ffr. IS ♦ 44 �tchrg. Ausgabe A Nr. 44 Bezugspreis. WÜlbentlich 70 Ptennte.»wnailiH Siei-tismarj voraus«adlvar. Unter itreuHdand kür DeulIchUm», Dai�ia. Saar- und Memelaediet. Veite i reich Litauen Lureaidur« 4L0 Reichsmali, für da« lldrra» Ausland S.so Reichsmari VIS Monat. Der.Bonvirts' mit der illustrierten Sonntagsbeilaz«»Boll und Zeit� lowie den Beilaaen.Unterboliung uns Wissen�.Aus der-silmwelt". .Kraucxftimme'.Der Kinder. ireund".Iuaend-Borwiirts� und .Blick in die Bllcherwelt' erscheint «ochenläalich tweimai. Sonntags und Montag» einmal. Telearonnn-Adrekle: �Sozioldmuatrot verlin- Sonntagsansgabe Derlinev VollrsblÄtt pksnniJ) Anzetgenpretje: Di«»tnlvalttae Rdr.varellle. Itilt 80 Bfcnnio. Reklamcieile dr- Reichsmari..Klein« An, eigen' da» kettaedruckte Wort 2S Bienni» fjuläffia ,wei iettaedruckie Wort«), jedes weitere Wort lZ Biennia. SleOenaeillch» da, erst» Wort U Biennia jedes weitere Dort 1» Biennia. Worte über Ib Buch. (laben»äfilcn für ,wci Worte. 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Homer, Goethe, Shakespeare, Julius Cäsar und schließlich Jesus Christus waren die Persönlichkeiten, denen seine letzten Studien galten. Noch einmal wandte der große Ge- lehrte die Erfahrungen der Forschung an. die er im Laufe der Jahr- zehnte gesammelt hatte. Die Aufnahmefähigkeit seiner Nerven und seines Geistes war noch nicht gemindert. So isolierte er nicht etwa die genialen Dichter, indem er nur die Geschichte ihres Werkes schrieb, nein, die ganze Kullurgeschichte und alles, was in sie ein- begriffen ist. Anekdoten, Klatsch, Liebe und Liebelei, sogar Zoten interessierten ihn. Alles sammelte er und ordnete er. Unauslöschlich bleibt dem Verfasser dieses Nachrufes die Crschülle- ning im Gedächtnis, die er empsand, als er vor wenigen Iahren dem greisen Georg Brandes bei Freunden begegnete. Man sah heiter und wohlgemut beisammen und leerte manches Glas auf den hoch- willkommenen Gast. Zur Rechten und zur Linken des alten Mannes saßen schöne, hochbegoöte Künstlerinnen, die sich bemühten, ihn zu erheitern. Denn die Melancholie hatte Brandes plötzlich angefallen. Er wurde einsilbig, er war auch keiner Schmeichelei mehr zugänglich, wie er sie sonst lächelnd und welterfohrei, zu ertragen gelenit hotte. Den Kopf mit dem abgemagerten, vielfach durchfurchten Gesicht, mit dem kantigen Kinn, nnt der geblähten, sehr sinnlichen Nase, und mit der zerzausten weißen Löwenmähne senkte er aus die zer- tniiierte Hemdbrust. Da kam die Hausfrau auf den Gedanken, den Mann, der sich plötzlich verdüstert hatte, etwas zu erlustigen. Es wurde in seinem Stechkissen der Säugling der Gastgeberin heran- getragen, ein wohlgenährtes, schlafendes, rosiges Kindlein, das sich durch keinen Trubel in seinem Frieden stören ließ. Brandes wurde gebeten, durch ein Streicheln das Kind zu segnen. Der Grci» weigerte«». Und sein Gesicht wurde sehr böse. Er wandte sich offenbar verbittert und erzürnt ab und murniclt«:„Noch ein Men» schenkind, noch eines, das leben muß!" kunftkritifches Intermezzo. Die; kleine Erlebnis sollte mau nicht überflüssig kommentieren. Es spricht für sich selbst. Zeit: die ersten Nachmittagsstunden. Ort: Nationalgalerie. In den Räumen des zweiten Stockwerks vandaliert ein bärtiger Oberlehrer mit einer Truppe Reichswchrsoldaten im Territorium der Kunst. Dieser Mann stellt freiwillig den Urtyp für olle Witzblattporträtisten. Selbst ein Museumsstück, scheint er«in« noch komplette Rarität aus der interessanten Abteilung: Gesellschasts- Historie. Der Bart ist von Adolf Bartels. Die geblümte« Röllcheo. Die Reaktion am Reichsgericht. Selbst de« Bürgerblöcklcrn wird fic z« stark. Das Reichsgericht fällt seit Jahren gegen Kommu- nisten Urteile, die den Zorn und die Empörung aller freidenkenden und freiheitsliebenden Kreise wachrufen._ In der sozialdemokratischen Presse ist seit langem immer Wieder auf die Unmöglichkeit dieser Art von„Rechtsprechung" hin- gewiesen worden, die in ihrer Wirkung auf ein Willkür- r e g i m e n t hinausläuft. Alle Kritik aber wurde vom Reichs- justizministerium iinmer wieder als unbegründete„Ver- hetzung" bezeichnet und das Reichsgericht spricht sein„Recht" ruhig weiter. Jetzt aber hat das Urteil gegen Buchdrucker, Schriftsetzer und Boten, die an der Herausgabe von „hochverräterischen" Schriften beteiligt sein sollten, sogar den Widerspruch der sonst doch gewiß richterttreuen„Täglichen Rundschau hervorgerufen. Diese Zeitung höhnt darüber, daß die Republik durch ihre Reichsrichter reaktionärer sei alsdasKaiferreich. Dann fährt sie fort: Der Fall ist außerordentlich bedauerlich. Was der höchste Gerichtshof des Deutschen Reiches von dem Druckereipersonal durch die Aufbürdung einer strafrechtlichen Berantwortung fordert, zeugt erstens von einer kaum verständlichen Unkennkois der bestehen- den Illöglichkelien. Die Art des technischen Betriebes macht es dem Seher und nun gar erst dem Maschinenpersonal ganz unmöglich, sich von dem Inhalt der von ihm zu bearbeitende« Stücke so zu überzeugen, daß er dafür verantwortlich gemacht werden» kann. Zweitens ist es ein geradezu unerhörtes verlangen, dem Druckerei- personal eine Art von Zensurbefugnis zu übertragen, die sowohl dem Verfasser einer zu druckenden Schrift Unerträgliches zu- mutet, als auch geeignet ist, die Anstellungsverhältnisse und den ganzen Betrieb einer Druckerei lahmzulagen. Sollte der Grundsatz, der jetzt in der Entscheidung des Prozesses Bosista und Lisebe zum Ausdruck gebracht worden ist, festgehalten werden, dann muß unbedingt die Gesetzgebung ein- greisen und dergleichen für die Zukunft verhindern. Die Verant- Wartung für die Herstellung einer Druckschrist muß soweit einge- schränkt werden, wie es sich aus den wirklichen Verhältnissen ergibt, so daß für strafbare Druckwerke nur diejenigen hasten, die mit Recht als daran beteiligt angesehen werden können. Das ist alles go-ng richtig und vollkommen zu unter- schreiben. Rur hat es sehr lange gedauert, bis den Herren. die Stressmann an die Hand gehen, die Gefahr erkannt haben. Wir hoffen, daß die Gesetzgebung bald eingreift, um den unerträglichen Urteilen des Reichsgerichts, dem sich die übrigen Gerichte anzupassen pflegen, ein Ende zu machen. Vorläufig sieht es nicht danach aus, als ob eine Aenderung eintreten sollte. Denn«s wird angekündigt, daß schon am 22. Februar wieder ein solcher Hochoerratsprozeß zur Verhandlung kommt. Diesmal richtet er sich gegen den Pro- kuristen'des Verlages der Kommunistischen Jugend- internationale, der verurteilt werden soll, weil sein Verlag Bücher herausgegeben hat, die dem sonst so kurzsichtigen Ober» reichsanwalt nicht gefallen. Wann wird mit den vormärzlichen Methoden Schluß gemacht?_ Zum deutschen Mitglied der Völkerbundskommission für Verkehrs- und Transiifragen ist der Gesandte Dr. Se et ig er offiziell ernannt worden. Die deutsche Liga für Völkerbund, die nach dem Zusammenbruch von völkerbundefreundlichen Kreisen gegründet wurde, hat weg.-n der geänderten Einstellung der deutschen Parteien zum Völkerbünde beschlossen, ihren Vorstand und ihr Präsidium umzubilden und durch die Hereinnahme von Vertretern all der Pyrteien zu ergänzen, du in Deutschland heute Völkerbundspolitik treiben. Zum Fall Frieders. Der vormalige Oberstaatsanwalt Dr. Frieders hat von der Oberstaatsanwaltschaft Weimar eine Ladung zum Antritt seiner Straf« für den 21. Februar 1927 erhalten. Ein Hostbcsehl könnt« an Frieders nicht ergehen, da er sich in einen: Sanatorium im Auslande aufhalten soll. Q——, i 1__.Jg Reimann-Modell, von einem sächsischen Privatheldentenor und da» Weltbild frischweg von Walther von der Vogelweide. So singt er seinem freundlich grinsenden Auditorium kunstkritische Arien im Jugendstil. Zurzeit ist man gerade bei Schwind.„Sehen S'e, meine Herren," trompetet das Museumsstück,„diese edlen deutschen Linien. Das ist doch Kunst! dos war schon ein Künstler, nicht einer von diesen modernen Fatzken.— Den einmaligen Menschen schuf er." Und, mit einer plötzlichen, heimtückischen Be«>«gung an einen aus der Herde, ein blutjunges Vürschchen in Uniform, das teilnahms- los in die Ecken stierte:„Auch Sie, mein Herr, sind einmalig." „Wie bitte--. was--, ja natürlich, selbstverständlich." Nie habe ich ein rührend dooferes, ein hilfloseres Gesicht gesehen als in diesem erhabenen Augenblick. Der„Einmalige" war glutrot und sah zum Anbeißen dämlich aus. Und weiter schwamm der dozierende Mann aus dem vorigen Jahrhundert: „Meine Herren, dieser edle Schvmng...! Sehen Sie nicht mir das Leiblich«, sehen Sie auch das Geistige... Ha, das ist nicht die verdammte neumodische Murtserei. Das ist Arbeit..„ Arbeit." „Selbstvorftändlich, sehr richtig, sa natürlich." Den armen Jungen war, als ob man ihnen die Krisgsartikel verlas.„Das war die Zeit, wo ein Eichendorss seine Lieder sang und ein Mann wie Schicken-- Sie kennen Schubert?!" „Selbstverständlich, jawohl, aber natürlich, wie bitte?" ..... Wo ein Mann wie Schubert auf dem Waldesboden lag und dem Murmeln der Quellen lauschte." Sprach? und entsegelte— die Treppe hinunter, und zwanzig Soldaten trottete« im Gänse- marsch hinterdrein. „Wissen Sic, meine Herren, es gibt eine Einheit,«in erhabenes Bündnis von heldischer Kunst und praktischer Heldenhaftigkeit..„ der Weltkrieg.,." „Jawohl, aber selbstverständlich, na natürlich..." Leise flirrten die Seitengewehre..._ K u ka. „Da» Liebesgeseh" im kleinen Theater. Zwei wohlgepflegle und liebenswürdige Herren mit Namen Gellner und Halton ergötzten ihre Benvandtschast und Freundschaft, indem sie das Kleine Theater inieteten und dort ihr als Komödie ausgege- bencs, aber durchaus als Tragödie wirkendes Drama„Da» L i«,b es g e se tz" aufführen ließen. Da» Drama soll nach dem Wunsche der glücklichen Dichter im allen Sparta spielen, es wurde aber durch den besonderen Geist und poetischen Dialekt w da» moderne Spandau verlegt. Dieser Gegensatz zwischen dem Gewollten und Gelungenen erregte bei einem Teil des Parketts Heiterkeit, bei dem anderen Mißbehagen. Es fiel sogar aus dem Parkett das Wort „Flegelei". Dieses Wort ist sicher ein wenig übertrieben, das Wort „Mumpitz" hätte genügt. Die Verwandtschast und Freundschaft dankte den glücklichen Dichtern für den vergnüglichen Abend mit vielem Beifall. Die Schauspieler, Herr Ferdinand Bonn, Lotte Stein hoff, Martin Kettner, Werner Bern- hardi, Erich Möller und Josef Peterhans, werden hoffentlich so gut bezahll, daß sie ohne Gewissensbisse das Opfer ertragen, da» sie de« hoffnungsvollen Dichtern jetzt allabendllch bringe» sollen. JJL H Mgrarierpolitit Die Deutschnationalen enthüllen ihre auf Kosten Das wirtschaftspolmsche Programm der Reichsregierung ist bekannt. Graf Westarp, der Führer der größten Partei der Rechtskoalition, hat es aber für richtig gehalten, in der„Kreuz- zeitung" zu sagen, wie er dieses Programm auffaßt. Die deutsche Oefsentlichkeit muß dem Herrn Grafen dafür dankbar sein, daß er dos getan hat. Programme sind Worte, solange dir entscheidenden Mächte, die hinter ihnen stehen, nicht gesogt haben, was sie dar- unter v e r st e h e n. Durch alle demagogische Einkleidung hindurch. in der der deutschnationale Graf ein altbekannter Meister ist, läßt er deutlich erkennen, was er will. Graf Westarp macht die deutsche Oefsentlichkeit darauf auf- merksam. daß ihr noch nicht deutlich genug bewußt geworden ist, daß die Deutschnationalen auch zu dem Zweck in die Regierungskoalition eingetreten sind, um an der Wirt» schafts- und Finanzpolitik mitzuwirken und hierfür die starken, in und hinter ihrer Partei stehenden Kräfte einzusetzen. Er stellt ausdrücklich fest, daß das koalikionspragramm dem Grund- gednnken entspreche, die das am 15. Februar 1926 veröffentlichte Wirtschaftsprogramm der Deutschnationalen enthalte. Eines Pro- gramms also aus einer Zeit, in welcher die Deutschnationalen noch in schärfster Opposition zu mehreren Regierungsparteien von heute standen. Sofort läßt Westarp auch erkennen, daß er dieses Programm in der Richtung des schärfsten Klassenkampfes und der autoritären Vorkriegspolitik der Konservativen auffaßt. Wie er„die offene Wunde der Erwerbslosigkeit" von innen heraus..heilen" will, steht im schärfsten Widerspruch selbst mit der Auffassung eines großen Teiles der Industrie. Er macht ganz klar, daß nur durch eine nachdrückliche Steigerung der Gewinne der Industrie, insbesondere aber der Erträge der Landwirtschaft, die wirtschaftspolitische Ausgabe des neuen Kabinetts gelöst werde» kann. Der Gedanke der Linksparteien und gewisser Teile der Industrie(!),.ihre Konkurrenz- fähigkeit dadurch zu erhöhen, daß Lebenshaltung und Löhne der deutschen Arbeiterschaft durch Preisgabe der deutschen Landwirtschast billig gehalten werden", wird als kurz- sichtig scharf abgelehnt. Verliere das deutsch« Volk die Mög- lichkeit, von seiner eigenen Landwirtschast ernährt zu werden, dann werde die„vertrustete Getreidewirtschast der Welt" in der Lage sein, dem deutschen Arbeiter Lebensmittelpreise in beliebiger Höhe abzunehmen. Das wagt Graf W e st a r p in einem Augenblick zu sagen, wo der Schuh der deutschen Landwirlschoft einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht hat, wo die Roggenpreise heute und in der Zu- tunft das Brot der breiten Masten in unerhörter Weise verteuern, wo es gerade die monopolistische Politik der Getreidehandelegesell- schaft ist, die die Getreidepreise mit Gewalt in die Höh« treibt. In einem Augenblick, wo uns Zuschriften beweisen, daß es der Land- Wirtschaft noch nie so gut gegangen ist, wie jetzt, fordert Graf Westarp die Einstellung ddr deutschen Wivtschafts- Politik auf den Gesichtspunkt, die Rentabilität der Landwirtschaft mit allen Machtmitteln des Staates zu steigern. Fast wichtiger aber noch ist ine demagogische Einklei. d u n g, mit der hinter einer Wand von scheinbar Volkswirtschaft- lichen Argumenten die übrigen Koalitionsparteien für dos ein- seidig agrarische und im l)öchst«n Maße reaktionäre Wirt- schostsprogramm der Deutschnationalen eingespannt werden sollen. Dem Scharfmacherflügel der Schwerindustrie Rechnung tragend. aber im schräfsten Gegensatz zu den Fertig- und Konsumindustrien im Hürgerblock. Absichten.— Alles für die Agrarier des Volkes! will Westarp der Oefsentlichkeit plausibel machen, daß die Steigerung der landwirtschaftlicheü Rentabilität, d. h. die Steigerung der Kauf- kraft, der Landwirtschaft das einzige Mittel zur Lösung der Wirtschafts- und Soziattrise sei. In Wirklichkeit nutzt die Politik der intensiven Kapitalbildung, die hier oktroyiert werden soll, nur der Grundrente der Großagrarier und den sozialreaktionären Bestrebungen der Schwerindustrie. Der Bauer und die Fertigindustrie gehen dabei vor die Hunde. Das Problem des Wohnungsbaues und der Siedlung soll unter den Auspizien des Grohagrariertums gelöst und der Stärkung der poli- tischen Macht dienstbar gemacht werden. Unter dem scheinsozialen Mäntelchcn der Förderung der Landarbeiterstedlungen und der Der- Hinderung des Zustromes vom Land in die©tadt wird«ine»gesund« Bevölkerungspolitik" des echten, alten autoritären Schlages ange- strebt, die die Landarbeiter unter Aufrechterhaltung der städtische» Wohnungsnot praktisch an die Scholle festeln und die Grundlage schaffen soll, um das sozialreottionäre Programm der Großagrarier auch gegenüber den Landarbeitern durchzuführen. Den deutschen Landarbeitern, die heute noch unter unerträg- lichen und katastrophalen Verhältniflen sich mit Stundenlöhnen von 3S und 40 Pf. für Verheiratete durchschleppen müssen, sollen die wenigen sozialen Errungenschaften der letzten Jahre genommen werden. Nicht umsonst hat ein zweiter deutschnationaler Mimster, Herr Schiele, in Königsberg hinter schwungvollen Worten ejne „Sozialpolitik des Eigentums und der Familie" auf dem Land« gefordert. Es fei eine unerläßliche Aufgab« der deutschnationalen Minister, daran mitzuarbeiten, daß die Landwirt- schaft vor„unsinnigen, nur um der Agitation willen aufgestellten und von unzweckmäßigen, den ländlichen Verhältnissen nicht angepaßten sozialen Forderungen" geschützt werde. S o Graf Westarp über die Sozialpolitik der kommenden Regierung. Er hat ferner Klarheit darüber geschaffen, was für die zukünftige deutsche Handelspolitik zu erwarten ist. Eine Einigung mit Polen, ein zweckentsprechender Vertrag mit Frank» reich ist ausgeschlossen, wenn nach der Westarpschen Zielsetzung für die deutsche Zahlungsbilanz die drei Milliarden für die Ein» fuhr von Lebensmitteln„gespart" werden sollest und durch eine künstlich übersteigerte Rentabilität der Landwirtschaft die Kauffähig- keit der breiten Massen in Deutschland mehr und mehr erdrosselt wird. Die Oefsentlichkeit hat allen Anlaß, über dieser brutalen und gleichzeitig unendlich verlogenen Klaffenkampfpolttik der Deutsch» nationalen mit größter Aufmerksamkeit zu wachen. Richte macht das deutlicher als die letzte gemeinsame Kundgebung der landwirt- schaftlichen Spitzenoerbände, des Reichsverbandes der deutschen I n» d u st r i e und des Deutschen Industrie, und Handelstage zur Frage der ländlichen Siedlung. Hier kehren alle Argumente wieder, die Westarp für seine Wirtschaftspolitik aufgestellt hat, und die sozial bedeutsam« Frage der Siedlung erscheint als reines und nacktes Geschäft. Schon in der ersten der von diesen Spitzen- verbänden aufgestellten Forderungen, die als Bedingung für das Gelingen der Siedlung die Steigerung der Rentabilität der Landwirtschaft aufstellt. Es Ist tief bedauerlich und das erste deutliche Zeichen der bereits gestifteten Verwirrung, daß auch der Reichsverband landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe unh sogar öffentliche Verbände sich dieser einseitigen Interessentenkundgebung im Dienst reaktionärer Endab» sichten angeschlossen haben! Der Reichswehretat. Tozialdeurokratischc Angriffe im Reichstag. Herr Gcfzler schweigt sich aus. In der Sonnobendsitzung des Aueschusies für den Reichshaushalt kamen noch mehrere sozialdemokratische Redner in der allgemeinen Aussprache über den Wehretat zum Wort. Genosse Künstler wies zunächst den Angriff des Abg. Brüninghaus auf den Genossen Löbe zurück und kritisierte sodann das Verhalten der Kreisosfi- zier«. Di« Offiziere der Reichswehr müßten weit mehr als bisher im Geiste der Republik erzogen werden. Aber man scheue sich ordentlich, das Wort Republik auszusprechen und man suche es möglichst zu neutralisieren. Freidenker wie Herr v. Sidow seien fristlos entlassen worden, weil er keinen Befehl zum Kirchgang gegeben habe. Genosse Künstler fragt, wie es mit der Chemischen Fabrik in Gräfenhainich en bei Bitter- selb stehe. Ob die Reichswehr daran beteiligt sei oder nicht. Auch wünsche er zu wissen, aus welchen Gründen der General von T s ch j s ch w i tz � befördert worden sei. Roch in diesem Jahre hätten Regimenter, wie das z. B. in Stargard, an der Ausbildung von Zeitfreiwilligen und an Sportwochen teilgenommen. Dem deutschnationalen Redner Schmidt- Hannover, der sich ?u der Behauptung verstieg, Streichungen am Etat würden eine Blamage für den Reichstag bedeuten, antwortete Genosse T». Leber, der unter anderein auf den großen Verband der Landeskriegerverbände hinwies. Diesen Verbänden gehören nach wie vor Reichswehrosfiziere an. Diese Verbände sind politisch stark festgelegt und aktiv, sogar gegen Demokraten und Zentrum. Die Bevölkerung sieht die Reichswehroffiziere Am, in Arm mit den völkischen Führern dieser Verbände Wie soll sie da nicht miß- trauisch werden? Wir Sozialdemokraten denken nickst daran, der Gesinnung der Offiziere nachzuschnüsfeln, aber wir muffen verlangen, daß sich die Reichswehr von allen politischen Kundgebungen fern- hält. Der Etat ist außerordentlich unübersichtlich und in seinen Forderungen überspannt. In wenigen Iahren werde man am Ende der deutschen Finanzkraft stehen. Dann wird sich die Verschwendung auch an der Reichswehr rächen Gen. K u h n t bemerkt, er könne Verständnis dafür aufbringen, daß infolge der Kriegsentbehnnwcn der Ersatz nicht immer einwand- frei gewesen sei. Solche schwachen Menschen durften aber nicht zu Offtzieren befördert werden. Er sei aber in der Lage, einen Fall anzuführn, in dem ein Offiziersaspirant befördert wurde, der in angetrunkenem Zustand ausgerufen hat:„Ihr mit eurer sozialen Republik! Ebert kommt auch noch ran! Rathenau, das Schwein, wäre nicht der letzte. Ehrhardt lebe hoch! Don einem Regierungs- vsrtreter wird geantwortet, daß der Betreffende wegen dieses Vor- falls entlassen sei. Zum Schluß erklärt der Reichswehrminister Dr. Gehler, daß. soweit die Landeskriegerverbqnde Politik tveiben, der Reichswehr gesetzlich an ihren Veranstaltungen die Teilnahme verboten sei. Er gibt dann Auskunst über die Rede des Generals v. Tschischwitz, von der die Abg. Scyöpflm und Künstler gesprochen haben. Der General v. Tschischwitz habe nichts anderes gesagt, als daß Turnen und Sport ein allgemeines Voltserziehungs- nnttel werden müssen, was übrigens auch seiner(des Ministers) Ueberzeugung entspreche. Befördert sei Herr v. Tschich- w i tz n i ch t. Er sei jetzt Truppenführer in Berlin geworden, dessen Tätigkeit auf einem militärischen, aber nicht auf politischem Gebiete liege. Herr Künstler hat ferner einen Sporttursus in der Pionicrfafeme kritisiert. Der Kursus habe aber nicht in der Kaserne, sondem auf einem Gelände unmittelbar an der Kaserne stattgesunden. Mit dem Abg. Künstler sehe er(der Mimster) in einem künftigen Kriege ein fürchterliches Unglück. Wenn er aber kommt, müsien wir um unser Leben kämpfen. Entweder allgemeine Abrüstung oder, solange allgemein gerüstet wird, müßten auch wir uns zu schützen suchen. Auf die Frage des Eenoffen Künstler weacn der Chemischen Fabrik in Gräfenhainichen schwieg sich der Minister aus. Sachsen will einb loO-Millionen-Anleihe. Dem sächsischen Laudlag ist der Entwurf eines Anleihegesetzes zugegangen. Nach dlsfem Gesetz soll das Finanzministerium ermächtigt werden zur Deckung außerordentlicher S t aat s b«d ü r s n i s s e«ine oder mehrere verzinsliche Anleihen bis zum Gesamtbetrag von 100 Millionen Reichsmark aufzunehmen. Sploaageprozeh in Sowjetrußland. Drei Estland«? sind in Leningrad wegen antirussischer Propaganda und Spionage ver- urteilt morden, davon einer zum Tode. Erweiterte Berechtigung für da« Studium an den Hochschulen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Kultus- minister die Hochschulen darauf hingewiesen, daß zu den deutschen neunstufigen höheren Lehranstalten, deren Reisezeugnis zum Studium an den Hochschulen berechtigt, jetzt auch die Deutsche Ober- schule, die Ausbauschule, das Oberlyzeum der Ober- realfchulrichtung und diejenigen Oberlyzeen rechnen, deren Zeugnisse mit einem Anerkeimungsoermert des Ministers versehen sind. Auch die auf Grund der Bestimmungen vom 11. Juni 1924 vom Minister ausgestellten Bescheinigungen über die Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis berechtigen zum Studium der in der Befchcini- gung genannten Fachrichtung. Tltm Porks neues Opernhaus. Der Bermallungsrat der Metro- politanoper in New Jork hat jetzt die Baupläne für das neue Theater genehmigt, das in der 57. Straße erbaut werden soll. Das Theater wird 4609 Plätze und mehrere Logen aufweisen, die zum Preise von 145 000 Dollar dem Inhaber einen Platz sichern, mit dem«r gleichzeitig einen Anteil an dem Besitz des Gebäudes erwirbt. das Theater wird von einem Turm überragt, in dem Bureau- und Geschäftsraums untergebracht werden. Ergänzung zur Kritik. Mein Bericht über die Nachtvorstellung in der Komödie„Rasch ein Kind" mußte wegen Raummangels stark gekürzt werden. Es ist ober von einem hübschen Einfall des Regisseurs die Rede und keiner erfährt, worauf das Hübsche des Einfalls beruht. Dies soll den Leser» nicht vorenthalten werden. „Der Bühnenumbau geht auf offener Szene mit Iazzbairdklängen vor sich. Dabei wird sogar eine Szenerie oufgebant, die aus der Bühne überhaupt nicht vorkommt, nämlich ein Babyzimmer. Die Arbeiter trpgen ein Kinderbettchen und-Stuhlchen, einen Wagen, einen Laufttuhl. eine Klapper und was ein Säugling sonst noch braucht quer über die Bühne, durch die linke Tür herein und durch die rechte Tür hinaus— tänzelnd unter Iazzbandgequiek. Ein reizender Einfall, auch die Pausen am Ulk teilhaben zu lassen." Dgr. Araaio- veroustaltmiqe»». S-mik.(7 it. 9):»Da« schassende Amerikas Moni(f), Dieasi.(9>;.Java und Sumatra*. Ctcnst(7): Emil Eimen:.Der Kamps um da« Tchwurge- tri cht*. Mino.(5 u. 9), Freit. lS):„Luv und Lee*. IBiNro.(7): Prot. Licpmann:„Weltanschauung und G e s u» d b e i t*. Donner»!., Freit.(7):, Erlebnisse in Brasilien*. Donnerst. fSi, Freit. CSO, Sannab.(7): ,«n den stürstenliösen Java»*. Sonnab IS):.Kreozzug de» Weibe»* Soaaab.(9): KaibuS: Film''«trag. Die Galerle Atatlblesen, Bellevuefir. 14, eröffnet heute, 11 Nbr vormittags. ihr« groh«?ahrkSausffelIuno. die die Malerei des Stilleben» in Deulschland und Frankreich hiltorilch reprSlentiercn und die Verbindungen nu Stilempfinden beider Länder auszeigen will. ver Bu><» lür knasloushelluogen in Schuln,», ran staltet am 22., abends 8 Uhr. im Auditorium 1, des jlulagebäudeS der Univirsilät cinen Vortragsabend. Geb. Rat Professor Dr. Wilhelm Waetzoldt vom Kultus- Ministerium stricht über.Die europäische Lage in der Kunst*. Eintritt frei. ver Berliner Komponist Robert Fach, ist an einem Schlagansall plbd- Lch in Wien gestorben Fuchs war vor wenigen Tagen griegentlich seines 80. Geburtstages der Gegenstand groger Ehrungen seitens der Wiener MufitweU. Trotz üer Toüesstrafe... Veruntreuungen in Sowjet-Znftitntionen. Seit fast zwei Jahren führt die Staatsanwaltschaft in Sowjet- rußland«inen erbitterten Kampf gegen die Veruntreuungen in Sowj«tinstitutionen. Am meisten leiden die Dorf- konsumgenoffenschasten unter dieser Seuche. Auch die Todes- strafe, die gegen die ungetreuen Beamten mobilisiert wurde, hat wenig genutzt, obgleich die Zahl der Fälle, bei denen sie angewendet wurde, im Vergleich zum Jahre 1925 sich ver- doppelt hat. Wie rigoros vorgegangen wird, beweist z. B. ein Fall, in dem einer Veruntreuung von 8,63 M. eine Gefängnisstrafe von 2Z4 Iahren folgte! Die Gewährung einer Bewährungsfrist ist der Zahl nach um ein Drittel vermindert worden. Neuerdings soll die Aburteilung der ungetreuen Beamten noch beschleunigt werden und die Strasmaßnahmen noch schärser gehandhabt werden, da die Ab- nähme der Unterschlagungen sich nur in ganz geringein Maße be- merkbar macht. In, Laufe der ersten zehn Monats des Jahres 1926 waren es 55 000 Unterschlagungen von Geldsummen in der Höh« von 25 500 000 Rubeln, das sind 61 Millionen Gold mark. Im Oktober ist die Zahl der Veruntreuungen um ein weniges zurück- gegangen. Diese Tatsachen, die wir der in diesen Dingen gewiß unoer- dächtigen Sowjetpresse entnehmen, gestatten nicht uninteressante Schlüsse. D-e Nationalisierung des Handels und die Bureau- kratisierung des Sowjetlebens hat das Privatinteresse des einzelne), völlig ausgeschaltet. Einen Stamm von Menschen, di« gewohnt werden, im Dienste der Allgemeinheit ihre Bedürfnisse auf das Mindestmaß herabzudrücken, hat aber die Oktoberrevolution nicht vorgesunden. So wurden diese Menschen, die gewohnt waren, nur für ihr eigenes Interesse zu leben, plötzlich zu Trägern des Gesanü- int-resses und zwar unter materiell äußerst ungünstigen Bedin- gungen. Hinzu gesellt sich der Umstand, daß Staat wi« Regierung in den Augen der Beainten keine genügend« Autorität besitzen. Sowfetrußlanü uns Tschechoslowakei. Die Frage der Anerkennung. Prag. 19. Februar.(MTV.) Nach einer Meldung der Reforma sind die Verhandlungen über di« ä« jure- Anerkennung Sowfetrußlands in vollem Gange. Wie das Blatt weiter mttteitt, ist man der Ansicht, daß sich die nationaldemokratische Partei, di« bislang einer Anerkennung Sowjetrußlands den größten Widerstand entgegensetzte, nunmehr bereitsinden lassen wird, bei den entscheidenden Verhandlungen ihr Einverständnis zu geben. Di« Grundlage der Verhandlungen soll die Tilgung der gegenseitigen finanziellen Verpflichtungen, die bisher das größte Hindernis für eine Verständigung war, bilden. Ferner soll Sowjetrußland die Versicherung obgeben, sich nicht in die innerpolitifchen Verhältnisse der Tschechoslowakei einzumischen. Einer weiteren Information der Reforma zufolg«, soll die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Sowjetrußland auf den I Druck industrieller Kreise, die sich um die Anknüpfung und Au«» gestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Ruhland bemühen. zurückzuführen sein. Seine Exzellenz üer Mortanstister. Horthys Anteil an der Ermordung zweier Arbeiterführer. Es sind nun sieben Jahre, seitdem die ungarisch« Donau die gräß- lich verstümmelten Leichen der beiden Redakteur« unseres Budapester Bruderblattes, der Genossen Szomogyi und B a s c o ans Ufer warf. Die Erhebungen der ungarischen Polizei stellten sofort fest, daß die beiden ermordet waren, und die Suche nach den Tätern«gab sehr bald dringenden Verdacht gegen mehrere Offiziere der Horthy-Armee. Als es aber so weit war und da» Ob«- kommando durch die Beschuldigten von diesem Stand der Unter- suchung erfuhr, ließ es der Polizei die Akten abnehmen, und der Militäranwaltschaft übergeben, die nach einigen Wochen die Untersuchung als ergebnislos«in stellte. Ladislaus Fenyes. einer der tapfersten sozialistischen Bekämpfer de« Horthy-Regimes, der vor wenigen Monaten heimlich und zu Fuß über die bürgen- ländische Grenze nach Wien entwich, um sich nicht neuerdings hinter Kerkermauern begraben zu lassen, erhebt nun in der„Wiener Ar- beiterzeitun�" die Anklage gegen den R e i ch s v e r w eser. Admiral Nikolaus Horchy, daß er an der Anstiftung auch dieser Mord« großen Anteil habe. Fenyes stellt In ausführlicher Weise die amtlichen Untersuchungsergebnisse und di« weiteren zusammen» di« er im Auftrage der ungarischen Sozialdeniokratischen Partei fest- gestellt hat. Daraus fei folgendes wiedergegeben: Der Oberprofoß des Gefängnisses in Siofok, Stephan Haydn» hat Aussagen über Mord« gemacht, die in Gegenwart Horthys vollbracht worden sind. Der gewesene ungarische Innenminister Edmund Be n i c z k y hat unter Berufung auf mehrere ungarische Grafen, die als Politiker weit bekannt sind, bekundet, daß im September 1919 in Siosok mit Horthy über seinen Einzug nach Budapest verhandelt wurde. Die Anwesenden oerlangten von Horthy, daß er Tumulte oder Greuel nicht dulden sollte. Horlhy hob von einem Tisch eine Zeitung und sagte:„deinetwegen. Ab« w« solch« Dinge schreibt, wird schwimmen!" In die Offizicrgesellschaft des Oszenburgdetachements im Ger- hardushotel in Budapest brachte«in Zensurosfizier den Bürstenabzug eines Artikels der„Nepszava", des Blattes, an dem Szomogyi und Bacso Redakteure waren. Der Artikel wurde verlesen. Einer der Offiziere sagte empört:„DiesessozialistischeSchwein. wogt noch, so zu schreiben— man müßte ihn in d i e Donau schwim- m e n schicken." Daraus horthy:„Mau soll nicht reden, sondern handeln." Es gibt noch«ine Reihe weiterer Beweise, die aber Fenyes noch nicht veröffentlicht, weil er nur zu gut weiß, wie geübt die Budo- pester Militäranwaltschaft in der Fälschung van Akten und in der Herstellung von falschen Zeugenaussagen ist. Ter Ministerpräsident. Graf Bethlen. weiß nur zu gut, welchen Antell Horthy an diesem Doppelmorde hat. Und dieses Wissen, so schreibt Fenyes, ist eine der stärksten Stützen der Macht Bethleos über Horthz. herausforöerung! Trotz Vermittelungsverfnch Anssperrnng in Sachsen. Lhemnlh. tg. Februar.(TU.) Me der Telegraphen-Uulon auf Anfrage vom Arbeilacberverband der Meiallindusirie mitaeieUi wird, ist die beickilosfene Aussperrung der Arbeiter mit Arbeitsschluß am Sonnabend mittag zur Durdjsüfjrung gelangt. Die vom sächsischen Arbeiisminiskerium gewünschte hinauszieh u n g der Aussperrung konnte infolge der vorgerückten Zeit den Fi-men nicht mehr recht. eitig übermittelt werden{?!). Also die sächsischen Metallindustriellen hatten keine Zeit mehr, die Aussperrungsorder zurückzuziehen. Dabei ist zu bemerken, daß bei den Vergleichsverhandlungen im Reichsarbeitsministerium, die ergebnislos abgebrochen wurden, in Aussicht genommen war, einen neuen Ver- mittlungsversuch zu machen. Aber genau so wie die Leipziger Metallindustriellen nach dem Spruch der Schlich- tungskammer, der zunächst neue Verhandlungen anordnete, diesen Verhandlungen zuvorkamen, indem sie die Metall- arbeiter aussperrten, genau so verfahren die sächsischen Metallindustriellen bei ihrer nunmehr durchgeführten Aus- sperning von 150 000 Metallarbeitern. Diese Aussperrung ist eine Herausforderung der Oeffent- lichkeit, eine Herausforderung der Arbeiterschaft, eine Her- ausforderung des gesunden Menschenverstandes. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland, und insbesondere in der Metallindustrie ist eine ungeheure. Mehr als ein Viertel der Metallarbeiter find arbeitslos oder arbeiten mit verkürz-i ter Arbeitszeit. Angesichts dieser ungeheuren Arbeitslosig- keit verlangen die Leipziger Metallarbeiter, daß der g e s e tz- liche Achtstundentag wiederhergeste.llt wird. Sie verlangen nicht, daß unter keinen Umständen Ucber- stunden geleistet werden dürfen. Sie sind bereit, solche Ueberstunden zu leisten, sofern eine wirtschaftliche Notwen- digkeit zu solchen Ueberstunden nachgewiesen wird. Sie sind bereit, die Voraussetzungen für die Leistung von Ueber- stunden tariflich festzulegen. Sie lehnen nur ab, daß die Unternehmer allein, ohne den Nachweis der wirtschaftlichen Notwendigkeit zu erbringen, ohne zunächst zurückzugreifen auf das ungeheure Heer der Arbeitslosen, die trotz der un- genügenden Unterstützung heute eine schwere Last sind, die Leistung von Ueberstunden anordnen können. Die Unternehmer, die sonst nicht laut genug über die soziale Belastung schreien können, beharren auf ihrem Diktat, das zu einer Verschärfung dieser Lasten führen muß. Durch die Rationalisierung ist in der Metallindustrie die Produktivität außerordentlich gesteigert worden. Die Inten- sität der Arbeit ist eine derartige, daß eine über den Acht- stundentag verlängerte Arbeitszeit auf die Dauer zur Unter- grabung der Gesundheit der Arbeiter führen muß. Das stört die Unternehmer aber nicht im geringsten. Die verlängerte Arbeitszeit ist wirtschaftlich verderbüch, sie ist sozial verhängnisvoll, sie ist moralisch nicht zu recht- fertigen. Die Metallindustriellen, unter der Führung des Ge- samtverbandes der Mstallindustriellen Deutschlands, sind jedoch so verrannt in ihren Machtdünkel, daß es ihnen gar nichts ausmacht, die gesamte Oeffentlichkeit herauszufordern. Man mag politisch wie immer eingestellt sein: kein ein- sichtiger Mensch wird bestreiten können, daß die Verkürzung der Arbeitszeit bei 21/2 Millionen Arbeitslosen eine g e b i e- terische Notwendigkeit ist. Aber die Unternehmer der Metallindustrie haben während des Krieges und seit dem Kriege soviele gehäufte Beweise für ihren Mangel an Einsicht und Voraussicht, für ihren blindwütigen Machthunger ge- liefert, daß es wirklich an der Zeit ist, wenn mit diesen Herren Fraktur geredet würde. Um allem die Krone aufzusetzen, werden jetzt 150000 Arbeiter und Arbeiterinnen aufs Pflaster geworfen, ob- wohl mit diesen ein in Kraft befindlicher Tarif- s v e r t r ag abgeschlossen ist und von den Ausgesperrten keine Forderungen bisher gestellt worden sind. Der sächsische Arbeitsminister hat zu Montag die Ver- treter der Arbeiter und Industriellen der Leipziger Metall- industrie zu Verhandlungen geladen, um nochmals den Ver- such einer Einigung zu machen. Die Aussperrung bedeutet nichts anderes als die ganz offenbare Absicht, jede E i n i- gung zu hintertreiben. Die Metallindustriellen pochen auf ihre Geldsäcke. Ob organisiert oder nicht, ob„wirtschaftsfriedlich" oder„klaffen- kämpferisch", die Metallindustriellen machen keinen Unter- schied. Es sind Arbeiter, also Feinde. Die Metall- industriellen geben keinen Pardon. Sie geben der Arbeiterschaft damit aber auch eine Lehre, für die man den Unternehmern nicht dankbar genug sein kann. Wie dieser Kampf auch ausgehen mag, er kann im Endeffekt nur zu einer Niederlage der Unternehmer führen. Gerade diese Herausforderung sichert den endlichen Sieg des Achtstundentags. Nun wird es der gesamten Arbeiterschaft Deutschlands, die die große Mehrheit der Bevölkerung und der Wähler bildet, klar gemacht, was die von den Unternehmern und den bürgerlichen Parteien so viel gerühmte„Volksgemeinschaft" bedeutet und wie sie aussieht. Diese„Volksgemeinschaft" sieht so aus, daß zu den 21-Millionen Arbeitslosen noch 180 000 Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Straße geworfen werden, um zu verhindern, daß der gesetzliche Achtstundentag eine Tatfache wird. Gegen eine solche Herausforderung muß sich die gesamte öffentliche Meinung, vor allem die gesamte Ar- beiterschaft, zur Wehr setzenl Aussperrung auch in Württemberg. Sämtliche Holzarbeiter sollen auf die Straße. S k u H g a r k. 19. Februar.(Eigener Drahibencht.) Der Der- band der württembergischeu Holzindustrieilen hat die A u ss per rung der gesamten württembergischen Holzarbeiter für den Mittwoch nächster Woche beschlossen. Anlaß für die Aursperrung war folgender Vorgang: Ib Möbelpolierer der Slutt- garter Möbelfabrik Georg Schüttle haben die Forderung ein- gereicht, den Stundenlohn wieder um dm Betrag von S Pfennig zu erhöhen, den man ihnen im Vorjahr abgezogen hat. Diesc Forderung eines so geringen Teiles der Gesamtbelegschaft. einer großen Fabrik genügte dem verband, um eine Aussperrung der gesamten Holzarbeiter Württembergs vor- zunehmen. Der Verband Halle für Freitag nachmittag seine Vertreter aus dem ganzen Lande zusammengerufen. Der Lohnabbau von 19 proz. war im Vorjahr im Gegensah zu den meisten übrigen Bezirken des holzgewecbes in Württemberg unter rücksichtsloser Ausnutzung der damals besonders schlechten Konjunktur von den Industriellen durchgeführt wo: den. Jehl wollen sie dem Versuch eines ganz kleinen Teiles der Arbeiterschaft, den Abbau wieder rückgängig zu machen, mit einer brutalm Aussper- ruagsaktton begegnen. Auch dieses Beispiel zeigt, daß die Unter- nehmer der haser sticht. Da» sind nun die Methoden des.Wirt- schaftsfriedm�.-_ Unmenschliche ftrbeltszeiten. Im Lebcnsmittclgrotzhandcl. Im Berliner Lebensmittelgroßhandel sind in der letzten Zeit Zu- stände eingetreten, die einfach jeder Beschreibung spotten. Für diese Branche besteht für die Handelsarbeiter ein Tarifvertrag, der grundsätzlich die 48- stündige Woche narbeitszeit vorsieht. Wie die meisten Tarifverträge fleht auch dieser Vertrag für besonders dringende Fälle eine Ueberarbeit bis zu zwei Stunden täglich vor, für die die Kutscher, Kraftwagenführer und Mitfahrer als Abgeltung einen festen Zuschlag von 12H Proz. des Wochenlohnes erhalten, ob sie Ueberstunden leisten oder nicht. Die Parteien waren sich beim Abschluß dieses Manteltarifes darüber einig, daß die Bestimmung über die Ueberstunden loyal ausgelegt werden und nicht dazu dienen solle, jeden Tag Ueberstunden zu verlangen und dadurch den Achtstundentag zu umgehen. Die .Loyalität" der LebensmiUelgroßhändler äußert sich besonders arg in letzter Zeit dahin, daß sie von ihrem Fahrpersonal nicht nur ein und zwei Ueberstunden verlangen, sondern die große Arbeitslosigkeit dazu benutzen, um von ihren ArbeUern geradezu unmenschliche Arbeitszeiten zu verlangen. Tägliche Arbeitszeiten von 14 bis IS Slundeu sind für das Fahr- personal im Berliner LebensmiUelgroßhandel keine Seltenheiten mehr. Es kommt sogar vor, und zwar gar nicht einmal sehr sellen, daß die Kutscher und Mitfahrer, um wenigstens einige Stunden Nachtruhe zu haben, im Stall übernachtenl Trotz der ungeheuren Arbeitslosigkeit, die die Arbeiter zum Cr- tragen solcher Zustände zwingt, ist es der Buttergrohhandelsfirma Müller und Braun, Neue Königstr., nicht mehr möglich, ge- werkschaftlich organisierte oder überhaupt noch denkende Arbeiter zu erhalten. Es finden sich aber immerhin noch völkische oder andere „vaterländische" Arbeiter, die in diesem Unternehmen arbeiten und keinen Wert darauf legen, zwischen Arbeiten und Schlafen einige Erholungsstunden zu haben. Die im Verkehrsbund organisierten Arbeiter dieser Branche haben sich in einer gut besuchten Versammlung mit diesen unhaltbaren Zu- ständen beschäftigt und die Organisation beauftragt, zunächst das Lohnabkommen zum 30. April zu kündigen und eine Erhöhung der ebenfalls unzureichenden Lohne zu fordern. Da der Mantel- t a r i f erst zum 39. September gekündigt werden kann, beschlossen sie weiter, gegen das Ueberstundenunwesen ganz energisch Front zu machen und nur noch in den dringendsten Fällen Ueberstunden zu leisten. Daß der Verkehrsbund diesen Tarif zum 39. September kündigen und alles daran setzen wird, nicht nur die pauschale Ab- geltung der Ueberstunden zu beseitigen, sondern die reine 48stündige Arbeitszeit wiederzuerobern, versteht sich von selbst. Lohnbewegung der Berliner Tapezierer. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes des Sattler, Tape- zierer und Portefeuiller hatte zu gestern abend nach dem Dresdener Kasino eine Versammlung für die gesainte Tapeziererbranche ein- berufen, um zur Kündigung des Lohnabkommens Stellung zu nehmen Der Bevollmächtige Müller hielt zunächst ein einleitendes Referat über die lohn- und tarifpolitische Entwick- lung der Branche in den Nachkriegojahren, die durch b'e ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sehr gehemmt worden ist. Seit dem l. Oktober 1925 ist es der Organisation nicht mehr möglich gewesen, die Löhne für die Branche auszubessern. Es ist vielmehr den Unter- nchmern»1 vielen Betrieben gelungen, unter dem Druck der Wirt- schastskrise die Löhne und Arkvrdpreise abzubauen. Die seit der letzten Lohnerhöhung eingetretene Verteuerung särntsicher Lebensmittel und Bedarfsartikel und vor allem die Mietesteigerunaen machen eine Lohnerhöhung dringend notwendig. Die Lohnkommission und die Branchenleitung haben daher beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, das: Lohnabkommen zu kündigen und eine Erhöhung des Spitzenlohns von 1,19 M. auf 1.25 M. und für die anderen Gruppen eine Lohnerhöhung im gleichen prozentualen Verhältnis zu fordern. Diese Forderung, die schon einmal im Jahre 1925 gestellt worden war, ist keineswegs hoch, da die oerlangte Erhöhung knapp einen Ausgleich für die seitdem eingetretene Teuerung bildet. Die Versammlung stimmte dem Beschluß der Lohnkommission und der Branchenleitung nach einer kurzen Diskussion e i n st i m- m i g zu. Infolge der Kündigung läuft dos Lohnabkommen Milte März ab. Müller ging zum Schlich noch auf das skandalöse Ueberstundenunwesen ein und ermahnte die Dersammclien unter Hinweis auf die letzten Beschlüffe des Bundesausschusies des ADGB-, im Interesse der Hunderttausende von Erwerbslosen jede U eberarbeit abzulehnen. DerontwortliS kür Politik: Viktor LSikk: Wirtlclvkti ft. lUina-ihipcr: ibewciktchaüsbcweouna: Rr. Slforn; Rkuiilktor: Dr. John Schikowoki: Lokale» und Eonstiaes� Rr>h Karstadt: Anzciocir: Th. Slocke-, sämtlich in Bcrlin. Verlan Bo-.wärts-Berlag S. m. b. L. verlin. Druck: Lorwärto-Buchdrucieret und Bcrlaasanklalt Paul Einoer u. Co. vcrlin EW KS. Lindrnltroli« 3. 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Ueber dem Eingang prangt ein in den Abendstunden ganz bescheiden beleuchtetes Trans- parent„Rose-Theater*. Achtlos geht man daran voriiber, denn in der heutigen Zeit der Theater- und Filmpaläste mit ihrer„feen- hasten" Lichtreklame und der gigantischen Außensassade wirkt diese Stätte fast wie ein Aschenbrädel unter seinen glänzenden, glitzernden Schwestern. Durch einen schmalen Hausflur geht rechts eine halbe Treppe nach oben und man befindet sich im Foyer, von wo es dann weiter in den Zuschauerraum geht. Das Theater ist im alten Barockstil erbaut, an beiden Seiten im Zuschauerraum führen einige Stufen zu den einfach gezimmerten Logen. Auch der Vorhang ist noch so ein richtiges Stück altes Theater, der in seiner romantischen Darstellung allegorischer FiKtten einen dicken Strich zieht zwischen der nüchternen Mrklichkeit, die sich vor ihm befindet und der schönen Phantasiewelt, die sich dem Beschauer hinter seinen Falten erschließt. Di« Decke ist im Lause der Jahre bereits öfters erneuert worden— hauptsächlich in den Revolutionstagen hatte sie ein paar arge Stöße zu erleiden: sie wies als Schmuck eine Kopie der be- kannten.Aurora" von Suido Rem auf. Für unseren heutigen verwöhnten Geschmack reicht das Theaterchen natürlich in keiner Weise mehr aus, aber es hat eine sehr interessant« Vorgeschichte und behauptet daher auch in der Berliner Lokalchronik siegreich seinen Platz. flnfang unü werüeti. Am 27. Dezember 1877— also vor fünfzig Jahren— wurde das Theater unter dem Namen.Ostend-Theater" eröffnet. Der damalige Besitzer war wohl ein großer Idealist, aber kein Theater- gcschästsmann: er stellte die Bühne auf ein streng literarisches Niveau, spielte„Maria Stuart",„König Lear" und all die großen Klassiker, was natürlich auch in der damaligen Zeit weder dem Charakter dieses Theaters noch der Gegend und dem Publikum entsprach. Nach einem Zahre hatte seine Direklionrherrlichkeit denn muh ihr End« erreicht. Nach ihm oersuchten die verschiedensten Leute als Direktoren hier ihr Glück, aber ihr Wirken war kurz und von wenig Erfolg begleitet. Der erste, der sich rühmen konnte, fünf Jahre durchgehalten zu haben, war der damals bekannte und populäre Berliner Komiker K a'r l Weiß, ein« sogenannte „Kanone", der sein Publikum genau kannte und ihm auch die richtige Kost, die Berliner Posse und das Berliner Volksstück, asso volkstümliche Unterhaltung, vorsetzte. Unter seiner Tätigkeit hieß die Bühne auch nach ihm das„Karl-Weiß-Theater". Serühmte Gäste. Aber nicht nur Lokalgröhcn größeren und kleineren Kalibers stellten sich hier in den Dienst der Muse, sondern sogar einige der ganz Großen, deren Namen in der Theatergeschichte für alle Zeiten unvergeßlich bleiben werden, gingen hier ein imd aus. Anfang der neunziger Jahre war Joses kainz durch Kontraktbnich bei Direktor Barnay in Ungnade gefallen, und keiner der Direktoren, die dem Bühnenverein angehörten, durfte ihn engagieren. Auf diese Weise gewaim ihn das jetzige Rose-Theater, das nicht dem Bühnenverein angehörte und somit von diesem Verbot auch nicht betroffen war. Der sensationelle Erfolg, den Josef Kainz vorher im Deutschen Theater hatte, wo das Publikum während einer Aufführung des„Don Carlos" von den Stühlen aufsprang und durch minutenlanges Applaudieren seiner Begeisterung Ausdruck gab, folgte ihm auch an diese Stätte seines Wirkens. Kainz spielte hier in.Maria Stuart",„Jüdin von Toledo".„Das Leben, ein Traum",„Räuber" usw., und voll Begeisterung erzählt sein damaliger Garderobier, der heute noch als Portier im Theater an- gestellt ist:„Ja, wenn Kcnnz spielte, det war was. Da standen die Droschen bis runter zu de Schillingbrücke, und eemal, da steh ick an der Kasse und will mir meine anjewiesenen Karten holen, da steht een Herr in Frack und Zylinder hinter mir und sagt janz erstaunt:„Ja, gibts denn überhaupt noch Karten?"„Nee," sag ick, „aber det sind meine Dienstkarten." Kaum Hab ick sie in der Hand, da legt er mir 10 M. uff den Tisch und will sie haben.„Nee," sag ick,„die muß ick nach Hause bringen, denn jedesmal wurde ick bisher abjewiesen. und heute, das erstemal, det ick welche kriege, muß ick sie ooch nach Haufe bringen." Der ließ aber nicht locker, und als er mir 20 M. anbot, da konnte ick denn doch nicht wider- stehen und gab se ihm." Außer Kainz gastierten dann noch Mat- kowsky, Rudolf Ehrtslians, Robert Garrison und viele andere Größen. Auch Alexander Molssi, der urspriinglich Komparse am Landestheater in Prag war, wo ihn Reinhardt bereits entdeckt hatte, ihn jedoch wegen seiner damals mangelhaften Beherrschung der deutschen Spiache noch nicht engagieren konnte, pflückte an dieser Bühne seine ersten Lorbeeren. Moissis erster Erfolg war hter der Golo in Hebbels„Genoveva", dem viele andere Rollen folgten. Bon hier aus ging er dann zu Reinhardt. Der Zuschauerraum des Theaters. 24] Gerichtstag. von Fred Vörence. CopyrttW 1925 by Paul Zsolnay, Wies' Alice war ganz anders. Ihr lebhafter Charakter neigte zum Jähzorn. Ich erschrak darüber, denn ich erkannte mich selbst m ihr und machte meine Mutter darauf aufmerksam: aber sie lachte nur über meine Befürchtungen. Da ich immer wieder darauf zurückkam, meinte sie trocken:„Ich weiß ganz gut, was ich zu tun habe, ich bin ja ihre Mutter." Ich sah, daß ich sie verletzt hatte und schwieg Mehr als einmal schon war es mir aufgefallen, daß sie sich bei den geringfügigsten Anlässen«rgerte. Oft sagte sie mir nur ein eisiges, dürres„Danke", wenn ich ihr am Ende des Monats mein Gehalt gab, von dem ich mir nur zehn Franken zurück- behielt; ein anderesmal wieder umarmte sie mich gerührt und sagte:„Mein gutes Kind, ich bin dir so dankbar, alles ver- danke ich nur dir." Und sich zu Paukchen wendend, meinte sie:„Gib Iacquot einen Kuß, er hat brav für uns gearbeitet." Ich umarmte sie beide ungestüm und mein Herz hüpfte vor Freude, so viel Glück gaben sie mir. Zwei Jahre später stieg mein Gehalt auf zweihundert Franken im Monat. Nun dachte meine Mutter daran, einen Plan auszuführen, der ihr am Herzen lag: sie wollte meinen Bruder zu ims nehmen. Die Tante war begeistert, ihn„los zu werden" rnid vierzehn Tage nachdem wir den Entschluß gefaßt hatten, war er im Hause. Er kam ein wenig hochnäsig zurück, denn sieben Jahre k'ng hatte er immer wieder die Worte zu hören be- kommen:„Dein Vater, der Taugenichts",„deine Mutter, das willensschwache Geschöpf". Er machte mir den Eindruck eines Fremden, der in unser Haus eindrang, und wahrscheinlich war ihm ebenso zumute. Andr6 hatte diese sieben Jahre in dem luxuriösen Hause meiner Tante zugebracht und unsere Wohnung erschien ihm zu klein, die Einrichtung, auf die wir so stolz waren, armselig. Er war mit dem Gymnasium fertig und hegte den Wunsch, bei einem Architekten einzutreten, wo er zwei Jahre ohne Gehalt bleiben sollte Auf mein Bitten willigte die Mutter ein. Aber ich und Andr6 wurden niemals Freunde. Damals machte ich eine zweifelhafte Krise durch. Seitdem Misere wirtschaftliche Lage besser geworden war, hatte sich die Erregung, in der ich mich befand, nach und nach gelegt Aber nun begann ich ein sonderbares Unbehagen zu fühlen, das weder schlimmer noch besser wurde: ich hielt es für einen Ucberrest der Angst meiner Jugend, der Angst, die mich so lange in ihren Krallen gehalten hatte. Aber bald sollte mir alles klar werden. Eines Abends auf dem Heimweg— ich hatte di» Patin nach Hause begleitet— sprach mich ein Mädchen an:„Guten Abend, Kleiner." Das Blut stieg im- zu Kopf, eins mahn- sinnige Lust brannte mir in den Adern: Erkenntnis. Ich verlangsamte meine Schritte. Das Mädchen, dadurch ermutigt, faßte meinen Rockärmel:„Komm, hübscher Junge, komm." Wir standen unter einer Laterne, das Licht fiel gerade auf sie. Ich sah dos Gesicht, das noch sung, aber stark gepudert war, unter den Augen zog ein schwarzer Strich, ihre rot gemalten Lippen streckten sich mir zum Kuß entgegen. Ihre dunklen Augen blickten verträumt und frech. Ich ließ mich fortziehen, aber plötzlich huschte das Bild von schmutzigen Bettüchern, auf denen eine Unzahl von Männern sich gewälzt hatte, an mir vorüber. Jäh riß ich mich los, stieß sie zurück und lief fort. Eine Flut von Beschimpfungen wurde mir nachgerufen. Atemlos kam ick zu Hause an, kleidete mich vollständig aus und betrachtete lange meinen nackten Körper im Spiegel. Ein physischer Ekel ließ mich bei dem Gedanken erschaudern, daß ich fast mit diesem Schmutz in Berührung gekommen wäre imd ich schwor mir zu. mich niemals so zu erniedrigen. Zu jener Zeit widerte mich an, was ich bisher gsrn galsfen hatte. Ich bat meine Patin, mir Bücher zu leihen. Sie gab mir Musset, der mich entzückte, mich aber zu sehr zum Träumen verleitete: undeutlich fühlte ich, daß verliebte Träumereien für einen! Angestellten, der für leine Familie sorgen muß, wenig passen. Endlich lauste ich durch einen Zufall die„Kamcliendame". Dieses Buch machte tiefen Ein- druck auf mich. Ich wollte nun auch die anderen Bücher von Dumas kennen lernen und lieh sie mir in der Stadtbibliothek aus Ich las nacheinander: ,L)ie Ideen der Frau Aubray. „Der Freund der Frauen" und besonders„Francillon". das mich tief ergriff. Dieses Stück sah ich dann auch im Theater. Das war die Offenbarung einer neuen Welt, einer Welt, die ich so lange gesucht hatte. Sie erschloß sich mir gerade in dem Augenblick, wo ich schon an ihrem Dasein verzweifeln wollte. Ich wurde strenger gegen mich selbst und als ich mein Innerstes gewissenhaft durchforschte, fand ich immer die Art meines Vaters, seine Niedertracht, feine Schlaffheit, seine Sonntag, 20.5ebruar?H27 Die neuere Zeit. Am 29. September 1906 übernahm Direktor Bernhard R o j e das Theater und eröffnete es mit Max Krctzers„Millionenbauer". Als Sohn märkischer Bauern geboren, hatte er sich— ein richtiger Selfmademan— von ganz klein hinaufgearbeitet, pachiete vorerst bloß die Bühne und pflegte, wie sein Vorgänger Karl Weiß, in der Hauptsache die Berliner Posse. Zwischendurch bot er seinem Publi- kum aber auch literarische Kost. Einige Klassiker hatten sehr große Erfolge zu verzeichnen. So spielte er den„Faust" er selbst gab Faust, Georg John den Mephisto— sechzigmai, ebenso erwiesen sich Hauptmanns„Weber" und„Ratten" als Zugstücke. Interessant ist die Tatsache, das Ibsens„Dolksseind" und Hauptmanns„Weber" Ende der neunziger Jahre im Rahmen geschlossener Vorstellungen im damaligen Karl-Wciß-Theater ihre Uraufführung erlebten. Nach einer bestehenden Statistik wurde fsttgestellt, daß das beutige Rose- Theater früher nachweislich das Theater der meisten Uraufführungen war. Von Alt-Berliner Possen.und Revuen wurden im Lauie der Jahre ausgeführt:„Berlin, wie es weint und lacht",„Die Ma- fchinenbauer von Berlin",„Kyritz-Pyritz"..König Krause" und noch viele andere. Ferner wurde hier Dietzenschmieds„kleine Sklavin" mit der bekannten Ida Orloff, die feit langen Jahren Mitglied des Wiener Burgthsaters sst. gespielt. Auch die Revo- luttonszeit ist nicht spurlos an dem Theaterchen vorübergegangen, und in den Togen des März 1919 war das Theater der östliche Zielpunkt vieler Geschütze. Im Kampf zwischen den Truppen und Spartakusleuten hielten diese das Theater für einen Sammelpunkt der Regierungstruppen und bombardierten es nach Leibeskräften. Elf schwere Granaten explodierten in seinem Bereich, und die Haus- bewohne? mußten volle acht Tage und Nächte im Keller kampieren. Als sie wieder in Sicherheit waren, fanden sie den Musentempel in einem Zustande vor, der eine größere Reparatur notwendig machte. In den Jahren 1914 bis 1920 hatte Direktor Rose neben seiner eigenen Bühne auch noch das Wallner-Theater in Pacht genommen.- öekannte Regisseure. Neben den Darstellern von klingendem Namen waren auch bedeutende Vertreter der Regiekuust an dieser Bühne tätig. Unter anderen Dr. Karl Heine, dem bei einer Inszenierung von Hauptmanns„Biberpelz" folgendes amüsante Geschichtchen passierte. Es war ein ausverkouftes Haus— das Theater war für diesen Abend an eine Belegschaft vergeben worden— da stürzten nach Schluß der Vorstellung ganz aufgeregt die beiden Arrangeure ins Direk- .tionsbureau und erklärten sich im Namen aller Zuschauer mit dem Schluß des Stückes absolut nicht einverstanden, da er sie in seiner Unvollkommenheit gänzlich unbefriedigt gelassen Hütte. Auch Emil Lesstng war hier als Regisseur tätig. Dem Zug« der Zeit folgend wurden auch Stucke moderner Auwren, sozialen Inhalts, gespielt, wie Hellmut Ungers„Mutter", Paul Baders..Gesetz", das einen ganz starten Estolg halt« und ISOmal aufgeführt wurde. Eine Aufführung von Schillers„Braut von Messina" in moderner Bühnendekoration hatte ebenfalls viel Erfolg. Anfang 1924 las Ernst Friedrich Toller„Hinkemann" und beorderte in Erinnerung des Dresdener Skandals zur Sicherheit der Anwesenden den Ar- beiterathletenklub„Lurich" nach dem Theater. Diese Vorsichtsmaß- regel erwies sich aber als unnötig, denn es kam zu keinerlei Zwi- schenfällen. Dos Repenoire dieses Bolkstheaters bewegt sich also während der Wmtestaison zwischen Erzeugnissen volkstumlichen Humors und Stücken klassischen Inhalts, während die sommerliche Gartenbühne ausschließlich der heiteren Muse dient. Verschiedene Rundfragen bei dem Publikum nach ihren Lieblingsstücken ergaben interessanterweise eine fast überwiegende Neigung zu klassischen Stücken. Bielleicht läßt sich dieser Umstand daraus erklären, daß heute nur wenige Buhnen Klassiker aufführen, und wenn, dann in einer Bearbeitung, die der großen Masse, die ja die ganze Neu- gcstaltung des Kunstempfindens nicht oerfolgt und daher auch nicht verstehen kann, wenig oder gar nicht liegt Aus der anderen Seite wird die leichte Theaterkunst an allen Ecken und Enden im Rahmen größter Prachtentfaltung dem Publikum geboten. Die Direktion will darum für di« Zukunft auch wieder dem klassischen Repertoire größere Aufmerksamkeit widmen. � Jy der heutigen Zeit wirtschaftlicher Rot haben die Theater- Unternehmer kleineren Formats natürlich schwer um ihre Existenz zu kämpfen. Vielleicht könnte ein wenig frische Luft In künstlerischer Hinsicht dem Unternehmen nicht schaden, denn letzten Endes darf ein Theater nicht bloß vom Ruhm seiner Vergangenheit zehrest. In seiner heutigen Form ist es kaum mehr als ein Stuck Alt-Berlin, dessen Fortbestand nur lokal-hsstorische Bedeutung hat. Ein künst- lerischcr Aufstieg im Bolkstümlichen würde der Bühne trotzdem zu- statten kommen. Indolenz. Ich bekam Angst, so zu werden wie er und beschloß, ihn in mir zu töten. 2. Die Tat. Di« Heimkehr des verlorenen Vaters. Eines Tages kam Andr«; schon um elf Uhr aus dem Bureau und stürzte in die Küche, wo meine Mutter das Mittagessen bereitete. „Was gibt's? Warum kommst du schon so bald nach Hause?" Er zog eine Zeitung aus der Tasche. „Schau her, lies." „Ist etwas geschehen? Der Vater?" Er nickte. „Um Gotteswillen!" Sie griff sich mit der Hand ans Herz. „Aber sag' mir schon endlich, was eigentlich passiert ist." „Meine Bureaukollegen haben mich auf diesen Unfall aufmerksam gemacht." „Was für ein Unfall? Rede doch endlich." Sie streckte die Hand nach der Zeitung aus. Andrs wies auf eine Notiz, die rot angestrichen war. Die Mutter sank auf einen Stuhl, fuhr sich über die Augen, als müßte sie eine Wolke verscheuchen und las halblaut:„Gestern um zehn Uhr vormittags ist ein unbekannter Mann auf dem Platz Saint» Gervais in Ohnmacht gefallen. Dr. B., der gerade vorbeikam, hat konstatiert, daß der Zustand des Kranken sehr bedenklich ist und hat seine sofortig? Ueberführung ins Spital veranlaßt. Man teilte»ns auf unsere Erkundigungen mit, daß der Zu- stand des Mannes fast hoffnungslos ist. Der Betreffende heißt Valcourt und stammt aus Genf." Meine Mutter stieß einen furchtbaren Schrei aus. „Er wird sterben, er wird sterben. Ich muß ihn sehen, ich kann ihn in diesem Zustand nicht allein lassen." Sie wendete sich zu mir: „Jacques, bitte, fahre gleich nach Lyon, dein Vater liegt im Sterben." Ich blieb ganz ruhig. „Jacques, verstehst du denn das nicht? Dein Vater, der einzige Mann, den ich je geliebt habe, stirbt im Spital, er hat Frau und Kinder und niemand ist bei ihm. Würde man einen Verbrecher so behandeln? Niemals hat er etwas Schlechtes getan und es ist ja nicht feine Schuld, wenn das Schicksal so hart und unbarmherzig gegen ihn ist. (Fortsetzung folgte Um üas Zremüenverkedrsdureau. Die Beschlüsse der verkehrSdePutatto«. Di« Deputation s S r v«rtehr»a>e<«» txschioh am 19. Fedruar, dem Mogistr«» die amgUiebenmg de» Fremdenoer» kehr»dur«ou» der Stadt Berlin an die Gemeinnützig« Berl!t»er Messe, und Ausftellungsgesellschast m. b. S)., Berliner Messe- amt, im Jmeress« einer engeren Zusannnenardeit vorzuschlagen. Au den Bercha kidtun gen der V«rtehr»deputation öder den Etat und die Organisation de« Fremdenverkehrsdureou» der Stadt Berlin meldet die B. S.-Korrespondenz, daß bisher lediglich 22 000 Mark für die Ausrechterhaltung de» Bureaus bis zum ZV. Juni d. I. bewilligt morden sind. Mit der Anregung, ein engere» Ausaininenarbeiten zwischen dem Messeamt und dem Frem- denoerkehrsbureau herdeizusuhren, haben sich bisher weder Mo» aistrat noch Stadtverordnete beschäsrigt. vi« gestrig« Beratung in der Deputation ließ aber keinen Zweifel darüber auf» kommen, doh die Stadtverordneten dem Mesieamt die von diesem und nicht von der Leitung de» Freindeiwerkehrsvureau, oerlangt« Summe von jährlich ltHZ 000 Mt. für die U«bernahme de» Bureau» nicht bewilligen werden. Da» Frekndenburenu soll nach den gen, achten Borschlägen lediglich dein Messeankt angeglitdeii werden, aber«ine gewisse Selbständigkeit behalten. Für die Auslösung trot bisher mir der Vertreter der Deutschnationalen Fraktion, StaC>rt>. ch a m p e, ein, der ateichgeikig Syndiku» der Organihition der großen Berliner choiel» ist, die sich semeizeil auf den Standpunti stellten, daß da» städtische Fremdenverkehrsbureau mchi für sie von Nuß«, sei. Ander« Hotel» dagegen haben. w>« wir hören. Eingaben an den Magistrat um Ausrechterhaltung de« Frrindenoerkehrsbureau» ge- macht, und auch In der Siadtveooednetenoersommtung ist ein« groß« Mehrheit für die Wetterführung de, Setrtebe» vorhanden. Der Vertrag de» jeßigen Letter, de» Bureau», de» vtretlor» Kola» n o w s k t, mir der Stadt Berlin läuft übrigen» noch di» zum 51. Dezember d. Ä. Ob ein Wechfck in der Leitung de» Bureau, stattfinden soll, steht noch nicht fest. Eissport im Jkeibaö Vannsee. Du» Freibad Wannsee wird, wie bekannt,»uch im Winter offengehalten und dlent dann der Bfteg» de, Eissport». E» Ist nlcht daraus angewiesen, zu warten, di» strenger Frost auf der Hooei eine trogfähige Eisdecke gebildet Hai. Lllfährlich wird, wenn der Winter herannaht, der weite Ladestrand geebnet.'so daß zu- nächst aus ihm eine Aunste!»dahn hergestellt werden kann dt» schon bei gelinderem Frost bemißbar wird In dielem Winter Koben wir bisher nur wenig Frvlt pehabl. zum Verdruß der Freunde de» Eissports, aber zur begrelsllchen Freud» der Frierenden. Jeßi sieht e» danach au», daß wieder eine Zeit strengeren Froste, kommen will. Dle Derwaltung de» flreibade» Wonnfee meld« un». daß dt» Kunsteisbahn auf dem Badestrand am morgigen Sonntag um V Uhr eröffnet wird. Gefängnis fsse faheläsfige Brandstiftung. Am 28. Dezember vorigen Jahre« erelanet« sich in Stra««berg «in folgenschwere» Brandungluck, da» einen sehr großen Schoden»er- ursachle. Eine Scheune, die über 500 Zentner Korn barg und zu dem Wanderarbeilsheim gehörte, war in den AdendsNinden i n Flammen ausgegangen. Sie brannte vollständig nieder, ohne daß es gelang, da» geringste zu retten. Den polizeilichen Er- mittlungen gelang e» schllehllch, den Urheber de» Brande» in der Perlon des 28 Jahr» alten Arbeiter, Karl Brellfchnel- der dingfest zu machen, der dann auch eingestand, durch Fahr» l ä f s i g t e i t den schweren Brand verursacht zu haben. Er hatte an dem fraglichen Abend an der Scheune gestanden und sich die Tabak»pseise mit einem Streichholz angezündet. Da» Streichholz, das noch glimmte, hatte er achtlo» auf den Boden geworfen. Dadurch war da» Brandunglück entstanden. Bor dem Srböffengericht Lichtenberg stand er nun unter der Anklage der fahr- lässigen Brandstiftung. Er wurde zu drei Monaten Geföng- n i» oerurteilt. Durch die Decke... Durch di« Decke eine» Buremrrmime» im Obergeschoß drangen Geldschrankeinbrecher in da» Konsetlionsgeschöft von Neschke im Erdgeschoß des Hauses Neue Fvicdrichstraße 4l ein und knabberten hier einen Geldschrank aus. AI» sie ihn leer fanden, erbrachen sie auch noch alle Schränke und Kasten, erbeutelen aber auch darou» nur e-nen kleinen Betrag und hieben sich nun an 24 Dußend «eidenstrümpsen schadlos. In ScheringsGrüner Apotheke versuchten sich die Knacker am Geldschrank im l. Stock. Bevor sie ihn bewältigt hatten, wurde«in Wächter, der die Haustür geöffnet fand, auf sie aufmerksam. Er suchte die Räume ab. fand niemanden und holte Schiipobcamt«, um das ganz« Hau» abzusuchen. In der Zwischenzeit aber oerschwanden die Verbrecher. Sie hatten auch die Lagerräume wahrscheinlich nach Rauschgiften durchsucht. Mehr Giück hatte eine Kolonne bei„Peters Unioii* in der Alten Jakobstroh«. Sie erbeutete 3000 Mark. Mitteilungen zur Aufklärung an Kriminalkommissar B u n g« r tm Polizeipräfldium. Weniger Miete für März. Die Mieierschaft wird überaus erstaunt sein, wenn sie hört, daß es auch einmal nach unten gehl, anstatt unerträglich weiter nach oben. Es handelt sich für die Kleinwohnung auch n u r u m eine Mark oder noch weniger. Aber man freut sich schon über solche Kleinigkeit. Für März wird zum Rechnungsausgleich der Gemeindezuschlag nur in Höhe von 200 Proz. statt buher 250 Proz. zur Grundvermögen» st euer erhoben. Do» de- deutet, daß auch nur 100 Proz. statt bisher 150 Proz. aus die Mieter umgelegt werden können. Der Stcuerzuschlag zu 90 Proz. oder 100 Proz. Friedensmiete ermäßigt sich also bei jedem Mieter um genau ein Drittel. Ersahrungsgernäß werden nicht wenige Haus- wirte wieder den Unwissende» markieren und den bisherigen Eteuerzuschlag fordern. Solche Forderungen sind zurückzuweisen. Genossen Wilbergs Vesta lung. Ein großer Kreis von Freunden. Bekannten und Pamigenossen gab gestern unserem zu früh oerstor- denen Genossen Ernst Wilberg im Krematorium Wil» m« r s d o r s da» letzte Geleit. Genosse Mendt hielt die Gcbächt» msrede. In warmen Worten schilderte er da» unermüdliche Wirken de» Verstorbenen, der einst al» Gulsbesitzeresohn bessere Tage erledl hatte, aber bald den Weg ssiner tämpsemden Klassengenossen ja»ed. was die GroMaöt verfthlingt. Die viermMIonenstodt Berlin Hot ketn Hinterland, w de» Urprodukt« zu gewinnen wären. Kohle, Erze. Holz, Stein« usn müssen aus großer Entfernung herangeführt werden. Auch Lebens und Genußmttlel sind nur in oerschwindend geringem Maße in Eigenwirtschaft zu beschassen. Selbst das, was die etwa 80 000 Klein- gartendefiger für ihren Bedarf au» dem märkischen Sandboden herauswirtschaften, ist für die Gesamtzahl der Einwohner ver- schwindend wenig. 'Täglich rollen Hunderte von Güterwagen au» allen Teilen der Repubtik und vom Ausland« heran, um Berlin mit Gütern alier An zu versorgen. Daneben hat die Stadl«inen umfangreichen Verkehr aus seinen Wasserstraßen. Soweit sich de, Güterverkehr aus diese beiden verkehrsmittei vollzieht, und so statistisch ersaßt werden kann, fnd. wie au» einer Zusammenstellung de» Berliner stall st>- ch« a Amte» ersichtlich ist, im Jahr« 1924 in Berlin— ohne lebend« Tiere— insgesamt nicht weniger al» 22 Millionen Tonne.tz Güter ein» und ausgegangen. Davon 16,8 Millionen Tonnen mit der Eisenbahn, 5,2 Millionen Tonnen zu Schiff. Der Durchgangtverkehr ist in diesen Zahlen nicht enthalten, dagegen sind die Güter, die hier ankonunen, zum Teil t*r» ordellet und neu oerjandi werden, mitgerechnet. Der Umschlag». oerkehr von Lahn zu Schlss und umgekehrt ist nur gering. Er betrug rund 210 000 Tonnen Aus den Lotaloerkehr tinnerhald de» Stadtgebiete») entfallen l.ö Millionen Tonnen Im Fernoerkehi sind von insgesamt 20,4 Millionen Tonnen Gütern 16,2 Miiliwen Tonnen oder 79,4 Proz angekommen und nur 4,2 Millionen oder 20,6 Proz. abgegang�t ver Bülereingamg nach Berlin ist mithin viermal so groß wie der Güterausgang. Der größte Teil der beladen ankominenden Ebendahnwa�fgon» und Schiff« müssen leer wieder zurückgehen. Diese» starke Ueberwiegen de» Güter- empfange,«rktän sich elinnat au» dem schon angedeuteten großen Bedarf der Weltstadt an Rohsloften, Lebensmitteln und devgl., dann aber auch daraus, daß die Berliner Ji.duftri«, ml« die der meisten große» Städte, zum überwiegenden Teä Feinindustrl« ist, deren zum Beisord pelongenden Erzeugnisse zumeist ein verhAiiäs- mäßig geringe» Gewicht haben. E» sil da, ein« Erscheinung, die eben nicht nur sür Berlin, londern mehr»der a>eniger für alle größeren Städie charaklei istisch ist. Für Berlin dürste noch der Umstand mit- sprechen, daß infolge der Zuiai.mrenballung der öfsentllchen und prwatrn Verwaltungen in der Reich»Haupts lad« hier«in« oerhältni»- mäßig große Zahl von Personen nicht unmüteldar am Produktion»- prozeh bei« ii igt ist. Di» von den übrigen öffentlichen Verkehrsmitteln bewegten Güter dlelben an Gewicht naturgemäß weit unter den Leistungen oem Elsenbahn and Schiff zurück Im Luftverkehr wurden lm Jahre 1924 nur wenig übe» 50 Tonnen Post und Fracht de- fördert.>925 waren e« sel-ach lchon 360 Tonnen, und ln den erste» zehn Monaten de« Jahre« 1926 stiegen dies« Lasten auf 717 Tonnen. Der Lostkroftwagenvertehr hat in den letzten Iahren an Umfang sehr viel zugenommen: er läßt sich aber, wie überhaupt der Straßenverkehr, statistisch nicht ersasien. Er kommt in Betracht einmal sür die Heranschasfung von Lebens- mittel» und Baustoffen aus der näheren Umgebung Berlins, anderer- seits aber auch für den Abtransport gewisier gewerblicher Er- zeugnisse selbst aus größere Entfernungen. Erhebliche Bedeutung hat sür die Güterversorgung der Reichs- Hauptstadt schließlich auch der Post verkehr. Im Bereich der Oberpostdirektion Berlin gingen im Jahre 1924: 18,1 Millionen Pakete ein und 30,8 Millionen Stück au«. Rechnet man im Durch- schnitt sür jede» Paket ein Gewicht von 5 Kilogramm, so ergibt sich im Posloerkehr immerhin ein Empfang von 90 000 Tonnen und ein Versand von 154 000 Tonnen. Rohstoffe und Halberzeugniss« bilden neben Lebensmitteln den bei weitem größten Teil de« Giiterverkehr». Ueber zwei Fünftel des Empfanges entfallen allein auf Kohle, annähernd ein weiteres Fünftel aus Baustoffe,«in Achtel auf Lebens- und Futtermittel. Rechnet man auch noch da» Holz zu den Bau- stoffen, so umfassen diese drei Gruppen. Kohle, Baustoff« und Lebensmittel zusammen 80,7 Proz. des gesamten Gütereinganges nach Berlin. An dem Rest sind Metalle und Meiollwaren mit 6,5 Proz. und sonstige Güter mit rund 13 Proz. beteiligt. Ganz anders dagegen beim Gülerverfand. Hier schrumpft der An- teil der Kohle an dem Gesamtausgang mit 5,3 Proz. zusammen. Oersenlge der Lebensmittel auf 6.9 Proz. und der von Holz auf 2,44 Proz. Rur der prozenmale Anteil der Steine und Erden (darunter auch das Müll) hält sich beim Versand mit 18,4 Proz. auf genau der gleichen Höhe wie beim Empfang. Die Größe der Ledcn»mittelzufuhr ist sür die Bevölkerung der Großstadt natürlich von besonderem Interesse. Hier stehen nach dem Gewicht an erster Stelle die Kartoffeln mit 489 000 Tonnen: es folgt das Ge- treib» mit 450 000 Tonnen: dann Gemüse und Obst mit 331 000 Tonnen: Müllereierzeugnisse elnschlirßlich Kleie 249 000 Tonnen: Oele und Fett«>09 000 Tonnen, dann erst folgt FlellchundSveckmit nur 64 000 Tonnen gleich 0,4 Proz. der Gesamlrinfuhr. Allerding» sind, wie schon eingangs«rwührn, lebend» Tier« hierbei nicht einberechnet. An Zucker gelangten ip Berlin 70 000 Tonnen, Kassee. Tee. Kakao 21 000 Tonnen, Fische und Schallier« 60000 Tonnen an. » Der Berta nd ist bei allen diesen Waren gering. Rur bei Kartoffeln, Getreide und Müllereierzeugnisse fällt er etwa» Ins Gewicht. Au, den obigen Zahlen«rgldt sich, daß die große Mast« der verttner Bevölkerung, wenn auch nicht au, Prinzip, sondern ge- zwungenermaßen ln der Haupisoci� oegeiorisch sich ernähren muh.— Bei dem Bier überwiegt der Versand mit 8? 000 Tonnen den Empfang, der sich auf nur 22 000 Tonnen belöust. An Wein und Spirituosen gehen»in: 67 000, au«: 25 000 Tonnen. Zum Mäüch«Amorö in Pankow. Eine wichtig« Feststellung. Den unausgesetzten Nachforschungen der MardkotnmIssUr> zur Aufklärung de« Pankower Verbreche«» ist»« jetzt gelungen, festzustellen, wo sich Margaret« Kedlag in der Nacht zum »ergangenen Sonntag aufgehalten hat. Bier einwandfrei« Zeugen haben in ihrem Lichtbild«in Mädchen bestimmt wiedererkannt, da« am Sennabend abend gegen 10� Uhr mit einem Manne in einem Lokal in der Breiten Llr. 34 zu Pankow einkehrt« und vorn im Schankraum mit ihm an einem Tisch in der Nähe eine» großen Garderobenständer» Plag nahm. In dieser Wirt- lchast herrschte bis>n die späte Nacht ein reger Betrieb. In dem großen Saal feierten die Eisenbahner der Gruppe Siettiner Bahnhof «inen Maskenball. In drm kleinen Saal hotte ein kaufmännischcr verein«in Vergnügen. E» wurde sesigestellt, daß die Ermordete mit ihrem Begleiter di» gegen l Uhr dort war und dann mit Ihm wegging. Gönz genau läßt sich die Zeit nicht angeben. Leider hat die Mordkommilsion bisher noch keine eingehendere Be» fchreibung des Begleiter« erlangen können, während vier Zeugen da» Mädchen selbst bestimmt festgestellt haben. Es müssen nun aber auch viele Gäste den Mann gesehen haben. Sie werden dringend gebeten, sich unverzüglich bei der Mordkommission Johanne» Müller- Dr. Broschwiß zu melden, vor allem zwei sung« Damen, die vielleich! am besten Auskunft gsben können. Dies« Damen, etwa 18 bis 20 Jahr« all, kamen kurz nach Mitternacht au« dem großen Saal in den Schankraum, nahmen in der Näh« de» Paares Platz und verzehrten je ein Schnitzel, und tranken dazu je ein Glas Bier. Ihr« Aussagen können für die ganzen Ermittlungen enffcheidend werden. Strengste Derschiegenheit über alle Bekundungen tvird ihnen zugesichert. Um die Regelnng des Hebammenwesens. In einer großen, gutbesuchten Dersammlung im Nordischen Hos nahmen die Berliner Hebammen am 16. diese» Monat, Siel» lung zur Abänderung der Reichsgewerbeordnung. Genossin Hensel«!! ging ln ihrem kurzen Referat besonders auf den ß 30 sRiederlassungsgenehmiguna) des Abänderungsentwurses ein, durch dessen Annahme zum April 1928 etwa 60 Proz. der Berliner Hebammen brotlo, würden. Selbst die Stadt Berlin hätte sich in einer Eingabe gegen die Annahme gewandt, da dann mehr al« die Hälsie der Berliner Hebammen der öfsentllchen Wohlfahrtspsieq« anheimfallen würden. Nachdem der 1917 im Preu- ßischen Landtag zur Beratung gestanden« Entwurf durch die dama- iigen bürgerlichen Parteien zu Fall gebracht worden war, und das >922 angenommene Gesetz den Forderungen der Hebammen nicht gerecht geworden ist. müssen die Hebammen aus einer reichsgesetz- liche» Regelung de« Hebammenwesen» im Interesie ihres Berus«« »nd der Bevölkerung bestehen. In langer sachiicher lmd»ingehender Aussprach« wurde von den Rednerinnen aller Parieirichtungen der gleich« Standpunkt oerireieu. Genossin Lnndtagsadgeordnete Olga Wohlgemut wies daraüt hin, daß auch die Frage der Rege- lung de» Hebammenwesen« im Parlament durch die poii- tischen Parteien entschieden werde, und daß dt« Hebammen von den Vertretern ihrer Parteien energisch di« Wahrung ihrer Inter- eilen verlangen sollten. In ihrem Schlußwort betonte Genossin H« n s e l» i t. daß die Sozialdeniokrattlche Porlei die erste war, die gegen den Antrag zur Adönderung der Gewerbeordnung Siel- lung nahm, und daß sich dann erst die anderen Parteien der Forderung anschlössen. In einer einstimmig angenommenen Entschließung kam der Gesonttwille der BeN'ammlung nochmals klar zum Aus- druck._ öllnüesarünÄungsfettrn öes Kekchsbsnners. Am Dienstag, den 22. Februar, jährt sich zum dritten Male der Tag, an dem das Reichsbonner Schwarz»Rot- Gold gegründet wurde. Aus diesem Anlaß oeranstaiiet da« Reichs- bonner an ollen Orlen große Gründungsfeiern, die im gegenwärtigen Augenblick noch von besonderer Bedeutung sind, da sie deWiich»ie unerschütlerte Kraft de» Reichsbanner» zeigen werden. Der Gau Berlin. Brandenburg oeranstaiiet sein« B e r- llner Gründungsfeier am Dienstag, den 22. d. M.. abends 8 Uhr, In der Stadt halle, Ktosterslraße, » Slering. Erkelenz und vr. Krone beim Kelchs banner. Bei der großen Reiäzsbannergründungsfeier, di« am Dienstag, dem 22 d. M., abend« 8 Uhr, in der Berliner Stadthalle, Kivsterftroß«, stattfindet, werden Staatsmtnister a. D. S i e r i n g. Reichstagsabgcordneter Antun Erkelenz und Reichstagsabgeordneter Dr. Krone An- sprachen hatten. In denen dl« Bedeutungde» Reichs- bonners für die Republik und ihre Weiterentwicklung Die Feier, die durch den Einmarsch der Berliner wird, elhält durch Reziiationen, die Albert Staotstheater spricht, noch«ine besonder, Note. Fanfarendloser de» Kreis.» an der Feier mitwirken. Di« republika- gewürdigt wird. Fahnen eröffnet F l o r a t h vwn Außerdem werden die verein» Neukölln nischen Parteien sind durch das Reichsbanner zur Beteiligung an dieser Feier eingeladen und haben ihrerseits ihre Mitglieder zur Beteiligung ausgefordert. Eine große Zahl bekannter republikani- scher Führer aus allen republikanischen Parteien hat bereits ihr Erscheinen zugesagt._ Pestalozzi Feier der Freien Schulgcseklschaft Neukölln. Uttter starker Beteiligung der Siternschaft feierte bie Neuköllner Schulgesellschast den Todestag Pestalozzis. Ein Kinder- gefangs- und»in Sprechchur leiteten den Abend ein. Genosse Wei- gert entwars dann ein Bild de» sozialen Kämpfer», der nicht allein großer Schutmann war, sondern in gleicher Wels» auch gtgen die Notlage der unterdrückten Schichten ausrief und wirkte. Erst die Reaktion der nachrepolutionären Zeit hinberte den Alternden, sein« Ideen weiier ausgubreiien. Genosse Stadtrat Dr. L ö w« n st e i n behandelte da» Thema: Postaiozzi und die hautige Schulgesetzgebung. In seinstnniger Art logt« er den Zusammenhang von PasßllogAi» Ideen mit den sozialen Gebundenheiten und der liberalen Aufklärung seiner Jost dar und zog daraus die Schlüsse sür»in« Siellungiiahi»« Pestalozzi» zu unserer Schul- und Kinderschutzgesetzgebung. Der große Schulmann wäre heut« sicher Gegner der Konsessionsichule, Gegner eine« Gesetze» zur Bewahrung der Jngend vor Pchuni und SchimjJj, vor Kino- und Theaterunpttiichkeit. Statt Verbote Hilf« durch Erzichung zu guter Literotur, Au,zestaltung von Bibliocheken, Erriltaung von L-sefolen, Iugondheimen usw. Sprech- und Gesang»- chor schlössen die w»hlgelu»tgen« Feier. Metattbogen- BettsteWe. 33%n8Mlos8sfcihrMx190. Schrank, mßfcckiert, 193 om hoch. Prozeß gegen �anögerichtsöirektor Jürgens Beginn am nächsten Donnerstag. Am kommenden Donnerstag beginnt vor dem Schwurgericht beim Landgericht III unter Vorsitz von Landgerichtsdirekror Bombe der Prozeß gegen Landgerichtsdirektor Bernhard Jürgens und seine Ehefrau Marie, die sich wegen schwerer Delikte zu verantworten haben. Der Fall des Ehepaars Jürgens hat seinerzeit großes Aufsehen erregt, da einem hohen deutschen Richter, der zeitweise Unter- suchungsrichter des Staatsgerichtshoss und der oorüdereehend sür den ehemaligen Staatskommissar für die öffentliche Ordnung tätig war, vorgcworsen wurde, daß er schwer« Versehlungen begange» habe, die ihn, wenn sich die Anklage als wahr erweisen sollie, zum Verbrecher stempeln würden. Auch rein äußerlich har der Prozeß recht wechselvolle Schicksale gehabt. Die Straslaten, die Landgerichtsdirektor Jürgens und seiner Gattin zur Last gelegt werden� haben sich in Kassel, in Star- gard, in Kolberg und zuletzt in Berlin abgespielt, und es waren somit vier Gerichte damit beschäftigt, den Tatbestand zu klären. Als dann aber die Voruntersuchung geschlossen und die An- klage erhoben worden war, wollte keines der Gerichte die Durchsüh- ning der Verhandlung übernehmen, hauptsächlich wohl aus dem Gnmde, well in Kassel, ebenso wie in Solingen doch eine enge Fühlungnohm« zwischen dem jetzigen Angeklagten und den dortigen Richtern bestanden hatte. Auch Stettin, das eine Zeitlang als Ver- Handlungsort in Aussicht genommen war, gab deutlich zu oerstehen, daß man dort die Verhandlung nicht gern übernehmen würde. So war schließlich das Reichsgericht gezwungen, selbst ein Gericht zu bestimmen, und dos Urteil des höcbsten deutschen Gerichts ging dahin, Berlin zu bemiftragen, den Prozeh zu End« zu bringen. Die Anklage, die etwa 150 Seiten umfaßt und die ein ungeheures Material, sorgfältig gesichtet, zusammengetrogen hat, liest sich stellen- weise wie ein spannender Kriminalroman. In der kam- wenden Berhandlung werden insgesamt 113 Zeugen ousmar- stieren, meist Kausleute, einig« Fabrikbirektoren, Riitergutsbesitzer. Bankbeamte, vor allen Dwgeu das Dienstpersonal und Polizei- beamte. Die Anklag« vertritt Oberstaatsanwalt Jordan aus Stargard. während die beiden Angeschuldigten von Iustizrat Dr. Jo. Hannes Werthauer, Rechtsanwalt Dr. fieinrich Werthauer. Rechtsanwalt Dr. Alsberg» Rechtsanwalt Dr. G ollnick ver- teidigt werden._ Die«enoflenschast Deutscher Vühnenangehärigen veranstaltet in der kommenden Woche weitere Aufführungen der„Weber* von Gerhart Hauptmann. Di« Vorstellungen finden statt, Montag, den 21. Februar, Andreosfestsäle, Andreasstraße 21; Dienstag, den 22 Februar, Orpheum, Hasen Heide 32-38; Mittwoch, den 23. Februar, Tcgler Vereinshou», Tegel. Hauptstraße 6; Donnerstag, den 21. Februar, Saalbau der Hochschulbrauerei, Amrvmer Straße 11. Die Dorverkouisstellen kEintrittsprie» 80 Pf.): Gewertschastshaus, Engelufer 24-25, Zimmer 13; Deutscher Bekleidungsorbeiterverband, Sebaftianstraß» 37-38; Zentralverband der Fleischer, Zorndorfer Straße 32: Verband der Gemeinde- und Staotsarbeiter, Johannis- straße 14-15; Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Luisenuser 37; Deutscher Holzarbeiteroerband, Rungestraße 30; Metallarbeiterver- band, Linienstraße 83-85; Deutscher Tabokarbeiterverbond, Münz- straße 24-25, Buchhandlung I. H. W. Dietz, Lindenstraß« 2. wilde Gasberaknngsstellen. In letzter Zeit haben sich in vielen Stadtteilen sogenannte.Gasregulierungsgesellschas. ten, Gaesparllchtzentralen, Gaskocher. und Brennerzentralen und Gasberatungsstellen usw.* aufgetan. Die Beauftragten, Reisenden, Schlosser, Monteure usw. dieser Firmen besuchen die gasverbrauchenden Haushaltungen und preisen Gassparbrenner, Gasregulier- und Sparapparate an, die sie auch gleich In die vorhandenen Gasapparate einbauen. Häufig oerschaffen sich diese Personen unter der Vorspiegelung Zutritt zu den Wohnungen, daß sie.von den Gaswerken* kämen und beauftragt seien, die Gasonlagen und Apparate nachzuprüfen. Ihren amtstchen Charakter suchen sie durch Vorzeigen eines Aus- weises zu bekräfstgen. Auf Grund vielfach H Anfragen und Be- schwsrden der Gasoerbraucher sieht sich die„Berliner Städtische Gaswerk« Akt.-Ges.* oeranlaßr, daraus hin. zuweisen, daß diese Vrioatsirmen mit ihr und auch mit anderen städtischen Einrichtungen in keinerlei Zusammenhang stehen. Die Gaswerke empfehlen, sich In jedem Falle an die zuständige Ge- fchästsstelle zu wenden, deren Anschrift und yernsprechanschluh auf der Go«rechnunp vermerkt Ist. Sie weisen ferner darauf hin, daß Ihre Angestellten mit einem Lichtbildausweis mit Stempel und Unterschrlft der Geschäftsstelle ver- Ichen sind, der unoufoefordert vorgezeigt werden soll, und daß in jeder Gasangelegenheit kostenlos und sachgemäße Zluskunft ge- geben wird. Einen Führerkursu» plant der Bundesvorstand de» Deutschen Arbelter-Lbstinentenblinde» für Ostern 182 7. Der Lehrgang soll Im Schloß Tännich, Thüringen, stattfinden und ist in erster Linie für Funktionäre des Bundes und die, die e» werden wollen, bestimmt. Er wird die gesundheitlich?, volkswirtschaftliche und tuuurell-politische Seite der Sllkohclsrag« be- handeln. Anges�ht, der Immer größer werdenden Altohoigefahr ist diesem vehrgang im Interesse der gesamten Arbeiterbewegung ein voller Erfblg zu wünschen. ver«re»verein Cbackvckevbvrg be» Nelibsbiwi'er» kchmorz-ltot-Sold vernr.italut au» iiulait der.BundeS-Wei bewochc" am Doniiei slag. dem LI, in SlljleUS fvebsfilen, CbarlaUendiira. Berüner Str. 88, ein Orchester- lonzert der CdaUolterchurger Reichsbanncr-Kagelle. NeiistSlagSabge- ard neter«Icmeuib Franz Künstle v wird ju dem Thema:„Der Kamps um die.Ztepublil' die Festansprache hallen. »doch chalrefarin I* Eine issentliche Kioibgebun, pt diesem brennenden Thema nenrnstallei der.Bund Entschiedener Schul- res armer' am DienSIag, LT. 7>/, Uhr. in der Aula de« Fiievrich- WilbUmS.EtimnesiumS, Kochstr. ist. Es ivrechen unter dem Vrnfitz von Pros. Pau> Oestieich l. UntvcriilSlSPros. Dr. Heinrich W a e n t t g. Halle, M d. Ii., über.Die deutiche Hachichuit, wie. sie war. wie sie ist und iv i e i i e s-ln sollte'. S. Prof. Dr. Tdeodor L e s s i It a> Hannover über.Di« akademische Freiheit und die I ii o e n d'. 3. Hochlchuidireltor Piioaldozent Dr. Paul Honig»- beim- Köln über.Di» ZulunstShochschule zur deutschen V o l l S t u I t u r'. Jflr den Sprech- und»ewegiinascher der VoUSbühii« werden begabte Mitgli-dcr gesucht. Meldungen an ftarl Sogt, Schöneberg, KöuigSweg 22 bei Zech. trtl veefhoven.ßu»d»rI1o>'rseIer« veranstaklet da» VolkSbidungb- am! Neinickendorf, und zivar am DienSlag, dem 22. ftellruar, adene» L libr. in T e g e l. in der Aula der Huncheldt-Schu e. am Miilwoch, dem 23. Febi-iar, aöendS 8 Uhr. in Hermidorl, Restaurant.Zum Linden garten', Seilincr Str.. und am Donnerstag, dem 21. Februar, abend» 8 Uhr, m R«iuick endo rs-O st, in der Aula de» Realgymnasiums, Seiner Str. Zu Be»tnn der Feier«iid Walter Möller über den qrohen Toi'eher und seine Pcisinlichieit sprechen. Einen Einblick in de» Meister» Schäften bietet der daraus folgende muftkollsche Teil, in dem Milly Rosen die schönsten Setlhm-en-Lieder singen und Konzerimeister Lamblnon die tl-Diir-Nomanze. ein MertnUt von Beeiboven und d!« liebliche Zmate ?»Tur, die so�cnonnic Fnibiin-sionole, Ipielen wird; den Klavierpart hat lassen. Elelänsrr und«i»hock»v pielrr. Heut«, Konntag. trüh Sll, Ndr, treffen sich all, EtSivoriler und Kileressenten der ÄWJ. sArbeiter-Wintersport- Jnteressengemeiiilchast) an der Enddallestelle der t! I n i e 23 in T e g e l 0 rt Für Nochiügier gilt folgender Weg: Bom Lenchiturm üderjetzen nach LooiSdauS Bull er, dann etwa 200 Meter über die Wiesen lausen. ver Orlsouslchiih sür Zagendxsleg« Reutölln veranstaltet Montag, 21 Februar seinen 3. Kinoadend im Saalbau Bergslr. 117. Zm Aussübrung gelangt der Film.Die Segelsahrt in» Wunder land'.»arten 20 Pj. für Juaeiidllch« und dO Ps. tür Erwochlene find im Raibau«. L Zr.. gimm-r ZS». »u haben.»«> Entnahme von Kaisten lm Vorvertaus werden 10 Proz. greUarte» sür erwerbslose VereinSmitglleder gewährt. Ein« Svndgebnng der eigutdeckionsgrschüblgte» und ver beäugte, zum Haager Schiedsspruch und zu den Entschädigungsfragen findet auf Einladung der in der Arbeitsgemeinschaft der Interessenvertretungen für den Ersatz von Kriegs- und Verdrängungsschäden zusammengeschlossenen Ver- bände am 20. Februar 1927, vormittags 10 Uhr, im Eoalbau Friedrichshain statt._ Justizirrtümer. Aus der Gcrichtspraxis des Auslandes. Vor wenigen Tage» fand in Nizza ein Prozeß statt, der wieder einmal zeigte, wie leicht Justizirrtümer, sa Justizmorde entstehen können. Aus der Anklagebank saßen drei Kaukasier: Baranoff, Lschegakow und ElMnatzchisow; sie harren sich wegen eines Tot- fchlags an einem Russen namens Petrijento, Arbeiter an dem rujsi- scheu Unternehmen Verdier, zu verantworten. Die Sache lonme für sie sehr brenzlich werden: einige Tage vor der Ermordung des Petrjenkow hatten sie Slreir mit ihm, bei dem Drohungen gesollen waren. 2lls nun am 16. August 1926 die Ortschast La Boqu«, die auf dem Wege nach Cannes liegt, unweit des Gebäudes, da» dem Unternehmen Verdier gehört, die Leiche Petrjenkos gesunden wurde. fiel der Verdacht sosort auf diese drei Kaukasier. Er wurde noch durch den Umstand verstärkt, daß die Brieftasche des Toten sowie der Inhalt seiner Taschen unberührt geblieben waren; Raubmord log also unter keinen Umständen vor. Alle Unschuldbereuerungen der Kaukasier blieben ersolglos. Es wurde gegen sie die Anklage wegen Totschlags erhoben und die Hauptverhandkung erössnet. Da geschah aber das Unerwartete: Kurz vor dem Gerichtstermin gelang es der Polizei, den wahren Schuldigen zu fassen— den russischen Arbeiter T i ch o n K i st e n j. Anfangs leugnete er hartnäckig, war ober schließlich doch geständig und zeigte auch die Stelle, wo er das Beil vergraben Halle. Nun wurden die Kaukasier. die bereits mehr als vier Monat« in der Untersuchungshaft verbracht hatten, aus freien Fuß«esegt; da jedoch die Hauptoerhandlung gegen si« schon eröffnet wär, mußten sie zusammen mit dem Kisdenj aus der An- klagebank erscheinen. Dieser behauptete aber, er habe den P«r- jenko in Notwehr erschlagen, als er chn habe berauben wollen. Das Gericht verurteilte ihn zu acht Jahren Gefängnis. Di« Kau- kassier wurden freigesprochen. Es gibt auch Justizirrtümer, die de» humoristischen Beigeschmack» nicht entbehren. Wenigstens hören sie sich lustig an, selbst wenn dem einen oder anderen der Akteure dabei auch nicht ganz wohl zumute sein mag. Folgendes Geschichten geschah alsv eines Tages in Paris. Am I. Mai vorigen Jahres überfuhr ein Auto im Bois de Bonlogne ein kleines Mädchen und versuchte zu entkommen. Der Polizei gelang es. den Flüchtigen zu stellen. Der Eigentümer wies sich als der Amerikaner D o d g e aus. Das Gericht verurteilte ihn in Abwesenheii�zu einem Monat Gefängnis. Als aber die Polizei die Strafe vollstrecken wollte, war Herr Dodg« nirgend» zu finden. Dann tauchte er plötzlich im Justizpalast aus und erklärte, es läge ein Justizirrtum vor: er sei im Mai gar nicht in Poris gewesen, sondern in Amerika; so bald er erfahren habe, daß ihm zur Last gelegt werde, er habe nach Uebersahren eine» Kindes Fersengeld gegeben, da sei er mit dem ersten Dampfer von jenseits des Ozeans herübergekommen; auch einen Zeugen habe er gleich mit- gebracht, der bestätigen könne, daß er zur fraglichen Zell in Amerika gewesen sei. Wer also hatte dos Kind überfahren? Allerdings, es war Dodge» Auto, auch dessen Frau befand sich in Ihm; der Autoinsasse aber, der sich als Dodge vorgestellt hatte, war in Wirklichkeit nur sein Stellvertreter bei der Frau gewesen, nämlich für die Zeit seiner Abwesenheit; also deren Geliebter. Dieser hatte sich auch sofort Zeugin an, daß Hl seinen Namen zuAelegt. Jöor Gericht gab ein« ._...„„eugin an. daß Herr Body— so hieß der Stellvertreter de, Herrn Dodge bei dessen Frau— sich der Polizei auch wirklich als Herr Dodge vorgestellt habe. Auch die Kammerzofe wußte e« von ihrer Herrin, daß es Herr Body gewesen sei, der das Mädchen überfahren habe. Wo war nun H e r r B o d y geblieben?„Ja. das möchte ich auch tzern wissen", meinte Herr Dodge zu dem Richter. Diesem blieb aber nicht» anderes übrig, als den gehörnten'Ehemann, der von seinem Rivalen u m Frau, Auto und Namen gebracht worden war, frei- zusprechen._ Schweres Schiffsunqlück auf dem Comofee. Lasel, 19. Februar.(TU.) Auf dem E o m o s e e ist gestern abend ein Pilgerschiff, auf dem sich der DischofoonEomomit 7 0 Pilgern befand, aus unbekannter Ursache gesunken. Da sich das Schiff bereits in der Nähe des Ufers befand, konnte der weitaus größte Teil der Pilger gerettet werden, darunter der Bischof selbst, der als letzter vom sinkenden Schiff« heruntergehol! wurde. Bei der Panik, die auf dem sinkenden Schiffe geherrscht hatte, wurden über 30 Personen verletzt; auch ist«in Toter zu betlagen. Zwei Personen werden vermißt. Eine dörfliche Traqödie. Der Brand und Doppelmord aus dem Grundstück der Frau Baumgart in Klein-Louersitz ist noch einer Meldung aus G l o g a u durch ein Geständnis der in Haft befindlichen Frau Baum- gart ausgeklärt worden. Danach hat der unehelick)« Sohn des von seiner Frau getrennt lebenden Baunigart au» Verzweiflung über finanzielle Forderungen, die sein Vater für die Benutzung des Grundstücks an ihn stellte, in der Nacht zum 12. Dezember nach einem oergeblichen Mordversuch an seiner Mutter die in der Küche sitzende Großmutter getötet und sich dann aus dem Boden des Hauses eine tödliche Halsoerletzung beigebracht. Ülls ihn die Mutter auffand, habe sie in ihrer Verzweiflung der Leiche den Kopf völlig ob- geschnitten und in den Teich geworfen und darauf ihr Anwesen i» Brand gesteckt. Sie eille dann zum Gemeindevorsteher, dem sie den Brand meldete._ Eine Stadl«rbronnk! Nach einer Meldung aus Athen zer. stört« eine Feueisbrunst in einem Zeitraum von zwei Stunden die Stadt K a o a l a oollftärdlg. Neben 8 0 Geschäften brannte das kleinasiatische Flüchtlmgszentrum ab. Der Verlust wird aus 10 Millionen Drachmen geschätzt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Leu« Erdstöße In der Herzegowina. Aus Belgrad wird ge- meldet: Die Eidbebenworie erhielt im Laufe des Freitag» aus Mostar«ine Nachricht über weitere Erdstöße. Gestern 6.15 Uhr früh wurde In Mostar und Umgebung»in neuer sehr starker Erd- stoß wahrgenommen, durch den wieder mehrere Häuser zerstört wurden. Die Opfer des Tornados im Süden der Bereinigten Staaten. Den letzten Moldungen zufolge sind bei dem Tornado, der am Donnerstag und Freitag die Staaten Louisiana, Mississippt und Alabama heimsuchte, 40 Personen getötet und etwa 100 verletzt worden. Opfer des Aberglaubens. Ein krasser Fall von Aberglauben, den eine junge Bäuerin mit dem Leben bezahlen mußte hat sich in einem Dorfe des ostpreußischen Kreise» Osterode ereignet. Die Frau bekam einen Gesichtsausschlag, dem ein« schlimme Entzündung folsste Aber anstatt einen Arzt zu Rate zu ziehen, wurde eine„ländliche Heilkundige' befragt. Dies« verordnete Umschläge mit Schweinedünger. Erst als sich der Zustand bedenklich ver» . i*| schiimmert hatte, wurde die Bäuerin in» Krankenhau» gesthasst. St« war aber nicht mehr zu retten, sondern starb noch kurzer Zeit Das Tadesurlesi lachend enlgegengevommen. Roch mehrtägiger Verhandlung wurde in Augsburg der 26jährige Knecht Klein wegen Ermordung«>ncs früheren Freundes zum Tode verurteilt. Der Mprder nahni da» Urteil mit lachender Miene entgegen. Wetterbericht der öffeatUchev wetierdtenstitelle iür SerNn»od Umgegend (NochOr. verb). Wollig, llrichwiss« leichte Sckw-iälle. Temprriilmen meist unter Null.— Für Veulschlondi Im Roidwestin etwas Milderung, Be- wöUungSzunohme, sonst Foltdeftond der herrschenden Witterung. s In dar .VonrArts* sind besonder« wirksam und trofeöeni schrbilUg! JETZT AUCH IM WEST m AN DPR ßlnmenspenden leder Art tieler» o r e> s w«> Paul Golleta, ootm. Robert Kiy« MiriannenttraB* 3, Eck» Nounynüroß« An» Morixpi. 1080S WztMdier ECKE KURFURSTENDAMM 225/220 üOdiercdiraQk in Eidie Mk. 39.00 iJ2m hoch, 0,70 pren in hell, btnun oOr; dimort. Aud) nrüftet am Lager. Nerloiu na» oußerhoid. E. Mccltclbnric, öOCBiärte-SiwHtlbi ikerltn-Treptow, ©rituttrofte 50, Tel. Morigplotz 80ii> aeäffnrt von 7-7 Uhr Altes ilgesriiäit in ßWechM' 5m\' Helfe- Deden SttWüeu ItUolflgen MmM Ms«u billigst. Tog««pr. fiebrfider PUanme, Beilln SW. friedridistr. 201 Erte Zimitmitt. 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Darmslörungen usw.) werd. geheilt oder ge- belfert durch elne Ruilos Knoblaudikur. Diele» alibewahrle natürliche Hausmittel hat nach ilintlchen Forichunqseigebnlllen die gllnlliglten Erlolge ergeben Zu haben in den Rpolheten(vrogerjen), bestimmt: Geuerol-Vepol, Andreav-ltpolhete. veriiu O IT, Andreasstr. 15, ffernipr Königst 2789. Zorderr, Sic Drtiiff Velout-Teppicbc, extr. �x3150iSx42.-�y6350�x109.- Boucle- Läufer st�L Z425c" 310, la Boucle-Teppiche ,21 36�ix57.2oy84.-r93- ' KeUm.Divandedtcn�SlS55 w u r Berlin C, SpandauerStrasse 3 f. P e r i s t a n. T e p p i d) c a1S> 3650 IT 5975 SSX7975 �x10t. 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Mg. toll(Soj.): Sn bea Ange» vieler Menschen, aoch mancher Adgeortmete«, sind Finanz- and Eteuerfragen etwa» Trockene» und Langweilige». Aber auch schon vor der Red« de» Reichsswanzminifter», der etwa» Ton und Farbe in unser» Auseinandersetzungen gebracht hat. boten dief» für den autmerkfamev Zuhürer manche» Interessant«, zuweilen auch einige Uederraschungen. Der Grund dafür log nicht lediglich darin, daß«in neuer Retchsfinonzmtnister als Vertreter einer neuen Regi«r»mg»toalition oor uns stand, sondern auch darin. daß mit der neuen Parteigruppierung sich rasch neue Unschauangea und Uederzeugongen bei einzelne« Parteien gebildet haben. Man kann«« dem neuen Reichsftnanzmtnister nicht übelnehme», daß er den von seinem Amtevor gänger dem Reichstag vorgelegten Etat- entrourf mit seinen eigenen Auge« betrachtet. Wenn nun aber die- seiden Parteien, die Herrn Dr. Reinhold gefolgt sind, nach seinem von ihm selbst nicht gewollten und nich, verschuldete« Rücktritt scharf« stritik a» Ihm übe«, so will da» nicht ganz gerecht erscheinen.(Ledhafte Austwnmma links.) Wir Sozialdemokraten haben nicht Hostanna gefunae«, eck» Dr. Reinhold sein Amt übernahm, und wir schreien nicht: Zkreu- ziget ihnl nachdem er sein Amt oerlasten hat. Wir hoben ihm vom ersten Tage seiner Amtsführung an skeptisch gegenübergestanden und haben dieser Skepsis, die sich zuweilen zu heftiger Kritik verschärfen mußt«, Ausdruck gegeben, auch wenn die Kriti» ter von heut« vorgezogen habe« zu schweigen. (Sehr wahr, b. d. Soz.) Die Red« de» neuen Reichafinonzminister» enthielt neben manchem, dem wir widersprechen wüsten, auch Bemerkung««, die vermutlich den Herren Obersohren. Kesnoth und Merk weniger angenehm in den Ohren geklungen hoben al» uns. Zu den Bemerkungen, denen wir widersprechen wüsten, gehören u. a. diejenigen, die sich aus die Auswertung bezogen. Ich weiß nicht, wie die Bemerkung zu verstehen ist. daß an den Grundzügen de» Aufwertungsrecht» nicht» geändert werden dürfe. Will man etwa behaupten.«» sei aerrcht and unoermeidNch, die Banken, die in de« letzten Jahre« ungehenre Erträge er- zielt habe«, von jeder Auswertanq langfristiger Einlage» ja befreien?(Sehr richtig, link».) Will man behaupten, daß an den unmöglichen Rückwirkung». terminen. an der unzulänglichen Verzinsung de» Aufwertung»- betrage», an der unzulänglichen Regelung der Sparkostenauswer- tung. der Privatpensionskossenauswertung und an der Regelung der Aufwertung der öfsemliche« Anleihen fest geholte« werden muß? Ueber dies« Frage« werden wir uns demnächst in einem Ausschuß unterhalten mästen, und Ich hoff«, daß da» Ergebnis nicht mit der Erklärung des Reichsfinanzminister» übereinstimmen wird. Zu den Bemerkungen des Finanzminifler». die der andere« Seit« de» Hause» wenig angenehm in den Ohren geklungen habe» mögen, gehört die, daß mit der Subveattonierung privater Unter. nehmunge« au, Reichsmiltrtn ein End« g mxich» werden wüste. Hier war nicht ein einziger zustimmender Laut ovo recht» zu ver» nehmen.(Heiterkeit link».) Auch die vemerkimg de, Herrn Dr. Köhler, daß dt« Erzdergersche Rrtchsstnanzoerwallong bei- behalte» werde« wüste, fand keinen Beifall bei der Bayerischen Dolkspartet, deren Redner. Herr Merk, den Beifall durch dt» Mahnung an Herrn Dr. Köhler ersetzte, er möge in der Mäßigung seiner föderalistischen Neigungen nicht zr» rasch oorwärt, schreiten. (Heiterkeit links.) Etwa» schärfer wurde Herr Merk gegenüber seinem Koalitionskollegen Keinoth, der allerding, alle Rücksicht auf die bayerisch« Boltsseei« außer Acht geiasten hat. Herr Keinoth sprach von dem schwerfälligen staotsrechtllchen Gebilde de» Deut- fchen Reiches, das eine groß« Verteuerung der öffentlichen Verwaltung bedinge: er lehnt« den 5 35 de» Finanzaiisglelchsgesetzes ab: er beanstandete die Einnahmegarantie, die da, Reich den Län. der» bietet, und die der llieichsstnanzmi nister erhöhen will, er for- derte eine reichsrechtliche Siegelung der Ertragssteuern, wenigsten» «ine Begrenzung noch oben. Do, war ein bißchen viel auf einmal, jedenfalls viel mehr, al»«in urboyerisch«-Gemüt ertragen kann. (Hetterkett link». Abg. Körner: Auch ein württembergisches Gemüt.) Darauf komme ich noch. Sch verstehe auch die gereizte Tonart, in der Herr Merk Herrn Keinoth erwiderte und die sich fast bi» zur Kündigung der Koali- tionsbrüderfchast steigert«.(Heiterkeit links.) In einem Punkt« tan« ich dem Redner der Deutschen Dolkspartei zustimmen. Da» Deutsche Reich tft tu der Tal et« schwerfällige» staatsrechtliche, Gebilde mit einer sehr teure« Verwaltung. Aber was nützen alle Vereinfochungvredereiea. wenn man«m de« Kern der Dinge herumschleicht wie die Katze«m de« heißen Brei. In der Prest«, in der da» parlamentarische Regierungssystem ver- haßt ist, spazieren alle paar Tag« einmal die 2600 Parlamentarier auf. die wir w Deutschland haben, die Diäten werden ihnen oor- gerechnet und alle», was damit zusammenhängt Dabei aber greift dieselbe Press« ebenso oft die Weimarer Beifastung wegen ihrer unitarifchen Tendenzen an(Sehr richtig, b. d. Soz.) und läßt heutt noch Pech und Schivefel über die Erzbergersche Steuergesetzgebung und R e i ch s st eu« rv e rwa l t u n g regne«. Mit der Aufhebung selbständiger Verwalhmge« in Wolbeck und in Lipp«, an die Herr Merk tvohl gedacht haben mag, wird diese» Problem nicht gelöst. Da nun Herr Körner meint, auch ein württembergifches Gemüt hob« für die ketze- rischen Bemerkungen des Herr« Keinach kein Verständnis, so darf ich daran erinnern, daß ich selbst einmal dt« Ehr« gehabt hob«, während ein«, Zeiträume« von 20 Monaten der Regierung eines deutschen Mittefftaate», Württemberg», anzugehören. Während dieser Zeit habe ich tagtägtich sehen können, in welch ungeheuer- lichem Maße Zeit, Geld und Kräfte durch die selbständigen Regie- rungsapporate von Ländern vergeudet werden, deren Gebiets- umfang und Einwohnerzahl weit hinter den größeren preußischen Provinzen zurückbleibt.(Sehr richtig, b. d. Soz.) Ich habe schon in meiner damaligen Stellung nicht oersäumt, meine Auffassung auf Grund der gesammellen Beobachtungen, gewonnenen Einblicke und Erfahrungen zum Ausdruck z« bringen. E» ist ein««nyeheverllche Geldversä von 18 cänder. Zentralstellen dieselben Dinge bearbeiten zv lasse«, die von einer Reichsstelle ebensogut bearbeitet werden kännen.(Lebhafte Zu. stimmung bei den Sozialdemokraten.) Da» gilt nicht bloß für W a l d e ck und L l p v e, da» gist auch für Bayern. Die tnnerstaattich« Gliederung, du unter rein dynaski- schen Gestchtspunkten erfolgt ist, ist nicht ermg unabänderlich, sie muß mir der Entwicklung fortschreiten und sich den Bedürsnißen der Menschen anpassen. Deweglilder al» der Redner der Bayerische« Bolkspartei in dieser Frage zeigte sich m einige« Fragen der Red- ner der deutschnationalen Fraktion Herr Dr. Obersohren. Er hat in n rauchen Punkten rascher umgelernt al» die Presi« seiner Partei and hervorragend« Parteigenossen von ihm. Der württembergische Finanzminister z. B., sein Parteioenosse, läßt keine Gelegenheil vor- übergehen, ohne die heftigsten Angriffe gegen die Erzbergersche Rcichssleuerverwaltung zu richien, und»n der deutschnational«, Press« konnte man noch vor wenixen Tagen lesen, daß nicht etwa der Krieg und seine Folgen da» Finanzelend oerschuldet haben. sondern allein dl« Umgestaltung der Steuerverwaltung noch den Dorschlägen Erzberger». Herr Obersohren aber spricht schon jetzt. 14 Tage nach der Bildung der Rechtsrrgierung. dem Reichs- finanzminister sein Vertrauen au», nachdem dieser erklärt hat, daß an der Erzbergersche» Skeuergesetz gebung und Reichssteuerverwoltung nicht gerüttelt werden dürfe.(HörtI hörtl bei den Soz.) Herr Dr. Odersohren erklärt sich auch mit der veriöngerung de» provisorischen Finanzausgleich, auf 2 Jahr» einverstanden, während draußen sein« Preis« und seine Freund««ach heftige OpposMon machen, well nicht schon jetzt die endgültig« Regelung de» Flnanzausgieich, getroffen wird. Herr Odersohren knüpft allerding»(eine Zustimmung zu der Verlängerung auf zwei Iayre an ein« Bedingung, allerding» nicht föderalistischer, sondern zentralistischer Tendenz. Er verlangt noch in diesem Sommer«in Reichsgesetz zur Begrenzung der Realsteuern, worauf wiederum der Redner der Bayerischen Dolkspartei in scharfem Ton« antwortet: Was bleibt denn dann den Ländern von ihrer Steuerhoheit noch übrig, wenn auch noch dieser Eingriff unternommen wird? Wir Sozialdemokraten sehen den versuch einer Rahmenregel» ng der Ertragssteuern mit Interesse entgegen und sind bereit, daran mitzuwirken. Aber wir wollen zirnächst einmal abwarten, wie die Regierungsparteien unter sich in dieser Form einig werden. Da, wird nicht so ganz einfach sein. Dem Reichssinanzminister mag angesichts dieses Durcheinanders der Meinungen innerhalb der RegierungskoaNtlon nicht immer ganz wohl zumute sein. Cr könnte mit ruhiger Zuversicht den kommen- den Entscheidungen entgegensehen, wenn?s mit dem Segen getan wäre, den ihm Herr Brüning so reichlich gespendet hat: aber der schwäbisch« Bauer sagt: J&a hilft fei Bete nij:, da muß Mischt na!(Heiterkeit.) Nun braucht der Herr Rerchssinanzminister zwar zur Erfüllung seiner Aufgaben keinen Mist, aber er braucht «ine Mehrheitsbildung, die Regierungskoalition mutz geschlossen zusammenstehen und von dieser Geschlossenheit in den Fi- nanz. und Steuerfragen habe ich während der letzte» Tage herzlich wenig bemerkt. Ob der Reichssinanzminister eine solche Mehrhell für eine sozial« Saanz- und Steuerpolitik, von der er und Herr Brüning :aäfen, innerhalb seiner Koalition zustande bringen wird. erscheint nach dem Verlans dieser Debatte sehr zweiselhasl. Wenn ich von einigen Bemerkungen des Herrn Dr. Brüning absehe, so hat sich kein Redner des Bürgerblocks mit der Lage der Ar» b e i k e r beschäftigt. Don einer Verbesserung der Steuergesetz- gebung im Sinne dieser notleidenden Volksschicht war nicht die Rede. Desto mehr sprachen die Herren Keinath und andere Redner, auch Herr Dr. Fischer, von der Notwendigkeit, den E i n k o m m e n- s-euertarif auseinanderzuziehen, also die größeren, die großen und die Rieseneinkommen zu entlasten. Zum Ausgleich dafür will Herr Dr. Bredt die Lohnsteaer auf 12 proz. oder gar«ras einen höhere« Satz hinaufschrauben. (Hört! hörtl bei den Soz.) Darauf antworte ich. daß jeder Versuch einer Mehrbelastung des Einkommens der Lohn- und Gehalts- empfänger nicht nur hier im Reichstage, sondern auch draußen in der großen Masse der Sieuerpslichtigen den aller erbittertsten Widerstand zur Folg« haben würde.(Sehr wcchrl bei den Soz.) Nicht Erhöhung der Lohnsteuer, sondern Herabsetzung und ihre weitere soziale Ausgestaltung ist ein Gebot der Notwendigkeit, denn die prozentuale Steigenmg der gesamten Abgabenbelastung ist jetzt bei keiner Volksschicht höher als bei der Arbssterjchast.(Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten. Parteipolitisch gesehen, kann es uns Soziasdemokraten mir recht sein, wenn In einer sslchen Debatte mit oller Schärfe zum Ausdruck kommt, wie wenig die Masse der Lohn- und Gehaltsempfänger vom Bürgerblock zu erwarten hat. Ich habe hier die Zeitschrist.Deutsche Arbeit�, ein Organ der christlichnationalen Arbeiter- schaft zur Hand. Sie enthält einen Aussatz von Hans Jakob, überschrieben: �ebt die Kaufkraft!' Darin wird all das bestätigt, was mein Freund Dr. Hertz in seiner Rede am Mittwoch über das Sinken der Rohstoffpreise, da? Sinken der Produktions- tosten überhaupt und das gleichzeitige Steigen des Lebenshaltungs- indexss, also über das Sinken des Reallohnes, über die Verschlech- terung der Lage der Arbeiterschaft gesagt hat. Do heißt es wörtlich: „Wo sind die Ersparnisse geblieben, die der Produktion durch die Senkung der Produktionskosten und Beibehaltung, teils sogar Erhöhung der Preise erziell worden sind?' Di« Antwort wird in demselben Artikel auch gegeben, indem es heißt: »Was haben aste Härten, dl« unsere Bevölkerung, unsere Ar- beitnehmerschaft in Verfolg der Rationalisierungsmaßnahmen und dergleichen auf stch genommen haben, was die Steuersenkung für die Produktion, die doch zu Lasten der Einkommensteuer ging, indem diese, die vor allem den Kleinen und Kleinsten trifft, un- verändert hoch blleb, für einen Zweck, wenn die alleinigen Nutznießer die Unternehmer sind, wenn alle Er- spornisse, die zwangsweise erzielt werden, lediglich«inen Mehr- gewinn für da» Kapital bedeuten." Wo ist nun in den letzten drei Togen der Redner aus dem Lager de» Bürgerblock» gewesen, der diesen Stimmungen der christlich- nationalen Arbeikerschaft Ausdruck gegeben hätte? Die Parteien der Rechten berufen sich auf die Mistionen Wähler aus dem Lager der Kopf- und Handarbeiter, die ihnen die Stissune gegeben haben. Was aber tun die Parteien der Rechten, was wt der Bürger-' block für dies« selbe« Millionen deutscher Wähler? Sie ignorieren sie, und es bleibt allein die Aufgabe der Sozialdcmo- kratt«, die Interessen der Lohn- und Gehaltsempfänger, auch aus ihrem Laaer zu vertreten. Wir werden dieser Aufgab« treu bleiben und we> die Periode des Bürgerblocks dazu dient, die nicht sozialdemokratischen Kopf« und Handarbeiter Vas Jtefl921 fver-xfan Wcin.ttG.nricrT'�d�x�' j.ün�s±elabcikc-rn±c ZictaxattancaxichjO.ir' Unsaca fiatiaMischungo (I01D-SABA-4 KöNKfcVSABA-43 BAÖCÄKAT-Sg ynu�xtuö Tabahert dac neuestan. Ernte-, frisch, manipuliert, ßüdztdmi leichte, bckömmlidiG. Qualität, blumiges Aroma» amvcL q-lattam BraucL»» oarbaty 2Q4 davon gn fltifrjrwBfn, daß st« In nnf«« Log»« fl«(Br«n, dann wird der Bürgerblock«ine groß« g«schichllich« Tal vollbracht haben!«b> die erste Lesung de« Etat» In der zweiten Lesung wird zuerst der Haushalt de» Reichs« Ministeriums und der Reichskanzlei beraten. Lbg Torgler(Komm.) greift hestig die Reichszentrale für Heimal dien st an. Bis vor«inigen Iahren hätten auch die Deutschnationalen die Aufhebung dieser Einrichtung verlangt, jetzt würde vermutlich auch diese Partei an den Vorteilen der Reichs- zentrale teilhaben wollen. Mit der Reichszentral« sei ein Verlag „Deutsche Volksgemeinschaft' verbunden, der keinen Pfennig Ge< werbe» und Umsatzsteuer zahlt, aber sehr großzügig in der Prooistons- Zahlung an feinen Geschäftsführer ist. Mbg. EoUmann ISoz.): Schon im Haushaltsausfchuß habe er dem kommunistischen Redner gesagt, daß der parlamentarische Beirat der Reichszentrale die Angriffe auf deren Geschäftsführung nachprüfen werde. Die Sozial- demotratie stehe der Reichszentrale für Heimatdienst ohne Be- geisterung gegenüber. Für die kommunistischen Behauptung aber, daß d.« Reichszentral Verhetzung gegen die Arbeiterklasse treibe, sei nicht der Schalten«ine» Beiveises erbrocht worden.. Bielsach sei im Lande die Meinung verbreitet, die Reichszentrale für Heimatdienst sei ein« Geheimorganisalion mit Korruptionssonds, aus denen Po- litiker und Parteien gespeist würden. Das sei ganz falsch. Die Arbeit der Reichszentrale vollzieht sich in voller Oeffenllichkeit. Ihre Zeitschraft. ihre Literatur, ihr Vonragsmaterial stehe jedem Abgeordneten zur Verfügung. Sowohl in der Angestelltenschaft wie unter den Taufenden Vertrauensmännern der Reichszentrale seien Per- sönlichkeiten der verschiedensten Parteirichtungen vertreten_ An Einzelheiten sei Kritik notwendig. So habe er. al» da» Material über die Kriegsschutdfrage herauskam, im parlamentarischen Beirot sofort mit Erfolg gegen die einseitige Darstellung Einspruch er- hoben. Die Reichszentrale dürfe unter keinen Umständen gegen eine Partei, auch nicht gegen Völkisch« und Kommunisten, unfachliche Ar- beit leisten. Die Zusammensetzung der jetzigen Regierung gebiete gegenüber der Reichszentral« für Heimatdienst erhöhte Wachsamkeit. Die kommunistischen Anträge werden abgelehnt. Der Etat wird nach den Ausschußvorschlägen bewilligt. Der Etat de» vorläustgen Reichswirts chaftsrat, wird ohne Au»« sprach« bewilligt. Die Fortsetzung der zweiten Beratung de» Etat» wird um ZhL Uhr aus Montag S Uhr verlogt. Der kommunistische Antrag, am Montag an erster Stelle einen Antrag gegen die Verordnung de» preußischen Wohlsohrtsminister» Hirtfieser zu beraten, wird gcgeu Kommunisten. Sozialdemokraten und Demokraten abgelehnt. Ciiippe, BraOuenza n.«. ErtUtltungsKranll Helten haben sich tlogal. Tabletten hervorragen» bervährt. dm Knsanzzstadium genommen, oerschwinden die ttrankhei t»er. sch-tnnngen sofort. Lt. not. vestätigung sind innerhalb b Monaten mehr-l» 1500 Gutachten allein aus llrztekreisen etngegang. darunter 0. namhafte« protesioren u. ans ersten Kliniken n. Krankenanst. Überrasch. Erfolg« I Zr». ge» SlOhren flrjl I Togal lst In allen llpolheken erhältlich, preis Ol. 1.40 UJ LUk., 0>O Chi Olm. 70 AahL«coi.«*1 oä 100«mrL EtatsSebatte im Lanötag. Um das Konkordat.— Tomänenetat. Nachdem der Preußisch« Landtag gestern die Beschlußfassung über die Hirtsieser- Verordnung beendet hatte— Bericht siehe Abendausgabe—, trat er in die Beratung de» k o m m u n i- st Ischen Mißtrauensontroge» gegen den Kultusminister Dr. Becker wegen seiner oiigeblich«» Verhandlungen mit der römi- schen Kurie über den Abschluß eine» Kontordal». Abg. Kerfs(Komm.) begründet den Mißlrauensanlrag. Der sKrtttltKminisler wolle unter Ausschaltung de» Parlaments zu einer Derstöndigung mit der Kirche kommen Entgcgen der Reichsver- Mossung, idie keine Slaalskirche kennt, seien 70 und mehr Millionen löhrlich von Preußen der Kirche ousgelieseN worden. Mit Hilse der Sozialdemokratie al» Regierungspartei sei in Preußen«ine aus- gesprochene Konkordatspolitik betrieben worden. Abg. Söalg(Soz.): Der Borredner hat der Soziuldemokrati« vorgeworfen, daß sie ihr Ideal der weltlichen Schule habe fallen lassen und sich mit ein paar Sammelklassen zusrieden gebe. Welche» Ziel hol denn die Kommunl st Ische Partei aus schulpoll- tisch»m Gedielt Sie lehn, die weltliche Schul« ab und erklärt nur dann einer Schulorrsasjung zustimme» zu können, wenn säint- liche Lehrer au» der«Kirche ausgetreten und tlasienpolitisch organi- stert sind. TU» diesem Programm wird sie mindesten» da, katholische Deulschland in den nächsten 100 Zahren nicht erobern!(Sehr wahrl bei den Soz.) Sie haben gegen die Sinuiltunakadrmi« in Franksurt gestimml, und haben ihre Zustimmung an die Errichtung einer well- lichen Lehrerakademie an völlig unersllllbare Voraussetzungen ge- knüpft. Dabei wissen sie genau so gut wie wir. daß die schul- poltktfchen Bestlmmnngen der Berfossnng fest- liegen und daß sie die notwendig« Zweidrittelmehrheit zu ihrer etwaigen Abänderung in sreiheitilchem Geiste in absehdorer Zeil nicht zusammenbekoinnien. Jede vernünslige Schulpolilit, also vor allem die der Sozinldcniokralie, muß deshalb von den Beslirnmun- gen der Reichsoersassung ausgehen. Getreu der Reichsoersasiung haben wir die durch sie garantierten Leistungen an die Kirche be- willig! und alle seil l9lö hinzugekommenen Neubewilligungen regel- mäßig und unterschiedslos abgelehnt.(Sehr wahr! bei den Soz.) Unsere schulpolitische Stellung ist also ganz eindeutig, und die Hai- tung der Kommunisten ganz unsirniig. Der Vorredner hat das Kon- kordat als große Gefahr für den Staat bezeichnet. Ich gratuliere den Herren Kommunisten zu ihrer erfrevlichen Begeisterung für den gegenwärtigen demokratisch-republikanischen Staat. Aber sie können die Sorge für die Republik ruhig uns überlassen. Die Frage des Konkordais liegt für uns sehr einsach: Preußen kann mit der Kurie Vereinbarungen aus kirchenrechtlichem Gebiet iresseni der preußische Kuitusminisler und die Regierung haben uns zugesichert, daß sie in diesen Vereinbarungen die Staalsinleressen wahren werden. Hingegen lehnen wir jedes Konkordat ab, dos aus das schuipolilische Gebiet übergreift. Aus schulpolitischem Gebiet sind Vereinbarungen völlig überflüssig. ■ seine Schuloerhältnisse kann der preußische Staat ohne Vereinbarungen mit der Kirche völlig autonom und souverän regeln.(Sehr wahr! bei den Soz.) Abg. Dr. vanccke(Völk.): Der preußisch« Kultusminister kämpfi auf der Seite des Judentums gegen die deutsche Kultur.(Heiler- keit.) Wir werden deshalb dem Mißtrauensvotum gegen ihn zu- stimmen. Abg. Grave(Dem.): Der kvmmvnlstfsch» Revner hat»e,ev Absichten der Staats regieruna getobt, die er nach eigenem Gestönd- ni» nicht kennt. Wir hoben Vertrauen zu der Erklärung der Staat». rrgierung, daß sie sich auch bei Konkordotsverhandwngen nur vom Inleresie des Staates leiten lasten wird Staaissekrelör Lämmer»: Die Konkordatssrage ist noch im Stadium der Prüfung und Erwägung. Der Landtag wird vor jeder Entscheidung rechtzeitig unterrichte, werden. Die Schulfrag« axrden wir stets nur auf der Grundlage der Reichsoerfastung vom Ge» sichtspunkt der Staatshoheit aus beurteilen. Damit schließt die Debatte.. Die Abstimmung über da» Miß- trauensootum findet am Mittwoch statt. Hieraus wird die zweite Lesung de» Domänenetot» fortgesetzt. Abg. Meinke(Dem.) tritt für Förderung der Siedlung ein. Landwirtschostsminister Steiger schildert die RoUage der Domänen- Pächter. Abg. Simon(Soz.): Die von dem deutschnationalen Redner über Getrcidepreise gemachten Angaben sind durchaus falsch. Das ist ihm sogar vom Landwirtschostsminister selbst bestätig worden. Wir fordern die selbstbewittschasieten Domänen auch außerhalb Ost- Preußens, damit sie in Getreide-. und Hacksruchtbau, Gemüse-, Obst- und Weinbau, besonders aber auch in der Bejchäsiigung nur beut- Beispiel wirtschaften sind. scher Landarbeiter Muster- eine und Redner fordert dann eine st aal Ii ch organisierte Der Betrieb» b e ra t u n g für die gesamte L a n d w i r l s ch o s t. Nicht die Zölle, sondern diese Maßnahmen werden zur Steigerung der iailltwirtschastlichen Produktion führen.(Bestall bei den Soz.) Hieraus wird die Debatte abgebrochen. Da» Hau» vertagt sich aus Montag, den 21 Februar. t2 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung de, Domänenetot», Londwinschastsetat. �Voctienpfo�ramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 20. Februar: Vorm. Morienteier. 11.30—12.50 naclmt.: Platzmosik 4ea Masikkorpa der 3.(PrcaB.) NackikhtenabteiluB»(Potsdam). 1.10: l)te Stande der Lebenden: Karl Zuckniayer— Karl Theodor Bluth 2.30: LSndct and VOIkcrknnde anf ünefmarken(v. Rudolphl), 3.: Di« CrschlieBnn» des Oedlande» Ivaner) 3.30: Der Tunkheineclmann erzählt. 4: Die Eisenbahn im Glaskasten(Kapeller). 4J0— 4: Kapelle Ocbrndet Slefcier. 7; Lebenst: tten der teistirea Arbeiter (Dt Everlmc). 7.30: Sesdespiele;„Das Rheiafold"*0« Riebard Wa*ner. 10.30— 12.30: Tanzrauiik. Montag, 21. Februars Nachm. 3�50; Die Pran von morgen(Marg. Caetnmerer). 4: Chic Kflnstl erfahrt durch unsere frühere Kolonie Kamerun(Prof. Vollbchr). 4.30: Novellen. 5— 6; Ett�-Kammcrorchcstcr. 6.15; Technische Wochcnplaudcrci(Boehmcr). 6.40: Die Schachweltmeisterschah(Mieses). 7: Vom Daumstamm xam Mflhcl. Die Holxbearbeitani und ihre Gefahren(Wertmann). 7.25: Die Kunst der Ost goten Iii Ravenna(Dr. Cohn- Wiener). 7.50: Da* Wandern der Kontinente(Prof. Base hin). 5.15; Cnui Tolier Hcat im seine« Werke«, f: Konrert. 10J0— 12Ji; Taaameslk. Dienstag. 22. Februar: Nachm. 12-30; Die Viertelstunde für den Landwirt 4: Theater als Wirk- lichkeitswert(Dr. OQnthcr). 4.30— 6: Konzert. 6.15: Stunde mit Böchcru. 6,45: Dlo CntdeckongsKeschlchte der Erde(Prof, Dr. Wcgencr). 7.20: Maept- (racen der Acsthctik(Prof. Dr. Dessoir). 8; Ucbcrtragunf aus dem Dcuuche» .Kvn sUertheater:„Der Zarcwitsch'*, Operette in drei Akten» Musik vo« Frans LehAr. Mittwoch, 23. Februar: Nachm. IJO— 2: Olockcuspld der Parocbialkirche. 5J0; Fraueasch ritte« ta ihrem Einfloß auf den Leserkreis(Jaff6). 4— 6: JacendbObne:..Ptailotas**, Trauerspiel von 0. E. Lessing. 6.30: Die Hygicneorganisation des Völkerbundes(Prot Dr Qins). 7.05: Aspecu of modern England(Pender). 7J0: Cts. Besuch bcJ Paul Simmel und Walter Trier(Jaro-Jarcukl). 7.55: Denischlaitds Wirtschaftslage zu Beginn des Jahres 1927(Geh. Reg.-Rat Dr. Standinger). 8.30: Mozart. 6.15: Sendespiele:..Der Tor und der Tod** von Hugo ▼. liofl- mannsthal. 10.30— 12-30; Tanzmusik. Donncrstaß. 24. Februar: Nachm. 12-30: Die Viertelstunde ftlr de« Landwirt. 4: Das Kind als Psktor der Volks Wirtschaft(Dr. Kaßner). 4J0s Heiteres. f— 5; Kapelle OcbrOder Steiner. 6J0: Die Cntwickinng&gcschicbte des Bilddrecks(Dr. Nicolaas). 6JS0: ElektnziUt als Heilmittel(Dr. Jacobsohn). 7.15: Spanisch. 7.45: Oswald Spengler(Zarek). 8.15: Dr. Schmidt spricht Bb'er Beethoven. IJO: 200 Jahre Orchestemanstk: Dem Gedenken Beethovens. 10-30— 12-30: Tanzmusik. Freitag. 25. Februar: Nachm. 3-10: Bahn brechende Praee«; Hedwig Dohm(Schreiber), dt Ifrach- aiMiea des tigllchec Lebens(Dr Lachmann) 4J0 6i Berimar Psnkkapetle. 6-30; Di« Kunst des Etslaufetu(Vleregg). 7.05: Pnnk«od Plag(Weitz). 7�5: Staat nnd HknpÜmgstnia(Prof. Dr. Prenfi). 8-30: Kammern, na ik. 10-30— LLJO: Tansmnsik. Sonnabend» 26. Februar: Nachm. I2J0; Die Viertelstunde fflr den Landwirt. 4: Qedßchtnlshunst nnd ihre Anwendung(Blaschlk). 5— 6: Etld-Kammcrorchester. 6-30: Medizinisch- hygienische Plauderei(Dr. Prank). 7.05: Das Seelenleben Jugendlicher Sünder (Dr. Ba&chwitz). 7.30: Der Anblick des Pizsternhimmels(Dr. Miethe). 8; Erste Karaevalisüsche Sitz ans mit Dame«. 10-30— 12-30: Tanzmusik. Königs Wusterhausen. Sonnt a*. 20. Februar: Vorm.»:.Morrentder. IIJ»; Plntemnstk. Nichmlttnts l.I»: Shmd. der Lebenden. 2.30— 3: Erane&sisch für Anttnfer(Lektor Clande Grander and Q. na Eyaereo). 3J0; Märchen. 4J0—»: Unterhaltnnrsmusik. Ab 7: Ucber- traxnnc aaa Berlin. Montax. 21. Febrnar: Nachm. IM—*: Lajidtraaeomttarbett h) der Tlanmirtackalt fTraa t Boekm) JJ»— 4: Hanl Natorp: Soaial« Eralchanf(Gr W»rtb*f|« ud Erl Aa. BacndeJ). 4—4.30: Die Knitat de» Sprecbnaa. B. K. Ome4 4J»—*-. Crttehnorsberat.nt (Dr. Klopfer). S— 4: Schachlnnk(E. Nebermami). 0—*J»t Die Ans wähl der Kartoffclsorten von Standpunkt dea Erxcater» nnd dea Verbraachera(Dt. Site!». »„W—«.55: Englisch(Br Anllnrer(Stodienrtt Encbel ud Lektor Mana).«AS bin 7-20: Wese» nnd Bedeatnng der Reklame(Oene/alsckretli tt. K. Rose). 7.20—7.45: Chemie Technik nnd Weltgeechlchte(Prot. De. Blas). Ab 8.14: Ucbertragnng naa Bei Im. Dlenstax. 22. Febrnar: Nachm. 2.30— 3J»: Frcnd«ad LcM al» Erat eher(Tt. ttedepe Brana). 3.30—4: Vom Weg des Jugendlieben anm Recht(Lehrer tt. Bugen). 4— 4J0; Psychologie des jugendlichen Mensche.(Di. Motte, Ereieatets). 4J»— 8: Ana dem Zentralinstltut; Ankündigungen. 4—«: Der beilige Angnstia nnd wir(Geh. Konsistorialrnl Prot. Dr. Seeberg.»—»34: Kartelle«ad KaneJIgescUc(Präsl- dem Dr. Lucas)«.30—*.55: Spanisch Hit Anlanget(Q. v. Eyseiea and C. M. Albert).«Aä— 7J»: Aegypten»ad der tgypUseh« Sudan(Sladrearat Dr. John). IM— IM: Beethove, als Ltederkoraponist(Maas(Joe lieh—; Gesang Kilo Wegner-PeUeri Klavier: Eda. Schröder). Ah 4i Geber trsgaag aaa Bertha. Mittwoch, 23. Februar: Nachm. 12— 12.3»; rrangftstsch für Schüler(Lektor Claade Grandel und Q. van Eysercn). I2JO— 12�0: Mitteilung� dea RetchssUdtebandna. 3.30—4: Elnbertskartschrift(Qr Anlanget(Prot. Gr. Amsel nnd Obenchnttehrer Westermann). 4—4.30: Chemische Beralsachhdignngea(Reg Rai Gr. Eage». 4J#-«: Englisch tfir Pongencfanttcne(Stndicnrat E Nebel and Lektor Man.). 8— 8.30: Völkerbund and Abrüstnng: Praktische Vorschlage Ihr die Abrlstsag(General d Inf Graf Montgelas). 4-30—«: Gje Arten der Kirchenmusik(Prot S. Ochs). «—»JO: Technischer Lehrgang Ihr Eacharbettcr. Dte rechnerischen and maihe- mattschea Grnndlagea(Sludienrat Thiel).«JO—«44: Englisch llt Anfanger (Stndienral Erlebel nnd Lektor Mana)»44—740: Ger einaejne and dk Volka- s(rischalt(Gr. Crvtt. KOInX IJOr— 7.44t, Gm MeteoreipedJüo.(Qeh.-Rat Prot, Dt. Pen ei. Ab 8J0; Ucbcruagnng aaa Uaflahoeg. Donnerstax. 24. Fehrvar: a»ä Nachm. 2.30—3: Von allerlei Zufllleti und Unannehmlicbkeiteü Ja der Wirt- schaff(Zentrale der Hausfrauen vereine Groß Bei Im) 3-JCh 4: Die akademischen Berufe: Studium und Aussichten(Dr. Wienert). 4— 4-36; Förderungen der öffentlichen Gesundheitspflege und die Schule(Prof. Ür Ums). 4-30—5: Aus dem Zentraliristitot: Berichte, 5—5-36; Das auslandsdeutsche Lied(Maria Lieschke. Kantor Geilsdorf). CmfOhiang: Dr. Paul Rohrbach. 5.30— 6: Der heilige August,» und wir(Geh. Ko«,»istor»aIrat Proi. Dr. See der g) 6—6.30: Neue Wege und Ziefe der Pflantcnzlchlang(Prof. Dr. Baur). 6-30— 6 55: Spanisch Ihr Fortgeschritten«(Q. vaa Cyscrea and C. M. Aificri). 6J5-7J0: Spinoza(anlftßlicb seine« 250. Todestage« am 21. Pebrnar).(Dr. Kayser.) 7J0 bU 7.45: Dr. O Out her Dirke« leid Ueat au« ergme« Weihe«. CmlAhrung: Jacob Schaltne». Ab 5.15; UcberUagung mu Bar ha.' PrdtMZ* 25. Februar: Nachm. IZ— 12-10: Sprecht echnfk fir Schüler(B. K. Oraef). 5—3.30; Dag Problem der Verjüngung(Dr. Ctrl Tboraalla). U5— d; Embettskurzschrilt fflr Portgeschrltteoe(Prof. Dr. Amsei and Obcrscfaailehrer Weatermanu). 4—4-30: Vom aeuzeitfichea Anfangsauterricht(Lehrer P. Werth). 4J5— 5: Wege der Arbeitsvertiefung Ja der Mddcbcnbiidnng(Prau Lotte Dlhncke). f— 6: Kunst, Handwerk and Industrie(Prof. Dr. Hiidebrandt. Stuttgart). 6r— 6J0: Aus der Geschichte der Technik(Dr. lag. Feldbaus). 6J0— 6.56; Englisch f&r Port- geschrittene(Stud. Rat Priedel and Lektor Mann). 655— 7 Jt; Dur Reichswirt- schaltsrat(Maz Cohen Rcaß). 755—7.45: Wis«cnachal II Icher Vortrag Ittr Aerzte. Thema aad Name des Doseniea, wird tu de« Ärztliche« PadUmuclulh«« ho- kaantgegebo«. Ah 5-15: lieber traguag«m Berit«. Sooaabend, 26. Februar: Nachm. 3JO— 4: Esperanto(Postrat Behrendt and Frl. Moefke). 5—4�0: Die Förderung der Begabten und die Schfllcraoslese(Qbcr-Sod.-Dir. Dr Schönebeck) 4.30— 5: Pädagogik des Rundfunks(Prof. Dr. Lampe). 5—8.36: Daj Amtsdeutsch(Dr. Völler). 5.30— 6: Der Arbeiter alz StaaufcOrger(Reichstags- abgeordneter Lemmer). 6— 6.30; Aesthctik dea Eisenbaues(Dir Schmackfer). 6-30— 6.55: Röntgentechnik and Röntgendiagnostik Iftr dea prakuschc« Zahnarzt (Dr. Geyer). 6.58—7.45: Kaaat Handwerk and Induam«(Prot. Dr. Hildo- brandt. Stuttgart). Ah tt Uebertragung aus Der Ii«. Hewertsthasten und Zarismus. Rein Paktieren. Die Reiseberichte des Internationalen Gewerkschaftsbundes vom 15. Februar nehmen zu der bekannten Erklärung einiger italienischer Gewerkschaftsführer Stellung. Es heißt dort: Da die..Amsterdamer" nicht die Gepflogenheit haben, Genossen, die der Bewegung unbestreitbar einmal große Dienste geleistet haben, auf bloße Gerüchte hin als Verräter, Schufte und Verbrecher zu bc- zeichnen, haben wir mit einem Urteil über das neuerliche Verhallen einiger italienischer Arbeiterführer gegenüber dem Faschismus zurück- gehalten. Selbst nachdem es sich nun mit ziemlicher Sicherheit herausgestellt hat, daß man in der Tat von einem Fehltritt sprechen kann, liegt es uns fern, die Angelegenheit wie die Kommu- nisten mit einem hysterischen Geschrei obzuhm. Hingegen soll in aller Sachlichkeit gesagt werden, weshalb der Schritt der besagten Ge- nassen unbegreiflich erscheint. Bei dieser Beurteilung muß man in erster Linie einen Unter- schied machen zwischen der nationalen und der i n t e r- nationalen Konstellation. National gesprochen ist es denkbar, daß ein Führer hofft, sich durch eine vorübergehende Anpassung und taktische» Manöoerieren ein« günstigere Angriffs st ellung für später zu sichern, wenn einmal der Umschwung eingetreten ist. Daß eine solch« Rechnung in den m e i s»« n Fällen, sicherlich ober gegenüber dem Faschismus, aus einem Trugschluß beruht, mußten die italienischen Genossen bereits am eigenen Leibe erfahren. Denn sie wurden noch der Unterzeichnung ihres Manifestes von den Faschisten und ihrer Regierung, die sie geködert hat, mit Spott und Hohn begrüßt. Die» ist nicht verwunderlich, denn die Verlogenheit und der verbrecherische Charakter der saschistischen Machthaber und die menschlich« Minderwertigkeit seiner Kreaturen ließen nichts andere» erwarten. Selbst wenn ober die in Frage kommenden Genosien recht be- halten hätten und ihrem vorgehen ein gewisser Erfolg beschieden gewesen wäre, würde dieser nicht auswiegen gegen den herben Schlag, den sie der Arbeiterbewegung und jeder antifaschistischen Bewegung international verlegt und den Dienst, den sie dem Faschismus geleistet haben. Den» der Faschismus ist keine national« Angelegenheit mehr, mit der man national fertig werden muß. Deshalb darf die Stellung gegenüber ihm kein« Frage nationaler Vor- oder Nachteile sein. Es geht um da» Prinzip und das Prinzip kann nur bei absoluter Ablehnung und Bekämpsung aus der ganzen Front gewahrt bleiben. y\n die �ffl-Setriebsräte verlkns! Mit dem l. Mai vertieren die vom Ortskartell Berlin de» AfA- Bund«, ausgestellte«, mit dem Iahresstempel.ZK" versehenen Be- trieb»- und Angestelltenratsausweise ihre Gültigkeit. Meldungen über die jetzt vorgenommenen Betriebsratsneuwahlen müssen der GeschSstsstelle Berlin des AfA-Ortskartell». Berlin SO. 16, Engeluser 24/25. Bewerkschostshaus, Ausgang A, 4. Stock, zugestellt werden, damit noch vor dem 1. Mai die neuen Ausweise den neu» gewählten AsA-Betriebsräten durch die in Betracht kommenden AfA Gewerkschaften eingesandt werden können. Diejenigen AfA-Betrieb»- und Angestelltenratsmitglieder, deren Amtsperiode über den t. Mai hinausreicht, also vielleicht bis zum Herbst lS?7 löust, haben ihre Karten dem Bureau de» Ortskartells zu übennitteln. Diese eingesandten Legitimationskarten werden neu abgestempelt und sodann von der Geschäftsstelle des AfA- Ortskartells Berlin den Einsendern wieder übermittelt. Vom 1. Mai ab können als Legitimationen zum Eintritt in Versamm» lungen usw. nur die Ausweiskorten mit dem Jahres- stempel.27" denutzt werden. Die alten ungültig gewordenen Karten werden bei Borwei» einbehalten. Da die Absicht besieht, im Jahre 1927 verschiedene besondere Zusammenkünfte für die AfA- Betriebsröte abzuhalten, ist es dringend notwendig, daß jeder, der diese Versammlunge« besuche« will, im Besitz eine» richtigen Au»- weise« ist und die vorstehenden Angaben beachtet. Weiter wird daraus aufmerksam gemacht, daß Material, welches die Wohloorschriften enthält. sowie Wahlausschreiben uinsonst beim Ortskartell zu haben sind. Spezialstugdlätter für einzelne Betrieb«, in denen AfA-Belriebsräte gewählt werden sollen, sind unter Abgabe eines Manuskripte» mindesten» vierzehn Tage vor dem Wahltage bei einer Berliner AsA-Gewerkschast anzufordern. Die Erledigung de» Austrage» und die Zustellung der Flugblätter ge- schiehl dann durch die Geschäftsstelle des AfA-Ortskartells Berlin. In besonder» eiligen Fällen kann ausnahmsweise auch die Ge- schäftsstelle de» AsA-Ortskartells direkt angerufen werden(Moritz- platz l l 500). Ein allgrmei«»« AsA- Wahlagitation, flugblott, ähnlich der frühere« Jahr«, wird voraussichtlich Anfang Mörz er- scheinen und dann w der Geschoft»stell« de? AsB-Bunde» sowie bei ollen Berliner Geschäftsstellen der AfA-Gewerkschasten umsonst abgegeben. Die AfA-Betriebs- und Angestelltenräte, die aus die Verteilung diese« Flugblattes in ihren Betrieben Wert legen, wollen sich zum angegebenen Zeitpunkte zum Empfang der benötigten Exemplare an die Berliner AfA-Gewerkschaft wenden, die in dem betreffenden Betriede die meisten Mitglieder hat, damit eine mehr- fach« zwecklose Anforderung und Verteilung vermieden wird. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Orlskartev versin. Flota«. Rösner. �ahresgeneralversammlung des Adfl. Am Donnerstag fand in den Armin-Sälen die Iohresgeneralver- sammlung der Ortsgruppe Berlin de» Zentraloerbandes der Ange- stellten stall. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden 16 anwesende Verbands- Mitglieder, die 25 Jahre Mitglied der Organisation sind, durch Ueber- reichung eines Diploms und einer silbernen Derbandsnadel geehrt. Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Genosse G o t t f u r ch t, konnte unter Hinweis auf den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht über eine günstige Entwicklung der Ortsgruppe und ihrer Arbeiten berichten. In den Fachgruppen waren 236 Tarifoerhand- lungen für 101 verschiedene Tarifverträge zu führen. 2522 Veranstaltungen der Fachgruppen und Sektionen sind im Berichtsjahr zu zählen. 24 674 mündliche und 15 236 schriftliche Auskünfte geben ein anschauliches Bild von dem regen Besuch der Mitglieder in den Fachgruppen-Sekretariaten. Die Jugend- arbeit zeigt 836 Veranstaltungen am Lause des Jahres 1926. In 183 Versammlungen fanden sich die Mitglieder der Ortsgruppe in den Bezirken zusammen. Mühevolle Arbeit war im R e ch t s r a t und Rechtsschutz der Organisation zu leisten. Umfangreich waren Bildungsarbeit, Versammlungstätigkeit und allgemeine A g i- t a t i o n. das Zeitschriftenwefen und die Herausgabe von Flugblättern, die Mitwirkung in den Körperschaften des AfA-Bundes, sowie dos allgemein« Verbandsleben. Das Jahr 1927, so führte der Redner aus, wird vor allen Dingen dem Kampf um die Bessergestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, um die Erhöhung der Gehälter und Wieder- erringung des Achtstundentages dienen. Notwendig ist ferner die Be- kämpsung der Unlernehmermethoden, die mit Rallonalisierung de- zeichnet werden und der Ausbeutung dienen. Im Kassenbericht konnte der Kassierer der Ortsgruppe, Genosse W« y l a n d, aus eine umfangreiche Arbeit der inneren Ver- waliung der Organisation hinweisen. Zu den an anderer Stelle er- wähnten Auskünsten kommen über 7606 Auskünste, die im Lause des Geschäftsjahres in der inneren Verwaltung zu erteilen waren. Das Arbeitsnachweiswesen und die Stellenvermittlung nahmen die Organisation in stärkstem Maße in Anspruch. Di« M i t gliederbewegung läßt erkennen, daß trog der schweren Krise des Jahres 1926 der Jahresabschluß einen etwas günstigeren Mitgliederstand ausweist, als der Jahresbeginn. Die Bilanz weist«inen günstigen Stand der Verbandssinonzen aus. Bei den sich diesem Tagesordnungspunkt anschließenden Neu- wählen wurden nahezu einstimmig die Genossen G o t t f u r ch t zum 1. beamteten Vorsitzenden, Fink zum 2. ehrenamtlichen Vor- sitzenden und W e y l o n d zum beamteten Kassierer gewählt. Auch die sonst erforderlichen Wahlen wurden mit dem gleichen Stimm- Verhältnis, teilweise auch einstimmig vorgenommen. Teilweise verbindlicher LohnWiedsspruch. Für die Herrentonfettion. Das Reichsordeitsministerium Hot den Schiedsspruch für die Herrenkonsettion, insoweit er die Lohnerhöhung be- trisst und eine Lohnerhöhung von 5 Proz. bis zum 31. März und von da ab von 8 Peoz. für alle Beschäftigten vorsieht, für ver- bindlich erklärt. Nicht sür verbindlich erklärt wurde der Teil des Schiedsspruches, der sich aus die Stasselung der Frauenlöhne und aus die Zulassung von Serien bezieht. Gesperrte Kondilarelbetriebe. Wie uns der Deutsche Nah- rungs- und Genußniittelarbeitcrverband mitteilt, sind wegen Nicht- einholtung der tariflichen Bestimmungen folgende Konditoreibetriebe gesperrt: 1. Konditorei Geppler. Oronienstr. 13(am Hein- richsplatz), 2. Kondltorei und Cafz K o I b e r g. Prinzenallee 25 26, sowie Brunnenstraße 52, 3. Bcrsand-Kondilorei K n o d e u. Co., Berlin N. Müllerstraße 40a, 4.„Angst-Konditorei", Jnh. P a tz a k, Berlin SW, Lindenstraße 168. «chteng, Bezirk«! mt Lichte»»««! Aw Dienstag, 22. Februar, 7 Uhr, bei Begruer, grankfurter Oller 236, Versammlung aller SPD.» D Ardriirr,-Ongrstclltr» und»Beamten Tagesordnung I l. Bortrag bi de« Stadtrat« Senossr» Bosin. 2. Berschiebrne, Wir rrluchrn um W oollzä�Ußrn Besuch. Ter Werbeauoschuß. D Ticnolag abcnd SPD.-S»mirde»»».«aroffrrlearbeiterl> im Lokal Biittnrr, Schwrdlrr Str. 24, ffrattlonssihung' aller Schmiede und iiarosscr.ekollcgen, die im Deutschen Mclallarbcitervcrvand organi- oder»karte legltlmicrt. Die Branchenleitung: Aide, Ttas öer Partei. Die Sozialistische Partei der italienischen Arbelker an die italienischen Genossen im Auslände. Die Sozialistische Partei der italienischen Arbeiter, wieder»in- mal das. Opfer des reaktionären Wütens der faschistischen Regieruizg, hat ihren Sitz nach Frankreich oerlegt. Die Kommission der Pariser Sektion hat vorläufig die Funktionen der Parteileitung über- nommen. Das Sekretariat hat sich mit den bestehenden Sektionen und de» bekanntesten im Ausland lebenden Genossen ins Benehmen gesetzt und ihnen mitgeteilt, welche Aufgaben zu erfüllen sind. Es handelt sich um den Wiederaufbau der politischen Organisation i» jedem Zentrum italienischer Auswanderung. Sei es in Frankreich, sei es in den anderen Ländern, überall sollen Sektionen der Sogia- listischen Partei der italienischen Arbeiter errichtet werden. An jedem Ort, wo es möglich ist, mindestens 16 Mitglieder zzt» sammenzubringen, muß ohne weiteres eine Sektion gebildet werdest. Die Leitsätze dafür sind dieselben, die die innere Organisation der Partei in Italien geregelt haben. Die vereinzelt wohnenden Genossen haben sich der ihrem Wohnort nächstgelegenen Sektion anzuschließen. Um ständige Verbindung mit den ausländischen sozialistischen Parteien zu unterhalten und die Arbeit der Propaganda und Mit- gliederwerbung zu erleichtern, ist es ratsam, daß die italienischen Sektionen ihre Tagungslokale den sozialistischen Parteien ihres Ortes mitteilen. Der Vorstand und das Sekretariat der Partei sind i« Paris(11), 95rue de Charonne, untergebracht. Acht»!»» Zimmerer! Bm Dienstag, 22. Februar, b Uhr, nach Frierabend, im Drwertschaftshous, Saat 3, Bertrauensmanneruersammiung für das Hoch-, Beton- und Tiefbauaewerbe. Zeder Betrieb muh vertreten fein. Wo kein Bertraueusmann vorhanden, muß also sofort einer gewählt und zur Pcrsamm- lung entsandt werden. gentralvcrbaud der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Frrir Seweitsiraftsjngend. Heute, Sonntag, 7 Uhr. tagen die Truppen: Sfldlrei» gemeinsam mit dem Nordtrel» Filmveranstaltung in der Kultur. abteilung des Deutschen Metallarbeiterverbaudcs, Linienstr. Ig7.— Besichti- anngen vormittags 10, 10H und 11 Uhr: Diagnostische Abteilung des Deut- scheu ctraukenkassenverbandes, Landsberger Str. 43—47. Bekle SvNgeardeiterscrda»». Morgen, Montag. 71» Uhr, in den Residenz. Festsalcn, Landsberger Str. 3t, Mitgliederversammlung flir die Herre nkousei!. il»n, Zuschneider und Zuschneiderinnen, Elkllungnadme zur Entscheidung des Reich?arbeitsm:nifter:um» llder die BerbindlichkeitserklSrung, Mitgliedsbuch Zugendgrupp« de, ZdA. Morgen, Montag. 71, Uhr, finden folgende Ber- anstaltungen statt: Diid'st, Treptow: Jugendheim? eichenbcrger Str. 66. Unter» Haltungsabend und Brettspiele,— Norden: Schule Danziger Str. 23, Lieder und Tänze. BfA-Fu-Itionär« der Berliner Metallsudustri«. Donnerstag, 24. Februar, 7Vj Uhr, in der Errmania-Saten, Berlin, Chaussee str. 110, w chtige AfA- Fuukt onörvcrsammlung. 1. Da« Arbeitsgerichtsgetetz. Referent Dr. Friß Hfirrmann. 2. Unser« nächsten Ausgaben in der Metallindustrie. In dieser Bersommlung wird gleichzeitig»in Bericht llder dt« am gleichea Tage statt- findende» Berglei chsoerhandlunaen aeaeden AIA. Metall tartel:»üntder. Lang«. Rsth«, Psychologie und Sozialismus. Die gesteigerten Anforderungen, die an die sozialistische Ar- beitcrbewegung gestellt werden, haben die Frage aktuell gemacht, in welchem Maße man die Ergebnisse der modernen Psychologie sür die Lösung der theoretischen und praktischen Probleme des Sozia- lismus ausnützen kann. Die weite Berbreilung, die die Ideen Freuds fanden, hat zu manchen übereilten Schlußfolgerungen, auch in sozialistischen Kreisen, geführt. Hier gilt es Klärung zu schaffen, um, unter Anknüpfung an die Jndividualpsychologie Aisred Adlers, die moderne psychologische Forschung für die marxistische Theorie nutzbar zu machen. Dieser Ausgabe unterzieht sich H. Freund in einem sehr instruktiven Artikel„Psychologie und Sozialismus" in der soeben erschienenen Februarnummer der„A r b e i I e r b i l- d u n g", in dem er die ungeheure Bedeutung der soziologischen Psychologie sowohl für die Erziehung und Kulturarbeit wie sür alle anderen praktischen Ausgaben der Ärbeiterbildung erläutert. Eine Reihe von Besprechungen der bedeutsamen Erscheinungen der psychologischen Literatur in der„B ü ch e r w a r t e" ergänzen den Artikel Freunds. Bon den weiteren Beiträgen der„Arbeiterbildung" sei beson- dcrs aus die Vortragsdisposition Hermann Hieber» zum 166. Todestag Beethovens am 26. März hingewiesen, tinter der Rubrik„Feste und Feiern" sind auch Programme sür Beethoven- Feiern angeführt. Ferner sind unter derselben Rubrik auch Pro- gramme für März- und Frühlingsfeiern wiedergegeben, die sicher- lich allen Bildungssunktionärcn willkommen sein werden. Im Februarhest der„Bücherwarte" findet sich ein umfang- reicher Artikel Erwin Marquardts über„Deutsche politische Geschichte", in dem die wichtigste Literatur über das 19. und 26. Jahrhundert behandelt wird. Zahlreiche Besprechungen über Erzählende Literatur, Erziehung, Frauenprobleme. Heimatkunde, Jugendbewegung, Kunst und Dichtung, Länder- und Völkerkunde, Naturkunde. Politik, Psychologie, Sozialismus und Weltpolitik füllen die reichhaltige Nummer. Die„Büchermarie" mit Beilage„Arbeiterbildung" ist zum Preise von 1,56 M. sür das Bierteijahr durch die Post, die Buchhandlung I. H. W. Dietz, Lindenstr. 2, oder alle„Vorwäns"- Cxpedilionen zu beziehen. Einzelnummern kosten 75 Ps. Der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW 68, Lindenstrahe 3, stellt Probcnummern gern zur Verfügung. Neben der Wiener„Arbeller-Zeilung" wird im gleichen Verlag vom 1. März an die„K l e i n e Z e i t u n g" täglich erscheinen, gleich- falls in der Frühe. Das neue Parteiblalt wird illustriert sein und nur 7 Groschen(4,2 Ps) koste». Die AniangSauslage beträgt 266 666 Stück. Die„Kleine Zeitung" ist bestimmt, jenen vielen Arbeitern, besonders Arbeitslose» und kleinen Leuten, denen die „Arbeiier-Zeitung" doch zu teuer und vielleicht auch etwas gar„zu politisch und zu hoch" ist, einen Ersatz sür die billigen, aber minder- wertigen und zum Teil reaktionäre» Bolksblätter bürgerlicher Verlage zu bieten und selbst im roten Wien immer neue Leser der Parteipresse zu gewinnen. Schon um die Jahrhundertwende hat sich eine kleine Ausgabe der„Zlrbeiter-Zeitung", damals„Volks- wacht" genannt und 2 Heller(1,2 Ps.!) kostend, recht gut bewährt. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Verlin unterhält— wie bekannt— in ihren Verkauferäumen, Wegely- stroße l, am Stadtbohnhos Tiergarten, werktäglich von 9 vis'5 Uhr dauernd einen Sonderverkauf ihrer im Preise zurückgesetzten be- malten und weißen Porzellane. Dieser Sondcrverkaus bietet äugen- blicklich eine besonders reichhaltige Auswohl von Geschirren, Dejeuners, Basen, Wandlellern, Figuren, Sammel- und Mokkatassen usw., da die Zahl der hier zum Verkauf gelangenden Stücke eine erheblich« Vermehrung erfahren hat durch solche Porzellane, die infolge de» Umbaues der Ausstellungsräume in der Leipziger Straße 2 aus- sortiert und im Preise wesentlich herabgesetzt worden sind. Es wird hierdurch Liebhabern von Berliner Porzellan reichlich Gelegenheit gebot» n, schäl« Stücke zu äußerst günstigen Preisen erwerben zu können. Mädchen: 375 Für Knaben: Sebw. R'box«*VQO Atzraffentllelcl b*- M qnerne Form, lir.86-S9 m S ch w. 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Nieren, und Schnppenil echte, __________ ii-cht- ILupu»)! __ Fistel», MaitbarmiiNel»»nd Qnerichnngea, Blutergüsse: Zsnrunlei»ad Snrbunles; >i»dtr», Müttermel«: Restelincht, Nal«: Brnndwnndea: Srüieaichwel. lungeu jede» Art: Obre», uub Nasenleiden, Stirn- uud»irferndZdlenaereit«. ruuM: Udernnelknltun«: Felge»»eu Echlnannsull. Lähmnnflea bei Sind«»» »ab Erwachsene»: gindeetranNieile». Slraphnlase: Frauenleiden jede« Art; «eschlechtnleenttzeite, uub deren Fnlge» bei Msinneru»ad Frone». Ben»eu dunderten«edelsten sind hier»irr einlü» nmae, Aaummanzel» na- «efstdrt: l. t). MI»ich, Sattler, Bln.. Franäurter All« lsi», Ahemaatto. u»uo.»«bellt, i. Fr. E. behbntf, Bln., stolderaer Str. A/A>, Rennen, und Kn«ck!cndaut«u:r!I::dlina. vollstsindl« gelähmt.«eheNt. i. S. Ritter, Bln� Friedenau. Spnnholrstr.«, v. Beinleiden«eheilt.«. t. M.«er nee. ftoui» mann. Bln. R.. Gottsched sie. Z u. Lunsen leiden, vlaieniatarrh seheiN. i. Knabe iv. MnIeE. Bln.. Üwinslsstr. llS,». 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Sendung mit t» Behandlunsen««heilt. Wie fBaaea l««ea. datz durch die Mar la aalerrr SeiloastaN selbst die kkteWea. tzattaadigstea Celbea na» smr Setiana gebracht werden und datz Oll», dl» ihr HIchfte« türbenglSch. dl««eiaabdei», bereit« nerloren zu hoben glauben, wieder in den«elldesttz»«seiden gesetzt werden. WEM- BrieMch» Originai�lnerlennnngen UON uu» oedeikter»weil Wir Batlentrn stehen im«arte, immer der Anftglt zurEinsich»-WU> M..........—»M «7«n I r>W Vkudt�Sw TW a»4aa bclof llchc Betzandina, t Professor Dr. med. P. NlsfclsRy, Arn, nilT im Anslaade ernannt, promoviert and approbiert. HUgllaE 4er Monoafloaalea Verelalgang voa Aerstea n. Netarlrntea. Berlin 8016, BrQckenstraße 10b, 2. chaao aoa bat Naa,»slretze, 1 Ntlaafe oea Bhf. ZaaaoiaihbtOde Ii che DtzMche Setzaablaa» aab Lei»nag. 1: 0-7, 4— T u, Saaalag aab Jatetteg: t.- praxta MI IMT. Vs» der Reife zerück! Rests von An tag- and Maotcletoffea, rtem lentodica, Rentorcds, Neoaeln. Haustudien. 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Die Sozialdemo- krati« hat mit ihrem Antrag die Aufmerksamkeit der Oefsentlichkeit darauf gelenkt, daß die Roggsnprcise und damit die Brotpreise schon heute»in« unerträgliche chöhe erreicht haben, und daß diejc Roggennot und Brotnot sich in den nächsten Monaten unfehlbar zu einer Katastrophe auswachsen muh, da die inländischen Crntevorrät« schon nahezu erschäpst sind, und Deutschland gezwun- gen sein wird, eine ganz außerordentlich groß« Roggenmenge zur Versorgung semer Bevölkerung aus dem Weltmarkte einzuführen. Di« Forderung, angesichts einer solchen Notlage die Roggenzölle wenigstens vorübergehend außer Kraft zu setzen, muß jeder ver- niinftig« Mensch billigen, denn es wäre wirklich nicht zu begreifen, warum die Landwirtschast noch sogenannte Schutzzölle brauchen sollte, wenn sie bereits ihre ganze Ernte zu sehr hohen Preisen ver- wertet und für die letzten Monate des Verbrauchsjahres nach ihrem eigenen Einzeständnis keinen Roggen mehr zu kaufen hat. Da die herrschenden Kreise der Großgrundbesitzer und Schwer- industriellen in einem demokratischen Staate wesen ni+I offen eingestehen dürfen, daß sie an dem Aoll um des A o l l e s willen festhalten, dag sie gewillt sind, die Volksmassen unter Ablehnung jeder sachlichen Diskussion ihre harte chand fühlen zu lassen, solange sie einmal an der Macht sind, so hat die Presse der Rechtsparteien und die in ihrem Solde stehende sogenannte un> abhängige Presie die Weisung erhalten, im Bunde mit den land- wirtschaftlichen und den von der Landwirtschast abhängigen Orga- nisationen dem Volke die Vesücchknng einer Roggennot auszureden. Am leichtesten hat es sich in dieser chinsicht die Getreide- Handelsgesellschaft gemacht, jene Organisation, die im letzten Jahr von der Reichsregierung einen Kredit von 30 Millionen „zur Regulierung der Getreibepreife" erhalten hat, und die— wie dies bei einer Körperschaft, in der die Bezugsvereinigung der beut- schen Landwirtsli�ost maßgebenden Einfluß besitzt, nicht verwunder- lieh ist— diese Mittel bisher lediglich zum Hoch treiben der Ge- treidepreise benutzt hat. Die GetreidehandelZgesellschoft Hot in ihrer Beiratssitzung einfach beschlossen,„daß vvn einer Roggennot nicht die Rede sein kann". Die„Deutsche Tageszeitung� macht immerhin den Versuch, aus die sozialdemokratischen Feststellungen mit einer Gegen- rechnung zu antworten. Da sie nicht gut behaupten kann, daß die aus den Angaben der landwirtschaftlichen Saoienstandsbcricht- «rstatter beruhende Ernteschätzung oder gar die Vorraisstatistik des deutschen Landwinschastsrates falsch ist, und da sie somit zugeben muß, daß am lö Dezember nur noch 22 Pro.z. der Ernte von K.3 Millionen Tonnen, d. h. etwa 1,3 Millionen Tonnen Verkaufs- fähiger Roggen in den chänden der Landwirtschaft waren, so suckt sie die sozialdemokratische Rechnung von der Seite des Verbrauchs her zu„berichtigen". Zluch zeigt sie dabei eine Großzüfligkeit, die uns auch wieder lebhaft an die große Zeit des Krieges erinnert, indem sie den monatlichen Bedarf der städtischen Verbraucher, der in der sozialdemokratischen Berechnung mit ööO 000 Tonnen angesetzt worden war,«iirsach auf 200 000 Tonnen monatlich z u- sa m m e n st r e i ch t. Obwohl die städtischen Derbraucher es ge- wohnt lind, daß ihnen von aqrarischer Seite bei jeder Gelegenheit der Brotkorb höher gehängt wird, so stellt diese geniale Art und Weise, wie die„Deutsch« Tageszeitung" die Roggennot aus der West schafst, doch alles Bisherige tn den Schakken. Di« sozialdemokratische Schätzung eines monatlichen Roggen- bedarfee von 3Z0 000 Tonnen basiert aus einem monatlichen Bedarf der sich nicht selbstversorgendcn Bevölkerung von SSO 000 Tonnen (SSO 000 Tonnen Roggen, 200 000 Tonnen Weizen). Bei einer nicht selbstversorgenden Bevölkerung von etwa 45 Millionen Köpfen entspricht diese Zahl einem jährlichen Verbrauch von ISO Kilogramm Brotqetreide je Kopf, und man wird zugeben müssen, daß dieser Verbrauch der städtischen Bevölkerung bereits äußerst niedrig angesetzt ist, da man beispielsweise bei der ländlichen Bevölkerung mit eimm jährlichen Kvpfverbrauch von 180 bis 200 Kilogramm Brotgetreide zu rechnen pflegt. Der Monats- verbrauch von 200 000 Tonnen Roggen, auf den die„Deutsche Tageszeitung" die städtische Bevölkerung beschränken will, würde zusammen mit den gnädigst zugestandenen ISO 000 Tonnen Weizen ungefähr, eine Brotration ergeben, wie zur Zeit der Zwangswirtschaft unter der Herrschaft der Brot- karte. Gerade diese Berechnung hätte die„Deutsch« Tageszeitung" nicht machen sollen, denn sie zeigt deutlicher als alles andere, eine wie ernste Wirklichkeit die bevorstehende Roggennot in Deutsch- land ist. Weizenbrot statt Roggenbrot? Nun weist die„Deutsche Tageszeitung" allerdings noch auf ein cmderes Mittel hin, wie auch ohne Aufhebung des Roggen zolls eine übermäßige Roggenknappheit und Roggenteuerung vermieden werden könnte. Bereits gegenwärtig ist der Roggen fast ebenso teuer wie der Weizen, und die„Deutsche Tageszeitung" erworter bei«inem weiteren Steigen des Roggenpreises eine Umstellung des Roggenbrotkvnsume aus den Weizenbrottonsum. Dieser Rat ist nun Jerade vom londwinschastlichen Standpunkt aus ein recht g e- ährlicher Rat. Noch zu gut ist es in aller Erinnerung. mit welchem Eifer die agrarische Presse und unter dem Druck der Agrarier zahlreich« amtliche und halbamtlich« Stellen die städti- schen Verbraucher bei der reichen Roggenernte im vorigen Jahre beschworen haben: Eßt Roggenbrot! Wenn man den städtischen Massen jetzt bei einer knappen Ernte von der gleichen Seite her den Rae gibt, statt des Roggens Weizen zu essen, so ist das wieder einmal die berühmte Politik:„Raus aus den Kar- toifeln, rin in die Kartosfeln!" Die Roggen verkaufende Land- Wirtschaft kann sich fest darauf verlassen, daß, wenn wirklich in diesem Jahre die Roggenzölle nicht außer Kraft gesetzt werden und die städtiscken Berbraucher gezwungen sind, Weizenbrot zu essen, weil das Roggenbrot teurer geworden ist als das Weizenbrot, diese Umstellung des Konsums nicht wieder rückgängig gemacht werden wird, und daß die schönsten Mahnungen zum Verzehr von Roggen- brot dann taub« Ohren finden werden. Für den Stichtag des IS. Januar ist übrigens«ine n e u e V o r- ratsstatiftik des deutscben Landwirtlchaftsrats erschienen, durch welch« die sozialdemokratischen Voraussetzungen und Befürchtungen st, vollem umfange bestätigt werden. Der Bestand von ver. kaufsfähigein Roggen bei der Landwirtschaft ist in diesem Monat von 22 Proz. der Eesamternle auf etwa 17 P r o z. der Gesamt- ernte zurückgegangen, so daß die Erschöpfung der Vorräte genau zu dem Zeitpunkt erreicht sein wird, den die Sozialdemokratie vorausgesagt hatte. Die Bestände haben in diesem einen Monat um 31SOOO Tonnen abgenommen, und da in dem gleichen Zeilraum auch der Handel und die Mühlenindustrie ihne sowieso nur bescheidenen Bestände noch etwas verringert haben dürsten, so bestätigt sich auch von dieser Seite her die sozialdemokratische Berechnung, daß der Verbrauch der städtischen Bevölkerung e.wa 3SOOOO Tonnen beträgt. Da in- zwischen fest dieser letzten Vorratsstotistik wieder ein voller Monat vergangen ist. so können heut« nur noch höchstens 700 000 Tonnen Roggen in den Händen der Landwirte sein, eine Menge, die zur Versorgung der städtischen Bevölkerung nur für acht Wochen ausreicht. Was schließlich die Preisentwicklung der letzten Wochen betrifft, so hat allerdings einen Tag nach dem Bekanntwerden des sozial- demokratischen Antrags eine rückläufige Preisbewegung eingesetzt, während bis zu jenem Tage die Preise im ganzen Erntejahre an- dauernd gestiegen waren. Der Preisrückgang beträgt etwa 10 M. je Tonne und wird von der gesamten Handelspresse einmütig als eine Auswirkung des soziakdemokrakischeu Antrags angesehen. Zwar ist, solange der Antrag im Reichstag keine Mehr- hest gefunden hat, und durch Aushebung der Zölle dem deutschen Volk nicht der Weg zu einer billigeren Bei sorgung vom Weltmarke her erschlossen ist, durch den bloßen Antrag an der Tatsache der Roggennot noch nichts geändert. Es dürfte zutreffend sein, daß, wie ein großes bürgerliches Handelsblatt schreibt, der.sozialdemo- kratische Antrag von der Landwirtschaft als ein„W a r n u n g s- signal" angesehen wurde, so daß die Verkäufe der restlichen Bestände von der Landwirtschast jetzt etwas bereitwilliger und flotter erfolgen. Auch die Preisberichtstelle der deutschen Landwirt- schaft bemerkt ausdrücklich, daß der Preisrückgang durch den sozial- demokratischen Antrag verursacht ist. Für die Sozialdemokralie be- steht keine Veranlassung, diesen Erfolg ihres Antrags irgendwie zu überschätzen. Wenn die Landwirte jetzt aus Angst, daß die Auf- Hebung der Zölle doch kommt, nun etwas rascher oerkaufen, so mag darin zwar für die Gesamtl>eit der Verbraucher ein gewisier Gewinn liegen, der bei einem Gesamibestand von 700 000 Tonnen und einer Preissenkung von 10 M. je Tonne immerhin den Betrag von 7 M-llionen Mark erreichen könnte. Di« Gesamtmenge der oerkaufsfäh'gen Vorräte wird aber auch dadurch nicht vermehrt, und der Tag, an den, der letzt« Zen'ner Jnlandsroggen von der Landmirtscbast verkaust ist, rückt unhaltsam näher. Die Sozialdemokratie wird es daher nicht unterlassen, im In- tereffe der großen Verbrauchermassen immer wieder d i e Oefsentlichkeit und das Gewissen der Regierung wochzurütteln. Die deutschen Verbraucher werden in weni- gen Wochen die Bestätigung unserer Voraussagen am eigenen Leibe erfahren, und die Regierung und die Regierungsparteien, beson- ders auch das Zentrum, werden die Verantwortung für das ungemilderte Hereinbrechen der Roggennot tragen, vor der die Sozialdemokratie lange ge. nugvor her gewarnt hat. flmerita auf neuen Venen. Künstliche Absatzpolitik für Agrarproduktc. Wir haben kürzlich oussührfich dargestellt, wie für die Wirt- schaftspolitik der Vereinigten Staaten eine neue Epoche ange- brachen zu sein scheint, die man als aktiven Jmperialis- mus bezeichnen muß. Der Mittelpunkt dieses Imperialismus ist auf der einen Seite die Betonung der Rüstungssragen und auf der anderen Seite das kriegerisch gewordene Interesse, das die Ver- einigten Staaten an Mexiko, dem ganzen Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika bewiesen hat. Aber auch in der inneren Wirtschaftspolitik bereiten sich seit langem große Ver- änderungen vor, wir werden noch öfters davon ausführlich zu sprechen haben, die im gegenwärtigen Augenblick durch die An- nähme eines Gesetzentwurfs im Senat und im Repräsentanten- haus der Vereinigten Staaten einen besonders markanten Ans- druck gefunden hat. Das Wesentliche dieses Gesetzentwurfs ist, daß starke Strö- mungen in den Vereinigten Staaten den bisher dem freien Spiel der Kräfte unterstehenden Verkauf der Agrarprodukte einer st a a t- lichen Regulierung unterwerfen wollen, um die Preise fast sämtlicher Agrarprodukte künstlich hochzuhalten. Nach dem jetzt angenommenen Gesetz soll ein Bundes- f a r m a m t(Federol-Farm-Board) gebildet werden, dem neben dem Landwirtschaftsminister 12 Vertreter der amerikanischen Boden- Produktion angehören. Das Farmamt soll mit einem Fonds von nicht weniger als 2S0 Millionen Dollar oder über 1 Milliarde Mark ausgestattet werden, un, Agrarprodukte aufzukaufen und sie je nach der Marktsituation zurückzuhalten oder auf den Markt zu werfen. Die Absicht ist, das geht klar aus dem Projekt hervor, die Preise für die einzelnen Produkte nach Mög- lichkeit zu st a b i l i s i e r e n und die entsprechenden Waren, nach einem üblich gewordenen Ausdruck, zu valorisieren. Nach den bis jetzt vorliegenden Mitteilungen soll die erste Milliarde Mark aus Regierungsgeldern fließen, die Wiederauffüllung des Fonds soll durch eine Umlage erfolgen, die von den Farmern aller Grade nach der Größe der von ihnen bebauten Fläche erhoben wird. Sicher ist, daß auf diesem Wege eine Verteuerung der inländischen amerikanischen Versorgung eintreten wird: zweiselhast ist nur, ob die Meldungen zutreffen, daß die Ver- einigten Staaten die zurückgehaltenen Mengen auf dem Weltmarkt zu Dumpingpreisen verkaufen wollen. Dabei ist außerordentlich be- achtlich, daß es sich nicht nur um Weizen, fondern vor allem auch um Baumwolle, Mais, Reis und Tabak handelt. Ja, auch um den Ueberschuß von Schweinen. Daß eine so große Zahl von Produkten erfaßt wird, ist sicher auch der Grund, weshalb die neue Bill im Senat und im Repräsentantenhaus so viele Anhänger hatte. Der Senat hat das„Mac Nary Haugen- Bill" genannte Gesetz mit<17 gegen 30 Stimmen, das Repräsen- tantenhaus unmittelbar daraus mit 214 gegen 178 Stimmen an- genommen. Nach den schweren Preisstürzen für Baumwolle und der erschwerten Lage der Weizenjarmer in den legten Iahren ist offenbar die Gesamtheit der Farmer für diesen Vorstoß gegen die billige Versorgung des Landes mit landwirtsastlichen Rohstofsen reif geworden, und da die Gesamtheit aller Farmer bei den Wah- len einen sehr großen Eiflutz ausübt, hat ihr Vorstoß bei beiden Parteien zahlreiche Anhänger gefunden. Auf der r.ndecen Seite ist die große Masse der Rohstossarbeiter und Konsumenten Amerikas auf die drohende Gefahr noch nicht richtig aufmerk- s a m geworden. Was aus dieser Bewegung in Amerika noch werden wird, läßt sich heute noch nicht absehen. Bekannt ist, daß Präsides r Coo- lidge gegen das Projekt ist und es ist auch zu erwarten, daß er sein Veto gegen das Gesetz einlegen wird, worauf erst eine Zwei- Drittel-Majorität den Einspruch des Präsidenten beseitigen kann. Präsident Coolidge verfolgt seinerseits' die Absicht, den Er- folg, den das Valorisierungsgesetz will, durch den Ausbau der genossenschaftlichen Farmerorganisation zu erreichen. Jedenfalls ist diesen amerikanischen Vorgängen auch von der europäischen Arbeiterschaft die größte Aufmerksamkeit zuzu- wenden. Aehnlich wie in der Wendung zum aktiven Jmperialis- mus zeigen sich auch hier aggressive Schutztendenzen, nur daß sie der inländischen Grundrente gegen die Konsu- menten dienen. Käme diese Entwicklung zur vollen Entsaliung, so wäre hier der zweite Beweis geliefert, daß das bisher nach der Meinung bürgerlicher Professoren„notwendig" vom Sozialismus freie Amerika sich immer osfener zum Klassen st aat ent- wickelt, was notwendig auch zu einer entschiedenen sozialistischen Organisation der großen Massen in Amerika führen müßte. Unveränüert große Arbeitslosigkeit. Keine Rückgänge in Berlin für die lehle Woche. Die Zahl der Arbeitsuchenden, die Ende voriger Woche 274 903 betrug, hat sich nur um 120 Personen aus 274783 ver- ringert. Die Besserung, die in den letzten Wochen zu verzeichnen war, Hot sich in der vergangenen Woche also nicht fortgesetzt. Es wäre natürlich verkehrt, daraus schon zu schließen, daß sich sie Arbeitslosigkeit auf diesem hohen Punkte, der nur um knappe 5000 hinter der Höchstarbeitslosigkeit des Jahres 1926 zurücksteht, stabilisieren würde. Im Gegenteil, es ist sicher, daß mit den wieder- beginnenden Bestellungsarbeiten und mit dem Aufhören der Frost- gefahren die Beschäftigung wachsen wird. Es bestehen aber heute kaum Zlussichten, daß die zu erwartenden Erleichterungen des Arbeitsmarktes mehr als die gewöhnlichen saisonmäßigen sein werden, so daß die ganz außergewöhnlich stark« Verschlechterung der letzten Monat? im Ergebnis doch bedeutet, daß eine höhere Arbeitslosigkeit stabilisiert werden wird, als wir sie beim Eintritt in den Winter hatten. Darin ist ein neues Moment zu er- blicken, mit allen Kräften die Besserung der Arbcitsmarktverhättnisss auf den durch die Kämpfe der organisierten Arbeiterschaft vorge- zeichneten Wegen anzustreben. Das Landesarbeitsamt Berlin veröffentlicht zur Lage folgenden Bericht: Die Kurve, die die Entwicklung des Arbeitsmarktes in der letzten Woche verzeichnet, hält sich aus der Höhe der Vorwoche. Die Zahl der bei den Arbeitsnachweisen eingetragenen Personen beläuft sich aus 274 783, Ist also nur ganz minimal gegen 274 903 der Vor- woche zurückgegangen. Wenn aus dem Arbeitsmorkt auch immer, namentlich zu Zeiten, in denen Witterungseinslüsse aus die Be- schästigungsmöglichkeiten einwirken, mit einem Auf und Ab zu rechnen ist, so sind derartig kurzfristige Schwankungen in den letzten Jahren kaum beobachtet worden. Das deutet darauf hin, daß die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt nicht nur auf Saison- erscheinungen zurückzuführen ist. Selbst die sonst immer ziemlich gradlinig verlaufende Bewegung in der Metallindustrie ist in den letzten Wochen recht erheblichen Abweichungen unterworfen gewesen. Wöhrend die Zahl der Arbeitsuchenden hier in der Vor- woche u m 2700 Personen zurückgegangen ist, ist in der Be- richtswochc kaum eine Veränderung eingetreten. Fast ebenso ver- läuft die Beschäfiigungskurve in der Holzindustrie. Die Schwankun- gen wären wahrscheinlich noch fühlbarer, wenn nicht gleichmäßige Belebungen in anderen Industrie- und Gewerbezweigen noch einen gewissen Ausgleich herbeiführten. Einen anhaltend guten Beschäfti- gungsgrad weisen u. a. in letzter Zeit das Bekleidungs- und Spinn- stoffgewerbe auf. Es waren 274 783 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen gegen 274 903 der Vorwoche. Darunter befanden sich 185 347(184 541) männliche und 89 436(90 362) weibliche Personen. Erwerbslosenunlerstützung bezogen 120 178(124 354) männliche und 53 311(55 399) weibliche, insgesamt 173 489(179 753) Personen. Außerdem wurden noch 36 918(36 648) Personen durch die E r w e r b s l o s e n h i l s e der Stadtgemeinde Berlin und 24 978(23 532) Personen durch die Krisenfürsorge unterstützt. Bei Nrnstandsarbeiten wurden 7019(7280) Personen beschäftigt. Die Rcichsbank Mitte Februar. Die Kapitalanlage der Reichsbank in Wechseln, Lombarddarlehen und Wertpapieren ist um 142,3 auf 1372,8 Millionen zurückgegangen und hat damit sogar den niedrigen Stand van Mitte November(1387,4 Millionen) noch um rund 15 Millionen unter schritten. Ebenso ist das eigentliche Kreditgeschäft der Reichsbank, die Anlage in Wechseln, gegenüber der Novembermitte gesunken. Nach einem Rückgang um 110,6 aus 1267,8 Millionen in der letzten Woche ist der niedrige Stand der Nooembermitte von 1280,9 Millionen nicht mehr erreicht worden. Die großen Gewinne des Wechjelporle- feuilles der Reichsbank, die Mitte Januar noch mit 1505,2 Mil- lionen ausgewiesen waren, sind in einem Monat also um fast eine Viertelmilliarde zurückgegangen. Die Lombnrdbestände haben nach einem Rückgang um 31,7 wieder den niedrigen Betrag von 16,1 Millionen erreicht. Sehr niedrig sind im Vergleich mit der entsprechenden Zeit der Vormonate die fremden Gelder aus Girokonto: sie sind um 9,9 auf 553,3 Millionen weiter zurückgegangen: gegenüber 1012,7 Millionen Mitte Januar, 653,8 Millionen Mitte Dezember und 8296 Mil- lionen Mitte November. Mag die Zeichnung der Reichsanleihe auch gewisse Beträge abgezogen haben, so ist doch die starke Verringe- rung des Wechselportefeuilles, zusammen mit dem niedrigen Stand der fremden Gelder, ein Zeichen, wie wenig Banken und Wirtschaft sicb aus die Reichsbank angewiesen fühlen. Devisen sind sehr beträchtlich, um 92,3 aus 201.1 Millionen, gesenkt Die Bestände an deckungsfähigen Devisen haben damit einen selten erreichten Tiefstand aufzuweisen. Noch Mitte Januar belief sich der Devisenbestand aus 501,1 Millionen, also dos rund 2>*sache. * der Kriminal Roman Am Montag, ten 2t. Februar besinnt i«»er___ MSnKner NlsWM« E)7TMiTiT 37 Mj Einsendungen fnt diese Rubrik sind Berlin SS 68, Lindenstraße 3, partemachrlchten für Groß-Serlin klet» an da» Bezirknsekretariat. ?. Hos, 3 Tre». recht»,»n richten, 3. Krei» Sedding. Arkeitcrwahlsahrt. Montag, 21. Februar, VA Uhr, bei Miiller, Ufer 12, Arcissrauenaliend. Vortrag:„Die Organisation der Rrbeiterwohlsohrt." Reserentin Stadtverordnete Minna Todcnhagcn. t. tlrei» Prenzlauer Berg. Arbcilcra>ohlsahrt. Voranzeige! Donnerotaa, 3. Würz, 7 Uhr, groß««rcielonf-r-n, der Arbeiterwohlsahrt. Rohere, in der Sonntogoauegode vom ZI. Februar. 5. ttrei. Friedlich« Ijntn. Set nächste Abend de» Kursus der chenosfln Wurm findet am Dienstag, 22. Februar, 7sh Uhr, bei Vosin, Gubener ötr. u«, statt. Eijmtliche Slvteilungen müssen vertreten sein. 7. Krei» Eharlattenburg. Die Genossen«erden ersucht, sämtliche ihnen ho, kannten Adressen der neu eingeschulte» Kinder an die Abteilungsleiter bekanntzugeben. 7. Stti» tlharlotteadurg. Dienstag. 22. Februar.<4t Uhr, in der Aula de» Schiller. Real-Gn mnastums, Charloitenburg, Tchillerstr. 26, Kreiiuertreter-Versammlung. Tagesordnung: l. Fahre», und Geschäfts. bericht des Äreisvorstandes. 2. Bericht der Ausschüsse und Kam- Missionen, 8, Wöbs de» Kreisvorftandes, der Obleute der Kommisstonen, des Vertreters der Presseiommisfion und des Delegierten zum Reichs. Parteitag. Der Kretsvorstaud. 9. Kreis Bilmeridoes. Dienstag. 22. Februar, 8 Uhr. Sitzung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Andreas, Psalzburger Straße 88 G4 Uhr, im Lokal Schilling, Dahlem. Königin.Luise. Straße, Kreisdelcgterten, Versammlung. Krel»vorstaiid«wahl. 11. Krei» Schöueberg. Friedenau, Monlaa, 21. Februar, 7'i Uhr, bei Will, Wartin-Lutber-Eir. 89, Vortrag:„Die Sesundheilsvolitik in der G«, meinde." Referent Etadtarzt Dr. Rocder. Der fällige Vortrag des Gc, nosseu Wutzln findet erst am 7. März statt. Wir bitten um recht rege Beteiliguna. ' IT. Krei» Sieglitz, Lichteetelbe. Lankwitz. Dienstag, 8 Uhr, errveiierte Kreis» vorstandssitzung au helannter Stelle. II. Keei, lemxclhof. Aebeitcrivohlsahrt. Mvutag. ZI. Februar, 7'j Uhr, Kreismitgliederversommlung bei Niendorf, Maricndorf, Ghousscellr. ig. Erscheinen unbedingt erforderlich.— Moniag. 2>. Februar, 8 Uhr, im Kommisstoiissttzungszlmuicr, Temxelbof. Dorsftr.<2. Fraktlansiitzung.— Dienstag, 22. März, Kreisvorftaudssttzuna bei Niendorf, Morieiidorf, Ghaussee., Ccte Etrelitzstraße. Beginn vllnktlich 7>� Uhr. 1«. Keei- Reitkölln. Ärbeiterwihlsahrt. Dieiislog. 22. Februar. 71» Ubr, im Fdealkastno. WcichselNr..8— g, wichtige Sitzung oller in der Wohllahrts. pflege tätigen Genolstnnen und Genossen. Jede Abteilung muß un- bedingt vertreten lein. Vortrag des Genossen Stadtrat Schneider. lt. Krei» Köpenick. Di« nächste Vorstandssitzung finde! nich: am Montag, Miltwoch, 22. Februar, 7!2 Uhr, bei Zabel, Köpenick, Frei- sondern am heit S, statt. ' R-inicke 29. Krei» Relnickendorf. Montag, 21. Februar, 7 Uhr, im kleinen Sitzungs- saol des Rathauses Wittenau, Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten sein. heuke. Sonnlag, 20. Februar: ».«bt. Im Gewerkschafishau», Gngcluser"ii 25, großer Soal, Winterfest, Großes künstlerisches Programm. Tanz. Eintritt 1 M. inkl. Steuer. Beginn abends 6 Uhr. Starken Besuch erwartet die Adteiluiiasleitung. 11. Abt. Pünktlich 8 Uhr bei Borger. Levetzowstr. 21 Ecke Iagow. Kroße, Bunter Abend. Anschließend gemütliches Beisammensein. Gäüe, durch Parteigenossen»Ingesiihrt, sind herzlichst willkommen. Auch für arbeitslose Mitglieder ist gesorgt. 82. Abt. Vormittags von U bis 12 Uhr bei Wiersdorfs, Urbanstr. 8, Aus» ' m etil i gab» der Funkrionärkartcn. «8. Abt. Reuköll». Zlachmittags 8 Uhr in Beckers Fuftsälrn, Britz, Gbausscestr. 97, Großes Frühtingstest. Konzert, Tanz, Verlosung, Saal. voft, Ucberraschungen usw. Mitwirken de« Neuköllner Reichsbanner, Tamdourkarps. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. IM, Abt. Nicderschöneweide. Die Funktionsausweis« für 1927 können gegen Rückgabe der alten beim Abteilungsleiter, Genossen Liedel, Brückenstr. IS, umgetauscht werden. Morgen, Monkag, 2l. Februar: 28- Abt. iy, Uhr hei Köhler, Sreifswalder Str. Mb. Funklionärsitzung (SchweUerhöuschen). 7K. Abt. Echöueberg. 8 Uhr bei Groß, Gebern lir. 17, engere Bdrstomdssttzung. Hierzu müssen erscheinen sämtliche Bezirksführer und die Delegierten zum eisvertretertag. Dis Delegiertenkarten werden dort ausgegeben. .s tDM.Exrr».<71' irt„ aty»__ ,-ü •t. Abt. Renlöll«. TA Uhr Elternveriammlung de- Boddin-Blocks. Referent lt.� Im Zeichensaal der Kemeindeschule, Boddinstraße. Di« Lehrer Beigelt....... JMWWs_____________________________ Genossinnen und Genossen werden ersucht, an dieser Bcrsammsung teil. zunehmen. Dienstag. 22. Februar: 18.»bt. 714 Uhr im Lokal Höhmke. Swinemünder Str. 85, wichtige Funltio. närfitzung mit den Delegierten zum Kreistag. II. Abi. 7t- Uhr Abreilungsversammlung im Lokal Krüger, Hussitenstr. 88. !VbttraalMW>WW>WW»»>W... WW. WWW>WWW> Neuwahl de» Abteilungsleiter». Alle Mitglieder müssen unbedingt er- „Bllrgerblock und Klassenkampf." Rcfercnt Paul Iudrian. scheinen. 18. Abt. 7 Uhr in der Eabiner Str. 10, wichtige Funktionärs! tzuna mit säint lichen Kreisvertretern und Scwerkschaftsfunllionäre», Erscheinen un l2»./1»0. besinnt erforderlich. 180. Abt. Purkow. 744 Uhr findet im Türkischen Zelt, Pankow, Breit« Straße 18, eine Bersanimlung de» Ortsausschusses für Arbciterwohifahrt statt. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Mittwoch, 23. Februar: 37. Abt. 718 Uhr i» der Patzcnhoscr Brauerei, Landsberger Allee, Abtei« lungsoerfammlunq. Vortrag:„Viirgerblock und Sozialdemokratie." Referent Eeheimrat Albert Falkcnbcrg. Wahl der Delegierten zum Srci»verlretertag. Antrag« zum Kreisvertreter. und Bcz>rk»par««itog. Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. 82. Abt. 7'Ä Uhr In den Blllchersälen, Blücherstr, 81, Abteilungaoersamm. lung. Vortrog:„Locarno, Thoirn. Völkerversöhnung?" Referent Rechts. anwalt De, Alfred Klee. Di« Bezirksführer werden gebeten, bestimmt zu dieser Versammlung einzuladen. Donnerstag. 24 Februar: U. und 11. Abt. 714 Uhr bei Lerger, Levetzowstr. 21 Eck« Iogomstratze, summitaliedes ist es. unbedingt zu erscheinen, da außer dem Vortrag noch sehr wichtig« Punkte aus der Tagesordnung stehen. Wareneinkauss. karte di' � dient als Auswei». Frauenveranstalkungeu am Montag. 21. Februar: 1. Keei» Wilmersdarl. 714 Uhr bei Kroihs, Holsteinische Sir. 00, Kursus: „Bersossung." Reserentin Elcra Bohm-Schuch, M. d. R. I. und 3. Abi.. 714 Uhr im Scwerlschaftshaus, Engelufer 28 25. im Kons«. .Eheberatung." renzztmmer, Rcuter.Abend. Vortragender Genosse Rachow. . Abt. 714 Uhr bei Heiles, Prenzlauer Allee 289. Vortrag:.i Reserentin Dr. Reiß-r-Schröter. 29. Abi. 714 Uhr bei Riebe, Dunckerstr. 15, Bortrag:„Die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Reserentin Marie Kunert. M. d. L. 27. Abt. 714 Uhr bei Iarasch, Ebertostr. 11, Heiterer Abend. Vortragender Hein» Bartel. 89.»bt. 714 Uhr in der Juristischen Eorechstunde, LIndenftr. t, Bortraa: «Da» Eheproblein." Reserentin Dr. Clara Henrique». Achtung! 718 Uhr wichtige Besprechung der Funktionärinnen ebenda. 82. Abt. 714 Uhr bei Böttcher, Hagelbcrgcr Str. 9, Vortrag:„Der proleta- rische Mensch." Referent Hans 88. Abt. Der Frauenadend fällt wegen der Funktionäroersammlung au». 88. Abt. 714 Uhr bei Wienzier», Reichenderger Str. 188. Bartraa:.Der der Arbeiterfrau." Referentin Else Schetbenhuber. Gälte will- Sie husten ja so schwer. Achten Sie rechizeitlg auf alle Anzeichen, damit sich kein chronischer oder Bronchial. katarrh entwickeln kann. Täglich mehrmal» 18—20 Tropfen von den echten Reichel'» Hnsteniropien. der trästigen. schmerzlindernden Huftenmedizin, die del Heiserkeit Schietmanhäufung, Rauheit und Trockenheit im Hals« rasch auslösend und reizstillend wirkt. Zu haben in Apotheken und Drogerien, aber echt nur mit Warle Mebieo und der Firma Otto Reichel. Berlin SO. LS, Eiienbahnftraße 8. Allgemeine MMonärversammluna nHMBBBaBenHnVWflnBaBBHBBBBHBnHHHKBgHBI am Montag, dem 21. Februar, abends 7» Uhr, in den„(Sophien-Sälen",(Sophienstr. 17/1S Tagesordnung! Der Kampf um den Meterschutz!! Die geplanten Mietserhöhungen und die Stellung der Sozialdemokratie. Referenten: Landtagsabgeordn. Lüdemann und Landgerichtsrat Au den. Mitgliedsbuch und KunttionSrausweis legitimieren. Oie Mitglieder der Mieterausschiiffe sind zu dieser Aer!amm> lung eingeladen. Der Bezirksvorstand. 88, Abt. 714 Uhr im Graphischen Vrreiilshau», Aleeandrincnstr. 88, Vortrag: „Religion und Sozialismus." Referent Bruno Theei. 87. Abt. Chaelotienbuig. 8 Uhr bei Thunack, Wielandstr. 8, Bortraa: .Rationell« Wirtschaftsführung und Kochtopf" Referentin Mittelschul. rektorin Käte Feuerstack. 88. Abt. Sharlottcnb»rg. Der Fraucnobend fällt»US. Die Genossinnen heteiligcn sich alle an dem Krcissrauenabend am S. März im Türkische» Zelt. 78. Abt. ZcHlendeef. 8 Uhr bei Schnorre, Potsdamer Str. 8, 2. Vortrags. abend:„Marx und Engels." Referent Eenosse Kaus. Frauenverailstattungen am Dienstag. 22. Februar: 1. Abt. 714 Uhr bei Zfchiesing, Ackerstr. l, Vortrag:.Die Konsulngenosse», 38. lchaft." Gaste sind willkommen. >. Abt. Nachmittoo« 3 Uhr Vesichtigun« de» Kowsumioarenhause» in Ehar- lottenburg, Rosinenstr. 8. Die Genossinnen treffen sich vorher im Jugend. Heini, Rosinenstr, 4. Rege Veteiligung wird bestimmt erwartet, 89. Abt. 7'» Uhr bei Busch, Tilsitcr Str. 27, Vortrag: �ötzgi-ne der Frau" Reserentin Dr.'Edith Rosenkranz. Gäste willkommen. 11». Abi. Grünau. 7'4 Ubr bei Werner. Köpenicker Str. 125- vortrog: .Körperkullur." Referenti» Lisa Albrecht. 181. Abi. Rskdcrschinhau'ea. 714 Uhr in der Semeindefchul« Bismarckstraße Aussprache über die Veranstaltungen ini vergangenen Jahr« und die Ausgaben sm kov'mrnben Jahre. Um reg« Beteiligung wird gebeten. Gäste herzlichst willkommen. Frauenveranstaltungen am Donnervtag. 24. Februar: 31. Abt. Besichtigung de» Konsumwarenbaufes. Eharlottenburg. Rosinenstr. 8. Treffpunkt nachmittag» 1>4 Uhr pünktlich Landsberger Platz. Nachzügler im Kaufhaus. Jungsozialisten. Grvpp« Reintckenbos.Oft: Montag, Ti. Februar. S Uhr, im Jugendheim — r.-~"--------- lnschast-»Ei------...« Residrnzstr. 89, Arbeitsgemeinschaft:..Einführung in die Wirtschaftsgeschichte der am bekannten Ort. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grofz-Derlin. Krei» Reuköll», Gruppe Bergstraße: Sonntag. 20. Februar, Besuch der Treptower Sternwarte zum Film„Urwelt ini Urwald am Amazonas. Treff. unkt 14z Uhr Hertzhcrgplatz7 hosten 20 Pf. Kinder anderer� Gruppen sowie " id gern gesel ..nteressierte sind gern gesehen, Gruppe Birke trifft sich hierzu 114 Ubr Lrrrsurthplatz. Gruppe Elbe schließ! sich Bergstraße an. Gruppe Hermannplatz trifft sich 2>4 Uhr Kaiser.Frrdrich., Ecke Welchselslraße.— Gruppe«ritz: Mittwoch. 28. Februor. pünktlich 148 Ubr, Eltcrngeneraloeriammliing im ____ v. t � i e. �„ 1 1 /C.. r fk n■* Clk), 4 54 2T: A_ CO �1 C8 mCTtiuJDnj, r'Ltlvc» vuiimut; 730«ui-/ v-iivuiutiivuuwvf»»»»»»»»«»»»» Jugendheim Rathaus n. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht.— 82. Abt. StcgliK: Dienstag, 22. Februar, von 4-8 Uhr im Seim Albrechistr. 47 Spielen. — Gruppe Friedenau: Grupp�nheim Offenbacher Straße sSchnIe). 21. bruar Liederabend, 24. Februar Uebungsabenb, 28. Februar Friedriäi'Ebert.Feier. Arbeiter-Kultur-Kartell Groh-Lerlin. Am Sonntag, dem 27.. nachmiltaas 3'/, Uhr. im großen Saal der Bbllharmonie,«crnburqer Str.. S. Arbelter-Sintonie. Konzert mit dem Pbilbarmonilchen Orchester u»Ier Leitung von Jascho Hoienstein. Werl« von Cherubim, Schönbcrq und Schubert. Pieiö der Karte l�>0 M. Sonntag, den 0. und 13, März, vormittag» 11 Uhr. in der Volksbühne am Bülowplatz„Ein FrtthlingSmdsterium". dramatische« Cdor. wetk von Bruno SchSnlank, Musik von Hein, Tiesicn, s,eiii!cbe Leitung Albert Floraih, musikalische Leitung Sascha Horenstein. iänzetiiche Leitung Herta Feilt. Mitwirkende! Shrechchor tür Proleiarische Feierstunden— Einzelsprecher: Heini W»te. Loldar Mütbel, Alex. Köckert, Wols Truß. Marga Reuter— ftife Rahnseld sMezzosovrans— Berliner DolkSchor. i«emi>cht-r Chor Groß-Berlin. Schubcrichor. Der Junge Cbon Suc.end< und Kinderchor Harmonie-Charlottenburg isämtl. Mitglieder des Arbeitersänger- Hundes— das Berliner Sinfonieorchester. Preis der Kart» l.öst M. Karten für alle Veranstaltungen sind noch in den bekannten«ZertausSstellen zu haben._ Arbeiter.Silduvzeschul«. Der Kursu«.Internationale Politik" kann am Dienstag, dem 22. Februar, wegen Behinderung des Referenten nicht stattsinden. Nächster Abend Dienstag, den 1. Mäiz. abend» 71/, Ubr. In einem Vortrag über„Das Antennenrecht" behandelte Ober- postrat Thurm eine Frage, die sür viel« Funkhörer von gröhter Wichtigkeit ist. Denn heute, wo der Rundfunk sich fast die ganze Weit erobert hat, gibt es noch Hauswirte, die ihren Mietern mit allen Mitteln die Anlage von Dachantennen zu verwehren suchen. Und a» manchen Orten bedeuten rigorose Polizeivorschriften eine wesentliche Hemmung sür die Ausbreitung des Rundfunks. Mit Recht wies der Vortragend« daraus hin, daß durch Iol6)e Verbot« am stärksten die Minderbemittelten betroffen werden, die mit ihrem Detektor oder Einröhrcnopparaten ouf den Funkeinpsong mit den Dachantennen angewiesen sind. Haben nun auch Bestiinmungen eine Berechtigung, wenn sie sich gegen eine Verunstaltung des»ladlbildes durch Antennenspannungen wenden, so sind alle darüber hinaus� gehenden Verordnungen zu verwerfen. Eine sachgemäß angelegte Dachantenne bedeutet keinesfalls eine Blitzgefahr für das Haus, sondern im Gegenteil einen Blitzschutz. Das kommt bereits dadurch zum Ausdruck, daß verschiedene Dersicherungsgesellschasten in Amerika für solche Häuser, auf denen sich Dachanteniie» befinden, einen Nach- laß der Feuerversicherungsprämie gewähren. Ob Hauswirte den Mietern die Anbringung emer Dachantenne verbieten können, ist zurzeit noch eine umstrittene Frage. Doch entscheiden die Gerichte immer mehr dahin, daß die Mieter«n Recht auf Anbringung einer Dachantenne haben, sosern nicht im Mietvertrag ausdrücklich das Gegenteil festgelegt wurde. Immerhin empfahl der Vortragende nach Möglichkeit eine gütliche Einigung mit dem Vermieter.— Senatspräsident Dr. R I e d i n g e r sprach am Nachmittag über .Luvlstischen Aberglauben", worunter er bestimmte Laienauslegungen von Gesogen oerstand. Der Redner zitierte einige sicherlich im prak. tischen Leben durchaus nicht seltene Rechtsfälle, in denen dieser juristische Aberglauben eine Rolle spielt, und bewies eigentlich schon damit die Zweckmäßigkeit seiner Ausführungen. Der Funkabend galt gewissermaßen der Feier des 70. Geburtstages von Julius L i e b a n, dem einst weltberühmten Tenor der«taatsoper, der auch heute vor dem Mikrophon noch seinen Mann stand. Aus seiner Theaterlaufbahn erzählte er einige nette Anekdoten und sang im An- schluh daran Arien aus seinen bekanntesten Rollen. Unter Franz schluh daran Arien aus seinen bekanntesten Rollen. Unter Franz v. Szpanowskis Leitung brachte die Funkkapelle musikalische Darbietungen und Lea Echügeirdors verschönte den Abend durch trefflich gesungen« Lieder und Arien, Sozialistische �rbeiterfugenö Groß-Serlkn. Achtuno, Abtcilunzsleitee, liefert sofort die Moiiatsprogramme ab! Die Saftkarten zur Generaloersamminng müi-cn bis spätestens Mittwocki, 28. Februar, duräi die Abteilungen abgeholt werden. Abteilungen, die bis dahin nicht abgeholt haben, erhalten keine Gastkarteu. 8. Arbelter-Sinsonic. Konzert. Sonntag, 27. Februar, nachmittags 3% Uhr, Vülowplatz. Karten sind im Iugendlekrelariat erhältlich. heule. Sonnlog, 20. Februar: Haieaheide: Trcfsvunkt zur Probe'48 Uhr im Jugendheim Lindanstr. 8. Nur Nlirglieder der Ädt. Hasenheide haben stulritt. Tempelhof: Besuch de» Märkischen Museums. Trefspuuit 19 Uhr Bhf.; abends 7 Uhr.Heimabend.— Ncrlölln IV: Vormittags'.11 Uhr 1. Feierstunde im Heim Ziogatstr. 58. Zahl» reiches und pünktliches Erichemen ist erwünscht. Nachmittags Spaziergang. Treflpunkt 2 Uhr Lhf. Renkölln.— Nenlölln VI: Fahrt nach Oranienburg. Treffpunkt 147 Uhr Lhf. Kaiser.Fr>edrich»Etraße.— Lichtende rg-Mitte und -West: Fahrt. Treffpunkt'.48 Uhr Stralou-Rummelsburg. Werbebezirk Kreuzberg: Vortrag:„Das Mädel in der proletarischen Jugend» bewegung".>48 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Südwesten: Fahrt nach Erkner. Treffpunkt 148 Uhr Hallesches Tor.— Werbe bezirk Osten: Jugendheim Tilsiter Elr. 8. Vorynittag« 9 Uhr Werbe» bczirisvoestandssitzung, 9>4 Uhr Wecbefunitionärsitzung. Werbebezirk Neutollu: Jugendheim Kanner Straße, Wände radknd. Licht» bilderoortrag:„Mil Hermann Lön» durch die Lllneburger Heide". Beginn !48 Uhr. Werbebezirk Lichtenberg: Jugendheim Schornwcb erste. 29, Friedrich. Ebert» Gebenkadend. Beginn 8 Uhr. Morgen, Moniag, 21. Februar. 7� llhr: Sinaireis: llebungsabcnd pünktlich 7% Uhr im Jugendheim Lindenstr. s. Brunnerplatz: Gründungsversammlung im Jugendheim Schönkedtste. t (Ledigenheim).— Moabit I: Schul« Waldeuserste. 20. Vortrag:„Goethe» Leben und Werke."— Stralener Viertel: Jugendheim Eoßlerstr. SU 5. Mi nute». und Werbebezirk Kreu-.berg: Bezirksamt Kreuzberg, Konferenz der Funktionäre Delegierten zur Generalversammlung.— Werbebezirk Reukökln: Alle Mit» Iliedcr besuchen den Filmabcnd de» Ortsautschusses für Jugendpflege, Berg» siraßc 187 Eintritt Ä Df. Beginn>«8 Uhr. Achtung, Baudctleiter! Am Mittwoch, 28. Februar, 714 ItHc, im Jugendheim Lindenstr, 8, Wandcrleitsrkonkerenz. E» ftndct der Lichtbildervartrag statt iermäßlgter Prei»), Vorträge, vereine unö Versammlungen. Tleicksbannkr»Sckiwari Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 18. Sebastianftr. 3n!iS, Hof 2 St. Gauoorstand. Dt., d. 22., 8 Uhr, findet In der Klosterstraße i» der Etadthallc die Dundesgrllndungsfcier— Pflichtvrranstaltrizia statt. Hierzu treten die Berliner Kreis« wie folgt an: Mitte 6?« Uhr Bmow» platz: Tiergarten Sil Uhr Denkmal Kleiner Tiergarten; Wcddjng 6 Uhr Ufer-, Eck« Martin.Opltz-Straße: Prenzlauer Berg 7 Uhr Be- zirksamt Danziger Straße: Friedrichshain Uhr Küftrincr Platz: kreuz berg Uhr Saldeckplatz: T e m p e I h o f Sil Bhf. Tempestiof: Neukölln 614 Uhr Kaiser-Friedrich-, Ecke Reuterstraße: Lichtenberg 814 Uhe bei Kcipke, Kroiiprinzen., Ecke Scharnwebarstraße. Fahnen, und Tambaurkorp» etwa» zeitiger. Pankow 6!g Uhr Schönhauser Aller, Eck« Lornholmer Straße; Reinickendorf«14 Uhr Stett. Bhf.— Äreuzberg- Mo., d. 2l., 8 Uhr, Iunginannschaft 2, Bers, bei Bieler, Diefsinbachstr. 78.— 1 Lichtenberg uebst Untergruppen: Rio., d. 2l., 8 Uhr. Bercinshaus Prillaben, Eitel., Ecke Sophienftraße. Referat über„Reichsbanner., Arbeiter, und bürgerlicher Sport", Wir bitten UNI zahlreiches Erscheinen.— Bernau-Lade» bneg-Röntgenihal: Di., d. 22., 8 Uhr, Fackelzug ab Modisch. Koiserstraß«. Tiergarten(Kreis): Sonntag, d. 2l>., Antreten><12 Ubr kleiner Tiergarten, 1214 Uhr Stett. Bhf.— Steglitz(Kreis): Dienstag, d. 22., Uhr, zur Teilnahme an der Bui'desgrllndungsfticr auf dem Dllppclxlatz tu Spiclleute ohne Instrumente. Zugführer laden ein. in Stiglrtz, Rrbriter-Samariter- Kolon»«. Monatsverfammlungen haben Abt. Kreujbrttz Montag, 21. Februar, 7>4 Uhr, bei Vogler, Mittenwalder Etr. 18! Abt. Weddina Donnerstag, 28. Biochemischer Verein bruor, 7>4 Uhr. bei Rellin, Schul», Ruheplatz! Sroß-Berli». 22. Februar: Schönhauser Bor' .»MWMWWWW derM durch Medizin".— 33. Februar: Tiergarten: Wernicke» r. Sll/Sds. schlief:„Grippeerkranlung und Vorbeugung", Festfäle, Polsdamer Str., ivtrausbcrg: Altes Echlltzeuhau»(Etrausberg.Etadt). Teomer:„Große Wir» kungen kleinster Sudsianzmengen(n bezug auf Vlochemle und Hooröopatht«".— 24, Februar: Gesundbrunnen! Restaurant Schmidt, Prinzenaller 83. Vanselow: Biochemie und Motte"—„Brasilien, Laich und Leute", mit Lichtoiideriu kreuz bcra: Bockbr-ue-ei, Fidirinstraße. Dr. med. Schmegge ,Lerz., Blasen-. I Znerrrliiden", m. Llchtb.?!egel: Restaurant Hamukcck, Houptstr. 8. Dr. med. Eielntel:..Haut- und G«schle:ht»l».ld«n", m. Ltchtb.— 2ö. Februar: neugndors: Lwdcmann»� Sesellschafttzhau».� E. G. Thomas:„R.lleumql tt» US/ iGt, Rschia»". T. 28. Februar: Adlsrshof: Wege» Gesellfchostshous, BiMarck- De. med. Steintel:„Kulrursiechtum und Siinretod". ReinleftWors» fiumamt:.Biochemisch« straße West: Hartmann» Brauerei, Scharnwebcrslr. 1iN— 1>>t W M M. Winke". Oberschöneweids: Imberg» Grsellschastshau», Wilhelminenhifftr. 38. Dr. med. Schmegg:„Herz., Blasen., Nierenleiden", mit Lichtbildern. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr Pappclallee IS, Bor» trag des Herrn C. Witthaurr:»Pesialozzis Erzikhungsidce vom Standpunkt freigeiftiger Weltanschauung". Gäste willkommen. Der Arbeiter-Scianpoerei»„Sargesluft", Grüna», hält setzt seine regcl- Gelang»übung»stunden jeden Donnerstag von 8—19 Uhr in der Aula ...___ ieindeschule Grünau, Köpenicker Straße, ab. Freunde de« Ehor. gesangez und des Volksliedes sind ul» Mitglieder und Gäste«derzeit wllllammen. Vertand der Luvgcn. und Tuberknlslc-Erkrankten Deutschland». Sitz Berlin. Geschäftsstelle: Berlin R. 20, Echönftedtstr. 1, v. 1 T-.. Zimmer 121. Alle Mit- Glieder der Haupt-, Gau-, Ortsgruppen, und der Bezirlsvvrstilnde� sowie der mäßigen 8«......__________________ Arbeitskominisslanc», ebenso dle Pressekommiision haben an der Sitzung am 2l. Februor, 7 Ubr. bei Sachse, Llndower Str. 28(Bhf. Wetzd'.ng), teilzunehmen. Da» Erscheinen aller Funktionäre ist dringend erst>rd«rUck>. Frc'denker-Bolkehochschuie Berlin Mittwoch, 28. Februar, 7>4 Uhr, im Askanischen Gymnasium, EW.. fiallcfche Str. 28(am Anhaktcr Bahnhof). Sektor Friß Schmidt:.Die autiklerikaic Bewegung in Deutschland und Mexiko". Geschästliche Mtteiluagen. er Industrie, uud H-ndclskammer zu BerN» I l. LIpril d. 3. Der Unterricht umsaHt samt- lich« kaufmännischen Fächer, wie Betriebswirtschaftslehre, Buchführung, Deutsch Di« kaufmännischen Schulen der -.hr MWWWWWW WMtMWWWMWWWIM�lMMMMMMlWtMMMVWU lchfllhruug. Deutsch und Handelskorrespondenz, Handel», und Wechsellehre, Rechtsiunde. Bvlks- wlrtfchaftslehre, Maschinenschreiben und BUrgertunde, sowie die neuere» Fremd- .. ltz«„-. den kaufmännischen Beruf die vielseitigste und gründlichste B»rbereitum künfte und Prospekte sind bei der Schulperwaltung der Industrie, und kanuner zu Aus» lndels» W»»... �____________„_.. Industrie. Neu« Frirdrichstr. 58, kostenlos erhaltlich. E, ist eine ausiallende Erscheinung, daß ein arvßer Teil de, Publikum», welche, sich mit dem Ankauf eine» Tcopich» besaßt,»ine War« aussucht, die durchgemustert ist. 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Kebrnar. abends 2 Ahr. im„Jugendheim- des verbaadshoales Liniensir. 83 65 Branchenversammlung aller Eisendreherlehrlinge. Tagesordnung. 1. Vortrag über. .IugendirfniU und Iuaendrecht". Referent! Kollege Hellwig. 2. Aussprache über BclriebsverhälNiiss». Alle Berufstollegen find zu dieser Ber» fammiung eingeladen. Zahlreiche» und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Oiraalag. den 22. Februar,«ach«. 5 Ahr. im Saal 1 des«vemertschasl». Hauses, Euxeioser 24,2». Branch en Versammlung der Melalldrücker und Pollerer. Tagesordnuna! t. Bericht. 2 Branchenongeiegenhetten u.«erschiedeoes Achtung! Velxjxhgrgsx Achtung! »Hauptgr. VI. Untergr. IK/IS vienskog, deu 22. Februar, abends 7 Ahr. Im Zimmer 28»es Verbands Hause», LIaienNr.«3 SS: Gruppen Versammlung T-gesordnuna! l. Vortrag über .Das Arbeitsgertchisgesetz- Rciereni: Kollege Zanke. 2. Freie Aussprache S L«llungnahme.»ir Neuwahl der Beiriedsrite 4 Verschiedenes. Mla! Solü ll.Siiderslkjllllede; _Jt«nioih. den 23. Februar, nach. mittag» 6 Ahr, im„Dresdener Garten". Dresdener Strohe 43 Branchen Versammlung Tagesordnung! L Vorlrag des Kollegen Adam über:»Wen�ch und Maschine". 2. Branchenaitgeicgenheilcn. 3. Verschiedenes. Btr Versammlung der Aulogeu- a. Elektroschweißer, Die im Deutschen Meiallgrbetterverband arganifiertenAuicgen.undEIeltiolchw'chee nehmen in einer Branchen oersommlano Stellung zu dem Kursus für Schweißer. welcher im Januar d.§. ftaitgeninden hat unter Leitung von Herrn V'o'effoe Dr. Zng. SUpert von der Technischen Kochschule Ebarlottenburg. Alle Kollegen sprechen sich über da» Ergebnis des Kurws sehr befriedigt aus Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß baldigst wieder ein derartiger Knrsus abgebalien wird, dmri unlere Kollegen durch bessere Fachlcnninie mehr zur Derbütunq der II lisch Schweißerei beitragen können Bon dem Vranchenleiker, Kollegen Mgrnitd«. wurde im Austrag» der Knininisston zugeiagi daß bei genügender Beieiligung nKchsten» wieder ein Kursus abgehalten werden soll. Zm zweiten Punkt der Tagesordnung wurde zur Kündigung desRahmeniarife» in den VVMI.-B»iriebenS!ellnng genommen. Es wurde begrüß», daß der Tarif gekün dig i wird. Die Kollegen verpflig'ieten ü» daiür einzusehen, daß die Organisation die Stärke erhält, die kür die Durchseßung des Ach! süindeniages notwendig ist, Mst einem nochmaligen Hinweis gus di- Noiwendig'e», den legten Kollegen zu organisieren, wurde die gut besuchte Vet- iämmlung geschlossen. 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Februar 1927, nüchmlltagj Hoffnung" Bekieidangs-Industrie"Z: N. 54, Brunnenstr. 188-190 ~ v v,}''W--.-■'<**,••."j-.'%* — �11.— i..>. i*■--te■ if-itiZati. 11 Qnf lese gezogene Nummer sind zwei gleich hohe»e- Winne gefallen, nnv zwar i« einer»nf die Lot« gleicher Rnmmrr in den beiden Nbieiinnge» 1 nnd 2 Ohne Gewähr Nachdruck verbolei» ES wurden Gewinne aber 150 Mark gezoge» 2 Gewinne ,« je 300000»if, 207262 2 Gewinne zu ,e>6000 MI 22S«b1 4 Gewinne zu je 10000 MI. 30170 261399 4 vewinn, zu je 3000 MI. 62585 86659 v Gewinne zu je 2000 MI. 31593 61387 29679S 36 Si-W>»n- zu je>000 MI. 21296 27206 43221 6646S 64260 1ZSS7? 160175 191637 240069 24S7S3 2521 19 270816 284279 299077 31 1456 3 I 5349 221619 32732» 70 Gewinne zu je 500 MI. 11705 24S11 43161 43346 443II 47317 49716 61723 70467 732S9 76467 66049 99523 1I32SS 120746 139100 143156>55568 170676>72919 178161 166066 191430 217S3I 222626 264180 267549 28S84S 290423 290856 291434 29 1932 292313 325531 33047S 202 Sewimie zu ,e 300 MI. 6136 7641 19332 33267 34241 4362» »«181 47167»9419 S43S4 55949 68975 70436 78736 80771 83047 «7690 88231 83000 96469 96970 101646 105632 114172 116585 117105 120643 121523 125696 128866 129910 136708 149163 150100 154414 154466 156767 159903 165257 165368 166603 171204 176282 178582 180271 180283 182148 187119 188668 132826 194318 194336 203119 204321 204876 207418 216569 217733 216401 219847 228182 234073 234315 236542 241903 842304 245528 245895 245989 247484 248159 249361 250991 252538 254920 265537 256473 258577 260251 269242 281295 882253 288958 297851 301517 302095 302181 303567 309754 310193 312212 316214 316369 321251 322589 326965 334847 340524 341981 344932 346903 10. Ziehungstag 19. Februar 1927, vormittags ES wurden Gewinne aber IS» Mark gezogen 6 Sewln» ,n je 5000 Mf. 198460 212648 214061 4 Idewinnt zu j. 3000 MI. 72600 117613 10 Gewinne ,u je 2000 MI. 1282 Z09o8 186209 187249 231462 20««Winne zu je 1000 MI. 2477 3S80S 62393 134406 142319 189846 222557 288131 304371 349566 84 Sewiune zu je 500 MI. 4661 SS29 16466 22127 24646 41646 44577 4?>89 68981 69402 72455 90482 108703 120222 121186 123900 133227 137108 140727 160495 166343 168125 175232 206377 207561 215765 222288 231178 234415 236372 252402 263884 276149 297260 298676 304006 315949 341639 343681 343956 345236 349784 178«en»»». ,» ,« 300 M' 862 23464 2S6S7 24640 43766»7341 47888 47898 62970 53943 79896 88863 96102 99410 100687 I0753S 111836 116218 116948 117066 117142 124634 130218 133793 140211 141446 142233 146228 150352 161701 152572 153267 163361 154180 159667 163842 165209 167158 188142 171598 173835 179921'80789 200505 201234 201444 213153 220329 226740 229c€0 230701 233257 233588 237234 238129 238335 233763 239095 255964 282597 2630P8 276638 285063 285852 287622 289132 292154 293353 300180 301064 304555 305624 307555 307796 308093 31075C 313083 313926 318183 324450 936562 327)78 992310 336234 336617 342331 346411843183 z:™-Unterhaltung unö fünf Centimes. Von Adolf Abler, Paris. Edmond Face, der Bildhauer, hatte mich mit in sein Ateiier genommen. Es war gegen S Uhr morgens, nach ygem tollen Budenzauber bei seinem Kollegen. Nun lagen wir, Edmond und ich, übernächtigt und ein wenig katzenjämmerlich, lang gestreckt auf einer Flut weicher Seidentissen am Fußboden. Die Holzscheck« im.. Kamin fingen gerade an, ein« wohltuend« Wärme auszuknistern. Zwischen uns, auf einem Hocker, summte die Kasfeemoschine. Wir rauchten, tranken, starken Mokka mit Kirsch und sprachen lange Zeit kein Wort. Die Vorhänge am Fenster waren zugezogen und ließen auch nicht das kleinst« Hell des erwachenden Morgens durchschlüpfen Das Prasselfeuer im Kamin schenkte die einzige Be- leuchtung im Zimmer. Träumendes Halbdämmern in schmeichelnder Seite und tanzendem Zigarettenrauch. Endlich brach Edmond das Schweigen:„Ed dien, mon eher, das Leben ist eine Gründung auf Aktien." „Kater-Philosophie." „Und wir Menschen sind die Aktien: Wir steigen und wir fallen. Genau wie die Papiere an der Börse." „Du stehst dann sehr hoch im Zhirs." „Weiß ich. Das Konjunkturpapier Edmond Face ist augenblick- lich ein beNebtes Kaufobjekt. Aber ich spucke das Leben an." Das klang so bitter, so echt aus semem Mund«. Grellte urplötz- lich in die weiche Stimmung hinein, daß ich verwundert fragend die Augen auf ihn richtete. Er griff derb meinen Arm und flüsterte hastig, nervös, scheu: „Siehst du auf dem Kamin den kleinen Goldrahmen? Ein Geld- stück auf Pappe unter Glas. Ein häßlicher kleiner Sou». Fünf Centimes. Komm, Freund, trinken wir einen reinen Kirsch, und ich will dir die Gelchichte dieses Geldstücks erzählen. Ein Kapitel aus der Börsenlaufbahn der Aktie Edmond Face." Er schenkte ein, mit zitternden Händen. Seine Augen flackerten, eine unheimlich« Erregtheit schüttelte seinen Körper. Wir tranken. Dann zündete Edmond eine neue Zigarette an, streckte sich lang auf die Kissenpolster und schloß die Augen. Eine ganze Weile verging. Dann begann er: „Noch vor einem Jahr, mein Freund, war ich dem verhungern nahe. Ich hotte In der Nähe vom Bahnhof Montpornasie eine kleine Bodenkammer als Arbeits- und Schlafraum. Ich arbeitete die Nächte hindurch. Eine ganze Reihe, ich darf wohl sagen: guter Werke entstand. Tagsüber lief ich von Kunsthandlung zu Kunsthandlung mit meinen Schöpfungen- ich bot sie an füp billigstes Geld. Aber kaufen wollte niemand. Die besten Stück« gab ich einem großen Grschäft in Kommission. Mit kleinen Büsten aus Ton, die Iaures darstellten und Richepin und den General Galliern mit seinen markanten Zügen, wanderte ich durch die Kaffeehäuser und Nestau- rants, wo die Fremden verkehren. Von Tisch zu Tisch schritt ich wie ein Hausierer mit seiner Hökcrware. Oft wies man mich hinaus. Ich stand am großen Boulevard neben der Post, hatte meine Büsten aufgestellt mit einem Plakat daran: SO Franken. Ich war ver- zweifelt, hatte mir noch weniges Geld in der Tasche. Warmes Esten kannte ich nur aus der Vergangenheit. Mittags und abends trank. kch in einem Cafe Biard eine Schokolade und aß ein Hörnchen dazu. Auf alles konnte ich verzichten, nur nicht auf Zigaretten. Die billigsten kaufte ich mir, die Caporal ordinaire, diese schwarzen, scharfen, widerlichen Regiegifte. Vier Stück für neun Sous. Vor- mittags vier und nachmittags vier. Endlich verkaufte ich meinen Iaures. Für zwanzig Franken gab ich ihn her. Ein junger Arbeiter erstand ihn. Sein Weg führte ihn täglich an meinem Stand neben der Post vorüber. Jedesmal blieb er stehen und betrachtete den Iaures. Ich sah es dem Burschen an, daß er die Büste gern gehabt hätte, und fragte ihn eines schönen Tages, als er wieder für einige Augenblicke vor meinen Werken verweilte, rund heraus, ob er den Iaures nicht kaufen möchte.„Das schon," gab er zur Antwort,„aber fünfzig Franken habe ich nicht dafür übrig." Mein Gott, der junge Mensch war sicher ein armer Teufel, aber ich umschmeichelte ihn wie der Geschäftsmann einen guten Kunden. Schließlich hatte ich ihn so weit, daß er mir den Preis nannte, den er anlegen konnte.„Zwanzig Franken." Ganz schüchtern sagte er das. Als schäme er sich, diese Summ« zu bieten, die für ihn ganz bestimmt eine große Ausgabe war. Noch dazu für eine Büste! Ich traute mich nicht, mit ihm zu feilschen. Gab ihm den Iaures und nahm die zwanzig Franken. Aß eine warme Mahlzeit, holte mir meine Wäsche von der Waschfrau und kaufte mir ein Paket an- ständiger Zigaretten. Da war das Geld zu Ende. Aber am nächsten Tage nahm mir ein Deutscher den Richepin ab. Zahlte ohne zu handeln 59 Franken. Anständige Menschen, deine Landsleute! Kannst du es verstehen, Freund, wenn ich mich nach diesen fürchterlichen Tagen der Entbehrungen nun als Krösus fühlte? Ich war mit einem Schlag wieder gut gelaunt, hoffnungsfreudig und voll neuer Schaffenskraft. Kaufte mir frisches Material zur Arbeit und fraß mich satt für fünf Franken, Brot ä ckiscretion. Zwei Tage daraus hatte ich noch sechzig Centimes in der Tasche. Vier Carporal zu neun Sous, blieben knir noch drei Sous. Zwei Geldstücke, eins von zehn Centimes, eins von fünf Centimes. Nun begann für mich die entsetzlichst« Zeit meines Lebens. Nichts, nichts zu essen. Keine Zigaretten. Doch plötzlich fielen mir die fünfzehn Centimes ein. die ich noch besitzen mußte. Ich kramte in den Taschen. Und fand im Mantel nur das ein Soustück. Aber die zehn Centimes? Ich mußte sie doch l>aben. Wie ein Irrsinniger durchsuchte ich noch einmal alle meine Taschen. Eine fixe Idee hatte sich meiner be- mächtigt: Die zehn Centimes mußt du haben. Ich fieberte. Meine Hände zitterten. Die zehn Centimes! Die zwei Sous. Einen hotte ich noch, wenn ich die zehn Centimes fand, konnte ich mir eine Zigarette kaufen. Vielleicht hätte mon mir auch zwei gegeben, aus Mitleid. Ich Neidete mich nackend aus und durchwühlte alle Winkel in meiner UnterNeidung, in den Stiefeln, in der Hose, Weste und Jacke. Im Mantel. Die zehn Centimes! Als hinge mein Leben von diesem Lumpengeld ab. Alle Schubfächer kramte ich durch, kroch auf allen Vieren an der Erde und suchte, suchte die zehn Centimes. Ich fand sie nicht. Ein Flimmern trat mir vor die Augen. Die Welt um mich war geborsten. Taumelnd ließ ich mich in einen Sessel fallen. Jetzt ist es aus, alles aus. Keine Zigarette.... Ich schlendert« durch die Straßen, ziellos, planlos. Der Kopf brannte, die Beine machten nur noch mechanisch schwere Gehbewe- gung. Eiskall waren die Füße. Krampfhaft hielt die Hand den letzten Sou umschlosten.' War es Dienstag oder Donnerstag? Oder Montag oder Sonnabend? War ein Tag vergangen? Eine Woche? Ich weiß es nicht. Ich hatte nicht mal mehr ein Hungergefühl, denn der Magen war vollkommen ausgeschaltet. Nur eine zentnerschwere Müdigkeit lastete in mir. Die machte stumpf das Gehirn und so Diese„Räuber", von einem sicheren Schiller verfasil. bedeuten zweifellos Aufreizung zum Hochverrat.. ... verflucht, wie kommt deu« der vibliotheksflempel des Reichsgerichts hierher? gleichgülttg. Ueber die Straßen schleppt« ich mich. Sausende Autos| kamen mir entgegen, direkt auf mich zu. Die Hupen brüllten! Warnungen. Ich beachlete sie nicht. Ging gerade auf die anfahren- j den Wagen zu. Unendlich apathisch. Vielleicht aber auch in der i stummen Hoffnung, daß mich die Räder ergrifsen. Na. wenn schon. Aber man tat mir nicht den Gefallen. Vierradbremsen knirschten wenige Schritte vor mir die Wagen auf Halt. Oder in spielender Wendigkeit fuhren die Autos um mich herum. Die Chauffeure fluchten. Polizisten drohten. Was ging das mich an? Wie ein Nachtwandler kreuzte ich die Gefahren der Pariser Straßen. Mit einemmal stehe ich vor einem Fruchtgeschäft. Rote Aepfel lachten mich an. Drei große Körbe voll. Die standen vor dem Laden. Pausbäckig und blank lag ein feister Apfel ganz oben und höhnte mich. Grinste aufreizend durch seine saftige Haut. Da fühlte ich plötzlich in meiner Manteltasche«in kleines kreisrundes Loch. Es zuckte durch mein Gehirn: Hier waren die zehn Centimes ver- schwunden. lind meine Finger zupften an der Oeffnung in der Tasche, probierend, ob da ein Geldstück durchschlüpfen konnte. Ohne Zweifel. Da wühlte meine Hand in der Tasche aus nervösem Zell- vertreib. Und mit einem Male kommt sie ganz durch die Oeffnung durch. Die Faust liegt frei unter dem Rock. Das Loch in der Tasche ist so groß geworden, daß... daß der unverschämte Apfel da vor mir von meiner Hand, unsichtbar vor sehenden Augen, ergriffen werden könnte., Ich— stahl— den— Apfel. Fühlte ihn plötzlich in meiner Hand. Kalt und rund und glatt. Ganz langsam ging ich von dem Laden fort. Aber ich hatte das Gefühl, als verfolge mich der Der- käufer und eine ganze Reihe Menschen. Ich fing an zu laufen Straßen kreuz und quer. Rannte mit keuchender Brust. Und die Kälte des Apfels in meiner Hand brannte wie glühende Kohle. Endlich wagte ich es, mich umzuschauen. Kein Mensch lief mir nach. Keiner zeigte mit Fingern auf mick. Niemand schrie:„Dieb!" Erschöpft setzte ich mich aus eine Bank. Wartete, bis mein Atem ruhiger geworden war, und holte dann den Apfel hervor. Mit wollüstigem Heißhunger biß ich hinein. Zermahlte mit gierigen Zähnen Stückchen um Stückchen.... Freund, in jenen Tagen habe ich die Menschen hassen gelernt, die in Reichtum und Luxus schwelgen. Ich schrieb an Millionäre, die ein Vermögen gegeben hatten, um die Rosette der Ehrenlegion zu bekommen. Die Briese waren ein einziger Ausschrei. Ich erniedrigte mich vor dem Reichtum und warf mich knieflehend zu seinen Füßen. All« Oualen eines Verzweifelten rangen um Menschlichkeit. Ich brachte meine Briefe selbst in die Paläste und gab sie beim Portier ab. Kein Mensch hat geantwortet. Nicht die Rothschilds, nicht Grammont, nicht Durand. Keiner.... Zehn Tage später erhielt mein Werk„Die Marseillaise" den ersten Preis der Boule-Sttftung. Zwanzigtausend Franken Die Aktie Edmond Face war mit einem Schlage ein beliebtes Börsen- papier geworden. Aber ich spucke auf das Leben und die Menschheit..." Edmond schwieg. Ich stand von meinem Lager auf. Zog die schweren Vorhänge zurück und öffnete das Fenster. Ein vorwitziger junger Sonnenstrahl stahl sich ins Zimmer und küßte den kleinen Goldrahmen auf dem Kamin.... Eine neue Theorie des Sprachursprnngs. In zehnjährigen Bevb- achtungen hat der Bibliothekar an der Deutschen Bücherei in Leipzig Georg Schwidctzky eine Theorie vom Ursprung der Sprache aufgebaut, die rekonstruierend auf Grund der Vergleichung von Tier- und Menschcnworten die Brücke zwischen Tier und Mensch in der Sprache zu schlagen versucht. In der Leipziger Biologischen Gesellschaft, in der er jetzt über seine Forschungen sprach, legte er dar, wie wir nach heute tierische» Lautgruppcn gebrauchen, und zeigte an vier Tierworten, daß diese ursprünglich nichts anderes waren als Nebengeräusche der Atmung und der Nahrungsaufnahme. Ivo ist denn das Ding erschienen? Aha, Drnckvermerk Leipzig— aber.. „Ich verhaste mich selber wegen Hochverrats!" Ein Seelenarzt. Zu Spinozas 250. Todestag am 2t. Februar. Bon Dr. Hellmuth Falkenfeld. Die meisten Menschen pflogen sich einem philosophischen System gegenüber nicht als Kritiker, sondern als Patienten einzustellen, sie fragen nicht nach dem Wahrheitswert, sondern nach dem seelischen Heilwert der Philosophie. Sie wollen weniger aufgeklärt, als vom irdischen Leid erlöst sein. Sie fragen nicht: Ist diese Lehre wahr?— sondern sie fragen: Wirkt diese Lehre auf mich befriedigend, befreiend, erhebend?— Nun können Irrtümer unter Umständen erhebender wirken als Wahrheiten. Es kann fein, daß die Wahrheit ernüchtert, zum Verzweifeln bringt, während eine Irrlehre uns mit wunder- voller Gemütsruhe erfüllt. Die Abneigung gegen die Kantische Lehre erklärt sich vielfach nicht etwa daraus, daß man sie als falsch erkannt hat, sondern daraus, daß man sich von ihr ernüchtert' fühlt. Die Vorliebe vieler Menschen für buddhistische Gedankengänge erklärt sich nicht daraus, daß diese Gedankengänge als richtig erkannt wurden, sondern aus der Erhebung, Beruhigung, aus der Frieden spendenden Wirkung, die die Vertiefung in jene Gedankengänge bot. Daß solche Einstellung der Entwicklung der Philosophie zur Wissenschast un- günstig ist, liegt aus der Hand. Zu den Systemen, die, der buddhistischen Glaubenslehre hierin ähnlich, nicht wegen ihres Wahr- heitsgehaltes, sondern wegen ihrer Wirkung aus die menschliche Seele Anhänger gewinnen, gehört auch die Lehre Spinozas: zu ihr be- kannten sich bezeichnenderweise Goethe und Heine, die, trotz ihrer Verehrung für Kaitt, bei dem großen Kritiker der Vernunft nicht froh werden konnten, vpinozas Lehre ist, wie der Buddhismus, eine— Medizin. Beruhigten Gemütes verläßt der Adept diesen Tempel der Gedanken, in dem auf tiefere Weise zu Gott gebetet wird, als in den Bsthäufern der Frommen. Denn diese Lehre ist im Stande, die Funktion des Gebetes, die Befreiung von der Unruhe, zu erfüllen, ohne daß sie das Opfer des Verstandes verlangt, das die positiven Religionen nun einmal nötig machen. Die psychologischen Ursachen für den Erfolg dieser Lehre sind also mächtig genug, um den Anhänger das Dogmatische und Will- kürliche im Kern dieses Systems vergessen zu machen. Spinozas Lehre von der„Gottesliebe" hat von jeher diejenigen, die künstlerisch und religiös gestimmt waren, auch dann noch begeistert, wenn sie den mythologischen Kern dieser Lehre vielleicht schon durchschauten. Daß es möglich sein soll, durch die Leistung unseres Geistes in den Zu- sammenhang der Uriachen dieser Welt Gott zu erkennen und dabei gleichzeitig der Seligkeit teilhaftig zu werden, das ist zum mindesten als Gedanke so t r o st r e i ch. das versöhnt so sehr mit her Bititer- keil des einzelnen, dos uns in dieser Welt begegnet, daß man gern als wahr hinnimmt, was eigentlich noch erst als wahr bewiesen werden müßte.» Aber Spinoza, als Philosoph im Grunde doch stets Arzt der Seele, hat schon hier und da Sätze ausgesvrochen, die Wahrbeiten bedeuten, durch die er sich weit über seine Zeit hinaushebt. Wahr- Heiken, die charakteristischerweise aus dem Gebiet der Seelenmedizin liegen. Wir schlagen den fünften Teil seiner„Ethik" auf und finden hier als dritten Lehrsatz folgenden Gedarrken:„Ein Affekt, der ein Leiden ist, hört auf. ein Leiden zu sein, sobald wK eine klare und deutliche Idee von ihm bilden." Vielleicht noch bedeutsamer erscheint uns heute der Zusatz zu diesem dritten Lehrsatz:„Ein Affekt steht daher desto mehr in unserer Gewalt, und der Geist leidet desto weniger von ihm, je bekannter er uns ist." Weiter svncht Spinoza in einem vierten Lehrsatz davon, daß wir von jeder Körpererregung einen klaren und deutlichen Begriff bilden können, und er sagt in einem Zusatz, daß wir von jedem Affekt einen klaren und deutlichen Begriff bilden können. Gründet sich ober der klare und deutliche Begriff einer Sache aus die Erkenntnis ihrer Ursache, so ill offenbar die' deutliche Erkenntnis der Ursache eines Affektes ein Wittel, sich von dem Leid zu befreien, den dieser Affekt dem Geist bereitete. Fassen wir also zusammen: Spinoza erkannte, daß man durch Auf- klärung über die Ursachen der Affekte den Men- schen von diesen Affekten befreien kann. Offenbar hat Spinoza auch schon eingesehen, worin der Heilwert dieser Er- lenntnis der Ursache eines Affektes liegt. Hat er doch gesagt:„Wenn wir eine Gemütsbewegung, oder einen Affekt von dem Gedanken der äußeren Ursache trennen und mit anderen Gedanken verbinden, so Vellage ües vorwärts Malheur eines Reichsgerichtsrats linfolge üer neuesten Praxis) Der Autor ist zwar unbekannten Aufenthaltes, aber das tut nichts. Ich verhafte: t. Den Buchhändler. 2. Den Drucker. 3. Sämtliche Aufbewahrer. Oh ich Unglückseliger.das Luch ist aus der Reichsgerichtsbibliolhek— und ich habe die Libliotheksverwaltung unter mir! werbe» dt« Siebe»der der Haß«eye» die Süßer« Ursache,«te auch die Schwankmigen de» Semüt», die aus diesen Affekten entspringen, vernichtet werden.�(Lehrsatz 2 des Teils 5.) Er sah also, daß die Trennung der Ursache von dem Affekt diesen aufzuheben imstande ist. Man erkennt also die Bedeutung der Erkenntnis für die Auf- Hebung des Affektes. Denn offenbar oermag die Erkenntnis die Ursache für sich vorzustellen und damit vom Affekt zu trennen. Sieht man nun von all dem ab. was durch Spinozas fehler- haften, dogmatischen Rationalismus— die Ansicht, daß Ideen zur Naturerkenntnis genügen— in die Lehre, die wir soeben aufzeigien, hineingekommen ist, so bleibt Spinozas Verdienst um die Weg- bcreirung jenes Verfahrens, das wir heute als„Psychoanoliise" kennen, bestehen. Es bleibt besteh«� obgleich Spinoza kein Empiriker, kein eigentlicher Psychologe war. Wir haben hier den Fall einer vorausahnenden Metaphysik, der nicht zu häufig in der Geschichte des Geistes fein durste. Weil Spinoza Dogmatiker war, darum hat er freilich noch nicht im geringsten Kenntnis von der eigentlichen Natur der Affekte gehabt, weil er kein Psychologe war, hat er auch nichts vom Unbewußten gewußt, das der Ort so vieler Ursachen ist, die Affekte des Leidens hervorbringen. Von dem Standpunkt, den heute die Psychoanalyse einnimmt, trennt also Spinoza, daß er das Wissen um die Urjachen der Affekte nicht besaß Was er aber ihr schon vor- ausgeahnt hat, das ist das Wissen, daß die Erkenntnis der Ursachen die Störungen durch Affekte vernichten kann. Die Erkenntnis dieser Ursachen selber besaß er noch nicht. Aber er wußte, daß diese Er. kenntnis nötig sei, um den Menschen von Seclenunruhe frei zu machen Insofern ist Spinoza so etwas wie ein Vorläufer und Wegbereiter der Psychoanalyse. ?m Reüaktionssekretariat. Von PaulFrank«. L Uhr morgens. Die Reinemachefrauen sind noch nicht fort. Der Postbote dringt Stöße von Postsachen. Der Botenmeister stürzt sich über die Zeitungen. Verschiedene Provinz-, Partei- und sämtliche Berliner Blätter, von ganz links, bis ganz rechts in vier-, fünf- uns sechsfacher Zahl. Dazu eine Unmenge Zeitschriften, die sortiert, kon- troltiert und den einzelnen Ressorts zugeleitet werden müsien. Und dann die Post. Was da alles für Vorschläge gemacht werden, was da an Schmähbriefen der Gegner eingehl. Der eine hat einen Ziegel- stein erfunden, der ihm nicht patentiert wird; ein anderer beschwert sich über den Schmutz, den die vielen Hunde verursachen, der dritte schimpft aus die Straßenbahn und so fort. SM Uhr.„Guten Morgen.".Morgen." Jetzt kommt die Tele- phonistin, gleich hinterher die erste Dame der„Ausnahme". Der Betrieb geht longsam los. Der Ferndrucker wird eingeschaltet und die Rohrpost in Betrieb gesetzt. .... Rrrr.„Hier Sekretariat.".Hier Kaste. Warum schicken Sie denn Ihre Vorschußquittung nicht herunter?"„Was wollen Sie denn von mir. Ich habe ja gar keinen verlangt..." Daraus betritt ein untersetzter Herr den Raum. Ob e» wahr sei. daß die Bordells wirklich abgejchasst werden sollen. Wo er herkäme. Au» Erfurt. Dort hätte eine völkisch« Dame«inen Vor- trag darüber gehatten. Ob er denn... Er muß mein« Frage erraten haben; denn zögernd gibt er zu. der Besitzer eines solchen „Instituts" zu sein» fügt aber, wie zur Entschuldigung hinzu, daß er es geerbt habe. Und das am frühen Morgen. .... Rrrr..Sagen Sie mal, hier ist ein Abonnent von Ihnen, wem» war da» große Hochbahnunglück.".Einen Augenblick bitte.. .Donk« vielmals." Natürlich bleibt die Post liegen. Juzwischea ist 9 Ott Uhr geworden, die Redakteure erscheinen. .... Rrrr.„Hier sind die notleidenden Künstler. Wir haben Sie schon wiederholt gebeten, unseren Prospekt im Schaufenster auszuhängen...".Sie sind an der falschen Stelle, da müsten Sie sich mit der Buchhandlung in Verbindung setzen." Jetzt kommt eine elegant«««zogen« Dam«, die durchaus de« Thes sprechen will. Der ist im Reichstag. Was st« denn herführ«. Schweigen. Ich oerstehe. Wir gehen in ein anderes Zimmer und nun erzählt st« die Üblich« Geschichte. Fünfzehn Jahre war sie bei einem alleinstehenden Arzt Haushälterin, alles habe sie ihm gegeben und nun hätte er sie auf die Straße gesetzt und eine andere genom- men. Das müste in die Zeitung. ... Rrrr..Hier Feuilleton-Redaktion. Ich habe schon einmal gesogt, daß...."„Na danke." Ununterbrochen tickt der Ferndrucker: Truppenlandung in Ehina, Erdbeben in Serbien, Putsch in Portugal, Ministerrat in Paris, Abrüstungsdebatte in Washington und so fort einige Stunden lang. ... Rrrr.„Hier Expedition."„Sagen Sie mal. wann hat die Sache mit dem Hofprediger Döhring dringestanden?"„Welche Sache? Der ist schon öfter erwähnt worden."„Na, Sie wissen doch, neulich."„Ja, in Nr. 58."„Danke."... Rrrr.„Hier nochmal Expedition."„In Nr. 58 steht die Sache nicht."„Was, Sie können wohl nicht lesen? Sehen Sie doch richtig nach, auf der zweiten Seite steht es." Bums, und der Hörer fliegt auf die Gabel. Scheint ja heut« heiter zu werden. Unterdessen ist der Betrieb in vollem Gange. Die Setzerei verlangt die korrigierten Abzüge; ununterbrochen sausen die Rohrpostpatronen aus drei verschiedenen Richtungen mit dem üblichen Gepolter in die Fangkörbe; das Tableau rast. Sechs Redak- teure klingeln gleichzeitig nach dem Botenmeister, der mit seinen langen Beinen von Zimmer zu Zimmer läuft und doch nicht alle Wünsche befriedigen kann. ... Rrrr.„Hier Lokalredaktton. Wo bleiben die Korrespon- denzen?"„Der Bote ist unterwegs, muß jedenfalls warten."„Ist ja unerhört, jetzt sitze ich fest." 12 Uhr. Beginn des Reichstags und des Landtags. ... Rrrr.„Schicken Sie sofort einen Radfahrer zum Reichstag." ... Rrrr. J)\er Dr. Meyer. Habe Ihnen vor drei Tagen ein Manuskript eingereickst über....*„Rufen Sie in einigen Tagen noch einmal an. Wir erhalten jeden Tag 800 Manuskripte, die wir in so kurzer Zeit nicht prüfen können." ... Rrrr.„Hier Aufnahm«. Wir sind beide besetzt. Sie müsten mal einspringen, ja, bitte?"„Ist gut, losten Sie umstellen." .Was haben Sie denn?"„Nur eine kurze Notiz."„Na los." „Ruhe," brülle ich in den großen Raum.„Was, das nennen Sie kurz? Das sind ja mindestens 5l1 Zeilen. Kommt so wie so nicht mehr rein. Das müssen Sie eber melden." ... Rrrr.„Hier Auslandsredaktion. Wo bleibt denn TU. und Wolff?" Das haben Sie doch schon längst. Liegt auf Ihrem Platz."„Soooo. Ach ja, danke" Der Postbote hat inzwischen neue Stöße Post gebracht. Der Depeschenbote war mindestens schon ein Dutzend mal hier, und die Radfahrer bringen immer neues Material aus dem Reichstag, dem Landtag und den Nachrichtenbnreaus. Dazwischen allerlei Besucher. Mir ist die Wohnung nekündigt, was soll ich da machen? Eine Frau verlangt einen„scharten" Rechtsanwalt, um sich scheiden zu lasten. Jemand beschwert sich über die Polizei; eine ältere Frau über ihren �Sjährigen Sohn, der sich nicht verheiraten will. Was soll man mit der machen? Ein ehemaliger Völkischer will uns seine Erlebnisse und Enttäuschungen gegen gutes Geld verkaufen, was dankend abgelehnt wird. Berichterstatter, Mitarbeiter und Zeichner kommen und gehen. Alle mit ihren vielen Sorgen und Wünschen. Türen werden auf- und zuaemacht. dazwischen Schreibmaschinen- geklapper. Da stürzt die Telephonistin aus ihrem Zimmer und schreit nach dem Handelsredakteur. der ein Ferngespräch nach Brüssel anmelden ließ und nun nicht zu finden Ist. I Uhr:... Rrrr.„Hier Gewerkschastsredaktton. Schicken Sie schnell«inen Boten zum ADGB. noch einen Bericht abholen." „Wo denken Sie hin, setzt um diese Zeit!".Ich werde mich be- schweren, ist ja noch schöner. Dann sorgen Sie dafür, daß es schleunigst durchtelevhoniert wird Blattweise mir rüberschicken." .. Rrrr.„Hier Inneres. Haben wir schon die Rede von Marx?"„Rein, erst den Anfang."„Verflucht, ist doch schon«In» durch.".Na. da wird sa noch aufgenommen." Der Zeig«? rückt immer weiter vor, die Spannung ist auf» höchste gestiegen. Von der interessanten Reichstagsdebatte soll so viel wie möglich noch ins Abendblatt. ... Rrrr..Schnell die Umbruchmappe zur Setzerei."„Wo ist die Fahne von..."„Nanu..."„Wir haben keine." 2M> Uhr. Alles ist erschöpft Die Redakteure, die Sekretäre, die Aufnahinedamen, die Thelephonistin amd die Boten. Schmun- zelnd verläßt der Chef die Redaktionsräume.„Na, das war heute wieder ein heißer Tag. Aber wir Habens geschafft. Mahlzeit!" Abends gehts so weiter. Eine Wellzeituhr. Der Nobelpreisträger für Chemie vom Jahr« 1321, Walter Nernst, hat in Anwendung der Gesetze vom Zerfall der Elemente, die ebensowenig von ewigem Bestand« sind wie unser Kosmos selbst, eine„Weltzeituhr" entworfen, die den Beginn und das Ende unseres Sonnensystems anzeigen soll. Das Ziffernblatt ist in 12 Grade geteill, wie bei einer nonnalen Taschenuhr, die ins- .gesamt 12 Wellstunden anzeigen. Jedoch repräsentiert auf dieser Weltzeituhr jede Stunde den Zeitraum von(500 Millionen Jahren, jede Minute also 10 Missionen Jahre. Zurzeit weist der Zeiger der Uhr auf 5 Uhr 50 Minuten. Nach den Nernstschen Berechnungen glüht zurzeit die Sonne in einer Temperatur von 6300 Grad. Als der Ziffer seiner Uhr auf 2 stand, betrug ihre Temperawr noch rund 10 000 Grad, um 3.08 Uhr 900 Grad. Nach weiteren 3 Weltstunden wird sie so tief gesunken sein, daß sie nicht mehr genügend �Wärme zur Erhaltung des irdischen Lebens abgeben kann. Das wäre also in 1800 Millionen Jahren. Solang« könnten wir also— theoretisch — des Bestandes einer von Menschen bewohnten Erd« sicher sein wenn sonst nichts dazwischen kommtl Die Verusswahl der Mädchen. Auf der Hamburger Hochschul- woche machte die Gewerbelehrerin Frau Schmidt einige Angaben über die Berufswahl der Mädchen und wies darauf hin, daß er- sahrungsgemäß die meisten Mädchen für sich einen gelernten Beruf wählen. Erst wenn seine Ergreifung unmöglich ist, wenden sich die sechzehn- bis achtzehnjährigen Mädchen der Fabritarbeit zu. Eine Möglichkeit sozialen Ausstiegs ist für die Fabrikarbeiterin vor allem in der Konfettionsindustrie vorhanden, eventuell durch Ab- .legung der Gesellen- und Meisterprüfung.— Auch die Züricher Berufsberatung macht beachtenswerte Mitteilungen über die Be- rufswahl der Mädchen. Von den 970 Mädchen, die im letzten Frühjahr die Schulen des Kantons oerließen, wollten 143 Verkäufe- rinne» werden und 131 in ein kaufmännisches Bureau eintreten. 103 Mädchen wählten den Beruf der Damenschneiderin. Für alle anderen Berufe sind die Zahlen erheblich kleiner. 36 Mädchen wollten Friseurin werden. Köchin und Zimmermädchen dagegen wollten nur je zwei werden. Insgesamt ergibt sich, daß mehr als zwei Drittel aller schulentlassenen Mädchen einen Berus er- greisen. Auch das ist ein Beweis dafür, wie sich die Stellung der Frau iin Leben in den letzten Jahrzehnten geändert hat. 10 Millionen Karat Diamanleu in den vereinigten Staaten. Nordamerika ist seit dein Weltkriege der größte Aufkäufer von Diamanten, denn es besitzt den dazu nötigen Geldbeutel. Die ver- einiqung der nordamerikonischen Juwelier« hat nun kürzlich eine Schätzung der Diamanten vorgenommen, die sich im Besitz der Amerikaner befinden. Man beziffert diese Diamantenmenge auf 10 Millionen Karat und chren Wert auf 8 00 Millionen Dollar. Die Diamantencinfuhr in den letzten 10 Jahren überstieg die Menge, die in den 40 Iahren vorher nach den vereinigten Staaten gebracht worden war. VI« Drehung der Zuvttermond«. Wie der amerikanisch« Astro- nom Stebbins jetzt mit Hilfe eines äußerst empfindlichen lichtelek- irischen Photometers festgestellt hat. drehen sich die vier hellen Iupitermonde in derselben Zeit um ihr« Ackse, in der sie sich um den Jupiter drehen. Sie kehren also, wie unser Mond, dem Haupt- Planeten immer dieselbe Seite zu. Sonntag 20. Februar 1927 Äus ikr �ilm-ÄVelt Settage öes vorwärts Die Zilme Ser Woche. ,vas eöle Slut.� (Marmorhaus.) Kindertränen hat nicht erst der Film von heute entdeckt. Sie hat es immer gegeben. Aber heute achten wir vielleicht mehr auf sie. obwohl wir von einem Zeitalter Pestalozzis, dessen die Welt sich eben wieder Gedenttage feiernd erinnert hat, noch weit entfernt sind. Der sonft so pathetische Hohenzollerndichter Wildenbruch hat „Kindertrönen' in einer schlichten Novell« gesammelt. Eine davon, die erschütterndste:.Das edle Blut", ist die Vorlage für diesen deutschen Kinderfilm geworden, den Franz Rauch, über oll das Vorbild schonend und es doch modernisierend, ein sorgsam aus- gearbeitetes Manuskript bereitet hat. Das Aeußere der Handlung scheint ganz militaristisch zu sein, und schon hat man Angst, wieder einen Militärsilm zu seben, in dem die Kinkerlitzchen des alten Systems in widerlicher Weise verherrlicht werden. Aber siehe da, dieser Kadcttenhaus-Filrn ist alles andere, als eine Glorisizierung strammer preußischer Zucht. Ein Dichter hat hier in das Herz eines armen Jungen geschaut, in tiefem Mitgesühl sein« Leiden in dieser ganz auf Sirammheit und Schneidigkeit gestellten Anstalt geschildert und ihn auf seinem tragischen Gang« rührend und herzbewegend geleitet. Es ist kein ausgesprochener Anilagefilm entstanden, aber wer die Augen ausmacht, der sieht recht gut. daß es der Klassen- dunkel, die Standesborniertheit, die Roheit eine» nur aus äußerlich« Leistungen bedachten Systems und oerrückte Ehrbogrifs« sind, die dem Jungen das Schicksal bereiten. Joachim v. LIngen ist ein träume- risches, versonnenes Kind, das s«in Vater, ein üblicher Major, nicht versteht und die zweit« Mutter nicht liebt. Trotz seines ganz un- soldatischen Wesens muß er mit dem älteren Bruder Hans Karl in die Kadettenanstalt Lichterselde. Er vermag hier nirgends heimisch zu werden: er ist der Jüngste und Schwächlichste. Das Treiben seiner zum Teil viel größeren Kameraden interessiert ihn nicht. Er muß Wache stehen, während sie nachts Bier trinken und würfeln. Ihre Dummejungenstreich«, die zum Teil schon ganz getränkt sind von dem Dünkel ihrer Kaste— geradezu grotesk mutet der Boykott eines Konditors an, der nach der Auffassung der Herr«n Kadetten des Königs Rock beleidigt hat—. kann er nicht mitmachen. Aber er schneidigen Bruder, der so flott das Geld verspielt, und eines Tages einen Kameraden ein LackkonpA entwendet, um damit auf dem Ball zu paradieren. Der Diebstahl kommt auf. Joachim nimmt ihn auf sich und muß die barbarische Prügelstrafe erdulden, die da» heimliche Femegericht der Kadetten über ihn verhängt. Auf einen blanken Säbel schwören sie dann alle, daß die Sache damit zu Ende sein soll und niemand ein Wort oerraten wird. Aber einer verrät es doch in einem unbedachten Moment. Jetzt erfährt ein Vorgesetzter davon und der arme Joachim muß die Anstalt verlassen,«ein Martyrium geht zu Haus« weiter. Ein Reroenfieber hat ihn nieder- gestreckt. Doch er steht zu seiner Tat, auf die er innerlich wohl auch stolz ist, und beruhigt den Bruder. Das Leben mag er freilich nicht länger tragen. Er stürzt sich-wus dem Fenster und erlebt nun noch in seinen letzten Augenblicken seine Rehabilitierung— denn der Bruder gesteht endlich— und die Verzeihung heischende Liebe seiner Eltern. Karl V o e s e erweist sich in der filmischen Ausgestaltung dieses Stoffes als Meisterregisseur. Er weiß aus den jugendlichen Dar- stellern, mit denen er überwiegend zu arbeiten hat, sehr viel heraus- zuholen, und er weiß vor ollem den Geist dieser Anstalt im Bilde einzufangen. Lebendig entfaltet sich das Kadettenhausleben mit seiner steifen äußerlichen Zucht, den lächerlichen Zügen militärischer Versticgenheit, die sich schon in den Jungen äußern, den lustigen Streichen: kurzum das ganze Milieu ersteht vor unseren Augen. Sehr gut sind die einzelnen Charaktere bereits in den Iünglmgen herausgearbeitet. Da ist der renommierend«, kecke, aber auch wieder gutmütig und gerechte Kadett, wie in Wolfgang Z i l z e r prächtig gestaltet, da ist der brutal schneidige, fast sadistische, der allein Lust har. die Prügelstrafe zu vollziehen, des Kurt v. W o l o w- lf y. Rolf Müller gibt dem Bruder de» Joachim in aller Frische und Natürlichkeit als den Jungen, der sich keine großen Gedanken macht, aber mit Leib und Seele Kadett ist. Bor allem aber ist das edle Blut selber, ist es Waldemar Pottier, der den Erfolg des Fiüns bedeutet. Es ist erstaunlich und bewundernswert, wie diesem kleine Held den vielfachen Ansprüchen, die diese psycholo- oiich vertleste Rolle an ihn stellt, mit vollem Gelingen gerecht wird. Wie träumt er mit seinen großen Augen in die ihm fremde Welt hinein! Wie geht er merkwürdig gefaßt und sicher seinen Weg durch all die Trübsal, die ihm beschicden sind, wie verbeißt er den Schmerz, aber wie danlbar leuchtet es auch in ihm aus, als er in einem Ossizier, der sich seiner annimmt, eine verstehende Seele zu finden glaubt. Eine glückliche Begabung ist hier in die Hände eines Re- gisseurs geraten, der. sein Talent einer großen Ausgabe anpaßt«. Auch die Großen kommen glücklich heraus: der strenge wie der gute Leutnant, der menschliche Fehler kennt, durch Robert Scholz und Harry Hardt. Das unsympathische Elternpaar wird durch Eugen riibrend und erschütternd. Das Haus stand bei seinem Schluß in tiefem Bann, von dem es der stark«, wohlverdiente Beifall befreite. D. (CapiloL) Käthe Dorsch od« Norma Talmadg«— das ist hier die rage. Sollen wir un»„fiifi" als Komödie im Theater am Kur- ürstendamm ansehen oder als Film im Capital? Die Wahl wird schwer sein, denn man wird sagen müssen, daß beide Darstellerinnen. jede auf ihreni Gebiet, unübertrefflich sind. Die Talmadg« ist eine „ineänue", wie man si« sich besser nicht denken kann. Sie spiell diese Mischung von Naivität und Kcßheit in dem Pariser Straßen- mädcl so echt, daß man glaubt, sie sei ihr Lebenlang nicht» anderes gewesen. Und dabei ist sie doch die bevorzugte Darstellerin_ der großen, ernsten Rollen. Wie dies Mädel>n ihrem dürftigen Kleidchen Zeitungen verkaust und sich dann mit all« Schlauheit und Frechheit in das Theater hineinstiehst und sich eine Rolle als Stanstin erschleicht, wie sie den Moment keck ausnützt, um sich bei den, Direktor lieb Kind zu machen, wie sie alle Drolligkeiten in ihrer Veschwipsthest losläßt und wie sie schließlich den Direktor wirklich für sich erobert— das ist alles so wahrhaft lustig, keck und auch natürlich, daß man keinen Augenblick aushört, seine volle Freud« an diesem Wesen zu haben. Man' muß sie sehen, wie sie mit ihrem Wuschelkopf und den stets beweglichen Augen etwa auf den Diener CmeMö Palast Das goldene Haus am KurfQrstendamm und SCHAUBURG am Potsdamerplatz TigUch Der grosse Hermesfilm der Bayerischen Film O. m. b. H. losstürzt und ihn im Handgemenge besiegt, oder wie sie die Katalep- tische spielt und dabei doch Gelegenheit findet, dann und wann das Auge zu öffnen I Immer wird inan originelle Züge an ihr ent- decken: sie gibt sich nie ganz aus, immer hat sie noch etwas in vctto, und man glaubt ihr wirklich, daß die vom Leben hart Gestoßene dieser natürliche reine Mensch geblieben ist, der freilich die Gerissen- heit und das Draufgängertum als Mittel zur Behauptung ent- wickeln mußte. Hanns K r ä l y hat ein ganz famoses Manuskript geliefert und der Regisseur Brown ist voller Einfälle gewesen. Reben der Talinadge können sich auch die übrigen Darsteller recht wohl sehen lassen, vor allem Ronald C o l m a n, der den Theater- direktor mit voniehmer Zurückhaltung spielt und Gertrud Astor als die schöne Theat«dioa. Also ein Film, der in jed« Hinsicht vollendet ist und nichts wie reine Freude hinterläßt. v. „vor schwarze Zpklsn (MozartSaal.) In einem Großfilm, der Millionen, einen Generaldirektor und mehrere Pressechefs kostet, steckt vielleicht nicht mehr Arbeit als in diesem Pferdefilm. Natürlich könnte man sich in große Ausein- an!>«setzungen einlassen, wenn man die Handlungen ernst nehmen wollte: aber so weit eine Kopie der Natur bei solchem Manuskript möglich ist, wurde sie erreicht. Es sind Parallelhandlungen bildlich geschildert, einmal sind er, sie und der andere Pferde und das andere mal sind«, sie und der andere Menschen. Die Pferde sind de- stimmt die Interessanteren Akteure. Und der Regisseur Fred Jackman ist ein Pserdekenner durch und durch, er hat nicht nur Verständnis,« hat Gsfühl für das Tier. Dabei ist er ein derartig gewiegter Filmkenner, daß« sein Werk weder rein künstlerisch noch rein wissenschaftlich aufzog. Etliche Aufnahmen benutzt er doppelt, das sei ihm verziehen in Anbetracht der Schwere semer Aufgabe. Prächtig versteht er es, in Farbe und Form und in ihrer natür- lichen Abneigung und Zuneigung die Pferde gegeneinander auszu- spielen. Da ist«in Scheckhengst, dessen blaue Augen im Film leider wie Glas wirken, der aber, wenn er seine Frllhlingsgefühlc in die Steppe hinauswichert, ein Urbild der Kraft ist. Er ist ein geborener Beherrscher. Er ist unleidlich und vertreibt darum auch ein verwaistes Fohlen von seiner 5)erd«. Und dieses Fohlen, dick- pelzig, formlos, stelzbeinig und schlangenköpsig, aber Seele in den Augen, ist eine wunderbare Pferdetype, die das menschliche Herz rührt. Darum ist auch jeder Zuschauer mit der Entwicklung dieses Fohlens zum prächtigen Mustang, dem schwarzen Zyklon, zufrieden. Der ist wirklich noch ein instinktstcheres Wildpferd, weit davon eni- fernt, verblödet zu sein durch den Umgang mit Menschen. D« Hengst setzt sich durch, besiegt seinen Gegner, den Schecken, und gewinnt seine Geliebte, eine kokette Schimmelstute. Spannend ist der Kampf der Hengste, obwohl in Wirklichkeit der Photograph nur ein Spiel dieser beiden Tiere aufgenommen hat. Die Manieren der Tiere, das kurze Wenden, dos Steigen der Hengste, das Auskeilen der Stuten, alles ist vorzüglich erfaßt. Die Tiere sind nicht in die Land- schaft gestellt, im Gegenteil, ihr ganzes Wesen erwächst aus den Schrecken der Wildnis, aus den Freuden der Freiheit.«. d. »Schwester Veronika.� (Tauentzien-Palast.) Die Melodie des vergessenen Schlagers»Nur eine Nacht sollst du mir gehören" schwebt über den Wassern. Die Schwester Veronika verwaltet seit Jahren treu und hingebend das Amt einer Kranken- Pflegerin im Kinderheim. Bei Hans Müller ist es selbstver- ständlich« Voraussetzung, daß sie-von den Kindern hingebend geliebt wird. Aber jeder Mensch hat„halt a' Sehnsucht", und wenn Paul Richter, der muskelvirtuvse Apotheker, der Krankenschwester so richtig tief in die Augen schaut, dann sind sogar die kranken Kinder ver- gessen. Ausgerechnet in der einzigen Nacht, in der sich Schwester Veronika eronsch abwechselt, muß ein Kind sterben. Und Paul Richter geht mit Veronika nur tanzen,>un ihr ein kleines Kreuz zu entwenden, so umständlich arbeitet Hans Müller, und hier liegt die Verschrobenheit der Affäre. Die klein«>Pauli glaubt, daß Veronika ihre Erfolge bei den Kindern ollein dem Kreuz zu verdanken habe, und Paul Richter liebt die Pauli. Dan» wird es anders. Paul Richter liebt nun entschieden die Schwester Veronika, und vor den Gerichtsschranken beichtet er mit nibelungenhafter Offenherzigkeit. Man trampelt auf den Tränendrüsen herum, und der Film ist so recht für's Herz. Zum Schluß halten sich And Egede Rissen und Paul Richter heftig umschlungen, und die sentimentale Melodie der einzigen Rocht verwandelt sich in. die erlösende Gilb«tsche Polka «Männe, hak mir mal die Taille aus". Der Film dämpft nicht die Verstiegenheiten des Dramas, die Nebenfiguren bleiben ver- zeichnet, allem die Schwester Veronika gewinnt menschliche Be- deutung. Der Regisseur Gerhard La in brecht stellt den Film ganz auf die Hauptrolle ein, aber And Egede Nissen ist keine Veronika. Sie kapriziert sich auf ein heiliges und keusches Gesicht, sie versiebt madonnenhaft zu lächeln, aber das gebt so aktclang. Sie bleibt starr, maslenl>ast, und sie findet sich erst zu ihrer e:genilichen Bs- gabung zurück, wenn sie sich in den Rhythmen des Tannhäuser- Bacchanals bewegen darf. Als Pauli besticht Hilde M a r o s f durch ihren frech sinnlichen Gaminkopf und Arne W e e l hat ein rickstiges intrigantes Ohrfeigengesicht. Am Schluß tritt Paul Morgan auf als mleßsr, heruntergekommener Rechtsanwalt, c«r mit meisterlicher Geschicklichkeit Fliegen fängt und bei der Verteidigungsrede Gesichter zieht. Um Morgans Gestaltungskrast willen übersteht man die im- ousstehliche Langweiligkeit des abgenutzten Gcrichtsaktes und vergibt auch andere Sünden. Hans Müller sollte aber endlich mit seinen Dramen und deren Verfilmungen-als aufgegebener Fall angesehen werden.__ F. S. »Liebeehonöel.� (Primus-Palast.) Es ist ja nun einmal unser Schicksal, alle Filmthemen gleich serienweise genießen zu müssen. Diesmal mußte mal wieder der Mädchenhandel herhalten. Max G l a ß schrieb ein demcntsprechen- des, recht gut gemeintes Manuskript. Es ist sehr wirkungsvoll, denn es ist eine eindringliche Mahnung an junge Mädchen, die das Leben gerne genießen und die Großstadt kennen lernen möchten und dann durch unangebrachte Liebe in den Abgrund geführt PAIAST EUROPAHAUS Zentrum S622 Vorverkauf 12—2 Uhr Täglich Z" S" ELISABETH BERGNER in CiEBE Regie; Paul Cz inner 2>er Film lief 4 Wocöeu im CudHoI PHOIBUS PAIAST EUPOPAHAUS Zentrum SS22 Vorverkauf 12—2 Uhr Sonntag 5's 2" 9" mciten. Dem Regisseur waren genügend Anhaltspunkte gegeben, die er durch gute Milieuschilderungen und spannende Handlungen auszunutzen verstand. Iaap Speyer schuf einen annehmbaren Kilm. Den Darstellern erwuchsen gerade keine Riesenaufgaben. Sie all« mußten nur reine Typen sein, und das waren sie, so Anita D o r r i s als das Mädel, das in die Welt zieht, Sofie P a g a y als besorgte Mutter, Anton P o i n t n e r als der schuftige Kavalier, Hans Mierendorff als der Verbrecher in der Maske des Bieder- manns. Trude H e st e r b e r g als die Großstadthyäne Zimmerver- Mieterin, Eugen Rex als Oberlehrer, der einem auf die Nerven fallen kann und Hans Brausewetter als liebenswürdiger junger Mann, der denn auch„das gute Ende" herbeisührt. Voran ging ein uralter, alberner Ehaplin-Film. Wann endlich sorgt man für ein gutes Beiprogramm? e. d. „Stiitüe am tflcfbe.' (Richard-Oswald-Lichlspiele.) Der Untertitel„Arznei und Liebe" zeigt, worauf der Film hinaus will, er will Bilder aus der Borbereitung und dem mühevollen Leben des Arztes geben, gleichzeitig auch ein Stück Eni- Wicklungsgeschichte der Medizin vorführen in kulturhistorischen Schaltbildern und vor allem gewisse Probleme der arztlichen Kunst erörtern, die heute zur Frage stehen. Es wird dabei angeknüpft an den Eid, den der altgriechische Arzt Hippokrates formuliert hat, der im wesentlichen besagt, daß der Arzt kein keimendes Leben be- fcitigen und immer sein Berufsgeheimnis wahren soll. Diese Mischung von Aufklärungs- und Spielfilm ist nicht immer kurz- weilig, auch scheint durch starte Kürzungen die Komposition gelitten zu haben. Trotzdem dürfte der von ärztlichen Verbänden veranlaßte Film im großen und ganzen seine Ausgab« erfüllen, dem Laien das Wesen der ärztlichen Kunst näher zu bringen. Einige Belehrung über die modernen Forschungsergebnisse über das Wesen der Krank- heit, die wir vor allem dem Mikroskop verdanken, kann er freilich nicht vermitteln, da dieser Teil viel zu kurz ist. Die eigentliche Spiel- Handlung ist ziemlich einfach, sie führt aus der Vorlesung aufs Land, zeigt den jungen Arzt auf den oft schwierigen Wegen der ersten Praxis, wie er vor allem einer Jugendfreundin, die an unheilbarer Tuberkulose leidet, helfend und tröstend zur. Seite steht. Nach der Stadt zurückgekehrt, findet er seine geliebte Studienkollegin ver- lobt mit einem gemeinsamen Studienfreunde, erfährt, daß dieser an einer Geschlechtskrankheit leidet und trotzdem heiraten will. Seine Verpflichtung zum Benissgeheimnis heißt ihn schweigen, aber der Zufall kommt ihm zu Hilfe; das Mädchen entdeckt das Geheimnis und wendet ihre Liebe khm wieder zu. In einer Rebenhandlung wird der tragische Tod eines jungen Forschers geschildert, der eine bedeutende wissenschaftliche Entdeckung mit seinem eigenen Leben bezahlen muß. Nebenher gehen noch mancherlei andere Szenen aus dem Kampf des Arztes gegen die Krankheit, u. a. wird auch das Thema von der Abtreibung angeschlagen, aber keineswegs gebührend durchgeführt. Es soll hier nur vor dem Eingriff von Kurpfuschern gewarnt werden. Gespielt wurde unter der Regie von Eberhard Frowein besonders von Hanni Reinwald, Maria Soloeg, sowie von Oskar Marion und Ernst W i n a r recht gut. Voran ging ein richtiger amerikanischer Reißer„Die Jagd n a ch d e r Kassette", eine atemraubende Affäre voller Tempo und Sensation. Es werden mehrere Pferderennen, Boxkämpfe, Einholen eines fahrenden Eisenbahnzuges, wilde Kämpfe und Abenteuer um eine Kassette vorgeführt, die eine wertvolle Oelkonzession enthält. Die Schurken werden besiegt, und der wackere junge Mann be- kommt natürlich die reizende Erbin, für die er so tapfer eingetreten ist. Man hätte den amerikanischen Film kürzer und den deutschen, der ja ernste Dinge behandeln will, lieber ausführlicher und ein- dringlicher gestaltet gesehen._ r. ,vie Hochstap'eria.*' (EmelkaPalask.) Die Handlung zerfällt, und der Titel ist nicht berechtigt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Psychiater Dr. Gersdorf. Eine Hochstaplerin bemüht sich um ihn, weil er in der Stadt als reicher Mann angesehen wird. Schließlich durchschaut er das Spiel, und gibt der Hochstaplerin den Abschied. Das ist die eine Komponente. Außerdem existiert noch ein« Prioatsekretärin des Professors, die ihn liebt und aus Mißverständnis«inen Gutsbesitzer heiratet. Die Ehe wird unglücklich. Der Mann, äußerlich bescheiden inszeniert, ent- puppt sich als Don Juan. Schwere Auseinandersetzungen. Der Professor eilt zu Hilfe und kommt in den Mordverdacht, als der Gutsbesitzer von einem eifersüchtigen Förster erschossen wird. Natürlich löst sich alles in Wohlgefallen auf. Professor und Witwe steigen in das Ehebett, un ddie Hochstaplorin mit ihren Komplicen wird dicht vor der Grenze im Schlafwagen verhaftet. Die Kino- gerechtigkeit siegt wieder einmal. Und alles erscheint durch psycho!»- gische Banalitäten ins Wichtige gehoben. Das Manuskript verfaßte Walter Wassermann nach einem Roman Hans Lands.„Die Hoch- staplerin" arbeitet mit den abgebrauchtesten Mitteln. Nicht«ine einzige neue Nuance kommt hinzu. Man kennt diesen Typ seit der Erfindung der Kinomatographie. Der Stoff wäre im besten Falle als Grotesk« zu verwenden, aber Regisseur und Verfasser machen eine toternste Staatsaktion daraus. Damit ist nichts gegen den Re- gisseur Martin B e r g e r gesagt, der sich bemüht, die Handlung dramatisch zu gestalten und den Kitsch wenigstens erträglich zu machen. Manches erinnert an Buchowetzki, z. B. de« Auflösung der Handlung in Großaufnahmen, die zwei Personen umfassen. Sehr eingehend wird die schauspielerische Leistung behandelt, aber das alles vermag nicht über die Mängel des Manuskripts hinwegzutäuschen Selbst die ausg«zeichi»el«n Darsteller müssen versagen. Ruth Weyher gibt eine Hochstaplerin, die vollkommen im Konventionellen stecken bleibt. Was soll man denn heut« noch mit diesem modern kostümierten Salontyp anfangen? Margarete Lanner verfügt über einen zuckrigen, sentimentalen Augenaufschlag, und Theodor Laos als Prof. Gersdors zeigt ein intellektuell zerguältes Gesicht und macht als Wissenschaftler gute Figur. Pointner und Manning beweisen Spuren von Witz. Alles aber scheitert an diesem hergebrachten Manuskript, das die besten Bestrebungen von Regisseur und Darstellern erstickt._ 5- s- war in heiüelberg in blauer Sommernacht.� (Ufa, Weinbergsweg.) Eine stille, beinahe verschämte Premiere. Erst nachdem der Film bereits wochenlang in der Provinz gelausen sst, geht man daran, ihn in Berlin herauszubringen, dabei ist er nicht schlimmer als die meisten Publikumsfilme. Der Titel allerdings klingt wenig verheißungsvoll. Man ist auf alles gesaßt und sieht nur. wie ein junger Heidelberger Student sich für eine anspruchsvolle Dame ruiniert. Wenn die Handlung ins Stocken gerät, dann erscheint der Text des schönen Liedes„Es war in Heidelberg" auf der Lein- wand. Am Schluß findet dann der Verfasser eine originelle Wen- dung, der verkrachte Student etablien sich als Revuetenor mit der Aussicht, einmal ein berühmter Lohengrin zu werden. In diesem Zustand heiratet er auch seine Jugendliebe. Aufnahmen vom Neckar und dem Heidelberger Schloß heben die Stimmung. Studentisches tritt nicht zu stark in den Vordergrund, das Ganze ist von dem Regisseur Emerich H a n u s solide zusainmengeziminert. glatt und reibungslos läuft die Handlung ab. In Nebenrollen erlebt man die besten Leistungen. E t t l i n g e r setzt mit wenigen Strichen lebens- voll einen Schmierenkomödianten hin, Margarete Kupfer spielt ohne lleberbetonung eine Vennieterin, ganz Kammerspiel ist Fricda Richard. In den Hauptrollen einige Versager. Selbst Walter S l e z a k s Jugendlichkeit reicht nicht immer aus. einen Zusammen- bruch kann er noch nicht gestalten._— t. Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. VI,: Cavallcr. ruitl- cana— Bajazzo Schauspielhaus 2V,: Plachsmann als Erzieher 8 Uhr: Per Gynl Schiller- Theater 3 Uhr; Candida 8 Uhr: Razzia MIlM Opti Charlottenburg 5'/, Uhr; Lohengrin Abonn.-Turnus I Montag 7 Uhr: Erstaufführung: Der Blitz DsjUto Mer Norden 10331—37 8 Uhr täglich bis inklusive 21. Bonaparte von Fritz von Unruh »tqi- Gustav Härtung Dienstag, den 22. Zum 100. Male: fiaeisenau filtnhn-SSiian Ots. Künstler-Th. 8 Uhr Oer Zarevltsch Stg. 31/,: Der fröhliche Weinberg Lessing-Theater 8 Uhr: Der Dikintor Tb. a.HQrlQr",t;ndairiii Mme DorsCi 8 Uhr HIHI l.ustsplelhaus S'i, Guido Thielscher Hurta-eiiiJDnge Volks büh ne Tltettu an BBIowplati 8 Uhr: Tolpone Morgen S Uhr: Volpone Th. im Sdiifftauenlaimn Täglich 8 Uhr: Cas Grabmal des uiMannten Soldaten 3 Uhr: Der fieizlg e r- 3IDthner-Saal.— i Heute 8 Uhr; Konzert des Berliner Sinfonie-Drehest. Dato lefDIigtrHIhrirli oeg des Berliner Aerzte-Chors Dirigent: Dr. Kurt Singer u. a. vlozart: Requiem — Eintritt 75 Pf.—' Komische Oper Allabendlich S'i, Uhr: fiinden der Die weltstädtische James-Klein-Revue in 24 Verwandlungen 250 Mitwirkende z 6 Balletts Sonnlag nadiniiltag Uaina Praiul Anfang 3>/, Uhr. Theaterkasse ab 10 Uhr i unterbrochen"eoffnet. CA SINO-THEATER« um iNurnoth wenige Aul Ohl ungen I Ein Tag im Paradies! AnSMineiden Gutschein I— i Pers Fauteuil nur 1 Mit, Sessel 1,50 Mk. Kammerspiele Norden 10334— 37 SV. Uhr; Germaine lAmoureuael von Porto-Riehe Ftgit: Ftttlrt Utrintg». Die Komödie Bismarck 2414. 751� 8'/« Uhr: Däe Perle von Tristan Bernard Regit ifotttoUniiagj Nachtvorstellung 11 Uhr: BatcD ein Hlnd Theat. a.HoHeniloripl. Kurfürst 2001 8 Uhn Max Adalbert in aaMüllcr»" Jtoller- Keime Tbeater Im Admiralspatast Täglich SV. Uhr Anu-aus OtoniilagsnRttll»»!««1) u Zu. 8", Uhr; G Nachm. die ganze Vorstellung zu halben Prelsenl �■ Kose-Theater 4 Uhr: Das tapfere Schneiderleln. sv. u.; Das Ein- famlllentiansJ MscherRbein-DeutscherWein' n iiiimiiiiii Ii hui ii im itiiiitiuiiii im itiiMiiiiiii hui itiiiimt iiiiiiin imniniiiiii hihi| Ausstellung Funkhaus/ Kaiserdamm GearfnelSonnlDgs abSUhrnachm- 1 wochentags ab 7 Uhr abends Sonntag, 20. Februar Ganz Berlin kommt zum Einzug des Prinzen Karneval in Berlin! Dazu das groBe Rheinische Kabarett Gesang/ Tanz/ Humor An der Spitze: PAUL JUELICH Eintritt Mark 2—(einschl. Steuer) . Saalöffnung 2 Uhr Vorverkauf an den Kassen des Funkhauses Der billige, gute Wein vom Rhein! Pokal; Mark 0,50 Montag, 21. Februar, 7 Uhr: Blauer Montag am Rhein Eintritt Mark 1.50(einschl. Steuer) Nollendorf 7360 8 Uhr: Powers Tanz- Elefanten und andere Variete- Nenheiten! Smiaknlt t. Soontigi 2 Vorstellungen 3» und 8 Uhr. 3 30 zu ermäBigL Preisend. ganze Programm Mittwoch, 23. Februar, 8 Uhr: Rheinland-Ball zugunsten des Kölner Domsj I Eintritt Mark 2.75(einschl. Steuer) Sonnabend, 26. Februar, 8 Uhr: Alaaf-Maskenball Eintrittspreis Mark 6—(einschl. Steuer) Vorverkauf täglich an der Kasse des Funkhauses Dr. wWielliW Sur noch 9 Tafte Tägi.RS Uhr: Ihfuhr REVUEn CHARELL- REVUE Sonnt, nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorslllg. zu ermäd. Preisen' Nur noch wenige Vorstellungen Täglich 8 Uhr: Oer Trompeter vom Rhein Vorverk. ununterbr. Preise von 1—7 M. I rheatar I. Admlralspalast die nnslreilig besfe Revue Berlins besuchen Sie letzten Vorstellungen SP Ii Nur noch Sonntags- Nachmittags- 1 Vorstellungen. Die ganze Vorst zu halben Preisen. 'ckhl d-r Senlt it: 2:. März. THaiia-THealer 8 Uhr: Oer groSe and der kteine Hans Netropol- Theai. Täglich 8 Uhr: Bsspg � IHÜENHENMLAS NACH HANS M0LL£R R.EGIE GERHARD LAMPRECHT TITELROLLE »«MM GERHARD LAM P RECHT// Fl LM IM VERLEIH DER NATIONAL SONNTAGS: 4,6,8,1«™ viniiT'-Unr Tn. König Tätz St. Hasenheide 2110 8 Uhr: Die treue Nymphe Elisibeth nergner llomoaicmtdus Norden 6304 8 Uhr: Dovei- Calais ilabcrtt. ,. Hella»!. Waauuin-Töen;. Wemkemmg llgl.»l, Sonnlag 2 Voratellungen Nachm. 4 u. abs.8:/4 Bs war einmal In Heidelberg mit d. Schlagerlied Ich hab'meiniien in Heidelberg ver.oren Vorzeig. SO�ErmäB. KäteSchmidt-Samsl Gaston Briese Sonnlag,nchm.3U.: Dergesflefelle Haler Parkett v. 30 Pf. an. Wallner»Theater 8l 4 Der Schlager SV, Das blonde Wunder Sonntag nachm. 31'. Uhr kleine Preise! Der Raab der Sabinerinnen. Reichshaiien-Theaior Abends 8 Lvr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Siettiner Sänger 0» vmniemille Februai Piotjramm I liidimittajs; Halbe Preise. volle» PfaTamml V&j �dRhoff.Breit L" Variete, Konzert, Tanz. des Philharm. Orch. Dlrignl' Otto liriahagn. Saasbau Aipendorf Direkt am Lelu-ier Bim aliol inviliileuslraDe 03 ———— Hansa 1949———— Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag ä EodfUSer-Ball Beginn 8 Uhr. sonntags S Uhr. Jeden Oonuerslag: SUts-Tag.' Trianon- Th. Täglich 8V, Jhr: Jer r. Lacherolg Dr. Stieglitz Frnlr. Labt. Otkir tbJüwter Heute 4 US Halbe Pr, Dr. Stieglitz Heute II Uhr: Nacht vorst ellOBZ 3 nacht ge Brettel-Einakter Besldentiheater 4 und 8V, Uhr: Atuteipsartier Antritt JucendÜditB verbeta