen man die Berechtigung zur Existenz gewiß nicht ob- sprechen könne, sich stärker dem Realkreditgeschöft widmen. Dann würde auch eine Konkurrenz zwischen diesen beiden Gruppen weniger in Frage kommen. Dr. Schacht wandte sich weiter wieder mft beachtenswerter Schärfe gegen die beamtenmäßige Ver w o l- tu n g von ö f f e n t l i ch en G e ld e rn und gegen die Kreditge- wähninp aus Mitteln der öffentlichen Hand. Bemerkenswert war, daß Direktor Kleemann(Dresdner Bank) in seinem Schlußwort zu der Tagung nochmals eine Warnung vor einer allzu optimistischen Beurteilung der Wirtschaftslage aussprach. Zu diesem Optimismus könne die allgemein« Konsolidierung der WirtschaftsverHältrisse, die sich besonders bei den Kreditgenossenschaften in einem überaus schnellen Wiederousbau des Geschäfts � bis zum Friedensstand und darüber hinaus geäußert hat, leicht verleften. Vor allem müsse aber vor einer llebsrspannung der Geschäftstätigkeit gewarnt werden, die sich auf der Grundlage der jetzigen Ueberfülle an slüssigev Mitteln leicht ergeben könnte. Der flrbeitsmarkt wieder verschlechtert. 2600 neue Arbeitslose in Berlin. Die leichte Besserung auf dem Berliner Arbeitsmarkt in der vorigen Woche ist in der Woche zum 5. Februar noch nicht in eine Besserungs t e n d e n z umgeschlagen. Die Zahl der Arbeitsuchenden hat sich im Gegenteil in dieser Woche wieder um 2699 ver- mehrt, so daß der Rückgang der vergangenen Woche fast ganz wieder aufgeholt ist. Zwei Tatsachen sind für den diesmaligen Wochenbericht des Landesarbeftsamtes Berlin charakteristisch. Ein- mal die Tendenz, daß die Freistellung von männlichen Arbeitskräften zugunsten der Beschäftigung der billigeren weiblichen Kräfte in noch größerem Umfang erfolgt ist als bisher. Die Zu- nähme der Arbeitslosigkeit entfällt ganz auf männliche Kräfte, wogegen die Zahl der weiblichen Arbeitsuchenden sogar um rund 3999 a b genommen hat. Zum andern die Tatsache, daß trotz der Vermehrung der Arbeits losen die Zahl der U n t e r st ü tz t e n rückgängig ist und die Zahl der Ausgesteuerten zu- nehmend wächst, ein Moment, das immer nachdrücklicher bei der Feststellung der tatsächlichen Erwerbslosigkeit beachtet werden muß. Das Landesarbeitsami Berlin schreibt zur Lage: Der Arbeitsmarkt läßt in seiner Entwicklung auch in der Be- richtswoche keine einheftliche Linie erkennen, jedoch ist eine Neigung zur Verschlechterung vorherrschend. Teilweise dürste diese Wendung durch die Nachwirkungen der Willerungsverhältnisse hervorgerufen sein. Ein erheblicher Teil des Zuganges, der sich aus 2699 Per- sonen beläuft und die Zlrbeftslosenziffer somit auf 283 827 steigerte, entfällt auf die an Außen- und Bauarbeiten beteiligten Be- rufe, wovon auch Notstondsarbeiter nicht ausgeschlossen blieben. In der Metall Industrie ist nach einem vorübergebenden Rückgang der Arbeitslosigkeit neben einem Nachlassen der Kräfteanforderungen wieder eine Steigerung in der Zahl der Arbeit- suchenden zu verzeichnen. Allgemein zeigt sich, daß die Zunahme der Arbeitslosigkeit in vollem Umfange auf dos Konto der m ä n n- l i ch e n Kräfte entfällt, wogegen die Zahlen der weiblichen Arbeit- suchenden sogar um rund 3999 abgenommen haben. Besonders gut aufnahmefähig für weibliche Kräfte zeigt sich das Bekleidunqs- aewerbe, und auch im Spinnstoffgewerbe wurden weitere Ein- stellungen vorgenommen. Der vereinzelte Mangel an weiblichen perfetten Kräften in dieien Gewerben hält an. Zuverlässige Rückschlüsse auf die künfttge Gestallung des Arbeitsmarktes lassen sich aus der gegenwärtigen Entwicklung kaum ziehen, da die Lage auf dem Arbeitsmartt zurzeit insgesamt recht pnübersichtlich ist. Fest steht jedoch, s>aß auf Grund der gesamten Wirtschaftslage auch in Zukunft mft weiteren Schwankungen auf dem Arbeitsmark zu rechnen ist Es waren 283 827 Personen bei den Arbeitsnachweisen «.Ingetragen, gegen 281 141 der Vorwoche. Darunter befanden sich 189 92t(184 533) männliche und 93 903(96 608) weibliche Per- Personen Erwerbslosenunter st ützung bezogen 122174 (122 6141 männliche und 57 669(59 983) weibliche, insgesamt 179 834 (182 597) Personen. Außerdem wurden noch 36 213(35 958) Personen durch die Erwerbslosenhilie der Stadtgemeinde Berlin und 21 113 (18 885) Personen durch die Krisensürsorge unterstützt Bei Not- st a n d s a r b c i t c n wurden 5 947(7 125) Personen beschäftigt. Der Beginn der Leipziger Frühjahrsmesse. Wie vom Leipziger Meßamt mitgeteilt wird, wird die Leipziger Frühjahrsmesse am 6. März d. I. eröffnet werden. Die kapilalerhShung im Blannesmann-ssontern. Wie aus der letzten Auffichtsratssitzung der Mannesmann-Rdhrenwerte mitgeteilt wird, erfolgt die Kapitalerhöhung der Mannesmann-Werke in einem noch größerem Umfang, als er bisher gemeldet worden ist. Das jetzt 115,2 Millionen betragende Aktienkapital wird zunächst um 4,8 Millionen auf 120 Millionen erhöht. Außerdem sollen ober nicht, wie bisher gemeldet, 39 Millionen Vorzugsaktien gegeben werden, sondern das auf 129 Millionen erhöhte Kapital soll um weitere 29 Millionen Stamm aktien auf 149 Millionen erweftert werden: außerdem sollen 29 Millionen Mark Vorzugs. aktien ausgegeben werden, so daß sich das Gesomtkapital auf 160 Millionen Mark belaufen wird. Auch hier ist wieder die Beobachtung zu machen, daß die auszugebenden Stammaktien den Aktionären, M diesem Falle in der Hauptsache der Deutschen Bank, zu 159 Proz. übergeben werden sollen, so daß die Aktionäre b e- deutende Kursgewinne einstecken können. Es entlnrjckt durchaus der aLg« der Schwerindustrie, daß die Mannesmann-Werke auf die Ausnutzung der vollen Kursdifferenz für die Stärkung der Betriebsmiftcl verzichten können. Di« Schwerindustrie hat an der gegenwärtigen Konjunktur genug"ver- dient und die Banken nutzen ihre Machtstellung aus. Glänzende Entwicklung der nordwestdentschen Sonsumvereine. Die Konsumvcreinsstatistik für dos Jahr 1926 zeigt innner beut- licher, daß das vergangene Jahr für die Bewegung außerordentlich erfolgreich war. So wird vom Verband nordwestdeutscher Konsum- verein«(aus 123 von 139 Genossenschaften) berichtet, daß der Gesamt- Umsatz von 131.21 auf 159.97 Millionen g est legen ist oder um 14,4 Proz. Der höchste Umsatz der Vorkriegszeft, derjenige des Jahres 1913 mit 91,84 Millionen wurde im Jahre 1926 also um 63,35 Millionen übertroffen. Bon den 1625 Verteiiiingestellen des Verbandes waren 1329 Kolomalwarenläden. 143 Schlächterläden, 126 Brotläden und 36 Spezialläden. Obwohl im Monat Dezember 59 neue Läden eröffnet worden sind, ist der U m f a tz j« V e r. teilungs stelle im Jahre 1926 von 89 198 auf 92 341 M. gestiegen, der Durchschnittsumsatz je Mitglied von 251 auf 314 M. Die Gefchäftsgutbaben der Mitglieder sind»m 1/37 Millionen Mark vermehrt, die Spareinlagen zeigen gegen- über 1925 den gewaltigen Zuwachs von 14,92 Millionen, das ist einMehrvon69Proz. Die gesamten Spareinlagen haben den Betrag von 38,56 Millionen erreicht und sind gegenüber 1913 mit 19,82 Millionen fast verdoppell. Nur 19,82 Millionen sind dabei durch Aufwertung entstanden. Nicht weniger als 49.4 Proz. der Mitgliedschaft waren Abonnenten des„Konsumgenosfenschastlichen Volksblattes". Die Abonnentenzahl ist gegen das Vor- jähr um fast 29 Proz. erhöht. Der Großhand-ls'.ndex. Die auf den Stichtaa des 2. Februar berechnete Großhondelsindexziffer des statistischen Reichsamts beträgt 135,4 und ist gegenüber der Vorwoche um 9,4 Proz. gesunken. Die Indexziffer der A g r a r st o f s e ist um 9,8 Proz. auf 1.38 8 zu- r ü ck q e g a n g e n. Die Indexziffer der industriellen R o h st o f f e und Halbwaren hat leicht auf 129,9 nachgegeben, während die Preis« der industriellen Fertigwaren eine leichte Erhöhung auf 141,6 verzeichnen. Im Monatsdurchschnitt Januar ist der Gesamtindex gegenüber dem Bormonat um 9L Proz. auf 135,9 zu. rückgegangen. Großfuflon amerikanischer Eisenbahngesellschafien. In den Ver- einigten Staaten vollzieht sich eine Fusion privater Eisenbahnaesell- icho.ften von sehr großen Ausmaßen. Vier der größte n"G e- fellschaften. darunter die Great Northern Railway und die Northern Pacific Railway, die ein Kopital von über 4K Milliarden Mark investiert haben, bringen die Aktien ihrer Unternehmungen in eine Holdina-Gesellschaft ein. die die Verwaltung der Bahnen kon- trollieren und einheitlich organisieren wird. DIskonlherabseßnnq auch in Wien. Nachdem die Diskontermäßi- gung der Oefterreichischen Nationalbank bereits längere Zeit vorge- sehen war, ist diese durch die Herabsetzung des Wechseldiskonts von 6� auf 6 Proz. nunmehr erfolgt. Die letzte Diskontherabsetzung erfolgte bekanntlich bald nach derjenigen der deutschen Reichs bank, und zwar von 7 auf 6>4 Proz. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag. 6. Februar: Vorm. 9: Morgenfeier. 11.30— 12.50: Unterhaltungsmusik des Orchesters des Cafd- Vaterland. Nachm. 1.10: Die Stunde der Lebenden: Robert Musil. 2.30: Wie ergänze ich meine Briefmarkensammlung(Lindenberg). 3: Interessantes aus der Geschichte der Kartoffel(Schulze). 3.30: Der Fonkhelnrel- mann erzählt. 4: Moharram, das Fest der Perser(Weiß). 4.30— 6: Berliner Funkkapclle. 7.05: Gestaltung und Formung des Verkehrs(Dr. Zucker). 7.30: Wissenswertes über die verschiedenen Arten der Malerei(Haasdorf). 7.55; Deutsche Sagen und ihre Stätten(Prof. Qoerke). 8.30: Kunterbunt. 10.30— 12-30: Tanzmusik. Montag, 7. Februar: Nachm. 3.30: Welche Länder beliefern unseren Mittagstisch(Richert). 4: 400 Jahre Kinderbuch(Mohr). 4.30: Novellen. S—6: Ettd-Kammer-Orchestcr. 6.40; Technische Wochenplauderei(Bochmcr). 7.05: Angst und Zwangsvorstellungen(Dr. Rothe). 7.30: Der Metallarbeiter am laufenden Band(Adam). 7.55: Pechstein. Meidner und Barlach(Dr. Kuhn). 8.30: Lyrik unserer Zeit: Christian Morgenstern, Arno Holz. 9.20: Die Sonate. 10.30—12.30; Tanzmusik. Dienstag, 8. Februar: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Die Anfinge des Theaters in Berlin(Arnhold). 4.30; Konzert des gemischten Chors der Staatlichen Blindenanstalt, Berlin-Steglitz und des Vereins zur Beförderung der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Blinden. 5.15—6; Kapelle Gerhard Hoffmann. 6.15: Der heilige Hubertus, der Schlrmcr des Jägers(Dr. Berger). 6.40: Stunde mit Büchern. 7.05; Launen und Stimmungen(Dr. Beyer). 7.30: Die Entdeckungsgeschichte der Erde(Dr. Wegen er). 8.10: Sendespiel: ..Der schwarze Domino.'4 Komische Oper in drei Teilen. Von D. F. E. Aober, Text von Eugen Scrlbc, deutsch von Aug. v. Lichtenstein. Mittwoch, 9. Februar: Nachm. 1.35—2: Glockenspiel der Parochialkirche. 3.30: Fastnacbtspcisen und Getränke(Fahlberg). 4—6: Jugendbühne:„Iphigenie auf Tauris.'4. Ein Schauspiel In fünf Aufzügen von W. v. Goethe. 6.30: Mörstörungen durch Berufslärm(Dr. Peyser). 7.05; Gärten der Toten(Lesse r). 7.30; Ein Besuch hol Orlik(Jaro-Jaretzki). 8: Spinozas Lehre, II. Teil(Dr. Fromer). 8.30; Vortrag. 9: Zur Unterhaltung. 10.30— 12.30: Tanzmusik. Donnerstag, 10. Februar: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt, i: Si-Ben Yogiromo, der Zauberer(Hartenan-Thicl). 4.30: Kapelle Gebrüder Steiner. 6.15 Moderne Schweißtechnik(Hönisch). 6.40: Die Hauptströmungen im Jüngitcn Drama (Zarck). 7.05: Spanisch. 7.30; Die Lockerung der Wohnungszwangswirts chait in Preußen(Minister Hirtslcfcr). 7.55: Wesen und Bedeutung der Freimaurerei (Prof, Dr. Marcuse). 8.15: Dr. Leopold Schmidt spricht über Beethoven. 8.30: 200 Jahre Orchestcmmsik: Dem Gedenken Beethovens. 10.30— 12.30: Tanzmusik. Freitag, II. Februar: Nachm. 3.30: Berta v. Suttncr(Schreiber). 4; Fasching und Masken einst und jetzt(Karstadt), 4.30: Klaviervortrag(Judkowska). 5—6: Kammermusik: Dem Gedenken Beethovens. 6.30: Die Sportschau des Monats(Dr. Bollmann), 7H3: La politesse frangaise(Prof. Colson). 7.30; Die gesellschaftliche Gliederung der beiden Prlmärkulturcn(Prof. Dr. Prcufl). 8.30: Sendespiel: „Flachsmann als Erzieher." Eine Komödie in drei Aufzogen von O. Ernst. 10.35—12.30: Tanzmusik. Sonnabend. 12. Februar: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4; Die Lüge in der Gesellschaft(Dr. Sieglitz). 4.30; Balladen. 5—6; Etti-Kammer-Orchester. 7.05: Medizinisch-hygienische Plauderei(Dr. Frank). 7-10: Fragen des Arbeitsrechts von praktischer Bedeutung(Dr. Ehlers). 7.55: Die allgemeine Relativitätstheorie(Prof. Dr. Reichenbach). 8�30: Heitere Lieder zur Laute (Summer), 9; Blasorchcster-Koiaert. 10.35— 12.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag. 6. Februar: Vorm. 9: Yorjenleicr Uebertr«itin{ aus Berlin). UJO—IJ: ftaiuosisch liir Fort,eschriMene. Lektor Claude Orander. C.». Eyseren. 12—12.30: Fran- zösisch für Anlänfer. Lektor Claude Orander, Q. V. Eyseren. Nachm. Ucber. trasuogea au« Berlin. Montag, 7. Februar: Nachm. 2M~is Fr. E. Bochtn; Was haben die Landfrauen von der „Qrlinen Woche" nach Hause mltzenommen? 3.30—4: Dr. Würzburter, Frl. As«. Kacndel: Paul Natrop, soziale Erziehung. 4- 4.30: B. K. Qraef: Die Kunst des Sprechen«. 4.30— H: Dr. Klopler; Erziehungsberatung. S—«: Prol. Dr. Bastian Schmidt; Die Seele der Tiere. 6— 6.30: Ob.-Reg.-Rat Dr. Schwarte: Die Ptlanjenschulzbestlmmungen lür die Ein- und Ausfuhr von Kartoffeln. 6.30— 6.H: Englisch für Anfänger: Stud.-Rat Friebel, Lektor Mann, 6.5S-7.20: Generalsekretär h. K. Rose: Wesen und Bedeutung der Reklame. 7.20— 7.43; Prol. Dr. Binz: Chemie, Technik und Weltgeschichte. Ab 8.30: Uebertraguns ans Leipzig. Dienstag, 8. Februar: Niciim. 2.30—3: Fr. Paula Steiner: Die Frau im neuen RuBlaud. 3.30—4; Lehrer H. Bogen; Vom Weg des Jugendlichen zum Berul. 4—8: Fr. Dr. Maria Monlessorl; Geber die Seele des Kindes(in italienischer Sprache, llbets. von Fr. Dr. Korsch). 8 6: C. Nebermann: Schachlunk. 6— 6J0: Min.-Rat Dr. Mctt. genberg: Das Anslieferungsrecht und»eine Neugestaltung. II. 6.30— 6.85: Spanisch für Anfänger: O. v. Eyseren und C. M. Alfleri. 6.88- 7.20: Stud.- Rat Dr. John: Aegypten und der Ägyptische Sudan 7.20— 7.48: Dr. Hans Boettcher; Beethoven all Liederkomponist. Käthe Wegener-Pelser. Gesang; Cd. Schröder. Klavier. Ab 8.10; Uebertragung aus Berlin. Mlttwocb, 9. Februar: Nachm. 12-�12.30: Französiich für Schüler: Lektor Claude Qrander und Q. van Eyseicn. 12.35—12.40: Mitteilungen des Rcichsstädtebundes. 3.35—4: Einheüskuizschrift für Anfänger: Prof. Dr. Amsel und Oberschullehrer Wcstcr- mann. 4—4.30: Prof, Dr. Schütz: Phyiikalische Bcrufsschädigcngcn. 4JÖ-5: Englisch für Fortgeschrittene: Stud.-Rat friebel, Lektor Mann. 5-5.30; Genera! Graf Montgclas: Völkerbund und Abrüstung. 5.30—6: Prof. S. Ochs: Die Alten der Kirchenmusik. 6— 6.30: Stud.-Rat Thiel; Technischer Lehrgang für Fachaibeiter. I. Die rechnerischen und mathematischen Grundlagen. 6�0— 6.55: Englisch für Anfänger: Stud.-Rat Friebel, Lektor Mann. 6.55—7.20: Wirtschaftsgerichtsrat Dr. Tschicrsky: Kartelle und Trusts. 7.20— 7.45: Wirk!. Admiralitätsrat Prof. Dr. Kohlschötter: Nordpolcxpcditioncn in alter und neuer Zeit. Ab 8.30: Uebertragur.g aus Berlin. Donnerstag, 10. Februar: Nachm. 2.30-3: Zentrale der Hausfrauen-Vereine Gr.-Berlin;„Die Axt Im Haus". 3.30— f: Lehrer H. Bogen: Vom Weg der Jugendlichen gnm Berut. 4—■1.3#; pro!. Dr. Qins: FBrdtnmgtn der, BHenäichen Öesundhetüpfleje nntf der Schule. 4.30-8: Dr. Delekat: Pestalozzi und die rellgiBse Erziehung. 5—8.30: Vortr. Legationsrat Dr. Otto Soehrlng: Oedanken ztjr Kulturpolitik und Kultorpropaganda. I. 830—6: Prof. Dr. Slahlberg: Was wissen wir vom Meers? ft— 630: Prof. Dr. Neumann: Brotversorgung des deutschen Volkes. 630—6.38: Spanisch für Fortgeschrittene: O. vm Eyseren, C. M. Alfleri. 6 35—7.43: Dichterstunde: Rainer Maria Rilke, Gedichtnlsleier. Fr. von Nostiz, Einführung: Maria von Faber d» Faur, Vorlesung. Ab 8.15: Geber» tragung aus Be:Iln. Freitag, II. Februar: Nachm. 12—12.30: B. K. Qraef: Sprechtechnik ilir Schüler. 3—338: Geh San.-Rat Prof. Dr. FOrbrlnger; Das Tabakrauchen. 3.30— 4: Einheitsknrz- sehrilt fffr Forigeachrittene; Prof. Dr. Amsel und Oberschullehrer Wester- menn. 4—430: Lehrer P. Werth; Grundlegendes zum neuzeitlichen Anfangsunterricht. 430—5: Dr. Müllcr-Frcimfels; Psychologie des jugendlichen Menschen. 8—6: Prof. Dr. Günther, Freiburg: Deutsche Heimatlehre. 6-6.30: Dr.-lng. Feldhau«: Aus der Geschichte der Technik. 638—6.35: Englisch für Fortgeschrittene: Stud.-Rat Friebel, Lektor Mann. 638—7.20: Präsident Dr. Kleiner: Die Entwicklung der deutschen Sparkassen. 730—7.45: Wissenschaftlicher Vortrag f. Aerzte. Thema und Name des Dozenten werden in den ärztlichen Fachzeitschriften bekanntgegeben. Ab 8.30: üebertragung au» Hamburg. Sonnabend, 12. Februar: Nachm. 330—4: Esperanto: Postrat Behrendt, Frl. Moelke. 4—430; Dr. Wienert: Die akademischen Berufe, Studium und Aussichten. 430—8; Prol. Dr. Lampe: Das Neueste aus der pädagogischen Zellschrlftenllteratur 5-530: Präsident Dr. Meiert: Kommunalpslltische Zeltfragen. 530—6: Dr. Nöltlng: Staatliches Arbeiterbildungswesen. 6-6.30: Stud.-Rat Thiel: Technischer Lehrgang für Facharbeiter. I. Die rechnerischen und mathe- rn arischen Grundlagen. 630—6,55; Prof. Dr. Mangold; Mechanische und chemische Verdauung. 6.55—7.45; Prof. Dr. Andreas. Heidelberg: Oesterreich und der AnschluB. Ab 8.30: Gcbertragnng aus Berlin. 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HERMANN Leipziger Strasse* Alexanderplatz* Frankfurter Allee» Belle-Alliance-Strasse» Brunnenstrasse Kottbuser Damm» Wilmersdorfer Strasse* Grosse Frankfurter Strasse« Chausseestrasse Soaatag ö.Zebruar 1927 Unterhaltung unö AAssen Seklage ües vorwärts Ein Mäöchen unserer Zeit. Von Alex Varkhel. Sie hieß Marie. Dan ihrer Kindheit ist nicht viel zu erzählen. Sie mar«in Dorstadtmädchen, also früh gereift und sehr hellsichtig. Don Grafen und Prinzen träumte sie niemals, aber manchmal spielte sie mit dem Gedanken, später einen reichen Freund zu nehmen, der sie aushielt. Die Arbeit haßte sie. Ihr Doter war Ar- beiter, und an ihm sah sie mit erschreckten Augen die Vernichtung des Menschen durch die Maschinen. Als sie aus der Schule kam.«ahm sie Stellung bei einem Donk« dircktor. Sie war hübsch und wohlgestaltet. Ihr Leib war ohne Makel. Wenn man sie durch die schönen Zimmer gehen sah, konnte man glauben, sie sei die Herrin und nicht die Magd. Die Frau des Hauses haßte das Mädchen. Sie war eifersüchtig und sah an Marie, wie schnell und furchtbar ihre eigen« Schönheit zerfallen war. Und als ob damit der Zerfall aufzuhalten sei, quälte sie das Mädchen und ersann eine Bosheit nach der anderen. Mari« mußte ein strenges, nönnchenhaftes Kleid tragen, keine Schleife war erlaubt, kein rotes, blaues und grünes Band, keine Spitze und auch keine unschuldige Zier. Aber alles war vergeblich. Aus dem sirengen blauen Kleid hob sich die Schönheit der Marie nur noch strahlender empor. Als das Mädchen mannbar wurde, hatte sie ihre ersten Lieb- schaften und Abenteuer, die sie bewußt und immer nur mit dem Hirn erlebte. Ihr Herz blieb kalt und klar. Sie küßte nicht. Sie ließ sich nur küssen. Einmal trat die Versuchung ganz nahe an sie heran. Mari« hatte eine Schwester. Die hieß Hedda und führte in Leipzig den Haushall eines Mannes, der schon fünf Jahre den Doktor machen wollte und schon längst verkommen wäre, wenn ihn Hedda nicht gehalten hätte. Sie hielt ihn nicht aus Liebe. Sie benutzte ihn und seine Schwäche. Ihr Ziel war nämlich, in der Stadt«in großes Haus zu eröffnen, ein Haus für reich« Studenten und Lebemänner, ein Haus für Kaufleute zur Messezell, ein vornehmes Haus mit Spiegelzimmern. Spielklubs, gepflegten Weinen und galanten Damen. Durch den Mann, mll dem sie zusammenlebt«, hatte sie schon lauge die Verbindung zu jenen Kreisen aufgenommen, die sich gern in phantastische ünd erotische Abenteuer verstrickt sahen. Ueber jene« Haus schrieb sie auch der kleinen Marie. Die sollte nämlich der Lockvogel werden, die unberührte Jungfrau, die kalte Heilige unter den entflammten Weibern. Aber Hedda starb, ehe sie ihr Ziel er- reichte. Wo starb sie? Im Krankenhaus unter den Schlachtmessern der Aerzte. Marie blieb nicht mehr lang« bei dem Bankdirektor. Sie ver- ließ Leipzig und reiste nach Hamburg. Der Anblick des Hafens und die Nähe des Meeres erschütterten sie. Auf der Reeperbohn erfüllt« sich ihr Schicksal. Sie wurde„Matrcsenmarie" genannt. Matrosenmarie war jung und schön. Motrosenmarie wurde sehr geliebt. Aber sie war, wenn ihre Freunde die Heuer langer und wilder Fahrten durch die stürmischen Ozeane vertronken und verspielten, immer klar und kühl, das arme Kind. Sie war immer berechnend, wenn sich die Männer verschwendeten, die Unglückliche. Sie wurde maßlos geliebt, die Lieblose. Lange Zeit war der erste Steuermann Hein Küpper ihr bevor- zugter Freund. Aus Indien brachte er Geschenke mit. aus China, aus der Südsee. Sie lachte und zeigte die weißen Zähne. Immer blieb sie kalt, auch im Feuer der Hingabe. Einmal, Hein war auf neuer Fahrt, lernte sie einen Engländer kennen, der ihr in einem Vorort eine nette Wohmmg einrichtet« und als erster Mann mit eiserner Strenge ihre Kälte zerbrach. Zum erstenmal weinte Marie eines Mannes wegen. Zum erstenmal bebte sie, wenn der Mann kam. Der Engländer kam, und der Engländer ging wieder. Hein fuhr immer noch auf der See. Und als er endlich nach Hamburg heimkehrte, war Mari« verschwunden. Sic lebte jetzt in Berlin und hatte neue Freunde. Der Steuermann Hein Küpper hotte manches Schiff über die Meere und durch viele Stürme geführt. Er kannte alle Windstillen und Klippen der See, ober er kannte nicht die Stürme und Wind- stillen, die Klippen und Strudel eines Mädchenherzens. Er ließ sein Schiff abfahren und suchte Tag und Nacht seine Freundin. Alle anderen Verlockungen schlug er aus. Nur ein Mensch lockte: das Mädchen Marie. Jetzt erst wußte er, wie sehr er sie liebte. Zwei Wochen lief er halbverrückt durch Hamburg. Dann kamen Haß und Wut. Trauer und Verzweiflung, und in einer wüsten Nacht ging Hein Küpper unter im Schlamm der großen Stadt. Dann trieb er sich, wie er sich viele Jahre auf den Bteeren herumgettieben hatte, in Deutschland herum. Er lag in den großen Städten und auf den Landstraßen, schlief in den Asylen und unter den Brücken- bogen Und hatte jetzt keine Geschenke mehr aus China oder der Südsee... Wer von uns hat Marie nicht geliebt, als sie sechzehn Jahre alt war? Wer hat ihn nicht geküßt, den schönen, verschlossenen Mund? Warum lieben leidenjck�istliche Männer kalte Frauen? Warum sieben leidenschaftliche Frauen kalte Männer? Küpper dachte dar- über nicht nach. Er hotte schon zuviel nachgedacht. Er liebt« nur. Er liebte immer noch das Mädchen, das ihn verlassen hatte. Er mar besessen von ihr. Auf seinen Dagabundogen schrieb er oft ihren Namen an die Mauern und Wände:„Matte!", nichts als„Marie!". Ich habe Hein Küpper kennen gelernt. Er war damals kein Steuermann mehr. Er war verbraucht und nichts als Landstreicher. lind gestern tauchte Küpper und sein Schmerz sich hatte ihn längst vergessen) wieder aus und war wie eine Flaschenpost auf dem Meer des Unflats. „Marie, wo Lebst du jetzt herum?" las ich auf einer be- schmutzten Häuserwand in Berlin. Küpper hatte zuerst ein un- flätiges Wort., gcschtteben, ober das böse und bittere Wort war ausgelöscht und� durch das größere, weitere und verzeihende ersetzt. Als er diese Flaschenpost hinauswarf in das Leben, wird der ver- kommene Seefahrer schmerzlich gelächell haben wie vielleicht damals, als er das Mädchen küßte, das keinen Kuß zurückgab. Wo ist Marie? Wo liebt Marie? Es ist lächerlich, davon zu schreiben, aber das Leben besteht zum großen Teil aus Lächerlich- kellen: Matte hat doch einen reichen Freund gefunden. Er küßt und sie läßt sich küssen. Sie ist jung und er ist alt. Sie ist kalt und er ist heiß. Sie hat jetzt viel schönere Kleider als die arme Hedda in Leipzig. Manchmal denkt Marie auch noch an Hein Küpper und an den Engländer, und wenn sie an diese Männer denkt, dann lächelt sie und zeigt ihre Zähne, die immer noch schöner sind als Elfenbein. Westarp. / .von einer wirklichen auhenpoliklschen Verständigung kann gar keine Rede sein!" »Das Zeatrumsmanifest Handlungen gewesen!" ist nie Gegenstand von ver. »Die monarchische Staalsform erscheint uns nach wie vor als die geeignekere für das deutsche Volk!" »So! Und nun. damit der Baum keinen Schaden leide, demenklere ich mich!" Die Metzgergasse. Von Franz Rolhenfelder. Nein, damals hießt du nicht so, du warst überhaupt nicht Name und Wort, nur Musik, und als mir jüngst ein Freund ein vergilbtes Blatt zeigte und mich ein eigenes Gedicht erkennen ließ, das ich ihm vor fast zwanzig Jahren in der„Lctite nie de boucher" geschenkt hotte, da klangst du wieder auf, die Sinfonie voll Herbe und Schwere, dunkel und trauttg trotz der unzähligen Neinen und kleinsten Takte voll hüpfenden, sprühenden Eigenklangs. Da ward mir auch das oergilbte Papier wieder zu einem Gedicht, und weil dies Gedicht ein Iugendlied sein will,, so suchte es mick auch gleich von seiner Kraft zu überzeugen. Komm mit! rief es, wir gehen wieder in die kleine Gasse, von der deine Reise in die große Welt ging. Und da stand ich, ein anderer geworden, mich selbst nicht erkennend, bis ich mich wieder an mein Jungsein gewöhnt hatte, aus Brüssels Grande Place, dein wahrhaft großen Platz, hinge- ttssen von der Schönheit dieses Wunderbesitzes der Völker, ohne mir selbst und anderen zu erklären, warum dies der schönste Platz der Erde sei. Heute würde ich das sicherlich nicht unterlassen. Das war einer der Jugendtage meines unbekümmerten Davauf- losdichtens, die niemals daran dachten, daß fünfundzwanzig Jahre immelhin ein Vietteljahrhundett find und sogar schon eine bettächt- liche Strecke. Heute weiß ich es. O wie war es doch? Ich sehe es deutlich: ein trotziger Turm bot seine durchbrochene Spitze den Wolken als Durchgang an. und der trotzige Turm, der so freundlich mit den grauen Höhenwandereru war, schien aus zierlichen Spitzen zu bestehen, geklöppell von lieben- der Frauenhand. Und dies Köstliche teilten all die steinerneu Nach- barn mit ihm: brell und behäbig wie die Bürger selbst, trugen sie deren Stolz zur Schau— wo das Auge auch weilte und ruhte, ward es von Feinkunst und sattem, schwelgerischem Gold beseligt. Häuser, vergoldet wie kleine kostbare Kunstwerke, als wäre ein Museum, was unter dem freien Himmel ist! O du arm«r junger Dichter! So hast du wohl damals zu dir selbst gesprochen? Du standest an einer Ecke, an die Wand gelehnt, um etwas Dach- schütz wider den Regen abzickekommen— es regnet dort immer, aber man merkt es kaum, weil die vergoldeten Häuser Sonne vortäuschen, und weil es immer regnet, ei, deswegen hat man eben die Häuser vergoldet— und, die Augen halb geschlossen, hörtest du deine im Regentakt heranhüpfenden Rhythmen und Reime: Di« wunderschöne Maienzeit Hat ganz besondre Dinge: Das stiegt zu zweit, das singt zu zweit, sagt keiner: fliege, singe! Verstündest du ein Wörtlein nur, Du hottest Sang von Sternen Und dürftest ewiger Natur Geheimstes Wirken lernen. Nach dieser Strophe besann sich mein junges Ich auf die Zweck- Mäßigkeit von Papier und Bleifttst, warf den geöffneten Blick auf die Ueberfülle des Chrysanthemenangebots— nirgends gibt es sonst in Gatten und aus Märkten solch riesige Blüten— und wandte sich auf den Heimweg. Und der Mensch von heute würde sagen: das kommt auch daher, daß es in Brüssel immer regnet, und weil es immer regnet, darum ersannen und züchteten die klugen, lebens- freudigen Leute das Wunder der kleinen schneeweißen Sonnen. Blumen als lichtspendende Himmelskörper. Natur wider Natur und doch in freundlicher Helferlust ausgleichend und versöhnend. Der junge Mann durchschritt die große Passage. Der unbestimmte Lärm der Straße, der ewige Rhythmus ohne Bindung und Betonung regte in ihm Musikempfinden. Pferde trampelten, Autos schienen besonders schwierige Tonlagen zu erproben und zu üben, Straßenbahnwagen ließen im Schrillen der Glocken, in der stoß- weisen heftigen Tonsolge der warnenden Zeichen auf das Fühlen des besorgten, aber auch ärgerlichen Führers schließen, Materie, selbst belebt und beseelt, Zeitungsjungen schienen von der Musik der Straße erfaßt und sangen, stall zu schreien— all das klang in der Passage gedämpft, dafür aber auch einheillich, ein Ganzes aus den Teilkräften von Wollen und Wirkung und— schon endete die Passage, und es kamen die hohen, düsteren Häuser, die der ehrsame Bürger nur nachts bettttt, auch dann heimlich und, bis sich hinter ihm die Tür schließt— in ängstlicher Gedrücktheit— und Der Kuckuck rief im jmmen Licht: Schon gut, ihr lieben Schwestern, ilm alles andre sorgt euch nicht— Ich weiß von fremden Nestern. Und war so wundersam verliebt Im Herzen und im Hegen, Daß man viel Sünde ihm vergibt Der großen Liebe wegen. O lauft nicht weg, meine lieben Verse, da sind wir ja schon— Und ttcktig, da war die Gasse, und vor ihr und in ihr klein« Menschen- ansammlungen— große hatten nicht Platz— und Polizei. Denn wieder war es geschehen, was sich schon um ein Dielfaches öfter ereignet hatte, als die Straße Häuser oder eine Reihe dieser Häuser Fenster wies: in einem Geschäft an der Ecke lag ein Toter, der Inhaber— Raubüberfall, und, als sich der Ueberfallene zur Wehr gesetzt hatte, Mord. Der Dichter vernahm es, und erschrak. Jäh war er aufgefahren, als ihn das Watt Raubmord überrascht hatte, und er merkte, daß es regnete und kalt rooF, Er blieb stehen und schüttelte den Regen aus dem Hut. Der Frühling um ihn war der Wirklichkell gewichen. Du arme Gasse, wie siehst du doch so unfreundlick aus, als bliebe dir, deinen Häusern und deinen Menschen, unb_ nicht den unseligen Brüdern Kains dos furchtbare Zeichen eingeprägt! Traurig, aber auch von einem starken Gefühl des Ueberdrusses gepackt, wandte er sich der Türe seines Hauses zu. Da sah er, wie ei» Polizist, einen Mann fragend, auf ihn wies._ Ja, kaum einen Augenblick könnte man es nennen, der zwischen diesem Vorgang und dem Umringen durch die Menge lag. Stimgien drohten» die Steine schienen fahl zu werden, der enoe chimmelsstreifen ward grell, und schon rief der Polizist den Leisten zu, daß dieser Mann nicht in Betracht käme. Man ließ von ihm ab. die Betäubung blieb. Durch die Gaststube in das Dachzimmer— es war mehr ein Wanten und Kriechen. Und er hörte die Etimnien der Neger aus der Gaststube— sie brannten ihm ins Herz. Hörte das Stampfen von Tanzenden— und vernahm es als den Hommerschlag, der auf den Kopf des Geschäftsmannes niedergesaust war. Und das Lachen aus der Gaf.ftube tlang ihm wie Berzweislung, die einen Ausweg sucht und doch nur an Mauern und Guter stößt. Grauen und Freude, wie nahe, und wie eng verwandt dies alles! Dort drüben der Erde schönster Platz— auf dem ein Groß« der Freiheit enthauptet worden war. Tod inmitten köstlichen Lebens. Wieviele Menschen sterben, wieviele werden noch enden, bis sich die kleinen, engen Gassen der Armut und des Elends, das sie Sünde nennen, nach dem Lichts dehnen dürfen, das sie in den Nöten ewigen Schattens begehren! Unten das Stimmgewirr der Menge, bis auf ein Menschenopfer lauert, weil ein Menschenopfer oerblutet auf der Erde liegt. Unten, in den Gaststuben. Verbrecher und Dirnen, die tollster Sinnenlust ergeben keine wirkliche Freude im leeren Herzen zu wecken ver- mochten. Schreien und Singen, aus dem fast unhörbar Weinen quoll. Zufluchtstätts der Aermsten einer großen Stadt. Ein Menschen- tempel; mögen die anderen sagen, was sie wollen. Das Zimmer wurde vom Wind, und«r brauchte noch nicht ein- mal besonders stark zu sein, ins Zittern gebracht, schmutzig und häßlich, wohin das Auge sah— so war das Wohnen, wenn das Sehnen arm und bloß in die Welt gewandert war. Da draußen ein erschreckend häßliches Gewirr von schiefen Dächern und finster drohenden Kaminen und drüben der graue teil- nahmlose Himmel. Was ging es ihn an? Und da begann die kleine Gasse zum erstenmal zu singen, denn der junge Mensch, der ich damals war, erkannte, daß frei sein unend- lich leiden heißt. Und weil er echt und edel litt, so sah er in sich einen Ueberwindendcn, einen siegesgewissen Känipfer auf dem Duldermeg« zur Freiheit. Damals war es— vielleicht war es gar dieser Abend?—, daß ich den letzten Sinn für die bürgerliche Gesellschaft aus dem Herzen stieß. Mochte er die wacklige Treppe hinunterlaufen und sich am fünstlichen Lachen armer schwarzer Menschenbrüder freuen— oder sich das heilige Menjchenleid kaufen, das man Dirne nennt. Ich Islbst erinnere mich nur, daß ich einmal an einem denkwürdigen Abend bis Mitternacht nach einem Menschen gesucht hatte. Deyn ich war auch noch den neuen Tag durchgewandert, bis ich mich hätte aussprechen können. Aus Schmerz oder Freude, aus Stärke oder Schwäch«— worum weiß ich nicht, aber auf dem vergilbten Zettel steht: Du Tugend weißt es ganz allein, ■ Wir können's nicht mehr misten: Ein Maientag kann Sonnenschein, Doch nicht die Liebe missen. So kämpfe um das schönste Licht, Das soll in ärmsten Hütten Den allerschllmmsten Bösewicht Mit Gnade überschütten. ............■" I Märchenhafte Zrüchte. Du Wunder und Herrlichketten„beider Indien" waren früher sprichwörilich, und auch heute noch gibt es hier Köftlichkeile», von denen der Europäer nichts ahnt. Besonders da« östliche Indien, das von der Natur so verschwenderisch ausgestattet ist, birgt«ine Fülle der herrlichsten Früchte, die anderen Gebieten der Erde versagt sind. Bielleicht dauert es nicht mehr lange, bis diese Märchenfrüchte Indiens m den Kaltluftkammern der Ozeandampfer auch zu uns ge- bracht werden. Borläusta können sie nur die wenigen kosten, denen es vergönnt ist, den Indischen Archipel zu betreten. .Lein« Gegend der ganzen Welt hat so viele verschiedene und so wunderbar wohlschmeckende Obstarten auszuweisen," sagt Dr. Emil Carthaus in einem Aufsatz der„Weste cm annschen Monalshesle", den er diesen Früchten widmet.„Insbesondere ist es das Eiland Java, auf dem allindogermanische Kultur dafür gesorgt hol. daß auch im Hause des kleinen Mannes der Fruchtlorb niemal» leer wird. Und welche Mannigfaltigkstt an Formen und Farben zeigen diese indischen Früchte, deren Umfang und Gewicht zwischen wehr als zwei Dritteln eine» Meters und wenigen Zentimetern, zwischen 20 bis 30 Kilogramm und wenigen Grammen sich bewegt." Die größte aller indischen Obstarten, die größte aller Baumfrüchte über- Haupt, ist die Nangka, in Britisch-Indien als Jackfrucht bezeichnet. Bei einer Länge von etwa SO Zentimeter und einer Dicke bis zu 30 Zentimeter erreicht sie ein Gewicht von 2Z bis 30 Kilogramm und kann natürlich nicht an den dünnen Zweigen des Baumes wachsen, sondern bildet sich unmittelbar am Stamm oder an den dicken Aesten. Dos Wohlschmeckende der Frucht ist das dottergelbe, eigentümlich pikant« Fleisch, das die überaus zahlreichen Samen einhüllt und in seiner Süße an Honig erinnert. Luch die Samen werden geröstet gegessen. Die seltsamst« Obstart de» malaiischen Inselreiches ist der D u r i a n, die dornige Frucht. Oeffnet man die dicke stachlige Schale mtt einem Beil oder schweren Hackmesser, dann verbreitet sich ein durchdringender Geruch, den gewiß kein Europäer als Aroma be- zeichnen würde, denn die Weißen empfinden meistens eine« Wider- willen gegen den schwer zu beschreibenden, an Knoblauch und faulende Zwiebeln erinnernden Geruch de? Durians. Die Malaien und Chinesen aber riechen diesen Dust sehr gern, und ebenso die Tiere des Urwalds, die sich von der Frucht talsächlich.chis zum Platzen" vollstessen. Man hat zurzeit der Durianreif« Beuteltiere beobachtet, deren Fell beim Herabfollen der Tiere von einem Baum wirstich platzte. Hat sich der Europäer an den Geruch gewöhnt, dann ist auch er von dem Geschmack de» rosafarbigen Breies in den Zellen der Frucht entzückt.„Ein würziger, butterartiger, stark noch Mandeln schmeckender Eierrahm gibt die beste allgemeine Borstelbmq von diesem Geschmack," sagt der berühmt« Naturforscher Sir Russell Wallace:„dazwischen aber nimmt man Dusttvolken wahr, die an Rahmkäse, Zwiebeltunke, braunen Eereswein und anderes«rinnern. Der Brei ist von einer aromatischen, stebrigen Weichheit, die sonst keinem Dinge zukommt, die ihn aber um so wohlschmeckender macht. Wiewohl die Frucht weder süß noch sauer noch eigentlich saftig ist, empfindet man doch nicht den Mangel einer dieser Eigenschaften. Sie ist einfach vollkommen, so wie sie ist, und je mehr man von ihr iß», desto mehr fühlt man sich geneigt, von ihr zu kosten. Durian essen ist wahrlich eine neu« Art von Empfindung, die alkin eine Reise nack? dem fernen Osten lohnt." Diejenige Frucht, der aber der Europäer wohl de» Preis des besten Geschmacks zuerkennen muß, ist der M a n g i st a n oder die Mangis. Ein zierlicher Baum trägt liebliche kugelrunde Früchte, die beim Aufschneiden unter einem leb- haften Karminrot schneeigweiß« Kerne in fünf bis acht Fächern zeigen. Di« Samenkerne sind von einer dicken Lage saftigen, auf der Zunge zerschmelzenden Fruchtfleisches umgeben. Dieses Fleisch. in dem sich das Saure und das Süße in harmonischer Weise ver- einen, ist außerordentlich erfrischend und kühlend, so daß man es mit „duftendem Schnee" verglichen hat.„Ein Fieberkranker, der«inen Mangistan nicht mehr essen kann, ist rattungslo« verloren." sagt«in malaiisches Sprichwort. Die Mangafrucht gehört zu den herrlichsten Obstarten der Well und ist deshalb auch in viele Teil« der Tropen der Allen wie der Reuen Well verpflanzt worden. Auch noch andere solcher Märchenstüchte gibt«s in Indien, so den Djombu, dessen Größe zwischen der einer Kirsch« und eines großen Apfels wechselt. die reizenden Blttnbingfrüchte, die Rambutans oder Haarstüchte und die köstliche Sapotilla. bei deren Genuß man einen besonders feinen Creme mit herrlichem Aroma auf der Zunge zu haben glaubt. Museum der?üöWen Sozialdemokratie. Das wellbekannte Genfer Museum der Jüdischen Sozialdemo» kratie Ruhlands(„AundH, das Dokumente zur jüdischen Arbeiter» bewegung in Rußland au» den letzten ZO Iahren enthält, ist kürzlich nach Berlin übergeführt morden. Ein kleiner Stab van Fach- leutcn uitter Leitung von Franz Kurski sichtat zurzeit das reiche Material. Man hat zunächst die ältesten Kisten geöffnet und fand darin einen umfangreichen Briefwechsel de« in den siebziger Iahren des vorigen Jahrhunderts bekannte» jüdischen Revolutionärs Sun- delewttsch, der in London lebte und in stetem briesluhen Verkehr mit russisch-jüdischen Schmugglern revolutionärer Literatur stand. Aus den Brieien geht hervor, daß dos Einschmuggeln«ines Puds(etwa 16� Kilogramm) revolutionärer Schrijten nach Rußland 23 Rubel gekostet hat. Im Archiv sind auch die ersten Nummern der illegalen sozia- listischen Propaganda presse Rußland» aufbewahrt: die Nummer 1 des polnischen Blattes.Przeswtt"(„Die Leuchte"), ein komplettes Exemplar de« illegalen.Robotnik"(Organ der polnischen Sozialisten- partei), der damals unter der Leitung von Josef Pilsudskt in Lodz erschien. Weiter findet man dort«ine vollständige Samnllung der russischen sozialdemokratischen„Iskra"(„Der Funke") und aller illegalen russischen, lettischen und litauischen Sozialistenblätter. Eine Sondcrabteilung bilden Originalbriefs bekannter Sozialisten» sührer, darunter Lenin. Tschitscherin, Trotzt!, Sinowjew, Plechanow, Mariow. Auch Briese an und über den Priester Gapon sind im Archiv vorhanden. Sehr umfangreich ist die Korrespondem über Pilsudski, di« u. a. Brief« Dsershinskts und Marchlewstis aufweist. Sensationell mutet heute ein Originalbrief de« Sozialisten a. D. Mussolini an. worin dieser bestätigt, von Angelica Balabanowa revolutionäre Literatur für einen jüdischen Arbeiter erhallen zu haben. Ferner liegen Hunderte von Briefen gefangener Revolutionäre aus den Kerkern Rußlands und aus Sibirien an das Auslands- kamst« des Bundes vor. Interessant sind überall die gelben Flecke in diesen Schreiben: sie rühren daher, daß zwischen harmlosen Zellen mit chemischer Tinte geschriebene geheime Mitteilungen standen. Um den Text sichtbar zu machen, mußten dies« Stellen über einer Flamme erwärmt werden. Auch Bildnisse hingerichteter russischer Revolutionär« und Andenken an sie bewahrt die Samm- lung auf. Aufschlußreich sind die Materialien über Polizeilockspitzel. Es finden sich hier Enthüllungen Burzews über den berüchtigten Provo- kateur Zljew, der lS03 an der Spitze der Sozialrevolutionäre ge- standen hat. Ein dünnes, in schwarzes Leder gebundene» Hell birgt das Original der Gründungsurkunde der ersten jüdischen sozialistischen Gruppe vom 20. Mai 1870 in London. Kmö zum Vater. Ich bin m deine starken Hände Wie in dein lieb Gesicht vernarrt. Don Arbeit, Arbeit ohne Ende Sind heute sie verschrumpft und hart. Und lauter Lieb« unermessen Steckt in den tausend Falten drin. Ich furcht', ich Hab' zu oft vergessen, Was ich den Händen schuldig bin... Albert Schaffner. Benützen Sie diefe günllige Gelegenheit zur Ergänzung Ihres Wäfdiebeftandes ftir den eigenen Bedarf und den Haushalt * Crräptci Sondcrhaus für Ccinen uWafc iDie müden! jhocharomaft. I Feinschnitte! Europäer Ebner& Knmer. 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Don vornherein ist die Spannung aufs stärlste gefesselt. Mit einem großen Rätsel setzt der Film ein, und dann wird da» Knäuel rückwärts entwirrt, cherbert B r s n o n weiß all« Mittel spielen zu lassen und mit dem geringsten Aufwand den stärksten Ssfelt zu erzielen. Kurzum artistisch kommt man aus der Bewunderung nicht heraus. Aber inhaltlich ist der Film«in ebenso volleildeter Kitsch, meintwegen«in Edelkitsch, voll Verlogen- heit, Rührsellgkelt, psychologischen und anderen Unmäglichkeiten. A. France und B. Shaw würden hier ein prächtiges Material finden, um die Lsrstiegenheit einer sogenannten Romantik zu entlarven. Wie dies« drei jungen Engländer im Hause ihrer Tante, die stch für sie opfert, aufwachsen und im Kriegsspiel schon all» die heldenhasten Tugenden vorwegnehmen, die sie später im Leben zeigen sollen, wirkt schon wahrhaft parodistlsch. Alle« trieft in diesem vornehmen Milieu von Edelmut, Größe, Treue, und was weiß ich, noch für Tugenden. Die schön« Tante soll eines Tages den großen Edelstein, den ihr davongegangener Mann hinterlassen hat, herausgeben, ab« da ist« nicht mehr vorhanden. Dt» drei Brüder geraten In verdacht, die Diebe zu sein. Nachts stiehlt stch der Aelteste davon und htnlerläßt einen Zettel, daß er es gewesen ist. Aber die beiden anderen wollen ebenso edelmütig sein und folgen ihm. In dar Fremdenlegion finden sich alle drei durch Zufall wieder, und von nun an ist da» Schicksal der drei Engländer verknüpft mit dem eine« kleinen Forts im heißen Sand« Afrikas, das als äußerster Vorpostsn gegen die Tuareg» vor- geschoben ist. Das Thema der Fremdenlegion, dsffenwegen der amerika- nische Film bei den Franzosen Unwillen erregt» und auch in Deutsch- land zunächst bei den Zensur Schwierigkeiten fand, wird angeschlagen und prachtvoll durchgeführt. Was dort an Roheiten, BesttaNtäten und Gemeinheiten, an Lerschwörungen, Disziplinbrüchen und wilden Abenteuern gezeigt wird, kommt sicher bei anderen Kolonialtruppen in ähnlicher Weis« vor. Aber die Fremdenlegion ist eben da» Nasflsche Beispiel einer modernen Landstnechttrupp», die sich au« den Abenteurern, Ausgestoßenen und armen Teuseln aller Nationen zusammensetzt. Ist es übrigen» nicht schon bezeichnend, daß jeder dies« drei vornehmen jungen Engländer nicht» bessere» mit sein«« Leben anzufangeen weiß, als in dies« Hölle sich zu begeben? Mott- viert wird das einzig dadurch, daß sie in ihrer Jugend als Freund ihrer Tante einen Offizier der Fremdenlegion kennen lernten, der sie für die Romantik diese« Lebens entflammte. Sicherlich Ist In der Schilderung der Fremdenlegion nicht» übertrieben. Interessante Typen aus allen Dölkern sind dort vereint. Neben dem gerecht denkenden vornehme» Borgesetzten steht die Bestie In Gestalt eine« Sergeanten, der alle Lorzüg« de« tapfersten Draufgänger« mit den Gemeinheiten eines wüsten Rohling» und habgierigen Gauners ver- einigt. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Belagerung des Forts durch die Tuareg. Nach und noch werden alle Der- leidiger bis aus drei getötet. Nur zwei von den Engländern und der Sergeant find noch am Leben. Als der Seregant dem Der- wuudetsn seinen Edelstein rauben will, ersticht besten Bruder ihn und nimmt von dem Sterbenden Abschied. Denn in diesem Augen- blick ist die Ersatztrupp« erschienen. Der dritte Bruder, der bei der Ersahtruppe ist. wird in da» verlosten« schweigende Fort geschickt, in besten Schießscharten überall die toten Verteidiger lehnen. Er findet den toten Druder und berettet ihm, wie st» sich e, al« Kinder versprochen, ein Wikingergrab, indem er seine Letch« und damit da» ganze Fort in Brand setzt. Auch er flieht jetzt, findet den anderen Bruder. Dt« weitereu Abenteuer der beiden, bei denen der«ine sich opfert, um den anderen zu retten, dessen Rückkehr nach England und der trivial« Schluß mit obligater Verlobung seien nur angedeutet. Die Aufklärung der Geschichte ist wahrhaft deprimierend und jedes Kriminalschmöker» würdig. Di« ganze Treu« und Bluts- brüderschaft ist für ein Phantom«ine» lächerlichen Ehrbegriffs ver- geudet worden, und wir stehen am Ende vor einem gähnenden Nichts. Wie die Regie ist auch die Darstellung in I«dem Zuge auf« feinst« berechnet und von vortrefflichen Künstlern getragen. Ronald Eolman, Neil Hamilton und Ralph Farbe» sind die drei Brüder. Biel mehr Möglichkeiten bietet freilich die Roll« des Sergeanten, die Noah Beery bis aufs äußerste ausschöpft. Er gibt ein« wirklich bewundernswerte Leistung in der Darstellung stärkster Leidenschasten. Die Photographie ist in der Darbietung der Wüstenbilder ganz außerordentlich, und auch die Musik, die Heymann zusammengestellt hat, gibt nicht bloß den Rhythmus des Fremdenlegionörmarsches, sondern auch den der Handlung prägnant wieder. D. ,vi» Sünde am Rinde/ (Richard-Oswald.Dlchksplele.) Man wird in die Zeiten de» französischen Naturalismus Zurück� geführt, wenn man diesen Film sieht. Bor 25 Iahren war der Roman von Jules Renard„Poil de Eorotte"(Rotkopf) zu einem Drama verarbeitet worden und zeigt« unter der Meisterhand AntoineS, was naturalistische Regie und zarteste Stimmungskunst aus einem solchen Stoff machen kann. Es handelt sich um dl« Tragödie eines Kindes, das von seiner Mutter gehaßt wird, weil«s ein Spätling war und mit seinem roten Schopi und den vielen Sommersprossen nur um so mehr Gegenstand ihres Spotts und ihrer Verfolgung wurde. Ueberall wird der kleine Jacques vor den Geschwistern zurückgesetzt,«r hat kein« Zeit zum Spielen und muß die härtesten und dreckigsten Ar- betten machen. Und doch ist in dem kleinen Kerl alles Gesühl und Sehnsucht nach Liebe. Nur bei den Tieren, seinen Freunden und Kameraden, findet er Zuflucht und Trost. Aber eine« Tages kann er das Maß seiner Leiden nicht mehr ertragen, der Gedanke an Selbstmord läßt ihn nicht mehr los und schon hat er den Strick Um den Hals geschlungen, als endlich der Vater noch rechtzeitig dazu kommt, um ihn zu befreien. Der gut« brave Lepii hat sich bisher wenig um das Kind gekümmert, da ihn die Keiferel seines Weibes meist von Haus wegtrieb. Aber die Streich« seines älteren Hohne», der der Liebling der Mutler war, haben ihm endlich die Äugen geöffnet. Er wird scinem Kind« jetzt ein Freund und Helfer sein, und selig verklären sich die Züge des kleinen Jacques, da er Nun endlich nicht mehr allein ist in der Welt. Dieser wunderbare Stoff ist im Film natürlich mit breiterer Ausmalung des Milieus vorgeführt: was tm Drama ganz Konzen- irafion war auf das eine Thema, wird hier von Nebenhandlungen umspielt und mit dem Chor ver kleinen Stadt umgeben. Es ist ein kleines sranzösisches Provinznest mit seinem Iahrmarttstreiben und den gewichtigen Herren Ortspolitiiern. In der Regie des Julien D uv i vi er kommt einem manche« absonderlich vor, aber im ganzen hat er doch das Thema gut gestaltet. Lot allem hat er für den Darsteller des Jacques einen Jungen gesunden, der uns in feiner Verstoßenheii und Treuherzigkeit auf» inniaike rührt nicht weniger als seinerzeit die wunderbore Suzann« Depräz, die seinerzeit die Rolle un Drama spielte. Di« Mutter mit den männlichen Zügen und Herr Lepic selber, den Henry Krauß als typischen französischen Pro- olnzbürger spielte, sind wester beachtlich« Leistungen. Schade, daß man zu dem Film kein« besteren Beigaben spielt«, als dt«se alt- modischen amerikanischen Grotesken. D. -ver Pflanzendoktor/ Zu Ehren der Grünen Woche führte man in den Kammerspielen »inen tm Auftrage der bayerischen Stükstoffwerke durch die Ufa an- gefertigten Werbefilm vor, der die Vorzüge der. Kalkstickstosfdüngung in» recht« Licht setzen soll. Man begnügt» sich nicht damit, etwa nur an Beüpielen und Gegenbeispielen zu zeigen, wie di» Anwendung dieses Mittels die pflanzlichen und lienschcn Schädlinge vernichtet, sondern gab diesem sachverständigen Teil des Dr. Willi Makkus eine nette kleine Filmhandluno. deren Regie Willi Achsel geführt hat, bei. In Oberbayern ist'», im schönen Alpenvorland«. Der etwas grantige Schwalghofer, der in der Näh« von Dachau seine Bauern- Wirtschaft hat, halt wohl etwa» vom Kunstdünger und ist auch sonst ein moderner Oekonom, aber von einem Pslanzenarzt will er nichts wissen. Da muß sich seine Tochter Burgl, die während seiner Krank- fest den Hof verwaltet, selber halfen. Sie Host den Landwirtschasls- rat zu Hilf«, und er verordnet, nachdem er den Boden uniersucht hat. Kalkstickstoff. Und sein Rezept bewährt sich..Kaltstickstoff düngt den Acker, bekämpft das Unkraut und schützt Pflanzen vor Krank- heilen und Schädlingen." Das alles wird in prächtigen Beispielen in natur* vorgeführt, und selbst der dümmste Bauer muß dabei lernen» wie man Unkraut und die tierischen Schädlinge aus dem Gras, au» dem Hoser und aus den Gemüsen herausbringt. Damit die Leute eins Unterhaltung haben, gibt's dazwischen allerlei Gaudi, und ganz prächtig« Landschoitebilder umrahmen die Borgänge. Der aste Bauer wird natürlich bekehrt und der Pflanzendoltor bekommt zum Dank die Hand seiner Tochter. Die Landwirtschast aber ist um einen nützlichen und angenehmen Film bereichert. r. -die unheimlichen Drei/ tTaueahieo-Palast). Lon Chancy hat internationalen Ruf als der Meister der Maske. Die Amerikaner stellen diesen Schauspieler meistens her- aus, wenn sie dos Grauen verkörpern wollen. Lon Chancy ist«in Dämon und ein Mensch zugleich. Aus einem elenden Rummelplatz wirkt er als Bauchredner, neben ihm arbeiten ein Kraftmensch und ein Zwerg. Dieser wird vom Publikum gehänsell und er selbst ist brutal und ungrisfslustlg. So kommt es zum Krach, und die drei verlassen den Rummelplatz, weil sie stch dort alle Aussichten aus Verdienst verdorben haben. Der Bauchredner kommt auf di« Idee, einen Bogelhandel zu eröffnen und stumme Papageien dank seiner Bauchrednerkunst als sprechende Vögel zu hohen Preisen zu verkaufen. Er verlleidet sich als Frau, spielt em altes Großmütter. chen, und der Zwerg wird als Enkelkind im Babyalter ausgegeben. Di« Betrüger kommen ganz gut durchs Leben, aber einmal, als da» Zwergbaby in seinem Wagen liegt und bei einem Reichen einen Schmuck fleht, kommen ihm Diebstahlsgedanten. Der Zwerg und der Kraftmensch brechen ein und ermorden den Reichen. Der Bauchredner machte nicht mit, da Eisersucht ihn zu Hause hielt, denn sein Mädel hat den nichtsahnenden Keschäftsongestellten lieb ge- wonnen. Nun wird der Angestellte verdächtigt und die drei,.die da» Mädchen gewaltsam mitnehmen, ergrelfen die Flucht. Der Ur schuldige soll zum Tod« verurteilt werden, da gesteht der Bauch- redner. Und dann kommt es, wie es in einem amerikanischen Film und in einer Liebesgeschicht« kommen muß, der Brave bekommt dos Mädel und der Bauchredner geht wieder auf den Rummel. Zwerg und Kraftmensch sind höchstwahrscheinlich von einem Menschenafien umgebracht worden, das bekam man nicht ganz zu sehen. Die Zensur halt« dies« Vorkommnisie vssenbar gemildert. Dieser Film ist nichts für Schwachnervige,«r stellt gewisse ist er als alte Frau, wunderbar in der Gerichtsverhandlung, wie er im letzten Augenblick den Unschuldigen reitet. Tod Browning, hatte seine Aufgaben klar erkannt, er führt« strssf Und recht beachtenswert die' Regie. Er bietet eine durchaus echte Filmkunst, weist auf jedes kommende Ereignis bildlich hin, hält stets In Span- nung, und so verbliebt, trotz der spürbaren Zensurschere, ein Film- werk von großer Bedeutung. Nebst Lön Chancy war auch der Zwerg ein Dämon, sonst hotte man keinen Wert auf zweckent- svrechend« Rollenbesetzung gelegt. Das war jammerschode, denn Loa Chancy oerträgt nicht nur schönste Konkurrerz. er fordert sie durch sein überragendes Können nahezu heraus.«. d. ,vie Jcou ohne Namen/ 2. Teil. (Phocbvv-Palast). Der zweite Teil bietet keine überraschende Wendungen. Immer wieder rettet sich Violett Iefkry im letzten Augenblick» Und schließlich bekennt sich Frank Millon In Tokio als geschlagen. Zwei Paare oerloben sich, eigentlich hätte man das Pergnügen in New Park hilligsr haben können. Einige Szenen sind witzig erfunden, etwa Bobby Dir im Hotelzimmer in Angst vor Erdbeben, andere zeigen. daß Elga Brink sich weder vor Raiten noch vor Schlangen iürchtet. Hervorragend sino wieder die Nüturaiiinahmen vom Pang-tse«kiang oder au» Japan, aber das Ganze bleibt matt und geht auf wie eine einlache, mathematische Gleichung. Der Manuskriptnertasser Hot. sich das Leben dach zu leicht gemacht. Ein unüberbrückbarer Bruch klafil zwischen der naturalistischen Landschaft uiid dem märchcn- basten Geschehen wie immer in diesen abenteuerlichen Reisefilmen. Aber früher wurde dieser Bruch verhüllt durch eine temperamcnt- volle und interessante Handlung, man fragte überhaupt nicht nach der Nichtigkeit der Borgänge. Hier fehlt die Handlung, und der Bruch liegt osse».. Merkwürchig, mit welchen verbrauchten Requisiten Brennert arbeitet. Müssen in Japan unbedingt Geishas vorgeführt werden oder in China Flußpiraten, die seit Iabren jeden Aben- teurerroman oder jeden Film, der in Asten spielt, bevölkern? Brennert verzichtet daraus, originell zu sein. Zu bewundern, was der Regisieur Georg I a c o b y aus diesen verstaubte» Dingen macht. wie er sich bemüht, diesen Rest von Handlung zu steigern und -zu konzentrieren und wie er die Landschastsbilder in die Handlung hineinkomponiert, aber auch er kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die ganze Art dieser Reisercvuen überlebt ist. Auch die Schau- spieler tönnen es nicht, sell'st nicht einmal Georg A l« r a n d e r, der seinen Bobby Dix genau so witzig spiest wie den Bobby Dodd. mir dem er die Reihe dieser humokistilchen Unglücksraben vor Iabren begann. Das Resultat ist eine angenehm« Unterhaltung! der tünst- lerisch« Wert bleibt gering. Nicht auf breite Anlagung, aus Vor- sührung landschaftlicher Kuriositäten, sondern auf Konzentralion der Handlung,-aus Tempo und auf ftstlase Ausdeutung der darstellerischen Leistung kommt es an. F. 3. -Die instigen Vagabunden/ (Smelka-Palast). Man hat schon so oft herzlich über P a t und P a t a ch o n ge- lacht und ist deshalb dankbar, wenn man sie nur lieht. Das ist auch der Grund, weshalb alle Ihre Filme fo ungewöhnlich günstig auf- aenommen werden. Urban Gab führte bei den lustigen Vago- ounden die Regie. Cr liebt keine Höhepunkte, er liebt einzig die Burleske. Er ist nur einaeslellt auf die Wirkung sür lang und hager und dick und klein. So lind Pat Utzd Patachon, bloß Um der Augen- blickswirtung wegen, Schlitlschuhverleiher, Ztehmänner und als Schornsteinseaer und regelrechte Einbrecher Jäger nach einem Testament. Daß sich zum«chluß alles zum Guten wendet, versteht sich von selbst. Ost wird die Sache diesmal etwas zu burlesk, und der sonst so gesunde nordische Humor kommt nicht zum Durchbrnch. Aber, e» wird laut und viel gelacht, der Zweck des Films ist erfüllt. Dennoch werden Pat und Patachon nicht gar zu oft aus»n» losgelassen? e b Weiße Woche KeSiDeSISnCae verkaufen wir von Montag, den 7. Februar bis Sonnabend, den 12. Februar WürenHäusef WedUihUt: JfefwfdtendcWrfcg Str. ZI* CftarlOg.. Stosinenatr.%« Südosten: Sraefeatr. ZI* Cstcn: frankfurter JtUee OO BERLIN HANAU KCELN |B£aTSffl6R [■—■III............ WEINBRAND Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 7 Uhr: A I d a Schauspielhaus ZV, Uhr: Napoleon 8 Uhr: Kilian Schiller-Theater 8 Uhr; Razzia »w Opet Charlottenburg 7'/- Uhr: Carmen Abonn.-Turnus III Denttdies Theater Norden 10334—37 8 Uhr: Neidbardtv.GneiseDau von Wolfgang Goetz Regie: HeinzHilpert Kammerspiele Norden 103�1— 37 8V4 Uhr: Germaine (Araoureuse) von Porto-Riehe Sigit: Forstsr Urrioaga. Die KomSdie BismarcK 2414, 7510 8Va Uhr: Die Perle von Tristan Bernard Ragl«: Forsttr Larriiiaga Ibeat. a.Nolleniloitpl. Kurfürst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in„Müllers" NeuesThealer am Zoo Stpl.5371. Tgl. 8 Uhr Eia OlässDH in ModellhaDS Irmfte. Vorverk. ununterbr. Gr. Schauspielhaus TägUSV, Uhr: Wm/ßand 3Eu.'7R/jjriidr CHARELL- REVUE Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorstllg. zu ermhll. Preisen! Nollendorf 7360 Powers Tanz- Elefanten und Varietö- Neaheitenl Sonnabtods o. Sonotags 2 Vorstellungen 3-° und 8 Uhr, 3» zu ermäBigt Preisend.ganze Programm Vo I k s b ü h n e Theater am BSIowplatz 3 Uhr; Volpoue 8 Uhr Traumspiel Morgen 8 Uhr Tranmspfei Tb. am Sdiiffbaoenlamiii Heute 3 Uhr; Der eeizlDe 8 Uhr: Das Grabmal des allbekannten Soldaten Komische Oper Allabendlich 8'/, Uhr: Sünden der Welt Die weltstädtische James- Klein- Revue in 24 Verwandlungen 250 Mitwirkende/ 6 Balletts Berlin gegen über Anhalter Bahnhof Ii\ Größtes Höfel des Koniincnis! « Da* VoDendehte moderner HoteUedmfkl � 0500 qm bebaute FUUbe/ 550 Zimmer, 750 Betten Zimmer mit 1 Bett von 5.50 M an, 7Jmm*r mit 2 Betten von 11 Man Kein« Trappenbeanteanf I 0 Fahrstühle rennlfteln Tag und Nacht den Verkehr nach den Elogen.— Denkbar beste Konirolle und Ueberwadhung der Zimmer. 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Bassermann 8: Der Dlktolor Tb, aJurtörsteiiilam 8 Uhr HIHI Lustspielhaus 8'/, Guido Thielscher HQrra-einJQDge lenlral- Theater Täglich 8 Vhr: Der Trompeter vom Rhein Vorverk. ununterbr. Preise von 1—7 M. Kaller- Keime Thealer im Admiralspalast Täglich 8>/« Uhr Ann. ans <)StiDtigsvonhIliDga<> ö 3 u. 81/. Uhr: U Nachm. die ganze Vorstellung zu Jialben Preisen! w■ Rose-Theater 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. SV* u.: Bas Ein« lamllienlians Ölüthncr-Saal� Heule S Uhr: Konzert des Berliner Sinfonie-OrehesL Dirigent; Emil Botinke. 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