Nr. 74 ♦ 44. Fahrg. Ausgabe A Nr. SS Bezugspreis. WSSnitlick, 7« Pfennt». monatlich S.- Aii-bsmarl vora»z»aiilbai. Untar tireiudant kür Deutschland, Dow!«. Saat« und äicmelacliiet. Ceflttrcid). 8i tauen. Üuiemdui» 4,50 Reichsmatk. für da» Übtia« Ausland 5J0 Zleichsmart pro Monat. Der.SoctDärls* mit der wustrier- ten Sonntagsbeilage»Bolt und Zeif sowie den Beilagen„llmerdaUun, uno Dissen�„Aus der isilmwelt", »Ktaucnstimmf„Der Kinde» sreund".Lugend-Lotwätts" und .Blick in die Bücherwelt� erscheint wochentäglich twcimal. Sonntags und Montags einmal. Teltgtamm-Adreffe: �Sozialdemskrot Berlin" Ssnnwgsansgabe Verlinev Volksvlatt �1S pksniZig) Anzeigenpreise: Sie«inivalttae NontnrreilZe- geile 80 Biennig. Reklameteil« b.— Reichsmark. �Kleine Angeigen� das kettaedruckie Wort TS Bkcnni» ktuläMa twei kettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 72 Pfennig. Stellenaeluch« das«rite Dort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Dkennig. Worte über IS Bucki- stoben, üblen für gwei Woric. Arbeitsmarkt Keile 60 Pfennig. Familienan, eigen für Abonnenten Keil« 40 Pfennig. Antigen kür die nächfie Nummer müssen bis 478 Ubr nochmiltags im Saudtaeschärt. Berlin SWS«. Linden. strasseZ. abgegeben werden. Teöffnet von SVj Ubr sc üb bis S Ubr nachm. �entralorgan der Sozialdcmohrati feben parte» Deutschlands Neöaktion und Verlag: ö erlin EW. öS, LinSenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff ÄSÄ-S97. Sonntag, den 13. Februar 19S7 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. öS, Linüenstr.Z Poslfcheckkonto: Berlin 37 53»- Bankkonto: Bank der Arbeite«. Angestellte» und Beamten. Wnllltr. 65: Biskonto-Selellschnft.?c»ostte»kass« Linden fte. 3. wirth bleibt aktiv. Falsche Gerüchte.— Der Wunsch der Vater des Gedankens. Der Reichsdienst deutscher Presse teill mit: Ge- rüchte, die auch von verschiedenen BläUcrn iviedergegeiien worden sind, wollen wissen, daß der Gesundheitszustalid Dr. Wirths erschüttert sei und daß ihn die politischen Ereignisse der letzten Wod>en seelisch deprimiert hätten. Das entspricht nicht den Tatsachen. Dr. Wirth denkt, wie er uns versichert, nicht daran, sich vorübergehend aus dem politischen Leben zurück- zuziehen oder stch zurückzuhalten. Vielmehr wird Dr. Wlrch wie bisher tätig sein. Vorstanösfitzung öer Demokratiscben Partei. Demokratische Opposttionszicle. Der Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei trat am Sonnabend im Reichstag zu einer Sitzung zusammen, die vom Vor- sitzenden des Vorstandes, Reichstagsabgeordneten Erkelenz, erössnet und geleitet wurde. Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion Koch erstattete einen Bericht über die politisch« Entwicklung der letzten Wochen. Die Demokraten standen und s:n auf dem Standpunkt, daß die Deutschnationalen jür eine Teilnahme an einer republikanischen Regierung nicht reif sikid. Auf Grund erheuchelter Erklärungen haben sie sich in das Kabinelt eineeichlichen. Wenn das auch noch zweifelhast gewesen war. so ist es durch das Nachspiel vollkommen erwiesen, und zwar durch die Rede Westarps und durch dos Verhallen des Reichs- n�nisters des Innern v. Keudcll. Selbst für den Fall, daß die Demokraten mit den Deutschnationalen aus der Regierungsbank ge. seflen hätten, so wären sie angesichts dieses Nachspiels gezwungen gewesen, die Regierung wieder zu verlassen. Koch ging dam im einzelnen auf die Haltung des Herrn v. Keudell ein und unterstrich nochmals den Boykott im Falle T r e s ck o w, der erst kurze Zeit zurückliegt, und der von demokratischer Seite deshalb als besonders schwer angesehen würde, als gerade die Anhänger der Demokratischen Partei unter solchen Boykottbestrebungen und Boy- kottversuchen im Lande selbst schwer zu leiden haben. Dieser Fall Tresckow ist noch nicht zu Ende, man kann ihn nicht auf sich beruhen lassen. Koch sprach dann weiter über die innere Zerrissenheit der jetzigen Reeierui: gskoalition und verwies auf die Gefahren,"die in schulpolitischcr Hinsicht drohten. Weiterhin, so führte Koch aus, sei es notwendig für die Demokraten, jetzt den Ge- danken des gegliederten Einheitsstaates zu betonen. Hinsichtlich der Finanzpolitik müssen die Demokiutcn eine groß- zügig« Finanzpolitik auf weite Sicht treiben. Unter anderem könne sie aus die Dauer nicht ein Budget von 12 Milliarden Mark jährlich tragen. In der Aussprache wurde von allen Rednern Genugtuung über das Verhalten der demokratischen Reichetagsfraktion während der letzten Regierungskrise zum Ausdruck gebracht, und das Vorgehen der Rsichstagsfraktion einstimmig gebilligt. Pariser Taaung Ser Exekutive üer Solidarität mit China. Paris, iZ. Februar.(BIB.) Der Erekulivausschuß der Sozialistischen Znkernaklooale hat heule vormittag unter dem Vorsitz des Engländers headerjon seine erste Sitzung abgehalten, in deren Verlauf, wie ein ausgegebenes Kommunique besagt, der Generalsekretär Adler den Exekutivausschuß über die gestern vom Vorstand getroffeneu Entscheidungen iu Kenntnis sehte. Vach Erledigung einiger verwoltungssragen hat der Exekulivaus- fchuß den Tätigkeits. und Finanzbericht genehmigt. Ein großer Teil der Vormlttagssihung wurde, wie die„Liberle" berichtet, durch �te Verlesung des Berichts des chinesischen Dele- gierten Jang-Kustau in Anspruch genommen. Dieser Bericht erläutert die Politik der chinesischen Regierung bei den gegenwärtigen Unruhen. China, das sich gegen jede beabsichtigte sremden- scindliche Politik verwahre, kämpfe für seine Unabhängigteil. Bas den bolschewistischen Einfluß, den man ihm zum Vorwurf mache. angehe, so sei er bei der Bclvegung unbedeutend, hieraus bean- tragle der französische Sozialist Bracke die Annahme einer Reso- lnlion, durch die die llnobhängigkeitsbewcgung in China ermutigt werden soll. An den Verhandlungen nehmen als Vertreter der deutschen Sozialdemokratie die Rcichslagsabge- ordnete« Wels. Hermann Müller und Crispien teil. jvirü Frankreich ablehnen? Coolidke-Notc im Poriser Ministerrat. Deutscher Handelsvertrag beraten. Paris, 12. Februar.(EP.) Der unter dem Vorsitz des Präsi- denten Doumergue abgehaltene Ministerrat dauerte 311 Stunden. Der größte Teil dieser Sitzung wurtie, wie das amtliche Kommuniquä besagt, mit der Prüfung und Besprechung der amerikanischen Flotten abrü st ungsnote aiisgefüllt. Zlußemninister Briand wurde beauftragt, eine Antwortnote vorzuberciien und am Dienstag nächster Woche dem Ministerrat vorzulegen. Wie verlautet, ist es so gut wie sicher, daß diese Note die Einladung in höflicher Form ablehnen wird, da man hier Toolidges Schritt nicht zuletzt von Wahlrücksichtcn des Präsidenten diktiert glaubt und ihm seine Wahlaussichten nicht verderben möchte. Die sranzösischc Ant- wortnote wird im übrigen darauf hinweisen, daß die Abrüsinngs- frage weiterhin vom Völkerbund behandelt werden müsse. Handelsminister Bokanowsti erstattete über de» Verlauf der Verhandlungen zum deutsch-sranzösischen Handelsoertrog Bericht. Nach erhaltenen Informationen wird die französische Regierung bei den Verhandlungen über die Verlängerung des Provisoriums darauf bestehen, daß die französischen W e I n e in dos Abkommen einbezogen werden. Man werde außerdem nur eine kurze Verlänge- r u n g vorschlagen, da der neue Zolltarif bereits im Druck vorliegt und in etwa vierzehn Tagen in der Kammer eingebracht werden könne, so daß man an die Verhandlungen über einen endgültigen Handelsvertrag herangehen könne. Nach Erklärungen des Innenministers Sarraut beschäftigte sich her Ministerrat mtt der Frage der Wohlrechtsreform, ohne daß jedoch ein Beschluß gesaßt wurde. Die Prüsung dieser Frage wird vielmehr in weitere» Sitzungen fortgesetzt. Man hat offenbar das Lestreben, die ganze Wahlrechtsreform möglichst zu ver- schleppen und damit allen aus ihr entstehenden Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen:_ Das Kabinett pilsuüfti vor öem Sturz? Schwerer Konflikt mit dem Sejm. Warschau. 12. Februar.(TV.) 3n der heuligen Sejmsilzung wurden bei der Abstimmung über den Etat in zweiler Lesung der Dispcsillonrsondz des Außenministeriums für die Vertretung in Genf sowie die Kredite für das erst kürzlich geschossene Ministerium für Post und Telcgraphie gänzlich gestrichen und der Dis- posilionsfouds des Innenministeriums von zwei auf eine Million Zloty gekürzt. Da die am Montag slallsindende Abstimmung in dritter Lesung ein ähnliches Ergebnis haben dülste, ist mit einem Rücktritt Pilsudskis zu rechnen. Die zweite Sensation des Tages war. daß Vizepremier Barlek, der nach der Abstimmung die Lage mit pilsudski besprechen wollte. von diesem nicht empfangen wurde. Chinas Diplomaten in Not. Wen vertreten sie: den Norden oder den Süden? Paris, 12. Februar.(WTB.) Der hiesige chinesische Botschafter verwahrt sich gegen die Meldung einiger Blätter, die chinesischen diplomatischen Vertreter m Europa hätte» beschlossen, sich dem Ministerium sür Arswärtiges der Kantonregierung zur Ver- fügung zu stellen. Staatsrechtlich vertrete die chinesisch« Botschaft ganz China und vom Standpunkt der internationalen Beziehungen aus bestehe in China keine politische Spaltung. Die chinesische Botschaft habe niemals zwischen Nordchina und Südchina einen Unterschied gemacht._ politischer Meineiösprozeß in Thüringen. Der kommunistische Landtagsobgeordtretc Schulze freigesprochen. Weimar, 12. Februar.(TU.) Nach dreitaägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht Weimar ist der Meralldreher und kam- nmnistische Landtagsabgeordnete Hermann Schulze aus Gera, der des M e i n d e i d s angerlagt war, freigesprochen, und die Kosten des Verfahrens sind der Ctaaislasic auferlegt. In letzter Stunde meldete sich freiwillig ein Zeuge, der sich als der Eigen- tümcr des fraglichen Dolches bekannte und angab, daß er damals auf dem DeutschenTage in Jena verhaftet und ihm die Waffe von der Polizei abgenommen worden sei. Dieser Umstand be- sonders hat den Freispruch des Angeklagten herbeigeführt, obwohl an sich, wie der Vorsitzende in der Urteilsbegründung ausführte, die Sachlage ungeklärt sei, da Zeugnis gegen Zeugnis steht. Schulze sollte bei einer Verhandlung des parlamentarischen Polizeiuntersuchungsausschusies im Jahre 1925 über die Vorgänge anläßlich des Deutschen Tage- in Jena am 2. März 1321 wisientlich falsch beschworen haben, er habe bei einer von der KPD. ver- anstalteten Gegendemonstration gegen den Deutschen Tag keine Waffen getragerl. Mehrere Jenaer Polizei. b e a m t e bekundeten dagegen unter Eid. daß Schulze ein dolch» artige? Messer abgenommen worden sei. Der öruch mit polen. Bcdcnklirlic Wege der deutschen Außenpolitik. Der Fall Keudell, der in der letzten Woche die Oeffentlichkeit tief bewegte, hat das Interesse an anderen Fragen, die einer gründlichen Untersuchung wert sind, zurück- gedrängt. Die Erregung über ihn wird nicht sobald ver- schwinden. Denn er hat nicht nur Gelegenheit gegeben, einen tiefen Blick in die Seele des o st elbischen Junkertums zu tun, das jetzt ivieder herrschend geworden ist, sondern er hat auch in geradezu erschreckender Weise gezeigt, auf welche abschüssige Bahn das Zentrum durch seinen Bund mit der Rechten geraten ist. Bon der„unerbittlich gradlinigen" Zentrumspolitik, die uns Herr K a a s für die Bürgorblockära in Aussicht gestellt hat, merken wir nicht das geringste. Und nachdem das Zentrum diesen ersten Kniefall vor der Rechten getan hat, werden weitere folgen. Dadurch werden auch für die Außenpolitik des Reiches die bedenklichsten Aussichten eröffnet. * Nichts liegt uns ferner als die Absicht, zu verschweigen, daß an dem bisherigen trägen Gang und dem nunmehrigen Abbruch der deutsch-polni schon Handelsoer- tragsverhandlungcn die polnische Regierung ein gerüttelt Maß von Schuld trägt. Der sozialdemokratische „Robotnik" in Warschau hat der dortigen Regierung die ganze Torheit ihres Verhaltens vorgehalten. Solche Maß- nahmen, schrieb er, stünden zwar nicht in Widerspruch zu dem bestehenden Recht, sie seien jedoch politisch schädlich, denn Deutschland werde durch sie erbittert und sie lieferten eilte bequeme Waffe gegen Polen. Das formale Recht der polnischen Regierung ist auch in der Tat unbestreitbar. Bekanntlich will keine der beiden Re- gierungen auf die Waffe der Ausweisung und der Beschrän- kung der Einwanderung verzichien. Beide fürchten von einem unbeschränkten gegenseitigen Niederlassungsrecht eine Heber- f r e m d u n g des Arbeitsmarkts: Deutschland durch Masssnzufluß ungelernter Arbeiter, Polen durch Masienein- Wanderung qualifizierter Arbeiter und Angestellter. Diese Fragen zu regeln ist nicht leicht, es wird aber gelingen, wenn auf beiden Seiten guter Wille vorhanden ist. Dazu aber ist zu allernächst für die Zeit, in der über die grund- sätzliche Regelung verhandelt wird, eine Art Waffen- stillstand notwendig. Darum nahmen wir vor einigen Monaten sofort scharf Stellung, als in Polen die Sorge ent- stand, Deutschland könne durch allzu rigorose Behandlung der polnischen Landarbeiter eine für Polen schwer zu tragende: Lage schaffen. Damals gelang es, die Gefahr zu beschwören und eine Regelung herbeizuführen, die der Beruhigung diente. Hätten die polnischen Sozialdemokraten auf die Regie- rung ihres Landes den Einfluß, den wir ihnen wünschen, so wären gewiß nicht gerade in diesem Augenblick vier Privat- beamte deutscher Staatsangehörigkeit aus Oberfchlesisn aus- gewiesen worden. Und wäre diese törichte, herausfordernde Haltung der polnischen Regierung unterblieben-- so hätte das sicherlich gewissen Leuten in Deutschland sehr leid getan. * Die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhand- lungen stehen unter einem doppelten Unstern: sie sind ver- folgt von der Mißgunst polnischilidustrieller und deutsch-land- wirtschaftlicher Kreise. Beide ziehen eirchr vertraglichen Regelung der Handelsbeziehungen den Handelskrieg vor. Da nun beide in ihrem Lande mit ihren materiellen Inter- esien nur eine Minderheit darstellen, brauchen sie das Geschirr imd die Scheuklappen der nationalistischen Ideologie, um für ihren Wagen die nötige Bespannung zu finden. Der Systemwechsel in Deutschland hat jetzt den Kreisen entscheidenden Einfluß verliehen, denen in ihren Träumen die nationale Gefahr in Gestalt der polnischen Kartoffel und des polnischen Schweins erscheint. AI» der Friede von Versailles unterzeichnet werden mußte, ging ein Auf- schrei durch das Land, Deutschland werde durch die Gebiets- Verluste im Osten seiner wichtigsten Nahrungsmittelgrundlage beraubt. Jetzt kann den geeichten Patrioten die Mauer, die Deutschland von feiner einstigen Nahrungsgrundiage trennt, gar nicht hoch genug sein. Damals hat man mit Recht gesagt, daß dieser Vertrag wirtschaftlich zusammengehörende Gebiete auseinanderschneide. Jetzt ist man bestrebt, die Wunden möglichst weit offenouhalten. mögen auch die drüben gebliebenen, auf dem geduldigen Papier so treu geliebten De u t s ch e n die ersten sein, die an ihnen wirtschaftlich ver- bluten. » So wäre vor allem notwendig, die rein wirtschaftlichen, rein praktffchen Fragen des gegenseitigen deutfch-poinischen Handels- und Niederlasiungsrcchts reinlich herauszuschälen und von allen Umhüllungen der nationalistischen Propaganda zu befreien. Denn daran kann kein Zweifel sein, daß neben den einflußreichen wirtschaftlichen Minderheitsinteressen, die dauernd jede Annäherung hintertreiben, auch politisch«! Moment««ms beiden Seiten ein« große Rolle spielen. Zv diesen gehört auf deutscher Seite die wahnsinnige Vorstellung, inan konnte Polen durch den Handelskrieg zum Zusammen- bruch treiben oder doch so mübe machen, daß es sich eine Neuregelung seiner We st grenze nach deutschen Wünschen gefallen lassen müßte. Werden auf solche Weise handelspolitische Fragen mit nationalpolitischen Wünschen und Hoffnungen verquickt, so ist die natürliche Folge die, daß der ganze Osten dauernd in Un- ruhe gehalten wird, was zu schweren wirtschaftlichen Schädigungen und sich steigernden diplomatischen Ver- Wicklungen führen muß. Aber daß auf diese Weise schließlich eine Aenderung der Grenzen zugunsten Deutschlands erzielt werden könnte, das kann nur ein politisches Kind glauben. » Die Berliner Rechtspresse legt sich noch eine gewisse Zurückhaltung auf. Wie es die deutschnationale Provinz- presse aber treibt, dafür nur ein Beispiel. Da liest man in. dem führenden deutschnationalen Blatt des Ostens, der„Pommer- schsn Tagespost" folgendes: Die polen sind Drohnen und Parasiten. Ihnen das Feld frei- zumachen und dafür die wirtschaftlich befähigsten Menschen, also die besten Träger und Schaffer der Kultur, aus dem Lande zu verjagen, ist ein sehr sonderbarer Merkantilismus. Unter Bruch gegebener Zusagen hat dies Polen bis in die letzten Tage getan und sich außer- halb des Kreises der Kullurnalionen gestelll, ebenso wie es Litauen tat. Die Verweigerimg der Freizügigkeit sowie auch des Nieder- lassungsrechtes ist ein Rückfall in oormittelalterliche Barbarei.(Dann ist auch Deutschland barbarisch, weil es den Polen das unbeschränkte Nicderlassungsrecht verweigert. Red. de»„Vorw.".) Kultur haben wir unter dem Firniß ober- flächlicher Zivilisation, womit der Pole sich bedeckte, noch nicht gesucht: aber die Achtung der internationalen Sitten und Ge- bräuche und des internationalen Rechts werden schließlich auch von einem nur zivilisierten Staate verlangt.... Das ganze Industriegebiet Polens ist eine deutsche Gründung. Deutscher Ge- werbe- und.Handelsfleiß geben dem deutschen Kaufmann, Hand- werker. Industriellen bald seine frühere dominierende Stellung urück, wenn die Schranken gefallen sind, die heute zügelloser Haß iind Neid aufgerichtet haben. Den Anforderungen der leitenden Stellungen sind die polen nicht gewachsen, nicht nur hinsichtlich ihres sachlichen Könnens und ihrer Fähigkeiten, sondern auch ihrer mo- rallschea Liuasilät. Sie wissen da» und fürchten instinktiv ihr Herabsinken in die Gesellschaslsschichl, in die sie nach ihrer Veranlagung gehören. Was aus den Zeilen des deutschnationalen Blattes spricht, das ist genau derselbe Geist ruchloser Ueber- Hebung, der uns den Haß der ganzen Welt und feine Entladung im Weltkricig eingebracht hat und der der wahre Schuldige der Niederlage gewesen ist. Wenn das Deutschtum wirklich in Polen mit dem An- spruch aufträte, den H e r r e n zu spielen und die Polen hin- abzustoßen„in die Eefellschaftsschichten, in die sie nach ihrer Veranlagung gehören", nämlich in die verachtete Gesellschasts- schicht der Arbeiter und kleinen Angestellten— wäre dann eine gewisse Abwehr der polnischen Regierung nicht ver- ständlich? Da sieht man wieder einmal an einem Schul- fall, wie sich der Nationalismus von hüben und drüben in die Hände spielt! -« � Solchen Hetzereien und ihren gefährlichen Auswirkungen wird die Sozialdemokratische Partei stets mit größter Schärfe entgegentreten. Sie will die Berständigung nicht nur nach Westen, sondern auch nach Osten, und wenn unlänast hier Gen. D i a m a n d auseinandergesetzt hat, daß die Locarno-Politik ohne Verständigung auch mit P o l e n undenkbar ist, und daß man den Locarnogeist zer- itört, wenn man zwischen Deutschland und Polen immer neuen Unfrieden säet, so� hat er ein Wort zur rechten Zeit gesprochen. Dieses Wort trifft ebenso die polnische Rücksichtslosigkeit, die sich in neuen Ausweisungen betätigt hat, wie den deutschen 'lebereifer in der Auswertung des Streitfalls. Wieder hat Gen. Diamand recht, wenn er sagt, gerade dieser Streitfall beweise, wie unaufschiebbar notwendig die Herstellung v e r t r a g l'i ch geregelter Verhältnisse zwsschen den beiden Ländern sei. Die Einberufung des 2l u s w ä r t i g e n A u s f ch u f f e s zum nächsten Donnerstag ist auf f o z i a l d e m o k r a t1- scheu Antrag erfolgt. Dieser Antrag ist ein erstes Zeichen der erhöhten Wachsamkeit, mit der die Sozialdemokrane die Führung der deutschen Außenpolitik verfolgt. Sie ist heute Oppositionspartei, aber man wird ihre Stimme nicht mehr so in den Wind schlagen können, wie das früher einmal zum namenlosen Unglück Deutschlands geschehen ist. Auf alle Fälle wird sie laut und deutlich aussprechen, was zu sagen das wahre Interesse des deutschen Volkes ihr gebietet. Die Reichsregierung unterbricht Sie verhonSlungen. Em Schreiben der deutschen Handelsoertragsdelegation teilt der polnischen mit,„daß nach Auffassung der deutschen Regierung eine vorläufige Aussetzung der in Berlin geführten Der- Handlungen geboten ist". Sie schlägt vor, über die Frage der Aus- Weisungen direkte Verhandlungen auf diplomatischem Wege zu beginnen. deutschnationale Geftänüniffe. Engere Verbindung mit den Wchrverbänden gegen die Demokratie. Die„Kreuz-Zeitung" tut ihr möglichstes, um die wahre Stellung der Deutschnationalen zur Republik und Verfassung zu kennzeichnen. Sie fordert intensivste Propaganda des konservativen Gedankens in Gemeinschaft mit den Wehr- verbänden: „Dagegen sind diejenigen vaterländischen Organi- s a t i o n e n, namentlich die W e h r v e r b ä n d e, die mit der kon- seroativen Richtung in vielen Punkten übereinstimmen, durchaus geeignet, mit Träger unserer Staatsauffassung zu sein. Wir Möchten deshalb hier die Anregung geben, daß unsere Konservativen eine noch engere Fühlung mit diesetz Verbänden suchen.— Diesen Weg zu beschreiten scheint uns auch deshalb erforderlich, weil der Parlamentarismus als solcher, wie schon oben angedeutet, immer mehr abwirt- s ch a f t e t und weil zur Stunde niemand voraussehen kann, w i e die Entwicklung weiter gehen wird. Wir können uns nicht denken, daß das von den westlichen Demokraten übernommene R e g i« r u n g s s y st e m, das jetzt schon durch seine fremdartige Ungcelgnetheit für deutsche Verhältnisse fast alltäglich Fiasko erleidet, sich als dauernde Einrichtung halten wird." Im Bunde mit den Wehroerbänden gegen die demo- kratifch-parlamentarische Verfassung: das ist"die Ricktung, die hier gezeigt wird. Und das im Organ des Führers der stärksten Regierungspartei! Der Ritt nach Gftlanö. Schiele und Trcviranus in Ostpreußen. Die Lorbeeren, die der Volksparteiler Scholz aus Insterburg heimgebracht hat, lassen die Deutschnationalen nicht ruhen. Des- halb ist sowohl der neuernannte Ernährungsminister Schiele wie auch der politische Beaustragte" der Deutschnationalen Partei, Ab- geordneter Treviranus, zu den Freunden nach Ostpreußen gereist, um dort beinahe scholzische Reden zu halten. Herr Schiele sprach zunächst im Rahmen einer politischen Kon« ferenz seiner Partei über die allgemeine Politik und ver- setzte den erstaunten monarchistischen Zuhörern diese tiefgründig« Weisheit:» Ob Monarchie oder Republik: Jeder Staat sei eine Orgaal- sakiou der Tat. der Macht. Daraus ergebe sich das Ziel der inneren Politik: Die Behauptung und ZcsUoung des Milleas zur Macht, zu einer sauberen und reinlichen Staatsoer- w a l t u n g, Wiederherstellung des Verrrauens zur Persönlichkeit, zur Führung. Opposition sei nur ein vorübergehendes Millel. Dauernde Opposition schädige die Interessen der in der Parlei verkrelenen volkskreise und das Gesamtwohl.... Ob Herr Schiele bei der Wendnug von der solcher en und rede« lichen Staatsverwaltung" etwa daran gedacht hat, daß er in seiner kurzen früheren Ministertätigkeit den von Ihm als Vertrauensmann berufenen Assessor von Keudell, einen nahen Verwandten des jetzigen Innenministers, binnen wenigen Monaten zum Regierungsrat, Oberregierungsrat und schließlich zum Ministerialrat beförderte? Am selben Tage noch hielt Schiele eine öffentliche Versammlung ob, in der er verkündete, das Wichtigste der neuen Politik sei, die st ä d t i s ch e und die Landbevölkerung wieder zusammen- zubringen. Er sprach schöne Worte über die Notwendigkeit innerer Kolonisation und davon, daß die Städte in ihrem Bestreben, Ar- beitsgelegenheit zu schaffen, überflüssigerweise Woh- nungen bauten ohne Rücksicht auf zukünftige Wirtschaftsmög- lichkeitenl Herr Treviranus sprach Herrn Scholz den Dank der Deutschnationalen dafür aus, daß er durch seine Insterburger Rede den Anstoß dazu gegeben habe, daß die Deutschnationalen end- lich in die Regierung hineinkämen. Cr stellte fest, daß weite Kreise der deuischnationalen Wähler die Regierungsbeteiligung gewünscht, aber auch die Führer der Partei erkannt hätten, daß es unzweckmäßig sei, sich auf die Kritik zu beschränken. Bei den Verhandlungen über die Neubildung der Regierung„mußte in mühevoller Arbeit dem Zentrum klar gemacht werden, daß es sich zwischen Reichstagsauslösang und Reckilskabinett zu entscheiden habe"i Es hat sich gegen die Neuwohl entschieden! Treviranus versicherte den mißtrauischen Ostpreußen eingehend, die Partbi habe keinerlei Geheimabkommen getroffen und «keinen Kaufpreis gezahlt". Es sei zwar selbstoerständ- lich. daß die Deutschnationalen die Symbole der gegen- wärtigen Staatsform achten und zu schützen bereit seien. jedoch verlangten sie den gleichen Schutz für die Symbole der Vergangenheit und die geschichtlichen Persönlichkeiten! Treviranus war so geschmackvoll, den Volksparteilern sein Mitgefühl dafür auszusprechen, daß sie das Verkehrs- Ministerium- verloren haben, und außerdem zu versichern. daß seine Partei zu dem Reichskanzler Marx alles Zutrauen hätte! Außcnpositisch würden die Deuischnationalen dafür sorgen. daß csimOstenkeinLoearno gäbe. Im übrigen aber wollen sie danach trachten, daß sie im R e g i e r u n g s s a t t e l bleiben. Das letztere hängt freilich nicht von Herrn Treviranus und von den Ostpreußen allein ab._ Sachsens ZinanZlage. Anleihen.— Acnderung doS Staatsschuldbuchgesetzes. Dresden, 12. Februar.(MTB.) Das Gcsamtm.nisterium hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, dem Landtag einen Gesctzent- wurf über die Emeritierung der Professoren an den wissenschaftlichen Hochschulen sowie den Entwurf eines Anleihe- g e s e tz e s vorzulegen, durch den das Finanzministerium ermächtigt werden soll, eine oder mehrere verzinsliche Anleihen bis zum G c- samtbetrage von 100 Millionen Reichsmark aufzunehmen. Weiterhin sollen dem Landtag vorgelegt werden der Entwurf eines Gesetzes über eine Aenderung des Staats- schuldbuchgesetzes, wonach auch verlosbar« Schuldver- schreibungen von Staatsanleihen in das Staatsschuldbuch eingetragen werden können. Endlich hat dos Gesamtministerium beschlossen, für das Gebiet des Freistaats Sachsen einen bestimmten Tag des Jahres 1V27 für einen allgemeinen Dolkstrauertag nicht festzulegen, solange nicht durch Reichegesetz ein allgemeiner Volkstrauertyg für das gesamte Reichsgebiet einheitlich festgesetzt ist. Prozeß Thema!""Marfthner. Hohe Geldstrafen. Im Prozeß Morschner— Themal verkündete das Gericht vachls 12.05 Uhr das llckeil. Es werden verurkeill wegen gemeinschaftlichcr öjsevllicher Veleidigvng: Redakteur Ruppel zu 3000 Mark Geld- strafe, Rechlsauwalt Themal zu 2000 Mark Geldstrafe, Assessor K c in p n c r zu 500 Mark Geldstrafe. (Lerhandlungsbericht siehe im Lokalen Teil.) Die trockene ßeme. Von Hans Bauer. Es wird da immer viel Redens von der Bedenkenlosigkeit voltischer und deutschnationaler Umgangsformen gemacht, von der Rigorosität, mit der die Rechtskreise ihren heiligen Anspruch auf die Reinhaltung ihrer Art verteidigen. Aber das ist ja alles nicht gar , so schlimm, und man soll da nicht übertreiben. Natürlich ist es wahr, daß oaterlandsbegeisterte Jünglinge im Uebersprudeln des Temperaments, im allzu feurigen Eintreten für sittliche Belange, lauen und verräterischen Elementen in dunklen Waldungen zuweilen den Ringfinger und die Kehle durchschnitten haben. Aber wenn die führenden Schichten der nationalen Bewegung gewiß auch die Letzten sein werden, die den Idealismus solchen Handelns bestreiten möchten, so stehen sie doch wohl aus dem Standpunkt, daß eines sich nicht für alle schickt und daß gewisse Rücksichten, die man nun mal in höheren Gescllschaftssphären auf die leidige Etikette nehmen muß, die Anwendungen der direkten Feme verbieten. Aber natürlich: Wenn man so traurigen Elementen, die trotz ihres ehemaligen Generalsberufs, trotz Adelstitels oder trotz des Gutshossbesitzes keine Putschsehnsucht im Herzen tragen, wenn man solchen Vertennern ihrer Sendung auch nicht mimer beibringen kann, daß sie überhaupt kein Recht zum Atmen haben, so wird man ihnen doch mindestens zu verstehen geben müssen, daß dieses Recht sich nicht auf Räume bezieht, in denen Ehrenleute sitzen. Nicht kaltmachen also hat im konkreten Falle des jung- deutschen Ordensbruders von Tresckow, eines Adeligen, der mit seiner Ablehnung des Putschens völlig aus der Art geschlagen war, die Parole der Junker geheißen, wohl aber: k a l t st e l l e n! Sie werden sich gedacht haben, daß für einen rechten Edelmann schließlich beides aus ungefähr dasselbe hinausläuft. Denn was haben sie alle, die Hochgeborenen und von ihrer Klasse Berfemten, schließlich noch vom Leben und seinen Köstlichkeiten zu erwarten, wenn die gute Gesellschaft sie ausstößt, wenn die standesgemäßen Kreise sie boykottieren! Sie haben nichts zu lachen, die Deimling und Schönaich und Tresckow. Mit den junkerlichen Keudell-Freunden der Neumart sind alle größeren Saustall- und Viehherdenherren Deutschlands gegen sie und ihresgleichen. Sie Habens verschüttet auf allen besseren Parkettsälen rechts und links der Elbe. Sie sind die verlorenen Söhne der Aristokratie, über die man nur den Kopf schütteln kann, aber es hat sichs schließlich jeder selbst zuzuschreiben, wen» er im Rinnstein verendet!, Wir aber, die manchmal Veranlassung zu haben glauben, uns der Republik ein wenig zu schämen, wir haben allen Grund, neuen Glauben an die Zukunft aus der Tatsache zu schöpfen, daß unserer gepeinigten Republik das Letzte bislang wenigftens erspart geblieben ist: die Salonfähigkeit m Ostpreußen. MussoUms Spitzelwirtschost. Ein Schauerroman ohne Ende. So oft der„Diktator" Benito Mussolini aus Predappio sein« Stellung und die absolute Herrschaft des Faschismus gefährdet er- achtet, wird flugs von Polizei wegen ein Attentat ins Werk gesetzt. Daß der mörderiscke Anschlag Nr. 1(Z a n i b o n i u n d Ca p e l l o). wobei ein klerikaler Journalist aus Florenz die Aushorcherrolle spielte, lediglich einen„Volksfchreck" vorstellte, aufzcsührt durch die Künste der politischen Geheimpolizei, darüber sind jetzt auch die kon- servalioeii Blätter des Auslandes einig. Der ehemalige Alpen- jägermajor Zaniboni hatte sich durch seme emsige und erfolgreiche Arbeit zur Aufdeckung des Matteottt-Mordes dem„Duce" verhaßt gemacht. Das genügte. General Capcllo aber wurde in die Mords- geschichte oerwickelt, well seine Person mit dem Unglück der Schlacht von Karfveit belastet war; in Wahrheit hat Capello als Gruppen- führer der Turtner Schwarzhemden den Zug nach Rom mitgemacht. Im Attentat Nr. 2 schoß die geisteskranke alte Schachtel Bio- l e t G i b s o n aus Irland aus einein Solonipielzeug von drei Millimeter Kaliber eine Erbse ab, von deren Splitter Mussolinis Nase geritzt wurde. Tag und Stunde des Attentats Nr. 3, wann der aus Nizza zugereist« Steinbrecher G ino L u c e t t i eine Hand- granate gegen Mussolinis Automobil warf, war dem mit 660000 Lire bezahlten Lockspitzel Riccwtti Garibaldi in Nizza genau bekannt: allein er durfte— wie es in seinem vom Chef der Pariser Geheim- polizei Chiappe abgefaßten und von R. Garibaldi unterschriebenen Protokoll heißt— den bedrohten Duce durch das italienische Ge- ueralkoasulat in Nizza nicht warnen, weil ihm der Verkehr mit dem Innen-, d. h. Polizeiminister Luigi Federzani in Rom nur durch die Boten Sola und La Polla erlaubt war. Aus diese Enthüllung verschwand Federzoni in der großen Versenkung und tauchte als Kolonialministcr von neuem empor: denn er weiß zuviel. Zum Attentat Nr. 4 des unschuldig gelynchten Knaben Z a m- b o n i in Bologna, der Wirkungsstätte des Obersten aller Geheimen La Polla, konnte der„Anstifter" wider Willen und ohne Vorwissen Scivoli aus Paris nicht rechtzeitig über die italienische Grenz« ge- bracht werden, weil die französische Geheimpolizei den zur Crmor- dung durch das empörte Volk ausenelMien Nachtwächter in Sante Garibaldis Vaugeschoft zu selner Rettung auf acht Tage hinter Schloß und Riegel gesetzt hatte. Den aus Frankreich ausgewiesenen Lberspitzel Ricciotti Garibaldi traf das verdiente Los, daß die Schweiz und Belgien, Großbritannien und die Vereiniglen Staaten seme dauernde Einreise strikte ablehitteu. Damit ist der Veranstalter der Attentate Nr. 3 und 4 endgültig erledigt. Da noch ihrer ge- waltsamen Photographieruna die Polizisten Sola und La Polla den Boden Frankreichs nicht mehr betreten können, ist jetzt der Re- däkteur des Popolo d'Italia" und vertraute Bote zwischen Armands Mussolini in Mailand und Benito M. in Rom, Necoton C a n o o i, ausersehen worden, zum Attentat Nr. 5 den Redakteur des„Corriere degli Iialiano" in Paris,„91 i n o S a c c h i, als Mörder anzustiften und über die Grenze zu locken. Allein dieser Spitzel benahm sich als einfälliger Windhund, wurde beim Geldholen ini italienischen Konsulat ertappt und vom französischen Innen- minister Sarraut samt seinem Komplicen Torre vom Faschistenblatt „Der latrinische Gedanke" aus Frankreich ausgewiesen. Nun beide Sendboten zur Anstiftung von Morden unverrichteter Dinge wieder zum„Popolo d'Iwlia" in Mailand zurückkehren mußten, entdeckte das römische Witzblatt„Teuere"— ihre Geisteskrankheit. Das ist beinahe ein Witz!—_ Elisabeth Bergner landete bei einer entsetzlichen Kitschrolle, ihr geliefert von Margarete Kennedy und Basil Dean, einem englischen Paar, das Literatur mit Schund verwechselt. Das Stück:„Die beständige 9dymphe"(Theater in der Königgrätzer Straße). Fräuleln Bergner strandete gegen Mitternacht. Wegen Redaktionsschluß muß das Begräbnis auf Montagabend ver- schoben werden. M. H. Flugzeuge im Dienst der Forschung und Landwirtschaft. Am Freitag sprach in der Vortragsreihe„Anwendung des Flugzeuges" im Auheninstiiut der Technischen Hocksschule Professor Wigand- Stuttgart über dl«..Anwendung des Flugzeuges für Forschung. Land- und Forstwirtschaft". Der Vortragende berichtete zunächst über Methoden bei der Verwendung des Flugzeuges für die Lustmeer- künde: iu erster Linie über meteorologische Flüge und ihre praktische Anwendung im Höhemvetterdienst zur Wettervorhersage des Luft- verkehr»: ferner über lustelektrisch« Forschungen im Flugzeuge und deren Anwendung zum Blitzschutz des Luftschiffes, schließlich auch über luftoptische Studien mit Flugzeugen zur Erforschung der Sicht. Ms erdkundliche Anwendungen des Flugzeuges wurden die Polarforschung und andere Aufgaben besprochen, auch mit Berück- sichtigung wirtschaftlicher Gesick,tspuntte. Die Flugwissenschaft erforscht das Verhalten der Flugzeug« im Fluge nach besonders ausgebildeten Meßverfahren und verwendet die so gewonnenen Erkenntnisse in der Fluglehre, wie auch zu weiteren Fortschritten im Flugzeugbau. Die Anwendung des Flugzeuges in der Land- und Forstwirt- schaft geschieht hauptsächlich zum Zweck« der Schädlingsbekämpfung. Ueber die hierzu verwendeten Verfahren sowie über die Versuch« zur Aussaat vom Flugzeug aus wurde berichtet, ferner über wirksame Ueberwachung großer Waldgebiete durch Flugzeuge zur schnellen Meldung und Abschätzung von Schäden, die durch Brand oder Sturm entstanden sind. Die erste Eisenbahn auf Island. Die isländische Regierung wird dem Atting einen Vorschlag unterbreiten: Der norwegischen Aktien- gesellschaft Titan die Konzession zum industriellen Ausbau des Wasserfalls Thjorfaa in Südisland zu erteilen. Das Unternehmen bekommt einen riesigen Umfang, da es gleich mit 160 000 Pserde- frästen beginnen wird. Die größte Errungenschaft tm Getolg« dieses Projektes ist die Anlage der ersten Eisenbahn auf Island, die nun- mehr nur noch ein« Frage der Zeit ist. Diese soll in 80 Kilometer Länge den fruchtbaren Süden der Insel mit der Hauptstadt ver- binden. Huf der Zogendmorgeafeier des Verbände» Tcutscher Erzähler sprechen Iiakob«.ckassner und Georg Engel Sonnt-, a, mliiaz» 12 Uhr, im Herren- heule einiilhrcnde Worte. 3m III traun für ZNeerttkuade spricht Dienstag, 8 Uhr. Prof. Dr. S. Brühl über.den Hering als VoiksnahrnngSmitte!. 3o der Sesellschas, für OstoslaMche«°ns! spricht am IX. Februar. abend» 8 Uhr. Pros. Zt r o n-Ueiden. der beste botlündiiche Kenner der javanischen Kun lt. in der Staatlichen«unstbibliothrl über„Hin du« javantsche Kuust". Lohnproblem und Wirtstbastsaufbau. Ter tiefste Stand der Krise überwunden. Im Rahmen der Freien Sozialrstisckien Hochschule sprach gestern ,m ehemaligen Herrenhaus der Vorsitzende des Deutschen Holz- arbeiterverbandes, Genosse Tarnow, über das Thema:„Lohn- Problem und Wirtschaftsaufbau." Der Kern seines anderthalbstundigen Vortrages war etwa folgender: Die gewsrkschaft- liche Praxis besteht im wesentlichen darin, für die V e r b e s s e r u n g der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter und Angestellten zu sorgen. Die Gewerkschaften müssen aber genau wissen, welche volkswirtschaftlichen Voraussetzungen iür die Durchsetzung ihrer Forderungen gegeben sind. Einer der wichtigsten Faktoren der gewerkschaftlichen Macht ist die öffent- liche Meinung, gegen die gewerkschaftliche Forderungen nur sehr schwer durchgesetzt werden können. In Deutschland mutz fest- gestellt werden, daß selbst die sogenannte» Wirts chafts- f ü h r e r sich über die Dirlschast kein klares Bild machen können, was am besten bewiesen wird durch die Einsetzung des wirtschast- l'chen Enquetcausschusses. Wenn sich schon die Prominenten der Wirtschast»icht in der Wirtschaft auskennen, dann ist begreiflich, wenn die Allgemeinheit so schlecht über sie orientiert i[t. Wir haben in der Nachkriegszeit unter einer wirtschaftlichen Ang st Psychose gelitten, die von den interessierten Kreisen noch künstlich gesteigert worden ist und in der Parole gipfelte:„Mehr arbeiten und weniger verbrauchen" Im November 1922 hielt noch Stinnes im Reichswirtschaftsrat eine Rede, in der er als Voraussetzung für die Gesundung der deutschen Wirtschast eine Mehrarbeit von zwei Stunden täglich auf die Dauer von fünf- .?ehn Jahren forderte. Die Unternehmer versuchten in den letzten Jahren auch, mit allen Mitteln eine Verlängerung der Ar- beitszeit bei gleichzeitiger N i e d r i g h a lt u n g der Löhne durchzusetzen. Den Gewerkschaften ist es aber gelungen, diese Pläne zu durchkreuzen und wenn auch nicht die achtstündige Arbeitszeit auf der ganzen Lime zu halten, so doch das Verlangen nach genereller Zehnstundenarbeit abzuwehren. Auch heute noch sehen die Unter- nehmer eine Lösung der gegenwärtigen schweren Wirtschaftskrise hauptsächlich in der Wiedereroberung des Weltmarktes, übersehen dabei aber ganz die Umschichtung und Umstellung in den früheren nichtindustriellen Ländern, die heute als Konkurrenten gegenüber den europäischen Industrieländern auftreten. Eine Lösung dieser Krise ist nur möglich durch die ErschNetzung des Znnenmarkkcs, die wiederum nur erreicht werden kann durch die Steigerung der Kaufkraft der breiten Massen. Die Kaufkroftsteigerung wird nicht durch Preissenkungen erreicht«erden können, sondern nur durch eine erhebliche Erhöhung der Löhne. Wie Prcirsenkungsaktionen ausgehen, hat die deutsch« Arbeiterschaft noch sehr gut im Gedächtnis. Der Auffassung, daß die Löhn« erhöht werden müssen, traten die Unternehmer besonders im Vorjahre ganz entschieden entgegen und gingen sogar dazu über, das allgemeine Lohnniveau durch einen rücksichtslosen Abbau noch weiter zu drücken. Heute allerdings scheint in vielen Wirtschaftskreisen langsam eine andere Auffassung Platz zu greifen. Der tiefste Stand der Krise dürste schon seit einiger Zeit überwunden sein, was auch von den Gewerkschaften erkannt wird und sie dazu zwingt, überall Lohnbewegungen einzuleiten. Tresckow fetzt sich Zur Vehr. Keudell hat nicht„vermittelt", sondern den Boykott mitbetrieben! daß nur durch höhere Löhne ein« Gesundung der Wirtschaft möglich ist, bei den Unternehmern erst sehr schwer dämmert, so werden die Gewerkschaften nicht davon ablassen, an dem einmal beschrittenen Weg der Lohnforderungen festzuhalten. Die Hörer folgten dem Vortrag mit der größten Aufmerksamkeit und bewiesen durch ihren Beifall ihre Zustimmung zu den Ausführungen Tornows. Stahlhelmer und Attentäter. Ein Attcntatsplnn gegen Schcidemann und der gefällige Spczialarzt. Eine abenteuerliche Geschichte, die leider einen ernsten Hintergrund hat, wird erst jetzt bekannt. Mitte Januar suchte ein 21 Ähre alter Kaufmann Hellmuch Klabunde den in der Friedrichstraße wohnenden Spezialarzt für Hautleiden, Dr. E r n st Geyer, auf, den er auf einer Stahlhelmtogung kennengelernt hast«. Klabunde erzählle dem Arzt, er sei vom Stahlhelm beauftragt, gemeinsam mit einigen Kameraden den Abgeordneten Scheidemann zu erschießen, und zwar weil dieser durch seine Reichstagsrede über die Reichswehr das Mißfallen des Stahlhelms erregt habe. Alles fei vorbereitet, er brauche nur noch Gift für den Fall, daß die Flucht miß- lings und die Attentäter sich das Leben nehmen müßten. Tatsächlich besorgt« Dr. Geyer aus einer Apocheke in der Karl- straße 40 Morphiumtabletten zu je OM Gramm. Diese Menge würde ausreichen, um eiinem halben Dutzend Menschen das Lebenslicht auszublasen. Mit„Heil-irnd- Sieg"-Wünschen Geyers entfernte sich Klabunde, ober nicht, um das vermeintliche Attentat auszuführen, sondern um in einem Hotel sich selbst das Leben zu nehmen. Da er jedoch zuviel von den Tabletten schluckte, brach er da» Gift wieder aus und wurde in die Charuö gebracht, aus der er nach acht Tagen wieder entlassen wurde. Nachträglich hat der gefällige Stahlhelmsar�zt Gewissensbisse be- kommen, den Führer des Berliner Stahlhelms. Major S t e p h a n i. aufgesucht und ihm Mstteilung von den Vorgängen gemacht. Stephani� versprach sofort, den jetzigen Reichsjusttzminister Hergt von der Sache in Kenntnis zu setzen. Alsdann hat Dr. Geyer auch der Polizei von den seltsamen AttcntatZplänen Nachricht gegeben. Nun ist wahrscheinlich anzunehmen, daß der lebensmüde junge Mann dein Dr. Geyer den Altentatsplan nur vorgespiegelt hat, um in den Besitz von Gift zu kommen. Aber, daß dieser Arzt darauf sofort einging und aus S t a h l h e l m s f ol I d a ri- tat an die Möglichtest eines Auftrags zum Attentat glaubte, zeugt von einer so starken geistigen Verirrung, daß man sie kaum für möglich halten sollte. Trotz aller Versicherungen, daß man.hinein in den Staat" müsse, daß die Zeiten der gewaltsamen Erhebung vorüber waren, scheint in den Hirnen der Rechtsradikalen noch immer die Vorstellung zu spuken, daß man durch eine„rasche Tat", auch wenn sie gegen einen einzelnen gerichtet ist. die Republik erschüttern könne. Dos nimmt allerdings nicht Wunder, wenn man sich erinnert, wie frühere Attentat« von der Rechts- presse und den Rechtsparteien entschuldigt,„erklärt" und beschönigt worden sind. Daß die Landesvcrratshetze gegen Scheideinann, so gesucht und an den Haaren herbeigezogen sie auch äußerlich erscheinen mußte, die Phantasie jugendlicher Abenteurer anregen würde, war vorauszusehen. Aber daß sich ein Spezialarzt, der doch nicht mehr zu den Jugendlichen im Sinne etwa de, Gesetzes gegen Schmutz und Schund zu rechnen ist, ohne weiteres für einen Asten- Der Reichskanzler Dr. Marx hat in seinem Plädoyer für Herrn von Keudell das Verhalten seines Schützlings in der Voykottaffäre von Tresckow verteidigt. Er hat Herrn oonKeudell geschützt— er hat aber zugleich gegen Herrn von Tresckorv den schweren Vorwurf erhoben» daß er„einen groben Vertrauensbruch begangen hatte, weil er vertraulich zu behandelnde Dinge preisgegeben hatte". Der Reichskanzler Dr. Marx hat weiter erklärt, es habe sich bei diesen Dingen„weder um Diktaturbewe- g u n g e n, noch um ihre Bekämpfung, noch um irgend- welche P u t s ch p l ä n e" gehandelt. Herr Marx hat es unterlassen, positiv zu sagen, welcher Art denn die„vertraulich zu behandelnden Ding e" waren. Er hat von der Tribüne des Reichstags herab ein herabwürdigendes Werturteil über Herrn von Tresckow abgegeben, ohne Beweise da- für beizubringen. Herr M a r x hat vor seinem Urteil nur Herrn von Keudell gehört, nicht Herrn von Tresckow. Sein Verhalten ist seiner hohen Stellung als Reichskanzler nicht würdig. Herr vonTresckow setzt sich gegen diese Herabwürdi- gung durch den Reichskanzler zur Wehr. Er veröffentlicht in einem Berliner Spätabendblatt eine Darstellung der Bor- gänge, die zu seiner Boykottierung durch die Großgrund- besitzer des Kreises Königsberg, Neüm., geführt haben. Die Anfänge dazu reichen Jahre zurück. Von.Tresckow wurde angefeindet, weil er Mitglied des Jungdeutschen Ordens war, der sich von den verstockt konservativen An- schauungen der Großgrundbesitzer in seinem Kreise unter- schied. Er schildert dann selbst die entscheidenden Vorgänge: „Die entscheidenden Vorgänge fallen in den H e r b st 1 9 2 S, als ich Komtur geworden war. Damals war ich Zeuge einer Unter- r e d u n g, bei der«in gewisser Leutnant P r e u ß mit mehreren Herren davon sprach, der Reichspräsident werde in abseh- barer Zeit dazu genötigt sein, zur Diktatur zu schreiten und Artikel 48 der Verfassung in Anwendung zu bringen. Die Folge davon würden kommunistische Unruhen sein, für welchen Fall die Reichswehr die Aufstellung besonderer Kompagnien aus den Reihen der nationalen verbände zu ihrer Unterstützung für erwünscht halte. Leutnant Prcuß trat an mich mit der Frage heran, wie der I u n g d e u t s ch e Orden sich hierzu stellen und ob er bereit sein würde, aktiv an der Bildung derartiger Bataillone der Diktatur mitzuwirken. preuß betonte dabei ausdrücklich, es sei der absalul« Wunsch der Reichswehr, illegale Tcupnea für den Ksksali auszustellen. Ich ha! c mich daraufhin mit General Salzenberg, einem dcx Herren der Ordensleitung, der zum Reichswehr- Ministerium enge Fühlung unterhaU, in Verbindung gesetzt und ihn um seine Ansicht gefragt. Bald danach fand im Kreise Königs berg eine Großgrundbefitzerverfammlung statt, in der Major Badicke durchaus gleichlautende Erklärungen abgab, wie vordem Leutnant Preuß. Die Reichswehr fordere von ihm Aufstellung dreier Kompagnien aus den Reihen des Zungdeulfchen Ordens. Ich habe, wie es meine moralische Pflicht war, auch über diese Forderung an General Salzenberg berichtet und erhielt dann den Befehl der Ordenelettung. auf keinen Fall mich an delartigen Dingen mit meiner Ballet zu beteiligen. Die Ordensleitung hak dann pflichtgemäß alle diese Dinge dem Reichswehrminisler-um gemeldet. Es wurde ihr daraufhin mit dem Untersuchungsausschuß und dem Oberreichsanwalt gedroht. Run bat die Ordensleitung um persönlichen Empfang durch den Reichs- wehrminister. Dieser beantwortete das Ersuchen mst der Bitte, das gesamte Matorial schriftlich niederzulegen und ihm einzureichen. Die Folge war die bekannte wahraunfche Denkschrift. Kaum war die Denkschrift öffentlich bekanntgeworden, so verstärkten sich die Treibereien gegen mich. Es wurde der schärfste Druck mst mich ausgeübt, mich zum Austritt aus dem Orden zu bestimmen. Man hielt mir dabei vor, die Ordensleitung mißbrauche mich Es fei unerhört, daß der Hochmeister Mahraun die ihm von mir ge- machten Misteilungen nicht für sich verwertet, sondern öffentlich an die große Glocke gehangen habe. Es kam jetzt Schlag auf Schlag zur verschärften Zuspitzung des Konflikts. Das Kesseltreiben gegen mich fand feinen Höhepunkt in der Einberufung einer Versammlung durch Major Badicke, in der als alleiniger Punkt auf der Tages- ordnung stand: ,. Besprechimg des Falles Leutnant v. Tresckow- Schnarfendorf". Diese Dersaininlung fand am 2 2.' I a n u a r statt. Ich erschien in dieser Versammlung nicht, hingegen vertrat mich mein D a t e r, um mich entsprechend zu verteidigen. Er hatte von dem Verlauf dieser Versammlung den absoluten Eindruck, daß selbst im Falle meines Austritte aus dem Orden die Acht über mich auch dann verhängt worden wäre. Zn dieser Sitzung nun war Herr v. keudell zugegen. Herr v. keudell wie der andere politische Führer des Kreises, Herr v. d. Osten-Warnitz, sordcrlen meinen Vater auf, mich zu veranlassen, am nächsten Tage bei ihnen zu erscheinen, um bestimmte Ausklärungen cnlgcgenznnehnien. Zn ultimaliver Form wurde zugleich meinem valer mitgeteilt, daß, wenn mein Austritt nicht in wenigen Togen vollzogen wäre, dann der Boykott der Großgrundbesitzer unverzüglich einsetzen werde. Herr o. Keudell hat also keineswegs, wie der Reichskanzler gestern behauplele, vermittelnd gewirkl, sondern er hat meinem Vater gcmeinschastlich mik Herrn v. d. Osten den Boykott in sichere Aussicht gestellt. Ich bin zu den Herren natürlich nicht hingegangen, sondern habe es auch diesmal wieder meinem Vater überlassen, an meiner Statt die Erklärungen der Herren entgegenzunehmen. Sie über- reichten ihm eine formulierte und von Major Badicke unterzeichnete Erklärung, die ich unterschreiben sollte und die mcmen Austritt aus dem Orden verlangte Ich habe mich dessen geweigert. Daraufhin wurde, wieder unter Vorsitz Badickes, am ZI. Zanuar eine geheime Sitzung der Großgrundbesitzer des Kreises abgehallen, in der der gesellschaftlich« Boykoll gegen mich zum Beschluß erhoben wurde. Eine Abschrist dieses Beschlusses, aber ohne jegliche Begründung, wurde mir zugestellt. Aus meüie weitere Anfrage an Major Badicke, wer sich an dem Beschluß beteiligt habe, wurde mir die Antwort zuteil, daß sich bis jetzt 2 2 Herren damit einverstanden erklärt hätten. Die Gründe seien mir nur zu wohl bekannt. In diesem Zusammenhange muß ich noch bemerken, daß schon vor dem Acchtungsbeschluß praktisch der Boykott gegen mich be- standen hat." Soweit die Darstellung des Herrn von Tresckow. Er behauptet in der bestimmtesten Form, es habe sich um Diktaturbestrebungen gehandelt. Herr Marx hat dies in der bestimmten Form bestritten. Es steht Aussage gegen Aussage. Herr Marx wird mitteilen müssen, welcher Art die„vertraulich zu behandelnden Dinge" waren. Ein Fingerzeig wird gegeben von der„Deutschen Zeitung". Sie behauptet, es habe sich um die Auf- stellung von Grenzschutz gehandelt. Ein Grund mehr, bestimmte Fragen an Herrn M a r x zu stellen! Ist ihm gesagt worden, daß es sich um Grenzschutz handelt? Billigt er, daß im Jahre 1926 illegale Grenz- schutzorganisationen aufgestellt werden sollten außer- halb der Reichswehr? Hält er die Großgrundbesitzer des Kreises Königsberg, Neum., für legitimiert, derartige Organisationen auszustellen? Hält er es nicht für richtig, daß von solchen Absichten der zuständigen Reich sbe- Hörde, das heißt dem Reichswehrministerium, Mitteilung gemacht wurde? Wenn Herr Marx annimmt, daß es sich um Grenz- schütz gehandelt habe, wie kann er dann öffentlich behaupten. Herr von Tresckow habe„einen groben Ver- trauensBruch begangen, well er vertraulich zu be- handelnde Dinge preisgegeben" hätte?! Hält er die Ordensleitung des Jungdeutschen Ordens, halt er den General oonSalzenbergfür unzuverlässiger als die Großgrundbesitzer in Keudclls Stammland? Ist Grenzschutz deren Privatgeheimnis? Herr v o n T r e s ck o w hat beim Reöchswehrministerium anfragen lassen. Das war nicht nur korrekt, das war viel- mehr überaus verdienstlich, es war Staatsbürgerpflicht. Ist das der„grobe Vertrauensbru ch", Herr Reichs- kanzler? Aber wir glauben nicht an diesen„Grenzschutz". Für jeden, der die Dinge im Jahre 1926 verfolgt hat, ist es klar, daß dieser Boykott im engsten Zusammenhang steht mit den Versuchen der sogenannten Wehrverbände, unter Be- rufung auf die ssteichswehr, illegale Putschforma- t i o n e n zu schaffen, und im Zusammenhang mit dem Kampf der Verbände gegen den Jungdeutschen Orden, der sich diesen Plänen widersetzt hat, weil er mit Recht in ihnen eine Ge- sährdung der Staatssicherheit sah. Es war die M a h r a u n f ch e Denkschrift, die den Anstoß gegeben hat, daß bei Herrn Marx und seinen Freunden die Ueberzeugung reifte, daß eine Reichswehr- refonn ebenso nötig sei, wie ein scharfes Abschneiden aller Be- Ziehungen von Wehrverbänden zur Reichswehr. Und nun macht sich Herr Marx mm Sprachrohr derer, die Herrn von Tresckow boykottieren, weil er die stoatsgefährlichen Pläne der Wehrverbände nicht mitmachen wollte! Uns scheint, Herr Marx hat eine unhaltbare Position bezogen. tatsplan«infangen läßt, weil er angeblich vom Stahlhelm ausgehe, zeigt die unheilvolle Wirkung dieser persönlichen Hetze gegen Links- Politiker in so deutlicher Form, daß wir sowohl dem neuen Reichs- justizminister Hergt wie dem Derfassungsschützer Keudell zu der Aufgabe gratulieren, diesen stahlhelmerischen Zusammenhängen näher nachzuspüren. Lanöpoftreform und dienftyeheimnzs. Bedenkliche.Absichten der Reichspost. Die Reichspost Hot eine Denkschrift über die U m g e st a l t u n g des Landpost wesens veröffentlicht. Dorm wird als er- strebenswettes Ziel propagiert: 1. Mindestens einmal täglich Bestellung der gesamten Landort«, 2. zweimalige Abholungsmöglichkeit der eingelaufenen Post bei den Poststellen, 3. zweimalige Absendungsmöglichkeit der ausgelieferten Post- sendungen, 4. Früherlegung der Zustellung, 6. Verbesserung der Paketzuführung und des Paketabtrans- pottes. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind vorgeschlagen: 1. Die Verwendung von Krattwaaen für den LondzUstell- dienst zum Zwecke der schnelleren Zurücklegung der vorhandenen Wegstrecken, in beschränktem Maße auch zur Beförderung von Reisenden. 2. Die Schaffung von großen Landbestellömtein, von den aus die Landbestellung erfolgen soll, und 3. in allen baulich geschlossenen Ortschaften die Emrichtung von P o st st e l l e n, die die Zustellung und Annahme der Sendungen zu übernehmen hätte». Diese Gedankengänge der Reichspost haben unter den Post- angestellten und in dem Kreis der Postgewerkschaften eine sehr leb- hafte Aussprache hervorgerufen. Dabei sind auch Bedenken geäußert worden, denen besonders die Landarbeiter große Beachtung entgegenbringen. Die Bedenken besagen sinngemäß: In den größeren Gutsbezirken und Fabriken würde nach Auf- sassung der Denkschrift u. a. der Guts- oder Fabrikver» waltung die Erledigung der Postgeschäfte zufallen. Das würde zur Folge haben, daß den daselbst beschäftigten Arbeit- nehmern die Post unter Kontrolle des Arbeitgebers oder eines von ihm abhängigen Angestellten zugestellt würde. Das aber würde eine ständige Ueberwachung des Postverkehrs dieses großen Personenkreises bedeuten. Ein Eindringen in die Vorgänge des Familienlebens, in die parteipolitische und reli- giöse Gesinnung des einzelnen Staatsbürgers muß jedoch unter allen Umständen verhindert werden, und dies kann mit Sicher- heit nur geschehen, wenn die Posteinrichtungen auf dem Lande nur Personen übertragen werden, die in einem festen Dienst- Verhältnis zur Deutschen Reichspost stehen �rnd von allen Sonderinterelsen unabhängig sind. Das deutsche Volk— und dazu gehört auch die Landbevölkerung— hat ein Anrecht darauf, daß das Postgeheimnis gewahrt bleibt und einwandfreie Posteinrichtungen erhalten bzw. geschaffen werden. Nur dadurch ist es möglich, das Vertrauen zur Reichspost zu erhalten und unHalt- lmren Mißständen vorzubeugen. Die Reaktion in Portugal. Der Kriegsminister hat den Ossi- zieren versprochen, die Regierung werde Maßnahmen treffen, um die öffentliche Verwaltung auf eine gesunde Grundlage zu stellen, die politischen Verbände und Geheimgesclljchaften auszulösen uttd das Etreikrecht auszuheben. Wer nicht huntern will, wirö ausgesperrt Die schlcsischen Dcxtllindustricllcn sind noch nicht reich genug. Llegnlh. 12. Jebruar.((Eigener Drohkberlcht.) heul« läusl die Kündigung der 1800 Texlilarbeiier und-nrbeilerinnen ab. die wegen cohndijferenzrn in verschiedenen Orlen Schlesiens gekün- d 1 g l habe». Am Montag beginnk somit der Streik. Di« Unlernehwer, nachdem sie' die Aussperrung zu einem frühe- ren Termin angekündigl hallen, haben nunmehr beschlossen, in den Bezirken Cangenbiclnu, Reichenbach, Görlitz und Grünberg am ?ö. Februar sämllickze Arbeiter und Arbeiterinnen auszusperren. Insgesamt»Verden davon etwa 34 000 Arbeiter und Arbeilerinnen belrofsen. Kein Mensch kann«rnslhofl behaupten, dah die Forderungen der Arbeikerschasl unbescheiden sind oder von den Unternehmern nicht getragen werden können. So belragl der Z e i l l o h n eines über 20 Jahre alten Mebers im Bezirk Reichenbach 44 Ps. die Stunde, der karisliche Akkordlohn 51 Pf. Selbst wenn man annimmt, daß der talsüchlid) verdiente Lohn noch um eine Kleinigkeit höher ist— bei den Arbeitern über 45 Jahre w!« bei solchen, die mit dem Tempo des gegenwärtigen Produktionsprozesses nicht mitkommen, muß man weniger annehmen—. so beträgt der Spißenlohn eines gc- ternken Webers nicht mehr als 25 Mark die Woche. Davon gehen noch die üblichen Abzüge ab. Räch den Forderungen des Textil. arbe'terverbandes soll dieser Lohn um IV� Pf. pro Stunde erhöht werden. Die Löhne der übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen sind »och niedriger. Mau vergleiche diese hungerlöhne mit den Gewinnen der Unternehmer, man vergleiche damit besonders die preis« für Textilwaren, man vergleiche damit die ganz außerordentlich gesteigert« Intensität des Produktionsprozesses, man vergleiche damit vor allem die allgemeine Teuerung, und man wird begreifen, daß die schlesischen Textilarbeiler entschlossen sind, den Kampf aufzunehmen. Neuer Lohntarif in der �olzinüustrie. Die Berliner Funktionäre entscheiden morgen� Am W. Januar beschlossen die Vertrauensmänner des Holz- arbeiterverbandes, das von den„Vereinigten Verbänden" gemachte Lohnangebot von 1,03 Mark pro Stunde abzulehnen und be- auftragten die Verwaltung, neue Verhandlungen einzuleiten. Diesem Beschluß gemäß wurde verfahren. Den zunächst geführten unverbindlichen Besprechungen folgten neue Verhandlungen, die am Mittwoch, den 0. Februar, beendet wurden. Die Arbeitgeber machten bezüglich der Lohnhöhe weitere Zugeständnisse ui»d erklärten sich bereit, auch eine M i e t k l a u s e l anzuerkennen, nach der eine etwaige Mietpreiserhöhung, die während der Ver- tragsdauer eintritt, voll ausgeglichen werden soll. Das auf dieser Grundloge zu vereinbarende Lohnabkommen soll am 12. Februar in Kraft treten und bis zum 30. September d. I. befristet werden. Die Vertrauensmänner des Holzarbeiterverbandes werden am Montagabend m den„Andreas-Festfälen" über das neue Verhand- lungeergebnis entscheiden. Von dieser Entscheidung wird es ab» hängen, ob die l>f jährige iariflose Zeit durch ein Lohnabkommen abgelöst wird. Aussperrung See Motox-§ahrer. In Berit» gibt es drei Betriebe, die die bekannten Motor- raddroschken taufen lassen. Der größte Betrieb ist die M o t a x» Gesellschaft in Halensee, die hundert Räder im Betrieb hat. Die Bezahlung der Fahrer besteijl bei allen Firmen nur in einer prozentualen Beteiligung an der Brutto- einnahm« Da dieses Entlohnungssystem nur reine Zufalls- Verdienste sichert, bemühen sich die Fahrer schon seit längerer Zeit, außer den prozentualen Einnahmen einen festen Schicht- l o h n zu erhalten, ähnlich wie es jetzt bei den Kraftdroschkenfahrern eingeführt ist. Die Betriebsleitungen lehnten jedoch nicht nur diese berechtigte Forderung der Fahrer ab, sondern verlangten darüber hinaus eine Kürzung der bisher gezahlten Prozente, und zwar in einem solchen Maße, daß eine Verminderung des bisherigen Verdienstes um 20 Proz. eintreten würde. Die Fahrer lehnten dieses Angebot ab und beauftragten ihre Betriebsräte, mit den Be- triebsleitungen zu verhandeln, um diese zur Zurücknahme ihrer Forderungen zu bewegen. Die Verhandlungen verliefen jedoch ergebnislos, da die Betriebsleitungen an ihrer Forderung festhielten. Sie stellten durch Anschlag ii» den Betrieben ihren Fahrern anHeim, entweder zu den von Ihnen verfügten Bedingungen weiterzuarbeiten oder sich als entlassen zu betrachten. Die Fahrer der Motax-Gesellschaft beugten sich diesem Diktat nicht und wurden dar- aufhin ausgesperrt. Die Belegschaft steht einmütig im A b- Mehrkampf und ist gewillt, ihn weiter geschlossen zu führen, da sie genau weiß, daß die Betriebsleitung wohl in der Lag.' ist, auch ohne derart erhebliche Abzüge ihre Betriebe aufrecht erhalten zu können. Notstanüsaktiou erwerbsloser Schauspieler. Unter der Leitung der Bühnengenossenschaft veranstalten die erwerbslosen �Schauspieler folgende Aufführungen von Gerhart Hauptmanns Schauspiel: D i e Wehr Sämtliche Vorstellungen be- ginnen um 8 Uhr abends. Der Eintrittspreis beträgt 80 Pfennig. Diioisk!», 13. Februar: Prachtsäle am Märchen brunitcn, Friedrichshain 29 32, Mittwoch, 16. Februar: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Wec 12. Montag, 21. Februar: Andrcas-Fcstsälc, Ändrcasstr. 21. Dienstag, 22. Februar: Orpheum, s>ase»bc.dc 32136. M ttwoch, 23. Februar:„Tegeler Lerciasbau»", Tegel, liauvr- strafce 6. Donnerstag, 24. Februar: Laalbau der Sockschulbraucrei, Amrnmcr Straße 1.1. Dienstag, 1. Mär»: Lindaer,«aazerthaus, Pankow, Breit« Str. 34. Freitag, 25. Februar: Prachtsäle Trcstow, Am Treptower Part»3. Sonntag, 6. Mär,: Stadthalle, Weißensee, PistoriuKstraße. Dienstag, 6. Mörz: Schloß- brauerei, Echönebcrg. Hauvtstr. 122 123. meir.de- and Staatsarbeitcr, Fohannisstr. 14 13. Fentralverband der Fleischer, Forndorfer Str. 32. Graphische Kils-arbciter, Luisenufer 37. Deutscher Be- ileidungsarbeiter-Perband. S-bastianstr. 37/38. Deutscher Tabalarbritcr-Ver. band, MUnzstr. 24. Der Ortsausschuß Berlin des ADGB. sowie das Bezirkskartell Groß-Berlin des AfA- Bundes empfehlen samt der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen, den Arbeitern, Ange st eilten und Beamten, die Not- siondsaktion durch den Besuch dieser Vorstellungen zu unterstützen.__ Angestellte öer Groß-öerliner Metallinüustrie. Der VBMI. hat den am 1. Februar gesällten Schiedsspruch zur Neuregelung der Gehälter ab 1. März abgelehnt. Das ÄfA-Metallkortell hat trotz aller Bedenken— die in der Eni- schließung d«r< überfüllten öffentlichen Versammlung am 2. Februar zum Ausdruck gebracht worden sind— unter Berücksichtigung der Gesamtsituation den Schiedsspruch angenommen und die Verbind- lichkeitserklärung beantragt. In den nächsten Tagen wird eine AfA-Funklionär-Versammlung einberufen werden, d!« sich insbesondere mit dem Thema:„Unsere nächsten Aufgaben in der Metallindustrie" zu be- schäftigen hat. ZlfA-Metallkartelll Günther. Lange. Rothe. Betricbsratswahl bei Erich u. Grätz! Am 10. Februar nahm die Belegschaft dieser Firma Stellung zu der morgen. Montag, stattfindenden Betriedsratswahl. Wie in einigen Großbetrieben, sind leider auch hier zwei Listen der Arbeiterschaft eingegangen, und zwar freie Gewerkschaften und „Vaterländische Arbeiter. Ueber Zweck und Ziele beider Richtungen fand eine ausgiebige Aussprache statt, die damit endete, daß nur einige Anhänger der Werksgemeinschast sich den Aus- führungen ihrer Vertreter Jetzschmann und Krabowsky anschlössen. Di« Mehrzahl der Belegschaft will mit den auf der Liste der„Vaterländischen Verbände" stehenden ehe» maligen Streikbrechern nichts gemein haben. Wenn Jetzschmann behauptet, daß die Arbeiterbewegung keinen«chriii vorwärtsgekommen sei, so trägt er mit seinen Anhängern die meiste Schuld daran. Don den Vertretern der freien Gewerkschaften wurden. der Kampf in Leipzig und die bevorstehenden Kämpfe in der berliner Metallindustrie, die sich anläßlich der Kündigung des Rahmen- Vertrages entspinnen können, kurz geschildert. Die eindrucksvolle Versammlung ließ erkennen, daß auch in diesem Betriebe der Aus- bau der gewerkschaftlichen Organisation vorwärtsschreitet. Kollegen und Kolleginnen: Die Stellungnahme eurer Betriebsleitung hängt von eurem freigewerkschafttichen Zusammenschluß und eurer Disziplin ab. Stimmt morgen nur für Liste I der freien Gewerkschastenl „Der Deutsche" als Splitterrichtcr. In Nummer 17 des„Vorwärts" vom 11. Januar brachten wir einen Bericht über eine Versammlung der Funktionäre des AfA-Bundes, in welcher Reaierungsrat Joachim einen Vortrag über das Arbeitsgerichtsgesetz hielt. In seiner zu gestern, dem 12. Fe- b r u o r, erscheinenden Nummer 37 bringt„Der Deutsche" unter der Ueberichrift:„Das Arbeitsgerichtsgesetz durch die rote Brille gesehen" eine Kritik dieses Berichts. Es sei dahingestellt, ob der Bericht allen Anforderungen genügte. Aber der gleiche Dortrag wurde von demselben Referenten etwa 14 Tage später vor den Funktionären der freien Gewerkschaften gehalten. Darüber berichteten wir in Nummer 51 des„Vorwärts" vom 31. Januar. Diesen durchaus einwandfreien Bericht hat„Der Deutsche" entweder übersehen oder aber er weiß dagegen nichts einzuwenden, außer etwa der Wiederholung des Einwandes, daß wir den Regierungsrat Joachim als Genossen bezeichneten. Jedenfalls paßte es ihm gerade so in den Kram, am 12. Februar auf einen„Borwärts"-Berichi vom 11. Januar zurückzukommen. Wir beneiden die Redaktion des„Deutschen" um chren liebet» fluß an Zeit und Räum. SVD.-Bekriebs- und Gewerkschafksfunklionäre. Di« Funktionärausweise für 1926 sind»ugiUtia und können sofort im Bureau Liadenstr. 3 umgetauscht werden. Ja Sroßbrtricbcn bzw. Bureaus empfiehl: es sich, die alte«»arten durch den Obmann der Fraktion einzusommelu und ein« neue Lifte einzureichen. Bei der Gelegenheit find die Bücher der oorgeschlageneu Genossen ans da» gl- wiffenhaftcste zu prüfen. Da» Bete/ebssckretariat. Achtnag, AEG. Ackerstraße! Am Dienstag, 13. Februar, nachmittags Z» Uhr, bei Leuschncr, Ackerstr. 116, Persammlung aller SPD..Arbeiter >nd-Angestellten der Aählcrsabrik. Tagesordnung sehr wichtig. Jeder und-Änaestelltcn her ZLHIcrsabrik. Tagesordnung sehr wichtig. Jeder muß erscheinen. Der Fealiion»vorstand. Achtung, SPD.-Schuhmacher! Morgen, Montag, ö'y Uhr, wichtige Besprechung bei Zarsk«, Wcbcrstr. 40, Ecke Elisabethslraßc. Pünktliches Erscheinen erwartet Der ZLcrdr-u»Ichub. AsA-Isiilglieder in der chemischen Industrie! Am Dienstag, 13. Februar, TV» Uhr, im vrtsburcau de» ZdA, Bcle-Allianer- Straße 7/1», II!(Roter Saal), wichtige Mitglicderpcrsaiumluug. Alle AsA- Mitglieder wüsten darau teilachmeu. Bn'ab. DBB. stdA. SPD.-Metallarbcitcr! Man/ag, 21. Februar, 7 Uhr(nicht morgen» Montag!), wichtige Fraktionsversammluna in den Nestdenz-Fcstsälen, Lands- beiger Str. 31. Partei, und Berbandsbuch legitimiert Der grat»ion»oorftaud. Freie Gewerlschaftsjugend. Sonntag. 13. Februar, abends 7 Uhr: O'ttreis: Sreismitgliederversammlung im Jugendheim Ebcrtnstr. 12. Das Heim ist ab 6 Ubr geöffnet.— Südkreis: Jugendheim Südosten. Reichenbergcr Str. 66. Literarischer Abend:„Helden der Technik". Vormittags 1» Uhr Agitatlons- sonntag. Alle Gruppen in Schönebera.— Rordkrd-: Autorenabend im Zug-nd. heim des Deutschen Metallarbciterverbandes, Linicnftr. 83/63. Paul Zech liest aus eigenen Werken.— Wcdding: Hasen, und Fuchsjagd. Iugerdgruppc des gdA. Morgen. Montag, Vi Uhr. finden folgende Per- anstaltungen statt: Südost-Treptom: Zugendbeim Reichenbcrger Str. 6«. Berufs- kundlicher Arbeitsabend(Schumann).— Norden: Schule Danzigcr Str. 23 Portrag:„Der Reichsschulgcsetzentwurf"(Lücke). Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A..G„ Berlin, Wallstr. 65. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9— 3 Uhr und 3— 7 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. Berantwortlich kür Politik: Pictar Sckift: Wirlsch'fd G. stling''hö er; Seweitlchaflsbewegung: Fr. Ehkor»: Feuilleltrn: Dr. John Schikowiki: Lokale« und Sonstiges: Fril,«arftädt: Anzeigen: Th. Glock«: sämtlich in Berlin. Berlag: Bo:wärts-Pcrleg G.m.b.H. Berlin. Druck: Vorwäris-Buckdruckerei und VerloasonNal« Paul Singer u. So. Perlin SW 66. Lindensirshe 3. Hierzu 3 Beilagen.„Unterhaltung und Wissen",„Au, der FilmweU" PL UMP- SPANDAU ER- KÖ'N/, G- 5 T R. vielen Farben, mit Ziernadel, wie Abbildu Damen-Hut auj Filz, mit Kunstseide, in vielen Farben, wie Abbildung rN rr* aus Filz und StrohbCrdchen, 1 O AA Damen rlut moderne Form, wie Abbild�. 1 Kammgarnstreifen 1 Q C apart.Farbcnstell.,ea.lOOcmMtr. l'if O Kostümstoffe ÄtitM.--r einfarbig mit Mouline-Effekten,< Kk ca. 130 cm breit........ Mtr.«/•Utr Kasha-Karos wone. 4 QO aparte Must., ca. 130cm brt.ÄUr.s«*' v Kleiderstoffe Shetlandvorzügl. reinwoll.. Qualität für Kostüme, moderne f-t U H Farben, ca. 140cm. Mtr. Kasha-Composc tegj}?** für Kos tüme.besond. gute reinwoll. Qualitätcnjnelnfarb. Melanien und dazu passend neue kleine U Vll Musterung., 130 cm breit. Mtr.«O v 1 Posten Frühjahrsstoffc für Mäntel u. Kostüme, TPS In aparten Farben u. Musterungen, ca. 130-140 cm breit.. Mtr.«48 ckT aar Seide Bastseide£|.T<Ä,0r 1 0� Wischt, 80 cm............ Mtr. l.-kck Damast g.u„nÄj«U 9 4fl und Mantelf utter, 85 cm Mtr. Armure faconn�mod. 0 QA Geweb., viele Färb., 85 cm Mtr. Ottomane MÄ. A Oft Ripsgewebe, ca. 95 cm Mtr, V Waschcord geköpert, 0 OC in neuen Farben, ca. 70 cm Mtr.«*«*' Damenkleidung Kleid au5 re,nw°llenem Wirkware» Damen-Strumpfe �en" voriügllch« Qualitäten,(arbig mit Lautmasche 0.85 glatt 1.15 Trikotwäschc für Damen vonügl. gestreift, kunstr. T rikot, Schlupf- O 7 t Prinzeß- 9 7 t beinkleid£,,( 0 ruck 0. 1 0 Überziehjackchen für D.imen 3.75 weiß Reinwolle gestrlckt4 zum Binden......... Rips- Popeline, mit 1 Q SH laroiger Stickerei Tee Kleid S'Ä on nA Crtpe de Chine, m. farbiger /U II II Garnitur und lang. Ärmeln«vgW fackenkleid oc AA shctlandartlg. Stoff, Jacke m. sK|{ll halbseid. Serge gefüttert � U* v vf Mantel aus gutem shetlandartig. Stoff........ Mantel au» Ka»ho»toff. halb auf Futter..... Jackenkleid remwoii. Rips. Jecke auf halbseidenem Serge 21.50 49.00 55.00 Einsegnungssteffe Reinwoll. Cheviot marine, schwarz, doppeltbr., Mtr. WoübatistÄ„tr. 1.95 Holiennc Wolle m. Seide schwarz oder clfcnbeln, ca. 100 cm breit............. Mtr, 1.45 Kleidertaft � � ZW Duchcsse Sem �Mtr. 4.80 Crcpede Chine-�, A QA schwarz od. weiß, 95 cm Mtr! T'.i/ U 3.25 feSdenerK;öpersS,5.80 Spangenschuh t."' k. 1 A Q A( Schnürschuh��"'!] or Ied.,m.haIbhoh.Ab$.,Gr.35/40Z V.� V j R.-Bok, mod. Form, Gr. 36/40 ll.£ J Kleid Jf�Te�Ä 1 C TS _______«nnn«5 im l/a|«J EiiasegffaungskBeidäing rzflgl. schwarz. 4 Sakko-AnZUg Ä Melton-Cheyiot. 2 rhg. Form, Q 9 ftA Hose mit Umbug, ör. 36-43 J t-,. V U Sakko- AnzugblaC'"'". 0 Art Poar�&,4?B 0t-2rhe- 42.00 Sakko-Anzus: r/» aa marinoKlmso o.s.. I— I-||l| I ressengarnier..Lg.vo,iw,iuu—-.. w TTf.: J»chwarz Eohcmie,» n«7 r* IV'eia seitliche Schleifen- 1U/ k garnitur, Lg. 95, IOO, 103. X>/• I t/ Stilkleid acUrÄS9? ftfi Länge 96. 100, 105 Ob.VV marineblau Twill, Form, Gr. 38-43 2 rhg. EBvasegnungswäsctae T aghemd mit Stickerei 1.80 Beinkleid mit Stickerei 2.05 Hemdhose mit Stickerei 3.20 Prinzeßrock mit stickere. 3.20 Garnitur Jnl Beinkleid 7.50 Knaben-Oberhemd,.. m. Pikcefalten-Elnsatzu. Klapp- illl manschctten, gewasch.u.geplatt*• v Stehumlegekragen A CA Mako. 4 fach, modernste Formen v. v V/ Krawatten!en,�w!crz"el'0.50 Einsegnungshut Knab.O QA welch, in verschiedenen Farben Kopien Pariser NSocZelle von Camen-HUten, Mänteln und Kleidern Nr. 74 4 44.?ahrgaag 1« Seilage ües Vorwärts Sonntag, 13. Februar 1927 Jujzf qiiie Jöip Ax � fAim Ladßn. Es ist das Verdienst der Leiter der Berliner Polizei, allen Beamten die Höflichkeit im Verkehr mit dem Publikum zur Pflicht gemacht zu haben. Höflichkeit gegen federmann, ob gut oder schlecht gekleidet, ob reich oder arm, soll die Parole sein. Auch dann noch, metin ein mangelhaft erzogener Mensch das richtige Benehmen ver- missen läßt, soll der Beamte die Ruhe nicht verlieren. Im Notsalle ohne Zorn und Eiser darauf hinzuweisen, daß auch der Beamte ein Recht hat. höflich behandelt zu werden, ist immer noch Zeit genug. Biel hat es schon geholfen, in den Bureaus und im Strahendienst. Bon der früheren Ueberhebung und Anschauungsmerhode merkt man wenigstens bei der Berliner Polizei so gut tr-ie nichts mehr. Jeder Polizeibeamte weiß, daß es ein Kreuz in den Personalakten gibt. wenn er den Höflichkeitsvorschriften seiner Vorgesetzten nicht Folge leistet. Auch auf andere Beamienressorts hat das stark abgefärbt, sogar auf die Finanzämter. Leider ist es noch nicht durchweg ein gutes Beispiel für da» Privat- und Geschäftsleben. Von dem un- ausrottboven Sich-Auspöbeln unter feindlichen Parteien soll hier nicht die Rede sein. Was geändert werden kann und muß, ist der noch recht häufig anzutreffende schlechte Umgangston in Geschäfts- laden. Chef. Personal und Publikum sind hier in gleicher Weise schuldhaft beteiligt. „wie der Herr, so's Gejcherr." Ist der Chef wenig liebenswürdig, barsch und geneigt, seine Kundschaft in der Behandlung zu sortieren, so wird das Personal davon unfehlbar angesteckt. Umgekehrt wird Personal, desien Chef unablässig Höflichkeit und Zuvorkommenheit gegen jedermann als«inen der wichtigsten Geschäftsgrundsätze predigt, so leicht nicht entgleisen. Man erzieht heute den modernen jungen Verkäufer auch zur Kundenpsychologie und hat das in ein planvolles System ge- bracht. Wer von Haus« aus das schöne Talem besitzt— und viele haben es—, auch in verfänglichen Situationen mit Menschen jeden Schlages spielend leicht fertig zu werden, bedarf solcher Erziehung nicht. Bei anderen, deren einfache häusliche Umwelt sich in größeren Sorgen bewegt, mag das Anlernen zu psychologisch abmessendem Empfinden notig sein. Man kann es aber dabei für bedenNich halten, wenn Verkäufer und Verkäuferinnen angelernt werden, auch schon ans der Kleidung zu taxieren, wie der Kunde behandeil sein will und im Geschäftsinteresse behandelt werden soll. Der Herr Chef, der die Frau im Umschlagtuch und ohne Hut gar nicht beachtet. dienert vor der„Dame" im Sealpelz mit dem„Stielooge" zwischen den brilliantenüberladenen Fingern. Die Verkäuferin hat hier oft das richtigere Empfinden, daß sich im Umgang mit der Frau aus dem Volke das Geschäft viel angenehmer und glatter abwickelt. Wie leicht kann das würdelose verholten des Ehess, die lakaienhaste Unterscheidung der Kleidung, aus dos Personal übergehen! Und gerode die einfache Frau mit wenig Geld und um so mehr Charakrer hat ein außerordentlich feines Empfinden für solche unterschiedlich« Behandlung, was sich dann nicht selten in zwar nicht groben, aber drasttschen, den Nagel auf den Kopf treffenden Bemerkungen entlädt, falls nicht vorgezogen wird, den.unhöflichen Laden" fortan zu meiden. Recht bedenklich ist übrigens auch das von vielen namhaften Geschäsden eingeführte Spihelsyslem der Scheinkäuser. die nichts oder eine Kleinigkeit kaufen und heimlich den Verkehr des Personals mit dem Publikum kontrollieren. Das Verkaufspersonal wird dadurch leicht in so nervöse Angst hineingetrieben, daß es Kauffpitzel wittert, wo kein« sind, und unruhig und zerstreut wird. In früheren Iahren pflegte sogar einer der bekanntesten Warenhausbesitzer in seinem eigenen Geschäft als Scheinkäufer aufzutreten, bis das Inkognito gründlich gelüftet war. Leider soll der Herr Chef nie sich selbst de- maust haben, um zu kontrollieren, ob auch in dieser Beziehung der Geschäftsapparat gut funktioniert.— In den Zehntausenden kleinerer Großsladlläden. in denen der Geschäftsinhaber selbst oder seine besiere Hälfte bedient, stößt man noch immer vielfach aus die Unkenntnis von Knigges lehrreichem Buch.Umgang mit Menschen". Die unseligen Hungerjahre, in denen jeder zweste Ladeninhaber sich wie ein Pascha henahm und so tat, als ob er seine Ware für schweres Geld aus Gnade und Barmherzigkeit an die„Anstehenden" abgab, sind noch unvergessen. Heute ist Ware im Ueb«rfluh vorhanden, aber aus Gründm des allgemeinen Dalles ist die Kaufkraft der großen Masse so gering geworden, daß jeder Geschäftsmann das brennendste Interesse haben müßte, feine Kundschaft nicht vor den Kopf zu stoßen. Selbst der verständliche Unmut, wegen der miserablen Wirsschafts- konjunktur nicht soviel wie in guten Zeiten einzunehmen, darf nie- mal? die Pflicht zur Höflichkeit außer acht lassen. Ganz zu schweigen vom guten Ion im„Saftladen", wo Teufel Alkohol den Mut zum Rempeln und Pöbeln auch bei Leuten hebt, die sich zu den„Ge büldeten" rechnen. Die„groben Gotttiebe" unter den Gastwirten sind ja so ziemlich ausgestorben. Der schlechte Umgangswn, der sich aus dem umnebelten Hirn ergießt, und zu mehr oder weniger schweren Zusammenstößen mit dem Wirt führt, will nicht sterben. Das personal. Psychotechnik, die moderne Wissenschaft der Prüfung der körper- lichen und geistigen Fähigkeiten vor der Annohme zu bestimmten Stellungen, ist heute von den werktätigen Arbeitsverrichtungen in der Industrie und in öfferrtlichen Betrieben auch schon auf kauf- männische Betrieb« übergesprungen. Wi« nicht jeder, wenn man chn zur Verwendung schwerer Enttäuschungen rechtzeitig auf Herz und Nieren prüft, sich zum Schlosser, Tischler, Straßenbahner, Loko- motivführer, Polizisten eignet, so auch nicht jeder für den vielgestal- tigen kaufmännischen Beruf, besonders wenn die Sonderavt dieser Berufsstellung den täglichen und stündlichen reaen Verkehr mit Publi- kum aller Art verlangt, viele größere Geschäfte nehmen jüngeres Personal nur noch an nach Ausweis über die Eignungsprüfung. Zugeftanden, diese Prüfungen haben sicher ihren großen Wert, können einem ganzen Menschenleben klare Richtung, festes Ziel geben. Man darf aber auch nicht ganz übersehen, wie an die ge- prüften jungen Leute, haben sie erst einmal eine entsprechende Stellung gefunden, im Strudel der Großstadt so viele neue Lebens- erscheinungen hernntoeten, daß in wenigen Iahren das psychische Verhalten von Grund aus geändert sein kann. Das gleiche ist zu sagen von den van vielen tausend Schülerinnen besuchten Verkäufe- rinnenschulen. So vorbildlich sie arbeiten, werden sie doch niemals den Entwicklungsgang fest vorausbestimmen können. Eine mit vor- trefflichster Warenkenntnis ausgerüstete Verkäuferin kann persönlich mürrisch und unliebenswürdig fein, je nachdem ihr etwas Unange- nehmes über den Weg gelaufen ist, während eine andere, die nicht jo flink und gewandt ist. diesen Mangel durch ihr Wesen mehr aus- gleicht und niemals in eine unzufriedene oder gar schnippische Ton- ort oerfällt, die dann nicht unberechtigt Anlaß zu Beschwerden gibt. vom rein körperlichen Slandpunki betrachtet, erfordert der ver- käuferinnenberuf eine gute gesundheitliche Veranlagung. Es muß ein Martyrium gewesen sein, als früher die Verkäuferinnen in den Warenhäusern infolge unsozialer und unsinniger Bestimmungen sich während der ganzen Verkaufszeit keinen Augenblick setzen dursten, auch wenn es nichts zu tun gab. Durch dieses erzwungene stunden- lange Stehen wurde ein gut Teil der besten Arbeitskraft verbraucht und die Stimmung ungünstig beeinflußt. Mit dieser sinnlosen Sklaverei ist glücklicherweise nach der Revolution aufgeräumt war- den. Auch den„Aufsichten", den weiblichen Warcnhaus-Feldwebeln, hat man kräftig die Flügel beschnitten. Sie sind nicht mehr die Ge- fürchteten und Allmächtigen, die früher ihre Zeit mit dein Diktieren von Strafgeldern verbrachten und zuweilen auch ältere, sogar ver- heiratete Verkäuferinnen bei kleinsten Anlässen wie die Schulmädchen abkanzelten. Gerade auch hier, vor und hinter den Kulissen, hat es vielfach an dem guten Ton im Laden gefehlt, was die Berussfreudig- keit der subalternen Angestellten ganz gewiß nicht hob. Nur selten werden sich übrigens mitfühlende, verständnisvolle Menschen wie jene Dame finden, die, als sie mit anhören mußte, wie ihretwegen «ine Verkäuferin wegen eines ganz geringen Verschens herunter- gerissen wurde, der Verkäuferin in Gegenwart des Vorgesetzten und als Protest gegen den schlechten Ton einen Taler in die Hand drückte. Das Publikum. Es sollte stets daran denken, sich in die Lage, ja, in die Seele des Verkäufers oder der Verkäuferin zu versetzen, besonders in den Abendstunden, wenn in stark besuchten Geschäftshäusern das Personal schon abgearbeitet und übermüdet ist. Die wenigsten Käufer machen sich von dem Beruf der Verkäuferin, zu dem vor allem gesunde Nerven gehören, die richtige Vorstellung. Man denkt sich das leicht, sogar amüsant, wenn erst einmal die Warenkenntnis erfaßt ist, und weiß nicht, wieviel Menschenkenntnis, Selbstbeherrschung und Takt dazu gehört, mit dem Publikum, in dem sich alle Schattierungen von Eigenart, Nervosität, Arroganz und Hochmut vorfinden, nicht in Konflikt zu geraten. Wie sind aber von den oft blutjungen Mädchen, die man heute in Geschäftshäusern und in kaufmännischen Lehrlings- züchtereien sieht, alle diese hervorragenden Eigenschaften zu ver- langen? Und wie falsch, wie ungerecht ist es, sich gerade diese ver. kaussjugend, mik der man nach Belieben umspringen zu können glanbk, als Zielscheibe von Aufbegehren, Unhöslichkeit und Grobheit zu wählen? Es kommt gar nicht jo selten vor, daß eine Verkäuferin. die nicht hurtig wie ein Wiesel auf drei Dutzend zeitraubend« Wünsche des Kunden automatengleich eingeht, mit beleidigenden Redensarten bedacht wird. Der oder die lierbeiaerufen« Vorgesetzte gibt natürlich im Geschäftsinteresse regelmäßig dem Kunden recht und hält hinter- her der Verkäuferin, die in ihrem Rechte war, eine Moralpauke, droht vielleicht mit Entlassung� Zu dem Mute, im Vertrauen auf IS) Gerichtstag. Bon Fred Derence. Lowrlelit 1925 br Panl Zsolnay, Wien Wir warten, ganz starr vor Schrecken. Endlich hören wir ein Geräusch von Stimmen, Frau Bonnard und der Kaufmann kommen herein. Meine Großmutter hebt die Arme zum Himmel..... „Aline, Alme, wi« oft habe ich es dir gesagt, daß dich dieser Mann noch in Schande und Elend stürzen wird. Warum hast du dich nicht längst scheiden lassen? Deine ganze Mitgift hat er schon verbraucht und noch hunderttausend Franken von meinem Privatvermögen dazu. Glaubst du denn, daß ich eine Goldgrube besitze und daß ich eure Schulden ewig zahlen kann?" ..Mama, Mama, nur noch das eine Mal, ich beschwöre dich!" „Noch diesesmal und dann noch einmal, bis ich keinen Sou mehr habe. nein, diesmal bin ich fest entschlossen, so lange du mit diesem elenden Kerl lebst, bekommst du keinen Sou von mir." , Mama, Hab' doch Mitleid mit den Kindern... in mnnem Zustand." „Sei vernünffig und wein' nicht mehr, du weißt ja, daß ich dich nicht im Sfich lassen werde." „Dank, vielen Dank!" „Solange aber dein Mann weiß, daß ich seine Schulden zab'e. wird er nichts arbeiten. Herr Gaillard soll nur seine Möbel zurücknehmen, du wirst mit den beiden Kindern zu mir kommen Wenn er zurückkehrt— aber icb zweifle sehr daran— wird er die Wohnung leer finden. Später werde ich dir die Möbel zurückkaufen. Komm jetzt mit mir." Dann wendete sie sich zum Händler:„Es bleibt so. wie wir es vereinbart haben: wenn die Scheidung einmal aus- gesprochen ist, werde ich Sie verständigen und dann schicken Sie die Möbel nach Genf." „Ganz gut, gnädige Frau." Die Mutter war schwerfällig aufgestanden und sah sich im Zimmer um: sie nahm von dieser Wohnung Abschied, wo sie einen Augenblick gehofft halte, daß das zerstörte Heim wieder aufgebaut werden könnte. „Gestatten Sie mir die Bemerkung, daß Ihre Mutter alles aufs beste geordnet hat: niemals wird Herr Balcourt imstande sein, für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen." Meine Mutter traf es wie ein Schlag, eine fiefe Falte grub sich in ihre Stirn, sie blickte starr auf den Kaufmann, ihre Lippen bewegten sich, sicher würde sie ihm nun eine Beleidigung zuschleudern. Nein, sie senkte den Kopf, ein Ausdruck unendlichen Leides huschte über ihr Gesicht, ihre Lippen preßten sich aufeinander. „Adieu, Herr Gaillard," sagte sie.„Sie sind recht un- barmherzig gewesen." Ich rührte mich nicht. Als der Kaufmann allein war, zuckte er verächtlich die Achseln, ging zum Fenster, pfiff laut und besichtigte alle Zimmer. Einen Augenblick später traten zwei Arbeiter, die mit ihm gekommen waren, ein. „Ihr müßt den ganzen Krempel aufladen, die Alte will nicht blechen." Dann warf er einen Blick auf mich:„Du, leere jetzt alle Laden aus und packte die fürstlichen Ueberbleibsel eines Ber- mögens zusammen." Ich zisterte vor ohnmächtiger Wut und gehorchte: Man trug alle Möbel fort, ein Stück nach dem anderen. Als ich jetzt allein in der leeren Wohnung war, warf ich mich auf den Boden und begann bitterlich zu schluchzen. Am selben Abend kamen Onkel und Tante mit dem Schnellzug an. Es wurde ein großer Familienrat abgehalten und ich erfuhr durch meine Mutter, daß man sie arg gedemütigt hatte, daß aber noch kein Beschluß gefaßt worden war. Onkel und Tante reisten spät nachts wieder ab und würdigten mich keines Blickes, als ich hinter ihnen die Gartentür schloß. Langsam ging ich ins Haus zurück, da rief plötzlich eine Stimme aus dem Dunkeln:„Jacques!" Ich wendete mich um, ein Schatten verbarg sich hinter einem Pfeiler des Portals. Es war mein Bater. Ich ging zurück und öffnete langsam das Tor. Er küßt« mich, als wollte er mich ersticken, seinem Mund entströmte ein starker Absinthgeruch. „Jacques, was bedeutet der Besuch von Onkel und Tante?" Ich sagte ganz leise, denn ich schämte mich für ihn: „Gaillard hat die Möbel zurückgenommen." „Das ist nicht wahr!" .Loch, es ist wahr." „Laß mich hinein." Ich schloß das Gitter, wir schlichen'>>ise über den Kies und kamen zur Haustür. Schwankend erklomm mein Vater die Treppe. Ich ging zur Mutter, die mit meiner Groß- mutter redete. Als ich eintrat, schwiegen sie plötzlich. „Du mußt dich niederlegen und versuchen zu schlafen," sagte Großmutter zur Mutter,„heut' hast du schon so viele Aufregungen gehabt." Sie stand auf und begleitete meine Mutter in den ersten Stock, wo ein Zimmer für sie und meine kleine Schwester hergerichtet worden war. Dann wendete sich die Großmutter an mich:„Du wirst im Nebenzimmer schlafen." Ich verneigte mich, um ihr zu danken: in diesem Augen- blick hörten wir ein Geräusch, als ob ein Körper zu Boden gefallen wäre. Meine Mutter blickte mich an und begann zu zittern. Die Großmutter durchbohrte mi�h mit ihren grauen Augen. „Du hast ihn hereingelassen, ohne um Erlaubnis zu fragen. Du bist jetzt bei mir, bitte merk' dir das." Ich senkte den Kopf und gab keine Antwort. „Du kannst ihm von mir ausrichten, daß er morgen mein Haus verlassen muß." Ich schlich zum oberen Stock hinauf und ins Zimmer, wo ich dachte, daß mein Vater fein müsse. Der Mond kam durchs Fenster und beleuchtete das Zimmer. Ich bemerkte eine schwarze Masse in einem Winkel und trat näher.... Ich zitterte wie ein Blatt im Winde, am liebsten hätte ich nichts gesehen.... Da lag er, auf dem Boden ausgestreckt, in seinen Mantel gewickelt.' Ein Gefühl der Verachtung und des Mitleid? erfaßte mich, ich schwankte. ob ich ihm mein Bett anbieten oder ihn auffordern sollte, das Haus zu verlassen. Jetzt trat ich zu ihm: vielleicht war er tief beschämt und stellte sich nur schlafend? Aber ich hörte ihn schnarchen. Er schlief ruhig über dem Zimmer, wo sicherlich zur selben Stunde meine Mutter vor Sorgen verging. Ich wollte aber keinen Zweifel übrig lassen und ging geräuschlos hinaus, damit er wisse, daß er allein fei. Ich zog die Schuhe auf der Treppe aus und kehrte ins Zimmer zurück. Sein regelmäßiges Atmen und ein leichtes Schnarchen ließen mir keine Zweifel mehr. Er schlief wirklich den Schlaf des Gerechten. � Es schlug zwei Uhr, als ich in mein Zimmer schlich. (Fortsetzung folgt.) die Güte der Ware auch das pubiibum zur Höskichkeil zu erziehen und das Personal nicht jeder Willtür neroöser, aufgeregter Kunden schutzlos zu überlassen, hat man sich noch nicht aufgeschwungen. Pein. liche Zusammenstöße kommen, wenn auch unter dem freieren Kurs der Neuzeit das Personal in großen Geschäftshäusern nicht mehr ganz so versklavt und schutzlos wie früher ist, noch alle Tage vor. Ueberdies sollte sich das Publikum daran gewöhnen, nicht bei dem Neinsken Anlaß gleich nach dem Schreckgespenst„Aussicht" zu schreien. In den weitaus meisten �derartigen Fällen macht beim Publikum, nicht beim Personal, der Ton die Musik, aber das Personal muh dann immer als Prügelknabe herhalten. Reklame- und Er- ziehungsverse in Form von Zweizeilern sind heute in Mode. Es wäre gar nicht so übel, wenn man solche Verse mir trockenem Witz und feinem pädagogischen Einschlag auch für Geschäftshäuser erfinden wollte. Sie könnten, überall deutlich in die Augen fallend, viel un- nützen Zeitaufwand und Aerger ersparen. Jedenfalls steht eins fest: Je höflicher das Personal in gegenseitiger menschlicher Achtung vom Publikum behandelt wird, um so freudiger wird es seine Pflicht erfüllen. * Ein gutes Erziehungsmittel gegen Schroffheit und UnHöflichkeit ist die ruhige Frage:„Warum denn so— höflich?" Das entwaffnet, ist gemütlicher Sarkasmus, verwirrt den größten Grobian und bringt die Lacher auf die Seite des unhöflich Behandelten. Unser Leben ist heutzutage so schwer und von so vielen Gefahren umlauert, daß man es sich durch Rücksichtslosigkeiten wahrlich nicht noch schwerer machen soll. Höflich kann jeder sein, wenn er nur will. Der Höf- liche, der ohne Kotau seinen Charakter offenbart, wird überall gern gesehen. Dem Unhöflichen geht man in weitem Bogen aus dem Weg«._ Ein Stuüent auf öer Anklagebank. Totschlag oder Notwehr? Bor dem Landgericht II begann gestern morgen der Prozeß gegen den 22iährigen Studenten Felix S., unter der Anklage, am 17. August in der Landshuter Straße in der Wohnung seiner Mutter deren Sozius Barnvater getötet zu haben. Frau S. hatte den B. im Jahre 1320 in einem Sanatorium im Riesengebirge kennengelernt. Seitdem war er täglicher Gast im Hause der Frau S. Mit ihren drei Söhnen stand er in freundschaft- lichem Verkehr. Das Berhältnis zu dem Angeklagten wurde auch dadurch nicht getrübt, daß einer seiner Brüder, der auf die Ber- sprechungen Barnvaters hin, ihm Bertret. �;n zu verschaffen, nach Argentinien ausgewandert war, sich dort von B. getäuscht sah und nun mittellos dastand, und als der zweiie Brud«r dos Haus der Mutter verließ. Eine kleine Entfremdung entstand, als im Jahre 1926 B. zu dem S., der die Mutter um die Erlaubnis, eine Er-, holungsreise zu machen, bat, sagte, er bedürfe keiner Erholung, W ' würbe auch nichts tun, wenn er„um die Ecke" ging. Barnvater war.' unterdes Sozius der Mutter geworden und speiste täglich bei ihr.: Am 6. August entstand zum erstenmal eine ernste Differenz zwischenl. dem jungen S. und Barnvater, die schließlich zur K a t a st r o p h ek. führte. Als S. mit der Hausangestellten einen Streii hatte, erklärtes B., daß er S. hinaussetzen würde, falls er sich dem Mädchen gegen-« über nicht anders betragen würde. Als dann B. hörte, wie S. seine» Mutter wegen dieser Einmischung in engste Familienangelegenheiten beklagte, drang er auf S. ein und begann ihn derart zu würgen, � das S. zu röcheln anfing und ließ von ihm nur los, als die. Mutter mit Selbstmord drohte, S. begab sich in das Polizeipräsidium und bat, ihm zum Schutz einen Beamten mitzu- geben. Als er jedoch zu Hause eintraf, erklärte die Mutter, es(er- schon alles in Ordnung. Als Frau S. nach Paris fahren mußte, bar, sie ihren Sohn, während dieser Zeit außerhalb des Hauses zu wohnen. Er kam ihrem Wunsche auch nach. Trotzdem kam es zu' einem schweren Zusammenstoß zwiscken Barnvater und S., als er eines Tages in der Wohnung seiner Mutter etwas zu erledigen hatte. Barnvater drohte ihm, er würde ihn kurz und klein schlagen, wo er ihn auch träfe. S. kaufte sich nun einen Revolver zum Selbstschutz. Als er am 16. August in der Erwartung eines Tele- phonanrufes von der Mutter aus Paris in deren Wohnung über- nachten mußte, bat er seinen Freund, zu seinem Schutz zu ihm zu kommen. Als dann am nächsten Morgen B. beide in der Wohnung übegraschte, brach er wieder einen Streit vom Zaun, schloß sofort olle Türen ab und schickte das Mädchen zur Polizei. Dann wollte er sich auf den Angeklagten stürzen. Dieser aber zog den Revolver heraus und zeigte"ihm den Weg mit den Worten: Er ist geladen, rühren Sie mich nicht an. Bald darauf kam das Mädchen mit dem Bescheid zurück, daß die Polizei nicht kommen wolle. Er rief nun das Revier an und teilte dem Polizeileutnant mit, daß der S., den die Mutter aus der Wohnung hinausgeworfen habe, ihn mit einem Revolver bedroht und daß er aus der Wohnung einen Spielklub und Bordell gemacht habe. Zlls dann S. seinerseits das Revier anrufen wollte, riß B. ihm das Telephonrohr weg. Gleich dar- auf entstand wegen eines heruntergefallenen Kuverts ein Wort- Wechsel. V. nannte den S. einen Lausejungen und versuchte ihn wieder zu würgen, yetzt feuerte S. auf Barnvater sieben Schüsse ab. Die Mutter schüderte ihren Sohn als äußerst jähzornigen Menschen, aber auch den B. als jähzornig und unberechenbar. Er kiabe sich auch ihr gegenüber derartig« Dinge herausgenommen und ihr Selbstverfügungsrecht derart beschränkt, daß sie sich bereits öfter mit dem Gedanken getragen hatte, sich von ihm zu lösen. Auch alle anderen Zeugen machten äußerst günstige Aussagen über den S. Das Gericht oerurteilte ihn schließlich wegen Ueberschrei- tung der Notwehr zu neun Monaten Gefängnis unter Anrechnung von füns Monaten erlittener Untersuchungshast und gab ihm eine dreijährige Bewährungsfrist.— Es bleibt aber doch hingestellt, ob die Untersuchungshast wirklich not- wendig gewesen war und ob hier nicht ein reiner Fall von Notwehr vorgelegen hatte. Der Sanüerolenüiebstah! m Dahlem. Für 84 VUV Mark Banderolen in Breslau gefunden. Wegen des großen Bandcroleneinbruchs im Reichsfinanzzeug- amt in Dahlem wurden, wie wir früher schon berichteten, zwei von den drei Einbrechern, die„Kaufleute" Marsal und Miller festgenommen und dann auch der Urheber des gangen Planes, ein Kaufmann Alfred E n d e r s, der auch das Geld zur Anschaffung der Werkzeuge gegeben hatte. Der dritte Einbrecher, ein gewisser „Otto", ist noch nicht ermittelt. Cnders hatte seinen drei Mitarbeitern je 36 900 M. versprochen, brackste aber die ganze Beute an sich, angeblich, um sie für die gemeinsame Kasse zu verkaufen, und leistete seinen Helfershelfern nur geringe Zahlungen. Das alles ist festgestellt. Enders bleibt aber trotzdem dabei, daß er von dem Einbruch nichts wisse. Zu- Wendungen von 2000 und 4000 M. an Miller und Marsal bestreitet er nicht, stellt sie aber als Darlehen hin, die er aus seinem Privat- vermögen den beiden gewährt habe, weil sie in Verlegenheit ge- wesen seien. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei förderten vor etwa einer Woche für 83000 M. Banderolen bei einer früheren Wirtin Marsals zutage. Ein Verdacht, an den Schiebungen der Beute beteiligt zu sein, fiel durch wettere Ermittlungen aus einen Schwager des Enders, einen 43 Jahre alten Kellner Martin Kuchler. Auch dieser wurde zur Rede gestellt und bestritt jede Teil- nähme. Jetzt ergab sich aber, daß er doch seine Hand im Spiel hatte. Kuchler hatte einmal eine Reisebekanntschast gemachf. Dieser gefiel der nette Mann so gut, daß sie ihn einend, sie einmal zu besuchen, wenn er nach Breslau komme. Der Einladung folgte Kuchler in der Zeit nach dem großen Einbruch. Er erzählte der Bskannttchaft in Breslau, daß er auf dem Bahnhof einen großen Koffer stehen habe, der ziemlich schwer und etwas beschädigt sei. Er möchte ihn deshalb nicht gern weit schleppen, sondern lieber in der Nähe des Bahnhofes unterstellen. Die Bekanntschaft, die nichts böses Der Prozeß Marsthner-Themal. Ungenügende Rechtsbelehrnng.— Zweifelhafte Abftimmungsmetchoden. Die Beweisaufnahme im Prozeß Marschnsr-Themal hat die Erwartungen nicht enttäuscht. Sie hat zwar ergeben, daß von einer Rechtsbeugung keine Rede sein könne, daß aber die Methoden des Beratungszimmers einen Wirrwarr In den Vorstellungen und in der Rechtsüberzeugung der Laienrichter zu verursachen in der Lage sind, die für die Rechtspflege un- h e i l v o l l sein müssen. Sie sind geeignet, das Mißtrauen gegen die Justiz zu erhöhen. Landgerichtsdircltor M a r fch n er gab in äußerst temperament- voller Weise eine Darstellung der Geschehnisse im Bs- ratungszimmer. Es fei alles rechtmäßig vor sich gegangen. Nach- dem der Berichterstatter sein Referat beendet hatte, höbe er den Geschworenen die rein informatorische Frage gestellt, ob sie die Vorfrage, deren Bejahunq für den Tatbestand eines Meineides erforderlich waren, auch als gegeben betrachten. Darauf erklärten jedoch vier Geschworen«, daß sie den Zeugen keinen Glauben schenkten und für Freispruch der beiden Justiz- Wachtmeister seien. Jetzt erst sei man in eine ausführliche Dis- kussion eingetreten, an die sich erst die richtige Abstimmung ange- schloisen habe, die das rechtmäßige Resultat der Verneinung eines wissentlichen Meineides und der Besahung des fahr- lässigen Falscheides ergeben habe. Dieses letzte Resultat sei einstimmig erfolgt. Als er die Eingabe der Geschworenen erhalten liabe, sei er im großen Zweifel gewesen, ob er sie den Akten beifügen solle, da sie ja"das Geheimnis des Beratungszimmers be- troffen haben. Deshalb habe er sich schließlich dahin entschieden, diese Eingabe an den Landaerichtspräsidenten zu übersenden. Als Revi- sionsgrund hätte der Inhalt der Eingabe ja sowieso nicht dienen können. Er habe auch gehofft, daß Rechtsanwalt Themal sich an ihn wegen dieser Angelegenheit wenden würde, und er habe ge- wünscht, seine Meinung darüber zu hören. Zu einem scharfen Zusammercktoß zwischen dem Landgerichts- direktor Marschner und der Verteidigung kam es, als er die Ver- öffentlichung der Themalschen Erklärung auf eine gerichtete Presie- kampagne zurückführen wollte, die sich angeblich gegen ihn als „Blutegel" und„scharfen Richter" wende. Die Verteidiger wehren sich gegen den Vorwurf, daß ihre Klienten eine Presiekampagne beabsichtigt hätten. Schlecht kommen bei dem Nebenkläger auch die „Geschworenen", die an dem Meineidsprozeß teilgenommen haben, weg: Sie seien von Gott nicht mit den Gaben begnadet gewesen, die für ein Richieramt erforderlich seien. Die beidirn richterlichen Beisitzer in dem Meineidsprvzeß, Jmrath und Meyerhos, bestätigen im großen und ganzen die Dar- stelliing Marschners. Ein anderes Bild erhätt man jedoch aus den Aussagen der Ge- schworenen— der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Ahjisdorff, bezeichnet sie des öfteren versehentlich als Schöffen! Vier chon diesen„Ge- schworenen" sagen aus, daß sie im Grunde f üs r F r e i s p r u ch der beiden Justizwachtmeister gewesen seien und daß sie diese Ansicht auch bei der informatorischen Abstimmung, sofort nach dem Referat des Berichterstatters, zum Ausdruck gebracht hätten. Sie behaupten auch, daß ihnen eine regelrechte Rechtsbelehrung überhaupt nicht zuteil geworden sei.Und daß für ihre Rcchtsuberzeugung die erste informatorische Abstimmung ausschlag- Sebend gewesen sei. Sehr bezeichnend sind einige Aussprüche dieser ieugen. So sagte einer, Marschner habe nach der. ersten informato- rischen Abstimmung, die anders ausfiel, als er gehofft hatte, gemeint: das ist doch un möglich, dann brauche man ja gar nicht mehr zu verhandeln. Ein anderer Geschworener sagt, daß ein Satz gefallen sei: Im großen und ganzen sind ja di« Richter aus- s ch l a g g e b e n d! Ein dntter sagte:„Ich war ifcr Ansicht, wie die Richter vortragen, wird es ja richtig sein. Das Gesetz kennen die Herren doch besser." Innerlich sei er doch bei seiner. Ansicht geblieben, daß ein Freispruch hätte erfolgen müssen. In welch hohem Maße aber die Laienrichter den Berufsrichtern gegenüber von Minderwertigkeitsgefühlen beherrscht werden, beweist das eigenartige Verhören eines der Geschworenen. Marschner hatte gelegentlich gesagt: Alle Richter sind gleichwertig: der Geschworene hatte aber herausgehört:„Die Laienrichter sind gleichgültig." Nach diesen Aussagen der vier Zeugen wird es verständlich, daß einige von den Geschworenen zu dem verurteilten Justizwachtmeister Meyer, der als Zeuge vernommen wurde, gesagt haben konnte, daß eigentlich vier Stimmen für den Freispruch gewesen seien. So ist es auch zu dem Mißverständnis gekommen, das zu diesem Prozeß geführt hat. Oberstaatsanwalt Tetzlaff erklärte in seinem Plädoyer: Das Gesetz sehe allerdings nur Abstimmung über die Schuldsrage und das Strafmaß vor. Informatorische Abstimmung über Vorfragen und dergleichen mehr seien zwar als außergewöhnlich zu bezeichnen, jedoch nicht ungesetzlich. Jedenfalls sei der Tatbestand der Beleidi- gung gegeben. Er beantrage daher Geldstrafen, und zwar gegen Rechtsanwalt Dr. Themal 500 Mark, für den Redakteur Rupp.l 2000 Mark und für den Staatsanwaltsasiefsor Kempner, dessen Schuld allein darin bestanden hat, daß er die Erklärung des Rechts- anwalts Themal der Redaktion telephonisch durchgegeben hoc, 100 Mark. Um M12 Uhr war das Urteil noch nicht gesprochen. ahnte, vermittelte dann auch die gesuchte Gelegenheit. Erst als sie aus den Zeitungen von dem Einbruch und dem Verschwinden der Bellte, den beiden Koffern und dergleichen, la», stieg ihr Verdacht auf und sie setzte die Breslauer Kriminalpolizei in Kenntnis. Diese fand denn auch noch den großen und schweren Koffer an der Verwabrungsstelle, während der Gast aus Breslau bereits wieder abgereist war. Der Koffer enthielt für 84 000 Mark Banderolen uns dem Dahlemer Einbruch. Jetzt wurde auch Kuchler in Berlin festgenommen. Jetzt fehlen aber immer noch für 26 3 000 Mark Zigarettenbande- r o l e n zu 2, 3 und 4 Pfennig. Enders, der zunächst nur unter dem Vornamen„Alfred" bekannt war, hat zwei Koffer erst auf dem Schlesischen Babnbof, dann in der Romintener Straße und endlich in der Eauerstroße untergestellt. Hier ist nichts mehr gesunden worden. Ein« weitere Spür Ist noch nicht entdeckt. Suche nach einem Kamilienmoröer. Der Leichcnfund im Tegeler Forst noch unaufgeklärt. Wegen eines gräßlichen Mordes an Frau und Kind wird ein 39 Jahre alter Buchdrucker Emil Thiele aus Leipzig- EutriKsch gesucht. Tbiele ermordete in Leipzig Mitte November vorigen Jahres seine 3l Jahre alte Ehefrau und seinen zweijährigen Sohn, indem er ihnen mit einem Hammer den Schädel zertrümmerte. In der Nackt, in der er das Verbrechen verübte, verschwand er auch. Nach gewissen Anhaltspunkten vermutet man, daß er sich nach Berlin gewandt hat. Mitteilungen über sein Austauchen nimmt die Kriminalinivektion A im Polizeipräsidium entgegen. Der Ver- folgte ist 1,68 Meier groß, kräftig und stark be'eibt, hat etwas graumeliertes Haar und einen kurzgeschnittenen Schnurrbart und trug bei seiner Flucht einen Marengosommerüberzieher mit schwarzem Seidensniegel und einen hellgrauen weichen Hut mit schwarzem Band. Ein besonderes Kennzeichen ist eine 2 Zentimeter lange und 3 Millimeter breite Scknittwunde, die auf der linken Backe nach dem Mundwinkel zu verläuft. Der Leichenfund im Tegeler Forst ist setzt soweit aufgeklärt, daß ein Verbrechen ausgeschlossen erscheint. Der Arbeiter Paul Anton hatte sich infoige verschiedener Vor- kommnisse den Unwillen seiner Angehörigen zugezogen. Als sie ihm am 22. Dezember v. I. wieder Vorwürfe machten, oerließ er die Wohnung und erklärte, daß er sich einen Revolver kaufen werde, um sich zu erschießen. Seitdem wurde er vermißt. Die Angehörigen machten erst am Freitag von seinem Verschwinden Anzeige und zufällig fand man ihn schon am nächsten Tage als Leiche wieder. Weil eine Waffe bei der Leiche nicht gesunden wurde, so vennutet man, daß Anton längere Zeit im Forst umherirrte, bis er in der Kute Schutz suchte, dort entkräftet zusammenbrach und unter der Einwirkung der Kälte starb. Die Todesursache kann aber mit Bestimmtheit erst durch die Obduktion festgestellt werden. Hänfiqste Todesttrsac�rn in Berlin. Im Jahre 1926 hatte Berlin 45 371 Sterbefälle, un- gerechnet 1853 Totgeburten. Eine Zusammenstellung der häusigsten Todesursachen zeigt die Fortdauer der in der Todesursachenhäufig- keit schon seit längerer Zeit bemerkbar gewordenen Aenderungen. Die Tnberkulosesterbefälle, die früher in Berlin stets an der Spitze standen, halien sich allmöblich vermindert und nehmen nicht mehr die erste Stelle ein. Im Jabre 1926 starben an Tuberkulose 4321 Personen, das sind 9,5 Proz. aller Gestorbenen. Häusiger als Tuberkulose sind jetzt Krebs und Herzleiden unter den Todes» Ursachen. In 1926 wurde Krebs 5783 mal als Todesursache ge- bucht, bei 12,7 Proz. aller Gestorbenen. Die erste Stelle unter den Todesursachen haben die Herzleiden erlangt, deren an- dauernde Zunahme schon seit einer Reihe von Jahren ausfällig hervorgetreten war. In 1926 starben an Herzkrankheiten 6022 Per- sonen, 13,3 Proz. aller Gestorbenen. Zu den häufigen Todesursachen gehörte auch Geht rasch lag mit 4213 Fällen. Dann folgen in weitem Abstand Lungenentzündung mit 2510, Altersschwäche mit 1615, Lkrankheiten der Atmungsorgane(ohne Lungenentzündung) mit 1140, Influenza mit 439 Fällen. Unter den Jmekbions- krankheiten treten noch hervor Diphtherie mit 246, Keuchhusten mit 227, Masern mit 85. Scharlach mit 79 Fällen. Die durch T y v h u s verursachten Sterbefälle waren diesmal mit 33 nicht ungewöhnlich hoch. Ein trauriges Kapitel ist die Selbstmordstatistik. Die Zahl der als Selbstmord gemeldeten Sterbefälle stellte sich in 1926 auf 1758. Die Zahl der Grippekranken in den städtischen Krankenhäusern sowie die Zahl der Krankmeldungen bei der Allgemeinen Orts- kiankenkasse zeigt, wie das Hauptgesundheit-amt der Stadt Berlin mitteilt, in den letzten Tagen einen wetteren Rückgang. Eine Statistik ües Grauens. In Berlin, Düsseldorf und Oppeln die meiste« Morde. Der Preußische Innenmini st er hat dem Landtag einen von diesem geforderten Nachweis über die feil dem 1. Mai 1925 auf preußischem Gebiet begangenen gemeine Schwerver- brechen überreicht. Danach sind in der Zeit vom 1. Mai 1925 bis zum 31. Dezember 1926 in den 35 Regierungsbezirken insgesamt verübt worden: Morde 610, Totschläge 438, Raubübe r- fälle 2819. Davon sind aufgeklärt 522 Morde, 415 Totschläge, 1438 Raubüberfälle. In Prozenten beträgt die Aufklärungszahl der Morde 86 Proz., der Totschläge 95 Proz. und der Raubübersittle 51 Proz.: die Gesamtausklärungszahl beträgt 77 Poz. In Berlin(Stadtl wurden verübt 106 Morde, 49 Totschläge, 514 Roubüberfälle: die Gesamtausklärungszahl beträgt hier 76 Proz.; von den 106 Morden waren 60 Mordversuche. An zweiter Stelle steht Düsseldorf mit 62 Morden, 63 Totschlägen und 414 Raub- Überfällen. Es folgen Oppeln mit 40 Morden, 21 Totschlägen und 193 Raubüberfällen(Aufklärungszahl 74 Proz.): Schleswig: 34 Morde, 20 Totschläge und 140 Roubüberfälle(71 Proz.): Arns- b e rg: 33 Morde, 37 Totschläge und 227 Raubüberfälle(76 Proz.): Stettin: 32 Morde, 11 Totschläge und 92 Roubüberfälle (74 Proz.): Magdeburg: 29 Morde, 13 Totschläge und 51 Raub- Überfälle(69 Proz.): Br eslou: 28 Morde, 14 Totschläge und 01 Roubüberfälle(75 Proz.): Potsdam: 24 Morde, 18 Tot- schlage und 43 Raubüberfälle(78 Proz.): Köln: 16 Morde, 14 Tot- schlüge, 311 Roubüberfälle(75 Proz.). Für Königsberg lauten die Zahlen: 5 Morde, 10 Totschläge, 71 Raubüberfälle(86 Proz.): für Hannover: 8 Morde, 1 Totschlag, 4 Raubüberfälle. Hier beträgt die Aufklärungszahl 100 Proz. Die geringste Ausklärungsziffer mit Ausnahme von Sigmoringen weist Schneidemühl mit 61 Proz. auf. Hier wurden verübt 7 Morde, 4 Totschläge und 14 Raubüberfälle, aufgeklärt 6 Morde, 3 Totschläge und 3 Raubübersälle. Benzinrxplosion und Wohnnngsbrand. Eine recht eigenartig« Explosion, die«wen gefährlichen Wohnungsbrond zur Folge hatte, trug sich gestern abend gegen 1410 Uhr in dem Hause I a b l o n s k i st r a ß e 3 zu. In der dritten Etage des Vorderhauses hat der Mieter M. eme größere Wohnung. Bei ihm ist eine Wirtschafterin, die 22jährige Gertrud K. angestellt. Fräulein K. befand sich in ihrem Zimmer und war mir dem Reinigen einer Bluse und Handschuhen beschäftigt, wozu ste Benzin ver- wandte. Unvorsichligerweise nahm sie die Reinigung u n- mittelbar neben einer brennenden Petroleum- l a m p e vor. Benzingase wurden durch die Lampe unter lauter Detonation zur Entzündung gebracht. Sämtliche Scheiben wurden zertrümmert. Eine Zimmerwand wurde durch den großen Lustdruck völlig eingedrückt. Die Kleider der Wirtschafterin gerieten in Brand, konnten aber durch den hinzueilenden Wohnungs. inhaber bald erstickt werden. Die Explosion hatte ein Feuer zur Folge, das sich auf die ganze Wohnung auszubreiten drohte. Zum Glück erschien die Wehr sehr schnell und beseitigte die Gffahr. Die Verunglückte wurde schwerve''letzt in das Krankenhaus am Friedrichehain gebracht. D:« Wand mußte wegen der gefährlichen Einsturzgefahr völlig abgetrogen werden. HcrabsetzunK der städtischen Miistgebüliren. Die städtische Depittntion für das Stadtreinigungs- und Fuhr- antt beschäftigte sich in der vergangenen Woche mit der Neu fest. setzung der M ü l l a b h o l e g e b ü h r e n für das am 1. Avril neubeginnenöe Geschäftszahr. Auf Grund der Vorschläge der Ver- waltung. die einen ausführlichen Wirffchastsplan sowohl für die zentrale Berwaltu'nz wie auch für die Bezlrksbeiriebe vorgelegt hatte, billigte die Deputation einstimmig den Borarffchlag die G e- bühren für das kommende Jahr wesentlich herabzu- setzen. Die wöchentliche Abholung eines 2v0.Liter-Kastens soll von monatlich 5.35 M. aus 4.90 M. herabgesetzt werden. Die Stadt- Verwaltung hofft nach Ablauf eines weiteren Jahres die Gebühren- Herabsetzung weiter durchführen zu können. Bis dahin sollen die im Jahre 1924 entstandenen Verlust« restlos abgetragen und außer- dem die technischen Einrichtungen der Bezirksbetriebe so modernisiert sein, daß mit größerer Rentabilität gearbeitet werden kann. Für den B e z i r k N e u k ö l l n ist an der Saalburgstraße der R e u b a u einer Müllverlade st elle vorgesehen,'die voraussichtlich im Oktober 1927 wird in Betrieb genommen werden können. Die Ortsteile Britz, Köpenick und Friedrichshagen sollen am 1. April bzw. am I. Mai in den Geltungsbereich des Orts- gesetzss einbezogen werden. Di« Botriebsführung soll den bestehen» den Lezirksbetrieben angegliedert werden. Der Magistrat hat bereits diesen Vorschlägen der Deputation zugestimmt. Die Vor» tage über die Herabsetzung der Müllgebühren geht dieser Tage der Stadtverordnetenversammlung zu. Rhem und wem. D!e neue Schau des Messeamts am Kaiscrdamm. Die F u n k h ci l l c am Kaiserdamm, zuletzt in der Grünen Woche für„Feld, Wald und Heide" mit freundlichem Grün erfüllt, hat wieder ihr Gesicht verändert. Sie ist in eine Rhein- und Wein-Ausstcllung umgewandelt worden, wobei man aber nur an den Wein zu denken hat, der in den Tälern des Rheins und seinen Nebenflüssen gedeiht. Ein« Reihe rheinischer Heimatverbände stehen dem Werk nahe, das sich besonders auch auf dem Gebiete der Berkehrswerbung fördernd auswirken soll. Die Zlrchitekten K r e h a n und B a l l e n st e d t haben der Ausstellung einen künftlerischen Nahmen geschaffen. Alle Farben sind auf zartestes Rosa, lichtes Blau, lebhaftes verschwimmendes Grün abgestimmt. Die beiden Stirnseiten der Halle zeigen im einheitlichen Rahmen heiter stilisierter Wolken Rheinbilder im weiteren Sinn«: die Nordseite erfüllt eine rheinische Jdealland- schaft. aus der symbolisch«in riesiger, goldiger Weinstock hervor- wächst, an der Südseite blickt man auf eine von rheinischen Höhen umgebene romantische Kleinstadt, vor der gerade ein voll beladenes Wcinschiff seine Fahrt antritt. Der übrige Hallenraum ist durch den heraldischen Schmuck der Wappen der rheinischen Städte zum eigentlichen F e st r a u in gestaltet, und außerdem durchlausen in Höhe der Seitengalerien zwei Markisendächer in fröhlichen Farben den Raum, wodurch der Zusammenhang mit den Dekorationen her- gestellt ist. Zwei Ziele hat die Ausstellung„Deutscher Rhein— Deutscher Wein". Das ein« ist die Unterstützung der Propaganda für den Besuch rheinischen Landes und rheinischer Bäder, das andere die Förderung der Parole„Trinkt deutschen Wein!" Die Ergänzung dieses praktischen Teiles der Weinpropaganda bildet die im Obergeschoß untergebrachte Sonderausstellung„Der deutsche Weinbau", worin reichhaltiges Material über Ge- schichte, Entwicklung, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des deutschen Weinbaues zusammengetragen ist. Man sieht einen Weinberg mit den erforderlichen Arbeiten der Rebenpflege, lernt die verschiedenen Maschinen der Weintechnik kennen, gewinnt einen Einblick in die mühselige Arbest der Schädlingsbekämpfung in den Weinbergen und lernt vor allem auch die Fürsorge des Reiches und der Länder für die Win,zerarbeit kennen Der Verkehrs- werben de Teil der Ausstellung„Das schöne Rheinland" ist vom Rheinischen Vcrkehrsverband mit reichem Material zusammen- gestellt. Fast alle rheinischen Städte zeigen in künstlerisch hoch- wertigen Bildern architektonische und landschaftliche Schönheiten der Rheinufer und der Nebentöler. Das Schönste aber ist das Kölner Hänneschentheater, jene kleine Maroncttcnbühne. die bereits Weltruf genießt und im Bortragssanl der Funkhalle ihre Vorstellungen gibt. Gestern gabs das große Zauberdrama„Der Zauberer Tartüffel" im prächtigsten Stil der alten Puppenspiele, und die ihm zusahen, waren so vergnügt, wie wohl lange nickt seit Jahren. Der Gedanke an Kunst bleibt für den Erwachsenen, zumal in den ernsten Stücken, so lebendig, daß er sich an ihm als einem romantischen Spiel erfreut: es mindert den Reiz nicht, daß er die Vorgänge ironisch betrachtet und über das biedere Pathos locht. Die Ausstellung ist vom 12. Februar bis 13. März geöffnet und bringt täglich ab 7 Uhr abends, Sonntags ab 8 Uhr nach- mittags, künstlerische Darbietungen. Unter Leitung der Kapell- mcister Mcininger und Buschmann spielt ein Doppelorchester rheinische Weisen._ Unbefugtes Plakatankleben. Da sich nsuerdings wieder die Fälle häufen, daß Plakate und Zettel an Zäune und Mauern angeschlagen werden, hat der Poll- zei Präsident die Dienststellen erneut darauf hingewiesen, daß gegen da» unbefugte Anschlagen von Plakaten usw. mit allem Nachdruck eingeschritten werden muß. Vor allem soll zunächst darauf geachtet werden, daß unbefugtes Plaka- tieren nach Möglichkeit verhindert wird. Ist die» je- doch nicht möglich, so ist der Töter oder der Anstifter festzustellen und empfindlich zu bestrasen und zur umgehenden Beseitigung der Plakate anzuhalten. Soweit Täter und Anstister sich nicht ermitteln lassen, sind die Grundstückseigentümer zu veranlassen, gemäß der allgemeinen Verpflichtung jedes Eigentümers, fein Eigentum in einem den Polizeivorschriften entsprechendem Zustande zu halten, für dl« Entfernung der Plakate zu sorgen. An vielen Stellen der Stadt kleben noch Plakate, die, bereits vor längerer Zeit angeklebt, tzt verwittert und halb abgerissen sind. Daß dadurch das Stadt- bild Berlins nicht gerade verschönert wird, liegt aus der Hand. Die im vergangenen Jahr sogar noch erhöhten Gebühren für Plaka- tierung an den städtischen Litfaßsäulen macht es allerdings vielen Organisationen unmöglich, eine Säulenplakatierung durchzuführen. Wieder ein Landftiedcnsbruchpro",eft. Vor dem Landgericht in Luckenwalde wird am Montag gegen sieben Angehörige der Linksparteien, darunter vier Reichs bannerkameraden, wogen L a n d f r i e- densbruch in Tateinheit mit Aufruhr verhandelt. Zwei An- geklagte werden nach der Anklageschrift als„Rädelsführer" betrachtet Bezeichnend ist, daß schon die Anklageschrift fest- stellt, daß dem W e r w o l s der Vorwurf gemocht werden muß, provoziert zu haben. Nach der Anklageschrift ist der Zusammen- stoß zwischen den Werwolfanhöngern und ihren Gegnern überhaupt nur dadurch entstanden, daß der Worwolf die Polizeioorschriften, unter denen die Genehmigung zum Schützenfest erteilt worden war, übertreten hat. Oer Werwolf hatte die Erlaubnis zur Abhaltung eines Schützenseste» nur unter der Bedingung erhalten, daß die Mit- glieder des Werwolss abends das Lolal nicht verlassen sallten, bevor die Pol'zei herbeigerusen worden sei. Ein Werwolsmann wollte seinen Mut beweisen und oerließ das Lokal. Er ging bewasfnet durch die Straßen, pöbelte Straßenpasianten an und bedrohte sie mit 1 seinem Revolver. Hinzukommende Reichsbannerkameraden veran- laßten seine Festnahme. Die anderen Werwölfe vermißten nun ihren Kameraden und schickten eine Streife von 20 bis 30 Mann durch die Straßen. Bon dieser Streife wurden die Straßen- Passanten nichi nur angepöbelt, sondern auch tätlich a» g e- griffen. Die Folge dieses Treibens war, daß sich vor dem Fest- lokal der Werwölfe eine große Menschenmenge ansammelte. Die Polizei verständigie sich nun mit der Werwolfleitung lelephonisch und bat sie, nicht abzurücken, bevor die Polizei zur Stelle sei. Trotzdem zog der Werwols ab und provozierte von neuem die Andersgesinnten. Zwischen ihm und der angesammelten Menge gab es ein Hand- gemenae, in dessen Verlauf die sieben Angeklagte» verhaftet wurden. Diese Tatsachen stellt die Anklageschrift fest und gibt offen zu, daß der Werwols provoziert hat. Trotzdem sind nicht' die Provokateure, sondern die sich wehrenden Republikaner angellagt. Zu dem Termin sind 19 Zeugen geladen. Das neunte Schuljahr. Erwerbslos« Jugend und Berufsschule. Die langandauernde Erwerbslosigkeit, die für die von ihr be- trofsene Jugend eine besondere stete Gefährdung bedeutet, zwingt immer stärker zu Ueberlegungen, wie dem Uebel abzuhelfen sei. In einer öffentlichen Kundgebung, die im Reichswirtschaftsrat, ein- berufen vo» den Fach oerbänden der Gewerbe, und Handelslehrer stattfand, wurde Stellung genommen zu„v o r- beugenden Maßnahmen gegen die A r b« i t s l o s i g- k e i t der schulentlassenen Jugendlichen". Von der Hauptrednerin des Abends, Fräulein Dr. Barschak, wurde auf die besonderen Schwierigkeiten und Röte hingewiesen, die den aus der Schule kommenden, aber keine Beschäftigung finden- den Jugendlichen erwachsen. Dies« meist erst Vierzehnjährigen haben noch kein Berufsbild, sie sind körperlich den neuen Aufgaben noch nicht gewachsen und finden überdies zu erheblichen Teilen keine Lehr- oder Arbeitsstelle. Zu ihrer Schonung, aber auch zur Ent- laswng des Arbeitsmarktes ist daher ein 9. Schuljahr zu sor- dem, das in der Art einer Vorlehre auszubauen ist, um die Jugendlichen auf den späteren Berus vorzubereiten. Amtsgerichts- rat F r a n ck e wies in eindringlichen Worten aus die Zusammen- hänge von Arbeitslosigkeit, Verwahrlosung und Kriminalität hin: seine Ausführungen machten auf die Versammlung tiefen Eindruck. Als Vertreter des AsA-Ortskartells Berlin nahm Jugend- sckretär E s ch b a ch vom ZdA. Stellung zu der Forderung des 9. Schuljahres. Unter dem Beifall der Versammlung stellte er fest, daß die freien Gewerkschaften ebensalls eine E r w e i t e- rung der Schulpflicht fordern: sie denken dabei aber weniger an ein 9. B o l k s schuljahr, wünschen vielmehr eine A n glied c- rung an die Berufsschulen. In seinen weiteren Ausführungen brachte er die grundsätzliche Stellungnahme der Gewerkschaften zur Erwerbslosigkeit zum Ausdruck. Die Forde- lungen der Berufsorganisationen gehen in erster Linie dahin, daß der Achtstundentag durchgeführt wird, wobei für die Jugendlichen an eine Verkürzung der Arbeltszeit zu denken ist. So- dann aber ist die Arbeitslosigkeit«in wirtjchofts- politisches Problem. Zur Hebung der Produktion und der da. mit verbundenen Eingliederung der orbeilelosen Hände und Hirne in den Produktionsprozeß ist notwendig, die Kauffähigkeit der breiten Masten und die Konsumtion zu steigern. Diese Aus- führungen wurden von dem größten Teil der Versammelten mit Zu- stimmung und Beifall ausgenommen. Bon den übrigen Rednern des Abends, Gewerbeoberlehrer Gies«, Diriektor Knofs, Dr. Liebenberg und anderen, wurde die Frage de« 9. Schul- jahres als vorbeugende Maßnahme in zustimmendem und auch kritischem Sinn« beleuchtet. Die Versammlung nahm am Schluß ein« Entschließung an, in der da? neunte Schuljahr als Maßnahme gegen die Erwerbslosigkeit der Ichul. entlassenen Jugendlichen gesordert wird. Lieber in den Tod als Ins Zuchthaus. Vor einigen Tagen ver- urteilte das Landgericht II di« 59iähria« Frau K. wegen gewerbs- mäßiger Abtreibung zu zweijährigem Zuchthaus. Ein Haftbefehl wurde gegen die Verurteilte nicht erlassen. Frau K. hat sich nun mit Gas das Leben genommen. Der Mann fand sie nach seiner Rückkehr am Abend mit dem Gosschlanch im Munde vor. Schon während der Gerichtsverhandlung mackte Frau K. einen recht apathischen Eindruck und erklärte, daß ihr olles ganz einerlei sei. Während ihr Mann das Urteil mit Tränen in den Augen auf- genommen hatte und unter Weinen seine Frau zu trösten versuchte, blieb sie völlig ruhig. Wahrscheinlich hatte sie schon domnls mit dem Leben abgeschlossen. Das Zuchthausurteil war für sie das Todes- urteil. Sonsummilgliedcri Für die 4., K., 42., 100. und 155. Waren- abgabestelle findet heute, Sonntag, den 13. Fchruar, im großen Pharussaal, Müllerstr. 142. ein großer Genossenschastsabend statt mit Festansprache fGenoste Mirus) und Vorführung des Films der Großeinkmissgesellschait Deutscher Konsumvereine. Saalöfsnung 5 Uhr, Beginn 6 Uhr. Mitwirkende: Deutscher M'-likerve-bond, Meineckescher Männerchor und 262.(weltliche) Gemeindeschule. Bringt mchlgenossensihaftlich organisierte Freunde und Bekannte mit. Haupkmonus„Weber" zu kleinsten preisen. Wie bekannt, finden bis auf weiteres aus Reichsmitteln(produktive Erwerbs- losenfürsorge) Vorstellungen in Berlin und im Reiche zugunsten der erwerbslosen Schauftplelerschoft statt. Die ersten Aufführungen für Berlin sind Gcrhart Hauptmanns„Weber", von dem Dichter tantiemefrei zu diesem Zwecke zur Verfgung gestellt. Das Stück wird von Pros. Ferdinand Gregor! inszeniert und in zehn verschiedenen Sälen Berlins zu einem E i n h e i t s- preis von 80 Pf. zur Aufführung gebracht. Die beiden ersten Aufführungen der„Weber" finden am Dienstag, den 15. Februar 1927, in den„Prachtsälen am Märchenbrunnen", Friedrichshain 29— 32. und am Mittwoch, den 16. Februar 1927, im Böhmischen Brauhaus, Landberger Allee Nr. 12, jeweils abends 8 Uhr, statt. Karten sind erhältlich im Ge- werkschaftshaus, Engelufer 24/25, Zimmer 13; beim Metallarbeiterverband, Linienstr. 83/85: beim Gemeinde- und Staatsarbeiterver- band, Johannisstr. 14/15: beim Verband der Fleischer, Zorndorser Straße 32; beim Deutschen Bekleidungsarbciterverband, Sebastian- straße 37/38, und in der Buchhandlung I. H. W. Dietz Nachf., Lindenstroß« 2. Die Vereinigung der pollzelofsizlere Preußens hatte am Frei- tag für den„fälligen" Polizei-Offiziers-Ball nach dem Zoologischen Garten eingeladen. In den von einer bekannten Berliner Blumen- firma recht geschmackvoll asisgestatteten Sälen entwickelte sich bald ein festlich belebtes Bild. Mehrere Schupokapellen lieferten eine ausgezeichnete Tanzmusik. Man sah unter anderen den preußischen Minister des Innern, den Berliner Polizeipräsidenten, Staatssekre- tär Dr. Abegg, der Polizeioberst Heimannsberg, den Berliner Ober- branddirektor und viele andere. Auch das Berliner Reichs- b anner hatte einer Einladung der Polizei-Offiziere Folge geleistet und war durch die Herren Schneider und Nowack von der Gau- lcitung vertreten. Eine öffxnkliche Aufforderung zur Abgabe der Sleuerklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer für 1926 und 1925/1926 ist im Anzeigenteil der heutigen Nummer enthalten. Versicherl euer Leben nur bei eurem eigenen Unternehmen der aewerkschastlich-genossenschaftlichen„B o l k s s ü r s o r g e", Berlin, Ritterstr. 126, Tel.: Moritzplatz 998. Pestalozzi- Zeler. Der BezirkSbildungiauSsSuh Kioh-Berlw SPD veranstaltet am l7. Februar im Oberllchliaal der Phiibarmoni«, Bernburger Sirahe, eine Peltalozzi-Ebrung. Die Feier w:rZ eingeleitet durch Kesang deS KtnderchorZ des Männerchors„Harmonie"- Cbarloltenburg. Studiendirektor K a r f r n bält die Gedenkrede und Frau Wally Seid-e liest aus den Werken Pestalozzis. Die Feier beginnt abends L EiniriiiSpreiS 70 Pi. Lehrer, Elternbeiräte. Kinderfreunde. sowie alle an EnichungSstagen Interessierte sind ganz besonders eingeladen. Karten sind zu haben im Bureau deS BczirtSbildungsauSlchusseS. Lindenltr. 3, Hos II, S Tr.. Zimmer 3. in der VorwäilSbuchhandtiing Lindenstrasze 2, ZIgarrengeschäs! Heisch. Engeluser 24—25, Tabalverlrieb GFG.. Jnselstr. 6, «ozinlisttschc Rrbeiterjugend, Lindenslr. 3, bei den BtldungSobleuIen der Kre:se und Abteilungen, in den PorwärtSspeditionen. BezIrlsbildungsanssSioß. Die Theaterausfiitirimg in der Voltsbilbiie am Lonnlag, den 20. Februar, muh wegen technischer Schwierigkeiten ausfallen. Die Vorstellung wird tm Mai nachgeholt. Bereits aus- gegebene Karten müssen wieder zurückgenommen werde». Das Apollo-Thealer wird am Sonntag, den 13. d. M., mit einem durchaus crstllajiigen und glänzenden Spielplan eröffnet. Die HauSverwattung hat den bei dem Zusammenbruch der Direllion Kreimeyer Schaden er« lilleiien Angestellten gestaltet, weitcthin im Apollo-Theater die Vor- slellungen statlsiuden zu laffen, und wird daß Programm so reichhaltig und abwechstungSretch zusammengestellt(ein, dag die alte Stätte de» gesunde» Berliner Humors wieder ausleben wird. Die gesamten Ein- nahmen stieheu ungeschmälert den Darstellern und dem t e ch» Nischen Personal zu. vortragszyllus der Deutschen Liga für Völkerbund. Legationsrat Freiherr von Richtbofen, M. d. A.. spricht am lominenben Dienstag '/,V Uhr abends im großen Sitzungssaale des ReichswirtschastSrates, Belle« viicstiaü« 15, über:„Die wiitschäilspoliltlchen Beziehungen Deulschiands zu Osteuropa.". Gäste sind willtvmmen. Arauevnymuastit, Turnen und Sport zeigt beute, Sonntag. nachmitiagS S vor. die Freie Turncrichaft Groh-Bcrlin bei ihrem Wer des est der Turnerinnen in der Zentraiiurnballe, Prinzensir. 70 kam Moritz- platz). Um zahlreichen Äemch aller Interessenten wird gebeten. Eintriit 40 Pf., Kinder 10 Ps. Lorlragsobend Frist korlner. In den Veranstaliungen der„Neue Truppe" bäil Frip Kortner am DienStag, 3 Uhr,>m Siädliichen Thealersaal, Reulölln. Bergstr. 147, einen Poltragsabend mit neuem Pro- gtamm. Karten beim VoilsbildrmgSamt Neukölln(NathauS) und Guten- berg- Buchhandlung, Taueiitzienstr. 6. Eisenbahttattentat bei Magdeburg. Magdeburg, 12. Februar.(WTB.) Auf der Strecke Magde- bürg— Vraunschweig, zwischen den Stationen Wellen und Niederdodeleben, wurde ein zwei Zentner schwerer Feld- st e i n von einem Streckenwärter ausgefunden. Die Ermittelungen stellten als Täter den Schuhmacher Hase in Niederdode- leben fest. Hase hat gestanden und als Grund angegeben, er habe die Absicht gehabt, selbst das Attentat anzuzeigen und sich da- durch eine Belohnung zu verdienen. Er wurde festgenommen und dem Magdeburger Gericht zugeführt. Tic Grippe in Europa. Gens. 12. Februar.(TU.) Der neueste Grippebericht des Völkerbundes besagt, daß nach den statistischen Angaben der Ber- liner Allgemeinen Ortskrankenkass« in den letzten Tagen des Monats Januar ein weiterer Rückgang der Grippe sest- zustellen ist. In der Woche vom 2?. Januar bi» 1. Februar sistd in Berlin 21 Todessäll« an Grippe zu verzeichnen. In England ist die Grippe in milderer Form im Zentrum des Lanoes noch sehr verbreitet, geht jedoch im allgemeinen zurück. In den großen Städten sind in der ersten Woche des Februar 818 Todesfälle gemeldet worden. In Dänemark sind am 10. Febniar 38 600 Grippeerkrankungcn festgestellt worden. Dagegen bat die Krankheit in Bulgarien in der letzten Zeit erheblich an Ausdehnung zugenommen. In der eisten Woche sind über 1000 Erkrankungen und 405 Todesfälle festgestellt worden. Ein Anwachsen der Epidemie wird außerdem aus der Tschechoslowakei, aus Portugal, Ungarn und Ja- pan gemeldet. �le beste OeSa andres �llerncnmittcl braucht; 0iDer täglich die. iffiassarp vaudnt, IDirkt doch Sllixtur nicht noch Jableäe Wie die Sytassavy- �iqareäe.' Und bist du noch so aufgeregt:,, guoe- und der Sturm, sich legdill! Weil nämlich der Sl&assary Art tjjj Hilf PeJrht ist und mild und duftig zart. %ir TDnhJcieschmack ist erster Masse, Süß ihr Aroma und von hasse, Mutti die Afiassavy~ acht es zu Jst Gipfel, Spitze, ist- der 6/011/ Utteilen Sie selbst! WERTHEIM Extra-Än9ebote Leipziger Str.(Vereand-Abt.)/ Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz in dieser Woche, soweit Vorrai Kleiderstoffe VoII-Frott6 modern fcmualeii ca. 100 cm breU, Motor WoJI-Krepp bedruckt, neu« Dcsahin, Meter Schotten u. Streifen reine Wolle, aparte Muat, Mir. Bordürenstoff rrUhjahrsdesslns, 120 cm. Mir. las I45 I95 340 Woii-RipsöÄ 4q0 eo. liO cm breit. 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Krag. 390 Einladung auherordenttlchen Auslchubsitztmg der Belrlebsfrarifenkosse der Sfadf Berlin am Donnerstag, den 24. ffebraaz>927, nachm. 2 Udr. im Rathaule zu Bertin, Kitnlgstr 15 18, Etng. Iüdenstr., Ztmnc 109. Tagesordnung: 1. Errichtung von eigenen Heimen. 2. Verschiedenes. Anfragen ober Beschmerben, za deren Srleblanng Atlenelnstcht ober anberwotte chesksteNuagen erforber- ttch sinb, müssen minbeslens 3 Tage ootfiee beim Vorsitzenden Oes Vor» ftandeo eingereicht werden. Bor der Sitzung sindel nm 12 Ahr in demselben Zimmer des anlhuufes die übliche Vorbesprechung unter den Auslchufimitglledern statt. Pünltliche» Erscheinen ili dr-ngend not- »ig. da die Benutzungszeit de» i deschrünit Ist gun. wendg merz Berttn, den 10. Februar 1327. Oer Vorsitzenba da» Vorstande» der vetrlebstrooren fasse der»ladt verlin. �SlZOiWsNS'r fi Etwas ganz Besonderes! 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Eine der scheinbar erfreulichsten Erscheinungen im sowjetrussischen Wirtschaftsbau ist das echt r e f o r m i st i s ch e, in diesem Sinne echt sozialdemokratische Genossenschaftswesen. Konsum-, Produktions- und Kreditgenossenschaften erfuhren und erfahren im Rahmen des staatssozialistischen Experiments eine sehr nachdrück- liche Förderung durch Staatsgewalt und Staatsfinanzen. Dank der Hilfe der Regierung wächst die genossenschaftliche Organisation wie in einem Treibhause. Nach der Zahl der Genossenschaften und ihrer Mitglieder nimmt die Sowjewnion heute die erste Stelle in der Well ein. Aehnlich rasch ist die Genossenschastsbewegung nur noch in einem anderen Lande gewachsen, und zwar in Indien, wo die englische Regierung der Genossenschastsbewegung sehr ge- Holsen hat und noch setzt Hilst. Zw Zalauds- vad Anslaadshandel. Nach einer Angabe ist der Anteil der Genoffenschastsorgani- jation an dem ganzen russischen Handelsumsatz von IS Proz. im Jahre 192Z bis auf 45 Proz. im Jahr« 1926 angewachsen. Roch einer anderen Angabe entfielen von dem gesamten Binnenhandel: 1922/28 auf Staatehandel 41,5, ans Ernoff.-H., 14.5, aus Prw.-H. 44,0 1923/24.. 45,0,.. 19,7,.. 35,3 1924/25-.. 50,4,. 24,7,.. 24,9 Die landwirtschaftlichen und Ä r e d i t genossenschasten vereinigten im Jahre 1926 bis zu ZV Proz. der gesamten ländlichen Bevölkerung. Das ist nicht gerade sehr viel angesichts der ungeheuren politischen Einwirkung-möglichkellen auf die Bevölkerung. Der An- teil des Staates an den von den landwirtschaftlichen Genossen- schaften aufgenommenen Krediten beträgt 40 Proz� der der zentralen genosienschaftlichen Organisationen 37 Proz. und der- jenige der Bauern selbst nur 23 Proz. Die Finanzierung der ländlichen Genossenschaften erfolgt in der Hauptsache durch den Staat, nicht durch die Mitglieder. Die Zahlen zeigen, daß die land- wirtschaftlich« Genosienschastsbewegung viel schwächer ist als die Konsumentenorganisation, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung umfaßt, und die auch nicht ganz so schwach wie die ländliche an eigenen Geldmitteln ist. Was die russische Genosienschastsbewegung im Rahmen der russischen Handelsorganisation besonders auszeichnet, das ist die Verleihung der Außenhandelsberechtigung an genosien- Ichaslliche Hauptverbände. Diese haben aus den ausländischen Märkten dieselben Rechte wie die Organe des staatlichen Außen- Handels. Zwar dauert noch der Konkurrenzkampf zwischen den Staatsmonopolen und den Genoflenschaften im Innern des Landes sort, aber es scheint jetzt zu einem Kompromiß zu kommen. Denn aus Moskau wurde mllgeteill, daß der staatliche Einzel- Handel allmählich aufgegeben und den Konsumgenosien- schauen überlassen wird. So kann man sagen, daß auch der russische Staatssozialismus die Ueberlegenhell des Prinzips der Kooperation auf dem Gebiete der Masienoersorgung anerkannt hat. Außer dem Handelsmonopol besitzen die Genossenschaften noch Vorrechte auf dem Gebiete der Steuerzahlung und die Konsumvereine ins- besondere noch auf dem Gebiete des Handelsbetriebes, indem sie das Recht haben, ihre Lokale länger offen zu hallen als die Privat- Händler. Allerdings eine recht rohe Methode der Förderung, die ebenso nur unter der Diktatur möglich, wie sie sozialpolitisch un- erfreulich ist. Milgliederzahlen und llmsahzifferu. Immerhin haben die Konsumvereine von der gewaltsamen Unterdrückung des Privathandels am meisten profitiert, so daß ihre Zahl am 1. Oktober 1926 sich auf 27 438 belief. Die Zahl der Mit- glieder der Konsumvereine tz't etwas größer als im Jahre 1917 vor der Revolution. Dagegen ist die Zahl der Mitglieder der landwirtschaftlichen Genossenschaften fast dieselbe geblieben 1,»reis Cchöneberg-Friedenau. Montag, 14. Februar,- 3 Uhr, bei Will, Martin- Luther-Etratze 6!>, Berfammlung fänitlicher erwerbslosen llhr, im Krema. torium Banmschulenweg statt. Ueber die Beftaiwng des Kameraden Halm er» folgt noch Mitteilung.— Schönederg.Friedrnan: Mo., d. 14., 8 Ubr, ftndei in der Turnhalle Wariburgvlatz unser üblicher Turn- und Sporiaben» statt. Di« Kameraden werben gebeten, reckt zahlreich zu erscheinen. Ausgabe der Ber» stckerungsmarken.— Renkölla-Britz: Jungmannschaft 5. Kameradschaft Jahresversammlung Mo., d. 14.. 148 Uhr, bei Balewfki. Babdinstr. 57. Di., d. 15., 3. Kameradschaft Versammlung bei Balewskf, Bodblnstr. 57.— K reuzberg: Kamerad Richard Earras. 54 Jahr« alt, Schönleinstr. 11, Abteilung 10, ist vor» starben. Der Tag der Einäscherung wird noch belauntgegeben. Arbeiter- Samariter. koloane Berlin«.«. Dienstag. 15. Februar, Ein» äschecung unseres Mitgliedes Karoline Jöhn im Krematorium Banmschulenweg. Mitglieder treffen sich um>45 Uhr Baumschulenweg Ecke kiefholzstratze im Lokal von Borgmann. Freiben ker-Bolkehochschnle Berlin. Mittwoch, 16. Febru«, 714 Uhr, im «skanischen Gymnasium, Berlin SM, vallesche Str. 24(am Anhalter Bahnhof). Lichtbildervortrag von Dr. Schiff:»Ueber die Ausdrucksformen der kirchliche» Ideologie in kirchlichen Bau. und Kunstwerken". Sriefkaften der Redaktion. s. M. Wenden sie sich an da» Reichswanderungsamt, Lirifenstt. 31a. feinsberechligung verliert, schenkt sie sich. Auch mit der Einführung, die Max Marschall zum„Tannhäuser' gibt, ist nicht viel anzufangen. Es bleibt bei einer trockenen Inhaltsangabe mit ein paar musika- tischen Illustrationen als Schlaglichter. Schließlich ist über den „Tannhäuser' allerlei in musikalischer und gedanklicher Beziehung zu sagen, aber Marschall macht sich das Leben zu leicht. Einen Ge- wimi für den Hörer bedeuten dagegen die Ausführungen von Dr. Hans Ehlert über Fragen des Arbeiterrechts. Er spricht diesmal über Kündigung von Bertrögen, vor allem über di« Kündigungstermine,. also über Dinge, die jeder Arbeit- nehmer und Arbeitgeber wissen muß, leider aber nicht immer weiß. Hier wird wirklich Positives gegeben. Am Nachmittag rezitiert Elisa- beth von Elkg Balladen. Unsicher in„Erlkönigs Töchtern', findet sie in Herders.Edward' den-richtiaen Balladenton, versucht nicht die handelnden Personen dramatisch zu gestalten, sondern wahrt immer die große epische Linie. Abends singt Hermann Böttcher mit gewohnter Virtuosität Lieder zur Laut«. Geschäftliche Mitteilungen. Besonder« preiswette Febmaeangebot« bietet in dieser Woche die Firm» wollener Popenne ri.�o wc.; ein a mietet langer Peiziwai mit'�ainaiimi 24 95.; Fensterdekoraiionen, dreiieilia. aus geweblem- Tüll, 8,65 M. usw.< Besuch der vier Bettheirnschen Geschäftshäuser ist In dies« Woche sehr empfehlen. Auch nach dem Ianvaransvetta»f Ist der Geschäftsgang bei der Firma Trppich-Bursch, Berlin E, Spandau« Str. 62, ein autzervrbetiillch lebhaft«, da diese Firma es verstanden hat, mit ihren überragend preiswetten Artikel» einen nachhalttaen Eindruck auf alle Interessenten für Teppich«, Gardinen, Möbelstoffe. Tisch- und Diwandecken auszuüben. Flott« Geschäftsgang in»ine« sonst als rubia geltenden Monat ist ein ganz besonder, gutes Zeichen für dt« Preiswürdigkeit d« Firma Teppich-Bursch, Berlin E 2, Spandau« Str. 62. Wetterbericht der iffmlstche» wettrrdirnsttfesse für Berff»»ad Umgegend (Rachdr. verb.). Nebelig, später zeilweile aufklarend. Temperaturen wenig verändert.— Aflr Deutschland: flehte wesentliche Aenbenmg. übergibt man nur de» R-chwei« di Deutschen Mustkeroeebande«. Berlin,»ov mandantenstr. 66,64 Dönhoff 6277-7 Geschäftszeit 9—5. Sonntags 10-2 Up Auf Danf ch: Bettr«t«besuch ,„ymmi[_|iiim»i in ii»—i 111111111141�_ Daunendecke 1« irAi>E8«iKcb«r Daanen- KWfflJW JL � e\« rl/■ 1 a«*mnat*r1 Y/VAr/////2__■ mi»» 1 1 I I 7� i I 1« InutEfaUcbchr Daanen- perkal.ichÖD buntgemnaiert. aalt U Daunen. AA flft 15UX200... Steppdecke Satin doppelseitig in di- reraBD Farben.< dl EA 150x200.... i0.3U Schlafdecke jr«.»u- 2.75 Ruhebetten mit bttütem K�sag onc gm., 32.50 mit Betttenten JCQ"7 C and FuOatlltoe OO» t ä? 64.01,»..abgebe e*ri>eiiaiten (SttllS. Seit 1Ö66.J Sebastianstr. Bogenbettstelie Znflederaatratr«. Pfosten 26 BD. 80X180 1325 Bogenbettstelie mit Zuckffdenna'r.. 90X190 MeasiBtrerrier. im topf, u Fall teil Wtz>il odor sehv»R 19.75 do. 60X166 mit ähnlicher Ue» -ingrorrieranf 17.80 Bogenbettstelie mit Zngtedermttrktae 90X190. Bit ei» ganten Messinf- Teraiernegon. stkeetn 66 nun veiä oder echver» Monopoldaunen> Oberbett..u kiaeh rot.der lila, gold,(rata. 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Februar: Nachm. 3.30; Die Psychologie des Geschenks(Alsen). 4: Die Geburt Berlins,(Dr. Kaebcr). 4.30; Novellen: Heinrich Eduard Jacob. 5— 6; Studenten- nod Soldatenlieder. 6.25; Veredelter Kohlenstoff(Dr. Kansch). 6.55: Deutsche unter der Tatra(Dr. Wentschcr). 7.20: Werden Sic schon bedient?(Ida Priegnftz). 7.45: Die Arbeitslosenversicherung(Dr. Pohl). 8.30: 200 Jahre Orchcstcrmusik. I0J0— 12.30: Tanzmusik. Dienstag, 15. Februar: Nachm. 12�0: Die Vletcrlstundc für den Landwirt. 4: Goethe, ein Freund des Faschingszaubcrs(Dr. Mauennann). 4,30— 6: Cttd-Kamraer-Orchestcr. 6.20: Stunde mit Büchern. 6.50: Deutsche Sagen nod ihre Stätten(Prof. Goerkc). 7.15: Das Zeitalter des Columbns(Prof. Dr. Wegencr). 7.45: Hauptfragen der Acsthetik(Dr. Dessoir). 8.30: Sendespiele:„Wallenstein.'* Schillerschc Trüogie für einen Rundfunkabend bearbeitet in zehn Bildern und Zwischenspielca von Bronnen. Mittwoch, 16. Februar: Nachm. 1.35—2: Glockenspiel der Parochiafkirche. ZL0: Die Frau im Handels- und Bureandienst(Weinberg). 4�0; Jugendbühne. S— 6: Konzert des Orchesters Kermbach. K.30: Hygiene der Trinkwasserversorgung(Prof. Dr. Spitta). 7.05; Die erwerbstätige Frau m Staat und Wirtschaft(Hellers- berg). 7�0; Ein Besuch bei Max Slevogt(Jaro Jarctzki). S: Rechtsfragen des Tagt«(Prof. Dr. Heiifron). 8.30: Vortrag. 9: Alte Musik. 10,30—12.30: Tanzmusik. Donnerstag, 17. Febroar: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Spanisch. 4�0—6: Konzert. 7.05: Vom Deutschtum im südliche« Banat(Dr. Qraßl. Semlin). 7.30; Uebcrtragung der Pestalozzi-Feier aus dem Lehrervereinshaus. 9: Das Oratorimn;„Tobias Heifflkohi.*4 Von Josef Haydn. 10.30— 12�30: Tanzmusik. Freita«, 18. Februar: Nachin. 3.30: LnJse Michel(Schreiber). 4: Ton Inhalt Oer Kaust(Dr. Schmidt). 4.30: Schleusche Lieder.'' B—f: Ettd-Kammer-Orchcater. 630: '»'.ärnng ud Verbesserans von Obst- lud Beerenweinen durch den Selbst- hersleüer(Dr. Kochs). 6.06: Hinserreihen and Plitz«(Dr. Zucker). 7-30: Soziale Probleme der VOIkerkande(Prof. Dr. PenD). 8.10: Sendespiel:..Der Opernball." Komische Oper in drei Teilen. Von Victor Ldon und H. v. Wald- bert. Mnsik von Richard Henberzer. I6J0— 12J0: Tanzmusik. Sonnabend, 19. Februar: Nachm. 13.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 4: larisiischer Aber. llanbe(Dr. Riedinger). 4.30—6; Kapelle Gebrüder Steiner. 7.06: Fragen des Arbeitsrechts von praktischer Bedentnnt(Dr. Ehlers). 7.30: Das Antennen- recht(TUnrn). 7.66: Raum und Zeit(Prof. Dr. Reichenbach). JL30; Abend- Unterhaltung. 10.30— 13.30; Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 13. Februar: Vorm. Uebertragnng ans Berlin. Nachm. 2-30— 3: Pranzösiecb Btr Anfänger. Lektor Claude Grander und Q. van Eyseten. 3— 3J0: Französisch ilr Fortgeschrittene. Ab 3.30: Uebertragnng aas Berlin. » Montag, 14. Februar: Nachm. 3.30—3: Die Grundlagen der wirtschaftlichen Arbeiten der Land- trauen, ihr BernfszusamracnschlnC und ihre Vertretung. Fr. Boehm. 3.30— 4. Paul Natorp: Soziale Erziehung. Dr. Würzburger und Erl. Ass. Hacndel. 4 4.30: Die Kunst des Sprechens. B. K. Gracf. 4.30— 6; Erziebnngsberatung. Dr. Klopfer. 6—6: Schachfunk. E. Nebenmann. 6—6-30: Wohlfahrt aad Wirtschaft auf dem Lande. Oekonomierat Lembke. 6J0— 6JS: Englisch für An- fflnger. Stndienrat Fricbel und Lektor Mann. 6.65— 7.20: Wesen and Bedeutung der Reklame. Generalsekretär H. K. Rose. 7.20—7.46: Chemie. Technik and Weltgeschichte. Prof, Dr. Binz. Ab 8.15: Ucber tragung aas Berlin. als Erzieher. Fr. Helene Braun. Bernf. Lehrer H. Bogen. 4—4.30; Dr. MüIler-FreJenfels.<30—6: Aus ! Deutsche Hehnatiehie. Prot. Dr. Recht, U. Rechtsanwalt Dr. Cald. van Eyseren and C. M. Allieri. Sudan. Stndienrat Dr. John. 7.30 Hans Boettcher. Gesang: Käthe Ab 8.15; Uebertratang aas Berlin. Dienstag, 15. Februar: Nachm. 2 30— 3.30: Freud und Leid 3.30— 4: Vom Weg der Jugendlichen zum Psychologie des jugendlichen Menschen. dem Zcntralinstitnt:. Ankündigungen. 5— 6 Günther, Freiburg. 6— 630: Tonkunst und 630— 6.66: Spanisch für Anfänger. G, 6.55— 7.20: Aegypten und der ägyptische bis 7.46: Beethoven als Liederkomponist. Wegner-Peiser. Klavier: Edra. Schröder. aMittwoch, 16. Februar: Nachm. 12— 12.39: Französisch für Schüler. Lektor Clasde Grander and O. van Eyseren. 12.39—12.40: Mitteilung«! des Reichsstadtcbnndea. 3.30—4: Emhcitskurzschrift för Anfänger, Prof. Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann. 4.— 4.30: Berufsschädigungen durch Staub. Reg.-Rat Dr. Engel. 4.30—5: Englisch för Fortgeschrittene. Stndienrat Fclebel und Lektor Mann. 5— 5.30: Völkerbund und Abrüstung:„Die Abrüstungsfragc in Genf." General Graf Montgclas. 5,30— 6; Die Arten der Kirchenmusik. Prof. S. Ochs. 6— 6.30: Technischer Lehrgang für Facharbeiter. Die rechnerischen und mathematischen Grundlagen. Studienrat Thiel. 6�0— 6.55: Englisch für Anfänger. Studienrat Fricbd und Lektor Mann. 6.55— 7.20: Der Aufstieg der deutsche« Arbeiterschaft mit„Ansbliek". Ministerpräsident a. D. Dr. Adam Stegerwald. 7J0 bis 7.45: Was wissen wir vom Meere? Prof. Stahlberg. Ab 8.30; Uebcrtragung aus Hamburg. Donnerstag, 17. Februar: Nachm. 2.30— 3: Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Waschmethoden, Zentrale der Hausfrauenvcreinc Qroß-Berlin. 3.30—4; Die akademischen Berufet Studium und Aussichten. Dr. Wienert, 4— 4.30: Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege und der Schule. Prof. Dr. Gins. 4.30— 5: Pestalozzi und die Zukunft unseres Bildungswesens. Dr. Buchenau. 5—5.30: Gedanken»., 9-.j* �>•• mit zahlreichen SfV Lichtbildern für Frauen und Mädchen über Ik Jahre von Oskar Voelker Oir�for der Berliner voltsltchrhellanstal«(errlchtrk 1007) Malsniftalt füt Zmuenlewen möglidift oöae öpeiallon Berlin N, Jnvalidenftrafte ISO(Itettiner Bahnhof) Moat«x, l4wPebrtiar, Artushof« Pericbergcr StraBe 29 Dienstag, 15. Februar, Gcrmania-Pests&lc, ChausseestraCe 110 Mittwoch, 16. Februar, Andreas-Pestaäle, Andreasstraße 21 Oonnerstas, 17. Februar« Mus'ker-Festsnle, Kalser«Wilhelm«Straße 31 Freitag:, 18. Februar« PrachtsSle des Ostens, Frankfurter Allee 48 Montag« 21. Februar, Pharussale, Mflllerstraße 142 Dienstag« 22. Februar, Hohenstaufensäle« Kottbusser Damm 76 Mittwoch, 23. Febr., Borussla-Peatsäie« Weißensee. Borllner Allee 21! Donnerstags 24. Februar, Nationalhof, Bülowstr. 37 Freitag, 2S. Febr., Türkisches Zelt, Charlottenburs, Berliner Str. 53 warum sind so viele grauen unterleibskrank? Warum leiden SO viele Trauen an Entzündungen, FIuB, Verlagerungen, Knickungen, Senkungen, Seschwülsten 7 Warum klagen so viele Frauen Ober Stuhlverstopfung, Rückenschmerzen, Schmerzen lief Im Krena, sowie Schmerzen im LeU> and In den Seiten? Was bedeutet Urindrang und Brennen beim Urinlassen? Warum sind ao viele Frauen nervö», matt, müde und klagen Ober Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden 7 Warum klagen so viele Frauen über Schmerzen bei der Periode und welche Ursachen und Folgen haben insbesondere starke, 8 Tage und länger andauernde Perioden 7 Warum sind so viele Frauen glücklich verheiratet und dennoch unglücklich? Worauf hat die Fr an In den Weduelfabren an achten? Warum werden ao viele Frauen operiert? Wie beugt man Operationen vor? Wie bcseUtgt man Frauenleiden möglichst ohne Operation? OSKAR VOELKER blickt auf eine 22 jährige Erfahrung zurück. b £ v » er (D 3 Mitte Mflrx erscheint die 61� 40. Anflöge ......u.......................„Die Unferleibsleltien der Frau vor und In derEhe deren Entstehung, VerhOtung und Hellung möglichst ohne Operation Preis 2 Mark, gebunden 6 Mark.— Bei Vorbestellungen bis 28. Februar 1-50 Mark bezw. 2-50 Mark exklusive Porto. 44 y I.".. V": M'V'.r■ /'v--■- t£n»G>' Eintritt 0.60 u. 1.00 Mk. Inkl. Steuer Kassenerfifinunjc 7 Uhr Anfang: 8 Uhr e« jWi sMe TP Ui>eraU Zu haben Velour»Teppiche, Mack« Ext« �x3150�x4?..320o0ox6350�xm. Boucle» Laufet Ä Z#5£ 310 la Boucle-Tcppicbe Kelim-Divandedien�F�lS" S-GSK». I P e r i s c a n» T e p p i cb c Keine Wolle, mli s ifranse, ncireu» Copien von Orlcnt-Tcpp i eben flfgban'Teppiche, MatkrHalbm nd wollen« Ve).(b. süt s Ähren erprob: '43-� 71- �T28.-�x155,-:S'212.-�2Sfl- 11 3350 5Z"'o°x79� IIS' � 1595uiröx195..1Sx232.. Mescbed• Teppiche, er�erm tsler. ins busaan r«»n u Wolljam �x Ö" ISX2075 35 50 iLx 51� 93- 11250 154- (Scwinn-Aujzng 5. Äloffe 28. PreoHisch-Süddealfche(254. Prenk.) KlalfenloNerle 8. ZleHungstog 11. Februar 1927, nachmittags Unf lebe atioeene Rummer Rnb ttoei gleich Hob« Gewinne gefallen, und zwar It einer auf Die Sole gleicher Rümmer In Ben beiden«btellungen 1 nnd 2 0 Ohne Gewähr Nachdruck verboten Es wurden Gewinne über ISO Mark gezogen 4 erwinnt m tt 10 000 8»I. 29104 139431 4«treimu zu j- v 000 MI. 210072 319233 L Gewinne zu je 3000 Mi. 10-377 2907-0 330626 10(tkromiit zu j« 2 000 3)0 20310 70909 237064 328028 343532 26 Gewinn, zu je I 000 M' 18471 24I3B JSOoO 03493 91416 93264 121249 209570 220864 208261 282337 2too3u 291605 73«.waine zu j, 000 M. 2278 12194 18384 19147 40014 40767 49001 51262 06354 66010 97262 97647 118279 120199 133959 135764 159214 164346 168171 173777 174338 184480 190626 192692 214341 240210 243779 244213 269174 271033 271642 281415 290726 300339 311776 316079 335014 341367 346377 210«.Winne zu je 300 Ml 461 3529 0796 9301 9204 10513 11911 15492 22930 31744 20962 42040 40016 40099 48318 48432 49059 52208 02676 52993 53400 05629 66003 60079 69669 70297 60243 87362 90480 91000 94437 90867 90960 96974 101 147 101292 106 163 112251 123728 120004 128718 122388 I2009I 140838 151275 158387 169765 160532 161009 165497 167118 173647 176867 178100 179392 186474 189012 190982 192270 196101 196911 197679 199410 201427 203556 2061 14 209021 211483 214777 220434 221034 227929 230753 235094 235314 226202 244139 244887 246841 201641 204880 259295 261076 269369 270323 279521 284725 285894 269617 292264 297045 299242 303 I 96 305493 309764 317752 318066 319936 323366 323433 323I2S 332255 332622 343158 344934 4. ZiehungStag 12. Februar 1927, vormittags ES wurden Gewinne über 159 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 25 000 Ml. 1 1720 2 Gewinne zu fe 10 600 Ml. 146923 6 G.wiicNe zu je 3 906 M.>493c.v 221540 333675 22 Gewinn, zu je 2 000 Ml. 43666 64673 72396 8S810 13971» 159150 176011 200326 304434 317505 342476 14a>ewmn- zn je 1000 Ml. 97076 97269 117734 135632 2246S« 306753 329001 63 Gewinne zu 1- 500 Ml. 15098 17201 225S7 34357 41198 5653B 68522 65254 77362 84482 85202 107130 I 14728 116199 126770 129671 129c63 146268>04390>'<0061 1733-6 175126 19841? 204065 212064 243226 250248 262296 268331 275461 290743 322149 326533 339993 194®cm mm zu je 306 Uli' 6238 6267 13147 14084 14362 16018 17524 20342 27024 27130 31483 41084 41997 42832 43519 46ol7 47596 48039 49061 30986 03725" 03801 58165 64143 606S6 71645 76604 76438 79176 81224 85443 67745 90687 90973 91639 98185 30698 118897 119678 123504 123066 120910 126143 128018 i 006 1 3 163045 164477 169280 173932 190004 I92U16 203008 205093.08192 210350 2 1 8096 220176 230020 OcOOcÜ 247033 247103 249644 255039 205318 256858 288�24 265878 270392 279106 293054 293276 299247 289949 302682 302962 303437 304489 305137 386725 306066 309323 310149 314497 316082 329408 336065 ............ 344443 346822 348199 143916 145170 149196 185783 187196 189303 338401 340891 -»•alS�T* 01 pi,�„«i:\< -Jttfep«0�' w11 •v-M»ve�t. �.. -ZKZK C, SpittelmarKt 15 C, Rosenthaler Str. 14 W. Schillstr. 16 W, Potsdamer Str. 50 (an der KurfOrstenstr.) NW, Turmstr. 41 NW, Wllsnacker Str. Z2 davott NW, Beusselstr. 29 N, Friedrichstr. 130 N, Müllerstr. Z N, Brunnenstr. 37 N, Danriger Str. 1 O, Andreasstr. SO O, Frankfurter ANee v V�aO��oUd.«» 70 SO, Oranlenstr. 2a SO, Wrangelstr. 49 SW, Friedrichstr. 240 41 Neukölln, Bergstr. 30 31 Potsdam, Brandenburger Str. 54 I Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 12223 (fegen Monats- VIBLAHOCN SIE S0«0f» A«0E0CiT Jläddatz&€9 öerfin, Leipziger Str. 122-723| KIKANZEIfiEN IldiiMli PI. Fumrimilo*»d 25 M. nlfciig 2 fittgiilndnt dariij.— Shliumudit 4a I Von Ikttoocktckll iSlf., lote nilmWon 10 W. Worti eil»älir all Ii loifctah« tfhlei Hr no« Wort». tonka. ualdu Iii 41t oidilt HoDtitr hcttnml tlrd.mbuDbliipilntan 4>/z III» cadmiltHs id is OwaKiiKdllin fc forvirti. Uadirdrai« 1, abgnjtlan»»dn.uimlV ntwori«nt;gs m aorgon (''jUkr Mi udai Dbt ■ooiinrtndia«iltun. f Eejftt in u n q sjffic k p. Was c Et; a t w ISciUeblunfl. 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Roten Fahne" und in Flugblättern wird in gehässigster weise gegen die Organisation losgezogen. In einem der kommunistischen Flugblätter wenden sie sich be- sonders gegen die Rationalisierung und werfen den Gewerk- schaften vor, daß sie die Rationalisierung im Produktionsprozeß unter- stützten und förderten. Dies ist ein plumper Appell an die durchaus verständliche Empörung der Arbeitslosen über die lange Arbeits- losigkeit. Solche Kritik können die Kommunisten nur anlegen, wenn sie annehmen, daß nicht einmal die Leser der„Roten Fahne" dieses Blatt wirklich lesen; sonst müßten sie sich des Artikels entsinnen, der als Rede des russischen Bolksbeauftragten Dzer- s Z> n s k l in der„Roten Fahne" vom 7. August 192S veröffentlicht wurde. Da heißt es u. a.: „Wir haben gestern schon bei der Sitzung des Präsidiums auch einen anderen Irrtum des Genossen Pjatakow berichtigt. Sie erinnern sich, daß er hier mit seiner Rede auftrat darüber, man möge die Löhne der Textilarbeiter nicht verkürzen. Doch wer hat das Textilproblem in Rußland so ausgestellt, daß 43 000 Arbeiter entlosien werden mußten? Dos Programm ist auf Pjatakows Anweisung aufgestellt worden." Wir wissen, daß das wichtigste im Staate nicht das ist, was die Unternehmer„Wirtschaft" nennen, womit sie nur ihren Profit meinen, sondern das wichtigste ist der Schutz und die Er- Haltung der Arbeitskraft. In diesem Sinne haben die Gewerkschaften Deutschlands auch immer gearbeitet. Wenn sie nicht mehr durchsetzen konnten, so lag das zum großen Teil daran, daß die Kommunisten an der Schwächung der Gewerkschaften gearbeitet haben. Die Kommunisten haben in den Iahren, in welchen sie mit sich selbst nicht einig waren, ob sie die Gewerkschaften zerstören wollten oder nicht, eine theoretische Basis für die Unorganisierten geschaffen. Wenn heute der Zustand vorhanden ist, daß die Un- organisierten in den Betrieben dreist werden und sich nicht scheuen, geradezu grundsätzlich unorganisiert zu sein, so ist das die ausschließlich« Schuld der Kommuni st en. In der„Roten Fahne" vom 11. Februar wird erneut der Orts- Verwaltung des cholzarbeiterverbandes der Vorwurf gemacht, daß sie nicht genug zur Bekämpfung der Ueberstunden täte. Den Deweis ist die„Rote Fahne" freilich schuldig geblieben, er kann auch nicht geführt werden. Auf der anderen Seite aber kann bewiesen werden, daß gerade die lautesten Schreier innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften, diejenigen, welche als Kommunisten noch Gewerkschaftsmitglieder sind und diejenigen, die die Kommu- nisten aus den Gewerkschaften hinausgeekelt haben, am ersten bereit sind, Ueberstunden zu leisten. Es kommt nicht auf das Maulwerk an, sondern auf die Taten. Einen Antrag in einer Generalversammlung stellen ist leicht. Aber bei der praktischen täglichen Arbeit im Betriebe seinen Mann zu stehen. ist natürlich schwerer. Wie schamlos die Agitation betrieben wird, beweisen auch die wiederHollen Artikel in der„Roten Fahne" mir der Ueberschrift: .Holzarbeiter, die Augen auf!" Artikel, in denen der Onsverwallung Berlin des Deutschen cholzarbeiterverbandes vorgeworfen wurde, daß sie aus Derbandsmitteln ein Parrei-Flugblatt herausgegeben habe zu dessen Unter- Zeichnung sie sich einen Kommunisten für Silberlinge kaufte, der noch vor% Iahren als der Namhafteste im Lager der kommunistischen Holzarbeiter galt. In der„Roten Fahne" vom Freitag wurden ja diese Vorwürfe nun zum Teil richtiggestellt. Es wird zugegeben, daß der Herausgeber des betreffenden Flugblattes der sozial- demokratische Parteivorstand ist. Daß auch die Be- stcchung eines Kommunisten und der Kauf eines solchen mit Silber- lingen ein« dumme Verleumdung war, gibt' man noch nicht zu. Holzarbeiter! Erscheint am Dienstag Mann für Mann in euren Mitgliederversammlungen und sorgt dafür, daß in die Bezirks- und Branchenleitungen nur Kollegen gewähll werden, die wirklich Gewerkschaftler sind. Daß nur solche Kollegen gewählt wer- den, die die Agitation für die Gewerkschaft, deren Stärkung dringend erforderlich ist, nicht in der Weise betteiben, daß sie die Gewerk- schaften beschimpfen und begeifern, sondern durch Aufklärung über die Notwendigkeit der Solidarität und des Klassen- kämpf es. Diese Gewähr bieten nur die Kollegen der Richtung Amsterdam! Segen den Nrbeitsschutzgesetzentwurf. Protest des Krankenpflege, und Aastaltsperfouals. In einer überfüllten Versammlung nahm am 10. Februar das in der Reichssektion Gesundheitswesen des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter organisierte Personal der städtischen Kranken- und Pflegean st alten Berlins Stellung zum Arbeitsschutzgesetz. In einem ausführlichen Referat legte die Kollegin Friedr ich- Schulz vom Verbandsoor- stand dar, daß dieser Entwurf des Arbeitsschutzgesetzes 1. seden Schutz der Arbeitskraft des Krankenpflege- und Anstaltspersonals oermissen läßt, daß 2. die Verordnung vom 1-?. Februar 1324 über die Ar- beitszeit in Kranken- und Pflegeanstalten, die das Personal dieser Anstallen nach den eigenen Worten des Reichs- arbeitsministers Dr. Brauns„wesentlich ungünstiger stellt wie andere Arbeitnehmerschichten", nicht nur aufrechterhalten bleiben, sondern noch weiter verschlechtert werden soll dadurch, daß der Reichsarbeitsminister für sich in Anspruch nimmt, trotz Weiterbcstehens der Verordnung Bestimmungen über die Arbeite- zett in den Kranken- und Pflegeanstalten zu erlassen, 3. daß die Begründung des Entwurfs, nach welcher das „Pflegepersonal in Kranken- und Pflegeanstallen weiterhin der Sonder st ellung bedarf", die ihm durch die Verordnung vom 13. Februar 1924„eingeräumt worden ist", ein« glatte Verhöhnung des Pflegepersonals darstellt, und daß 4. zu befürchten ist, daß bei Annahme dieses Gesetzentwurfes der Arbeitsfriedcn in den Berliner Kranken- und Pflegeanstallen von neuem stark erschüttert wird. Di« Rednerin begrüßte ganz besonders den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag, der dahin geht, das Krankenpflege- und Anftallspersonal dem Notgesetz z u u n t e r st e l l e n. In einer von der Versammlung einstimmig angenoinmenen Entschließung wurde der schärfste P r o- t e st des Krankenpflegepersonals gegen das geplante Arbeitsschutz- gesetz und gegen die vollkommene Entrechtung des Krankenpflege- und Anftallsperfonals erhoben. Es wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Arbeitervertretcr im Reichstag und im Reichswirt- schaftsrat die Reichssektion Gesundheitswesen im Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter in ihrem Kampfe um die Duriy. führung der 4S.Sluuden.DJoche auch in den kranken- und Pflege- anstalten und zur Beseitigung aller ausnahmerecht- l i ch e n B e st i m m u n g e n für das Krankenpflege- und Anstalts- personal nachdrücklichst unterstützen werden. Die Reichsstetterbeamtttt. ' Der Bund Deutscher Reichssteuerbeamten hiell am Sonnabend im Reichswirtfchoftsrat einen außerordentlichen Bundestag ab, der sich mll Personal-, Besoldungs- und Beamten- rechtssraaen befaßte. Der Hauptgrund der Tagung war die Verschmelzung der Deutschen Finanzbeamtengewerkschaft und des Bundes der oberen Reichsfinanzbcamten mit dem Bund Deut- scher Reichssteuerbeamten. Die neue Organisation wird über neun Zehntel der gesamten Reichssteuerbeamten umfassen und oernkal ae- gliedert sein, also die Gruppen vom Wachtmeister bis zum Reg,«- rungsrat umfassen. Die Einigung wurde mit großer Stimmen- Mehrheit beschlossen. Der Bundestag befaßte sich weiter sehr eingehend mll der dienst- lichen Ueberlastung der Finanzämter und den Angriffen auf die Beamtenschast der Reichssteuerverwaltung(Fall Hackbusch usw.). Es wurden einige Entschließungen angenommen, die die Verbesserung der personalpolitischen Verhältnisse der Reichssteuer- beamten und die Gestallung bzw. Auslegung der Geschäftsordnungen für die Finanzämter und der Landesfinauzämter betreffen. Der Bundestag wies die in der Denkschrift der höheren Be- a m t e n an den Reichstag zur Gestaltung des Stellenplanes 1927 zum Ausdruck kommende Herabsetzung der Tätigkeit und Ge- eionetheit der nichtakademischen Beamten mit aller Eni- schiedenheit zurück. Am heutigen Sonntag findet im Plenarsaal des Preußischen Landtags die Einigungskundgebung aller drei nunmehr vereinigten Verbände statt, zu der u. a. Reichsfinanzminister Dr. Köhler sein Erscheinen zugesagt hat.__ Schiedsspruch im Oberharzer Bergbau, Berlin. 12. Februar.(TU.) Kürzlich fanden in Goslar unter dem Vorsitz des Schlichters Reqierungsrat Gärtner-Hannover Ver- Handlungen über den am 20. ldezember gestellten Antrag der An- gestelltenaewerkschaften aus Erböhung der Gehälter der Angestellten für den Oberharzer Bergbau statt. Die durch die ablehnende Hal- tung der Arbeitgeber schwierig gewordenen Verhandlungen endeten mit einem Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Gehälter der kaufmännischen und technischen AngesteMen um 4 bis 5 Proz. ab 1. Januar 1927 vorsieht. ist die ideale Fußstütze „fcrtignachMaM" fl Ist leicht, rnciallos, f j elastisch, rostet nie und hilft D bei Spreizfuss, Knickfuss, W M Plattfuss und deren Abarten. 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Freitag. � is. in. der von 16—1 Uhr finden zwecks Einteilung der Wahlkörper im Parterre- ioal dss Verbandshauses, am Schalter 20. die Eintragungen statt Die Orlsverwolkvng. Sterbekaffe»a Berlin. (Generalversammlung Dienstag, den 22. Febr. 1927. abend» 7 Uhr I. Geschäftsbertiht. richt der Rto-.sore S Wahl der Reoisr DtenstaUM�MWMM» Pharud-Sälc, Müllerstr. 142, parterre. Tagesordnung: 2. Kassenbericht 8. Be- goren. 4. Borstandswahl Saht der Reoisoren S Berschiedenes. Anträge. Zutritt aar fflr Mitglieder.- Mitglieds- buch ist vorzuzeigen. Um rege Beteiligung wird gebeten. Oer Oorstau!» J A: R. Bergeuian». Berlin RSd Transoaaiftr tzNI. te/j it'8 �GtAMauff1 . Zdd � s-sS Kahlkium ödet det große deutsche Weinbrand ebenbürtig französischem Cognac zur Abgabe der Steuererklärungen für die Einkommensteuer. Sörpecschaslssleuer und Umsahsteuer sür 1326 und 1325/1326. Die SteucrerNärunge» für die Einkommen., Körperschafts» und Umsatzsteuer sind in der Zeit»om 15. bi» 28. Februar 1927 unter Benutzung der vor, geschriebenen Bordruckc wie solgi abzugeben: .-X. Einkommen- und körperschaskssteuer. l. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer sind verpflichte!: I. Stcucrpsltchtige. deren Einkommen Im Kolend-rjahr 192« den Betrag van 5088 Reichsmark überstiegen hat. Steuerpflichtige, die lediglich steuerabzugs- fähige Einkünfte lArbeitslohn oder Kapitalserträge) von nicht mehr als 8288 Reichsmark bezogen haben, brauchen eine Erklärung nicht abzugeben: 2. ohne Rücksicht aus die Höhe des Einkommens Steuerpflichtige, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses ihrer Bücher zu ermitteln ist. IL Zur Abgabe einer SteuerrrNärung für die Kärperschaftssteucr find ver. pflichtet: I. steuerpflichtige Erwerbsgesellschaften: 2. all- übrigen steuerpflichtigen Körperschaften und B-rmögensmasscn des bürgerlichen Rechts: Z. steuerpflichtige Betriebe und Verwaltungen von Körperschaften des öffentlichen Utechts und öffentliche Betriebe und Bcrwoltungcn mit eigener Rechtspersönlichkeit, OT, Bei Beteiligung mehret« an den Einkünften aus »> Landwirtschaft. Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht gewerb. licher Bodcnbewlrlschaftung: b) einem Gewerbebetrieb, z. L. einer offenen Handelsgesellschaft oder Kommanditgesellschaft: f) sonstiger selbständiger Berufstätigkeit: oi Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen haben hie zur Geschäftsführung oder Vertretung befugten Personen ohne Rucksicht aus die Höhe des Einkommenz ein- Einkommcnserklärung abzugeben. J. Die Erklärungen für die Einkommen- und Körperschaftssteuer stn OWbWMWWMW Kalenderjahr maßgebend ist, nd für da» ») von den Steuerpflichtigen, für die das Kalenderjahr 192«, b) von de» buchführcndcn Steuerpflichtigen, die regelmäßig Abschlüsse machen und ihr Wirtschafisjohr in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres iL Juli 1928 bis einschließlich Zl Dezember 192«) abgeschlossen haben, für das Wirt. fchastsjahr 1925/2« ober 192« abzugeben. 2. Steuerpflichtige tinsbekondere Landwirte), deren Steuerabschnitt in der ersten Hälft» des Kalenderjahrcs 192« geendet hat und die deshalb schon ver. anlagt sind, haben-ine Eteucrerklärung nicht abzugeben. S. Die Steuererklärungen für die Einkommen» und Körpcrschaftssteucr sind bei dem Finanzami obzngeben. in dessen Bezirk die zu l bezeichneten Steuer. Pflichtigen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt, die zu II und llt bezeichneten Steuerpflichtigen den Ort der Leitung Hoven. Für die Entgegennahme der Steuererklärungen und für die Beranlagung der Aktiengesellschafle,, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Berggewerk'cho.iten, Betriebe und Verwaltungen von Körperschaften des öfientlichen Rechts lvgl. Ziffer II J) Cowie derjenigen Gesellschaften m. b. K., die enttveder zu einem Konzern gehören oder bei denen dos Stammkapital nach der Goldmark. eröffnungsbilanz mindesten» 188 88« Reichsmark beträgt, ist für Berlin das Zcntralfinanzamt, Berlin E2, IUdevstr. 588)8, zuständig. Ist im Inland weder ein Wohnsitz noch ein gewöhnlicher Aufrnthalt, noch ein Or! der Leitung vorhanden, so ist die SteuererNSrung bei dem Finanzami abzugeben, in dessen Bezirk das Unternehmen betrieben oder ständig vertreten wird, oder die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt wirb oder Bermögensgegenstände sich befinden. V. Umsahsteu?r. l. I. Zur Abgabe einer Steuererklärung für dir Umsatzsten« sind oerpflichtet ) alle lnichführenden Umsatzsteuerpflichtigen, die regelmäßig Abschlsiste machen: 0 die übrigen Umfgtzstrucrvflichtiqen, wenn ihr Umsatz— einschließlich der steuerfreien Umsätze— im Kälcndcrjahr 192« mehr als 18 888 Reichsmark betragen hat. 2. Ausgenommen sind ») Steuerpflichtige, insbesondere Landwirt«, deren SIcuerabschnitt in der ersten Hälki» de» Kalenderjahre» 192« geendet hat und die deshalb schon veranlagt worden sind: d) die Straßcnhändlcr, Mandergewerbetreibenden und anderen Umsatzsteuer. Pflichtigen, die nach st 57 Durchs.-Best, zum Umkatzsteuergesetz zu Anzahlungen und zur Führung des Eteucrheftcs verpflichtet sind. IL L Die Erklärunacn für die Umsatzsteuer sind ») von den Stell» rvklichtigen, für die das Kalenderjahr maßgebend ist, für da» Kalendewabr 192«, b) von buchkührevden Steiierpslichstgen, die regelmäßig Abkchlüsse machen und ihr Wirt-chaiisiobr in der zweiten Hälfte de» Kalenderjahre,<1. Juli 192« bis eintchsteßl'ch 51. Dezember 192«) abgeschlossen haben, für da» WirtsS-aft». jähr 1925,2« oder 192« abzugeben. 2. Die Erklärungen sür die Umsatzsteuer sind bei dem Finanzamt ab«ue geben, in dessen Bezirk die Umfatzsieueroslicht-aen, r) koweit sie wegen einer gewervl'chen Tätiakeit, einschlü-ßNch ber Urerzengung, stenerpslichtia sind, das Unternehmen betreiben. Bei mehrcr-n Nieder» lassungcn oder isieschSit-stellsn eines rechtlich in«itler Hand befindlichen Unternehmens ist der Ort der Lcitvna des Unternebm-us maßgebend: b) loweit sie wegen einer beruflichen Tätigkeit steuerpflichtig sind, ihren Wohn. sitz oder oewöhnlichen Aufenthalt haben. Ist weder ein Betrieb«>rt noch ein Ort der Leituna. weder ein Wohnsitz noch e>n gewöhnlicher Aitfenlbalt vor. hgnd'g, st) ist die Steucrerklörnng hei dem Finanzamt abzi-aeben, in dessen Bezirk das Unternehmen ständig vertreten oder d-e Tätigkeit vorwiegen!» ausgeübt wird oder das Ilntcrnehmen seinen Sitz hat. C. Gemeinsames. L' Stcuervklichtige mit mehreren Wirtlchaftsiahren, von denen eine» in der zweiten.stälfie de« Kalcnder-ahres 192« endete, haben die Sttuererklärungen auch für die Betriebe abzugeben, deren Wirtschafisjobr in der ersten Hälfie des Kalenderjahres 1926 geendet hat. ll. Die zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten haben st» auch Hann abzugeben, wenn ihnen ein Bordri-ck nicht»ugelondt wird. Die übrigen Sieuernflichiigeu haben ein« Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt besonders au ige fordert werden. Bordrucke für die Steuererklärungen sind bei dem zuständigen Finanzamt innerhalb der Erklärungsfrift unentgeltlich erhältlich. Ol. Wer die Frist zur Abgabe der!bm obliegenden Erklärungen versäumt, kann mit Geldstrafe zur Abgabe der Steuererklärungen angehalten werden: auch kann ihm ein Zuschlag bi» zu 18 v. H. der festgesetzten Steuer auferlegt werden. I?. Die Hinterziehung oder der Bcrsuch einer Stntmiehung der Einkommen- teuer, Sörperschaft�teuer oder Umsatzsteuer sowie fahrlässige Bergehen gegen -c Steuerzeletze tSteuergefährdung) werden bestraft. Berlin, den II. Februar 1927. Der Profldenl des Lalldesfinanzamts Verlin. QickvHa«Jnci I4C rm dieit. hervoT*?- nde Oluiil» Qualität tür Kostüme. Atäntpi. K'�id-r O KP usw................. 4.40, 330 11 Mir Dnmenmätitei,»5 Kft alOnc hervorragende ütiatitst 4 40,330 2,00 Stoffe......'Ute QUA..� 17. �50 Manchester--nie Oualitil.... 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Februar 1927% stattfindenden 70. Geburtstage die» herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen dtr 5. Abteilung.> »»sssssssss Am Donnerstag, den 10. Februar,| verschied unerwartet unser lieber] Mitarbeiter, der Schriftsetzer Otto Schuster im Alter von 46 Jahren. Seine Pflichttreue, sowie sein kollegiales und menschenfreundliches Wesen sichern ihm bei uns ein ehrendes Andenken. Gcschäfttleitung und Personal der Vorwärisbuchdruckerul Paul Singer& Co Beerdigung am Dienstag, den 15. Februar, nachmittags 3 Uhr, I von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde. Statt Karten Beim Hinscheiden unsere» teuren Emschlolenen. des Gallwirts KelnrIO, Schütz wurden uns von lieben Verwandten. Freunden. Gästen und Vereinen, sowie Wildewobnern und Lieferanten durch berrltche Btumenipenden so unendlich viele Beweise herzlicher Tcilnatimc zuteil, so daß es uns nicht möglich ist, jedem cinzelnen zu danten. Wir diiten dader, auf diesem Wege unseren lies» empfundenen Dan! entgegen ,u nehmen. Ganz besonder» danken wir Herrn Pfarrer Zastrow sür die irost- reichen, wod tuende» Worte u. Ehrung des lieben Berftordenen AIt-St>alau, den IS. Februar 1927. Elise ZchS i. geb.S'ever,«rd Kinder w Heilanstaft+ für eieklronWzinWe SeilmMohe. ciSk- W) Rön�cn- timie lind lißtuioeiflunde, �otndopaihle.Biodisiale uno tuMüten. SümlilA meDijür�en uaD HaDiuniüüDet. BoßKig gifMeie behMißag. rhu nnfe uub seduolle Seilerfolg« bei allen Inneren und Oasteteti| ranthtzikrn, speziell«hronischen, vet Männern, frauun und Sindern. SsbZNlj ljös Kemkißljö- u. Staatsarbeiter Filiale Groß-Berlin. Dien»lag, den 15. Februar 1317. abend, 6 Uhr Im Saal 4 de» Gewersschaslshanse«. Serlln. Eogewjer 24.-25 Generalversammlung Tagesordnung: Jahresbericht über da« Jahr 1926: a) EelchästSbericht. b) Kassendericht. c) Berich! der Revisoren. S. Neuwahlen:»> der OrlSverwaltuna, d> der Revisoren, c) der BidllothetSkommissson, 6) Bestätigung der An- gestellten. Dolljählige« und pünktliches Erscheinen ist Pssicht! Zutritt nur gegen Vorzeigung des Rlitgliedsdnches lind der Delegierten arte iür das Jahr l927 Mitglieder der Orts- oerwatlung. die Reoiioren und die Bibliothetskommission haben Zutritt gegen Vonveijung der Karte iür da» Jahr 192«. Cie Octaoeetoallung. AofKIßrendeVorträge über Ruiios-KnobiauciiKur Monlsg, M.Februar: Pharus-Säle.Müllerstr. 142 Dienstag, l S.Febr: WirtshaasTreucr, bstinienallea 23 Mittwocb, 16. Febr.;Ge«ell8Cbaitsbaus,Trlftstr.63 Freitag, 18. Februar: USwenbraaerel, Bocbstr. 2 — Näheres sieh« Anschlagsfialen.— Eintritt frei. 8 Uhr abends. Eintritt frei. Haben Sie Beschwerden wie Alterserschninungen. Arterienverkalkung, Gicht, Rheuma, nervöse Beschwerden, Korpulenz, Magen-, Darmstörungen, dann kommen Sie zum Vortrag! I Nachweislich sind mit gutem Heilerfolge folgende Krankheiten bebandelt und' geheilt worden: Hals- und Lungrn-Tubcrknlose und Katarrh, Brvuchialkatarrh, Broachialolthwa: Keuchhusten: Herzerweiterung, Herzfehler und Herzllappen- fehler. Herzasihino: Maqeneiweiteruna und-senlnng, Magen- und Dorm- katarth,»crvsjc Manrnschwäch«. Manengeschwüre: Etuhloerslopfung: Leber- «zkranknng, Sallenfteiue, Gelbsucht; Leber- und Milzausihwellun.r: Sicht und Rheuma ismu». rheumatische und uersöse Kopsschmerzeu, Schlaflosigkeit: Er- krankungen de» Reruensisstrm«, Nervenschwäche. Nenrauhenie, Hgftcrie, Reur. ulgie, Ischias, Triarminus-Rrneolgie. Migräne, Riickenmarterk'antusge»! Stofswechlrlirankheiten, Zuckerkrankheit, Harnsäure Diathes«. Fei, sucht: Gr- krankuugea de. Blute». Leukämie, Ehlorose und Anämie: Nieren- uud Blasenleiden: Erköltunoskranlheiten, Inflnenza, Grippe; Gchnppenstrchte, chronisch« Ekzeme. Baeiflcchte, Haaraussall. fressende Hawflechte fLupus); Beingeschwürc. f ische und veraltete Wunden und Fisteln, Maltdarmsikieln und -fissnren: Hämorrhoiden: Lurischnngen, Blutergüsse: Furunkel und Karbunkel; Krampfadern, Muttermale: Nessellucht, Rost: B raubmunden: Drüstnfckwel- lunqen iedcr Art: Ohren- und Ralenleldcn, Stirn-»nd Kirstruhöhstnve-.eit«. rung: Bdernserkalkung: Folgen von Schlaoansall, Lähmungen bei Kin-rr» und Erwachstnea: Klnderkrankhci-cn, Sfrophulos«: Franenleidea jeder Art: Scschlechtslrankheitea und deren Folgen bei Männern und Franc». Bon den Hunderten Geheilten sind hier nur einige wceen Raummangels an- geführt: l. S. Rönsch. Sattler. Bln., Franksueter Allee lka, Rheumati». mu». eeheiftz. 2. Fr. E. Sobdo>f, Bln., Kolberoer Str. 25/29, Nerven, und Knochenhantcnlzlinduna vollständig gelähmt,««heilt. 9. H. Ritter. Bln� Friedenau. Svonholzstr. ö«, v. Beinleiden geheilt. 4. H. M. Werner, Kauf» mann. Bln. R.. Goltschedst-, 2 v. Lungenleidcn. Blascnkatarrh geheilt. 5. Knabe 23. Mulack, Bln.. Zwinalistr. 59. v. Rückengratverkrümmung mit Lähmungserscheinnngen Mögen- n. Darmkatarrh geheilt.«. Fr. M. Scinrck, Bln. Auaussstr. 2l, o. Müssest»', Nndung u. Herzschwäche geheilt, 7, Fr, I. Hanisch, Bln.. Lübecker Ctr. 13. Blinddarmsisiel, aebeilt. 8. Fr. Hermann. Bln.-Echöneberg, Fcnrigstr, 13, BIindda:mfisicI. gcbcilt. 9. Fr. A. Heide- korn, Bln.. Geßlerstr. 34. Gelenkrheumatismus. Rückenschmerzen u. Reur- ostbenie. geheilt. 18. H. O Bürger, Rentier. Bln. Reichenherger S'r. 141, Drllsenschwelluna ccheilt. 11. S. Paul, Bln.. Reichenberger Str. 131. Magen- ii. Nervenleiden geheilt. 12. Fr. V. Blißuer, Bln.-Neukölln. Harzer St'. 57. Krämpfe, geheilt. 13. H. v. llnqer. Kaufmann. Bln., Wichcrtsir. 41. Mögen-, Leber- u Nierenleiden, geheilt. 14. Fr. d. Bastlin. Bln.. Bfluastr.» Magensekchwüre». Blutarmut, geheilt. 15. Frl. Lietzow, Bln.. Kolbcraer Str. 23/28 Gestnkrheumntismu». geheilt. 1«. Fr. Ww. Fritfchler. Bln.. Marienbur-'er Str. 43 Darmorfchwulst. geheilt. 17. Fr. Hedwig Stern. Bln.-Schöneberg. Thorwaldlenstr. 18. Lebsranfchwellnng Gallendlostnentzsindung. oehcilt. 13. Fr. A. Rohrmostr, Bln.. Dresloner Str. 1 Herzer'veiten'ng. Serzneurose allg. Nervenschwäche, aeheilt. 19. Fr. Bartsch. Bln.-Töven!ck. Resenstr.?. schwere Blntverosftung u. Hondve-e!'«- runa gebellt. 28. S. O. Oebme Schlächiermeister, Bln.. Tb-e-str. 48 Herz. it. Maoen'eiden. Leber-», Milzavschwelluna. oehellt.?1. Fr A. Ki'chner. Bln.. Dolzieer Str. 24 Mosen., Leber- u. Gallensiemlelben. Gelbsucht oe- heilt. 22. Herta Fabel. LIIbbknaii-Sv'ee'vgld. tuberkulöser Knochensrzß Knicoestnksenlzllndung. oehctl'. 23.$> Röhr, Ritterau'sbesitzer, Ernsimalde K?s. Karnowen. Ostpr., fdiwsre Blnweruiftung u. Geschwüre. gebe'It"4 K O. Lcouold. Bln-F-Irbenau Koisrrgllee 123. eitrige L"n«en'!si-l. gehe'lt 25 S. G. Michael!». Gastwirt. Bln.-Eharlvtstnhurq, Wolgz. 37. Lcherleiden Gollenstein'eidrn. Gelbsucht oeheilt. 2«. S. Boliz-iossinent R. K-amm, Bln.. Äochhonnstr. 2«. von Maoenreschwll'en Mooenerwciteruna u Senfuni mit 30 Behandlungen acheilt. mir raunen tooen. da« durch die Sur in nn'erer Hellanstalk stlbst die filkessen. starfussnfiassen Keiden no»>ur Beitun-, gebracht werden und daß alle, die ihr höchstes Gedengläck. d>? rssokandstelk. bereit« verloren ,v haben g'aubcn. wieder in den Bollbesitz derselben gesetzt werden. Briefliche Oriqinal-Anerkennitngen von UN» geheilter■»-» Paü'ntcn stehen im WartezinPier der Anstalt zur Einsicht vm- I Y-.ört- Die milden Hocharomat. Feinschnitte Gekrennke De�ianMangörflun? f«e Cantm«ad Serrea f Äelne brl worden, man weiß es und handelt danach, daß jedes Tier ein« in sich abgeschlossene Individualität darstellt, zwar ausgerüstet mit den allgemeinen Eigenschaften seiner Sippe, aber mit seinem eigenen, besonderen Charakter. Nur wer die Gabe besitzt, diesen eigen- tümlichen Charakter im Tiere beobachten zu können, hat Talent und Beruf zum Dresseur. Als ich die zahme Dressur einführte, be- stand meine Aufgabe nicht nur darin, an die Stelle von Peitsche, Knüppel und glühenden: Eisen eine freundliche, gerechte Behandlung der Tiere, gestützt auf das System von Belohnung und Strafe, zu setzen, sondern auch in der Aufgabe, den Charakter jedes ein- zelncn Tieres zu studieren. Bei Dresseuren, die diesen Namen über- Haupt verdienen, geschieht das heute allgemein. Vom ersten Augen- blick an, wenn die Tiere in die Hand des Dompteurs gelangen, wollen sie beobachtet sein, und nach dem Resultat dieser Be- obachtung richtet sich im einzelnen die Behandlung. Wie Kinder, so verlangen einzelne T?erindioidu«n mehr aufmunternde Lieb- kosungen als andere, manche wollen infolge eines störnschen, wenn auch nicht bösartigen Charakters, mit Strenge behandelt sein. Da die Tiere in ihren Hadlungen nicht von Verstandserwägungen, sondern von Impulsen geleitet werden, so muß von Anfang an hauptsächlich das Temperament studiert werden? kennt man dieses, dann ist schon viel gewonnen, Temperament, Erinnerungsvermögen und Talent, das sind die drei Angelpunkte aller Dressur. Schon frühzeitig muß der Dresseur erkennen, welche Tiere sich für seine Zwecke eignen, und welche nicht. Ohne Besinnen sind die- jenigen zu entfernen, die ein gefährliches Temperament besitzen od«r kein Talent zeigen. So leicht als man denkt, ist diese Auslese nun allerdings nicht. Es gibt Tiere, die zuerst ganz gut ein» schlagen, und erst später, wenn sie mit vielen anderen Tieren zu- sammenarbeiten, nervös werden und ihrem Bändiger gesährlich werden können, wenn er die Veränderung bei seinen Zöglingen nicht bemerkt. Werfen wir einmal einen kurzen Blick auf die ersten Stunden in der Dressurschule. Die Tiere, welche zu einer Gruppe zusammen. gestellt werden sollen, lauter jugendliche Exemplare, sind nach ihrer äußeren Schönheit ausgewählt und für ihren Beruf als Artisten bestimmt worden. Nehmen wir an, es seien Löwen, Tiger, Panther, Leoparden, Eisbären und Hund«. Vor allem gilt es, die Tier« miteinander bekannt zu machen? denn ließe man sie alle auf ein- mal unvorbereitet in einen genieinsamen Käfig, so würde ohne weiteres die gefährlichste Balgerei entstehen. Die Tiere werden also in einer Reihe von Einzelkäsigen untcraebracht, die aber nur durch Gitterstäbe voneinander getrennt sind. Alle können einander sehen und in ihrer Sprache miteinander sprechen. Der Dompteur hat Zeit, sich mit jedem einzelnen seiner Zöglinge zu beschäftigen und ihn durch Besuche und Liebkosungen an sich zu gewöhnen. Nach ge- raumer Zeit kommen die Ttere zur ersten Schule gemeinsam in eine große Arena, selbstverständlich unter Aussicht des Lehrers. Wie in der Schule für kleine Kinder wird aber auch hier in der ersten Stunde noch nicht gearbeitet, die Tiere lernen sich jetzt erst näher kennen, spielen miteinander und mit dem Lehrer, und machen sich mit der neuen Oertlichkeit vertraut. Vom ersten Augenblick des Beisammenseins an hat der Domp- teur ein wachsames Auge auf jedes einzelne Tier. Häusig hat er Gelegenheit, mit einer noch freundschaftlichen Mahnung Ausein- andersetzungsn zwischen den Tieren zu verhindern. Alle jungen Tiere, überhaupt alle Tiere, besitzen eine große Zuneigung zum Spielen, aber sie erzürnen sich auch leicht miteinander. Hier naht sich ein Eisbär mit tölpelhaftem Schritt einem Löwen und möchte ihn an der Mähne zausen, der Löwe versteht die Berührung falsch und versetzt dem Kollegen aus dem Norden eine Ohrfeige. Soiort ist der Dompteur da und macht den Löwen durch einen wohlge- meinten Rippenstoß darauf aufmerksam, daß man hier höflich zu sein hat. Einem Tiger, der von Natur vielleicht ein kleiner Rowdy ist, fällt es ein, dem friedlich neben ihm hertrottenden Leoparden «ins mit der Tatze zu versetzen, der Leopard faucht wütend und duckt sich zum Sprung, aber schon ist der Lehrer da und treibt die Kampfhähne auseinander. Schon bei diesem ersten Zusammensein kann man sich ein oberflächliches Bild von den Charakteren der ein- zelnen Tiere machen und die Friedfertigen von den Angriffs- lustigen, die Gehorsamen von den Widersetzlichen unterscheiden. Bei der Dressur entscheidet aber nicht nur der Charakter, sondern Haupt- sächlich auch das Talent. In der zweiten Stunde sind die Geräte und Dekorationsstücke bereits in der Arena aufgestellt, denn der Plan der Vorführung muß natürlich bis in alle Einzelheiten fertig fein, ehe man überhaupt mit der Dressur anfängt. Eine Gruppe von Böcken ist treppenartig aufgestellt, an der Seite liegt eine Tonne, auf deren Rücken einer der Tiere balancieren soll. Der Dompteur ist mit einer Peitsche und einem Stock ausgerüstet, viel wichtiger aber ist die Ledertaschc, die er sich an einem Riemen um den Leib geschnallt hat, denn sie enthält kleine Fleischstückchen. Die Tiere werden in die Arena gelassen und schauen mit Staunen den imposanten Bau an. Es geht aber sofort an die Dressur, denn nur in der Arbeit kann der Dompteur sich ein seststehendes Urteil über seine Tiere bilden. Auf der obersten Stufe der Pyramide aus Holzblöcken soll ein Löwe stehen. Aus den beid«n zweithöchsten zwei Tiger, unten zwei Leoparden, und davor auf zwei Böcken sollen die Eisbären sitzen, während die Hunde über die Leoparden hinwegspringen. Eine unendliche, überhaupt gar nicht zu be- schreibende Geduld wird dazu gehören, alle di« verschiedenen Tiere dazu zu bringen, daß sie ihren Platz einnehmen, ruhig auf dem- selben verharren und nicht eher herabsteigen, bis sie dazu den Befehl erhalten. Vom ersten Anfang an muß jeder Schritt, den eines der Tiere run soll, berechnet sein. Denn die Vorführung stützt sich später auf die Gewohnheit, die in den Tieren fest eingewurzelt sein muß. Schon vom Augenblick der Auswahl an hat man dem vierbeinigen Artisten Namen gegeben, bei denen sie gerufen werden, und jedesmal, wenn etwas von ihnen verlangt wird, bekommen sie ihren Namen zu hören, damit das Ohr sich an den Klang gewöhnt. Zuerst, nachdem die Tiere in die Arena eingetreten sind, gilt es, jedem einen festen Platz zu geben. Zu diesem Zwecke sind an den Wänden niedrige Böcke aufgestellt, die in jeder Vorstellung unweigerlich auf derselben Stelle stehen müssen. Der Dompteur tritt auf einen der Löwen zu, spricht begütigend mit ihm und hält ihm ein Stückchen Fleisch vor, mit dessen Hilfe er ihn auf den Bock zu führen versucht. Vielleicht wendet er auch schärfere Maßregeln an und packt den Zögling am Fell, um ihn auf diese Weise nach seinem Bestimnmngsort zu geleiten. Die Belohnung ist aber noch nicht verdient, das Tier muß den Bock erklettern? erst wenn«s dies getan hat, erhält es ein Stück Fleisch. Noch hat es keine Ahnung, daß es auf dem Bock sitzenzubleiben hat, und auf die zahllosen Versuche, herabzusteigen und sret herum- zulaufen folgt immer wieder das mühsame Locken, Zurückführen und Aus-den-Bock-bringen, bis das Tier es endlich zu begreifen an- fängt, was man von ihm verlangt. Sind endlich, nach langen Mühen, alle Tiere der Gruppe dahin gebracht worden, daß sie auf ihren Böcken Platz nehmen und dort bleiben, dann erwächst häufig eine neue Schwierigkeit. Gewöhnlich befinden sich in jeder größeren Gruppe einige Streitmacher, die es nicht fertig bringen, ruhig neben ihren Kameraden zu sitzen. Auch diese Störenfriede müssen durch andere Tiere ersetzt werden, damit der Friede bewahrt bleibt. Und nun endlich geht es in die höher« Klasse. Jetzt erst muß es sich zeigen, welche von den Zöglingen wirklich Intelligenz und Talent besitzen, denn meistens stellt es sich erst im Verlaufs der höheren Dressur heraus, welche Tier« man wieder hinauskomplimentieren muß. Je geduldiger und gütiger der Dompteur ist, desto mehr Vertrauen werden die Tiere zu ihm fassen? ist seine Güte aber nicht mit Strenge gepaart, die sich Gehorsam zu erzwingen weiß, dann wird der Vorführung die Sicherheit mangeln. (Mit Erlaubnis des PauI-List-Verb-aes, Leivzi«, dem Buch«„B 0 n Tiere» und Menschen" cntnouunen.j Menschheit. Von Frank Eran«(N«w Jork). rin besteht meine gerühmte Unabhängigkeit? Ich bin von rd jedem abhängig, von Menschen und Dmgen. Ich gehe mit iqe. Ich bin in der Menschcnprcsse festgeklemmt. Worin allem und... � �„ 1 der Menge. Ich bin in der Menschenpresse festgek Also meine Vorsahren haben mir etwas hinterlallen. Nicht Geld noch Gut, aber tiefere Kräfte und Fähigkeiten. Was ich meinen Charakter oder meine Natur nenne, besteht aus unendlich vielen Teilchen und Anlagen jener, deren Blut in meinen Adern kreist. Em tleiner Same Trägheit stammt von diesem Großvater, ein Körnchen Verschwendungssucht von jenem. IrAcndein« entfernte Großmutter hat mich vielleicht mit der Furcht vor Pferden oder mit der Liebe zu Hunden begabt. Es tann in mir ein Stückchen Gesetzlosigkeit stecken, das von einem Vorfahren stammt, der ein Seeräuber, und ein bißchen Frömmigkeit von einem anderen, der ein Heiliger war. Und so geht auch alles von mir auf meine Kinder über und besprenkelt die Kinder meiner Kinder mit einem Tupfen von Kraft oder Schwäch«. Ich bin zwischen Vorfahren und Nachkommen gesät. Ich bin ein Tropfen in einem fließenden Strom, ein Molekül in cinem Berge, ein« Zelle in einem großen Baum. Die Worte» in denen ich denke, sind nicht die meinen. Sie ge- bören der Menschheit an. Millionen von Menschen haben sie ge- schaffen, geprägt sind siz geworden, wie ein Koralll meine Gedanken hineinkriechen. Meine Gesten, meine Art, wie Ich mich gebe, meine Umgangs- formen, mein« sogenannten Eigenschaften— ich habe sie alle geborgt. Religion ist nicht so sehr eine persönliche als eine Sache der Gemeinschaft. Du bist Jude, weil du al» Jude geboren wurdest. Aus dem gleichen Grunde bist du Katholik, Prcsbyterianer, Moham- niedaner, Buddhist oder Mormone. Wenn wir ins Leb«n treten, finden wir diese Zellen im Bienenkörbe der Menschheit schon vor und kriechen hinein. Der junge Liebhaber büket sich ein, kein Mensch vor ihm hätte seine Pein und sein Entzücken gefühlt— und doch wiederholt die Natur in ihm nur die Empsiirdungen, di« sie schon in Myriaden anderer Menschen erzeugt hat. Nach dem Worte Burk» besteht die Gesellschaft aus jenen, die leben, aus jenen, die tot sind und aus jenen, die noch geboren werden. Was ich meine Meinung nenne— wieviel davon ist nichts als Echo? Meinungen sind ansteckend wie Masern oder die Pocken. Unsere Begriffe von Kunst. Literatur. Politik, Moral— die Masse hat sie ausgesondert, wir lxiben sie von der Masse. Originelle Ideen? Wo willst du sie finden? Alle Ideen, die es gibt, sind schon da— treiben im Meer der Ideen. Ich, eine Auster, nehme einige davon In mir auf und bezeichne sie als die meinen. Ja, selbst sie Worts des Vaterunser wurden auf talmudische „Öer Tautropfen schlüpft ins leuchtend« Meerl' Der Strom Quellen zurückgeführt. .Der Tautropfen jchluvst der Menschheit hat seinen Ursprung Im Unendlichen und strömt ins Unendliche zurück. Wie wir uns, im Vorübergehenden, in einem seltsamen Egoismus gefallen I Wir brüsten uns, gestikulieren und reden von uns und dem unsertgcn— um zuletzt doch den Katarakt hinuMer zu müssen, der, unaushörlich wie der Niagara, im Unbekannten mündet. (Utbertragung von Mar H« y« I.) Sonntag 13. Februar 1927 Äus 6er Die Zilme öer Woche. �Mensch unter Mensthen." (Ufa-Thealer am Kurfürsleadamm.) Die Verfilmung von Victor Hugos großem Tendenzroman „Die Elenden" hält in seinem znxiten Teil leider nicht gan,, ivas er im ersten versprach Die Geschichte des ehemaligen otrnf- lings Jean Baljean, der sich vor seinem Verfolger, dem allgegen. wärtigen Auge des Geseßes, Iavert, Immer noch verborgen halten muß, und seines angenommenen Kindes, Cosctte, das inzwischen zum jungen Mädchm herangewachsen ist, wird in epischer Breite und in einer schon überlebten jsilmtechnik weiter geführt. Das Paris von ISA ist der Schauplatz der Handlung, meist m entlegenen und altmodischen Ouaiticren. Jean Daljean lebt mit seinem Pflegekind in bürgerlicher Wohlhabenheit, aber das Elend und die Not/deren Opfer er einst selber war, wird uns w der Familie Thenardier schmklid) genug vor Augen geführt. Daneben wird eine ganze Apachenbande in Szene gesetzt. Das Hauptinteresse aber wendet sich der Liebe Eosettes und des Marius zu, des jungen, für Freiheit und Fortschritt begeisterten Schriftstellers, der trotz seiner Herkunft aus dem Adel für die Sachs des Volles eintritt. Der Aufftand gegen Louis Philipps Bürgerregierung wird in breitangelegten(etwas matten) Barrikadenkämpfen geschildert. Die Freiheitsstreiter unter- liegen: Jean Valjean, der in die Kämpfe eingegriffen hat, vermag den schweroerwundeten Marius zu retten. Es kommt zu jener be- rühmten Wanderung durch die Abflußtanäle von Paris mit all ihren Schauern. Die Schlußszenen sind sehr rührend, wenn auch allzu sehr aus die Tränendrüsen spekuliert wird. Marius und Eofeiit sind ein Paar geworden. Valjean, jetzt ein Greis, fühlt sich vereinsamt und verlassen, aber das iunge Paar sucht ihn auf, im! ihren Armen findet er einen friedlichen Tod. Das eigentliche Problem der Handlung, die Verfolgung des ehemaligen Sträflings, tritt mehr in den Hintergrund. Nur cinnral treffen sich noch Iavert und Valjean während der Revolution. Iavert ist als Spitzel entlarvt worden, Valjean bittet ihn sich aus, da er in erster Linie berufen ist, Rache für die Verfolgungen eines ganzen Lebens zu nehmen. Aber im letzten Augenblick läßt er ihn frei, und Iavert scheint in der Tat ein anderer geworden zu sein. Er hilft Dasiean bei seiner Flucht mit Marius, sucht aber dann aus Gewissensbissen über be» gangene Pfltchtoersäumnis den Tod w der Seine. Die Darsteller sind auch im zweiten Teil dieselben wie die ersten, Gabriel G a b r i o ist der treusorgende Biedermann, wie er im Buche steht. Er hat die undankbare Aufgabe, von Szene zu Szene mehr zu altern. Aber er weiß sich mit Würde aus der Affäre zu ziehen. Jean Toulout trägt die gleiche starre Maske des Polizisten wie im ersten Teil. Zandra Milowanoff spielt tetzt die Cosette als braves, nettes, ganz auf ihre Liebe bedachtes Mädchen. Mit jugendlicher Be- oeisterung charakterisiert R o z e t den jungen stürmischen Marius. Wie im ersten Teil entzückt auch im zweiten ein Kind durch sein« Leistung. Der kleine B a d i o l e leiht dem Typus des Pariser Straßenjungen, dem Gaoroche, alle Pfiffigkeit, allen Elan und Mut, die diesen auszeichnen. D. ,Gauner Im Irack." (Emelka-Palast.) Der Regisseur Manfred Noa hat stets eine klare Stellung- nähme zum Sujet und eine eigene Note. Dieses Mal reichte beides nur zu einem guten Durchschnittsfilm. In recht lustiger Art wird von zwei Gaunern erzählt, die man zuerst in Sträflingskleidern kennenlernt und die sich ihre Frackauzüge erst so nach und nach ergaunern. Der eine Ist ein Zauberkünstler, der Beruf und Privat- leben nicht genau genug unterschied und zu unangebrachter Zeit fremde Sachen in sein« Tasche zauberte. Der andere ist ein Bank- beamter, der Unterschlagungen machte. Gerne möchte er ein neues Leben beginnen, aber jeder sieht in ihm nur den entlassenen Straf» ling. Kein Wunder, daß er sich an den Freund, den er im Ge» fängnis kennenlernte, erinnert und dank dessen Lehren auch Ge». legcnhcitekünstler wird. Di« Aufmachung macht's. Sobald der Hochstapler im Frack steckt, macht er Karriere: bald sitzt er ün Justizministerium, bewohnt im Hotel eine Flucht von Zimmern und verlobt sich mit einer Gräfin. Schließlich wird er ertappt: doch auch das ist für ihn gut, denn nun bekommt er das Mqdel, das ihn liebt. Das gönnen Ihm die Zusthauer von Herzen, denn sie haben diesen Hochstapler im Frack gern, er hat so nette Manieren, er ist ein wirklich guter Freund, er läßt die Älückssonne auf menschliche Schattenpflanzen scheinen, und die Betrogenen gehören gerade nicht zu den auserlesenen Vertretern der Menschheit. Di« Manu» skriptverfasier arbeiteten nur mit Zufälligkeiten und nach Scha- blonen, so daß selbst Manfred Noa kopieren mußte, als er die mann hatte als Zauberkünstler viele interessante Möglichkeiten in seiner Rolle:«r nutzte sie bei starker Uebertreibung ulkig aus. Die Damen Susy V e r n o n. Mary Kid, Asta G u n d t sahen schön aus und waren fesch gekleidet. Die Aufnahme dieser befrackten Gauner war sehr freundlich: hoffenttich bekommen si« nicht gar zu viele Nachfolger._ e. d. ,vie 5rauen vou Polles Serjjfcre/ (Primus- Palast.) Jetzt, da die Revuen im Abflauen begriffen sind, nimmt sich Per Film ihrer an, offenbar um sie überall dahin zu tragen, wo keine Revuen zu sehen sind. Wenn die» der Sinn des Unter» nehmens ist, so mag man ihn gutheißen. Aber mit der Revue ver- glichen, die doch auch zu einem großen Teil ihre Effekte durch Bild- Wirkungen erzielt, verblaßt der Film und wird zum bloßen Ersatz. Die kleine Rahmenhandlung, die den Film umgibt, ist ohne be- sondere Bedeutung. Ein deutsches Ehepaar fährt nach Paris, der Mann geht auf Abenteuer aus. Die Frau, bisher unmodisch und unelegant, beschließt es auf parisierisch zu oersuchen, wird comme il kaut eingekleidet und frisiert und trifft natürlich ihren Mann in den Folies Beraere, der bekannten Vergnügungsstätte. Erst nach und nach erkennt er sie und wird durch ihren Charme aufs neue erobert. Dazwischen aber spielt sich die endlose Reihe der Revue- szenen ab. Man sieht ungefähr dasselbe, was man auch in Berlin zu sehen bekommt: im wesentlichen Tänze und Ausstattung. Auf die Dauer ermüdet man und merk sich nur die wirklich außerordent- liche schwarze Tänzerin Josefine Baker, die ein Programm und ein Temperament für sich ist. Daneben noch die Tillergirls, die aber im Film nicht mehr so stark wirken wie auf der Bühne. Die Farbigkeit, die dieser Film verwendete, oerlieh ihm besonderen Reiz: es gab schöne Farbenharmonien. In der Rahmenhandlung mochten sich Claire R o m m e r als die Provinzdame, die sich in eine Großstädterin verwandelt, und Margarete L anner als schicke Pariserin besonders bemerklich. r. »Unter Ausschluß öer Gesseutlichkelt!� (Picadilly.) Von Mädchenhändlern und ihrem dunklen Treiben scheinen sich Filmunternehmer allerlei zu versprechen. Dies weite Film in diesem Winter, der sich mit diesem die Filmunternehmer allerlei zu versprechen. Dies ist bereite der ......."• 7.....: Stoff reilich hat er sich nicht voll entfalten können, denn die Zensur hat ife befaßt. ihn in wiederholten Verfahren zu starken Veränderungen oeranlaßt. Jetzt ist der Mädchenhandel in den Hintergrund gerückt— tatsächlich soll er in Wirklichkeit auch kaum mehr eine Roll« spielen— und die Hauptsache ist ein Sittenbild mit kriminellem Ausgang geworden. Eine ganz kur�e Rahmenhandlung bringt die Ermordung eines Wüst- lings vor Gericht: die Oeffentlichkeit soll ausgeschlossen werden, aber der Richter selbst tritt für ihre Beibehaltung«in, damit die Verhand- lung aufklärcnd wirken könne. Im Mittelpunkt der Handlung steht Ibrahim Hulam, ein ausgesprochener Orientale, der in Berlin große Geschäfte macht und des Mädchenhandels verdächtig ist. Er weiß durch geschickte Manöver die bildhübsche Tochter des Herrn o. Schient, Anita, eine hervorragende Tänzerin, zur Ehe zu zwingen. Sie liebt ihn nicht eine Spur, aber bringt das Opfer ihrem Vater, um ihn aus leichtsinnig übernommenen Wechseloerpflichtungen zu retten. Ibrahim sucht vergeblich, die Liebe der Frau, der er sklavisch ergeben ist. zu erringen. Durch«inen Zwischenfall kommt die ganze Affäre Ibrahim Hulams ins Rollen. In einem zweifelhaften Salon, deren Inhaberin frische Menschenware liefert, wird ein alter Lüstling ermordet. Der Verdacht fällt auf Herrn v. Schlenk, der vorher einen Streit mit diesem Herrn hatte. Aber der wirkliche Täter meldet sich, es ist der Bruder der jungen Eva, der in Notwehr tötete, als er seine Schwester vor den Nachstellungen des alten Lebemannes bewahren wollte. Gleichzeitig wird— die verschiedenen Handlungen gehen ziemlich durcheinander— das Verfahren gegen Ibrahim aufgenommen: er entzieht sich ihm, da er keinen anderen Ausweg sieht, durch Selbst- mard. Nun ist der Weg frei für Anita zu ihrem Jugendgeliebten, der zu ihren und ihrer Familie Gunsten wiederholt in die Handlung eingreifen konnie. Robert Wieue hat aus dem Manuskript kräftige Filmwirkungen herausgearbeitet: er wurde dabei unterstützt von einer Reih« glänzender Darsteller. Werner K r a u ß gab den Ibrahim mit einer höchst interessanten Maske und charakteristischer Erscheinung. Er war ein levantinischer Othello mit wulstigen Negerlippen und Kraushaar — eine Prachtleistung. Er suchte sogar die Roll« etwas zu vertiefen: das Halbtier, dos bei all seiner Gerisienheit einer Frau hörig wurde, hat das dunkle Verlangen, durch sie aus seiner Sphäre emporgeführt zu werden. Jakob Tiedtte gibt den merkwürdig dusieügen und gut- DÄ5! i EC K C: NVA5SE R CcbcMcr Krooer, EOS* Wirkt. BtrUn• DmuJs■ Sofife. Vellage öes vorwärts mutigen Herrn v. Schient mit allen Allüren des Bonvivants. Ganz starr und Maske ist Divian G i b s on als Anita, die durch ihre schöne Erscheinung gesangen nimmt. Ida W ü st weiß der Saloninhaberin prickelnde Züge abzugewinnen. Maly D e l s ch a f t ist das einfache Mädchen aus dem Volks, Wilhelm Dieterle ihr sympathischer Bruder und Beschützer. Auch die kleineren Rollen sind sämtlich gut besetzt, so daß«ine vorzügliche Ensemblewirkung dem Reißer Niveau gibt. D. »die Tragödie eines verlorenen." (ZNarmorhaus.) Vorzüge der Darstellung verdecken wenigstens zeitweilig die Mängel der von Max G l a ß sozusagen erdachten Handlung. Ins- besondere Ralph Artur Roberts als meschant schmunzelnder Hochstapler und Pseudograf mit spöttischem Schnurrbärtchen im niederträchtig glatten Gesicht ist bis in die Seitenblicke und bei- läufigen Handbewegungen hinein kostbar. Famos, wie er sich mit selbstgefällig-abgefeimtem Lächeln an sein Opfer heranpirscht. Das Opfer, das ist ein Bankbeamter, den die Rot liebeleerer Einsamkeit verstört— ein vom unbefriedigten Geschlechtsdurst gemarterter, leicht zu mißbrauchmder Mensch. Sein bleiches, fahriges Wesen charakterisiert Alfred Abel leise und eindringlich, um weiterhin der Verzweiflung eines halllos Abgeirrten starken Ausdruck abzu- gewinnen. Die völlig unvermittelte Verwandlung jedoch dieses schwer deprimierten und äußerlich höchst kläglichen Mannes in einen mit der lässigen Sicherheit des geborenen Lords auftretenden Elegant vermag auch er nicht glaubhaft zu machen. An solchen Unmöglichkeiten ist in diesem Film kein Mangel. Den ungenügenden Voraussetzungen der Handlung entspricht die absurde Schwerfällig- keit des kriminellen Abschlusses. Der Zuschauer, der den Sach- verhalt überblickt, wächst langsam aus, wenn er die Untersuchung in Fehlschlüsse abirren sieht, die nicht einmal in Magdeburg des Kommifsanis Tenholt denkbar wären. Die Tragik des sexuell Entbehrenden fft nur obenhin gestreift. Kurt Gerrons un° appetitlicher Komplice, die schöne Erscheinung Helga Molan- d e r s kommen dem unter Hans Steinhoffs Verantwortung geschickt aufgenommenen Film recht zugute. Wollustvision und Albbruck sind ein paarmal neuartig gestaltet. Aber dos Ganze erschöpft sich doch in abgespiellen Entwicklungen und Situationen. _ Wdt. »die vellebte." (Tauentzieu-Palast.) Der Fall liegt hier kompliziert. Anna v. Zizka ist überhaupt nicht die Geliebte des Prinzen August, sie tut nur so, sonst denkt sie nicht daran. Bei ihr gilt nur der Ring am Finger. Aber trotz- dem überhäuft die prinzliche Hoheit sie mit Geschenken und dafür kaust dos herzige jbind seinen Eltern das versteigerte Stammschloß zurück. So gut, so zuckrig nett, so echt wienerisch ist es, ein Pracht- mädel, das am Schluß doch noch den Prinzen heiratet,, trotz der wütenden Proteste der regierenden Großmutter. Und auch eine Revolution stellt sich zur rechten Zell ein, entthront den Prinzen und gibt ihm Gelegenheit, Gewichtiges über die bürgerliche Welt- ordnung zu sagen. Wien ist bereits überlebt, Militärfilme find ebenfalls als Reißer abgesetzt, es muß also ein neues Schema ge- funden werden. Da Revolutionen unbedingt über gewisse Reize verfügen, hat man sie jetzt seit einiger Zeit für den Film entdeckt. Und eine Kombination von Wien, Revolution und mehr oder minder hochherzigen Fürsten ergibt ungeahnte Möglicbkeiten. Hier geht es aber recht humoristisch zu. Am Ansang fürchtet man Rührungstränen. Es Ist auch zu schlimm, wenn dt« verarmten Eltern in einer unmöglichen Wohnung residieren müssen. Aber Edda C r o y hat das Herz auf dem rechten Fleck. Wie diese zarten Komtessenhändchen waschen können: man lächelt schon lesse unter Tränen, und vor Harry Liedtkes liebenswürdiger und dabei orinzlicher Eleganz wird jeder Kummer ,m Keim erstickt. Selbst der gedrückte Papa, Eugen Burg, sindct wieder Freude an reich- hastigen Frühstücken. Ja, und wenn dann erst der alte, vertrottelt-« Fürst, Hans Junkermann, auftritt, der mit Bleisoldaten napoleonische Schlachten gewinnt, und mit ihm der Adjutant Paul Heidemann, dann lacht sogar das sentimentalste Jungmädchen. Aber die Fürstin. Adele Sandrok, ist von einer so herrscherlichen Würde, daß sie waschechte Hohenzollernsprößlinge darum beneiden könnten. Das alles ist so nett von dem Regisseur Rodert Wien« arrangiert, daß selbst Sentimeatoiitälen, di- hin und wieber ver- schüchtert auftauchen, kein weiteres Unheil anrichten. k.». »Zirkus Renz." (Primus-Palast.) »Oft kopiert und nie erreicht," so lautet zuweilen die Artisten- «klame: doch„Viel kopiert und nichts erreicht," könnt« man als Motto diesem Film vorausschicken. Das Manuskript ist nicht von Courts-Mahler, aber es könnte von ihr fein. Handelnde Personen: ein alter Zirkusdirektor, der zusammenbricht, eine Enkelin, die eine fefche Stehendreiterin ist, ein Jockei, der sich verliebt, und«in Ba- rvn, der"vn Edelmut trieft. Und Knallefefkt: Kinder der Maneg« gehören zusammen, der Baron verzichtet. Da» ist besonders wirkungsvoll, erstens weil Angela Ferrari ihn mit überlegenem Schneid und seiner Zurückhaltung spielt, und zweitens, weil diese Tat am eigenen Polterabend geschieht. Der Regisseur Wolfgang Reff hatte durch di« Verwendung des Namens Renz sich selbst erheblich« Verpflichtungen auferlegt, denen er nicht gerecht wurde. Von sauberer Pferdearbeit, die mit dem Namen Renz unaustösch- lich oerknüpft ist, erblickte man nicht viel. Mary Kid, die wirklich zut aussieht, bekam man mitunter und die anderen Darstellerinnen ehr oft in Verzerrungen zu sehen. Waren sie schlecht geschminkt? Lag es an der Photographie, an der Beleuchtung oder an dem ausgesucht fchlechten Platz, den man der Kritik einräumte? e. b. DER KENNER JCHWÖRT H I c** '""'"A, ¥o lks büh ne Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. öVtS Tannhaaser Schauspielhaus 3 Uhr: Napoleon 8 Uhr: Kilian Schiller' Theater 8 Uhr: Razzia StMU Opel Charlottenburg II'/, Uhr: Die Perser 71/, Uhr Turandoi Abonn.-Turnus IV M\M Theater Norden 10334—37 8 Uhr: NeiUtv.GneiseDaD von Wolfgang Goeu Regie: HeinzH Hilpert Kammerspiele Norden 10334— 37 8'/. Uhr; Germaine (Amoureuse) von Porto-Riehe digii: Fmler Urrinajj. Die Komödie BismarcK 2414, 7318 SV, Uhr: Die Perle von Tristan Bernard IH«: Fonter Urhiuji Neueslhealer am Zoo Stpl.5371. Tgl.SUhr £ia 6lä»i ModeilhaDS Crevette. Vorverk. ununterbi Saitratar!-BSti»n Dfs. KBnstler-Th. 8V« Uhr Familie Schlmek Bit Hat Pailetbtrg. Lessing-Theater Alb. Bassermann 8:»er PiKlalor Th. a-KarföntandaiNii BatheDorsdi 8 Uhr h m 1 Lustspielbaus 8'f, guido Thielscher aorra-elnJonae pietropol- Tneal. Täglich 8 Uhr: Zirknsprinzestin Retldenzilieaier 4 und 8'/, Uhr: MteigWaM FintriH Itmmflijlnil FnWt» Dieat. a.üollendcrfpl. Kurfürst 2091 8 Uhn Max Adalbert in„Müller»" Cr. SüiaospiEihaos Knrnodi lüTnöe Tägi. 8'-, Uhr: CHARELL- REVUE Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorstiig. zu ermäü. Preisen: Bose-Tbeater 4 Uhr: Das tapfere Scbneiderlein. «v. u. Das Ein- famllientiaas -ainowssy-Llflltnen Th. König-rätz St. Hasenheide 2110 8 Uht: Die treue Nymphe Elisabeth Bergner UomOdientiaos Norden 6304 8 Uhr: Sora-Calais RoMs, t. TheilnacD. Brunemflei. Nollendorf 7360 8 Uhr: Powers Taiz- Elefiaaleii und andere 1- Neuheiteil i Swnibntös a. Sirrahp 2 Vorstellungen 330 und 8 Uhr, 3" zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm Ttotei m Bälowplat: 3 uvr VolpOkie 8 Uz TranmV'ei Morgen 8 Uh»; Tzaumspiel Th. m Sdiiffliaoenlaiiiin Täglich 8 Uhr; Das Grabmal des imbekanntsn Soldaten 3 Uhr: Der fieizlde Wocbealai» 1, 9 SconabeRCs u. Sonntags i, 7,( Mensch unter! Menschen Zwaltar Letzte Tage Moana Der Sohn der SBdsee' UFA-PAVILLON Wochentags&. f>x Soeeabends o. Sonntags>. I, 8 KAMMERLICHTSPIELE ] Wochentags 7, 9. Sonnt 5, 7, 9 FRIEDRICHSTRASSE 1 Wochentags 7, 9, Sonnt S, 7, 9 SCHÖNEDSßQ | Wochentags 7, 9. Sonnt. 5, 7, 9 TURM STRASSE WochenL 7 u. 9, Sonnt 5. 7. 9 KONIGSTADT Woctunt 7». 9. Sonnt s, 7, 9 ALEXANDERPLATZ WnchtaL 7 a. 9. Senat. 9,7, 9 WEINBERGSWEG Vochent 7 o. 9. Sonnt B, 7, 9 FRIEDRICHSHAIN WacnnnL 7 a. 9. Sonnt, i, 7, 9 Metropolis Der hellige Berg BQhnentchati Moana Der Sahn der SUdsee Moana Der Sohn der SOdsee Sie, die Einzige Die Villa im Tiersarten Bühnenachao Brennende Grenze Bühnenschau ööETOHwnaBKf Neu eröffnet Der grotfe curopäisdhe Film g nach dam wcltberfthnitCB Roman= «Lea Mla(Die Elenden) p von VICTOR HUGO n Heute Sonntag �[ä] E®| Ufa.Th«ater | Kurffirstendamm j £melkam/yalast �„Das goldene Haas" am Knrfärstendamm 68 und SCHAUBURG am Potsdamer Platz Jetzt sind sie da! die Gauner im Frack I Ein Inati�er Film von kernen Jangen and hübschen Frauen— von Einbrach, Diebstahl, Liebe and anderen «cfawierigcn Angelegenhellen Anfangszeiten: Schauburg 7 und 9 Uhr Emclka-Palast 5, 7, 9� Uhr Iqrictonkhaus! Aiustellniiä |„Deolsdier Rhein- DenlstSier Wein" AK j IThr narbin 0>i« i Uhr BAAt.) � Winzerfest W J am Rhein!! Tanz/ Kabarett/ Gesang Die rheinische Siimmnng bei golem, billigem rheinischen Wein! g � Eintritt Mk. 1.50. Ab Montag tlgllch 7 Uhr abends: Winzerfest | Kllrdworth'Scharwenka'Saal: W, Lützowstr.76 M Mittwoch, 16. Februar, abends 8 Uhr: Else Beyer SÄ | K»rt. M. 4, 3, 2, 1 b. Bote L Bock, A. Wertheim n.Abfndk. g Saalbau AEpendorf Mreu um Lehrter Bannitol luv aiiaenstr arte 63 - Hansa 1949- Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag neuente BOglliler BS» Beginn 8 Cur. Sonntags 5 Chr. Jeden Donnerstag: Sitte'Tag. 'pj:■ BT» Nene Well � a. Sdiolz Hasepheide 108-114 Sonntag, d. 13. Februar, sowie taglich: Bockbierfest in den bayerischen Alpen— 8 Kapellen Nene Dekorationen— SO bayerische Madl und Großer Alpenball Einlaß 4 Uhr Anlang 5 Uhr j Blülhner-Saal, LUIzowstr. 76 Freitag, den 18. Februar, abends 8 Uhr: Tani-flbend HERTHA FEIST Einxel- und GruppeniSnse | Karten I S». 2, 3, 4. 5. 6 Hk. bei Bote 4 Bock, A. Wenheim o. Abendkasse B P im Harmonie 71, Uhr: KONZERT des Philharm. 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Wallner� Theater 8', Der Schlager 8'/, Das blonde Wunder Täglich 8'/, Jhr: Oer fr. I acher'olg Dr. Stieglitz Fr'idr. Labe. Oikir fhUladirr Stg.4 Uhr: Kleine Pr. Dr. Stieglftz z entral- Thea? Täglich 8 Uhr; Der Trompeter vom Rhein Vorverk. ununterbr. Preise von 1—7 M. womaiia-Theat. Weinbcrgsvtq TSgl. 8', Sonntag 2 Vorstellungen Nachm. 4 u. abs.S'i, Es war einmal In Heldelberg mit d. Schlagerlied Ich hah'mcinnert In Helde'kcre rer oren Vorzeig. SIP'cErmäß. KäteSchmidt-Samst Gasten Briese Sonntag, nehm. 3 U.: Der Desttefelie Haler Parkett v. 39 Pf. an. Thalia-Thealer 8 Uhr: Oergrote und der kteine Klaas Jpezialgesdiäft Mills' Keife- Deöen ötntfjflilen IMses STänpfen Ms m biüiftfL afoorspr. Geßrfider Püaame, Berlin SW, Friedrichstr. 205 Ede P.i'i'mftirr. Heute ZL. Uhr zu kleinen Preisen: Der nanh der Sahinerinnen. Täglich mcill IE 27. | 81;, Uhr KEVUEWoche| fheatar I. 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