Nr. 114 ♦ 44. �ah??. Ausgabe A Nr. 5$ Bezugspreis. Wöchentlich 70 Ptennie, monatlich 8,- Reichsmart voraus»alilbar. Unter Krenuband kllr Deulichian», Dcuitia. Saar- und Remeloebier. Veüureich Litauen. Luiemdur« 4,50 Rcichsmait, für da» übrig« Rusiand 5.50 Reichsmart vro Monat. Der»Vorwärts� mit der illustrier» ten Sonntagsbeilage»Lolk und Zeit� lowie den Beilagen.Unlerballung uno Willen�»Aus der l�ilmwelr'. »Frauenstimme-.Der stinder- freund-.Luqenb-Borwäns- und »Bliek in die Bücherwelt- erscheint wochentäglich gweimal. Sonntags und Montag, einmal. Telegromm-Bdreffe: «Sozialdemotrot verlin» Morgenansgave ZZerlinev VolKsvlakt (10 Pfennis) Anzeigenpreise: Sie« t n< v a I t t a» Ronvareille. »eil« SO Pfennig ReName, eile 5.- Reichsmark,.stleine itnrctgen- das tettaedruekte Wort 25 Pfennig fguliifsta»wei kettaedrucktr Wort«) tede» weiter« Wort 12 Pfennig. Etellenaefuch» das erst« Wort lü Pfennig>edes weitere Wort 10 Piennia. Worte über 15 Buch» staben»äblcn für ,wei Worte. Arbcitsmarkt steile SO Pfennig. Familienan, eigen für Abonnenten steile 40 Pfennig. Slnjetgen fstr die nächste Nummer müssen bis V* Mir nachmittags im Kauvtaefchäft. Berlin SW SS. Linden. strasteZ. abgegeben werden. Eröffnet von Slb Ubr frllb bis 5 llbr nachm. Zentraler gan der Sozialdemokrat i feben partei Deutfcblands RedoEtion und Verlag: S erlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Vonvä'rts-Verlag G.m.b.H., Serlin SW. 68, Lindenstr.3 Postlchertlonto: Berlin 3' 53«- Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten »nd Beamten Wallte. 85: Distonto-Eeielllchaft Denofitenkast» iindenltr. 8. Die Vergewaltigung üer?ugenö. Das Luftbarkeitsgesetz— ein neuer Vorstoh der Reaktion. Das„Gesetz zum Schutze der Jugend bei Lust» b a r k e i t e n", das dem Reichstag jetzt vorliegt und demnächst verabschiedet werden soll, beruft sich auf jenen Artikel(122) der Verfosiung, der den besonderen Schutz der Jugend vor körperlicher, sittlicher und geistiger Verwahrlosung verheißt. In Wirtlichkeit richtet sich dieses Gesetz gegen die Grundlagen der Ver- f a s s u n g, es faßt den Jugendschutz am falschen Ende an und benutzt ihn als Dorwand für gefährlichste Kulturreaktion. Ursprünglich bestimmt, die Jugendlichen bis zu 18 Jahren vor den Gcfabren der sogenannten Rummelplätze zu bewahren, hat es unter dem Zugriff des Reichsrats und der Ausschußberatungcn des Reichs» tages eine Gestalt angenommen, die die Freiheit der Kunst und des Vortrages, die Tätigkeit der Jugendverbände und Bildungsorganis ationen, das Selbstbestimmungsrecht der Familie und der Erzieher heimtückisch bedroht und zahl- reiche Existenzen dem wirtschaftlichen Untergang aussetzt. Da- Gesetz bestimmt, daß öffentliche und nichtöffentliche Lust- borkeiten, Schaustellungen und Darbietungen aller Art für Jugend- liche unter 18 Jahren verboten werden müssen, wenn eine Schädigung ihrer sittlichen, geistigen oder gesundheitlichen Eni- Wicklung zu befürchten sei. Soviel Worte— soviel Fußangeln! Die Gesetzesmacher denken nicht daran, den chauptquell vieler Uebel, denen die Jugend ausgesetzt ist, die elenden Wohnungs» und Erwerbs- Verhältnisse, die Ausbeutung der Lehrlinge und jugendlichen Ange» stellten zu beseitigen. Rein, sie richten Polizeiverbote gegen Darbietungen aller Art. gegen Vorstellungen der Theater und Lichtfpielbühnen, gegen Kunstausstellungen, wissenschaftliche und künstlerisch« Vorträge vor Jugendlichen, gegen Sport- und Leibes- Übungen, kurz gegen jede Veranstaltung junger Menschen, gegen alles, was sich unter Darbietung überhaupt vorstellen läßt. Nicht nur öffentliche, auch nichtöffentliche Veranstaltungen, jede Vereins- Vorstellung, jedes Schauturnen, jedes Prrisschwimmen, ja, jede Familienfeier kann von dem Verbot betroffen, kann Jugendlichen verschlossen werden. Nach dem Gesetz darf die oberste Landesbchörde— nicht das Reich, sondern jeder Einzelstaat— wen immer sie will, mit der Durchführung dieser Ueberwachungen, Kontrollen und Verbote be- trauen, es kann der Polizei, dem Pfarrer, dem Gutsoorsteher die diktatorische, durch kein wirksames Berufungsverfahren gemilderte Macht oerleihen, jedes Theaterstück, jeden Turnreigen, jeden Ehorgesang den Jugendlichen zu verbieten. Sowohl der Besuch wie die Mitwirkung an der Veranstaltung kann Jugendlichen unter- sagt werden. Die Lehrer, die Eltern, die Jugendverbände werden der Willkür und dem Unverstand zeitfremder und freudloser Engstirnigkeit ausgeliefert. Die Literatur, die Wissenschaft, die Kunst, der Sport, jeder Theaterdirektor, aber auch jeder Sprechchor, jede Reigengruppe kann unversehens von einem Jugendverbot betroffen werden. Die angedrohten Strafen sind schwer: Ein Erziehungs- berechtigter, der duldet, daß ein Jugendlicher ein« verbotene Ver- anstaltung besucht oder an ihr teilnimmt, wird mit Geldstrafe bis zu 1Sl> Mark oder auch mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Der Jugendliche wird mit der gleichen Geldstraf« und mit Haft bedroht. Dies Gesetz bedeutet nicht einen Schutz, sondern eine Derge- w a l t i g u n g der Jugend. Es soll zur Waffe der Reaktion im politischen Kampf werden, bestimmt, nach altem Polizei- mustcr„vergiftende" Einflüsse von der Jugend fernzuhalten. Es verletzt die Grundrechte der Staatsbürger, wie sie in der Verfastung festgelegt sind. Es bedeutet die versteckte Wiedereinführung der gleichfalls in der Verfassung ausgehobenen Zensur. Dies Gesetz vernichtet die Freiheit der Vereine und Verbände und greift mit roher Faust in das innere Leben der Familie ein. Es züchtet Spitzelei und Angebertum, gibt den Muckern und Finsterlingen freie Hand, gefährdet den Ruf des deutschen Volkes und macht Kultur und Demokratie zu einem Gespött. Gegen dies Gesetz zu kämpfen und es zu Fall zu bringen, ist die Ehrenpflicht jedes aufrechten Menschen, ist die Ehrenpflicht jedes S o z i a l i st e n. Alle mit der Arbeiterkultur- bewegung verbundenen Organisationen werden aufgefordert, in einen energischen Komps gegen dieses Gesetz einzutreten. Der Sozialistische Kulturbund. Kein öeutfthes Räumungsvertangen. Für die Rechtsregierung aussichtslos. V.5cK Genf.«. Mär,.(Eigener Drahtbericht.) Nunmehr wird ausdrücklich bestäligt, baß Deutschland aus dieser Tagung keinerlei offizielle Schritte im Sinne der früheren Räumung des Rheinlandes unternehmen wird. Es ist bemerkenswert, wie leicht die deuljchnationale Presse sich mit dieser Zurückhaltung der deutschen Delegation abgefunden bat. Man stelle sich vor, wie die gesamte Rechtspresse wben würde, wenn Etresemann als Außenminister einer Rcichsregierung, der die Deutschnationalen nicht angehören, nach Berlin zurückkehrte, ohne auch nur den Versuch unternommen zu haben, das Problem der Räumung offiziell aufzurollen. Lhamberla?» beteuert Englands Lriedensliebe. V. Lob. Genf, 8. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Gerüchts über die Einkoeisungepläne Englands gegen Rußland wollen nicht verstummen und haben in der Ratifizierung des Besiarabien- abkommens durch Italien neue Nahrung gefunden. Deshalb sah sich E h a m b e r l a i n heute gezwungen, einen Empfang der inter- nationalen Presse zu veranstalten, um dort hoch und heiUg zu schwören» daß England nicht im geringsten daran denke, in Genf Intrigen gegen Rußland zu spinnen. Es sei das friedlichste Reich der Welt, und zwar in der Zukunft ebenso wie in der Vergangen- hsit bestrebt, überall nur die Friedenssaat auszustreuen uno Kon- slikte zwischen den anderen Nationen zu schlichten. Dei diesen Be- leuenmgen dachte sich lebcr sein Teil, zumal Ehambcrlain es für nötig und geschickt gehalten hatte, diese Friedenspolitik als ein be- sandcres traditionelles Merkmal der konservativen Partei hinzustellen. Die oroleslrn Rebertreibungen der kommunistischen und ganz besonders der INoLkauc: P-csse crlclchlorn o- Eh-mberlw.n. die Lauterleit seiner Absichten zu betonen und glaubhaft zu machen. Was insbesondere in den Moskauer„Jswestija' Und in der Berliner „Roten Fahne" auf diesem Gebiet über bevorstehende oder gar schon abgeschlossene deutsch-polnisch-englische Verträge behauptet wird, er- schwort nur die Ausgabe derer, die ein gesunde? Mißtrauen gegen- über etwaigen englischen Wünschen empfehlen. Die„Jswistijo" sollen allen Ernstes über ein Abkommen berichten, durch das Danzig, der Korridor und Oberschlesien Deutschland zurückerstattet werden. wenn sich die deutsche und die polnische Ann« zur Verfügung Eng- lands stellen! Es lohnt natürlich nicht, gegen solch« Phantasien ernsthast zu polemisieren. Von deutscher Seite wird jedenfalls erklärt— und zwar un- mittelbar nach der zweiten Unterredung zwischen Strescmonn und Chamberlain am heülige» Nachmittag—, daß keinerlei derartiger Versuch von England unternommen worden ist, deutsche West- oder Ostfragen in Zusammenhang mit dem englisch-russijcheit' Streit zu bringen: Chamberlain habe wohl in der zweistündigen Unter- redung'mit Stresemann am Sonntag den englischen Standpunkt in der chinesischen und russischen Frage dargelegt, aber nicht die geringste Anspielung auf irgendwelche Wünsche in beziig auf Deutschland getan. Auf dem Presseeinpfang geriet Chamberlain in sichtliche Ver- legenheit, als man ihn nach der Vorgeschichte der Ratifizierung des Vessarebien-Abkommens durch Italien fragte. Cr gab zunächst die etwas plump ausweichende Antwort, daß England dieses Abkommen ja längst ratifiziert habe. Die Frage, ob er denn darüber nicht mit Mussolini gesprochen hätte, verneinte er zunächst, um sich gleich darauf z» verbessern: Ja, es falle ihm jetzt ein, daß er sich in Livorno vor mehr als einem Jahr mit Mussolini d.n ruber unterhalten habe. Mussolini habe ihm gesagt, es sei eigentlich einer großen Nation nicht würdig, einen unterschriebenen Vertrag nicht zu ratifizieren. Chamberlain äußerte sich auch über den• rumänisch ungarischen Konflikt, der die ganze Montagnachmittar.sitzimg in Anspruch genommen yat. Das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, aber Tatsach« ist, daß man auch in der deutschen Delegation dazu neigt, diesem Problem eine ausgesprochen prinzipielle Bedeutung beizumessen. Es dreht sich letzten Endes darum, ob es einem Staat gestattet fein kann, ein internationales Schiedsgericht aus politischen Gründen durch Zurückziehung seiner Beisitzer zu sprengen. Die Juristen aller Länder scheinen auf dem Standpunkt zu stehen, daß hier eine Kiä. rung unbedingt erfolgen müsse, denn da» Schicksal der gesamten internationalen Schiedsgerichtsbarkeit stehe hier auf dem Spiel. Katastrophenpolitik in danzig. Der Bürgerblock saniert... L.Li. Danzig, 7. März. Die Ratstagung des Völkerbundes beschäftigt sich wieder einmal mit Danzig-polnischenStreitfragen. Die Freie Stadt Danzig befindet sich bekanntlich seit Jahresfrist in einer argen Finanzkalamität. Man rechnet mit einer jährlichen Unterbilanz im Staatshaushalt von 10 Millionen Gulden. Um die Staatsfinanzen sanieren zu können, hatte sich deshalb Danzig im vorigen Sommer an den Völkerbunds- rat gewandt, um durch dessen Vermittlung eine Staatsanleihe zu erhalten. Das Finanzkomitee des Volkerbundes stellte je- doch eine Reihe von Vorbedingungen auf, die Danzig erfüllen mußte, bevor die Anleihe vermittelt wurde. Die Deutsch- nationalen und die hinter ihnen stehenden Unternehmerkreise Danzigs beabsichtigten die Sanierung im Staat in erster Linie auf Kosten der erwerbstätigen Bevölkerung durchzuführen. Ihr Kampfesruf richtete sich gegen die E r w e r b s l o s e n f ü r s o r g e, bei der ein radikaler Abbau gefordert wurde. Dieser Abbau wurde im vorigen Jahr je- doch von der Sozialdemokratie, die mit Zentrum und Libe- ralen die Regierung der Freien Stadt bildete, verhindert. Die Deutschnationalen fanden aber willige Bundesgenossen in den Kommunisten und stürzten mit diesen zusammen die sozial- demokratische Koalitionsregierung. Die Freie Stadt Danzig bekam fetzt eine Bürger- bl o ck r e g i e r u n g, die sich aus Deutschnationalen, Zentrum und Liberalen zusammensetzte. Ihre wichtigste Sanierungs- Maßnahme sah diese Regierung in dem Abbau der Er- werbslosenfürsorge. Die Unterstützungssätze wur- den bedeutend ermäßigt; die Bezugsdauer, die bisher unbe- schränkt war, wurde auf ein Jahr festgesetzt. Die Sozia!-- dcmokratie hat als Oppositionspartei bis in die letzten Tage hinein im Danziger Parlament die Verabschiedung dieses Gc- fetzes verhindert, und es ist darüber noch in der vorigen Woche zu großen Tumultszenen im Volkstag gekommen, da die Bürgerblockmehrheit durch Schlußanträae jede sozial- demokratische Kritik am Gesetzentwurf unmöglich machen wollte. Während der Rechtssenat bei den Erwerbslosen nicht genug sparen kann, kennt er auf anderen Gebieten diese Sanierungsnotwendigkeit nicht. Danzig leidet an einem von den Deutschnationalen aufgezogenen übergroßen Beamtenapparat, der zu einem Teil noch höher be- soldet wurde, als es im Deutschen Reich der Fall ist. Die Sozialdemokratie plante während ihrer Regierungszeit durch eine großzügige Verwaltungsreform einen Abbau dieser deutschnationalen Versorgungsanstalt im Staat und weiter eine gesetzliche Verringerung der Beamtengehälter. Durch die kommunistisch-deutschnationale Ein- h e i t s f r o n t wurde diese sozialdemochratische Sanierungs- Politik hintertrieben. Der jetzige deutschnationale Senat will von einer gesetzlichen Kürzung der Beamtengehälter nichts wissen. Man legte den Beamten nur ein freiwilliges Not- opfer auf, um das sich jedoch die höheren Beamten dadurch zu drücken verstanden, daß sie durch den deutschnationalen Senat in höhere Gehaltsklassen gruppiert wurden. Während die Sozialdemokratie besonders bei dem übergroß aufgezogenen Polizeietat zu sparen versuchte, ist durch die jetzige Re- gierung der Polizeietat wieder bedeutend vergrößert worden. Die bereits vom Volkstag im vorigen Jahr beschlossenen Ab- striche beim Polizeietat hat der jetzige Senat nicht durch- geführt. Ein völliges Fiasko hat der Bürgerblocksenat bei seinen VerhandlungenmitPolen erlitten. Um dem Staat eine größere Einnahmequelle zu verschaffen, soll in Danzig ein Tabak Monopol eingeführt werden. Der Bürger- blocksenat beabsichtigte seinerzeit dieses Monopol durch eine deutsche Bankgrupve zu finanzieren. In seiner Dezember- tagung entschied jedoch der Völkerbundsrat, daß diese Finan- zierung internationalen Charakter haben müsse. Daraufhin bemühte sich auch Polen, an dieser Aktion beteiligt zu werden. Das lehnte jedoch der Bürgcrblockjenat unter dein Einfluß der Deutschnationalen ab, die in Polen den„Erb- feind an der Weichsel" sehen. Erst in den letzten Tagen vor der Ratssitzung änderte die Danziger Regierung ihre Haltung; jedoch kam eine Einigung nicht mehr zustande. Nunmehr wird in Genf an einem Kompromiß gearbeitet, nach welchem Polen eine höhere Beteiligungsquote als die bisher von Danzig zugestandenen 7� Proz. zuerkannt werden fall. Eine weitere Differenz zwischen Danzig und Polen ergab sich über die Z o l l o c rw a l t u n g. Danzig ist bekanntlich dem polnischen Zollverband angegliedert und erhält dafür eine bestimmte Quote aus den Zolleinnahmcn. Im letzten Jahr hat jedoch Polen die Einfuhr stark eingeschnürt, um seine Währung zu stabilisieren. Dadurch sind die Zolleinnahmen Danzigs bedeutend zurückgegangen, was auch eine Ursache für die Finanzkrisc in Danzig bildete. Der früheren Regierung, an der die Sozialdemokratie beteiligt war, war es durch rzr» sönliche Verhandlungen gelungen, mit Polen ein neues Zoll» abkommen abzuschließen, das für Danzig eine weit höhere Zolleinnahme sicherte als bisher. Dieses Zollabkommen hat der jetzige deutschnationale Senat nicht ratifiziert, so daß in Genf auch über Einzelheiten dieses Abkommens beraten werden muß. Ob Danzig auf dieser Ratstagung die erwünschte Völkerbunhsanleihe erhält, lägt sich zur Stunde noch nicht sagen. Jedenfalls ist durch die deutschnationale Außen- Politik in Danzig die Anleihe lange verzögert worden und eine unnötige Verschärfung im Verhältnis Danzigs zu Polen ein- getreten. Die Deutschnationalen hatten auch dieses Fiasko ihrer Politik vorausgesehen und suchten deshalb rechtzeitig nach einem Sündenbock, dem sie alle Schuld aufladen konnten. Vor einigen Wochen inszenierten sie eine ganz schmutzige Kampagne gegen den Kommissar des Völker- b u n d e s van Hamel, über den in der bürgerlichen Presse Deutschlands groß aufgemachteTsndenzmeldungen wegen einer angeblichen Ehebruchsaffäre verbreitet wurden. Die deutsch- nationalen Senatoren in Danzig beschlossen sogar den gesell- schaftlichen Boykott gegen den Völkerbundskommissar, der sich bisher bemüht hatte, einen Ausgleich in den Danzig-polnischen Streitfragen herbeizuführen. Natürlich wird durch solche deutschnationalen Kampfmethoden die Freie Stadt Danzig bei ihrem S6)utzherrn, dein Völkerbund, nicht gerade beliebter. Die deutschnationale K r a f t m e i e r p o l i t i k des Dan- ziger Rcchtasenats hat andererseits auch Polen arg verschnupft, und die Fatge ist die, daß es neue Forderungen in bezug auf den Danzig�r Hafen erhebt. Hier sollen die polnischen Ar- beiter in Zukunft ebenso beschäftigt werden wie die einheimi- schon Danziger Arbeiter. Natürlich wird dadurch die Ar- b c i t s l o s i g k e i t der Danziger Arbeiterschaft i m m e r größer. So bedauerlich dieses Vorgehen Polens ist, so sehr itt es durch die deutschnationale Außenpolitik des Danziger Senats erst ermöglicht worden. Die Hafenarbeiter und die erwerbslosen Danziger haben es jedenfalls bitter zu spüren bekommen, wohin die d e u t s ch n a t i o n a l- t o m m u- n i st i s ch e Katastrophenpolitik führt. vechanölungsübschluß in Genf. Gens, 8. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Danziger Anleihe-' frage ist am Dienstag endlich in zwei Vollsitzungen des Finanz- komitees zum Abschluß gebracht worden. Danach ist für die Be- grenzung der Kompetenz der polnischen Zollinspektoren in Danzig eine Formel gesunden, die das Eutscheidungsrecht ungeschmälert dem Danziger Senat zuspricht. Für das Finanzkapital des T a b a t m o n o p o l s ist folgende Verteilung vorgesehen: 4l Proz. Danzig, 29 Proz. Polen und sc l2 Proz. Deutschland, Holland und England. Die vom Völkerbund z» empfehlende Anleihe von 40 Millionen(Bulben Essektivbetrag dürste nominell sich auf 45 Millionen belause». Unabhängig davon darf der Hafenausschuß noch eine Anleih? von 20 Millionen Gulden aufnehmen, aus der 7 Mil- lionen der Stadt Danzig für kurzfristige Anleihen zurückzuzahlen sind. Die Zahlungen, die Danzig an die Reparation s- k o m m i s s i o n zu leisten hat. sind aus 9 Millionen und an die Botsä-afterkonferenz für die B e s a tz u n g s k o ste n auf(5 Millionen festgesetzt worden. Die Danziger Delegation hat der Formel zugestimmt. Die Zu- stimmung Polens liegt noch nicht vor. Für den Fall, daß die Vor- tage vom Vötkerdundsrat genehmigt wird, gedenkt die Danziger Delegation das Anleihegesetz am 15. März dem Senat vorzulegen. Wieder ein Landesverratsverfahren. G-gen ein Berliner Montagsblatt. Die neueste Seuche svll wieder ein Opfer haben: gegen hen verantwortlichen Redakteur des Berliner„Montag Morgen", Dr. R u p p s l, ist eine Voruntcrsuäzung wegen Landesverrats eingeleitet worden. In seinem Blatte war Ende Dezember eine Abhandlung über den auch von uns mehrfach erörterten Fall D i e tz erschienen. Der frühere Studienassessor Dr. Dietz in Elber- Der Zoll Schweitzer. Von Gustav Mayer. Im Anschluß an einen kleinen Aussatz, den ich kürzlich im Archiv für Sozialwissenschait veröffentlichte, hat der„Vorwärts" vor einigen Togen die politische Integrität des Nachfolgers Lassalles in der Leitung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins auf eine Weife beurteilt, mit der ich mich nicht einverstanden erklären kann. Der Leser erinnert sich, daß in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie kaum eine Frage so umstritten ist wie die, ob August Bebel oder Franz Mehring mit ihrer Auffassung und Beurteilung des Mannes Recht hätten, der den von Lassalle begründeten Arbeiter- verein wirklich zu einer Partei ausbaute und als der erste offen sich so nennende sozialdemokratische Zlbgeordnete einem europäischen Parlament angehört hat. Wie oft hat Bebel im Gespräch und in langen Briefen mich davon zu überzeugen gesucht, daß Schweitzer nichts als ein„bezahltes Werkzeug Bismarcks" gewesen sei, und wie deullich hat andererseits Mehring, als mein Buch„I. B.v. Schweitzer und die deutsche Sozialdemokratie" erschien, mir seine Befriedigung ausgedrückt, weil ich diese im heißen Kampf entstandene, aber durch keine Beweisstücke gestützte Annahme Bebels nicht zu teilen vermochte. Nun hatte ich jedoch in keinem Augenblick, wie jeder, der mein Buch kennt, mir bezeugen wird, bei der Beurteilung des Menschen Schweitzer die Slnsicht Mehrings geteilt, der, wie alle Historiker, die eine verleumdete oder bis dahin zu ungünstig bewertete Persön- lichkeit„retten" sollten, die Schlacken, die dem Charakter jener an- haften,, entweder übersahen oder gar fortretuschierten, selten aber auf die Frage antworteten, wie es denn eigentlich gekommen sein mag, daß so kompakte Beschuldigungen gegen den betreffenden Po- litiker erhoben werden und Glaubon finden konnten. In bezug auf Bebel und Auer oder Johann Jacoby und Waldeck hätte sich eine derartige Legsnde doch sicherlich niemals bilden können! Ich selbst habe deshalb in meinem Buch über Schweitzer, das ja eigentlich ein« Geschichte der gesamten Sozialdemokratie von Lassalles Tod« bis zum Einigungskongreß in Gotha darstellt, von vornherein den Fall Schweitzer mcht bloß politisch, sondern auch biographisch- psychologisch angepackt. Dabei gelangte ich zu dem Ergebnis, daß dieser Sohn einer ursprünglich italienischen Adelsfaniilic, die verarmt war. dieser früh deklassierte Aristokrat, dieser gänzlich an Macchiovellis Schriften sich schulende Politiker von»ngewöhnlicher Blickwette nicht aus Liebe zu den qrbeitenden Klassen, sondern aus Ressentiment gegen die Besitzenden, außerdem aber auch— und das ist wichtig— in Erkenntnis der politisch noch völlig brachliegenden Kraft, die im deutschen Proletariat steckt«, den Weg zur Sozialdemo- kratie gesunden Hai. Ich hat!« ihn geschildert nicht als Kondottierc, dem es. sofern er nur gut bezahlt wurde, gleichgültig sein durfte. für welche Partei er seine Begabung einsetzte, seine Kräfte spielen ließ, sondern als geborenen Politiker von einem in Deutschland ganz feld gilt dt der Mann, der zuerst die Aufmerksamkeit auf jene dunklen Verabredungen gelenkt hatte, die zu den Haus- suchungen bei Claß und Konsorten führten. Gegen den All- deutschen Elaß„schwebt" seit fast einem Jahre das Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat, ohne daß der Ober- rcichsanwalt zu einer Entscheidung kommen kann. Dafür leitet er Dutzende von neuen Verfahren ein. Da die Verfolgung der Kommunisten die Zeit nicht ganz aus- füllt, wurde auch Dr. D i etz, der Zeuge gegen die C l a ß i k e r, und der dem Zentrum angehörige Studien- direktor G o l d m a n n wegen Landesverrats in Haft gc- nommen. Dieses Verfahren hat bereits die lebhaftesten Er- örterungen in der Presse hervorgerufen. Der Tatbestand ist so klar,'daß eine Entscheidung längst hätte herbeigeführt wer- den können. Der Staatsanwalt in Elberfeld hatte seinerzeit nach kurzer Untersuchung das Verfahren bereits eingestellt. Es wurde aber wieder aufgenommen. Und nun sitzen die beiden, Dr. Goldmann und Dr. Dietz, seit vielen Monaten in Elberfeld in Haft, weil bei Dietz ein Briefentwurf gefunden wurde, in dem der„Landesverrat" enthalten fein soll. Selbst wenn die Leute später vom Reichsgericht freige- sprachen werden sollten— was trotz allem, was man beim Reichsgericht erlebt, nicht ganz unmöglich erscheint—, haben sie wenigstens ihr Jahr Untersuchungshaft weg. � Inzwischen werden Gutachten über Gutachten eingeholt, selbstverständlich von interessierten Behörden. In diesem Falle vom Reichs- wehrmini st erium, denn in dem inkriminierten Briefe wurde der amerikanischen Regierung der Ankauf einer ballistischen Erfindung(für Geschütze) angeboten, die Gold- mann gemacht hatte und die in Deutschland nach dem Friedensvertrag nicht mehr zu verwerten ist. Aus einem dieser Gutachten, die die M a r i n e a b t e i» l u n g des Reichswshrministeriums erstattet hat, brachte der „Montag Morgen" einen kurzen Auszug, um das Unhaltbare des Vorgehens gegen Dietz zu erweisen. Dafür wird der Verantwortliche jetzt wegen Verstoßes gegen§ 17 des Preß- gesetzes, der die Veröffentlichung von Gerichtsakten während eines schwebenden Verfahrens unter Strafe stellt, und wegen — Landesverrats verfolgt! Landesverrat ist nach der Rechtsprechung die Mitteilung solcher Dinge an eine fremde Regierung, die im Interesse des Landes geheimzuhalten wären. Der Landesoerratsparagraph des Strafgesetzbuchs wird hier zu einer Fessel für jede Z e i t u n g s ä u ß e ru n g! Niemand kann annehmen, daß die Zeitung, die sich des verfolgten Dr. Dietz annahm, ihrer- seits einer fremden Macht Geheimnisse der Landesoerteidi- gung verraten wollte. Das nimmt nur der Verfolgungseifer des Oberreichsanwalts an. Er macht das Recht auf freie Meinungsäußerung, das die Verfassung festlegt, zur Farce. Er scheint seine Aufgabe darin zu sehen, die denkbar größte Rechtsunsicherheit zu schaffen. Wir erwarten, daß er baldigst einen Leitsaden für alle Deutschen herausgibt, in dem d i e wenigen Fälle aufgezählt werden, in denen kein Landesverrat verübt wird. Im umgekehrten Falle würde das Heft wahrscheinlich zu stark werden. 2 Jahre§eftung für literariscben Hochverrat. Ein Urteil gegen einen kommunistischen Buchhändler. Leipzig. 8. März(Eigener Drohtbericht.) In dem Literatur- Prozeß gegen den kommunistischen Buchhändler Herzog aus Jena wurde am Dienstag abend nach dreitägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Herzog wurde wegen Vergehens nach§8 81 und 88 des Reichsstrafgesstzbuchs(hochverräterische Umtriebe) sowie wegen Der- gehene nach§ 7 Abs. S und§ 8 des Rcpublikschutzgcsetzes sowie wegen Vergehens gegen das Pressegesetz zu zwei Iahren Festung und 290 M. Geldstrafe verurteilt. Durch die erlittene Untersuchungshaft gelten zwei Monate als verbüßt. Eine groß? Anzahl Schriften. die hochverräterischen Inhall haben sollen, sowie Watten und Formen sind nach dem Urteil unbrauchbar zu machen. seltenen Typus, der seine Lebensaufgabe darin suchte, die Kräfte, die in der Masse damals noch unenveckt steckten, zu entbinden, darin vielleicht einem Ingenieur vergleichbar, der davon träumt, die Wellen, die an den Strand branden, durch seine Intelligenz der Gütcrproduktion dienstbar zu machen. Daneben betonte ich aber ein zweites, dos ich, weck es dem Zweck dieses Aufsahes dient, hier deutlicher formulieren muß. Auch die moralische Tradition, deren eine Partei, die zur Macht strebt, nicht entraten kann, ist das Produkt geschichtlicher Entwicklung: auch sie ist nicht plötzlich da(in der Regel), sondern bildet sich im Lauf von Jahrzehnten heraus. Lassalbe hatte sich in seinem Privatleben so manches erlaubt, was heute mit Recht Gegenstand lebhaftester Kritik bilden würde, wenn Mitglieder der Reichotagsfraktion oder des Parteivorstandcs ähnliche Allüren annehmen würden. Schweitzer und fein damaliger Freund und Mitarbeiter Hofstetten, auf den die neu belanntgewordenen Dokumente allein unmittelbaren Bezug haben, Entstammten weder dem Proletariat noch selbst dem kleinen oder großen Bürgertum, sondern sie waren Söhne aristokratischer Familien. In deren Lebensführimg galt es damals aber noch als selbstverständliche Voraussetzung, daß es einem niemals an Geld fehlt« und eigenckich auch daß man. um seinen Neigungen nachgehen zu können, keinen„bürgerlichen" Beruf einzuschlag«n brauchte. Fehlte es aber trotzdem an Geld, so nahm man es unbedenklich vom Wucherer oder sonst von jedem, der es vorzuschießen oder her- zugeben bereit war. Von Buchführung wußte nian nichts und hielt eine solche Pedanterie für„kleinlich und unter seinem Stand": allein auf den Zweck konzentrierten sich die Gedanken, danach erst auf die Mittel, deren man benötigte, um diesen Zweck zu erreichen. Als die beiden jungen Adligen, der frühere Frankfurter Advokat und der ehemalige bayerisch« Offizier, im Einvciständnis mit Lassalle, der gleich daraus starb, die Begründung einer sozialdemokratischen Tageszeitung in Berlin ins Aug« faßten, benutzten sie für di« Kaution, die damals auf der Polizei deponiert werden muhte, jenes Geld, das ihnen am einfachsten erreichbar war, nämlich die Mitgift von Hofstettens Frau, einer geborenen Gräfin von Strachwitz. Doch mit Geld rationell zu wirtschaften, hatten sie in den Salons ihrer aristokratischen Eltern nicht so gut gelernt wie z. B. Friedrich Engels im Kontor seiner väterlichen Finna im Wuppertal. Ihre geschält- liche Unkenntnis und ihre Sorglosigkeit tn Geldsachen brachten sie deshalb bald in Schwierigkeiten, und um die Zeitung halten zu können, gaben sie sich sinanziell in die Hände des Drucker-, des Popierliefcranten und wuchenider Geldverleiher. Run aber nahte di- Entscheidung über die künftige nationale Gestaltung Deutschlands. Bismarck betrachtete in jenem Zeitpunkt, wo er sein waghalsigst-» Spiel begann, einen jeden als seinen Bundesgenossen, der nicht wie die Fortschrittler in Schleswig- Holstein einen neuen deutschen Kleinstaat entstehen sehen wollte, der eine Einigung Deutschlands unter preußischer Führung für die durch den Verlaus der Ereignisse allem noch mögliche Lösung der deutschen Nationale Iilmhetze. Gcgcn das Verbot eines antipolnifrlzcn Films. �cr Internationale Filmkongreß, der vor«inizen Monaten in Paris tagte, hat sich einmütig dafür ausgesprochen, daß keine H e tz fj l m e-mehr gespiell werden, di« die friedlichen Beziehungen der Länder beeinträchtigen könnten. Die deutschen Film- interessenten haben von diesem Beschluß kräftig Gebrauch gemacht, indem sie gegen die weitere Aufführung antideutscher Filme in Amerika und anderen Ländern protestierten. Man sollte denken, was für die anderen Länder recht ist, ist für Deutschland billig. Aber seit dem Wechsel in der Reichsregierung wittert die nationalistische deutsche Presse Morgenwind. Sie möchte die Filmzensur in ihrem Sinne beeinflussen und bringt dauernd Hetzartikel gegen die Zu- lassung der großartigen russischen Filme, deren künstlerischen Wert sie selber zugestehen mußte. Da dies« Film« rein russische Dinge behandeln, ist nicht abzusehen, welchen Schaden sie in Deutschland anrichten könnten. Aber sie haben natürlich freiheitliche Tendenz. Einen neuen Anlaß zur Hetze findet dieselbe Presse in dem am Montag erfolgten Verbot eines oberschlesischen Propagandafilmcs .Land unterm Kreuz". Allen voran gebärdet sich der ,L o k a l- A n z e i g e r" als Vorkämpfer deutscher Interessen gegen die Schmach der deutschen Filmzensur und die Beisitzer der Prüf- stelle, deren deutsche Gesinnung in Anführungsstriche gesetzt wird. Dieser Oberschlcsienfilm war von der D e u l i g hergestellt, deren enge Beziehungen zu Hugenbcrg bekannt sind. Die berechtigten Interessen fehlen also nicht. Es ist nicht verwunderlich, daß die .Lreuz-Zeitung", die„Täglich« Rundschau", die„Deutsch« Tages- zeitung" usw. unbesehen der ausgegebenen Parole folgen und dabei ihre gänzliche Unkenntnis der Vorgänge und des Filmgesetzes bloß- stellen! Es wird unbesehen hingenommen, was di« Vertreter der Deulig ausposaunt haben, daß der Film keinerlei Tendenz gegen Polen habe, daß er rein historische Wahrheiten gebe und keineswegs hetzerisch sei. Die Filmprüfftelle war offenbar von dem Gegenteil überzeugt, denn sie hat beschlossen, den Film zu oerbieten, weil der Film geeignet sei, die Beziehungen Deutsch- lands zum Ausland zu schädigen. Da die Amokläufer das Filmgesetz nicht kennen, wissen sie natürlich auch nicht, daß der Beschluß der Filmkammer sich durchaus im Rahmen des Gesetzes bewegt. Sie stellen auch die Verhandlung der Kammer völlig un- richtig dar: der Vorsitzende hat in keiner Weise, wie sie behaupten, den Film für harmlos erklärt: er hat nur von seinem Recht Gebrauch gemacht, gegen den Beschluß der Kammer an die Oberprüfftelle zu appellieren. Dagegen hatten sich die Vertreter des Aus- wärtigen Amtes dahin ausgesprochen, der Film solle nicht aufgeführt werden, so lange di« Genfer Verhandlungen m i t P o l e n nicht abgeschlossen sind. Da die Filmkammer nicht vor- übergehend verbieten kann, hol sie ihn eben dauernd verboten. Denn wenn sie ihn freigegeben hätte, könnte er sofort von der Firma herausgebracht werden. Der Sinn der Hetze ist klar: man möchte die Mitglieder der Filmprüfstelle, die noch den Mut der eigenen Uebcrzeugung haben. infamiercn, um die künftigen Kammern gefügig zu machen für das Verbot aller freiheitlichen Filme und für die Durchlassung nationaler Hetzfckme. Selbstverständlich ist dieselbe Press« dann auch für die Subventionierung des deutschen Films zu haben unter der Voraus- fetzung, daß er die Belange des Herrn Hugenberg und Konsorten vertrete. Die ganze Schamlosigkeit dieser Hetze wird dadurch beleuchtet, daß derselbe„Lekal-Anzeiger" in seiner„Nachtausgabe" vom 8. März olle Register zieht gegen einen antideutschen Hetzfilm, der gegenwärtig in San Francisco laufen soll, und ebenso gegen die Borführung des amerikanischen„dlare-aostruin'-Filmes, der soeben in Paris läuft. Aber für Deutschland nimmt er natürlich das Recht in Anspruch, ebensolche Hetzfilme— der Oberschlesienfilm ist nicht nur schädlich, sondern auch dumm— zur Aufpeitschung nationaler Leiden- schasten loszulassen. Schon hat der offiziös« Pariser„Temps" auf den Oberschlesienfilm hingewiesen: es wäre interessant zu erfahren. woher er seine Details hat, di« ja eigentlich nur den Herstellern be- könnt sein konnten. Frage ansah, der sich damit abfand, daß die österreichischen Deutschen dem entstehenden Reiche vorläufig nicht eingegliedert werden konnten. Zu einer solchen Auffassung halten sich nun ober die Rc- dakteur? dos„Sozialdemokrat" im Gegensatz zu Bebel und Lieb- knecht, obgleich sie als Süddeutsche ihrem Gefühl nach großdeutsch gestimmt blieben, unter den: Zwang der Lag« schweren Herzens durchgekämpit. Und ihr Blatt war um so eher bereit, in dieser brennenden Frage Bismarcks Politik, die ihrer Ansicht entsprach. zu unterstützen, als der preußische Ministerpräsident aus freien Stücken sich anschickte, Lassalles wichtigste politische Forderung, das allgemeine gleiche Wahlrecht, auf seine Fahne zu schreiben. Niemals wieder hat Bismarck so begierig nach Federn und Talenten Umschau gehalten, die der öffentlichen Meinung Deutschlands die Unvermcid- barksit des Weges, den er in der dcntschcn Frage einschlug, ver- stündlich machen sollten. Schweitzer büßte eben wegen Majestät»- beleidigung und andcrer politischer Sünden ein« Gcfängniestrase ab, als Hofstetten, der, um den„Sozialdemokrat" vor dem Untergang zu bewehren, nur noch diesen Weg sah, vermutlich durch Vermittlung Hermann Wagencr-, von Bismarck die Gefälligteit angeboten erhielt oder erbat, daß dieser ihm die sreft Benutzung jener 2500 Taler ermöglichte, die er bei der Pclizcikasse als Kaution festgelegt hatte. Es handelte sich bei dieser Transaktion also keineswegs um eine Bestechung,>0 selbst nicht um cino Unterstützung, sondern zunächst bloß um eine Gefälligkeit. Diese aber sollte verhindern und verhinderte. daß die einzig« sozialdemokiatischc Zeitung, die es danials in Deutschland gab. ihr Erscheinen einstellte. Eine genaue Nachprüfung der Haltung des Blattes vor und nach jenem Abloinmen. die ich vor- nahm, hat nun nirgends auch nur den geringsten AnhaltspMikt dafür ergeben, daß die Politik des„Sozialdemokrat" gegenüber der preußische» Regierung daraufhin auch nur die mindeste Veränderung erfahren hätte. Plag und �>?it> eichen nicht, um unseren Gegenstand an dieser Stelle erschöpfend zu behandeln. Wenn aber der„Vorwärts" wirk- lich meinen sollte, daß der alte Streit zwischen Bebel und Mehring durch meine jüngste Verössemlichung endgültig zugunsten von Bebels Auffassung entschieden wäre, so müßte ich gegen eine solche Aus- wertung der von mir neu mitgeteilten Tatsachen den entschiedensten Widerspruch anmelden. Ein„bezahlter Agent" ist der, der seiner eigenen Ucbcrzeugung entgegen bewußt dein politischen Gegner dient statt der Partei, zu der er sich öffenllich bekennt. Nicht der Schatten eines Beweises liegt vor. daß Schweitzer in diesem Sinne gehandelt hätte. Er hat noch besten Kräften— davon bleibe ich nach wie vor überzeugt—, freilich von stärkstem Ehrgeiz getrieben, der Sache des deutschen Proletariats gedient, und deshalb wird er stets und mit Anerkennung in der vordersten Reihe der Männer zu nennen sein, hie die Sozialdemokratie aus einer Sekte in eine Partei verwandelt und di- die parlamentarische Taktik geschaffen haben, die noch heute im Reichstag von den parlainentarischon Vertretern der arbeitenden Massen befolgt w Die neue Mecklenburger Linksreyierung. Genosse Schröder wiedergewählt. Schmerin,& März.(Eigener Drahtbcricht.) Der Mecklen- burgisck)- Landing trat am Dienstag zur Wahl des Ministerpräsidiums zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragten die Kam- munlsten die Auflösung des Landtags. Der sofortigen Behandlung dieses Antrages wurde von den Dsutfchnationalen widersprochen. Dann folgte die Wahl des Ministerpräsidenten. Der Abgeordnete Schröder(Soz.) erhielt 25 Stimmen, der Abge- ordnete von Brandenstein(Dnat.) 24 Stimmen. Damit ist der ge- stürzte Ministerpräsident wiedergewählt. Er nahm die Wahl unter Händeklatschen im Hause und auf den Tribünen an. Für ihn stimmten Sozialdemokraten, Demokraten und K o m m u n i st e n. Aus Antrag der Sozialdemokraten wurden dann nach einer balbstündigen Pause sofort die Mini st er gewählt. Im ersten Wahlgang erhielt der sozialdemokratische Abgeordnete Asch 24, der völkische Abgeordnete Schade 24 Stimmen, eine Stimme war zer- splittert. Die Stichwahl ergab für Asch 25 und für Schade 24 Stimmen. Staatsminister Asch nahm die Wahl an. Im dritten Wahlgang erhielt der demokratische Abgeordnete Dr. Möller 2.Z Stimmen, der volksparteilichc Dr. Stammer 24 Stimmen, die beiden kommunistischen Stimmen waren zersplittert. Die Stichwahl ergab für beide Kandidaten je 2Z Stimmen, 3 Stimmen waren zersplittert. Nqg) der mecklenburgischen Verfassung ist in einer derartigen Situa- tion eine Entscheidung durch das Los herbeizuführen. Es wurde von dem Alterspräsidenten, dem Wirtschaftsparieiler Dr. 'Wienand, für den bisherigen demokratischen Stnatsminister Dr. Mjp Her gezogen. Damit ist das gesamte Staatsministerium in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Der Landtag wurde daraufhin bis zum 23. März vertagt. In der neuen Sitzung wird über den kommunistischen Antrag auf Zluflösung des Landtags Beschluß gefaßt werden. Gegen Sie Miztenerhöhung. Gin Protest des Reichübundcs Deutscher Aftieter. Auf Grund des Kobinettsbeschlusses über eine Mieterhöhung von 10 Prozent zum 1. April und eine weiter« von 10 Prozent zum 1. Oktober d. I. hat der Gesamtverband des '.lleichsbundes Deutscher Mieter e. V. nach eingehender Beratung beschlossen, an die Reichsregierung, den Reichsrat, die Landesregienmgen und die pevtifchen Parteien sofort mir einem Protest heranzutreten, in dem es u. o. heißt: „Jede 10 Prozent Mietsstcigerung belasten die deutsche Meter- schaff mit jährlich 500 Millionen Mark, den Einzelhaushalt des Inhabers einer Kleinwohnung mit jährlich 20 bis 6 0 Mark. Bei der jetzigen Wirtschaftslage können die Arbeiter und Angestellten eine entsprechende Erhöhung der Löhn« und Ge- hälter nicht durchsetzen, ganz zu schweigen von den Sozial- und Kleinrentnern, den Kriegsbeschädigten und 5) i n t e r- bliebenen, den Angehörigen der freien Beruf«, den izeimarbeitern, Kurzarbeitern und Erwerbslosen, die unter der dauernden Verteuerung der Lebenshaltung besonders empfindlich leiden.— Da die Steigerung des Zinssatzes für die abgewerteten Hypotheken erst am 1. Januar 1928 eintritt, der erste Termin für die Zahlung der erhöhten Zinsen sogar erst aus den 1. April 1923 fällt, so entfällt jede Notwendigkeit, vor dem 1. April 1928 eine Mieterhöhung eintreten zu lassen. Wer die Gesundung rniscres Wirtschaftslebens will, muß jede weitere Minderung der Kaufkraft zu unterbinden suchen; dieser volkswirtschaftliche Ge- sichtspunkt allein rechtfertigt bereits die Ablehnung jeder Miet- erhöhung im jetzigen Zeitpunkt." Der Eesamworstand'des Reichsbundes Deutscher Mieter richtet deshalb an dt« Reichsrcgierung und den Reichsrat die dringende Bitte, den Beschluß auf Mieterhöhung zum 1. April 1927 zu- rückzuziehen bzw ihm die Zustimmung zu o e r s a g e n. Der finnische Reichstag hat mit 113 gegen 35 Stimmen die Re- gicrung aufgefordert, eine Militärreform vorzulegen; die Dienstzeit soll danach ab 1930 wesentlich eingeschränkt werden, ohne daß die Berteidiaungsfähigkeit beeinträchtigt wird. .Das roke Geheimnis". Herr Dr. K. E. F. Schmitz aus Berlin hat im vorigen Jahre eine Reise durch Rußland gemacht und eine Filmausbeute mitgebracht, die jetzt in der Urania gezeigt wurde. Es ist nach seiner Versicherung die erste ausländische Film- erpedition in Rußland gewesen, und es hat Schwierigkeiten und Mühen genug gekostet, sie zustande zu bringen.' Die Furcht vor dem Fremden und der erdrückende bureaukratische Apparat waren die Haupthemmnisse. Eine strenge Zensur und Grenzkontrolle sorgten dafür, daß nur der Sowsctregierung genehme Aufnahmen heraus- gelassen wurden. Immerhin ist Dr. Schmitz, der ohne tr�endwelchen Auftrag die Reise unternahm und nur objektive Reisebilder zu bringen versprach, wenigstens in Rußland hineingekommen.(Ein . Vorwärts"-Mitarbeiter bekam bekanntlich nicht einmal Einreise- erlaubnisl) Was hat nun der neueste Filmerforscher Rußlands in die Ka- mera bekonimen? Straßenbilder aus Moskau, Odessa, aus einer südrusnschen deutschen Kolonie, Landschastsbildcr von der Krim lKüste) und vor allem interessante Ansichten aus Transkaukasien st c n z I o s zu werden und dem Versprechen finanzieller Vorteile für später von seilen des Londbundes zu diesem Verrat verführt hat. Vorstand und ge- schäftssllhreiidcr Ausschuß stellen diese auf tiefster Stufe stehende Handlungsweise eines Mannes, dem in der Organisation eine be° sondere Vertrauensstellung anvertraut war, össenciich an den Pranger und haben darauf mit dem sofortige!! Ausschluß desselben aus der Organifalion geantwortet. Sie stellen aber auch an den Pranger die Handlungsweise und die Gesinnung derjenigen Hintermänner, die sich mit diesen Verrätern eingelassen haben und die es mit Ihrer Ehre glauben vereinbaren zu können, sich an einer solchen Handlungsweise zu beteiligen. Vorsraud und geschästvsührcndsr Ausschuß erklären, daß der Deutsche Bauernbund nicht daran denkt und nicht daran ge- dacht hat, die Linien seiner bislzerigen Politik zu verlassen und sich der Führerschaft des Landbundes unterzuordnen____ Die Antwort, die hier der Deutsche Bauernbund dem Reichs- landbund gegeben hat, gilt nicht nur für die großen vom Reichs- landbund unabhängigen Bauernorganisationen, sondern für die ge- samt« demokratische Oesfentlichkcit Deutschlands. Es ist gut. daß die deutsche Oeffentlichkeit durch diese Kundgebung wach- gerüttelt wird. Sie werden dazu beitragen, den deutschen Bauern zu zeigen, wie der Reichslaudbund mit List. Betrug. Tücke. Korruption und Derrot wissentlich und willentlich an die Sondcrinteressen der Schwerindustrie und des Grohagrakiertums ausliefern will, daß sie auswachen inüsseu, bevor es zu spät ist. Der Landbund i st keine Interessenvertretung der Landwirtschaft, er ist eine Or- ganisation der schärfsten"politischen und sch werkapi- talistischen Reaktion. Um öie /lrbeitsAeit im Ruhrbergbau. Die Bergarbeiter haben Anspruch auf die Tiebenstundenschicht. I>«r Abbruch dei'Arbeitszeitvrrhandlungen im Ztuhrbergbau infolge der Arbeiterforderungen hat in der Berg- arbeiterfchait böses Blut gemacht. Wenn etwa die Hälfte der deutfchen Arbeiter bereits acht Stunden pro Tag arbeitet und wenn man international acht Stunden als normale Arbeitszeit für Leistungen mittlerer Intensität ansieht— warum soll dann der Berg- mann nicht eine wesentlich kürzere Arbeitszeit haben? Dergegen- «ärtigt man sich die wirtfchaftlicheLage des Bergbaues und den Befundheitszustand der Bergarbeiter, dann wird das Streben der Ruhrbergleut« auf Erringung der Siebenstundenschi cht nur allzu begreiflich. Die wirtschaftliche Lag« des Ruhrbergbaues hat Im letzten Halb- jähr 1326 eine wesentliche Besierung erfahren. Die riesigen Halden- beständ« sind fast ganz verschwunden, ihr Rest ist abgerufen. Während die deutsche Steintohlenaussuhr 192S 13, MS Millionen To., die Koksaussuhr 3,775 Millionen To. betrug, stieg 1926 die Steinkohlenausfuhr auf 29,2�4 Millionen To. und die Koks- ausfuhr auf 7,360 Millionen To.: während die Steinkohlen- Produktion de» Ruhrgebietes im Monatsdurchschnitt I m I a h r e 1913 9,517 Millionen To. betrug, stellt« sie sich für 1926 im Durchschnitt des letzten Halbjahres 1 926 auf 16,296 Millionen To. Pro Mann und Schicht der Belegschaft(d. i. die Gesamtbelegschaft ohne Kokereien, Nebenbetriebe und Brikettfabriken) betrug die Förderung im Ruhrgebiet 1913 943 Kilogramm, 1926 1114 und Dezember 1326 1146 Kilogramm. Der Ruhrbergbau hat im letzten Halbjahr 1926 erhebliche Gewinne gemacht. Dies« Gewinne bleiben eine Tatsache, auch wenn man berücksichtigt, daß manches Auslandsgeschäft zu niedrigerem als dem Tagespreis ««macht wurd«. Die Aussichten für den Ruhrbergbau sind nach den Mitteilungen des Syndikats und der verschiedensten Gesellschaften auf längere Zeit hinaus gut. Di« Bewertung der Bergwerksaktien und Kux« an der Börse sind für die Zukunftserwartungen bezeichnend. Die an der Berliner Börse gehandelten Bergwerksaktien wurden Anfang 1926 mit 2,606 Millionen bewertet, am 16. Januar 1927 init 4,766 Millionen Mark. Harpener Bergbau stand Anfang 1926 aus 114 Proz., Ansang 1927 auf 196 Proz.. Deutsch-Luxemburg stieg im gleichen Zeitraum von 99 Proz. aus 162 Proz. Es ist bezeichnend» datz der Ruhrkohlenbergbau sein Geschäftsgebaren wenig' durchsichtig macht. Cr gibt nicht einmal eine einwandfreie Produktionsstätistik. da di« geförderte Kohle nicht gewogen wird. Warum unterrichtet man nicht di« Oeffentlichkeit über di« wirklichen Erlöse, über die Gewinne aus den Nebenprodukten? Warum, darum! Die Kehrseite dieser glänzenden Medaille ist der Raubbau, der mit menschlicher Arbeitskraft getrieben wird. Im Oberbergamtsbezirk Dortmund gab es 1926 73 644 Unfälle, auf 1666 Mann der Belegschaft 217. Im Durchschnitt erlitt also jeder fünfte Bergmann im letzten Jahre einen Unfall. Die Krankheitszisfern sind im Ruhrbergbau ebenfalls er- heblich gestiegen. Im Jahre 1913 zählte man 268 666 Krankheitssäll«, auf 1666 646, im Jahre 1926 296 683. auf 1666 731. Krankheitstage entfielen im Jahr« 1913 auf ein Mitglied 13,9, auf einen Krankheit«- fall 21,7, im Jahr« 1926 auf ein Mitglied 23,8. auf einen Krankheitsfall 39,7. Trostlose Zahlen! Sie sind die Erfolge der erhöhten Arbeits- intensität. Zehntausende von Arbeitsmaschinen üben ihre nerven- zerrüttend« Wirkung auf die Bergleute aus. Betriebstechnische Aende- rungen, revierweise Ausfahrt usw. haben zur Folge gehabt, datz die reine Arbellszeil unter Tage heute länger als vor dem Krieg ist bei 814stündiger Schichtzeit. Auf die Dauer ist die jetzige Arbeits- zeit für die Bergleute unerträglich und sozialpolitisch u n o e r- a n t w o r t l i ch. Wer dem Ruhrgebiet die Ruhe erhalten will, der darf den Kontrast zwischen dem Glanz der Gewinne und dem Ernst der Krankheit?- und Unfastziffern nicht leicht nehnien. Die Wahlen der öerliner Holzarbeiter. Liste l. Amsterdamer Richtung gewählt. Die gestrigen Delegiertenwahlsn zur Generdlversammlrmg der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes gingen unter ziemlich starker Beteiligung vor sich. Rund 12 666 Holzarbeiter gaben in der zweieinhalbstündigen Wahlzeit ihre Stimme ab. Der Wahikampf wurde mit großer Erbitte- r u n g geführt. Dt« ungewöhnliche Dauerkrise in der Berliner Holzindustrie haben die Kommunisten zu ihren Zwecken gründlich ausgenützt. Sie operierten mit den übelsten Mitteln und waren nah« daran, di« Generalversammlung zu.er- Obern*. Aber auch.die Reformisten* waren auf dem Posten. Für die Amsterdamer List« wurden 5775 Stimmen abgegeben, »uf die List« der»O p p o s i t i on* entfielen 5364 Stimmen. Damit ist dt««ine feste Mehrheit der Amsterdamer Richtung gesichert. Die Kommunisten glaubten den Sieg schon in der lasch« zu haben und sind über den Wahlausfall ziemlich enttäuscht. Immerhin haben sie gegen das Vorjahr 566 Stimmen mehr erzielt, während die Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung nur 86 Stimmen mehr zu verzeichnen hat. Unsere Genosien im Holzarbeiterverband werden aus diesem Ergebnis die Nutzanwendung ziehen und alles daransetzen müssen, daß ihre Ortsverwaltung den Kommunisten auch bei den nächsten Wahlen nicht in die Hände fällt. Absetzung von Setriebsräten. Ein Antrag der SPD. Man schreibt uns: Die Reichstagsfraktion der KPD. hat eine Abänderung des Betriebsrätegesetzes beantragt. Hierbei hat sie zum§ 41 folgende Abänderung verlangt: .Der Betriebsrat mutz zurücktreten, wenn dies von der Belegschaft gefordert wird. Ueber den Rücktritt beschließt die Betriebsversammlung. Der Beschlutz fft gültig, wenn an der Versammlung mindesten» die Hälfie der Belegschaft teilnimmt und drei Fünftel der Anwesenden für den Rücktrit: stimmen. Ist der Rücktrstt de« Betriebsrats beschlossen, so ist un- verzüglich die Reuwahl einzuleiten. Der nach§ 2 zu wählende Betriebsobmann mutz zurück- treten, wenn di« Hälft« der Belegschaft dies oerlangt.* Die Auswirkung dieses Antrage», seine Annahme vorausgesetzt. würde beispielsweise folgend« sein: In einem Betrieb von 266 Ar- beitern sind 76 Arbeiter organisiert. Es gelingt Ihnen, einen aus ihren Reihen zusammengesetzten Betriebsrat zu wählen, für den 116 Arbeiter gestimmt haben. Im Betrieb wird ein Werksverein gegründet. Diesem ist es möglich, di« halbe Belegschaft In ein« vor- gesehene Beiegschasisoersmnmlung zu bringen. Jetzt kann mit 76 Stimmen der Selben und Unorganisierten falsa «inem Drittel der Belegschaft) der mit Mehrheit gewählte B e- iriebsrat abgesetzt werden. Dieses Manöver würde mit bombensicherem Erfolg in ungezählten Betrieben»or sich gehen. Das wäre«in probate» Mittel, um die fr«igewertschast- lichen Betriebsräte, die dem Arbeitgeber unbeguem tww- den. zu b e s e t t l e e n. Wenn dieser Antrag Gesetz würde, dann würde d»r Kampf der Urbeitgeber gegen di, srvigewerkschastlichen Betriebsräte wirksam gefördert werden. Da die ReichsiatjsfraVion der KPD. behauptet, niemals Dummheiten zu machen, mutzt« man annehmen, datz diese Unterstützung der Arbeitgeber und de» Einflusses der gelben Werks- Organisationen sowie der unorganisierten Arbeiter au» wohlerwoge- »en Gründen o e a b si cht i g t ist. vielleicht soll damit einer der vieloerschlungenen Pfade zur Weltrevolution beschritten werden. Wir dürfen aber wohl der Hoffnung Ausdruck geben, datz»» der Sozialdemokratischen Parte! und den freien Ge- werkschoften möglich sein wird, diese von der tommumstischen Relchstngsfrcktion eewünscbt- und geforderte Unterstützung der gelben und unorganisierter-. Arbeiterschaft abzuwehren. D-r Streik im Ce»f6 Mtchalski. vom Ze.:1raloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-An- gestellten, Elsasjerstr. 86/88 III, wird un» berichtet:■ JmCaföSchöneberg. Inhaber Michalski, Schöneberg, Haupt st ratze 24, dauert de-- Streik fort; er hat sich sogar aus- gedehnt, denn die Gäste streike>i mit. In sämtlichen Gastwirtschaften Schöneberg» gab es gestern»bend nur ein Gesprächsthema:„Der Streik im Cafö Michalski". Die Sympathie der Schönebergor ist zweifellos auf feiten der Str?!/ enden. Michalski hat sich die Gunst der Schöneberger Bewölker,.n.� gründlich oerscherzt. Selbst wer im Krieg ein ti'chtiger Mehlreisender war, Hai damit noch nicht dic Befähigung zum Gastwirt erbracht. Für die um geringen Lohn kämpfenden Angestellten hat Michalski einig« Streikbrecher eingestellt, die ihm von dem Deutschnatio- nalen Kellnerverein in der Möcksrnstratze besorgt wurden. In den Kriegsrat de« Herrn Michalski ist der Borstand dieses Vereins berufen worden, wozu auch der langjährige kommunistische Arbeitslosenrat Böttcher gehöri. der früher, als er noch Arbeits- loser von Berus war, täglich mehrere radikaie Purzelbäume schlug und vom„Verrat der Gewerkschaften* soselte. Ein Schild im Fenster des Cafes teilt dem Publikum mit, daß den Str- ikbrechern der Tarif- lohn bewilligt fei. Mehrere Gäste weigerten'ich. den Streikbrechern den zehnprozentigen Aufschlag zu zahlen, weil sie nicht Tarifkonira- henten sind._ Schiedsspruch für die Solinger Metallindustrie. Barmen, 8. März.(MTB.) Der staatliche Schlichtungsausschuß unter dem Vorsitz des Beigeordneten Bragard-Barmen. hat am Sonnabend in der Solinger Metallindustrie einen Schiedsspruch ge- fällt, der wesentlich über den ersten nicht aner- kannten Schiedsspruch hinaus ge ht. Unter Verschiebung der Altersgruppen werden die Löhne der Fachorbeiter um 8,2 bis 12 Prozent, teilweise bis 26 Prozent, erhöht. Die Löhne der Akkord arbeite? sollen um 5 Prozent er- höht werden, ebenso die übertariflich gezahlten Löhne. Der bergische Metallschicdsspruch angenomincn. INektmann, 8. März.(MTB.) Der in der vergangenen Woche vom städtischen Schlichtungsausschuß für das Bergische Land für die Metallindustrie gefällte Schiedsspruch hat die Zustimmung der Ar- beitnehmer- und Arbeitgeberverbände gefunden. Der Schiedsspruch sieht mit Wirkung ob 1. März eine Erhöhung der Tarif- lähne um 5 bis 8 Prozent vor. Der polnische Textilarbeiterstreik. Warschau, 8. März. in Zehlendorf-West einläuft. Er oersäumte, die Tür des Abteils ordnungsmäßig zu schließen. Als er sich nun bellen lehnte, ging die Tür auf und er stürzte hinaus. Be- toubt blieb er zunächst auf dem Bahnkörper liegen. Als er wieder zu sich kam, gelang e» ihm, wenigstens bis zur Böschung zu kriechen, wo«r sich unter Gebüsch oerkroch. So ist es zu erklären, daß er erst M l�n Morgenstunden gefunden wurde. Die Schuld an dem Un- fall trifft den lungen Mann selbst. Sein Zustand ist bedenklich. Wohltätigkeitskonzert der Schupo. In der Staatlichen Hochschule für Musik gab das S i n f o n, e o r ch e ster der Schutzpolizei ew WohltÄigkeits. konzert, dessen Reinertrag für den„Frauenhilfsverem b« der staat- liehen Polizeiverwaltung Berlin' bestimmt war. Das Programm sah etwas buntscheckig aus. Bruckner. Malipiero. Puccini und R-znicek sind wohl kaum unter einen Hut zu vereinigen. Mag man gegen diese Zusammenstellung allerlei einzuwenden haben, so zeiat sie doch die ganze Leistungsfähigkeit dieses Orchesters, das bereits viel mehr ist als ein Orchester für den Hausgebrauch, das im Kegenteil unter den großen Orchestern Berlins eine durchaus be- achtenswert« Stellung einnimmt. Als Dirigent war TamMo Hildebrand verpflichtet worden. Er begann mit Bruckners Dritter Sinfonie. Prachtvoll gesättigt war hier der Orchesterklang, besonders die Bläser zeichneten sich durch Reinheit und Klangschön- heit aus. Aber schließlich stellt Bruckner rein technisch nicht die An- forderungen an das Orchester wie Malipiero in seiner kleinen Kompo- sition„Groteske", die hier ihre Erstaufführung erlebte. Diese Musik ist wirklich grotesk und mit viel Witz komponiert. Das Orchester befindet sich in einer einzigen Aufregung, alle Töne schwirren durch- einander. Hildebrand spielte ihn mit einer Verve, die jeder Jazzband Ehre gemacht hätte, und das Orchester zeigte eine Abgestimmtheit und eine rhythmisch« Exaktheit, die für seine Qualität beredtes Zeug- nis ablegte. Die Lieder mit Orchester des Hubert Pateky hinterließen keinen starken Eindruck, da der Sänger versagte. Malfada Saloatini von der Städtischen Oper sang mit ihrem dunklen samtenen Sopran Arien von Dvorak und Puccini� Der Beifall war außerordentlich herzlich und wohlverdient. Oeffevrtlieks Mieterversammlung am Donnerstag, dem 10. INärz. abends 8 Uhr, im Lokal Lauck, Hermsdorf. Berliner Straße. Tagesordanng: Samof dem Mietwucher! Für Mieterschutz und ein ioziote» Mietrecht. Referent: Ernst Rüben.— Wir erwarten zahlreiche» Erscheinen. •• Oefffentllche Frauenversammlung am Donnerstag, dem 10. März, abends 8 Uhr. in der Uhland- fchule, Schöneberg. Solonnenflraße 23. Tagesordnung: Rechtsregierung und die Arauen. Rekerenttn: Elara Rohm- Schuch, M. d. R.— vorher findet ein Umzug mit Mufit fiatt. Treffpunkt: wartburgplatz. Abmarsch pünktlich 7 Uhr. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Großer vachstuhlbranü in Charlottenburg. Gestern abend gegen t41l1 Uhr brach in dem Vorderhausdach- stuhl des Grundstückes R o f ch e r st r. 17 zu Charlottenburg Feuer aus. Hausbewohner bemerkten eine starte Verqualmung der Treppenhäuser, während fast zur gleichen Zeit Vorübergehende von der Straße her einen Feuerschein wahrnahmen. Auf den Alarm eilten zunächst zwei Löschzüge an die Brandstätte, bei deren Ein- treffen aber bereits aus den Vodenluken die hellen Flammen emporloderten. Zwei weitere Löschzüg« wurden zur HilfeleistuW herangezogen. Das Feuer hatte den ganzen Dach stuhl de« Vorderhauses erfaßt und war aus den anstoßenden Seitenflügel übe ryeg rissen. Ueber di« Treppenhäuser wurde aus sechs Schlauchleitungen Wasser gegeben. Erst gegen �412 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt und die Ablösch- und Auf- räumungsarbeitm, die bis goaen 2 Uhr morgens dauerten, konnten vorgenommen werden. Der Feuer- und Wasserschaden ist sehr er- heblich. Die Entstehungsursache konnte noch nicht geklärt werden. Der„kanariengelbe Diplomatenfralk". Es hat sich etwas Hochbedeutsames zugetragen: Wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, ist sllr die Dienerschaft des Reichs- prässdenten in oen letzten Tagen eine neue Kleiderordnung herausgegeben worden. Danach besteht di« Dienstkleidung der Diener in einem kanariengelben Diplomatenfrack, weinroter Kniehose, welßsoidenen Strümpfen und schwarzen Lack- schuhen. Der Leibkutscher des Reichspräsidenten trägt schwarzen Frack mit AMerstnöpfen und Kavalierdeaen. Endlich ist es also heraus! Tag und Rocht haben wir gegrübelt, ob die Dienerschaft des Reichspräsidenten einen kanariengelben Diplomatenfrack oder einen resedngrünen Botschastersmoking trägt. Und es hat böse Leute gegeben, die steif und fest behauptet haben, die Diener Herrn v. HindeNburge trügen nicht etwa weißseidene, sondern schwarzweißrotseidene Strümpfe. Wie gut, daß sich di-s I-tzt als Irrtum herausstellt«! Und mit Recht fügt die erwähnte Korrespondenz hinzu: Damit tritt das Oberhaupt des Deutschen Reiches wieder gleichberechtigt in den Kreis der anderen Kultur stallten. So ist es in der Tat. Aber man kann auch einen Löwen reizen, und der Berliner pflegt in solchen Fällen zu sagen:.Eure Sorgen möchte ich haben! Internationale Zusammenarbeit der Jugend. Im Landsgemeindehaus Berlin, Reue Schönhauser Str. 8, hielt Georg Schulze-Möhring, Leiter des Berliner Sekretariate der„W« l t j u g e n d l i g a", einen Vortag über das Thema.Jnter- nationale Zusammenarbeit der Jugend" mit gleichzeitiger Bericht- erstattung über die bisher erzielten Erfolge. Die Jugendbewegung reicht heute weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Sie hat in England, Amerika, Frankreich, Dänemark, Holland, in letzterer Zeit bis hinüber nach China Verbindungen geknüpft und Widerhall ge- funden. Im Ausland« sind die Verhältnisse ganz andere, aber der Widerstand gegen die Praktiken der alten Generation und vor allem der Friedenswille und die Verwirklichung eines Friedensideals auf Grund gegenseitigen Vertrauens läßt die' Jugend über die Grenzen der Länder einander die Hände reichen. Verschiedene Kongresse, so der 1921 von der dänischen Jugend in Kopenhagen veranstaltete, ein späterer in Hamburg, setzte die meist durck) Briefwechsel ent- standenen Verbindungen in persönliche, engere Beziehungen um. Vor l'A Jahren wurde die Bewegung neu belebt durch den Besuch eines Vertreters einer amerikanischen Jugendorganisation und dessen Anregung zur Schaffung eines Weltjugendbundes. England ist auf dem Gebiete der Jugendbewegung am fortgeschrittensten und besitzt heute bereits ein Kartell von 25 Verbänden kriegsfeindlicher Jugend, deren praktische Arbeit darin besteht, das Mißtrauen der Völker untereinander durch persönlichen Kontrast zum Schwinden zu bringen. Der Gedanke und die Dpechfechtung der neuzeitlichen Ideen auf dem Gebiete des Lehrwesens hatte in Südamerika z. B. ganze Revolutionen der Studentenschaft im Kampfe um die Umge- staltung der Lehrpläne und Absetzung reaktionärer Professoren Im Gefolge. Eine von den Berliner Quäkern ermöglichte Studien« fahrt nach Warschau schuf jn letzter Zeit auch Verbindungen mit der polnischen Jugend. Im Jahre 1928 soll ein Weltjugendkongreß im Haag stattfinden, dessen Vorbereitungen in den Händen englischer, amerikanischer und holländischer Verbände liegt. Die praktische Arbelt des deutschen Zweiges der Welljugendliga ist. eine Ver- bindung zur Jugend aller Länder herzustellen durch Briefwechsel, Teilnahme an Jugendlagern. Vermittlung von Zeitschriften zur gegenseitigen Orientierung, um aus dieser Geschlossenheit heraus das gemeinsame Ziel der Schaffung eines freien Menschentums zur Ver- wirtlichung zu bringen. Sonntagsruhe auch im Schuhmachergewerbe. Der Verband selbständiger Schuhmacher hatte sich an den Polizeipräsidenten gewandt mtt der Bttte, auch für die selbständigen Schuhmacher Groß-Berlins die Sonntagsruhe einzu- führen. Eine Abstimmung unter den Schuhmachern nach§ 41d der RGO. hatte folgendes Ergebnis: von 6161 abgegebenen Stimmen haben sich 4100 für Einführung der Sonn- t a g s r u h e ausgesprochen. Die Deputation für Handel und Ge- werbe hat ebenfalls ihre Zustimmung zur Einführung der Sonntags- ruhe gegeben._ Seine rheinische Morgenseier. Das Berliner Messeamt hatte am letzten Sonntag anläßlich der Ausstellung„Deutscher Rhein— Deutscher Wein" zu einer rheinischen Morgen- f e i« r eingeladen, bei der Frau Katharina von O h e i m b die Festrede hatten sollte. Als man indessen beim Funkturm ankam, entdeckte man nichts als ein Schild mit der Ankündigung: Wegen Erkrankung von Frau von Oheimb fällt die rheinische Morgen- seier aus. Das Schild, sehr schön mit künstlerisch verschnörkelten Buchstaden gezeichnet, ist ohne Zweifel schon am Lonnnbend hergestellt, und es war der Ausstellungsleitung sehr wohl moglick. die«ingeladene Presse und damit die Oefsentlichkett von der Pro- grammveränderung zu benachrichtigen. Niemand hat Lust, einen Sonntagvormittag zu vertrödeln. Und war es wirklich so schwer, einen Ersatzredner zu finden? Die Stadwerordneteuversammlung hat in dieser Woche ihre Sitzung am Donnerstag um �5 Uhr. Auf der Tagesordnung steht auch der Haushaltsplan für 192 7. Der Kämmerer wird die Rede, mit der er den Haushaltsplan vorlegt, um 7 Uhr halten. das Erübeben in Japan. Widerspruchsvolle Nachrichten. Tokio. 8. März.(WTB.) Nach den infolge der Störungen im Telephon- und Telcgraphenbetrieb nur langsam eintreffenden Meldungen wird angenommen, daß sich die Zahl der Opser des Erdbebens auf 5000 bsläust. Das Ministerium des Innern erklärt Indessen, daß es bisher nur Kenntnis habe von 40 Getötelen und 67 Derlchlen. Ein Flieger, der die Provinz Targo überflogen hat. schätzt die Zahl der Opfer in der Provinz auf über 1000. Bart», 8. März. sTU.) Wie aus Tokio gemeldet wird, hat die japanische Admiralität eine größer« Flotteneinhei t nach dem Erdbebengebiet entsandt, deren Mannschaften sich an der Hilssaktton zur Unterbringung der Obdachlosen beteiligen sollen. Zur Zeit des Erdbebens befand sich der Vergnügungsdampfer.Kalifornia", mit zahlreichen amerikanischen und kanadischen Millionären an Bord, auf seiner Weltreise in Kobe vor Anker. Ein« große Anzahl Passagier« halte sich zum Besuch der Stadt an Land begeben. Al» diese sich auf dem Rückweg- über den Landungssteg zum Dampfer begeben wollten, brach unter dem ersten Erdstoß de: Landungssteg zusammen, und mehrere Passagiere stürzten in das Meer. Es sind noch kein« Nachrichlen vorhanden, wieviel Per- sonen dabei verunglückten. In Osaka soll durch das Erdbeben ein Kino zusammengebrochen sein und 80 Personen unter den Trümmern begraben hoben. Da zwischen Tokio und Südjapan durch das Erdbeben alle telephonischen und telegraphischen Ver- bindungen unterbrochen sind, kann man sich über den Umfang der Katastrophe noch kein genaues Bild machen. So liegen aus den Provinzen Tamda, Targo und Tagima noch keine Nachrichten vor. In T o k I o selbst, das diesmal vom Erdbeben verschont blieb, wurde das Erdbeben nur wenig verspürt. Es genügt« jedoch, daß sich in dem großen Hotel„Imperial" unter den Hotelinsassen eine schwere Panik verbreitete und bei der ersten Erderschüiterung all« aus die Straße stürzten.__ Mord und Selbstmord eine» bulgarischen Studenke«. Der bulgarische Student Nikola Popofs, der von 1920 bis 1926 in Braunschweig studierte, hatte sich mtt der Tochter seiner Wirtin, einer Musiklehrenn. verlobt. Als Popoff jedoch in seine Heimat zurückcletehrt war, löste das Mädchen das Verhältnis. Daraufhin kehrte der Verschmähte nach Braunschweig zurück, erzwang sich eine Unterredung mit dem Mädchen und tötet« es dabei durch drei Kopfschüsse. Mit einem vierten Schuß nahm er sich dann selbst das Leben. Das beschlagnahmt Marx-Kablnett. In Blankenburg am Harz war ein junger Mann auf dem Maskenball der Arbeiterturner in einem Kostüm erschienen, auf dem dos neue Rechtskobinett Marx versinnbildlicht und in großen Buchstaben die Frage gestellt war:„Volk, willst du das Kabinett?" Die hohe Obrigkeit muß von dem Bestehen eines solchen staategesährlichcn Kostüms rasch in Kenntnis gesetzt worden sein. Bereits am anderen Morgen erschien die Polizei, um e» zu beschlagnahmen. Selbstmord eines Welßarmisten. Nikolaus W r a n g e l, der Bruder de» Führer» der antibolschewistischen Weißen Armee, hat sich in Rom erschossen. Nikolaus war während der Kämpfe seine» Bruders in Budapest, um von dort aus den Nachschub für die Weiße Armee zu regeln. Später war er an dem Abenteuer der Köniain Zita beteiligt. Nach dessen Zusammenbruch begab er sich nach Rom._ Sport. peulam bei den Eröffnu«g»r«naea der Rütt-Arena. Bei den Er« üssnunflSunnen der R 2 t t, il r c n a am Sonntag, dem 20. März, wird der auSaczeichnele sranzösische Svrinter der internationalen Extra- klasse, Mabriel P o u l a I n, lein Nachkriegidebut In Yerlin geben. Poulain. einer der grähten Taktiker, d!« e« je auf der Rennbahn gegeben hat, und auch heute noch einer der ichnelllten Flieger der Welt, ist den Berliner Radsportfreunden tein Unbelannter. denn er war vor dem Kriege ständiger Gast auf deutschen Bahne» und nabm auch mit grotzem Erfolge an den ersten LcUincr Sechstagerennen teil. Heschästliches. Aruhlingsmodenschau bei Joseph. Laut Kalender und Sonnenstand stehen wir im Zeichen des Frühlings. Das Neuköllner Kaufhaus Joseph veran- staltete im Orpheum, Hasenheide, eine Modenschau der jüngsten Modeschöpfungen. Die hübschen,' leichten Kleider aus Kasha, Shett- land und Rips, Mäntel aus Seide und leichten Stoffgeweben, vor- geführt von flotten Mannequins, fanden bei dem zahlreich erschiene- nen Publikum lebhaftesten Beifall. Der allgemeinen Finanzlage Rechnung tragend, sind die Kleidungsstücke in den denkbar billigsten Preislagen gehalten. Kleider gibt es schon von 12 M. aufwärts, ebenso Mäntel und Kostüm« von 20 M. an, alles modisch verarbeitet und— wenn auch gerade keinen Ewigkeitswert darstellend— so erfüllen die hübschen, immerhin preiswerten Modeartikel doch voll- auf ihren Zweck. An die Modenschau schloß sich ein fröhliches Bei- sammenseln mit Lorträgen und Tanz, für die Damen gab es eine „süße" Spende, und aller Herzen schlagen froh und wunschbeseelt den schönen kommenden Tagen entgegen. „ewatl. Faching«»'. da, wohlschmeckend« und b, lammliche Gesundheit� «asser, ist unbestreitbar«in wertrollcr Bestandteil dco natürlichen Araenc!- fcha»«,. d$jt&fte, nntä nut jedmi lag auft ntut' hfaufatSxe n*cMf Ua O�rt Frau Sü dwusutf XiufymAj(- SHpacfit, cUtyjyOMC&JUH mW, MundhcuucfrTU'XifAt Ez&rcU*.- nii¥ aotdsAM jßa/rp£4tf Sit vOcW, auf Mit /kufdtowifok, W&H&ck wvpcMlfi /fofiff. Unterhaltung unö AAlssen Mittwoch 9. Marz 1927 Die chinesische Hydro.'' Von Arthur ch o l i t s ch e r. Im Grund« wäre Chinas vitales Problem keineswegs gelöst, wenn es ihm auch gelänge, die fremden Mächte, die mit ihren Kliegsschifsen in seinen Häfen lauern, abzuschütteln. Ungleich wich- liger wäre es für China» Bestand, seine Bedruckung durch das Militär loszuwerden. Dieses Gebilde des chinesischen Militärs, das, aus dem Grund- wesen des Chinesen erwachsen, dennoch wie ein Pfahl im Fleisch- der chinesischen Gemeinschaft sitzt, muß ein wenig näher betrachtet werden. Bei dieser Betrachtung will ich keinen historischen Rückblick geben, sondern bei dem verweilen, was ich selber gesehen, erfahren und erraten habe, in dieser merkwürdigen Zeit Chinas, ,n der sein gesamtes Leben eine Umwandlung. Aufwärtswandlung zu erleben scheint. Es wird berichtet, daß China bis zum chinesisch-jopanifchen Knyje, d. h. 18Ö5, keine richtige Armee, kein Heer nach europäischen Begriffen besessen habe. Die meisten Soldaten der chinesischen Armee waren noch mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Erst um die Jahr- hund-rtwende unternahm es Iüanschikai, der damalige Gene- ralissimus, spätere Präsident der Republik, die Arme« zu organi- sieren, und zwar zumeist mit Hilfe deutscher gnftruktoren. 190» zählte die chinesische Armee erst 8000 Mann, 1904 bereits 72 000, zur Zeit des Weltkrieges 800 000. heut« stehen alles in allem 1 H Millionen unter Waffen, die zum großen Teil durch Besteuerung. willkürlich« und räuberische Belastung des Volkes erhalten werden. Die Armee Tschangtsolins soll eine Liertelmillion betragen, die Volksarmee, die Kuomintschun, die Ihre Subsistenz aus rein- licheren Quellen, systematisiertem Steuerwefen gewinnt, zählte An- iang 1926 etwa 100 000 Mann.(Eine richtige Flotte besitzt China kaum. Ein einziges Schiff, ein alter Kreuzer von 1900, umfaßt 4000 Tonnen, alles übrige Ist Kleinkram. Dafür aber besitzt China mehr Admirale als andere Länder geringerer Ausdehnung.) » Die Subsistenz der Armeel Schon im Altertum, im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt, sang ein chinesischer Dichter aus der Provinz Szetfchuan ein melancholische« Lied über die Militärhorde mit ihrem grausamen General, die das verarmte Land plünderte, aussog, das Leben des Bürgers bedrängte» die Städte zerstörte und die■ jungen Männer fortschleppte. Räuberbanden und zusammen- gerottetes Gesindel unter der Führung verzweifelter Verbrecher brandschatzten fest urewigen Zeiten da» Land. Heute ist das nicht anders. Verfolgt man den Lebenslauf der großen Generale, so merkt man genau, daß, wie sich Militarismus aus Plünderungssucht und Mordtrieb, Armeen aus Räuberrotten, Generale aus Wege- lagerern entwickeln. Der chinesische Militarismus zeigt am beut- lichsten das wahre Gesicht des Militarismus überhaupt auf: Söld- ner, käuflich« Parasiten, Räuber und Erpresser, geborene Feinde der Arbeit und des geordneten Doseins des Menschen; in der Gesellschaft ein verachtetes und gefürchtetes Gewerbe; der Soldat in China(wie der Schauspieler und der Barbier) der tiefsten Klasse zugerechnet. Disziplin gibt es wohl in einer chinesischen Armee. ?>ch erwähnte schon: kein Kadavergehorsam, sondern wirkliche Difziplm, und zwar auf die einfachste ltnkb erklärlichste Art uiH Weise der Welt. Bei einem Sieg der Arme« nämlich stiehlt und raubt der General so gut wie der letzte Mann. Das hält die Körperschaft zu- sammen und bildet das gemeinsame Motiv, das gemeinsame Interesse der Aktion. Ob sie nun christliche Hymnen singen beim Vorüber- marsch oder irgendein chinesisches Tipperary— Raub, Plünderung und Erpressung ist, was das Heer zusammenhält. In Pravinzen. in denen der Militarismus besonders stark wuchert, wachsen herrliche weite Felder rot und üppig, z. B. in den Provinzen Fullen, in Szetschuan; wo immer der chinesische Mili- tarismu» sich auf die Dauer eingenistet hat, blüht das Opiumgewerbe allen Prohibitionsmaßregeln und Aktionen zum Trotz. Opium und Militarismus sind sozusagen untrennbare Faktoren; das Militär bezieht aus dem Opiumhandel eine wesentliche Beisteuer zu seinem Unterhalt. Natürlich sucht man sich auch jener Landesteil« zu bemächtigen. in denen man am leichtesten die Hand auf die Zölle und Abgabe- cinkünfte legen kann, z. B. Schanghais und Tientjins. Die Rivalität der Generale bewegt sich eben um die Gewinnung der Revenuen, mehr um die Revenuen als um die zentrale Macht. Die zentrale Macht zu gewinnen, davor graut es dem siegreichen General einiger- inaßen. Wiederholt war Tschangtsolin, der Beherrscher der Mandschu- rei, so weit, die Hand auf Peking zu legen. Warum stoppte er die Aktion vor den Toren Pekings? Di« Gründe sind evident. Wer die Macht über die Hauptstadt hält, ist gezwungen, eine Regierung ein- zusetzen. Wer eine Regierung einsetzt, ist gezwungen, mit den Mächten, die im Gesandtschastsviertel ihre Vertreter haben, freund- schaftlich-friedliches Einvernehmen zu erlangen. Weitaus eintrüg- licher aber ist es, aus der Umgebung Peking» kleine erpresserische Mahnungen an jene Vertreter in der Gesandtschaftsstraße zu schicken, die den Vonnarsch dann durch Barzahlung verhüten. Die Generale sind ja, wie allgemein bekannt, von den Mächten bezahn und ausgehalten. Japan, Amerika, England, Frankreich (und wahrscheinlich auch Rußland) halten die wichtigsten Heerführer aus, bezwecken und bewirken mit beträchtlichen Eeldunterftützungen eine allgemeine Zermürbung Chinas, um dann im psychologischen Augenblick mit einem gewichtigen Schlage ihre Interessenpolitik (oder in einem Falle Ideenpolitik) dem niedergebrochenen Lande auf- zwingen zu können. Das ist die Erklärung aller bisherigen militä- rischen Aktionen gewesen. Man kann indes sagen, daß sich seit kurzer Zeit, besser gesagt seit einem Jahre, nämlich jenem Maitag« in Schanghai, der Chinas Zukunft seine Wegrichtung gezeigt hat. die Verhältnisse geändert haben. Die chinesischen Generale sind (mit Ausnahme Fengyllsiangs) größte Feinde des Bolschewismus, dessen Siegeszug ihnen allmählich die Macht aus der Hand winden, sie zu einer Unterwerfung unter ein« zentrale Regierung zwingen wird, wie er das in dem konsolidierten Süden Chinas, in Kanton, bereits getan hat. Es liegt den Generalen natürlich daran, den Sratu, quo möglichst lange aufrechtzuerhalten, auch die fremden Geldgeber in dem Glauben zu erhalten, daß man mit aller Energie und Konsequenz den Boden für ihre Interessen bereitet,— und da. neben das eigene Volk bis aufs letzte Hemd zu berauben und aus» zufaugen. ♦) Mit Genehmigung des Verfassers bringen wir dieses Kapitel aus seinem bei S. Fischer. Berlin, erschienenen Buch«»Das un- ruhige Asien", worin er die Eindrücke von einer 1925/26 unternommenen Reise in Indien, China. Iaoan in seiner bekannten frisch impressionistischen und doch in die Probleme eindringenden Weise gesammelt hat. Man kann dabei kaum von einer fessstehenden Einzelorgani- sation der im Bürgerkrieg feindlich gegeneinander stehenden Heere sprechen, viel eher von einer Hydra der Generale. Sowie nämlich einer von diesen Generalen, der an der Spitze einer formidablen Armee steht, gewisse Macht erlangt hat, Erfolge aufzuweisen und seinen ausländischen Hintennännern, Geldgebern vorführen kann, enssteht in seinem Stab der Trieb der unteren Generale, sich selbst- ständig zu machen. Das geschieht auf folgende Weise: Hat Tschang- tsolin sich durch Unterstützung Japans in die Höhe geschwungen, so werden seine Untergenerale unter der Hand mit Amerika oder England zu verhandeln suchen, um die Armee zum Dienst der Interessensphäre dieser Länder hinüber zu eskamotieren. Es hat daher gar keine Bedeutung, eine Betrachtung über den chinesischen Mit verteilten Nolle«. .Die deutschnakionale Fraktion hol im Porloment die politische Togesorbeii unter Teilnahme an der Regierung unter Verzicht auf anerkannte Grundsählichkeit wahrzunehmen. Die Arbeit im Laude für die alten Ideale und die lehteu Ziele will an seinem Teil der„Hauplverein der Deutsch- Souservalioen" übernehmen."(«bg.«verlwg.j Militarismus mit Namen von Generalen zu spicken. Was hat es zu bedeuten, daß momentan neun Namen wie Tschungtschang- tschung, Litschinglin usw. in aller Munde sind. Schlägt man der Hydra einen Kopf ab, wachsen ihr dafür zehn neue. Die neuen Köpfe sind unbekannte Größen. Man weiß wohl, daß sie von irgendwoher Geld bekommen haben, daß sie bestechlich und kornipt sind, aber das große Rätselraten will kein Ende nehmen: woher hat dieser neue Kondottiere sein Geld? was wird die nächst« Phase der chinesischen Politik sein? Die chinesische Politik! Zwei Generale kämpfen um Uebermacht und Vorrecht in einer eintraglichen Provinz. Ein dritter vereitelt den Sieg. Einige Male war dieser Dritte schon der„christliche" General Feng, jener General, dessen sauber gekleidete Soldaten jetzt zur Zeit meines Aufenthaltes in Peking die christlichen Hymnen in den Straßen fingen und wahrscheinlich vier Wochen später sich raubend und plündernd zurückziehen werden, um vielleicht Tschangtso- lin das Feld zu räumen— falls es nicht Wupeisti fem sollte, der hier den Sieg erringen wird. Das Lob Fengs habe ich in allen Gegenden Chinas und der Mandschurei singen hören, am schwärmerischsten von einem jungen chinesischen Beamten einer großen Bank in Mulden, einem christ- lichen Studenten, Mitglied der D. M. C. 21., der Christlichen Vereinigung Junger Männer, die in China energisch die Interessen des amerikanischen Oelkapitals verficht. Dieser sympathische junge Chinese, der mir ein ausführliches System der Fordisierung Chinas. d. h. einer Industrialisierung des großen Reiches nach dem ökono- mischen System Fords darstellte, pries Feng geradezu als den«in- zigen berufenen Diktator Chinas. Er hatte in Philadelphia studiert und sah etwas von 2tmerikas religiöser Gesinnung(so sagte erl nicht ich!) und zivilisatorischer Energie in Feng verkörpert. Feng Diktator— der starke Mann von puritanischer Einfachheit, der unter seinen Mannschaften jede Korruption mit eiserner Strenge aus- rottet, dessen Offiziere sich chrsstlicher Zucht befleißigen, der überall, wo er Fuß faßte, Straßen bauen ließ, Siedlungen schafft«. Schulen errichtete, in denen der Tag, wie in seinen eigenen Kasernen, mit dem Absingen einer christlichen Hymne und mit Gebeten anfing! Don anderer Seite ober hörte ich, daß Feng gerade der schlaueste, undurchsichtigst« von allen Generalen sei, der am klügsten seine Intentionen zu maskieren, seine Hintermänner auszunutzen und im geeigneten Augenblick zu hintergehen verstand. Feng der Fuchs! Die Wahrheit wird wohl schwer festzustellen sein. _(Schluß folgt.) Heldentum. Von Richard Gerlach. Warum in Friedenszeiten an Heldentum denken? Keine Gemeinschaft kann ohne begeisterte Herzen bestehen, die ihr persönliches Wohl vergessen. Ein Volk, das führen will, braucht den mitreißenden Strom lebendiger Ideen, erhöhender Taten, oder das Dasein ist nur mehr ein mühsames Hinhalten, und die Er- schütterungen junger Nationen brausen über die Eingeschlafenen weg. Die übersteigerten Rekord« und Vergnügungen, das Geschäfte- machen, nichts als Geschäftemachen, das sind drohend« Anzeichen von Entartung. Es gab ein oerfallendes Rom mit rauschenden Weitkämpfen, aber auch damals hätten die jubelnden Zuschauer schon beobachten können, daß der Vogel Strauß schneller lief als die Gladiatoren, und daß ein Elefant ein Dutzend herkulesstarker Sklaven zerstampfen konnte. Die tierische Kraft triumphiert auf diesen Gebieten immer. Zum Trotz den vielen, die aus der Bahn geschleudert sind und alle anderen mitreißen möchten, geht es vorwärts: Sachlichkeit wird von allen Denkenden dringend gefordert, das heißt im Grunde nichts anderes, als leben einer Sache zuliebe. Man anerkennt wieder die stille Arbeit. Das Verantwortungsgefühl. Die selbst- verständliche Güte. Die Liebe über sich hinaus. Gehört zum Heldentum Ruhm? Roland und Hagen, Cäsar und die Jungfrau von Orleans, Kolumbus und Napoleon, sind sie soviel edler als der namenlose Schiffer, der die Passagiere auf seinem brennenden Dampfer bis an den Strand rettet und dabei umkommt? Heldentum, das auf Auszeichnungen erpicht ist, gehört dem Knabenstadium der Menschheit an, hinter all solchem kühnen Drauf- gängertum steckt leider oft nur die Sucht, sich hervorzutun, etwas für sich zu erbeuten. Ein Unternehmen, das um persönlicher Vorteile willen aus- geübt wird— der erste am Nordpol zu sein, am schnellsten durch den Kanal zu schwimmen, erzeugt das Beifallsgeschrei der Gelang- weilten, aber was sonst? Die Begierde aufzufallen macht den Wagemut wertlos. Da starb in diesem Sommer ein französischer Radiosorscher, der vor Iahren schon beim Experimentieren die Hände verlor, und der trotzdem weiterschaffte. Da ist eine Witwe, die ihre Kinder mit Waschen ernährt und zu was Ordentlichem erzieht. Da sind die Schwestern in den Krankenhäusern, die stets mit der gleichen Freundlichkeit Wer die Schwelle treten, die stummen Dulder, die Männer, die im Schützengraben gelegen haben, die Bergleute in den Kohlenschächten, die Schaffenswilligen, die keine Arbeit finden können, die Lokomotivführer, die Wächter auf den Leuchttürmen, die Verkehrspolizisten im Gewühl und die Heizer an den Schiffs- kesseln. Das große Beispiel hingebender Arbeit und Pflichterfüllung wird von unbekannten Menschen täglich gebracht. Ihre Tugend sst die Treue. Das Mysterium des Heldentums ist heute schwer zu erkennen, aber es ist da. Der Idealismus unserer Zeit ist die stille gläubige Wirksamkeit. Daraus werden uns die rechten Kräfte ressen. Die Ohren öer Infekten. Während die Menschen und die übrigen echten Säugetiere durch- weg mit äußerlich erkennbaren Schalltrichtern oersehen sind, sehlen in den Klassen der niederen Tier« diese äußeren Ohren ganz allge- mein Trotz dieses Mangels sind bei den uns entwicklungsgeschicht- lich näherstehenden Tierformen die Gehörorgane genau bekannt. Bei den Vögeln, ReptUien, Amphibien und Fischen entspricht der anatomische Bau im wesentlichen dem inneren Hörapparat der Säugetier« und befindet sich bei diesen im Kopf. Bei der Erforschung des Gehörsinns der niederen, knochenlosen Tiere dagegen stieß die Wissenschaft auf große Schwierigkeiten, so daß sie uns erst-ui den letzten Jahrzehnten einigen Aufschluß hat geben können. Daß Kerbtiere wirklich hören können, läßt sich experimen- tell nachweisen. Krebse, Spinnen wie auch die eigentlichen Jiisekicn reagieren aus Schallreize zweisellos. Unsere Honigbienen beispiels- weise locken ihre Mitarbeiterinnen durch das bekannte„Tüt-tüt" her- bei, wenn sie eins reichliche Neklarquelle entdeckt haben. Spinnen zucken zusammen, wenn in ihrer Nähe eine Saite mit dem Geigen- bogen gestrichen wird und verkriechen sich schleunigst in ihre Schlupf- Winkel. Die stummen weidlichen Heuschrecken hören den Ausent- Haltsort der zirpenden Männchen. Die Weibchen des Klopfkäfers gehen den Lockrusen des Männchens eiügegen. Aber die Frage nach dem Sitz der Gehörorgane der Infekten wie auch deren Bau und Funktion ist noch nicht r?stlos geklärt. Am besten ist man über die„Ohren" der Heuschrecken unterrichtet. Bei der Laubheuschrecke liegt das Ohr in den Waden, bei der Schnarr- Heuschrecke direkt über der hintersten Hüste, d. h. über der Ver- bindungsstelle der Hinterbeine mit dem ersten Hinterleibringe. Der GeHörapparat der Wanderheuschrecke bestcht in einer eiförmigen Ver- ticfung mit einem glänzenden Häulchen, einer Art Trommelfell, unter welchem ein Tracheenbläschen lagert, in dem keulenförmige Stäbchen als Nervenendigungen die Verrichtungen unserer Gehör- knöchelchen erfüllen. Derartige Nervenstiftchen finden sich auch in den Beinen der Käser und in den Schwingkölbchen der Fliegen; sie werden durch Schillwellen in Bewegung versetzt, und diese Schwin- gungen werden von den Nerven ausgenommen und weilergelcitet. Bei Krebsen und Spinnen werden sondere Haare oder Borsten an verschiedenen Körperstellen durch Schallreize erregt, diese haarartigen Gebilde stehen mit Nervenendigungen in Verbindung und werden als primitive Gehörorgane gedeutet. Einige Krustentiere Indessen besitzen bereits Gehörbläschen und Gchörsteinchen und Wimpechärcheu. Sogar jenseits der Jnsektenklaffe sind einfache Hörorgan« bc- kannt. So haben die Weichtiere Hörbläschcn mit kristallsschcn Ge- bilden, ein Teil der Bläschenwandzellcn steht mit einem Hörnerven in Verbindung. Selbst Medusen zeigen bereits Hörbläschen mit einem oder mehreren Steinche». Auch Stachelhäuter und Würmer besitzen schon ähnliche einfache Hörwerkzeuge; bei den Würmern trägt die Hörbläschenwand vielfach Zilien oder Geißeln. Daß die Infekten außer dem Gehör auch die übrigen vier Sinne haben, war schon vor der Auffindung ihres Gehörs bekannt und fei hier zum Schluß nur noch erwähnt. Dr. R. L. Was kostet ein Soldat? Die Nachrichienabteilung des nord- amerikanischen Bundesheeres hat kürzlich Ziffern über die Kosten des Soldaten für feine Vaterländer veröffentlicht, denen wir die nachstehenden entnehmen. Es kostet im Jahresdurchschnitt: ein amerikanischer Soldat.... 2007,60 Dollar , englischer„.... 1572,40 . deutscher..... 1206,— , italienischer..... 392,— . französischer..... 263,20 In Europa also hat es Deutschland glücklich wieder geschafft, an zweiter Stelle mit seinen Ausgaben für die Reichswehr zu stehen. Würde der neue Voranschlag für den Etat der Reichswebr Gesetz, stünden wir mit den Ausgaben für unsere republikanische Armee, auf den Kopf ihrer Mitglieder umgerechnet, sogar wieder an erster Stelle auf unserem Kontinente! Immerhin brauchten dann unsere Generäle ihren Ehrgeiz noch nicht schlafen zu lassen: die Vereinigten Staaten sind noch spendabler. Der deutsche Steuer- zahler darf beruhigt sein. Warum hält er sich in seiner Reichswehr auf 100 Mann einen General, wenn diese Generalität es nicht beim nächsten Etat fertigbringen würde, auch noch die paar hundert Dollar Dorsprung unterzubringen, für übertragbare Ausgaben etwa, die jetzt der Stolz der Bankees sind?__ Einsendungen ffir diese Rubrik sind Berlin SW 08, Lindeustreche 3, partemachnchten 0Sm für Groß-Serlin Uetz an du» Bc�irkssekretariat 2. Hos, 2 Step, recht», ,o richten 5. Kreis Friedrich-hnin. Deanttenutcrbciiusschuß! Sitzung am Donnerstag, I», Miir», 8 Uhr, bei Toepper, Nigaer Str., SZ, Ecke Proskaucr Etratze, Wahl des Obmannes, Rege Beteiligung wird erwartet. ggüm 6. Kreis Krcuzbcrg, Freitag, Ol, März, 7>h Uhr, bei Rabe, Fichte. straße 28, Kreisdclegicrtenoersammlung. Tagesordnung:„Der Parteitag tu Kiel". Referent Karl Litte. 8. Kreis Wilmersdorf. Zu dem am Sonntag, 13. März, vormittags U1,? Uhr, im Theater am BUiowplatz stattfindenden dramatische» Chorwerk„Ein Frllhlingsmnstcrium" sowie dem i. Arbeitcr-Sinfoniekonzert mit dem Phil- barmonische» Orchester am Sonnabend, 18. März, 71h Uhr, im Saal der Philharmonie sind noch Karten zu 1,53 M. durch die Mitglieder des Bildungsausschusics. sowie bei dessen Obmann, Genosse» Michel, Aachener Straße 41, zu habe». heule, Mittwoch, S. März: 39. Abt. Achtung!'Vi Uhr im Jugendheim Lindenftr. 3 Mitgliederocrsamm. lung. Vortrag:„Die nolitische Lage". Reserent Waldemar von Puttkamer. 73. Abi. Schöne berg. S Uhr Zahlabei.de in den bekannten Lokalen. »2. Abt. Steglitz. 7. Bezirk: i rg Uhr im Lokal Eildende, Lichterfeldcr Str. LI, Zahlabend. Vortrag:„Die fozialihcoretischcn Grundlagen des Faschismus". "'.cferent Dr. Fricl Lichtenrade. zlicdervcrsamm Treptow. 7,...ZW____,________—___ W_________ W__ ttzftr. 1. 3.— 5. Bezirk: Octtingcr, Kicfholz. Elke Elsenstraßc. Bericht von der Kreist crtrcterrcrsammlung. Vildungsfrage». Die nächsten Vcr. 33. Abt. Lichtenrade. Die Mitaliederversammlung fällt heute aus. Mitgliederversammlung am Mittwoch, Ili. März. 131. Abt. Treptow. 7Vz Uhr Einzclzahlabende: 1. und 2. Bezirk: Graetzftr. 1. 3.-5. ansialtnngrn. Nächste Stephan, 111. Abt. Bohnrdarf. 3 Uhr Zahlabend bei Hcimann, Waltcrsdorfer Straße. >d herzlichst eingeladen. HM iiM au». Dokilr Fr Vortrag:„Frauenkrankheiten". Gäste sind herzlichst eingeladen. 122. Abt. Bierdorf. Achtung! Der Zahlabend fällt au». Dafür Frauenabend 3 Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31.~ Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwcnstein. Abt. Neinirkerdorf Ost. 7'i Uhr Zahlabende. 1.— 8. BeZi Lindauer Straße, Wärmehalle. 7— lv. Bezirk: Steinbach, Echillcrpromenadc. 138. Abt. NeiniScrdorf Ost. traft», Wärme 11.— 14. Bezirk: Spindler, See» Ecke Hansastraße. 15.— 18. Bezirk: Ncu- r.ion», Provinzstraße Ecke Pankowrr Allee. Provinz. Ecke Friedrichstrahe. 17.-21. Bezirk: Brückner, Rowawes. 3 Uhr oei Hicmkc, Wallstraße, wichtige Funktionärversammlung. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Arauenveranstallungen: 11. Kreis Schöneberg.Fricdenau: Donnerstag, 10. März, 3 Uhr, in der Uhland. Schule, Kolonn.'ustr. 23, öffentliche Frauenversammlung. Vortrag:„Rechts- regier»»« und die Frauen". Nefcrenti» Clara Bohm.Schnch, M. d. R. Vorher findet«in Umzug mit Musik statt. Treffpunkt Wartburgplatz. Abmarsch pünktlich 7 Uhr. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 2«. Kreis Reiniä-ndors. Donnerstag. 10. März, 8 Uhr, Funktionärinnenkonfe- rcnz sAgitation, Arbeitcrwohlfobrt und Kinderrchutz) im Verwaltungs. gebiiude Reinickendoef-Ost, Hauptstr. 48, Zimmer 60. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten sei». Reuki-ln. 92. Abt. Donnerstag, 10. März, Besichtigung der Konsumbetriebe in Lichtenberg. Treffpunkt vormittags 8 Uhr Kaifer-Friedrich, Ecke Ro. lcggcrsiraße. Pünktliche» Erscheinen aller Genossinnen wird erwartet.— 93. Abt. Die Genossinnen beteiligen sich am Donnerstag, 10. März, an der Besichtigung der konfumbctriebc in Lichtenberg. Treffpunkt vormittags SV, Uhr am Bahnhof Kaiser.Fricdrich.Straße. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. { Sterbetafel See Groß-Serllner partei»Grganisation 8. Abt. Am Freitag. 4. März, verstarb plötzlich unser Genosse Otto St«. b« n o w im Alter ron 43 Iahren. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Einäscherung am Donnerstag, 10. März, abends 8Vi Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße. Die Teilnehmer treffen sich nachmittags 5 Uhr bei Rickcrt, Stcinmctzstr. Nie. Um recht rege Beteiligung blttet die Abteilungsleitung. 30. Abt. Unser Genosse Hermann Neustedt ist am 8. März verstorben. Ehre seinem Andenke». Einäscherung am Freitag, 11. März, nachmittags Iis Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Ein Frühlingsmysterium. Dramatische» Theater am Bülowplätz. Sonntag, 31. März, im Sekretariat erhältlich. ib» ist h> Chorwerk von Bruno Schönlank. ärz, vormittags 11Vi Uhr. karten sind Die Bücherstube ist heute von 5—7 Uhr geöffnet. Abrechaung des Beitrages, Ausgabe der März-„Iugend voran!" und der „Arbeiter-Iugend" heute von 5—7 Uhr. heule, Mittwoch, 9. März, abends Vk Uhr: Weddiaa: Jugendheim Luxemburger Ecke Genter Straße.„Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg".— Baltcnplatz: Jugendheim Tilsiter Str. 4.„Arbeiter- dichter".— Franksnrter Biertel: Jugendheim Rigaer Str. 103.„Warum werben 'wir?"— Petersburger Biertel: Jugendheim Ebertystr. 12.„Rationalisierung". — Warschauer Viertel: Jugendheim Litauer Str. 18.„Die Klassiker".— Reicheu. Viertel: Jugendheim Reichenberger Str. 56.„Die politischen Parteien in ilhelm II."— Friedrichs- Bruno Seidler-Winkler dirigierte die grandiose phan- tastische Sinfonie von Hektar Berlioz. Aiigeschen von der Neioung, langsame Tempi noch zu dehnen, spielt er sehr korrekt, sehr sicher. Die Träumerei und die Szene aus dem Lande zeigen ihn als guten Bsrlioz-Dirigenten. Aber bei den leidenschaftlichen Stellen stört eine gewisse Behäbigkeit, die ihn auch in den beiden letzten Sätzen nicht verlätzt. Berlioz bekommt dadurch, trotz des protzen Orchesterauswands, etwas Biederes, was sich schwer mit dem stürmenden Temperament des genialen französischen Sinsonikers verträgt. Datz Seidler- Winkler viel kann, zeigt er in Glucks„Alceste-Ouoertüre'. Emanuel Feucrmann spielt Bocccrini und Tschaikowsli. den ersteren mit einer Neigung zum Pathetischen. Trotzdem ein Künstler ganz grohen Formats.— Nach dem Wortlaut des Themas„Kritik an der Grotzstadt" erwartet man einen heftigen Angriff von selten des Bortrogenden. Aber Dr. Werner Marholz ist viel zu sehr Grotzstadt- mensch, als datz er gegen diese Verfallserscheinung, wie sie Spengler bezeichnet, Stellung ninimt. Im Gegenteil, er übt Kritik an der oft sehr merkwürdigen Kritik an der Großstadt. Er unterscheidet moralische, kulturphilosophische und utopistische Kritiker. Die letzten bejahen die Großstadt durchaus, suchen aber immer wieder ihre Lebenzformen zu vervollkommnen, üben also eine positive Kritik. Die beiden anderen Typen, charakterisiert etwa durch Rousseau und unentwegte Bewegungssanatiker auf der einen, Spengler aus der anderen Seite, sehen in der Großstadt ein Berfalls- produkt der 5Mtiir, verlangen Rücksiedlung auf das Land oder Um- mandlung in Kleinstädte. Aber alle Bergleiche der modernen Groß- stndt vergangener Zeiten, wie sie zum Beispiel Oswald Spengler liebt, müssen daran scheitern, daß drei Momente übersehen sind, die die moderne Großstadt allen anderen voraus hat, Technik und Intellektualisierung des einzelnen. Was Marholz gibt, ist ein durchaus positives Bekenntnis zur Grotzstadt.— Heinrich Rönnen blick bringt in seinem Bortrag„Die gekurbelte Zeitung" ganz interessante Einzelheiten über die Entstehung einer Kino-Wochenschan von der Aufnahme bis zu ihrer Borführung auf der Leinwand. F. S. Sozialistiscbe �rbeitersugenA Groß-Serlin« Lichte»!.._________._. Sozialismus".— Lichtenbertz-West: Zugendheim Scharnweberstr. 29.„Karl Marx, fein Leben und fein Wirken". » Werbebezirk Lichtenberg: Aula de» Refsem-Gnmnasium», Parkau« 10. Mar. gen, Donnerstag: Max Barthel liest aus seinen Werken. Beginn 8 Uhr. Ein» tritt 25 Pf._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reicksbanner. S ckwar, Rot-Golb". Geschäftsstelle: Berlin S 14, Sebastianstr. 87/38, Hof 2 Tr. Prenzlauer Berg: Do., d. 10., 8 Uhr, Kameradschaft Balkan Ber. sammlung im Altersheim Danziger Str. 62. Fr., d. 11., 8 Uhr, Kameradschaft Wörth« Platz Versammlung bei Treuer, Kastanienallc« 23.— Wilmersdorf: Do., d. 10., 3 Uhr, Turn- und Eportabend in der Realschule am Hindendurg.Park. Boranzeige: Das Wintcrvergnllgen sindet am Sonntag, d. 20., im Biktoriagarteu statt. Eintrittskarten sind am Do., b. 10., bei den Gruppenführern zu haben.— Schöncberg: Achtung! Do., d. 10., 8 Uhr, Saal- schütz in der Uhland-Schule, Äolonnenstraße.— Schöneberg-Friedenan: Fr., d. 11., 8 Uhr, Kameradschaft Rathaus Kameradschaftsvcrsammlung im Restaurant Knopf, Mllhlenstr. 9. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht.— Kreuzbcrg: ffr., d. II., pünktlich 7 Uhr, Antreten des gesamten Kreise» mit Tamdourkorps und Fahnen zum Werbeumzug Fontanepromcnade(Nordseite).— Baumsibulen. weg: Fr., d. 11., 7'i Uhr, Versammlung bei Borgmann. Vortrag:„Der Stahl- Helm, die Kampftruppe der Reaktion". Referent Kamerad Rowack.— Bernau: , ffr., d. 11., 8 Uhr, Bcrsammlung bei Modisch. Wichtige Tagesorbnnng.— Lichtenberg nebst Untergruppen: Do., d. 10., 7 Uhr, Antreten sämtlicher Käme- radcn mit Musik und Fahnen am Märchenbrunnen. Bund der lung im Berband für Freidenkertnm»ad Feuerbestattung. Steglitz: Donnerstag, 10. März- IVs Uhr, Realschule Florasiraße, am Stubenrauchpla~ Dr. Klauber:„Die Abtreibungsparagraphen 218 bis 220, Kirche und Sozialdemolratifcher Männerchor Friedrichahal». Anläßlich de, am 11. März .....''" Friedrichshain findet ein« Extra- [m Bereinslokat statt. An beiden stattfindende» Heiteren Abends im Eaalbau llbunqssiunde Donner«tag, 10. März, V48 Uhr, Bortrag letariat Abenden müssen die Sanaesbrüder pünktlich»nd vollzählig erscheinen. Filehut Landsmannschaft"~ Bereinshau», Oranienstr. 36. zu Berlin. Donnerstags 10. März, 8 Uhr, Joels Gäste willkommen. weklerberichk der öffenllichen Uletterdlenstflelle für Bersin»nd U-naeaend sNachdr. verb.). Wechselnde Bewölkung, keine wesentlichen Niederschläge, Temperaturen wenig verändert: schwache Winde aus südwestlicher Richtung. Zür Deutschland: Ueberall weiterhin mild, nirgends stärkere Niederschläge. u HiDSfriolm bei Eicht, BhenrnaäsiDQS, Zocker-, Nieren-, Blasen-, Hemleiden(Earnsanre), Arterlen- verhslkonjl, FrnDcnlBiäED.Mafiealeiden osw. Man befrage den Hausarzt! 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März 1927, nachmittags «uf jede gezogene Rümmer sind iwel gleich hohe«e- Winne gefallen, and zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden«bteilnngen 4«nd 2 Ohne Gewähr Nachdruck verboten Es wurden Gewinn« über 15« Mark gezogen 4 Gewinne zu fe 1 0000 Mt. l 02872 22Ö97 1 4 ffirwintte zu je 5000 SOf. 110002 18C685____ 12«-Winne jusf 3000 KT. 7277 t 119483 140800 172530 108044 229538 12 Gewinne zu je 2000«r. 66976 66239 230335 261966 296860 327855 28«.Winne zu je 1000 Mk. 21737 74303 75130 61988 80881 105382 108658 157144 220005 226390 253362 286725 295125 321854 00 Gewinne zu je 500 Mk. 10654 18895 20381 24140 38716 51122 62637 58866 73649 94852 103667 109521 112617 122641 133688 138060 140260 142120 142847 179838 138307 193471 203431 210937 231535 245073 248510 252870 256576 259565 262973 275739 296527 299621 303575 305464 307012 310645 311572 312978 313261 326467 329811 320843 342506 224 Gewinn, zu je 200 Ml. 1548 4460 14117 17495 18187 16425 21125 26911 28537 20426 33847 41376 43118 48810 56753 66396 70217 61972 86071 87159 89069 93571 94939 96124 104143 111911 112717 117766 119435 121502 123549 128093 135190 138630 141271 144178 145541 146560 150592 154784 155912 158150 167166 168727 172418 175121 175532 177722 177727 180483 183070 186714 196016 202631 204793 205968 211236 211724 218489 223774 229343 231123 238138 238926 240378 242372 250904 256016 257135 158668 259041 263933 265243 267164 276671 278655 230596 282802 289417 289458 289980 290310 292767 293532 294598 297785 300209 303155 307355 303722 308797 309794 313260 315397 315897 316370 317210 318035 327031 327350 328668 333063 333348 335747 339465 340419 340808 341067 341377 341457 341776 348023 24. ZiehungStag 8. März 1927, vormittags ES wurden Gewinne über 159 Mark gezogen 2 Gewinn« zu je 25000 MI. 50658 2 Gewinne zu 10000 MI. 44399 2 Gewinne zu je 5000 Ml. 51606 16 Gewinne zu je 3000 MI. 100212 104199 129601 166517 20K8SO 236300 259024 339479 10 Gewinne zu je 2000 MI. 16112 66624 177460 193932 319113 30 Gewinne ,» je 1000 Ml. 26410 41701 42650 44152 121993 138387 171820 234124 237255 240090 255529 270248 307L90 316317 337279 78 Gewinn, z» je 500 MI 4832 18536 18689 19352 23625 23370 42084 52384 57118 71949 99673 118798 122759 127889 129235 140208 148624 157723 159860 167643 167918 170148 176886 187228 190091 210240 230712 246910 263479 266539 291017 297529 307565 313857 316248 328312 334909 337785 342976 174 Gewinne zu je 300 M'. 5367 9552 12055 16730 21155 21497 25207 26236 26476 30243 80260 31128 31649 31933 50876 59461 60055 65814 67142 70179 70240 70954 76153 80403 80996 32126 84885 91892 94170 100206 103438 105213 105582 109244 112866 114905 134533 143653 158200 169062 171358 171698 172390 179111 180087 180790 188769 190940 193945 203313 210459 214658 216139 221611 221642 223029 224502 235794 237704 238260 238679 240949 241788 247826 247991 249438 282584 254940 255363 262008 272254 278818 283152 286846 206344»00302 303613 304376 313414 Z14448 321643 327148 340375 345875 346871 347858 348503 WenkWe AusWeivW. In der städtischen Freibadeanstalt West» end an der Svandauer Ebanssee in Ehar- ! ollen dura iollen der Garderobeiibelried und der Kantinendelried für die nächsten dre: Jahre an einen Unternehmer vergeben werden. Die Bedingungen siir die Ber» gebung sind gegen eine Gekühr von —.SO RM. im Bezirisjugendamt Ehar- lattenburq. Rathaus. Berliner Str. 72,73, Zimmer>16. wochentäqlich in dtr Zeit von 0—3 Uhr, Sonnabends von 0—12 Uhr. er- hältllch. Bel schriftlichen Anforderungen ist neben der Gebühr von—.50 RM auch da« Porto beizuiügett. Dos Angebot ist abzugeben! ») für den Gnrderobeabetrteb in einem Hundertsatz, den der Pächter aus den der Badeverwaltunq zu- fließenden Einnahmen für die Garde- robenaufdewahrimg beansprucht, d) für dca Kantinendetrieb In einem Hondertsatz, den ber Pächter von seinen Brntloeinnahmen an das Bezirksam! zu zahlen hat. � Angebote find verschlossen und mtt der „Angebot für Badeanstalt Westend" oersehen, dl» zum 20 März d. Z.. vor- mittags 10 Uhr, an das Bezirlsiugendaml Charlottenburg. Rathaus. Zimmer l4S. abzugeben. Die Eröffnung der Angebote erwlgt dalelbst am gleicher Tage um 10 Uhr in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Bln.-Eharl, den 25. Februar 1027 Da» Bezirksamt. Geschäftsnnmmer: 1203) 1. I. 961/26(398. 28) 17. Strafsache oegen den Kaufmann Iwan Iungbluth, Koblenz, Römer'traß« 70 a, geboren am 27. Mai 1895 zu Köln. wegen Beleidigung. BerIin.Mstte.Abt.203 4. Februar 1927 für in Berlin hat Recht erkannt: Der Angetlagte wird wegen fortgesetzter. teilweise rffenllicher Beleidigung zu 300,— (dreihundert) Mark Geldstrafe, nötigenfalls für je 25.— M. zu einem Tage Gelängnis kostenpflichtig oerurteitt. Dem Beieio! Igten. Reichsbonk-Präsidenten Dr. Schacht, wird die Befugnis zuge- sprachen, den eriennenden Teil des Urteil» Vinnen 4 Wochen von Rechtskratt an«in- mal auf Kalten de, Angeklagten im„Ber- »ner Lokal-Anzeiger" und Im„Vorwärts" öffentlich bekannlzumache». Da» Urteil ist vollstreckbar. Der S e n e ra ist aa t s a nwalt bei dem Landgericht I. | Ziehung schon II. d. 12 Min 1027 1 Naturschntzparko Geld- Lotterie 4s66 Geldgewinne und 1 Prämie Klappsportwagen, Kinderwagen, Mc. tallbctten mit Polsterauflage 16,50, Ruhebetten, Kinderbetten. Riesenaus- wähl. Ratenzahlung. Spezialgeschäft, Schönhauser Allee 5, Schönhauser Tor.' Äckleitjunqssfiifke Wasche usw vertranensnolle Auskunft. Unter- suchung(ärztlich). Frau Erdmann,«öve- nickerstraße 151. rechter Borderaufgang. 1 Treppe. Nähe Cchlesischer. Görlitzer Babnbok.' .........«e.( kinganzüge. Gchrockanzüge, Iacketta». züge Rockpaletots. Cutaway-Anzüge, Taillenmäntel, für jede Figur passend, Spezialität: Bauchanzüge, spottbillig. Salvern. Rolenthalerstr. 4 erst« Etoae. Verleih von hocheleaanlen Gesell- Roscnthalerstrafte 4, schaflsanzüoen. Norden 6393 Wenia« aetraaene«avalieraarderobe von Millionären. Aerzirn. Anwälten. Fabelhaft blllia« Preise. Empfehle Taillenmäntel. Paletots. Fracks. Ems- kings, Gehrockanzllge, Hofen. 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In dem Maße, in dem die Hypothekenschuldner durch Zahlung einer vereinbarten jährlichen Tilgungsquote ihre Hypotheken- schuld zurückzahlen, werden die Pfandbriefe durch Auslosung amorti- siert. Eine beschleunigte und vorzeitige Tilgung ist in der Regel dann nur durch Rückkauf der Pfandbriefe zum jeweiligen Börsenkurse möglich. In der Regel— denn die Landschaften haben sich In einem— allerdings stark verklausulierten— ftündigungs« Paragraphen ein vorzeitiges Kündigungsrecht offengehalten, und jetzt bei dem niedrigeren Landeszinsfuß davon Gebrauch gemacht. Der Diskont der Reichsbant ist bekanntlich in einem Jahre von 9 auf S Proz. gesunken Zunächst sind sämtliche mit 19 Proz. verzinslichen «oldpfandbriefe der Landschaften km Gesamtbetrage von 222,69 Millionen Mark zum 1. April 1927 für den nächsten Termin(1. Oktober 1927) gekündigt. Im Oktober 1927 müßten demnach diese Pfandbriefe mit ihrem Nennwert bezahlt werden. Da ober die Gelder für derartig« Millionen- berräge nicht vorhanden sind, geben die Landschaften mit Hilfe eines unter Führung der Reichsbant stehenden Danken- konsortiums siebenprozentige Pfandbriefe aus und bieten diese den Besitzern der allen zehnprozeitigen Pfandbriefe zum Umtausch an. Da bei dem gesunkenen Zinsniveau eine gleich sichere Kapital- anlag« zu höheren Zinssätzen für diese Psandbriefbesitzer in den fellensten Fällen in Frage kommt, werden sie wohl oder übel trotz Beschneidung des Zinsertrages davon Gebrauch machen. Das ist die Konvertierung der Pfandbriefe, von der in den letzten Wochen so vielfach die Rede war. Dies« Konvertierung— also die rechtlich unanfechtbare Um- Wandlung einer Schuld in eine andere mit niedrigerem Zinsfuße— stellt für di« Landwirtschaft offenbar et« außerordentliche ZInserleichtenmg dar, die durch die gleichzeitige Herabsetzung des von den Hypothken- schultmern erhobenen verwallungsbeitrages von 9.6 Proz. auf 0,5 Proz. noch fühlbarer wird. Die Auswirkung der Konver- tierung der zehnprozentige» Pfandbriefe geht aus folgendem Bei- spiel h»rvor: 19909 M. Pfandbrief schuld kosten: bor der Konvertierung 19 Proz. 1999 M. jährlich 0.6» 60,, .--- vc,. Zinsen....... Verwallungikostenbeitrag Tilgung...... »ach der Konvertierung Zinsen verwal verwaltungtkosten.... Tilgung....... Zinsen de» KurSausgleich»- darlehn»(höchstens).. 1119 M. jährlich 7 Proz.— 700 M. jährlich 0,5» 50.. V..- 50.. -- 88. 8S0 M. jährlich Diesem, der daraus fast restlos den landwirtschaftlichen Schuldnern zufallenden Gewinn steht natürlich ein entsprechender Verlust der Pfandbriefgläubiger gegen- über, di« bei der Erwerbung der Pfandbriefe wohl zum größten Teil« stch nicht über die vorzettig« Kündigungsmöglichkeft durch die Landschaften tm klaren waren, zumal diese lediglich aus den un- übersichtlichen und unklar gefaßten Statuten hervorgeht Gleich- wohl ist scheinbar weder vom juristischen und noch weniger vom volkswiitschoitlichen Standpunkt aus gegen den in der Konvertierung zum Ausdruck kommenden Zinsabbau etwas einzuwenden und dem Hinweis der Pfandbriefgläubiaer, daß sie seinerzeit bei Erkenntnis der vorzeitigen Kündigungsmöglichkeit ihr Geld wahrscheinlich in damals noch bester rentierend« Papiere gesteckt hätten, mutz ent- gegengehalten werden, daß die Folgen eines solchen Irrtums rechtlich von ihnen zu tragen sind. wachsender Umfang der Konvertierung. Seit der Kündigung der zehnprozentigen Pfandbriefe hat die Ssntung de» allgemeinen Zinsniveaus weitere Fortschritte gemacht. so daß—-«i« zu erwarten war— die Landschaften auch für di« übrigen, über dem setzigen Zinsniveou ausgegebenen Pfandbrief« eine Konvertierung in niedriger verzinsliche Papiere betreiben. Nachdem die Pommerfche Landschaft auf der einen Eeft« ihren Hypothekenschuldnern ein« Rückzahlungs« Möglichkeit für ihre achtprozentigen Darlehen gewährt und anderer- feite den Pfandbriefgläubigern die achtprozentigen Gold- Pfandbriefe aufgekündigt hat und auch die S ch l e f i f ch e Land- fchaft ähnlich vorgeht, will nunmehr auch die O st p r e u ß i f ch e Landschaft alle achtprozentigen Golddarlehen ab 1. April d. 3. In sechsprozentig« umwandeln und entsprechend neue sechsprozentige Pfandbriefe in den Verkehr bringen. Im Gegensatz zu dem Vor- gehen der beiden anderen Landschaften soll hier jedoch kein Um- tausch in niedriger verzinslich« Pfandbriefe angeboten werden, solcher» die Pfandbrief« sollen zum Nennwert ausgelost, und die erforderlichen Mittel aus dem Auslande beschafft werden. Auch hier kann man von einer Entrechtung der Pfanddriefgläubiger nicht gut sprechen, wenn man das Verfahren bei der Kündigung der zehnprozentigen Pfandbriefs billigt: denn hier wie dort stützt sich die Kündigung auf den gleichen Paragraphen in den Statuten der Landschaft. Nach der Erfahrung, daß der Appetit beim Esten kommt, taucht aber nun in landwirtschafUIchen Schuldnerkreisen folgender Plan aus: Man möchte für alle über 6 P r o z. verzinslichen langfristigen Schulden eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit schaffen, auch wenn die Verträge ausdrücklich eine solche aus- schließen, und will sich zu diesem Zweck d«n§ 247 de» Bürger- lichen Gesetzbuches dien st bor machen. Dieser Paragraph, unter den Inflationsoerhältnisten außer Kraft gesetzt, sollte in der Vorkriegszeit den Schuldner vor wucherischer Ausbeutung durch di« Gläubiger schützen, und zwar dadurch, daß jeder Schuldner jeden Vertrag, in dem mehr als 6 Proz. jährliche Zinsen für ein geliehenes Kapital ausbedungen waren, jederzeit mll sechs- monattger Kündigungsfrist kündigen konnte. Rur für auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen galt dieser Paragraph nicht, und auch für den Emissionsmarkt hatte er bei den damaligen niedrigen Zinssätzen praktisch keine Bedeutung. Die Wiederherstellung dieser allen Gesetzesbestimmung, di« nach Wiederkehr eines gewissen Normalzustandes am Geld- und Kapitalmarkt für neue Verträge zu billigen wäre, darf aber— abgesehen von der Konsequenz für sämtliche zurück- liegenden Schuldverrräge— hinsichtlich der Pfandbriesauftündigun- qen nicht nur vom Standpunkte der auf Zinserleichterung hoffenden Hypocheken f ch u l d n e r betrachtet werden, sondern vor allein auch von dem gerade entgegengefetzten Standpunkt der Hypotheken- bzw. Pfandbrief g l ä u b i g e r. Das Geschenk, das den landwirtschaft- lichen Schuldnern in Gestall einer beträchtlichen Zinsersparnis durch die mit Hilfe des Z 247 BGB. herbeigeführte Zwangskonvertierung gemacht würde, wäre gleichbedeutend mit einem Verlust der Hypo. thekengläubiger bzw. Psandbriefbesitzer in gleicher Höhe. Wenn man sich auch über die Interessen der Gläubiger und olle Er- wägungen betr. Recht und Lilligleit hinwegsetzen wollte, was man in anderen Fällen mit Slaatsnotwendigkeiten notdürftig begründen konnte, so stehen einem solchen Plan« doch schwere sachliche Bedenken entgegen. Abgesehen von ollen Zweifeln, die sich über Ausmaß und Zeit- punkt der Kündigung aller Schuldoerhällniste ergeben, würde eine ollgemeine Zwangskonvertierung wahrscheinlich zu einer neuer» ljchen Zerrüttung der Verkehrssicherheit und des Kredits führen. Neue Zinspapiere, also auch neue Pfandbriefe, würden voraussichtlich für längere Zell so gut wie unverkäuflich sein, und damit wäre auch wieder die Befriedigung des weiteren landwirtschaftlichen Kreditbedarf» selbst außerordentlich erschwert. Der Appetit, der sich bei der Landwirtschaft(speziell der hinter den Landschaften stehenden) beim Esten besonders schnell steigert, könnte den beteiligten Landwirten selbst u. U. also recht gefährlich werden." F. D. Die ersten Schiffahrtsabschliiste. Norddcntscher Lloyd S Prozent Dividende. Für di« deutsche Uebersoeschiffahrt war das vergangene Jähr wohl das an Konzentrationen, Konkurrenzkämpfen und Neubauten bewegteste Jahr ihrer Geschichte. Kaum daß der Norddeutsche Lloyd sich die Roland-Linie, die Homburg- Dremeri-Asrika-Linie und die Dampfschifsreederei Horn endgüllig angegliedert hatte, folgte die H a m b u r g- A m e r i t a- L i n i e mit der Fusion der DeÄsch-Austrastfchen und der Kosmos-Dampsschisfahrts-GeseNschast. Mit beiden Fusionen waren ganz beträchtliche Kapitalerhöhungen verknüpft: Der Norddeutsche Lloyd erhöhte von 52 aus 75 Mil- lionen, die Hapag erhöhte um 55 Millionen aus 1Z1 Millionen. Der Norddeutsche Lloyd hoste den Vorsprung der Hapag nicht durch neue Fusionen, wohl aber durch außerordentlich große Neu- bauten von Riesenschiffen ein, die vor kurzen, in Auf- trag gegeben worden find. Zur Finanzierung dieser Neubauten nahm«r«ine weitere Kapitalerhöhung um 59 auf 125 Millionen vor, womit der Lloyd nicht nur sein Vortriegskapital wieder er- reicht«, sondern auch dem Kopital der Hamburger Konkurrentin sich bis auf sechs Millionen wieder näherte. Man weiß nicht, wie dieses Wettrüsten der beiden großen Reedereien ausgegangen wäre, wenn ihnen nicht eine völlig un- erwartete und unerhörte Konjunktur, Insbesondere im Gefolge des englischen Bergarbellnstreiks, zugewachsen wäre. Da» Palsagiergetchäft, das für den Norddeutschen Lloyd sehr wich- ti(i ist erfuhr im Amerikaverkehr eine bedeutend« Ausdehnung und auf der anderen Seite vollzogen sich im Frachtenindex uner» körteSprüngenachoben. Im Verhältnis zu 1913(-- 199) sprang der Frachteninder Januar— September von 93,6 aus 199,3, bis November auf 159,2(!), um im Dezember wieder auf 129,4 zurückzugehen. Aus dieser Indexstelgerung ergab sich natürlich ein schr ertragreiches Geschäft, so daß die früher keineswegs lehr günstige Lage der deutsiLen Ueberseereederei eine ganz außer. ordeniliche Besierung«rfayren konnte. Diese günstige Loge erfuhr eine wellere Verbesserung durch die Suboentionierung der Neubauaufträg« durch oa» Reich, die zwar äußerlich den Werften helfen wollte, w sehr großem Ausmaß aber naturgemäß den Reedereien zugute kam. Der endgültige Geschäftsbericht für den Norddeutschen Lloyd liegt noch nicht vor. Aber die aus der A u f f i ch t s r a t s f i tz u n g bekanntgegebenen Ziffern lasten bereits deutlich erkennen, daß trotz der gewaltigen Verbreiterung der Kapitalbast» jehr beträchtliche Gewinne zu verteilen sind. Nachdem der Norddeutsche Lloyd noch für das Jahr 1925 ohne Dividende abgeschlossen hat, werden für 1926 sechs Prozent Dividende veriellt. Der gesamte Betriebsgewinn wird mit 30,84 Millionen ausgewiesen. Bon diesem Vetrlebsgewinn werden 12,59 Millionen, also ein sehr hoher Prozentsatz, auf den Schiffsbestand abgefchrie- den. Außerdem werden dem Erneuerungsfonds noch 2,5 Millionen zugewiesen. Die flüssigen Mittel der Bilanz zeigen im Ge- folge der großen Kapllalerhöhung, die zu hohen Kursen ersolgien und deren Gegenwert noch nicht ausgegeben ist, eine gewaltige Steigerung: Kassenbestand und Bankguthaben sind gegen das Vorjahr(5,41 Millionen) auf 68,45 Millionen erhöht. Eins Zwischenbilanz wies diesen Posten erst im Be- trage von 21,6-5 Millionen aus. Wertpapiere und Beteiligungen sind mit 5,76 gegen 4,93 Millionen nicht bedeutend erhöht. Die stillen Reserven durch die Kurssteigerung wurden also nicht aus- geschöpft. Forderungen und Heberganjjskontcn werden mit 38,35 gegen 35,73 Millionen höher ausgewiesen. Aus den Kurs- gewinnen der letzten Kcpitalerhohungen konnten dem Reserve- tvnds 11,25 Millionen hinzugefügt werden, so daß dieser auf 17 Mil- lionen anwuchs. Daß die Gewinne lehr beträchtlich gewesen sein müssen, beweisen die Passivkonten. Langfristige Kredite sind von 38,2 auf 36,1 Millionen gesenkt. Kurzfristige Schulden von 36,94 auf 11,36 Millionen, also um über zwei Drittel er- mäßigt. Da der Zuwachs der Bankguthaben bedeutend mehr beträgt als die nominelle Kapitalerhöhung und die Kursgewinn«, die besonders ausgewiesen worden sind, dürste diese Verrmgerung der Passiven aus dem lausenden Geschäft möglich gewesen sein. Der Norddeutsche Lloyd würde also demnach eine noch höher« Dividende haben-verteilen können. Auf den Geschäftsbericht des Norddeutschen Lloyd wird zu gegebener Zeit noch zurückzukommen fein. Don zwei kleineren Gesellschaften liegen ebenfalls Dividendenmcldunqen vor. Di« Dampffchiffahrtsgefell- fchaft„Neptun* bringt ihrer Generalversammlung, nachdem sie im Vorfahr noch ohne Dividende abgeschlosien hatte, nach erheb- lichen Abschreibungen eine noch höhere Dividende als der Nord- demsche Lloyd, nämlich 19 Proz., in Vorschlag. Die klein« Glo- bus-Reederei- A.-G., ebenfall» in Diemen, wird ihre fünf- prozentige Dividende vom Vorjahr für 1926 auf 8 Proz. er- höhen. Damit liegen aus Bremen drei Gewinnabschlüsse vor. die sämtlich ein außerordentlich gutes Geschäft verraten. Man darf darauf gespannt sein, mie angesichts der Konkurren, zwischen. Bremen und Hamburg die Hamburger Schiffahrtvv a b s chlü ss« ausfallen werden. Wettlauf im Schiffbau. Ilm mit ihrem Schiffsbestand nicht hinter der Konkurrenz zurück- zubleiben, macht die Hapag große Anstrengungen, durch Neu- b a u ten ihren Schiffspark zu ergänzen. Soeben beschloß der Auf- sichtsrat der Hamburg-Amerikanischen Paketsahrt-Aktiengesellschaft, sich von der ordentlichen Generalversammlung am 28. März die Er« möchtigung erteilen zu lasten, 39 Millionen Mark neu« Aktien aus- zugeben und so das Stammkapital auf 169 Millionen Mark zu erhöhen. Die neugeschaffenen Mittel sollen für ein Baupro- g r o m m verwendet werden, das zur Ergänzung der bisherigen Flotte in Auftrag gegeben werden soll und aus folgenden Schiffen bestehen wird: 2 Motor-Pasfagierfchiffe vom Typ Cleve- laich— diese werden je etwa 17 099 Tonnen groß sein und sind für die Nordatlantikfahrt bestimmt— 6 Motor-Frachtschiffe von je 19999 Tonnen Tragfähigkett und 6 Frachtschiff« von je 5599 bis 6999 Tonnen Tragfähigkett. WieSsraufrichtung ües Kaetellöiktats. ... nad) der leisefien Besserung der konjunkkur. Als typisches Beispiel einer rücksichtslosen Kartell�olitik ist das Verhalten der Walzwert« der Halbmetallindusirie bei der jetzt erfolgten Preisfestsetzung anzusehen. Die Geschäftslage hatte sich seit Anfang des Jahres kaum etwas gebessert, als man auch schon wieder dazu übergeht. Konventionen festzusetzen und die Marktherrschaft der Kartell« wieder aufzurichten. Im Herbst ver« JmvoM f 60LD-SABA-4« xuaa idchMn,]�U�iu/ng/wri /nzmUer� Ernte probiert hat�W Aich wn dum faseimerendeti Aronu, �bekömmlichen G�ualität�W dum platten weissen� Brandl überzcuAC-n konnte£ARBÄTY gangen en Jahres war es infolge der«bfotzkrlse nicht mehr mSgfich. die Kartellpreise ausrechtzuerhallen, und in verschiedenen Gruppen der Metallhalbfabilation kam es zur Aushebung der Kon- ventionen bzw. zur Auslösung der Verbände. Die größten Schwierigkeiten stellten sich in der Aluminiumwalzwerks- i n d u st r i e heraus, wo es infolge des scharfen Konkurrenzkampfes der 28 Herstellerfirmen am Inlandsmarkt einfach nicht mehr möglich war, die Produktionskontrolle und die. Einhaltung bestimmter Picht- preise durchzuführen. Auch die wirtschaflliche Vereinigung der Messing sabrikanten nahm von der Festsetzung von Grund- preisen Abstand, und die Preise regelten sich von selbst nach An- gebot und Nachfrage unter Deriicksichtigung der jeweils geltenden Neumetallkurse. Auch der frei« Markt hatte den inzwischen einge- tretenen Preissteigerungen entsprechenden Ausdruck gegeben. Die jetzige Preispolitik der Halbmetall t a r t e l l e aber muß man als einen neuen Versuch bezeichnen, unter dem vor wand der er- forderlichen Rationalisierung die Weiterverarbeiter und den Konsum dem Kartelldiktat zu unterwerfen. Selebung des Brbeitsmarkts Mofaog März. Die erste Märzwoche hat zum erstenmal in den meisten Teilen de» Reiches nach den Berichten der Landesarbeitsämter eine nicht un- erhebliche Verminderung der Arbeitsuchendenzahl gebracht. Infolge des günstigen Wetter» sind die Außenberufe, vor allem Landwirtschast und Baugewerbe, ausgesprochen stärker mit Anforderungen von Arbeitskräften hervorgetreten, lrie Frühjahrs- belebung des Arbeitsmarktes setzt, wenn auch in einige» Bezirken Arbeiter> Kultur- Kartell QroB- Berlin Sonntag, d. 13. März, vormittags 1 1 Vs Uhr, im Theater der Volksbühne am Bülowplatz, 2. Aufführung: Ein Frühlings-Mysterium Dramatisches Chorwerk von Bruno Schönlank Musik von Heinz Tießen.— Szenische Leitung: Albert Florath.— Musikalische Leitung; Jascha Horenstein.— Tänzerische Leitung: Hertha Feist Mitwirkende: Sprech-Chor für Proletarische Feierstunden.— Einzelsprecher: Heini Witte. Lothar Müthel. Alex Köckert, Wolf Trutz, Marga Reuter,— Ilse ""i, Mezzosopran— Berliner Volkschor(Dr. E. Zander), Gemischter oß-Berlin, Schubertchor, Der junge Chor, Jugend- und Kinderchor des Vereins Harmonie-Charlottenburg. Samtlich Mitglieder des DASB. Berliner Sinfonieorchester.— Die Plätze werden verlost.— Die Verlosung beginnt um '/jll Uhr.— Eintrittspreis 1.50 Mark.— Karten sind noch zu haben: Bureau des Arbeiter-Kultur-Kartells, Lindenstr. 3, II. Hof, 2. Tr, ZimmerS; Ortsausschuß des ADGB, Engelufer 24-25; Buchhandlung J. H. W. Dietz, Lindenstraße Z langsam, ein. Allerdings berichtet von den großstädtischen Bezirken noch immer Berlin über«in Stagnieren der Beschästigungsver- hältnisie._ Steigender w einverbrauch— geringerer Spirituosenkons, n. Wie die bekannte Berliner Spirituosenfirma Hermann Meyer u. Co. in ihrem Jahresbericht erwähnt, ist im abgelaufenen Jahr der Verbrauch an Spirituosen allgemein weiter zurückgegangen, da- gegen hat sich der Absatz an Süd- und Fruchtweinen, aber auch an Mineralwasser, erheblich vermehrt. Diese Konsumverschiebung ist größtenteils die Folge der Zollermäßigung für Südweine med der Befeitigmig der Relchsweinfleuer. Sie genannte Gefells chafk hat an der Umschichtung des Absatzes nickst verloren, sondern im Gegenteil, da sie auch im Weinhandcl erheblich tätig ist, noch ge- wonnen. Sie tonnte ihren Reingewinn von 274 632 M. auf 328 028 M., die Dividende von ll) Proz. auf 12 Proz. st e i g e r n und hat außerdem ihren Bilanzstatus verbessert. Im neuen Gc- schäftsjahr wird von einer weiteren Steigerung der Uni, sätze berichtet. ZNillionenauflräge für Texlilwafchinen. Sehr bedeutende Auf- träge für die Lieferung von Textilmaschinen hat die Maschinenfabrik Kohorn in Cheinnitz aus England erhallen. Die Bransstone Com- pany, die eine große Kunstseidenfabrik erbaut und die ihre Produktion im nächsten Jahre ausnehmen will, Hot Maschinen für Kuns�ideerzeugung im Werte von rund 8 Millionen Mark Ver... gungen des Freistaates Sachsen an einer Reihe von Elektrizität- werten und dergleichen sind seit 1898 in der Elektro A.- G. ' ißt, die im vergangenen Jahre aus 1,4 sächsisch« Staat Jn der Eleklrizllätsindustrie. Die Beteili- »es Freist. lnd dergl (Dresden) zusammengefaßt, die (im Vorjahre 1.2) Millionen Mark Reingewinn ein« Dividende von 12 Proz.— gegen 19 Proz. im Vorjahre— auf da» 19 Millionen Mark betragende Aktienkapital verteilt. Die Steuerbelastung ist von rund 396 999 auf rund 129999 Mark zurück- gegangen. Bemerkenswert hoch für eine im öffentlichen Lefitz stehende Gesellschaft sind die Aufsichtsratsvergütungen, die sür 18 Aufsichtsratsmitglieder nicht weniger als 91999 Mark ausmachen. Hellte ftliltvocli Groger Kindertag! HSn/gsfr* 1•Stock, den, J/amen: Gadiel Haddien-H&Dlel FnfVaArjJto#«!, vorxdpfldW .--- 15.- 12.- Büzfldicade wollene Kinder' n. fffiddienidelder nfcv/hr Ämtmahl tS-110 am tm ebulg dm tlthcmdtm hllUyan Keklmmt-Prehtrt Knaben SponanzOde, aas farbigen Wollstoffen englischer Art, in sehr guter Uerari gefüttert) bis zu 14 Jahren. Für 3 Jahre (jede weitere Grüße SfrUH- Kleider SO. 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Uhn fiinden der IVelt Die weltstädtische James» Klein- Revucl I 2J0 Mifvfrkcnde/ Theaterk.1 | ab 10 Uhr unnnterbr. geöffnet, I CASINO-THEATER« uhr Das erste VolksstOdiia dieser Spielzelt Familie Habenichts I lusduietaea Gutschein 1—4 Pen. Fauteuil nur 1 Mt, Sessel 1�0 Mk. PHOEBUS- PALAST AM ANHALTER BAHNHOF(EUROPAHAUS) Täglich 5", 7« o. 9» Sonntags 4, 5**, 7* n. 9" Vfinte� Carien RaucT�■ tattet Relchahailen.Theater Abends* Unr u. Sonntag nachm. S Uhr Stettiner Sfinger Ob nudBislli Hin-Ongnut Ibdnnlttiqi: ballte Oniu. volles Oragrtnl oönhoff.BreH'l Variete, Konzert, Tanz. Wallner» Theater 8'. Der Schlager 8V. Das blonde Wunder und die übrigen Sensatioaenl hnitaih■. lNili|i 2 Vtiriicllungen i* und 8 Uhr, i"" zu ermäßigt Preisend, ganze Programm OUh mit Aliredöranfl CaiDiln Spira Osnsra. Kapler. Bendow Wetter- «tlar a. ß. Arbeiter, Aogesteltte, Beamte besucht die Veranstaltungen „No-Va-Co" Karlshorst, Omtachcs Haas Treskowalle»(amBahnh.) Jad. Dienstag Pankow, KonzerthanB Breites träße 34 Gewerkschafts Seiufer 23 Jeden Freileg penick, Stadttheater Priedrlehstr.ß jeden Freitag a. Sonntag Tegel, Vereinthaus(HaaateckJ Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Notstands-Vnrietß-Konunlaaion der Intern. ArttotetMLog« B. ▼. Jeden KlWieech ihaas,BerllBS Der neueste russische Großfilm Die Mutter nach MAXIM GORKI'S gleichnamigem Roman Gegen Abgabe dieses Inserats wird an der Kasse IT des Phoebus- Paiastes eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis von Mark 1.— für alle Vorstellungen mit Ausnahme der letzten Sonntagsvor- stellungen um 7», 9» ausgehändigt Kein Garderobenzwang Täglich 8 Uhr; MDiprlDzeulQ 8 Uhr: Dv BDtisi SftflhTB 8*/, Uhr: Mlgeimartlw Ott. Kflnatltr-Th •idsrdlsstn. Bsiatn 8 Der ZarvwUstb Laaalnc-Tlieatcr 8 U.: vor Patriot O«OOODOO Uistsplelhaus 1 8'/, Uhr: hm-iiiJB� «OGO«O»« Ttal Llillnlirfpl. Kurfürst IMI Zun 5» Male: 8 Uhr: Hax Adalbert *.•Moden>Reisbn 30 Mannequins zeigen; Levln. Modelle, Stflbbenstr. 8(Ecke BaMberger Striae) Modellhaus Resnik, Tauentzlenstr. 18a Hecker A Wasaerbcrger, Maassens tr. IT Leiser Auguste MOnzcr, Charlottenburg. Sybelttr. 14 Salon VSste, Weltmeister im Damenfrlalere«, KSaMMr.» Rheinische Meakenperede Leopold Varcb, Charlottenburg, Leibnlzstr. 104 Krönung zur Funkhaus- Kftfllgln Chrenjury zur Kdnlgin-Wahl; Paul Samsoa-KOraer/ Pran Samsen-KBrner Itedefl-Klelder, Mäntel Pelze; Felac Oamenwäsctae: Schuhe: MedellhOte: Frisuren— Perteten: KeeMnie: Wahl der Prinzessin Karneval irenlury zur KSniei_________________________________________ Ada Svedln/ Charles Willy Kaiser i Chefredakteur der.Deutschen Filmwoche' Wolfgang Flacher/ Weltmeister VBste unter Mltwirkaag da« PnMIksuna. Gesana I Linder vom Wein und vom Rhein I Im VGrtrif des PriGdenauer Min ncr-Otsang- Verein 1875 E. V. Mitglied dee t«r- liner Deutschen Mnferbundes. Dirigent: Haas Backar aud ICWn. 77Das Publikum als Detektiv??Wer sind die seebs Masken?? Hierzu das übrige Funkhaus-Programm.— Künstl. Leitung: IttllmuUi Wölfl u, P.Oarff ■Inheitsprels 2 Mark(einschl. Steuer) lainnninimiiffliiiiinitnniiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiHiiiiiHiuiininiiiiiiiiiiiMiiiiiniiiinnnniuiniiMnimiiiiwiamM m e�er.U Czaitlins Msdin Issel Sns.s. anlt.uitia): t VMatni, U Dds, Iilsh*. Idnms. Titfis, Ohls feller- -Jtarae Theater In AdnlraUpnlast TSglleh 8'/, Uhr Ann. aus M ß u. Siifuiii-lnari das Philharm. Dreh. Dlrig. Pr.f.J.Prgwar 4. Slnt-Brahms; Koni. C*Dur f. Cello- d'Albert(Oraudenl Th.Kfinlz'rltz St. Hascnhelde HIO 8 Uhi; im« treue Nymphe ElliaUcth Bergner HoanMienhaaz Norden«304 8 Ubr: km-Calalt leeonders «Irkaan sind die KLEINEN ANZEISEN int .vorvärtd" und tretsdeai iq nmut o Deotsdier Metailirbeiter-YerbaDil Verwaltungsstelle Berlin. ®en SJlitgliebem mit ZlnchtlchL baß unfn ftoQtge. her Schntitb Johann Mlelke am 8 März geftsebrn ist Ehr» feinem«nbenfen! a>ie«eetblgunq fhtbet Donnersfa«, den 10. SÄätj. nadimittoe« 2 Uhr. van der Seichenhalle de, St. Sebastian- Ftiedhale, in Reinickendots- West, Humdotdtstt.. aus statt _®te Ocfsnertsalfans. OiMirlletaflaMi-leM Jeaftag, boW 11. msc). aadtmittag« o*b«. Im Corel eon• 1 1 e f i n g. Saff.rlorilref)» M Bezirksversammlung für die fiolleglnstn und Sollegeu de» vezirks Sa. TageaardRnng: L»llndignng de, Nahztentaeifs Mefetent: Kallege Karl HenfcheL Z»iafusflae Mitgliedsbuch leglttrnieet. geglzaichee chefuch wird szoratttL ?'raitag, San 11. TRflrj, Narmllloga OV,»he. las Zimmer 2»»«»»««> kaabshaafea. Claiaastr. 83 SS ew Versammlung aller ardeilsioses Sicklerinnes. Wickler, Zialiererisnes. Zsslierei� valieiie- und«lemesleardetier. und-ardeileriuneu. Die Tagsaasduuna wirb w der Versammlung bttanmgegebssi. Ob« Mtigliedaduch und AedaiHfalen. fatts kefu zutritt. »a die eeelammfuna aaa .erst«, 'gen. »ichttafeit. ist«a Vflichf aller zahlrstch und pstnttlich tu erscheinen. Sie OtiaaatcaUaas.