!tr.t36 ♦ 4». �ahrg. Ausgabe tk Nr. 69 BezngspretS. WSchkntli» 70 M-nllt«.-l-natN» E.- Reichsmarl ootaas»ahlbar. Unter Rtcmbonb kür Deatlchian», SciiAln. Saar, unb äicmelacbitt, Oellerreich Litauen. Lurembui» «.SO Reichsmark, wr das übrig« Dusland S.SO Reichsmari VIS Monat. Der.VorwSrts' mit der illustrier» ten Eonntagsbeilag«»Boll und Zeit� towie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen�„Aus der IfilmruelP'. .Stajcnftimme*.Der Rinder- freund".Lugend-BorwS.rts- und .Blick in die Büchcrwelt'd erscheint wochentöglich»meimal.'Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreste: .sozialdemotro» Berlin- Morgenansgabe Derlinev VolKsblatt (10 Pfennig) Anzeigenpreise: Die elnlvaltta» Nonvareille- »eile 80 Biennia. ReNamegeile S.— Reichsmarl.»Rlelue An,eige»� das seltaedruckte Wort 2Z Bienni» iruliissta»wei feitaedruckir Wortes, !«d«s weitere Wort lZ Vfcnni». Stellrngeluche da, erste Wort lt> Dfennig. jedes weitere Wort 10 Bfcnni«. Worle über 13 Buchstaben»üblen für zwei Worle. Arbeitsmarkt Keile 80 Bkcnnig. ?amillcnan»eigrn Mr Abonnenten Keile«0 Viemiie. Anreigen für die nächste Nummer müssen bis«Ij Übt nachmitiaas im Sauvigelchäst, Berlin SW 08. Linden- strafte Z. abgegeben werden. Geöffnet von 8lb Uhr früh bis ü Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands » RedoFtion und Verlag: Serlin SW. HS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Dienstag, den 22, März 19�7 vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin SW. öS, Lindenstr.Z Postscheckkonto! Berlin 37 SZ8— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten »od Beamten. Wallstr. 03: Diokonto-Sefelllchast. Depolitenkaste Lindeastr. 8, Straßenkämpfe in Schanghai. Massenübertritt zur Kantonarmee.— Immer neue Truppenlandungen. S ch a n g h a i. 21. März. 6.20 Uhr abends.(XDZB.) In der Eingeborenenfladt sind Stra�enkämpfe zwischen Truppen und bewafsnelen Zivilisten im Gange. Es wird gc. meide!, daß an verschiedenen Punkten Brände ausge- brachen sind. Die Südtruppcn haben seist die Grenze der Niederlassung erreicht. Schanghai. 2l. März.(WTB.) Die Polizei der inter- «akionalen Eich war vormillags bei ihrer Bemühung, die Ströhen von den erregten Menschenmassen zu säubern, gezwungen, aus der Nanklngskrahe mehrere kuüppelangriffe zu uniernehmen, um die grohen Menschenansammlungen, die den Verkehr hinderten. zu zerstreuen, lieber dem Postomk weht die n a l i o n a l i sl i s ch e Flagge. Die„Truppen", die heute vormittag in die Chlnesen- fchdi einzogen, trugen Zivilkleidung und gehörten zur so- genannten.Makionalislischen Armee hinter dca seindlicheo Linien". Die hauptstreilkräftc der kontonesen sind noch einige Meilen von der Ehincsenstadt entfernt. ati> scheu Wege erledigt werden könnte, vielfach meint man, daß der Belgrader Vorschlag einer internationalen Untersuchung zweckmäßig erscheint und daß die MilitärtattachHs der ver- schiedenen Mächte an Ort und Stelle gemeinsam die Tatsachen noch prüfen sollten. « Eine solche Untersuchung kann(und soll vor allem!) natürlich nur feststellen, ob Südslawien wirklich an der Grenze der neuesten italienischen Kolonie, nämlich Mbaniens, rüstet. Was die Festsetzung Italiens in Albanien für Südslawien bedeutet, ob ihm das erträglich ist— das ginge natürlich über die Zuständigkeit der Militärtattaches hinaus und wäre allenfalls Sache des Völkerbunds? In Wahrheit rüsten die Italiener! Budapest. 2.1. März mitternachts.(WTB.) Das Agramer Blatt „Novosty"(Neuigkeiten) berichtet über militärische Dorbereitungen der Italiener längs der jugoslawischen Grenze. So sei beispielsweise, in Polo eine neue Militärflug st ation angelegt worden und mehrere italienische Militärflugzeuge patrouil- lierten ständig die südserbische Küste ab. Das 11. Bersaglieri- regiment sei an die Grenze verlegt worden, während die i t a l i e n i- scheu Garnisonen in Fiums, St. Peter und Idria um einige Bataillone verstärkt wurden. „Raus mit Bodrero!" Im südslawischen Reichstag gab es großen Sturm, als während der Rede des früheren Außenministers T r u m b i t j ch der Ab- geordnete Wilder in höchster Entrüstung die Entfernung des in der Loge sitzenden italienischen Gesandten, des Generals B o d r e r o, verlangte, der noch immer die italienische Spionage in Belgrod leiten dürfe, während der südslawische Gesandte Balugdschitsch Rom längst auf Berlangen Italiens habe verlassen müssen. Der Ruf fand stürmisches Echo, die Sitzung wurde unterbrochen, die Regierung bc- dauerte usw. Dei Entsendung Bodreros, eines Militärs, als Gesandten nach Belgrad haben die Südslawen aller Parteien als eine heraus- fordernde Beleidigung betrachtet, man wollte ihm aber die Zulassung nicht verweigern, um nicht«ine Unfreundlichkeit mit einer anderen zu erwidern. Nun repräsentierte Südslawien, als der Gesandtenposten in Rom neu zn besetzen war, auch«inen General, und noch dazu«inen, dessen Meinung über Mussolinien allbekannt war. Die italienische Regierung erklärte, daß sie diesen Gesandten nicht annehmen könne. Darauf schlug Südslawien einen anderen General vor— mit demselben Ergebnis. Nun erst nannte Belgrad«inen Zivilisten. Kriegsgefahr und Völkerbund. Greift Genf in den Balkankonflikt ein? Dos Ringen um den Balkan ist in ein akutes Stadium getreten. Italien stößt auf die andere Seite der Adria vor. Alba- nien hat ee in jeder Beziehung, nicht nur der Form nach, zu einem Protektorate gemacht: von Afrika, von Kolonial- Wahnideen abgedrängt, ist es im Osten zum Objekt seiner imperialistischen Libido, seines Besitzstrcbens, geworden. Italien hat sich mit Griechenland gut gestellt: es hat mit Rumänien enge Verträge geschlossen, ja sogar um seinetwillen die Freundschaft mit Rußland riskiert, es knüpft mit Ungarn enge Beziehungen an. Südslawien fühlt sich m die Zange genommen. Es scheint keinen anderen Ausweg zu sehen, als die Umklammerung gewaltsam zu sprengen. Nun erhebt Italien die Anklage, daß Südslawien— so ähnlich wie Amerika in Nikaragua— in Albanien den Umsturz vorbereitet: man schreibt ihm die naheliegende Absicht zu, den Mann des Vertrags mit Italien durch einen Putsch zu beseitigen, seine Gegner zur Herrschaft zu bringen, durch sie den Vertrag mit Italien zu anullieren, ihn womöglich durch einen Vertrag mit Südslawien zu ersetzen und Albanien aus einem Protektorate Italiens zu einem Protektorate Südslawiens zu machen. Demgegenüber wehrt sich der Faschismus. Er sieht seine heiligsten Güter, seine friedlichsten Eroberungen gefährdet. Seine Presse weist auf die Setundanten hin— gemeint ist Frankreich—, die die Belgrader Regierung zum Widerstands ermuntern, sie führt eine äußerst drohende Sprache: „Die ganze Welt muß wissen, daß das faschistische Italien keine Drohungen, Erpressungen oder Attentate dulden wird: die Losung lautet: Schweigend handeln!" Mussolini selbst ha, bereits Jugoslawien vor den anderen Regierungen angeschul- digt, durch seine. Diplomaten in Paris, London und Berlin auf Mobilmachungsvorbereitungcn Südslawiens hingewiesen. Natürlich hat sie der jugoslawische Außenminister in das Reich der Fabel verwiesen. Aber was Wahrheit, was Schwindel ist, kann die Welt nicht mehr unterscheiden. Klar ist nur, daß beide Gegner die Schuld an einem offenen Konflikt einander vorsorglich zuschieben. Wenn es soweit ist, dann ist eines sicher: der Konflikt ist ernschoft. Es ist Kriegsgefahr aufdem Balkan. Wo aber bleibt der Völkerbund? Warum ist Genf untätig? Ist der Völkerbund wieder einmal nur dazu da, um zu versagen? Diese Fragen der beunruhigten Massen sind verständlich. D'e Antwort ergibt sich aus der Verfassung und der bisherigen Praxis des Völkerbundes, so wie er nun einmal politische Wirklichkeit ist. Der Völkerbund kann nicht von sich aus eingreifen. Er ist kein Ueberftaat mit eigener Armee und Flotte, um einen Friedensstörer niederzuschlagen. Sondern er ist eine Vereinigung der Staaten, ein gemeinschaftliches Instrument der Regierungen zur Bewah- rung der Friedens. Es entspricht der Aufgabe des Völker- blindes, wenn er dort eingreift, wo der Friede gefährdet ist. Eingreifen tut er aber immer nur dann, wenn eine Regierung den Völkerbund anruft, wenn ein Bundesmitgii-'d, mag es unmittelbar beteiligt sein oder nicht, einen Sireiffall amt- l i ch dem Völkerbundssekretariat zur Kenntnis bringt.„Tritt ein solcher Fall(nämlich ein Krieg oder ein drohender Krieg) ein, so beruft der Generalsekretär unverzüglich aus Antrag irgendeines Bundesmitglied�es den Rat." So ist Deutschland, das bis zur Junitagung den Rats- vorsitz führt, formaljuristisch in der Lage, den Völkerbundsrat einzuberufen: ebenso kann England, kann Frankreich, Italien, Südslawien, formal genommen auch jedes andere Bundesmit- glied,„der Aufmerksamkeit des Rates" den vorliegenden Balkankonflikt unterbreiten, Der Völkerbund ist keine automatisch wirkende Feuerlöich- anlage, die bei einem bestimmten politischen Hitzegrad von selbst in Funktion tritt. Er ist eine Feuerwehr, die sich nur in Bewegung setzt, wenn sie alarmiert wird. Wird die Feuer- wehr des Völkerbundes alarmiert werden? Das hängt von der politischen Gesamtlagc ab. Jede Großmacht scheut sich, den Völkerbund gegen eine andere Großmacht in Bewegung zu setzen. Deshalb haben sie nicht gegen den albanisch- italienischen Vertrag Einspruch erhoben, trotzdem er höchstens formaljuristisch mit der Unabhängigkeit Albaniens zu ver- einbaren war, die alle Bundesmitgliederzu achten haben. Deshalb verspürt auch jetzt keine Regierung Lust, mit Italien oder Jugoslawien anzubinden. Es ist ein Meinungsaustausch zwischen den„Kabinetten" der Großmächte im Gange. Man berät in London, Paris und Berlin, ob die Brandgefahr groß genug ist. um zu einem Eingreifen z u nötigen. In London, wo man zunächst die Angelegenheit mit auffallender Gelassenheit behandelt hatte, offenbar weil man Italien möglichst nicht in den Arm fallen wollte, beginnt man sich des Ernstes des Konflikts bewußt zu werden. In Paris war man dagegen von Anfang an besorgter: die Gegnerschaft gegen den Faschismus läßt dort schon eher an die Einberufung des Völkerbundes denken. Wer imd) fiort wiegk man sich noch In der Hoffnung, daß das schwelende Feuer noch einmal von selber ausgeht. Lei dieser Sachlage ist der deutschen Außenpolitik eine be- sonders große Verantwortung für den europäischen Frieden in die Hände gelegt. Sie ist zwar nicht völlig frei, den Völker- bundsrat einzuberufen; da sein Funktionieren von der Mit- arbeit der übrigen Mächte abhängt, muß sie aus deren Bereitwilligkeit zur Mitarbeit Rücksicht nehmen. Aber anderseits darf sie nicht zögern. b.s es zu spät und der Konflikt in offene Kämpfe ausgebrochen ist. Die Reichsregierung muß sich dabei bewußt sein, daß sich die Oppo- sition der schaffenden Massen gegen sie ausbäumt, wenn sie von ihren Rechten als Vundesmitglied und ihren politischen Pflict)- ten als Ratsvormacht keinen Gebrauch macht. Auch durch Passivität darf Deutschland an dem Ausbruch eines offenen Baltankonfliktes nicht mitschuldig werden. Deutsth-polnische Wieüerantnüpfung. Befriedigende Mitteilungen ZalcskiS. Warschau. 2t. RlSch. swTV.) Dem deutschen Gesandken Rauscher teilte Außenminister ZalesM mit. daß die polnische Regierung de» in Gens zwischen den Außenministern Deutschland» und Polens getrosfeneu Abmachungen zugestimmt habe. Zn der Frage der Ausweisungen isi somit eine zufriedenstellende vorläufige Regelung erzielt worden, weiter wurden die ZNodalllSten der Aufnahme von diplomatischen Unterhandlungen festgelegt, die gewisse Fragen prinzipieller Ralur zu klären hätten, ehe man zur Viederausnahine der Verhandlungen über einen Handelsvertrag schreite.__________ tzakenkeeuzterror in Serlin. Dürfen Hitler-Lausbubcn die Berliner Bevölkerung belästigen? Die blutige Srblägerei auf dorn Bahnhof Lichter- f e l d e- O st wird ein gerichtliches Rachspiel haben. Es ist festgestellt worden, daß es sich um einen wohlvorberei- keten bewaffneten Ueberfall von etwa 600 Haken» kreuzburschen auf 2S Spielleute der Roten Frontkämpfer han- delte. Die Schuld der Hakenkreuzburschen steht außer Zweifel. 600 gegen 23! Diese Burschen waren bewaffnet. Sie hüben scharf geschossen. Dieselben Banden yaben später i nr W e st e n friedliche Passanten überfallest, schwer mißhandelt und ver- letzt. Es handelt sich um einen fortgesetzten Akt des schwerste, t Laudfriedensbruchs. Diese Vorfälle dürsen sich nicht wiederholen. Es wäre nach schöner, wenn ein Haufe von halbwüchsigen Burschen, von gewissenlosen Hetzern angeführt, mit bayerischen Me- thvden die Bevölkerung Verlins ungestraft. terrorisieren dürfre. Es muß erwartet werden, daß diese Burschen und ihre An- führer exemplarisch bestrast werden, und daß die Polizei ähn- liche Exzesse in Zukunft mit rücksichtsloser Strenge unter- drückt. Ein Teil der Berliner Presse— voran die Hugenberg- Press«>— hat für diese Banden Partei genommen und hat die Vorgänge in Lichterfelde-Ost gröblich verfälscht, um die Schuld der Hakenkreuzbanden zu verdecken. Das Spiel Halb- wüchsiger mit faschistischen Terrormethoden ist gemeingefähr- lich, noch verantwortunasloser und gemeingefährlicher ihre Unterstützung durch die Presse. Die Landfriedensbrüche der Hakenkreuzler vom Sonntag eröffnen nette Perspektiven für die Stahlhelmkundgebunaen, i. Die zuständigen Stellen werden yptmie an Stresemanu. TaS neue Instrument deS Himmels. Zum sechzigsten Geburtstag de? Nationalliberalen Partei ver- öffentlichte der.Hannoversche Kurier" ein Gedicht von Hermann Strodthoff. das nach einigen Traucrklänzen für den verstorbe- neu Basiermann in folgende Töne ausbricht: Doch auch der Führer wurde uns entrissen: Es trat an seinen Platz diejungeKrost, An Idealen reich und wich an Wissen lind wortgewaitig in der Gegnerschaft,(l) Wir wissen, wer den Glauben nie verloven._ Wer um ihn rang als Deutichlands treuer Sohn: Wir wissen, wen der Himmel ansertorun Zum Führer aus der fremden Knechtschaft Frohn. Das im Reichstag verbreitete Gerücht, die deutschnationofe Frak» tion wolle beantragen, dieses Lied an Stresemann zur National» Hymne zu erklären, eilt, wie wir zuverläsiig erfahren, den Tat- fachen voraus._ Alimente für die Länder. Was der§ 35 das Reich kostet. Der Steuerausschuß des Rsichstagas begann am Montag die Cinzolboratung des Finanzausgleichs. Der Antrag der Regierungeparteien, den vorläusigen xnnanzauegleich auf zwei I a h re. bis zum t. April IbSS zu verlängern, wird mit tZ gegen 18 Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. Fischer (Dem.) die Garantiesumme von 2,6 auf 2,4 Milliarden herabzusetzen. wird abgelehnt, ebenso ein Antrag Nolle, der die Benachteiligung der Industrieländer(Sachsen uyd Hamburg) zugunsten der agrarischen Länder(Bayern usw.) einichränken will. In der Debatte über die Streichung des Z 35 teilt Staatssekretär popil, mit: Im Rechnunasjahr 1 0 26 sind auf Grund des tz 3-5 7,6.) Millionen Zuschülse für die Jahre 1Ö25 und 1924 an die Länder gezahlt worden und zwar an Mecklenburg-Schwcrin Änbalt...... Mecklenburg-Strelitz. Maldeck..... SHaumburg-Lippe. Lippe...... etwa 4,8 Millionen 0,158 0,597 0,893 0,223 1,39 Die Beträge, die im Rechnungejahr 1927 für das Jahr 1926 za zahlen sind, lassen sich nach nicht genau berechnen. Sie werden auf 14 bis 15 Millionen geschätzt. Davon entfallen auf Mecklenburg-SSweriN Mecklenburg- Strelitz. Waldeck..... Schaumburg-Llppe Livpe...... Oldenburg.... Bayern..... etwa 4.3 Millionen 0.9 0,7 0,23 1-2-1.2. TO 8,0 di« für den Mai geplant sind Sorge tragen müssen, daß qu ähnlichen Terrorakten sstößen führen. diese Kundgebungen nicht und blutigen Zusammen- Obwohl diese Zahlen die Unsinnigkeit der Aufrechterhaltung des 8 35 deutlich illustrieren, wird der Antrag aus Streichung von den Regierungsparteien abgelehnt. Der§ 4 des Finanzausgleichs über die allgemeine Garantie ist damit in der Fassung des Antrages der Regierungsparteien angenommen. Es entspinnt sich dann eine längere Debatte über den von den Regierungsparteien beantragten Zwang zur Senkung der Real. steuern durch die Länder. Ein demokratischer Antrag wünscht statt der Soll bestimmung eine Muß bestimmung und somit ein« Der- schärsung des Zwangs. Ein sozialdemokratischar Antrag will den Zwang mildern, indem er zunächst die Aerwendung der Mehrüberweiiungcn zur Deckung von Haushaltsdefizit« zuläßt. Ein kommunistischer Antrag wünscht die Senkung der Realsteuern nur bei Einkommen bis zu 5000 Mark. Alle Abänderungsanträg« werden abgelehnt und der Antrag der Regierungsparteien über einen neuen Paragraphen 4» angenominxn. Bezüglich der Krunderwerbsteuerzuschlag« der Gemeinden, die an Stelle der Wertzuwachssteuer zu erheben Srd, beantragt die Vorlage der Reichsregierung die Streichung, Der sichsrat will ihre Aufrechterhaltung für ein Jahr. Ein sozial- demgkrotischer Antrag wünscht die Ausdehnung dieser Be» stimmung auf zwei Jahre. Dagegen wende- sich Staatssekrtär Dr. P o p» tz, da eine Grunderwerbsteiier von 7 Pro zu hoch erscheine, Auch sei dieser Ersatz der Werlzuwachssteu«' rech, willkürlich. Zur Erfassung des echten Wertzuwachses sieht den Gemeinden die Wert- zuwochsbesteuerung offen. Der sozialdemokratische Antrag wird ab- gelehnt, ebenso die Reichsraisvorlage. Ec bleibt bei� der Regierungsvorlage, die die erhöhten Grunderwerbkleucr zuschlüge der Gemeinden vom 1. AprU 192? ab beseitigt. Unter dem Koten Stern. Militarismus in der Sowjetuni«« und bei den anderen. Der„Rote Stern" nennt sich die Bildbeilage de» sowjetrnssischen Zentralorgans in Berlin. Die am letzten Sonntag erschienene Nummer dieser Bilderzeitung ist darauf zugesamitten, wie gemein der Militarismus der W e st m ä ch t e ist. Da sieht man Tanks, zur Massendemonstration ausmarschiert, Flammenwerfer, Kriegsschiffe, Truppentransporte nach China auf den beiden ersten Selten. Aus der dritten Seite ist eine stillgelegte tschechische Eisenhütte abgebildet:.Heine Tonne Stahl für Kriegszwecke!" An- dere Bilder zeugen von kommunistischen Demonstrationen für den lieben Frieden. Auf der vierten und iünsten Seite aber erstrahlt der kommunistische Pazifismus in vollem Glänze. Bis an die Zahn« bewafsnet« Volschewiki mit Flugzeugen. Paraden, Gasangriffsübungen, Torpedobooten u. a. m. Es fehlt die Granatensabrik, die für die deutsche Reiche- wehr tätig war.«» fehlt dos Bild, das zeigt, wie die russischen Granatentransparte für die Reichswehr Seeckls von Kommunisten Nicht bestreikt wurden, es fehlt der Aufruf der Klara Zetkin für ein deutsch-russisches Militärbündnis. Das alles fehlt— nun, man kann schließlich nicht alles auf diesen paar Seiten drucken. Aber auch das. was gedruckt und photographiert zu sehen ist, zeigt genügend den wahren Charakter tommunistischer Friedensliebe. Abrüsten sollen— die anderen. Denn es ist für die ganze Well ein Vergnügen, sich von den Roten Garden den Schädel einschlagen, sich von rotbesternten Blaukreuzgranaten ver- giften zu losten. Deshalb immer lustig: Niedtr mit dem Militaris- mus der anderen! Cr ist ja«ine Konkurrenz für den eigenen Laden. Weg damit! Heil Moskau! Wahlsieg im öurgenland. Gutes Borzeichen für den 24. April. Wien, 21. März.(Eig. Drahtber.) Im Burgenland, besten Be- «ohner zumeist Kleinbauern sind, wurden am Sonntag die Ge- meinderäte neu gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung bis zu 96 Proz. haben die Sozialdemokraten einen großen Erfolg zu verzeichnen. In den beiden größten Städten des Landes, der Landeshauptstadt C i s« n st a d t und in Sauerbrunn, wo bisher Bürgerliche und Sozialdemokraten gleichstanden, haben die Sozial- demokraten die Mehrheit erobert. In den kleineren Städten und Dorfgemeinden haben sie ebenfalls überall an Stimmen gewonnen, vielfach sogar ihre Stimmenzahl verdoppelt. Außer zahlreichen kleinen Gemeinden, wo die Sozialdnnokraten bisher schon die Mehrheit hatten und daher den Bürgermeister stellten, sind noch mehrere neue Gemeinden erobert worden, so daß nach den bisherigen Feststellungen acht neue sozialdemotra- tische Bürgermeister in Frage kommen. Besonders erfreulich ist der sozialdemotratsiche Sieg in den beiden Gemeinden Loipen- dach und Schattendorf, wo vor einiger Zeit der bekannte Frontkämpferüberfall auf den Schutzbund war. Auch in Loipersbach wird künftig ein Sozialdemokrat Bürgermeister sein. während in Schattendorf, wo die Sozialdemokratie schon bisher den Bürgermeister stellte, die Wähler der Sozialdemokratie Mehr als hundert neue Stimmen gegeben haben._ im Landtag muri)« gestern bei der Beratung de» Kultur- etat 6 die Aussprache über die Kapitel„Universitäten und wissen- schastliche Anstalten", sowie„Kunst zu Ende geführt. Heute um 12 Uhr beginnt die Einzelberatung des Kulluretats. Der Reifeschristsieller. Aon I o d o ct. ' Herr Wallace von der Londoner„Morningpost" war in Deutsch- land oder doch wenigstens in Berlin, oder doch wenigstens in dessen besseren Vierteln— und das ist Grund genug, daß er sich aus- fllhrlich über Land und Leute, ihre Sitten und Gebräuche verbreitete. Aufgefallen ,st Herrn Wallace die ucheimliche Liebe, die letzten Endes wir Deutschen alle Unserem angestammten Kaiserhan? ent- gegeitbrtngen, Ei nun, uns war das bislang entgangen, aber da sieht nian'z uüedcr. wie geschärft so ein Journolistenange ist, imc es auf einen Blick verborgene Zusammenhänge zu enlschleiern vermag. Allerdings, so müssen wir uns belehren lasten, gilt unsere Neigung weniger dem Gutsherrn von Doorn und auch nicht so sehr seinem Oelser Sohn, als vielmehr dessen ältcstcni Sprößling, Nm wir denn euch vermutlich bald als Wilhelm!Il. auf den Thron setzen werden. „Jeder," so berichtet Herr Wallnee,„hat den Sohn des Kronprinzen gern, und wenn Immer er mit seiner Schwester zum Tee ins Adlon kommt, dann freuen sich alle." Adlon, das ist nämlich so ein Volks- lokal, wo Generäle, Bankiers, Grubenbesitzer, ausländische Diplv- malen lind andere Leute ans der Mast« verkehren, deren Wünsche und Gedankci» so recht einen geeigneten Barometer für die Siiminung breilester Schichten abgeben, Jni Adlon also ist Wilhelm, der Enkel, wohlgelitten. ein gern gesehener Gast. Wer's Herrn Wallace nicht glaubt— der Arbeiter vom Wedding, der Stellungslose ans Neukölln etwa—, der hat's leicht, an einem schönen Nachmittag mal mit rein- zugucken in» Adlon, in, Vorübergehen mal ein bißchen five oV.Iock zu betätigen: kann ihm nichts sclzaden Nach der Hätz des Tages. Er wird sehen: der Herr Wallace von der„Morningpost hal's ge- troffen, seine glänzende Beobachtungsgabs hat sich unter Beweis gestellt. Traun, fürwahr: im Adlon schlägt dem kommenden Kaiser von Deutschland das Herz seines Volkes entgegen! Aber Herr Wallace hat mehr gesehen. Genauer Kenner deutscher Zustände, der er nun einmal ist. hat er sich durch die einniilllge Be- liebiheit, deren der junge Zollernsohn sich im Adlon erfreut, den Blick doch auch nicht trüben lassen. Er ist sehr wohl dabinter ge- kommen— nichts bleibt solchen Leuten doch auch verborgen!—, daß die Begeisterung für Wilhelm lll. immerhin nicht ganz ungeteilt ist. Die Sozialisten bsispielsweise stimmen ja, wie wir gehört haben, nicht so ganz ein in sie. Herr Wallace wird sich das haben erzählen lasten, und nichts hat ihn abhalten können, der Sachs auf den Grund zu gehen. An wen er sich nun eigentlich gewandt hat, das ver- rät er nicht— aber nachgeforscht jedenfalls hat er, und als Erzebiii- seiner Recherchen kann er mitteilen, daß bei aller prinzipiellen Ab- lchnung des �Monarchisnivs die Sozialdemokraten doch selbst nicht recht an den Fortbestand der Republik glaubten. Zwar prophezeiten sie— man denke!— den Ausbruch von Unruhen bei der Erneuerung See Kaisertums, im geheimen glaubten sie aber doch an seinen Sieg und stünden aus dem Standpunkt, daß nur gerade das alte System, wre es früher war, nicht wiederkommen würde, wohl aber eine ge- läuterte, gemilderte Monarchie. Im ganzen hält Wallace die Wieder- kehr des Alten nur für eine Frage der Zeit und unausbleiblich, und eigentlich nur aus Furcht vor den Alliierten seien die Dinge bisher nicht schon weitergediehen. Man nmß sagen: dieser Mann weiß etwas. Dieser Mami der- steht es sich einzufühlen, einer Nation den Herzschlag abzulauschen. Fast die ganze Rechtspresse druckt seine Offenbarungen hochersreut im Auszuge nach. So gut also steht alles für sie? Noch hatte sie immer Bedenken gehabt, aus sich heraus solchem Optimismus zu fronen. Je nun, wer wollte nationalistisch genug sein, der Stimme des Volks- fremden unter allen Umständen das Gehör zu verweigern? Und schließlich hat er ja ganz recht, der Herr Wallace: die Mon- archie ist tatsächlich eine Frage der Zelt— bloß daß man ihr außer- halb der Teeräiime des Hotels Adlon die Antwort leincswcas schuldig bleiben würde. Der Rückgang üer öeutjchen Theater. Die Anzahl der deutschen Theater sinkt ständig. Besonder» die Kriegszeit und di« Nachkriegszeit haben mit ihren wirtschaftlichen Nöten dazu beigetragen, die Thcatcrbelriebe zu vermindcrn, da damals der Deutsche weder Zeit, noch Sinn, noch Geld hatte,»m sich der Unterhaltung zu widmen. Es kommt dazu, daß der Film seit dem Kriege— auch während des Krieges und schon mehrere Jahre vor dem Kriege— in immer steigendem Matze das Publikum dem Theater abspenstig gemacht hat. Wenn man die Siaiistik über die Theaterbetriebc aus dem Jahr« 1907 mit der neuesten Statistik ver- gleicht, dann erhält man Zahlen, die geradezu erschreckend erscheinen. Aber bei richtiger Auswertung dieser Zahlen wird man doch zu anderen Schlüssen kommen. Während im Jahr« 1907 34 338 Musik-, Theater- und Schaustellungsbetrieb« verhvnden waren, bringt die letzt« Gewerbebetriebszählung nur noch eine Zabl von 10 343 Be- trieben des Theaters, der Musik- und der Schaustellung. Nach der neuesten Gewerbebetriebsstatistik ist also kaum ein Drittel der früheren Theaterbetriebe augenblicklich vorhanden. Nun darf man nicht ver- gessen, daß zu dieser Zahl die Schaustellungen aller Art gerechnet werden, die früher in der. kinolosen Zeit nicht nur in jeder Kleinstadt, sondern auch in jedem Dorf vorhanden waren, so daß sich eine ge- wältige Zahl von mehr als 34 000 Theatern ergab. Deutschland hatte nie so viel Theater, und das Herabsinken, der statistischen Zahl auf rund 10000 bedeutet durchaus nicht«inen derartigen Rückgang der Theater. Hier und da ist wohl«in Theater tlerneren Snles zugrunde gegangen, aber im großen und ganzen dürft« di« Zahl der wirklichen Theater kaum viel geringer geworden sein als vor dem Kriege. Das geh» schon daraus hervor, daß die Anzahl der beschas« tigten Personen von 85 900 auf rund 80 000 gesunken ist. Ein großer Teil der sn'ihcren Besitzer von Schaustellung?- betrieben bm sich dem Film zugewandt, so daß der Film bei dieser Statistik hätte berücksichtigt werden müssen. Es gibt in Deutschland rund 4000 Kino«, die zusammen 7000 Musiker und 3000 Schauspieler bejchajugeu. Außer bitfta 30üQ Schaujpietltn� diu ä§ Munpocfta Verwendung finden, werden m einem Jahr 1300 Darsteller von den verschiedenen deutschen Filmfabriken beschäftigt. Man kann an- nehmen, daß ein Teil dieser Schauspieler, vor allen Dingen aber ein großer Teil der im Film beschäftigten Musiker aus den früheren Betrieben des Schauftellungs- und Musikgewerbes zum Film abge- wandert sind. Auf diese Weif« ist die Anzahl der heut« beschäftigten Künstler von 60 000 auf mehr als 90 000 angewachsen, so daß tat- sächlich«in Rückgang der beschäftigten Personen in den Theater- vetrieben nicht fcshustellen ist. Im übrigen werden im Film noch außerdem in den Ateliers, in den Theatern, in den Kopieranstalten uiw. noch rund 33 000 Personen beschäftigt. Der Film hat also für die Verlust«, die durch das Eingehen der kleinen Schauftellungs- betriebe entstanden sind, reichlichen Ersatz gebracht. Rudolf Brenner. Di« württembergische Arbeitersängerbewegung hat in dem vor einigen Tagen in«Stuttgart im Alter von 72 Iahren verstorbenen Komponisten und Gesangvereinsdirigenten Rudolf Brenner ihren bahnbrechenden Führer verloren, der sie aus den kleinsten Anfängen in der Zeit des Sozialistengesetzes bt« zu einer glich den Gegnern imponierende» Höhe emporgeführt hat. Der im Jahre 1921 begründete württembergische Chorleiteroerband hatte ihn zu seinem Vorsitzenden gewählt. Auch die Sozialdemokratie verliert an diesem Mann, der einst Arbeiter war und sich seine Kenntnisse und Fähigkeiten aus eigener Krast erworben hat, einen treuen und überzeugten Gesinnungsgenossen. Die Beekhoven-Feier der Akademie der Künste findet am Dienstag statt. Der Musikhistoriker Prof. Seiffert hält die Gedächtnis« rede. Das Klingler-Ouartett wird da« Cie-Moll-Ouartctt vortragen. Georg Schumann, Willi Heß und Georg Wille das E-Dur-Trio. Der Dichter Hermann Stehr wird die Feier mit einer einleitenden Ansprache eröffnen und Eduard Stucken einen von ihm gedichteten Prolog sprechen.____ ver Roman.Serichlelas" von Börmc«. aserfetzt von% vreuer. Lücke, ist in Buchioim im Verlag von Daul Zlolna». Wien,«ifchlenon und ziikn PreiS von 3,50 R. lgcbeftet) uno 4,80 M.(Otachlbanb) durch die Buchhandlung I. H. W. Dich, Lindenftr. 2, zu beziehen. Viele wach« kein Zazz— da» schlagen die Musilprojessoren Mexiko» al» Beethoven-Shrung vor. volksbShnc. Am LZ. findet die Ilraussöhrung von Ehm Welt» ,®«• witter i> d« r G o t t! a n d' im Theater am Bülowplatz itoit. Regie: Erwin Piscator. Bühnenbilder: Traugott Müller. Filmtet!: 5tun Oerlei. Musik: Woiigang Zeller. Vc. Mag»«» hirschseid wird w seinem am 20. im Blüthnersaal pattsindenden Äorlrag.Sexuelle TageSiragen» lEH»r«lorm. Geburtenregelung. Triebabweichungen) vorher schrifllich eingereichte Fragen au» dem Publikum beantworten. SazUle» al«««m»» gegolten. Sin soeben in Pari« erschienener Roman ,40 Grad Fieber" von Marcel Berger schildert nach einem Bericht der .Literarischen Welt" die Vorgänge, die sich in einem von Bazillen verseuchten ASrper abspielen. Die Bazillen treten al« handelnde Personen auf, und der Schauplatz tind die erlrmtlen Gewebe. Ter ZZcrsaffer bot zu diesem merkwürdigen Wert eingehend« medizinische Vorstudien gemacht. Der vierte 1917 ewdcckte Komet Der Astronom Slearne» in Meddletown bat am 10. März«inen neuen Kometen 10. Grstze im Sternbild Libra �ag�evtdeckLDtr Soati ist selbst mit Otkaat frfmrafrrn ta Stellt tohnsteuer-Erftattungsanträge! Am St. März läuft die Frist ab! Die Frist für die Einreichung der Anträge auf Erstattung von Lohnsteuer läuft am Sl. März ob. Die Finanzämter sind ange- wiesen, alle später einlaufenden Anträge zurück- zuweisen: mir wenn ganz besondere Umstände vorliegen, kann ein verspätet«ingegangener Antrag noch angenommen werden. Alle Erstattungsberechtigten, die einen Antrag noch nicht gestellt haben, müssen daher die letzte Woche der Frist wahr- nehmen. Nachstehend wird noch einmal ein kurzer Ueberblick über die Erftattungsvorschriftcn gegeben. 1. Erstattungen wegen Vcrdienstausfall. Einen Erstattungsantrag wegen Verdienstausfall können Lohn- steuerpflichtige stellen, die in, Jahre 1ÜW einen Verdienstaussall gehabt haben. Die Gründe des Lerdienstausfalls sind gleichgültig, es handelt sich vor allem um Erwerbslosigkeit, Krank- heit. Streik, Aussperrung usw. Voraussetzung hierfür ist ober immer, daß überhaupt Lohnsteuer abgezogen war- den ist und dah dabei die Freibeträge nicht voll gut- g e b r a 6) t worden sind» Die Berechnung de» Erstattungsbetrages erfolgt nach P a u s ch b e t r ä g e n, die für jede volle Woche des Verdienstausfolls betragen: bei Arbeitnehmern mit Ehefrau ohne Ehefrau Anzahl der Kinder Kein« Kinder... 2,65 M. 2.40 M. 1 Kind..... 2,90. 2,90, 2 Kinder... 3,35. 8,35, 3 Kinder.... 4,80, 4,30, 4 Kinder.... S.75, 5,75, 5 Kinder.... 7,70„ 7,70, 6 Kinder.... 9,60„ 0,60, 7 Kinder.... 11.50» 11,50, 8 Kinder.... 13,45. 1346. Ist also z. B. ein verheirateter Arbeitnehmer vom 4, Oktober bis zum 6. November 1926 erwerbslos gewesen, so berechnet sich die Erstattung bei ihm auf 5 X 3,35 16,75 M. Für Kriegs- und Zivilbeschädigte besteht die Sondervergünstigung, daß ihr Erstattungsbetrag um den Prozentsatz ihrer Srwerbsbeschrän- kung erhöht wird. Sie können auch einen Erstollungsantrag stellen, wenn sie keinen Verdienstausfall gehabt, aber versäumt haben, die Erhöhung ihres Frcibctrages zu beantragen. 2. Erstattung wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse. Eine teilweise oder volle Erstattung können Steuerpflichtige be- antragen, deren Leistungsfähigkeit im Jahre 1926 infolge besonderer wirtschaftlicher Lerhältnisie wesentlich beeinträchtigt worden ist. Dies gilt vor ollem bei außergewöhnlichen Belastungen durch Unterhalt oder Erziehung der Kinder, Unter- Haltung mittelloser Angehöriger, durch Krankheit. Körperverletzung, Verschuldung oder Unglücks- fälle. Auch hier handelt es sich um Nechtsansprüche des Steuer- pflichtlgen. jedoch ist die Höhe der Erstattung in da» Ermessen der Finanzämter gestellt. 3. Erstattung wegen Nichterreichung der Frei» betrage. Auch wenn«in Verdienstausfall nicht vorgelegen hat. kann einem Steuerpflichtigen Steuer einb«hallen worden sein, obgleich sein Jahreseinkommen geringer war als die ihm zustehenden Frei- betrüge. In diesen Fällen wird der gesamt« einbehollone Steuer- abzug erstattet. Die Erstattung erfolgt, wenn der Iahreslohn im Kalenderjahr 1926 nochfolgende Frcibeträg« nicht überschritten hat: bei ledigen Arbeitnehmern.... 1 200 M. bei verheirateten bei verwitweten Arbeitnehmern ohne Kinder.. 1 820 M. 1 200 R. mit 1 Kind... 1 440. 1 320. . 2 Kindern.. 1 680, 1 660. . S,.. 2 160, 2 040. . 4... 2 880. 2 760. . 5... 8 840. 3 720, Bei Arbeitnehmern mit mehr als fünf Kindern erhöhen sich die vorbezeichneten Beträge von 3840 M. und 3720 M. für jede» weitere mindersährige Kind um je SSO M. Hat also ein verheirateter Heimarbeiter mit drei Kindern im ersten Halbjahr 1926 1200 M., im zweiten Halbjahr dagegen nur 900 M. verdient, so hat er Anspruch auf Erstattung seiner gesamten Lohnsteuer. 4. Erstattung bei unrichtigem Abzug. Ein Anspruch auf Lohnsteuercrstattung besteht ferner, wann der Steuerabzug unrichtig vorgenommen worden ist. Hat z. B.«in Arbeitgeber bat einem Steuerpflichtigen irrtümlicherweise die pro- zevtualen Familienermäßigungen angewendet, während er Anspruch auf die festen Ermäßigungen hatte, so wird auf'Antrag die infolge- dessen zuviel gezahlte Sleucr erstattet. Eine Erstattung ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Steuerpflichtige die Unrichtigkeit s c l b st v e r s ch uld e t hat, z. B. durch Nichtvorlcgung seiner Stcuerkarte» Versäumnis ihrer Berichtigung usw. Z. Erstattung bei Kurzarbeitern und unständigen Arbeitern. Da eine Erstattung wegen Vcrdienstausfall nur erfolgen kann, wenn die steuerfreien Beträge Nicht voll gutgebracht worden sind, so haben Kurzarbeiter in der Regel keinen Erstattungs- anspruch. Es können ober auch bei ihnen die Freibeträge nicht voll gutgcbracht worden sein, wenn entweder der Steuerabzug unrichtig berechnet oder der Wochcnverdicnst ge- r i n g« r war als die ihnen zustehenden wöchentlichen Frei- betrüge. Eine unrichtige Berechnung liegt vor allem dann vor. wenn den Kurzarbeitern an Stelle der Wachenermähigungen nur die Ermäßigungen für die Tage oder Stunden gutgebracht worden sind, an denen sie tatsächlich gearbeitet hoben. Da bei Kurzarbeitern immer ein Teil der Freibeträge gutgebracht sein wird, kann die Berechnung nicht P a u s ch s ä tz e n noch erfolgen, sondern es wird in sedcin Falle festgestellt: 1. was während des ganzen Jahres tatsächlich an Steuer abgezogen worden ist, 2. was bei voller Anrechnung der jährlichen Ermäßigungen zu zahlen gewesen wäre, Der Untcrschiedsbetrag hiervon wird erstattet. Dieselbe Erstattungebcrechnung tritt ein bei u n st ä n d i g e n Arbeitern, deren Steuerabzug nicht unter Anwendung der oll- gemeinen Ermäßigungsbeträge, sondern pauschal mit 1 oder 2 Proz. vorgenommen worden ist. 6. Wie must ein Erstattungsantrag gestellt werden? Der Steuerpflichtige muß einen Antrag an das Finanzamt richten, in dessen Bezirk er am 31. Dezember 1926 gewohnt hat. Für die Erstattungen wegen Verdienstausfall sind auf den Finanz- ämtern Antragsformulare kostenlos erhältlich. Den An- trägen müssen folgende Unterlagen beigefügt werden: 1. stets die Steuerkarte für 1926, unter Umständen auch die Einlagebogcn mit den entwerteten Steuermarken: 2. die Durchschrift des Lohn- st c u e r ü b e r w e i s u» g o b l a t t e s, das der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aushändigt: L. bei Verdienstausfall wegen Krank- heit eine Boscheinigung der Krankenkasse: wegen Erwerbslosigkeit, Aussperrung oder Streik die Erwerbslosenkontrollkarte, eine Be- scheinigung der Erwerbslosenfürsorge oder eines Berufsocrbandes: 4. bei besonderen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnungen oder sonstige geeignete Belege. Um die Frist zu wahren, empfiehll es sich jedoch, zunächst einmal die Anträge einzureichen und die Unter- lagen später nachzusenden. 7. Wan« tritt eine Erstattung nicht ein? Eine Erstattung ist ausgeschlossen, wenn der zu erstattends Bo- trag weniger olS 4 M. botragen würde. Sie erfolgt sernev nicht mehr wegen höherer Werbungskosten und S o n d o r l e i st u n g e n: diese Umstände können nur durch Er» höhung der Freibeträge berücksichtigt werden. Im übrigen ist m zulässig, mehrere Erstattungsanträge zu stellen; wenn z. B.«in Steuerpflichtiger längere Zeit krank gewesen, so kann er zunächst Erstattung wegen Verdienstausfall beantragen, well sein steuerfreier Lohnbetrag nicht voll gutgebracht worden ist. Wenn ihm ober durch die Krankheit besonders hoho Ausgaben erwachsen sind, die die Krankenkasse nicht ersetzt hat, so kann er einen weiteren Erstattungsantrag wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse stellen. In keinem Falle wird jedoch mehr erstattet, als an Lohnsteuer gezahlt worden ist. Erich Rinner. Die Schwarze Reichswehr. Das Bild rundet sich.— Wichtige Aussage» im Feme- prvzest. Im Femeprozeß Wilm« Hot gestern die Zeugenvernehmung«in plastisches Bild von den Verhältnissen in der Schwarzen Reichswehr, ihrer Zusammensetzung und politischen Betätigung geliefert. Di« Atmosphäre des Derschwörertums, der Feme und der Fememorde wurde Aar gezeichnet Die Gegenüberstellung der Zeugen Oberleutnant Venn und Feldwebel Stein, die beide wegen des Mordes an P a n n i« r verurteilt sind, sowie die Vernehmung des Berliner Vizepolizei- Präsidenten Weih, zerstörten die Schleier de» Dunkele, die künstlich um die Vorgänge gezogen wurden. Der Versuch der Verteidigung, Entlastung für die Angeklagten zu bewirken, mit der Behauptung, die preußische Regierung habe Derbrechen der Schivarzen Reichswehr amnestiert, ist zusammen- gebrochen. » Die Verhandlung wurde mir dem Verhör des Oberleuinants Venn fortgeführt. Beim gibt eine Darstellung des Falles W i l m s, die B ü s ch i n g und F a h l b u s ch belastet, Schulz und K l a p p r o t h entlastet. Der Vorsitzende rollt nun den Fall P a n n i e r auf. Venn erklärt, er habe von dem Mord an Pannier erst nachträglich ersahren. Der Vorsitzende ruft den Zeugen Stein aus und stellt ihn Venn gegenüber. Stein sogt aus. Der Feme- komplex wird aufgerollt. Fall W i l m s, Fall L« g n e r, Fall Pannier. Ueberoll. so sagt Stein, war Schulz beteiligt. Stein selbst wurde zum Mord gepreßt. Als er Hemmungen hotte, vertröstet:.Der Putsch kommt doch, dann sind wir sein> craus." Oder auch bedroht:„Sie müssen mitmachen oder Sie glauben selbst daran." Stein erzählt von der polittschen Betätigung der AÄs. Er wurde nach Kottbus �"i einem Landbündler geschickt, um L c u t e für den Putsch anzuwerben. Venn besorgte«ine Fahne vom Bund nationaler Soldaten für den Putsch. Anfang Mai 1923 war Slahlhelmtag in Kottbus. und Schulz schickte dazu einen Stoßtrupp von acht Mann dorthin, und zwar Z eidler, Fahlbusch, Büsch! ug, Klapproth, Venn, G u t k n e ch t und Geiserowski, alles„ZbV."-Leute, die mit Pistolen und Handgranaten ausgerüstet waren, um bei Zusammenstößen mit den Kommunisten eine große Sache daraus zu machen. Als sie zurückkamen, schimpften sie aber auf die v e r. dämmte Schupo, die es zu gut aulgefaßt hätte. Di« Fememörder als Lockspitzel! Man erinnert sich der Pläne der Putschisten: einen Kommuni st enputsch zu inszenieren, um dann loszuschlagen..... Schließlich wird Stein gefragt, warum er nicht Anzeige er- stattet, sich unter den Schutz der Polizei gestellt habe. Stein antwortet, man hätte ihn zurückgeholt, verweist auf P a n- vier, der von der Polizei zurückgeholt und ennordet wurde. Der Vorsitzende muß ihm recht geben. Es folgt hierauf die Vernehmung de« Zlnlerfuchungsrichlers. Landgerichtsrat Dr. Graste vom Landgericht III, der in fast allen Femesachen die Voruntersuchung geleitet hat. Er schildert einen Zusammenstoß zwischen Schulz und P o s e r in seinem Zimmer. Schulz tritt von P o s e r entgegen, sein« Aussag« sei unerhört: von P o s e r ohrfeigt ihn und nennt ihn Lügner...... vizepolizelprasiöent Weiß als Zeuge. Der Amnesticschwindel bricht zusammen. Roch einer kurzen Pause wird der neue Berliner Vizepolizei- Präsident Dr. Bernhard Weiß vernommen. Vors.: Herr Vizepräsident, Sie sind in den kritischen Ottobertogen einmal in der Zitadelle Spandau gewesen. Wollen Sie uns oa» einmal näher schildern. Vizepräsident Weiß: In dieser Zelt war ich nicht in Spandau. Das Vorhandensein der Arbeitskomwandoe war der Berliner Polizei seit dem Sommer 1922 bekannt, die Ar- beitskommandos, nicht nur das Spandau«, wurden dauernd da- wacht, well die Polizei innerpolitische Schwisrigkeiten voraussah, wie sie sich dann durch den Küstriner Putsch auch wirklich ergeben haben. Al» es sich dann darum handelte, daß die Reichs- wehr die Formotionen auflösen wollte, ergab sich die Schwierigkeit, daß die Leute fürchteten, von der Polizei ergriffen zu werden, sobald sie aus der Zitadelle heraus waren. Es war nun die Schwierigkeit, die vielen Hunderl« von Mann- schaslcn, die ohne Existenzmittel ein« gewisse Gefahr sür Berlin bedenket hallen, in Buhe au» Spandau herauszubringen. Deshalb hatte ich ein« Unterredung mit dem damaligen Ehef des Stabes beim Wehrkreis III, dem Über st Bock. Der Oberst war der Meinung, man solle die Leute auf dem Lande, besonder« auf dm Tütern unterbringen. Es wurde verabredet, daß nicht etwa irgendwo eine Mafsierung all dieser Kräfte stattsand, sondern daß man die AK.-Leui« in ganz kleinen Gruppen auf die Güter v«r> teille. Oberst Bock teilte mir loyal die Namen aller Unterbringung»- orte mit. und die Polizei überwachte in der Stille die Güter. Ich muß ab« feststellen, daß die uns gegebenen �V er- sprechungen innegehalten wurden und daß sich die Trupps auf den Gütern allmählich völlig auflösten. Bors.: Es wird nun behauptet, daß Sie in der Zitadell« den Leuten von einer Sitzung des Staatsministeriume Kenntnis gegeben hätten, in der eine Amnestie beschlossen worden sei, und daß Sie den Leuten infolgedesim mitgeteilt hätten, sie liefen keine Gefahr, wegen etwaig« Straftaten zur Derant- wortung gezogen zu werden. Dr. Weiß: Ich kann nur sagen, daß davon kein Work stimmt. Jeder, der von der Rechtslage eine Ahnung hat, mutz sich doch sagen, daß das«in« unmögliche Darstellung ist. Ein« Amnestie kann doch nicht von der Polizei gegeben werden, ich habe niemals Erklärungen für das Ministerium, sondern nur sür den Polizeipräsidenten abgegeben. Die Verhandlung in der Zitadelle. Oberst v. Bock: Was Präsident Weiß gesagt hat, deckt sich genau mit meiner Auffassung.— R.-A. Bloch: Leutnant v. Pannwitz hat Ihnen doch aber gesagt, daß die Leute nicht aus allgemeinen Grün- den vor der Polizei Angst hatten, sond«n weil sie etwas aus dem Kerbholz holten, sagen wir ruhig. Morde und ähnliches. Da sollen Sid nun, Herr Oberst, nochmal» Herrn Dr. Weiß angerufen und die Auskunst erhalten haben,«s werde freier Abzug, u u ch f ü r solche Taten gewährt.— Vors.: Haben Sie«ine Ziisichcrung gegeben, daß für alle ltrasbaren Handlungen, auch sür Alord, Slras» sreihell gewährt wird?— Oberst v. Lock: Nein, das halte ich f ü r ausgeschlossen.— Oberleutnant u. Senden: Wir haben mit Oberst o. Bock verhandelt und haben ihm erklärt, daß wir zum Aeußerstcn entschlossen seien, und daß wir die Waffen nicht ab- geben wollten. Und im Zlnschllitz daran wurde Herrn Oberst v. Bock mitgeteilt,!ein« Leute in der Zitadelle hätten Angst, von der Polizei unter die Lupe genommen zu werden. Darauf sagte Herr Oberst, er wolle sich mit Severinz in Verbindung setzen. Er rief von der Wache aus telephonisch an�und kam nach längerer Zeit zurück:.,2 a» wohl, auch diese Forderung ist erfüllt." Er gab uns sein Ehrenwort, daß alles richtig sei. was er uns gesagt habe, und darauf haben wir uns verlassen. Oberst v. B o ck: Ich habe ein« etwas ander« Erinne- rung an diese Vorgänge: Di« Leute in der Zitadelle hatten«ine folsche Vorstellung von ihrer Lage. Sie wollten nicht glattben. daß d«s Unternehmen in Küstrin zusammengebrochen sei. Und auf diese Tatsach- habe ich Ihnen mein Wort gegeben. Es iit doch nicht menschenmöglich, daß ich den Leuten Straffreiheit zu- sichern konnte. Em solche» Wort hätte ich ja m»«inlösen können. S- ist ächtig. daß es« de» AnsetmAderseßimgea ziemlich hart aus hart ging, und daß ich schließlich auch etwas deutlich wurde. Ich sagte nämlich:»Meine Herren, ich stecke Mir eben eine Zigarelle an, wenn sie zu Ende ist, dann wollen Sie sich freundlichst entschlossen hoben, ob Sie die Zitadelle räumen oder nicht." Und als ich aufgeraucht hatte, da hatte man sich entschlossen. Dr. Weiß stellt dann fest, daß am 4. August 1923«in gewisser E n e t a t Anzeige über den Mord an Wilm» erstattet« und zugleich die Lage in der Schwarzen Reichswehr schilderte. Weiß trägt aus den Akten vor, daß Cnskat bekundet hatt er sei in Greifen- Hagen in Pommern, wo er durch den Landbund Stellung bekommen wollte, durch Wilni» aufgefordert worden, in die Schwarze R e i ch s w c hr einzutreten. Er sei mit ihm zum Lager Elsgrund bei Döberitz gekommen. Der Dienst sei rein militärisch ge- mesen und größteittoils auf Stroßenkampf zugeschnitten. Die Ausbildung Hab« den Eindruck gemacht, als ob die Schwarze Reichswehr nur für die Rechlopartelen bei einem eventuellen vuksch zur Verfügung stehen sollte. Sic habe sich vorwiegend aus der Bismarck-Jugend, dem Hoch- schulring sowie an» den Oraanlsationen Roßbach und OE. rekrutiert. und zwar sei der größte Teil der Leute durch Oberstleutnant a. D. Ahlemann eingestellt worden. Weiß fährt fort: Ich habe gelesen, daß ein« Abschrist dieser Anzeige von Enskat in den Besitz von Schulz gekommen ist. Ich kann es mir durchon» vorstellen, wie diese Abschrist in die Hände von Schulz und seinen Gesinnungsgenossen gekommen ist. Wir hatten damals in der Abteilung einen Beamten namens F l« m m i n g, dem ich persönlich am 3. Oktober 1923, also unmittelbar nach dem Külttiner Putsch, gekündigt habe. Wir hatten damals mehrere Führer aus den Kreisen, in denen für die Schwarze Reichswehr ge» worden wurde, in Schutzhaft Nehmen lassen, und wollten auch den bekannten Hauptmann lstenne« verhaften lassen. Stenn«» ist aber rechtzeitig lelephonisch gewarnt worden, und zwar siel der vcrdachi aus Flemming, ohne daß sich tatsächlich etwas Positives gegen ihn nachweisen ließ. R.A. Dr. Sack: Sie wissen wohl aber auch, Herr Zeuae, daß der Angestelltenrot des Polizeipräsidiums sich damals auf den Standpunkt gestellt hat, daß Flemming zu Unrecht entlassen worden sei. Zeuge Dr. Weiß(loch-ind): Inzwischen hatte sich der Verdacht gegen ihn soweit verstärkt, daß die Stoatsanwallschast gegen Flemming ein Verfahren wegen Begünstigung«inlellen wollte. Diese Absicht scheitert« daran, daß Flemming jetzt dort ist» wo sich der Haiipimann Kutknecht beündet, dem jetzt alles zugeschoben wird. Vors.: Also in A f r i k a. Zeuge Weih: Jawohl. (Heilerkeit.) R.4 ilhr bei Scsprechung aller SPD.-Angeitellten. Ter Aealtion-rarpand. IZOtiCaq: a» ÄJUUJ UUU ICIUV«jvviuautiu.- tT— an-— v. heim Dieftelmeyerstr. 5. Lortrag: ,Zweck und Ziele der FGI.- LlStenberg: Gruppcnheim Jugendheim Doyestr. 22. Vortrag:..Märzrevolution".— Treptow: Kruppenheim Schule Wilden bruchstr. 53/54 iHsrtzimmer). Wir rezitieren-- Iuaendabteiluvg de« Dentschen Vertehr-buudes: Jugendheim Engelufer 24/2a, Aufaanq B, part. Ernstes und Heiteres aus der Arlieiterliteratun. Britz: •__ rr..__________ r._. r.„ an � orr pr-rr_ OTetAtthrtttr Polier-, Wert- und Eck-chtmeiftcrinnd. Margen, Mittwoch, IVi Uhr, in ben Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, Monatooersammtung.«ortrag:„Ter «naestcllte und die freien Eeu'c'tsch-ftcn". Referent liollcge Varl Zeig. Tie Maifeier 1827. Stellennachweis. Pflicht eines jeden«ollegen ist es, ,n dieser Versammlung m erscheinen. Der Vorstaad. Zentraloerband der Schnbmacher. Donnerstag. 2«. War,, nacknnittag» d Udr, in Röckers Fcstsälen, Weberstr. 17.„Der neue Relchstarif für die Schuhindu. stric". Mitgliedsausweis legitimiert. Mus öer Partei. Ein Monal der Parteitage. Der April bringt folgende Pariek- krnigresse: Holland 16. bis 18. in Utrecht, Frankreich 17. bis 20. in L y o n, D e u t s ch- P o l e n 17. bis 18. in K ö n i g s- Hütte, Oesterreich-Tschechen 17. in Wien. Verantwortlich für Politik: Victor Sidiss: Wirtschast:®. ltliageldosc«! und Verlagsansialt Paul Einger u vier», Z Bcilaaea und Co., Berlin SW 88. Lindenstraße 3. .Unterbaltuno und Willen". ßiik 4 Mennig Itostet MA60I' Fleischbrüh-Würfel k Einfach in gut'/« Liter kochendem Wasser aufgelöst, gibt der Aj9 Achtung auf den Namen MAQQ1 und die gelb-rote Packung. Würfel kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum\ -- Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art Nr. 13$ ♦ 44.?ohrga«A 7. Seilage öes Vorwärts dleastag, 22.MLrzlH27 Sommerlokal oöer KmöerheimZ Schwanenberg heißt ein großer Sommerlokalgarten, der an der Spitze der Halbinsel Stralau zwischen der Oberspree und der Einfahrt zum Rummelsburger See liegt. Einen Berg hat es hier nie ge- geben. Der Name ist sicher hergeleitet von den zahlreichen Schwänen, die einst hier sowie auf dem der Inselspitze vorge- lagerten winzigen Schwanenwerder nisteten und von dem starken Verkehr auf dem Wasser längst verdrängt sind. Seit langen Jahr- zehnten ist der Schwanenberg ein Restaurotionslokol, dessen Bau- lichkeiten noch ganz den Charakter aus der Mitte des vorigen Jahr- I-iinderts zeigen. Eine dichte Hecke schließt ringsum das Ufer ab. Man hat von hier einen sehr schönen Ausblick auf Rummels- bürg und das neue Großkraftwerk, auf die Abteiinsel, den Plänterwald und vor allem auf den S p r e e l a u f mit seinem l'untwechselnden Berkehr bis zu den Eierhäusern hin. Trotzdem ist dieser alte Stralauer Sommergarten von der modernen Entwickelung fast ganz unberührt geblieben, was ihm nicht, wie den vielen benachbarten Sommerlokalen auf der Treptower Seite, die Berliner Ausflügler an schönen Sommertagen in großen Scharen zuführt. Die weitaus meisten Ausflügler, die über Stralau kommen, fahren durch den Spreetunnel nach Treptow. Der Verkehr von der Inselspitze nach Treptow oder umgekehrt mit bejahrten Fährkähnen und einigen kleinen Motorbooten ist selbst an Sonn- tagen nur mäßig. Der Schwanenberg wäre als Lokal wohl längst eingegangen, wenn ihm nicht dos Stralauer Fischzugs» f e st alljährlich im August ebenfalls seinen reichen Fischzua brächte. Dann ist der große Garten eine Woche lang mit einer Füll« von Schaustellerbuden besetzt, die immer noch eine große Anziehungskraft ausüben, und die nicht geringe Pacht der Schausteller bildet die Haupteinnahmequell« des Schwanenbergwirtes. Wie lange wird dieser uns in die Großväterzeit zurückversetzende Zustand noch dauern? Man soll alte Berliner Idylle, die immer mehr der neuen Zeit ihren Tribut zollen müssen, gewiß nicht unnütz zer- stören, aber man darf es nicht scheuen, wenn dabei unter rückstchts- voller Beachtung aller Widerstände ein erheblicher Nutzen für die Allgemeinheit herausspringen kann. Ohne Zweifel ist der Schwanen- berggarten in seiner heutigen Gestalt eine überlebte Existenz. Die besonders auch von unseren Genossen propagierte Idee, dieses Insel- eiland höheren Zwecken dienstbar zu machen und zu einem Kinder- heim umzugestalten, ist daher nur zu verständlich. Man wird vielleicht einwenden, da drüben in Treptow seien ja schon reichlich Spielplätze vorhanden. Aber ein Tagesheim mit festen Bauten, in denen erholungsbedürftige Kinder, ohne weit« Reisen machen zu müssen, während des Sommers vielleicht auch übernachten können, ist etwas wesentlich anderes als nur ein Platz zum Spielen, für das übrigens die mit hohen Bäumen bestandene weite Fläche des Schwanenberges auch idealen Raum bietet. Das Schwanen- berggrund stück ist Eigentum der Gemeinde Groß- Berlin. Leider haben bisher die Berhandlungen des Bezirks- amtes Friedrichshain über die geplante Umgestaltung, die früher mit warmem Interesse von unserer verstorben« Genossin, der Stadt- rätin D o m i n i ck, geleitet wurden, noch zu keinem greifbarm Er- gebnis geführt. Der Schwanenbergwirt fordert für freiwillige Räumung die übermäßig hohe Summe von 32 000 Mark. Wie schon andere lokalhistorische Stralauer Stättm, zum Beispiel das „S t o r ch n e st' und der„ß i n d e n p o r k" der Entwickelung gewichen sind, so werden auch für das Schwanenberglokal die Jahre eines unfruchtbaren Bestehens wohl gezählt sein. der Schnellbahnbau im Osten. Zunächst Fertigstellung Strausberger Platz bis Frankfurter Allee. Nachdem schon vor einiger Zeit in der Nähe der Berolina auf dem Alexanderplatz mit Rohr- und Kabel Verlegungen für dm Bau der neuen Untergrundbahnstrecke nach Lichtenberg und Frledrichsfelde begonnen wurde, sind jetzt auch die Bauarbeiten m der Frank- furter Allee selbst in Angriff genommen worden. Fertiggestellt wird zunächst die Strecke Strausberger Platz— Ringbahnhof Frankfurter Allee, die verhältnismäßig wenig technische Schwierigkeit« bietet, da der Tunnel direkt unter der ziemlich breiten Promenade zu liegen kommt. Es werden also kaum irgendwelche Beschränkungen des Straßenverkehrs zu erfolgen brauchen. Leider fällt der schöne alte Baumbestand dem Untergrund- bahnbau zum Opfer. Im Bauabschnitt Strausberger Platz bis Koppenstraß« sind sämtliche Bäume bereits entfernt worden: eine Dampframme ist mit dem Einrammen der mächtigen Eisenträger für die Absteifung der Seitmwände beschäftigt. In ungefähr zwei Wochen wird man mit dem eigentlichen Ausschachten beginnen, so daß Mitte April— nachdem inzwischen auch am Alexanderplatz die Arbeiten für d« großen Straßendurchbruch zur Großen Frankfurter Straße eingesetzt haben— der Schnellbahnbau im Osten in den wichtigsten Abschnitten in vollem Gang« sein wird. In der Frankfurter Allee soll bei dieser Gelegenheit gleichzeitig eine Umlegung der Sraßenb ahngleise erfolgen. Es wird von dem Ergebnis der Verhandlungen mit den zuständigen Bezirksämtern Friedrichshain und Lichtenberg abhängig sein, ob die Verlegung auf die jetzige Prome- nade erfolgt— die nach den Erfahrungen der Straßenbahn am vor- teilhaftestm wäre—, oder ob die Geleise links und rechts der Promenade, allerdings durch Bordschwellen vom eigentlichen Fahr- dämm getrennt, verbleiben. Veethovcn-Zeier. Ausführung der Missa solernnis am 26. und 28. März, abends 7l4 Uhr, im Saalbau Friedrichshain. Karten zum Preis« von 3 0 P f. sind im Bildungsausschuß, Linden- straße 3, 2. Hof II., Zimmer 8. zu haben. Die Aufammenstöße am Sonntag. Vernehmungen noch nicht abgeschlossen.— Befinden der Schwerverletzten. Gesleru vormittag fand im Berliner Polizei- Präsidium eine Besprechung mit den Leitern der Dezernate statt zu dem Zweck, Mittel zu sind«, um Bor- kommnisse wie die am Sonnlag in Lichlerfelde-Ost unter allen Umständen zu verhindern. Entsprechende Beschlüsse wurden gesaßt. Wie wir hören, sind die polizeilichen Vernehmungen zur Klärung des Tatbestandes über den Zusammenstoß zwischen Nationalsoziali st en und Kommuni st en aus dem Bahnhof Lichterfelde-Ost am gestrigen Montag noch nicht abgeschlossen worden, obwohl unter Leitung von Regierungsdirektor Windisch und Kriminalkommissar Maslack während des ganzen gestrigen Tages Verhöre der Verhafteten stattgefunden habe». Es müssen noch umfangreiche weitere Ermittlungen vor- genommen werden, da ein Teil der in dem St. Vinzenz-Kranken- haus in Lichterfelde liegenden Beteiligten noch nicht verneh- mungsfähig ist und auch noch mehrere Personen, deren die Polizei nicht sogteich habhaft werden konnte, vernommen werden müssen. Bisher hat die Polizei etwa 30 Personen beider Par- teien vernommen, ohne daß sich bisher ein vollkommen klares Bild der Vorgänge schaffen ließ. Während die verhafteten Kam- m u n i st e n bereits im Laufe des gestrigen Nachmittags wieder auf freien Fuß gefetzt worden sind, mußten sechs der festgenommenen Nationalsozialisten noch weiter in Gewahrsam bleiben. Von der Polizei wurde auch der Gauführer der nationalf ozialistischen Arbeiterpartei Göbbels als Zeug« gehört, der allerdings nicht in dem betreffenden Eisenbahn- zuge, sondern in einem Auto von Trebbin nach Lichterfclde gefahren ist, wo er auf dem Bahnhof Zeuge der entstandenen Kämpfe wurde. Auf fest« der Kommunisten wurde der Landtagsabgeordnet« Paul H o f f m o n n gehört, der bei den Zusammenstößen selbst am Kopf eine erhebliche Verletzung am Kopf davongetragen hatte. Im Krankenhause befinden sich noch sechs Personen und zwar der Führer der nationalsozialistischen Sportabteilung Geyer, der einen Bauchschuß davongetragen hat, sowie der Nationalsozialist Martin Teichert, der eine schwere Kopfverletzung erhielt, serner die Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes Pohl, Pflügcr, Prictzkc und Walter Auguftin, deren Befinden zum Teil noch so ernst ist, daß sie noch nicht vernehmungsfähig sind. Nach Abschluß der po- zeilichen Untersuchung, die erst im Lause des heutigen Dienstags zu erwarten ist, wird das Material der Staatsanwalffchaft übergeben werden. -I- Von verschieden« Settm wurde Klage über ein angebliches Versagen der Polizei mit Bezug auf die getroff«« Siche- rungsmaßnahmen am Sonntag geführt. Wie zu dem blutigen Vorfall auf dem Bahnhof Lichterfelde-Ost noch mitgeteilt wird, tonnte mit einem Zusammenstoß von derartigen Ausmaßen gar nicht ge- rechnet werden. Trotzdem waren vor dem Bahnhof, wo sich eine große Zahl von Hakenkreuzlern aufhielt, die die Rückkehr ihrer Gesinnungsfreunde erwarteten, zehn Polizeibeamte postiert worden. Währ«d sich die Hakenkreuzler unten ruhig verhielten, ging auf dem Bahnsteig unmittelbar nach Einlaufm des Zuges der Tumult los. Zahlreiche Fahrgäste, die dem Ausgang zustrebten, ver- sperrt« den nach oben eilenden Polizeibeamten den Weg. In dem entstand«« Geschiebe und Gedränge konnten die Beamten nur schwer vorwärts kommen, zumal sich der Vorgang auch nur in knapp zehn Minuten abspielte. Erst als Verstärkungen eintrafen, gelang es der Polizei, die Oberhand zu gewinnen. Neubauwohnung zu Friedcnsmietc. Am Sonntag fand die feierliche Einweihung des auf genossen- schaftlicher Grundlage vom Steglitzer Mieterbund erbauten Hauses Bismarck straße 46/47 statt, in dem 64 neue Wohnungen geschaffen worden sind. Der Bau enthält insgesamt 6 4 W o h n u»- gen, und zwar 32 Zweieinhalbzimmer- und 32 Dreieinhalbzimmer- wohnungm. Die Miete beträgt für die Zweieinhalbzimmerwohnung einschließlich Wannwasser 73 Mark, für die Dreieinhalbzimmerwoh- nung etwa 100 Mark. Wenn man berücksichtigt, daß beispielsweise in Halensee eine Zweizimmerwohnung heute etwa 43 Mark Miete kostet und hierzu noch ungefähr 8 Mark für Kohlengeld und 2 Mark extra für den Portier für Heizung hinzukommen, so daß dann die Miete insgesamt etwa 60 bis 63 Mark kosten wird(dieser Preis er- fährt aber schon in nächster Zeit durch die neue Mietsteigerung eine 49] Gerichtstag. von Fred Bckrence. Looyriedt 1925 by Panl Zsolnay, Wie»' (Schluß.) Auf den Tribünen um mich herum wurde laut gesprochen. Dr. Scrvals Beredsamkeit hatte alle Herzen dem schrecklichen Verbrechen gegenüber versöhnlich gestimmt. Ich trat in den Korridor, wo Dr. Serval auf mich wartete. Als ich ihm zu seiner Rede gratulierte, meinte er:„Das arme Kind hat mich so inspiriert.". „Was sagen Sie zum Antrag des Staatsanwaltes? „Da wäre die Todesstrafe noch besser, wenigstens ist dann alles zu Ende." „Glauben Sie nicht an Freispruch?" Er schüttelte den Kopf. „Schauen Sie. die Geschworenen sind ja brave Leute, sie würden glauben, an dem Verbrechen mitschuldig zu sein." Wir gingen schweigend auf und ab „Haben Sie das schöne junge Mädchen mit dem gold- blonden Haar gesehen, das neben Ihnen saß?" fragte er un- vermittelt. „Nein, wirklich nicht." „Sann schauen Sie sich die junge Dame an, es ist der Mühe wert, sie ist die Tochter der Engländerin." Der Gerichtsdiener meldete, daß die Verhandlung wieder ausgenommen were. Dr. Serval reichte mir die Hand:„Auf Wiedersehen, ich werde Sie hier erwarten." Ich begab mich zu meinem Platz aus der Tribüne und bemerkte sogleich die junge Engländerin mit dem golblonden Hzaar. Ihre Mutter saß neben ihr. Ich sah sie im Profil, sie war tatsächlich sehr schön und vornehm. Sie hatte ihren Arm unter den ihrer Mutter geschoben und preßte ihn heftig. Die großen blauen Augen schimmerten schwarz und waren vor Angst weit aufgerissen: der ganze Körper befand sich in einer nervösen Spannung: ich empfand tiefes Mitleid mit ihr. Mit langsamen Schritten ging der junge Valcourt zur Anklagebank, ließ sich schwer niederfallen und starrte zu Boden; nur zitterten jetzt seine Hände noch stärker, seine Lippen waren verzerrt, die Wangen noch mehr eingefallen. und um die Augen zogen dunkle Ringe, die fast zusehends größer wurden. Ich blickte mich nach Frau Valcourt um, sie war mit Andrö aus dem Saal gegangen. Die Geschworenen traten feierlich ein; wieder herrschte einen Augenblick lang tiefes Schweigen. Das junge Mädchen ließ den Angeklagten nicht mehr aus den Augen. Endlich stand der Präsident aus und verkündete das Ur- teil:„Unter Anwendung mildernder Umstände wird der An- geklagte zu fünfzchn Jahren Zwangsarbeit verurteilt." Als der junge Valcourt diese Worte vernahm, schüttelte er heftig den Kopf, fuhr mit der Hand über die Stirn und bückte Dr. Serval mit dem Ausdruck unbeschreiblicher Ver- zweiflung an. Im selben Augenblick ertönte ein herzzerreißender Schrei, ein Schrei wie in Todesqual, und das Auditorium fuhr zu- fammen. Ich wandte mich um und sah die junge Engländerin röchelnd in den Armen ihrer Mutter liegen. Als der Angeklagte diesen Schrei vernahm, schnellte er wie unter' dem Drucke einer Feder auf: er hatte gesehen und verstanden. Der junge Mensch barg seinen Kopf in den Hän- den, öffnete weit den Mund, ein rauher unartikulierter Ton drang aus seiner Kehle, seine Augen weiteten sich unnatürlich. und mit einer verzweifelten Gebärde streckte er die Arme lang» sam nach dem jungen Mädchen aus. Sie wurde fortgetragen. Die verkrampften Finger des Verurteilten schlangen sich inein- ander, dann fiel er keuchend und röchelnd auf die Bank. Ein Laut, halb Seufzer, halb Schluchzen drang aus seiner Kehle, sein Kopf fiel zurück und schlug auf die Lehne auf. Cr wurde ohnmächtig aus dem Saal getragen. Ich begab mich in das Zimmer, in dem mich Dr. Serval erwarten sollte: auf einem Diwan lag die junge Engländerin, sie war totenbleich und hatte die Augen geschlossen: ihre Mutter schluchzte verzweifelt. Ich schwieg eine Zeitlang, dann trat ich zum Arzt, dem mich der Rechtsanwalt am selben Tage vorgestellt hatte und erkundigte mich leise nach der Kranken: er zog mich in eine Fensternische. „Ich habe dringend den Professor R---- rufen lassen, ob sie zu retten ist, weiß ich nicht. Sie fällt von einer Ohnmacht in die andere." Dr. Serval kam herein, nahm meinen Arm. „Kommen Sie, wir sind hier überflüssig." Schweigend verließen wir den Saal. Sein Auto stand vor dem Haupteingang: Frau Serval saß darin. „Wie geht es ihm jetzt, ist er wieder wohl?" „Er ist aus der Ohnmacht erwacht in dem Augenblick, wo ich in seine Zelle eingetreten bin: er ist mir zu Füßen gefallen, hat mir gedankt und gerissen:„Warum bin ich nicht tot? Aber sie lebt, nicht wahr?" Ich habe ihn beruhigt. Er schien gefaßter, aber in dem Augenblick, wo ich auf der Schwelle stand, ist er mir nachgestürzt:„Herr Doktor, verlassen Sie mich nicht und schwören Sie mir, die Wahrheit zu sagen: denn wenn sie stürbe, wäre es ein wirkliches Verbrechen." Ich habe ihm das Versprechen gegeben und bin fortgegangen." Frau Serval sah ihren Mann lächelnd an, er hatte leise und mutlos gesprochen, diese Worte standen in einem sonder- baren Widerspruch zu seinem begeisterten Plädoyer: er reichte ihr die Hand, sie hielt sie fest, bis der Wagen vor ihrer Villa stehen blieb. Zwei Tage nachher übergab mir Dr. Serval folgenden Brief: „Gefängnis von Saint Antoine, den.... Sehr geehrter Herr Doktor! Heute abend um fünf Uhr schickt man nssch in eine Straf- anstatt. Wie man mir sagt, werde ich dort Stroh zu flechten haben. Bevor ich diese Stadt verlasse, drängt es mich, Ihnen von ganzem Herzen für die mir bewiesene Güte zu danken. Mir fehlen die Worte, um Ihnen all das auszudrücken, was ich empfinde: aber ich weiß, daß Sie mich mit dem Herzen verstehen. Ich erlaube mir, Sie au das mir gegebene Versprechen zu mahnen: Sogen Sie mir, ob sie lebt. Ich habe den Gefängnisdirektor gebeten, daß er meine Mutter von meiner Ueberführung verständigen möge, sie hat sich geweigert, mich zu sehen! Heute, da ich vieles weiß, die Macht der Schwäche kenne, die der Kraft widersteht und der Gemeinheit nachgibt, würde ich anders handeln. Ich würde weit fortgehen, in ein anderes Land, ich würde mir dort mein eigenes Leben aufbauen, ein unabhängiges Leben, und mich bemühen. Wirklichtest und Träum« in Einklang zu bringen, die Träume... Aber wie nutzlos sind alle diese Worte! Gerade in dem Augenblick, wo ich das Leben verlasse, lerne ich feine Schön- heit kennen. Ich habe weder meine Mutter, noch die Schwester oder den kleinen Bruder befreit, aber mich habe ich getötet." Erhöhung), so muß man dm Mietspreis m den neuen Steglitzer Wohnungen als überaus angemessen bezeichnen. Als besondere Neuerungen weist das hier geschafsene Haus zunächst einmal die beleuchteten Hausschilder auf, für die ja seit einiger Zeit so lebhaft Propaganda gemacht wird; weiterhin sind auch Böden und Kellerräume mit elektrischem Licht versehen, so daß besonders fürs erstere die Feuersgesahr, die vielfach durch das Betreten der Bodenräume mit offenem Lichte besteht, vermieden wird. Es handelt sich im übrigen um ein Dauerwerk, und nicht um Notwohnungen. Sein Laubenhäuschen. Eine vollkoinmen unnötige Meineidsanklage, Die Gerichte sind nach wie vor mit Meinet dsprozesien überlastet. Das grausame Spiel mit dem Meineidsporagraphen geht lustig welter. Ein Schulbeispiel dafür, wie Meineidsllagen nicht erhoben werden sollten, tonnte man soeben vor dem Landgericht III erleben. Der kleine Produktenhändler N. hatte in der Nachinflationszeit sein bißchen Vermögen verloren. Geblieben war ihm nur e i n Laubenhäuschen in Plötzensee! das Grundstück pachtete er vom Generalpächter L. Dann wurde er aber krank, Arbeit hatte er nicht: seinen Pachtzins zu zahlen, war er außerstande. Es blieb ihm nichts übrig, als den L. um Stundung zu bitten und Ihn überdies noch anzuborgen. Als bereits 130 Mark aufgelaufen waren, sagte aber die Frau L. zu ihrem Manne: Hör mal, das gebt doch nicht, er kann das Geld doch nicht bezahlen. Sie setzte ihm so lange zu, bis er den N., mit dem er sonst befreundet war, um eine Sicherung bat. Der schlug ihm vor, das Laubenhäuschen als Sicherung entgegenzunehmen. Aber auch andere Gläubiger be- drängten den N. So schuldete er dem Kohlenhändler E. Es kam iin November 1924 zum Offenbarungseid, in dem N. be- schwor, daß er außer seinen Kleidungsstücken, Hausgerät und den Möbeln nickts besitze. Im Frühling 1925 war er aber gezwungen, auch sein Häuschen zu verlassen: er konnte selbst den Pachtzins nicht mehr aufbringen. L. oermietete es von sich aus und erhob den Miet- zins. Mötzlich, nach andertbolb Jahren, komint eine Meineidsklage gegen N.: Er habe bei der Leistung des Offenbarungseides den B e» sitz des Häuschens oerschwiegen.„Wie sollte ich es ver- leugnet haben," meinte N. vor Gericht,„wenn ich es als Sicherung dem L. übereignet hatte. Ich besaß ja damals gar nicht mehr das Versüglingsrecht." Der 4Ljährige Mann wischte sich die Tränen: Seine kleine Produktenhandlung hatte er verloren, sein Häuschen, das er mit soviel Liebe erbaut hatte, war nun von aiideren bewohnt: Monate hindurch arbeitslos, hatte er erst vor zwei Wochen Beschäfti- gung gefunden, und nun stand er als Zlngsklagter vor den Richtern. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Zuchthaus wegen Meineids. Das Gerich: konnte sich aber nicht der Tatsache verschließen, daß Zt. beim Leisten des Offenbarungscides sich nicht als Eigentümer des Hauses betrachten konnte, und sprach ihn frei. Die Staatsanwalt- schofl kann von diesem Freispruch lernen. Bezeichnend fft auch für diesen Fall, daß die ganze Sache auf Grund einer anonymen Anzeige ins Rollen gekominen war. nachmittags bis 10 Ehr abend» geöffnet. Die Mobevorführungen beginnen um 4 Uhr nachmittags und erfahren ein« mehrmalig« Wiederholung an jedem Tage. Eröffnung Ses Lufiverkehrs Serltn— Wien. Der direkte Flugverkehr von Berlin noch der Tschechoslowakei und Deutlchästerrcich auf der Strecke B«rlin— Dresden— Prag— Wien ist eröffnet worden. Zum Start der ersten Ma- schtne auf dieser neuen Auslandslinie hatte sich im Flughafen T« m- pelhofer Feld eine Anzahl von Vertretern der zuständigen Behörden, diplomatischen Vertretungen und Körperschasten eingesunden, so des Reichsverliehrsministeriums, der österreichischen und tschechi- schen Gesandtschaft, der Deutschen Lufthansa und der Luftfahrer- Organisationen. Für den Erössnungsflug war ein dreimotolioes Iunkers-Grvßflujjzeug unter Führung des Piloten Rodzinka be- stimmt worden, übrigens die gleiche Maschine und der gleich« Führer. mit der seinerzeit der direkte Luftverkehr Berlin— Paris eröffnet wurde. Ilnter den Passagieren befanden sich Direktor Ianak vom tschechischen Verkehrsministerium und Direktor Milch von der Deutschen Lufthansa. 9,15 Uhr fiel die Startflagge, und unter den Abschiedswinten der Zurückbleibenden rollte dos Flugzeug zum Start. Nach wenigen Minuten war die Großmaschine über Tempel- Hof in der diesigen Morgenlust verschwunden. Di« Ankunft in Wien erfolgte gestern nachmittag gegen 3 Uhr, und zwar beträgt die reine Flugdauer Ii Stunden, während in Dresden und Prag Zwischenlandungen von je 15 Minuten Dauer vorgesehen sind. Gestern nachmittag versammoltc sich ein« große Zahl osiizieller Persönlichkeiten zum Empfang des österreichischen Flugzeuges auf dem Zentralflnghafm Tempelhofer Feld. Kurz nachdem durch Funkmeldung aus Wien bekanntgeworden war, daß die deutsche Maschine V87S um 13.35 Uhr auf dem Wiener Flug- Hafen Aspern pünktlich gelandet und festlich empfangen worden sei, tauchte am Horizont die österreichische Maschine Ii 1017 auf. An seinem Steuer saßen die Piloten Doldi und Hiller, wähi/nd sich w der Kabine Vertreter der österreichischen Luftverkehrsgesell- schaft, der Ministerien sowie andere Passagiere befanden. Um 17 Uhr landete das Fliigzelw und setzte die deutsche und österreichisch« Flagge. Sofort nach der Landung ergriff Ministertalrat Branden- bürg das Wort zu einer Ansprache, in der er im Namen der Reichs- regisrung das erste Flug, zeug der Strecke Wien— Prag— Dresden— Berlin auf dem Loden der Reichshauptstadt auf das herzlichste will- kommen hieß._ Von Lüchow fordert eine Million Tchadenersach. Das freisprechende Urteil gegen Dr. Freiherrn v, L ü tz o w ist nunmehr rechtskräftig geworden. Nachdem bereits die Staatsanwaltschaft auf Weisung aus dem Ministerium, entsprechend den Forderungen weiterer Kreise, aus pädagogischen Gründen eine Wiederaufrollung des Massenprozesses zu vermeiden, die beabsichtigt« Berufung gegen den Frcifpruch aufgegeben hätte, hat nunmehr auch der Vater eines der blutig geprügelten Knaben als Nebenkläger seine Berufung zurückgenom- m e n. Bekanntlich hatte das Schöffengericht Lichterfelde zugleich mit der Freisprechung des Angeklagten den Beschluß gefaßt, dicseni für die erlittene etNei»halbjährige Untersuchungshaft eine Entschädi- gung zu bewilligen. Die Entscheidung über die Höhe der Summe wnd gegenwärtig von der Staatsanwaltschaft des Langerichts II geprüft. Dr. Freiherr v. Lützow hat inzwischen eine Rechnung aufgemacht und erhebt Ansprüche von nicht weniger als s 1 n« r Million Reichsmark. Er berechnet insbesondere, daß durch seine lange Haft da» ihm gehörende Landeserziehungsheiin in Zoise» völlig ruiniert worden fei. Es erscheint aber höchst zweifelhaft, daß Herrn v. Lützow vom Gericht auch nur annähernd der geforderte Betrag bewilligt werden wird. Modefrühlingsschau der KGV. Der beispiellose Erfolg, den die Konsumgenossenschaft Berlin im »origen Jahr mit ihrer ersten Werbeschau erzielte, die von rund S3O0O Persan-n besucht wurde, hat die Genoffcnschast»verwtil- tunz veranlaß!, rn der Zell vom 23. bis 30. Mäm in den Gesamt. räumen des Berliner Gewerkschaftshauses. Engeluser 24/23, eine zweit« derartige Schau zu verunstalten. Dabei handelt es sich keines. «eg« darum� das im Herbst Gebotene zu wiederholen, sondern die ,Koirsum-Frutzlingsfchau" ist darauf zugeschnitten, ein« bis ins lleintte geheiw« Gesamtdarstellung der Leistungsfähigkeit d»r konsumzenoffecischoftlichen Warenhäuser und der„Hoff- n u n g" B e k l e i h u n g s i n d u st r> s©. in. b. H. zu bieten. Die Neuerscheinungen für die heranbrechend« nrühjahrs- und Sommerzeit werden weitaehende Berücksichtigung finden. Großer Wert ist darauf gekegt, die den HauptcinzieHungspimkt der Herbst- veranstallung bildenilcn Modevorführungen in noch um- sassenderer Weise in de» Mittelpunkt der Darfafetenigen zu stellen. Der Eintrittspreis beträgt 23 Pf. Gir.trittstflrten find in jämtlichen Abgabsstelltll der Konfumgen.zsstnschaft Berkin und am Eingang zü den Ausstellungsräumen erhältlich. Die Ausstellung ist von 1 Uhr Gittbrecher auf dem Katzensteg. Seine Katzenliebhaberei hat ein Eoldwarenhändler tn der Feldstraß« in Steglitz leuer befahlen müssen. Der Mann hält aus reiner Liebhaberei meistens sieben bis acht Katzen. Augenblicklich hat er allerdings nur drei. Weil nun jetzt wieder die Zeit ist, daß seine Lieblinge auf nächtlichen Liebespjaden zu wandeln pflegen, so ließ er nachts immer ein Fenster seiner am Hof im Erdgeschoß gelegenen Wohnung auf, um ihnen den Ausgang freizuhalten. Den gleichen Weg wie die Katzen benutzten aber in der Nacht zum Montag auch Einbrecher, die die Liebhaberei des guten Mannes und seine Gepflogenheiten wohl ausgekundschaftet haben mögen. Sie stiegen durch das offene Fenster ein, gingen durch das Katzenzimmer, während der Geschäftsmann im Neben- zimmer schlief, nach dem Laden und stahlen im für 550 Mark Gold- und Silbersachen. Ungehindert entkamen sie mit ihrer Beute. Morgenfeier der Arbeitersänger. Am Sonntag veranstalteten die Arbeitersänger de» 12. Bezirks eine Morgenfeier im„Ä y f s h ä u s e r", Berliner Straße in Niederschöneweide. Lange vor Deginn des Konzerts war der Saal bereits überfüllt, ein Zeichen dafür, wie groß dos Jntereffe ist, das die arbeitende Bevölkerung diesen Veranstaltungen entgegenbringt. Das Konzert begann mit dem„Festgruß" G. W. Schmidts, der von den gesamten Männerchören des Bezirk» vorgetragen wurde, dann folgten Darbietungen der einzelnen Chöre unter Leitung ihrer Dirigenten. Auf dem Programm standen hauptsächlich Volkslieder. Der Sängerchor Köpenick brachte sogar das entzückend« Spielmannständchen Mozarts und Franz Abts„Gute Nacht, du mein herziges Kind", von Kurz für Chorgesang eingerichtet. Aller- ding, wirkt dieses Lied bester als Sologesang. Sehr hübsch ein Kinderchor und der Frauenchor„Neues Werden" Adlershof, den der Bezirkschormeister Ludwig B e l i tz e r leitet«. Die Veranstaltung lieferte«in Bild davon, wie heute in den einzelnen Chören ge- arbeitet wird. Man kann mit Freud« feststellen, daß die Leistung jedes Chores auf beträchtlicher Höhe steht. Daß manche Chöre etwas dünn klingen, liegt weder an den Sängern noch am Dirigenien, sondern allein an der geringen Mitgliederzahl. Es ist zu hoffen, daß die Mitgliederzohl, die in den schwersten Zeiten der Arbeitslosig- keit kaum zurückgegangen ist, derart steigen wird, daß jeder dieser Einzelchöre imstande ist, ein Konzert vollkommen allein besetzen zu können. Das Beispiel des zwölften Bezirks aber, groß angelegt« Morgenfeiern zu veranstalten, ist durchaus nachahmenswert. Besuch und Beifall zeigten, daß man hier da» Richtige getroffen Hot. Das Auto im Schlächterladen. Ein schwerer Verkehrsunfall trug sich gestern nachinlttag gegen 5 Uhr m der Albert st raße in Schöneberg zu. Bor dem Hause Albertstroße 8 oersucht« der Führer eines Privatkraftwagens zu wenden. Die Sleuerung oer- sagte, der Wagen geriet rückwärts auf den Bürgersteig und fuhr in die Schaufensterscheibe einer Fleischerei hin- ein. Die Scheibe und die Ausloge wurden völlig zertrümmert. Ein« gerade vorübergehende Frau Sch. aus der Kochstr. 73 erlitt erheb- llche Schnittwunden, tonnte jedoch nach Anlegung von Not- verbänden in ihre Wohnung«mlaffen werden. Der Kraftwagen hatte sich in dem Schaufenster so festgefahren, daß die Feuerwehr alarmiert werben mußte, die ihn mit Winden herauszog. 51° �«-rgu» total abgebrannt. In der Nacht zum Montag sind ämtliche Gebäude des R i t t« r g u t e R o t h a r n bei Knritz ein. schließlich de» Herrenhause, und sämtlicher Wlrischafts- gebäude abgebrannt. Stiilendaov«» t»r Meie Stobrtk sind «ctlin«W 6». Lwdrnttr-Se 3. partemachrlchten für Groß-Serlin lirt, an bat Sejirtsfehetstiat ?, Inf, 2 Sres. rechte,>» richten. 1.«rr!» Mitte. Freitag, 25. Mar,.« Uhr, bei Zsch-esinz. Äckerftr. 1.«er- saliunlang samilicher ttUrtnbcitiitc. Porlrag:„(iUernbeieoU und Lesebuchfrage." Netcrentin Genossin RLHIer. Es wird gebeten, daß scwltlich« Elternbeiräte bestimmt erscheinen. !>.«reis Wilmersdors. Mittwoch, 2». Mär,. 7 Uhr, Bezirkeversammlung. Einlasskarten fitr Parteigensssen ab s'/i Uhr im Zimmer 220 bes Rat. bausec._ IS. Stich SiptnU. Mittwoch, 23. Mar,. 8 Übt, in der Dorathern schul«, Eaarnick, Freiheit, Nlassen, immer 3, ptr., wichtige Sissung der Eltern- boicäte und deren Derlreter.«allzähliges Erschetuen Ist unbedingt«r. sorderlich. heule. Dienstag. 22. März: 92.«dt. Eharlottenbnrg. Karten fitr die Jugendweihe am??. Mär, sind f beben beim Genossen SUf», ltonsumderlaufsstell«, Naisertn.2lugi.-sla. Allee öS. Man« kann darüber geteilter Meinung sein, ob e» richtig war, den ganzen Ring der Nibelungen auf die Sendebühne zu stellen, Als Sendetoiel wäre das Wert eigentlich nur.mösstich, wenn eine sehr energische Hand es auf ein vernünftiges Maß zusammen- gestrichen hätte. Die zahmen Kürzungen, die man daran vorgenom- men hatte, genügten kaum. So ermüdete der zweite Tag de» Ringes „Siegfried", der am Sonntag abend aufgeführt wurde, mit seiner Dauer von reichlich vier Stunden trotz der guten Aufführung unter Generalmusikdirektor Prof. Dr. Max von Schillings, die von trefflichen Kräften gestützt wurde.— Die Stunde der Lebenden hielt sich diesmal aller Probleinatik fern, bot kultivierte Nnterhaltunas- musit von dem Pianisten Wilhelm Groß und dem Flötenoirtuasen Alfred Lichtenstein ausgeführt.— Das Arbeiterkulturkartell Groß-Berlin hielt eine Morgenfeier ab, die den Wunsch wach werden ließ, auch künftig ähnliche weltliche Sonntag«- Veranstaltungen im Funkprogramm zu finden. Eine Rede Artur C r i s p i» n s, die das Erwachen der Natur dem Erwachen der Menschheit parallel setzte, wurde von hochweriigen musikalischen Dar- bietungen umrahmt. Walter Drwenski spielte Bachsche Orgelkompost- tlone», Herta Dehmlow und Pros. Heinz Thießen mit dem Zungen Chor verschönten die Feier durch Gesang. Der Montag abend war der Anstatt zur Funk-B e« t h o o e n- W o cd«. Josef Schwarz spielte dt« Waldstein-Sonato, der Funkchor von Prof. Hugo Rüdet geleitet, gab eine sehr schöne Aufführung der E-Dur-Meff« Don den Solisten zeigten sich ganz ihrer Ausgabe ge- wachsen nur Cmmy v. Stetten und Prof. Albert Fischer. Weshalb verzichtete aber der Rundfunk gerade an diesem wichtigen Abend aus eine Cinsühriung der Hörer in die M-lsitdarbtetiingen?— Zn der Vortragsreihe„Mensch und Arbeil" schilderte Robert Paege„2>ie Leute vom Bau. ihr Leben und Schassen" Der Vartragende gab nicht nur eine seelisch wesentliche Schilderung, sondern er sprach auch so lebendig und anschaulich, daß ihm gewiß auch solch« Funkhörer gern zuhörten, die im allgemeinen jür soziale Probleme wenig oder gar nichts übrig haben. Druck- und HörfehlerteutsI haben es scheinbar besonders auf die Funktritike» abgesehen. Doch sind die Entstellungen gewöhnlich nicht derart, daß unsere Leser sie nicht schon von selbst zu be- richtigen wüßten. Auch in der letzten Sonntagsnumnreer der Zeitung haben sie gewiß nicht nur den grammatikalischen Druckfehler im Funk- winkel mit mildem Lächeln verbessert, sondsrn auch erkannt, daß Hans R e i m a n n sich keinesfalls durch„wildes Wechseln", sondern höchstens durch mildes sächseln auszeichnen tonnte. tes. MikgNederverfammluagea und Zahkabende am Mittwoch: i. Abt. 7H llhr Zahlabend bei 5trllaer, Engelufer 23. Vorirag:»Scitgeifl unt> Eo,ia!isuius." Reserentin Margaret« Sck>enkalowskii.— Schul,. Slallschreiberstr. 2Si. Vortrag:»Das Aebeitsgerichlsgeseg." Referent Paul Zudrian. i. Abt. 7 Ubr flabiabenb bei Ecbwar,. Vlankenfl-Ibestr. 10. S. Abt. 7 Vi Uhr Zahlabende: Bezirk« 486, 487,-303: Büttner, Schwebten Strasse 23. Mxziue 4al uis bei Aloteajt, Veteraneustr. 4. Bezirke 496 b>» 900, 903 bis 308 bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. Ii. Bezirk- 301, 302 bei Debliss, Schwedt«! Str. 227. Bezirt 504 bei Bardeleden, Rheinsbsrger Etr. 46. 7. AM. 7V4 Uhr Zahlabende bei DM, Berastr. 7t, Vertrag:.Die Bor. gänge in China." Referent Deora Raible. Dams, Schlegelstr. 9, Vor. trag:.OTensch und Arbeit." Referent Genosse Wietenberg. Beirau. Schwortzkopsfitr. I. Neuser, Bonensir. ig. Nube, Strriitzer Str. 55. 8. Abt. 7ü Uhr Nationalhof, Bülowftrass«, Mitg! iederversammlung. Bor- tragender Franz v Puttkomcr. Thema:.Sowie. granaten." I. Abi. 7Vb Uhr bei Faber, Stephanstr. 11, Zahl- und Diskatierabend. Die Dezirksführer rechnen befiiwmi ad. 10. Abt 7V4 Uhr in der Schule, Alt-Wrabit 23, Di-kufsson:.Rechts» unb siuftizfragen." Referent Dr. Goldschmidt 14. Abt. 8 Uhr in der Schule. Putbusfer Str. 3, Vortrag:.Bedarfswirt. schalt und B-väff-rnnasnoli'sk." Referent Da Nor Fra-'ike. Die Funk» tionäre und Bezirksführer müssen unbedingt bis zum Mittwoch die Ar. beiieejporillr und die u.e»onen, die in der Bohttadrtspftrge tatig sind, feflaestellt haben und angeben, 19. Hit. 7V4 Uhr bei Schmiedl, Dinetarlass 7, Borrrag:.Di« Ereignisse in China." Referent Hanns Tamm, Gäste haben gutritt. Die Bezirks. fllhrer müssen einladen. 17. Abt. 7Vj Uhr bei Schreiber, Triftflr. 63, Bortrag:„Soziale Fürsorge. moderne Erziehung, eine kritische Betrachtung zum Klassenkampf." Referent Artur Rachow. Gäste sind willkommen. 18. Abt. 7Ü Uhr bei Müller, llferslr. 12, Bortrag:.Was muss mau von der Rrankenvrrstcherung wissen!" Referent Emil Lüdk«. 20. Abt. 7Va Uhr bei Wende,«olonieftr. 147, Bortrag:.Wege durch das Arbeitsrecht." Referent Genosse Zahnke. 21. Abt. 758 Uhr im Schraderhau», Malplaqueistr. 14—1», Vortrag:.Woh» nungswcfen." Referent Stadtrat Karl Fabiunke. 23. Abt. 7V8 Uhr im Lokal Haqenbeck, Seeftr. 44. Ecke Müllerstrasse, oberer Saal, Vortrag:.Das Beritner Verkehrswesen." Referent Etadtverord- neter Hermann Amberg. Pünktliche» und vollzählige» Erscheinen u». bedingt erforderlich. Gaste willkommen. 24. Abt. 7V8 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 02. Vortrag:.Der bevorstehende Reichsparteitchg." Referent Robert Breuer. 25. Abt. 7V8 Ubr tm Saalbau Friedrichsbain, kleiner Saal. Vortrag-„Das Wahre, das Schdn», da» Gute." Referent Dr. Der! fnicht, wie irrtümlich angegeben, Dr. Lebt). Der Vortrag beginnt püntlilch. Gaue sind gerz. lichft willkommen. Abt. 7V8 Uhr in den Schönhauser Festsäten, Schönhauser Allee 129. Vor. trag: ,Di« Borgänae in- lernen ii'iien." Referent Ereagr Vie-�i>-k. 28. Abt 7V8 Uhr bei Büttner. Schwcdter Str. 23, Vortrag:.Riet, und Wohnungsangelegenheiten." Referent Otto Most. 30. Abt. 7V8 Uhr im Ledigenheim. Pappelallee 15, Vortrag:.Di« wlrtlchafts. polttifck»« Lage." Referent Rodert Schmidt, M. d. R. All« Mitglieder müssen erscheinen. Gäste und Snmpalhisterende sind herzlichst eingeladen. Achiung! Um 7 Uhr adend» vor der Mitgsiederversammlung im gleichen Lokal Funklianärsissung 31. Abt.?Vd Uhr in der Schulaula, Schänfliesser Str. 7, Vortrag:.Da» Krauken. und Invalidengefess." Referent Dr. Friedederger. Gäste sind willkommen.— 32. Abt. 7 Vi Uhr in Schmidt,«efellschaklshaus, Fmchtstr. SO«, Vortrag: .Die weltpolitische Lage." Referent Wilhelm Landa. Mitteilunaen des Vorstandes. Vollzählige Beteiligung der Genossinneu und Genossen ist Pflicht. Gäste und Vorwärtstefer haben Zutritt. 33. Abt. 7V4 Uhr in der Schulaula, Ehrendergftr. 24, Lichtbildervortrag: Jugendpflege." Referent Stadtjugendpflsger flohler. Gäste, defonders siugendtichc und Frauen, sind herzlichst eingeladen. 35. Abi. TA Uhr pünktlich in der Schulaula, Samariterstr. 20, Vortrag: .Wohlfahrtspflege im Bezirk Friedrichshain." Referent Stadtrat Manu. All« Genossinnen und Genessen müssen erscheinen. Snmpalbisterrnde und Vorwärtsleser sind herzlichst willkommen 30. Abt. 7V4 Uhr in der Schulaula, Strassmaanstr. I. Vortrag:.Die Be. deutung de» Arbtitsgetichtsgesesses." Referent in Gertrud Hanna,«. d. L. Gäste willkommen. 07. Abt. TA Uhr in der Passeuhofer Prauerei. Landsberger Allee, Vortrag: .Die Genossenschaftsbewegung." Referent Adolf Buscht-1 38. Abt. 7U Ubr in Scbmldt« Gesellschaftsbau«, Frnchtbr. 36a, Vorfma: »Di« biesjährigen Ltatobecatungen." fR-ichswehrctat und Znvallbenhllfe.) Referent Dr. flurt Lbwenstetn, R. d. R. Die Schaffung der welttuhen Schule im Friedrichsbain. 41. Abt. 7Vb Uhr bei Bader. Zllterbogrr Str. 7, gegenllber der flafernr. Vortrag:.Religion und Freidenkertutn? Referent Senoss, Obertiber Gäste willkommen. 42l Abt. 7 Vi Uhr in den BMchersälen, Blllcherstr. 01. Vortrag:.Da» Geset: zum Schutts der Jugend bei Lustdarkeilen." Referent Stadtoerordnetcr 27 43. Rabe«„�'stsälen. Fichtestr. au*, i, u„..........' neinuien, n 29. Vortrag:.Reichs-r-br und Sozialdemokratie." Referent Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schützinger. Di« Bezirksführer rechnen bestimmt in der Versammlung ab. Reuwadl de, Abteilungsleiter,. 4». Abt. TA Uhr in det Schule Farster», Ecke Relchruberger Strahl. Bortrag:.Was haben wlr oom Reich-portettaz tu fliel zu erwarten?" Ref-rrnt Erich Fraenkef. Bericht« und Mitteilungen. Verschiedenes. 40. AM. 7(i Uhr Zahlabende: Stad-bezirk- 106. 107» und I07b bei Sichhol,, Güvrystr. 23. Stadibezirke Iwe. und lOSd und 109 bei Wallentnr. Gvrlitzer Sir. 7Z. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 47. Abt. 7Vi Uhr bei Rowack, Züonteuffelstr. 9. Bortrag:.Die Arbeitslosenversicherung." Referent flarl Litke. Diskussion. Parteiangeleqeu helton. Charletienburg. 93. Abt. TA Uhr im Lokal Albert». Diebestr. 40. dlrrk: neben dem Strassenbahnhos, Vortrag:.Aus den Erinnerungen eines alten Sozialisten." Referent Dr. Mar Schütte.— 90. Abk. 7Vf> Uhr bei Foekcwiock. HoltzendorfkOr. 20. Vortrag: ,D>« aeinetKchn'tllche und voil'itäie Jugendbewegung." Referent Ludwig Dtrderich. Di« Brzirksführer müssen einladen, ll'l« Billetts zum Pergnllgen am 0. April hoben die Funkiio ' näre von Lierfch, flannte. 62, abzuholen.— 97. Ab«. 7>4 Uhr de: Thunack, Dtelandstr. 4, Vortrag: �Die Rechtsnat in Deutschland." Referent Rechtsanwait Dr. Alfred fllee. Wir bitten, Gäste zahlr-tch einzuführen 93. Abt. Marleiidorf. Achtuno! 7VL Uhr im Lokal Moasi. Ehansseestr. 27. Gcko flurfllrftenfiraste laicht in der Schule, flijniastrasiel, Vortrag:»Di? lozialpolitifän- Gesetzgebung." Refereniin fllara Bohm.Schuch. M. d R. Neukillu. 91. Abt. 7Vt Uhr im Lokal flarlsgarten. kleiner Saal, Karls. aartenstr. 6— U. Borlrag des Genossen Dr. Paul Leut. M. d. R. Er» Icheinen oller Genossinnen und Genossen ist PNichk.— 03. Abt. 82. und 97. Bezick. 7Vb Ubr im Lokal Sturmecke. flaiserFriedriä,. Strasse l».!. letzter Bortiag:..Geschichte und Entwicklung der SPD." Referent Feil; Fecheubach. Gäste willkommen. 118. Abt. Lichtenberg. Genossinnen und Genossen, die Mitglieder des Per. bände, für Freidenkrrtum und Feuerbestattung find, werden gebeten. abends 0 Uhr bei Tempel, Gubrunstr. 7, zu einer FlugblaUverbreitnng zu erscheinen. 125. Abt. Weisscnfce. 7>,V Uhr Im Lokal.4Vmn Pferdemarkt". Schiinstrasse. Vortrag:.Die flinderkreundebewegung." Referenttai Irma Fechcndaä:. Gäste sind willkoum-en. 130. Abt. Reinickendorf.vst. TA Uhr im Schsttzenhau», Residenz str. 1, Film. Vortrag und Aussprache. Verschiedene«. Sympalhiflerrndc und Borwärt,. iescr sind herzlichst eingeladen. * 79. Abt. AchZoederg. Donnerstag, 24. März. TA Uhr, im Gefangsfaal drr Uhlandfchuie. flolonnenstc. 22 23, Abteilunqsnrrfammlnng. Vortraa:.Die progrommatifchen Forderungen der Partei." Referrnt Adolf Wuschick. Hierzu müssen alle Genossinnen usd Genossen erscheinen. Säfte und Vorwärtsleser sind herzlichst tT'"—• f ii»i etnn. Ackerftr. l, am floppen. Rechtsanwalt Oborniker. 1. Abt. Dienstag »tfAH. 1I»»U—--r.---- Frauenveronfialtungen nstag. 22. März. 7V4 Uhr. bei Zl»iesing. tmg:.Die Frau im Eherccht." Rcfertnt 39. Abt. Für dir Propaganda unter den Frauen ffssdet am Milt. M AMgne�Pw/?'fn�?Linh�sk.�kK. �inHeN'?«"- I. 7% Uhr, tm Lokal Schulz. 9n .._____ VOIlICHOll. iviiiou«».-»*!/ w. r---- or ■ im Lokol Ebbmet-r. H-Uptstr. ü! n Ros-Nthal. Vortrag..Paul.»eller. Referent Heinz Borthel. Säst« willkommen. Junasozialisten. heuke, Dienstag. 22. I.larz: Gruppe Süden. Der Gruppenadend fällt heule-ms. DafÜr �m Dot�ersiag, 24. März 8 Uhr, Bortrag:..Pspchoanalql- und sozialistilche �7-1.: j\egelung � � des Stuhlgangs Verlangen Sie kostenla die interessante Broschüre über Laxla von den Lingner-Werken, Drttdtu *5' � rtn«»ffii«t. Bnvpt fWrstnn. 8 Uhr im Iugk,:dh«lM Parkaue 7ao Vortrag:.Soziologir der Frau? Srupp» Temprt�� �a»,-udort. 8 Uhr im Jugrndheim,-r»>a»iaUraß«, Mar» frier. Erupp« Schourberq. S Uhr im Jugendheim, Hauptstr. IS, Oftmarl. . Diskussion über das Januarheft der Iungsozialistischen Blätter: »Wahrhaftiglelt de« Sozialismu», tlricgsschuldfroge," . Arbeitsisemeillschafl der Kinderfreunde: Gr-oo,«arden. Elternabend am Donnerstag, Z«. Mär», TV* Uhr, in der Echulaula, Eb-rss-lder Etr. 10, Bortrag:.Die weltliche Schule* Sterbetafel üer Groß-öerliner Pactei-Grganifation 17. Abt. Dil iklilälcherun, unserer verswrben-n Genossin Emma 8 e m- n g find.- beut«. Dten.log, den 22. Mär», abend- 7 Uhr, im«rema. torium G-richtstrah- iiait. Um»ahlreiche Beteiliaung wird gebeten.— Räch SMähriger Mitgliedschaft>s! unter Genosse Mar Men,«l, Svarrftr. 2. im Atter v°n 59 Iahren rletzlich oerswrben. Ehre seinem Andenken. Ein. äicherun« am Mniw-ch. den 2Z. Mar», nachmittag» Uhr, im Krematorium werichtstrahe. Wir bitten um rege Beteiligung. A.«dt. eharlottrndurg. Unsere Genossin Mathilde Goe», Suarezsir. l«, ist am 17. Mär» verstorben, ähre ihrem Andenken. Beerdigung am Mittwoch, den 20. Mär», nachmittag, 2.15 Uhr, in Stahnsdors. Um rege Beteiligung wird gebeten. So�kalististbe �rbekterjuflenü Groß-Serttn. a» der lang-saal Arbeit-gemelnschast«l»t»»«»ma»»: Heute, Di«n«tog, TH Uhr, Im Sugei.dh°lM LIndrnslr. 8. heute. Dieuskag, 22. ZNSrz, 7M Uhr: — Neukölln I: Jugendheim Sander. Eck» Hobrechtstraße. 8ehn.Minuten.Kefe. rate. Reukälln U: Jugendheim Bergstr. 29. Zehn-Minuten-Neferat«.— Neukölln Uli Jugendheim Steinmetzstr. U<.„Jack London*.— Renkölln IVi benzstr.<5.„Vorkämpfer de» Sozialismu»*.— Buchhol»: Schule Berliner Straße. Löns-Abend.— Riederschönhaus«»: Schule Blankenburger Str. 09/70. -/T'' Erziehung»um Eoijfalismu»*.— Pankow: Jugendheim Gürschstr. 14. „Völkerbund und feine Bedeutung*.— Südwest: Alle Genossen und Genossinnen, welche nicht an der Arbeitrgemcin.schaft teilnehmen, beteiligen sich an der Probe in der Schul««ochstr. 13. « Beethoven-Abeud: Sonntag, 27. März, 714 Uhr, im Jugendheim Linden. straß« 3.„Da» Leben. Leiden und Schaffen Beethoven».*„Das Heiligenstädter Testament/ Einlaß frei.______ Sport. polkzei-HoUensportfeft. Die Polizei veranstaltete am Sonntag ihr zweites Hallensport- fest. Es würde zu weit führen, auf das Gebotene in allen Einzel- k-eiten einzugehen. Bei der Reichhaltigkeit des Gebotenen sei kurz folgendes registriert: Ein geschickt zusammengestelltes Programm, dos Turner, Ringer, Jiu-Jilfuer, Fauftballer in bunter Folge in die Arena brachte. Viel belacht wurde das Alarmhindernislaufen, das komischer Situationen nicht entbehrte. Trohe Heiterkeit rief«ine „Roller�stassel der Jugendlichen yervor. Vier Mannschaften der Juaendabteilung des Polizeisportoereins suchten aus ihren Rollern die Bahn zu umrunden, wobei im Eifer des Gefechts mancher Purzel- bäum geschlagen wurde. Alles in allem ein« gelungene Peranstal- t.ung, die zeigte, daß die Polizei auf dem Gebiete des Sportes Her- riarragendes zu leisten imstande ist. id Zahlreiche Ehrengäste, wie Reichskanzler Dr. Marx, der preußische Minister des Innern Genosse Gr-elinski, Polizeipräsident Genosse Zörgiebel, der Kommandeur von Berlin Severin, in Vertretung des Kommandeurs der Schutz- polizei, Hauptmann Heimannsberg, der neue Polizeivizepräsident Dr. Weiß, Magistratsrot Dr. Höußler, Regierungsrat Schöny wohnten der Veranstaltung bei. In unmittelbarem Anschluß an die Weltkämpse fand im Koslnofaal die Preisverteilung statt. 105 Pfd.«»gen stretfchmer(Hiß«.)' 160 Pfd._________________________ Punkten in 10 Min.— Tauliehe» PoNzeiqrupp- Nord gegen Po!i»dgnippe Südost. Sieger Gruppe SUbost.— Hockey Branbcnburg gegen Polizei-Spori- rerci». Sieger Brandenburg 4:1(1:0).— Fußballcrsta-Icl 11X11 Kunden: Sieger Polizei-Sportverein in 4,02 Min. Zweiter SEE.— Fanftball VfB. Deu- ton!» gegen Polizei-Sportverein. Sieger Teutonia 20: 20 l!): 131.- Alarm. hi-ideeni-laufe«: Sieger Polizeiwacktmeistcr Tobiibfki II(Bolizeigrurpe Wcstl 1: 19,5 Min. Zweiter«olizeiwachimeister Klemm lPolizrigruppe Mitte).— Altrömifches Waaenrennen: Erster Polizrigrupp« Süd. Zweiter Posi»cigrnppe Nord.— Handball: Auswahlmannschaft de» BBAB. gegen Polizci.Sportvcrein. 11: 5 Tore für PSB._ wochenenüprobleme. Die Aufrollung der Frage„Wochenend' hat ein Echo gefunden, wie festen eine Frage der neueren Zeit. Zunächst ist es nur ein Problem, das bisher erst in bescheidenen Formen verwirklicht wurde. Es ist ein Problem, dessen endgültige Lösung in der Hauptsache von menschenwürdiger Entlohnung abhängig ist. Auch ist die erste Voraussetzung des eigentlichen Wochenendes, der früh« Arbeitsschluß am Sonnabend, noch keineswegs Allgemeingut. Dann beschäftigt sich neuerdings die Tagespresie mit der Frage, was fängt der Arbeiter mit dem frühen Wochenschluß an? Darüber haben wir an dieser Stelle schon Auskunft gegeben, so daß heute nur darüber gesprochen werden braucht, wie diese Idee, der Äufenthall in der freien Natur, ermöglicht werden kann. Tatsächlich bestehen sehr gewichtig« Schwierigkeiten. Da ist zunächst die U n t e r k u n f t. Es ist einer der schwierigsten Fragen, weil der Untergrund des Wochenend doch das Eigenheim, das Familienheim, ist. Es ist nichts neues mehr, bei jeder neuen Sache finden sich spekulative Naturen, die mit viel Geschäftssinn oersuchen, Geld zu machen. Schon meldet die Tagesprcsse, daß Berliner Gesellschaften sich gefunden haben, welche„sehr billig' Wochenendhäuser errichten und— natürlich gegen Zinsen— auf Ratenzahlung, bis zum Eigen- erwerb, abgeben. Und nicht nur Wochenendhäuser, auch Grund- stücke werden gegen Ratenzahlung vermittelt. Zu dem letzteren möchten wir wünschen, daß die Gemeinden Vermittelungen eigener Gemeindegrundstücke nicht aus der Hand geben. Die so billigen Wochenendhäuser würden bei Barzahlung etwa IVOOMark kosten. Bei einjähriger Stundung des Gesamt betrog«? käme als Monat- liche Rate gegen 200 Mark in Betracht. Welcher Arbeiter, selbst wenn er Spitzenverdiener ist, kann sich daran beteiligen? Ein der- ortiges Wochenend bleibt für Millionen Großstädter— eine„Fota Morgana'. Rechnet man dann noch die Ausgaben für Grundstück- erwerb hinzu, dann vergeht den Erwerbstätigen die Lust, sich für derartige Wochenendheime zu interessieren. Natürlich bleibt ee trotz- dem das Ideal Hunderttausend«!, solch schmuckes Eigenheim zu bei sitzen. Man wird sich aber zuletzt bescheiden mit schlichten Lauben, wie es die Angler in Ketzin, in Nedlitz und am Tegeler See so wunderschön gemacht haben und wie es auch die Frei» badevereine haben. Auch ein Wochenend-Reichsbimd ist bereits gegründet, der aber tn fernem Programm nicht» oerspricht, wa» nicht die Arbeitersportler schon vorgesehen hätten. Di« Arbelter-Wosiersportorgonlsationen und der Arbeiter-Anglerbund Deutschlands brauchen nicht dl« teuren Wochen- endheime gewinnsüchtiger Unternehmungen. Sie hoben schon längst zweckentsprechende Wochenendheime und stellen dieselben erheblich billiger fertig, als die in der Tagespresie sich anpreisenden Gesell- schaften. Das neuest« Unternehmen dieser Art in T e u p i tz hofft der Anglerbund noch in diesem Jahr endgültig aufbauen zu können. Wenn nun die Reichsbahn noch die SV-Kilometerzone für Fahrpreis- «rmäßigungen loyal erweitern würde, wäre der WpeNmendgedonk« ein gut Stück vorwärts gebracht. Rennen;u RIariendorf am Montag, dem 21. März. 1. R e n n e n. 1. Möglicki(F. Bahr), 2. �udivig ifl.(Droßnialin) 3. Moudster jr. lA. Rogowski). Toto: M: 10. Play: 13, 15. 16; 10. stemer liefen: Peter Hall. Casanova, Trauring, Lebemann, Radiola, Tele Marion, Quantität. Malinö, Benedikt. 2. R e n n e n. 1. Denkmünze fR. Roll), 2. Dollina(M. Ringtull), 3. Der Beste«lb. MillS) des ohne Wetten. Tolo: 2t: 10. Platz: IL: 10. -i. Invasion(L. Weiß). Platz: 38:10. sirrner lieseui Alamingo. Herostral Ballonlönigin, Natalii, Interessent. Jeanette, Fstrit. L. R e n n« n. 1. Kottfried(Eb. Mill»), 2. Gbrenberg(6. Treuberz), 3. Antenne(®. Gliaä). Toto: 14; 10. Platz; 14, 28: 10. Ferner liesrii: Wichtelmann, Miimi Halle, Mard Guy. 4. Rennen. 1. Native ForbeZ, 18: 10. Ferner lteien: Langemann, Morgentau, Salome. Meister B. Dunajcc, Hohensonne, Petronella A, Ingrid Halle. Rotula, Biaumeiic. 8 Nennen. 1. Frida Magowan(Gh. Mills), 2. Ilona D.(Noll), 3. Weinbrand(E. Treuherz). Toto: 23: 10. Platz: 13. 52. 17: 10. Ferner liefen: Sormiagtzprinz. Hersteller, Arnfried, Ellen. Gerhard, Kino- stern, Baron Tregantle, Kinotönigin,(ilie B., LtnScott, Toleril. Gaumeistersihasten Ses ,SottüaritSt'. Guben wird Sieger. Am Sonntag kamen auf der Strecke Mariendorf— Dohlwitz— Zossen und zurück die G a u m« i st e r s ch a f t e n de« Gaues S, ein Mannschaftsstrahenfahren, zum Austrag. Fünf Mannschaften, in der Startfolge Spandau, Kottbu?, Guben, Berlin(8. Abteilung) und Schönoberg, bestehend aus je sechs Fahrern, wurden gegen 8 Uhr in Abständen von zwei zu zwei Minuten auf den 50 Kilometer langen Weg geschickt. Kurz nach dem Start setzte ein feiner Sprüh- regen ein. der den Fahrern auf der schlüpfrigen Ehaussce große Vorsicht gebot. Die Zossener Abteilung des Radsahrerbundes„Soli- darität' balle wie am Borsonntaq anläßlich des Rennens um die Vczirksmcisterschaft In mustergültiger Weise die Organisation am Wendepunkt in Zossen übernommen. Die Beteiligung der Bevölkerung war sehr gut. Die G u b e n e r M o n n s ch a s t, die sich in bester Verfassung befand, konnte das Rennen mit 95,05 Minuten g e- Winnen. In der 6 mal 2000-Meter-Stasfel siegle die 8. Abteilung ohne Konkurrenz in 28,42 Minuten. Anschließend an die Straßen- rennen fand auf der Rütt-Arena In der Hasenheide ein 5 Kilometer- Gaubahnrennen in der Haupt- und Altersklasse statt. Erlebnisse: 0«.kilo«»te»-Straß»nsabrea um die Gaumeisterlchaft: l.Nr. 8 Guben in 05,05 Min. 2. Ott. 2 Kottbu» in 95,231:, Min.—» 2 ODO. Mete». Einleite: 1. 8. Abteilung In 23,42 Min.(ohne konturcen»)..'-kil-meter. Gaubobnrcnn»»: Hanpitlasse: Sieger«icnicki S.Abi, in 7�5354 M!n. Ein» halbe Runde zurück Göhre-Altdöbern. AUersklasse: Sieger Lubasch 6. Abt. in 7,5« Min. an Bahnrunden zurllck?. Bichier. fZfqipkau, Bez. 4a(Senftenberg). Vorgabe-Waldlaus SB. Moabit. Unter Beteiliaung von 98 Läufern, darunter solchen der Freien Turnerschaftcn Wrißensee und Chorlottenburg, dem Schwimmverein ..Vorwärts' und dem Athlctlksporlklnb ging am Sonntag der Wald- lauf des Sportvereins Moabit über dip R e h b e r g e und durch die Jungfern Heide vor sich. Die Acranstaltiing war als Vorgabe- lauf ausgeschrieben. Zahlreiche Zuschauer am Start und am Ziel sowie aus der Strecke bekamen interessante Kämpfe zu sehen. Die sandigen Neyberge machten den Läufern größere Schwierigkeiten, so daß über die kürzeren Strecken die Malmänner die Vorgaben nicht ganz ausholen konnten. Dagegen gab es im H a U p t l a n f e n der Männer über 5300 Meter ein ausgeglichenes Handicap. Bei 3000 Metern war das 20 Mann starke Feld trotz der Dorgal'cn bis zu-i Minuten zu einer Kette von etwa 500 Metern Länge auf- geschlossen, und nun setzten aus dem letzten schwierigen Teil der Strecke die Positionstümpfe der ausgerückten guten Lävicr ein. Hier zeigte der Weißenseer Krautwedel ein gutes Können, der als Mal- inann bis zur Spitze auslief und vor Blankenburg ll(4,5 Sekunden Vorgabe) und Blankenburg I(Malmann) als Sieger das Ziel passierte. Nachstehend die einzelnen Ergebnisse: Frauen und Mädchen(1200 Meter), 1» Teilnehmer: 1. Franke(1 Min. Bor. gäbe) 4: 2»,I Min. 2. Heiking<1 Min. Borgab«).— Schüler(1800 Meter) 27 Teilnehmer: 1. Schelski(43 Stf. Vorgabe) 8: 41,3 Min. 2. ffiohltc(SO Sek. Vorgabe). Malmann Hahn al» 5.— Zugendlich«(3500 Meter) 17 Teilnehmer: 1. Diese(114 Min. Borgaoe) 14: 35 Min. 2. Erfurth(1 Min. Vorgabe). Mal- mann Wels als 6.— Männer(Spieler und Turner, 8500 Meter), 10 Teilnehmer: 1.©eng(IVj Min. Vorgab«) 14: 06 Min 2. E. Nichter(1(4 Min. Borgabe). — Männer(Langstreckler, 5300 Meter), 20 Teilnehmer: 1. Krautwebel-Weißinfee (Malmann) 19: 04,1 Min. 2. Blankenburg II(45 Eck. Vorgabe). vorführungswellftreit üer Turnersparte. Ein guter Erfolg. Im neuerbauten„Mercedes-Palast' in Neukölln war am Sann- tag im Rahmen einer Matinee eine Reihe hochwertiger Darbietungen zu sehen, aus die die Arbeiterturner stolz sein können. Dieses größte Kinotheater ist freilich schon eine Sehenswürdigkeit an sich. Man glaubt sich in ein großes Freilichttheater versetzt, über dem der blaue Himmel strahll. Die gewaliige Bühne ist zu Massenvorführungen wie geschassen und die Lichtesfekte tragen nicht wenig zum vollen Gelingen bei. Die Kinder der Kreisschule eröffneten den Wettstreit. unächst die Knaben mit Sprung, Lauf, Gymnastik, alles ohne eräte und ohne Kommando. Dann kamen die Mädchen hinzu und gemeinsam spielten sie das lustige»Zizazappelmann'. Die M ä d- ch e n allein brachten dann ein Alltagsbild aus der Großstadt, wie sie sich um den Leiermann sammeln, der ihnen ein Stück zum Tanz aufspielt.— Hohe Einzelleistung zeigten vier Knaben und ein Mädchen der Freien Turnerschaft Groh-Berlin W e d d i ng in der Akrobatik und ernteten verdienten Beifall.— Reu und interessant waren die Turnerinnen von Neukölln mit „Motor und Damps", gymnastischen Uebungen, die die modernen Maschinenbetrieb oersinnbildlichen.— Symbolisch war das Fahnen- schwingen der Turner von Brandenburg a. d. H. in den Farben Schwarz-Rot-Gold und Rot, darstellend den Weg über die Republik zum Sozialismus.— Ein Stück aus dem alten Programm der Turner brachte Niederschöneweide, gut durchgeführt, mit Akrobatik, aber auch die einzige Vorführung mit der alten Turner- kleidung(lange weiße Hosen usw.), wobei man vom Körper und seiner Arbeit nichts sieht.— Lustige Momente gab es beim „Allotria' der Turnerinnen von FTGB.-Osten mit seinem Pferd- springen, Huckepack-Sprtngen über sechs Hindernisie und tzopsabgang. Gute gymnastische Schulung, verbunden mit Humor, brachten Erfolg.— Das Geräteturnen kam durch eine R e ck r i e g e des 1. Kreises zur Vorführung.— Die„G y m n a st i k nach Niels B u k h' der Lichtenberger Männer hatte große Spannung erweckt, tonnte aber trotz guter Ausführung nicht befriedigen. So gemütlich und pausenreich sind die Dänen nicht, sie machen es ohne Musik, und trotzdem„liegt Mustke drin'. Vielleicht wird von anderer Seite ein- mal der richtige Niels Bukh gezeigt.— Die K r e i s s ch u l e der Erauen führte u. a. die Uebungen zum Kreisfest vor, Männer und uaend Motive aus der K l a m t- Schule. Männer und Frauen von „Fichte' zeigten Kraft und Schwung in ihrem„Vom Sport zur Be- freiung'. Das S ch l u ß b i l d von Fichte 9 zeigte reine Ten- denz ohne jede Gymnastik und fiel daher aus dem Rahmen oller anderen Darbietungen heraus.— Im ganzen genommen kann dieser„Dorfrühlingswettstreit' als eine mustergültige Darbietung bezeichnet werden, die sicher auch anregend und serd*rnd auf den Massenbetrieb einwirken wird. Ms Sem Reichstagsausschoß für Leibesübungen. Die Verteilung der vom Retchstagsausschuß für deutsche Leibes- Übungen bewilligten Mittel stellt sich wie folgt dar: Von der Gesamt- summe von anderthalb Millionen Mark sind 900 000 Mark einem Sammelfonds überwiesen worden, aus dem allen Leibesübungen treibenden deutschen Verbänden, auch dem Arbeiter-Turn- und Sport- bund, Zuwendungen der verschiedensten Art gemacht werden sollen. Der Reichstagsausschuß begibt sich in der nächsten Zeit noch Leipzig, um die don errichtete B u n d e s s ch u l o des Arbeiter-Turn- und Sportbundcs zu besichtigen. Ein im Reichstagsausschuß gestellter demokratischer Antrag, die Frauen innerhalb der Geschäfts- führung der Leibesübungen gleichberechtigt zu stellen und bei dem am Sportforum beabsichtigten Alumnat auch die studierenden Frauen gemeinsam unterzubringen, wurde vorläufig abgelehnt Einstimmig wurde ein Zlntrag angenommen, wonach dem Deutschen Reichs- .-.»st für mehr ausschuß sür Leibesübungen so lange keine finanziellen Zuwendungen gemacht werden, bis Abrechnung über die vom Reiche bisher gegebenen Millionen für die Hochschule sür Leibesübungen erfolgt ist. Rettungsgesellschast öer tvosserspsrtvereme. In der Geneialversamnilung der Rettungsgesellschaft der Wasier- sportvereine von Berlin und Umgegend teilte der Vorsitzende T ü r ck c mit, daß die drückenden Schulden, die infolge der im Frühjahr 1920 erfolgten ilnterschleise des früheren Kassierers die Gesellschaft bc- lasteten, völlig abgetragen seien. Allerdings hat die Stadt Berlin fllr die Hälfte der fälligen RatennickzahUiua Frist gewährt. Der sinanziellc Schaden, öer der Rettungsgesellschaft aus der Untreue des Kassierers erwächst, beziffert sich auf etwa 5000 M. Die An- gelegenheit wird noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Der Magistrat beabsichtigt, den Rettungsdienst auf den Berliner Gewässern aufzuteilen. Das W a n n s e e g e b i e t soll das Rote Kreuz, die Tegeler Gewässer der Arbeiter-Samariter-Bund und den Osten die Rettungsgesellschaft betreuen. Die Vereine sollen zweite Warnungsstation errichten, eine weitere wird i» E ch m v ck w itz auf dem Gelände des Segelklubs„Seddin' erstehen, die den Langen uitd Seddin-Sce und Große Krampe sichern soll. Zu Ostern und Pfingsten wird am votgtn- und Wolziger See ein Rettung-�die-ist eingerichtet und auf den Regatten stellt die Ge- scllschast wie schon immer Arzt und Sanitätsmannschaften zur Ver- sügung. Der weitaus grötzte Teil der Berliner Wassersportvereine gehört der Rettungsgesellschaft als Mitglied an. Aus dem Sa- n i t ä t s b e r i ch t des Gesellschaftsarztes Dr. Friedländer ging her- v vor, daß an 115 Tagen der Rettungsdienst ausgeübt wurde. Es wurden 36 Verunglückte aus dem Müggelsee geborgen und 117 Un- fälle behandelt, davon 48 durch den Arzt. » Der Regierungspräsident als Chef der Verwaltung der Märki- schen Wasserstraßen hat jetzt die Vordrucke der Ausweise für die Vertrauensleute der Wasserwacht e. V. genehmigt. Die Wasserwocht e. V., Geschäftsstelle Berlin S. 61, Planufer 61, Fernsprecher: Hasenheide 8154, fordert nunmehr ihre Mitglieder aus, Vertrauensleute in Vorschlag zu bringen. Diese Vertrauensleute sollen bekanntlich die im öffentlichen Wasserstraßenoerkehr hervor- tretenden Organe der Wasserwacht e. V. bilden. Die Vertrauens- leute sind keineswegs als Hilfspolizisten anzusehen. Der Ausweis, den ste bekommen, soll lediglich als Legitimation dienen. Kegeln. Ein recht heißes Ringen um die Meisterschaften brachten am Sonntag, dem 13. und 27. Februar die Bezirkskämpf« des Bezirks Osten vom„Freien Keglerbund" im Keglerheim Schneider in Britz. Bezirksklubmeister wurde, wie zu erwarten war, der SKK. „Immer fest« druff" mit 3714 Holz bei 500 Kugeln: eine Leistung, die alle Anerkennung verdient. Wenn auch der vorjährige Bezirks- meistertlub„Alter Stamm" nun von der Spitze weichen mußte, so hat er es dennoch erreicht, an anderer Stelle an der Spitze zu stehen, und zwar indem Robert Hoffmann mit 1109 Holz bei 150 Kugeln als Einzelmeister hervorging: desgleichen konnte ihnen auch der zweite Platz in der Bezirksriege nicht streitig gemacht werden, den Erwin Haase einahm mit 1106 Holz. Berliner Arbeiter. Schachklub, Abteilung„Westend". Spieltag: Donnerstags 8 Uhr, in Charlottenburg, Sophie-Charlotte-Straße 88 (Ecke Potdamer Straße) bei Jäger. Wegen der am Donnerstag. 24. März im Schachheim Skalitzer Straße 126(abends 7 Uhr) an- läßlich des II. Internationalen Turniers stattfindenden auherordent- lichen Generalversammlung fiillt an diesem Tage der Spielabend aus. Die Schachgenossen werden ersucht, restlos auf dieser General- Versammlung zu erscheinen. Diamanlenlaus, ein südafrikanischer Sport. Bei dem letzten Rennen nach den Diamantenfeldern von Grasfonatin-Farm, an dem sich 12 000 Goldsucher beteiligten, gab es einen Fehlstart. Die Polizei erklärte anfangs, daß ein Hase schuld daran gewesen sei. Inzwischen hat es sich herausgestellt, daß die Spekulanten berufsmäßige Schnelläufer für ein hohes Honorar engagiert hatten, die im Austrage ihrer Geldgeber natürlich bestrebt waren, die ersten zu sein. Die Regierung hat nunmehr das Rennen mit dem Fehlstart für ungültig erklärt und ein neues Rennen ausgeschrieben, bei dem keinem„Hasen" mehr Gelegenheit zur Störung gegeben werden soll. Es ist anscheinend nicht so einfach, die„Jagd nach dem Glück" regierungsseitig zu regulieren. Warum sollen die„Professionals" nicht auch noch Diamanten laufen, wo sie das Gold noch nie verschmähten. Sport und Arbeiterkultur. Die Märznummer der„Arbeiter- Bildung", die Beilage der vom Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit herausgegebenen„Bücherwarte", enthält einen interessanten Beitrag zu dem Thema:„Arbeitersport und A r b e i t e r k u l t u r". Der Artikel zeigt, daß auch bei den Arbeiterkulturoroanisationen das Bestreben rege ist, zu einem Zu- sammenschluß zwischen den Korporationen der Arbeiter-Körper- und Geistes-Kultur zu kommen. Als geeignetes Bindeglied für gemein- same Veranstaltungen, Feiern usw. fordert der Verfasser, P. Frankest- Zeitz, überall die Bildung von Arbeiter-Kulturkartellen. Die Auhball-Städlemannschaft verliert 2: 3. Um für die kommenden Etiidtcspiele(Leipzig und Wien) gerüfiet zu lein, odsoivicrte die Berliner Etiidtcinannschaft am Sonntag ihr erstes Prodespiel gegen die als spielstark geltenden Pankower Adler W>. Beide Mannschaften licsertcn bei flottem Kampf und gutem Besuch ein Spiel, das auch dem per. wshnlcftcn gustballanhängcr greude bereitete. Alle noch so gnt elngcleitcttn Angriffe der beiderseitigen Stürmerreihen wurden von den guten Torwächtern um icde» Erfolg gebracht. Erst kurz vor der Pause gelang es dem Halbrechten der Städtcmannfchaft, auf einc Borlage von Ztechtsanßen feine Partei in stührung zu bringen. Aach Wiederbeginn ändert sich das Bild. Adler drängt zetzt stark. Ein Erfolg bleibt ihnen jedoch vorerst versagt. Bei einem Gedränge vor dem Städtclor stürzt ein Verteidiger und berührt den Ball mit der Hand, äen »gt worauf der Schiedsrichter einen Elfmeter verhängte, der auch vom Halbrech Adlers glatt verwandelt wurde. Weiter bleibt Adler im Vorteil und dräi_ zeitweise die Städtcmanufchaft in ihr- eigene Hälfte zurück. Hier steht aber als Bollwerk die Verteidigung: vor allen Dingen scheint der Torwart uuüber- windbar. Die schärfsten Schüsse aus kürzester Entfernung werden von ihm gehalten. Allerdings hatte das mangelnde Verständnis der Adlcrftürmer untereinander nicht den sonst gewohnten Elan, zumal Halbrechts zu langsam spielte. Der Mittelläufer der Städtcmanschast versuchte immer wieder mit aller Gewalt seinen Sturm nach vorn zu werfen. Hier zeigte es sich nun, daß der Sturm der Städtcmannfchast nach der Pause den vorder gesehenen Zusammenhang vermissen ließ. Ein schneller Durchbruch der rechten Seite von Adler bringt in Verbindung mit einer Täuschung des Halblinken den zweiten Erfolg. Doch dauerte die ssreudc nicht lange, und der Ausgleich ist durch den Halbrechten der Städtemannfchaft hergestellt. Der Adlcrmannfchast gelingt es schließlich doch noch, den siegenden Tresser zu erzielen. Weitere Resultat«: Eine wichtige Entscheidung sollte im Osten fallen, doch muß nun das Spiel wiederholt werden. Stralau mußte, durch das Fehlen sich die Zeuthen« besonnen, denn gegen Oberspree wurde nach hartem Kampf ein Unentschieden(1: 1) errungen. Zm Südwesten ist nun auch in Gruppe C endgültig die Entscheidung gefallen. Neukölln schlug die sie besuchende Lucken. walder Frisch»Aus mit 5: 0. Potsdam spielte gegen Nowawcs 1: 2. gehlen- darf gegen Lindenhof<>: 2. Fortuna gegen Wilmersdorf 2: 4. Askanm gegen Verein für Bewegungsspiele 1: 4. Wannsee gegen Lankwitz 2: 3. Wittenau gegen Nord»Oranienburg 9: 0. Rathenow gegen Adler 4: 5. Spandau gegen Teutonia 1: S. Viktoria gegen Bernau 4: 3. Stern gegen Kreuzberg 4: 1. Rilstig-Vorwärts gegen Titania 4: 1. Borussia gegen Alemannia 4: 3. Neukölln« BallfpieMub gegen Berlin Xll 3: 4. Eintracht gegen Fußballring 3: 9. Britannia gegen Sadowa 2: 0. BeroNna gegen Beelitz 3: 9. Lichtenberg I gegen Hertha 22 2:2. Viktoria gegen Teltow 2: 2. Sparta gegen ssrifch-Frei 3: 1. Siemensstadt gegen Ama. teure 1: 3. Lichtenberg III gegen Adler 3: 1. Friedrichshagen gegen Fichte» Südost 2: 1.___ Handballbericht vom 20. März. Eine Ueberraschung war das am Eonnabend ausgetragene Spiel der Städte» Mannschaft gegen Neukölln 2. Die Städtcmannschast hatte Anwurs, brachte den Ball nach vorn und sandte unverhofft zum ersten Tor ein. Nach dem vierten Tor der Städtemannschast konnte Neukölln durch gutes Zusammenspiel«in Ehrentor einsenden. Dann ging es in die Paus«. In der zweiten Halbzeit mußte der Torwächter noch sieben Bälle durchlassen. Das Jnnentrio war im Zusammenspiel und Schußsreudigkeit hervorragend. Schuld an diesem Resultat trug die Neuköllner Verteidigung, die im Gegensatz zum Torwächter, der fast alle Bälle in gefährlichen Stellungen abwehrte, fast gar kein« Abwehrarbeit leisteten. Der Neuköllner Sturm hätte vielleicht einige Tore mehr bekommen, wenn er ebenso schußsreudig gewesen wäre und nicht so stark llberkomdiniert f.**11.______.....T" Y*„: f„ t*ä*l Cn*■■ 9:4TT V* K*«» O X 1» ♦ /%*» X I>»» n i- N Jörn Inncnsturm ist hier fast dasselbe zu sagen wie bei der Städtemannschast, denn das Resultat lautete 6:9(2:9). Die größte Anzahl der Tore hat der Mittelstürmer, oftmals völlig freistehend, geschossen. Hockey vom 20. März. In der Gruppe A wurde das letzte Serienspiel ausgetragen. Di« Freie Turnerfchast Schönholz 1 empfing aus eigenem Platz die Freie Turncrschast Turnerschast Schönholz 1 empfing nur eigenem Platz die Freie Turnerichast Groß.Brrlin.Norden II 1. 3:3 trennten sich beide Mannschaften nach einem slott durchgeführten, beiderseits gleichwertigem Spiel. Bei Schönholz ragte, wie immer, der intensive Mittelläufer hervor, der immer wieder seinen Sturm Berlin waren zwei bestimmt haltbar, wenn der Torwart an seinem Platz ge. der Pause zusammenklappten. In einem Pslichtspiel trennten sich die Freie Turnerschast Schmargendors rnid ASV. Fichte 12 9:4. Die beiden Ortsvereine Lichtcnbcrg-Eportlcr und Lichtenberg 2 spielten 2: 9. Der Schlußtabellenstand in Gruppe A ist folgender: ATV. Pankow: 7 Spiele gewonnen, 3 verloren, 41: 13 Tore,(4: 6 Punkte. ASV. Fichte-West: 7 Spiele gewonnen, 3 verloren, 39: 12 Punkte, 14; 6 Punkte. Fr. Tschst. Schönhol,: S Spiele gewonnen, 4 verlor:n, 1 unentschieden, 27: 19 Tore, 11; 9 Punkte. Fr. Tschst. Groß. Berlin-Norden 11: 3 Spiele gewonnen, 4 verloren, 3 unentschieden, 14: 21 Tore, 9: 11 Punkte. Athletik-Sportklub: 3 Spiele gewonnen, 6 verloren, 1 unent- schieden. 11:24 Tore. 7:13 Punkte. Fr. Tschst. Eharlottenburg: l Spiel ge. wonnen. 8 verloren, 1 unentschieden, 19: 31 Tore, 3: 17 Punkte. Pankow und Fichte-West müssen NUN den Meister ausspielen. Berlin« Arbeiter. Echachklnb, Abt. Südring. Mittwoch, 23. März, t,3 Uhr, treffen sich alle Schachintercsscnten zwecks Neuaründung einer Abteilung im Lokal Fripan. Mareschstr. 14 tIdealklause). Abt. Dönhossplatz spielt jeden Freitag ab>A3 Uhr bei Horwarth, Kommandantenstr. 36(Hosrcstaurant). Achtung, Altcrsturner 1. Kreis! Sonnabend, 29. März, 7— 19 Uhr, findet das Wertungsturncn statt. Geturnt wird am Reck und Barren je eine Kür». Schwung, und Kraftübung, am Pferd, außerdem eine Freiübung. Nach dem Turnen geselliges Beisammensein. Rudervcxein"•---- saison. Erl Saerow« 4___________________ Freitag, 25. März. Spätere Meldungen werden nicht berücksichtigt. Frei« Turnerschast Wilmersdors, Abt. Fußball. Die Sitzung der Abteilung findet wegen Räumung des bisherigen Platzes und Bereinsheims am Dienstag, 22. März, im Lokal von Kulka, Lauonbnrger Str. 21, statt. Freie Turnerschast Sroß-Bcrlia. Die Geschäftsstelle befindet sich NO 13, Lichtenberg« Str. 3. Fernsprecher:.Königstadt 8656(nachmittags oder abends). Lnckenwaldcr Waldlauf. Der Frühjahrswaldlaus des 4. Bezirks vom l. Kreise Arbciter-Turn. und Sportbund findet am 3. April bei Luckenwalde, Hetzhcidc, statt. Der Mcldetermin, der ursprünglich aus den 29. d. M. fest- gelegt war, ist aus den 29. Mär, verlängert worden. Luckenwalde«wartet die Beteiligung all« Vereine des Bezirk». Schwimmselt in Eharlottenburg. Sonntag, 27. März, 8 Ahr, veranstalten die„Freien Schwimm« Eharlottenburg 94 e. V."«in lokales Hallcnschwimmfest in b« Badranstalt Krumme Str. 19. Eintritt 75 Pf., Erwerbslose 25 Pf. AWI(Arbester.Winterlport.Intcrcssengemeiuschast). Der M-ssagekursu» beginnt Donners'aa. 24. März. 7>A Uhr, auf dem Fichtcplatz in Treptow. Decke und Sportkleidung sind mitzubringen. Die Freie Ruderoercinigung 1913 e. V., Bootshaus Oberschöneweide, Spree. straßc 4.5, hat einc Iugendabtciluiiq gegründet. Meldungen beim Jugend- lciter Willp Neu, Berlin-Neukölln. Mariendors« Weg 1. Achtung, Rcttuugstchwimmer 1. Kreis! Dienstaa, 5. April, 3 Uhr, in der Geschästsstelle des Kartellverbandes, Landsberger Str. 32. Vortrag für die Rettungsschwimmer. Die theoretischen Prüfungen wcrden folgendermaßen ab- gehalten: 1. Bezirk 12. Avril, 2. Bezirk 29. April, 3. Bezirk 22. April, 4. Bezirk 28. April. Beginn überall>A8 Uhr. Touristen»««,»„Die Naturfreunde"(genitale Wien). Abt. Friedrich-Hain: Dienstag, 22. Mörz, 3 Uhr, im Heim Ebertnstr. 12 Bortrag:„Frühlingsflora". — Abt. Friedenau: Dienstag, 22. März, 8 Uhr, im Heim Offenbach« Str. 5» Liederabend.— Abt. Rorben: Dienstag. 22. März, 8 Uhr, im Seim Jsonnen. bürg« Str. 29„Naturschutz"(Botanik, Genosse Bchrotter).— Abt. Bebbing: Dienstag, 22. März, 3 Uhr, im Keim Luxemburger Str. 7 Brettspielabenb.— Abt. Treptow: Dienstag, 22. März, 3 Ubr, im Seim Effenstr. 3 Gesangs- grnppe.— Abt. Pankow: Dienstag, 22. März, 3 Ubr, im Heim Görschstr. 14 Heimabend.— Musikgemciuschast Norden: Mittwoch. 23. März, 3 Uhr, 119. Ge. meindcschulc, Schönhaus« Allee 136a.— Abt. Friedrichshagen: Donnerstag, 24. März, 3 Uhr. im Seglerheim See. Ecke Bellcvuestraße Schachabenö.— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 24 März. 3 Uhr, im Heim Danziger Str. 23 „D'e Revolution sog 1843".— Abt. Reiuickeudors: Donnerstag, 24. März, 3 Uhr, im Jugendheim Seebad„Fahrt durch Oesterreich und Eüddeutlchland".— Abt. Neukölln: Donnerstag, 24. März, 3 Uhr, im Heim Böhmische Ecke Kann« Straße Lichtbildervortrag:„Sächsische Schweiz".— Gau Brandenburg: Genossen, die Öfter» nach Rügen fahren wallen(4 Tage), melden sich bei Bruno Damnitz, LUderitzstr. 58. Fahrpreisermäßigung. vortrage, verekne unö Versammlungen. # Reichsbanner»Schwarz- Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14, Eebastianstr. 37/38, Hof 2 Sr. Mitte: Mi., d. 23., Werbeumzug. Antreten 7>4 Uhr Gartenstr. 6. Treptow(Kreis): Gruppen., Zug», Kameradschaftsführ« und Funk. tionäre am Mi., d. 23., 8 Uhr, bei Gorgmann, Baumschulenweg.— Bernau: Heute abend 3 Uhr Antreten bei Löwe zum Ausmarsch.— Adl«»hos: Mi., d. 23., 7 Uhr, Antreten aller Funktionäre zur Fahrt zur Äreisoorstandssitzung. Banncrklcibung.__ 'aus or» rant Hamuseck, Hauptstr. 6. Rciuickendors-West:. rstr. 101/104.— 25. März: Hohennrucndors, Lindemanns GesellkchasI Berlin« Straßc.— 23. März: Oberschöncwcide, Imbergs Gcsellschastshaus, wcberst idicinstraßr. Tegel, Nestau. antmanns Brauerei, Echarn» stshaus, Wilhelminenhosstr. 34. Ädlcrshos, Zieges Gcsellschastshaus, Bismarckstr. 29.— 30. März: Trcreartcn, Wcrnickcs Festsäle, Potsdamer Elr. 39/39». Donnerstag Schönhauser Allee I34d.— Schönebcrg: Jeden Donnerstag Sedan. straßc 53.— Südost: Jeden Dienstag Liegnitzcr Etr. 19(Lokal Thiclert).— Wcdding: Jeden Donnerstag Pascwalk« Str. 3.— Wilmersdorf: Jeden Freitag Augustastr. 13. Am 25. März Vortrag über Fernempsana.— Kreuzbein: Jeden Freitag Nostiz/tr. 29(Restaurant Schneckoppe). Gäste überall willkommen. Ortsgruppe Verlin-Westcn der Bereinigte» Verbände Heimattreue« Ober. schlesi« e. B. Wcrbcversamnilung mit Lichtbildervortrag über Obcrschlesten Freitag, 25. März, T/i Uhr, bei Wernicke, Potsdamer Etr. 39»(2. Hof). Freidenker-Volkshochschule Berlin. Mittwoch, 23. März, Hi Uhr, im Aokanischen Gpmnasium, SW, Hallesche Etr. 26. Bortrag von Rektor F. Schmidt: „Weltliche Erziehung und wcltlilhe Schule". Longfcllow English Debating Elnb, 38, Bülowstr. 104. Mittwoch 8 Uhr Pros. Wenblandt:„Beethoven". Gina Götz-Lcvq:„Gesang". Verein der Schleswig. Holsteincr(gegr. 1833)). Dirnstag, 22. März, 8 Uhr, Bunter Abend, Deutscher Hof, Luckaucr Str. 15. Landsleute und Gäste will- kommen. �_ Reichsbund jüdisch« Frontsoldaten S. B. Dienstag, 22. März, 8 Uhr, Alhambra, Wallnertheatcrstr. 15, Vortragsabend: F. Fechcnbach über„Unsere �"�Humboldt. Hochschule. Mittwoch. 23. Mär?, 819 Uhr, Dcorgenstr. 3(1/31, im Rahmen der Vortragsreihe.Lustfahrt" Vortrag Regicrungsinspcktor Schnitzler: „Hochstraßen des Weltluftvcrkehrs". Karten an der Abendkasse und in den Geschäsisstellen. Ehor der Jungen(Mitglied de- Deutschen Arbeiter-Sänaerbundes). llebungsstunden jeden Donnerstag l(.3-1419 Uhr Jugendheim Oberschöneweibc, Laufen« Etr. 2. Dirigent P. Hönick. Anfragen an Walter Dehmel, Nieder. schöncwcidc. Rudower Str. 14. � Ueber Gedankenlesen und Telepathie spricht im Monistrnbund Dienstag, 22. März. 3 Uhr. Dr. Bacrwald, Aula des Werner-Siemens-Realgymnasiums, Hohcnstauscnstr. 47/48.....- Der zweite Vortragsabend der Augeliea Balabanois findet Donnerstag. 24. März, 8 Uhr, im Lehrervcrcinshaus am Aleranderplatz statt. Sie spricht über:„Mussolini, d« italienische Faschismus und Menschenrechte". Unkosten. beitrag 30 Pf...___ Arbeiter» Samariterbunh«. B. Kolonne Reinickendorf: Mitgliederverkamm. Inno Donnerstag. 24 März, Rolksban« Scharnweberstr. 114. Vortrag:„Die Beziehungen der Spphilis zur Ehe, Schwangerschaft und Nachkommenschaft". Freie Aedci:er. Stenographen oerciniaung Groß-Berliu. Fortschrittskurse bzw. Ucbungsabende nach Etolzc-Echren: Äciikclln: Freitags>->3—>419 Uhr Realgymnasium Kailer-Fricdrich.Str. 299/219. Osten: Freitags>«3—>419 Uhr Ee. meindefchule Memeicr Etr. 24.— Nach der Rcichskurzschrist: Neukölln: Drcns» tags>43—>419 Uhr Nealqymnasium Kasser. Friedrich. Str. 299/219. Osten: Mon. tag»>48—>410 Uhr Eemcindcschulc Frankfurter Allee 37. Neuanmeldungen werden jederzeit entgegengenommen.— Unseren Mitgliedern sei nochmals unser 1. Gauwcttschreibcn am Sonntag, 27. März, vormittag» 9 Uhr, Neukölln, Real- gnmnasium Kaiser-Friedrich-Str. 209'210, in Erinnerung gebracht. Anfragen beantwortet der 1. Vorsitzende W. Riedel, Bcrlin-Pankow, Hertastr. 8 I. Welferberichl der öffenlsschen wetlerdiensistelle für Berlin und Umgegend (Nachdr. neeb.). Teils heiter, teils bcwölki und weiterhin mild. Keine Nicdcrichläge.— Für Dculschland: Im Westen bewölkt bis heiler, im Osten porlinegend heiter. Ueberall-mild und trecken. der genossenMhafnidien Warenhäuser und der größten Umfanges „Hoffnung", BehieiUnngS-IndUStriC G.ni.h.H. rsgllen mehrmalige Wiederholung Mittwoch, den 23. März 1927, bis Mittwoch, den 30. März 1927 von 1 Uhr mittags bis 10 Uhr abends in den Gesamträumen des Berliner Gewerkschaftshauses, Enseiufer 24-25 Eintritt 25 Pfennig Nr. 136 ♦ 44. Jakrgakg 2. Seilage öes vorwärts Vkenstag, 22. März 1927 VeutsihlanSs Konkurrenzfähigkeit sinkt Eine �rittelmilliarde Einfuhrüberschuß. Starker Exportrückgang. Die Spanne im deutschen Ausfuhrhandel zwischen den©n« und Ausfuhrwerien hat sich, nachdem im September v. I. mit zehn Millionen der letzte kleine Akliosaldo zu verzeichnen war, nach den Außenhandelsziffern für den Monat Februar noch erheblich vergrößert. Seit dem Monat Oktober hat sich der©nfuhr. Überschuß in ständig aufwärtsweisender Kurv« von IIS auf ZZ9 Mil» lionen erhöht, also in fünf Monaten fast verdreifacht. Der U m f a n g des deutschen Außenhandel» ist dagegen in derselben Zeit fast absolut gleichgeblieben. Mit 18S1 Millionen im Monat Februar ist er nur um 14 Millionen geringer als im Oktober und gegenüber der niedrigsten Ziffer im November mit 1849 Millionen zeigt der rein« Marenoerlehr im Monat Februar nur die minimale Steigerung von zwei Millionen Mark. Di« vom Statistischen Reichs» amt bekanntgegebenen Ziffern lauten: Aus diesen Ziffern ergibt sich, daß die reine Waren einfuhr gegenüber dem Monat Januar fast gleichgeblieben ist, gegenüber dem Monat Oktober mit 999 Millionen aber um über 199 Millionen « r h S h t ist. Die Ausfuhr dagegen hat ihre seit dem Monat November bereits fortdauernde Abwärtsbewegung fortgesetzt. Sie ist auf 758 gegenüber 799 Millionen im Januar und 87S Millionen im Oktober gesunken. Der Rückgang der Warenausfuhr war im Februar mit rund 43 Millionen in den vergleichenden Monaten bis» her am stärksten und ist gegenüber dem Monat Oktober mit rund 119 Millionen noch um 14 Millionen größer als die Einfuhrsteigerung. Die©nfuhr an R o h st o f f e n ist dabei bemerkenswerterweise weiter gestiegen. Es ergibt sich für dje Zeit seit Oktober die Tatsache, daß fast die gesamte Eiufuhrsieigeruag aus Rohstoffe euffAlt. Weit über die Hälfte der erhöhten Rohstoffemfuhr dürste dabei auf Textilrohstoffe entfallen.(Preissenkung!) Sehr viel weniger stark sind an der©nfuhrsteigerung Eisenerze und Halbmetall« beteiligt. Dagegen ist sehr beachllich, daß seit November, spätestens seit De- zember die Einfuhr von Fertigwaren sehr bedeutend g e> stiegen ist. Allem im Monat Februar erfolgte gegenüber dem Vormonat ein«©nfuhrsteigerung für Fertigwaren von 14,4 Mil- lionen Mark, woran Textllwaren mit 7, Walzwerkserzeugnisie und Eisenwaren mit 2,5 Millionen beteiligt sind. Bei de» A u» f u h rz i f f e r n zeigt sich der stärkst« Rückgang ebenfalls bei Fertigwaren. Die Fertig» Warenausfuhr ging um 213 auf 541,2 Millionen zurück, wobei sehr zu beachten fft, daß nur die um rund 13 Millionen erhöhte Ausfuhr von Textilwaren den Rückgang des übrigen Exportes(darunter Walzwertserzeugniss« und Eisenwaren um 193. Farben und Firnisse um S,7 Millionen) niedrig halten konnte. Gegenüber dem Monat Ottober vorigen Jahres liegen für fast sämtliche h o ch w e r» tigen Erzeugnisse beträchtliche Exportrückgänge vor. die bei elektrotechnischen Erzeugnissen besonders groß sind. Die Ausfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren zeigt gegenüber Januar ebenfalls eine Abnahme um 12,7 Millionen Mark, wovon S3 auf Koks, 4,9 auf Ammoniak und 3,9 Millionen auf Eifenhalb- zeug entfallen. Bei Lebensmitteln ist der Ausfuhrrückgang für Zucker um S,9 Millionen Mark besonders auffällig, was darauf schließen läßt, wie scharf die Verkaufsorganisation der Zucker» Industrie heute den Inlandsmarkt ihren Preiserhöhungen unterzu» ordnen oermag. Diese Entwicklung des deutschen Außenhandel» dürste keineswegs nur mit den Veränderungen auf dem Weltmarkt durch da» Wiedereinsetzen der englischen Montankonjunkwr zu erklären sein. Der wachsende Einfuhrüberschuß könnte durchaus erfreulich sein, wenn er der Ausdruck jener zweifellosen inländischen Kon- junkturbewegung wäre, die seit einigen Monaten vorliegt. Außer- ordentlich bedenklich aber muß, auch wenn für das Inland mehr produziert und im Inland mehr abgesetzt würde, die kontinuier- (ich sinkende Ausfuhr und die steigend« Einfuhr von Fertig- waren stimmen. Ei« muß um so bedenklicher stimmen, als sie jetzt schon seit fast einem halben Jahre anhält und als das vergangene Jahr durch Steuersenkungen, Zinsverbilligungen und den Rationalisierungsprozeß den deutschen Erzeugern Vorteile gebracht hat, die da» kon- kurrierende Ausland nicht aufzuweisen hat. Der deutschen Industrie müßt« es infolgedesien mindestens gelingen, die größeren im Inland abzusetzenden Warenmengen in erfolgreicher Konkurrenz mit dem Ausland selbst zu verkaufen und im Ausland konkurrenzfähig zu bleiben. Das Vordringen der ausländischen Konkurrenz im Innern, die geringer« Beteiligung deutscher Industrien am Weltmarktabsatz dürfte kaum anders zu erklären sein, als durch ein Nachlassen der deuffchen Konkurrenzfähigkeit. Dieses Nachlassen seinerseits kann wiederum keine andere Erklärung finden, als daß die großen Zins- und Rationalisierungvorteil« des Jahres 1926, die die deutsche Arbeitslosigkeit um rund 1 Million Erwerbsloser vermehrt hat, von der deutschen Industrie in teilweise höheren Preisen, sicher in höheren Gewinnen kapitalisiert worden sind. So wenig sonst au» der Entwicklung der Außenhandelsziffern brauchbare Schlüsse für die inner« Wirtschaftspolitik gezogen werden können, so scheint sich doch hier eindeutig die Lehre zu ergeben, daß e» mit der Veschäskigung der deuffchen Industrie bald wieder abwärts gehen muß, die kaum begonnene Konjunkturbewegung also abgedrosselt werden muß, wenn die Kapitalisierung der Rationali- sierungsgewinne weiter fortgesetzt wird wie bisher. Es muß deshalb aufs höchste beunruhigen, daß nicht nur die Wortführer der Landwirtschaft auf allen Gebieten höhere Zölle verlangen, son- dern daß auch die Wortführer der Schwerindustrie mit einer neuen Steigerung der Eisenpreise und der Forderung von Antidumpingmaßnahmen vorzugehen beabsichtigen. Di« unausbleib- liche Folge müßte sein, daß auf der einen Seite die Kaufkraft der Massen für den Lebensbedarf und auf der anderen Seite die Konkurrenzfähigkeit der oerarbeitenden Industrie im Inland und Ausland noch weiter zurückgeh en muß. Damit aber er- öffnen sich Perspektiven, die die Oeffentlichkeit mit größter Sorge erfüllen müssen. Um üie Erhöhung üer Mehlzölle. Wie man das Volk betrügt! Man muß dem deuffchnationalen Reichsernährungsminister Schiele das Zeugnis ausstellen, daß er mit rücksichtsloser Energie die Forderungen eintreibt, die den Deutschnationalen bei den VerK Handwagen über die Regierungsbildung aus wirtschaftspolitischem Gebiet bewilligt worden sind. In den gleichen Tagen, wo im Reichs- tag über den sozialdemokratischen Antrag betreffend S u s p e n- dierung der Roggenzölle verhandelt wird, versucht die Reichsregierung die Zustimmung für eine Erhöhung des M e h l z o lls zu erlangen. Zwar wird diese Zollerhöhung von 19 M. auf 1239 M. nnt den schwebenden Handelsoertragsverhandlungen mit Kanada begründet, und von der Regierung sind beruhigende Erklärungen �verbreitet worden, daß diese Zollerhöhung nicht in Wirksamkeit treten, sondern nur dazu dienen soll, die kanadischen Unterhändler bei den Verhandlungen den deutschen Wünschen ge- fügig zu machen. Zu oft haben wir in den letzten Iahren diese Melodie gehört, um diesen Versprechungen nochmals Glauben zu schenken. Selbst wenn aber totsächlich der Endeffekt der sein würde, daß dieser Zollsatz nur auf dem Papier erscheint und in einem tünfti- gen Handelsvertrag mit Kanada auf den Satz von 19 M. ermäßigt wird, wie er in dem gegenwärtigen provisorischen Abkommen mit Frankreich festgelegt ist, so muß doch gegen diese Methode der immer erneuten„Verstärkung unserer Zollrüstung ener. gisch protestiert werden. Glaubt die Regierung vielleicht. daß die Versprechungen in Vergessenheit geraten wären, oie bei der Schaffung des heutigen Zolltarifes gegeben wurden, daß nämlich die neuen Zollsätze in erster Linie al» Grundlage für Handels- Vertragsverhandlungen dienen sollten, und daß sie sich durch die Verhandlungen schrittweise auf ein erträgliches Maß vermindern würden? Bereits die bisherige Praxis bei den Handelsoertragsverhand- lungen hat diele Versprechungen Lügen gestraft, da die deutschen Unterhändler die Weisung hatten, um jede Zollposition, und ganz besonders um die agrarischen Positionen unnachgiebig zu kämpfen, so daß bis heute auf dem Verhandlungswege an der Höh« der ur- sprünglichen Zollsätze kaum etwa» geändert ist, und die deutsch« Wirtschaft unter chrer eigenen Zollrüstung zu ersticken droht. Geradezu grotesk ist es aber, wenn man nun so tut, als wenn die Zollrüstung noch gar nicht vorhanden wäre und für jeden neuen Handelsvertrag erst eigens neu angefertigt werden oder ergänzt werden inüßt� Es kann in keiner Weise zugestanden werden, daß die Zollerhöhung von 19 M. auf 1239 M. für die kana- bischen Verhandlungen erforderlich oder auch nur wünschenswert wäre. Vielmehr bietet bereits der heulige Zollsatz von 19 M. reiche Verhandlungsmöglichkeiten, da die Massen der Verbraucher eine Seil- tung des Zollsatzes auf beispielsweise 8 M. durchaus als ein« Er- leichterung empfinden würden. Es kann auch nicht die gering st e Berechtigung für die Ausrechterhaltung des heutigen Zollsatzes zugegeben werden, da selbst bei den gegenwärtigen Getreidezöllen nicht ein Mehlzoll von 19 M., sondern nur ein solcher von etwa 7 M. angemessen wäre und in dem heutigen Mehlzoll eine ungerecht- fertigt hohe Schutzspanne van mehr als 3 M. für die Mühlenindustrte enchalren ist. Die stetig zunehmende Konzen tration in der M ü h l e n i n d u st r i e, die für wesentliche Marktgebiete zu einem fast monopolartigen Zusammenschluß geführt hat, macht die Gewährung eines so hohen Zollschutzes an die Mühlen- industrie immer unerträglicher. Die Gefahr wird immer ernster, daß es der Mllhlenindustrie gelingt, den Zoll, der lediglich zur Ab- wehr der übermäßigen Mehleinfuhr bestimmt war. voll auszunützen und aus der Verbraucherschaft neben der Belastung durch die Ge- trcidezölle auch noch einen Extraprosit für die Mühlenindustrie in Höhe der gesamten Schutzspannc herauszupressen. Wie e r n st h a f t diese Gefahr ist, zeigt eine einfache Rechnung. Bei einem Brotgetreidebedarf der städtischen Bevölkerung von 63 Millionen Tonnen würde eine volle Ausnutzung des Mehlzolles zu einem Sondergewinn der Mühlenindustrie von mehr al» 129 Millionen Mark führen. Daß bereits gegenwärtig die Gewinne vieler Mühlen- konzerne außerordentlich hoch sind, zeigen die Dividendenaus- s ch L t t u n g e n, die in einigen Mühlenunternehmungen bereits 19 Proz. betrugen, zu einer Zeit, wo ein großer Teil der Aktien- gesellschaften in Deutschland dioidendenlos war. Der Abbau des übermäßig hohen Mehlzolles ist daher eine außerordent- lich dringend« Angelegenheit, um eine unerträgliche Ausbeutung der Derbraucher zu verhindern. Wenn die Regierung aus angeblichen handelspolitischen Notwendigkeiten gerade in der heutigen angespann- ten Lage der deutschen Brotversorgung den Mehlzoll noch erhöht. so zeigt sie damit deutlich, daßalledeutschnationalenBer. sprechungen von der Schonung der Verbraucher- interessen plumper Wahlschwindel gewesen sind, und daß sie bei ihrer praktischen Wirtschaftspolitik kein anderes Ziel kennt, als die rücksichtslose Durchsetzung der großograrischen In- teressen und die Verteilung von Belohnungen an solche Wirtschasts- zweige, die, wie die Großmüllerei, dem Landbund bei seinen Zoll- sorderungen treue Hilfsdienste geleistet haben. Daß im übrigen der Hinweis auf einen künftigen Handels- vertrag mit Kanada bei der Schaffung der neuen Getreidezölle eines der Hauptagitationsmittel gewesen ist, und daß von einem Tell der Wissenschaft diesen Getreidezöllen nurin ihrerEigen- schaft als Verhandlungszöllen zugestimmt wurde, daran soll hier nur kurz erinnert werden. Wäre dieses Argument von dem Verhandlungszoll jemals ehrlich gemeint gewesen, so müßte gerade der kanadische Vertrag die gewünschte Gelegenheit bieten, nicht nur die Mehlzölle, sondern auf dem Wege über die Mehlzölle auch die Getreidezölle abzubauen. hilfsüienste für Scharfmacher. Das rheiuisch-westfälische Sohlensyadlkat gegen sich selbst. Das Rheinisch-Wesffälifche Kohlensyndikat hält offenbar das Ge- dächtnis der Oeffentlichkeit und der Arbeiterschaft für außerordent- sich kurz. Sonst läßt sich der auffallende Widerspruch nicht erklären, der zwischen den ErNärungen in der Mitgliederver- sammlung des Rheimsch-Westfälifchen Kohlensyndikats am 12. d.M. und den nur 7 Tage später in der.Dergwerks-Zeitung" veröffent- lichten Zahlen über die Lage im Bergbau besteht. In der Mitgliederversammlung hieß es nämlich, „daß die Förderung weiter zurückgegangen, und daß eine nie wieder- kehrende Gelegenheit zu höherem Absatz, unwiderbringlich verloren sei: das Syndikat trete geschwächt in die Periode, die, wie voraus- zusehen, einen verschärften Wettbewerb aufweisen würde. Dos Sinken der Förderung bedeute eine Schwächung des Syndikats für den verschärften Wettbewerb." Es wurde der Presse(z.B. dem Essener Korrespondenten der„Frankfurter Zeitung") gegenüber auch erklärt, daß ein Hauptgrund für den starken Förder- rückgang die geringe Zahl von Ueberschichten sei, deren Bekämpfung durch die Bergarbeiterverbände angesichts der bevorstehenden Lohn- und Arbeitszestkämpfe eine stärkere Resonanz bei den Belegschaften findet. Was sagen nun die neuen Zahlen? LrbeiAStägliche Förderung in Tonnen: isis is» Schichtdauer unter Tage: Monat»>/, Std. 8 Eid. 8«tb. Januar....... 889 493 344 259 422 995 Februar....... 883 088 835 432 409 426 März........ 382 660 317 939 April........ 883 446 323 242 Mai........ 881 915 347 862 Juni........ 883 456 874 004 Juli........ 375 939 376 813 August....... 376 740 386 076 Sept ember...... 872 938 884 242 Oktober....... 866 484 403 283 November...... 886 261 430 657 Dezember...... 377279 420718 Januar— Dezember... 379 710 370 451 Man förderte also im Februar 1927 bei der Achtstundenschicht um 26 690 Tonnen arbeitstäglich mehr als im gleichen Monat des Jahres 1913 bei 8i4-Stunden-Schjcht. Die arbeitstäg- liche Förderung im Februar 1927 bleibt also nur hinter den Zahlen der drei vorhergehenden Monate zurück, hält sich aber im Ber- gleich mit allen übrigen Monaten immer noch aus der Rekord- höhe. Der unvoreingenommene Beobachter wird aus diesen Zahlen auch für die Zukunft keine pessimistischen Schlüsse ziehen dürfen: höchstens wird man vielleicht nach der Erfüllung der während des englischen Streiks abgeschlossenen langfristigen Verträge mit einem gewissen Rückgang rechnen müssen. Aber der Vorsprung gegen- über den Friedenszahlen(trotz der geringeren Schichtdouer!) ist immer noch groß genug, um einen gewissen Spielraum für die Be- darfsschwankungen zu gestatten. Wie erklärt sich dieser eigentümliche Widerspruch? Manche Freunde der Industrie, so z. B. die„Industrie- und Handels-Zeitung". zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man die beiden Meldungen in logischen Einklang bringen könnte. Sie versuchen dem Leser darzulegen, was denn eigentlich das Kohlensyndikat am vorigen Samstag gemeint haben kann, ohne die Zahlen von diesem Sams- tag Lügen zu strafen. Die richtige Erklärung fällt ihnen aber nicht ein. Dies« liegt wohs einfach darin, daß die Aeußerugen des Syndikats eine Waffe in den schwebenden Lohn- Verhandlungen mit den Bergarbeitern darstellen sollen. Im Februar nur scheinbarer Rückgang der Rohsiahlerzeuaung. Nach den Mitteilungen von„Stadl und Eisen" betrug die Rohstahl- gewinnung im Monat Februar 1 233 071 Tonnen. Gegenüber dem Monat Januar ist damit ein absoluter Rückgang von etwa 75 999 Tonnen zu verzeichnen. Dieser Rückgang ist aber nur ein scheinbarer, da der Monat Februar nur 28 Tage hatte, so daß a»f den einzelnen Arbeitstag eher noch eine größere Erzeugung entfällt als im Monat Januar. Januar und Februar zusammen brachten eine Erzeugung von 2 541 679 Tonnen gegenüber nur 1 697 778 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Das ist eine Steigerung gegen- über dem Vorjahre von rund 60 Proz. Die gute Lage der Bauindustrie illustriert von neuem der Ge- winnabschluß der bedeutenden Berliner Bausirmo B o s w a u u. K n a u e r A.- G. Nach den ersten Mitteilungen darüber bleibt für 1926 ein Reinüberschuß von über 390 00 0 Mark gegen nur 8690 Mark im Borjahr, aus dem auf das Kapital von 3,47 Mil- lionen Mark eine DioidendeoonlOProzent verteilt werden kann. Die tatsächlichen Gewinne waren offenbar noch höher als die ausgewiesenen, da nach den Bilanzzifsern die Bankguthaben und die Forderungen bedeutend erhöht sind, während die Schulden be- trächtlich zurückgingen. Der gegenwärtige Auftragsbestand sol die Dorlayrszisfer erheblich übersteigen. Wieder 15 Proz. Dividende für den Glanzstoffkonzen» werden der Generalversammlung der Vereinigten Glanzstofsabriken A.-G. von ihrem Ausstchtsrat für da« Jahr 1926 vorgeschlagen. Schon im Dorjahre wurde aus das Kapital von 42,6 Millionen ein« IZprozen- tige Dividende verteilt. Auf den Geschäftsbericht kommen wir zurück, sobald er vorliegt. Hshm-Msecsi'om worden nach einem jahrzehntelang bewährten Verfahren aue reinem auserlesenen HartweizengrieB hergestellt. Wenn man sie nach der jedem Paket aufgedruckten Vorschrift mit reichlich Wasser kocht, wird man erstaunt sein, wie stark sie aufquellen, wie ausgiebig sie eind und wie gut sie schmecken. Ein Mittagessen, wie es preiswerter, wohlschmeckender lind nahrhafter kaum gedacht werden knna. Gegen Sie �anüesverratsjuftiz. Sozialdemokratischer Protest im Reichstag.- v. Keudell«interessiert sich nur snr das Reichsbanner. De? Reichstag setzte gestern die Beratung des Haushalt« de« Nnnern fort. Abg. Dr. Rosenfeld(Soz.): Meine Freunde haben in den letzten Jahren die Seuche der Landesverratsprozess« hier oft zur Sprache gebrocht. Der Landesverrotsparagroph wird immer weiter ausgedehnt. Ein Herd dieser Seuche liegt im Reichskommissariat für öfsent» liche Ordnung, dessen Gutachten die Anregung für manchen Landes» ocrratsprazetz abgeben. Nach solchen Gutachten soll�inonches geheim sein, was die Spatzen von den Dächern psejsen. So hat in letzter Zeit in einem Prozeß gegen den dänischen Staat-- ongehörigen Laursen das Reichkommifsoriat ein Schriftstück für geheim erklärt, das niemandem etwas neues sagt. Nach diesem Bericht soll ein Land, dos nicht Deutschland ist, gegenüber der Re- gierung eines anderen Landes, das auch nicht Deutschland ist, einen Nachrichtendienst ausgezogen haben zur Beschaifimg von Nachrichten über dieses andere Land, das ist alles.e nicht lange zu reden, sprechen Sie ober wenigstens klar aus, daß Sie hinter jenem Gutachten nicht stehen Wir aber, meine Damen und Herren, werden in der Kritik am Reichskommissariat, in der Kritik an der Landesverratspraxis nicht nachlassen, bis es uns gelungen ist, eine andere Rechtsprechung herbeizuführen und zunächst einmal das Reichskommissariat, diesen Seuchenherd für Landes nerratsprozcsi«, zu beseitigen. Bei diesem Etat lehnen wir es ob, dem Reichskommissariat für ösfeiUliche Ordnung auch nur einen Groschen zu bewilligen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Mittelmann(D. Vp.) kann sich kaum vorstellen, daß der van dem Lorredner angeführte Fall wirklich so liegt. Abg. Wegmann(Z.) glaubt, da die Beruhigung im öffentlichen Leben fortschreite, könne jetzt bald an einen Abbau der Tech- Nischen R o t h i l f e gedacht werden. Abg. Lemmer(Dem.) bedauert, daß die praktische Einwirkung s- Möglichkeit des Reiches auf die Länderpolizei so gering sei. In der Frage der Rückkehr Wilhelms II. dürfe es keine Senti- Mentalität geben, besonders wo der Repräsentant des früheren Slaotes zum Objekt stootsseindlicher Bestrebungen gemacht werden solle. Das sagt von keudell! Rcichsminister des Innern v. Keudell erklärt in der Beanl- Wartung einer devtschnalionaleu Interpellation, daß in Baden eine Reichsbanaerubuug staltgesunden, die militärischen Charakter an- genommen hatte. Lei Wiederholung solle dagegen eingcschritlen werden. Ueber die Beschlagnahme wissenschaftlicher Werke in Stuttgart sei dem Minister amtlich nichts bekannt.(Zuruf links: Lesen Sie keine Zeitung?) Für die Technische Not- hilf« seien neue Richtlinien in Vorbereitung. Man dürfe die Hoffnung haben, daß sie in Zukunft nur noch bei Natur- ereignissen verwendet werden würde. Zu dem von Abg. Rosenfeld vorgetragenen Falle könne der Minister sich nicht äußern, da er sonst in ein schwebendes Ver- fahren eingreifen würde. Abg. Meyer-Franken(Komm.) führt Beschwerde über dos Bor- gehen der bayerischen Polizei. Abg. Schmidk-Köpenick(Soz.) erklärt, daß die Sozialdemokratisch« Partei jede Stärkung der poli- zeilichen Zentralgewalt unterstützen werde. Di« Sozialdemokratie verlangt, daß die Verordnung aus dem Jahre ISA) über die lebenswichtigen Betriebe endlich aufgehoben und der gesamte Etatstitel für die Technische Nothilse gestrichen wird, weil diese Einrichtung nicht mehr norwendig: ist. Wir bedauern es lebhaft, daß im Ausschuß unsere Entschließung abgelehnt worden ist, wonach der Reichstag über die Tätigkeit der Technischen Nothilse und über di« Verwendung der Mittel unterrichtet werden soll. Wir hoffen, daß diese Entschließung jetzt angenommen wird. Wenn ein solcher Bericht erstattet wird, dann durfte sich bald herausstellen, daß die Technische istothilfe nichts mehr zu tun hat. Der Breslauer Gewerkschaftskongreß hat sich durch einen Bescksiuß bereiterklärt, die Notstandsarbeiten in lebenswichtigen Betrieben auszilsührsn. Wenn die bürgerlichen Parteien endlich daran gehen wallen, den Abbmi der Technischen Nothilfe vorzu- nchineii, dann müssen sie größere Abstriche am Etat vornehmen, als es bisher geschehen ist. Wir verlangen die vollständige Streichung des Titels, weil die Technische Nothilfe keine Existenzberechtigung hat.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Berh(Komm.) beantragt gleichfalls die Streichung der Mittel für die Technische Notlsilfe. Nach weiteren Aeußenmgen des Abg. Dr. Flick(Volk.) ist die Aussprache über den Reichshaushalt des Innern geschlossen. Di« Abstimmungen werden am Dienstag vorgenommen. Es folgt die Beratung des Haushalt» der Post. Der Ausschuß empfiehlt mehrere Entschließungen. Reichspostminister Schähl: Die gesamte Tätigkeit der Post solle der ständigen Kontrolle des Reichstags unterstellt werden. Das Personal solle wissen, daß das geschehe, was im sozialen IiUeresse notwendig, aber auch im Rohmen des Gegebenen möglich sei. Die sozialen hygienischen und kulturellen Einrichtungen bei der Reichspost sollen ausgebaut werden. Abg. Seppe!(Soz.): Die Reichspost hat ihre Verpflichtungen dem Reich« gegenüber erfüllt, indem sie 70 Millionen Uel'erschuß abgeführt hat. Ich hätte gewünscht, daß der Reichsfinanzminister den Wünschen des Personals in bezug auf die Anforderung neuer Stellen mehr Rechnung getrogen hätte. Die Betriebsverwaltungen müßten noch besonders berücksichtigt werden, da hier dos Personal auch des Nachts und am Sonntag seine Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit stellen müsse. Das gesamte Personal ist mit dem vorliegenden Personaletat mit Recht unzufrieden, da entgegen der Auffassung des Arbeitsausschusses und des Derwaltungsrats und selbst des Spar. ausschusses nicht 7500 Stellen in Gruppe IV bewilligt worden sind, sondern 2000 Stellen abgeschrieben wurden, wir wenden vn, ent- schlsdea gegen den Bersnch. den tandjtjstefllMLsdtenst nicht von Be- ernten, sondern von Privatpersonen abnehmen Zn lassen. Wir haben schon deswegen Bedenken dagegen, weil dadurch das P o st g e h e i m- n i s nicht gewahrt werden könnte. Eine Entlastung des Bahn» Personals ist dringend notwendig. Ganz entschieden erheben wir Einspruch dagegen, daß von den Beamten immer wieder die Leistung von Nachtdienst gefordert wird, auch in solchen Fällen, wo er ver- mieden werden kann. Mit diesem Nachtdienst wird Raubbau an den Kräften des Personals getrieben.(Sehr wahr! Mi den Soz.) Es wäre zu erwägen, ob der Sonntagsdien st nicht mit dem Anderthalbfachen bezahlt werden sollt«, um einen Ausgleich zu schaffen. Di« Beamten lehnen es abzkdie Ueberstunden be- zahlt zu erhalten, sie wollen dafür lieber ein.' Verlängerung des Urlaubs und der Freizeiten. Die Helfer haben aller- dings Anspruch auf tarifliche Bezahlung der non ihnen geleisteten Ueberstunden. Der Redner wendet sich entschieden gegen eine Per- füguna, der O b e r p o st d i r e k t i o n in Kassel, die in rigoroser Weise die Ueberwachung der Bestellgänge vorschreibt. Lebhafte Klagen werden auch geführt über die große Belastung der Postbeamten auf den Fernftrecken. Erfreulich ist es, daß der Minister sich als Anhänger des Achtstundentages' bekennt, wir hoffen, daß er sich für'das Notgesetz zur Wiederherstellung des Achtstunden- tvges einsetzt. Wir haben eme Entschließung eingebracht, die grund- sätzlich die' Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für sämtliche Arbeiter, Anoestellten und Beamten in den Verwaltungen des Reichs verlangt, wir erwarten, daß der Reichstag hier zustimmt. Auch wir begrüßen die Rationalisierung. Aber sie darf nicht dahin führen. daß eine H e tz a r b e i t geleistet wird, die nur zum Nachteil des ganzen Betriebes führen kann. Die V e rs o r g u n g s a n w ä r t« r klagen darüber, daß sie nicht zur besonderen Prüfung zugelasien werden, trotzdem sie bereits im Jahre ISIS eine Prüfung abgelegt haben. ver Redner erwähal dann einen Fall au, GSrsih. wo der Postdirektor aus Anlaß eines Slahlhelmiages illuminiert und die jchwarzweißrole Fahne herausgesteckt hatte. Als die„fflötsitzet Bolkszeitting" das berichlete. erklärte er. er könne doch nicht das herausstecken, was in dem berühmten Zitat des Götz von Ler- lichingen erwähnt ist.(Hört! hört! links.) Di« Regelung der wirtschaftlichen und finanziellen Dinge bei der Reichsrundfunk-Gesellschaft befriedigt uns nicht. Wenn im ganzen Jahre 36 Millionen Rundfunk- gebühren aufkommen, so geht es nicht an, daß di« deutsch« Reichspost nur soviel bekommt, um ihre Ausgaben für di« Zwecke des Rundfunks zu bestreiten. Es müßte sich für die Reichspost mindestens ein ebenso stattlicher Reingewinn ergeben wie ihn die Reichsrundfunk-Gesellschaft erzielt, sonst müßten die Rundfunk- gebühren von 2 Mark monatlich ermäßigt werden. Wir möchten weiter gern wissen, welche Ansprüche Bayern und Württemberg an das Reich gestellt hoben. Abg. Bruhn(Dnat.) erklärt im Namen seiner Fraktion, daß Z» einer Aenderung des Postfinanzgesetzes kein Anlaß vorlieg«. D« Redner behauptet, daß ein Dr. Boß und der Abg. Heilmann groß« Summen aus ihrer Beteiligung an der Reichsrundfunk-Gesellschaft an Dividenden und Tantiemen erhalten. Abg. Allekotte(Z.) erklärt: Das Defizit im Postzeitung«.. Post- fcheck- und Telegrammverkehr müsse durch Erhöhung der Gebühren beseitigt werden. Abg. Torgler(Komm.) wirft der Skundfimk-Gesellschast mux- hörte Korruption vor. Reichspostminister SchShle erklärt, daß dte Postbeamten gen« so behandelt werden müßten wie die Beamten der anderen Reichs- Verwaltungen. Der lO-Pfennig-Tarif für den Brief entspreche nicht mehr der Arbeil. die die Post aufzuwenden habe. Es gebe kein Land der Welt, das sich den Luxus eines so billigen Briefes go- stalle. Die Reichspost könne nicht der Sündenbock für den Rund- funk abgeben, seine Ueberwachung sei Sache des Reichstag» und des Reichsinnenministers. Man werde nachprüfen, ob zu hohe Ge» Hölter und Tantiemen gezahlt werden, aber Beamtenbesoldungen könnten hier nicht zum Vergleich herangezogen werden, sondern nur die analogen Stellungen im Privatleben. Allen einzelnen heute vor- getragenen Beschwerden solle nachgegangen werden. Der Minister erklärt schließlich, daß seine Stellung zur Fridericus-Mark« dadurch gegeben sei, daß der Verwaltungsrat der Reichspost die Beibehaltung der Marke beschlossen habe. Nach einer weiteren ausführlichen Debatte wird der Postetat bewilligt, ebenso der Etat der Reichsdruckeret und de» Rech- nungshofes. Gegen 10 Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht der Etat des Auswärtigen Amtes, SafeC-JCaffee- �ee-Jeroice I gegen 12 Monatsraten 3iaddats*&t9\ deti/n, leipz/Qcr Str. 122-723 ii Kautabak. gro6e 20- Pfg.- Rollen und Skipper, bat sieb Infolge seines feinen Geschmackes überall schnell eingeführt. Verkauf» stellen teilt mit Carl Hücker. Perlin NO 18, Llchtenberser S trabe 22. Tel.: Königstadt 3861 Sic timerjttd)nete Spruchstelle tft oon etneut Slaubtflct, der dt« eines Raff eng!» habett« bei der Beton- unl Monierduu-AttiengefeUfchaft in Berlin beansprucht, angerufen worden. Sa wird über da« Vorliegen eittee Fabrik- ober Werkasparkosse, über die gesonderte Ber- de« Bermögen« 8 zitlt 1926). Die Entscheidung wir» gegenllder allen«lijubigem. auch soweit sie sich nicht an dem Derfabren beteiligen. einheitlich. Berlin, de» 16 Mär, 1927. «pruchftelle beim stamm crflcricht ZiuKerkranke Prägen Sie Ihren Arrt üb. A.Siegers Anti- diabetienm und verlangen Sie kostenlos lüesberiig). hochinteressante Schritten durch Pr.LSw, Walldorf B37(Hessen). s?« Unterhaltung unö ÄAlssen Jtz. „Der Meiler Ses festen Willens/ »Von Wilhelm Doege. Nerchrter Zeltgenofle, warum verzagst im? Wisse, es ist uns ein Hell geschchen. Wie ein Engel vom Himmel ist da der Wunder. doktor Jakob Neuniann aus Wien zu uns armen Berlinern gc- Ivmmen. Er will ollen helfen, und er sagt, er kann das auch. Warum auch nicht? Ich hob' ihn ausgesucht und— bin gesund geworden, nämlich vom Lachen. Zu Anfang dieses Jahres wurden große, steife Zettel in den Straßen von Moabit oerteilt, daraus stand in fetten Buchstaben zu lesen: Der feste Mille machk gesund. so lehrt der Gesundheitshelfer und Sselenderater „Meister de, festen willens". und dos ist Wahrheit! Alle Kranken und Verzweifelten werden umsonst belehrt und gesund gemacht. Jakob M. Neumann aus Wien....... Endlich ein Wohltäter der Menschheit! Umsonst? Schnell hin, ehe es was kostet! Eines Tages saß ich im Sessel in der Neumannfchen Mahnung. Emen Augenblick sollte ich warten.(Damit man Zeit hat, genügend aufgeregt zu sein.) So zermarterte ich also mein Hirn, welche meiner Krankheiten ich mir wegmeistern lasten wollt«. Da sprang die Flügeltür auf: Herr Neumannl Ich bin nicht gleich aufgestanden, weil ich ein wenig erschrocken war.(Bitte, das jetzt noch zu entschuldigen, Herr Neumann.) In jeder anderen Situation hätte ich geschworen, daß Toner Hintermair aus München dort stand, der mit vornehm einladender Hand- bewegung mich nähertreten ließ. .Nehme» Sie Platz!" Ich setzte mich, er auch.Nun, was fehlt Ihnen denn?" Ja, Herrgott, was fehlte mir? Nichts! Da ich den Herrn nun persönlich kennen gelernt hatte, wollte ich nur schleunigst wieder fort. Darum sagte ich:.Misten Sie, mir geht's wie dem Patient«, beim Zahnarzt. Tagelang vorher hat er rasende Schmerzen, und wenn er die Zange sieht, weiß er plötzlich nicht, welches der vermaledeite Zahn stt." Herr Neumann war entrüstet:.Aber, das gibt's doch nicht! Sie wüsten doch wisten. was Ihnen fehlt! Nur heraus mit der Sprach«!" Da juckt« mich der Schalk. Mein« Phantasie sollte ihm schon eine Seelenoerwirrung schildern, daß er schwer daran zu lösen haben würde. Indes hatte er sich erhoben und schlug ein dicke« Buch auf. „Ihren Namen, bitte?" Herr Neumann ergriff den Federhalter. .Ich weiß nicht!" sagt« ich schlicht.(Ich gab eine Mischung von G-mie mch Idiot) ??? .Vergessen!" murmelte ich. Besorgt ergriff er nun meinen Puls und redete väterlich auf „wich ein, so daß ich ihm verschämt gestand, daß ich meinen Namen aus bestimmten Gründen nicht sogen möchte. .Sind Sie denn ein Graf oder Fürst?" fragte er.(Ich stieg im Ansehen.).Wenn Sie wollen, loste ich die Titel fort. Aber Ihren Aarnen muß ich eintragen. Hier habe ich einen Brief vmn Reichs, Präsidenten. Hindenburg läßt sich mich von mir behandeln."(Meiner Ansicht nach ein« Indiskredition des, wie er selbst sagte,.vereidig- Im* Seelenberaters.) Nun ja, wenn sogar Hindenburg....? Aber ich gab mein Geheimnis noch nicht preis. Wir sahen uns jetzt gegenüber. Herr Neuman» ließ seinen Blick hypnotisch werden und sagte:.Ver- n euen, junger Freund, seien Sie offen! Während der Sitzung sage ich„Du!" Denn du bist aus Staub geworden und wirst wieder zu S.aubl"(„Amen!" dachte ich.) Ich erzählte ein« Geschichte, daß mein Gegenüber aufhorchte. Dunkle Seelenträfte kamen darin vor, beinahe Morde und vieles Schreckliche und Gefahrralle, aus dem ich oerzweifelt Rettung suchte. Dazu geschah das alles in verschiedenen Städten, daß Herr Neu- mann staunend ausrief:.Wer sind Sie, mein Herr? Wovon leben Sie?" Ich verriet ihm. daß ich des öfteren für Zeitungen schreibe. Run kam der Wendepunkt: Ich wurde der Mitarbeiter des Wunder- doktors! .Würden St« sich wohl getrauen, über meine Tätigkeit in den Zeitungen zu berichten?" fragte er mtt hoffendem Blick. Aha! Ich versicherte, das sei eine Kleinigkeit. Nur müßte ich natürlich mehr über seine.Tätigkeit" wisten. ..Hier haben Sie eine Broschüre," sagte Herr Neumann,„ich astenke sie Ihnen. Sonst kostet sie 1 Mark.(Merkst« was, Acker- mann?) Setzen Sie sich einmal dort auf das Sofa. Ich werde jetzt «lnen Patienten hereinrufen, den 62. heute. Sie werden staunen und können dann berichten.— Ich mache Lahme gehend. Blinde sehend, ich mache alles."(Ich war gespannt.) Heroin kam eine Frau, nicht zum ersten Male, wie Herr Neu- mann versichterte:.Diese Frau war fett 34 Iahren taub. Seitdem ich st« in Behandlung habe, hört sie wieder normal, nicht wahr?" Die Frau nickte und ljauchie:„Ja!" „Setz' dick,, Kindchen!" sagte er und begann mit seinem starren Blick. Die Frau setzte sich gehorsam.„Sehen Sie, junger Mann, ich habe hier einen Magnet. Wenn jemand einen festen Willen hat, üeht der Magnet still, sonst schwankt er. Ick, entfalte jetzt meine magischen Kräfte. Fest hcrsehen, Kindchen, und immer denken: Ich will, will, will!" Die Frau riß die Augen aus und dachte: Ich will, will, will. Der.Meister des festen Willens" beschrieb mit den Händen magische Linien in der Luft, als ob er Aale sangen wollte. Ich mochte durch Lachen nicht stören und biß mir aus die Lippen. „Der Magnet steht still!" verkündete Herr Neumann..Die Frau hat einen festen Willen!" Dann machten beide Rumpf- beugimgen und holten tief Luft, die sie mit Geräusch wieder aus- stießen, wie erschöpfte Möbelträger.(So heilt er die Frau von der Taubheit! Ob sie wirklich taub war, weist ich nicht.) Die nächste Frau heilte er von der Gripps. Natürlich mit Er- fclg. Er macht doch alles. Weil er eben ein richtiger Wunderdoktor ist.(Man wundert sich, daß Menschen an diese Wunder glauben.) Ich verabschiedete mich. Händedrücken, hypnotischer Blick,„bald wiederkommen!" usw. „Bitte, die nächste Dame!"(Die 64. heute!) Es warteten noch f jni.' Ich Ving und bette einen hett-'r-n Abend, weil ich die Broschüre noch las. Wirklich»»n gutes Gefchch't. Rein kaufmännisch: täglich durchschnittlich 66 Patienten. Umsonst! Zwanzig kaufen die Broschüre. gleich 20 mal l Mark gleich 26 Mark Einnahme täglich!(Borsichtig berechnet.) Aber der.Meffter des festen Willens" verkauft noch feste Magentropfon.Gesundheitshelfer", die Flasche zu 4 Mark!(Bei- nah« umsonst, nicht wahr?) Nun ein ernstes Work. Der Iichalt der Broschüre fft doch lächerlich: Hat da Herr Neumann seit seinem 20. Lebensjahre eine Bartflechte gehabt, die bald an anderen Stellen des Körpers auf. trat. Durch«ine Bestrahlung wurde er im Jahre ISIS schwer krank, hoffnungslos. Rührend wird geschildert, wie er kämpfte, litt und siegte. Er ward im vorigen Jahre gesund.(Heil uns!) Da hat er in einer Zeitung von einem neuen Beruf gelesen, von dem des Seelenberaters. Flugs wird er das auch und eröffnet in diesem Jahre in Berlin eine Praxis, weil er ein.Meister des festen Willens" stt. Herr Neumann ist ein guter Kaufmann. Er sollt« diesem Berufe treu bleiben und nicht uns Berliner.veräppeln" wollen. Trösten Sie sich, Herr Neumann, wenn Sie über mein« mm sicherlich un- erwünschte.Mitarbeit" wütend sein sollten; Sie wisten jetzt meinen Namen. Ich bin kein Graf oder Fürst. Aber seien Sie großmütig und verzeihen Sie mir Berirrtem. Heben Sie die Hände zu magischen Aalfängerlinim unld stammeln Sie:„Der Mann hat einen festen Willen. Er wird geheilt. Mein Magnet steht still." Ich werde dann 5l,r Bild, das der Broschüre beilag. bei traurigen Gedanken hervorsuchen und herzlich lachen. Das macht gesund! Mussolini. .Serbien beüroht mich. Ich muß mich verteiöigen!" Rotor oder Motor! Als vor nunmehr rund drei Jahren die erste Kund« von dem Rotorschiff durch die Wett ging, waren es nicht sehr wenige, die glaubten, daß nunmehr eine ganz neue Epoche für die Schiffahrt und damit für den Weltverkehr angebrochen fei. Es hat damals schon Menschen gegeben, die bedauert haben, daß das alte gewohnte schöne Bild von dem schnittigen Dampfer, wie er die Wogen durch- schneidet, oder dem majestätischen Segelschiff nun bald gänzlich der Vergangenheit angehören sollte. Diese Bedenken waren oerkehrt, genau so wie das optimistische Glauben an den Anbruch einer neuen Epoche der Seefahrt. Es stt seit den ersten Meldungen damals merklich still um das Rotorschiff geworden, und viele mögen ge- glmibt haben, daß es eben nicht den Erwartungen entsprochen habe. die man damals darauf gesetzt hatte. Dem ist doch aber nicht ganz so. Man muß zunächst bedenken, daß von Grund auf umstürzende Umwälzungen im Schiffsverkehr einfach schon aus technischen Gründen nicht so leicht möglich sind. Der Bau eines Dampfer- erfordert ziemlich geraume Zeit, das Kapital, das in Schiffen und in ganzen Flotten investiert fein muß. ist eine weiter« Hemmung für große Revolutionen im Schiffsbau. Dazu kommt der konfer- vaiive Einschlag der an diesen Dingen interestierten Kreise, die jeder Neuerung mit einer gehörigen Dosis Skepsis gegenüberstehen. Also die Tastäche, daß der Begeistcrungsrummel um das Rotorschiff der ersten Monate anscheinend sehr abgeflaut ist. bedeutet durchaus kein Werturteil mit negativer Tendenz für dieses jüngst« Problem der Seeschiffahrt.. Tatsächlich hat man die Idee mutig weiter aus- gebaut Es sind Probefahrten im großen Stil unter ungünstigen Bedingungen durchgeführt worden, alles das zu dem Zwecke, um Klarheit über die praktische Anwendbarkeit der Rotorschisse zu er- langen. Der beste Beweis dafür, daß die Idee durchaus nicht fang- und klanglos der Vergessenheit anheim gegeben worden ist, kann wohl in der Totfoche erblickt werden, daß sich der 14. deutsche See- schiffahrtstag, der in dieser Woche veranstaltet worden ist, bei dem Kapitel über schiffahrtstechnische Fragen auch eingehend über die Zukunft der Rotore ausgesprochen hat. Es wurde dabei ganz be- sonders der Erfahrungen gedacht, die man mtt dem jüngsten Rotor« schiff, der„Barbara" gemacht hat. Um das Wichtigste vorwegzunehmen: man hat die Zukunfts- aussichten der Rotorschiffe durchaus bejaht. Kapitän zur See Loh- mann betaute ausdrücklich, daß nach den Rciseersahrungen der .Barbara" die bisherigen Ergebnisse durchaus nicht entmutigend ausgefallen sind. Das klingt zunächst sehr vorsichtig, aber es spricht wohl für den objektiven Willen und die innere Ueberzeugungskraft von der Güte der Idee, daß man nicht mit großen Warten über die bisherigen Erfahrungen tönt, sondern schlicht sessttellt, daß man nicht entmutigt zu sein brauche. Weiterhin meinte Lohmann, daß die Rotoren sich sicherlich zu einem wirtschaftlich durchaus aussichts- reichen Antriebsinittel, insbesondere für größere, lange Strecken durchfahrende Frachtschiffe entwickeln würden. Daß diese Entwick lung natürlich von Stufe zu Stufe vor sich gehen würde und noch längere Zeit in Anspruch nimmt, ist selbstverständlich. Es wurde der Dieselmotor als Vergleich herangezogen, der such nur Verhältnis- mäßig langsam Eingang in die Schiflahrt gesunden hat, von dessen Bedeutung man aber heute restlos überzeugt ist. Die Fahrten, die mit der.Barbara" unternommen worden sind, haben auch getniste Bek-mken beseitigt, die man bislang bezüg- lich der praktischen Verwendbarkeit des Rotorsystems gehegt hatte. Di« au» Aluminium gebauten Rotoren hätten sich selbst bei schweren Stürmen, wie sie bei den Fahrten im Golf von Biskaya und im Golf von Lyon teilweise mit Windstärken von 10 bis 12 geherrscht hätten, durchaus bewährt. Auch die Befürchtung einzelner Fach- leute, daß die Rotoren durch das Schlingern und Stampfen des Schisfes bei heftigem Wetter ungünstig beeinflußt werden würde, hätten sich als grundlos erwiesen. Auch in der Geschwindigkett sei es möglich gewesen, Fortschritte gegenüber der ersten Zeit der Rotorschiffe zu erzielen, so daß in dieser Hinsicht das Rotorschiff hinter einem modernen Segler in keiner Weise zurückstehe. Das Gesamturteil über die Leistungsfähigkeit des jüngsten Rotorschiffes, der„Barbara", wurde dahin zusammengefaßt: trotzdem die„Barbara" seit August 1926 ununterbrochen aus Fahrt gewesen sei, seier keine nennenswerten Havarien eingetreten. Das Roiorensystem habe sich als gut brauchbar erwiesen, und man kann ihm bei weiterem energischen, aber auch vorsichtigen Ausbau eine große Zukunft zu- sprechen. Aber— und das erscheint uns als das Wesentlichste— die Rotoren würden niemals als alleinige Antriebskrast für die Seeschiffe in Frage kommen, sondern lediglich als Zusatzantriebstraft. Dieser letzte Satz ist entscheidend für das Urteil, das man über die Rotorfchiffe haben kann. Damit haben die Rotorschiff«, ohne allerdings an Wert das geringste zu verlieren, den Charakter als Revaluttonäre der Seeschiffahrt, den man Ihnen in der ersten Zell beizulegen geneigt war, verloren. Die Rotoren werden ein wert- volles Hllfsmitel für die Schiffahrt fein, ober die Zukunft dürfte doch dem Motor gehören. Die Ergebniste der ftromwistenfchaftllchen Forschung und die Forstchritte, die in der Berwendbarkett von Schwerölmotoren gemocht worden sind, dürften diese Meinung stützen. Man könnte sich also die Zukunft der Welstchisfahrt so vor- stellen, daß die Rotorschiffe Zubringerdienste leisten, die Motorschiff« aber den großen und größten Frachtdienst übernehmen, während der Pastagierverkehr wohl allmählich nicht mehr auf den Wogen der Ozeane laufen wird, sondern hoch oben in der Luft in Luft- fahrzeugen sich abwickelt._ Die flrbeiterftaöt öerlin. Die MSrzrevolukion im Dichte der Statistik. Di« Märzrevolutton war zwar ihrem Charakter nach eine bürgerliche Revolution; ihre Ideale waren im wesentlichen Ideale des Bürgertums— trotzdem waren es hauptsächlich die Arbeiter und ins- besondere die Proletarier Berlins, auf die sich die revolutionäre Be- wegung stützte und die an den Barrikadenkämpfen in erster Linie teil- genommen haben, und so gehörte auch der wettaus größte Teil der Märzgefallenen der Arbetterklosie an. Diese überaus bedeutsame Rolle, die die Proletarier Berlins in den Märzkämpfen gespielt haben, erklärt sich aus der Taffache, daß bereits damals diejenigen sozialen Schichten, die wir zur Arbeiter- klaste zählen dürfen, die Mehchett der Berlmer Bevölkerung gebildet haben. Besonders lehrreich ist ein Vergleich der Ergebnisse der sta- ttstischen Aufnahme vom Jahre 1816 mit derjenigen vom Jahre 1846. In diesem Zeitraum hat sich die Bevölkerung Berlins mehr als ver- doppell: 1816 zäblt« Berlin 189 000, 1846 aber 408 000 Einwohner; die proletarische Bevölkerung Berlins aber hat sich während derselben Zettperiode etwa verdreifacht: 1816 zählle man in Berlin etwa 13 000 Handwerksgesellen und Handwerker, 1846 waren es bereits über 30 000. Besonders stark hat die Zahl der Fabrikarbeiter zuge- Nammen; st« ist van etwa 3000 auf über 20 000 gewachsen und hat sich somit vervierfacht. Eine geringere Zunahme verzeichnen die Handwerksgesellen: ihre Zahl ist von 10 000(1816) auf 30 000(1846) gestiegen. Dagegen hat sich die Zahl der selbständigen Ge- werbetreibenden im Handwerks-.und Fabrikgewerbe mir von 20000 (1816) auf 27 000(1846) vermehrt. Standen im Jahre 1816 20 000 Selbständigen nur 13 000 Arbeiter und Gesellen gegenüber und bil- deten somit die ersteren die Mehrheit der gewerbetreibenden Beoölke- rung Berlins, so zeigt uns das Jahr 1846 ein völlig verändertes Bild: 27 000 Selbständige, 51 000 Handwerksgesellen und Arbeiter; die Proletarier machen sonnt zwei Drittel der gewerbetreibenden Be» oölkerung aus. Eine besonders starke Zunahme weisen das Textil- und Metall- gewerbe auf: 1816 zählte man im Textilgewerbe 6522 Selbständige und nur 1703 Arbeiter, 1846 hingegen waren es 6485 Selbständige und 10 663 Arbeiter. Im Metallgewerbe zählte man 1816 978 Selb- ständige und 1388 Arbeiter, 1846 aber 2297 Selbständige und 10 217 Arbeiter. Einer Wnahme oder geringen Zunahme der Selbständigen steht eine gewaltige Zunahme der Arbeiter gegenüber. Eine ähnliche Vermehrung hat das Handels- und Verkehrs- gewerbe zu verzeichnen. St) stieg die Zahl der Arbeiter und Auge- stellten von 1200(1816) auf 8000(1846), die Zahl der Selbständigen aber hat sich nur von 2200(1816) aus 5000(1846) vermehrt. Auch hier gehörte somit im Jahre 1846 die Mehrheit der Beschäftigten der Arbeiterklasse an. Nicht so rasch hat sich die Zahl der Hausangestellten vermehrt: sie stieg von 14000(1816) auf 29 000(1846). Ihre Vermehrung hat zwar mit der allgemeinen Bevölkerungsoermehrung Schritt gehalten, bleibt aber hinter derjenigen des Handwerks- und Fabrikproletariats beträchtlich zurück. Eine noch geringere Zunahme weist die Gruppe der Berufslosen auf: sie stieg von 6463(1816) auf 8717(1846) und bleibt somit auch hinter der allgemeinen Bevölkerungszunahme weit zurück. Die obigen Zahlen zeigen, daß die starke Vermehrung des Prolo. tariats in der Hauptsache den aktiven proletarischen Schichten zugute- gekommen ist. Es sind die Fabrikarbeiter und Handwerksgesellen, und da wiederum das Metall- und Textilgcmerbe, die die stärkste Zu- nahine zu verzeichnen haben. Die Gesamtzahl der Arbeiter, Handwerksgesellen, Haus- angestellten und anderer Lohnarbeiter betrug 1846 rund 100 000 bei einer Gesamtbevölkeru ng von 400 000; von 156 000 Ueberoierzehn- jährigen männlichen Geschlechts waren 62 000 Arbeiter— rund 40 Proz. Zu den Proletariern sind ferner noch zu zählen die niederen Beamten und ein Teil derjenigen, deren Beruf nicht angegeben ist. Man macht sich daher sicherlich keiner llebertreibung schuldig, wenn man behauptet, daß bereits 1848 Berlin eine Arbetterstadt war. Man lernt nie ans. Die Läng« des Darmkanals bei den Tieren hängt mehr oder minder von ihrer Kost ab. Der Dann der Pflanzenfresser ist länger als der sich von Fleisch ernährenden Tiere. So ist der Darm der Hauskatze, die nicht ausschließlich von Fleischnahrung lebt, um ein Drittel länger als der der Wildkatze und die relative Darmlänge beim Wolf und bei dem Mischkost fressenden Haushund verhält sich wie 4 zu 6. Ein« der größten Forstbaumschulen ist in den Vereinigten Staaten in der Nabe von Haugen, Montana, die söbrlich ungefähr 4 Millionen junge Bäume hervorbringt. ♦ Im Königreich Siom wurden im Jahre 1906 33 große Elefanten im Werte von 180 000 M.(damaliger Wert) gestohlen, welche einer Teakholzfirma gehörten. Man hat sie niemals wiedergefunden. * Die böchstbewohnicn Orte der Erde sind: Homlr in Westtibet (4398 Meteri, Cerro de Pasco( 4598 Meter), Potosi(4069 Meter), beide aut der peruanisch bolivianischen lochebeiic. Ladok in Wcsttibst (3600 Meter) und Sta. Mario am Stilfserjoch(Alpen, 2333 Meter), Schutz vor Ansteckung �■i»» cJurctj» mummst Vieltau sendfach von den Arxten anerkanntes Desinfektionsmittel für Mund und Rachen, die Eingangspforte vieler Krankheitskeime, darunter der Erreger von Grippe, Halsentzündungen u. dergl. Erhältlich(n Apotheken und Drooeries CRTK CHARBLL BRUVOT | McUeh 8 Dhr /m BmhUl«, naehi � 8 Uhr, nn,**A�, 11 fgm*. lialbe Dresdner Bank Vlernndlfinfzigste ordentliche Generaiversammlimg. Hiermit werden die Aktionäre zur vierundfQnfzigsten ordentlichen GenermlTcrsammlang, die Freitag, den 8. April 1927, mittags 12»/, Uhr, Im Bankcebäude Dresden. Johann-StraSe Z, stattfinden wird, eingeladen. TAOESORDNUNO: 1. Vorlage des Jahresberichts mit Bilanz, Gewinn- nad Vertnst-Rectmnng und den Bemerkungen des Aulsichtsrates hierzu. und die Qe- des Auf 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresbilanz wlnnverwendung. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes Und Sichtsrates. 4. Wahlen in den Aufsichtsrat gemSS§ 14 der Satzungen. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist Jeder Akdongr berech d und Hamborg, Um in derselben stimmen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre gemäß§ 21 der Satzungen spätestens bis zum 5. April ihre Aktien— oder die her diese lautenden Hinterlegungsscheine der Reichsbank oder einer Effekten- girobank— entweder bei einem deutschen Notar oder bei einer der nach verzeichneten Steilen hinterlegt haben und bis zur Beendigung der General Versammlung dort belassen: bei der Dresdner Bank In Dresden und Berlin sowie ihren übrigen Niederlassungen, bei der Dürener Bank In Düren, bei dem Bankhause Simon Hirschlaad in Essen, bei der Deutschen Vereinsbank In Prankhirt a. iL. bei dem Bankhause A Levy in Köln, bei dem Bankhause P. A. Neubauer in Magdeburg i bei der Oldeuburglschen Landesbank in Oldenburg, bei der Mecklenburgischen Bank in Schwerin L M., beider NeuTorpommerschen Spar- und Credltbank Aktlea- Qescnsetuft in Stralsund, bei den Herren Proehl& Outmann in Amsterdam. ... FOr die dera Effektengiroverkehr angeschlossenen Bankfirmen gilt als Hinterlegungsstelle auch die Effektengirobank des betreffenden deutschen Börsenplatzes. Die Hinterlegung Ist auch dann ordnungsmäßig erfolgt, wenn Aktien mit Zustimmung einer Hinterlegungsstelle für sie bei anderen Bankfirmen bis zur Beendigung der Generalversammlung im Sperrdepot gehalten werden. Dresden, den 16. März 1927. Der Vorstand __ Nathan. Oiutinam. f Thealer fUdiffplele um, Ul—■■■■■■■■■■■■■! Volksbühne Staats-Tlieiler Op.rnbaua a. Platz iLRepubl. 7'/,: Schatzgräber S chaoapi eihaas T1/. Uhr: Figaros Hochzeit Schiller* Theater 3. Wallensteint Tod. 8 Uhr: Razzia Sltlsdii Opsi 1 Charlottenburg 7>/, Uhr: Plgae-Oame Abonn.-Turnus II. WM MW Norden 10334—37 8 U. Ende 10'/. U. Bonaparte Prettas, den 25. Zum 1. Male; Katnmerspiele Norden 10334—37 6 Uhr: Ende lOUhr: j Ton 8 Die Komödie BIgmarcK 2414. 75is 77» Endegeg. lOUhr j Zum I. Male: Mannequins Thsat. a.Hollendcrtpl. Kurfürst 209) 8 Uhr: Max Adalbert! in»MOUer»' Thann-Them er 8 Uhr: D« BiBtige Seefahrer| SCAlA Nollendorf 7360 8 Uhr: IIieitH 10 EDlivplih 8 Uhr Volpone Morgen 77, Uhr: Tli. 10 Stilifflimrtimiii 8 Uhr Tragödie der Liebe. iiltniniHibBta 1 Ots. Künstler-Tb. Sidard TaDbar. Uta Searg 8 Der Zarewltscb Lessing- Theater 8 U.: Der Patriot *nmr, Trtar | Komische Oper| Allabendlich ö1/« Uhr: Bünden der"Welt Die weltstädtische 1 Jamas» Klein» Revue S IJO Mitwirkende/ Theaterk.l | ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet.! Lustspielbaus 8'/, Uhr: ' Ga'da Ikialsdw »ilorra-einJonis? »eeeeeeeet Helropoi• Theas. Täglich 8 Uhr: ürkDSoriozejslii Irfanon-Thrater Täglich 87, Uhr: fl�leSgedaanier eintritt Juotiidlidira»srbotw er-lewe Theater im Admlralspaiast Täglich 87, Uhr AniLaiis und die übrigen Sensationen I 2 Vortteiinngen J» und 8 Uhr, »" zu ermäßigt. Preisend. ganze Programm War Bom inis zaim 24.1 dauert die Reidis- IGasfwiHs Messe am Kaiserdamm (Alte Autohalle) Größte bisher gezeigte Schau der Branche! j Täglich von 10— 7 Uhrjj geöffnet lEmiruispreb 1.50 H. für inleressenlen 1(gegen Ausweis) 1 ff. Kopf er Bendo-or Westermeier m. Jl Alfred Camilla Braun Spira 1 Vier Piano Kiddis, Sunshine-Giris, Permard d rothers 1 u. viele Attraktionen. Vorverk-(IV-H) ununterbrochen. Bühnenbilder: Ernst Stern. Dirigent: Dr. Ernst Römer. Großss SchsuspieBNaus MARMOSAKAUS Bismarck 1580 Vonrcrksul 12—2 Uraufführung Dienstag, 22. März 5*5 Jta gis Der Meister der Welt Nach Werner Sehe// Kenia Desni Olga Tschechowa Fred So Im, Paul Graetz Lambertz-Paulsen Fritz Kampers Regie: G. RigheUi Schmidt- Gentner dirigiert! Orccnbaam-ftlm im Bntdcmaim-Verleih. &9Z schon geclcchfer I�jffcclisch vcrpßichlef. Da»»chimm.m c?e frorxellan lässt mtrten eSento yp/Jeyim Jnhati enrarfen. Die �eschidtliehheii Jar Janqcn Uattsfirat* hat es erreicht, vermittels einer Jtalat von.We h e r's Carlsher der ihren(gasten etnen ITäffee vorznsetren, Jessen ieslheher Duft ttnj herber Vifchlgresehmstd, Jea- Du/t_ unj h trsrajtiae r« tmtl C/t heä/ligre� Frille vtnJ yoUbraaner Schimmer ftug/e und Cfaumen erfreuen, ohne die Vvsrtsdtoß im yertnysim zu belasten. Cin Fächchen Zu �5 spart fast H Pfd. /do und wäaiwcil über lOOTeacn. -■arnov5t»-3iiliiaj Th.Konlgerätz. St. Hasenheide 21 10 S Uht; Die treue Nymphe Elisabeth Bergner HomOdleiihnns Norden 6304 8 Uhr: Nur noch 4 Aufführungen! Dom-Calais Jainrts, Tbellmana. leDialiead. UrMfffihnin; Oss zweite Lehen ivamaua-TResi. 8". Wainatrtmj 19/2! Die von der Hebe leben i Da Spill das Üben für tili luh raifa Usle in 4 Akiea JageodlidukrineaZatrittl PDiituumonie uhnBayiin-Mazart- leethgyao-Aheod des Philharm. Orch. Dirig. Prof XPrüwei 2. Siaf-Biatk; Slit Es-Dw- Knaart, Sinf.(l'cart) Hiyda I Wallner- Thealer Täglich SV, Uhur: MVsse in der Ksöil Lustspiel mit Musik und Tanz von Sachs n. Taulsteln— Musik von Byjacco CASINO-THEATERß uhn Cai erste VoMüdt in dieser ipielzeit Familie Habenichts I ADMdueitlen: Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1 Mk., Sessel 1.50 Mk. SARRASANI Nene Autoballe, 29. März letzter Tag Tägl.7». Mittwoch, Sonnabend, Sonn- auch 3 Uhr, Kinder halbe Preise. tag, Reichshallen>Tha ater Abends 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Daa neue Programm I Nailraittm: hailje Preise, z enlral- Theater Täglich 8 Uhr: Gpsrette von Marlin Knopf. Ah'ermann. Klein, Bainisdi. Miwan. Wilfan, Röhna Rose-7heater SVg Uhr: Das Mädchen von der Landsirasse hfecate im Vorwärts sichern Erfolg! Am ZL Mörz entfd)liel sanft nach langem, schwerem Seiben mein Uebec Satte Richard Dahlinger im 82. SebenoJaH-e. Dies zeigt tiesbeirllbt an Frau Vor«» VahNnger. Sinäscherung: Freitag, den 25. März, j abenbe 6 Uhr, im Rcematoeuim Baumschulenweg. Am 20. d. Mts. entschlief unsere gellebte Mutter Frau Wwe. Wilhelm Pfannkach Margarete geb. KimmeL Die Hinterbliebenen. Berlin, den 21. März 1927. Am 18. Marz verschied muh schwerem Leiden mein Ueder Mann, unser Bater, Schwiegervater, Srahvater, Bruder. Schwager und OnfeL der Gastwirt und SUempner Karl Mausolf im 58. Lebensjahre Die» zeigen tiei betrübt an Ernestine Maosolf Morg. Kross, geb. Maosolf Erwin Kross Käthe Uross, als Enkelkind Berlin, ftulrnftc. 20 a. izinajcherung Donner»tag, 2A März, 47, Uhr, im Krematorium Wilmersdvrs Hälerwagen durch Plattenausbau auf meine grtrnen prima Leiter, und Kasten. wagen selbst leicht herstellbar. Georg Wagner, Köpenickerstraße 71, Hos. 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