M»rg-n»»s«-b°(lOPten� Bezugspreis. JL. Anzeigenpreise: WSchtntlich 70 Pknai».«onatlich �®te« i n( 0 a U 1 0» 9}ontxrttiDe- 8,- Zi-ichsmart docoh»«ahlbOL. jf&gPW/-. w/ Tff/ X Ml• ,eil« 80 Ifennla. Reklame, eil« Unter«temban» für BeurtdiWnb, MatBEkv AC�&SS i.. a v A. v Av �. BflJ Reichsmark.«kleine Anzeigen' W##w»W � ÄrÄSSS Ausland SLO Reichsmark vro Monat.«D I W! HU s W // W W W W DU � �>-de, weitere Wart 12 Menma. _ MBB L Jm» 1 DM NM BW fX HB BB BM tM DM BH r/ bB P..-ee�vxtf' etellenaeiuche da, erste Wort Der.LarmZrte* mit der Mustrier.: WZ W W W K N U W W Wj�W W» R�nl?«arte?b« 7» Ru»1 len Sonntagsbeilage.Sali nnb geit* OHM*Si\ W W W iW L« TW WW W�W MS! i A. 1» Rkennia. Ware«der 15 sowie den Beilaaen.Unterdaltung I�tSS I HB BH BH EH HR HM HB HB VW MB HS(laben eriblen für zwei Worte. Uno Wissen'.Au» der Kilmwelf. JViSM! e«W Bg HB QBl MSAS fftsLX H»1 BMI BEI faw«KB Ardeiismarkt steile 60 Pkennia. .Stauen stimme*.Der Kinder» HB I HM EMI HHl fäfftf �jfeffiV�TSraX- JBEV tjß%■?/"&'»?amilienan,eiaen für Abonnenten freund" Luaend-Borwürts* und HRn BRI /mUm/
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Er probiert vielleicht in seinen vier Wänden den Dreimaster Napoleons. Aber weder er, noch feine Kollegen werden für den ehemaligen Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch oder Kyrill Wladimirowitsch die Kastanien aus dem Feuer holen. Die monarchistischen Hoffnungen, den Umsturz mit Hilfe der Roten Armee herbeizuführen, entbehren jeder realen Grundlage. Aber es gibt im neuesten Stadium des Umwand- lungs Prozesses der Roten Armee trotzdem etwas, was den „weißen Traum" der Monarchisten beflügelt. Die Mon- archisten haben zwar den vorsichgehenden Prozeß der B o n a- p a r t i s i e r u n g mit dem Prozeß ihrer M o n a r ch i s i e- r u n g verwechsell, doch haben sie die nicht ganz unrichtige Beobachtung gemacht, daß das Vertrauen der Diktatoren zu der Roten Arme«, als der stärksten Stütze der Diktatur, ins Schwanken geraten sei. Und je mehr sich die bolschewistische P a r t e i diktatur in eine persönliche Diktatur ver- wandelt, um so mehr wächst die Unruhe der gegenwärtigen Parteisieger. Es ist kein Zufall, daß jede Phase des bolfche- wistischen Parteikampfes stets von einem Abbau der oppo- sitwnellen Elemente in der Roten Armee begleitet wird. Nach dem Programm der Kommunistischen Partei der Sowjetunion muß die Rote Armee, als ein Werkzeug der prole- tarischen Diktatur, einen offenen Klassencharakter, d. h. sie muß sich aussch.'ießlich aus den Reihen des Proletariats und der ihm verwandten halbproletarischen Schichten der Bauernschaft rekrutieren". Man war aber gleich von vornherein gezwungen, von diesem Grundsatz abzusehen, insbesondere inbezug auf den Kommandobestand. Als Trotzki nach der Brest-Litowsker Katastrophe mit der Aufgabe der Schaffung einer regulären Armee betraut wurde, fand er keinen anderen Ausweg, als die zaristischen Generäle und Offiziere als Fachleute heranzuziehen. Trotz des hartnäckigen Widerstands seiner Parteigenossen ist ihm dies auch zum Teil gelungen. Durch das Dekret voin 2. April 1918 wurde die„Offizierswahl" abgeschafft und gleichzeitig die Institution der„politischen Kommissare" ins Leben gerufen, deren Pflicht es war, die zaristischen Offiziere, die in den Dienst der„proletarischen Revolution" eingestellt wurden, zu überwachen. Zahlreiche Offiziere der alten Armee haben sich, teils aus Angst, teils aus materieller Not und teils in dem Bestreben, an dem Wiederaufbau der militärischen Macht Rußland mit- zuhelfen, in die Rote Armee einstellen lassen. Durch diese nationalstaatlichen Bestrebungen wurde der Abgrund zwischen den Offizieren der alten Armee und der Sowjetmacht ge- wisiermaßen überbrückt. Die Mehrheit hat in der Tat das in sie gesetzte Vertrauen der Sowjetmacht gerechtfertigt. Formell ist dieser Teil des Kommandobestandes der Roten Armee, in dem alle sozialen Schichten des alten Rußlands vertreten sind, „unpolitisch" und„parteilos". In Wirklichkeit jedoch ver- einigt er in sich sämtliche politische S ch a t t i e r u n- gen, vom Monarchismus angefangen. Für die zukünftige politische Rolle der Roten Armee hat jedoch die neue nachrevolutionäre Offiziersschicht eine viel wesentlichere Bedeutung als die Reste des alten Offizicrkorps. Während die alten Offiziere ihrer sozialen Wurzeln beraubt sind und in den neuen, ihnen verwandtschaftlichen Schichten des nachrevolutionären Rußlands eine neue soziale Basis für sich suchen müssen, wurzelt der neue Offizierstand tief in den neuen, durch die Revolution in den Vordergrund gerückten sozialen Schichten der Gesellschaft. Die Politik der Durchdringung des Kommandobestandes mit Vertretern der Arbeiter- und Bauernklasie wird von der Sowjetmacht folgerichtig und zielbewußt durchgeführt. Dieser neue Offizierstand, der sich ursprünglich in den Iahren des Bürgerkriegs, aus den alten Unteroffizieren und selbst Sol- daten der früheren zaristischen Armee, sowie aus den un- geschulten Arbeitern und Bauern rekrutierte, hat in den letzten Iahren gleichfalls eine bedeutende Umwandlung durchgemacht. Das rote Offizierkorps ist jetzt mit allen Schichten des neuen Rußland— mit der Arbeiterklasse, mit der Bauernschaft, dem sowjetistischen Beamtentum und zum Teil auch mit der neuen Nep-Bourgeoisie— eng und organisch verknüpft. Es wiegelt deshalb alle sozialen Widersprüche, alle politischen Schwan- kungen und Strömungen der neuen Stadt und des neuen Dorfes wieder. Die überwiegende Mehrzahl der jungen, roten Kommandeur« hat Militärschulen absolviert und bringt in die Kaserne außer der Berufsbildung und Intelligenz, auch jenen Lebensdurst, jenen Hang nach Reichtum, Macht und Erfolg mit. der sie den alten Offizieren einerseits und der Sowjetbpveaukrati« un Nep-, Bourgeoisie anderseits näher- bringt. Neuer �uftizminister in Preußen. Abschied Am Zehnhoffs.— Kammergerichtsrat Dr. Schmidt-Lichtenberg znm Nachfolger ernannt. Der preußische liustizmlnlster vr. Hugo Am Zehnhoff hat gestern abend 6 Uhr sein Rucklrilksgesiich eingereicht. Zu seinem Nachfolger wurde Sammergerichtsrak Dr. Hermann Schmidt» Lichtenberg ernannt. * Der scheidende Iustizminister Dr. am Zehnhoff steht im 73. Lebensjahr. Er begibt sich in den wohlverdienten Ruhestand nach seiner rheinischen Heimat. Am Z e h n ho f f gehört zur alten Generation der Zentrumspolitiker. Im Jahre 1898 trat er zum ersten Male in das preußische Abgeordnetenhaus ein. Der neue Justizminister— ebenfalls Abgeordneter des Zentrums im Preußischen Landtag— gehört zur jüngeren Generation der Zentrumspolitiker. Er steht im 46. Lebens- jähr. Im Jahre 1913 trat er als Amtsrichter in Berlin- Lichtenberg in den preußischen Iustizdienst ein. Im Jahre 1920 wurde er zum Kammergerichtsrat ernannt. Dr. Schmidt findet im preußischen Justizministerium eine Fülle von verantwortungsvollen Ausgaben vor. Zu ihrer Lösung bedarf es eines ganzen Mannes voll Energie, Entschlußkraft und Tätigkeitsdrang. Wohl ist— gemessen am Durchschnitt— die preußische Justiz vernünftiger ge- worden, aber eine unendliche Fülle von Arbeit ist zu leisten. und entschiedener Reformwille muß sich durchsetzen, wenn der Vertrauenskrise der Justiz von Preußen aus entgegengewirkt werden soll. Gin Schreiben Ses M?n?sterpräsiöenten. Der preußische Ministerpräsident Braun hat an den Justiz- minister Dr. Am Zehnhoff das nachstehende Schreiben gerichtet: hochverehrter Herr Staatsminister! Mit lebhaftestem De- dauern hat das Staatsministerium die Mitteilung� entgegen, genommen, daß Sie aus Ihrem Amte scheiden wollen. In einer Zeit, die immer zu den schwersten in der deutschen Geschichte rechnen wird, und in der stch oft Entscheidungen wichtigster Art überstürzten, haben Sie mehr als acht Jahre an der Spitze, eines Ministeriums gestanden, dessen Arbeitsgebiet für die Ueberleitung des Staates in die neuen Verhältnisse von ganz besonderer Bedeutung war. Mit vorbildlicher Kollegialität und unbeugsamer Festigkeit haben Sie bei den Entschließungen des Staatsministeriums stets den Stand- punkt des Rechtes vertreten. Aber Sie haben in Ihrer Amtsführung auch verstanden, mit der Wahrung des Rechtes Humanität und ver- ständnisvollc Rücksichtnahme auf die Schwächen der menschlichen Natur zu vereinigen und insbesondere beim Strafvollzug zur Gellung zu bringen. Dem Danke der Bevölkerung Preußens, die Ihren Namen stets in Ehren nennen wird, schließt sich das Staats- Ministerium mit wärmsten herzen an und wünscht Ihnen, hochver- ehrter Herr Staat-ininister, noch einen ruhigen und glücklichen Lebensabend in Ihrer rheinischen Heimat." Die fozialöemokratisthe 5roktion an Zehnhoff. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat an den scheidende» Iustizminister Dr. Am Zehnhoff folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Minister! In dem Augenblick, in dem Sie das Justizministerium verlassen, das Sie durch volle acht Jahre mit soviel Klugheit und Erfolg geleitet haben, ist es uns ein Be- dürfnis, Ihnen unsere Dankbarkeit und unsere besten Wünsche auszusprechen. Millen in den Stürmen der Revolution in Ihr hohes Amt berufen, haben Sie in stiller, aber zielklarer Arbeit das preußisch« Justizministerium zu einer Behörde von vorbildlicher Arbeitsleistung und edler Humanität gestaltet. Sie selbst haben mit umfassendem Geist und vornehmer Menschlichkeil auch die politisch anders Denkenden entzückt, die die Ehre hallen, Sie näher kennen zu lernen. Wir hoffen, daß die von Ihnen gepflanzte Tradition der Milde und des Berstehens auch nach Ihrem Ausscheiden aus dem Amt im preußischen Justizministerium forlleben wird. Ihr Wirken wer- den wir in liebevoller und dankbarer Erinnerung bewahren und wünschen Ihnen auch fern von den Amtsgeschäften noch viele geistes- frische Jahre eines Sie befriedigenden Wirkens." Die mobilisierte Nation. Französische Kammerdebatte über die Kriegsorganisation. Paris. I März.(WTB.) Die Kammer hat heute vormittag die Einzelberawng des Gesetzentwurfes betreffend die Organisierung der Notion für die Kriegszeit fortgesetzt. Kriegs irnnister Paialevö führte u. o. aus, er sei durch die neue Organisation der nationalen Verteidigung, die bereits für die Friedenszeit vorgesehen sei, um in Kriegszeiten zu funktionieren, vollkommen beruhigt. Am Anfang des Weltkriegs habe man, nachdem sich die Aussassung, daß es sich um einen Krieg von kurzer Dauer handele, als falsch heraus- gestellt habe, mit Schrecken bemerkt, daß die Munitionsvorrüte aus- gingen und es an Explosivstoffen fehlte. Frankreich habe damals seine Heeresindustrie erst ausbauen müssen, und dies habe nur unter starken Verlusten und unter großer Vergeudung von Geld geschehen können, wobei sich gewisse Leute bereichert hätten. Der Völkerbund könne nur mit Vorsicht, mit Geduld und kühler Ueberlegung vorgehen. Sein Ansehen wachse. Die schlimmste Schwäche des Völkerbundes wäre es, wenn Frankreich schwach wäre. Der Gesetzentwurf, weit davon entfernt, eine Kundgebimg des Militarismus zu sein, bezeuge lediglich den Friedenswillen Frankreichs und seine Entschließung, seine Unabhängigkeit bis zum Tode zu verteidigen, wenn gegen alle Erwartungen Frankreich angegriffen werden sollte. Abg. Chaumiö fradikal) fragte, ob Artikel 1 nicht stillschweigend und ohne Gegenseitigkeit den Verzicht Frankreichs aus die haager und Londoner Abmachungen über den S ch u tz d e r N! ch t- k ä m p s« r in sich schließe, denn die F r a u sei bis jetzt als Nicht- kämpferin angesehen worden. Berichterstatler Pmil-Doncour(Soz.) erwiderte, der heeresausschuß könne hierauf nicht mit einem glatten Ja oder einein glatten Nein antworten. Die haager und Londoner Abmachungen würden zweifellos auf Grund der Erfahrungen des letzten Krieges Abänderungen erfahren. Der letzte Krieg habe gezeigt daß die alte Unterscheidung der Begriffe„ossene Stadt" und „befestigte Stadt" die Beschießung„offener" Städte nicht verhindert habe. hieraus watdte Chaumiä ein, daß Artikel 1 vielleicht feindliche Deportierung von Frauen und Kindern oder Torpedierung un- bewaffneter Schiffe rechtfertigen würde. Abg. Duval-Arnould ftepubl.-dem.) forderte den Berichterstatter auf. zu bestätigen, daß das Völkerrecht hinsichtlich der Unterscheidung von Kombattanten und Nichtkombattanten (wobei zu den letzteren Frauen und Kinder zählen) keine Len- derung erfahre. Kriegsminister Palnlevä erklärte, es werde möglich fein, im Artikel 6 des Entwurfs zwischen Kombattanten und Nichtkom- ballanten zu unterscheiden, um diesen Einwendungen Rechnung zu tragen. Abg. Loucheur bat den Heeresausschuß, über die Einwendungen Chaumiös reislich nachzudenken. Wenn Frankreich wie 1914 un- glücklicherweise einem Einsall ausgesetzt sein würde, dürsten die Feinde Frankreichs nicht dieses Gesetz zum Lorwand nehmen, um Deportierungen von Frauen vorzunehmen. Ein kommunistischer Antrag aus Streichung des Artikels 1 wurde mit S gegen 39 Stimmen abgelehnt. Abg. Lafont(unabh. Komm.) verlangte die Streichung der Worte„ohne Unterschied des Atters und Geschlechts" in Artikel 1 und begründete diesen Antrag. Frankreich sei die erste Nation, die proklamiere, daß jedermann an der Front stehe. Abg. Paul-Loncour bekämpft den Antrag Lafont. Was die Einwendung Chaumies anbetreffe, so werde dos Völkerrecht nicht durch ein Gesetz betreffend die zivile Mobilisierung abgeändert. Um jedoch den Ein- Wendungen Rechnung zu tragen, nehme der heeresausschuß einen Zusatz an. den Artikel 1 wie folgt zu fassen:„In Kriegszeiten sind sämtliche Franzosen und französisch« Staatsangehörige ohne Unterschied des Alters und Geschlechts sowie sämtliche legal ge- bildete Vereinigungen gehalten, unter den im Artikel 5 bis 16 fest- gesetzten Bedingungen des vorliegenden Gesetzes entweder als Kom- battanten an der Verteidigung ihres Landes oder als N i ch t t o m- battanten an der Unterhaltung des materiellen und moralischen Levens des Landes mitzuarbeiten." Der Zusatzantrag Losont wurde abgelehnt und Artikel 1 mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Nachmittags wurde der Gesetzentwurf und Artikel 2 ange- nommen, der bestimmt, daß die Gesamtheit der Maßnahmen, die bestimmt sind, von der Friedensorganisation zu der Kriegsorgani- sation überzuleiten, jederzeit vorgesehen sei und ihre Ausführung die nationale Mobilisierung darstelle, die angeordnet werde im Falle eines offenkundigen Angriffs, der das Land in die unmittelbare Notwendigkeit versetzt, sich zu verteidigen, ofcer in den durch das Statut des Völkerbundes vorgesehenen Fällen. Ebenso wurde Artikel 3, der die Regierung zur Vorbereitung der Mobilisserungs- maßnehmen ennächtigt, angenommen. Artikel 4 fetzt die Aus- führungsbestimmungen der Mobilisierung fest und behandelt in fünf Punkten die Ausnutzung der Verkehrsmittel, die wirtschaftliche Mobilisierung, die soziale Mobilisierung, die intellektuelle Mobi» liflerung und die zur Sarantierung der Moral notwendigen Arbeiten.
So bildet sich der rote Offizierstand zu einer geschlossc- nen Einheit heran, die von einem gemeinsamen K asteng eist durchdrungen ist. Die Rote Armee ist schon jetzt zum Teil als ein gewisses A m a l g a m zu betrachten, als eine Ver- bindung der alten und neuen Elemente, die die Q u i n t e s- s e n z de r napoleonischen Staats Weisheit bil- d e t e. Die Bolschewistcn sehen die enorme pplitische Bedeutung des Kommandodestandes vollkommen ein und sind bestreb:, einen monopolistischen Einfluß auf den Kommandobestand auszuüben. Sie haben sich schon seit langer Zeit das Ziel der B o l s ch e w i s i e r u n g des Offizierstandes gestellt. Schon im Jahre 1924/25 war die Zahl der kommunistischen Offiziere (nach dem Bericht Bubnows in der„Prawda" vom 10. März 1925) sehr groß. Sic betrug unter den Armeeführern 69 Proz., unter den Korpskommandeuren 85 Proz., unter den Dioisions- kommandeuren 45 Proz., unter den Regimentskommandeuren 41 Proz. Von den politischen Kommissaren gehörten 42 Proz. dem Arbeiterstande und 43 Proz. dem Bauernstande an. Jetzt sind diese Zahlen entsprechend gestiegen. Nach den letzten Angaben von 1926 fällt von der Gesamtzahl, 87 000 Kommunisten, die der Roten Armee angehören, 47 Proz. auf den Kommandobestand. Die Mehrheit des Offizierkorps de- steht somit aus Kommunisten, was unvermeidlich zu seiner Heranziehung in den politischen und inner- parteilichen Kampf führen muß. Anderseits führt die soziale Buntscheckigkeit des neuen Offizierstandes zu einer Zerrüttung der Parteiorganisation in der Roten Armee. Das trifft in gleicher Weise auch auf die breiten Massen der Rotarmisten zu: auch diese untere Schicht der Armee- Pyramide hat eine große und bedeutungsvolle Umwandlung durchgemacht. Die Bolschswisten sahen sich sehr bald ge- zwungen, den Grundsatz der Komplettierung der Roten Armee durch freiwillige„klassenbewußte und revolutionäre Ar- beiter und Dorsarme" aufzugeben. Der Militärdienst vollzieht sich jetzt nach dem Grundsatz der a l l g e m e i n e n W e h r- Pflicht. Nicht nur die„Dorfarmut", sondern auch die Mittelbauern werden zum Militärdienst herangezogen. Der im kommunistischen Programm geforderte„offene Klassen- charakter der Noten Armee, als eines Werkzeugs der prole- larischen Diktatur" wird unter diesen Umständen sehr ver- tuschr. Es wird jetzt zum Militärdienst die Mehrheit der städtischen sowie der Dorfbevölkerung, mit Ausnahme der nichtwerktäligen Elemente, die eine besondere Militärsteuer zu zahlen haben, herangezogen. Nach den offiziellen Angaben hatte die Rote Armee im Jahre 1925 folgende soziale Zu- sammensetzung: Bauern 82 Proz., Arbeiter 11 Proz., sonstige 7 Proz. Es besteht also ein krasser Unterschied zwischen der sozialen Zusammensetzung in den oberen und unteren Schich- ten der Roten Armee: sie ist im großen und ganzen eine Bauernarmee unter kommunistischer Führung. Dieser Widerspruch wird in der Zukunft zweifellos be- stimmte Folgen zeitigen. Der Leiter der politischen Organisa- tion der Roten Armee, B u b n o w, bemerkt in seinem Be- richt, daß„dieRoteArmeejetzteinfeinfühliges Instrument bilde, das die klein st e Schwan- k u n g d e r. B a u e r n s ch a f t r e g i st r i e r t". Im Jahre 1924—25 gehörten nur etwa 2 Proz., im Jahre 1927 dagegen gehören 7 Proz. der Rotarmisten der kommunistischen Partei an, abgesehen von den 14 Proz. Jungkommunisten. In den unteren Schichten kommt der krasse Widerspruch zwischen der kleinbürgerlichen Ideologie der Bauern- mehrheit und der k o m m u n i st i s ch e n Ideologie der Welt- revolution. die für die Rote Armee als offizielles Glaubens- bekenntnis dient, noch stärker zum Ausdruck. Die Bauern- schaft will weder zum junkerlich-zaristischen Regime zurück- kehren, noch in die kommunistische Utopie hineinwachsen, die ihr durch die terroristische Diktatur ausgezungen wird. Solange eine demokratische Bewegung im Lande, beson- ders unter der 2l r b e i t e r k l a s s e, nicht die Oberhand ge- Die Jrau öes öettlers. Von Erich Grisar. An der Straßenecke, da wo der lebhaste Verkehr gegen die Häuser brandet, wo Menschen und Wagen sich stauen, liegt ein hilfloser Bettler. Cr hat nur«in Bein. Das andsre liegt wahr- scheinlich in Frankreich oder in Rußland. Vielleicht auch in einem Kohlenschacht. Neben ihm steht in zerrissenen Kleidern ein schmutziges Weib und sammelt die spärlichen Gaben, die den beiden zufallen. Es regnet. Beide frieren. Zitternd kuscheln sie sich aneinander an. Die Frau hustet. „Warum geht sie nicht nach Haufe?" sage Ich zu meinem Be- gleiter und bleibe stehen.„Sie muß doch nicht hier stehen,©ie ist dach gesund und kann arbeiten. Vielleicht hat sie auch Kinder, die ihrer Aussicht entbehren. Und dem Manne, der den ganzen Tag hier aus der Straße herumliegt, wäre auch mehr damit gedient, wenn sie ihm ein warmes Essen vorsetzte, wenn er keimkommt." „Das sagst du so," bekam ich zur Antwort.„Aber der Mann würde nicht halb soviel Almosen bekommen, wenn er allein hier jage." Zwei Männer gingen vorüber.„Das arme Weib," sagte der eine und ging weiter. ..Hast du gehört," sagte mein Begleiter,„er bedauert die Frau, nicht de» Mann." Frauen kamen vorüber. Solche in guten Kleidern und solche, denen anzusehen war, daß ihre Männer schwer arbeiteten. „Siehst du, wie sie zusammenzucken, wenn sie hier vorüber müssen? Wenn sie etwas geben, so nur, weil sie an den eigenen Mann denken, dessen gesunde Glieder sie vor solchem Schicksal be- wahren." „Du magst recht haben," sagte ich.„Aber es ist doch wohl die Gedankenlosigkelt, die hier der Frau und nicht dem Manne gibt. Und das Schlimmste dabei ist, daß eben diese Gedankenlosigkeit diese Frau dazu verurteilt, in Wind und Wetter herumzustehen und ihre Zeit zu opfern, die sie benutzen könnte, um ihr Haus in Ordnung zu ballen, sich ihrer Kinder anzunehmen und im wohltuenden Gefühl im Dienste der Gesellschaft getaner Arbeit den Abend zu erwarten." „Auch diese Frau erfüllt eine Funktion im Dienste der Gesell- schaft, denn sie gibt den satten Bürgern Gelegenheit, sich durch einen in Eile hingeworfenen Groschen von dem Unrecht, das täglich und stündlich im Namen der Gesellschaft an Zehntausenden geschieht, los- zukaufen." Wir gingen weiter. Ich dacht« über die Worte meines Ge- iährten nach.„Nun gut." sagte ich dann,„wenn die Gesellschaft sie braucht, dann sollte sie ihr wenigstens soviel zukommen lassen, daß sich die Frau mal«in paar neue Schuhe oder ein neues Umschlagtuch taufen könnte." „Und was wäre, wenn sie es wirklich kaufen könnte, wenn soviel bei ihrem Tagewerk herauskäme? Sie darf«s ja nicht tragen bei ihrem Dienst. Sic darf ihre Kleider nicht flicken, dar? sich keine neuen SÄuhe kaufen; sie muß in Lumpen gehen: denn sie lebt von dem Mitleid, das sie erregt. Das ist ja das Fluchwürdige dieser Gesell- schaft, daß sie den Armen nicht nur zwingt zu betteln, sondern ihn auch noch in den Schmutz hinabzerrt, ihn in Lumpe» zwängt: denn dem Sauberen, dem artständig Gekleideten versagt sie ihr Mitleid. Dem Winnen wird, kann die Rote Armee leicht als Werkzeug eines bo napar'ti st ischen Staatsstreichs ausgenutzt wer- den, der in der Kommunistischen Partei allmählich heranreift. Das sinnlose Säbelrasseln, die Militarisierung der Bevölke- rung, der Heercskultris— alles das führt zur" Schaffung der psychologischen Voraussetzungen für einen solchen Staats- streich. ftuch Jagow wollte Pension! Aber das Karnurergericht hat ih» abgewiesen. Die Verschworenen des Kapp-Putfches haben eine neu« Verschwörung veranstaltet. Diesmal nicht gegen die Ver- fassung der Republik, sondern nur gegen ihr Geld. Sie wollen alle von der Repuotik ernährt werden. Zum Danke für ihre hochverräterischen Anschläge. Herr L ü t t w i tz und Herr B i s ch o f f klagen auf rückständiges Gehalt aus der Kapp-Pntschzeit. Auch Herr Ja a o w hat sich gemeldet. Er hat den Preußischen Staat aus Weiterzahlung seiner Wartegeldbez. ge verklagt. Nachdem Iagow sich am Kapp-Puffch beteiligt hatte, und vom Reichsgericht wegen BeihUfe zum Hochverrat zu fünf Jahren Festung verurteilt worden war, hatte der damalige Innenminister Severing die Auszahlung des Wartegeldes auf Grund des Disziplinargesetzes von 1852 gesperrt. Herr Iagow aber ging hin und klagte. Indessen: seine Klage ist abgewiesen worden, und die letzte Instanz, das K a in m e r g e r i ch t, hat endgültig erkannt, daß er keine Ansprüche hat. E i n Hochverräter, der nicht vom Geld der Republik leben kann._ de? Gcönungsblock scheitert in Thüringen. Demokratisches Mißtraue». Weimar, 4. März.(Eieener Drahtb« richt.) Der mit der Regierungsbildung beauftragte Landbiindler Baum hat, soweit die Oeffentiichkeit feststellen kann, nur mi? den Demokraten verhandelt. Scheinbar sind sich die rechts von den Demokraten stehenden Par- teien über Grundsätze und Ministerportefeuilles schon so weit einig gewesen, daß sie nur noch der Demokraten bedurften, um die alte Ordnungsmacht aufrechtzuerhalten. Die Demokraten haben am Freitag nach langen Verhanb- lungen Baum eine Antwort erteilt, die keinen Zweifel läßt über ihre aufrichtigen Bemühungen, eine Regienmg der Mitte zustandezu- bringen. In dieser schiiftlich niedergelegten Antwort heißt es u. a., daß sie nicht in der Lage wären, eine Regierung von den Nationalsozialisten bis.zu den Demokraten bilden zu helfen: eine solche Regierung würde nach ihrer Ansicht die Politik des A u s- g l e i ch s, die sie wünschen, nicht herbeiführen. Der Aeltestenausschuß des Landtags wird am Montag wahr- scheinlich einen neuen Unterhändler vorschlagen. Das sozialdemokratische„Volk" in Jena ist der Auffassung, daß nunmehr die Demokraten den Versuch unternehmen müßten, eine Regienmg zu bilden. Der Stahlhelm hat Sorgen. Die Polizei soll schützen. Die neueste Nummer des„Stahlhelm" bringt drei voll« Seiten in Fettdruck. Das will etwas bedeuten. Deshalb lesen wir die Dinge mit besonderer Aufmerksamkeit:„Gegen den roten Terror" —„Für die Freiheit der Straße!— Fort mit dem Stock- verbot!" Auffegende Ueberschnsten. Der Inhalt weniger. Denn der „Stahlhelm" druckt nur eine lang« Eingabe seines Landesver- bandes Berlin an den Polizeipräsidenten ab, in der er über roten Terror wehklagt und schließlich verlangt, der Polizei- ———■_ � Menschen, der sich trotz seiner Armut dem Bürger gleichberechtigt fühlt, hilft sie nicht. Nur dem Paria, dem Verkommenen, dem an- zusehen ist, daß er die Kraft nicht mehr hat, sich heraufzuschwingen aus der Tiefe, gönnt sie das Leben." „Dann ist dieser Frau also erst zu Helsen, wenn dieser Gesellschaft geholfen ist. Wenn wir ihr durch unsere Arbeit eine neue besser« Ordnung gegeben haben," sagte ich. „So ist es."____ � Uly IN agil», Deutschrussin, Wigman-Schülcrin, gab im B l ü t h- nersaal einen Tanzabend. Groß«, ernste, vornehme Kunst. Bewundernswert ist die Technik der Arme, Hände, Hüften. Aeußer- lich Mischung aus orientalischem und Wigman-Stil. Trotzdem so viel Eigenes, rein Persönliches, impulsiv aus dem Innern Flutendes, daß ein völlig neuer Stil sich blldet. Gipfelleistungen: Ein zarter, duftiger, sehnsüchtig verklingerrder„Maskentanz in Silber", ein „Roter Tango", dessen rein dekorativer erster Teil der Künstlerin offenbar nicht recht lag. der sich dann aber im Pathos, Elan, Sturm zu hinreißender Wirkung steigerte. Sehr fchön auch die Wirbel und retardierenden Schwünge des„Zlnscmg", die auftrumpfende Kraft tglänzende Becken- und Händeaktion) des„Heroischen Masken- tanzes", das ruhige Schreiten mit flimmernd wiegenden Hüften in den ausblühenden Rhythmen des„Melodischen Tanze»", die wächtig ausladeirden Schwünge und die Schlußatiitüd« des„Goldenen Tanzes". In allen Kompositionen eine Füllen neuer tänzerischer Motive. Jede trug ihr eigenes Gepräge. Kein einziger Beffager. Eine der interessantesten und erfreulichsten Veranstaltungen dieses Winters. I. S. Das Bild an der Wand. Im Hörsaal der staatlichen Kunst- bibliothek behandelt Bernhard Wende in einem Zyklus „Die Entstehung eines Kunstblattes". Es ist gewiß interessant, Näheres über die modernen Kunftdruckverfahren zu hören und der Vortrog hatte auch«in zahlreiches Publikum gefunden. Leider zeigte sich der Redner recht unkritisch, als es sich darum handelt«, über die Verwertung der Kunstblätter zu sprechen. Ein Kunstdruck wird in der Hauptsache Minderbemittelten dos teure Originalbild ersetzen. Es wäre also wesentlich gewesen, zwischen Bildschmuck und Wohnungskultur der Gegenwart einen Zusammen- bang klarzulegen. Das gelang dem Vortragenden nicht. Zahlreiche Kunstdrucke nach Bildern au, vergangenen Jahrhunderten, bisweilen nicht einmal geschmackvoll gerahmt, bekam man aus einer Tapete im Renaissancestil zu sehen. Welchen Sinn sollten diese Lichtbilder haben? In welchem Wohnraum eines Minderbemittelten paßt dies« Tapere, passen diese prunkvollen Rohmen? Richtig wäre gewesen, zu zeigen, wie man auch Reproduktionen nach Genrälden ver- gangener Epochen sinnvoll einem einfachen Raum eingliedern kann, wie dabei jeder Verzicht auf aufdringliche Rahmen nötig ist und eine schlichte Museumsleist« die Bildumrahmung darstellt. Besonders aber die Kunst unserer Zeit hätte in dem Vortrag und in den Lichtbildern viel stärkere Berücksichtigung verdient, da sie zu der Wohnung der Gcgenwan in einem viel natürlicheren organischen Verhältnis steht, als die alte Kunst. Gewiß wird c» immer Lieb- Heber geben, die diese auch als Wandschmuck bevorzugen. Aber vtellcich! zeugt es vou größerem Äunswefftändnis und gewiß von einem kultivierteren Geschmack, wenn man sich daraus beschränkt, Repoduktioncn solcher Bilder in Mappen zu sammeln. T« s. Präsident solle das Etockverbot ausheben, damit die hakenkreuzkerischen Gesellen selbst die„Freiheit der Straße" herstellen könnten! Um die Sache dramatischer zu gestallen, werden einzelne Mißhandlungen von Stahlhelm-Leuten durch rote Frontkämpfer geschildert und— zu durchsichtigen Zwecken— immer Reichsbanncrleute und Kommunisten in einem Atemzuge genannt. Dies« Vermischung von„Reichsbanner" und„Rote Front- kämpfer" ist eine Unverfrorenheit, um so mehr, als in fast ollen E i n z e l schrlderungen der Stahlhelmleitung immer nur von Kam- muniften, nicht aber von Reichsbannerleuten die Red« ist. Wir brauchen nicht erst zu betonen, daß auch wir die Freiheit der Sffaße wünschen, daß wir Ueberfälle auf Andersdenkende ver- urteilen. Aber wir sehen, daß überall im Lande die Hakenkreuz- l e r und' Etahlhelmer die rupublikanisch Gesinnten anpöbeln. mißhandeln und sie dann noch dem Gericht als Landfriedens- breche? überliefern. Die Prozesse, die in den letzten Iahren immer wieder gegen Reichsbannerleute geführt wurden, während die Stahlhelmer Angreifer und— Zeugen waren, haben eine Er- bitterung wachsen lassen, die mehr als verständlich ist. Jetzt kommt noch der Stahlhelm auf die Idee, einen schwarz- weißroten Tag in dem republikanischen Berlin zu veranstallen. Er will 190 000 Mann nach Berlin„werfen", und später will er gar dort bleiben, wie Seldte angekündigt lmt. Die Veröffentlichung des Schreibens an den Berliner Polizei- Präsidenten dient nur zur Reklame für den„schwarzweißroten Tag", der nichts anderes als eine Provokation des republika- nischen Berlin darstellt. Dazu fordert der Stahlhelm auch noch die Bewaffnung mit Knüppeln, damit seine Anhänger in Berlin Hausen könnten, wie die Hitler-Garde In Weimar! Hat man eine größere Dreistigkeit bisher gesehen? Die ganze Reklame kann aber nicht über die inneren Schwierig» ketten des Stahlhelms hinwegtäuschen. Es gärt in der Bundes- leitung schon seit langem bedenklich. Der Gegensatz zwischen dem Volksparteiler Seldte und seinem Stellvertreter, dem deutsch- nationalen Duesterberg, wird zwar immer noch verdeckt. In- zwischen aber sind die Wikingbrüder in dem„Stahlhelm" ausgc- nommen. Und diese treue Ehrhardt-Truppc arbeitet im Stillen, aber mit zäher Festigkeit daran, ihren„Chef", den O b e r p u t s ch i st c ir Ehrhardt zum Stahlhelmiührer zu machen. Selbst wen» mcm dies in der Oeffentlichkeit abstreiten sollte, bleibt es trotzdem wahr. Und wenn Ehrhardt mit dem Stahlhelm„nach Berlin gehen und dort bleiben" will, so hat das eine besondere Bedeutung. Die Stahl- helmer dllrsen sich deshalb nicht wundern, wenn sie in dem republika- nischen Berlin anders empfangen werden, als sie das in hinterwäld- lcrischen Kleinstädten gewohnt sind. tzergt Zeuge im Soöenftern- Prozeß. <<'r wehrt sich dagegen, von den Putschplänen gewußt zu haben. Amtlich wird mitgeteilt: In Artikeln der„Vossischen Zeitung" und der„Roten Fahne" vom gestrigen Tage ist die Behauptung auf- gestellt, der Reichsjustizminiftcr H e r g l sei über irgendwelche hochverräterische Pläne de« Justizrats C l a ß i n f o r- m i e r t und mit den Staatsstreichlern im Bunde gewesen. Diese Behauptungen sind von Ansang bis zu Ende frei erfunden. Der Reichsjustizminister H e r g t hat sofort Deranlasiung ge- nommen. in einem Schreiben an das Amtsgericht Berlin-Mitte den dringenden Wunsch auszusprechen, ihn in dem schweben- den Privatklageversahren Sodenstern gegen M a h r a u n, das in der Oefsentlichkest mit den erwähnte» un- wahren Behauptungen in Verbindung gebracht ist, wenn irgend* möglich eidlich als Zeugen zu vernehmen, um auf diese Weise auch an Gerichtestelle den verleumderischen Gerüchten authentisch entgegentreten zu können. Gegen die Snechiung Deutsch Südiirols Vorstellung-» in Rom zu erheben, �hat die demokratische Reichstagsfraktion den Außen- minister unter Anführung zahlreicher Unterdrückungsfälle aufge- fordert. Um das Leethoven-Venkmal. Nachdem Magistrat und Kunst- deputation den Wettbewerb für ein Beethoven-Denkinal zuriickge- zogen und beschlossen haben, von der Errichtung eines Denkmals überhaupt abzusehen, ist aus Bildhauerkreisen eine Zwischenlösung des Problems angeregt worden. Der Vorschlag geht dahin, an Stelle eines Monumentaldentmals eine kleine Beethooen-Büst«, etwa vor der Singakademie, aufzustellen. Di« Anregung unterliegt zurzeit der Prüfung im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Michael Arzibaschew. Der in Warschau erfolgte Tod des rufst- scheu Schriftstellers Arzibaschew weckt die Erinnerung an den sen- sationellen Erfolg, den er vor zwanzig Iahren mit seinem Roman „San in" auch in Deutschland gehabt hat. Damals fanden sich in Deutschland weltfremde Literaten, die dieses Werk als eine der größten Schöpftingen der Wellliteratur betrachteten und Arzibaschew neben Gogol, Turgenjew und Dostojewski stellten. In Wirklichkeit verrauschte der Erfolg sehr bald, und Arzibaschew verfiel, trotz krampfhafter Bemühungen, sich immer wieder bemerkbar zu machen, der verdienten Vergessenheit. Im Grund« war sein« plötzliche Be- rühmtheit nur eine Begleiterscheinung der Reaktionsperiode. die nach der Rcvolutton von 1905 einsetzte. Seine Propaganda des Sichauslebens und der Befreiung des Fleisches, die den Inhalt seiner Romane bildete, entsprach durchaus de» reaktionären Wand- lungen in icnen Kreisen der bürgerlichen Gesellschaft, die aus der rauhen Wirklichkeit der Politik flüchteten und auf dem Gebiet einer zügellosen Erotik, die heut« recht antiquiert anmutet, einen gewissen Ersatz suchten. Als diese Welle verrauscht war, blieb dem Verfasser des„Sanin" nichts mehr zu tun übrig. Sein Talent reichte nicbt aus. um sich an anderen, größeren Problemen der Gegenwart zu versuche«. A. S. 741 Todesfälle durch Alkohol in New Jork. Dr. Charles Rorri», der oberste Mcdizinalbeamt« von New Park, erklärt in einem soeben veröffentlichten Bericht, daß im Jahr« 1926 741 Todesfälle infola« Alkoholvergiftung in New Jork vorgekommen sind. Das sind mehr Todesfälle, als durch Automobilunfälle in der gleichen Zeit ver- »rfacht wurden. Die größte Zahl von Todesfällen infolge Alkohol- »ergiftung, die vor der Einführung des Altoholoerbots festgestellt wurde, betrug 687 im Jahre 19l6. Norrie versichert, daß diese Zahl au« den offiziellen Berichten gewonnen ist. daß aber die eigentliche Ziffer der Toten zweifellos viel höher ist, da Privatärzte sich scheuen. als Todesursache Alkoholvergiftung anzugeben. Nach seinen Fest- stellungen ist es ganz unmöglich, in New Pork reinen Whisky zu erhallen, selbst für ärztliche Rezepte. Di« Zahl der Todesfälle durch vikoholoergifwng belief sich im ersten Jahre de» Verbot» auf 98 und ist seitdem ständig gestiegen. vi« Zatia-Kli.m tx'tcust worden. Das Buch „Tritt in unsere Kampfreihen ein" sowie der Spitzelalmanach sei nur als Pakete bei ihm niedergelegt und auch so vorgefunden worden. Gleichfalls habe er die Bücher„Der Leichnam auf dem Thron" weder erhalten nach verkauft. Es könne nur fem, daß hier- von das Tttelblatt im Schaufenster ausgestellt gewesen ist.— Für die Verhandlung sind mehrere Tag« vorgesehen. Preußen uns üas firbeitszeitnotgesetz. Allgemeine Bezahlung von Ueberftunde«. Nach einer amtlichen Mitteilung hat das Preußische Staats- Ministerium in seiner Sitzung vom 2. März den von der Reichs- rcgierung dem Reichsrot vorgelegten Entwurf eine» Ardeitszeitnot- gcsetzes mit der Maßgabe zugestimmt, daß Lohnzuschläge nicht nur für behördlich zugelosten«, sondern auch für tariflich vereinbarteMehrarbeitzu zahlen sind und daß in gleicher Weise wie die Arbeiter auch die Angestellten bei Leistungen von Mehrarbeit auf angemessene Lohnzuschläge Anspruch haben sollen. Die„einige' Kpd. Vertrauensvotum für die Zentrale. Essen, 4. März.(Eigener Drahtbericht.) Nachdem auf dem kam- munistische» Parieitag der bisher zur Opposition gehörig« Dr. Ernst Meyer eine Loyalitätserliärung abgegeben hall«, wäh- rend der frühere sächsische Finanzminister Böttcher scharf gegen die Politik der KPD. aufgetreten war, hielt gestern Thälmann das Schlußwort. Er beschäftigte sich u. a. mtt einem Flugblatt der Masloo». Gruppe, besten Verbreitung auf dem Parteitag ver» hindert wurde und in dem dieser Parteitag als der verlogenste bezeichnet wurd«. Unter dem Beifall der Bersammetten erklärte Thä/mann, Maslow und Ruth Fischer seien Verräter und die Gründer eines neuen Reichslügenverbandes. Thäl- mann betonte weiter, daß der Faschismus auch mit illegalen Mttteln bekämpft werben müste. Die Opposttion müsse sich entscheiden, ob sie zur Partei halten wolle oder nicht. Ein angebliches Mitglied der SPD. überbrachte im Verlauf der Freitagfitzlmg einen Brief an den Parteitag, der gleichzettig an die Adreste des Hauptvorstandes und des ADGB. gerichtet und von 32 angeblich sozialdemokratischen Arbeitern und 23 partei- l o s e n(!) Arbeitern unterschrieben ist. In diesem Brief wird ge- fordert, daß die Arbeiterschaft einen gemeinsamen Kampf führen und die Zerrissenhett der Arbeiterklaste ein Ende nehmen müste. Wir erwähnen dieses harmlose Intermezzo als einen olles weniger als originellen Regieeinfall der KPD.-Leitung. Abschließend nahm der Partettag eine Resolution über die Hallung der Parteiführung an, die das von der Regie vor- gesehene Ergebnis hatte. Der Parteileitung wurde mit 176 von 186 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Deutschösterreichischer Wahltag. Am 24. April. Wien, 4. März.(Eigener Drahtbericht.) Der Nationalrat hat am Frettag das Auflösungsgesetz angenommen und der Hauptausschuß de» 2 4. April als Wahltag bestimmt. Die Auflösung bedeutet nach der Verfassung nicht, daß der Nationalrat seine Tätigkeit beendet, sondern er b l e i b t bis zum Zusammentritt des neugewählten Nationalrats weiter in Funktion. Er wird vor allem noch das Gesetz über die Altersversicherung zu er- ledigen haben. Gleichzeitig mit dem Nationalst werden auch die Gemeinderäte von Men imd Innsbruck neugewählt werden, vielleicht auch noch weitere. Zortstbritt der Kantonarmee. 30 Kilometer vor Schanghai. Sau loa. 4. März.(Ehinef. Nachr.-Agentur.) Sua klang. 30 Meilen südlich von Schanghai, ist am 3. März von der revoln- (ionäccn Armee eingenommen worden. „Plötzliches Erscheine« der Kantontrnppen." Peking, 4. März.(Agentur Jndopacisique.) Acht General« in Honan haben telegraphisch mitgeteilt, daß sie sich Mulden an» schlästen, Wuweifu unterstützen und den General S l j u n a s, der zu den Kantontruppen übergegangen sei, bekämpfen würden. Der Kriegsschauplatz im Süden ist von der Provinz Tsche- klang mehr nach der Provinz Nganhuei verlegt worden, und zwar infolge des plötzlichen Erscheinens von 30 000 Mann Kantontruppen, die aus Kiangsi und Hupei kamen, um auf Schanghai vorzurücken. S u n t s ch u a n s a n g hat das Ober- kommando in Schanghai nach dem Verrat Maontschaoyues, der die Betettigung an den Kämpfen verweigerte, niedergelegt. Renes britisch-chinefisches Abkommen. Zwischen dem britischen Delegierten O'Malley und Außen- minister Tschen ist ein Abkommen bezüglich der brittschen Kon- Zession Siukiang unterzeichnet worden. Da» Abkommen ist aus den gleichen Grundsätzen wie das brstisch-chinesische'Abkommen bezüglich Hantau aufgebaut. Der aus Engländern bestehende Gc- meinderat wird aufgelöst und den Chinesen übertragen, auch wird die europäische Polizei durch chinesische ersetzt. Die Chinesen ver- pflichten stch, als Ersatz für beschädigtes britisches Eigentum 40 000 Dollar zu zahlen. Zur Beratung der Strafrechlsrcform fand im Reichsjustizmini- sterium eine Besprechung der Iustizminifter der Länder statt, die die Stellungnahme des Neichsrats vorbereiten sollte. Be- schlüste wurden nicht gefaßt. Dafür verzeichnet der amtliche Bericht eine Klärung der Anschauungen.
Die Forderungen 46 �sstiittdige Arbeitswoche.- Verbot Da» Metollkartell hat in seiner Sitzung am Z. März 1327 zo Oer Kündigung des Rahmentarlfverlrages Stellung genommen und ldeschtoskn. folgende Forderungen dem Verband Berliner Metall- industrieller zu überreichen. IbVeffünbige Arbeitswoche. U eber- ff d n de u sollen nur gemacht werden, wenn der Unternehmer mit der geschäftiichen Betriebsvertretung verhandelt und ein E I n v e r- si ö n d n i s erzielt wird. Für diese llebcrstunden soll ein Zu- schlag von 25 proz. gezahlt werden. Für weitere Ueberstnnden an Machet, lagen, die im Z 9 der Verordnung über Arbeitszeit vom 21. Dezember 19ZZ vorgesehene Höchstgrenze überschreiten, und für Soantagsarbeit soll ein Zuschlag von 50 Proz. gezahlt werden. Für olle Arbeiken, die im fliehenden Arbeits- p c o z e h hergestellt werden, wird verlangt, dah die Akkordarbeit verboten wird. Ferner für olle im fliehenden Arbeits- prozetz Beschäftigten wird eine Pause von 10 Minuten pro Stunde verlangt. Zu bezog auf Urlliub wird gefordert. dost jeder der drei Monate in einem Betrieb Beschäsliglen Anspruch auf Urlaub hat. Der Urlaub soll betragen für die Arbeiter, die drei Monate im Betriebe beschäftigt sind, drei Arbeitstage, bei einer Bescköst'.gung von einem Zahr sechs Arbeitstage, nach zwei Sohren sieben Arbeitstage, usw. bis zwöis Arbeitstage nach sieben Zähren und und achtzehn Arbeitstage noch zehn Sohren. Für die Akkordarbeiter wird gefordert, dost bei Beginn der Arbeit auch sofort der Akkordzektcl ausgehändigt und der Preis für die Arbeit auf dem Akkordzetlel verzeichnet sein must. Bei der Festsetzung der A k k o r d p r e i s e soll die Leistung eines Arbeiters durchschnittlicher Leistungsfähigkeit und unter Zu- grundelegung einer Arbeitsstunde von 50 Minuten als die Rechnungsgrundlage dienen. Sn Zeitlohn müssen alle die Arbeiten hergestellt werden, die im fliehenden Arbeitsprozeß und die wegen Ihrer Eigenort oder der damit verbundenen Lebensgefahr nicht im Akkord hergestellt werden können. Mit der Aufstellung dieser Forderungen ist die Be- wogung der Berliner Metallarbeiter, deren Ziel die Wieder- Herstellung des Achtstundentages ist, in ein akutes Stadium getreten. Der gegenwärtig noch laufende Manteltarif ist bis zum 4. April in Kraft. Genau ein Monat trennt also die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie von dem enilcheidenden Augenblick, in dem der Achtstundentag ter Metallarbeiter. der Akkoröarbeit am flietzenden Band. wieder hergestellt sein wird— wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen der Metallindustrie diese Wiederherstellung nicht nur wollen, sondern auch entschlossen sind, ihren Willen in die Tat umzusetzen. Wie wir von der Ortsverwaltung des Deutschen Metall- arbeiterverbandes erfahren, häufen sich die Auf- nahmen in den letzten Wochen und Tagen in erfreulicher Weise. Dieser stetige Zufluß muß jetzt zu einem u n w i d e r- stehlichen Zustrom werden. Der Verband Berliner Metallindustrieller muß sich von vornherein darüber klar sein, daß er es diesmal mit einer einheitlich geschlossenen und entschlossenen Masse organisierter Arbeiter und Arbeiterinnen zu tun hat. Je größer die Zahl der Neuaufnahmen sein wird, desto stärker wird auch der Druck sein, den die im Metallkartell vereinten Gewerkschaften auszuüben imstande sein werden. Die Forderungen, die das Metallkartell aufgestellt hat, näher zu erläutern, erübrigt sich. Sie sprechen für sich selbst. Besonders bemerkenswert ist jedoch, daß hier die Erfahrungen mit der Rationalisierung zum ersten Male gewerk- schastlich praktisch verwertet werden. An sich bedeutet die Forderung aus Unterbrechung der Arbeit bei Fließarbeit von je 1l) Minuten in der Stunde und die weitere Forderung des Verbotes der Akkordarbeit bei Fließarbeit durchaus keine Neuerung. Es ist bekannt, daß insbesondere Ford, der ja auf dem Gebiete der Fließarbeit bahnbrechend voranging, diese Forderung längst verwirklicht hat. Mit dieser Forderung wird aber auch die Lohn- frage angeschnitten, die ja in der Berliner Metall- industrie gegenwärtig tariflich nicht mehr geregelt ist, ab- gesehen von den Löhnen der Hilfs- und der Transport- arbeüer. Hier wird es eines ganz außerordentlichen Druckes, eines schweren Ringens, lehr wahrscheinlich auch eines offenen Kampfes bedürfen, um der Arbeiterschaft der Berliner Metallindustrie zu ihrem Lebensrecht zu verhelfen. Dieser Kampf aber kann nicht ohne Kämpfer durch- gefochten werden. Es bedarf dazu einer großen und ge- schlossenen Armee. Die Gewerkschaften haben mit klarem Blick und entschlossener Hand die Forderungen aufgestellt. An der Arbeiterschaft der Berliner Metallindustrie liegt es nunmehr, die Reihen zu schließen und diesen Forderungen zum Siege zu verhelfen! Mzu scharf mache schartig. -illc Lehren des schlesischcn Tcxtilknmpfes. ll. Breslau. 4. März.(Eigener Drahtbericht.) Ueber den Der- laus des gewaUigen Lohnkampfes der schlcsischen Textilarbciterschoft haben wir wiederholt berichtet..VidTO Textilarbeiter und-arbeitc- rinnen wurden im Verlauf des Kampfes ausgesperrt, weitere 18 000 sollten am S. März folgen. Dies. ist durch das.Eingreifen des schlcsischen Schlichters perhüte! worden. Der Schlichter hatte die Parteien-um 3. März zu neue>t Per- Handlungen nach Breslau geladen. Dos Ergebnis war der bereits mitgeieiits einstimmig gefällte Schiedsspruch, wonach ab laufender Lohnwoche sämtliche Lohnsätze der Tarife, desgleichen die Akkord- sähe 9 Proz. erhöht werden. Mit dieser Aendenmg laufen die bisherigen Lohnabkommen bis 31. März 1923 unkündbar weiter. Sie sind von da ab mit vierwöchiger Kündigimgssrist kündbar zum Schlus'e der letzten Lohnwoche im Monat. Streik und Ausspeming sind sofort aufzuheben. Die Arbeit ist nach Annahme des Schieds- sprnchs sofort wieder auszunehmen. Maßregelungen dürfen aus Anlast des Streiks oder der Aussperrung nicht stattfinden. Das Arbeitsverhältnis gilt als nicht unterbrochen. Noch am Abend des gleichen Tages besäzäfligte sich eine Funk- tionärkonfercnz der beteiligten Eewerkschasten mit dem Schiedsspruch und stimmte demselben zu. Auch die Unternehmer berieten noch am gleichen Tage und haben den Spruch angenommen. Damit hat dieser schwere Kampf, der den Textilarbeitern Schlesiens von den Unternehmern aufgezwungen worden war, den die schlesischen Weber aber auch mit Entschlossenheit aufnahmen, ein für die Arbeiterschaft erfolgreiches Ende gefunden. Die Unter- nchmer, die den ersten Schiedsspruch abgelehnt hatten und hofften, durch die Aussperrung die Arbeiterschaft aus die Knie zwingen zu können, hoben sich mit ihrer Scharfmachertaktik hinein- manöveriert. Durch das einmütige und geschlossene Vorgehen der Arbeiterschaft wurden sie gezwungen, nicht 6, sondern 9 Proz. Lohn- erhöhung zu gewähren. Die streikend« und ausgesperrte Textil- arbeiterschaft wird ebenso einmütig und geschlossen, wie sie im Kampf gestanden hat, die Arbeit am Montag wieder ausnehmen. Heute Lohnverhanslungen üer Eisenbahner Besprechungen in der Rcichsbahngescllschaft. Heut« beginnen die Lohnverhandlungen zwischen der Reichs- bochngesellschaft und den Eisenbahnergewerkschaften über die Neu- regekung der Löhne. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Frage der Arbeitszeit eingehend besprochen werden. Da sich beson- ders über die Frage der Arbeitszeit langwierige Auseinander- setzungen«ntsplnnen werden, ist damit zu rechnen, daß zuerst die Lohnsrag« geregelt worden wird. In der heutigen Besprechung, die zunächst mol?l nur informatorischen Charakter haben wird, wollen die Gomerlschmtm ihre Forderungen vortragen, damit die Haupt- Verwaltung der Reichsbahn dazu Stellung, nehmen kann. Der Konflikt in Sen Krastürosibkenbetrieben. Mittwoch Berstandlungen vor dem Schlichlungsausschuß. Wie wir vor längerer Zeit nntteilten, waren die Verhandlungen zwischen dem Verkehrsbund und der Vereinigung der Kraftdroschken- großbetriebe gescheitert. Die Forderung der Droschkenchauffeurc der Großbetriebe ging bekanntlich dahin, das reine Pr o ,z e n t- s p st e m zu beseitigen und einen garantierten F e st l o h n neben den Prozenten zu zahlen. Die Unternehmer begründeten ihre Ablehnung damit, daß zur- zeit eine andere Regelung als die bisherige füx sie wirtschaftlich nicht „tragbar" sei. In den Berliner Jnnungsbetrieben des Kraft- droschkcngewerbcs, die etwa 7000 Chauffeure beschästigen, besteht schon seit dem 1. Januar d. I. eine tarifliche Regelung, in der ein Festlohn neben den Prozenten festgelegt ist. Es klingt sehr sonder- bar. daß die Großbetriebe, die finanziell sehr gut fundiert sind, und deren organisatorischer Aufbau dem der Innungsbetriebe weit überlegen ist, nicht in der Lage sein sollen, die Forderungen ihrer Fohrer zu bewilligen. Der Lerkehrsbund hatte noch dem Scheitern der direkten Der- Handlungen den Schlichtungsausschuß angerufen, der die Parteien zum nächsten Mittwoch zu Verhandlungen geladen hat. Wir zweiseln-nicht daran, daß der Schlichtungsausschuß den berechtig- ten Forderungen der Krastdroschkensahrer entgegenkommen wird und durch seine Entscheidung dazu beitrögt, daß endlich auch in Berlin das unwürdigste Entlohnungssystem, das nur auf Prozenten aufge- baut ist, beseitigt wird._ Kein Konflikt mehr im Merceöes-palafl. Eiuigung mit dem Mufikerverband. Wie uns vom Deutschen Musikcroerband, Ortsverwaltung Berlin, mitgeteilt wird, ist es in dem Konflikt mit der Direktion des Mercedes Palast zu einer Verständigung gekommen. Die Direktion, die den groben Mißgriff der Uebergehung der gewerkschaftlichen Orga- nisation eingesehen hat, hat sich oerpflichtet, künstig nur gewert- schastlich organisierte Musiker zu beschäftigen, bzw. diese vom Arbeitsnachweis anzufordern. Damit dürfte zur Zufriedenheit beider Teile der Konflikt beigelegt sein. SPD.-Metallarbsiter besucht sie Wahlkörperversammlungen! Heute Entscheiüungstag bei öen Sattlern» Jedes Mitglied muß zur Wahl gehe«. Heute von 1? Uhr mittags bis ü Uhr abends finden in den be- kannten 24 Lokalen die Urwahlen der Angestellten der Ortsver. waltung statt. Ausgerechnet die„Rote Fahne" beschwert sich über persönliche Kampfesweise. Sie soll ihre eigenen«palten betrachten. oder sich bei ihren eigenen Genossen über die moralischen unalitatevi eines Teiles ihrer Kandidaten erkundigen. Wenn nichts zieht, Holl man noch O f f e n b a ch heran. Daß trotz besseren Geschäftsganges in O f f e n b a ch d l e L o h n e n i e» drtger als in Berlin waren, ist den Kpllegen>0 selbst bekannt.. Was in bezug auf die Heimarbeit in Offeubach getan wird, zeigt die furchtbare Schmutzkonkur r�nz Offenbachs für die Berliner Portefeuiller. Offenbach war einmal die größte Verwaltur�gsstelle. Heute hat sie 300 Mitglieder weniger als Berlin Offenvoch hat heute einen Kassenbestand von 4000 M., Berlin einen solchen von 44 000 M. Berlin hat in den Iahren 1S2S und 1926 an(£ J t ro- Unterstützungen für Streikende und Erwerbslos« uber 22 000 M. ausgezahlt und Offenbach keinen Pfennig,-trotz- dein hat Berlin" heute elfmal mehr in der Kasse. Das Rätsel ist leicht gelöst. Offenbach hat eine k o m m u y r- st i s ch e Verwaltung und Berlin eine Verwaltung der Amsterdamer Richtung. Ganz besonders ist den Kommunisten der Kollege Osten ver- haßt. Und doch wird Osten zu jeder Lohnverhandlung mip Müller und Hegenbart herangezogen und als Beisitzer genommen. Ständig werden boi Verhandlungen zwei Amsterdamer als Beisitzer.' genommen, trotzdem die Mehrheit der Tapeziererkommission, die darüber zu entscheiden hat, aus Kommuni st en besteht. Woher Kommunisten nehmen, wenn die dazu fähigen Kollegen zur Amsterdamer Richtung gehören? Wie die Kommunisten sachlich die Dinge ansehen uud nur nach persönlichen und politischen Gründen urteilen, beweist der letzto Verbandstag. Nach dem Antrage der Kommunisten sollte der Der- bandsvorstand aus sieben Tapezierern und nur zwei Sattlern be- stehen. In Berlin soll jetzt dasselbe«intreten. Hier zeigt sich ganz klar, daß man zwar politische Derhällniswohl wollte, aber das richtige Verhällnie der Berufsvertretupg im Bureau, was doch das wesentlichste mit ist, von den ÄomilTp- nisten abgelehnt wird. Kolleginnen und Kollegen! Hier kann und muß es nur eine Entscheidung geben: Wer da will, daß unser Verband sich weirer kräftig entwickeln soll, wer da will, daß in unserem Verbände wirkliche gewerkschaftliche Aufbauarbeit ge- leistet wird, der wähle die zuverlässigen Kandidaten der A m st e r- damer Richtung: A. Blume, Täschner, W. Osten, Tapezierer, k. Weyher, Täschner, O. Heinrich, Sattler, W. hosfmann, Tapezierer. Ergebnislose verhonülungen im Nuhrbergbau. Die Zecheubesiher provozieren. Bochum. 4. März.(Eigener Drahtbericht.) Am Freitag wurden die Tarifvcrhandlungen für Ruhrbergbau fortgesetzt, ohne zu einem Ergebnis zu führen. Der Zechenverbond lehnte sämtliche Forde- rungen der Gewerkschaften ab, sowohl die aus Verkürzung der Ar, beitszeit, Verbesserungen in der Urloubsfroge. als auch die in der Arbeits- und Gedingeregelung, nach der den Gedingearbeitern (Hauern) ein annehmbarer Minimallohn garaMiert werden soll. Bezüglich der Arbeitszeit und des Urlaubs hat der Zechenver- band Anträge gestellt, die eine wesentliche Verschlechterung der jetzt gellenden Bestimmungen bedeuten. So verlangen die Untxr� nehmer u. a. das Recht, die Arbeitszeit auf 8!/h Stunden auszudehnen, falls sie das aus wirtschaftlichen Gründen für notwendig hallen. Die Urlaubsdauer soll für die Arbeiter über Tage von 9 Tagen aul 6 Tage und für die Arbeiter unter Tage von 12 auf 9 Tage abgebaut werden. Der von den Gewerkschaften geforderte Urlaub für IugeiMche wurde von den Arbeitgebern glatt abgelehnt. Der Zechenoerband hat jetzt den Schlichter angerufen. Di« Schlichtungsoerhandlungen beginnen an 14. März. Lohnbewegung der rheinischen chemischen Industrie. Essen, 4. März.(Mlb.) Die �Arbeitnehmer im Wirtschafts, gebiet B der chemischen Industrie(Sauer- und Siegerland) haben das bestehende Lohnabkommen zum 31. Mörz gekündigt, nachdem bereits im Wirtschastsgetbiet C(Bezirk Bielefeld) eine Kündigung für Ende Februar erfolgt ist. Für die chemische Industrie ün rheinisch- westfälischen Industriebezirk ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Lohnerhöhung um 9,5 Proz. vorsieht. Die Ertlärunzsfristen der Parteien für diesen Schiedsspruch lausen bis zum 9. März. Lohnbewegung im französischen Bergbau. Paris, 4. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Bergarbeiter- gewerkschaften der Loire haben gestern in einem Brief an die Grubenbesitzer betont, daß sie die von diesen für den 15. März in Aussicht genommene Lohnherabsetzung nicht annehmen. Sie haben zwecks Verhandlungen eine Zusammenkunft mit den Ver- tretern der Grubenbesitzer für den 8. März oerlangt, es sei aber ausgeschlossen, daß eine Einigung zwischen den Parteien zustande kommen wird. Freie Sewcrklchaftrjugent». Heute abend T/i Uhr tagen die Kruppen: Baumschuleauieg: Eruppcnhcim Jugendheim Baumlchulcnweg, Ernstftr. 1«. Vorbesprechung:„Unser SstcrtreffcnZ— Landsberger Platz und Franlfurter Allee: Sonntag früh 7 Uhr Nahnhos Landsberger htllce. Wanderung durch den Krämer.— Aaztusg. Sprcchiborteilnehmerl SZ-> Uhr im Zugendheim des DMB., Linicnstr. 8Z— 85. Uebungsabend. Z�-endgruppe de»?dA. Heute abend TVj Uhr veranstalten die Jugend- gruppm des AsA-Ortskartells(Zentralverband der Angestellten, Allgeineincr Verband der Deutschen Bankangestellten und Bund der technischen Angestellten und Beamten)«inen Geselligen Abend im Muschelsaal des Sihcingold, woran sich alle Iugendbezirke beteiligen. Verantwortlich für Politik: Biet« Schiss: Wirtschaft: ffl. Kliugelbölcr; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Gtzkorn: Feuilleton: Dr. Zoha Schiiowski: Lokales: und Sonstige»: Fritz Karstödt; An, eigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin Berlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin EW 68, Lindenstrage 3. Hierzu 1 Beilage.„Unterhaltung»nd Wissen" und„Stadtdetlagi". 3»üf ÖOW 5
fTt. tos ♦ 44.?ahrgaag 7. Beilage öes vorwärts Sonttabenö, S. März 1027 Der neue Staöthaushalt. Ausgleich durch Steuererhöhungeu. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversomm- l u n g jetzt die Borlage de» Haushaltsplans 132? zu- gehen lassen. Der Haushalt ohne außerordentlich« Verwaltung und ohne Werke schließt in der Ausgabe mit 712 Millionen Mark ab. während der Haushalt 132« einschließlich des Nachtrags- Haushalts 623 Millionen enthielt, ein Betrag, der sich aber noch um die im Winterhalbjahr eingetretenen Ueberfchreiwngen vornehmlich in der Wohlfahrtspflege und Fürsorge bei der anhaltenden großen Erwerbslosigkeit erhöht. Ueber die einzelnen Kapitel verbreitet das Nachrichtenamt des Magistrats folgende Mitteilungen: Die lavfenüev Ausgabe« sind von 603 Millionen nach dem Haushall 1326 auf 676 Millionen, also uin 67 Millionen oder 11 Proz. gewachsen. Der Hauptanteil an dieser Steigerung entfällt auf die K a p i t a l- u n d Schuldenverwaltung, bei der allein 30 Millionen Mehr- ausgab« für Verzinsung und TUgung der 1326 aufgenommenen und 1327 voraussichtlich aufzunehmenden Anleihen(emschließlich Ver- zinsung der Hochbahnzertifikate) verwendet werden sollen. Diesen Mehrausgaben stehen rund 20 Millionen höhere Erstattungen aus den Werken gegenüber. Die allgemeine Wohlfahrt verursacht 123 Millionen Kosten(statt bisher 120 Millionen), deren Hauptanteil durch das Unterstützungswesen benötigt wird. Zur Fortführung der Not- standsaktion de» Jahres 1826 sind hierin 25 Millionen enthalten, gegenüber 28 Millionen, die für diese Zwecke im Vorjahre vorgesehen waren. Unterricht und Bildungswesen erfordern laufende Mehrkosten von rund 8 Millionen. Etwa der gleiche Mehrbedarf entfällt auf da» Gesundheitswesen, hauptsächlich infolge stärkerer Belegung der Anstalten. Den Mehr- ausgaben des Gesundheitswesens stehen 4L Millionen Mehrein- nahmen durch Erhöhung der KurkostensStze und durch Mehrbele- gung gegenüber. Der Anteil der Stadt an den Kosten der Erwerbslosen fürforge und der Krisenfürsorge ist angesichts der Unsicherheit über die künftige gesetzliche Neuregelung nach den bisherigen Grundsätzen berechnet. Der Rest der Mehrausgaben entfällt im wesentlichen auf eine Steigerung der V e r w a l t u n g s k o st e n, wo 7L Millionen Mehrausgaben für die Besoldung von Angestellten eingesetzt werden mußten. Für einmalige Ausgaben der ordentlichen Ver- waltung ohne Werke enthält der Haushattsplan rund 36 Mll- lionen(gegenüber rund 27 Millionen im Borjahre). Dieser Bedarf für einmalige Ausgaben hat sich trotz aller Bemühungen auf mög- lichste Einschränkung nicht weiter verringern lassen. In ihm ist als Hauptbetrag die Summe von 3 Millionen für unabweisbare Volks- und Mittelschul- und T u rn h a l l e n b a u t e n enthalten(1326: 2 Millionen). Davon sind 3 Millionen in den Haushalten der Bezirke und weitere 6 Millionen im»Nachträglichen der Bezirke' aufgeführt. Für Straßen- und Brücken- bauten sind 8,6 Millionen bereitgestellt(1326: 6,7 Millionen) und für einmalige Ausgaben auf dem Gebiete des Gesundheitswesens 3,3 Millionen(1326: 1 Million). Die übrigen Anforde- rungen halten sich ungefähr in den Grenzen der vorjährigen Ansätze. Die außerordentliche Verwaltung weist die große Erhöhung von 67.5 aus 233 Millionen auf. Hieran sind die Kämmerei mit 63 Millionen und die Werke mit rund 17 Millionen beteiligt. An großen Deträgen enthält der Kämmerei- anteil 2 Millionen sür Verwaltungsgebäude, 21 Millionen für Neu- bauten von höheren Schulen und Berufs- und Fachschulen, 4,2 Millionen für Krankenhausbauten, 2 Millionen für Melioratio- ncn, rund 12 Millionen für Tiefbauten und rund 20 Millionen für die Kapital- und Schuldenverwaltung(darunter 11,2 Millionen für den Ankauf von Düppel-Dreilinden, ZV* Millionen Restkaufgeldrate 1327 für den Dauerwald, rund 4)4 Millionen für die Hochbahnzertifikote. Für die verkchrsunternehmungen (für Ausbau des Schnellbahnnetzes und für Zwecke- der Straßen- bahn) sind einschließlich der vom Reich und Staat zu gewährenden Darlehen für die Notstandsarbeiten fast 145 Millionen vorge- sehen, sür Zwecke der Wasserwerke und der Stadtentwässerung je 10 Millionen. Für den Wohnungsbau sind in diesem Jahre in den außerordentlichen Haushalt keine Mittel eingesetzt, da seine Förderung in diesem Jahre neben der Gewährung von Hauszins- steuerhypotheken durch Uebernohme von Bürgschaften für zweite Hypotheken erfolgen wird. Bei den Einnahmen werden die Ueberschüsse der großen Werke nicht in dem Maße zur Deckung der Kämmerei- ausgaben beitragen können wie in 1926. Wöhrend die eigentlichen Kömmereiabgaben(Bruttoabgaben) von den Zahlen des Vorjahres nicht wesentlich abweichen, hat der Magistrat geglaubt, von der Einsetzung eines Ueberjchusies aus der Straßenbahn in den Haushalt ganz absehen zu müssen; ferner sind auch die Wasserwerk« nicht in der Lage, die im Vorjahre vorgesehene weitere Ablieferung von 4 Millionen aus Ueberschüssen ohne Erhöhung ihres Tarifs zu bewirken. Auf dem Gebiete der Steuern besteht im gegenwärtigen Zeit- punkt noch eine große Unsicherhett wegen der schwebenden Neu- regelung des Reichs- und Finanzausgleichs und der Grund- undGewerbesteuer. Hier sind die Beträge vorgesehen, wie man nach Lage der Verhältnisse erhoffen kann, ohne daß damtt endgültig aus den Eingang gerechnet werden darf. Bei dem Anteil der Reichseinkommen st euer ist eine nicht unwesentlich« Erhöhung gegenüber dem Vorjahre zu erwarten. Sie beruht einmal darauf, daß für 1327 zum ersten Male der Goldmark- schlüflel aus Grund der letzten Veranlagung zugrunde gelegt wird, während 1326 noch nach dem Papiermark'schlüssel aus Grund der Veranlagungsergebnisse der Inflationszeit die Berteilung durchge- führt wurde. Dieser völlig unzulängliche Verteilungsschlüssel be- deutete für Berlin eine außerordentliche Benach- t e i l i g u n g. Ferner aber erwartet der Magistrat au» der Aende- rung der preußischen Aussührungsgesetze zum Finanzausgleich (Lockerung der sogenannten relattven Garantie) eine Erhöhung unseres Anteils. Die G r u n d e r w e r b» st e u e r ist mit ungefähr demselben Betrage wie im Vorjahre vorgesehen in der Erwartung, daß die an sich für den 1. April vorgesehene Senkung des Zuschlags von 4 Proz. auf 2 Proz. in den Fällen, in denen eine Wertzuwachs- steuer nicht erhoben wird, um ein Jahr hinausgeschoben wird. Eden- so ist der Anteil an der R e i ch s u m s a tz st e u e r mit den Ziffern de» Vorjahres berücksichtigt, in der Erwartung, daß die Garantie des Reiches in der bisherigen Höh« aufrechterhalten bleibt. Ferner sind auch die G e t r ä n t e st e u« r n in der Einnahme wieder mit einem Betrage von rund 14 Millionen«ingefetzt, wenngleich ihre Forterhebung über den 1. April hinaus vom Reichstag noch nicht beschlossen worden ist. Bei der Gewerbesteuer wäre zunächst ohne Erhöhung der Zuschläge mit einem Mehrertrage von 12,6 Mil- lionen gegenüber dem Haushaltsansatz des Vorjahres zu rechnen, der seinerzeit noch nach den groben Vorauszahlungen berechnet worden war. Dagegen ermäßigt sich der Ansatz für die V e r g n ü- gungssteuer durch die Herabsetzung der Steuersätze(Aenderung der Reichsratsbestimmungen u. a.) um 3 Millionen gegen 1926. Unter Berücksichtigung dieser nicht in ollen Ansätzen sicheren Steuereinahmen würde im Haushall noch«in ungedeckter Fehlbetrag von 24 Millionen verbleiben. Zu seiner Deckung wird vorgeschlagen: 1. Erhöhung der Zuschläge bei der Grundsteuer von 200 Proz. auf 220 Proz. gibt 9,15 Millionen: 2. Erhöhung der Zuschläge zur Gewerbe- ertragsteuer von 425 aus 500 Proz. gibt 23,34 Millionen: 3. E r- h ö h u n g der Hundesteuer von 60 M. auf 80 M. gibt 2,5 Millionen; zusammen rund 24 Millionen. Nach Berücksichtigung dieser Steuererhähungen schließt der Haus- hall ln Einnahme und Ausgabe nach dem Vruliohonshalt mll 973 796 7S3 TN. und nach dem Netlohaushall mil SS7 176 200 TN. ab. Der umlagefähige Steuerbedarf beträgt 177 134 000 M. Zu seiner Deckung sieht die Vorlag« vor:») die Grundsteuer mit 230 Proz. Zuschlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer, d) die Gewerbesteuer mit 500 Proz. des Steuergrundbetrages nach dem Ertrage und-mll 1000 Proz. des Steuergrundbetrages nach der Lohnsumme. Die Zweigstellensteuer wird auf 20 Proz., die Echank- gewerbesteuer auf 10 Proz. der Gewerbesteuer nach dem Ertrage festgesetzt. Rowüies in Neukölln. „Uebcrfälle z« ihrem Vergnüge«." Zu einer wahren Plage hat sich das Rowdytum in Neukölln ausgewachsen. Vorgestern wurde der Schneider Jensen festge- nommen, der den Schlosser R ochow durch Messerstiche töd- lich verletzt hatte. Er wurde wegen Körperverletzung mit Todeserfolg in das Amtsgericht eingeliefert. Gestern gelang es, auch einen anderen Ueberfall aufzuklären, der sich in der Nacht zum 13. Februar im Flur des Hauses Bodestraße 10 ereignete. Als damals der Klempnermeister B e n n e r mit seinem Neffen heim- kehrte, fielen auf dem dunklen Flur drei Männer über beide her, schlugen sie zu Boden und mißhandelten sie mit viehischer Roheit. Dem Meister traten sie mit den Stiefeln aus das Geficht, so daß ihm dos linke Auge aus der Höhle quoll. Auch fein Neffe wurde arg zugerichtet. Beide befinden sich noch heute in ärztlicher Behandlung. Die Neuköllner Kriminalpolizei ermittelte die Täter und nahm sie fest. Es sind«in 23 Jahre alter Schlosser Albert Schmidt aus der Ionasstraße 30, ein 24 Jahre alter Kürschner Fritz Roßbach aus der Jonasstraße 24 und ein ebenso alter Arbeiter Erich K i n n e r aus der Ionasstraße 25. Wie festgestellt wurde, kannte keiner von den dreien Berner oder seinen Neffen und diese hatten ihnen auch nicht die gering st e Ber- anlassung zu den Mißhandlungen gegeben. Die Verhafteten überfielen sie lediglich„zu ihrem Vergnügen". Für 7.40 M. zur Leipziger Frühjahrsmesse. Am Sonntag wird die große Leipziger Frühjahrsmesse eröffnet. Die Eonderzüge des Leipziger Messeamts sind bereits angekündigt. Auch die Reichsbahn-Verwaltung läßt am Mittwoch, den 9. März und am Sonntag, dem 13. März, je einen Sonderzug von Berlin nach Leipzig mit 33)4 Proz. Fahrpreisermäßigung für die Hin- und Rückfahrt oerkehren. Die Hinfahrt erfolgt ab Berlin, Anhalter Bahnhof 7.02 vorm., ab Lichterfelde-Ost 7.19 vorm., Ankunft in Leipzig 3.56 vorm.: Rückfahrt ab Leipzig 9.24 nachm., Ankunft in Lichterfelde-Ost 11.45 nachm., in Berlin 12.01 nachts. Der Fahr- kartenoerkauf hat bereits begonnen und findet an folgenden Stellen statt: Fahrkartenausgaben Berlin, Anhalter Bahnhos und Lichtcrfelde- Ost, Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Kaufhaus des Westens, Reise- bureaus Unter den Linden 57-58. Der F a h r p e i s beträgt von Berlin 7,40 M., von Lichterfelde-Ost 7,00 M. Für die Fahrt am 9. März können zugleich mit der Fohrkarte d r e i v« r- schieden« Zusatzkarten gelöst werden: 1. Eintrittskarte zum Besuch der Technischen Messe und der Meßhäuser in der Stadt, gültig zu mehrmaligem Zutritt zum Preise von 1,50 M., 2. Straßenbahn- fahrkart« sür Hin- und Rückfahrt zum Gelände der Technischen Messe, Hinfahrt nur mit Sonderwagen, Rückfahrt beliebig für 30 Pf. Berlins Fremdenverkehr im Febrnar. Nach den Angaben des Statistischen Amts der Stadt Berlin ist die Anzahl der Gasthofsfremden im Februar um 1812 gegenüber dem Vormonat auf 129 954 gesunken. Der geringe Rückgang betrifft die aus dem übrigen Deutschland zugereisten Besucher, deren Zahl Im Januar 113,722 und im Februar 117,470 betrug: sie blieb also um 2252 zurück. Diesem Rückgang steht jedoch eine Steige- rung des wirtschaftlich besonders wichtigen Aus- landsbefuchs von 12 044 im Januar auf 12 484 im Februar gegenüber. Glimpflich davongekommen. Unter der Anklage der fahrlässigen Töwng hatte sich der Bier- Verleger Robert Laude vor dem Erweiterten Schöffengericht Neukölln zu verantworten. Cr hatte am 13. November v. I. eine 77jährige Frau mit seinem Bierwagen über- fahren und getötet. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in ziemlich scharfer Fahrt und in angeheitertem Zustande aus der Hermannstraße in die Okerftraße eingebogen war. In demselben Augenblick war die Greisin, deren Hör- und Seh- vermögen fast erloschen war, über den Damm gegangen. Die Be- dauernswerte wurde vom Wagen ersaßt und so schwer oerletzt, daß sie nach kurzer Zeit verstarb. Das Gericht war überzeugt, daß den Angeklagten durch sein schnelles Fahren die Schuld an dem Un- glücksfall treffe, andererseits aber wurde der Getöteten auch ein guter Teil der Schuld beigemessen, da sie bei ihren körperlichen Gebreche» und ihrem hohen Alter nicht ohne Begleitung durch Hauptoerkehrs- straßen gehen durfte. Infolgedessen erkannte das Gericht gemäß dem Antrag des Staatsanwalts gegen den Angeklagten nur auf eine Geldstrafe von 150 M. 351 Gerichtstag. voa Fred Bsrence. Cooyrltht 1921 hf P»«l ZjoImt, Wtas' , Flein Vater hat recht, wenn Eltern von ihren Kindern abhängig sind, dann wäre es besser für sie, sich einen Stein um den Hals zu hängen und ins Wasser zu gehen.' „Mama, du bist aufgeregt und ungerecht," erwiderte ich so kaltblütig, daß ich selbst darüber staunte. Dann ging ich in mein Zimmer und sperrte mich ein. Ich war so zerschlagen, daß ich nicht einmal die Kraft hatte, mich aufzulehnen. Ein einziger Gedanke beherrschte mich: Ich habe alle Bande zerrissen, die uns aneinander knüpften, was wird fetzt geschehen? Lange saß ich unbeweglich, außerstande, meine Gedanken zu ordnen, mein erhitztes Gehirn zu beruhigen. Die Angst, die mich am Morgen gepackt hatte, wuchs, wurde martervoll, unerträglich. Mir war, als lägen Mühlsteine in meinem Körper und hinderten mich, einen Atemzug zu tun, verwehrten mir jede Bewegung, jeden Gedanken. Plötzlich erkannte ich die Angst wieder und mein Entsetzen steigeile sich zur Qual. Dieselbe Angst hatte mich vor zehn Jahren mit ihren Krallen gepackt, als man mich„dorthin" geschickt hatte. Jahrelang war sie mir gefolgt, fiel mich jeden Morgen an und verließ mich erst am Abend, wenn ich die Augen schloß. Seit Jahren hatte mir diese unselig« Angst ein wenig Ruhe gegönnt, jetzt war sie wieder da, erfaßte mein ganzes Sein, zermalmte es und drückte meinen Zügen ihren unauslöschlichen Stempel auf. Das Schweigen wurde nur durch das Ticken meiner Uhr unterbrochen, es schien mir. daß sie nicht in der Westentasche, sondern in meiner Brust tönte und daß ihre Schläge durch meinen ganzen Körper widerhallten. Endlich faßte ich einen Entschluß und ging mit festen Schritten ins Speisezimmer, wo meine Mutter die Zeitung las: ich hatte erwartet, sie dort zu finden, . Mama, um wieviel Uhr werden wir spazieren gehen?" fragte ich so ruhig, als ob nicht vorgefallen wäre. „Ah. der jung« H«rr will spazieren gehen, dazu ist ihm wohl seine Mutter gut genug." bemerkte der Dater, der beim Fenster saß. „Wie gewöhnlich, ungefähr um vier Uhr." erwiderte die Mutter mit kalter Stimme, doch konnte ich heraushören, daß sie sehr froh über mein Einlenken war. „Wohin sollen wir gchen?" „Wohin du willst." Jetzt warf Andrs dem Dater einen bedeutungsvollen Blick zu:„Hörst du's?" „Borigen Monat sind wir noch ThSne gegangen, weißt du noch wie hübsch es dort war?" „Gut, gehen wir hin." „Wie." wendete der Vater ein,„ihr woM nach ChSn« gehen? Du bist wohl nicht klug, Aline? Man braucht wenigstens vier Stunden zu dem Weg." „Ja, wenn man hin und zurück die Tramway benützt: es ist ein sehr schöner Spaziergang." „Aber Aline, du bist ja krank und müde, du vergißt, daß du heute erst um zwei Uhr nachts schlafen gegangen und zeltig aufgestanden bist, um das Frühstück zu bereiten. Den ganzen Tag hast du dich dann wie ein Hund geplagt." ,F>ie frische Luft wird mir gut tun." „Ja, wenn es nicht so weit wäre! Vergiß nicht, daß wir am Abend auch Besuch haben. Du siehst elend aus. Die Hausarbeit bringt dich ganz herunter: bis ich wieder wohl bin und für dich sorgen kann, nehme ich«in Mädchen und eine Bedienerin auf: das ist schrecklich, daß du in deinem Alter die groben Arbeiten machen mußt. Du weißt nicht, wie du aussiehst, liebste Frau, deine Augen sind schwarz umrändert, du bist blaß und abgespannt. Glaub mir, gehe nicht so weit, ruhe dich bis zum Abendessen aus, mach ein Schläfchen, das wird dich stärken, und am Abend, wenn das Fräulein kommt, wirft du ganz frisch sein." Die Mutter warf mir einen Blick zu, der bedeutete: Siehst du, er läßt mich nicht fortgehen. „Es ist wahr, ich bin ein wenig müde und ich werde heute zu Hause bleiben. Wenn du willst, nimm die beiden Kleinen mit." „Gern." Alice kam vom Balkon herein:„Ich kann dich nicht be- gleiten, Rita hat mich eingeladen." „Gut, so gehe ich ollein." .Fiacquot, darf ich nicht mit dir gehen?" fragte Paul. „Wie du willst, Liebling," meinte die Mutter.„Aber es ist weit, und wenn du müde bist, darfft du nicht jammern." „Ich kann sehr weit gehen," beteuerte er halb lachend, halb weinend. „Aber natürlich. Paukchen, komm nur, wir zwei gehen miteinander." „Schöne Erziehung." warf plötzlich der Vater ein. der doch ganz vertieft in sein Buch zu sein schien;„Paul, du gehst nicht, ich, dein Vater, verbiete es dir." Und sich zu mir wenderck»:„Das ist ja wahnsinnig, daß du den Kleinen zwingst, einen so weiten Weg zu machen. Willst du ihn denn auch so abhetzen, wie du es mit dem« Mutter getan hast?" „Uebertrelbe nicht; der Kleine hat schon viel weitere Aus- flöge gemacht!" „Bin ich sein Bater oder bin ich/s nicht? Wem hat er zu gehorchen, mir oder diesem Rotzbuben?" „Schrei nicht so, die Balkontür steht ossen; es handelt sich ja nicht um Rechte, es handelt sich um den Spaziergang," erwiderte die Mutter. Paul verstand nichts von alledem; er faßte meine Hand, blickte mich mit großen erstaunten Augen an; er schien die Angst, die in mir war, zu erraten und preßte meine Hand mit sanftem Druck; das gab mir Kraft und ihm zuliebe wollt« ich standhaft bleiben. Die Mutter machte mir ein Zeichen, ich verstand und ent- fernte mich mit dem Kleinen. Kaum hatte sich die Tür ge- schlössen, als ich den Vater englisch sprechen hörte, er schien die Mutter auszuschelten. Sie trat aus dem Zimmer und ging auf mich zu. „Bitte, nimm Paul nicht mit, sonst läßt er mich nicht eine Minute in Ruhe." „Das ist wirklich zu stark." „Er wird sich schon beruhigen, aber heute gib nach." Ich nahm den Hut und ging langsam die Treppe hinab. Als ich im unteren Stockwerk war, öffnete sich die Wohnungs- tür und eine Dame winkte mir, einzutreten. Sie war ein« Engländerin, verwitwet und Mutter zweier junger Mädchen, die die höhere Töchterschule besuchten. Ich grüßte sie immer höflich und sie dankte mir duvch ein Lächeln, aber wir hatten niemals ein Wort miteinander gesprochen. Ihre geheimnis- volle Miene erregte meine Neugier. Sie ließ mich in einen Neinsn Salon eintreten, der unter unserem Speisezimmer lag, wies mir einen Stuhl an und setzte sich auch nieder. „Vor allem entschuldigen Sie, mein Herr, daß ich Sie hereingerufen habe, und dann oerzeihen Sie mir das, was ich Ihnen sagen will, aber das Interesse, das ich für Sie empfinde, und mein Gewissen treiben mich dazu..." (Fortsetzung folgt); j
Emden- Azoren- New gort. Das erste deutsche Ueberseekabel seit dem Kriege. Da» Säbel Emdea—«zorea— New Zock ist am gestrigen Zreilag in feierlicher Form der Veulschea Reichspostverwoltuag übergeben worden. Zn den ietzleo Wochen hatte bereit» ein ausgedehnter Probebetrieb stattgefunden, der die technische einwandfreie An». sührung de» Kabels wie der Sende- und Empfangsstationen bewies. Der Präsident des Deutschen Reiches und der der vereinigten Staaten von Amerika tauschten al» erste offizielle Grüfzc aus dem neuen Kabel au», das seit Beendigung de» Krieges wieder die erste direkte Drahtverbindung zwischen Deutschland und Amerika ist. Das Telegramm des deutschen Reichspräsidenten hatte folgenden Wortlaut: .An den Präsidenten der Vereinigten Etaten von Amerika, Herrn Calvin Coolidge, Weißes Haus, Washington. Mit Genugtuung begrüße ich die Wiederherstellung der direkten Kabelverbindung zwischen Deutschland und den Ver- einigten Staten von Amerika, und es gereicht mir zur besonderen Freude, Ihnen, Herr Präsident, und dem amerikanischen Volke anläßlich der Eröffnung des neuen Emden— Azoren— New Port» Kabels meine aufrichtigsten Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Ich hoffe zuversichtlich, daß diese von amerikanischen und deutschen Gesellschaften gemeinschaftlich hergestellte neue tele- graphische Verbindung immer dazu beitrogen wird, das gut« Ein- vernehmen zwischen unseren Ländern und ihre wirtschaftlichen Interessen zu fördern und zu erhalten. v. Hindenburg.* Präsident Coolidge antwortete hierauf mit folgenden Worten: „Sr. Exzellenz dem Reichspräsidenten Paul o. Hindenburg, Berlin. Es gereicht mir zum Vergnügen, aus Anlaß der Inbeirieb- nähme der unmittelbaren Kabelverbindung zwischen den USA. und Deutschland Eurer Exzellenz meine aufrichtigsten Glück- wünsche zu senden und die Hoffnung auszudrücken, daß diese neu hinzugekommene Telegraphenverbindung die gegenseitig« Ver- ständigung und das gute Einvernehmen zwischen unseren beiden Ländern fördern wird. Calvin Coolidge.� Am gestrigen Abend hatten sich die Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden sowie hervorragende Techniker, Industrielle und Vertreter der Presse im Hotel Esplanade zu einem Festakt ver- sammelt, In dem die dixekte Kabelverbindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gefeiert wurde. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutsch- Atlantischen Telegraphengesellschaft, Dr. Georg Solmssen, hielt eine Begrüßungsansprache, in der er darauf hinwies, daß man an dem Tage, an dem zum erstenmal seit dem Weltkrieg wieder ein deutschen Transozeanisches Untersee- kabel dem Verkehr übergeben werden solle, man der Zeiten gedenken müsse, als Deutschland über ein Kabelnetz verfügte, das es mit den Bereinigten Staaten und Südamerika verband und am ostasiatischen Kabelverkehr beteiligte. Der Weltkrieg hat Deutschland seinen ganzen etwa 2l)l100 Seemeilen messenden Kabelbesitz genommen, obwohl es sich hierbei um Privateigentum handelle. Unter den schwierigsten Verhältnissen wurde der Wiederaufbau des deutschen überseeischen Telegraphenverkehrs in Angriff genommen. Der Redner streifte die Verhandlungen, die zu diesem Zwecke geführt wurden und betonte die Wichtigkeit der unmittelbaren Kabelverbindung zwischen Deutschland und Amerika. Die innere Logik der Wirt- schast und auch der Politik der beiden Nationen forderten gebieterisch diese verkehrstechnische Tat. Anschließend schilderte Solmsse.n die Zusammenarbeit der Deutsch-Amerikanischen Telegraphengesellschast und der Firma W. A. Herrmann u. Co. Die letzlere sei bereit ge- wesen, das deutsche Kabel Emden— Azoren durch Uebernahme einer Anleihe im Hoch st betrag von 5 Millionen Dollar zu finanzieren. Darauf habe man sich mit Unterstützung der eng- tischen Regierung um die portugiesische Konzession zur Landung des Kabels auf den Azoren beworben und mit der Commereial-Cable- Company ein Abkommen getroffen, durch das sich diese verpflichtete, anschließend an das Kabel Emden— Azoren ein amerikanisches Kabel von den Azoren nach New York zu legen. Inzwischen aber habe dann die Western Union-Telegraph-Company ein alle bisher geleg- ten Kabel übertreffendes Hochlei st ungskabel New Vork— Azoren gelegt, so daß sich die Legung eines weiteren Kabels erübrigte. Mit diesem Kabel wird nunmehr gearbeitet. Nachdem sich die beiden amerikanischen Gesellschaften geeinigt hatten, konnte der Betrieb aufgenommen werden. Es ist möglich, mit diesem Kabel in der Minute 1S00 Zeichen zu versenden, während die Leistungen der Vorkriegszeit nur S00 betrugen. Zum Schluß seiner Red« wies der Redner auf die Wechselwirkung zwischen Kabel- und Radiotelegraphie hin und übergab das Kabel dem Reichspostminister, indem er erklärte, daß das transatlantische Kabel ein Werkzeug des Friedensgedankens sei und als solches arbeiten möge. Reichspostminister Dr. Schätze! dankt« dem Redner. verlas die Botschaften der beiden Präsidenten und übergab dann das Kabel dem öffentlichen Dienste indem er den Wunsch aussprach. daß es die friedliche Entwicklung der Lölkerbe- Ziehungen fördern möge. Nach einer Rede des amerikanischen Botschafters Schurman, der ebenfalls zum Ausdruck brachte, daß das Kabel nicht nur ein wirksames Wer/zeug des Handels und des Ver- kchrs werden möge, sondern auch für das deutsch« und amerikanische Volk ein höheres Organ des gegenseitigen Verstehen? und der Hoch- schätzung des Friedens und des guten Willens sein möge, fand die Feier ihren Abschluß. Kommt ü!e-Easie" wieöer zu Ehren? Die Straßennamen Berlins haben im Laufe der Jahrhunderte manche Wandlungen durchgemacht. Von einer de- sonderen Neigung, die hergebrachten Namen der Straßen zu achten und in bewußter Absicht an ihnen festzuhalten, war in früheren Zeiten nicht viel zu merken. Die meisten der älteren Straßen haben ihren Namen gewechselt, und vielen ist dieses Schicksal sogar niehrere Male widerfahren. In der zweiten Hälfte des IS. Jahr- Hunderts setzte sich auch das Verlangen durch, das alte Wort „G a s f e" aufzugeben und dafür die stattlichere Bezeichnung„Straße" zu wählen. Der im Jahre 1862 aufgestellte Bebauungsplan, ein nicht glücklicher Versuch, Ordnung in die bauliche Entwicklung Ber- lins hineinzubringen, sah nur noch breite Straßen vor. Auch die Bewohner der alten Gassen wollten damals die„Ehre" g e- nießen, in„Straßen" zu wohnen, und drängten auf entsprechende Aenderung der Gassennamen. Die Behörden will- fahrten diesen.Wünschen mehr, als sich mit dem vielgerühmten „historischen Sinn" und der angeblichen„Pietät für das Ueber- lieferte" vertrug. Im Jahre 1861 gab es in dem damaligen Berlin noch 47 Gassen, aber bis in die siebziger Jahre verminderte sich ihre Zahl schon auf die Hälfte. Heute zählt man in dem Stadt- gebiet alten Umsanges, den jetzigen Verwaltungsbezirken I bis 6, noch ein Dutzend Gassen. Nicht mehr als ein zweites Dutzend Gassen finden wir in der Gesamtheit der Vororte, die im Jahre 1921 mit Berlin zu der größeren Einheitsgemeinde vereinigt wurden und jetzt die Verwaltungsbezirke 7 bis 20 bilden. In neuester Z e i t scheint man aber die„Gasse" wieder zu Ehren bringen zu wollen, zwar nicht im älteren Berlin. doch im Gebiet jener Vororte. Unter den letzten Neubenennungen van Straßen, die jetzt vom Magistrat bekanntgegeben worden sind, finden wir einige Gassen. Im Verwaltungsbezirk C ö p e n i ck hat man den guten Einfall gehabt,«in paar Gaffen ii amen vorzuschlagen, und der Magistrat sowie das Polizeipräsidium und das Staatsministerium haben ihre Zustim- mung gegeben. In der Altstadt Eöpenick gibt es eine Straße, die amtlich noch den Namen„Kietz" trägt. Von diesem„Kietz" zum Spreeufer führen mehrere Verbindungswege, und für sie sind jetzt die Namen„Ka u m a n n s g a s s e",„Breite Gosse" und „I u d i s g a s s e" behördlich genehmigt worden. Genehmigt ist auch der von Cöpenick beantragte Name„S p r« e g o s s e" für eine Verbindung zwischen WUhelmstraße und Spree, desgleichen der Name„F i n k e n g a s s e" für die im Ortsteil Schmöckwitz liegende Straße 10. Beliebter als die Gassennamen waren bisher die mit Weg und Steg(auch Steig oder Stieg) zusammengesetzten Bezeichnungen für kleine und schmale Straßen. In manchen Vor- orten gibt es Dutzende solcher Straßennomen. Revolution unter üen Straßennamen. 1500 Berliner Straßen werden«mgetanft! Ein Stadtoerordnetenausschuh hat im Berliner Rathaus folgen. den Beschluß gefaßt: Nach einer aufgestellten Liste sollen rund 1500 Berliner Straßen und Plätze in der nächsten Zeit umbenannt werden. Der Magistrat wird ersucht, diese Ilmbenennung nach vorgeschlagenen Richtlinien vorzunehmen. Zunächst sollen die Lezirt»» ämter ersucht werden, Vorschläge über alle die Straßen und Plätze zu unterbreiten, bei denen heute die Verwechselungsgefahr am aller- größten ist, d. h. also bei den Straßen und Plätzen, die vielfach in Berlm vorkommen, wie z. B. die Kaiser-Friedrich. und Bismarck- straße und ferner bei den Plätzen und Straßen, die in verschiedenen Stadtgegenden liegen oder in einem Verwaltungsbezirk mehrsach vorkommen. Solche Umbenennungen sollen als dringend behandelt werden. Weiter wird der Magistrat ersucht, diesen Bericht des Aus- schusses allen zwanzig Bezirksämtern zuzuleiten, damit diese ein- heillich nach den vorgeschlagenen Richtlinien vorgehen und ent- sprechende Vorschläge machen können. Die Luisen- und Neue Wilhelmstraße in Berlin, eine Querstraße der Straße Unter den Linden, soll den Namen Hugo-Preuß-Straße erhalten. Der Einheitsfahrschein. Die Einführung des Einheitstarifs für die Berliner Verkehrs- Nüttel macht natürlich auch die Schaffung eine» neuen F a h r s ch e i n s notwendig. Im Prinzip wird der neu« Einheit?- sahrschein für Straßenbahn, Omnibus und Hoch- und Untergrund- bahn den bisher von der Straßenbahn benutzten Umsteigefahrscheinen gleichen, nur zeiggt die Vorderseite entsprechende Hinweise auf die Umsteigemöglichreiten. Auch die Rückseite, die die Beförderungs- bedingungen mitteilt und auf das Rücksahrtsverbot hinweist, ist nur unwesentlich verändert. Die Farbe der Fahrscheine bleibt bei der Straßenbahn wie bisher weiß, jedoch wird das Papier stärker sein, um das Zerknittern der Fahrscheine zu verhüten. Das O m n i b u s b i l l e t t wird r o t aussehen und außerdem bei den Nachtomnibussen, für die nach 1 Uhr eine Sondergebühr von 20 Pf. zu entrichten ist, den mit Handstempel angebrachten Vermerk „N acht" tragen. Die Fahrscheine der Hoch- und Unter» grundbahn werden ziemlich so aussehen wie sie bisher schon im Umsteigeoerkehr zur Straßenbahn im Gebrauch waren, und behalten auch chre grüne Farbe. Die Untergrundbahn wird nur insofern noch einen von der sonst üblichen Form abweichenden Fahrschein benutzen, als dort, wo die sogenannten Passimeter ausgestellt find, die alten Fahrkarten vorläufig weiter ausgegeben, aber mit einem automatischen Zeitstempel versehen werden. Zum Kampf um die(BeifteSfreiheW Die Reichsarbeitsgemeinschaft der freigeisti. gen Verbände sendet uns einen Aufruf mit der Bitte um Abdruck, dem wir folgendes entnehmen: Kapital und Kirche bestimmen für die nächste Zeit die Geschick« des deutschen Volkes. Reaktionäre Gesetze und Verordnungen werden beschert, der Verwallungsapparar durchsetzt mit christlichen Vertretern der Profitinteressenlen. Bücher freigeistigen Inhalts werden ver- boten, sogenannte Gottcslösterungsprozesse stehen aus der Tages- ordnung. Dem Schmutz- und Schundgesetz werden andere mittel- alterliche und ein Schulgesetz folgen, das die Schule wieder unter die Aufsicht der Kirche stellt. Die Reichsoersassung wird planmäßig ab- gebaut. Di« Kirche wittert Morgenluft und verpflichtet den Staat, die Ausbreitung des freien Gedankens zu oerhindern, weil es ihr an geistigen Waffen gegen das Freidenkertum mangelt. Dagegen müssen alle fortschrittlict, denkenden Menschen protestieren. Die T r e n- nung der Kirch« vom Staate und von der Schul« ist in 13 Kultur st aaten durchgeführt, in Deutsch- land nicht. Wo die kirchliche Organisation vom Staate unterstützt wird, haben all« weltanschaulichen Verbände das gleiche zu ver- langen. Die freigeistigen Verbände werden in der Woche vom 21. bis 2 6. März im ganzen Reiche zum Pro- test aufrufen und eine große Kirchenaustrittspropaganda ein- leiten. In dieser Zeit sollten alle Freunde der Geistesfreiheit für Aufklärung sorgen und die Werbearbeit unterstützen. Wir bitten alle fortschrittlichen Organisationen, sich mit den Ortsgruppen der freigeistigen Verbände in Verbindung zu setzen, um gleichzeitige größere Veranstaltungen zu vermeiden. Sozialisten, Re- publikanerl Unterstützt unser« Arbeit für die Geistesfreiheit und den sozialen Forlschrtttl_ Die mordende Ltraße. Beim Spielen auf dem Fahrdamm wurde gestern nachmittag der 7jährige Schüler Werner Nitschke au» der Palisadenstraße 7 in der Nähe der elterlichen Wohnung von einem Pferdegespann Übersahren. Da» verunglückte Kind wurde mit einer schweren Wirbelsäulenoerletzung zur nächsten Rettungsstelle geschafft, wo es uitter den Händen des Arztes starb. Ein Amokläufer. Unker dem Einfluß des Alkohols. Am Freitag nachmittag gegen 4 Uhr überfiel der Schirrmeister Michael Schwer, Mariendorfer Weg 4 in Neukölln, seine Hausnachbarin, die Ehefrau Teichmüller, in einem Wut- a n f a l l wegen häuslicher Streitigkeiten, ohne den ge- ringsten Anlaß und brachte der Frau mehrere Messerstiche in die Brust bei, so daß sie blutüberströmt zusammenbrach. Auf die Hisserufe der Frau eilte ein anderer Hausgenosse, der Schlosser G r e g e r, hinzu, wurde aber gleichfalls von dem Rasenden durch einen Messer st ich am Arme verwundet. Sodann lief Schwer auf die Straße und wollte sich auf dort spielende Kinder stürzen, wurde aber an weiteren Ausschreitungen durch Straßenpassanten gehindert. Inzwischen war das Ueberfallkommando herbeigerufen worden, das den Täter, der sich in seine Wohnung begeben hatte, festnahm und zur Wache brachte. Die Verletzten er- hielten auf der Rettungswache einen Notverband. Frau Teichmüller hat infolge des Messerstiches schwere innere Blutungen erlitten und war bis gegen Abend noch nicht vernehmungsfähig. Man hegt die ernstesten Befürchtungen für ihr Leben. Der Täter ist ein dem Trunk« ergebener Mensch, der schon häufig Gewaltakte begangen hat und sich in vergangener Nacht durch schweren Skandal in seiner Wohnung übel bemerkbar gemacht hatte. Jorststhäülkngsbekämpfung üurch Llvgzeuge. Die wirksam« Bekämpfung von Forstschädlingen ist bis- her großen Schwierigkeiten begegnet. Alle Mittel, die vom Wald- boden aus angewandt werden mußten, haben sich als unzulänglich erwiesen und man hat sich tatsächlich darauf beschränken müssen, den Baumschädlingen, besonders der Raup« der Forleule, freien Lauf zu lassen und auf ihr natürliches Absterben zu rechnen. Versuche, die mit dem Streuen von Giftpulvern von oben her, d. h. also durch Flugzeuge unternommen wurden, haben über- raschende Erfolge gehabt, doch mangelt« es bisher an geeigneten Flugmaschinen. Ein provisorischer Umbau von Frachtflugzeugen für Bestäubungszwecke hat sich als unzulänglich erwiesen, so daß die Caspar-Werke in Travemünde den Bau eines eigens für diese Zwecke konsttuierten Flugzeuges übernehmen. Die Maschine wurde dieser Tage geladenen Sachverständigen und der Presse über einem kleinen Wäldchen unweit des Flugplatzes Staaken in Tätigkeit oorge- führt. Sie hat eine außerordentlich gedrungene Bauweis« und einen ganz ungewöhnlich hohen Rumpf, der die Mitnahme von etwa 14 Zentnern Giftstreupulver ermöglicht. Eine besonders sinnreich konsttuierte Abwurfvorrichtung ermöglicht nicht nur die genaue Dosierung, sondern, was besonders wichtig und für den Erfolg aus- schlaggebend ist. auch eine fein«, gleichmäßige und große Verteilung des Pulvers. Besondere Schwierigkeiten machte die durch das Rütteln im Flugzeug hervorgerufene Zusammenballung des Stteu- pulvers im Vorratstank. Man nimmt jetzt in der neuen Maschine den durch das Flugzeug hervorgerufenen Luststrom zu Hilf« und erreicht dadurch eine vollkommen« Zerstäubung. Die Verhältnis- mäßig hohe Geschwindigkeit des fahrenden Flugzeuges bedingt es, daß pro Sekunde etwa sieben Kilogramm Streupulver dos Flug- zeug verlassen müssen. Bei der Vorführung war die Bestäubung der Kiefern eine vollkommene, im Ernstfalle wäre wolst kaum eine Raupe mit dem Leben davon gekommen. Das Streupulver ist a r s e n- saurer Kalk, ein Präparat, das höheren Tiergattunqen— dem Wild und den Vögeln— nicht gefährlich ist. Die neuen Spezial- Maschinen scheinen berufen, in der Forstschädlingsbekämpfung er- folgreich« Hilfe zu leisten._ Prof. Hans Baluschek spricht am 12. März, abends 8 Uhr. im Rahmen der Ausstellung des Volksbildungsamtes Friedrichshain „Die Welt der Arbeit im graphischen Bild" in der Schulaula, Peters- burger Str. 4. Er behandell das Thema„Bildend« Kunst und bildende Künstler in der Gegenwart" Der Eintrittspreis ist auf 30 Pf. sestgesetzt. Die Ausstellung ist vom 12. bis 19. März geöffnet. Das städtische Schulmuseum in der 309. Volksschule in Berlin, Dunckerstt. 64, Näh« Bahnhof Prenzlauer Allee, ist am 6. März von 10 bis 12% Uhr vormittags geöffnet. Der Verwalter des Museum», Rektor Roß, übernimmt die Führung und wird Vorträge über die interessantesten Gegenstände der Sammlung halten. Interessenten und Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist kostenfrei. §rau MeZfterin will keine yaube tragen. Es hilft ihr aber nichts! Die Frau des Fleischermeisters T. aus Görlitz war seinerzeit in Strafe genommen worden, weil sie im Geschäft ihres Ehemanns keine weiße Haube getragen habe, wie es eine Polizei- Verordnung vom 12. Februar 1925 vorschreibt; hiernack sollen Frauen, welche in Fleischergeschäften tätig find, weiße Hauben tragen, so daß das Herausfalien von Haaren verhindert wird. Frau X. weigerte ffch entschiedenst, eine solch« Haube im Geschäft zu tragen, da die Polizeiverordining ungültig sei; auch bekomme sie Kopfschmerzen,. wenn sie die Haube trage. Das Amtsgerich! verurteilte aber Frau T. zu einer Geldstrafe und nahm an, daß die ermähnte Polizeiverord- nung gültig sei, da sie verhüten wolle, daß Fleisch waren durch herabfallende Haare verunreinigt werden können. Die Kopsschmerzen der Angeklagten seien nicht auf das Tragen der Haube, sondern auf andere Ursachen zurück-usühren. Diese Entscheidung focht Frau T. durch Revision beim Kammer- gericht an und bestritt vor allem die Rechtsgültigkeit der Polizei» Verordnung, welche u. a. mit den Grundsätzen der Gewerbeordnung und der Gewerbefreiheit im Widerspruch stehe. Es liege aber auch ein Nosstand vor, da die Angeklagte vom Tragen der Haube Kopf- schmerzen erhalte. Der l. Strafsenat des Berliner Kam- mergerichts wies die R e v i s i o n der Angeklagten als u n- begründet zurück und führte u. a. aus, die Verurteilung der Angeklagten sei ohne Rechtirrtum ergangen. Die Polizeiverordnung sei unbedenklich als rechtsgültig anzusehen und stehe nicht mit den Grundsätzen der Gewerhefreiheit im Widerspruch. Die Gewerbe- ordnung beseitige nur solche Beschränkungen, welch« der Zulassung zum Gewerbebetrieb entgegenstehen, nicht aber Vorschriften, welche die Ausübung der Gewerbe regeln. Die Polizeiverordnung sei im Interesse von Leben und Gesundheit ergangen und wolle oerhüten, daß die Fleischwaren durch die Haare verunreinigt werden. Nach Z 6c und k des Polizeiverwaltungsgesetzes gehöre es zu den Auf- gaben der Polizeibehörde, für Leben und Gesundheit Sorge zu tragen: zu den Gegenständen des Polizeiverordnungsrechts gehöre auch nach 8 6c des Polizeiverwaltung-gesetzes der Marktverkehr und das öffentliche Feilhalten von Nahrungsmitteln. Einwandfrei habe die Dorinftanz auch festgestellt, daß der Kopsschmerz nicht auf die leichte Haube zurückzuführen sei.(1. S. 1221. 26. Nachdruck verboten.) Die Sulzenbacher Hütte abgebrannt. Die der Sektion Kempten- Füssen der„Naturfreunde- gehörige Sulzenbacher Hütte in den L e ch t h a l« r Alpen ist gänzlich abgebrannt. Am Tage vorher war die Hütt« noch von Münch«ner Skisahrern besucht. jLu/vh MuAtdUfuifwH fta/nn matt Ktlnt jta&nfuxyfa. IttuXtjzn eJnjcyz Attvt, JicMw /höh dm MuHcl/yjmim imdnw u*t yvttkfaft Munsah. stellte sich auch heraus, daß der Schließer tagaus tagein seiner Vorschrift gemäß immer zu den gleichen Stunden kontrollieren mußte, so daß, wie der Vorsitzende bemerkte, ein intelli- genter Einbrecher in der Zwischenzeit ungehindert eindringen konnte. Der Schließer will auch einmal in derNähe des Jürgensschen Hauses zwei verdächtige Gestalten bemerkt haben. Er will auch Spuren im Schnee bemerkt haben, es seien aber nur die eines etwa zehnjährigen Kindes gewesen. Hierauf, wurde der Prozeß auf Sonnabend vertagt, Aufführungen der Jugendbühue. Die Jugendbühne, Arbeits- gemeinschaft von Lehrern und Lehrerinnen, veranstaltet bereits im 6. Jahre Schülervorstellungen für höhere. Mittel- und Volksschulen von Berlin und der Provinz(Jüterbog, Luckenwalde, Wriezen, Kreis Ruppin usw.). Die guten Aufführungen bei entsprechend billigen Preisen(85 Pf.) sichern den Veranstaltungen großes Interesse und ahlreichen Besuch� Die am 2., 3. und 4. März stattgefundenen Vor- tellungen von„W ilhelm Tel!" im Theater am Rollen- orfplatz gingen vor ausverkauftem Hause vor sich. Man ver- pflichtete für die Rollen der Hauptdarsteller Mitglieder der Staats- bühne, wie Hans Mllhlhafer, Toblina Gondy u. a., auch die Besetzung der Nebenrollen war eine recht gute und die Aufführung fand starke, begeisterte Aufnahme bei den 1100 kleinen Besuchern. Es tut in unserer Zeit mit der fast krankhaften Sucht der allgemeinen Modernisierung einmal ganz gut, alte Klassiker, weder in der Form früherer Kunstepochen, nod) in der umstürzlerischen Auffassung heutiger Darsteller, sondern in allgemein verständlicher Auffasfung des Stoffes vorgesetzt zu bekommen. 2lls nächste Vorstellung findet eine Aufführung von„Minna von Barnhelm" statt. Arbeiler-Kultur-Karkell. Für die am Sonntag, dem 6. März, vormittags 11% Uhr, in der Volksbühne stattfindend« Aufführung „Frühlings-Mysterium" sind noch einige Korten zum Preise van I.SO Mark im Bureau des Arbeiter-Kullur-Kartells, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 8, zu hoben. Sarrasanl» völkerschou in der Arena bat gestern mit seiner Premiere inderNeuenAutohalle am Kaiserdamm großen Beifall ge- fanden. Daß Premicrenprogramm wird täglich 7.30 Uhr abends wieder- balt, Mittwochs. Sonnabends, Sonntags auch nachmittags 8 Uhr (Kinder dalbe Preise). Es wird nochmals daraus hingewiesen, dag Sarra- sanis Berliner Gastspiel nur bon kurzer Dauer sein kann. J&ti/ric&xudiciQeK. jü/oMMcA jßc*' CfM�Un d&tltiicfa. twkdrüznut tin* Orif�-flxkcA&n Mdb&fy&Kcl 4- T((M4.- GepflegteMenschen kauen mit Vorliebe P.K.-Kau-Bonbons. Reine Zähne, krähige* Zahnfleisch und angenehm duftender Atem sind die Folgeerscheinungen. Millionen Menschen, jung und alt, erfreuen sich der angenehmen Wirkung der berühmten P.K.- Kau-Bonbons. P.K.-Kau-Bonbons verschaffen ein erfrischendes Gefühl bei Wanderungen, Spiel und Sport. o. aM Päckchen--- 4 Stück— 10 Pf. Ueberail erhältlich! KAU-BONBONS• WRIQLEY A.G. fr Tn k f u r r a. m. Sage allen Freunden. Betannien. Verwandten uvb den Pereinen für die herzliche Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Manne« Paul Rusch meinen herzlichen Dank. Emma Rusch. aller Zyste me Für die überaus graste Teilnahme bei der Einälchrrnng meiner lieben Frau, unlerer guten Mutter Anna KrenzMn sagen wir allen lieben Freunden. Bekannten und Hausbewohnern, der Konsumgenossenschaft unseren herz- lichtten Dank vsksr krenrlln nebst K'ndern. Kurhaus Clausthal in Kellinghusen(lVlittdlholstein) herrlich gelegen, großer, schöner Garten, geräumige, sonnige Glasveranda, helle Fremdenzimmer, gemütl. Aufenthaltsräume, Zentralheizung. Winter und Sommer geöffnet Pension 4,50 Mk. ohne sonstige Nebenkosten. Nähere Auskunft erteilt HauplausschDB für Arbeiterwoliifalirt, Berlin SW61, Belle-Alliance- Platz 8 !ßaddat&&t9 1 Leiaziaer Str. ui'lZo SefliedernAdoltPolii Dresdener Straße 15 (Farrisgebiude Radiitis, Skrofulöse Juberkuiose bedrohen alle Kinder! Die Gefahr, dah Gesundgeborene durch Vernachlässigung verkrüppeln, muh systematisch bekämpft werden. Eine Vernacßiässigung Beginnt, wenn Eitern die;/zo» derne Eitempflidtt versäumen, jedes Kind in seinem ersten LeBensjaBre vorBeugend mit der Quarziampe , KünsthSe HöBensonne'- OriginaiHanau- BestraBien zu Bassen. Tragen Sie IBren Arzt! Bei rachllisdien Kindern werden an sich harmlosere Erkrankungen stets gefährlith. Niehls anderes als Rachitis ist meist die Grundlage der zahlreichen Todeställe.an Masern', .an Keuchhusten",.an Grippe". Die meisten Kinder, die an Rachitis schwer erkranken, laufen Gefahr, zu Krüppeln zu werden. Verkrümmungen der BMne, Rückgratverkrümmungen, vom einfachen schiefen Rücken bis zum schwers'en Höcker, Plafllüfee mit ihren lebenslänglichen Beschwerden. Zwergwuchs, HSbllchkeif der Gesichtszüge, stockige Zähne, vorspringende Mim, eingezogene Nase, ßeckenverengungen der Mädchen, die bei späterer Geburt zur Ge'ohr werden, sind alles Folgeerscheinungen schwerer rachitischer Erkran ungen der Kindheit; alle davon Betroffene r werden Unglückliche und in ihrem ganzen Leben in traurigster Weise körperlich und seelisch benachteiligt. | Helfen Sie mit! Ihre wirksame Mithilfe g kann darin bestehen, bei Ihrem Bürgermeister und den von Ihnen gewählten Abgeordne.'en anzuregen, daft den Mutterberatungs- 1 stellen, den Fürsorgestellen, den Wohltahrtsämlem, den Schulen ärztlich geleitete Beslrahlungsanlogen angeglieden werden. Die = geringen Kosten kann Jede Gemeinde aut bringen. Aerzfe und Stadt /er ordnete sollten dazu beitragen, da& den Schulen, den Z Fürsorgestellen, den Gemeinden, den Wohlfahrtsämtern und gröberen Fabriken cirzilich geleitete BesiraBiungsBa/Ien mit Quarz- Z lampen.KünstficBe HöBensonne'— Original Hanau— zur Behandlung nach Prinzipien von Professor Jesionek an- W gegliedert werden. Für einen Brudifeil der Kosten, die die Anstaltskar nur eines Kranken sonst verursacht, können W täglich viele Kranke mit Quarzlampe„Künstliche Höhensonne"— Original Hanau— bestrahlt wjrden. Jede rechtzeitig begonnene g Bestrahlung spart Unsummen Otfenllicher Gelder, die sonst für Ansta'fskuren geoplert werden müssen— Verlangen Sie zur g Begründung von Anträgen die„Merkblätter lür Eltern und Pfl gerinnen" belreils Rachitis, Skroluiase, Tetanie(Säuglingskrärapfe), Die Abgabe erfolgt i ostenlos. | Quarzlampen-Gesellschaft m. b. H.— Hanau a. Main, Postfach Nr. 143 g Ein Aufldärungslilm zur Verhütung rachitischer Erkrankungen der Kinder wird Korporationen, Gemeinden, Vereinen auf Antrag leihweise zur Verlügung gestellt. Verlangen Sie das„Filmt lugblatt" kostenlos. iiiiUllllllilUtUUUliiUüillllllllUIUIUIIIIlUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIÜUIII "i iä Was ist Rachitis? Rachitis(englische Krankheit) ist eine derart verbreitete Erkrankung, da&— was häufig unbekannt— fast Jedes Kind in Miiteleuropa im ersten Lebensjahr eine rachitische Erkrankung durchmacht. Rachitis bedroht alle Kinder vom 1. bis 6. Lebensjahre, gleichviel, ob arm, ob reich, gut oder schlecht ernährt, aul dem Lande wie in der Staflt. Wie erüennt die Mutter eine Beginnende Radn'tis? Durch Befühlen des Hinterkopfes, an dem sich weiche Stellen im Schädeldach zeigen; ferner durch häufiges Austreten starken KopfschweiSes. In solchen Fällen mu6 solort der Arzt betragt werden. Es ist Elternpfiicht, jeden Säugiing in seinem ersten LeBensjaBr vorBeugend nut der Hanauer Quarzlampe BestraBien zu lassen, da audr die Entstehung der Radnr s durdt vorbeugende UesiraBiung sidter ver Bindert werden Bann., Radiitis BeBdmpfen Beißt audi den Masern, dem KeucBBusten und Banaleren Er- BranBungen iBre GefäBriicBB eir neBmen'(Husler.) Tragen Sie IBren Arzt! Was ist Skrotu lose?• Skrofulöse ist e-ne besondere Form der Tuberkulose Beim Säugling äuaeri sie sich, im Wundsein. Ausschlag, Miichschort, leim älteren Kinde in Neigung zu Katarrhen der Luilwege (Schnup en, Husten, Heiserkeit) oder in Ncsselsucht, Jueknus- schtag, Vcrgrö&erung der! athen- oder Gaumenmandeln u.a.m. Ferner in Abmagerung, Blässe Appetitlosigkeit. Maii gkeit, leicht erhöhten Temperaluren. Oft besieht lange anhaltende Ohr- elicrung. Am häufigsten onzuirelfen aber ist eine Enlziln-iung der Augen, Tränenflufi, wunde Lidränder und starke Ltdifscheu. Insbesondere sollten auch die Kinder bestrahlt werden, bei denen nur Dniscnsd weit ungen ohne die Zeichen der Skrotu- lose besiehen. Findet die Mutier am Halse Ihres Kindes Bleine Knötcßen, sp sind die Drüsen des ganzen Körpers geschwollen Das Kind hat keinen Appetit und ist nervös Diese* Drüsenkrankheit(lymphathische Diathese) wird mit Sicherheit durch die uilrav.'o'.elten Sirahlen der„Künstlichen Höhensonne" auf das günstigste fceeinfluSt.— Nidt nur Bei SBro/uiose, sondern auch bei v elen anderen Formen der Tuberkulose, hei ? ußerB u.'ose• Ver.. adn werden nach den Erfahrungen zah'- reicher Autoritäten treffliche Heilerfolge erzielt durch die hillige, bequeme und schnellwirkende Uliravioiett-Therapie mit Quarzlampe„Künstliche Höhensonne"— Original Hanau—. Tragen die iBten Arzt! m
Utbtt die Srschlchle der Feverdeftolwag spricht am 8. MSrz, aBeitb« S Ubr, in der Urania Otto Roth vom BerbandsürFreidenker. iumund Feuerbestattung an Hand von Lichtbildern und Filmen. Durch Lichtbilder werden»unSchst die heut» bei anderen Völkern noch an< gewandten vier Beslattungsjorrnen: Lust und Wasser. Erde und Feuer erläutert. Weiter wird im Film-ine moderne FeuerbeslattungSanIage gezeigt. Ein« Auefl-llung von i rb eilen jugendlicher Erwerbsloser veranstaltet daZ Bezirksjugendamt Prenzlauer Sera vom 10. März bis zum 12. März im Tagesheim der stigendlichen ErwerbSloien. Pappeiallee 2S. Qu-rgebäude rechts 4 Treppen. Di- Ausliellung ist täglick von 3—7 Uhr. Sonnabends bis 5 Uhr geöffnet. Der Besuch ist unentgeltlich. Eine graste iissen'lich« veriammlung aller Loden-, Keichästsraum- und Wobnraummieter findet am Sonntag, dem 3. März, vorm. 10'/, Uhr, in den Pharussälen. Mlillerstr. 142, statt. Eine neue Stiller- Filiale in Schönebcrg Heute, den S. März, nachm. 3 Ubr. findet die Eröffnung der neuen Sliller-Schubflliale in der Haupt- Nraste 146 und Bahnstroste 48, nabe beim allen Schöneberger Ratban«. statt. Am Eröffnungstage wird allen Kindern ein Eröffnungsgeschenk bei Stiller überreicht. .Sudikop�lUaff erwellen." Die Fachabteilung der Friseurgebilsenorgani. satton in B-riw bat einen Wettbewerb in Walserwellen mo- deiner Damenkurzhaarsrtsuren ausgeschrieben, der morgen, Sonntag abend 6 Uhr. in Havellands Feitsaien ausgeiochten wird. Auster den Berliner Bewerbern beteiligen sich an dem Wettstreit, der um das deutsche BerbondSschild geht. Spezialisten in Wasserwellen aus 10 Groststädten. Für das Preisgericht haben fich erstklassige Fach- I e u t e zur Verfügung gestellt.(S. a. Zlnzcigcnteil.) wohl'ättgkeilskonzert der Schupo. Zu Gunsten deS neugegründeten „FraueiiKilssvereins der staatlichen Polizeiverwaltung Berlin� veranstaltet das Sinsonie-Orchester der Schuhpolizei Berlin am Montag, den 7. März, 8 Ubr abends, in der Staatlichen Hoch- schule für Musik das lV. Sinfonie-Konzerl, dessen Reinertrag durch den.Frauenhilisverein' den durch Krankheit in Rot geratenen Familien von Polizeibeamten zugute kommt. Aus dem Programm fteben diesmal neuzeitliche Komponisten wie Neznicek, Malipiero, Grainger und Bruckner. Die Leitung liegt wieder in Händen des bewährten Kapellmeisters Camilla Hildebrand Der Tenor Roland Hell singt Patackg-Lieder. Kannner- sängerin Mafalda Saloatini hat in liebenswürdiger Weste ihre Mitwirkung in der Art« au«.Ruffalka' von Dworat und»Marlon' von Puccini zugesagt._ Sport. Scott schlägt diener. £cc Engländer in jeder Runde überlegen. Der Sportpalast hatte gestern seinen Großkampftag im B o x e n, bei dem die deutschen Meister Diener und Domgörgen die Siege ihren ausländischen Gegnern lassen mußten. Im Hauptkampf des Abends, in dem Diener gegen Scott kämpfte, mußte sich der Deutsche von Ansang an aus die Ber- teidigung beschränken. Der baumlange Engländer verstand es glän- zend, seinen Gegner mit dem linken Arm zurechtzuschieben, um ihm rechts seine harten Schläge zu erteilen. Ost lies Diener ohne jede Direktton in Scotts Fäuste hinein. Der Engländer kämpfte wie einer, der seinen Sieg schon mitgebracht hat und Diener mußte einstecken, was Scott ihm gab. In der sechsten Runde holte Diener mächtig auf-, einige groß« Magenschläge geben Scott genug für die Runde. Doch die siebente Runde brachte Scott wieder, was er verlor, Diener mußt« auf einen Kinnhocken hm bis 8 in die Knie. Schließlich war Dieners linke Kopfhälft« da» Ziel Scottscher Siegeswlinsch«, die denn auch in Erfüllung gingen. Die Ringrichter entschieden ein- stimmig für Scott. Der Einleitungskampt des Abends sah Ludwig H a y m a n n und van der Beer(Holland) im Ring. Sie lieferten einen Kampf, bei dem Haymann mit dem reichlich massiven van der Beer nichts Rechtes anfangen konnte. Der Holländer verließ sich auf feine Linke, konnte sie aber nicht anbringen. Haymann war weitaus besser als van der Beer, an dessen Fettpolster alles abrutschte. Der Sieg von Haymann war verdient.— Domgärgens Kamps ffegen Nitro m(Frankreich) war einer der besten Faustkämpse, die je gestartet wurden. Der Franzose setzte von Ansang an ein noch nie gesehenes Tempo auf, dem der Deutsche nicht gewachsen war. Cr mußte sich von seinem Gegner nach Gefallen im Ring treiben lassen und hatte'zu tun, die Runden zu überstehen. Nitram siegte haushoch— man sah einen Boxer! Ttleiii erschall der Zellongstahrer. Unter den 166 Aeitungssahrern, die am Sonntag nachmittag au! dem Gelände der Rütt-Arena ihren Meister bestimmen wollen, befinden fich viele bekannte Bahn- und Straßensahrer auS den Kreisen der Prosessionals und Amateure. Eine Kommstfion. be- stehend aus Rütt, Aberger und Dobbrack, bat tnzwilchen die GewichtSzulaqen bestimmt, die diejenigen Fabrer erhalten, die bereits gröhere Erfolge auf Bahn und Straste errungen baden. Wäbrend das Gros mit je 25 Pfd. ZeitunoSmakulatur in Rucksäcken belastet wird, haben die.Kanrnen' bis zu 40 Pfd. zu tranSvoilieren. Nachdem fich in� den beiden Vorlaufen über je t0 Runden(rund S'l, Kilometer) die sprcu vom Weizen gesondert hat. treten die 50 Qualifizierten zum Endlaus an. Hier erhält jeder Fobrer einen Preis. Dem Ehren-Wettsabrausschust gehört u. a. der bekannte Schauspieler und Radsporllreund Alfred Abel an. Den Startschutz gibt Paul SamsoN'Körner ab. Exploflonsunglück in den Lennawerken. In der Technischen Ber- suchsanstall im Bau 24s des Leunawerkes explodierte«ine A m m o- niak-Gasflasche. Von den sechs in dem Raum beschäftigten Angestellten wurden vier schwer oerletzt und einer getötet. Ein Warenhaus niedergebrannk. Das Warenhaus der Firma Rudolf Karstadt A.- G. in Winsen(Hannover) ist in der Nacht zum Freitag durch ein Schadenfeuer im Innern völlig aus- gebrannt. Die Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig retten. Der Schaden ist sehr erheblich, da große Warenvorräte dem Feuer und dem Wasser zum Opfer fielen. Der Brand soll aus eine oer- altete Schorn st einanlage zurückzuführen sein. Aufdeckung eines Mordes nach 22 Zähren. Der wegen eines Sittlichkeitsverbrechens in das Hofer Gerichtsgefängnis eingelieferte Bauer Dorsch ist, wie die Untersuchung ergeben hat, dringend verdächtigt, vor 22 Iahren in Böhmen den 1 8 j S h- rigen Kunstschüler Arno Seidel aus Plauen beim Schmuggeln ermordet zu haben. Man hält Dorsch durch Aus- sagen seiner verstorbenen Frau für überführt. Einsendungen für dies« Rnbrik find Berlin SW 6». Lindenstrahe Z. partemachrkchten für Groß-Serlm Net» an da»»ezirttletretariar. 7. Hof, z Zrep. recht», zu richte» 11. Krri» Schöneberg-Frledena». Die Abteilungsleiter werben dringend ge. beten, heute, Sonnabend, s. März, nachmittag» zwischen 4 und» Uhr non der Epebition, Beiziger Str. 27, Plakate für die öffentliche Versammlung abzuholen.— Montag, 7. März, 8 Uhr, bei Will, Martin. Luther. Str. 69, findet der Bortrag des Genossen Stadtrat Tutzky über Jffiohnungs-, Siedlung», und Städtebau' statt. Wir erwarten zahlreichen Besuch. heute, Sonnabend. S. März: U. Abt. Soweit es noch nicht geschehen, find die Flugblätter gegen den Mit- wuchcr sosort ron Keusner, Hagcldcrger Str. 20», abzuholen und zu verteilen. 78. Abt. Schönebcrg. aus. BeteNianw HI W RentSln. n. Abt. Funktionärsthuno mit den Kreisvertretern abend» 744 Uhr bei Ramin, Mainzer Str. 12. Zeder Funktionär ist verpflichtet, zu dieser Sitzung unbedingt zu erscheinen.—«4. Abt. 744 Uhr bei Schröder, Stein- metzstr. 82, Funktionärfltzung Erscheinen ist Pflicht.—«. Abt. 6>4 Uhr wichtige Besprechung der BezirksfUhrcr bei SUrtler, Prinz- Ha ndjery-Str. 84. Material abholen. Jeder Bezirk mutz vertreten fein. öneberg. 844 Uhr sslugblattverbreitung von den B-zittslokalen teiligung aller Genossinnen und Genoffen ist Pflicht. Abt. Funktivnärsitzung mit den Kreisvertretern abends 744 Uhr Abt. 124» Mahlsdorf-SSd. 8 Ubr Im Lokal Heibekrug, Mahl-d-rf. Süd, Köpenick«! Allee 98- 89, Konzertabend. Mitwirkend«: Konzert-Ber- etnigung. Direktor Bochow. Gesangverein.Freiheit' Mahlsdors-Kaul»- darf, Sologesang: Herr Hennemann. Eintritt 1 M. einschl. Steuer. All« Genossinnen und Genossen sind herzlichst eingeladen. Morgen, Sonntag, ö. März: 21. Abt. Artelterwohlfabrt: Wichtige kurze Besprechung aller in ber Wohl- fahrtspflege tätigen Genossinnen und Genossen vormittags 1944 Uhr in Adele Schreiber zeichnete das Porträt Ltly Brauns in schlichten biographischen Umrissen, wissend, verstehend, ohne Glorie, voll Menschlichkeit. In einer knappen Zeit wurde diese seltene Frau lebendig. Sie ist oft mißverstanden, oft nicht oerstanden worden. Vielleicht haben die Ausführungen Adele Schreibers doch manchem Funkhörer diese aristokratische Sozialistin nahegebracht.— Einen zeitgegebenen Vortrag„Okkultismus und Wissenschaft" hielt Dr. Friedrich Luther. Wahrscheinlich waren nicht alle, die ihn hörten, davon befriedigt. Wohl herrscht die Relativitätstheorie, aber wir bevorzugen in der praktischen Anwendung doch das Absolute, weil es das Bequemere ist, das rascher Faßbare, das uns nicht mit„wenn" oder„aber" aufhält. Dr. Luther jedoch ist ein skeptischer, kühler Kopf, weder fanatisch im Bejahen noch im Ber- neinen. Er diskutiert Möglichkeiten und läßt Möglichkeiten offen. Okkultismus im Sinne von Spiritismus, von Geisterglauben, lehnt« er natürlich ab. Im übrigen aber oerwies er auf da» Unab- geschlossene unserer Erkenntnis, die schließlich immer unfertig bleiben wird.— Das Abendkonzert brachte zwei Orchesterwerke Franz Schrekers. Das leidenschaftliche„Vorspiel zu einem Drama" und die anmutige Suite„Der Geburtstag der Infantin". Schrekcr, der das Funkorchester selbst leitete, bot Aufführungen von schönster Eindringlichkeit. Anschließend folgten Orchesterkomposi- tionen von Julius Bittner, die Professor Dr. Felix M. G a tz verständnisvoll leitete. Emilie Bittner, die Gattin des Komponisten, sang die„Sechs Lieder der edlen Damen Pang Tschi Fü". tes. der Baracke 10 der 812. Eimcir.defchule, Stsflt. 84, gegenüber der Hennigs- dorser Strotze. 28. Abt. Vormittags 10 Uhr bei Grunwaldt, Kameruner Str. 19, wlchiige Funktionärsttzung. Jungsozialistea: Gruppe Tiergarten: Heute, Sonnabend, d. März, gemeinsamer Besuch des Bortrages von Dr. Mar Adler-Wien im Herrenhaus, Leipziger Sir. 3, abend» 7 Uhr. Frauenveranstalluageu: 84. Abt. Lankwitz. Sonntag, 6. März, rormittag», Führung durch die Er- ziehungsanstali Lindenhos in Lichtenberg, Dudrunsiratze. Treffpunkt vor- mittags 944 Uhr vor dem Lindenhos. Sttatzenbahnverbindung: Linie 69. Arbeitsgemeinschaft der üinderfreunde: Kreis Kreuzberg, Gruppe Südwest: Heute, Sonnabend, 8. März, 8 bis 7 Uhr, unsere erste Gruppenzusammenrunft im Jugendheim Porckstr. 11, 2. Hof. Festsetzung des■ Gruppenplanes, dann fortlaufend Mittwochs und Eonnabends 8 bis 7 Uhr. Neuanmeldungen bei Lotte Knauer, Hagelberger Etr. 8. 17. Krci» Lichtenberg. Eonnabend, 8. März, von 8 bis 7 Uhr Tanzkursus der grötzeren Kinder im Jugendheim an der Parkaue 10. Sonnabend, 8. März, 744 Uhr, Mitgliederversammlung ebenfalls im Jugendheim. Gäste willkommen. _ I. A.: Drosch«. SoMlististbe flrbeiterjugenü Groß-Serttn. Führung durch die Ratioualgalerie für die Werbebezirke Tiergarten, Wedbing, Osten, Reukölln-Lichtendera und Reinickendorf am Sonntag, 6. März. Treffpunkt 10 Uhr vor den Kolonnaden am Lustgarten. Heule Sonnabend: Kottbuffer Tor: Jugendheim Relchenbcrger Str. 68. Mitgliederversammlung. — Reulölla VI: Spielen in der Königshcide. Treffpunkt 9 Uhr Hertzbergplag sgeitungskioÄl). Genossen anderer Gruppen sind eingeladen.— Friedenau: Zur Fahrt nach Betten Treffpunkt 4-6 Uhr Bahnhof Wilmersdorf-Friedenau. Werbebezirt Schönebcrg: Werbefahrt zur Gründungsfeier der Gruppe Betten. Treffpunkt heute, Sonnabend,%7 Uhr Bahnhof Schoneberg. Sonntag früh 7 Uhr Bahnhof Schöneberg. Henke Sonnkag: Humanuplotz! Fahrt nach Königswusterbaulen. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Prenzlauer Aller. Fahrgeld 60 Pst— Sasenheide: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr tbuffer Tor.— Sharlottenbnrq l Bebel und Lieblaecht):~~- hr« Brieselang. « Kam. Frai Treffpunlt 448 Ahr Bahnhof Charköttenburg, Haupteing. Fahrt bis Finlenlrug. Werbe bezirt Kreuzberg: Iugcndhrim Lindcnstr. 3. 744 Uhr Bunter Abend: »Unser Wandern.' «erdrdezlrk vfte»: Schulaula Frankfurter Allee 37. 744 Uhr Rerolations- feier. Werbedezirl Westen: Gemeinsame Treffahrt nach Brieselang. Treffpunkt für oll- Gruppen de» Bezirk» 11 Uhr Jugendherberge Brieselang. Werbebezirt Lichtenberg: Besuch der Nationalgalerie. Treffpunkt 10 Uhr vor der Galerie. Abend» Friedrtch-Ebert-Gedenliiier im Zugendheim Park- aue 10._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Sckiwar, Rot-Gold" Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr. 37/38. Hof 2 Tr. «auoorstaad. Achtung, Funltionärkonfercnzl Die Konferenz findet am Mo., d. 7., 8 Uhr, in der Etodthalle Klosterstratze statt. Der JB. Franz Künstler wird über das Thema»Reichswehr und Sowsetrrpublil' sprechen. Die für die letzte Funktionärkonferenz ausgegebenen Karten und die Borstandsausweis» haben Gstltigkeit.— Wilmersdorf: So., d. 5., treffen sich die Kameraden zum gemütlichen Brisammensein bei Kroih», Holsteinische Etratze. — Wilmersdorf! Sportllbungen Sonntag, d. 6., vorm. 9.40 Uhr. Treffen Bhf. Halensee.— Steglitz lKrei«): Antreten zum Wcrbcumzug Sonntag, d. 6., um 144 Uhr(nicht 1244 Uhr) auf dem Düppelplatz in Blu.»Steglitz. Pslichtreran» staltunq.— Tiergarten: Kameradschaft Hansa Mo., d. 7., 8 Uhr, bei Bcrger, Iagowsttatze, Vortragsabend:»Eindrücke aus dem neuen Frankreich,' mit Licht. vildcrn.— Pankow(Krci»)! Mo., d 7., 744 Uhr, Kreisgen.-Perf., Türkisches gelt, Breite Etr. 14. Bericht, Neuwahl des Krcisvorstandes, Verschiedenes.— Weitzensee: Sonnabend nachm. 3 Uhr Beerdigung des Kam. Rlckiard Borchert, Gcmeindefriedhaf, Noclckcstratze. Antreten'4 Stunde vorher.— Neukölla-Britzt Sonntag, d. 6., nachm. 8 Uhr, Antreten aller Kameradschaften mit Spielleutcn und Fahnen in Britz, Rudower, Ecke Werderstratze. Freie Verelnignna von Sternfrennden, Berlin. Berfammlung Sonnabend, 8. März, 844 Uhr, beim Vorsitzenden, Schuldirektor G. Freund, Halens««, West. fälische Str. 27», 1 Tr. Vortrag:„Das gadiakalicht.' Gäste haben nach vor- heriaer Anmeldung, Uhland 8623, unentgeltlich gutritt. Touristenverciu.Di« Naturfreunde', Zentrale Wien. Abt. Prenzlauer Berg: Sonntag 7.18 Uhr Etettiner Fernbahnhof. Melckaw— Nannenflietz. Verband für Freidenkrrtnm und Fenerbcftattuug. Waidmaunslust-Fre!« Scholle! Versammlung Sonnabend, 8. Marz, 8 Uhr, Restaurant Bcrgfchlotz. Vortrag und Wahl von Funktionären. Sriefkaften der Redaktion. R. B. 4. Ja.— G. H. 79. 1. Nein. 2. Nein. Im übrigen sind die Bestimmungen de« Mietvertrages matzgebend.— H. 21. Ist noch nicht gefetz- lich geregelt.— G. S. 1. Führen Sie gegen den ablehnenden Bescheid der Erwerbslvsenfürsorgestelle Beschwerde und verweisen Ei« auf das Rundschreiben des Reichsarbcitsministers vom 28. Dezember 1926. Der bisherige Unter- stützungsfall mutz fortgefetzt werden. 2. genttalverband der Hausangestellten, Engelufer 19.— K. D. 72. 1. 100 Proz. 2. Der Gemeindezuschlag zur Grund- rermögenssteuer ist auf die Mieter umzulegen. Die Umlage hat nach dem Verhältnis der reinen Friedensmiete für selbständige Wohnungen zu erfolgen. — W. F. 7. I. Grundsätzlich soll in einem gengni» nicht der Grund der Ber- ttagsauflöfung enthalten fein. Der Arbeitnehmer kann aber die Angabe der Gründe verlangen. 2. Die Versilberungskartc ist dem Arbeitgeber zum Ein- Neben der Marten vorzulegen.— M. H. 9«. 1. Ja, wenn 120 Bcitragsmonate auf Grund der Bersicherungspflicht zurückgelegt sind. 2. Ja.— G. B. Matzgebend ist der Arbeitsvertrag oder der Tarifvertrag, sofern ein solcher besteht. Gesetzlich ist die Frage nicht geregelt. Wetterbericht der öffentlichen weNerdlenslstelle fSe Berlin nnd Umgegend (Nachdr. verb.). Weilerhin lehr mild, zeitiveUe stärker bewölkt mit Neigung zu leichten Regcnsällen. Mätzige Winde auS südwcfllicher Richtung.— Fsir veuischland: Fortbestand der sehr milden Witterung. Stellenweise leichte Niederschläge. Mr iMttrn < Proz. der Tuberkulösen das Hochgebirge unentbehr- lich sei, daß aber auch von den übrigen zahlreiche Kranke aus der Behandlung im Hochgebirge große Vorteile ziehen würden. Der dritte Redner schließlich, kein Leiter einer Heilanstalt, sondern ein bekannter Kliniker Hamburgs, nahm einen vermittelnden Stand- punkt ein. verhehlte aber nicht, daß auch er das Hochgebirge nach feiner langjährigen Erfahrung sehr cmpsehlen könnte. Dieser Red- ner machte zugleich die ebenso richtige wie wichtig« Bemerkung, die vielleicht als der größte Erfolg des Abends zu buchen sein wird und nicht in Vergejlenheit ge- raten darf, daß nämlich in vielen Fällen ein Wechsel in der Heil statte notwendig sei, wenn sich nach ansang- lichem Erfolge ein Stillstand in der Heiltendenz zeig«. Auf jeden Fall zeigte der Ausspracheabend, daß Hochgebirgskuren, so um 800 bis 1000 Meter herum, bei der Behandlung der Tuber- knlose nicht zu eMbehrcn sind: mehr oder weniger sprachen sich alle Redner dafür aus. Wie steht es nun damit in Berlin? Hier gab es Ende Sep- tember des vorigen Jahres 2 6 906 nach dem Preußischen Gejeß vom 4. August 1923 in e l d e p s l i ch t i g e Fäll«. Dazu kommt «in Mehrfaches von solchen Fällen, die in einem weniger schweren Stadium sich befinden, im ganzen vielleicht schlecht gerechnet 100000 Fälle. Berlin könnte also dauernd«ine große Heilanstalt im liochgebirge füllen, wem, man selbst nur diejenigen 10 Proz. zählen wollte, für die das HochgebiiAe un- entbehrlich ist. Tatsächlich verfügt Berlin über keine solche Anstalt. Reben einigen in der Ebene gelegenen, die die meisten Kranken aufnehmen,' werden in nicht zu großer Zahl ewige Anstalten be- schickt, die in 500 bis 600 Meter Höhe liegen. Hier besteht also eine wirkliche Lücke, die um so empfindlicher ist, als privat« Vereinigun- gen. kleinere Städte, Landesversicherungsanstalten durchaus nicht so spröde sind und für«inen Teil ihrer Kranken das Hochgebiros- klima längst in Anspruch nehmen. Di« Verhältnisie sind gerade nach dtm Ausspracheabend auch in Berlin so weit gediehen, daß der Stadtverordnetenfratrion zu raten ist, unverzüglich auf den Bau emer Heilstätte an einer geigneten Stell« im Hochgebirge zu dringen und damit für die Berliner Bevölkerung zu schaffen, was ander- wer!? selbst in kleineren Verhältnissen schon lange besteht. Stand der Abend, soweit das klinisch-medizmische Gebiet in Frage kam, auf voller wissenschaftlicher Höhe, so kann da» gleiche von den sozial-medizinischen Ausführungen der Redner, auch eini- ger Diskussionsredner, leider nicht behaupter werden. Don vielen Seiten wurde vor„Beunruhigung des Publikums" gewarnt, man solle doch die Kuren im Hochgebirge nicht so sehr loben, da sonst niemand in die Eben« gehen werde. Dies« am« mögen otejeiven im chochgedrrae, Nordjee, Meran. Riviera oder in Aegypten gelegen sein. Diese Zwiespältiykeitder wissen. schaftlichen Auffassung ist aus die Dauer uner. träglich, sie muß Beunruhigung schassen, ja mehr noch Miß. trauen erwecken. Diese Beunruhigung wird auch dadurch nicht aus der Welt geschafft, daß man behauptet, der kranke Arbeiter könnte im Gegensatz zum begüterten Privatpatienten das Hochgebirgsklima nicht vertragen und er würde, wieder in seiner erbärmlichen Wohn- verhältnisie zurückgekehrt, viel leichter rückfällig werden. Gegen solch- Anschauungen ist das größte Mißtrauen am Platze. Wer, gesund oder krank, gezwungen ist, sein ganzes Leben lang in der Fabrik bei Lärm, Hitze, Zug, Räsie, Ruß. Staub und beizenden Ge- rüchen intensiv mindestens acht Stunden zu arbeiten, der wird wohl auch die„fürchterlichen gesundheitlichen Schädigungen" des Hoch- gebirgskltmas vertragen können. Und wenn das doch nicht der Fall fein sollte, so könnte man nach gutem medizinischen Grundsatz hoch- sten» folgern, daß der krank« Arbeiter in Etappen ins Hochgebirge gehen und ähnlich zurückkehren müsie, genau wie der Begüterte nach einer anstrengenden Kur in Karlsbad oder Elster ein« Rachkur macht,«he er s«m Heim aufsucht. Man würde sich mit diesem Vorgehen aufs glücklichst« mit der Anschaming von Profesior Brauer treffen, der sich, wie erwähnt, von einem Wechsel in dem Aufent- holtsortc besondere Erfolge verspricht. Auf jeden Fall sollen solche Einwendungen uns nicht abhalten, zu erklären, daß es höchste Zeir für Berlin ist. an den Bau einer Heilstätte in zirka 800 bis 1000 Meter Höhe heranzugehen. Dr. Roeder, Stadtarzt in Treptow. Um öen Serliner Fentralbahnhof. Die Umgestaltung des Berliner Fernverkehrs ist seit Jahren von führenden Architekten. Städtebau- und Vcrkehrsfachleuten als notwendig bezeichnet worden. Das Umsteigen der Reifenden, die von einem Fernbahnhof zum anderen wollen, ist immer mit weiten Wegen durch die Stadt verknüpft. Schon im Jahre 1910 wurde von den beteiligten Behörden«in Wettbewerb veranstallet, der die Zusammenlegung aller Fernbahnhöse zur Aufgabe stellte. Die damals eingereichten Pläne sind in den letzten Monaten in der Presse»nd in Fach- vereinen wieder lebhaft diskutiert worden. In der„Märkischen Arbeitsgemeinschaft der freien Deutschen Ata- demie des Städtebaues" Hut Regienin�sbaumeister Dr. ing. Sonntag einen neuen Vorschlag zur Z u> o m m c n> legung der Fernbahnhöfe vorgelegt. An der Sitzung der Akademie nahmen Vertreter der Reichsbahn, der Hoch- und linier- arundbahn und der Stadt Berlin teil, die starkes Interesse für diesen Borschlag bekundeten und den Wunsch äußerten, die.Ausführungen über den neuen Dorschlag gedruckt zu erhalten. Der bisherige nörd- lich« und südlich« Verkehr weist noch Dr. Sonntag immer noch fünf Kopf. bzw. Einzelfernbahnhöfe auf, nämlich den Stettiner, Lehner, Potsdamer, Anhalter und Görlitzer Bahnhof. Anzustreben ist ein« Vereinigung des Stettiner und Lehrter Bahn- h o f» zu«nem Nordbahnhof auf dem Gelände am Humboldt- Hafen und ein« Vereinigung des Potsdamerund Anhalter Bahnhof» zu einem S u d b a h n h o f auf dem Gelände südlich des Potsdamer Bahnhofs, wobei dieser nach Süden verschoben, der Anhaller Bahnhos dagegen ganz fortfallen würde. Der G ö r l i tz e r Bahnhof wird entbehrlich, wenn sein Fernbahnvertehr über Reu- kölln, Südring, Tempelhos, Südbahnhof entlang bereits vorhan» denen Bahnkörpern in die nordsüdliche Durchganyslinie geleitet, fein Vorortverkehr über Treptow und Stralau entlang gleichfalls bereits vorhandenen Bahnkörpern in die ostwestliche Linie geleitet oder wenigstens bis zu dem entsprechend als Umsteigebahnhof aus- zubauenden Ringbahnhof Treptow durchgeführt wird. Der neue Nordbahnhof würde zugleich Bahnhof der ostwestlichen und der nordöstlichen Linie und damit ein zentral gelegener Um- steigebahnhof für den Bahnverkehr, nicht aber ein Zentral- oder Hauptbahnhof im allgemeinen Sinne als zentraler Verkehrs- punkt des Straßenverkehrs werden. Für den Umsteige- verkehr von den tiefliegenden Bahnhöfen der nordsüdlichen Linie des Nordbahnhofs und der hochliegenden der oft- westlichen Linie koinmen Aufzüge und Rolltreppen als be- währte Verkehrsmittel in Betracht. Mit dem Fortfall der enr- behrlich werdenden Anlagen der Stettiner, Lehrter, Potsdamer, Anhalter und Görlitzer Kopfbahnhöfe einschließlich entsprechender Gletsftrecken würde umfangreicher Gel än degewinn zu verzeichnen fein, der zur Verbesserung der Stadtanlage und zur Der- Minderung der Baukosten verwertet werden könnte. Die Bahnhofs- hallen und Empfangsgebäude können nach entsprechendem Ausbau anderen, auch öffentliche» Zwecken dienstbar gemacht werden, z. B. als Schwimm-. Sport- und auch Markthallen mit Bahnanschluß. Für die Verbindung von Nord- und Südbahn- Hof dürfte es genügen, wenn Fern- und Stadt- einschließlich Wannseebahn mit je zwei Gleisen durchgeführt werden, wobei die Lichter- felder und Zossener Vorortbahn aus dem Südbahnhos mit Kopfbahu- steige» endigen könnten. Es kommt also ein viergleisiger Ausbau in Frage. Der Südbahnhos ist in der Höhe des Hochbahnhofes Gleisdreieck zwischen den Hochliahnstrecken Gleisdreieck-Kurfürsten- ftraße und Gleisdrcieck-Bülow mit Front des westlich vorgelagerten ~" sgebäudcs zur Achse der Kurfürstenstraße vorgesehen. Die Fernhallc hat zwei Durchgangsbahnsieige, je einen mit zwei Gleisen für die Richtung noch Norden und Süden. Die Stadt- und Vorort- Halle hat dcct Bahnsteige: zwei Durchgangebahnsteige mit je zwei Gleisen für die Stadt- und Wannseebahn und einen Kopfbahnsteig für Vorortbahnen nach Lichterfelde und Zossen. Nördlich des Bahn- Hot- vor dem Schöneberger User vereinigen sich je zwei Durchgangs- gleise zu einem Gleis, so daß vier Gleise durchzuführen sind. Dies geschieht zunächst in schräger Längsrichtung über den Landwehr- kanal bis zur Ecke Augusta- und Linlstraße. von da in der Diagonale durch den Häuserblock Eichborn-, Link-, Augusta- und Potsdamer Straße. Und zwar liegt die Straße voni Schöneberger Ufer bis zur Potsdamer Ecke Cichholnstraße, von wo sie unterirdisch zur Maraarelenftraße verläuft. Die Schellingstraße wird mit neuer Randbebauung in der Weise geschwenkt, daß zu beiden Seiten der Bahnrampe 1: 40 le etne Straße geschossen wird. Von der Potsdamer Straße werden die Gleise der Untergrundbahn im Zuge von Margarotenstraße, Lik- toriaslratze, Siegcsallee, Platz der Republik und Alsenstraße unter der Spree zum Nordbahnhof geführt. vre Lehrerbefolüung. In einer stark besuchten Versamnrlung des Berliner Rektoren- Verbandes, in welcher Abgeordnete aller Parteien, auch der SPD. (Rickcrs und Traudt» zugegen waren, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen:„Die ain 25. Februar 1927 in den Bis- inarcksälen tagende außerordentlich stark besuchte Versammlung des Berliner Rektoren-Lereins erhebt mit tiefster Empörung einmütig Einspruch gegen die durch nichts gerechtieüigtc Ausschließung der Aolksschullehrerfchaft bei der sogenannten kleinen JetzV brauche ich meine Kinder nicht mehr zu vernachlässigen: Fürmich wäscht je+z das selbsttätige Waschmittel V'';'-■'. v'. 1■■■■■'' y-m■ �.. k-■■v.: v."; HALPAUS- PAPITÄT N"?aoo der weisse Rabe unter den iPfjOgaretten. W&rum? • W gerade Der, der mit dem einzelnen Rennig rechnen muss. Etivaa Begonderes bekommt. RARITÄT N9 200 ist die meistgerauchfaweil weitaus beste 4 Pfg. Cigarette Deutschlands.
Vsfoldungsreform. Nachdem Temsenden von Beamten km laufenden Haushaltsjahr ein Härteausgleich zugebilligt ist. fordert sie aus Gründen der Gerechtigkeit, der Staats- und der SchulpoliNk, daß die Novelle zum Bolksschuldiensteinkommen-Desoldungsgesetz, wie sie im Juli 1926 vom Ministerium für Wissenschast, Kunst und Volts- bildung vorgelegt worden ist, sogleich durchgeführt und damst jähre- lang erduldetes schweres Unrecht endlich beseitigt wird." die Reform üer Wohlfahrtsverwaltung. Im Rahmen der vom Hauptausschuß für Nrbeiterwohlfahrt ver- anstalieten Vortragsabende sprach Gen. Dr. Hamburger über das oben angegebene Thema. Die Reform der Wohlfahrtsverwaltung ist ein Teilproblem der Reform der Verwaltung. Die Reform der Wohlfahrtsverwaltung ist für uns verbunden mit unserem Streben nach Demokratisierung der Verwaltung in sachlicher und personeller Beziehung. Sie ist für uns auch eine Rationalisierung zur Herbei- Führung der zweckmäßigsten Art. mit geringstem Auswand größte Ergcbnisie zu erzielen. Keine Verwaltung läuft so leicht Gefahr, wie oie Wohlfahrtsverwaltung, mit einem- unwirtschaftlichen Aufwand zu arbeiten, der dem Zweck« einen Teil der für ihn in Aussicht ge- nommenen Leistungen entzieht. Die Unfcrtigkeit der Reichsorgani- sation hat sich auch in der Wohlfahrtsverwaltung ausgewirkt. Dem Reiche steht lediglich die Wohlfahrtsgesetzgebung zu. während die Wohlfahrtsverwaltung Sache der Länder und Gemeinden ist. Die klare Scheidung ist allerdings dadurch oerwischt, daß das Reich in mehreren seiner Haushaltspläne, dem Reichsarbeits- und Reichsinnen- Ministerium Mittel für Wohlfahrtszwecke eingesetzt hat. Werden solche Mittel in den Gesetzentwurf mit aufgenommen, dann entstehen auch auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege für das Reich Ver- waltungsaufgaben und damit Doppelarbeiten. Di« Beteiligung an den Wohlfahrtsarbeiten des Reiches muß mit einem Finanzausgleich, der den Aufgaben der Länder und Gemeinden gerecht wird, ver- schwinden. Die Art der Verwendung der Mittel durch das Reich läßt darauf schließen, daß die Reichsbureaukratie mit der Einstellung dieser Mittel in den Etat politisch« Sonderziele verfolgt. Die Ver- Wendung der Mittel muß den Ländern überlassen bleiben, denen nach einem bestimmten Schlüsiel die Gelder zugeteilt werden. Das Reich bemüht sich sogar, eigene Reichssiedlungsbehörden zu schaffen. Ueberall in den Reichsinstanzen tritt deutlich das De- streben zutage, neben dem Behördenapparat der Länder noch«inen eigenen aufzuziehen. Das Reichsarbeitsministerium ist sogar soweit gegangen, sich zur Verteilung seiner Mittel besonderer Organisationen der privaten Fürsorgeverein« zu bedienen, ohne daß die Träger der öffentlichen Wohlfahrtspflege erfahren, wohin die Gelder im einzelnen fließen. Alle Reibungen und Ddppelzuständigkeiten führen zu Doppel» Unterstützungen, vor allem aber zu einer Schwächung der Wirkung»- Möglichkeiten und des Ansehens der öffentlichen Wohlfahrtspflege. Nicht nur zwischen Reich und Ländern, sogar in den Ländern selbst ergeben sich immer wieder Doppelzuständigkeiten. So üben in Preußen der Minister für Volkswohlfahrt, des Innern und für Handel und Gewerbe die staatliche und Selbswerwaltungs-Wohlfahrtspflege aus. Die staatliche und Selbstverwaltung in Preußen verlaufen in zwei getrennten Strömen zwischen der Kreisinstanz und der Staats- leistung und die Funktionen der staatlichen Mittelinstanz oerteilen sich abermals auf zwei DeHörden, die Oberpräsidenten und die Re- erungen. Dadurch sind in der Wohlfahrt?- und Jugendpflege eine eihe von überflüssigen und kostspieligen Behörden- apparaten eingeschaltet. Die Tatsache, daß Bezirksfürsorge-, Landesflirs ovgeverbänd«. Regierungspräsidenten, vverpräsidenten. Wohlfahrt», und Innenministerium Fonds zur Verteilung von Wohl- fahrtsunterstützung erhalten, zu denen das Reichsarbeits- und Reichs- innenministerium Mittel zuschießen können, schafft ein swrtes Durch- einander in der Finanzierungsfrage. Diese Zustände können allein geändert werden durch die Der- wirtlichung des Reichsgedankens, der Einordnung der Länder als Reichsprovinzen. Um zu diesem Ziele zu gelangen, ist vor allem wichtig, die Selbstverwaltung der Provinzen zu stärken. Di« Reform der Wohlfahrtsverwaltung vom Reich bis zur Gemeinde unter diesem Gesichtspunkt muß unser Ziel sein: Eingestellt auf die stärkste Herausarbeitung der Reichseinheit, die politisch brauchbare Lösung des Berhälwisies von Reich und Ländern. Sie muß sich stets bewußt bleiben, daß sie auf ein Minimum an Aufwand be- schränkt sein muß, um ein Maximum von Ergebnissen zu erzielen. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern hat der Pflege der Wohlfahrt zu dienen und muh diesem Zweck ihre Form anpassen. Niedergelegte Staütverorönetenmanöate. Ein Oberverwaltungsgerichtsentscheid. Die Stadtverordnetenversammlung in Wansleben setzte sich aus IS Mitgliedern zusammen, von welchen 8 dem Rechtsblock, 3 der unpolitischen List« und 4 den Sozialdemokraten angehörten. Für die Stadtverordnetenversammlung besteht seit 1919 eine Geschäfts- ordnung, wonach die Stadtverordnetenversammlung nur beschluh- sähig ist, wenn zwei Drittel der Mitglieder anwesend sind. Um die Auflösung durch andauernde Beschluh- Unfähigkeit zu erzwingen, � hatten verschieden« Stadtverordnete ihr Mandat niedergelegt. Als sich aber herausstellte, daß die Bestimmung der Geschäftsordnung in§ 12 hinsichtlich der Be- schlußunfähigkeit der Städteordnung widerspreche, widerriefen die betreffenden Stadtverordneten ihre Niederlegungserklärung. Der Regierungspräsident erließ einen Bescheid, wonach der Minister ent- schieden habe, daß 8 12 der Geschäftsordnung unwirksam sei: die Vorschrift der Städteordnung, daß zur Beschlußfähigkeit mehr als die Hälfte aller Mitglieder anwesend sein müssen, könne nicht ab- geändert werden. Was die Erklärung über die Mandats- niederlegung anlange, so habe der Minister entschieden, daß sie unwiderruslrch sei. Die betroffenen Stadtverordneten seien nicht mehr berechtigt, an den Sitzungen der Stadtverordnetenoer- sammlung teilzunehmen. Nunmehr erhoben P. und Genossen Klage beim Bezirksausschuß mit dem Antrag«, den Bescheid des Regie- rungspräsidenten aufzuheben, da die Riederlegung der Mandate nur in der Annahme der Rechtswirksamkott de»§ 12 der Geschäftsordnung erfolgt fei; für den einzelnen Stadtverordneten bestehe keine Beranlassung, die Gültigkeit der Geschäftsordnung anzuzweifeln. Der Bezirksausschuß wies aber die von P. und Genossen erhobene Klage als unzulässig ab und betonte, das Berwaltungsstreit- oerfahren finde nach S 54(2) des Landesverwaltungsgesetzes nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen statt. Bei der angegriffenen Verfügung handelt es sich nicht um einen mit Rechtsmitteln angreif- baren Bescheid, sondern um eine Rechtsauskunft: die Feststellung der Listennachsolger unterlag der Entscheidung des Gemeindevorstandes, gegen welche Einspruch und Klage erhoben werden könnte. Dieses Urteil griffen P. und Genossen mit der Berufung beim Oberverwal- tungsgericht an und behaupteten, es handle sich um mehr als eine Rechtsauskunst: der Magkstrat habe auf Veranlassung d« Reglerungspräsidenten nichts unternehmen dürfen, bis der Minister ent- schieden habe. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte aber die Ent- scheidung des Bezirksausschusses als zutressend und führte u. a. aus, der Vorderrichter habe die Klage mtt Recht wegen Unzulässigkeit abgewiesen. Die Verwaltungsgerichte haben die Pflicht, ihre Zu- ständigkeit zu prüfen. Nach den Vorschriften des Landesverwaltungs- gesetzes greife das Verwaltungsstreitverfahren nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen Platz. Es gebe kein Gesetz, das das Verwal- tungsstreitverfahren gegen Verfügungen des Regierungspräsidenten der in Rede stehenden Art zulasse. Standiae Abnahme der Pferde in Berlin. Die Viehzählung in Berlin vom 1. Dezember 1926 hat ergeben. daß die Z a h l d e r P f e r d e im vergangenen Jahre um 1406 oder 3.1 Proz. zurückgegangen ist. Immerhin sind noch 44 528 dieser treuen Tiere vorhanden. Der Verkehr mit automatisch an- getriebenen Fahrzeugen aller Art ist in st ä n d i g e m Steigen begriffen. So hat die Reichspost die Umstellung des Pserdebettiebes in einen Kraftwagenbetrieb jetzt vollendet und d i e letzten Pferde abgeschafft. Die schon 1925 beobachtete Verringerung der Zahl der Reit- und Luxuspferde ist im letzten Jahre weiter fortgeschritten, ebenso die der Rennpferde. Auch die Spediteure und andere Firmen haben ihren Bestand an Pferden ver- kleinert. Bei der Entwicklung, die der Autoverkehr in unserer Stadt nimmt, wirken die viel langsamer fahrenden Pferdegeschirre oft geradezu als ein Hindernis. Oft halten die schwerbeladenen Last- wagen, die wegen anderer stillstehender Wagen oder sonstiger Hinder- nisse nach der Mitte der Straße ausbiegen müssen und sich nun lang- sam auf den Gleisen der Straßenbahn weiter bewegen, den ganzen Verkehr aus. Aus der anderen Seite ist die Frage, ob der Kraft- wagenbetrieb in j e d em Falle billiger und zweckmäßiger ist, durchaus noch nicht endgültig entschieden. Die bisher nach dieser Richtung angestellten Untersuchungen scheinen zu dem Ergebnis zu führen. daß der Autobetrieb auf längere Strecken unbedingt das Billigere ist. Dagegen sind die Pferdegespanne zweck- mäßiger bei kurzen Strecken, wie z. B. bei der Müllabsuhr, bei der der Wagen immer nur um einige Häuser weiter sortbewegt wird. Bei der städtischen Müllabfuhr werden zurzeit Versuche mit den ver- schiedenen Systemen gemacht. Das oben Gesagte gilt besonders für die Verbrennungsmotoren, dagegen dürften sich elektrisch angetriebene Kraftwagen auch bei kürzeren Strecken und häufigerem Halten und Anrücken bewähren. Die Spreng- und Kehrmaschinen der städtischen Straßenreinigung werden mit elektrischer Kraft angetrieben, und ihre Verwendung hat sich im ganzen bewährt. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß das Straßenbild Berlins das Pferd noch lange Zeit neben dem Auto zeigen wird. Eine neuzeikliche hansfrauenfchnle eröffnet der Hausfrauen- verein Tempelhof-Mariendorf, e. V. Anfang April im He n- riettenhaus Morienfelde, Kolonie Marienfelde, die dickst am Bahnhof gelegen sst oder mit der Straßenbahn 199 in 15 Minuten von Tempelhof erreicht werden kann. Die Schule be- zweckt die Vertiefung der hauswirtschaftlichen Kenntnisse für An- gehörig« aller Kreise. Vorgesehen sind neben Vollkursen auch Einzel- kurse, die je nach Bedarf vormittags, nachmittags oder abends statt- finden sollen. Anfragen sind vorläufig an Frau Michels, Berlin-Neutempelhof, Hohenzollernkorso 11, zu richten. Gewlnn-Auszog S. Klasse 28. Prenhisch-Süddeatsch«(254. pre-ß.) KlassenloNerk (Inf icvc etioatnt Nummer find iisci gleich Hobe 4k» Winne gefallen, und»war I« einer auf die Löf« gleicher Nummer in den beiden«bteilnngen 1 und 3 20. Zlehnngstag 3. März 1927,»achmittagi Ohne Gewähr Nachdruck verboten Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 4 Gewinne zu je 10000®if. 177042 313438 4»tioitmc»0 jt 5000 SKI. 133101 303674 8»tlriime ju j« 3000 Kf. 97940 118034 303636 312728 10»ewittne ju je 2ÜOO»K. 74549 131948 201269 226930 329024 34»tlrmnc ju jt 1000 9«. 36117 41824 47832 52679 53072 73679 94095 113075 133016 164404 172366 203928 238306 285062 232388 297682 316347 78©tmiime zu jt 500 Ml. 6526 26806 29843 32645 34996 43670 48290 52716 56762 68708 78621 82402 82745 101747 105072 110176 110735 116782 129087 136858 166614 164363 180993 191536 204166 203798 212959 221813 223679 243176 246965 272762 279487 283584 305062 309717 325589 337787 337916 204«-Winne zu j- 306«1. 2132 8825 9353 137,3 14240 17200 21317 29067 34081 38707 42932 44291 50557 52703 56951 56650 «3385 72942 75324-98369 99606 105844 106797 109127 113753 118994 121024 122255 127362 129340 129538 133609 138527 138949 143339 147758 152104 181683 182004 163843 165996 167272 168239 168289 166839 169683 174435 175678 178285 188103 189577 193740 196877 197291 197363 204093 210150 210617 210887 211293 212020 213270 215)68 222431 224638 234645 241178 248094 243240 251494 257908 258514 260894 262025 267782 269684 273006 285610 287704 286830 289473 292417 293715 294608 300887 309379 312950 313034 313284 313430 315202 321061 323534 324294 325809 332449 333059 336004 336995 338454 340088 349029 21. Zlehungstog 4. März 1927, vormittags ES wurden Gewinne«tber 150 Mark gezogen 2««»Inn- ,u j« 10000 Ml. 159203 4 Gewinn«|lt J« 5000«1 40087 141588 6 Gewinn« ,u j- 3000 Ml. 68707 216577 324711 42 Gewinn- ,u je 2000 Ml. 26991 30477 48662 78065 165595 13641? 133031 146002 161828 180045 189076 192175 206302 210414 271797 234049 287940 289741 303741 316471 335679 14 Gewinne ju t« 1000 OT1. 8678 41845 95303 104608 146223 288894 327203 78«-Winne|U je 500 SU. 0170 38841 48650 54699 56131 67496 78567 90985 92962 93636 118104 120098 130022 136344 139081 1474-15 151053 156304 175044 181285 184109 209105 218078 226428 226831 237856 237884 253306 264873 279434 279628 300779 304483 306408 309293 315959 324516 328518 344708 222«citimiu ju)t 300 Ulli. 4759 9659 11147 11994 22238 28202 34647 35635 36798 38643 43105 44230 46173 46926 51533 61627 62562 65320 66714 68297 69191 80782 82199 91347 05160 100729 106772 114475 116217 118249 118357 119945 121901 123685 125579 127174 129595 130094 139163 139239 143204 143519 146970 150024 150554 158348 164827 165162 165998 168923 169378 171009 171974 176443 178640 178953 179664 183538 184116 187248 190384 192966 193307 197331 199547 209800 210496 212045 214003 214884 219645 223236 223370 224421 227894 229753 230987 232763 233999 236194 237167 245646 245378 253029 253338 267957 280718 280721 282769 282851 300136 303501 307379 309113 309336 300876 316075 217206 317464 319654 321321 322737 322770 333782 334576 334732 343327 343880 346258 349035 349490 Volks büh ne Theater« Lichtspiele usw. Staats-Theater Opernhaus n. Platz d.Republ. 8 U.: Royal Palacc MeUter Petroa Puppenspiele Schausplclhnus 7 Uhr: Andacht zum Kreuz Schiller- Theater 8 Uhr: Journalisten Stülisdit Opei Charlotten bürg 7' 3 Uhr; Zaoberflöte Abonn,-Turnus Iii. WM liieater Norden 10334—37 8 Uhr Bonaparte von Fritz von Unruh i«7li Gustav Härtung Honta;, den 7. März fieifliardtf.Giisisera!) Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr Die Gefangene von Bourdet Max Reinhardt fieürapoi- meat. Täglich 8 Uhr: ZirkupriDzessiii Die Komödie BlsmarA 2414. 75l(- S'l, Uhr: Die Perle von Tristan Bernard Regit: Fmlar larringt Heute Nacht vorsl eilung 11 Uhr: Ranh ein Kfnll IheaUHollenilorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in»Müllers* Thalia-t Realer 8 Uhr: Du DDtige Sdabw Nollendorf 7360 8 Uhr: a und die übrigen Sensationen! luBthuA o. Inntagi 2 Vorstellungen 3* und 8 Uhr. Jx zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm Hraitn an BBIofgiah Täglich 8 Uhr: Traumspiei Morgen 8 Uhr; Traumspiel 3 Uhr* CASINO-THEATER» Uhr DasenteYoUkiD dieser Spieizelt Familie Habenichts I iltusmn einen! Gutschein 1—4 Pers. Fauteuil nur 1 Mk_ Sessel 1,50 Mk. TU. am SdiifftosnlEntn 8 Uhr: Bat Grabmai des oabekaDBlen Soldaten. 1 Komische Oper Aliabendllcb SV, Uhrt fänden des"Weit Die weitstädtische | James» Klein» Revue I 1 Sonntage nachm. 1 Kind frei| bei halben Preisen. I Tlntetm» iflOJIhr ewslntndiM pWfwtJ ftelchshalien-Theater Abends 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Steltiner Sänger Bn viiHlinolle Märi Piogrsinnl NiMtüis; halbe Preise. Volles Prmraimnl uönhoff'Brett'i Varlct«, Konzert, Tanz. Wallner Theater 8>, Der Schlager SV, Das blonde Wunder Sonntag 3'/,; Raab 0. lablnerlnnen. Kailsr- Keime Theater Im Admiralspalast Täglich 8V. Uhr AniLafis ?!«n»,tm!«li»V«1 a 3 u. 8'', Uhr: 6 Nachm. die ganze Vorstellung zu halben Preisen! «■" irtanoa-Thenier 8»/, Uhr: MiWWM ;1itrW hssndlidxn mteten Zentral» Theater Täglich 8 Uhr: tputtti m hiitii Rupf. Sra. i. aulk. Ldim: 3. WmlvDtrs, tlfirun, Klei». Usiilsd. dinui, WiHn, Ukn Inlerieren brlBBr» ERPOLQi ICIRCUS ÖUhr-'Scfnfoft "«? /Mörz- C? Rum»»» "•* N Htm Sehens- Würdigkeit DE, »SkSB 100 Qalilongs-.Rib«! ■.RekUmemarken gegen Nachahmung gesetzt, cesen. fertigt se>t 45 Jalir. als Spexlalltil Conrad ffllllcr Schkeuditz. Leiozlg ry-jdhHP Th.KSnig rätz St. Hasenheide 2110 8 Uhr: Di« treue Nymphe Elisabeth«ergner tiomOdlentiaui Norden 6304 8 Uhr: üm-M Kitirh, ,. nillnBi, tratnwdhr. wauurtio-Theai. ünilorgsve] Ilgl. 8", Nur noch venige Tage! Sonntag 4Vi n. 8'/,: Bs war einmal In Heidelberg: Vorzeiger dies, zahlen für Park. 60 Pf. Sonntag,nchm.3U.: Struwwelpeter ftose-Ttaeater 4 Uhr: Botuappdieii 8V, Uhr: Das Mädchen von der Lamdslrane lillnkgrj-aäiiDBi Iiis Künstler- Th Ridurd Tubir, Ritilcw; 8 der Zarewilsch Lesslng-Thester 8 U.: Der Patriot »eiruf. HertMf 100000000 üustspielhaus 3", Uhr; 1 1(i'is Ihlshdnr füiirra-BinJungi »00000000 Ä5afserwellen- �CSettbewerb der Fachabteilung der Damenfriseure des Arbeitnehmerverbandes des Friseur- und Haargeiverbes, Zweigverein Berlin morgen, Sonntag, 6 Uhr, in Haser- lands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35 (Eingang Rochstraße) oo Wasserweller aus Ii DerbandSortcn beteiligen sich am Wettbewerb um den Äerbandsi'chjib. Das Preisgericht bilden die Herren LaumgärMcr, Bromberger, Klurznik, Lorbeer und Dötte. Eintrittspreis i5l) M. Anschließend Tanz. w-ä SARRASANI NEUE AUTOHALLE K A. S E H O A N! Nl Täglich 7.30. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag auch 3 Uhr, Kinder halbe Preise Erik Charell bringt im Grossen Schauspielhaus tAgl. d thr, b'onnttg n-.cbm. 3 Uhr BBftektirBt«o 57 m. Fr l*rn itfia üi&siruetlJfal tod Btmaner and Schanzer. Musik: Walter Kollo m:t MBrftm/MiaSnlra Denera. Coblscnir.ski. Held. Plessow, ."t&rparcto Kupfer, Wilhelm Brnüoiv, Paul Weslcrmeler, Ddblin v. Ledebur. Pittschan, v. Woiowsky u. a. Cim Parlten lananaczier, Hew-lBik Der Rgiii erlreg wird der FmKttnndo A 9.;ur„eünJtlcr in Hot" zng tOhrL verleih von hocheleganten Deicl!- lchofisanzllucn. slosenthaleisliake 4. Notdcn�633Z._____________* Bcttenottlanf! Neue 9,75! 15,-1 Vrachtuolle 22,50! 27-50! k-ttwüsche! Eleppde-kenl Tülldecken! Inletts!«Illes fpottbill-gl Nein« Lombardware! Leih- hniis. Vr.inncnliraße 47.- I getragene I-ckettanzüqe, Danch? EmoUnganzllg«, Saillmmiitttel, hwerz Tanz- Elefanten Jetzt-Vi WINTERGARTEN im narz-snieniiiui: Femer: Prof. Wleeentfail/ Klara Karry in ihren Vorträgen. 4 A fnlcnuHionolo m ■v UDBstKraite lv Ermfift. Preise | Wenig � , Pelzsock-n 40,—,'SSoIlajicgcn 10,—, iSluntsftagen, sämtliche Vel?artcn luo'.t- billig. Leihbans, SPofentboTer � or, ! 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Ja. zu bezadien, soda- vom genannten Tag» ab der Veitrag wiederum 2,00 Mk. beträgt. > der Beitrag wiederum 2,00 Mt. beträgt. Dar Sanvorsianb. illig-n Preisen im Leihhans Lowicki, Prinzenstraße 102, eine Treppe,«eine Lsmbardware._____» verleib ha-beleganter Gesellldiasts. Anzüae Leihhaus Lawicki Prinzen- llratze>05 Senia acteagene Frackanzüae. Smo- kinganzüge. Dehrockanzüge. Jacketlnn. züg« Rockpaletots, Eniamay.Rnzüge Taillenmäntel, für lebe Fiaur passend Spezialität: Bauchanzüge, spottbillig valpern. Rosenthalerstt. 4, erste Etage. Arbeitsmarkt Händler finden guten Verdienst durch Verkauf meiner Eukalnptns- und Wa» cholderdonbons, Pfefferminz. Wacholder- und Malzextrakt, F>d)tmnadclpräxarate, jCeifen und anderer Spezialitäten. non Willi Schulze, Eächfen 27.• ! Preisliste umsonst 'Olbcrnhou in End nserate lm vorwärts sichern Lrfolg! perkEkw tür Kälteanlagen sofort gesucht. Kupferschmiede und Rohrleger bevorzugt DU I» M» AI Snamsehulenwe«. sCICa �Za Ma kka U»a KielUolzsintlie ,7»/, 78