Nr. TIS ♦ 44.?aheg. Ausgabe A Nr. 56 Bezvgsprei». WSch-ntNH 70 �Sfennio, M-w-tli» 8,- Rcichzmark ooioks»ahlbar. Unter Äteiabani für D-utlckland. Dan»ia. Saat- unb Memelaebiet. Oe(ttttei4, Litauen. Luitmbut« 4,50 Reich-matt, für da» ttbti«« Au-land 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.Dorwärt»� mit ber Multrier» t-n Sonntaosbeilag«»Boll unb gril* towie den Beilagen.Unterhaltung uno Wissen',»Aus ber ffilmwelt'. .Frauenstimme',.Der Rinber» freunb', ,Lugenb»BorwSrts' unb .Blick in die Bilcherwelt' erscheint wochentäglich»weimal, Sonntag- unb Rontags einmal. TeI««ramm»Abreffe! .Sozialdemokreit varlin- Sonntagsausgabe Derlinev VolKsblÄtt (iS Pfennig� Anzeigenpreise: Di««intvaltig» RonvareiOe- »eile 80 Psenni«, Retlame, eile 5,— Reichsmark..AIcIbc«»»eigen' das settgebruckte Wort 25 Pfennig l,ulässta»wei fettgebruckte Wortes, lebe» weiter» Wort 12 Pfennig. Etellengeluch« das erste Wort li Pfennig, iebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte vber 15 Buch- staben»ählen für»wet Worte. «rbeitsmartt geile 80 Pfennig. ika«ilienan»eigcn für«bonnentcu geil« 40 Pfennig. «»»eigen für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags im Kguvtgefchäft, Berlin SW 88, Linden. strafte 8. abgegeben werden, ffieüffnrf von 8lb Uhr früh bi» 6 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemohratifcbcn Partei Deutfchlands Neöaktion und Verlag: Serlin SV. SS, LinSenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SSÄ— SS7. /llles für öen Sürgerblock. Der Umfall der christlichen Gewerkschafte«. In unserer gestrigen Zlbendausgabe haben wir die Er- klärung des ADGB.. des Gewerkschaftsringes(Hirsch-Duncker) und des AfA-Bundes zu dem Notgesetz der Reichsregierung veröfsentlicht. Diese Erklärung stellt fest, daß der Regierungs- cntwurf weder den Arbeitenden noch den Arbeitslosen nennenswerte Vorteile, ja sogar teilweise erhebliche V e r- schlechterungen bringt, nicht im mindesten den berech- tigten Wünschen der Arbeiter und Angestellten entspricht, nichts von dem erfüllt, was alle Gewerkschaften, e i n s ch l i e ß- lich der christlichen gefordert haben. Die Erklärung stellt weiter fest, daß auch heute noch der einmütige Wille der gesamten Arbeiter und Ange stell- ten hinter den Forderungen der Gewerkschaften steht, wenn auch aus politischen Gründen der christliche Deutsche Gewerk- schaftsbund glaubt, diese Erklärungen nicht unterzeichnen zu können. Dazu läßt der Deutsche Gewerkschaftsbund durch die schwerindustrielle„Telegraphen-Union" folgende Antwort verbreiten: Der Deutsche Gewertschaftsbund erklärt, daß der vorliegend« Entwurf eines Arbeitszeit-Notgesetzes den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer nicht entspricht und halt eine Reihe von Verbesserungen für unbedingt ge- boten. Er wird sich mit allen Kräften für die Verwirklichung seiner berechtigten und wirtschaftlich vertretbaren Forderungen ein- setzen. Die Behauptung der freien Gewerkschaften, daß die christlich- nationalen Gewerkschaften eine geineinsam« Erklärung aus politi- schen Erwägungen abgelehnt hoben, ist dahin zu modifizieren, daß sich die christlichen Gewerkschaften bei ihrer Stellungnahme allein von Erwägungen leiten ließen, wie den Interessen der Arbeit- nehmerschaft am besten zu dienen ist. In dieser Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbundcs ist bemerkenswert, daß fast wörtllich wie in der Erklärung der Spitzenorganisationen der Gewerkschaften festgestellt wird, daß der Entwurf des Arbeitszeitnotgesetzes den berechtigten Forde- rungen der Arbcttnehmer nicht entspricht. Wenn dem so ist, dann würde der Umfall der Christlichen Gewerkschaften unverständlich sein, wenn er nicht von p o l i- tischen Erwägungen diktiert wäre. Diese politischen Er- wägungen sind so klar, daß es sich fast erübrigt, sie besonders hervorzuheben. Die Vertreter der Christlichen Gewerkschaften im Reichs- tag gehören samt und sonders den Parteien des Bürgerblocks an. Im Bürgerblock bestimmen aber nicht die Christlichen Gewerkschaften. Sie werden dort, wie ein so eminenter Kenner der Verhältnisse wie das Mitglied des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes und deutsch- nationaler Reichstagsabgeordneter Lambach kürzlich fest- gestellt hat, von den Vertretern der Unternehmer an die Wand gedrückt. Wohl hat Herr Stegerwald in seiner bekannten Rede im Weltwirtschaftlichen Verein unmittelbar nach der Etablierung der Bürgerblockregierung erklärt» daß die christlichen Gewerkschaftsvertreter nicht gewillt seien» in der Frage des Achtstundentages den„billigen Jakob" zu spielen. Er hat hinzugefügt, daß, wer regiert— und damit meinte er ganz richtig die Deutschnationalen und die Volks- parteiler— auch Opfer bringen müsse. Nun haben die Christlichen Geweickschaften sich selbst zum Opfer gebracht. Sie haben sich geopfert l m Interesse des Bürgerblocks. Der Bürgerblock steht ihnen höher als ihre eigenen Forderungen, höher als die For- derungen der christlichen Arbeiter, höher als das klare Interesse der Arbeiterschaft und des Gemeinwohls. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlichte in der Abendausgabe vom letzten Donnerstag, zu einem Zeitpunkt, als die Christlichen Gewerkschaften noch schwankten zwischen ihren Pflichten und den Verpflichtungen gegenüber dem Bürgerblock, einen Artikel, in dem den Christlichen Gewerk- schasten die Marschroute vorgeschrieben war. „Wir.... möchten unsere schweren Bedenken gegen den Plan einer gemeinsamen Aktion(der Gewerkschaften) nicht oerschweigen. ... Es ist begreiflich, daß sich bei direkten Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die verschiedenen Ge werkschaften«inander nähern können, wir würden es aber nicht verstehen, wenn sich bei der parlamentarischen Crledi- gung eines Gesetzes die schärfsten Gegner der Regierungskoalition und die christlichen Gewerkschaften unter Stegerwald zusammen- finden würden." Die Christlichen Gewerkschaften sind eingeschwenkt in die Einheitsfront des Bürgerblocks. Die Erklärung, die sie nun ausgerechnet durch die schwerindustrielle „Telegraphen-Union" zu ihrer Rechtfertigung veröffentlichen, wird ihnen unter ihren Anhängern wenig Freunde werben. Di« christlichen Arbeiter im Westen wie in Oberschlesien, die unter dem ungeheuren Druck der Ueberarbeit, verbunden mit einer beispiellosen Arbeitslosigkeit, schmachten, werden auf die durch keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit diktierte Selbst- aufopferung die richtige Antwort geben. Sie werden den Kampf der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie um die Wiederherstellung des Achtstundentages mit allen Kräften unterstützen. Heute erste Ratssitzung in Senf. Deutsch-polnische Besprechungen. Genf, 5. März.(WTB.) Die nächste Tagung des Völkerbunds- rates wird am Montag 11 Uhr vormittags unter dem Vorsitz Stresemanns eröffnet werden. Der polnische Außenminister Zalesk! traf zusammen mit dem polnischen Vertreter beim Völker- bunde, Sokal, heute abend in Genf ein. Man nimmt an, daß er bereits am Sonntag mit Dr. Stresemcmn die deutsch-polnischen Be- Ziehungen iind namentlich den Abbruch der Handelsvertrags- Verhandlungen besprechen wird. In bezug auf die Beschwerde des Deutschen Volksverbandes in Oberschlesien wünschen die Polen, daß der Rat einem Kontrollsystem zustimmt, durch welches per- hindert würde, daß die deutschen Schulen die für die deutsch« Minderheit bestimmt sind, auch von Kindern polnischer Sprache besucht werden. Pariser Vorbesprechungen. Varls. S. März.(Eigener Drahtbericht.) Der deutsche Bot- schafter in Paris, der mehrere Tage in San Remo bei Stresemann zugebracht hat. hatte am Sonnabend mittag eine längere Unter- redung mit Briand, die nicht nur den Fragen der Ratssitzung. sondern auch den privaten Besprechungen der Außenminister ge- gölten hat. Nachmittags traf der englische Außenminister in Paris ein: er reiste abends zusammen mit Briand nach Genf weit«. Beide hatten nachmittag» eine Unterredung, die vor allem der r u s s i s ch« n Frage gewidmet war. * Die deutsche Abordnung ist bereits in Genf, bis auf Stresemann und v. Schubert, die am heutige» Somnag eintreffen. Gesandter R a u sch e r-Warschau ist für die deutsch-polnischen Verhandlungen nach Genf berufen Wörden. Zurückweisung der Saarbeschwerde. Genf, S. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Protestnote d« Saarbrückener Stadtverordnetenv«sammlung an den Völkerbund gegen das französische Garnisonkommando wegen Nichtfreigabe der dortigen Kaserne zu Wohnzwecken ist im Völkerbundssekretariat ein- gegangen, kann aber nach dessen Auffassung vom Völker- bundsrat nicht entgegengenommen werden, weil sie nicht durch die Saarregierung übermittelt worden ist. Dagegen muß der Völkerbundsrat natürlich die Angelegenheit behandeln, wenn sie ihm durch eines seiner Mitglieder vorgelegt wird, und das dürfte Deutschland tun, wenn man hinsichtlich der Zurückziehung der Truppen nicht zu einer endgültigen Verständigung gelangen sollt«. Uebergabe Schanghais an Kanton! Um Blutvergießen zu vermeide«. Schanghai. 5. März.(MTB.) Die mUIlärlsche Lage ist heute abend unverändert. 3a der Snominkangparlei sind unbestätigte Gerüchte im Umlauf, nach denen Tschangsunlschang zu einer ver- ständigung mit de» Sanionesen wegen der Besetzung der Stadt durch die Südarmee, ohne daß Widerstand geleistet werden soll, gekommen wäre. vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SV. öS, Änöenstr.Z Pofttcheckkont»! Berlin 37 580—»ankkento! Bant der Arbeiter. Anaeyeltc» »nd Beamten. Wallftr. 85! ri,t»»t». dert sich, warum dos Staatstheater ein Schauspiel herausbringt. da, höchsten, für einen eng begrenzten Kreis Jnteresse hat, und man wundert sich endlich, wieso der Regisseur Jürgen Fehling sür«in modern bearbeitetes Drama den alten Hostheaterltll wählt und tragende Rollen falsch besetzt. Dgr Die Berliner cicdeesrennde veran stallen heute TV, Uhr im Konzertlnal der Hochschule für Mutll unter Leitung»on Nilled«öpel ein ffdorkrnjft, Pros Jully« Dahlt»(jrieU Sonaten non Seeth»veu(«p»«.90* Das eroberte Arsenal. Eiuzelheiten vou dem christlichsozialen Sturmangriff. Die Leitung der„Oesterreichischen Werke, Gemeinwirtschoft- lich« Anstnlt"(ehemals Arsenals in Wien Hot noch dem rechts- widrigen Einbruch der Daugointruppen sine Sitzung abgehalten, die einmütig die Feststellung traf, datz dos beschlagnahmte Gut— fast wertloses Altmaterial für rund 3000 Mann- ljcher Gewehre. Modell M— aus der Sachdemobilisierung stam- mendes Eigentum der Oestcrreichischen Werte darstelle, das listen- mätzig ausgezeichnet war, und um dessen Exislen, das heereemlnisleriuw genau so mutzte wie sämtliche übrigen DeHörden. Die Oesterreichischen Werke werden den Beweis dafür im G e r i ch t s s a a l antreten. Sie werden nämlich den Bund oder das Heeresministerium wegen der widerrechtlichen Beschlagnahme nebst einer eventuellen Anzeige wegen Hausfriedens- b r u ch e s und Besitz st örung verklagen. Von der Existenz der Gewehrbestandteil« haben sämtliche Parteien etwa seit 1918 gemutzt, und daß man das G u t im Turm eingemauert oerrosten ließ, das hatte seinen Grund: Geradeso, wie die Sozialdemokraten verhindern wollten, datz die Gewehrbeslandteile, zu denen nur die Gewehrschöste fehlten, in den Besitz der Christlichsozialen, also der Reaktion gelangten, so wollten die Christlichsozialen verhindern, datz das Ütasfen- Material eventuell gar dem Schutzbund in die Hände falle. Den Waffenlogerentdeckerruhm hat der Major Freuden- s e e r, den der Minister V a u g o i n— ehemals f. u. k. Trainritt« mcister und nach seiner.Hauptgarnison„General Scheibbs' ge- nannt— erst vor kurzer Zeit als ch r i st l i ch- s o z i a l e n Vertrauensmann zur Derkehrskontrollstelle ins Arsenal delegiert hatte. Dieser Major Freudenleer wurde Mittwoch vormittags da- bei betreten, wie er sich an jener von geheimnisvollen Händen geschaffenen Oeffnung in der Mauer, die Einblick in das im Turm vermauerte Waffenlager gab, zu schaffen machte. Freudenseer er- stattete beim zuständigen Polizeikommissariat Wien X.(Favoriten) die Anzeige, unbekannte Täter hätten ein Loch in die Mauer ge- brachen tsnd einen Einbruch in ein Objekt der„Oesterreichischen Werke Arsenal" versucht. Daß diese Anzeige in Wirklichkeit mit der Anzeig«, er habe ein Waffenloger entdeckt, identisch war— eine Entdeckung, die sür keine politisch« Partei, am allerwenigsten für den Heeres mini st er Aaugoin und seine Umgebung eine wirkliche Entdeckung war—, daß also Major Freudenseer bei der Polizei eine bestenfalls formell richtige Meldung erstattet hatte. ist klar. Eine Polizeitommission erschien, die Staatspolizei wurde verständigt, sie wendete sich an das heeresministerium und nun be- gann die große Expedition; sie steigerte die durch den Mord von Schattendors. die Verhaftung burgcnländischer Schutzbündler u. v. a. m. hervorgerusene Erbiklerung der Arbeiter derart, datz sie die Gewerkschosle- führer. so den Genossen Domes. Präsidenten der Arbeiterkammer und Obmann des Metallorbeilerverbandes, noch in der Rächt bestürmten, den Generalstreik zu verkünden. Genosse Domes fuhr zum Polizeipräsidenten Schober, der versicherte, datz er das Militär nicht requiriert habe. Das Recht dazu hätte sonst nur der Landeshauptmann, Genosse S e i tz, der selbstverständlich ebenso wenig Militär verlangt hatte. Schober, den Domes nicht im unklaren über die gefährliche Erregung der Ar. beiterschast ließ, veranlasste, datz die Aktion im Arsenal rasch abge> schlössen wurde. Vorher hatten die Elektroarbeiter bereits da« Arsenal ausgeschaltet, so daß Vaugoins Wehrbündler bei Karbid- licht arbeiten mutzten. die /irsenalwaffen für Rechtsputschiften. Dokumente deuten darauf hin. Wien. S. März.(Eigener Drahlbericht.) Der«Abend" ver- össentlicht am Sonnabend Dokumente, die den llebersall auf da» Arsenal erst richtig verständlich machen. Die Dokumente beziehen sich auf Pulschplöne der heimwehren und der Iront- kämpf erverbä nde, die aus der Tagung in Salzburg am ZZ. Februar beroten wurden. Es war ursprünglich geplant, ein« polltische Aktion durch Demonstrationen in» Werk zu setzen. Schlletz. lich aber fand ein militärischer Putschplao des Fronlkämpser- obersten h i l l l Annahme. Danach war n. a. eine überfallartlge Verhaftung der sozialdemokratischen Führer, wie es heiht z. B. anläßlich einer Fraktionslagung. in Aussicht genomment Eines der verösfeutlichtea Dokumente enthält auch den Ver- tragsenlwurs über die Zusammenarbeit des Vereinigte« Rationalen Selbstschuhes, das ist die Zentrale der heimwehren, mit dem Bunde..Oberland", kreis stelle Wien. Diese wiener kreis- stelle ist eine nur unbedeutende Gruppe von Reichsdeutschen. Aber auch sie hat ihren Anhängern bereits Instruktionen gegeben, wie sie sich im gegebenen Falle verhallen sollten. An den Putschvor- bereitungen sind au» Deutschland u. a. die vom Kapp-Putsch her bekannten Führer Oberst a. D. Bauer und Hauptmann a. D. P a b st mitbeteilig«. Verlängerung ües Aollproviforlums. Bis zum 31. Juli. Das Reichskabinett hat dem Reichsrat einen Gesetzentwurf über die Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Uebergangs- zolle übergeben. Die Frist für die Gültigkeit der Uebergangs- zöllo läuft am 31. März ab, der Gesetzentwurf will dir Frist bi«Pitz um 31. Juli verlängern. Es handelt sich vor- nehrrnich mn L e b e n s m i t t e l z ö l l e. für Fleisch, Schweinespeck und Sckimalz, für Roggen, Weizen, Futtergerste, Hascr und Mais. Die Uebcrgangszölle find nach dem Abschluß des deutsch- schwedischen Handelsvertrages gegenüber den bis dahin gel- tendsn erniedrigten Zollsätzen erhöht worden. Die Agrarier haben schon damals daraus gedrängt, die �ölle für Lebens- mittel auf die Höhe der Sätze des fchwedichen Handelsver- träges zu bringen. Die Regierungsparteien find seinerzeit«in Kompromiß eingegangen. Sie haben die Uebergangszölle unter den Sätzen des deutfch-schwedifchen Handelsvertrages, etwa auf der Höhe der Bülow-Zollfätze, gehalten. Dem Drängen der sozialdemokratischen Fraktion ist es beim Ablauf dieser Uebergangssätze am 31. Dezember 1926 gelungen, die Verlängerung bis zum 31. März durchzusetzen. Die Deutschnationale Partei hat unmittelbar nach der Bildung des Bürgerblocks die Erhöhung der L c h e n s m i � t e l z ö l l e auf die Sätze des deutsch-schwedi- schen Handelsvertrages gefordert. Mit der Verlängerung der Gültigkeitsdauer bis zum 31. Juli 1927 ist das Reichskabinett vorläufig einer Entscheidung aus dem Wege gegangen. Man ist sich in der Regierungskoalttion über die künftige Gestaltung des Zolltarifs noch nicht einig. Außer- dem scheut man sich, der Oeffentlichkeit mit einem Schlage das wahre Gesicht des Besitzbürgerblocks zu zeigen. Der Gesetzentwurf des Bürgsrblocks über die Umgestaltung der Arbeitszeitverordnung ist Provokation genug für die Arbeiterschaft. Die Regierung will zwischen diese Provo- kation und die nächste in der Zollgesetzgebung ein« Galgenfrist schieben._ französisches Kriegsleisiungsgefetz. Alles wird requiriert. Paris, 5. März.(Eigener Drahtbericht.) Der dritte Tag der Kammerdebatte über die Heeresreform brachte die Annahme des Artikes 11, der die Regierung ermächtigt, Einzel- Personen, Gesellschaften, Vereine, Gewerkschaften, Kapitalien, Fabriken und Einrichtungen. Baumaterial usw. für Mitarbeit im Kriegsfälle zu requirieren. Sinn dieses Artikels ist. wie Kriegs- minister Painleve ausführte, alle produktiven Kräfte des Lande» zur nationalen Verteidigung des Landes zusammenzufassen und jeder Möglichkeit skandalöser Kriegsgewinn« einenRiegel vorzuschieben. Painleve betonte, daß auch all« Ver- mögensinhaber an der nationalen Verteidigung teilzunehmen haben, genau wie die Kämpfer in der ersten Linie ihr Leben in die Schanze schlagen. Es sei kein Unheil, erklärte der Minister, wenn eine requirierte Fabrik kostenlos fürden Staat arbeiten müsse und ihren Aktionären einmal keine Dividende auszahle. Die Linke erhob P r o t e st gegen die Einbeziehung der Gewerk- schaften in die Kriegsorganisation, weil damit deren eigentliche Auf- gäbe: der Kamps sür die sozial« Bsjserstellung der Arbeiterschaft, vernichtet und die Gewerkschaften überhaupt„militarisiert" würden. Verschieden« ander« Redner oerlangten besondere Sicher- st« l l u n g für die Verzinsung der in den requirierten Fabriken investierten Kapitalien. Sie erreichten aber nur die An- nahm« eines Zusatzantrages, wonach eine ncungliedrige Kommission den Wert jeder requirierten Fabrik sofort seststellen kann. In dieser Kommission werden die Gewerkschaften mit zwei, die Genostenschasten mit einem Delegierten vertreten sein. Die Beratung des hecresgesetzes wird am Montag fortgesetzt und vielleicht zu Ende geführt werden. Oeffnung eines ägyptischen Königssarkophags. Nach einer Mel- dung aus Kairo hatte der amerikanische Aegyptoloae Dr. Reisner den Minister der öffentiichen Arbeiten, den amerikanischen Gesandten und den Generaldirektor der Abteilung für ägyptische Altertümer eingeladen, bei der Oeffnung eines im Jahre 1925 an den Pyramiden von Gheh ausgefnndene,, Sarkophags anwesend zu sein. Man nahin an, daß er die Mumie der Königin hethepherx enthielt, der Ge- mahlin des ersten Königs der vierten Dynastie Senefru und Mutter des Erbauers der großen Pyramide König Cheops. Jedoch stellte es sich beim Abheben des Deckels heraus, daß der Sarkophag leer war, was allgemeine Enttäuschung hervorrief. Todesslrasen in. Sowjelrutzland. In der soeben geschlossenen Session des zentralen Dollzugskomitees der russischen Sowjetrepublik ist der„Izwestija" zufolge ein neues Gesetz über Konterrevolutionäre und besonders schwere Verbrechen bestätigt worden. Zu besonders schweren Verbrechen rechnet das neue Gesetz Aufstände. Pogrome, Brandstistungen, Banditentum, Umgehung der Einberufung und Mobilisationsbefehle, Verweigerung von Steuerzahlungen, Propa- ganda zur hecvorrufung nationaler und religiöser Gegensätze, her- stellung von Falschgeld, Posimarken, Fahrkarten, Frachtbriefen, Konterband«, illcanle, Ueberschrelten der Grenze, Vergehen gegen die Monopole. Für olle diese Vergehen sind teils Todesstrafen, teils andere schwere Strafen vorgesehen. Rückgang der deutschen Lucherprodutiion. Die alljährliche Ueber- sicht über den deutschen Büchermarkt stellt sür dos Jahr 1926«ine Abnahme der Pr-d»ttlon fest, die sich auf fünf Prozent belauft. Die Zahl der VeröffenUichungen betrug 1926: 30 06.1, während es 1925: 31 595 Einheiten waren. Davon sind 1926: 23 757 Neuerscheinungen und 6307 Neuauflagen gewesen. Den zahlenmäßig grötzten Rück- gang hat die schöne Literatur zu verzeichnen. wie durchstießt der Rhein den vodensee? Nach den Feststellun- gen de» in Staad bei Konstanz unter Leitung von Dr. Auerbach« Bregenz bestehenden Institut, für Lodenseeforschung erstreckt sich der Stromlauf d«s Rheines im Vodensee von seiner Einmündung bei hard am Ostufcr de« See» entlang noch Bregen,,, wendet sich dann noch Lindau und erst hier vom Nordufer In die Richtung zum Aus- flutz bei Konstanz. Di« Erhebungen über den Stromlouf erfolgen durch besonder» konstruierte, in, Wasser versenkte und mit Anzeigern aus dem Schiff verbundene Apparate. Im Zusammenhang mit den Auerbachschen Forschnngen wird jetzt in der Universität Freiburg ein Modell des Bodenseebecken» gebaut, um zu untersuchen, wie die starke, Geschiebe führende Strömung durch Verdauungen zum Schutz« der Ostufer boeinflutzt werden könne. Museamssöhruvae». Heut«. 10— ll'l, Mr vorm.. finden amtlich« ftüh« ruvgen imNeucnMuseum(Die veghptische Spätzeil)— Hr. Zippert-, im Kaiser-Friedrich-Museum(Lberitallenilche Renaissance) - Direkter Willst- und in der Sammlung t ü r D c u t l ck>« Volkskunde. Kloilerltr. SS(BolkSoloube und volkZvr-nch)— Prof. Brunnrr— statk. Zulahkarten zu M» Pf. am ckingang der grnannlcn Museen. vie nächsten Ausführungen»an Hauptmann».weder», die die Genossen- lchait Deutscher Büüneiiangehiriger veronslaltet, finden am 6. in der Stadt- balle S-ikenlce. am 7. im Orpheum. Hasenbeide 3SIZS. am 8. in der Schlatzdrauerei Schöneberg statt. Ansang L Uhr. EintrillZpreiS 80 Ps. Zreie sozialistische Hochschule. Vortrag über marxistische Probleme. Im Rahmen der Freien Sozialistischen Hochschule sprach Ge- noss« Max Ad lex(Wien) über„Psychologische und ethisch« Probleme des Marxismus". Einleitend kennzeichnete er den Streit. der um die Lehre von Marx entbrannt Ist: das beweise einerseits die außerordentliche Lebenskraft dieser Lehre, aber auch die trau- rige Tatsache, daß der Streit in der mangelhasten Bekanntschaft mit den Problemen de» Marxismus feine Ursach« Hab». Der Redner gab dann ein« Definition des Marxismus, der die gesellschaftlichen Borgänge erkennen, sie in Gesetz« gießen will, so wie man die Vorgänge der Natur in Gesetzen festgelegt hat. Der Marxismus ist die sozial« Wissenschast, die sich aus das soziale Sein aufbaut. In neuerer Zeit haben stch zu den Kritikern des Marxismus aus dem bürgerlichen Lager auch solche aus den eigenen Rechen gesellt. Genosse Adler unterschied bei den letzteren drei voneinander ab- weichende Richtungen: zunächst die aus dem Kriege Herausgewach- sene Wendung der sozialistischen Politik zur Staotsbejahung und die stch daraus ergebende Stellung zum Marxismus. Hier werde der Klassenkampfgedanke zwar nicht gänzlich abgelehnt, jedoch al» Richtlinie ein verantwortliches Staatsbewußtsein gefordert, das bei allen politischen Handlungen den Ausschlag geben soll. Die andere Richtung will Realpolitik treiben; sie will Macht im Staate haben und kommt dadurch notgedrungen zur Koalitionspolitik. Es kann notwendig sein, Vereinbarungen mit anderen Parteien zu tresfen, aber es kommt auf die grundsätzliche Tendenz an. Realpolitiker, die den Klassenkampf ablehnen, müssen zu Kritikern des Marxismus werden. Für sie ist Sozialismus nicht mehr Klaffenkampfbewe- gung, sondern eine Bewegrnig zur Bollendung der Demokratie und eine Kulturbewegung. Unter den Begriffen Demotratie und Kultur aber könne sich jeder vorstellen, was er will. Als dritte Kritiker- gruppe kommen intellektuelle Menschen im besten Sinne in Frag«. die seit dem fürchterlichen Zusammenbruch der bürgerlichen Kultur im Kriege an unseren gesellschaftlichen Zuständen verzweifeln, aber. wie die großen Utopisten, alles von einer Aenderung des Gemüt«, der Seelenstimmung erwarten. Während jedoch Saint-Stmon, Fourier und Owen sich der Hilfe der Besitzenden zur Aenderung der gesell- schaftlichen Verhältnisse bedienen wollten, wenden sich diese Kritiker an die großen Massen des Proletariats. Im Grund» aber ist das, was sie fordern, durchaus vormarxistisch und durch den modernen Sozialismus seit langem überhost. Alle diese Kritiker gehen davon aus, daß Marxismus ein starres System sei; aber sie können nicht leugnen, daß derselbe Marx, der dos nach ihrer Auffassung starre System schuf, gleich- zeitig der Verfasser des Kommunistischen Manifestes ist, und daß von ihm die flammendsren Aufrufe an die Arbeiterschaft aus- gegangen sind, und daß er ein nur sehr bedingter Anhänger der Demokratie, des Genossenschostsgedankens usw. war. Man Hot gesagt, daß in Marx' Bvust zwei Seelen gelebt hätten, die des starren Materialismus in Verbindung mit heißer politischer Ueber. zeugung. Schade nur, daß Marx davon nichts gemerkt hat. Tat- jache ist, daß feine Seele der Gedanke an die Einheit von Theorie und Praxis erfüllte. Marx wollt« beweisen, daß das ganze sozial« Wollen des Menschen als ökonomische Gesetzmäßigkeit be- griffen werden kann. Oe km romische Verhältnisse sind bei Marx nie etwas anderes gewesen als Arbeitsverhältnisse der Menschen. Der Träger des ökonomischen Prozesses ist der vergesellschaftete M en s ch. Oekonomische Verhältnisse, die ihren Gang gehen, ohne den Menschen, gibt es nicht. Damit aber krill in den Mittelpunkt des ökonomischen Pro- zesses die Denkarbeit, das Fühlen und Wollen des Menschen. Daher ist es ein Irrtum, zu glauben, datz der Unterhau der marxistischen Lehre der Materialismus fet, während der Ueberbau der Ideologie das Ganze kröne. Dies» Analysierung entspricht durchaus den Methoden bürgerlicher Wissenschafter, denen es nicht gegeben ist, das Leben als Ganzes zu begreifen. Sie würden diesen Irr, tum niemals wiederholen, wenn sie Marx gelesen hätten. Sie würden bann mcht behaupten, daß das Sein dos Bewußtsein be- stimme, sondern sie würden dann wissen, daß Marx gesagt hat, daß das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein bestimm«. Aus diesem Satz aber ergibt sich auch die im Marxismus enihallene Ethik. Dadurch, daß der Mensch im Mittelpunkt de» ökonomischen Prozesses steht, treten auch seine Gefühle, tritt das Seelische in diesen Mittelpunkt. So ist auch der Klassenkampf ein« durchaus moralische An- gelegenheit, denn er erwächst au» der Gesellschaftskritik, er ist, wie Lassalle schon einmal sagt«, geradezu der Schrei der Liebe, er ist, wie man hinzufügen kann, der Schrei der Gerechtigkeit. Es ist die Tragik des Sozialismus, daß er die Gedanken von 1789 und 1818 erst heut« verwirklichen muß. Darüber hinaus aber hat er die Ideo- logie dieser Epochen abzulchuen, er hat die Aufgabe, seine eigene Ideologie zu schaffen. Wir brauchen nur ein« einzige Läuterung des Marxismus: nämlich die. die den Geist von Marx und Engels wieder lebendig macht, wir brauchen das Lchendigwerden des revolu- tionärcn Bewußtseins. Der Vortrag fand den lebhaften Beifall der überfüllten Ver- fammlung. Reichswehr und Wehrverbänöe. Eine Goltz-Denkschrift. Im Zusammenhang mit dem Prozeß Soden st ern- M c h r a u n ist nicht nur die Rede von der bekannten Denkschrift Mahrauns, sondern auch von einer solchen des Generals o. d. Goltz, des Führers der sogenannten„Vaterländischen Verbände". Diese soll schon früher als die Mahrauns über die Zusammenhänge zwischen Reichswehr und Wehrverbände Informiert haben. Aus dieser Denkschrift des Generals Goltz vom 2. Juni 192Z zitiert jetzt die„Voss. Ztg." einige bemerkenswerte Stellen. Die Schrift wurde verfaßt an dem Tage, als die Bolschasterkonferenz ihre Note über die Wehrverbänd« herausgab. Es wird zunächst dem Reichswehrminister Dr. Geßler vorgeworfen, daß er im Reichstage erklärte, wenn die privaten Gelder nicht mehr fließen würden. wäre der Spuk der„Verbände" längst verflogen. Goltz perlangt von den Deutschnationalen und ihren damaligen Ministern(Schiele, Schlieben usw.), daß sie Gehler zur Ordnung rufen und„W i e d e r- holungen derartiger demokratischer Extratouren unbedingtverhinder n". Schließlich sagt er treuherzig, man müsse der Forderung der Entente zwar formell nachkommen und die offizielle Verbindung mit der Reichswehr lösen. Aber: „Selbstverständlich darf deswegen eine Fühlung- »ahme zwischen Persönlichkeiten, die beiden sür die Entwicklung Deutschlands so wichtigen Faktoren angehören, nichtobretßen. Sie aufrechtzuerhalten, werden wir uns stets angelegen sein lassen, weil wir von der Notwendigkeit Vertrauens- voller Beziehungen zur Reichswehr überzeugt sind." Aus der Denkschrift goht auch hervor, daß sich die nationalistischen Berbände in finanzieller Abhängigkeit von der Reichswehr befanden. Ueber die Pleite der„B a t e r- l ä n d i s ch e n" hieß es: „Aus eigenen Mitteln kann heute kein Verband leben. Er ist angewiesen auf die Unterstützung privater Quellen.... So fehlt es allen Verbänden an den nötigsten Mitteln zur Beschaffimg von Sportausrüstungen, von Spottgerät usw.... Diese völlige Mittellosigkeit ist im übrigen auch ein Hindernis für das Vordringen der Verbände in die Arbeiterkreise hinein.... Ebenso schwierig ist die Loa« der R c i ch s g e s ch ä f t s st e l l e der VVAD. Auf nennons- werte Beiträge zu ihrer Erhaltung aus de» Verbanden heraus können wir nicht rechnen. Der Reichsgeschäftsstelle fehlen so sehr oll« Rliltel. daß sie seit langem ihre Ausgaben nicht mehr voll er. füllen kann.... Wenn der Reichswehrminister in seiner Reichs- tagsrede sagt, daß die Verbände in demselben Augenblick erledigt seien, wo kein Geld zur Verfügung steht, sck müssen wir e» pffen bekennen, daß dieser Zeitpunkt nahe bevor steht, wenn nicht seitens der Kreise der Rechten eingegriffen wird... Die„Kreise der Rechten" haben«igenscheinlich vorüb«rgcl>eiid wieder eingegriffen. Aber die jinanzielle und vor allem die m o r o- lisch« Pleite der„Vaterländischen" ist dadurch nicht verhindert worden. » Einen guten Schritt vorwärts. I« der Berliner Holzindustrie. Wie erinnerlich, kam nach einer vertraglosen Zeit von 1'� Jahren in der Berliner Holzindustrie zwischen den Vereinigten Verbänden der Berliner Holzindustrie und dem Deutschen Holzarbeiterverband am 12. Februar ein Lohnabkommen zustande, das einen tariflichen Durchschnittslohn von t.W M. pro Stunde für Facharbeiter über 22 Jahre vorsah. Danach erhöhte sich der Tariflohn um 6 Pf. pro Stunde Des weiteren wurde festgelegt, daß eine etwaige M i e t- st e i g e r u ng durch eine Lohnerhöhung voll ausge- glichen werden soll. Es war nun Aufgabe der Verwaltung des Holzarbeiterverban- des, diese Vereinbarungen auch in den Möbelbetrieben zur Durchführung zu bringen. Die Unternehmer dieser Industriegruppe sind in einer Sonderorganisation(Vabeho) zusammengeschlossen. Schon die ersten einleitenden Verhandlungen scheiterten an der Forderung der Unternehmer, ein S o n d er a b t o m in e n mit niedrigeren Löhnen, das eigens für die Möbelindustrie zugeschnitten werden soll, abzuschließen. Da trotz längerer Auseinandersetzungen keine Annäherung möglich war, mußten die Verhandlungen als gescheitert abgebrochen werden. Nunmehr wandte sich diese Arbeitgebergruppe an den Schlich- tungsausschuß. Ein Schiedsspruch kam jedoch nicht zustande. Es wurde den Parteien schließlich der Vergleichsvorschlag gemacht, daß die Lohnsätze, die mit den Vereinigten Verbänden der Berliner Holzindustrie abgeschlossen sind, auch für die Betriebe dieser Arbeit- gebergruppe gelten sollen. Die Unternehmer stimmten diesem Vor- schlage in ihrer Versammlung zu. Am I. März ist dann dos Tarifabkommen mit der„Vabeho" unterzeichnet worden. Trotzdem formal zwei Lohnabkommen auf Grund des einheitlichen Mantcltarifvertrages für die Holzindustrie bestehen, ist der materielle Inhalt jedoch einheitlich. Mit diesen Verein- borungen sind die Arbeitsbedingungen für rund ISMO Berliner Holzarbeiter geregelt. Laut Mantelvertrag sind Arbeiter mit böherer Leistungsfähigkeit über den tariflichen Durchschnittslohn zu entlohnen. Die Berliner Holzarbeiter werden sich ihren bis- herigcn Leistungsvorsprung nicht nehmen lassen und ihre Forderung von 6 Pf. Lohnerhöhung gellend machen. Ein großer Teil der Unternehmer hält diese Ansprüche nicht nur für gerechtfertigt, fondern für s e l b st v e r st ä n d l i ch, da sie die hochqualifizierten Arbeiter zu werten wissen. Widerstand leisten nur die Scharfmacher und solche Betriebsinhaber, bei denen Differenzen ein normaler Zustand sind. Daß auch deren Widerstand gebrochen wird, dafür bürgt der Deutsche Holzarbeiteroerband. Der Abschluß dieser Tarifbewegung hat für die im Holzgewerbe beschäftigten Akkordarbeiter eine besondere Bedeutung. Die Akkord- tarif« sind laut Mantelvertrag so festzusetzen, daß ein Durch- schnittsarbeiter 115 Proz. des neuen Durchschnittslohnes verdienen soll. Demgemäß sind olle Akkorde so zu gestallen, daß der Durchschnittsarbeiter 1,2S M. pro Stunde ver- d i e n en kann. Das ist eine vertragliche Grundlage, die jeder Betriebsinhnber anerkennen muß. Sie hat deswegen besondere Bedeutung, weil während der tariflosen Zeit die Unternehmer die Akkordpreise diktierten. Die Unebenheiten, die in dieser Zeit ent- standen sind, werden noch zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Betrachten wir die neue Lohnregelung in Verbindung mit dem Maniellarisoertrage als Ganzes, so kann gesagt werden, daß die Berliner Holzarbeiter einen guten Schritt vorwärts gc- tommcn sind. Der größte Erfolg liegt darin, daß den Unternehmern bewiesen wurde, daß die Zeit der Diktatur vorbei ist. Auch die Berliner Holzarbeiter werden aus der Vergangenheit, sowie aus dem Verlauf dieser Lohnbewegung erkannt haben, daß die Interesien der Arbeller nur durch eine gute Organisation und kon» sequente Führung gewahrt werden können. die christlichen Arbeiter für fichtstunöentag. Empörung gegen den Rcgicrungsentwurf. Uebereinstimmend wird in der demokratischen und Zentrums- presse berichtet, daß gerade in den Kreisen der ch r t st l i ch e n Ar- beiter und Ange st«Ilten der Arbeitszellnotgesetzentwurf der Reichsregierung große Erregung, hervorgerufen hat. Das Bezirks- kartcll der christlichen Gerrerkschäften für den Stadt- und Landkreis Düsseldorf hat in fast ollen Städten und Orten seines Bezirks Versammlungen abgehalten, in denen ausschließlich zur Neuregelung der Arbeitszeit Stellung genommen wurde. In den Versammlungen. die, wie es in den Berichten heißt, eine selten« Anteilnahme und vielfach ein leidenschaftliches Interesse an der Neuregelung der Ar- beitszeit erkennen ließen, wurde die Wiedereinführung der achtstündigen Arbeitszeit mit allem Nachdruck ge- fordert. Der Vorstand des Bezirkskartells hat zu den Ergebnissen der einzelnen Versammlungen und zum Regierungsentwurs Stellung genommen. Einmütig kam in den Beratungen zum Ausdruck, daß der Regierungsentwurf in den Reihen der christlichen Arbellerschaft bittere Enttäuschung hervorgerufen habe. Bei der Bil- dung der neuen Regierung fei von maßgebender Seite versprochen worden, daß ein entschieden sozialer Kurs gesteuert werden würde. Der genannte Entwurf sei nicht dazu angetan, den Glau- ben der Arbeitnehmer an eine solche Entwicklung zu stärken. Nicht m/r in sozialer, sondern auch in politischer Hinsicht habe der Entwurf erheblich« Beunruhigung hervorgerufen. Der Entwurf bringe wohl kleine Fortschritte, diese entsprächen aber in keiner Beziehung den berechtigten Erwartungen der Arbeiterschaft. Die im Anschluß an die Beratungen einstimmig angenommene Düsseldorfer Enischließung. die. wie die„Frankfurter Zeitung" her- vorhebt. die Stimmung der gan.zen christlichen organisierten Ar- bellerschast des Westens wiedergibt, fordert vor allem prundfätzlichc Garantierung! des Achtstundentages: Bewilligung notwendiger Mehrarbeit n u r mit Zustimmung der Ge- w e r k f ch a f t e n. in eilieen Fällen mti der Betriebsvcrtretung und Entlohnung der Mehrarbeit durch einen Zuschlag von min- d e st e n? Proz. sowie Beseitigung de? behördlichen Einflusses aus der Regetung.___ Die Forderungen der Eisenbahner. Lohnerhöhung und Achtstundentag. Am Sonnabend fand die erste Fühlungnahme zwischen der Reichsbahnhaupwerwoltung und den vertragschließenden Eisen- bahnerorganisationen zur Neuregelung der Löhne und der Arbeitszeit statt. Die Organisationen haben der Hauptverwallung ihre Forderungen unterbreitet: sie bestehen in einer der allgemeinen Preissteigerung und Mietserhöhung entsprechenden Lohn- e r h ö h u n g, in der Einführung des Achtstundentages und einem Lohnausgleich bei Arbeitsoerkürzung. Die eigentlichen Verhandlungen sollen sobald wie möglich, d. h. nachdem die Hauptverwaltung unter sich zu den Forderungen der Gewerkschaften Stellung genommen hat, vor sich gehen. Das wird, wie wir hören, in etwa 14 Tagen der Fall fein. Knapper Sieg der Amsterdamer Richtung. Bei den Sattlern, Tapezierern und Portcfcuillern. Gestern fand die llrwahl der Angestellten der Berliner Orts- vcrwaltung des Berbandes der Satller. Tapezierer und Portefeuiller statt. Der Wahl war ein ungemein heftiger Kampf vorausgegangen. Die Kommunisten hatten insofern einen gewissen Borsprung, als ihr Spitzenkandidat der bisherige erste Vorsitzende Müller war, der seit 1921 an der Spitze der Berliner Ortsverwallung stand. Abgegeben wurden 2794 Stimmen. Rund 65 Proz. der Mitglieder haben also abgestimmt. Abgegeben wurden für Amsterdam 1362, für die kommunistische„Opposition" 1342 Stimmen. Somit ist die Amsterdamer Liste mit einer knappen Mehrheit, aber mit einer bisher noch nie erreichten Stimmenzahl gewählt. Die Manöver der Kommunisten haben also nicht zum Ziele geführt. Die Mitglieder hoben trotz der Autorität die sich Müller infolge seiner langjährigen Tätigkeit erworben hatte, in ihrer Mehrheit für die freie Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung entschieden. Mit dieser Entscheidung ist die Dahn freigemacht für«ine klare, klasienbewußte Gewerkschaftspolitik, unbeeinflußt von der Parolepolitik aus der Münzstraße. Ein toller Schiedsspruch. Zchnstundcntag auf Wunsch der Arbeitgeber. Am Donnerstag fanden in Osnabrück vor dem Schsichwngs- ausschuß Verhandlungen über das abgelaufene Arbeitszeit- abkommen in der Metallindustrie statt. Unter dem Porsitz des Landgerichtsrates Röpke wurde ein geradezu u n- glaublicher Schiedsspruch gefällt. Die Arbeitszeit in den durchgehenden Betrieben soll nach wie vor 59 Stunden, für die anderen Betriebe 56 Stunden die Woche betragen. Das bedeutet für die Jeuerarbeiler die Beibehaltung der täglich zwälfstündigen Arbeit, da ihnen die notwendigen Pausen nicht gewährt werden. Wie lange läßt der Reichsarbeitsmini st er den ein- zelnen Schlichtungsausschußoorsitzenden die Möglichkell, derartige die Arbellerschaft herausfordernde Schiedssprüche zu fällen? Bei den Vertrauensmännern des Deutschen Metall- arbelleroerbandes, welche am Abend noch von diesem Schiedsspruch informiert wurden, mochte sich eine ungeheure Empörung bemerkbar, so daß die Ablehnung wie bei einer derartigen Zumutung zu erwarten, kommen wird. Ein« Verbindlich- keitsertlärung dieses unsinnigen Schiedsspruches durch den Schlichter in Harmover wird wohl hoffentlich nicht erfolgen. Der am Tage vorher gefällte Schiedsspruch in der Lohn- frage bringt eine Erhöhung von 8,3 Proz.(5 Pf. in der Spitze). Lohnbewegungen im Schuhmacherhandwcr?. Die Berliner Maßschuhmacher haben dem Verein Berliner Schuhmachermeister die Forderung übermittelt, die bisherigen Stundenlöhne um 12'A Proz. ab 1. April zu erhöhen. Seit April 1925 beträgt der Stundenlohn in der Spitze 99 Pf. Die Arbeiter der Schuhreparatuiruerkstait des Schuhwaren- Hauses H. Leiser Nochfg. haben die Erhöhung des bisherigen Mindestlohnes von 88 Pf. pro Stunde für männliche Arbeiter über 21 Jahren auf 1,95 Mk. gefordert. Arbeiter- und Angestelltcn-Bctriebsräte! Der nächste Arbcitsrechtliche Znformationsobeiid für Betriebs- räte ist am Dienstag, dem 8. März abends 7 Uhr, im Saal 3 bzw. Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 2425. Der folgende Abend wird am 22. März um die gleiche Zeit abgehalten. Wir bitten die Berliner Arbeiter- und Angestelltenbetriebsräte darum, sich regelmäßig zu diesen Abenden einzufinden. Verantwortlich sür Politik: Victor Schiff! Wirtfckiast:». Äliagtl! vqclhöfer: : Lokatrs: rBumdrnckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SW 6S, Lindenstraße 3. siertu 4 Beilagen,„vnterhaltnna und Wiffru'.„Au, der gilm-Welt" Halbvorhänge Halbvorhang Eumin« ft OC GarcHnenstofffe......... U*0J »TüllEardin«.....« Q g5 KÄS,!.-"""? 1.70 M ca. 93 cm Mtr. v#�UTTlf, Ä Ä Ä Tüllsrardineo J ,5"T" 2.90 ca. HS cm Mtr- 1* tt IL L„„. Tüllstoff mod. Filetgrund 1 Zy 5.50 mit Punkten, ca. 138 cm, Mtr. l-«iu � W K Tüllstoff mod. FUetgnind J 7 Q SpL 8.25 KiS mit kleinen Mustern, ca. 130 cm 1• I v W Gitterstoff« Faltenstores Q QA HalbvOthang(.roßen Q 7 C � VjmerMUU I.raiKNSiorcs, � Fjletornamenten u. SpitM«/. I tl Bs modefarbig, 300 cm breit. Mtr. O.O V V 17.�-»- kariert, A CA Halbvorhang relcd 1 O AA � ütamine ca. ISO cm Mtr. U.üU gestopfter Oanzfiletstore. t ch>»w ch Etamine Buntfarbig 1 CA Halbvorhang IC AA S™ auf hellem Orund Mtr. 1.DU»•■•», gebogt Frle» U.Spitze 1J.UU nn.. Ii weiß«streift,„ ATC Halbvorhang Sidi. 21 00 ***"" ca. 1 1 0 cm.. Mtr. U«! O GrobfUct, Fries u, Spitze. fcilchUl/ $ MuH SMSÄ...«». 1.20 BteSaSS. 11.00 Garnituren EUfenbemfarbig Buntrarbig Garnitur gewebter roii 1,80 Garnitur du�L'ns'oÄaien, Garnitur ÄÄ 140..... 9.50 Garnitur S�Ät�TnS.SO Garnitur �Äe.r..., 11.75 Garnitur BL'nga«,. 5.75 Garnitur �d„disg. Dienstag, dem 15. März, abends 8 Uhr, im Saal des Demokratischen Cludhauses, Likivriaslraße 24, stattfindet, zur Erörterung stehen. Da» einleaend? Referat wird Hauptmann a. D. Meyer halten. Eintrttlskarten vis zum lll. März auf Grund schriftlicher Bestellung bei der Geschästsstelle, Lichter- selde-West, Hortensienstraße 4D. Es war vier Uhr nachmittags und die Äorme schien hell. Ich ging längs der Rhone bis zu den Badern. Ich könnt« vielleicht baden, dachte ich. Ick) trat ein, kleidete mich aus und schmanmi mit langsamen Stößen durch das laue Wasser. Ruhe war über mich gekommen und ein Gefühl des Wohlbehagens hatte mich erfaßt. Dann kehrte ich in die Badeanstalt zurück und streckte mich auf den Brettern aus. Ich dachte an nichts und ließ mich nur von der warmen Augustsonne durchglühen: die Strahlen streichelten mir die Haut, ich fühlt«, wie die Wärme in mich enidrang. zugleich strich ein schivacher Wind über meinen nackten Körper. In langen Zügen atmete ich die reine, warme und kräftige Luft ein und meine Nerven waren gespannt, ein wohliges Gefühl hatte mich erfaßt: ich war wunschlos glücklich. Meine Lider schloffen sich, zauberhafte Landschaften zogen vor meinen Augen vorüber. Inmitten eines blühenden Gartens sah ich plötzlich eine Silhouette vorüberhuschen: ihr weißes Kleid hob sich scharf von den schwarzen Zypressen ab, mrd als ich mich uniwandte, erkannte ich sie: es war das junge englische Mädchen aus dem ersten Stock. Ich öffnete die Augen. Wieder packte mich die Angst s» jäh, daß ich mit beiden Händen an mein Herz griff. Es schien mir, als ob die Luft plötzlich erftickeiid heiß wäre, imd ich stand auf. Meine Haut war durch die Sockne gerötet, ein bitteres Lächeln spielte mir um die Lippen. Ich hatte für ein paar Minuten alles vergessen gehabt: es war ein schöner Traum gewesen. Wamst konnte man sich nicht immer dahin flüchten, um die schreckliche Wirkkubkeit zu vergessen? Um sieben Uhr war ich zu Hause. Alle saßen im Speise» zimmer: es ging sehr lustig zu. Ich hörte lachen und erkannte die Stimme der Patin. Das gab mir Mut. Belm Eintreten grüßte ich und wurde empfangen, als ob nichts vorgefallen wäre. „Wo warst du?" fragt« der Vater mit liebevoller Ettmme. Zuerst wollte ich nicht antworten, bezwairg mich aber und erwiderte mürrisch:„Ich habe gebadet." „Hoffentlich wird das Bad deine Nerven beruhigt haben," sein« Stimme klang väterlich, als er sich an die Patin wandte: „Er ist heute ein wenig nervös gewesen: der arme Junge braucht Ruhe." „Ein Gewitter steht am Himmel," erwiderte die Patin, und ihre Lippen zitterten tamu Merklich. �Fortsetzung folgt.) Um öie weltliche Schule in Verlin-Noröoft» Die Mobilmachung der Kirche. Den Bezirken von Berlin-Nordost fehlte es bisher an weltlichen Schulen, obwohl dort die Kirchlichgesinnten unter der Bevölkerung wirklich nicht dicht gesät sind. Der am 18. Februar von der Schul- deputation I bis VI gefaßte Beschluß, daß in den Bezirken Friedrichshain" und.Prenzlauer Berg" weit- l i ch e Schulen errichtet werden können, hat sofort die sogenannten „Christlich- Unpolitischen" auf die Beine gebracht. Ueber ihre Agitation gegen die weltlichen Schulen macht uns Genosse Mardus, erster Borfitzender der Freien Schulgemeinschaft Frledrichshain", folgende Mitteilungen: In dem Kampf um diese Schulen ist die Porole der„C h r i st- lich-Unpolitische n":„Eltern, über eure Kinder habt nicht ihr zu verfügen, sondern d i e K i r ch e!" Zu den„Protestver- sammlunaen" werden nicht alle Eltern der Schule eingeladen, sondern nur ein chäuslein Getreuer— und den Rest bilden der Evangelische Eltenibund und die Iünglingsverenie. So geschehen an der bg./181. Gemeindcschule in der Diestelmeyerstraße! Bon 1700 Eltern waren ganze 308 da und„protestierten". Der Referent erklärte, nur Galizier, Ausländer und Juden seien die Gründer der weltlichen Schulen. Durch Zwischenruf drückte«in Mitglied des Evange- lifchen Elternbundes den Wunsch aus, man solle den Heiden- lindern Hammel st äll« und alte Barocken als Schulräume geben.(„Bor Gott sind alle Menschen gleich", sagen ia wohl sonst die Frommen.) Bis in das Schulhaus hinein wagt sich die Agitation der Ehristlich-Unpolitischen. In der 59./181. Schule fand am 3. März die ärztliche Untersuchung der Mnder in der Aula statt. Der Raum war mit Werbe- Material und Aufnahmescheinen für den Evange- lischen Kirchenbund übersät. Ich frage, schreibt Genosie Mardus, Herrn Rektor Köpk« und Herrn Schulleiter Beuster:„Wie kommen diese Scheine in die Aula, und wer wirbt(während der Amtstätigkeit?) für diese schwarzweißrote Organisation?" Den Ehristlich-Unpolitischen kommt in ihrer Angst die Kirche selber zu Hilfe. Sie protestiert beim Prooinzial-Schulkollegium gegen die Errichtung weltlicher Schulen, weil diese eine Provokation darstellen sollen. Am vorigen Sonntag(27. Februar) wurde in der Aufer st ehungskirche(Diestelmeyerstraße) die neue Schule von der Kanzel herab als eine Heidenschule bezeichnet, die nur von Heidenkindern besucht wird. An diese Mitteilungen knüpft die Freie Schulgemeinschaft Friedrichshain eine den Eltern geltende Mahnung. Die Schulgemeinschaft hat alle Voraussetzungen zur Errichtung einer weltlichen Schule erfüllt. Für diese eine Schule sind über 800 Kinder gemeldet, und Lehrkräfte sind auch da. Es scheint, daß die Kirche das Provinzialschulkollegium beeinflussen will. Soll es gelingen, den Willen von 1600 Vätern und Müttern zu ver- gewaltigen? Eltern! Wird uns der Kampf aufgezwungen, dann— so schließt die Mahnung— führen wir ihn mit nie ge- kannter Schärf«, bis der Wille der Eltern erfüllt ist. Auch eine Beleidigungsklage. In L i ch t e n r a d e gibt es eine örtliche deutschnationale Größe, den Bezirtsverordneten Hermann Wudrich. Zurzeit des Volks- entscheide? zur Fürstenenteignung konnte er sich nicht genug tun in monarchistischer Gesinnung und schwor Tod und Hölle auf die Fürstengegner herab. Als aber sein Treiben den Lichtenrader Es- nassen und den Reichsbannerleuten zu toll wurde, brachten sie in der Berlin-Lichtenrader Zeitung eine Erwiderung auf einen von Herrn Wudrich oeranlaßten Aufruf, in der u. a. dem eifrigen Monarchen- freund feine Vergangenheit vorgehallen wurde, er habe sich, hieß es da, vom Sozialdemokraten zum Demokraten und schließlich zum Deutschnationalen gemausert. Das wollte sich aber Herr Wudrich nicht gefallen lasten:«r strengte gegen den Genosten Wilhelm Büderich und gegen den Vorsitzenden des Reichsbanners Genosten Hermann Putschian Privatklage wegen Beleidigung an.� Und das Verfahren wurde tatsächlich vom Amtsgericht Tempelhof eröffnet. Die Verhandlung war für Herr» Wudrich nicht gerade günstig. Dem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Weinberg fiel es nicht schwer nachzuweisen, daß der unvorsichtige Kläger vor dem.Kriege fast zehn Jahre lang bis zu seiner Selbständigmachung dem Deutschen Holzarbeiteroerband angehört habe und daß er nach der Revolution der Demokratischen Partei beigetreten sei. Das sei nur ein Irrtum gewesen, meinte der Kläger, er habe angenommen, daß es sich um eine bürgerliche Sammelpartei zur Bekämpfung der Sozialdemo- kratie handle. Der Verteidiger machte in seinem Plädoyer auf die eigenartige Empfindlichkeit des Herrn Wudrich aufmerksam. Auch das Gericht zeigte wenig Verständnis für den beleidigten Lichten- rader Bezirksverordneten, es sprach die Beklagten auf Kosten des Privatklägers frei. Warnung vor Schwindlern. Der Polizeipräsident teil mit: Der Verein„Wirtschaft- liche Vereinigung der Kriegsbeschädigten,- Teil- nehmer und-Hinterbliebenen e. V." ist durch polizeiliche Verfügung vom 22. 6. 26 ausgelöst worden, weil die 17 Mit- glieber des Vereins, die weder Kriegsbeschädigte noch überhaupt Kriegsteilnehmer waren, in betrügerischer Weise Hausierhandel mit Bureaubedarfsartikel trieben und ohne Erlaubnis Sammlungen für Kriegsbeschädigt« veranstalteten, deren Erträge sie im eigenen Inter- esse verwandten. Einzelne Mitglieder sind bereits bestraft, andere sehen ihrer Bestrafung entgegen. Auch die Bezugsquelle Kraut- straße 23 ist aufgegeben. Gleichwohl wird das Schwindelunter- nehmen von einzelnen früheren Mitgliedern des Vereins fortgesetzt. wobei dies« zurückgehaltene Briefbogen und Stempel des Vereins verwenden. Erst kürzlich wurde ein angeblicher Kaufmann Bruno Hahn, der unter dem Namen„Regierungsrat Bauer" Kundschaft suchte, aus diesem Grunde festgenommen. Namentlich Großbetriebe des Handels und der Industrie werden von den Betrügern heim- gesucht. Neuerdings aeben sie vor, Vertreter des nicht existierenden „Verbandes der Wirtschaftlichen Vereinigung der kriegsbefchädigten Arbeitgeber" oder der„Reichswirtschaftsvereinigung der Kriegs- beschädigten" oder ähnlicher Erfindungen zu sein. Es wird vor diesem Treiben gewarnt und gebeten, im Betrewngsfall« die Schwindler zur Anzeige zu bringen. Jürgens gegen Sie Stargaröer Polizei Frau Oberstaatsanwalt wird dienstlich geholt. Im weiteren Verlauf der Vernehmung kam es zu einem Z u- s a m m e n st o ß zwischen dem Oberstaatsanwalt und der Verteidigung. Jürgens berichtete nämlich über seine Erfahrungen mit der Stargarder Polizei und erklärte:„Ich habe mich noch an dem Tage sofort an den Leiter der Stargarder Polizei Dr. Molkenthin(den zweiten Bürgermeister von Stargard) ge- wandt, der zu einem Essen cingclcnden war.(Ironisch): In Berlin kommen die Herren in solchen Fällen sofort, in Stargard bleiben sie ruhig beim Essen. Von Dr. Molkenthin habe ich mir dann die Vollmacht geHoll, Haussuchungen anzuordnen und habe auch die Erlaubnis bekommen." Oberstaatsanwalt Dr. Jordan: Weshalb hat der Angeklagte nicht den zuständigen Oberstaatsanwall, der zwei Häuser von ihm entfernt wohnte, benachrichtigt? Jürgens: Das war doch Sache der Polizei; ich kann doch nicht nachts den Herrn Oberstaatsanwalt herausholen. Im übrigen hatte ich in jener Nacht genug damit zu tun. dafür zu sorgen, daß die Stargarder Polizei überhaupt etwas unternahm, sonst wäre sie schon um 12 Uhr zu Bett gegangen, so ging sie erst um 4 Uhr nachts zu Bett.(Heiterkeit.) Oberstaatsanwalt: Hat der Angeklagte veranlaßt, daß ich am anderen Morgen sofort benachrichtigt wurde? Jürgens: Ich kenne den Gang des Verfahrens nur so, daß die Polizei die Ermittlungen anstellt, und dann die Sache an die Staatsanwaltschaft abgibt. Etwas anderes ist mir unbekannt. R.-A. Dr. Alsberg: Es ist doch nicht üblich, einen Oberstaatsanwalt wegen eines Diebstahls aus dem Bett zu holen. Oberfkaatsanwolk: O doch. Dr. Alsberg: Dann beantrage ich, Herrn Oberstaatsanwalt Jordan als Zeugen darüber zu vernehmen, daß ein solches Verfahren in Deutschland nirgends üblich ist. Vors.: Aber, meine Herren, was sollen wir denn mit solchen An- trägen, so kommen wir doch nicht weiter. Oberstaatsanwalt: Der Angeklagte hat ja meine Frau gleich holen lasten. Jürgens: Jawohl, weil meine Frau von der Aufregung krank daniederlag und weil sie Frau Oberstaatsanwalt sehr gern hatte. R.-A. Dr. Alsberg: Die Frau Oberstaatsanwalt ist doch nicht dienstlich geholt wordem Oberstaatsanwalt: Ja, doch(Allgemein« Heiterkeit.) Im übrigen möchte ich den Angeklagten daran erinnern, daß Ich ihn gefragt habe, ob er seiner Mädchen sicher sei Der Vorsitzende verlas dann den bc- treffenden Bericht des Oberstaatsanwalts, in dem dieser tatsächlich meldet, daß wahrscheinlich„auswärtige Personen, die wohl der KPD. nahestehen, an dem Diebstahl bei Jürgens beteiligt feien". Der Polizeioberinspektor Klapper-Stargard schildert« ebenfalls die Vorgänge jener Nacht, wobei er betonte, daß ihm vieles merkwürdig vorgekommen sei. So seien Gewallmaßnahmen an dem Schreibtisch nicht zu erkennen gewesen. Ein angeblicher Wachs- abdruck am Türschloß habe sich als ganz harmlos herausgestellt. Zeuge Kriminalkommissar Sohl von der Landeskriminalpolizeistelle in Stettin, der nach der Pause vernommen wurde, hatte Fest- stellungen darüber zu treffen, ob es sich um einen politischen Einbruch handele. In dieser Richtung sind seine Ermittlungen negativ verlaufen. Kriminalkommissar Schopp-Stettin bezeichnete es als auffällig, daß am Tatort beim Eivtreffca der Stettincr Beamten alle Spuren beseitigt waren. Auf Dorhollungen habe si.tt die Stargarder Polizei damit entschuldigt, daß die verschiedenen Gegensiände von vielen Personen angefaßt worden seien, und daß Jürgens selbst nach Fingerabdrückcn vergeblich gesucht habe.„Gleich am Tatort wurde mir von der Stargarder Polizei zugeraunt, daß hier wohl ein versuchter versicheruugsbettug vorliege, und daß Schulden vorhanden seien." Auch der Erkennungsdienstbeamte der Stettiner Polizei, der Kriminalsekretär Weiß, gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß am Tatort alles aufgeräumt war. Ordnung? gemäß hätte das Zimmer überhaupt geschloffen werden müssen, bis die Beaniten des Erkennungsdienstes«ingotroffen seien, denn aui jeden Fall wären Fingerabdrücke festgestellt worden, auch wenn sie mit der Lupe oder mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ae- wesen wären. Aus die Frage.jvarum das alles nicht geschehen sei. sagte Jürgens er habe die Sachen abwischen lasten, nachdem er sie selbst auf Fingerabdrücke habe absuchen lasten. Aus diesem aanzen Bild habe ich dann meine Schlüsse gezogen.— Zum Schluß wurde der Chefarzt Dr. Weber aus Stargard vernommen, der mit dem Ehepaar Jürgens sehr befreundet war. Auf Betragen des Lorsitzenden erklärte er zunächst, daß er Frau Jürgens, zumal in dem eiwas krankhasten Zustand nach ihrer Operation, nicht die Kraftanstrenguni zutraue, um die schwere Marmorsäule umzulegen. Als von den Beamten die Möglichkeit eines fingierten Diebstahls angedeutet wurde, habe er Jürgens davon Mitteilung gemacht: dieser sei ganz perplex g-wesen, und beide seien dann alle Mög- lichkeiten durchgegangen mit dem Ergebnis, daß Frau Jürgens nicht die Tot verübt haben könnte, vorl.: Sie wissen, welche Straf- taten den Angeklagten zur Last gelegt werden. Was hallen Sie als Freund des Hauses von der Sache? Zeuge: Ich habe viel mit Jürgens verkehrt, ich habe ihn immer als einen ehrenhaften und anständigen Menschen tennengelernt, dem ich niemals eine Schlechtigkeit oder eine strafbare Handlung zuttmien würde. Bon seiner Frau hielt er sehr viel und hat sie stets ritterlich behandelt. Aus einem inneren Vertrauen heraus ist er wohl nie auf den Ge- danken gekommen, daß seine Frau Heimlichkeiten hatte, die ihn kompromittieren mußten. Ich bin überzeugt, daß er von den Schul- den seiner Frau keine Ahnuno hatte. Ich selbst habe von den finan- ziellen Schwierigkeiten' auch nichts gewußt. Um'A3 Uhr nachmittags wurde die Verhandlung auf M o n- t a g früh S Uhr vertagt, und zwar werden nunmehr die zahl- reichen Sachverständigen für Schrift, Hundefragen, für Schlosser- fragen usw. zum Schluß auch schließlich die medizinischen Sach- oerständigen zu Worte kommen. So Senkt ein Sozialbeamter— l Aus dem Berwaltungsbezirt Tiergarten erfahren wir von der Aeußerung eines städtischen Beamten, die sein soziales Verständnis in recht zweifelhaftem Licht erscheinen läßt. Der beim Bezirksjugendamt beschäftigte Bureauvorsteher D i t t m a n n kam in der Unterhaltung mit einem anderen Beamten auch auf die Erwerbslosenfürsorge zu sprechen. Dabei gebrauchte er mit Bezug auf Erwerbslose die Ausdrücke„Tagediebe und Strolche", und er behauptete, daß jeder Mensch, der arbeiten wolle, auch Arbeit fände. Aber, sagte er, es sei eben die Erwerbslosenunter st ützung viel zu hoch, darum reize die Erlangung von Arbeit nicht mehr. Er führte Beamte der Gruppen I und ll an, deren Gehalt nicht höher sei, obwohl sie dafür arbeiten müssen. Anscheinend glaubt dieser Herr, die Erwerbslosen- frage dadurch lösen zu können, daß man die Erwerbs- losenunter st ützung noch herabdrückt. Herr Dittmann hat sonst wohl nichts mit der Erwerbslosenfürsorge zu tun. Aber von einem Bureauoorsteher beim Jugendamt, den man ja den Sozial- b e a m t e n zuzählen darf, sollte man eigentlich mehr Verständnis auch für Erwerbslose erwarten. Wir möchten wissen, ob das B e- zirksamt Tiergarten und der Bezirksbürgermeister solche Anschauungen eines Beamten billigt, und ob man diesen Beamten für geeignet zur Arbeit aus einem Gebiet sozialer Fürsorge häll._ Explosion in einer Kiihlanlage. Eine schwere Explosion ereignete sich gestern abend gegen Vi9 Uhr in den Kühlräumen der Fleischerei von R. B e n s ch in der Transvaal straße IS, im Norden Berlins. Unter dem Verkaufsladen und den Wohnräumen befindet sich ein großer Keller, der zu einem Kühlraum ausgebaut ist. Abends gegen %9 Uhr vlar der Inhaber der Fleischerei mit seinem 3(Jjährigen Ge- Sellen unten noch tätig, wobei auch die große Kühlmaschine, eine lmoniakanlage, in Betrieb gesetzt wurde. Plötzlich(jab es unter lautem Knall eine heftige Explosion. Aus noch nicht ganz ein- wandfrei geklärter Ursache explodierten die Amoniatgase und die Anlage berstet« auseinander. Bensch und Nistche wurden durch herumfliegende Eisenteile schwer verletzt und durch die aus- strömenden Gase betäubt. Die Feuerwehr wurde sofort arlarmiert. Mehrere Feuerwehrleute drangen mit Schutzmasken oersehen in den Keller vor und holten die Verunglückten ins Freie. Beide wurden in schwerverletztem Zustande in das naheliegende Paul-Gerhard- Stift in der Müllerstraße eingeliefert. Neue Wege der städtische» Krankenhauspflege. Um solchen Pattenten, für die ein Krankenhausaufenthalt in besonders schöner Umgebung erwünscht ist, diesen ge- währen zu können, hat der Magistrat mit dem Inhaber des in nächster Nähe von Bertin gelegenen Sanatoriums Birken- werder ein Uebereinkommen getroffen. Kranke, die sich zur Auf- nähme in städtische Krankenhäuser melden, können dorthin über- wiesen werden oder Kranke aus städtischen Krankenhäusern können dorthin oerlegt werden. Ein« größere Anzaht von Betten ist sicher- gestellt. Das Krankenhaus„Sanatorium Birkenwerder" ist ein ge- cigneter Aufenthaltsort besonders für Lungenkranke und Nervenkranke, Männer und Frauen. Es liegt nicht weit von Birkenwerder in einem großen Walde und zählte bisher zu den ele- gantcsten Berliner Sanatorien. Die sanitären Einrichtungen sind zweckmäßig und modern so daß die städtischen Pattenten dort in hervorragend guter Weise umergebracht, behandelt und verpflegt werden. Auch der Verband der Krankenkassen hat unier Anerkennmig dieser Bestrebungen der Stadt seine Zusttminung zur— Ueberwelsunv semer Mitglieder nach Birkenwerder gegeben. Es ist zu erwarten, daß diese neue Einrichtung den in Betracht kommen- den Kranken zum Segen gereichen wird. Verkehrsverschlechterung auf der Vorortbahn! Zu diesem Thema sei noch ein Beitrag gestattet: In E i ch k a in p, d. h. eine Hallestelle hinter Charlollenburg, eine vor Grunewald, wird jetzt von der Reichsbahn„gebuddelt". Dieser Buddelei mußte auch der bisherige Bahnhof Eichkamp weichen, da dort ein neuer Durchbruch zur Vorortbahn nach Heerstraße-Spandau hergestellt wird. So ist fett ein paar Wochen etwas weiter nach Bahnhof Grunewald zu ein neuer„provi- sorifcher" Bahnhof eröffnet worden. Dieses Provisorium wird von den Bahnbcamten auf mir etwa drei Jahre angekündigt. Der bis- herige Bahnhof Eichkamp, an sich schon sehr primitiv ohne Ueber- dachung, besaß wenigstens eine einfach« Wartebud« als Schutz gegen Unweller. Dieser Schutz ihrer Fahrgäste scheint der Reichsbahn bei dem neuen„provisorischen" Bahnhof überflüssig zu sein. Ob es stürmt oder regnet, ob es friert oder schneit, was kümmert das die Reichsbahn. Da die Fahrgäste in Wind und Wetter nur 10 Minuten aus den nächsten Zug zu warten brauchen, ist Erkällung und Krank- heit selbstverständlich ausgeschlossen. Deshalb empfiehlt sich die Höf- liche Aufforderung an die hierfür verantwortliche Stelle der Reichs- bahn, sich selbst zu verschiedenen Zeiten den Unbilden der Witterung auf den Bahnsteigen des jetzigen Bahnhofs Eichkamp auszusetzen. Vielleicht braucht dann das zahlende Publikum nicht drei Jahre auf Schutzhallen zu warten. U. Ä. w. g. Das Ergebnis des Funkballcs im Zoo. Die Funk-Stunde in Berlin hat es sich bekanntlich nebe» ihrem Hauptwirkungskreis zur Aufgabe gemacht, durch bestimmt« Sonder- oeranstattungen den ungezählten Künstlern, die sich in Rot befinden, zu helfen. Die Barerlöse aus diesen Darbietungen werden jeweils dem Kultusministerium überwiesen und gelangen auf diesem Wege unverkürzt in die rechten Hände. In diesem Sinne wurde auch am 12. Februar der Ball der Funk-Stunde im Zoo veranstaltet, und das materielle Relullat aus dieser Festlichkeit liegt nun vor. Die Bruttoeinnahmen belaufen sich aus rund 61 000 M. Hier» von kommen in Abzug für Ausgaben 17 500 M., für die gesetzliche Steuerabgabe 9600 M., so daß 36 922,95 M. übrigblieben. Da mit ettfedsrn '(x(ho& CauStCLN/ rroßtenSpez Mengenabstb« vorbehalten I Fertige Betten Oracrot Inlett mit graut a Feflarn Oberbett....... 9.50 Unterbett...... 7,90 Kissen........ 3.45 Fertige� Inlette Oberbett 8.40 �.20 Unterbett 6.9Ö 5.10 Kissen 2.35 1.75 irnSf1 Bettwäsche atarhuoigw wtohMto» Oberbett mxxo 3.75 Kissen aoxso..... 1,25 Bettlaken m«. iU( 1.75 Ueberlaken »tiok. xl. Htodhohltaam I#■ v W Steppdecken Satin-Oberseite ia divers. Ä«5 S Farben......... 9.»C«7 Handtücher Gerstenkorn. 29 w- Reinleinen Drell— 85» Jacquard Kalbleinen 1,25 Barchentlaken w»U alt farbiger Kulte, 2.4>S Waffelbettdecken well mit Fraceen....■ 3.56 Schlafdecke gru m. Streifenkante.., 2.75 Pupffedern Graue Federn wnnd 95«■ Entenfedern � m 3.40 Weiße Rupffedemnii4.90 SchleiBfedern Schleißfedern'■m 3.90 Schleißfedern,Ki5.20 Schleißfedern Ttl. 7.50 Daunen MonopoidaunerT�" 8.50 Matadordaunen Hi,12.00 Weiße Daunen nd 13.50 Honopoldaunen-Oberbett echt tarklsch-rot ode: eold, liU. fraise M E AA Inlett, indantbrenfarbig..... 4wawV Daunendecken la-tranz&shcksr Oaunenperkal baut Ut •chöner, kaiitarn, mit l» Daunku.. Echt thln Die ideele BettfüSlung: Mono&oldaunen CeseNI. gesch. 8 SA» 4 Pfund ■DU zum Oberbett diesem Narbetrag nicht nur Kunstler in Not, sondern auch arme Berliner Künstler unterstützt worden sollen, so ist eine Drittelung vorgenommen worden, und zwar erhalten zwei Drittel die no?- leidenden Künstler und ein Dnttel die armen Kinder. Die Kontrolle Hot Dderbürgsrmeistcr Böh. Es ist zu erwarten, daß sich das Rein- craebnis noch zugunsten der Enipsänger erhöht, da Bcrhandlungen über einen Steueniachlaß mit Rücksicht aus den wohltatincn Zweck eingeleitet sind. Vorratsfchvtz. In der Geologischen Landcsonstalt in der Invaliden- ltraße hielt die Gesellschait für Borratvschutz e V. unter Vorsitz von Regierungsrat Dr. F. Zacher von der Biologischen Reichsanstalt sür Land- und Forstwirtschaft ihre Jahresversammlung ab. Der schöne Dortragssaal war wie iin vorigen Jahre wieder überfüllt. Nach Er- ledigunjj des geschastlichcn Teiles fanden zwei Vorträge statt, zu denen sich auch Vertreter mehrerer Reichs- und Staatsminiiterien und zahlreicher anderer Behörden eingefunden hatten. Zunächst schilderte unter Vorsührnng einer großen Anzahl ausgezeichneter Lichtbilder Regierungsrat Dr. Zacher das Au-trelen der Vorrotsschädlinge im vergangenen Jahre. Als die für chandel, Industrie und Haushalt wichtigsten Schädlinge wurden u. a. besvrochen. Kornkäfer, Korn- motten, Erbsenkäfer, Tabokkäser, Messingkäser, Staubläuse und Kldderniotten. Es wurden Bilder von Starkstrommasten vorgeführt, die durch den Holzbock völlig zerstört waren, von Silberfischchen zer- fressenes Papier, von Wespen angenagte Torte. Speckiäler und Käse-liegen traten an Wurst und Schinken, Mehlmottcn nicht nur in Mcbl, sondern auch in Schokolade, Splintholzkäser in einem Küchen- biisett und Parkettfußbode» auf. Darauf sprach Pnvatdozcnt Dr. Dr.-Jng. Fr. Moll über die wichtige Frage der Bekamp- f u n g d e s H a u s s ch w a m m e s. Er führte dabei aus, daß die ,zrage der Bekämpfung in erster Linie eine technische sei und daß es sehr wohl möglich wäre, den Hausschwamm durch Beseitigung der Oeuchttokeitsquellen in den Häusern zu bekämpfen. Ein Film der I. E.4V>al gr»-I*C&6 $dtasS&e&€> Br&ckenstp.Beke Rungrgsi� $dhail£e&& SdiSnfib€i7gfHaupt-Ed5e>forbei Uta die Bedeutcrnsr tvaB&xs Onißf* nehmenfi audiuadiaußetihiiiiiiB� seheinung ivetenzu lassen., baben wie uns entschlossen den. uns schon seit langem grehöpenden obigen» Verkaufe stallen gleich faHs den. Na.v ■men unser»«* großen Beeliner Her�cix-KicicLer-�abpik m verleihen.. Seit jahrzehnien hat dieser Name im ganzen Reich einen guten Klang.cLcjm wir ttoterhalten i5 eigen« tferkaufssiellen in Deutschland. AxjuEh, ßexliner wird siehs jetzt merken Ss? CkEBR* lübsü U üKNES i StihÄMieliePS Eehsje{ Haupistaficke Rutto&csiK§ WERTH E I M Extra-preise � W W M-M, WWW BETOlllUllllElMIIIMIIIIlllllIinillllllllllllffllilinilBIIIIIU 3i«I«i!!I!!I!»!UMWWIMI«WMIW« Leipzfger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz soweit Vorrat Gardinen, Decken, Teppiche Ein ausführliches Verzeichnis wird auf Wunsch zugesandt. 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Imperialismus" haben wir bereit» die außenwirtschaftliche Seite der neuen Wirtschafts- sttuation gekennzeichnet. Die Parlamentskämpfe um die systematische chochhalwng der landwirtschaftlichen Produktenpreise, über die wir ebenfalls kurz berichteten und deren Hintergründe heute aufzuzeigen sind, kennzeichnen die innenwirtschaftliche Situation. Die europäische Arbeiterschaft muß diese Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit verfolgen, weil sich in ihnen eine vollkommene Revolution der omerika- nischen Wirtschafts struktur ankündigt. Wenn nicht olles trügt, erfolgt heute eine«Europäisierung" der Ver» einigten Staaten, d. h. die Vorbereitung von sozi» alen und politischen Kämpfen derselben schweren Art, wie sie Europa seit Ende der siebziger Jahre erlebte.. Das Zentrum der amerikanischen Vorgänge büdet ein Gesetz, die «Mac Nary-Haugen Bill", durch welches die Entwertung der Agrarprodukte im Verhältnis zu den Industrie- waren verhütet werden soll. Präsident Coolidge hat gegen das im Repräsentantenhaus und im Senat angenommene Gesetz sein Veto«ingelegt. Da in beiden Kammern des amerika- nischen Kongresses die verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit nicht vorhanden war, um das Veto des Präsidenten außerFkraft zu fetzen, und da die Legislaturperiode diese« Kongresies bereits zu Ende gegangen ist, so wird das Problem, dessen Lösung die„Mac Nary-Haugen Bill" versuchte, völlig ungelöst dem neuen Kongreß überlassen bleiben. Dieser soll seine Arbeiten erst im Dezember dieses Jahres Wiederbeginnen, falls er nicht vom Präsidenten zu einer Extrafefsion einberufen wird. Der Kampf wird also weiter gehen. politische und wirtschaftlich« Hintergründe. Die große Mehrzahl der amerikanischen Landwirte, der Farmer, fordert den Schutz ihrer Produkte vor der Entwer- tung durch systematische Beeinflussung der Preisbildung. Seitdem sich in den Iahren 1S21/22 infolge der Krise und des Preissturzes die„Schere" zwischen den Preisen für Industrie- und Agrarprodukte zugunsten der Industrieprodutte geöffnet hat, sind die Rufe der Land- wirte nach Hilfsmaßnahmen gegen diesen Zustand nicht mehr vor- stummt. Von 1924 ab trat eine nicht unbedeutende Besserung ein, die gewissermaßen zu der Hoffnung berechtigte, daß der Ausweg aus der Farmerkrise in der Besserung der Kredit Möglichkeiten und in der Förderung der genossenschaftlichen Organisation gefunden werden könnte. Es blieb jedoch nicht dabei; im Laufe der letzten Jahre hat sich die Lage wieder aufs äußerste zuge- spitzt. Das ganze Paradoxe der gegenwärtigen Lage, in der die guten Ernten zu Katastrophen für die Farmer zu werden drohen, ist voll in Erscheinung getreten. Besonders kraß läßt sich diese Paradoxie im letzten Jahre für die Baumwolle feststellen. Hatte schon die gute Ernte des Jahres 1924 und die noch bessere im Jahre 1925 einen starken Rückgang der Baumwollpreise zur Folge gehabt, so hat die Rekordernte des Jahres 1925 für die Produzenten einen geradezu katastrophalen Preissturz nach sich ge- zogen. Der Preis für eine bestimmt« Sorte der Baumwolle betrug in New Dort am 23. Dezember 1924 24 Cent für ein Pfund, am selben Tag 1925 19,89 und 1926 nur 12,95 Cent. Der Preis, den die Farmer selbst durchschnittlich erhielten, war entsprechend 22,6, 18,2 und 19,9 Cent für ein englisches Pfund. Das amerikanische Landwirtschoftsministerium(Departement os Agriculture) stellt in jedem Jahr eine Schätzung darüber an, wie hoch sich der Wert der produzierten Produtte nach den Preisen ab Farm am 1. Dezember beläuft. Für die Baumwolle ergeben diese Schätzungen folgendes Bild: die 13,6 Millionen Ballen(se 599 eng- lische Pfund), die 1924 geerntet wurden, kosteten 1573 Millionen Dollar, die 16,1 Millionen Ballen der Ernte 1925 kosteten 1598 Mil- lionen Dollar und die 18,6 Millionen Ballen der letzten Emte 1916(!) Millionen Dollar. Die Produzenten verlieren nicht weniger als eine halbe Milliarde Dollar, mehr als zwei Milliarden Mark, durch die Tatsache, daß sie im letzten Jahre 2)4 Millionen Ballen mehr geerntet haben als 1925 und 6 Millionen Ballen mehr als 1924! Sie verkaufen unter den Produktionskosten, werden verschuldet, müssen ihren Ver- brauch einschränken. Der Segen der guten Ernte wird für sie zum Fluch. Nicht ganz so verheerend, aber auch ziemlich bedrohlich ist die Entwicklung für die übrigen landwirtschaftlichen Produkte. Der Wert der gesamten Agrarproduktion(einschließlich der Baumwolle) wird im Jahre 1926 nach den Preisen vom 1. Dezember auf 7892 Millionen Dollars geschätzt, gegenüber 8949 im Jahre 1925 und 9334 Millionen Dollar im Jahre 1924. Das be- deutet, daß die gesamte Agrarproduktion ohne Baumwolle am 1. Dezember 1926 um 565 Millionen Dollar weniger kostete, als vor einem Jahr und um 975 Millionen Dollar(fast 4 Milliarden Mark) weniger als vor zwei Iahren. Z�ach Fehlschlügen ein neues Programm. Nach der Krise von 1929/21 suchten die Farmer die Ursache für den besonders hefttgen Preissturz der Agrarprodukte in der Deflationspolitik des staatlichen Banksystems(Federal Reserve Board); sie beschuldigten dieses System der bewußten Be- nachteiligung der Interessen de? Landwirtschaft durch die Erschwerung der Kreditbedingungen in den ländlichen Bezirken. Dement- sprechend forderten sie in erster Linie Verbesserungen auf dem Ge- biet des landwirtschaftlichen Kredits, die seitdem in einem ge- wissen Ausmaß geschaffen wurden. Jetzt hoben die Farmer einge- sehen, daß noch eine tiefer liegende Ursache für die un- günsttge Preisbildung ihrer Produkte im Vergleich zu den Industrie- waren vorhanden ist. Diese Ursache wirkte ausschlaggebend während der Krise von 1929/21 und droht immer von neuem bei jeder guten Ernte(Vermehrung des Angebots) oder Konjunkturverschlechterung (Verminderung der Nachfrage) wirksam zu werden. Sie besteht darin, daß die Landwirtschaft Heine Möglichkeit hat, ihr Angebot der gegebenen Nachfrage anzupassen, wie dies dem Industrie- kapitalismus durch die monopolistische Beherrschung des Marktes möglich ist. Diese Einsicht führte zur Entstehung eines neuen Pro» g r a m m s, hinter dem sowohl die Getreide produzierenden Farmer des West e n s, wie auch die Baumwolle produzieren- den Former des Südens stehen. Der Grundgedanke dieses Programms besteht darin, mit einer besonderen Organisation das An- gebot landwirtschaftlicher Produkt« auf dem inneren Markt genau an die inländische Nachfrage anzupassen. Man bedarf dazu der Geldmittel, um alles, was über den inländischen Bedarf hinaus vorhanden ist, aufzukaufen und dem inneren Markt fernzuhalten: die so geschaffene Knappheit de« /Ingebots soll das Sinken der Preise unter«ine gewisse Grenze oe r h i n d e r n. Mit den ausgekauften Ueberschüssen kann man einen günstigeren Zeitpunkt abwarten, in dem entweder die Nach- frage größer oder das Angebot infolge einer schlechteren Ernte geringer sein wird. Ferner kommt die gesteigerte Ausfuhr in Frage, wozu auch die Ausfuhr zu billigeren als den In- landspreisen, d. h. d i e Dumping-Ausfuhr als not- wendig erscheinen kann. Das Bundesfarmam! zum Farmerfchutz. In der Mac-Nary-Haugen-Bill, die diesem Programm entspricht, wird die Verwendung der ausgekauften Mengen vollkommen der gleichen Stelle überlassen, die den Ankauf zu beschließen uid durch- zuführen hat. in beiden Fällen ohne irgendwelche bindende Nicht- linien. Diese Stelle(Federal Farm Board) soll vom Präsiden- ten ernannt werden, der aber in der Auswahl der Mitglieder an die von den Farmerorganisationen vorgeschlagenen Kan- didaten ge b u n d e n ist. Der erwähnten Stelle werden aus der Bundeskasse 225 Millionen Dollar(über eine Milliarde Mark) zur Verfügung gestellt, die sie für den Ankauf von Weizen, Mais, Reis, Baumwolle, Schweinen und Tabak zu verwen- den hat. Dann sollen die Fonds mittels einer Ausgleichsumlage« r- n e u e r t werden, denen Höhe und Verteilung nach den verschiedenen Kategorien der Produzenten von dein Farm Board selbst bestimmt wird. Die Industrie gegen die Farmer. Einige Kritiker des Gesetzes behaupten, daß es voll- kommen utopisch sei, ohne praktische Bedeutung: bleiben und daher nur zu neuer Enttäuschung der Farmer führen würde, ander« sagen äußerst schädliche Rückwirkungen auf die gesamte anrerikanisch« Wirtschaft voraus. Am schärfsten wird das Gesetz von der In- dustrie bekämpft. Das ist leicht verständlich, weil das Gesetz ja letzten Endes auf eine neue Verteilung des Nationaleinkommens zugunsten der Landwirtschaft hinausläuft. Die Ber- teuerung der Agrarprodukte wird ohne Zweifel verstärkte Lohn- forderungen seitens ddr Arbeiterschaft hervorrufen. Die Äei- gerung der Löhn« würde in diesem Falle die Kaufkraft der Ar- beiterschaft für Industriewaren nicht erhöhen, da sie nur zum Ausgleich der Teuerung der Agrarprodukte dienen würde. An- dererseits bedeutet sowohl die Erhöhung der Löhne wie die Heraus- setzung der Preise für Industriewaren die Steigerung der Produt- tionskosten für die Farmer, und die Folge müßte das Bestreben sein, die Preise für Agrarprodukte noch höher zu treiben. Man muß also auf schwere wirtschaftliche Kämpfe als Aus- Wirkung der„Valorisieruna" der Agrarprodukte gefaßt sein, weil sich der Widerstand der Industrie gegen die Forderung von Lohn- erhöhungen werter erheblich verstärken muß. Noch inehr bedroht fühlen sich diejenigen Industrien, für welche die zu valorisierenden Agrarprodukte als Rohstoffe in Betracht kommen. Nicht nur des- halb, weil die Verteuerung dieser Produtte für sie die unmitielbare Steigerung der Produktion skosten bedeuten würde, sondern vor allem, weil im Falle der Dumping-Ausfuhr dieselben Rohstoffe Und es Ist so leicht Sic.ihr zu folgen--!! Hier sehen Sic— Herrliches hat sie geschaffen — wundervoll Neues— für Kleider nicht weniger Entzückend es als für Mantel oder Complets In den Reizen der neu* cnMode zu schwelgen— welch' sdiönerGedanke — ermöglichen Ihnen, wie immer, die berühmt niedrigen Preise von Kdnlsstr. 33 Chausscest-llS Oranienstr. 40 Jün BML Alexander plan Slatllnsr SaluUio« Am OraniMPlatS aai am. Aiaxanciar platz»«iw mwn w««"—------ Ol« o Eigen AagoEdle«lebaa Itaoao ab Moatag zur Varfüguaal~ SchrlfUlcSo Be*!ollurtgon können nicht beraefcslehtla« warm? (in erster Siiri« Baumwolle, dann Tabak) den auslSudischen Kon. kurrenten zu niedrigeren Preisen verkauft werden, was sür sie ebensalls einen Zwang zur Dumping-Ausfuhr und zur Er- höhung der Einfuhrzölle bedeuten würde. Geht die Em- wicklung in dieser Richtung, so würde dies die Drosselung des ameri- konischen inneren Marktes und damit die Beseitigung des Vorsprun. g«?, den die amerikanisch« Wirtschaft vor der europäischen hat, be- deuten. Es ist somit völlig verständlich, wenn das amerikanische Kapital einen sehr heftigen Widerstand gegen die Versuche, das Fannerpro- gramm zu verwirklichen, entsaltet. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß wenigstens ein Teil der Industrie diesen Widerstand aufgeben wird, weil die Farmer für den Fall, dah sie ihr Programm nicht durchsetzen können, den schärfsten Kampf gegen die industriellen Schutzzölle angekündigt haben. Sie erklären, daß wenn es schon nicht möglich ist, ihre Produkte zu verteuern, alle an- deren Waren verbilligt werden müßten. Tiefere Bedeukung. Das ist die Situation, wie sie sich heute darstellt, chinter dieser Situation oerbereen sich Gegensätze und Probleme von grandioser Wucht. Der Rückgang der europäischen Kaufkraft infolge des Weltkrieges, der Uebergang Amerikas zum industriellen und Kapitalexportland, die Entstehung neuer Industrie- und Agrorkonkurrenz überall in der Welt, stellen die Vereinigten Staaten vor eine ähnliche Situation, nur ist sie umgekehrt, in die Deutschland und Europa Ende der siebziger Jahre kamen, wo die eigentliche proiektionistische und imperialistische Aera Europas begann. ?n Deutschland kam es zu dem Schutzzollbündnis der Schwer- industrie mir dem Agrariertum, zur Aera der Kolonialpolitik und des kapitalistischen Militarismus. Was in den Vereinigten Staaten daraus werden kanU, deutet der Fall Mexiko-Nicaragua und der Kampf um die Mac-Nory-Haugen-Bill an, der so oder so eine Kompromißlösung der zunächst Beteiligten finden wird. Die renossenschastliche Farmerorganisation, das äußerliche Fehlen des Großagrarieriums in Amerika, endlich die Möglichkeit, daß die Vereinigten Staaten Europa gegenüber teilweise zum Renlnerstaot werden können, diese Sondermomente können allerdings mildernd wirken. Für die Zuspitzung der Klassen- und Völkerkämpfe in der Welt aber kann keine günstige Prognose gestellt werden, wenn die Weltarbeiterschaft nicht ihre Machtpositionen gewaltig erweitert und neue mächtige Garantien für den Frieden schafft-__ Die Arbeitslosigkeit geht nicht zurück! 2lber die lange Arbeitszeit bleibt. ?n Berlin ist die Arbeitslosigkeit auch in der vergangenen Woche nicht zurückgegangen. Damit ist die Arbeitslosigkeit in Berlin bereits in der dritten Woche auf ihrem enorm hohen Stande fest stehen geblieben. Das Gerede von dem Aufschwung der Kon- junktur bestätigt sich n i ch t. Dagegen scheint es W a h r h e i t zu werden, daß sich die Arbeitslosigkeit aus dem Stande der jetzigen Hochflut st a b i l i s i e r t. An dieser Stabilisierung wird auch dann nichts geändert, wenn das beginnende Frühjahr in der Landwirt- schaft und im Baugewerbe die im Frühjahr regelmäßig einsetzende Neu beschäftigung bringen wird. Die Verringerung der Arbeits- lasigkeit muß sich auf diese s a i s o n mäßige Mehrbeschäftigimg b e- schränken. Die wirkliche Lage des Arbeits, iiarktes ist aber damit noch nicht gekennzeichnet, baß in den letzten drei Wochen die Zahl der Arbeit- jnchrnden die Ziffer von 274 400 nicht unterschritten hat. Das Landesarbeitsamt Berlin hebt mit Recht einmal hervor, daß gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres die Arbeitslosigkeit um"30 ODO Personen höher ist und zum anderen, daß die Zahl der unterstützten langfristigen Erwerbslosen noch in wesentlich größerem Ausmaß gestiegen ist. Voltswirtschaft verloren gegangen sind. Rechnet man die Arbeitsstunde und dementsprechend die in ihr enthaltene Kaufkraft mit einer Mark, so hätten bei voller Beschäftigung im Jahne 1S26 rund vier Milliarden Kaufkraft mehr zur Verfügung gestanden. Wird die Arbeitslosigkeit stabilisiert, so ist sür das laufende Jahr wieder mit vier Milliarden zu rechnen. In zwei Iahren geht so der deutschen Volkswirtschaft eine Beschäftigung und eine Kauf- kraft verloren, die, wenn man die deutsche Auslandsverschul- d u n g auf vier Milliarden Mark annähme, bei einmaligem Um- schlag dieses ganze Kapital zwei Jahre lang ohne Be- s ch ä f t i g u n g ließe, so daß die Zinsen für diese Auslandsver- schuldung umsonst bezahlt werden. In der Tat ist das der Preis, den die deutsche Volkswirt- schaft heute für die Arbeitslosigkeit bezahlen muß: denn die den Er- werbslosen gezahlte Unterstützung bedeutet durch ihre Geringfügigkeit einen so großen Raubbau an Kräften, daß die auf diesem Wege z e r st ö r t e Arbeitskraft die Differenzen des nicht gezahlten Lohnes voll aufwiegt. Die gegenwärtige Regierung st ü tz t die deutschen Unternehmer noch in ihrem Bestreben. Lohnerhöhungen zu verhindern und die übermäßige Arbeitsdauer b e i z u- b e h o l t e n. So ist die Arbeiterschaft auf sich selbst gestellt und im Interesse der Volkswirtschaft zu den schärfsten Kämpfen g e- z w u n g e n. Diese Kämpfe dürfen auch vor der Regierung nicht Halt machen überall da, wo die Regierung sich der Gesundung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes entgegenstellt. Das Institut für Konjunkturforschung hat in seinem letzten Heft festgestellt, daß im Jahre 1326 infolge der Arbeitslosigkeit nicht weniger als 4 Milliarden Arbeits st unden für die Die Mühlen verlangen einen Roggenausfnhrzoll. Die schlechte Versorgung Deutschlands mit Brotgetreide, zu deren Behebung die Sozialdemokratie die Aufhebung des Roggeneinfuhrzolles verlangt hat. findet durch eine Eingabe des Reichsmüllerverbandes an den Reichsernährungsminister eine Interessante Beleuchtung. Weil die Mühlen großenteils ohne Beschäftigung seien, fordern die Reichs- mülleroerbände die Einführung von Getreideausfuhr- Zöllen' oder eines Getreideausfuhrverbotes. Sie tun das natürlich in ihrem privatkapitalistischen Interesse. Immerhin bestätigen diese Verbände der Reichsgetreidegesellschaft das Be- st e h e n der Roggennot, die sie vor wenigen Wochen bekanntlich einfach abgeleugnet hat. Die freigäbe des deutschen Eigentums la Amerika verlagt. Der harte Kampf im amerikanischen Kongreß um die Freigab« des be- schlagnahmten deutschen Eigentums, auf die die deutschen Jnter- essenten sehnsüchtig warten, ist wieder vertagt worden. Es handelt sich dabei, wie bekannt, um Forderungen von vielen hundert Mil- lionen Mark, gegen die der amerikanische Staat und amerikanische Staatsbürger allerdings Gegenforderungen haben. Damit ist ein großer Kampf zum vorläufigen Abschluß gekommen, der in Deutsch- land und in Amerika der Anlaß zu wilden Börsen- spekulationen war. Die deutschen Hoffnungen wurden aller- Vings nicht nur durch die Vertagung enttäuscht, durch die Initiative des amerikanischen Senats wurden die ursprünglichen Vorschläge zuungunsten Deutschlands aucb sehr bedeutend v e r- s ch l e ch t e r t. Einmal ist die sofort zu zahlende Entschädigung von 80 auf 60 Proz. herab gesetzt worden, so daß 40 Proz. aus den Reparationseingängen entschädigt werden sollen. Dann wurden die Ansprüche der amerikanischen Regierung an Deutschland den Forde- rungen der P ri v a t gläubiger gleichgestellt, so daß die deutschen Gläubiger für die restlichen 40 Proz. noch länger zu warten hätten. Die Entschädigung für die Patente wurde gänzlich g e st r i ch e n, und die Entschädigungsforderungen der deutschen Reeder wurden um über die Hälfte herab gesetzt. Bei diesem Stande der Sache ist die Beratung unterbrochen und ihre Fortsetzung dem neuen Kon- greß überlassen worden, der voraussichtlich erst im kommenden Winter tagen wird. Das Ergebnis der bisherigen Behandlung der ganzen Angelegenheit war weder für die deutsche noch für die amerikanische Bolkswirtschast von Vorteil, da in den Börsen- spekulationen. die hüben und drüben damit verknüpft wurden,«in großer Teil von dem erwarteten Nutzen zerstört worden ist. Verhandlungen im europäischen Rohstahlkarlell. Die in Düsiel- dorf tagende Leitung der Europäischen Rohstahlgemeinschaft hat für das zweite Quartal des Jahres 1927 das Produktionsprogramm wieder von 27,78 um 11� Millionen auf 29,28 Millionen Tonnen erhöht. Für das erste Vierteljahr war eine Herabsetzung des Pro- duktionsprogrammes in der gleichen Höhe vorgenommen worden. Damit hat die d e u t s ch e Schwerindustrie, falls ihre bisherige groß» Beschäftigung fortdauert, einen um so größeren Vortell erzielt, als jetzt sehr erhebliche Zahlungen sür die ihre Quote übersteigende Mehrproduktion wegsallen, wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß die Erhöhung der Gesamtproduktion im Kartell möglicher- weise die französische und belgische Industrie noch stärker hinter der Quote zurückbleiben läßt als bisher. Für Deutsch- land ergibt sich daraus zwar der Vorteil, daß für die Quotenüber- sihreitung weniger Dollars in den gemeinsamen Topf gezahlt werden müssen, daß dafür die Einzahlungen aber in größeren Beträgen sich in Entschädigungen für die hinter ihren Quoten zurückbleibenden anderen Produzenten verwandeln. Reben diesem Beschluß wurden auch die Verhandlungen über die interna- tionale Verbandsbildung fortgeführt Doch dürfte es in dieser Frage im gegenwärtigen Augenblick wohl kaum zu definitiven Beschlüssen kommen. Zur tage der tandwirtschaft. über deren Unrentabilität die Großagrarier dauernd klagen, erhielt man durch den Absatz von künstlichen Düngemitteln wertvolle Aufschlüsse. Wie wir bereits berichteten, oerzeichnet die Kaliindustrie neuerdings Rekordumsätze. Auch der Verkauf von Stickstoff hat sich im neuen Jahre unerwartet gut angelassen. So wurde der für die Frühjahrsbestellung beson- ders wichtige K a l kst i ckst o s f in den letzten Wochen geradezu stürmisch verlangt. Die großen Borräte, die die Werke während des Winters aufgesammelt hatten, wo der Absatz von Stickstoff regelmäßig zu stocken pflegt, waren in ganz kurzer Zeit geräumt, und bis in die letzten Wochen hinein hat diese lebhast« Rckchsrage angehalten. Nach alledem kann nicht gut davon die Rede sein, daß die deutsch« Landwirtschaft infolge der geringen Ernte des letzten Jahres besonders Not leidet. Im Gegenteil haben die ungewöhnlich hohen Getreideprerse die K a u f k r a s t der getreidebauenden, also vornehmlich der großen Landwirtschafts- betriebe, sehr gestärkt, was jetzt in dem starken Düngemittelbedarf nur seinen natürlichen Ausdruck findet. Zum Lohnkamps der Kraftdroschkenführer. Di« Kraftdroschken. lührer stehen bekanntlich in einer Lohnbewegung. Während die n n u n g, in der die kleineren Kraftdroschkenbesitzer vertreten sind, die Forderungen auf festen Lohn und Provision bewilligen ni können glaubte, sind die größeren Unternehmungen der Ansicht, A u t o m o b i l- A.- G.. in der Bilanz per 31. Dezember einen Rein- gewinn von 29 28Z M. aufweist und in der Lage ist, eine� fünf- prozentige Dividende zu verteilen. Dabei hat sie über das übliche Maß hinausgehende Abschreibungen vorgenommen, nämlich 20 Proz., und die 200 Wagen, die die Gesellschaft fahren läßt, stehen zu einem sehr niedrigen Preis zu Buch. Eine rentable Filmgesellschaft. In einem Augenblick, in dem die U f a Verwaltung Suboentionsgesuche an das Reich richtet, gibt die Verwaltung der P h o e b u s A.- G., eines mittleren Unternehmens, in ihrer Generalversammlung bekannt, daß das am 31. Dezember 1926 abgelaufene Geschäftsjahr, obwohl die Bilanz bisher noch nicht gezogen ist, ein sehr günstiges Ergebnis aufweist. Ueber das Verhältnis zu der amerikanischen United Artist Com- p a n y sagte die Verwaltung, daß das Verhältnis ein sehr loses sei. Die Phoebus-Film A.-G. sei verpflichtet, 15 Film« der United Artist pro Jahr abzunehmen. Dafür müsse die Phoebus ihr Kon- tingent an die United Artist übertragen und erhalte einen Be- trag von 10 000 Dollar. Das mache für den drei Jahre lausenden Vertrag ungefähr 1,8 Millionen Dollar aus. Die Phoebus habe sich verpflichtet, keine ausländischen Filme außer denen der United Artist in ihren Verleih aufzunehmen. Die Gewinne aus dem Verkauf des Kontingents sollen für die deutsche Produktion oerwandt werden, die die Gesellschaft nach wie vor weiter betreibe. fäewlitz StSkool Hauptinstitut verlebt nach Leipziger Str. IIP Telephon; Zentrum 7800 und 7820 Filiale unverändert; Taaentzlenstr. 19a. Telephon: Steinplatz 797 Berlitz seit SO Jahren an 300 Plätzen in der ganzen Welt eilolgreicb and tübreadl SPARKASSE BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN wd BEAMTEN, AG ANNAHMESTELLEN IN SÄMTLICHEN STADTTEILEN BERLINS UNO BEI ALLEN ORTSAUSSCHÜSSEN DES ALLGEMEINEN DEUTSCHEN OEWERKSCHAFTS- BUNDES IM REICHE ZENTRALE BERLIN 8 14 wallstrasse u POSTSCHECKKONTO: BERLIN 3898 nt ,ii ch. HAMRfI{?n BESENBINDERHOF S1-S9 FILIALEN: nAJUDUKU POSTSCH.-KTO. H AMBURO 12 SM Rnpci All MAROARETENSTRASSE IT DK COLA U POSTSCHECKKONTO BRESLAU 414 FPANKFIlPTn M stoltzestrasse» rKAiNivrLKi a.m. postsch..kto. N.4Z6n BEI TÄGLICHER KÜNDIGUNG...... 4»/,'/« p.«• BEI MONATLICHER KÜNDIGUNG____ S'/s*/« p«• BEI VIERTELJÄHRLICHER KÜNDIGUNG«>/,"/« P- L EINZAHLUNGEN VON 1 RM. AN KASSENSTUNDEN VON 9 BIS 3 UHR UND 8 BIS 7 UBR SONNABENDS VON 9 BIS I UHR Jedem Berilner die Ausstattung seines Heims mit schönem und gediegenem Mobiliar zu ermöglichen, ist unsere Aufgabe. 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Schmiede waren wir alle» tobende hammerknechte! Urahn» Baker und ich. Seiner von ihnen schlich sich ans dem verfluchten Geschlechte. Tausend Jahr Feuer» Schmiedsfeuer, brennen, verbrennen mich! Brannten die Freiheit zu Schande, zu Schmach die heiligen „. Rechte! Schmiede! Mr schmiedeten uns hinein in die Gewalt der höllischen Mächte! Schmied! Alles Schmiedswerk ist Lette für dich! 0 mein Sohn, mein junger, mein lichthelles Sind! Sühlachender Bube auf Mutkers Schoß— Sollst du die Letten deine» Geschlechts ins neue Jahrtausend tragen? Den Hammer her! Ich schlag- ans die Letten, bis sie zer- schlagen sind! Der blutenden Lnöchel lach ich, lache der Munden groß, die selbst ich mir schlaget* Ins Feuer die Faust! Ich will e» wagen! Nur eine Lahe. von Otto Flake. Wir bekamen st«, als sie eben die Augen geöffnet hatte. Ich fand ste nicht schön, die Augen nicht und das ganze Tier nicht. Gelb auf dem Rücken und weiß am Bauch, konnte ste mit der ge- tigerten, die ich vorher gehabt hatte, stch nicht messen. Und die blaßblauen Augen standen heraus, sie sahen wie die vom Star«nt- arteten ganz alter Leute aus. Aber mit den Tieren, die man adoptiert, geht es wie mit den Kindern, die man bekommt. Man hat gewählt, man hat eine Eni- scheidung getroffen, man sagt ja. Dies« Katze halte ich vor dem Schicksal bewahrt, das die meisten jungen Katzen trifft: ersäuft oder gar an der Stallwand zerschmettert zu werden. Im übrigen war st« auch schon vorher dem Tode entgangen: ihre Mutter pflegte infolge eines Ükckenfehlers, der auch bei den Damen der Tierwelt vor- kommt, nur erstickte Junge zur Wdt zu bringen— dies da war ihr erster lebender Wurf gewesen, man soll nie die Hoffnung auf Segen aufgeben. Es waren drei Junge, das ein« wurde getötet, das zweite mir überlass«n, das dritte von der Mutter in die letzte Tiefe eines Holz- schuppens oerschleppt: man hätte«inen Tag gebraucht, um die Wagen und abgestellten Geräte auszuräumen. Der erste Akt, den man auch bei einer Katze vornimmt, ist die Feststellung des Geschlechts, der zweite die Ramengebung. Es war noch zu früh, um die erste Frage zu klären. Ich behauptete, aus dem Bau des Kopfes auf einen Kater schließen zu können, und ich behielt Recht. Aber Recht behalten, mag oft nur ein Zufall sein. Die zweite Frage wurde dadurch gelöst, daß wir acht Tage lang alle möglichen Namen probierten. Dann taufte ich ihn entschlossen Wuschel, well er so wuschlig wie ein Wolltnäuel in der Sofaecke lag. Wenn wir ihn riefen, sagten wir Wuschi-Wuschi, und er lernte darauf hören. Er bekam Milch und Brot. Da ich fand, daß das Fell nicht genug glänzte, verordnete ich ihm Butter aufs Brot. Fortan bestand meine erste Handlung beim Frühstück darin, für den Kater Wuschel ein Butterbrötchen zu streichen. Das gefiel ihm gut, er setzte sich von 6 Uhr an vor mein Schlaf- zimmer und wartet«, bis ich zum Dorschein kam. Wenn er gefrüh- stückt hatte, kletterte er mir auf den Schoß, dann aus die Brust, dann auf den Hals, und hier entdeckte er den Hemdenstoff, der«ine merk- würdige Anziehung auf ihn ausübte. Er begann daran zu saugen und zu suckeln, auch mtt den Leintüchern der Letten wt er das, wenn es ihm gelang, unbemerkt in die Schlafzimmer zu huschen. Er konnte sich diesem Genuß unbefristet lange hingeben. Bor Behagen dehnte und zog er die Pfoten zusammen, die eine frappant« Aehnlichkett mtt einer alpinen, von den Bauern Katzenpfötchen ge- nannten Pflanze hatten. Aber eigentlich müßte ich umgekehrt sagen, daß die Pflanze aufs trefflichste der Katzenpfote gleicht: sie ist weiß wie das Edelweiß und zeigt die rosa Knöllchen der Katzensohle. Wenn er so saugte, schnurrte er, preßte die Augen zusammen und arbettete stch in eine förmliche Extase hinein. Störte man ihn, so wurde sein Ausdruck uralt und vergrämt— ich Hab« diese Ber- wandlung an allen Katzen beobachtet. Ich nehme an, daß jenes Saugen am Leinen ein Ersatz für das an der Mutterbrust ist, aber das mag nur«ine Vermutung fein, und sie erklärt nicht im geringsten das Geheimnisvoll« de» Borgangs, das ich immer wieder spüre: es ist etwas von einer Umkonzentrierung von der Außenwelt auf die Innenwelt darin. Auch beim Menschen hat das Küssen einen metaphysischen Sinn. Oft, wenn ich in den Wald ging und am Nachbarhof vorbeikam, sah ich seine Mutter auf einem Pfahl sitzen und das Gelände unter ihr beobachten: sie fing Mäuse für das verschleppte Junge, das im Gegensatz zu dem unserigen von Anfang an Fleischkost erhielt. Sic ging mit der größten Logik vor: zuerst tötete sie die Mäuse(sie nahm dazu nur kleinere) dreiviertel, dann halb, zuletzt nur ein Viertel. Eines Tages kroch ihr dos Junge nach und wurde abgefangen. Ich staunte. Geschwister, war das mit Mäusen ernährt« ein wahrer Mörder an Gestalt, Kraft und Sehnigkeit, das mit Milch und Butter- brot aufgezogene daneben einfach ein zurückgebliebene» Individuum. Unverzüglich oerordnete ich ihm nun Fleischkost. Der Erfolg stellte sich ein, Wuschel wurde schwer, und sein Lebensmut nahm so zu, daß er auf die Bäume zu klettern begann. Bald hatte er gelernt, selber der Fleischkost nachzuhelfen, er sorgt« für die Delikatesse, indem er sich an den Fensterscheiben aus- richtet« und Fliegen fing. Es war ein heißer Sommer. Fliegen gab es ohne Zahl, eines Tages, als es nicht mehr zum Aushallen war, tötete ich mit dem abgeknöpften Kragen innerhalb einer Minute Tragifther Liebesroman. Gemäß der Lehre Luther« mar 3n Lieb verbundeu diese» paar. Doch ist'» die Eigenschaft der Ehen, Daß man Verführung motz bestehen. wohl dem, der keine Irene bricht.— hier siegte nun die lugend nicht. 3« Gegenteil, man sprach verschwiegen Schon von katholischen Siuderwiege«. Doch jählings ward da» Glück zerrissen. E» kam zu herben Bitternissen. Die Legitimität, empört, hat rauh den zarten Bund gestört. herrjeh, wie wurde er behend, Der herre Superintendent! Run soll der Sünder sich entscheiden! Ein fühlend herz begreift sein Leiden! hundert und mehr auf einmal— Wuschel fraß sie alle. Seither stupst er mich mit der Rase und drängt zum Fenster, so oft er mein Zimmer betritt. Eines Morgens lief er meiner Kleinen und mir, als wir zum Wald gingen, nach, und seither konnte man keinen Schritt aus dem Haufe tun, ohne daß er mitwollte. Nicht alle Katzen tun das, aber es gibt welche, die wie ein Hündchen folgen. Es kam vor, daß nachmittags, wenn ich auf der Hotellerrasse beim Tee saß, Übereins der Kater auftauchte. Ich hatte bei den Damen großen Ersolg damit. Die Bäuerin warnte: die Katze gewöhnt sich das Bagabondieren an, und. ste hatte Recht. Die Katze stützt sich weder auf das Auge noch auf den Geruch, sie stützt stch aufs Gehör. Ging jemand am Hause vorüber, so konnte sie nicht unterscheiden, wer es war, sie lief einfach nach, neugierig wie sie war— Katzen sind erstaunlich neugierig. Wuschel wuchs auf dem Hofe mit einem Hunde auf. So hübsch das ist, hat es doch seine Gefahren. Der Kater mochte annehmen, daß Hunde reizende Geschöpfe sind. Eines Abends entwischte er wieder und war nicht zurückgekommen, als das Haus geschlossen wurde. Ich war ehrlich betrübt— um so größer meine Freude, als er am nächsten Morgen vor der Schlafzimmertür sah. Er sah mich so sprechend an, als wollte er mir etwas erzählen. Ich nahm ihn auf, da schrie meine Kleine: der ganze Hals ist bluttg. Ich schaute nach und fuhr zurück: ich sah ein fürchterliches Loch und darin die Röhren und Adern der Kehl«. Ich wollte ihn zum Tierarzt bringen, dann fand ich ihn so leb- Haft, so verspielt, so ohne Klage, daß ich mich der legendären Zähig- kell der Katze erinnerte und abwartete, was er tat. Er legt« sich bis zum Abend in die pralle Sonne und leckte sich die Wunde. Aber am nächsten Tage stellte ich Eiter fest und ließ ihm zum Doktor bringen. Es war höchste Zeit. Einen Tag Verband, zwei Tage Jod, und die Wunde begann sich zu schließen. Beim Doktor erfuhr ich auch, wie alles gekommen war. Der Kater war ihm und seinem Wolfshund begegnet, halte im Vertrauen auf fein« guten Erfahrungen mit Hunden ein Spiel angeboten und kletterte im nächsten Augenblick mit geöffneter Kehle auf einen Baum. Der Doktor war nicht nobel genug, den Patienten umsonst zu be- handeln, er schrieb ihm ein« Rechnung, er gehörte zur Spielart der zynischen Mediziner. Die Schönheit des Katers ist durch die Narbe vermindert. Aber fein Fell glänzt, das Weiß ist reiner als irgend eine Wolle, das Gelb hat Gliederung durch Streifen bekommen, und die Augen, die so apoplektisch aussahen, sind hell und jung geworden und gleichen gelben Johannisbeeren. Er ist nicht so kräftig wie sein Bruder, der won Mäusen lebt und im übrigen schon längst von seiner Mutter jene verblüffende Ohrfeige bekommen hat, durch dl« die Kätzinnen ihrer Brut eines Tages zu verstehen geben, daß sie sich fortan nicht mehr im Geringsten um sie kümmern werden, weil schon eine neue Generation unterwegs ist— nein, Wuschel ist nicht so kräftig, aber er ist trotz seiner gemischten Kost mutiger und erinnert mich an einen schwarzen Kater, den ich in Brüssel kannte: er gehörte zu einer Likörstube, saß bei den Tischet auf dem Trottoir, und wenn der größte Hund den Fahrdamm überschritt, ging er ihm entgegen und zwang ihn, be- troffen abzuziehen. So ist auch Wuschel, ein Kater und ein Held. Ein Stoiker, wenn es Schmerzen zu ertragen gilt, karg in Aeußerungen des Gefühls, halb ein Kind, halb Sphinx mit undurchdringlichen Augen. Der Hund hat vom Menschen die Empfindung, die Moralität und... das Deprimiert« angenommen, er löst abwechselnd Freundschaft und Widerwillen aus, ganz wie die Menschen, zu deren Welt er zu gehören wünscht. Die Katze nimmt e» hin, daß man töricht genug auch von ihr die menschenähnliche Treue verlangt, und bleibt sich treu. Deshalb ist sie da» Tier für Männer, deren höchst« Wertschätzung doch dem gilt, der geschlossenen Charatter hat. E» gehört ein be- stimmtos Naturell, fast möchte ich sagen ein« bestimmte Weltanschau- ung dazu. Mitgeschöpse um sich zu dulden, die man läßt, wie sie sind, die man nicht zur problematischen menschlichen Ersinduntz, der Auseinandersetzung, zwingt. Neurastheniker wissen nichts mit Kotzen anzufangen. In der Tierwahl drückt stch der Eharakter aus. Cm Srief Sebels an Johann �acobp. Zum Heuligen 50. Todestage Jacobys. Mitgeteill von Gustav Mayer. Der hier zum erstenmal abgedruckte Brief bedarf kaum einer näheren Erklärung. Jacoby hatte am 19. September 1870 in einer Versammlung in Königsberg gegen eine Annexion Elsaß-Lothringens. die ohne Volksabstimmung erfolgen würde, Protest erhoben und war daraufhin auf Befehl des den Belagerungszustand handhabenden Generalgouoerneurs der Küstenlandc, des Generals Vogel von Falckenstcin, auf die Festung Lotzen als„Kriegsgefangener gesteckt worden. Obgleich dieser brutale Akt des Militärs gegenüber dem alten Mann die Entrüstung aller, auch der rechtsstehendsten liberalen Kreise Hervorries, so wurde diesem die Freiheit, die man ihm ohne Verfahren genommen hatte, erst Ende Oktober„in gleicher �Weise— durch königliches Machtgebot", wie Jacoby danach einer Freundin schrieb, zurückgegeben. Als preußischer Landtagsabgeordneter hatte er sich zwar sofort nach seiner Inhaftierung bei Bismarck beschwert. Aber der Ministerpräsident hatte ihm erwidert, daß der Wirkung?- kreis des königlichen Generalgouoerneurs der Küstenlande außerhalb seiner amtlichen Kompetenz liege, und ihm nur in Aussicht gestellt, daß er für die Erfüllung seines Wunsches tätig sein wolle, wenn er die llcberzeugung erlange, daß es ihm sachlich möglich wäre. Bebels Vertrauen auf Jacobys Berliner Wähler erfüllte sich übrigens nicht, der aufrechte Alte unterlag bei den Landtagswahlen im November 187l> den Nationalliberalen. Bebels Verhältnis zur„Frankfurter Zeitung", besonders aber zu ihrem Begründer Leopold Sonnemann, mll dem er sich duzte, war im allgemeinen ein recht freundschaftliches. Nameilllich im Kampf gegen die Gründung des Norddeutschen Bundes und die Festsetzung der preußischen Hegemonie über Deutschland hatten sie Seite an Seite gekämpft. Sonncmann war im bürgerlichen Lager auch derjenige gewesen, der bis zur letzten Stunde zu verhindern gesucht halte, daß die kleinbürgerliche Deutsche Volkspartei und die in Eisenach 1869 gegründete Sozialdemokralische Arbeiterpartei sich organisatorisch völlig voneinander trennten. Wie und weshalb diese Trennung erfolgte und auch die Rolle, die der frühere fortschrittliche preußische Abgeordnete, mmmehrige.. großdeutschc" Partikularist Heinrich Frese dabei spiette, habe ich in meiner kleinen Schrift: Die Trennung der proletarischen von der bürgerlichen Demokratie in Deutschland(Leipzig, Verlag von C. L. Hirschseld, 1911) ausführlich dargestellt Bebel an Jacoby. Leipzig. 1. vkovembek 1879. Bonhorst, der am Sonnabend nachmittag hier eintraf, teilte mir mit, daß Sie den„Volksstaat" geschickt haben wünschten. Ich komme diesem Wunsche hiermit nach, indem ich Ihnen die seit dem 29. September erschienenen Nummern hiermit übersende. Die nach- folgenden Nummern werde ich Ihnen auf dem gleichen Wege bis ,zur Aufhebung des Verbots des Volksstaates zukommen lassen. Ihre Freilassung hat uns alle sehr gefreut, eine komische Wir» kung aber übte die Art und Weise, wie Se. Majestät die Frei- lasiung begründete. Kein Zweifel, daß die konstitutionelle Gewissen- haftigkeit des Königs den„Nationalliberalen" Gelegenheit gibt, und den Konservativen erst recht, Kapital bei den Wahlen draus zu schlagen: dann aber hoffte man wohl auch vor allen Dingen Ihre Wahl dadurch unterdrücken zu können. Ich hoffe, daß man sich in letztcrem verrechnet hat und die Mehrzahl Ihrer Berliner Wähler noch so viel richtigen politischen Instinkt hat. zu begreifen, daß ein ordentlicher Staatsbürger allemal das tun muh. was eine monarchische Regierung nicht wünscht. Das offizielle Kaiserreich in Frankreich ist jetzt bis aus den letzten Rest glücklich bescttigt, die Kapitulation von Metz war hofsent» lich die letzte Schandtat der Kreaturen des Empire.') Mir ist es um begreiflich, wie z. B. die„Frankfurter Zeitung" dies nicht ein- sehen will und gegen den Vorwurf des Verrats eifert. Die letzt- genannte Zeitung trägt überhaupt neuerdings stark zwei Gesichter zur Schau. Einmol ist die politische Uebcrsicht großprcußisch, ein a»d«r° mal demokratisch, die Wiener Korrespondenz trägt sogar stark offiziösen preußischen Anstrich, C. Blind in der Londoner Korre- spondenz arbei'et in demselben Fahrwasser, wenn auch aus Ueber. zeugung. Im ganzen hat sich die„Volkspartei" in Süddeutschlond sehr erbärmlich benommen, das Gros derselben sind antipreußisch« Fortschrittsmänner, haben keine Spur von wirklicher Demokratie und in bezug auf olles, was nach Sozialismus aussieht, haben sie eine fanatische Antipathie ') E» wurde damals vielfach geglaubt, daß Marschall Bajjain». der Kommandant von Metz, ein Verräter gewesen sei und tatsächlich hat ihn ja im ei« franzäsifd)«» K.iegsge-icht zum Tod« voeurteill. Frese, der vor einem Jahr gegen meinen Vortrag in Stuttgart n der„Demokr. Correspondenz" zu Felde zog rnd später auch Sie mgriif, Hot sich jetzt als wirklicher Hietzinger') entpuppt. Seine Ar- ikel aber, die damals der„Beobachter" mit wahrem Behagen tzegen ins abdruckte, sind vor wie nach das soziale Glaubensbekenntnis >«r dortigen Bolkspartei. Das Jahr 1870 bringt noch zu Falle, was das Jahr 185S an 'vlitischer Wankelmütigkeil stehen ließ und das ist sehr gut. Mögen uch momentan die Schläge noch so hageldicht auf uns niederfallen, ie Zukunft gehört uns, und ich glaube wohl behaupten zu dürfen. mß die Ernüchterung nach 70 noch schneller eintritt wie nach KS. Die Entwicklung der Dinge schreitet rasend schnell vorwärts und insere größten Gegner sind es, die sie gegen ihren Willen am meiste» fördern. Ich wollte Ihnen nur einige Zeilen schreiben und bin unwill- kürlich in eine längere Expectoration über die gegenwärtige Lage geraten, entschuldigen Sie dies. Ich erlaube mir Ihnen beigefügt meine Photographie zu übersenden und bitte Sie freundlichst um die Ihrige. Freundschaftlichst grüßt Sie Ihr A. Bebel. Zeit-, Streit- unö Leiögeöichte. von Klabund. 91 us keinem Im Verlag»Die Schmiede" demnächst erscheinenden Gedichtbuch„Die Harfenjuli stellt uns Nlabund dies« Vers«»ur Verfügung. Das Buch wird nur S0 Pf. kosten. Der geistige Arbeiter. Wer nur den lieben Gott läßt walten— Ich arbeit« an einer Monographie über die römischen Laren Am Tage liege Ich im Bett, um Kohlen zu sparen, ich werde ein Honorar von drei Mark erhalten. Droi Mark! Da schwellt meine Hühnerbrust wie ein Segel. Ein kleines Vermögen. Ich werde es in einem Toschentucb anlegen. Wie ich es früher trug und wie die reichen Leute es heut noch t�ayen. Um vorwärts zu kommen, muß man eben mal leicht- sinnig fem und was wagen. Ein Jahr long schneuze ich mich in die Hände, nun führt der Allerbarmer noch alles zum guten Ende. Abends, wenn die Sterne und elektrischen Lichter erwachen, da besteige ich des Glückes goldnen Nachen. Ich stehe am Anhalter Bahnhof. Ergebenster Diener, ich biete Delikatehbockwurst feil und die ff. heißen Wiener. Manchmal Hab ich einen Reingewinn von einer halben Mark. Ich lege das Geld auf die hohe Kante. Ich spare für meinen Sarg. Ein eigener Sarg, das ist mein Stolz aus Eschen- oder Eichen- holz, aus deutscher Eiche Das Vaterland reichte mir hilfreich stets die Vaterhand Begrabt mich in deutschem Holz, in deutscher Erde im deutschen Wald. Aber bald! Wie schläft stchs fönst, wie ruht fich's gut, erlöst von Schwindsucht und Skorbut. Herrgott im Himmel, erwache ich zu neuem Leben noch einmal auf Erden: Laß mich Devisenhändler, Diamantschleifer oder Kanalreiniger werden! Vorfrühling 192 3. Heute fing ich— Krieg ist Krieg— eine Maus in der Schlinge. Frühlingswolken flottern rosig im Winde. Emma schrieb mir von unserm gemeinsamen Kinde, daß es schon in die Schule ginge, daß— wie erhebend!— ein Einser Fritzchens Zensur im Rechnen ziere, weil er patriotisch(nebenbei gesagt: als Einziger der Klasse, der Idiot...) k la Hausse der Mark spekuliere... Heute begegnete ich den ersten Staren. Zum erstenmal bin ich auch mit der Nordsüdbahn gefahren. Ich bildete mir ein, vom Nord- zum Südpol zu rasen. Am Webding sah ich Eskimos mit Tran handeln, Pinguine durch die Chausseestraße wandeln, und am *) In Hietzing hielt der 1866 abgesetzte König Georg von Hannover Hof. Halleschen Tor hörte ich die Kaurineger im Iandorfkraal zum Kampfe blasen. Nur immer Mut! Die Front an der Ruhr steht fest. Die Kohlen werden von Tag zu Tag billiger. Die Nächte kürzer. Die Gesichter länger. Die Frauen williger. Und wenn nicht alles täuscht(es rüsten Russen und Polen, Rumänen, Ungarn, Jugoslawen und Mongolen): So wird uns spätestens mit den ersten Schoten der unwiderruflich letzte Krieg geboten. Immer ran! Das darf keiner versäumen! Rassenkamps! Klassenkampf! Wer geht mit? (Ich passe und offenere für Kriegsberichterstatter fünftausend un- gedruckte Stimmungsbilder aus dem vorletzten Weltkrieg, sofort greifbar gegen Kasse.) Regenschirmparaden. Vor unserem Feldmarschall, dem Ruppert: Wie manche» Helden- herz da puppert. Man sieht mit Schirmen und mit Stocken vorbei- inarschier'n die alten Recken. Mit achtzig und mit neunzig Iahren sind sie von weitem her- gefahren, um mit den wackeligen Gliedern den Königsgruß steif zu erwidern. Ach, besser war's, ihr alten Knaben, ein Rückgrat überhaupt zu haben im Leben und daheim im Laden und nicht bei völkischen Paraden. Wenn ihr im Feld spazieren tut, zieht ihr da euren Sonntags- Hut und reckt ihr euch aus den Gesträuchen vor den(zum Beispiel) Vogelscheuchen? Der Landwirt Wärst lein von Sebelsdorf. Patriotisches Gedicht. Der Landwirt Würstlein von Sebelsdorf, ein Mann von echtem Schrot und Schorf, der hat den rechten Fleck auf dem Mund, der lockt keinen Ofen vor den Hund. Es fließt ein Bach durchs Bayernlond, der Wittelsbach wird er genannt, in seinem treuen Schöße kann sich bergen jedweder Untertan. Und als das siebente Knäblein kam, er König Rupprecht zum Paten nahm, das ist ein Brauch von altem Korn, daran zerschellt des Feindbunds Zorn. Trotz Gut und Blut hie schwarzweißrot, da hat es felbander keine Not! Fest steht und treu der Rhein auf der Wacht. Durch Sieg zum Tod! Durch Licht zur Nacht! Lied der Zeitfreiwilligen. Ich bin ein Zeitfreiwilliger und stehle dem lieben Gott die Zeit. Es lebt sich billiger, wenn man: Nieder mit den oerfluchten Svarta- kisten schreit. Fuffzchn Märkcr den Tag. Daneben allens frei. Es ist ein herrliches Leben. Juchhei. Ich oerdiente mir meine Sporen bei Kapp. Als dessen Sache verloren, zog ich ab. Ich gehör« wieder zu den Regierungstreu'» und habe den Schutz der Verfassung erkoren. Ich breche alle Eide von acht bis neun, die ich von sieben bis acht geschworen. Neulich bei Mechterstädt: Pst... Zeigten wir's den Arbeiter- lassen. Falls es irgendwo ruhig ist, muß man eben künstlich Unruhe schaffen. Laßt die Maschinengewehre streichen ins Kobuss! Immer feste drufsl Unsre Anatomie braucht Leichen. Berliner Mittel st andsbegräbnis. In einer Margarinekiste habe ich sie begraben. Ein Leihsarg war nicht mehr zu haben. Die Kosten für einen Begräbnisplatz könnt ich nicht erschwingen: Ich mußte die Margarinekiste mit der teueren Entschlafenen auf einem Handwagen in die Laubenkolonie am schlesischen Bahnhof bringen. Dort habe rch sie in stockfinsterer Nacht unter Kohlrüben zur ewigen Ruhe gebracht. Aber im Frühling werden aus der Erde Kohlrüben, die sie mit ihrem Leibe gedüngt, zum himmlischen Lichte spneßen, und der Hilfsweichensteller Kraschunke wird sie zum Nacht- mahl genießen. Während sie noch in der Pfanne(in Margarine- Ersatz) schmoren und braten, bemerkt Frau Kraschunke erfreut:„Die Kohlrüben sind dieses Jahr aber ungewöhnlich groß geraten...' Die jüngsten Großmütter. Wo man doch alle paar Tage irgend- einen„ältesten Mann der Well" serviert bekommt, wobei das Alter dieser Männer fast niemals standesamtlich festgelegt werden kann, ist der Rekord, den zwei junge Damen— so muß man wohl sagen— in den Vereinigten Staaten ausgestellt haben, eigentlich erheblich interessanter. Die beiden Großmütlerchen sind je 29 Jahre alt. Die eine, Frau Lorraine Reilly. stammt— natürlich möchte man sogen— aus Hollywood und heiratete bereits mit 13 Iahren, wo- rauf sie prompt Mutter wurde. Die andere Großmutter ist ebenso all und stammt aus Oakland. Die beiden Töchter dieser Frauen heirateten beide mit 14 Iahren, so daß die beiden 29jährigen „Matronen" nun bereits an den respektioen Wiegen eines vier Monate alten Enkels und einer sieben Monate allen Enkelin stehen. Taschentücher als Wetterpropheten. Zu Ende der 70er Jahr« des vorigen Jahrhunderts kamen eines Tages ganz merkwürdige Taschentucher in den Handel, denn es hieß, daß diese Tücher das Wetter prophezeien könnten. Und das war in gewisser Hinsicht denn auch wirklich der Fall. Eine auf die Taschentücher gedruckte Zeich- nung stellte einen Mann dar, der einen aufgespannten Regenschirm in der Hand hielt. Dieser Regenschirm war nun bei heiterem Wetter blau, bei veränderlicher Witterung grau, wogegen man ihn bei Regen- weiter überhaupt nicht sah. Erreicht wurde diese seltsam« Erscheinung einfach dadurch, daß man den Regenschirm nicht mit Farbe, sondern mit einer verdünnten Lösung von Chlorkoball auf den Stoff gedruckt hotte. Koballsalze aber sind bekanntlich sehr feuchtigkeitsempfindlich, und somit konnte ein solches Taschentuch ganz gut den Feuchtigkeits- gehakt der Luft und gleichzeitig damit auch das Wetter anzeigen. Feuerwerksnüsse. An den Früchten des in Westindien und Südamerika einheimischen Acajoubaumes, den sogenannten Acajou- nüssen, kann man eine ganz eigenartige Erscheinung beobachten. In den lückensörmigen Mittelschichtzellen der Acajounüsse ist nämlich ein balsamähnliches Oel enthalten, das seiner blasenziehenden Wir» tung wegen früher auch in der Medizin verwendet wurde. Außer- dem besitzt das Oel aber auch die Eigenschaft, daß es hell brennt. Bringt man nun eine Acajcmnuß ni die Nähe einer offenen Flamme, so wird durch die Erwärmung die Luft unter der Fruchtschale aus- gedehnt, und die Folge hiervon ist, daß das Oel aus der Schale herausgepreßt wird. Im Augenblick ober, wenn es an die Lüst und nahe an da» Feuer gelangt, brennt es auch schon, so daß die Nuß wirklich aussteht, als ob aus ihr ein rleines Feuerwerk heraus- brenne. Man nennt deshalb die Acajounüsse auch„Feuerwerks- nüsse". ?3farrer, Förster, Seher— die gesündesten Berufe. Eine neue che Statistik beschäftigt' sich mit der Feststellung, welches der gesündeste Beruf sei, bei dem die Menschen zugleich auch am längsten leben. An der Spitze der Liste stehen die Pfarrer. Dann kommen die Forstbeamten, an dritter Stelle sellsamerweise die Setzer, dann kommen Gärtner und Kerzenarbeiter. Eine merkwürdig langlebige Menschenkategorie scheinen auch die Juristen zu sein. Der Lord Manssield war 88 Jahre, als er starb, und das Alter seiner Nach- folger im Justizministerium schwankte zwischen neunzig und dreiund- achtzig Iahren. Der jüngste in der Liste bekannter englischer Richter und Anwälte ist schon mit siebzig Iahren gestorben. Ohne Zweifel scheint die Rechtsorechung, wenn auch nicht immer für die Betroffenen, so doch für die Urheber eine gesund« Beschäftigung zu sein. Die Eleklrizlläl im amerikanischen Haushall. Die Verbreitung elektrisch betriebener Apparate in den Haushaltungen der Vereinigten Staaten wird durch eine Zusammenstellung.der ,. Electrica! World" veranschaulicht. Danach schätzt man die Zahl der elektrischen Kaffee- Maschinen aus 2 Millionen, der elektrischen Bügeleisen auf 10 Millio- nen, der Staubsauacr auf 4 Millionen, der Toaströster auf 3 Millio- nen, der Waschmaschinen auf 234 Millionen, der Ventilatoren eben- falls auf 234 Millionen, der Heizeinrichtungen auf 134 Millionen, der Kochherde auf 300 000, der Bügelöfen auf 200 000. 1. P r o l s i Die Hausfrau, dlo zu„Splndler" gehl, bewelsf, daß sle Ihr Fach versieh!! n Otts Vetter, Redakteur des Berliner Tageblatt. Ferner wurden 910 Trostpreise in Form einer Spindler-Wcrtmzrke über Mk. 5.— werteilt.— Wir danken allen Beteiligten. JPlNÖLEILJftLO BEI COPENICK S BEßllH o> "D n» o r et H a I o w et D. C 3 c S o D a et N C O V ET a et ►s *■ c» s et I1 4, P p o 1 3: Zu„Splndler" schon gegeben hol dle Eva olnsl Ihr Felgenblaff Nr. 11H» 44. Jahrgang 3. Beilage öes vorwärts Sonntag, s. März 1927 Ambiegung öes �rbeitsgerichtsgefetzes. Angliederung auf Umwegen. Bei der Äerabschiediinq des Arbeitsgerichtc-gesetzes war es nicht zulegt durch die entschiedene Haltung der sazialdeinokratischen Reichstagssraktion möglich gewesen, den Sturm des Deutschen Richtsrbundes bzw> der Scharfmacher im llnternehmerlager abzu- schlagen und die Arbeitsgerichte wenigstens in erster Jnstani selbständig und unabhängig von den ordentlichen Gerichten zu gestalten. Neuerdings wird nun. wie uns der AfA-Bund mitteilt, bei der Durchführung des Gesetzes von einzelnen Länderregierungen ver- sucht, aus Umwegen doch die unmittelbare Verbindung der Arbeitsgerichte mit den ordentlichen Gerichten wiederherzustellen. So versuchen die Länderregierunaen in Bayern, Baden und Württemberg, in ihrem Plan für die Errichtung der Arbeits- gerichte ganz schematisch die Orte der vorhandenen Amtsgerichte zum Sitze der Arbeitsgerichte zu bestimmen. Es wird also weder auf die wirtschaftliche Struktur, noch auf die tat- sächlichen Bedürfnisse Rücksicht genommen, und es besteht die Gefahr, daß bei einer solchen Errichtungsmethode dann auch schematisch die Amtsrichter nebenamtlich zu Vorsitzenden der Arbeitsgerichte bestellt werden. Dieses Vorgehen einzelner Länderregierungen steht mit dem Gesetz in einem unlösbaren Widerspruch. Der AfA- Bund hat sich deshalb mit dem Reichsarbeitsministerium in Ver- bindung gesetzt und ein sofortiges Eingreifen verlangt. Es wird sich demnächst auch im Reichstag Gelegenheit bieten, diese Durch- kreuzungsoersuche in der Schaffung unabhängiger Arbeitsgerichte abzuwehren. Gescheiterte verhanölungen in öer Zigarrenmönstrie Die Reichstarifoerhandlungen für die Zigarrenindustri« sind gescheitert. Der Reichsoerband deutscher Zigarrenhersteller, der als eine der rückständigsten Unternehmergruppcn bekannt ist, har sich bei den Verhandlungen diesmal selbst überboten. Er lehnte nicht nur jede annehmbare Lohnerhöhung rundweg ab, sondern v e r- langte auch noch Lohnabbau!! So sollten die Bezirks- zuschlüge für das Untcrmaingebiet um 50 Proz. und die für Hain- bürg, Lübeck, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und die Regierungs- bezitke Köln und Düsseldorf um 20 Proz. herabgesetzt werden. Außerdem oerlangten die Fabrikanten Lohnabbau für die Zigarillos- Arbeiter und Verschlechterung der F e r i e n b e st i m m u n g e n. Ihr letztes Angebot war, die Löhne für die Pernal-Arbeiter und Zigarren- sortierer um annähernd 2 Proz. und die'für die übrigen Arbester (mit Ausschluß der Zigarillos-Arbeiter) um annähernd 4 Proz. zu erhöhen. Im günstigsten Fall wären also die Löhne für einen Teil der Arbeiter um lyi Proz. erhöht worden, während die übrigen noch Verschlechterungen hätten in Kauf nehmen müssen. Ein solches Angebot mußte abgelehnt werden. Die Tabak- arbeiter verlangen eine Lohnerhöhung von lOProz. und außerdem eine Abgeltung der Mietsteigerung, ferner Wiederherstellung de» Achtstundentages und pro Jahr acht Tage Ferien. Es kann zu keiner Verständigung kommen, wenn die Fabrikanten bei den in Aussicht genommenen Schlich- tungsverhondlungen im Reichsarbeitsministerium nicht bereit sind, den Tabakarbeitern annehmbare Zugeständnisse zu machen. Ein Fiasko öer Gelben. In dem Werkoerein der Siemens-Schuckert- Werke G. m. b. H. E l m o w e r k ist der S p a l t p i l z eingezogen. So berichtete die„W ertsgcmeinschas 1", Publikationsorgan der Gelben, über eine Entschließung, die die Generalversammlung des dortigen Wcrkvereins einstimmig faßte:„Die oiißcrordentlichc Generalversammlung vom 4. Januar 10Z7 spricht Herrn K ä d i n g (dein ehemaligen Oberhäuptling der Gelben) die größte Mißachtung aus, und erklärt, daß derselbe ein Verräter an unserer nationalen Sache ist." Dieser so Abgefallene versucht nun, eine neue Bewegung in seinem Sinn« auszuziehen. Er ließ Zettel im Eiemens-Konzern verteilen, durch die jeder„anständige Arbeiter" zu einer Gründerversammlung am Freitag in der Schloßklause in Siemensstadt eingeladen war. Auf der Einladung war ausdrück- lich vermerkt:„R o t f r o n t" und„Reichsbanner" haben keinen Zutritt. Trotzdem gab es im SiemensKonzern sehr viel wirklich anständige Arbeiter, die den Einberuser mit ihrem Desuch erfreuten. Als Referent war der Herr Emil K l o t h, der ehemalige Radikalsozialist, erschienen, der die Aufgabe hatte, die vermutlich „nationalen" anwesenden Mannen über internationale und nationale Belange aufzuflären. Da die Versammlung sich zu 99 Proz. aus freigewerkschaftlichen Kollegen zusammensetzte, waren die Bemühun- gen dieses Biedermannes vergeblich. In der Debatte oersucht« ein Herr Krebs, der aus dem Landarbeiterverband, dem er als Sekretär angehörte, wegen seiner Verbrüderung mit der Union der Hand- und Kopf- arbeiter ausgeschlossen werden mußte, für„die neue nationale Sache" zu werben. Er bekam von den anwesenden Kollegen die richtige Antwort. Herr Käding, der schon von den Gelben als Verräter verschriene, kam ebenfalls nicht auf seine Rechnung. Er zog über die verhaßten Sozialdemokraten her und wurde deshalb von den Anwesenden in seinen Ausführungen dauernd unterbrochen. so daß er sich gezwungen sah, die Versammlung.zu schließen. Aus der Mitte der Versammlung ertönte der Rui:„Jeder anständige Arbeiter oerläßt unter Absingung der Internationole das Lokal", was auch geschah. Herr Käding blieb mit einem Bäckerdutzend treuteutscher nationaler Mannen wutschnaubend zurück. In den Siemens-Werken scheint mit per„nationalen Sache" der Kloth, Krebs und Kompagnie kein Geschäft mehr zu machen zu sein. Einigung in der Metallindustrie von Hagen-Schwelm Im Lohnstreii der Metallindustrie Hagen-Schwelm kam unter Mitwirkung des Schlichters eine Vereinbarung zustande, derzufolg« der Spitzenlohn 68 Pf. für die Stunde ab 1. März beträgt. Weiter- hin wurde ein neuer Lohnschlüssel vereinbart. Die bis- herig« Akkordgrundlage wurde entsprechend der Lohnstei- gerung erhöht.' Daraufhin wurde von den Gewerkschaften der Antrag auf Dsrbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches vom 26. Januar zurückgezogen. Die Tarifvewegung in Dänemark. Kopenhagen, 6. März.(Cig. Bericht.) Die Erwartung, daß die Erneuerung der Tarife in Dänemark ohne, größere Arbeitskonflikt« vor sich gehen würde, hat sich erfüllt. Die Ende Februar ablaufenden Tarife sind sämtlich ohne Konslik!« erneuert worden bis auf den Tarif für Maurergesellen in der Provinz, über den man sich nicht einigen konnte. Die Maurermeister der Provinz haben deshalb ihre Gesellen, zirka 1500, zurzeit ausgesperrt. Bemerkenswert unter den ob- geschlossenen Tarifen ist der sehr wichtige Tarif in der Eisen- Industrie. Auch ein Teil der Ende März ablaufenden Tarife konnte schon erneuert werden, darunter der gleichfalls wichtige Tarif der Papierindustrie. Schwierigkeiten macht von den März- tarifen der Tarif der Maler, dessen Erneuerung kaum ohne K a m p f erfolgen dürfte. Während bisher Tarife für 102 000 Ar- bester erneuert wurden, stehen noch Tarife für zirka 15(>00 Arbeiter, die zum 1. April ablaufen, aus. Daneben gibt es eine Reihe von Tarifen, die im Herbst ablaufen und andere, die für einige Jahre gültig find._ Der Zentralverband der Angestellten, die Gewerkschaft der Handlungsgehilfen und Bureanange st eilten, ver- onftaltet in der Zest vom 15. bis 17. M a i seinen diesjährigen ordentlichen Verbandstag. Die Tagesordnung sieht neben der Behandlung organisatorischer Fragen auch eine Stellungnahme zur Sozial- und Wirtschaftspolittk vor. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G„ Berlin, wallstr. 65. ist täglich mst Ausnahme von Sonnabopd von 9— 3 Uhr und 5— 7 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. Achtung, L. Löwe u. Co., Auttenftraßct Mittwoch, 9. Mar?, nach. mittags 5 Uhr, bei Triller, B-rlichingenstr. 1, wichtige Versammlung aller SPD.»Genossen. Keiner darf fehlen. Ger Fraltioaooorftand. Achtung, Bau- und Gcldschranlichlosser! Donnerstag. 19. März, 7 Uhr, findet im Lokal Schulz, Etaluchreiberstr. 29,«ine Fraktionsoer. sommlung aller SDD.-Bau» und Geldschrank lftloffer statt. Wir haben> eine änderst wichtige Tagesordnung zu erledigen und ersuchen alle Genossen dringend, bestimmt in dieser Versammlung anwesend zu sein. Partei- und Bcrbandsbuch legitimieren. Der Fraktion»«orstaud. lowplatz:»Ein Früdlinasmysterium".— s. Fm Anschluß Funktionärzusammen. ichcnderger Str. 99. 7 Uhr, Literarischer Freie Gewerkschaft-iugcud. Heute, Sonntag, folgende Veranstaltungen- Wir beteiligen uns an der Veranstaltung des Ardetter-Kulturkartell, normitkag» U. Uhr in der Volksbühne am Blllowplah:------—" Weftlrci«: Sternfahrt des Westkreises. 3 kunft.— Lüdkrei»: Gruppenhcim Reichend Abend:„Andersen Nero".— Krei» Oderspree: Gruvpenheim Vaumschulenweg. Ernstste. 16, 8 Uhr. Lichtbilderoortrag:„Die Söchsi:chr Schweiz". Ab 9 Udr Gesang. Spiel und Tanz. Vormitiags Wanderung durch Alt.Berlin. Tresi- Punkt!> Udr Spittelmarkt.— Nordkrei«: Gruppenheim de? DM?.. Linien. «rah-»-«."—.......•~-1-"•* Spapbau:" Montag,______________..._____________________„______. straße 83-85, 1. Vortal, 2?r., tzulamm-nkunst der Gruppenlertungen. tzu» tritt nur gegen Vorzeigung der Funltionärkarte und des Berbandsbnches, zuglnosunktionäelursu» de« Dcutschen Veekehrsdunde, im Iugcndhein, Engeluser 24— 25, Aufgang B, Port., 7 Uhr. 1. Abend:„Au» der Geschichte des Deutschen Vcrkcftrsbundes." Zngendgruppc de» ZdA. Morgen, Montag, Uhr, finden folgende Ve-. anftaltungen statt: Südost-Treptow: Jugendheim Neichenberacr Str. 99, Gruppcnbcsprechung.— Norden: Jugendheim Schule Danziger Sir. 23, Löns- Abcnd. Verband der Male« und Lackierer. Am Dienstag. 8. März, 7 Uhr. inr Gewerkschaftsdaus, Saal 5, Engelufer 25, Lackiercrversaminlung. Vortrag über das 3n?rafttr«tcn des Arbeitsgcrichtsgcsetzcs. Diskussion. Verbands- angelegenheiten. Die ocklionslcitung. Bütad, Fachgruppe Metall. Oeffentlich« Versammlung der bei den See. liner Eisenhoch, und Drllckenbaufirmen beschästigton technischen Angeftellteie morgen. Montag, 7>� Uhr, in Haverlaiida Festsälen, Luiscnsaal, Neue Friedrich.» Ecke Rochstraße. Kollege Snell vom Bund der technischen Angestellten und?r. amten spricht Uber„Die Bewertung der technischen Arbeit in der Berliner Metallindustrie". Vollzähliges Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen dringend notwendig. But-b.Mitgli-dcr»ersammwng der Fachaenppe Metallindustrie am Diens» tag, 8. März, 7Zb Uhr, im Nordischen Hob Kroßer Saal, Inralidenstr. 129. Kollege Schweißer vom Bundesvorstand spricht Uber die„Wirtschaftlichen Ans- sichten der Metallindustrie", außerdem finden die Wahlen der delegierten zur Generalversammlung her Orteverwaltung Berlin statt. Deutscher Verkehrsbund, Sektion IN. Di« Iahresmitgliederversanrmlung der ?sdteilung Straßenbahn, Hochbahn. Omnibus und Industriedahn sindet am Dienstag, 8. März, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus. Saal 4, statt. stentraloerband der Schuhmacher. Mittwoch, 9. März, 92, Uhr, Branchen- Versammlung der Maßschuhmacher im Saal„8 des Sewerkschaftshauses, Engel- uler 2». Stellungnahme zu der Lohnbewegung. i - ! : s 8toife kür Darnenrnfinfel n. Kostüme, hervorr. QuaL, 4.49, 3.50, 2.90 Covercoat Stoffe 140 �.. 1.9o Cfnfta 130 u. 14« rm br. hervorr. Qual.». Ko«- O Rjfl OIUIIC, rnp Mäntel. Kleider ut«. 4.40. �50. Kunstseide für Damenhfli«. Meier 0a75 Stoffe br,i'--U" x.75 1.50 Manchester ame Quiiim.... mh« 1.9 J Kunstseid vamenstrümpfe� V.95 Frauenstrümpfe iuz.. p«r0.20 üamen-SchlÜpfer•rhönsteF-rben. 0.75 Männer-Unterjacken l-A Aibelter-BUhEfitlMÜSD 0 90 Arbeiter-Hemden& SZ',??°!d 2.20 MW'lWllMlMlIi eil eu.evu.ii... 2.20 Herren-Einsatzhemden or.«... 1.45 Herren-Hemden I-75 Herren-Unterhosen 1-20 Herren-Unterhosen»»i-°i«,d or.i 1 03 Herren-Socken»>»->«» 0«««», 2Pur 0.45 Damen-Untertaillen 0.65 JerSeyS V»aäee rileo». vi«'« F»rd«a... I»t0 Stk oiiuipctpn Vord-rleil mi' Kun-U-ide J 7E OUiCAV/ebten.»mw»er««rböne F-rbeu Strickwesten«ür Hcrrea urd Dirnen Strickwesten Ä'Är-.T? 6.50 Strick acken i-n«, loro.m««..... 5.75 Barchentlaken 2.10 Barchenldecken 0.90 Tischdecken»u-,........>.« 1.11 Streüsatins»-hr cat«->'> Laken-Nessel 14ucmbr*,ttk,,eÄiii 0.70 Lakenstoffe 1.25 Lakcn-Halhleinen, 1.60 Hemden-Barchent, Meter 0,50 Coper-Barchent, Ä»™ � 0,70 BettbezGqe»Ä«- 2 7.93 Beffgarnituren 7-80 Handtücher �n�.' 0 50 HandtÜCher, wetB, m irtimit, lOOcn lau« 0.45 Herren-Taschentücher 0.80 Herren-Taschentücher 5�0�0.93 Herren-Joppenanzug Sröi'iÄ H— Herren-Hancti.-u. Coröanzüse 97� mit Breech-............... Cl«U Herren-Windjacken.«�1�.. 6— Herren-Gummimänlel...... 7.50 Lodenjoppen............. 7.50 Herren-Hosen(«trem........ 3.25 Knabenanzüge, loppenion».... 4,90 Oamenmantel u«.«-«?...... 7.50 Prütungsanzüge 21— Einssgnunqsanzüge.... 24.—| Aullräge v. aullerhalb werden geg. Nacficilime ausgelührL Portolr. Versand v. M. 20l— s Baer Solas»« Eterliaa N 4 »n»Br?w CfiBCB«iass««:»i4vafl£e iSV-SO WÖRSTCHEN* BOCKV'UflS Etwas ganz Besonderes! Bitte, unsere Schaufenster tu beachten- Bei mortis� 43��» cT. ÄsWin Kaufen Ste Schmuck and Ede'.geräte. die bleibenden Wert behalten� 4 co- üviin (Retsende öinsegnungs- gesdjenke Juwelen, Uhren, Gold- u. Silber-Waren �Kö�strafieJU in bekannter Preion'ürdi&eU.»*■ Neaen FrirdrUiistr. / f\m öer Partei. Die Zklärznummer der„Arbeiker-Zugead". Das Märzheft der„Arbeiter-Iugend", dos soeben erschienen ist, bietet folgenden relchhai'fgen JnhaU: H a u p t b l a t t: Das jun�e Deutschland.— Der..Hugendschu»?" im Arbeitsschutzgesetz— Tragödie entes Lehrlii�s.— Nur einmal fort Gedicht von Waller Schenk.— Internationale Zusammenarbeit für Jugcndschutz.— Internationale Tagung in Berlin.— Aus dem Reichstag.— Aus der Bewegung.— Für unsere Mädel.— Was der Tag bringt.— Mitteilungen der Redaktion.— Frcmd'wörter. Die„Arbeitsgemeinschaft*: Das Ringen um Cbina. Von Wolfgang Schwarz.— Der Lebenslohn. Von S). Nr Brailsford(Fortsetzung).— Von Jägern und Sammlern, von Ackerbauern und Viehzüchtern. Bon Ch. Döring. — Erotik und Arbeiterjugend.— Von 21. Reichardt.— Der Urmensch. Von 9). G. Wells.(Schluß.) Der Kampf ums Dasein.— Gedicht von Aoenarius.„Kultur und Lebe n*. Singh wird verrückt in Amerika. Von Agnes Smedley.— Der Held ums Brot. Von Berta Selinger.— Reisen in Eis und Schnee. Von Kurt Biging.—(Illustriert.)— Ich will es wagen. Gedicht von Heinrich Lerfch.— Zu Beethovens hundertstem Todestag. Von Dr. Kurt Singer.— Sallys goldene Eier. Eine australische Groteske.— Schachecke.— Aus unserem Verlag.— Zu beziehen durch olle Buchhandlungen und Postanstalten, Preis 25 Pf. T>»!«ndun Tre». recht».>, richte». H Z. Ztrei» Bcdding. Tienstag. 6. März, vllnktlich 7 Uhr. in den äl •d Phorussälen, Rilllerstr. 142, Nreisoeriielcroersammlung. Tagesord»§ � tiuntt: �Tätigkeitsbericht. Neuwahl des Krcisvorsiandes. Nrcisan- � Z. See!, Fricdrichshain. Bchiung! Die Kreisfunktionärtonserenz»m Montag, 7. März, findet umständehaldcr nicht statt. 8. ltrcl, Arca-bcri. �ic Abteilungen holen Montag. 7. März. 7 Uhr, von Bieler. Diefsendachstr. 76, die Handzettel zu den Mieterversammlungen ab. Dienstag, 5. März, 7U Uhr, bei Bielcr, Diesfenbachstr. 76, Sihung des engeren itreisvorstandes. 7. lirei» kdarlottenburg. Montag. 7. März, 8 Uhr, im Jugendheim, RosinenLr. 4, Sihung des Bilduugsausichusses. l«. Ztrei» Rcnkegn. Montag Fcftsälrn, Bergstr. läl,«retsvertreterversammlung. Zagesordnung: Bericht. Neuwahlen. Anträge. Delegiertenkarte und Mitgliedsbuch S dienen als Ausweis. ja 15.»reis Treptow. Montag. 7. März, iZe Uhr. in NiederschiJneweide, Bcr, tiner Strohe Ecke stennftrahe, kircisoorltandsllhung mit den Abteilungs- Iritrril und den Delegierten ZUN! ZZezirkstag. 17. itrei» kichtenberg. Dienstag. 8. März. 7ii Uhr pünktlich, kreis. vertretcrverlammlung in der Aula der Mittelschule. Marktstrage. Tagesordnung: Bericht. Neuwahl des Krcisvorstondes. Stellungnahme W zum Bezirksvarteitog. 17. Krem Lichtenterg. Montag, 7. März. 8 Uhr, im Rathaus, Zimmer 86, izraktionssihung mit den Btlrgerdeputierten.— Mittwoch, 9. März, 6 Uhr, Dczirisveriammluna. Tribiincnkarte» beini Genossen Schubarth, Ritter- gutstr. 24/25, und Richter, Boxhagener Str. 82 tLaden). 18.»reis Weißensec. Montag. 7. März,"k- Uhr, bei Gallas, Kreisfunktie- ilärversamrnlung. Da äußerst wichtige Tagesordnung. Erseheinen samt- licher Kunklionare unbedingt ersorderlich. Kj 20. 9tcU Rein ick ndors. Montag. 7. März. 7 Uhr. im Schütze». (£ haus. Reinickeudors-Lst. Nesidenzstr. 1. Nreisgeneralversommlung. m Tagesordnung: 1. Seschöklsh-rtchte. 2. Reuwahl de, Bvrftandes. � Z. Nrcisangelcocnhclten. imgmm heute. Sonntag, 6. ZNärz. 24- Abt. Geselllchaftsabend mit Tan«, Rezitationen, Tänze der Kindergruppe. Lieder zur Laut«, Bunte Bühne. Anfang nachmittags 5 Uhr im Eartensaal des Eaalbaus Fricdrichshain, Am Friedrichshain. Erwerbslose erhalten Freikartin am Eingang. Recht zahlreiche Be» teillgung aller Ecnossinnen und Genossen mit ihren Angehörigen wird erwartet. � 1 85. Abt. Tempelhof. Nachmittags 4 Uhr im Birtenwitldäien, e f-, MonieufselNiatz«, gegenüber der Bosestratz«, Unterhaltungsabend. Ein. SS tritt frei. Alle Genossinnen und Genossen sind mit ihren Angehörigen 7Z E? herzlichst eingrladeu und. erwarten wir zahlreichen Besuch. Gesang, e4 :> Konzert, Rezitationen, Tanz, 131. Abt. Riederschönhausen. Die Flugblätter sind sofort vom Genossen Amberg, UHIandsir. 44, abzuholen. Morgen. Monkag, 7. März: 3. Abt. 71» Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Sitzung der Kommunalen Kam. Mission. Alle chrcnawtllch tätigen Genossinnen und Genossen müssen er- scheinen. 4. Abt. stf. Uhr bei Schwarz, Blankcnfeldeiir. 9, Funktionärsitzung. 7. Abt. 7>,» Uhr bei Bärwaldc. Schlrgelsir. 8, Funltionärsitzung. 8. Abt. Nochmitiag» ö Uhr Flugblattverbreitunz bei Hübner. Dilsnacker Straß« 34. Aäüung! Um 7/4 Uhr abend, ebenda wichtig- Borslands. fitzunz. Erscheinen ist Pflicht. 18. Abt. 7'4 Uhr bei Liehsch, Birkenstr. 44. Funktionärsttzung. 14. Abt. 7z» Ubr bei Lauritzcn, Putbusser Str. 11. Funktionärsttzung. 15. Abt. 7Z« Uhr bei Odtigo. Stralsundcr Str. Ii, Sitzung sämtlrcher Funktionäre. 16. Abt. 7li Uhr bei Karl Kinzel, llsedomstr. 22, Sitzung sämtlicher Partei. und Gewerkschasisfunktionärc sowie der Delegierten zur Kreisvertreter. Versammlung. 17. Abt. T,i Uhr bei Dose, Rordhaten 6, wichtige Funktionärsttzung. t8. Abt. 7Zs Uhr bei Müller, Userstr. 12, Sitzung sämtlicher Funktionäre. t». Abt.?ih Uhr bei Schrcpel, Grünthaler Str. 18, Funktionärsttzung. 26. Abt. 7U Uhr bei Pose. Koloniestr. 15, Funktionärsitzung. 21. Abt. 74 Uhr bei Kroll, Utrcchter Str. 2l. Sitzung sämtlicher Funktio- när« mit den Krcisdelcgicrten. Die Bibliothek ist von 7 Uhr abends ab geöffnet. 22. Abt. 74 Uhr bei Radzav. Brüsseler Str. 48, Funktionärsttzung. 24. Ab«. Die Funktionörsitzuna fällt aus. 27. Abt. 6 Uhr Zusäinmenkuntt sämtlicher Bezirksführer zu wichtiger Partei. arbeit bei Mehlberg, Goudystr. 6. 30. Abt. 7 Uhr bei Pohlt, Lychcner Ecke Stargarder Straß», wichtig« Funktionärsttzung. Erscheinen unbedingt notwendig. 38. Abt. 74 Uhr bei W-rt-lla. Hohcnlohestr. 8, Sitzung sämtlicher Funktio. unsere S-noss-n. diese Bcrsammlung zu besuchen ««- zu i« 500 Ml. 27590 57048 62445 64183 80095 80277 86804 8690» 86931 93121 96291 116669 123653 127821 128447 138984 161279 162127 162262 183522 157859 178410 221174 224331 233887 233893 233996 237537 240048 240671 241221 247755 271669 274445 292748 297780 314681 323770 327123 343581 346807 202 Gewinne zn i- 300 Ml. 725 4541 5272 12667 17527 18736 28835 34212 37044 38272 41605 43638 46230 62616 69361 70849 75645 82530 84873 01587 93519 93540 94273 100711 101887 104967 139423 159281 179835 189746 228784 249937 263878 297743 338177 105061 144719 I6170S I 79886 191256 229444 250589 284426 308026 338864 1 12049 143213 102322 131459 193466 230002 251739 286319 309369 337832 123834 145498 163981 181931 203125 238131 253419 239619 318164 348093 123003 143027 165056 132865 21 1045 240217 256010 29! 147 320558 128830 152308 188190 184204 214213 242621 263997 292304 327892 132740 138599 152785 167303 168373 177168 186290 187947 217250 219131 247106 247546 273339 277008 293858 296620 331601 332286 n Zur Einsegnung! im Armband- u. 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Nach seiner Ueberführung in die Privat- wohnung hat sich der Zustand des ehemaligen Generaldirektors er- heblich verschlimmert und es sind zeitweise Tobsuchtsanfälle aufgetreten, bei denen der sonst außerordentlich schwache und hinfällige Mann Riesenkräfte entwickelte und von seinen Angehörigen kaum gebändigt werden konnte. Kutisker machte auch dunkle An- deutungen, daß er sich das Leben nehmen wolle, und tatsächlich fand man bei ihm, in der Matratze versteckt, ein Rasiermesser. Einen neuen Anfall von Geistesverwirrtheit bekam der Kranke, als er nach einem Notar verlangte, dem er seine letzten Verfügungen über sein„Millionenvermögen- diktieren wollte. Der Verteidiger Kutiskers, Rechtsanwalt Dr. Nübell, hatte darauf einen Spezialisten, Sanitäts- rat Ruhemann, zugezogen, der feststellte, daß bei Kutisker infolge von cherzwassersucht und cherzmuskelentartung dauernde Lebens- gefahr bestehe. Der Kranke stehe unter einer Psychopath ischen Hemmungslosigkeit mit dem Bilde eines mit Wahnideen verbundenen Erregungszustandes. Sein Geisteszustand befinde sich in völliger Desorientiertheit, d. h. Kutisker verkenne die Verhältnisse seiner Existenz und seiner Umgebung. Rechtsanwalt Dr. Nübell hat nunmehr beim Gericht den Antrag gestellt. Medizinalrot Dr. Stürmer hinzuzuziehen. Wenn dieser das Urteil des ersten Arztes bestätige, soll der Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen Kutisker ge- stellt werden. Großfeuer in New Dort. Vergangene Nacht kam in New Jersey am Hudfonuser gegenüber dem Wolkentratzerviertel Feuer aus, das einen großen Umfang annahm und die ganze Nacht über anhielt. Zwei Piers der Pennsylvania-Eifenbahn, £0 belodene Güterwagen und verschieden« Werkstätten wurden von den Flammen zerstört. Der Schaden wird auf eine Million Dollar oeranschlagt. Zwei englische U-Uoote aus Grund geraten. Im Hafen von Vortsmouth liefen am Dienstag zw« Unterseeboote aus Grund. Die Boote befinden sich jedoch nichr in gefährlicher Lage, und man hofft, sie bald wieder flott zu bekommen. Sriefkasten der Redaktion. A. Z. Die Zinsen sind nur v.n dem Goldmnrkbotraa zu entrichten. Ei« betragen vom 1. Januar 1S2S ob 1,2 Proz., vom 1. Juli 1925 ab 2,5 Proz. und vom 1. Januar 1920 ab 3 Proz.— B.®. 18. Die tlirchcnsteuer ist zu sohlen. Di« Eteuerpflicht entfällt nur dann, wenn der Vater zur Zeit der ' ebnet des Kindes bereits seinen Austritt au» der Kirche vollzogen hatte.— T. H. 19. 1. Nein. 2. Ja. 3. 83. 4. Stadtrat Dr. Ldwenstem. Sport. Die 4. Meisterschaft der Zeitungssahrer wird heute nachmittag aus dem Gelände der Nütt. Arena zum Austrag gebracht. Die Rundstraße zählt Söll Meter. Der erste Vorlauf beginnt um 2.30 Uhr und der zweite Vorlaus um 2.55 Übt. Beide Vorläufe gehen über 10 Runden— S'/j Kilometer. Die Rütt-Arena hat diesen Wettbewerb als volkstümliche Veranstaltung ausgezogen und daher einen Eintritts- Preis von SO Ps. sestgesetzt, so daß auch diesmal wieder mit einem Massenbesuch zu rechnen ist._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„SchwarzRok-Gold-. Geschäfts stelle: Berlin E 14. Sebastianstr. 37/38. Hof 2 Tr. Sauoorstaub. Anmeldungen zur Ruderriege der Wassersportabt. •f* nimmt der Kam.<£. Christoph, Berlin R. 62, Burggrafenstr. 3, bis Ziiut 15. März entgegen.— Waffersportabt., Zug Oberspree: Arbeitsdienst Sonntag, d. 6., von 9— 1 Uhr.— Rculolln-Brig: Sonntag, d. S., nachm. 3 Uhr, Antreten aller Kameraden mit Spielleuten und Fahnen in Britz, Rudower, Ecke Werderstraße.— Mitte: Mo., d. 7., 8 Uhr, Vers, der 4. Kameradschaft, Neue 1. Nachrichtendienst ladet ein.— Friedrichshaiu: Mo., d. 7., den Comeniussälen, Kreismitaliedervers. Referent Dr. Map Deri. ... Gäste willkommen.— Mitte: Di., d. 8., 8 Uhr, Bers. der S. Käme. radschaft tm Rehkeller, Prenzlauer Str. 35.- Friedrich-Haiu, 1. Seltion: Di., d- 8., 7 Vi Uhr, bei Wegner, Etralauer Allee 31, Eektionssitzung mit Lichtbilder. Vortrag. Freidenker-Vollshochschule Berlin. Mittwoch, 9. März, T'/6 Uhr, im Askani. schen Gymnasium, Hallesche Str. 24. Peter Petrofs und Dr. P. Krische:»Die gegenwärtige internationale Lage der Freidenkerbewegung." Verein heimattreuer Äonitzee. e B. Monatsversammlungen am ersten — W—---------——,—---------------------— körperliche Leiden der Liebe", Karl Besser vom Institut für Sexualwissenschaft.— Mitt. woch, S. März: Friedrichshain, Lokal Duhms, Koppenstr. 62, Vortrag: „Schwangerschaft und Geburt", Dr. Littwitz.— Hallesches Tor: Lokal Kroll, Alte Jakob», Ecke Hollmannstraße, Portrag:„Gesundheitspflege", Dr. Barr.— (i.. N. f__ s__ a_______:.Ts—— c/___ v___ �:..- s.ss___-,* bliehenen, Bezirk 2, Nordwest: Bezirksoersommlung am Dienstag, 8. März, 8 Uhr, Bandelstr. 35.— Bezirk Westen: Bezirksversammlung Dienstag, 8. Marz, 8 Uhr, im Echubert-Saal, Blllowstr. 164. Referent Viktor Roack vom Bund Deutscher Bodenreformer Uber„Politik und Bodenreform".— Bezirk Wedding 3: Mitaliederrersammluna Montag, 7. März, 8 Uhr, Chausseestr. 64, Patzenhofer. Verband sSr Freidenkertum»nb Feuerbestattung, e. V. Unterbezi ri 6, Krenzberg: Montag, 7. März, 7Vj Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1.„Wesen und Aufgaben der prole. tarischen ffreidenkerbeweguna." Referent Genosse Sievers. 2. Bericht von der Gau» nnd Reichsaeneralversammlung. Mitgliedsbuch ist am Eingang des Saales, mit Straßenadresse versehen, vorzuzeigen. esten im Monat die Mitgliederversammlung Das Nerrenleiden der Kriegsbeschädigten." wolelbst jeden Dienstag»ach dem ers stattfindet. Tagesordnung u. a.:„Das i Die neue Novelle des Bersoraungsgesetzes. Biochemischer Verein Groß-Berli». 8. März: Hauptversammlung(Friedrichs- Hain) Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11—13. Referent Dr. med. Austgen:„Asthma", mit Lichtbildern.— Johannisthal: Restaurant Schreiner, Friedrichstr. 6. Referent Wilke:„Krebs", mit Lichtbildern.— Pankow: Konzert» Haus Pankow, Breite Str. 34. Referent Tesmer:„Arterienverkalkung".— Hennigsdorf: Restaurant Wolter, Hauptstr. 6. Referent Möller:„Menschen. kenntnis als Waffe im Lebenskampf", mit Lichtbildern.— 9. März: Lichten. berg: Prachtsäle des Ostens, Frankfurter Allee 48. Referent Hörr Gerling: „Warum das Weib am Manne leidet und der Mann am Weibe?�— Virchow: Pharusfäle, Milllerstr. 142. Referent Prof. Krause:„Große Wirkungen klein. ster Substanzmengen in Beziehungen zur Biochemie".— Schöneberg: Schloß. irauerei, Hauptstraße. Referent Tesmer:„Die wissenschaftliche Grundlage der Friedrichstraße, der Kirr mit Lichtbildern.— 1«. März: Lindenhof: Siedlung Lindenhof. Referent Arbeiter-Tamariter-Kolonne Berlin, e.»., Geschäftsstelle R. 4, Schi straße 9. Monatsversammlungen haben folgende Avteilung: Tempelhof, Mon. tag, 7. März, Lokal Lindisch, Mariendorf, Königstr. 44.— Friedrichshai»: Dienstag, 8. März, Lokal Bartusch, Friedenstr. 89.— Mitte: Mittwoch, 9. März, Leibniz.iüyinnafium, Marlannenplatz.— Pankow: Donnerstag, 10. März, Jugendheim Kissingensiraße.— Tiergarten: Donnerstag, 10. März, Lokal Lausch, Bredow», Ecke Wielefstraße.— Lichtenberg: Donnersteig, 10. März, Lokal Nothors, Rigaer Str. 95.— Steglitz: Freitag, 11. März, Lokal Schulze, Birkbuschstr. 90.— Prenzlauer Berg: Sonnabend, 12. März, Lokal Mielke. Lychener Str. 2—3.— Weißensee: Montag, 14. März, Lokal Stärke, Charlotten» burger. Ecke Tassostraße.— Kreuzberg: Montag, 14. März, Lokal Vogler, Mitten, walder Str. 16.— Eharlottenburg: Montag, 14. März, Jugendheim Rosinen» straße 4.— Hermsdorf: Dienstag, 15. März, Turnhallengebäude, Roonstraße.— Schöneberg: Mittwoch, 16. März, Lokal Rosenthal, Ebersstr. 66. Beginn der Versammlungen ztzS Uhr. Rege Beteiligung wird erwartet. Der Verein zum Schutz der Kinder vor Ausnutzung und Mißherndluug hält seine 28. Generaloersammlung am 10. März, 5 Uhr, in der Berliner Handelskammer, Dorotheenstr. 8, ab, bei welchem Frau Oberregierungsrat a. D. Dr. Marie Baum, Karlsruhe, einen Vortrag Uber„Vergleich zwischen deutscher und englischer Wohlfahrtspflege" hält. Gäste willkommen. Sesibästliche Mitteilungen. Roch einige Wochen trennen uns von dem Osterfest, und da beginnt bald das große Reinemachen. Die sorgsame Hausfrau wird dann merken, daß vieles, Gardinen, Vorhänge, vielleicht auch ein Teppich die Reinigung nicht mehr lohnt und dringend der Erneuerung bedarf. Um hier einen Kauf rechtzeitig zu ermöglichen, veranstaltet die Firma Wertheim in ihren vier Geschäften schon In unserer Zeit, wo das Fernsehen schon vor der TUr steht, ist es höchste Zeit, daß jeder sich einen Radioapparat anschafft, mittels welchem man auch später Fernsehapparate in Verbindung bringen kann, um so mehr, da komplette Rabioanlageil mit Lautsprecher und Montage bei geringer Teil» Zahlung. Es genügt ein Anruf unter Bismarck 2413, und der Apparat wird Ihnen in Ihrem Heim unverbindlich vorgeführt. Die Berlitz-School hat ihre Räume in der Leipziger Straße nach Nr. 110 verlegt. Anruf wie bisher: Zentrum 7800 und 7820. Die Filiale in Charlotten. bürg befindet sich nach wie vor Tauentzienstr. 19a. Anruf: Cteinplatz 797. Das feit 46 Jahren bestehende allbekannte Waren-Kredithaus A. Damitt, Rosenthaler Str. 46—47(Inhaber Herr Alexander Schey), hat infolge des enormen Aufschwunges in letzter Zeit sich genötigt gesehen, seine gesamten 4 Etagen eines vollkommenen Erweiterungsumbaues zu unterziehen. Dem Architekten Herrn Reg..Ba»meister Nansen ist es gelungen, moderne geschmock» rolle und übersichtliche Berkaussräume zu schaffen, in denen sich auch der ver» wöhnteste Kunde wohlfühlen wird. Die Firma wird durch diese Maßnahme und durch ihre Kulanz ihren schon nach Tausenden zählenden Kundenkreis sich noch bedeutend erweitern._ wefterbericht der öffentlichen wetlerdieuststelle für Berlin«ad Umgegend (Rachdr. verb.). Wechselnd bewöllt und meist trocken, ziemlich mild.— Süt veulschland: Im Westen zeitwetsc regnerisch, sonst meist trocken und weiter- bin mild�_ Die Staatliche Porzellanmanufaktur Berlin. unterhält— wie bekannt— in ihren Verkaufsräumen, Wegely- straße 1, am Stadtbahnhof Tiergarten, werktäglich von 9 bis S Uhr dauernd einen Sonderverkauf ihrer im Preise zurückgesetzten be- malten und weißen Porzellane. Dieser Sonderverkauf bietet äugen- blicklich eine besonders reichhaltige Auswahl von Geschirren, Dejeuners, Vasen, Wandtellern, Figuren, vammel- und Mokkatassen usw., da die Zahl der hier zum Verkauf gelangenden Stücke eine erhebliche Vermehrung erfahren hat durch solche Porzellane, die infolge des Umbaues der Ausstellungsräume in der Leipziger Straße 2 aus- sortiert und im Preise wesentlich herabgesetzt worden sind. Es wird hierdurch Liebhabern von Berliner Porzellan reichlich Gelegenheit geboten, schöne Stücke zu äußerst günstigen Preisen erwerben zu können. «ftrcnmt grau blonde giinimnumnmninrraTOiwHiiuimmtiNraiiBmmBimiimnimmiminiuiui� ISträmpfel Qß Braun Spangenschuh mit beige Verzle- ♦ nmg, Grysse 23-26 3,90 Grfisse 18-22 Pür das Kind: i a*. Pa. braun Box- calf-Zug- und Spangenschuh elegantes Modell..... 8,90 Für die Dame: Braun R'-Chevrcau- 2" Braune Schnürstiefel Grosse 23-26 4,50, 20-22 2,95, Grösse 18/19.................. Braun Boxc.-£inspan- gen schuh Grösse 35, 36 6,90, Zl-34 3,90, 27-30............. KjP Braun Boxcalf- und Grau und blond Span- gensdlUh mit Leder, Louis XV.-Absaiz............... 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März: Vorm. 9: Morgenfeier. 11.30: Platzmusik des Potsdamer Tonkünstler- Orchesters I IS nachm.: Die Stunde der Lebenden: Baum— Klaeber. 2,30: Die Geschichte und Entwicklung des Briefes(Rosen). 3: Der Kornkäfer und "ine Bekämpfung(Reg.-Rat Dr. Zacher). 3.30: Der Funkheinzolraann erzählt. ä 30: Kapelle Gebrüder Steiner. St Sendespiele:„Die Walküre" von Richard Wagner. AnschlieCend: Tanzmusik. Montag, 7. März: Nachm. 3.30: Johann Qutenberg und die Anfänge der Buchdruckerkunst "■Schnarkc). J: Das deutsche Volkslied(Dr. llirschberg). 4.30; Novelle von Trank Wedckind. S— 6: Kammermusik. 6.30: Die Kunst der Westgoten in Spanien und der Merowingcr in Frankreich(Dr. Cohn-Wiener). 7.03: Artist und Publikum(Dreßler). 7.30: Deutsche und europäische Kolonialpolitik (Cofaen-Rcuß). S; Entwicklungslinien de« Wirtschaftslebens(Prof. Dr. Sombart). 3.30: Vortrag. 9: Abcndunterhaltong. 10.30—12.30; Tanzmusik. Diensing, 8. März: Nachm. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Die gekurbelte Zeith ng(Roellenbleg). 4J0— 6: Ltte. Kamm er Orchester. 4.13: Technische Wochcnpbuderei(Boehmer). 6.45; Stunde mit Büchern. 7.15: Die Großstadt und wir(Dr..Mahrholz). 7.45: Der Karapi um den Nordpol und Südpol(Prof. Dr. V. egener). 3.30: 200 Jahre Orehestcrmusik. Mittwoch, 9. März: Nachm 1.30— 2: Glockenspiel der Parochialkirche. 3.30: Die Frau im Wshlfatirlsdienst(M. Weinberg). 4— 4: Jugcmdböhne:„Des Meeres und der T(cte Wellen" von Qriliparzcr. 4.25: Notwendigkeit und Grundsätze der Körpererziehung(Meusel). 6.50: Der Beamte als Vertreter der Staatshoheit (Präsident Dr. Toll). 7.20: Rechtsfragen des Tages(Prof. Dr. Heilfron). 7.55: Das Wissen und die Kulturtaten der alten Babylonler und Aegypter (Prof. Pähl). 8.30: Gestaltete Gegenwart. 9.30: Die Sonate(Musikvorträge). IOJO— 12.30: Tanzmusik. Donnerstag, 10. März: Nachm. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt 4: Wie soll unser Kind heißen?(Schinck). 4J0: Rainer Maria Rilke(Rezitationen). 5—4: Kcnzert. 6.15: Der Kinematograph als Werkzeug der Technik(Thun). 4.40: Notwehr, Selbsthilfa, Notstand und ähnliche Rechtsbegriffe(Dr. iur. Michaelis). 7.05: Spanisch. 7.30: Die musikalische Bildung des Arbeiters(Dr. Singer). 3: L'cbcrtragung aus dem Pestsaal der Liederhalle Stuttgart; Sinfonie- Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 10.30-12.30; Tanzmusik. Freilag, 11. März: Nachm. 3.30: Ellen Key(Schreiber). 4: Das Leipziger VOlkerschlacht- Penkmal— ein Denkmal der deutschen Seele(Müller-Rüdersdorf). 4.30-4: Kapelle Gebrüder Steiner. 6.20: Sportpsychologische Betrachtungen(Dr. Schwerin). 6,45: Der Amatcurphotograph und seine Aufgaben(Prof. Dr. Ncugebauer). 7.10: Wissenswertes über die verschiedenen Arten der Malerei ' Hausdorf). 7.40: Weltkuiturcn im Spiegel ihrer poetischen Formen(Dr. b: hlrokauer). 8.30: Sendespiele:..Traumalus". Tragische Komödie von Arno Holz und Oskar Jerschke. 10.30—12.30: Tanzmusik. I...............— Sonnabend, 12. März: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde(Or den Landwirt. 4: An deutschen Forschungsstätten(Lehmann). 4.30—6: EtK-Kammerorchester. 6.25: Medizinisch-hygienische Plauderei(Dr. Frank). 6.55: Denker der Gegenwart: Max Scheler(Dr. Zarek). 7.25; Geheimnisse der Schauspielernatur(Dr. Hochdorf). 7.55: Der Ursprung der Schweizer Eidgenossenschaft und die Umwandlung des Kriegswesens(Prof. Dr. Delbrück). 8.30: Otto Rentier singt! 10.30 bis 12.30: Tanzmusik._ Königswusterhausen. Sonntag, 6. März: Vonn. 9: Morgenfeier, 11.30: Platzmusik. 1.10 nachm.: Die Stunde der l ebenden. 2.30: Die Geschichte und Entwicklung des Briefes. Philatelistische Neuheiten(Herbert Rosen). 3: Der Kornkäfer und seine Bekämpfung(Reg.- Rat Zacher). 3,30: runkheinzclmann. Ab 6; Uebertragung aus Berlin. Montogf, 7. März: Nachm. 2.30— 3; Neue Weg im Obstbau(Fr. F. Boehm). 4—5; Probleme der heutigen Mädchenerziehung(Fr. Stud.-Dir. Dr. Susanne Engelmann), ß— 5: Schachfunk(E. Nebermann). 6— 6.30: Unkrautbekämpfung mit chemischen Mitteln(Dr. Leonhards). 6.30— 6.55: Englisch für Anfänger(Studienrat Friede! und Lektor Mann). 6.55— 7.20: Bedeutung des Rechenstabes für den Kaufmann(Ohcr-Stud.-Dir. Rohrberg). 7.20—7.45; Berlin eine Weltstadtpcrsön- lichkcit(Dr. Weise), Ab 9: Uebertrafeung ans Berlin. Hervorragend dewahrt bei: Rheuma, Gicht, Ischias, Nerven- und Kopfschmerzen, Grippe, Siifli«tua a. a.€rtSItnng«franfl)»Ifjn. Bt. nttancQfz iiieftätigunj sind(nnnfjolb 8 Msnaten mthr als 1500©utaditm«Defti aus«trjhriKlItn cinn«(|artg»n barunt« oen»ambaften HStofttfown unb au. nftm ÄUBttm.- Zsgal ftilit bu Sdimtritn unb 14* l*! blt öamfau« ans. Reine fdjdb. ildjen-jicbenmirkuneru Sragen Sie Ihren Argt l Sn allen«patHeben. Pret«MK 1.40. ITALIth. 0.46 Chinin 74JAcld.cct.i«l sdloOAmyL Die Uebertragung aus dem Große» Schauspielhaus, in dem die Posse„W i e e i n st im Mai"' aufgeführt wird, läßt sich schwer damit entschuldigen, daß der Reinertrag aus den Aufführungen einem guten Zweck dienen solh Wollte man Propaganda für das Werk machen, so wäre durch einen Funknachmittag, die einzelne Musik- nummern der Posse gebracht hätte, die Absicht gewiß besser erreicht worden. Dieser Abend gab weder ein richtiges musikalisches Bild— denn die Akustik des Großen Schauspielhauses ist einer Uebertragung sehr ungünstig— noch ein Bild der Bühnenhandlung. Wann wird der Berliner Sender endlich von solchen fruchtlosen Uebungen, die nicht einmal mehr als Experimente zu entschuldigen sind, absehen.— Seinen Vortrag über„Aktuelle Berussfragen für Jugendliche und C r w a ch s e n e", für den gewiß viele Funk- Hörer dankbar sein werden, beschloß Dr. Richard Liebenverg, Direktor des Landesberufsamts, Berlin,.�öffentlich wird dem Redner noch weiter durch den Rundfunk Möglichkeit zu eingehenden Auskünften gegeben werden. Besonders die urage, was mit den zu Ostern schul- entlassenen Kindern werden soll, ist jetzt akut. Aufklärung über die Wege und Aussichten zu den einzelnen Berufen ist aber nicht nur für die gerade interessierte Familie von Wert, sondern es ist schließlich eine Aufgabe von volkswirtschaftlicher Bedeutung, mit allen Kräften den Zustrom zu überfüllten Berufen zu verhindern, und ihn zu solchen abzulenken, die noch Arbeitskräfte aufnehmen können. Alesiandro B o l t o s gedachte anläßlich seines 100. Todestages Franz M. Fcldhaus in seinen Ausführungen„100 Jahre Elektro- tcchnik". Der Vortragende gab einen guten Ueberblick über die Eni- deckungen auf diesem Gebiete und zeigte auch die Zusammenhänge («niger Experimente vor hundert Jahren mit unserem heutigen Dienstsx, 8. März: Nachm. 4—5: Problem« der heutigen Mädcheneraiehnag(Fr. Stnd.-Dir. Dr. Susanne Engelmann). 5— 6: Kulturgeschichte der Italienrcisen(Geh.-Rat Prof. Dr. Waetzoldt. 6—6.30; Aus der Praxis des Mietsschöffengerichts. Ein Zwiegespräch.(Amtsgerichtsrat Dr. Schubart.) 6.30— 4.55: Spanisch für Anfänger (Q. van Eyseren und C. M. Alfleri). 448—7.20: Der Anteil der Dentschen an der Entdeckung der Erde(Prof. Dr. Jäger). 7.20—7.45; Beethoven im Roman und in der Novelle. Vorlesung aus„Malte Lanrides Drigge" von Rainer Maria Rilke. Albert Steffan;„Beethoven und das Liebespaar" von Wilhelm Schäfer(Dr. Heinrich Michaelis). Ab 8.30: Uebertragung ans Berlin. Mittwoch, 9. März: Nachm. 12—12.30: Französisch tflr Schüler(Lektor Claude Qrander und G. van Eyseren). 12.30—12.40: Mitteilungen des Relchsstädtebnndes. 2.30—3: Mode und Kultur(Fr. Anna Rost Bube). 3.30-4: Einheitskurzschrlft(ür Anfänger(Prof. Dr. Amsel und Oberschnllehrer Westerm&nn). 4—4.30: Kunst und Erziehung(Prof. Dr. Schreyer und Oberschulrst Hilker). 4.30—5: Englisch für Fortgeschrittene(Stndienrat Pricbel und Lektor Mann). 5 5.30: Die Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt(Prlvadozent Dr. Potonid). 5.30— 6: Unsere Kirchenmusik(Prof. Siegfried Ochs). 6— 4.30: Flächen- und Ranmmessung(Qewetbcoberlehrer Mayer). 4.30—445: Englisch für Anfänger (Studienrat Friede! and Lektor Mann). 4.55—7.20: Konknrrenzwirtschaft und Planwirtschalt(Prof. Briefs). 7.20—7.45: Erziehung za weltpolitischem Denken(Dr. Paul Rohrbach). Ab 840: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag', 10. März: Nachm. 240—3: Ein Kapitel über Suppen. Zentrale der Hansfranenver- elne Groß-Berlin). 4—440: Ueberblick über die akademischen Frauenberufe (Fr. Reg.-Rat Dr. Oaebel). 440—8; Bericht Ober die Pestalozzi-Feiern im Reich(Oberschulrat Hilker). 8—5.30: Weltpolitische Stunde(Redakteur Müller-Jabnsch). 540—4: Bismarcks Staatskunst: Innere Politik(Prof. Dr. Rothfels. Königsberg). 6—6.30: Landwirtschaftliche Bjuberatnng(Baudirektor Schucht). 440—6.56; Spanisch für Fortgeschrittene(Q. van Eyseren und C. M. Alfieri). 645—7.20: Ans der Pros« deutscher Staatsmänner und Gelehrter;„Justus Moeset"(Dr. Hans Roeseier). 7.20—7.45; Oswald von Wolkenstein;„Der letzte Minnesinger"(Prof. Werner). Ab 8: Uebertragung aas Stuttgart. Freitag, 11. März: 12—12.30; Sprechtechnik für Schüler(B. K. Qr«ef). 3—3.30: Verhütung der Nervosität(San.-Rat Dr. Plaezek). 340—4: Einheitskurzschrlft für Fortgeschrittene(Prof. Dr. Amsel und Oborschnllehier Westermann). 4.30—3: Die Kunst des Sprechens IB. K. Qraef). 5—6; Probleme der Schule im heutigen Staat. 2. Staat und Gesellschaft als Träger der Schule(Staats- minister Dr. Becker). 6—4.30: Wie muß die Antenne heschaflen sein? Der Detektorempfänger in Arbeltswelse und Bau(Chefredaktenr Nairz). 4.30 bis 6.55: Englisch für Fortgeschrittene(Sind.-Rat Friebel und Lektor Manu). 645—7.20: Die allgemeine Bedeutung der Banken In der Volkswirtschaft(Dr. Solmssen). 740—7.45: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte.(Thema und Name des Dozenten werden in den ärztlichen Fachzeitschriften bekanntgegeben.) Ab 8.10: Uebertragung an« Berlin. Sonnabend, 12. März; Nachm. 3—3.30: Französisch für Anfänger(Lektor Ciaade Grander und 0. van Eyseren). 3.30—4: Esperanto(Postrat Behrendt und Frl. Moelke). 4.30— 5: Berliner Pestalozzi-Feiern(Prof. Dr. Lampe). 1—5.30: Grundrechte und Grundpflichten der Beamten in der Reichsverlassang(Min.-Dir. Falk). 5.30—6: Der Arbeiterführer und die Arbeitermasse(Reg.-Rat Woldt). 4 bis 6.30: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Die rechnerischen und mathematischen Grundlagen(Sind.-Rat Thiel). 440— 4.55: Aberglaube und Zahnbehandlung(Dr. Bernstein). 445—7.45: Zweckmäßigste Steigerung unseres Gedächtnisse« für Leben, Beruf und Schale(Stad.-Rat Altred Leopold Müller). Ab 8.30: Uebertragung ans Berlin. Wissen in der Elektrotechnik. Tes. vberalbt man nur dem Sfaifttuei« des Deuifchen OTuflfetOfcbanbe«, Berlin. Rem. manbantmftc. 83,61 Dönhoff 3277-78. ©eldjaftsjelt 9—5, Sonntag» 10—2 Uhr. Aul Wunsch: Bntretezbefuch. »g! MlZeUgllMkl UM! i Heule. Somtfag, ben 8. März,__, mittag» 10 Hflt, im Lnlal neu Eelserth, Ttlftiee Str. 77, Ecke gornöorfet Strotze, Konferenz der Zauaaufsteller- »!« Togeaordnung wird in der Ronfetem befanntgageben. ®»r«en, SUntag, den 7. SRtoj, abends| 7'/, Uhr, In unserer RulIuraMetlutw. I Ltnlenstraße 197, Filmvorführung. Etntr!tt»k»rten stnb bei ben ZZertrauen«» i i eulen zu haben. vienslag. b»n 8. MSr,. nachm. 5»he.! ItnLotal von Torna, wusserlorflr. 71 I (jeher Beirieb tommt nach Arbeitzschlutz) 1 Versammlung aller Lehrlinge, jugendl. Arbeiter und Arbeiterinnen de» Bezirk» So im DSlV. TageSardnung: 1. Bortrag: Be- (tiebstate unb Jugendbewegung. Zlef.: «•Hege Hellwlg. t Au»lprache übet Betriedsfrageu Sie Betriebsrat« stnb zn dieser Ber- («mmlung besonder» eingeladen. Bringi die Iugendfollegen, auch die noch nicht zur Or,anisaii»n gehörenden, mit. VI»n»la», den». TNSrz. nachtnlttous 1 Ahr, Im..Aasenlhalee r Rofenftiafer Siros,» 11/12 SM- Versammlung___ aller arbeitsIosenNaschinen-.Auto- unb Moloreaschlosser. Bit Stgeeirknun« taub in»et Betfemmlung befoiintgegeben. vhn« Sßitßftebsbuch unb Arbeitslosen' fette lein Suttht Ca bte»erfammtun* tun änftetfin Wichitg.'eit ist, ist es Vsticht aller Roüeaen. zahlteL X— im Apothekaa o. Uzogenea, Sonntag H. März 1927 Äus öer Seilage ües vorwärts Die Zilme öer Woche. »Iwan öer Schreckliche.� (CapifoL) Wir haben die unerhörten Erfolge des neuen russischen Filmes in der Darstellung moderner russischer Geschichte miterlebt; es wird interessant fein, zu erfahren, wie der historische Film in Rußland gemeistert wird. Als erste Probe ist.Lwan der Schreckliche" zu uns gekommen, eine mit der gleichen Vollendung der szenischen und photographischen Kunst anschaulich gemachte Geschichte der Roheiten, Bestialitäten, der Gewalttaten und Bluträusche eines geborenen Tyrannen seines Zeitalters. Es sind Anekdoten, interessant« und spannende Anekdoten aus dem Leben dieses Zaren, vor ollem aus feinem Privatleben, aber auch aus dem inneren Regiment, herz- zerreißende Szenen aus dem Dasein der bedrückten und erniedrigten Bauern und Handwerker, die wie Stücke Vieh gestohlen und ge- knechtet werden. Einmal spielt«in Blick aus dem Auslande hinein, englischen Kaufleuten zu Ehren läßt der Zar, der eben mit den Eng- ländern gute Geschäfte in Flachs gemacht hat, einen deutschen Hand- werker, der, wie auch die Geschichte meldet, einen Schwebeapparat erfunden hat, stiegen. Der Flug gelingt. Aber der Blutzar hält das für Teufelswerk und spricht das tiefsinnige Wort aus:„Sklaven haben keine Flügel." Der Deutsche wird dem Tode überantwortet. Er ist der Gegenspieler des schlauen, bigotten, allen Leidenschaften und Lüsten zugänglichen Zaren, der Vertreter des arbeitenden er- siuderischen Volkes(der auf dieser Stufe nur durch einen deutschen Handwerker repräsentiert werden konnte), der ohne Furcht und Tadel in Liebe zu feiner Arbeit seinen Weg geht, seiner Liebsten treu ergeben, unbeirrt durch die aufdringliche Lust der Zarin. Die Russen stellen den Film bewußt in den Dienst der Volks- aufklärung, und so ist auch dieser Film als eine Reaktion auf die national-russische Legende der Fürstenverherrlichung aufzufassen. Aber ein Marxist muß«ine Anmerkung zu dieser Art Geschichts- belehrung machen. Sie steht auf der Höhe ungefähr der„Gekrönten Häupter", die vor langen Jahren in unserer Partei ähnliche Auf- klurung verbreiten wollten. Aber wir sind längst fortgeschritten von dieser anekdotischen Geschichtsauffassung, die allzu sehr die Personen, ihr« Fehler und Verbrechen in den Vordergrund stellt, zu einer organischen, die die allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Kräfte in die Rechnung einbezieht. Es bedarf keines Wortes, daß ein« solche Geschichtsmethode, um wirklich das Jahrhundert Iwans zu kennzeichnen, ganz andere Faktoren mit heranziehen mußte. Unnötig aber auch zu sagen, daß es filmisch viel schwieriger wäre, die russische Expansion gegen die Tataren, die beginnende Eroberung Sibiriens, die Anfänge eines durch ausländische Hilfskräfte entwickelten Hand- werks und Manufakturbeftiebes, die Beziehungen zum Auslande und anderes, m einem Filmgemälde darzustellen. Wenn man von diesen prinzipiellen Einwänden absteht, wird man die vollbrachte Leistung willig anerkennen. Wiederum ist der russische Regisseur, diesmal I Taritsch, vorbildlich in der Aus- nützung und Individualisierung des Darstellermaterials, welch ein« Fülle interessanter Köpfe, welch eine kulturgeschichtliche Treu« des Milieus! Meisterhaft sind auch wieder, wie immer bei den Russen, die bewegten Massenszenen, und in allem hat man den Eindruck des nicht Bestellten und Komponierten. Das Prinzip des Naturalismus .ist hier auf die Geschichte mit dem unzweifelhaftesten Erfolge ange- wandt. Ganz unvergleichlich ist die Kunst Leonidows, eines bekannten Darstellers aus der Stanislawski-Trupp«. Sein Iwan ist eine ganz geschlossene Leistung. Wir haben den Eindruck: nur so kann dieser Mensch, das Opfer eines verrückten Gottesgnaden- bewußtfeins, ein boshafter Sadist und Lüstling ausgesehen und sich benommen haben, mit seinem eisigen Blick, der plötzlich wild auf- flackern kann, seiner Unbehcrrschtheit und Grausamkeit, die er mit den Attitüden eines Straftichters umgibt. In vielen, vielen Einzel- zügen zeigt der Regisseur seine Größe. Aber wahrhaft imposant ist es, wenn dieser blutgierige Wüterich von Zaren, der eben mit eigenen Händen seine Frau erdrosselt hat, auf dem Kirchturm die Glocken zu ihrer Seelenmesse läutet._ D. Exotische§ilme. Die exotischen Länder sind noch nicht so weit, daß sie uns eigene Filme liefern könne«. Wir sind darauf angewiesen, daß europäische Reisende die Filmschätze heben, die in diesen Ländern im Uebermaß vorhanden sind. Die fremdartige Formen- und Farbenwelt der Natur, die eigenartigen Sitten der Eingeborenen und vor allem der andersartige Kulturzustand würden für die Bereicherung unserer Filmprogramme ganz Erhebliches leisten können. Aber in der Regel beschränkt sich der Film daraus, einzelne Svenen aus dem erotischen Milieu in eine sonst übliche Handlung einzufügen, oder er gibt nur lose Bilder, sogenannt« Kultursilm«, und verzichtet da- mit auf den Reiz des geschlossenen Kunstwertes. Heinz Karl Heiland, ein guter Kenner des asiatischen Ostens, insbesondere Japans, hat neue Wege eingeschlagen, um den exotischen Film zum gleichberechtigten Faktor aus dem Gebiet des Spielfilms zu machen. Er hat mit großen Kosten und Mühen wirklich Dinge entdeckt, die der Entdeckung lohnten, und seltsame Naturerscheinungen und merk- würdige Sitten unter mannigfachen Gefahren erschlossen. Diese Ausbeute aber ist— und dos ist das Neue— organisch in ein« Spielhandlung eingefügt, die in Europa beginnt, alle Erwartungen auf geheimnisvolle Ding« in irgendeinern javanischen Tempel spannt, unterwegs prachtvolle Nawrausschrnlte mitnimmt und dann olle Aufmerksamkeit auf die Borgänge im Exotenland selbst konzentriert. Der Film nennt sich.Das Rätsel des Borobodur". eines Tempels in entlegenen Gebirgsgegenden Javas, der fabelhafte Schätze enthalten soll und so die Neugier und 5)absucht von Europäern auf sich lenkt. Allerlei mystische Faktoren spielen mit hinein, es fehlt natürlich nicht an einer Liebesgeschichl«. Aber das olles ist Nebensache im Verhältnis zu den außerordentlich gelungenen Szenerien aus dem unbekannten Java, seinen riesigen Tempeln, mit seinen malerischen Festen, de? lknberührtheit einer noch nicht kolonial verseuchten Bevölkerung(Tangaresen), ihren wilden Tänzen und Bräuchen im Krater eines Vulkans. Noch geschlossener und einheitlicher war die Wirkung eines Japanfilmes, der ganz im Lande der aufgehenden Sonne aufge- nommen wurde, teils mit japanischen, zum Teil mit deutschen Dar- stellern. Die zwei Akte, die aus diesem historischen Film „B u s h i d o" gezeigt wurden, erregten starkes Verlangen, den ganzen Film kennenzulernen, der die merkwürdigen Erlebnisse und Zusammenstöße von Europäern mit der noch ganz ungebrochenen japanischen Kultur vor der Eröffnung des Landes verarbeitet. Hier ist wirklich filmische« Neuland; es ist voraussichtlich der erste europäische Film, der ganz in Japan ausgenommen ist und in inter- cssantester Weis« Landschafts, und«ittenbilder als Hintergrund einer beweglichen Handlung heranzieht. Beide Filme wurden zunächst in einer privaten Vorführung gezeiot, sie sollen aber bald der Ocsfentlichkeit erschlossen werden. V. „Lanöstreicher»«der Millen/ (Tauenkzienpalast.) Ein geschickt ausgebauter, ganz harmloser Gesellschastssilm. Die schöne Frau Cleo interessiert sich plötzlich für einen Landstreicher, der sie am Eingang zu einem Kabarett anbetteft und dabei von einem Kriminalbeamten in Zivil verhaftet wird. Der berühmte, sehr elegante Rechtsanwalt Rivoli wird den beiden im Regen nach- geschickt, verdirbt sich Lackschuhe und Zylinder, bekommt aber den Bettler nicht frei. Dafür verteidigt er ihn. Nach dieser oratorischen Heldentat setzt man den Landstreicher in Freiheit. Frau Eleo möchte ihn sehen, und Rivoli vermag einen seiner Freunde dazu zu be- wegen, sich als Landstreicher zu verkleiden. Es ist nun höchst persönliches Pech des Rechtsanwalts, daß dieser Freund der gc> schiedene Mann der Frau Cleo ist. Die Situation wird mit Sentimentalität geladen, der Rechtsanwalt muß seine Hofsnungen begraben, und die beiden anderen beabsichtigen ernstlich, eine neue Ehe aufzumachen. Robert P e g u y konzentriert die Handlung, aber hier wie meisten» im französischen Gesellschaftsfilm denkt der Regisseur kaum filmisch, sondern stellt Bühnenbilder aus einem Konversationsstück. Elnüre Lautier als Frau Cleo beschränkt sich allein auf die Toilettcnfrage, hin und wieder verrät ein Zucken der Augenbrauen ihren Willen. Theater zu spielen. Auch Jean A y m e weiß dieses Mal nicht viel mit seiner Rolle anzufangen. Er sieht wenigstens mit seinen scharf gebügeften Hosen und Mundsalten sehr dekorativ und wichtig aus. Das alles wäre kaum zu diskutieren, wenn nicht Nicolai K o l i n die Doppelrolle des Landstreichers und des geschiedenen Ehemannes spielen würde. Als Lebensgenießer bleibt Kolin zu konventionell. Als Landstreicher gibt er wie immer fein Bestes, die stoische Ruhe des Enterbten, die Abgestumpftheit allen Wechselfällen gegenüber, eln Philosoph des Rinnsteins. Der amerikanische Film„Wie werde ich Filmstar" schwankt zwischen Gesellschaftsfilm und Groteske. Der Schauspieler Ben Lyon, mit einer Harald Loyd-Brille bewaffnet, spielt einen kleinen Bankangestellten, der zufällig in die Filmkarriere hineingerät, Filmstar wird und schließlich als Ehemann in einem kleinen Land- haus endet. Ganz leise und vorsichtig versuchen sich die Amerikaner an einer Selbstparodie. Es gibt bessere amerikanische Filme, und der Regisseur S a n t e l l verfügte schon über witzigere Einfälle. F. S. »Gefährliche Irauen/ (Emelkapalast.) Alles, alles müssen wir serienweise genießen. Augenblicklich wird die Walze.Lolonialinteresse" abgedreht, daher bekommen wir auch unter einem pikanten Titel dieses Monumentalfilmwerk vor- gesetzt, dessen Manuskript Pierre Benoits Roman„Die Schloß- Herrin vom Libanon" verarbeitet. Man betont recht stark das Lebsnsrecht des Großraubtiers Europäer. Außerdem beschäftigt man sich mit Hochverratsaffären, durch die einst ganz Frankreich skandaldurchtobt war und die jetzt in Deutschland höchst modern sind. Ein Offizier gerät einer mehr als zweifelhaften Frau ins Netz. Man ist beinahe erstaunt, ihn nicht in üblicher Offiziersheldenpos« zu sehen; denn mir ein Fieberanfoll rettet seine Tugend. So wird er kein Hochverräter, sondern ein Kriegsheld, und als er auf dem Krankenbette sich den Tod wünscht, erscheint die verlassene Braut als Samariterin, und der gute Filmabschluß ergibt sich von selbst. Der Regisseur Marco de Gastyne beschäftigt sich ausgiebig mit der früher für den Film so wichtigen Frage:„Wie bringe ich möglichst viet in einem Film unter?" So sehen wir Landschaftsauf- nahmen, die vom Reiz des Geheimnisvollen umgeben sind. Hier ist die Wüste keine Staffage, sie ist Erlebnis auch solchen Menschen, die sie gerade nicht als Kofonialfoldaten durchstreifen. Die hastenden Kamelreitertruppen und selbst die Kampfszenen werden zu so- genannten grandiosen Filmbildern. Der Regisseur kennt die mächtige Konkurrentin Revue, folglich bringt er zahlreiche Tanzeinlagen. Und da zu einem Film Bewegung gehört, wird ein interessantes Rennen dargeboten, bei dem die Pferde auf einer Grasbahn Staub- wölken aufwirbeln. Um bildlich dramatische Höhepunkte zu erlangen, läßt man verworrene Vorstellungen den fieberkranken Offizier ängstigen. mom ttnsaltOBeSie Ereignis im CAPSTOL täglich ITisI r7/i5l 19.151 Arlette M a r ch a l ist wunderbar schön und elegant. Sym- pothisch, doch nicht etwa von überragender Gestaltungskunst war M. P e t r o v i t ch. Choura Milena hat ein Gesicht, an das man sich erst gewöhnen muß, sehr nett war sie jedenfalls als Nonne. Alles in allem wirkte der Film nur durch Einzelheiten, leider trieb der Ehrgeiz den Regisseur weder zu neuen Wegen noch zu einem geschlossenen Werk persönlicher Eigenart. e. d. »die Laöp ohne Schleier/ (ZNarmorhaus.) Gustav M o l a n d e r, der Regisseur dieses deutschschwedijchen Gemeinschaftsfilmes, ist offenbar, von dem Gedanken ausgegangen, die Reize des Gcsellfchaftsfilmcs mit denen des Naturfilmes zu ver- einigen oder, besser gesagt, die einen durch die anderen zu steigern. Das Bindeglied zwischen beiden ist Cathleen Paget, eine vornehme englische Witwe, die durch ihre Mutter dazu gebracht wird, den Flirt in der englischen Gesellschaft abzubrechen und den reichen schwedischen Waldbesitzer Berger Holm etnzufangen, der nach dem Zusammen- bruch ihrer Finanzen ihr Hauptgläubiger ist. So wird man mitten aus der englischen Society in die großartige schwedische Landschaft mit ihren prächtigen Wäldern, wilden Flüssen und Wasserfällen und ihren einfachen Menschen versetzt. Cathleen Paget verunglückt auf ihrer Reife zu Holm, wird aber von diesem selbst unter Einsatz seines Lebens aus den tosenden Wassern gerettet in feine Waldhütte. Hier pflegt er fie unerkannt, beide verlieben sich ineinander. Große lieber- raschung auf beiden Seiten, als man sitb kennenlernt. Aus der berech- nenden Liebe ist«ine wirtliche geworden. Cathleen bleibt in den einfachen, aber gediegenen Verhältnissen ihres Mannes, aber dann kommt in den langen Wintertagen die Sehnsucht nach ihrer eng- tischen Gesellschaft. Sie kehrt auf Besuch nach England zurück, aber ihr Mann folgt ihr auf dem Fuße und wird Zeuge, wie sie auf einem Wohltätigkeitsfest die Rolle der nackten Lady Godiva spielt. Bruch. Der Schwede kehrt in seine Heimat zurück; aber beide können von- einander nicht lassen, und jeder will zu dem anderen. Auf einem schwedischen Bahnhof treffen sie sich, keiner steigt wieder in den Zug, aber keiner will auch das erste Wort sprechen. Dan» ver- tündet der Wirt, daß kein Zug mehr fährt. Damit ist das Eis gc- brachen, sie kehren zueinander zurück. Molander hat es wunderbar verstanden, schwedische Natur und schwedische Menschen— vor allen, fei an die alte Amme Holms Stina Berg erinnert— ins Bild zu bringen. Urho S o m e r- fakmi gibt dein Berger Holm alle Gradheit und Echtheit eines mit der Natur innig verwachsenen Mannes, der durch die Reize dcr schönen Frau auf den ersten Blick fasziniert wird. Die charmante Frau, die zunächst mit der Liebe spielt, aber dann doch von ihr ergriffen wird, ist Lil D a g o v e r, die fhre ganze Anmut entfaltet. „Ver Soldat öer Marie/ (Ufa-Theckker Kursürftendamm.) Harry Liedtke und Tema Desni in vollem Glänze zu zeigen, das ist der Sinn dieses Films, dessrn Manuskript'Leo L i r i n s k i nach de? gleichnamigen Operette von Leo Ascher geliefert hat. Wie die meisten solcher Filme, die nach alten Lustspielen, Schwänken oder Operetten fabriziert werden, hat auch dieser keinen Stck. Das Kostüinstück von Anno dazumal, das in irgendeinem deutschen Duodezstaat spielt, paradiert mit den üblichen Bestandteilen: der Herr Reichsgras aus Liebesabenteuer», Soldaten und Bürger und als künstlerisches Element der pensioniert« Ballettmeister Mumme mit seinen drei Töchtern, die sich alle drei in den Reichs cirafen(in seinen verschiedenen Verkleidungen) verlieben. Es ergeben sich die üblichen Verwicklungen und Verwechslungen, die der Film natür- lich noch viel abwechslungsreicher ausbauen kann als das Bühnen- stück. Hart daneben aber stehen allerlei hübsche impressionistische Einfälle, mit denen der Regisseur Erich Schönfelder das Uebcrkommene aufzufrischen verfucht. So entsteht denn als Ganzes eine seltsame Mischung von Allem und Neuem, von Bühnen- und Filmtechnik. Der deutsch« Film sollte endlich eigene Weg« gehen und die alten Repertoirestücke beifcitelassen. Auch sollte er uns mit diesen charmanten Retchsgrasen verschone», deren Lebensausgabe darin besteht, die Töchter des Landes zu beglücken.(In Wirklichkeit fah die Sache weniger operettenhast ans.) Trotzdem werden die Backfische natürlich für Harry Liedtke schwärmen, den, alle Uni- formen und Verkleidungen so hübsch stehen und der immer so ein nettes Lächeln aufbringt. Nicht minder wird Tenia Desni die Herzen entzücken, weil sie«in gar so schmuckes Mädel Ist(von der hübschen Vadeszene ganz zu schweigen) und treu zu ihren, Sol- baten hält, der sich zuguterletzt als Relchsgrof �zu erkennen gibt und ihre Liebe belohnt. Ein Kabinettstück eigenper Prägung steuert Siegfried Arno mit se-nem pensionierten Ballettmeister Mumme bei, der in jedem Zuge jein ganzes gelecktes und gespreiztes Wele» ofsenbart. Die beiden anderen Töchter sind Grit Haid und Hilde M a r o s s. Als heiratswillige Witwe stellt Margarele Kupfer ein prächtiges Gegenstück an Saftiakeit und Natürlichkeit zu den Geziertheiten des Ballettmeisters. Hans Albers ist der richtige Kumpan für die Streich« seiner Fürstlichkeit.— Voraus ging eins belustigende Ueberraschung: bekannte Filmtünstler in unerkenn- baren Masken.___ r. »ver Juxbaron/ (Mozart- Saal.) Der Schwank kann, wie„Die Kleine vom Variete" beweist, ein recht gutes Filnunanusknpt liefern, die Posse, die alles ins Karikaturci'ihaste und Lächerliche zieht, kann es auch. Ein langes Ehepaar will vom Besuch unbehelligt bleiben; der junge Ehemann erfindet einen Baron aus Afrika mit unmöglichem Benehme». Dennoch kommen die Schwiegereltern, weil dieser Baron sür«inen Zehnmillionenniann ausgegeben ist. Sie haben nämlich noch eine Tochter, die an den Mann gebracht werden soll. Jedoch dcr wahre Baron, dcr in den Schwindel eingeweiht wurde, ist abgereist: nun gilt es schnell einen Pseudobaron heranzuschafsen. Blaukelchen, ein „Hofmusitant", muß einspringen. Das ist der Anlaß zu allerlei Situationskomik. Der Film tut. als ob ihm die Erfindung zu danken sei, daß es auf der Welt Menschen verschiedener Erziehung und Manieren gibt, in solcher breiten Behäbigkeit werden diese Gegen- überstcllungcn ausgespielt. Reinhold Srhüiizel bekommt auf diese Art und Weise eine Bombenrolle. Wohl stets wird er duf offener Szene Beifall ernten, wenn die Zuschaueck ihn als„Baron" ohne Schuhe zu dem Lisde:„Wozu hast ou denn die Beine, kleine Maus," einen Tanz aufführen sehen. Desgleichen ist er von un- widerstehlichcr Könnt, wenn er Senfspiritus trinkt. Die zweite äußerst dankbare Rolle hatte Henry Bender, der Schwiegervater. Willi Wolfs stellte seine Regie auf den Augenblickslacherfolg ein; Immer, wenn die Sache beinahe langweilig wurde, fiel ihm glücklich wieder etwas ein. So kommt er zum lauten Erfolg mit einem tat- sächlich nicht bedeutenden Werk. Die Ufa-Wochenschau war wieder ein Beweis fleißiger Samm- lertätigkeit au» aller Welt. e. b. Lei dlisren». Lissen» unä kftsuenldöen Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1925 1 6 0 0 0 Besucher ReLeaemmeWe Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen:;:::: jnrA**3 rw-irv-T-sr---»-ltTCTi Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 7; Cavaller. ruttl cana— Bajazzo Schauspielhaus TVjUhr: Napoleon 8 Uhr: Andacht zum Kreuz Schiller' Theater 8 Uhr; Per Gyn! StäUs Cpti Charlottenburg 8 Uhr: DonPasqnale Abonn,-Turnus III. Thalia-Thenier 8 Uhr: Cur amtige SeÄr Norden 10334—37 8 Uhr Bonaparte von Fritz von Unruh Ilatie Gustav Härtung Montag, den 7. März Neidtiardtv.GneisenaD Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Die Gefangene von Bourdet Regie: Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414, 7516 8V4 Uhr; Die Perle von Tristan Bernard Itoie: Fonhr laniugi Heule Nachtvorstellung- 11 Uhr: Baidi ein Hlnd Tlieat. a.Kollendift�l. Kurfürst 2091 8 Uhr: Iftax Adalbert in"„Müllers Hetronoi- Thea«, Täglich 8 Uhr: MmMmin TrlanoR-Thealer 4 und SV« Uhr: WWWÜLi ciDtrilt Jotendlidm ttrbolti 10.50 Uhr: v. u. m. Eugen Rex z, Täglich 8 Uhr; Dputlit loo Nailin Rnopf, Szoo. o. onnik. Uiltog: R. Winltrttni. RlfenBOon, Hlein, Haicisdi. Sdiwan, Willen. Kühne Nollendorf 7360 8 Uhr: und die übrigen Sensationen! Sonnebenüs n. Snantngi 2 Vorstellungen a50 und 8 Uhr, 3« zu ermäßigt. Preisend. ganze Programm Volks buh ne Iii. an Sdiiffbauerdamm 8 Uhr; Das Gralunal des DiMannten Soldaten Theater am Bölowplatz 3 Uhr; VOIpODe 8 Uhr Traamspiel Morgen 8 Uhr: Traamspiel 3 Uhr Der fieizlRe {IComische Oper[ Allabendlich SV« Uhr: fünden der"Welt Die weftstädtische | James• Klein- Revuel 1 Sonntag nachm. 1 Kind frei E bei halben Preisen. | Theaterkasse ab 10 Uhr ununlcrbrcdten g littLOgi-Str. Zum 25. Mal m 8% Die 874 I seas. Krim.- Affäre Tkmßößd ocßjLoi%& enfral- Theater Heute das große Winzerfest; Ein Erik Chareil bringt im! 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Lutherstraße 22/24, Portal IV. |P�i|„URANIA" 2 Nor noch kurze Zelt Nur noch Sonntags-Nacnmittags- Vorstetlung. Nachmitt. 3 Uhr: Dia ganzo Vorstellung zu halben Prs Schluß der Spielzeit Z2. Mar«:| MF- Jetzt"VE tWINTERG ARTEN) im narz-Spielpian: Ferner: | Prof. Wiesentbai/ Klara Karry| in ihren Vorträgen. «4% fnfernnifonäfe««t IU KBKBätraiie ß" ÜüJd®: EnafifL Prefsef TaubenstraBe 48/49 iiiiiniiiiuiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiNiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiim Am 28. Febr., 2.5.6.7.89.11. März abends 7 Uhr am 8. und 13. März außerdem abends 9 Uhr Fiimvortrag Dr. Justus SdunideL Berlin Das unerschlossene Canada mit seinen unermeßlichen Bodenschätzen und landwirtschaftlichen Möglichkeiten Näheres siehe auch Plakate CASINO-THEATER S Uhr: DesenlMslidfio tot Spielzeit Familie Habenichts I | AllSSäinetden! Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1 Mk� Sessel 1.50 Mk, Reichshallen-Theater Abends 8 Unr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Das woadervotle Wn-Pfogramin! 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Gesch wfndi'öke/t / M s P o R. r Wewerdeich Slmstar? Sonntag, d. 6. März 1927 nathm. i'i. Diu* Arbeiter, Angestellte, Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co** Karlshorst, Deutsches Haus Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthaus Breitestraße 34 Jeden Mittwoch Gewerkschaftshaus,BerlinS Engelufer 25 Jeden Freitag Cöpenick, Stadttheater Friedrichstr.6 Jeden Freitag u. Sonntag Tegel, Vereinshaus(Hamuseck) Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Notstands»Variet£•Kommission der Intern. Artlsten-Lojre E. V- Berliner Ulk-HrlO Neukölln. Lahnstr.TäTBt-- |RestaurantRitterhof| RitterslraSe 84 Ecke lleiaGiiiiienstr. Auto- Haltestelle: Inhaber: Gebrüder Lomnitzer. Vorzügliches Speisehaus— Bestgepflegte Biere und Liköre— Abends: stimmungs- volle Musik. Am Piano: Herr Opern- PEM Sänger„Lenzctti". WBMMDF Der Blas Qenneting beabsichtigt bie Errichtung einer Seifenfabrik in Berlin auf dem(Btunbftüde(Snetjenauilc 79. Etwaiae Einwendungen gegen bieie Anlage sind bei dem untetzeichnelen Siasi- ausichuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Veröffentlichung ab gerechnet, schriftlich in boppeiier Ansferligung oder .ni Pro:«fall anzudringen. Nach Ablauf dieser Frist fünuen Einwendungen nicht mehr erhoben werden. Beschretdung und Zeichnungen der geplanten Anlage liegen in unserem Bureau, Berlin C 2, Waisen. straffe 27, 1 Tr., Simmer 59, an den ffie« schästsiagen in der Seit von 9—2 Uhr wahrend der oben bezeichneten Frist zur Einsicht ans. Für mündlichen Erörterung der recht- zeitig ethobenen Einwendungen wird vor unserem siommissar, Kern: Stadtoder- infveftor Eenst. auf Miilwoch. 23. Mär, 1927, vormiltags 9 Uhr. in unserem Bureau ein Termin anderanmi. zu dem der Unternehmer sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausblechen mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wirb. Berlin, den 3 Aa, 1927. vor»kabkanaschnh Boetln. Hbf. I Bettfedern tut» erster Hand. Pfb grau 80 Pf., geschi. 90 Pf. Rupf -- 175, Halddaune 2.75, 4. meiff. Flaumrupf 4, beste 5, Daune 7, weiff 8—10, Schieiffdaune 3.50-5, Oberbell fa dicht. Inlett 8 Psd 12. 18. Kissen 3 Pid. 3 50. 5.50 au w. gegen Nachn. Mufter-Vreisi. irei. fein Rtfffo. Nichtpaffend ztirlid. I!»hm. Bebfedernspezialtiaus Sacbscl& Stadler, Berlin E 12, Landsberger str 43. HgJtenische D»»pfreinignng gratis W\% konmiB icli zu sinsr Wolinuno? tauschlose Wohnungen möblierte Wohnungen teilmöblierte Wohnungen T ausch Wohnungen Ferntauschwofcnungen Geschäffsraumc Bureauräumc Fabrikräume Laden und sonstige Räume durch Vermietungs-Rundschau!! W cstvcrlag H., Potsdamer Str.48 Kurfürst 431, 3351, Nollendorf 8278 Vertreterbesuch kostenlos m