Nr. 144 ♦ 44, �ahrg. Musgabe A Nr. 74 Bezugspreis. WSchentlich 70 Pknal«. monaiN» B,- Reichsmart voraus»ahldar. Unter Kreuzband kitr Deutschland. Danzia. Saar, und Memelaebi«. Oesterreich Litauen. Lurembur« 4.50 Rcichsmart. sür das lldri«« Ausland 5.50 Reichsmarl vro Monat. Der.BortoStts* mit der wuftrie» ten Eonntagsdeilag«.Boll und Zeit� sowie den Beilagen.llnterhaltun« uno Wissen'.Aus der Kilmwelt'. »Frauenstimme'.Der Kinder- freund'.Luaend-Borwütts' und �lick in die Büchcrwelt' erscheint wochentSalich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Zelegramm-Adresf«: „Sozialdeinotral Berlin" Sonntagsausgabe Vevlinev VolksblÄkt �is pksnnig� Anzeigenpreise: Ks«»tnlvaltiae Ronvareille- »eile 80 Psennia. ReNamezeile B.— Reichsmarl.»Kleine Anzeigen' da» fettaedruckte Wort 25 Bfenni« fzulllslla zwei lettaedrucktc Wortel. ledes weitere Wort 12 Rkennia. Steltenaeluch« da» erll« Wort U Pfennig, jede, weitere Wort 10 Psennig. Worte llder l» Buchstaben zählen sllr zwei Worte. «rbeitsmarkt Keile 00 Pfennla. ikamilienanzeiaen Mr Abonnenten Keile 40 Pfennia. Anzeiarn Mr die nächste Nummer mvssen bi« 4�5 Uhr nachmittag» im chauvtaeschäft. Berlin SW 08. Linden. straheB, abaegebsn werden. Seäffnet van 8dd Uhr früh bi» b Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen parte» Deutschlands Neüaktion und Verlag: Serlin SW. b8, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297, Sonntag, den 27. März 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SW. öS, Lindenstr.Z P0ftsche«0Nt0! Berlin n 53«- Baullonto- Bant der Arbeiter. AngefteRten und Beamten Wallftr. 05! Dislonto-Sesellschaft. Depositcnlasse Lintenstr. 3. Internationaler Frauentag. Jrauencecht und Sozialismus. Wofür wir kämpfen müssen. Bon Marie Iuchacz. Als 1911 die Abhaltung von internationalen F r a u e n t a g u n g e n, die sich in jedem Jahre wiederholen, in der Kopenhagener Frauenkonferenz beschlossen wurde, waren die Voraussetzungen für einen solchen Kampf- und Feiertag der Frauen andere als heute. Damals wollten die Frauen der Arbeiterklasse ihren Kampf um Bürger- rechte schärfer und intensiver gestalten. Sie wollten in allen Staaten einmal im Jahre ihre Forderungen ganz besonders laut und eindringlich erheben. Sie wollten auch auf die öffentliche Meinung Eindruck machen und sie wollten vor allen Dingen auf ihre Geschlechtsgenossinnen aus der Arbeiter- klasie einwirken, um sie für den Kampf um Frauenrechte und für den Sozialismus zu gewinnen. Haben wir das heute trotz des Frauenwahlrechtes nicht wehr nötig? Erst recht. Gerade weil wir nicht mehr ganz so waffenlos sind, ist es nötig, den Kampf um Freiheit und Glück zu führen. Der Kampf ist in ein anderes Stadium ge- treten. Nicht mehr um die politischen Rechte des Staats- bürgers müssen wir kämpfen. Viel mehr als es je der Fall war, ist es unsere Aufgabe geworden, an der Seite des Mannes für die Arbeiterklasse und ihre Kinder zu kämpfen. Warum dann aber Frauentag? Blicken wir uns doch einmal in Deutschland um. Zermürbt von der Sorge des täglichen Lebens, ausgesogen von schwerer Arbeit und Entbehrung, in stetem Ringen mit dein Wohnungselend und der Arbeitslosigkeit stehen die Frauen der Arbeiterklasse da. Viele von ihnen tragen ihre Mutterschaft als schwei-e Bürde. Das, was die Erfüllung ihres Lebens sein sollte, was Glan.; und Freude in ihr Leben bringen müßte, erweist sich für viele als schwere Last, ja mehr als das, als Fluch. Das nackte Elend grinst ihnen und dem kommenden Kind entgegen. Keine Wohnung, kein Tisch, kein Bett, kein Brot. Die Sozialdemo- kratie versucht dauernd in der Gesetzgebung im Reich und den Ländern, sie versucht in den Gemeinden, in der Berwaltungs- arbeit den Müttern unseres Volkes und ihren Kindern zu helfen. Hier helfen aber nicht Gesetze und Verwaltungsmaß- nahmen allein, nicht das, was als Verordnungen auf dem Papier steht. Die Frauen selbst in ihrer großen not- leidenden Masie müssen sich klar sein über ihre Forderungen, die sie als weiblicher Mensch an die Gesellschaft zu stellen haben. Mit ihren Forderungen müssen sie sich die ö f f« n t- licheMeinung erzwingen, und mehr noch, sie müssen sich als weibliche, als mütterliche Menschen die A ch t v n g er- kämpfen, die sie um der arbeitenden Menschheit und um ihrer Kinder willen nötig haben. Die wirtschaftliche Entwicklung und die heutigen Eigen- tumsverhältnisse, zwingen die Frau noch immer in die wirt- schastliche Abhängigkeit vom Manne. Unsere Gesetzgebung trägt diesem Zustand noch immer Rechnung. Die Frau ver- liert mit der Heirat eines Ausländers ihre Staatszugehörig- keit, sie gibt mit der Heirat nicht nur ihren Namen, sondern auch ihre unbeschränkte Geschäftsfähigkeit auf, sie verliert mit der Heirat ihr alleiniges Verfügungsrecht über ein ererbtes oder vorher erworbenes Sparguthaben, sie muß die Erlaubnis des Mannes haben, wenn sie nach der Heirat noch einen Be- ruf erlernen will, sie ist auf dem Arbeitsmarkt in Krisen- zeiten benachteiligt, kurzum: ihre persönliche Bewegungsfrei- heit ist noch stark eingeschränkt, wie es mit der modernen Eni- Wicklung nicht mehr in Einklang steht. Die verheiratete Frau und Mutter aber muß dafür alle Unbill des Lebens doppelt stark empfinden. Ungerechte und zu harte Zölle und Steuern, schlechten Lohn, Lebensmittelteuerung, Wohnungsnot ver- bünden sich mit der Doppellast— Erwerbsarbeit und Mutterschaft—, um sie die ganze Schwere des weiblichen Daseins fühlen zu lassen. Das alles ist doch wohl Grund genug für die sozialistische Frau, zu kämpfen? Aber selbst dann, wenn wir hier alles erreicht hätten, was zum Ausbau einer sozialen Volksgemein- schast erforderlich ist— aber wir haben es nicht—, dann müßte unser Solidaritätsgefühl mit den Schwestern der inter- nationalen Arbeiterklasse uns veranlasien, den Tag mit ihnen zu begehen. In Frankreich kämpfen die Frauen noch immer um die Gleichberechtigung. In Belgien hat man ihnen außer dem Gemeindewahlrecht nur ein passives Wahlrecht zum Par- lament gegeben, das heißt, die Frauen dürfen gewählt wer- den: die große Masse ist ausgeschlossen. In England dürfen die Frauen erst vom 30. Jahre an wählen, in Spanien, Italien, Jugoslawien und anderen Ländern behandelt man die Fraue.. noch als politisch Unmündige. Aber überall, auch dort, wo das Frauenwählrecht existiert, kämpfen die Frauen ihren Kampf um wirkliche Gleichberechtigung, für sozialen Schutz, gegen Elend und Not, für eine bessere Lebensgestal- tung, für bessere Erziehungsmöglichkeiten ihrer Kinder, für kulturelle Entwicklungsmöglichkeiten der Arbeiterklasse. Nur m i t den Frauen wird die Arbeiterklasse ihr Ziel, den So- zialismus, erreichen. Darum auf zum Internationalen Frauentag'. Irauen aufgewacht! Unerhörtes geschieht! Von Elara Bohm-Schuch. Frauen, Mütter, etwas Unerhörtes soll geschehen. Die Bürgerblockregierung will die Reichszuschüsse für die Kinderspeisung nicht mehr geben. Formale Rechts- grundsätze stellt man dem lebendigen Recht hungernder, unter- ernährter Kinder entgegen. Als die Not der deutschen Kinder nach Beendigung des Krieges sich der Welt erschütternd enthüllte, riefen edle Menschen im Auslande großzügig ein Hilfswerk für deutsche Kinder ins Leben. Zehntausendc kleiner, halb- verhungerter Menschlein wurden in Dänemark, in der Schweiz, in Holland und anderen Ländern wieder gesund ge- pflegt. Amerika sandte Lebensmittel, und die Quäker richteten die Kinderspeisung in Deutschland ein. Allen ist Deutschland zu großem Dank verpflichtet. Nicht nur, weil so viele Kinder aus unverschuldetem Elend errettet wurden, vor Siechtum und Tod beioahrt, sondern auch weil dieses Liebeswerk Brücken des Berstehens zwischen den anderen Völkern und Deutsch- land schlug, die den Frieden Europas fester tragen als manches politische Abkommen. Wir Sozialdemokraten haben immer die Schulspeisung verlangt, aus ethischen und volksgesund- heitlichen Rücksichten. Es ist ein unerträglicher Gedanke, daß in einem Kulturstaat Kinder hungrig zum Schulunterricht gehen müssen, dem sie dann natürlich vor körperlicher Er- schöpfung nicht folgen können. Ein Staat, dem es um seine eigene gesunde Entwicklung ernst ist, muß solche Elendzustände beseitigen. Aber wir leben in einer kapitalistischen Gesell- schaftsordnung, in der noch immer das Menschenrecht der Armen als überflüssiger Luxus erscheint. Die Quäker hatten es zur Bedingung gemacht, daß auch das Deutsche Reich einen bestimmten Zuschuß zu den Kinderspeisungen leistete. Diese Verpflichtung fiel formal fort, als nach der Stabilisierung der deutschen Währung, als wir uns wieder selber helfen tonnten, die Quäker in die. noch größeren Notgebiete Europas gingen. Tatsächlich und mora- lisch blieb die Verpflichtung des Reiches bestehen. Es war ganz unmöglich, bei dem damaligen Gesundheitszustand im Sommer 1924 die Kinderspeisung einzustellen Heber die Notwendigkeit der Fortführung bestand keine Meinungsver- schiedenheit. Trotzdem wurden im Etat für 1925 Mittel für dieien Zweck nicht angefordert. Der von uns gestellte Antrag, 5 Millionen für die Fortführung der Kinderspeisung zur Der- fügung zu stellen, wurde vom Reichsernährungs- und Finanz- Ministerium hartnäckig bekämpft mit der Begründung, es handele sich um eine Angelegenheit der Länder und Gemein- den, das Reich könne Zuschüsse nicht leisten. Schließlich ge- lang e?, eine Verständigung mit den bürgerlichen Parteien dahin zu erzielen, daß die beantragten 5 Millionen aus den Ueberfchllssen der Reichsgetreidestelle genommen wurden. Dies« Mittel reichten bis in den Herbst 1926. Die Reichs- getreidestelle war inzwischen aufgelöst worden. Im Nach- tragsetat für 1826 waren neue Mittel nicht angefordert, ob- wohl der Vertreter des Ernährnngsministeriums bei den Be- ratungen über den Hauptetat im Friihsahr 1926 eine dahingehende Erklärung abgegeben hatte. Auf meine Frage nach dem Grund solchen Verhaltens in einer Zeit schlimmster Arbeitslosigkeit und größter wirtschaftlicher Not der einzelnen Familien sowohl wie der einzelnen Gemeinden, erklärten die Vertreter der beiden zuständigen Ministerien wieder, da es sich um eine Sache der Länder und Gemeinden handele, könne weder etwas angefordert, noch bewilligt werden, obwohl die soziale Notlage durchaus anerkannt und gewür- digt werde. Damit konnten wir uns nicht zufrieden geben, und auch den bürgerlichen Parteien erschien es nicht ratsam, diese Frage nach formalen Gesichtspunkten zu entscheiden. Sie konnten sich unserer Auffassung nicht verschließen, daß hierbei in erster Linie das Wohl der Kinder entscheidend sein müsse. Unser Antrag auf 5 Millionen fand keine Mehrheit, dagegen wurde die bis 1. April 1927 notwendige Summe von 2 Millionen Mark bewilligt, so daß die Fortführung der Kinderspeisung in vollem Umfange bis zu diesem Termin hin gesichert war. Verteilt wurden die Mittel nach dem System, wie es bei der Quäkerhilfe organisiert worden war. Wenn wir auch da- von nicht befriedigt waren, so stellten wir unsere Wünsche nicht in den Vordergrund, um das Werk nicht zu gefährden. Die Mittel kamen zu ihrer Zweckbestimmung, und das war entscheidend. Reich, Länder und Gemeinden- trugen Pflicht- gemäß je ein Drittel der Kosten, doch muß ausdrücklich bemerkt werden, daß verschiedene Gemeinden, voran Berlin, das Vielfache dieses Pflichtbetrages für die Kinderspeisung bisher aufgebracht haben. Dagegen ist es den kleinen Ge- meinden in Thüringen, in Sachsen, in Schlesien und in an- deren Armutsgebieten Deutschlands einfach nicht möglich, mehr als ihren Anteil aufzubringen, d. h. gerade in diesen Gebieten, wo es die meisten hungernden und gejundheitsge- fährdeten Kinder gibt, könnte ohne den Reichszuschuß die Speisung nicht in dem bisherigen Umfange aufrechterhalten bleiben. Und gerade hier wäre es nötig, den Kreis der Teil- nehmer auszudehnen. Trotz dieser Sachlage enthielt auch der Etat für 1927 keinen Mittelanschlag für diesen Zweck. Wir beantragten wieder die Bewilligung von 5 Millionen Mark, und wic�r gab es die Debatte wie früher. Das Zentrum erklärte schließ- lich, der Bewilligung noch einmal(weil es Sache der Län- der und Gemeinden nach dem Finanzausgleich sei) zustimmen zu wollen, wenn der Verteilungsnachweis geführt würde. Er wurde geführt, und so fand der Antrag auf Einstellung von S Millionen Mark die Zustimmung des Haushaltsausschusses sowohl wie des Reichstagsplenums bei der zweiten Lesung des Ernährungsetats. Und nun soll für die dritte Lesung im Plenum ein Antrag der Regierungsparteien auf Streichung dieser 5 Millionen einge- bracht werden! Derselben Parteien, die in der zweiten Lesung der Bewilligung zugestimmt, die die sozialen Ursachen dieser Forderung im Ausschuß anerkannt haben, die die Fort- führung der Kinderspeisung als eine Notwendigkeit ansehen, aber... für die Länder und Gemeinden nur. Sie wissen, daß sie damit gerade für die ärmsten Gegenden Deutschlands dies Hilfswerk gefährden: sie wissen, daß sie der Verbreitung der Rachitis und Tuberkulose Vorschub leisten. Sie wissen, daß aus dem Hunger die Derzweiflung, aus der Verzweiflung das Verbrechen wächst. Sie wissen, daß K i n- der, die sich nie sattessen können, an ihren moralischen Kräften verkümmern, wie an den körperlichen. Aufgabe der Länder und Gemeinden, Finanzausgleich. Rechtsgrundsatz usw. usw. Sollte es nicht Gebiete geben, auf denen die Zuständigkeit der Verpflichtung unbestritten sein müßte? Es handelt sich nicht um Berliner oder Zeulenrodaer, nicht um preußische oder sächsische Kinder. Es handelt sich um hungernde, unterernährte deutsche Kinder. Ihnen zu helfen, ist Deutschlands Pflicht.— Als die ausländischen Freunde, die Quäker, die Beteiligung des Reiches zur Pflicht machten, da wurde sie ohne Murren erfüllt. Hat die gegen- wärtige Regierung gar kein Gefühl für moralische Wirkungen i m A u s l a n d? Stehen die anderen Regierungsparteien so unter dem Druck der Deutschnationalen, daß auch sie jeden Blick für tatsächliche moralische Notwendigkeiten verlieren? Für den Heeresetat sind 690 Millionen Mark von den- selben Parteien bewilligt, die 5 Millionen Mark für die Kinderspeisung ablehnen wollen. Frauen, Mäddjen, Mütter, wacht auf! Helft, daß solche Zustände beseitigt werden. Heute beginnt die internationale Frauen- werbewoche. Kämpft mit uns gegen die brutale Un° gerechtigkeit der kapitalistischen Gesellschaft, deren Vertreter die gegenwärtige Bürgerblockregierung In Deutschland ist. Kämpft und werbt neue Streiter um das Lebensrecht der Kinder. SchuHgaröe der Zememöröer. „Bluturtcil"— Amnestie! Blitzartig läßt das Todesurteil gegen die Fememörder die Geistesverfassung der Rechtsparteien — soweit sie durch ihre Presse zum Ausdruck kommt— in ihrer wahren Gestalt erkennen. Sie, die immer wieder von der„verbrecherischen Hetze gegen die Justiz" redeten, sehen sich plötzlich zu Wutausbrtichen gestimmt, weil endlich einmal ein Schwurgericht der Wahrheit zum Durchbruch verhals. Am bösartigsten gebärdet sich die„Tägliche Rundschau", die immer noch in Beziehungen zu Stresemann und der Deutschen Volkspartei steht. Sie überschreibt di« Nachricht von dem Spruch des Gerichts„Da s Bluturteil im Wilms-Prozest" und fügt hinzu: „Mit diesem fürchterlichen Urleil, das in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes Empörung und Entfehcn hervorrufen wird, ge- denken wir uns noch eingehend zu beschäftigen." Wohlgemerkt, nicht die scheußlichen Fememorde, die von betrunken gemachten„Soldaten" auf kalten Befehl verübt wurden, sondern ihre mit einem Gnadengesuch verzuckerte Verurteilung ruft bei dem volkeparteilich-deutschnationalen Blatte„Empörung und Entsetzen" l>ervor! Auch die agrarische„Deutsche Tageszeitung", deren Gc- sinnungsgenoffen die Verurteilten sein dürften, spricht vom „Bluturteil" und kündigt weitere Behandlung dieses Falles an. Selbstverständlich darf in dem Reigen die H u g e n- b e r g- Presse nicht fehlen. Der Lokalmoniteur für die Ver» liner Spießbürger meint, das Urteil müsse nachgeprüft wer- den und das Reichsgericht würde sich ein„unvergängliches Verdienst um die Rechtspflege" erwerben, wenn es die Vor- giinge bei der„Betrauung und Zusammensetzung dieser Siegertkammcr" aufklären würde. Das hat sich der— polltisch gewiß nicht linksstehende— Landgerichtsdirektor Siegert wohl kaum träumen lassen, daß er von dem Leibblatt des Berliner Spießertums so kategorisch in den Orkus verdammt würde, nur weil er anerkennens» werterweise von den Winkelzügen gerissener deutschnationaler Anwälte sich nicht verblüffen und beirren ließ! Kennzeichnend für die Gemütsoerfassung der„interessier- ten Kreise" ist das Organ der Claße, die„Deutsche Zeitung". Sie spricht von einem„u ngeheuerlichen Urteil" und verlangt, daß„mit diesen Fememordprozessen endlich Schluß gemacht" werde wegen des Ansehens von Staat und Wehrmacht! Wenn das nicht anders zu machen sei, so müsse eine weitgehende Amnestie wiedergutmachen, was gesündigt wurde. Der R u f n a ch A m n e st i e wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich immer lauter erschallen. Man spricht bereits davon, daß eine solche zum 8 0. Geburtstag Hinden- b u r g s erfolgen solle, um die Mordbuben vor den Folgen ihrer„scheußlichen Taten", wie das Gericht sie bezeichnete, zu bewahren. Wir glauben nicht an diese Amnestie. Denn wir können uns nicht oontcllen, daß Hindenburg seinen Namen in irgendeiner Beziehung zu den Fememördern bringen lassen möchte, sei es auch nur auf dem W?g« einer Amnestierung. Daß die Todesstrafe nicht vollstreckt werde, halten wir allerdings für wahrscheinlich. Denn die zustän» dige preußische Regierung pflegt aus grundsätzlichen Er- wägungen bei Todesstrafen Gnadenakte in sehr weitem Maße anzuwenden. tzZpp gegen tzipp. Bürgermeistevskandal in Regensburg. ZNüachen. LS. März.(Eigener Drahtbericht.) In her frömmsten und schwärzesten Stadt Bayerns, Regensburg, ist soeben«in politischer Skandal enthüllt worden, durch den der Oberbürgermeister der Stadt, Dr. stipp, einer der maßgebenden Führer der Bayerischen Voikspartei, wiederholt Kandidat stir den Posten des „Ziöelio" in Serlin. r Es Ist klar, daß in beiden Opernhäusern der»Fidelio" gvm Gsdenktag Beethovens ausgeführt werden mußt«. Ein Experi- ment mit den Ruinen von Achen und den Geschöpfen des Prome- theus wäre schöner, aber wahrfcheliüich weniger eindrucksvoll gewesen. In beiden stüuscrn bedurft» es keiner großen Anstrengimg, um das tm Repertoir stehende Werk würdig herauszubringen. Von besonderer Festlichkeit brauchte daher nicht die Rede zu sein, da wir so glücklich sind, in Berlin noch immer den.Fidelio" als heiliges Werk interpretiert zu hören, unglücklich, niemals ein Idealbild unserer Vorstellung vom Werk zu erleben. Beiden Ausführungen war gemeinschaftlich, daß zum!. Todes- tag des gefeierte» Meisters sein Wille nicht geehrt wurde. Walter und Kleiber ließen es sich nicht nehmen, das Konzertparadestück der Dritten Lconore nach der Kerkerszene dem Publikum und sich zu Gefallen zu spielen. Das ist stillos und geschmacklos. Ich nehme zuungunsten beider Kapellmeister an, daß sie wissen, warum diese» herrliche Einschiebsel das Drama totschlägt, ich nehme zu ihren Gunsten an, daß sie deni Tier Publikum noch«Inen feinen Bissen als Dessert osferteren wollten. Ich habe beide Male mit stillen, Protest das staus verlassen. Man stelle sich vor: der Minister ist gesehen worden, ist schon auf offener Szene angemeldet, um mit Pizzoro ab- zurechnen. Das Tempo und die Leidenschaft sind auf dem Siede- punkt angelangt. Und nun setzt sich der sterr Kapellmeister in Parade und spielt das ganz« Theaterstück, in seinen Seelengeheim- Nissen konzentriert, noch einmal. Die Trompetensignal«, die längst gehört waren, kliiigen wieder hinter der Bühne. Florestan und Lconore sind schon längst fort, sie cikcn, sie sliogen gewiß zum Retter ibrer Freiheit. Aber nein: Zwanzig Minuten Musik müssen uns die Zeit vertreiben. Doh es in Beethooenschen Tönen geschieht,«nt- schuldigt nicht den Riß im Drama, der doch nur eine Eitelkeitsfroge der Dirigenten und eine Lustbarksitsfrage schlecht orientierter Hörer ist. Auch vor den zweiten Akt gehört di« Ouvertüre nicht, weil sie sonst psychologisch zu viel vorwegnimmt, und an der Spitze des Werkes würde sie die an sich schon landläufige eiste Szene vollends erdrücken. Worum also? Das ist nicht im Geiste Beethovens ge- handelt, der ja eine prachtvolle E-Dur-Ouvertüre dem Werk vor- oussandte. Wann endlich verschwindet die Dritte Leonore aus den Opernhäusern? Die Aufführung unter Walter, mit Wildbrunn, O est» vig, Bender. K i p n i s. G om b e r t, Lotte Schön« war in der Vornehmheit des Stils, in der Dcskrction des Ehorischen, in der gesuchten Dramatik, in der charaktervollen Haltung des Orchesters ganz ausgezeichnet. K l« i b« r» Leitung und Leistung in der Jnler- pretation des Fidelio ist viel«benmäßiger und musikantilcher geworden. Was er noch heule an Eigenwilligtsiien bringt, ist interessant, aber nicht störend, Eher wäre die Ruhe der Ouvertüre zu bayerischen Ministerpräsidenten und des bayerischen Kultusministers, Vorsitzender des bayerischen Städtetages usw.. auf, schwerst« bloß- gestellt wird. Ueber die Beschlagnahm« des.Fiegensburger Echo" auf Veranlassung des Oberbürgermeisters berichteten wir bereits. In der am Sonnabend neu erschienenen Nummer rächt sich nun das„Echo" an dem Oberbürgermeister durch die Wiedergabe von Enthüllungen, die Dr. Hipp aufs schwerste belasten. Derselbe Oberbürgermeister Dr. Hipp hat nämlich in den Iahren 1924 und 1925 dasselbe„Regensburger Echo", das damals von einem anderen Redakteur geleitet wurde, unter einem Pseudonym al» Sprachrohr gegen seine eigenen Partei- freunde von der Bayerischen Volkspartei benutzt. Auf diese Weise führte«r damals einen scharfen und persönlichen Kampf gegen den zweiten Bürgermeister, seinen Parteisteund Baumer, der auf diese Weis« auch schließlich seines Postens enthoben wurde. Aber auch zur Vertretung seiner rein persönlichen Interessen als Stadt- überhaupt und Bürger ergrist Dr. Hipp dutzende Male unter diesem Pseudonym dos. Wort im„Echo", während er gleichzeitig in Ver- sammlungen öffentlich über diesen Anonymus hersiel. Dos Pikant« an diesen anonymen Artikeln de, Oberbllrg«r- meiste» Hipp ist, daß er darin mitunter seine eigene Politik be- kämpfte und dabei auch wider„die klerital-monarchistisch« Einstellung des Oberbürgermeisters" wetterte. Den Beweis für dies« skandalöse Handlungsweise des Oberbürger- Meisters erbringt das Blatt durch Faksimile-Abdruck der noch im Archiv de»„Echo" befindlichen Artikel des Oberbürgermeisters. Da durch diese Enthüllungen die eigenartig« unter dem Schutze Dr. Heims emporgewachsene Größe der Bayerischen Volkspartei moralisch gerichtet erscheint, ist wohl damit zu rechnen, daß Dr. Hipp von feiner Partei fallengelassen werden muß und Posten und Karriere einbüßt._ Veutschnatioaale Personalpolitik. Hinaus mit de» Republikaner»! Die„Kreuz-Zeitung" wünscht, daß sich der deutschnatio- nale Einfluß in der Bürgerblockregierung mehr geltend machen möge, besonders in der Personalpolitik. Dazu schreibt sie: Wir wollen hier nur ein Beispiel herausgreifen: den lang« jährigen Vertreter der deutschen Republik in Riga. Ueber ihn ist so vieles bekannt geworden, daß, wenn man auch den Dementi» in diesem oder jenem Punkte recht geben wollte, genug übrig bleibt, um seine Nichtbcfähigung für seinen Posten darzulegen. Es geschieht aber nichts und sein« sozio- listische Gesinnung wird von ihm in Riga ebenso betont und praktisch umgesetzt, wie seine Parteigenossen dies in der preußischen Verwaltung schon jahrelang tun. Man könnte diesem Beispiel noch andere hinzufüge». Deutscher Gesandter in Riga ist der ehemalig« Reichs» innenminister Genosse Dr. Köster, der von den Deutschnatio- nalen nach der Grundsag, es bleibt immer etwas hängen, mit immer neuen LerleumdunHen verfolgt wird. Die deutsch- nationale Personalpolitik läuft darauf hinaus, alle Posten mit fluten Monarchisten zu besetzen, Republikaner aber zur Bekleidung eines Staatsamtes in der Republik für un- würdig zu erklären. � Verlängerung der Kurzarbeiterfürsorge. Beschluß de» ReichsratS. Der Reichsrat hat in der Plenarsitzung am 24. März 1927 die Geltungsdauer des Gesetzes über eine Krisenfürsorge für Erwerbslose, der Anordnung über Kurzarbeiterfür. sorge und der 6. Ausführungsverordnung, d i e den Reichsausgleich regelt, über den 31. März hinaus ver- längert. Ferner hat der Reichsarbeitsminister angeordnet, daß die bisherigen Höchstsätze in der Enverbslosenfürsorge und di« Be> stimmungen über die Bezugsdau»r der Erwcrbslosenunterstützung auch über den 31. März 1927 hinaus Geltung beholten. beanstanden als das Temperament der Gesamtführung. Sein« Be» herrschtheit ist uns jedenfalls lieber. Frieda Leider war gesanglich in großer Form, doch steht ihre Spielleistung nicht auf gleicher Stufe. In dem Ensemble von gewohnten und tr«stlich«n Solisten ragt« S ch ü tz« n d o r f als sehr charakteristischer Pizzaro mit sehr viel Spielausdruck und sehr wenig Stimm« hervor, sowie der gemütvolle Helgas. Soot.Henk« und die zierlich« de T a r m o voll«ndeten das solistische Ensemble. Die Kapelle spielte unerhört schön. KurtSinger. Die öeethoven-Ieier in Wien. Aus Wien wird unterm 26. gemeldet: Ganz Oesterreich steht heute am hundertsten Todestage Beethovens im Zeichen des größten deutschen Meisters der Tonkunst Alle amtlichen und zahlreiche Prtootgebäiid« in Wien haben geflaggt. In de» Schulen werden wie an nationalen Feiertagen statt des Unterrichts Beethoven-Gedenk- feiern abgehalten. An all den vielen Stötten in Wien und seiner Umgegend, wo Beethoven gewohnt und geweilt hat, wird die Er- innerung an den Meister stimmungsvoll gefeiert. Die Zeitungen widmen dem Gedenken Beethovens lang« Artikel, in denen die weit- umspannende Bedeutung seines Genius besonders gewürdigt wird. Die offizielle F e i e r zur 190. Wiederkehr des Todestages Beethovens nahm vormittags um 11 Uhr im Großen Musik, Vereins» Saale in Gegenwart der offiziellen Vertreter der fremden Staaten und der Abordnungen ihren Ansang. Noch der von Felix Weingartner dirigierten Traucrkantate und Begrüßung durch ocn Vorsitzenden des leitenden Komitees hielt Bundespräsident Hai- mich«ine Ansprache, worin er darauf hinwies, daß Beethoven nicht Wien und dem deutschen Votke allein gehöre, sondern der ganzen Menschheit und dann fortsuhr: Von dem gemeinsamen Erleben de« Festes darf man das Beste für das geistig« Zusammenarbeiten auf allen Gebieten erwarten. Bundeskanzler Seipel, der alsdann das Wort nahm, gab seiner Freuhe Ausdruck, daß soviel« Staaten durch Männer von europäischer Bedeutung vertreten sind. Der Musik wohnt«ine einigende Macht inne, dies gilt besonder, von der Musik Beethoven». Beethoven ist der Menschheit ein Führer zu den ver- schütteten Quellen de» Idealismus geworden. Unterrichtsminister Schmitz führte aus: Ln der ruhelosen Unrast und dem Kamps« un» serer geschichtlichen Epoche ist Besthoven mit seiner hohen Kunst und seinem Seelenadel das Borbild, das uns lehrte, schwerst« Zeit zu überwinden. Oesterreich hat materielles Gut zwar verloren, di« Güter der Zeiten aber bewahrt und dieser Reichtum wird in schwerster Zeit unser Glück und unsere Freude sein. Nach einer Red« de» Bürgermeisters Seitz ergri'f al« erster ausländischer Ber- treter Reichsminisler v. Keudell das Wort. Es folgten dann di« anderen ausländischen Lertreter, deren An- sprachen, wie all« aui der Feswersammluna gehaltenen Reden, der Welt durch Funkspruch übermittelt wurden. Sämtlich« Redner leierten Beethonen als Menschen und Meister per Tonkunst, dessen Werke Besitz aller Völker seien und ein einigende? Band um di« ganze Welt geschlungen hätten. Ihre Worte klangen in einem Dank an Oesterreich und Wien au». Zweiter Crgänzungsetat für 1�27. 2110 neue Stellen angefordert! Soeben ist dem Reichstag noch ein zweiter Ergänzung s- etat für das am 1. April beginnende Rechnungsjahr 1927 zuge- gangen. Dieser neue Ergänzungsetat bringt die Auswirkung der Forderung nach einer sehr erheblichen Vermehrung des B e a m t e n p e r s 0 n a l s für die Finanzämter, die der Reichsfinanzminister Dr. Köhler in seiner Etatsred« vor dem Haus- Haltsausschuß gestellt und begründet hat. Es sollen bei den Landes- finanzämtern und deren nachgeordneten Behörden sowie beim Reichsfinanzzeugamt 2119 neue Arbeitskräfte eingestellt werden, und zwar 99 Assessoren, 890 Supernumerare, 160 Wartegeldempfänger für die Gruppen V und VI, 500 Steueranwärter, 590 Steuerwachtmeister. Die Kosten für dies« Stellenoerinehrung beziffern sich auf Z 195 800 M. Die Geschäftslage der Finanzämter ist wie schon oft dargelegt wurde, eine überaus bedrohliche. Das Finanzministerium steht auf dem Standpunkt, daß alle Entlassungsmatznahmen auf sachlichem Gebiete, die schon getroffen sind und noch getroffen werden können» keine Abhilfe schassen werden, wenn nicht gleichzeitig eine Er- gärizung und Mehrung der vorhandenen Arbeitskräfte eintritt. Be- sonders in der Steuerverwaltung tritt der Mangel an aus- gebildeten Bureaubeamten des Vcranlagungsdienstes kraß in Erscheinung. Gerade für diese Dienstaufgaben muß die Ver» waltung ober über eine genügende Zahl planmäßiger und sorg» fältig vorgebildeter Beamten oerfügen können. Dies ist jetzt so wenig dcr Fall, daß die Veranlagungen nicht mehr ordnungsmäßig durchgeführt und viele Finanzämter geradezu vor dem Erliegen stehen. Die Sozialdemokratie hat immer den Standpunkt vertreten, daß im Interesse der Reichsfinanzen und auch der Hebung der Steuer- moral die Veranlagung der großen Besitzsteuern mit peinlichster Genauigkeit und so schnell als irgend angängig durchgeführt werden muß. Gegenüber den Mehreinnahmen, die durch solche sorgsällia« und lchnelle Deranlagung dem Reich zufließen werden, können die Kosten für die Stellenvermehrung kein« Rolle spielen. Zwang zur Realfteuersentung. Verfassungsrechtlich unzulässige Beschlüsse 8es Rechtsblocks. Der Steuerausschuß des Reichstags beendete am Eonnabend die zweite Lesung des Finanzausgleicksaesetzes. Im allgemeinen wurden die Beschliisse zur ersten Lesung bestätigt. Zum 35 wurde«in Antrag angenommen, daß die Ueberweisungen au» eichsmitteln an ein Land, dessen Einkommcnsteuererträge hinter dem Durchschnittsauskommen zurückgeblieben sind, nicht böher sei» dürfen, als der im Land ausgekommene Betrag. Ein Antrag der Regierungsparteien, die Länder zur Realsteuersenkung zu„verpflichte n", wird ebenfoll angenommen, trotz dr» Hinweise» der Vertreter der Länder, daß ein derartiger Zwang ver» sossungsrechtlich unzulässig sei und den Einkommen- steueranteU der Länder unter das gesetzlich vorgeschriebene Maß herabdrückc. Die sozialdemokratischen Anträge, die die Verwendung der erhöhten Miel« zum Wohnungsncubau vorsehen. werden wie in der ersten Lesung abgelehnt. Es bleibt auch bei der Ersetzung der allgemeinen Getränkesteuer durch eine G e- meindebiersteuer. Sozialdemokratische Antröge oerlangten ferner d!« Beseitigung der Z u ck« r st« n e r und die Ausfüllung der Lücken bei ver Ein- kommen- und Bermögenbesteuerung. Ein demokratischer Antrag wünscht di« Senkung de» Toris» bei der Einkommensteuer. Da dcr Regierungsmehrheit die sachliche Stellungnahme zu diesen Anträgen unbequem ist. beschließt sie kurzerhand. die Beratung der Anträge auf befristet zu vertagen. 3n der Henkerstadt kischtnew, ebenso bekannt durch das furcht- bar« Judenpogrom unterm Zarismus wie durch den elenden Bauernprozeß und neue Judenverfolgungen unter rumänischer Herrschaft wird Mussolini ein Denkmal für die Zustimmung zur Rumänisierung Bessarabiens errichtet werden. Wo paßte ein Mujso- lini-Denkmal auch besser hin! Die Inszenierung des.Gewitler» über Goltland". Erwin Piscator sendet uns folgende Erklärung zu: „Die Art meiner Inszenierung von„Gewitter über Gottland" ist kein Mißbrauch der Freiheit, die der künstlerischen Führung der Voltsbühne eingeräumt ist Die festgestellten und anerkannten inneren Beziehungen des Stoffes zu Problemen der Gegenwart (Ehw Welk schreibt selbst: da» Schauspiel spielt nicht nur um 1400) fanden einen zeitgemäßen künstlerischen Ausdruck. Ich bestreite, daß meine Inszenierung lediglich eine tendenziöse Wirkung hat, und be- Haupte, daß sowohl für die Verbindung des Film» mit der Sprech- bühne als auch für dl« dramaturgische Idee, die den Inhalt de» Films bildete, absolut künstlerische Gesichtspunkte maßgebend waren. die von dem Vorstand der Volksbühne selbst wie auch von einem großen Teil der Presse und dem größten Teil des Publikums an- ertonnt wurden. Ich stehe nach wie vor zu meiner Inszenierung, die al» Gesamtwert gedacht war und aufzufassen ist Die Stellung- nähme des Borstandes gegen den eigenen Regisseur,«in in dcr Theatorgeschichle wohl einzig dastehender Fall, wird nunmehr ge» krönt durch die eigenmächtige Verstümmelung meiner Inszenierung, durch Fortlassen oller wesentlichen Filmteil«. Ich muh diesen Maß- nahmen des Vorstandes meine Einwilligung versagen. Für tünstige Aufführungen von„Gewitter über Gottland" lehne ich hiermit dl« Verantwortung ab." Der„linke Flügel" der Volksbühne beabsichtigt, wie wir er» fahren, am Mittwoch unter dem Vorsitz von Arthur Holit scher eine Kundgebung über das Thema:„Die Volksbühne, das lebendig« Theater und die letzten Ereignisse" zu oeranstysten. Zu dem Bericht über die Uraufführung wird uns yon einem Belsstzer der Filmprüf st«ll« mitgeteilt, daß e» keineswegs die Schuld der Filmpriisstelle war. daß der Film so spät zur Zensur «ingeliefert wurde. Selbstverständlich mußte der Gewitter-Film, wie jeder andere, nach der Borschrift des Gesetzes zensier» und das Beanstandete herausgenommen werden. Daß Filme Bestandteile eines Dramas werden könnten, hat der Gesetzgeber nicht voraus- gesehen: vielleicht hätte er sonst eine Ausnahme für sie gemacht. Etn«o dramollsierleu Groschenroman servierte das„K o m ö- d i e n h o u s" gestern dem erstauitten Publikum. Rudolf Bernauer und Rudolf Oesterreicher schildern in ihrem Schauspiel„Dos zweiteLeben" Fehltritt und grausame Strafe ber hochgeborenen Gräfin Aallentin. Beinahe wäre das Stück in dem Gelächter de» Publikum« untergegangen. Mit erstaunlicher Inbrunst knieten sich R o b» r t» und Mady Christian» in den vollendeten Kitsch. _ Dgr. vi« Städtische Oper dringt Si-nStag die Srstausstlbrung der Kantate «von deuticher Seele- von San« ZZUKner berauS. Dirtaent: Bruno Waller. Alusevmssührvr gen. Am heutigen Sonntag. 10—11»/, Uhr vormitlag«, finban amlliche flührungen tm Neuen Wuteum tDßrnS Halzschnlti«) — Dr. Stoicnberg—, im Kaisar-silriedrich- Museum(JJiirn- berger gunst um 1500)— Dr. Vanze— und im Aus» um sür Bölierkunde(Indianer im Osten und Sudwesten der ZZereiniaten Staaten)—- Dr. Krtckeberg— statt. Zulaßtartea zu bO Pf. am Eingang der genannten Museen. Eine Veethoven- Ausstellung wurde tm Wiener RatdanS am Sonn. abend eröffnet. Sie enthält ein» ftäle interessanten dertSnUlften Material» sowie zeitgenötiisch- Dokumente, die teils au» städtucheu Sasunlltug«» teil» au» der Navosaltibliothek beigesteuert wurde». Der Justizskanöal von Gießen. Das Gericht versagt.— Ein Gerichtsrcferendar schwer belastet. Gießen. Z6.(Eigener Drahibericht.) Es ist kein Zweifel: feit diesem Gießener Prozeß gibt es in Deutschland nicht nur Feme- morde, sondern auch F« m e« i d e. Mehr als 80 Zeugen treten in der Verhandlung an den Zeugenstand: zwei Drittel find allein von der Verteidigung aus allen Teilen Deutschlands geladen. Was sollen sie alle? Teils nachweisen, daß Kern der tatkräftige Mann war. der die Angeklagten in seinein Bann hatte, und ihr Borgesetzter, dem sie blindlings gehorchen mutzten, teils sollen die Zeugen aussagen, dah ihr Freund ein anständiger Mensch ist, der Rilke und Stcnhan George liest mld kein Wässerlein zu trüben vermag. Andere wieder sollen beiuudcn. daß ihr Freund Heinz ein Phantast ist und ein Renommist. Wie es gerade trefft und was für ein Teil zur An- klage stehr! Das da an Widersprüchen zutage tritt, an diametral cntoegcnaesetztc» Bekundungen, teilweis« bei ein und derselben Aus- sage'—dos will wahrhaftig beschworen sein! Dabei wählt ein Teil der in ihrem Eide besonders erpsnierten Wiking- und OC.-Lcute oie Taktik, sich als Mithelfer bei der Befreiung Dittmors auszugeben, und der Borsitzende belehn sie, daß sie hierüber die Aussage verweigern können. Davon wird reichlich und weitgehend Gebrauch gemacht. Zwar protestiert der Staatsanwalt hier- gegen und erklärt, die Dittinar-Beireiung sei amnestiert. Das G e- r ich t beschließt jedoch: Die Aussoge kann verweigert werden. Da isi ein weiterer Teil von Zeugen, Mitglieder des Wiking und Mitwisser der Tat. Die haben in der Voruntersuchung in der ersten Äugst ihren Freund Heinz schwer belastet. Zeht sollen diese velaskungszeugen als Zdlolen hingestellt werden. Das verfuä)«» sie sogar teilweise selbst und gründlich zu besorgen, nachdem sie nicht mit der Lüge durchgekommen sind, der Unter- suchungsrichter hätte ihre protokollarischen Aussage» gefälscht. Der Vorsitzende dieses seltsamen Prozesses brauchte nur zu wollen, und die Wahrheit würde klar aus dem Tlebelmeer aufsteigen. Er brauchte nur zu»erbiete», daß die Zeugen auf den Gängen von dem Angeklagten Heinz, von den Verteidiger» und andere» Helfershelfern genau instruiert werden darüber, was im Saale vorgeht, und es halte ein Ende mit diesem abgekarteten Spiel. Wer will sich aber über dieses Spiel wundern, wenn er solgen- den, in der heutigen Sitzung von einem Kriminalkommissar bekun- Veten Fall aus der Voruntersuchung hört! Da ist ein Reseren- dar Zimmer, Angestellter des Gießener Gerichts. Als Heinz in Magdeburg wegen des Rad Rauheimer Mordsalls vcrhastrt werden sollte und der Kriminalkommissar bei ihm eintrat, empfing ihn Hein, mit den Worten:„Ich weiß schon, was Sic wollen, ich weiß, was gegen mich ausgesagt rft."— Gleichzeitig steckt« dabei Heinz einer In seinem Zimmer anwesenden Dame eine Briestasche zu. Der Kriminalkommissar bemerkte die» und beschlagnahmte diese Lriestasche. Darin sand man später einen Brief des obengenannten Referendars Zimmer, der mit der Anaelegenheit dienstlich beschäftigt war und dem Heinz genau über alle Aassage« in der Voruntersuchung Mitteilung gemacht hatte, ebenso wt« von seiner bevorsleyenden Verhaftung. S ch m i d t- H a l b s ch u h ist auch heute noch der von der Ber- teidigimg am meisten beraniiie Belastungszeuge. Kriminalkommissar M a s l o ck vom Berliner Polizeipräsidium, der über die Person des Schmidt-Halbschuh vernanimen wird, kann jedoch nicht» Ungünstiges über ihn aussagen. Lutzerordenllich beachtenswert war die Ber- nehmung des Regierungsaisesiorz Dr. Schmidt vom Berliner Polizeipräsidium. Er äußert« sich sehr ausführlich über d>? Person und Führung Dchmiht-Halbschuhs. Dt« Polizei Hab« die eingehend- sten und gründlichsten Erkundigungen über Schmidt-Halbschuh in Berlin und in ganz Deulichlond diegünstigst nicht vorbestraft, WWWWWW und von der Verteidigung vorgebrachten Behauptungen, daß Schimdt-Halbichuh Mörder. Zuhälter, Räuber, Einbrecher, Kotainist sei, haben sich al« unwahr erwiesen. Schmidt-Halbschuh habe auch nie Geld von der Polizei verlangt noch erhalten, es seien ihm ledig- lich seine Fahrtuntosien zurückerstattet worden. Schmidt-Halbschuh füyre ein bescheidenes und anfpruchslofe» Leben. Seine Aussagen gegen die ehemaligen Freunde seien ihm var d«r Polizei schwer gefallen. Al» Motiv habe er immer wieder angegeben, daß er Mitleid habe mit den kleinen Dieben, die man der Justiz an» Messer liefere, während die wahren Schuldigen frei umhergingen. Schmidt-Halbschuh könne zwar nicht logisch denken und ziehe falsche Schlüsse. E, hätten sich aber die wesentlichsten Teile seiner bisher bei der Polizei gegebenen Bekundungen als richtig e-wie'en. Am Schluß der heutigen Sitzung wurde noch Kapitänleutnant K a u t t e r vernommen, der die Satzungen der Geheimorganisation OC. entworfen haben soll. Kautter wehrt sich dagegen, daß«ine OC. bestanden Hab«. die Arbeitslosigkeit nimmt ab. Niickgang der Unterstützten um 1Z Proz.— Zuwachs bei der Krisenfürsorge. Di« Zahl der Arbeitslosen shauplunterstützungsempfängcr) in der Erwerbslosenfürsorge und in der krisensürso-rge ist von rund 1954 000 am!S. Februar 192? auf 1661 000 am 15. Mär, 192? zurückgegangen. Der Rückgang beträgt also im letzten VI o n o t 292 000 gleich 15 proz. 3m einzelnen betrug die Zahl der hauptuntcrstLhungsempfSnger in der Erwerbsiosensürforge am 15. März 1927: 1 4ZS000 sm ä nnlich 1 225 000, w,i blich 213 000), am 1. März 1927: rund 1761 000 sm ä o n l i ch 1 500 000, weiblich 252 000). Der Rückgang in der Zeil vom 1. bi» 15. Mörz 1927 beträgt also r u n d 257 000. gleich 1W Proz. Die Zahl der Zuschlagsem psäugir sunlerslühungsderechtigle Familien- ongehörige) ist im gleichen Zeitraum von 1 952 000 auf 1 669 000 zurückgegangen. Die Zahl der houpiuntcrstühunzsempfänger in der Krise»- f ü r s o r g e ist in der Zeil vom 15. Februar 1927 bt» zum 15. März 192? von 193 000(männlich 159 000. weiblich 34 000) aus 223 000 (männlich 153 000. weiblich 40 000). also um 30 000 gestiegen. Keine Kündigung des Provisoriums. Ein vorlänsigcs dcutsch-frauzöstsches Wirtschasts- abkommen. Pari». 26. März.(WTD.) Zwischen der deutschen und der französischen Wirtschaftsdelegation ist die Ausgab« folgenden Kommunique» vereinbart worden: Da» am IS. Marz unter. zeichnet« Protokoll zur Festlegung der Grundsätze de» endgültigen Handelsvertroge, zwischen Deutschland und Frankreich bildet« nur die erste Etappe der seither In ersprießlicher Weise fortge« führten Aerhondlungen. Sn Fortführung der Verhandlungen haben bi« beiden Delegationen beschlossen, ihren Regierungen vor- zuschlagen, olle Vereinbarungen, die gegenwärtig für die wirtschojtlichcn Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich maßgebend sind, in ihrer Gültigkeit bis 30. Juni zu nerlängern. Die Delegationen hoffen, daß zu diesem Zeit- puntt der neue französisch« Zolltarif angenommen sein wird, und daß dann»ine endgültige und vollständige Regelung an Stell« dar bisher getroffenen vorläufigen und teilweisen Vereinbarungen eintreten kann. Roch Maßgab« diese» Beschwsie» haben die beiden Delegattonen einen Abkommcnsentwurf vorbereitet, demzufolge vom 11. April bis 30. Juni einschließlich die französischen Weine im illncyilen irrnmoigungen uoer«a,!nnn-r)a>v>w"9 m ganz Deutschland«ingezogen. Stet» Hab« st« nur sten Auikünfte erhalten. Schmidt-Halbschuh sei 't. alle gegen ihn in der Berhandlittig von den Zeugen Ein Vorschlag für Hergt. Maßvolle Jndividual-Aufwertung.— Hie Gemeindeanleihen— hie Jnduftrieobligationen« Aus den Auswertungsdebatten des Rechtsausschusses des Reichs- tags ist bekanntgeworden, daß sich der derzeitige Reichssustizminister Dr. Hergt als Anhänger einer„maßvollen Individualouswertung" bekannt hat. Es gab eine Zeit, in der Herr Hergt als Führer der Dcutschnattonalen Partei nicht die maßvolle, sondern die maßlose Jndividualauswertung befürwortet-, um die Wähler- stimmen der Gläubiger seiner Partei zuzuführen. Das letztere ist ihm und seinen Freunden gelungen. Aber nur einmal. Ein zweites- mal werden sich die Gläubiger, wie immer sie auch bei künftigen Waß'cn entscheiden mögen, von den Deutschnaiionale» nicht hereinlegen lassen. Um so weniger, als Herr Hergt die maßvolle Jndi- vidualaufwertung in der Gegenwart, wo er die Macht dazu hätte. nicht mehr durchführen, sondern nur in der Vergangenheit gewünscht haben will. Rur auf einem einzigen kleinen Spezialgebiet möchte sich die Hergtsch« Koalition noch einmal bei den Gläubigern an- biedern, nämlich aus dem Gebiete der Aufwertung der Gemeinde- anleihen. Man hat es in den letzten Jahren verstanden, die Gemeinden in den Verdacht zu bringen, als ob sie Verschwender seien, und man hat darauf verwiesen, daß die Gemeindeanleihen für werbende Zwecke verwendet worden seien, daß sie also auch V«ltgehend auswerten konnten. Wer vorurteilslos die Wirtschaft der Gemeinden beob- achtet hat, wird kaum von Verschwendung sprechen können. Im übrigen hat das Anleiheablösungsgesetz die Tatsache, daß die Ge- meinden ihre Anleihen oielsach— nicht ausschließlich: denn es sind auch öffentliche Wohstahrtsanstalten mit Anleihemitteln erstellt worden! für werbende Zwecke verwendet haben, schon berücksichtigt. Den Gemeinden Ist die Verpflichtung auferlegt, bei der Aufwertung ihrer Anleihen über den für die Länder und das Reich gellenden Satz von 12>> Proz. hinauszugehen, wenn sie dazu in der Lage sind. In zahlreichen Fällen haben die Ge- ni«Inden auch ein« höher« Aufwertung al» 12� Proz. beschlossen. Wo da» nicht geschehen ist, wird es sich in der Regel aus der mangelnden Leistungsfähigkeit erklären. Man soll nicht vergessen, daß den Gemeinden doch auch die sogt- nannten inneren Kriegslasten in weitgehendem Maße aufgebürdet worden sind, was zur Folge hat, daß sie ihren Haushall meist nicht mehr in Ordnung bringen können. Niel näher als eine Verschärfung der für die Gemeindeanleihcn geltenden Aufwertungsoorschriften liegt eine Revision der Bestimmungen über die Auswertung der tzndusirieobllgalionen. Für diese Papiere, die genau so Juhabcrpoptere sind wie die Ge- meindcanleihen, sieht das Gesetz 1923 clne Aufwertung van 13 Proz. des Goldmarkbetrag.'s var mit einer Härteklausel zugunsten des Schuldners, also des Industrieunternehmens. Jede Rück- Wirkung ist ausgeschlossen. Nur den A l t b e s i tz e r n von Industrie» obligationen ist eine, übrigens leicht umgchbare, Beteiligung am Reingewinn des Unternehmens in Form eines Genuhscheins in Aus- ficht gestellt. In den Kämpfen der Sparer- und Gläubigerverbände spielt die Auswertung der Jnduftrieobligationen mit Recht eine große Rolle. Der Hinweis, daß die Indiistrieobligationen nicht nur zum Teil, wie die Gemcindeanliihcn, sondern ausnahmslos für wer« bende Zwecke, nämlich für die industrielle Produktion, ner» weichet worden sind, läßt sich nicht widerlegen. Es ist auch durchaus richtig, dah sich die großen Unternehmungen, die viele Hunderte von Millionen an Obligationen ausgegeben hatten(im ganzen waren es 6 Milliarden), auf dem Rücken ihrer allen Obligallonenglüubiger saniert haben. Der riesenhafte Aufstieg der Aktienkurse im letzten Jahre wäre bei den meisten dieser Unternehmungen undenkbar gewesen, wenn sie verpflichtet worden wären, die Obligationen noch Maßgab« ihrer wertbeständigen Anlage auf.zuwerien. Im Vergleich mit den Ge- meilchen darf auch gesagt werden, daß die in Frag« stehenden In- dustriegesellschasten mit keinerlei Lasten bebürdet sind, die den inneren Kriegslasten gegenübergestellt werden könnten. Die Vertreter des geltenden Aufwertuirgsunrechts beklagen sich so oft über die Beunruhigung, die in die Kreise der Sparer und Gläubiger hineingetragen werde. Es gibt aber kein stärkere» Beunruhigungsmitlel als die Tat- fache, daß die entschuldeten großen Unternehmungen ihren Di- rektoreu Gehälter zahle,», die alle» Maß übersteigen und ihren Aktionären enonne Kursgewinne und sehr hohe Dividenden gewähren, während sie gleichzeitig ihre alten Obligationäre hungern lassen. Es wird Cache des Reichstags sein, zu prüfen, ob die„maßvoll« Jndividualauswertung". d. h. die Aufwertung, die sich der Leistung?« fähigkcit des Schuldners anpaßt, nicht bei den Jnduftrieobligationen noch durchzusühren ist. Die technischen Schwierigkeiten sind hier nicht unüberwindlich. Schon darum nicht, weil sowohl die Zahl als auch die wirtschaftlichen Berhältniffe der alten Obligationenschuldncr leicht übersehbar sind. Herrn Dr. Hergt bietet sich also hier die Möglichkeit, sein Belenntnis zur maßvollen Jndividualauswertung jetzt noch in die Tat umzusetzen. Rohmen eines Kontingent» zu den gleichen Tarifbedingungen noch Deutschland eingeführt werden können, die den auf Italien und Spanien fallenden Weinen«ingeräumt werden. AI» Gegenleistung für dieses Zugeständm» find für die hauptsächlichsten Industrien ziemlich ausgedehnte Vorteil« gewährt worden. Um dies« vorgesehen« Uebereinkunft in ihrer Gesamtbell der deutschen Regierung zu unterbreiten, ist der Leiter der deutschen Handelsver- tragsdelegation, Ministerialdirektor Dr. Posse, nach Berlin gereist. Man hofft, daß die vorberellenden Entwürfe vor Ende diese, Monat, unterzeichnet werde* können....... Jn Schanghai wirü wieüer gearbeitet. Ttudentenvrrfplgirng der Nordregierung. Schanghai. 26. März.(Etzin. Rachr.-Ag.) Der General- streit in Schanghai ist beendet. Alle Schulen und Geschäfte sind wie. der geöfsaet. Der Eisenbahnverkehr zwischen Ranking und Schanghai ist wieder hergestellt. Durch Plünderungen und Brandsiiswvgm der Schaniunglruppen sindüber3600Fa«tlieninSchn»g. hat obdachlos geworden. Dl« RationalregUrung hat sofort Baracken al» Rotquartiere errichten lassen. Englische Meldungen über Anarchie in Schanghai entbehren jeder Begründung. Die Pekinger Studenten beabsichtigten wegen der Bedrohung Ranking» durch englische und amerikanische Kriegsschisse ein« Massen- protesiversammlung einzuberufen. Die Rordreglerung erhielt von dieser Absicht Kenntnis and ließ 40 Studenten verhasten. viele wettere Studenten werden vermißt, lieber ihr Schicksal herrscht größte Beunruhigung. Rordamcrikanische AriegsvorbareUung gegen Kanton. Washington. 26. Mörz.(MTB.) Der amerikanische Gesandt» in Peking hat dem Staatsdepartement mitgeteilt, daß er die Konsuln angewiesen hat. oll« Amerikaner zum sofortigen V«r° l a s s« n de« von den Kantonern beherrschten Gebietes aufzufordern. Amerikanischer Protest gegen Kanton. Peking. 26. März.(MTB.) Di« amerikanische Gesandtschast hat gestern abend den amerikanischen Konsul in Hankau telegraphisch angewiesen, bei dem kanlonesischen Außenminister T s che n energisch gegen dl« Angriffe auf das Leben ameri- konischer Bürger zu protestieren und all« Maßnahmen zu treffen, um den noch in Nanking befindlichen Amerikanern beizu- stehen._ wachsenüe Spannung mit Mexiko. I» Amerika ist koagrefclose Zeit— die Regieraug hat allzufreie Hand. DI« Beziehungen zwischen den Vereintsten Staaten und Mexika spitzen sich von neuem gefährlich zu. Die amerikanische Regierung hat bekanntgegeben, daß sie das Abkommen gegen den S ch m u g g e l zwischen beiden Ländern, dessen Frist am 28. März abläuft, nicht erneuern wolle. Durch diese« Abkommen wurden die Bereinigten Staaten vor dem Alkaholschmuggel und Mexiko vor dem Waffen- s ch m u g g« l geschützt. Bliebe dieses Abkommen weller in Kraft. so wäre auch die vielleicht bevorstehende Aufhebung de» Verbote» des Wafienverkaufes nach Mexiko unwirksam, weil die amerikani- scheu Behörden auf Grund de» Abkommens verpflichtet wären, die mexikanisch« Regierung über jede Waffenlieferung nach Mexiko zu informieren. Die Kündigung des Schmuggelobtommens ist daher nicht» anderes als ein« Ermuntern na des Waffen- s ch m u g g e l s. d. h. der Waffenlieferung für dt« mexikanischen Auf- ständischen: darüber hinaus ist sie auch eine Drohung mll der Auf- Hebung des Waffeiwerkaufsverbote», welch« noch einigen Meldungen schon am 1. April zu erwarten ist. falls die mexikanisch« Regierung nicht den amerikanischen Forderungen in der Petroleumsrage sich fugen wird. Möglich, daß die omertkanitch« Regierung nicht so schnell von ihren Drohungen zur Tat übergehen wird, die Loge bleibt jedenfalls äußerst gespannt. Di« neu« Zuspitzung der omerikonisch-mexikanischen Beziehungen kommt durchaus nicht überraschend. Di» scheinbare Entspannung de« deutete nicht mehr, als daß die amerikanische Regierung mit dem energischeren Vorgehen gegen Mexiko bis zur Zeit abwarten wollt«, wann der Kongreß nicht mehr existiere. Am 4. März ist die Legislaturperiode des ollen Kongresses abgelaufen, der neu« Kongreß kommt erst im Dezember zusammen. Es bleiben natür» lich verschiedene Möglichkeiten der öffentliche» Kritik: es sehll schon setzt nicht an den Proteststimmen gegen die Kündigung des Schmuggelabkommens. Die Regierung kann aber jetzt in ihrer Politik fortfahren, ohne direkt gegen den Willen der gesetzgevenden Kkirperfchastrn z» handeln. Seit Anfang März mehren sich daher die beunruhigeitdei, Anzeichen. Zunächst fand ein Notenwechsel statt. dessen Inhalt bis jetzt streng geheim geHollen wird: die plötzlich« Abreise des mexikanischen Botschafters nach Mexiko siel mit ihm zu- sammen. Während die Oeffcntlichteit sich mit dem geheimnisvollen Notenwechsel und mit der Reise des Botschafters beschäftigte, wur« den Gerüchte kolportiert, daß die amerikanisch« Regierung gegen die angebliche unzulässige Propaganda der mexikanischen Stellen in Amerika protestier«. In Washington haben die Pressevertreter die „genaue" Information über diese Propaganda mitsamt den Photo- graphien einer beeideten Zeugenaussage erhalten, noch der da, mexikanische Konsulat in New Dort die scharf kritisch» Streitschrift „Hände weg von Mexiko" oerbreitet haben sollte. Diese Prooo- kation ist jedoch von der Leitung der New Dorker sozialistischen yr- gonisation vereitell worden: sie hat festgestellt, daß die Broschüre ohne jede Beteiligung des incxikanischen Konsulats van den, de- kannten Sozialisten Norman Thomas verfaßt und von der Sozia- listijchen Partei verbreitet wurde. Kurz danach sprach man van der bevorstehenden Kündigung des Schmuggelabkommens, gleichzeitig kamen au» Mexiko die Rachrichten von der Wiederbelebung der aufständischen Bewegung, während die amerikanische Ne- gierung jede Auskunft über ihr« Verhandlungen und ihre Absichten verweigerte. Der Kongreß, der solche Auskunft erzwingen könnte, ist nicht mehr... Eins ist klar: die amerikanische Regierung übt jetzt den stärksten Druck auf Mexiko au» und scheut dabei vor der Schürunz des mexikanischen Bürgerkrieges nicht zurück. Mussolinischwinüel wiüeriegt. Durch den britischen Konsul in Albanien. Einen schweren Sckilag für die Hetz« gegen Südsiawicn, die Mussolini«» im Vertrauen auf Londoner Beistand treibt, ist der Bericht, den der britische Konsul in Albanien, John Po reell. nach Untersuchung der albanischen Grenze dem Vertreter der Be!» graoer„Politika" in Bitolj(Monastir) gegelvn hat:„Die Be- hauptungen der Italiener über angebliche Vorbereitungen zu einem Einfall nach Albanien find alberne» Gerede. Bor meiner Abreise noch Bitolj hatte ich auf Grund der zahl- reichen Behauptungen, denen ich Glauben geschenkt hatte, Pen Eindruck, daß ihr zu allem bereit seid und dah euer Einfall in albanische« Gebiet«ur nach eine Frage von Togen sei. Während ich das Grenzgebiet und dos Innere des Landes t» einer Aus- dehnung von mehreren hundert Kilometern durchstreifte, bin ich nur sechs Soldaten begegnet. Die Bevölkerung geht ruhig ihren Geschäften nach. In Struga kämpfen die Einwohner beispielsweise gegen Mücken und Malaria und lochen über die Sorgen Italien» um die'Albaner. Ich möchte eher sagen, daß etwa» in Albanien vorbereitet wird. Ich habe in gonz Albanien«inen starten italienischen Ciniliiß feststellen können und ich bin nicht davon überrascht, daß Alarm geschlagen wurde.______ Kolonial-Konzesfions-Korruption. Frauzosischcr UntersuchunstsauSschuh für Jndochtna. Port», 26. Mörz.(Eigener Drohtbericht.) Im Ministerrat hat der Kolonialminister mitgeteill, dah der Gencrolpouvernevr Da r e n n e vorläufig nicht nach Jndochina zurückkehren wird. Am tz. Aprll wird sich die p a r l a nt» n t a x i I ch e Untersuchung»- k 0 m m i s s i 0 n noch Jndochina einschiffen, um die Berechtigung der gegen Darenne» Amtsführung erhobenen Anschuldigungen zu untersuchen und Nachforschungen über die Vergebung der Kon- Zessionen vorzunehmen. Um di« Arbeiten dieser Kommission nicht zu stören, wird Barenn« bi» zu ihr» Rückkehr in grantreich bleibe». Die Unternehmer gegen öas Notgesetz. Es bedürfte weder irgendeiner Erklärung der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände noch des Reichs- Verbandes der deutschen Industrie gegen irgendeine soziale Maßnahme zugunsten der Arbeitnehmerschaft, um das öffentliche Geheimnis auszuposaunen, daß das deutsche organisierte Unternehmertum in so ausgeprägtem Maße volksfeindlich im allgemeinen und arbeitnehmerfeindlich im besonderen ist, soweit es der Stand der technischen Entwicklung irgend zuläßt. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Wenn diese Verbände sich trotzdem beeilten, gegen den Entwurf eines Arbeitszeitnotgesetzes Erklärungen loszulassen, so ein- mal schon deshalb, weil ihnen„die ganze Richtung" nicht paßt, weil sie in der rücksichtslosen Verfechtung ihrer Profitintcressen und in ihrer Sucht, den Auslands markt durch Schmutzkonkurrenz zu erobern, durch keinerlei gesetzliche Rücksichtnehmerei auf die Ar- beiterschast behindert sein möchten, weiter aber aus ihrer taktischen Einstellung heraus. Im Ernst rechnen wohl die Leiter dieser Unter- nehmerverbände samt ihren zahl- und einflußreichen Anwälten selber nicht damit, daß der vorliegende Gesetzentwurf noch mehr verwäsiert und verschlechtert werden könnte. Handelt es sich doch um ein Kompromiß, bei dessen Schaffung ihre Parlaments- rischen Vertreter mitgewirkt und das sie m i t b e s ch l o s s e n haben. Kraft ihrer Machtlogik erklären sie, daß die von den Geweri- schaften zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ge- forderte Arbeitszeitverkürzung die gegenteilige Wirkung her- beiführ«, die Arbeitslosigkeit nur noch verstärken würde. Diese gegenteilige Wirkung wäre doch dann nur möglich, wenn sie von den Unternehmern absichtlich herbeigeführt würde, wenn die Herrschasten sich darauf festlegten, nun erst recht nicht mehr Arbeitskräfte einzustellen. Die Unternehmer verraten nicht, welche Mittel sie selber für geeignet halten, der Arbeitslosigkeit zu begegnen. Aus dem einfachen Grunde, weil sie absolut kein In- teresse an der Verminderung der Arbeitslosigkeit haben, die sie als ein Gottesgeschenk zu betrachten scheinen, das ihnen gestattet. die Arbeitenden mit der ständigen Furcht vor ihrer Entlassung ins Bockshorn zu jagen und die Lohn- und Arbeitsbedingungen mög- lichst tief herabzudrücken. Die Vereinigung„hält es für ihre Pflicht, mit allem Nachdruck auf die schweren gesetztechnischen Mängel des Entwurfes" hinzuweisen. Die weiteren Sätze ihrer Er- klärung lassen jedoch erkennen, daß es ihnen weniger auf abstell- bare gesetztechnische Mängel ankommt, sondern darauf, selber darüber zu bestimmen, ob und inwieweit sie Ueberstunden über 1l) Stunden hinaus noch machen lassen, ob und wieviel Zuschlag sie für die Ueberstunden zahlen wollen. Den Charakter des?t o t g e s e tz e s übersehen sie, weil ihnen jedwede dauernde oder vorübergehende Einschränkung ihrer Ueberstundenwirkschaft unbequem ist. Deutlicher wird der Reichsverband, dessen hohes Präsi- dlum sich sowohl gegen das„sogenannte" Notgesetz wie gegen die Bei- tragserhöhung zur Invalide nversicherung wendet und sein besonderes Mißsallen mit der in der letzten Zeit zutage getretenen. auf Lohnerhöhung hinzielenden Praxis der Vorsitzenden des Schlichtungsausschusfes bekundet. Der Reichsverband fordert Sicher- h e i t dafür, daß„die Verkürzung der Arbeitszeit in Verbindung mit einer gesetzlich festgesetzten Lohnerhöhung zu einer« n t- sprechenden Steigerung der Leistungen führt. Sonst werde die Produktivität der deutschen Wirtschast eingeschränkt,„die sich notwendig in einer Preiserhöhung der Pro- dukte und letzten Endes in einer Konsumeinschränkung auswirken muß". „Die in dem Antrag der Regierungsparteien(!) zu dem Arbeitszeitnotgesetz festgelegten Bestimmungen bedeuten eine Ver- schärfung der Schematisierung der Entlohnung, die u n t r a g- bar ist." Die sich selber hinreichend charakterisierenden Randbemerkungen des Reichsverbandspräsidiums bedeuten eine treffliche Ergänzung der formell vornehmer fein sollenden Erklärung der Arbeitgeber- verbände-Vereinigung. Sie zeigen uns klar, was die deutsche Ar- beitnehmerschaft von den Unternehmerorganisationen zu erwarten hätte, wenn sie ihnen unorganisiert gegenüberstände, zugleich aber, wie zwingend notwendig die weitere Ausbreitung der gewerkschaft- lichen Organisation ist. In Machtsragen entscheiden nur die Macht- Verhältnisse>. Nebenbei sei hier erwähnt, daß„Der Deutsche", der der Befürchtung Ausdruck gegeben hatte, daß sich das Kompromiß des Arbeitszeitnotgesetzentwurfs als«ine Mißgeburt erweise, jetzt als Gegner des Entwurfs„Unternehmer und Sozia- listen in einer Front" hinstellt, weil der„Vorwärts" sich nicht zu der Entzückung des„Deutschen" über das Kompromiß aufschwingen konnte, daß aus ihm ein ganz leidliches Geschöpf ge- worden sei. Ist das etwa christlich oder ist es Demagogie? Berliner Gewerkschaftsschule. Der Kursus des Genossen Dr. S t i l l i ch. C 5,„Einführung in die Nationalökonomie", wird am Donnerstag, dem 31. März, abends 7 Uhr, im Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. IS'I? mit dem Thema:„Verteilungslehre" fortgesetzt. Die Hörer werden gebeten, sich pünkllich und vollzählig zum Unterricht einzufinden. Die Serliner Schuhmacher zum Reichstarif. Eine gut besuchte Mitgliederversammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Schuhfabriken beschäftigte sich am Donnerstag in Boekers Festsälen mit dem Abschluß des Reichstarif- Vertrages. Der 1. Bevollmächtigte der Ortsverwaltung des Schuhmacher- Verbandes, H ö r tz, unterzog die einzelnen Paragraphen des Reichs- tarifes, soweit sie geändert worden sind oder dem Wunsche der Mit- glieder entsprechend hätten geändert werden sollen, einer scharfen, aber sachlichen Kritik. Wenig sachlich war jedoch die Kritik der kom- munistischen Diskussionsredner. Die Ausführungen der anderen Redner, die nicht der KPD. angehören, blieben oft wegen der Lärm- szenen der Versammlung unverständlich. Di« bereits schon von den Funktionären angenommene Eni- schließung, die u. a. dem Zentralvorstand das Mißtrauen der Berliner Mitglieder ausspricht, fand Annahme, bei Enthaltung einer kleinen Minderheit. Ebensalls angenommen wurden zwei Ent- schließungen, die in der gleichen oder ähnlichen Form von den Kom- munisten in allen Versammlungen eingebracht werden und sich gegen die blutigen Vorgänge der letzten Tage wenden bzw. vom Ortsaus- schuß des ADGB. Gegenmaßnahmen gegen den Faschistenaufmarsch am 8. Mai und eine gemeinsame Demonstration der Gewerkschaften mit den politischen Parteien am 1. Mai verlangen. Unverständliches aus den Berliner Brauereien. Die Erhöhung der Lebenshaltungskosten, der Mieten, Fahr- elder usw. veranlaßten die Angestelltonorganisationen, auch an de» ereinen der Berliner Brauereien heranzutreten mit der Forderung um«ine Erhöhung der Ange st eilten. g e h ä l t e r. Bei der Verhandlung gaben die Arbeitgeber eine ganz erhebliche ZZerteuerung der Lebenshaltungskosten zu. Sie £ konnten nicht bestreiten, daß der Geschäftsgang der Brauereien chr „durchaus befriedigender" ist. Trotzdem be st reiten sie die Notwendigkeit einer Gehaltserhöhung. Lediglich aus „sozialen Erwägungen" erklärten die Vertreter der Ar- bcitgebervereinigung sich bereit, in einigen Gruppen eine Erhöhung der Gehaltssätze stattfinden zu lassen. Bollständig aus- genommen werden sollten von vornherein die Grup- pen I und II, das heißt die ohnehin niedrigst bezahlten A n g e st e l l t e n. Trotzdem mit der Konsolidierung der Verhäll- nisse danach gestrebt werden müßte, von allen besonderen sozialen Zulagen abzukommen, wollen diese Arbeitgeber wohlwollcnderweise den Verheirateten der Gruppe II eine geringe Aufbesserung ihrer Bezüge zugestehen. Auch in den anderen Gruppen sollen die niedrig st en Gehaltsgruppen ohne Zulagen bleiben und allein in den höheren Stasseln wurde eine 3- bis llprozentige Erhöhung angeboten. In Anbetracht der Riesengewinne der Braue- reien ist diese Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes geradezu unverständlich. Dies um so mehr, als die Brauereien. �mehr als jedes andere Gewerbe, daran interessiert sein müßten, den Stan- dard der Lebenshaltung der Arbeitnehmer, d. h. der Verbraucher ihrer Erzeugnisse, so stark wie möglich zu erhöhen. Doch auch für die Herren aus den Brauereien ist Pflicht immer das, was der anders tun soll. Dii A n g e st e l l t e n haben, um zu den Angeboten der Ar- beitgebervereinigung Stellung zu nehmen, zu einer öffentlichen Kundgebung aller Angestellten der Berliner Brauereien auf- gefordert, die am Mittwoch in den„A r m i n s ä l e n", Kom- mandanlenstr. 38/53, stattfindet. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß die Belegschaften der Brauereien das Angebot der Arbeitgeber- Vereinigung ablehnen._ Die Kraftwagenführer in der Metallindustrie. Die Krastwagcnsührer der Berliner Metallindustrie beschästigten sich in ihrer letzten Versammlung, die sehr gut besucht war, mit ihren unhaltbaren Lohnverhältnissen. Wie wir vor einiger Zeit schon ausführlich berichteten, sind die Löhne in dieser Berufs- gruppe fast nirgends tariflich geregelt und für gleiche Leistungen ganz verschieden. Die Stundenlöhne schwanken zwischen 70 Pi. und 1 ZV M. Der größte Teil der Chausfeure Hot aber einen unter 1 M. liegenden Stundenlohn. Um diese unhaltbaren Zustände endlich einmal zu beseitigen, wurde beschlossen, in den Betrieben eine genaue Erhebung über die Löhne vorzunehmen und das Material dem Verkehrsbund zu übermitteln, der dann zu- sammen mit den Funktionären Forderungen aufstellen und eine Lohnbewegung einleiten wird. Der Erfolg der Lohnbewegung wird aber davon abhängen, ob sich der Teil der Chausteure, der der Organisation n ci-b fernsteht, bald eines Besseren besinnt. Wenn si-b in den nächsten Wochen die in der Berliner Metallindustrie beschäftigten Chausfeure alle der Organisation anschließen, wird es auch möglich sein, die Löhne aller Chausfeure tariflich, zum anderen aber auch in einem für die Chaufseure günstigen Sinne zu regeln. Um den Schiedsspruch für die Werften. Hamburg, 26. März. tWTB.) Nachdem der Lohnschiedsspruch, wie gemeldet, von den Werstarbeitern abgelehnt worden ist, haben nunmehr die Arbeitgeber den Antrag auf Verbindlich- keitserklärung des Schiedsspruchs gestellt. Am Montag sollen im Reichsarbeitsministerium zur weiteren Klärung der An- gelegenheit Verhandlungen stattfinden. ?erantwortlicki für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: S. Nliiigrviösrr! Dewerkschastobcw.'zuna:!?r. Sitilora: griiilklon■ Dr. Joha Schilowoli: Lolaleo: und Sonftigcs: AriZ Karstädt; An, eigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärto-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und Berlagsanstalt Paul Singer u Co.. Berlin SW KZ, Lindcnstraße Z. Hierzu 4 Beilagen,„Unterhaltung und Wissen",„Aua der Ailmwelt" u»d „Kraueustimme". WaschstoHe CrCpC dauerhafte Qualität, weißer Orund mit aparten neuen Karos Mtr. Crepe Marocain bedruckt. 0.85 eute Qualität, in schöner großer Musterauswahl, ca. 100 cm breit Mtr. 0.95 Panama 1.05 Vollvoile 1'», 1 QS reicher Farbenauswahl, ca. 1! 2cm Mtr. liOU Kleiderstoffe Waschkunstseide 1 OC ■parte Druckmuster........ 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Diesen verschlungenen Pfaden nachzuspüren ist nicht nur für den Musiker eine interesiante und lohnende Aufgabe, sondern für jeden, der Freude daran empfindet, in das Dämmerlicht ältester Völkergejchichte und Musitpflege hinabzuleuchten. Kinöer öes fernen Gftens. Wie so vieles in unserer Geistesgeschlchte, so verdanken wir auch wesentliche Güter des Musikwesens dem Orient. Unsere bedeutendsten Streich, und vlasinftrument» sind Kinder des fernen Ostens, die meist aus dem Weg über Arabien nach Europa eingeführt wurden. Dort verschmolzen sie entweder mit bodenständigen Instrumenten zu einem neuen Typus, oder aber die alte Form wurde nach und nach, als Ergebnis einer langen Reihe von Entwicklungsstufen, den musikalischen Forderungen der Zeit angepaßt und technisch vervoll» kommnet.— Um den Weg zu verfolgen, den unsere Violine ge- nommen hat, das Instrument, das heute eine beherrschende Stellung in unserer Instrumentalmusik einnimmt, müssen wir Jahrhunderte zurückwandern. Ihre Heimat ist Indien und China, Aegypten und Arabien. Bis zu Afrikas Negerstämmen war sie unter dem Namen RebÄb oerbreitet: Cm runder, manchmal trapezförmiger Schall- körper, an dem ein langer Grisshals saß. Ein bis zwei Saiten aus Roßhaar wurden mit einem gleichfalls mit Pferdohaar bespannten Bogen gestrichen. Als die Mauren?l1 in Spanien einfielen, brächten sie neben anderen Gütern ihrer Kultur auch das RebSfr nach Europa. Als„Rebec* wird es Allgemeingut der abendländischen Welt. Silber der Norden Europas besaß bereits gang ähnlich« Jnstrumententypen, nämlich Slreichleier und Fiedel. Die Streichleier war besonders als Bardeninstrumcnt bekannt und beliebt, das bis etwa 1800 in Wales gespielt wurde und auch dem germanischen Mittelalter unter dem Namen Chrotta oder Rotte bekannt war. Der zweite nordische Instrumententypus, die Fiedel, althochdeutsch Fidula, hängt durch uralte Stammesverwandtschaft ebenfalls mit dem Osten zusammen. Sie ist das Lieblingsinstrument der Ritter und Edelleute, während das Rebcc meist von fahrenden Sängern gespielt wurde. Endlich ist eine weitere Biolinart. die Lira, zu erwähnen. Sie war mit fünf Saiten bespannt, während zwei weitere Saiten freischwingend an- gebracht waren. Allmählich verschmolzen diese Typen, die noch eine ganze Anzahl Nebenformen hervorbrachten, miteinander, und au» Orientalischem. Südlichem, Nordischem entstand ein neues Instru- ment: unsere Violine. Wenige gedenken heute noch des weiten Weges und der vielen Entwicklungsstufen, wenn sie ihr Instrument zur Hand nehmen. Nur in dem portugiesischen und italienischen Namen für Biotin«, rebeaa und rebeccbrno, tönt ein letzter Klang aus der orientalischen Heimat an. wie Sie 5löte wurde l Ganz ähnliche Entwicklungserscheinungen wie die Violine weist ein uraltes, heute leider meist nur auf einen kleinen Kreis von Musikern und Musittiebhabern beschränktes Instrument aus. die Säte. Einen Heroorragenden Ueberblick und Einblick in ihre Ge- ichte gibt die Sammlung des Britischen Museums in London. Die ältesten Flöten aus Tierknochen, ägyptischen Gräberfunden ent- nommen, phönizische und arabische, persisch«, chinesische und japanische. griechische und römische Instrumente der verschiedensten Form und SBauart, aus verschiedenartigstem Material gebildet, sind hier oer- einigt. Von den Langflöten ist die Panflöte oder Syrinx eine der älteflen. Sie bestand aus einer Anzahl von Röhren, meist aus Schilf, die mit Wachs aneinander geklebt waren. Die Syrinx ist das Instrument des griechischen Hirten. Es wurde mit der rechten Hand gehalten und von oben seitwärts angeblosen. Die einfachste Art der Langslöte ist die Schnabelflöte, so genannt wegen ihres schnabel- artigen Mundstücks. Vielleicht kam auch sie vom Orient über Nord- afrika nach dem Westen. Vielleicht aber hat sie sich an verschiedenen Orten, die unabhängig voneinander waren, selbständig entwickelt. Der älteste Flölentypus ist wohl die Ouerflöle, aus der unser heutiges Orchester- und Konzertinstrument hervorging. Schon Jahr- tausende vor Christus bei den Aegyptern in Gebrauch, war sie bis Japan und China verbrestet und wurde später auch in den klassischen Kulturkre'S ausgenommen. Nach dem Untergang des römischen Imperiums wurde sie in Byzanz, dem heutigen Konstantinopel, heimisch und vom 10. Jahrhundert ab allgemein in der Türkei bekannt und beliebt. Nach Europa wurde sie jedenfalls durch die Kreuzfahrer gebracht, die aus dem„Morgenland" zurückkehrten. Die Bezeichnung„Deutsche Flöte", die man ihr in Frankreich gab, deutet wohl ihre große Beliebtheit und Verbreitung in Deutschland an. Bis ins 16. und 17 Jahrhundert war ihre Konstruktion sehr einfach. Als Material oerwendete man ein dunkles Holz, m das eine zylindrische Röhre gebohrt wurde. An Stelle der heutigen Klappen befanden sich einige Spiellöcher. Erst die Zeil nach Beekhoven, die ungeheure Umwälzungen auf dem Gebiet des Orchesterwesens mit sich brachte, nahm sich der Flöte wieder an. In ihrer alten Form konnte sie dem Streben der Neuromantik nach größerer Tonfülle, nach Vervollkommnung der Klangfarbe und des Ausdrucks, nach großartiger Virtuosität nicht mehr genügen. An Stelle der zylin- drifchen trat die konische Bohrung, an Stelle der Spiellöcher die Klappen. Aber trotz dieser Veränderungen klang die Flöte in den meisten Tonarten unrein und wirkte unbefriedigend. Da gelang es dem Münchener Komponisten und SMusiker Theobald Böhm (geboren 1734) nach jahrelangen akustischen Versuchen und Studien, ein geniales Klappensystem aus der Flöte in Anwendung zu bringen, das er mit der alten zylindrischen Bohrung verband. Damit schuf er den Ausgangspunkt für die moderne Mechanik des Instrumentes, das den größten musikalischen und technischen Anforderungen ge- wachsen ist. Auch der Stammbaum unserer Oboe, die jedenfalls mit der Ouerfläte von den zurückkehrenden Kreuzrittern nach Europa ge- bracht wurde, geht auf den Orient zurück. Ihr Vorfahr ist die Zurna, eine Art Schalmei mit starkem Konus. Die ersten abendländischen Abbildungen finden sich in französischen Bibelhandschriften um die 13. Jahrhundertwende. Die älteste Bauart zeigt einen wenig aus- geweiteten Schallbecher, zu dem später eine Klappe hinzukam. In Frankreich, wo das Instrument sehr beliebt war, erfuhr es eine Reihe von Verbesserungen, aus denen um die Mitte des 17. Jahr- Hunderts der„bsutbaiz", wörtlich das hochbolz, unsere Oboe, her- vorging. Hervorragend« technische Verbesserungen verdankt das Instrument vor allem Johann Christof Denner in Nürnberg(geboren 1658), dem Erfinder der Klarinette, in der man die Urform des Saxophons, das 1844 geschaffen wurde, sehen kann. ch Stur ein verschwindend kleiner Ausschnitt aus dem Gebiet der Jnstrumentenkunde konnte hier andeutungsweise behandelt werden. Möge er alle Musskliebenden anregen, den Werdegang und die Entwicklung des Instrumentes, das sie kennen und lieben, zu er- forschen und damit die Geschichte der Musik von einem neuen Ge- sichtspunkt aus kennen zu lernen. öeacbtet Sie Verkehrszeichen! Der Polizeipräsident teilt mit: Zahlreiche Beobachtungen und leider auch eine Reihe von Ver- kehrsunsällen geben erneut Anlaß, die Allgeineinheit auf strengere Beobachtung der Regeln des Straßenverkehrs und besonders der L i ch t z e i ch e n hinzuweisen. Vor allem scheint vielen Fußgängern die Bedeutung des gelben Lichtes noch nicht klar zu sein. Ist eine Straße für den Fahrzeugverkehr frei und demgemäß für Fußgänger gesperrt, so wird beim Erscheinen des gelben Lichtes damit die Straße zum Ueberqueren für die Fußgänger noch keines- wegs frei— was vielfach irrtümlich angenommen wird. Das gelbe Licht kündigt vielmehr nur den bevorstehenden Wechsel an und vcr- langt von Fußgängern und Wagen, die sich bereits auf der Kreuzung oder dem Schutzweg befinden, daß sie die Kreuzung s ch l e u n i g st räumen, damit die neue Richtung frei wird. Niemand aber darf sich mit dem Erscheinen des gelben Lichtes neu mif die Straßen- kreuzung begeben! Erst wenn das gelbe Licht erlischt, rotes Licht die Fahrzeuge in der zu überquerenden Straße am Weiterfahren hindert und grünes Licht die Fußgänger zum Ueberqueren der Fahrbahn auffordert, darf der Fußgänger die Fahrbahn über- Gif. Das Weib, das den Mord beging. sz Roman von Arih Reck-Rlalleczewea. Und nun erzählt der Schwager nicht mehr von den Schlachten bei Lodz, er zeigt nicht mehr Schrapnellnarben auf dem Arm, er lansit den giftgrünen Benediktiner herbei, gießt ihr ein, erzählt«inen giftgrünen Witz: Pariser Dame bietet einem Kavalier Likör an, Kavalier antwortet:„>loi, wa- darne, je puffere les affaires, qui cornrnencent par le coeur et finissent par le lit"... sieh mal an, sieh mal an, sie ist gar nicht so unzugänglich, die Neine Schwägerin, daß sie so lacht... O ja, sie lacht überlaut... exaltiert lacht sie, um ihre Angst, ihre Betrunkenheit zu übertönen... um ja nicht schwach zu erscheinen, um sich ja keine Blöße zu geben, muß man wohl auch diesen widerlichen grünen Schnaps herunter- schütten! Und der Schwager Lex ist geistvoll, und der Schwager Lex sagt, daß derartige Zynismen diese Zeit ebenso charakte- risierten, wie früher etwa die Choräle des Mittelalters ihre Zeit. Und dann sagt der Schwager Lex. während sie ihn mit em wenig stieren Augen ansieht, daß man nun einmal in einer Zeit der Auflösung lebe, und die moderne Malerei gehöre dazu und der ganze Expressionismus und die sozialen Ber- schiebungen und der Untergang des Abendlandes, und man müsse wahrhaftig sein und das alles ruhig anerkennen: und tragisch, geradezu tragisch sei es, unter solchen Umständen eine Pflicht zu haben wie er: berufsmäßig die alten Sitten- gefetze predigen zu müssen. „Die Pflicht," sagt der Staatsanwalt und gießt ihr einen neuen Benedektiner ein und macht ein Gesicht wie der heilige Sebastian, wenn er von Pfeilen durchbohrt wird. Dann das verworrene Brausen der Großstadt in der Pause, die diesem markanten Worte folgt... das entsetzliche, hörbare Pochen des eigenen Herzens... aufreizende Schreie Betrunkener, das Rafaunen eines Straßenzwistes... Gott schütze dich, kleine Sif... „Sic modernen Tänze," sagt der Schwager,„die Auf- lösung der alten Tanzkunst.. Der Schwager stellt das Grammophon an. Ja, tanzen vielleicht, daß das so etwas wie Rettung bringt.„Nicht unsicher seip," schreit es in ihr durch die fun- kelnden Radamontaden des Foxtrotts,„keine Verlegenheit jetzt.. In diesem Bestreben, den Schub des neuen Benediktiners im Hirn, beginnt sie zu tanzen, tanzt die wütende Angst in Grund und Boden, tanzt mit scheinbarer Leidenschaft, mit Ge- bürden, die sie kompromittieren und die durchaus mißverftan- den werden müssen... will es einfach nicht fühlen, wie der andere sie an sich zieht... Nichts sehen, nichts hören! Der Sirenenschrei eines Schleppers, lange, lange durch die Nacht heulend, die über- hohe, keifende Hupe eines vorbeifahrenden Motorrades... wieder das Streiten von Betrunkenen... Hier drinnen die breite behaarte Hand, die nun den Schalter ausdreht. Die Dunkelheit, der Schwindel, der Duft des widerlichen Parfüms, heißer Männeratem... Zu Ende ist es mit der kleinen Sif. Vergifteter Alkoholschlaf, berauschte Träume: ein langer Zug von Tierskeletten... eines hinter dem anderen her, in atemloser Begattung das vordere umklammernd... von phan- tastischen Unholden geprügelt mit nägelbesetzten Stöcken, dennoch nicht ablassend von dieser entsetzlichen Umarmung des Todes... Fort... vorüber... Landschaft in greller Sonne ohne Bäume... das starre Licht des Todes... Zug nackter, aneinander geketteter Weiber... Bewaffnete rechts und links... Bewaffnete ziehen an den Ketten wie an Marionettenschnüren... Weiber be- ginnen unter Wehgeschrei zu tanzen, präsentieren zu obszönen Sprüngen mit schmerzverzerrten Gesichtern ihre nackten Brüste... Vorüber, aufgewacht mit gellendem Angstschrei. Aufgewach» mit fürchterlich schmerzendem Schädel in einem Zimmer, das sie nicht kennt... angekleidet aufgewacht mit zerknitterten Kleidern... schmutzig-rötliche Tapetenmuster an den Wänden wie Masernausschlag... Tapetenmuster kommt auf sie zu... man muß die Augen wieder schließen. Nachgedacht mit dem furchtbar schmerzenden Hirn: rote Schlußlaternen des Zuges... Pudel mit schwefelgelben Augen wittert Blutfleck... Herr Perzinski aus Wien ans Tele- phon... große tote Augen, vor denen man sich entsetzlich fürchtet... behaarte Hand, die Schalter dreht... Oh... ohl... Run, wie sie den verwehten Hauch von Schnaps und Parfüm spürt, irgendwo auf dem staubigen Voden zusammen- geballt ihren Mantel sieht: nun brüllt sie auf vor Entsetzen, iireift nach den entsetzlich schmerzenden Schläfen, sinkt kläglich töhnend zusammen. Der, der sie hierher geschleppt hat, antwortet nicht. Es sst elf auf der kleinen Armbanduhr, er ist, eine dunkle Er- innerung sagt ihr das, in irgendeinem Monsterprozeß auf dem Moabiter Kriminalgericht beschäftigt. Da sind also in dem schmiedeeisernen, auf meterhohem Fuß am Bette stehenden Aschenbecher abscheulich riechende Zigarrenstummel, an der Erde die.zerknitterte Nummer eines Iunggesellen-Witzblattes, ein Machttisch mit einer ausgequetschten Zahnpastentube und einem unendlich unsauberen Bartkamm, an der Wand, mit Couleurhund, Schlägern, bemalten Fässern und hochgermani- scheu Trinkhörnern um eine fabechafte Pappruine iruppiert das Reformkorps„Palaio-Borussia"... in der Ecke dieses ehr» losen Zimmers, Besitztum wohl der Zinrmerwirtin, der schä- bige Farbdruck eines Marienbildes. Es ist ein abscheuliches Götzenbild mit Farborgien von Blau und Rot, mit Pfeilen im Herzen, die wie Stricknadeln aussehen. Dafür sind aber Tränen im Antlitz, und aller Weiber Schmerzen auch in diesem versudelten Konterfei: „Maria, hilf uns allen in unserer großen Not"... ja, plötzlich ist es geschehen, daß die kleine Protestantin Sif mit ihren dunklen Reminiszenzen an alte Marienlieder, mit ihren vcr- wüsteten Haaren, ihrem Katzenjannner, ihrer großen Schande auf den Knien liegt vor diesem Fünszig-Pfennig-Bilde. „Du gebenedeiete unter den Weibern und gebenedeiek der Schoß deines Leibes..." Die Tür hinter ihr geht, irgend jemand steht hinter ihr... keine Marienvision: es ist, glühend wie der Bolzen eines altmodischen Bügeleisens, in einem Schlafrock von furcht» barem pompejanischen Rot, die Zimmerwirtin. Die kleine Sis, noch immer kniend mit ihren gefalteten Händen, starrt auf diese Apotheose von Vordellrot, weiß nichts damit anzufangen, muß beinahe lachen... „Die Frau Schwägerin... in einer einzigen Woche die dritte!" Die Adern auf der Stirn der anderen schwellen, die Worte zischen wie Schlangenlaute. Dann hebt sich drüben die Hand, ein« fette kurzfingrige Hand, die Hand hält einen be» schriebenen grauen Briefbogen: Die Frau Schwägerin also dieses Mal... Namen festgestellt aus Sifs Handtasche.., dieses Mal denn doch zu bunt... drei Tage nach der Hoch» zeit... Rohrpostbrief an den Herrn Gemahl.> �.__(Fortsetzung folgt-t j fchreN-n.««kbfi bonn ist tr jidoch ßenWflt. Betfltijt jb AR**, Mi Augen offen zu halten und die Aahrzeuge zu beachten, dl« au» d«i freigegebenen Strafte recht» in die gesperrte Strafte einbiegen. Dieses Einbiegen darf von allen Fahrzeugen n u r i n S ch r 1 1 1- gefchwindigkeit ausgeführt werden. Leider täftl die Straften- dlsziptin, sowohl der Fuftgänger wie der Fahrzeuge, zu wünschen übrig, und dies ist die Ursache der meisten Unfälle. Ein� Fuftgänger, der sich um die Verkehrsvorschriflen nicht kümmert, trägt nicht nur die Verantwortung für den eigenen Unglückssall. sondern er bildet auch eine Gefahr sür andere und macht sich diesen gegenüber eventuell schadenersatzpflichtig. Aus dem Gesichtspunkte der allgemeinen Gefährdung muß aber auch di« Polizei gegen solche nachlässige Fußgänger vorgehen. Kroftwagenführer, die rücksichtslos in größerer als Schrtttgeschwindigkeit recht» einbiegen oder gar das rote Licht überfahren, werden künftig mit s o f 0 r t i g e r Entziehung des Führerschein, mi rechnen haben. Nicht nur die Verkchrsbeamten, sondern auch besondere Beamte in Zivil haben die Anweisung erhalten, dies« Verfehlungen mtt äußerster Streng« zu verfolgen." Im Zusammenhang hiermit wollen wir unsere Forde- rung wiederholen, daß sich an Straßenbahn- und Autobushaltestellen, sobald eine» dieser Fahrzeug« vor- gefahren ist, kein Auto oder andere» Fahrzeug zwischen Publikum und Straßenbahn bzw. Auto- bus schieben darf. Straßenbahn und Autobus sind wie Eisen- bahn und Untergrundbahn Verkehrsmittel der All- !l«melnheit. Da» Publikum hat unbedingt«« Recht und An- pruch darauf, sich ohne die Gefahr, über- oder auch nur angefahren zu werden, vom Bürgersteig zu der Straßendahn und umgekehrt de- geben zu können. Autos und ander« Fahrzeuge müssen dann warten. verüächtigte Krimwalbeamte. Racheakt eine» Verbrecher». Nach einer Festnahme zur Strasverdüßung, der er sich lang« Zeit zu entziehen gewußt hatte, trat der Kaufmann Max Bruck- n e r mtt der Beschuldigung hervor, daß ihm nicht weniger al» vier verschiedene Kriminalbeamte während seiner verbreche- rischen Tätigkeit in den letzten Iahren gegen entsprechend« Bezahlung Helfersdienste geleistet hätten. E» schweben auf Grund dieser Angaben gegenwärtig bei der Staatsanwaltschaft I drei An- Nagen. Gegen Bruckner einerseits wegen Bestechung und An- stiftung zu Amtsoerbrechen und gegen die Beamten andererseits wegen dieser für die mit Zuchthau» bedrohten Strafhandlungen. In dem einen Falle hat Bruckner den Kriminalasiistente« H. bezichtigt, aus dem Personalregister des Polizeipräsidium« dl« Er- kennungskarte beseitigt zu haben, von dem Knmmal- asiistenten T. behauptet Bruckner, daß dieser mit ihm bei»De- visengeschöften" Hand in Hand gearbeitet habe. Bruckner will in Cafes wegen Ankauf von Devisen mit Händiern verhandelt haben. Auf ein Zeichen von ihm sei der Beamte zur Verhaftung geschritten. Auf dem Weg« zur Wache ist dann Bruckner mtt den Devisen entwischt und will mit dem Beamten di« Beut« geteill haben. Diese beiden Fälle, in denen die beiden Beamten zum Teil auch geständig sind, werden demnächst zur Aburteilung gelangen. Am Sonnabend kam die dritte Anschuldigung Bruckners vor dem Erweiterten Schöfiengericht Mitte zur Derhand- lung, und neben Bruckner hatten sich der Kriminalbezirkssekretär Artur P. und der Kriminalasiistent Pr. wegen Bestechüttg und Unter- lassung einer Amtshandlung zu verantworten. Bruckner hatte noch 23 Monate Strafe zu verbüßen und wurde gesucht. Tr hielt iich unter falschem Nanien und unangemeldet in einer Wohnung in der Strohburger Straße verborgen, verkehrte aber in der Nähe in einem Lokal in der Metzer Straße. Da er dort mit der Tochter de» Wirtek'TCbelte und durch große Zechen und vornehme« Austreten auffiel, wollte der Vater über ihn Auskunft haben und wandte sich an den ihm bekannten Krimno.'sekretär P. Dieser begab sich unter Begleitung seines Untergebenen Pr. am 9. April unter dem Vor- geben einer Wohnungskontrolle nach der Wohnung des Bruckner, der sich jetzt Rotts nannte. Der Angeklagte Bruckner behauptet nun und wiederholte das auch in der Verhandlung, daß ihm un- willkürlich beim Anblick der Kriminalbeamten das Geständnis entschlüpft sei, daß er st eckbrieflich gesucht werde. Er Hobe die Beamten gebeten, wegen seines leidenden Zustandes van der Festnahme Abstand zu nehmen und habe ihnen Geld an- geboten. Er habe 100 Mark bei sich gehabt und sich 95 Mark von seiner Wirtin geliehen, zugleich aber weitere Zahlungen In Aussicht gestellt. Die Beamten hätten sich zunächst befriedigt igit- fernt, seien dann ober gleich daraus wiedergekommen und hätten ihm erklärt, er solle das Geld lieber gleich beschossen. Daraus sei er mit den beiden im Auto zu seiner Braut gefahren und Hab« sich von dieser 159 Mark geben lassen. Später habe er sich mit den Beamten noch mehrmals getroffen, die Zechen bezahlt und Geld gegeben. Im ganzen habe er 499 Mark bezahlt, ohne die Zechen. Die beiden Mitangeklagten Beamten bestritten jede Schuld. Der Paß aus den Namen Ratio sei ordnungsmäßig ge- wesen, und im Steckbriefregister hätten sie den Namen Notto nicht verzeichnet gefunden. Geld hätten sie nicht bekommen. Kundgebungen zum Jniemaüonalen Frauentag. Gemeinsamer Kampf in allen Ländern. � Deutschlands Frauen voran! Mittwoch, 30. März. 7% Uhr. Prachtsäle am Märchenbrunnen (früher Schweizer Garten) am Friedrichshain, unweit Käntgstor. Donnerstag. 31. März. Uhr. Neue Well. Neutölln. Hasen- Heid« 198/114. Freitag, 1. April, 7% Uhr, Spichernsät, Charlottenburg, WIlmer». dors, Spichernstr. 3.— Spandau, Germaniasäle, am Haupt- bahnhof. Sonntag, 3. April, vormittag» 11% Uhr, Weddin� Kristallpalast, Prinzenalle«, Ecke Badstraß«. Reserentinnen: die Genossinnen Gertrud Duvy, Schweiz, Klupzynska, Polen, Masion. Belgien, Clara Lohm-Schuch, Marie Iuchacz, Marie Kunert, Adel« Schreiber, Mathilde Wurm. » Alle Veranstaltungen werden durch Gesangchöre und Rezitationen eingeleitet. E» wirken mit: Der Männerchor Prenzlauer Berg, der Berliner Voltschor, der Frauenchor„Liedertafel", Chartottenburg, Rezitator Heinrich Witte. Aufmarsch der Frauen: Mittwoch, de» ZU. März: 4. 8 reis, Drenstlnier Berg, Treffpunkt 5% Uhr vanziger Straße, Ecke Prenzlauer Allee(Bezirksamt). Es schließen sich an(ab Bezirksamt): Kret» Mitte, Weiftensee, Retnicken darf. 5. Arei», Friedrich» hat n. Treffpunkt 6% Uhr Weberwiese, noch Prachtsäle am Märchenbrunnen. Donnerstag, den Zt. März: 14. flrd», Neukölln. Treffpunkt' 6 Uhr für die Abt. 89. 99. 92. 95 ab Hertzbergplatz: Abt. 91. 94, 95. 97. 98 ab Schillerpromenad«. ö. Arei», keenzberg. Treffpunkt 5% Uhr: Abt. 39, 40, 41, 42, 18 und ftrri» Tempelhos all« Abteilungen Blücherplatz. Abt. 43, 44. 45. 46, 47 und dte kreise Treptow und Cüpenick ab Lausitzer Platz. Freitag, den t. April: Charlottenburg und westliche Vororte. Sammelplatz: Wittenberg- platz 6% Uhr. Sonntag, den Z. April: 3. kreis, Wedlng. Treffpunkt: Abt. 21, 22, 23, vorm. 10 Uhr See» straße. Ecke Müllerstraß«. Abt. 17. 18. 29 vormittags 19 Uhr Netlelbeckplatz. Abt. 19 vormittag» 19 Uhr Prinzenallee 57. Abt. 14. 15. 16 vormittag» 10 Uhr Ettals under Straße, Ecke Brunnenlsttoße. Z. kret», Tiergarten. Treffpunkt: vormittag» 10 Uhr im Kleinen Tiergarten, Kriegerdenkmal. 19. kret», Pankow. Treffpunkt: vormittag» 10 Uhr Rathaus Pankow, Wollanfftraße, Ecke Prinzenalle«. Erst einige Tag« noch dem Borsall hätten sie erfahren, daß e» sich um einen gefährlichen Heiratsschwindler und Taschendieb handelt«, der ihnen entwischi lei. R.-A. Dr. Arras: Weshalb haben Sie die Beamten nach IH Jahren angezeigt? Wollten Sie nicht Ihre Auslieferung nach Oesterreich durch die Anzeigen verhindern? Angekl.: Die ließ sich nicht aufhalten, aber ich fürchtet«, daß die Deoisenoffär«, die schon ruchbar geworden war, erst nach der Aus- lteferung bekannt werden würde. Als Oesterreicher würde ich dann in Dien abgeurteilt worden sein, und dort werden B e- stechung«« viel schwerer best rast at» in Deutschland. Da» Schöffengericht schloß sich den r erbt«che» Ausführungen der Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Dr. Arru» an und hielt die Beschuldigungen Bruckner» gegen die Beamten trotz seiner Selbftbezichtigung nicht für glaubhast ausgeklärt und nachgewiesen. Deshalb wurden sämtlich« Angeklagten, auch Bruckner, auf Kosten der Stacustasie freigesprochen. Der fthlüpfrige Asphalt. AutobuS. und Autounfälle. Ein schwerer Vertehrsunsoll, bei dem 7 Personen verletzt wur- den, ereignete sich gestern in der Schloßstraße zu Friedenau. Der Führer eines Autobusses der Linie 29, der in Richtung Sieglitz durch die Schloßstraße in Friedenau fuhr, versuchte einen vor ihm fahrenden Kraftwagen zu überholen. Aus dem schlüpfrigen Pflaster geriet der Autobus ins Schleudern und streift« mit dem ge- schlosienen Verdeck einen Baum. Ein Teil des Decks wurde durch den hejtigen Anprall förmlich abgerissen. Der Fahr- gaste bemächtigte sich eine begreifliche Panik und laute H I! s e- rufe ertönten. Pvlizeibeamte und Stioßenpassanten eilten sofort hinzu. Sieben Fahrgaste trugen Schnitt- und Quetsch- wunden davon. Während drei von ihnen zur nächsten Retiungs- stelle gebracht werden mußten, wo ihnen Notverbände angelegt wurden, konnten die übrigen ihren Weg selbst sortsetzen, bzw. sich in privatärztliche Behandlung begeben. Ein weiterer schwerer Stroßenvnfall trug sich am Sonnabend abend gegen 8 Uhr vor dem Maybach-Ufer 19 zu. Eine Kraftdroschke, die auf dem schlüpfrigen Asphalt ins Schleudern kam, und desien Führer die Gewalt über die Steuerung verlor, fuhr in voller Fahrt auf«inen Speditionslast- wagen. Die Krasidroschke wurde völlig z e r- trümmert. Der Chauffeur, Max Böhm« aus der Kottbusier Sttaße 44, fuhr mit dem Kops durch die Scheibe des Führersitzes und zog sich furchlbarc Schnittwunden zu! B. wurde durch einen Wagen de» Städtischen Rettungsomtes nach dem Urban-Kronkenhaus geschafft. Aerzlliche 5)ils« war aber bereits vergebens. B. starb kurz nach der Einlieferung.— Ein weiterer schwerer Zu- lammen st oß ereignete sich an der Ecke Gormann- und Linien- straße. Eine Krasidroschke prallte mit voller Wucht auf einen an der Ecke stehenden G e m ü s e w.o g e n, der durch den Anprall umgerisien wurde. Die Händlerin Luise Sch. aus der Swinemünder Straße und zwei Vorübergehende wurden erheblich verletzt. Frau Sch. mußt« in schwerverletztem Zustonde in da« Hedwig-Krankenhaus geschafft werden, während di« beiden Passant» noch Behandlung aus der nächsten Rettungsstelle und Anlegung von Nowerbönden in ihr« Wohnungen entlasten werden konnten. Di« schweren Uutounsälle mehren sich in derart beunruhigender Weise, daß di« ernst« Frage entsteht, ob nicht dte Fahr- gefchwindigkeit der Autos Ichleuntgst herabgesetzt werden muß._ Mgefagte Seechoven'5eier. Wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mittefft. kann (übrigens infolge eines Verbot» des Reichsminifteriums de» Innern) das Konzert de« Berliner Sängerbundes, das Beethoven zu Ehren am heutigen Sonntag, mittags 12 Uhr,' abgehalten werden sollte, nicht stattfinden, da der Platz der Republik in der Bannmeile liegt. Dagegen singen die Arbeiterlänger nachmittag- 2 Uhr bestimmt im Lust garten. Diese Bannmeilebedenken gegen ein« Volks- f e t e r zum Gedächtnis Beethoven» scheinen dem Minister Ken« d e l l, der jetzt die Reichsregienmg bei der Beethooenfeier in Wien vertritt, recht spät gekommen zu sein— jedenfalls hat er sie vor zwei Wochen noch nicht gehabt, als man unter dem Tarnwort„D 0 l k s t r a u« r t a g" eine ösfentliche Reichs- wehrparad« vor Hindenburg auf dem Platz der Republik veranstaltet«! Nun aber, noch diesem Verbot, gilt erst recht die Marschparol«: Heute Sonntag 2 Uhr Beethooenfeier der Arbeitersänger im Lustgarten. Eisenbahnfiskalischc Geldschneiderei. Bürger, hüte dick. In einem Eisenbahnwagen etwa« zu ver- gesien. Tust du es doch, wirft du bestraft. Die Sache verhält sich wie folgt: Du hast, sagen wir mal, ein halbes Pfund Butter im Wert von einer Mark liegen lassen, merkst es aber erst, als der Zug bereits fort ist, stürzt zu dem Aufsichtsbeamten, der hinterhertelephonierl. Dafür zahlst du, was recht und billig ist. 15 Pf. Die Nachricht kommt von der nächsten Station, daß das halbe Pfündchen gesunden und geborgen ist. Du kannst e» dir abholen, wenn du willst. Wenn man eine Monatskarte hat, die zufällig so weit reicht, tut man das. An- gekommen an Ort und Stelle hat man einen Empfangsschein auszu- süllen und nunmehr 59 Pf. auszubcuteln. Wofür? fragt man ver- blüfst.„Verwaltungsgebühr". Es bleibt nichts übrig, man zahlt. Wenn du nun aber nicht selber hinfährst, sondern dir das verlorene Gut mitbringen laßt, dann mußt du außer den 59 Ps. noch weitere 29 Pf. zahlen, quasi als Aufbewahrungsgebühr für Handgepäck. In Summa also, um bei dem halben Pfund Butter zu bleiben, 85 Pf. Ist das nun Geldschneiderei unfeinster Art oder nicht? Denn das eintcmmende Geld bekommen nicht etwa die Beamten, die ja mtt den undsochen noch besondere Arbeit hoben, sondern es fließt in den iesenlops der Reichsbahn. Man sollte bei Bagatellsachen bis zum Wert oon 3 M. eine tleine(Einheitsgebühr von 30 Ps. einschließlich Telephon festsetzen und damit basta, nicht aber Leute mit der Ein- ziehung eines Vetrages oon nahezu 199. Proz. vom Wert des ver- lorenen Gegenstandes gewissermaßen bestrafen. Z WWsZkdssiiö.'Zstc ! Damast- die Oberbett federn- Gustav Einzelne Bissenbezüge, l Dimiti und Damast, B0*6Q zv/n Knöpfen, ■fertig, frsu-rol Jii/et mgotuMira. 9? 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Die grausige Tot der beiden jungen Leute Sommer und Lieb- renz, die durch langjährige Zuchthausstrasen gesühnt werden wird. verdient doch noch eine kleine Nachbetrachtung; wenn auch nicht ganz außergewöhnlich, fällt sie doch aus dem Rahmen des mehr oder weniger Alltäglichen und regt sowohl durch ihre Einzelheiten wie auch durch die Persönlichkeiten der Verurteilten zum Nach- denken über ihr weiteres Schicksal an. Etwa am 29. Januar d. I. hatten beide junge Leute die Fürsorgeanstalt Behrensdors bei Muskau eigenmächtig verlassen. In der Nacht zum 31. Januar stiegen sie in das Haus des Kaufmanns Paul Tschentte in Sommer- 'selb, bei dem Sommer von seinem 14. bis zum 1(5. Lebensjahr in der Lehre gewesen war. Sie beabsichtigten. Ihn zu bestehlen und rechneten damit, daß sie da» Ehepaar Tschemke unter Umständen fesseln und knebeln würden. Als die Eheleute aber erwachten, töteten sie sie. So waren sie über Nacht zu Mördern geworden. In Guben kleideten sie sich ein und kauften sich nach rechter Jungen- ort Süßigkeiten, dann trenMen sie sich; der eine wurde in München. der andere in Kiel verhaftet. Das Gericht, das den ILjährigen Sommer zu 15 Iahren Zuchthaus und den 19jährigen Liebrenz zu 19 Iahren Zuchthaus oer- urteilte, sprach In der Urteilsbegründung die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, die jungen Leute als nützliche Bürger der mensch- lichen Gesellschaft.zurückzugeben Es mag(ein, daß die Angeklagten aus das Gericht nicht den Eindruck hartgesottener Verbrecher gemacht haben. Das sind sie auch wirtlich nicht. Die Ruh«, die der intelli- gente Sommer zur Schau trug, war nur eine gekünstelte. Liebrenz dagegen schien viel bedrückter. Das Gericht konnte aber nicht anders als zu Zuchthausurleilen gelangen. Es konMe sie in kein Iugendgefängnis bringen, in dem Erziehungsgrundsätze allein bei der Verbüßung der Strase ausschlaggebend sind. Man darf aber doch nicht vergessen: es handelt sich hier um junge Menschen, die eine traurige Jugend hinter sich haben und die erst o!n Anfang ihre» bewußten Leben» stehen. Da» Iugendge- sängnis wurde die Möglichkeit geben, die jungen Menschen so- lange von den Gefahren, die das Leben in Freiheit für sie bedeutet, zu bewahren, bis sie fähig geworden sind, unter eigener Verantwortung den Kampf um» Dasein aufzunehmen. Der Sommer- selber Raubmord hat die Zahl der vielen Kapitalverbrechen, die von flüchtigen Fürsorgezöglingen begangen worden sind, um ein weiteres vermehrt. Er sollte deshalb eine Mahnung sein, sich mit dem Problem.Fürsorgeerziehung' immer ein- gehender zu besassen. Es bleibt da noch sehr viel zu ver- besiern. Mehr Jugendpsychologie— dann werden auch weniger Ii igend-Kapitaloerb rechen die Mitmenschen schmerzlich auf- horchen lasten— schmerzlich sowohl in bezug mif die Täter al» auch in bezug auf deren Opfer. Das fibenSgpmvosium. Zu dem Artikel in Nummer 132(19. März) schreibt man uns: Der.Vorwärts' brachte eine Ankündigung, daß demnächst i n Berlin ein Abendgymnasium eröffnet werden soll. Dabei wurde daraus hingewiesen, daß die Anregungen aus den Vereinigten Staaten stammen Die Kernfrag« muß für uns sein, ob ein solches Abendgymna- Rum ein Bedürfnis für die proletarische Masse ist. Sicher ist, daß es trotz unseres engmaschigen Schulnetzes immer noch einer Anzahl von älteren und berufstätigen Menschen unmöglich war, in ihrer Jugend die Ausbildung zu bekommen, zu der sie die geistigen Fähigkeiten mitbringen. Es ist kein Zweifel, daß für diese gesorgt werden muß. Aber schon hier bei der Bedürfnisfrvge fällt der ungeheure Unterschied geradezu ins Auge, der zwijckzsn den Bedingungen besteht, unter denen in Amerika eine solche Sä)ule eingerichtet werden muß, und denen, die bei uns gelten. Dort bleiben noch massenhaft Kinder und junge Menschen fast ohne jede Beschulung. Der Drang. Geld zu oerdienen, ist schon bei den Kindern aufs stärkste entwickelt, und sie werden jede Schule oer- lassen, wenn ste die Möglichkeit zur lohnenden Arbeit finden. Daher muß e- einfach für alle diese Mensciien später, wenn ste sich ein gewisses Einkommen erworben haben, noch die Möglichkeit geben, die Lücken ihrer Bildung auszufüllen. In Deutschland sind es fast nur die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie, die den begabten Kindern den Weg zu den eut- sprechenden Schulen versperren. Man soll die Zahl der Hand» arbeiter, für die diese Notwendigkeit einer späteren Beschulung be> sieht, nicht überschätzen. In Neukölln laufen bekanntlich seit 1923 Kurse für junge Arbeiter. Die Erfahrung hat gezeigt, daß diese Kurse bisher das Bedürfnis nicht bloß für Berlin, sondern auch für das Reich in erheblichem Umfang befriedigt haben. Hier handelt es sich eben um einen wirklichen Arbeltcrkursus, der mtt öffentlichen Mitteln erhalten wird(durch Zuschüsse des Reich», nicht der Stadt) und daher niemals persönlichem Ehrgeiz dienen darf. Er soll nur denen zugute kommen, diewirklichdosZcugin sichhaben, einmal führend in der Gesellschaft zu arbeiten. Da» Abendgymnasium könnte nur durch solche gefüllt werden, die auch früher die Gelegenheit zum Besuch einer höheren Schul» hotten, ste aber nicht ausnutzten, also für jene bourgeoifen Elemente, die sich noch Irgendein Zeugnis und damit eine bessere Stellung verschaffen wollen Es ist ohne weiteres klar, daß man sich nicht scharf genug dagegen wehren könnte, wenn dafür öffentliche Mittel wirklich In Anspruch genommen werden sollten. Auch die Form, in der das Abendoymnosjum in» Leben treten soll, muß nach den Neuköllner Ersahrungen zu schärfstem Widerspruch herausfordern. Wer soll fünf Jahre lang nach einer acht- bis zehnstündigen Arbeitszeit noch täglich drei Stunden für die Kursusarbeit Kraft haben? Für eine 21rbeit die doch nicht bloß im Zuhören oder Diskutieren «ehe«her»wiilim große Aufnahmefähigkett und ungemeine Frische oerlangt, wie sie an sich schon im höheren Alter nicht mehr vorhanden find, sicher aber nicht nach einer so langen körperlichen ArbeitI Auch in Neukölln waren die Kurse zunächst Abendkurs«, konnten aber als solche nicht geholten werden, weil die jungen Menschen dieser Anftr engung einfach nicht gewachsen waren. Sollte dos Ziel erreicht werden, so mußte zur Vormittagsarbett übergegangen werden, und das bedingte, daß die Arbeit nachher als Halb- ZHMMHei der Sriß-Sklllm MeWlW heute, Sonntag, den 27. Akärz 1927 verltu: Große» Schauspielhou», vorm 9 Uhr n. mittag» 12 Uhr. Charlotten bur g: Schiller-Theater. Grolmanstr., vorm. 11 Uhr. Pankow: Aula de» Lyzeum». Görschslrahe 42. vorm. 11 Uhr. Mitwirkend«: Der Jung» Thor. Leitung Hein» Zhiehen' ff bürget Zugendchar Harmonie". Leilung Max Schaarschmibi Schubert- Thor/ Draelfplel/ Musik/ Gesang■ Sprechchor— Wrt i ffharlotten» __.._ � W»!_____ �>t/«»ritner Schuberi-Thor/ OrgeUptel i Musik/ Gesang Sprechchor— Wetheredner: Klara vohm-Schuch. M d S>: Hedwig Wachenheim. Regierungerärin; Ac Hannes Haß, Stadwerorbnetenvorsieyer: Wilhelm Schmücker, Rektor. > astkarten find au den Sassen erhältlich! tagsardeit geleistet wurde. Auch unter diesen Umständen kann der Durchschnitt den Anforderungen nicht genügen. Die Hervoragenden Erfolge des Neuköllner Arbeiterkurje« sind nur mit hervorragenden Schülern möglich gewesen, die oder überaus dünn gesät sind. Es mag recht einleuchtend klingen, daß junge Arbeiter ohne regelmäßige häuslich« Vorbereitung noch fünf Jahren ihre Reifeprüfung machen können. Jeder praktische Lehr«r schüttelt den Kopf, wenn e» sich dabei um eine generelle Einrichtung handeln soll. Wo sind serner die hervorragenden Lehrer für einen solchen Kursus? Die Lehrer der höheren Schulen sind durchschnitt- lich nicht geeignet. Auch die die in Volkshochschulkurfen unter- richtet haben, unterschätzen die gänzlich« Verschiedenheit der in der Volkshochschule üblichen freien Beteiligung von der hier vorliegenden Arbeit, die aus ein bestimmte» Ziel losgehen muß. Selbst in Reu- kölln, wo die günstigsten Vorbedingungen vorliegen und nur wenig« Kurse laufen, hat es sich gezeigt, daß es nur wenige Lehrer gibt, die mit Erfolg in den Kursen unterrichten können. Es mögen sich viele zu dieser Arbeit melden, vielleicht, um sich einen Reben- verdienst zu verschossen, aber sehr wenige gerade von diesen sind zureichend. Und grundsätzlich muß man dagegen Einspruch erheben, daß eine solch« Einrichtung auf Nebenarbeit und al» Nebenverdienst der Lehrer ausgebaut wird. Es ist ferner ein schwerer Irrtum, daß etne Schul«, dt« dl« Reife oerleiht, nur die Unterrichtsoerpflichtung und keine« r z i e h- lichen Pflichten zu übernehmen Hobe. Daß die Erziehung durch all die schönen Selbstverwaltungsorganisationen, von denen in der Ankündigung die Red« yt. geschehen könne, glaubt wohl nie- inond: denn auch dazu wäre noch furchtbar viel Zeit nötig, die keinem von den Schülern zur Verfügung steht. Für den Er- Ziehungszweck ist zweifellos die ständige Einwirkung einer g e- ordneten Schule notwendig, und das richtigste wäre sogar ein gut geleitetes Internat, wie es etwa die Wiener Arbeiterhochschule aufzuweisen hat. Nur so können den jungen Menschen, die au» Arbetterfamilien stammen, die Hemmungen genommen werden, die ihnen später im Leben oft viel hinderlicher sein können als mangelnde Kenntnisse. Ein Volkshochschulheim in Berliu-Wilhelmshasten. Die»Soziale Arbeitsgemeinschaft B»rlin-Ost' (Leiter Pros. S i e g m u n d- S ch u l tz c) hat im Ansang des Jahres in Berlin-Wilhelmshagen ein Boltshochschulheim ins Leben gerufen. Der erste Kursus wurde für männliche Schüler abgehalten. er war von 12 jungen Ardeitern und Angestellten im Alter zwischen lü und LS Jahren besucht. Zwei, bezw. drei Schüler standen während der Teilnahme weiter in Berlin in Arbeli. Mehrere Schüler waren erwerbslos und wurden zu verbilligtem Satz aur- genomnien: für andere zahlten Jugendämter, Wohlfahrtsämter usw. E» wurden in der dreimonatigen Arbeit folgende Fragen- gr tippen behandelt: Die Arbeiterbewegung, Wirtjchasts- und Sozialgcschichtc Deutschlands im 19. und 29. Jahrhunderts.„Der Staat und wir'. Jugendfürsorge und Jugendpflege, Großstadt- Wachstum und Gryßstadtnöte, Einzelfragen der Welt- und Lebens- anschauung. Die Schüler waren sast alle Angehörige irgend welcher Iugcndgruppen, von der kommunistischen Jugend bis zum Jugend- bund für entschiedene» Christentum. Die Mitglieder der proletarischen Jugendorganisationen überwogen. Ein zweiter Kursus von dreimonatiger Dauer(wiederum für männliche Teilnehmer im Aller von 18 Jahren an) beginnt am 25. April d. I. lieber alle Einzelheilen des Arbeitsplanes, sowie über die Aul- nahmcbedingungen gibt der Leiter der Schule. Dr. Werner Krukenberg. Berlin-WIlhetm-hag-n, Ulmenhof, Auskunft. Ächivimmfcst der Berliner Zichnlen. Im Stodtbad Wedding fand kürzlich wieder das Schwimm' fest der Berliner Schulen statt, hinter dem als Protektor dos Stadtomt für Leibesübungen steht. Die teilnehmenden Schulen, höhere und Volksschulen, waren in Ausscheidungsschwimmgn aus- gewählt worden. Man hatte, wie in den Voriahrcn auch, die ein- zelnffN Darbietungen in Stilfchwt.nmen und Wettkämpfe goteilk:!ür die erstgenannten bestehen Wanderpreise der Stadt. Die Mädchen der 292. Volksschule erworben den Preis. Wenn man es schon pädagogisch für richiig hält, Preis-- zu verteilen, so hak ihn in diesem Falle die 262. Schule und aas Schwimnilchrpersoual ehrlich verdient. Die zehn Mädch.m schwammen nicht nur jede für (hfe sonder»«och w der•mpf« M mMHmmmm, Vnich- schwimmen und ernteten dafür oteke» Bestall. Best» Knaben- schwimmen vollbrachte wieder, wie auch im Vorjahr«, die 298. Volksschule die beste Leistung. Beide» sind weltlich« Schulen. Sehr gut waren die Rettungsschwimmoorsührungen, da» Springen, da» Tauchen. Bei den Wettkämpfen ging von den schönen Leistun- gen im Stilschwimmen wieder viel verloren. Es schwamm jeder »Wettkämpfer' seinen eigenen.Stil'. Vielleicht überlegt man an maßgebender Stelle einmal, ob mit der Veranstaltung solcher Wcttkämpfe das Sch u l s ch w i m in e n gefördert werden kann. Es ist auch unnötig, die siegenden Mannschaften filmen zu lassen und sie so schon im jugendlichen Alter etwas von der Würde und der Bedeutung von Retordsportlern spüren zu lassen. Die Schuld trifft nicht die Veranstalter de» Schwimmfestes, vielmehr hat das Stadtamt für Leibesübungen für Abhilfe zu sorgen. Gefävgvis für einen Grundstücksmakler. Gegen den bekannten und seinerzeit größten Berliner Grund- stücksmakler Meyerfeld wurde am Sonnabend wegen Betrugs, Unterschlagung und Untreue in insgesamt 38 Fällen ein Jahr Gefängnis verhängt. In der Begründung des Urteils wurde ihm zugute geHallen, daß er ein Opfer der Deflation ge- worden ist, serner, daß er vielfach bemüht war, den Schaden wieder gutzumachen und daß ihm seinerzett da» Geld geradezu auf- gedrängt worden sei. Arm« Leute habe er nicht geschädigt, sondern ihnen sogar Gutes getan. Infolgedessen wurde ihm für einen Teil der Strafe Bewährungsfrist zugebilligt und außerdem die Untersuchungshaft angerechnet. Ueberfälle i« Lichtenberg. In der Gürtelstraße wurden gestern abend gegen XIZ Uhr zwei Stohlhelmleute von Unbekannten überfallen und durch Hiebe und Stöße verletzt, so daß sie eine Rettungsstelle aussuchen mußten. Die Täter entzogen sich ihrer Feststellung durch die Flucht.— An der Ecke Seharnweber- und Kronprinzenstraße wurden ungesähr um die gleiche Zeit zwei Mitglieder des Iungdeuischen Ordens von etwa 29 bis 39 Kommunisten überfallen und ebenfall» durch Schläge ziem- lich erheblich verletzt. Sie konnten nach Anlegung von Notverbänden auf einer Rettungsstelle ihre Wohnung aussuchen. Auch in diesem Fall gelang es nicht, dt« Täter festzustellen. Berlin beglückwünscht die Beethovenstädte. Die städtischen Behörden haben anläßlich des 199. Todestages Beethovens an Bürgermeister und Rat der Stadt Wien und an den Oberbürgermeister der Stadt Bonn(Rhein), der Geburtsstadt Ludwig van Beethovens, in herzlichen und bewegten Worten ge- halten» Gruß- und Glückwunschtelecramme gesandt. vle Lrdver der proletarischen Aeieri'uudea treffen sich»um iDrdncr- dienst heute. Sornitaq, zu den Jugendweihen um 9 und 12 Uhr Im tÄrohen SchouspielhniiS pünktlich'/,8 Uhr(Bühneneingang). Amleukung von Slraßevdahvlinlen wegen Bauarbeiten am Askanischkn Platz(»lnhalter Bahnbosi in der Nacht vom SS. zum 49. Kör» d. I: Die Linien 55, ei und 93 werden von 12 Uhr nachls an über Käldcner Sirazc, ttZutaqräycr«trabe, Anb-iIIstratzc. und oon 1 Uhr nachls an über Käthenec Akra sie. Prinz tzllbrecht-Ltrab«, Zimmtistrahe umgeleitet. Linie 15 ver- kehrt von Moabit in Richtung Rculölln von 1 Uhr nachts an über Prinz« Sllbrecht-Sliax«, Zimme: strahe. Ierusaiemer Siran«, Lindenflrahe, Halle- ichc« Tor und von Neukölln(lall bis»um Pvlsdamcr Bohnhos nur bis »um einhaltet Babubat. Linie 93 von Köllnilche Heide bis Prinz- Wibrecht.. Säe Königgräner Stroiie(ab l Uhr nachts). 9(ii( der Linie 1 wird»in Ueberiieigeverlthr am Nskanlsch»» Platz»ingerichlct. Schutausstetluug. Die 262.(weltliche) Schule. R, Lüitichcr 2tr. 4, ver- anstallet vom 26. bis 4L Mär» von 4 bis 7 Uhr eine Russtelluug. Sie zeigt bunte Melallarbciten. Kunst- und Weis-stickcreien, Bluten und Sommerkleider in Buntstickerei und Durchbrucharbelt, scrner Bastei- und Laiiiiögeaibiilen, tzlcchlercitn aus Papier. Bast und Pcddigrobr und Werkstücke der leichien Holz- und Hobelbenkarbeit. Zur Besichtigung wird freundlichst einzeladcn. � t ver Orlsouä'chiis) für Jugendpflege und Leide-Lkmngcn?crl!i Zäpen-ck v«ran»atiet am Montag. 40. Ma>z. abends V'(, Uhr, im«tadllh«onr in »löpeinck rmcn ümoabend. Zur Borisshiung gelangen die Filme.Im Reicks?� der ewigen Wunder' und.Der Wildem', �tnlriitspreis sflt Jugendliche 20 Pf. und für Erwachsene 50 Ps. Tchon wieder ein neuer Kreuzer' Aus der Marinewerst Wilhelmshaven fand am Sonn- abend mittag der Srapcllouf de? neuesten deutschen Kreuzers ..Königsberg', eines Schwosterschiffes der„Emden", statt. Außer dem Ehei der Marineabteilung, A d in> r o l Zenker, und zahl- reichen Rcichstogsabgeardiieten war der Oberbürgermeister der Stadt Königsberg. Lohineyer, anwesend. Hessiger Sturm auf dem Allunlischen Ozean. Seit drei Tozzen herrscht aus dem Atlantischen Ozean ein gewaltiger jot'.irm, dessen Heftigkeit mehr und mehr zunimmt. Die drcchtlofen Stationen«nip- fange» zahlreiche Noisignale von Schissen auf hoher See. Wetterbericht der cffeniiichcn Wellerdiei.stllelle iür Bulin ond Umgegend -Nachdr. vrib.). Wc-dieinlV meist ilärtere Brwölüng. mit einzrinen Regen- jchauein. ziemlich kühl, böig« Winde a-S Sllhw-sl bis West.—'Jic Lc-tjchio«»: I» CfipreutKn etwas müder, sonst Temperaluien wenig veiändeit; veibccitc!« Regnischaucr. Schlechte Säfte, unreines Blut sind die Grundursache vieler Kranlheiten. Im Frühjahr ist bekannt- lick der OrganiSmuS besonders geneigt durch Re-chcl'S Wachholder- Extrakt Scharfen und Aureintgrelten auszuscheiden, wtztholb wir gerade setzt zu einer Auffrischung des Blutes Mit diesem natürlichen Hetlstoss raten können. 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Große Besorgnis herrscht angesichts der Tatsach«, daß mit dem Be- stehen des jetzigen Kabinetts neues Mißtrauen des Aus- l and es gegen unsere Politik wachgerufen wird. Das Fortschreiten der Verständigung, von der das Rheinland seine Befreiung er- wartet, muß dadurch gehemmt werden. Schon 1925 hat die Botschasterkonferenz die cherabminderung der Truppenstärke auf die normale Stärk« versprochen, wir haben im Rheinland aber immer noch 75 000 Mann fremder Besatzung. Das ist mit der Souveränität eines Volkes nicht zu vereinigen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Reibungen und Konflikte, die sich aus diesen Zuständen ergeben, bilden eine ständige Gefahr für das Zustandekommen der endgültigen Befriedung. Germersheim und Landau zeigen, welche Gefahren das Besatzungssystem mit seinen Militärgerichten in sich birgt. Als wohltätig wurde von der Beoöl- kerung die Ablösung der Kreisdelegierten nach dem Abschluß des Locarnovertrages empfunden. Nun sollte auch die Aufhebung der vielen Gendarmeriekommandos erfolgen. Außer- ordentlich wirken sich die Werbungen sür die Fremdenlegion aus, hierüber müssen mtt der französischen Regierung Verhandlungen geführt werden. Unsere ftriflt wird getragen von der Sorge. daf> die Konflikte, die sich aus dem Vesahungssystem ergeben müssen, das Ein- vernehmen der Nationen immer von neuem stören.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Groß ist die wirtschaftliche Not des besetzten Gebietes. Die Hauptursachen bestehen in dem Verlust früherer Absatzgebiete, in der Rheinzoll- und Saarzollinie, in den schlechten Verkehrs- Verhältnissen. Die Arbeitslosigkeit ist im besetzten Gebiet seit 1923 ständig höher als m den unbesetzten Landesteilen. Auf 1000 Einwohner kommen heute im unbesetzten Gebiet 26,9, im be- setzten Gebiet dagegen 31,6 Proz. Erwerbslose.(Hört, hört!) In einer Reih« von Städten ist dieser Prozentsatz noch weit höher, so in Trier mit 37,5, in Düren mit 38,8, in Euskirchen mit 49,5, in Mayen mit 57,5 Proz. In Eilendorf bei Aachen ist dieser Prozent- satz infolge der Schließung des Hüttenwerks„Rote Erde" sogar auf 66,5 Proz. hinaufgegangen. Nicht wenige? schlimm sind die Verhält- nisse in den Städten der Rheinpfalz und an der Saargrenze. Diese Zahlen geben jedoch noch kein abschließendes Bild von den Verhält- nisten, da die länger als«in Jahr Erwerbslosen in der Statistik nicht mehr erscheinen, weil sie den Wohlfahrtsämtern unterstehen. So war die Zahl der ausgesteuerten Erwerbslosen, die sich in Gemeindefürsorge befinden, auf das Tausend berechnet, z. L. in Aachen 15mol so hoch wie In Berlin. Während Aachen in der Statistik nicht über den Reichsdurchschnitt liegt, ist in Wtrllichkeit jeder fünfte Einwohner Unterstützungsempfänger.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Dieser Zustand verlangt schleunigst Abhilfe. Die in dem Etat«ingestellte Summe von 3 0 M i l l i o n e n zur Be- seitigung der Notlage der Gemeinden, der kleinen Betriebe und der Arbeitnehmer reicht nicht aus. Die Gemeinden fordern darüber hinaus noch 40 Millionen zur Kuhrschä----"' «erlangen Arbeitsbejchassung verwendet werden sollen. lien zur Abgeltung von Ruhrschäden. Mir schliefen uns dieser Forde- 70 Millionen, die l«'' rung au und verl« erster Linie zur Es ist außerordentlich bedauerlich, daß der Antrag der Sozialdemo- kratie, der 7,5 Millionen für die S a a r g ä n g e r verlangte, abge- lehnt wurde, trotzdem deren Notlage allgemein anerkannt worden ist. Ja, es sind sogar von den ursprünglich im Etat vorgesehenen 4,2 Millionen noch 1,2 Millionen abgestrichen worden. Das Saargrenzabkommen ist von Frankreich leider noch nicht ratifiziert worden. Wünschenswert wäre es, wenn ein« ähn- lich« Regelung mit Luxemburg getroffen wird. Außerordent- lich dringlich ist ein« Besserung der Derkehrsverhältniste im besetzten Gebiet. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß die Regierung ihr Versprechen aus Uebernahme der Arbeiter, Angestellten und Be- amten der Reichsvermögensverwaltung noch nicht eingelöst hat. Schlimm ist die Lag« der Kosernenwärter, denen von ihrem Einkommen ein hoher Prozentsatz für Miete estibehalten wird. Die A b b a u m a ß n a h men der E i s e n b a h n v e r wo l t u n g tragen immer auss neue politische Beunruhigung ins besetzte Gebiet hinein. Groß ist auch die kulturelle Not des besetzten Gebietes. Wir haben noch Schulbauten, wie man sie früher als ostelbische bezeichnet hat. Die Wasserversorgung ist unzureichend. Wie hat die Regie- runa den Kulturfonds im vergangenen Jahre verwendet? Wir müssen feststellen, daß die Kultur- und Sporlorgani- sationen der Arbeiterschaft nicht genügend berücksichtigt werden. Das arbeitende Volk der besetzten Gebiete hat in schweren Stunden ihre Treue und Liebe zur Heimat und zur Republik be- wiesen. Sie muß daher verlangen, daß die Verständigungspolitik fortgesetzt wird, die> auch dem Rheinland seine Befreiung sichert. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Ellenbeck(Dnat.) verlangt Derbesterung der Derkehrsver- bindungen des besetzten Gebietes mit dem unbesetzten. Abg. Neyses(Z.) macht auf die schwierige Wirtschaftslage der unmittelbaren Grenzbezirke aufmerksam. lzbezlrke Abg. Dr. Zapf(D. Bp.) wendet sich gegen die bayerische Regierung, die die im Haushalt vor- gesehenen Beträge sür Wasserregulierung sarbeiten ausschließlich im rechtsrheinischen Bayern verwendet und dem unter schwerster Arbeitstosigkeil leidenden besetzten P salzgebiet so gut wie nichts zukomme» laste. Die Franzosen überschritten ihr Requisitionsrecht, deutsche Staats- bürger erhielten sogar Gestellungsbefehle als Kutscher für den Fall Mobilisierung.(Hört, börtl rechts.) Abg. Böhla(Komm.) schließt sich der Forderung auf Bewilli gung von 70 Millionen zur Unterstützung der minderbemittelten Be- völterung im Ruhraebiet an. Abg. Dr. Raschig(Dem.) lehnt die Erhöhung der Eaorgänger- Unterstützungen ab, da die Voraussetzung, die Valutadifferenz, weg- gefallen sei. Abg. Dr. Zörlfsen(Wirtsch. vgg.) wünscht Anschluß von Aachen an das deutsche Wirtschaftsgebiet durch eine Wasserstraße. Abg. Dr. RheinlSnder(Z.) wendet sich gegen das System der Ordonnanzen. Abg. Dr. Quessel(Soz.) lenkt die Aufmerksamkeit aus das H e s s« n l a n d, das wohl am härtesten unter der Arbeitslosigkeit leidet. 25 Proz. der Gesamtfläche und 36 Proz. der Gesamtbevölkerung stehen unter den Besatzungsbestimmungen. Aber auch die nicht besetzten Gebiete haben schwer zu leiden. Di« trostlose wirtschaftliche Lage wird durch die hohe Erwerbslosenzahl bezeugt. Während in den Großstädten des unbesetzten Gebiets auf 1000 Einwohner 35 Erwerbslos« fallen, steigt die Zahl in Mainz auf 47. Geradezu tragisch ist die Lage Offen- bachs, wo auf 1000 Einwohner 72 Arbeitslose ent- fallen. Rechnet man die Frauen und Kinder hinzu sowie die Aus- gesteuerten, so ergibt sich» daß in Ossenbach von 1000 Einwohueru 350 bis 400 aus ässenl- lichen Milleln unterstützt werden müssen. In Mainz müssen 20 000 Personen oder rund ein Fünftel der ge- samten Bevölkerung Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erhalten. In D a r m st a d t hat die Arbeitslosenfürforge auf 1000 Einwohner 160 zu betreuen. Die erhebliche Summe von 48 Millionen, die zur Hebung der kulturellen und wirtschaftlichen Lage der gefährdeten Ostgebiete im Jahre 1926 bewilligt worden stt, hat in dem besetzten Gebiet die Hoffnung erweckt, daß nunmehr auch dort ein besseres Programm zur Ausführung gelangt. In der Tat schreit das ge- waltige Heer der Arbeitslosen im besetzten Gebiet nach Arbeits- beschaffung großen Stils. Es liegen auch bereits Bor- schlüge des hessischen Staatspräsidenten Ullrich vor, der für Hessen aus Reichsmitteln die Erbauung zweier Rheinbrücken bei Mainz und einer bei Rüstelsheim fordert, ferner die Verbesserung des Straßennetzes und drittens den Bau von Borortbahnen sür Worms und Mainz. Diese hestischen Wünsche lassen sich mit 10 bi» 12 Millionen erfüllen, angesichts der im vorigen Jahr« für die gefährdeten preußischen Ostprovinzen bewilligten 48 Millionen ist diese Forderung nicht als unbescheiden zu bezeichnen. Der Redner wendet sich dann gegen einzelne Bestimmungen der Borlage über die Vergütung der Besatzungsleistungen und Vermögens- sckiäden. Wir sehen einen Fortschritt darin insoweit, als ein« B e r- einheitlichung der gesetzlichen Bestimmungen über die Ent- schädigung der Verpflichtungen des Reichs vor- genommen wird. wir haben aber die lebhaftesten Bedenken gegen den 8 1.»och dem our uumillelbar Gc'chädiglc Anspruch aus Entschädigung haben sollen. Wenn im besetzten Gebiet ein Betrieb von den Besatzungsbehörden geschlossen wird, so sagt man sich allgemein, daß die Arbeiter und Angestellten entschädigt werden müssen. Aber das Gericht sagt anders, es lehnt deren Ansprüche ab. Auch bei der Arbeitslosen- fürsorge wird diesen Arbeitern und Angestellten erklärt, daß sie keinen Anspruch aus Unterstützung hätten, well ja der Betrieb nicht »ediglich wegen«rbettsmangel. sondern aus»nordmmg der ve- sahungsbehörden geschlossen sei. Diese geschädigten Arbeiter und Angestellten können dann mit dem chute in der chand zu den Wohl- fahrtsänuern gehen, um dort eine Unterstützung zu erbetteln. Das ist ein unerträglicher Zustand, deshalb können wir diesem Paragraphen nicht zustimmen. wir beantragen deshalb einen Zusah, wonach auch solche Ar- beiler und Angestellte zu den unmillelbar Geschädigten gehören. die durch Eingreisen der VesahungsbehSrden arbeitslos ge- worden sind. 8 3 hebt für den Fall eines Reparationskonflikts das ganze Gesetz auf. Wenn wir auch nicht unterstellen wollen, daß die Regierung die Absicht hat, einen Reparationstonslikt herbeizuführen, so wissen wir doch nicht, wie die Dinge noch weiterlausen können. Die Bevölkerung darf aber nicht lediglich aus das Wohlwollen der Behörden angewiesen sein, sondern sie muß einen Rechts- a n s p r u ch behalten. Wir erwarten die Annohme unserer Abände- rungsanträge. Dem Gesetz im ganzen werden wir zustimmen, obwohl seine Vorteile nur gering sind, aber es verändert die bestehen- den Zustände nicht, für die arbeitende Bevölkerung wird eine bessere Uebersicht geschaffen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Frau Lüders(Dem.), Kalle(D. Vp.) und Dr. Zrlck(Nat.-Soz.) vertagt sich das chaus um VA Uhr auf Montag mittag 1 Uhr: Zweite Beratung des Reichs- wehretats, Abstimmung über den Haushall für die befetzten Gebiete. f Invaliüenversicherung vor dem Ausschuß. Die Regierungsparteien lehne« alle Antrage ab. Am Sonnabend konnte endlich nach vierwöchigen Verhandlungen wischen den Regierungsparteien der sozialpolitische Au»« ch u ß des Reichstags sich mit dem nach vielen Mühen zustande- gekommenen Kompromitzantrag der Regierungsparteien, betreffen!) die Leistungen und Beiträge in der Invalidenversicherung, beschäf- tigen. Die seinerzeit von der sozialdemokratischen Frak- t i o n bezüglich der Erhöhung der Renten, Zahlung von Witwen- renken an alle Witwen von Invalidenversicherten usw. gestellten Anträge haben doch immerhin soviel Eindruck auf die Regierung und die Regierungsparteien gemacht, daß sie nicht glaubten, über diese Anträge einfach hinweggehen zu können. Sie haben aber auch nirgends den Mut zu einem ganzen Schritt gehabt, ukkd so bleibt die jetzige Vorlage nichts anderes als Stückwerk. Das gilt zunächst von der Witwenrente. Bisher erhielt eine Arbeiterwitwe nur dann Invalidenrente auf Grund der In- validenoersicherung, wenn sie dauernd invalide war. Unsere Fraktion hatte beantragt, ebenso wie in der Angestelltenoersicherung allen Witwen diese Renten zu gewähren. Die Regierungsparteien hallen in ihrem Antrage vorgesehen, jeder Witwe, die das Alter von 6S Iahren vollendet hat, diese Rente zu gewähren. Es ist anzuer- kennen, daß hierin gegenüber dem bisherigen unerhörten Zustande eine klein« Verbesserung liegt, aber die bürgerlichen Parteien sollten sich bequemen, darüber nachzudenken, ob denn eine Witwe mit 60, 55 oder auch mit 50 Jahren, die bisher nicht erwerbstätig war, in der Lage sei. ihr tägliches Brot verdienen zu können. Um noch einen letzten Versuch zu machen, beantragten die sozialdemokratischen Mit- glieder, den nicht invaliden oder nicht 65 Jahre alten Witwen wenigstens die halbe Witwenrente zu gewähren. Auch dieser An- trag wurde abgelehnt und die Vorlage der Regierungsparteien angenommen. Ebenso ging es mit der Erhöhung der Renten über- Haupt. Unsere Fraktion hatte gefordert, den Reichszuschuß um 5 Mark und den Grundbetrag ebenfalls um 5 Mark zu erhöhen. Die Regierungsparteien wollen lediglich eine Verbesserung der allen Renten dadurch herbeiführen, daß der bis zum 30. Sep- tember 1921 zu erreichend« Steigerungsbetrag oerdoppelt wird. Es wurden aber auch hier nicht nur unsere Anträge, sondern ebenfalls die kommunistischen und demokratischen Anträge auf Er- höhuug der Reichszuschüsse abgelehnt und lediglich die Erhöhung der ' Steigerungsbeträge bis zum 30. September 1921 beschlossen. Daß die Begründung der Regierungsparteien, diese an sich be- rechtigten Anträge könnten nicht angenommen werden, weil die Mitteldafürnichtda seien, lediglicheinen Vorwand bedeutet, zeigte die Debatte über die Aufstufung der Lohn- k l a s s e n und der B e i t r ä g e. Die Regierungsparteien schlugen vor, eine neue Lohnklasie von mehr als 36 Mark zu schaffen. Unsere Fraktion verlangte eine Aufstufung bis zu einem Einkommen von mehr als 60 Mark, gerade, um durch entsprechende Beiträg« die Möglichkeit erträglicher Leistuntzen zu schaffen. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt, und es wurde ferner ebenfalls abgelehnt, für ein Einkommen von über 36 Mark wöchentlich den Beitrag wie in allen anderen Klaffen nicht um 20 Pf., sondern um 30 Pf. höher zu staffeln, obgleich von der Regierung zugegeben wer- den mußte, daß hierdurch ein erhebliches Mehreinkommen hätte erzielt werden können. Desgleichen wurde die von Genossen hoch beantragt« Aende- rung abgelehnt, die dahin ging, bei den Steigerungsbeträgen die Zeiten der Krankheit, des Kriegsdienstes usw. mtt zu berücksichtigen, ebenso die Forderung, für die vor dem 1. Januar 1912 erwerbs- unfähig gewordenen Inoalidenrentner die Hinterbliebenenfürsorge ollgemein einzuführen und damit einer allen Härte ein Ende zu machen. So kann nur noch einmal gesagt werden, daß, wenn die Vorlage auch gewisse Verbesserungen bringt, die lediglich auf unsere Anträge zurückzuführen sind, sie doch in den Reihen der Rentner b e r e ch- tigte Enttäuschung hervorrufen wird, umsomehr, als die Erhöhung der Leistungen nicht, wie versprochen wurde, am 1. April, sondern erst am 1. Juli in Kraft treten wird. öerliner Metallarbeiter! In dieser Woche sind sehr wichtig« organisatorische Ent- scheidunyen zu treffen. Vom 2 6. bis 31. März— bei den Rohrlegern erst am 7. April— müssen in allen Branchen die Reuwahlen der Vronchenleilungen vorgenommen werden. Es gill darüber zu entscheiden, ob die Führung der Branchen kommunistischen Phraseuren überlasten werden soll, die die Mit- glieder nur zu Vorspanndiensten für den kommunisttschen Partei- karren mißbrauchen wollen oder aber den Amsterdamer Gewerk- schaftsgcnosten, die alles daran setzen, mn die Gewerkschaften weiter auszubauen und zu stärken. Im vergangenen Jahr« hatten die Kommunisten sich das Ziel gesteckt, alle Bronchenleitungen in ihre Hände zu bekommen. Die schwere und anhaltende—Wirtschaftskrise, die die Metallarbeller im Vorjahre besonders hart traf, bot für die kom- muniftischen Treibereien einen besonders günstigen Nährboden. Doch trotz der wüsten Hetze und trotz der großen Arbeitslosigkeit gelang es den Kommunisten nur eine einzige Branche, die der Eisen- und Revolverdreher zu„erobern*. Dieser Erfolg hat sie bei den jetzigen Wahlen vorsichtiger ge- macht; st« sind etwas bescheidener geworden und wollen diesmal „nur* zwei weitere Branchen, die der Maschinen- schlosser und der Hobler, Bohrer usw. gewinnen. Die Moskauer haben einen großen Propagandafeldzug ein- geleitet, zu dem die Mittet durch Sammellisten in den Be- trieben ausgebracht werden sollen. Ihre Anhänger find ver- pflichtet, alles„belastende Material* gegen die SP D.-G e- nassen zu sammeln und gegen sie zu verwerten. Die aus dem Boden der Amsterdamer Gewerkschafts- r i ch t u n g stehenden Metallarbeiter werden diesem„Cr- oberungskampfe* nicht ausweichen und den Kommunisten die r i ch- tige Antwort geben. Es gilt, nunmehr all« Gleichgülligen und Saumseligen in den Betrieben aufzurütteln und dafür zu sorgen, daß die Bäume der Kommunisten nicht In den Himmel wachsen. Es ist daher Pflicht eines jeden auf dem Boden der Amsterdamer Sewerkschaftsrichtung stehen- den Metallarbeiters, die Branchenversammlungen in dieser Woche zu besuchen und für seine Kandidaten zu stimmen. Setriebsratswahl im Siemens-Konzern. Erfolge der freie« Gewerkschaften. In der gelben Hochburg des Siemens-Konzerns, im Elms- werk, fand am 25. März die Betriebsratswahl statt. Bei den Arbeitern erhiell die Liste der freien Gewerkschaften 2213 Stimmen(im Vorjahre 1768), die Liste der Gelben 260 Stimmen(163). Die Mandate in dem Betriebsrat verteilen sich wie folgt: freie Gewerkschaften: 11(10), Ergänzungsmllglieder: 3(3), die Gelben: 1(1), Ergänzungsmitglieder 0(0). Bei den Angestellten erhiell die Liste der AfA: 282 Stimmen, die Liste des DHV. 153 Stimmen, die Lifte des GdA. 79 Sttmmen. Die Sitze verteilen sich wie folgt: freie Gewerkschaften: 3(3), Ergänzung?- mllglieder: 2(3), Liste des DHV.: 1(1). Ergänzungsmitglleder: 2(2). Liste des GdA.: 0(0), Ergänzungsmitglieder: 1(0). Trotzdem die Elmowerksdirektion bei ihren Einstellungen großen Wert darauf legte, daß nur solche Leute in den Betrieb kamen, die ein Zeugnis ihrer„nationalen* Zuverlässigkell mllbrachten, hat sich gezeigt, daß die Gelben bei der Betriebsrätewahl in der Arbeller- schaft nur ein kleines Häuflein bilden. Trotzdem die Gelben und ihre Protektoren versuchen, In der gehässigsten Art gegen die freigewerkschaftlichen Funktionäre und Arbeller vorzugehen, haben die Schützlinge des Herrn von Siemens den verdienten Fuß- tritt erhol ten. Bedauerlicherweis« kommt der gelbe Spitzenkandidat in den Be- triebsrat, der sich auf der Tagung des Bundes für Nationalwirt- schast und Werksgemeinschaft brüstete,„es sei dem Werkoerein Siemens-Schuckert Elmowerk gelungen, als Reaktion zu gelten*. Hoffentlich gelingt es in den übrigen Werken de» Siemens-Konzerns, diese gelb« Gesellschaft bei den kommenden Wahlen vollständig auszumerzen. Ein Musterbetrieb für Postarbeit. Die Firma Dauernheim, Köpenicker Straß«, ferttgt aus» schließlich nur Postorbell an und kann man beobachten, daß sie. sobald sie auch nur die geringsten Postoufträze erhallen hat, den Betrieb bi» auf den letzten Platz mll Arbellskraften voll besetzt und möglichst noch, unter Leistung von Ueberstunden die erhallenen Lieserungen herausgewirtschaftet werden. Dann aber beginnt der Abbau in diesem Musterbetriebe. Die Arbeiter werden nach einer Beschäftigungsdauer von 14 Tagen oder drei Wochen, manchmal auch von acht Wochen wieder dem Arbeitslosenelend übermittelt. Sollte nicht auch die Postbe« Hörde als Staatsbetrieb ein Interesse daran haben, daß die Auf» tröge ordnungsgemäß erledigt werden, das heißt unter Einhaltung der gesetzmäßigen Arbeitszeit von täglich acht Stunden, unter Berücksichtigung des Umstände», daß dix Arbeiterschaft nicht nur Anrecht aus kurzfristige Beschäftigung, son- dern Anrecht aus längere Arbeitsmöglichkeiten hat. Anscheinend oersucht die Firma, mll diesem Modus die Möglichkell der Wahl eine» Betrtebsrai» au» der Well zu schassen; ferner will die Firma anscheinend auch die unangenehmen Unkosten für T e- Währung von Urlaub aus ihrem Etat streichen. Wir empfehlen den in Frage kommenden Instanzen, dos heißt der Reichspostbehörde und der Gewerbeaufsicht, sich mit den Arbeits- Methoden in diesem Betriebe einmal näher zu beschäftigen. Ei«e kommunistische Hochburg gefallen! Die Neuwahl der Ortsverwallung des Deutschen Metallarbeiter. Verbandes in Eßlingen a. N. zeigt einen erfreulichen Fortschritt im Gesundungsprozeß der Gewerkschaften. Ehlingen war in den vergangenen Iahren ein« kommunistische Hochburg. Nun sind aber im Laufe des letzten Jahres die Mitglieder der dorti- gen M etallorbeiter-Verbandsverwaltu ng samt den drei angestellten Geschäftsführern aus der Kommuni st ischen Partei aus- getreten oder ausgeschlossen worden und haben sich der Amsterdamer Richtung angeschlossen. Sie sollten jetzt abgesägt wer- den. Die Amsterdamer Kandidaten wurden jedoch mit 731 gegen 556 Stimmen gewählt. Keine Einigung in der sächstschen Metallindustrie. Dresden. 26. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Lohnverhand- lungen für die sächsische Metallindustrie, die mit dem Verband fach- stscher Metallindustrieller geführt werden, sind an dem Verhalten der Arbeitgeber gescheitert. Die Unternehmer verlangen, daß die Arbeiter zu einer Lohnerhöhung ihre Zustimmung geben sollen, die bedeutend unter den 10 Proz. liegt, die vom Arbeitgeberschutzver- band der sächsischen Metallindustrie bereits zugestanden worden sind. Ter Arbeitskampf in Norwegen. (ÄGB.) Di« von einigen deutschen Zeitungen gebrachten Be- richte aus Norwegen, wonach die Aussperrung erwellert worden ist und nunmehr 40 000 Arbeller umfaßt, beruhen auf einem Irrtum. Die Zahl der ausgesperrten Arbeller beträgt immer noch u n g e» fähr 1200 0. Di« neuerdings vom staatlichen Schlichter unter- nommenen Versuche, eine beide Parteien befriedigende Lösung der Streitfragen herbeizuführen, sind gescheitert. In der Papierindustrie und«inigen anderen Berufen wird noch weiter verhandelt, aber die Aussichten auf ein« friedliche Lösung sind gering, da die Unternehmer aus ihren drastischen Lohnherabsetzungsforderungen beharren. Sollten auch diese Verhandlungen scheitern und es auch hier zu einem Kampfe kommen, so würden allerdings insgesamt ungefähr 40 000 Arbeller ausgesperrt sein._ Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Casö-Angestellten mitteilt, sind folgende Gastwirtsbetrieb« für organisierte Arbeitnehmer gesperrt: „P f a u e n d i e l«*, Inh. Otto, Belle-Wionce�traß« 22,„P o t s- damer Bierhollen*. Frau Friedrich. Königgrätzer Straße 71. am Halleschen Tor,„Pilsator am Kott- buser Tor*. Inhaber Wiesner, Kottbuser Straß« 28, „Zum H e i d e r e i t« r*. Inh. Pfund, Hasenheide, Ecke Camp- hausenstraße, Konditorei„Michalski*, Berlin, Lindenstraße 94. Case.Lome t*. Inh. Hartmann, Warschauer Straße 33.„Deut- scher Hos*. Inh. Kromrey, Äckauer Straße 15,„Max und Moritz*, Oranienstraße 163. Restaurant EwaBd Keiler, i. B. Hilscher, Koloniestrahe 6. Konzert-Cafe„Roland*, Inh. Antonie Erban, Chausseestrahe 11. E�l «cht»»», SPZ>..B«trI»i»»ertra»«a»ll»t,I Die Märznummer des=4 jnpfet" kann sofort im Bureau Lindenstr. Z abgeholt werden. Be. y Inders die Bertretcr der Kleinbetriebe werden ersucht, abzuholen. Da»«etricbssetretaeiat. sty Frei« Sewerischaftsjugend. Heute, Sonntag, solaende Beranstaltungcn: Besichtigungen: Bormittags 1l> Uhr Gartenbaubetrieb Begrodi, Bcrl:n. Marien- feld«(Orchideen planiage). Wie wächst ein« Pslanze? Wie züchtet man n?— Spaadaa: Vormittags Hausagitation.— Bertehr» lmndiagcnd: »nntag.— sadtrei,: Gruppen dclm Tempelhos, Grrmaniastr. 4,'6. Bor. mittags 10 Uhr: Wir agitieren in Neukölln und Tempelhof. Abends 7 Uhr: 'landwerksburfchen abend.— Treffahrt des Rardweftkreises: 12K Uhr nachmittags ugendherberge Brieselang.— Rordlrei«: Gemeinsame Bcranstaltung>n -pandau, Lindenufer 1, abend« 0 Uhr.— Westkreis: Bruppenhcim Spandau, Lindenufer 1, abends 8 Uhr. Agitationssonntag In Spandau. Werbevcranstal. hing.— Osttrei»: Gruppenheim Diestelmeyerstr.!i, vorn pari., abends 7H Uhr. Lichtdildervortraa:.Die Sächsische Schweiz".— Vbeespeee: Grupenheim Ober. schonewctde, Lausener Str. 2, abend« 8 Uhr..Radioschau". Sonberveranftaltung der Alt-Berliner Funkstunte.Odersprel". Jogendgrupp« de» gd». Morgen, Montag, 7V4 Uhr: Südost. Treptow: Jugendheim Rcichenderger Str. k«. Bortrag:.Dt« Stellung der Frau im Wandel der Zeiten".— Nörde»: Jugendheim Schul« Danziger Str. 28.„Scrual. fragen der Jugend"(Dr. Marx). Zentr»lverband der der Mas Der Sch Deutsch«« Ba»gewerk»bu»d. Fachgruppe Stuck,»ud»ip»ban: Am Dienstag, 21. März, 7 Uhr, im Bereinshaus„TSnigsdank", Große Frankfurter Str. U7 (nahe Andreasstraße). Mitgliederversammlung. Bericht»on der letzten Tarif. Verhandlung. Diskussion und Adstimmuna. G» ist Pflicht aller Mitglieder, dies» Bersammlung zu besuchen. Mitgliedsbuch legitimiert: ohne dasselbe kein gutritt. verdau» de»«emelude- und Staatsarbeitee. Bezirk 4 Prenzlauer Berg: Dienstag, 2». März, 7 Uhr, in der Cchnlaula Berlin, Senefelderstr. 8. Bezirks. Versammlung. Utfc ouytnv »traluerbaud der Schuhmacher. Morgen, Montag, Branchenversammlung ahschuhmacher 88t Uhr In de» Residenz-Festsiilen, Landsberger Str. 81. chied»spruch für dl« Maßschuhmacher. Der floite Cheviot Der fesche Damen-Kostüm englischer Art, reineWolle»f_ ABlfr.14-12-iÜM Koch jeelandr*1� Gertraiidtenztc 20/21 reij-n/rae HO ÄieftL Mrsntlebsnö GOLD-SABA 4�, frisch, manipuUei±, /mtt köstlichatn� Aroma, bekömmlicher 9-laftcm wcißcrL BcaruL� GARBATY Zur Arbelt- zum Sport- zur Erholuns stets mit köl Stock-Notorrad J 0,08, 2 PS,.. Seatsüier Metallarbeiter-VerliaDil Verwaltuagutelle Berlin. Den Kollegen jur Nachricht, daß unser Kollege, der Echloffer lZustav Selillls am 2t. März gestorben tst. Ehr« seine»«ndente»! Die fkinüscherung findet am Dien»- tag. dem 29 März, abend» N/, Uhr, im Kremawcium Gerichlfiratze statt. Reg« Beteillgung erwartet Ote 0»t»?e»-nrntf»»r. Allen Kameraden de. Reich»- bonners. die an der Einäscherung meine» lieben Manne« Wilhelm Wedemeyer teilgenommen, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. Ww. Selma Wedemeyer. 'i'wmsmmaammmmmmmmmammm r? Danksagung Fllr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme deun Hinscheiden meines lieben Manne« kriedrich Ornnwald sage ich kannten, allen Freunden und sowie den Senosflnnen und Genossen der 32 Abteilung und dem Personal der 177. Abteilung der Konsumgenossenschaft meinen herz- lichen Dank. Wallt Ornnwald, Langestr. 59. Statt Karten. Für die wohltuenden Beweise her,- »cher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Manne», unseres Vaiers. Schwiegervater». Großvaters, Bruders, Schwagers und Ontels Karl Mausolf sage Ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten, dem Gesangverein „Liedertafel West', den Scnossen der SPD, dem Gastwirtsverband, der Genthiner Kartonvapierfadrit und den Mildewohnern des Hause» Culm- siraße 20 a meinen besten Dank Im Namen der Hntterbliedenen: Brnettne Mausolf. r_ I WW Zur Einsegnung! I Armband- u. Tasdienahren la bester Qualität und größter Auswahl. L---------- Mein Schlager I 14kar. Gold, Schweizer Werk 26 M. I Silberne Damen- und Herren-Uhren in Jeder Auswahl. I nM>m Berlin iL, arlUIerleftr. SO ■ nüllll. WICSvj Nähe Oranienburger Tor Garantie für fede bei mir stekanfte Uhr■M Statt Karten. Für die vielen Beweis« bei der | nasch erung unsere» lieben Em- chlaicnen. de» KausmarmZ Max Menzel | saaen wir allen Freunden und Be- | iannien. sowie den Rednern sür die 1 leostreichen Worte unseren herzlichsten Dant. Im Name» der Hwterbllebenen BI»n Menzel, als Nichte. Nodi zu Winterpreisen! 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U!Ig»ei!es-Vös8Siiiiii>ä3z Tagesordnung: l. Geschäils- und Kassendencht de» Ber- wailungsstellen-Borstande« 2. Wahl von Petwaliungstellen- Borstandsmilgliedetn 3. Wahl der Abgeordneten und Stellver- treter zur Deneraiveriammlung. 4. Wahl von 2 Revisoren. 5 Aniräge zur Generalversammlung. S. Berschiebine». Der Zniriit ist nur Wügliedern gestattei. die den Beitrag aus März d. I. bereits cMiichieten und die gültige Mitgiiedslarie vorzeigen. vor Vorstand $ü&:u.Kohlen- 1% �ttonats-Raten, Maddatz&€9 Ii Berlin. Leipziger Str. 722-725 I- r-Kttdien- roh emailliert UUdie Lottdim 42 N. 80 H. .. ChrtsUne 75. 125„ mit Anriebt* Rlcsenauswahl roher, lackierter, lasierter Küchen, einzelner Kleiderund KQchenschrünke. Himmel WsiMÜk.MWMMW R�CAMfloyC sind die NlßlfEH ANZOGEN DftSOüllCfb 10 d« Gesamt-'.oflagi hll inl hs„Vorwärts" afid trohdom anBonirdeBtiidi üllliy I Birhcnwcrdcr! Parzelle» und Baustelle» auch an geokast. Siraße oon 7 00000 qm großen Bestß billig zu verkauien. 30 Min. Fahrzeit 00m Sleii. 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'Sommer� Deaheiten Beginn Zd.März usen )amenwärche errenwäTche idanfbren-ftoffe auch in erfüllt das beben von heute. 9hre flerven müssen dem standhalten. Sie bedürfen dazu der Schonung, sonst werden sie ermüden und Sie nervös machen.— Urinken Sie {andeshu-ttr Ldntn-u. GehUdweberd F.V.Gr u nf zld 6 e r/ i n U/ö Hz i d z.i a e r' S t r. zo-zz. Ein schönes Heim soll drei Voraassetxiingw haben: Schönheit, onbedinste Preiswürdigkeit and Qualität Die Möbel der bekannten„Driha"- Möbelhäuser haben diese Voraussetzungen. Bitte besuchen Sie unsere Ausstellungsräume Berlin N, Elsässer Straße 37, Brunnen- Straße 33 und Chausseestroße 59(Fobrikgeb.) Wir verkaufen unsere Qualitätserzeugnisse zu billigem Preis und zu einer Zahlungsweise, die ganz Ihrem besonderen Zahlungskönnen angepaßt ist, auch ohne Jede Anzahlung i JTr. 146» 44. Fahrgang A. SeilagL öes vorwärts Sonntag. 27. MLrz 1427 Hörfenüämmerung. Die volkswirtschaftlichen Gefahren der jetzigen Börfensitnation. An der Börse wechselt die Unsicherheit, Flaute und Krisenstim- mung ab mit Optimismus und neuen Kursauftrieben. Im ganzen gesehen ist aber ungefähr seit Februar die von mühelosen und großen Gewinnen der Wertpapierbesitzer begleitete Börsen- tonjunktur abgestoppt und ins Gegenteil umgeschlagen. Die Rückbildung der Kurse geht zwar nur langsam und unter unruhigen Schwankungen vor sich— ein Zeichen für die finanzielle Widerstandskraft der Effektenbesitzer—, dürfte aber im ganzen kaum mehr aufzuhalten sein. An dieser Beurteilung kann auch die Tatsache nicht viel ändern, daß auf einzelnen Spezialgebieten immer wieder neue Kursauftriebe vorkommen, die teilweise dann auch auf die Speku- lation aus Nachbargebieten ausstrahlen. Diese mit Kurserhöhungen der betreffenden Papiere verknüpften Teiloperaationen, wie die Interessenkämpfe um die Ilse- Bergbau A.-G., die Thyssenkäufe von Mannesmann- Röhrenaktien oder die Käufe der Montan-, chemischen und Schiffahrtsindustrie zur Abrundung ihres Efsektenbesitzes bzw. zur Ausdehnung ihres Machtbereiches, alle diese Einzelvorgänge erweisen sich nicht mehr als stark genug, um das große, vorsichtig gewordene Kapitalisten Publikum für das Börsen s p i el zu gewinnen. Das Publikum— also die Banken- kundschaft—, das dem Börsenmarkt als Abnehmer zu vorübergehen- dem spekulativen Besitz oder zu dauernder Kapitalanlage erst die Grundlage gibt, beginnt allmählich einzusehen, daß aus die Dauer die jetzige oder zukünftig erwartete Verzinsung der angelegten Kapi- talien für die Kurshöhe maßgebend ist und verweigert der berufs» mäßigen Börsenspekulation, die ihrerseits von den Geldmarktoer- Hältnissen abhängig ist, die Gefolgschaft. Weniger und teures Geld. Der Anstoß zu dem Konjunkturumschlag gitijj aber weniger von der rechnerischen Ueberlegung über die Möglichkeit einer ange- messenen Verzinsung oder den häufig durch Rationalisierungsgewinne, Reserven und Rentabilitätsaussichten bestimmten inneren Wert der Unternehmungen aus, sondern die erste Ursache für den Tendenz- Umschwung lag in der Verknappung des Geldmarktes begründet. Die Einzahlungen auf die Reichsanleihe, der wachsende Betriebsmittelbedarf von Industrie und Handel zur Ausnützung der Geschäftsbelebung, die Zins- und Kapitalrückzahlungen auf Auslands- anleihcn, die zahlreichen inländischen Anleihebegebungen usw. haben den Geldmarkt in weit stärkerem Maße von Mitteln entblößt als die Spartätigkcst an Zuwachs brachte. Trotz der riesigen, zeitweise auf 1 Milliarde Mark geschätzten Börsenkredite der Banken wurde das Geld für die Börsenspekulation knapper und dementsprechend teurer. Es kam hinzu, daß entsprechend der eingetretenen Verdrei- fochung des Kursnioeaus auch für die Börsen Umsätze größere Mittel nötig sind, kurz, alle diese rein börsentechnischcn Momente veränderten die Börsenlage von Grund auf. Warnungen, die zu spät kommen. Ohne den direkten Einfluß der Konzernkäufe auf die Kursent- wicklung und andererseits die innere Wsrtsteigerung vieler Unternehmen infolge der riesigen Rationalisierungsgewinne zu unter- schätzen, ist als Urheber und Förderer der zurückliegenden einjährigen Börsenhausse die Börsenkreditgewährung der Groß- danken in er st er Lin ie verantwortlich zu machen. Da bietet sich nun jetzt ein einzigartige» Schauspiel: Dieselben Banken. die diese Bewegung finanziert haben und an ihr, wie die Bilanzen ausweisen, außerordentlich gut verdient haben(durch Provisionen für ihre Dermittlertätigkeit, durch Zinsen für ihre Börsengeldaus- leihungen und durch die Wertsteigerung ihres Eigenbcsitzes an Wert- papieren), dieselben Banken warnen in den beiden letzten Monats- berichten vor einer ungesunden Uebersteigerung der Kurse, weisen auf das Gefährliche des Dörsenspieles hin und waschen chre Hände gleichsam in Unschuld angesichts der unvermeidlichen Kursverluste, die den Esfektenbesitzern aus der Kursüberhöhung drohen. Die Ein- sicht kommt spät und zu spät, um als ehrlich genommen zu werden, da die Bankenkonzerne es ja vorher in der Hand gehabt hätten, durch E in s ch rä n k un g der überreichlichen Börsenkredite die„ungesunde Börsenentwicklung zu unterbinden. Die Gefahr des jetzigen über- hohen und trotz aller Stützungsversuch« zum Einsturz neigenden Kursgeböudes wäre also durchaus zu verhindern gewesen. Aber das Geschäft war zu oerlockend, um auf die Börsengewinne zu ver- zichten und dafür den dringenden Kreditbedarf der Wirtschaft, be- sonders der mittleren und kleineren Unternehmungen, zu befriedigen. Die nach dem höchsten Gewinn und dem geringsten Risiko bureaukratisch orientierte Grohbankpolitik hat Früchte getragen. Die Gewinnzifsern der jüngst veröffentlichten Bankbilanzen beweisen das: der Schaden für die Volkswirkschaft. der aus der Fehlleitung des Bankkapitals erwachsen ist, läßt sich leider nicht so ziffernmäßig errechnen, macht sich aber fühlbar genug. U. a. machte die Kreditnot des von den Banken vernachlästigtcn Mittel, und Kleinunternehmertums eine Ausnützung der Konjunkturbesierung für diese Kreise und damit eine Verbreite- rung der Konjunkturbasis unmöglich, so daß die Vorteile der Wirt- schaftsbelebung bisher wesentlich den Großbetrieben zugute kamen. Ein anderer, schwerwiegender Nachteil ergibt sich jetzt: die Finan- zierung der auf Aktien und Anleiheemissionen angewiesenen Gesell- schaften, die Pfandbriefbegebung und damit die l a n g f r i st i g e Kreditgewährung an die Landwirtschaft werden gerade durch die Unsicherheit an der Börse immer schwieriger. Weichende Kurse haben eine Zurückhaltung des Kapitalistenpublikums zur Folg«, das lieber— wie die Meldungen beispielsweise von der Pariser Börse zeigen und wie auch aus den außergewöhnlich hohen, im Auslande unterhaUenen Guthaben der v-Banken ersichtlich ist— sein Geld lieber dahin legt, wo ein niedrigeres Kursniveau höhere Gewinne verspricht. Daß damit ausländische Gesellschaften finanziert werden und fremd« Arbeitslosigkeit gemildert wird, darum kümmert sich der deutsche Kapitalist natürlich nicht. Allerdings spielten auch öffentlich« Gelder für die Sub- ventionierung der Börse eine gewisie Rolle, und die bei der Weiter- leitung dieser Gelder aus die Börse beteiligten öffentlichen Banken trifft auch eine gewisie Verantwortung. Niemand verlangt von den Behörden, daß sie die über eine normale Kassenhaltung hinausgehenden und unter Umständen notwendigen Ausgleichsreserven zinslos liegen lassen, aber sicher wäre bei aller Rücksichtnahme auf die sofortige Greifbarkeit der ausgeliehenen Gelder eine volkswirtschaftlich ver- nünftigere Geldanlage möglich gewesen, als sie zur Unter- läge für Börsenkredite zu machen. Und wahrscheinlich brauchte die Ansammlung von Ausgleichsreseroen an den verschiedensten Stellen auch nicht so g r o ß zu sein, wie sie war. Unter diesem Gesichts- punkt kommt den Bemühungen der Reichsbank, durch Zusammen- f a s s u n g der öffentlichen Gelder ihre auf den Geldmarkt fließenden Summen zu verringern, eine gewisse Bedeutung zu. Die Börsenhausse und die Reichsbank. Das führt uns auf die Rolle, die die Reichsbank gegenüber der Börsenbewegung eingenommen hat. Zweifellos sah die Reichsbank auf die letzten Phasen der Börjenentwicklung mit wachsender Besorgnis Ihr Bestreben war von Anfang an darauf ge- richtet, die der Spekulation dienenden Gelder der P r o d u k- t i o n dienstbar zu machen, sie von dem kurzfristigen Geldmarkt auf den langfristigen Anlagemarkt abzudrängen und den Zuzug neuer flüssiger Mittel durch die geforderte Zentralisierung auch der öfsent- lichen Gelder zu versperren. Die Reichsbank führte einen langen und zähen Kampf mit den in Frage kommenden Stellen und sieht jetzt manche ihrer Hauptwünsche erfüllt. Aber ob alle ihre Maß- nahmen, die allerdings teilweise aus andere, vielleicht auch bedeut- samere Ziele abgestellt waren, zur angestrebten Beherrschung bzw. Verknappung des Geldmarktes beigetragen haben, erscheint nicht sicher. Die Herabsetzung de» Reichsbonksatzes auf 5 Proz. vom 11. Januar mußte, wie jede Zinsfenkung, eine reich- kichere Geldschöpfung hauptsächlich der Banken durch Wechselaus- stellung hervorrufen und damit den Geldmarkt mit neuen Mitteln speisen. Die Börse wies daher gegenüber den Gerüchten von einem Einschreiten der Reichsbank immer wieder darauf hin, daß sie ja selbst die Börsenbewegung durch ihre Diskontherabsetzung geschürt habe, daß sie also über eine Entwicklung nicht klagen dürfe, au der sie selbst mitschuldig sei. Dieser Vorwurf— wenn auch in gewisiem Grade zutreffend— geht zu weit: denn für die Diskontherabsetzung war der Wunsch ausschlaggebend, durch möglichst schnelle Herabdrückung der Zins- lasten die Kapitalbeschaffung zu verbilligen, während die Reichsbank die notwendige Verknappung des Geldmarktes durch administrative Mittel zu erreichen hoffte und jetzt ja auch weitgehend erreicht hat. Ein weniger nachsichtiges Der- halten gegenüber den Großbanken hätte jedoch wahr- scheinlich schneller zu dem Ziele geführt und hätte vor allem eine ruhige Wirtschafts- und Börsenentwicklung gefördert, die jetzt aber gefährdet erscheint. F. D. die Sanierung üer Ufa. Hugenberg der„Retter". Nachdem drei Monate long alle Anstrengungen, die fast hoff- nungslos verschuldete Ufa finanziell zu sanieren, umsonst waren, ist diese Sanierung jetzt„gelungen". Darüber liegt folgendes, aller- dings in jeder Hinsicht nichtssagendes Kommunique vor: Für die Reorganisation der Ufa hat sich ein Kon- s o r t i u m gebildet, das die Durchführung der geplanten Kapitalserhöhuna garantiert. Das Konsortium b e st e h t aus Persönlichkeiten und Firmen, die der I n d u- strie, dem Verlagswesen und der Bankwelt an- gehören und läßt sich von dem Gesichtspunkt leiten, daß die Zluf- rechterhaltung einer leistungsfähigen deutschen Filmindustrie, deren stärkster Exponent die Ufa ist, eine erhebliches Interesse der deutschen Wirtschast darstellt. Die von anderer Seite oerbreiteten Nochrichten über eine Zerschlag ung der Or- ganisation des Un, ernehmens sind unzutreffend. Man muß dieses Kommunique mit der größten Aufmerksam- keit lejen, um über das, was es besagen soll, auch nur zu eindeutigen Vermutungen zu kommen. Jedenfalls dürste aber nach dem von früher her Bekannten folgendes feststehen: Das Aktienkapital der Ufa wird von 4S auf ISMillionen zusammengelegt und um M Millionen wieder auf 45 Millionen erhöht. Diese 20 Millionen werden von dem im Kommumquö genannten Konsonium übernommen bzw. ihre Unterbringung garantiert. Gleichzeitig erfolgt, nach einer zweiten Meldung, der Verkauf des Ufa- Gebäudes am Potsdamer Platz an ein anderes Konsortium und zwar für den Preis von 20,5 Millionen Mark. Aus diesen 20,5 Millionen Mark erfolgt die Ablösung des Anfang 1926 bei amerikanischen Filmgesellschaften aufgenommenen H y p o> thetendarlehens von 4 Millionen Dollar oder 16,8 Mil- lionen Mark. Um diese 16,8 Millionen werden die Schulden der Ufa verringert: gleichzeitig verliert die Ufa aus ihrer Bilanz aber auch das wertvollste Grundstück. Die Kapitalerhöhung um 80 Millionen Mark wird die Mittel der Ufa(der Kurswert der Begebung sit noch nicht bekannt) entsprechend erhöhen. E» bleibt aber bei einer außerordentlich großen Berschul» dung. Diese Hot sich für Bank- und Betriebsschulden zusammen heute auf rund 55 Millionen erhöht. Dazu kommen rund 15 Millionen Mark langfristige Obligationenschulden, so daß die Ufa einschließlich des erhöhten Aktienkapitals nach dem Verkauf des Vaterlandgcbäudes rund 113 Millionen Mark aus ihren Be- trieben zu verzinsen haben wird. An den Bankforderungen dürfte die Deutsche Bant mit rund 45— 50 Millionen beteiligt sein. Von diesen Forderungen hat die Deutsche Bank, wie es scheint, nichts abgelassen, so daß ihr Anteil an der Sanierung vorläufig nur in der Zusammenlegung ihres Anteiles an den 30 Millionen Mark bestehen wird, um die das Ufa-Kapital herabgesetzt wird. Die Belastung der Ufa durch kurzfristige und langfristige Schulden bleibt also enorm und es ist fraglich, ob nach dieser Lage überhaupt von einer wirklichen Sanierung gesprochen werden darf. Jeden- falls wird die Deutsche Bant als die Hauplgläubigerin einen erheb- lichen Betrag ihrer Forderungen schon jetzt als Verlust buchen müssen, was sich in der nächsten Woche bei der Bilanzvcröffent- lichung der Deutschen Bank wohl auch herausstellen wird. Die neuen Aktien werden nun von einem Konsortium übcrnom- men, das nach dem Communiquö, aus Persönlichkeiten und Firmen bestehend, die der Industrie, dem Verlagswesen und der Bankwelt angehören. Aus diesem Konsortium ist bisher mit Bestimmtheit nur die Hugenberg-Gruppe bekannt, die in der Deulig-A.-G. berests selbst ein nicht viel besser als die Ufa rentierendes Filin- unternehmen betreibt. Hinter den aus den Bankkreisen beteiligten Gruppen wird man den größeren Teil der im Aussichtsrat sitzenden Banken zu erblicken haben, unter denen fast sämtliche Großbanken und bedeutenden Berliner Privatbanken vertreten sind. Wer von der I n d u st r i e am Konsortium beteiligt ist, steht noch offen. Es ist jedoch hoch bedeutsam, daß neben Otto Wolfs, dem Groß- eiscnhändler und jetzigen Hüttenmagnatcn, auch die H a p a g als zukünftiger Großaktionär der Ufa genannt wird. Daß sich das Konsortium von dem Gesichtspunkt leiten läßt, daß die Aufrecht- erhaltung einer leistungsfähigen deutschen Filmindustrie, deren stärkster Exponent die Ufa ist, ein erhebliches Interesse der deutschen Wirtschast darstelle, das läßt darauf schließen, daß die frühere Meldung, der Reichsoerband der deutschen I n d u st r i e sei an der Sanierung der Ufa und ihrer zukünftigen Leitung beteiligt, richtig ist. Damit dürste das neue Gesicht der Ufa feststehen: Schwer- kapitalistische und überseeische Handelsinter- essen vereinigen sich mit der Hugenberg-Gruppe, um die große Propagandamacht, die das Film- wesen darstellt, in den Dienst ihrer Interessen zu stellen. Dies« Interessen werden, das gehört zum Wesen des Films, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische sein, was der jetzt erfolgenden Sanierung der Ufa chre ganz besondere und auch für die Oeffentlichkeit schwerwiegende Bedeutung gibt. Die Einfluß- nähme der schwerkapitalistischen Jnteressentengruppen erfolgt zudem in einem Augenblick großer sozialer Spannung und einer wichtigen außenpolitischen Konstellation. Sie erfolgt, nachdem unter dem Druck der Oeffentlichkeit die Reichsregierung davon absehen mußte, öffentliche Mittel zur Rettung der Ufa zur Verfügung zu stellen. Für die Oeffentlichkeit spezialisiert sich das Interesse jetzt aber in besonderer Weise Die Subventionierung der Ufa aus öffent- lichen Mitteln durch das Reich ist abgelehnt. Noch nicht erledigt aber ist die Frage, daß das Reich für die Filmindustrie Kredite zur Exportförderung entweder selbst zur Verfügung stellen oder garantieren soll. Käme es in irgendwelcher Form zur Ge- Währung solcher Kredite oder zur Uebernahme solcher Garantien, so würde damit die nachdrücklichste Förderung wiederum der Ufa in allererster Linie erfolgen. Denn die Ufa beherrscht reichlich drei Viertel der gesamten FUmproduktion und hat auch im Ausland stark ausgebaute Interessen. Für die Exportförderung der deutschen Filmindustrie durch eine so oder so geartete Subvention des Reichs ist aber nach dem Uebergang der Ufa an schwer- kapitalistische Sonderinteressenten eine neu« Situation geschaffen. Bevor das Reich über die Pro« duktion der Ufa eine ausreichende Kontrolle erhält, in dem Sinne, daß weder innen- noch außenpolitische In- teressen Deutschlands durch die neuen Besitzer der Ufa gefährdet werden können, muß auch jede Exportförderung der Filmindustrie mit größter Reserve behandell werden. Weitere Entlastung öes öerliner Mrbeitsmarktes. Rückgang der Erwerbslosigkeit um 7Ü00 auf rund 2M 100. In Uebereinstimmung mit den im ganzen Reiche in de, letzten Wochen eingetretenen Rückgang der Arbeitslosigkeit Hot die Früh- jahrsnachstage der Landwirtschaft und des Baugewerbes auch für den Bereich des Landesarbeitsamtes Berlin eine weitere fühlbare Entlastung des Arbeitsmarktes gebracht. Die Zahl der bei den Arbeitsnachweisen eingetragenen Personen ist in der am 26. März endigenden Woche gegenüber der Vorwoche von 258 800 auf 251 100 zurückgegangen. Ebenfalls in Uebereinstimmung mit den letzten Be- richten aus dem Reich(die Rheinprovinz meldet sogar eine stärkere Aufnahmefähigkeit der Eisenindustrie) wird auch für die Berliner Metallindustrie und für die technischen Berufe eine leb- haftere Einstellungstätigkeit gemeldet. Für Berlin dürfte, was auch amtlich unterstrichen wird, die große Auftragsmasie für die Elektrifi- zierung der Stadtbahn noch ein« besondere Rolle spielen. Immerhin bleibt auch die jetzige, eine Diertelmillion noch über- steigend« Arbeitslosigkeit für die Berliner Arbeiter- schaft, aber auch für die Stadt Berlin selbst, noch eine furchtbare Belastung. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt zur Lage: Auf dem Arbeitsmarkt ist in der Arbeitslosigket wiederum eine kleine Entlastung von rund 7600 Personen einge- treten, so daß sich die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden zurzeit auf 251 142 Personen beläuft. Die Besserung entfällt neben den Saison- Ursachen in der Landwirtschaft und im Bekleidungsgewerbe zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Metallindustrie einschließlich der technischen Berufe. Hier mögen sich nicht unwesentlich die 2luf- träge der Reichsbahn auswirken, die nach vorsichtiger Schätzung für die Zeit vom Dezember vorigen Jahres bis Anfang Februar dieses Jahres etwa 1� Millionen Tagewerke betragen dürften. In dem �ür Berlin gleichfalls ausschlaggebenden Holz- und Schnitz- stoffgewerb« macht die Belebung nur langsame Fortschritte, so daß von hier bisher ein günstiger Einfluß auf den allgemeinen Arbeits- markt kaum beobachtet werden konnte. Bemerkenswert ist, daß die Bautätigkeit im Verhältnis zur Jahreszeit nur recht zögernd einsetzt und der Kräfteabruf hier hinter der berechtigten Erwartung zurückbleibt. Es waren 251 142 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge- tragen gegen 258 791 der Lorwoche. Darunter befanden sich 166881 (173 908) männlich? und 84 261<84 883) weibliche Personen. Erwcrbslosenunterftützung bezogen 102 318(110 692) männliche und 41 137(43 047) weiblich«, insgesamt 143 455(153 739) Personen. Außerdem wurden noch 37 733(38 058) Personen durch die Erwerbs- losenhilfe der Stadtgemeinde Berlin und 30 869(30 054) Personen durch die Kriscnfürsorge unterstützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 8892(8631) Personen beschäftigt. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 23. März berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts hat mit 135,0 gegenüber der Vorwoche keine Veränderung er- fahren. Unter den A g r a r st o f f e n wurde die rückläufige Bewegung der Indexziffern für pflanzliche Nahrungsmittel, Vieh- erzeugnisse und Futtermittel durch eine Erhöhung der Vieh- preise ausgeglichen, so daß die Indexziffer der Agrarstolf« mit 135,5 ebenfalls unverändert blieb. Die Indexziffer der in hu- st r i e l l e n Rohstoffe und Halbwaren ist um OL Proz. auf 130,5 zurückgegangen, während diejenige der industriellen Fertig- waren um 0,1 Proz. auf 142,3 angezogen hat. Die Reichsbank vor dem Lluarlalschluh. Der Ausweis der Reichsbank zum 23. März ljcit als• letzter Wochenausweis vor dem Quartaljchluß, dessen Verlauf mit einer gewissen Spannung erwartet werden darf, eine besondere Bedeutung Es ist für die all- gemeine Lage auf dem Weltmarkt charakteristisch, daß acht Tag« vor dem Quartalsschluß bei der Reichsbank noch eine weitere er- hebliche Entspannung eintreten konnte. Die Kapitalanlage der Reichsbank in Wechseln und Schecks. Lombard- und Wertpapieren ist um 61,0 auf 1560,2 Millionen noch weiter zurückgegangen. Gegenüber der gleichen Zeit im Februar mit 1353,5 und im Januar mit 1479,0 Millionen bleibt die Kapitalanlage der Reichsbank aber beachtlich hoch. Die Flaute auf den Börsen, die den Banken etwas Bewegungsfreiheit gegeben hat, dürfte zusammen mit den erheb- lichen"inneren und Auslandsreferven der Banken deren Flüssigkeit relativ hochgehalten haben. Auch die Wechselbe st ände der Reichsbank sind um 54,4 aus 1434,5 Millionen gesenkt, die Lombarddarlehen um 6,8 auf 12,8 Millionen zurückgegangen. Im Bergleich mit der dritten Woche im Februar(1248,0 Millionen) und' Januar(1379,7 Millionen» liegt das Wechselportefeuille der Reichsbank jedoch verhältnismäßig sehr hoch, so daß ein an- gespannter Märzultimo den Wechselbestand der Reichsbank wieder einem Rekord zutreiben kann. Die Steigerung der Kunden- gelder auf Girokonto um 111,5 auf 740,3 Millionen wird man noch nicht als einen Ausfluh des von der Reichsbank den Banken gegenüber ausgesprochenen Wunsches betrachten dürfen, die Girobestände zu erhöhen: man wird darin vielmehr eine weiter« Vorsorge für den Quartalsschluß erblicken dürfen. Im Zusammen- hang mit den Entlastungen der Reichsbank und dem Zufluß aus Girokonto ging de» Umlauf an Reichsbanknoten um 140,4 auf 3003,4 Millionen zurück, der an Rentenbantscheinen um 26,9 auf 1022,0 Millionen. In den G o l d b e st ä n d e n zeigt sich fest längeier Zeil wieder eine erheblichere Zunahme um 8,2 aus 1852.2 Millionen Die Devisenbestände haben im Gegensag zu den letzten Ausweisen diesmal keine Vermehrung auf- zuweisen, sondern sind mit 223,7 Millionen(Rückgang 0,4 Millionen) fast unverändert geblieben. Die Deckung der Noten durch Gold und Devisen zusammen hat sich von 65,8 aus 694 Millionen oerbessert. Sozialistische �rbeitersugenü Grost-Serlkn. Deelhovcn-Abend h'Ute. 8cB!i(«n. 27. März, 7U Uhr, im Jugendheim Linbenstr. S..?»» Lebe», Leide» und Schaffe» Beciha,«»»."»Da« Heiligenflädter Zepame»».'«inlah frei. » Larte» fllr die Lerdirslaltung am 8. April im Echauspieldau« holen die Sruvven loiort ad. Anmeldungen zum Osterkursu, müssen unbedingt vorgenommen werden. Sriioiie« und winesslUncn. d>e fini heute. Sonntag, Ü7. tWnrz, zur Jugend- »eihe als Ordner betätigen wollen, treffe» sich vormittag» V38 Uhr am Schau» spielhaus, Bühneneingang. Heule. Sonntag. 27. ZNärz: rempelhof! Jugendheim wrrmaniastr. 4/8. Echattenrisiadend.— Tegel! Fugendheim Bnhnhofsir. lö. veimadend.— Hafenhcide! Fahrt. Anmarsch Vi« Uhr Sottbufser Zoe. Friedenan: vormittag«%lu Uhr Treffpunkt Schiller- Platz zur Haueagitalion. Slachmittags und abend»«cteiiiauna an der Werbe. Veranstaltung.— Steglitz It Treffpunkt zur Zreffohrt Uhr Zlathaus Steglitz. Paalotv: Beieiligung an der Fttgeildweih« in der Schulaula de» Lnzeunu «srfchstr. 12. Treffpunkt'< Uhr dortfeibst. Nachmittags Z Uhr bei schönem Wetter Spielen auf der Spielwiese im Dolkopork. Werbebezirk Schdnrbcrg! Werbcumzug. Treffpunkt>48 Uhr tloiser-Wilhelm- Platz. Musilinstrunicnie, Fahnen und Wimpel mitdrlngc». Erscheinen jedes einzelnen ist Pflicht. Abends'*8 Uhr im Jugendheim bauptstr. 15 Lichtbildervortrag!„Bilder der sozialen Loge und de« soziale» Erhebung". Werbe bezirt Teltowianalt Trrffahrt des Wcrbrbezirts. Trefwunkt aller Ab. tellimgen 10 Uhr an der Wachnower Schleuse. Spiclgerät« und Musikinstrumente «üffeii mitgebracht werden. Werbebezirk Lichtenberg: Strohenkundgebung. Abmarsch 2 Uhr Zugendheim Scharnweberstratze. Abendo Bunter Abend Parkauc 10. ZNorgea, Montag. 2S. März abends 7'A Uhr: SInqkrcio: Uebunasabcnde im Jugendheim Lindcnstr. 8. Moabit l: Schule Waldeiiseritr. AI.„Die deutsche Revolution".— Weihense«! Zugendheim Patkst«. Sa. FunktioNärpersammlung.— Seiedeaaa: Jugendheim Ossenbocher Str. ön.„Weg und Ziel der SAZ."— Schöncbeeg Ii Jugendheim Hauvtsir. IS. FunktmNSrsttzunz.— Schönebrro Mi Zugcndhcim tianpistr. 15. Lichtbild««!„Aua dem Lebe» der EAZ."— Westeai Jugendheim Lonptstr. 15. »August Bebel". Eharlottenburg-Nord: Schule Wiebestrasi«.»Zugenbschutz und Zuaendrccht".— Heeniodoef: Turnhallengebäude Rvonstrasie.„Fiele und Be, str«0unqen anderer Zugendverbänd«".—«olenthal! Schul« Schillirstraße. Bor» despreclinna zur Ostcrfahri.— Britz: Schulzimmer der lhemeindeschule. Arbeits- tzemeiiischoft der Funktionäre. � Reakilln V! Wichtige Funktionilrsitzung in der Schule Tonauftr. 120. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht l Vorträge, Vereine unö Versammlungen Vereinigung der Freunde»0» Rcliola» and Völlerfricden. Genosse Pfarrer Blei«« spricht Pienatag, AI. März,>4« Uhr,«. Schul« Berlin-Stealitz, Plonlaaen. stragi lgegenllbcr der neuen Feuerwache), über das Thema:„lsiinnen wir dem Leib einen Sinn abgewinnen," Montag. 4. April,>nS Uhr, findet ein Beet. boven.Abend tn der Äalfcr.Frledrich.Schule Eharlottenburg. Änefebeckstr. 24 (SavigNhplatz), statt. Pfarrer Bleicr spricht über:»Beethoven, ein Meister der Töne. Durch Besang und Musikvorträqe wird dies« Feier umrahmt. Unkosten- «aa 80 Pf. Arbeitslos« zahlen 10 Pf. ......_ K.------——*--— töne btU«»TW>WW»W»WWW>» Äelchodand jüdischer Froatfoldaten Bezirk Slldi Mittwoch, 80. März, 814 Uhr, Cith-ssestsöle, Dresdener Str. 52/58. Borlrogsabrn» mit Damen. Aese «ent Rechtsanwalt Dr. Heinrich Elkeles. Gäste willkommen. Psychologische Gesellschast zu Berlia. F» der Psychologischen Gesellschaft spricht Donnerstag, 8t. März, 8 Uhr, im Institut für praktische Psychologie, AursllrstcndaMM 45, Frau Scdwig Weaa llbtr:»Die seelische Not der heutigen Zugend und ihr« Ursachen". AnMeldUngsgetuche von Gästen werden an Geh. S«nitätsrat Dr. A, Moll, Kurfürstendamin 45, erbeten. Deutscher Alpenv-retn Berlin e. B. Donnerstag, 81. März, 8 Uhr, Aula tze» Falk-Realgymnastums, LUtzowstr. 84ä, 5. Abend der Portragsreih«:„Von: Heimatwanderer zum Hochtouristen". Geheimrat Pros. Dr. Heinrich Finkclstein: »Di« Besteigung von Alpengipseln"(mit Lichtdildern). Eintritt frei. Gäste •UUommcn. Hefthästliches. V>e ftauffrcMf S. m. b. h.. Markarafenstr. 28, gewährt nach wie vor auch der wertlätigen Bevölkerung und den Arbeitern Kredit. Weitere Annahmestellen der Firma auf Kreditanträge befinden sich bei den Theaterkassen Hermann Tietz, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Chausseestrabe und Kurfürsten- damin 23. Die deittsch« Hautfrau ist von jeher daran gewöhnt, Ihr Heim zum Öfter- fest mit neuem Glanz zu schmllcken. Beim große» Reinemachen stellt sich dann bald heraus, daß mancher Zopf und manche Schussel ousranglert und viele Teller und Eliise« ergänzt werden müssen. Eine glänzend« Möglichkeil hierzu bietet der alljährlich um diese Feit statisindende große Porzellanverkauf der Bleikristall geboten werden, darunter hochwertige Qualitäten, wie solche von Rosrntbol, HutscheNreuier, Billeron und Boch und anderen Markenfabriien. Di» Preise sind bei diesem Berkauf äußerst lnllig gestcllt. Di« Zusendung aller gekauften Waren ersdlgt selbst nach entlegensten Vororten kosten! Der Derdand siie Freidenkertum und Feuerbestattung C. B.(bisher Verein der Freidenker für Feuerbestattung), der infolge seiner ständigen und erfreu- lichen MiigliederzuNahmc und der im Januar vollzagenen Perschm-Izung mit de« Gemeinschaft Proietarischcr Zreidrnkcr schon lange nicht Mehr mit seinem bisherigen ipcrwaltungogebäud« in der Fnedenstr. 60 auskommt, hat da» Mutigste Jiausutasche JBeauem, &Cega.nt Msmok kwgE| Steutscnes ffixbrik-af D. R R cüberaCC scu haben Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 27. März: Vorm. 0: Morgenlelfr. 11.80: PlatttnuSlk itt, Slnfonischtn Riasorctiesters QroB-Berlin. Nachm. 1.10: Die Stunde der Lebenden; Friedrich Koftka— Hermann Ungar. 2.30; Die Qeschichlc der Lufüiostmarke(Rosen). 3: Künstlicher Regen in der Landwirtschaft(Reg.-Rat Kohisohülter). MO: Der Funk- heinzelmann erzählt. 4: Wie entsteht ein Drehbuch(Dr. Volt). 4-80-6: Et'ä- Kammerorchester. 7.05: Die Bedentnnz det Berliner»»entliehe« Arbeitsnich. »eise(Dr. Qraack). 7J0: Wen Ich trai und wie stchs trat(Freund). 8: Die Wunderinsel Bali(Kreutz berg). 8J0: Populäre» Orchesterkonzert. 10..W— 12.30; Tanzmusik. Montag, 28. März: Nachm. 3.30: ZweckmäBiZe Küchen c und EBjeschlrre(Drewitz). 4: Vom Lochen«um Weinen(Dr. Moldler). 4-1«! Nouellen. 6—6: Kapelle Qebtador Steiner. 6.4«: Der Sternenhimmel im Monat April(Prot. Dr. Marcasel. 7.05: Die AblösnnZ vom Kleinbesitl an Relchsanlelhen und der Umtausch von Neubesitz in Anlelhe-Abläsungsschutd(Dr. Kunert). 7-80: Betriebsräte, die Orundlasen der Arbeitsgemeinsobaft(Qürtelar). 7.85: Im Reiche de» QroB- belrlebes(Prot. Dr. Sombarl).«30: Di» deutsche Enlhlunt: Feuchtwanrer. ».30: Das Lied: Schubert. J9.30— 12J0! Tauzninsik. Dienstag, 29. März: Nachm. 12.30: Die Vierteiatonde fßr den Landwirt. 4: Die maiikallsche Legende(Dr. Erhard)). 4.30: Berliner Funkkapelte. 6.10: Stunde mit Büchern. 6.4«: Auffähen und Entwicklungatendenzea der deutschen Prasse(Min.-Rat Qoslar). 7.05: Die Nalurllebe des OroBstädters(Dr. Mahrhoti). 7.86! Der Witz(Prof. Dr. DesSOlr). 8.10: Sendespiel:„Die Dose Sr. Mäiestät"; Operette von Rudolf Prester und Leo Walter Stein. Musik von Qllbett. Mittwoch. 30. März; Nachm. 1-80—2: Qlocketisplel der Paroehlalklrehe. SJ«: Die Pfau in der VereinslltiKkeit(Weinberg). 4: Aua der geistixen Worksta« des bildende« Künstlers(Kroamanu). 4-10: lurendbfihne:„Die Otachwlstar". Sohsuspiel von Qoeihe. 6.16—6: Konaert. 6-80: Der Are« Ii der Rechtspflege(Dr. Plnofi). 7.06: Staat und Leibesübungen(Dr. Schütz). 7�5: Die Sehritten bis tum Zarathustra(Kappstein). 8: Was lehrt die Geschichte der Masik(Dr. Singer). 9t Heitere Stunde. J0.3O— 12.3«! Tanzmusik, Donnerstag, 31. März: Nachm. 12-30: Die Viertalstnnde für des Landwirt. 4: Das Gesetz der Schwerkraft im Himmelsraum(Prof. Dr. Marcuse). 4-80— 6: Kapelle Gebrüder Steiner. 6-3«: Technische Wanderungen durch Siidbayern(Dr. Sinner). 7.06: Spamsth. 7.3«: Die Leistuitgbe des malhemitlsehen Jahrhunderts(Prof. Pähl). 6JO1 200 Jahre Gr ehester musik: Brabms. 10.30—13.30: Tanzmusik. Freitag, I. April: Nachm. 3.30: Die soziale Liedestätigkeit der Frä«(Braun). 4; Die Bedeutung der Masik lü« Kultur und Politik(Dr. Radlotf). 4..80; Chinesische Epik: Dr. Kuhn. 6—6: Konzert. 6.26: FrOhlahrtarbelten Im Blumengarten (Kache). 6.5«! Das neue Angara(Oberreg.-Rat Dr. Engel). 7.18: Daa künftige deutsche Strafgesetzbuch(Prof. Dr. Ebermayer). 8: Sendespiel:„VasantaseRa"; Schauspiel nach dem Indischen von Llon Feuchtwanger. 10.30— 12.30: Tanzmusik. Am Nachmittag tieft E. K. RoeliingHvff«wigo seiner kleinen Feuilletons, gm allgemeinen ist hierzu zu bemerken, dob diese Dinge stärkere Wirkung beim Lesen als beim �üreft ausüben, troRbem der Vortragende talsächlich ein guter Sprecher ist. Der Zweck diefer Uebung ist allerding» Nicht einzusehen. Es ist Nicht notwendig, hübsche und wiRige Tagesseuilleionz unter Schein- werferbeleuchtung zu seRen.— In dem daraussolgenden Kon.zert singt Irene Armbriis mehr oder minder unterhaltsame Lieder aus Operetten. Die Stimme klingt in der chöhe schrill, auch fehlt ihr eine leichte Modulationefähigteit. Das Programm hält Durch« schnittsnlveau.— Warum der Bortrag Prof. chan» Delbrücks »Die Erwerbung der Mark Brandenburg durch die Hohenzollern' genannt wird, Ist nur schwer begreiflich, da Delbrück hauptsächlich über die Kämpfe des Herzogs Karl des Kühnen von Burgund mit der Schweizer Eidgenofsenfcyaft spricht.— Als Abschluß der Beethoven-Woche die Uebertragung»F i d« l i o" aus der Staatsoper unter Erich Kleiber« Leitung. Da Kleiber die Oper außerordentlich gedämpft spielt, kommt manche«, wie etwa die Pizarro-Arle im Rundfunk nicht zum vollen Ausdruck. Der Ge- sattgeiieii-Chor, der anfangs unter dem Orchester bleibt, steigert sich später zu großartiger Wirkung. Daß der Rundfunk eine Beelhoven« Morgenfeier für die Schulen mit der Egmont-Ouvertüre unter Meyrowitz und mit dein Chor aus der IX. Sinfonie»er- anstaltet, ist durchaus anzuerkennen. F. S. Sonnabend. 2. April: Nachm. 12..8«: Die Vlerteistundf Iii« den Landwirt. 4: RuBiand cm dl« Wende des 18, Jahrhunderts(Dr. Röstnfeld). 4.30—6: Ettd-Karamerorchester. TM: Di« Grundlagen des Staates(Dr. Tichauer). 7.30: Probleme der inter- nationalen Arbeitsgesetzgebung(Dt. Pohl). 7.55: Kaiser Maslmllian(Prot. Dt. Delbrück). 8-50: AUS bayerietfaen Landen. 10.30—12.30; Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 27. März: Uebertragungen au» Berti«. Montag, 28. März: Nachm. 2.80 3: OroBmütlcf oder Rabeneltern. Pr. LüderltZ-Pimelow. 4—4-80: Di» Lage der höheren Schalen In der Gegenwart Ob.-Stud.-Ra! Dr. Lenschau. 4 JO- 5: Erziehungsberatung. Dr. Klopler. 6— 61 Sehachfullk. E. Nebermann. 4— 6.80• Die Feldmäusebekämptung Im Frübiahr. Öb.-Reg.-Rat Dr. Schwarz.«J80-6.55: Englisch für Antänger. Slud.-Ral Friebel und Lektor Man«. 6.55— 7,20: Bedeulung des Rechenstabes lür den Kauhnanfl. Ob-Stud- Dir. Dr. Rohrberg. 7.2»— 7.45: Berlin, eine WeitstadtpetsbnliChktit Dr. A. Webe. Ab 8.16: Uebertragung ans Leipzig. Dienstag, 29. März: Nachm. 4—4.30! Das deutsch« Drama um die Wende des Jahthundert«. Dr. Max Freyhan. 4.30—8: Die täglich« Turnstunde, Staatssekretär ä. D. Dr Lewatd. 5—6: Die Grundlagen der französischen Kultur. Prot. Dr. CurtiuS. Heideiberg. 6-6.30: Di« neue Passung d«s QtfleMskOstenge.seizes und der Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Min.-Rat Jonas. 6.30—6.55: Spari-ch für Anfänger. Q. van Eyseren und C. M. Aitierl. 6-56—7.20: D«r Antoi! der Deutschen an der Erforschung der Erde: Georg SchwCiftlürth. Prof. irr. Schubotr. 7.20—7.45: Vorlesung aus Beethövcns Schrillen. 6. K. Graes. Ab 8.1«: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 30. März: Nachm. 12—>2.30: Französisch für Schüler. Lektor Claude OraPdtr and Q. van Eyseren. 12-30—12.40: Mltieiluhgen des Reiohistadiebundes. 2-80-3: Made and Kultur. Prau Anna Rose Bubn. 3J(K-4| EinbeltalrUrzschfiil I8r Anlänger. Prot. Dr. Amsel, Obersthnilehrcr Westemiah«. 4— 4Jd: Kunst und Erziehung. Prof. Dr. Schreyer and Obersobalrat Hiiker. 4.1»—«! Englisch ikr Fortgeschrittene. Stud.-Rat friebel und Lektor Mann. 6—6: Die Grundlagen def französischen Kultnr. Pros. Dt. CutliUS, Heidelberg. 6 6.80: Tcctinlsclicr Lehrgang für Facharbeiter,»lud.-Rat Thiel. 6.30—6.56: Englisch flir Anfänger. Stud.-Rat Priedel und Lektor Mann. 6.66—7-20; Unternehmer und Arbeiter. Geh. Kom.-Ral Dr. v. Borsig. 7.30— 7.46: Erziehung zu weltpolitUchem Denken: „Die Neubildung weltpolitischer Linien seit dem VerSailler Diktat." Dr. Paäl Rohrbach. Ab 9: Uebertragung au» Bettiz. Donnerstag. 31. März: Nachm. 2.30—3: Ol« NahrungsmUtelgesetztehm and ihre Bedeutung Idr die Hansltau. Zentrale der Hauifrauenvereine QroB-BerllnS. 3.30—4: Albert Ballin. ein deutscher Reeder. Senator Dr. Stubmann. 4— 4-80: Das deutsche Drama um die Wende des JahrhandeHS. Dr. Freyhan. 4JO-«t Dt« heimatkundlichen StUdienlahrten des Jahres 1927 des ZentfalinSUIulS. Lehrer Kondtaki. 6—8.30: Gedanken zur BevSlkerungspolltik unseres Auslandsdeutschiums. Dr. Hans Harmsen. 8.30—6! Bismarcks ausw6rtlg« Politik. Prof. Dr. Windelband. 6—6-30: Der Rahdlunk als landwIrtschaUIlchea Rildungs mittel(ein halbes Jahr Landwlrtschafisfunk der Deutschen Welle). Reg.-Präs. Dr. Kutscher. 6.30— 6 L5: Spanisch für PortgesChrillene. 0. van Eysered und C. M. Alflen. 6.65—7�0! Dichterstunde:„BaChoten." Dr. Paul Fechter. TJtr— 7.48: Zum 200. Todestag ISaaC Newtons. Prof. Dr. Albert Ctniteiz. Ab I.I61 Uebertragung aus Berlin. Freitag, 1. April: Nachm. 12—12.301 EranzSsisctz tflr Schüler. Lektor Cltkde Grender und 0. van Eyseren. 3— 9.30: a) Die gesundheitliche Bedeutung der Kleingarten- bewegung; b) Einiges Über die Bedeutung Lialefs In der heutigen Medizin. Dr. Mosbacher. 3-30—4: Einheitskerzschrlft Ifif Portgeschrittene. Prot. Dr. Amsel und Oberschullehrer Weatermann. 4— 4.10t Det Sternenhimmel im April. Dr. Wegner. 4J0— St Die Kunst des Sprechens. B. K. Qraef. 5—6: Di« Idee der katholische» Kirche, Pater Franzlsküs Siralmann. 6—6.30: Das neuzeitliche Mölorfad, Dr. Ttaätv'etter. 6-»-6.55! tngllich lür Portteschrittene. Stud.- Rat Prlchcl und Lektor Mann. S.SS— T.20: Deht-th-amerikanisCfie WiHichafts- bezlchnngen. Präsident Wagemafin. 7jO— 7.M; WisS«ftscfit(t!leher Voflfad für Aerzte.(Thema uüd Name de« Dozenten Werden In den i'ztllchen Fachzelt- sehr irren bekanntgegeben.) Ab 6-Z0: Uebertraguu* aus Hamburg. Sonnabend, 2. April: Nachm. 3—3�0: Franzftsisch fir Anfänger. Lektor Ciaide Grander und Q. van Eyseren. 3.30—4! Esperanto. Postrat Behrendt and Erl. Moelke. 4—4.30; Neue Wege und neue Ziele des neuspraChÜcheh Unterrichts. Stud.- Rat Dr. Kamitseh. 4-30—5: Neues aus der Methodik. d«i geographischen Üntef- rlchls. Prot. Dr. Lampe. S- SJO: Orundfechie und Öriindplllchtoti der ßeartiieh in der RelchsverlasSung. Min.-Dir. Palck. 6.30—6: Religiöse Strömungen in der Arbellerwett. Dr. K. Mcnnlelrt. 6-6.30: Technischer Lehrgang(Mr Fach. arbniter. Bidd-Rat Thiel. 6.30 6.55: Wissenschaftlicher Vortrag lür Tierärzte.(Thema and Nam* das Dozenten werden in it* tierärztlichen Eäoh- zeltschrlften bekanntgegeben.) 0.66—7.46! Nordische Dichtung def Gegenwart. Vorlesung: Dr. C. D. Marcus und Er. Hilda Mannsuedi-Marou». Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Grundstock ffineifenaufit. 41 erworben i>nb vetlegt am kommenben Mittwoch, in der Friedenstr. 60 abgehaltene Sprechstunde, in der von einem anwesenden Notar die Erklärung des itird>enaustritts entgegengenommen wird, bleibt auch sernsrhin bestehen. Wetterhtn hat de«»erdand sine Sprechstunde in seinem jetzigen Verwaltungsgebäude, Gueisenaustr. 41, eingerichtet, in der Montags und Donnerstags, abend» von 7—8 Uhe, erstmalig am Donuerstaa, 81. März, die Erklärung des itirchenausiritts vor einem Notar grgen ein« maßige Gebühr erfolgen kann. Di« Firma Srozold Gadiel, Berlin, llönigstr. 23 25, als günstigste Bezug». auelle für Damenkonftkilon, Wäsche usw. seit longen Jahren bekannt, per- größert Ansang April d. I. ihre Verlauisräume in umfangreicher Weife, Die Besucher dieses Hause» werden somit Gelegenheit haben, ihr« Einkäuse künstig in besonders bequemer Weise zu erledigen, da die einzelnen Abteilungen in große», luftigen, angenehmen und hellen Räumen untergedracht werden. Die Firma wird nach Erweiterung ihrer Geschäftsräume«4 sich besonbe«« an. gelegen sein lassen» die stet« geführte Spezialabteilung für groß« Damenweiten reichhaltigst auszustatten. Wie bei jedem Saisonbeginn find auch diesmal alle Läget für das Frühsah: Mit de» schönsten und preiswertesten Mänteln, stiel. ....- der», stostUmen, Eo>itpos«s, Blusen usw. eleganten und einlachen Genres»er- sehen. Infolge der Reichholtigleit der Säger kann jedem Anspruch und Ge. schmack Rechnung getragen werden. Besonders schöne Modell« werben fichetlich das Interesse nllrt Damen erregen. Auch die Artikel Leib- und Hanswälche, darunter Bademäntel, Daunendecken usw., stinderkonsektion, Strickwaren bieten Hervorragendes. Bei allen diesen Vorzügen ist dl« Firma stets darauf bedacht. die Waren bei den bekannt guten Qualitäten ,u außerordentlich günstigen Preisen zum Verkauf zu bringen. übergibt man«nr dem Nachweis des Deutsche« Musikerveebanhes. Berlin, st»«,. mandanienstr. 68:64. Dönhoff«277-7«. Geschäftszeit 0—3, Sonntags 10—3 Uhr. Auf Wunsch: PerUeterhesuch. GEBEN IHNEN KREDIT nach Prüfung und berechnen für die Inanspruchnahme des Kredits einschl. Zinsen, Stempel usw. nur 5 Proz. der Kreditsumme fW&itscite duuil ffictonoem. » kaufen alle Waren (ausser Lebens- und Genussmittel) ZU glBkhen Preisen wie Jeder barzahlende Kunde und zahlen bei dem Einkauf 25 Prozent bar an m b.h. iS eplin-W-ß-Maipkgpafbnsfi»-26. G Weifepe Annalime sf ellön: bei den Theaterkassen HermannTietz, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Chausseestr. u. Kurffürsten da mm 23 II . � Unterhaltung unö Missen Seethoven-hunöertjahrfeler. Venn ein Künstler 10S Jahre tot ist, haben sogar Sie reichen �eut« was für ihn übrig. Der Enkel. Elve ErzShlung au« Ludwig vau Beethovens Zuzendzeit. Von dttit Masse. Der Sater und Pfeiffer hatten Ihr« hohen Hüte genommen und waren gegangen. Aus der Schwelle hatte sich Pseifser noch einmal umgedreht. Sein scharfer, dunkler Plick hatte den Knaben gesucht und gefunden, der in der Spielecke stand und den kleinen Brüdern zusah, die mit Puppen hantierten, von denen zwei«inen Schnauz- bart aufwiesen und in die rote Uniform mit den Gotdbordüren ge- lleidet waren, wie sie die Musikanten der kursürstlichen Kapelle trugen. „Ludwig!4" rief Pfeiffer so laut und befehlend, daß der Knabe erschrocken zusammenzuckte.„Ueben, Ludwig! Ueben! Ueben!"" Der Vater, viel kleiner und zierlicher als Pfeiffer, der seinen Arm in den Pfeiffers geschoben, dkehie sich um und echote gleichfalls: .Ueben, Ludwig! Verstehst du? Hab' Ehrgeiz! Denke an den Wolf- gang Amade Mozart, der in deinem Älter schon seinem Dater viel blanke Dukaten mit seiner Musik in» Hau» gebracht.. Dann schloß sich die Tür hinter den beiden. Auf der Treppe hört« man noch ihr« Schritt« und ihr Lachen. Ludwig legte den Puppsnmufikanten, den die Mutter tn Gald und Rot getteid«t, behutsam auf einen Stuhl. Diesen Musikanlen liebte er besonders. Er fand, er sah ein wenig dem Eroßvater öhnlich, der gestorben war. Er war auch ein Musiker gewesen, Kapellmeister in der Donner Hofkapelle des Herrn Kurfürsten Maxi. millan Franz. Ludwig hatte es nie glauben wollen, daß der Groß- vater gestorben war. Wenn er auch am Grabe gestanden und dem Toten drei Schaufeln Erde nochgeworfen hatte in die Gruft, so sah er ihn im Traume doch daherkommen, wie er Ihn im Leben öfters hatte dt« Straße heraufkommen sehen, wenn er vom Dienste kam. Die Goldbordüren blitzten an seinem schönen, roten Rocke. Sein Stock klirrte auf dem Pflaster. Den dreieckigen Hut hatte er unter den linken Arm geklemmt. Der Wind wehte ein Wölkchen Puder- duft aus feiner Perücke hervor. Cr streckte die breite, braune Hand aus und fuhr damit dem Lungen über das Haar.„Bist mein Enkel- chen,4" sagte er lm Traum, wie er es im Leben so oft gesagt.„Trögst meinen Namen: Ludwig. Bist ein braver Bursch und wirst ein braver Mensch und Musikant werden, so es der Herr will/ Damals, als der Großvater lebt«, war es noch anders im Hause. Die Mutter ging nicht Immer lo vergrämt herum. Sie lachte dann und wann noch ein wenig oder sang mit einer süßen, schwachen Stimme, wenn sie nahte. Auch Ihr Husten war noch schwächer ge- wesen und gelinder. Nicht so quälend urtd schaurig wie beule. Und der Later hatte noch etwas auf sich gehalten in Gang und Tracht, denn der Herr Kapellmeister konnte sehr strenge und un- gnädig blicken, wenn ein Flecken aus dem Ackzug war oder etwas nicht in Ordnung an der Halskrause oder am Schnallenschuh. Und dl« Stuben hatten anders ausgeschaut. Es hätte gläserne Schränke gegeben, durch deren Scheiben man dünnes, bemaltes Porzellan stehen sah und silberne Servit«. Und Leinewand war im Hause ge- wesen, so fein und dunn gewebt, daß man sie hätte durch einen Ring ziehen können. An der Wand aber hatte«in Oalbild des Großvaters gchangen im breiten, prächtigen Goldrahmen. Letzt aber hatten die Stuben nichts mehr von solche» Herrlich« keilen aufzuweisen. Alles war zum Pfandhau« gewandert oder zum Trödler. Und mit dem Voter war es«rst reckst schlimm ge- worden, als dieser Pfeiffer ins Haus gekommen war, der Kammer und Kost dafür bekam, daß er den kleinen Ludwig Unterrichtete auf dem Klavier. Der Pfeiffer war im Hause recht zum Plagegeist geworden. Die Mutter seufzte, wenn sie sah. wie er bei den Mahlzeiten die besten Bissen auf seinen Teller häufte, so daß st« selbst das Essen kaum berührt«, domit nur die Kinder satt wurden. Den Dater be- stärkte der Pfeiffer noch Im Wirtshousgehen und Alkoholtrinken, so daß es eine wahre Herzensfreundschaft zwischen den beide» gab und man sie nicht nur des Nachts, sondern auch des Tages, ÄrM in Arm. betrunken durch die Gaffen von Bonn tonnte torkeln sehen. Am schlimmsten aber unter Pfeiffers Regiment hatte der kleine Ludwig zu leiden. Nun kannte der Bater keine Schonung mehr. K«8». Bartras:.Jnternatipnale und Frauen". Rcserenttn Hedwig Säiwarz. Alle Genossinnen werden gebeten, recht»abireich ,u erscheinen Säst stnb willlomme». 14. Abt. 7Vi Ubr bei Goiischalk, Puiibusser Str. 24, Bortrag:.Frau«« und Internationale". Resereniia Dr. stlara Henrique». Vollzähliges Er- scheinen ist PNicht 16. Abt. SM Uhe bei Obiglo, Stealsunder Str. 11. Vortragt sozialistische Er,i«bung»grundsStze". Referent Franz Hauch. 17. Abt. 7M Uhr bei Schreiber. Tristste. 63. Vortrag:.Die Ausgaben der Arbeiterwohlfahrt". Referent«urt Lücke. 22. Abt. 7M Uhr bei Radza». Brüsseler Str. 48: Gerdaed- Hauptmann-Abend. Referent Heinz Barthel. 2S. Abt. TM Ubr bei stästner, Elbinger Str. 25. Bortrag:.Die internaUo- nalen Forderung.:: der Frauen". Referentin Marie stuueet. M. b. L. 28. Abt. TM Uhr bei Heiles, Prenzlauer Allee 239. Vortrag:.50 Jahre Parteiarbeit". Referent Etadiv. Adolph Soffmann. 27. Abt. TM Uhr bei Bogdanowitz, Sonnenbnrger Str. 1. Vortrag: Junior von Dlaßbrenner und Reuter". Doriragender Arthur Rachow. 28. Abt. TM Ubr bei Riebe, Dunckeeür. 15. Aortraa:.Die internationalen Forderungen der Frauen". Resereniin Luise stählet, 3)1. b. L. 32. Abt. 7 Uhr in der Schule Lange Str. 31, stimmet 1. Lichibildervorirag: .Eine Fessel des Vroleiariats". Referent Siadiarzt Dr, Drucker. Gäste können eingefühet werden. 34. Abt. TM Uhr bei Rostn, Gubener Str. II. Vortrag:»Mutter- und stindarfchuß im Arbellsfchutzaesetz". Reserentin Gertrud Hanna. M. b. L. 33. Abi. TM Uhr bei Otto, Rigaer Str. 87. Vortrag:.Die Forderungen der Internationale". Referentin Helene Schmitz, M. d. L. Gäste willkommen. 38. Abt. TM Ul>r bei Busch, Tilstte: Str. 27, Literarischer Abend, Referent Hann» Kamm. 38. Abt. 7� Uhr bei Bariusch, ssriedenstr. 88, Vortrag:»Die Loge des internationalen Prolelariats". Referent Genosse Zechen. 4L AbL 7 Vi Uhr bei Bader, Illterboger Straße 7, Bortrag:»Die Frau im ""—...... Eherechi," Referentin Elfe Scheibenhuber. GenoMnneu beteiligen stch am Treffpunkt: abends 6 Uhr der Genossin Erna 44. 47. IL se AbL Der Franenabend fällt au«. Die Frauentag In der Zleven Welt am 31. März. auf dem Blllchervlatz. Abt. 7Vi Uhr bei Wölfl, Gräfestr. 28, Vortrag stresse. Abi. 7Vi Uhe bei Ewald, Ekalitzer Str. 128, Bortrag: Internationale und Proletariat". Referent Hans Willige. Abt. 5 Uhr bei Eichholz, Euorystr. 23, Flugblätter zum Internationalen grauentag abholen. bL 7Vi Uhr im Hort, immer der Schule, Waldemarstr. 77, Vortrag: .Fronellieben und Alkohol" Referenttn Dorn Beeaee. «Tbt Ehaelottenbueg. TM Übe bei Schelldach,«öniain-Elifabeth-Straße 8, Vortrag:»Die Frau im Beruf". Referenlin stäie ffeuerstoak.— SZ. Abi. 7Vi Uhr bei Lux, Hurienstr. 8, Vorteag:»BevölkerungsooliiiI". Referent Wilhelm Mielhke.— S«. Abi. 7Vi Ubr�bri Lierfch, stautstr. 62, Borrrag: .Die Internationale". Referent Erich Fraenkel. 87. Abt. Srnnewäld. 8 Uhr im Bahnhofsrestaurant Grunewald .Das stind in der sozialen Fürsorge". Referentin Dr. Foih. Vortrag: 83. Abt. iichieefeide. 8 Uhr im Lokal Richard Schmidt, Hindenburgdamm, Ecke Roonstraße, Versammlung aller Eliernbeiräle, verbunden mii dem Franenabend. Tagesordnung: 1. Vortrag:.Pestalozzi und Tolstoi". Reke. rentin Eenosstn Vielhaber. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Reukölln. II. Abt. 7Vi Uhr bei Lllddicke, Fontane-, Ecke Kaelsgarienstraße, Vortrag:.Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Geschfechtskrankhelieu". Refereniin Margarete Echentalowsiil. Gäste herzlichst willkommen.— 93. Abt. 7Vi Uhr bei Teich, stucsebeckstraße, Boeteag:»Politische Satire". Referent Theo Maret.— 96. Abt. 7Vi Uhr bei Lohann, Wioperste. 18/19, Bortrag:.Sozialiftische Gcstnnungspslege in der Familie". Reserentin Henny Rewald. II. Abt. Britz-Buckow. 7Vi Uhr im Lokal Riemsch. Lindenpark, Shaussee- straße, Rezitationen. Lieder zur Laute. Mustk. Vortragender Genosse Rosemann. III. Abi. Treptow. 7Vi Uhr bei Zanke, stiefholzstt. 21, Bortrag: �tranken. kassenoerstchcrung". Referent Dr. Friedederger. 118. Abi. Lichtenberg. TM Uhr bei Klose, Eitel-, Ecke Ruporechisteaße, Bortrag:.Die Aufgaben der Frau im Sozialismus". Refereniin Irma ffechenbach. 138. Abt. Tegel. 8 Uhr im Jugendheim Bahnhofstr. Ii, Literarischer Abend. Vortragender Peer Loih. Arauenoeranstaltungcn am Dienstag. 23. März: •7.«dt. Reukölla, 714 Ubr bei strüger. Emser Str. 86/87. Vortrag:.Frauen. leiden". Referentin Dr. Wnqodzinsko. 12». Abi. Weißensee. 7V4 Ubr in der Schule, Wilhelm straße, Vortrag:.Die Frau in der heutigen Gesellschaft". Reserentin Stadlverordnete Minna Todenhaaen. Wir bitten, Gäste recht zahlreich einzuführen. 137.«dt. Reinickendoes.Weft. 7V4 Uhr im Volkshau», Scharrl weberstr. 114, Vortrag:„Eherecht." Refetentin Elfe Echeidenhubee. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. strri» Mitte. Montag, 28. März, Helferabend 8 Uhe im Helm Fehdenicker Straße 24 25, Thema:.Erziehung und stlasscnkainof". Mittwoch, 30. März, Volkstanzabend 5—7 Uhr, Turnhalle Blumcnstr. 77. Donnerstag, 31. März. 3 Uhr Baden in der Badeanstalt, Oderderger Straße. Eonnobend, 2. Avrll und Sonntag, 3. April, Arbeiissonnlag in der Jugendherberge. Sonnabend nachmittag Elaßbrcnnrr.Adcnd Sonntag vormittag Vortrag:„Wir und die Arbeiteejugend". Sonntag nachmittag Vortrag:„Ich und die Gemeinschaft". — Gruppe stappetplatz. Montag, 28. März, 5—7 Uhr, Aelteren-Grupoc, Heim Trrckftr. 18. Dienstag, 22. März, 5—7 Uhr, Turnen in der Turnhalle, Elisa- bethiirchstraße. Freilag, 1. April, ö— 7 Uhr, Keimabend, Schule Bergstraße. — Gruppe Ernst Toller. Donnerslaq. SM— TM Uhr, Heimabend, Heim Fehde- nicker Straße 2425— Gruppe«arl Liebknecht. Montag 5—7 Uhe. Turnen in der Turnhalle, Blumenstr. 77. Freilag findet unser Heimabend von setzt ab von 5V4— 7V4 Uhr im Heim Gevrgcnkirchstr. 25 statt.— Gruppe Süd-Ost. Eonnabend 5V4— 7V4 Uhr Heimabend im Gewerkschaf!sha»s.— Gruppe Arkona- platz. Montag 5>,4— 7V4 Uhr Turnen in der Turnhalle, Ruppiner Str. 48. Freitag, I, April, 5V4— 7V4 Uhr, Heimabend, Waldemarschule, Elisabeihkirch- slraße, Sonnabend Aelleren. Gruppe SM:— 7V4 Uhr im Keim Treckstr. 18. Sltei» Wedding. streishelserjitzung Mittwoch, 30. März, 8 Uhr an bekannter Stelle.— Gruppe Echillerpaek: Mittwoch von Vbb— V48 Uhr Turn- und Tanz- abend Turnhalle Utrechter Straße. Freilag im Heim See- Eck« Turiner Straße Vorbesprechung zu Ostern. Eltern willkommen. Gruppe Äeißensee: Sonntag, 27. März, Spielen im Freien, TrefspunII 2 Uhr Jugendheim Dienstag, 2g. März, und Donnerstag, 31. Mär», 5—7 Uhr, Spielen auf der Planschwiese. 32. Abt. Steglig. Dienstag, 22. März, 4—5 Uhr, Fußdallspselen im Garten Aldrechtstr. 47. Jungsozialisten. Achtung! ee», der Vertreter mg! Heu Zungsozil :.— Abel �eute. Sonntag. 27. März, abends 8 Uhr, Gruppeakonfe, zialistifibe» Vereinigung. Jede Gruppe eiiisendet zwei bcnbs um 7 Uhr beieiligen stch alle Gruppen an der Gesamtveranstaltuna im Friedrich-Wilhelm-Gymiiastum, stochstr. 13. Hendrik de Man spricht über:„Marxismus und Psnchologie'. Gäste sind willkommen. Gruppe Rcinickendoes. Montag, 28. März, im Seebad, Rcinickcndorf-Ost, Restdenzstr. 49, Mitgliederversammlung.— Gruppe Lankwitz. Montag, 28. März, 8 Uhr, Diskussionsabend:„Reklame". Treffpunkt bei Tonbeur, stuisürstenste. 32. I■........■ i■ I. i......'"■"! 1 Sterbetafel öer Groß»Serttner parteirGrganisation 88. Abi. Maeiendoes. Die Einäscherung unseres verstorbenen rührigen Genossen Weimar, staiserstr. 3, findet am Monlag, 28. Marz, mittags 12 Uhr, im Krematorium Zlaumschulenweg statt. Es wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. Die Abteilungsleitung. 4. Seilage des vorwärts Nr.14H 44.�ahrgaag TT* Sonntag, 27. MSrzl427 Strtchlodeu'"-'� SotnmectnSnfeljfoffe 130 cm oreU..... Meter 1« c» de. Meter .Meter 1* 1* 1* 1.«° 2,x kieidersioffe SSJ*Ä 0.65 kvusls.Z)ameaWSpser alle Farben.......... Sooercoaljtoffe SlOffC 1« em da». Machester CfnHo wr Darnenmanid unft vlulf" Roftlirac vrrvorrogende Qualität. Meier 4.40. 3.50. ZK, fijraffi.JDjnnrasftfinjife Lamen-Hemdhosen eine tri» gewirkt alle Mobefarden. V.5W Damen hewdchen n kr w«Ib.srw gewirkt.« Hitkelanfti» W.drl DamenschlSpser S 0.75 Herren-Köperdarcheul' qute Quollt«.. Z.'® e u Knaben Sporthemden 1 10 X au« gestreiftem Zepzir fflt. JO X» Herren-Wers'osxu t motofotbig, von U. o« au«SP r,«obmoat unb anb. Stöfs. mob. oemust. i( n.OuaL u. Ar« f X 34 SC.-, SV, 30... it.»,»1 17,30 X*. Damen Lodenmönte! � 0� 1« impe. 41—, 31-, 27.-, 24-, 21,- XU. iStßi'Biffa Hi A.ss? Chavisseestr. 20/3O* wewiBAat: mmN� ßAHünot DHndjaöea�Ä«« 475. für ilnaben...... SvabeU'eodLvmSalel n aus tmprägn. Slrtchtooen von iaHMAMkitiei Hei Ileitis fi. FittgulradilM Wort 21 PI. 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VI» durch den Tod des bisherigen Inhabers frclgewordene Stelle des n. Bürgermeisters der Stadt Herne soll baldigst neu besetzt werden. Die Wahl erfolgt anf die Dauer von 12 Jahren, die Besoldung nach Gruppe B II, Ortsklasse A, der Ei gehälterl Ordnung. Ortsklasse A, der Einrel- gehälter der preußischen Besoldungs- dnung. Die Anrechnung früherer Dienstjahre auf das Pensionsdienstalter bleibt einen besonderem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vorbehalten. An Umzugskosten werden die nachgewiesenen Auslagen bis zur Höhe der staatlichen Sätze erstattet. Herne ist Industriestadt mit 70 000 Einwohnern und wird durch nahe bevorstehende Eingemeindung auf über 90 000 Einwohner anwachsen. Bewerber, die die Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst besitzen u. möglichst auch praktische Erfahrung in der Leitung einer städtischen Finanz- und Steuerverwaltung erworben haben, wollen Ihre Meldungen mit den notwendigen Unterlagen bis zum 25. April 1927 an den unterzeichneten Stadtverordnetenvorsteher in Herne (Rathaus) einsenden. Herne, den 21. März 1927. Der StadtTcrordaetcn-Vorstehcr; Dr. Halschen. Lehrling mit la Schulbildung und guter Handschrtst für mein Madeipotamenien-Engrosgeschäfi gesucht. Borstellung mit Eltern unb selbst- ge che. Lebenslauf nur Montag 4-6 Uhr BERNHARD VOLLHER Berlin C 1, JOdcmsdraH« 12-13. HaatraSnoischer Leiiriing aus achtbarer Familie gesucht. Gule Schul- bildun, Bedingung. Nur schrisll Bewerbungen«v. Lichtbild an Strenger- T-rill- A.-G., Berlin C 2, Neue Friedrichür. 80 Paddelsport. Mädchen, 24, ?Zartner(tn). Boot vorhanden. Schrlft- ich. Kappus, Lichtenberg, Ren» Bahn- hosstrqstr 5. PnedereÄI' Rechts. M»w 999(im Triumphräder, Multipleir rdder, Monopolräder, hochmoderne, bild- schön« Nennmaschinen, entzückende, schnellaufende Strastenrenner. Fllns. tährige Garantie. Kaufzwangloser Lagerbesuch erdeten. Fahrradrahmen 20,—. Kassaräbec 43.—. Schlow«, Wein- meisterstraste vier.' M Rechtsanwalt a. D burcau, Linlstraste 11, litt Sauft des Sdiiihhofs). Wirksamste Reckit». bcratung und Prozeßführung bei De» richten und Behörde», Vertrage, Ena- dengesuche, Haftentlafsungsanttäg», Erd. regelungen, Gläubigerverfammiungen, i Aufwertungsschlitz, Kapitalsbeschaffung, l Beobachtung und Ermittlung in Ehe- und Sttassachen. Leichteste gnhlungs- i weift._________ Möbeltransport« führt Üfifigft " d Flott, Cha _ und b Charlotten. fachgemäß aus Gustav bürg, Osaabrückerstraste 24. Detettiobueenn Stafchel, Thanssoe- ss roste 77 Fernsprecher Norden 7386. Beobachtungen, Ermittelungen Aus-' kllnft« allerart».___'| 10 ÖÖO Reklame/ftttel 3�—. Buchdrücke.| tri Schwitz. Nomintenerstraste 20. Tüchtige fachkundige Verkäuferinnen für die Abteilungen Wurstwaren Butter, Käse Kolonialwaren Obst und Cemöse Weine und Liköre Camen-Putz femer branchekundige Verkäufer für die Abteilung Kieiderstoffe TiifZ Berlia, Kcttbusser Damm Vorsteilung von 9—11 vorm. und 4— 7 nachmittags Sonntag 27. März m? Äus See �llm-AVelt Vettag» öes vorwärts Die Ziime öer Woche. „�bu Martub". (Gloria-Palast.) Ist dieser Vengt Verg, der seinen Film so reizend erläutert« und witzig und humoristisch umrahmte, ein Märchenerzähler? Ist er ein neuer Typ des Jägers, der statt mit der Flinte mit d«r Kamera auf die Jagd geht, um am Oberlauf des Nils die un- geheure Vogelwelt, die im Winter aus den Nordländern dort sich ein Stelldichein gibt und Fluß und Himmel erfüllt, und Krokodile und Nilpferde zu beschleichen und aus nächster Nähe filmisch zu er- jagen? Nein, er ist mehr als das, er ist ein Verwirtlicher der Märchen, der die Phantasien unserer Jugend in Wirklichkeit über- setzt und uns das Tier so nahe bringt wie keiner zuvor. Er ist diesmal weiter südlich gezogen mit einem schottischen Major und seiner Negerhilfsmannschast, er hat Boot und Schiff so täuschend mit Gras und Schilf umNeidet, daß die Tiere ihn gar nicht be- merken und er in alle ihre Geheimnisse eindringen konnte. Den Vögeln, seinen alten Freunden, die er schon in seinem ersten Nilfilm uns erschlossen hatte, gesellt er diesmal die ungeheuren Elefanten- Herden, die er in dem zwei Mann hohen Papyrusdschungel be- schlichten hat, und vor allem diesen seltsamen Abu Markud, den Riesenoogel mit seinem schuhartigen Schnabel, einen Zeugen ver- gangener Zeiten, den er mit größter Hingabe belauscht hat. Bengt Berg ist wirklich ein Entdecker neuer Welten, so intim hat uns noch niemand mit der Natur in Berührung gebracht, und so«nt- zückend hat noch niemand von seinen Entdeckungen geplaudert. Geht hin und schaut euch diesen Film an. der für alle Naturfreunde ein Ereignis ist. Was Brehm und die besten Naturschilderer in Worte gebracht haben, da» zeigt uns der schwedisch« Kameraforscher im Bilde. Er bereichert nicht nur unser Wissen, er befriedigt nicht nur unsere Neugierde, er gibt unserer Liebe zur Natur, der heimischen wie der fremden, die stärksten Impulse. Er ist einer der größten Mehrer unseres Naturveiche»._ D. ,Vurchlaucht Naüleschei»/ (Ufa-palast am Zoo.) Eine Grotesk», wie der Verfasser wollte, ist nicht entstanden, höchstens ein annehmbarer Schwank, Häufung von Sinnlosem ergibt noch nicht Groteskes. Kein amerikanilcher Groteskschauspieler lacht über sich selbst. In„Durchlaucht Radieschen' wird nun unentwegt gelacht. Man spielt Schwank und bildet sich ein, Groteske zu spielen, und betont deshalb ständig,„so komisch kann ich wirken!'. Tema D e s n i weih sich vor Lachen überhaupt nicht mehr zu halten, und auch Juntermann beginnt plötzlich, unwahrscheinlich dick auf- zutragen, nur der Versaster Hans Sturm, der einen halbblinden Taper spielt, findet einen Ausgleich. Die Deutschen können keine Groteske sviclen, dieser Film zeigt es von neuem, etweder bleiben sie im Paiheüschen, oder sie fallen vor Lustigkeit aus dem Einband. Das letzte geschieht hier. Rein stofflich erinnert der Film an„Könige im Exil', den Sjöström vor einem Jahr in Amerika drehte. In beiden Fällen Revolution in einem sagenhaften Dalkanländchen mit Bomben und finsteren Revolutionärem Der Vergleich zeigt, wo die Fehler des deutschen Film» liegen. Sjöström übortreibt, ober er begnügt sich mit Andeutungen. Ssöström findet das richtige Maß, Richard E i ch b e r g überschreit sich. Die Schauspieler geben allein einen groben Umriß und vergessen, Ihre Figuren auszufeilen. Ebenso ver- hält es sich mit den Situationen. In jedem Grotesksilm kann«in gleichbleibendes Schema im Bau von Situationen festgestellt werden, aber die Amerikaner finden innerhalb dieses Schemas Dariations- und Steigerungsmöglichkeilen, Eichberg jedoch wiederholt nur. Er arbeitet nicht ökonomisch, verpufft sich bereits In der ersten Hälfte. Und die Situationen sind nicht neu, sie stammen teilweise aus dem deutschen Schwank der Bühne, teilweise aus dem amerikanischen Film, ohne sein Tempo zu finden. Daß sie trotzdem noch wirken, liegt an ihrer soliden Konstitution. Witze werden totgehbtzt. Regie und Darsteller wissen nicht, was sie wollen, ein künstlerischer Film kann also nicht entstehen. Trotzdem ist dieser Versuch beachtenswert, auch wenn er mit unzulänglichen Mitteln unternommen wurde. Will man das deutsche Filmlustspiel entschieden von dem störenden Senti- mentalitätsgehalt reinigen, so darf man allerdings nicht in das andere Extrem versallen, nämlich in grobdröhtige Komik. Uebrigens kann Eichberg auch hier nicht auf die Requisiten des Gesellschaitsfilms verzichten: aus Wien und aus mondäne Tanzdielen. F.S. .Der Sohn öer tzagor.� (ZNozark-Saal.) Und Sarah sprach zu Abraham..Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohne: denn dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohne Isaak', das sind die Worte, die immer wieder den bildenden Künstlern und Schriftstellern einen Anreiz zum Schassen boten. Liese Worte erzählen ein Menschenschicksal, das durch Jahrtausende hindurch stets wieder erlebt wurde. Auch Paul Keller behandelt dieses Motiv in seinem Roman„Der Sohn der Hagar'. Wort- Wirkung und Bildwirtung sind in ihrer ganzen Wesensart so anders» gestaltig, daß stet« nach der Verfilmung eine, Romans von Be- deutung stch Freunde und Feinde im heftigen Für und Wider gegen- überstehen. Eine Ist sicher, der Film wird keinem zum verlorenen Abend. Fritz W»ndha»sen. der Regisseur, kam nicht nur mit seinem Können und seinem guten Geschmack allein aus, es galt auch Energie aufzuwenden, um alle» in einen schlichten Rahmen zu spannen, der zu dieser Erzählung unbedingt ersordertich ist. Wie weit ab sind wir gemeinhin von der Raturl In einem Walddorf spielt die Handlung. Die Landschaft färbt aus alles Geschehen, färbt auf die Menschen ab. Zuweilen, vor allem, wenn die biblischen Worte als Vision auftauchen, befürchtet man. der Film hielt« stch an eine Prachtbibeloorlage, doch die Erdnäh« siegt. Natürlich sind sie alle, besonders Mady Christians als Lore. Dieses Äauernmädei wird mit eine ihrer bedeutendsten schauspielerischen Leistungen sein, und Werner F u e t t e r e r erwachte, er wurde al» Robert Per- sönlichkeit, machte sich frei von seinem faden Friseurtyp. Gertrud de L a l s k n war die Frau, die Besitz hart und Liebe herb macht. Fntz Valk, Karl Klock und Emil Heys« waren die richtigen Typen für derbe Bauernschädel. Lia E i b« n s ch ü tz enttäuschte al» Ehristine, sie sollte zart sein, sah aber schwindsüchtig au». Ein grandioses Bild bietet der Dammbruch. Hier sieht man endlich eine Katastrophe als rein« Naturgewalt, fernab von der amerikanischen Sensatton. Der Film wurde außerordentlich beifällig aufgenommen. Hoffentlich bleibt die Fox Europa Produktion und ihr Leiter Karl Freund auf dem eingeschlagenen Wege. Fox hat uns sehr oft amen- kanisch« Filme gesandt, die Auflese und wahrhast keine Auslese waren; Fox hat sehr viel gutzumachen. e. b. ,Kinöerfeelen klaget» euch aal' tEmelka-Paiafi.) Der Titel ist verkitscht und zu lang, außerdem hat er wenig mit dem Inhalt zu tun. Ein Kommerzienrat will keine Kinder haben, e i n Sohn genügt ihm, er zwingt seine Frau zur Abtreibung. Diesen Rot erteilt er auch der Geliebten seines Sohnes, die er keine»- wegs als Schwiegertochter anerkennen will. Der Sohn fällt im Krieg, die Frau stirbt, und der alternd« Mann fühlt stch einsam. Er sehnt sich noch dem außerehelichen Enkelkind, doch die Mutter will nichts von Versöhnung wissen. Erst nachdem er sich vor der Verstoßenen gedemütigt hat, darf er den Enkel umarmen. Als schmackhafte Beigabe wird zart eine Verlobung zwischen der Mutter und einem braven Buchhalter angedeutet. Man fragt sich erschüttert: Gibt es keine anderen Manuskripte? Mußten unbedingt Paul Keller».Drei Ringe' versilmt werden? Warum ständig dies« rührenden Familiendinge? Der Stost ist w zweifacher Beziehung bedenklich. Die Not der Zeit lehrt eine andere Einstellung der Ab» treibung gegenüber. Da» Verhalten de» Kommerzienrat» ist kaum zu entschuldigen, aber die Nebenhandlung zeigt ein junge» Mädchen in ungesicherter sozialer Stellung, da» abtreiben läßt. Die Tendenz könnte sich nun dagegen richten, daß dt« Handlung durch eine.weise Frau' vorgenommen wird und nicht durch einen Arzt. Der Haupt- akzent liegt aber auf den Gewiffensbedenken, unter denen da, jung« Mädchen nachher leidet. Mit Sentimentalität ist jedoch diese Frag« nicht zu lösen. Ein andere» Moment kommt hinzu: der Film zeigt die seelisch« Wandlung eine, Menschen, einen Vorgang, der im Film nur selten befnedlgend dargestellt werden kann. Der Regisseur Kurt Bernhardt Hilst sich mit Großausnahmen darüber hinweg, ohne doch restlos das Problem lösen zu können. Er hat Einfälle, wenn e» stch um die Charaktertsierung eines Gemütszustände» handelt, er erschöpft eine Situation durch Auflösung in Detail». C» fehtt Ihm Unterscheldungsvermögen für Wichtige» und Umvichttge». Es kommt beim besten Willen kein Tempo in die Geschichte, und von Spannung ist überhaupt nicht zu reden. Deshalb befriedigt dieser Film nicht trotz guter schauspielerischer Leistungen. Don den Dar- stellern steht an erster Stelle S t e i n r ü ck. Selten war er so stark und eindrucksvoll, so beseelt und reich im Ausdruck. Reben ihm tn einer kleinen Rolle Nathalie L I s s e n k o. prachtvoll im Schmerz, mit ganz zarten, weichen Uebergängen. Fritz Rasp spielt überzeugend einen sanften Heinrich aus der Atmosphäre eines Jünglings» Vereins. Auch Carla B art h eel und Cläre Rom m er bleiben trotz anfänglicher konventioneller Haltung durchaus dlskutierbar. Die Manuskriptfrage scheint stch aber allmählich zu einer Katastrophe auszuwachseu._ F. 6. ,potsSam.� (Kammerlichtspicie.) „Das Schicksal einer Residenz st ad t', der Untertitel des Films, erweckt die Vorstellung, es soll hier wieder einmal die herrliche kaiserliche Zeit auf Kosten der Gegenwart verherrlicht werden, damit der gute Bürger von der Wahnvorstellung nicht frei- kommt, in der Monarchie wäre e» nicht dahingekommen.(Dabei ist es gerade durch die Monarchie dahingekommenl) Aber in Wirklich- keit zeigt der Film, daß auch früher in Potsdam nicht alles Gold war, was dort gleißte, und daß das Schicksal der Menschenkinder auch damals, als der Militarismus die Stadt beherrschte, wechselreich und ungleich war. An den Geschicken zweier Familien wird die alte und die neue Zeit charakterisiert. Damals war der General tonangebend in Potsdam, freilich ein General, der auf Zucht und Ordnung hielt und seinen eigenen Sohn den sogenannten Rock des Königs ausziehen lieh, weil er entgegen seinem Wort wieder gespielt hatte. Derselbe General duldet nicht, daß seine Tochter einen Bürger. lichen heiratet, weil dessen Dater seinerzeit den Militärdienst hatte quittieren müssen, um nicht ein blödsinniges Duell auszusechten. Allerlei lustig« Szenen aus dem Kadettenleben laufen nebenher. Dann kommt der Krieg und schmeißt alles um. Der Sohn des General» fällt: er selbst erblindet. Die alte Welt bricht zusammen, aber Potsdam geht nicht unter. Schließlich findet der blind« General selber den Weg zu dem Bürgerlichen, der die Arbett des Gelehrten inzwischen«gegen die Praxi« der Erwerbslebens eingetauscht hat, um sein Jawort zu der Ehe der jungen Leute zu geben. Hans Behrendt Hot die beiden Welten sehr gut gegeneinander aus- gespielt, wobei freilich die neue noch zu kurz kommt. Paul Otto, Christa T o r d y und Hans S t ü w e sind ihm wertvolle Helfer bei der realistischen Verkörperung seiner Hauptpersonen. Dies« Typen, der wortkarge General, die Tochter, die den Mut zu sich selbst hat, und der Vertreter der bürgerlichen Welt sind gut geschaut und lebendig wiedergegeben. Mancherlei Bilder au» dem bilderreichen Potsdam beleben den Hintergrund. r. „Prinz Louis Ferdinand.' (CapifoL) Als patriotischer Film versagt diese Hohenzollernlegende. Seine Majestät, der hochselig« Friedrich Wilhem III„ und das preußisch« Militär spielen keineswegs eine Glanzrolle darin. Wird doch die Zelt um 1806 neu belebt, in der bekanntlich Preußen seinen tiefsten Sturz erfuhr. Der Zuschauer, der auf großen militärischen Pomp und sieg- reiche Schlachten gerechnet hat, kommt nicht auf seine Kosten. Der Prinz Louis Ferdinand steht im Mittelpunkt der Begebenheiten. Seine historische Rolle wird vom Film erheblich übertrieben. Dieser Prinz, außerordentlich musikalisch, weltmännisch, ein Frauenfreund, weitsichtiger und geistvoller, als es einem normalen Hohenzollern- prinzen gestattet ist, sällt bei dem wortkargen, ewig schwankenden und unentschlossenen König von einer Ungnade in die andere. Königin Luise, die preußische Nationalheilige, in die der Prinz hosf- nungslos verliebt ist. muß ihm immer wieder aus der Patsch« helfen. Militärisch ist der Prinz als Draufgänger gekennzeichnet, der auf olle Fälle den Krieg gegen Napoleon will, obwohl er Preußens Schwäche durchschaut. Endlich ist der Krieg da, der Prinz wird aus den Armen seiner geliebten Pauline Wiesel, der Frau eines streberischen Kriegs- rats, gerissen, und bei Saalfeld erfüllt sich sein Geschick. Er fällt und wird von Napoleon noch im Tode gechrt. Neben dieser Haupthandlung laufen allerlei genreartige Züge, die Kulturgeschichte darstellen sollen. Die großen Namen der Zeit, Fichte, Humboldt, Schlnermacher, die Militärs, die später eine Rolle spielen werden, wie Blücher, Gneisenau, Scharnhorst, gehen wie Schatten über die Bühne, ohne irgend etwas zu bedeuten. Der literarische Salon der Rahel wird beschworen, damit der Prinz dort seine Liebe kennenlernt. Sehr hübsch einig« Bilder, der Berliner Weihnachtsmarkt und der Thüringer Kriegsschauplatz im Schnee. Dem Regisseur Hans Behrendt soll die Abkehr vom politischen Tendenzfilm gewiß angerechnet werden, aber er vermag sich nicht zu konzentrieren und die Konturen des Prinzen scharf herauszuarbeiten. Sein Darsteller, Hans S t ü w e, spielt ihn zudem viel zu gedrückt und gequält. Reine Freude hat man an der Jenny Ingo, die der Wiesel allen pikanten Charme verleiht. Die Königin Luise, die Christa T o r d y verkörpert, hat wenig eigenes Gesicht. Um so genauer ist der König charakterisiert. Aus den Briefen des Prinzen, die Karl E b« r t verlos, und aus feinen Kompositionen, die ein Trio spielte, bekam man ein lebendi- gere» Bild de» Menschen als aus dem Film selber. D. „Lanö unterm kreuz/ lkammerNchkspiele.) Seitdem vor einigen Monaten m Pari» ein internattonaler Be- schluß der Filmleute gegen jederlei Hetzfilme zustandegekommen war, haben fich die Deutschen wiederholt darauf bezogen und hie Unter- drückung antideutscher Hetzfilme sowohl Im Ursprungslaiide, wie in anderen Ländern verlangt und großenteils auch erreicht. Da macht es sich dann besonder» schön, wenn in Deutschland selbst ein neuer Hetzfilm produziert wird. Freilich ist dieser oberschlesische Film, der die Schuld Polen», die Rot Deutschoberschlesiens und da» Unrecht der Greiureguliemng beweisen will, nicht so plump gemacht wie manch« früheren Produtte. Aber sein Ziel ist doch eindeutig. Wie herrlich war e« tn der guten, alten, deutschen Zeit, wie idyllisch und gemütlich, und wie entsetzlich ist die heutige Lage mit der furcht- baren Wohnungsnot und dem ganzen sozialen Elend in Deutsch- oberschlesienl Zwischendurch gehen hübsche Bilder von Land und Leuten, alte Bauten, Prozessionen zum Annaberg, Hochzeiten u. a. Vor allem aber wird die Erinnerung an die Korsanty-Einbrüch«, an die Absttmmungszett und die Verrücktheit der Grenzregulierung wachgerufen. Der Zweck der Veranstaltung ist natürlich: Seht, daran haben die Polen und die Entente die Schuld, daß die Fabriken stillstehen und die Menschen hungern. E» wird vergessen, zu sagen. oaß es auf der polnischen Seite ebenso aussieht, und daß Not und Elend in Oberschlesien auch geherrscht haben, als es noch unter dem Zepter Wilhelms stand. Wie immer das Schicksal des unglücklichen Landes sich gestalten mag, solche Filme können weder seine Lage bessern noch der friedlichen Entwicklung dienen. Was bezweckt man eigentlich damit? Daß die Leute die Faust in der Tasche ballen und den Polen einen kräftigen Fluch nachsenden? Filmpropa- ganda erzeugt nur wieder Filmpropaganda: Längst haben die Polen einen ähnlichen Propagandafilm in Auftrag gegeben. Schlecht be» raten war daher die Filmoberprüsstelle, als sie den von der Film- prüfstellt verbotenen Film wieder freigab. Die Beziehungen Deutschlands zum Auslande— wir reden gar nicht einmal von Polen— können niemals durch solche Film« verbessert werden, und darüber vermögen schließlich auch andere Leute ein maßgebendes Ni-teil abzugeben als Vertreter des Auswärtigen Amtes, die einfach erklärten, daß„der Bildstreifen den historischen Tatsachen entspreche'. Di« Krone aber wurde der ganzen Sache ausgesetzt durch die Un- verfrorenheit de».Lokal-Anzeigers', der die Filmbeisitzer ver- dächtigte, weil sie den Mut hatten, einen Film zu verbieten, mit dem ihr Hugenberg, gleichzeitig Herr in der Presse wie im Film, Geschäfte machen will._ r. „Der Meister öer Welt." (Marmorhaus.) Die Liebe bringt manchen zur Strecke, beinahe hätte diese Himmelsmacht auch dem Meisterläufer den sportlichen Garaus ge- macht. Doch er rettet sich im letzten Augenblick aus eigener Kraft, denn erstens muß der Film eine» guten Abschluß und zweitens muß er so etwas ähnliches wie einen moralischen Grundton haben. So ist selbst die Erzkokotte eine Russin,„die viel erlitten hat', was durch ein paar Greueljzenen in Schneelandschaften angedeutet wird. Und als die Russin mit dem Meisterläufer liebegirrend spielen will, um ihn z» ruinieren, sängt sie ernsthaft Feuer. So kommt sie nicht dazu, der Konkurrenz des Meisterläufers ihre Dankesschuld ab- zutraue», und da sie den Meisterläufer auch nicht bekommt, nimmt sie Abschied und verschwindet mit einem Flugzeug in den Wolken. Diese mondäne Russin spielte».Olga Tschechowa sicher, wirksam, glän- zend. Leider benutzte der Regisseur für dielen Typ eine bedenklich abgegriffene Schablone. Man braucht einen Filmstar wahrhaftig nicht immer als wandelnden Garderobenständer oder in der Bade- waiine zu sehen. Auch macht G. R i g h e l l i noch krampfhaft in „Filmpracht' und wirkt dadurch zuweilen recht lächerlich: s» läßt er beispielsweise für zwei Personen ein Essen Herrichten, an dem fich vierundzwanzig den Magen oerderben könnten. Die anmutige Tenia D e s n i spielt als liebende Braut den rettenden Engel, wäh- rend Fred S o l m den Mcisterläufer darstellt. Als Schauspieler hat er keine erhebenden Moment«, aber eine spartliche Höchstleistung ttaut man seinem Körper zu. Eine famose Berliner Type Ist Paul G r a e tz als Trainer. Man muß über ihn lachen, ganz gleich, ob er Damenbetanntschasten zu verhindern sucht, seinen Schützling zu Höchstleistungen anfeuert oder in voller Selbstverständlichkeit alle Ehrungen für stch in Anspruch nimmt. Natürlich tut dabei auch der Text das sein«, aber das schnoddrig« Berliner Mundwerk kann man ja nun beim allerbesten Willen gerade nicht optisch ausdrücken. Ganz groß Ist G. Righelll als Regisseur in den rein sportlichen Bildern. Die Läufe sind voll ungeheurer Spannung: da» Publikum ist interessiert, es sieht tatsächlich den Ausgang des Kampfes als sein« eigene Sache an, es wird begeistert. Alles, was man früher in den Pferde- und Automobilsportfilmen mtt rollender Leinwand machte, das machen hier die Beine allein. e. d. Ein imponierender Erfolg! DER MEISTER DER WELT Bk/) � JRLckl 0*) OB H SC Ein Bild von mehr al« alltäglichem Ausmaß, mit schwingendem Rhythmu« B&we:■ W&JB AK 8*8 AA RH � täolicSl S.15. 7.15. D.15 und tiner selten glücklichen Verwertung von Aktualitäten. Die Bilder von SS S«"V ffiTO II■ Io�Bb aBrQ.vB&mP ß 1 dtN Sportfesten in England und au« dem Stadion find imponierend, die .......................................... im■iimina■■■aaaHmanaMaMaH einzelnen Phasen de« entscheidenden Laufe« reißen da« Publikum mit und ORBENBAUM-PILM Im BRUCKMANN- VERLEIH löse» lauten Beifall au«. Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 6V1 Uhr: A I d a Schauspielhaus ZV, Uhr: Napoleon 8u.:Eln besserer Herr Schiller'Theater 8 Uhr: Razzia »IM IM Charlottenburg II«/, Uhr: Die Perser 7«/, Uhr: Unn-Feln Fidelio (Cesdilossene Vorstell).) DeuMies Theater Norden 10334—37 8 U. Ende 10"/, U. Der An! am Sdiefdeweg Die Komödie BismarcK 2414. 75l(i 8 Uhr, EndelO'/jU. Mannequins Heire Letzte Aufführung! Nachtvorstellung II Uhr. Ende 12'/, Riisdi ein iUna Preise 2, 3 u. 4 Mark Netropoi- Tbeat. Täglich 8 Uhr: Muminzettin SCaIA Nollendorf 7360 8 Uhr Kararaerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Ende lOUhr Toni und die übrigen Sensationen! Soiubnds o. Smghp 2 Vorstellungen 3» und 8 Uhr, a» zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm Volks büh ne Uealn am BOlowolati 3 Uhn Volpone 8 Uhr Gewitter Ober (iotiländ Morgen 8 Uhr Gewitter Ober Gottland Tb. im Sdiiffhaosrilamm- 8 Uhr Tragödie der Liebe. 3 Uhr Der Geizige {Komische Operf Allabendlich Sx/i Uhr: fünden der"Wett Die weltstädtische 1 James» Klein» Revue I I Sonntag, nachm. 1 Kind frei I bei halben Preisen. i | Tbahrkuu ih 10 Uhr»nltrhndm;i3fh(t.| Salhnbgrg-Silhnai Ots. Künstler- Th Oidurd Twbn. Uli Cur; S DerZarewitscli Lesslng-Theater 8 U.: Der Patriot Witmir. foriisr — ERIK CHARELL BRINGT— i Lustspielhaus 1 8'/« Uhr;' Glldg Tbiihdiet 1 lüurra-einJunoel »©t i Konz.-Dir. Wölfl und Sachs j Don1" 2 letzte Konzerte Kosaken- Dir.; S. Jarott BlOthnersaal, Sonnabend. 2. April, 8 Uhr, und Sportpalästen, EW Kart. b. Bote 4 Bock, Werthelm n Abendk PB Allred Brann,i;aiDllia Spiro: Tkgl. 8 Uhr. Bonnta■ oachm. 3 Dt» nngekUrzt zu halben Preisen Drosses Rehanspielhans Spei Das Wunderland TEMPEL-FESTE UNDTÄNZE Der erste Expeditionsfilm einerdeuftchenFrau LOLA KREUTZBERG hal+vorjeder �Vorstellung ihrenVortra�um 4,6,8,10 VurnUfzülitOgril |ProtektorR«glerungBprMslden| Or. rriedensburg Eintritt 1 Mark TÄGLICH WECHSELNDES SPORTPROGRAMM HEUTE 8'/, Uhr BOXKÄMPFE (Brandenburg. Brx-Verband) CASINO-THEATERs Uhr: ßet erste VoMtkifl dieser Spielzeit Familie Habenichts! Ami hentonwie«! gtelgo«, den nortnUeo Snt- fördern- Jeder MeoKb mit«Inender Leben». __ daher refelmäDi. tinaer Stuvkamp-Salz nehmen. Die Uglicbe klein» Dual» knfter Sie nur 3 Pfennige. VI««�»«vaa»—---- UUI Ikaaa, atch geaood n erhallen. , Mk. 4— and Mk. VlinteF Q Variete RdÜchen gestattet I I Rauch sm. 3.30: Ermä». Preise 8 Uhr Dir mitigB Setfitar TrUuion-Tneaier 4 und 8'/, Uhr: muteisemiartier eintritt IttMtllttkr» nrbeh. irMnity-JaBco Th.KönlKt>rätz. 5t Hasenheide 21 10 8 Uhr: Die treue Nymphe Ellubeth Bergner HomöcUenfinui Norden 6304 8 Uhr; Das zwelle leben wanmiia 81',. Wrinbtmwfe I!/Jt Die von der Liebe lehenl Ein Snin) In I-dmi Hl sitt- Hdi nifi tznte In 4 üft» Jngmdlliliitninin Zntnttl Sonntag 2 Voratellanrea 4«/, und 8'/, Uhr: Parkett nur 60 PL lentral Theat»p Täglich 8 Uhr; Der blonde Zigfoner Cfentti m kirtii InnpL UfirnuM. Unit. Hiinhik, Mwrnn. Wllta. Wka rbnaUNolleDdorfpi. Kurfürst 2091 8 Uhr: Max Adalbert in.Möllera- PbiUunnMÜe 7'/, Uhr: KONZERT des Philharm. Orch. Dlrig. Prol.J. Prflwer Hose-Theater Uhr: Roblnoom Crusoe 8V. Uhr: Da» Mädchm tob der LondMraaae fnfecatt im Vorwärts Heftern Erfolg! \x T v VOX-NEUAUFNAHMEN zur 100. Wiederkehr des Todestages von Ludwig van BEETHOVEN Generalmusikdirektor Dr. Ernst Kimmäd mit Großem Symphonie-Orchester: Symphonie Nr. 7, A-Dur, op. 92/ Ouvertüre Leonore Nr. 5 ilared Wittrisch, Tenor; Lieder an die ferne Geliebte Bans Uühlhofer, Rezitation: Monolog des Egmont mit Siegessymphonia Cuamerl-Quartett: Quartett A-Dur, op. 18, Nr. 5 Weißgerber-Trio; Trio B-Dur. op. U Pro/. Daniel Karpilowski mit Klavierbegleitung; Friihlingssonate Prof. Daniel Karpilowski mit Orchesterbegleitung: Violin-Konzert D-Dur, op 61 f Dm rrichillusiriert* Sonderließ der VOX-S achridüen mii dem V erteidinu der BEET HO V EN-Aufnahmen wird in eilen VOX- Verkauf asteilen kostenlos und unverbindlich itf>pegeben VOX-Haus G.m.b.H. Berlin W 9. Potsdamer Straße 4 Stqditz. Schloastrafle 54 Ghartoticnborg. Wilhelmplatz, Ecke SdmrrauänJe f Heilanslail 4- fflt elektromeWMe sellmetWe, Ml-\m Böntücn- tdetapie uno RaniiüeiintnDe, OomöODatDie. BiotDetnie anö firöuterfüren. SSmliW meöiiinifßien und MimMkr. voWadig oiftirele BeüonDmao. Sehr gut» nah schnelle Hellerfolge bei ollen Inneren nnb flnheten llranthellen, speziell cheonlschen, bei Mlluneen, Zeouen und Rindern. Rachwefelich Bub mit«ulrai Heiferfotfle folfltnbe Rronkhnifnn bchanbelt und '' nihil Arbeiter, Angestelite, Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-€o" Karlshorst, D utsches Haus Treskowallee Pankow Breitestraße 34 Jeden Mittwoch Ctfpenick, Stadttheater Priearichstr.6 Jeden Freitag u. Sonntag Tegel, Vereinshaus(Hamuseck) Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Noutanda.Varietä'Komnilaslon der Intern. Artisten.Loge B. V. ee(amBahnh.) Jed. Dienstag v, Konzerthaus sarrasanF Neue Auto halle, 27. März letzter Tag I lTägl.71". Mittwoch, Sonnabend, Sonn- Itag, auch 3 Uhr, Kinder halbe Preise.| nchcüt worden: Hala- and Lunneu-Tuberkulof» und llatarrh, Bronihiaflntnrrh, Bronchiafasthma: KeAchdastea: Ser,erweltetung. Ker, schirr und Srr,N-pprn. fchfrr. Ktiiofchmn; Magrarr»rttrrAiia»ad.frnkun«. Magen, und Kar«- fafarch. nervöse Manrnfchwödtr. Manrngefchwüre: iLtzblverffopfung: Leber- erkiantunn, Sallenfteiue,»efbsucht: Leber, nnb MfUanfchweHrna: Sicht und RIienma.iomna, rheumatische und nervöse Ka»ssch»er,en. Schsasloüqlest: Er. krank» ngen de, Steevenlnstema.»ervenschwäche. Revrafchenie, Sqfterie, Nene. - j«lStn«e- alqie Zschia», Xrigeminva-Utnralnic, Migräne, nmarkerkrankvn««»: Sfoffwechselkrankheiten, üutkerk.ankheit, harnsaure Diachese. Feftsuchtt Er- krankonneu de. Blute». Leukämie, Chlorose und Vnämie; Nieren- und Blaseulesden: Erkältun8»kr»nkhelten, Znsluenza,«-wpe; iZdinopenslrcht«. cheouische llkiem«. Bartsiecht». Kaaranasall. fressende Kau flechte sLupnal! Beiugeschwsiee, krisch« und veraltete Wunden»nd üisseln. MasldarmsiNrln und .sissuren! Kämorrhoideu! Quetschungen,»IntergSsse: jsurunkel und«arbunkel! »rampsadera, Mutter««!»: Nesselsucht, Rase;«ronbwundeu: BrSseuschwel. luugru seder«rt; Vheeu- uuh Naseuleldeu. Stirn- und»iesernhöhlenvereite- rnnn: Ader»Verkalkung: Folgen»ou LchlagansaS, Lähmungen bei Rinder» und Erwachse»»»:»inderkrankhritr». Tkraphulose: Frauenleiden jeder«rt; Seschlechtvkrankheite»»nd deren Folge» bei Männern und Frauen. Bon de» Hunderten iKehellirn Ilnd hier nur einig« wegen Raummangels an- gesührt: 1. b. Nänsch, Saltler. Bln., ssranlsurter Allee 16a, Rheumatismus. gebetlf. 2. ffr. E. Kol, dort, Bln.. llolbenger Str. 28/29, Zierocn- und llnochenhautentiillndung. vollständig gelähmt, gehellt. S. K. Ritter,<81 sfrsedenau. SponhoUftr. 5#,». Beinleiden geheilt. 4. b. M. Werner. Kauf- mann, Bln. N.. Sottschedslr. 2 v. Lungenleiden. Blosenkatarrh geheilt. ß. gnade W. Mulack. Bln.. sswinglistr. R. v. Rückengrawerkrümmung mit Lähmung»? rtckeinungen Magen- u. Dgrmkatnrrh geheilt. 6. ssr. M. Weinetk, Bln..«ugulsstr. 2l, v. Mu»kelent,tlndung u. Kerischwäche geheilt. 7. ssr. 3. Konisch, Bln.. Lübecker Str. 18. Blinddarmfistel, geheilt. 8. ffr. Kermann. Bln.-Schöneberg. ffenrlgstr. 18. Blinddarm sistel. geheilt. 9. ffr.«. Keide- kvr», Bln., Softlerstr. 84. Gelenkrheumatismus. Rückenschmerzen u. Neur- aüheni», geHeNt. 1«. K. 0. Bürger, Rentier. Bln. Reichrnherger Sir. 141, Drüsenschwrllung. geh-M. 11. L. Banl, Bln., Reichrnherger Sir. 131. Magen, u. Nervenleiden, geheilt. 12. ffr. O.«lihuer, BIn.-ReukSlln. Sar,er Str. 87.«rümpfe, gehet». 18. s. o. Iluger.«autmann. Bln., Wtchertür.«. Magen-, Leber- u Nierenleiden, geheilt. 14. ffr.«. Boselin, Bln.. Pflugllr. 5. Magengeschwür« u. Blutarmut, geheilt. IS. ffrl. Liegow, Bln..«olberger Str. 28/29 Gelenkrheumatismus, geheilt. 16. ffr. Ww. ffeitfchler, Bln.. Marienhurger Str. 48 Darmgeschwulü. geheilt. 17. ffr. Kebwig Stern, Bln.-Schßneberg, THorwaldsenÜr. 10. Lehergnschwellung Ggllenblalenentfündung. geheilt. 18. ffr.«. RoHrmoler. Bln., Breslouer Str. 1. Keraenveiierung, Kersneurose. nllg. Nervenschwäche, gehellt, l». ffr. Bartsch, Bln.-Eßvenlck, Rosenstr. 2, schwere Blutvergiftung u. Kandvereite» nmg, geheilt. 20. 6. O. Lehme S»lScht-rm-ifter. Bln.. Thaerftr. 40. SeriP u. R-genleiden. Leber- u. Milianschwellung. geheilt. 21. ffr.«.«i-chner, Bln.. Dowger Str. 24 Maaen., Leber- u. Gallenüeinleiden. Gelbsucht, geheilt. 22. Berta Dabei, Lübbengu-Spreewald. tuberkulöser«nochenfra». «niegelenksentillnbung. gebeilt. 28. b Röhe, Rlltergut-heük-r. Grnltwalde «r».»arvowen. Oüvr.. schwer» Blutvergiftung u. Geschwüre, gebeilt. 24. S. v.«espslb. Bln äfriedenau«gilerallee 128, eitrig» LiingenttNel. geheilt. 2» b. ll. Michaeli». Gaüwirt. Bln.-Tbarwttenburg. Wallftr. 87. Leberleiden. Gallenüetnieiden.«elbsucht gebeilt. 2«. b- Boli,»iosüüent«.«ramm. Bln.. 5iochHannÜr. 2ß. von Magengeschwüren Maaenerweiterung u. Senkung mit 80 Behandlungen geheilt. TDIv raunen tagen, bah durch die Rat in unterer yeilnnsknlk lelbst die älleslen. Hartudckigsleu Leiben noch zur Heilung gebracht werden und daß alle, die ihr höchür« Erdeuglück. die ffieluabbelt. bereits verloren au haben glauben, wieder in den Bollbesth derselben gefettt werden. RSV Ml etliche Original-Anerkennungen von un» geheilter«»» WE»- Patienten stehen im DarteAimmer der AnÜalt Aur Einüchl MMA »efrenule Sebanblnngaraume fllr Lumen nnb Herren l Seine brieflich« vshaubluug! Professor Dr. med. P. NislelsRy, Arzt, Hur im Auslände ernannt, promoviert und approbiert« Mitglied der latcrnAtionalcn Vereinlgon� wob Acrzico a. Natar&rzten. Berlin S016, Brückenstraße 10 b, 2. ym,» von bei Bunaeftrabe, 1 Minute von vhf. Zannowltzbrücke. Langjährige fachmannische Orzlllche Sehnnblnng nnb Leitung. W 3 1 1 n£ f" Theater 8'/. Uhr De r Opererteuertolj 81< Uhr Nacht In der mmm Sonntag, den 27. März nachm. 3 Uhr »II I» Dienstag, den 29. März ■uäim. 2", mir Sprach- nnb vehnndlnngsseU: 9-1, 4—7'/,. Sonntag nnb Feiertag: 10-12 Ahr.- praxi» IcU 1897. MMiWWM-MMil Dienstag ben 29. Marz, nachmlllaga 5 Ahr, in.Chnolbv Vereinshaus-. Skallher S trade 120 Versammlung aller Lehrlinge. jugeridlichea Ardeiterinnell und Arbeiter de» S. und 7. Bezirks. Tagesordnung: ,3m«ampt um den Achliiundeulag-. Ref-reut:«ollege H. Hellwig. ugendkollegenl Wichtige Frage» zu erörtern, erichewt darum all«. Dienstag, ben 29. Mllrz, oormlllags lOAhr, im Zimmer 28 bes Decbanbs- Hanfes Linienste. 03 80 Erwerbslosen Versammlung der Schweitzer Me Tagesordnung wird w der Bersnuimluuq belonntgegeoen. Dienstag, den 29 MOrH.nachmillag» 1>/, Ahr. im»Botlbnffer Brng-, ftotlbastet S trage 19 SnoetOslofenopcfdiiitniung der Gürtler, Tllonteare, fitonen- schlosser, Sronelltlempuer. Broozeure, Lroaziererioueu und Monliereiinnen. Tagesorduung. 1. Die Ermerds- losenverflcherung. Reserent:«ollege Otto Grau. 2. Ausiprache. 8 Berlchiedenrs. Berdaudsduch und Stempellurte iegittmieren. Restloses Erscheinen aller erwerdelosrn Branchenangehorigru wiid erwartet. Am Mittmvch, dem 30.»018, finde» statt: solgeitd« Branchenversammlungen Lauanschläger IM V.rvanoshause, Linien[tr. 83/88, abends 7 llhr, Eisen- und Revolverdreher. Rundschleiser und Drehermnen in den„Sl>phieus!t.eu", Sophien. srrnhe 17 18, ndends 7 Uhr, Zeilenarbeiter im Brrdnndshause, Linieustr. 88/88, ndeuds 6 Ahr, Eisensormer u. Berussgeuossen IM„SwinemünderGesellichaitshau»"» Swinemstuder Str. 42, noend» 7 Uhr. Autritt nur gegen Vorlegung de. Mit- gltedsduches. aus dein die zugehöriglett zu einem der obigen Berufe hervorgeht. Die Ortsoenoaltuag. ®»r heutigen Stadtauslage liegt«tu Prospett der Firma Hermann Tietu aei betreffend»roßer«omekttovs-Ber. kaus. waraus wir uujere Leier beioudero inweiseu.