Nr. 7s ♦ 44.?ahrg. Musgabe A Nr. 40 BetugspreiS." WZ««»tli»?» Pk-mt«. m,«w« Aeichsmar! v»«»»«ahlb«. U»t«i«r-iudand fitr D-ulschload. 5>crjio. o uni sKcaielaebltt, Oefttictidl. Litauen. Luiemdui» 4JbO Reichsmark, für da» übet«« Ouslanb 5.50 Reichsmark reo Mona:. ZZe:.SonBätls* mit der illultrl orten Sonntagsbeilag«»Boll und Zell' iowie den Beilagen.Unterdaliun, und Wilsen'.Aus der iiilmwelt'. »israuenstimme'.Der ainder» sreund'..Lugend-Barwärts' und .Blick In die Bilcherwelt' erscheint »ochentäglich»weimal. Sonntags und Man lag, einmal. Selegramm-Adresse: »SojlalOamottat Berlin" Morgenansgalke IrV Vevlinev VolKsblÄtt (�10 Pfennig� Anzeigenpreise: Di«« i» 1 v a l t i a« Nonvareille- »eil« SO Diennia. Reklame, eile 5.— Reichsmark,.»leiue An, eigen' das kettaedruckte Wort 25 Bkennig kzulällia»wei iettaedruckic Worte). sedes weiter« Wort 12 Biennig. Stellenaesuch« da, erst« Wort 15 Bkennig. jedes weitere Dort 10 Pfeunia. Wort« über 15 Buch» ktaden»Sdlen für»wei Worte. Ardeitsmarkt lseile so Bicnnig. ikamilienan, eigen kür Abonnenten iieil«<0 Bicnnia. «n,«ia«n für die niichst« Nummer müssen bis'ing.Mo''ieubnrg dni soft-ftdemo- tratischen Landtagsabgeordneten Richard Wende, früheren Gauleiter des Landarbeiteroerbandes, gegenwärtig im Berliner Pollzeipräsi- dium tätig, bestimmt, ebenso zum Polizeipräsidenten von Duisburg Hamborn den Sekretär des Allgen,«inen Deustchen Gewerkschaft� blindes für Rheinland. Dr. wc. Meyer in Düsseldorf. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., Serlin SV). öS, Linüenstr.T Boftlchkcktonto! Berlin 37 531- Bonttonto; Bant bot arbeitet. Anaestelten sab Beamte».(Banfe«. 35: Biskonto Selenichaft. Se»«fUcnla{Ie(toben, It. 3. versthwenöung im Wehretat. Unkontrollierbare Ausgaben.— Was sagen die bürgerlichen Parteien? Heute, Mittwoch, soll im Ausschuß für den Reichshaushalt die Beratung des Etats desReichswehrministeriums beginnen. Dieser Beratung ist aus den verschiedensten Gründen erhöhte Bedeutung beizumessen. Nach den fetten Jahren, in denen zur Balanzierung des Reichsetats Einnahmeüberschüsse aus den Vorjahren zur Verfügung standen, beginnen mit dem Etatsjahr 1S27 für den Reichsfinanzminister die mageren Jahre, in denen er lediglich aus den Einnahmen des laufenden Etatsjahres selbst den Ausgleich für die Ausgaben finden muß. Während in 1926 als Einnahme noch Ueberschüste aus den Iahren 1921 mid 192S in Höhe von 409 Millionen eingesetzt werden konnten, fallen diese jetzt aus. Dazu erhöhen sich auf Grund der Dawes- Gesetze die deutschen Haushaltsverpflichtungen an den Generalagenten für Reparationszahlungen um rund 490 Millionen, und aus der Münzprägung kann statt des vorjährigen Gewinnes von 294 Millionen nur ein Gewinn von 199 Mii- lionen erwartet werden. Aus diesen drei Posten entsteht also allein ein Minderertra,g von rund 999 Millionen Mark. Um diesen Minderertrag auszugleichen, hat das Reichs- finanzministerium die Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben so hoch wie nur irgend möglich veranschlagt, während im Gegensatz dazu di« Ausgaben, insbesondere auf sozialem Gebiet, derart knapp bemessen worden sind, daß sie keineswegs genügen dürften, selbst, wenn die Hoffnung des Reichsfinanzministeriums auf einen weiteren Fortgang des wirtschaftlichen Aufschwungs sich erfüllen sollte. Der einzige Etat, bei dem zugunsten eines Ausbaues der sozialen Fürsorge Ersparungen gemacht werden können, die zu Buch schlagen, ist der W e h r e t a t. Die HerreK des Reichs- wehrministeriums haben bei der Ausstellung des Etatsentwurfs sich durch die so überaus bediängte Finanzlage des Reiches nicht den Kopf beschweren lassen. Sie wirtschaften auch jetzt, wie sie immer gewirtschoftet haben, alsobdasReichim Golde schwimme. Das ist nicht nur sozialdemokratische Meinung. Aehnliche Auffassungen sind auch in der demokra- tischen Presse wiederholt zum Ausdruck gekommen. Nicht weniger als 697 Millionen Mark soll der Zuschuß desReiches zum Haushalt des Wehrministeriums in 1927 betragen. In den Spalten unseres Blattes ist an der Hand von Vergleichszahlen des früheren kaiserlichen Heeres wieder- holt dargelegt worden, wie außerordentlich hoch selbst bei vollster Berücksichtigung der vielen Unterschiede früher und jetzt zahlreiche Ausgabeposten im Wehretat sind. Hier kräftig abzustreichen, um Gelder für dringendere soziale Aufgaben freizumachen, und zugleich den Herren des Wchrministeriums zum Bewußtsein zu bringen, daß sie auch finanziell sich in den allgemeinen Rahmen der Finanzlage des Reiches einzu- paffen haben.— das ist zunächst das Gebot der Stunde. Neben Finanzerwägungen erfordert der Wehretat aber auch rein etatrechtlich die höchste Aufmerksamkeit des Haus- haltausschuffes. Er ist nicht nur der am verschwenderischsten aufgestellte, sondern auch der undurchsichtigste aller Etats. In keinem anderen Etat ist auch nur annähernd derart alles zusammengetragen, was die Uebersicht erschwert oder unmöglicht macht: Riesige Sammelfonds mit nur lose umrisienen Zweckbestimmungen, die der Verwaltung an sich schon die größten Freibeiten gewähren.„Ucbertragbar- keit" der Mittel von einem Etatjahr aufs andere. Im Heeres- etat soll ein Drittel, im Marineetat fast 49 Proz. der an- geforderten Mittel„übertragbar" gemacht werden. Dadurch würde dem Parlament im großen Umfang jede Uebersicht verloren gehen, über welche B e t r ä g e die Verwaltung denn nun eigentlich oerfügt. Die Möglichkeiten zur Verdunklung des Etats sind ober durch die angefübrtev zwei Wege noch nicht erschöpft. In keinem anderen Etat sind so zahlreiche Titel zu„gegenseitig d e ck u n g s f ä h i g e n" gemacht. Das besagt, daß die bei einer bewilligten Ausgabe ersparten Mittel an anderer Stelle verausgabt werden dürfen. Da eine solche Ermächtigung hauptsächlich bei hochdotierten Titeln nachgesucht wird, erhellt ohne weiteres, welche großen und neuen Verwendungsfreiheiten dcr Verwaltung daraus erwachsen. Schließlich hat das Wehrministerium schon in den ver- gangenen Jahren in außerordentlich zahlreichen Fällen die Erlaubnis erhalten. Dienststellen„Mittel zur Selbst- b e w i rt s ch a f t u n g" zu übermitteln. Ueber die Der- wendung solcher Sclbstbewirtschaftungsmittel braucht nicht wie bei allen übrigen Ausgaben Rechnung gelegt zu werden. Bei ihnen hat selbst der Rechnungshof nur die Verausgabung an die beteiligte Dienststelle zu prüfen und nur von Zeit zu Zeit soll er sich dann davon überzeuaen, daß die Verwaltung nach den bestehenden Vorschriften geführt und von den zuständigen E'ellen geprüft worden ist. Die H ö h e der G-lbstbewirtschaf- t'MgsmitKl ist weder im einzelnen noch im ganzen aus dem Etat zu ersehen. Da außerdem etwaige Einnahme« aus den Sekbstbew'rtschaftungsmitteln diesen wieder zufließen, spielen sich dies« ganzen Selbstbewirtschaftungstransaktionen vollkommen im Dunkeln und ohne Kenntnis des Parlam-mts ab. Man sieht, welche bedeutenden Schwierigkeiten schon durch die Art der Aufstellung des Etats für eine grundlegende Durchprüfung entstehen. Es wird lehrreich fein, festzustellen, ob und inwieweit die bürgerlichen Parteien die Bemühungen der Sozialdemokratie, hier eine schärfere pana- mentarische Kontrolle hineinzubringen, unterstützen werden. Man sollte annehmen, daß die vielbesprochenen Vorfälle der letzten Zeit— so Bezahlung der Sowjetgranaten, Konto des Obersten B u ch h o t z, Errichtung einer Marine- schule in Friedrichsort gegen den Willen des Reichstags, Gründung von Sportschulen usw.,— die Bemühungen der Sozialdemokratie nach Durchsichtigkeit des Wehretats mächtig fördern müßten. Das ist aber nicht der Fall. Schon die B?° Handlung des Falles Junkers bei der Beratung des Haushalts des Reichsverkehrsministeriums hat leider gezeigt, daß unser Verlangen nach restloser Aufklärung keineswegs von den meisten bürgerlichen Parteien geteilt wird. Die hohe Bureautratie hätte ja überhaupt niemals gewagt, Verdunk- lungen des Etats zu betreiben und hinter dieser Verdunklung Uebergriffe wie die genannten zu begehen, wenn sie nicht der stillschweigenden Zustimmung einer Mehrheit der bürgerlichen Parteien von Anfang an sicher gewesen wäre. Die Erkenntnis dieser Sachlage wird auf die Sozial» demokratie nicht lähmend wirken, sondern im Gegenteil für sie ein neuer Ansporn sein, bei der kommenden Beratung des Wehretats mit all ihrer Kraft auf Sparsamkeit, auf Durch» sichtigkeit in der Etatsgebarung und auf Klarheit über alle Vorgänge zu dringen. » Das Reichstabmett befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Vorbereitung der für heute Mittwoch angesetzten ersten Lesung des Reichshaushaltsplones für 1927. Es erledigte ferner zahlreiche laufende, insbesondere sozialpolitische Angelegenheiten. Neue Lcmöesverratshetze. Diesmal gegen Otto Wels. Die Mitteilung des„Vorwärts", daß auf der jüngsten Tagung der Exekutive in Paris die Frage der Beziehungen zwischen Sowjet- Negierung und Reichswehrbehörden erörtert worden ist, hat die Gralshüter des radikalsten Nationalismus auf den Plan gerufen. Di« Berliner„Deutsche Zeitung" und die Stettiner„Pom- mcrsch« Tagespost" haben einen neuen.Landesverrat" der deutschen Sozialdemokratie entdeckt.„Wels übertrumpft Scheide- mann", so lautet die Ueberschrist des von Herrn LIndeiner-WIldou verklagten Stettiner Blattes; während das Berliner alldeutsche Organ durch Schlagzeile oerkündet, daß die deutsche Sozial- demokralle„mit den Franzosen gegen die Reichswehr" gemeinsame Sache mache. Daß die skandalösen Beziehungen zwischen Bolschewismus und Reichswehr auf der neuen Tagung der internationalen Exekutive zur Sprache kommen würden, war bereits seit Wochen angekündigt. Es ist ganz selbstverständlich, daß die deutsche Sozial- demolratie gegenüber den dreisten kommunistischen Ableugnungs- oersuchen nicht daran denken kann, solche Dinge zu vertuschen öttd sich dadurch an jenem elenden Doppelspiel mitschuldig zu machen, das die kommunistische Internationale gegenüber der deutschen Atbeiterschast treibt. Andererseits kommen Erwägungen der.Landesverteidigung" bei diesen Dingen überhaupt nicht in Frage. Denn wir kennen nur eine Landesverteidigung, nämlich die die Reichsregierung offiziell vertritt- Die Reichsregie- rung bekennt sich zur Politik von Locarno und verurteilt entschieden olle Machenschaften, die hinter ihrem eigenen Rücken von gewisien Reichswehrstellen unter Verletzung des Etatsrechts der Volksvertretung betrieben werden. Oder etwa nicht? Dann möge sich die Regierung endlich zu dem gauzcn Komplex äußern, anstatt durch«ine Takrik des verlegenen Schweigens den falschen Eindruck zu erwecken, als wolle sie nachträglich das unverantwort- Der siunstbesitz öer Schlösser. Di« in dem Mahnruf des„Vorwärts" vom 16. November v. I. veröffentlichte Taffache, daß weder den Fachleuten noch dem Landtag bekannt geworden, was aus dem alten Kunstbesttz der Schlösser der Hohenzollern-Familie seit der Staatsumwälzung zugefallen ist, ist bis heute unwidersprochen geblieben. Das von uns gefordert« Ber- zeichni» der abgegebenen Kunstwerke ist gleichfalls nicht erschienen. Der weiteren berechtigten Forderung, daß unverzüglich von Sachverständigen die endgültigen Abgaben aus dem Nationalgut der Schlösier an das vormalige Herrscherhaus geprüft werden, ist eben- sowenig Folge gegeben worden; nicht einmal, wa» von den zum alten Inventar der Schtösser gehörigen Bildern und Kunstwerken aus den Sammlungen Friedrichs II. nach Doorn, nach Oels oder an andere Stellen gelangt ist, haben die Oeffentlichkeit, die Volksver- tretung, die Wissenschaft bisher erfahren können. Die eben im Kaifer-Friedrich-Museum ausgestellte herrliche Landschaft von Hob- dema aus dem Schloßbesttz, die aus dem Handel aufqogriffen worden ist. führt noch einmal vor aller Augen, wie begründet der Wunsch der staatlichen Gemäldekenner gewesen ist, zur Prüfung des nach vielen Tausenden zählenden, völlig ungesichteten Bilderbestandes der Schtösier vor der Ausscheidung der den Hvhenzollern zugewiesenen Stücke hinzugezogen zu werden. Während die selbstverständliche Forderung der Fachkreise, der Volksvertretung und der öffentlichen Meinung nach einer Prüfung der Vorgänge bei der Auseinandersetzung über den Kunstbesitz der Schlösser nicht befriedigt worden ist, wird im preußischen Etat für t927_ die hochbesoldete Stelle eines selbständigen„Direktors der Schlösser und Gärten" für den mit der Auseinandersetzung betraut gewesenen Oberfinonzrat Dr. Hübner in Vorschlag gebracht. Bei- gesellt wird diesem Generaldirektor der Schlösser und Gärten als Direktor des Hohenzollern-Museums der durch Herrn Hübner in die Schlösserverwaltung hineingebrachte, demselben Freundschastskreiie um die vormalige Kronprinzessin nahestehende Dr. Hildebrand. Wahrend die Einleitung des gedruckten Etatsentwurfs versichert, daß angesichts der Notlag« des Staates von der Schaffung neuer Be- amtenstellen bis auf wenige dringende Fälle abgesehen worden sei, "ingt es geradezu wie Hohn, wenn für diesen Direktor der Schlösser und seinen Stab„zur Vermeidung von Härten" in einem Nachsatz noch«ine Nochtragssumm« von S000 Mark gefordert wird. Einer der Hauptgründe des Versogens Dr. Hübners als Schiedsrichter bei der Auseinandersetzung über den Kunstbesitz der Schlösier.— sehen wir von seiner polittschen Wandlung ab— liegt darin, daß er in seiner siebenjährigen Tätigkeit nicht verstanden hat, die für dies« Aufgabe unerläßliche kollegiale Mitarbeit der erprobten Kenner rarbeizuführen. Aber auch die Zukunft unserer Schlösser im Rahmen iwr Kunstoerwaltung unserer Republik, die Lösung der ihm ob- liegenden Aufgaben im Dienste der Wisienschaft und Volksbildung «ffüllen uns mit Sorge bei dem Gedanken einer dauernden, keiner Kontrolle unterstellten Verwaltung der Schlösser und Gärten durch Dr. Hübner. Auf Grund zahlreicher Beobachtungen und Beschwer- den ist zu defürchten, daß damit das reiche, dem Volke zugefallene Material an Kulturwenen der Wissenschaft und der Bildung des Bolle« nicht in der erforderlichen Weife zugänglich und nutzbar g«- liche Treiben des famosen„Wirtschaftskontos" decken und als gäbe es trotz Locarno- und Bölkerbundspolftik eine inoffizielle Landesverteidigung, die den gleichen Schutz genieße wie die offizielle. Im übrigen können wir erklären, daß Genosse Wels in Paris gar kein neues Material vorzulegen brauchte, well das bisher Be- kannte vollkommen genügte, um das Doppelspiel der Sowjets festzunageln. Auch das photographische Dokument, über das sich die rechtsradikalen Blätter fo aufregen, ist inhaltlich bereits bekannt. Sein« Veröffentlichung wird genügen, um der„Roten Fahne" den Mund zu stopfen, falls sie Lust verspüren sollte, weller zu leugnen. Wir empfehlen ihr übrigens ganz besonders, das Stichwort der „Pommerschen Tagespost" aufzugreifen, daß es sich um uralle An- gelegenheiten handle und daß außerdem das Dokument gefälscht sei. Dann würde man in den Berliner Betrieben nicht wenig lachen. Au üen Gemeinöewahlen in Gberschlesien. Die Parlamente der neue« Großstädte. Aus R a t i b o r wird uns geschrieben: Die Gemeindewahlen, die am Sonntag in Oberschlesien statt- fanden, waren nötig geworden durch das Eingemeindungsgesetz, dos den Städten Hindenburg, Glelwitz. Beuthen die Einwohnerzahlen von Großstädten gab und die Stadt R a t i b o r zur Mlltelstadt aufrücken ließ. Hinzu kamen Kreistagswahlen in den Landkreisen Gleiwitz, Beuchen, Ratibor und Kofel. In diesen vier Landkreisen hatte sich noch eine Resichen Lorkriegspreußen in die Gegenwart hinübergerettet. Es existierten hier noch die alten Kreis- Parlamente des preußischen Dreiklaffcnwahlrechts. Obwohl durch Todesfall und Wegzug mitunter auf Stattischstärke zusammengeschrumpft, tonnten sie doch weiter amtieren, weil die infolge der Zerreißung Oberschlestens entstandenen Kreisreste auf die vorge- nannten Landkreise erst verteilt und deren endgültige Grenzen fest- gelegt werden mußten. Es fft selbstverständlich, daß sozial- demokratische Vertreter jetzt zum ersten Male ihren Ein- zug in die vier Kreistage hallen. Die Partei gewann in Beuchen 4, in Kofel 3, in Ratibor und Gleiwitz je 2 Sitze. Das stärkste Interesse an der Wahl richtete sich naturgemäß auf die Industriestädte, und davon besonders auf die größte, auf Hin- denburg, die mit 12SlXX) Einwohnern an der Spitze steht und ein Stadtparlamem besaß, das außergewöhnlich unbrauchbar war. Das Wahlergebnis führt zu einer vollkommenen Neugruppie- rung der Parteien. Die Kommunisten, die bisher den Bor- steher stellten, wurden schwer geschlagen(Stimmenverlust über Sv Proz.) und durch das Zentrum aus ihrer Stellung als stärkst« Fraktion verdrängt. Noch bedeutsamer ist dos fast völlige Der- schwinden der besonders durch die persönlich« Unzulängttchtell ihrer Vertreter schwer kompromittierten Mieterschutzpartei. Sie hat nur noch 2 Mandate retten können und ist damit völlig bedeu- tungslos geworden. Bisher hatten die Mieterschützler mit den Kam- munisten zusammen die Mehrheit, eine Gruppierung, die in der letzten Zeit allerdings praktisch nicht mehr in Erscheinung trat, da die beiden Parteien, die einst den allerdings erfolglosen versuch machten, sich gegensellig Bürgermeister, und Magistratsposten zu- zuschanzen, schon vor längerer Zell in die Haare geraten sind und sich inzwischen gegenseitig und wechselseitig der Korruption be- schuldigten. Die von dieser Mehrheit damals wohl in Vorahnung kommenden Unheils rasch noch gewähllen hauptamtlichen Magfftrats- perfonen sind vom Innenminister nicht bestätigt worden. Da die Großstadt Hindenburg zurzell keinen zweiten Bürgermeister und nach dem kürzlich erfolgten Tode des. Oberbürgermeisters Ieenel auch keinen ersten Bürgermeister besitzt, muß fast der gesamte Magistrat neu gewähll werden. Damit erlangt auch unsere Fraktion, die nach erfolgreichem Wahlkampf in Stark« von 7 Mann(bisher 2) in das neue Parlament einrückt, die Mög- lichkeit, die künftigen Geschick« der Großgemcinde entscheidend mll beeinflussen zu können. In Ratibor entfielen 3(bisher 1), in Beuthen 5(1), in Gleiwitz 3(0) Mandate auf unsere Liften. Charakteristisch für die Gemeindewahlen waren die starte Zer- spliiterung in kleine wirtschaftliche Gruppen, die allerdings mehr den extremen Flügelgruppen als den mittleren Parteien Abbruch getan haben. macht wird. Gerade das von Dr. Hübner selbst herausgegebene Buch über Sanssouci, das trotz seiner scheinbaren Genauigkeit und seiner, meist nicht einmal aus Dr. Hübncrs eigenem Boden gewachsenen Materialanhäusungen eine Reihe skandalöser Irrtümer und Mißver» stondnisse enthäll, läßt eine möglichst weitgehende Beteiligung aller Kennerkreis«, die an der Fruchtbarmachung des hervorragenden Volksgutes interessiert sind, um so wünschenswerter erscheinen. Di« Scheu Dr. Hübners und Dr. Hildebrands vor der Befragung von Fachleuten birgt die nicht minder schwerwiegend« Gefahr in sich, daß durch voreilig« Umgestaltung in den Schlössern und Gärten Schädi- gungen an historischen und künstlerischen Werten erwachsen. Sind doch in der Tat bereits mehrer« Fehlgriffe bei Umbauten vorge- kommen— woraus in der Presse teilweise hingedeutet worden ist—, während andere nur mit Mühe oerhindert worden sind. Dr. Hubner begegnet uns übrigens auch unter den Sachverständigen der ersten Kommission für den verhängnisvollen Opernhausumbau. Dr. Hilde- brand, dessen Vorschläge zur Umgestaltung der ehemals königlichen Gärten von den Sachverständigen glücklicherweise zurückgewiesen worden sind, soll dafür, was trotz des glaubwürdigen Gewährsmannes allerdings kaum für möglich zu halten ist. wenigstens als«in« Neu- erwerbung der letzten Jahr« die Porzellanftatuette des ältesten Krön- prinzensohnss für das Hohenzollern-Muscum buclzen können. Muß man nicht angesichts dieser Vorgänge stch fragen, ob wir überhaupt eine Staatsumwälzimg gehabt haben, ob die Ereignisse des Winters 1918 überhaupt einen Sinn gehabt haben? Es ist selbst- verständlich schon aus staatspolitifchen, aber auch aus Gründen der gesunden Fortentwicklung der Sulturarbell im Sinne unseres Volks- staates geboten, daß gerade in betreff der Verwaltung und Bearbeitung des dem Volke zugefallenen ehemaligen königlichen Kunst. besitz«» die Scheidung der Geister so klar wie möglich sein muß. Geburt ohne öie Mutter. Auf dem 22. Konserenzabend des deutschen Instituts für Frauenkunde hielt der bekonnte Berliner Frauenarzt, Prof. W i l h. L i e p m a n n einen aufsehenerregenden Vortrog, der mll Film- oonühmngen begleitet war, über das Problem der Geburt bei exstirpiertem Uterus. Seine Ausführungen betrafen eine Erscheinung, die man zwar schon häufiger beobachtet hotte, deren Ursache und Auswirkung aber durchaus noch nicht klar waren. Liepmann war einst genötigt gewesen, bei einer Tuberkulösen eine Schwangerschastsunterbrechung vorzunehmen, und zwar war es dabei notwendig, die Gebärmutter herauszunehmen. Dabei zeigte sich der Vorgang, daß die Gedärm utter nach ihrer Entfer- nung den Geburtsvorgang selbständig weiter- führte. Im Film, der bei dem Vortrag vorgeführt wurde, konnte man deutlich sehen, wie der Geburtsoorgang vor stch ging, man sah deutlich das Erscheinen des Kindes und auch der Nachgeburt. Do, wie gesagt, die Gebärmutter bereits herausgenommen war, tonnte natürlich keine Verbindung mehr mll dem Gehirn und dem Nerven- Zentrum bestehen. Prof. Liepmann erklärt« den Borgang dahin, daß die Gebärmutter über ein autonomes Organ verfügen müsse, das vollkommen selbständig und unabhängig die Geburt auszulösen in der Lage sein muß. Einer der Assistenten Liepmanns hat 64 Fälle nachgewiesen, in denen nach dem Tode der Mutter die Strafrechtsreform unü preußischer Landtag. Ein sozialdernokratischer Antrag. Der Entwurf eines allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches, der bekanntlich auch für Deuffchösterreich Geltung haben soll, liegt gegenwärtig zur Beschlußfassung dem Reichsrat vor. Di« abschließen- den Verhandlungen dort sollen am 4. März beginnen. General- berichterstaller im Reichsrat ist Ministerialrat Schäfer vom preußischen Justizministerium. Um noch rechtzeiiig auf die Stellungnahme des Reichsrates Einfluß nohinen zu können, hat die sozialdemokratische Landtags- fraktion einen Antrag«ingebracht, der das Staatsministerium um Auskunft über fein? Stellungnahme zu den grundfätz- lichen Fragen der Strafvechtsreform ersucht. Dieser Antrag wird nach einer Verständigung unter den Parteien ohne Aussprache dem Rechtsausschliß überwiesen und dort noch rechtzettig vor dem 4. Marz beraten werden. Die Beratung wird dem Preußischen Landtag Gr- kegenheft geben, zu den Grundfragen der Strafrechts- r« f o r m, wie Ausdehnung des freien richterlichen Ermessens, Sicherungsverwahrung und Ehrenstrafen, Stellung zu nehmen. Der vorstblag ltooUüges. Frankreich lehnt ihn ab. Paris. IS. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der franzs- fische Ministerrat hat am Dienstag einstimmig die von Brtand vorgetragene Antwott der französischen Regierung auf den Dorschlog des Präsidenten E o o l i d g e zur Einberufung eine? neuen Abrüstungskonferenz gebilligt. Die Antwort ist im Laufe des Nachmittags bereits dem omsrikonischen Botschafter in Paris zugestellt worden. Die Prest« gibt ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, daß Frankreich in dieser Antwort es durchaus ablehnt, an der Abrüstungskonferenz, wie Eoolidge sie plant, teilzunehmen und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß I l a l i e n und England sich in dem gleichen klaren, ablehnenden Sinne äußern werden Der „Temps" zieht aus der angeblichen Absicht des Präsidenten Eoolidge. im Falle eines Scheiterns der Abrüstungskonferenz einen D r e i p a k t zwischen Amerika, England und Japan vor- zuschlagen, den Schluß, daß Amerika überhaupt nicht die allgemeine Abrüstung und den Weltsrieden, also ideale Ziele im Auge Hab«, sondern es sich nur darum handle, in einem seinen Interessen entsprechenden Sinne ein Problem zu lösen, das gleichzeitig olle anderen Nationen interessiert. Japan nimmt ihn an— rüstet aber weiter! London. IS. Februar.(WTB.) Nach einer Reutermeldunz aus Tokio glaubt man dort in unterrichteten Kreisen, daß das japanisch« Kabinett oorbehalilich der Genehmigung durch den Kaiser den Beschluß gefaßt hat, den Abrüstungsvorschlag des Präsidenten Eoolidge anzunehmen. Auf mehrere Anfragen erklärte der Minffterpräfideitt, die Teilnahme Japans an der Abrüstungskonferenz rechtfertige nicht eine Vertagung(!) der Beratung des Marinegefetzentwurfes, denn man könne unmöglich das Ergebnis dieser Konferenz voraussehen. Der Marineminister betonte in Beantwortung verschiedener Anfragen, daß die augenblickliche japanifch« Seestreitmacht das Minimum darstelle: eine wettere Verkleinerung der Flott-.sei nicht möglich. Schaöenerfatz für Umsturzversuch. Lissabon, 15. Februar.(WTB.) Der Iustizminister hat dem Ministerrat eine Lerfügung vorgelegt, durch die die Anstifter der letzten Erhebung für den Ersatz des durch die Kämpfe ver- ursachlen Schadens haftbar gemocht«erden sollen. Der Transportdompfer„Infant« Sagres" ist in Lissabon«mg«. kommen. An Bord befinden sich die in Porto festgenommenen Offizier«, die an der Aufstandsbewegung beteiligt waren. Sie werden morgen mit den in Lissabon gefangen genommenen Offizieren nach den portugiesischen Kolonien übergeführt werden. Gebärmutter absolut selbständig durch Kontraktionen den Fötus ausgestoßen hat. Am überraschendsten bei dem Vortrag Lievmanns war es. daß er sich auf Kronzeugen in der Natur für denselven Vorgang berufen konnte, die auf dos nicht geringe Alter von verschiedenen Millionen Iahren zurückblicken, nämlich auf die Ichthyosaurier, Riesentiere aus urweltlicher Vorzeit. Im naturhistorischen Museum zu Stuttgart hat Lievmann nämlich ein Ichthyosaurier-Skelett vorgesunden mll einer versteinerten Gebärmutter, die außerhalb der Körpers ein« Leibes- frucht ausgestoßen hatte. Prof. Liepmann hofft, daß feine Feststellung über die vutono- mie der Gebärmutter für die Wissenschaft zum Ausgangspunkt un gemein wichtiger weiterer Forschungen werden wird, und zwar sowohl für die praktisch« Gynäkologie, aber auch gleichzeitig für die Paläontologie._ Karl Dächer 80 Zahre alt. Karl Bücher vollendet heute sein achtzigstes Lebensjahr. Einer der Großen der naiionalökonomischen Wissenschaft der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, die an der Erziehung der Generation gearbeitet haben, die heute in Deuffchland regiert und kämpft. Sein Bemühen war es, die Nationalökonomie auf der Hohe einer reinen Wissenschaft zu halten— er hat Zeit seines Lebens dagegen gekämpft, daß sie zur Magd von Interessentenkämpsen wuibe. Ein warmes soziales Empfinden fcssell ihn. Er gehört zu den Mitbegründern und eifrigen Mit- arbeitern de, Vereins für Sozialpolttik. der in seiner großen Zeit im Bürgertum für zielvolle Sozialpolttik wirkte. Mancher, der heute zu den politilkhen Führern des neuen Deutschland gehört, hat r bevollmächtigten Stellen nicht befolgten, haben daher selbstverständlich durchaus pflichtgemäß gehandelt und verdienen alles an- der« als einen Tadel. Die Beamten, die beim Kopp-Putfch ihren Eid hielten. dürfen also befreit aufatmen. Herr Marx erzählte dann aller- lei, was schon bekannt ist und fuhr fort: In unserem konkreten Fall blieb also bei dieser Sachlage Herrn von Keudell kein anderer Weg als sich bei seiner vorgesetzten Re- gierung in Frankfurt a. d. O. zu erkundigen. Er handelte daher nach meiner Ueberzengnng durchaus enkschuldbar, wenn er der ihm in Frankfurt a. d. O. erteilten Anordnung, dem Befehl des— wie gesagt, seit längerer Zeit im Amt befindlichen— Militärbesehls- habers Folge zu leisten, nachkam. Es sind in keiner Weise Um- stände heroorgetreten, die darauf schließen lassen, daß er wußte oder auch nur wissen mußte, daß die Anordnung des Militärbefehls- Habers gesetzwidrig war. Es war unter den geschilderten örtlichen Verhävnissen nicht erkennbar, daß dieser Militär- befehlshaber A»Ordnungen einer Regierung zu vollstrecken versuchte, die sich rechtswidrig in den Besitz der Gewalt gesetzt hatte. Die objektive Rechtswidrigkeit der Anordnung des Militärbefehlshabers war Herrn von Keudell unbekannt ge- blieben und daher war sein Gehorsam gegenüber den Anordnungen seines Vorgesetzten für berechtigt zu hallen. Wettere Rechlsaus- führungen waren daher meiner Meinung nach überflüssig. Was Oberst Lange in Mecklenburg erkennen konnte, das konnte also v. Keudell in der Reumart nicht erkennen. Er konnte nicht erkennen, daß das von ihm veröffentlichte Der« bot, Kundgebungen der verfassungsmäßigen Regierung zu verbreiten, rechtswidrig war. Herr Marx bezeugt damit Herrn v. Keudell, daß er eine geringere Intelligenz besitzt, als Tausende von Beamten und Millionen von Arbeitern, die sofort wußten. was los war und entsprechend handelten. Dafür ist nun dieser Herr v. Keudell Reichsminister des Innern geworden! melioriert werden, um die Viehhattung zu erhöhen. Die Vermehrung der staatlichen Mustergüter in der Weinwirtschaft begrüßen wir mit Befriedigung. Die stonflichcn Bäder und Mineralbrunnen müssen ausgebaut und systematisch der minderbemittetten Bevölkerung zu- gänglich gemacht werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Znsii(Dnat.): Auch den Domänenpächtern kann nur ein ausreichender Zolls chutz helfen.(Lachen links.) Die Weiterberatung wird auf Mittwoch, 12 Uhr, vertagt. Der Druck mit polen. Die politische Delegation reist ab. In ihrer Rote vom 12. Februar, die wir in unserem Sonntagsblatt kurz wiedergegeben haben, erklärte die deutsch« Re- gierung, daß sie«ine oorläufige Auesetzung der mtt Polen geführten Handelsvertrags Verhandlungen für geboten häst. Man wolle zunächst den Versuch machen, diejenigen Fragen zu regeln, die sich aus der Ausweisung und der Verdrängung deutscher Staatsangehöriger ergeben. Besondere Verhandlungen hierüber sollten unverzüglich aufgenommen werden. Di« deutsche Regierung hoffe, daß, sobald sie ein Ergebnis erbracht haben, die Wiederaufnahme der Gesamtverhandlungen möglich sein werde. Als Antwort auf die deutsche Darstellung des Konflikts oer- öffentlicht jetzt die polnische Delegation eine Antwort- note. Darin heißt es, daß die von Deutschland mitgeteilten Gründe für den Abbruch der Verhandlungen über den Bereich des Handels- vertraglichen Gebiets hinausgehen und daß es deshalb unmöglich sei, in Erörterungen über sie einzutreten. Nach Auffassung der pol- nischen Regierung wäre es keineswegs geboten gewesen, di«. Verhandlungen jetzt zu unterbrechen. Jener Beschluß werde die wirtschaftliche Berständigung zwischen den beiden Ländern nur erschweren und oerzö« gern. Man sei auf polnischer Seite auf das peinlichste durch die von der deutschen Delegation im letzten Augenblick ohne vorherige Berständigung erfolgte Absage der letzten Kommissions- sitzung überrascht gewesen. Die polnische Delegation teill weiter mit, daß sie gemäß den Instruktionen aus Warschau nun- mehr Berlin verläßt. Dabei spricht sie die Hoffnung aus, daß die deutsche Regierung künftighin nicht gewillt sein werde, „durch ihre Stellungnahme den Wiederbeginn der Handelsvertrags- Verhandlungen zu beeinträchtigen". Dw Dinge liegen also im Augenblick so, daß die etwa zwei- jährigen Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über die Herbeiführung eines Handelsvertrage» nunmehr endgüllig und auf unbestimmt« Dauer unterbrochen find. Wir haben die Vorgeschichte dieser plötzlichen Störung bereits mehrfach eingehend behandelt: daher braucht im Augenblick nur noch die Tatsache hervorgehoben zu werden, daß es der polnischen Delegation gelungen ist, sich einen„guten Abgang" zu sichern und die Schuld an dem eigentlichen Abbruch der Verhandlung— wenn auch nicht an den Vorgängen, die erst hierzu führen'muhten— in den Augen der Well den deutschen Politikern zuzu- schieben. Gewiß sind die Polen keine leichten und bequemen Partner in politischen und wirtschaftspolitischen Verhandlungen, wie sich in den letzten Iahren immer wieder gezeigt hat. Gerade darum hätte die deutsche Regierung alles oermeiden müssen, was den An- schein erwecken tonnt«, daß sie den Abbruch der Verhandlungen ver- anlaßt habe. Gewiß haben die offiziösen deutschen Kommentare recht, wenn sie davon sprechen, daß die neue Wendung der Dinge keineswegs den Beginn des Zollkrieges zwischen Deutschland und Polen be- deute, sondern daß lediglich der seit langem bestehende Wirtschaft- liche Kriegszustand unverändert weiter bestehen bleibe. Aber es ist natürlich ein sehr großer Unterschied, ab man einen Zollkamps führt und gleichzeitig in aussichtsreichen Verhandlungen darüber steht, auf welche Weise der Kriegs- zustand zu beenden sei. oder ob der Termin für neue Verhandlungen iiberhoupt noch in unbestimmter Ferne liegt. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß gerade jetzt durch die innerpolitische Entwicklung der Dinge in Polen wie in Deutschland jene Kreise, die am Zoll- kamps interessiert sind, nämstch das Grvßagrariertum In Deutsch- land, die Industriellen in Polen, die entscheidende politische Macht in den Händen haben. Man muh aus das entschiedenste der Aus- sassung widersprechen, als ob es der deutschen W! r t s ch a s t, in ihrer Gesamtheit, gleichgültig sei, daß der ostdeutschen Industrie und dem oft deutschen Handel der natür- liche Markt in Polen nun auch wetterhin verschlossen bleibt. Mtt derselben Entschiedenhett sind auch olle jene Versuche abzulehnen, die daraus hinausgehen, die Frage der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen zu einer Prestigs-Angelegenh�it und zu einer Frage der„nationalen Machtgeltung" aufzu- bauschen. Die Sprache der rechtsradikalen Presse zeigt, wohin die Reise gehen kann und, nach der Meinung unserer Ostelbier, gehen soll. Es scheint wirklich hohe Zeit zu sein, daß die politischen Exponenten jener Richtung, sowett sie heute in Ministerstellen sitzen und also an der Leitung der deutschen Politik maßgebend beteiligt sind, endlich einmal auf das energischste von den Aeußernngen ihrer Parteiorgane und ihrer«irtschaftsposttlschen Organisationen abrücken, die sich jetzt in den widerlichsten Br- schimpfungen der polnischen Nation und in einer Verspottung der schiedsrichterlichen Instanzen des Pölkerbundes nicht genug tun können.' 0CBmsn.-ScXuifcc Jf. tDamen- SehvJte Ttt cujJSerfjeJvchrUicH billifyert(Preisen Echt Chevreau oder echt Boxkalf Spanganschuh« und Schnürschuh« HERHAHH TIETZ Leipziger Str.«Alexanderplatz* Frankfurter Allee A Belle-Alliance*$tr.* Drunncnstr. Kottbuser Damm* Wilmer.ndorfer Str.* Grosse Frankfurter Str.* Chausseestr. Der Kampf um öen /lchtftunöentag. Tagung des Bundesausschuffes des ATGB. Der Lorsij�nde des ZlDGB. Genosse L« i p a r t, wies in »einem Bericht, mit dem er die Sitzung eröffnete, auf die Tatsache Hin, dotz der mit der Kabinettsbildung zunächst betrau« Reichswirtschastsminister Dr. C u rt i u s zum ersten Male die Ge- werkschasten berief, um ihre Meinung über die dringlichsten sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen zu hören. Cr erklärte, dag er es für s e l b ss o e r st ä n d l i ch halte, daß auch in Z u k u n s t die Gewerkschaften ebenso wie die Unternehmerverbände um ihre Meinung gefragt würden. Die deutsche Arbeiterschaft hätte erwarten dürfen, daß schon vor Weihnachten ihre Forderung nach Wiedereinführung des Achtstundentages erfüllt worden wäre. Statt dessen ist von dem Führer der Voltspartei die Regierungskrise heraus- beschworen worden, in der Absicht, den Achlstundenkag zu verhindern. Das Notgesetz über den Achtstundentag ist die dringlichste sozial- politische Frage und im Zusammenhang mit ihr eine Gestaltung des Arbeitsschutzgesetzes. die den berechtigten Interessen der Ar- beiterschast entspricht. Der Bundesvorstand bat sich in den letzten Wochen auch eingehend mit den geplanten Mieterhöhungen beschäftigt. Statt des Abbaues des Mieterschutzes wäre vielmehr «in neues soziales Wohnrecht zu fordern. Leipart ging sodann auf die in der vergangenen Woche ver- öfsentlichto Eingabe zur Kartell- und Monopol- frage ein. Sie entspricht den Beschlüssen des Breslauer Kon- grelles, mit allem Nachdruck sich für die Wirtschaftsdemokratie ein- zusetzen. Aus derselben Linie liegt die Forderung nach paritätischer Umgestaltung der öffentlich-rechtlichen Berufsver- tretungen, die von den Arbeiteroertretern erneut erhoben worden ist, mit dem Erfolg, daß der Reichswirtschaftsrat die Reichs- regieruirg aufgefordert hat, einen dahingehenden Gesetzentwurf vor- zulegen. Leipart erläuterte im weiteren Verlauf seines Berichtes die Beschlüsse des Londoner Wnnderungskongresfes über die Schaffung von Wanderungsämtern und die Regelung der Ar- beitsverhältnisse der Arbeiter in den Einwanderungsländern. Der Vc>-stand hat sich bereiierklärt, in den Vorstand und Senat des Reichsmuseums für Gesellschafts- und Wirtschaftskunde in Düst'el- darf einzutreten und hat dem neuen Museum alle Unterstützung der Gewerkschaften zugesagt. Die Leitung der Ab«il«ng für Ge- wcrbeliygiene und Gesundheitspstege hat Dr. M e y e r- B r o d n i tz übernommen. Der Vorstand wird eine Büste von Legien herstellen lassen, von der Abgüsse für Versammlunassäle usw. beschafft werden können, ebenso eine Radierung. Beide sollen das Andenken an den großen Führer der deutschen Gewerkschaften lebendig erholten. Zuletzt wandte sich Leipart zu der in der Presse veröffentlichten Erklärung der Italienischen Gewerkschaftsführer. Man muß berücksichtigen, daß jede freie Betäligungsmöglichkeit der italienischen Landeszentralc fehlt. Die asten Gewerkschaftsführer standen daher vor der Alternative, entweder von jeder Betätigung ausgeschlossen zu sein, oder zu versuchen, in den faschistischen Gewerkschaiten die Interessen der Arbeiter wahrzunehmen. Es ist icdenfalls nicht angebracht, über die in langen Jahrzehnten bs- währten Führer der italienischen Gewerkschaften voreilig den Stab zu brechen. In der Debatte, die dem Bericht folgte, ergab sich im ollgc- meinen die U e b e r e I n st i m m u n g des Bundesausschusses mit den?lusführungen Leiparfs. Der Pundesausfchuß wandte sich sodann dem zweiten Pünki der Tagerordnung zu, dem Notgesetz betreffend den Achtstundentag. Genosse G r g ß Nt o n n machte Mitteilungen über die Per- Handlungen mit Regierungsstellen und Fraktionen des Reichstages über Maßnahmen zur Einschränkung der Ue her zeitarbeit. Schon vor der Bildung der neuen Regierung haben die Ver- steter der Gewerkschaften sehr wenig Entgegenkommen bei ihren Verhandlungspartnern gefunden. Jetzt Hot die Regie- rung einig« Veränderungen auf Grund des§ 7 der geltenden Arbeitszeitverordnung herausgebracht, durch die für einige Arbeiter- gruppen die Ärbeirszest auf Stunden festgesetzt wird. Inzwischen habe in den Gewerkschaften selbst eine Kampagne gegen dos iieberstundenunwesen eingesetzt. In der Presse wie in Konserenzen und Versammlungen wurde sie durchgeführt. Die Reichsarbeitsverwaltung hat Erhebungen über die totsächliche Ar- beitszeit, besonders über die Ueberstunden angestellt und im Reichs- arbeitsblast veröffentlicht. Die Bewegung der Gewerkschaften hat bereits Früchte getragen. Besonders im Bergbau ist eine Einschränkung der lieberschichten und Mehreinsiellung von Arbeikern zu bemerken. Der Bergarbeiterverband habe bereits die geltenden Ueberzeitobkammen gekündigt. Die Arbeiterschaft beginne zu erkennen, daß die Folge der durch Ueberstunden erhöhten Verdienste die Kürzung der Akkordlöhne ssi. Diese Be- obachtung wird in zahlreichen Gewerben bzw. Industrien gemacht. Die stark um sich greisende Bewegung führte in der Folge zu einer Reihe von Verweigerungen von Mehrarbeit und zu Arbeitereinstellungen auch in anderen Wirtschafts- zweigen. Ueber Erfolge dieser Art wird aus der Metollindu- st r i e berichtet. Dort konnten in letzter Zeit auch in einzelnen Orten und Bezirken Verkürzungen der tariflich vereinbarten und der ohne Tarifverstag üblichen Arbeitszeft durchgesetzt werden. An anderen Orten sind die tariflichen Ärbeitszeitabtommen gekündigt worden. In der Lebensmittelindustrie konnte der besonders in den Kleinbetrieben grassierenden Ueberstundenwirtschast mehrfach mit Hilse der zuständigen Behörden entgegengesteten werden. Die Erwartung, daß die S ch l i ch t u n g s- behörden den durch riesenhaftes Anwachsen der Mehrarbeits- stunden wie durch das Vorhandensein von Hunderttausenden von Erwerbslose» und Kurzarbeitern gekennzeichneten Zustand e r k e n- n e n und ihn würdigen werden, hat sich bedauerlicherweise nicht erfüllt. Schiedssprüche aus jüngstei Zeft lassen erkennen. daß die Schlichter eher das entgegengesetzte Ziel verfolgen. Graßmann erwähnte als Beispiel hierfür den in diesen Tagen ergangenen Schiedsspruch für die Leipziger ZNetallindirstrie. Vor wenigen Togen Hobe nun das Reichskabineft über das von ihm geplante N o t g« s e tz Beschluß gefaßt Einzelheiten über den Inhalt der Vorlage seien noch nicht bekannt. Es wird noch einig« Zeit verstreichen, bevor sie an den Reichstag gelangt. Jedenfalls sei der Initiativantrag der sozialdemokratischen Reichtagsfroktion über ein Rotgcsetz zur rechten Zeit gekommen, um mindestens zusammen mit der Regierungsvor- läge beraten.zu werden. Ms aber die parlamentarische Aktion für den Achtstundentag auch ausgehen mag, die Arbeiter. schaft darf keine Gelegenheit versäumen, aus eigener Macht der Gewerkschaften Verkürzungen der Arbeitszeit durchzusetzen. Die Unternehmer müsse» wissen, dafc s'e keine Ruhe bekommen, bis der Achtstundentag wiederhergestellt ist.(lieber die an dem Bericht sich anschließend.- Aussprache und die vom Bundesausschuß onge- nommene Entschließung, siehe 1. Seite.) Der Kampf in Leipzig. Dtc Schiedsspruch abgelehnt.—(ylu Rundschreiben der Unternehmer. Leipzig. 15. Februar.(Eigener Drahtbertchl.) Am Dienstag fand hier eine Urabstimmung über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs unter den Metallarbeitern statt. VI» 7 Uhr abends hatten zirka 100 Betriebe mit 12 000 Arbeiter« sich mit SS prvz. gegen den Schiedsspruch gewandt. Die restlichen Betriebe dürften wahrscheinlich ebenso entscheide«. '''.......'* Dt« Leipziger Metallindustriellen, die nach außen mit Aus- sperrungsterror die st a r k e n Männer spielen, verschicken an ihre Kunden im Reiche folgende? Rundschreiben: „An die Kunden unserer Mitgliedsfirmen richten wir die dringende Bitte, wegen der Ausführung und Lieferung von Aufträgen nicht zu drängen, denn unser Verband befindet sich in einem schweren Arbeltskampf, der chm vom Deutschen Metollarbeiterverband aufgezwungen wurde. Die Solidarität der Arbeitgeber fordert also unbedingt, daß von unseren Mitgliedern weitgehend Rücksicht genommen wird. Lei den: Kampfe, den unser Verband zu führen gezwungen ist, handelt es sich nicht nur um eine Leipziger Ange- l e a« n h e i t. sondern es steht fest, daß der Deutsche Metallarbeiter- verband ein Beispiel für das ganze übrige Reich geben will. Dies ist auch dadurch anerkannt, daß die Vereinigung der Verbände sächsischer Metallindustrieller beschlossen hat, unverzüglich zum Schutze ihrer angegriffenen Verbände die Aussperrung in ihren sämtlichen Betrieben durchzuführen mit etwa 155 000 Arbeitern. In welcher unverantwortlichen Weise der Deutsche Metallarbeiterverband gehandelt hat, geht auch daraus hervor, daß er, nachdem von unserer Seite der Schlichtungsausschuß angerufen worden war, einen Tag vor der Verhandlung mit dem Schlichtungsausschuß Teilstreiks bei 27 Firmen mit etwa 6000 Arbeitern anzettelte. Von unserer Seite wird lediglich eine Fort- gellung der bisherigen Regelung der Arbetiszeftfrage angestrebt. nämlich die Möglichkeit, daß Mehrarbeit bis zu 52 Stunden ver- richtet werden kann. Der Gesamtverband deutscher Metallindustriellere richtet gleich- zeitig an seine sämtlichen Mitglieder die dringende Bitte, unseren Verband dadurch zu schützen, daß wegen der Aufträge nicht ge> drängt wird, ferner bittet der Gesamtverband und unser Verband unsere Kundschaft, daß Aufträge in der gleichen Weise auch weiter uns überschrieben werden, als wenn der Arbeitskampf nicht bestehe. Wir hoffen sogar recht sehr, daß nach Beendigung des Kampfes Sie die Opfer, die die Mitglieder unseres Verbandes für die Gesamtheit bringen, dadurch anerkennen, daß Sie unsere Mitgstedsfirmen bei Auftragserteilung bevorzugen. In den sicheren Erwartung, daß Sie unserer Bitte, Solidarität zu üben, entsprechen, sprechen wir Ihnen unseren verbindlichsten Dank aus." Aus diesem Rundschreiben gehen zwei Dinge hervor: 1. Die Unternehmer appellieren an die Solidarität der anderen Unter- nehmer, um die Arbeiter zur Leistung von Ueberstunden zu zwingen. 2. Sie erklären, daß sie vier Ueberstunden pro Woche fordern, während ihnen der Schlichter fünf Stunden zugesprochen hat. Da- mit ist der Schiedsspruch verurteilt. Kommunistilcbe Nieöersaoe. Groher Amsterdamer Erfolg bei den Holzarbeiter«. Die Wahlen zo den Bezirks- und Branchenleltungen der Ver- liner Orksverwaltung des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes, die gestern fiallsanden, endeten mit einer schweren Niederlage der Kommunisten. Do« den Branchen wurde den Kommunisten die ausschlaggebende Branche der Musikinstrumenten- a r b e i l e r mit starker Mehrheil entrissen. Die Branchenleitung Ist nunmehr durchweg von Genossen der Amsterdamer Rich- t u n g beseht. Ebenso ist es gelungen, den Kommnaisien den großen und wichtigen Bezirk Norden abzunehmen. Die Bezirk». leikung seht sich nunmehr nur aus Anhängern der Amsterdamer Richtung zusammen. Den Kommunisten ist es nirgends gelungeu. auch uur die kleinste Errungenschast durchzusehen, wir beglück- wünschen unsere Geaosten im Deutschen Holzarbeiter-Verband, die mit vorbildlichem Eiser die Aufklärungsarbeit unter den Mitgliedern geleistet haben. Wir behalten uns vor. auf das Ergebnis der Wahlen noch zurückzukommen, sobald es vollständig vorliegt. Zrelti»» der SPD., S-bulthelh-Paderhofer Brauerei. Abteiiuvg II Mittwoch, 15. ffebruar, 5 Uhr, im Lokal von Dollcnberz, SfevXempel- Sof, Berliner Str. 1, Mitgliedcrversauwiliing der SP®. Vortrag Uber „Aktuelle llrogtn der Sozialvolitk.- Nekerent Nudolf ftarsien rorn tzentralverbanb der Arbcltsinoolidcn. Symp«Mi>ere»de sind«inM. iadeu. Vollzählig»!? Erscheinen erwarten Di» Betriedouertraueaoleute de» SPD. Freie Sewerkschoftriugeud. Heut» abend Vi Uhr tagen die Grupp-n: Neukolla l: Sruvpenheim Iuaendhe-n, Vergstr. 29, Hof. Heute find wir luf�a. aald« Str. 10. Vortrag! Jugendheim Ernstttr. t». Rordriug! Eruppenhelm Ztlgendheint. spiele."— Paumschulenweg: Kruppe v sp'ece.-—«aumi-ruienn-eg: Kruppeuheun Jugendheim Srnfiftr. 15. Vortrag: „Der Aamvf um den Achtstundtntag."— Weihensee: Erupvenheim Zugtndheim Parkstr. 35. Vortrag:„Die Serverkschafterr in der Jetztzeit." Mittwoch, izz Jugendheim Nogai Uhr. finden folgend« Ver» gaistr. 53. Lon»-Ab:n!>.— Zugeudgrupp« de» ZdA. Heute, anstalrung-n statt: Bezirk Reukölln: Oqttk Ii St._ Berufsku-i WWW W frankfurter Str. 16, tzimmer 8, Sing, und Spielabend,— Bezirk ilharlotteü-- bürg: Zugcndbrim Rofincnstr. 5. Bunt« Abend cMullk. Spiel. Gesang).— Mittwoch 8 Uhr Turnabend i» d« Schul- Laruth« Str. 20.(Turnsachen mitbringen.) v-rantwartlich für Politik:«ietor Schill:«irtsch� S. allug-lHI'cr: Gewerkschaftsbewegung: Fr. Etztor»: Feuilleton: Dr. Zohu Schik»w»ki: Lokale» und Sonstiges: Fritz Narhädt: Anzeigen: Tb. G loche: sämtlich in Berlin. Berlaq: Sorwärts-Bmlag G.m.b.H. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckeret und BerIaqsanNalt Paul Singer u. So. Berlin 638 68. Linde» itrohe 3. Hier,» 2 Bellaaen»ud..Ilutertaltuu»»ud Siff««". Nr. 78 ♦ 44.�ahrgakg 1. Seilage ües Vorwärts Mittwoch,?S. Februar 1927 An sonnenhellen Togen lZegt über jeder Großstadt eine Dunst- schicht; die zahllosen Schlote, der Straßenstaub und alle sonstigen Verunreinigungen der Großstadtluft sind im hellen Sonnenschein schon lange, bevor man die Stadt selbst erreicht hat, deutlich zu er- kennen. In früheren Jahrzehnten galt die weithin sichtbare Rauch- sahne eines Fabritschornsteins geradezu als ein Zeichen dafür, daß der Betrieb voll beschäftigt sei, er galt als Symbol der aufstrebenden Technik. In dem Maße, als die Industrie größer wurde und die Menschenansammlungen in den Städten sich vermehrten, wurde Rauch und Skaub zu einer Plage, die eine gründliche Abwehr forderte. Der Krieg und die Inflation hatten leider die Beachtung dieser Fragen zurücktreten lassen. Es ist jetzt an der Zeit, sie wiederum in den Vordergrund des hygienischen Interesses der Großstädte zu rücken. Der Berliner Bezirksverein deutscher Ingenieure veranstaltete daher auch vor kurzem einen Vortrag über dieses wichtige Thema, der de- wies, wie sehr heute noch in dieser Hinsicht vieles im alten liegt. Die Rauch- unü Staubquellen. Auch Berlin mit seiner Groß- und Kleinindustrie, mit seinen zahlreichen Hausheizungen und seinem großen Verkehr wird zu ge- wissen Zeiten von Staub und Rauch in geradezu unerträglicher Weise eingehüllt. Nach einer Statistik gibt es in Berlin nicht weniger als 5900 überwachte Dampfkessel. Die Einsuhr von Steinkohle beträgt im Monat zirka ZZ7 000 Tonnen, die Abgasmenge wird insgesamt aus 120 Millionen Kubikmeter geschätzt. An Flugasche sollen im Monat 35 000 Tonnen in die Atmosphäre gesandt werden. Die S adt-, Ring- und Vorortbahn hat bei einer Streckenlänge von ??5 Kilometern einen monatlichen Kohlenverbrauch von K0 000 Tonnen. Sie schickt jeden Tag etwa lOO Kilogramm Rauch in die gast. 8500 Aulodroschken und Omnibusse, 25 000 Personen- und callkraitwagen. 115 700 Groß, und Kleinkrafträder und nicht weniger als 1254 000 selbständige Hausheizungen wirken zusammen, um die Atmoshpäre Berlins zu verpesten. Hierbei macht die große Zahl der Hausheizungen der Industrie erfolgreichste Konkurrenz. Während bei der Größindustrie schon vielfach bessere, hygienisch und technisch eirwandfreie Rauchverbrennungen vorhanden sind, arbeitet die Klein. industrie jahraus, jahrein mit völlig unzulänglichen Einrichtungen. Die Kapitolknappheit läßt auch in Zukunft nicht hoffen, daß hier eine Aendening eintreten werde. Die Rbgafe. Der Rauch, der in die Luft geschickt wird, ist sehr verschieden- artig zusammeneesetzt. Bei imbeiregter Luft sinken schwere Ruß- teilchen ab Und was dann schweben bleibt, ist ziemlich einheitlich zusamincngesetzt. Meist aber bleiben auch die schweren Teile sehr lange Zeit durch den außerordentlichen Wechsel der Windgeschwiadig. keil, durch die Kraft der Temperaturveränderungen in der Schwebe. Welchen Einfluß der Wind auf das Weitertragen des Rauches hat, zeigt ein« Beobachtung, die vor einigen Jahren in Irland gemacht wurde, wo Rauch aus Schottland und England, behaftet mit Ruß und anderen Verunreinigungen, in erheblichen Mengen niedersiel. Zu dieser rauchgeschwängerten Luft kommen dann noch die Auspuff- gase der Automobilsahrzcuge, die außerordentlich gesundheitsschädlich sind. So wurde auf der Haupttagung des Vereins Deutscher Chemi. ker, die im Jahre 1921 in Stuttgart stattfand, mitgeteilt, daß nach den Gutachten erster Sachverständiger reines Benzol am giftigsten sei. Man hat Auspuffgase gesammelt und Versuchstiere mit ihnen getötsr. Auch Chauffeure, die in Garagen schliefen, haben erhebliche Gesundheitsschädigungen dadurch erlitten, daß sie die bei leer» laufendem Motor entwickellen Auspuffgase einatmeten. Eine sehr interessante Tatsach« ist es, daß 25 bis 60 Prozent des Sonnenlichtes geschätzt. Welche Wengen von Verschleißstaub in Frage kommen, zeigen die Schätzungen bei der hoch- und Untergrundbahn. Die Gleis- und Siraßendecke der Hoch- und Untergrundbahn beträgt in Berlin rund 48 Kilometer. Sie rechnet mit einem Verschleißslaub im Zahre von 210 Tonnen. Für New Park wird die dortige Unter- erundbahn. die eine Gesamtlänge von 31 Kilometern hat, die Verschleißstaubmenge sogar auf 399 Tonnen angegeben. Infolge dieser Abnutzung sind auch die Slroßenbaukoslen einer Großstadt wie Berlin außerordentlich hoch. Der Berliner Etat hat für Slrahenbou 24.2 Millionen Mark vorgesehen, davon sind 11,9 Millionen regel- mäßiger Etat und 12,6 im außerordentlichen Etat für Notstands- arbesten enthalten. Don dieser gewaltigen Summe werden nicht weniger als fünf Millionen für den llnterhall und sechs Millionen für die Nachpflasterung der Straßen aufgewendet. durch die Abgase von den großen Städten abgehallen werden. Die physiologischen Schäden, die Pflanzenschäden, die durch diese Er- scheinung hervorgerufen werden, sind sehr erbeblich. Es gibt Städte, in denen die Rauchplage so groß ist, daß selbst Koniferen nicht mehr gedeihen, daß die Bäume geradezu an Fieber erkranken, Ver- stopfungserscheinungen aufweisen und eingehen. Zu diesen gesundheitlichen Schädigungen kommen Materialschäden an Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen, die einen beträchtlichen Verlust von Volks. vermögen bedeuten. So muffen z. B. in solchen rauchbedeckten Städten bei der Eisenbahn Elsenbeschläge alle 10 Zahre erneuert wer- den, da sie durch die Einwirkungen der Rauchgase zerstört werden. Die Eisenbahndireklion Essen schätzt den Materialverlust durch Ver. rosten Infolge der Einwirkungen der Abgase usw. auf jährlich rund 8000 Tonnen in ihrem Verwaltungsbezirk. ver Straßenstaub. Zu diesen Abgasen kommt dann noch der Straßenstaub hinzu, der mit der Zunahme des Verkehrs als besonderes Uebel empfunden wird. Man unterscheidet hier zwei Arten, den sogenannten Deckenstaub und den verkehrsstaub. Der elftere entsteht durch die Ab- nutzling der Straßendecke infolge des Verkehrs, mechanische und physikalische Kräfte bewirken seine Entstehung. Der Verkehrsstaub dagegen wird durch den Verkehr selbst den Straßen zugeführt. Er besteht aus verwittertem Kot. Pflanzenfasern, Kalkteilchen, Glas- splittern, Sand, Bnkterien, menschlichem und tierischem Auswurf und vielen anderem. Dieser Staub ist besonders gesundheitsschädlich, weil er auf die Rachenscbleimhäute einwirkt und somit den Grund zu Halsentzündungen und Erkrankungen der Luftwege legt. Ins- besondere spitze und scharfkantige Staubteilchen können beim Eindringen in die Luftwege pathologische Veränderungen hervorrufen. Dagegen wird die Gefahr einer Infektion durch die im Straßenstaub enthaltenen Bakterien von Medizinern als wesentlich geringer ein- /lbwehrmaßnahmen. Zur Bekämpfung dieser Rauch, und Stoubschäden sind zahlreiche Mittel vorgeschlagen worden: Atemslster, Verbrennung der Rauchgase, bevor sie an die Luft kommen, chemische Mittel zur Nieder- schlagung des Staube? auf den Straßen, Oberflächenteernng oder Jnnenteerung der Straßen u. o. m. Grundsätzlich wäre zu fordern, daß olle großen Werke, und nicht zuletzt auch die Reservewerke der Elektrizitätsgesellschaften, die nur zeitweilig bei Spitzenleistungen in Betrieb gesetzt werben, noch dieser Richtung hin auf das modernste ausgerüstet werden. Besonders bedauerlich erscheint es, daß selbst das' moderne Großkraftwerk Rummelsburg noch in bezug auf die Rauchoerbrennung ungenügend ausgerüstet eifcheiut. Ferner hofft man durch Ferngaswerke und Fernheizwerke sine Verminderung der großstädtischen selbständigen Heizanlagen. Am großzügigsten wirkt die Natur. Eine kleine Brise von zwei Metern m der Sekunde löst bereits die ganze über der Sdadt lagernde Rauchwolke auf. Sehr interessant ist die Tatfache, daß die größte Staubdichte in der Großstadt um Milkernacht herrscht, während das Minimum zwischen 2 und 4 Uhr morgens eintritt. Man führt das zurück auf das Eindringen von harten Strahlungen, sowie auf die großen Temper cittmmicr- schied« infolg« der nächtlichen Abkühlung. Vielleicht wäre ein Zusammenschluß der vorn Rauch und Staub bedrohten Großstädter gegen diese Plage zweckvoll, um hier die Durch- führung bestimmter hygienischer Abwehrmaßnahmen zu erreichen. Der weiße Hemdkragen, der auch beim saubersten Menschen schon nach wenigen Stunden schwarz wird, zeigt deutlicher wie alle Zahlen und Berechnungen, in welcher Lust sein Träger sich bewegen muß. Gerade die über den Städten schwebende Rauchwolke zeigt, wie nick- ständig die modern« Technik auch heute noch ist. 20] Gerichtstag. von Fred Bsrence. Copyrifbt 1925 by Panl Zsolnay, Wie» Der Arzt trat zu mir, faßte mein Kinn mit zwei Fingern, gab mir einen freundlichen Nasenstüber und sagte:„Lassen Sie ihn nur hier, vielleicht wird seine Gegenwart Frau Valcourt beruhigen." Als eine Stunde später die Hebamme kam, schickte man mich aus dem Zimmer, bald darauf rief sie mich und zeigte mir, wie man das Kind wickeln müsse. � „Das ist sehr brav, daß du deine Mutter pflegst. Von nun an herrschte ein heimliches Einverständnis zwischen mir und ihr und ich verließ das Zimmer nur, wenn sie kam. Eines Tages sagte ihr meine Großmutter spöttisch: „Wenn Sie einmal eine zwölfjährige Wochenpflegerin brauchen sollten, dann wissen Sie wenigstens, an wen Sie sich zu wenden haben." „Frau Valcourt könnte gar keine bessere finden," sagte die würdige Dame kühft Von dem Tage an war der Krieg zwischen meiner Groß- mutier und mir erklärt. Sie demütigte mich, ich lehnte mich aus. aber ich war verbittert und von dem Wunsche besessen, m'ch für alle Erniedrigungen, die sie mir angetan hatte» zu rächen. Die sonderbaren Worte meiner Mutter hatten mich übe?» zeugt, daß ihr eine Gefahr drohte. Nun will ich berichten, wie sich dieser Verdacht in Gewißheit verwandelt hat. Eines Morgens erhielt die Großmutter einen Brief von meiner Tante, den sie seh? aufmerksam las. dazu nickte sie zustimmend mit dem Kinn. Das Mädchen kam herein und tei'te meiner Großmutter mit, daß sie eine Kristallschüssel zerbrochen hatte. „Sie sind eine dumme Gans," schrie Frau Bonnard und stürzte hmaus. um mit eigenen Augen den Schaden zu besehen. In der Eile ließ sie den ISrief der Tante siegen, ich war allein im Zimmer und las rasch den kurzen Brief. Ein Satz ist mir im Gedäck/nis gebsieben:„Schade, daß der neugeborene Wasserkopf nicht gestorben ist." Mein Verdacht war nun zur Sicherheit geworden: Groß- mutier und Tante wollten meinen kleinen Bruder und die Mutter oergiften. Ich liebte dieses kleine, schwache Wesen, das wir Paul genannt hatten und hatte mir vorgenommen, ihm den Vater, den er nicht kannte, zu ersetzen. Hoffte ich ja, daß er ihn nie kennen lernen sollte. Monat« vergingen, unsere Lage wurde schlechter und schlechter. Immer wieder enttäuschte Hoffnungen, denn niemals kam eine Geldsendung vom Vater, fortwährende, tägliche Vorwürfe. Bald legten sich Großmutter und Mutter nicht mehr den geringsten Zwang auf. Es gab schreckliche Szenen, während derer Frau Bonnard Nervenankälle bekam; eine Viertelstunde lang stieß sie unartikulierte Schreie aus. Die Mutter lief in ihr Zimmer, schloß sich ein und schluchzte. Nach diesen Szenen sprachen sie vierundzwanzig Stunden kein Wort miteinander, dann versöhnten sie sich ohne weitere Aussprache, bis zu dem Augenbsick, wo ein unvorsichtiges Wort einen neuen Sturm entfesselte. So oder ähnlich begannen meistens die Szenen. Wir essen, man spricht vom schönen Wetter, vom Regen, vom Weinberg. Frau Bonnard, ruhig:„Dieses Jahr werden wir eine gute Ernte haben." Die Mutter, ruhig:„Man sollte vielleicht einen Teil verkaufen." Frau Vonnard, ruhig:„Ja." Dann plötzlich sehr erregt: „Ja, ich muß verkanfen, weil dieser Kerl, der dein Mann ist. mich zugrunde gerichtet hat." Die Mutter, heftig:„Ich will nicht, daß du vor den Kindern so sprichst." Frau Bonnard:„Du kannst mir nicht verbieten, die Wahrheit zu sagen." Und die bitteren Worte folgten einander bis zur Schluß- szene: Schreie, Türenwerfen, Schluchzen. Zuguterletzt war meine Großmutter dieses Höllendaseins doch überdrüssig und faßte den Entschluß, sich, wie sie es nannte,„ins eigene Fleisch zu schneiden" das heißft sie schenkte meiner Mutter ein vaar alt« Möbel: drei Betten, ein Kanapee> einen Tisch, vier Sessel, einen Waschtisch, dazu gab sie ihr zweihundert Franken und wir fuhren nach Genf zurück, wo meine Mutter, so wie vor zwei Jahren, versuchen wollte, unseren Lebensunterhalt durch englische Lektionen zu ver- dienen. Licht und Schatten. Die Rückkehr nach Genf kam uns wie ein schönes Märchen vor, wir hatten dort unsere liebsten Erinnerungen zurück- gelassen. Voll Hoffnung trafen wir ein und wir waren fest entschlossen, unser trauliches Leben von früher wieder aufzu- nehmen. Ein schöner Traum! Die Stadt war wohl unverändert, aber wir hatten uns geändert. Meine Mutter kam verbittert, gebrochen zurück, in ihren Hoffnungen betrogen. Allerlei Verdrießlichkeiten folgten uns. Wir mieteten eine Zweizimmerwohnung mit Küche und hatten sie bald in Ordnung gebracht. Trotz aller Sorgfalt, die meine Mutter daran wendete, das neue Heim recht behaglich zu machen, war es doch eine Armeleutewohnung: Vierter Stock, Dachzimmer, alte Möbel, die an unserem früheren Leben keinen Teil hatten und die wir nicht mochten, well wir wußten, woher sie kamen: Stühle mit wackligen Beinen, knarrende Betten, ein abgenutztes damastüberzogenes Kanapee, das meine Mutter schaudern machte und ein Waschtisch, dessen Marmorplatte auf dem Transport zerbrochen war. Grau«. gelbgemusterte Tapeten vervollständigten den Eindruck der Armseligkeit. Um alledem die Krone aufzusetzen, war die Wohnung sehr feucht, die Kleidungsstücke schimmelten in den Schränken, die Möbel, die fortwährend der Nässe ausgesetzt waren, wiesen bald viele Schäden auf; wir hatten nicht das nötige Geld, um sie yüedsr instand fetzen zu lassen, noch um in eine andere Wohnung zu ziehen und so blieben wir, bis ..., doch ich greife vor. Einige Tage nach unterer Ankunft begann meine Mutter neue Lektionen zu suchen und gab ihr letztes Geld für An, eigen aus. Nach vielen Laufereien fand sie endlich fünf Schüler. Unsere Einnahmen betrugen ungefäbr hundert Franken. Gerade so viel hatte sie zwei Jahre früher verdient, doch die Miete war teurer geworden und die Großmutter schickte nichts mehr. Ab« auch unser Familienleben war nicht mehr so, wie bei unserem ersten Aufenchalt in Genf. Seit den Iahren, die wir in Evian verbracht hatten, war uns eine tiefe Bitterkeit, ein instinktives Mißtrauen gegen alle Menschen, auch die uns wohlwollten, zurückgeblieben. Eine dumpfe Nervosität hatte sich der Mutter bemächtigt. Sie verlor leickt die Geduld und oft entfuhren ihr gan, ohne Ursache harte Worte. Manchmal war sie den ganzen Tag schweigsam und am Abend brach sie in ein Schluchzen aus, das ihren ganzen Körper erschütterte. Dann legte ich ihr die Arme um den Hals. „Mama, was hast du denn? Bitte, sag mir'» doch!" Sie schluchzte noch heftiger und erwiderte mit herzzerreißender Stimme: Iu kannst es ja nicht verstehen." (Fortsetzung folgt., Eine Spur öes Mäöchenmöröers? Erfolgreiche Feststellungen der Kriminalpolizei. In der AufNärung des Pankower Verbrechens ist die Mord. kommission jetzt einen wesentlichen Schritt vorwärts gekommen. Wie sie feststellte, hat sich Margarete K e d i n g am Sonnabend abend um 6H Uhr bei W e r t h e i m in der Leipziger Straße in der Kleidung, in der sie morgens um Z Uhr ermordet aufgefunden wurde, photo- graphieren lassen, um ein Paßbild zu bekommen. Dieses Bild wird setzt in großer Menge vervielfältigt und voraussichtlich für die weiteren Ermittlungen gute Dienste leisten. Nachdem sie mit einem Manne, der ebenfalls ermittelt ist. im photographischen Atelier einige Worte gewechselt hatte, begab sich das Mädchen»ach der Spielwarenabteilung und kaufte dort für t,7ä den kleinen hellbraunen Teddybären, den man später bei der Leiche land. S.e muß dieses Ding also schon den ganzen Abend über bei sich getragen haben. Au» Bekundungen anderer beugen ist festgestellt worden, daß Margarete Keding mit einem Manne, den sie in oder vor dem Warenhause getroffen hoben muß, die Leipziger Straße hinunter gegangen, in die F r I e d r i ch st r a ß e eingebogen ist und mit ihm dort einen Aschinqer-Ausschank besucht hat. Dieser Mann ist etwa 1,75 bis 1,8» Meter groß, hat ein mageres Gesicht, blondes Haar und einen englisch gestutzten Schnurr- bart und truq«inen schwarzen Paletot mit Samtkrogen. Ein an» derer Zeuge sah nicht lange vor dem Morde in der Stubnitzstraße in Pankow ein Paar Arm in Arm auf und ab gehen. Er hat in dem Bilde die Ermordete wiedererkannt, und seine Beschreibung ihres Begleiters paßt wieder auf den Mann, mit dem sie bei Aschinger war. Er hat auch gehört, wie das Mädchen den Mann fragte:„Host du auch wirklich Arbeit?" Endlich hat die Mord- kommission festgestellt, daß die Keding am Sonnabend abend in einem Tanzlokal in Tegel gewesen ist. wieder mit einem Be» aleiter, auf den die Beschreibung paßt, also wohl sicher mit dem Manne, mit dem sie bei Aschinger war und mit dem sie kurz cor ihrem Tode Arm in Arm ginq. Der Wirt erinnert sich bestimmt des weiblichen Gastes mit dem rotbraunen aus Seide weitmaschig gehäkelten Jumper, durch den es weiß durchschimmerte. Er weiß auch, daß dieses Paar olle drei letzten Sonnabende bei ibm getanzt hat. Am vergangenen Sonnabend fragte ihn das Mädchen, wann der letzte Zug nach Pankow gehe. Bevor er noch Auskunft geben konnte, fiel der Begleiter mit den Worten ein:„Laß nur. wir fahren mit dem Wagen nach Pankow." Wann das Paar das Lokal verlassen hat. kann der Wirt nicht sagen. Wer ist nun der Begleiter? Welcher Chaufseur hat in der Nacht zum Sonntag ein Paar von Tegel nach Pankow gefahren? Wer kann weiter über den Verkehr der Ermordeten Auskunst geben? Schleunige Mitteilungen nach allen Richtungen erbitten die Kom- missare Johannes Müller und Dr. Braschwitz im Zimmer 195 des Polizeipräsidiums. Für die Aufklärung des Kapitaloerbrechen» an der Hausange- stellten Margaret« Keding tonnt« die Mordkommission im Lause des gestrigen Abends, wie uns zu später Srunde mitgeteilt wird, weitere wichtige Feststellungen machen. Es meldete sich ein junger Mann,«in gewisser Kurt M. aus der Berliner Straße zu Char- lottenburg, der über ein eigentümliches Erlebnis berich e.e. M. be- sucht« mit mehreren Freunden in der Sonnabendnacht das Cafe a m K n i e. Di« Gesellschaft, die dort gegen 1 Uhr«intraf, war sehr lustig und wohl auch nicht mehr ganz nüchtern. Di« jungen Leute schenkten den anderen Gästen wenig Aufmerksamkeit und unter- hielten sich nur unter sich. Eeg«n 3 Uhr brachen sie aus und M. ergriff, ohne erst lange hinzusehen, einen Mantel vom Garderoben- ständer und zog ihn an. Am SonntagvormiUag gegen 10 Uhr, als der junge Mann noch im Bett lag, meldete man ihm einen alte. ren Herrn, der Ihn zu sprechen wünschte. Der Besucher wurde eingelassen und erzählte nun. daß er im Auftroge seines Untermie- ters mit einer Bitte komm«. Sein Untermieter habe nämlich bei der Heimkehr entdeckt, daß er einen fremden Mantel onge- zogen habe Aus den Papieren, die man in den Taschen fand. habe man die Adresse des jungen M. festgestellt und er bitte nun. die Mäntel austauschen zu dürfen. M.. der noch ziemlich müde war, ließ ken Besucher bei dem Austausch gewähren und sah auch seinen zurückgebrachten Mantel nicht näher an. Erst als er ihn am Nachmittag für einen Ausgang brauchte, machte er ein« entsetz- liche Entdeckung. Die Brust seit« des Mantel» war über und über mit Blut bespritzt und an den Aermeln war der Stoff des Futter» von Blut ganz steif. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß da» Blut auf dem Mantel mit dem Morde nichts zu tun hat, sondern auf Irgendeinen anderen Umstand zurückzu- führen ist. Es wäre daher wünschenswert, wenn der Zimmerherr des älteren Mannes sich bei der Mordkommission melden würde. — Eine Durchsuchung der Sachen der Ermordeten fördert« einen A einen Notizzettel zutage, auf dem die Worte:.Otto Berg. Danzlger Straße.« Uhr" vermerkt waren. Offenbar handelt e» sich dabei um eine Verabredung de» Mädchens. �Kaisers Stiefschwester/ Gefängnis für eine 73jährige Hochstaplerin. Di« Dummen werden nicht alle— und gibt«s einen besseren 5ioder als„Unioerfalerbin"? Da konnte man zum Beispiel während der letzten ach: Jahre im Bezirk F.iedrichshaui eine 7 3jährlge Frau beobachten, die hilflos am Fahrdamm stand und danach aus- lugte, ob nicht jemand ihr über di« Straße helfen würde. Wurde ihr die Hilfe zuteil— und wer würde sie einer 73jährigen Frau ab- schlagen—, da floß sie in Dankesworten über: sie ging noch ein Stück- chen mit ihrem Schutzengel, klagte über ihr Alter und ihr«„Blind- heit": wie grausam ist doch solch ein Schicksal einer einsamen 73jährr. gen Greisin— trotz oller Brillanten, der Bankguthaben, der Villen und Güter. Was tut's, daß ihr Dater der Landrat v. Winter war, ihr Mann ein Landgerichtsrat und sine Tochier, mit der sie entzweit ist, Gattin eines Anwalts ist? Wenn nun jemand sich ihrer an- nehmen wollt«, ihr Pflege, Essen und Trinken angedeihen ließ— o, sie wüßte sich sch,n dankbar zu erweisen: die Unioersalerbschast wäre dieser Wohltäterin sicher! Sollten sich da nicht Reflektantinnen auf diese Universalerbschaft finden? Und sie fanden sich in Fülle. Die eine sorgte für die 7Zjährige Anna Gill«— chr Name soll hier genannt werden—- fünf Jahre lang, oerausgabt« für sie 3ÄX) M.: die alte Dame dachte aber gar nicht daran, zu sterben und suchte sich schließlich ein neues Opfer. Eine andere ließ es sich an Speife und Trank über 300 M.ckosten. Die 73Iährige wünsch!« aber„Gnädige Frau" tituliert zu werden, erzählte, sie sei die„Stiefschwester des Kaisers" und Hab« seit jeher mit Fürsten und Grafen ver- kehrt: sie veranlaßt« eine ihrer Wohltäterinnen, in der Bötzow- Brauerei einen Saal für ein Diner, das sie 32 Fürstlichkeiten geben wolle, zu mieten: brachte eine andere dazu, ihr G« f ä lli g k«! t s- schuld scheine auszuschreiben, die sie einkassierte: erstattete gegen eine dritte Strafanzeige wegen Diebstahls ihres Silber«, das sie ihr geschenkt hatte— es erfolgte eine Verurteilung zu 6 Wochen Ge- föngrns—; führte die Mißtrauischen in einem Falle zu einer Villa. die sie öl« die ihre bezeichnete, im anderen Falle zu einer Bank, wo sie angeblich einen Safe haben wollte: verkaufte ihre vervfändeten Möbel, ließ sich zweimal für ein verkauftes Klavier bezahlen, ver- mietete ihre Wohnung einer ihrer Wohltäterinnen, um hinterher von ihr Essen zu verlangen— und ollen versprach sie die Uni- versalerbschaft. Erstattete man gegen sie Airzeige bei der Vollzei, es half nichts: strengt« man Prozesse an, so verlor man sie stets, ilr-d so ging es kVihre hindurch, bis sich fch'ieb'ich ein be- herzter Mann fand und die alte Frau vor den StroWchter brachte, Dor dem Schöffengericht Berlin-Mitt« war die Angekla-U« zur Nerbandlunq gestern nicht erschienen Sie hatte sich ein Krankheit»- attest auspellen lassen. Die 73iährige wurde zu 1 Jahr 3 Mo- naten Gefängnis verurteilt: auch ein Haftbefehl wurde gegen sie ersallen. Wäre es nicht richtiaer aewesen, sie nsn�iatrisch zu untersuchen und sie wegen Altersschwäche in ein« Anstalt unterzu- bringen? Um üen Serliner Hausbalt. Das Nachrichtenomt der Stadt Berlin teilt mit: Die in diesen Tagen verbreiteten Mitteilungen, daß der Magistrat eine Erhöhung der Tarife für Gas, Wasser und Elektri- zität beabsichtige oder beschlossen habe, treffen insofern nicht zu, als die Frag« der Werkstorife im Magistrat bisher noch nicht erörtert worden ist. Richtig ist lediglich, daß der Aus- gleich des Haushalts in Berlin, w'e auch in den übrigen Stödten in diesem Jahr« auf außerordentlich« Schwierigkeiten stößt und daß sich deshalb auch die Einbringung des Haushalt» in der Stadtver- ordnetenoerfammlung in unerwünschter W«ife verzögert. Mehrere Mogistratsausschiisse sind noch bei der Prüfung, inwieweit bei verschiedenen Ausgabegebieten noch weitere Kürzungen der Aus- gaben möglich sind. Die Einbringung de» Haushalt» In der Stadt- verordnetenversammlung wird deshalb voraussichtlich erst in der ersten Hälfte de» März erfolgen können. Gsipreußifches von einem Staütgut. Zu unseren in Nr. 9 vom 6. Januar gemachten Mitteilungen über da» städtisch« Gut Hobrechtsfelde, wo die Schnitter streikten, weil sie sich mU n a s f« m Holz beHessen sollten, ist uns von der Direktion der Städtischen Gütcr-G. m. b. H. durch das Nachrichtenomt des Magistrats eine Erwiderung zugegangen. Die Direktion erklärt: „Auf den städtischen Gütern, auch in Hobrcchtsfeld«, erhalten die Schnitter neben Holz noch Briketts zum Heizen. Es ist somit nickst wahr, daß die Schnitter in Hobrechtsselde tagelang keinen Raum heizen und kein Essen haben kochen können. Wahr ist, daß das Holz der Schnitter in einem geräumigen Holzschuppen liegt, wvhin es vom Wald« gefahren wird. Es ist selbstverständlich, daß. wenn das Holz frisch aus dem Walde kommt, es bei diesem dauern- den Regenwetter nicht sofort trocken fem kann, daher bekommen die Schnitter auch noch Briketts, die im Keller des Vorschnitters liegen, dem die Verteilung übertragen ist. Di« Schnitter haben jeden Tag ihren Raum heizen und ihr Essen kochen können, so daß sie, keinen Grund hatten, deswegen zu streiken," Wir wollen diese Antwort der Gütcrdirektion ergänzen durch die Fessstellung, daß nach dem Streik der Schnitter ein weniger nasse» Holz geliefert worden sst, Drennschwarten aus dem Sögewerk. Auch si« waren nur halb trocken, doch gegenüber dem früheren Zustand tonnte das immerhin als ein Fortschritt gelten, der auf den.VorwSrts".Artitel zurückgeführt wurde. Di« Brikrtts, von denen die Direktion spricht, können als Ersatz für nasse« Holz dienen, aber dazu müßten sie immer in genügender Menge vorhanden sein. Geliefert hat man für eine große Stube nur 8—10 Stück Briketts, und wenn die Verwaltung keine Brikett« mehr vorrätig hatte, blieb selbst diese bescheidene Lieferung au», so daß doch wieder nasses Holz als einziger Brennstoff ge- nommen werden mußte. Die Güterverwaltung hat, finden wir, sich mit dieser Erklärung keineswegs so rein gewaschen, daß sie nun wie ein btütenwerßer Unschuldsengel doftänd«. Fiir Hallenbad und Freiluftschw'mmbad. Am Dienstag fand an Blumengarten in Oberfchöneweide eine von dem Ortsausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege unter dem Dorsitz des Herrn Sommerfeld ein- berufene Protestversammlung gegen die Streichuno des Dolkshallen- bodes im Etat umer sehr starker Beteiligung aller Bcvölkerunos- kreise von Ober-, Niederfchöneweid« und Johannisthal statt. Das ausführlich« Referat des Äezirksbürgermeiflers G r u n o w und die Darlegungen des Stadtarztes Dr. R o e d e r, ergänzt durch Wünsche aus der Mitte der Versammlung, welche Lezirksoerordneter Lehmann und Herr Bessier zum Ausdruck brachten, füh.tcn zur Annahme fol- gender Entschließung:„Die am 14. Februar im Lokal Ganig, Blumengarten Oberfchöneweide, tagende öffentliche Versammlung er. hebt energischen Protest gegen die Ablehnung des für den 15. Bezirk so notwendigen Hallenbades. Die Versammlung verlangt, daß aus hygienischen Gründen und im Interesse der Volksgesundheit mit dem Bau des Hollenbade» svsort begonnen wird. Sie oeiurteU das Nichterscheinen der besonder» geladenen Vertreter des Magistrat» und sonstiger städtischer Stellen." In Johannisthal sind, wi« wir hören, Bestrebungen zur Gründung eines Freilust schwimmbades in Johannisthal im Gange, Die Initiativ« des Oberbürgermeisters B ö ß, der doch sonst dem Sport in seder Form ein Forderer ist. sollte dem noch lnimer vernachlSssigt«nSüdostenLerlin« nachdrücklichst zur Erfüllung der Wünsch« der werttätigen Bevölkerung sowie der Kranken zu Hilf« kommen, und zwar um so mehr, als Wohnungs-, Bade, und Arbeitsnöte gerade hier vor den Toren Berlin« sehr groß sind und die Fabriken mit ihren Dünsten die Gesundheit der Devolk«. rung und der Jugend täglich schäbigen. Der Raubüberfall öes Dr. rer. pol. Ein mildes Urteil. Es mag paradox scheinen: Raubübersäll« in der Großstadt sind zum überragend großen Teil Verbrechen von Neulingen. Im Falle des Doktors rer. pol. U.. der am 3l>. Juni In der D e f f a u e r Straße den Kassenboten der Landbank überfiel, trifft dies zu. Es ist nicht schwer, den äußeren Gedankengang zu relonstruleren. der zu seiner Tat geführt hat. Mehr Kopfzerbrechen macht« d«r Versuch, die tieferen seelischen Mechanismen aufzudecken, die den Dorftellungskreis de» räuberischen Planes in ihm bewußt werden ließen. Der Beweisaufnahme in der gestrigen Gerichtsverhanb- lung gelang dies nicht in vollem Umfange: die psychiatrischen Sach- verständigen Dr. Kronfeld und Dr. Bürger begnügten sich allein mit aufschlußreichen Andeutungen. Die Wurzeln zu diesem eigenartigen Verbrechen werden wohl in der frühen Kindheit zu suchen sein. Hier waren es die Minderwertigkeitsgefühle eines Muster- t n a b e n, in dem seither Gellungsbedürsnis Ueberwertigkeitsideen produzierten. Trifft also hier etwa den Musterknaben in dem Dr. rer. pol. U. die Verantwortung für den versuchten schweren Raub? War er nicht stets Primus im Gymnasium, hatte er es im Kriege nicht zum Reierveleutnant und zu Auszeichnungen gebracht: war es ihm nicht gelungen, in kurzer Zeit fein Studium zu beenden und 70 900 M. während seiner Bankdeamtenzeit aus dem Nichts hervorzuzaubern Und unterstützte er nicht als Musterknabe feine Eltern, Bauern, denen Geld mehr bedeutete als die Liebe ihres Sohnes? Beschenkte er nicht seine Schwester, um deren Wohlwollen zu gewinnen? Und plötzlich sah er nun durch die Tücke d«s Schick- fal» feine ganz« Weltanfchauung des Musterknaben in nichts zusammenstürzen. Seine Eltern hatten ihn in der Not im Stich gelassen, obgleich er ihnen einen Teil seine« Dermögens gegeben hatte Die Mutter hatte ihn verflucht um se>il«r Ehe willen. Seinen Freunden war er Schuldner geworden, nachdem er vordem ihr Gläubiger gewesen war. In den Augen seiner Schwieger- ellern gall er nicht«. Seine Frau rief ihm zwischen Schreikrämpsen Die Bearbeitug von Schillers„W a l l» n st« I n" für den Rund- funk war ein Unternehmen, das fehlschlagen mußte. Das Drama mit seinen bunt wechselnden Szenen braucht die Bühne: auch Arnolf Bronnen konnte es davon nicht loslösen. Vielleicht wären die zehn Bilder, aus die er die Triologie zusammengestrichen hat, aus der Sprechbühne wirksam. Bisweilen ist eine starke Steige- rung de» Schillerfchen Wolletsstein-Begriss» darin erreicht. Daß aber die Bearbeitung ausdrücklich als für die Sendebühn« hergestellt bezeichnet wird, zeigt, wie sehr man ihre Wirkungsmöglichkeit ver- kennt. Es gibt Werke, bei denen eine solche Bearbeitung Sinn hätte. Gerade für dieses Werk aber war sie unsinnig. Die gute Besetzung, Eugen Klöpfer als Wallenstein, Paul Bildt als Ouefterberg an der Spitze, stand auf verlorenem Posten.— An einem interessanten Punkt war di« Vortragsreihe Prof. Dr. Georg Wegeners, „Die Entdeckungsgefchichie der Erde", angelangt: es wurde„D a s Zeitalter des Kolumbus" behandelt. Dieser Abschnitt der spanischen und portugiesischen Wellreisen um die Wende des 15. Jahrhunderts ist einer der abenteuerlichsten in dem bunten Buch der Welbieschichtc. Prof. Wegener wußte die Fülle der Tatsachen so zu bringen, daß trotz der knappen Zeit der Stoff nie farblos wirkte.— Ein Goethe-Vortrog am Nachmittag erinnert« an das verstaubte Schulideol„Goethe in allen Lebenslagen". Die Aus- führungen Dr. Siegfried Monesmanns über„Goethe, ein Freund des Faschingzaubers wirkte wie ein fleißiger, unkritischer Aussatz, obwohl sich das Thema auch anders hätte gestalten lassen.— Es sei einmal hier die Frage gestellt, wem die„Stunde mit Büchern" dient. Ist es bezahlte Reklame, werden also hier nur die sogenannten„Waschzettel" der Verlage verlesen, so sollte da« den Funkhörern mitgeteilt werden. Jedenfalls werden alle angekündigten Bücher hier empfohlen, Kritik scheint man nicht zu üben. Die Neuerscheinung: Kaiser Wichelm II.:„Aus meinem Leben" häll z. B. der Sprecker des Rundfunks nicht nur für Ge- fchichtsinterefsierte für lesenswert, sondern für alle, die Freunde von Anekdoten und Schilderungen sind— ein Standpunkt, den vielleicht nicht olle Hörer in der Republik Deutschland teilen. Aber vielleicht kaufe» sich doch einig« aus Grund der Funkempfehlung das nette Unterhaltungswerk! zu:.Wenn Du keinen anderen Ausweg weist, kannst Du Dir das Leben nehmen." Das zu ttm wäre ober zu feige Aewefen. Cr mußte zeigen, daß er Mann Ist Und da streifte den früheren Bank- beamten leise der Gedanke: Ungezählt« Millionen liegen hier in der Reichsbank brach und ich gehe ohne Pfennig zugnnche. Ein Rofkolnikowgedanke. So hat das Geltungsbedürfnis des Musterknaben den Doktor rer. pol. zum Räuber gemacht, Das Gericht fand volles Derständnls für die Tragik dieses Schicksals. Es beließ dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte und verurteilte ihn nur zu zwei Jahren einem Monat Gefängnis. Ein« Bewährungsfrist nach Verbüßung eine» ge- wissen Teiles der Strafe wurde andevtungsweife in Aussicht gestellt. Aber ssnd in ähnlichen Fällen nicht andere ins Zuchthaus gewandert? Die Wandlung sst zu begrüßen: die gleiche Mild« mächte man in Zukunft auch armen Teufeln gegenüber angewendet wünschen. Da» mild« UrteU gegen den Dr. U. sst übrigen» von der Kammer M a r s ch n e r gefällt worden._ Leichrnfund im Tchlachtensee. Einen seltsamen Leichenfund sucht di« Mordkommission der Kriminalpolizei aufzuklären. Der Schlachtensee ist feit drei Wochen zugefroren, die Eisdecke ist jetzt S Zentimeter stark. Als Fischer sie gestern— Dienstag vormittag— begingen, erblickten sie etwa 8 Meter vom Südufer entfernt gegenüber der Neuen Fischer- Hütte die Leiche eines Mannes, dessen Kopf In das Eis«Iir- gefroren war. Sie zerschlugen di« Decke rings um dl« Leiche herum, zogen sie aus dem Wasser heraus und sahen jetzt, daß sie eine fingerstarke 10 Meter lange Wäscheleine um den Hals geschlungen haue Die vorläufig« Besichtigung der Leiche hotte nach keiner Richtung«in bestimmtes Ergebnis. Insbeionder« läßt sich noch nicht sagen, ob der Mann etwa an Händen und Füßen gefesselt gewesen ist. Auch di« Todesursache kann erst durch Obduktion festgestellt werden. Durch Nachforschungen der Kriminalpolizei Ist die Person des Toten festgestellt. Es handelt sich um einen 41 Jahre alten Albert F r i ck e aus der L e u t h e n st r a ß e zu Schöneberg, der als. Kontorsst in einem hiesigen größeren Betriebe angestellt war. Im November v. I, wurde entdeckt, daß Fricke sich hatte Unterschla- g u n g e n zuschulden kommen lassen. Ehe er noch zur Rechenschast gezogen werden konnte, verschwand er aus seiner Arbeitsstelle und seiner Wohnung und war trotz aller Nachfosschunoen nicht zu finden. Ohne Zweifel hat er aus Furcht vor Strafe noch am selben Tage. als seine Veruntreuungen ans Licht kamen, die Wäscheleine gekauft. Ist In den Grunewald gefahren und Hot seinem Leben selbst ein Ende gemacht. Die Lein« war so um den Körper gewickelt, daß der Selbstmörder am Schwimmen gehindert war. Auch die gerichts- ärztlich« Besichtigung durch Bros. Fraenkel ergab, daß der Tod durch Ertrinken eingetreten ist. Ein Derbrechen liegt demnach nicht vor. Feuer auf dem Dach deS Nfa-Palaftes. Von mehreren Selten zu gleicher Zeit wurde gestern abend die Feuerwehr nach dem Uia-Palast in der Hardenberg- st r a ß e gerufen. D« Isolation der Lichtreklame aus dem Dach des Hauses war unter starker F l a m m« n b i l d u n g>md Rauchentwicklung in Brand geraten. Di« Feuerwehr erschien sofort mit drei Löschzügen und beseitigte die Gefahr nach kurzer Zeit. Der Dorfall hait« in der verkehrsreichen Gegend eine große Menschen- onsammlung zur Folge._ Reue Straßennamen. Mit Zustimmung des preußischen Mint» sterlum hat der Polizeipräsident die nachstehend ausgeführten Straßen und Plätze im Polizeibeztrk Berlin folgendermaßen be- nanm: Bezirk Kreuzberg: Die verlängcrt« Cherlottenstraße und den Enckeplatz„Enckestroße". Bezirk Charlottenbura: Den Suhlenweg in der Dillenkolonie Heerstraße„Jasmirnveg. Dezirk Wilmersdorf- Die Epondaüer Straße im Ortsteil Schmargendorf„Berkaer Straße". Bezirk Zehlendarf: Im Ortsgebiet Zehlendarf die Straße„Jaehnstraße", die S'raß« 205„Lachrstraße", die Straße 301.Boeickestraße", die Straße 303 „Sven-Hedin-Straße", den südlichen Zweig der Gabelung der Ein großer Prozentsatz aller Krankheiten ist nur eine Folge von Stuhlverstopfung. Frühe bekämpfte man die Symptome, heute bekämpft man die llrsache. Womit? Mit L a x i n, diesem einzigartigen, wohlschmeckenden Konfekt, daS alt und jung, groß und klein, gern nehm«» und das in seiner Wirkung wunderbar, ohne irgendwelche schädigende Nebenerscheinungen ist. Laxin hilft nicht nur einmal, es regelt immer. SchiHstrab«..Schodstraße', die Straß« 322„Schlieffenstraße', die Straße 6.Garystraße", die beiden Verbindungswege zwischen Podbielskialle und Parkstraße„Pechülerpfad*. �Seamtenrecht.� 3" unserem Bericht über die Beamtenversammlung, in der Senatspräsident i. R. Genosse F r c y m u t h über obiges Thema sprach, wird uns von einem parteigenössischen höheren Beamten geschrieben: Als Diskussionsredner sprach in der Bersammlung Genosse Rechtsanwalt Dr. B e n d i x, der in seinen Ausführungen ein „Beamtenrecht als Teil des Arbeitsrechtes" wrdert«. Genosse Dr. Bendix zeigte mit seiner Einbeziehung des Beamten- rechtes in das Arbeitsrecht den für einen erfolgreichen Sozialismus einzig möglichen und gangbaren Weg der Entwicklung, um so mehr, als im Beamtenprogramm unserer Partei ausdrücklich die Ein- gliederung des Beomtenrechtes in das allgemeine Arbeitsrecht ge- fordert wird. Bendix wies u. a. nach, wie sehr heute bereits die Beamten der unteren Gruppen, die bei weitem die Mehrzahl der gesamten Beamtenschaft bilden, infolge ihrer longjährigen Kündbar- teit unter genau festgelegten Voraussetzungen dem Sozialrecht (Krankenversicherung, Invalidenversicherung, Angestelltenversicherung) unterstehen. Besonders deutlich ist dies hervorgetreten bei dem erst in letzter Zeit geschaffenen gesetzlichen Schutz gegen kurzfristige Kündl- gung von Angestellten dadurch, daß diese gesetzliche Bestimmung auch auf die kündbaren Beamten anzuwenden ist. Die untere Be- amtenschaft, die zum großen Teil z. B. bei Eisenbahn, Post und Zoll aus der vorwiegend freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft hervorgeht und mit einer vieljährigen Kündigungs-Beamtenzeit rechnen muß, kann eine Besserung ihrer rechtlichen Stellung nicht in einer sür die oberen Beamten wertvollen Regelung der Beamten- rechte(wie sie die Abtrennung vom Arbeitsrecht bedeuten würde) erhoffen. Die Versammlung verlangte eine Abänderung des De- amtenprogramms unserer Partei dahingehend, daß das Beamtenrecht zukünftig mit dem Arbeitsrecht nichts mehr gemein haben soll. Diese Anregung geht Wünschen nach, die große Gefahren in sich bergen. Beamte, Angestellte und Arbeiter gehören zu dem Teil des Volksganzen, der ollein feine Arbeitskraft zum Erwerb eines aus- reichenden Unterhaltes zur Verfügung hat. Sie müssen deshalb aus gemeinschaftlichem Interesse eine gemeinsame Grundlinie für ihre Rechte und Pflichten gegenüber dem Staat und der Volkswirtschaft schaffen und verteidigen. Der Standpunkt des Genossen Bendix deckt sich in allen Punkten mit dem des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, der frei- gewerkschaftlichen Beamtenspigenorganisation. Zum Schutz mißhandelter Kinder. Au, Anlaß eine» auch im„Vorwärts" besprochenen Prozesses gegen ein Ehepaar, da» ein wehrlose» Kind gequält und mißhandelt hatte, schreibt uns der„Derein zum Schutz der Kinder vor Aus- Nutzung und Mißhandlung": „Smmer wieder Kindermißhondlungenl Warum ist diese Schmach nicht auszurotten? Weil das Publj/um nicht weiß, wohin es sich um Hilfe zu wenden hat. Es sei darauf hingewiesen, daß alle Fäll« körperlicher und sitllicher Gefährdung von Kindern, außer bei den Behörden, zu melden sind beim Verein zum Schutz der Kinder vor Ausnutzung und Miß» Handlung. Berlin E., Poststraße IZ, vorn 1 Treppe.(Telephon: Zentrum 2490, Bureauzeit von 8 bis 4 Uhr.) Dieser Derein nimmt Anzeigen mit oder ohne Namensnennung des Melders schriftlich, mündlich oder telephonisch entgegen. Die Unabhängigkeit von be- hördlichen Vorschriften, sein eigenes Kinderheim und ander« Hilfs- mittel ermöglichen es ihm, sofort einzugreifen." Wir fügen hinzu, daß auch jedes Bezirksjugendamt (zu erfragen beim Bezirksamt) Anzeigen von Mißhandlungen entgegennimmt und schleunig st das Nötige oeranlaßt. Wintersportsonderzug ins Riesengcbirge. Die Reichsbahndivektion Berlin beabsichtigt, am 19. und 20. Fe- bruar bei günstigem Wintcrsportwetter und genügender Beteiligung einen Sonderzug 4. Klasse zu ermäßigten Fahrpreisen ins Riesengebirge zu fahren. Die Hinfahrt erfolgt am Sonnabend, dem 19 Februar, ab Bahnhos Friedrichstraße 1.28 Uhr nachm., Ankunft in Bad Flinsberg 8,14 Ufjir abends, Hirschberg 7,34 Uhr, Ober- schreiberhau 9,01 Uhr, Krummhübel 8,58 Uhr; Rückfahrt am Sonntag, dem 20. Februar, ob Krummhübel 5,10 Uhr nachm., ab Schreiberhau 4,53 Uhr nachm.. ob Hirschberg 6,20 Uhr nachm., ab Flinsberg 5L7 Uhr nachm., Ankunft in Berlin Bahnhof Friedrichstraße 12,10 Uhr nachts. Die Fahrpreise für Hin- und Rückfahrt betragen nach Bad Flinsberg 13 Mark, Hirschberg 12,60 Mark. Oberschreiberhau 14 Mark, Krummhübel 15 Mark. Der Fahrkartenverkaus beginnt am Dienstag, dem 15. Februar, bei der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Friedrich- straße und den MER-Bureaus Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraß«, Kaufhaus des Westens und Unter den Linden 57-58. Bei den Fahrkartenoerkaufsftellen werden unverbindliche Anmeldun- gen für die Uebernachtung entgegengenommen. Tode, stur« vom Brandenburger Tor. Ein schwerer Unfall er- eignet« sich gestern nachmittag aus dem Brandenburger Tor, an dem bekanntlich Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Der 56jährige Polier Lange, der in der Winsstr. 41 zu Pankow wohnt, verlor plötzlich den Halt und stürzte von dem Gerüst aus etwa 15 Metern Höh« in die Tiefe. L. verstarb noch bevor Hilfe zur Stelle war. Die Bauleitung soll an dem Unfall keine Schuld tressen. L. scheint vielmehr das Opfer eigener Unvorsichtigkeit ge- worden zu sein. Der Verunglückte hinterläßt vier Kinder. Zw Nebel verirrt und erkrunken. Der 27jährige Buchhalter Walter W« l z« l aus Golm bei Potsdam, der in Werder beschäftigt war, benutzt« gestern früh im Nebel, um den Weg nach Werder abzukürzen, die überschwemmten und zugefrorenen Wiesen bei Golm. Dabei geriet W. im Nebel auf den Zernse«. Die dünne Eisdecke gab nach und W. ertrank in den kalten Flutey. Swderlod auf der Straße. Ein folgenschwerer Straßenunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern nachmittag vor dem Hause Knesebeckstr. 18. Die siebenjährige Ella Thiele au» der Knesebeckstr. 36 wurde beim Ueberschreiten de« Fahrdammes von einem Privatkrastwagen umgerissen. Di« Mder gingen über da» unglückliche Kind hinweg, da» in schwerverletztem Zustande durch einen Wagen de» Städtischen Rettungsamtes in das Buckower Krankenhaus geschafft werden mußte. Die Verletzungen waren aber so schwerer Natur, daß der Tod kurz nach der Einlieserung ein- trat.— Ein weiterer Unfall trug sich vor dem Hause Prenzlauer Allee 66 zu. Der siebenjährige Wolfgang Kuschalski aus der Hiddenfeer Straße 1 Nef blindling» in«Inen Autobus der Linie 30 hinein. Der rechte Fuß wurde dem bedauernswerten Kinde zermalmt. In beiden Fällen soll»ach Zeugenaussagen den verun- glückten Kinder die Schuld selbst treffen. villige Fischtage. Zur Förderung de» Fischverbrauchs werden von Mittwoch, den 16.. bis Freitag, den 18. Februar, preiswerte Fischvsrkäufe in Fischfilets veranstaltet. Dies« werden koch- und bratfertig sowie grätenlos pro Pfund mit 60 bis 70 Pf. zur Abgabe gelangen. Ferner wird Nordseeseelachs in ganzen Fischen ohne Kopf mit 26 Pf. angeboten sowie Ostseeslundern pro Pfund von 2V Pf. an und Ostseedorsch pro Pfund 25 Pf. Di« Verkaufsstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht. 7380 Kinder ohne INorgensrühstück. Von dem zurzeit in Deutsch- land herrschenden Elend geben Ermittlungen ein Bild, die seit einiger Zeit in einem Berliner Verwaltungsbezirk, und zwar dem Prenzlauer Berg stattfanden. Das Ergebnis dieser Ermittlungen besagt, daß insgesamt 7380 Kinder regelmäßig ohne erstes Frühstück zur Schule kamen, ohne zweftes Frühstück 208 Kinder. hauswirkschaslliche Ausbildung. Jungen Mädchen im Aster von 14 bis 16 Jahren bietet ein vom Jugendamt Treptow ge- leitetes Heim Gelegenheit zur hauswirtschaftlichen Ausbildung. Meldungen können an das Jugendamt. Rathaus Treptoip, Zimmer 52, gerichtet werden. Anmeldungen für die Einschulung in die weltliche Schule Ehat- loltenburg nimmt laut schulamtlicher Bekanntmachung Gen. Rektor W. Schmücker, 34. Gemeindeschule. Spreestr. 39, am Wilhelmplatz, entgegen. Auch Anträge auf Umschulung werden dortselbst eNt- gegengenommen. Zur Ausbildung von tüchtige» vlaschinenschreiberinneu sind an zwei städtischen Wahlsoribildungsschulen für Mädchen Fachkurse für Maschineschreiben und Kurzschrift eingerichtet, nämlich: SW. 61, Tempelhofer Ufer 2, und E. 2, Hinter der Garnisonkirche 2. Der Kursus hat bei 30 Wochenstunden Unterricht das Ziel, schreib- gewandte und kaufmännisch geschulte Stenotypistinnen heranzu- bilden. Er dauert 1 Jahr, lieber den erfolgreichen Besuch des Kursus erhallen die Teilnehmerinnen ein Abschlußzeugnis. Dos Schulgeld beträgt neben einer Einschreibegebühr von 2 M. 40 M. im Halbjahre. Bedürftigen Schülerinnen können Freistellen ae- währt werden. Der neue Kursus beginnt am 4. Aprll d. I. An- Meldungen täglich von 5 bis 7 Uhr Uhr nachmittags, auch 11 bis 1 Uhr vormittags(außer Sonnabend), in den Bureaus der betref- senden Schulen. Allen Schülerinnen, die das Ziel der Gemeinde- schule erreicht haben, im Deutschen gut und sür den Beruf einer Stenotypistin körperlich geeignet sind, wird der Besuch dieser Kurse im eigenen Interesse empfohlen. El«« Hausangestellte al» INillioneoerbin. Ein« HausangestMe, die b«i einem Fleischermeister in Meeron«(Sachsen) in«tellung war. hat ein« Millionenerbschaft gemacht. Sie wurde von ihrer Heimatbehörd« benachrichtigt, daß sie von ihrem iji Amerika verstorbenen Onkel als Erbin eingesetzt worden ist. Die Erbschaft b«- läuft sich auf fünf Millionen Dollar. Das sind also über 20 M:l- lionen Mark. NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN MITTELMEERFAHR T 1927 ndampfcr »LÜtZOW«»7,« Brutto-Rcgitcer-Tom * vom 13. Mai bia 3». Mai 1»37 F«hrpreisi K.M. 450.— und höher TFINGSTFAHRT 1927--> mit Doppeitc hreobeoderapfer »LÜtZOW«»7i« Brntto-Regitter-Toni * vom 4. Jaai kU 13. Juai 1927 rehrpreii: ILM. 190r—»od höher TjORWEG EN FAHRTEN 1927-*> d e m p Fe r •Sierra Cördoba« Br.'-Rct-rL I.Reisti 7. Juli bia 25. Jnii 1927 ». Reises 3«. Jail bia 15. Aajroat 1927 P.ihrpreiii R. M, 400.-—»od höher tolarfahr t /S27 •SlUrr�arr« 1�67 Bfnitto-Regittar-Tons **o, i i-, i, i, i i,,, i j. i i i,>|| H Achtung, Abteilungskasflererl Heute, M/ttwoch, von 5—7 Uhr Abrechnung. Die Bücherstube ist heute, Mittwoch, vau 5—7 Uhr geöffnet. heule, Mittwoch, 16. Februar, 7% Uhr: Wedbing! Jugendheim Luremburaer. Ecke Gcnter Straße. Aussprache: „Politische Lage."- Helmholdplatz-�SchuIe Ebcrswaldcr Str. Ig. Außerordenl. Strasie...____..._____________ WWW»___ Straße 103. Löns-Abend.— Arankfurter-Biertel: Jugendheim Rigaer Str. 103. Humoristischer Abend.— Friedrichshai»: Jugendheim Diestelmeyerstr. 5— S. Vortrag:„Aus dem Leben August Bebels."— Petersburger viertel: Iugenb TiiliDjcuuccytlc v\uycuui;tuli jii iuji. w. e,» Rationalisierung?"— Tempelhof: Jugendheim Germaniaftr. 4— 6. 10-Minutcn» Referate.— Falkenbcrg: Jugendheim Am Falkenberg 117. Vortrag:„Der Sozialismus als«ulturoewcgung."— Friedrichshageu: Jugendheim Schorn. weberstr. 103. Vortrag:„Heinrich Heine."— Kanlsdorf: Schule Adolfstraße. Vortrag:„Arbeitcrdichter."— Lichtenberg-Mitte: Jugendheim Dosseftr. 22. Vortrag:„Heinrich Heine."— Reu-Lichteuberg: Jugendheim Prinz-Albert- Straße.„Kommunistisches Manifest." � Werbebezirk Westen und Tiergarten. Aelterenkurfus im Jugendheim Rosincnstr. 3. Thema:„Sozialistische Erziehungsfragen." Werbebezirk Rculölln. Städt. Lichtspieltheater, Bergstr. 147, Filmabend. Zur Aufführung gelangt„Wege zur Kraft und Schönheit"(vcrb. Teil). Ein- tritt 50 Pf. Anfang>,H8 Uhr. Vorträge, vereine unö Versammlungen. « Reichsbanner.Sckwar,-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Scbastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. »assersport-Abt.: Do., d. 17., 8 Uhr, Zugsißung des Zuges Ober- fpree und Vorstandssißung im Bootshaus. Fahrt bis Bhf. Köpenick, von dort Linie 83 der Straßenbahn bis Haltestelle Eichhornstraße.— Friedrichs- Hai», 2. Sektion: Do., d. 17., 7>4 Uhr, Eektionssitzung bei Rostin, Memeler Straße.— Prenzlauer Berg: Do, d. 17., KaMeradschaftsversammlungen: Falke bei Zeug», Milostr. 5, Vollversammlung, Borstandswahl: Robert Blum bei Kluge, Danzigcr Etr. 71: Fr., d. 18., Arnswaldcr Platz im Werneuchener Schloß, Elbinger, Ecke Wcrneuchcner Straße: Sumannglatz bei Pohft, Lychener, Ecke Stargarder Straße: Rordkap bei Sachetzkn, Schivelbciner Str. 10.— Wildau: Fr., d. 18., Monatsvcrfammlung bei Dubia», Restaurant„Zum grllnen Baum". Referent Kam. Erich Fracnkcl.— Adlershof: Do., d. 17., 8 Uhr, im Vereins» lokal, Sedanstr. 8, Monatsversammlung. Kam. Bürgermeister Grunow spricht Uber„Die politisch- Lage". Aktive und passive Mitglieder müssen erscheinen.— Schöuebcrg.Friedenau: Sonntag, d. 20., Ausmarsch zur Gründung von Orts» gruppen in Gemeinschaft mit dem Kreisverein Bernau. Antreten pünktlich 8 Uhr Bhf. Ebcrsstraße.— Lichtenberg nebst llntergrnppen: Mi., d. 18., 8 Uhr, Zug» und Gruppenführersitzung bei E Krüger, Türrfchmidtstr. 33.— Weißen» see: Do., d. 17., 8 Uhr, Versammlung Grüner Baum.— Pankow iKreisl: Do., d. 17., TÄ Uhr. sämtliche Jugendkameraden und IugcndfUhrer im Jugend» heim Görsstraße 14, Lickstblldervortrag. Eintritt frei. Beteiligung Pflicht. Fr., d. 18., 8 Uhr, Erscheinen aller Kameraden Wollankstr. 131.— Eharlotten- bürg, Kameradschaft Wittenberg: Mi., d. 18., Versammlung bei Matschke, Kur. fvrstenstr. III. Vortrag.— Baumschulenweg: Fr.,». 18., TM Uhr, Mitgl.» Vers, bei Borgmann. Bortrag des Kam. Äüter:„Politisch- Lag-, Reichsbanner und Regierungsbildung." Erscheinen ist Pflicht. * Achtung, Spielleute! Die für Do., d. 17., 8 Uhr, angesetzte Generalprobe findet nicht auf der Spielwiese in Treptow statt. Treffpunkt zur Generalprobe für die angeforderten Spiellcutc ist zu gleicher Zeit der Bhf. Baumschulenweg. _ Sauoorstand. longfellaw Lnxli-b Debating Club, W. Bülowstr. 104. Mittwoch. 8 Uhr. Prof Send and:„The Silver Spoon by Galsworthy". Berliner S-sellfch-ft. für öffentlich« G-sundheit-pfleg-, l. B. Sitzung am Dien-tag, 22. Februar. Uhr. im Hngicnifchen Institut der Universita«, Dorothecnstr. 28». Herr Pros. Dr. Saiki(Japan) a. G.:„Disposition und Er» nährung." Gäste willkommen. Freie Bereinigung von Stcrnfreunden, Berlin. Versammlung Sonnabend, 19. Februar, 9 Uhr, beim Vorsitzenden Schuldircktor Freund, Westfälische Straße 27a, 1 Tr. Bortrag: 1.„Was wissen wir vom Merkur?' 2. Stern» beobachtungcn am Teleskop. Gäste willkommen nach Anruf Uhland 8823. Deutsch- Weltwirtschaftliche S-sellschast,-. V..Freitag. 18. Februar, i% Uhr, int Oberverwaltungsger'cht, Hard�nbergstr. 31(3?ahe Zoo), Vortragsabend Uber „Die Bevölkerungsfrage''. Vortragender Prof. Dr. A. Grotjahn. Geschäftliche Mitteilungen. Aegyptische Marken-Seltenheit! Anläßlich der Einweihung de- neuen Hafens Port Fuad gab die ägyptifche Post zur Erinnerung an die Eröffnung Briefmarken in der geringen Auflage von 1000 Stück heraus, für nulche fcho.« von Ansang an eine rege Ziachsrage aus der ganzen Welt einsetzte. Die Lanptifchc Vostverwaltung hatte vor dkm Postamt 50 Mann der Hasenpolizei r,......... V:.____»___ r. V. hnTfon(V C rtrth schon am Tage der Einweihung wurden für einzelne Stücke bis ZU 1000 M. pro Stück geboten. Der weltbekannten Zigarettenfabrik Nestor Sianaclis in Kairo ist es durch einen Zufall gelungen, einige wenige dieser kostbaren Marken zu erhalten und dieselbe stellt diese kleine Auswahl durch Vermittlung deren Zweigfabrik in Frankfurt a. M. den deutschen Oueen»Rauchern. welche zufällig Markensammler sind, kostenlos zur Verfügung. Queen.Zigorctte». rauchcr, welche sich als solche zu legitimieren wünschen, können dies duro' E-n. fendung eines jeder Qucenfchachtel beiliegenden Kontrollzettels tun. Natur» gemäß ist der Borrat in dielen sehr klein. Sollten mehr Anfragen einlaufen, als wie Marken vorhanden sind, entscheidet das Los. XOic schade! Xüaschen Sie dock hünftlg mit Suma! Beherzigen auch Sic diesen Rat und erproben Sie die neuartige und bessere Wasch Wirkung von Suma. Eigenart und Vorzug von Suma bestehen darin, daß es beim Waschen, dank seiner besonderen Zusammensetzung, aus sich heraus eine ganz außerordentliche Reinigungskraft entwickelt. Ein lebendiger Strom von Millionen feiner Seifenbläschen durchdringt die Gewebe und schafft allen Schmutz behutsam heraus. 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Neidbardtv.Gneisenau von Wolf�ang Goetz Regie: Heinznilpert Morgen Bona parle Katnmerspiele Norden 10334—37 8-/« Uhr: Germaine AAmourcasep von Porto-Riehe Regie: Fent-r Lininega. Die Komödie dismarcK 2414, TStr 8'/, Uhr: Die Perle von Tristan Bernard Rigli: Fante Larriugi Frcitae. 18, Nachtvorstellung, II Uhr Zum 1. Male: Bnsdi ein Kind Theat.a.No[lendorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhn Max Adalbert in �Müller»" fialler- Heime Theater in Admiralspalast Täglich 8'.-, Uhr Ann. aus Wallner»Theater 8', Der Schlager 81/« Das blonde Wunder CASINO-THEATERb utu: — Ein las in Patafe!— Anssdinelden Gutschein 1—4 Pers Fauteuil nur I Mlc, Sessel 1,50 Mk. Neneslheafer am Zoo Stpl.5371. Tgl. 8 Uhr Eia issner in Modellbaus Crevette. Vorverk. ununterbr. scaia Nollendort 7360 8 Uhr: Powers Tanz- Elefanlen uni andere Vidi- Neuheiten! tarDowsky-SöhniP Th. Köni?orätz St. Hasenheide 2110 8 Uh«: Die treue Nymphe Elisabeth Hergner Homoaiennaus Norden 6304 8 Uhr: Dovai- Calais Roberts, r. IheilnaDB. Brausewettcr. Central« Theater Täglich 8 Uhr: Der Trompcler vom Rhein Vorverk. ununterbr. Preise von 1—7 M. ür. MlIMillW finrnodi 13 Toste Tägl. 8'/, Uhr: Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorstlfg zu ermäü. Preisen: Trianon-Th. Täglich 8'/. Jhr: Der gr. Lacher! olf Dr. Stieglitz Friidr. lad«,(klar Uelsbadw Stg.4Uhr: Kleine Pr, Dr. Stieglitz Rose-Theater gl/, U.: Das Eid' famllienliaus stllabarz-Bltaia Dts Klinstler-Th Heute 7 Uhr; Premlere Oer Zarewltsch Lesslng-Theater Alb. Bassermann o; Der DiHtalor Th. a-RDtfürstenilaiPin HältteDorsdi 8 Uhr Hl Kl Lustspielhaus 8'/« Guido Thielscher aarva-ein Junge Waihaila-TBeot. Wtiobergswei Till. S1, Es war einmal In Heideibers mit d. Schlagerlied Ichhab'melnnen In Heidelberg venoren Vorzeig. M'/oErmäß KäteScnmidl-Samst Gaston Briese s In der Geaamtauflage de«.Vorwert«*«Ind besonders wtrksan» and trotidcm sehrdtmü! ,/„ÄhevJknna, unseren besten blaffe e für Jen Alltag! Her soll denn das bezahlen? .Das lezahU Otto E. linier in ßaJeleul, denn ich setze eine Kleinigkeit von. seinem Carlsbader zu, um die Bohnen besser aus--- xunutzen. So hostet das Getränk nicht mehr wie früher unser billiger Haushalikaffee. Webers Carlsbadec lös st dem Kuffee die• volle Würz- und•Dufthraft der Bohne ohne joden Beigeschmack und gibt dem Getränk den warmen goldbraunen Ton des Carlsbader Ifaffees. Ein Päckchen zu J5 Pf

ie Ereignisse in Jaoa und Sumatra haben die öffentliche Auf- merksamkeit Europas wieder auf die Fragen der kolonialen Ausbeutung gelenkt. Die nationale Unterdrückung in jenen Kolonialländer ist in der Regel begleitet von einer ungeheuren Aus- beutung der menschlichen Arbeitskraft. Mit salbungsvollen Worten pflegt man die Kolonialpolitik als Sendung des Herrscher- volkes zur Förderung des Wohlstandes der Eingeborenen zu preisen. in Wirklichkeit sind dies« Ausbeutungsobjette ohne eigene Persönlichkeits- und Selbstbestinnnungsrechte. Vollends tragisch ist die Loge der Eingeborenen in jenen Kolonialländern, wo neben der Tendenz der Ausbeutung noch Rassenvorurteile des Herr- schenken Volkes Haßgefühls gegen jene aufkommen lassen, aus deren Arbeitskraft sie ihre Profite ziehen. In dieser besonders Unglück- lichen Lag« befindet sich die eingeborene Bevölkerung Süd- a f r i k a s. Dle Südafrikanische llnloa. die im Jahre 1910 durch Zusammenschluß von vier Ländern(Trans- vaal, Natal, Orange und Kopland) als englisches Dominium ge- gründet wurde, genießt heute schon ein großes Maß von lln- obhängigkeit vom Mutterland. Di« jüngst stattgefundene britisch« Reichskonferenz hat diese Unabhängigkeit in aller Form anerkannt. Das Recht zur Selbstbestimmung bezieht sich jedoch allein auf die weiße Bevölkerung. In den südafrikanischen Bergwerken ist eng- lisches Kapital tätig, und so stehen die Farbigen Südafrikas unter dem doppelten Druck der englischen und holländischen Bevölkerung und des englischen Kapitals. Die Aufmerksamkeit der europäischen Arbeiterschaft wurde erst kürzlich auf die unglückliche Lage der farbigen Arbeiter Südafrikas gelenkt, als der Int er» nationale Gewerkschaftsbund in Amsterdam«ine Orga- nisation der Farbigen, den Verband von Handels- und Industrie- arbeitern, als Mitglied aufnahm. Die Aufnahme in die südafrikanischen Gewerkschaften selbst wurde bisher durch Rassen- vorurtelle und andere Gründe verhindert. Man könnte meinen, daß Südafrika mit seinen großen Natur- Ichäßen und seiner umfangreichen Bodenfläche geeignet wäre, groß« Massen von Einwanderern aufzunehmen. Dies ist aber nicht der Fall: es gibt keine nennenswert« Einwanderung in dieses Land. Es kann sie auch nicht geben, well der Arbestsmarkt bereits heut« bis zur Unerträgllchkett überfüllt ist: In der Union leben 6 Willionen Farbige und IM Millionen Weih«. Ursprünglich und noch vor nicht langer Zeit lebten die Farbigen auf chrem eigenen Boden, sie wurden aber mit Gewalt vom Lande oertrieben. 87 Proz. des Landes ist heute im Besitz der weißen Großgrund- besißer, die Farbigen besitzen nur 13 Proz. des Bodens, obendrein hat man sie auf die entlegensten und am wenigsten fruchtbaren Landstriche zurückgedrängt. Auf eine eingeborene Familie entfällt eine Bodensläche von etwa 5 Hektar, was bei der extensiven Be- wirtschaftung Südafrikas keine Existenzgrundlage bietet. Der Boden wird ganz primitiv bebaut bzw. wird extensive Schafzucht— daher die große südafrikanische W o l lau s f u h r— betrieben. Es ist bezeichnend, daß bis heute erft' eine einzige Schule für Landwirt- Ichost für die Farbigen vorhanden ist. und auch diese wird von den Farbigen selbst erhalten. Die Zwangsarbest auf den Landgütern der Weißen treibt die Farbigen in die Städte. Der Bergbau— da Unglück für die Bevölkerung. Das farbige Industrieproletariat Ist in erster Linie im Bergbau beichäftigt: 1924 mehr als 305 000 an Zahl. Der größte Teil davon entfällt auf den Goldbergbau. Die Goldschätze von Transvaal, die erst seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus- gebeutet werden, sind bekanntlich ungeheuer groß. Sie liefern den uberwiegenden Teil der Weltproduktion an Gold. Mehr als die Hälfte der südafrikanischen Ausfuhr entfällt auf den Gold- export. 97 X Proz. des in Südafrika ausgebeuteten Goldes wird im Whitwaters-Rand in der Nähe von Johannesburg gewonnen, und damit ist Johannesburg zur größten Minenstadt der Welt geworden. Drei Viertel der Wellerzeugung an Diamanten wird in Süd- afrika gewonnen. Die Produktion wird von vier Trusts be- herrscht, deren größter, die De-Beer-Gesellchast, 51 Proz. der Pro- dvktion in Händen hat. Die Diamantenproduktion erfolgt vor- nchmlich in Kapland, außerdem in Transvaal und Orange. In Transvaal und Natal gibt es gewallige Kohlenvorkommen, deren GeHall auf 35 Milliarden Tonnen geschätzt wird. Der gegen- wärtige Abbau ist im Vergleich dazu noch gering, reicht aber für die Kohlenversorgung des Lande» selbst, ja noch für Exportzwecke aus. Mll dem Abbau der reichen Eisenerzlager, die vor nicht langer Zell entdeckt wurden, hat man noch nicht begonnen. Unter den anderen abbaufähigen Metallen sind besonders Platten und Manganerze zu nennen. Auf Grund des Bergwerksgesetzes, dos durch das Farbigengesetz(Eolour Bar Bill) von 1911 verschärft wurde, dürfen die Farbigen nur ungelernte Arbeit in den Bergwerken leisten. Die Bestimmung, daß Farbige nicht in Unter- nehmungen mll Maschinenkraft arbeiten dürfen, siel nur auf das Verlangen der Unternehmer weg. In den Bergwerken entfallen auf einen Weihen, der in der Regel Ausseherarbeit leistet, 12 bis 13 Neger, deren Lohn etwa ein Zehntel des Lohnes der Weißen�aue� macht. Die höchsten Löhne der Farbigen betragen täglich 2,15 M. bei außerordentlich hohen Lebenshaltungskosten. Sie wohnen in Lagern, getrennt von der weißen Bevölkerung, in elenden Lagerhütten. Die Unternehmergewinne aus dem Bergbau sind ungeheuer hoch. Der Bruttoertrag in den großen Goldgruben im East-Rand betrug 1925: 3,7 Millionen Pfund Sterlings die Be- triebsausgaben 1,5 Millionen und so blieb ein Reingewinn von mehr als 2 Millionen Pfund Sterling. Im Goldbergbau beliefen sich die gesamten Betriebskosten 1925 auf 27 Millionen Pfund Sterling, mehr als 8 Millionen wurden als Dividende oerteilt. Regelung der Arbeiksverhälknisie. Der neue Gesetzentwurf über die Beschäftigung der Berg- und Industriearbeiter, welcher, berells viermal zurückgewiesen, dem- nächst vom Parlament und Senat in gemeinsamer Beratung verab- schiedet werden soll, will im wesentlichen die gegenwärtigen Zustände aufrechterhalten und die Eingeborenen von Arbiellen höherer Ordnung fernhalten. Sie sollen in der Ausübung chrer allmählich erworbenen Fähigkeiten weller behindert bleiben. Bisher haben die weißen Arbeiter, in der Hauptsache Aufseher und Facharbeiter, diese Politik unterstützt, ja gefordert. Indessen gereicht sie auf die Dauer zum Verderben sowohl der Eingeborener, wie der weißen Arbeiter. Ein weißer Arbeiter kann jetzt ungelernte Arbell nicht leisten, weil er von den Kulilöhnen der Ungelernten, die tief unter seinem Existenzminimum liegen, nicht existieren kann. Deshalb gehört ein großer Teil der weißen Arbeiterschaft in die Kategorie. die man überhaupt nicht beschäftigen kann, und die arbeitslos verelendet. Das wirkliche Interesse der weißen Arbeiter würde daher die Steigerung der Löhne der Ungelernten erfordern, damit sie auch mit den Farbigen zusammenarbeiten können. Für die Farbigen selbst aber sind die Arbeitsverhältnisse im Bergbau, der den Unternehmern so reiche Prosite abwirft, zur Quelle dauern- den Unglücks geworden. Von der Scholle getrennt, von ihren Stämmen losgerissen, sind sie in den Bergwerksstädten dem größten Elend preisgegeben. Fortschveltende Zndustrialisieruug. Bekanntlich hat seit dem Kriege auch in Südafrika eine In- dustrialisierung in ziemlich großem Maßstabe eingesetzt. 1914 waren berells 182000 Arbeuer, davon mehr als zwei Drlltel Farbige, in wesentlich neuen Industriezweigen: Lebensmittel-, Metall-, chemische. Textilindustrie usw. tätig. Auch steht man im Begriff, eine Eisen. und Stahlindustrie in Südafrika zu entwickeln. Kürzlich ist durch Zusammenschluß von zwei jüngst gegründeten Unter- nehmuimen, eines Hochofenbetriebes für Roheisenerzeugung und eines Stahlwerkes, ein Großkonzern unter dem Namen Union Steel Corporation mit einer Leistungsfähigkell von 60 000 Tonnen Stahl im Jahr mit Staatssubvention gegründet worden Auch wird die Errichtung weiterer großer Werke mit staatlicher Unterstützung geplant. Die neue Industrie vermag jedoch die große industrielle Reservearmee der Weißen und Far- bigen nicht aufzunehmen, und eine auf K u l i l ö h n e n aufgebaute Industrie würde nur zur wetteren Verelendung sowohl des far- bigen wie des weißen Proletariats führen Mit der Lösung der Probkeme ist die internationale Arbeiterbewegung ernsthaft beschäftigt. Kürz. lich hat einManifest des englischen Gewerkschafts- kongresses die Aufhebung der Unterschiede in der Behandlung der weißen und farbigen Arbeiter gefordert. Hierzu ist ober die Teilnahme der Farbigen an der südafrikanischen Gewerkschafts- beweguna erforderlich. Die jüngsten Ereignisse lassen erhoffen, daß sich eine solche Entwicklung endlich anbahnen wird. Damit ist aber das wirtschaftliche und soziale Problem Südafrikas noch nicht gelöst. Nur wenn man die Ursachen der Landflucht be- seitigt und die Massen der farbigen Arbeiter auf das Land zurück- führt, kann diesen Massen geholfen werden. Auch die Regierung ist endlich zu der Einsicht gelangt, daß den Farbigen mehr Boden gegeben werden muß. Ein neuer Gesetzentwurf will Er- leichterungen für den Erwerb von Grund und Boden schaffen. Die Krongüter, die etwa ein Zwölftel der gesamten Bodenfläche aus- machen, sollen als Siedlungen unter Farbige und Weiße— die weiter getrennt bleiben sollen— oufgeteill werden, auch sollen Kredite für die Bewirtschaftung des Bodens gewährt werden. An die Aufteilung des Großgrundbesitzes will die Regierung nicht herangehen, und so kann das neue Gesetz bestenfalls nur die Lage eines geringen Teils der Farbigen verbessern. Auch müßte der Staat für die landwirtschaftliche A u s b i l- düng der Farbigen große Summen opfern, wenn die bisherigen priniitiven Anbaumethoden durch bessere ersetzt werden sollen. Ein- sichtige englische Kresse drängen auf eine Lösung der südafrikanischen Frage in dieser Richtung, in deren Verzögerung sie eine schwere Gefahr für das Britische Reich erblicken.„Die schwarze Wolke in Südafrika�, die Massen der Farbigen, deren Selbstbewußtsein fett dem Kriege gewachsen ist, und aus deren Reihen geblldete und weitblickende Führer hervorgegangen sind, dürften sich ihre politische und soziale Unt«:drückung und ihre wirtschaftliche Ausbeutung nicht lange mehr gefallen lassen. ___ A. H. Schleftsche Virtschastssorgen. Kanal- und Tarisproblcrne. Die schlesische Industrie, unterstützt von der gewerk- schaftlich organisierten Arbeiterschaft, wendet sich neuerdings an die Oeffcnllichkeit aus einem Anlaß, der die außerordentlich groß« Tragweit« der jetzt viel erörterten Kanalprojekt« aufs neue dartut. Wie Generaldirektor Stähler im Rahmen einer Vortragsreihe darlegte, verschieben sich nämlich die Absatzbedingungen des oberschlesischen und des niederschlesischen Montanreviers durch die Ausführung des Mittellandkanals in einer Weise, die schwere Be- sorgnisse für die östliche Industrie erweckt. Schlesiens eigenartige Loge als östlicher in das europäische Festland ausgestreckter Arm, ohne direkte Verbindung zum Meere, bringt es mit sich, daß für den Absatz seiner Jndusttieprodukte die Frachten nach Inner- deutscht and eine große Rolle spielen, besonders nachdem die näher gelegenen, früher bedeutungsvollen ausländischen Absatzgebiete Polen und Tschechoslowakei so gut wie ganz fortgefallen sind. Bei den heutigen Wasser- und Bahntarifen kann oberschlesische Kohle etwa zu demselben Preis(einschließlich Fracht) bis Magde- bürg, also bis zur Elbelinie, geliefert werden wie westfälische Kohle. Wird aber der Mlltellandkanal fertiggestellt, so sinken die Transportkosten für Ruhrtohl« etwa um drei Mark. Die Ruhr kann dann ihre Kohle bis Frankfurt a. d. Oder zu einem mit Oberschlesien konkurrierenden Preise liefern. Der wichtige Berliner Markt und groß« andere Gebiete gehen dann der ober- und niederschlesischen Kohle so gut wie ganz verloren. Im Besonderen verlangte Stähler die Regulierung des Oberlaufes und den Ausbau des Klodnitz-Äanals. Direktor G r o s ch« vom niederschlesischen Kohlensyndikot zeigte, wie gerade das Waldenburger Revier mit seinem ohnehin begrenzten Absatzradius und seinen schwierigen Fördervcr- HSItnissen von dieser Verschiebung der Frachtenlag« besonders be- troffen werden muß. Ein Vertreter der niederschlesischen Industrie, Generaldirektor Schmidt, brachte dazu noch interessant« Angaben über die v e r- arbeitende Industrie seines Gebietes. Niederschlesien beschäftigt auf diesem Gebiet« in etwa 17 000 Betrieben mehr als 335 000 Arbeiwehmer und gehört damit zu den industric- reichsten Teilen Preußens. Eine ganze Reihe solcher Industriezweige, die sich dort übrigens vorwiegeird aus Mittel- bettieben zusammensetzen, nimmt eine führende Stellung innerhalb der deusschen Industrie ein. Die Nerarbeitungsindusttie, die früher sehr stark für den polnischen Markt tätig war, empfindet besonders schwer den Handelskrieg mit Polen, dessen Kosten sie zu tragen hat. Ihre Klagen richten sich vor allem gegen die durchaus unzureichen- den V e r k« h r s v e r h ä lt n i ss e und die hohen Frachten. Namens der schlesischen freien Gewerkschaften erklärte Genosse W i e r s i ch, die Parole dürfe nicht lauten„gegen den Mittellandkanal", sondern für Verbesserung der schle- sischen Verkehrsweg« zum Ausgleich der Vorteile, die der Westen durch den Mittellandkanal erhalte. In eindringlicher Weise schilderte Wiersich die Folgen des Absatzmangels in Schlesien mit den zahlreichen Betriebseinschränkungen und Stillegungen: besonders wandte er sich dagegen, daß die Reichsbahngesellschaft ihre Breslauer Reparaturwerkstätten eingezogen und damit 5000 Arbeiter erwerbslos gemacht hat zu einer Zeit, wo die Prioatindustrie eben- falls gewaltige Arbeitermassen auf die Straße setzte. In Oberschlesien Hab« sich trotz der Lohnerhöhungen die Lebenshaltung der Arbeiter nicht gebessert, da die Lebesmittelkosten im Gegensatz zur Vorkriegszeit durch Wegfall der polnischen Einfuhr wesenllich teurer geworden sind. Zu der Arbeitslosennot kommt eine k a t o strophale Wohnungsnot, die oerschärft wird durch die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus dem Osten. Auch Wiersich betonte die Notwendigkeit des Ausbaus des Verkehrs; bisher wurde in Schlesien beim Ausbau der Wasfenftraßen keine großzügig« Arbeit geleistet, sondern viel to st spieliges Flickwerk. Dos Ottmachauer Staubecken, das einen Fortschritt bringt, reicht zur Regulierung der Oder noch nicht aus. Mit besonderem Nachdruck wies der Redner darauf hin, daß die westtiche Industrie gegenüber der schlesischen in einer besonders günstigen Lag« fei, weil sie nach Ländern exportieren kann, mll denen Handelsverträge bestehen, während die schlesische Industrie nach ihrem nattir. lichen Absatzgebiet, dem Osten, keinen wesentlichen Absatz hat Konzentratio« der Zinkerzengung. Zwischen der Metallhandelsgesellschaft AronHirschu. Sohn. Halber st adt, und der Zinkhüttengesellschaft Henckel von Donnersmarck, Beuthen, ist am 1. Februar ein Vertrag zu- stände gekommen, auf Grund dessen Hirsch u. Sohn die gesamte Zinkerzeueung Übernimmt. Die Abmachungen sind getroffen worden im engen Zusammenhange mit der Metallgesellschift und dem Hondelskonzern Beer, Sondheimer u. Co., Frankfurt. Diese beiden letzteren Finnen haben bereits vor längerer Zeit die Erzeu gütig der Fürstlich von Donnersmarckschen Zinkhüttengesellschait, dW ebenfalls in Beuthen ist, übernommen. Insgesamt befinden sich jetzt etwa 20 000 Tonnen in festen Händen, bei einer reichsdeut- s ch e n Gesamterzeugung von zirka 70 000 und der o st o b c r s ch l e. sischen von ungefähr 105 000 Tonnen. Aron Hirsch u. Sohn ist verpflichtet, für die Beschaffung von Zinkerzen Sorge zu tragen, während das Donnersmarcksche Zink im Messingwert Rei- nickendorf-Berlin, das bisher stillgelegt war und wieder in Betrieb genommen werden soll, Verwenduno findet. Dem Ver- trag ist erhöhte Bedeutung dadurch beizumessen, daß nunmehr der Konflikt zwischen der Zinkindustrie und dem Zinkhandel g e m i l- d e r t ist und die Bildung eines deussch-polnischen Zinksyndikats sehr in Frage gestellt sst._ Der ArbeitSmarkt weiter nnstchcr. Auch in der zweiten Februarwoche scheint sich auf den, Arbells- markt die allmähliche Besserung der Beschäftigungsverhältnisse weiter vorzubereiten, doch ist die Entwicklung nach den Berichten der Landesarbeitsämter keineswegs einheitlich. Der erneute starke Frost hat viele bereits begonnene Außenarbellen ge- stört. Selbst die Entwicklung in den großen Städten, wie Berlin und Hamburg, ist durchaus verschieden, wahrend sie in den Hauvtindustriezentren gegenüber den Vorwochen keine großen Unterschiede zeigt.__ Reue städtische Ferngaspläne. Nachdem die Swdt Oppeln von Gogolin aus Teile des Industriereviers mit Ferngas versorgen will, sind auch Besprechuirgen zwischen den Städten Hinden- bürg, Beuthen und Gleiwitz in Gang gekommen. Die Verhandlungen zwischen Beuthen und Hindenburg, das zu diesem Zweck das moderne städttschc Gaswerk, das schon heute über 70 Kilometer Röhrenleitung verfügt, auf 15 000 bis 20 000 Kubik- meter Tagesproduktion bringen will, stehen vor dem Abschluß. Vermutlich werden die Gaswerke versuchen, sich auf eine eigene Kohlen b asi s zu stützen. In Betracht kommt die jetzt zu den Vereinigten Oberschlesischen Hüttenwerken gehörende Konkordia- grübe, die schon vor Jahresfrist der Stadt Hindenburg zum Kauf angeboten worden ist. Andererseits ist jetzt auch Gleiwitz an Hinden- bürg herangetreten mit dem Plan, gemeinsam ein neues Gas- fernversorgungswerk zu bauen, das den ganzen Industrie- bezirk umfassen soll. Die Kohlenbasis dieses Werkes würde in den Sosnitzaschächten liegen. Es ist indessen aber anzunehmen, daß auch Gleiwitz später von dem Hindenburger Gaswerk, das sehr aus- bauungsfähig ist, versorgt werden wird. Internationale Verständigung in der Drahtindustrie. In der gestern in Köln abgehaltenen Sitzung der maßgebenden Vertreter der deutschen, belgischen, tschechoslowakischen und holländischen Draht. verbände wurde laut„Kölnischer Zeitung" beschlossen, die bisherige lose Preisverständigung fester zu gestalten und für jeden Verband die Quoten für die Ausfuhr festzusetzen. Das jetzige provisorische Abkommen soll in kürzester Zeit in einen festen mehrjährigen inter- nationalen Berband übergeführt werden. IciPmbürs'ten Chlorodonl-Zahnbürsten 70 Pfg. und Mk. 1.2S. Chlorodont-Zahnpaste 60 Pfg. und 1.00, 2Q h fl p Q St Q Die Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstensdinift paßt sich der natürlichen Rundung des Gebisses gut an, dringt in die engen Zahnzwischenräume und entfernt leicht alle Speisereste, den häßlichen Zahnbelag und beginnenden Zahnsteinansatz. Auch die hinteren Backen- und Weisheitszähne werden durch das halbrunde Borslenbüsdiel erfaßt und geputzt. Lockere Zähne werden durch gleichzeitige Massage des Zahnfleisches befestigt— Die Chlorodont-Zahnpaste schont den kostbaren Zahnschmelz, verleiht den Zähnen elfenbeinartigen Hochglanz, bewirkt durch Sauerstoffsalze eine natürliche Mundreinigung und beseitigt üblen Mundgeruch bei herrlich erfrischendem Pfefferminzgeschmack. IfeäEIw— wn bw w Kündigung W Iniger Goldpfandbriefe der Ostpreußischen �andschast, der Landschaft der Provinz Sachsen und der Landschaft der Provinz Schleswig- Holstein und Konvertierungsangebot für diese Goldpfandbriefe. Bekanntmachung. Wir kündigen hiermit satzungsgemäß zur Rückzahlung zu nom. GM 79 379 400 10%tge Galdpsandbriefe der Ostpreußischen Landschaft-— zum 1. April 1927. Ein entsprechender Betrag lO�iger Pfandbriefdarlehen ist uns von unseren Kreditverbundenen ausgekündigt worden. Von der Auskündigung bleiben frei die Pfandbriese, deren Nummer die Endziffer Z trägt bei folgenden Abschnitten: Buchstabe A übet SO GM 3kr. 15 882-16 842= 4 150 GM B, 100,, 27 882—29 382= 14 300. C, 500. 21 132—22 322= 54 000, D. 1000.. 28 202—29 842= 145 000. E, 2000.. 21 922—23 232= 226 000, Zusammen= 443 450 GM All« übrigen im Umlauf befindlichen 10%tgen G o l d p s a n d b ri« f e find ausgelost und demgemäß gekündigt. Diejenigen Inhaber gekündigter 10 �iger Koldpfandbriese, welch« diese nicht bis zum 10. März d. I. gemäß der untenstehenden Bekanntmachung eines üonvertierungsangebols des unter der Führung der Roichsbank gebildeten Bankenkonsortiums zum Umtausch in 7 �ige Goldpsandbriefe angemeldet und eingereicht haben, werden ausgefordert, gegen Ablieferung ihrer 10%igen Goldpfandbriefe den Gegenwert zum Rückzahlungskurse von 100$» am 1. April d. I. bei den unten verzeichneten Stellen in Empfang zu nehmen. Die Ablieferung der 10?bigen Goldpfandbriefe hat mit Zinsfcheinen per 1. Oktober 1927 ff. und Erneuerungsscheinen zu erfolgen unter chinzufügung eines nach Abschnitten und Nummern geordneten Nummernverzeichnisfes. Die an den 10?higen Goldpfandbriefen etwa fehlenden Zinsscheine per 1. Oktober 1927 und si. sind von den Einreichern unter Abzug von 10 Kapitalertrag. steuer zu erstatten, wobei an Stelle einer Goldmark eine Reichsmark zu zahlen ist. Die Einlösung der gekündigten 10?oigen Goldpsandbriefe findet statt durch: die Reichsbankhauptkasle in Berlin und alle Reichsbankanstalten mit Kafseneinrichwng. die Preußische Staatsbank(Seehandlung), Berlin. die Bank der Ostpreußischen Landschaft in Königsberg(Pr.) und alle ihre Geschäfts- und Nebenstellen im Bezirk der Ostpreußischen Landschaft. Mit dem 1. April 1927 treten die gekündigten 10%igen Goldpfandbriefe der Ostpreußischen Land- schast außer Verzinsung. Königsberg(Pr.), den 7. Februar 1927. Ostpreußifche General- Laudschafls-Direklion von Hippel Bekanntmachung. Auf Grund der Zß 29, 30, 93 und 122 der Neuen Sahungen der Landschaft der Provinz Sachseu und der von �em Staatskommisiarius der Landschaft der Provinz Sachsen genehmigten Auslosungs- »rdnung für die Roggen- und Goldpfandbriefe der Landschaft der Provinz Sachsen hat am 4. Februar 1927 eine Auslosung von 10%igcn Goldpfandbriefen der Landschaft der Provinz Sachsen stattgefunden. Die ausgelosten Pfandbriefe im Gesamtbeträge von GM 76 894 520 werden hiermit den Inhabern zur Einlösung durch Barzahlung, des Nennwertes am 1. Juli 1927 gekündigt. Es sind sämtlich« Stücke der 10?iigen Goldpsandbriefe der Landschaft der Provinz Sachsen zur Auslosung gelangt mit Ausnahme der nachstehend aufgeführten Stücke, die im Verkehr bleiben: vom Abschnitt zu ZOOO GM die Stücke mit der Endziffer 9 von Nr. 14 519 bis 16879, nnin Abschnitt zu 1000 GM die Stücke mit der Endziffer 8 von Nr. 8 bis 3258, - vom Abschnitt zu 500 GM die Stücke mit der Endziffer l von Nr. 1 bis 2491, ' vom Abschnitt zu 100 GM die Stücke mit der Endziffer 7 von Nr. 13 637 bis 15 987, vom Abschnitt zu 50 GM die Stücke mit der Endziffer 6 von Nr. 6 bis 1196, vorn Abschnitt zu 20 GM die Stücke mit der Endziffer 7 von Nr. 1277 bis 1487. Alle übrigen Im Umlauf befindlichen lO folgen Goldpsandbriefe sind ausgelost und demgemäß gekündigk. Diejenigen Inhaber gekündigter lO%iger Goldpsandbriefe, welch« diese nicht bis zum 10. März d. I. gemäß der untenstehenden Bekanntmachung eines konverlierungsangebots des unter der Führung der Reichsbank gebildeten Bankenkanfortiums zum Umtausch in 7 �ige Goldpfandbriefe angemeldet' und eingereicht haben, werden aufgefordert, gegen Ablieferung ihrer lO �igen Goldpsandbriefe den Gegen- wert zum Rückzahlungskurse von 100% am 1. Juli d. I. bei den unten verzeichneten Stellen in Empfang zu nebmcn. Die Ablieferung der lO�higen Goldpsandbriefe Hot mit Zinsscbeinen per Ä Januar 1928 ff. und Erneuerungsscheinen z» erfolaen unter chinzusügung eines nach Abschnitten und Nummern ge- ordneten Nummernverzeichnisies. Die an den 10 feigen Goldpfandbriesen etwa fehlenden Zinsscheine per 2. Januar 1928 ff. sind von den Einreichern unter Abzug von 10% Kapitalertragsteuer zu erstatten, wobei an Stelle einer Goldmark eine Reichsmark zu zahlen ist. , Die Einlösung der gekündigten 10%igcn Goldpsandbriefe findet statt durch: die Reichsbonkhauptkasse in Berlin und alle Reichsbankanstalten mst Kasieneinrichtung, die Preußische Staatsbank(Seehandlung), Berlin, die Deutsche Bank, Berlin, die Landschastlicbe Bank der Provinz Sachsen, Halle, sowie ihr« Niederlafiungen in Magdeburg und Rordhausen, die Kasse der Landschaft der Provinz Sachsen, Halle. Erfolgt die Cinliekcrung nicht innerhalb eines Monats nach dem Verfalltag«, so hat der säumige Inhaber nur noch Anspruch auf die bei der Landschaft befindliche Einlösuna?summe: mit seinen weiteren Rechten wird er durch Beschluß der Generallandschaitsdirektion ausgeschlossen. Halle, den. 7. Februar 1927. Generattandschaflsdirekllon der Provinz Sachsen. vonTrotha. Bertram. Petersilie. Bekanntmachung. Wir kündigen hiermit satzungsgemäß zur Rückzahlung zu 100%: nom. GM 51 500 000 10%ige Schleswig-Holsteinilch« landschaftliche Goldpsandbriefe zum 1. Juli 1927. Ein entsprechender Betrag 10%iger Pfandbriefdarlehen ist uns von unseren Kreditverbundenen aufgekündigt worden. Die gekündigten Beträge umfassen alle von uns ausgegebenen, in Umlauf befindlichen 10 Teigen Goldpfandbriefe mit Ausnahme der hierunter verzeichneten, durch die Auslosung nicht betroffenen Stücke. Verzeichnis der nicht ausgelosten 10% Schleswig-holsteinischen landschafstichen Goldpfandbriese. Iu 5000 GM: 74 865, 74 875, 74 885, 74 895, 74 905, 74 915, 74 925, 74 935. Zn 3000 GM: 73 510, 73 520, 73 530, 73 540, 73 550, 73 560, 73 570, 73 580, 73 590. 73 600, 73 610. Zu 2000 GM: 16 503, 16 513, 16 523, 16 533, 16 543, 16 553, 16 563, 16 573, 16 583, 16 593, 16613, 16 633. 16 643. Zu 1000 GM; 14 009, 14019, 14 039, 14 049, 14 059, 14 069, 14 079, 14 089, 14 099, 14 109, 14119, 14 129, 14 149, 14 159, 14 169, 14 179, 14 189, 14 199, 14 209, 14 219, 14 229, 14 239, 14 249, 14 259, 14 279, 14 289, 14 299, 14 309, 14 329, 14 339, 14 349, 14 359, 14 369, 14 379, 14 389, 14 409, 14 429, 14 439, 14 449, 14 459, 14 469, 14 479, 14 489, 14 499, 14 509, 14 519, 14 529, 14 539, 14 559, 14 569, 14 579, 14 589, 14 599, 14 609. Zu 500 GM; «3 582, 63 592, 63 602, 63 612, 63 622, 63 632, 63 642, 63 652, 63 662, 63 672, 63 682, 63 692, 63 712, 63 722, 63 732, 63 742, 63 752, 63 762, 63 772, 63 782, 63 802, 63 812. 63 822, 63 832, 63 852, 63 872, 63 892, 63 902, 63 912, 63 922, 63 932, 63 942, 63 952, 63 962, 63 972, 63 992, 64 012 64 022, 64 032, 64 042, 64 052, 64 072, 64 082, 64 092, 64 102, 64112, 64 122, 64 132, 64 152, 64 162, 64 172, 64 192, 64 202, 64 212, 64 232, 64 242, 64 252, 64 262. 16 623, 14 139, 14 269, 14 419, 14 549, 63 702, 63 842, 64 002, 64 142, Zu 100 GM:----''- 3210, 3220, 3230, 3240, 3250, 3260, 3270, 3280, 3290, 3300, 3310, 3320, 3330, 3340, 3350, 3360, 3370, 3380, 3390, 3400, 3410, 3420, 3430, 3440, 3460, 3470, 3480, 3490, 3500, 3510, 3520, 3530. 3540, 3550, 3560, 3570, 3580, 3590, 3600, 3610, 3620, 3630, 3640, 3650, 3660, 3670, 3680, 3690, 3700, 3710, 3720, 3730, 3740, 3750, 3760, 3770, 3780, 3790, 3800, 3810, 3830, 3840. Zu 50 GM: 1. 11, 21, 31, 41, 51, 61, 71, 81, 91, 101, III, 131, 141, 15L Alle übrigen im Umlauf befindlichen 10% Goldpsandbriefe find ausgelost und demgemäß gekündigt. Diejenigen Inhaber gekündigter 10%iger Goldpsandbriefe, welche diese nicht bis zum 10. März d. I. gemäß der untenstehenden Bekanntmachung eines Üonoertierungsangebols des unter der Führung der Reichsbank gebildeten Bankenkonsortiums zum Umtausch in 7%igc Goldpfandbriefe angemeldet und eingereicht haben, werden aufgefordert, gegen Ablieserung ihrer 10%igen Goldpfandbrief« den Gegenwert zum Rückzahlungskurse von 100% am 1. Juli d. I. bei den unten bezeichneten Stellen in Empfang zu nehmen. Die Ablieferung der 10%ig«n Goldpsandbriefe hat mit Zinescheinen per 2. Januar 1928 ff. und Erneuerungsscheinen zu erfolgen unter Hinzufügung eines nach Abschnitten und Nummern ge. ordneten Nummernverzeichnisses. Die an den 10%igen Goldpfandbriesen etwa fehlenden Zinsscheine per 2. Januar 1928 ff. sind von den Einreichern unter Abzug von 10% Kapitalertragsteuer zu erstatten, wobei an Stell« einer Gold-- mark ein« Reichsmark zu zahlen ist. Die Einlösung der gekündigten 10%igen Goldpfandbrief« findet statt durch: die Relchsbanthauptkass« in Berlin und alle Reichsbankanfialt«, mit Kossenein rkchtung. die Preußische Staatsbank(Seehandlung), Berlin, die Kur- und Neumärkifche Ritterschaftliche Darlehnstass«, Berlin. die Norddeutsche Bank in Hamburg, Hamburg, die Landschaftliche Dank der Vrovinz Schleswig-Holstein. Kiel. die Direction der Disconto-Gesellfchast, Berlin. Wenn die aufgekündigten Pfandbriefe nicht spätestens am 1. August 1927 emgekefert find, werden die säumigen Psandbriefinhaber mit den in den Pfandbriefen ausgedrückten Rechten ausgeschlossen und noch erfolgter Ausschließung mit ihren Ansprüchen aus den hinterlegten Geldbetrag verwiesen werden, Kiel, den 7. Februar 1927. Schleswig-holsteinische Gener«cklandfchastsdtrekNo« Graf zu Rantzau-Rastarf � Konvertieruugsangebot für die geküadigkea 10"/»igev Goldpfandbriefe der Ostprenhlfchev Landschaft» der Landschaft der Provinz Sachsen und der Landschaft der Provinz Schleswig-Holstein. Das unterzeichnete Konsortium bietet den Inhabern der gemäß vorstehenber Bekanntmachungen der Ostpreußischen General-Landschafts-Direltion, der Generallandschaftsdirektion der Provinz Sachsen. der Schleswig-Holsteinischen Generallandschaftsdirektion gekündigten 10%igen Goldpfandbriefe im Austrage der genannten Landschaften den Umtausch de« gekündigten 10%igen Goldpfandbriefe in neue 7%ige Gold Pfandbrief«■; derselben Landschaften im gleichen Nennwert mit gleichen Zinsfälligkeiten unter folgenden Bedingungen arft 1. Di« Anmeldung zum Umtausch und die Einreichung der 10%igen Goldpfandbrief« hat in der Zeit vom 17. Jebruar bis 10. März d. 3. ..zu erfolgen; . bei der Zeichnungs-Abteilung der Reichsbonk, Berlin, Breite Straße 8— 9, sowie bei ästen mit Kässeneinrichtung versehenen Reichsbantanstalten. bei der Preußischen Staatsbank(Seehandlung). Berlin, der Central-LandschastsBont für die Preußischen Staaten, Berlin, der Landschaftlichen Bank der Provinz Sachsen, Halle(Saale). der Landschaftlichen Bant der Provinz Schleswig-Holstein, Kiel, der Bank der Ost- preußischen Landschaft Königsberg(Pr.) und den Zweiganstalten dieser Danken. Als Konvertierungsstellen sind ferner vorgesehen: in verlln: Berliner Handels-Gesellschaft, S. Bleichröder. Commerz, und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Darmstädter und Nationalbant Kom- manditgesellschaft auf Aktien. Delbrück Schickler& Co.. Deutsche Bank. Deutiche Girozentral«— Deutsche Kommunalbank, Deutsche Landesbankenzentrale A. G., Direction der Diconto-Gesellfchaft, Dresdner Bank. I. Drcyfus ü Co.. Hardy � Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung. F. W. Kraus«& Ca. Bankgeschäft. Kommanditgesellschaft aus Aktien. Mendelssohn L Co., Mitteldeutsch« Creditbank. Preußische Zentralgenossenschaftskasse, Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft, m vraunfchweig: Braunschweigische Staatsbank(Leihhausanstalt), in Breslau: E. Heimann, in Dresden: Gebr. Arnhold, Sächsische Staatsbank, in Düsseldorf: Barmsr Bank-Verein Hinsbera, Fischer& Comp. Kommandit- qesellschaft aus Aktien, in Essen: Simon Hirschland, in Frankfurt a. M.: Gebrüder Bechmann, Deutsche Effekten- und Wechsel-Baiik. Deutsche Bereinsbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Lmcoln Mennq Oppenh-imer. Lazard Speyer-Ellisien. Jacob S. H. Stern, in Hamburg: L. Behrens ü Söhn«. Nord- deutsche Bank in Hamburg. Bereinsbank in Hamburg. M. M. Marburg 4 Co.. m Karlsruhe: Veit L. Homburaer, Straus 4 Co.. in Köln: A. Levy, Sal. Oppenheimer ir. 4 Eie� A. Schaai, Haufen scher Bankverein A.®., I. H. Stein, in Leipzig: Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt, m Mannhekm: Rheinische Creditbank. Süddeutsche Disconto-Gesellschast A.-G.. in München: h. Aufhauser. Bayerisch« Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Staatsbank. Bayerische Bereinsbank. Merck, Finck 4 Co, in Nürnberg: Anton Sohn, in Weimar: Thüringische Stacusbant und alle Z w e, g a n st a l t e n d i e s e r 8 0 Eine'Provifion für den Umtausch wird den Einreichern von den Konvertierungsstellen mcht berechnet Für die Ueberlassung der neuen 7%igen Goldpfandbries« von den Äonjortialmitgltedern und sonstigen Konvertierungsstellen an die Erwerber ist die jeweils fallige Borfenum�tzsteuer zu entrichten. Nach dem 10. März d. I. werden 10%ige Goldpsandbriefe zum Umtausch nicht mehr angenommen. 2. Die 10�-igen Goldpsandbriefe der Ostpreußischen� stud mü A�lchemey per 1. Oktober 1927 ff. und Erneuerungsscheinen, die 10%ig-n Goldpfa�br.ef- der Landschaft der Provinz Sachsen und der Landschaft der Provinz Schleswig-Holstein sind mit Zinsscheinen per 2. Januar 1928 st. und Erneuerungsscheinen einzureick:«n. k.......„_ 3, Der Zinsschein per 1. April 1927 bei den 10%igen Goldpsandbriefen der Dstpreußischen Land- schast bzw. per 1. Juli 1927 bei den 10%!g-n Goldpsandbr.efen der Sächsischen Äindschast und der Schleswig-Holsteinischen Landschaft bleibt im Besitz- der Einreicher und w.rd be, Fälligkeit zum vollen Betrage von 10% Jahreszinsen abzüglich Kapitalertragsteuer Eingelöst. Die an den 10%igen Goldpfandbriesen etwa fehlenden Zmsscheme per 1. Oktober 1927 bzw. 2. Januar 1928 ff. sind von den Einreichern unter Abzug von 10% Kapitalertragsteuer zu erstatten. wobei an Stelle einer Goldmark eine Reichsmark zu zahlen ist....... � 4. Den Pfandbriefen, welche zum Umtausch eingeliefert werden, ist ein mit deullicher Namens- Unterschrift und qenauer Wohnungsangabe des Einlieferers versebenes, nach Abschnitten und Nummern geordnetes Verhältnis für jede der 3 Gattungen in doppelter Ausfertigung beizufügen. Formulare hierzu können bei den obengenannten Stellen kostenfrei in Empfang genommen werden. 5. Ueber die zum Umtausch eingerei-bten 10%tgen Goldpsandbriefe wird den Einreickiern Quittung erteilt, gegen deren Rückgabe die neuen Stücke von der Stelle, welche die Quittung ausgestellt hat. nach Erscheinen ausgehändigt werden. Die Knnvertierunosstellen sind berechtigt, aber nicht verpflichte,, die Legitimation des Ueberbringers der Quittung zu~.. 6 Di« Lieferung der neuen Stücke erfolgt baldmoglickift. Der erste Zinsfchem an den Bogen der neuen 7%igen Goldpfandbriefe der Ostpreußischen Landsidast ist am 1. Oktober 1927. an den Boaen der neuen 7 �igen Goldvfandbriefe der Sächsischen Landschaft und der Schleswig-Holsteinischen Land- schast am 2. Januar 1928 fällig........ 7. Die Einfübrung der.neuen 7%igen Goldpfandbries« w,rd bei den gleichen Börsen,-umme bar auszahlen. So streit- und krakeelsüchtig auch der alte von Pleiten aus Groß-Fluchau sonst war, wenn er den zehnten Schnaps hinter der Binde hatte, und so unsympathisch ihm der reiche Bauerngutsbesitzer auch sonst war, am liebsten wäre er ihm gleich um den Hals gefallen. Im nächsten Augenblick aber regt« sich gleich wieder dos Mißtrauen, und allerlei Vermutungen tauchten in ihm auf. Wie kam dieser schlaue Fuchs dazu, ihm dieses Angebot zu machen. Da mußte doch etwas dahinter stecken. War auf seinem Grund und Boden etwas, wovon er selbst nichts wußte und was jener verwerten wollte? Richtig, so konnte es nur sein. O. ihn sollte man nicht betrügen, auch wenn er, wie gewöhnlich um diese Zeit, einen kleinen Schluck Schnaps getrunken hatte. Aber ivas konnte es denn sein? Etwa Petrsleum oder Gold? Ach was, Unsinn, sowas gab's doch hier in der Kaschubei gar nicht. Aber— richtig, fegt hatte er es. Braunkohlen mochten es sein. Daß er nicht gleich daran gedacht hatte. Zeitungen las er grundsätzlich nicht. Das war doch bloß alles Schwindel. Aber davon hatte er doch neulich erst erzählen hören, daß im Nachbarkreise Braun- sohlen gefunden wurden. Na warte, Freundchen, das könnte dir so passen. Als sich Klauer nach einiger Zeit entfernte, hatte er keine Zu- jag«, aber auch keine Absage mit aus den Weg bekommen. Seck diesem Tage wurde der alte von Pleiten fast täglich von Leuten ausgesucht, die ihm sein Gut abkaufen wollten. Sein« Gläubiger baten ihn, ihre Drohbriese vergessen zu wollen, und er- öffneten ihrp bereitwilligst neue Kredite. Kurz, er schwamm in einem Meer von Entzücken und Schnaps. Ganz ähnlich erging es seinem Gegenpart, dem Polen Franczyszek von Dupka-Sikorski aus Piaski-Muschelhof. Hier hatte die.Glücksgöttin Fortuna erst einige Hindernisse zu bewältigen, ehe sie ihr Füllhorn über ihren neuen Schützling ausgießen konnte. Sie hatte die Gestalt Meikeles Lilienkranz, eines kleinen polnischen Iüderte, pngenommen, der der Hauptgläubiger des Pan Franczyszek war und kutschierte nun in einem elenden Gefährt, das von einem mageren Pferdchen gezogen wurde, geduldig'von einem Gutshof zum anderen, immer dem Flüchtling noch' Denn— Pan Franc-nszek war zum Flüchtling geworden. Eben war er wieder auf einer Rundreise begriffen, als ihm von feinem derzeitigen unfreiwilligen Gastgeber wohlmeinend die Ankunft Meikeles mitgeteilt wurde. Da sich Pan Franczyszek von diesem nichts Gutes zu versehen hatte, ergriff er schleunigst die Flucht, die ihm auch glücklich gelang. Und nun ging die Jagd schon zehn Tage. Kaum war er irgendwo eingekehrt und hatte sich etwas bequem gemacht, als auch schon Meikele gemeldet wurde. Bis ihn endlich sein Schicksal, vielmehr die Glücksgöttin, das heißt Meikele Lilienkranz, dennoch ereilte. Frühmorgens war er von Przygoda ausgebrochen, da er sichere Nachricht hatte, daß Meikele heut dort eintreffen wollte. Nun saß Pan Franczyszek mit seiner Pelagia schmunzelnd in der Britschka und ließ sich nach Szczukoczyn fahreu, wo er sich aber nicht weiter aufhatten wollle, sondern er gedachte nach einem kräftigen Imbiß zu seinem letzten Wirt. Pan Thaddäus Przybifzewski auf Przygoda, zurückzukehren. Ihm be- gann das Greif- und Verfteckspielen Spaß zu machen. Mochte der kleine Jude ihn jetzt suchen, vor morgen nachmittag hatte er ihn gewiß nicht eingeholt. Eben fuhr Iaschek in einen kleinen Hohl- weg. Da— Psia krew, daß dich sämtliche Teufel holen möchten. heilige Mutter Gottes von Neustadt, Culm, Czenstochau und Löbau, war die Karet«, die da eittgegenkam, nicht die des Meikele Lilien- kränz?»Fahr zu,' schrie Pan Franczyszek zu dem auf dem Bock sitzenden Iaschek, und gab ihm einen Stuk in den Rücken. Iaschek ichnalzt« mit der Zunge und riß an den Zügeln. Er knallte wohl auch mit der langen Peitsche und schlug damit auf seine vier Ziegen- pserdchcn, aber diese schüttetten nur mit den Köpfen und dachten gar nicht daran, bei diesem aufgeweichten Landweg, in dem die Räder beinahe bis zur Achse im Dreck steckten, in Trab zu sollen. Wenden konnte man mit dem Viergespann in diesem engen Hohlweg ebenfalls nicht. Was aber war mit dem kleinen Meikele los? Waren in ihn alle die Rachegeffter der von den Vorfahren des Pan Franczyszek geplünderten Juden gefahren? Stand denn jetzt wirklich die Well aus dem Kopfe? Meikele Lilienkranz hatte nämlich wie ein echter Freibeuter die Straße vollständig abgesperrt, indem er mit seinem Wagen quer über die Straße gefahren war. Nun saß Pan Fronozyszek wie ein« Maus m der Falle und konnte nicht vorwärts, und Panno Pelagia, die erst kürzllch die.Sintslut' und den „kleinen Ritter' von Sienkiewicz gelesen hatte und seitdem jeden Tag ungeduldig darauf wartete, zur Heldin einer ähnlichen Ge- schichte gemacht zu werden, nahm sich schon vor, sich gar nicht lange zu zieren, wenn ein beutewstiger Korsar ihr zu Füßen sinken sollte, denn bei ihrem Vater gefiel es ihr schon lange nicht. Als sie aber sah, daß niemand weiter als Meikele aus dem Wagen kletterte, machte sie ein ärgerliches Gesicht und kümmerte sich um nichts mehr. Wütend entriß Pan Franczyszek seinem Kutscher die Peitsche und lief dem Meikele entgegen.„Panie Hrabia, Pan« Hrabia lcherr Graf), ich Hab eine wichtige Neuigkeit, ich Hab einen guten Käufer für dos Gut Euer Hochtoohlgeboren," rief der kleine Meikele ängstlich, als er den die Peitsche Schwingenden aus sich zueilen sah. >„Wie. was Host du, redest du die Wahrheit, was will er zahlen, wo ist er, wer ist er? Als Pan Franczyszek am folgenden� Morgen, schwer geladen von seiner Britschka kletterte und die Stufen seines väterlichen Stbmmsitzes emporstolperte, wußte er. daß infolge irgendeines geheimnisvollen Umftandes sein Besitztum einen märchenhaften Wert darstellte. Woran das lag, würde er schon noch erfahren, es war nur gut, daß er nicht in der ersten Freude dem Meikele zu- gesagt han». Und mm wurde er genau so von seinen Gläubigern und von Käufern umhätschett und gcschmeichett wie der alte von Pletten. Während aber jener das Geheimnis de« Ursprungs seines Reichtums von seinem Sohn« erfuhr, lud sich Pan Franczyszek zu diesem Zweck««in« Herrengesellschaft seiner Nachbarn ein— jetzt konnte er«S sich schon leisten— und als alles genügend mit Spiritus ver- sorgt war, bekam er es auch heraus. Aber beinahe hätte es chm das Leben gekostet. Nicht etwa wegen einer Alkoholvergiftung, keine Beleidigung bitte, nein, aber vor Lachen wäre Pan Franczyszek fast ums Leben gekommen. Ganz erschrecklich blau war er schon im Gesicht gewesen. Also, das Parlament der Deutschen hatte ein« ungeheure Geldsumme bewilligt zum Ankauf von Gütern in der Ostmark, und dadurch war ein« geradezu wahnwitzige Steigerung der Güterpreise in den beteiligten Provinzen eingetreten, deren Ende noch gar nicht abzusehen war. Ja. ja, gar sonderbare Wege war Frau Fortuna gewandelt, die sich sogar der vom deutschen Volke gewählten Vertreter bediente, um zwei alten Lüderjahnen die Taschen voll Gold zu füllen. Aber sie füllte bei dieser Gelegenheit noch vielen anderen- die Taschen. O, was sind diese Deutschen für ein schnurriges Volk. * In einem Pensionat eines der westlichen Vororte Berlins trafen sie zusammen. Herr von Pleiten senior und junior und Pan Franczyszek von Dupka-Sikorski mit Tochter. Erst knurrten sich die Alten an wie zwei bissige Hunde, die an demselben Knochen genagt haben. Aber noch und nach taute das Eis, da ihr Geschick ja«in gemeinschaftliches war. Pan Franczyszek hatte sein Gut an die deutsche Ansiedlungskommission verkaust, weil diese ihm den höchsten Preis geboten hotte, während Herr von Pleiten dos Pech hatte, das Höchstgebot von einer polnischen Landbank zu erhalten, an die er denn auch verkaufte. Trotzdem also alles ganz natürlich zugegangen war, wurden sie beide sett diesem Verkauf von ihren jeweiligen Standes- und Stammesgenossen geschnitten und als Verräter beschimpft. Ja. der junge von Pleiten mußte sogar seinen Dienst quittieren. Und das alles nur. weil der eine sein Gut den Polen und der andere dos seinig« den Deutschen verkauft hatte, und nicht umgekehrt. Als wenn es auch so nicht auf eins heraus- gekommen wäre. Da bemerkten sie. wie der junge von Pleiten Panna Pelagia verstohlen die Hand streichelle. O, diese schnurrigen Deutschen und Polen. Die Väter hoben die Schnapsgläser und grinsten. Don Pletten hatte lllOOOO M. und Pan Franczyszek SO 000 M. nach Ab.zug aller Schulden ausgezahtt erhallen. Daraus stießen sie an und tranken die Gläser leer. Hoch leb« das neu« Geschlecht, dos sich genau so wie Väter und Großväter dem Vaterlande widmen möge! ?Us Schreiben noch eine Kunst war... Heute gehört das Schreiben zu den allgemeinen Kenntnissen, und die Zahl der Analphabeten nimmt immer mehr ab. Im Mittel- alter aber war das Schreiben eine schwierige, nur von wenigen geübt« Kunst, aus der frettich unvergleichlich herrlich« Werk« ent- standen sind. Die kostbaren, reich verzierten Und ausgemalten Hand- schritten jener Zell sind von einer Schönhett, die der Buchdruck nie erreicht hat. Als die.schwarze Kunst' um die Mitte des 15. Jahr- Hunderts aufkam, da hieven gerade die vornehmsten und gelehrtesten Kreise an der Schreibkunst fest, und niemals sind Handschriften mit köstlicheren Miniaturen geschmückt und eifriger gesammelt worden, als in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts. Der Bücher. freund wollte von den gedruckten Büchern nichts wissen und zog den bandgeschriebenen Prachtband vor. Einer der eistigsten Sammler jener Tage, Jakob Pütrich von Reichertshausen, erklärt ausdrücklich, daß er nur die„alten Bücher'„mit Stehlen, Rauben und dazu mit Leihen, geschenkt, geschrieben, gekauft und auch ge- funden', zusammengebracht habe, daß er aber die neuen für nichts achte. In diese stille Welt der Klöster und Schreibstuben, in der die Schreibkunst ihre höchste Blüte entfallete, führt uns der neueste Band der im Infel-Veclag zu Leipzig erscheinenden Bücherreihe „Deuffche Berga ngenhett'. in dem der Herausgeber. Johanne, Bühler, nach zeitgenössischen Quellen„das deutsche Geistesleben im Mittelatter' darstellt. Das Schriftwesen jener Tage wird uns dabei aus vielen bezeichnenden Aeußerungen lebendig. Wieviel Mühe das Schreiben den Menschen des Mittelollers machte, das zeigt ein Spruch aus dem 10. Jahrhundert:„Wer nicht schreiben kann, hält es für keine Mühe: drei Finger schreiben nur, doch der gqnz« Körper wird müde. Groß ist die Mühe, doch größer noch der himmlische Lohn." Zum Schreiben mußte man um- stündliche Vorbereitungen treffen, Do galt es erst» das Pergament zu glätten- oder das Papier zu schneiden. Dann ging es an das Linieren. Die Gänsefeder, die vorher zurecht- geschnitten werden mußte, in der einen, das Messer in der anderen Hand, macht sich der Schreiber zur Arbett bereit. An seinem Pult befinden sich zwei Tintenhörner, eins für schwarze, das andere für rote Tinte. Ist der Text mit schwarzer Tinte geschrieben, dann werden Ueberschriften und Anfangsbuchstaben mit roter Tinte ein- getragen, für Initialen und Bildschmuck der nötige Raum aus gespart. Braucht der Schreiber eine neue Lage Blätter, so steckt er seine Feder hinters Ohr und falzt sich weitere Bogen. Dann folgt endlich die schwierige Arbeit der Ausmalung, die in früheren Zeiten van dem Schreiber selbst, später von einem besonderen Künstler besorgt wurde, Mancher, der sich der Schreibkunst widmete, wurde wie von einem Rausch ergriffen. Davon erzähtt uns Ottoh von St. Emmeran, der sich dieser Kunst so eifrig hingab, daß„ich fast erblindet«'. Meist waren es Mönche, die sich mit diesem frommen Werk be- schäftigten und viele Legenden erzählen von der Heiligkeit guter Schreiber.. So wird von einem Mönch berichtet, ihm hätten die drei Finger der linken Hand gleich Lampen geleuchtet, als er einst die Lichter vergessen hatte. Bei einem ausgezeichneten Schreiber fand man noch 20 Jahre noch seinem Tode die rechte Hand� wohl- erhalten, die dann als Reliquie oerehrt wurde. Die schön ge- schriebenen Bücher waren der kostbarste Schatz der Klöster, und es wurden strenge Verordnungen erlassen, um diesen Schatz zu hüten. Bei schweren Strafen war es verboten, Bücher zu verleihen oder des Nachts aus der gemeinsamen Bücherstube zu entfernen. Die Prachtbände wurden an schwere Ketten gelegt, damit sie nicht fort- geschleppt werden konnten. Schon damals war der Bücherdieb gefürchtet, und nicht viel weniger der Bücherleiher, der im Zurück- geben damals wie heute faul war. Verwünschungen von Dieben sind in den Handschriften nicht selten. So heißt es z. B.:„Wer das Buch ftchl', desselben See!' müsse sich ertoben hoch an einem Galgen oben." Außer den Mönchen gab es im späteren Mittel- alter auch Lohnschreiber, deren Gewerbe sehr einträglich war. Burkhardt Zink erzählt in seiner Chronik, wie er. nachdem er ein Weib genommen, das Abschreiben um Lohn zu seinem Beruf er- wähll hätte: er gewann damit viel Geld:„Mein Weib und ich saßen zusammen: ich schrieb, und sie spann: wir verdienten oft drei Pfund Pfennig« in einer Woche, doch sind wir oft die ganz« Nacht beiandergesessen.' Von den Mühen und Freuden der Buch- schreibe? künden eindrucksvoll die Vermerk«. Stoßseufzer und Wünsche, die so mancher ans Ende der vollendeten Handschrift gesetzt hat. Do heißt es z. B.:„Hie hat dos Buch ein End. Gott uns seinen göttlichen Segen send." Ein anderer Schreiber läßt sich folgendermaßen vernehmen, indem er noch Dollendung einer Bibel sehr weltliche Wünsche äußert:„O Gott, durch deine Güte beschere uns Kugeln und Hüte, Mäntel und Röcke, Geißen und Böcke, viel Frauen und wenig Kinder.' Ein anderer klagt:„Ach, ich armer Gesell! Der Lohn ist all vertan: um Wein ist er ge- geben, der drückt mir schwer aus meiner Leber. O Jesu», Maria, hilf!'_ Znseklen, die In Petroleum leben. Diese eigenartige Geschmacks- richtung hat man neuerdings bei den Larven einer kleinen schwarzen Flieg«, der sogenannten Petroleumsliege. beobachtet, die sich oewöhn- lich in der Nähe größerer Erdölvorräte aushält, und wahrscheinlich ihre Eier an Stellen ablegt, von dmcn aus die Larven leicht in das Petroleum gelangen können Die Larven dieser Fliegen verbringen die ganze Zeit ihres Larvenstadiums im Petroleum, wo sie sich von verschiedenen Fremdkörpern, die in der Flüssigkeit enthalten sind. nähren. Die Atmung der wunnförniigen Larven» erfolgt durch Lustlöcher, die sie von Zeil zu Zeit über die Oberfläche herausstrxcken. Die Larven der Petroleunifliege sind dem Leben im Petroleum so angepaßt, daß sie, wenn man sie herausnimmt, schon nach wenigen Stunden zugrundegchen. Erst wenn sie sich verpuppen, verlasse» sie die Flüssigkeit, entfernen sich ober auch als Fliegen nicht well vom Petroleumfaß, da st«, wie erwähnt, hier auch chre Eier ablagen. einfcntumgea für diese Rubrik fiud B-rli» SW 68, Liodeuitraß« 3, parteknachrschten für Groß-Serlkn stet» m da» Bezlri-setr-t-rtat. l. Hos, 3 Step, rechts, ,u richte». 6.«reis«r-uzlera. Nbtellu»s»sbl«»te der sezialdemetratischea Elt-rabeiröte: Heute, Mittwoch, 16. Februar, S Uhr, iui Lokal Bieler, Dieffeubachftr. 76, wichtige EiKung. Die Anwesenheit parteigenössischer Lehrer sowte der Echuloblevte ist erwünscht. 7. Arel» Thorlottenburg. Heute, Mittwoch, 16. Februar, 8 Uhr. findet bei Bohne, Schloßstr. 4ö, eine wichtig« Besprechung der SPD..Sportgenossen statt. Mitgliedsbuch der Partei legitimiert. 13. Kreis Tempelhos, Marieudors, Marienfelde, Lichte»rab«. Donnerstag, 17. Februar, s Uhr. im itonunisNonssitzungStimmer Tempelhof, Dorfstr. 42, Situno der Bezirksverordneten mit den Bürgerdeputierten. Vortrag: ,, Wohlfahrtspflege." Referentin Marie Iuchacj, M. d. R. Alle in der Ärbeiterwohlfahrt tätigen Genossinnen und Genossen werden gebeten, zu sich dem Ausschuß Eibung ebcnfolls zu crschernen. ....... zur Verfügung stellen wollen, werden gebeten, zu der 17.«reis Lichtenberg. Arbeiterwohlfahrt! Donnerstag, 17. Februar, 7 Uhr, im Rathaus, Möllendorfsti. 6, 4. Kursusadend:»Die Leistungen der Sffent. liehen Wohlfahrtspflege." Referentin Dr. Kellinger.— Donnerstag, 17. Fe. bruar, 8 Uhr, in der Bibliothek. Weichselstr. 28, Kursus:»Kunst und �.st,' bruar, 8 Uhr, in der Technik des Sprechens.*(2. Abend). Kursus: LeUer Leo Mcnter. Bezirksarbeitsgemeiaschaft sozialdemokratischer Beamtea und Lehrer. Rahmen programmatischer Bortrilge spricht am Freitag, 18. Februar, hr, im Jugendheim Lindeustr. 3, Hauptmann a. D. Genosse Siering vor der Bezirfsarbeitzaemeinschaft sozialdemokratischer Beamte» und Lehrer über»Die künftige Gestaltung des Bcamtenrechts*. Anschließend —" Tan. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft müssen nollzShI'' cn. Die Mitglieder der Werbeauoschllss« sind eingeladen. Heule. Mittwoch. IS. Februar: Ko»!»nnale Kommlsfiaa: 714 Uhr bei_®chnjatj. Blanken feldestr. 4. Abt. Dr�riß Schloß Reuwahl de- Obmannes.. 34. Abt. 714 Uhr bei Ti-dtk«, Litauer Str. 3. Vorstandssißltag. Srscheinea ist unbedingt erforderlich. Wichtige Tagesordnung. »Sozialistische Grundsätze i»' der Wohlfahrtspflege.* Ref-rent � des Ob «.«dt. 714 Mi1g«�lung� kratie.* Referent Hanns geladen. 34. Abt. Sharlottenbnrg. Sämtlich« Genossen werden ersucht, Adressen von Eltern, ke letzt ihre Kinder einschulen, bis Sonnabend beun Vorsitzenden, Guerickestr. 41, abzugeben. 82. Abt. Steglitz. Pür.ltlich 8 Uhr bei Schellhase, Ahornüraße, Mitglieder. Versammlung. Referent Genosse Dr. Fahl«. 166. Abt. Rudow. 8 Uhr im Lokal Krüger Mitgliederoersammlung. Sämtlich« Mitglieder müssen erscheine». Gäste sind eingeladen. 133. Abt. Tegel, Seiligensee, Reu-Seiligensee. Siedlung»« Bahnhof Keiligen. sce. Schulzendors. 8 Uhr im Restaurant Kuhnert Mitgliederoersammlung. Bortrag:„Kommunale Angelegenheiten. Referent Bezirksverordneter Fr. Haupt. Lerschiedenes. Gäste sind herzlichst eingeladen. Morgen. Doauerslag, 17. Februar: 38. Abt. straße, Gruppenversammlung. Bortrag 8 Uhr bei Matschke, Surfllrstensir. III, Eck« Luther. ung. Bortrag:»Was haben die Hand, und Kopf. arbeiter von der Besitzbürgerblock-Regierung zu erwarten?* Referent Lud- wig Steinberg. Gäste erwünscht. 84. Abt. Lankwitz. Besichtigung de« Konsumwarenhaus«» in Gharlottenburg. Rosinenstr. 4. Treffpunkt nachmittag» Z Uhr Bahnhof Steglitz. Um rege Beteiligung wird'' Neukölln.»1. Borstandssitzuna. ng sämtlicher Funktionäre. gung wird gebeten. «l. Abt. 714 Uhr bei Stahmann. Münchener. Eck« ndssitzung.— 83. Abt. 8 Uhr bei Gußmann, Steiametzst, .. 8 Uhr bei Sußmann, Steinmetzstr. 78, wichtige Sitzung sämtlicher Funktionäre. Jeder Bezirk muß vertreten sein. Aus. gabe�der neuen Funktionarkarten.— Achtung! Der Vorstand tagt bereits ab 714 Uhr cbend Frauenveraafkaltmigea: 24. Abt. Heut«, Mittwoch, 16. Februar, 714 Uhr, bei Binz«, Win»., Ecke briftburger Straße, Bortrag:»Typen au, der Türkei.* Referenttn Erna Ä Abt. 9 29. Abt. Achtung, Genossinnen! Konsumwarenhauses iu lich nachmittags 2 Uhr teiligung erwünscht. Iungsozlalistc». Genosse Engelbert Graf spricht am Sonnabend, 19. Februar, 714 Uhr, in der Aula de« Friedrich-Realgymnasium», Mittenwalder Skr. 34—37 sUntergrund bahnhos Gneifenaustraße). Alle Gruppen beteiligen sich daran. Gäste find willkommen. Sterbetafel üer Groß»öerliner pacteieGrganisatioa � mittags 8 Uhr, auf dem Deteillgung wird gebeten. kvetkerberschf der öffenlllche» Wetterdienststelle für verllo»ad Umgegend (Nachdr. verb.). Forldauer des trüben, nebligen Deiters. Temperaturen meist unter Null.— Für Deutschland: Keine wesentliche Aenderung des herrschenden Detters: die Frostgrenze dringt nur langsam nach Osten vor. MMAw® al ffcmiKia �ITINÖ� Sa Haustrinkkuren bei Gicht. Bheumatismus, Zucker-, Nieren-, Blasen-, Hernie. den(Harnsäure). Arterlen- verkall(unz.Prauen elaen.flasenielden narr. U 0 betröge den Sooearrt. K>bS1>Iied in zllnerolveeeerneodlongen, Apotheken and Drogerien oowie in Berlin bei der Vemnd-t.derSiutsqaell. Facbingon and Nlederselter», Berlin 8W. 11, BchOneberg. Sir. 16a. Lütiow 8280. Brnn' eaaehrltten dnroh des Fachlnaar Zentralbare, Berlii «. 66. WUhe mstraue SS. i Aienkuscl zum Kurse von 165°/» bezogen COMMERZ- UND PRIVAT-BANK AKTIENGESELLSCHAFT In der außerordentlichen Generalversammlung unserer AMonSre vom 8. Februar 1927 ist die Erhöbung des Grundkapitals unserer Gesellschaft von nom. RM 42 000 000.— auf nom. RM. 60 000 000.— beschlossen worden und zwar durch Ausgabe von 30 000 Stück neuen Aktien im Nennwert von je nom- RM. 100.— und 15 000 Stück neuen Aktien im Kennwert von je nom. BM. 1000.—. Sämtliche Aktien lauten auf den Inhaber und sind vom 1. Januar 1927 ab dividendonberechtigt. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen worden. Von den neuen Aktien sind nom. KM. 10 500 000.— seitens eines Konsortiums mit der Verpflichtung übernommen worden, den Aktionären unserer Gesellschaft ein Angebot zu machen derart, daß auf alte Aktien im Nominalbeträge von je BM. 400.— neue Aktien im Nominaibetrag von je EM. 100.— werden können. Nachdem die Kapitalserhöhtmg in da» Handelsregister eingetragen worden ist, fordern wir hierdurch unsere Aktionäre auf, das Bezugsrecht unter nachstehenden Bedingungen auszuüben: 1. Die Anmeldung zur Ausübung des Bezugsrechte» hat bei Vermeidung des Ausschlusses bis zum 10. Min 1927 einschliefiUcb bei unseren Niederlassungen in Hamburg, Berlin undMagdebnrg, sowie bei unseren aämtllehen Filialen und Zweigstellen, in Frankfurt a. M. bei unserer Filiale und den Herren i Drejrfus 4 Co., in Käln bei unserer Filiale und dem Bankbause J. H. Stein, in Ameterdui bei der N. V. Huge Kaufmann d Co'e Bank, zu erfolgen und zwar provisionsfrei, sofern die alten Aktien nach der Nommemfolge geordnet ohne Dividondenscheinbogen mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, wofür Formulare bei den genannten Stellen erhältlich sind, während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstnnden eingereicht werden. Soweit die Ausübung des Bezugsrechts im Wege der Korrespondenz erfolgt, werden die Bezugsstellen die übliche ßezugsprovision in Anrechnung bringen. Die alten Aktien werden abgestempelt zurückgegeben. 2. Der Bezugspreis von 165°/, zuzüglich Börsenumsatzsteuer ist bei der Anmeldung in bar zu entrichten. Die Bezugsstellen sind bereit, die Verwertung oder den Zukauf von Bezugsrechten zu vermitteln und sich evtL ergebende Spitzen zu regulieren. der neuen Aktiennxkunden erfolgt nach KNABINWOCHC versch. Muster 7.50. 5.10 Nertolk-Änzüse Sportanzüge l:.fcpKÄ and. Stoffen.. 16.50, 1Z 50» 11.50 Matrosenanzöge"»sSÄ vielen Qualiilten.. 12.—, 9.5U, 7.50 Matrosenanzflge S'eÄd Kamms».,(eilw. m. Ober irr., Preis nach Qual, u Art 20... 18-, 1&50,518 yQifitSaJJJ11 Zdßt idel der große deutsche Weinbrand ebenbürtig französischem Cogmc DeutsdurHIaMer-IeM MM- unö MoeröreOet sowie Sreheriaaell! Sonnabend, den IS. Jebenat. abends 6 Ahr. in unserer SnllucableUnng. Cinlen|fc.lSZ(gegenüber Derbandshaus: Filmvorführungen Zahlreicher Besuch wird erwartet. _ Cle OctnoecepnHnng. 3 h habe in einer am 13. März 1926 w T h o ß f e l I stattgefundenen öffentlichen Boitsversammlung nillndlich und später in Schrütsätzen Behauptungen ausgestellt und verbreitet, die geeignet waren, die Ehre de« Herrn Staatsministers a D und Reichs- tagsabgeordneiea Kn>-1 SeveHag schwer zu verletzen Ich illhle mich verpflichtet. die Ertlarung abzugeben, daß diese mir zugetragenen Behauptungen durch die Be- weisauinahme nicht im gerlnosten be- stätigl worden find Ich nehme diese Be- hauptungen ausdrücklich zurück, bedauere sie verbrettet zu haben und bitte Herrn Minister Severlng um Entschuldigung. Rlltmelster a 0. KI6tzer-Tnossfell Spezialität: B-uchanzüge. spottbillig! Salvern. Rosenthalerstr. 4. erste Etage. WciFISTCHflfl»S0C:KWUBL7| Etwas ganz Besonderes! rlsdiiasä ■ Hüft., iotl osi Bein, aus Intl. fnijnUH. Ig IS Tigeo d:d Mfcwn Rill banlfljt vtudn. Utacöslbjn Heil»'»:«. Intiiigim ued Biftneug. äretl. empfohlen. ovaliiKHtuBä 1 6. 9-11, 1-4.;««!(« 16-12. JjttSy Verkäufe Beachtenswert! Deutsches T-ppichhau- 7mU Sef/vr« seit 1882 nur Oranien ürasie 138.«einerlei Beziehungen zur ittrma gleichen Namen» Potsdamer- straße» , Düzkopp-Nähmaschtnen ohne Anzah- Um« 3 Mark Wochenraie. Wwsik, Brunnenstraß« 183. zwischen Rosen- ch-lerplatz und Iup-Iidenstraß«. Nor- den IIS.» röfl. Knaben, 12 aus versch. . SloB., Qr.7-9.. 19.50, 18— Sportanzüge geschmackv. vci axb 33-,30., 27�, 24- Duianlrs aus blauem Mdt. Chev mit ■ yjaliflo AI meUtick. Preis n QuaLu. Art fflr6j«hr.Knab.l5..,13JS0.iZ-,l0.. Knabenulstd�T�viÄ Knabeniodsnmäntel s!x loden, 6 jähr ig.... IS.—, IS.— Nnsbenlolienpeierinen L MS I kill3-g6llfig3-»«züg6Ü7 N.- 5.°° I.« 3.z Knaben-Bummimäntel in«gener Fabrik aus guten Stoffen verar batet......... von Knaben-Windjacken � Stoffen, OiöBe 7 u- 8....... Knaben Leibchenhosen aus Manch. 2.75, ans gezw. Homespun v. 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Februar 1927, nachmittags Llnf lebe gezogene SZnwmer find zwei gleich Hobe we» Winne gefallen, und«vor te einer ans die Löf» gleicher Mnuewer k» be« beide» Llbtellnngen 1 und 9 6i wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 3 Sctolnnc z» je 6000 Mk. 4408 ----> se i 125593 136014 « Gewinn- zn je 3000 MI. öbSSl 1S311S 272444 325514 1« Gewinne zu I- 2000»tt. 4Z001 46603 79409 124764 128629 147863 186134 220626 18 Sewlnn. ,u je 1000 Mk. 13643 46893 79139 113617 181620 244930 303044 316376 64 Gewinn- zu je 500 Mt. 10948 22866 46040 S2313 73803 89756 93837 109826 120286 136828 144929 166721 164220 163694 176144 131104 185376 210267 236104 238666 241337 261685 287302 290385 306453 312626 317296 330666 331380 333822 339634 168«rt»l»n« 1« 1« 300»f. 6439 6604 8609 22438 27191 32649 36388 41231 42441 46109 62707 67616 61058 62960 69463 70991 72937 74461 77660 80712 83540 92337 109341 115549 117270 —- 1 29«»»rtr»«»"*-—---------- 119188 157398 206810 238842 286194 315823 334781 119867 163709 218821 244067 298270 316879 341391 121114 167931 221287 245092 298447 317130 342397 9412 130886 170277 172774 230187 230249 261470 261146 303608 303955 317567 319822 146823 180705 230950 263162 306504 324147 343067 345838 346608 160383 188385 232917 234532 306590 326983 154973 192690 233220 296407 310030 332473 Rene Anricktekücheu mit Linoleum .1.— Robmenküchcn 6f.—. weiße An. kleibtschränke mit Focetiesviegel 65. 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