Kt.tCO 4 44.�ahrg. Ausgabe A Nr. 51 Bezugspreis. WSib-nllich 70 Senate monatlich 8,— Äeidlämorl voran»»ahlbar. Unter«rruodant tili Druttckian». SOui«. Saat- und äSratlaebi«, Oesterreich Litauen. Luremdure «L0 Zicichsmart. Ntr da» llbria« Vuoland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.LorwSrt«� mit der Nlultrter» te» Sonntagsbeilage.Volk und steik' sowie den Beilagen»Unterbaltung uno Missen�»Au» der lsilmweli'. »Frauenstimme�.Der«inder» freund�.Lugend-Lorwdrts� und .Blick in die Bücherwelt' erscheint mochentilglich»weimal. Sonntag» und Rontags einmal. Tilegramm-Lldresle: .Soztold-inokrot Berlin» Morgenausgabe Devlinev VolKsblatt �10 Pfenniap Anzeigenpreise: vi««tntvaltia« NonvareMe- «eil« 80 Btenntg. Reklame»eil« fs— Reichsmark. Allein« B», eigen' da» tettaed ruckt« Wort 2» Psennia slulllMa»wet Kttaedruckte Wort«), iede» weiter» Wort 12 Pfennig. etellengekuch« da» erst« Wort ld Psennia. jede» weitere Wort lO Pfennig. Worte über lS Buch- fiaben»ädlen wr»wei Wort«. Arbeitsmarkt Feile 60 Pfennig. Sa«ilienon»eia«n für Abonnenten geil« 40 Pfennia Anseiaen für die nlchüe Nummer Müllen bis 4ld lldr nachmittag, im Hauntaeichäft. Berlin EW 68. Linden- ürahc Z. abgegeben werden. Drökiuet von SM, Udr früd dl» S lldr»ach«. Zentralorgan der Bozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Ueöaktion und Verlag: öerlin EW. 6$, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 1. März 19Ä7 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. HS» Ltndenstr.3 Postscheckkonto: Perll» 87 66»— Bankkonto! Bant der«rdeiter. Angestelte» und Beamte». Wallltr. 86, Viikonto-Seseüschaft. Deuositenkass» Lindenstr. 8. Ein Eelöbms zu Jrieörich Eberl. Die Kundgebung des republikanischen Berlin. Nein, das war nicht nur ein« Kundgebung des(Baues Berlin-Brandenburg vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, das war eine Huldigung des republikanischen Groß-Berlin für Friedrich Eberl, den allzufrüh verblichenen ersten Reichspräsidenten der deutschen Republik. Bon hier, von der Freitreppe des Staatstheaters am Gen- darmenmarkt aus, hatte der Kamerad und Genosse Ebert einst zu den jungen Sozialisten gesprochen, von hier aus hatte er am Verfassungstage des Jahres 1922, anderthalb Monate nach der Ermordung Walther Rathenaus, zusammen mit dem Reichskanzler Joseph Wirth seinen feurigen Appell an die Massen der Berliner Bevölkerung gerichtet,„zusammen- zustehen zumSchutzederfreien, demokratischen deutschen Republik". Um acht Uhr sollte gestern die Kundgebung beginnen. Aber schon eine Stunde vorher staute sich die Menge: als dann dcr Reichsbanncrkamerad, Genosse Otto Wels, seine Rede beginnen sollte, da waren bis zu den benachbarten Kirchen herüber die Mauern von Menschen besetzt, und noch immer tönte die Musik der neu heranmarschierenden Reichs- bannerirupps. Ja, Verlin ist republikanisch durch und durch, trotz aller Hetzpropaganda der Reaktionäre und trotz aller Bürgerblocksl Der gestrige Aufmarsch des Reichsbanners war imposant. Das war nicht kommißhaft, nicht kosernenhofmäßig, aber es war militärisch in dem Sinne, wie es notwendig ist für ein« Schutztruppe der Volksfreiheit. Und als die Fackeln leuchteten, da schweiften unsere Gedanken zurück an den 28. Februar 1.925, und wir gedachten, wie wir damals Spalier standen bei der Ueberführung der Leiche unseres Reichspräsidenten aus dem Krankenhause nach den Amtsräumen der Wilhelmstratze, in d'nen er für uns, für Vaterland und Republik gewirkt hatte. Die Freitreppe herab standen die Bannerträger mit den schwarzrotgoldenen Fahnen, deren Inschriften uns mahnten: „Für Freiheit und Recht!" und„Hie Schwarz- rot-gold allewege!" Wie ein Katafalk wirkte das holzumschatte Denkmal Schillers inmitten der sich drängenden Masse. Tiefe Stille herrschte, als Genosse Otto Wels begann: Vor Zwei Jahren erbebte das republikanische Deutschland in Trauer und Schmerz. Weit über die Grenzen des Landes hielt die Trauer Einzug bei all denen, die der Demokratie und dem friedlichen Zusammenleben der Völker die Wege zu bereiten für ihre Aufgabe halten. Der erste Präsident der deutschen Republik, unser Friedrich Ebert, hatte die Augen für immer geschlossen. Der Mann, der unserem Volke in seiner schwersten Zeit zum Führer wurde, ein Sohn des Volkes und ein Dolksmann im rechte» und besten Sinn des Wortes. Er war emporgestiegen aus der unterdrückten Arbeiter- klasie, ständig wachsend an dcr Grütze dcr ihm gestellten Aufgaben. zu wahrhaft geschichtlicher Größe und geschichtlichem Ruhm. Die armselige Wohnung des kleinen Schneiders in Heidelberg, in der er geboren, ist zu einem Wahrzeichen geworden für die Kraft, die in den unteren Schichten des deutschen Volkes sich ungebrochen erhalten hat und in seinen schwersten Zeiten bewährte. Mnd so mischte sich in den herben Schmerz um den schweren Verlust ein Gefühl seltenen Stolzes auf den Toten, dem die Welt nun, da er die Augen geschlosien, trotz all seiner inneren Bescheiden- he!t, das Zeugnis ausstellt. Retler seines Vaterlandes gewesen zu sein. Als Jüngling durchzog er die deutschen Lande. Schwer fühlte er den sozialen und politischen Druck, der auf der Arbeiterklasse lastete und von ihm selbst wissen wir, wie das Wort auf ihn wirkte, das ihm in jungen Jahren entgegenklang und Richtschnur für sein Leben wurde: „Der Wille des Volkes ist das höchste Gesetz." In der Sbzialdemokratie sah er die Vertretung seiner politischen Interessen. Jung noch, sehen wir ihn im Vordertreffcn der gewcrk- schaftlichen, der politischen Organijationsarbeit. Von Bremen be- rief ihn die Partei in ihren Vorstand und nach dem Tode des großen August Bebel war es keine Frage, datz der Beste nur ihn ersetzen könne im Präsidium der deutschen Sozialdemokratie. Aus Ebert fiel die Wahl. Unerschrocken ging er seinen Weg. Im Dienste der Arbeiterklasse stählte sich sein Charakter. Durch Demokratie zum Sozialismus zu gelangen, war das Ziel seines Lebens. Nie trieb ihn persönlicher Chkgeiz. Der Sache des Volkes allein galt sein Leben. Ihm diente er vor allem auch in den furchtbaren Jahren des Krieges, dessen Erinnerung heute lebendiger vor uns auftaucht mst dem Millionenbeer seiner Toten und der unendlichen Fülle von Not, Jammer und Herzeleid. Seinem Volk diente er, als die alten Gewalthaber in Rat- und Machtlosigkett keinen Ausweg wußten, als ihm die Regierung zu übertragen. Ihm diente er als Dolksbeauftragter, als er in jenen furchtbaren Tagen des inneren Konfliktes die Einberufung der National- Versammlung mit allen Kräften förderte. Und ihm diente er, als durch das allgemeine, gleiche Wahlrecht Deutschland zur Demokratie und das deutsche Volk zum Herren seines eigenen Willens wurde. In seinem Dienst fühlte er sich besonders, als er in Weimar am 11. August 1919 die Verfassung des neuen Volkostoates beschwor und sich offen und frei vor der Nationalversammlung als Sohn des Arbeiterstandes bekannte, dcr in der Gedankenwell des Sozialismus aufgewachsen und weder seine Herkunst noch seine Gesinnung jemals zu verleugnen gesonnen sei. Zugleich aber gab er die Erklärung ab, die er als Reichspräsident getreulich hielt: Sein Amt gerecht und unparteiisch zu führen. Parteiische Rechthaberei war ihm fremd. Zusammenzuführen, nicht zu trennen, war sein Wille und Wunsch. Erhaltung und Einheit der Republik war sein Leitstern in dem Wirken als Reichspräsident. Ihm folgte er, unbeirrt durch all die Angriffe, denen er trotz der durch die Verfassung vorgeschriebenen, immer sorgfältig beachteten Grenzen seines Wirkens ausgesetzt war. Deshalb empfinden wir auch an diesem Tage mit brennender Scham die Hetze gegen den Mann, der sich in vorbildlicher Pflichttreue in die Bresche stellte, als all die vor dem Zorn des Volkes flohen, die dann versuchten, ihm das Brandmal des Landesverräters aufzuprägen. Heute weiß es alle Welt, daß die vergangene deutsche Monarchie nur einen kloine» Kaiser— die deutsch« Republik aber einen wahrhast großen Präsidenten verloren hat. Sie weiß aber auch, daß oll die Erbärmlichkeiten jener Verleugnungskampogne seinen Körper zermürbt, dem Tod den Weg geebnet hatten. Wir hallen dos Wort in Erinnerung, das ein großes Berliner Blatt in jenen Tagen schrieb: „Der Mann, dcr sich aus dem Wort„Pflicht" eine große Lebens- regel gemacht, seine Söhne und seine ganze Kraft dem Vaterlande hingegeben halle, sah sich plötzlich nach Banditenmanier, aus dem Hinterhalt überfallen, von einem hinter dem Busch organisierten« mit falschen Zeugen arbeitenden Komplott umlauert, von un- würdigen, ihr Amt mißbrauchenden Richtern dem leichtgläubigen Pöbel ausgeliefert, von jedem Schmierblatt in den Kot gezerrt." Nein! Tausendmal: Nein! Es soll keine stille Totenklage sein, die uns hier versammell. Die still verzeihend an denen vorübergeht, die tausendfach Unheil über unser Volk gebracht und das Wort von deutscher Treue, deutschem Wesen und deutscher Ehre schmählich besudeltem Di« es verächtlich machen würden vor aller Well, wenn es von ihnen repräsentiert würde. Das schwarzrotgoldene Deutschland Friedrich Ebert hat mit ihnen nichts gemein. Das Deutschland, dem er ein gut Teil seines verlorenen Ansehens In der well wieder eroberte, das republikanische Deutschland. es steht in dcr Obhut der ZNillionen. die sich um diese Farben scharen. Friedrich Ebert! Sein Leben verzehrte sich am Aufbau und der Festigung der Republik. Für uns gill es. sein Werk fort- zusetzen. Was all die Millionen tief innerlich gelobten, die vor zwei Jahren auf seiner Heimfahrt durch dos deutsche Land bis zum stillen Bergfriedhaf in Heidelberg den Trauerzug begrüßten, dos geloben auch wir: Dein Erbe zu wahren! Für Freiheit, für Recht und Freiheit! Deutsche Republik, wir alle schwören, letzter Tropfen Blut soll dir gehören! Als Otto Wels geendet hatte, erklang ernst und wehmütig das Lied:„Ich hall' einen Kameraden, einen bessern f i n d st du n i t!" Einen bessern findst du nit, so ist es. Aber dann, beim Abmarsch, erdröhnte der Kampfgesang der Republik, der schwarzrotgoldene Hymnus Ferdinand Freilig- raths: Die Freiheit ist die Nation, � Ist aller gleich Gebieten! Die Freiheit ist die Auktion Von dreißig Fürftenhüten! Die Freiheit ist die Republik! Und abermals die Republik! Puloer ist schwarz, Blut ist rot. Golden flackert die Flamme! Friedrich Ebert ist tot. Aber— das hat auch die gestrig« Kundgebung gezeigt— sein Werklebt! Sein Vermächtnis, di« einige freie deutsche Republik, die in seinem, in sozialem Sinne auszugestalten unser aller Aufgabe ist, wir werden sie wahren und schützen. U.nd hüten möge sich, wer es wagen sollte, sie anzugreifen. Er wird uns bereit findent Graf Sechlen amüsiert sich. Ungarisches Sittenbild. Z. Budapest, Ende Februar. Der gewöhnliche Mensch amüsiert sich durch Musik, im Theater, im Kino, im Freien. Der Engländer amüsiert sich. indem er stundenlag stumm da sitzt und seinen Freund anstarrt. Der Münchener amüsiert sich bei einem Krügel Vier. Musso- lini amüsiert sich vor dem Spiegel. Der französisch« Minister- Präsident Poincars amüsiert sich, indem er bei Tag und Nacht Akten unterschreibt. Der englische Ministerpräsident Baldwin amüsiert sich beim Golfspiel. Die Menschen amüsieren sich verschiedentlich. Der Ministerpräsident Horthy-Ungarns, Gr a f B e t h l e n, amüsiert sich über die„behördlich bewilligte Opposition". Graf Vethlen amüsiert sich folgendermaßen. Er sitzt am reichgeschmückten Bankettisch, im Kreise seiner Getreuen, nach einem feinen Essen, feinen Wein, eine feine Zigarre rauchend, nobel, elegant. Da geht die große Tür auf. Den Saal bestritt ein Herr, dessen Erscheinung wie ein Wunder wirkt. Er ist nach dem Gesicht, nach Figur, nach Haltung und Gang vollkommen der Graf Bethlen selbst. Haargenau der- selbe Anzug. Die Hände in den Hosentaschen, die unausbleib- liche Zigarettenspitze im Mund. Graf Bethlen glotzt seinen Doppelgänger cm, die unzähligen Mitglieder seiner Partei, die Teilnehmer des Banketts lachen vor Vergnügen. Der Doppel- gänger schreitet zum Diwan, wirft seine Beine übereinander. nobel, elegant. Dieser Graf Bethlen II. ist einer der besten Schauspieler in Budapest. Er heißt Eugen Herczek, aber jetzt ist er der Ministerpräsident, wie er sich auf den Couloirs im Parlament ein wenig ausruhen möchte. Doch kann er nicht lange an seiner Zigarettenspitze saugen. Ein Bote kommt in großer Erregung: ,I>ie Opposition hat den Sitzungssaal soeben verlassen!" Bethlen II. wird stutzig. Er glaubt es nicht. Dann starrt er mit finsterer Miene vor sich hin. Düster ruft er:„Ich bitte die Opposition zu mir." Die kommt aber schon selbst. Die ganze Opposition kommt. Sie besteht aus sage und schreibe einem einzigen Mann. Dieser ist„die Opposstion", er trägt die Maske des bekannten Bürgerlich-Demokraten Dr. Rassay. Er nähert sich zaghaft, verschämt, schmollend, sich windend, wie ein trotziger Schuljunge. Dann rafft sich die Opposition plötzlich zusammen, ergreift die Hand Bethlens II. und drückt einen ergebenen Kuß darauf. Eine Lachsalve im Saal. Das Bankett amüsiert sich herrlich, sogar über das Gesicht des ernsten Bethlen I. huscht ein Schmunzln. Doch passen Sie auf, meine Herren, Graf Bethlen II. spricht."Sein Ton ist streng:„Was ist denn das? Warum hast du den Saal verlassen?" Die Opposition schluchzt plötzlich wild auf, ein Weinen aus tiefem Mannesherzen:„Exzellenz, Gnade, Gnade! Ich kann das weiter nicht ertragen!"„Wie- so?" fragt Bethlen II.„ich gab dir doch alles, was du nur wünschtest. Du mußt sofort in die Sitzung zurück!" Die Opposition wird ganz wild. Sie schreit:„Rein, Exzellenz, ich kann es nicht! Ich will es nicht! Ich kann es nicht länger ertragen! Exzellenz,"— und sie wirft sich auf die Knie und küßt beide Hände Bethlens II.—„habe Gnade mit mir! Du mußt mich in deine Partei eintreten lassen!" Am Vankettisch schallendes Gelächer. Bethlen I. spitzt die Ohren. Bethlen H.(kalt, mit ablehnender Handbewegung): „Das gibts nicht! Ausgeschlossen! Wir sind komplett? Alles besetzt!" Ein wildes Heulen der Opposition:„Das ist doch eine Ungerechtigkeit!" und weinend:.T>em Ugron hast du es erlaubt. Rur ich darf es nicht?!" Jetzt bricht ein Orkan von Lachen aus. Bethlen I., der wirkliche, lacht minutenlang. Er beugt sich über den Tisch und lacht, daß ihm die Tränen überlaufen. Man hat ihn noch nie so gesehen. Bethlen II. aber bleibt kalt:„Also, so ist das bei dir. Das nennst du„ein Mann ein Wort"? Ich habe dich wählen lassen mit oppositionellem Programm. Warum? Damit du immer schön im Sitzungssaale säßest, bei Tag und auch bei Nacht, wenn Sitzungen sind. Ich ließ dich wählen, damit du Opvosition machst. Du mußt Zwis enrufe machen. Du mußt„Pfui?" und.Abzug!" rufen, du mußt rufen „Zurücktreten! Verschwinden Sie von diesem Platze!" Das ist deine Pflicht. Doch statt dessen bringst du mich in die größte Verlegenheit, du gehst aus dem Sitzungssaale, was wird man über mich sagen? Man weiß doch von mir, wie sehr ich auf die Einhaltung der parlamentarischen Formen achte!..."> Die Opposition(weinerlich):„Exzellenz, der Mensch hat ja auch gewisse Bedürfnisse." Bethlen II. fährt auf:„Habe ich dir nicht das Entsprechende unter deiner Bank anbringen lassen. Du darfst den Saal nicht verlassen." Die Opposition mit einem Handkuß:„Der Mensch muß auch ab und zu essen und auch trinken." Pethken II(sehr streng):„Da hört sich alles auf! Man hat heute also deine Sveii'-'kammer in deiner Bank nicht aufgefrischt? Du armer Mensch! Fehlt dir etwas? Unerhört! Ich habe doch die Befehle gegeben! Wegen einer solchen Kleinigkeit bringt man mich in die schwersten Derwicklungenl Verzeihe mir, lieber Freund, ich werde sofort.., Hallo, Kellner, bringen Sic Seiner Hochgeboren Schinkensemmeln und Portwein!" Es wird gebracht. Die Opposition dankt und ißt. Beth- lcn II.:„So, also jetzt geh rasch zurück in den Saal und hole nach. Du mußt agressiv sein. Du mußt rufen:„Verschwinden Sie. Sie Korruptionist! Pfui! Zurücktreten!" Die Opposition(die Semmel im Mund, das Glas in der .Hand): Exzellenz, du bist gütig, aber das geht nicht länger. Ich muß nur immer zuschauen, wie gut es die Herren von der Regierungspartei haben. Sie dürfen plaudern, dürfen intrigieren, dann dürfen sie ans Büffet gehen und wieder plaudern und sich wohlfühlen. Ich aber(weinend), ich muß nur sitzen, immer nur sitzen und Zwischenrufe machen. Während die anderen sich amüsieren, muß ich mich immer plagen. Exzellenz, wenn ich das gewußt hätte, was das bedeutet, so hätte ich mich überhaupt nicht wählen lasten..." Brüllendes Gelächter unter den Zuhörern. Bethlen l. winde sich vor Lachkrämpfen. Bethlen H. erhebt sich ganz erschrocken:„Was, willst du mich zugrunde richten? Willst du vielleicht auf dein Mandat verzichten? Unmöglich! Wozu habe ich dir den Läutapparat an deiner Bank anbringen lassen? Durch einen Fingerdruck kannst du dir alle/ bestellen!" Opposition:„Exzellenz, der Mensch hat auch geistige Be- dürfnissc." Bethlen II.:„So! Und was ist mit dem Vier- röhrenradioapparat. den ich dir an deiner Bank aufmontieren ließ?" Opposition(gekränkt):„Exzellenz, ich hör? soeben, daß es schon wesentlich modernere Apparate gibt." Bethlen II.: „Bitte schön, du wirst noch heut« den modernsten Achröhren- superheterodynapparat aufmontiert bekommen, aber du mußt drinnen bleiben, du mußt sitzen, unbedingt sitzen, du darfst unter keinen Umständen den Saal oerlasten und du mußt Lärm schlagen und Zwifchenruse machen." Die Opposition(verlegen lächelnd):„Du bist wirklich gnädig. Exzellcilz. Danke dir. Aber..., wenn du schon erlaubst... Schau..., die Herren von der Regierungs- partei dürfen hinaus, sie haben Gelegenheit nach Verdienst zu schauen, sie können Geschäfte machen..., während ich, ich arme Opposition.... es geht nicht weiter, Exzellenz, es geht wirklich nicht!" Bethlens II. Gesicht strahlt auf. Er lächelt. Er beugt sich zur Opposition und flüstert ihr ins Ohr:„Du dummes Ding, du, warum hast du mir das nicht gleich gesagt? Noch beute bekommst du eine Großtrafik, und zwar auf der Andrassystraße, direkt gegenüber der Großtrafik von imserem Freund Kallay." Die Opposition(ungläubig):„Und ist das wirklich wahr, Exzellenz?" Bethlen II. macht eine beleidigte Geste, die Opposition schnappt plötzlich seine Hand, drückt einen Kuß darauf, macht Kehrt, schreitet wortlos zur Türe des Sitzungs- saales, macht die Türe auf und beginnt mit Stentorstimme zu rufen:„Abzug Bethlen! Pfui, Pfui! Zurücktreten! Diese Korruptionsbande nennt sich eine Regierung! Pfui, Bethlen! Bfui!"... und er ist schon im Sitzungssaal. Die Tür schließt sich hinter ihm. Vehlen II. wirft wieder die Beine übereinander nobel, elegant und macht eine resignierte HanÄbewcgung:„Och. diese Opposition! Wenn sie zumindest ein Sitzfleisch hätte!" Die Szene ist vorüber. Des Lachens kein Ende. Beth- len 1. ist außer sich vor Vergnügen. Er drückt seinem Doppel- gänger die Hände:„Fabelhaft haben Sie das gemacht! Ich danke Ihnen! Ich habe mich fabelhaft amüsiert." 4- . Und wahrlich, er hat sich fabelhaft amüsiert. Und zwar geschah dies an einem Abend voriger Woche, im Klub der Regierungspartei des Grafen Bethlen, zu Budapest, nicht etwa in der Phantasie eines gehässigen sozio- listischen Pamphletschreibers, sondern in der Wirklichkeit und alle Blätter haben von dem köstlichen Amüsement des Minister- Präsidenten huldvolle Berichte gebracht. Kein einziges Blatt fand sich, das erzählt hätte, daß es wohl unter den Wilden Sitte ist, an der Leiche des Gegners einen Siegestanz zu Bismarck— Gelögeber Schweitzers! Der dokumentarische Nachweis geliefert. Ein Streit, der die Partei vor langer Zeit heftig bewegte, ist jetzt zur Entscheidung gebracht. Der Nachweis ist geliefert, daß Herr o. Schweitzer, der Nachfolger Lassalles, oder doch wenigstens die von ihm geleitete Bewegung tatsächlich von Bismarck Geld erhalten hat. Es war bekanntlich Bebel, der mit größter Eni- ichiedenheit die These vertrat, Schweitzer sei ein bezahlter Agent Bismarcks gewesen, was zwei so hervorragende Histo- riker der Sozialdemokratie, wie Franz Mehring und Gustav Mayer, lebhaft bestritten. Nun muß Pros. Mayer selbst, der Verfasser der glänzenden Schweitzer-Biographie, in einem Ausiatz des„Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik" zur Steuer der Wahrhett den folgenden Tatbestand feststellen: Als Bismarck am 3. April 1866 beim Bundestag den Antrag auf Einberufung eines durch allgemeine direkte Wahlen zu ernennen- den deutschen Parlaments stellte, büßte Schweitzer eben eine ein- jährige Gefängnisstrafe ab. Während er selbst im besten Fall nur gelegentlich vom Molkenmartt her einen Artikel beisteuern konnte, wurde der„Sozialdemokrat" von dem Geldgeber des Unternehmens, v. Hofstetten redigiert, bei dem Schweitzer damals als After- mieter wohnte, v. Hofstetten hatte am 3. Januar 1863 bei der Polizeihauptkaffe in Berlin die 2530 Taler hinterlegt, die man als Kaution für das anfänglich dreimal In der Woche heraus- kommende Blatt forderte. Als dieses im Juli 1865 in eine Tages- zeitung umgewandelt wurde, hatte er weitere 2530 Taler hinterlegt, die ebenso wie die frühere Zahlung als seiner Gattin, einer geborenen Gräfin Strachwitz, gehörend gebucht wurden. Da- mit hatte er oder sein kleines Vermögen stark ange- griffen und es war vollends erschöpft, als bald darauf mit einem Schlag andere beträchtliche Verluste hinzutraten. Wie Schweitzer, geriet auch Hofstetten von nun ab m zunehmende finanzielle Schwierigkeiten. Aus den Polizeiakten über den„Sozialdemokrat" ist zu ersehen, daß am 29. März 1866 das Königliche Stadtgericht, Abteilung für Zivilsachen, dem Polizeipräsidium mitteilte, seine Kaution in Höhe von 1700 Talern sei auf Antrag eines Gläubigers mit Arrest belegt worden Nun erfahren wir aber jetzt aus einem Schriftstück, das dem Nachlaß Hermann Wageners ange- hört und das dessen heutiger Besitzer Herr Direktor Max Stein in Breslau Prof. Gustav Mayer zur Verfügung stellte, daß Hof- stetten acht Tage nach jener Arrestoerfügung, am 6. April, also nur drei Tage vor dem preußischen Antrag beim Bundestag, der die Hauptforderung des Laffalleschen Programms zu erfüllen versprach, gegen Verpfändung des Kautionsdokuments ein unverzins- liches Darlehen in Höhe von 2500 Talern von Bismarck erhielt. Die Rückzahlung dieses Darlehens tonnte von ihm zu jeder Zeit geleistet werden ohne vorhergehende Kiindi- gung, wogegen ihm eine sechsmonatliche Kündigung zugestanden tanzen, ja, sie sogar aufzufressen, daß aber nachher die Wilden ihre Feinde beweinen und den rachedürstigen Geistern Sühne- opfer bringen. Kein einziges Blatt fand sich in der Residenzstadt des Grafen Bethlen. das diesem Betyaren ins Gesicht geschleu- dert hätte, daß es sogar unter den Wilden die größte Schmach ist, über den schändlich, durch List und schmähliche Gewalt besiegten Gegner noch zu spotten und zu lachen, wenn dieser gefesselt aud geknebelt auf dem Boden darniederliegt. Die Stimme üer Unternehmer. (Segen das Arbeitszeitnotgesetz der Regiernng. Kein Anlaß znr Nenregelnng der Arbeitszeit! In der am 26. Februar stattgefundenen Sitzung■ des Arbeitsschutzgesetz-Ausschusses des Reichswirtschafts- r a t e s gab die Abteilung I(Arbeitgeber) folgende Er- klärung ab: 1. Sie hält die Voraussehuag für eia Notgesetz. das dem Arbeilsschutzgeseh in seinen wichtigsten Bestimmungen betreffend die Arbeitszeit vorgreift, weder nach Anlaß noch nach Zweck für gegeben. Z. Der Reichsarbettsminister ha» den Gesetzentwurf erst am gestrigen Tage mit der Erklärung znr Kenntnis gebracht, daß er das Gutachten des Reichswirlschaftsrates nicht abwarten könne. Zu der hiernach auch dem Reichsarbeitsmlnlster unerläßlich erscheinen- den sorgfältigen Durchberatnng fehlt tatsächlich die notwendige Zeit. Eine übereilte Durchberalung lehnt die Abteilung l ab. Frech und brutal! Notgesetz zur Verlängerung der Ar- beitszeit— überflüssig. Die Arbeitslosen können auf dem Pflaster liegen bleiben. Es ist der Geist des Klaffen- kampfes von oben, der aus dieser Kampfansage an die Arbeiterschaft spricht. Sie werfen sich öle välle zu. London. ZS. Februar.(WIS.) Anlerhao». Sei einer Debatte über die Ratifizierung der Washingtoner können- t i o n vom Zahre l3lg über die Arbeitszeit erklärte der Arbeitsminister Steel-Maitland. auf etne lebhafte Kritik der Opposition und auch von Mitgliedern der Konservativen Partei ant- wartend, nian müsse versuchen, eine Grundlage für eine verein- borung zu erzielen. Die Vorlage, die in Deutschland eingebracht worden sei, und das. was im französischen Senat geschehen sei, hätte die Lage nicht leichter, sondern schwieriger ge- staltet. Das Kabinett als ganzes erwäge die Frage augenblicklich lebhast und er sei nicht bereit, dem Hanse seht eine endgültige Cr- klärung abzugeben. Zreie Sahn öem Tüchtigen? Eine bezeichnende Statistik. Die Deutschnationalen, die nicht gerade spröde stnd, wenn es sich für sie darum handelt, an die Futterkrippe zu gelangen, sprechen gern von der roten Futtertrippenwirtschaft in Preußen und ver- suchen das mit dem Hinweis darauf zu belegen, daß in Preußen auch Nichtfachmänner in den Verwaltungsdienst übernommen werden. Tatsächlich stnd die Minister des Innern und der Finanzen in Preußen seit dem Jahre 1920 durch ein Gesetz ermächtigt, Personen als befähigt zum höheren Verwaltungsdienst zu erklären, die auf Grund ihrer fachlichen Vorbildung und bisherigen Tätigkeit für die Stellung eines höheren Verwaltungsbeamten besonders geeignet erscheinen. Wie jetzt amtlich festgestellt wird, ist m den mehr als sechs Iahren seit dem Bestehen des Gesetzes in ganzen 35 Ausnahmefällen von der Ermächtigung Gebrauch gemacht worden, ein Beweis dafür, wie vorsichtig das Gesetz angewandt wird. Man dars hojfen, daß sich in Zukunft die Fälle mehren, in denen mit dem alten starren System des oornovemberlichen Bureaukratentums gebrochen wird. wurde. Bismarck bestätigt« allein mit seiner Namens- Unterschrift ohne Hinzufügung eines Titels eigenhändig, daß er das Kautionsdokument erhalten habe. In einem als„Duplikat" gekennzeichneten Schriftstück vom 29. Mai 1867 bestätigte Hofstetten Bismarck noch einmal den Cmp- fang eines unverzinslichen Darlehens von 2500 Talern. Es handelt sich dabei offenbar um dieselbe Summe, die im Jahre zuvor gege- den worden war. Die auf diese und andere Weis« flüssig gemachten Gelder— weitere 2500 Taler wurden zurückgezahlt, als der„Sozial- demokrat" aushörte, täglich zu erscheinen— wurden hauptsächlich zur Befriedigung des Druckers und sonstiger Gläubiger verwendet. Ob Bismarck seine 2600 Taler jemals zurück erhalten hat, dürfte nach Mayer zweifelhaft sein. Die Behauptung, daß Schweitzer von der Sache nichts gewußt hätte, hält Mayer für wenig wahr- scheinlich. Vielmehr würde es ihn nicht überraschen, wenn Schweitzer auch für seine Agitation zugunsten des allgemeinen Wahlrechts— das Bismarck bekanntlich damals auch wollte— eine kleine Summe erholten hätte. „Die übergroß« Mehrzahl der damaligen deutschen demokra- tischen Politiker, die vom Bürgertum herkamen," schreibt Mayer, „und nun gar erst Arbeitersührer wie Marx und L a s s a l l e, Liebknecht und Bebel, hätten auch in der größten finanziellen Not der Versuchung widerstanden, von ministerieller Seite eine Gefälligkeit anzunehmen und sich so vielleicht in moralisch« Ab. hängigkeit von einer Regierung zu begeben, der sie in grundsätzlicher Opposition gegenüberstanden, mochten sie selbst in einer wichtigen Frage des Augenblicks an einem Strange inst ihr ziehen." Schweitzer ober, ein deklassierter Adeliger, war in solchen Dingen weniger skrupellos, er hatte»einen Stich ins Glücks- ritterliche". Und so hat er dem Bild der von Lassalle glorreich begonnenen Bewegung einen häßlichen Schandfleck zugefügt, der sich nicht mehr beseitigen läßt. SilSerftürmerei. Die Fälle mehren sich, wo Kunstwerke von außergewöhnlicher Art infolge der Wlehnung durch die Behörden oder durch Verbände entfernt' werden müssen. Die Wandbilder von Heinrich V o g e l e r. mit denen der Künstler das Eßzimmer seines Wohn- Hauses in Worpswede geschmückt hat, sollen auf Verlangen des Land- rates und des Regierungspräsidenten entfernt werden. Vogeler hat be- kanntlich seinen„B a r k e n h o f f" für ein proletarisches Kinderheim zur Verfügung gestellt, und darauf nehmen die Bilder Bezug. Das Stuttgarter Museum mußte den Ankauf eines Bildes von Oskar Kokoschka, des Porträts von Elfe Kupfer aus dem Jahre 1910 rückgängig machen, obwohl die Ankauftom. Mission dem Vorschlage des Direktors zugestimmt hatte. Die Er- Werbung stieß augeblich auf den Widerstand des Staatspräsidenten und Kultusministers Bazillc. Die Marienfigur des Bildhauers Wilhelm F. C. O h l y an dem früheren Liebfrauen-Pfarrhaus in Frank- dauernüe Arbeitslosigkeit. Vcrnrtndcritng um 25 000 Personen. Die Zahl der hauptunlerstützungsempsänger i« der Erwerbslosensürsorge zeigt in der ersten Februarhälsle einen weiteren Rückgang um rund 66 099, das find 3,2 Pro;. Die Zahl der männlichen haupkuulcrstühungsempfänger ist von 1 569 999 auf 1 599 999 zurückgegangen, die der weiblichen Hauptunlerstützungsempsänger von 267 999 aus 252 999, die Gesamtzahl von t 827 999 aus 1 761 999. Die Zahl der Zoschlagsempsänger hat sich von 2 999 999 ans 2 934 999 verringert. Zu der Zeil vom 15. Januar bis zum 15. Februar 1927 ist die Gesamtzahl der HanpwnierslShungsempfänger um ruud 79 999 zurückgegangen. 'Im gleichen Zeltraum ist die Zahl der in der Srtsenfür- sorge llnlerstühlen von 138 999 am 15. Januar auf 192 999 am 15. Februar gestiegen: der Gesamtzuuahme in der Srisensürsorge von rund 54 090 sieht also ein Rückgang in der Erwerbslosenfür. sorge von rund 79 999 gegenüber, so daß sich im G e s a m l e r g e b- nis für die Zeil vom 15. Januar bis 15. Februar 1927 eine ver- Minderung in der Zahl der Arbeitslosen um rund 25999 ergibt._ Ein Kritiker. Adam Röder über Zentrum und Bürgerblock. »Das Leben ist Kampf. Kultur aber heißt: ehrliche, gerecht-brüderliche Kampfbedingungen schaffen. Die sind nicht gegeben, wenn der Ostelbier, der Eroßbourgeois, der Großkapitalist, der Industrieherr, der eingebildete Bureaukrat Vor- rechte besitzen. Die Eleichbewertung aller Volks- genossen heraufzuführen, ist Aufgab« weitschauender Politik. Diese Aufgabe kann und wird das neue Kabinett nicht erfüllen; darum war feine Erstellung ein p o l i t i s ch e r F e h l e r, der sich rächen wird. Vielleicht hat Josef Wirth der Reaktion schon den kleinen Finger gereicht, als er mit seinem gewiß ehrlich gemeinten„Manifest" auf den Plan trat; vielleicht hat er gehofft, daß die Rechte es ablehnt und damit eine klare Situation schafft." „Das Zentrum hat nicht im Geist der fortschritt- lichen Entwicklungslinie gehandelt, als es seine Zu- stimmung zu diesem Kabinett gab, das zwangsläufig die Geschäfte der Reaktion besorgen wird. Mögen Leute wie Marx, Köhler und Brauns noch so sehr bremsen— wer politisch bei der Rechten von heute ist, stirbt daran." (Der Zentrumsabgeordnete Adam Röder in der Süddeut- schen Konservativen Korrespondenz.) Die Bekämpfung ües Mietwuchers. Eitle Verfügung des preußischen Justizministers. Unter Hinweis auf die Klagen, daß nach dem Abbau der W o h- nungszwangswirtschaft für gewerbliche Räume durch die Verordnung über die Lockerung der Wohnungszwangs- Wirtschaft vom 11. November vorigen Jahres vielfach unange» messen hohe Mietzinsen für die Ueberlassung gewerblicher Räume gefordert werden, ersucht der preußische Iustizminister die Strasoerfolgungsbehörden, ihr besonderes Augenmerk auf solche Mißstände zu richten und bei Vergehen gegen 8 49a des Mieterfchutzgefetzes in der Fassung vom 30. Juni vorigen Jahre» mit Nachdruck einzuschreiten. Bei der Prüfung der Frage. ob ein Mietzins unangemessen ist, wird in allen zweifelhasten Fällen auf die Hinzuziehung von Sachverständigen unter Berücksichtigung der von den amtlichen Vertretungen der beteiligten Wirt- schaftskreise Benannten Bedacht zu nehmen sein. Gutes Lesinden Lobes. Das Allgemeinbefinden des Reichs- tagspräsidenten Genossen Lob« war auch am Montag abend nach der übereinstimmenden Miffassung der Aerzt« gut. f u r t a. M„ das jetzt zu einem Geschäftshaus umgebaut ist, wurde entfernt, trotzdem ein Teil der katholischen Geistlichkeit sich lebhaft für das Werk einsetzte. Hier war der Widerspruch eines Teils der Oeffentlichteit Grund zu der Entfernung. Es half auch nichts, daß der Kunstgclehrte der Frankfurter Universität, Geheimrai, Kautzsch. und der Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, Professor Lill in München, gegen die Entfernung Einspruch erhoben. Gegen die Absicht, die Wandbilder Vogelers zu entfernen, wenden sich Käthe Kollwitz und Max Pech st ein in folgen- der Erklärung: Die Unterzeichneten erfahren von dem Kuratorium des Kinderheims der Roten Hilfe, daß der Herr Regierungspräsident in Stade, Dr. Rose, die Entfernung der von Heinrick Vogeler stammenden Wandgemälde des Kinderheims„Barkenhoss verlangt. Die Unterzeichneten erheben getzen dos Vorgehen des Herrn Regie- ningspräsidenten schärfsten Widerspruch. Es ist unmöglich, daß Kunstwerke der Vernichtung ausgeliefert fein dürfen, weil die ihnen zugrunde liegende Idee der zustehenden Behörde nicht genehm ist. Eine Entfernung der Bilder wäre aber gleich einer Vernichtung, da die Bilder aus der Wand gemall sind. Von einer eventuellen Ver- sührung der Kinder kann nicht gesprochen werden, da es sich durch- weg um proletarische Kinder Handell, denen die Idee, welche den Vogelerschen Gemälde zugrunde liegt, vollkommen oertraut ist. Januar 1927. Käthe Kollwitz, Mitglied der Akademie der Künste. M. Pechstein, Mitglied der Akademie der Künste. Eia neues Relnhardk-Theater in Verlin. Aus dem Bureau der Reinhardt-Bühnen erfährt eine hiesige Korrespondenz, daß an der Nachricht eines Berliner Mittagblattes über die Zukunstsplänc von Max Reinhardt nur das eine richtig ist, daß Reinhardt in der Tat im Westen der Stadt ein neues Theater zu bauen beabsichtigt, für das naturgemäß an erster Stelle die Gegend am Kursürstendamm in Frage kommt. Dagegen kann keine Rede davon sein, daß die beiden Bühnen in der Schumannstrahe, das Deutsche Theater und die Kommerspiele, aufgegeben werden sollen. Auch von Pachtungs- Verhandlungen bezüglich des Theater des Westens oder des Deutschen Künstlerlheaters kann nicht die Rede sein. Ein versöhnungsboukelt. Der Deteranenverband eines amerika- nischen Pionierregiments stierte vor kurzem in einem New-Porker Hotel sein Stiftungsfest mit einem großen Bankett. Als Gast hierzu war auch ein früherer deutscher Soldat, der Zahnarzt Rudolf Köster, geladen und erschienen, der 1918 als Führer einer Maschinengewehr- abteilung zweimal direkt in ein Gefecht mit dem gleichen Regiment verwickelt war und sich nach dem Kriege in New York niedergelassen hat. Er ist heute der Kompagnon eines Amerikaners, der aus diesen Gefechten eine schwere Verwundung davontrug, und wurde auf dem Bankett mit besonderer Herzlichkeit begrüßt und m einem Trintspruch gefeiert._ Der verein gehörloser bildender Sünstler veusschlond» eröffnet am 3. Mär, eine Ausstellung im Schöneberaer RatbaiiS, Rudoli-Wilde-Pla». ffilacorno de JUcolo, zulebt Direktor deS Borgelle, iil Plötzlick in Raren, g e ff o r b e n. offenbar als Opier eines Verbrechens. Der anSgezeichl-et- Kuniliorsch-r ist auch bei uns durch leine Arbeiten über die Bildhauer und Goldschmiede der Renaissance bekannt geworden. Literarischer Hochverrat! Das Reichsgericht gegen Gedankenfreiheit! Leipzig, ZS. Februar. twTB.) In zweilägiger Verhandlung Halle sich der Prokurist Fritz Schälicke aus Verlin vom Verlage der Zugend-Znler nationale vor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts zu verantworten. Schälicke halte in seinem Verlage vier von dem Dichter K l ä b e r herausgegebene S ch r i f t.e n, die beschlagnahmt sind, vertrieben. Deshalb war gegen ihn ein fiochverratsversahren eingeleitet worden. Das Gericht ging über den Skrafanlrag des Reichsanwalls hinaus und ver- urteilte Schälicke wegen Vergehens nach 8 7 des Republik- shuhgesehes vnd Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Iahr Festung und 100 Mark Geldstrafe. Sie Ucteilsbegrünöung: In der Urteilsbegründung heißt es: Der Gerichtshof habe keinen Anlaß, von seinem bereits im Prozeß Reimann- Domning entwickelten Standpunkt abzuweichen, daß V o r b e- reitung zum Hochoerrat auch durch Herausgabe und Vertrieb von Druckschriften verübt werden könne, zumal a§ 85 des Strafgesetzbuches ausdrücklich auch die literarische Form der Aufreizung zugibt. Der Hinweis des Verteidigers auf den V e r f a f s u n g s. arti kel 142 greife nicht durch, denn dieser bedeute lediglich 'inen Damm gegen administrative Zensurwilltür, teile jedoch keineswegs einen unbeschränkt geltenden Freibrief für .'as künstlerische Schaffen aus. Selbst daskllnstlerischeGenie habe Grenzen für sein« Offenbarungen anzuerkennen, )enn die Sicherheit des Staates überwiegt das Kulturgut der künstlerischen Produktions- ' r e i h e i t. Auf frühere Urteilsbegründungen zurückgreifend, wiederholte die Begründung, es sei von entscheidender Bedeutung, unter welchen Um st än den ein Kunstwerk dem Publikum dargeboten werde, und tendenziöse Auelese vermöge ein als Ganzes unanfechtbares Opus zu einem geistigen Zerstörungswerk- -,eug umzuschmieden. Die in der deutschen Oeffcntlichkeit entstanden« Beunruhigung sei völlig unbegründet. Denn der vierte Strafsenat weise d«n Ge- danken irgendeiner Knebelung des regulären verlegerischen Vertriebs von wissenschaftlichen, künstlerischen oder unterhaltenden Werken weit von sich. Eine Sache für sich sei«s aber, wenn in politisch er- regten Zeitläuften eine bestimmte Gemeinschaft L i t e r a- lur ins Volk werfe, dl« mit deutlich erkennbarer iimstürzlerischer Absicht Gegenwartsdinge oder Geschehnisse aus naher Vergangenheit g« st alte. Und eben um solche Schriftwerke handele es sich im Falle Schälicke, nicht etwa um harmlose Darstellungen aus dem Ideen- lreis proletarischer Welt- und Gesellschoftsanschouung. Wenn eingewendet worden sei, die jetzt der endgültigen Ver- nichtung verfallenden Publikationen seien doch früher unbean- standet geblieben und verschiedentlich sogar polizeilich unbe- denklich bewertet worden, so habe der Gerichtshof zu erwidern, daß erst die E r e i g n i s r e i h e, die von den Berliner Spartakus- tagen über die Vorgänge an der Ruhr, den Kampf um Leuna, den Hamburger Aufstand und die Vorspiel« zur Reichsexekution gegen Sachsen laufe, den deutschen De- Hörden einen vollen Einblick in den wahren Zweck des seit dem Spätherbst 1928 im Gange befindlichen kommunistischen Literatur- absatzes erschlossen habe. * Es sind drei Momente in diesem Urteil, die stärkste öffentliche Kritik herausfordern. Das Reichsgericht hat durch seine Auslegung des Hochverratsparagraphen das Delikt des literarischen Hochverrats geschaffen. Es hat ein politisches Werturteil über eine deutsche Reichs- ragspartei abgegeben— über ihre Handlungen wie über ihre Ideologie. Es hat nicht nur Handlungen» sondern auch die Ideologie, die Gesinnung, für strafbar erklärt. Das erste ist eine Frage der Rechtswissenschaft. Ist diese Auslegung des Hochoerratsparagraphen möglich, so muß das Gefetz geändert werden. Das zweite: die Ereignisreih«, auf die das Reichsgericht zurückgreift, war mit dem Jahre 1923 zu Ende. Seitdem ist die Entwicklung der kommunistischen Partei auf einer anderen Linie weitergegangen. Sie ist heute eine Parlamentspartei. Ihr Äampfboden sind Reichstag und Länderparlamente. Die Handlungen der kommunistischen Partei sind ver- fassungsgemäß. Sie hat de faato die Gültigkeit der Reichs- Verfassung anerkannt, so gut wie die Deutschnationalen, so gut wie die Völkischen. Bleibt die Gesinnung. Die Gesinnung der Kommunisten ist nicht verfassungsmäßig demokratisch-republikanisch. Eben- sowenig, wie die Gesinnung der Deutschnationalen und Völkischen. Sie werben für ihre Gesinnung. Es ist das Wesen der Demokratie, daß sie nicht nur Gestnnungsfreiheit, lindern zugleich Werbefreiheit für Gesinnung gibt. Sie sieht das Gegengewicht gegen die Ausbreitung von Gesinnungen, die der verfassungsmäßigen staatlichen Ordnung feindlich cegenüberstehen, nicht in der gewaltsamen Unterdrückung— sei es mit dem Mittel der Zensur oder der strafrechtlichen Repression—. sondern in der Werbekraft der Staatsgesinnung. Sie will Gesinnung weder verbieten noch bestrafen. Hat das Reichsgericht übersehen, welch gewaltiger Sieg verfassungsmäßig-republikanischer S t a a t s g e s i n n u n g in der Ereignisreihe der deutschen Politik von 1919 bis 1927 nach demokratischen M e t ho d e n über Kommunisten und Deutschnationale er» kämpsr worden ist? Erkennt es nicht, daß es mit seiner vor- dringlichen, gewaltsamen, auf Gesinnungsunterdrückuna ge- richteten Methode nicht nur schädigend in diesen Kamm ein- greift, sondern zugleich an die großen ideellen Grundlagen der gegenwärtigen Staatsordnung rührt? Gesellschaftlicher Fortschritt erwächst aus Gesellschafts- trittk. Die Literatur, die„mit deutlich erkennbarer um- ftürzlerischer Absicht Gegenwartsding« oder Geschehnisse aus naher Vergangenheit gestaltet", die mit ihren Kontrast- Wirkungen, ihren Ueberspitzungen, ihren Aufschreien auch jene auf gesellschaftliche und politische Schäden verweist, die die Gesinnung nicht teilen, aus der sie erwachsen ist. Diese Literatur ist ein Stück des geistigen Lebensprozesses des Volkes. Sie gehört zu jener geistigen Bewegung, jenem Meinungskampf, in dem eine echte Verfasiung sich siegreich auf die Dauer befestigt. Uns scheint, es sprüht aus dem Reichsgerichtsurteil nicht jener felsenfeste Glaube an den demokratischen Staat, der den echten Demokraten und Republikaner beseelt. Es ist nicht Sache des Reichsgerichts, in den Welt- anschauungskampf einzugreifen. Das Reichsgericht hat es getan, und das ist das dritte und wichtigste Moment. Es ist von kulturhistorischer Be- Die Machtverhaltnisse in China. Wo stehen die einzelnen Generäle'� Beiliegende Karte gibt einen allgemeinen Ueberblick über den Machtbereich der einzelnen führenden chinesischen Generäle: 17478 Machtbereich der OenerSle: I: Feng— 2: TschangtaoUo— 3: Wupeifu— 4: Tscbangtschuagtscbang(Tscbaag)— S; Suntschuang fang(Sun)— 6: Schiangkaiscbek— 7; Jang Zur Erläuterung sei noch folgendes bemerkt: Der unter Nr. 6 angeführte General Schiangkaifchek ist der Oberbefehlshaber der südchinesischen revolutionären Armee, die im Laufe der letzten zwei Jahre von Kanton aus noch Norden gewaltig vor- gedrungen ist. Sie hat im Herbst 1926 H a n k a u, die zahlenmäßig größte Stadt Ehinas, und neuerdings Hangtschau besetzt. Ihr nächstes Ziel ist Schanghai. Bon den übrigen hier angeführten Generälen steht, wenigstens bisher, nur der unter Rr. 1 angeführte General Fengiuschang, der..Christengeneral" Feng, auf Kantons Seite, der zwar längere Zeit Peking bedrohte, jedoch im vergangenen Sommer nach Westen wieder zurückgedrängt wurde. Unklar ist die Haltung W u p e i f u s(Rr. 3), der ursprünglich unter dem Oberbefehl Tschangtsolins stand, sich jedoch mit diesem überwarf und seitdem zwischen den beiden Hauptgegnern, Schiang- taischek und Tschangtfolin, laviert. Nach den neuesten Meldungen sollen seine Truppen in drei Teile zerfallen sein. Wupeifu galt jedenfalls bisher als das Zünglein an der Wage. Er wartet an- scheinend den weiteren Verlauf der Ereignisse ab, was bei seiner heiklen strategischen Lage leicht erklärlich ist. Hauptgegner Kantons war bisher T s ch a n g t s o l i n, der lange Zeit nur über die Mandschurei herrschte und mit wechselndem Er- folge vor allem gegen Feng kämpfte. Später ist es ihm gelungen, in die Hauptstadt Nordchinos, Peking, einzumarschieren. So- lange sein Verhältnis zu Wupeifu nicht geklärt ist, dürft« er den Kampf mit Südchina nicht unmittelbar aufnehmen können. Einst» weilen begnügt er sich damit, die nordchinesisch« Zioilvegierung unter Druck zu hasten, die in ihren politischen Zielen mit den Forderungen der Südchinesen offenkundig sympathisiert. Im Augenblick sind die Hauptgeaner Kantons die beiden Gene- räle Suntschuangfang, abgekürzt Sun(Nr. 5), und Tschangtschungtschang. abgekürzt Tschang(Nr. 4), die sich um die Verteidigung Schanghais bemühen. Ursprünglich waren beideGeneräle durch persönliche Rivalitäten getrennt, wie überhaupt die persönliche» Gegensätze zwischen den militärischen Führern eine nicht zu unterschätzende Rolle in allen Geschehnissen des Fernen Ostens spielen. Pach der Niederlage Suns bei Hangtschau ist nun Tschang nach Süden geeist, um Schanghai zu hasten und eventuell zur Gegenoffensive gegen Kanton überzugehen. Die Meldung über die Ermordung Suns wie über seine Flucht waren zweifellos falsch, ebenso die Nachricht seiner Absetzung. Indessen scheint jetzt der Hauptanteil an der Verteidigung Schanghais gegen die Südannce in den Händen Tschangs zu liegen. Der unter Nr. 7 verzeichnete General Jang hat bisher nur eme untergeordnete Rolle gespielt. Indessen ist sein« Tätigkeit in der Provinz Pünnan für die Kauiontruppen sehr peinlich, weil er in ihrem Rücken gegen sie operieri. Um so wichtiger ist sein Kampf für Frankreich, weil er das Uebergreifen der natio- nal-reoolutionären Bewegung von Kanton auf die französischen Kolonien von I n d o ch I n a bisher oerhindern konnte. Jang dürste deshalb auch materielle Hilfe von Frankreich erhalten, zumal er von den übrigen kanwnfeindlichen Armeen abgeschnitten ist und isoliert kämpft. Er soll allerdings kürzlich eme schwere Niederlage durch den Gegenstoß einer südchinesischen Heeresgruppe erlitten haben. Jn Schanghai. Sun und Tschang offiziell verbündet. London, 28. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der General Sun und T s ch a n g, sein früherer Rivale und jetziger Bundes- genösse im Kampfe gegen die Kantonarmee, sind nach ihrem am Sonntag erfolgten Besuche in Siukiang nach Schang- h a i zurückgekehrt. Sun hat gelegentlich einer Truppeninspektion in Siukiang eine Rede gehalten, m der er betonte, seine und Tschongs Streitkräfte hätten sich vereinigt, um dcnBolsche» wismus(?) zu bekämpfen. Im Gebiete der Kantonarmee fand am Montag ein ein- stündiger Proteststreik gegen die Ankunft englischer Truppen in Schanghai statt. Nach einer Reutermeldung aus China versuchte die Gewerkschaftsleitung auch in Schanghai einen solchen Streik durchzuführen, ohne daß dieser Plan gelungen wäre. Am Montag ist das von England nach Schanghai entsandte Marincbataillon auf dem englischen Dampfer.Minnesota" in Schanghai eingetroffen. Dieses Bataillon und die bereits Sonn- abend eingetroffenen brittschen Truppen sowie amerikanische Truppen konnten aber infolge des Mangels an Unterkunftmöglichkesten nicht ausgeschifft werden. Sie müssen deshalb vorläufig auf den Schiffen verbleiben. Schanghais Univeefität geschlossen. Paris, 28. Februar.(TU.) Wie Havas aus Schanghai meldet, ist die Universität von Schanghai als Zentrum der national- revolutionären Propaganda geschloffen worden. deutung. Es verfolgt Weltanschauung, Gesinnung, die in der Literatur Ausdruck findet. Es bestraft Gesinnung. Ein unerträglicher Gesinnungsterror wird aufgerichtet, doppelt unerträglich in einer demokratischen Republik. Der Staatsmann, dem der Dichter den Aufschrei in den Mund legt:„Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!" ist eine Gestalt des 16. Jahrhunderts. Seitdem hat die Welt sich geistig durchgerungen bis zu einem der höchsten Kultur- guter: der Toleranz. Das Reichsgericht vergreist sich an diesem Kulturgut._ Leichte üeutsch-polnische Entspannung. Doch noch keine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Warschau, 28. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der Außen- minister Z a l e w s k i und der Handelsminister Kwiatkowski weilten am Sonntag in K a t t o w t tz, um sich an Ort und Stelle über die Lage der deutschen Minderheit und besonders über die Schulfrage zu informieren, die bekanntlich auf Grund einer Eingabe des Deutschen Bolksbundes in Polen auf der nächsten Völkerbundstagung zur Erörterung gelangen wird. Der Außenminister Zalewski erklärt« bei dieser Gelegenheit Pressevertretern über die dcutsch-polnsschen Handelsoertragsverhand- lungen, daß die letzten Unterredungen des deutschen Gesandten Rauscher eine gewisse Entspannung heroorgerusen haben, die aber noch keine genügende Grundlage zur Wiederaufnahm« der Verhandlungen biete. Ergänzend äußerte der Handelsminister, daß in Deutschland wie in Polen gewisse Interessengruppen fortwährend hemmend auf die Der- Handlungen einwirken und dadurch der Ausgleich der Gegensätze beider Delegationen erschwert würde. Jrantreichs brennendes Wahlkreisproblem. Das Kreiswahlsystem nach dem Beschluß der Sozialisten gesichert. Paris, 28. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der Beschluß der Sozialistischen Partei, für die K r e i« w a h l(Einmännerwahlkreis) einzutreten, findet in der gesamten Linkspresse ungeteille Anerkennung. Den besten Beweis dafür, daß«in rasche Abschaffung des gegenwärtigen Listenwahlfystems nötig sei, steht man insbeson- dere in dem Wahlaussall im Departement Sarthe, wo dank der Zersplitterung der Linksparteien die reaktionäre Liste mit nur rund 30 000 Stimmen von über 100 000 abgegebenen Stimmen, also mit nur etwa einem Drittel der Stimmen, gewähll worden ist, obwohl in diesem Departement stets Vertreter der Linken ins Parlament entsandt wurden. Die Presse bettachtet die Annahm« der Regierungsvorlage im übrigen als gesichert, wenn die sozialistische Kammergrupp« ihr im Parlament mit ihren 95 Stimmen zustimmt. Sie folgert aus dieser Bermutung, daß dann bei den Wahlen von 1928 eine gefestigte Lintsmehrheit in die neue Kammer einziehen wird. Nicaraguas Selbsiäudigteil. schon längst nur noch theoretisch. ist durch die Annahme des„Bündnisvertrags" mit der Union im Diaz-Parlament völlig preisgegeben worden. England stimmt Eooliüges Vorschlag zu. Jedoch vorsichtig und nicht vorbehaltlos. London. 28. Februar.(Eigener Drahtbericht.) In Beantwor» tung einer Anfrage, die von Macdonald am Montag im Unterhaus an den brittschen Außenminister gerichtet wurde, verlas Chamberlain die Antwort der britischen Regierung aus die Einladung des Präsidenten Coolidge zu einer Abrüstungskonferenz zur See. In dieser Antwort geht die brittsche Regierung nach einem verklausulierten und vieldeutigen Hinweis auf die b e. sonderen Bedingungen des britischen Reiches ein und erklärt, sie sei bereit, zu erwägen:„inwieweit die in Washington beschlossenen Grundsätze einer Ausdehnung fähig seien, sowohl was die Berhältnisziffer der verschiedenen Schiffstlassen in den verschiedenen Ländern, aber auch was andere wichtig« Fragen an- lange". Die brittsche Regierung nehme deshalb die Einladung der Vereinlglen Staaten an und werde selbst ihr Bestes zu einem Erfolg dieser Polittk tun. Die britische Regierung müsse jedoch betonen. daß das Berhältnis einer solchen Konferenz zu der vorberestenden Entwaffnungskommission in Genf klargestellt werden müsse. Rußlands Note wird nicht beantwortet. Auf eine welkere Anfrage erklärte Chamberlaln, daß die russische Antwort aus die englische Rote von der englische» Regie- rung nicht beantwortet werden wird. * London, 28. Februar.(WTB.) lieber die Antwort der Sowjet- regierung auf die britische Note wird vom Kabinett in seiner nächsten Sitzung beraten werden. Inzwischen besteht. Reuter zufolge, keine Neigung in maßgebenden Kreisen in London, den Inhalt der Antwort zu kommentieren. Don gut unterrichteter Seite werde jedoch die Ansicht vertreten, daß die Sowjetnote die brittsche Note nicht beantworte und die von der britischen Regierung erhobenen Beschuldigungen zu umgehen oersuche. „Evening News" zufolge sind gewisse Minister für einen so- fortigen Bruch und fühlen ihre Stellung durch die Antwort Lstwinows gestärkt.„Eoening Standard" zufolge wird jedoch an- genommen, daß sich das Kabinett mit einem Protest be- gnügen und daß es vorläufig keine weitere Aktion unternehmen werde. Die Akkenpublikottou des Auswärttgen Amtes. Der Abschluß der Aktenveröffentlichung über die große Polttik 1871— 1914 wurde gestern im Hause des Staatssekretärs v. Schubert gefeiert. Den Herausgebern, Dr. T h i m m c und Prof. Mendelssohn, wurden Dankschreiben des Reichspräsidenten überreicht. Ein ähnliches Schreiben erhielt die Witwe des dritten Mitherausgebers Dr. L e p s i u s. Vor dem Kriegsgericht der Seestreitkräfte der Nordsee hatte sich der Heizer Köhler zu verantworten, der im Dezember Feuer in der Munitionskammer des Linienschiffe»„Schleswig- Holstein" anlegte und das Schiff in die Lust zu sprengen versuchte. Der Anklagevertreter beantragte zehn Jahre Zuchthaus. Das Gericht folgte dem ärztlichen Gutachten, wonach sich Köhler bei dem Attentat m einem pathologischen Rauschzustand befunden habe, und erkannte auf F r e i s p r e ch u n g., Das Notgesetz and die Christlichen. Sonderbare Polemik des„Deutschen". „Der Deutsche� nimmt zu dem Regierungsentwurf zur Abänderung der Arbeitszeitverordnung in einem Artikel Stellung, der in mehr als einer Hinsicht höchst merkwürdig ist. Der Artikel ist mit„d" gezeichnet und also vermutlich von B a l t r u s ch. dem Generalsekretär des Ge» samtverbandes der christlichen Gewerkschaften, verfaßt. Der Regierungsentwurf geht glatt über die Forderungen der Gewerkschaften, und zwar nicht nur der freien, sondern auch der ch r i st l i ch e n Gewerkschaften hinweg. Man sollte nun annehmen, daß der„Deutsche" sich zu dem Gesetzentwurf kritisch äußern wird. In Wirklichkeit benutzt der„Deutscheden Regierungsentwurf, um sich an der Sozialdemokratie zu reiben. Es heißt in dem Artikel unter anderem: „Die Sozialdemokratie sollte etwas weniger Lärm schlagen und sich mehr zur positiven Mitarbeit bereit finden. Andernfalls muß daran erinnert werden, daß es sozialdemokratische Mi- n i st e r waren, die ehemals hervorragend an der Beseitigung des Achtstundentages mitgearbeitet haben. Bei aller Zähigkeit, mit der um eine Verkürzung der Arbeitszeit gekämpft werden muß, dürfen keine Gesetze gemacht werden, die nnt dem praktischen Leben und seinen Bedürfnissen unvereinbar sind. Dieses Leben hat auch seine Gesetze und wer glaubt, sie durch radikale politische Gesetze ignorieren zu können, der wird bestimmt ebenso radikal enttäuscht werden. Was möglich und vernünftig ist, muß erkämpft werden. Jede Unvernunft ober muß die Arbeitnehmerschaft in ihrem ureigensten Interesse ablehnen. Mit der vorstehenden grund- sätzlichen Bemerkung soll jedoch keineswegs gesagt sein, daß der Entwurf des Arbeitzeitnotgesetzes der Gipfelpunkt des Vollkommenen und Möglichen ist." Wir möchten dazu bemerken, daß die Sozialdemokratie nicht mehr den Beweis zu liefern braucht, daß sie zur „positiven Mitarbeit"»bereit ist. Gerade im vorliegenden Fall hat die Sozialoemokratie durch Einbringung des Initiativantrages, der nichts weiter ist als die Kodifizierung der Forderungen der Gewerkschaften, die christlichen Gewerk- schaften immer einbegriffen, gezeigt, daß sie entschlossen ist, positiv zu wirken. Die Behauptung, daß sozialdemokratische Minister an der Beseitigung des Achtstundentages hervorragend mit- gearbeitet haben, kann nur wider besseres Wissen aufgestellt werden. Herr Baltrusch muß wissen, daß Ende 1923, als die Arbeitszeitoerordnung erlassen wurde, die Sozialdemokraten längst nicht mehr an der Regierung beteiligt waren. Bei einer Verordnung kommt es nicht nur darauf an, was darin steht, sondern auch wie sie gehandhabt wird. Die mißbräuchliche Handhabung der Arbeitszeit- Verordnung, die Fällung von Schiedssprüchen, die den Acht- stundentag als normalen Arbeitstag glatt beseitigen, die Verbindlichkeitserklärung dieser Schiedssprüche hat zu Zuständen geführt, die einfach nicht mehr zu ertragen sind und die die Gewerkschaften, die christlichen Gewerkschaften immer einbegriffen, veranlaßt haben, den Erlaß eines Rot- gefetzes zu fordern. Dieser Forderung hat die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion durch Einbringung des Initiativantrages ent- sprachen. Will der„Deutsche" diese Forderung der christ- lichen Gewerkschaften jetzt als„Unvernunft" brandmarken? Herr Stegerwald, der Vorsitzende des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften hat in seiner bekannten Rede im Weltwirtschaftlichen Verein erklärt, daß die Reichsregierung ohne die Vertreter der christlichen Gewerkschaften keine Mehr he it habe und daß diese Vertreter nicht gewillt seien, in der Frage des Achtstundentages den„billigen Jakob" zu spielen. Er hat mit direkter Anspielung auf die Deutsch- nationalen und die Volksparteiler erklärt, daß, wer regiert, auch Opfer bringen müsse. Jetzt ist der Augenblick der Entscheidung gekommen. Jetzt gilt es, nicht mehr schöne Reden zu halten, sondern gute Taten zu vollbringen. Jetzt wird es sich zeigen müssen, ob die Vertreter der christlichen Gewerkschaften hinter ihren Forderungen stehen und für diese zu kämpfen ent- schlössen sind. Die christlichen Gewerkschaften stehen jetzt vor einer Schicksalsfrage, um die sie durch keine Polemik gegen die Sozialdemokratie herumkommen werden. Tarifbewegung öer Eisenbahner. Kündigung des Lohn- und Arbeitszeitabkommens. Die vertragschließenden Eisenbahnerorganisationen haben am Sonnabend der Hauptverwaltung der Reichsbahn die Kündigung der Lohn- und Arbeitszeitbestimmungen Mitwirkung vom l. April ab übermittelt. Die Organisationen ersuchten die Hauptverwaltung, möglichst bald einen Verhandlungstermin anzu- beraumen. Die letzte Regelung wurde bekanntlich Anfang des Vor- jahres durch einen verbindlich erklärten Schiedsspruch getroffen. gegen den die Haupwerwaltung der Reichsbahn bei dem Reichsbahngericht in Leipzig appellierte._ Die Verzögerung üer Notftanösarbeiten. Ein Erlaß des Wohlfahrtsministcrs. Der amtliche Preußische Pressedienst meldet: Trotz wesentlicher Erhöhung der Kontingente der produktiven Erwerbslosenfürsorge geht die Zahl der bei Notstandsarbeiten be- fchäftigten Erwerbslosen in Preußen ständig zurück. Wenn diese bedauerliche Erscheinung auch hauptsächlich in den Witterungs- verhältnisien begründet ist(?), so ist doch, wie der Minister für Dolkswohlfahrt in einem Runderlaß ausführt, nicht zu verkennen, daß ein erheblicher Teil der bereits genehmigten Notstandsarbeiten nur mit erheblicher Verzögerung in Gang gebracht wird. Der Minister ersucht daher die nachgeordneten Behörden, mit be- sonderem Nachdruck auf alle Träger von Notstandsarbeiten«inzu- wirken, damit mit den bereits anerkannten Arbeiten, sowie es die Witterung gestattet, unverzüglich begonnen wird. vorftanössitzung ües Sutab. Arbeitsgerichtsgcfet, und Achtstundentag. Der Vorstand des Bundes der technischen Angestellten und Be- amten hielt am Sonntag im Industriebeamtenhaus in der Werft- ftraße eine Sitzung seines Reichsvorstandes ab, in der neben inneren Angelegenheiten auch das Verhältnis des Bundes zum Verband sozialer Baubetriebe, sowie von sozialpolitischen Angelegenheiten die Durchführung des Arbeitsgerichtsgesetzes und der Ent- wurf des Arbeitsschutz- und Arbeitszeitnotgesetzes zur Behandlung kamen. Zur Frage des Arbeitsgerichtsgesetzes wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es heißt: „In richtiger Erkenntnis der Bedeutung rechtzeitiger und plan- mäßiger Mitarbeit bei der Durchführung des Gesetzes hat der AfA- Bund bereits Anweisungen an seine Landes- und Ortskartelle ergehen lassen, um zu bezirklich und zentral einheitlichen Vorschlägen an die seitens der Reichs- bzw. der Landesjusti;- Verwaltungen mit der Durchführung beauftragten Behörden zu lammen. Unter Bezugnahme aus die in dem Rundschreiben des AfA- Bundes vom 27. Januar 1927 für die einleitenden Arbeiten gege- bcnen Richtlinien fordert der Vorstand des Bundes der technischen Angestellten und Beamten die Gau- und Ortsverwallungen des Bundes auf, sich an den Vorarbeiten für die Durch- führ un gen des Arbeitsgerichtsgesetzes tat- kräftig zu beteiligen, jedoch auch bei der Zusammenarbeit bei den übrigen AfA-Verbänden auf eine angemessene Be- rücksichtigung der technischen �Berufsinteressen bedacht zu sein, und zwar sowohl in der Frage der Wahl des Ge- richtssitzes und der Bildung von Fachkammern für tech- nifche Angestellte, wie in der Frage der Namhaftmachung von Vertretern der technischen Angestellten bei der Aufstellung der Vorschlagslisten für die Beisitzer der Arbeitsgerichte und der Landesarbcitsgerichte." Zu dem Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes und zum Arbeitszeit- notgesetz nahm der Bundesvorstand in Entschließungen eingehend Stellung. Es heißt darin: �va von der Reichsregierung nunmehr vorgelegt« Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes hat selbst die bescheidensten Erwartungen enttäuscht. Der Bund der technischen Angestellten mrd Beamten schließt sich in der Beurteilung dieses Entwurfs vollinhaltlich den anderen Gewerkschaften an. Den technischen Angestellten und Be- amten bringt aber der Entwurf über seine ollgemeine Unzulänglich- keit hinaus noch eine besondere Schlechlerstellung. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten warnt vor den Folgen einer derartigen Verkennung der sozialen und tech- nischen Erfordernisie eines wirklichen Arbeitsschutzgesetzes. Er fordert in Uebereinstimmung mit den übrigen Gewerkschaften die schleunigste Schaffung eines Arbeilszeitnotgefetzes gemäß den von den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen gemachten Borschlägen. Bor dem endgültigen Arbeitsschutzgesetz muß eine Rege- lung der Arbeitszeit verlangt werden, die den Achtstundentag und die 15-Stunden-Woche als normale Arbeitszeit festhält, in Betrieben,� höchster Rationalisierung und besonderer Gefahren für Leben und Gesundheit eine wettere Herabsetzung der Arbeitszeit vorsieht, eiuen Betriebsschutz nach dem heutigen Stande der Technik vorschreibt,' den wöchentlichen Ruhetag sichert, die technischen Angestellten und Beantten einbezieht und Ausnahmen über die normale Arbeitszeit. hinaus nur in Fällen dringender Notwendigkeit und auf Grund tarif-l vertraglicher— nicht zwangsoerbindlicher•*- Regelung zuläßt." „Der soeben von der Reichsregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung der Arbeitszeitverord- n u n g geht über die Forderungen der Gewerkschaften aller Rich- tungen in fast allen Teilen Hinweg. ' Der Bund der technischen Angestellten und Beamten hält� diesen Entwurf für völlig ungeeignet, die von den gewerkschaftlichen Spitzen- organisationen mit ihrer Forderung nach einer notgesetzlichen Reu- reaelung der Arbeitszeit angestrebte Entlastung des Äroeitsmarktes herbeizuführen. Er fordert deshalb den Reichstag auf, dem Gesetz eine Fasiung zu geben, die den einmütigen Forderungen der gc- samten gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen mit chrer Forderung nach einer notgesetzlichen Neuregelung der Arbeitszeit angestrebte Entlastung des Arbeitsmarktes herbeizuführen. Er fordert deshalb dem Reichstag auf, dem Gesetz eine Fassung zu geben, die den ein- mutigen Forderungen der gesamten gewerkschaftlich organisierten Arbeltnehmerschaft entspricht."_ Streik im Juhrgesthäst haericke. Die bei der Firma H a e r i ck e beschäftigten Schwerfuhrwerkskutscher haben am Montag früh die Arbeit«ingestellt. Anlaß zur Arbeitseinstellung gab die Maßregelung eines Ar- b« i t e r s, des weiteren die vorausgegangene Nichterfüllung der tarifvertraglichen Bestimmungen durch die Firma. Die Firma lehnte es ab, in Verhandlungen mit dem Betriebs rat und der Gewerkschaft die vorgenommene Maßregelung zurück- zunehmen. Sie verlangte von der Belegschaft, daß diese zunächst die Arbett aufzunehmen habe, ehe über die vorgenommene Maß- regelung verhandelt werde. Einem Vorschlag der Betriebsoertretung. den Gemaßregelten zunächst als u n st ä n d i g e n Arbeiter weiter zu beschäftigen, die Maßregelung selbst durch das Arbeitsgericht austragen zu lassen, lehnte die Firma rundweg ab. Zimmerer. Heute abend 7 llbr findet in den Andrras.Festsälen, Andreas» straßc 21, eine große Mitgliederversammlung statt. Alle Kameraden mltssen erscheinen. Mitgliedsbuch legilsm'erl. Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Tattlervcrband. Heut«. D-—---»tag, 7 Uhr, im Dresdcncr Kastno. Drcs» dcner Etr. 96 lzwischc'n Prinzen- und Alcxandrinenstraße), Branchenvcrsamm- lung der Reiscarlikel und Portefcuillerbranche. Portrag über das Arbeit». aerichtsgesetz und Stellung zur Kllndigung über da» Lohnabkonunen. Die in der Branche beschäftigten Kollegen des Buchbindcrverbandes haben ebenfalls Zutritt. Mitgliedsbuch und-karte legitimieren. Bollzähligen Besuch er- wartet Bi« Branchcnleitung. Berband der Maler und Lackierer. Am Mittwoch, 2. März, TVi Uhr. Saal Dewerks cha'tshaus, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Organisation zur Arbcitsbeschafsung. 2. Bericht»der die stattgefundenen Berhandlunaen de» Rcichstartfsvcrtraae?. 3. Diskussion und Berschlcdene». Die Ortsverwaltung. Freie«eirerkllhaftsjugend. Heule abend 7"� Ubr tagen die(hruvven: Frankfurter Allee: Sruvvenheim Städt. Jugendheim Tilstter Etr. i—ä, 1 Tr. Hcimbesprcchung— Buchkantrollc.— Landsberger Blaß: Gruppenbcim Diestcl- meycrstr. 5. Heimbesprechung.— Lichtenberg: Eruppenheim Jugendheim Dosse- ftraße 22. Hpimbesprechung.— Treptow: Eruppenheim Schule Wildeubruch. straße 53—54 kHortzimmer). Heimbesprechimg. Uf Verantwortlich für Politik: Bietor Schiff: Wirtschaft: S. Kliugekhöfe»: Tewcrlschaftsocwegung: Fr. Eßkorn; Feuillelon: Dr. John Schilowoki: Lokale«: und Sonstiges: Friß Koestädt! Anzeigen: rh. Glocke; sämtlich in Berlin Bcrlaa: Porwärls-Vcrlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Perlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SW 3«, Lindcnstraßc 3. Vieri« 1 Bciloae und..Unterhalt»»« und Wisse»-. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzpiatz An unseren Theaterkassen alleiniger Vorverkauf zu den Vorstellungen des Zirkus Sarrasani Preiswerte Herren-Kleidung Sakko-Anzug zweireihig, moderne Karomuster,, vorzügliche Paßform 57 M Sport-Anzug 4 teilig, mit Breeches, Rücken mit Sattel u. Quetschfalte, neue gemust. 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Knaben-Filzhut.... 3 90 l- ir r. tt Nr. 100 ♦»4.�ahrgakg 7. Seilage öes Vorwärts vlenstag,1. März 1927 I! Naturfthutzpart in Tegel? Abselt» vom EtraßenlZrm liegt das Schlößchen Tegel. Selbst die große Humboldtmühle aus rotem Backstein erbaut, die in seiner Nähe aufragt, vermag die Idylle nicht zu stören. Ganz versteckt ist der Eingang zu dem Park, der hinter dem weißen Haus der großen Humboldt» sich fast bis zur Havel dehnt. Dieser Part gibt dem Schlößchen den Rahmen. Er mutet an wie ein uralter Herrensitz, vielleicht in Ostpreußen oder Pommern. Tatsächllch ist Park und Schloß Tegel heut« noch Gutsbezirk, und zwar der einzige im Be- zirk Reinickendors. Bor der Schaffung Groß-Berlin» gab es im S0. Bezirk noch vier Gutsbezirte, nämlich Frohnau, Iungfernheide, Tegel-Forst-Rord und Tegel-Schloß. Di« Eingemeindung von drei Gutsbezirken ging glatt vor sich. Rur um das Erbe der großen Philosophen sind harte Kämpfe geführt worden, die bi» zum heutigen Tag« noch keinen Abschluß fanden. Der jetzige Besitzer de» Schlosses, Gehcimrat von Heinz, ist«in Nachkomme der Humboldts. Er scheint für die Stadt ein zäher Bertragsgegner zu sein, denn als vor drei oder vier Jahren die Verhandlungen zu einem günstigen Ab- schluß gebracht schienen, scheiterte das ganze Werk, da die Stadt- verordnetenversammlung nicht zustimmt«. Persönliche Einflüsse von anderer Seit« wirkten aus den Besitzer de« Gute« so, daß er jetzt von neuen Vertragsverhandlungen nicht» wisien will. Auch die„Sechser- Brücke", die über die Hasenanlagen von Tegel führt, gehört zur Hälfte zu Tegel-Schloß. Auch hier sind noch erhebliche Schwierig- leiten zu überwinden, bevor es gelingt, sie in öffentlichen Besitz zu bringen. Herr v. Heinz forden vom Bezirk, daß der früher er- hoben« Brückenzoll wieder«ingeführt werde, was natürlich weder iin Interesse des Verkehr» noch in dem der Ausflügler läge. Eine solche Maßnahme wirkte heute in Berlin recht lächerlich. Das wesentlichste aber ist, daß man beabsichtigt, den Park mit seinem schönen Baum- bestand in unantastbares Naturschutzgebiet umzuwandeln. E.ne Tat. die durchaus im Geiste Humboldts läge. Auch hiergegen hat »err v. Heinz Einspruch erhoben, und man darf auf den Ausgang dk»ses Streltverfahren« gespannt sein. Im Interesse Berlin» aber läge es durchaus, diesen wundervollen, an Naturschönheiten reichen Park für ewige Zeiten zu erhalten. Hier ruhen auch, umrauscht von den allen Bäumen, die Humboldt», und ihr Grabmal wird von Thor- waldsens„Hoffnung" gekrönt, die auf einer ionischen Säule thront. Schon Fontane sprach tief ergrissen von der Schönheit, die sich hier offenbart. Und nicht minder ergriffen von dieser Grobstätte. „Wenn ich." so schrieb er,„den Eindruck bezeichnen soll, mit dem ich von dieser Grabstätte schied, so war es der, einer entschiedenen Bor- nehmheit begegnet zu sein. Ein Lächeln spricht aus allem: wir wissen nicht, was kommen wird und müssen'« abwarten." Es ist, als ob dieser Satz auch für die heutige Zeit geschrieben sei. Wir wissen nicht, wie sich da» Schicksal von Tegel-Schloß gestalten wird und müssen'» abwarten. Hamburg- Rio öe Janeiro in 7 2 Tagen. Mit»S Kilometer Stundengeschwindigkeit«ach Amerika. Am 17. Mai wird auf der Werft von Blohm u. Daß in Ham« bürg der Schnelldampfer„Cap A reo na" der Hamburg— Süd vom Stapel laufen. Mit einem Brutto-Raumgehalt von 27 000 Registertonnen wird das Schiff der größte deutsche Dampfer in der Südamerikafahrt sein. Die Länge des Neubaus wird 200 Meter, die Breite 26 und der Tiefgang 8,40 Meter betragen. Das Schiff erhält«ine neuartig« Turbinenanlage, die aus acht in zwei Sätzen angeordneten und auf zwei Schrauben- wellen wirkenden Turbinen besteht und eine Maschinenleistung von 24 000 aufweist. Bei dieser Leistung ist eine Ozeangeschwin» digkeit von 20 Seemeilen(SO Kilometer) in der Stunde gewähr- leistet, d. h. da» Schiff fährt schneller als«in Auto innerhalb Groß- Berlins fahren darf. Die Ueberfahrtsdauer wird dadurch wesentlich abgekürzt: Von Hamburg nach Rio de Janeiro wird der Dampfer nur 12� Tage, nach dem südlicher liegenden Kasseehasen Santo» IS und nach Buenos Aires nur IS Tage fahren. Gemäß ihrer� Bestimmung al» überwiegender Passagier- und Postdampfer erhalt die„Cap Arcona" Einrichtungen für S74 Reisende in der 1. Klasse, für 274 in der 2. und für 700 in der S. Klasse. Rechnet man die Besatzung von 6S4 Mann hinzu, so vermag das Schiff insgesamt 2182 Personen auszunehmen. Der größte und schönst« Raum wird der auf einer Grundfläche von 200 Quadrat- meter durch zwei Stockwerke durchgebaute Wintergarten sein. An den Wintergarten sollen sich einige Privatspeisezimmer an- schließen, die solchen Reisenden vorbehalten sind, die zurückgezogen leben wollen. Auf dem unter dem Wintergarten liegenden Deck sind der Rauchsalon, die Schiffsrestauratlon, der Festsaal, die Halle der eine Grundfäche von nicht weniger al» 000 Quadratmeter be- sitzende Speisesaal, der gleichfalls durch zwei Decks geht, eingebaut. Mächtige Fenster von türenartigen Ausmaßen und Einrichtungen ermöglichen bei der Fahrt durch die Tropen den Ungehinderten Durchstrom frischer Luft. Das Schwimmbad wird bei 10 Meter Länge über 0 Meter breit fein und in der Schwimmerabteiluna eine Tiefe von annähernd 3 Metern haben. Eine neuartige Lustperl- anlag« hat den Zweck, durch eine besondere Kompressoranlage das Wasser des Schwimmbades dauernd zu durchlüften. Zur sportlichen Betätigung wird„Cap Arcona" neben einem Turnsaal ein großes S p o r t d e ck erhalten, wie es die Hapag mit ihren Dampfern „Hamburg" und„New Park" in die Schiffahrt eingeführt hat. Das Sportdeck wird das erste im Südamerikaverkehr fein und die Aus- Übung der verschiedensten Sportarten: Tennis, Golf usw., ermög- lichen.„Cap Arcona", die übrigens nach der Landzunge Artona auf Rügen benannt ist, wird voraussichtlich am 10. N o v e m b e r dieses Jahres ihre erste Reise nach Südamerika antreten. finita Maria Theresia. Die Laufbahn einer Tänzerin. Anna Maria Theresia ist als Tochter eines Schreiners in einer großen süddeutschen Stadt geboren. In der Volksschule war sie eine der besten, auch in der Handelsschule kam sie gut vorwärts. Dann sandte ihr das Schicksal eine Freundin, die im gleichen Bureau ange- stellt war wie sie: die Freundin nahm Tanzunterricht und plötzlich entdeckte Anna Maria Theresia auch in sich Tanztalent und Sehn- sucht nach der Bühne. Sie bildete sich insgeheim zur Tänzerin aus, verließ schließlich ihre Stelle, hielt sich tagsüber bei der Freundin auf und tanzte abends im Trokadero. Die Eltern kamen aber hinter die Schliche der Sechzehnjährigen: ein« Zeit lang blieb sie nun zu Hause. Dann erkrankte sie aber an eigenartigen Anfällen, kam zuerst in eine Anstalt, später in da» Magdalenensttft und in eine Irrenanstalt, wo sie einen Selbst- Mordversuch mit Morphium beging. Dann kehrte sie zu den Eltern zurück, lief chnen einige Male davon, hielt sich einen Monat lang bei der Freundin auf und nun folgen im bunten Wechsel Für- someerziehung, Irrenanstalt, Behandlung mit Hypnose, zweijähriger Ausenthalt zu Hause, Auftreten als Tänzerin, verschiedene Männer- bekanntschaften, syphilitisch« Infektion, Morvhiumentziehungskur, ver- schieden« Betrügereien, die ihr Gefängnisstrafen mit Bewährungs- srist«inbrachten und schließlich Engagements im Berliner Roland, im Ronacher in Wien, in Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Norderney, Misdroy, Zürich und St. Moritz. Hier lernt« sie im Grand Hotel du Lac« einen Epritbrennereibesitzer au» einer nord- deutschen Seestadt kennen: sie verheimlicht ihm ihre Vergangenheit lind er heiratet sie. Das schöne bürgerliche Heim, das sie nun besaß, fesselte aber die an unstetes Leben Gewohnte nicht. Sie verläßt den Mann, der nun gegen sie wegen böswilligen Verlassens und wegen Verheimlichung ihrer Vorstrafen— es waren dies im ganzen sieben— Ehescheidungsklage einreichte. Sie ging nach Berlin, lernte hier den Chefredakteur einer Zeitung kennen. Mit ihm sie ein Verhältnis ein, fuhr nach Oberbof, wohin ihr neuer Freuni ihr folgen sollte, verließ unter Hinterlassung ihres Koffers das Hotel, ohne die Rechnung bezahlen zu können, fuhr nach Berlin zurück. wohnte hier im Eden-Hotel, ließ sich von dem Chefredakteur aus- halten, bezog schließlich ein Zimmer, um eine Bsoche später mit der entliehenen Kleidung ihrer Wirtin zu verschwinden. Zufällig wurde sie aus dem Bahnhof Stralau-Rummelsbura getroffen und verhaftet. Das Gericht verurteilte sie in der ersten Instanz wegen Unter- schlagung zu 3 Jahren Gefängnis, 1 Jahr Gefängnis hat sie wegen früherer Straftaten zu verbüßen. In der zweiten Instanz machte die Verteidigung geltend, daß die Angeklagte nicht die Absicht gehabt habe, sich die Sachen anzueignen, und daß«igent- lich fast alle Sachen, die sie sich in verschiedenen Stellen angeeignet hatte, zurückgegeben worden sind. Der Staatsanwalt beantragte Freispruch, das Gericht beschloß auch demgemäß. Eine Für- iorgerin von der sozialen Cerichtshttfe hat sich der Anna Maria Theresia angenommen. Potsdam im Dunkeln. Lang« Zeit lag Potsdam gestern abend vollständig im Dunkeln. Infolge einer Stromstörung setzt« die gesamte elektrische Lichtoersorgung aus. In den Geschäften herrschte am gestrigen Ultimo«In äußerst reger Verkehr. Die Ladcninhaber schlössen früher als sonst, um sich vor Landendieben zu schützen. Ein großes Durcheionder gab es ab Vorplatz zum Bahnhof Potsdam, wo zurzeit der Störung ein großer Verkehr herrschte. ZI, Gerichtstag. von Zred V6rence. vovrklrdt 192S dr P««l Zsolnar. Wies' Während sie das Gas anzündete und den Tee bereitete, fragte sie mich nach meiner Reise aus. Es gab nichts Be» sondere? zu erzählen, die Inspektion war ganz klaglos ver- laufen. Die Mutter goß das Wasser auf den Tee und wir gingen ins Speisezimmer. Während wir bei unserem«in- fachen Imbiß saßen, fragte ich:„Was macht denn Paul? Heute ist er zum erstenmal nicht aufgewacht, wenn ich von der Reis« zurückkehre." „Er ist aufgewacht." „Warum kommt er nicht herein?... Wir waren es gewöhnt, daß er im Nachthemd erschien, mir auf den Schoß kletterte, seinen Kopf an mein« Brust legt« und sich nicht rührt«. Er bekam dann«inen Löffel Tee mit Milch und wir schickten ihn nach ein paar Minuten zu Bett. Cr gab uns einen Kuß. lief ins Schlafzimmer zurück und schlief fest ein. Die Mutter schien verlegen. Ich beharrt« auf meiner Frage:„Warum kommt er nicht, wenn er nicht schläft?" Sie stand aus... „Das arme Bübchen liegt im Bett und weint, nh wollte dir nur nichts sagen, damit du dich nicht kränkst." Ich blickte sie betroffen an. denn ich wußte mir keinen Reim auf das Ganz« zu machen. Sie war schon verschwunden und ich hörte sie mit meinem Bater englisch sprechen. Ein schlechtes Zeichen! Was ging denn vor? Aber schon kam sie zurück und hielt Paul an der Hand. Die Augen des Kindes standen voll Tränen. Die Mutter flüstert«:„Der arme Kleine will seinen Iacquot sehen." �jacquoi. ich habe dich so Neb. so Neb!" „Er konnte nicht einschlafen, jede halbe Stunde fragte er: „Mama, kommt Iacquot bald?" Die Mutter lächelte und jetzt lächelte auch das Kind. .T>u mußt jetzt schlafen gehen, Liebling, sonst wird der Papa böse." „Warum denn?" fragte er unschuldig. „Well er krank ist und wir ihn stören." Ich küßt« ihn und legt« ihn meiner Mutter in die Arme. Cr flüsterte mir ins Ohr:„Morgen früh komme ich zu dir. •3°. ja.' Meine Mutter ging hinaus, die Schlafzimmertür öffnete sich und ich hörte ganz deutlich die Stimme des Vaters, der trocken sagte:„Diese Komödie ist wirklich zu dumm." Ein heftiger Zorn erfaßte mich und da» Blut stieg mir zu Kopf. Die Mutter kam wieder herein, sie merkte gleich, daß ich alles «hört hatte. Sie legte den Arm um mich, ließ mich niederen und goß mir eine Schal« Tee ein. „Jacques, sei gescheit, rege dich nicht auf. Glaube mir, es ist nicht der Rede wert, er ist ein wenig nervös, weil er des Nachts nicht schlafen kann. Trink jetzt und erzählte mir, mit wem du in Neuschatel gesprochen hast." Sie lächelte und sah in ihrem Schlafrock, den sie nur leicht übergeworfen hatte, sehr anmutig und fein aus. Ich plauderte herzlich mit ihr, die rleine Wolke war schon verflogen. Wenn Ich vom Hause fortgewesen war, freute ich mich die ganze Woche auf den Samstag, den ich ungeduldig erwartete, und oft benützt« ich absichtlich den letzten Zug, um mit ihr und Paul allein zu sein. Wir hatten ungefähr«in« Stunde miteinander gesprochen, als uns ein Klopfen an der Wand zusannnenfahren ließ. Sie erblaßte ein wenig und zuckte die Achseln. Ein zweites, stärkeres Klopfen ertönt«. Dann meines Vaters Stimm«:„Aline, komm schon, ich kann nicht einschlafen." „Ich komme sofort." antwortete sie. Sie stand mechanisch auf und plötzlich war sie verändert, «altert. Mein Herz krampst« sich zusammen. Würde dieses eben immer so fortgehen? Diesmal würde ich es nicht zu- lassen. Die Mutter blickte mich hilfesuchend on. „Cr soll nur warten, das ist ein großer Egoismus, er hat dich die ganze Woche für sich, er kann mir diese eine Stunde gönnen, morgen ist Sonntag und..." Ein heftiger Faustschlag erschuiterte die Wand, der Pater schrie wütend: ,L)a« ist wirklich höchst unpassend, ein Uhr. ich will schlafen!" „Also schlaf," erwiderte meine Mutter ganz lauf und stand auf. Sie umarmte mich und flüsterte:„Wenn du wüßtest, wie komisch er Ist." „Komisch, ja freillch!" Ich hatte ein andere, Wors auf der Zunge, verschluckte es aber. Ich blieb im Speisezimmer und goß mir noch eine Schals Tee ein. Plötzlich hörte ich, wie er zu meiner Mutter, die ins Schlafzimmer trat, sagte:„Ich möchte wirklich wissen, seit wann eine anständige Frau um ein Uhr nachts im tiessten Negligö mit einem neunzehnjährigen Bursche» allein bleibt!" ss' L. Ich hörte, wie meine Mutter mit fester Stimme erwiderte: „Dieser Bursche ist mein Sohn!" Ich blickte dumpft vor mich hin, hielt die Teekanne fest und lauschte, was nun kommen sollte: aber ich hört« nichts mehr. Ich blickte umher, betrachtete eine Wand nach der anderen, um mich zu überzeugen, ob ich richtig gehört hätte. Das Blut hämmerte mir In den Schläfen, eine eiserne Hand schnürte mir die Kehle zu, ein« andere wühlte in meinen Ein- geweiden. Ich ließ mich auf einen Sessel fallen, dann ergriff ich meine Tasse, trank sie in einem Zug leer, stürzte in mein Zimmer, wo Andrö schlief, kleidete mich in wahnsinniger Hast aus und hüllte mich in die Decke: lange lag ich unbeweglich, dann löste sich ein Schrei aus meiner Kehle, Ich erstickte ihn mit dem Federbett:„Das ist ja der gemeinst« Mensch!" Mein Kopf brannte, ich zitterte am ganzen Körper in einem richtigen Wutonfall. In meiner Erinnerung stieg auf, was ich schon physisch und moralisch durch ihn zu leiden gehabt, die Er- niedrigungen, die ich um seinetwillen hatte ertragen müssen. Der Haß, der von meiner Kindheit her in meiner Seele brannte und den ich meiner Mutter zulieb« unterdrückt hatte, flammte wieder aus: heftig, unsinnig, zu allem fähig. Es war lichter Tag, als jemand in mein Zimmer trat, ich blinzelte ein wenig, da ich dachte, daß es Paul wäre, der in mein Bett schlüpfen wollte, wie er es Sonntags zu tun pflegte. Ich war ganz betroffen, den Dater zu sehen, mit bloßen Füßen, im Nachtgewand. Sein Hemd stand halb offen, seine Brust war behaart wie die eines Bären, seine Beine flößten mir einen unbezwinglichcn Abscheu ein. Ein Gedanke fuhr mir durch den Kopf: Er kommt halbnackt herein und das ist anständig! Aber mein« Mutter, die immer so zurückhaltend ist, darf nicht mit mir beisammen sein, wenn sie den Schlafrock an hat.> Er ging zu Andres Bett, berührt« ihn leicht an der Schulter und Andr6 erwachte. „Was gibt's?" „Lieber Andr6, ich babe eine große Bitte an dich. Die arme Mutter ist halb tot vor Müdigkeit!, denn dein Bruder hat sie bis drei Uhr morgens wach gehalten."> Ich wollte einwerfen:„Es war ein Uhr," aber ich stellt« mich schlafend, um noch mehr zu hören. „Das sieht ihm ähnlich," meinte Andrs. Ich dachte:, Lanks." i>. I■ (Fortsetzung jolgti j 4 Der Prozeß Jürgens. Der Kolberger Einbruch. Im Prozeß Jürgens wurden gestern nachmittag die Diebstähle in Kolberg und Stargard zum Gegenstand der Verhandlungen ge- macht. Zu diesem Zweck war im Saal ein« Tafel mit einem Plan des Hauses in Kolberg in der Parkstraße 12 aufgestellt worden, in dem die beiden Angeklagten im August 1925 ihren Urlaub in einer Dreizimmerwohnung mit Küche verbrachten. Die Wohnung, die einem Ehepaar S t r e h l o w gehört, ist im Hochparterre, und zwar, wie Jürgens hervorhob, neben einem Cafe. Die Parkstraße ist nur an einer Seite bebaut, während auf der anderen Seite eine Parkanlage liegt. Am Tatabend, am 29 August 1925 fand in Kolberg ein Feuerwerk statt, zu dem gegen 8 Uhr die Köchin und dann das Ehepaar selbst ging. Vor dem Weggehen, so betonte Jürgens, habe er sämtliche Innen- und Außentüren der Wohnung verschlossen, mit Ausnahme der vom Wohn- und Schlafzimmer. Seinen Schäferhund habe er ins Wohn- zimmer gelassen. Nach etwa einer Stunde seien sie zurückgekommen, und er, Jürgens, sei zunächst 20 Minuten mit dem Hund spazieren gegangen, während seine Frau aus dem Fenster gesehen habe. Erst dann seien sie ins Schlafzimmer gegangen und hätten beim Licht- machen entdeckt, daß die zum Flur führende Tür nicht mehr ver- schloffen, sondern nur noch eingeklinkt gewesen war, und daß die Tür zum Mädchenzimmer offen stand. Aus dem im Schlafzimmer stehenden großen Rohrplattenkofser habe man einen mit einem be- sonderen Sicherheitsschloß versehenen Schmuckkasten herausge- nommen. Der Inhalt, der ganze Schmuck seiner Frau, sei gestohlen worden, ebenso habe von seinem Nachttisch sein Revolver gefehlt. Seine Arau habe bei dieser Entdeckung einen Schreikramps be- kommen. Ihr Schreien sei auch von einem Hausbewohner gehört worden. Er habe sofort die Polizei alarmiert und die notwendigen Nachfor- schungen aufgenommen. Es sei ihm mitgeteilt worden, daß in dem nebenan befindlichen Cafe zwei Leute gesessen hätten, die während seiner Abwesenheit vom Hause mit den Worten ausgestanden seien: „Jetzt wird es Zettl"' Eine Hausbewohnerin habe ungefähr um dieselbe Zeit einen Mann den Flur hinunter lausen sehen. Der Verdacht sei schließlich auf den im Nachbarhaus« wohnenden Hand- lungsgehilfen Espig gefallen, nachdem eine Ueberwachung des Bahn- Hofs erfolglos war. Gegen Espig wurde auch ein Verfahren einge- leitet, das aber schließlich wieder eingestellt wurde, da sich der Verdacht gegen ihn nicht bestätigte. Vors.: Ihr Hund war doch sehr scharf. Ängekl. Jürgens: Ich hatte einen abgerichteten Polizei- Hund, den ich noch weiter dressiert hatte, denn ich war Vor- sitzender des Schäferhundvereins, aber gerade in Kolberg war der Hund sehr krank geworden. Seine Wachsamkeit hatte stark nachgelassen, und er schlug in der letzten Zeit nicht mehr an. Vors.: Aber eine Familie Schenzer, die im Hause wohnte, hat doch einen scharfen Hund, der auch nicht angeschlagen hat. Angekl.: Ich weiß nicht, weshalb er nicht angeschlagen hat.(Erregt.) Man spricht in den Fällen Kolberg und Stargard von Versicherungsbe- trug, aber darüber müsien wir uns wohl noch etwas unterhalten, denn wenn etwas nicht versichert war, dann war es das, was ge- stöhlen worden ist. Die Reisegepäckverficherung. so erklärte Jürgens weiter, sei von seiner Frau abgeschlossen worden, und zwar in Höhe von 12 000 M., von denen 3000 M auf die Schmucksachen entfielen. Er selbst sei ein absoluter Versicherungs- gegner und habe erst in Kolberg von dieser Versicherung erfahren. Von der Versicherung habe er dann insgesamt 3150 M. erhalten, während die Schmucksachen nach dem Gutachten Stargarder und Berliner Juweliere 10 000 bis 15 000 M. wert gewesen seien. Od er persönliche Gegner gehabt habe? Ich weiß es nicht. Immer- hin sei er einig« Jahre hindurch Untersuchungsrichter des Staats- gerichtshofes, gerade in Kolberg habe er auch eine kommu- nistische Partisanengruppe ausgehoben, habe Ver- Haftungen und Haussuchungen vorgenommen und die Betreffenden wurden dann vom Staatsgerichtshof schwer bestraft. Aber er wisse nicht, ob die Täter unter ihnen zu suchen seien. Nach dem Star- garder Einbruch habe er dann selbst veranlaßt, daß auch der Kolberger Fall wieder aufgenommen werde, um festzustellen, ob irgendwelcher Zusammenhang zwischen diesen beiden Fällen bestehe. Vors.: Es ist gegen Frau Jürgens der Vorwurf erhoben worden, daß Sie vielleicht in Abwesenheit Ihres Mannes diesen Einbruch vorgetäuscht habe, um die Versicherungssumme zu bekommen, weil Ihre Schulden damals schon 8000 bis 9000 M. betrugen. Frau Jürgens(sehr erregt): Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Wenn ich einen Betrug hätte verüben wollen, dann hätte ich doch meinen Schmuck nicht mit 3000 M., sondern im vollen Wert zu 15 000 M. versichert und hätte auch meinen gesamten Schmuck nach Kolberg mitgenommen. Ich hatte ja erst gar nicht die Absicht, eine Versicherung abzuschließen und tat es nur, weil man mich daran er- innerte, daß mir schon im Jahr« zuvor in Kolberg eine Boden- kammer ausgeraubt worden war. Als der Vorsitzende Frau Jürgens fragt, ob sie der Köchin nicht 3 M. geradezu aufgedrängt habe, um sie zum Ausgehen zu veranlassen, gerät die Angeklagte in große Erregung und fast schreiend erwidert sie: Ich muß mich ganz energisch gegen solche Angriffe wehren. Vors.: Bitte beruhigen Sie sich, die Anklage ist doch nun mal da. Frau Jürgens(mit tränen- erstickter Sttmme): Sie müssen aber auch mal in das Innere meines Herzens sehen, meinen ganzen Schmuck habe ich verloren und nun muß ich auch ein Jahr lang dies alles erdulden. Mein Dater ist ein ehrwürdiger Forstmann und er schreibt mir, es bleibe ihm nichts anders übrig, als seinen Abschied zu nehmen. Vors.: Nun waren doch aber auch gerade im August 1925 die Wechsel von Meyer u. Caspary, von der Stargarder Stadt- dank und das Darlehen von O b e r r« g i e r u n g s r a t F a l ch fällig. Frau Jürgens(nervös): Das weiß ich jetzt nicht mehr. Oberstaatsanwalt Jordan: Die Angeklagte bestreitet also... Frau Jürgens(ihn schreiend unterbrechend): Jawohl, Herr Staats- anwalt, und das werde ich auch weiter tun. Vors.(sehr scharf): Nehmen Sie sich gefälligst zusammen, damit wir hier weiter ver- handeln können. Die weiteren Vorhaltungen des Oberstaatsanwalts bleiben unverständlich.— Um'A3 Uhr nachmittags wurde dann die Verhandlung auf den heuttgen Dienstag morgen vertagt, und zwar wird dann der Stargarder Einbruchsfall zur Erörterung ge- langen. Der 2S Pfennkg-Snhettstartf. Beschlüsse des Ausfichtsrats der Stra-henbah«. Der Aufsichtsrat der Berliner Straßenbahn-Betriebsgesellschaft beschäftigte sich am Montagabend noch einmal eingehend mtt den aus den Verhandlungen in der Stadtverordnelenoerfammlung be» kannten Tarifoorschlägen. Die Verkehrsunternehmungen hatten zu den aus dem Kreise, des Aufsichtsrats ergangenen Anregungen, die gemachten Tarifvorschläge in Einzelheiten abzuändern, eingehende Darlegungen unterbreitet. Der Aufsichtsrat überzeugte sich davon, daß eine Wirtschaftlichkeit des neuen Tarifs nur auf der Grundlage eines Einheitsfahrpreises von 20 Pf. möglich sei. Unter Ablehnung aller Abänderungsanträge genehmigte der Aufsichtsrat diesen Tarif mit Umsteigeberechtigung innerhalb der drei Verkehrs- mittel bzw. mit Uebergangsberechtigung von einem Verkehrsmittel auf das andere. fierztebimS und Klinikensperre. Die Klinikensperre, die dem Berliner Krankenkassen» verband als Abwehrmittel gegenMachtgelüstederAerzte- s ch a f t aufgenötigt wurde, scheint der Wirtschaftlichen Abteilung des Groß-Bcrliner Aerztebundes doch beträchtliche Sorge zu bereiten. Sie hat jetzt den Zeittmgen eine Mittettung über- sandt, die von ihr mit der Ueberschrift„Wie eine Krankenkasse ihre soziale Pflicht erfüllt" versehen ist. m- Darin wird erzählt, daß in einer der gesperrten PrivatNiniken bei einer schwerkranken Pattentin, die man nach vorheriger An- meldlinch eingeliefert hatte, vom Arzt«in soforttger Bauchschnitt für nötig gehalten und ausgeführt worden fei, daß aber die zuständige Krankenkasse der Bäckerzwangsinnung nachher die Verpflichtung, die Kur- und Pflegetosten zu übernehmen, nicht anerkannt habe. Es folgen weitere Ausführungen über den lebensrettenden Arzt, über die selbstverständliche Erfüllung menschlicher und beruflicher Pflichten, über die für die Klinikensperre angeblich ausschlaggebenden machtpolitischen Gründe (»in solche handle es sich bei den Krankenkassen, behauptet die Zu- schrift). über den erschreckenden Mangel an humanem und sozialem Empfinden. Wer erinnert sich da nicht der Zeit des A e r z t e- st r e i k e s gegen die Krankenkassen, in der streikend« Aerzte die Behandlung von Kassenmitgliedern nur bei sofortiger Be- z a h l u n g übernahmen, so daß Kassenmitglieder? die gegen Wochen- ende vor Empfang ihres Wochenlohnes einen Arzt in Anspruch nehmen muhten, in schwerste Bedrängnis geraten konnten! Uebrigens hat gegenüber irreführenden Darstellungen, die zur Klinikensperre von der bürgerlichen Presse verbreitet wurden, der Krankenkassenverband die Kassenmitglieder durch eine ihnen bekanntgegebene Erklärung belehrt, daß die Klinikensperre eine Maßnahme nicht des Angriffs, sondern der Ab- wehr ist. Darin wird der wahre Sachverhalt mitgeteilt, den die Lefer des„Vorwärts" aus unserer vor Wochen veröffentlichten Dar- stellung bereits kennen, das Vorgehen der Aerzteschaft gegen die Ambulatorien der Krankenkassen und gegen die in ihnen tätigen Aerzte, die Boykottierung auch anderer Anstalten der Krankenkassen, der in der Landsberger Straße gelegenen Anstalt für Röntgenbehandlung, Höhensonne, Bäder usw., der im früheren Cäcilienhaus zu Charlottenburg eingerichteten FrauenNinik. Wider. legt wird(wie es auch im„Vorwärts" schon geschehen ist) die Behauptung, daß die Klinikensperre zu einer Bettennot führen werde und daß Kassenmitglieder aus den gesperrten Kliniken trotz Notwendigkeit von Operationen entlassen werden müßten. Gegen die einseitigen Darstellungen über diesen neuesten Konflikt zwischen Aerzten und Kassen hat auch der Bund beamteter Aerzte der deutschen Sozialoersicherung sich in einem Rundschreiben gewendet, das er an alle Berliner Aerzte ge- richtet hat._ Der„Schmierefteher". ,. Eine polnische Einbrecherbande treibt seit Eiche v. I. in der Gegend des P r e n z l a u e r B e r g e s ihr Unwesen. Die Verbrecher,' 3 bis 4 jüngere Männer, in guter Kleidung, öffnen stets zwischen 4 und 7 Uhr nachmittags die Wohnungen von Arbeitern, kleinen Beamten und Gewerbetreibenden, erbrechen mit einem Stemmeisen alle Behältnisse und stehlen bares Geld und Schmuck- fachen. Ueber 20 Einbrüche kommen bereits auf ihr Konto. Gestern gelang es, wenigstens ein Mitglied der Bande auf frischer Tat zu fassen. In der Schönhauser Allee, in der Näh« der Choriner Straße, kam eine K o n t o r i st i n, die bei ihrer Mutter wohnt, früher als sonst heim, während die Mutter noch aus ihrer Arbeits- stelle war. Sie hörte ein Geräusch in der Wohnung und wagte sich nicht hinein. Da kam ein Mann die Treppe herauf, an- geblich, um einen Arzt, der ein« Treppe höher wohnt, aufzusuchen. Er sagte dem Mädchen, daß er sich für eine bestimmte Zeit bei dem Arzt angemeldet habe, der Bedrängten, die ihn auf das Geräusch in der Wohnung aufmerksam gemacht hatte, aber doch noch rasch helfen wolle. Er ließ sich den Schlüssel geben und schloß mutig auf. Im nächsten Augenblick kömen zwei Männer eiligst au s der Wohnung heraus, drängten den Mann und das Mädchen beiseite und liefen die Treppe hinunter. Der mutige Mann hinter ihnen her. Aus die Hilferuf« des Mädchens nahmen Haus- bewohner und Passanten die Verfolgung auf, und es gelang. ei nen der Einbrecher zu fassen, während der andere entkam. Auch der mutige Mann war spurlos verschwunden. Es war der„S ch m i« r e st e h e r", der seine gefährdeten Komplizen aus der Wohnung herausgeholt hatte. Der Erwischte wurde Kriminalkom- missar Dr. Anuschat vorgeführt, der schon seit Wochen mit seinen Beamten hinter der polnischen Bande her war. Er stellt« ihn fest als einen 26 Jahre alten Siegfried Zell aus Krakau, der schon wiederholt aus dem deutschen Reiche ausgewiesen ist. Cin Messerheld. Zu einer schweren Messerstecherei kam es am Sonntag nach- mittag im Hause Trist st raße 6 0. Aus dem Treppenflur des Ouergebäudes gerieten mehrere Mietparteien in Streit, der schließ- lich in Tätigkeiten ausartet«. Plötzlich zog der 56jährige Arbeiter Hermann Steinicke ein langes Dolchmesser hervor und stach auf seinen Widersacher ein. Der 28 Jahre alte Maschinen- meister Paul Holland erhielt einen tiefen Stich in den Rücken, der die Lunge durchbohrte. Blutüberströmt brach der Ge- troffcne zusammen. Dem 18jShrigen Arbeiter Martin Rehmer, der in der Sprengelstraße 3 wohnt, brachte derselbe Täter einen Stich am Hinterkopf bei. Die herbeigerufene Partei nahm St. in Haft. Bei seiner Vernehmung gab er an, in Notwehr gehandelt zu haben. Die beiden Verletzten wurden durch«inen Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Virchow-Krankenhaus gebracht. Der Zustand Hollands ist besorgniserregend. Ein schwerer Straßenunsall ereignete sich gestern nachmittag an der Schönhauser Allee Ecke Lottum-Straße. Ein Geschäftskraftwagen mußte einem anderen Gefährt ausbiegcn, kam dabei aber ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Zwei Vorübergehende wurden von dem Kraftwagen erfaßt und über- fahren. Die 40jährige Meto Boehr aus der Kleinen August- strahe 95 und die 23jährige Näherin Käthe Bursch aus der Choriner Straße 33 wurden von dem Kraftwogen erfaßt und schwer verletzt. Durch einen Wagen des Städtischen Rettungsamtes wurden sie in das Virchow-Krankenhaus gebracht, wo sie schwer darnieder- liegen. Die Schuldsragc bedarf noch der Klärung. Ein frecher Raubüberfall wurde gestern auf. den 36jährigen Armenvoiitehcr Arwr Bregler verübt. B.. der im Haus» Meger Strahe 9 wohnt, hatte etwa 1000 Mark Armengelder bei sich, die er zur Zahlung forttrogen wollte. Als er den Hausflur betrat, wurde er von unbekannten Tätern überfallen. Ihm wurde ei» Aetherlappen vor de» Mund gehalten, so daß er die Besinnung verlor. Ihm wurde die Aktentasche mit dem gesamten Inhalt geraubt. Die Täter sind unbekannt entkommen._ 5reie sozialistische Hochschule. Am kommenden Sonnabend, dem 5. März, abends TV2 Uhr, findet im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses, Berlin, Leipziger Straße 3, ein Vortrag vom Genossen Prof. Dr. Max Adler- Wien über das Thema„P s y ch 0 l 0- gische und ethische Probleme des Marxismus" statt. Karten zum Preise von 50 Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8: Buchhandlung I. H. W. Dietz Nach f., Linden- stratze 2: Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße, Ecke Luisenufer: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25: Berliner Ge- werkschaftskommission, Engelufer 24/25(Gewerkschaftshaus), Verlag des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstraße 5: Tabak- vertrieb, Jnselstraß« 6:.Werkfreunde"-Bücherstuben, Potsdamer Strahe 104, sowie in allen„VorwSrts"-Speditionen. Billige Fischlage. Am Beginn der Fastenzeit werden reichliche Fischsänge gemeldet. Es kommen vom Dienstag, dem 1. März, Donnerstag, dem 3. März, zum Verkauf: frische Flundern pro Pfund 25 Pf., frische Schollen Pfund 35 Pf.. Fischfilet Pfund 60 Pf. und auch Kabliau ist preiswert. Die Verkaufsstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht. Die Uebertragung von Puccinis„T u r a n d 0 t" am Sonntag- abend aus der Dresdener Staatsopcr leidet unter Störüngen. Die Singstimmen kommen nicht klar heraus und klingen flach und ver- zerrt. Einige Orchesterstellen dagegen gelingen klangschön. Ab- gesehen davon eignet sich die Oper kaum für eine Uebertragung. Die Musik braucht hier zu ihrer Ausdeutung das Bühnenbild.„Die Stunde der Lebenden" bringt ein Streichquartett von Ernst T 0 ch und das Lied„Die junge Magd" von Hindemith. Weih- mann findet in seiner Einführung eine Erklärung für die Atonalität dieser Musik. Kann überhaupt heute in der Ver- worrenheit und Ueberstürztheit des Großstadtlebens ein Komponist noch süße, liedhafte Melodien schassen wie Schubert oder Schumann? Der Vortrag Dr. Freys„Die Frau vor Gericht" bringt Da- gewesenes. Frey versucht einige Typen, wie den der Hochstaplerin, der Gistmischerin und der Gattenmörderin aufzustellen. Die psycho- logische Fundamentierung ist nicht sehr ttef und es kommt auch nicht das spezifische Verhalten dieser Typen vor Gericht zur klaren Darstellung. Am Montag liest Anton Meyer seine Novelle„Die Zwillings- brüder", die Geschichte einer Liebesirrung, in einem kühlen, fach- lichen Stile gehalten. In dem darauffolgenden Konzert singt Hedwig Francillo-Kaufmann, die vielen Berlinern durch ihre Tätigkeit an Gregors„Komischer Oper" bekannt sein wird. Noch heute besticht die Virtuosität der Koloratur, wenn auch die Stimme von' ihrer Klangschönheit verloren hat. Dazu spielt Herr Harry Sollo- w a y Brnhmsche Tänze und Tschaftowskys Romanze mit zu stark betonter Zurückhaltung. Der Pianist Joses Schwarz zeigt bei Schumann und Chopin, daß er in die Reihe der Ersten gehört. Das Abendkonzert, betitelt„Fasching in der M u s i t", ver- einigt unter S z e l l s Leitung Kompositionen von Berliot, Glazolnow und Kaun. Der Bariton Hermann Schey singt die Kowalskyschen Perriotlieder mit einer prachtvoll gesättigten Stimme, die im Grunde für diese entzückenden Dinge zu schwer ist. In dem Vortrag„Das Gesicht der Straße" wendet sich Dr. Paul Zucker gegen die süßlichen charakterlosen Plakate, die nach dem Kriege in Deutschland zur Mode geworden sind. Es «enllgt nicht, daß irgendeine hübsche Frau abgebildet ist. Das ilokat muß� auä, Beziehung zu dem Gegenstand baden, den es anpreist. Professor Dr. Werner Sombart beginnt seinen Zyklus.Entwicklungslinien des Wirtschaftslebens" mit einer sehr plastischen Schilderung der deutschen Wirtschaft vor hundert Iahren, die durch die beiden Schlogworte„Eigenwirtschaft und Handwerk" charakterisiert ist.' F. S. Ueber„vleM'arbell ber Jeanen ln England an derLösnag de» wohnnng». Problem»» spricht Dr. Thea Strauh in der Jnternaiionalen Frauenliga lür Frieden und Freiheit am Dienstag, dem 1. März, 8 Uhr, im Sozial- wissenschajtlichen Klub, Wilhelmstr. 48 III. Gäste willkommen. partemachrlchten für Groß-Serlm Einsendungen für diele Rnbrit find iletz an da» Bczirksselretattnt. Berlin SW SS, Liudenstrahe 3,?. Hol, 2 Step, rechte, zu richten. 5.#tti« Friedrichehain. Mittwoch, 2. März, S>4 Uhr, Bezirkeversammiung im Rathaus, Stadtverordneteiisitzungzsaal. Einlaßkarten ab SZ� Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Straße. l». preis ZSeißcnsee. Heute, Dienstag, 8 Uhr, im Jugendheim Parkflr. 36, Fortsetzung des Kursus„Sozialismus der Vergangenheit und Gegenwart". Referent Studienrat Erwin Marquardt.— Mittwoch, 2. März, 7>4 Uhr, bei Dallas, wichtige Kreisvorstandsfitzung. Vollzähliges Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Heute, Dienstag, den 1. ZNärz: Zl.«bt. 7 Uhr rechnen die Bezirksfithrer beim Genossen Kroll, Utrechter Straße 21, ab. S1. Abt. Eharlottenburg. 8 Uhr bei Lehmann, Känigsweg 8, Funktionär» fitzung.— Achtung! Der Abteilungsvorfiand tagt bereits um 7 Uhr ebenda. 115. Abt. Lichtenberg. Die noch nicht abgeholten Funktionärkarten und Dclc. gicrtcnkarten zur Kreispcrtreterversammlung find sofort beim Genossen Hennia, Finowstr. 7, v. 2 Dr., in Empfang zu nehmen. t«2. Abt.«aumlchulcnweg. Pünktlich 7s>! Uhr im Lokal Dorgmann außer- ordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Verkehr», und Wirt. schaftsprobleme Groß-Bcrlins. Gäste find willkommen. Anläßlich des Todes unseres langjährigen Genossen Hermann Fuchs beteiligen sich sämt. liche Genossinnen und Genossen geschlossen mit Banner an der am Mitt. woch, 2. März, tzlb Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg stattfindenden Trauerfeier. Morgen, Mittwoch, den 2. März: 7. Abt. 714 Uhr in Eorni» Festsälen, Gartcnstr. 8, außerordentliche Mit. gliedcrrcrsammlung. Vortrag:„Der diesjährige Parteitag." Referent Felix Fechcnbach. Alle Genossinnen und Genossen müssen unbedingt er» scheinen 33. Abt. Fluablattoerbreitung bei Lojack, Beymestr. 8. Alle Mitglieder be. teiligcn sich daran. «t>. Abt. und Neukölln 8»., SO. und»1. Abt. Besichtigung der neuen Schlächterei der Konsumgenossenschaft in Lichtenberg. Treifpiinkt vormittags S Uhr am Hermannplatz, Ecke Urbanstraße. Für Nachzügler Konsumverwaltungo. aebäud», Lichtenberg, Rittergutstraße. Eharlottenburg. 5». Abt. 8 Uhr bei Liersch, Kantstr. 82, wichtige Funktionär- fitzung.— 58. Abt. 714 Uhr im Rankehaus, Rankeftr. 4, vorn 4 Tr., ssunktionärfitzung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. »7. Abt. Grunewald. 8 Uhr bei Wurzbacher, Bahnhofsrestaurant Grunewald, wichtige Funktionärfitzung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. M. Abt. Lankwitz. 8 Uhr bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 2S— ZI, Funk. tlonärfitzung. Um pünktliche» und vollzähliges Erscheinen wird gebeten.— Neukölln.»1. Abt. 49. Bezirk: 714 Uhr Ejtrazahlaoend bei Mischke, Mlln. chener Str. 2Z. 1. Vortrag des Genossen Dr. Alfred Freund. Diskufston. Reorganisation de» Bezirk». Es ist Pflicht eines jeden Genossen, einer jeden Genossin, an dieser Sitzung bestimmt teilzunehmen.— 92. Abt. 8 Uhr bei Wolfs, Kaiser-Frieorich-Str. 173, Abteilungsfunktionärfitzung, zu der die Bezirksführcr einladen. Kein Funktionär darf fehlen. Wichtige Tagesordnung.— Achtung! Die Einäscheriinq unseres lieben alten Gr- nassen Paul Rusch, der am Freitag, 2ö. Februar, verschied, findet am Mittwoch, 2. März, 8 Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg, Kiefholz- straße, statt. Wir erwarten recht rege Beteiligung. 141. Abt. Roscnthal und Riederschönhausen-West. 714 Uhr bei Ebbmener, Haupt- straße 1ö, Funktionärfitzung. Tagesordnung: Unsere Kreisgencralversamm» lung. Pünktliches Erscheinen sämtlicher Funktionäre unbedingt erforderlich. Frauenveranstalkungen, heute. Dienstag, den 1. März: 14. Abt. 714 Uhr bei Lauritzen, Pulbusser Etr. 11. Max Barthel liest au» »iqenen Werken.' 1». Abt. 7 Uhr bei Grünberg, Prinzenalle« El. Bortrag:„Unser Konsum.» Ferner Wahl der Leiterin und Helferinnen der Arbeiterwohlfahrt. Zrauenveranftaltungen am Mittwoch, den 2. März: 17. Abt. 714 Ubr bei Schreiber, Triftstr.«Z. Vortrag:„Die Ausgaben der Arbciterwohlsahrt." 21. Abt. 714 Uhr bei Kroll, Utrechtcr Str. 2l. Vortrag:„Die Kulturforde» rungen der Sozialdemokratie." Referent Adolph Hoffmann, Stadtv 41. Abt. 714 Uhr bei Bader, Jüterboger Str. 7. Vortrag:„Das Leben Augost Bebels." Referent Dr. Max Schütte. 4S. Abt. Vormittags 814 Uhr Befichtigung des Konsumbetricbcs in Lichten. berg, Rittergutltraße. Treffpunkt Haltestelle der Straßenbahn Wiener, Ecke Liegnitzcr Straße. Frauenveranftaltungen am Donnerstag, den 3. März: 23. Abt. Besichtigung des Konsumwarenhanse» in Eharlottenburg, Nofinen» straße 4. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Müller-, Ecke Eeestraßc. | Sterbetafel öer Groß-Serliner ParteUOrganisation 102. Abt. Baumfchuleuwcg. Unser Genosse Hermann F u ch». Baumschulen. straße 73, ist im Alter von 59 Fahren r erstorben. Ehre seinem Aadenkenl Ginäschcruna am Mittwoch, 2. März, 814 Uhr, im Krcviatorium Baumschulen. weg. Wir bitten tax recht rege Beteiligung. Ein Ehemietruft in Irantreich. Auf dem Wege zu einem europäischen Chemiekartell. In kurzem Abstand nach der Gründung des englischen. Großtrusts, der im Herbst vergangenen Jahres durch Zusammen- sthluß von vier englischen Konzernen zustand« kam, steht setzt die Schaffung einer gewaltigen Monopolorgamsation für die chemisch« Industrie in Frankreich bevor. Die chemisch« Industrie Frankreichs i st bereits hochgradig ver- trustet. Die Produktion befindet sich in den Händen einiger Groß- tonzeni«, darunter die beiden größten Konzerne von St. G o b i n und K u h l m a n n. Erster«? verfügt über ein Aktienkapital von 205 Millionen Franken, besitzt 24 Werke und ist nußerdem an zwei großen Luftstickstoffwerken und sechs Glasfabriken beteiligt. Der Kuhlmann-Konzern, der erst kürzlich in der Schweiz eine große Anleihe für die Fabrikation von Stickstoff und anderen kiimtlichen Düngemitteln aufnahm, hat ein Aktienkapital von 180 Millionen Franken und verfügt über 20 Werke mit den modernsten Einrichtungen. Sein Tätigkeitsgebiet umfaßt die ge- samte chemische Industrie. Nach dem„Manchester Guardian Eommercial* sollen außerdem noch sechs Konzerne der chemischen Industrie, darunter auch die Soziete des Potasies d'Alsace, der Ver- Oagspartner des deutschen Kalisyndikats im Weltkolimonopol, dem Großtrust angeschlossen werden. Nun sind die verschiedenen Konzerne Hersteller der mannig- faltigsten chemischen Produkte, deren Absatz bisher noch nicht ge- regelt war. In jüngster Zeit begann bereits eine K a r t e l l i e- r>! n g für die einzelnen Produkte. So wurden unter Teilnahme ter Großkonzerne Kartelle für Farben und Arzneimittel gegründet, während die Schaffung eines Kartells für Brennöl erst kürzlich in die Wege geleitet wurde. Der Hauptzweck sowohl dieser Kartelle wie auch der geplanten Vertrustung ist eine internationale Ver- cinbarung zur Absotzregelung mit der deutschen I. G. F a r- benindustrie und dem englischen Chemietrust. Auch die französische chemische Industrie ist fest dem Krieg für die meisten Produkte zu einer Ausfuhr industrie geworden, vor allem für Farbstoffe, wo bekanntlich«ine außerordentlich große Ueber- Produktion auf dem Weltmarkt herrscht; ober auch für die meisten anderen chemischen Produtt«, mit Ausnahme von Benzin und Benzol, wo dank der Entwicklung des Automobilismus noch ein großer Einfuhrbedarf vorhanden ist. Die Errungenschaften der Kohlenchemie, für die synthetische Herstellung von wichtigen Pro- dukten, Kohleverflüssigung, Stickstoffgewinnung durch Verkokung, können auch der chemischen Industrie Frankreich» zugut« kommen; aus einer jährlichen Produktion von vier Millionen Tonnen Koks könnte«ine Stickstoffmenge hergestellt werden, die das vierfach« des gegenwärtigen Jnlandsverbrauchs übersteigen würde. Di« Be- triebe der französischen Chemieindustri« sind ganz modern ausge- rüstet, eine Rationalisierung unter weitgehender Ausschaltung der Handarbeit wurde in den letzten Iahren durchgeführt. Große Wasserkräfte tragen zur Verbilligung der Produttion bei. Aller- dings beklagt man den Mangel an Facharbeitern. Angesichts der drohenden Ueberproduktion ist es vom privat- kapitalistischen Standpunkt verständlich, daß zur Vermeidung einer Dumpingkonkurrenz auf den ausländischen Märkten eine internationale Vereinbarung zwischen den drei chemischen Trusts Deutschlands, Englands und Frankreichs angestrebt wird. Nach dem„Manchester Guardian Comtnercial' war der Mangel an Kartellen und die Tatsache, daß ein jeder Konzern getrennt mit dem deutschen Chemietrust verhandelt hat, der Grund dafür, daß zwischen der französischen chemischen Industrie und der deutschen I. G. bisher keine Vereinbarung zustande kommen konnte. Der Ouotenkampf wird demnach wahrscheinlich bald beginnen, und es bleibt abzuwarten, ob die deutsche Industrie da- bei ebenso ungünstig mit ihren Quoten abschneiden wird, wie die deutsche Kali- und Eisenindustrie bei ihren Vereinbarungen mit den französischen Produzenten. Dies hängt wesentlich davon ab, welche Divideupoliti. die I. G. zu treiben beabsichtigt, bzw. ob ihr an raschen Exportge- Winnen aus der Befestigung der Weltmarktpreise mehr gelegen sst, als an der Ausweitung der Produktion und der Verbilligung des Absatzes. Des weiteren wird vorerst der Schutz der inländi- schen Verbraucher wie der vom Trust beschäftigten Arbeit. n e h m e r ein« ebenso ungelöste Frage bleiben, wie dies bei den übrigen internationalen Monopolorganisationen der Fall ist. Die Fragen des Verbraucherschutzes und der Beteiligung der Arbeiter- schaft in der ziemlich allgemein für notwendig gehaltenen inter- nationalen Kartellkontrolle erhält damit immer größere und aktuellere Bedeutung. Ruhrgaspläne und Deutscher Stäütetag. Tic Zechenpropaganda stärkt den komtttnnalcn Zusammenschluß. Am vergangenen Freitag beschäftigte sich auch der V o r st a n d des Deutschen Städtetages mit Ruhrplänen zur Gas- sernversorgung. Bezeichnenderweise wurde trotz der großen Be- deutung, die diese Frage noch einmal gewinnen kann, doch von den verschiedensten Seiten zum Ausdruck gebracht, daß das Problem mindestens im Augenblick nicht akut ist. Auch vom Städtetag wurde festgestellt, daß von der A.-G. für Kohleverwertung bei keiner Stelle verbindliche An- geböte vorliegen. Die Stadt Berlin hat nach monate- langen Verhandlungen durch ihren Aufsichtsrat es abgelehnt, sich auf der bisherigen Basis an der Gasfernversorgung durch die Ruhrzechen zu beteiligen. An Hamburg sind überhaupt noch keine Angebote erfolgt. München und Nürn- berg lehnen ganz kategorisch ab. Bei Wegfall dieser .üauptkonsumgebiete verliert aber voraussichtlich der ganze Plan seine Bedeutung. Die Entwicklung scheint vielmehr dahin zu gehen, daß unter dem Druck der Propaganda der RuhrindUstri« die selbständig« kommunale Großoersorgung gestärkt wird. Die Gemeinden erkennen gegenüber der sie bedrohenden Gefahr einer vollständigen Monopolisierung ihrer Versorgungsbetriebe durch die Großindustrie imm«r mehr, wie notwendig es ist, durch eigenen wirtschaftlichen Zusammenschluß die Leistungsfähigkeit ihrer eigenen Unternehmungen zu stärken. Der Städtetag wird seine ihm ange- schlossenen Mitgliedsstödte darauf hinweisen, daß unter keinen llm ständen Einzelabmachungen ohne Benachrich- tigung des Städtetags abgeschlossen werden dürfen. Jedenfalls hat die Taktik der Kohleverwertungs A.-G. bei den Gemeinden vorläufig zu keinem Ersolge geführt. Es wird sich demnächst zeigen müssen, ob die Ruhrindustrie in der Lage sst, ihre Angebote so zu verbessern, daß das Problem für die Städte überhaupt diskutabel wird. Als voll- kommen unmöglich wurde aber von allen Seiten das Verlangen der Kohleverwertungs A.-G. bezeichnet, in den einzelnen Gemeinden die Großabnehmer selbst beliefern zu können und die Klein- kousumenten den Städten zu überlassen. Weilerer Rückgang der Relchsbankgeschäsle. Obwohl die allgemeine Geldmarktlag« einer stärkeren Inanspruchnahme der Reichs- dank durch Banken und Wirtschaft günstig wäre, ist in der dritten F.'bruarwoche die Inanspruchnahme der Reichsbank auf einem seit Monaten nicht mehr erreichten Tief st and angelangt. Rtil 1353,5 Millionen für Wechsel, Lombarddarlehen«nd Essekten bleibt der niedrige Stand der dritten Novemberwoche des vorigen Jahres nur um rund 21 Millionen überschritten gegenüber 1179 Millionen und 1533,1 Millionen in der entsprechenden Woche von Januar und Dezember. Dasselbe gilt für den Wechsel- bestand, der weiter um 19,8 auf 1248 Millionen ge- funken ist, gegenüber 1397,7 und 1412,7 Millionen in der ent- sprechenden Januar- und Februarwoche. Der niedrige November- bestand wird um nur 35,5 Millionen überschritten. Die Diskont- senkung im Januar hat also für die Reichsbank nicht die mindeste günstige Wirkung gehabt. Die Anlage von Reichsbankmitteln in Wertpapieren ist um 3,7 Millionen auf 92,6 Millionen erhöht. Die Kundengelder auf Girokonto sind um 100,2 Millionen auf 653,5 Millionen gestiegen. Im Zusammenhang mit diesen Veränderungen hat der R e i ch s b a n k n o t e n u m l a u f noch einer Senkung um 123 Millionen auf 2926,4 Millionen die Dreimillionen- grenze wieder unterschritten; der Umlauf an Rentenbanlscheinen ging um 13,1 Millionen auf 1033,3 Millionen zurück. Der Bestand an deckungssähigen Devisen ist weiter um 18,4 Millionen auf den sehr niedrigen Betrag von 182,7 Millionen zurückgegangen und unterschreitet damit selbst den niedrigen Stand der enssprechen- den Novemberwoche von 378,5 Millionen um mehr als die Hälfte. Subventionen auch für die Mologa-Konzession. Nach Abschluß des Rapollovertrages war die Erwerbung der Mologa- Konzession in Sowjetrußland, die bei Leningrad ein Waldgebiet in der Größe des Freistaates Sachsen ausbeuten soll, und an der auch der ehemalige Reichskanzler Dr. Wirth leitend beteiligt ist, einer der erssten Schritte zur wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutsch- land und Rußland. Die Konzession galt bisher auch als eine der solidesten und wettvollsten, die in Rußland abgeschlossen wurden. Es war begreiflich, daß diese Konzession in den« r st e n Iahren, wo die Ausschlußarbeiten sehr viel Kapital verschlangen, keine Gewinne bringen konnte. Man konnte sich auch in der ersten Zeit mit rech- nungsmäßigen Verlusten abfinden. Aber es scheint doch, daß die Mologa-Holzindusttte A.-G. die betrieblichen, finanziellen und markt- mäßigen Schwierigkeiten unterschätzt hat, die ihrer Rentabilisierung entgegenstehen. Auch die Erweiterung de» Konzessions- vertrage», die der Mologa-A.-G. den freien Handel im Innern Rußlands ermöglichte, scheint die Schwierigkeiten nicht behoben zu haben, denen man auf dem Weltmarkt für den Holzabsatz begegnet ist. Jedenfalls ist die Mologa-A.-G. schon einmal im vorigen Jahre und kürzlich wieder an die deutsche Reichsregierung mit einem Er. suchen um eine Kreditsuboention herangetreten. Gesprochen wird von einem Betrage von 25 Millionen, doch ist über die Höhe der beantragten Subvention nichts Genaues bekannt. Haupt- gläubiger der Mologa-A.-G. sind deutsche Großaktionäre(ins- besondere Gelsenkirchener Bergwerks- A.-G.) und die Russische Staatsbank. Es handelt sich also um äußerst leistungsfähige Gläubiger, für die die investietten Beträge keine Rolle spielen können. Ungeachtet der Tatsach«, daß dieser Konzession ein« besondere außenpolitische Bedeutung zukommt, muß von der Reichsregierung auch hier die strengste Reserve ge- fordert werden, und zwar um so mehr, als die Nächstinteressierten die Gläubiger und der russische Staat sind. An diesen liegt es in erster Linie, jene Mittel aufzubringen, die zur Flüssigmachung und zum betrieblichen Ausbau der Konzession bis zur Sicherung ihrer Rentabilität erforderlich sind. Was aber auch- ge- schehe, der Reichstag hat zu fordern, daß die Reichsregierung der Oeffentlichkeit über die Vorgänge berichte und jede E n t s ch e i- dung in die Hände des Reichstags legt. Krise und Arbeitslosigkeit in Frankreich. Aus Frankreich hött man ausfallend wenig zuverlässige Meldungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit, den die Stabilisierungskttse des Franken zur Folge hat. Der Grund dafür besteht darin, daß Frankreich eine offizielle Arbeitslosen st ati st ik kaum hat. Es ist außerordentlich interessant zu hören, daß der ganze Stab für die statistische Aufnahme der französischen Erwerbslosigkeit einen Bureau- chef, drei Angestellte und eine Stenotypistin im französischen Arbeits- Ministerium umfaßt, die ihrerseits Erhebungen von nur ganz wenigen Departements verarbeiten. Immerhin wird im„Journal Officiel" jetzt mitgeteilt, daß die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Frankreich rund 80 000 beträgt gegen 73 600 in der vottgen Woche. Am 19. Februar wurden in Paris 36 023 Arbeitslose gegen 33 500 in der vorigen Woche unterstützt. Außerdem aber noch 26 700 gegen 23 500 aus anderen Kassen. Nach diesen Ziffern wird man schließen dürfen, wenn man frühere Angaben von Gewerk- schoftssührern zugrunde legt, daß die Erwerbslosigkeit in Frankreich eine Viertelmillion weit überstiegen hat. Im übrigen macht man sich in parlamentarischen Kreisen sehr ernst« Gedanken, wie der Krise beizukommen ist. In bürgerlichen Kreisen wirb mit Nachdruck aus das deutsche Beispiel der betrieblichen Ratio» nalisierung hingewiesen, währ-nd in kommunistischen Kreisen gerade mit Rücksicht auf die deusschen Erfahrungen vor allen Rationalisierungsversuchen gewarnt wird. Interessant ist aus den Ausführungen des bürgerlichen Abgeordneten Poncet die Bemerkung, daß Rationalisierung nicht Herabsetzung der Löhne. sondern im Gegenteil Erhöhung der Löhn« zur Folge haben müsse, sobald die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durch die Ratio- nalisierung steige. Die Wacht der Warenhäuser als Einkäufer. Eine riesige Macht als Einkäufer für Warenhäuser verrät sich in einem Abkommen zwischen dem Leonhard-Tietz-Konzern, Köln, dem französischen Warenhaus-Konzern Magastns Reunis, Paris, und der American Retailers Jncorporation, New Jork, über die der„Konfektionär' berichtet. Danach wird die Kölner Tietz-Gesellschaft in Zukunft nicht nur die europäischen Einkäufe für die große amerikanische Gesellschaft durchführen, sondern zugleich auch für die französische. Auf der anderen Seite geht das Abkommen dahin, daß die Pattfer Firma für Tieg u n d die Amerikaner in F r a n k r e i ch den Einkauf besorgt. Ein englisches Baumwollsyndikat. Die in England leidenschaft- lich diskutierte Gründung eines Kartells der Baumwollspinner ist nunmehr tatsächlich erfolgt. Von der sogenannten Amettkasektion haben über 20,69 Millionen Spindeln, d. h. 76,23 Proz., den Richt- linien zur Kartellgründung zugestimmt. Die Organisation des Syn- dikates soll sofort erfolgen. Schon für die Zwischenzeit sind die Mit- glieder aufgefordert worden, bei Garnverkäusen alle Unter- bietungen zu vermeiden, möglichst auf die Stabilität der Garnpreise hinzuarbeiten und nur in dem Umfange zu produ- zieren, in welchem feste Aufträg« vorliegen. Damit ist in England, dem Mutterland« freier UnternehmernJirtschast, auf einem entscheidenden Gebiet«, das am wenigsten zur Kartellierung geeignet schien, ein sehr bedeutender Schritt zur verbandsmäßigen Beeinflussung des Marktes und gegen das Prinzip der freien Konkurrenz erfolgt. WMbiä U nserc Werbetage stehen wieder im Zeichen der Höchstleistungen und zeigen aufs neue, welche Vorteile Ihnen unser Verkaufs-System bietet. Es ist selbstverständlich, dass unser Ruf als billigste Schuhbeschaffungsstelle Berlins uns auch verpflichtet, auf hervorragende Qualitäten und Auswahl in modernen Formen und neuesten Modellen zu achten. Unsere täglichen Eingänge von Frühjahrs- Neuheiten bestätigen Ihnen das» Wir empfehlen Ihnen, zu uns zu kommen, bevor Sie Ihren Bedarf decken, um die Preise und Qualität unserer Ware zu prüfen. Erst dann werden Sie feststellen können, wie billig wir sind. 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Von den befreundeten Organisationen hotten die Wasscrfahrer des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, der Arbeiteranglcrbund, das Arbeitersportkartell und die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege Vertreter entsandt, die beste Wünsche übermittelten. Der gedruckt vorliegende Bericht des Vorsitzenden spiegelte ein Bild umfangreicher Tätigkeit im Verband« wie in den einzelnen Klubs wieder. Gegenüber einem Bestand von 18 Der- «inen im Vorjahr kann der FSV. gegeawärkig 25 vereine mustern. Wenn die Zahl der Mitglieder in den Klubs nicht in dem gleichen vmstmge gestiegen ist, so deshalb, weil zum nicht geringen Teil die Verein« ihre Mitgliederlisten au« Platz- mangel tn den Häfen und Klubhäusern schließen mußten. Segleroereine, wie Waste rfahroereinc überhaupt, können sich nicht gleich anderen Sportorganisationen beliebig ausdehnen, für sie spielt die Platzsrage an den Gewässern eine ausschlaggebende Roll«. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich im Verband ausgewirkt; nicht wenige von Erwerbslosigkeit betroffene Mitglieder konnten ihr noch emsigem Sparen endlich erwordenes Boot nicht halten. Trotz allem sind 1303 männliche Mitglieder und 15$ Zugendliche in 15 Vereinen vorhanden. Der Verband verfügt über 633 registriert« Segel- boote und 73 Motorboote, worunter sich ein« große Anzahl regatta- fähiger Klassenboote befindet. Der Bericht bestätigt, daß nur noch sehr wenige Vereine ihr Standquartier in Gastwirtschaften haben, und daß die meisten zum Erwerb oder zur Pachtung eigener Grundstück« und Bootshäuser übergegangen sind. Nach langen Verhandlungen ist im vergangenen Jahre die Aufnahme des FSB. in die Z e n t r a l- k o m m i s s i o n erfolgt. Der sportliche Teil des Berichtes hebt hervor, daß gerade durch das bewußte und geschlostenc Zeigen der Verbandsnationale auf den Gewästern viel« wilde Segler oer- anlaßt wurden, sich einem Verein des Verbandes anzuschließen. So bewirkte beispielsweise ein« Seereise des Königsbergcr Vereins und das Anlaufen in Donzig, daß sich alsbald auch dort ein Segleroerein bildete, der sich dem Verband anschloß. Eine einbeitliche Regelung der Prüfung für Steuerleute verhinderte ein- schränkende polizeiliche Vcrtehrsbestimmungen. Eine Uebersicht über die MetisahrlStigkeii beschränkt sich leider nur auf die Berliner Bereine, obwohl natürlich die Segler an der Wostertante ihre Boote den Sommer über auch nicht im Schuppen hatten. Jedenfalls find von 1105 gemeldeten Berliner Booten 323 gestartet. An der Ver» bondswettfohrt beteiligten sich auch einige Boote aus Lübeck, während andererseits die Königsberger Genostcn durch die Entsendung einer Berliner Wettfahrkommission unterstützt wurden. Die Technische Kommission betont in ihrem Bericht, daß sie den Wünschen einzelner Segler nach Schaffung eigener Renn- klassen nicht nachkommen konnte, weil st« den Mitgliedern kostspielige Probiererei ersparen wollte. Di« Preßkommission konnte eine gut« Aufnahme der Derbandszeitschrift nach ihrer Ausgestaltung feststellen. Die Zeitung wirst jetzt sogar einen— wenn auch geringen — Ueberschuß ab. Am Sonntag vormittag hiest zunächst Genosse B u ck von der Zentralkommissian einen Vortrag über das Thema„Der Ar» beitersport im äsfentlichen Leben"'. Den beifällig auf- genommenen Ausführungen folgten die ergänzenden Berichte der Revisoren, der Wettfahrkommission und des Vertreters Im Wasser- spvrtbeirot, Genossen Ney. Sämtlich« Berichte wurden ohne Die- kusston gutgeheißen— ein erfreuliches Zeichen vertrauensvollen Zu- jammenarbeitens zwischen dem Vorstand, den Ausschüsten und den Mitgliedern. Unsere Arbeitersegler sind eben noch nicht so weit, daß sie sich den Luxus einer Opposition um jeden Preis" leisten. Unter den angenommenen Anträgen Hot der folgende allgemein« Be» deutnng: Der Seglertag fordert von dem im Reichstag gebildeten außerparlamentarischen Ausschuß für Leibesübungen die Einbrin- gung eines Gesetzentwurfes zur Förderung des Wastersports und zum Schutz gegen die unberechtigte Abgabenerhebung. Der Der- band legt dem Ausschuß eine Vorlage vor; vom preußischen Wohlfahrtsmini st«rium: Im preußischen Städtebau- gesetz möge den Städten bei der Flächenoufteilung des Ortsgt» ländes die Anhörung der Sportverbänd« und die Berücksichtigung des Sportbedürfnistes zur Psticht gemacht werden. Die Tagung fordert weiter von den Stadtverwaltungen die B«° fchaffung von Ufergrundstücken gegen Pacht oder Kauf und die An- legung von Wassersportplätzen an Gewästern, wo e» den Der- «inen selbst nicht gestattet ist. Don den Sportkartellen und kommunalen Aemtern für Leibesübungen: In ihre an die Städte und Behörden zu stellenden Forderungen auf An- legung von Turn-, Spiel- und Sportplätzen auch die Forderung auf Errichtung von Wastersportplätzen und Beschaffung van Wassergrundstücken für die Wassersportverein« aufzunehmen. Die genannten Körperschaften werden gebeten, für die Eingaben der Wassersportoereine mit einzutreten. In der Begründung dieses Antrages wurde besonder» auf die geringe Tätigkeit Berlins bei der Schaffung von Wasser- fportplätzen hingewiesen, die sich gchegentüch bis zur Verdrängung alteingesessener Vereine und Vernichtung werwollen Materials steigerte. Dem vom Scglertag geäußerten Wunsche, der Vorstand möge in Zukunft sich noch mehr als bisher der Pflege der jugend- lichen Mitglieder annehmen, wird der neue Vorstand nach- kommen. Eine ganze Reihe Anträge, die sich mit der rein sportlichen Seite des Verbandebetricbes befassen, wurden ebenfall» angenommen. So wurden die Einführung von A- und L-Klassen in allen Rennklassen gutgeheißen und auch Ausleger bei Rennbooten zugelassen. Dagegen wurden die vorgeschlagenen Aenderungen der Meßformel für Ausgleichstlassen abgelehnt. In der Frage der Verkeilung von preisen wurde ohne Diskussion beschlossen, zunächst bis zum Herbst d. I. die Aussprache darüber im Lerbandsorgan fortzuführen und dann in einer Urabstimmung die Mitglieder entscheiden zu lassen. Dies« Lösung der einschneidenden Frage erscheint deshalb besonders glücklich, weil eine erschöpfende Klärung dem Berbandstag« außer- ordentlich viel Zeit gekostet hätte, wenn sie nicht gor ein« Unmöglich» keit war. So können nun die Mitglieder entscheiden. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand wieder- gewählt, nur wurde an Stell« des bisherigen ersten Vorsitzenden der Genosse Pähl- Seglerverein 1833 gewählt. Anläßlich des zweiten Jahrestages des Ablebens des Relchspräsi- dentcn, Genossen Ebert, ehrte die Versammlung sein Andenken durch einen schönen Nachruf des Verhondlungsleiters Scheffler, Königsberg. Genosse Ebert hatte seinerzeit sein Interesse für den Segelsport durch Stiftung eines Friedrich-Ebert- Preises bekundet, der dem Freien Seglerverband zur Verfügung steht. So zeigt« die Iahrestagung des FSV. in der Abwicklung der Tagesordnung sowohl wie in der grundsätzlichen Einstellung zu allen Fragen, die den Arbeitersportler berühren, eine schöne Geschlossen- f>eit, die ihr« Auswirkungen auf den Betrieb m den einzelen Ver- einen sowohl, als im Gesamtoerband haben wird. Revolution im veutfthen ZußbaUbunü! Ansang März sollte das Endspiel um den Bundesfußballpokal des Deutschen Fußballbundes steigen, wozu sich der Ver- band Brandenburgischer Ballspielvereine und der Norddeutsche Fuß- ball-Verband qualifiziert hatten. Beide Berbände stellten nun bei der Geschäftsstelle des DFB. den Antrag, dieses Spiel in ihrem Ber- bairdsgebiet stattfinden zu lassen. Bei der Wahl des Austragung»- ortes zeigte sich wieder einmal die selbstherrlich« Einstellung des Geschäftsführers, Herrn Stadtrat B l a s ch k e- Kiel, den man in seinen Kreisen alz den„ungekrönten König des DFB." bezeichnete. Er brachte nur den Antrag des NFV., dieses Spiel in Altona statt- finden zu lassen, zur Abstimmung, und so wurde das Spiel nach Altona angesetzt. Der VBB. sah diese Geschäftsführung als eine Schiebung an und erhob Beschwerde beim DFB. Der zufällig in Berlin versammelte Bundesvorstand nahm diese Beschwerde zur Kenntnis, änderte jedoch nichts an dem Beschluß. Beschlossen wurde nur solgendes:„Der Bundesvorstand stellt fest, daß di? Differenzen zw! lche» Bniid und den beteiligten Verbänden auf eine Reihe von Mißverständnissen zurückgeführt werden müssen, die durch die Abwicklung des Abstimmungsgeschäfts entstehen konnten, jetzt aber aufgeklärt sind. Es wird weiter festgestellt, daß die durch die Presse verössentlickssen Behauptungen über eine Un- sportlichkeit des ABB. jeglicher Grundlag« entbehren." Mit diesem Bescheid kehrte der 1. Vorsitzeirde des BBB., F a b e r, in den Ber- bandstag des VBB. heim. Nach Bekanntgabe des Verhandlungs- ergebnisses setzte sofort eine scharf« Debatte ein. Boll Entrüstung über die Machinationen des Herrn Blafchke wurde folgender Antraa mit 47 gegen IS Stimmen angenommen:„Der VBB. lehnt dieEntschlie- ßung des DFB.-Vorftandes ab. Der BBB. beauftragt den Berbands- vorstand, mit dem DFB. erneute Verhandlungen einzuleiten, das Spiel zu einem späteren Termin weder tn Altona noch in Berlin zum Austrag zu bringcm Sollten diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen, so erklärt der VBB. schon heute, daß er am 6. März in Altono nicht antritt." Wenngleich der Bundesvorstand de» DFB. nun an Stelle Berlins den Mitteldeutschen Verband als Partner zu diesem Spiel ausersehen hat, und Berlin auf Grund seines ablehnenden Verhaltens einen Verweis bekam, so ist die An- aelegenheit doch noch nicht aus der Welt geschafft. Erfreulich ist es, sestzustellen, daß die Mitglieder des VBB. endlich einmal gemerkt haben, wie sie von Führern des DFB. an der Nase herumgeführt werden. Dach damit ist noch nicht« getan. Die breite Mass« des VBB. müßt« nun endlich die Konsequenzen aus dem Verhalten ihres Bundesvorstandes ziehen und den Weg gehen, den vorher schon Tausende vor ihnen gegangen sind, nämlich zum Arbeiter- Turn- und Sportbund. Eine allgemeine S p o rtlerv ersa mmlun g am Mittwoch, den 2. März, abends 8 Uhr, in den Pharussälen wird sich mit diesen Dingen beschäftigen. Eingeladen sind all« Sportler, auch die Mitglieder de» DBB. Freie Turnerschafl Groß-Verlin. Alle Anfragen, obigen Verein betreffend, sind in Zukunft nur noch an Genossen Karl Kasel, 1. Vorsitzender, Berlin N. 31, Ramlerstraße 29, zu richten. Mannschastsringkämpfe S. E. Einigkeit 26— verolina IV Jim- kölla. Am Sonntag traten Einigkeit und Verolina zum Serien- kämpf in der Turnhalle Koppenstr. 84 zusammen. Die noch jung« Mannschaft des S. C. Einigkeit stand einem guten Gegner gegen- über. Eingeleitet wurde der Kampf durch Expanderschauziehen und durch»inen Jugendringkampf. Durch rege Werbetätigkeit ist«« dem S. E. Einigkeit, der sich aus Mitgliedern des Deutschen Nah- r u n g s- und Genuhmittelarbeiterverbande» zu- sammenfetzt, gelungen, eine spart- und kampffreudig« Schar zu ver- einigen: er sieht einer guten Zukunft entgegen, da sich für ihn durch den Zusammenschluß der Fleischer- und Lebensmittel- und Getränkearbeiteroerbände mit dem Deutschen Nahrungs- und Genuß- Mittelarbeiterverband ein neues Werbefeld eröffnet. Werbe- und Schauturnen der Freien Turaerschaft Groß-Verlin, Vörden II. Die gutgelungene Veranstaltung zeigte den zahlreich erschienenen Besuchern einen zeitgemäßen Turnabend. Nach kurzem Einmarsch mit Gesang begrüßte die Sängerriege des Bezirk» alle Anwesenden mit dem Liede.Empor zum Licht". Ein slotter, ab- wechslungsreicher Aufmarsch der männlichen Teilnehmer führte an- schließend zum kurzen Geräteturnen. Schrittübungen der Frauen folgten. Ein paar Minuten Saalhockeyspiel vervollständigt« das Bild, um nun die männliche Jugend zu Worte kommen zu lassen. Merkwürdige Arbeilersporller. In Norwegens Hauptstadt Oslo hat es großes Aufsehen erregt, daß der der Moskauer Sport- internationale angeschlossene Norwegische Arbeiterfportverband den beiden besten norwegischen Schlitqchuhläusern, Ballerngrud und Evensen, das Angebot gemacht hat, gegen ein festes Gehalt von 5000 Kronen im Jahr in den Arbeiters chlittschuhklub über- zutreten. Die beiden bürgerlichen Läufer haben das Angebot nicht nur abgelehnt, sondern es auch zur Verhöhnung des Arbeitersport- Verbandes in die OeffeMlichkeit gebracht.— Werden die russischen .ArbeiterspoNlerkommandos", mit denen Deutschland schon so oft beglückt wurde, nach ähnlichen finanziellen Gesichtspunkten zu- sammengestellt? Arbeitersport in der Sslerreichischen Wehrmacht. Die dem Lrbeiterfußballoerband angehörend« Heeressportvereinigung hat fünf Kasernensektionen organisiert. Für diese wird vom Fußballverband eine eigene Meisterschoftskonkurrenz ausgeschrieben werden, an der auch bereits die vom Arbeiterturnverein kommenden Fußballer teil- nehmen werden.— Beinahe wie bei uns...l Deutsche Spiele. Ein« Sammlung der beliebtesten Bewegungs- spiele, von Hermann Hoser. 264 Seiten mit 109 Abbildungen. München 1926. Verlag Knarr u. Hirth, G m. b. H. Geheftet 4 Mk., in Leinen gebunden 5,50 Mk. An Spielbllchern ist wahrlich keine Not, wohl aber an guten Werken auf diesem Gebiete. Zu diesen wertvollen Büchern gehört unstreitig das vorliegende Buch. Wir finden hier eine unglaublich reiche Spielsammlung, von den Kugel- fpielen der Kleinen angefangen, auch die Kcgelspiele der Großen kommen hierbei nicht zu kurz, durch all die zahlreichen Neck-, Laus-, Hasch- und Scherzspiele, durch Hüpf-, Hinke-, Zieh- und Zerrspiele hindurch über Seilziehen und Springjpiele, Staffel- und Barlauf zu den mancherlei Ballspielen, zu Tennis. Ufa, Schlagball, zu Spielen mit dem großen Ball. Das vorzügliche Buch verdient weiteste Ver- breitung._ Fußballrefultake vom 27. Februar. und Adler 08 gegen Teutonia mit 8: l als die Schiedsrichter die Spiele ab- brachen. Helvetia gegen Elstal 8! 1. Einiglcit 25 gegen Moabit 4: l. Sowjet gen Eachsenhauscn 4! 1. Fichte-Gesundbrunne» gegen Spandau 2z 8: ichte 24 gegen Neuköllner Ballspiel-Elub 1:2.— Im Osten gab es-ine _l«Berrafchiing. Stralau konnte gegen Britannia nur unentschieden 1: l spielen Adlershof, erst mit an der Spitze in der Abteilung, fällt mehr und mehr ab. Auch von Fichtc-Slldost mutzten die Adlershofer ein« empfindliche 8: Z-Rtederlage einstecken. Immer grötzcr werdende Ueberrafchungen leistet sub Ketschendorf. Oder können sie nur auf ihrer..Wllste" in der Heimat spielen? Mit«: 11 van Treptow geschlagen, zogen die Ketfchendorfer ihren heimatlichen Kefilden zu. Hertha 22 schlug die ste besuchenden A!t»GIienicker sicher mit 4: 1. Berliner Sportverein 22 spielte gegen Fricdrichzhogrn 1: 8. tzletanio gegen Wriezen 7: 1. Johannisthal gegen Lichtenberg U 8:1. Weißens-« gegen Tasdorf 7:1.— Auch der Südwesten hat seine Sensation. Seddin schlägt Berlin XII mit 8: 1. Nowawes hatte gegen Schmargendorf schwer zu kämpfen. Nur dem Umstand, daß Schmargendorf mit 8 Mann antrat, haben e» die Nowaweser zu verdanken, daß fle mit 8:0 gewannen. Verolina und Eintracht 22 trennten sich 8: 1. Fortuna 28 gegen Kirchmöser 11: o. Pot». dam gegen Beelitz K; 1. Fußballring gegen Frssch-Auf 1: 1. Kreuzberg gegen Schiineberg 4: 1. Viktoria gegen Wannsee 2: 1. Lichtenberg I gegen Sadowa«: 0._ AWZ. sArteitei-Winierfvort Interestenaemelnschas» chroß-BerN». Monats. Versammlung Donnerstag, 8. März, 7sh Uhr, Schule Weinmcisterstr. 18—17. Freie Surnerschast Eharlottenburg. Äs Turnen Montag und Donnerstag von 8—8 Uhr: 2. Schillerabt. Turnhalle Nrhringstraße: 8. Schllleradt. Turnhalle Kamminer Straße: 2. Echlllerinnenabt. Turnhalle Kaiserin. Augusta-Allee 29. Dienotag und Freitag von 8—8 Uhr: L Schllleradt. Turnhall« Eerickestraße: I. Echlllerinnenadt. Turnhall« Cpreestr. 29: 8. Echlllerinnenabt. Turnhalle Oranienstraße: 4. Schlll-rinnenait. Die'-staea>o-o uhr Siuraouii' Scharrenstr. 28—27, Mittwochs von 8—8 Uhr Nchringstraße. Frei« Kanufahrcr Bcrli»,«. B. Booishaus: Köpenick. Marienstraße fStidi. Sportplatz). Mitgliederversammlung Freitag. 4. Mörz, Idcal-Klause, Neukölln, Mareschstr. 14. Änfraaen an Rud. Echlosier, Beelin 0. 17, Breolauer Sir. I. Freie Ruderer und Kanusahrer. t. Kreis. Nächste Kreisspartrnausschnß» sttzung Mittwoch, 2. März, 8 Uhr, bei Prasser, Wusterhausen«:, Ecke Michael- kirchstraße. De: Berliner Arbeiter-Schachklub veranstaltet im Sviellokal Lichtenberg, Iungstr. 1», Dienstag, 1. März, 8 Uhr, einen Werbeabend. Eintritt frei. Gäste herzlich willkoininen. „Freier Keglerbunb Deutschlands". An den letzten Sonntagen starteten im„Deutschen Hof" die Mitglieder de; Bezirks Nor- den. Trotz spannender Kämpfe blieben die Resultate hinter den Erwartungen zurück. Bohnen und Material waren einwandfrei, nur die Kugeln waren zum Teil zu klein. iKachstehend die Resultate: Gruppe Bötzow 8410 Holz, Kemiltliäkcit 8858. II. U. K. K. 8888.— «rnppr 0: Tut Hol» 04 8209 Holz, Flotte Schieber 8200. Nach mir kann Du 818«.— Gruppe O: Um ihn 24 811« Holz. Siehst« wait 8002. llartagrna 8045.— Figurenriege: 1. Arnim, Dezirksfigurenmeistc:, Bötzow, 171 Punkte: 2. Nestel, Bötzow, 100 P.: 8. Krrnbach, Schon imtcn,>49 P. Fußballklass« der«eci-ichule. Der nächst« Uebungsabend sinket Donner». tag, 8. März, 8 Uhr, in der Turnhalle Eipsstraße statt. Gswmn-Auszug 5. Klaff« 28. Prettßlsch-Süddeulsche(254. Preuß.) Klasscnletleri« 16. ZlehungSlag 26. Februar 1927, nachmittags Huf i(B( gezogen« Nummer sind zwei gleich Hobe Gr» Winne gefallen, und zwar ie einer auf dl« Los« gleicher Nummer in den beiden«bteilungen 1 und S Ohne Gewähr Nachdruck verbale» Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 4 Gewinn« zu je 10300 Mk. 130403 132372 14 ibeiumne zu Je 3000 Ml. 246414 313407 12«eismne zu je 2000 Mk. 809976 34«eixiime»tt Je 1000 Ulf. 43669 68594 116691 217191 232677 106843 167046 193296 226067 239348 ....________ 887 18079 18803 49143 64225 66127 166572 163106 197843 200737 218631 223946 273006 206979 296360 312517 314187 «6««Minne zu je 600 Mk. 7632 7863 8024 18061 26081 44850 49046 60451 52647 55692 85099 67667 68120 72905 94272 102145 104078 133158 137026 139673 140317 142839 144505 146310 178991 188346 212632 228395 247366 248775 255848 270077 271749 276169 S04181 304813 311366 312843 321568 323286 327713 341410 344576 346566 196 Gewinn« zu je 300 Mk. 3506 4437 8167 12728 13992 1466» 26140 2663« 26642 34234 37626 40132 63803 64171 67189 58866 80186 82467 62893 82967 68175 74295 745 IS 79326 88892 90509 940 16 95560 101269 101665 106222 111427 111446 116942 118314 123415 128622 132417 138617 140162 143809 159396 172286 211360 232313 259430 280627 328780 162121 172350 213981 234279 260629 281800 329798 162137 179847 215731 235338 266491 287041 331486 164450 184208 216491 244773 268197 289811 337268 165607 188616 222357 249525 278177 315840 345912 147727 157960 166375 168184 198033 202015 228366 229793 251893 255356 280091 280199 317065 324264 348323 165091 185693 22067 I 246244 275779 305096 342477 17. Zlehungstag 28. Februar 1S27. vormittags ES wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2«eivinne ,u je 10000 MI. 22398 1 8»ewinn« zu je 5000 MI. 221624 263333 329242 4««Winne zn je 2000 Mk. 106050 220971 10«ewinne zu je 2000 Mk. 42310 117271 161755 805474 818488 28««Winne zu je 1000 Mk. 13123 16464 36500 41110 74016 105190 134449 138124 141878 157082 188172 234978 288993 336820 04«-wiime zu je 500 Mk. 266 46462 70569 89766 94699 96120 106672 116807 126951 171430 182033 182421 189291 196967 203920 205629 210958 213182 366096 262205 804388 305711 842008 343427 182««Winne zu ,« 300 MI. 3127 216047 310629 222639 32241 6 226784 245414 338803 338712 6408 8818 14584 16783 19009 19785 33929 35443 40501 43958 53120 53607 54519 57797 61630 «4781 69403 68560 75261 79377 61233 84987 88488 8SS32 94980 95181 95700 96647 107447 I 12334 114943 124599 125985 129038 130628 141013 142022 142774 146562 149407 151672 171490 173895 177082 173598 178846 130754 195823 201070 204827 205092 206381 214044 217996 225848 226016 229871 235419 237301 241387 243832 244329 247007 248544 255403 257195 259343 266473 270597 278914 280038 290898 291751 292679 293382 294541 295763 297000 304938 305759 309067 309426 812006 319919 321536 326212 326774 331342 337164 342258 Hahn-Maccaroni werden nech einem Jahrzehntelanf bewährten Verfahren eue reinem aueerleeenen HartwelzengrieB hergestellt Wenn man sie nech der jedem Paket aufgedruckten Vorschrift mit reichlich Wasser kocht, wird man erstaunt sein, wie stark sie aufquellen, wie ausgiebig cia sind und wie gut eis schmecken. Ein Mittagessen, wie es preiswerter, wohlschmeckender und nahrhafter kaum gadacht werden kann. Dienstag I.März 1927 Unterhaltung unö AAssen Seilage öes vorwärts Der ersihossene Soldat. von Henri Barbusse. (Autorisierte ilebersetzuns von Otto F l c ch s i g.) Während des Krieges, zur Zeit unseres großen Rückzuges, mußte ich, als Verwundeter von einem Lazarett zum anderen. Ich lag in Breteuil, in Chartres, in Courville, in Brives, und schließ- lich in Plombieres. Auch von dort mußte ich bald wieder fort, weil ich weder den Mönchen, noch den anderen Pflegern fromm genug war. Ob in schwarzen Kutten oder in blauschwarzen Uni. formen: alle meine Pfleger strotzten von Gesundheit, als ob sie alle Dorfpfarrer wären. Aber ich will heute von etwas anderem erzählen. Eines Abends faß ich mit mehreren Verwundeten und Kraulen im großen Saale des ersten Stockwerkes am Ofen, der gegen die Nooemberkälte an. zukämpfen versuchte. Man sprach von Verbrechen, von Unglück und Ungerechtigkeit. Jeder gab eine selbsterlebte Geschichte zum Besten und war dabei zufrieden. Ich empfing an diesem Abend viele Eindrücke, die ich später in meinen Büchern verwandte. Diese Zeilen werden einigen zu Herzen gehen, denn sie streift der Schauer erlebter Wirklichkeit: wie nach alten Legenden Meistereeigen die Zuhörer nicht erschütterten, weil sie mit großer Kunstfertigkeit ge- baut waren, sondern weil die Seele ihres Erbauers aus ihnen widertönt«. Ein Kamerad mit Namen Pierre erzählte uns: „Es gab einen Soldaten, der war standrechtlich erschossen wor- den und lebte doch weiter." Zur Bekräftigung setzte er hinzu, daß er Waterlot Francois geheißen ha««: dieser war regelrecht erschossen worden. Pierre erzählte die Geschichte und er sprach zuerst müde und ohne Teilnahme. Unweit von Mcaurs bei Sezannes lag das 237. Regiment als Reserve des 270., das die erste Linie verteidigte. In der Nacht vom L. zum 6. September 1914 waren die 237er alarmbereit an einem Waldsaum. Sie hatten ihre Tornister abgeworfen und lagen im Halbschlummer eng nebeneinander. An die ständige Alarmbereitschaft waren sie gewöhnt: denn seit Kriegsbeginn war es ihnen fast jeden Tag so ge- gongen. Sie hatten den belgischen Rückzug mitgemacht und schließ- lich, nach vielen raschen Verschiebungen, auch den großen Rückmarsch auf Paris. Immer mußten sie auf den Beinen sein, immer bepackt mit ihrem Tornister. Immer wurden sie angepeitscht, mußten immer tapfer und immer in dieser Hölle sein. Sie waren schon am Ende ihrer Kräfte: da begann die große Offensive, die ihre Strapazen vervielfachte. Vor Ermattung schliefen sie wie tot in dieser Nacht— endlich ein Augenblick der Ruhe, der Ruhe eines Kirchhofs. Aber in der vordersten Linie trug sich unterdes eine schlimme Geschichte zu. Den deutschen Motorgeschützen war es gelungen, sich genau auf die französische Linie einzuschießen. Die 270er waren überrascht und erschrocken: sie oerließen den Schützengraben und flohen, erst zögernd, dann immer rascher, nach hinten. Sie kamen zum Wald, wo die Soldaten des 237. Regiments schliefen. Diese wurden durch die Tritte der durch die Nacht Fliehenden, denen der Teufel im Nacken saß, geweckt und standen, den Dreck von sich schüttelnd, auf. Sie sahen, soweit man in der Nacht sehen kann, dies« verängstigten Gestalten, die chnen wie ein Spuk erschienen. Sie auszuhalten, wäre nicht ratsam gewesen: was also tun? Schließlich erheben sich alle und stürzen mit den Kameraden davon. Aber diese Panik(eine Panik ist bekanntlich etwas Mechani- sches, wie eine Lokomotive, die man auch nicht sofort aufhalten kann, wenn der Führer die Herrschaft über sie verloren hat und sie führerlos dahinrast) dauerte nicht lange. Beim ersten Tagesschimmer verschwand dos Grauen. Versprengte des 327. Regiments formier- ten sich bei dem Dorfe Meaurs: ungefähr dreihundert liefen da zu- sammen, die nun ihr Regiment zu suchen begannen. Zu ihrem Unglück kam ober gerade der General Beutegourd an diesem Sainmelplatz vorüber. General Beutegourd war der Kommandant der Sl. Division: das wor sine Kanaille, wie sie im Buche steht. „Ihr werdet verstehen," sagte Pierre,„daß ich gute Gründe habe, wenn ich ihm diesen Titel gebe, für den sich doch eine Menge Anwärter unter den hohen Stabsoffizieren befinden. Unter oll diesen Ossizieren zeichnete er sich durch besondere Roheit und Gemeinheit aus. Im Felde richtete er die Pistole gegen seine eigenen Leute, ja, er sprach davon, er müßte die französischen Soldaten ausrotten(»eil ihm das bei den feindlichen wesentlich schwerer war). Oft prügelte er Nachzügler und Soldaten, die zu spät kamen, eigenhändig mit seinem Rohrstock. Bei Guignicourt hinderte er die Mannschaft gleichfalls mit Schlägen, das Wasser zu trinken, das die Bevölkerung für sie in Eimern an den Straßenrand gestellt hatte. Noch manche ähnliche Heldentaten weiß man von ihm zu berichten. Begleitet von seinem Stabe ritt er die Straße entlang und traf auf die Reste des 327. Regiments. „Wer sind die Leute?" knurrte dieser gute Herr und war schon wütend. Einer antwortet« ihm. „Was sagen Sie?" Ihr sucht Euer Regiment? Das ist mir noch nicht vorgekommen! Ein Korporal, sechs Mann sind sofort zu erschießen!" Er war gewohnt, daß sein Stab zu allen seinen Befehlen Ja und Amen sagte, so sehr ließen sich diese Offiziere von seinen vcr- xoldeten Schnüren einwickeln. Diesmal aber waren sie unwillig und erlaubten sich die Bemerkung:„Herr General, bei allem Respekt, die Erschießung kann nicht stattfinden!" Sie bewiesen ihm die Un- Möglichkeit: die Truppe war nicht aus einer Schlacht geflohen, denn sie hatte gar nicht Im Kampf gestanden. Bei völliger Dunkelheit. in Ruhestellung, ohne Führer, waren sie in die allgemeine Panik mit hineingezogen worden. Weiter erklärten die Offiziere: Man kann sieben Leute nicht einfach ohne Urteil und ohne vorangegangene Gerichtssitzung erschießen— gerade zu diesem Zweck sind die Kriegs- gerichte da. Zwei anständig« Offiziere, der Colon«! Vezat und der Oberst Richard Bitry(ihre Handlungsweise lehrte uns, niemals die ganze Generalität in Bausch und Bogen zu verdammen und niemals im Block von„den Offizieren" zu reden), hatten erst diese Vernunft- gründe angeführt, die jedoch den General nicht überzeugten: darau, versuchten sie diesen„Sultan", der über Leben und Tod zu ent- scheiden hatte, durch Buten zu erweichen. Nichts half. Der General ließ die sieben Menschen auslosen und befahl ihnen, sich abseits zu stellen. Er selbst blieb da. um sich das„Schauspiel" anzusehen. Diese Grausamkeit des Herrn an seinen Sklaven freute ihn. Es machte ihm auch Spaß, mit Nein! zu antworten, als einer der Ber- urteilten sich vor ihm in die Knie warf, sein Mitteid erflehte und ihm weinend von seinen fünf Kindern erzählte. Ein Echo. Der flusrufer:»Noch länger als zehn Stunöen öarf gearbeitet werüen fürs Allgemeinwohl.. Ein Echo:„... mein Wohl!� Das formale Recht war auf Seiten des Generals. Wann kommt der Gedanke, einen Mord zu begehen, in den Kopf eines Be- rufsfoldaten? Er gibt den Befehl, die Erschießung unweigerlich zu vollziehen, er bleibt dabei, sie abschlachten zu lassen. Und gibt es nicht in Frankreich ein Gesetz, das auch die Soldaten, noch dazu die an der Front, zu schützen vorgibt und ihnen unveräußerliche Rechte zubilligt? Diese Rechte nämlich nennt man„Menschenrechte"! Doch davon reden schon die Witzemacher. Aber wenn die Gesetz« unklar und nicht einheitlich sind, so sagt das nur, daß das Volk dumm genug ist, sich dies gefallen zu lassen. Ich oerstehe es nicht, wic ein Mensch, der ungefähr dasselbe Verbrechen begangen hat wie ein anderer, spazieren gehen und sich überall zeigen kann, ohne daß andere auf ihn mit Fingern weisen oder ihm die Zunge heraus- strecken. Die Sieben wurden in eine leere Scheune gesperrt und gleich am anderen Morgen unier starker Bedeckung hinausgeführt, bis zu emer Mulde, die etwa anderthalb Kilometer vor dem Dorfe lag. Die armen Menschen mußten sich nun in einer Reihe aufstellen... Da unterbrach jemand die Erzählung Pierres, nein, er ftöhme vielmehr wie aus schwerem Traum auf:„Wie kommt es, daß sich immer wieder Leute finden, die bereit sind, ihre Kaineraden zu morden?" Einfach erwiderte Pierre:„Sie finden sich." Man stellt« sie also in einer Reihe auf und verband ihnen mit ihren Halstüchern die Augen, Auch die Truppe formierte sich und hob die Gewehre. Ein kurzes Kommando: Feuer! Die meisten Leute gehorchten, weil sie nur eme Herde armer Tiere sind und nicht den Mut haben, Menschen zu sein. Aber ihr bedingungsloser Gehorsam quält sie.— Als sie die Finger an den Abzug legten, schloffen sie die Augen. Nach dieser ruhmreichen Salve mußte em Adjutant die Er- schießuna. vorschriftsmäßig zu Ende führen. Er trat heran und schoß zweimal auf die, welche noch Lebenszeichen von sich gaben, so daß das Gehirn der Getroffenen herausquoll. Einer von den beiden, der Vater der fünf Kinder, schrie laut auf, als ihm so der Schädel zerschmettert wurde. Da hatte der Adjutant genug von seinen, Werk Er soll vor Ekel geweint haben. Und ging weg. Es gibt solche Leute. Ihr schmutziges Handwerk füllen sie aus, solange sie es können: dann hören sie auf. Man sagt: sie sind bester als die anderen. Ich für ineinen Teil bin anderer Ansicht. Bei solchem Beginnen müßte ein anständiger Mensch schon vorher weggehen. Im Augenblick des Kommandos: Feuer! hatte sich einer wie tot fallen lassen und rührte sich nicht mehr. Um den Bruchteil einer Sekunde sozusagen war er zu früh gefallen. Der Schütze, der ihm gegenüber stand hatte es nicht gesehen, weil er die Augen geschlossen hatte, und der Adsutant auch nicht. Nach dem Abmarsch des Vollzugskommandos war er ver. wundert, nicht tot zu sein. Andauernd überzeugte er sich durch Betasten seiner Gliedmaßen, daß er vollkominen heil sei. Er schlich sich wie ein verängstigtes Wild zum anderen Ende der Mulde, stand auf und lief davon, als ob er vor sich selbst fliehen müßte. Ein« Stunde später sahen die Passanten nur sechs statt sieben Körper daliegen: fünf davon waren Leichen, der sechste Soldat nur verwundet: seine Schenkel waren zerrissen. Er wurde mitgenommen und verbunden. Doch der andere lief ohne Ermatten die ganze Nacht durch und langte am nächsten Tage bei einem Truppenlager an.„Wer mag dieser junge Mann mit den weißen Haaren sein?" fragten sich die Soldaten. In der Tat waren seine Haare schlohweiß geworden, ob» wohl er erst 27 Jahr« zählte: das bewies mir, daß Haare nicht nur in Romanen in wenigen Augenblicken weiß werden, wo so etwas mit großem Effekt zu geschehen pflegt(wenigstens einmal stimm! der wirkliche Krieg mit dem m Büchern geschilderten Krieg überein). In dem Truppenlager erzählte er wahrheitsgetreu seine Ge- schichte. Das war gefährlich: doch er hatte Glück, man lieferte Ihn nicht aus. Als Ueberzähliger wurde er einen, Regiment überwiesen. In den Listen konnte er nicht geführt werden, denn er war tot. und zwar„wegen Feigheit erschossen" worden, wie der Fachausdruck lautet. Ständig war er In Angst, sein„Verbrechen" könne bekannt werden und er würde für seine Ehrlichkeit nun endgültig erschossen werden. � Einer der Zuhörer unterbrach ihn:„Es war«in grober Fehler von dir, daß du uns seinen Namen genannt hast, mein Lieber.... Glaubst du nicht, du hättest uns in seinem Intereste die Geschichte bester ohne Namensnennung erzählt?" „Dem armen Kameraden schadet es nicht mehr," sagte Pierre. „Unterdessen hat ihn eine Granate getötet-, es war gut für ihn. Nun hat er seine Ruhe, und auch du kannst ruhig sein. Eines Tages traf sein neues Regiment an einer Straßenkreuzung auf sein früheres. Dem Verlangen, zu ihm zurückzukehren, konnte er nicht widerstehen.(Die Liebe eines Soldaten für sein« Regimentsnunnner ist merkwürdig: als ob d°«s« Zahl irgendetwas für ihn bedeuten könnte!) Bei seinem ölten Regiment, das ibn auch als Ueberzähligen führen mußt«, wurde er am 10. Juni 101S während des Borstoßes aus. Artois bei Hebuterues von einer Sranale vollständig zerrissen. Es waren gewiß arme Kerle, die die Granate abgeschossen hatten— arme Kerl« wie er oder wie seine eigenen Kameraden, die ihn damals erschießen sollten. Rur das Kommando zum Morden wird ihnen in einer anderen Sprache erteilt. Doch überall hat es denselben Grund, der die Menschen zum Mord ihrer Brüder treibt. „Das ist wahr," sagten die Kameraden., Die Himmelserscheinungen im Närz. Der März ist der Monat, in welchem, astronomisch gerechnet, der Frühling beginnt, nämlich am 21., wenn die Sonne auf ihrer Bahn den Himmelsäquator schneidet. Sie weilt dann für alle Orte der Erde 12 Stunden über dem Horizont, Tag und Nacht sind auf der ganzen Erde gleich. Dieser Schnittpunkt der Sonnendahn oder Ekliptik mit dem Aequator wird deshalb der Frühlingspunkt oder der Punkt der Frühlingstag- und Nachtgleiche genannt, er heißt auch der Widderpunkt, und die Sonne tritt mit ihm in das Zeichen des Widders ein. Man teilt nämlich den ganzen Kreis der Sonnenbahn in 12 Teile oder Zeichen, die man nach den Stern- biidern genannt hat. welche sich zu jener Zeit, als man diese An- ordnung festsetzte, um das betreffend« Zeichen befanden. Run rückt aber der Frühlingspunkt, wie schon vor mehr als 2000 Iahren der griechische Astronom Hipparch entdeckte, alljährlich zwar sehr wenig, aber doch stetig vor, so daß er sich heute nicht mehr im' Sternbild des Widders, sondern in dem der Fische besindet. In Berlin beträgt die Mittagshöhe der Sonne am 21. März 37% Grad, und sie steigt bis zum 31. noch um weitere SM Grad. Am Ende des Monats geht sie schon um%6 Uhr de» Morgens auf, und sinkt um ü7 Uhr des Abends unter den Horizont, so daßjüe Tageslänge alsdann fast 13 Stunden beträgt gegen 10% Stunden zu Ansang des Monats. Der tatsächliche Frühling, der meist erst ini April beginnt, fängt diesmal, wenigstens für Berlin und fast ganz Norddeutschland, schon vor dem astronomischen an— haben wir doch schon in den letzten Tagen des Februar milde Frühlingstempera- wren von 10 Grad Wärme zu verzeichnen gehabt. Die zarte Sichel des zunehmenden Mondes wird erst am 5. Marz am Abendhirnmel sichtbar werden, da wir am 3. März Neumond haben, erstes Viertel ist am 10., letztes am 26., während am 18. der Bollmond die ganze Nacht hindurch das Licht der Stern« überstrahlt. Von den großen Planeten ist der Im Abenddunst schwer er- tennbare Merkur nur in den ersten Tagen des Monats über- Haupt noch eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang am West- Himmel sichtbar, schon am 8. März verschwindet er in den Strahlen der Sonne. Der schöne Abendstcrn Venus strahlt zu Anfang des Monats VA, zu Ende des Monats 21- Stunden lang nach Sonnen- Untergang am westlichen Himmel. Der rötliche Mars durchläuft das Sternbild des Stiers und tonn zu Anfang des Monats 7, zu Ende immer noch S'A Stunden nach Sonnenuntergang am West- Himmel beobachtet werden. Der Riesenplanet Jupiter bleibt unsichtbar, und der Saturn, dessen Ringe nur mit dem Fernrohr beobachtet werden können, ist nur vor Sonnenaufgang über vier Stunden lang am Osthinimel sichtbar, gegen Ende des Monats geht er bereits um Mitternacht auf. Der Fixsternhimntcl bietet den prächtigsten Anblick in den mondlosen Nächten zurzeit des Neumondes, also zu Ansang des Monats. Die Stellungen, welche die Gestirne dann des Abends um 10 Uhr einnehmen, zeigen sie in der Mitte des Monats um 9, gegen Ende des Monats bereits um 8 Uhr, da sie täglich um vier Minuten früher aufgehen. Der zarte Schimmer der Milchstraße zieht sich zu dieser Zeit am Westhimmel in eineni nach Osten ge- öffneten Bogen von Süden nach Norden hin. Die winterlichen, um das prachtvolle Sternviereck des Orion gruppierten Sternbilder, der große Hund mit dem funkelnden Sirius, der kleine Hund mit dem gelben Procyon, der rötlich funkelnde Aldebaran im Stier, die Zwillinge Kastor und Pollux neigen sich an, Westhimmel dem Untergang zu, während man im Nordwesten die �'-förmige Kossiopeja und ganz im Norden nur wenig über den Horizont er- hoben, den hellen Deneb vom Schwan erblickt. Im Süden fällt vor allem der Regulus, der hellste Stern des Löwen, auf, im Südosten die glänzend weiße Spita von der Iungsrau. Auch das kleine Sternviereck des Raben steht im Südosten: die durch seine beiden oberen Sterne gezogene Linie führt unmittelbar auf Spita, wodurch das Aussinden sehr erleichtert ist. Zur Orientierung am Nordhimmel dient am besten die be- kannte Gruppe des Großen Bären oder Wagen: die durch seine Hinterräder gezogene Linie fuhrt in sünsfacher Verlängerung un- mittelbar zum Polarstern und kleinen Bären oder Wagen, währen» seine nach Osten weisende Deichsel aus den Arkturus vom Sternbild Bootes hintührt. Ganz im Norden, sehr tief am Horizont, sieht man etwas östlich vom Deneb die ihn an Helligkeit noch über- treffende weiße Bega vom Sternbild der Leier. Dr. Bt. Man lernt nie aus. Die Magnetnadel zeigt nicht immer nach Norden, sie schwankt vielmehr und diese Schwankungen vollziehen sich innerhalb einer Periode von 962 Iahren. Das Wort„Diamant" ist eine Verstümmelung des griechischen ..Adamas", das..unbezwinglich" heißt und auf die Härte des Diamanten hinweist. Sport. Großboxkampfkag im Sporkpalafl. Um Freitag, dem 4. März, gelangt im Berliner �porlpalast ein Großkampftag zur Abwicklung. Phil. Scott iS6 Pfd.», der hier sehr bekannte englische Schwergewichtsmeister, der wiederholt den Berliner Ring als Sieger verließ, kämpft gegen unseren Schwergewichtler Franz Diener(177 Pfd.). Der Ausgang dieses Treffens ist noch völlig ungewiß, doch kann man vielleichr dem routinierten Phil Scott, der seinen 101. Kampf austrägt, ein kleines Plus zusprechen. Diener soll sich auch in guter Forin be- finden und es wird einen Kampf auf Biegen oder Brechen geben. Im vollsten Maße der Bedeutung des Hauptkampfes entsprechend werden die Rahmenkämpfe sein. Der Holländer Piet van der Beer(200 Pfd.) wird gegen Ludwig H a y m a n n(176 Pfd.) ge- stellt. Dann aber kommt die deutsche Leichtsgewichtsmcisterschaft zwischen dem Titelhalter seit 8 Jahren Richard R a u j o k s und dem rterausforderer Fritz E n s e l zur Entscheidung. Naujoks trifft.zum dritten Male auf"Enscl, deir er bisher immer schlagen konnte. Schließlich bestreiten oen vierten Kampf Hein Domgörgen und Bruno Frattini._ Geschäftliche Mitteilungen. Ziel», Sarl Hageilirck tritt mit dkm heutigen I. Marz in den letzten Mannt feines erfolgreichen Berliner(Saftfpicls. Am 1. April wird er bereits ander- wärks aaftieren, da feine AuslandsverpfUchtungen eine weitere Ausdehnung feines Wirkens in der Neichshauptftadt nicht gestatten. Sein neues März- Programm hat hirkus Carl Hagenbeck noch einmal zu einer Sehenswürdigkeit allerersten?!anges gestaltet. Es bringt eine Reihe neuer und ausgezeichneter Artisten auf den Plan, fo die Gebrüder Sandarow, verwegene Luftturner, Davrd und Goliath, die straft mit Humor zu paaren wiffen, und die vier Bannes mit ihrem hochoriginellen Musikalakt. Des Haufes Carl Hagcnbeck würdig find die neuen Tierdresturen. darunter eine innerhalb dreier Atonale abgerichtete Elefantengruvoe und eine Schar sibirischer stamele, die mit den zehn Bebras zusammen„atbcUen". Außerdem zeigen sich Tiger, Löwen, See- löwen, der See-Elefant, das'Nilpferd, die edfen Pferde, und die klassische nirkustunft wird besonders gepflegt durch gute Reiterei und die unentbehrlichen Elomn», bei Carl Hagenbeck die lustigsten ihrer stunft. Sarrolani« Berliner Premiere als Feftoorftelluug findet am Donners. tag, Z. März, pünktlich 7'A Uhr, in der Reuen Autoyalle staiferdamm statt. Es sind zu ihr sämlliche Reichs-, Staats- und stommunalbehörden sowie alle Veelreier fremder Staaten eingeladen worden. Die Ehrenlogen dieser Gäste sind mit den Rationalsarben ausgeschmückt und es wird sich bei dieser Premiere ein farbenprächtiges Gefellfchaftsdifd entrollen, wie es feit den kiafstfchen Tagen der kaiserlichen tzirkuste in Paris, die der gesamte Hofstaat zu besuchen pflegte, nie wieder ein Zirkus bieten konnte. Die FestvorstcllunJ beginnt Mit der derlldmten Sarrasani.Parad«: Alle stiinstler der 8? bei Earrafani vertretenen Nationen und alle Tiere, mit Ausnahme der in stäfigwagen gehalte» neu Raubtiere, werden im Triumphzuge die Arena durchschreiten. Die stünftler nehmen dann auf einer großen Freitreppe Aufstellung, und der Siouxhäupt- fing Big Snake spricht fernen Gruß an Berlin. Diese Parade findet nur in der Eröffnungsvorstellung statt. ERIK CHARELL BRINGT IM: GROSSEN SCHAUSPIELHAUS Grosse Posse mit Gesang und Tanz von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer Musik von Walfer Kollo und Willy Bredschnelder Regle; Rudolf Bernauer Wtc-eUisS- Aus der Bilderfolge: Anno Tobak Im Zeichen der Krinoline OrUnderJahre Funkzauber MusIWal. Leitung: Dr. Ernst Römer Buhnenfolge und Kostflmo: Ernst Stern Tänze: Louis Douglas von Paquet.Leon Gesamte Kostümausstattung: Theaterkunst: Herrn. J.Kaufmann mit ALFRED BRAUN � CAMILLA SPIRA WILHELM BENDOW � PAUL WESTERMEIER LISELOTTE DENERA-- LOTTE DO'MSCNIHSKI/ EVA MELD ✓ MAR. CIARETE KUPFER ✓ ELLEN V. PLESSOW � HUQO DOBLIN ✓ LEOPOLD V. LEDEBUR-- ERNST PITSCHAU/ CURT V. WOLOWSKV BERT BLOEM/ V. GOTH/ ERICH NÜRNBERGER jpQ M PARKERS JAZZORCHESTER NEW YORK ___ J | PIA WO K I D P I BT] j PERMANt BROTHERS] f THB SUW5KIWE OIRLS"]| MOSKAUER KUNSTLERCHOR|| 10 LOLIPOPS"! PREMIERE: MITTWOCH, 2. MÄRZ, 77» UHR Der Tteincrtrag säm'Uchtr Auffähranem wird der Funkelande X. 0. für eKüneilet in Not» lageführ I. Der Vorverkauf(10 b i* 6 Uhr anantirbroehen) hat begonnen, Heute bleib! das Theatsr wegen Vorbereitung z. Premiere geschlossen Volks büh nel ÜiMter an BälawDlali Täglich 8 Uhr; Volpone Morgen 3 Uhr: Traonispie] Th. in Sdiifftiaaertanim I 8 Uhr: Das Grabmal des onbekaneten Soldaten. | Komische Operj Allabeodlicb SV. Uhr: Bünden der"Welt Die weltstädtische 1 James» Klein» Revue| I TiiMiertesM d III lllir nagltArodn jeHfoef.| ICASINO-THEATER s Uhr: Ein Tag im Paradies I aumir; Familie Habenichts! j AntMhBelden Gutschein 1—4 Pcrs. Fauteuil nur 1 Mk, Sessel 1» Mk. Staats-Theater Opernhaus a.Plalzd.Repnbl. Ti, U.. Mona Lisa Schauspielhaus 8 Uhr: Per Qyn« Setiiller. Theater 8 Uhr: Razzia Wlsdie Dpsi Chsriouenburg 7", Uhr: lielM.WWIm TOD WiDdtOI Abqnn.-Turnus III. lenlÄD! IDeater Norden 10334—37 8 Uhr Bonaparte von Fritz von Unruh iiezü Gustav Härtung Connerstag, den 3., Manta-, den I. «Reiscnao Sonst täglich Bonaparte Kammersptele Norden 10334—37 8 Uhr: Die Gefangene von Bourdet iiszi«: Max Reinhardt Die Komödie Bismarcs 2414, 731 d 8'/, Uhr; Die Perle von Trisun Bernard Rezli; fontu Inriugi SCAlA Nollendorf 7360 Henle 8 Uhr: Premiere mit netropoi- Töeai. Täglich 8 Uhr; MntDriDzrä "fhaiia-TDcaier 8 Uhr: Brl. HrstauiiQhrung Der mittige Seefahnr Trlanon-Thealer SV, Uhr; AiisieigeDDartier Ehilritl iDSiadliän nttoti« «llntnrj-Blr.sin I vis Künstler-Th Ridurd Ttubrr, fiiteC;#� üerZarewilscn vessins-Theatcr 8 U.: Der Patriot lUi'ner, tsrr.rr Lustsplelhaus 8'/( Guido Thielscher Bona-- ein Junge Reichshallen.Theater 1 Abends 8 Hur u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger On wundervollk FebrnsrPiDjranin! j®. Nadunittaas: balbe All». volles Aofilüillll! Uönhoff-BrottM Varletd, Konzert, Tanz. Wallner- Theater 8' 4 Der Schlager 8'/, Das blonde Wunder Kaller- Keime Tsteater Im Admiralspalast Täglich 8'/, Uhr Anitaus ■■ EISENSTEIN ÄesiSrae�ieiEas 'POTEMKIN' 6, 8,10 Berliner IIHt-TriO Neukölln, ww Lahnstr.7i/7S � Neue Well A. Stbolz Haseiitaetae 108-114 Dienstag, i. Bin(Faslnaehl), sowie llglleb:| Bockbierfest I In den bayerischen Alpen- 8 Kapellen Nene Dekorationen— 30 bayerische Madl u. prömUenuS d. ärOSLmaiuilsudieai stcuiiM 3 bare Geldpreise 50.—. 30.—, 20.- Mark| Anmeldungen von 8—10 abends an der Kasse außerdem: B raten eloos ganzen Ochsen auf dem Rlescn.Lucullus.Bratapparat Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr | VoranieUd: MUiwom. den 2. Kürz 1921:! ioihierftst mi GfoBer llpenbali in Benfasesaailen. waibauii-Tueai. Jfeirbetgurej lizl. 81', Es war einmal in Heidelberg mit d. Schlagerlied Ichhab'melnHenln ileidelberg verloren Vorzeig. SO�feErmäß KäteScnmidi-Samsl Gaston Briese Th. Könis'räti St. Hasenheide 2110 8 Uh,: Die treue Nymphe Elisabeth Uergner HomAdieBltana Norden 0304 8 Uhr; Dow-Calais ifeberh. t. Thtllaaiu. Smumtiv. Bose-Theater «>/. Uhr: Das MäddiiD W ösrLanslslrasjB lentral« Thealur Täglich 8 Uhr: Dtr blonde Zigeuner Ozuitti rn Ivtii Kispf. hn.■. imlk. Uttgzg: S.Witiertug, AlfnzuDa. lieio, Kiinudi. Powe« Tanz• Elefanten I sÄF"" Jetzt-4 IWINTERQ ARTENj im lUn.Spielpuui: Ferner: 1 Prot. Wlescntbal> Klara Karry I in ihren Vorträgen. 10 Koe™fK?ai4e 10 lAEENBECK Das Marzprogramm Pin« gg SeHeNsWQRdIqKeI.t BERl>NS NEUE Orts euren NEUE Arh'sfen ■. NEUE7«�Wjne Lefzer MonaM ____ Klti n* PrrTj e Fasinachl fuMliS an Berlin! Sechs Jahre sind verflogen seit meinem letzten Berliner Gastspiele. Schwere Jahre, erfüllt von Leid und Bitterkeit, durchrast von den Nachwehen des Krieges, vom Schrecken des Inflationswahnsinns. Wie der Phönix aus der Asche aber entstieg schließlich dem großen Weltbrande des Elends der deutsche Genius, jugendfrisch, Zeitalters packend.---------------------------------------- aus allen Zonen in Berlins gewaltigsten Hallenbau einziehe, selbst gekräftigt und bereichert durch die Erlebnisse und Erfahrungen einer zweijährigen Fahrt durch Südamerika, den Kontinent der Zukunft, dann soll das ein Symbol sein, ein weithin sichtbares Zeichen für den ungebrochenen deutschen Geist, für die durch keine Macht der Welt niederzuschmetternde deutsche Zähigkeit, die in des Deutschen Reiches Hauptstadt sich verkörpert. »» » Achtmal hat Berlin Sarrasani zugejubelt. Nun kommt er des neunte Mal: großartiger denn je: JDie schönste Schau zweier Welten", wie ihn der Volksmund in Südamerika getauft hat In der Neuen Autohalle am Kaiserdamm, die mir der Reichsverband der deutschen Automobilindustrie zur Verfügung gestellt hat, in dieser größten Halle Europas will ich täglich 15 000 Zuschauem Schauspiele zeigen, die in der Geschichte der Neuzeit beispiellos sind. In den kolossalen Hallenbauten zu Frankfurt und zu Stuttgart haben meine Vorstellungen Zehntausende in Bann geschlagen. In Berlin will ich mich selbst übertreffen- «» * Stets und grundsätzlich war es mein Streben, kraft eigener Ideen und kraft eigener Arbeit Eigenartiges, echt Persönliches zu schaffen. Nie habe ich fremde Scköpfungen naengeäfft. Das amerikanische System der drei Manegen, deutschem Wesen und deutschem Schauen zuwider, verwarf ich. Aber ich habe den engen Ring der!3-Meter-Manege gesprengt und eine große Arena geschaffen. In ihr bringe ich Massendarbietungen, wie sie im alten Manegeringe nicht möglich waren. Viel habe ich in Amerika gelernt neuen Auftrieb gab müder gewaltige Rhythmus jener jungen Staaten auf der südlichen Erdhälfte, neue Ideen wehte mir der weltenverbindende Atlantik zu; aber deutsch, echt deutsch ist meine neue Zirkusschau, eine Frucht deutschen Geistes und deutscher Arbeit »* » Alles; was ich auf jahrelanger Fahrt durch zwei Kontinente an Schönem, Interessantem, Sehenswertem gesammelt habe, bringe ich als künstlerische Ernte den Berlinern. In meiner Arena tummeln sich die tollkühnen Reiter russischer Steppen neben bronzefarbenen Tänzerinnen aus Indien, schwarzen Söhnen des tropischen Afrika,| mir die stolzen, heil des sonnendurchgli Kreolen. Riffkabylen wirbeln über den Sand, nordamerikanische Cowboys rasen durch die Arena, und der souveräne Siouxhäuptling Big Snake, den die Regierung der U. S. A. auf Grund besonderer Abmachungen mir sandte, führt seine roten Recken in meinen Ring.„Völkerbund in der Arena" hat man dies neuartige Schauspiel genannt das ich nun im großen Stile in Deutschlands größtem Hallenbau zu Berlin zeigen werde. Den breitesten Massen des deutschen Volkes will ich in farbenprächtigen, musikrauschenden Bildern die völkerversöhnende Idee unserer neuen Zeit vor Augen stellen. 504 Vertreter von 37 Nationen aller Erdteile, 400 Tiere aller Zonen(darunter meine berühmten 25 indischen Elefanten, 200 edler Rassepferde) vereinige ich in metner Welt- Schau. Schönheit Freude, Heiterkeit Spannung, Unterhaltung und Belehrung will ich in vollen Strömen ausgießen über die Massen der Bevölkerung. •• » Dem Volke darf der Zükus nicht durch hohe Eintrittspreise verrammelt werden. Ich habe heute dieselben niedrigen Preise wie im Jahre 1914. Für 50 Pfennig schon wird man alle Wunder meiner Schau erleben können. Der beste Logenplatz kostet bei mir nur 6 Mark trotz dreifacher Steigerung aller meiner Unkosten. Ich halte diese niedrigen Eintrittspreise durch:_weil ich, dem die Völker Südamerikas zugejubelt hab den brennenden Ehrgeiz ha Südamerikas zugejubelt haben, den sie jenseits des Ozeans behalten wollten, h(d>e, biet«:, die mit dem strahlenden Glänze exotischer Herrlichkeiten, dem schillerndem ganzen deutschen Volke eine Schau zu im Funhliaiis! Abends 7 Uhr: Absdiied vom Karneval anl dem Dradienlels. Das neue Programm I Eintrittspreis nur 2 Mk. Kostüm erbeten. Kostüm erbeten. den Reichtum phantastischer Bild«, dem Glitzern und Funkeln märchenhafter Pracht— graue Gegenwart überstrahlt und Millionen aufatmen läßt im Reiche d« wahren Volkskunst Ich grilBe Dich, Berlin, des Deutschen Reiches Hauptstadt I Hans Stosch- Sarrasani Eröffnung: Donnerstag, 3. Mörz, Autohalle Kaiserdamm Vorverkauf: Theaterkassen Wertheim. Eintrittspreise 30 Pf. bis 6 Mk. Täglich 7 10 Uhr. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag auch 3 Uhr. Indlanermiedlung täglich(außer Mittwoch, Sonnabend und Sonntag) geöffnet 11 bis 3 Uhr.— Eintritt 1 Mk., Kinder 50 Pf. Vorträge, vereine und Versammlungen. # Reichsbanner»Schwor, Rot-Gold". willkommen.— Pankow(Kreis):«ameradichastsversaininlungen Karow mit Untergruppen, Buchhol,, Blankenburg IIb Uhr bei Klix. Ncstaurant«Zum Bankgrafen". Karow. Tagesordnung: Bericht, Vorstandswahlen, Vorschläge zum Kreisvorstand. Anträge.— Prenzlauer Berg! Bo., d. 8., Ii, Uhr. Volloers, im Altersheim Tanziger Str.«2. Engere Vorstandssttzung am Mi. fällt aus. Erweiterte So.. 8 Uhr, bei Burg.— Henuigsdorf: Di., d. 1., 8 Uhr,»ei Wolter, Lauptrers. Erscheinen Pflicht.— Lichtenberg»ebft Untergruppen: Mr., d. 2., Uhr, Antreten bei Schulznk, Frankfurter Allee 188, mii Fahnen und Tam» bourkorps zum kleinen Marsch noch Biesdorf. Anschließend Verl. Erscheinen Pflicht._ Sie Abhängigkeit her menschlichen Seele»o« Materiellen, lleber dieses Thema spricht tn einer öffentlichen Persammlung der Neuköllner religiösen Sozialilien Dr. med. Bahrmann am Donnerstag, 8. März, 7V| Uhr, im Gt. meindesaal der Nikodemuskirch«, Neukölln» Nanseuftr. 12. Der Eintritt ist frei. Vereinigung»er Frenud«»ou Neligio» uuh Pölkerfriedeu. Freitag, 4. März, vormittags 10 Uhr, findet die Frühiahrs-Einsegnung der Kinder in der TrinitatiÄirche Eharwttenburg, Karl-August.Plaß, statt. Freunde unserer Bewegung sind dazu herzlich eingeladen. Soiuttag, 6. Marz, spricht Genosse Pfarrer Bleier tn derselben Kirche im Rahmen einer religiösen Feierstunde über da» Thema.Der Kamps um da» Brot ein heiliger Kampfs Gesellschaft sür Erdkunde zu»er«». Allgemein« Sitzung Sonnabend, 8. Mörz, 7 Uhr, im großen Hörsaal des Kunstgewerbemuseums, Berlin GW. 11, Prinz-Alliiecht-Str. 7—8. Vortrag des Herrn Dr. H. Mortensen-Göttingen: »Geographisch« Forschungsreise in Chile 1028" smit Lichtbildern). Sozialististbe flrbeitersugenö Groß-Serlw. Die«rieitsgcmeiuschast de« Genossen Geotzmaun beginnt Dienstag. 8. Mörz, 7id Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Interessierte Senolsen können sich noch melden. Thema:..Marristische Wirdschaftslchre. Die Arbeitsgemein» schast ist aus längere Jett gedacht." Mteiluugsmikgliederversammlungen. Dienstag, VA Uhr: Wcddiug.Rord: Jugendheim Turiner, Ecke Seestraße.— Steg«« Ii Jugend. heim Albrechtftr. 47.— Wanusee: Schule Charlottcnstratzc.— Paukow: Jugend. heim Eörschstr. 14.— Halensce: Schule Ioachim-Friedrich-Str. 85—36, Friedrich, Ebert-Gedeniseier._ Wetterbericht der Sffenllicheu Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend (Nachdr. Verb.) Meist iiärkcr bewölkt und ziemlich mild, etwas Regen.— Zür veulfchlond: Im Süden und Osten meist trocken, sonst wechselnd be- wölkt und zeitweise etwas Regen; weiterhin mild. 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Vonnerstag. de» 3. mflrj, T Uhr. im Sltzangsfanl abends des Cinlenflc.«3 85 VerbandsHnuse», Branchenversammlung der Betriebsrohrleger. Tagesordnung: 1. Stellungnahme «r Tarlsdeweguna In den VBMI.» etrieden. 2. Verbands» und Branchen- «mgelegendeiien. Mitgliedsbuch iegilimiert. Es Ist Pflicht aller im DMB. organi» perlen Betriehsrohrleger, zu dieser Ber» sammiung undedingl und pünktlich zu rrscheinen. da zu augerordenlllch wichtigen Fragen Stellung genommen wird. ***'""'! Betriebsräte Die Belr�ebsrüte.Zeitlchril, Nr.««1 erschienen»nd kann gegen Vorlegung der Lkgltimationskart« des Betriedsrat»- ohmannes in unserem Bureau, Zimmer 5. oder nach 4 Uhr im Zimmer 4 entgegen genommen werden. Achtung! ßlxWjZM Achtung! Die vranehen.Uertrnuensmanner. »onlerenz der«tempner finoel erst vi- Donnerstag, dem 24. März, statt. Die Ortsverwatkung. Schon wieder hak der Tod einen der Unsrigen an sich geriffelt. Freitag. den 25. v. M., verstarb unser lang» jähriger Genosse Paul Rusch Weserstr 174. Wir vertieren in ihm «wen stillen, aber zähen Mitstreiter. Ehre seinem Andenkeni Einäscherung: Mittwoch. 2. März. abend» 6 Uhr, in Baumichutenweg. Regtie BeleiUgung der Genossen er- wartet Die 92. Abteilung. Juergens Alexanderpfah stottetn beseitigt da« neu sprachpsychische Fach- sallemil! Prosp frei. G. Naeckrt, Berlin- Wilmersd., Branden» burgische Str. 18 I Winsstraße 60 zum 25 jährigen Parteijubltäum biej herzlichsten Släckwünsche! J Ol« 24. Ableitung i.«vieiiung-j SiVSS»0»»S Verkäufe »«Hmaschinrn 25,—, 85�-, 60,—. Echrewe, Schleiermacherstraß« U. gwel Teppiche, gebraucht 260/300 88,— unb 250,'350 20,—. Einzelstüche mit kleinen Webfehlern 50 ozent kauf mer» ohne Ausschlag. Türks pp-Rähmaschinen gegen 8-Rark. Wochenraten. Wlosik, Brunnenstraße 185, zwischen Rosenkhalerplatz und Invali. denstraße. Norden 118._ Abeffixterpumpen, Ersahteil«. Sprist. pumpen, allerhllligst. Auf Wunsch auch Aufstellung. Pumpenfabrik Garten» ftraße 78.' Leiterwagen, Schubkarren. Einzelräder. 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