Kr. 106 ♦ 44,?ahrg. Ausgabe A Nr. S4 Bezugspreis. «Sch-ntUch 70 Dl-nnl«. monatli» 8.- Reichsmarl ooram»a iiibot. Unttt ttreiubanb für DeullchianS, Soiaia. Saar» und ZRemtlacbte: Otflecictdi Litauen. Luiemdur« 4,50 R-ichsmarl. für da» Bbtifl« Busland 5,50 Reichsmorl uro Monat. »er.LorwSris' mit der Multrier- ten Sonntagsbeilage»Voll und Zeit' sowie den Beilagen.Unierbaltung uno Wissen'.Bus der Kilmwelt'. »Krauenilimme'.Der»inder- sreund' Luaend-Borwärts' und .Bült in die Bllcherwelt' erscheint wochentäglich tweimal. Sonntags und Montags einmal. Telearomm-Abreile: �Zozialdamolra» Berlin» Morgenansgabe f Nevlinev Volksvlatt (�10 Pfennig) Anzeigenpreise: Di«»insvaltta» Nonvareive. »eile 80 Psennla. Reklameteile I,— Reichomarl..ltleine Tin, eigen' da» settaedruckle Wort 25 Pscnni» sguISssla»wei lettaedruikse Wortes, lede» weitere Wort 12 Bsenniq. Siellenaeluch, da, ersl« Wort lli Pfennig, iede» weitere War« 70 Pfennig. Worte Ober 75 Puch- Naben»Lblen fllr»wei Worte. Arbeitsmarkt Neile 80 Plennia. Samilienanteigen iilr Abonnenten keile 40 Pfennig. «rueiaen für die n»chNe Rummee mMen bis 4'4 Ubr nachmittags im Kauptgeschilft. Berlin SW W. Linden- NrabeZ. abgegeben werden. Gebllnet von Sld Ubr trllb bis 5 Ubr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen parte» Deutfchlands Neöaktion und Verlag: ö erlin EW. HS» Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Freitag, den 4. März 19Ä7 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. bS, Linüenstr.Z Postlchecklont»! Berlin S7 53«- BanNonto: Bant der Arbeiter. Augesteltcn »ad Beamten, vallslr. 05: Willaato-Sesellschast. Devolitenlall« Lindenltr. 5. Rußlanööebatte im Unterhaus. Die Mehrheit billigt die Note Chamberlains. London. Z. Mörz. sWTB.) Im Unterhaus standen die De> ziehunfen zu Ruhland zur Erörterung. Einen Vorgeschmack der herrschenden Spannung erhielt man bereits, als Kenworthy (Arbeiterpartei) den Premiermtnister fragte, ob seine Aufmerksam- keit auf die Rede Birkenheads am Sonnabend nachmittag ge- lenkt worden sei, in der dieser die russische Regierung «in«„Junta ausgeblasener Frösche"' genannt hat. Prc. mierminister B a l d w i n erwiderte, seine Aufmerkiamkett sei nicht auf diese Rede gerichtet. Es'ei jedoch nicht üblich und auch nicht rnöglich, dah einzelne Minister das Kabinett über den Warilaut besonderer Reden zu Rate ziehen. Die Politik und die Ansichten-der Regierung in der nisiischcn Frage seien m der Chambertain-Rate eingehend dargelegt. Kenworthh fragte hierauf, ob Birken- head in seiner Rede nicht dasselbe Vergehen begangen habe, das die britisch« Regierung der Sowjetregierung vorwarf, nämlich V e. s ch i m p s u n g einer anderen Regierung. Hier erklärte der Sprecher, dies könne zetzt nicht erörtert werden. Nachdem der Liberale Sinclair Kritik an der Regierung geübt und'der Konservative Sir Robert Horn« ihr Verhalten gebilligt hatte, führte der Führer der Arbeiterpartei, Ramsay Macdonald au», er verteidig« das Handelsabkommen, die britischen diploma» tischen Beziehungen mit Rußland hätten dem Handelsabkommen niemals eine Chance gegeben. Er wies daraus hin, daß, als Lord Eurzon unbestimmte Proteste erhob, nichts geschah, als er jedoch bestimmte Punkte aufwarf, wurden sie behandelt. Das Han- delsabkommen werde durch die Propaganda der Konservativen g o» tötet. Seiner Ansicht nach komme die Jtole zwei Jahre zu spät. Es sei ein großer Fehler gewesen, die Ding« treiben zu lasten. Er zögere nicht, zu erklären, daß, wenn er im Amt gewesen wäre, eine Rote lange vor 1927 gesandt worden wäre. Er wisse nicht, ob die Rot« in der Sprache ebenso scharf gewesen wäre wie die in einigen Teilen der Rote Chamberlains gebrauchte Sprache. Aber or glaub«, seine(Macdonals. Red.) Rote würde im Wesen schärfer ge- wesen sein. Das Foreign Office habe mit dem Dorschlag begonnen, mir dem sie alle übereinstimmten, daß kein Land die Ein- Mischung eines auswärtigen Landes in seine eigenen Angelegenheiten dulden könnte.(Beifall.) Er glaube, die Arbeiter- partei sei die einzige Partei, die das sagen könne. Macdonald erklärte, die Karikatur eines Ministers sei kein berechtigter Gegenstand für eine Beschwerde des Foreign Ofsic«. Zeitungsartikel, die hier oder in Rußland veröffentlicht werden, dürften nicht der Gegenstand amt- sicher Vorstellungen sein. Außenminister Chamberlaiu erwiderte, er habe mehr als einen bestimmten Protest gegen be- stimmte Handlungen der Sowjetregierung erhoben oder erheben lassen, und die Regierung habe kein« Genugtuung auf diese bestimmten Proteste erholten. Chamberlain führte weiter aus, daß die dlplomokischen Beziehungen mit Bußland nicht abgebrochen werden. Er habe der britischen Regierung dringend Geduld und Nachsicht anempfohlen angesichts einer sortgeseftten Heraus- forder ung, wie sie Grohbritaimien niemals zuvor von irgend- einer Nation zu ertragen hott« und für die es kein« Parallel« gäbe. Er erkenne jedoch, daß es Grenzen gäbe, über die hinaus diese Geduld nicht erträglich sei. Die Regierung sei der Ansicht gewesen, daß es, bevor ji« zum Aeußersten schreitet, recht sei, die Aufmerksamkeit der Sowjetregicrung auf die ernste Natur der Beschwerden zu lenken, die sie erhoben hat, und ihr noch Gelegen- heit zu geben, ihr Verhalten den gewohnten Regeln des inter- nationalen Verkehrs anzupassen. Die Regierung behält sich das Recht vor zu urteilen, sowohl bezüglich der Zweckmäßigkeit irgendeines Schrittes, der in Aussicht genommen wird, als auch bezüglich des Augenblicks, wann er getan werden soll. Chamberlain fuhr fort, er habe bei jeder Gelegenheit die Sowjetoertrcter in England aufmerksam gemacht, daß die britische Regierung sich nicht über eine gelegentliche Handlung oder irgend- einen Bruch des Abkommens durch einen unbotmäßigen und un- kontrollierten Beamten beklage, sondern über eine fortdauernd« und allgemeine Mißachtung des ersten und hauptsäch- lichsten Zwecks des Abkommens. Chamberlain bat Macdonald, der die Verhältnisie kenne, nicht die Sowjetregierung in irgendeinem Zweifel darüber zu belasten, daß er dieselben Forderungen stellen würde, die die Regierung stellt. Chamberlain führt« eine Aeußerung Snowdens an, daß die Tätigkeit der Bolschewiften unmittelbar hauptsächlich gegen Großbritannien gerichtet und daß der antibritische Charakter de» Aufstandes in China ans bolschewistischen Einfluß zurückzuführen sei. Chamberlain sagte, er hätte diese Aeußerung Snowdens nehmen und in feine Note einfügen können. Es handle sich nicht um eine Rede hier und dort, es handle sich nicht um Ausbrüche irgendeiner Person, sondern um vorsätzliche Anstiftung der Welt- revolutlon und vorsätzlich« Einmischung in die innerer, An- gelegenheiten anderer Nationen. Wer könne behaupten, daß die Handlungen der Sowjetregierung nicht eine klare Verletzung der feierlichen, im Handelsabkommen gegebenen und In späteren Ab- machungen wiederholten Verpflichtungen seien. Welchen Wert habe es. wenn er angesichts derartiger taiiiufym ühcx ein neues Ad- zm Ich kommen verhandeln würde. Dies fcf die einzige Frage, die er zu beantworten habe. Es könnte gefragt werden, weshalb die britische Regierung die äußerste Geduld angesichts der täglichen Herausjorderungen gezeigt habe. Er erklärte, die Politik der briti- scheu Regierung sei vorgeschrieben und eingegeben gewesen durch den ernsthaften Wunsch, den Frieden der well sicherzustellen. ur Beschwichtigung der Fehde beizutragen, die die Zivilisation er- 'üttert habe. Chamberlain erklärte, die gesainte britische Außenpolitik sei daraus gerichtet gewesen, Argwohn und die Elemente der Störungen zu beseitigen und den Frieden Europas und der Welt zu stabili- sieren und die britische Regierung sei der Ansicht gewesen, daß«in Bruch mit Sowjetrußland, nachdem sie einmal diese Beziehungen aufgenommen habe, seine Rückwirkung auf andereLänder haben müsse, wenn er plötzlich erfolgt oder bevor die Welt oesehen habe, welcher Art die Herausforderung sei und bevor die Welt in der Lage sei, die Verantwortlichkeit zu bestimmen. Lloyd Georg«(liberal) sagte, diese Erklärung Chamberlains sei außerordentlich verständig. er billige vollauf diese allgemeinen Linien. Zu den anderen Minister- reden gegen Moskau fragte Lloyd George, ob man die Bolschewiften, wenn man diplomatische Beziehungen mit ihnen habe, in dieser Weise angreifen dürfe. Man lade Leute ein, in seinem Laden zu taufen, und dann gehe man auf die Straße und nenne sie Mörder und Diebe. Am Schluß der Debatte wurde ein liberaler Abänderungsantrag, das Gehalt Chamberlains zum Ausdruck des Mißtrauen» um lüv Pfmck» zu kürzen, mir 271 oegen 146 Stimmen ab» gelehnt.' Die Waffensuche im Arsenal. Christlich-sozialer Wahltrick. wieTl. 3. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Gerüchte, daß im ehemaligen k. u. k. Arsenal, jetzt gemeinwirtschastlich« Industrie- betrieb, das Hauptwaffenlager des Republikanischen Schutzbundes sei und dort mehrere Tausend Gewehr« und Maschinengewehre beschlog- nahmt worden seien, haben bisher, wie die Blätter melden, keine Be- stätigung ersahren. Mit zahlreichen Arbeitern fanden sich auch Ordner des Republikanischen Schutzbundes in der Näh« des«he- maligen Arsenals ein, dos von der Polizei abgesperrt worden war. Dies« brauchte nicht einzugreifen, obwohl die Ansammlungen bi» in den frühen Morgen andauerten. Unsere Genossen werden selbst- verständlich die Angelegenheit im Parlament zur Sprache bringen. Entlarvung im Parlament. Wien,?. März.(Eigener Drahtbericht.) Der Einbruch, den der christlichsoziale Heeresminister B a u g o I n in dos Arsenal unter- nommen hat» stellt sich jetzt immer mehr als ein typisches Wahl- Manöver der Regierung heraus. Seipcl hoffte, daß er im Arsenal Waffen des Republikanischen Schutzbundes finden wüld«! er wollte damit die Wahlagitation bestreiten. Deshalb hat man durch irgend jemanden eine Anzeige erstatten lasten, daß Einbrecher in das Arsenal eingedrungen wären. Am Mittwoch wurde dieser Einbruch durch die Wehrmacht inszeniert. Tatsächlich ist das ganze Kor- gehen des Heeresministers ungesetzlich. Im Parlament hat Genosse Dr. Bauer anläßlich der Be- ratung des Wahlgesetzes die Angelegenheit zur Sprache gebracht und festgestellt, daß es sich dabei um einen Mißbrauch der Amts- g e w a l t handelt. Bauer verlangte, daß gegen den Wehrmmister und gegen den Führer der Expedition ein Verfahren eingeleitet wird. Im übrigen stellte er fest, daß nicht Kriegsmaterial, sondern Altmaterial beschlagnahmt wurde, das im Arsenal unter Kontrolle eines Vertrauensmannes der Regie- rung verwertet wird. Sritiscbe Krieaskoften. Erste Forderung 29 Millionen Mark. London, 3. März.(Eigener Drahtberichl.) Die Regierung hak im Unterhaus 950 000 Pfund für die Entsendung der Truppen noch China verlangt, wovon allein für den Truppen l r a n s p o r t zur See 530 000 Pfund Sterling. Die Arbeilerpariei bekämpf» diese Forderung. StanSrecht in Schanghai. London, 3. März.(Eigener Drahtbericht.) Tschangtschungtschang, der neue Kommandeur von Schanghai, hat die Maßnahmen seines Borgängers zur Unterdrückung jeder kaittonfreundlichen Agitation in Schanghai in verstärktem Maße aufgenommen. Er hat Bestimmungen erlösten, um die Eisenbahnen vor der Agitation der Kuomintongpartei zu schützen. Seine Offiziere ermächtigt er, jeden Agitator standrechtlich zu erschießen, der versuchen ,ollte, die Organisation der Elsenbahnen zu unterminieren, sowie jeden Eisenbahner, der bei Zerstörung von Eisenbahnanlagen und Einrichtungen bettosfen wird. Umbau öer Arbeitsnachweise. Grundsätzliches zur bevorstehenden gesetzlichen Neuregelung. Der soziale Ausschuß des Reichstages hat sich den durch- schlagenden Argumenten sozialdemokratischer Kritik über die Unzulänglichkeit der vorgeschlagenen Organisation des Ver- ficherungsträgers für die künftige Arbeitslosenver- s i ch e r u n g nicht oerschließen können. Die Beratungen über diesen Test des Regierungsentwurfs wurden deshalb aus- gesetzt und die Regierung aufgefordert, eine neueBorlage einzubringen. In den nächsten Tagen wird sich der Reichsrat mit den neuen Vorschlägen der Regierung zu beschästigen haben, als- dann werden die entscheidenden Beratungen im Reichstage beginnen. Es ist deshalb notwendig, Klarheit über Auf- gaben und Ziele dieser gesetzlichen Neuregelung zu schaffen. Ucber eine zentrale Frage besteht bereits weitgehende Uebcr- einstimmung im Reichstage: d':- künftige Arbeitsmarktorga- nisation muß ein einheitlicher Organismus sein. Damit ist jedoch zunächst nur die formale Seite des Problems klar- gestellt, wobei es natürlich keinem Zweifel unterliegen kann, daß auch eine rein organisatorische Vereinheitlichung erheb- liehen Gewinn bedeuten würde. Für die soziale Funktion dieses einheitlichen Organismus ist es von der entscheidendsten Bedeutung, wie die Selbstoer- waltung geregelt wird. Rur eine weitgehende Selbswerwal- tung unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten, wie es in der Reichsvcrfassung heißt, schafft jene Atmosphäre des Vertrauens und ermöglicht die Entfalirmg aller Kräfte, die für ein richtiges Funktionieren unentbehrlich stTld. Die organisatorische Aufgabe bei einer gesetzlichen Reu- regelung läßt sich nur durch Schaffung eines Reichs« t r ä g e r s lösen. Es besteht d-shalb Uebereinstimnmng darin, das Reichsamt für Arbeitsvermittlung in ein« Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherrmg umzu- wandeln, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts wird. An dein gegenwärtigen Aufbau ändert sich nichts, auch der künftige Reichsträger gliedert sich in öffentliche Arbeitsnach- weife, Landesümter für Arbeitsvermittlung und Reichsamt für Arbeitsvermittlung. Es ist also nur notwendig, die bestehen- den Einrichtungen in die Reichsanstalt zu überführen. Der eigentliche Fortschritt einer solchen Neuregelung besteht darin, daß nunmehr der Weg frei ist, durch den Vorstand der Reichs- anstalt die Grenzen der öffentlichen Arbeitsnachweise und Landesämter für Arbeitsvermittlung entsprechend den Bedürs- nisten einer gut funktionierenden einheitlichen Arbeismarkt- organisation festsetzen zu können. Heute überwiegen die partikularen Interessen der Gemeinden und Länder, die ihre Entscheidungen häufig von ganz anderen Gesichtspunkten treffen. Das hat zu einer unhaltbaren Zersplitterung und einem Nebeneinander in der ArbeitsnachweisorIonisation geführt. Die bestehenden 900 öffentlichen ArbeitÄnachlveise stellen eine viel zu weitgehende Dezentralisa- t i o n dar, die natürlich auch ihre Leistungsfähigkeit in hohem Maße beeinträchtigt. In vielen Städten bestehen zwei offen t- liche Arbeitsnachweise nebeneinander: einer für den Stadt- kreis, einer für den Landkreis. Hier tritt der Widersinn der gegenwärtigen Regelung ganz offenkundig in die Erscheinung. Die gesetzliche Neuregelung ist aber auch die entscheidende Voraussetzung zur Klärung der Selbstverwaltung. Gegenwärtig wird der öffentliche Arbeitsnachweis von der Er- richtungsgemeinde verwaltet, für gemeinsame öffentliche Arbeitsnachweise bestimmt die oberste Landesbehörde, welche Errichtungsgi-meinde die Verwaltung übernimmt. Durch die Verwaltung üben die Gemeinden den überragenden Einfluß auf die öffentlichen Arbeitsnachweise aus, sie bedienen sich dazu des Vorsitzenden, der von ihnen bestellt wird und der nach dem Arbeitsnachweisgesetz im Auftrage der Gemeinde die Verwaltung des Arbeitsnachweises führt. Auf die Be- stellung dieses Vorsitzenden haben die Selbstoerwaltungs- organe, d. h. die Verwalwngsausschüste, fast gar keinen Einfluß. Aehnlich liegen die Dinge bei den Landesämtern. Hier bestimmt die oberste Landesbehörde, ob die Landesämter als selbständige Behörden errichtet, oder roelcher Staats- oder kommunalen Verwaltungsbehörde ihres Bezirks sie an- geschlossen werden', die oberste Landesbehörde bestellt auch den Vorsitzenden nach Anhörung des Verwaltungsausschusses. Die künftige Reichsanstalt als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit ihrer Gliederung in öffentliche Arbeitsnachweise, Landesämter und Reichsamt wird n'cht mehr zwischen Ver- waltung und Geschäftsführung unterscheiden, sondern ihre Angelegenheiten in vollstem Ilmfange selbst zu erledigen haben. Die Aufsicht des Reichsarbeitsministeriums muß sich auf die Ueberwachung der Innehaltung des Gesetzes beschränken. Für eine wirklich« Selbstverwaltung dieser neuen Orga- nisation hängt alles davon ab, welchen Einfluß die Ver- sicherten auf die Organe der Reichsanstalt, das sind: Vorstand und Verwaltungsrat der Reichsonstalt und die Verwalnnlgs- ausschüsie der öffentlichen Arbeitsnachweis« und der Landes- mnter für Arbeitsoermittlung haben. Die Reichsverfassung spricht in ihrem Artikel 161 von der Schaffung eines um- fassenden Versicherungswesens unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten. Was für das Ganze gelten soll, muß auch für seine einzelnen Teile gelten. Vei den Auseinandersetzungen über die Zusammensetzung der Selbftverwaltungsorgane wird häufig geltend gemacht, daß die Verteilung der Beisitzer von der Verteilung der Bei- träge abhängig ist. Als Beispiel dient die Krankenversiche- rung: die Arbeitnehmer tragen zwei Drittel der Beiträge, deshalb haben sie einen entsprechenden Einfluß: d-e Arbeitgeber tragen dagegen nur ein Drittel der Beiträge, ihr Einfluß ist deshalb entsprechend geringer. Dieses Prinzip ist aller- dings noch nicht überall durchgeführt, man braucht nur auf die Invalidenversicherung zu verweisen. Die Forderung nach einem maßgebenden Einfluß der Versicherten hat ihre tiefste sittliche Begründung in zwei Tat- fachen: Es handelt sich einmal um Maßnahmen zum Schutze und zur sozial zweckvollen Bewirtschaftung der Arbeitskraft, also um Menschenökonomie. Die es ausschließlich angeht, wissen am besten, worauf es ankommt. Deshalb gebührt ihnen der maßgebende Einfluß. Aber auch die Kosten hieser Ein- richiungen werden ausschließlich aus ihrem Arbeitsergebnis getragen, denn es gibt keine andere Quelle der Reichtums- erzeugung wie die menschliche Arbeitskraft. Die Lasten zur Sozialversicherung sind ja streng genommen ein Teil des Lohnes, schrieb vor einigen Monaten Dr. Messmann in der Zeitschrift der Vereinigung deutscher Arbeitgcberverbände. Das ist durchaus richtig. Daraus folgt, daß streng genommen auch der Beitragsanteil des Unter- nshmers vom Arbeitnehmer getragen wird und auch aus diesem Grund den Versicherten der maßgebende Einfluß gebührt. Es wird nicht zuletzt daraus ankommen, eine zweckvolle K o m p e t e n z v e r t e i l u n g bei den Organen der Reichs- onstalt vorzunehmen, ihnen den entscheidenden Einfluß bei der Wahl der Vorsitzenden einzuräumen, um so die lebendige Mitarbeit in allen Gliedern sicherzustellen. Sorsig- öer Gelügeber öes putschismus! Ter Präsiden» der Arbcitgeberverbäude— der Wönner Hitlers. Es kommt Licht in die Hintergründe des Putschismus und Faschismus in Deutschland. Anknüpfend an den Streit der Völkischen untereinander schreibt das„Berliner Tageblatt": „In dein heftigen streit zwischen den völkischen Abgeordneten S t r a s s e r und I ü igen v. Kamin hat, wie wir kürzlich mitteilten. Herr v. Ramin sich auch über Hitlers„groß- i n d u st r i e l l e Gönner" geäußert: „Selbstverständlich kann ich meine Behauvtungen beweisen. Ich habe sogar mit Herrn Hitler und solchen Gönneni an einem Tisch gesessen." Wir möchte» hierzu noch bemerken, daß es sich bei diesem „großindustriellen Gönner" um Herrn v. vorsig handelt." Herr v. B o r s i g,. der Geldgeber des Herrn Hitler, des hochverräterischen Putschismus, des grobschlächtigsten Anti- seMtismus! Herr v. B o r s i g ist der Präsident der Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbände. Er führt das Wort„Bolls- gemeinschaft" ständig im Munde. Hier erscheint er als der Finanzier einer das Volk zerreißenden, auf den Bürgerkrieg gerichteten Bewegung. Herr v. B o r s i g ist der Präsident der deutschen Arbeit- geberverbände, der Scharfmacherverbände. Er setzt Geld und Hoffnung auf den deutschen Faschismus, der nach bekanntem Muster die freie deiitsche Arbeiterbewegung zu Boden schlagen möchte, um jede Hemmung der Ausbeutung und Unter- drückung der Arbeiter zu beseitigen. Herr v/ B o r s i g der Sach und andere. Konzerlumschau von Kurl Singer. Vor etwa 30 Iahren überraschte Siegfried Ochs die Welt durch die erst« vollständige Wiedergabe der Bachschen II-Moll-Messe. Eine unerhörte Chorarbeit, eine'Lebensarbeit. Der Jüngling von heute, frei von jeder Fessel des Partiturlesens, schafft das Wert noch einmal neu. Und wir erleben Wunder über Wunder. Reben dem alar- mierend Prunkvollen, dem Glaubensobjekiioen steht unmittelbar als Kontrast das subjektiv Fromme, Derinnerlicht«, Rätsel der abgrundtiefen Versenkung in mystische Selbstschau, Rätsel des Hochfluges in phantasievoll getürmte Musikdramen. Auch die dramatisch« Musik unserer Zeit hat keine Stelle, die so überweltlich packt, wie das plötzliche, atembeklenimende Adagio im contiteor, wo die Scharen des Todes über das Leben dahingleiten, keine so gemüthaft-großen Akzente wie das Ueberspringen der Grablegungselegie zu dem tanzartigen Auferstehungschor. Es ist uns, als sei hier zum ersten, vielleicht zum letzten Mal«, sicher in der vollendetsten Sprache, der Messetext aus seiner Stummheit in die Ausdruckskraft dogmenloser Musik übergegangen. Kein Satz ohne das Grundelement schimmern- der Erhabenheit oder milder Verklärung, und das alles in einer nicht mehr menschlichen Selbstübersteigerung. Nicht ein einzelner, «in Jahrtausend kirchlicher, künstlerischer, menschlicher Sehnsucht har an diesem Koloß gearbeitet. Die Aesthetik selber wird von den Paro- dien dieses Weihwerkes an sich irre: die Zusammenhänge zwischen Ton und Wort lockern sich, es gibt keine mathematischen Formeln in der konstruktiven Musik mehr, und«s gibt nichts Protestantisches oder Katholisches, wenn die Welt von hier und von drüben in Tönen klingt, es gibt i» Arien und Chor nur ein einziges Wunder an Gestalt, Klang, Entwicklung, Beseeltheit, Trauer, Freude, Bravour und Demut: die Messe in Il-Moll. Ochs hat seine Lebensarbeit in dieser Aufführung gekrönt."Pom Adagiofissimo des Kyrie bis zum sechsstimmigen Sanctus ist keine Absicht, kein Studium, ist auch keine Erschöpfung, kein Stillstand mehr zu fühlen. Die Welt ist bunt, die Well müßte gut werden. Jeder von den Mitwirkenden, jeder von den Hörern hat vom Geiste Bachs, vom Sein der Musik überhaupt einen Hauch verspürt. Und setzt Seele. Körper. Begeisterung, Leidenskraft, Leidenschaft für dieses Geschenk als Opfer ein. Ein herrlicher Tag, ein Festtag. Aehnliche Stimmung des Beschenktseins im Konzert des Ar- beiterkulturkartells Groß-Berlin. Iascha Hören st ein, der jung« großartige Kapellmeister, führt die Philharn, oniker bei schwerster Arbeit zu vollem Sieg. Er ist vielleicht der intensivste aller neueren Dirigenten. Er verschwendet sich und seine Kraft. Ein Hymniker des Klanges, dabei«in guter Baumeister. Er bringt di« Arbeiterkonzerte auf das Niveau, das gewünscht werden muß: Das Beste in bester Form. Berlin braucht hinter Wien sich nicht mehr zu verstecken. In der Cherubinischen Ouvertüre zum„Wasser- träger" scheint sich Horenstein gar zu sehr zu verausgaben, es fehlt die Oekonomie des Handwerklichen, die das Wesentliche vom Reben- sächlichen scheidet. In Schönbergs Streichsextett„Verklärte Nacht" aber ist alles wesenhast, nichts nebensächlich. Und Horenstein inten- fiviert, oerdichtet hier ein inbrünstiges Klingen der Partitur Meister- Geldgeber Hitlers! Das gewährt einen tiefen Blick in die Seele des bornierten, scharfmacherischen Unternehmertums! Herr o. B o r s i g gehört zum Vorstand des Vereins Berliner Mctallindustrieller. Sein Betrieb ist, wie es sich für einen solchen gehört, ein Sck)arfmacherbetrieb. Er ist einer der wütendsten Gegner des Achtstundentages. Selbstverständlich hält sich Herr v. B o r s i g für einen großen Wirtschaftssührer. Den Anspruch gründet er daraus, daß er in den Besitz eines großen Vermögens hineingeboren wurde. Eines Vermögens, das auf dem Fleiß, der Tüchtigkeit, dem Schaffen von Arbeitergenerationen letzten Endes beruht. Eines Vermögens, das anwächst, während die Arbeiter seines Betriebes bei drückenden Arbeitsbedingungen, langer Arbeits- zeit und schlechten Löhnen für ihn schaffen. Herr v. B o r s i g, Scharfmacher gegen den Achtstunden- tag, Präsident der Arbeitgeberverbände, finanziert Herrn Hitler. Dazu müssen seine Arbeiter schuften, dazu müssen sie lange Arbs.itszeit und schlechte Löhne tragen. Warum finanziert Herr v. B o r s i g Herrn Hiller? Weil Herr Hitler ein Feind der Republik ist. Nicht gerade die Frage der Staatsform ist es, die da entscheidend ist, aber der soziale Inhalt, der mühsam geschassen worden ist. Die Sozialgesetzgebung, der Arbeiterschutz, die Bewegungsfreiheit für die Arbeiterorganisationen. Herr v. B o r s i g finanziert eine Bewegung, von der er Kamps gegen den sozialen Inhalt der Republik erwartet. Scharfmacherg eist! Wir haben Millionen von Arbeitslosen in Deutschland. Das Leben ist schwer für alle. Das Volk leidet Not. Auf dieser Grundlage wachsen die großen Vermögen— aus Arbeit und Not des Volkes. Herr v. B o r s i g benutzt se-n aus solcher Grundlage ruhendes Vermögen, um gegen das Volk, feine Freiheit, sein Aufftiegsverlangen gerichtete faschistische Bestrebungen zu unterstützen! Ein Grund mehr, ein wichtiger Grund mehr für die Arbeiterschaft, mit Entschlossenheit den Kampf um bessere Löhne und den Achtstundentag zu führen. Das ist die beste Anwort an den Finanzier des deutschen Faschismus!_ Anprangern! Die Kommunisten als Zutreiber der Reaktion. Die letzten Landtagswahlen in Mecklenburg-Schwerin hatten dem bis dahin regier.mdcn Ordmmgsblock ein« eklatante Niederlage gebracht. Die Völkischen wurden zerrieben und die Deutschnationalen büßten mit Stimmen und Mandaten ihre Vorherrschaft im Landtage ein. Die Folge des deutlichen Aus- drucks des Wählnrwillens war die Bildung einer fozialdemv- kratisch-domokratischcn Regierung, die auch von Von Kommu- nisten mitgewählt und bisher von der„Wirtschastspartei" mitgestützt wurde. Am Donnerstag wurde diese Regierung von den Rechts- Parteien in trauter Gemeinschaft mit den Kommunisten gestürzt. Die Kommunisten leisteten den Deutschnationalen bewußte Zutreiberdienste. Während dies« die Regierung wegen ihrer republikanischen Politik und ihrer sozialen Fi na nzm aßna hmen aufs schärfste angriffen, brachten die Kommunisten einen Mißtrauensantrag mit der Begründung ein, daß die Arbeiterinteressen„verraten" worden seien. Für diesen Antrag mit dieser Begründung stimmte die deutschnationale Agrarierpartei, die Volksparteiler und die Mittelständler, die noch eine Stunde vorher nicht gewußt hatten, wie sie sich verhalten sollten. Die Rechtspresse jubiliert, weil ihre Leute in die Lage kamen, einem kommunistischen Antrag zum Siege zu verhelfen. Sie jubiliert über die H a n d l a n g« r d i e n st c, die ihr von der Granatenpartei geleistet worden sind. Wir aber prangern das neueste Stuck kommunisti- scherArbeiterseindlichkeit hiermit an. Wir hängen »ich, vom unhörbaren, mystisch- hauchenden Anfang bis zu jenen Höhe- punkten, an denen ein imaginäres Blasorchester Färb«, Ekstase zauben. Das Stück ist technisch außerordentlich schwer. Was Hören- st e i n hier an Exaktheit und Sauberkeit. Leidenschaft und Formung geleistet hat, übertrifft alles bisher von ihm Gehörte. Schönberg war's zufrieden und dankte ihm. Hätte wohl auch gedankt, wenn di« Gefühlsspannung des Dirigenten sich in ästhetisch geschlosseneren, harmonischeren Formen abgespielt, entspannt hätte. Die„Orche st ervereinigung Berliner Musik- freunde" musiziert viel besser und melodischer als ihr steifer Name verrät. Besonders der Streicherchor, der wohl ganz aus Dilettanten besteht, leistet unter Führung eines energiichen und sicheren Kapellmeisters Gutes. Die Celli sind sich allerdings in gefährlichen Augenblicken rhythmisch nicht einig, und Hörner. Fa- gotte, Klarinetten, Oboen klingen nicht gerade edel. Das ganze Orchester aber atmer Leidenschaft, Glanz, Wille, Eigenschaften, die künstlerisch zu gestofteu dem jungen Kapellmeister Hans Gahlen- b« ck gut gelingt. Der wohftätige" Zweck— Spende für ein dringend notwendiges Psychop die Kurzsichtigsten es sehen können: Di« Partei der Granatenlieferanten steckt mit dem „weißen Terror" unter einer Decke! Dieselbe Gesellschaft wird morgen wieder den sozialdemokratischen Arbeitern etwas von der notwendigen Einheitsfront vorgaukeln wollen. Gebt ihr die rechte Antwort! Krach auf öem Kpd.-parteitag. Oppofitionsredner niedergeschrien. Essen. 3. März.(Eigener Drahtbericht.) Auf dem kommunisti- scheu Parteitag kam es am Donnerstag zu einem sehr scharfen Vorstoß der Linksopposition. Als erster Redner sprach der Delegierte Koetter, der Vertreter der größten Oppositions- gruppe Berlin-Wedding und Westsachsens. Er wandte sich gegen die Gewerkschasispolitik der Partei und er- klärte, eine Eroberung der deutschen Gewerkschaften durch die kom- munistische Opposition sei wegen der Stärke des bureaukratischen Gewerkschaftsapparates unmöglich. Seine Ausführungen riefen sehr erregte Proteste des Parteitages hervor. Koetter äußert« ferner ernste Bedenken wegen des wachsenden Einflusses der Großbauern in Rußland. Als zweiter Oppositionsredner sprach Landtagsabgeordneter B a r t e l. Im Namen der sogenannten Ruth-Fischer- Gruppe verlas Bartel für sich und die Abgeordneten Schlicht und Grilewicz eine Erklärung, die gegen die Beschneidung der Redefreiheit und gegen den Hinauswurs der früheren Parteiführer Fischer, Maslow, Urbahns und Scholem Protest erhob. Er forderte deren Wiederaufnahme, und kündigte entschiedenen Kampf der linken Opposition gegen die politisch« Linie der Partei an. Auch Bartel wurde bei zahlreichen Stellen seiner Erklärung von lauten Protestrusen unterbrochen: er mußte schließlich unter großem Lärm die Tribüne verlassen. Thälmann wies di« Vorwürfe als Provokation zurück. Er beantragte, die vorgelesene Resolution nicht zu verviel- faltigen. Der Parteitag stimmte ihm zu. Die anschließenden Ausführungen des ehemaligen sächsischen Finanzministers Paul Böttcher über die Politik der sogenannten Brandler-Zentrol« im Jahr« 1923 stießen ebenfalls bei einem großen Teil des Parteitages auf Ablehnung. Dagegen sprach sich der noch vor kurzem der rechten Opposition angehörig« Dr. Meyer. Mitglied de« preußischen Staatsrats, wie überhaupt die Mehrheit der Redner für die Politik des Zentralkomitees aus. Reichskonferenz der KPD-eppofition. Die au-geschlosienen Reichstogsabgeordneten der KPD.. Urbahns und Scholem, haben für Sonnabend eine Reichs- konferenz der Opposition nach Essen einberufen. Der Parteitag der kkPD. beschloß, alle Delegierten auszuschließen, die an der Opposiftanskonferenz teilnehmen würden. Reform öer Seamtenbefolöung. „Sobald die Wirtschaftslage es gestattet." Das Wolsibureau teilt mit: Der Herr Reichsminister der Finanzen empfing heute die Vertreter der Beamten und Behörden- angestellten, die ihm ihre Wünsche vortrugen. Der Minister nahm zu den einzelnen Fragen kurz Stellung, insbesondere erklärte er sich unter Hinweis auf sein« Ausführungen im Reichstag bereit, die Borarbeiten für die Gesamtresorm der Beamten- b e s o l d u n g sofort in Angriff zu nehmen, damit diese m Kraft gesetzt werden könnte, sobald es die Wirtschaftslage gestatte. Der Wohnungsgeldzuschuß wird mit Rücksicht auf die am 1. April bevorstehende Erhöhung der Miete e n t- sprechend erhöht werden. * Für die große Mass« der mittleren und unteren Beamten ist die unbestimmt« Vertröstung aus die Besserung der Wirtschaftslage eine Enttäuschung. Wie kann sich di« Wirtschaftslage bessern, wenn di« Mossenkauskraft nicht gehoben wird? Reue Tänze und mimische Szenen zeigte Clair« Bauroff im Blüthnersaal. Was sie hat und kann, bewiesen die� gut gearbeiteten, sicher und sauber vorgetragenen Kompositionen„Spiel er Glieder" und„3m Fünsoierteltakt". Tänzerisches Temperament, vollendete Technik(nur der Kopsaktion wäre mehr Ruhe zu wün- schen), ungewöhnlich starkes körper-rhythmijches Gefühl, das sich freilich mehr im Dekorativen als in seelisch ausdrucksvollen Wir- kungen kundgibt. Was sie leider zu wollen scheint, zeigten Dar- bietungen, wie der kitschige, Laungast" und die in einen üblen Eni- kleidungseffekt ausklingende Sentimentalität„Genesung". Dazwischen lagen nette Amüsierstucke wie„Gavotte und Bourree",„La Reine" und„Accelerationen-Walzer", sowie der dezente, aber doch schließlich aus körperlicher Schaustellung basierende Nackttanz„Amazone". Ge- sanueindruck: eine Tänzerin, die die Fähigkeit hätte, ernste, vor- nehme Kunst zu produzieren, die ihr werlvolles Können aber in pantomimischen Spielereien und oberslächlichen Dariet�künsten verzettelt. Was ihr vor allem fehlt, ist Geschmackskultur.— Zu den Leistungen der Damen landa Stradowsta und Erna B i s s e r, die eine Matinee in der„K o m ö d i e" zu veranstalten den Mut fanden, kann ich nicht Stellung nehmen. Die absolut un> fertige Technik, die nüchterne Dürftigkeit der Kompositionen, der ganze plumpe, hilf- und ahnungslose Dilettantismus der beiden ent- zieht sich einer ernsthaften Kritik. I. S. Wettbewerb für Wochenendhäuser. Das Berliner Messeamt schreibt gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten, Landes- bezirk Brandenburg, einen Wettbewerb zur Erlangung von Ent- würfen für Wochenendhäuser aus. Die Ergebnisse sollen aus der Ausstellung„Das Wochenende" im Sommer dieses Jahres gezeigt werden. Die Entwürfe ssnd bis zum 8. April einzureichen. Dem Preisgericht gehören neben anderen Stodtbaurat Dr. Martin Wagner und Professor Albert Geßner, der Vorsitzende des Landes- bezirks Brandenburg des BDA.. an. Der Wettbewerb und die aus ihm hervorgehende Ausstellung ist als Lustakt zu der für das Jahr 1930 geplanten großen Berliner Bauausstellung zu betrachten. Um die Festlegung de» Oslersesles. lieber die Frage der Fest- legung des Osterfestes habe,, in letzter Zeit Berhandlungen teils innerhalb des Völkerbundes, teils zwischen England und der Kurie ltottgefunden. Es scheint, als sei man in Rom geneigt, dogmatische Bedenken gegen eine Aenderung des Kalenders in dieser Hinsicht nicht gellend zu machen: wohl aber legt man Wert darauf, daß ausreichende und einwandfreie Gründe für eine solche Abkehr von jahrhundertelanger Gewohnheit vorgelegt werden. Wie aus London gemeldet wird, hält man es dort für wichtig, daß in dieser Frage erst entschieden wird, wenn eine vollkomniene Berständigung nicht nur zwischen den Staaten, sondern auch zwischen den Kirchenoerwol» tungen vorliegt, damit nicht etwa ein doppeltes Osterfest, nämlich ein staatliches und ein kirchliches, das Schlußresultot ist. Reparatur der fiaal« Sofia. Die seit innrem umlaufenden Gerlichie über die Reparatur der Hagia Sofia, der berühmtesten und grötzlen Mofrtee Konstaniinopei». durch«ine amerikanische Firma, bewahrheiten sich. Der Vertreter der Amerikaner, Smilh. wird in Kürze in Konslantinopel er- wartet. Außer einigen kleinen Reparaturen ist vor allem die Ausbesserung der wundervollen großen Kuppel notwendig. Die Gejamtkosten werden etwa 200000 türkische Pfund betragen. Hefthastemacher< Hinter den Kulissen Von Zeit zu Zeit wird die deutsche Oeffentlichkeit mit einer Reihe von mehr oder weniger neuen Schmähschriften gegen die Sozialdemokratie überschüttet. Ihre Verfasser und Der- breiter geben sich den Anschein, als ob sie die Absicht hätten, die politische Moral zu säubern und die„Gefahren des Sozialisinus" durch rechtzeitige Aufklärung der breiten Bolksmasien hintanzu- halten. In ihren Werbeschreiben und Versammlungen triefen sie über von„nationalem Bewußtsein" und noch keiner ihrer Briefe ist ins Land gegangen, der nicht mit„treudeutschem" oder doch wenig- stens mit„deutschem Gruße" endigte. In Wirklichkeit handelt es sich zumeist um die d ü m m st e und unverfroren st e Geschäftemacherei,� wobei die Furcht gewisser Kapitalistenschichtcn vor dem Anwachsen der sozialistischen Bewegung in die Rechnung einkalkuliert wird. Der Zufall ließ uns dieser Tage einen Blick hinter die Kulissen dieser nationalen Auf- klärungsarbeit tun, und was wir dort erblicken konnten, ist trotz aller Unsauberkeit wert, es auch der breiteren Oeffentlichkeit widerzuspiegeln. Zur Zeit der Maiwahlen von 1924 taucht« ein neuer Verlag für Antimarxismus auf, der sich den stolzen Namen„N a ti o- naler Verlag Joseph Garibaldi chuch in Friedenau" beilegte, eine Schriftenreihe„Deutschlands Zukunft— Deutschlands Er- wachen" ankündigte und als erste dieser Schriften ein a n t i s e m i t i- sches Pamphlet van Arno Franke„Der Zerfall der Sozialdemokratie" herausbrachte. Da Arno Franke eine Reihe von Iahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei gewesen war, wurde das cheft als das Produkt eine» Renegatenhirns ge- wertet und von deutschnationaler wie von volksparteilicher Seite zur Bekämpfung der Sozialdemokratie außerordentlich bevorzugt. Joseph Garibaldi chuch hatte den richtigen Tipp. Er annoncierte im„Deutschen Adelsblatt", in der„Kreuz-Zeitung" und selbstver- ständlich bei chugenberg unter den verlockendsten Angeboten nach„vornehmen", d. h. adligen Milarbeilern, die in der guten Gesellschaft Beziehungen hätten und sich durch leichte Werbearbeit eine sichere Existenz gründen könnten. Die An- geböte liefen reichlich ein. Adlige Generale, Obersten und ehemalige Offiziere niederen Ranges flehten geradezu um die Gnade, bei dieser nationalen Werbearbeit mit tätig sein zu dürfen. Einige von ihnen fanden Gnade vor den Augen des geschäfts- tüchtigen Verlegers. Ein Graf Alexander v. Vitzthum v. Eck- st ä d t, Oberstleutnant a. D., und ein Graf D e y m wurden neben anderen für die Werbetätigkeit eingespannt. Ihre„Arbeit" bestand darin, daß sie zu den P a r t e I b u r e a u s der V e u t s ch n a t i o- nalen und der V o l k s p a r t e i gingen, sich Empfehlungsschreiben ausstellen ließen und dann„nationaldenkende" Industrielle um Bei- träge für die Verbreitung der Volksausklärungsschriften an- bettelten. Besonders der Graf Vitzthum war sehr er- f o l g r e i ch und wurde von dem Garibaldi chuch über den Schellen- daus gelobt. Er knöpfte den sächsischen Industriellen in Chemnitz und anderen sächsischen Städten täglich viele Hunderte von Mark ab. Aber er gab auch dem Verleger den guten Rat, eine O r g a n i- s a t i on zu schaffen, die die ganze„Volksaufklärung" nicht als ein Privatunternchmen seines Geschäftes, sondern als eine gemeinnützige Sache erscheinen lasse. Bereitwillig ging der Mann aus den Dorschlag ein, um so mehr als sich ein Bezirks- o m t m a n n a. D.. Graf B a u d i s s i n, Mitglied des ehemallgen Schulschiffvereins, für die Sache zu interessieren schien, sich an dem Unternehmen mit mehreren tausend Mark beteiligte und nun einen „Bund für deutsche Volksaufklärung" ins Leben rief. Diesem Bunde gehörten u.'a. außer Baudissin an: Dr. Otto K u t t ne r- Berlin-Wilmersdorf, Kaufmann und Geschäftsführer Karl Ullrich, Direktor Bruno H ä n e l, Regierungsrat Dr. Th. M ü s e rt, Bücherrevisor Kurt W e b er. Verlagsbuchhändler Ulrich Raul, Handlungsbevollmächtigte Helen« Falk und der Zahnarzt Max Marcus«! Das wichtigste, was der Bund tun konnte, war zunächst einmal, die Gehälter festzusetzen, und zwar sah er vor für ein« Sekretärin IM M. monatlich, für einen Bureauchef 300 M. und als Aufwands- entschädigung für den Präsidenten 600 Bl. monatlich. Präsident war selbstverständlich Gros- Baudissin. Die Sammlungen der Grafen und anderen Werbebeamten er- folgten nach Gründung dieses Bundes unter feiner Marke und zu seinen Gunsten. Jeder der Werber tonnte als Honorar für seine Mühewaltung sofort 25 bis 40 Proz. für sich in Abzug bringen. Vau jeden 100 Mark, die in der Zeit der Geldknappheit in der Mitte des Jahres 1924 den Unternehmern abgerungen wurden. behielt der werbebcamte zunächst einmal 25 bis 40 Mark in seiner eigenen Tasche. Lieferte er den Rest an den Bund ab, so behielt dieser wiederum 45 Proz. für seine besonderen Zwecke, der Rest floß zur Berbreitung der antisemitischen Schmähschriften in die Kasse des„Nationalen DerlagLS" oder, wie er sich später nannte, des„Berlages für Volks- ausklärung Joseph Garibaldi Huch". Der Zahnarzt Max Marcus« hatte zwar in dem„nationalen" Bund wenig zu sagen, aber er hat doch durch seine Teilnahme zur Verbreitung der Pom- phlete gegen internationales Judentum schon durch seine Mitgliedschast redlich beigetragen. Um des Geldes willen gerieten jedoch der Bund und Herr Huch bald in Differenzen. Die Freundschaft endete damit, daß der Bund lls /wtlmarxlsten. nationaler Agitation. gegen Huch Klage erhob und ihm in der Klageschrist vorwarf, daß er den Bund betrogen habe. Huch rächte sich, indem er, im No- oember 1925 einen eindeutigen Brief an das Polizeipräsidium schrieb: Ich mache hierdurch dos Polizeipräsidium auf den„Bund für deutsche Volksausklärung", besten Vorsitzender. Graf Baudissin. Burggrafenstr. 2-l, ist. aufmerksam. Dieser gibt eine Zeitschrist „Die Lolkswarte" heraus und bedient sich hierzu des Bundes sür deutsch« volksaufklärung und macht hierdurch selbstverständlich brillante Geschäsle. Der Graf Vitzthum, Berlin-Wilmersdorf. Mainzer Str. 25, ist der einzige, aber sehr erfolgreiche Mit- orbelter, der in der Industrie Gelder sür die idealen Zwecke des Bundes sammelt, die aber in Wirklichkeit gar nicht existieren, denn c» wird nur in die eigene Tasche gearbeitet. Dem Bunde gehören außerdem noch als Beisitzer ein Zahnarzt und cip praktischer Arzt an, die aber in dem Bunde keine besondere Rolle spielen, für jede Sitzung aber 20 Mark erholten. Die Sitzungen sollen recht oft stattfinden. Als Zeugen für meine Behauptungen nenne ich Karl Ullrich. Berlin. Gotzkowskystr. 3, den Inhaber des Deutschen Volksverlaqcs, Wilhelmstr. 28. Wenn das Polizeipräsidium in den � Besitz dieser„nationalen" Denunziation gekommen ist, wird es überrascht gewesen sein. Der Bund aber beschwerte sich darüber, daß er zwar an den Verlag einige Zehntausende— allein von Mitte Juli bis zum 20. September rund 21 000 M.— bezahlt habe, daß aber der Verleger wertlose Broschüren zum Preise von über 1 M. auf Rechnung des Bundes vertreibe. Der Verleger hingegen behauptete, der Bund habe sein Geschäft ruiniert! Tatsächlich hat der Graf Vitzthum v. Eckstädt allem rund 55 000 2N. für den Bund abgeliefert, ungerechnet die Summen, die er vorher für den Verlag selbst er- schnorrt hatte. Die Herrschaften schwammen also sozusagen im Geld«, aber alle diese„Aufklärungs"arbeit half nichts; denn schließ- lich mußte Huch seinen Verlag liquidieren, und diejenigen, die noch Forderungen an ihn hatten, daraus verweisen, daß die alte Firma erloschen sei und die neue den Gläubigern gegen- über keine Verpslichtungen habe. � Es handelt sich bei dem Vorgehen--eses Ehrenmannes ganz augenscheinlich um ein solches, das dem Staatsanwalt bei anderen Sterblichen Gelegenheit geben würde, die Bestimmungen des Gesetzes über Betrug und Hochstapelei sich genauer anzusehen. Bei Huch aber handelte es sich um einen nationalen Mann, und die in die Affäre verwickelten Personen mußten fürchten, daß bei einer Gerichtsver- Handlung sehr unangenehme Tiefblicke in die Geheimnisse der nationalen Agitation getan werden könnten. Sie hatten also kein Interesse an Straf- antrügen, und so wächst über die Handlungen dieses Sozialisten- töters deutschnationales Gras. Nach seinem mißglückten Verlagsgeschäft hat sich der Joseph Garibaldi auf ander« Tätigkeiten geworfen. Er hatte schon eine Reihe seiner nationalen Werber übers Ohr gehauen, sie mit einem großen Bestände an wertlosen Aufklärungsschriften sitzen lasten, nachdem sie vorher einen erheblichen Anteil davon hatten.-a bar bezahlen müssen, ohne daß er chnen einen Pfennig Eni- schädigung zahlte. SchNeßlich aber suchte er, wieder auf dem Inseratenmarkte, andere Leute, die ihm Geld bereitwillig zur Verfügung stellten. Er pries sich an zur Verwertung und zum Verkauf von Lizenzen und Patenten, ließ sich von den sich Meldenden erhebliche Vorschüsse zahlen und„übertrug" ihnen auf Grund mündlicher Ausklärungen den Vertrieb und die Per- wertung von tatsächlichen Wertlosigkeiten. Fast alle die Leute fühlen sich geschädigt nicht nur um ihre Einzahlungen, die sie zum Teil unter großen Opfern zusammengeborgt hatten, sondern auch um entgangene Verdien st Möglichkeiten während ihrer nutz- losen Tätigkeit für Huch. Eine ganze Reihe von Anzeigen sind dem Huch angedroht, einige tatsächlich auch bei der Staatsanwaltschaft erfolgt, aber der Staatsanwalt hat bisher ein Einschrelten abgelehnt mit der Begründung, daß Huch„einschlägig noch nicht vorbestraft" sei. Abgesehen von der juristischen Seite, bietet Indes der Fall dieses Freischärlers auf dem Gebiele„nationaler" Werbung soviel des Interestanten, daß es wert ist, sich mft ihm zu beschäftigen. Während sozialdemokratische Arbeiter als Funktionäre ihrer Or- ganisationen und ihrer Partei jahraus, jahrein opferwillig und ohne jedes Entgelt tätig sind, um den großen Gedanken des Sozialismus immer weiter im Volke zu verbreften und zu vertiefen, wird diese „antimarxistische Aufklärungsarbeit" von pensionierten adligen Offizieren aus dem Wege des Geldbettels bei zahlungsfähigen Fabrikanten betrieben. Heimlich, unter einer Deckadresse, werden dann die Schmähschriften gegen die Sozialdemokratie den Arbeitern in der Stadt und auf dem Lande in ihr« Wohnungen geschickt. Freilich sehen die Herrschaften immer erst zu spät ein, daß diese Art der„Volksaufklärung" keinen Zweck hat. Denn aus dem großen Solidaritätsgefühl der arbeitenden Klasse wachsen andere Kräfte, als sie die abgetakeften Offiziere im Solde irgendeines geschäftstüchtigen Verlegers oder eines„Bundes für Volksaufklärung" aufbringen können. Uebrig bleibt nur der schöne Satz aus dem Schreiben Huchs, daß die Leute alle„nur in die e i g c ne Tasche" arbeften. Der Etat vor öem tzauptaussthuß. Rcichskommiffar. Reichsgesundheitsamt und Reichsarchiv. Zum Kapitel„Reichskommissar zur Ueberwachung der öffentlichen Ordnung" hatte die Sozialdemokratie im Hauptausschuß des Reichstages den Antrag gestellt, das ganze Kapitel zu st r e i ch e n. Genosse Sollmann begründete den Antrag. Es entspann sich eine längere polnische Aussprache. Der Kommumsl Rojenbaum behauptete, daß auch die Sozialdemokratie und das Reichsbanner bespitzelt würden. Reichskommissar künzer erklärte, der Reichskommissar überwache nur solche Bewegungen, die auf eine gewaltsame Aenderung der Verfassung hinarbeiten. Im Widerspruch dazu erklärte der frühere Minister des Innern Dr. Sülz, daß der Reichskommissar all« politischen Bewe. g u n g e n überwachen müsse. Dr. Külz und Dr. Schreiber(Ztr.) iraten für die Bewilligung der Summen ein und baten um bis- kretionäre Behandlung der Tätigkeit des Reichskommistars. Ge- noste Sollmann stellte die Widersprüche zwischen den Erklärungen des Reichskommissars und dessen früheren Minister fest. Ein deutschnotionoler Zuruf habe überdies gezeigt, daß die größte Regierungspartei den Reichskommissar einseitig gegen die Kommunisten arbeften losten wolle. Er frage den Reichskommistar, ob dessen Tätigkeit sich nicht auch auf die deutsch-konserva- tive Gruppe und den Führer einer Regierungs- Partei, nämlich den Grafen von Westarp erstrecke, dessen konservative Freunde sich für die baldige Wiedererrichtung der Monarchie einsetzten. Im Gegensatz zu Dr. Külz glaube er nicht, daß das Reichskommistariat der Beginn einer Reichspolizeiexekutioe sei. Wenn Herr Külz aus seinen ministeriellen Erfahrungen sprechen wolle, würde er wohl zugeben müssen, daß der Reichskommissar z. B. in Bayern weniger die politischen Strömungen überwache, als er selbst von der bayerischen Regierung überwachi werde. Gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und der Kommunisten wird das Kapitel angenommen. Beim Kapitel„Reichsgesundheitsamt" kam Genosse Dr. Moses auf die Denkschrift über die gesundheitlichen Verhältnisse des deutschen Volkes zu sprechen, die ihm allzu optimistisch er! chic- nen. Insbesondere wies Genost« Moses auf die katastrophalen ge- fundheftlichen Derhällniste des niederschlesischen Kohlen. r e v i e r s(insbesondere Waldenburg, Landeshut) usw. hin. Hier müste endlich etwas Posftives geschehen, wenn man sich nicht dem Borwurf aussetzen wolle, dem Untergang einer großen Bevöl- kerungsschicht ruhig zuzusehen. Im übrigen müßten bei jeder Etats- beratung die gesundheitlichen Verhältnisse des Volkes eine entschei- dende Rolle spielen, denn man könne keine Wirtschaftspolitik, keine Steuewolitik, keine Finanzpolitik und keine Sozialpolitik treiben, ohne sich vorher der Auswirkung bewußt zu sein, die eine solche Politik auf den Gesundheitszustand des deutschen Volkes ausübe. Beim Kapitel„R e i ch s a r ch i v" brachte Genosse Sollmann die Schiebungen zur Sprache, die mit Filmen vorge- nomnem worden waren, von denen man mit Bestimmtheit wußte, daß sie während des Krieges im amtlichen Auftrag von amtlichen Stellen und mit amtlichem Geld hergestellt worden sind. Die Origi- nale oller dieser Filme befinden sich im Reichsarchiv. Ihr« öffent- liche Vorführung ist jedoch seit vielen Iahren durch Verfügung des Rcichsinnenminifters aus innen- und außenpolitischen Gründen ver- boten worden. Kopien dieser Filme sind in das Eigen- tum der Vaterländischen Film G. m. b. H. in Berlin gekommen. die sie kurz Nack» der Revolution käuflich erworben hat, allerdings unter der ausdrücklichen Verpflichtung, die Filme nur in streng gcschlostenen Vorführungen zu zeigen. Durch Verlesung von Einladungen konnte nun Genosse Sollmann nachweisen, daß diese Bedingung nicht eingehalten worden ist und et verlangte Abstellung dieses Unfugs. Angenommen wurde ein sozialdemokratischer Antrag, an den Reichsgrenzen Grenzpfähle in den Reichsfarben anzubringen, und ein weiterer Antrag, den Be- nmlea. dl« Beteiftaunq an Organifakionen zu verbieten, die ver. fassvnqs- und gesehwidrige Bestrebungen verfolgen. Der sozialdemo- kratis-Ke Antrag, der Regierung des Freistaates Bauern aufzugeben. die verleibung von Titeln zu Unterlasten und die Meimrngsfreiheit auch der Beamten zu achien, die für die Entwicklung des Reichs zum Einheitsstaat eintreten, wurde indessen im Einklang mit der Be- kämpfung durch den Minister abgelehnt. Angenommen wurde Ichließ- lich noch eine deuftchnationale Entschließung zugunsten der ehe- maligeu elsaß-lothringischen Beamten. Die Kommuniftenverfolgungen in Sapern. Eine Diskussionsrcdnerin wird gefesselt abgefiihrt. München. 3. März.(Eigener Drahtbericht.) Die kommunistische Haftpsychose der bayerischen Regierung, die unter brutaler Ver- nichtung der von der Derfastung garantierten staatsbürgerlichen Rechte und Freiheiten vor sich geht, treibt immer neue Blüten. Nach einer von der kommunistischen Fraktion des bayerischen Landtags eingebrachten Anfrage sollte die kommunistische Abgeordnete Frau Aschenbrenner am 24. Februar tn einer össentlichen Bauern» bundversammlung in Ettlingen(Niederbayern) als Dis- kusstonsrednerin auftreten. Dabei versuchte ein anwesender Gendarm die Abgeordnete am Reden zu verhindern und nahm sie, als sie von ihrem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch machen wollte, unter Anlegung von Handschellen und sattsam bekannter Gewalttätigkeiten in Haft. Erst aus energisches Eintreten der Ber- sammlungsbesuchcr ließ der Gendarm die verhaftete Abgeordnete wieder frei, wobei er erklärte, daß er zu seinem Borgehen durch einen Befehl des Bezirtsamtmannes von Landau ver- anlaßt worden sei. Srianü empfängt deutsche Pressevertreter. Neues Bekenntnis zur dentsch-französischen Ver- ständigung. pari». 3. März.(TA.) Die Vereinigung der d-utschen Korr«. spondenlen in Paris wurde heule nochmU.ag von dem sranzöfischen Außenminister L r i a n d in seinem Arbeitszimmer empfangen.' Zn einer kurzen Ansprache wies der Vorsitzende der Vereinigung. Paul B l o ck, aus die Bedeuiung hin, die sür die deutsche Presse in der per- sönlichen Fühlungnahme mit den maßgebenden französischen Person- lichkeilen bestehe und bat den französischen Außenminister, der deul- schen Presse durch Gleichstellung mit de« übrigen in Pari» lebendea ausländischen PresseoerKelern ihre Ausgabe zu erleichlcrn. B r i a n d antwortete mit herzlichen Mörlen der Be. grüßung. indem er seiner Freude Ausdruck gab. die deutsch« Presse. soweit sie in Paris vertreten sei. persönlich kenne« zu lernen. Die an ihn gerichteten Worte der Anerkennung für seine« Kamps um die Herbeiführung einer deuksch-sranzöflschen Verständigung bean.worieie er mit dem Hinweis daraus, daß er in Dr. Slresemon» einen »reuen Mitarbeiter gesunden hätte, aus dessen Worte und Zusagen er sich stets verlassen könne. Er sei sich dessen bewußt geworden. daß eiae deutsch- sranzSsische Verständigung den Schlüssel sür die gesamte europäische Frie- deuspolilik darstelle. Er reise in den nächste« Tage««ach Genf, und obgleich die Tagung des Völkerbundes kaum von allzu großer Vedeutung fein werde, würde er sicherlich Gelegenheit haben. sich mit dem deutschen Außenminister zu einer ausführlichen Aus- sproche zusammeuzusinden. allerding» nicht in Thoiry. wie er lachend seine Ausführungen schloß, da die dort eingenommene Mahlzetk sewerzeik allzuviel Lärm verursacht häve. Originelle Regierungstunft. Präger GefeKentwirrfe in verschiedener-Fafsnng. Prag, 3. März.(Eigener Drahtbericht.) Im Bersastungsaue- schuß der Nationalversammlung ist eine mehr als sonderbare Affäre aufgedeckt worden. Seft Wochen tobt um die Derwaltungsreform in der Tschechoslowakei ein ungewöhnlich heftiger Kamps, der dazu geführt hat, daß Koalitionsparteien gegen ihre Minister rebellieren. In der Donnerstagsitzung des Dcrfassungsausschust«« verlangte nun die Slowakische Bolksparter trotz ihrer Mitgliedschaft an der Koalition die Zurückziehung des Entwurfs, und zwar mit folgender Begründung: Ministerpräsident Swehla hat den Mitgliedern des Achteraus- schustes der Regierungsparteien zwei voneinander ab» weichende Entwürfe des Gesetzes überreicht. In dem Entwurf, den der Vertreter der Slowaken erhielt, fehlen wichtige Bestimmungen, die das Gesetz enthält. Hier liegt ein osjenkundiger Betrug vor, durch den die nichftschechi- schen Regierungsparteien zur Billigung des Regierungsentwurfs oerführt werden sollten. Es steht außer Zweifel, daß auch die deutschen Regierungs- Parteien auf dies« Weise über das Ohr gehauen wurden. Reuartige l Regierungsmethoden, die aber wenig Zweck haben, denn spätestens bis der Plenarberawng muß doch der Schwindel aufkommen,— wenn die Abgeordneten rechtzeitig lesen, was sie beschließen sollen. Die französische Heeresreform. Voraussichtliche Annahme der Ausschutzfassnng. Paris, 3. März(Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat mit der Generaldebatte über die Heerensreform begonnen. 10 Redner sind eingetragen, so daß die Debatte mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Kammer den von dem sozialistischen Abg. Paul Boncour eingebrachten Ausschuh- bericht ziemlich unverändert annehmen wirb. Rur die Rechte wird Kritik üben, da der Entwurf zu sehr von Staatssozialismus durch- tränkt sei und sich das Heer zu sehr dem Iauresschen Borbild der „bewaffneten Nation" nähern würde Die sozialistische Kammergruppe hat beschlossen, um die Ber- abschiedung des Entwurfs nicht zu verzögern, an, Freitag nicht auf der Diskussion der Resolution Auriol über die Schulden- Zahlungen an England und Amerika zu bestehen, sondern diese erst am kommenden Donnerstag der Kammer vorzulegen. Sund öer Verkehrs- und öffentlichen Setriebe. Kundgebung der Funktionäre. Die Berliner Ortsvenvaltungen des Verkehrsbundes, „■es Vorbandes der G e m« i nd e- und Stoatsarbeiter, des Einheitsverbandes der Eisenbahner und des Verbandes der Heizer und Maschinisten hatten zu gestern abend nach den Prachtsälen am Märchenbrunnen eine Versammlung der Generolversammlungsdelegierten oller vier Verbände einberufen, um zu der Frage der Verschmelzung Stellung zu nehmen. Nach der Eröffnung der übcrsüllten Versammlung durch den Genossen Orthmonn vom Verkehrsbund nahm Genosse Scheffel, Vorsitzender des Einheitsverbandes der Eisenbahner, das Wort. Die Zusammenschlüsse der Unternehmer zwingen auch die Arbeiter, sich den veränderten wirtschaftlichen Machtverhältnissen anzupassen. Ueber Zweck und Ziel der Gewerkschaftsbewegung be- stand von jeher völlige Klarheit, nicht jedoch über die Organisations-- formen. Er schilderte dann in chronologischer Reihenfolge die Eni- wicklung der einzelnen Gewerkschaften, von denen einzelne heute schon den Charakter der reinen Industrieorganisation haben. Am ollen ÜZcrbandstacen vor und nach dem Kriege herrschte die Aus- sassimg vor, daß man einen solchen Zusammenschluß zu gewaltigen Industrieorganisationen nicht durch Zwangsbefchlüsse herbeiführen dürfe, sondern der technischen und wirtschaftlichen Eni- wicklung und vor allem der Entscheidung der Mitglieder überlassen müsse, weil man mit Millionen von Gewerkschaftlern nicht wie mit Schachfiguren operieren kann. Der Gedanke des freiwilligen Zusamemnschlusses des ge- samten Personals der Verkehrsbetriebe war schon vor dem Breslauer Gewerkschaftskongreß vorhanden, wie die schon damals obgeschlosse- nen Kartelloerträge beweisen. Die vier Organisationen gingen schon vor dem Breslauer Kongreß gemeinsam vor in den wichtigsten Lohn- und tarifpolitischen Fragen. Durch die Beschlüsse des Breslauer Gewerkschaftskongresses kam es noch zu einer innigeren Arbeit zwischen den vier Organisationen. Der obge- schlössen«-K a r t e l l v« r t r a g verpilichtete die Funktionäre aller vier Organisationen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu ergänzen. Das Ziel, die Schaffung einer das ganze Verkehrsgewerb« umfassen- den Organisation wurde niemals aus den Augen gelassen. Es sind allerdings auch heute noch viele Schwierigkeilen vorhanden, die es noch zu überwinden gilt. Das sind Kinder- kronkhelten, die von allen Organisationen" überwunden werden mußten und überwunden worden sind. Der Streit um die Organi- sakkon des Personals in den Verkehrsbetrieben kann für die Ge- werkschailsbewegung auf die Dauer nicht fördernd sein. Es sind auch soviel Berührungspunkte, soviel« Abhängigkeiten der vier Organisationen vorhanden, die ein Zusammengehen er- fordern. In allen Betrieben, die für den Organifationsbereich der vier Organisationen in Frage kommen, herrscht eine vorzügliche Organisation des Unternehmertums vor. das zuni Teil durch Personalunion verschwägert und versippt ist. Genosse Scheffel fchilderte weiter olle Schwierigkeiten, die die Houptvorstände und ihre Beiräte zu überwinden suchen und die be- sonders in der Frag« der Gliederung und des Aufbaues der Organi- fation liegen. Von den Organisationen ist eine Sechzchner- k o m m j s s i o n eingesetzt worden, die die Verschmelzung vorbereiten soll und die einzelnen Vorschläge der Hauptoor- stände zu prüfen hat. Wenn bis jetzt noch kein positives Ergebnis erAielt wurde, so liegt das eben daran, daß die Organisations- lertungen der Auffossung sind, alle noch bestehenden Streitfragen vor dem Zusammenschluß zu erledigen. Wenn sich die Sechzehner- komnussion über die Vorschläge geeinigt haben wird, was hoffentlich nicht in allzu ferner Zeit der Fall sein wird, wtnden dresc Vorschläge den Funktionären und auch den Mitgliedern zur Entscheidung vor- gelegt werden. Das Bestreben der vier Verbandsvorftände ist, das Problem bald zu losen, jedoch ohne jede Ueberstürzung. Die Organisationsleitnngen find der Meinung, daß es möglich fein muß, in Uebereinstimmung mit den Funktionären und Mitgliedern der Organisationen eine neue machtvollere Organisation auf die Füße zu stellen, eine Organisation, die Einfluß besitzt und die ihrer Stärke und Kraft entsprechend auch Einfluß auf die Oes fern- lichkeit, auf das Wirtschaftsleben und auf die Unternehmer hat. Zum Schluß wurde einstimmig eine Entschließung ange- nommen, in der es heißt: „Die oersammelten Funktionäre erblicken in dem Zusammen- schluß der vier Organisationen einen bedeutsamen Fortschritt im Sinne der Beschlüsse des Dreslauer Gewerkschaftskongresses und sind der Ueberzeugung, daß durch die Verschmelzung eine weil schärfere Interessenvertretung sowie eine gesteigerte erfolgreiche Agitations» Möglichkeit geschaffen wird. Die Versammlung richtet deshalb an die Zentralvorständ« vor- genannter Organisationen die Aufforderung, alles daranzusetzen, die noch vorhandenen Hindernisse zu beseitigen, damit der Zusammen. schluß zur Großorganisation baldmöglichst zur Durchführung gebracht werden kann." Schiedsspruch im stkleftschen Weberkampf. Neun Prozent Lohnerhöhung. Breslau. Z. März.(Eigener vrahiberichl.) In den Der. Handlungen, die heule vor dem Schlichter im schiesischen weberkampf stal fanden, wurde ein Schiedsspruch gefällt, der die Zeit- und Akkord st ücklöhne um S Proz. erhöht. Die Eut- scheidung der beiden Parteien über Annahme und Ablehnung des Spruches wird noch heute tu den Abendstunden erwartet. Gegen- über dem vorherigen Schiedsspruch, der von den Arbeitern abgelehnt worden Ist, bedeutet dieser Schiedsspruch eine nicht unwesentliche Verbesserung. Der ersie Schiedsspruch sah für die Zeitarbeiter eine Lohnerhöhung von 8. für die Akkordarbeiter von 8 proz. vor. Zu bemerken ist. daß der weitaus überwiegende Teil der Weber in Akkord arbeitet Gegenwärtig stehen in Schlesien bereits SZ000 Weber im Kamps, wovon die übergroße Mehrzahl ausgesperrt ist. Bis Sonnabend soll sich die Zahl nach der Ankündigung der Unternehmer auf 63 000 erhöhen. Für Urwabl im Sottlerverbanö. Heraus zur Wahl! Wie nicht anders zu erwarten, arbeiten die Kommunisten mit allen Mitteln, um die Urwahl der Geschäftsleitung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller in ihrem Sinn« zu beein- flusten. Ein in Massen herausgebrachtes Flugblatt strotzt von Ver- drehungen und Lügen. Die Amsterdamer Richtung wird für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich gemacht. Sie hat Schuld an der Wirtschaftskrise, an dem Elend der Erwerbslosen, an den niedrigen Löhnen, und nur sie, die Kommunisten, können den Ver- bandjvieder auf den Boden des Klassenkampfes zurückführen. Soviel Worre, soviel Lügen. Di« Tapeziercrbranch«, die eine komniunistische Leitung hat. wird als Poradepserd genommen, um zu beweisen, wie tüchtig sie sind. Fremde Federn sind es aber, mit denen man sich schmückt! Gerade in dieser Branche waren es stets die Amsterdamer Kollegen, die den von den Kommunisten im Dreck gefahrenen Karren wieder flott machen mußten. Arroganz und Maulheldentum hat weder in dieser, noch in einer anderen Branche den Unternehniern jemals Erfolge abgerungen. Es gehört überhaupt Geschmack und Mangel jeder gewerkjchast« lichen Erziehung dazu, um solch« inner« Fragen der Organisation zum Gaudium der Unternehmer in Parteizwecke ummünzen zu wallen. Die kommunistische Zelle innerhalb des Verbandes, die nur von den Tapezierern oufgepöppelt worden, ist, stellt auch in erster Linie Tapezierer als Kandidaten aus. Trotz- dem der Anteil der Tapezierer rtrr zirka ein Viertel der Mitglied- schaft im Verband« ausmacht, stellt man von 5 Kandidaten 3 Tapezierer auf. Eine schöne Berussvertretunz! Es wird nicht gefragt nach gewerkfchosllichen Bedürfnissen und Notwendig- keilen, ausschlaggebend ist das kommunistische Parteibuch. Trotz des Geschreies nach Verhältniswohl fft hier nur Mißverbältnis zu entdecken. Mit all den Dingen beweisen die Kommunisten, daß es nicht der wahre Zweck ist, bei eventueller Wahl nutzbringende gewerkschoftstche Arbeit zu verrichten, sondern man will Futterkrippen haben, um den lahmen, immer mehr und mehr abmagernden tommunistijchen Gaul im Trab hallen zu können. Der gesund« Sinn der Mitgliedschaft wird solche Manöver ablehnen»nd ge» schlössen die Stimme abgeben für die Liste Amsterdam! Am Sonnabend findet von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr abends in folgenden Lokalen die Urwahl der Angestellten statt. Zwei Listen stehen zur Wahl: Liste Amsterdam und die Liste der kommunistischen„Opposition". Die Kandidaten der Liste Amsterdam sind: A. Blume, 1. Vorsitzender, Täschner; W. O st e n, 2. Vor- sitzender, Tapezierer: K. Weyher, 1. Kassierer, Täschner; O. Heinrich, 2. Kassier», Sattler; W. H o s s m a n n, Sekretär, Tapezierer. Jedes Mitglied kann nur eine Liste wählen. Der Stimmzettel ist perforiert. Wer Liste Amsterdam wählt, muß die linke Hälfte des Stimmzettels abreißen und in die Urne stecken. Die Wahllokale befinden sich: Berlin C.: Gründler, Zimmerftr. 30, Stommel, Reue Friednchstr. 1; Berlin O.: Schulze. Paul-Singer-Str. 83, Kempin. Tilstter Str. 83, Robiling, Box- Hagener Str. 114, Zippke, Große Frankfurter Str. 50; Berlin NO.: Schönrock, Danziger Str SZ, Winzer, Ehristburger Str. 9; Berlin R.: Dohms, Schlegelstr. 9, Sachse, Lindower Str. 26, Hummel, Sophienstr. 5, Döhling, Brunnenstr. 79; Berlin NW.: Lausch, Bredowstr. 33; Berlin SO.: Bieberstein, Adalbertstr. 39, Gutthart, Dresdener Str. 89; Berlin S.: Lubasch, Ritterstr. 20. Krüger, Grimmstr. 1; Berlin SW.: Rathmann, Wilhelmstr. 118: Neukölln- Mäuseler, Münchener Str. 23, Gerson, Reuterstr. Frenkes, Schierkestr. 35; Charlottenburg: Sauter, Krumme Str. k*� Schöneberg: Höfer, Bahnstr. 19; Lichtenberg: Seipke, Kronprinzen- straße 47. Wer länger als 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rück- stände ist, wird zur Zlbstimmung nicht zugelassen. Mitgliedsbuch oder-karte, für Arbeitslose beide Kontrollkarten, sind zur Ab- ftimmung mitzubringen und werden im Wahllokal abgestempelt. Ohne Ausweis kein Wahlrecht. Die Wahlleiter sind angewiesen, jedes Mitglied, welches sich nicht legitimieren kann oder länger als 8 Wochen mitv seinen Beiträgen im Rückstände ist, von der Wahl 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstand« ist, von der Wahl lokalen ausgegeben._ englischen Bergarbeiter gegen Hodges. London. 3. März. lWTD.) Auf einer heute abgehaltenen Sitzung des Vollzugsausschusses des Bergarbeiterverbandes wurden die Bcratungegegenstände für die Konferenz der BergarbeittriMer- nationale in Berlin om 16. und 17. März erörtert. Dabei wurde auch die Stellung des Sctretärs der Bergarbeitinternational« Hob- ges zur Sprache gebracht. Es wird wahrscheinlich vom Vollzugs- ousschuß der Bergarbeiter der Dorschlag gemacht werden, daß Hodges fern Amt niederlege mit der Begründung, daß er einen Re- gierungsposten als Mirglied des neuen Elektrizitätsamtes ange- nommen habe. M-Iilinstr-menteiuv-ch««. SV?.-Ber treue nsl-ute aller Betriebe ?! treffen sich am Connabend, 5. Mar», nachmittag» 2 Uhr, im Lokal 1 Schilling, Rungestr.»0. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Der Bcrbean.schuß. MM Frei« S««erkfchaft»jug»ud. Heute abend Uhr tagen die Gruppen: Her- maaaplatz fSieuköll« 2) Gruppenheim Jugendheim Eanhcrfir. 11. Ecke Kobrecht- strage. Hcimdesprechung. Humvristifch« Borlesungcn.— Obcrichäneweid«: Gruppenbeim Jugendheim Laufener Str. 2 fSioter Saal). Helmbesprechunq und Aus'vrache Uber BetriedZvcrhaltniff«.— Wedding l: Gruppenheim Stndtbad Wedding, Gerichtstr. Sü— 89. Heimbesprechung. Bewcgungs- und Eprochtechnik. desprcchung. Gesang und Musik rertreiben die Zeit. AsS-Znaend! Sonnabend, 9. Mar», 7V- Uhr, Geselliger Abend im Rhein- gold iMuschelsaal). Achtnag, Zimmererl Wir weiken hierdurch nochmal» auf die am Sonnlag. 8. Miirz, vormittag» von 10—12 Uhr stattfindende Borstandswahl, ferner aus die am Sonnabend, 8. Mir», 7 Uhr, bei Mecklenburg, Raoencstr. 6, für de» Bezirl 12 stattfindende Bezirksversammlung hin. Alle Kameraden müssen er- scheinen. Zentralvcrband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin u. Umg.», _---- Vollslehrer, Pro». Berlin. Morgen. Sannabend, Gewerkschaft dearfcher 5. Mär», 7 Uhr, Berliner Rathaus, z Tl., Zimmer las(Eingang Jlidenstraße), auKeroroevtliche Senerolvcrfammluna. Anträge be» Proo.-lBerband»» Berlin für den Berbandztag. Wahl der Delegierten. Zagrndgrnxpe de, ZdA. Heule, Freitag, Uhr, finden folgende Bern». sialtunacn statt: SSdwrst! Jugendheim Belle-Alllance-Str. 7—10. Gruppen. befpreckung, T Spanban: Jugendheim Lindenufer l. Heimabend.— Lichte». berg: Zngenhheim Pariaue 10. Sruppenbes prechung, anschließend Unterhaltung und Sing-Sang. Verantwortlich für Politik: Biet», Schiff; Wirtschaft: S. Klinge lhälee: vewerkschalivbeweguna: Ar. Edkora: Aeuilleton: Dr. Zahn Schikoweli: Lokal«»: und Sonstiges: Arig Karstadt; An, eigen: Th.»locke; sämtlich in Berlin. Bering: Vorwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck:?orwärt».Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u E».. Berlin SW 88. Lindenstraß« 8. Si-l»u 2 Beilagen.„Unter Haltung und Wissen'»nd„Stadtbeilage-, WERTHEIM Leipziger Str, Königstraße Rosenthaler Str, Moritzplatz Soweit Vorrat Obst, Gemüse, Fleisch und Fische werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust---- ptu-d Kalbsnierenbraten...... ptund Kalbskeule ganz und getttU..... Pfund Schmorfleisch"• Suppenfleisch. Schweinebauch Schweinekamm u. Blatt«w Liesen nd. 60 n. Gehacktes nd. Kaßler, Speer u. Kamm Pfund Rüdem, mtl Beilage Ptund 68n. 75 n. 85 n. 90 n. 75 n 83 n 85 n. 75 n. los Prima Ochsenffleisch, gefroren Suppenfleisch........... n™* 48 n. Kamm u. Brust.......... pm 55«. Schmorfleisch mU Knothen...P/und 60 Pf- Pfund Messina-Biutorangen füttuL 1 0 75 Kranzfeigen.. Pfund 28n. Ananas stwe»... Pfund 1 m Amerik. Aepfel Piund 38«. Wirsing-u.WeißkohlPfd 7Pf. Zitronen.... nuhanck 40Pr Rotkohl holländisch, Pfund 3 Pf Tafeläpfel ertw»>ia>if. 43 Pf IZaiierzwIeheln. P und 3P1. Apfelsinen ou»«nd 55, 85Pf. Blumenkohl Kopf von i8Pf.«n Blutapfelsinen n». 70, 95 Pf- Schwarzwurzeln«um 25 rt Dampffwurst Landlaber- u.Rotwurst 1.15 Speck SSi m 1.20 mager 1.40 Mettwurst �koch,-ph£nnnd 1.40 Jagdwurst.... Pfund 1,45 Schinkenwurst Pf»nd 1.45 FiletWUrSt.... Pfund 1.50 1lO ........ Pfund Mettwurst �""v�d 1-50 Feine Leberwurst pm 1.65 Bferwurst..... Pfund 1.65 Schinkenspeck P'und 1.65 Zervelat u. Salami holsleintsche, Pfund i»rö Nußschinken«Sf�pw. 1.95 Konserven >-> Doac W Dom Schnitt-u.Brachbohn.58Pt Pflaumen ohn» sioin... 1 m Schnitt- u. Bracht». I 73 ff Apfalmus........ 65 p» GemQsearbsan.... 60 ff Stachelbearen.... 96 Pf Jg. Erbsen m. Karotten 67 pr Reineclauden...... 1.10 Sellerie ��a« 48PI 80 Aprikosen u. Pfirsiche Pfefferlinga...... 82 Pf wooae30Pf. 1.40 Gemischt. Bemflsa'->» 1.40 Ananas««waitea�sehcib. 1.55 Kaiserschoten''«87 p» 1,58 preise|beeren H-rsPfd. Pflaumen ,��45 Pf- 75 Pt 10 pfund-uos. 5 m 2.35 Konfltdren, 2 Pfund-Eimer Ananas 1.65 Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Erdbeeren, Aprikosen, Kirschen Himbeeren 1.45 Stangenkäse schleslscher, Pfund 35 Pf. Romatour...stuck 22 Pf- Limburger aiigiuar*•{, Df pomin., Hund OdC Piund Oö�'- Edamer..... Ptund so«. Steinbuscher.Pinnd95Pt Tilsiter volllclt, feint Qual 1.1 5 Holländer....Pfand 30 Pf Schweizer bayr. f. Qual. 1.45 Molkareibutter Pfund 1.88 Dänische Butter«und 2. 16 Tafelbutter•• Pfund 2.02 Margarine...Pwnd 53P1 Auszug-Hehl I25 1so Weizenmehl. Pfand 23 pi Sultaninen Pfund 65 pi 80 Pf Auszugmehl 26, 30, 32pi Rosinen. Pfund 62 Pf 70 Pf Kartoffelmehl. Pfund 32 ff. Korinthen Pfund 56 pi 65 pi Maispuder... Pfund 26 Pf Zitronat..... Pfund i.go Weizenpuder. Pfund 43"f Orangeat..... Pfund 1.20 Mandeln t>m«> 2.20»0» 2.40 Mandeiio.... Pfund 53p,. Fische Grüne Heringe 5«»nd 45«.» 60«. Bratschollen........«� S« � SO« Kabeljau ohne Kopf, gante Fhthe... Pfund 15 Pf Goldbars oa»* kop*. SO«. Frische Bleie.................... S5«. Schellfische.............«-»d 30«. Zander ge/rorem.....»»»»»», Ptund 68«. Lebende Karpfen........«m.d 1ioa„ Geflügel Ungarische Fetthühner nd. Iio Iss Junge große Tauben stüdc von las«, Schneehühner.........****»> loo«. Wein Preise für Vi Flasthe einschUeUUch Berliner Qefränkesteuer. ohne Glas 1923 Langenlonshtimer Sonnenborn PNah*«in 1 16 1922 Zeltinger(">'« Kapial) reifer MlllelmoMl...... 1.30 1921 Niersteiner kernlyer Rheinwein........... 1.70 1921 Liebfraumilch bestechend, lieblicher Da-nenwein, 2.50 Fruchtwein lohannisoeer-, Slacheibeer-, tteidelbeerweln. Lyder 93 Pf. Fruchtschaumwein vorzllgilcha Qualitdt, mit Flasche.. 1.35 �nneiaLPnuita vorzll-llcher Traubensekt, Flaschenglrunz,— oc opeziai l-uvee Ssnderolenskeuer. mit Plaadie... 3.25 Spanischer Rotwein gehaltvoll.....*0.» Fa», Uter 1.25 Insel-Madeira fei», krimig.......... vom pa». uter 2 60 FQr Diätkuren: Lempa's Warmxer Weinmost l Riesling Oppenheimar„ Roter ( Wachenhelmer) 1.80 . Herrenweiher 220 (Gunuersh.) 1.80 Gebrannt. Kaffee"'-Är-S 2 es.. Makreien.Bückiinfie«d 20 5 90« Holl. Kakao ääVä 1»o ,z> 2,» Flundern p«mm. Z2 Pf- 45'". Schellfische. P'un-- 42« Sprott Bücklinge pxf 28«, Seelachs u. Rofbars 43?' SpMlal- Mischung SW» Bohnenkaflea. Dtaid 68««khl.12 Pralinen Marzipan. 1 08 Pf Sandgebäck_Cni Fruchtpasten "« Pfund 45 PI Bruch, /i Pfund 17« Nr. 106 ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts 5rektag, 4. März 1927 Staütverorünetenbefthluß Zum Wohnungsbau. Notstandsarbeiter.— Beamtenbesoldung.— Ministergärten. Li« Stadtverorj>neteno«rsammlung hat In der Frage de» Wohnungsbaues gestern dem Beschluß des Aus- schusses zugestimmt, ohne daß es noch einmal zu einer Debatte kam. Der Magistrat wird nun schleunigst die nötigen Schritt« tun müssen, die Finanzierung der Wohnung» bauten und mit ihr den rechtzeitigen Beginn der Bauaus- s ü h r u n g zu erreichen. Die sozialdemokratische Stadtverordneten- fraktion hat mit der Aufstellung ihres Wohnungsbauprogramms einen dankenswerten Anstoß gegeben.— In der gestrigen Sitzung wurde auch ein wichtiger Beschluß gefaßt, der ein« Besserstellung der Notstandsarbeiter bezweckt. Mit den Kommunisten setzte sich unser Genosse Krause auseinander. Für den vom Ausschuß vor- geschlagenen Beschluß summte nur die sozialdemokratische Fraktion und die kommunistische. Zur Frag« der Beamtenbesoldung setzte die sozialdemokratische Fraktion die einstimmige Annahme ihres Antrages durch, der auf die Notwendigkeit der Wiederherstellung der früheren Besoldungsorbnung hinweist. Den Versuch, die angeb- liche„Beamtenfreundlichkeit* der Deutschnationalen in bengalischer Beleuchtung erscheinen zu lassen, wies Genosse Fla tau zurück. Ueber den Straßendurchbruch durch die Ministergärten wurde so lange debattiert, daß man nicht mehr zur Abstimmung kam. Für die sozialdemokratische Fraktton betonte Genosse Mendt, daß die Rücksicht auf die Ministergärten nicht die Entwicklung Verlins schädigen darf. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde zunächst das aus dem vorbereitenden Ausschuß zurückgekommene wohnvngsbavprogramm, das auf einen von der sozialdemokrattfchen Fraktton eingebrachten Antrag zurückzuführen ist, behandelt. Unser Antrag hatte bekanntlich vom Mogistrat die Ausarbeitung von Richtlinien für «inen oermehrten Wohnungsbau in Berlin ver- langt. Geosie Ezeminskl berichtete aus dem Ausschuß und empfahl der Versammlung den Beschluß des Ausschusses, den wir in der Abendausgabe des„Vorwärts" vom Mittwoch mitgeteilt haben. Ohne Aussprache schloß sich die Versammlung— fast einstimmig, wie der Vorsteher. Genosse chaß. feststellte— dem Beschluß an. Der Magistrat hatte der Versammlung ein« Vorloge zur Beschlußfassung unterbreitet, nach der im Polizeipräsidium ein Zugendheim errichtet werden soll. Man will durch Errichtung dieses Heimes er- reichen, daß wegen Obdachlosigkeit, Mittellosigkeit und Arbeitslosigkeit aufgegriffen« Jugendliche im Polizeipräsidium nicht mit verwahrlosten und verbrecherischen Elementen zusammengebracht werden müssen. Während die weiblichen Jugendlichen in angemessener Weise im Polizeipräsidium untergebracht sind, trifft dies für die männlichen Jugendlichen nicht zu. In dem neuen Heim sollen die Jugendlichen von einem dazu geeigneten Hausvater und einer Hilfskraft betraut werden. Der Kommunist Lange lehnte die Errichtung des Heimes in der geplanten Weise ob. Dabei vermengte er in freigebigster Weise sachliche Einwände mit agitatorischem Phrasengeschrei. Be- scheiden, wie die Kommunisten stets sind, begnügten sie sich damit, einen etwaigen Erfolg ihrer Einwände gegen einem Heitcrteitserfolg in der Versammlung einzutauschen. Die Versammlung beschloß der Vorlage entsprechend. Der Ausschuß für die Angelegenheiten der Erwerbslosen hatte nach der Behandlung eines kommunistischen An- träges beschlossen, die Notslaadsarbeiler bei Lohnausfall infolge Witterungseinflüsse nicht schlechter zu stellen, als die Erwerbs- losen. Den Notstandsarbeitern soll ferner Arbeitskleidung geliefert werden und es soll ihnen ferner gestattet sein, auf den Arbeitsplätzen Vertrauensleute zu wählen. Die Kommu- nisten hatten weitergehende Anträge gestellt� die sich besondere auf die Bezahlung der Notstandsarbeiter bezogen. Stadtv. Luscher trat nochmal» die kommunistischen Anträge ein, während Genosse Krause mitteilte, warum die sozialdemokratische Fraktion die Abänderungen im Ausschuß durchgefetzt hat. Kraus« betonte, daß es nicht angängig sei, die Notstandsarbeiter besser als die im freien Arbeitsverhältnis stehenden Arbeite r zu bezahlen. Im Baugewerbe sei es nicht üblich, Feiertage, die infolge Regen oder Frost oder Materialmangel ein- treten müssen, zu bezahlen. Unter den Bauarbeitern befinden sich viele, die im vergangenen Jahre nicht mehr gearbeitet haben, als die Notstandsarbeitcr. Deshalb kann die sozialdemokratische Fraktion auch dem kommunistischen Antrage nicht zustimmen und muß aus dem Ausschußbeschlusse bestehen bleiben. Im übrigen haben sich die Gewerkschaften denn doch schon etwas früher als die Kommunisten um die Erwerbslosen ge- kümmert: die Erwerbslosen haben da» auch früher al, die kom- munistische Stadwerordnetenfraktion gemerkt. Schließlich wurden unter Ablehnung aller Abänderungsanträge die oben mitgeteilten Ausschußbeschlüsse gutgeheißen. Dafür setzte sich insbesondere die Linke des Hause», Sozialdemokralen und Kommunisten ein. Der Magistratsantrag wegen Bewilligung von 186 000 Mark für die Er r i ch t u n g eines Lorortbahnhofs an derZoffener- und Lichterselder Vorort st recke im Schöneberger Süd- gelände wurde genehmigt. In einer Vorlage zur Kenntnisnahme hatte der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt, daß es gegenwärtig un- möglich Ist, in den Fällen, in denen der Oberprästdem die Wieder- Herstellung der Besoldungsordnung für Beamte beanstandet hat, den ursprünglichen Zustand wieder herzu- stellen. Die finanziellen Auswirkungen ließen sich nicht überblicken, doch will der Magistrat anläßlich der bevorstehen- den Haiishaltsberatung die Fälle einzeln prüfen. Dazu hatten unsere Genossen folgenden Antrag eingebracht: „Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis und bringt hierbei zum Ausdruck, daß eine eingehende Prüfung durch den Magistrat vorgenommen werden möge über die finanzielle Auswirkung der völligen Wiederherstellung der Besoldungsordnung nach dem Stande vor den Beanstandungen durch den Oberpräsidenten, weiter der am 18. November 1028 angenommenen Anträge und einer evenwell notwendig werdenden Rückdatierung der durch die erwähnten Anträge veranlaßten Acnderungen der Vesoldungsordnung, daß ferner der Magistrat über das Ergebnis dieser Prüfungen noch vor Beginn der Etats- berawngen der Stadtverordnetenversammlung Mitteilung macht, und daß der Magistrat neue präzisierte Vorschläge macht, die den Interessen der bisher benachteiligten Beamtengruppen gerecht werden.* In der Aussprache mußte sich Genosse Flalau gegen ungerecht- fertigte Angriffe des Deutfchnattonalen Linxweiler verteidigen. Einen Zusammenstoß gab es dann aus dem gleichen Anlaß zwischen dem Volksparteiler E a s p a r i und den Deutschnationalen. Caspari wies die Redereien Linxweilers mit aller Energie zurück und betonte, daß die Deutschnationalen sich endlich einmal abge- wöhnen sollten, bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit bei Beamtenfragen ihre agitatorischen Phrasen zu dreschen, lediglich zu dem Zweck, sich bei den Beamten lieb Kind zu machen. Herr Fabian von den Deutschnationalen verbat sich die„Bevormundungen* Casparis und sein Parteigenosse v. Zecklin sprach gar von einer be- hinderten Stadtverordnetentätigkeit Linxweilers.— Der Antrag unserer Fraktton wurde angenonimen. In vorgerückter Stunde wandt« sich dann die Versammlung der Weiterberatung des Antrages de» Zentrums wegen der Herstellung einer verbindungsstrahe durch die TMuistergSrteu. im Zuge der Französischen Straße noch der Lenntstraße zu. Stadtv. Genosse wendl vertrat den Standpunkt unserer Fraktion und brachte dabei zum Ausdruck, daß man der Widerstand leistenden Reichs- regierung in Verhandlungen klar machen müßte, daß die Berliner Stadtverwaltung durchaus Verständig für die historischen Tatsachen und die städtebaulichen Wirkungen der Ministergärten habe. Darüber hinaus werden sich aber auch die Reichsministerien auf die Dauer den Entwicklungstendenzen der Großstadt und ihres Verkehrs nicht widersetzen können und sie werden nachgeben müssen. Die Sozialdemokraten werden für den Durchbruch stimmen. Merten(Dem.) forderte, daß die Reichsregie- rung den Bedürfnissen der Viermillionenstadt Berlin, die sich ständig vergrößere und an Einwohnern zunehme, entgegenkomme. Gegen- über den Stimmen, die die finanzielle Undurchsührbarkeit des Planes immer wieder in den Vordergrund stellen, betonte Merten, daß niemand verlange, das Projekt von heute auf morgen durchgeführt zu sehen: es müsse aber endlich einmal angefangen werden, es müssen alle Vorbereitungen getroffen werden. Metten und ebenso wie der folgende Redner Stadtv. Dr. Birk(Z.) traten für die Durchlegung ein.— Die Abstimmung über den Antrag wurde nochmals vertagt. Das leerftehenüe Kinüerkrantenheim. Ein Mahnruf des Bezirksamts Prenzlauer Berg. Auf dem ehemaligen Exerzierplatz in der Eberswalder Sttaße, im Berliner Norden, befindet sich bekanntlich das vom Staat und Stadt seit etwa sieben Iahren gemeinsam bettiebene„Ambulato- ttum für knochen- und gelenkkranke Kinder*. Wir bettchteten bereits vor einiger Zeit, daß die Inbettteb- nähme eines fettiggestellten Neubaues, dessen Einrichtung von den städtischen Körperschaften zur Erweiterung der Einrichtungen des Ambulatoriums genehmigt worden war, noch nicht ettolgen tonnte. Die Schwierigkeiten, die der M i l i t ä r f i s k u s als Besitzer des Geländes bereitete, dürften überwunden sein. Trotzdem hat auch jetzt noch nicht die Eröffnung des neuen Hauses, da- 4 Krankensäle mit 36 Kinderbetten, eine Röntgenabteilung und mehrere Untersuchungszimmer, Wasch- und Badegelegenheiten, ein« Küche und ein Bureauzimmer enthält, stattfinden können. Vor ollem hat das Bezirksamt immer noch nicht die letzten erfordettichen Geld- mittel— etwa 10 000 M.— erhalten, die zur Anschasfung der benötigten Bettwäsche, der Mattatzen, einiger Möbelftücke und ver- schiedenen sonstigen Inventars gebraucht werden. Die Haupt- jchwierigkeiten sind aber in den Verhandlungen zwischen dem preußischen Staat und der Stadt Bettin zu suchen. Daß weder das preußische Kultusmini st erium, noch auch das preu- ßisch« Finanzministerium bei der Bewilligung von Geldmitteln für Zweck« des Ambulatoriums besonders gebefreudig sein werden, wird man von vornherein nicht annehmen dürfen. Betrafen doch die Auswendungen des preußischen Staates für gesundheitliche Zwecke— sage und schreibe— 0,24 Proz. der in dem Staatshaushalt vor- gesehenen Gesamtausgaben. Bei dieser Ebbe in der„Gesundheits- fasse" des Staates kann es schließlich nicht wunderaabmen. daß das Kultusministettum beabsichtigt, zum 1. Aprll mir Wirfung vom 1. Juli den Vertrag zu kündigen, der die Betnebssührung des Ambulatoriums durch Staat und Stadt Bettin vorsah. Dieser Ver- trag ist tatsächlich in vielen seiner Bestimmungen überholt. Da» Entscheidend« aber ist, daß der Staat für das neu erbaute Haus kein Personal zur Verfügung stellen und keine Züsch ü ff e leisten will. Jetzt erscheint es dringend nötig, daß endlich eine Klärung über die künftig« Att der Verwaltung des Ambula- tottums herbeigefühtt wird. Das Bezirksamt Prenzlauer Berg hat deshalb auch in seiner letzten Sitzung einen Beschluß gefaßt, in dem es darauf hinweist, daß der auf dem Gelände des Ambulatottums aus städti- schen Mitteln errichtete Neubau nunmehr seit 10 Wochen schlüsselfertig unbenutzt leer steht: dieser Zustand sei nicht länger zu erttagen. Das Bezirksamt beschloß, den Magistrat zu ersuchen, die gesamte Einrichtung de- Ambulatoriums spätestens bis zum 1. Juli 1927 in rein städtische Verwaltung zu über- nehmen, sogleich die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen,. damit das neu errichtete Haus am I.April 1S27 als Kinderkranken- heim In Betrieb genommen werden kanp, und schleunigst die be- nötigten, vom Bezirksamt drinaend angeforderten Geldmittel zu überweisen, um im Laufe des Monats März die Einrichtung mit Wäsche, Mattatzen, Möbeln, Instrumentarium und sonstigem Jnven- tar vollführen zu können.— Eile tut hier wirtlich not! Tödlicher Unfall eine» Radfahrers. Ein schwerer Sttaßenunfall trug sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr in der Frankfurter Allee zu. Der K21ährigc Arbeiter Otto M. au» der Mün- chcner Straße 30, der sich mit seinem Rade auf dem Heimweg befand, wurde in der Frankfurter Allee von einem Straßen- bahnzug der Linie 69 erfaßt und mehrere Meter mitgeschleist. Der Verunglückte wurde nach kurzer Zeit geborgen und in schwer- verletztem Zustand zur nächsten Rettungsstelle gebracht, wo der Arzt aber nur den inzwischen eingetretenen Tod infolge doppelten Schädelbruches und innerer Verletzungen feststellen konnte. Die Schuldsragc ist noch ungeklärt. z», Gerichtstag. von Fred Lsrea«. vomieli« 1925 br Paul Zsolnar. Wie«' Wiraingen ins Speisezimmer, ich entschuldigte mich bei meiner Mutter, der Bater neigte würdevoll den Kops. „Deine Suppe ist fast kalt,* sagte Mama,„iß rasch.* Ich setzte mich und aß, ohne zu antworten. Niemand sprach ein Wort, das Schweigen war erdrückend. Alice reichte mir Fleisch und Gemüse, ich nahm sehr wenig auf meinen Teller. „Warum ißt du nicht?* fragte die Mutter liebevoll. Ich war ihr für den gütigen Ton der Frage dankbar und erwiderte:„Ich habe keinen Hunger.* „Ein schlechtes Gewissen oerscheucht den Hunger,* bemerkte salbungsvoll der Vater. Die Mutter runzelte die Augenbrauen, ich schwieg. „Vielleicht hat dir dein heutiges Rendezvous den Magen verdorben,* lehnte Andr6. Ich blickte ihn verwundert an. „Welches Rendezvous?" ..Stell' dich nicht so unschuldig, ich habe dich ganz gut in der Rue du Rhone mit deiner lieben Freundin gesehen." Ich zuckte die Achseln. „Sprichst du von der Patin?* „Von wem denn sonst sollte ich sprechen, wenn nicht von deiner teuren Freundin?* Der Vater warf der Mutter einen Blick zu, den ich sehr gut zu deuten wußte. Ich wendete mich zu Andrs:«Was für ein dummes Zeug du sprichst! Ich habe die Patin zufällig auf der Place Molard getroffen." „Zufällig." wiederholte er spöttisch. Der Bater schaute mich mit der verachtenden Mene eines Richters an. der einen Uebeltater seines Verbrechens überführt hat; er nickte feiner Frau zu:„Nun, was habe ich gesagt?" „Jedenfalls ist es merkwürdig, daß du heute früh so eilig fortgegangen bist," bemerkte die Mutter. Ich wollte antworten, das Blut schoß mir ins Gesicht, aber ich biß mich auf die Lippen, dann schluckte ich hastig mein Gemüse hinunter. Neuerliches, drückendes Schweigen. Andrs warf mir verstohlen höhnische Blicke zu. Bat« und Mutter sahen sich an. Paul rührte sich nicht, Alice stand auf. „Jetzt hole ich die Mehlspeise, hoffentlich werdet ihr nicht mehr lange eure Trauermienen zur Schau tragen, ihr seid ja bei keinem Begräbnis." „Geh' an deine Arbeit mch kümmere dich nicht um Dinge, die dich nichts angehen," herrschte sie der Vater an. Alice ging lachend aus dem Zimmer. Kaum war sie draußen, als der Vater der Mutter ein Zeichen machte, sie zuckte die Achseln./ Cr gab sich aber nicht zufrieden und wandte sich an Andrö, der mich höhnisch ansah.> „Warum lachst du?* „Ueber die Verlegenheit meines teuren Bruders, schaut, wie er rot wird, weil«r auf frischer Tat ertappt worden ist." .Las ist aber schon zu blöd! Warum sollte ich denn erröten? Weil ich mit der Patin gesehen wurde?* „Konntest du nicht bis Abend warten? Hattest du ihr denn etwas so Wichtiges zu erzählen? Eigentlich sonderbar,* bemerkt« die Mutter und sah mich mißbilligend an. Nun verließ mich die Fassung und ich rief:„Wenn ich euch schon sage, daß ich sie rein zufällig getroffen habe. .Kannst du nicht anders mit deiner Mutter reden, du giftige Kröte,* beendete mein Vater das Gespräch. Ich blickte ihm in die Augen, wieder war ein kleiner Gallenergruß zu merken. Als ich feine Wut sah. wurde ich plötzlich ganz ruhig. Nun war ich wirklich neugierig, was er noch hinzufügen würde. Sein« Taktik war mir jetzt klar: er wollte mich ins Unrecht setzen, um mich dann vor allen anderen demütigen zu können. Zormg stammelte er: ,Lu elender Wicht, du wagst es, zu deiner Mutter frecht zu sein, zu deiner Mutter, die...* Ich unterbrach ihn:„Ich bin nicht ftech gewesen, ich habe nur gesagt, daß ich kein Rendezvous mit der Pattn gehabt hatte. Und wenn ich mir auch eines gegeben hätte, so war« es meine eigene Angelegenheit!* setzte ich plötzlich heraus» fordernd hinzu. „Du bist sin gemeiner Kerl, du trotzest mit deiner Mutter, du beschimpfft deine Muterl* „Ich sprach gar nicht mit der Mama, ich spreche mit dir und beschimpfe niemanden.* Ich stand auf und wollte das Zimmer verlaffen, um dieser Szene ein Ende zu machen. «Bleib' und bitte deine Mutter um Verzeihung, du gememer Kerl; du unterstehst dich, die Mutter in meiner Gegenwart zu beschimpfen! 3fflf die Knie, elender Wicht!* Das Lächerliche dieser Szene kam mir zum Bewußtsein. Ich blickte ihn wieder an und schwieg. Er wiederholte:.Auf die Knie! Nun wendete ich mich zur Mutter:„Bielleicht war ich ein wenig heftig, aber ich habe kein Verbrechen begangen und man(ich betonte das Wort) hat das Möglichste getan, um mich aufzubringen.* ,Lie Höflichkeit ist ja nie deine hervorragendste Eigen- schaft gewesen, wenigstens mir gegenüber nicht," erwiderte sie. Ich biß mich auf die Lippen..Lanke schön!" dacht« ich. Dann wandt« ich mich zum Bater:„Ich bin nicht mehr der zehnjährige Junge, den du nach Belieben mißhandeln konntest." Ich ging hinaus, aber er folgte mir auf den Korridor. Alice, die gerade«ine Schüsiel ins Zimmer tragen wollte, blieb ganz betroffen stehen. Er packte mich an den Schultern, aber ich mochte mich los und wich zwei Schritte zurück. „Geh' in dein Zimmer und bleib bis zum Abend darin.* »Ach tue das, was mir paßt.* „Ich befehle es dir, ich werde dich dazu zwingen, ich bin dein Vater." „Du selbst bringst mich dazu, dich zu erinnern, daß du nicht in deinem Hause bist."> „Nicht in meinem Hause?" brüllte er..Mine, hast du gehört, was diese Kanaille seinem alten, kranken, sterbenden Bater zu bieten wagt? Daß er nicht in seinem eigenen Hause ist! Ich bin hier der Herr und...* „Ganz und gar nicht, du bist bei deiner Frau, das ist ein großer Unterschied." „Was sagst du da?* „Ich sage, daß du nur bei deiner Frau geduldet wirst,* wiederholte ich kalt.„Alles im Hause gehört ihr: der Miet- vertrag lautet auf ihren Namen. Du hast also keine anderen Rechte als die, die sie dir zubilligt. Hoffentlich verstehst du mich dieses Mal!* Alle standen im Korridor. „Was, du wagst es vor ihnen-..t* Er zeigt« auf die Kinder. i „Wenn du mir vor ihnen drohst, sehe ich nicht ein, warum ich mich nicht vor ihnen verteidigen sollte.* „Jacques, du bist gemein," sagte die Mutter. „Möglich, aber man darf mich nicht zwingen, gemein zu t'*ttea*-r:' Gortjetzuag folgte � ftuf der ffavel gekentert. Glück im twglück. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich gestern nnchmittag gegen I Uhr auf der Havel in unmittelbarer Nähe der I n s e l Lind- werder. Ein mit sechs Berliner Studenten besetztes Ruderboot eines Pichelsdorser Ruderklubs besand sich aus der Heimfahrt. Bei der Insel Lindwerder kenterte das Boot bei dem hohen Seegang und infolge Wellenschlages eines vor- beiko in Menden La st Kämpfer s. Alle Insassen stürzten ins Wuf'er. Einige von ihnen, die des Schwimmens unkundig waren, drohten zu ertrinken. Schisser und einige Angler, die den Dorfall beobachtet hatten, eilten auf die Hilferufe der Verunglückten sofort an die Unfallstelle. Unter großen Anstrengungen gelang es glücklicher- weise, alle sechs Ruderer fü bergen. Die Spandauer Feuerwehr war inzwischen alarmiert worden, die sich der Ver- unglückten annahm und in zwei Krankenwagen nach Berlin schaffte. Ein kleiner„Kunflfehler*. Der Fingerabdruck als Verräter. Gegen die Daktyloskopie versuchte der Handler Alfred K. einen vergeblichen Alibibeweis vor dem Erweiterten Schöffengericht Mitte zu führen. Der Angeklagte ist ein Schwerverbrecher, der seit seiner frühesten Jugend immer wieder Einbrüche verübt hat und auch bereits 12 Jahre Zuchthaus hinter sich hat. Seine Spezialität ist das Geldschrankknacken. In der Nacht vom 6. zum 7. September vorigen Jahres war in den Bureau» räumen einer Firma in der Prinz-Ludwig-Ferdinandstraße ein Ein- bruch verübt worden, bei dem mittels Sauerstoffgebläses der Geld- schränk„geknackt" und aus diesem Wertsachen und Bargeld in Höhe von 22c>() M. gestohlen worden waren. Fingerabdrucke am Tatort führten aus die Spur des K., und er war jetzt angeklagt, mit unbe- kannten Mittätern den Einbruch verübt zu haben. Ungeachtet des als untrüglich geltenden Beweismittels bestritt K. seine Schuld und hatte Iii Zeugen geladen, durch die er nachweisen wollte, daß er von 7 Uhr abends bis 7 Uhr früh anderwärts gewesen war. Dieser Alibibeweis erschien auch auf den ersten Blick lückenlos, da die frühere Braut des Angeklagten beschwor, daß K. die ganze Nacht bei ihr geblieben war. Bei näherer Prüfung ergab sich ledoch eine kleine Lücke in der Kette. Es stand keineswegs so zweifellos fest, daß. K. sich nach 3 Uhr nachts nicht doch aus dem Hause seiner Braut entfernt haben könnte. Kriminalkommissar Lehmann, der Leiter des Erkonnungsdienstes im Polizeipräsidium, wies dem Gericht nach, daß der Fingerabdruck ein vollkommen untrüg- l i ch e s Beweismittel sei. Der Angeklagte hatte sich darauf berufen, daß Msals„Kanone" sich gehütet haben würde, den Fingerabdruck zn hinterlassen. Demgegenüber bemerkte der Sach- verständige, daß er sehr wohl die Wut des Angeklagten verstehen könne, als„Kanone von der anderen Zunft" einen groben Kunst- fehler begangen zu haben. Tatsächlich seien auch die Wände des Geldschrankes sorgfältig abgewischt worden, um jede Spur zu beseitigen. Dennoch habe der Täter eine kleine Eck? übersehen, an der sich der A b d r u ck von drei Fingern deutlich vorfand. Abgesehen von einer Narbe an einem Finger hat der Erkennungsdienst 61 Identitäten bei den Fingerabdrückcn fest. gestellt. Gegenüber diesen stummen Zeugen sielen die wenig klassischen lebende» Zeugen des Angeklagten nicht ins Gewicht. Das Schöffen- gericht gelangte zu der vollen Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten und verurteilte K. zu 3 Jahren Zuchthaus, 5 Iahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der Tanz auf dem Richtertisch. „Die Tonzwut" bekam gestern ein Angeklagter vor der Großen Strafkammer des Landgerichts III, in deren Berhondlungssaal schon einmal vor einiger Zeit ein„wilder" Mann sich plötzlich die Kleider vom Leibe gerissen und dem Gericht einen Nackttanz auf dem R i ch t e r t i s ch vorgeführt hatte. Der„wilde" Tänzer war dies- mal der„Arbeiter" Barsani, der wegen eines Wohnungsein- bruches zusammen mit zwei Genossen vom Schöffengericht zu mehr- jähriger Zuchthausstrafe oerurteilt worden war, gegen dieses Urteil aber gleich seinen Komplizen Berufung eingelegt hatte. Schon vor der erneuten Verhandlung hatte Barsani sich in dunklen An- deutungen ergangen, daß er alles entzwei schlagen würde, wenn das Gericht nicht den ihm zudiktierten„Knast" erheblich herabsetzte, Die Verhandlung endete auch damit, daß bei ihm und einem Mit- schuldigen das Urteil um ein Jahr ermäßigt, der dritte An- geklagte sogar freigesprochen wurde. Damit war aber Barsani für seine Person nicht zufrieden, und deshalb verwirklichte er seine Absicht. Mit den Worten:„Verflixte Schweinerei!" bearbeitete er zunächst die Anklagebank mit seinen Fäusten. Dann sprang er mit kühnen Sätzen über die Schranke und. alle Hindernisse beiseite schiebend, auf den Richtertisch, wo er einen wüsten Tanz untex allerhand Schimpfreden aufführte. Der Iustizwacht- ineister sprang ihm sofort auf deB Tisch nach und nun entspann sich zwischen den beiden vor den Richtern und Schössen, die alle ruhig sitzen blieben, ein Ringkampf. Schnell war dieser zuungunsten des Angeklagten entschieden. Beim Abführen machte Barsani noch- mals Anstalten, sich loszureißen. Als er sogleich daran gehindert wurde, rief er dann drohend dem Gericht zu:„Na, wartet, ich komme ja auch mal raus!" Freie sozialistische Hochschule. Am' kommenden Sonyabend, dem 5. März, abends 7H Uhr, findet im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses, Berlin, Leipziger Straße 3, ein Vortrag vom Ge- rosten Prof. Dr. Max Adler- Wien über das Thema„Psycho- logische und ethische Probleme des Marxismus" statt, Karten zum Preise von 50 Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8: Buchhandlung I. H. W. Dietz Nachf., Linden- strafte 2; Berband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße, Eck« Luisenufer: Zigarrengeschäft Harsch, Engelufer 24/25: Berliner Ge- werkschaftskommission, Cngelufer 24/25 tGewerkschaftshaus), Verlag des Verbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstraße 5: Tabak- vertrieb, Inselstraße 6:„Werkfreunde"-Bücherstub«n, Potsdamer Straß« 104 sowie in allen„Dorwärts"-Speditionen. Eine Reichsbanner-Werbekundaebung fand am 2, März m Berlin-Biesdorf statt. Zunächst wurde ein Fackelumzug ver- anstaltet. In der sich anschließenden Versammlung, die außerordent- sich gut besuch« war, sprach Pollzeioberst«. D. Laug» „Rechtsregierung. Republik. Reichsbanner". Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Die Ver- anstaltung war em großer Ersolg des Reichsbanners und der repu- blikanischen Bewegung._ Die Untersuchung der Schulentlassenen. 46 Proz. der Knaben berufsuntauglich: Im Dezember 1926 fand im Verwallungsbezirk Treptow die Untersuchung der zu Ostern 1927 zur Entlassung kommenden Schüler zwecks Berufsberatung statt. Die Ergebnisse sind geeignet. den Gesundheitszustand dieser im Jahre 1913 geborenen Kinder zu veranschaulichen, die die gesamten gesundheitlichen Schädigungen der Kriegs-, Nachkriegs- und Inflationszeit über sich ergehen lasten niußten. Untersucht wurden 379 Knaben und Mädchen. Davon waren nicht berufsfähig 174 Knaben— 46 Proz., 179 ÜRöddhen= 38 Proz.— Obwohl dieser Prozentsatz gegen das vorige Jahr sich etwas gebestert hat. ist er gleichwohl als außer- Lichtbildervortrag der Freien Schuigemeinde Kreuzberg heute. Freitag, den 4. INärz. abends 7'/, Uhr in der Schulaula.ReicheabergerStr.70.EckeForsterStr. Thema: Au» dem Lebea der welllicheu Schule. Referent: Lehrer Richard S ch r S t e r. Es liegt im Jntrrest« sämtlicher Eltern, diese Veranstaltung zu besuchen ordenllich hoch zu bezeichnen. Es machte bei der diesjährigen Unter- suchung keinen wesentlichen Unterschied aus, aus welcher Klaste die Kinder zur Entlassung kommen. Die häufigste Ursache der Berufs- Unfähigkeit war auch dieses Mal ollgemeine Körper- schwäche, ungenügende Entwicklung, nur ganz ver- einzelt mußten Kinder wegen äußerer und innerer Krankheiten oder Erkrankungen der Sinnesorgane als berufsunfähig bezeichnet werden. 12 Knaben und 13 Mädchen wurden gefunden, die zwar im allge- meinen als berufsfähig gelten konnten, bei denen aber der gewählte Beruf als vom gesundheitlichen Standpunkte ungeeignet bezeichnet werden mußte. Hier zeigt sich recht deutlich, wie wichtig diese Art der Untersuchung für die Kinder ist, und wie sehr alle Eltern daran interessiert sein sollten, vor der endgülligen Wahl ihres Berufes ihre Kinder auf ihre gcsundheRliche Tauglichkeit untersuchen zu lasten. Viel Sorge in der Zukunft könnte dadurch vermieden werden. 160 Knaben und 171 Mädchen wurden dem Iugendamte zur Ver- I ch i ck u n g gemeldet, 28 Mädchen, die eine besondere Erkrankung aufwiesen, wurden sofort in unserer Tageserholungsstätte in Ober- schöneweide zu einer Winterkur untergebracht und werden dort vor- aussichtlich mindestens 8 Wochen bleiben,— Ein sehr iro st loses Bild ergab die Untersuchung der 14jährigen Kinder, die die Hilfsschule besucht hatten, da von 29 Kindern 28 als be- rufsunfähig bezeichnet werden mußten. Dos schließt allerding» nicht aus, daß bei diesen Kindern in einiger Zeit sich der gesund- heitliche Zustand so bestert, daß auch sie einen Berus ergreifen und voll ausfüllen können. Dr. Kurt Singer begann einen Vortragszyklus„Die m u s i- kalische Bildung des Arbeiters", mit dem er wohl an künftigen Abenden elementare Grundlagen zum Musikverständnis den Funkhörern vermitteln will. Da damit eine wirkliche und bisher empfindlich fühlbare Lücke in den Funkdarbietungen aus- gefüllt würde, so ist diese Vortragsserie grundsätzlich lebhaft zu be- grüßen. Dieser erste einführende Vortrag behandelte die Stellung des Arbeiters im gegenwärtigen Musikleben. Dr. Singer wies mit Recht darauf hin, daß der größte Teil der heutigen Musik, soweit sie nach neuen Wegen strebt, aus der Arbeiterkultur begründet ist oder wenigstens mit ihr im Zusammenhang steht. Opern, sinfonische Werke sind so entstanden. Die sich künstlerisch rege entwickelnden Arbeiterchöre haben Komponisten auf den Plan gerufen, die ihre Werke fast ausschließlich für sie schaffen. Dr. Singer zeigte aus- sllhrlich, wie der Arbeiter verhältnismäßig leicht mit der ihm irgendwie seelisch verwandten Musik vertraut wird, wie aber trotz geringfügiger oder überhaupt mangelnder theoretischer Musik- kenntniste des Arbeiterpublikums Beethoven etwa ihm immer etwas zu sagen haben wird. Freilich gibt es auch eine Erziehung zum Musitgeschmack, die im kaiserlichen Deutschland dem Arbeiter frei- lich kaum zuteil wurde. Doch heute weiß der Arbeiter, daß er ein Anrecht darauf hat und er beginnt, es sich zu erobern.— Von den Kunstdarbietungen des Tages waren die Rezitationen von„Dich- tungen aus All-Oesterreich" recht überflüssig. Diese mit wenigen Ausnahmen übersentimentale, strukturlose Lyrik liegt mit Recht in den Goldschmitt-Gedichtsammlungen aus der zweiten Hälfte de» 19. Jahrhunderts begraben. Mit dem 29. Jahrhundert, das den Rundfunk erfand, hat sie nichts gemein: Die eleine Prosa-Parabel der Ebner-Eschenbach hat wenigstens durch sachlichen Inhalt noch ihre Berechtigung, und eine witzige balladeske Dichtung Karl Gins- keys war wenigstens ein tröstlicher Programmschluß. Leider las Dr. Erich Fortner sie ebenso schülerhast und unzureichend wie alles andere. Bester war die anschließende Kammermusikoeranstaltung, die das Trio Seidler-Winkler(Klavier), Maurits van der Berg (Violine), Julius Berger(Cello) in sauberem Zusammenspiel zeigte. Der künstlerisch Ueberragende ist in dem Trio allerdings van den Berg. Der Abend brachte Offenbachs geniales Operettentalent mit dem„Pariser Leben" auf die Sendebühne. tes. Das Eisenbabnnaglück von München. Fünf Monate Gefängnis für Aubelc. Iin Prozeß gegen den Lokomotivsührer Aubele, der sich wegen des Eisenbahnunglücks auf dem Münchener Ostbahnhos zu verantworten hatte, erklärte der Staatsanwalt, daß an sich eine Strafe von fünf Iahren Gefängnis zulässig wäre, er bitte aber, dem Angeklagten weitgehende M i l d e r u n g s g r ü n d e zuzubilligen. Der Staatsanwall beantragte schließlich für Aubele 2% Jahre Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. Das Gericht verurteilte Aubele zu fünf Mo- naten Gefängnis. Drei Monate gellen als durch die Unter- suchungshast oerbüßt.— Im Anschluß an den Strofantrag des Staatsanwalts richtete der Borsitzende an Aubele die Frage, ob er sich dazu äußern wolle. Aubele erklärte: Herr Vorsitzender, i ch nehmedieStrasenichtan. Ich weiß, daß ich u n s ch u l d i g bin. Kein Mensch wird mir die Ueberzeugung nehmen können, daß ich das grüne Licht gesehen habe. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung ver- kündet der Vorsitzende das schon gemeldete Urteil. In der Begrün- dung des Urteils wird als erwiesen erachtet, daß Aubele fahrlässig handelte, indem er das Blocksignal überfahren hat, obwohl es sich in Haltstellung befand._ Die Zinanznot üer Stäüte. Klagen des Oberbürgermeisters von Köln. Söln. 5. März.(Eigener Drahtbericht.) In der Kölner Stadt- oerordnetenversammlung, die am Donnerstag in die Beratung des diesjährigen Haushaltsplans eintrat, mochte Oberbürgermeister Dr. A d e"n a u e r längere beachtenswerte Ausführungen über die gegenwärtige Finanznot der deutschen Großstädte. In Köln werden gegenwärtig 148 000 Personen durch öffentliche Mittel unterstützt. Köln leide wie kaum eine zweite deutsche Stadt unter der Erwerbslosigkeit. Pro Kopf der Bevölkerung werden in Köln über 64 M. an Wohlfahrtsunter st ützung aus städtischen Mitteln gezahlt. Zur Verminderung der wirtschaftlichen Not will die Stadt Köln, wie Dr. Adenauer ausführte, mit oller Energie ver- suchen.neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen durch Heranziehung der Fertigindusttie. Mit größter Schärfe wandte sich Adenauer gegen die immer stärker in die Erscheinung tretende wirt- schaftlich« Konzenttation in der Reichshauptstadt, wodurch andere deutsche Großstädte empfindlich geschädigt würden. Man müste gegen diese durch nichts gerechtfertigte Entwicklung mit Entschiedenheit an- gehen. Adenauer kündigte dann große Maßnahmen zur Regelung des Verkehrs an, worunter besonders der baldige Bau einer allen Verkehrsbedürfnisten Rechnung tragenden Untergrundbahn zu verstehen ist. S4 000 Mark erschwindelt. Dortmund, 3. März.(MTB.) Die Polizei verhaftete den In- Haber einer Annoncenexpedition, den Kaufmann Hans Bleiker, der es verstanden hatte, auf Grund eines gefälschten Handelskammer- gutachtens, das die gefälschte Unterschrift des Syndikus der Handels- kammer trug. 25 000 Mark Ruhrkampfentschädigung zu erschwindeln. Außerdem hatte er einen Freund um 9000 M. Ruhrkampfentschädigung betrogen, da er gegen gefälscht« Quittung angeblich für diesen das Geld abhob. In die Angelegenheit sollen auch Beamte der Handelskammer verwickelt fein. Zigeuner als Menschenfresser. Prim(Mähren), 3. März.(TU.) Einer vor längerer Zeit bei Kaschau ausgehoben«» Zigeunerbande konnte jetzt nachgewiesen werden, daß sie im Lause einiger Wochen zehn Mordtaten begangen und die Leichen der Ermordeten verzehrt hat. Zirkus Carl Hakenbeck bringt in seinem Märzprogramm, das von mehr als dreistündiger Dauer ist, viele neue Nummer», von denen die Gebrüder Sandarows, zwei ganz verwegene Lustturner. und David und Goliath,«in Kraftmensch mit einem humoristischen Portner, besonders erwähnt seien. Aber auch die alten Bekannten warten mit Neuheiten auf, und Charles Bradbury führt die zehn Zebras jetzt gemeinsam mit zehn sibirischen Kamelen vor. Viel- fachen Wünschen entsprechend, erscheint wieder.Wittekind", der Weißgeborene, in der Manege. Er ist wirklich von eigenartiger Schönheit, wird er warm, so bekommt sein schneeweißes Fell einen rosa Schein, und doch hat er nicht wie die Albinos rote Augen, sondern guckt aus treuen schwarzen Augen ins Leben. Emerich Ankner reitet den Hengst in der hohen Schule und zeigt u. a. Schul- trab, spanischen Schritt, Galopp-Volten, Pirouetten, Polkaschritt. Doppelpassage und geht zum Schluß vom spanischen Trab in ge- streckte Passage über. Davon sind die Zirkusbesucher so entzückt. daß während der Pause bei �.Wittekind" ein Kutscher stehen muß, weil sonst die Stallbesucher das Pferd mit Zucker überfuttern würden. Recht interessant sind in der Gruppe von 15 Elefanien die vier Elefanten, die v. Redwitz in 84 Tagen drestiert«. Diese Insel- elefanten stammen aus einer Gegend, woher der Tierhandel bislang noch kein Exemplar bezog. Die Eingeborenen haben den Tieren Stricke durch die Ohren gezogen, v. Rcdwitz, der als Uebersee- reisender und als Raubtier- und Elefantendompteur sein Leben unter Tieren verbrachte, führt seine vier Schützlinge nicht nur mit Schwung vor, er hat ihnen auch allerlei beigebracht. Verdaunngsbeschwerden Berdauungsbeschwerden können jederzeit auftreten, schlecht assi- milierte Nahrungsstoffe haben häufig ein Uebermaß der Sekretion im Magen zur Folge und sind die erste Ursache des Unbehagens und der Schinerzen. Neutralisieren Sie diesen Säureüberschuß und Sie werden sich sofort erleichtert fühlen. Hier liegt der außerordentliche Wert von Biseritte Magnesia und sie ist daher unentbehttich für die Hausapotheke: sie neutralisiott die schädliche Wirkung der über- flüssigen Säure, sie beseitigt das Gefühl der Magenschwerc»nd andere Beschwerden, die mit dem Magen zusammenhängen. Blserirte Magnesia ist leicht einzunehmen und in allen Apotheken erhältlich. 3n jeder Apotheke in Pulver- und Tablettensorm zu M. 1.50 und Rl. 3,00 die Flasche. SeBi$nlieifis«Wettbewe8>E>s 100 Preise! �6. Wir behaketi or>» nrr. fenaaere Angaben über die Tage oer Auslage ond der Abholung der Bilder nadi erfolgter Frei* ver- teüung, sowie etwa durch die Zahl der Einsendungen bedingte AbÄndetungen des PrctsaussdireibcrM durd» Aushang m unteren I D I E IIGABRE von icher die Freundin, ja für t die Geliebte des Mannes, und Dichter und Denker haben gesotten Pretand*tct- Kellegro» vorgelegt, weTdie« je nath der BcteiUgung bis zu 500 Stuck«uswShlt und in Leihe»(Senen) von je bis zu 50 Bildern rusammentztellL Die Namen der Bewerberinnen werden dabei nicht bekanntgegeben. � 4- Ein Teil unserer Filialen und zwar nur die nadwtchencfens 1, AlezanderpLCLohrervercinah.) 12. Friedenau(WanniecbhfO 2. Dorotheenstrafie 1 1 |3. Fricdrichstraße 90 4. InvalidenstraOc 128 "ihr Lob in glühenden Worten gepnesen. Darum«st es wohl auch kein-bloßer Zufall, daß man fast immer zur Bezeichnung von Zigarrensorten weibliche Vornamen gewählt hat. Wir beabsichtigen, einige neue Zigarrenmarken herauszubringen. wünschen aber zur bildlichen Ausstattung keine Fantasie-Gebilde zv verwenden, sondern suchen lebenswahre, rassige und interessante we-bliche Charakterkdpfe. Diesem Zweck soll der nachstehend erläuterte WETTBEWERB An dem Wettbewerb kann sich jede Dame beteiligen. Ausfcsdhtesseo sind unsere wdblrehco Anfcstcilten und Verwandte unserer mlnnllohen Angestellten. %2. Die Bewerberin hat ein Brustbild ohne Kopfbededranff fe höchstens Pbst karten-Größe, welches auf der Rucks eice mit genau er. deutlich lesbarer Adresse au versehen ist, an uns franko vis tum 31. März 1927 mit dem Vermerk auf dem Umschlags „Wettbewerb" einzusenden. £3- Die eingegangenen Bidor werden dem�ioch§5 zosamtDe»-' 5. loadiimsthaler Straße 1(Zoo) 13, Wcißcnburgcr Straße 7 H.u. 1 5. Groß Li Aterfeldc WesC -Hans-Sachs-Str. 1 und Kncsebeckstraßc 11 16. Neukölln, löüscr-Friedrich- Str. 247-48(Hcrrmannplau) 17. Pankow, Berliner Straße 31 18- Wollankstraße 135 19. Steglitz, Albreditstraßc 103 20 WeiÜcnsee, Berlin. Allee 245 Xcinickendorter Straße 16 7. Schlesisdie Straße 39-40 8. Schönhaus-AllecllöCNordring) 9. SeydelstraGe32CSpiltclmarkO 40. Stromstraße 67 11. Tcmpelhofer Ufer la erhält je eine Reihe(Serie) bis zu 6 Tagen zwecks Auslage in» Laden dergestalt, daß alle Reihen(Serien) der Reihe nach in allen diesen Filialen zur Ausstellung kommen. Aus jeder Reihe sdl dann unsere gesamte Kundschaft ohne Untcrsd>icd des Geschlechtes das nach ihrer /d einung sdiöostc Bild durch Scirnmzettd auswählen. Die Stimmzettel werden von den Verkäufern«n unsere Kund schärft ausgehändigt und sind von leftterer unter Aufsicht des Verkäufers in einert vemhlossenen Kasten, der sich ih der Filiale befindet, tu werfen. f 5 Diejenigen Bilder, welche die höchste Sommenzahl 1. Breis wen Reichs inark 000— In Bar das zweitschönste Bild den a. Preis von Reichsmark MO« Tsrner 3 Preise wen Je Reichsmnrh lOO,— Weifiere 20 BHtfer erhalten Je einen Preis van B/, Uhr: starb nach langem, schwerem Letten im fast vollendeten 53. Lebensjahre mein lieberMann unser treusorgend-r Vater, Bruder, Schwager und Onlel, der ZllaschinenarbeUer Richard flildehrandt Die Einäscherung sindct am Man- tag, nachmittag« lZg,Uhr. im itrema» torium Vaumschulenweg statt. Um stilles Beileid bitten zun» Nilckedraaät nrdii Tochter, LiegniZer Sir 4L Deutscher Metallarbeiter-TerbaDd Verwaltungsstelle Berlin Xachraf Den Kollegen zur Nachricht, daß de: Dreher Karl üfibener am 24 Februar gestorben ist. Ferner den Kollegen zur Nachricht. daß der ivllrller Erich Eschke am 2. März gestorben ist. Ehre Ihrem Andenke» I Die Beerdigung findet am Sonn- abend, dem 5. März, nachmittag» Z Uhr, von der Leichendull« de» St. Simons-Demeinde-Kirchhose» in Britz, Mariendorser Weg, au» statt Dl« Ort»vrrwaltnng. sieht man filzig in die Welt und scheut selbst die kleine üueaabe zur Acseitigun� der quälenden Hühneraugen mit dem vielmillioncnsach bewährten Kutirol. Hühneraugen- Pflaster. Packung 7Z Pf«.! Kutirol-Sühneraugen-Sinden » Stück 60 psg. ' Zil, ist nur gut, wenn er zweckmäßig verardeltet wird, «te l 25. bei den wundewollen gulirol-Ämlegesohlen. die her sicherste Schuh gegen FW»? kleide ich midi gut onä billig bei bequemster TeilzalM? Nur fn der kalte wtb aaffe Züh« find und(ich als bestes Dorbeuzungsmittel gegen allc Srkältungsliankheiten, wie Schnupfen.«Heiserkeit, Susten, Gripp« und Rheumatismus,«an, heworragend bundbrt hoben. 1 paat echt« ktuliral-Emiegesodlen Iis N»1-"*?•' i» ttosacherer»«führuno 80 Pf«,«s L-Sm. AMeptisch Imprdgnitrtt Rafirol�ln»e#«Wl« 1®«tniachger Ausfühnmg • p4flr nur 50 Pfft. �. WfrrtSaM fcrt***«>**> für elegante Herren- u. 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Gleichsalls wurden die Anregungen der gemischten Deputation über d!« Erhöhung der Milchrat« für die von der Kleinkinderfürsorg« betreuten Kinder bis zum 6. Lebensjahre und Zuweisung erhöhter Mittel für Neubauwohnungen aus dem Ausgleichsfonds des Wohlfahrtsministers angenommen. 11. Bezirk.— Schoneberg. Die letzte Bezirksversammlung am 23. Februar 1S27 hatte eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. In der kurzen nichtöffent» lichen Sistung wurde zuerst der Gen. Hepprich für den verstorbenen Gen. Wilberg eingeführt. Anschließend nahm die Versammlung den Bericht des Ausschustes zur Vorbereitung eines besoldeten Be- zirksamtsmitgliedes entgegen. In der anschließenden öfsentlichen Sitzung widmete der Vorsteher dem verstorbenen Gen. Wilberg einen warmempfundenen Nachruf. Eine Vorloge des Bezirks- omtes über die versuchsweise Einrichtung einer Aufbauklasse für das S. Schuljahr an der S. Gemeindejchule ergab «ine länger« Aussprach«. Gen. F l a t a u sprach sich in zustimmen- dem Sinne aus, wünschte aber eine enge Anlehnung an die Berus«. schul«. Er wies weiter darauf hin. daß zurzeit 14 lZOV junge Leute ohne Lehr stell« seien und daß diese Zahl in den nächsten Iahren auf über SV 000 steigen würde. Di« Vorlag« fand dann einstimmig« Annahme. Auf 7 Uhr war die Wohl des be. foldeten Bczirtsanüenntgliedes festgesetzt. Die Deutschnationalen hatten den frühe'-en Stadtverordneten Dr K o n r a d, die Deutsche Volkspartei den Magiltratsrat Dr. Graff in Vorschlag gebracht. Uvfer Kandidat war Genosse Mendt. Für die KPD. gab der Sradtverordnete Roth eine Erklärung ab, daß sie für den Kandi- baten der SPD. weder im ersten noch im zweiten Wahlgang stimmen würden. Darauf schlug er sich selbst vor. Kurz vor der Wahl zogen die Deuifchnatiomilen ihre Kandidatur zurück. Gewählt wurde der Volksparteil-r Dr. Graff mit 31 Stimmen der Deutsch- nationalen, Voltspartei, Wirtschaft, Zentrum und Kunze- Anhänger. Auf unseren Gen. Mendt entfielen 26 Stimmen. Trotz der bombastischen Erklärung t«r KPD. stimmte sie beveits im ersten Wahlgang für unseren Kandidaten. Bei der Begründung einer Anfrag« unserer Genossen über Mängel in der als Jugend- heim eingenchieten Kapell«, Hauptstraße 14/15, verlangte die Ge- r.ofsin Diederich umgehende Abhilfe. Em deutschnationaler Antrag über die Berliner A n s cha f f u n g s- G e s e l l s ch a f t rief die gesamt« Reaktion auf den Plan. Da» Bezirksamt hatte ausgerechnet den Medizinmann Dr. G e t t t a n t vorgeschickt, der in monotoner Weise angebliche Sünden der Anschaffungsgesellschaft vortrug. In der lebhaften Aussprach« wie» der Gen E z e m t n s t i die Ueber- lreibungen und antisemitischen Rüpeleien de» deutschnationalen Merkel mtschieden zurück. Endlich fand in vorgerückter Stunde neben anderen kleinen Vorlagen auch die Schwimmbadangelegenheit ihre Erledigung. Leider kann man in diesem Falle nickst sagen, daß das, was lang« währt, auch gut werde, denn der Erfolg ist der, daß der 11. Bezirk kein Schwimmbad bekommt, weil der Generaldezer- nent des Schwimmbadprojetts seine Zelt anscheinend dazu braucht, die Berliner Änschoffungsgesellschast zu„fördern". 13. Bezirk— Tempelhof. Die Bezlrtsversammlung am 23. Februar nahm vor Eintrist in die Tagesordnung Eingänge sowie die Mitteilung de» Vorsitzen- den entgegen, daß Herr Max Schmidt, bis vor kurzem Mit- glied der Versammlung, sowie langjähriger Gemeindevertreter der ehemaligen Gemeinde Tempelhof einen Schlaganfall erlitten habe, von dem er sich erfreulicherweise bald erholt habe. Genosse Bürge- m e i st e r hob hervor, daß man bei Max Schmidt stet» da» Ge- fühl hatte, einen ehrlichen Verfechter seiner Ideen vor sich zu haben. Ohne Widerspruch wurde dem Dorschlag de» Vorsitzenden stattge- gegeben. Mar Schmidt zu seinem 70. Geburtstag am 20. Februar die denkbar besten Glückwünsche der Versammlung zu Übermitteln. Ein von unserer Fraktion«ingereichter Dringlichteitsantrag, da« Bezirksamt zu ersuchen, beim Magistrat dahingehend zu wirken, bei der Reichsregierung die Aufhebung der Roggenzöll« zu fordern, mußte, da von der rechten Seit« de« Hause« gegen die Dringlich- keit polemisiert wurde, zurückgezogen werden. Einstimmig« An- nahm« fand ein Antrag der Rechten, der die Errichtung einer Omnibuelini« vom Alarichplatz nach dem Westen forderte. Ebenso wurde ein An'rag unserer Fraktion über die Verbesserung de» Verkehr» auf der Straßenbahnlinie V2 angenommen. Eine reg« Debatte löste unsere Anfrage über den Schulhausneubau auf dem Tempelhofer Feld« au». Genosse Ger lach kennzetchnet« die Not der Volksschule. Nachdem Herr Daurat Branlng al« Vertreter des Dezirksamts die Anfrage beantwortet und den Gang der Verhand- lungen bekanntgegeben hast«, waren all« Frakttonen einig in dem Gedanken, da� der Magistrat in diessr Angelegenheit gearbeitet habe, wie er eigentlich nicht arbeiten durfte. Ein weiterer Antrag unserer Fraktion, der für Lichtenrade des Nachts stärkeren polizeilichen Schutz forderte, fand Annahme. Ein Antrag der KPD. über die Aufhebung des Redeverbote» im Arbeitsnachweis in der Stollberg- straß« löst««ine lebhaft« Debatte aus; er wurde aber, da«Ine Untersuchung ersolgen soll, vertagt. Einstimmige Annahm« fand da- gegen ein Antrag der KPD. Trinkbrunnen und Unterstellhäuschen in den öffentkichen Parks aufzustellen. Ferner wurde di« Errichtung eine» geeigneten Gelände» al» gerienspielplatz für Schulkinder gefordert. Nichtbeftätigung von SezirksstaStrSten. Der Oberpräsident hat den in L i ch t e n b» r g vorgenommenen Wahlen von zwei besolöeten Stadträten, Genosse Weiß und Baurat Prcindel, die Genehmigung ver- sagt, weil die Wahlhandlung nicht vorschriftsmäßig gewesen sei. Ee handelt sich um formal« Bedenken. Bemängelt wird, daß die Berichterstattung des Wahlausschusses und die Wahlhandlung als ein Punkt auf die Tagesordnung gesetzt worden seien. Die Berichlerstatiung sei als besonderer Punkt der Tagesordnung zu be- handeln.— Die Wahl findet nunmehr am Mittwoch, dem 9. März, statt._ Das künftige Beamtenreckht. Dar kurzem sprach Im Rahmen programmattscher Vorträge der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Be. amten und Lehrer Groß-Berlin in den Kammersälen Genosse Polizeihauptmann a. D. Siering über.Die künftige Gestaltung des Beamtenrechts". Schon die vorige Veranstaltung, in der Ge- nosse Senatspräsident F r e y mu th über„Die gegenwärtige Rechtsstellung der Beamten" sprach, war sehr stark be- sucht. Deshalb wurden diesmal statt des Jugendheims die Kammer- säle genommen, aber auch hier war die Veranstaltung überfüllt— ein Beweis dafür, welches große Interesse in den Beamten- funtttanärkreisen für die programmatischen Vorträg« vorhanden ist. Die dem Vortrage des Genossen Siering folgende Aussprache war recht lebhaft. Da zahlreiche Redner am Freitag nicht zu Worte kommen konnten, wurde einmütig beschlossen, die Diskussion an einen zweiten Abend fortzusetzen. Das«rsreuliche Interesse, das den Deranstallungen der Bezirksarbeitsgemeinschast sozialdemokra- tischer Beamten in der letzten Zeit in wachsendem Maße entgegen gebracht wird, erstreckt sich hoffentlich auch auf die allgemeinen Parteiveranstaltungen. Es ist unbedingt notwendig, daß d i e portelgenössischen Beamten neben ihrer gewiß wichttgen Arbeit ihrer Berufsorganisationen, sich mehr am Partei- leben beteiligen. Für die nächste Veranstaltung, in der die Diskussion festgesetzt wird, erfolgt noch Einladung durch den„Vor- wärts". Als nächster Redner in der programmatischen Vortragsreihe spricht über„Die staatspolstisch« Stellung der Beamtenschaft" der württembergische Gesandte, Genosse H i l d e n b r a n d, M. d. R., und als letzter Genoss« Hermann Wäger, M. d. R., über»Die wtrtschastspolittsche Stellung der Beamtenschaft". �rbetterfpsrt. Fußballspiele am K. Marz. wl»!>«r stchen»otsch-idcude Iteffcn auf der Tagesordnung. Im N» r d« n liehen sich auf dem Eportplat in der Christianiastraße Adler 12 und Pankow 06 um die Fllhruug in der Abteilung C gegenüber. Im Ott e n beansprucht da» tauptlnteresse da» Treffen Lichtenberg l und Treptower Zallspielilub, am Bdf. tralau-Ziummelsburg. Lichlenbera I konnte das Spiel in der Herbstruno« überraschenderweise mit 0! 4 für sich entscheiden, trogdem da- Spiel bis zur Pause schon 8:0 für Treptow stand. Ob den Lichtenbergern aber auch dies. mal ein Sieg rergönnt sein wird, ist sehr fraglich. Iedensall» dürfen sie keinen Punkt mehr abgeben, sonst kann e, ie' ''" t»»'' sind. ______ pasfleren, bat statt einem Dritannia trifft auf dem Evortpla» in der bMt Adieiluntameister WW___________ I.MW■ W W-an-rstrahe in Lichtenberg auf Askania.— Weiter« Sptel«: ttetfchen. —••- fchfndorf- Verein für Bewegungsspiel« gegen ____________ Friedhof. Stralau gegen Sadowa in Lichten. bcrg, Liickslraße. Weißens«« gegen Hertha 22 in Weißensee, Renndahnstraß«. Berliner Sportverein 1919 gegen Brandenburg 02 in ssricdrichsfolde, Trcskow- allee. Lustig. Fidel gegen Johannisthal in Rudow. Alt-slienicke gegen Wolter». dorf in Alt-Slieniae, am Klesberg. Lichtenberg II gegen Oberspre« im Lichten. darf gegen Tasmania in Ketschendorf. Borwärt, SO in Kilpsnick, am ssricdho lchoncweide, an der Wasanstait.«erltner Sportverein 22 gegen Sparta II in Hohenfchiinhaufen, Sommerstroß«. Friedrichshagen gegen Teutonia 0» in Fried- richshagen. Arbeiter.Turnverein Pankow gegen Ardeiter. Sportverein 24 in NiederschSnhausen, Pfeilstraße. Tegel 24 gegen Amateur« in Borfigwald«, Reu» Ernst-, Ecke K-nradstraße. Borussia gegen Einigkeit 2» in Reinickendorf, Lin- bauer Straße. Brieselang gegen Ketzin in Brieselang. Schmargendorf gegen in SchMargendorf.-------" M----------"■ Kirchmöser in Schmargendorf. Wilmersdorf gegen Rowawe» in Wilmersdorf, stiihringer. Ecke Wllrttembcraifche Straße. Brandenburg gegen' Fortuna in Brandenburg a. d. Havel Wannfe, gegen Tltania in Wannsee. Frisch.Auf gegen Schöneberg In Luckenwalde. Rüstig.Porwörts gegen Reukölln-Britz in Neukölln, Erenzallec. Äreuzderg gegen Kolzenbura auf dem Tempelhofer Feld. Mariendorfer Sportklub gegen Dahme in Mariendorf, Dorfstraße. Lücken. Walde V gegen Fichte 21 in Luckenwald«, Hetzhtlde. Fußdallring gegen Neu- köllner Ballspielklub im Bensseigrund, am Vhs. Bensseistraße. Berolina gegen ....... U Viktoria im Stadion Neukölln, verlöngerte Eicgfriedstraße. Potsdam. Berlin XII in Potsdam, Bornstebter Feld. Eintracht 2S gegen Lankwitz in Handballspiele am 6. März. A» Sonnabend, 5. Mörz, spielt um b Uhr I« Reinickendorf, Scharnweber. straße, hie Stiidtemannfchaft gegen Spandau.— Zn der Prolin, finden folgende Spiele statt: Prandcnburg 2 I gegen Fichte 7 I, Brandenburg 2. Sportler gegen Ficht» 19 II. Luckenwald« 1. und 2. Männer, Frauen und Jugend gegen Eroß.Berlln-Sllden. Steinfurth I gegen Stralau I. r...... Süd in der Germendorfer Straße. Um v,z Uhr die in-Sllden. Steinfurth l gegen Stralau I. Velten spielt gegen ___....er Sermcndorfer Straße. Um tiO Uhr die Jugend, um'->4 Uhr di« 2. Männer, um>48 Uhr dt« 1. Männer und um 19 Uhr die Schüler gegen Adlershof. In Wildau, Friedrich. Ebert-Straße, spielen I. Manner gegen Fichte 12 N um 10 Uhr und 1. Jugend gegen Fichte 22 I um II Uhr. Erkner l spielt um 492 Uhr gegen Fichte 3 II in der Schüßcnalle«. In Tegel,«ras- Rödern-Korso, spielen um 2 Uhr di« Jugend gegen Nawawe», um 8 Uhr die 2. Männer gegen Bornstedt l, um 4 Uhr dl« 1. Männer gegen Rowawe« l. In Neukölln, Dammweg, spielen um>410 Uhr Bereinsjugend gegen Oberspre« I, um tzill Uhr 8. Pereinsmannschasi gegen Kanufahrcr I, um>42 Uhr 2. Vereins- Mannschaft gegen 2. Abt. II, um �48 Uhr Vereinsfraucn gegen 2. Abt. und um V»4 Uhr 1. Veretnsm annschaft gegen 2. Abt. l. In Reinickendorf, Scharnweber- nt, spielen«roß.Berltn.Wedding 2. Jugend gegen Hermsdors l um 12' länner gegen Sparta II um 2 Uhr, 1. Männer gegen Sparta I um 8_ und 8. Männer gegen Ficht« 5 N um 4 Uhr. Auf den ssichteplätzen Und folgende Spiel« statt: In Vaumfchulenweg spielen um 9 Uhr 7. Iugenbadt. gegen Adlershof I: um 19 Uhr 18. Schülerabt. gegen 8. schvlerabt., 18. IugeNll. gegen 5. Zügen dabt.l um 11 Uhr 3. Iugendabt. n gegen 1. Iugendabt. I; i 12 Uhr 1. Männerabt. I gegen i. Männerabt. I, 19. Aännerabt. I gegen abt. um ss, linden I nd, 4. Männerabt. 1: um I Uhr 8. Frauen-ht. II gegen Hermsdorf I, 8. Jugend. abt. I legen« Jugend um 9 Uhr, di« Frauen um 19 Uhr und die Männer um II Uhr. In Hohenschän. hausen, Eommerstraße, spiel, n um 9 UhrFichte S 1. Männer gegen Ficht« 19 I, um 19 Uhr Fichte» 1. Jugend gegen Wildau II und u« II Uhr Ficht- 22 Schlllee gegen Wildau. In Schäneberg, Daminicusplatz, spielen 2. Spartler gegen Ficht, 4 N um 2 Uhr und Turner gegen Moabit I um 4 Uhr. In Köpenick, Marienfteaße, spielen 1. Iuaend gegen Pank»» I n» U Uhr und 1. Männer gegen Adlershol II um 8 Uhr. In Bohnsdorf, Schulze ndorfer Straße 89, spielen die Echüstr gegen Licht.-nberg um 8 Uhr und die. Männer gegen Fichte 29 L um 4 Uhr. Weitere Spiele sind: Männer: Groß-Berlin. S!oscnthal I gegen Groß-Berlin-Rorden 8 um II Uhr in Rosenthai, Haupt Spaiidäu II gegen Oberspree II um 10 Uhr in Spandau. Fa.ken. „jgtnet Chaussee. Schönholz gegen Fichte 28 I um 10 Uhr in Echänhalz. Kaulsdorf gegen NIedcrschönewcide um �2 Uhr in Kauisdorf, köpcnicker Straße. Oberspre« I gegen Alt-GIienick- um 8 Uhr in Oderschöncweide, � neben dem Freibad Frauen: Lichtenberg 2 gegen Moabit II um b Uhr>n Friedrich-feldc, Stralau. lourislenverein„Die Naturfreunde". Zentrale Wien. «dt. Eharlottcnburg: Freitag. 4. März, 8 Uhr, im Heim Spreestr. 80, irnrne* 5, Geschäftliches und Singsang.—«t. Sesumddn««»: jjceitoj, Ecmischter Eh««: Freitag. 4. März, 8 Uhr, im Altersheim Danz.ger Sk,«2, Baracke IN, Uebungsstunde.— Raturwisiealckaftlicke Abt.: Montag, 7. Marz, 8 Uhr. Im Heim Stralauer Str. 5». Genosse Hosfmann:„Fische.— Ph-to- gemeinschast! Montag. 7. März. 8 Uhr, im Heim Ebertysir. 12.'Lurch, schöne Spanien." Dia-Wcttbewerb.— Abt. Schäneberg: Montag, 7. Marz, 8 Uhr, im Heim H-uvtstr. 19, Geschäftliches.- Ab«. Steglitz: Montag, 7. März, 8 Uhr, im Heim kniephof-. Ecke Ievcrstraß«, Liederabend, Geschäftliches.— Abt. Wedding: Sonntag, 9. März. Tressahrt mit der Ortsgruppe Ebcrswalde. Abf. «.09 Uhr Bhf. Gefundbr., Conntogsiarte Biesrnthal.— Abt. Pankow: Sonn- tag, 9. März, Bernau— Bogensee. Tresspunkt 7 Uhr Bhf. Panlow-Schönhausen. Waldlauf in hirschgarlen. Am Sonntag, 6. März. Etwa 150 Teilnehmer. Beteiligte Vereine: Moabit, Schönow, Weißensee, Fichte-Nord usw. Männer-, Jugend- und Frauen-Konturrenzen. Start und Ziel: Umlleidelokal Waldburg am Bahnhof Hirschgarten. Die Starts beginnen pünktlich 3 Uhr. Intercjsanter Verlauf durch beteiligte Vereine gewährleistet. Sporl-Ableilung Lichtenberg. Gemeinsamer Treffpunkt zum Waldlauf am Bahnhof Stralau-Rummelsbuvg vorm Eingang Sonntagstraße um 12.45 Uhr._ Arbelkerradfahrerbund Solidarität. 1. Bezirk: Touren für Sonntag, 9. März. 3. Abt.: Röntgenthal(Mari). koloniestr. 147.— 8. Abt.: Birkenwerder. Start 1 Uhr Walbcnserstr. 19.— 9. Abt.: Brandenburg a. d. Havel. Start früh 9 Uhr Schulst«. 114. Picheis. berge. Start 1 Uhr Schulstr. 114.— 10. Abt.: Tour am Start um I Uhr ziel Zchlcndorf,»arlstr. 12. Start l Uhr Dleffenbachstr. 89.— Bez. 2. Ort». grnpp« Sharlotteabarg: Ziel 1 Uhr am Start, Galoanistr. 18.— Ortsgruppe Wilwersdors: Havelwur. Start l Uhr Aue.— Montag. 7. März, 744 Uhr, im Restaurant„Schlesische Heimat", Reue Frledrichstr. 1(an der Iannowitzbrücke), Sitzung der Rennfahrer.— Die am Sonntag de» Regen, wegen ausgefallenen Rennen auf der Olympia-Radrennbahn werden am Sonntag, 6. März, l Uhr, ausgetragen. Rennsahrrr und Wettfahrausschuß müssen bis 12 Uhr zur Stelle fem._ Mannschafks-Schachwettkämpfe. Am kommenden Sanntag, 19 Uhr, finden folgende Wettkämpfe de» Berliner Arbeiter. Schach-Klubs statt. A-Gruppe: Lichtenberg l— Eharlottcnburg I, Jung. straße 10; Gesundbrunnen I— Südwest I, Koloniestr. 147; Westen f— Osten I, Sedanstr. 17. Spielfrei: Wedding 1 und II.— V.Drupp«: Humboldthain I gegen Süden I, Boliastr. 19; Nordwest I— Neukölln I, Bremer Str. 72. Spielfrei: Eharlottenburg II und Weißens«« l.— V-Gruppe: Reukölln II— Friedrichs- selbe II, Paunierstr. 40; Mitte I— Süden N, Gormannstr. 14; Friedrichshain II gegen Südwtst II, Elbinger Str. 8; Wedding lV— Gesundbrunnen in. Mar. straße 12. Spielfrei: Eharlottcnburg III.— E-Gruppe: Königstadt I— Silben III, Fricbenstr. 91; Reinickcndorf-Ost I— Osten III, Residcnzstr. 109; Weißense« II gegen Schillcrpark II, Lchderslr. 122. Spielfrei: Ostkap II und Humboldthain NI. «rbeiter-schachtlub«»»lsdoes-Süd und Umaegend, Abt. 4«. Die neu ge- gründete Schachabteilung veranstaltet Sonntag, 9. Mar;, 3 Uhr, im Restaurant Sanssouci in Kaulsdors-Sllb«inen Werbetag. An dem stattfindcndeu Gruppin. turnier nehmen die Vereine Adlershof, Alt-Sltenicke, Köpenick, Eschwalde, Fllrstcnwalde, Grünau, Johannisthal, Oberschöneweid« und Kaulsdorf-Süd teil. Gäste und Schachfreunde herzlich«ingeladen. Frei« Schwiu Verschiedenes. »er Eharlottenburg 94,«.«. Monatssstzung bei Hebeslrcit, Kaiscr-Frlebrtch-Etr. 18. Hosfmann: Himmel, Hölle und Ihr« Bewohner. 4. März, 8 Uhr. ortrag»oa Adolph Wauder-Paddler Havel. Sitzung Freitag, 4. März, 8 Uhr, bei Fuhrmann, Gäste willkommen. Anfragen an Walter Schlokat, Zkieberschön. _. Sitzung heute 8 Uhr im Strandschloß, Jeden Sonnabend von ö— 8 Uhr Rudern in Auskunft bei Sraunstr. 1. hausen, Lindenstr. 28«. Freie Rud-rpereiuiauug 1913,«. V. Oberschöneweid«, Spreestr. 4— ö. Jeden der heizbaren Anlage. Mitglieder werd-n noch aufgenommen Mar Brandt, Lichtenberg, Wilhelmftr 8. Arb«ite«-Radfahrer»erei» Groß-Berlin. Sonntag, 6. März, 144 Uhr, nach Kirschgarten. Weltrestaurant. Start Waldemarstraße, Eck» Mariannenplatz. Gäste willkommen. Eiche— Lurich. Freitag, 4. Mörz, 8 Uhr, Turnhalle Srangelstr. 128, Serien» ringkampf zwischen Eiche 1900 und SE. Lurich 02. Liberia« 99— Luckenwalde. Sonnabend, S. März, 8 Uhr, Turnhall« Eharlottenburg, Spreestr. 29, Sericnkampf in der A.Klasse Ltderias 99 gegen Luckenwald«. Arbeitcr-Boxspert-Elub„De, Ring". Am 19. März finden in der Sport. schule„Norden" die Klubmeistcrschasten des ABC.„Der Ring" statt. In diesem Monat beginnt ein neuer Anfängerkursu». Meldungen bis zum 7. März an Br. Henfel, NO. 55, Prenzlauer Allee 27. Geplant ist ferner ein« Alte-Herrcn. Abteilung. Hefchästliche Mitteilungen. Den richtigen Weg muß man«iafchlagen, wenn man in feinem Wirkung». kreis erfolgreich fein will. Bei der HaushaltskUche ist es auch nicht einerlei. was man einkauft und verkocht. Die Speisen müssen nicht nur nahrhaft, sondern auch bekömmlich sein. Der größte Teil der Magenkrankheiten ist aus ein» falsche Nährweise zurückzuführen, die sich um so schlimmer auswirken, Ic länger man in falschen Bahnen verweilt. Man sollte eben beim Einkauf wählerisch sein und zum Kochen nur da» Beste verwenden. Als Ersatz für die teure Butter kommt unter diesem Sefichtspuntt nur di« Felnkostmaraarine „Blauband frisch gekirnt" in Frage, ein aus feinsten Speiseölen mit Milch und zu dem billigen Preis von 50 Pf. für das halbe Pfund. übergibt man nur dem Rachwel, de« Deutschen Musikerverbande«. Berlin. Kom» mandantenstr. 68,64. Dönhoff 8277-78. veschäsiszeit 9—5, Sonntag, 10—2 Uhr. Auf Wunsch: Pertretrrbefuch. Malscf KaUec-Sonderangebofc billiger! Kaiser*» Kaffee„Marke Kaffeekanne"....�. Jetzt M. 1.55 das Pfund-Paket Kaiser s Kaffee Perl-Sorte„Ausnahme"..... Jetzt M. 1.15 das � Pfund. Kaisens Kaffee„Wohlfeile Sorte"............... M. 1.05 das � Pfund. FrdtfagS und Sonnsilaencls in unseren 107 Groß-Beriiner Fiiiaienl Täglich unsere bestens bekannten QualitätS- Kaffees in den Preislagen: Mark 4.80, 4.60, 4.40, 4.20, 4.00, 3.60, 3.20, 3.00, 2.80, 2.60, 2.40, Perl Z.80, 2.80, kandiert 3.60, 3.00, Melange 2.60 das Pfund. KAISEU'S INMPiE GESCüKFf Ueber 1000 Filialen Nr. 106 ♦ 44.?akrga«g 2. Heilage öes vorwärts 5reltag. 4. März 1627 Lemüe öer volkswirtsthast. Disconto-Gesellfchaft um 30°/o erhöhte Neingewinne- Gewissenlose Bankpolitik Als erste der großen Berliner V-Banken hat die Dirconto- Gesellschaft ihre Abschlußzifsern für 1926 jetzt bekanntgegeben und sie durch Herrn Dr. Salomonsohn interpretieren lassen. Man kann die Disconto-Gesellschaft als die wichtigste deutsche Groß- dank ansehen, die die engste Verbindung gerade zu den kapital- stärksten Jndustrlegruppen unterhält. Sie gilt in eingeweihten Kreisen auch als die solideste. Wie günstig oder ungünstig ste abschließt, darf als Gradmesser für die Geschäfte der Schwer- Industrie aller Gebiet« gelten, die von ihr geäußerte Meinung als Meinung des schweren Kapitals. Wenn die Disconta-Gesellschast für 1926 aus ihrem Kiedit-, Emissions- und Borscngcschäft einen nach ihren Abschlußziffern von 10,67 auf 15,35 Millionen, d. h. um 50 Proz. gesteigerten Gewinn aufweist, so spricht das Bände für die finanzielle Besserstellung, die das deutsche Schwerkapital im Jahre 1926, in dem furchtbarste Krise und rapidester Aufschwung unmiticl- bar einander folgten, erzielt hat. Aber Herr Salomonsohn hat sich auch zu dem Kern- Problem der endgültigen deutschen Wirtschoftsgesundung. zur Frage der billigen Kreditoersorgung geäußert, die in der Größe der Zinssponne zum Ausdruck kommt. Er hat gesagt, daß die Zinsspanne so lang« nicht verkleinert werden dürfe, als die Einnahmen der Danken aus den Provisionen nicht voll die gesamten Geschäftsunkosten der Banken deckten. In dem bei der Presscbesprechung ausgehän- digten Berickst heißt es, daß die Habenzinsen nicht weiter hätten ermäßigt werden können, infolge der Konkurrenz der Sparkassen und sonstigen öffenllichen Kreditanstalten. Mit diesem Lob der öffentlichen Banken bestätigt Herr Salomonsohn, daß es nach dem W'llen der Disconto-Gesellschaft die Aufgabe der Groß- danken gewesen wäre, trotz der dauernden Senkung des Reichsbankdiskontes die Zinsfpanne noch weiter zu halten, als es geschehen ist, mit anderen Worten, die Kreditversorgung der deutschen Gcsamtwirtschast zu verteuern. In dieser Ansicht kommt ein Prositwille von einer Bedenkenlosigkeit zum Ausdruck, die im schärfsten Widerspruch steht zu dem gerade von den Großbankführern erhobenen Anspruch, Bankpolitik im Jirtercsse der Volk» Wirtschaft zu machen, aber noch stärker im Widerspruch steht zu den finanziellen Ergebnissen, die die Großbanken, insbesondere die Disconto-Gesell- schast, zu verzeichnen haben. Prüfen wir ste. Ausgewiesene und kaksächliche Gewinne. Herr Salomonsohn erklärte selbst, daß die bei den in- und aus- ländischen Aktien-, Obligationen» und Pfandbriesemissionen erzielten Gewinn« in der Gewinn- und verlustrcchnung bei weitemnicht voll ausgewiesen worden seren, obwohl sie für da? Jahr 1926 mit kyV7 gegen 1,77 Millionen im Vorjahre fast vervierfacht sind. Darüber hinaus seien die unbelasteten Jnnenreserven, die ebensalls nicht in der Bilanz erscheinen, um mehrere Millionen verstärkt und ..auf große Höhe" gebracht worden, lieber die Gewinne aus dem Effektengeschäft hinaus werden aus dem Wechsel- und Kreditgeschäft durch die Zinsscnkung verringerte Einnahmen von 23,63(25,20) Millionen, aus dein P r o o i j i o n sgeschäft aber erhöhte 30,57 (21,80) Millionen ausgewiesen. Mit anderen Posten insgesamt ein Rohgewinn von 06.67 gegen 57,95 Millionen Mark.(Unter Em- schluß der Norddeutschen Bank(Hamburg) und dem Schaaffhauscn- schen Bankverein(Köln) 81,72 gegen 71,19 Millionen.) Der Umsatz der Disconto-Gesellschaft ist gegenüber dem Voriahr von 59,56 auf 88,12 Milliarden, also um rund 50Proz.gestiegen. Dem- gegenüber sind die Geschäftskosten trotz der öOprozentigen Steigerung der Geschäfte tn der Discorno-Gesellschaft allein gleich geblieben, wenn man die im vorigen Jahre fusionierte Bank für Thüringen hinzu nimmt, nur von 42,50 auf 46,93 Millionen gestiegen. Die Steuern sind trotz der SOprozentigen Steigerung der Umsätze von 4,79 auf 4,40 Millionen zurück gegangen. Es bleibt ein Reingewinn von 15,35 Millionen, in dem ober eine erheblich« Zahl von Millionen nicht enthalten ist, wie Herr Salomonsohn selbst ausführte, gegenüber einem Reingewinn van 10,67 Millionen im vorigen Jahre, wo Sondergewinne kaum zu verzeichnen waren. Also auch der Reingewinn ist um rund 50 Proz. erhöht. Aus diesem Reingewinn wird die für die Disconto-Gesellschaft wohl traditionell werdende Dividende von 10 Proz. verteilt, die schon in den früheren Jahren verterll wurde. Diese Dividende läuft für ein um 35 auf 135 Millionen erhöhtes Aktienkapital, wobei die neuen 35 Mil- lionen nur etwa drei Monate lang im Geschäft tätig waren, aber für das ganz« Jahr die Dividende erhalten. In der Bilanz erscheint die aus der Esfekrenhausie, der Leistungssteigerung der durch Beteili- gungen beherrschten Werke und Banken und aus der Werterhöhung der Gebäude und Liegenschaften erzielte Wertzuwachs als stille Rc- ferve nur so gestapelt! keinen dieser Gewinne bringt die Bewertung zum Ausdruck. Schein und Sein der„Mrtschafksführer". Gegenüber einem derartigen Abschluß ist der schrankenlose Profitwille de« Herrn Salomonsohn schon Privatwirtschaft- lich eine Brutalität, denn die Disconto-Gesellschaft beutet selbst die ihr nahestehenden großen Firmen ohne jede Hemmung au». Sozialwirtschaftlich sst charakteristisch, daß die um 50 Proz. gesteigerten Umsätze und die um 50 Proz. gesteigerten Reingewinne erzielt worden sind, was die Disconto-Gesellschaft allein anbelangt, mit einer noch um 300 Beamte ver- ringerten Angestelltenzahl: auch wenn man den Zu- gang durch die Bank von Thürisigen berücksichtigt, sst das Personal mit 7ö5l Ende 1926 gegenüber dem Vorjahr nur um 186 Personen erhöht. Volkswirtschaftlich aber kommt in der Erklärung des Herrn Salomonsohn, daß die Provisionen allein die gesamten ©qchäftsuiikostci zu decken hätten, die Ansicht zum Ausdruck, daß die in unerhörter Weise gesteigerten Bankeinnahmen aus dem Wieder- oufbau der Volkswirtschaft, für den von der Allgemeinheit die schwersten Opfer gebracht werden, d. h. die Sondereinnahmen der Bonken aus der riesigen Verschuldung gegenüber dem Ausland. aus dem Wiederaufbau des Realkredits, aus der von den Großbanken bis zuletzt bewußt geförderten Börsenspekulation und aus der Geld- ausstattung der Industrie zur Rationalisierung der Betriebe kür nichts zu gelten haben und daß die Privatbanken aus diesen Sondereinnahmen n i ch l s zum Wiederaufbau der Volkswirtschaft beizutragen haben. Sie haben nur Gewinne zu verlangen gegen- über der furchtbaren Tatsache von 2% Millionen Arbeitslosen, die in die Wirtschaft zum großen Teil gerade deshalb nicht zurückgepumpt werden können, weil die Danken die Wirifchaftstredite teuer halten, die aus den übrigen große» Gewinnen stark verbilligt werden könnten. Daß auf dem Wege zur Normalisierung der deutschen Wirtschaft Dorkriegsgrundsätze der privaten Dankpolink im volkswirtschaftlichen Interesse nicht angewendet werden dürfen, daß die Anwendung solcher Grundsätze die sich mühsam hoch- kämpfende Volkswirtschaft neuen Abgründen zutreiben muß, diese Selbstverständlichkeit scheint Herrn Salomonsohn noch nicht aus- gegangen zu sein. Wie Shylock verlangt er sein Pfund Fleisch, llnd wie Herr Salomonsohn als v-Banklester, so handeln seine Kollegen in der schweren Industrie aller Arten und Stufen. Die Bilanz der Disconto zeigt deutlich, was bei dieser Politik herauskommt. 140 Millionen sind der Disconto-Gesellschaft(ohne Hamburg und Köln) neu zugeflossen an fremden Mitteln. Davon aber stecken über 80 Millionen in Darlehen für die Börsenspetu- lationen. die gegenüber dem Vorjahre fast vervierzehnfacht sind. Wir wollen das Bild nur abrunden durch einen zweiien Vorgang: Die Pfandhauspolittk bei der Kredit- g e w 2 h r u n g hat sich m demselben Maße verstärkt, in dem die Geschäfte größer wurden. Während die durch besondere Pfänder gedeckten Kredit« von 279,87 auf 377,44 Millionen gestiegen sind, sind die ungedeckten Kredite von 104,13 auf 85,13 Mil- lionen gesunken. Diese beiden Daten genügen, um die Wirkung der von dem Wirtschaftsführer Herrn Salomonsohn für gut gehaltenen Bankpolitik zu kennzeichnen. Mit einer solchen Bankpolitik sollte kein Mann, der Volkswirt- schaftlich gebildet ist und das Gesamttnteresse nicht nur im Munde. sondern auch im Herzen und im Verstände zu führen vorgibt, wie es unsere Großbankfübrer tun, etwas zu tun haben. Das auszusprechen, scheint uns angesichts der furchtbaren Lage des Arbeitsmarktes und der unbekümmerten Ellenbogenzuversicht unserer sogenannten Wirt- schaftssührer eine unausweichliche Pflicht. Zum Subvenllonsgesuch der ZNologa II.-®. Noch der„Industrie* und Handelszeitung" scheinen die Subventionswünsche der Mologa- Konzession in der Höhe von 25 Millionen Mark Tatsache. Ilnterschätzung der Anlagetosten, auf Fehldispositionen, die m'rt der Unübersichtlichkeit der russischen Mrtschaftsent- Wir eröffnen morgen, vorm. 11 Uhr, die 25.Ni2derlassung inörossßeriin, HeukölVii Bergs tr.9 die 26, N'eder lassung in öross Berlin, Warschauerstr.65 Das Besondere an Salom ander bestehf darfh, dass jedes Fbar in der eigenen Schuhfabrik hergesfellf und jeder Preis von der fabrik feslge» setzf wird. Nur das gib! die öewähr, dass jedes Paar gut und preiswerf ish 50 6 Preise- 1650 1850 SALAMANDER Wicklung zusammenhänge» und auf unpassende Größen und Maße der geschlagenen und geschnittenen Hölzer. Die Forderung der russi- schen Staatsbank wird«uf 12 Millionen Mark beziffert: die russische Staatsbank wolle nicht warten. Die Forderungen der Firma Him- Melsbach undd er Rhein-Elbe-Union werden nicht genannt: die Oeffentlichkeit muß oerlangen, daß sie bekanntgegeben wer- den. Aus diesen Daten ergibt sich aber, daß die Schwierigkeiten ihre Gründe einmal in den innerrussischen Verhältnissen, zum andern in technischen und kaufmännischen Fehlern der Mo- loga-Derwaltung haben. Dem steht der Wunsch gegenüber, die Konzession wirtschastlich zu machen auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Oeffentliche Gelder sollen dazu dienen, ein Meress« >rdung von Gewinnen aus v i v a t e n deutschen Kapitalinvestitionen zu v e r h i n d e r n. In dieser russisches Produktionsinteresse rentabel auszubauen und auf der anderen Seite die Gefährdung von Gewinnen aus p r i- Situation müssen außenpolitische Gründe absolut untergeord- n e t bleiben. Wie wir schon betont haben, müssen die beteiligten russischen und deutschen Kapitalisten die volle geldliche Der- a n t w o r t u n g für ihre Investitionen tragen. Drohen Verluste, so gehen sie den deutschen Steuerzahler nichts an. Ist nach Beseitigung der Verluste für den deutschen Steuerzahler und den Staat in diesem Sinne in den Krediten ein Geschäft zu erblicken, darf das Geschäft gemacht werden. Jedes andere Der- fahren müßte von der deutschen Oeffentlichkeit abgelehnt werden. Ein europäisches Linoleumkartell? Aus der Linoleumindustrie wird gemeldet, daß sich die schon seit längerer Zeit bestehenden „freundschaftlichen" Verbindungen zwischen den wichtigsten euro- päischen Linoleumproduzenten zu einer Konvention verdichtet haben. Diese Konvention, die die Form des sogenannten Gentleman- Agreement hat, kommt einem europäischen Kartell zur Beherrschung des Linoleummarktes gleidj, in welchem die Preise für den ganzen Weltmarkt einheitlich geregelt und die einheimischen Absatzgebiete den Industrien der einzelnen Länder reserviert werden. Sämtliche großen Länder Europas einschließlich England, sind in dieser Konvention vertreten. Die Konvention konnte um so leichter zustande. kommen, als ähnlich wie in Deutschland, wo die Deutschen Linoleumwerke AG. heute unbeschränkt herrschen, in den meisten Ländern nur jeweils eine Firma die gesamte Produktion auf sich vereinigt. Darüber hinaus scheint auch die Bildung eines Linoleumtrustes zwischen den Firmen Deutschlands, der Schweiz und Italiens bevorzustehen. Günstige Lage im SIegencr Erzgebiet. Die Verhältnisse auf dem Erzmorkt im Lahn- und Dillgebiet einschließlich Oberliessen haben sich laut„Industriekurier" im Februar weiter gün- st ig entwickelt. Die bereits in den Vormonaten nach Ein- führung der Staatssubvention«ingetretene Belebung der Nachfrage, die einen verstärkten Versand zur Folge hatte, setzte sich im Februar fori, so daß die Förderung weiter mühelos abgesetzt werden konnte. Der Versand ging ohne Störung vonstatten. verein Deutscher Maschinenbauanstalten. Die am 28. Avril in Berlin stattsindende Mitgliederversammlung des VDMA. sieht einen Vortrag von Pr o f e s s o r Cassel über„Die Notlage der Weltwirtschaft und ihre Ucberwindung" vor, ferner von deni Ge- schäftssührer Karl Lange einen Vortrag„Bilanz und Kri- tik der deutschen Wirtschaftskrise" sowie endlich einen Bortrag von Professor Schmalenbnch-Köln über„Die geschäftliche und finanzielle Seite der Rationalisierung für den einzelnen Be- trieb". Die Wahl der Vortragenden verspricht auch für die deutsche Volkswirtschaft einen anregenden Verlaus der Tagung. «ii,iead»»gen skr dies« Rubril sind Berlin LW 68, Eintenftrafte 3. Partemachrichten. für Groß-Serlin sie««> da» eejirfssetretatlal i. Pos, t Trcv- recht». ,n richten. ».»rei» ffiilmcMfcotf. Tonnabend, den 5. März, gesellige. Bei. „ fammcnscin aller Genossinnen und Genossen im Lokal Äroihs, Holstei» I W Nische Etr.«0. IZum Schluß Bockbierfest. Möglichst zahlreiche, Er. scheinen erwünscht. heute, Areikag, 4. März: 2Z. Abt. Achtung, Rrcisdelegicrie! Heute abend pünktlich 7 Uhr im Ledigen. heim, Pappelallee IS, Kreisdelegiertenversammlung. 114. Abt. Lichtenberg. 7� Uhr bei Schwarzer, Eabriel-Max�Str. 17, Borstands. und Funktionärsitzung. Morgen. Sonnabend, S. März: 1. Abt. 8 Uhr bei Zschiefing, Ackerstr, 1, wichtige Funktionärfltzung. S. Abt. 8 Uhr bei Perichke, Georgenkirchstr. 14, Funktionärsttzung. 25. Abt. TU Uhr bei Baronski, Pasteurstr. 6, Funktionärsttzung. Achtung! Um 7 Uhr ebenda Zeitungskommission. 34. Abt. 6U Uhr bei Rosin, Guben er Str. 19, wichtige Flugblattverbreitung. Keiner dars fehlen. 33. Abt. Nachmittags ab s Uhr wichtige Flugblattverbreitung. Alle Genossen tressen sich bei Toepper, Rigaer Str. 8Z. 4». Abt. 7U Uhr bei Eichholz, Cuvrnstr. 23, Funktionärsttzung. Erscheinen ist Pflicht. 47. Abt. 2% Uhr bei Tesche, Wrangelstr. 21, wichtige Funktionärsttzung. Achtung! Um 7 Uhr ebenda Vorstandssttzuna. 62. Abt. Eharlottenbueg. 8 Uhr bei Bade, Kaiserin-Augusta-Allee 52, wichtige Funktionärsitzung. 83. Abt. Eichterseld«. 8 Uhr im Restaurant„Zum Hirsch', Berliner Straße Iii, Ecke Osdorfer Straße, erste» aemütliche« Beisammensein. W Borträge, Tanz, Rezitationen. Wir sind bestrebt, den Abend zu einem recht gemütlichen zrsimachen und erwarten vollzählige« Erscheinen sämt. sicher Genosten mit. ihren Angehörigen. 86. Abt. Marienbors. 7� Uhr bei Riendors, Ehausteestr. 19, Funktionär. sttzuna. 90. Abt. Rexlölln. 7 Uhr bei Schapeiko, Weichselstr. 5, Funktionärsttzung mit den Kreisvertretern. Niemand darf fehlen. 191. Abt. Treptow. 7 Uhr in der„Borwärts'-Epeditiion, Graetzstr. 50, Bor. ...------" rff*-.....-r--"---'Ll-- ,_ mit sämtlichen Bezirksführern. Erscheinen ist Pflicht. 119. Abt. Lichtenieeg. 7 Vi Uhr bei Mene, Möllendorf., Ecke Ritterquistroße, Sitzung sämtlicher Funktionäre. Die Kreisvertreter sind ebenfalls dazu eingeladen. Niemand darf fehlen. 24. Abt. Sonntag, 0. März, Gefellschaftsabend mit Tanz, Rezi. tationen, Tänze der Kindergruppe, Lieder zur Laute, Bunte Bühne, tz! Anfang 5 Uhr. Eintritt 50 Pf. Erwerbslose erhalten Freikarten am M Eingang. Recht zahlreiche BeteiNgungaller Genossinnen und Genossen mit ihren Angehörigen erwartet die Abteilungsleitung. Jungsozlalifien: Gruppe GSden: Sonntag, 0. März, Fahrt nach Reudabelsberq. Trekspunkt Notsdamer Hauptbahnhos morgen« 8'i Uhr oder 9 Uhr Neubabelsberg.— »ruppe Mitte: Heute, Freitag, 4. März, 8 Uhr, in der Schule Gipsftr. 23», tgliederversammlung. Erscheinen ist Pflicht.— Gruppe Sedding. Gesund. Mitgliederversammlung. Erscheinen ist Pflicht.. W brunneu: Heute, Freitag, 4. März, 8 Uhr. im Jugendheim des Ledigenheims Am Brunnenplatz, Eingang Echänstedtstr. I. 5. Stack, Bortrag:„Die sittliche Idee des Sozialismus." Referent Felix Fechenbach. Pünktliche, Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Sozialistische Mrbeiterjugenü Grost-öerlin. Freie Sozialiftische Lochschule. Sonnabend, 5. März, im Großen Saal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße, Vortrag: �Psychologie und ethische Probleme des Marxismus." Referent Prof. Dr. Max Adlcr.Wien. Einlaß SÜ Pf. Saalöffnung 7 Uhr. ftaclen ftnb im Iugendsetretariat zu haben. Die Bücherstube ist heute, Freitag, von S— 7 Lhr geöffnet.___ Sonntag vormittag 10 Uhr Besichtigung der Nat'.onalgalerie. Sämtlttne interessierte Genossen unserer Organisation treffe� sich vor den Kolonnaden. Ableilungsmilgliederoersammlungen. heute. 7� Uhr: fficißenicc: Jugendheim Porkstr. 86.— Stralancr Viertel: Jugendheim Goßlerstr. 61.— Halensee: Schule Joachim. Friedrich. Str. 85—86.— Britz: Ä.ai- haus, Ehausteestr. 48.— Bdlershof: Jugendheim Roonstr. 16.— Baumfchnlen- weg: Jugendheim Ernststr. 16.— Siicberschöneweide: Schule Berliner Str. 81.— Tegel: Jugendheim Bahnhaistr. 15.- Siiederschönliansen: Schule Blanken. >tr 69.— Balkan, Nordost l, Nordost ll: Danziger Str. d2(Alter«. burgrr heim).. Köpenick: Grünauer Str. 5. Raabit l: Schule Waldenserstr. 20. Friedrich-Ebert-Gedächtni«feier.— Moabit ll: Schule Stephansplatz. Vortrag über„Heine.— Wedding-Rorb: Jugendheim Turiner, Ecke Eeestratze. Lichtbildervortraa:„Arbeitersport— Rosenthnler Borstabt: Heim Gormann., Ecke gehdemoer Straße. Vortrag: „Diktatur oder Demokratie?�— Frankfurter Biertel: Heim Rigaer Str. 108. Ebert.— Eharlottenbnra: Jugendheim Nostnenstr. 4. Bortragsreihe für dm Jüngeren über„Lebensrefarm.— Treptow: Zugendheim Elfcnstr. 4. Vortrag: „Temolratie vder Diktatur?"- Neukölln V; hlelterengruppe im Seim Rogat. straße 58.— Renkölln VI: Beteiligung an der Aelterengruppe im Heim Rogat. strane 58. Porher Uebung zum Elternabend.. � Werbebezirk Krenzberg: Heute V:3 übr Mitgliederversammlung im Jugend» Helm Lindenstr. 8. Mitgliedsbuch legitimieri.__ Werbebezirk Schöneberg: Beim Genossen Klappstein, kulmstr. 20». V>8 Ilhr, Besprechung der Werbewoche. Es wird gebeten, daß nur wirklich interessierte Genossen erscheinen....... Werbebezirk Neukölln: Für die Gruppen Neukölln 7, II und IN bleibt heute da» Jugendheim Steiumetzstr. 114 geschlossen. Aeltere Arbeitsgemeinschaft fallt bis aus weitere« au».— Arn Sonnabend, 6. März, im Jugendheim Kanne« Straße Werbebezirksfunktioiiärsitzung. Vorträge, Vereine unö Verfammiungen. Reicksbanner„SckwarvRat-Oold" Geschäft-steile? Berlin S 14. Sebastianstr. 87/38, H«s 2 Tr. ' Tiergarte», Kameradschaft Arminius: Fr., d. 4., 8 Uhr. Kamerad- schaftsverl. bei Schmidt. Wielesstr. 17.— Friedrichshai-, Blaskapelle: Fr., d. 4., 71z Uhr, Eameniussäle, Memeler Straße, Uebungsftunde.— Reln cken- bors-West: Fr., d. 4., 8 Uhr, Sitzung im Bereinslokal. Scharnweberstr. 50. Bar- ................. Ortsleitung.. ZWWWWWIWWWWW üelebrichshain: So., d. 5., 7Vz Uhr, Sektionssitzung der 4. SekUon bei Büß. Tilsiter Straße.— Kreuzberg: Sonntag, d. 6., freiwillige Beteiligung am Frühlinassest der 4 Kamiradschaft Neukölln-Britz in Beckers Geiellschaftshaus, Britz, Ehausteestr. 97. Antreten zum Ummarsch 8 Uhr Britz, Rudawer. Ecke Werderstraße,— Köpenick(Kreis): Sonntag, d. 0.,»orm. 9—12 Uhr, im Wilhelmshof, Köpenick, Sport.— Treptow(kreie): Die Komerad-N, die an der Frühiingsfeier der 4, Kameradschaft Reukölln-Britz teilnehmen, treffen sich Sonn» tag. d. 6., NM 2 Uhr Bhf. Baumfchulenweg.— Reukölln-Britz, 2. Kamerad- schaft: Am Di., d. 8., 8 Uhr, im Bereinsheim, Kertzbcrastr. 22, außerordentliche Mitgl.-Bers. Tagesordnung: 1. Portrag. 2. Unsere Fahnenweihe. Verein dee Schleswiq.Halsteiner(gegr. 1888). Sonntag, 8. Marz, nachmittags S'.i Uhr, 17. Stiftungsfest dir Gesangsabteilung, Nordischer Hos, Znva- lldenstr. 128. Landsleute und Gäste willkammen. Biochemischer Berein Droß-Berlin. Freitag, 4. März, Moabit, Arminius- hallen. Bremer Str. 74. Referent Tesmer:„Die wissenschaftliche Grundlage Biochemie." Berein beiwatlrener Schlrfler 1921. Sitzung Sonnabend, 5. März, 8 Uhr, der Biochemie." Verein beiwatlrener Schlrfler 1921. Sitzung i im Bereinslokal ron ff. Kramer, Berlin NO. 18, ffotheniusstr. 8. Rcichsbnnd der kriegsdelchädigten, Kriegsteilnehmer»ad Kriegerhinterbliebenen, Bez. Jeutrum. Mantag, 7. März, im Rofcnthaler Has, Ziosenthaler Straße 12, Monatsversammlung. weNerberlcht der öffenlstchev wetlerdlenstklelle für Sersti, und Amgeoend (Rachdr. Verb.). Wechselnde Bewöikiina, ohne erbebliche Niederschläge. StipnZ kühler: Küche Winde aus weillicher Richtung. Für venlschland: West, und Mitteldeutschland eiwaS kühler. Niederschläge vorwiegend im östlichen Deutschland. IteberrasSende Qualfiittien ■ Billitlstfe K�reisbemessund Herrengummirnan�el ....... and Art 30.-, 24— 2L-, 18.-. 13.50 Damengummlnrntel �3per- Gib«d,oe' Gabardinemäntel _ PoneHne, Tersdi gern Je nach Oual. u. Art 36. 30 27.-. 24.-. 21—. 17 50 Raglaa und UU'err�nn Gabardinemäntel SS,«!??: ÄÄTS •••••. nach Qualltat und Art 90,-, 75.—, 65.— I nrlpr manfpl fär Da,BCn a Hcnen, fmpr�"er- LUUer mdniUI?or»en 33-, 27.-, 21— Weffoptnänlol kur Oamen u. 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Soeben erschien: Äpatherbftblüten iiiitiiiiiiitiiiiitiintiiitiiuuitiiiiiiiiiiiiitiifiiiiitnttiti von Aöolph stoffmann gereimt» a. ungereimte Lebensbilder enthält: Novellen. In höheren Regionen, LuMrama. Torturen, Eine moderne Justlztragödie. Gereimte Lebensbilder, Ernste und heitere Oedlchle aus dem Leben Illustriert von Willi Steinerl 6 Vollbilder und das Porträt des Vet tassers mit Faksimile f Jubilä- umsbildi. 94 Seiten, eleg. cor ton. Preis M. l,SO(Porto 10 Pf.) Zu beziehen durch den Verfasser: Berlin 017, Koppenstr. 6 11, und durch alle Vorwärts- Ausgabestellen iiiiimiiHiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii.,.ii! Trotz Teilzahlung sofort Kindrrwasen, Klappwaaen. Kinderbetten. Metollbetlen. Korbmöbel. Ball Große Frankfurter- «iMcksM Zwei Teppiche, gebraucht 2007300 8,— und 250/350 20,—. Einzelstücke mit kleinen Webfehlern 50 Prozent unter Preis. Fabrikteppich.Berkauf Friedrichstraße Nr. 203, Ecke gintmer- straße. Zghlungsentgcgenkommen ohne Aufschlag._________* Leiterwagen, Schubkarren. 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Die Hände der einen sind frohes Empfangen, wenn zitternd ins Leere die anderen langen. Fällt nichts als der Regen darauf. Der Meister zu Hause, die Meisterin. Das putzige Töchterlein. Die haben zuweilen hoffärtlgen Sinn Und möchten was Besseres sein. Braucht keiner zu sparen, braucht uiemand zu fasten, Das Silber im Schrank und der Taler im Kasten, Lätzt keiner die Sorge herein. Am Morgen zu früh und am Abend zu spät, Dazwischen die Stunden zu lang, Den Hahn, der dem Reichen das Schlafen verkräht, verlangt's nicht nach Futter und Fang. Rur Sorge geht suchen in ängstlichen Ecken. Die Schlafenden schrecken, Vergesicude wecken. Dana kommt erst der Morgen in Gang. Du junger Geselle, Gefährte dem Hund. Der zornig die Satten verbellt. Die vielen am Wagen sind helfender Bund, Um kämpfende Fahnen gesellt. Und strömt erst zur Mafle die Menge am karren, Braucht keiner in knirschender Demut zu harren. Du wanderst mit lachender Welt. Franz Rothenfelder. Sprung in Sie Tiefe. Von Erwin Frehe. Es waren die letzten Zehnpfennigstücke... Klappernd, em letztes, blechernes Echo ausstoßend, fielen sie auf t-en Grund des Gasautomatens. Der Mann hörte es befriedigt, reckt« die Arm« und ging in die Stube, die er hinter sich verriegelte. Die erlösend« Stunde nahtel.. Sie schlief. Als er sich jedoch schwer auf dem alten Sofa nieder- sieh, erwachte sie aufschreckend, begriff jäh und weint« haltlos, den Kopf an feine Schulter gelehnt. Begütigend, kosend glitt seine Hand auf ihren haaren, auf dem abgetragenen Mantel, den sie beim Schlafen angezogen hatte, hin und her. Aber wie ein Kind wühlte sie ihr Gesicht in seine Jacke ein, drängte den ganzen fiebernden, frierenden Körper nahe an feine Brust, vom Schluchzen durchzittert. Bon den Fenstern glitzerten die Eisblumen zu ihnen hin. Den bebenden Leib der Frau umschlingend, fühlt« der Mann, wie ihre ungedämmte Erregung auf ihn übersprang, während doch gerade jetzt Kühle und Beherrschung am notwendigsten waren, jetzt, wo kein« Weichheit, sondern nur Tapferkett ihren gemeinsamen Willen ausführen konnte... Die Eisblumen flimmerten silbern. Aber war es Tag? Dämmerte es? Unwirklich klang Weinen und Sprechen im dunkelnden Raum... ... Sei doch still, Marga. Soll ich dir etwas erzählen,«ine Geschichte, ein Märchen— du? Rur sei ruhig, denke doch an früher, weit zurück, sa— denke dir einen hohen Ballsaol und mich darin, eingeschlossen von den Tanzenden. Di« glänzenden Spiegel kletterten an den Wänden hoch, gleißend, hell— weißt du. da sah ich plötzlich in einem Spiegel zwei Augen, die fragten mich etwas. Ich ant- wartet« stunun, aber da blickt« schon eine neue Frage aus dem Augen- paar, bis schließlich die Tänzer unser schweigendes Gespräch durch- tanzten, durchkreuzten... Sie weinte nicht mehr, lächelt« beinahe wir in gedenkendem Verständnis: du schöner Spiegelsaal! «O. du kennst ihn?! Du weißt die ganze Geschichte! Weißt du auch noch, wie ich in der füllen, einsamen Frühe vor eurem Hause stand, wie wir vor Tag in die Weinberge wanderten, über die großen Hügel Uesen, hinunter bi» an den Strom? Wie wir dann wortlos vor den blühenden Lupinenfeldern standen und die Mittagssonne über uns feurig flammte und brauste, wie die herben, kühlen Wolken- Heere dem Horizont zujagten wie Argonautenzüg«? Du konntest nicht mehr gehen,— da Hab« ich dich in meine Arme genommen und getragen, immer an der ungebrochenen Scholle eines Rains entlang, durch die halmüberwogten Kornwege und unbekannten Wiesenpsod« — wie duftet« es schwer nach Getreide, Wein und Blüte!" Es schüttelte sie jäh. „... Die Well ist doch hell!"... „Beseligend ist sie! Wie ein nie endendes, unausschöpfbare« Wunder! Aber denke zurück Marga— denke nicht an die klaren Abende unter eurem Birnbaum, wenn ich Zieharmonika spielle und du traurig wurdest beim leisen Spiel, denk« nicht an die tollen Feste in eurem lampionbehangenen Garten, von denen wir uns doch weg- schlichen, zum Bach hinunter, zum Wasser, das rann und rann.— denke doch an unsere Fahrt! Unsere Hochzeltsreise— wie prunkend das klingt! Jahrelang gespart— dann konnten wir sogen: da« Ziel dieses Zuges gehört uns! Weißt du noch, wie wir in der ersten Rocht au« dem fremden Hotelzimmer heraustraten, auf den Balkon und das ganze Leben plötzlich trunken, heilig und tastbar vor uns lag? Wie wir bezaubert durch die alten Städte schritten und du demütig wurdest in den hehren, alten Domen, bis du erschauernd das fahle Gesicht eines Mönches sahst? Damals war es auch, als wir die Peer Gyntsche Musik hörten und nicht wußten wohin mtt der Dankbarkeit für soviel Glückseligkeit, soviel Unermeßlichkeit. Und sahen wir nicht auch in jenen Tagen das bacchanalische, barbarische Gemälde des be- rauschten Dionysos, der unter dem tiefen, griechischen Himmel dahin- stampft« mit dem wemlaub-gegürteten Gefolg«?.. Da» alles waren Pfeiler für die Zukunft, Marga, klingende Töne, dl« unser Leben schmücken sollten. Kränze der Fülle... Bist du traurig? Es ging doch zuerst gut in der großen Stadt. Immer Arbeit, immer Freude am Abend, immer Hoffnung aus den Sonntag! Ganz fern, vielleicht nach einem Jahrzehnt, lag eine neue Reis« in die unbekannte Welt: heimlich nur dachten wir daran. Und später, da ich am Bahnhof spähte, ob mein Arm für ein paar Pfennig« einen Koffer tragen durfte, da ich die Rocht durchwachte an der Tür der Markthalle, um beim Oeffnen hineinzuspritzen, den besten Dienst suchend, und dennoch in der Freizeit gierig und zäh nach einer festen Beschäftigung fahndete,— indessen du an der Maschin« saßest: haben wir nicht doch noch gelebt Marga? Wir wußten doch noch, daß es helle, weiße Wollen gibt und dunkelgrünes Laub an den Büschen, daß völkische kontra völkische. Richlung Hiller:„Du Revolverjournalist!" Richtung Gräfe:„Bestochene Kanaille!" Richtung Hitler:„Du hast von der Landwirtschaft Geld genommen!" Richtung Gräfe:„Und Du von der Schwerindustrie!" Stimme aus dem Publikum:„Was regen sich die Herren eigentlich auf. Es hat doch jeder Geld genommen?!" Andere Stlmme:„)a.aber dem anderen nichts abgegeben." wir jung waren, gläubig, strebend. Bis du dann trank wurdest und nicht mehr nähen konntest, bis auch ich schließlich zusammenbrach und die vielen Schuldner kamen... Wie viele mögen das schon vor uns erlebt haben, Marga! Wie viele haben sich schon gekrümmt unter dem geißelnden Dasein! O. mein« Scham: singen zu gehen! Wenn auf solchen Hof die kahlen, farblosen Wände mich anstarrten, die vielen verhangenen Fenster, hinter denen ab und zu ein scheues Gesicht heroorlugte,— du. ich weiß nicht warum, aber ich habe immer an die lachende Gefolgschaft des Dionyses denken müssen, an seinen wollüstigen, unbeherrschten Sang— ich armer Schacher! Ein heiterer, sorgenloser Halbgott in einer beschwingten Landschaft,— das war schon als Traum un- wirklich. Aber dennoch gab es Brotschnitten, es gab manchmal ein winziges Geldstück, nur daß Blumen golden, weiß und violett blühen können, daß irgendwo überhaupt«in Meer flutete, Wogen wanderten. Schaum spritzte, das haben wir darüber vergesien. Weinst du Marga?.. Nein, sie weinte nicht, sprach nicht, aber ihre Pulse hämmerten ihm Antwort. Daß man für das Leben tot sein kann, hier schon, in der Welt, das fühlten beide in dem finsteren, eisigen Zimmer. Und während sie zusammensanken, vereinigt dem Ungewißen entgcgenzu- gehen, sah der Mann noch wie ein« täuschende Vision das ferne, blau funkelnde Wasser, um das sich die hellgrünen Morschen und Triften lagerten. Näher zu ihm heran erstreckten sich in neuen Kreisen silber- weiße Buchenwälder, smaragdene Kieserbestände, dunkellchwvrze, ge- pflügte Aecker, die vor der Stadt endeten, in der er mit seinem Weibe einsam verscholl, oerwehte, wie herbstloub im Winde. Unveröiente Lorbeeren. Eine Zusienderinnerung von Eduard Bernstein. Das Leben ist nicht nur bei der Verteiluua der Güter ungerecht. Es oerfährt auch bei der Würdigung von Handlungen oft genug nichts weniger als gerecht. Leistungen, die von großem Fleiß und hoher Begabung Zeugnis ablegen, bleiben unbeachtet, und Der- richwngen, hinter denen keines van beiden steckt, werden infolge irgendwelcher Gunst der Umstände gepriesen. Wir lernen das schon in der Kindheit kennen, und auch mir ist diese Erfahrung nicht vor- enchallen geblieben. Zwar kann ich mich nicht beschweren, zu den verkonnten Genies gehört zu haben. Weder war ich sonderlich fleißig noch ist dem bißchen Begabung, von dem ich Zeugnis ab- legen konnte, Anerkennung versagt geblieben. Aber wiederholt Hobe ich Lorbeeren geerntet, von denen ich mir sogen mußte, daß sie mir nicht zukamen. Und zwei solcher Fälle mögen hier gebeichtet werden. Vorausgeschickt sei. daß ich als Knabe unverhältnismäßig klein für mein Alter, überaus schwächlich und dazu auch noch sehr kurz- sichtig war. Held ohnegleichen. Trotz aller körperlichen Mängel beteiligte ich mich, wenn es nur irgend ging, gern an den Spielen von Altersgenossen au» unseren Häusern. So folgt« ich einmal, als ich acht Jahr alt war. der Ein- ladung. an einem„Krieg", den sie spielen wollten, teilzunehmen. Als Schauplatz wurde eine einsame Stell« der Anhaltischen Kom- munikation gewählt, an der allerhand Schutt und Müll aufgeschüttet lag. War das schon geeignet, mich bedenklich zu stimmen, so ver- schärfte diese Stimmung noch der Umstand, daß beim Abzählen der zu bildenden zwei Parteien einer der Jungen, der zum Unterschied von uns anderen im Besitz eines Säbel» war, mtt dem er prahlend herumfuchtelt«, in die Gegenpartei kam. Indes tonnte ich mich nun nicht zurückziehen und füllt« im„Krieg" die mir zugeteilte Rolle so gut ich tonnte au» Ee wurde in ihm übrigens weniger geprügelt als möglichst kräftig gestoßen, was zur Folge hatte, daß ich einige Male derb zu Boden siel. Beim dritten Male erklärte mich der„General" der Gegenseite für gefangen und wollte mich abführen lassen, als im Disput darüber unser„General" plötzlich entdeckte, daß von meiner Hand Blut tropfte. Ich war auf Scherben gefallen, und dabei hatte, infolge ungeschickter Bewegung beim Aufftehen, die eine Hand, die ich beim Fallen an der inneren Fläche geritzt hatte, auch an der äußeren Fläche eine Verletzung erhalten, und zwar so ziemlich in derselben Gegend wie der innere Ritz. Das nun legte sich mein General, als er beim Betrachten meiner Hand sah, daß sie oben und unten blutig war, als etwas Besonderes aus.„Herrgott," schrie er,„die Hand ist ja mitten durchgestochen," hielt sie in die höhe, damit auch die andern es sähen, und alles fing so einmütig an mich zu bedauern, daß ich keine Neigung verspürte, dieser wohl- tuenden Kundgebung entgegenzuwirken, und es ruhig geschehen ließ. daß der General mitleidsvoll meine Hand mit meinem Taschentuch verband. Mehr noch, als jetzt einer der Unfern zu mir gewendet ausrief:„Aber du hast ja gar nicht geweint," antwortete Ich weiter nichts als.„man muß doch nicht immer weinen," und trieb damit ungewollt die Ueberschätzung meines Verhaltens auf die Spitze.' Es loltte nur durchblicken lassen, daß ich immerhin wirklich verletzt war, indes war die Wirkung viel großartiger, an die Stelle des Bedauerns trat helle Bewunderung. Man pries mich als einen Helden. Es hatte ja Blut gegeben, und vor Blut hatten wir einen solchen Heidenrespekt, daß, wenn'? bei ihnen blutete, selbst die gesundesten Jungen loszuheulen pflegten. Blut war uns das Zeichen, daß eine Sache gefährlich war. Und da hatte ich mit dem Stich durch die Hand, daß es blutete, diesen kühl ertragen, hatte keine einzige Träne vergossen! Das war ein unerhörtes Ereignis, und ich bekam darob Worte der Anerkennung zu hören, die mir von dieser Seite nie zuteil geworden waren. Aber von wo war der Stich hergekommen? Es ist für die Kinder- seele bezeichnend, daß keiner der Jungen die Frage aufwarf. Sie war für sie keinen Augenblick ein Rätsel. Der Verüber des Stichs durch meine Hand konnte nur der mit dem Säbel bewaffnete Junge gewesen sein. Ja, dieser selbst scheint es für möglich gehalten zu haben, denn er hatte sich, als die Kunde von dem Stich ausgerufen wurde, in aller Stille entfernt. Und doch wäre es ihm ein Leichtes gewesen, den Gegenbeweis zu führen. Denn sein Säbel, ein Ge- burtstagsgeschenk, war— von B l e ch— Meisterschütze. Freund Alex mußte, wenn er mit oder ohne Bolzenbüchsen zum Schießstand des Daters ging,, diesem als Büchfenjunge Helfersdienst leisten. Er bestand darin, wenn geschossen wurde, von einer durch Buschwerk oder ein aufgestelltes Brett geschützten Stelle in unmittel- barer Nähe der die Schießscheiben und sonstigen Schteßobjekte um- schließenden Bude aus auszurufen, in welchen Ring der betreffenden Scheibe der jeweilige Schütze getroffen hatte, was vom Schießstand aus sich nicht genau unterscheiden ließ, und in den kleinen Pausen mit Hilfe einer geeigneten Zange schnell die Bolzen aus der Scheibe heranzuziehen. Natürlich ließ der Vater, wenn der Schießstand unbesetzt war, de» öfteren Alex sich als Schütze üben, und vertraute, wenn ich Alex' Begleiter war, auch mir die Büchse an. Allerdings mtt sehr verschiedenem Resultat. Während der kräftige Alex, wenn er schoß, die Büchse im freien Arm hielt, und entweder das Ziel oder nahe ihm traf, mußte ich die Büchse auf eine der an Balken angebrachten Stützen auflegen, brauchte beide Arme, um sie zu hatten, und mußte froh sein, wenn es mir gelang, in den sechsten der zwölf Ringe zu treffen, in die jede Scheibe eingeteilt war. Eines Tages vollzog sich indes ein Wunder. Herr Gerngroh ließ mich meine Kunst probieren, während Alex noch an der Bude auf Wacht stand, und siehe da, kaum hatte ich meinen Schuh ab- gegeben, so ertönte es von der Gegend der Bude her wie Triumph- sieschrei:„Zentrum!", und Alex kommt heraufgelaufen und ruit jubelnd;.Lurrah, der Edeward hat Zentrum getroffen!" Großes Erstaunen, Dater Gerngroß grawlierte mir, und jedem Bekannten. der kommt, wird die«pochemachende Neuigkeit mitgeteilt. Natürlich rief sie allerhand für mich ermutigend klingende Bemerkungen hervor. auf die ich jedoch nicht reagierte. Ich ließ alles, was gesagt wurde, still über mich ergehen und zeigte nicht die geringste Spur von freudiger Erregung. Denn— was ich allerdings der Kamerad- kchaft nicht zu gestehen wagte— ich hatte bei dem Schuß nach der Nachbarscheibe gezielt! Wer nach diesen zwei Proben noch weitere Beweise für mein Talent zum Erwerb unverdienter Lorbeeren verlangt, der ist in der Tat unglaublich schwer zu befriedigen. Anderen wird, denke ich, die einfache Mitteilung genügen, daß sie nicht die einzigen ihrer Art geblieben sind. Da» Gedächtni» de» Seefiernes. Bei niederen Tieren finden wir häusig Erscheinungen, Sie durchaus mit dem Gedächtnis höherer Tiere zu vergleichen sind. Bei ihnen handelt es sich ja auch darum, daß irgend weiche Vorgänge„Spuren im Omanismus zurücklassen und dann später Handlungen des Tieres beemflusien. Zu solchen „Gedächtniserscheinungen" ist ein übergeordnetes Zentralncrven- instem nicht nötig. Ein sehr schönes Beispiel dafür liefern die See- st«nie, die man auf Grund dieser Gedächtnisleistungen sogar dressieren kann. Wird z. B.«in Seestern aufs Trockene gelegt, so beginnt er sich dann in der Richtung desjenigen Armes fortzubewegen, der etwa durch einen Wassertropfen gereizt worden ist. Macht man dieses Experiment mehrmals hintereinander und reizt man immer den- seiden Arm, so erfolgt die Reaktion immer rascher. Die voran- gegangenen Reizungen haben also Spuren hinterlassen. Nimmt man nun einen ausgeruhten Seestern und reizt gleichzeitig zwei entgegen- gesetzt« Arm« m derselben Stärke, so kann sich das Tier mcht mehr fortbewegen! die Reize heben sich gegenseitig auf. Verwendet man nun aber ein Individuum, dessen einen Arm man vorher ein oder mehrere Male gereizt hat, so bleibt er jetzt, obwohl zwei entgegen- yesegte Arme gleichzeitig gereizt werden, doch nicht still liegen. Vielmehr kriecht er wieder in der Richtung des scyon vorher gereizten Armes davon. Gleichstarke Reiz« haben also verschiedene Wirkung: sie ist stärker in demsenigen Arm, der durch die vorangehende Bc- Handlung in der Reizaufnahm« und Reaktion geübt ist. Aus dem- selben Grund« richtet sich ein auf den Rücken gelegter Seestern innner wieder auf demselben Arm auf, wenn das Experiment mehrmals hintereinander ausgeführt wild. Die erstmalige Be- mMung des einen Armes hinterläßt„Gedächtnisspuren" und er- leichten die folgenden gleichen Bewegungen. Die Bekämpfung der Geschlechtskrcmkheilen in Skandinavien. In vorbildlicher Weit« Ist die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in den nordischen Ländern geregelt. Früher hat hier ein« Regle- mentierung der Prostitution stottgeftmde». 1L88 wurde diese zunächst in Norwegen ausgehoben, die anderen Länder folgten nach, zuletzt Schweden 1019. Di« Aufhebung der ärztlichen polizeilichen lieber- wachung der Prostitution hat keinen besonderen Einfluß auf die Erkrantungsziffer, namentlich auf ihr« Erhöhung ausgeübt. Ueberau gill dl« Vorschrift, daß all« Geschlechtskranke im ansteckenden Stadium von den Aerzten den Behörden ohne Namensnennung gemeldet werden. Dann wird den Kranken«ine Fürsorge zuteil. In allen vier Ländern besteht für jeden Erkrankten die Behandlungspflicht. Durch die Meldepflicht wird kein Patient von der ärztlichen BeHand- lungspflicht abgeschreckt, denn die ärztliche Schweigepflicht bleibt be- stehen, und namenttich« Meldung tritt nur für den sich der Be- Handlung Entziehenden ein. Die ärztlich« Behandlung und die Kranken Hausbehandlung ist völlig kostenlos. Auch Amme und Kind sind in Schweden und Dänemark und Norwegen gesetzlich geschützt. Dies« drei Länder haben auch gesetzlich« Bestimmungen für die Ein- gehung der Eh« bei Geschlechtskrankheiten erlassen. Für die Außer- ochtlassung der gesetzlichen Borschriften bestehen Strofbestimmungen. Der Erfolg der Betämpfungsmethod« zeigt sich unter anderem darin, daß in Stockholm die Syphilis um 75 Prozent gegen 1913 zurück- gegangen ist. X, Nur LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE Vcricanf soweit Vorrat 6(hoI(en....» Ptod 45«. Werfet) im panr., Pfand iOpf. ÄOfiüWIS'Ä�ISp,. SeelMW«1Spf. MbarSS.�20p.. AmAma Schw. /Pt Bülklinge Pfand 20pi Makrelbülkllnge 99 Himburger......... P.und fcfcPi. Große Flundern Ar Pommeiadis........ Piund"f JPt SeelnchS...... pf.nd45p,. Flelkheringe �45« üoso Ananas................. l6o Birnen«/i Fracht........ 78«. Preisselbeeren....... 98pi. Reineclauden.......... 11S Heidelbeeren........ 85«. Kaiserscholen.......... I85 Junge Erbsen sehr(ein.. I60 Obft- und GemökeLottkeevstt Meagenabgabe Torbehallcu 1, DoB' Junge Erbsen wn.... l25 Junge Erbsen»meit 84«. Junge Erbsen...... 70pl Gemüse-Erbsen....62« Gem. Gemüse(«in... I*4 Gem. Gemüse mme*«« 1 05 Leipziger Allerlei 85«. «iiDose Jung. 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SföHtty* WjifiiwUtn' Prelle daeehlleeiUeh Stencr, Istfla-Qold ronaglleheteurknnti- «ein......................('i, Liter) Sonnensartner roter iptsieober BDseweia................ Oh Flieche) 1925er Malkammerer Letten vondgllebir Bowlen veia.C�Fliaohej 3ohannlSbeerwein berrorregende Quill u.................(>I, Kieiehe) VorzQsl.Orla Insel Santo* Himbeer- und Kirschsaft(>i, FL) ohna Fl eiche pro Flasche 95 PHNNlfl Pn. Kassler-Rainin gep�pranZI'" Pli. Pökßlknmin SS«. Pa. Schvelnebaach BXc.Ffd.88p.. Pn. Sciiv.-Schnlterblait«�92« Pa. ScIm/ßlncHoninio'.sÄ�fil08 Pa. SCiMßlnßkotßlßtt......«aadl'4 Pa. SMnßiißSßn...... Pfand 76« Pa, Rülkßlllßtt br»tlertlf...Pland 80pi. EISÖßlHÄÄ....... Pfand 70 F'- KOll}ShßQlßIlM>SPld.i.Blift, Pfand 86« Fr.Ocösßnöackßn.. Kno«h, pid.50p.. Sßlbstcasgßlafsßnßr Taig«d.56p>. Kalbsnisrßnbraißn 0bX..«d 73? lißllfSkOnini ohne Beulte.. Pfand 63 f Pa.Rateinlizßl...........«andl90 Schmorllßiscii a0.6"..... pfandl12 Roniailßn....................... Pfaml24 QaßrflßPß Broef and Remia... Pfand 80pi. Zcvadßklßüca�)......... �1'° ÜOinnißltlßiSOl(01eke*lppe),«nnd 93p Gefr»ier fieisoi� Pa.Oobeen-Schmorn. o. Kn, Pfd. 88pl Pa. Ochsen-Brual.........«and SS« Pa. Ochsen-Suppenfl.. Pfand 62Pt. Pa. Ockeen-Rostbcef m.Baeeli.,«d.76Pf. Pa. Ochsen-Gulasch o. Knoch.,«d. 76Pl. Pa. Kuheuter.............. Pfund 28«. I Pa.SchW-KSpfe n.Fettkieb>«.Ir.iPfd.48Pi. I Gehacktes.................. Pfand' Male Garnenberi rei».,!->isti>t. 2Zpi. Harzei käse..... Pfand 50?,. Briekäse......... Pfand 55« Allg Stangenkäse?« 70«. Holländer...... Piund 80pt. Tilsiler...... Pfund 70, 90?,. .4etie Margarine«and 55. 62« Kokosfett IPfund-Piket 60Pf. Bralenschmalz\ Qriebenschmalz J OJpt Molkereibutler ptand.. 200 Sbtt- Gemüse Möhrengewaechen, Pfand 5«. *0",' Wirsingkohl Pfd. 7pf Rotkohl.ZvviebelnPtd. 8«. Apfelsinen....4 Pfund 95pt. Blutapfelsinen Pfund 3Cpf. Zitronen Dntzend..... 45«. iHonKiKve Eimer ca. 2 Pfd. Pflaumen......... Elmer J10 Orange........... Eimer 11S Aprikosen....... Eimer l1"5 Kirsch............. Elmer l45 Pflaumenmus....Eimer l05 I 78« p— In unserer Konfltfirenabtetluns— ZMAMchM........ �....Ffand 95« 6M M Im .Pfand 95?,. 6TI1. k 100f 1,90 'SWliÄe»fakol-»'«,. 1,90 —— In unserer Zlsarrenabteliung Gut kelieht. Terhraecke-Zigerre. wo CtPl JISB..... Stick lO«, 50 Stack �»'3 JffikSfPKl 12 Pt. MBMek 5,70 ISOnM'da, w#r«„ Siek. 18 Pt, 50 Stek 7,15 '" Foblfarh. tiRtr i0fi.-Zif«rr« Q■#% ■■. Htm©O Ft.. 50?tfU Vom Fass: Rhelnpvälzer Weissw ilni50 j vor«tt2l.Qu&lititf.Bowlenrwe6keRBd»likl.TltchireinznPBipt<'W'fcii,Ltr.■ a Lv>i oo sehe Fiasi 90 Freie««inscblieeslicli Steuer, ohne Fkscbe 1923er Chat La Tour de Bessan pro Flasche Original Insel Samos sohr bul« Qualltfti..................... VorzOfllchtr aSttr Malaga........ 1922 ar Kailstadtar-Stelnacker iNAtvrreorich«; EOUler................. 1923 er SchlossBOckelh.MQhlberg Sphtleaa, Katirgewloke: Lehrer Haae Staats-Tbeater Opernhane ■.Platz d.Repnbl. U Uhr; Mittagi- konzert SU- 8.Sin,on.-Konz. Schauspielliaas 8 Uhr: Per Oynf Schiller. Theater 8 Uhr; Journalisten StäHi! Dp» Charlottenburg Vh Uhr: Der Blilz Abonn.-Turnus III. Dentsdies üieafsr Norden 10331—37 8 Uhr Bonaparte von Fritt von Unruh itegie Gustav Härtung Montag, den?. März «neisenau Sonst täglich Bonaparte Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Die Gefangene von Bourdet Äz!>: Mar Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414. 751? 8'/, Uhr: Die Perle von Tristan Bernard bg«; Foreter Letriuge Heute Nachtvorstellung II Uhr: Baidi ein Kind WnQuilIa'Theat. iesbupweg Ng>.»>'. Nur noch wenige Tage! Sonntag 41/, u. 8>/<: Bs war einmal In Heidelberg Vorrelger dies, zahlen für Park. 60 Pf. Sonntag, nchin.3U.: S truwwelpefer Thalia-Tbeaier 8 Uhr: Bir rnatis; Sinfilirtr Nollendorf 7360 8 Uhr: und die übrigen Sensationen! SMmbnfc■. Smtagi 2 Vorstellungen 3» und 8 Uhr, S* zu ermäßigt. Preisend. ganze Programm Scwinn-Auszug 5. Klaff« 28. T>r«nhlsch.SüddeuIsche(254. Pretch.)*Iaff«nIo«erU Hut lebe seiosene Mummet Hub itnei gleich hob»»c «luue gefallen, unb»war It einet auf ble Lose gleichet Mummet in ben beiben Bbtelluuotn 1 unb 2 19. ZlehangSlag 2. Mar, 1927. nachmittags Ohne Gewähr Nachdruck verboten SS warben Gewinn« Uber 159 Mark gezogen SOklnimeivi. 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ZiehnngStag 3. März 192?, vormittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinn« I» J« 5000 BW. 343734 6«twmne zu je 3000 M,. 108619 188639 318741 14 Gewinne zu ji 2000 M,. 96343 141583 193086 234262 273080 284082 324411 34 Gewmnc ,u je 1000 MI. 34417 45753 66676 70418 78562 93231 98386 113377 148333 157286 165315 133473 235335 250705 282348 328136 332774 90«twUmt zu j- 500 Mt. 8894 11408 16160 19133 30217 40173 40624 41710 60318 76657 76732 79182 86697 92876 95511 116132 116103 130077 138046 144364 148687 163329 168018 182358 191154 192897 194268 196545 310832 319511 227586 233954 234801 236420 341978 342674 345635 257977 383664 296723 325207 300092 331115 336095 344556 200 Stwuint zu It 300 Mf. 83 1176 3710 6173 20747 27903 31779 34762 44330 48086 46844 49396 55514 60346 61900 61921 62983 63340 63959 64501 86685 72426 79656 84483 85740 88599 89396 90616 90356 93381 98975 101375 105908 107177 107978 113554 114437 116167 128155 125889 128307 129845 133670 139827 »40066 142194 142254 144336 148896 15769» 1911,9 168322 189277 175764 1*1947 186062 18434» 196080 1671*8 1»«1 IS 192*17 30,985 21*884 218,11 2181*1»1*214 220090 22513* 233500 234428 234876 239487 240015 241875 245791 2�177 250280 258921 260715 268128 273426 278961 277093 277852 282723 2863-9 288300 288716 294161 299165 299464 301205 304232 304823 309781 314326 31,118 316835 320310 323535 327786 335767 340765 349917 Ttot. LHillemlorfpl. Kurfürst 2091 «Uhr: Mai Adalbert in-Müller«- inumti-Slktt" Th, König rälz St. Hasenheide 2110 8 Ühi: Die freue Nymphe Elisabeth Bergner Komodieniutcs Norden 6304 8 Uhr: Dem-Uli rtobtrh, t. Thtllman«, BmtmttB. netropoi■ Tlieal Täglich 8 Uhr; ZirkusiiriDZBNia n-lanon-Theater «•/.Uhr: Me'WWM flntrin Jujtidlidn totat» F» Kaller- Kenne Theater Im Adffllralspalasi Täglich 8'/, Uhr AlULdUS OSoitipnniilhiDgn') u 3U.81'. Uhr: 6 Nachm. die ganze Vorstellung zu halben Preisen! *■ lentral- Thaater Täglich 8 Uhr: Der kluib FigiBier jfentti na lutii Ixgl. Im. i. mit. URni: R. tf Ute am. «Ui. Hiiiii». Iditut, VI Iiis, likn laiuaaurj-üLm Ott ktinstler-Tli iUitd iHtv. litt Stall 8 oer Zarewliscb I.csslng-Tbeater 3 U.: Der Patriot •»••••OGG» # Lustsplclbaus? S 8>/, Uhr: S JBwn-diJiingeg GGGGGGGGGG lUUU» BUhn-Si LARU ____- 1 H 5 ÄK bnnhjw'l ?■ dFm Tierschau wk W rparz- t- noao- nSTmk 8ho ' R Oeim Zekens wOr�keltEl .1 C cr.qhK Wallner■ Theater *', Der Schlager*>/. Das blonde Wunder Sonntag 3v,; Bnnb d. Sr.tilnerinncn. Kosi-7hi«ter Volksbühne S'/d Uhr: Das USüim von ierlanilittaue Ili««tft in»Jlitiitjn Täglich 8 Uhr: Traomspiel Mprgen ü Uhr: Tranmspiel Tl. in Sdiiffkinnlinn S Uhr; Das Gratmial des onbekannten Soldaten. Erik Charell br nrt im Grossen Schauspielhaus tSgl. 8 Lhr, bonnta? nicüm. 3 Ufcr upgpkQirt r.« pttw. Pr i�fn t'/fa 4ins(?4*t7!9t | Komische OperE Allabendlich&}/4 Uhr: Bünden der"Welt toxi Bernauer m.d Schanzer. Mneik. Walter Kollo Alfred Bracn/ CaaiiliaSplra venera, Doblschinski. Haid. Plessow, lltrpareto Kupfer, WIHlrlm Utndonr. Paul Wesiermt-Ier, Ddblln. r. Ledebur. Piltschao, v, Wolowski w. a. San rarten lauerciiesur. Kcit-Toi'fi Der Relnerlrai wird der farkeluncle A.-G. für..Minstier in Kol-' zug lUhrL