MbenSausgabe Nr. 741 44. Jahrgang Ausgabe L Nr. 7» Sk,l!g»d«dinsuns-» tuxb«njtlgenjiwtr« (mb in der MorzensnsKad« anaegibe, «edattioo- Sw. SS, cinS-nstrahe i Zernspr-ch-r, VSohoff 292- 29t X«L-K6cefi«:»ozloldemotrol Bettln Devliner VolkskrlÄkk (lO Pfennig) Donnerstag 24. März 1�27 Strtas««d« Nassische russische Literatur war. Die Sehnsucht des neuen Wollens prägte sich dem Schaffen der Schriftsteller auf. Das Persönliche trat völlig in den Hinler- grund: das Schicksal der Allgemeinheit, des Volkes interessiert«. Die Phantasie versagte: denn die Erlebnisse der Wirklichkeit tonnte von keiner Phantasie erreicht werden. So kam es aus inneren und äußeren Gründen zur Umwälzung und zum Neuausbau auch in der russischen Literatur. Aber vor diesem Neuaufbau, sagte Frau Sejsullina sehr hübsch, stehen die Gerüste noch. Man sieht das Neugeschaffene noch nicht klar.— Leider unterließ es Frau Sejsullina, in ihrem Vortrag auf Probleme des neuen russischen Schrifttums einzugehen. Denn die Auseinandersetzung mit Jlja Ehrcnburg(wenn er gesogt fassung, auch der des Abg. Dr. Best dieses Begehren mit der Reichs» versassuiia n i ch t z u v e r e i n b a r e n ist. In bezug auf dos vor- jährige Volksbegehren des Sparerbundes vertrat der Antragsteller Best die Auffassung, daß seine Ablehnung nicht nur einen objektive», sondern auch einen subjektiven, d. h. bewußten BruchderReichs- Verfassung bedeute. Die Auffassung der Sozialdemokratie vertrat Abg. Dr. Lands» berg. Die Entscheidung des Kabinetts sei zweifellos verfassungs- widrig. Aber es sei politisch unklug, wie Best es wolle,«in« Jnter- pretation der Reichsverfassung auf dem Weg« der Verfassungs- änderung vorzunehmen. Aus dem geltenden Wortlaut der Ver- fassung ergäbe sich ganz klar, daß Gesetzentwürfe wie der des Sparcrbundcs von der Volksabstimmung nicht ausgeschlossen werden sollen. Es handele sich bei diesem Gesetz weder um den Haus- haltsplan noch um ein Abgabengcsetz, sondern um die Abwehr einer Vermögenskonfiskation. Die Verfassungswidrig- keit der Kabincttsentscheidung sei auch zugegeben mit dem vom Ka- binett Luther unternommenen Versuch, durch eine Aenderung des Art. 73 der Reichsverfassung den Volksentscheid über Aufwertung-- gesetze ausdrücklich auszuschließen. Hielt die Regierung diese Ver- fasiungsänderung für notwendig, um das Volksbegehren ablehnen zu können, so durfte sie nach der Zurückziehung ihrer Vorlag« nicht auf Grund der unabgeänderten Verfassung zur Ablehnung des Volks- begehrcns kommen. Staatssekretär Dr. S ch w e i g e r t rechtfertigte die Haltung des Kabinetts. Die Vertreter der Regierungsparteien dagegen nahmen eine sehr unbestimmte Haltung ein. Im besonderen erklärte der Volksparteiler Dr. Wunderlich, man könne über die Verfassungs» Mäßigkeit der Kabincttsentscheidung geteilter Meinung sein. Ganz schweigsam verhielten sich die Deutschnationalen, deren Ver- halten wieder in scharfem Gegensatz stand zu der Stellungnahme eines Teiles ihrer Presse gegenüber dem Kabinettsbeschwß. Das Ergebnis der Debatte bestand darin, daß Abg. Best den Antrag, der eine Interpretation des Art. 73 der Reichsoerfassung be. zweckte, auf Vorschlag Dr. Landsbergs zurückzog, um ein« aus verschiedenartigen Motiven der einzelnen Parteien beruhende Ab- lehnung zu vermeiden. Der Antrag Best, der eine Er- cänzung des Strafgesetzbuches durch Strafbestimmungen für Verletzung der Reichsoerfassung durch Minister des Reichs oder der Länder vorsieht, wurde aegen die Stimmen der Sozialdemokraten und konvnunisten abgelehnt. Ein dritter Antrag wurde zurückgestellt bis zur Beratung des Gesetzentwurfs. der die Nachprüfung von Reichsgesetzen auf ihre Versassungsmaßig- keit regeln will.___ Die neugierige öotschast. Sie sucht Staatsangehörige. Der italienische Publizist Dalmo Carnevali schreibt uns: „Die italienische Botschaft in Berlin hat sich an die zuständigen deutschen Behörden gewandt, um Auskunft darüber zu erbitten, ob ich italienischer oder deutscher Staatsangehörigkeit fei. An Hand meiner Papiere kann ich feststellen, daß ich Italiener bin: immerhin konnte ich bei dem mich befragenden Beamten ein unverhohlenes Erstaunen darüber feststellen, daß die italienische Botschaft nicht einmal weiß, welche Bürger sie unter ihrer Obhut zu halten hat. Ich konnte auch nicht umhin, zu bemerken, daß dank der jetzt in Italien gehandhabten Ausnahmegesetze gegen die Opposition im Aus- lande, möglicherweise während der letzten Nacht, eine Aenderung meiner Nationalität eingetreten sein könne, daß ich vielleicht im Augenblick ohne mein Wissen st a a t e n l o s geworden sei. Bis zum 13. März allerdings glaubte ich die Gewißheit zu haben, noch dem Lande anzugehören, in dem ich das Licht der Welt erblickt«, denn an diesem Tage erhielt ich, trotz meiner wohlbekannten Stellungnahme zum faschistischen Regime, ein« Einladung zur Teilnahme an der Jahresfeier der Gründung der Fasci! Wenn aber die Neugier der Botschaft den Zweck gehabt haben sollte, meine Nationalität ein- wandfrci festzustellen, um mich den Blitzen des„Duces" preisgeben zu können, so läßt mich das völlig kalt, weil ich, wie einer der großen Gründer der italienischen Einheit. GiuseppeMazzini. „die Freiheit liebe, sie oielleicht noch tiefer liebe als das Dater- land..."_ Die Angst vor dem Zaniboni-Prozeß. Nach dem„Giornale d'Jtalia" wurde der Prozeß gegen Zaniboni wiederum auf unbe- stimmte Zeit verschoben. hat. wie er es gesagt haben soll) mußte natürlich ganz an der Ober- fläch« bleiben. Aber wahrscheinlich vermied die Vortragende, die russisch sprach und ihre Ausführungen dann erst übersetzen ließ, kom- pliziertere Darlegungen, um den Vortrag nicht allzusehr in die Länge zu ziehen. T e s. Rudolf-Blüinner-Abend. Mittwochabend im Sturm. Rudolf Blümner sprach u. a. Adolf Knoblauch, Wilhelm Runge, Gerhard Aufhäusser, Kurt Heynick«, Lothar Schreyer. August Stramm, Otto Nebel und gab zum Schluß drei kleine satirisch« Spiele Schwitters „Anna Blume", das Kümmernisfpiel und seinen eigenen Dialog zwischen Künstler und Mäzen„Der Stuhl". Blümner als Sprecher ist besonders im dramatisch Gesteigerten und Ironischen ein starkes Erlebnis. Wort« explodieren, blühen auf, zischen, kurz tiesste, oft ungeahnte Musik der Worte wird lebendig. So ist es kein Wunder, daß Heynicke in seinem„Angriff" und Stramm mit seiner„Mensch- heit" eine gewaltige Wirkung ausüben, denn die Worte werden Fleisch und Blut. Das laute Höhnen und billige Lächeln über den in Bielem bahnbrechenden August Stramm, der als Opfer des Krieges siel, ist ja bei den Einsichtigen längst der Bewunderung für den kühnen Wortereoolutionär gewichen. Auch für das Lautlich« könnt« sein Wert für die neuen Sprechchöre oft als Vorbild dienen. B. Sch. Die Buschneger an den Völkerbund. Das Bölkerbundsekreiariat hat jüngst eine Friedenskundgebung der B u s ch n?g e r von Surinam in Holländisch Guyana erhallen, die ihres fast biblischen Stiles wegen bekanntgemacht zu werden verdient:„Wir Buschneger von Surinam haben vom großen Krieg gehört, den die Menschen jenseits des Ozeans unter sich geführt haben, und konnten die große Not, die der Krieg mit sich brachte, sogar selber wahr- nehmen. Deshalb richte ich. A d j a n t o e s o, großes Oberhaupt der Saramaccaner Buschneger folgende Botschaft au den Bölterbund: Wir sind froh, daß der große Krieg zu Ende ist, und daß es jetzt Friede gibt. Tötet einander nicht mehr, sondern lebt in Frieden miteinander. Dies sagen wir euch nicht au» überheblichem Stolz, sondern in demütiger Liebe. Ich grüße euch mit einem kräftigen Gruß im Namen meiner Kapitäne und meines ganzen� Volles".— Das Völterbundssekrctariat hat für die Kundgebung' gedankt und darauf hingewiesen, daß der Bölterbund unaufhörlich für die Aufrechterhaliung des Friedens arbeitet und zu diesem Zweck „jedes Jahr die Bertreier aller Rationen im großen Völkerbunds- jaal in Genf zusammentreten, um über ihre Röte zu beraten und was im gemeinsamen Interesse getan werden kann." Ferner legte das Sekretariat eine Photographie mit einer Sitzung„der Gesandten aller Nationen" seiner Antwort bei, auf welche der große Häuptling Adjankoeso nicht wenig stolz sein wird. vas Konzert de, vläaaerchor» Fichte- Georglaia llndet nicht, wie durch einen Drucksehlcr in der heutigen Morgennumer gemeldet wird, am beujigen Donnerstag, sondern erst am nächsten Sonntag, dem 27., statt. Vene Tänze der Gruppe Skoroael-Itümpy, die durch die Mitwirkung deS BewegungSchor» der VoltSbühne einen besonderen Rahme» erhalten, werden im Mittelpunkt der K. Tanzmatinee der Volksbühne steben, die am nächsten Sonntag, vormittags 11'/, IlKr, im Theater am Bülowplatz stallsindet. Einlaßkarte» zum Preise von in den Porverkaussstellen der PolkSbühne E. B.(Tietzschc Theaterkasse ujw.) erhältlich. die Spaltung öer Kommunßften. Bartels und Grylewicz lehnen Mandatsnie!!>erlegung ab. Bekanntlich machte sich die Opposition auf der» Essener kom- munistischcn Parteitag so bemerkbar, daß mehrere Abgeordnete der KPD., unter ihnen der Landtagsabg. Bartels- Krescld und der Landtagsabg. Grylewicz, bisher Parteisekretär! der KPD. in Berlin, aufgefordert wurden, ihre parlamentarischqn Mandate niederzulegen. Wie wir erfahren, werden die!se Opposit'ons- mitglieder jedoch der Aufforderung keincsn'egs nach- kommen. Sie haben eine Mandatsniederlegung Abgelehnt unter Hinweis darauf, daß sieben andere Mitglieder der preußischen Land- tagsfraktion sie aufgefordert haben, ihre Mandate aufrechtzuerhalten und daß ferner einige tausend Funktionäre der Partei durch ihre Unterschrift sich dieser Aufforderung angeschlossen haben. Entspannung auf üem Salkan? Eine Untersuchung über die italienischen Anklagen gegen Südslawien. Paris. 24. Mörz.(Eigener Drahkbericht.) Am Mittwoch abend ist zwischen der englischen und französischen Legierung zur Lösung des italienisch-südslawischen Konfliktes eine prinzipielle Einigung dahin erzielt worden, die Untersuchung über die von Italien gegen Südslawien erhobenen Beschuldigungen einer auf breitester Basis zusammengestellten K o m m i s i o n za übertrogen. England wünscht Deutschlands Beteiligung. Paris, 24. März.(TU.) Nach den Mitteilungen des Londoner Berichterstatters des„Echo de Paris" bestehe die englische Regierung daraus, daß Deutschland an der an die albanische Grenze zu entsendenden Militäruntersuchungskommission teilnehme, ob- wohl der Versailler Bertrag sich gegen die Ernennung deutscher Militärattaches im Auslande ausspreche. In London werde die französische Auslegung des Artikels 179 als überholt bezeichnet und erklärt, daß es sich n i ch t um eine Kommissionvo� Militär- attachäs im eigentlichen Sinne des Wortes handelt solle, sondern um eine Kommission von zu ernennenden Militärsachverständigen, der sich auch Offiziere neutraler Staaten, z. B. Skandnaoiens, an- schließen sollten. Ferner bestätigt der Bericht, daß Rom eine Untersuchung jenseits der albanischen Grenze, wie dies aus Prestigegründen von der jugoslawischen Regierung verlangt werde, ablehne. Mussolini habe neue Instruktionen an die Pariser utd Londoner Botschaft erteilt, die dahin gingen, daß die Untersuchurg nur auf jugoslawischem Gebiet geführt werden könne. Gleichzeitig habe Mussolini erneut darauf verweisen lassen, daß trch der jugo- slawischen Beteuerungen verdächtige Bewegungen von de! albanischen Grenze gemeldet würden. Mussolini widersetze sich auch weiter- hin der Absicht, den Konflikt durch das Zustandekommen eines jugo- slawisch-albanischen Uebe reinkomme ns zu lösen, da Italien alleiniger Protektor Albaniens bleiben wolle. Pertinax behauptet, daß die gestern erzielte EinigMg über die Entsendung einer Untersuchungskommission eine Niederlage Frankreichs bedeute vor allem deshalb, weil zum nssten Mole seit dem Kriege auch ein deutscher Militärsachoerständiger an einer solchen Kommission teilnehmen und weil sich die Untcruchung nur auf jugoslawischem Gebiet abspielen solle. Da Italien sich einer Ausdehnung der Untersichung auf Albanien widersetze, Jugoslawien aber darauf bestehe, verde man, wie der„Matin" schreibt, nun eine Einigungsformel übel den Unter- suchungsgang finden müssen, die dem Standpunkt bei>er Länder Rechnung trage. « An Berliner amtlicher Stelle ist von einer Hinzuzihung deut- scher Offiziere für die Balkanuntersuchungskommission aoch nichts bekannt. Eine derartige Anregung sei noch nicht nach Deutschland gelangt. Südslawiens Gegenanklage. Belgrad. 24: März.(MTB.) Die Zeitung..Vre»--" schreibt heute: Man spricht davon, daß die Regierung Materiü für eine Zirkularnote zusammenstellt, die an alle befreuideten und verbündeten Regierungen geschickt und in der nähere Angaben über militärische Vorbereitungen Italiens untr der un- mittelbaren Leitung Mussolinis enthalten sein sollen. Il der Note werden diese Rüstungen als eine unmittelbare Gefahr fllralle Nach- barstaaten Italiens bezeichnet und es wird eine Enquete und Nach- Prüfung dieser Rüstungen verlangt. Einberufung öer Internationale beantragt. Paris. 24. März.(Eigener Drcchtbericht.) Die Vewaltungs- kommission der französischen Sozialistsschen Partei hat mi Mittwoch aus Vorschlag Renaudels den Wunsch ausgesprochen.eine Ein- berufung des Exekutivkomitees der A r b e i t e r- I n te' n a t i o- n a l e zu einer außerordentlichen Sitzung am 2. April nch Brüssel zu beantragen, um die durch den italienisch-jugoslawische Konflikt geschaffen« Lage einer durchgreifenden Prüfung zu unterwrfen. �deutschlanüs Vernichtung durch die presse/ ... Unter Zugabe von Kaffee und Kuchei. Die Ortsgruppe Friedrich-Luisenstadt der D e u t s cin a t i o- nalen Voltspartei veranstaltet heute um 8 Uhr in Alexau- driner einen Vortragsabend, der ganz besonders amüsant werden verspricht. Der Herr Verlagsdirektor Dr. K a e m p f wir nämlich berichten über das Thema, daß Deutschlandvernichet wird. Und zwar durch die Presse. Freilich wird ein pp. lublikum nach menschlicher Voraussicht in dem Elaborat des Herrn Rrektors nichts vernehmen über die Vernichtung der deutschen Itelligenz durch Hugenbergs„Lokal-Anzeiger" und die sonstige Organe zur Verdummung Berlins und seiner weiteren Umgebitg vom „R e i ch s b o t e n" bis zur„Nachtausgab t". Um o mehr wird sicherlich gewettert werden auf die„jüdische" deii'kratisch- republikanische Presse und die— hu hui— vokksvergiftepen ver- fl..... sozialistischen Blätter. Die Weisheiten, 4e Herr Kaempf verzapfen wird, sollen den bejammernswerten.uhörern ober noch ganz besonders versüßt werden. Der Einladng liegt nämlich ein gedrucktes Zettelchen bei, das dies« goldene Worte trägt:„Dank des liebenswürdigen Entgegenkommens eier b e- deutenden Firma ist es uns möglich, unseren Mitglieirn und Gästen an diesem Abend Kaffee und Kuchen grctis zu verteilen." Sollte diese„bedeutende Firma" etwa identisch sein nt dem Hause, dessen Verlagsdirektor Kaempf heißt? Oft pflegtman zu sagen, daß„mit Gewalt kein Bulle zu melken" ist. In diesen Falle wird es anders sein! Durch Kaffee und Kuchen gestärkt, wcden die Besucher des Alexandriners heute abend in die Lage mimen, selbst die lichtvollen Ausführungen Herrn Kaempfs über Zeutsch- lands Vernichtung durch die Presse" mit Fassung und Kdul d zu ertragen!..._________ Am letzten Sonntag hielt der Berliner Bezirksaus- schütz für Arbeiterwohlfahrt seine diesjährige General- Versammlung ab. Genossin Hedwig Wachenheim sprach ein- leitend zu dem Thema die„Wohlfahrtspolitische Stellung und 2luf- gäbe der Arbeitcrwohlsahrt" und führte dazu folgendes aus: „In den acht Jahren, die seit Gründung der Arbeiterwohlfahrt verflossen sind, hat sich die Organisation sehr. geändert. Von den wenigen Ortsausschüssen, die damals ins Leben gerufen wurden, sind wir auf über 1009 angewachsen. Wir sind in alle Arbeitsgebiete eingedrungen. Nur m einem Punkt hat sich die Arbeiterwohlfahrt geändert— in ihrer Stellung zur Partei. Sie ist der Fachausschuß der Partei für die Wohlfahrtspflege. Die Arbeiterwohlfahrt hat die Aufgabe, für die Wohlfahrt neue Wege zu finden, die Wohlfahrt im Zu- sammenhang mit der Partei zu fördern. Die alten Wohl- fahrtsorganisationen wollen diese Umgestaltung nicht. Wir sind politisch, um unsere Ausfassung durchzusetzen, um die nötige Wohl- fahrtspflege zu gewinnen. Die bürgerlichen� Organisationen ent- ledigen sich des politischen Mantels nicht um vorwärts zu kommen, sondern um zu hemmen. Das Reichsarbeitsministerium hat sich für seine wohlfahrtspflegerischen Aufgaben eine eigene Organisation geschaffen. Es hat bestimmte Sp'itzenverbände zusammengezogen, und zwar: Den Zentralausschuß für die inner« Mission: den Eharitas-Verband für das katholische Deutschland: die Z e n t r a l w o h l f a h rt s st e l l e der deutschen Juden: das Deutsche Rote Kreuz: den fünften Wohlfahrts- verband, den Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt und den Zentralausschuß der christlichen Arbeiter- schäft, der als Gegengewicht gegenüber der Ar- beiterwohlfohrt auf besondere Veranlassung des Reichs- arbeitsministeriums ins Leben gerufen wurde. Diese Spitzenver- bände fungieren als Verteilungsstelle für die Verteilung von Reichs- Mitteln und als sachverständige Berater bei der Behandlung be- stimmter wohlfahrtspflegerischer Fragen. Auf den Charakter dieser Verbände eingehend, wies Genossin Wachenheim auf die ausge- sprochene Gegnerschaft des fünften Wohlfahrtsverbandes hin und auf die für die Republik unmögliche Organisation des Roten Kreuzes und behandelte dann die besondere Stellung der konfessionellen Verbände. In der kirchenpolitischen Ar- beit der konfessionellen Verbände ist der Eharitas-Verband führend. Die katholische Kirche stößt überall vor und versucht die verlorene politische Machtposition wieder zu erobern. In Frank- reich hat sie die royalistische Linie verlassen und versucht mit den linksgerichteten Parteien in Fühlung zu kommen. In Italien Weitere Waffenfunde bei den völkisihen. Neue Schlägereien. Gestern abend wurden die Teilnehmer an einer Versammlung des Roten Frontkämpferbundes und einer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nach Versammlung-schluß auf Waffen durchsucht. Bei den Mitgliedern des Roten Frontkämpferbundes, die in der Fricdrich-Karl-Straße zu Lichtenberg tagten, wurden keine Waffen gefunden. Bei der nationalsozialistischen Versammlung, die im„Viktoriagarten" zu Wilmersdorf stattfand, brachte die Durch- suchung, wie auch am Dienstag in den„Hohenzollernfestsälen" in Wilmersdorf, wieder ein ganzes Waffenarsenal zutage. Von den Teilnehmern an der nationalsozialistischen Veranstaltung wurden allein fünf Personen festgenommen und der Abteilung IA. im Polizeipräsidium zugeführt, die gefährliche Waffen, Messer und eine Zange(!) bei sich führten. Außerdem wurde eine genaue Unter- suchung des Versammlungslokals vorgenommen. Folgende Gegen- stände, die mehrere Teilnehmer bei der drohenden Durchsuchung fortgeworfen hatten, wurden vorgefunden: 1 Gasrohr. 2 ausziehbare Totschläger, 1 Schlagseder, 6 Schlagring«, 2 Tot- schläger in Leder, 2 Ketten in Hüllen, 1 Dolch mit Scheid«, 1 Küchenmesser, 1 S t a h l m e i ßA: l, 1 Gas- rohr mit Griff, 1 Polier stahl und 2 Totschläger mit Leitungsdrähten. Sämtliche Waffen wurden von der Polizei beschlagnahmt. In verschiedenen Stadtgegenden ist es auch gestern nacht wieder zu Schlägereien zwischen Rechtsradikalen und Kommunisten gekommen. Am Antonplatz in Weißensee entbrannie eine Schlägerei zwischen Mitgliedern des Kyfshäuser-Iugendbundes (Turnabteilung des K a m p f genossenvereins) und jugendlichen Kom- niunisten, von denen einige Uniform trugen. Zwei Kyffhäuserleute wurden durch Stockhiebe am Kopf« verletzt. Einer der Täter, der einen Schlagring bei sich trug, konnte oerhaftet und der Ab- teilung IA im Polizeipräsidium zugeführt werden.— In der Frucht- straß« kam es zwischen drei Kommunisten und einem dort wohnen- den Restaurateur zu einem Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Einem hinzugerufenen Polizeibeamten setzten die Täter Widerstand entgegen. Während zwei von ihnen unerkannt entkommen konnten, wurde der dritte verhaftet und in das Polizeipräsidium gebracht. Haftbefehl gegen 14 Völkische. Wegen der Vorgänge auf dem Bahnhof Lichterselde-Ost am Sonntag hat der zuständige Dernehmungsrichter gegen 14 der damals fe st genommenen Hatenkreuzler Ha fr- b e f e h l erlassen, und zwar wegen Landfriedensbruchs. Die am Sonntag festgenommenen Kommunisten sind wieder auf freien Fuß gesetzt, weil es sich bei ihnen um kleinere D e l i t t e handelt, ebenso auch die am' Dienstag abend verhafteten .Kommunisten, nach Feststellung ihrer Persönlichkeiten. Diejenigen Kommunisten, die am Dienstag abend auf Polizeibeamte geschossen haben sollen, konnten damals nicht sestgenommen werden. Zur Sicherung der öffentlichen Ruhe sind 40 Polizeipatrouillen auf Lastwagen bestimmt worden, die insbesondere auch heut« abend unterwegs sein werden. In der letzten Nacht haben diese Patrouillen bereits eine Reihe von Zusammenstößen beobachtet und die Täter sestgenommen. Der„Roten Fahne" kommt es bei der Behandlung der Kra- walle am Dienstag darauf an, unter allen Umständen mit allen möglichen Verdrehungen gegen den„Vorwärts" zu Hetzen. Wir haben in unseren Berichten einen genauen Unterschied zwischen kom- munistischen Straßendemonstranten und Siroßenmob gemacht. Die Führer des RFB.-Zuges haben selbst in erregten Worten ihre Kameraden aufgefordert, sich nicht provozieren zu lassen,„in dem Haufen vor dem Zug stecke allerlei Gesindel". Wir haben mehrfach in unseren Berichten betont, daß die RFB.-Lcute mit den Zusammen- stoßen nichts zu tun hatten. Wie wild und draufgängerisch der Straßenmob bei dieser Kundgebung vorgegangen ist, bewclst, daß in der Bismarckstraße, kurz vor der Wilmersdorjer Straße, ein Kom- m u n i st, der eine Bemerkung über dieses Rowdytum gemacht hat, windelweich geschlagen wurde. Dib„Rote Fahne" versucht es so hinzustellen, als ob der Angriff auf dem Auto- b u s ganz harmlos war. Dieser Borfall hat sich wie folgt abgespielt: Der Autobus stand an der Wilmersdorfer, Ecke Bismarckstraße. Als der Zug des RFB. unterbrochen wurde, bog der Autobus in die Wilmersdorser Straße ein. Bei dem Wenden kam der lange Wagen in die Nähe der den Zug begleitenden Menge. Sofort wurde der Führer und Schaffner beschimpft. Aus der Menge rannten eine Anzahl mit dem Autobus mit, sprangen hinten aus und versuchten den Schaffner zu schlagen. Ein Polizeibeamter sprang dazwischen. Er wurde sofort entwaffnet und blutig geschlagen. Ein Leutnant, der dem Beamten zu Hilfe eilte, ♦ verhandelt sie mit Mussolini. In Rußland und Amerika be- obachtcn wir dieselben Bemühungen. In Deutschland ist sie politisch bedeutungsvoll durch das Zentrum, das besonderes Gewicht auf die Verwaltungspolitik gelegt hat. Uebcroll in der politischen Verwaltung sitzen Katholiken an den entscheidenden Stellen. Diese Mochtpolitik entspricht der Rechtsauffassung der katholischen Kirche. Sie verfolgt insbesondere ihre Erziehungsgrundsätze in der Jugendfürsorge. In der Schulpolitik und in der Jugendfürsorge erstrebt sie nicht nur die konfessionelle Schule und Anstalt, sondern auch die Abhängigkeit der Lehrer und Erzieher von der Kirche. Die Kirche erstrebt die konfessionelle Zersplitterung der Zugendsürsorge. Sie verlangt im Gegensatz zur Verfassung, nach der die staatliche Gemeinschaft die Erziehung des Kindes überwachen soll, in al'-n Fällen, in denen Ersatzerziehung geleistet werden muß, chre Aus- Übung durch die Kirche. Die evangelische Kirche stellt heute dieselben Ansprüche wie die katholische Kirche: sie offenbart mit ihren Versuchen ihre reaktionäre Gesinnung. Durch die Heraus- nahm« der Wohlfahrtspflege aus der öffentlichen Hand will sie diese dem Einfluß und der Leitung der sozialistischen Arbeiterschaft ent- ziehen.„Der Staat muß erkennen, daß er mit der Erziehung religiöse Aufgaben übernimmt. Er muß sich daher an die Kirche wenden." Das ist ihr Standpunkt. Diese Forderung richtet sich im Zusammenhang mit der Fürsorgeerziehung gegen uns. Wir sind interkonfessionell."Das Gesetz sagt nicht, daß die Kirche den Helfer stellen muß, sondern der Helfer muß zu der Konfession des von ihm zu Betreuenden gehören. Wir betrachten uns als das Organ des Volkes, das seine öffentlichen Aufgaben auf diesem Gebiet durch- zuführen hat. Das Volk hat auch in diesem Fall durch den Staat, die Selbstverwaltung mit der Durchführung der Aufgaben beauf- tragt und sie somit verantwortlich dafür gemacht, wie es dem Volke geht. Die Gesetze der Kirche müssen hinter denen des Staates zurückstehen. Die Wohlfahrtspflege muß den heutigen Verhältnissen angepaßt sein; sie muß umfassend, planmäßig'und vorbeugend sein. Das alles kann nur der Staat garantieren. Genossin Todenhagcn erläiiterte den schriftlich vorgelegten Jahresbericht und betonte die im Referat der Genossin Wachenheim ausgezeigte Politik des Reichsarbeitsministeriums. An der Aus- spräche beteiligte sich auch Stadträtin Genossin W e y l, deren Aus- führungen eine Ergänzung in derselben Linie ergaben. In den Vor st and der Arbeiterwohlfahrt wurden gewäll: Minna Todenhagen, Franz Künstler. Dr. Walter Fried- l ä n d e r, Alex P a g c l s, Emma D ö l z, Dr. Käte Franken- t h a l, Helene Schmitz, Hedwig Wachenheim, Stadtrat Zachow: als K a s s e i> r e v i s o r«'n: Otto Stein, Lichtenberg, Therese I e r m a n n, Steglitz, Gertrud Scholz, Neukölln. wurde gleichfalls bedroht. Durch das Eingreifen ruhiger Kom- munisten wurde das verhindert und der Offizier konnte sich les Verletzten annehmen. Kommunisten, die sich für den Abtransport des verletzten Polizeibeamten eingesetzt hatten, wurden von der Menge beschimpft und tätlich bedroht. Die„Rote Fahne" lügt, wie immer, bewußt, wenn sie die Vorgänge so darzustellen versucht, als hätte die Menschenmenge den Zug nicht provoziert. Die Vorgänge hätten sich sehr gut vermeiden lassen, wenn alle Ansammlungen zer- streut worden wären und nur der Zug des RFB. seinen Umzug gemacht hätle. Es bleibt dabei: Aus die Provokationen des Straßen- mobs ist der größte Teil der blutigen Zwischenfälle zurückzuführen. Nach den bombastischen Ausrufen der„Roten Fahne" durste man sich übrigens nicht wundern, daß die lichtscheuen Elemente sich bei den Demonstrationen zahlreich einfinden würden. 3n eine Menschenmenge hineingefahren. Eine Person getötet, eine schwer verletzt. Ein folgenschwerer Straßenunfall, der durch das unerhört rücksichtslose Verhalten eines Kraftwagenführers ver- ursacht wurde und bei dem eine Person getötet wurde, eine weitere mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Krankenhaus am Friedrichshain geschafft werden mußte, ereignete sich heute früh gegen 7 Uhr in der Frankfurter Allee. Von dem Hause Frankfurter Allee 350 ist eine Straßenbahnhaltestelle, an der zahlreiche Arbeiter und Angestellte, die sich an ihr Arbeitsstellen begeben wollten, warteten. 2lls etwa acht Personen eine Straßenbahn besteigen wollten, kam in schneller Fahkt ein Gcschäftskraftwagcn heran, dessen Führer, statt sofort abzu- stoppen, in die Menschenmenge hineinfuhr. Während es einigen gelang, noch rechtzeitig zurückzuspringen, wurde die S-Zjährige Ehefrau Martha M u ch i n s k i aus der Frankfurter Allee 93 und der 39 Jahre alte Schneider Willi Wellenberg aus der Schreinerstr. 31 von dem Kraftwagen erfaßt und überfahren. Die alarmierte Feuerwehr war in kurzer Zeit zur Stelle und sorgte für die Ueberführung der Perunglücktcn zur nächsten Rettungsstelle. Die Verletzungen der Frau M. waren aber so schwerer Natur, daß sie bereits auf dem Wege d o r t h i u verstarb. W. fand im Krankenhaus am Friedrichshain Aufnahme, wo er mit Knochenbrüchen und einer Schädel- Verletzung schwer daniederliegt. Die Schuld an dem Unglück trifft den Krastwagenführcr, der als cin 39jähriger Schlächtermeister Ferdinand E r l e n b a ch aus der Wilmersdorfcr Straße zu Charlottenburg festgestellt und in Haft genommen wurde.— Ein tätlich verlausencr Straßenunfall trug sich gestern abend in der Steglitzer Straße zu. Der fünfjährige Hans Raurich aus der Steglitzer Str. 11 wurde in der Nähe der elterlichen Wohnung von einem Personenkraftwagen überfahren. Das Kind wurde mit einem schweren Schädelbruch in das naheliegend« Elisabeth- Krankenliaus geschafft, wo es kurz nach der Einlieferung an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb. Den Krastlvagcn- sichrer trifft an dem Unglücksfall keine Schuld, da das Kind buch- stäblich in den Wagen hineingelaufen ist. Selbstmord einer Dreizehnjährigen. Seit mehr als einem Monat wurde die 13 Jahre alte Schülerin Gerda Radtke aus der Brüsseler Straße 38 vermißt. Das Mädchen, das die Zeppelin-Schule besuchte, lief am Freitag, den 18. Februar d. I.. während der großen Pause um 10 Uhr vom Schulihofc fort und kehrte weder zum Unterricht nach nachhause zurück. Jetzt wurde das Mädchen am Lindenufer als Leiche geborgen. Der Leichensund läßt auf toesbftmord schließen. Aeußerungen, die das Mädchen getan hat, lassen erkennen, daß das Mädchen zu ver- krüppeln fürchtete. Hierin dürfte der Grund zu dein Selbstmord zu suchen sein. Festnahme eines Bficheediebes. Ein junger Mann, der sick) für einen Studenten ausgab, mochte sich dadurch verdächtig, daß er versuchte, in einer Buchhandlung in der Nähe der Technischen Hochschule eine ungewöhnlich große Anzahl Bücher zu verkaufen. Er erzählte dem Geschäftsmann, daß er jetzt das Studium abgeschlossen habe, deshalb die Bücher nicht mehr brauche und sie abstoßen wolle, um sich etwas bares Geld zu verschaffen. Der Buchhändler glaubt« das zunächst auch, dann kam es ihm aber doch etwas zweifelhast vor, daß cin Student ein« so große Menge Bücher besessen haben sollte. Er benachrichtigte die Polizei, und dies« nahm den verdächtigen Stydenten soft und ent- larvte ihn als einen 28 Jahre alten Kaufmann Emil Just, der wegen D i e b ft a h l s von Mänteln und Büchern in der Technischen Hochschule schon wiederholt festgenommen war. Das Kompromiß öes Dürgerblocks. Weitgehende Verschlechterungen- geringfügige Verbesserungen. In unserer heutigen Morgenausgabe haben lvir die Mitteilun- gen des„Deutschen" über den Inhalt des Kompromisses der Bürger- blockparteien zum Notgesetz über die Arbeitszeit verossentlicht, Mitteilungen, die sich nicht decken mit denen, die die„Tägliche Rund- schau" gestern verösfentlicht hat. Insbesondere fehlt in den Mit- tcilungen des„Deutschen" der Hinweis auf die Beseitigung des Achtstundentages für Saisongewerbe. Die Morgenausgabe der„DAZ." dagegen teilt über den Kompromiß ausdrücklich mit:„Für Saisongewerbe(z. D. Bau- g e w e r b e) ist den Bedürfnissen der einzelnen Jahreszeiten ent- sprechend eine bessere Verteilung der Arbeitszeiten auf die einzelnen Iahresabschnitte eingeräumt worden." Damit wird also bestätigt, daß das Notgesetz benutzt wird, um im Baugewerbe den Achtstundentag zu beseitigen. Dazu können wir jetzt schon sagen, daß man mit Sicherheit rechnen kann, daß dieser Versuch, wenn er ernsthaft durchgeführt werden sollte, zu einer Wirtschastskatastrophe führen muß. Die Bauarbeiter sind keineswegs gewillt, sich den Achtstundentag rauben zu lassen, auch wenn der Bürgerblock durch eine notgesetzliche Maßnahme den Unternehmern zu Hilfe kommen sollte. Das angekündigte Baujahr 1b27 würde in Wirklichkeit ein K a m p f j a h r im Baugewerbe werden, wenn der Bürgerblock den reaktionären Einflüssen der Scharsmacher im Baugewerbe nachgeben sollte. Die„DAZ." weiß außerdem mitzuteilen, daß der Zuschlag von 25 Proz. für Ueberstunden in folgenden Fällen in Wegfall kommt: „Wird der Achtstundentag bei Vorliegen von Arbeitsbereit- s ch a s t. bei Arbeiten zur Bewachung, zur Reinigung und I n st a n d h a l t u n g des Betriebes, bei Beaufsichtigung be- stimmter Arbeiten usw., ferner bei Vorliegen eines vorüber- gehenden Notfalles überschritten, dann kommt der Lohn- Zuschlag nicht in Frage." Mit diesen kautschukartigen Bestim- mungen dürfte es nicht schwer fallen, praktisch den Zuschlag von 25 Proz. bei Leistung von Ueberstunden so gut wie niemals in Wirksamkeit treten zu lassen. Die zulässige Höchstarbeitszeit soll täglich zehn Stunden nicht überschreiten. Wer auch diese zehnstündige Arbeits- zeit soll nach den Angaben der„DAZ." und des„Deutschen" erlaubt sein, nicht nur aus dringenden Gründen des Gemeinwohls, sondern auch, wenn es sich um E r g ä n zu n g s- und Vorbereitungsarbeiten handelt, bei denen eine Vertretung der Arbeiter durch andere Arbeiter des Betriebes nicht möglich ist, und die Heran- ziehung betriebsfremder Arbeiter„dem Unternehmer nicht zugemutet werden kann". Auch hier ist ja wesenllich, wie solch« dehnbaren Bestimmungen in der Praxis gehandhabt werden. Wenn man aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen darf und muß, dann ist es ohne weiteres klar, daß man mit diesen Bestimmungen Miß- brauch treiben wird, und daß selbst der Zehnstundentag häufig über- schritten werden wird, selbst dann, wenn keinerlei Gefahr für Leib und Leben vorliegt. Wenn man innerhalb der Partelen des Bürgerblocks sich ernst- lich der Täuschung hingeben sollte, daß mit solchen Bestimmungen der Kampf der Gewerkschaften um die Wiederherstellung des Acht- ftundentages abgestoppt werden kann, dann dürfte sich das sehr bald als Irrtum herausstellen. Die geringfügigen Verbesserungen in der Beseitigung der sogenannten freiwilligen Mehrarbeit sind mehr als aufgewogen durch ein« Reihe von Verschlechterun- gen und durch den Versuch, die längst erkannten und von niemand ernsthaft bestrillenen M i ß st ä n d e in der Arbeitszeit gesetzlich zu verankern. Am schlimmsten aber ist der Versuch, in einem der wenigen Berufe, in dem bisher trotz Arbeitszeitverordnung der Achtstundentag aufrecht erhalten worden ist, und zwar im Baugewerbe, auf dem Wege des Notgesetzes den Acht- stundentag zu beseitigen. Das ist eine Herausforderung, auf die die Arbeiterschaft die Antwort nicht schuldig bleiben wird. Material für tzerrn Koch. Wie Regierungsbeschlüfse sabotiert werde«. Uns wird geschrieben: Das Reichsverkchrsministerium bestreitet die regelmäßig« Ar- beitszeit bis zu 14 Stunden täglich. Es ist notwendig, dem Reichs- Verkehrsministerium das Gedächtnis aufzufrischen und daran zu er- innern, daß im Bereich der Wasserstraßendirektionen Hamburg und Bremen bei den Bagger- und Spülerarbeiten eine wöchentliche Arbeitszeit von 96 Stunden, täglich rund 14 Stunden für eine Arbeitsschicht besteht. Wenn das Reichs- Verkehrsministerium sich beim Wasserbauamt Stralsund, beim Hafenbauomt Swinemünde über die Arbeitszeit erkundigt, wird es feststellen müssen, daß dort regelmäßig auf den Baggern, Spülern usw. über 10 Stunden gearbeitet wird. Die regelmäßige zehnstündige Arbeitszeit gesteht das Reichs- Verkehrsministerium zu und begründet diese lange Arbeitszeit damit, daß im Winter weniger gearbeitet wird. Dem Reichsverkehrs- Ministerium ist bekannt, daß infolge der langen Arbeitszeit an vielen Arbeitsplätzen das Geld verbraucht wird und die Arbeiter entlassen werden. Dann ist die Arbeitszeit allerdings ganz kurz. Don den Schiffsbesatzungen werden von vielen Dienst- stellen Arbeitszeiten bis 20 Stunden verlangt, ohne daß eine Not- läge vorliegt, so daß verschiedentlich im Monat mehr Ueber- stunden als reguläre Arbeitsstunden geleistet werden. Auf der Baustelle Niederfinow duldet das Reichsverkehrs- Ministerium die zehnstündige Arbeitszeit, trotz seines Erlasses über den Achtstundentag. Dagegen werden Arbeiter der Reichswasser- straßenocrwaltung entlassen. Die Firma L e y m a n n arbeitet auch heute noch in einer Schicht 12 Stunden. Der Erlaß des Reichsverkehrsministers über den Achtstundentag ist weiße Salbe, soll der Oeffentlichkeit Sand in die Augen streuen und den Herren im Reichsverkehrsministerium das Gewissen be- ruhigen. Das Reichsverkehrsministerium kann die regelmäßige Arbeits- zeit von 9 bis 14 Stunden in seinen Betrieben nicht abstreiten. Aber es kann sie abstellen. Wird es das tun? Hautag öes AentralverbanSes See Angestellten. Fortschritte der Organisation. Am Sonnabend und Sonntag, dem 19. und L9. März, tagte in Ncubrandenburg die Gaukonferenz des Zentraloerbandes der Ange- stellten für den Gau Brandenburg-Mccklenburg, die von den zum Gau gehörenden 59 Ortsgruppen außerordentlich stark besucht war. Slus dem Bericht des Gauleiters Beil- Berlin. ging hervor. daß die Mitgliederzahl wieder gestiegen ist und infolge des wachsenden Einflusses des Zentralverbandes der Angestellten der Kamps um die Verbesserung der Anstellungsbedingungen mit er- höhtem Nachdruck geführt werden konnte. Es ist gelungen, all» Verschlechterungen der Tarifverträge abzuwehren, dar- über hinaus Verbesserungen durchzusetzen. Auch in diesem schwierigen Organisationsgebiet erkennen die Angestellten immer mehr den Wert der freigewerkschaftlichen Organisation. Der Vertreter des Verbandsoorstandes, Haußherr- Berlin sprach über die Aufgaben des Verbandstages. Er zeigte, daß die Rationalisierung in Deutschland bisher auf Kosten'iter Ar- beitnehmer durchgeführt worden ist und daß die Zahl der zwei Millionen Arbeitslosen wesentlich auf die verkehrten Mahnohmen der sogenannten deutschen Wirtschaftssührer zurückzuführen ist. Der Verbondstag hat infolgedessen die Ausgabe, Mittel und Weg« zu suchen, um den Einfluß der Angestellten auf die wirtschaftliche Ge- stoltung zu oerstärken. Die vorgeschlagenen Satzungsände- r u n g e n werden in erster Linie dazu dienen, ein noch festeres Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Mitgliedern der Organisation zu erwecken. Nach der Wahl der Delegierten zum Verbondstag, zum Beirat und zur Gauleitung beschäftigte sich die Gaukonferenz mit den Mißständen im Handelsgewerbe und stellte die Forderung an die zuständigen Behörden. Handelsaufsichtsbeomte einzustellen. Die Konferenz zeigte, daß auch die Angestellten der Provinz nicht nur in der freien Gewerkschaftsbewegung, sondern auch in der Gesamtwirtschaft sich durchzusetzen verstehen. Mslänöische Mustker ln veatsihlanS. Ein Erlaß des Auswärtigen Amtes. Da von den deutschen Musikern sehr viel über die Kon- kurrenz der ausländischen Musiker geklagt worden ist und da gerade unter den deutschen Musikern die Arbeitslosigkeit sehr st a r k ist. so hat sich das Auswärtige Amt genötigt gesehen, in einem Erlaß an sämtliche diplomatischen und konsularischen Ver- trctungen darauf hinzuweisen, daß wiederholt ausländischen Mu- stkern zur beruslichen Mitwirkung in Filmtheater-, Restaurant-, Kaffeehausorchestern und dergleichen Sichtoermerk« zur Einreise nach Deutschland erteilt worden sind, ohne daß ein« polizeiliche Zuzugsgenehmigung bei- gebracht worden war. Dies widerspreche den bestehenden Paß- bestimmungen. nach denen nur bei Ange st eilten in leiten- der Stellung von der vorherigen Zuzugsbewilligung Abstand genommen werben kann: zu diesen gehören Musiker der bezeichneten Art nicht. Für sie gilt auch nicht die Vergünstigung, daß im ollge- nieinen Sichtoermerke für nicht mehr als sechs Monate ohne Zuzugs- bewilligung erteilt werden können. /tasthtag auf Sie englisthea Sewerksthasten. Gegen die Arbeiterpartei. London, 24. März.(MTB.) Das Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung endgültig Beschluß über die Abänderung des Gewerkschasts- g« setz es gefaßt. Den Blättern zufolge steht die Regierungsvorlage vier wesenllich« Abänderungen der bisherigen Bestimmungen vor: 1. Jeder Generalstreik ist künftig ungesetzlich(!), die Gewerkschaften dürfen sich zu keinem gemeinsamen Streik zu. sammenschließen(!), wenn nicht tatsächlich Differenzen zwischen den beteiligten Arbeitnehmeroerbänden und den Arbett- gebern bestehen. 2. Stteikpostenstehen in Massen ist künftig ver- boten, ebenso das Aufsuchen von Arbeitern in ihren Wohnungen durch Streikposten.(!) 3. Wenn eine Ge- werkschaft beschließt, eine Abgabe für p o l i t i s ch e Zwecke aufzuer- legen, müssen die Mitglieder einzeln den Wunsch aussprechen, sich daran zu beteiligen, während sie nach dem bisherigen Verfahren nur im Falle der Nichtbeteiligung eine Erklärung abzugeben hatten. 4. Die Organssationen von Staatsange st eilten dürfen sich künftig nicht mit Ausständigen industrieller oder politsscher Körper- schaften zusammenschließen. » Mit diesen Vorschlägen erfüllt die konservative Regierung alle Wünsche der Scharsmacher. Diese Vorschläge gehen so weit, daß man wohl sagen kann, sie sind ein Anschlag auf die englischen Ge- wertschasten und die Labour-Partei. Di« Antwort wird nicht au»- bleiben. Der Bogen ist erheblich überspannt. In den Lohnstreiligkeilen in der mitlelrheinlschen Stelnlndustrie ist ein Abkommen vor dem staallichen Schlichter getroffen worden. erhöhung von 5 Proz. ein 29. Februar 1928. Di« Löhn« in d-" Trcchinhustrie bleiben bis LS. Februar ISLS be« stehen, für die Aasalt., Lava- und Tuffsteinindustrie tritt eine Lohn- ' Auch dieser Vertrag läuft bis zum Bm»d der technische» Angestellt«» Mb Beamtr». Die Freitag-Ad-ndsprech- ftilnde der 0rt»»errna!iung iimt wegen der am gleichen Tage ltattstndenden Jahres- S-niraivers-mmIui'g au? Rächst- Sprechstunde: Montag. 28. Marz 1927. Die Sparkasse der Bank dar Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 5— 7 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. Wirtschast berliner Staütbanken. Günstige: Entwicklung der Sparkasse und der Komurunalbank. Die Sparkasse der Stadt Berlin berichtet für das 198. Jahr ihres Bestehens(1926) von einer weiteren starken Belebung der Sportätig- keit. Die Spareinlagen haben sich von 66,38 Millionen Mark zu Ende 192S auf 124,41 Millionen Ende 1926, d. i.um87Proz. erhöht. Pro Kopf der Bevölkerung ergibt sich ein Sparguthaben von 31,39 M. gegen 16,12 M. im Vorjahr und 185,31 M. im Jahre 1913. Anfang 1924 entfiel auf jeden 24. Einwohner Berlins ein Sparbuch. Ende des Jahres dagegen schon auf jeden 14. Ver- liner Die Zchhl der Sparbücher hat sich im neuen Jahr von 289861 weiter aus ruiid 313 999(Ende Februar) erhöht. Etwa ein Viertel der gesamten Spareinlagen entfällt auf die ganz kleinen Pölten (unter 29 Markt, etwa drei Viertel(gegen noch 88 Proz. im Jahre 1924) aus Guthoben bis zu 699 Mark. An fremden Mitteln sind. außer den Spargeldern, nur 899 999 Mark langfristiger Kredit vor- Händen. Die Sparkasse hat die ihr zugeflossenen Gelder in der Hauptsache, nämlich mit 71,5 Millionen(i. V. 57,1 Mill.) bei Staatsbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten angelegt, und zwar, im Gcgeissajft zum Vorjahre, wo zur Hälfte kurzfristige. zur Hälfte l. angsristige Anlagen bestanden, vorwiegend kurz- fristig. Weiter wurden 25,66 Millionen(5,ZMill.f Mark als langfristige Darlehen, zumeist als Wohnungsbau. darlehen,' ausgegeben und 29,6 Millionen(5,8 Mill.) in Effekten ange legt. Davon sind 7 Millionen preußische Schatzwechsel, der Rest groizienteil- Pfandbriefe, so daß auch hier indirekt flüssige Mittel dem Baumarkt zugeleitet wurden. Für Hypothekar- d a r l c h e n wurden zu Jahresanfang 12 Proz. Zinsen berechnet, zu IahreseniZ« nur noch 8'A Proz. und feit Mitte Januar 1927 nur noch 7A Prc'z. Der Z i n s f a tz für Spareinlagen wurde von 5 auf 4 Proz. herabgesetzt. Von der Gesamteinnahme(2,79 Millionen gegen 1,76 Millionen i. B.) ist der größte Teil(2,58 Millionen bzw. 1,63 Millionten) Zinsenauskommen: da die Ausgaben, hauptsächlich an Gehälterm(bei einem Personalstand von 279 Köpfen(gegen 259 i B) 1,59 Millionen(1,34 Millionen) Mark betragen, verbleibt ein Ueberschwiß»on 1,29 Millionen(9,42 Mill.) Mark, der zum kleineren Teil zu Abschreibungen, zum größeren Teil für Ruck- stellungen vc-rwandt wird. An ältere und bedürftige Sparer wurden, aus den omfoewerteten Papiermarkguthaben, bisher in 128146 Fällen 6,12 �Millionen Mark ausgezahlt. Wöhren cd bei der Berliner Sparkasse der Umsatz„nur" 1,9 Milliarde«» Mark(gegen IL Milliarden im Jahre 1925) beträgt, hat die seit 1 925 verselbständigte BerlinerStadtbont(Giro- zentrale! der Stadt Berlin) bereits einen Jahresumsatz von 14L M-illiarden(19,4 Milliarden) Mark erreicht. Bei 3,79 Mil- lionen(3,1 9 Millionen) Mark Gesamteinnahmen, wovon nur 2,39 Millionen gegen 2,78 Millionen im Vorjahre aus Zinserträg- nsssen, ergillt sich ein Reingewinn von 1,14 Millionen(9,74 Mill.) Mark. Hicftvon werden, nach geringfügigen Abschreibungen, rund 859 999 M.ark zur Rücklage und zu Rückstellungen übertragen. 284 999 Mtark der Stadtkasse zugeführt. Von den insgesamt 84.96 Millionen(69,77 Mill) Mark an fremden Mitteln machen die kurzfristiger- Einlagen, deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen ist, mit rund 44 Millionen etwa die Hälfte aus. Unter den Anlagen stechen Kontokorrentkredite mit 31,7 Millionen(23,9 Mill.) und Darleh en mit fester Laufzeit(in der Hauprsache Wohnungs- baudarl ehen) mit 24,8 Millionen(18,6 Mill) Mark obenan: die Bankguthaben sind von 7.9 Millionen auf 17,84 Millionen, die Effektenbestände von 2,94 Millionen auf 6,49 Millionen Mark ge- stiegen. Ii a diesem letzteren Posten dürften in der 5)auptsach« solch« Anleihen enthalten sein(Berliner Stadtanleihe und Deutsche Kom- munalanlei he), bei deren Emission die Stadtbank mitgewirkt hat. Die Lombcirddarlehen haben sich von 17,94 Millionen auf 9,69 Mil- lionen Matk, also ganz erheblich, verringert. Der Earoverkehr hat eine erhebliche Ausdehnung(27 224 Konten gegen 29 6'al i. D.) erfahren. Bei mannigfachen Rationalifierungsmaßnahmen — Einstell iung von Rechen- und Buchungsmaschinen— brauchte der Person r-lb« st and trotz der erheblichen Erweiterung des Ge- schäftsumf-ttngs nur um 34 auf 569 Köpfe erhöht zu werden. i_ - veuls Ehland der beste Baomwollkäuser. Wie auf den letzten Wollaukti- snen Hot sich auch auf dem Baumwollmarkt Deutschland In den legten Monaten als bester Käufer betätigt. Die Ausfuhr schafsungeSi der Spinnereien der ganzen Welt werden seit dem 1. August 1926 aus 12 184 999 Ballen geschätzt(im Vorjahre 11 177 996- Ballen). Infolge der guten Ernte dürste der sichtbare Wettvorrdiit an amerikanischer Baumwolle für den Stichtag des 18. März rund 6 271 999 Ballen betragen. Im Vorjahr machte er für dense Iben Zeitraum nur 4 189 999 Ballen aus. verantwor tiich für Politik: Victor Schill: Wirtschaft: 6. KlingrldSfct; Sewcckscha� stobcwosuna: ffr. Stzkor»; ffeuilleton: Dr. Jod» Schitowoki: Lofairs: und So-nftigro: ffrlt,»arfiädt: Anzeigen: Xh.«locke! sämtlich in Berlin Verlag: V ormärto-Verlag(S. m. 6. H.. Berlin. Druck: Lorwärto-Buchdruckeret » e-_..——-'"tstt, «»»»»»»»«»»»«»»»»»»« S** Unserm dewährten Senojse» Jjj Gustav Kasedorf: O zu feinem 30.«ebnrtrtoae unsere a herzlichsten Glückwünsche! Abtl«. 79, Dahlem. ÖOSHffDOa««« Auf Teilzahlung flerren-, Damen-Garderobe Anzüga, Gummi-Mäntel, Kleider M3BEL bis 18 Monatsraten Sclrlaf-, Speise-, Herrenzimmer, Küchen, Einzelmöbel, Federbetten Jlnfpl 8r. Frankfurter Str. 34 Älllvl(Strauabergar Platz). zzerlag: S.orwario-Äeriag t». m. o. P..»erun. �rua:»orwario-nuaioruaerei und Verl: ägsanstalt Paul Einger u Co.. Berlin EW 68, Lindcnstrahe 3. - Gegen i 2 Monatsraten J2addatz&€9 dahin, Ltipriger Str. 122-125 ßlumenspenden irder Art liefert p r ei» wert Paul Gollet», vorm. 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