Nr. IIS ♦ 44. �ahrg. Ausgabe A Nr. 60 Bezugspreis. Wöibentlick, 70 WtnnitL monatlich 8. JLndismarf DOtan»«ollldar. Unter«remdand für Doullchland. �cnjio. Saar- und äRemelaebie, Oeiittteid). eitouen. Luirmdur« 4,5u Jiriismaif, für da» ttbtiflt «usla»: i.M Z>eich«mart vi» SRonau Der.Sotmätt«' mit der Muskiee» tcn Sonntaesbeilag«»Volk und Zeid' lowie den Beilagen»Unlerkialtung »no Willen'.Au» der Mlmwelf, .israuenltimme'.Der Kinder- freund'-Iugend-Lorwilris' und »Blick in die Bllcherwelt' erlcheint wochenläglich arneimal. Sonntag» und Montags einmal. Teleorormn-Adreffet .Sojialdeaotcal Berlin" Morgen ansgalro ZZevlinev Volksblatt (�10 Pfennig) Anzeigenpreise: Sie»inloalttae Nonvareille- »eile 80 Blennia Rellam-teile b»— Reichsmark, �kleine Anzeigen' da» lettaedruckte Wort TS Pfennig kzuISllia»woi kettaedruckte Worte). iede» weitere Wort 12 Pk-ntna. Btellenaeluche da» erste Wo't ld Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buch- Haben»Sblen für»wei Wort«. 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Trotz dieser Derlängerung um einen Tag und obwohl von den 40 Punkten der Tagesordnung nicht weniger als 3ö bereits erledigt sind, scheint man in Zeit- bedrängnis geraten zu sein. Unter den fünf Restpunkten sind die drei wichtigsten und schwierigsten: Ungarisch-rumänischer Konflikt, ostoberschlesischer Schul st reit und Saorfroge. Was die ungarischen Optanten betrisft, so muß sich Chamberlain mit Jshii und Pillegast bemühen, einen Ausweg zu finden, was sicher nicht leicht ist. Ueber die ostoberschlesische Minderheitsschule berät das Dreimännerkollegium Urrutin-Scialoja-oan Trostwijk zusammen mit dem zuständigen Abteilungsdirektor des Völkerbundssekretariats, dem Norweger Colban. Hier scheint eine Einigung wahrschein- l i ch, die im wesentlichen entsprechend dem Gutachten Colonders den Beschwerden des Deutschen Volksbundes Rechnung tragen wird. Die Juristen, darunter Ministerialdirektor Gauß, arbeiten an einer Formel zur Einsetzung von Kontrollkommissaren des Völkerbundes, die die Anmeldungen zu den Minderheitsschulen nachprüfen sollen anstatt der vexatorischen und unzulässigen Nach- Prüfung durch die polnischen Behörden. Jedenfalls wird die Ange- legenheit jetzt entschieden und es wird entgegen der ursprünglichen Absicht ein Rechtsgutachlen des Haager Schiedsgerichtshofes nicht an- gefordert werden. 5)ingeg«n steht die Saarfrage zurzeit ausgesprochen schlecht. Nicht nur, daß man heut« keine Fortschritte erzielt hat, sondern es ist gegenüber dem gestrigen Tage«her ein Rückschritt eingetreten. Beide Parteien— Frankreich und Deutschland— haben sich stark scstzelegt. Frankreich lehnt es ab, Lambert fallen zu lasten. Man dachte nun, daß Deutschland nunmehr streben würde, um so größere Zugeständniste in der Frage der neuen Eisenbahnschutzabteilung her- auszuholen. Statt besten hat die Vertretung Deutschlands heute olles oersucht, in der Personensrage wieder anzurennen. So droht die Person Lamberts eine Prestigefrage zwischen Priand und Stresemanu zu werden. Jeder der beiden Minister scheint zu befürchten, daß die Nationalisten in seinem Lande jede Nachgiebigkeit im Falle Lambert als eine politische Niederlage auffasten werden. Während nun fruchtlos über den Herrn Lambert hin und her geraten wird, werden die sachlichen Punkte vernach- l ä s s i g t, wo man verschiedenes, namentlich eine nicht unwesentliche Herabsetzung der Zahl des Eisenbahntorps erreichen könnte. Die Angelegenheit steht auf der Tagesordnung der Ratssitzung von Frei- tag vormittag, und bis dahin muh man sich entschieden haben. Zwei Möglichkeiten stehen offen: entweder das unbefriedigende Kam- promiß oder eine Mehrheitsentscheidung im Rat, wie sie für Saar- angelegenheiten im Dersailler Vertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Es braucht nicht betont zu werden, daß das ersten) jedenfalls das kleinere Uebel für Deutschland und für die Saarbevölkerung wäre. Abgesehen davon, daß eine Mehrheitsabstimmung nach außen immer ungünstig wirkt, was bei der jetzigen Atmo- fphäre der deutsch-srarzofischen Beziehungen besonders schädlich sein würde, so ist an dem Resultat der Abstimmung kaum zu zweifeln. Es würde ja über den Dorschlag der Regierungskommission abge- stimmt werden, und das würde bedeuten, daß das Eisenbahnkorps in der vollen vorgesehenen Höhe von 800 Mann errichtet wird. Ebensowenig wäre etwas an der Zusammensetzung der Regierung?- kommission zu ändern. Es ist sicher, daß olle fünf Mitglieder wiedergewählt- werden einschließlich des Kanadiers Stephens, für den die Engländer noch keinen Ersatz auftreiben konnten; sie wollen sich nun bemühen, einen dritten ausfindig zu machen, möglichst einen Ka- nadier mit deutsche» Sprachkenntnissen, der Lust verspürt, seinen bis- herigen Wohnort mit dem Jndustriebezirk an der Saar zu ver- tauschen. Das wird nicht gerade leicht sein. Die deutsche Delegation wird, wenn auch schweren Herzens, dem Kompromiß zu- stimmen müssen. Stresemann braucht wirklich nicht darum be- sorgt zu sein, daß Hevgt daraus eine Kabinettsfrage machen wird. Die Verhandlungen mit Polen. V. ZcK. Genf, 10. März.(Eigener Drohtbericht.) Für heute nachmittag war eine neue Zusammenkunft Stresemann- Z a l e s k i vorgesehen, die aber wegen beiderseitiger Verhinderung abgesagt und auf morgen verschoben werden mußte. Sie wird zwar mehr als ein Höflichkeitsakt sein, eine wesentliche sachlich« Fortführung der ersten Verhandlung ist jedoch kaum zu erwarten. Im Prinzipiellen sind beide Parteien über die Rolwendigkeil der Fortführung der handelsverlragsverhandlungen einig. Darüber hinaus hat aber die deutsche Vertretung nachdrücklich be- wnt. daß eine ersprießliche Arbeit kaum zu erwarten ist, wenn das Damoklesschwert der ostoberschlesische» Ausweisungen über den deutsch-polnischen Beziehungen dauernd schwebt. Das scheint Za- leski auch eingesehen zu haben, der vorbehaltlich der Zustimmung des Warschauer Kabinetts, d. h. Pilsudskis, einer Einstellung der Ausweisungen während der nächsten drei Mo- nate zuzustimmen geneigt ist. Bis dahin hofft man, sich über das Niederlastungsrecht endgüllig zu einigen und die Handels- oertragsoerhandlungen wesentlich zu fördern. Daß die rein wirt- schaftlichen Verhandlungen nach wie vor sehr schwierig sein werden, darüber ist man sich klar. Die Begleitmusik der deutschnationalen Presse zu der ersten Fühlungnahme zwischen Stresemann und Zalesti ist vorläufig ebenso töricht wie schädlich. Die Scharfmacher in der agrarischen Hugenberg-Preste werden höchstens erreichen, daß die polnische Nationalistenpresse in derselben Tonart gegen Deutschland hetzt. Das Resultat würde sein, daß das Warschauer Kabinett Zaleski desavouiert. Pilsudski scheint vernünftigen Erwägungen in der nieder- lassungssrage durchaus zugänglich zu fein. Er allein kann den rabiaten Kattowitzer Wojwoden Grazynskl. einen Vertrauensmann der„Aufständischen�, zurückpfeifen. Wenn aber die Atmosphäre in Berlin und Warschau systematisch von den Interessenten des Völkerhastes weiter vergiftet wird, dann wird Grazynfkis Stellung sehr gestärkt. Dann können sich die Deutschen, die ihre oberschlesischcn Wirkungsstätten verlasten müssen, bei Herrn Hugenberg und dem Landbund bedanken. Es scheint aber, daß das Schicksal dieser bedrohten Auslandsdeutschen den oft- clbischen Agrariern viel weniger wichtig ist als die Er- richtung von Zollschranken gegen billigeres polnisches Schweine- fleisch. Mieterhöhung am 1. Rpril. Der Reichsrat stimmt zu.— 19 Prozent Zuschlag zur Friedensmiete. Am 1. Oktober nochmals 19 Prozent! Der Reichsrat hielt am Donnerstag eine öffentliche Vollsitzung ab. Von der Tagesordnung abgesetzt wurde der Gesetzentwurs zur Abänderung der Arbeitszeitverordnung. Die Verordnung der Reichsregierung über Festsetzung einer Mindesthöhe der gesetzlichen Miete derart, daß vom 1. April 1027 ab 10 Proz. und vom 1. Oktober 1S27 ab weitere 10 Proz. zur Friedensmiele hinzugcschlagen werden sollen, ist dem Reichsrat zur Genehmigung zugegangen. Ueber die Verwendung des Mehrertrages ist in der Verordnung nichts ent- halten. Die Ausschüsse des Reichsrats haben.sich mit Mehrheit für die Genehmigung der Verordnung entschieden. In der Volloerfamm- lung fand eine namentliche Abstimmung statt, deren Er- gebnis die Genchti'.igung der Verordnung mit 47 gegen 10 Stimmen «ar. Gegen die Verordnung stimmten die Der- tatet tat enuftifö« Sktanyg Ostpreußen. Brandenburg. Pom- mern, Niederschlesien, Sachsen und Hessen-Nassau, während die Stimmen des preußischen Staatsministeriums für die Verordnung abgegeben wurden. Ferner stimmten mit Nein: Baden, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig, Vre- men, Lippe, Lübeck. Der Vertreter von Anhall enthielt sich der Stimme. Unter den Vertretern der preußischen Provinzen, die gegen die Verordnung stimmten, waren fünf deutschnatio- n a l e Provinzialoertrcter. Herr v. K e u d e l l war ob dieser Haltung seiner Parteifreund« sehr betroffen. Für den Makleotti-Fonds zur Unterstützung der verfolgten Arbeiterbewegung Italiens sind bis jetzt von den Genossen in Holland 12 000 und in Deutschs st erreich über 20 000 Schweizer Franken gesammelt wurden. Der britische Marincvoranlchlog für dag kommende Finanzjahr beträgt 53 Millionen Pfund Sterling, was eine Verminderung um 100 000 Pfund Sterling bedeutet, der Personalbestand 102 275 Mann» um 400 Manu herabgesetzt. Der dritte Setrug. HergtS Aufwcrtungsversprechung und ihre Erfüllung. Don Wilhelm Seil. Sowohl die wiederholte Verschiebung der Aufwertungs- debatte im Rechtsausschuß des Reichstags, als auch der Inhalt der Regierungserklärung, die Iustizmin ister H e r g t am Donnerstag abgegeben hat, wird in den Kreisen der ver- armten Sparer aufs neue schwere Enttäuschung her- vorrufen. Alle Hoffnungen, daß die bei der Durchführung der Aufwertungsgesetze in den letzten 1� Iahren gesammelten bitteren Erfahrungen den Anstoß geben würden, wenigstens die schlimmsten Härten durch ein Abänderungsgcsetz zu beseitigen, werden durch die Erklärung des Herrn Hergt zer- trümmert. Die Regierung des Bürgerblocks will, das ist das Ent- scheidende an dieser Erklärung, an den Grund zügen de r A u f w e r t u n g s g e s e tz g e bu n g nicht rütteln lassen. Sie will dem Reichstag m einem Gesetzentwurf, der nächste Woche den Abgeordneten zugehen soll, „einige Vorschläge machen, die, gestützt auf die Erfahrungen bei der praktischen Anwendung des Gesetzes, dazu bestimmt sind, gewisse Zweifelssragen von erheblicher Tragweite zu klären, Mißbräuchen des Kesetzeswortlauts entgegenzutreten, sowie allgemein zur Be- schleunigung der Abwicklung der Aufwertung beizutragend Schon aus dieser Umschreibung des Inhalts des angekün- digten Gesetzentwurfs ergibt sich, w t e w c n i g die Gläubiger von ihm zu erwarten haben. Die wesentlichsten Abänderungs- Vorschläge, die Hergt einzeln hervorhob, bestätigen diesen Eindruck. Bei Hypotheken, die in der Inflationszeit gelöscht wurden, soll die Verzinsung des aufgewerteten Betrages mit einem festen und zwar zeitlich zurückliegenden Zeitpunkt be- ginnen. Es soll also der Zustand beseitigt werden, daß der Beginn der Verzinsung abhängig ist vom Zeitpunkt der Wiedereintragung der Hypothek. Weiter soll dem Gläubiger dos Recht gegeben werden, seine aufgewertete Hypothek in eine Grundschuld umwandeln zu lassen, wodurch die Herab- s e tz n n g des Aufwertungssatzes airf weniger als 25 Proz. auf Grund der zugunsten des" Schuldners wirkenden Härteklausel wegfällt. Diese Aenderimg soll rückwirkend sein. Dazu sollen eine Reihe formaljuristischer Aenderungen kommen. Das i st a l l e s. R'cht einmal den Vorschlag der Iuristi- scheu Arbeitsgemeinschaft für Gesebqebungsfragen scheint sich die Regierung ,zu eigen zu machen, daß auch vor dem 15. Juni 1922 vorbehaltlos angenommene Rückzahlungen der Aufwer- tunq wenigstens dann unterliegen sollen, wenn der gezahlte Goldmarkbetrag einen bestimmten Mindcstprozentsatz der For- derung nicht erreicht. Die vielen groben Ungerech- t i g k e i t e n, die sich auf dem Gebiet? der Aufwertung von Versicherungsonsprüchen, von Industrieobligationen," von Pfandbriefen usw. ergeben haben, bleiben unberührt, lln- berührt bleibt ferner die völlige Befreiung der Banken von j?der Aufwertung. An dem bunten Durcheinander der Spar- tassenaufwertung, das sick) aus den den Ländern übertragenen großen Vollmachten ergeben und in großen Teilen des Reiches die Sparkassengläubiger schwer geschädigt hat, soll nichts ge- ändert werden. Das Anleiheablösungssystem, das die Reichs- gläubiger auf Jahrzehnte hinaus dem Lotterieglück ausliefert, soll aufrechterhalten bleiben. Wie die Reichsregierung zur Ver- besserung der Aufwertung der Fabrik- und Werksporkassen beitragen will, darüber hüllte sich Hergt in dunkle Andeu- tungen. Für die Gläubiaer im Deutschen Reiche wird es von be- fonderem Interesse sein, daß gerade H e r g t es war, der diese Regierungskundgebung vertrat. Als er noch in der Oppo- sition war, wollte erbinnen24Stunden einen fix und fertigen Aufwertungsgesetzentwurf vorlegen, wenn er in die Regierung käme. Dieser Entwurf sollte seine W a h l v e r- sprechungen erfüllen. Nun hat er nach zwei- m o n a t i g e r Ministerzeit ein Gesetzchen vorbereitet, das grenzenloses Erstaunen bei den Sparern hervorrufen wird. Begreiflich genug, daß die Bürgerblockparteicn sich scheuen, ihr offenes Bekenntnis zu diesen armseligen Borschlägen ob- � zulegen, und daher die Auseinandersetzungen immer weiter hinausschieben! Zwischenhinein wird dann die Regierung auch den neuen Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens ablehnen, obgleich das ein ebenso scharfer Verstoß gegen die Reichs- Verfassung sein wird wie die Ablehnung des ersten An- träges durch das Kabinett Marx-Külz-Curtius. Die Sparer aber mögen sich ihre Gedanken über folgende Tatsachen machen: Bis zum Beginn des Jahres 1925 waren die Deutschnationalen in der O p'p o s i t i o n und machten ihre grenzenlosen Aufwertungsversprechungen. Vom Januar bis Oktober 1925 waren sie führende Regierungs- partet. In dieser Zeit kam das ungeheuerliche Auf- wertungs„recht" zustande. Vom Oktober 1925 bis Januar 1927 waren sie wieder in der O p p o f i t i o n. In dieser Zeit erweckten sie mit allerhand Palliatioanträgen den Schein, als ob sie nachträglich Verbesserungen an ihrem Werk vornehmen wollten. Seit zwei Monaten find sie wieder maßgebende Regierungspartei. Nun enttäuschen sie die Gläubiger und Sparer zum dritten und hoffentlich letzten Male._ Ein reaktionär-politischer Vorgang. Berhandlunge» zwischen Zentrum und Bayerischer Volkspartci. Der Borstand der Zentrumsfraktion hat gestern nach- mittag wieder über die Möglichkeiten und Bedingungen einer Arbeitsgemeinschaft mit der Bayerischen Bolkspartei beraten. Di« Verhandlungen sollen noch weit vom Abschluß ent- fernt sein. Die Bayerische Bolkspartei will ein Großzentrum als ge- schlossene katholische Weltanschauungspartei, in der alle politischen Fragen, auch das Berhältnis zur Staats- form, als Fragen zweiten Ranges betrachtet werden sollen. Diese Zielsetzung richtet sich ausgesprochen gegen das g r u n d- s S tz l i ch e Bekenntnis zur Republik, also gegen das linke Zentrum. Auf diese Bestrebungen antwortet der„R e i ch s d i e n st der deutschen Presse", der dem Zentrum nahesteht: «Der Umstand, daß die weltanschaulichen Berschie- denheiten im deutschen Volke zu parteimäßigen Abschließungcn geführt haben, ein Vorgang, der im alten Obrigkeitsstaate eine ge- wisie Berechtigung hatte, wenn er auch unheilvoll gewirkt hat, ist es doch gerade schuld, daß nicht nur die politische Erziehung unseres Volkes so furchtbar schwierig ist. sondern daß auch ein klares Volks- gemeinschaftsgefühl, das Bewußtsein einer inneren nationalen Ver- bundenheit in unserem Volke nur mühsam aufkeimen will. In d e n Zusammenschlußbemühungen zwischen Zentrum und Bayerischer Volkspartei liegt ein reaktionär- politischer Vorgang: sie werden auch wohl erfolglos bleiben. Man muß ihre Erfolglosigkeit sogar wünschen, damit die kulturpolitischen Gegensätze nicht wieder ihre alt« scharfe volksoufwühlende Form annehmen." Die Kennzeichnung ist scharf, aber richtig. Die Kräfte, die von Bayern aus zur Wiedervereinigung beider Parteien in einem Großzentrum drängen, wollen bewußt die Eniwicklung de» Zentrums zum grundsätzlichen Bekenntnis zur demokratischen Republik rückwärts drehen. Sachsen forüert öen Achtstundentag. Beschlüsse des Sächsischen Landtags. Dresden. 10. März.(Eigener Drahtbsricht.) Der heutigen Sitzung des Sächsischen Landtags lag ein kommunistischer Miß- trauensantrag gegen den der Alten Sozialdemokratischen Partei Sachsens angehörenden Arbeitsminister E l s n e r vor. Die Kommunisten begründeten den Mißtrauensantrag mit der Behauptung, daß der Arbcitsminister Clsner für die Arbeiterschaft nichts übrig habe, außerdem werfe sie ihm Korruption vor, weil er eine Hypothek von der Invalidenoersicherungsanstolt für sein Haus bekommen habe. Darauf erwiderte der Minister, daß er die Hypothek unter denselben Bedingungen bekommen habe, wie sie sonst gewährt würden. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion erklärte, daß sein« Fraktion für das Mißtrauensvotum stimmen würde, nicht um der Person des Arbeitsmlnisters willen. fondem als Ausdruck des Mißtrauens gegen die Ge» samtregierung. Das Mißtrauensvotum wurde gegen die Stimmen der Sozialdcmolratcn und Kommunisten abgelehnt. Abgelehnt wurde ferner ein sozialdemokratischer An- trag, der forderte, daß die Regierung beim Reich die Ab- berufung des Landes schlichters Oberregierungs- rat Brand verlange und dafür sorge, daß Ministerialrat 5)aack und Regicrungsrat Panoscha nicht mehr zu Vertretern des Schlich- ters herangezogen werden. Die Schiedssprüche des Schlichters Brand und seiner Vertreter hätten vielfach das Mißfallen der Ar- beiterschaft erregt, so besonders der Schindsspruch Brands, den er bei dem letzten Konflikt der Leipziger Metall- arbeite? über die Länge der Arbeitszeit gefällt hatte. Angenommen wurde dann ferner ein Antrag mit den Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten und der Allen Sozialdemokratischen Partei, daß der Achl- stuudenlag durch Reichsgeseh festgelegt werden falle, ferner ein Antrag, der forderte, daß ohne Gukachleu der Gewerkschaften Ueberstunden nicht mehr zulässig sein sollen, und dann wurde mit überwiegender Mehrheit ein Antrag angenommen, der forderte, daß Ueberstunden überhaupt nicht genehmigt werden sollen, wenn freie Arbellskräfte und freie Arbeitsplätze vorhanden sind. Außerdem wurde ein weiterer Antrag angenommen, der verlangt, daß in sämi- llchen Slaalsbelrteben die täglich« Arbeitszell acht Stunden nicht übersteigt._ Sürgerblock und Invalidenversicherung. Auflösung des Unterausschusses wegen Verhandlungssabotage. Im sozialen Ausschuß des Reichstags erhob die Genossin Luise Schroeder zu Beginn der Verhandlungen schärfsten Protest gegen die Hallung der Regierungsparteien zur Invalidenversicherung. Der eingesetzte Unterausschuß konnte in IS Tagen zu keiner Verhandlung gelangen, da die Regierungsparteien teil» nicht erschienen waren oder sich jeder Betelligung an der Debolle enthielten. Es wurde immer offensichtlicher, daß die Regie- rungsparteien in direkter Verhandlung mit dem Reichs- arbettsminlsterium ein« Vorlage zustand« bringen und dann die Oppositionsparteien im Unterausschuß vor eine vollendete Tatsache stellen wollen. Die Sozialdemokratie muß es ablehnen, sich dieses Spiel länger gefallen zu lasten. Sie beantragte deshalb die Auflösung des Unterausschusses und die beschleunigte Erledigung der Invalidenoerstcherung im Voll- a u s s ch u ß. � Abg. Andre«(Z.) suchte das Fernbleiben seiner Fraktionskollegen vom Unterausschuß zu entschuldigen. Der Der- treter des Rcichsfinanzministeriums setzte sich für die Beibehaltung des Unterausfchustes ein. Dennoch mußte die Auflösung des Unter- ausschusses erfolgen. Die Invalidenversicherung kommt nunmehr in der Vollausschußsitzung am Sonnabend zur Der- Handlung. In der Wellerberatung der Arbeitslosenversicherung begründete Richter(Soz.) den sozialdemokratischen Antrag auf Streichung des g SZ. Nach dieser Borlage soll al« n t ch t a r b« i t S. l o s gelten ein Versicherter, solange er den erforderlichen Lebens- unterhalt durch selbständige Arbeit erwirbt oder er- werben kann. Der sozialdemokratische Redner wies darauf hin, daß auf diese Weise auch in der Arbeitslosenversicherung die B e d ü r f- tigkcitsprüfung auf Umwegen wieder eingeführt werden soll. Nach mehrstündiger Debatte wurde der sozialdemokratische Antrag abgelehnt und der gesamte Paragraph gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Zinanzausgleich. Schacher der Rcgiernngsparteie« untereinander. Bayern will subventioniert werden. Die Verhandlungen der Regierungsparteien untereinander über den Finanzausgleich sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Es wurde noch keine Verständigung über die Befristung des pro- visorischen Finanzausgleich» erzielt. Die Bayerische Dolksportei verlangt, daß für die Ueberweisungen de» Reichs aus Einkommensteuer an die Länder nicht das tatsächliche Steueraufkommen der Länder, sondern die Einwohner- zahl zugrunde gelegt werden soll. Das würde in der Praxis bedeuten, daß die industriellen Länder dem bayerischen Parttlularis» mu» und seiner Verwaltungsmihwirtschaft Alimente zahlen sollenl E» heißt, daß da» Reichsfinanzministerium dieser bayerischen Forderung sehr weit entgegenkommen wolle. Sowfetkuriere in Ehina ersthosien? England interveniert nicht für Frau Borodi«. Paris. 10. März.(TU.) wie aus Peking gemeldet wird. wurden die zusammen mit Frau Borodio an Lord eines Dampfers oerhastelen drei Sowjekkuriere in Nanking erschossen. Mau glaubt zu wisten, daß Frau Vorodin immer noch gefangengehalkea wird. Schanghai. 10. März.(Reuter.) Es ist richtig, daß die britischen Behörden gebeten worden flnd. in der Angelegenheit der Frau Borodin zu vermitteln. Sie können aber nichts unternehmen. da die Sache ausschlichlich die Sowjctregierung und Tschanglschuugischaug angeht. Wenn man die britischen Behörden um Bermfttlung ae- beten hat, so jedenfas deswegen, weil man ihnen zutraut, bei den Machthabern in Nordchina, in deren Gewalt Frau Bo- rodin ist, mehr auszurichten als die Sowjetmission. Wo bleibt bei dieser britischen Ablehnung der Rettung einer F r a u die sonst doch wohl gepredigte Solidarität der weißen Rassen und das Gcntlemantum? Spaltung der Kantoncr? Schanghai, 10. März.(Agentur Indo-Pacifique.) Die Mei- nungsoerschiedenheiten in der Kantonpartei zwischen den Ge- mäßigten und den Extremisten scheinen sich zu verschärfen. Tschangkeischek(Gemäßigte Gruppe) beHalle sein Hauptquartier in Hantschang, während die Extremisten(Gruppe Borodin und Tschen) sich in Hankau«ingerichtet hätten. Die Gefangennahme der Frau Borodin. Schanghai, 10. März.(Reuter). Der Generalkonsul der Sowjet- union, der am 8. März nach Nanking gefahren war, um die Frei- lastung von Frau Borodin und ihren russischen Mitreisenden zu er- wirken, telegraphierte, Tschangtschungtschang habe mitgeteill, die An- gelegenheit werde in Peking geregelt werden. Der Generalkonsul fügt« hinzu, nachdem die Sowjetfahne an Bord des beschlag. nahmten russischen Schisfes, auf dem sich Frau Borodin befand, niedergeholt worden sei. habe man dem Schiff einen chinesischen Namen gegeben und es mit drei Geschützen bestückt. Bei der Durchsuchung des Schisfes habe sich nichts Nennenswertes ergeben. Der putsch des Unzurechnungsfähigen. Freispruch des alkoholbegeisterten Leutnants ans Lettland Riga, 9. März.(OC.) Der sogenannte Putsch von Wolmar in Lettland, der darin bestand, daß ein Leutnant namens Olm in der Nacht feine Truppe alarmierte und einige Regierung»- gebäud« besetzte, worauf durch seine Verhaftung der.Altion" ein Ende gemacht wurde, hat nun mit einem Nachspiel vor dem Kriegsgericht ein sang- und klangloses Ende gesunden. Der Leutnant Olin wurde nämlich als unzurechnungsfähiger Alkoholiker freigesprochen und zugleich sein« Unter- bringung in einer Nervenheilanstall verfügt. Seinerzeit Halle das unsinnig« Unternehmen dieses Offiziers nicht nur in Lettland, son- dsrn auch im Auslande großes Aufsehen gemacht. Die Moskauer Sowjetpreste sagt« bereit? einen faschistischen Umsturz in Lettland voraus und glaubte an eine weitverzweigt« Organisation mll genau ausgearbeiteten Putschplänen. Nunmehr ist festgestellt worden, daß es sich nur um einen in der Trunkenhell verübten Exzeß eines nervenkranken Offiziers gehandelt hat, der seine Kommandogewalt mißbrauchte.__ Auch ein Berlrauensvokum. Im litauischen Sejm erklärte man zur Annahme der Mißtrauensanträge gegen die Putsch- reaierung Woidemaras mindestens 43 Stimmen(Zweidrlltelmchr. hell) für erforderlich. Die Vertreter der Minderheitsoölker enthiellcn sich der Stimme und ermöglichten so die Ablehnung der Mißtrauens- antrage, die 30 Stimmen der Linken erhielten, also die einfache Mehrheit! Großes Aufsehen hat die P ro t est s chri ft des Rektors und mehrerer Professoren der Uni ver- s i t ä t K o w n o an Woldemaras gegen die Militärherrschaft und ihre schlimmen Folgen gemacht. Wermutstropfen. Konzerlumschau von Kurl Singer. Ich habe einige Tropfen Wermut in den süßen Kelch der Be- «istirung zu schütten und habe einige Bitterkeit zu versüßen. Bruno Kittel wurde hier nach Recht und Gerechtigkeit aepriesen. LS Jahre chorisch« Arbeit als Führer einer 400köpfigen Masse— allen Respekt vor solcher Arbeit. Aber wie es oft zu gehen pflegt: will man zeigen, wie gut man radfahren kann, so plumpst man in den Chausteegraben, und an der bestgeübten Stelle eines Klavierstücke» bleibt man stecken. So bei der i s e a s o 1 e m n i s. Mehrfach hat sie Kittel mit Schwung und Kraft dirigiert. Diesmal versagte er. Dielleicht ist er scheu geworden durch allzu viel Ehrung, vielleicht war die Hand nervös. Jedenfalls hetzt« er sehr, zwang dem herrlichen Material seines Chores Ungewöhnliches an Dynamit und Tempo auf, feuerte die Orchesterleut« nicht an. Aber es wäre noch alle» ge- gangen, wenn nicht das Quartett der Solisten unerträglich gesündigt hätte. Nur der Bassist Fischer hielt ganz durch. Was aber All und Tenor als Mittelstimmen verpatzten, das war denn doch selbst außerhalb der Beethovenschen Jubiläumskonzerte eine Profanation. Stimmen von In- und auswärts mahnen, die totgeschwiegenen Solisten der kl-Moll-Messe(unter Och») zu nennen. Wenn in einem solchen Konzert von hymnischer Wucht Solisten nicht genannt wer- den. so haben sie zum mindesten nicht gestört(was viel ist). Diese aber erhöhten den Eindruck(was mehr ist). Ich hole also nach: die stilistische Durchdachtheit bei Georg W a l t er, die Klangschönheit bei Lotte Leonhard, die tiefste Empfandung bei Paula Lind- berg. Wer hat. angesichts der Bachschen Passionen, noch den Mut, eine Messe zu schreiben? Kurt Thomas wagte es. Sein erstes Wert, das wir vor Jahresfrist hier hörten, war bereits eine Er- füllung. Diese» hier, die Markue-Passion, ist wieder stärkst« Hoff- nung. Da kommt«in LLjährtger, gesättigt mit dem Erlebnis Bach und schreibt ein höchst bewegliches, herrlich gekonnte» Stück. Jede Nummer ist geladen mit Ausdruck, und jede treibt die andere logisch vor. Spielereien und Witzigkeiten lausen unter, stille Empfindungen unterbrechen den dramatisch gespannten Verlauf. Der Kontrapunkt dieses jungen Meisters hat Wucht und hat den heutigen Geist, ohne dem Passtonsstil etwas Böses anzutun. Das klingt in Knaben- und Männerstimmen alle» herrlich. Rur muß man sich daran gewöhnen. daß»in« ganz« lange Leidensgeschichte von einem Chor erzäbll wird. ohne Solisten, ohne Rezitativ, und auch der Mangel an Herbheit. an Männlichkeit fällt auf. Klang wird aus den Stimmen heraus- gestreichelt, daß es eine Freude, daß es eine allzu große Freude an Melodie wird. Der Kontrast zu Thomas: ein Psalmen-Ehor von Han»©iL Man merkt ihm die Kompliziertheit in jedem Takt an. man fühv die strenge, die gekonnte Arbeit, man hört die Feder über Papier laufen, bestaunt die Fertigkeit eine» modernen Mustker». auch den Stimmen boshafte Atonolität zuzutrauen, und ist ver- stimmt über seden Mangel an Herz, an quillendem Tongefühl. Wie viel Mühe ist hier unnütz vertan! Wieviel Chöre aber können solche Papiernmstk singen!? Der Riedelsche Chor leistet« Meister- � Bel Bruno Walter find wir wieder in der Liebllchteit aller Klänge geborgen. Kein Wermutetropfen, nicht» als Süße und Ge- fallen. Adolf Busch ist der großartige Solist de» Abend». Wie kann er singen aus seiner Geige, wie kann er spielen mit dem Spiel. wenn er die ungarischen Töne im III. Satz des Brahmsschen Kon- zert» rasen läßt, wenn er den Schluß des Wegro» zu einem kantablen Andante umformt! Der Mann, der Regerscher Hervhell dient, entdeckt uns ein frauliches Gemüt. Doch der sinnliche Klang des Instruments, dem Walter zartest folgt, übcrrumpell, betört uns, auch wenn die Interpretation nur dem halben Brahms gerecht wird. Auch wenn vor der absoluten Reinheit und Erbabenhell ein Spiel Beethovenscher Sonaten, so wie es bei Schnabel sich voll- endet, keiner der Pianisten Deutschland» besteht: auch dann bleibt die Gediegenheit und Sachlichkeit eine» Kurt S ch u b e r t zu rühmen. Nicht aber die Nüchternheit einer Charlotte von Rtcsey, die vor der Zell in die Höhe gelobt und mll Trompetenstößen m die rauhe Luft des Konzertierens begleitet wird. Wer gab ihr die Bach- Busonische Chaconne in die allzu zarten Finger? Entgleisung über Entgleisung. Aber in einer Schubertschen Sonate tonnte sie doch zeigen, daß ihr« Fingertechnik lebendig wird, daß sie au» dem Konservatoriumsspiel mit Talent herausftrebt. Ueber das„F r ü h l i n g s- M y st e r i u m" von Schönlank ist hier schon berichtet worden. Die Sehnsucht nach einem„dramatischen Chorwerk", kürzer gesagt: wettlichen„Oratorium", ist groß, besonder» groß, wenn Arbeiter das Publikum sind. Das Arbeiter-Kultur- Kartell hat mit dem genannten Werk ein notwendiges Experiment gemacht, notwendig auch dann, wenn eine programmatische Frelhelts- idee zu stark oder zu schwächlich durchklingt, wenn Realismus sich mit romantischer Gefühlsweichheit mischt, wenn die Hallestellen in dem bewegenden Apparat das Tempo hemmen und die Lyrismen das Drama zersprengen. Ich glaube, in dem gut gewollten Ora- torium stecken alle Qualitäten eines Volksstückes und alle Fehler, die ein arbeitendes Publikum abschrecken könnten. Aber der stilistische, der Formversuch sei gelobt. Die Mustk Tiessens ist von zweiter Hand. Von den schon bekannten und eigentlich durchweg deplacierten Kinderchören abgesehen— man spürt ordentlich die Moschine der Regie knarren—. sind die verbindenden Orchestersachen stimmungs- volles Beiwerk, sanft oder ernst oder grausam, aber mehr spielerisch geschickt, als Dertlesungen seelischer Handlung. Ganz anders wirkt die„Ouvertüre zu einem Rcoolutionsdrama" desselben Tiessen. Bohnke und das Sinfonieorchester führten das kurze Stück noch un- geglättet in einer Generalprob« vor. Wenn man von einem lang- lamen. in den Linien und Farben nicht recht verständlichen Mittel- teil absieht, hat die Ouvertüre musikalisch alle Reize einer vorwärts- peitschenden Rhythmik, eines zagen Anfangen» und kraftvollen Rebellierens, selber ein kleines Drama, das aus einzelnem die Mäste zusammenströmen und siegen läßt. Ich glaube, diese Ouvertüre ist bei der Primllioität ihrer Themen und dem großen Ernst, der sie durchzieht, ein Stück zur Einleitung proletarischer Feierstunden. Die Einrichtung de» Moskauer Levin-Znstltuls. Ein großes prächtiges Gebäude, das von einem au» Glas und Stahl errich- tcten flstöckigen Turm gekrönt ist, birgt das Lenin-Institut. das vor kurzem in Moskau eingeweiht wurde. Das Gebäude besteht nach einem Bericht des Buchhändler-Börsenblatte« au» zwei Teilen: dem Archw und d«r Lücherei, In dem Lrchw werden die Manu- skripte, Entwürfe und Briefe Lenins, die Bücher mit eigenhändigen Notizen, und die Dokumente, die sich auf seinen Tod beziehen, aus- bewahrt. Es sind im ganzen etwa 21 000 Stück, zu denen das Material, das Lenin in der Sowjetzeit bearbeitet hätte, noch nicht gehört. Diese Dokumente befinden sich in einem einbruckstichcren Teil des Erdgeschostes, der als Stahlkammer mll über 1 Meter dicken Wänden ausgebaut ist. Die Stahlwände sichern den Inhalt nicht nur gegen Feuer, sondern auch gegen die schwersten Artillerie- aeschosse, und ebenso sind die 30 großen Schränk«, die Lenins Hand- schriftlichen Nachlaß enthalten, feuerfest und einbruchsicher. Da das Papier der Dokumente zum großen Teil schlecht ist, so sorgt man durch eine Ventilationseinrichtung für eine gleichmäßige, nicht zu feuchte Temperatur, die die beste Gewähr für die Erhaltung bietet. Eine Anzahl von Angestellten bearbeiten dies« Fülle von Archiv- Material, sorgen für die genaue Beschreibung und Katalogisierung sowie für die Photographie der Aktenbestände. von denen nur Kopien zur Einsichtnahme ausgegeben werden. Die Bibliothek, die sich in dem mächtigen Turmbau befindet. soll auf 600 000 Bände gebracht werden. Sie enthätt fast alle Buchausgaben von Werken Lenin», sowie Zeitschriften, die Beiträge von chm gebracht haben: sodann sollen nach Möglichkeit alle Werke und Zeitschristen gesammcll werden, die sich mit ihm und seiner Lebre befassen, sowie alle Druckschriften, die er selbst bei seinem Schassen benutzt hat. Ebenso vollständig soll die gesamte Literarur der revolutionären Bewegung in Rußland und der verschiedenen kommunistischen Partelen gesammelt werden. Von Lenins Werken sind bereits jctzt in russischer Sprache 6Sg rechtmäßige und 24 un- rechtmäßige Ausgaben vorhanden, von den Werken über Lenin in russischer Sprache 7S9 Ausgaben. wettere Verzögerung des Reichsbühnengesehes. Der Entwurf eines Reichsbühnengesetzes, der vor der letzten Regierungskrise bereits fertiggestellt war. erleidet durch die Neubesetzung des Reichs- Innenministerium» eine weitere Verzögerung. Wie wir erfahren, ist den beteiligten Organisationen eine Zuschrift zugegangen, in der mitgeteilt wird, daß der neue Reichsinnenminister sich zunächst noch selbst mit dem von seinem Vorgänger übernommenen Entwurf beschäftigen wolle: es scheint demnach fraglich, ob der Entwurf überhaupt in der bisher bestehenden Form bestehen bleibt, oder ob er nicht noch mancherlei Veränderung erfährt. vl« Frtlhlakirsausstellnn-i der verNner Sezeifio« i» dem Tb-ma .«port oewldmet. Smz-In- Werte früberer Epochen und Ardelle« au« neuester Zeit, darunter dekorative Wandbilder, werden einen Ueber. bl.ck-rn.°-i!ichen wie die Bildende flunfl sich mit dem Tb.ma.Sport' be- Ichastigt hat..Die Eröffnun, ist für Mitte Mär, voraeseden. „.,?n4 � � eröffnet am Sonnabend au« seinem Sesitz eine Ausstellung der tÄraphil Edward Münch». vi« Zulassung zum IlnlverfliStailudlu« ohne Reifezeugnis, die in den veNimmungen vom 11. Juni 1921 geregelt wurde, ist vom Preiihifchen Kultusminister nunmebr auch aus die Pm, Höchen technischen vochlchule» ?i 9 i Bestimmungen gellen nunmehr sür alle preuhi. fchen wissenlchastiichen-dochschulen. , o®ec®am'>'nra das Kruzifix. Die Gemeinhmrwaliilng von Esch 1. 1.?n, rette in �uremourg ha! au» den Räumen, der Pcimärschuien die dort angebrachten Kruzis�e entsernen lassen. Die Geistlichkeit hat gegen die» Borgeben öffcnt- p««��ieSngUegeuheit wird Gegenstaad einer Im«. Preußen und öas Reich. Brauns Rede im Hauptausschutz des Landtags. Der preußische Ministerpräsident. Genosse Braun, führte tn seiner Red« vor dem chauptausschuß des Landtags weiter aus: Wir haben niemals einer Verringerung der LeistungS- fähigkeit des chamburger chafens das Wort geredet, auch nie eine Maßnahme gesördert, die hierzu führen könnte. Wir haben im Gegenteil stets erklärt: Wir halten es im Znteresie der deutschen Volkswirtschaft für erforderlich, daß der Hamburger Hafen nicht nur in seiner seligen Leistungsfähigkeit erhalten bleibe, sondern in seiner Entwicklung so gefordert werde, daß«r die Konkurrenz mit den anderen Welthäsen aus- nehmen kann. Nur über den Weg. wie das am besten geschehen könnte, sind die Meinungen auseinandergegangen. Ob es hierzu notwendig ist, Staatsgrenzen zu verrücken, oder ob es auf anderen Wegen möglich»st, darüber haben wir uns bis jetzt nicht einigen können. Preußen ist sogar bereit gewesen, aus dem Boden des D.ews-Roederschen Entwurfs zu verhandeln, der die Aufgabe de» zukunftsreichen Wilhelmsburger Gebietes vorsah. Selbst nach dieser Richtung haben wir dem Verlangen Hamburgs weit- gehend Rechni-ng tragen wollen, vorauxg�fetzt, daß uns entsprechend« Gegenleistungen geboten werden, die insbesondere darin beständen, daß uns einmal Gebiete von Hamburg gegeben werden, die für die wirtschaftlicl)« Leistungsfähigkeit seines Hafens gar keine Bedeutung haben, und auf der anderen Seite auf dem Gebiete finanziellen Ausgleichs in den betreffenden Gemeinden. Hamburg glaubte, uns nicht so weit entgegenkommen zu können: dies ist der Grund, weshalb es zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen ist. Ich habe auch ausdrücklich erklärt, daß unsere Anträge auf Ergänzung und Aenderung des Drews-Roeder- jchen Gutachtens nicht das letzte Wort seien. Für Preußen kommt vorerst in Frage, mit oller Be- fchleunigung die Maßnahmen zur Regelung der Verhältnisse unserer Elbgemeinden im Unterelbegebiet durchzuführen: dann ist der Zeitpunkt da, an dem wir über gewisse Einzelfragen mit Hainburg in Verhandlungen treten können. Als eine der drin- grndsten ist die Siedlung?- und Verkehrsfrage onzu- sehen, über die wir Hamburg schon vor ewiger Zeit Verhandlungen angeboten haben, die aber abgelehnt wurden. Nachdem aber die Verhandlungen über das Drews-Roedersche Gutachten ergebnislos verlaufen sind, fällt der Grund der Ablehnung für Hamburg sort. Ich glaube daher, daß, sobald die neuen Eingemeindungen durch- geführt sind und die neue kommunalpolitische Gliederung seststeht. der geeignete Zeitpunkt gekommen sein wird, über die Siedlungs- und Verkehrsfragen zu verhandeln. Ich hoss«, daß es durch diese Verhandlungen gelingen wird, auch zu Verhandlungen auf wei- teren Gebieten zu kommen. Ich gebe mich auch der Hoffnung hl«, daß wlr schließlich zu einer Gemeinschaft mit Hamburg kommen werden, die dazu führen wird, daß das qesamke Untcrelbeqebiel, unabhängig von den politischen Grenzen, als ein einheitliches Mrlfchaslrgebiet von beiden Staaten zur wirtschaftlichen Höchstleistung betreut und aufgeschlossen wlrd. Der Wortlaut der Rede de» Oberpräsidenten H ö r s I n g sei nicht authentisch. Herr Hörsing werde jedenfalls aufgefordert wer- den, Stellung dazu zu nehmen. Die preußische Regierung messe nicht mit ungleichem Maß. Wenn ein deutschnationaler Oberpräsident oder Regierungspräsident scharf für die Republik in einer Rede eintreten sollte so werde er auch nicht gcmahregelt werden. Der Ministerpräsident ging dann auf die Angriffe ein, die er wegen seiner Rede in der Universität er- fahren hat. Cr habe die Rede mcht in amtlicher Eigenschaft, son- dsrn als sozialdemokratischer Politiker vor der sozia- listischen Studentenschast gehalten. Trotzdem wolle er erklären, daß er und mit ihm dos gesamte Staatsministerium auf dem Standpunkt stehen, daß die außerordentlich weitgehende Großzügigkeit, mit der das Reich den Reichswehretat auestattet, in krassestem Gegen- satz zu den Ersparnissen stände, zu denen dieLänderrücksichts- l o s auf allen kulturellen Gerieten gezwungen würden. Das Staatsministerium habe dies« Ansicht auch im Reichsrat zur Sprache gebrocht, wie es sein gutes Recht fei. Di» wirtlich not- wendigen Maßnahmen für die Sicherheit des Reiches würden nicht leiden und es würden keine militärischen Nachtelle entstehen, wenn an diesem viel zu hohen Reichswehretat große Ersparnisse gemacht würden. Im übrigen stehe er auf dem Standpunkt— und nach ihrem Eintritt w die Reichsregierung täten da, ja wohl auch die Deutjchnationalen—, daß die beste Sicherheit für das Reich in der Verständigung mit allen Nachbarn bestände. Ministerpräsident Braun führt dann Klage darüber, daß Preußen vom Reich im Vergleich zu den süddeutschen Ländern vernachlässigt werde. Der Reichsfinanzminister habe in seiner Ctatsrede die süddeutschen Ansprüche erwähnt, nicht aber die preußischen Wünsche. Er, der Ministerpräsident, habe deshalb in einem ausfllhrlichenSchreibenandenReichskanzler den preußischen Standpunkt darlegen müssen. Wenn die Postablösungsaufwertung anerkannt werden fallt«. so müsse Preußen auch auf eine Aufwerluna seiner Eisenbahn- ablösung bestehen, hinzu komme, daß Preuyeu die großen Ge> bietsverluste des Weltkrieges zu lrageu habe und daß fein« Vermögensverluste vom Reiche selbst mit 3Mi Rlilliarden anerkannt worden seien, auf die es nur V5 Millionen Mark Ab- fchlagszahlung vom Reich erhalten habe. Im Verlauf der Debatte stellten sich noch einmal die Vertreter aller Parteien in der Groß-Hamburg-Frage hinter den Minister- Präsidenten und die preußische Regierung. Die Vertreter der Koalitionsparteien pflichtetem dem Ministerpräsidenten auch darin bei, wenn er an dem Reichswehretat, vor allem aber an dem Unwesen der vaterländischen Verbände in seiner Universitäts- rede scharfe Kritik geübt habe. Zur Frage de» Unitarismu» betonte der Vertreter des Zentrums, daß sein« Freunde in dieser Hinsicht im Gegensatz zum Ministerpräsidenten grundsätzlich föderalistisch eingestellt seien. Bemerkenswert war an der Rede des Zcntrumsoertreters, daß er scharf mit den Ansprüchen Bayerns an das Reich abrechnete, und dem Ministerpräsidenten beipstichtet«, wenn er die Ansprüche Preußens anmelde. Genosse Lüdemann, der sich wie der Vertreter der Demokraten f ü r R e i ch s- einheit und Rationalisierung der Reichs» und Länder- Verwaltungen einsetze, begründet««inen Antrag der Sozialdemokraten und des Zentrums auf S ch a s f u n g eines Ministeriums für soziale Angelegenheiten, der auch angenommen wurde, nachdem Ministerpräsident Braun vorher noch kurz auf verschiedene Anfragen eingegangen war. und erklärt hatte, daß di« preußische Regierung zum sogenannten Lustbarkettegesetz n o ch n i ch t habe Stellung nehmen können, da es sich erst in zweiter Reichstagslesung befände._ Vor der Film-Oberprüfstelle sollte gestern über da« Verbot des Oberfchlesien-FAm».Land unterm Kreuzt vechandelt werden. Der Termin wurde auf Antrag der Deulig.Film-A.-iB. in letzter Stund« ausgehoben. Die neue Verhandlung wird in etwa einer Woche statt- finden. Begnadigt wurde der Reichsdeutsche Zetfche, den ein fran- zösisches Militärgericht wegen— Betretens von Tanger zu drei Monaten Gefängnis verurteilt hatte. Ein wasfenlager polnischer rechtsradikaler PIssudsN-Gegaer hat die Warschauer Polizei in dem Lagerraum der Gutsbesitzergenossen- schaft für Jagdbedarf ausgehoben. Das Geschäft mußte ge- schlössen werden. Der Leiter behauptet, es seien belgische Maschinen- gewehre und Sprengkörper, die dem polnischen Kriegsministerium angeboten weiden jöllten. Kampf um öie Sozialgefchgebung. Der Bürgerblock vertagt die Arbeitszeitfrage und verkürzt die Sozialdebatte. Der Reichstag setzte gestern di« Einzelberatung des Haus- Halts des Reichsarbeitsministeriums fort bei den Ka, piteln, die die Sozialversicherung betreffen. Di« Anträge der Sozialdemokratie gegen die von der Regierung beabsichtigte Erhöhung der Wohnungsmieten werden zur weiteren Beratung dem Wohnungsausschuß überwiesen. Der Vizepräsident teilt mit. daß der Äellestenrat eine Kürzung der Redezeit für di« Einzeiberatung des Etats des Arbcitsministeriums beschlossen habe. Die Etatberatung soll, wenn Irgend möglich, bis Ende Marz zu End« geführt werden. Di« Kürzung der Sitzungen am Donnerstag, wo sich in der Regel die Fraktionen versammeln, soll aufgehoben werden, ee ist weiter in Aussicht genommen, wenn der Haushallsausschuß seine Beratungen abgeschlossen hat, vor- und nachmittags Plenarsitzungen abzuhalten. Abg. Rädel sKomm.) wendet sich gegen di« vom Aeltestenaus- schuß beschlossene Verkürzung der Redezeiten, weil dadurch eine aus- reichende Besprechung der sozialen Fragen verhindert werde. Cr beantragt die Aufrechterhaltung der bisher in Aussicht genommenen Redezeiten und außerdem eine halbe Stunde Redezeit für die Be- sprechung der Arbeitszeitfrage. Abg. Müller-Franken(Soz.) ist gleichfalls der Ansicht, daß die ursprünglichen Redezeiten aufrecht- zuerhalten seien, der Etat des Arbeitsminifteriums könne trotzdem vis �um Sonnabend erledigt werden. Dt« sozialdemokratische Fraktion hat schon vor Wochen beantragt, das von ihr eingebrachte Ar b« i t s z« i t n o t g e s« tz auf die Tagesordnung zu setzen. Es ist demgegenüber angeführt worden, daß die Regierungsvorlage dem Hause bald zugehen werde und daß dann beide Vorlagen zusammen beraten werden könnten. Das ist bisher noch nicht geschehen. Der vorstand der sozialdemokratischen Fraktion yal gestern beschlossen. zu verlangen, daß da» Arbeitszeitnolgeseh als besonderer Punkt auf vle Tagesordnung gesetzt werde. Unser Wunsch hat im Aeltesten- ausschuß kein« Mehrheit gesunden. Wir behalten un» vor, den von uns«ingereichten Gesetzentwurf über die Regelung der Ar- beitszeit als besonderen Punkt aus die morgige Tagesord» nung zu setzen. Gegen Sozialdemokraten und Kommunisten werden die kommu- nistischen Anträge abgelehnt, es bleibt bei den Beschlüssen des Aeltestenrats. Abg. Sarsien-Peine(Soz.) weist darauf hin, daß man auch bei der Sozialversicherung von einer Vertrauenskrise sprechen könne. Die Besetzung der sozialen Gerichte entspricht nicht den Anforderungen, die die Versicherten zu stellen haben. Es scheint so, als ob dort die Stellen häufig mit Leuten besetzt werden, die anderswo nicht unterkommen können. Die Besetzung dieser Stellen muß nach einheitlichen Grundsätzen erfolgen, die Versicherten müssen das Mitbestimmungsrecht haben. Wenn man stch manche Urteile ansieht, die in letzter Zeit gefällt worden sind, so muß man feststellen, daß die vom Reichstage beschlossenen Gesetzesbestimmungen vom Reichsversicherungsamt ein- fach nicht beachtet werden.(Hört, hört bei den Soz.) Mit dieser Praxis muß das Reichsarbeitsministerium endlich aufräumen. Das Reichsoersicherungsamt oerhindert auch durch seine Urteile, daß die Versscherungsträger die sozialen Gesetze in fortschrittlicher Weise aus- führen. Das Verfahren bei den Oberoersicherungsämtern ist vielfach unzulänglich und überhastet. So werden in Bochum ein Dutzend und mehr Fälle auf einmal erledigt. Aus unsere Kritik im vorigen Jahre trat dort vorübergehende Besserung«in, jetzt aber herrscht beim Oberversichcrungsamt in Bochum wieder der alt« Schlendrian. Auf diese Weis« kann man aber keine einwandsrcie Rechtsprechung erzielen. Auch die Behandlung der Ver- sicherten vor den Sozialgcrichten gibt viclsoch zu Klagen Anlaß. Das System der Vertrauensärzte ist vollends geeignet. das Vertrauen zur sozialen Gerichtsbarrelt zu untergraben. Der Redner weist dann auch darauf hin, daß das Statistisch« Reichsamt vielfach unzulängliche Statistiken veröffentlicht. Der Auffassung des Reichsarbeitsministers, daß die Sozial- Versicherung jetzt abgeschlossen sei. kann die Sozialdemokratie sich nicht anschließen. Es sind eine ganze Anzahl von sozialen Forde- rungen noch nicht verwirklicht. So die Krankenversicherung der See- leute. die noch immer auf sich warten läßt. Eine ganze Reihe von Arbeitern und Angestellten ist noch immer nicht der Unfallversiche- rung unterstellt, die angekündigte Denkschrift darüber ist noch nicht erschienen. Auch die Krankenoersicherung muß ausgebaut, die Rentenversorgung bei Berufskrankheiten oerbessert werden. In der Unfallversicherungsgcsetzgebung finden wir Lücken, besonders bei der Frage der Weiterzahlung des Krankengeldes. Eine außerordentliche Härte bedeutet die jetzige Berechnung der Renten tn der L a n d w i r t s ch a f t. Hier muß der wirkliche Jahresalbeits- verdienst zur Grundlage der Rentenberechnung gemacht werden und nicht der„durchschnittliche' Iahresarbeitsverdienst. Heute wird in Ottpreußen ein Drittel Verdienst weniger angenommen, als er in Wirklichkeit beträgt, ähnlich liegen die Verhältnisse auch in anderen Landesteilen. wlr verlangen den wetteren Ausbau der Sozialversicherung. Die Kurzsichtigkeit der Mittelständler hat sie früher zu Gegnern dieser Forderung gemacht, heute ist nur noch die Wirtschaftspartei die Wortführerin dieser Rückständigkeit. Es wäre aber für den Mittel- stand besser gewesen, wenn er sich zu rechter Zeit den Forderungen angeschlossen hätte, die von der Arbeiterschast aufgestellt wurden. Die Sozialdemokratie fordert, daß endlich die einheitliche Gestaltung der sozialen Gesetzgebung durchgeführt wird.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Ziegler(Dem.) bemängelt gleichfalls das langwierige Ver- fahren und vi« Verhandlungen namentlich vor den Obcrversichc- rungsämtern. Die Krankenversicherung müsse ebenfalls den Ver- hältnissen der Nachinflationszeit angepaßt werden. Man hätte doch erwarten müssen, daß das R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r i u m sich schützend vor die so unberechtigt angegrissenen, vielfach durch ehren- amtlich« Arbeit geketteten Krankenkassen stellte.(Sehr wahr! links.) Abg. Becker-Arnsberg(Z.) stimmt gleichfalls den Beschwerden de» Abg. Karsten wegen der Behandlung der Versicherten bei den Versicherungsbehörden zu. Diese Beschwerden müßten sich aber vor allem auch an die zuständigen Landesregierungen wenden. Vielfach legten, entgegen den Gesetzeskommentaren, reaktionäre Or- gane der Rechisprechung die Bestimmungen über die Jnvaliditäts- rcnte zuungunsten der Versicherten aus. Das Arbeitsministerium müsse daher prüfen, ob man nicht von der Arbeits- zur Be- rufsunsähigkeit übergehen müsse. Jedenfalls müsse der bisher S M. betragende Reichszuichuß zu jeder Invalidenrente ganz erheb- lich erhöht werden. Den Krankenkassen müsse das Recht der Selbst- abgäbe von Heilmitteln verbleiben, weil sie sonst gezwungen wären, dem Handel das Fünf- bis Sechsfache der Preise zu zahlen.(Wider- spruch bei den Dnat. und W. Vp.) Abg. Deulhien(D. Vp.) lehnt den sozialdemokratischen Antrag. der auf Beseitigung der Jnnungskronkenkassen abziele, ab. Der Redner begründet«inen Antrag, der durch Reichsgesetz die Selbst- Versorgung der Krankenkassen, durch die das sreie Gewerbe geschädigt werde, untersagen will. Abg. Frau Arendse«(Komm.) erklärt, die Bestrebungen auf De- seitiaung der Eigenversorgung der Krankenkassen seien entschieden zu bekämpfen, zumal die Kassen durch diese Selbstversorgung jähr- lich etwa 57 Proz. an Ausgaben sparen. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Frau Schott(Dnat.) und Pehold(W. vg.) weist Abg. Richter(Soz.) die Angriffe des Abg. Beychien auf die Krankenkassen zurück. Im Ausschuß werde auf Grund amtlichen Materials das Notwendige dazu noch gesagt. _ Es folgt die Beratung der Gruppe Arbeitsrecht. Abg. AufhSuser(Soz.) weist darauf hin, daß auch heute noch die deutsche Wirtschaft unter Minderabsatz leidet, der tn der Hauptsache verursacht wird durch das unzureichende Arbeitseinkommen. Die jetzige Lohnhöhe entspreche erst dem Stande von 1910. Die Löhne müssen so gesteigert werden, daß auch die Arbeiter und Angestellten einen AmeU an den Ergebnissen des Rationalisierungsprozesjes erhatten. Die Rationalisierung hat keinen Sinn, wenn sie nur den Besitzern der Kapitalien zugute komme und nicht den im Produktionsprozeß stehenden Menschen. In den Anweisungen des Reichsarbeits- Ministeriums an die Schlichtungsstellen vermißt man gerade den Hinweis auf diese Zusammenhänge. Die Tarisunwuligkeit der Unternehmer wird noch unterstützt durch die Recht- sprechung der ordentlichen Gerichte. Der Redner schildert einen Fall, in dem von der Staatsanwaltschaft gegen Artisten strafrechtlich vor- gegangen ist, weil sie die Rechte aus einem Tarifvertrag für sich geltend gemacht haben. Die Unternehmer haben verlangt, daß gegen diese Artisten wegen Betrugs vorgegangen werde und die Staats- anwaltschast hat sich auch zu einem solchen Vorgehen berett gefunden. (Unerhört! links.) Einzelvertröge, die dagegen verstoßen, sind rechts- ungültig. Gegen derartige Uebergriffe der ordentlichen Gerichte muß da» Reichsarbeitsministerium das Notwendige unternehmen, Auch hier zeiat es sich, wie berechtigt unser Mißtrauen gegen die ordentliche Justiz ist. Bei der Errichtung der Arbeitsgerichte wird in Bayern der Versuch unternommen, sie den Amts- gerichten nebenamtlich anzugliedern. Wir wenden uns ganz entschieden gegen diesen Versuch, den Zweck der Arbeits- gerichte zu durchkreuzen. Aus die Verabschiedung der S e e m a n n s- o r d n u n g warten wir noch immer. Der Redner stellt weiter fest, daß da» Relriebsrälegeseh in zahlreichen Fällen umgangen wird. Wir vermissen es, daß man den Betriebsräten den erforderlichen Schuß zuteil werden läßt, es kommt sogar vor, daß man die ordnungsmäßige Wahl von Betriebsräten verhindert. Die Sozialdemokratie verlangt, daß der Entlassungsschutz auch auf den Wahlvorstand, auf die ausscheidenden Betriebsräte und die Betriebsratskandidaten ausgedehnt wird. Gegenüber dem deutsch- nationalen Abg. Thiel stellt der Redner fest, daß auch die Anze- stellten es der Sozialdemokratie und dem heutigen Volks- staat zu verdanken haben, wenn sie jetzt das K o l l e k t i o r e ch t und mehr soziale Rechte besitzen. Die hinter Herrn Thiel stehen- den deutschnationalen Handlungsgehilfen sollten stch nicht zum Kamps gegen die Sozialdemokratie gebrauchen lassen, sondern gemeinsam mit der Sozialdemokratie und mit den Arbeitern den Kampf für die Erhaltung und den Ausbau der sozialen Gesetzgebung führen. Die Sozialdemokratie wird auch künftig die Interessen der Angestellten ebenso wie der Arbeiter wahren, und wenn in dem Kampf der Sozialdemokratischen Partei gegen die jetzige Unternchmerregierung auch die Deutsche Volksvarte! etwas abbekommen wird, so hat sie es wohl oerdient.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Berk(Komm.) wendet sich gegen das Schlichtungswesen, das nur den Unternehmern zugute komme. Abg. hnke(Z.) weist darauf hin, daß im Bergbau und in der Textilinliustrie eine wesenttiche Ärboitssteigerung zu verzeichnen sei, die dort bewilligten Lohnerhöhungen entsprechen ober nicht der ver- teuerten Lebenshaltung und der Steigerung der Mieten. Abg. Schncldcr-Berlin(Dem.) stellt fest, daß die R a t i o n a l i- s i e r u n g bisher nur ein großes Arbeitslosenheer, aber noch keine Lohnerhöhungen gebracht habe. Abg Thiel(D. Vp.) beklagt sich darüber, daß man nach der Re- volution die deutschnationalen Handlungsgehilfen aller ihrer Reckte zu berauben versucht habe. Abg. Schmldl-Köpenick(Soz.) weist daraus bin. daß die Not der Landarbeiter avßerordent- lich groß ist, die Schlichtungsstellen müssen endlich dafür sorgen, daß die Lohnoerhättiiisse der Landarbeiter gebessert werden. Was nützen die Klagen über die Landflucht, wenn die Löhne auf dem Lande noch immer soviel schiechter sind als in der Industrie. Es werde soviel über die Not der Landwirtschaft geklagt, aber die Ernteerträgnisse der letzten Jahre sprechen gegen diese Behauptung. Wenn man in der Landwirtschaft höhere Löhne zahle, dann würden nicht nur die Erträgnisse in der Landwirtsckaft, sondern die Produktivität der gesanuen Wirtschaft gehoben.(Beifall bei den Soz.) Um 1% Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag nachmittag 2 Uhr vertagt. Abg. Aufhäuser(Soz.) und Abg. Rädel(Komm.) stellen den Antrag, die von der Sozialdemokratie und von den Kam- munisten eingebrachten Anträge zur Regelung der Arbeits- zeit auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung zu setzen. Da das Abstimmungsergebnis zuerst zweifelhaft ist, muß die Auszählung des Hauses(Hammelsprung vorgenommen werden. Sie ergibt die Ablehnung des Antrages mit 149 gegen 82 Stimmen. Such- und Setnebspriifung. Steuerveranlagung und Steuerprüfung vor dem Ausschuß. In der in der Donnerstagsitzung des Ausschusses für den Reichs- Haushalt fortgeführten Beralung des Etats des Neichssinanz- miiiistenums brachte Genosse Nteler-Baden die noch immer maugel- hafte Ooganisation des Buch- und Betriebsprüfungs- d i e n st e s zur Sprache und stellte fest, daß die heute verfügbaren Kräfte kaum ausreichen, um die Hälfte der für die Prüfung vor- gesehenen Großbetriebe zu prüfen. Auch die Festlegung einer bestimmten Zeit, in der Buchprüfungen abgeschlossen sein müssen, sei falsch. Eine solche Zeltbestimmung macht oft eine gründliche Buchprüfung unmöglich. Mit Rücksicht auf die exponierte Stellung, die die Buchprüfer innerhalb der Reichsfinanzverwaltung einnehmen, verlangte Genosse Meier die Uebernahme der auf Vertrag ange- stellten Buchprüfer ins Beamtenverhältnis, soweit sie sich im Dienste der Reichsfinanzverwalwng bewährt haben. Er bitte um Auskunft über die Herkunft, Vorbildung und Aussichten der Buchprüfer und ob ein Uitterschied zwischen Studierten und Nichtstudierten gemacht werde. Staatssekretär Popth erklärte grundsätzlich, daß die Finanzvor- waltung an dem jegigen System, die Buchprüfung durch einen be- sonderen Dienst der Berwaltuiig vornehmen zu lassen, festhalten werde. Gegenwärtig seien rund 1599 Personen im Buch- prüfungsdienst tätig. Davon 1199 Beamte und 499 Ange- stellte. Letztere sollen allmählich in das Beamtenverhältnis über- geführt werden. Es könnten aber nicht alle Angestellten über- nommen werden, weil einmal nicht alle geeignet und einzelne auch nicht geneigt seien, sondern besseren Angeboten der Industrie folgten. Eine Bevorzugung von Akademikern bestehe nicht. Im Gegenteil. Leute aus dem praktischen Leben mit Branchenkenntnissen seien be- sonders erwünscht. Von den sozialdemokratischen Mitgliedern war die folgende wichtige Entschließung eingegangen, die Reichsregierung zu ersuchen, dein Reichstag alljährlich eine Uebersicht vorzulegen, die eitthätt: I. das gesamte Leranlagungssoll aller der Ver- anlagung unterliegenden Steuern auf Grund der von den Steuer- Pflichtigen eingereichten Steuererklärungen: 2. dos gesamte Veranlagungssoll, das sich auf Grund der Prüfung der Sleuererklärungen ergibt. In beiden Fällen ist die Uebersicht nach Landesfinanzamts- bezirken und nach Einkonunensgrößenllassen zu gruppieren. Um das Notgesetz. Wie„Der Deutsche" berichtet, sind die internationalen De- sprechungen der Regierungsparteien noch nicht abgeschlossen. Ueber den Stand der Verhandlungen wird Stillschweigen bewahrt. Ihre Fortführung lasse erkennen, dah eine Einigung noch nicht zu- stände gekommen ist. Dies werde durch die Hartnäckigkeit erklärlich, mit der die christlich-nationalen Arbeitervertreter um die Durchführung ihrer Forderungen ringen. .Da die im Deutschen Gewerkschaftsbund organisierten christlich- nationalen Arbeitnehmer die Fassung des Entwurfes als ungenügend ablehnten, ist für die Regierung eine neue Situation ge- schassen. Jedoch sind die Gerüchte über eine Zurückziehung des Regierungsentwurfs völlig unzutreffend." Zur Arbeitszeit im Zeitungsgewerbe. verdächtige Propaganda für Ausnahmebestimmungen. Seit der Veröffentlichung des Regierungsentwurfs zum Arbeits- zeitnotgesetz werden die bürgerlichen Zeitungen nicht müde, immer wieder zu betonen, daß die Streichung des§11 Absatz? (straflose Duldung oder Annahme freiwilliger Mehrarbeit) für die Zeitungsbetriebe infolge de? stoßhaften Anfalls d'er Arbeit und vor allem gegen Ende der Woche eine unerträgliche Belastung darstellt. Die bürgerlichen Zeitungsoerleger würden, wie uns dazu vom Buchdruckerverband geschrieben wird, weit vernünftiger handeln, wenn sie sich bei ihrem Streben nach einer Sonderstellung aus dem Gebiete der Arbeitszeit etwas mehr Zurückhaltung auferlegten. Die gesamte Arbeiterschaft im Buchdruck. gewerbe steht dem Stafettenlauf von Vertretern des Vereins Deutscher Zeitungsverleger von und nach den Fraktionszimmern ge- wisser Parteien oder den Ausschüssen im Reichstage mit größtem Mißtrauen und ablehnend gegenüber. Die Arbeiterschaft Im Büchdruckgewerbe ist entschiedener Gegner seder Aus- nahmebestimmung für das Zeitungsgewerb« auf dem Gebiete der Arbeitszeit. Daß sogar jetzt nach Abschluß der Tarifverträge, bei welchen den wirklichen und ernsten Bedürfnissen des Gewerbes in Fragen der Arbeitszeit auch für das Zeitunpsgewerbe von Gehilfenfeite in praktischer und weitest» gehender Weise Rechnung getragen wurde, in der bürgerlichen Tagespresse(z. B..Berliner Tageblatt",.Dossische Zeitung" usw.) noch Propaganda für Ausnahmebestim- m u n g e n im Arbeitszeitnotgesetz für das Zeitungsgewerbe gemacht wird, dagegen prote stieren wir als Wortführer der gesamten B u chd r u ck e r e i a r b e i t e r sch a f t mit aller Entschiedenheit. Es besteht gar keine sachliche Notwendigkeit für irgendein Ausnahmegesetz für Ueberstunden im Zeitungsgewerbe. Soweit sachliche und praktische Gesichtspunkte in Frage kommen, sind auch im neuen Buchdruckertarif weit» gehende Möglichkeiten für deren Berücksichtigung enthalten. Was darüber hinausgeht, wäre nur vom Uebel und eine gefährliche Be- günstigung unkollegialer Konkurrenzmanöver im Zeitungsgewerbe. Tariffeindschaft im„Krokodil". Schills Restaurationsbetriebe„Zum Krokodil", die sich mit der Devise:„Billig und viel" dem Publikum empfehlen, führten vor dem Kaufmannsgericht einen äußer st heftigen Kampf gegen die Klage einer Angestellten M.. die entlassen wurde, weil sie das Tarifgehalt gefordert hat. Fräulein M. ist am 1. März 1924 als jugendliche kaufmännische Angestellte bei der Firma Schill einc>etreten. Erst im Juli 1926 erfuhr das junge Mädchen, daß es einen Tarif gibt und daß ihr GeHall während der ganzen Zeit hinter den Tarifsätzen erheblich zurückgeblieben war. Da auch ihre Kolleginnen das gleiche Schicksal teilten, so ersucht« Fräulein M. den A n g e st e l l t e n r a t, die Z-ahlung der Tarifgehälter für alle Angestellten zu fordern. Aber der Angestelltenrat unternahm nicht». Aus einer späteren Aeußerung von ihm darf man schließen, daß er fürchtet, die Firma würde einen Teil der Angestellten entlassen, wenn von ihr verlangt würde, sie solle nach dem Tarif bezahlen. Die Devise:„Billig und viel" scheint also auch dem Personal gegenüber angewandt zu werden in dem Sinne, daß für geringe Löhne viel gearbeitet werden muß. Fräulein M. hat sedenfalls am eigenen Leibe erfahren, daß man bei Schill„Zum Krokodil" nicht ungestraft den Tariflohn fordern kann. Nachdem sie monatelang vergebens auf ein Eingreifen de» Angestelktenrat» gewartet hatte. wandt« sie sich im Oktober 1926 selbst an den Bureauches mit dem Ersuchen, sie dem Tarif entsprechend zu«nt- lohnen. Diese Forderung wurde nicht erfüllt, aber Fräulein M. erhielt ihre Kündigung und hat insolgedesien am 31. Januar 1927 den Betrieb verlasien. Selbst der Entlasienen machte die Firma noch Schwierigkeiten, indem sie ihr ein Zeugnis aus- stellte, welches kein Wort über die Art der Beschäfti- g u n g enthielt. Mit einem solcken Zeugnis war natürlich keine gleichartige Stellung zu bekommen. Doch ihre Organisation, der Zentralverband der Ange st eilten, ließ Fräulein M. die Firma um Erteilung eines den gesetzlichen Vorsckiriften ent- sprechenden Zeugnisses ersuchen. Erst nach mehreren Wochen kam die Firma der Aufforderung nach, aber mit einem ungenügenden Honfm m W.'MWs- nnö smeMOMlllMe am Oieasfag. dem 15. INSrz 1927, abend« 7 Uhr. in den Mnfikerfälen. Saiser-MIHelm-Straße 31 .Der Sumpf um den Achlstundenlag." Referent: Geaaste S. A u f h S u s e r. M. d. R.— Aussprache. Wahl van drei Mitgliedern zum erweiterten Bezirksvorstand. wir ersuchen alle AunklionSre. an dieser Konferenz teilzunehmen. ZunklionSranswei» und Parteibuch mitbringen! Betriebssekretariat. Zeugnis, denn es verschweigt, daß Fräulein M. in den letzten Jahren als Bonkontrolleurin beschäftigt war. Die Erwähnung dieser Speziolarbeit aber ist notwendig, wenn die Entlassene eine gleichwertige Tätigkeit finden soll. Fräulein M. klagte nun erstens auf Ausstellung eines Zeug- nisses als Bonkontrolleurin, zweitens aus Schadenersatz, weil sie mit dem ungenügenden Zeugnis keine ihren Fähigkeiten ent- sprechende Stellung erhalten konnte, und drittens auf Nach- Zahlung der Differenz zwischen dem erhaltenen und dem tarislichen GeHost seit Juli 1926. In mehreren Terminen wurde sehr eingehend die Frage ge« prüft, ob die Klägerin als Bonkontrolleurin beschäftigt war. in welche Gehaltsgruppe sie gehört und von welchem Zeitpunkt sie Nackzahlung beanspruchen kann.— In der Zeugnisfrage erklärte sich der Vertreter der Firma, nachdem sich fein Stand- punkt als unhaltbar erwiesen hatte, bereit, ein der Forde- rung der Klägerin entsprechendes Zeugnis auszustellen. Verurteilt wurde die Firma, der Klägerin wegen des ungenügenden Zeugnisses 80 M. Schadenersatz zu leisten und die Gehaltsdifferenz vom 1. Oktober 1926 bis 31. Januar 1927 nachzuzahlen. Ob die Klägerin die Nachzahlung vom 1. Juli 1926 ab verlangen kann, darüber soll in einem späteren Termin Beweis erhoben werden. Kein Sieg der KPD. beim ZdA. in Hamburg. Bei der Wahl der Deleaierten zum Verbandstag des Zentraloerbandes der Ange st eilten in Hamburg erlitten die K o m m u n i st e n trotz großer Aufwendungen von Flugblättern und sonstiger Propaganda eine katastrophale Niederlage. Während die Liste der Amsterdamer Richtung 3424 Stimmen erhielt, brachte es die Liste der Kommunisten nur auf 793. Damit werden sämtliche Vertreter zum Derbandstag von der Amsterdamer Richtung gestellt. Lohnbewegungen in der Metallindustrie. In M a n n h e i m erklärten die Metallindustricllen bei den Ver- Handlungen über die Ende Januar vom Deutschen Metallarbeiter- verband gefordert« Lehnerhöhung, daß sie infolge der Wirtschaftslage keine Zugeständnisse machen könnten. Die Verhandlungen sind ge- scheitert und werden am Dienstag vor dem Schlichtungsausschuß wieder aufgenommen. Die Metallarbeiter Bremens sind in eine u m- fassende Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen der Gewerkschaften enthalten Lohnerhöhungen für die Arbeiter der Wersten, der Metallindustrie und der Silberwaren- fa b r i k e n sowie Arbeitszeitverkürzung und andere tarifoertragliche Aenderungen für die Arbeiter der Landbetriebe der bremischen Metallindustrie. Die Berhandlungen beginnen für die Metall- industrie am 11.. für die Wersten am 15. März Don der Lohn- bewegung werden rund 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen erfaßt. Die Metallarbeiter fordern 6 Proz. Erhöhung— eine äußwst bescheidene Forderung. Drohender Eisenbahnerstreik in Polen. Warschau. 10. März.(Mtb.) Auf einer großen Versammlung haben die polnischen Eisenbahner eine Erhöhung ihrer Löhne und Pensionen verlangt. Die Stimmung war außerordentlich erregt, und von den Organisationsoertretern wurde erklärt, daß man vor einem Streik nicht zurückschrecken würde, im Fall die Regierung die Forderung der Eisenbahner ablehne. Anderer- sests ist die Regierung entschlossen, einen Eisenbohnerstreik mit allen Mitteln, unter Umständen auch mst militärischen Maßnahmen, zu unterdrücken. Lohnabbau-Offenfive in Frankreich. Paris, 10. März.(Eigener Drahtbericht.) Unter dem Vor- wand, durch Verminderung der Selbstkosten die Herabsetzung des all- gemeinen Preisniveaus herbeizuführen,, ist in der gesamten fran- zösischen Industrie gegenwärtig eine großangelegte Offensiv« gegen die bestehenden Lohntarife in Angriff genommen worden. Diese Offensive wurde von den Grubenbesitzern des Loire-Reoiers eingeleitet Die Gruben des Nordens und des Pas de Calais sind noch kaum einer Woche ge- folgt und haben den Gewerkschaften den Lohntaris auf den 1. April gekündigt. Die Metall-, die Textil- und die Leder- industrie werden, wie oerlautet, in allerkürzester Zeit ebenfalls zum Angriff auf die Lohntarife übergehen. In den Kreisen des Gewerkfchaftsbundes wird erklärt, daß die Gewerkschaften diesen Versuch, die Wirtschaftskrise auf Kosten der Arbeiterschaft zu lösen, mit allen Mitteln bekämpfen werden. Dementsprechend sind bereits Anweisungen an die meist- bedrohten Gewerkschaften ergangen. Für End: März sind Be- sprechungen zwischen den Grubenbesitzern und den Delegierten der Gewerklihaften in Aussicht genommen. Falls sie ergebnislos ver- laufen, wird spätestens am 22. März der Nationalrat zu- s a m m e n t r e t e n, der in erster Linie die Haltung der Gruben- arbeite« dieser Offensive der Grubenbesitzer gegenüber festlegen wird. Allgemeiner freier Angestelllenbund, Orlskarlell Berlin. Der 2. Informationsabend 1927, der am 12. März im Reichswirtschafts- rat stattfindeu sollte, kann nicht abgehalten werden, da der Kollege Klein aus Wien und die anderen österreichischen Kollegen wegen be- sonderer Ereignisse in letzter Stunde oerhindert worden sind, nach Berlin zu kommen. Abnehmende Arbeilslosigkeil in England weist der Bericht der letzten Februarwoche auf, wonach die Zahl der Arbeitslosen auf 1 169 500 zurückgegangen ist und sich gegen die Vorwoche um 26 öS9 verringert hat. Dennoch ist die Arbeitslosenzahl noch um 62 362 größer als vor einem Jahre. Achtung, SPD.-Eifenbahasr! Heute abeud 7 Uhr in den ttonlordiafäle»,«ndreaeste. St. BcrsnMM. lung aller im Eisenbahnbetrieb beschäftigten freiqcwcrlschastlich organisierten Genossen.»Dil wirtschaftliche und soziale Lage der Eisenbahner.- Referent Genosse 8, Brennig.«uisPrache. Verschiedene». Der Werbcansschutz. Jnaendgrnppe de, gdB. Heute, ffreitng, TV, Uhr: Bezirk Siidwesi: Jugend- heim Lcllc.Alliancr»Etr. 7/10. Bcrusskundli6)cr Arbeitsabend iCchumann).— Spandau! Jugendheim Lindcnufer!. Fortsetzung des Vortrages über„. eise- erledniss«- iwrubert).— Lichtenberg: Jugendheim Parlaue U>. Heimabend sBrettspicle). Freie Sewerkschaft-ingend. Heute. Freitag, 714 Uhr, tagen die Gruppen: t ermannplatz(Rculöllu 2): Truppenheim Jugendheim Eanderstr. ll. Ecke obrrchtstratze. Vortrag:„Die gesellschaftliche Stellung der Frau-.— Ober- schöneweide: Eruppenheim Jugendheim Laufencr Str. 2(Roter Saal). Hans- Reimann-Abend.— Wedding Ii Eruppenheim Stadtbad Wedding. Gericht- strotze SS/SS. Vortrag:„Denken und Fühlen der Großstadtjugend".— Rordring: Eruppenheim Ingendheim Eberswaidcr Str. u>. Zimmer 12. Die Fragen aus unserem Fragckastcn werden beantwortet.— Zeppelinplatz(Wedding-i>: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Turiner Ecke Eceftraße. Heute wollen wir da» Nänzlein schnüren I Ratschlage eines Kenners.— Filmoorsührung in der Ztnltnradteilung de» Deutschen Metallarbeiteroerbande,. Linien str. 197(6 Uhr): 1. Der Wilderer. 2. Hans Huckcbein, der Unglücksrabe. S. Ihre drei Stamm. gaste. Deutscher Werkmeisteroerband, Bezirk 19. Donnerstag, 17. März, 8>4 Uhr, Filmvortrag!„Sin Tag In den Ford-Wcrken- in der Kuit>,rabtc>lung des Deutschen Metallarbeilerverbandc», Linienstr. 197. Eintrittskarten(Sg Pf.) sind in der Geschäftsstelle Kurfürstenstr. III, l Tr., zu haben. Berantwortlich für Politik: Victor Schill: Wirtschaft: S. ttlinqelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Etzkorn; ffenilletoni Dr. John Schikawsii: Lokales: und Sonstiges: Fritz Karstödt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Beriag®. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u Eo.. Berlin SW 68. Lindeiistratze S. Hier»» 2 Beilage»,.Unterhaltung und Wisse»- und.stadtbellagc-, WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Dampf- � Landleberwurst pm-I io Mettwurst grob», Pfund 1,25 Mettwurst ��""pfanck 1*50 Mortadella.... 1.25 Bler-u.Leberw.f«in»,PM.1.65 Schinkenspeck Pf»nck 1.65 Zervelat u. Salami 1.75 Teewurst..... Pfund 1.90 Speck?Ä; 1.20 mager 1.40 Jagdwurst... Pfund 1.45 Schinkenpolnischepfd.1,45 Filetwurst.. Pfund 1.50 Nußschinken 1.95 «« Schnitt- u.Brechbohn.OMC ht Dos« Haricots verts exfni fein 1.75 Spinat46PfKohlrabi48Pt. Sellerie»�«ßen 48pi. 50". Grünkohl........ 50 Pt Steinpilze......... 2 m Pfefferlinge...... 82Pf. Leipziger Allerlei.. 85 Pt Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust....ptund 68 v. Kalbsnierenbraten...... p»w 75 tt. KalbSkeUle ganz und gdeih.....Pfand 85 Pf. Schmorfleisch munaoAca 95pf Suppenfleisch.............. 75#y. Schweinebauch»- 85 v Schweinekamm u. Blatt ptnnd 90 pp Kaßler, Speer u. Kamm ptund los Liesen p/d. 80p,. Behacktes ppl 70p,. Prima Ochsenfffeisch, gefroren Suppenfleisch.............. 48 n. Kamm u. Brust.......... ptund 55p,. Schmorfleisch mit KnoAcn... Ptund 60 Pf- Soweit Vorrat Obst OemüM, Fleisch Hessina-Blutorangen.%,�1025 Kranzfeigen•. Pfund 28Pt Wirsing-u.WeißkohlPfd.7Pt Oauerzwiebeln. piond gpt Sellerie..Pfund gpt 15 pr. Malta-Kartoffeln p». ISpi Blumenkohl Kopivon iOplob Schwarzwurzeln«i»» 25 Pf. Kaliforn.Aepfel 35 p>. 45 Pt Zitronen.... Duzend 40 Pt Apfelsinen vvhend 5� 35 Pt Blutorangen o». 70, 95 Pt Ananas wsch«. Pfd.v.90Pt«n Plsdit werden nicht zugesandt Limburger 60 ▼ottfett, wund lio Holländer....Pfund 75Pt Tilsiter voiitett. Pfd. im 1.15 Edamer..... Pfund 73 Pt Schweizer$£ 1.10 1.45 Steinbuscher. piund 98 pt Briekäse..... Pfund 55 Pt Speisetalg l Pfund-Paket 62 Pt Molkereibutter Pfund 1.83 Dänische Butter tauid 2.06 Tafelbutter...Pfund 1.96 Margarine...Pfmd 58 Pf. 58pm.73w- •/> Doac Jg. Erbsen TOPfU� LAft Kaiserschoten..... 1.58 Jg. Erbsen m. Karotten 67 Pt Junge Karotten gJJJJ 1.05 Gemischt. Gemüse fein 1.40 Pflaumen Ä75Pt§S3!S im Saure Kirschen»tfi» 1.15 Makrelen-Bücklinge wd. 20 5 90 n- Flundern po»m. 30 Pf 45 f. Seelachs t stock., pid. 45Pt Rotbarse....Pfund 42Pt Sprott- Bücklinge bk. 40 Pt Schellfische..Pfand 421»». Sprotten..... Kietc 45pl Holl. Kakao 2 so Pralinen M,,ril}/fnprund 58Pt Sandgebäcks' 25 p�95Pf. Printen �./'{ftund 30 Pt Sandgebäck 35 ft Konfitaren, 2 Pfund-Einer Ananas 1.65 Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Erdbeeren, Aprikosen, Kirschen, Himbeeren 1.45 Wein Preise für Vi flesdte ebttthUeSUth Berliner OeMitkesfeuer, ohne Glcs Bruch-Reis... IVelße Bohnen Pfund 14Pt Linsen...... Pfund 24Pt Grüne Erbsen-Pfund 34 Pt Erbsen g«ib«, poliert Pfd. 36 Pt Viktoria-Erbsen pm- 38 Pt Spalt-Erbsen reib. pid. 42 Pf. Gebrannter Kaffee«ir-n««o-ier-i..... prund w» Spezial- Mischung zw» BahnenkatTc«, Pfand 63 Pt ...... Pfund Pf, Haferflocken.Pfund 23 ff Tafelreis poliert. Pfund 24 Pt Weizengrieß..Pfand 25 Pt Valencia-Reis. Pfand 23 Pt Hartgrieß....Pfund 29Pf. Makkaronl 42 Pt > 2.25 a» «tztz 1.12 gut entwickelt 1922 Freilaubersh. Katharinenkirche 1922 Zeltinger(«><• Kapsel) reifer Mlttelraoscl.. 1921 Osanner Rosenberg«ebu-herMo«!.'..... 1923 Rüdeshelmer Bischofsberg 1921 Niersteiner Domtal gehaltvoll, blumig..... 1922 Ingelheimer lieblicher Rotwein........... 1922 Chät Raba Pmpr. Glissen, eleganter Bordeaux.. Lagrimas Christi Ooid-Maiaga.............. Deutschherrn-LikSr(KanMuea) 3m 0 Sorten Wein und Spirituosen vom lofi uitr Johannisbeerwein Rot ans.............. v 95 pt Tarragona Spezial rot.................. 1.40 1922 Ruppertsberger Rhcinpisizer Tischwein..... 1.40 1.15 1.30 1.65 2m 2.50 1.30 1.80 180 Fische Brüne Heringe 5 Pfand 45p,.«e 60p,. Bratschollen,......p/und 7 pt. and 12 p,. Kabeljau u. Seelachs 0%£°pif%sr 15 p,. Boidbars Ohne Kop,........... Ppond 20 Pf- Frische Bleie............ jw 28 p,. Hechte trtsdie, Pfund 45 Pf. lebende 85 Pf. flS Lebende Karpfen........ ptund 1iom Wild u. Geflügel Wilde Kaninchen 98 p,. Junge Tauben........ so* 85p,. Iis Junge Enten.............. hs Suppenhühner.... p,™* ho Izs 1*5 Schneehühner............. st** loo i Nr. 11$ ♦ 4$. Jahrgang 1. Seilage des Vorwärts Frektag, 11. März 1427 Der Staöthaushalt ein Uothaushalt! Vorlegung des Hanshaltplaues in der Stadtverordnetenversammlung. Der neu« Stadtkämmerer von Berlin legte gestern den vom Magistrat aufgestellten Entwurf des Stadthaus- haltplones für 1927 den Stadtverordneten übr. Die Geleitworte, die er ihm mitgab, waren ein langes Klagelied über die schlechte Finanzlage der Stadt. Daß die Stadt Berlin viel Geld braucht, ober wenig Geld hat, das war kurz der Sinn seiner einstündigen Rede. Die Berliner bringen mit ihien Steuern viel Geld auf, ober bei der Verteilung der Steuern fließt nur wenig davon an Berlin zu- rück. Dies« Benachteiligung Berlins ist ein Skandal, der je länger je schwerer zu ertragen isb Einen Nothoushalt nannte der Kämmerer den neuen Stadthaushaliplan, einen Nothaushalt, weil die Not weiter Kreise der Bevölkerung die Steigerung der Aus- gaben fordert, aber die Not des Stadtsäckels dazu treibt, die Aus- gaben einzuschränken. An Au s g a b e n st r e i ch u n g e n hat der Magistrat das Mögliche und Unmögliche geleistet— und doch hat er um Steuererhöhungen nicht herumzukommen vermocht. Wie die Fraktionen darüber denken, werden sie ihm erst in der nächsten Stadtverordnetenstgung sagen. * 3n der gestern abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten hielt der Kämmerer. Dr. Lange, eine längere Rede zur Begründung des haushaltplanes für 1427. Der Kämmerer betonte eingangs seiner Ausführungen, daß die Auf- stellung des Haushalts ganz außerordentliche Schwierigkeiten bereitet habe, daß diese Schwierigkeiten bei allen Gemeinden vorhanden sind, und daß sie mit erschreckender Deutlichkeit zeigen, daß die lieber- tragung immer neuer Lasten und Aufgaben aus die Gemeinden, ohne Ueberweisung eMsprechender Mehreinnahmen auf die Dauer nicht tragbar ist. Der Steuerabbau im Reich sei zum er- heblichen Teil auf Kosten der Gemeinden erfolgt. Besonders schwer ist diese Benachteiligung auch bei der Einkommen- fteuer.� Sie soll nach dem örtlichen Auskommen verteilt werden, was für Berlin für 1927 einen Anteil von 119 Millionen Mark de- deuten würde. Berlln erhält aber nur 78 Millionen Mark. Es würden also nicht weniger als 32 Millionen Mark oder rund 39 Pro- zent des Berliner Auskommens an andere Gemeinden fließen! Hmmer wieder wird von gegnerischer Seite behauptet, daß es ja Berlin offenbar besser geh« als anderen Gemeinden, da es sehr viel niedrigere Zuschläge zur Grund- und Gewerbesteuer erhebe. Diese Begründung ist falsch. Sic übersieht völlig die starke Bor- belastung der Berliner Bevölkerung und des Berliner Gewerbes durch die H a u s z i n s st« u e r, von der Berlin mit 399 Millionen Mark mehr als ein Drittel des gesamten preußischen Aufkommens trägt. Das alte Berlin war einst stolz darauf, mit Einkommensteuer- zuschlügen von nur 199 Proz. auszukommen, obgleich die Steuer- kraft dann vielfach nicht ausreichte, um die Gcmeindeausgaben in dem notwendigen Maße durchzusühren. So Ist das neue Berlin von vornherein mit der Ausgabe vor- belastet, ln den Bororlgemelnden die Einrichtungen zu schassen, die den Ansorderungen einer Großstadt einigermaßen genügen und dies nicht einmal nur sür die armen Gemeinden. Das reiche Wilmersdorf hatte beispielsweise trotz seiner rund 169 999 Einwohner weder«in Krankenhaus»och eine Bade- a n st a l t! Diese Kommunalpolitik wirkt sich heute aus und belastet Berlin in starkem Maße. Diese Vorbelastung Berlins findet natur- gemäß ihren Ausdnick am stärksten bei den einmaligen Ausgaben. Von ihnen entfällt der weitaus größte Teil auf das Verkehrswesen. sür das l£) Millionen Mark in die außerordentliche Verwaltung eingestellt werden mußten. Beim Schulwesen muhten 9 Millionen Mark in die ordentliche Verwaltung eingesetzt werden, die vornehm- lich dazu dienen, besonders in den»eugebauten Teilen des Stadt- gebietes die unbedingt notwendigen Schulgebäude zu schaffen. Der Ausbau de» Fach- und Fortbildunggschulwesens sowie der zunehmend« Besuch der höheren Lehranstalten erfor- derte 21 Millionen Mark für Neubauten. Für die Tlesbauverwallung sind rund 12 Millionen Mark in der oußerordciillichen Verwaltung und 8,6 Millionen Mark in der ordentlichen Berwaltung vornehmlich sür Straßen- und Brückcnbauten eingesetzt. Das Gesundheitswesen erfordert 8,1 Millionen Mark. Hier mußte mit Rücksicht auf die Finanzloge beispielsweise auch der dringend erwünschte Aus- bau des östlichen Pavillons im Krankenhaus Moabit zurückgestellt werden. Auch die Anforderungen für die Verwaltung»- gebäude sind auf das ollernotwcndigste beschränkt worden. Für die städtischen Betriebe enthält die außerordentliche Vcrwal- tung außer den schon behandelten Beträgen für das Verkehrswesen je 19 Millionen Mark sür die Stadtentwässcrung und für die Wasser- werke und 3 Millionen Mark für den Bau einer Fleischgroßmarkt- halle. Für den Wohnungsbau sind keine Anleihemittel vorgesehen, vielmehr will der Magistrat eine Steigerung der Neubautätigkeit durch Herabsetzung der Hauszins- fteuerhypotheken unter gleichzeitiger Uebernahme der Bürgschajt sür zweite Hypotheken erreichen. Berlin hat in dem letzten Jahr über 119 Millionen Mark an Hanszinssteuer an den staoltichen Ausgleichs- fonds abgeführt und bisher ganze 2V* Millionen Mark daraus zurückerhalten, auch diese noch mit gewissen Beschränkungen. Diese Zurücksetzung erscheint geradezu ungeheuerlich angesichts der Tatsache, daß Berlin mit den ihm verbliebenen Mitteln im letzten Jahr zwar 13999 Wohnungen bauen konnte, während 21999 Familien neu zugezogen sind. Im ganzen enthält der neue Haushalt an einmaligen Ausgaben der ordentlichen Berwaltung 41 Millionen Mark, in der außerordentlichen Verwaltung 232 Milliv- n e n Mark, von denen im ganzen 176 Millionen Mark durch neue Anleihen, einschließlich der bereits beschlossenen Dcrkehreanleihe vop 99 Millionen Mark, gedeckt werden müssen. Der Kämmerer wandte sich mit aller Energie gegen die De- hauptung, daß der Kredit Berlins durch die Lly- leihewirtschast untergraben sei. Das ist durchaus nicht der Fall. Der Haushalt Berlins ist durch Anleihen nicht überlastet. Es ergibt sich im Gegenteil, daß den rund 699 Millionen Mark An- leihen, die aufgenommen sind, Anleihen im Betrag von über einer Milliarde Mark gegenüberstehen, die Berlin und seine früheren. Bvrorte aufgenommen hatte. Die lausenden Ausgaben betragen also 776 Millionen Mark und sind gegenüber den Zahlen des Haushalts 1926 um 11 Proz. gewachsen. Eine erhebliche Steigerung ist bei der all- gemeinen Wohlfahrtspflege eingetreten: sie beruht auf dem starken Anwachsen der Zahl der Unterstützungsbedürftigen durch die anhaltende Wirtschaftskrise. Rechnet man die Erwerbslosen hinzu, so beträgt die Zahl der unterslüßlev Personen 16 Proz. der gesamten Berliner Bevölkerung. Die Kosten, welche der Stadt allein aus der großen Arbeitslosigkeit erwachsen, betragen 59 Millionen Mark. Die schwierige Wirtschaftslage wirkt sich auch bei den Kosten des Gesundheitswesens durch eine Steigerung der Betten- zahl und der Belegunnszisfer aus. Unterricht und Bildungswesen erfordern laufende Mehrkosten von 8 Millionen Mark. Die Steigerung bei den Verwoltungstosten ist ebenfalls vornehmlich auf die schwierige Wirtschaftslage zurückzuführen, die in großem Umfang zur Neueinstellung von Angestellten gezwungen hat, insbesondere für Steuerämter und Steuerkasscn. Um den Ausgleich des Haushalts zu ermöglichen, muß trotz aller Bedenken eine Erhöhung derZuschläge zur Grund- st e u e r von 299 auf 230 Proz. und zur Gewerbcertragsteuer von 425 auf 599 Proz., sowie ferner eine Erhöhung der Hundesteuer von 69 auf 89 M. vorgeschlagen werden. Der Haushalt 1927 ist ein Notctat. Die Streichungen betrugen: 1925 rund 49 Millionen, 1926 rund 57 Millionen, 1927 rund 77 Mil- lioncn Mark. Unsere heutige Wirtschaftslage gebietet, daß wir alles tun, um die Belastung unserer Bevölkerung und unseres Gewerbes auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Andererseits stehen wir in einem Zeitabschnitt, der sür die zukünftige Entwicklung unserer Stadt von allergrößter, vielleicht entscheidender Bedeutung ist. Zu Beginn der Sitzung begründete zunächst Genosse Arndk eine Anfrage der s o z i a l d e ni o k r a t i s ch e n Fraktion wegen der fortgesetzten Steigerung öes Srotpreifes. Genosse Arndt sprach davon, wie der größte Teil der Bevölkerung seit Monaten mit Sorge die Preis st eigerung der wich- ligstcn Lebensmittel beobachtet. Der Gctrcidepreis sei seit dem Vorjahre um etwa 59 Prozent, die Kartoffeln bis zu 89 Pro- zcnt gestiegen. Im Juli v.J. kostete die Tonne Getreide 196 M.> im Dezember aber 234 M., während beispielsweise der Borkriegs- preis 168 M. beträgt. Bei den anderen Lebensmitteln ist eine ähnliche Steigerung zu beobachten. Dagegen sind die Lohne u n d G e h ä l t e r nicht entfernt mitgekommen. Auf dein Getreidcmartt zeigt sich, daß die Gelrcideoorräle höchstens noch vier Monate reichen, und so Hot sich eine wilde Spekulation mit den, wichtigsten Lehens- mittel, dem Brotgetreide, brcilgemacht. Der Magistror sollic dies? Aorqänge scharf im Auge behalten und geeignete Maßnahmen er- greisen, damit der Bevölkerung das Brot nicht noch mehr verteuert wird Namens des Magistrats betonte Stadtrat Busch, daß der steigende Brotpreis Gegenstand ständiger Zlufmerksamkeit des Magistrots ist. Er hat sich mit Eingaben an den Landwirtschaftsmini st er»nd an den Deutschen Städtetag gewandt»nd dabei die Aushebung der Zölle und ein Aussuhrverbot für Brotgetreide verlangt. Es ist zu hassen, daß der Mogistrat Erfolg haben wird.— Die Abstimmung über die her- stellung einer Bcrbindungsstrahe von der Französischen Straße durch die Miaislergärten nach der Lennöstraße ergab die Annahme des Ausschußbcschlusses, nach dein der Magistrat ersucht werden soll, die Verhandlungen mir den Staats- und Neichsministericn zu be- schleunigen und umgehend die Baupläne vorzulegen.— Die Weitergewährung der städtischen Zuschüsse über den Ok- tober 1926 hinaus bis zun, 1. April 1927 an die P r i v a t l y z e e n Fleck, Borrtius, Kirflein und Much? wird nach dein Antrage nn- serer Genossen beschlossen. Die Bedürsligkeir soll aber noch einmal geprüft werden und vor allein sollen nur solche Lyzeen aus öffcnt- lich-n Mitteln unterstützt werden, die keinerlei andere Zuwendungen erhalten. Dafür stimmten, entgegen ihrer bisherigen Uebung, auch die Kommunistcn.— Ohne Debatten wurden die Jahr«sab- schlösse einer ganzen Anzahl städtischer Unter- nehmungcn genehmigt. Die Bersanunlung wandte sich dann der Beratung des sozial- demokratischen Antrages wegen der Elektrisierung der Stadtbahn bis ZNahlsdors zu. Genosse Käming wies daraus hin, daß die Berkehrsinöglichkeiten nach Mahlsdors nicht entfernt mit dem Wachsen der Einwohner- schast Schritt gehalten haben. So wie der Betrieb jetzt aufrecht- erhalten wird, bedeutet er eine ständige Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung. Die Reichsbahn hat van sich aus nichts zur Acndcrung untcrnomnic». und so muß die W"' völkerung Hilfe suchen, wo sie sie sindet. Es ist merkwiiVdig, daß die Elektrisierung der Stadtbahn ausgerechnet vor der mit Einwohnern bewohnten Siedlung Mohlsdorf haltmachen soll. Wir verlangen, daß mindestens bis dorthin elektrisiert wird und ein Um- bau des Bahnkörpers vorgenommen wird. Stadtbaurat Hahn: Die Stadt steht mit der Reichsbahn in Verhandlungen. und es besteht begründete Aussicht, de» Wünschen der Mahlsdorser entgegenzukommen, nur verlangt die Reichsbahn einen Teil der Baukosten als Darlehen. Der Magistrat will das tun. Dem An- trage wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. » Nach der Kämmcrerrcde wurde noch der Antrag der sozial- demokratischen Fraktion aus Zusammenlegung der Berlin erLandgerichte behandelt. Genosse Weinberg nannte die Zersplitterung im Berliner Gerichtswesen ein Unikum, das auf der gan.zen Welt nicht seinesgleichen habe. Bei sast ganz geleertem Haufe wurde dem Antrage zugestimmt. 401 Gerichtstag. von Fred B6rence. Copyright 1925 hy Paul Zlolnay, Wiop Di« Mutter stieß einen Schrei aus. „Um Gottes willen, was ist geschehen?" Ich nahm den Kleinen in meine Anne und trug ihn in die Küche: dort wusch ich die Wunden mit frischem Wasier aus. Alle waren herbeigeeilt. Alice berichtete:„Der groß« Hund vom Parterre ist auf Paul gesprungen und hat ihn gebissen." „Der Hund ist toll, holt rasch einen Arzt, das Kind ist vergiftet," rief der Vater. Cr stürbe zu ihm. Der Kleine war blaß vor Angst und sprach kein Wort. Als das Blut abgewaschen war, sah man zwei kleine Vertiefungen in seiner Wange. „Um Gottes willen," rief die Mutter,„er ist ja ganz entstellt." „Uebertreibe nicht so, das ist nur eine kleine Wunde." meinte ich. „Natürlich, weil es dem arnien Kleinen geschehen ist," brüllte der Vater,«es ist nichts Bedenkliches, so sieht deine sogenannte Lieb« zu dem Kinde aus." „Unerhört, diese Gleichgültigkeit," sagt« die Mutter topf- schüttelnd. Diesmal aber ließ mich ihr Reden kichl. Ich nahm Paul an der Hand, er preßte krampfhaft die meine. „Lauf." sagte mein Vater der immer nur kritisieren konnte,„wenn es etwas ernster ist, schnell ins Pasteurinstitut." „Ja. sofort ins Pasteurinstitut," wiederholte die Mutter. „Selbstoerständlich. Aber es wird gar nicht notwendig fein. Beruhige dich, es ist nur die Haut abgeschürft." Ich nahm den Kleinen in die Arme und ging, konnte aber doch die Worte des Daters hören:„Nur die Haut abgeschürftl Siehst du. Aline, wie recht ich habe, daß dieses Geschöpf ganz herzlos ist." Nach ein paar Minuten war ich in der Apotheke. Der Apotheker untersuchte die Kratzwunden. „Es ist nichts, keine Gefahr zu befürchten." Er legte einen Verband an und klopfte Paul auf die Wang«. „Du hast wohl große Angst gehabt?" -50." „In einem Monat wird man keine Spur mehr von deinem Abenteuer sehen." Ich war nun ganz beruhigt und wir gingen langsam nach Hause. Mutter küßte Paul leidenschaftlich. Ich beruhigte sie, alles wäre in Ordnung. „Aber ich habe wieder einmal gesehen, daß dein Vater recht hat und daß du Paulchcn nicht so liebst, wie du vorgibst." „Wie meinst du das?" „Wie ich es meine?" Man mußte nur deine Gleich- gülttgkeit sehen, als er ganz blutig hereingekommen ist." „Weil ich nicht den Kopf verloren habe? Irl) weiß ganz gut. wie sehr ich ihn liebe und wie sehr er mir zugetan ist. Ich verließ das Zimmer und wußte nicht aus noch ein. Das Speisezimmer war glücklicherweis« leer, ich zitterte bei dem bloßen Gedanken, mit jemand sprechen zu müssen. Ich nahm die Militärgeschichte von VIgny und fetzt« mich auf den Balkon. Mechanisch las ich einige Seiten über den Major Lamette. die Ausopferung des alten Offiziers erschien mir wieder wie beim erstenmal, schlicht und naiürlich, ich empfand ein Gefühl des Neides. Diese Aufopferung war erhaben. Im Zimmer wurden Schritte vernehmlich, Alice deckie den Tisch. Ich fühlte das Bedürfnis, meine Muskeln zu strecken." „Kann ich dir helfen?" „Sehr gern," erwiderte sie lächelnd. Ich reichte:hr die Teller, sie erzählte mir von der Schul«. Plätzlich hielt sie inne, errötete ein wenig und sagte: „Du hüte dich vor Andrs, er hetzt Papa gegen dich auf, das ist ganz unnötig." ,JT>as finde ich auch, aber wieso weißt du es?" „Heute Morgen, als du mit Paulchen fort warst, hcrt Papa unaufhörlich über dich geschimpft und Andr6 hat ihm gesagt, daß du damals Mama verboten hattest, Ihn aus dem Lyoner Spital nach Haufe zu nehmen." „Ist das alles?" „O nein. Du scheinst Andrc« eingeschärft zu haben, daß man Papas Rückkehr um jeden Preis verhindern müsse." „Ist das alles?" Sie zögerte. «Du weißt noch etwas, sag' es mir." „Ich kann es dir schon sagen, du mußt mir aber schwören, daß du nicht darüber sprichst." „Ich verspreche es dir." „Er behauptet, daß du gesagt hast: Das ärgste ist nicht, I daß diese Kanaille stirbt, sondern daß sie Zwiespalt stiften wird." „So eine Lüge." rief ich. „Schsch! Du hast mir versprochen, nicht darüber zu sprechen." .Das ist aber wirklich zu stark, was haben sie nur alle gegen mich?" „Wie sollte ich das wissen?" Ich ließ mich auf einen Sessel fallen. Alice kam zu mir, legte mir die Arme um den Hals, setzte sich auf meinen Schoß und küßte mich. Diese herzliche Regung tat mir gut, um so mehr, als meine Schwester sonst sehr zurückhaltend war: ich strich langsam über ihr blondes Haar. Plötzlich ließ mich ein leichtes Geräusch den Kops wenden. An der Türschwelle standen Vater und Mutter. Er zeigte mit dem Finger auf mich. Sie ging mit rascizen Schritten zu uns, riß Alice von meinem Schoß und sagte voll Verachtung: „Wirst du aufhören mil diesen Gemeinheiten?" Ich wich zurück:„Wie meinst du?" .Ich frage, od du mit den Gemeinheiten bald aufhören wirst?" Nun hatte ich verstanden. „Du hast ihr befohlen, so eine Gemeinheit zu sagen," schrie ich den Bater an. Er wendete sich zur Mutter:.Sieh nur, wie er tobt, weil man ihn auf frischer Tat ertappt hat." Die Mutter faßte Alice an der Hand und sagte ihr:„Ich verbitte dir. mit deinem Bruder allein im Zimmer zu bleiben." „Was," brüllte ich,„du wagst es, mir so etwas zu sagen? Du! Jetzt sehe ich. daß du nicht mehr wert bist wie dein Mann, diese Kanaille!" Ein heftiger Stockhieb traf mich auf den Kopf, blitzschnell wendete ich mich um, entriß meinem Vater den Stock und hielt ihn fest. Durch das laute Sprechen angelockt, war Andrö herbeigeeilt und stürzte sich auf mich. Ich packte ihn an den Schultern:„Wenn du mich anrührst, schlage ich dir den Schädel ein." Während ich dies sagte, versuchte der Vater, mir den Stock zu entreißen, ich warf ihn in einen Winkel, im Fallen zerschmetterte er eine Vase. Wir standen einander gegenüber, auf dem Sprunge, uns zu schlagen. Seine Augen waren rot unterlaufen, Galle hatte sich in die Hornhaut ergossen. Er zitterte vor Wut und stammelte unzusammenhängende Worte. (Fortjetzung folgt.) Zahrkartenürucker in der Straßenbahn. Die alten Fahrscheine sollen verschwinden. Im Zusammenhang mit der nach den Beschlüssen des Aufsichts- ratcs der Straßenbahn am 15. März in Kraft tretenden Tarif- g e m e i n s ch o s t zwischen Untergrund- und Straßenbahn, der im Laus« dieses Jahres auch die Omnibusgesellschaft beitreten wird. wenn die genügende Anzahl von Fahrzeugen vorhanden ist, gehen Bestrebungen, auch das bisherige Snstein der Fahrschein- und Fahr- kartenausgabe zu vereinheitlichen und schneller zu gestalten. In der Straßenbahn und später auch im Omnibus, sollen die bisherigen Fahrscheine in Fortfall kommen und dafür will man die Schaffner mit Apparaten ausrüsten, die gleich die Fahrkarlen selbst drucken und automatisch unter Ausdruck der betreffenden Stunde lochen, so daß das bisherige mehrmalige Knipsen der Fahrscheine, das sehr zeit- raubend war und oftmals zu Irrtümern Anlaß gab, fortfallen kann. Vom Magistrat stnd, wie wir hören, bereits derartige Ausgabe- apparate in Auftrag gegeben worden, und gegenwärtig werden Ber- suche angestellt, wie diese am zweckmäßigsten konstruiert werden können. Bisher steht noch nicht völlig fest, ob diese Ausgabeapparate vom Schaffner mitgeführt werden oder einen besonderen Platz im Wagen erhalten werden. Höchstwahrscheinlich werden die Druck- automaten ähnlich konstruiert werden wie die sogenannten Pässimeter der Untergrundbahn, mit denen bereits eine Reihe von Bahnhöfen ausgerüstet ist. Einzelheilen über den Einheilskarif. Am kommenden Dienstag wird, wie bekannt, der neue Ein- b c i t s t a r i f für die drei hauptsächlichen Verkehrsunternehmungen Berlins, die Straßenbahn, die Hoch- und Untergrundbahn und die Aboag, in Kraft treten, und da ist es vielleicht von Delang, die wichtigsten Neuerungen in Kürze zu rekapitulieren. Die Aboag gibt auf den mit einer Zahl versehenen Omnibuslinicn Fahrscheine aus, die zu einer A n s ch l u ß f a h r t auf einer anderen dieser Linien oder auf der Straßenbahn oder auf der Untergrundbahn berechtigen. Eine Rückfahrt indessen ist nicht gestattet, und, wie bisher bei der Straßenbahn, muß die Anschlußfahrt binnen IZ� Stunden nach der auf dem Fahrschein angemerkten Zeit angetreten werden. Ein Uebertritt von Straßenbahn oder Untergrundbahn auf einen Autobus ist nach der Verordnung des Polizeipräsidenten bis auf weiteres nicht zugelassen. Der Fahrpreis wird im Tagesvcrkehr für Erwachsene 20 Pf., für Kinder 10 Pf., im Nochtverkehr für beide das Doppelte betragen. Der Nachttarif wird auf den Autobussen erhoben, die von 1 Uhr nachts ab die Endstellen verlassen. Bei Fahrscheinen, die nach 1 Uhr nachts auf einem noch im Tagesverkshr fahrenden Omnibus ausgegeben werden, ist für die Anschlußfahrt auf einem Nachtomnibus ein Zuschlag von 20 Pf. für Erwachsene und von 10 Pf. für Schüler zu zahlen. Für Kinder vom sechsten bis zum vierzehmen, sowie— auf Berechtigungsschein hin— für Schüler und Lehrlinge vom vierzehnten bis zum achtzehnten Lebensjahre und für unbemittelte Studierende der Berliner Hochschulen werden sogenannte „S ch ü l e r"- F a b r s ch« i n e ausgegeben. Für Hunde und schweres Gepäck sind Fahrscheine für Erwachsene zu lösen. Interessant ist noch, daß im Hinblick auf die baldige Einführung der 24-Stundcn-Zeit(von Mitternacht— 0 bis Mitternacht — 24), die Fahrscheine bereits mit diesen Stundenzahlen versehen sind. Zlus einem Wogen, der beispielsweise in der Nacht vom 81. März zum 1. April auf der Fahrt ist, wird demnach vor Mitternacht, d. h. in der 24. Stunde, auf dem Fahrschein der 81. März, nach Mitternacht, d. h. in der 1. Stunde, der 1. April akd Ausgabetag angezeigt werden. Die �astentlaßung des Ehepaars Jürgens. Frau Jürgens am Scharmutzelsce untergebracht. Entsprechend dem gestrigen Beschluß des Schwurgerichts beim Landgericht III. den wir bereits mitgeteilt hatten, ist das Ehepaar Zürgens noch im Lause des gestrigen Zlachmittags aus dem Unter- fuchungsgefängnis Moabit entlassen worden. Frau Jürgens. die längere Zeit brauchte, um sich von ihrer Ohnmacht nach Schluß der Bechandlung und von den Ausregungen der letzten Prozeßlage zu erholen, wurde von dem katholischen Pfarrer des Untersuchungs- gefängniffes. Dr. Saltzgeber, der ihr auch in der Verhandfung zur Seile stand, sofort in ein katholisches heim nach Saarow- Pieskow am Scharmühelfce gebracht. Diese Maßnahme Halle sich im Hinblick aus die Verschlechterung ihres seelischen und körperlichen Zustandcs als notwendig erwiesen. Von dort aus wird sie dann am Montag zur Schluhverhandlung erscheinen. Landgerichlsdirektor Jürgens wurde am Tor des Unterfuchungsgesängnisfes von seinem Freund, dem Chefarzt Dr. Weber aus Stargard. und einem ihm nahestehenden Berliner Richter erwartet und zur Villa des Zuflizrals Dr. Merthaucr geleitet, der ihm Gastfreundschaft angeboten hatte. Von der gestrigen Verhandlung ist folgendes nachzutragen: Nach dem Plädoyer Dr. Alsbergs verzichteten Rechtsanwalt Gollnick und Rechtsanwalt Moses auf ihre Plädoyers, dagegen bat der Oberftaatsanwalt um Vertagung der Verhandlung, da er sich auf eine längere Replik vorbereiten wolle. Nach kurzer Beratung verkündete das Gericht folgenden Beschluß:„Die Haftbefehle gegen beide Angeklagten werden aufgehoben. Die Verhandlung wird auf Montag mittag 1 Uhr vertagt.' Dieser uner- wartete Beschluß rief im Saale größtes Aufsehen hervor. Die An- geklagten wurden von allen Seiten beglückwünscbt. Frau Jürgens war von dem Beschluß so überwältigt, daß sie plötzlich in Ohnmacht siel und zu Boden stürzte. Erst nach längerer Zeit kam sie wieder zu sich. Die Verhandlung am Montag findet nicht mehr im großen, sondern im kleinen Schwurgerichtssaal statt, da niorgen in dem bis- hcrigen Vcrhandlungsraum der Femeprozeß Wilms beginnt. Zur Anklage des Meineids betonte Rechtsanwalt Dr. Als- bevg dann noch, daß, wenn die Angeklagte damals das beschworen hätte, was sie nach Ansicht des Oberstaatsanwalts hätte beschwören müssen, sie tatsächlich einen Meineid geleistet haben würde, und wenn sie vor dem 13. Mai 1918 auf die Aussicht des Patent- Verkaufs Schulden gemacht hätte und der Vertrag wqre nicht zuftandegekonunen, dann würde der Oberstaatsanwalt heute mit dem gleichen Einwand beweisen, wie schuldhaft Frau Jürgens auf leere Versprechungen Schulden gemacht hätte. Zum Vorwurf des Versicherungsbetruges übte der Verteidiger scharf und stark ironische Kritik an dem System der Anklage. Warum habe der Herr Oberstaatsanwalt nicht rechtzeitig veranlaßt, daß sich die Star- garder Polizei ein Fingerabdruckverfahren anschaffe. Wie der Ober- staatsanwalt hier den Betrug zu argumentieren sucht, ist unerhört und noch nicht dagewesen. Mit eisernem Besen muß mit einer solchen Praxis aufgeräumt werden, denn was hier einem Landgcrichls- direklor pafsierk. das gefchiehk täglich einfachen Bürgern.„Bus res agitur'(„deine eigene Angelegenheit steht zur Verhandlung"), so rief Dr. Alsberg dem Oberstaatsanwalt entgegen. Der Oberstaats- Arbeif er- Kultur- Kartell Groß» Berlin Sonntag, d. 13. März, vormittags IlVjUhr, im Theater der Volksbühne am ßülowplatz, 2. Aufführung: Ein Frühlings- Mysterium Dramatisches Chorwerk von Bruno Schönlank Musik vpn Heinr Tießen.— Szenische Leitung: Albert Florath.— Musikalische Leitung: Jascha Horenstein.— Tänzerische Leitung; Hertha Feist. Sprechchor für Proletarische Feierstunden.— Solosprecher vom Staatstheater Tänze: Berliner Labanschule— 5 Sängerchöre des DASB.— Berliner Sinfonieorchester.— Eintrittspreis 1.50 M.— Karten im Bureau, Lindenstr. 3, Buchhandlung, Lindenätr. 2, ADGB., Engelufer 24-25, Theaterkasse der Volksbühne. anwalt hat diese Sache eingeleitet und durchgeführt. Er weiß, daß ihm Borwürfe gemacht werden, wenn die Angeklagten freigesprochen werden, und sie müssen freigesprochen werden. Das Spiel mit den Awanzigmarkftücken. Um 500 englische Pfund betrogen. Mit einem ungewöhnlich geschickten Taschenspielertrick haben zwei internationale Gauner einen persischen Kaufmann um 500 englische Pfund gebracht. Der Perser traf in einem Zigarrenladen in der Wilhelm st raße außer vier oder fünf anderen Kunden auch zwei Türken, diegoldeneZwanzig.. Markstücke zum Kauf anboten. Sie erzählten, daß sie über Belgien von Paris her kämen und unterwegs die Goldstücke aus- gekauft hätten. Diese befänden sich in einem Sack, den die beiden in einem Vulkanfibrekosser bei sich hatten. Es sollten 800—900 Stück sein. Der Perser interessierte sich für das Geschäft und wünschte die Zwanzigmarkstücke zu sehen. Die Türken machten den Koffer auf, griffen einer nach dem anderen wiederholt in den Sack hinein, zoqen jedesmal eine Handvoll Goldstücke heraus und zeigten sie allen An- wesenden. Alle waren überzeugt, daß es echte deutsche Goldstücke seien. Die Türken forderten in Bausch und Bogen 800 englische Pfund. Der Perser war mit dem Preis einverständen, hatte aber nur 500 Pstind bei sich. Diele zahlte er an. Der«ine der Türken wickelte die erhaltenen Scheine vor aller Augen in«in sauberes Taschentuch und legte sie in den Koiser, in dem auch der Sack mit den Goldstücken einstweilen blieb. Der Perser erhielt den Kosser- schlüf'el. schloß ab und machte sich auf den Weg, um sich die fehlen- den 300 Pfund zu beschaffen. Nach etwa i'A Stunden kam er zurück. Die beiden Türken hatten unterdessen Hunger bekommen und waren weggegangen, um in der Nachbarschaft etwas zu eisen. Man wartete lange vergeblich auf ihre Rückkehr. Endlich schöpfte man Verdacht, öffnete den Koffer, fand in dem Taschentuch statt der englischen Banknoten nur Schreibmaschinen- papier, und in dem Sack statt der Goldstücke Zement, brocken von der Grobe und der Form von Pfeffernüssen. Die Gauner haben sich den Kokser und das Taschentuch wahrscheinlich erst kurz vorher für ihren Trick gekauft. Sie sind beide etwa 3Z— 50 Jahre alt und etwa l.fiö Meter groß. Der eine hat einen weißen Vollbart. volles weißes Haar, ein braunes Gesicht und vom Raucken fast schwarze Zähne. Er trug einen hellgrauen Iakeitanzuq,«in dunkles, wollenes Vorhemd ohne Krawatte und eine hell« Ballonmütze. Der zweite bat schwarzes Haar und trug einen dunklen ktakettanzug, eine dunkle Ballonmütze und ebenfalls ein dunkles Wollhemd ohne Kra- iratte. Aus die Wiederbeschaffuna der 500 Vfund hat der Betrogene eine hob- Belohnung ausgesetzt. Anaaben zur Ermittlung der beid°n Gauner an Kriminalkommissar Dr. Benidorsf, Dienststelle D. 5 im Zimmer 547c des Polizeipräsidiums. Wenn die Reichsbahn säubert. In jedem Frühjahr werden die Böschungen der Bahneinschnitt« und die Bahnkörper selber von Unkraut befreit, das in großen Haufen zusammengefegt und dann verbrannt wird. Die Bewohner der in der Nähe der Eisenbahn gelegenen Häuser können es dann vor Rauch und Gestank nicht aus- halten und können tagelang die Fenster nicht öffnen. Vor allem beschweren sich die Bewohner der D ä n c n st r a ß e zwischen den Stationen Gesundbrunnen und Schönhauser Allee. Dort sind Gestank und Qualm so stark, daß im Volksmund die Straße nicht Dänen- straße, sondern Rauch st raße genannt wird. Es wäre siir die Reichsbahn eine Kleinigkeit, mit einigen Loren den Unrat abzufahren. vezlrksblldungsausschuß Groß-Serlw. Für die Vorstellung.WalleniteinS Tod' am Sonntag, dem 20. März, nalbmittag» 3 Uhr, im Staatlichen Schiller»Theater Charlottenburg, sind noch einige Karten im Bureau des BUdungSauSIchusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr. rechts(Zimmer 8) zu haben. Die Idee, seinen Kindern weder abgegriffene noch zu eigentüm» liche Namen zu geben, ist durchaus richtig, aber Herr Studienrat S ch i n ck, der diesen Satz aufstellt, straft sich selbst Lügen, indem er Namen wie Wulfhart, Arnulf oder Ingraban zur häufigen An- wendung empfiehlt, die heute selbst bei waschechten Ariern noch nicht gebräuchlich sind. Ueber das heikle Gebiet des S c l b st s ch u tz e s bei Angriffen spricht Dr. Michaelis. Er weist auf ein genaues Eindringen in diesen Irrgarten von gesetzlichen Bestimmun- gen hin, weil man nur auf diese Weise sich des Gefühls der Unsicher- heit in so wichtigen Fragen entledigen kann. Dr. Kurt Singer setzt seinen Zyklus„Die musikalische Bildung des Ar- beiters" fort und behandelt die Grundelemcnte der Musik. Er erörtert ganz primitive Dinge und Tatsachen, wie Harmonie, Konsonanz, Dissonanz oder die Tonarten. Er vermeidet tiessinniges Theoretisieren. Moll und Dur zum Beispiel erklärt er nach ihrem Slimmungsgehalt. Alles das so einfach und faßlich, daß jeder diesen Ausführungen gern folgt und sie ohne Schwierigkeiten begreift. Er hebt die Bedeutung des Rhythmus für die Musik hervor.„Im An- fang war der Rhythmus. Das gilt für das Musikgefühl des Ar- beiters schlechthin.� Am Abend überträgt man aus Stuttgart ein S i n f o n i e k o n z e r t des Philharmonischen Orchesters unter Leitung van Kapellmeister Kurtz. Zuerst leidet die Uebertragung unter akustischen Störungen. Deswegen gewinnt man keinen starken Eindruck von Rimski-Korsakofffs„Scheherezade". Dann wird die Uebertragung klar und Kurtz zeigt sich in dem Marsch aus Pro- kofieffs Oper„Die Liebe zu den drei Orangen" als exakter Rhyth- miker. Der polnische Tenor Jan Kipura von der Wiener Staats- oper singt Opernarien. Bei der Gralserzählung oersagt er. Sein Bortrag ist seelenlos, auch seine Stimme ist hierfür ungeeignet. Am besten die Zugabe, die Kanzone des Herzogs aus„Rigoletto" und die Arie aus der Oper„Halka". Hier kann er die ganze Weichheit und die blühende Höhe seiner Stimme zeigen. Nachmittags liest Lucie Mannheim Gedichte von Rainer Maria Rilke; sie gibt' ihr Bestes und sie ist eine viel zu kluge Künstlerin, um etwas zu verderben, aber Stimme und Ausdruck sind zu weich für diesen Dichter. F. S. Lawknenunglück in der Sckwekz. Bier Touristen verschüttet und getötet. Schuls, 10. März.(MTB.) Gestern mütag ging im Sam- noune eine große Lawine in einer Ausdehnung von 300 Metern nieder und riß fünf Skifahrer mit. von denen vier verschüttet wurden. Es handelt sich um Sportgäste von Com- patsch. Der dem Unglück entronnene Gefährte Holle sofort Hilfe und bald waren 30 Mann am Compatsä) zur Stelle, um die Rettungs- arbeiten aufzunehmen. Bis jetzt konnte nur der Kaufmann Karl» Heinz Trimborn aus Essen als Leiche geborgen werden. Unter der Lawine befinden sich noch Konrad G r ö s s i n g aus Salz- b u r g. Konrad U h l aus N ü r n b c r g und ein Fräulein Kästner aus Linz.,_ Untergang eines japanischen Schulschiffes? eondon, 10. März. Das Schulschiff der japanischen Marine „K i r i s h i m a M a r u'. das nach den ausgesandten Notsionalen seit etwa 3S Stunden 80 Meilen von Tokio sich in hilflosem Zustande befindet, konnte trotz aller Bemühungen bisher nicht auf- gefunden werden. Man befürchtet, daß das Schiff mit feiner gesamten Bemannung und 43 M a r i n ea s p i ra n t en an Bord untergegangen ist. Verhaftung eines SOO fachen Mörders. Riga, 10. März.(TU.) Nach Meldungen aus Leningrad ist dort der Massenmörder Gorjunoff verhaftet worden, der über 300 Menschenleben auf dem Gewisien hat. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-öerlin. eltttneldtutge»«um Ostgeenzmarl-Zugendtag vorn U. M» 18. April in Londsberg o. d. 38. werden im Jugendsetretariai entgegengenommen. Fest. Plakette 1 üß Bbrechnnag der Beiträge, Ausgabe der März-„5ugend pownl* und der „Arbeiter-Jugend" heute, Freitag, zwischen 5 und 7 Uhr. Die Bücherstnie ist heute von 5—7 Uhr geöffnet. heule, Freilag, abends 7'A Uhr: Moabit IT: Echuie Etephanplast.„Freiliarath".- Weddiag-So�: Jugend. heim Turiner Ecke Seeslra&e. Marzfeier.— Rofenthaler«orftadt: Zugendheun (Botmahn. Ecke Zehbenicker E trage.„Rationalisierung, cozialtsicrung".— Sene- selder-Liertel! fediule Dan, iget Str. 23.„Wir und die(Sewerlschasten".— Weihensee: Jugendheim Baristr. Zt.„Einführung in den(rotiaii-mus".— -■" reriel: Jugendheim ffiofsterftr. 61.„Westwerden und Weltnergehen". ___ fr____ in- i-„ o:;«« cn.}**-*..„x Stra lauer Bte wegung".— Riederschöneweide: Schule Berliner Str..71.„Episoden aus der «er Revolution".— Treptow: Zugendheim Elsenstr. 3.„Evolution und Re- volution".— Riederstbünhausen: Schule Blankenburger Str. 69.„Entwicklung des Lebens und des Menschen".— Reukölln l und III: Jugendheim Steinmeh. >hpl".— Tegel: Jimenl,--------------—,-----_?. Werbebezirl ReulSlln: Alle Juqendaeno, Tinnen und-genossen, die auf der Jugendseier mitwirken wollen, tresten sich um>48 Uhr im Jugendheim Ragat. straße. We fallen. rbebezirk Reinickendorf: Die Aelterengruppe muß umständehalber aus- vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14. Eebastianstr. 87/38. Hof 2 Tr. Sanoorstand: Kameraden, die den Borfall beobachtet haben, als anr 28. November ISW anläßlich der Kundgebung in Wilmersdorf ein Klugblattverbreiter der Rechtsorganlsationen am Kurfllrstendamm einen Re. volver zog. werden gebeten, ibre Adresse umgehend dein Eaadureau mitzuteilen. — Tiergarten: Halensee sollt Sonntag, d. 13., und Sonntag, d. 29.. aus. Mo, d 14, 8 Uhr, Bahenhofer, Surnlstr. 25, Saalschuh.— Friedrichshainf Blasertorps Nr, d. 11, Uebungsabend in den Eom'niussälen, Memeler Strasse. Bläser samtlicher Instrumente willkommen.— Bemeain Fr, d. IL, 8 Uhr, Bersamin- lung bei Modisch. Aeusserst wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller aktiven und passiven Kamerad:» Bflicht.— Röntgental: So., d. 12., 2. Stiftungssest im Lokal von Marx, Bärwolfstrasse, ffiir Kameraden Eintritt 50 Pf.— Aremberg: Sonntag, d. 13., nachmittag, V.i Uhr pünktlich, Antreten de» gesamten«reife, mit Tamborkorps und ssahnen zum Werbeumzua Foittanepromeitade fRordfciteL — Eharlottenburg: Sonntag, d. 13., 11% Uhr, Antreten Kaiser-ssriedrich-Str. 83, vor dem Lokal von Drimm. Pflichtveranstaltung.— Steglist(Kreis): Sanntag, d. 13., nachmittags 5 Uhr, Konzert der Reichsbannerkapelle bei Schilling in Dahlem sUntergrundbahn Dahlem-Dorf). Abends Tanz. Eintritt SO Pf. Die Gross-Berliner Kameraden sind herzlichst eingeladen.— ReuliAn-Brisi: Jung- Mannschaft Sonntag, d. 13., Fahrt. Treffpunkt früh 7 Uhr Ringbahnhof Reu- Kranzniederlegung am Ehrendenkmal. Bannerkleidung.— Weddiag: Die Be- erdigung des Kameraden Biere findet heute, Freitag, nachmittag 3 Uhr auf dem Reuen Kreiskirchhof statt. Die Kameraden treffen sich um 2 Uhr bei Müller, Userstr. 12._ Psychologische Sesellschast zu Berlin. Am 17. März, 8 Uhr, spricht im Institut sür praktische Psychologie, Kurfllrstendamm 45, Dozent Dr. R. W. Schulte über:„stur Psychologie des literarischen Schaffens(Erlebnisse und Se- staltung)". Anmeldunasgesuche von Gästen werden an Geh. Sanitätsrat Dr. B. Moll. Berlin W 15, Kurfürstendamm 45, erbeten. Arbeit-gemeivlchast für Forstschutz und Raturtiinde S.«. Dienstag. 15. März, 8 Uhr, Aula König-Friedrich. Schule in Friedrichshagen Lichtbildervortrag über: „Erlebnisse in schwedischen Naturschutzgebieten". Bortragender Dr. H. Essen. berger von der Staatlichen Stelle für Raturdenkmalpslege. Unkostenbeitrag 30 Pf., Schüler 20 Pf. Gäste willkommen. Gesellschaft für Sernaltesorm. Freitag, II. Mär,, 8 Uhr, Schulaula Fried» richftr. 126 fOranienburger Dor) Frau Dr. Ruben-Wols:„Die Gebnrtenverhlltung in Deutschland". Eintritt sür Gäste 60 Pf., für Mitglieder 30 Ps.— Mittwoch, 23. März. 8 Uhr. Schulaula Friedrichstr. 126 W. Sdiäffer und Professor Sattar Kheiri(Delhi, Indien):„Das Kama Sutram. das Liebesleben in Indien". Eintritt für Säfte 75 Pf., für Mitglieder 30 Pf. Diesterweg-Realschule(XIV). Freitag, 11. März, Vi Uhr, Dochschul. brauerei Seestr. 15, Eingang Amrumer Strasse, 2lbendunterbaltung: Lnbtbilder. Vortrag„Reisebilder aus Spanien und Portugal", turnerische und musikalische Darbietungen. Der deutsche Iiu-Iitsu-Meister Erich Bahn zeigt Jiu-Jitsu. Der Reinertrag fließt der Ruderriege der Anstalt zu. Eintritt 80 Pf., Schüler 30 Pf._ Gesthastliche Mitteilungen. Einen vollkommen neuartigen ffieg hat die Sunlicht-Gesellschaft mit ihrem kürzlich auf den Markt gebrachten Waschmittel Surna beschritten. Mit dem- selben erzielt die Hausfrau eine blendend weisse, frische Wäsche, ahne sie den einzigartigen Vorzüge diese» neuen Waschmittel» bei erkennen. dem ersten Versuch gleich Um wieder ordnungsmäßige Verdnikung zu erlange« nehmen Sie einfach nach den Mahlzeiten einen halben Kaffeelöffel Biserirte Magnesia in etwas Wasser. Biserirte Magnesia neutral!- siert den Säureuberschuß, der so häufig die Ursache von Magen- bcschwerden ist. Sie beseitigt Sodbrennen, Säureaffcltionen. Blähun- gen, Brechreiz. Magenschwere usw. usw. Biserirte Magnesia hat sich schon viele Jahre lang bewährt und ist in allen Apotheken erhältlich. ."SPW* in Pulver, und TableNenform zu 1.50 M. und 3 Rl. die Flasche. am Nur der Namenszug��i�u� und das Wort, ,Wg/m7jrr'auf öem tfiken verbürgen die€cMhe/fvox\ Palmin� dem reinen Cocos-Speisefett" zum Koche�Braten u.Backen i 'S/Z/'/SSUl. Wohnungsfürsorge�rbeitsbesthaffung Dohnungsfürforge und ArbcUsbeschaffung werden so lange sozialpolitische Angriffsflächen gegen die Regierung bilden, bis eine zielbewußte Führung in unserem Wirtschaftsleben ein Arbeits- befchaffungsprogramm durchführt, wodurch das Wohnunzsclcnd beseitigt und die Kaufkraft der Bevölkerung gehoben wird. An erster Stelle eines solchen Arbeitsbeschaffungsprogramms steht die Förderung des Bauwesens. Es ist durchaus nicht zuviel gesagt, wenn in Berlin der Wohnungsbau immer eine bedeutend« Rolle spielte und das bekannte Sprichwort:„Blüht der Bau, blüht die Gemeinde", das man in Berlin während der Bauperioden in der Dorkriegszeit nicht selten hörte, noch heute eine Bedeutung hat. Wenn für Berlin angenommen wird, daß sich der Wohnungsbcdarf in zehn Jahren aus Z1S 000 Wohnungen steigern wird, so ist es ganz selbstverständlich, daß sofort ein Bauvorhaben von rund 100 000 Wohnungen gefördert werden und noch in, Frühjahr mit dem Vau von mindestens Z0 000 Wohnungen begonnen werden muß, um dann im Laufe des Jahres weitere 30 000 Wohnungen in Angriff zu nehmen. Die wichtigste Frage ist allerdings die Kapitalisierung *inenn"t*"«lzuunternchmens. Nach der gegenwärtigen Preislage im Wohnungsbau stellt sich eine Zweizimmerwohnung auf 10 000 Mark, demnach kostet also das Bauprojekt von ..0 000 Wohnungen rund 300 Millionen Mark. Dieser Betrag kann m?.i- Anleihe beschafft werden, ist aber auch zu beschaffen, weu die Banken gegenwärtig durch die Ansammlung des Kopitals geradezu im Geld ersticken. Voraussetzung zu dieser Kapital- beschaffung ist die Mögiichkeit der Verzinsung und Amortisierung. chierzu muß unter allen Umständen die chauszinssteuer mit einem grogeren Betrage als bisher herangezogen werden. Berlin hatte im Jahre 1925 eine Einnahme an Hauszins st euer n von 2 30 715 4 0 8 Mark und erreichte trotz der großen Wirt- schaitskrife in den ersten drei Quartalen 1926 224 374 874Mark, wird also einschließlich des vierten Quartals voraussichtlich mit rund 300 Millionen Mark abschließen. Die maß- gebenden Körperschaften werden also gezwungen sein, mindestens SO Proz. hiervon der Stadt Berlin zu belassen, wenn überhaupt eine zweckmäßige Arbeitsbeschaffung ermöglicht werden soll. Daneben muß aber auch dahin gedrängt werden, daß auf dem Geldmarkt eine Diskont er Mäßigung, die höchstens 5 Proz. des' Sollzins- fatzes beträgt, stattfindet, daß ferner in den Staats- und Kommunal- Waldungen Sonderschläge von Bauhölzern vor- genommen werden, die zu gemeinnützigen Bauzwecken zu den denk- bar billigsten Preisen zu belassen sind, und daß den Äom- munen ein Recht eingeräumt wird, einen Teil der Hauszins- st euer xu r Be t e i l i g u n g an der Herstellung von Baustoffen(Steine, Mörtel, Zement usw.) zu verwenden, um auf die Preise dieser Bauprodukte einen preissenkenden Einfluß zu jjermmien. Das Ergebnis einer derartigen Aktion wäre, weil die Hauszinssteucr SO Proz.. also rund ISO Millionen Mark, beträgt, di« Verzinsung und Amortisation einer 300-Mil- lionen-Mark. Anleihe mit 10 Proz.— 30 Millionen Mark, die Beteiligung on der Baustosfproduttion mit SO Millionen Mark, 70 Millionen Mark ständen für andere Zwecke unter Berück- sichtigung des Baues von Arbeitsämtern zur Verfügung. Die Ar- bcitsämier können das hier zur Verwendung kommende Kapital durch Ersparnisse an Mieten und gegenwärtigen Mehraufwendungen von Derwaltungskosten verzinsen und amortisieren. Bei einem solchen Bauvorhaben ergibt sich die B e s ch ä f t i- g u ngs Möglichkeit bis zu.30 00'0 Arbeitern auf ein Jahr, die nur für die Bauindustrie allein in Frag« kämen, doneben aber auch Arbeitsmöglichkeit in Betrieben, die mit der Bauwirtschaft nur in losem Zusammenhang stehen, und darüber hinaus durch die Förderung der Kaufkraft der Arbeiter sehr bald auch in anderen Industriezweigen der augenblicklichen Bedarfswirt- fchaft(Nahrungsmittel, Möbel, Textilindustrie usw.). Durch die Herabsetzung der Boustofspreise, des Zinssatzes des Leihkapitals. Heranziehung der Hauszins- st euer zur Belebung des Baumarktes im allgemeinen und nicht zuletzt durch Zurverfügungstellung der Cum- ni e n, die gegenwärtig zur Behebung des Notstandes im Interesse der Erwerbslosensürsorge Verwendung finden als produktive Er- werbslosenfürsorge. wird die Senkung der Mietpreise der Neu» Wohnungen eine Selbstveichändlichkeit sein und denen der Alt- Wohnungen bald gleichgestellt werden. Durch ein derartiges Bau- und Finanzprogramm wird die gegen- wärtige Wirtschaftskrise durchaus nicht mit einem Schlage behoben, ober durch die Ausnutzung der gegenwärtigen Kapitalsakkumulation, di« sich nur im Interesse der Gesundung des Wirtschaftslebens aus- wirkt, wird sich sehr bald eine Besierung bemerkbar machen, um so mehr, weil die Regierung nicht fähig ist, das von ihr entworfene Arbeitsbeschaffungsprogramm zu verwirklichen und damit die Kom- munen zwingt,«inen Weg zu suchen, um die weitere Verelendung der Bevölkerung zu unterbinden. E. R o s e m a n n, Stadtrat. J\m öen Sezirken. 7. Bezirk— Charlolkenburg. tes wurde amt künftig bei allen Vorlagen, die VorbehaltsmiitA betreffen, die noch zur Verfügung stehende Gesamtsumme anführen wird; damit ist das Bezirksamt einem Wunsche der SPD. nachgekommen; nur so kann der Ueberblick über die Eiatsoerhältnisse gewahrt bleiben. Anläßlich einer Vorlage zur Beschaffung von L i e g e st ü h l e n, Wolldecken für den Kinder garien der Frauen- schule brachte die KPD. einen eigentlich gar nicht zur Sache ge- hörenden Antrag, der die Auslese der Kinder betrifft: die Materie ging an einen Aueschuß. Dann wurde Genosse P a s s e n h e i m zum Mitglied des Gefängnisbeirates für das Gerichtsgefängnis Kantstraße gcwählr.— lind nun begann das sonst so gleichmäßig-sachliche Bild der Versammlung sich zu wandeln bei der Vorlage betr. A bände- rung derFluchtlinien amGustav-Adolf-Platz. SPD. und KPD. forderten oemeinjam Ausschußberatung. Dos wurde von der bürgerlichen Mehrheit glatt abgelehnt. Nun lag ein Antrag der KPD. auf namentliche Abstimmung über ihren Antrag vor, den sie bei der Beratung«ingereicht hatten. Dieser Antrag forderte 1. Ab- lehnung der Vorlage des Bezirksamtes-, 2. ein positives Vorgehen gegen die Gustav-Adolf-Gemcinde: 3. Ausschuhberatung. Der Vorsteher sah die KPD.-Anträae für erledigt an, als der Ausschußantrag der SPD. abgelehnt wurde— und hier hatten die Kommunisten vergessen, daß sie auch für diesen Punkt namentliche LGstimmung beantragt hatten. So ging der Lorsteher zur Abstim- mung über die Vorlage des Bezirksamtes per Akklamation über, ohne die zweifellos rechtzeitig beantragt« namentliche Abstimmung vorzunehmen. Die Mehrheit stimmte der Vorlag« zu und bestätigte dem Vorsteher, daß er korrekt gehandelt hätte. Die Link« wehrt« sich entrüstet gegen dieses Gebaren. Die SPD. beantragte Vertagung und Zusammentritt des Aelteften-Ausschusies. Da aber der Vor- steher, im Begriff zu verreisen, die Sitzung hatte verlassen müssen, könnt« der Aeltesten-Ausschuß nicht sofort zusammentreten und tagte erst am 5. März. Hier wurde einstimmig beschlossen, die Abstimmung, und zwar mit Namensausruf. noch einmal vorzunehmen, allerdings ohne Debatte. Das wird nun am 16. März geschehen. Länger hätte es auch nicht gedauert, wenn man einen Ausschuß eingesetzt hätte— aber dazu war ja nach Meinung der Bürgerlichen keine Zeit vorhanden. Kaum hatten sich die Gemüter ein wenig beruhigt, als der Vorstoß des Zentrums gegen die weltliche Schul« in Charlottenburg erfolgte. Prälat Lichtenberg und einige Mitglieder der Rechten hallen den scheinbor sachlichen Antra? eingebracht, der Saninielschule den verfassungsmäßigen Namen welt- liche oder Bekenntnisschule zu geben. Und gab's ein wunderliches Schauspiel: Die eigene Fraktion ließ Herrn Lichtenberg deklamieren und verließ den Saal. Das Haus beschloß mit großer Mehrhest Uebergang zur Tagesordnung! Herr Lichtenberg hotte damit das Urteil über seine Querulantenpolstik. Dann klang die Versammln!� friedlich aus in dem Bemühen aller Fraktionen, für bessere Der» s o r g u n g der Sport- und Spielplätze mit Erfrischungen zu sorgen. Genosse Katzen st ein forderte, daß die Getränke alkoholfrei sein müßten und durch gemeinnützige Qreani- sationen vertrieben werden sollten. In diesem Sinne entschied die Versammlung. 15. Bezirk— Treptow. Die Bezirksversammlung beschäftigte sich nach Erledigung der üblichen Wahlen zunächst mit einer Eingabe der Einwohner der städtischen Grundstücks der Neuen Krugallcc 12. 30— 6 3. Das Vezirksamt beabsichtigt, diese Häuser infolge ihres recht schlechten Zustandes abzureißen und den Mietern dafür entweder Alt- oder Ncuwohnungen zuzuweisen. Der deutschnationale Stadt- verordnete Dr. Glaser glaubte sich durch eigenartige Fragestellung bei den Bewohnern der Häuser beliebt zu machen. Genosie Vürger- meister G r u n o w erteilte dem Deutschnationolcn die verdiente Antwort. Er wurde noch von den Genossen Schneider und Lehmann unterstützt. Der Anlage eines Rodelberges im Plänterwald an der Neuen Krugallee, nahe Baumschulenweg, wurde nach erläuternden Worten des Genosien Stadtrat B e s s e n zugestimmt. Der Rechtsblock ließ durch einen Redner seine Freude über das von unseren Genossen in Aussicht genommene Unternehmen ausdrücken. Mit dem Tausch des Kirchcngnindstücks Graetzftr. 30/32 gegen ein Grundstück am Schlesischcn Busch er- klärte sich di« Versammlung einverstanden. Desgleichen wurde einem diesbezüglichen Fluchtlinicnplan zugestimmt. Eine Anfrage unserer Fraktion über den Bau der Volksbadeanstalt in Niederschöneweide wurde vom Genossen Stadirat K i ß n e r beantwortet. Ein Antrag der Fraktion der KPD. auf Verab- reichung von Straßenbahnwochenkarten a n E r- w e r b s l o s e wurde mit einem Zusatzantrag unserer Fraktion an- genommen. Genosse M i e l k c wies darauf hin, daß Straßenbahn- Wochenkarten nicht nur an Facharbeiter, sondern an alle Erwerbs- losen ausgegeben werden müssen. Eine lange Aussprache entstand bei der Beratung eines Antrages der Kommunisten auf Beibehol- tung des 15-Psennig-Straßenbahntarifes. Mit großem Stimmenaufwand forderten die kominunistischen Redner die üblichen Dinge, die in den meisten Fällen mit dem Tagesordnungspunkt keine Berührung hatten. Selbst die zahlreich besucht« Tribüne unterstützte die kommunistischen Redner nicht in der gewünschten Weise. Von unseren Genossen L c m p e r t und L e h n'e r wurden die fachlichen Gründe angeführt, die zu der bedauerlichen Erhöhung führen. Unsere Redner zerstörten das ganze kommunistische und deutschnationale Agitationsgewebe. der 20. Bezirk— Reinickendorf. In der Bezirksversammlung vom 1. März 1027 wurde zugunsten Errichtung des H u m b o l d t b a d e s ein von der SPD.- Fraktion gestellter Antrag über den Bau je eines Volkebadcs in Reinickendorf-Ost und Tegel zurückgezogen. Dem Beschluß der Hoch- baudeputotion betr. Schutz von Stroßenonlagen und Gebäuden gegen Verunstaltungen trat die Bezirksversammlung bei. Ohne Aus- spräche wurde der Herrichtung des Sportplatzes am Realgymnasium in Reinickendorf-Ost zugestimmt. Das Gebäude, in dem sich das Kinderheim R c i- nickendorf-Ost bciindet, ist derart baufällig, daß es abgerissen werden muß. Deshalb soll am Planschbecken ein neues Kinderheim errichtet werden. Genosse Weiser erklärte, daß unsere Fraktion den Neubau besonders aus hygienischen Gründen bc- grüße, und wies darauf hin, daß das Bezirksamt auch für die Jugend sorgen müsse, da diese durch den Abriß heimlos wird. Der Neubau des Kinderheims wurde einstimmig beschlossen. Zu der Vorlage, die Verkehrsverbesserungen verlangt, sprach zunächst der Bezirksbürgcr- meister Reichhelm. Er wies darauf hin, daß unser schnell wachsender Bezirk unbedingt die Verlängerung der Nordsüdbahn, der AEG.- Bahn und eine unterirdische Verbindung des Stettiner mit dem Potsdamer Bahnhof gebraucht, alles andere wäre nur Stückwerk. Genosse K r c u t l c i n wies darauf hin, daß ein von der Bezirksver- sammlung eingesetzter Ausschuß für die Verkchrsfragen seine Tätig- keit noch nicht beendet hat. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß auf die städtischen Körperschaften mit allem Nachdruck eingewirkt werden solle, die Verkehrsvcrhält nisse für den Bezirk Reinickendorf zu verbessern. Genosse Haupt berichtete dann, daß es einem besonders dafür gewähtten Ausschuß gelungen wäre, für den Neubau der Volksschule in Hcrmsdorf neben einer Turnhalle eine zweite zu erhalten, die so«ingcrichiet werden soll, daß sie auch als Aula benutzt werden kann. Den Be- richt des Ausschusses, der wegen Ucbcrgabe der Verwaltung des Außen spiel Platzes in der Seidel st raße an das Be- zirksamt die nötigen Schritte unternehmen sollte, gab Genosse Meiser. Cr erklärte, daß nach eingehender Aussprache mit Di- rektor Händler, dem Leiter des Stadtamtcs für Leibesübungen, dieser zugesagt hat, sich in der zentralen Deputation für Leibes- Übungen für die Durchführung einzusetzen. Kreisversammlung Eharlotlenburg. Am 22. Februar 1027 tagte die Kreisvertreterversammlung der SPD. Charlottenburg. Die sehr gut besuchte Versammlung hörte mit Interesse d-q Geschäfts- und Kassenbericht und die Berichte der verschiedenen Arbeitskommissionen. Besonders begrüßt wurde die Mitglieder- zunähme und die aufsteigende Kinderfreunde- und Jugend- bewegung. Trotzdem war sich die Versammlung einig, daß in der Mitgliederwerbuna von jedem einzelnen noch mehr als bisher ge- tan werden müsse. In den Krcisoorstand wurden gewähit: 1. Vorsitzender Genosse A. W i l k, 2. Vorsitzender P. H a m m e r, 1. Kassierer R. Seifert» 2. Kassierer P. I a i n z, 1. Schrift- sührer O. H e i d r t ch, 2. Schriftführer Franz R ü b c k o h l. t)tt Teltowcr i>«i»Ialcndkr 1927««ist auch in diesem Iadr wieder ein« beachtenswerte inhaltlich« Höhe auf. Es ist vor allen Dingen die Heimat» kund», die in diesem Iahrcsweiscr zur Geltung kommt. Von Professor M i e l k«, dem berufenen märkische» Hetmatforschcr, stammt ein Beitrag Uder Giebelzeichen und Giebelbretter in Teltow. Bernhard Esch steuert einen be. merkenswerten Veitrag:„Russische Volkskunst als Kriegsandenken- '-ei. Ctudienrat Ladcmann schreibt sehr unterrichtend über T e l t o w c r [! l a t t._ Chr. Voigt plaudert anregend Uber Albrechts Teerofen, Iruno S i- r t s Uber Flora der Pfaueninsel, Lehrer K a m m a n über Wiesenoräfer. Ein sehr ausführlicher Beitrag von Dr. Höh» mann. Eichwalv«: Jühnsdorfs vorgeschichtliche Vergangen» b e i t rückt ein stilles,"" forschenden Interesse». Direktors Hoppe über Teltow. Dazu gute e i t rückt ein stilles, kaum bekanntes Teltowdorf in den Mittelpunkt gesiljichts. "'"'. Ein vertchrsgeschichtlich bedeutsamer Beitrag ist der des der Alte Grenzen, Zugänge und Wege des . te Zeichnungen von R e i ch n e r, der auch wieder hübsch- Landschaftsbilder beigesteuert hat. Arciskommunal« Mitteilungen ergänzen den Inhalt. Aus ihnen geht hervor, daß im Kreistag die sozialdemokra. tische Fraktion mit 11 Mitgliedern die stärkste ist. Die bürgerliche nationale Kreisgemeinschaft hat IN, die Kommunisten S, die Demokraten 2, die Vdlkischen 2 und das Zentrum 1 Mitglied. Eozialdemokraten und Kommunisten haben di« absolute Mehrheit. Ein ausgefallener Beitrag ist icdoch der von Pfarrer Klein aus Lichtenrade: Kirsche oder Esche, der mit dem Ruf nach einem Diktator endet. Ein solcher Beitrag paßt so wenig in einen Kreiskalender, der vom Kreis subventioniert wird, wie..Kaiser- Wilhelm. Turm" und kurbrandenburgischer Adler auf seinen Umschlag. Da ein verantwortlicher Redakteur nicht genannt ist, bleibt nichts übrig, als Herrn Landrat Achenbach zu ersuchen, für den Jahrgang 1928 nach dem Rechten zu sehen. mvojjj /wa AAMm�/rU/MTl MicfvtßH /twmbie� Ernta probiert hair�W /Uch wrixlMn fascinlercnden Aroma, �bekömmlichen» Q-latten weLsseru? Drancl tiber�eu�eti konnte HATY Aubballspiele am 13. März. mti Elldwcflcn nehmen, beginnt st-rschait. Um dt« Beziilemelsterschast Im Saiten. Während Im die Äämpte um die Punkte noch geraume Zeit in Anspu der Saiden am Sonntag bereits mit den Spielen um die«ezirlsmetsterichast. Aul dem Adler-Sportvlatz in der Christianiastraße treffen sich nachmittags 2 Uhr Spandau Üö und Adler 08 und um 8% Uhr Borussia und Vorwärts. Hennigsdorf. Im ersten Spiel ditrfle der Sieg des Meisters der Abteilung v, Adler 08, nicht In Frage gestellt fein. Trotzdem mutz sich Adler vor Uebcr» rotchunoen in Acht nehmen, besitzen doch die Spandaucr eine grotze Schnellig. keit. Vollkommen offen ist der Ausgang im zweiten Treffen. Hier stehen sich zwei Pioniere der Arbeiter-Futzballbewegung gegenüber, die immer mit in den ersten Reihen bei den Serienfpielen standen.— Im Südwesten findet das Haupttreffen in Wilmersdorf, Wiirrtemosrgifche Ecke Zähringer Strotze, statt. Wilmersdorf und Schmargendorf sind hier die Segner. Die Schmargen. oorfer verfügen über eine äußern fpielstarl« Mannsä»aft, die dem Ortsnachdarn noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird. Auf jeden Fall mutz sich Wilmcrs. darf sehr in Acht nehmen, um nicht noch weitcr von der Spitze verdrangt zu werden.— Weitere Spiele: Alemannia Äi gegen Dlau-Weih in Ioachimsthal. Viktoria gegen Britz in Eberewalde. Eisciifvalterei gegen Wacker 24 in Eisenspalterei. Verein für Dewcaunosspiele gegen Wriezen in Köpenick, am Friedhof. Ketschendorf gegen Stralau in Ketschendorf. Tasmania gegen Treptower Ballfpielklub in Fredersdorf COstbahiif. Zeuthen gegen Berliner Sportverein 1« ,n Zeuthen, Alt-Glienicke gegen Lichtenocrg II i» Alt-Glienicke, Klesberg. Hertl"------------ w?---------- .annisthal gegen ret in Reuenhagen.________.........._ hönhaufen. Lommerstratze. Adler gegen Friedrichshagen in Maoledorf. kWner Ballfpielklub gegc» Luckenwalde ll auf dem Tempelhafer Feld. walbe I gegen Eintracht 25 tn Luckenwalde, Hetzheide. Rowawes gegen For> tuna w Rowawr«. Priesterstratze. Brandenburg gegen Potsdam in Branden. bürg a Sportklub gegen Fichte 21 in Lankwitz. Grmcinbevark. Beginn der Spiel« nachmittags 4 Uhr. Vorher untere Mannschaften. Barmittags auf fast allen Platzen Spiele der Äft.Zugend-. Jugend- und Schülermannfchafttn.___ Handballspiele am 13. März. Ein reger Spielbetrieb findet in der Provinz statt. Brandenbur> hat die Heiden Adlcrshafcr Männerina nnschafteu zu Sasie. Da»_ besuchen folgende Mannfchasten: Fichte.1 I. Jugend. Eberswalde� und Kupfer. �''Insurrh:" Reu- Lücken- - 1 iMt._______________ WM l________■_____, WW�W Hammer: Aolershof 2. Jugend gegen Steinfurth! Ficht« 12 I.Männer gegen Kupferhammer und Pankow I. Männer gegen Steinfurth. Velten spielt tn der Sermcndarfer Strotze gegen Spartin l. Abt. inowtal _____________...____ gegc WM die 3. Männer und um 4 Uhr die 1. um 2 Uhr die Iiigcnd, um 8 Uhr ..._.. länner. Am Bahnhof Zepernick hat Schönow folgende Spiele: Um 2 Uhr 2. Männer gegen Ficht« 18 II, um 3 Uhr 1. Männer gegen Brandenburg 2 l, um 4 Uhr die Frauen gegen Reukölln 2 und um 5 Uhr die Jugend gegen Moabit I. Rowowcs spielt in der Priester- en Neukölln 2,' die 2. Männer r stratze gegen um'.48 Uhr und die 1. Männer um Jugend gegen Fichte 22 :, die 1. Männer gegc» H4 Uhr. Suckenwaldc.Frauen empfängt Lichtenberg l.— Neukölln, Bercins- Mannschaften spielen am Dammweg gegen Fichre-Slid �'—.,.««<»- die 8. Mannschaften um All Uhr, die Frauen um die 2. Männer um>42 Uhr und die 1. Männer um>41 sportplätz Plötzensee hat Fichte 1 folgende Spiele: dl« um 10 Uhr, die Frauen gegen Hcrmodorf um 2 Uhr, Biesdorf um 8 Uhi- � Spandau,~ Eollegia I um 10 Uhr, die 2. Männer gegen......__.. 2 Uhr, dl« Frauen um 8 Uhr und die 1. Männer um 4 Uhr gegen Grotz-Berlin- "'~ Baumfchulcnweg um rait. gegen Treptow, egen 2. Männerodt: um 12 Uhr 8. Männcrabt. l gegen Born- stedt; um 1 Uhr 8. Männerabt. II gegen 5. Männcrabt. l, 8. Frauenadt. l gegen Tegel l: um 2 Uhr 7. Iugendabt. ll gegen Echöneberg 2. Sportler! um tz Uhr 7. SchÜlerobt. gegen 8. Schllierabt.» 7. Iugendabt. I gegen Schönhalz 1. Sportler! um 4 Uhr 10. Männcrabt. II gegen 7. Männcrabt. l! in Reinicken- darf. Echäferfe», um'411 Ubr 5. Männcrabt. n gegen lg. Männerabt. Ii! um 3 Uhr 5. Frauenabt. I gegen 8 Frauenadt. ll! um Ah: 0� Frauenabt. gegen Adlershaf: um Mi Ubr 9B Frauenabt. argen Moabit l: in Mariendorf. nn der Rennbahn, um 10 Uhr 204 Männerabt. 1 gegen 5. Männerabt. I und um i4Z Uhr 20. Frauenadt. argen Lichtenberg 2. Grotz-Berlin-Friedenau spielt in ber Offendachcr Str. Sa mit der 1. Männer gegen Fichte S II um S Uhr und um 8 Uhr und die 2. Männer gegen Lcrmsdorf I um 4 Uhr. Zn . Falkcnhagrnrr Ehoussee. spielen die 8. Männer gegen Ruderoerein l um 10 Uhr, die 2. Männer gegen Brandenburg-Sportler ll um ...« Frauen um 8 Uhr und die l. Männer um 4 Uhr gegen Gr:'~ Süden. Auf den Fichtcplätzen sind folgende Spiele: In Baumschule 10 Uhr 16. Iugendabt. gegen Stralau! um ll Übe 1. ssraucnabt. gegen I. Männcrabt. gegen 2. Männerodt! um 12 Uhr 8. Männcrabt. l gcg » S-otz-BerNn-Osten n* U Ahr und mit den 18 Uhr. Iu Oderschtzneweibe, neben dem der Jugend gegen Adlershaf um 1 Uhr, Wetdlng III um 3 Uhr und L Männer gegen Rosenthal, Hauptstraße, spielt Eroß-Berlin-i>.osenthaI m lg Uhr gegen Adlershof und mit den Männern gegen Lichtenberg 3 spielt in Friedrichsseide, Treskowallee, u gegen Sparta ll, um 10 Uhr Schüler gegen Sparta undjim 2 Uhr gegen Srotz-Bcrlin-Wedding IN. Ficht, 1«, U":te mit Berlin. Hr. In lit den Schülern um Schönhalz m 11 Uhr. Treskowallee, um» Uhr mit Jugend Männer öpenicker Stadion, Maricnstratze, spielen um 10 Ubr Kanufahrer gegen Eroß-Berlin-Süden!l, Köpenick 3. Jugend gegen Treptow I und um 11 Uhr--------- MM— � �— Köpenick-Männer gegen Stralau. Auf dem Exer. zicrplatz Schönhauser Allee spielen Srotz-Berlin-Rorden 1. Männer gegen Treptow I um 10 Uhr und Fichte 12 2. Männer gegen Treptow II um>48 Uhr. Schönebero spielt auf dem Dominlcusplatz mit den Turnern gegen Tegel I um 10 llkir und mit der 2. Sportler gegen Tegel II um>48 Uhr. In Lichten. rade spielt Fichte 201? mit der Jugend gegen Hcrmsdorf um 1 Uhr und die Männer gegen Moabit l um 4 Ahr. Weilers Spiele sind: Mönner: Wittenau gegen Fichlc 18 I um 8 Uhr in Wittenau. Holzweg! Riederfchöneweide gegen Fichte 10 I um 8 Uhr in Riederfchöneweide, Berliner Straße«Sasanstalt), Kaulsdorf gegen Erkner um>48 Uhr in Kaulsdorf, KLpenickcr Straße, Fichte- Nord 2. Jugend gegen Fichte I I um 18 Uhr in Reinickendorf, Scharnwebcr- stratze. Schüler: Bohnsdorf a"'» Fichte 18 um 10 Uhr in Bohnsdorf, Schulzen- dorfer Str. 80, und Fichte 21 gegen Ficht- 10 in Hohenschönhausen, Sommer- stratze._ Slraßenreuuen der Arbeiker Radfahrer. Nachdem am letzten Sonntag der Arbeiter-Radfahrerbunb.Solidarität" auf der OInmpiabahn sein« Bahnmeistersckasten ausgefahren hat. folgt am Sonntag, 18. Marz, die Bezirismeilterfchaft im Biannfchaflsfahren auf der Strecke Maricndorf— Dahlewitz— Zossen und zurück. Das Rennen geht über 50 Kilometer. Auf der Streck« sind starke Kämpf« zu erwarten, da gute Mann- schatten gemeldet sind. Antzerdem wird eine Stafett'n Meisterschaft über 12 Kilometer ausgetragen. Bielen Wünschen der rennsporttreibenden Arbeiter- schast Rechnung tragend, ist auch ein 50.Kilometer-Einzcl!ahr«n für Gäste vor- gesehen. Arbeiter, dl- keiner bürgerlichen Radsporlorganisation angehören, könne» daran teilnehmen. Startgebvhr 50 Pf. Meldung»« können bei Meinert, Berlin. Brückenstr. ib. rechter Eeittnfl. 4 Tr., erfolgen, evtl aber auch noch am Start. Trefkpunkt für alle Rennfahrer und Wcttsahrausschutz ist am 18. März, früb Otzj Uhr, In Mariendorf, Ghasseestr. 288, Restaurant Herold. Start und Ziel ist in Maricndorf. bei ber Trabrennbahn. Die nächsten Rennen stnb am Sonntag, 20. März, auf derselben Strecke. Gau- meisterlchastsn im Mannschaftsfahren und Nachmittag RUtt-Arcna. Am 8. April sind wieber im Treptower Park, große Stadionwiese, die beliebten Renne» unserer Grotz-Berlln-r Mitglieder. Tonten sür Sonntag, vrtsgr. Berlin, i. Abt.: 1 Uhr am Start Bülow- siratze 55.— 2. Abt.: Aufahrtstour nach Müggelsee, Etrandschlotz. Statt früh 8 Ubr. 1 Uhr Strandfch'otz. Start Dicff»"ba<0flr. 80.— Bez. 2, S tsgr. Eharlotteninrg: 1 Ubr am Start Galvan'sir. 13.— vrtsar. W'lmersb-irf: 12.: Maskenball Flaraliile Halensee. 18.: früb 8>» Uhr Mahlow: Start Aue. — Ott-ar. R-ukelln: Anfahrt nach Buckow. Lokal Warnitz. Start 1 Ubr Hertz. bergplatz. Motorfabrrr L.Z Uhe Herkurtsir. 27.~ vrtsgr. Britz: Mablow, Unterbezirkstaa. Start>40 Uhr Ghausieesiratz«.— Vttsae. Ablershot: Wolters. dorf. Start l Uhr Btsmarcksir. 2S.— Bez. 21. vetsae. Tegel: 12.: Nach Tegel- ort zum 1. Stiftungsfest. Start abends 714 Uhr Schlieperfir. 04. Alaanschasis-Schachwettkämpfe. Am kommenden Sonntag 10 Uhr finden die Wettkampfe des Berliner Arbciter-Schachklubs ihre Fortsetzung. Es spielen: IZ-Eruppc: Humboldtbain I gegen Weitzenfee I Boltosir. 10. Friedrichsfclde I gegen. Süd'» I Gudrunstr. 1. Rordring I gegen Neukölln l Gle'instr. 10. Spielfrei: Nordwest I und Ehar- lottenburg II.— U-Gruppe: Neukölln II gegen Gefundbrunnen III Pannier- stratze 40. Friedrichshain II gegen Friedrschsfelde II Elbinger Etr. 8. Süd-! wcst ll gegc» Süden ll Lankwitzstr. 5. Wrddtng IV gcg»n Ehorlott'nbnra III Marstr. 12. Spielfrei: Mitte l.— Am Sonnab-nd. 12. März, 148 Ubr pünkt- lich, findet bei Ewald, Skalitzer Ett. 120, die fällige Obleutesitning statt. Arbriierfchachklub Strglitz-Friedrnau tagt von jetzt an Dienstags 8 Uhr bei Arndt, Steglitz, Schildhornstr. S8. Touristcavereia„Die Nalurfreuade", Zentrale Wien. Abt. Ehorlottenbnrg: Freitag, 11. Mörz, 8 Ubr, im Heim Spreestr. 80. „Atmung und Ernährung der Pflanz'»."— Abt. Südwest: Freitag, ll. März, '.8 Uhr, im neuen Heim Aorcksir. 11 fBezirksamt) Musik- und Liederub-nd.— Abt. Sesuubbrnnuen: Freitag, 11. März, 8 Uhr, im Heim Lortzingstr. 10. .Der Mensch der Urjekt."— Sit. Slfenftr. 8 Lichtbilderpartrag— WKr�KMi? Baracke 3, llcbungsstunde.— AttlReuIölln: Treffpunkt 7 Uhr Lehrter Vorortbahnhof. Friedrichshain: Send, 12. Mär, Gloß- Krämer. ninabend, Uhr. . im ............-_______„_________ Rontag. 14. März, 8 Uhr, im Heim Stralauer Str. 55 Arbeitsabend.— Abt. Schöueterg: Montag, 14. März, 8 Uhr, im Heim Hauptstr. 10 Diskussion:„Arbeiterllterotue — Abt. Steglitz: Montag, 14. März, 8 Uhr, im Heim Kntrphof. Ecke Jever Stratze.„China."_ Athletik und Turnen. Grüntunosfeicr de» Sportoerein, Moabit. Einen .0.:.~V"i w___ falrt Ausschnitt Inlatz de« f au» seiner Tätigkeit zeigt der Sportvcrei» Moabit bei seiner au, Anlaß de« fünfjährigen Bestehens stattfindenden Matinee am Sonntag. 18. März, im Filmpalaft Hansa, Att-Moabil 47,48. Es werden Vorführungen im Turnen und aus der neuzett- lichcn Eportaiimnastik van den Männern. Frauen, der Jugend und den Kinder: gebracht. Weiterhin zeig! die Groß-Berlin-r Städtcricge Kunstturnen an: Barren und Reck. 3"'_""|| v| 1-" Beifall aufgenommen Wusikorogeamm wird----------->1 W. NMjM ausgeführt. Eintritt l M. Kinder frei. Erwerbslose und Jugendliche 50 Pl. Anfang>410 Uhr. Freie Tnrnerschaft Dahle». Sanntag, 18. März,� hlem, > Uhr, Gemeindeschnl« ahnhof Dahlem-Darsf, Dahlem, Land-str. 7/0 12 Minuten vom Untcrgrundbah Werbeschauturncil. Eintritt frei. Arbeiter-Tnen- und Spottbund, 4. Bezirk. Sonntag, 13. März. Lebrltnnde für Kindcrtiirnwart« in Friedenau. Turnballe Gotzlerstratzc fzwischen Koiferallee und Lautcrftrotzc).— Altersturnen! Kreiswetturncn am 20. März in Schöne- bcrg. Turnhalle Beiziger Straße...„_ Achtung, Tnensparte 1. Krem! Zum BarfUhrnngsweitstrelt am 20. Marz: Infolge der zahlreichen Meldungen muß die Veranstaltung dereit, um>411 Ubr beginnen. Sonntag, 18. Mär», 10 Uhr, steht die Bühne zur Generalprobe zur Verfügung. Hallenschantraining. Am Mit Ecke Marktstratze._ Norden 1883 gegen Beroftno-Sennigsbors. Freitag, 11. März, 8 Uhr, Turn- balle Pank. Ecke Wiesenstratze Sericnkampf im Ringen der ä-KIasse um die Krei-meistcrschaft des AABD.„_ S1. Beroliua gegen SC. Siegfried 01. Freitag, 11. Rärz, 8 Uhr, Turnhalle Wiclcfstr. 58. Aebeitcr-Sportvereinignng Neukölln gegen Eoaeprbia. Freitag, 11. März, 148 Uhr, Turnhalle Mab'owcr Straße, Neukölln. Arbeiter-Athletenbund, 4. Kreis Brandenburg. Die am Sanntag, 18. März. 10 Uhr narmittags, geplante Besichtlgiina de» Landtagsgebäudes mutz befon'ercr Umstände wegen ausfallen. Die Kreisleitung. Verschiedenes. Frei« Schwimmer Norden 1803. Sonntag, 18. Rärz. 2>4 Uhr, im Stadtbad Wedding. Geriwtsir. 05.00. internes Schwimmfest. Eintritt 75 Pf. Arbeiter-Radfahreroerein Grotz-Lerli». Sonn'ag. 18. März, l>4 Uhr, Wann fee, Restaurant Reichsadler. Start Waldcmaestratze Ecke Marianncnplatz. Gäste willkommen.— Voranzeige: Sonnabend, 10. März, Kostümfest in Treptow, Iägerbänschen. Bnfanq 8'4 Uhr. Hunde-, Tauben., Geflügel.. Kanari«»-, Kaninchen- nfw. Züchter. Liebhaber »nb Vereine aus Arbeitcrkrcifcn. Zwecks Eründung einer Arbeitsgemeinfchait sind Adressen solcher Genossen und Vereine, die bestrebt stnb, für den Arbeiter. Ttersport ein eigenes Arbritcrkartell»u bilden, zu senden an W. Vehlow. Veelin R 81. Graunstr. 80, I. Vorsitzender des Sportklubs für Gedrauchshunbe E.V.. Sitz Berlin. Arbeitee-Spsrt- und Kultnrkottell, 8. Bez. Wedbina. Montag, 14. Mörz, 714 Uhr, Kartcllsitzung trn Ledigenheim am Brunncnplag. Wetterbericht der öffenlsichen wetlerdlenfistelle für Berlin nnb Umgegend fNochdr. verb.). Veränderlich, stellenweil« Bodenfrost, auch am Tage ziem- lich lnbl, vereinzelt leichte Niederichläge. Füe venljchland: Wechselnd wolkig niil Schoiicrn, etwas niedrigere Temperaturen. UM cU/ukt Wr/ "t"Bnacr neuer FrühjehnkateloQ ist erschienen> 37 verschiedene Modelle stehen darin tur Auswahl, die alle die drei B B bekannten MIFA- Vorzüge aufweisen; Erstklassige Qualität, billigen Preis, günstige Zahlungsbedingungen. Die durch Verwendung von nur bestem Material und modernster Fabrikation bedingte MIFA- Qualität ist altbekannt und wird immer wiederdurdi zahlreidte MIFA- Siege bewiesen. Unsere Preise konnten wir trotz unveränderter Qualität dadurch abbauen, daß wir direkt ab Fabrik liefern. 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Wir wollen an der Bereltschaft der Dresdner Bank, zu ihrem Teile an der Erfüllung der Dawes-Gcsetze m i t zuwirken, nicht zweifeln. Denn die Dawes-Gesetze sind leider Bestandteil der deutschen Gesetzgebung. Aber wenn die Erfüllung der Dawes-Verpslichtungcn gelingen soll, so ist der Weg, vornehmlich den Auslands absatz zu steigern und die inländische Kaufkraftsteigerung zu vernachlässigen, an- geflchts der von Dawes-Lasten freien Auslandskonkurrenz gesamt- wirtschaftlich sicher kostspieliger als die Steigerung des In- landsabsatzes. Ucberhaupt scheint uns die Diskussion des Irans- ferproblems die Möglichkeit von Dawes-Leistungen. über die sich auch die Arbeiterschaft absolut nicht zu freuen hat, aus der Steigerung des Jnlandsabsatzes sehr zu verdunkeln-, denn ob die Kapitalrente des Inlands- oder Auslandsgeschästs steigt, ist sachlich dasselbe, und für den praktischen Transfer muß sich ebenso eine Lösung finden losten, wie bei den Auslands- anleihen, die entgegen aller Theorie keineswegs eine entsprechende Steigerung der W a r e n e i n f u h r mit sich bringen. Das muß gesogt werden, weil man die Steigerung des Jnlandsabsatzes gerade mit Rücksicht auf die Dawes-Lasten immer stärker zugunsten des Exportes vernachlässigt. Das ist, privatwlrtschaftlich gesehen, aller- dings verständlich. Denn wenn man im Ausland den Markt ausdehnt, so gewinnt man in der zuwachsenden Auslandskauskrast eine Absatzbasis, für die die Auslands konkurrenz in Löhnen, Gehältern, Soziallasten und Steuern die Kosten zu tragen hatte. Aus der anderen Seite wird die Stärkung des Jnlandsabsatzes be- wüßt von Industrie und Banken sabotiert, weil dos Unter- nehmertum weiß, daß bei der Ausdehnung des Jnlandsabsatzes die Kosten in der Hauptsache von ihm selber zu tragen sind. Es ist deshalb auch falsch, wenn der Geschäftsbericht der Dresdner Bant die wachsende internationale Kartellierung unter deutscher Führung damit in Zusammenhang bringt, daß der Inlandsabsatz zu schwach sei. Einmal will die internationale Kartellierung ebenso wie die nationale auch die einheimischen Märkte, die ohne Kartelle und Berbänd« an sich schon kaufkräftiger wären, stärker aus- beuten als vorher. Zum anderen dienen auch internationale Kar- tell« dazu, Konjunktur r i s i k e n aus andeie weniger stark kar- tellierte Gewerbe abzuwälzen. In ähnlich falscher Richtung wird von der Dresdner Bank ge- tipt, wenn sie von der ökonomischen Destersiellung der Landwirkschast eine Stärkung des Inlandsmarktes erwartet. Die Landwirtschast ist in erster Linie Käufer von Produktions mittel«. Wenn zum Absatz der agrarischen Produkte ober die Kaufkraft der K o n s u- menten fehlt, so fehlt der Landwirtschaft aus die Dauer auch die Kaufkraft für industrielle Produktionsmittel. Ein stärkerer Konsum der Landwirtschast ssir Verbrauchs waren ist aber nur möglich, wenn sie dl« breite Masse der nichtlandwtrtschasllichen Kon- sumcnten durch höhere Preise stärker ausbeutet. Ein höherer Rein- ertrag der Landwirtschaft ist deshalb von vornherein nur durch die Kaufkraftsteiaerung der breiten verzehrenden Masten möglich. wodurch sich die These von der so notwendigen ökonomischen Bester- stellung der Landwirtschaft als ein ökonomischer Irrweg er- weist, solange sie nicht durch ökonomische Befferstell'.mg der breiten Konsumentenmassen herbeigeführt wird. Die von der Dresdner Bank natürlich auch beklagte Fortdauer der Woh- nungszwangswirtschoft in den Städten könnt« bei� ihrer Aufhebung wohl zur Erhöhung der Mieten, kaum aber zur Steige» rung der Erträge auf Dauer führen, wenn man nicht eine systematische Steigerung der Kaufkrast der Mieter zugleich vor- nimmt, die die Höberen Mieten zahlen sollen. Käme es ober selbst zu größerer Kapitalbildung bei den Hausbesitzern, so würden entweder neue Häuser gehant. für die die kauskräftigen Mieter fehlen, oder aber neue Fabriken und noch mehr Waren erzengt, mit denen man die ohnehin schwierigen Kon- turrenzverhältniste auf dem Welimarkt noch mehr erschwert. Zur Steuer- und Lohnpolitik verrät die Dresdner Bank ähnlich kurzstchtige Standpunkte. Daß es viel weniger auf die Senkung der Steuerlast und die Berringe- rung der Staats ausgaben als auf die w i r t s ch a f t l i ch st c Verwertung der Steuern ankommt, und daß eine Wirtschaft- lichere Verwertung der Stenern infolge der größeren Kaufkraft des Staates der Privatwirtschaft nur nützen könnte, das sieht die Dresdner Dank natürlich nicht. Ueber die Rolle der Lohnerhöhung in diesem Zusammenhange ist kein weiteres Wort mehr zu verlieren. Aber wie die Dresdner Bant sich über die Wirkungen der Arbeitslosigkeit ausläßt, ist schon der Höhepunkt von Ber- ständnislosigkeit. Daß die Erwerbslosen lieber nicht arbeiten, weil sie ja ohnehin versorgt werden, eine solche Behauptung ist einsach eine Roheit. Es ist ober eine Plattheit sonder- gleichen, wenn man aus der Drostelung der Unterstützung der Er- werbslosen in ähnlicher Weis« mehr Beschäftigung erwartet, wie der „SZerkehr den Verkehr und Arbeit neu« Arbeitsmöglichkelten- er- zeuge. Daß nur wirtschaftlichere und wirkungs vollere Ar- beit neu« Arbeitsmöglichkeiten schaffen kann, weil sie Preissenkungen und größeren Absatz erlaubt, diese ABE-Schülerweisheit hat auch die Dresdner Bank hier wieder vergessen. Im übrigen ist der Abschluß der Dresdner Bant in vieler Hinsicht beachtenswert. Die Dresdner Bank ist mehr auf das Handels- und K u n d e n g e! ch ä f t als auf das Effekten- gefchäft eingestellt: zum anderen hat sie als Mutterbank ihrer Ge- noffenschaftsabtellung ein größeres Reservoir für die Zuführung neuer Mittel. Der ganze Abschluß zeigt aber, wie fruchtbar die stärker« Pflege des Äreditgeschästes unter den heutigen Derhältnisten fein könnte, im Gegensatz zur Effekten- und Börsenspekulation. wenn das Kreditgeschäft nur mehr gepflegt werden würde. An der U m s a tz st e i g« r u n g der Dresdner Dank von rund 119 auf 112 Milliarden Mark Ist tatsächlich das«igenlliche Kreditgeschäft viel stärker beteiligt als das Börsen- und Emissionsgeschäft, und zwar in wohltuendem Gegensatz zu den übrigen bisher bekonnten Groß- bankabschlllsi'en. Der ZZprozentigen Steigerung der Einlagen und Kontokorrcntgelder auf 1352,7 Millionen Mark steht eine mehr als 5 0 p r o z e n t I g e Erhöhung der Wechselbestünde gegenüber (377,7 gegen 252,8 Millionen). Die Darlehen aus Waren sind, wenn man die erheblichen Preissenkungen für Baumwolle, Kupfer usw. berücksichtigt und wiederum im Gegensatz zu anderen Banken, trotz des absoluten Rückganges von 138,8 aus 128,8 Millionen relativ g e st i e g e n. Die Kontokorrentdarlehen sind von 460,9 aus 581,8 Millionen erhöht. Demgegenüber sind die Börsendarlehen nur um 110 Millionen aus 145,6 M'llionen angonacWen. also ,.'utr" vervierfacht. Allerdings hat auch die Dresdner Bank die durch be- sondere Pfänder gedeckten Kredite im Ve'hältm-- zu den ungedeckten außerordentlich gesteiaert, und der ungesunde Charakter dieser Ausdehnung wird auch durch da« Vorgeben nicht abgeschwächt, daß sich wenig Gelegenheit zu ungedeckten Krediten gegeben hätte. Natürlich erzielt auch die Dresdner Bank besonders große Gewinne. Ihr großes Kreditgeschäft veranlaßt« trotz der Senkung des Zins- Niveaus eine Verringerung der Diskont- und Zinseinnahinen um nur eine halbe Million auf 30,28 Millionen Mark. Provisionen sind von 37,0 ans 38.9 Millionen g e st i e g e n. Der gesamte Rohgewinn von 70,96 Millionen wird aber trotz ver fast 25prozentigen Erhöhung des Umsatzes mit Handlungsunkosten belastet, die mit 54,5 gegen 55,1 Millionen noch um eine halbe Million niedriger sind als im Vorjahre. Wenn man bedenkt, daß das gewaltig aus- gedehnte Geschäft zu geringeren Kosten und gleichzeitig mit einem um über 800 Personen verringerten Personal bewältigt worden ist, so kann man sich vorstellen, welche Belastung des Personals dabei entstanden ist, mag die organisatorische Rationalisierung auch noch so weit getrieben worden sein. Der nnt 11,91 gegenüber 8,67 Millionen rniegewicsenc R» in v e w t v n r-< schöpft die tatsächlichen Gewinne natürlich lange nicht. Sämtliche Efkektengewinne sind vorweg reserviert, Beteiligungen, Essekien- konto und Gebäude enthalten riesige stille Reseinen, die zum Teil sofort greisbar sind. Außerdem sind fast 5K Millionen Kursgewinne au» der letzten Kapitalerhöhung gemacht worden. Wenn die Dresdner Dank jetzt ihre Dividende von 8 aus 10 Proz. erhöht, so schüttet sie also nur einen verhältnismäßig geringen Bruchteil ihrer tatsächlichen Gewinne aus. Sie beweist sich also gegenüber den Aktionären und gegenüber der Oesfenilichkeit als recht gescheit. Es wäre nur zu wünschen, daß sie wie die anderen Großbanken sich auch in volkswirtschaftlichen Dingen ein kleines bißchen gescheiter erweisen würde. �rbesterwohnpngsbau auf Staatsöomäuen. Ein preußischer Kredit von 2,3 Millionen. Das preußische Staatsministerium hat dem Staatsrat«inen Ge- setzentwurf zur Begutachtung Überwielen, demzufolge dem Staats- Ministerium ein Betrag von 2,3 Millionen Mark zur Ver- mchrun?und Verbesserung der ArbeiterwohNun. gen nebst Zubehör auf den Domänen zur Verfügung gestellt wird. Wie der Amilichc Preußische Pressedienst aus der Be. gründung mitteilt, ist dieser Betrog notwendig, zumal die der Staats- domänenverwaltung vom Landtag zur Erfüllung der gleichen Auf. gäbe bewilligten Mittel nahezu erschöpft sind. Zum gleichen Zwecke wurde bisher vom Reich und Preußen der> preußischen Staats- domänenverwaltung ein Betrog von insgesamt 2� Millionen Mark aus Mitteln der produktiven Erwerbslosensürsorge überwiesen. Noch ansteigender Güterverkehr. Die Kurve der Reichsbahn für die Güterverfrachtuna zeigt weiterhin auswärts. Pro Arbeitstag har sich die Wagengestellung in der Woche zum 26. Februar von 135 800 auf 137 5lK) gegenüber der Vorwoche erhöhl. In der ganzen Woche ist die Güterwagen- gestellung von 815 000 aus 825 000 gestiegen. Tabellarische Uebersicht seit Dezember.(In 1000 Stück) duribichnittlich pro Ardeilstag Woche wöchentlich Das Tempo der vermehrten Wagengestellung Ist gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres, wo allerdings schärfst« Krise herrschte, stärker. Mehr als eine saisonmähige Steigerung dürste aber bisher nicht festzustellen sein, da die Kurve der Wagengestellung der Ziffer der letzten Woche vor Weihnachten 1926 nur ziemlich langsam sich nähert._ kommunale Ferngasversorgung. Die Organisation der Kom- nmnen zur Durchführung der Ferngasversorgung in eigener Regie macht weitere Fortschritte. Nach Besprechungen mit Vertretern des Städtctages, des Reichsstädtebundes, der Landkreise und Landgemeinden hat der Provinzmlausschuß der Provinz Sachsen vorläufige Richtlinien als Grundlage für weitere Ver- Handlungen aufgestellt. Um die Einheitlichkeit des Bor- a e h c n s sicherzustellen, wird sich der Prooinzialverband mit 200 000 Mark an kommunalen oder gemischtwirtschastilchen Unter- nehmungen beteiligen, die der öffentlichen Gasfernversorgung dienen. Ferner soll der Provinzialausschuh ermächtigt werden, für Darlehen solcher Unternehmungen bis zum Betrage von 5 Millionen Mark die selb st schuldnerische Bürgschast zu über- nehmen.— Auch die private Deutsche Kontinental- Gas.A.-G. in Dessau baut ihre zahlreichen Betriebe zur selbständigen Ferngasversorgung aus. Von ihrem Gaswerk in Dessau, das schon drei Städte versorgt, soll eine Fernleitung bis Eisleben gelegt werden. Sieben Gaswerke, die auf der Fern- leitungsstrecke liegen, sollen stillgelegt werden. Ferner soll aus dem Weißenselser Gaswerk die Fernoersorgung zweier weiterer Städte durchgeführt werden. Rationalisierungsersolge im Braunkohlenbergbau. Die Braun- schweigischen Kohlenbergwerke m Helmstedt, eine Aktiengesellschaft, an der das Reich durch die Elektrowerte A.-G. und das gemtschtwirtfchaftlichs Rheinifch-Weslfälifche Elektrizitätswerk maßgebend beteiligt sind, hat im Geschäftsjahr 1926 bei wenig ver- nndertcr Förderung an Rohbraunkohle die Brikettfabrt- k a t i o n um mehr als 4 Proz. vergrößert, obwohl sich hix Belegschaft um 4,3 Proz. zum Jahresende 1926 verringert lml. Gleichzeitig kannte, bei einer Mehrverwendung von nur 2 Prgj. Rohkohle für Brikettfabrikation und Eigenverbrauch, die Erzeugung an elektrischem Strom gegenüber dem Vorjahr von 105,0 aus 112,9 Millionen Kilowattstunden gesteigert werden(7,5 Proz. mehr), wovon 72,10 Millionen gegen 67,23 Millionen im Vorjahr (7 Proz. mehr) nutzbar abgegeben wurden. Der Selbstvcrbrauch an Briketts(einschließlich Deputate) ist von 6,1 aus 5.9 Proz. der Ge- scmtproduktiou herabgedrückt worden. Im Zusammenhang mit der verbesserten Nutzung der Produktion hat die Gesellschasi, deren eigentliche Bctrlebsrationalistening durch Znfammenlea'ina der Tagbau- und Stillegung der Schachtanlagen bereit» 1925 abgeschlossen war, ihren Rohgewinn we ler aus 26,<5 Millionen Mark gagen 26,13 im Borjahre erhöht, während die Betriebsausgaben nur von 22,62 auf 22,82 Millionen Marl angestiegen sind. Der Rein- gewinn stellt sich auf 1,55 Millionen gegen 1,52 Millionen im Borjahre-, an Dividende komme» wieder 10 Proz. zur Auszahlung, während bereits vorher 1,31 M llionen Mark zu Ab- Ichreibungen verwandt und 816 000 Mark für Ncuanlagen und Neu- anschassungen verrechnet wurden. Ein SZ-Bkilllonen-Auftrag für die Julius Berger Tiesbau A.-G. Die Firma Julius Berger Tiefbau A.-G., Berlin, dürfte den großen Eisenbahnauftrag von 250 Kilometer in der Türkei eiidgültig er- halten. Es handelt sich um ein Bauobjekt von etwa 65 Millionen Mark, dessen Ausführung sich auf fünf Jahre erstrecken wird. Ein siedlungswissenschaskllcher Lehrgang. Der Rat der Stadt Leipzig veranstaltet In Gemeinschaft mit anderen Körperschaften vom 14. bis 31. März 1927 einen Lehrgang über das deutsche Siedlungswesen in Stadt und Land. Leitung und Organisation des Kurses liegen in den Händen des Deutschen Archivs für Siedlangswesen(Anschrift bis 12 März: Berlin, Luisenstr. 27/28, ob 13. März für die Dauer des Kurses: Universität Leipzig), das alle Auskünfte erteilt und auf Wunsch Prospekte versendet. Billigste Prelsbemessuns �rühjahrsulster (lallt u»d(«stnlfl« cabatbintaTtlgc ewss«....... 4S,—<11,- Herrenulster («o-.uüme ab-diotstossk,(lallt S-n» »dtr mit Bütlcl.. 70,- 63,—, 60.- Herren ulfter tatitrl« n.(laue CtveeeaiU, Sabard. B (Iflnior«ItoUe.»leg. Betatbelluna 80,— Herren ulsk er «aßersag.»u»els»l0»s»r. b. 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Kamelhaarloden, je n�ch vuafil. Gabardinemt'nsel auS tmpr. Wolgabardine, Schllipfer- u. Uljterform, it uach Cunlitöt uud Art 90,—, 75.—» 65,— Windjacken au» Impeögn.«offen, sOr»amen 8o» >2.-. für Herren von 6.73. JüngNn, 6,23, Knaben- bon s.75 an lin H 4. Cha USSeeslr. 29/30 e uhtcka bauh: suumcb Ctnfeatmngen ffit biet« Sabril sind Biclia SS 68, Liadeuttr-b« 3, parteknachrtchten für Groß-Serlkn stet»«a da»«cjlrt»(efr«tariat 2. Hos, 2 Step, recht», z» richten. öezirkstag. Der ordentliche Bezirkstag findet am Sonnkag, dem 10. April 1927. im Slhungssaal des Preußischen Staatsrats, Leipziger Str. Z. statt. Vegina vormittags 9 Uhr. Als Tagesordnung ist vorgesehen: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 2. Neu- mahl des Bezirksvorstandes, der Revisoren und der Vertretung der Frauen, Neuwahl der Pressekommission, des Bezirksbildungsaus- schusses, der erwachsenen Mitglieder der Sozialistischen Arbeiter- jugend und des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlsahrt. 3. Wahl der Delegierten zum Reichsparteitag in Kiel. 4. Antrüge. Der Bezirksvorstand behält sich vor, die Tagesordnung noch zu erweitern. Anträge und Vorschläge zum Bezirksvorstand und den sonstigen zu wählenden Vertretungen sind dem Bezirkssekretariat scyleunigst einzureichen. Ebenso Namen und Adressen der gewählten Delegierten. Mandatssormulare gehen den Abteilungen rechtzeitig zu. Der Bezirksvorstand. -i- 4. Rtcis Prenzlauer Arbeiierwohlsahrt! Die Führung durch den Linden- hos muh umstündchalbcr auf Sonnabend, IS. März, verlegt werden. Nä- heres im„Vorwärts". 6. ÄteU Kreuzberg. Seilte, Freitag, U. März, 7t4 llhr, bei Rabe, """■...... etfammlu B Fichtestr. 29, Äreisdelegiertenverfammlung. Tagesordnung: Vortrag: -u:„Der I'eichsparteitag". Stellungnahme zu den Anträgen.— Achtung! £1 Pünktlich 6% Uhr erweiterte Rreisvorftandssitzung im oberen Eaal. W � Die Abteilungsoolcute der Kommunalen Kommission treten um vifc Uhr— zu einer Sitzung im oberen Saal(Eingang) zusammen..... l».«tei»«Zpenick. Seute, Freitag.'' S teater, kleiner Saal, Äreisdelegierten....---------.— ortrag:„Der Reichoparteitag". Referent Artur Crispien, M. -Z Vollzähliges Erfcheinen Tagesordnung: Heute. Zreitag. lt. ZkkSrz: 7.«bt. VA llhr Bei Doms, Schlegelstr. 9, Sitzung der in ha ftomawttnlen Kommission tätigen Genossen. Referent Stadtverordneter Riese. gehlendorf. Humoristischer Kindernachmittag mit Lichtbilder» Uhr bei Benno Mickley, Potsdamer Str. 2Z. Zur Deckung der Kinbersreunde von 4—6 Unkosten zahlt jedes Kind 211 Pf. Jutigsozialisten. Gruppe Ritte: Heute, Freitag, 1l März, 8 Uhr, in der Schule Gipsstr. 23» Vortrag:„Psychologie und Kunst, 2. Abend. Referent Franz Lepinski. Partei- genossen und Gäste stnd willkommen.— Gruppe Schöueberä: Heute, Freitag, ll. März, im Jugendheim Hauptstr. lZ(Ostmarkzimmer) Mädchenabend. Be, sprechung des Monatsproqramnis. Erscheinen sämtlicher Mitglieder hierzu er, wünscht.— Gruppe Wcddmg-Gesunddrunnen: Heute, Freitag, 11. März, 7',i Uhr, im Jugendheim des Ledigenheims am Brunnenplatz, Eingang Orth. stratze 10, Arbeitsgemeinschaft über dos Thema:„Die materialistische Seschichts- aufiassunq von Karl Mary". Leiterin Genossin Dr. Fabian. Pünktliches Er- scheinen ist unbedingt notwendig.— Gruppe Tiergarten: Nächste Gruppen. Veranstaltung am Sonnabend, 12. März. 8 Uhr, im Jugendheim Bremer Ecke Wielessiratze, Zimmer 6. Diskussionsabend. Referent Otto Iänichen. Achtung! Am 28. März spricht Genosse Hendrik de Man in der Gesamweranstaltung der FSB. Wir erwarten das Erscheinen sämtlicher Genossinnen und Genossen am kommenden Sonnabend. Gäste sind herzlichst willkommen.— Gruppe Pankow: Sonnabend, 12. März, Zusammenkunft der nördlichen Iungrozialistenaruppen im Ledigenheim am Brunnenplatz. Wir treffen uns bsh Uhr am Bahnhof Pankow-Nord. Wir bitten um rege Beteiligung. 12. Echönsted..__________....— das Thema:„Demokratie und Diktatur". Die Genossen und Genossinnen der übrigen Gruppen sind herzlich eingeladen. Sterbetafel öer Groß-Serliner Partei-Grganifation i. Abt. Unser hochverdienter Genosse Philipp Hummel senior, Sophien. straße 5, ist verstorben. Wir werden sein Andenren stets in Ehren halten. Einäscherung am Freitag, 11. März, nachmittags 2� Uhr, im Krematorium Gerichtstrahe. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 7«. Abt. Schöneberg. Unsere Genossin K o w a l e w s k y, Sachsendamm <7. Bezirk), ist am Montag, 7. März, verstorben. Ehre ihrem Andenken. Ein» äscherung am Freitag, 11. März, naclimittags 2 Uhr, im Krematorium Daum- schulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. M>RK>RA>»DI I Theater iliditfpleie nfw. ■■■■■■■■<■■811 Staats-Theater Opernhnus a. Platz d.Republ. 12 U.: MlttatzS-Konz. 8U.; 9. Sinion.-Konz Schauspielhaus 8 Uhr; Hamlet. Schiller. Theater 8 Uhr: Journalisten WM« Dpi Charlottenbure 7>,- Uhr: Der Barbier von Sevilla Abonn.-Turnus IV. OeDtsdiet Theater Korden 10334—37 8 Uhr Bonaparle Momae, den 14. Sneisenaa. Sonst täglich Bonaparte Jtomerspiele Korden 10334— 37 8 Uhr letzte Auffllbriuigeo Die Gefangene Die Komodie BismarcK 2414. 751� 8"4 Uhr: Letzte SoMningra Die Perle Heule, 'onnabend, Sonntag Nachtvorstellung 11 Uhr: Letzt Aufführungen Baun ein Hlnd Preise 2, 3 u. 4 Mark Sfe.. 13.nehm.'.51). Täois Harzld Kreutib'rg Preise 2, 4 u. 6 Mk Ketropol- Theal. Täglich 8 Uhr: Musprinzrä Nollendorf 7360 8 Uhr: und die übrigen Sensationen! kMidkncd o. Smlags 2 Vorsiellungen V und 8 Uhr, 3V zu ermäßigt. Preisen d.ganze Programm Volks büh ne Tbeatu an BSlDwplatl 8" Uhr Volpone Morgen ü Uhr: Traum>plcl TU. am Sdiiffbanerdannii 8 Uhr: Das Grabmal des oiMannteD Soidaten. 1 Komische Oper! Allabendlich 81/« Ubrs fünden der"Welt Die weltstädtische lames» Klein- Revue 1 1 Sonntags nachm. 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Frida Magowan(Ch. MtllS), 2. Quitte B.(Schmidt), 3. Friedrich Reg sE. Elias). Toto: 14: M Platz: 15, SS. 22: tO. Ferner liefen: Ozean Girl, Mentor I, Doiina, Jeanette, SonntagSprinz, Good Boy. Ilona W., Tudora, ManzanareS. 2. R e n n e n. 1. Donalor(Herm. Schleusen«), 2. Mokante(Schmidt), 3. Sadana(Pryzrembel). Toto: 54: l0. Platz: 12, 16. 12: 10. Ferner liefen: Meisterjänger, Fcstinella, M-istersreudc, Campanula. Quintessenz. 3. N e n n e n. 1. Dina Walls(tz. Schröder), 2. PoiSdam(L. Weiß), 3. Lebedame(M. RingiuS). Toto: 2�:10. Platz: 17, 13. 2?: 10. Ferner liefen: Eitelsried, Augenstern B., Alpenkönig, Lux. Modedame. Ludwig, Hellina, König Robert. 4. Rennen, i. Natter(A. Finn), 2. Peter Hamster(H. Grube), 3. Landstreicher(I. MillS). Toto: 66: 10. Platz: 23, 67, 30: 10. Feiner liefen: Barometer, Kuba, Dunajec, Flamingo, Barmaid, Baron Axwotthy, Franziska, Importeur, Kohlenlönig, Blaumeise, Cadiae Axworlhh, Franlen- stein, Axwortby F. S. Rennen 1. Divifionär(H. Köpke), 2. Petronilla A,(Hanka), 3. Maikönigin I(O. Haller). Toto: 36:10. Platz: 18, 23, 75:10. Ferner liefen: O'Capt. Leerberg. Salome, Abdulah Silo er, Propeller, Holstein, Einsicht, Lindowlind, Ellen, Kerrigan jr. �.Rennen 1. Karneval(J. Mills), 2. Kammersänger(B. Heckert), 3. Noordwnk(Eh. MillS). Toto: 44: 10, Platz: 12, 14, 11: 10. Ferner liefen: Pechfackel, Margot I, Jean Worthh, Mary H. 7. R e n n e n. 1. Belwin(Jaus; jr.). 2. Cotta(Herm. Schleusener), 3. Magowan jr.••••• Trinnon-Ttienicr 8'/, Uhr: AlKteigemiartiir Eiatritt Jatendlidien inbokn TnaUa-Tneaier 8 Uhr: Dtr antige Seefahrer samwjki-JShnw Th. König rätz St. Hasenheide 21 10 8 Uhr: Die treue Nymphe Elisabeth flergner Hornomeunaui Norden 6304 8 Uhr; Dover-Calais Kobtrh. r. sinllnm, BraaMvcttar. | mit Camilla Spira Oansra, Kupfer, Bandow Wester- meier u. A. Ääl Don Farkers lazz- Orchester New- York u.viei» Mtitlf tägl. 8 Uhr Sonntag« 3 Uhr mUet.ti aide Preise Berliner Handels-Besellscliaft. Bilanz vom 31. Dezember 1920. SolL Kasse Guthaben bei Banken und Bankiers..,. Wechsel und Devisen.......... Verzinsliche Schatzanweisungen..... Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere............ Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen............. (davon gedeckt RM 16138 695,15) Schuldner Oedeckte....... RH; 96 085 560.10 Ungedeckte.....■ 28 969 842,72 Wertpapier- und Konsonial-Konto....• Bankgebäude............. Sonstiger Grundbesitz......... Bürgschaften...;. RM 9247 218,34 RM!|>f. 7 980 021[82 50 994 159:% 71 296 000 25 7 646 222 35 65115680 21 32 574 171 35 123055402'82 17 590 540 57 5 000 0«:— 2 367 000:— 385 619199:31 RM 22 000 000,— ■ 5 000 000,— Haben. Kommandit-Kapital,., Gesetzliche Rücklage..._ Gläubiger....... T~....... Akzepte,.............. Rückständige Gewinnanteile....... Bürgschaften...... RM 9 247 218,34 Reingewinn RM Pf. 27000 000 349 373 130 5 227 291 35 30 496150 63 3 98» 280 83 385619 199,31 Cewlnn- nnd Verliul•Bedunmä vom 31. Dezember 1936. Soll. Vciwaltungskosten(einschl. Tantiemen) Steuern............. Pensionsleistungen......... Reingewinn............ Verteilung des Reingewinns; 4% Gewinnanteil auf das Kommandit-Kapital... Gewinnanteil des Verwaltungsrats....... 5°»weitere rQewinnanteil auf das Kommandit-Kapital. Vortrag auf neue Rechnung RM SSO 000,— 197 797,30 1 760 000,— 1 150 483,53 RM 3 988 280,83 Kibru, Filter. Ersatzteile Prall nie{ralit. HoMd. P u m p e n f a b r i k Berlin N 65, fitiiidiccdorfer Str. 35 RM jPf, 5 558 302,59 > 816 503 80 593 985— 3988 280183 11 957 072 22 Haben. Vortrag ans 1925......... Zinsen, Wechsel und Devisen... Provisionen........... Effekten- und Konsorü'algewinne.. 11 957 072; 22 Berliner Handels-GesellschaH. FOrslenberg. SlnienU. Jeldcl», Bieber. ll. Fürst cnberg. RM(PI. 522 982 07 6 414161 42 3 868068 88 1 151 859 85 Nnterhalwng unö �Dissen vor öer Elbe. Von Hans Friedrich Blunck. Das Mittagslicht sprang in gelben Blättern von Welle zu Welle, ein warmer schöner Tag lag über der See. Das Boot, das im frischen Wind von der Elbmündung auf die Scharhörnbake zuhielt, schnitt schnurgerade durch die kleinen spritzenden Schaumpfeifen, die aufstiegen und lustig übers Dollbord plätscherten. Die junge Frau hatte sich neben dem Steuermann ans Ruder gesetzt.„Was haben wir für Glück," jauchzt« sie,„was für«in guter Gedanke, mich auszusegeln." Der Mann nickte, über sein braunes kantiges Gesicht flog ein Lächeln. „Weigt du, daß ich dich erst In Verdacht hatte, du würdest mir eine Rede halten oder du wolltest wegen deines Daters mit mir zanken! Ich merkte wohl, wie du mich ansahst heut früh!" Der Steuermann schüttelte den Kopf, er schien es vergessen zu hoben. Aber die junge Frau hatte wohl noch den Wunsch, sich zu rechtfertigen, sie sprach ohne Aufhalten weiter. „Sieh, er ist nun einmal ein alter Unverträglicher, und ich begreif« nicht, warum du ihn nicht ziehen läßt, wo er doch selbst aus dem Hause will. Es geht nicht gut zwischen ihm und dir, das wirst du begreifen!" Der Mann hatte das Steuer losgeworfen und die Schoot los- gehakt, er kam nicht dazu, zu antworten. Auch die Fock knattert« lose. Die junge Frau hatte sich ein wenig erschrocken, jetzt glitt dos Boot wieder schräg, die Bake in Luv nach draußen. Sie schmiegte sich an ihn.„Erzähl mir etwas, Mann, eine ganz wilde Geschichte möchte ich hören." Es klang richtig nach Neugier jener vom Binnenland, der Steuermann sah lächelnd zu seiner Frau herab, schob die Mütze ein wenig zurück und tat, als dächte er nach. „Eine ganz gruselig« Geschichte möchte ich hören." Der Braune sah schräg über die Fock nach vorn und nickt« mit dem Kopf zur hohen See hinüber. „Da drüben trieben wir einmal, als Vater noch den kleinen Schoner hatte." „Ja. erzähl," sagte sie, und klatschte in die Hände. „Ein großer Holländer lag im Sinken auf einer der Bänke," begann der Steuermann nachdenklich und sah bei dem jungen Weib vorbei. „Weißt du, wie so ein leckes niedergehendes Schiff im Sturm aussieht? Kannst du dir vorstellen, wie es ist, wenn die große Rah schier zum Wasser überhängt und über dem Steven die weiße Gischt Schlag um Schlag aufsteigt und auf die Menschen niederbricht? Kannst du dir vorstellen, lütte Fru, was es heißt, Kameraden in Not zu sehen, wenn der Himmel grau wie die Salzsee ist und unten nichts als jagende schäumende Wildnis ist? Sieh, da ist sich Mensch 0U Mensch so nahe, daß jeder des anderen Bruder scheint. Sieh, da versuchten wir es, mit dem Boot zum holländischen Wrack hin- über zu halten. Wir kamen damals von Esbjerg. Ein dänischer Händler war mit an Bord. Er hatte ein Herz, der Mann, und kam mit ins Boot, als Dater und ich hinüber wollten. Aber wir trieben ab und immer wieder ab, mühten uns wohl eine halbe Stunde und sahen schließlich, wie. von dem Schiff da drüben das Heck wegbrach, wie die Gischt darüber hinging und alles zu der grauen Weite wurde, die von unserer Nußschale bis zum weißen Rand am Wall reicht«. Ich will nicht prahlen, lütte Fru, aber wir hatten allerhand gewagt, und wie wir uns mit dem Boot so lange hatten hinholten können, weiß ich heut noch nicht recht. Der Wind war inzwischen umgesprungen, er kam mehr von Norden herüber oder wohl noch ärger. In einer schlimmen Bö, die uns auf Mannsweit« in den Regen brachte, verloren wir unseren Schoner, der mit dem Bestmann und dem Jungen wegtrieb. So haben wir uns Gott verlassen auf dem Boot bis in die Dämmerung herumgetrieben, immer schaufelnd und rudernd, bis das Blut aus den Fingern quoll. Weißt du, was es heißt, kleine Frau, rundum nichts als graue See zu wissen, mit jeder Dünung kämpfen und mit jedem Berg, der angerollt kommt und das Boot überschüttet, daß es nur mühsam wieder auffteigt? Ein Glück war's für uns. daß die Luftkissen hielten, gut auch, daß wir zu Dritt waren. Der Däne ruderte wie ein alter Ruderkerl, das muß man ihm lassen." Der Steuermann wies mit dem Arm zur Scharhörnboke hin- über, die steifbeinig und dunkel über der glänzenden Wasserfläche stand. „Sieh, eine Stunde hoben wir uns wohl noch gehalten. Wir meinten oft, es müßte zu Ende gehen und haben doch jede Bö noch einmal angenommen, es sind dos Stunden, wo man Kraft über seinen Leib hinaus hat. Vater saß am Ruder, ich sehe sein Gesicht unter dem Südwester und werde mein Lebtag nicht vergessen, wie er gebückt uns beiden ins Weiße der Augen starrte, als zwäng« er uns die letzte Kraft aus den Gliedern. Siehst du die kleine Trepp«, die von den Bakenkosten nach unten reicht? Sie hat schon manchen aufgenommen, sie hat aber selten Menschen aus solcher Not geholfen wie uns. Gleich einem Wunder fohen wir sie vor uns, mitten im ärgsten, als eine Regenbö nieder- ging, die Himmgl und Wasser in«ins verwandelte. Ja, da tauchte die dunkle Ecke der Bake vor uns auf, wir trieben grade darauf los. Und wie«in anderes Wunder ist es beinah, daß wir mit unseren Fäusten, die nicht mehr zupacken tonnten, die Treppe gewonnen haben. Wer der Däne brach zusammen, als er die Tür aufreißen wollte, fast hätte er mich selbst mit hinuntergerissen. Ich hört« ihn noch von Stufe zu Stufe schwer aufschlagen und im grauen Schaum wegfinken." Der Steuermann sah wieder starr zur dunklen Bake hinüber, es war, als überlief ihn ein Zittern.„Sie haben drin«in paar Decken und Brot bereit gelegt für arme Schiffbrüchige, aber was hilft das in der Eiskälte der Bake, durch die der Wind wie durch leer« Fenster pfeift. Als Dater und ich allein waren und ich mich hinwerfen wollte, schüttelte er mich und schlug mich tobend, daß ich fast ohnmächtig wurde. Ich dachte, er sei wahnsinnig und lief flüchtend von einer Ecke In die andere. Aber er war rasch wie ich und verfolgte mich und trieb mich unter Schlagen und Schreien wohl eine Stunde in den Kasten umher. Keinen Augenblick kam ich zur Ruhe, obschon mir die Knie brechen wollten und ich meinte, gleich sei mein Letztes da. Sieh, ich weiß heute, daß ich die Sache nicht überstanden hatte. ein junger Kerl wie ich war. Ich weiß auch nicht, ob wir es noch lange ausgehallen hätten. Ein Zollkutter, der von dem großen Holländer gehört hatte, streift« die See ab. Der Holle uns von der Bake, dl« Leute wußten, daß kein Mensch die Nacht im Eiswaffer Überstanden hätte. die Genfer Verhandlungen find auf der liebenswürdigen Annahme der Kleinen auf- gebaut, daß Chamberlain eine Zuckertüte in der tzand habe und daß diese Zuckertüte sogar gefüllt sei...! Sie haben uns auch glücklich an Land gebracht und haben ver- wünscht zu tun gehabt, daß der Alte sich nicht noch auf dem Kutter halbtot knetet« und drückte und trommelte. Aber ich glaub«, du weißt jetzt, um was es damals gegangen ist. Ich glaube, du weißt, daß ich jetzt nicht mit heilen Händen und klaren Kopf neben dir säße, wenn Dater nicht gewesen wäre." Die junge Frau schwieg, sie nagte an den Lippen und sah etwas verzagt über die blanke glitzernde Sommersee. „Ich wußte, daß du mit dergleichen kommen würdest," sagt« sie bös,„hu host eine sonderbare Art, einem deine Meinung bei- zubringen." Der Steuermann strich über ihre Hand.„Begreifst du, was das ist zwischen Dater und mir?" Sie wollte aufbegehren, aber als ihr Blick nochmals zur dunklen Bake streift«, überlief sie ein Grauen, sie nickte und sah starr, mit großen Augen in die Segel hinein.„Ja, ich begreife es!" Das �rmenwefen im alten Serlin. Auch als in anderen Bezirken Deutschlands die Versorgung der Armen schon etwas besser geregell war, sah es damit in Berlin noch sehr schlecht aus. So viele Einwände gegen die kirchliche Armen- pflege gellend gemacht werden können, fo ist doch sicher, daß diese kirchliche Armenversorgung für die Armen immerhin besser war als die, die nach Annahme der Reformation in den protestantischen Gegenden aufkam. Auch in Berlin war nach dieser Richtung hin eine bedeutende Verschlechterung hervorgetreten. Wer sich etwas in alte Chroniken über Berlin vertiest, der wird bald finden, daß vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der wichtigste Teil der„Armenfürsorge" darin bestand, die Bettler von den Straßen zu vertreiben. Immer wieder wurden kurfürstliche Verordnungen bekannt gegeben, die den Straßen- und Hausbellel verboten. Oester mußten die Chronisten feststellen, daß die Bettler zu einem Tore hinausgetrieben worden sind, daß sie jedoch zu einem anderen Tore sogleich wieder hereinkamen. Dann erhielten die in Berlin heimischen Bettler eine Art Privilegium. Man händigte ihnen Marken aus, die sie auf ihren Bettelgängen zu tragen hatten. Aber auch dies scheint nicht viel genützt zu haben; denn immer wieder erschienen neue„Bettler- ordnungen". immer von neuem wurde die Zahl der Betteloögte ver- größert. Schließlich ging man dazu über, nicht nur das Betteln, fondern auch das Schenken zu verbieten. Jeder, der einem Bettter etwas gab, sollt« mit einer Geldbuße von zehn Talern belegt werden. Nun nahm zwar das Betteln ab, aber es mehrten sich die Eigentums- vergehen, denn die Leute, die auf den Bettel angewiesen waren, wollten nach wie vor leben. Dabei mag gleich erwähnt werden, daß die Zahl der Armen und Bettler vom 16 Jahrhundert an in Berlin stets verhällnismäßig sehr groß war. Das stand im Zusammenhang mit der eigenartigen Bevölkerungspolitik der Hohenzollern. Diese Bevölkerungspolltik ging darauf hinaus, möglichst viele Leute ins Land zu ziehen. Dabei geschah die Heranziehung der Fremden oft in einer sehr, unüberlegten Weise, und so kamen auch brüchige Existenzen nach Berlin, Leute, die schon vorher Schiffbruch gelitten hatten oder solche, die für den Lebenskampf in den neuen Verhall» nissen nicht gestählt waren. Wester waren unter den Armen Berlin« Vellage ües vorwärts auch viele alte Soldaten. Soweit am Anfang des 16. Jahrhunderts in Berlin überhaupt von einer Armenversorgung gesprochen werden konnte, scheint sie darin bestanden zu haben, daß man an den Sonn- tagen und Feiertagen in den Kirchen für die Armen sammelte. Wahrscheinlich wurden die auf diese Art eingekommenen Gelder von den Geistlichen verteilt. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden dann in Berlin zwei Armenhäuser erwähnt, das eine hieß St. Georg, das andere St. Jerusalem. Die Chronik berichtet, daß diese beiden Armenhäuser vom Kurfürsten zuweilen mit Geld und auch durch Lieferung von Brennholz unterstützt worden sind. Wieviel« Arme in diesen Häusern untergebracht waren, wie die Verpflegung usw. war, ist nicht bekannt. Gewiß erscheint nur, daß in diesen Armenanstalten nur ein kleiner Teil der Bedürftigen versorgt werden konnte, denn Klagen über das Bettelwesen wurden immer wieder laut. Beinah« als eine soziale Tat wurde es denn gefeiert, als im Jahre 1695 eine Verordnung herauskam, die jede Woche eine Almosensammlung von Haus zu Haus gestattek, und daß an jedem ersten Sonntag im Monat vor dem Dom, vor der Nikolai-, Petri- und Marienkirche Sammelbüchsen für die Armen aufgestellt werden durften. Aus dem Jahre 1697 wird abermals von einer Umänderung der„Bettlerordnung" berichtet. In diesem Jahr« wurde auch beschlossen, ein neues Armenhaus einzu- richten und zwar vor dem Stralauer Tor. Fünf Jahre später kam für Berlin die Spielkartensteuer auf, deren Erträgnisse nur den Armen zugute kommen sollte. Sei es nun, daß sie zu wenig ein- brachte, sei es, daß die Spieltartensteuern vom Hof verbraucht wurden, jedenfalls muß der Chronist berichten, daß die Armen von diesem Geld nicht das geringste erhalten hatten. Aus dem Jahre 1715 ist eine Aufstellung derer enthalten, die aus den eingesammelten Geldern Unterstützungen erhielten. Dabei werden aufgeführt: Abgebrannt«, Vertriebene, abgedankte Soldaten, Armenhausinsassen, Kranke, Irrsinnige, Hausarme, Alt«, Gassen- bettler, Findlinge, acht Gassenmeister, vier Wartcfrauen im Hospital und Waisenkinder. Ganz besonders groß wurde dos Elend in Berlin um die Mitte des 18. Jahrhunderts. In einem auf die Nachwell ge- kommenen Brief eines Predigers Fuhrmann vom März 1741 hieß es:„Auf unserer Friedrichsstadt ist ungemeine Armut, denn da die Woll-Arbeit fast lieget, so versetzen viele hundert ihre Kleider nach und nach und zehren dann davon, bis sie ganz nackend sind, daß sie weder in die Kirche noch sonst wohin gehen können." In dem Briefs wird weiter berichtet, daß Kinder vor Hunger ihren„eigenen Mist" aufgegessen haben und daß schon verschiedene Leute buchstäblich vor Hunger gestorben sind. Der Geheimrat von Piper, der das Armenwesen unter sich hatte und an den das Schreiben gerichtet war, dekretierte darauf, daß den Hungernden aus dem Irrcnhause etwas Essen gegeben werden solle und daß sie auch„etliche Groschen" er- hielten. Unter diesen Verhältnissen war es kein Wunder, daß wiederum über eine starke Zunahme der Bettelei geklagt wurde. Bis zum Jahre 1758 hatte am„Rondell", wie damals der Belle-Alliance-Platz hieß,«in dem Schlächtergewerk gehörendes Haus gestanden, in dem vom Staat„Arme, Bettler und Taugenichtsc" untergebracht waren. Jetzt wurde auf dem Exerzierplatz vor dem Königstor ein größeres Haus gebaut, in dem die„Armen und Taugenichtse" in einer viel größeren Zahl eingesperrt werden konnten. Da das Schlächtergewerkhous am„Rondell" über der Haustüre einen Ochsenkopf trug, hieß auch das neue Gebäude der Ochsenkopf, und diese Bezeichnung hat sich dann später auch auf das Arbeitshaus in Rummelsburg übertragen. Die größte Not in Berlin entstand jedoch erst aus den Folgen des Siebenjährigen Krieges. Fast alle Gewerke lagen still, und in Berlin mußten im Jahre 1771 3900 Personen unterstützt werden. Nun war mit den Sammelbüchsen und mit ge- legentlichen Zuwendungen für die Armen nicht mehr auszukommen. Berlin mußte eine Anleihe von 69 999 Talern aufnehmen, um wenigstens die größte Not lindern zu können. Noch so manches andere Beispiel ließe sich anführen, das beweist, wie schlecht es im alten Berlin mit der Armenpflege bestellt war. Solche Feststellungen findet man freilich nicht bei Leuten, die die„soziale Gesinnung" der Hohenzollern stets über den grünen Klee loben. A. M. Lpelerpes kuscus. Von Willi Ley. Das Land mit den zwei großen M, die man zusammenfassend Mussolini-Makkaroni aussprechen kann(was nicht eine neue Makka- roniforte, sondern eine empfehlenswerte Sprachübung ist), hat eine faunistische Eigcntllnüichkeit, die es nur noch mit dem Lande des Jazz und der Wolkenkratzer teilt. Wenn man diese„faunistische Eigentümlichkeit" so vor sich aus dem Tisch sitzen hat, sieht man aller- dings das nicht gleich. Es ist mit dem. Tier hier tatsächlich die Geschichte so, wie es der wahrscheinlich unsterbliche Physikprosessorenwitz behauptet:„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Warum Sic nicht sehen, werden Sie gleich sehen!" Zum Aeußercn des Tieres ist. ja nun zu bemerken, daß es durch- aus nicht als etwas Besonderes erscheint. Ein Salamander von der Größe und Gestalt unseres Feuersalamanders, nur nicht so Lrell gefärbt wie dieser, sondern braun mit gelb. Dieser Salamander, Zpeierpe5 tnseus geheißen, ist nur ein ganz isolierter Aarposten seiner Sorte, die sonst ausnahmslos in der neuen Welt heimisch ist. Sie sind dort sormenreich genug: Molche, die auf Bäume klettern, welche, die lange Zähne haben, andere mit Greifschwanz, Molche, die springen wie Fröiche, und sogar eine Art— sie gehört allerdings nur im weitesten Sinne noch dazu—, die wie der Olm in unter- irdischen Höhlen lebt. Unser nach Mussolinien versprengtes Mnglied der edlen Gesellschaft ist ein von allen derartigen Extravaganzen freier, friedlicher Erdbewohner, der in möglichst dunklen Klüften auf kleine Skorpione jagt und sich sonst genau wie jeder andere benimmt. Doch hat das Tier einen wertvollen Kern, der nun aber ver- zweifelt an den zitierten Prosessorenausspriich gemahnt. Als man ihn nämlich in edlenl Wissensdrnnge zergliederte, kam zum Vor- schein, daß er keine Lunge hatte! Das will ja nun nicht so sehr wunders heißen: es gibt Molche, die ihr Leben lang ohne Lunge aus- kommen, sie leben eben im Wasser und atmen durch Kiemen. Aber Kiemen haben die Spelerpes-Rittcr auch nicht— ebensowenig, wie sie Wassertiere sind. Schließlich war das Kunststück auch hier nur ein Kolumbus-Ei. Spelerpcs hat einlach die Atmung in die Mundhöhle und weiterhin auf die gesamte Außenhaut verlegt.(Alle Arten!) Es ist, als wenn die Natur zeigen wollt«, daß der große Atmungstransformator auch an andere Stellen als Kiemen oder Lungen angeschattet werden kann. Es gibt allerlei besonders vor- sichtige Schaltungen mit mehrfacher Sicherung. Bei einigen anderen Lurchen, die noch eine Lunge besitzen, atmet die Außenhaut schon mit, manche Fische haben Kiemen und Lungen, andere atmen mit Kiemen und Schwanzflossen. Und Weerrepttle haben noch ein anderes Mittel. Die Meerreptile(Seeschildkröten und einige Dutzend mittelgroßer Giftschlangen) sind als Reptile natürlich zum Auf- tauchen und Luftschnappen genötigt. Ihre Beute sind jedoch Fische, also ist ein möglichst langes Tauchvergnügen erwünschte Kiemen, die das ermöglichen, haben sie allerdings nicht witder bekommen. Aber auch sie armen aus dem Wasser wie Kiementiere, und zwar mit der prall durchbluteten Mundhöhle. So kann man das Weid- werk bis zu 29 Stunden betreiben oder sich auch in der Zelt auf dem Meeresgrunde gemütlich in aller Ruhe— ausschlafen. Eine Methode, die für den Graßstädter zweifellos etwa? Ver- lockendes habe» dürste. � nur. daß sie leider undurchführbar ist. Nur LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE Menden abgäbe Torbchaltm Wurstwaren Verkanl soweit Vorrat MttvM...... pftniTOp.. Berl. Mettwurst �1°° SpelkWUrst..... Pnmdl00 Sausm.Ltbtrv.p.-l°° Sagdwurft...... Pfand 1 20 ..Pfand I ..Pfand 1 20 Mettwurst aSÄI" SUdeshetmer..�A30 st. Leberwurst Pf°.d1°° SolstLervelatw.pf�l� 5o!st.Salamtw.pfand12° Teewurst....... piwI80 | Schinkenwurst 1,80 ßoliHWxlHfrOWfW' 05#» CfrlHHÜfa Auszugmehl phlso,», 26pl Kartoffelmehl..Pfand 25pl Maispuder...... Pfund 26n Mandeln s«»....pfnnd ZZ» Kalif.Sultaninen Ptd. 58pl Rosinen.......... Pfand 58pt Korinihen....... Pfand 5Spl Mandelio....... 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Feuerberg Torrt«LEo»w«ia140 1350 Sonnengartner apinischer roter Des»ortwetB...l2~ l®8® 1922er Nackenhelmer Fenchelberg_so OAao OrfcinaUbttt Illing; A'igo t U&n/, Uhr im Äre» matorium Wilmersdorf statt. Tanksagnng Heimgekehrt von der Bestattnng memes liebenMannes, sage allen Tett- nehmern. insbesondere den Äollegen des„Porwätts" sowie der»Typo» graphia-, herzlichsten Dank. Elisabeth pehmflflar. vantrsaxunx Fiir die vielen Venteise herzlicher Teilnahme bei der Einä meines lieben Mannes und «rang aters Richard Hildebrandt sage» wir allen Freunden und Be» kannten, besonders dem Sprecher Sern, Leng, den fkollegen der Fiima Richter ä, Scherler. so» wie dem Bläseechor Süd-Ost unseren herzlichsten Dank. 12/8* Liegniher Str. 41 Anna Hlfdebrnndf and Tochter MetaBlbetten Stahlmalratzen, Kinderbelten glnllg n Pili Kaf. dSOir. Elsenrnttbelfabrlk Suhll.ThQr Daser Pflanzen VcrKanl hat besonnen L. 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