�beaSausgabe Nr. 67 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe L Nr. 35 vrzuszbldinsullsiu und knd U> btt SHatseitaassobt cnfltstbe« BcOottloo: f9. 6». Siakcafltahe S Snu\pztd)tt: Vöahos? 292- 292 X*L-%btef\e:»«zialdemotral v erNv Derlinev VolksltlKkt (lO Pfennig) Mittwoch 9. Jebruar 1 �27 Verlag und Snzeigenadtetlu»», S«lchift,,eit sr» dt» s lid, »crleger: vorwSr»». vertag GmbH. verlia sw. SS. vtadeastraste» ' Zeralprecher- vSahoy 292-292 2entra1organ äer SoÄalckemoKratifckien Partei Dcutfchlaiids Offener Srief. An den Reichsinnenminister von Keudell! 9)tn von Keudsll hat in der Neichstagsschung vom S. Februar den Vertrauensmann des Landarbeiter- Verbandes im Kreise Königsberg(Neumark), den Heimnisse zu schauen. Der zweite Teil„Im Zeichen des Dunklen", läßt sie ahnen. Keine Höllenfahrt, aber«in Hinab- steigen zu den kaustischen Müttern. Ewig«, unveränderliche Ur- formen des vergänglichen, ruhelos wechselnden Lebendigen. Kräfte, die unsichtbar zwischen den Formen weben. Sich nähern, entfernen, durch leises Dorbeistreichen, den Sinnen kaum merkbar, sie verändern. Aber ketzt« Geheimnisse bleiben verborgen. Vergebens zerrt der Ete-ebliche an den verhüllanden Schleiern. Soli der Wigman geben dieses Anstürmen gegen das Starre, Unfaßbare. Hofsende Erwar- tung, steigende Erregung, Wut, Derzweiflung, ohnmächtiges, hilf- lost» Niedersinken in wiederholter, immer neuer Formung. Wie di« Gestall sich über die Erdenschwer« zu erleben, aukzufliegen scheint, wie die Füße auf dem Boden Wirbel schlagen, die Arme in fieberhafter Spannung zittern, die Fingerspitzen sich berühren und ouseinanderfahren— hinreißend, unvergeßlich. Dos Ganze ein.e grandiose Vision— trotz einiger kompositorischer Mängel(z. B. bald am Anfang der tänzerisch schlecht motivierte Uebergong au» dem Gruppenmarsch in die Kreiselbewegung). Zum Schluß Befreiung vom Alp durch einen„Festlichen A u s k l a n g". Erlöserides Aufatmen im irdischen Sonnenlicht. „Polonäse",.Lied",„Rhapsodischer Tanz" und, als Kehraus,«ine „Tarantella". Lächelnd« Gesichter, heitere Rhythmen. Und doch kein banales Plätschern in flacher Dergnügiichkeit. Denn zwischen den munteren Reigentänzen erscheint, als mahnende Erinnerung an da» ernste Leitmotiv der Dichtung, ein Solo der Wigman. Be- ginnend mit scheinbar entsagender, demütiger Ergebung ins Unab- änderliche. Dann plötzlich Selbstbesinnung, Aufrichten, Emporrecken. Gipfelnd in der wuchtigen Attitüde faustischen Stolzes. __ John Schikowski. Herr Titan trägt Zinsen. Unsere Zeit ist erfüllt von seelischen Wirren und Tragik der Masse, von Stöfs zu großen Dramen und erschütternden Trauer- spielen. Nur blieb man uns die cm allgemeine» schuldig. Manche erfaßten wohl den Swfs, konnten ihn aber nicht gestatten. Doch unsere Zeit ist auch voll grotesker Komik, und dies« Komik hat ArturErnstRutra begnsfen, und hat sie auf recht festen Füßen auf die Bretter gestellt, die uns nun einmal die Welt bedeuten. Herr Titan trägt Zinsen— das stellt Herr Kapital schon am Schluß des Stückes richtig: Herr Kapital trägt Zinsen. Herr Kapital, der Herrn Titan kapitalisiert hat. Mit Haut und Haar, mit Leib und Leben hat sich Herr Titan gegen entsprechende Bezahlung zu diesem Zweck Herrn Kapital zur Verfügung gestellt. Herr Kapital hat ihn akzeptiert, nachdem er in einer Prüsung über ollgemeine Bilduno festgestellt hat, daß Herr Titan das alles tun t ö n n t e, was er für die Oeffentlichkell tun muß. Also: Herr Titan kann malen, dichten, komponieren. Ander« tun das dann bei Herrn Kapital an seiner Stelle. Er gibt nur seinen Namen als Universalgenie dazu. Schreibt inzwischen mit Herrn Kapitals Unterstützung ein Buch gegen den Kapitalismus, da» ihn polieiscb populär macht und ins Parlament bringt. Heiratet Herrn Kapitals Tochter, opponiert, weil feine Frau, in die er verliebt ist, es so will, eines Tages gegen die Pläne Herrn Kapitals und spricht im Parlament für die Soziolisierung der Kohlenbergwerke, die Herrn Kapital gehören. Herr Kapital, einen Augenblick entrüstet, zieht auch daraus Nutzen: Herr Titan ist noch populärer geworden, wird noch höher steigen. Und in zwei Iahren sind die Bergwerk« sowieso nichts mehr wert. Herr Kapila! hat schon eine Erfindung gekauft, durch die die Kohle als Vrennstoff dann abge- setzt ist. Also Herr Kopital ttug durch Herrn Titan Zinsen. Herr Kapital ist der Sieger. Das wird dem Zuschauer mit witziger Dialektik und immer bühnenwirksam klargemacht. Man lacht und erkennt doch die tiefere .Bedeutung. Allerdings muß man auch manchen Pienilk hinnehmen. Schon die vier Spezialitäten: Herr Gedicht, Herr Gemälde, Herr Symphonie. Herr Doktor Darm sind witzig, aber recht unbearbeitet in das Ganze gestellt. Auch wenn etwa Herr Kapital sich sein Stich- wart— nicht der Rede, sondern der Handlung— von einer-weißen Totenhand aus dem Sousleurkasten zurufen läßt, oder wenn zum Schluß das Familienbild gestellt wird, ja ist das alles ein wirklich billiger Ulk. Doch das sind Mängel, die von der Talsache cuisgewoaen werden, daß Rutra uns eine bühnenwirksame Komödie unserer Zeit geschenkt hat. Hans W i n g e führte die Regle: Gert Coden sorgte sür das Bühnenbild. Beides geschah Im Stil des Stückes. Also: für das Bühnenbild primitivst« Kobaret'utensilien: das große Gemälde ill ein leerer Goldrahmen: geschrieben wird auf Papier, das man sonst im kleinsten Kabinettchen des Hauses vorrätig bat. Hans Wing« brachte ein« flotte Aufführung zustand«. A u b e r l t als Herr Titan, Fritz Halbers als Herr Kapital, Rudolf Weiß als Minister- Präsident, M i r a R o w i t s ch als Filmstar ausgezeichnet. P a u l i n e Nardt als Herrn Titans Tochter ein wenig hilslos, markiert im letzten Akt falsch plazierten Naturalismus. Hier muß noch abge- schliffen werden. Bei dieser ersten Abführung im Kleinen Theater sah auch der wenig Weitsichtige, daß der größere Prozentsatz des Publi- kums aus Freiplätzen, der kleinere aus jungen Menschen und«in sehr kleiner aus Durchschnittstheaterbesuchern bestand. Eine Um- gnippierung sei dem Stück und seinen Beteiligten von Herzen ge- wünscht._ T r u d« C. Schulz. Oberregiernngsral Mühleisen. Genosse Fechenbach schreibt uns: Zu der Berichtigung des Reichskommissars für Ueberwachung der öffentlichen Ordnung zu meinem Feuilleton„Von einem der auszog, das Spitzeln zu lernen", teile ich Ihnen nach Rückfrage bei meinem Münchener Gewährsmann folgendes mll: Es steht fest, daß Herr Oberregienmgsrat M ü h l e i s e n in der Zeit der Hochblüte der bayerischen nationalistischen Bünde mehrmals persönlich und von Mittelsleuten durch Reisen nach Bayern dort Informationen über Tätigkeit und Pläne der nationalistischen Bünde einzuholen versucht hat. Tatsach« ist ferner, daß sich Herr Ober- regierungsrat Mühleisen vor einer dieser Vayernreisen in Berlin einen Paß auf einen anderen Namen ausstellen ließ. Ueber die Art seiner Verkleidung gelegentlich dieser Reise— ob sie mll falschem Bart oder nach großem Borbild mittels farbiger Brille geschah— gehen die Meinungen seiner früheren Münchener Freunde stark aus- «inander. Obwohl Herr Oberregierungsrat Mühleisen seine und seiner Mittelsmänner Reisen noch Bayern und ihren Zweck geheim zu halten suchte, wußte man bei den interessierten bayerischen Siellen davon. Man war von Berlin aus unterrichtet worden. Die Bebaup- tung, daß Herr v. Lengrießcr diese Informationen nach Mün- chen gegeben habe, kann ich nach der erneuten Rückfrage bei meinem Münchener Gewährsmann nicht aufrecht erhalten. Doch erzähll man sich in München noch andere Geschichten von Herrn Mühlcisen, auf die ein andermal«ingegangen werden kann. ver„tiömpf-tlavn-Abend', veranstaltet van dem Männerchor „SangeSsreunde lS04" Berlin unter Leitung feines Cbor« metstcrS. Studiemat Walter Schmidt, findet am 13., abend» T/, Uhr. im Konzertsaal der Staatlichen Sochschule sür Musik, Shar- Ottenburg, Hardenberg» Ecke Fasairenstraxe, statt. Eie«„Jtele Hochschule sür künstlerisch« SSrpererziehunq» wird unter der Leitung von Margarete Wallmann(ebemaiigern Mitolied der Tanzgruppe Mary Wigman), am IS. in der Tauentzienstr. 18«, eröffnet. ver Bund, Vereinigung sreiheiilicher Akademiker E. B., veranstaltet am 17. einen DiSluilionSabend über„Hochschul- und Studentenfi agen in der Deulichen Gesellichast, Schadotvilratze 7. Obcriiudieudirelior Dr. Eh. Lobner, M. d. L., wird einleitend über den preußischen Hochschuletat sür 1027 reserieren. Frau Mary Schneider-Braillard gründet eine Europäische Tri- b ü n«. eine Organisation, die e« sia> ,ur Auigabe stellt, den scheS Kunst» und Geistesleben im Auslände und ausländisches in Deiitlchland zu ver» mittein. Dem GründungSauSschuff gehören u. a. an: Georg Sernbard, Herbert Eulenberg. Kurt Miller, Waller von Molo. Alfons Paquet. Fritz von Uurnh, Jakob Wassermann, Franz Deisel, Arnold Zweig, Stefan Zweig. vor dem Schnellrichter. Ein neuer Richter in der Dircksenstraße. Die Urteile sind im allgemeinen mild: auch ist er in Haftentlassungen, trotz Verurteilung, liberaler als seine Kollegen. Weshalb aber diese kurze, scharse abge- hackte Art des Verkehrs mit den Angeklagten, selbst mit ganz jungen Leuten, die für eine väterliche Ennahnung viel zugänglicher sind. Auch die Art, w i e er die Verhandlung führt, ist geeignet, den stärksten Widerspruch hervorzurufen. Ueber seine Vergangenheit wird der Angeklagte überhaupt nicht befragt, über seine Persönlich- keit wie über die Motive der Tat bleibt man oft völlig im Dunkeln, die Urteilsbegründung ist von einer unverständlichen Kürze. Eigen- artig mutet es auch an, wenn der junge Referendar, ohne nur den Versuch zu machen, auf die Motive der Tat näher einzugehen, einfach den trockenen Tatbestand wiederholt. Diese Verhandlungsmethode, wie Anklagevertretung stehen im strikten Gegensatz zu dem letzten Erlaß des preußischen Justizministeriums. Indes, wie gesagt: die Urtelle find mild. Hier einig« Beispiele: Für 7,10 Mark Süßigkeiten ein Zahr Gefängnis. Der Arbeiter G.,«in nervöser Mensch— er beruft sich auf eine Gehirnerschütterung—, macht einen eigentümlichen Eindruck: für solche Reinheiten hat aher die Schnelljustiz keine Zeit. Eines Nachts befand er sich im angeheiterten Zustand auf der Straße in Gesell- schaft einiger Mädels.„Ach," meinte die ein«,„wenn man doch jetzt eine Tafel Schokolade hätte".„Nichts leichter als das" und schon öffnete er mit einem Trick eine Tür zu einem Kino und holte vom Verkaufs- stand für 7,10 M. Süßigkeiten. Eine halbe Stunde später war er bei seinen Damen. Auf welche Weise er gestellt wurde, ist bei dieser Derhandlungesührung nicht bekannt geworden. Jedenfalls lag schwerer Diebstahl im Rückfalle vor. Ja, wenn es weniger Sühig- leiten gewesen wären, da hätte man vielleicht noch Mundraub an- nehmen können. So lautete aber die Mindeststrafe auf ein Jahr Gefängnis.„Wir können leider die Gesetze nicht ändern" sagte der Richter und erkannte auf ein Jahr Gefängnis.„Bitte, Herr Bericht- erstatter, nennen Sie nicht meinen Namen. Meine Verwandten sind anständige Leute, ich will sie nicht blamieren", bat der Verurteilte. ..weil der Wein nun doch verschenkt wurde." Der 34jährige Maler S. war in einem Restaurant als Kellner beschäftigt: dann wurde er entlassen. Eines Nachts hatte er zuviel getrunken, er brach in den Keller des Restaurants ein und holte dreißig Flaschen Wein und vier Kisten Zigarre» heraus. Für seine Tat gibt er eine originelle Erklärung an: Das Restaurant sollte verkauft werden. Um dem Käufer einen guten Geschäftsgang vorzutäuschen, habe die Wirtin den Gästen und Be- kannten Wein spendiert. Da habe er gedacht: Wird der Wein sowieso verschenkt, so tut es auch nichts, wenn er sich einige Flaschen hole. Das Urteil lautete für diesen vorbestraften Menschen auf fünfMonateGefängni-. Da er zu Hause eine kranke Frau haben wollte, entließ ihn der Richter aus der Haft, damit er seine Angelegenheit regeln könnte. „Ich wollte kein Geld kassieren." Der vielfach vorbestrafte S. war des Gefängnisses überdrüssig. Er nahm eine Stellung als Laufbursche an. Er behauptet, bei einer Gelegenheit erklärt zu haben, er wolle kein Geld kassieren. An- scheinend fürchtete er die Versuchung. Als er eines Tages doch 13 70 Mark einkassieren mußte, da war es um ihn geschehen. „Tausend Mark, soviel habe ich noch nie in Händen gehabt. Ich lief nach Hause zu meiner Frau, um sie zu fragen, was ich tun soll. Da wurde ich aber schon erwartet. Ich stürmte davon..." Das Geld war natürlich bald bis auf den letzten Pfennig weg. Sein Chef bittet, daß man ihm eine Bewährungs- frist gebe, damit der„Friedrich" allmählich die Schuld tilgen könne. Das Gericht geht darauf nicht ein, der Angeklagte erhält sieben Monate Gefängnis, wird jedoch vorläufig aus der Hast entlasten. Der Iuöe wkrü verbrannt. Ein Beispiel antisemitischer Rechtsprechung. Bei der Beratung des preußischen Iustizetats im Haupt- ausschuß des Landtags haben die sozialdemokratischen Redner eine Fülle von Einzelheiten zur Sprache gebracht, die in dem gedrängten Bericht nicht recht in Erscheinung treten tonnte. Einer dieser Fälle ist jedoch so charakteristisch, daß er eine gesonderte Darstellung verdient. In L i e b st a d t(Ostpreußen) fand vor einiger Zeit ein Vergügen des Zentralverbandes der Landarbeiter statt, der den christlichen Gewerkschaften angeschlossen ist. An diesem Vergnügen, das völlig öffentlich war, nahm auch der jüdische Arbeiter Salomon E n d l e r teil. Als ein an- derer Festteilnehmer, der Ackerbürger K a r t h. Endler be- merkte, verlangte er lärmend, daß„der Jude" den Saal ver- lasse. Endler erklärte, er habe sein Eintrittsgeld bezahlt, und blieb. Karth wandte sich darauf an den Borstand des Land- arbeiteroerbandes, der aber das Ansinnen, Endler wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum hinauszuwerfen, durch- aus ablehnte. Darauf ging Karth auf Endler zu und schlug ihn heftig mit der Faust ins Gesicht. Endler stellte Strafantrag, und der Amtsgerichtsrat Wenzel 'Lille als Einzelrichter folgendes Urteil:„Karth wird wegen Beleidigung freigesprochen, wegen Körperver- letzung zu 2 0 M. Geldstrafe verurteilt." In der münd- lichen Urteilsbegründung führte Amtsgerichtsrat Wenzel folgendes aus: „Ich stelle zunächst fest, daß es ungehörig von einem Inden ist. ein christliches Fest zu besuchen. Was würde geschehen, wenn ein Christ ein jüdisches Fest besuchen würde? Das wagt kein Christ, aber der Jude tut es. Deshalb hat der PrivatNöger unrecht getan und mußte sich alles Mögliche gefallen lassen. Der Angeklagte war daher wegen Beleidigung freizusprechen." In der schrifllichen Urteilsbegründung drückte sich Herr Wenzel ähnlich aus. Es heißt dort: „Die von dem Angeklagten gebrauchte Wendung„Juden haben hier nichts zu suchen, schmeißt die Juden heraus" enthüll dem objek- tiven und subjektiven Tatbestande nach eine Ehrverletzung insofern, als der Angeklagte mit dem Ausdruck der Geringschätzung auffordert, den Privatkläger vom Feste zu verweisen. Indessen ist der Ange- klagte insoweit freizusprechen, da er in Wahrung berechtigter Inter- essen gehandell hat und zwar im Interesse des über- wiegenden Teiles der Liebstädter Bevölkerung und der Umgegend(!l). Gegen den Privatkläger war seiner- zeit... der Ausweisungsantrag gestellt. Diese Anträge sollten einer- scits ein« Gegenmaßregel gegen die ungerechtfertigten polnischen Massenausweisungen als auch gegen die verheerenden Wirkungen der Ueberflutung Deutschlands mit Ostjuden sein, deren Exponenten dos deutsche Vcllk in Barmat-Kutister sieht. l Endler ist Handarbeiter: Red.) Nimmt man hierzu die jetzt be- stehend« Möglichkeit, daß der Privatkläger tatsächlich ausgewiesen werden könnte, so haterallen Grund, bescheidener auf- zutreten. Jedenfalls hat er als Ausländer und als Ostfude gar keine innere verechliguug. an einem christlich-nationalen Arbeitersest teilzunehmen, es fei denn, daß er ausdrücklich vom Vorstande des Festes«ingeladen werde. Aeußerlich kann er sich diese Berechtigung nicht etwa durch Zahlung des Eintrittsgeldes er- werben. Auch der Umstand, daß mehrere vorstandsmilglleder den Privakkläger trotz des Hinweises des Angeklagten weiter aus dem Fest belassen haben, verschafft ihm diese Berechtigung nicht.(Trotzdem soll Karth„im Interesse der Bevölkerung" gehandell haben! Red.) Die Dorstandsmi glieder als einfache Arbeiter werden meist nicht imstande fein, dei vorstehenden Gedanken zu entwickeln oder die Konsequenzen daraus zu ziehen." Im weiteren Urteil erkennt dann Herr Wenzel gnädigst an, daß die„Wahrnehmung berechtigter Interesien" zwar bis zu Beschimpfungen, aber nicht bis zu Faustschlägen gehen dürfe, er begründet aber die geringe Höhe der Geldstrafe von 20 M. für die Faustschläge ausdrücklich mit dem„u n g e- hörigen Benehmen des Privatklägers". Fazit: Ein jüdischer Arbeiter wird ohne jeden Grund beleidigt und geschlagen und muß sich dann noch vom Gericht sagen lassen, daß ihm recht geschehen sei, weil er Jude ist! Ungefähr so wie in der alten Geschichte aus dem �arischen Rußland: Ein Jude geht über die Straße, es wird ein Stein nach ihm geworfen, er bückt sich, und der Stein fliegt in eine Fensterscheibe. Urteil: der Jude muß die Scheibe bezahlen, denn hätte er sich nicht gebückt, so wäre die Scheibe nicht zer- schlagen worden. Auf eine Disziplinarbeschwerde hin hat der Landgerichts- Präsident in Braunsberg dem Amtsgerichtsrat Wenzel eine „Mahnung" gemäß 8 13 des Disziplinargesetzes für richterliche Beamte, aber nur wegen der mündlichen Urteils- begründung erteilt. Herr Wenzel wird also weiter„Recht" sprechen dürfen, da ihm kein Iustizminister etwas zuleide tut! England für Truppenverminderung. Theoretisch auch für Räumung. Loadon, S. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Ein liberaler Lord des Oberhauses richtete am Dienstag an den Regierungs- Vertreter die Frage, ob die Räumung des Rheinlandes nicht beschleunigt werden könnte. Lord Salisbury erwiderte, daß ein A n s p r u ch auf vollkommene Räumung nicht bestehe, solange nicht alle Bedingungen des Dersailler Vertrages erfüllt seien. Es fei jedoch zweifellos, daß eine Beschleunigung sehr z�u be- grüßen sein würde. Die englische Regierung habe diesen Stand- punkt immer vertreten und werde auch in Zukunft ihren Einfluß in diesem Sinne geltend machen. Immerhin dürfe die Angelegenheit nicht überstürzt werden. Seine Regierung sei jedoch m Ueber- einstimmung mit den andere» Alliierten schon jetzt zu einer Ver- r i n g e r u n g der Streitkräfte in der 2. und 3. Zone bereit. Sowsetwahlkomöüie. Man geht einfach nicht hin. Moskau, 8. Februar.(OE.) Aus Sarmarkand wird gemeldet, daß die Sowjetregierung des Gebietes von Äasakstan in Zentral- ästen sich genötigt gesehen hat. in neun Wahlbezirken die bereits vollzogenen Sowjetwahlen zu kassieren, well an den Dahlen weniger als 35 P r oz. der wahlberechtigten Bevölkerung teilgenommen hatten. In diesem von dem Volksstamm der Usbeken bewohnten Gebiet waren wie überall lebhafte Anstrengungen gemacht worden, um die„Armut" für die Wahlen zu mobilisieren, was nach dem oben wisdergegebenen Bericht mißlungen zu sein scheint._ Zwischen Belgien und der Schweiz ist von Bandervelde und dem Schweizer Gesandten in Brüssel ein Schiedsvertrag vereinbart tvorden, der alle Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern umfaßt. Wieöer eine Liebestragöüie. Das Mädchen erschossen und dann versagte die Pistole. Die Selbst- und Doppelmordfälle aus unglücklicher Liebe mehren sich in erschreckendem Maße. In einem Hoiel in der Kursürsten- straße kehrte abends ein Paar ein, das sich in da» Fremdenbuch als„Kaufmann Erwin Beckmann und Frau" eintrug und ein Zim- mer im 2. Stock nahm. Nachts um 2)4 Uhr hörte der Psöriner einen Schuh fallen und eilte hinauf. Aus dem Flur begegnete dem Pförtner bereits der jung« Mann und teilte ihm mit, daß er seiner Begleiterin, die im Bell lieg«, ein« Kugel in dl« linke Schläfe geschossen habe. Der Pförtner alarmierte die Hotel- leitung und die Polizei. Man fand die Angaben bestätigt. Die angeblich« Frau Beckmann lag entkleidet und mit blutüberströmtem Gesicht besinnungslos im Bett. Man brachte sie nach dem nahe- gelegenen Elisabethkrankenhaus. Beckmann kleidete sich an und baz den Polizeibeamten, ihn festzunehmen. Aus der Wache wurde festgestellt, daß er ein unverheirateter 25 Jahre alter Kaufmann Erwin Beckmann aus der Motzstraße ist. Seine Begleiterin ist eine 20 Jahre alte Stütz« Minna Keller aus Meißen, die sich vorübergehend in Berlin aufhielt. Beckmann lernte das Mädchen in Meißen kennen, wo er früher beschäftigt war. Eine eheliche Verbindung scheiterle aber, wie Beckmann behauptet, an dem Wider- spruch der Eltern des Mädchens. So kamen die Verliebten zu dem Entschluß, sich das Leben zu nehmen. Sie besuchten gemeinsam ein Lokal, schrieben dort Abschiedsbriefe an ihre Angehörigen und suchten dann das Hotel auf, um ihren Plan auszuführen. Als Beckmann auch sich selbst«rfchießen wollte, versagte die Pistole. Jetzt wußte er nicht, was er beginnen sollte, klingelte nach dem Pförtner und stellt« sich der Polizei. Das Befinden des Mädchens ist sehr bedenklich._ Heilpäöagogische Woche in Serlin. Die städllsche Schulbehörde und der Magistrat haben nach Fühlungnahme mit Lehrerorganisationen beschloffen, in diesem Pestalozzi-Jahre eine.Heilpädagogische Woche" zu veron- stalten. Die Tagung wird in die Zeit vom 15. bis 22. Mai fallen und dos gesamte Sonderschulwesen Berlins berück- sichtigen. Heilpädagogen, Nonnalschullehrer, Schulärzte, Psychologen, Bolkswirtschaftler, Juristen, Schulaufsichts- und Berwaltungs- beomte finden Gelegenheit, die Praxis des Sonderschulwesens in allen Zweigen an Ort und Stelle und in einer Ausstellung kennen zu lernen und über die psychologischen und methodischen Fragen jeder Scnderschulart zu verhandeln. Besichtigt werden Schulkindergärten, Förderklasien der Normalschulen, Hilfsschulen, Sprachheil-,' Schwerhörigen- und Sehschwachenschulen, die Freilust- schule für Tuberkulöse, Taubstummen-, Blinden- und Taubblinden- schulen, Krüppelschulen und verschiedene Erziehungsanstalten. Städtische, staatliche und private Anstalten haben sich zu gemeinsamer Arbeit in dieser heilpädagogischen Woche zusammengeschlossen. Die theoretischen Erörterungen werden ihren Ausgang nehmen von Bor- trägen hervorragender Unioersttätslehrer und bekannter Heilpädagogen und Aerzte. Prof. Dr. Spranger bat den Eräffnungs- Vortrag übernommen._ Diskussion um das Paläftina-Komitee. In Berlin hat sich bekanntlich ein Pro-Palästina- Komitee gebildet, das es sich zur Aufgabe setzt, die palästinen- fische Kolonisation materiell und ideell zu fördern. Dem Komitee gehören führend« Mitglieder aller Parteien bis zu den Deutschnatio- nalen an. Ein humanitäres Unternehmen also, das in keiner Weise als politisch tendenziös anzusehen ist. In jüdischen Kreisen, die dem Zionismus ablehnend gegenüberstehen, wird dieses Komitee heftig diskutiert, man fürchtet, daß es von zionistischer Seite propagan- distisch mißbraucht und von antisemitischen Hetzen, für ihre dunklen Zwecke ausgenutzt wird. Sich mit dem Für und Wider des Komitees auseinanderzusetzen, läge an sich für Außenstehend« kein Grund vor, wenn nicht in einer Versammlung im Logenhaus, Hardenbergstraße, in wenig geschmackvoller Weise dies Problem erörtert worden wäre. Einberuser des Unternehmens waren in der Hauptsache die Leute um den Rechtsanwalt Dr. Naumann, der seine zum Teil schwarz. weißroten, zum Teil antisemitischen Ergüsse gern in der deutschnatio- nalen..Börscnzeitnng" publiziert. Dr. R o s e n t h a l und Pfarrer Haack, die ersten Redner, sprachen unter strikter Betonung ihres Anti-Komitee-Standpunktes zurückhaltend, Pfarrer Haack fand ein- drucksvolle Worte gegen die antisemitische Rassenhetze. Nachher allerdings wurden, so besonders von Dr. Naumann, die Mitglieder des Konntees sowie gewisse Regierungsbeamte angegriffen und schließlich eine sehr bedenkliche Resolution angenommen, die die ganze Affäre verwunderlich übertreibt und in der gesogt wird� daß„die Versammlung bedauert, daß Männer und Frauen, deren deutsches Nationalgefühl über jeden Zweifel erhaben ist, sich haben bewegen lassen, dem Pro-Palästina-Komltee beizutreten". vle Rechtsoot im heutige» Staat». Ueber dieses Thema spricht am Mittwoch, den IS. d. M., abend» 8 Uhr. in den Mufilerlälen, kkasser-Wilhclm- «träne gl. SenatSprälidenl Dr. H. Krohmann beim Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Ortsgruppe Berlin, Bezirk Nord. Außer- dem spricht R.-A. Dr. Alsred Klee über:„Die RechtSnot der ?l ii d« n-. Ferner sprechen AmtSqerichtSrat Dr. F. Goldsibmldt. R.. A Dr. Arthur Brandl. R.-Ül. Dr. Jobn Terlbeim. Sandrichter Dr. Teligtohn. Zu dieser Veranstaltung sind u. a. Sffenllich eingeladen: Das preußische Jilitiz. Ministerium, die Abgeordneten de» Reichs, und Landtages sowie sämtliche Juristen Sestraster Lebensretter. Ein Nachspiel zu dem Unglück bei Woltersdorf. Am 4. Juli vorigen Jahres ereignet« sich belanntlich in Wolters- dorf dei Erkner infolge eines Unwetters ein furchtbares Unglück, dei dem es zahlreiche Tote und Verletzte gab. Angehörige des roten Frontkämpferbundes hatten in einem be- nachbarten Restaurant Fahnenweihe, und als sie die Nachricht von dem entsetzlichen Unglück erhielten, hatten sie mit Eifer und Energie die ersten Schritte zur Rettung der Verunglückten unternommen. Dank ihrer aufopfernden Tätigkeit gelang es ihnen, noch größeres Unheil zu oerhüten. Erst nach geraumer Zeit kamen mehrer« Land- jäger, die mit dem Publikum, das sich in einer erregten Stimmung befand, Zusammenstöße hatten. Als einer der Frontkämpfer einem Landjäger nahelegte, Privatautos für die Verwundeten zu requirie- ren, lehnt« dieser das ab. In dieser Lage sollen nun zwei der Kam- munisten„Widerstand gegen die Staatsgewalt" geleistet haben. Zwei Landjäger waren nämlich körperlich mißhandelt und beleidigt worden. Die polizeilichen Ermittlungen führten dann auf Grund verschiedener Jeugenaussagen zur Feststellung der beiden Front- kämpfer Bruno Hab erecht und Karl S n r k, die— r wie sich herausstellte— in ganz hervorragender Weise ihre Pflicht in der Bergung der Verunglückten getan hatten. Für dieses Verhalten er- hieven si« obendrein eine Anklage wegen Beleidigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung, wegen der sie sich vor dem Schöffengericht Lichtenberg zu verantworten hatten. Die Land-, jäger wurden als Zeugen vernommen. Trotzdem ihre Angaben etwas unbestimmt lauteten, kam das Gericht unter Vorsitz des Amts- gerichtsrats Dr. A u g u st i n zu der Bestrafung des einen Angeklag- ien. Beide hatten jede Schuld energisch bestritten. Das hinderte das Gericht aber nicht, den Angeklagten Bruno H a b e r e ch t wegen Be- leldigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung zu 1 Monat und 100 Mark Geldstrafe zu verurteilen. Surk wurde auf Kosten der Staatskasie freigesprochen. Zierfische im Aquarium. Um olle die vielen Sehenswürdigkeiten, die Aquarium und Insektarium enthalten, dem Verständnis der breiten Masse zu er- schließen, finden, wie hier schon bekanntgegeben wurde, Führun- gen statt. Der Abteilung der Ziersische, die im zweiten wtock unter- gebracht ist, galt u. a. ein Besuch der Berliner Presse. In 36 Becken sieht man in der Zierfischabteilung etwa 100 Arten von Kleinsischen meist tropischer Formen. Allgemein sollen die Schleierschwänze auf, eine Liebhaberrasse, die aus Goldfischen gezüchtet wurde. Diese Tiere, die man allgemein für schön anspricht, sind in Wirklichkeit elende Krüppel, denen es überhaupt nicht mehr möglich wäre, in der Freiheit leben zu können. Aber das ist nun mal eben des Menschen Art, er macht die Tiere für sich schön und nimmt ihnen die Zweck- Mäßigkeit ihrer Kärperbcschassenheit. Nebenbei bemerkt, ist der Gold- fisch selbst aus der Karausche gezüchtet worden. In der Nähe der Zierfische sind auch der Zitteraal aus Südamerika und der Zitterwels aus Westafrika untergebracht. Der lange Zitteraal hat nur eine kurze Leibeshöhle, der weitaus größte Teil seines Körpers gehört seiner „elektrischen Batterie", die er zur Austeilung von Schlägen zu be- nutzen versteht, wie wir Menschen es an seiner Stelle täten. Das Insektarium, das sich im dritten Stock befindet, weist je nach der Jahreszeit wechselnde Bestände auf. Die Schmetterlingsliebhaber — und ihrer sind ja nicht wenige— finden stets in den Behältern einheimische und tropische Formen in den verschiedenen Stadien der Entwicklung._ Ausstellung„Deutscher Rhein— Deutscher Wein". Die nächste große Veranstaltung im Rahmen der Berliner Frühjahrsaus- stellungen ist die Ausstellung„Deutscher Rhein— Deut- scher Wein", die vom 12. Februar bis 13. März in der Funk- Halle stattfindet. Veranstalter sind das Berliner Messeamt und der Verein Berliner Weinhändler, die das Werk in wenigen Wochen mit der Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Bäder-Verbandes, des Reichsausschusses für Weinpropaganda und einer Reihe Rheinischer Heimatverbände zustande brachten. Die Ausstellung dient der Unterstützung der Propaganda für den Besuch rheinischen Landes und rheinischer Bäder: dieser Teil der Ausstellung Ist vom Rheinischen Verkehrsverband mit außerordentlich eindnicks- vollem Material beschickt. Die Ergänzung des praktischen Teils der Weinpropaganda bildet eine Sonderausstellung„Der'deutsche Wein- bau", in der die Bedeutung und Eigenart des deutschen Weinbaues, die Weintechnik, das Werden des Weines, die Fürsorge des Reiches und der Länder für den deutschen Weinbau den Besuchern lebendig vor Augen gerückt werden. Dieser Teil der Ausstellung wird mit Unterstützung des Präsidiums des deutschen Weinbauverbandes in Karlsruhe aufgebaut. Die Funkhalle ist für diese Ausstellung von den Architekten Hermann K r e h a n und B a l l e n st e d t künstle- risch ausgestattet und mit einem besonders festlichen Rahmen rhei- nischer Farbe und rheinischen Geistes verschen worden. Die Er- ö f f n u n g der Ausstellung am 12. Februar ist verbunden mit einem Rheinijchen Gesellschaftsabend des Reichsverbandes der Rheinländer, der Rheinischen Frauenliga, des Bundes Saar- verein, Verein der Hessen und des Vereins der Pfälzer. An diesem Abend werden Vertreter der Reichs- und Staatsregierung, der Rheinland« und der Stadt Berlin Ansprachen austauschen.___ Hussperrungsbluff ober Tarifbruch. Die Aussperrung der sächsischen Metallindustriellen. Leipzig. S. Februar. sEtgener Drahibertcht.) Der Orts- Verwaltung Leipzig des Deutschen Metallarbeiterverbandes ging gestern abend ein Schreiben der Vereinigung sächsischer Meto». industriellen zu, in dem für Vonnerstag dieAussperrungsämt- licher Metallarbeiter angekündigt wird und sür die nächste Woche Dienstag die Aussperrung sämtlicher sächsischer Metallarbeiter. Zur letzteren Drohung ist zu bemerken, dajz die sächsischen Melallinduflriellen. sall» sie die Drohung verwirtlichen, einen glatten larisbruch begehen würden. Es besteht im übrigen Sachsen ein larifoertrag, der bi» zum 3l. März läuft. Irgendwelche Forderungen sind bisher im übrigen Sachsen nicht gestellt worden. E» bestehen auch sonst außerhalb Leipzigs und Sachsens keine Kon- slikte in der Metallindustrie. Wenn die sächsischen Melallinduslriellen also die Aussperrung sämtlicher Metallarbeiter Sachsens für nächsten Dienstag ankündigen, so erklären sie damit, das� sür sie der Tarifvertrag ein Fehen Papier ist. Die Konsequenzen werden die sächsischen Metallindustriellen natürlich zu tragen haben. Es ist aber durchaus wahrscheinlich, daß diese Drohung nur ein V l u f f ist. Die sächsischen Metallindustriellen wollen mit dieser Drohung dem Schlichler Brand die Möglichkeit geben, de« Streit an sich zu ziehen. Bei der bekannten Einstellung des Schlichters, der ein Gegner de» Achtstundentages ist und eben erst für die gesamte Textillndustrie Sachsen» der Arbeiterschaft den Ikeunstundenlog ausgezwungen hat. haben die sächsischen Metall- industriellen die berechtigte hossuung. daß der Schlichter auch in diesem Fall aus ihrer Seite stehen wird und durch einen Schiedsspruch, den er nachträglich verbindlich erklären wird, den sächsischen Metallarbeitern den Achtstundentag rauben und den Beustundentag aufzwingen wird. Die Metallarbeiter sind nicht gewillt, den Unternehmern das Spiel zu erleichtern. Die Metallarbeiter sind auch entschlosten, am Achtstundentag festzuhalten bzw. ihn wieder zurückzuholen. Die Organisation der Metallarbeiter wird ihre Taktik so einstellen, daß sowohl die Unternehmer wie der samose SchNchter von Sachsen gezwungen sein werden, sich zu demaskieren. Es wird mit aller Schärfe und Klarheit in Erscheinung treten, daß die Unternehmer nur aus einem politischen Machtdünkel vud nicht au» einer wirtschastlichen Aolwendigkeil heraus den Arbeitern den Achtstundentag zu rauben versuchen, obwohl schon die riesige Ar- beitslosigkcil zeigt, daß keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit zur Leistung von Ueberstunden besteht. Es wird sich auch zeigen müsten. ob der Schlichter seine Parteinahme zugunsten der Unternehmer so- weit treiben wird, um dem larisbruch zu Hilfe zu kommen. Die Arbeiter fühlen sich stark in ihrem Recht und w erden auf diesem Recht beharren. Schiedsspruch für üiebadischeTextilmüuftrie Ergebnislose Verhandlungen. In den gestzrn in Berlin vor dem Reichsarbeilsministerium geführten Verhandlungen über die Verbindlichteitsertlärung des vom bcdischen Landcsschlichter sür die badische Textilindustrie gefällte» Schiedsspruch?, der eine Lohnerhöhung von 8 Proz. vorsah, ist eine Einigung zwischen den Vertragsparteien nicht zustandegekommen. da die Gewerkschaften an der stritten Durchführung des Schieds- spruchs festhielten. Die Entscheidung des Reichsarbeitsministeriums ist demnächst zu erwarten. Die Personalpolitik üer Städtischen Werke. Mehr soziales Verständnis ist erforderlich. Uns wird geschrieben: Wiederholt ist in der Presse Kritik geübt worden an der sonder- baren Pcrsonalpolitik der Städtischen Werke. Trotzdem hören die Beschwerden nicht auf und werden die vorhandenen Mängel nicht abgestellt, so daß der Anschein entstehen muß. es gäbe in den Der- maltungen der Städtislbeü Werte Stellen, die ganz bewußt aus einem„Nun gerade nicht" heraus jede vernünftige Personalpolitit hintertreiben. Dem Eingeweihten ist es bekannt, daß seit Bestehen der„kauf- männischen Form" der Verwaltung für die Städtischen Betriebe die verschiedensten Personen„Interesse nehmen an der Personal- Politik in den Werken. Es ist erklärlich, daß bei dem Umfang der Städtischen Werke hierbei die verschiedenstcn Gcstchlspunkte in die Erscheinung treteri. Der Eingeweihte weiß, daß z. B. Herr B. die Sportbewegung fördert. Herr T. die hakcnkrcuzler, Herr A. bringt Damen unter, Herr W. zieht.seine" bewährten Kräfte nach, Herr H.. und Herr N. finde» nur in den Kreisen ihrer Bekannten geeignete und zuverlässige Kräfte und so fort. Es sind dies häßliche Erschei- nungen, die leider nie ganz auszurotten sein werden, da es außer- ordentlich schwer ist, im einzelnen Fall«inen Verstoß gegen die Ueblichkcit oder das Bestehen einer besonderen Verbindung nach- zuweizen. Neuere Vorkommnisse in der Perfonalpoliiit der Städtischen Elektrizitätswerke lasten allerdings mehr als deutlich werden, daß Gründe der Billigt eil oder aber Rücksicht auf Allgemeininteresten absolut ausgeschaltet werden bei der Regelung der Personal- fragen dieses Betriebes. Einige Beispiele: Berlin hat den größten Bestand an arbeitelosen Angestellten unter, allen bedeutenderen Stadien Deutschlands. Doneben hat Berlin als Hoch- bürg der Großindustrie ganz bestimmt erstklassige Fach- k r a s t e unter den Arbeitslosen in überreicher Anzahl zur Der- fügung und trotzdem ist es den Werken nicht möglich, ihren Bedarf an Arbeitskräften am Orte selbst zu decken. Die StaM vermag nicht die Lysten für d'e Arbeltslosen auszubringen, aber die Städtischen Werke bauen Werkswohnungen und bezahlen Um- züge für Angestellte von Hamburg. Schlesien, Zschornewitz oder sonst« woher. Die Stadt Berlin kämpft verzweifelt gegen die sozialen Folgen der Arbestolosigkeit, besonders aber auch gegen die sittlichen Gesahren des Müßigganges taufender junger und rüstiger Menschen. Di« Städtischen Werte aber stellen mit Lorliebe alte Pensionäre imd Ruhegel dempsänger ein. diesen die Möglichkeit des Doppeltverdienens gebend, während jungen, arbeitssrohen Menschen die Armensürsorge mit allen Ihren Demütigungen und Er- nicdrigungen nicht erspart bleiben darf. Dazu benötigt man beson- dere Abteilungen mit einem großangelegten Apparat und mit„fach- kundigen" Leitern, und alles das nennt man dann Personalpolitit in den Unternehmungen des Gemeinwesens Welt- und Arbeiterstadt Berlin. Wir hoffen, daß� dieser Hinweis die verantworUichen Herren Leistungsfähigkeit der Unternehmungen und der.größten lostAen Rücksicht auf die Allgemeücheit zu betreiben. Wir hoisen e-I Solschewistifche Sympathien. So ziemlich als letztes Blatt in der deutschen Preste oerössent- licht auck, die„Rote Fahne" Mitteilungen über die Erklärung einer Anzahl in Italien gebliebenen Gewerkschaftsführer. Die Mitteilun- gen der„Roten Fahne" find entweder direkt der faschistischen Preste entnommen oder ein Nachdruck der bürgerlichen Depeschenbureaus. Der offenbare Zweck dieser merkwürdigen Uebunz war jedoch, s i ch an dem„Vorwärts" zu reiben und diesem Verheimlichun. gen und Sympathien mit den Faschisten s!) nachzusagen. Dabei passierte der Redaktion der„Roten Fahne" da» komische Malheur, daß sie eine angebliche„theoretische Einleitung" zur Er- klärung der Gewerkschaftsführer veröffentlicht, die wir verschwiegen hätten, während es sich bei der Deröfsentlichung der„Roten Fahne" in Wirklichkeit nur um die übrigen» verstümmelt« Wiedergabe eine» Telegrammes handelt, das wir bereits in!>«r vorigen Woche ver- öffentlicht haben. Was nun die„Blutsbrüderschaft" mit dem Faschismus betrifft, da müssen wir die„Rote Fahne" schon nach Moskau ver» w e i s e n, da» ja mit Mussolini besonders freundschaftliche Beziehun« gen unterhält Unsere sreundschasllichen Beziehungen mit Mussolini sind derart, daß keinem Mitglied unserer Redaktion die Einreise nach Italien gestattet wird, genau so wie den sozialdemokratischen Schrift- stellcrn dl« Tore nach Sowjetrußland verschlossen bleiben. Gehaltserhöhung üer öergbau angestellten. Durch verbindlich erklärten Schiedsspruch. Di« Verhandlungen zur Erhöhung der Tarifgehälter der Angestellten im Bergbau haben dank der Hartnäckigkeit des Zechenverbandes bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt Der Schiedsspruch vom 24. Januar steht eine Erhöhung der Tarif. gehälter um 6 Proz. vor: in diesen K Proz. sind mit enthalten die sogenannten Konjunktur zulag«n in Höhe von 4 Proz., die am Zt. Dezember 132« rcchtsunwirksam geworden sind. Dieser Schiedsspruch war, obwohl er den berechtigten Wünschen der kaufmännischen und technischen Angestellten nicht entspricht, von den Angestelltengewerkschaften angenommen worden. Trotzdem lehnte der Zechenverband ihn ab. Ipruchs dieser Bag« staitgesundenen Veryanmungen rillen Die Zechenherren wiederum ihr Steckenpseib: sie behaupteten, von einer Hochkonsunktur könne nicht gesprochen werden, die Lage der Le- triebe gestatte auch nicht die geringe, im Schiedsspruch vorgesehene Erhöhung der Tarifgehälter. Da die Verbindlichkeit dieses Schiedsspruches trotz des Stirn. runzelns der Zech«nbarone nicht wohl abgelehnt werden konnte, ist sie am gestrigen Dienstag erfolgt. Zur BetriebsratStvasil bei de» Vlauband-Werke». Zu der Zuschrift des Zentralverbandes der Angestellten, ver- ösfentlicht in der Abendausgabe vom S. Februar, schreibt un» die Geschäftsleitung der Zentral-Expedition: Die Zuschrift des Zentralverbandes ist offenbor auf eine Reihe von bedauerlichen Irrtümern zurückzuführen. Die Geschäftsleitung hat nicht im entferntesten die Wahlen zu sabotieren gesucht, viel- mehr sogar an diejenigen Angestellten, welche ihre Abneigung gegen die Konstitution eines Angestelltenrates schriftlich erklärt hatten, dl« bestimmte Ausforderung gerichtet, sich an den Wahlen zu beteistgen. Bereits im Jahre 1325 ist ein von der Geschäftsleitung gemachter Versuch, die Wahl eines Angestelltenrates zu veranlassen, an der Gleichgültigkeit der Angestellten selbst gescheitert Weiteres konnte die Geschäftsleitung nicht oeranlassen, gerade, um nicht den Verdacht zu nähren, die Wahlen etwa zu beeinslussen. Das Betriebsrätcgesctz enthält nicht die Berechtigung sür dt« Arbeiter, willkürlich einen Angestellten als Wahloorstand zu be> zeichnen: da es sich um eine„e r st e Wahl" handelt, mutzte die Geschäftsleitung in Beobachtung der Gesetzesoorschriften von sich aus die drei dienstältesten Angestellten zum Wahloorsiand bestellen. Der erwähnt« Kündigungsfall ist durch BetriebsverhSItniss« S« dingt Die Geschäftsleitung hat jedoch Vorsorge getroffen, daß der Angestellte in einer anderen Abteilung eine ahnliche Stellung erhält und daß ihm keinerlei materielle Schädigung aus�dem durch die Betriebsverhältnisse erforderlichen Stellenwechsel erwächst Angestellte und Rationalisierung. In nicht geringerem Maß« als die Industriearbeiter leiden auch di« kaufmännischen und Bur«auan gestellten unter den sozialen Folgen der Rationalisierung. Auch in den Bureau- betrieb hat die Maschin« ihren Einzug gehalten und findet steigende Verwendung. Warum sollten die Methoden der arbeitsparenden Betriebsorganisation, die den industriellen Betrieb um so vieles rentabler gestaltet haben, nicht auch im Bureaubetricb Anwendung finden? lind so ist auch der Bureaugroßb«trieb dazu übergegangen, sich aller Hilfsmittel der Organisations- und Maschinentechnik zu bedienen. Die Angestellten haben allen Grund, dieser Entwicklung Beachtung zu schenken und sich weitgehende Kenntnisse der modernen Bureau organisation zu erwerben, ohne di« den Angestellten heut« der berufliche Ausstieg versperrt ist. Auch die Fähigkeit, einen Ueberblick über die grundsätzlichen Fragen der Be- triebslchr«— Finanzierung. Kalkulation, Kapitalkreislaus— zu gewinnen, sollt« für den modernen Angestellten eine Grundvoraus- setzung sein, wenn er nicht dem inneren Wesen seines eigenen L«- triebes fremd gegenüber stehen will. Im Rahmen der vom Zentralverband der Angestellten errichteten „Derufskundlichen Arbeitsgemeinschaften" finden zwei Sonder- kurs« der Berliner Gewerkschaftsschule für Mit- glieder des ZdA. statt, die es verdienen, in weitesten Angestelltenkreisen Beachtung zu finden und zahlreichen Besuch: Modern« Betriebslehre(Finanz ierungs-- Methoden. Kalkulation. K ap i ta l t r« i sla uf im Betriebe): Beginn M ittwoch. den S. Februar, abends « Uhr. Moderne Dureauorganisation(verbunden mit Besichtigung von Betrieben und Dorführung moderner Bureaumaschinen): Deginn Dienstag, den IS. Februar, abends 6 Uhr. Leide Kurse finden im ZdA-Zweigbnreau statt, Kommandanten st raß« 63-6 4. Anmeldungen werden>m Ortsbureau, Belle-Alliance-Straße 7/10,«ntgegengenommeit Berichtigung. Die Karten für den Dortrag des Senolsen Fritz l a r N o w am 12. Februar im Herrenhaus« kosten nicht, wie in der heutigen Morgenausgabe irrtümlich angezeigt, 43, sondern 53 Pf. . Mus öer Partei. Dr. Heinrich Braun gestorben. Ten. Dr. Heinrich" Braun ist gestern im 73. Lebensjahre an Lungenentzündung gestorben. Er hatte sich als junger Student der sozialdemokratischen Bewegung angeschlossen und ihr in der Art. die seinem Wesen lag. in treuer Ergebenheit gedient Das öffentliche Hervortreten lag ihm wenig, desto besser war er dort zu Hause, wo in geistig hervorragenden Kreisen um Probleme des Sozialismus und „Die Reue Zeit" hat er mit Gen. Kautsky und Gen. Dietz gemeinsam geschaffen. Dann redigierte er das„Archiv für sozial« Gesetzgebung und Statistik", das„Sozialpolitische Zentralblatt". „Die Reu« Gesellschaft" und schließlich die„Annale» für sozial- Politik". Aus den ihm nahestehenden Kreisen der Intellektuellen. Kräfte für die Partei zu gewinnen, war ihm eine Leidenschaft, aber auch sunge Talente aus der Arbeiterklasse hat er. wo er sie fand, in väterlicher Freundschaft gepflegt und dauernd unterstützt. Sein öffentliches Auftreten erschöpft sich in seiner Tätigkeit als Schriftführer auf dem St. Gallener Parteitag(während des Sozialistengesetzes), seiner kurzen Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter im Jahr« 1337 und in seinem Kampfe mit Franz Mehring auf dein Dresdener Paneitag. Das Wesen dieses zurückgezogen lebenden Mannes blieb vielen unerschlossen. Aeußcrliche Schroffheit- oerband sich in ihm mit tiefer Menschenfreundschaft Heinrich Braun war der Bruder des Gen. Dr. Adolf Braun. Gatte Liln Brauns. Vater des gefallenen Otto Braun und Schwager Viktor Adlers. Sport. Kanada-Berlin 4: 4. Im Sportpalast fand gestern abend der Reoanchewettkamps zwischen der kanadischen Auswahlmannschaft und dem Berliner Schlittschuh-Elub(BSC.) vor gutbesuchtcn Tribünen statt. Gleich zu Beginn des Spiels wurde auf beiden Seiten ein fabelhaftes Tempo vorgelegt. Unter starkem Beifall gelang dem BSE. das erst« Tor. Ganz im Gegensatz zu dem fairen Spiel am Sonntag, in dem Ka- nada mit 7:3 siegreich blieb, fiel es gestern auf, daß die Gegner reichlich körperlich spielten. Der Schiedsrichter, der viel öfter hätte eingreifen müssen, versagt« in dieser Beziehung vollkommen. Mit 3: 2 Toren sür den BSE. ging es in di« Halbzeit. Nach der Pause konnten di« Kanadier den Ausgleich herbeiführen. Sech» Minuten vor Ende des Spiels gingen die Gäste durch einen unhaltbaren Schuß auf das Berliner Tor mit 4:8 in Führung. Beinahe sah es so au», als ob es bei diesem Stand bleiben sollte, doch gelang den BSC.-ern noch kurz vor dem Spielschluß nach einem guten Durchbruch das vierte und Ausgleichstor. Bei 4:4(unentschieden) blieb es dann. Im Schnelläufen mit Vorgabe über 15 Runden siegte Grell(BSC.) vor Meyte vom BEB., dem deutschen Schnellaus- meister(I) und Schönbrod vom BED. Paarlaufen der Geschwister Winter und Sololäufe der Herren Brey und Rittberger vom BSC. fanden große Anerkennung. Lrranttoortlich fltr Politik: iiNrtor Erf-ifi: Wirtsch-st: R. ftllngrltiäfct; iS«««irschafieb»wl»unli: 55t. Cftkntp; ScuiDtion: Dt. Job» StMfaaoki; Lokalt« und eonftizto: K->y flmftäbt:«njcictn: ZH«loiktf siimMch 1« Berlin. Betiaa; LarioÄris-Ver.a«»>. m. b. d. BerUn. Dnick: Boroätio-aad'ötatfetei uns Btrlaaoanftalt Paul Sineet u. Co.. Berlin SW«. LinSenlirobe »erlwerklelttrUter W Genossensdiaff tDgtjcbl.dem Verb. tot. Baubetriebt Berlin 14.24. ElsisserStr. 86-68 Fernsprtcbcr: Norden»515, Mi» Filiale Westen, Wilmersdorf Laadbauutr. 4. Tel.: Pleliburt«II Aasstolinncoränrae and Laren AUxanderstraBe 39-40(Alexander Passage), Telephon; KSnlgstadl 340 Herstellung elektr. Licht-, Kraft- und Signalanlagen. Verkauf aller elektr.Bedarfsartikel Ausiührg. sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit WÜRSTCHEN«BOCKWURST a» Etwas ganz Basonileresl, Hasten, Bclscrkcil, Versdilclmang Aumrorf. VeohtsehwoiO. Stich o im Röcken und Brnstaehmera horten anf; Schleim gina morgens mühelos ab; Atmung ist bedeutend freier; allgemeines Wohlbefinden«teilte eich ein usw.— So nnd ähnlich schallt es freudig aus Mitteilungen Erkrankter über die rorzfiglioba Wirkung der Apotheken berichten, daQ sie nur anerkennend» Urteile hSren, Aerzte empfehlen ROTOLIN in raadisinlaohen Zeitschriften ihren Herren Kollegen zur Anwendung! ROTOLIII-PILE.GN sind- erhaitl. 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