Nr. 154 ♦ 44.�ahrg. Ausgabe A Nr. 7$ Bezugspreis. Wöchentlich 70 Psennta. m-nallich 8,- Reichsmark voraus jafjltxrc. Unter Kreuzband für Deutschland. Etiüio. Saar» und ffiemelaebiet, Oeslerreich Litauern Lutembut# 4,50 Reichsmark, für das übet«« Ausland 5 jO Reichsmark vro Monat. Der„Vorwärts' mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit' lowie den Beilagen„Unterhaltung uno Wissen'„Aus der Kilmwelt'. „ssraucnstimme'„Der Kinder- sreund'. ,Lugenb-VorwSrts' und „Blick in die Bllcherwelt' erscheint wochentäglich zweimal, Sonntaen und Montags einmal. Telearomm-Adresse: »Soziolaemotrol verlia- Morgenansgabe W f Verlinev Volksvl�tt (�10 Pfennig) Anzeigenpreise: Ste«lnivaltiae Ronvareill«. zeile 80 Viennla, Reklame, eil« 5,— Reichsmark,.Kleine Anzeigen' da» iettaedruckte Wort 25 Vienni« kzuISista zwei iettaedruckte Wort«), ielxs weiter« Wort lZ Vkennig. Stellengesuche da» erst« Wort li Pfennig, jede» weitere Wort !0 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zäbien für ,wei Worte. Arbeitsmarkt Keile 80 Pfennig. isamilienan, eigen illr Abonnenten Keile«0 Pfennig. «Niwiaen kllr die nächste Nummer müssen bis tih Ubr nachmittags im Saubtaeichäft. Berlin EW 88, Linden- strasseZ, abgegeben werden. Geöf-net von 8lii Ubr irüb bis 5 Ubr nachm. Zcntralorgan der SozSaldcmohratircben Partei Deutfchlande Redaktion und Verlag: öerlin SW. 68, Linüenftraße 3 Fernsprecher: Tönhosf 292-297. Freitag, den 1. April 1937 vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin SW. 68, Linüenstr.Z voiticheckkonto: Berlin 37 53«- Bankkonto! Bank der Arbeiter, Angeftelten und Beamten Walftr, 85: Diskonto-Seicllichait, Depositentaste Lindenstr. 3, Kampf um öen Achtstundentag Eine Erklärung der Vorstände der Gewerkschaften zum Notgesetz.— Lehnt Ueberarbeit aus eigenem Entschluß ab! Der Nachdruck der nebenstehenden Erklärung der gewerk- schaftlichen Spitzenverbände zum Kompromiß des Bürger- blocks in der Arbeitszeitfrage ist auf den Schlußpassus zu legen. Das Kompromiß ändert so gut wie nichts an dem bestehenden Zustande. Der Bürgerblock muh aber aus Rück- ficht auf feine Arbeiterwähler so tun, als unternähme er etwas für die Wiederherstellung des Achtstundentages, für die Ein- reihung der Arbeitslosen in die Produktion. In Wirklichkeit ist das Kompromiß bestimmt, die Wiederherstellung des Acht- stundenlages zu verhindern oder doch für so lange wie nur irgend möglich hinauszuschieben. Auch die Arbeiterwähler der Bürgerblockparteien werden nach Inkrafttreten des Kompromißentwurfs feststellen, daß an den bisherigen Mißständen gar nichts geändert worden ist. Auch die Arbeiterwähler der Bürgerblockparteien werden fest- stellen, daß diese Parteien versagt haben, daß sie nicht den Arbtstundentag als gesetzlichen Normalarbeitstag wiederher- gestellt, sondern nur den Versuch gemacht haben, den Zehn- stundentag gesetzlich zu verankern. Im selben Maße, in dem es den Barteien des Bürger- blocks gelingen sollte, ihre Arbeiterwähler über ihre Ab- sichten zu täuschen, ebenso groß wird dann die Eni- t ä u s ch u n g dieler Arbei'erwähler sein. Sie werden fest- stellen, daß sie von den Parteien im Stich gelassen worden sind und daß nur die Gewerkschaften ernlthaft den Kampf führen um die Wiederherstellung des Achtstundentages, daß nur die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion sich an den Beschlüssen der Gewerkschaften gehalten und entsprechend diesen Beschlüssen einen Initiativantrag im Reichstag ein- gebracht hat. Wenn innerhalb der Regierungsparteien heute noch die Hollnung bestehen sollte, daß mit der Annahme des Kompro- misies der Kampf um die Arbeitszeit beendet sein wird, dann — das können wir ohne jede Prophetengabe voraussagen— werden sie große Ueberraschungen erleben. Der Kompromiß- en�wurf der Regierungsparteien entscheidet gar nichts. Man kann viel eher behaupten, daß er statt zu einem Ausgleich zu führen, in Wirklichkeit Konflikte heraufbeschwört. Wir möchten die Gewerkschaft sehen— und sei es auch eine christ- liche Gewerkschaft—, die bereit wäre, einen Tarifvertrag ab- zuschließen, in dem die Arbeits-eit entsprechend den Bektim- mungen des Kompromißentwurfes der Regierungsparteien geregelt wird. Die Gew'rkschakten aller Richtungen werden gezwungen sein, diese„Mißgeburt", wenn sie durch das Gewicht der deullchnationalen und volksporteilichen Stimmen Gesetz ge- worden sein wird, einfach zu ignorieren. Ja, wir gehen noch weiter und sagen, daß es keine Unternehmeroraa- nisai'on geben wird, die aus Grund des Kompromißentwurses die Arbeitszeit als geregelt ansehen kann. Mehr als es bisher geschehen ist. wird in der nächsten Zukunft, d. h. solange dieser Reichstag bestehen wird, der Kampf um die Arbeitszeit bei allen Tarifverbandlungen zwischen Unternehmern und Ar- beitern im Bordergrund stehen. Wenn es in den letzten Wochen und Monaten gelungen ist das Ueberstundenunwesen etwas einzudämmen, wenn es gelungen ist, in Tarifverträgen den Achsstundentag wieder- her-ustellen. dem Mißbrauch mit der Anordnung von Ueber- stunden Dämme entgegenzusetzen, dann ist das nur zurückzu- führen auf die Stärkung der gewerkschaftlichen Organisationen und auf die Entschlossenheit der A r b e i t e r für die Wiederherstellung des Achsstunden- tage? ihre ganze Kraft ein, zusetzen. Dieser Kampf ist nicht gefördert worden durch die Ber- sprechungen der Parteien des Bürgerblocks. Er ist mit elementarer Raturgewalt entflammt worden durch die unge- heure Notlage der Millionen. Arbeitsloser. Und er ist geführt worden von den Gewerkschniten. Er ist unterstützt worden von der demokratischen Arbeiterpresse. Wie die Aussicht aus ein Notgesetz des Bürgerblocks diesen Kampf nicht zum Tüillstand zu bringen vermochte, so wird auch das Kompromifz, wenn es in feiner jetzigen Miß- gestalt Gesetz wird, die Forti'übrung des Kampfes nicht ver- hindern. Wie auch die'Zeschlüsse des Bürgerblocks in der Arbeits'eitfrage schsießlicki ausfallen mögen: entweder der Achsswndentag wird auf' gesetzlichem Wege als normale Höchstarbeitszeit wieder b,>rqestellt. oder der Kampf um die Wiederherstellung des A, htstundentages geht mit verstärkter Kraft auf der ganzen Linie weiter. Die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften, mit Aus- nähme der Christen, haben am Donnerstag zu dem neuen Arbeitszeit-Notgefetzentwurf der Reichsregie- rung, der noch in dieser Woche dem Reichstag zugeht, Stel- lung genommen. Die Gewerkschaften kamen dabei zu einer entschiedenen Ablehnung des Entwurfs. .Die Erklärung der Spitzenorganisationen über ihre Stellungnahme lautet: Die Vorstände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, des Gewerkschastsringes deutscher Arbeiter», Angestellten» und veamlcnoerbände und des Allgemeinen freien Angestelltenbundes erklären nach Prüfung des zwischen den Regierungsparteien vereinbarten Entwurfs eines Gesetzes zur Abänderung der Arbeitszeit- Verordnung, daß der neue Entwurf von den Gewerkschaften ebenso entschieden abgelehnt werden muß wie der am 26. Februar veröffentlichte Porentwurf. während die Gewerkschaften die Wiederherstellung des Achtstundentages fordern, begnügt sich der Regierungs» entwurf damit, die Ueberschreilung des Zehnstunden» tages einzuschränken. An den für die regelmäßige lleberschreitung des Achtstundentages entscheidenden Bestimmungen der Arbeits» zeitoerordnung will der Entwurf nichts ändern. Aber selbst die lleberschreitung des Zehnstunden- tages soll auch künstig in weilgehendem waße zulässig sein und in sehr vielen Fällen ohne vorausgegangene behördliche Genehmigung einzig von der Entscheidung des Unternehmers abHöngen. Gegenüber diesen Absichten erklären die unterzeichneten Vorstände erneut, daß es das Lebensinteresse der Arbeitnehmer und die wachsende Rot der Willionen Arbeitsloser erfordern, der ver» längerung der Arbeitszeit über S Stunden täglich mit ollen Kräften entgegenzutreten. Sie fordern deshalb die deutsche Arbeitnehmerschaft auf. der Parole ihrer Verbände zu folgen und dieLeistuag von Ucberzeilarbeik fortab aus eigenem Entschluß abzulehnen. Allgemeiner Deutscher GewerkschafisbunS. Allgemeiner freier flngestellten-öunü. Gewerkschastsring deutscher Arbeiter-, Eingestellten- und öeamtengewerkschafien. Volksprotest gegen Muckerei. Kundgebung der kulturellen Verbände wider das sogenannte Jugendschntzgesetz. Der Reichsausschuß kultureller Verbände hatte für den gestrigen Donnerstagabend eine frei zugängliche Versammlung in die ehe- maligc Hochburg preußischer Reaktion, das Herrenhaus, zum Pro- teft gegen den Gefegemwurf„zum Schutz der Jugend bei Lustbar- leiten" einberufen. Vor dichtgefülltem Saal eröffnete der Vor- sitzende des Volksbühnenverbandes und dieses Reichsausschusses Eurt Laake die Kundgebung mit der Feststellung, daß von den eingeladenen Reichstagsfraktionen nur die sozialdemokratische der Einladung ge- folgt ist. Die D e u t s ch n a t i o n a l c n haben geantwortet, daß sie ihre sachverständigen Mitglieder sofort von der Einladung unterrichtet haben. Da sich auf Anfrage deutschnationale Reichstags- abgeordnete als anwesend nicht melden, nimmt der Vorsitzende an, daß diese Fraktion hierfür sachverständige Mitglieder nicht habe. (Einmütige Zustimmung.) Ein Protesttelegramm Walter v. Molos gegen diesen Gesetz- entwurf wird unter lebhaftem Beifall verlesen. Als Hauptreferent bezeichnet Wolfgang Heine das Gesetz als einen Zwillingsbruder des Schmutz- und Schund« gefetzes, erzeugt vom Geist des Großinquisitors mit alten Hexen beiderlei Geschlechts, und beide waren nur möglich durch die Gleich- gültigkeit von Publikum, Parteien und Presse Nach der ersten Lex Külz ist dieses neue Gesetz sogar eine Vcrfassungsverlctzung. Her- Jür öie Freiheit üer italienischen Anwälte! Kundgebung deutscher Rcichstagsabgcordneter. Die unterzeichneten Rechtsanwälte, witglieder der Reichstagsfraktionen des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, der Demokraten und der Sozialdemokratischen par- l e i. sind davon überzeugt, daß der A n w a l t s st a n d seine hohen Ideale nur in voller Unabhängigkeit erfüllen kann. Sie be» trachten die Freiheit der Advokatur als ihr h ö ch st e s Gut. Den italienischen vernsskollegen. die so schwere Zeiten zu erlragen haben, versichern die Unlerzeichnelen ihre volle Sympathie. und sie sprechen die hossaung aus, daß es den italienischen Anwälten in kurzer Zeit wieder vergönnt sein möge, als freie Männer dem Ideal der Gerechtigkeit zu dienen. Dr. Bell(Z.). Dr. B o ck i u s(Z.), Dr. Ludwig H a as(Dem.). Dr. Erich Soch(Dem.). Landsberg(Soz.), Dr. Levl(Soz.). Dr. Pfleger(vayr. Vp.). Dr. Kurt Rosens eld(Soz.). Säen- gee(Soz.). vorgerufen ist es durch den„Rrigen"prozeß, in dem ein Theater- direktor und mehrere Schauspieler angeklagt wurden, weil sie(in unbestritten dezenter Weise) etwas gespielt haben, was zwar nicht unzüchtig war, aber dem etwas auf der Bühne Gespieltes zugrunde lag, was, wenn es auf der Bühne gespielt worden wäre, unzüchtig ---- jcin würde!(Stürmische Heiterkeit.) Es erfolgte zwar nicht erurteilung, aber die Bemühungen, solche Stücke zu verhindern, setzten nicht aus und haben es nun zu diesem Gesetzentwurf geführt. Der neue Strafgesctzentwurf will die Aufführung von Stücken ver- hindorn, die als Buch für unzüchtig erklärt worden ist, was bei unserer Rechtsprechung jedem Buch geschehen tonn. Man redet von Kinos und Rummelplätzen, meint aber Schnitzler und Wedckind und nach dem Gesetz kann auch die Erklärung der Darwinschen Lehr« als un- sittlich erklärt und Vorträge darüber können verboten werden. Tänze, Turnübungen, Schwimmvorführungen, selbst das Aktzeichncn, Kunstausstellungen usw. könnten verboten und verhindert werden. Ausstellungen in Läden und ihren Schaufenstern fallen gleich- falls unter dieses Gesetz, selbst die H e r st e l l u n g als unsittlich angesehener Wäsche und Kleider könnte verboten und bestraft werden. Darum schließt sich auch die Hauptgemeinschast des deutschen Einzelhandels unserem Protest an. Die auf sozialdcmokrati- schon Antrag in den Entwurf hineingekommene Schutzbestimmung gegen Mißbrauch zur Bekämpfung unbequemer Gesinnungen gibt uns nicht genügende Gewähr, denn es bliebe immer die Möglichkeit des Verbots wegen„demoralisierender Wirkungsmöglichkeit". Es wird eine Vorzensur wieder eingeführt, denn der Unternehmer kann verpflichtet werden, die Vorstellung so einzurichten, daß ste die behördliche Zustimmung erhält. Der Besuch von Vorstellungen, die als unsittlich der Jugend verboten sind, wird in der Provinz auch sehr vielen Erwachsenen unmöglich sein, da sie Rücksicht auf ihre eigenen Kinder nehmen müssen. Solche Wiederherstellung der Vorzensur widerspricht der Reichs- Verfassung, zumal das Gesetz sogar nichtöffentliche Veranstaltungen, z. B. in Freundeskreisen, trifft. Noch ernster ist es, daß dieses Ge- setz die Grundlagen des Rechtsstaates und der Republik erschüttert. Es gibt dem Betroffenen kein Rechtsmittel, es bestimmt auch die Ausführungsbchörde nicht, sondern überläßt das, wie die Regelung des Verfahrens den Lan- dcszentralbchörden. In dem ersten I a r r e s- Entwurf war wenigstens die Ortspolizeibehörde und Verwaltungsstreitversahren vorgesehen— der R e i ch s r a t hat das gestrichen! Seit dem Kriege ist der Schutz des Bürgers gegen die Bureaukratie stark abgebaut worden,-an die Stelle des ordentlichen Rechtsschutzes ist die Be- schwerde an die Aufsichtsbehörde getreten. Die Republik sollte sich darauf besinnen, daß geordnete Rechtsverhältnisse wiederhergestellt werden müssen und daß nicht durch immer neue Gesetze die Machtfülle der Bureaukratie imd die Bevormun- dung durch sie erweitert werden. Wir müssen zum Voltsstaat mit eigener Verantwortung kommen und dazu hilft dieses Gesetz nicht!(Lebhafter Beifall.)' ». Eiae Zustimmungskuadgebung Wilhelms von Scholz. des Vorsihienden der prcukischen Zlkodemicsektion für Dichtkunst, wird unter allgemeinem Beifall verlesene Professor Hildebrandl spricht für die Lehrer, die die drohende Bevormundung der Schülerbüchereien und des Bortragsweiens in den Schulen auf das cnt- fchiedenfte ablehnen. Die Pmenschait des Abg. Lic. M u m m kennzeichnet ja das Gesetz von vornherein genügend: es ist ebenso negativ wie das Schmutz- und Schundgesetz. Beide wollen den Teufel end- gültig über die Grenzen des Reiches verbannen. Boni Standpunkt der Erziehung aus ist dieses Gesetz, das von Jugendlichen redet. aber die Erwachsenen meint, unsittlich zu nennen.(Lebhafte Zustimmung.) Dr. Julius Dab wird von einigen Anwesenden, die schon vorher zu stören versucht haben, wegen des Zwischenfalls in der„Volksbühne" ankrakeelt, so datz der Vorsitzende schließlick), da seine Mahnungen nutzlos blci- bsn, mit Entfernung der Störer drohen muh. Nach und nach tritt wieder Ruhe ein und Dr. Dab kann den ewigen Gegensatz lebendiger Kunstentuicklung und rechthaberischen Dogmatismus entwickeln. Kunst ist durch sich revolutionär, sie braucht freilich nicht politische Tagesschlagworte sich zu eigen zu machen: die Kunst bringt den Menschen zur Selbstbesinnung und zum Aufwärtsftreben— darum steht die Reaktion der Kunst feindlich gegenüber, ebenso aber auch jene, die Kunst erst dann anerkennen, wenn sie die Parteipolitik dieser Leute macht.(Stürmische Zustimmung und neue Störung?- versuche.) Noch bestehen in der deutschen Republik genug Macht- Haber, die innerlich der Republik seind sind, das lebendige rcpubli- kanische Bolksgefühl wächst erst heran und die Republik darf der nicht- oder sogar antirepublitanischen Burcaukratic eine solche Ge- setzeshandhabc nicht anvertrauen.(Beifall.) Grete Ilm protestiert als Bertreterin der Schauspielerschait gegen eine erniedrigende Gefahr, welch« in diesem Gesetz die deutsche Bühne be- droht. Das Theater ist nichts ohne die volle Freiheit und kann ohne sie nicht das werden, zu dem wir Schauspieler, ihm zu werden helfen wollen. Das aber will dieses Gesetz hindern, das die Zensur in böserer Art wiederbringt. Das Gesetz will in Wahrheit die Jugend vor dem Geist, vor der Äusklörung, vor der Freiheit schützen. Das ist seine Absicht und darum bekämpfen wir es mit aller Kraft. Dieses Gesetz wird einem Kalb gleichen mit so viel Köpfen als Länder im Reich sind, aber ohne Gehirn und ohne Geschlechtsorgan.(Lebhafte Zustimmung.) Frau Jini wurde ziemlich zu Beginn ihrer Rede von der„Oppo- sition" niihverstandcn und unterbrochen, darauf plötzlich von einem offenbar irrsinnigen Mann prob beschimpft, der dann polizeilich als ein ehemaliger R i t t m c i st e r o. R o g i st e r festgestellt wurde. Professor Vosselt für die bildenden 5tüiuUer, betonte, dah die im Gesetz vorgesehene Altersgrenze von 18 Jahren gar nicht als mahgebcnd angesehen werden kann, wie denn überhaupt die Gesetzdefimiionen von„Reife" meist weltfremd sind.„Gefahren" kommen der Jugend nicht von Vorführungen und, soweit sie überall entstehen können, lassen sie sich überhaupt nicht vertilgen. Die Gefahren der II m w e l t der meisten Jugendlichen sind sozialer Natur und die Abhilfe ist nur aus sozial- politischem Wege, aber nicht aus polizeilichem möglich!(Leb- haster Beifall.) Professor Osftreich analysiert dit'e ganze Gesctzmacherei im Zeichen der Spiehermüdig- keit: diesen beiden Gesetzen wird bald das Schulgesetz folgen, das unsere Kinder zu Musterspießern, immun gegen den Geist, heran- ziehen iall. Die unaufhörliche gesetzgeberische Notstandsarbeit läßt gar"eine Republikaner heranwachsen, denn überall stehen die als Repubsikaner verkleideten Erzfeinde der Republik. Das sind Vor- raisgeleg», die man anwenden will, wenn es gilt, wirkliche Repu- blikaner bei passender Gelegenheit abzumurksen. Deshalb kämpfen wir, sonst verschiedener Richtung, gemeinsam gegen jede Vernieh- rung dieses Vorratsarsenals. Den Hauptkamps zu führen steht uns noch bevor und da wird es mehr Treue als Schlochtgeschrei brauchen. (Großer Beifall.) Die Kundgebung schloß»ach dem üblichen Kommimistenradau mit der Annahme folgender Entschließung: „Das im Reichstag zur Beratung stehende Gesetz zum Schutze der Jugend bei Lustbarkeiten hat in weiten Kreisen des Volkes starke Beunruhigung hervorgerufen. Der vorliegende Eni- wurs, der unter dem V o r w a n d e des Schutzes der Jugend ein Zensurgesetz schaffen will, rechtfertigt in der Tat den Wunsch, daß dos Boll vor dieser Art Jugendschutz geschützt werde. Ohne den vorgeschützten Zweck auch nur im entferntesten erreichen zu können, bedeutet der Entwurf eine schwere Schädigimg zahlreicher wirtschaftlicher Interessen und eine gefährliche Bedrohung der palt- tischen, geistigen und kulturellen Entwicklung unseres Landes. Die Versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen den Versuch, auf Schleichwegen die in der Verfassung garantierten Freiheiten zu zertrümmern und durch Annahme des vorliegenden Gesetzes einen Zu st and der Unfreiheit und Rcchtsunsicherheit herauszubeschwören, der Deutschland zu einem Gespött in der ganzen Welt machen würde. Die Versammlung verlangt deshalb, daß das Gesetz, das in seiner jetzigen Fassung unerträglich ist, vom Reichstag abgelehnt wird." Maiwaklen in Mecklenburg. Die Auflösung des Landtages beschlossen. Schwerin, 3t. März.(MTB.) Im Laadlag wurde heute der Geselzenlwurs über die einstweilige Regelung der Führung des Slaalshausholts für 1927 angenommen und damit zugleich die Auflösung des Londlages am 12. Juni beschlossen. Die Rcuwahlea sind auf den 22. Mai d. I. angesetzt worden. ❖ Die Kommunisten haben es erreicht. Sie haben Arm in Arm mit den Deutsch nationalen die Mecklen- burger Linksregierung gestürzt. Sie haben jedoch nicht ver- hindern können, daß die Linksregierung noch vor der Auf- lösung die für das Land notwendigen Gesetze verabschiedet hat. Die Rolle der Mecklenburger Kommunisten ist erbarm- lich. Als am 24. März die Kommunisten mit dem Auflösungs- antrag gemeinsam mit den Deutschnationalen vor den Land- tag traten, erklärte Genosse M o l t m a n n vor dem Landtag: Dieser Landtag ist nach hartem Wahlkampf zustande gekommen. Wir haben versucht, in diesem Landtag Positives für dos schaffende Volk zu leisten. Das ist auch in vielen Fällen gelungen. Wir fragen uns: Ist es wirklich zweckmäßig, jetzt den Landtag aufzulösen? Wir waren anfangs überhaupt nicht für eine Landtagsauslösung zu haben, weil wir glaubten, daß auch die Kommuni st en den Wert dieser Regierung erkennen würden, daß auch sie schließlich vernünftig würden. Wir haben uns in dieser Annahme getäuscht. Das Steuergesetz, das von der Regierung vorgelegt ist, hat an sich zweifellos eine Mehrheit im Landtag. Und zwar von den Demokraten bis zu den Kommunisten. Diese? Gesetzentwurf ist für die kleine Bevölkerung von un- geheurer Bedeutung. Und nun sollen wir den Laadlag auflösen? Dem Landtag liegt ein Gesetz vor, den Wohnungsbau ungeheuer zu beschleunigen. 20000 Wohnungen sollen ge- baut werden. Und nun sollen wir den Landtag auslösen? ' � Ich bin überzeugt, daß die kommunistischen Abge- ordneten hier im Landtag bereit sein würden, die Politik der Regierung zu unterstützen. Aber die Zentrale in Ber- lin verhindert das. Ich bin von Leuten, die den Kommunisten nahestehen, bei Versammlungen gefragt worden: „Wie ist diese Politik der Kommunisten überhaupt möglich? haben sie von den veutschnalioaaleu vlelleichl Geld bekomme»?� So ist die Stimmung im Lande. Angesichts dieses Blödsinns der Kommunisten find wir leider nicht mehr in der Lage zu regieren. Wevu sich die Reaktion mlk den Kommunisten verbindet, dann müssen wir im Landtag unterliegen! Wir sind deshalb bereit, den Landtag aufzulösen. Aber wir müssen verlangen, daß der Staatsbetrieb nicht g e st ö r t wird. Bedeutende Mittel sür Bauzwecke stehen im Plan. Die Mittel für die Landarbeiterwohnungen müssen sofort zur Verfügung gestellt werden. Das Bauen muß jetzt beginnen. Das Steuergesetz der Regierung Branden- stein muß mit dem 1. April geändert sein, wenn nicht die Bevölkerung die Branden st ein-Steuern weiterzahlen soll. Vor der Auflösung muß das Steuergesetz so oder so erledigt werden. Genau so ist es mit dem Wohnungsbau. Das Gesetz muß vor der Auslösung erledigt werden." Die arbeiterfeindliche Haltung der Kommunisten ist durch diese Ausführungen gekennzeichnet. Sie werden bei den Wahlen die Quittung erhalten! Sozialdemokratie und Sporerbunö. Dr. Best und der Sparcrbund sprechen der Sozial« demokratie ihren Dank aus. Bei den letzten Reichstagswahlen hatten die Deutschnationalen die Erhaltung ihres Besitzstandes nur dem Kniff zu verdanken, daß sie den anerkannten Führer der Sparerbewegung. Dr. Best, an aussichtsreicher Stelle auf ihren Reichswahworschlag setzten. Sie erweckten damit und mit zahlreichen Wahlkundgebungen den An- schein, als ob sie vollkommen mit den Aufwcrtungsbestrebungen des Deutschen Sparerbundcs einverstanden seien. Kaum war Dr. Best als Abgeordneter in den Reichstag einge- zogen, da rückten die Deutschnotionalen von ihm ab und oerrieten die Sparer. Da Dr. Best aber als Mitglied des Aufwertungsaus- schusses auf die Vertretung seiner Ucberzeugung nicht verzichten wollte, entzog ihm die deutschnationale Fraktion seinen Sitz im Ausschuß. Darauf schied Dr. Best aus der deutschnationalen Fraktion aus und prangerte ihr verräterisches Verhallen in der OeffenUichkell scharf an. Um dem genauesten juristischen Kenner der Aufwertungsfragen die Möglichkeit zu geben, seine Ansichten im Ausschuß zu vertreten, räumte damals schon die Sozialdemokratie Herrn Best einen ihrer Sitze im Auf- wertungsauoschuß ein. Als die Völkische Arbeitsgemeinschaft, der Dr. Best später als Hospitant beitrat, ihn selbst in den Ausschuß delegierte, fiel der Ausschußsitz Dr. Best? wieder an die Sozialdemokratie zurück. Nun hat sich die Völkische Arbeitsgemeinschaft gerade in dem Augenblick aufgelöst, in dem die Aufwertungsfrage im Rcchtsousschuß des Reichstages aufs neue zur Beratung gelangt. Dr. Best wäre also jetzt wieder außerstande, an diesen Beratungen teilzunehmen, wenn ihm nicht eine andere Fraktion einen Sitz zur Verfügung stellte. Die sozialdemokratische Fraktion hat ihm einen ihrer acht Sitze ohne jede Bindung für die Dauer der Beratung der Aus- wertungsfrage eingeräumt. Für dieses Entgegenkommen spricht Dr. Best der Fraktion in einem Schreiben vom 30. März seinen Donk aus. Er betont, daß ihm durch Gewährung eines Sitzes im Rechtsausschuß ein n a m- hafter Dienst erwiesen sei und fährt fort: „Für die hochherzige Tat beehre ich mich, der Fraktion hier- durch meines herzlichsten Dankes zu versichern." Ebenso sagt der Vorstand des Deutschen Sparer- b u n d e s in einem an unsere Reichstagsstraktion gerichteten Schreiben:„Wir verfehlen nicht, Ihnen für Ihr Entgegenkommen zugleich auch im Namen der von uns vertretenen geschädigten Sparer, Reut- ner und Gläubiger unseren verbindlichsten Dank aus- zusprechen." Deutsch-französisches Abkommen. Das Handelszusatzabkommen in Paris unterzeichnet. Paris, ZI. März.(TU.) Das Zusatzabkommen zn dem vorläufigen Handelsabkommen und den wirischafllichea Berelnbarungen zwischen Deutschland und Frankreich ist heute abend 7.45 Uhr am Dual d'Orsay von dem deutschen Lotschasler, Herrn v. h o e s ch, dem französischen Außenminister B r i a n d und den» französischen handelsministcr Botanowjki unlerzeichnek worden. Die Flucht aus dem völkischen Lager. Die völkischen Landtags- abgeordneten Stock und Kaiser, die ihrer Partei, wie viele ihrer Kollegen vom Reichstag, kürzlich den Rücken zugekehrt haben, sind von den Deutschnationalen als Gast in ihre Fraktion aufge- nommen worden. Venn ER reiste. Weih man eigentlich noch, was ein Monarch ist? Selbst bei Republikanern ist die Erinnerung bereits im Berblassen. Wir ver- gessen ja soviel und so schnell. Da ist vielleicht eine deutliche, positive Rückerinnerung ganz angebracht, wenn sie auch nur einen einzigen, winzigen Zug des monarchischen Klimbims und Drum- herums widerspiegelt. Vor uns liegt ein stattliches Heft mit dem . pompösen Titel:' Preußisch hessische Staateisenb ahnen. Borschrisleu bei Reisen allerhöchster und höchster Herrschaften. (R. A. u. h. h.) gültig vom 1. April 1Ü09. Diese amtlichen Vorschriften umfassen auf 21 Druckseiten nicht weniger als 94 Einzelbestimmungen. In der Erkenntnis, daß dies für den Kopf eines gewöhnlichen Eisenbahners zuviel des Guten sein könnte, ist im Anhang noch ein vierseitiger Auszug der„wich- tigsten" Paragraphen beigefügt. Lieft man die Bestimmungen durch, so erhält man«inen Vegrisf, wie eine gewöhnliche Prioatreise nicht etwa nur Seiner Majestät, sondern auch irgendeines x-beliebigen Prinzen in dem gesamten Veamtenapparot eine Aufregung hervorrufen mußte, wie ungefähr der unerwartete Transport einer kriegsstarken Division. Was mußte nicht alles beachtet, woran nicht gedacht, was veranlaßt werden, um gemäß Ziffer 2„die Reisen mit der größtmöglichsten Sicherheit, Pünktlichkeit und Bequemlichkeit durchzuführen." An all« von der Reise berührten Stationen hatte sofort Meldung zu ergehen, aber nicht nur an diese, sondern auch an sämtliche Orts- Polizeibehörden und jedes am Stationsort befindliche oberste Militär- und Martnekommado. Kein überflüssiges Geräusch, kein Anrucken des Zuges, keine Erschütterung auf krümmungsreichen Strecken durfte die Ruhe der höchsten und allerhöchsten Herrschaften beeinträchtigen. Der gesamte Güterverkehr mußt« angehalten werden, wenn aus ihm auch nur dt« geringste Gefahr sür den Hoszug erwachsen konnte. So bestimmt z. D. Nr. U: „Bei Reisen Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten dürfen Züge mit verschiebbarer Ladung dem Hofzug auf freier Strecke nicht begsgne n." Besonder« Fahrpläne und Dienstordnungen mit genau fpeziaii- sierten Einzelheiten, deren strengste Gehe! ni Haltung ausdrück- � lich besohlen wird, waren für jede Fahrt einzeln anzufertigen. Wehe dem Eisenbahner, der zu schwere Stiefel trug! Sagt doch Nr. 39 ausdrücklich;___ „Alle Dienstverrichtungen sind möglichst geräuschlos auszuführen. Das Betreten der Wagendecken darf nur mit b e- sonderer Behutsamkeit geschehen.. Der Lokomotio- führer hat den Gebraiich der Dampfpfeife auf das ge- r i n g st e M a ß zu beschränken." Und Nr. 40 ordnet zur Bequemlichkeit der'„höchsten" nnd „Allerhöchsten" weiter an: „Weichenkrümmungen und gekrümmte Glcisltrecken. hinter denen eine Gegenkrüimnung folgt, sind so langtam zu durch- fahren, daß dabei Stöße und heftige Schwank ungeit vermieden werden." Furchtbarer Gedanke, daß Wilhelm gerüttelt wie ein ganz ge- wöhnlicher Sterblicher durch die Kurve kommen könnte. Eue weitere Bestimmung macht es dem Lokomotivführer zur Pflicht, den Zug auf End- und Zwischenstationen„genau an der richtigen Stelle zum halten zu bringen". Dabei ist den Ver- sassern der Vorschriften etwas Entsetzliches passiert: Dieser Punkt war nämlich bei Tage durch einen Beamten oder Arbeiter„m i t der entfalteten roten Fahne" zu bezeichnen. Ob sie den 9. November vorausgeahnt haben, an dem die entfalteten roten Fahnen Wilhelm an der richtigen Stelle zum halten, aber auch zum Verschwinden mit beschleunigter Fahrt brachten? Aber diese„richtige Stelle" tst ein äußerst wichtiger Moment in der Rcgierungstätigkeit. Deswegen sind ihr nicht weniger als vier Paragraphen gewidmet. Besonders sorglich beschäftigt sich Nr. 42 mit ihr: „Damit die Stationen diesen Punkt im voraus bestimmen können, ist ihnen die Entfernung von der Mitte der Tritte zum Besteigen des Führerstandes der Lokomotive bis zu der Aussteigetür des von den Allerhöchsten oder höchsten Herr- jchoften benutzten Wageng in Metern und Z e n i i m e t e r n(!) telegraphisch mitzuteilen, z. B.„Entfernung vom Führer- stand bis Aussteigetür 61 Meter 40 Zentimeter." Wir stellen uns im Geist die Katastrophe vor, wenn ein sttum- seliger Zugbeamter um 30 Zentimeter falsch gemessen hatte. Aber das kam sicherlich nicht vor. Naseweise vulgäre Züge, die kühn genug waren, den„Aller- höchsten" zu kreuzen, ihm zu begegnen oder gar— man steht daraus. welche Freiheiten die Monarchie gestattete— ihn zu überholen, durften die Frechhest denn doch nicht zu weit treiben. Sie hatten nach Nr. 46 „Qualmen der Lokomotive, sowie das geräufchvolle oder die freie Aussicht behindernd« Dampfblasen nach Möglichkeit zu ver» meiden." Leider fehlt die Bestimmung, wie die Lokomotive Ehrenbezeu- gung macht, etwa durch Anlegen des rechten Vorderrades an den Schornstein...! 04 Paragraphen dieser Art, etwa das Dreifache an Umfang dessen, was das Bürgerlich« Gesetzbuch dem Dienst- und Arbeits- vertrag an Bestimmungen widmet. Ein unvergängliches Dokument monarchischer Kulturl Das Theater-Umfteigedillet. In der neuen Theatersailon wird der Kartenvertrieb aus eine ganz neue Basis gestellt werden. Die Theaterleiter der meisten Berliner Bütznen sind übereingekommen, die Eintrittspreise mög- lichst gleichförmig zu staffeln und ihren Besuchern die Möglichkeit zu geben, an ein und demselben Abend das Theater zu wechseln. So grotesk dieser Plan auch klingt, im Theaterkartenoertrieb «ine ähnliche Organisation auszubilden, wie sie die Berliner Ver- kehrsunternehmungen vor wenigen Tonen eingeführt haben, so sehr ist der Gedanke zu begrüßen. Wer für sein schönes Geld sich den Genuß einer Theatervorstellung verschaffen will, muß auch die Mög- lichkeit haben, je nach Geschmack auf seine Kosten zu kommen. Die übliche Theaterkritik bietet aber dem normale» Theaterbesucher be- tanntlich keine Sicherheit, ob auch der Abend seinen Erwartungen entsprechen wird. Im Gegenteil, die Zuschriften an die Redaktionen beweisen, daß der Kritiker nicht selten entgegengesetzter Meinung ist wie die Mehrzahl der Theaterbesucher. Gefällt dein einen oder dem anderen die Vorstestung nicht, so lsat er nach dem neuen Plan die Möglichkeit, sich noch an anderer Stelle die erwarteten Genüsse zu beschaffen. Leider aber scheint der begrüßenswerte Gedanke durch die töricht« Form der Ausführung zu einer albernen Farce umgebogen zu werden. Es haben sich dem Plan die Staatstheater, die Skala, der Wintergarten, das Kabarett der Komiker, die Volksbühnen, die Reirrhardt-Barnowski-Robert-, die Sallenburg-Bühncn und das Rose-, das Trianon-, das Kleine Theater, das Groß« Schauspielhaus, das Theater in der Kommandantenstraße und der Zirkus Busch an- geschlossen, während das Casino-Theater sich noch nicht entschlossen zu haben scheint. In bedauerlicher Ueborheblichkeit wollen nun die Staatstheater einen Uebergang von einem ihrer Häuser in die Skala oder in den Wintergarten nicht gestatten, während das Um- steigen von den Variteebühnen zu sämtlichen übrigen Theatern mög- lich und sogar erwünscht ist. Aufs schärfste ist dagegen zu protestieren, daß die Staatsthcater das Äunstbedürinis nach einer bestimmten Ricktung hin zu mono- polisieren versuchen. Gerade die nervenaufpeitschenden Vorführun- gen der vom Intendanten Jesiner bevorzugten modern-revolu- tionären Dramatik(„Andacht zum Kreuz" usw.) lassen eine Eni- spannung des Theatergastes in einer Varieteöbühne durchaus wünschenswert erscheinen. Wir wollun hassen, daß sich die maß- gebenden Stellen noch rechtzeitig eines Besseren besinnen, damit der große Gedanke einer Derbreiterung dc-s allgemeinen KunstverstSnd- nisses nicht vor der Durchführung zers chlagen wird. Erich Forste« lieit am 2. Zlprü, aber. M 8 vbr, im Plenarsaal be< Herrenhauses unter dem Protektorat de» österreichischen Gesandten zu- Künsten rotleidender österreichischer.ttünftler. Da» Pcoaramm de» Abend», der in Vcrbinduna mit dem Verband Deutsliier Erzähler veranstaltet wird, vmsaxt vorwiegend Dichter der Zeit. Diee IDiltlchek, Biktoiiastr. 2. er ö Piet orn 9. Rtnil eine An»- steLui.g von Öclbilvern und Zeichnungen vor. Joachim!>i i n g e I n a i> und C b i ch i o Hallet, tiiictchjcilig wird' jlin(iclnfl6 an melneien Nach« Mittagen neue und alte Gedichte in der Gale rie zum Vortrag bringen. D« Kunstsalon ktirzet-Sponier, Schillflr. S, stellt im April Arbeiten von Frau Annemarie Kruse von Jakimor» aus. Di« Ausstellung tst täglich von 10-6 Uhr geöguet. poiizeiöebatte im Lanötag. Jnnenminiftcr Grzcsinski gegen die Hakcnkreuzler. Dcr Landtag erledigte am Darinerstag zunächst neben kleineren Vorlagen in crficr und zmetfer Lesung die Verlängerung des jelzt geltenlen Echligpolizeibcamtengesestes bis zum 1. Oktober 1927. Die oein Abg. Müller�nnnover(Sbz.) bcairtragle so» sortigc drikte Lesung scheiterte am Widerspruch der Kam- munisten. Än der sortgesetzten Debatte über den I n n e n e t a t tPolizet- fragen) ergriff nach Ausnihnrngen des Abg. Schwenck-Oberhausen (Wp.) und nach maßlosen antisemitischen Hetzreden des Abg. Körner begreifliche Vorgehen der jetzigen Regierungsstellen auf eine unbegründete Angst vor neuen Umsturzversuchen, der durch den Ianuarputsch aus der Regierung verdrängten Linksparteien zurückzuführen sei. Man hasse, durch derartige Terrormaßnahmon alle etwa gehegten Putschpläne von vornherein zum Scheitern bringen zu können und durch die Erschießung von einigen„Ver- dächtigen" abschreckend zu wirken. Jedenfalls ist man in Kownoer unterrichteten Kreisen davon überzeugt, daß für die dem Feldgericht zugeführlen jungen Leute äußerste Gefahr besteht. wenn es der öffentlichen Meinung Europas nicht noch im letzten Augenblick gelingt, der litauischen Regierung zum Bewußtsein zu bringen, daß es Grenzen der Gesittung und der Gerechtigkeit gibt. die niemand ungestraft überschreiten darf. Falls die Polizei sich weiterhin weigern sollte, Gründe für ihr Vorgehen zu nennen, damit sich die Verhasteten dazu äußern können, und wenn matt einer Verhandlung vor einem ordentlichen Gericht ausweichen sollte, dann kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die jetzige Regierung durch präventiven Terror jede denkbare Opposition gegen die durch einen Gewaltakt ans Ruder gekommene Regierung unter- drücken will. Neue Kämpfe in Marokko. Verlustreiche spanische Schlappe.- Pari». 31. März.(Eig. Drohtbericht.) In der Gegend von Laroche sind seit einigen Tagen neue heftige Kämpfe zwischen Marokkanern und spanischen Truppen im Gange. Di« Spanier sollen«ine schwere Schlappe erlitten und gtgen 4 0 Tote, darunter 4 Offiziere, eingebüßt haben. Tschitscheri» hat am Dounerstag auf der Durchreise von W i e-- baden nach der Azurküste Straßburg passiert. Er wird sich zur Kur in der Nähe von Nizza aushalten. Die Antwort des Magistrats. Auf dem Wege der Besserung. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin schreibt uns: „Zu dem Artikel„Der Magistrat gegen die Arbeiter" in der heutigen Morgenausgabe teilt das Tarifocrtragsamt mit: Die Lohnfrag« ist vom Magistrat bereits beraten. Die Ent- s ch e i d u n g ist jedoch ausgesetzt bis zur Klärung der Frage des Finanzausgleichs. Zu der Einführung des Achtstundentages bei den städti- schen Gaswerken ist zu sagen, daß bis jetzt erst ein Schiedsspruch des gesetzlichen Schlichtungsausschusses Groß-Berlin vorliegt. Die Abstimmung der Belegschaften steht noch aus, ebenso die Stellung- nahm« der Direktion der Gaswerke. Das Landesarbeitsamt Berlin erklärt: Die Auffassung, daß der Magistrat den Beschluß gefaßt habe, zum 1. April 1927 sämtliche Notstandsarbeitcr in Berlin zu entlassen, trifft nicht zu. Es trifft lediglich zu, daß die vom Oberpräsidenten ausgestellten Anerkennungen am 31. März 1927, d. h. am Schluß des chaushaltjahres programmäßig ablaufen. Es find jedoch für alle diejenigen Arbeiten, die bis zum 31, März 1927 nicht beendet wer- den konnten, neue Anträge beim Oberpräsidenten gestellt worden. Die Ausstellung der neuen Anerkennungen ist in aller- nächster Zeit zu erwarten. Der Magistrat hat daher vorsorg- lich bereits an sämtliche Notstandsarbeiten ausführenden Stellen die Weisung ausgegeben, daß auf keinen Fall. Notstands- arbeiter zu entlassen sin d." * Um die Mitteilungen des Landesarbeitsamts der Stadt Berlin vorwegzunehmen, bemerken wir nur ganz kurz, daß wir uns selbst- verständlich freuen, wenn der Magistrat nunmehr die Weisung er- teilt hat, keine Notstandsarbciter zu entlassen. Wir wollen annehmen, daß dann auch die angekündigten Entlassungen, die dieser Weisung vorangingen, wieder rückgängig gemacht werden. Wenn der Magistrat zur L o h n f r o g« der städtischen Arbeiter mitteilen läßr, daß diese im Magistrat beraten, die Entscheidung jedoch auegesetzt worden sei, dann bestätigt der Magistrat unlere Mitteilung. Diese fortgesetzte chinausschiebung der Entscheidung recht- fertigt der Magistrat mit dem chinwcis auf den F i n a n z a u s- gleich. Damit ist aber den städtischen Arbeitern nicht geholfen. Damit ist vor allen Dingen die Frage des Finanzausgleichs im Haushalt der städtischen Arbeiter nicht gelöst. Die städtischen Arbeiter, die sür den Haushalt der Stadt Berlin große Ueberschüsse herausschinden, haben ein Recht daraus, daß man ihnen endlich den geforderten bescheidenen Lohnausgleich b e- willigt. Zu der Frage des Achtstundentages ist die Antwort des Magistrats wirklich erstaunlich. Der Magistrat weiß also noch nicht, wie die Belegschaften darüber denken und welche Stellung die Direk- tion der Gaswerke einnimmt! Zur Aufklärung des Magistrats teilen wir mit, daß die Forderung des Achtstundentages für die Schichtarbeiter von den Belegschaften ausgeht. Wir teilen ihm weiter mit, daß die Direktion der Gaswerke gestern bei den direkten Verhandlungen mit den Vertretern des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes die Erklärung abgegeben hat, daß sie ab 11. April auch sür die Schlchlarbeiier den Achistundeniaz ver- sucheweise einführen werde, sich aber ta'iflich nicht festlegen wolle. In der L o h n f r a g e erklärte die Direktion der Gaswerk«, daß sie keinerlei Anerbieten machen könne, weil sie nicht wisse, wie der Magistrat dazu steb.e! Wir wollen hoffen, daß der Magistrat in seiner neuen Antwort an uns der Direktion der Gaswerke nunmehr auf diesem etwas ungewöhnlichen Wege mitteilt, wie der Magistrat zur Lohnfrage steht. Die städtischen Arbeiter können sehr leicht aus diesem doppel- seitigen Fragespiel zwischen Magistrat und Direktion der Gaswerke den Eindruck gewinnen, daß man sie an der Nase herumführt. Wir wollen gern annehmen, daß dieser Eindruck ein falscher ist, daß im Magistrat nur die Entschlußkraft fehlt, rechtzeitig die notwendigen und unvermeidlichen Entscheidungen zu treffen. Alles in allem scheint man im Magistrat einzusehen, daß man sich auf falschem Wege befindet. Man kann sich aber noch nicht entschließen, rechtzeitig umzukehren. Man ist auf dem Wege der Besserung: man wehrt sich aber noch dagegen, gesund zu sein._ Tarif in der sächststben Metallinöuftrie. Achtstundentag. Zuschlag für Ucberstundcn, Lohnerhöhung. Dresden. 31. März.(Eigener Drahtbericht.) heute nachmittag wurden die schon seit längerer Zeil dauernden Verhandlungen zwischen dem Metallarbeiterverband und dem Verband sächsischer Melallindustrieller über den Tarif für die sächsische Metallindustrie mit Ausnahme von Leipzig, wo eine besondere Vereinbarung bereits getroffen ist. Im Sächsischen Arbeitsministerium durch Schicds- spruch eines frei gewählten Schiedsgerichtes bc- endet. Der Schiedsspruch über die Arbeitszeit sieht d i c 48-Stunden-Moche vor; eine Verlängerung der Wochsn- arbeilszeit ist unzulässig, während bisher die wöchentliche Arbeitszeit bis zu SZ Stunden verlängert werden konnte. Ueberstunden bleiben natürlich möglich, es mutz aber hierfür ein Zuschlag gezahlt werden. Die Ferien sind von S aus 6 Tage verlängert worden. Während bisher für die Ferien nur der Grundlohn gezahlt werden mutzte, mutz in Zukunft für die Ferientage der Grundlohn plus 10 Vroz. gezahlt werden. Damit ist der Zustand von 1925 wieder hergestellt. Der Lohn wird um 6 Pf. pro Stunde erhöht, das sind für Dresden S.7 Proz. Die Parteien haben bis zum 7. April mittags 12 Uhr die Erklärung abzugeben, ob sie diesen Schiedsspruch an- nehmen oder ablehnen. » Dieser Schiedsspruch lehnt sich eng an die Vereinbarung für Leipzig an. Wesentlich daran ist, daß dadurch die willkürliche Anordnung von Ueberstunden trotz technischer Möglichkeit von Neu- einstellungen unmöglich gemacht ist. Die Lohnerhöhung ist zwar ungenügend, aber immerhin nicht unbeachtlich. Es ist anzunehmen, daß beide Parteien schließlich diesem Kompromiß zustimmen werden. Nun ist die Reihe an Berlin! Noch kein NbfcMuß mit der Reichsbahn. Die Hauptverwaltung überlegt. Die Verhandlungen zwischen den Tariskontrabenten der Reichs- bahn über die Lohn- und Arbeitszeitirage führten auch am Donnerstag noch zu keinem Ergebnis. Die Vertreter der Organi- sationen brachten angesichts der wenig verständlichen Haltung der Reichsbahn sehr energ'sch ihr Befremden über den bisherigen negativen Verlauf der Beratungen zum Ausdruck. Die Vertreter der Rcichsbnhn-Hauptverwaltung haben darauihin vorgeschlagen, am M o n t a g v o r m i t t ag die Verhandlungen fortzusetzen, weil es erst bis dahin möglich sei, den Orgonisakionsvertretern andere Vor- schlüge zu unterbreiten. Es ist wirklich erstaunlich, wie man es in der Hauptverwaltung der Reichsbahn noch nicht einmal fertig- bringt, zu den längst bekannten Tatsachen Stellmi""i nehmen. Da die Verhandlungen noch zu keinem positiven Ergebnis führten, einigte man sich auf eine Zwijchcnregelung in der Form, daß die tariflichen Bestimmungen vorläufig noch kurze Zeit bis zum Abschluß der Verhandlungen weiterlaufen. l)ie öeweguna in der Textilindustrie. Neuer Manteltarif für Wcftsachsen und Thüringen. Die Verhandlungen über den Manteltarisvertrag für die Textil« industrie Wesksachsens und Ostthüringens find zum Abschluß go- kommen. Der Manteltarif sieht hinsichtlich der Ferien eine bedeutende Aenderung und Klärung vor. Es erhält jetzt jeder Arbeiter und jede Arbeiterin sechs Tage im Jahre Ferien, wenn sie am letzten Werktag vor dem 1. Mai im Betrieb waren. Auch das Schlichtungswesen ist'N neue Formen gegossen worden, so daß neben den Verhandlungen im Betriebe nunmehr der Taris- ausschuß und, falls dieser eine Einigung nicht erzielt, derselbe Taris- ausschuß mit einem unparteiischen Vorsitzenden unter Aus- schluß des Rechtsweges endgültig entscheidet. Für alle Streitigkeiten, die aus dem Manteltanf oder anderen gemeinsamen Abkommen entstehen, entscheidet ein zentrales Schieb»� g e r i ch t mit einem unparteiischen Vorsitzenden. Dem zentralen Schiedsgericht ist die Verhandlung von einzelnen Fragen aus den Lohntarifen entzogen, ebenso gilt es nicht als Berusungsinstanz. Eine Konserenz aller Gewerkschaften, die dem neuen Mantelvertrag unterstehen, billigte die Haltung der Verhandlungskommission. Der Manteloertrag gilt, mit Ausnahme der ÄrbeitÄZkit, die besonderer Vereinbarung unterliegt, bis zum 39. November 1£I28. Die Manteltarifoerhandlungen f ll r Hstfachsen, die am Mittwach in Dresden vor dem Schlichter stattfanAkn, mußten ergebnislos abgebrochen werden. Sie werden am 8. April abermals in Dresden vor dem Schlichter fortgeführt. Um die Entlohnung der Kraftdrofchkcnführcr. Wie wir bereits vor kurzem mitteilten, war für die Chauffeure- in den Berliner Kraftdroschken-Großbetriebcn ein Schiedssvruch gefällt worden, der für die Fahrer einen Garantielohn von 2 M. pro Tag und 25 Proz. der Bruttoeinnahme festsetzt. Für die I n n u n g s b e t r i e b e war vom Verkehrsbund das seit dem 1. Januar dieses Jahres bestehende Lohnabkommen gekündigt und eine Lohnerhöhung gefordert worden. Hier wurde am Montag ein Schiedsspruch gefällt, der die Löhne in den Innungs- betrieben genau so festsetzt, wie es der Schiedsspruch für die Groß» betriebe vorsieht. Während der Verkehrsbund beiden Schieds- svrüchen zugestimmt hat, ist von den Unternehmern der Großbetriebe, in denen die Löhne bisher�noch nicht tariflich geregelt waren, der für ihre Betriebe gefällte Schiedsspruch abgelehnt worden. Zu dem Schiedsspruch sür die Innungsbetriebe steht die Stellungnahme der Unternehmer noch aus. Der Verkehrs- bund hat die Derbindlichkeitserklärung des Schieds- spruches für die Großbetriebe bcaniragt und wird das gleiche auch bei dem Schiedsspruch für die Innungsbehüebe beantragen, wenn er von diesen Unternehmern auch abgelehnt werden sollte. Taouna ües Internationalen firbeitsomtes. Genf, 31. März.(Eigener Drahtbericht.) Der Derwaltungsrak des Internationalen Arbeitsamtes beriet am Donnerstag in zwei Sitzungen den Geschäftsbericht des Direktors. Der Vorschlag, in Zukunft den Regierungen nicht nur schriftlich, eignete Beamte des Amtes auch mündlich jede klärung zur Beschleunigung der der Arbcitszeitobkommen geben zu auf einigen Widerspruch bei der Arbeitgebergruppe, wurde jedoch angenommen. Die Frage der Ratifikation des Arbeiiszeit- abkommen? kam ebenfalls kurz zur Sprache, indem der englische und kanadische Arbeiteroertreter den englischen Regierungsvertreter daraus hinwiesen, daß England nunmehr der Houpwerzögerer der Ratifi- kation des Washingtoner Abkommens geworden sei. In den achtgliedrigen Sachoerständigenausschuh sür die Aus- arbeitung von Leitgrundsötzen zur Prüfung der Berichte der Regierungen über die Durchführung der Arbeitszeiiabkommen wurde auch der deutsche Verwaltungspräsident von N o st i z gewählt. Die Arbeitergruppe hatte für diesen Ausschuh keinen Äorschlag gemacht. sondern durch ge- gewünschte Auf- Ratifikation lassen, stieß zwar Lohnerhöhung in der Uhrenindustrie. Freilmrg i. Dr.. 30. März.(Mtb.) In Donaueschingen fanden gestern nachmittag Lohnverhandlungen der deutschen Uhrenindustrie statt, da die Arbeiter den Tarif für den 1. April gekündigt hatten. Es wurde ein neues Lohnabkommen mit Wirkung bis zum 31. März 1928 getrosfen. Danach erhöhen sich die bisherigen Stundenlöhne ab 4. April dieses Jahres in der Spitze um 5 Ps. und die Akkordsätze um 4 Proz. Ab 1. Oktober trü eine weitere Erhöhung mit 2 Pf. in der Spitze und des Akkordsatzes um 2 Proz. ein. Iugeadgruppc de« ZdÄ. Heu!« abcr-d 7 Vi Uhr finde» fvlaendc Vera». lialrung.'n starr.- TLdwcst: Jugendheim?cUa-All ance-Str. 7—10, Srunp�n. vcsPreMung.— Zpand-U! guaendheim Lindenufcr I, Eruppenbtsprechuich.— besprechung.— Weddirg 1: Jugendheim Stadtbad Wcdding, gierichtstr. 63— 60. .«iciinbcsprcchung. 3ieUiff:on:„Unser- Arbeit als Iunagewerls-baUI-r in den Betrieben."— geppclinplatz: Zugendheim Turiner, Ecke Sc-stragi(Eingang Turiner Straße). Seimbcsvrechung und Lescabend. Bcrantmartlich titr Politik: Victor Eckisi: Wirtsckiaft: G. klingelhöser: Seweekilhaftsbeweauna:?riedr Edkorn: iZeulNeton: K. K. Dltcher: Lokale» und Sonstiges: Ariß Aarstödt: Anzeigen: Th. Stocke; samtlich in Berlin Verlag: Vormärts-Verlag G. m. b. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Lerlagsanstalt Bau! Singer u Eo.. Berlin SW 68. Lindenstraße g. dierjn 3 Beilegen und„Unterhaltung und Wissen". WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Abt Frische Blumen (nur Leipziger Straße) Dahlien Vle,e FÄ 45*. Wild. Wein siaude 75* Efeu....... Topi 90 pf. Balkonkästan»" wUdem � bepj££ 7 m BlUtenstauden Ver if}melnnich2�Taiuend- tchön, Anriffeln, Nelken, SiiefmüttercfaeD,< Veüdien. S aude 1 � Pf an Frisches Fleisch Schmorfleisch"■"■"*"%%% Suppenfleisch........... ptund Kalbskamm............. Kalbsnierenbraten..... ptund Schweinebauch" Racken' Schweinekamm u. Blatt«und Kaßler, Speer u. Kamm*>».<* Liesen w. 75*. 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Hering ,B 68* 1921 Neumagener Engelgrube ��'x�-iivo'ih�if 1.20 1.35 1.60 1.90 Konfektmischung pfd 25* Obst, OcmUsc, Fiel»di und Ftsdie werden«.«y*»«-----ff 1924 Niersteiner Oomtal von und biumi?...... 1922 Neumagener Rosengärtchen ong-Abf. mit Korkbrand vom Trierer Cymnasium, etwas sprilzlg, pikant 2.40 1921 Liebfraumilch feine ah............... 2.60 1922 Ingelheimer Rotwein"ebiich.......... 1.30 1922 Chftt. Cap de Haut bestechender Bordeaux... 2.10 Tarragona rot,......................... 1.20 Fruchtwein lohannlsbcer-, Sfachelbeer-, Heldelbeerwein u. Cyder 95* 9 Sorten Wein und Spirituosen vom laß Camembert"-i»-» Allgäuer Stangenkäse Pfund 64 Pf. vollfelt 98*. Holländer....Pfund 73* Edamer.....*und 73* Steinbuscher Pfund 93* Filsitervoiiieif. Pfd 1,10 1.20 Schachtel 1Z?f Schweizer"J 1.05% 1.45 Emmenthaler0"" ptund 1-35 Speisetalg i-Pfd Paket 55*- Margarine...*und 53 Pf- Tafelbutter...Pfund 1.94 Bänische Butter Pfund 2.06 Hannov. Rotwurst- 90 pr. Landleberwurst Pfund l.io Filetwurst.... Pfund 1.50 Dampfwurst... Pfund 1.10 Bierwurst.... Pfund 1 65 Jagdwurst... Pfund 1.45 Leberwurst feine. Pfund 165 Schinkenwurst Pfund 1.45 Schinkenspeck.*und 1.65 Mettwurst 1.50 � hoLws�Änd 1.75 KSnlztlral«, Rotenthaler Strafe, MorUrplatx« Speck mager 1.30 fett, Pfd. 1.15 Mettwurst welche. Pfund 1.25 Gebrannt. Kaffee-*<">0*.. Spezial-Mischung»«'O Bohnenkaffee, Pfund 63 Pf eigene tifisterel 223 40»/. 1.12 Geflügel u. Wild Junpe Hühner iWogohOhner).- Pfund 98 P,. Suppenhühner......... ptund lio � Junqe Enten............ p,und Iis an Schneehühner...........*** fzo»» HaSen ges&ciH un- fco'rtr'rn..... Piund Q3 Pt- Fische Grüne Heringe....... 5 pfum, 45p,. Bratflundern, frische 3! eis p,d. 15p,. Ka heljau u.Sse fachs w SO*. Lebende A änder........ pw 70«. Lebende Karpfen— j»,w 55«. los Lebende Hechte......«and 70«. In Nr. 154 ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts 5rettag, l.�prlllH27 Eine Absage an öie Stahlhelmer. Stadtverordnetenbeschlntz znm Stahlhelmertag in Berlin. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung erlebte gestern leine Widerholung der Prügelei, mit der die vorige Sitzung geendet hatte. Für manche der Tribünenbesucher, die in großer Zahl sich eingefunden hatten, dürste das eine Ent» täufchung gewesen sein. Zu den Anträgen wegen der Lichter» selber chakentreuzlerattacke und des geplanten B e r» liner Stahlhelmtages nahm der Deutschvolksparteiler Dr. F a l tz nochmals das das Wort. Mit ihm schloß die Debatte. In der Abstimmung wurde der demokratische Antrag, der den Magistrat zu Maßnahmen gegen Uebersälle ausruft, wie sie in den letzten Wochen in den Straßen vorgekommen sind, fast einstimmig zum Beschluß erhoben. Den kommunistischen Antrag auf Unter- stützung der Hinterbliebenen des erschossenen Arbeiters verbessert« die sozialdemokratische Fraktion durch den Zusatz„ausreichende Unterstützung", und er wurde so gegen die Stimmen der rechtsstehenden Parteien angenommen. Gleichfalls gegen die rechtsstehenden Parteien wurde schließlich ein kommuni- stischer Antrag angenommen, der einen Fußtritt für die Stahlhelmer bedeutet. Er verlangt, daß den Teil» nehmern keine städtischen Einrichtungen zur Der» fügung gestellt werden und Begrüßungen durch städtisch« Körperschaften oder Beamte unter. bleiben. In den schwarzweißroten Berwaltungsbezirken wird man wahrscheinlich mit einem Wutausbruch antworten, aber der Magistrat wird hoffentlich Mittel und Wege finden, diesem Beschluß und seinen danach zu treffenden Anordnungen auch dort Geltung zu verschaffen.— Im weiteren Verlauf der Sitzung kam es zu einer großen Debatte über die Vermietung des ehemaligen Feuerwehrgrund st ücks in der Mauer st raße. Zu- sammen mit den Kommunisten mühte sich das Zentrum, den Bürger. meister Genosse Schneider von Berlin-Mitt« abzuschlachten, weil in der Inflationszeit auch er einen Vertrag sür günstig gehalten hatte, den d a m o l s im Bezirksamt alle, von den Deutsch- nationalen bi» zu den Kommunisten, als ein gutes Geschäft für die Stadt ansahen. Genosie Riese geißell« scharf die gehässige Art, in der dos Zentrum und die Kommunisten gegen Schneider vorgingen. Boll« Aufklärung soll eine vom Oberpräsidenten zu führende Untersuchung bringen, für die auch die sozialdemokratische Fraktion eintritt. Genosse Schneider hat selber ein Disziplinarver- fahren gegen sich beantragt. « Die gestern abgehaltene Sitzung der Stadtverordneten eröffnet« der Dorsteher Genosse Haß mit einem Nachruf für den Genossen Hecht, der im 62. Lebensjahr an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben ist. Genosse Hecht ist seit 1921 Bezirksverordneter im Bezirk Prenzlauer Berg und seit dem April des vorigen Jahres Stattverordneter gewesen. Die Fraktion habe ihn in wichtig« Aus- schüsse delegiert, wo er zum Wohle der Bürger und der Stadt ge- wirkt habe.__ Die Tumullszeaen in der letzten Sitzung veranlaßten den Aeltestenausschuß, durch den Vorsteher ein« E r- k l ä r u n g abzugeben, in der festgestellt wird, daß in jedem Parka- ment der Welt dos freie Wort gilt. Ein tätlicher Angriff auf«inen Abgeordneten ist«in verabfcheuungswürdiges Vergehen, dem gegen- über aber der Dorsteher der Stadtverordnetenversammlung keine ausreichenden Machtmittel hat. Der Borsteher nehme daher Deranlassung, nachträglich das Borgehen der kommunistischen Stadtverordneten Lange, Baartz und Hesse zu rügen und ihnen einen Ordnungsruf zu erteilen. Nach der Meinung des Acltestenausschusses durfte die Rede des Dolksparteilers Dr. Zalh nicht die Wirkung auslösen, die eingetreten ist. Der Borsteher be- tonte dann noch, daß Tumustszenen, wie die in der vorletzten Sitzung, nicht gerade geeignet seien, da» Ansehen der Stadtver- waltung nach außen hin zu erhöhen. Nielmehr sollten alle Kräfte im Hause danach streben, die Stellung Berlins bei den Reichs- und Staatsbehörden zu festigen und zu verbessern. Der Stadtoer- ordnete Dr. Falh hatte laut Mitteilung des Vorstehers gegen seinen Ordnungsruf in der fraglichen Sitzung Einspruch erhoben, worüber später entschieden werden wird. Die Volkspartei bat in einem Antrag, den Geschäftsordnungsausschuß geeignete Vor- schläg« für einen Ausbau der Disziplinargewalt des Borstehers zu machen. Genosse Haß ordnete dann von sich aus an, daß der Raum zwischen den Stadtoerordnetenbänken und der Rednertribüne und die zur Tribüne führenden Treppen sreizu- halten seien. Stodwerordneter Dr. Falfz begann seine in der vorletzten Sitzung unterbrochene Rede mit einer Srikik an der Berichterstattung der „bürgerlichen Zeitungen", wie er sich ausdrückte, die wenig objektiv gewesen sei und die den Schluß zulasse, daß es bei den betreffenden Zeitungen an der„nötigen Aussicht gefehlt" habe!(Darüber, ob Herr Dr. Faltz in der Zukunft diese angeblich fehlend« Aufsicht viel- leicht selbst auszuüben gedenkt, ließ er sich leider nicht aus!) Der Redner beliebte im allgemeinen in seiner Rede denselben Ton, der vor acht Tagen zu den Zusammenstößen führte, schulmeisterte die Kommunisten nach Möglichkeit und trat auch sonst wieder reichlich selbstbewußt auf. Die Kommunisten mahnte er:„Wenn sie die Zwischenrufe lassen, mache ich es vorsichtig!"— Wenn sie nicht bald still sind, üben wir es weiter!" Natürlich ließen sich die Kommu- nisten durch solche Aeußerungen nicht beruhigen, Zwischenrufe flogen hin und her, der Vorsteher teilte mehrere Ordnungsrufe aus. Dr. Faltz verlangte für sich das Recht, über Kritiker, die sich zu weit vorwagen,„die ganze Schale seines Spottes" ausgießen zu können. Schließlich verlangte der Redner, nachdem er für die Schutzpolizei eingetreten war, ein generelles Verbot für olle Demon- strationen. Er stagte den Magistrat, welche Maßnahmen er gegen den nun bereits acht Jahre währenden Demonstration->rummel auf den Straßen zu ergreifen gedenke. Die Deusschnationalen benutzten die Gelegenheit, dem Borsteher die Mißbilligung für seine„mangelhafte Geschäftsführung" auszu- sprechen. Genosse haß betonte demgegenüber, daß der kommuni- stische Redner in der vorletzten Sitzung nur allgemeine Aeußerungen getan und nicht Mitglieder des Hauses gemeint habe. In der Ab- stimmung wurde beschlossen, der Witwe des bei den Unruhen er- schossenen Arbeiters eine ausreichende, vom Magistrat zu bestimmende Unter st ützung zu gewähren. Beschlossen wurde ferner, den Teilnehmern des Slahlhelmtages städtische Einrichtungen nicht zur Bersügung zu stellen; wo das etwa durch Bezirksämter schon ge- schehen sein sollte, sollten diese Zusagen zurückgezogen werden. Der demokratische Antrag, der den Magistrat ersucht wissen will. Maß- nahmen zu treffen, daß die Machtmittel des Staates in wirksamer Weise gegen da» Straßenrowdylum angewendet werden, wurde ebenfalls angenommen. Die Recht« stimmte allemal g e g« n die Anträge. In der Erledigung der weiteren Tagesordnung stimmte die Der- sammlung einer Vorlage zu. die die U n t e r st ü tz u n g einer Anzahl Privotschulen zum Gegenstand Hot. Genosse Lohmann verlangte, daß die Richllinien, die der Magistrat für die Gewährung der Unterstützungen aufgestellt hat, auch innegehalten werden. Er bemerkte, daß die Sozialdemokraten nur unter dieser Bedingung der Borlage zustimmen könnten und daß endlich einmal der Tag kommen möge, wo die Unterstützung der Privatschulen aufhöre. In längerer Aussprach« beschäftigte sich dann di« Versammlung mit einer Anfrage der Demo- traten und des Zentrums wegen der zu billigen Vermietung des ehemaligen Feuerwehrgrundstückes Mauerstraße 15 a. Verbunden damit ist die Skratung eines Antrages der Kommunisten, der v«r. langt, daß alle vom Bezirksamt abgeschlossenen Verträge revidiert werden sollen. Nach einer Berichterstattung durch den Genossen Loewy erging sich der Kommunist Wisnewski in heftigen Angriffen gegen das Bezirksamt Mitte und den Bürgermeister, Genoss«n Schneider. Stadtverordneter Tresfert(Z.) griff ebenfalls das Bezirksamt Mitte an und verstieg sich zu der Verdächtigung, daß es beinahe den Anschein Hab«, als wenn Stadtverordnet« mit den Machern d«« Geschäftes versippt und ver» schwägert sei«n.(Lebhafte Zurufe der Stadtverordneten: Namen nennen! Der Borsteherstellvertreter Fabian rügt« die Be- merkung d«s Redners, die geeignet fei, Stadtverordnete der Korrup- tion zu zeihen!) Auch T r e f f e r t geht in längeren Ausführungen auf die Angelegenheit ein, deren Ursprung bis in die I n f l a t i o n s- zeit reicht; er wirft dem Bezirksamt Begünstigung einer bestimmten Firma bei der Pachtung des Hauses vor. Stadtverordneter Merten (Dem.) protestiert in aller Schärfe gegen die Behauptungen Trefferts, di«, gegen einen hohen städtischen Beamten vorgebracht, in der Form absolut nicht zu ertragen seien. Gerad« die Parteien, die heute gegen das Bezirksamt Mitte und Bürgermeister Schneider vorgehen, forderten sonst immer, daß in ein schwebendes Verfahren nicht ein- gegriffen werde(Bürgermeister Schneider hat u. a. ein Disziplipar- verfahren gegen sich selbst beantragt!) und hier solle schon Gericht gehalten werden. Der verkrag trage alle Anzeichen der Inflation. Die Demokraten treten ebenfalls für eine Revision ein. Im übrigen habe«in Mitglied der Zentrumsfrattion aus Berlin-Mitte noch bis in die nächste Zeit hinein seine Genugtuung über die Ausgestaltung des ehemaligen Feuerwehrgrundstückes ausgesprochen.(Hört, hört! b. d. Soz.) Nach dem Redner der deutschnationalen Fraktion kam Genosse Riese zum Wort. Er fragte den Stadtverordneten T r e s- f e r t, ob er sich für fähig halte, gegenüber der Bant, die an dem Geschäft beteiligt ist, auch so objektiv und so� kritisch zu sein, wie gegenüber dem Bezirksamt Mitte und dem Bürgermeister. Zedensall» stehe hinter der ganzen hetze nur die Bank, die sich benachteiligt fühle, und die sich dazu der Stadtverordneten und des Zentrum» bediene. Der Ausbau des Feuerwehrgrundstückes sei für das Bezirksamt und für die Stadt zu kostspielig, wenn nicht unmöglich gewesen; das private Kapital hat es getan. Das erste Angebot der Firma Brasch und Fleischer sei nicht vom Bürgermeister Schneider selbst, sondern von dem zuständigen Dezernenten, der nicht der Sozial- demokratischen Partei angehört, bearbeitet worden. Alle Parteien, einschließlich der Deutschnationalen und der Kommunisten, haben den Dezernenten zu dem Abschluß beglückwünscht. Auf jeden Fall ist die ganze Angelegenheit in der Inflation abgewickelt worden, wo man vierstöckige Häuser für 159 bis 299 M. haben konnte. Verträge aus der Inflationszeit be- stehen noch massenweise, ohne daß in jedem Fall eine Revision vorgenommen wurde. Der Steuerdeputation haben alle Angebot« vor- gelegen, und sie hat stets die Zustimmung erteilt, wie sich auch d i e Bezirksversammlung immer mit allen Verträgen befaßt hat und ihnen zugestimmt hat. Wir wollen es nicht gut- heißen, daß gegen diese Inflationsoerträge in den letzten drei Iahren nichts unternommen wurde, deshalb stimmen wir auch für di« Ausschußentschließungen. Auf jeden Fall grenze die Form, in der die Angrisse vorgebracht wurden, an Ehrabschneiderei. die um so häßlicher wirke, als der Beschuldigte sich in der Stadt- verordnet«noersammlung nicht verteidigen könne. Genosse Riese stewe dann eine Anzahl von Unrichtigkeiten und falschen Behaup- tungen Trefferts richtig, führte sie auf dos richtige Maß zurück, und es ergab sich, daß recht wenig übrig blieb. Trefsert hatte sich nicht gescheut, hier im Plenum Behauptungen aufzustellen, die bereits im Ausschuß richtiggestellt wurden. Mit der Feststellung, daß einer der Pächter noch kurz vor Abschluß der Verträge im Arbeitsnachweis stempeln gegangen, also ein richtiger Inflationsgewinnler sei, habe sich Tresfert einen netten Bären aufbinden lassen. Der Pächter sez stets ein vermögender Mann gewesen. Im übrigen habe ja Bürger- meister Schneider, um alle Anwürfe gegen sich selbst prüfen ,pi lassen, gegen sich selbst ein Disziplinarverfahren beantragt, das die hier geforderte Klarheit bringen wird. Solange sollten aber�iuch alle Angriff« unterbleiben.(Bravo! und Sehr richtig! bei den Soz.) Der Stadtverordnete Trcfserk(Z.) rempelte die Sozialdemokraten in einer weiteren Rede nochmals an, wurde darin von den Kommunisten kräftig unterstützt und versuchte vergeblich, die Fessstellungen Rieses zu entkräften.— Die Abstimmung über die Anträge und die Ausschußentschliehung wurde auf die nächste Sitzung vertagt._ Reue Straßenbahnverbindung. Dom 1. April d. I. ab werden die Linien 49 und 148 von der Ramlerstraße über die Swinemünder Brücke und Iülicher Straße bis Grünthaler Straße, nördlich der Vornholmer Straß«, verlängert. vi« Bureau» und Sassen der Rc'.chshouptbant werden am Sonnabend, dem tS. April, den ganzen Tag geschlossen sein. Sif. Das Weib, das den Mord beging. Roman von Fritz Reck-Malleczewcn. Das geschieht um sechs Uhr abends. In den sehr viel später noch zu erwähnenden, heute in der Kriminalgeschichte übrigens ziemlich bekannten und viel gesprochen«n Akten find« ich die Meldung eines Wachtmannes des sechsundzwangzigsten Polizeikommissariats, wonach dieser Wachtmann bei seinem Patrouillengang über den Friedhos am Friedrichshain auf einem der dortigen Eisenkreuze der Achtundvierziger eine Frauensperson angetroffen habe, die von ihm darauf aufmerksam gemacht worden sei, daß sie die unter öffentlichem Schutz stehenden Gräber beschädigen könne. und daß der Aufenthalt im Friedhof um diese Stund« ver- boten sei. Worauf diese Frauensperson, deren nähere Be- schreibung auf die kleine Sif durchaus paßt, sich dann willig, aber fröhlich pfeifend entfernt habe.— Ich finde ferner die Aussage der die kleine Atelierwoh- nung betreuenden Aufwartefrau, wonach ihre Herrin gegen sieben Uhr abends höchst angeregt nach Hause gekommen sei, resultatlos nach einem Rohrpostbrief gefragt, daß sie sich dann „wie zum Balle" angezogen, mit dem besten Appetit gegessen und dazu eine ganze Flasche von dem noch dastehenden Hoch- zettswein getrunken habe und dann ausgegangen fei. Gegen einhalbneun Uhr. Soweit also der Aktenbefund.— Tatsächlich hat sie große Toilette gemacht, tatsächlich ist si« leicht angetrunken, tatsächlich bringt sie. in der eine zynische, bisher unbekannte Sif erwacht zu sein scheint, es fertig, zum Abendkleid die geraubte Perlenkette anzulegen. So sicher ist sie nun ihrer selbst, daß sie, die zu Fuß die Viertel östlich des Flusses durcheUt, nicht einmal, trotz ihres eleganten Anzuges, den Protest der grämlichen Weiber erregt. die mit ihrem Abendeintauf aus den Konsumvereinen, den kläglichen Krämerladen kommen. Es fällt ihr auch nicht ein, in die Burgstraße einzubiegen zum Schauplatz ihrer Tat... sie denkt zur Sunde nicht einmal an die Witwe Grandjeon... Und nun stehen böse Sterne am schwarzen Himmel, nun bläst frischer, eisiger Wind, daß man marschieren könnte bis aas Ende der Welt. Nun rauscht man schön und sicher wie vor dem Passat eine Viermastbart die Linden entlang, weiß, daß man Aufsehen erregt mit seiner Schönheit, wittert hier, wo zur Stunde die Omnibusse ganze Wagenladungen lebens- hungriger Mannsbilder nach den Lokalen der Friedrichstadt verfrachten, wie ein schönes Tier, bringt mit einem stolzen, eisigen Blick eine gelegentliche zynisch» Bemerkung zum Schweigen. Was aber geschehen soll nach den unerschütterlichen Gesetzen menschlichen Schicksals und menschlichen Leidens. geschieht am westlichen Teil der Linden, hier, wo an der Via Triumphalis der alten preußischen Legionen die Reihe der Botschaften beginnt. Was geschehen soll, vollzieht si-H vor irgendeinem altmodischen, vornehmen Hause mit irgendeinem Staatswappen, auf dem unter einer phrygischen Mütze sich zwei Hände reichen. Menschen drängen sich vor dem Hause unter dem Eindruck einer Sensationsnachricht, die an der Telegrammtafel'rgcnd- einer Zeitung angeschlagen ist, splittern ab von dem Haufen, gehen, leise debattierend, um ja ihre Ansicht nicht laut werden zu lassen, die Straße hinunter. Hinein in den Haufen von Männern, mitten hindurch zwischen unwirschen Arbeitern und BörsendandysI Was da zu lesen ist, ist einfach die Nachricht von der Ermordung irgendeines verhaßten Revolutionsministers: angefallen auf einem Spaziergang... sofort tot... anscheinend mehrere Mörder... Täter entkommen... ist sie eigentlich wahn- sinnig, daß sie, die elegante Dame inmitten dieser Menge, die Nachricht des Blattes da mit einem schrillen, bubenhaften Pfiff quittiert? Sie spürt das Mißfallen ringsum, sie hört abfällige Bemerkungen, sie fühlt, daß der Alkohol mit diesem als Demonstration aufgefaßten Pfeifen ihr einen schlechten Streich gespielt hat.©i« faßt die Menge ins Auge mit dem frechen Blick, den sie feit heute abend erst zu handhaben versteht: „Wagt's doch, mich anzurühren!" Sie kommt wirklich frei, ordnet unter der Bogenlampe des Gesandtschaftsportales das im Gedräng« herabpeglittene Cape, hört, daß etwas auf die Granitquadern des Trottolrs gefallen ist. „Sie geruhten, Ihre Kette zu verlieren." Der Mann, der zu diesem altmodisch höflichen, mit irgend- einem exotischen Akzent gesprochenen Worten gehört, steht plötzlich, wie aus der Erde gewachsen, vor ihr. Es ist ein bart- loses, ein wenig altmodisches Gesicht mit großen melancho- lischen Augen, der knabenhaft schlank« Körper, der unter dem kurzen Frackmantel sichtbar wird, will eigentlich nicht passen zu diesem alten Gesicht: es ist der Mann, der sie gestern im Exzelsiorhotel fixiert hat. Unwillkürlich ist sie einen Schritt zurückgetreten. Der andere hat die Perlenkette aufgehoben, hält sie in der Hand: „Ein erlesener Schmuck, Madame, ein außerordentliches Stück ... man sollte doch sehr vorsichtig sein mit solchen Dingen!" Sie sieht ihn scharf an: irgendein anzüglicher Hohn scheint in diesen Worten zu lauern, in den großen Augen, deren Blick aus dem Grabe kommt... es ist ein Dämon, der sie verfolgt und gestellt hat! Da kommen zwei Hände, zwei zierlich«, außerordentlich gepflegte, kindliche Hände; die Hände halten das Kollier, legen es ganz langsam, ganz langsam um den Hals... es ist, als legte der Henker ihr«ine Schlinge um die Kehle. „Man muß acht geben, Madame," sagt die sanfte Stimme, „man muß vor allem die Sicherung hier festlegen, man muß..." Di« Finger, die Perlen liegen auf ihrem Fleisch, es ist, als ob Grabeskält« von den Perlen ausginge.„Wer sind Sie?" stammelt sie halb von Sinnen, faßt sich, bringt ein paar Worte des Dankes zustande, will sich verabschieden. „Ich hatte die Ehre, Sie gestern im Exzelsiorhotel zu sehen," sagt die Stimme, die wie gesprungenes Glas klingt. „Oberst Miramon... glücklich. Ihnen einen Dienst erwiesen zu haben. Ich sag«„auf Wiedersehen!" Zylinderlüften... verschwunden: eine riesige dunkle Limousine, die mit tiefem, langgezogenem Baß nach Westen, nach dem Brandenburger Tor zu fliegt. * Omnibusse, die mit Männerfracht zur Friedrichstadt eilen, metallisches Blitzen der Räderspuren auf dem Asphalt. An die Mauer gelehnt eine Weile, in die Menge gestarrt: eine Kokotte ... ein Perser in Tracht, ein Herr aus Chemnitz, fest ent- schlössen, sich heute zu amüsieren, und bestimmt, morgen zu erwachen mit den größten Kopfschmerzen der Welt und ge- stohlener Brieftasche. Zwei Kokotten, Herr in Cut, drei sapa» nische Studenten, die nach weißem Weiberfleisch ausspähen. eine Kokotte, ein herrenloses Hündchen, das die Straße entlang jagt mit gekrümmtem Rücken... Kokain ä ssiserssürrn... alter, unerhört abgemagerter Bettler mit unverkennbarer Krebskachexie und demütig abgezogener Lumpenmütze.,, daß Gott den armen Kranken helf... j __(Fortsetzung folgt.) Unsere gestrige Zrauentunögebung. Die Frauenwekbeversammlungen, die zum Jnternatioi- nalen Frauentag veranstaltet werden, sind gestern fortgesetzt mit einem ausgezeichneten Werbeumzug und einer überfüllten Versammlung in der„Neuen Welt" in Neukölln. Die Frauen der einzelnen Parteiabteilungen des Kreises Neukölln versammelten sich auf der Schillerpromenadc. Unter Vorantritt der Neuköllner Reichsbannerkapelle setzte sich der Zug in Bewegung. Zahlreiche rote Fahnen und Adteilungsbanner wurden von den Frauen im Zuge mitgeführt. Ueberall in den Ströhen sammelten sich zu dem schon ganze Straßen übergreifenden Zuge Frauen und Männer und schlössen sich an. Nach einem kurzen Umzug durch die Straßen Neuköllns ging's zum Dersammlungs- lokal. Die Frauen aus den Kreisen Kreuzberg und Tempel- h o f trafen sich am Blücherplatz und marschierten von dort nach der „Neuen Welt". Der große Saal der„Neuen Well" war dicht, bis hinauf in die Galerie, besetzt. Mit einem Gesangsvortrag der Frauenabteilung des.Volkschors" begann die Versammlung. Nach Begruhungsworten der Genossin Boormann sprach Genossin Duvy(Schweiz): Ueber eine Million Frauen sind in der großen Bewegung der Sozialdemokratie zusammengeschlossen, die mit gleichen Zielen für die gleichen Forderungen kämpfen. Ueberall in der großen Well demonstrieren in diesen Tagen die Frauen. Wir kämpfen nicht nur für unsere Forderungen, sondern als Glied der Arbeiterklasse in den Reihen der Arbeiterbataillone für die Ideen des Sozialis. m u s. Wir Frauen haben die Erziehung der Kinder in der Hand. Wir sind die Gestalter des neuen Geschlechts. Wir müssen die Soli- darität von Mann und Frau für unseren Kampf haben. Wir Frauen müssen in den großen Bewegungen des Sozialismus organi- siert fein. Dort sind die Klassengenossinnen, mit denen wir für unsere politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung kämpfen. Lebbafter Beifall folgte auf die Ausführungen der Genossin Duvy. Nach einem Schlußwort der Genossin Todenhagen wurde die Kundgebung der Frauen mit Gesangsvorträgen beendet. ver Kampf um Sie weltliche Schule. Eine Versammlung der zahlreich erschienenen Eltern, die ihre Kinder für die weltliche Schule im Bezirk Friedrichshain gemeldet haben, nahm Stellung zu das Hinauszögern der Errichtung der weltlichen Schule in der D i e st e l m e y e r st r a ß e über den i. April hinaus. Nach dem Bericht des 1. Vorsitzenden der Freien Schulgemeinschaft scheint die Hinausschiebuug daran zu liegen, daß von einer Celle der Schulverwaltung die noch nie geübte Praxis befolgt wurde, die urkundlich gegebenen Unterschriften der Cllern für die Errichtung der Sammelschule nicht als Grundlagen anzu- erkennen. Die übrige Schuld trägt das Provinzialfchul- k o l l e g i u m, das für sich das völlig ungesetzliche Recht in An- spmch nimmt, die Beschlüsse der Schuldeputation vom 18. Februar 1927 in bezug auf die Auswahl der Gebäude zu durchkreuzen. Hier muß das Ministerium eingreifen. Aus der starken Erregung und Empörung der Eltern ging hervor, daß Eile geboten ist, um schwer- wiegende Folgen zu vermeiden. Folgende Entschließung wurde ein- mütig angenommen:„Die am 30. März 1927 im Böhmischen Brau- haus versammelten Ellern der für die Sammelschule Friedrichshain gemeldeten 879 Kinder haben mit Entrüstung davon Kenntnis genommen, daß die zum 1. April 1927 z u- gesagte Errichtung der Sammelschule in der Diestelmeyerstraße hinausgezögert wird. Sie protestieren gegen diese Verschleppung und fordern von der Schul- Verwaltung und vom Prvvinzialschulkollegium, daß die Zustimmung der Schuldeputation 1— 6 vom 18. Februar 1927 unverzüalich erfüllt wird. Sie erwarten andererseits vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ein sofortiges Eingreifen beim Provinzialfchulkollegium, um die Beschlüsse der Schuldeputation in der Gebäudefrage durchzuführen." Zum Schutbeginn der weltlichen Schule im Bezirk Prenzlauer Berg nahm die Elternschaft in zwei über- füllten Versammlungen Stellung zu dem 5. Beschluß der Schuldeputation, ein Doppelschulhaus zur Verfügung zu stellen und der Forderung des Provinzialschulkollegiums, hierzu zwei getrennte Gebäude herzugeben. Die empörten Eltern verlangen die Aus- sührung des Beschlusses, daß eine Doppelschule in der Senefelder- straße sofort mit dem Unterricht beginnt. Sie beschlossen einstimmig, ihre Kinder ab 1. April in kein« andere Schule zu schicken, als in die ihnen rechtmäßig zustehende weltliche Schule. Solange die Schul- behörde für diese bereits genehmigte Schule kein Gebäude zur Ver- fügung stellt, bleiben die Kinder, die für die weltliche Schule an- gemeldet sind, zu Hause. Sie hoffen, daß das preußische Unterrichts- Ministerium entgegen der Stellungnahme des PSK. bereits am Montag im Sinne der Schuldeputation entscheiden wird. Die Schul- deputation hat, wie wir erfahren, gestern beschlossen, an ihrem Be- schluß festzuhalten._ öerliner Taubstummenfurforge. Auf Einladung des Wohlfahrtsamts der Stadt Berlin besichtig- ten Vertreter der Presse die städtische Taubstummenschule (Albrechtstr. 27). Sie dient 299 taubstummen Kindern als Bildungs- statte, während die staatliche Taubstummenschule(in Neukölln) nur etwa 69 Zöglinge hat. Di« Arbeit des Taubstummenlehrers gehört zu den mühevollsten Aufgaben, die einem Pädagogen gestellt werden können. Längst ist bei der Ausbildung taubstummer Kinder die Gebärdensprache durch wirkliches Sprechen ersetzt worden. Die Kinder lernen, dem Sprechenden die Worte vom Munde ab- lesen. Sie unterstützen die Wahrnehmungen des Auges, indem sie nötigenfalls an dem Sprechenden auch die Bewegungen des Kehlkopfes, die Schwingungen der Schädeldecke und die Dehnungen des Brustkorbes abtasten. Aber auch die Fähigkeit Taubstummer, selber zu sprechen, kann sehr weit entwickelt werden. Zwar ist ihre Sprache nicht melodiös, weil ja die Kontrolle durch das Ohr fehlt. Aber sie schafft eine Möglichkeit, ohne Gebärdensprache sich anderen verständlich zu machen. Bewunderungswürdig ist die Hingabe, mit der die Lehrer an der Ausbildung dieser Kinder arbeiten. Die Ergebnisse, die wir in dieser vom Studiendirektor S ch o r s ch geleiteten Anstalt kennen lernten, sind hocherfreulich. Künftig wird die Taubstummenschul«, nach dem Muster der Stadt Wien, die Kinder möglichst schon vom vierten Jahr« ab in ihr« Obhut nehmen. In Wen hat die frllhzeikige Für» sorge, die dort fest mehreren Iahren eingeführt Ist, gute Erfolg« gebracht. Einen Oberbau hat die Taubstummenschule schon sell langem in der Berufsschule für Taube und Schwer- h ö r i g e. In Berlin wohnen 4999 bis 8999 Taubstumm«, hier ist also das Bedürfnis für eine solche Stätte der Fortbildung besonders stark. Die Berufsschule hat jetzt 499 Teilnehmer, für die eine große Zahl Kurse eingerichtet sind. Mit Erfolg hat sie sogar den Versuch gemacht, Unterricht in Englisch zu geben. Als Mittel der Fort- bildung dienen auch Kinovorstellungen, die die Stadt für Taub- stumme veranstaltet. Zu diesen Unterrichts- und Bildungseinrich- tungen kommt eine allgemeine Taubstummenfürsorge. Zentralst«lle für sie ist die Taubstummenschule. Die Taubstummen können hier in allen möglichen Fragen sachverständige Aus- k u n f t erhalten._ Der unmögliche Finanzausgleich. Berlin protestiert. Im Bertiner Rathaus fand gestern vonnttdag eine gemeinsame Aussprache des Magistrats, der Vertreter der Berliner Wirtschaft und der Berliner Landtagsabgeordneten über das dem Landtag vor. Legende A u s f ü hr u n g s g e s e tz zum Finanzaus- gleich statt. Die Berliner Industrie, und Handelskammer, die Berliner Handwerkskammer und die Gewerkschaften, die sämtlich er- schienen waren, liehen den Abgeordneten keinen Zweifel darüber. daß die gesamte Berliner Wirtschast, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, es nicht oerstehen könnte, wenn jetzt auch bei der Verteilung der Einkommensteuer und Körperschaftssteuer eine Verkürzung des Berliner Steueranteils beschlossen werden würde, die noch über die Regierungsvorlage hinausgeht. Schon der Gesetzentwurf bedeutet praktisch, daß von der Berliner Einkommensteuer und Körper- schaftssteuer mehr als 29 Millionen an andere Gemeinden abgeführt werden. Dies ist bereits eine schwere Benachteiligung, weil bisher der Grundsatz unangefochten war, die Einkommensteuer nach dem örtlichen Auskommen zu verteilen. Eine noch weitergehende Ver- kürzung ist für die Berliner Wirtschaft unerträglich. Schon bei der Verteilung der Umsatzsteuer, der Hauszinssteuer und der Kraftfahr. zeugsteuer ist von Jahr zu Jahr eine zunehmende Be n acht eil i- gung der Berliner Interessen erfolgt. Sie hat dahin ge- führt, daß die Stadt Berlin ihre eigenen Gemeinde- steuern erhöhen muß. Eine solche andauernde Zurücksetzung schädigt die Berliner Wirtschaft schwer und hemmt ihre Entwicklung. Die ganze Berliner Bevölkerung— Arbeitgeber und Arbeitnehmer— erwartet, daß die von ihr gewählten Landtagsabgeord- neten auch den Interessen der Stadt Berlin Gerechtigkeit wider- fahren lassen. Die gesamte Berliner Wirtschaft wird die Berliner Bevölkerung aufrufen. Ein entsprechender Aufruf ist unter- zeichnet von der Industrie und Handelskammer, der Handwerks- kammer, dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts. b u n d, dem Allgemeinen freien Angestelltenbund, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Gesamwerband der christ- lichen Gewerkschaften, dem Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband, dem Verband weiblicher Handels- und Bureauangestellten, dem Gewerkschaftsring Deutscher Arbeiter-, Angestellten, und Be- amtenverbände, dem Verband der Kommunalbeamten und-ange- stellten Preußen E. V., dem Provinzkartell Berlin des Deutschen Beamtendundes und dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund. Der stürzende Kran. Der verhängnisvolle Kraneinstnrz auf dem Gelände der Berlin-Anhaltischen Mo schinenbauaktiengefellschaft(Bamag) in der Reuchlinstraße in Moabit, bei dem von den herabgestürzten Eisen- Massen ein Arbeiter getötet und mehrere schwer verletzt waren, hatte gestern ein gerichtliches Nachspiel vor dem erweiterten Schöffen- gericht Berlin-Mitte. Wegen Körperverletzung mit töd- lichem Ausgang hatten sich der Werkmeister und der Kran- führer zu verantworten. Die Verhandlung ergab, daß an dem Kran schon einige Tage vorher die Sicherung nicht in Ordnung gewesen war. Das war auch früher schon der Fall gewesen. Der Kran war aber bis zur Reparatur dennoch in Betrieb geblieben, ohne daß etwas passierte. In diesem Falle aber hatte der Kranführer Z a h n o w aus Unachtsamkeit den Kran über die Hemmstelle hinausgehen lassen. Dadurch war mangels der Sicherungsvorrichtung infolg« der starken Anspannung das Seil gerissen. Hierin erblickte das Schöffengericht ein Verschulden Zahnows und verurteilte ihn wegen seiner Fahrlässigkeit zu 6 Monaten Gefängnis. Für die Hälfte der Strafe erhielt er Bewährungsfrist. Ein Verschulden des Werkmeisters konnte nicht nachgewiesen werden, so daß er freigesprochen wurde. Sei» 25jährige- Dienstjubiläum begeht am I. April Herr Paul Mat- i- v e l I i bei der Firma Eeorg Stille, Verlagsbuchhaitdluug, Berlin 1. 7, Dorath eenstr. 65. mkffu Der Rundfunk krönte diesen Tag mit einem ungewöhnlich schönest Programm aus Brahms' Werken. Es kamen die„Nänie", die„Rhapsodie" aus Goethes„Harzreise im Winter" und die „Symphonie" unter Selmar Meyrowitz' schwungvoller Leitung zu Gehör. Der Funkchor, von Prof. Hugo Rädel geführt, bewährte sich wie immer. Das große Altsolo in der Rhapsodie hatte man Hildegard G a j e w s k a anvertraut, die ihrer Aufgabe als durchaus gewachsen erschien.— Von den übrigen Tagesdarbietungen ist wenig, zu sagen. Am Nachmittag gedachte Prof. Dr. A d o l f M a r- c u s e des 299. Todestages Jsaac Newtons, am Abend tat Prof. Albert Ein st ein dasselbe.— Eine interessante technische Wanderung durch Oberbayern schilderte Dr.-Jng. Georg S i n n e r. Besonders dankenswert war es, daß der Redner sich nicht nur aus technische Fragen beschränkte, sondern bedachte, daß eine Wanderung auch an Naturschönhesten und an Kunststätten vorübersührt.— Max M a r s ch a l k gah eine beachtliche Einführung in das Lebenswerk von Johannes Brahms, die vielen etwas geboten haben wird. tes. Der Morü an öer Hausangestellten« 1000 Mark Belohnung! Auf Veranlassung des Chefs der Kriminalpolizei, Regierungs- direktor Hagemann, wird heute an den Anschlagsäulen eine amtliche Bekanntmachung erscheinen, in der das Publikum zur Mit- arbeit an der Aufklärung des Mädchenmordes aufgefordert wird. Eine Belohnung von 1999 Mark ist ausgelobt für llliit- teilungen, die zur Ergreifung des Mörders und zur Aufklärung des Verbrechens dienen können. Die Bekanntmachung bringt auch ein Bild der Ennordeten, das zwar vor zwei Jahren ausgenommen wurde, aber noch ähnlich ist. Die Ahrendt ist im Jahr« 1929 nach Berlin übergesiedelt. Sie harte verschiedene Stellungen inne, die jedoch nie von langer Dauer waren. Im Sevtember 1926 bezog sie in der Melanchthon- straße ein möbliertes Zimmer, das sie bis zum Januar bewohnte. Von da an erschien sie nur noch unregelmäßig in ihrer Behausung, ohne daß die Vermieterin erfahren konnte, wo sie blieb. Anfang Februar verschwand sie gänzlich, well sie die Miete nicht zahlen konnte. Die Wirtin behielt daher ihr« Kleidungsstücke als Pfand zurück. Am 16. Februar tauchte sie von neuem in der Melanchthon- straße auf, beglich die Mietschuld und nahm ihre Kleider mit sich. Da sie keine Angaben über eine neu« Wohnung machte, so meldete die Wirtin sie als„unbekannt verzogen" ab. Am 5. März mietet- sie sich, wie schon berichtet, in der Spenerstraße ein, blieb dort aber nur bis zum 11. März und verschwand abermals. Trotz aller Bs- mühungen sst es bisher nicht möglich gewesen, festzustellen, wo sich das Mädchen in der Zeit vom 1.Februar bis zum 6. März und vom 11. März bis zur Feststellung ihres Todes aufgehalten hat. Ebenso fehlt jeder Nachweis über ihre E r w e r b s t ä t i g k e i t. Wer kann über ihre Bekanntschaften etwas mitteilen? Das Mädchen hatte einen hellblonden Bubenkops, blaue Augen und trug, als sie in der Spenerstraße auszog, einen lila FUzhut in Elockenform mit breiter Krempe, einen grünen Mantel mit Plüschbesatz am Saum, kunstscidene helle Strümpse und hellgraue lederne Spangenschuhe. Unter Hinweis auf die Be- lohnung, die lediglich für Mitteilungen aus dem Publikum bestimmt ist, werden alle Personen, die etwas bekunden können, dringend ersucht, sich bei der Mordkommission im Zimmer 52 des Polizeipräsi- diums zu melden. Das abgehackte Sein. Der Wiener Sensationsprozest gegen den „Ingenieur" Marek. Sell Montag verhandelt das Schöffengericht in Wien gegen den Techniker Emil Marek und Genossen. Di« Anklag« lautet auf Versicherungsbetrug. Aus der großen Zahl ähn. licher Prozesse hebt sich aber dieser durch die Art der Tatausführung heraus. Der Angeklagte soll sich sein linkes Bein allein zu dem Zwecke abgehackt haben, die Versicherungssumme in der Höhe von 1 499 999 Schillingen einzuheimsen. Marek stand in Umer Handlungen mit der Allgemeinen Versiche- rungs-A.-G. Anglo-Danubion Lloyd über«ine Kreditoer. sicherung. Es wurde ihm nahegelegt, auch eine Lebensvers ich e- r u n g einzugehen, etwa in der Höhe von 2 9 9 9 9 D o l l a r. Marek war dies jedoch zu wenig und schloß eine solch« von einer halben M i l l i o n D o l l a r ob. Das war am 11. Juni 1925. Am 13. Juni geschah aber das„U n g l ü ck" noch der Behauptung des Angeklag- ten, dos„Verbrechen" laut Annahme der Staatsanwaltschaft. Frau Marek hörte plötzlich im Nebenzimmer einen lauten Schrei. Als sie hineinlief, sah sie ihren Mann bewußllos in seinem Blute auf dem Boden liegen, neben ihm das Beil und einen Holzklotz. an dem er gearbeitet hatte. Das Bein mußte sofort im Krankenhaus amputiert werden. Der Patient erklärte, die Axt sei abge. glitten und habe das Bein getroffen. Die Aerzte waren jedoch der Meinung, daß dies unmöglich gewesen sei, da das Bein vier� Hiebe aufgewiesen habe; die Verletzungen müssen von jemand anderem auf Verabredung mll Marek zugefügt worden sein. Die Versicherungsgesellschaft erstattete daraufhin bereits am 15. Juni Anzeige wegen Versicherungsbetrugs. Mitangetlagt ist auch Mareks Schwägerin Paula Löwen st ein wegen Betrugs und der ehemalige Spitaldiener M r a z wegen Verleum- dune und falscher Zeugenaussage, wegen des letzteren Verbrechens auch dessen Frau. Marek witterte nämlich in dem ärztlichen Gut- achten ein« Gefahr für sich. Um es unschädlich zu machen, glaubte er einen neuen Beweis zu seinen Gunsten konstruieren zu müssen: das amputierte Bein sei von fremder Hand so zugerichtet worden, damit die Versicherungsgesellschaft von ihrer Schadenersatzpflicht be- freit werde. Gemeinsam mit seiner Schwägerin Paula Löwenstein veranlaßte er deshalb den ehemaligen Spitaldiener Mraz zu einer Erklärung, aus der zu ersehen war, daß die Aerzte Dr. Paul und Dr. Fries an dem amputierten Beinstumpf mit einem Messer herum. geschnitten hätten. Auf Grund dieser notariell beglaubigten Er- klärung erstattet« Marek gegen die beiden Aerzte Anzeige wegen Betrugs. Mraz hat jedoch in der Untersuchungshaft schließlich zugeben müssen, daß er in die Erklärung nur eingewilligt habe, um die 19 999 Schillinge, die ihm Marek versprochen, zu verdienen. Di« Gerichtsverhandlung wird etwa 19 bis 11 Tage in Anspruch nehmen. Der Angeklagt«, ein 2 3 j ä h r i g e r Mensch, der«in recht abenteuerliches Leben hinter sich hat, bleibt in der Gerichtsver- Handlung bei seiner ursprünglichen Erklärung. Er sei gerade mit der Herstellung einer mechanischen Puppe beschäftigt gewesen, als das Beil abgeglitten sei. Er habe sich keine Verletzung absichtlich beigebracht, sondern sei einem Unglücksfall zum Opfer gefallen. Die erste Reichsbahnlokomosive auf Sylt. Nachdem die Gleis- arbeiten über den Sylter Festlanddamm nunmehr soweit fertig- gestellt sind, daß ein Befahren möglich ist, traf die erste Voll- bahn. Lokomotive in Westerland ein. Hierdurch wird auch eine begrüßenswerte Beschleunigung der übrigen Arbetten an den Bahnhossanlagen möglich, da die Transportschwierigkeiten auf dem Wasserweg gemindert werden.— Wie inzwischen beschlossen ist, wird auch der zwischen Keitum und Westerland Legende Ort Tinnum eine Reichsbahnhaltestelle erhalten. Die Ordner der proletarischen Feierstunden treffen sich zum Ordner� dienst für die Werbefeier der SAJ. am Sonntag, dem 3. Aprll, vormittags g Uhr, pünltlich im Großen Schauspielhaus, Bühneneingang. Wäsche u. Artikel Zephir-Hemd 7X hoste QaftL, mod- Streifen..• Iricoline- Hemd �75 beste Qual., mod. 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Erst wenn die im beschränkten Rahmen der Möglichkeiten gestellten Auf- gaben erfüllt sind, können die Verwaltungen der Bezirke an die Erfüllung anderer dringlicher Aufgaben herantreten. Die kommunale Aufbautättgkeit war mit dem Beginn des Krieges abgeschnitten. Wichtige Einrichtungen konnten nicht geschaffen werden. Vieles enl- spricht heute nicht mehr den Bedürfnisien der Bevöllerung. lleberall zugleich in jedem Zweig der Verwaltung wurde Schaffung der ver- nachlassigten Einrichtungen verlangt. Trotz der geringen Finanzmittel bat die Sozialdemokratie, deren Mitarbeit seit 1918 von allem in der Kammunaloerwaltung spürbar geworden ist. immer darauf gedrängt. daß die zu schaffenden Einrichtungen nicht im Etile der Dorkriegszett gebaut werden. So sind in die neue Bauordnung unter ständiger Mitarbeit der Sozialdemokratie endlich die am Baumarkt um- stürzende Wirkung erzielenden Paragraphen aufgenommen, datz Hinter- und Ouergebäude nicht mehr gebaut wer- den dürfen. So gering die Mittel zum Aufbau kommunalpolitifch notwendiger Einrichtungen in den letzten Jahren gewesen sind, vieles ist damit geschaffen. Vieles soll in den nächsten Jahren geschaffen werden. Mit diesen Zeilen sollen in großen Zügen die Aufgaben- kreise, die sich die einzelnen Bezirke gesteckt haben, ausgezeigt wer- den. Als erster Bezirk folgt Neukölln. Das haus der flrbett. Der Bezirk Neukölln mit seiner fast ausschließsich proletarischen Kreisen entstammenden Bevölkerung hat naturgemäß besonders hart unter dem Masiennolstand seiner Bevölkerung zu leiden. Neukölln ist eine Arbeilerwohnsitzgemeinde. Sehr wenig Jnduslrienieder- läsiungen, und vor allem nur kleine, erschweren die Unterbringung der ungelernten Arbeiter. Da die Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte vom Arbettsnachweis nicht anfordern mästen, ist die Unterbringung a.-ch dadurch erheblich erschwert. Von Betrieb zu Betrieb laufen die Beamten des Arbeitsbesä>affungsamtes, um die kleinen Meister und Betriebe zu veranlassen, die benötigten Arbeitskräfte vom Nachweis anzufordern. Es wäre sehr erwünscht, wenn auch die Arbeitsvermttt- lung für ungelernte Arbeiter nicht in den Bezirken, sondern durch zentrale Einrichtungen' vorgenommen werden. Es bestände dann dieMöglichkeit, daß die Arbeiterwohnsitzgemeinden mit den Industrie« pororten einen Ausgleich schaffen können. Don 29 999 Arbeitslosen wurden in Neukölln 16 999 unterstützt, 2999 werden durch die Krisen- sürsorge und das Wohlfahrtsamt betraut. In kleinen Baracken — die völlig ungenügend zur Abwicklung der Bureautätigkeit sind— ist das Arbeitsamt untergebracht. Das Reich hat zwar die Bezirks- amter aufgefordert, Pläne für die Einrichtung eines„Hauses der Arbeit" einzureichen. Die Vorarbeiten zur Errichtung eines solchen Hauses stocken, well die Beratungen über die Erwerbslosenversiche- rung noch schweben und die Möglichkeit besteht, daß die Versicherung diesen Bau errichtet. Neuköllns Erholung. Im Rahinen der Notstandsarbeiten erbaut die Stadt Neukölln jetzt groß« Sportanlagea auf dem Tempelhoser Feld. Eine Reihe Fußballplätze find schon fast fertiggestellt. Es fehlen„nur' noch die Mittel, um das Stadion, das 29 999 Personen fasten soll, und das Freibad zu bauen. In Verbindung mtt diesen Sportanlagen sollen auch die Grünflächen aus dem Tempelhoser Feld weiter ausgebaut werden. Um der Neuköllner, Tempelhoser und Kreuzberger Bevölle- rung wettere Grünflächen zu erschließen, hat der Bezirk Verhand- luntzen mit der Polizei ausgenommen, um die Schießstände der Polizei in der Hasenheide in einen Park zu oerwandeln. Der Polizei- räsident hat zur Ueberlastung des Parkes an die Stadt bereits seine ustimmung unter der Bedingung gepeben, daß die Polizei ein für Schießübungen gleich gltt geeignetes Terrain ausfindig machen kann. Mit der Erschließung dieses Parts würde nicht nur die Grünfläch« vergrößert. Der Bezirk hat die Absicht, eine Straße zu bauen, die am Park entlang führt und ein« dirette Verbindung vom Halleschen Tor zum westlichen Teil Neuköllns, die Gegend um die Hermann- stroße und nach Britz, bringen soll. Zu diesem Zweck soll die Oder- straße verbreitert werden. Durch die neu angelegte Straße und den Anschluß— die Oderstraße— soll eine Stroßenbahnverbindung gelegt werden. Diese Lösung würde nicht nur eine E n t l a st u n g der Hermann straße, sondern auch des Hermannplotze» bringen. Aehnlich wie auf dem Sportplatz auf dem Tempelhoser Feld soll ein zweites Freibad am Haidetampweg entlasten, die längst nicht mehr den Neuköllner Bedu ino- ürs- errichtet werden. Beide Bäder sollen die Badeanstalt in der Gan hoferstraße msten entspricht. Verkehrsforgen unö SieSlungsbauten. Weitere Verkehrssorgen Hot der Bezirk mit der Weiterführung der beiden Untergrundbahnstrecken. Die Nordsüdbahn soll nur bis zur Grenzallee weitevgeführt werden, während der Bezirk fordert, daß die Nordsüdbahn bis an die Großsiedlung Britz herangeführt wird. Die andere Strecke soll zunächst bi» Bahnhos Hermannstraße fertiggestellt werden. An Erweiterungsbauten für ein dichteres Slrahcnbahnneh verlangt Neukölln einen zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Buckow und eine bessere Querverbindung durch Neukölln von der Kaiser-Friedrich-Straße zur Hermannstraße. Die Wohnungs- bautätiakett hat in Neukölln in den letzten Jahren verstärkt eingesetzt. Vor allem die Großsiedlung Britz mit chren tausend Wohnungen hat das Unrecht der letzten Jahre, in denen in Neukölln fast gar nicht gebaut worden ist, wieder gutgemacht. Für die Fertigstellung der Grünflächen in der Großsiedlung fehlen noch die Mittel. Ein Plan des Berliner Magistrats, dicht hinter der Großsiedlung einen Flug- Hafen zu bauen, wird in Neukölln bekämpft, weil dann ein Uebungsflu�hafen in der Nähe von zwei Kranken- Häusern zu liegen käme. Die Ausregung durch das Motoren- geräusch und die Ueoungen und nicht zuletzt durch die eventuellen Un- stücksfälle würden den Hsllungsprozeß bei vielen Kranken erheblich tören. In die Großsiedlung Britz wird eine Flachschule gebaut, die sich dem architektonischen Bild der Großsiedlung einfügen soll. Die Schule wird als Flachschule, mit großen Freiflächen, gebaut, um die Möglichkeit zu schaffen, den Anlerrichl auch im Freien abzuhalten. Auch die Schule am Dammweg für die dort gelegenen Siedlungen wird als Flachschule gebaut. Zusammen mit der Volksschule am Dammweg wird auch eine höhere Schule gebaut. Beide Schulen werden einheitlich gebaut und gestaltet. Einheitlicher Aufbau der beiden Schulen soll den Uebergang von der Volks- zur höheren Schule leichter als bisher ermöglichen. Beide Schulen werden in Form eines rechteckigen Blockes gebaut. Der Innenraum des Blocks wird zu einem Sportplatz ausgebaut. Als höhere Schule wird das Kaiser-Friedrich-Gymnasium nach dem Dammweg verlegt. In den Räumen des Gymnasiums in der Kaiser-Friedrich-Straße wird eine Berufsschule errichtet. Zwei wettere Berufsschulen sollen in einem Gebäude am Mittelweg errichtet werden. Em weiterer Plan des Bezirks,«in Waisenhaus in Storkow zu errichten, mußte wegen Mangel an Mitteln zunächst zurückgestellt werden. In den kranken- Häusern mußte durch die Vermehrung der Bettenzahl das Wirtschasts- und Wohngebäude verkleinert werden. Die Unterbringung von Be- triebsperionol im Krankenhaus bereitet dadurch erhebliche Schwierig- ketten. Aenderung durch Erweiterungsbauten konnte bisher mcht geschaffen werden. Ein Plan, die fünf Hauptstraßen Neuköllns mtt elektrischem Licht auszustatten, ist bisher an der Unmöglichkeit der Finanzierung gescheitert. « Der Bezirk Neukölln ist bei der Verteilung der Etatsmittel sehr schlecht bedacht worden. Di« Einhettsgemeinde Groß-Derlm ist doch nicht zuletzt dazu geschaffen, well in einem einheitlichen Gebilde der Ausgleich der Bezirke mtt proletarischer Bevölkerung mtt den westlichen reicheren Bezirken ermöglicht wird. Trotzdem die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag, der besagt, daß die Be- zirke mit proletanscher Bevölkerung bei Verteilung der Etatsmittel mehr berücksichttgt werden sollen, angenommen hat, steht Neukölln mtt seiner großen Zahl Fürsorgeberechtigter bei- den Etatssiimmen sehr vieler Kapitel an letzter Stelle. ?lus den öezirken. 2. Bezirk— Tiergarten. Die Bezirksversammlung bescbloß die Abmietung neuer Räume für eine Kinderlesehalle und für die Erweiterung des Jugendheims Bülowstr. 88. Ferner wurden die Mittel für drei Sandspiel- k ä st e n aus dem Stephanplatz bewilligt. Es kam dann ein Antrag der Deutschnationalen über Schaffung eines Rentnerheims zur Be- rawng. In der Aussprache führte der Genoste W e i n e r aus, daß die Deutschnationalen am wenigsten Veranlassung hätten, sich als Beschützer der Rentner aufzuspielen. Durch einen solchen Antrag könnten sie niemand darüber täuschen, daß gerade sie es sind. denen die Rentner zum großen Teil ihre bedauernswerte Lage ver- danken. Genoste Meiner wies darauf hin, daß die Deutschnationalen seinerzeit 199 Proz. Aufwertung versprochen haben und jetzt, wo sie zur Macht gelangt sind, gar nicht daran denken, auch nur einen kleinen Teil ihrer Versprechungen zu halten. Wären sie weniger unsozial vorgegangen, so hatten diese Leute noch ihre Wohnungen, und man hätte nicht nötig, Rentnerheim« zu schaffen. Er wies auch darauf hin, daß die Deutschnationalen ihr Herz für die Rentner entdeckt haben, gerade zwei Tage bevor die Mieterhöhungen beschlossen wurden. Nachdem noch die Kommunisten in demselben Sinne gesprochen hatten, wurde der Antrag einstimmig angenommen. S. Dezirk— Kreuzberg. Zu Boginn der letzten Sitzung der Bezirksversammlung gedachte der Vorsteher Genosse Gerber der Verdienste, die sich der wegen Ueberschreitung des KS. Lebensjahres ausscheidende Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister Genosse Bruns in seinem arbeits- reichen Leben um die Gemeinde und fett Schaffung von Groß- Berlin um den Verwaltungsbezirk Kreuzbsrg erworben hat. Die Ausführungen des Vorstehers nahm die Versammlung mit Beifall auf. Der Platz des Genossen Bruns war mit einem großen Flieber- strauß geschmückt. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung wurde«in Dringlichkcitsantrog der KPD. verlesen, der verlangte, daß das Bezirksamt aus Anlaß des Stahlhelmtages anfangs Mar keine städtischen Räume zum Empfang oder Quartier zur Verfugung stellen solle. Der Dringlichkeit wurde von der Rechten widersprochen. Da von Mitteln der„Notaktion für erwerbslose Jugend" aus dem letzten Etatsjahr noch etwa 15999 Mark vorhanden sind, be- schloß die Bezirksversammlung auf Antrag des Genossen H ä u ß e r diese Summen für Osterwonderungen der erwerbslosen Jugend zu verausgaben. Bezüglich des Ausscheidens des Genosten Bruns beschloß die Versammlung, die Stelle auszuschreiben. Bei der De- ratung über die Vorlage des Bezirksamts betresfend Umgestaltung Die heute pojährlge ewig junge selige Witwe L dtpfenf .7 sagt allen ihren Kceunflinnen unö Kreunöen herzlichen Dank für öie Sielen Glückwünsche unö für öie rege Antellnahme/ öie chrer GeburtStagS-Aorfeier entgegengebracht wuröe. Sie bittet alle/ ihr öiese Kreunöschast auch in Zukunft zu erhalten/ unö wirö ihrerseits öafür sorgen/ öaß/ wie bisher/ öer Käme, Z u n tz' immer gleich- beöeutenü mit bester Hualltat bleibt. des Arankenhauswesen» im veztr< KreUjtxevg, llder deren grundlegende Vorschläge bereits im 1. Beiblatt der Mittwoch. Morgenausgabe berichtet wurde, bekrittelte der Kommunist K r u s ch t e~ Nachfolger Rlntorfs in der Gssundheitsdeputation. das Projekt als unvollkommen. Besonders polemisierte er gegen den Bürgermeister Genossen Dr. ch e r z, der mit dem Projekt den Versuch macht, im Rahmen des Erreichbaren praktische Wege zu zeigen. Der Sinn von Kruschkes Ausführungen war der, man müsse Kasernen abreißen und an deren Stelle ein großes Krankenhaus bauen. Genosie Herz wies dem kommunistischen Redner nach, daß man mit seinem Vorschlage praktisch nicht weiterkomme, da der Fiskus nicht daran denke, der Gemeinde Platz zu überlassen, und empfahl die Vorlage zu einstimmiger Annahme. Die Kommu- nisten lenkten ein und so wurde einstimmig folgendes Programm beschlossen: L Der Krankenhausbetrieb in der G i t s ch i n e r Straße wird e i n g e lt e l l t. 2. Das Gelände des ehemaligen Erziehungshouses wird für die Zwecke eines Krankenhauses ver- wendet. 3. Die chirurgische Abteilung wird aus dem Urbantranken» hause in das neu zu errichtende Gebäude(Hochhaus) oerlegt. 4. Nach Entlastung des Urbantrankenhauses wird letzteres einer durchgreifen» den baulichen Erneuerung unterzogen.— Zum Ausbau des neuen Jugendheims Norckstraße 11 werden weitere Mittel bewilligt. Fernerhin beschloß die Versammlung mit den Stimmen der SPD. und KPD. nach dem Vorschlage der Wohlfahrts- deputation, in Zukunft die Wahl der Pflöge r in den Wohlfahrtskommissionen nach dem Stärkeverhältnis der in der Bezirksoerfamm- lung vertretenen Parteien vorzunehmen. S. Bei der Sitzung stand die Zuwahl eines Bezirk— Wilmersdorf. unserer Bezirksversammlung am 23. Mä . Marz — auf es Interesses. besoldeten Bezirksamtsmitgliedes Grund des neuen Ortsgesetzes— im Brennpunkt Vor zwei Iahren hatte man— in recht beflissener Befolgung der Abbaubestimmungen— einen Sozialdemokraten und einen Demotraten(letzterer Jurist) abgebaut. Damals erklärte die Rechte, daß e i n Jurist, nämlich der Bürgermeister, für das Bezirksamt genüge. Inzwischen haben sich die Ansichten gewandell: jetzt meinte mon. das Bezirksamt müsse unter allen Umständen durch einen V o l l j u r i st e n verstärkt werden. Da nämlich der seinerzeit abgebaute Demokrat inzwischen außerhalb Berlins einen Wirkungskreis gefunden hat, war die einfachste Lösung da- durch gegeben, daß der abgebaute Sozialdemokrat, dessen außerordentliche Befähigung auch von der rechten Seite stets anerkannt worden war, wieder in sein Amt eingesetzt wurde. Er ist aber kein Jurist, sondern ein Mann des praktischen Lebens, und mit demselben Brustton der Ueberzeugung, in dem seinerzeit der Rechtsbeflissene für überflüssig erklärt wurde, wurde jetzt ein Jurist als„Gebot der Stunde" gefordert.— Kurz vor dem Wahlakt gab die Bolkspartei die überraschende Erklärung ab, daß sie nicht ge- Ichlossen für den demokratischen Kandidaten stimmen würde. Es erhielten im ersten Wahlgang unser Genosse Oppel vierzehn, der demokratische Obermagistratsrat Dr. Eberty zwölf und der Kandidat der Deutschnationalen, Obermagistratsrat H o f f m a n n, einundzwanzig Stimmen— ein interessantes Ergebnis, wenn mon bedenkt, daß 10 Sozialdemokraten, 10 Demokraten, 6 Bolls- parteiler und 21 Deutschnationale an der Abstimmung teilgenommen haben.— Im zweiten Wahlgang fanden sich dann die sieben- undzwanzig Stimmen auch getreulich wieder zusammen zur Wahl des Obermagistratsrats H o f f m a n n.— Die Kommunisten, die im ersten Wahlgang einen eigenen Kandidaten aufgestellt hatten, hiellen es vor der Stichwahl für angebracht, ihre Mitwirkung bei der nunmehr erfolgenden Wahl des deutschnationalen Kan- d i d a t e n zum Stadtrat durch die Erklärung zu dokumentieren, daß sie ihre Stimmen dem sozialdemokratischen Kandidaten nicht geben würden. 1Z. Bezirk— Tempelhof. In der Sitzung am 23. März kam eine Dringllchkeitsoorlag« des Bezirksamts zur Beratung, die oerlangte, den östlichen Teil der Burggrafenstr., in dem der neue Ullsteinbau liegt, Ullstein- st r a ß e zu nennen. Genosse G e r l a ch trat dafür ein. den ganzen Straßenzug so zu benennen, da der alte Name als Doppelname doch bald oerschwinden müsse. Da die Kommunisten gegen diesen Antrag waren, wurde unser Antrag nur mit Hilfe der Mitte und eines Deutschnationalen angenommen. Es folgte der Bericht des Ausschusses für die Nachprüfung der Geschäftsordnung. Von einer Aenderung der bisherigen Geschäftsordnu� wurde abgesehen. Ein Antrag des Genossen Hahn, durch den Magistrat die Aufhebung des Roggenzolls zu fordern, wurde angenommen. Eine heftige Rede- schlacht errtfachten die Kommunisten, als sie den Nachweis, der jedoch nicht gelang, führen wollten, daß Stadtrat Genosse Ewald im Arbeitsnachweis den Erwerbslosen das Reden verboten hätte.— Für den Aufsichtsratsposten der Heimstätten-Siedlung Berlin- Wilmersdorf hatte unsere Fraktion Genossen Müller vorge- schlagen, aber der bürgerlichen Mehrheit gelang es, ihren Kandidaten durchzubringen.— Eine Geschäftsordnungsdebatte entspann sich beim nächsten Punkt. Die Bezirksversammlung hatte durch das Bezirks- amt einen Beschkuß, betreffend Bau eines Verwaltungsgebäudes, an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung übermittelt. Der Magistrat erteilte eine ablehnend« Antwort, ohne die Stadt- verordneten zu hören. Gegen dieses Verfahren wendete sich ein Antrag der bürgerlichen Fraktion. Die SPD. war der Auffassung, daß Anträge nicht zulässig seien, da die Magistratsantwort nur zur Kenntnisnahme vorläge. Sie würde aber für einen gleichlautenden ,.Dringlichkeits"-Antrag sein. Diese Auffassung fand jedoch keine Mehrheit, sondern der einfache Antrag wurde angenommen. Mit großer Mehrheit wurde dann ein Protest angenommen. Der Antrag der � beitern rückgängig zu machen, wurde dem Beschwerdeausschuß über- wissen. Genosse Burgemeister begründete darauf unsere An- frage über das Schicksal der ältesten und schönsten Laubenkolonien Tempelhofs: A t t l a h ö h e und Tempelhofer Schweiz. Protest gegen die Mieterhöhungen KPD., Strafversetzungen an Ar- UMM u Gß« ''»kg-' Oose 0.55' äi? (f. 0.75 0.60 0.90 0.80 n Jen «»>»» MI«! '"ftanj MkS-«.75 ««««er 070 me f-Co, MW i.C. � 550 » Fiilciicn Dt« Kolonkskn hattm«tsfklhrflch und sorgfZMg nicht nur Zahlenmaterial, sondern auch Karten zur Verfügung gestellt, woraus die wirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der Kolonien leicht er- kennbar war. Dieses große Gelände ist nun in Gefahr, mit Hilfe des überflüssigen Erdreichs der Nord- Süd- Bahn erhöht und der Bebauung zugeführt zu werden. Das Bezirksamt versprach. die Angelegenheit im Auge zu behalten. Es folgte Neubenennung einer Straß« in Edwin-Schultz-Straße zu Ehren des Tempelhofer Komponisten Edwin Schultz. Hierauf fand eine nichtöffentliche Sitzung statt. In» Leben hinein! Morgenfeier der Sozialistischen Arbeiterjugend Groß-Berlin am Sonntag, dem 3. April, vormittag» 11 Uhr. im Großen Schauspiel- hau», Saristraße.— Einlaß KU5 Uhr. Eintritt 0,50 M. 14. Bezirk— Neukölln. Die letzte Bezirksversammlung beschäftigte sich hauptsächlich mit Maßnahmen zur Linderung der Nollage der Erwerbslosen. Hierzu sprach von der SPD.-Froktion Genosse Drosdatiu». Er schil- derte die furchtbare Not taufender Neuköllner Familien und begrün- dete zugleich folgenden sozialdemokratischen Antrag:„Die Bezirksver- sammlung beschließt, das Bezirksamt wird ersucht, bei allen in Frage kommenden Stellen dafür einzutreten, daß die Richtlinien zur Ge- Währung von Mietzuschüssen an Erwerbslose auf Grund der allge- mein schlechten Derhältniffe zugunsten der Unterstützungsempfänger einer Revision unterzogen werden. Bor allem muß der jetzt ge- währte Satz von nur S0 Proz. erhöht werden." Der einstimmigen Annahme des Antrages folgte eine lebhafte Aussprache über die Absicht des Bezirksamts, wegen Mangel jeglicher Mittel alle Not- standsarbeiten im 14. Verwaltungsbezirk ab 1. April einzustellen. Diese Debatte schloß ebenfalls mit der einmütigen Zustimmung der Bezirksversammlung zu einem Antrag unserer Frak- t i o n,„in dem die Bezirksversammlung gegen die geplante Ein- stellung der Notstandsarbeiten Einspruch erhebt und die städtischen Körperschaften ersucht, sofort Mittel bereitzustellen, um nicht nur die angefangenen Arbeiten fortzusetzen, sondern darüber hinaus neue Arbeiten in Angriff au nehmen, damit auch in Zukunft eine größere Anzahl Erwerbsloser bei diesen Notstandsarbelten Beschäf- tigung finde". Darauf wurden durch Beschluß der Versammlung auf Antrag des Bezirksamts aus Vorbehaltsmitteln für die Errich- tung von 10 Tr i n k b r u n me n, für die Beschaffung von 14S Bänken zwecks Aufstellung auf den verschiedenen Anlagen, für die Herrichtung eines Isolierzimmers in der städtischen Krippe Steinmetz st raße, für die Ausbesserung bzw. den Ersatz der Bestuhlung tm städtischen Saalbau Bergstr. 147, für die Wiederherstellung der Schulhöfe der Schulen in Britz und für die Errichtung und Ausstattung einer zweiten Liegehalle und eines Aufenthaltsraumes in der Kurstätte Hasenheide insgesamt Zö S2S TT bereitgestellt. Ein KPD.-Antrag ersuchte das Bezirksamt, dahin zu wirken, daß allen Erwerbslosen frei« Fahrt auf len städtischen Verkehrsmitteln gewährt werde. Vom sozial, lemokratischen Redner wurde hierzu ausgeführt, daß auch hier, wie so oft schon, die Kommunisten etwas beantragen, ohne sich zu ver- gewisiern, ob das Geforderte überhaupt durchführbar sei oder nicht. Es können doch hierbei nur Freifahrten in Frage kommen zu und von den zentralen Arbeitsnachweisen und zu und von den nach- gewiesenen Arbeitsstellen. Eine andere Regelung sei unmöglich. Dieser Aussprache folgte die Beratung und Beschlußfasiung des folgenden Antrages der SPD.- Fraktion:„Das Bezirks- amt wird ersucht, eine sportärztliche Beratungsstelle einzurichten und die schulärztliche Betreuung der Be° r u f s s ch u l e n durchzuführen. Bei Bildung eines Bezirksamtes für Leibesübungen ist die sportärztliche Beratungsstelle mit diesem Amt in Verbindung zu bringen." Die Annahme dieses Antrages erfolgte einstimmig. Am Schlüsse der Sitzung wurden von der sozialdemokrati- scheu Fraktion die durch den Bau der Untergrundbahn am Ring- bahnhof Neukölln geschaffenen starken Verkehrseinschränkungen ge- rügt und das Bezirksamt um Beseitigung der Mißstände ersucht. 16. Bezirk— Köpenick. Die Bezirksverordnetenversammlung am 13. März beschäftigte sich mit einer Anfrage unserer Fraktion, die die sich katastrophal ent- wickelnde Schulnot im Ortsteil Köpenick betraf und die Genosse ToUsdors begründete. Der starke Zugang beim jetzigen Einschulungs- termin und die rapide Bevölkerungszunahme erfordert schleunigst neue Schulräume. Die Errichtung einer Sammelschule für vom Religionsunterricht befreite Kinder, für die etwa 400 Anmeldungen vorliegen, scheiterte schon jetzt an der Raumnot. Der Vertreter des Bezirksamts, Stadtrat Goß, stellte zwar Maßnahmen in Aussicht. aber es bleibt abzuwarten, ob dessen optimistische Aussasiung sich er- füllen wird.— Eine zweite Anfrage unserer Fraktion betraf den Verkehr der Ausflügler an den Bahnhöfen, die Genosse Call« be- gründete.— Die Bezirksamtsvorlagen betr. Ankauf des Master- grundstücks der Pabstwerft in Köpenick zum Preise von 400 000 M., die Festsetzung von Bebauungs- und Fluchtlinienplänen im Wolfs- gartengelände und an der Biesdorfer Straße, sowie Errichtung dreier Lehrerstellen an der Frauenschulklasse am Richard-Wager- Lyzeum in Friedrichshagen, passierten debattelos das Plenum. Eben- so wurde ein Antrag unserer Fraktion auf Schaffung von Trink- gelegenheiten in den städtischen Anlagen einstimmig angenommen. Zwei Anfragen der kommunistischen Fraktion und der Bericht des Ausschustes zur Prüfung der Arbeiterverhältniste auf der Baustelle der Firma Conrad in den Müggelbergen vervollständigten die Tagesordnung._ ver Bezirksmieteransschuh steht allen Partei- und Gewerk- schaftsangehörigen zu Auskünften und Raterteilung zur Verfügung. Unsere Genosten werden gebeten, sich an folgende Adresten zu wenden: Rüben, Berlin W. 9, Köthener Straße 17, Tel.: Kur- fürst 83 74: Lange, Berlin N. 113, Ueckermünder Straß« 13: Güldemeister, Berlin N. S8, Griebe nowstraße 14: M o st, Berlin NO. 55, Carmen-Sylva-Straße 60; Meißner, Weißense«, Sedanstraße 67; Roszak, Berlin SW. 61. Wartenburgstraße 7: Gründet, Berlin S. 59, Fichtestraße 34. ipas sagt öep Vav? ''r.• ±tt tu In rtmn April, April f Guten Freunden äm I.April einen Bären aufzubinden, ist Ali= Berliner Brauch! Manch'herzliches Lachen ertönt und kleine Verstimmungen sind leicht behoben durch die versöhnende Josetii Juno Berlins meislgerauchle Cigarelle n, ,54 2. Heilage öes vorwärts 5reitag,?. �»pril 1927 Der Kampf Der ahnungslose Herr Schiele Am 22. März wurde von den Parteien des Bürgerblocks der sozialdemokratische Antrag über die Suspendierung des Roggenzolls im Handelspolitischen Ausschuß niedergestimmt. Einen Tag später erschien in der Presse die mit Ungeduld erwartete Vorratsstatistik des deutschen Landwirtschaftsrates für den Stichtag des 15. Februar. Der deutsche Landwirtschastsrat hat dies« Statistik volle zwei Wochen später herausgebracht als sonst, und just einen Tag nach der Ablehnung des sozialdemokra- tischen Antrags. Ein Blick in diese neue Statistik genügt, um zu zeigen, daß hier eine bewußte Absicht vorgelegen hat, daß diese Statistik nicht eher veröffentlicht werden durste, weil sie in jeder Zahl eine Bestätigung der Befürchtungen liefert, aus denen der sozialdemokratische Antrag zur Sicherung der deutschen Brot- Versorgung sich aufbaute. Bor der Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag ist von der agrarischen Presse ein heftiger Kamps geführt worden, um glaubhaft zu machen, daß zur Versorgung der städti- schen Bevölkerung nicht 350 000 Tonnen monatlich, sondern nur 250 000 Tonnen erforderlich sind. Was die„Deutsche Tages- z e i tu n g" dabei gelegentlich ihren Lesern zu bieten wagt, zeigt folgender Satz:„Wir gehen von der bekannten Tatsache aus, daß mehr als vier Pfund Brot gleich zwei Kilogramm pro Kopf und Woche heutzutage kaum verbraucht werden, da bekanntlich der Brotverbrauch gegenüber der Kriegszeit noch zurückgegangen ist, wo wir doch wöchentlich im Durchschnitt mit vier Pfund a u s k o m m« n m u ßt c n." Ein Kommentar dürste für jede Arbeiterhaussrau überflüssig sein.— Roch denkt aber die deutsche Bevölkerung nicht daran, freiwillig den Hungerrtemen enger zu schnallen und sich von der Regierungs- kunst und Zollpolitik der Rechtsparteien noch ualer die Brotration der kriegsjahre und der Brotkarte herunterdrücken zu lassen. Dielmehr bietet die neue Borrats- statistik des deutschen Landwirtschastsrates einen glänzenden B e- weis dafür, daß der städtische Roggcnbrotverbrauch in dem sozial- demokratischen Antrag mit 350 000 Tonnen monatlich durchaus richtig angesetzt ist. Bereits anläßlich der vorigen Dorrats- statistik konnte darauf hingewiesen werden, daß die gesamten Roggen- Vorräte der deutschen Landwirtschaft in den vier Wochen vom 15. Dezember bis zum 15. Januar um 315 000 Tonnen abgenommen haben. Nach der neuen Vorratsstatistik ist in der Zeit vom 15. Januar bis zum 15. Februar abermals eine gewaltige Lücke in diese Bestände gerissen worden, da die verkäuflichen Roggenbestände der Landwirtschaft in diesen vier Wochen um mehr als 360 000 Tonnen zurückgegangen sind, so daß der Gesamtbestand am 15. Februar nur noch etwa 700 000 Tonnen beträgt. Da seit dem Stichtag dieser neuesten Statistik heute bereits fünf Wochen ver- flössen sind, so dürfte sich gegenwärtig in den Händen der Landwirtschast höchstens noch 300 000 bis 350 000 Tonnen Roggen - befinden, d. h., eine Menge, die kaum hinreicht, um den Bedarf der städtischen Bevölkerung für vier Wochen sicherzustellen. Dabei sind bis zur neuen Ernte immer noch vier Monate, in denen dos deutsche Nolk, ohne daß die Landwirtschaft noch Roggen zu verkaufen hat, fast völlig aus die Einsuhr vom Auslande angewiesen ist. Nun ist allerdings in der Rede, die der neue Reichsernährungs- minister Schiele gegen den sozialdemokratischen Antrag geHallen hat, und ebenso in verschiedenen Artikeln der agrarischen Presse behauptet worden, daß die sozialdemokratischen Darstellungen unserer Brotoersorgungslage lediglich die Bestände in den Händen der Landwirtschaft, nicht aber die Bestände des Handels und der Mühlenindustri« berücksichtigten. Natürlich sind diese Bestände in der sozialdemokratischen Berechnung nicht ver- g e s s e n worden, es kann aber, wie wir glauben, mit Sicherheit angenommen werden, daß diese Bestände recht gering sind. Ein Dsruhigungsartikel in der„Deutschen Allgemeinen Zei- t u n g" geht davon aus, daß wir aus dem Erntejahr 1925/26 in das jetzt laufende Erntejahr mit einem Borrat von einer halben Million Tonnen hmeingegannen seien. Der Reichsernährungs- niinister Schiele rechnete in seiner Entgegnung zum sozialdemokra- tischen Antrag sogar mit einem Dorrat oon 800 000 Tonnen. Diese Annahmen müssen als vollkommen phantastisch bezeichnet werden. Aus der Statistik des Deutschen Außenhandels geht hervor, daß trotz der reichen Roggenernte des Jahres 1 925 die Vorräte in den letzten Monaten des Verbrauchsjahres 192 5/ 26 ziemlich aufge- zehrt waren, da wir in den letzten Monaten dieses Jahres bereits gezwungen waren, die Einfuhr aus dem Ausland« zur Versorgung mit heranzu- ziehen. Während wir in den Herbst- und Winrermonaten des betreffenden Jahres einen erheblichen Ausfuhrüberschuß oehabt hatten, hörie der Ausfuhrüberschuß im Avril und Mai voll- kommen auf, um einem Einfuhrüberschuß Platz zu machen, UMS Orot. - Roggenzoll als Brotsteuer. der oon Monat zu Monat stieg und im August einen Monats» betrag oon etwa 50 000 Tonnen erreichte. Die vorjährigen trüben Erfahrungen des Handels und der Mühlenindustrie mit der„Bor- Versorgung" lassen es vollkommen ausgeschlossen erscheinen, daß diese Einfuhr aus dem Auslande vorgenommen wäre, wenn wir noch Bestände aus eigener Ernte in erheblichem Umfange g« h o b t hätten. Weiter ist es auch vollkommen unwahrscheinlich, daß der Handel oder die Mühlenindustrie in dem jetzt laufenden Erntejahr irgend- wann Gelegenheit gehabt hätten, von der Landwirtschast größere Vorräte über den laufenden Konsumbedarf d«r städtischen Bevölke- rung hinaus zu übernehmen. Selbst die„Deutsche Tageszeitung" schreibt noch in ihrem Wochenbericht vom 2. Februar 1927, d. h, einen Tag vor dem Bekanntwerden des sozialdemokratischen An- trags:„I n Roggen ist die Situation eine andere. Die deutschen Bestände sind äußerst klein." Das muß als die letzte ehrliche und ungefärbte Aeußerung der„Tageszeitung" zur Frage der Bestände betrachtet werden: denn seit dem Bekanntwerden unseres Antrags wird jeder Bericht plan» mäßig gefärbt. Nur gelegenllich einer Polemik gegen den Abge. ordneten Gothein über dessen Annahme, daß die Deutsche Getreide- Handelsgesellschaft noch über größere Bestände verfüge, entschlüpfte der„Deutschen Tageszeitung noch einmal folgendes unfreiwillige Eingeständnis der wirklichen Loge:.Zeder, der halbwegs mit der Materie vertraut ist, ob er nun der Gesellschaft nahe steht oder ihr Gegner ist. weiß, daß gerade das Gegenteil den Totsachen entspricht, und daß die Gesellschaft über so gut wie keine Bestände verfügt, weil in diesem Jahre keine Gelegen- heit zu deren Ansammeln gegeben war." Daß in diesem Erntejahr, wo für die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft „keine Gelegenheit zum Ansammeln oon Beständen gegeben war". der private Handel größere Bestände hätte ansammeln können, wird uns niemand einreden können. Wie völlig unmöglich«s war, in diesem Jahr an irgend einer Stelle Roggenbestände anzusammeln oder zu halten, geht auch aus der Tatsache hervor, daß der Höchst- betrag, den die lombardierten Getreidemengen in diesem Jahr« jemals erreicht haben, so gering war, daß er selbst nach der Verbrauchs- rechnung der„Deutschen Tageszeitung" für die Versorgung der städtischen Bevölkerung nicht einmal für einen Tag aus- gereicht haben würde. Unter diesen Umständen muß es als ein geradezu verbrecherisches Spiel bezeichnet werden, wenn von der agrarischen Presi« die von der Sozialdemokratie recht- zeitig vorausgesehene Roggennot immer wieder abge- leugnet wird und wenn sich die Regierungsparteien einschließ- lich des Zentrums einfach auf die Behauptung von Herrn Schiele berufen, die deutsche Brotoersorgung bis zur neuen Ernte sei gesichert. wie schlecht beraten Herr Schiele bei den Zahlenangaben seiner Etatsrede war, ergibt sich außerdem aus seinem Versprechen, daß wir noch mit einem gewissen Dorrat in das neue Erntejahr h i n e i n g e l a n g e n würden. Solchen überschwenglichen Optimismus hätten dem Minister die monatlichen Nachweisungen des Statistischen Reichsamtes über den auswärtigen Handel verbieten müssen, die Monat für Monat auch von der Seite des Außenhandels her unsere Versorgungslage zu kontrollieren gestatten. Diese amtliche Statistik, die man nicht wie die Jnteresfentenstatistik des Deutschen Landwiitfchaftsrats ein- fach auf ein paar Wochen zurückstellen kann, wenn sie unbequem zu werden droht, beweist nun aber mit aller Deutlichkeit die Unkenntnis des Herrn Bolksernährungsministers. An dem Tage, an dem Herr Schiel« dem deutschen Volke das optimistische Versprechen gab, daß es noch mit einem gewissen Roggenüberschuß aus diesem Dersorgungs- jähre herausgehen würde, waren die Jnnlandsvorrät« bereits so stark verringert, daß wir zur Brot- Versorgung der Bolksmassen die Hilfe des Aus- landes in Anspruch nehmen mußten. Nach den Nach- Weisungen des Statistischen Amtes hatten wir bereits im Februar «inen Einfuhrüberschuß oon rund 40 000 Tonnen Roggen auf- zuweisen. Die Roggennok ist damit keine Prophezeiung mehr, sondern bitlere Wirklichkeit geworden. Bereits jetzt, im März, ist der Zustand erreicht, den die Sozial- demokratie Anfang Februar genau für diesen Zeitpunkt vorons- gesagt hatte: Die deutsche Landwirtschaft hat nichts mehr zu verkaufen, und die städtische Bevölkerung muß ihren Brot- bedarf in wöchentlich wachsendem Maße, und nur zu bald ganz aus- schließlich aus dem A u s l a n d e decken. Unentwegt aber wird von den agrarischen Parteien unter Assistenz der Arbeitervertre. terdesZentrumsder Roggenzoll aufrecht erhalten, obwohl die Landwirtschaft nichts mehr zu oerkaufen hat und ein deutsches Pro- dukt, das zu schützen wäre, in den Händen der Produzenten gar nicht mehr vorhanden ist. Der Roggenzoll ist zum reinen Finanzzoll geworden und soll nach dem Willen der Re- gierungsparteien vom deutschen Volk« mehr als vier Monate bis zur neuen Ernte ertragen werden. Die Sozialdemokratie hat auf Grund des Wahlergebnisses in der letzten Reichstagswahl nicht die Macht, diesen volkswirtschaftlichen Unsinn und diese sinnlose Brutalität zu verhindern. Sie kann den agrarischen Parteien und den bürgerlichen Parteien, die in dem neuen Desitzbürgerblock im Fahrwasier der Agrarier segeln, aber das Versprechen geben, daß dies« vier Monate, in denen trotz Arbeitslosigkeit und Masienelendes der Roggenzoll nicht als Schutzzoll, sondern als Brot st euer gezahlt werden muß, dem Gedächtnis der deutschen Arbeiterschaft unvergeßlich«inge- prägt bleiben werden. öeleihungsgrenze füe Wohnhausneubauten erhöht. Wie der Amtlich« Preußische Presiedienst mitteilt, erklärt sich der preußische Minister für Volkswohlfahrt mit einer Erhöhung der Bcleihungsr.-enze für Wohnungsneubauten einverstanden. Die Stadtschaften sollen künftighin e r st stellige Beleihungen für Wohnungsneubauten, für die eine kommunale Bürgschaft schwer- lich jemals erforderlich sein wird, bis zur Höhevon 40 Proz. der Bau- und Bodenkosten gewähren dürfen, woweit zweit- stellige Beleihungen in Frage kommen, sollen, wenn die betreffende Gemeinde die selbstschuldnerische Bürgschaft übernimmt, B e l e i- Hungen bis zur Höhe von 60 Proz. der Bau- und Boden- kosten gewährt werden. An der satzungsmäßigen Verpflichtung der S t a d t f ch a f t e n, bei der Feststellung des Beleihungs- wertes und der satzungsmäßigen Beleihungs g r e n z« nur die dauernden Eigenschaften des Grundstücks und den Ertrag zu berück- sichtigen, der nachhaltig zu erzielen ist, wird durch den Runderlaß riichts geändert._ Der ZNärzindex für die Lebenshaltungskosten. Der Reichsindex für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Be- leuchtung, Bekleidung und„Sonstiger Bedarf") ist nach den Fest- stellungen des Stattstischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats März mit 144,9 gegenüber dem Vormonat(145,4) um 0,3 Proz. zurückgegangen..Dieser Rückgang ist im wescnt- lichen auf eine Senkung der Ernährungsausgaben zurückzufübren. Hier haben bei steigenden Gemüse, und Kartoffel- preisen die Preise für Fleisch und vor allem in erheblichem Ausmaß die Preise für Eier nachgegeben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen(1913/14 gleich 100) für Ernährung 151,2, sür Wohnung 104,9, für Heizung und B«< leuchtung l44,6, für Bekleidung 156,4, für den„Sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 182,2. Fusion von Bau- und Terraingesellschaslen. Der H e i l m a n n und Littmann-Konzern schreitet jetzt zum betrieblichen und finanziellen Zusammenschluß aller ihm schon bisher nahestehenden Unternehmungen. In der Heilmannschen Jmmobiliengesellschast wird die Heilmann und Littman G. m. b. H., München- Berlin, und die Bauland Gräß-Berlin A.-G. aufgehen. Außer- dem hat der Konzern durch den Neuerwerb eines Aktienpaketes der Bayerischen T e r r a i n- A.- G. ihren bisherigen Besitz zur Aktienmajorität erweitert. Ebenso wird sie mit 75 Proz. die Majorität der Münchener Allgemeinen Terrain-Gesellschaft zu Zwecken der Fusion erwerben. Zum Zusammenschluß dieser fünf Gc- sellschaften, die in München und Berttn einen zum großen Teil bereits bebauten Grundbesitz von etwa 1400 Morgen vereinigen, wird das Aktienkapital der Heilmannschen Jminobiliengesellschaft oon 5 bis zu 14)- Millionen erhöht werden. Damit voll- ziehr sich, nur in größerem Maßstäbe, im Heilmann-Konzern�der- felbe Vorgang, der im vorigen Jahre im Berliner Sommerfeld- Konzern zu oerzeichnen war. Gut« Gewinne in der vel- und Oelkuchensabrikation. Zum Jnteressenkreis der Deutschen Bank gehört auch die F. Thörls' Vereinigte Harburger Oelfabriken A.-G., die aller- dings im Gegensatz zu anderen Interessen der Deutschen Bank ren- tabel ist. Für seine zahlreichen Fabriken am Hamburger Hafen, in denen über 2300 Arbeiter und Angestellte beschäftigt werden, und für das Kapital von 14 Millionen Mark schlägt die Aussichtsrat«- sitzung des Konzerns der Generaloersammlung eine Dividende von 6 Proz. vor, nachdem im Vorjahr« mir 4 Proz. verteilt wurden. Der Reingewinn hat sich von 0,68 auf 1,04 Millionen Mark erhöht. 1 Der schlechte Eindruck bei den Massent Die P o r t l a n d> Zementwerk Schwanebeck A-G., Halberstadt, hat auf ihr Aktienkapital von 1,28 Millionen 9 Proz. Dividende verteilt und darüber hinaus noch kräftig mehr verdient. Der Vorsitzende des Aufstchtsrats erklärte zum Geschäftsbericht aber, daß er trotz der zutage tretenden Gewinne ein Gegner hoher Dividenden sei und Zwar zur Stärkung des finanziellen Unterbaues des Unter- nehmens und wegen des schlechten Eindrucks auf die Massen. Man kann dos diesem vorsichtigen Manne, der sich grundsätzlich gar als ein Freund hoher Löhne bekennen wollte, recht gut nachjühlen. Rußland« Interesse an der INologa A.-G. scheint durch deren Beschluß, die Gcschäftsaufsicht zu beantragen, sofort lebendiger gc- worden zu sein. Rußland hat nicht nur, wie wir bereits gemeldet haben, die am 31. März fälligen Wechsel der Mologa bis auf weiteres verlängert, sondern auch unverzügliche Verhandlungen über eine Reorganisation des Konzessionsunternehmenz oerlangt. Ein Mitglied des Aufsichtsrates hat sich für die Verhandlungen sofort nach Moskau begeben. Zu den resttagen besonders gflnsttge Angebote! Kleidung für Straße, Auto-, Motorrad-, Wander- und Wassersport! Frllhjahrsulster alotte uns fle ttiflr flObarMiuartlai «toff«....... 7. 6J«... 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Um die Bezirrsmeisterschast im Tlorden. tft Vezlrk Norden setzt seine Enlschcidungsspiclc um di« Nczirks, »elstrrschastW». WWWWWW�IWW WWWWI g Uhr die Schüler, um Iv Uhr die Jugend und Heiitiiasdorf Schüler gegen Pankow, um ll Uhr die 2. Männer und um 12 Uhr die l. Männer. In Wildau, Lriedrich-Sdert-Stratze. lv ele» die l. Iugri.d gegen Moabit l um 2 Uhr und die 2. Jugend gegen Hermsdorf I um 8 Udr.— In Adlershot. ver.stingcrte Helbiastratze, spielen d-e 2. Männer gegen Schmorgeiidorf I um II Udr und die Lrourn gegen Fichte SS um 4 Uhr. Zn Tegel. Gras-Rödern» ftotso, spielen die Frauen gegen Hermodors 2 Uhr, die 2. Männer gegen Grotz» Berlin-Süden II um Z Uhr und um 4 Uhr die gleichen I. Männermaun» schalten. Auf dem Urbanplatz hat Fichte Z folgende Spielt:' Um 9 Uhr 2. Jugend gegen Fichte 7 ll, um 10 Uhr 4. Männer gegen Reukolln 8. Vereins- Mannschaft, um II Uhr 2. Frauen gegen Rrukälln-Pereiiismannschaft, um I Uhr 2. Männer gegen Fichte 7 T, um 2 llh: 8. Männer gegen Neukölln 2 II, um 3 Uh- 1. Männer gegen Neukölln 2 I. um 4 Uhr l. Frauen gegen NeurMn 2. um 5 Uhr I. Jugend gegen Fichte 7 I. um 8 Uht Schüler geg'n Grotz.Perlin» Reddinm Auf dem Fichteplatz in Baumschulen weg spielen um S Uhr Schwimm» verein Borwärt» I gegen 4. Abt. 1: um lü Uhr I. Iugendabt. gegen Kerms- bork, 18. Schiilerabt. gegen Scrmsdors: um II Uhr 1. Fraurngbt. oegen Fichte» Nord I, I. Schülerabt. gegen 7. Seblllerabt.: und um 2 Uhr 28. Miinnergbt. I gegen 4. Männerabt. I. Eroß-Berltn-Rosentbal und Grotz-Berlin-Friehenau trrssen sich in Rolenthal, Hauvtstratze! dir Schüler um 9 Uhr, die Jugend um Ist Uhr und die Männer um II Uhr. Auf dem Syereierplah Schönhauser Allee spielen Grotz-Berlin-Rordeu l. Jugend gegen Treptow t-m Ist Uhr und Grotz. Berlin. Norden 2. Frauen gegen Fichte ö»m II Uhr. Alt.GNeniike hat klöKniik zu Gaste und spielen die Iugondmannsöiaften um Ist Uhr und die Männer- Mannschaften um II Uhr. Weitere Sp'ele sind: Männer: Leiligensee! g«g:n Moabit I um 5 Uhr in Seillgcnsee: Bohnsdorf k gegen Berlin 12 I um Ist Uhr in Bohnsdorf, Schulzendorfer Str. 8t>! staulsdorf I gegen Groß. Berlin. Norden 1 I um m Uhr in«aulsd-rk. stöprnicker Sknotzö: Ficht« 8 I gegen Bowiktedl l um 2 Uhr in Hohenlchönh-usen. Sommers, rage. Frauen: Sichte 2» l aeaen Lichtenberg 1 I um 3 Ubr IN Maincridors. a.» der Rennbahn! Lichlen. berg 2 1 gegen Fichic 4 I um 4 Ukr in Lichtenberg. Rvrmannenftrotze. I-iss-nd: Fichte 20» I gegen Flchie 22 l um 10 Uhr in Lichtenrade und«eitzensee 1 gegen Adlershvf II um 10 Uhr in Weitzensee. Rennbahnstratze. Die am Sonn. lag beginnende R a s I b a l i l e r i e sieht aus dem Renndahnplo, Weitzensee drei Treffen vor. Um-�8 Uhr Fichte 5 I gegen Ficht« 18 ll. um«4 Uhr Ficht« 18 M gegen Weitzrnlee I und um 5 Uhr Fichte 22 l gegen Fichte 18 I. itiiflie 5 I ist eine Anfäugermannschaft und wird wohl dem Gegner d-.e Punkte überlasse» müsse». Weitzenfre I wird gegen Fichte 1» III einen leichten w>eg haben, während Fichte 22 I alle Anstrengungen machen wird, um nicht« U l die Führung abzunehmen und ist auch noch nichts vorsuszusagen, denn beide war?n schon Areismeister. Touristenvereia„Die Zlaiurfreuade". Zeutrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Sonntag, 8. April. Mlggelsee, bei Friedrichshaaen:»Sin Frü' Gelang, Volkstänze u. a. Beginn 8 Uhr. «äffe.- Abt."----------" Im Restaurant»Rübezahllh am ngstaa am Müggelsee. Mustk, ntritlskarten k 50 Pf. an der Z. Z: TeschafMches 8 Uhr. im Heim Lo.W>WWWWWW»WWW>>WMW>W��MWM»»W»�M Abt. Südost: Freitag. I. April, 8 Uhr, IM Heim Reichenderger Str. 8«: Luftiger Abend. Zuarndgrupp« Montag im Seim WrangelNr. 188: DI»ter-hend— Atzt. Südwest: Freitag. 1. April, 8 Uhr. im Heim Porchstr. 11: Heimabend.— Abt. Treptow: Freitag. 1. April, 8 Uhr. im Heim Slfenftr. 8: Geschäftliche».— Gemischter Chor- Freitag. 1. April, 8 Uhr. im Altersheim Danziger Str. 02, Baracke III: Uebungsstunde. Tenor» und Sopranstimmen sind noch erwünscht.— Photogemeinlibaft: Montag. 4. April.'S« Uhr. im Heim Ebertnstr. 12:»Stereo- Bortrog:»Bon Berchiesoaden na« Garmisch.«—»»turwisteuschattlich« Abt.: Montag, 4. April, 8 Uhir. im Seim Stralauer Str. 55: Geschästliches.— ASt. Stegliti: Montag. 1. April. 8 Uhr. im Heim stniephok-. Ecke Zeverstratze:»Ford und Marr."— Abt. Neukölln: Freitag, 1. Aprfl. 8 Uhr, Im Heim stopsstr. 55. Jeder spricht Ist Minuten.— Abt.««»ding: Sonntag Wanderung«öpenick— Rübezahl. Treffpunkt>48 Uhr Bhs. Wedding. Arbeilerrodfahrerbuad„SoNdariläl". Touren für Sonntag. 8. April, I. Abt.: Früh 7 Uhr Stad>onwies« Treptow, 1 Uhr Adlershof(Ziege). Start Bülowstr. 55.— 2. Abt.! Früh 8 Uhr Stadion. wic-e Treptow. 1 Uhr Hirfchaortenl-Rilhelmshof. Start Dieffenbachstr. 80.— 5. Abt.: 1 Uhr Bdlershos(Ziege). Start Landsberger Platz.- Bez. 2. Orts» oruppe Neukill»: Str«if>üge durch den Grunewald, Endziel Alter Freund. Start l Uhr. 1. Abt. Sertzbergp'atz. 2.«61»hf. Hermannstratze.— Ort»» gruppe llbarlottei bvrg: Treptow, Stad'onwiefe. Star! früh tz'tz Uhr am Knie. l Uhr Zehlenhorf,»arlstr. 12. Start«ilbesmsplatz.— vrt,gr,p«e«»»ne. bergi Treptow, Rennen. Start 014 Uhr Stubenrguchstr. ll».— Ortsgruppe Aolershos: Tour wird l Uhr am Start«ismarckftr. 29 bekanntgegeben.— Ortsgruppe Steglit" Früh 8 llbr Zossen.— Ortsgruppe Brld: Start Eh-nssee. Nratze. Brücke.— Ortsgruppe Trentow-Beumschrlenweg: Früh 8)4 M>r Forst, Haus Dubrow. Start Bhf. Baumschule»»««.— Ortsgruppe«Ilmersdoef: Früh 8 I'br Naueu. Start Aue.- vrtegrnppe Obsrsiböiieweille: l Uhr«önlas. wustrrhanscn. Start Berrinslokal." Bez. 2t. vrtsarupne Strslon-Rummels» bürg: nri Uhr SIcn« Müd'e. Start Türrschnssdt.. Ecke LeNIngstrgtze.— Orts» nru-ipe Deinrrcdorf! 12 Uhr Summt. Start Btreinslokal.— Ortsarupue N>edersch?nbauie«: 8 Uhr Nauen. Start Bornholm« Strotze, Eck« Schönhauser Allee.— Ortsgrnvpe Neinickendorf! Stre'sziig, durch die Iunalernhelde. Start t llbr Restd-n-Nratze. Eck» Pankomer Allee.— vrtsarunne»eael: 1 Uhr am Start Schsseperstr. 54.— vrt-gru.opk Ben»»«! Früh Ist Udr nackt dem flriimer. Start Kissinsirnstratzr. Jugendheim.- Ortsgruppe Lichtenberg: 12)4 Uhr nach. mittags MiHzelberge, Teufrlsfee. Start Brreinslokal. ich l' Schwerathletik. Serieukawpfabend Im Ringen um die Mei 't»es 4.«reife» 1. April, 8 Uhr, IN der Turnhalle der 2. Gemeindeschule, Tegel, Treskow- strotze 28— 29. Co starten zum letzten«ampf in dieser Serie die Ligamann- schalten»er Bereine Ringsportverein Tegel stS und Sportklub Surich 02 Berlin. LS. Berolina. Reulöl!». Leickitathletikäbt. Treffpunkt für Sonntag, 8. April, zum Frühsahrswaldlaus um 2 Uhr Johannisthal. BÜrgcrgartcn, Parkstratze. Ecke Sterndamm. Der Serieukampf In der Ligaklasse Siegfried üll— Lurich endet« 17: U fvr Sieafr�ed 66. «®tt. Borau. RiedcrsckönhauskR. Sonntag, ll. April, 2 Uhr. Turnhalle Rikderfckibnh-lisen, Bismarckstr. 11.«lubwetistreit Im Ringen,»eben, Iiu. Iitiu. Airtzerdcm tnrnt die«Inder, und»ädchenabteilung. 1 Uhr«erbe. iimzug unter Borantritt der Bereinstambourrieg«. Antreten Llankenburgcr Strotze. Schauturnen in tichteaberg-Zriedrichsfelde. Immer mehr bricht sich jetzt auch unter den proletarischen Frauen die Er» kenninis Bahn, datz planmotzig betriebene Leibesübungen für den weiblichen «orper eine zwingende Notwendigkeit sind. Wie die aui den weiblichen Organismus angeratzten Leibesübungen im Rahmen eines Arbciteriportvereins betrieben werden können, zeigt das am Sonntag, �8. April, nachmiliogs 2 Uhr. in der Turnhalle de» Ia�"'-=•-»>-•. findende Schauturnen der Turnerschaft Lichtenberz-Friedru ist frei.... Mauuschafts-Schachweltkämpse. Sonntag. 8. April. Ist Uhr. tressen sich zum fälligen W-ttkampf in der Z.Krupp«: Süden I— Nordring I» Muskauer Str. 10: Weitzensee I— Nordwest l, Lehderstr. 122: Eharlottenburg� N— �lumdoldthain I,«a�ser-Frledrich-Sr. 57. Spielfrei: Friedrichofelde I und Neukölln!.— V-Gruppe: Friedrichsselde ll- Süd- west II, Gudrunstr. l: Gesundbrunnen III— Mitte I.«oloniestr. 147: Sharlotten. bürg III— Neukölln ll.«aiser.Friedrich.Str, 57; Süden II— Wedding IV. Muo- kauer Str. 10. Spielfrei: Friedrichsbain n. Ber-ib«ig>ing. In dem Artikel Uber das Internationale Arbeiter-Schach- turnier IN der Morgenausgade vom Dienstag sind einige Druckfehler zu be. richtigen. Das Turnier sindel vom Ist. di» 18. April statt. Statt eines Jagd. turniers findet ein Zugeadturnier statt. Bezirkokartell Fried ri betrieb auf dem Sxoriplatz„.»W.----- fallt aus. Sämtliche Delegierten und Vorsitzenden treffen dem Sportplatz..... Sportkartell Pankow. verschiedenes. .in. Montag, 4. April» beginnt der llebungs. ricdrichshain. Die«artellsitzuna an diesem Tage '~~' um 7 Uhr aus ichtigc'Materialausgabe.■ Montag. 4 April.%S Uhr. Zugendheim Pankow, «issingenstratze.«artelldelegiertinsitzung. Arbeiter-Radfahreraerein Grotz. Berlin. Sonntag, 3. April, 7 Uhr, nach Steinfurt, Rest.'Zi'rinke:'nachmitt-g» 1 Uhr«openick-Neu-Heringsdorf. Start Waldemarstraßr, Ecke Mariann.-nplatz. Motarfahrer: Sonntag, 8. April, früh 5 Uhr, nach Guben. Start Treptow, Rathaus. Gäste willkommen. 1. Bezirk: Zrühjahrswaldlauf— Bezirkssvartentag. Sonntag. 8. Avril. 8 Uhr, geht in Johannisthal durch die«önigsheids der Frllhiahrswaldlauf vor sich. Start und Ziel vor dem Umkleidelokal Bllrgergarten, Parkstratze. Eck« Eterndamm.«ampfrichtersitzung 2 Uhr. Lormittags 10 Uhr findet im gleichen Lokal der Svarteniaa der Leichtathletiklparte im 1. Bezirk statt. Arbeiter-Sport- und«ulrurkaetell«rcuzbrrg. Montag, 4. April, 8 Uhr. «artelldclegiertrnverfammluna bei Reinkt, Grünauer Str. 17. Anträge für Spiel- und Sportplätze mitbringen. Arbeiter-Sport. nud«nltnrkartell. 2«. Bezirk. 2. Zuaendvortrag des«artells abends 8 Uhr in der Fichte.«lau!« am Schäjerweg. Ieder Berein entsendet «inen, größere Bereine zwei Delegierte. Fahrgeld wird zurückerstattet. Er. scheinen dringend erforderlich. «rbeiier-Kport. und üvlturkertell Schöneberg-Friedenau. Dirnstag. 5. April. 8 Uhr, bei Lchmann. Fritz-Deutcr.. Eck« Marstratzc, Dclegiert.-nsitzung. Aue- kunft in allen-rrortfragen erteilt bei Borsitzende Oswald Greitz. BerNn-Slhöne, berg, Grtenstr. 58, 1 Tr. links, und jeden Montag vom 8 bis 10 Uhr Turn- Halle Belzigei Strotze. Arde.tcr-Scküzeuoereln Wedding. Montag. 4. April. 8 Uhr, bei Bontke. Schul-. Ecke Ehr.ftioniaftratze, Mitgliederversammlung. Referat des Sports. genossen W. Prietzrl über„Ausgaden resp. Zweck des Ardeiter-Schlltzinbundeo." Gäste willlommen. Aufnahme neuer Mitglieder dortselbst. Arbeitcr-Tennisvereinigulig. Es stehen der ATB. folgende Plätze zur Ber- sügung. Abt. Neukölln: Volkzpork Neukölln-Dempelhos. Montag, Mittwoch, Freitag 4 Plätze von 5 bis 8 Uhr. Spielbeginn Freitag, 1. April.— Abt. Westen:«aiserallee 58—00. Montag und Donnerstag 4 Platze von 0 bis 8 Uhr. im April von 5—7 Uhr.— Abt. Rolasbi Schönhauser Allee, Sportplatz Sin- same Pappel. Mittwoch und Sonnabend 2 Plätze von 4 bis 8 Uhr. Soiel» beginn Sonnabend, 2. April.— Abt. Fr. T. Gr..Blii., Preuzlauer Berg: Schönhausrr Allee. Sportplatz Einsame Pappel. Dienstag 2 Plätze von 4 bis 8 Udr. Donnerstag 1 Platz von 4 bis 0 Uhr. Spielbeginn Sonntag. 8. April. — Abt. Fr.».»r.-Bln.. Friebeichbaini Sportplatz Friedrichshain. Täglich 1 bis 2 Plätze von 4 bis 8 Uhr. Sonniaa von 2 bis 8 Uhr. Spielbeginn Sonn- abend, 2. April.— Abt. Fr. I.»r.-Bln., Wedding! Es wirb auf 2 Pläti-N dreimal in der Woche gespielt Spielbeginn vorausstchtlich Ostern.— Abt. abend 5 Lichtenberg: Stadion Lichtenberg. Voraussichtlich Dienstag. Donnerstag. Sonn. abend 5 Plötze oon 5 bis 8 Uhr und 2 Plätze Sonntag vormittags von 8 bis 12 Uhr. Svielbeginn wird noch bekanntgegeben.— Abt. Weitzensee: Spiel- �"' 1 Mittwoch, Sonnabend 8 Plätze von 4 bis Montag Plätze am Faulen W��W��WIWWWWWWWWWW�W 8 Uhr. Sonntag 1 Platz von 8 bis 11 Uhr. 2 Plätze von 2 bis 8 Uhr. Spiel. beginn Sonntag, 8. April.— Außerdem werden der ATB. verfchied'ne Plätze an den Sonntagen zur Verfügung stehen. Reuanmeldungen mährend der Sviel. zeit auf den Plätzen oder schriftlich i"MMMM~"~~""" thaler Str. 43. an Georg Friedmann, Berlin R. 54, Rosen. t tkh Zd kostet das schdnste Ostergeschenk— das Musikinstrument als Handkoffer Elecirola Gesellschaft rn. d. H. Berlin W8 Leipziger Strasse 23 Frankfurt a. H. Goethestrasse 3 AUTORlSiatTE VBEKAUFSSTEUEN wtnpfcN BEBEiTWIliieST NiEHSEiMEitN finden bei uns alles, was Sie zum Osterfest gebrauchen Rlassnllgsr In 4 E tagen i/e Anzahlg., 35 Wochenraten Eleg. Anzüge, Sport-Anzüge, Herren-Ulster, Sport-Paletots Quenml-Mfintsl Knaben� MHdchsn- und Klndar-Baklsldung Nooe FrOhJshrt- DjmenmSntsI, Kssha- Mlntal, D»raa»c6-Mänt., FrflhJsbrs-XleJder In Wolle u. Seid« Kostüme, Kompl., Damen-OummimSntel Laib-, Bett- u. 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Bilanz-Konto..... 136 850,- 13 6351— 60iSO 6; 95 122715 62'55 91'21 6!46 72- 1 530 50 6118 24 484'— 1 13 6351— 695 800 82 mos 19,87 852 46 270.« 15 768,50 1,580— 122 715 69 199, 124 484— 13 6331— 2059 72 67;20 6 18 15 76�,50 MllgliederbeweguBg. Mitgliederbestand am l. Januar 1926.... 50 Ausgetreten.............. 2 Neu aufgenommen........... 2 Mithin Mitgliederbestand am 31. Dezember 1926 50 Gesamt-Haftsumme aller Genossen..... 3000 RM Bln.-Britz, den 12. März 1927. Wirtsdiafhpssmdiaft„Siidlsag am Marienleldsr Weg" elngetrag. Genossenschaft IN. b. H. Der Anlslchtsra«, Der Vorstand. LA.: Karl Schach tschabcL LA.: Bruno Lenzner, w i r k a a m sind die KLEINEN ANZEIGEN Inder Gesamtauflage des„Vcrwlrta-1 und trotzdem J$u haß doch hoffentlich nicht dia SlQipndr CigaraitQn vergessen t DIE SLEIPNEPSPf i/i die Standardmarko. der* deutfehen Ciganetten-ladußnie A BATSCHAR I cT©XRTET��fFlAB�T<�� Uasusespe �SlsÄsaa hat's entdeckt, weshalb der Kuchen so gut schmeckt: as laeg£ AmMcstclaxnlii Darum Z goldene Backregcln: I. Man nehme zum Kuchcnbackcn statt 1 Pfd. Mehl ein für allemal nur 3A Pfd. Mehl und V« ffd. Mondamin. Dann ■wird der Kuchen zarter, lockerer und leckerer, dabei aber billiger, well man weniger Eier und Butter braucht! 2. Vor dem Anrühren Ist das Mehl, nachdem man es mit dem Mondamin vermischt hat, mehrmals durchzusieben! Dsi Poltet MoDdomln(alematt tot«) Itotfel SS PtA. M&usftf aucn,«Icsaki daran« „Mondasnsa» verfeinert Meltl!M Am Donnerstag, dem 31. Mära 1027, entschlief im Alter von 52 Jahren infolge eines Schlaganfalle? unerwartet schnell unser lieber, treuer Kollege, der Redakteur des.JCupferschmied'" und langjähriaa erste Vorsitzende des Verbandes der Kupferschmiede Deutschlands Max Hecht In aufrichtiger Traner um den gewissenhaften Leiter unserer Organisation und den pflichtbewußten und eifrigen Mitkämpfer auf allen Gebieten der allgemeinen Arbeitet- bewegung zeigt dies hiermit an Der Vorsland des Verbandes der Kupferschmiede Deutschlands Berlin N 58, Greifenhagener Str. 57 Die Beerdigung findet am Montag, dem 4. April. nachmittags 2'/, llhr. auf dem Zentrallriedhof Lichtenberg- Friedrichsteide statt. In der Xacht zum 30 März verschied ganz plötzlich unser verehrter Seniorchef, i.err Inlerieren brt«-» ERPOLG! BeiDhärd ioeltier Wir werden sein Andenken stets in Ehren ÖSiCllaste stausmiscAe halten. Die frbeiter lier Finna Sernlurd üaetiter. CflUlIcH HUMRaj Der gewissenhafte haufraiann empfiehlt nur die Feinkost- Margarine„Blauband, frisch gekirnt", weil sie am besten schmeckt, ausgiebig und rein ist und die verbreiterte, also auch frischeste von allen ist. Vz9{d.509ftmif Auf jSeouerru &Ccgant Sm 81 März errschird notti furzer KrantHei! mioige Schlag oniollr« mein »eber Mann,»nier Irrilloiaenbrr Vater, ber»ewerfichailsbcainle und Siadioerordneie Max Hecht im ailor ow")2 Jahren. In liefet Trauer Luise Hecht und Kinder Verlin-Mahisdori. Meianchihanilr 66 Die Beerdiaung findet an. Man» lag. dem« ÄprU, nachm. 2>< Uhr. auf dem gnilraiiriedhoi Lichtenberg- irledrichsiride stall. Mol- u. Zeichen- Bedarf L-juergens Alexonderplat/ tÄ» fkoSe« HALBSTiift kpagEU Rutsches &a.C>rilcatr &.R.R cOöeraCC xu haben Ziehung am 12. und 13. April h 48S6 Gewinne im Betrage von zu Gunsten der Kriegs-Hinterbliebenen Lose 3.-Rm. Porto und Liste 30 Pf. antra. 5 Lose «oriiert aus v r- •chlfd.Tausenden einem. 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Simon-Schwaben(Soj.) geht davon aus, daß die Grundlage für jede gesunde Entwicklung eines Staats eine geordnete Finanzpolitik ist. Bon dem vorliegen» den Etat kann man aber nicht behaupten, daß er diesen Zlnforderun- gen entspricht. Ei hat sich zuletzt darum gehandelt, das Defizit von rund% Milliarden zu decken. Die Regierungsparteien haben sich dabei nicht gescheut, eine Reihe wichtiger sozialpolitischer Ausgaben zu streichen, dabei klafft noch eine bedenklich« Lücke, denn noch sind die Ausgaben für Lohn- und Gehallssteigerun- gen zu decken, die durch die Erhöhung der Mieten notwendig sein werden. Wir haben jetzt einen Rückgang der Umsatz, und Lohn- steuer zu verzeichnen, dafür aber eine dauernde Steige- rung der Massen st euern. Aus den Masiensteuern komm« jehl einmal soviel eiu. wie au» den Besihsteuera.(chörtl hört! bei den Soz.) Zmmer deuMcher zeig« sich, daß die Hauptlasten die minderbemitlelien Kreise zu tragen haben, dazu kommt noch die steigende Belastung durch die Zölle. Eine Familie von fünf Köpfen zahlt jetzt an Derbrauchssteuern 71 M. im Jahre, davon IS M. für Zuckersteuer, dazu kommen noch die Leistungen für Lohnsteuer, Mietsteuer usw. Die Sozlaldemo. tratie verlangt deshalb di» stärkere Heranziehung der besitzenden Klassen zu den Steuerlasten und eine ent- sprechende Erleichterung für die minderbemittelten Volkskreise. wir fordern also die Wiedereinführung der Börfenumsahsteuer. den Ausbau der Bermögensbeileuerung, die verschärfuug der Erbschaftssteuer und der Sapitaloerkehrssteuer, die Besteuerung nach dem verbrauch. Das Mißverhältnis In der Besteuerung zwischen Stadt und Land ist zu einem wahren Skandal geworden.(Sehr richtigl bei den Soz.) Der Redner zeigt an einigen Beispielen aus dem agrarischen Ostpreußen, in welch skandalöser Weise sich der große Grund- besitz seiner Steuerpflicht zu entziehen versucht und das wird noch durch die landwirtschaftlichen Organisationen, in Bayer« sogar durch die amtlichen Bauernkammern gefördert,(hörtl hört! bei den Soz.) Wir wisien, daß ein Unterschied besteht zwischen der Steuerleistung von Stadt unt> Land, aber wir wollen nicht, daß dieses Verhältnis zuungunsten der industriellen Bevölkerung noch weiter verschlechtert wird. Das heutige Bewertungsverfahren hat nicht den geringsten Wert. Ist das Reichsfinanzmini- fterium gewillt, diese Steuersabotage noch wel. »ergehen zu lassen? Wir müsien endlich zu einer besseren Erfassung der leistungsfähigen Kreise kommen, um die weniger be- nnttelten Schichten entlasten zu können.(Sehr richtig! bei den Soz.) Aber nicht nur die gesetzlichen Vorschriften sind unzulänglich, sondern auch ihre Anwendung durch die Finauzver- w a l t u n g. Durch den Abbau bei den Finanzämtern ist der größte Schaden angerichtet worden, mit der Arbeitskraft der ver- bliebenen Beamten ist geradezu Raubbau getrieben worden. Dazu limmt die kompliziert« Gesetzgebung und die Fülle von Verordnun- oen, die die Arbeit der Beamten und Angestellten bei den Finanz- ömtern vielfach geradezu zum Martyrium gemacht haben. In Bayern sind sogar die aus Norddeutschland dorthin versetzten Be- ointen gesellschaftlich boykottiert, die Arbeit ist ihnen durch das Ver- balien des aufgehetzten Publikums noch mehr erschwert worden. Der bayerische Abgeordnete S chli t t e n b a u e r hat auf di« auf- »c blähte preußische„Steuerverwaltung* geschimpft, aber man hat dabei oerschwiegen, daß Bayern früher die teuerste Steuerverwal- tung hatte, mit S8 verschiedenen Steuerarten. Die angestrengteste Arbeft der Beamten konnte doch nicht ver- hindern daß sich die Steuerrück st ände bergehoch an- gesammelt haben, die Hälfte war gestundet worden, die andere Hälfte konnte noch nicht erledigt werden. wir verlangen deshalb eine Verbesserung der Verwaltung, daß diese Steuerrückstände eingeholl werden könnten, unter möglich- st er Schonung der kleinen Steuerzahler. Der Ton zwischen Lorgesetzten uich unteren Beamten ist leider nicht so. wie es wünschenswert wäre. Wir wünschen, daß in der Zu- lassung der Sekretäre ebenso verfahren wird wie bei der Postverwaltung. Den älteren Beamten muß die Möglichkeit gegeben werden, in den Innendienst überzutreten und dort vorwärts zu kommen. Leider sind unsere Bemühungen in dieser Richtung von den bürgerlichen Parteien durchkreuzt worden. Ganz entschieden wenden wir uns gegen dos Ueberstundenwesen der Beamten und Angestellten, das angesichts der großen Erwerbslosig. keit geradezu ein Verbrechen an der arbeitenden Bevölkerung ist. Die Gehaltsoerhältnisse besonders der Zeitangestellten müssen verbessert werden. Unerhört ist e». daß der Leiter eine» Alnanzamts den Angestellten, die eine Erhöhung ihre» Einkom- mens anstrebten, erklärte, sie könnten sich nach anderen Stellungen umsehen.(Hörtl hörtl bei den Soz.) Der Redner führt zusammenfassend aus, daß nicht nur ein Aus» bau der Steuergesetzgebung, sondern auch eine Verbesserung der Steueroerwaltung herbeigeführt werden muß. Durch straffere Organisation der Verwaltung müssen die Erträgnisie gesteigert und dadurch die Steuerleistungen der breiten Massen der Bevölkerung erleichtert werden. Die Ueberlastung der Finanzämter muß be- seitigt werden durch Wiedereinstellung von Personal. Die dadurch entstehenden Kosten werden aufgebracht durch die Erhöhung der Steuereingänge. Das heutige System hat eine schwere Benach- teiligung der ehrlichen Steuerzahler zur Folg«. Der Reichsfinanzminister darf jetzt nicht wieder bloße Versprechungen machen, sondern endlich eine durchgreifende Neuoraanifafton der Finanzorganisation durchführen. Die Steuerausschüsse haben sich gut bewahrt, einzelne Finanzämter behandeln sie allerdings noch als Eindringlinge. Die Mitglieder der Steuerausschüss« müssen genaue Anweisungen darüber erhalten, wie weit ihre Rechte und ihre Pflichten gehen. Die Verteilung der Steuerleistungen muß nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit angenommen werden. Die Sozialdemokratie steht demgegenüber unabänderlich auf dem Standpunkt, daß die Steuerhoheit des Reichs nicht angetastet werden darf. Das Reich darf nickst nur Lastenträger, es muß auch Steuerein- nehmer sein. Di« Steuerhoheft ist die beste Klammer für die Reichseinheit, wir werden jeden Wunsch, diese Klammer zu lösen, mit der größten Entschiedenheit entgegentreten!(Leb- hafter Beifall bei den Soz.) Abg. Gerecke(Dnat.) wünscht einen Abbau der Aufgaben der Steueroerwaltung. um ihre Ueberlastung zu beseitigen. Außerdem sei auch eine Vermehrung der Beamten notwendig. Die jetzt 10 Proz. betragenden Zinsen für Steuerrück- stände seien zu hoch, sie müßten abgebaut werden. Der Redner wendet sich gegen den Ausdruck.Steuerfabotage' in der Rede des Abg. Simon. Abg. Dr. Schettcr(Z.): Die Grundlagen der Steuergesetze und Steuertorife müßten möglichst wenig geändert werden, aber man könne eine noch größer« Vereinfachung und Vereinheitlichung der Steuerformulare fordern. Die Termine müßten vermindert und in ländlichen Gegenden in bestimmte Orte verlegt werden. Steuer- rück st ände bi« 1324 solle man niederschlagen. Abg. Dr. Eremer(DVp.) bezeichnet es als erfreulich, daß die unrentablen Induftrieobteilungen des Reichs abgestoßen worden seien und daß die übrigen bei einem Anleihekapiwl von 120 Millionen eine Dividende von 7,2 Millionen für das abgelaufene Geschäftsjahr er- warten ließen. Abg. höllein(Komm.) wirft dem neuen Reichssinanzminister vor, daß er die Befehle von den krippenlüsternen Deutschnationalen entgegennehme. Abg. Dietrlch-Baden(Dem.) verlangt energisch Eintreibung der Steuerrück st ände. Am besten sei es, zunächst einmal keine neuen Gesetze zu machen, sondern die nachgeordneten Stellen allein arbeiten zu lassen. Die Landwirifchoft müsse nach vereinfach- tem einheitlichen System besteuert werden. großen Zndustri me. da» geh« scho aus Grund Ihre i«. schon Hees Die Zahl der Steuerdrückeberger sei in den Zentren viel größer, als man gewöhnlich annehme, au» der großen Zahl derjenigea hervor, die aus Verbrauchs nochveranlagt worden sind. Der Redner begründet einen Antrag seiner Fraktion auf Einführung des dreijährigen Durchschnitts für die Einkommensteuer. Veranlagung. Abg. Mollath(W. Da.) beschwen sich über die zu hohe steuer- llch« Belastung des Mittelstandes. Nach weiteren Ausführungen de» Abg. horlacher(B. Vp.) nimmt das Wort Reichsfimmzminister Dr. Köhler. Er will das Jahr 1327 zu«wem Jahr umsasiender Reorganisation und Vereinfachung in der Finanzoerwaltung machen. Diesem Zwecke diene di« jetzt geforderte Vermehrung von Beamten bei den Finanz- ämtern, durch di« auch die Eintreibung der Steuerrück- stände bewirkt werden sollte. Da» sei man den ehrlichen Steuer. ringert und«inheilliche Veranlagung und Erhebung für das ganze Reich durchgeführt werden. Im allgemeinen könne man nicht jagen, daß der Verkehrston zwischen Finanzämtern und Publikum geKoben werden müsse. Man solle doch nicht Einzelfälle verallgemelnern. Die Durchführung des Bewertungsgesetzes sei außer- ordentlich schwer gewesen, und In verschiedenen Gegenden Deutsch- land« seien Sabotageakt« festgestellt worden, die zu Straf- antragen geführt hoben.(Hört! hört! links.) An der Ver nichtung der Existenz der Steuerträger habe die Finanzoerwaltung kein Interesie. Die!~ L* M Die Buch, und Betriebsprüfung habe sich bewährt. Das Amt der Steuerausschußmitglieder bringe weniger Ehre als Verdruß. In der Zollverwaltung soll die Qualität der Beamten ge- hoben werden. Es solle keine mechanische und Abstrichpolttik ge- trieben werden, sondern auf die Wirtschaftslage des Reichs Stellung genommen werden. Abg. Meier- Baden(Soz.): Wenn von den minderbemittelten Kreisen verlangt wird, daß sie Ihr Einkommen bis zum letzten Pfennig versteuern, so ist es nur ein Akt der Gerechtigkeit, daß auch gegenüber den besitzenden Kreisen Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden. Der Buch- und Betriebs- prüfungsdienst hat neben seiner mechanischen Aufgabe noch den Zweck, einen Ueberblick über die wirklichen wirt- 'chaftlichen Verhältnisse der Steuerpflichtigen zu chaffen. Heut« wird die LaftenverteiUmg zuungunsten der breiten asien des Voltes vorgenommen. Zu dem Buch- und Betriebs- prüfungsdienst muß aber auch die Ossenlegung der Stenerlisten treten, denn wir brauchen eine Stärkung des Steuerverantwortungs- gefühls. Selbst der deutschnationale Finanzminister hat erklärt, daß die Steuermorol sehr zu wünschen übrig läßt, daher muß die öffent- liche Kontrolle der Steuerleistung kommen. Die Stcuerklärungen würden in unzähligen Fällen fÄsch abgefaßt. Sehr häufig ist es. daß nur ein Teil des tatsächlich erzielten Umsatzes zur Besteuerung angemeldet wird. Es bleibt also nur übrig, mit den stärksten Mitteln gegen die falsche Steuererklärung vorzugehen. Die Senkung des Zinsfußes bei Skeuerrückständen hat dazv geführt, daß das Zurückhalten von Stenern noch zunahm. In einem Falle hat der Be- triebsprüfungsdienst ergeben, daß da» Vermögen um ZZ Millionen zu wenig angesetzt worden ist. Es ergibt sich aus alledem, daß die Steuerleistung der minderbemittelten Schichten turmhoch über der jener Kreise steht. die sich ständig über zu hohe Steuerlasten beklagen. Leider fehlt den Prüfern bei uns heute noch die unbedingt notwendige Bewegungsfreiheit. Den Gedanken Treuhandelsgefell- fchaften und ähnliche Einrichtungen für den Prüfungsdienst heranzu- ziehen, lehnen wir ob. Wenn die Reichsfinanzverwaltung den Buch- und Betriebsfühningsdlenst energisch ausbaut, dann wird sie auch höhere Steuererträgnisse erzielen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Als letzt« Rednerin des Tages spricht nach einer weiteren leb- hasten Aussprache, in deren Verlaus Gen. Vülow noch einmal an Hand der Denkschrift auf den großen Umfang der Steuersabo- tag« der Landwirtschaft hinwies, nach 10 Uhr abends Frau Aruiug(Soz.). Sie begründet«inen sozialdemokratischen Antrag, der verlangt. daß den ehemaligen Kriegsgefangenen die ihnen für ihre geleistete Arbeit zustehenden Guthaben von der deutschen Regierung ausbezahlt werden, ohne Rücksicht darauf, ob«ine Rück- Vergütung durch die fremden Regierungen(wie sie von England schon ratenweis« gezahft worden ist) zu erlangen sei. Sie verweist darauf, daß die Verhäftnisse bezüglich der ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen in Rußland völlig geklärt seien, da durch den Vertrag von Rapallo die gegenseitigen Forderungen gelöscht wurden. Di« Entschädigungspflicht liege also in diesem Fall ganz bei der beut- schen Regierung. Vizepräsident Graes schlägt vor, w der morgen um 10 Uhr vor- mittags beginnenden Sitzung nicht nur die Etatsberattmg fortzusetzen. sondern auch die zweite und dritte Lesung des Zündholzsperrgesetzes vorzunehmen. Dagegen erhebt Abg. heinig(Soz.) Widerspruch, weil es sich beim Zündholzgesetz nur um die Interessen einer winzigen Minder- Heft handle. Ein Versuch, eine Entscheidung durch Abstimmung herbeizuführen, scheitert an der Beschlußunfähi gleit de, Hauses. Vizepräsident Graes entscheidet nun entsprechend der Geschäfts- ordnung noch eigenem Ermessen, indem er da» umstrittene Gesetz an die letzte Stelle der Tagesordnung setzt und versichert, daß die Etatsberatungen dadurch nicht gestört werden dürsten. Schluß der Sitzung 10,30 Uhr abend». Gegen Wahlterror la Deutsch-Oesterreich durch Versammlungs» stärung. Plakatabreißen usw.. selbst gegen Besuch andersparteillcher Versammlungen, hat die sozialdemokratisch« Parteileitung eine sehr bestimmte Weisung an die Parteigenossen erlassen und dabei be- sonder» auch auf die L o n d o g i t a t t o n hingewiesen, die durch bäuerlich« Revanche schwer behindert werden tönnte.— Gerade recht zur Wahlkampagne ist der seinerzeit nach Kuba gereiste christ- lichsoziale Exsinanzminister Dr. A h r e r heimgekehrt, der in das Steirerbankpanama verwickelt war. verbot des.westdeutschen Beobachters'. Die in Köln er- scheinende nalionalsozialistische Wochenschrift.Westdeutscher Beobachter' ist vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz wegen Beschimpfung de« Freistaates Preußen vom 27. März bis zum 26. Juni o« r b o t e n worden. Ik» RAflln- FnedrichstraSe 61/ ÜJ Peniru pirmatralifl* Leipziger Straße 77(Dönhoffplatz)/ Potsdamer Straße 55 * Qruiineastriiße 194 Ctafcabang» für diese Rubrik find Berit» BW 68, Lindrastrafie 3, Parteinachrichten für Groß-Serlkn stet» e» da»«»zirbislrretariat. z. Hos, 3 Tee», recht», ,u richten. t. strei« Prenzlauer Perg.«dt. ZA bi» 31: Pom«reiskasfierer Seelbinder, Rhinower Str. t, sind sofort Maibilletts und Plakate abzuholen. ä. Are!» Ariedrichshaia. Pilduags-uslchusi: Die Abteilungen 3S, ZK, 37, 38 können Maibilletts und Plakat- abholen vom Ecnossen Melle, Peters. buraer Platz 4. 7». Ares» Reiasckendors. Montag, 4. April, 7 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses Wittenau, Vortrag:«Das Gemeindeoersasiungsrecht.� Hierzu sind die Bllrgerdcputierten, die Mitglleder der Wohlfahrtspflege und sonstig« kommunalpolitifch tätigen Genossinnen und Genossen eingeladen. Heute. Freitag, l. April: 124. Abt. Mahl»dors. Di« Genossinnen und Genossen treffe» sich zur Flug. blattverbreitung abends 8 Uhr in den bekannten Lokalen. Rordbezirk bei Breidau, Hönower Str. 49. Die übrigen Bezirk- dei Anders, Bahn. hofstr. 37—39. 131. Abt. Riederfchönhaose». Di- Funktionäre holen sofort die Frauenflugblätter vom Genossen Amberg» Uhlandstr. 44, ab. Morgen, Souaabeud. 2. April: 28. Abt. Dil Genossinnen und Genossen beteiligen sich au» An. laß der Bannerweihe der Kameradschaft Eenefelderplatz an dem Werbe. umzug. Abmarsch abends 6 Uhr von Büttners Festsälen, Schwedter Straße 23. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, von I bis 8 Uhr abends zu flaggen 84. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr bei Gasper,«uerickestr. l, Vorstands, und Gruppe n fllhrersitzung. 128. Abt. weißeafe«. 7% Uhr veranstaltet die Sozialistische Arbeiterjugend eine Werbeversammlung. Referenten: Stadtrat Wilhelm Reimann und Felir Fechenbach. Wir bitten, die Jugendlichen aus diese Versammlung auf. merksam zu machen. Der Abteilungsvorstand. Fraueuoeraustaltungen. 84. Abt. Laniwitz. Heute, Freitag, 1. April, treffen sich die Senosstnnen zur Kundgebung nachmittag» 5% Uhr auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöne» berg mit den Echöneberger Genossinnen,»der 6 Vi Uhr auf dem Witten. bergplatz. Alle Frauen sind dazu eingeladen. klnderfreullde. »1. Abt. Neukölln, Boddinplatz: Sonntag, 3. April, Fahrt nach Meißner» Hof. Treffpunkt früh 8 Uhr Ecke Boddin. und Berliner Straß«. Fahrgeld 29 Pf. Eltern find willkommen. ZungjoziaKstelt. Gruppe Mitte: Heute, Freitag, abend, 8 Uhr, in der Schul« Gipsstr. 23», 20,Mtnut«n.R«ferate.— Gruppe wedding-Gesuadbruaaea: Heute, Freitag, Uhr, im Jugendheim de» Ledigenheims Am Brunnenplatz, Eingang Orth. ftraß« 19, Laden, Vortrog:„Religion und Sozialismus." Referent Franz Lepinsli. Pünktliches Erscheinen ist unbedingt notwendig. Gäste sind«in- geladen.— Gruppe Reinickeudors: Sonnabend, 2. April, 7 Vi Uhr, im Jugend- heim Tegel, Bahnhofstr. 15, Veteiligung an der Mitgliederversammlung der SAI. Referat und Aussprache:»Ausgaben der marxistischen Arbeiter. dildung. | Sterbetafel üer Groß-öerUner partei�Grga.iisation 8». Abt. N-nkZll». Unser«enoss- Ernst Lstck, Pannierstr. 22, ist plötzlich verstorben. Wir werden ihm stet» ein ehrend«» Andenken bewahren. Beerdi. guna am Sonnabend, 2. April, nachmittags 3 Vi Uhr, auf dem Reuen Iacobi. Kirchhof. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet die Abteilungsleitung. Sozialistische flrbeiterjugenü Groß-Serlin. Siugkrei, de, SAZ. Der Gingkrei» beteiligt sich geschlossen an der offenen StNgstugde unter Leitung von Fritz Iöde am Montag, 4. April, 8 Uhr, in der Aula der Schule Weinmeisterstr. 15. Karten sind b:s Sonnabend t» Sek«. tariat zu haben(29 Pf.). Laute»,»ad»eigenuaterricht. All« Instrumentalisten, die ab Ostern Unterricht n-hmen möchten, treffen sich am Sonnabend, 2. April, 7)4 Uhr pünktlich, in den Räumen des Reichsousschusse, für sozialistische Bildungsarbelt, Lindenstr. 3, 1. Hof link», 3 T-. Anschließend Orchesterprobe für die Morgen. seier am Sonntag. Karte» ,3», Lebe» hinein" müssen am Sonntag im Großen Schauspielhaus von den Abteilungen abgerechnet werden. Aameldnagen zum Ostcrlnrsn» müssen«mgehen» vorgenommen werden. Heute. Freitag. 1. April. 7% Uhr: «esamtprobe Nie die Feier am 3. April heute abend pünktNch 7Vi Uhr in der Anl» der Schul« Kochstr.«6. Sesaugschor, Orchester, Bewegnachichor»ad V»lk»ti»»er müssen vollzählig erscheinen. Ableilungsmitgliederversammlungea. , Nordost ll: Jugendheim Danziger Str.«2.— Eharlotteabnra: Jugendheim Jdsinenstr. 4.— Kalense«: Schule Ioachim-Friedrich-Str. 38.— Britz: Rathaus, Ghausseestr. 48.—«dler»hof: Jugendheim Roonstr. 1«.— Köpenick: Jugend- heim Grünauer Str. 5.— Johannisthal: Rathaus.— Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15. 4- Nordost l: Jugendheim Reu« Königstraße..Berliner Humor."— stralanee Viertel: Zugend he im Soßlerstr.«1..Warum frei« Gewerkschaften?"— Schönebeeg l: Zugendheim Hauptstr. 15..Weshalb bin ich in der SAZ.7"— übergibt man nur de« Nachweis de, Deutschen Mufilerverbande,. Berlin,«am» mondautenstr. S3/S4. Dönhoff 3277—78. Geschäftezeit S— 5, Sonntag, li>— 2 Uhr Aus Wunsch: Vertreteriesuch. Ba»»schule«»«: Beteiligung 8» der FrsthNirgsseier k» OberfchSnewektz«. Niedersqöahausen: Beteiligung an der Werbeseier in Pankow. Senefelber.Piertel: Schulentlassungsseier, oerbuudcn mit Eltern- abend, 8 Uhr, Schulaula Danziger Str. 23. Die Parteigenosfinnen irnb Parteigenossen der 26. und 28. Abt. sind herzlichst eingeladen. Rlederschöneweide: Frühlingsseier im Pilrgerparl, Oberschöneweide. W Musil, Gesang usw. Panlow: Werbeseier in der Aula des Lyzeums GörWslr. 42. Musil, Gesang, Rezitationen, Schattenspiele, Sprechchor. Eiiitritt 39 Ps. Werbebezirl Tiergarten: Wcrbeumzug. Treffpunkt Vi7 Uhr Union»- platz. Anschließend Werdefeier in der Schulaula Waldenserstr. 29. Anfang 8 Uhr. W«rbebe,:rk Reuköllu: Zugendheim Steinmetzstr. 114, Ausspracheabend mit den Eltern und der Partei. Thema:.Jugend und Partei." Weißense«: Große öffentliche Kundgebung.Zugend in Not" morgen, Sonn. abend,>/.8 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums Woelckpromenade. Reu-Lichtenberg gemeinsam mit den Kinderfreunden: Morgen, Sonnabend, 7 Uhr, in der Aula des Jahu-Realgymnasiums. Marktsir. 2—3, Frühlingsseier. Programm: Musik, Rezitationen, Gesang, Volkstänze, Szene aus.Mass« Mensch" usw. werbebezirk NenkZlln: Morgen, Sonnabend, Demonstration durch Britz. Ab- marsch 7 Uhr Kranoldplatz. Kundgebungen zum internationalen Frauentag heute, Freitag, den 1. April: 7>/»Ilhr. in den Spichervsälen. Chorlolienbnrg. Spichernstr. 3. Refcrentlnnen: Frau Klupzhnsla— Polen und Adele Schreiber. Aufmarsch derFrauea: Eharlolleubarg«mb westliche Vororte: Sammelplatz Wittenbergplatz 8 Uhr. Ab S Uhr Platzkonzeri. « , Spandau: 7Vz Ahr. Germaniasäle. Am Haaptbahnhof. Referentinnen: Gertrud D u v q- Schweiz und Marie Kunert, M. d. L. Sonntag, den S. April: vorm. UV» Ahr. im Srisiallpalast, Prinzenallee. Eche vadstr. Aeserentio: Frau M a s s o n— Belgien. Aufmarsch der Fraueu: Z. Srei». wedding: Treffpunkt der Lt., 22,, 23. Abteilung»onnittagtz 10 Uhr, Seestr., Ecke Müllerstr.— Abteilungen 17, 18, 20 vormittags 10 Uhr, Neliclbcckplatz.— Abteilung 19 vormittags 10 Uhr, Prinzen- allee S7.— Abteilungen IS, IS, 16 vormittags 10 Uhr, Stralsunder Str., Ecke Brunnenstr. 2. fltri«. Tiergarten: Treffpunkt: vormittags 10 Uhr, kleiner Tiergarten, Kriegerdenkmal. IS. fite)». Pankow: Treffpunkt: vormittags 10 Uhr, RalhauS Pankow, Wollankstr., Ecke Prmzenallec. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rot-Gold-. Geschäft.stelle: Berlin S 14. Eebastianstr. 37/38. Hof 2 Tr. Soaaabrad, 2. April, kreuzbeeg: Frühlingsfest de» Tambourkorv» in den Blüchersälen, BlUcherstr. 61. Anfang 8 Uhr. Eintritt 1 M. Tiergarten, Kameradschaft Hansa: 8 Uhr Familienabend, Spreeterrassen. Nose». thal: 8 Uhr Bers. bei Mielicke, Lindenallee 49.— Sonata-, 3.«peil. Mitte: Ausmarsch nach Mohlsdorf. Antreten 8 Uhr Schief. Bhß mit Fahnen und Tambourkorps. Tiergarten: Halens«« 19 Uhr vormittags. Treptow(Keeis): Borm. 7 Uhr Antreten zum Arbeitsdienst in Niederfchöneweid«, Ecke Brücken. straß«. Spaten sind mitzubringen. Kameraden ohne Spaten treten dort auch an. Neinickeadorf skreis): Nachm. 1 Uhr Antreten aüer Kameraden Borsig. walde. Spandauer Straße, an der Seydelstraße, zum Propagandaumzug. Bon 9—3 Uhr Platzkonzert an der Schule Konradstraß«. Pilichtveranstaltung. Er- scheinen aller aktiven und passiven Kameraden erwünscht. Deutscher Esperaato-Bund, Ortsgrapp« Berlin. Frritag, 1. April, 8 Uhr, Konditorei Dobr:n, Kackcschcr Markt: Uebungsabend. Gäste willkommen. Berliner Knade.Nenn.EIub. Dienstag, 5. April, 8 Uhr, Restaurant Pauly, Dorotheenftr. 56. Monatssitzung. Tagesordnung: Die Rennen am 17. April im Stadion Lichtenberg und die Rennen auf der Grunewaldrennbahn am 15. Mai. Döste willkommen. Bollsknrse i» Englisch, Französisch, Spanisch. Ansang April beginnen in der Sprachschule für Proletarier die neuen Abendkurse in Englisch, Französisch und Spanisch sowohl für Anfänger ohne Porienntniss« als auch für Teilnehmer mit Borkenntnissen. Der Unterricht soll wieder in verschiedenen Stadtteilen abgehalten werden. Anmeldungen für alle Kurse mündlich abend» von 6 bi» 8 Uhr in der Gemeindeschule Gipsstr. 23», Zimmer 18(nahe Bahnhof Börse und Aleranderplatz), schriftlich an bi- gleich« Adresse(Tel. St-inplatz 191 91). Neichsboad der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer»av Kricgerhinter- bliebenen, Ortsgruppe Nordost 4. Dienstag, 5. April, 8 Uhr, in den Union». Festsälen. Greisswalder Str. 222, Bersammlung. Wahl der Delegierten zum Bundestag. Gemeinnütziger Bereia für Nechtsansknnst, e. B. Die Sprechstunden i» den Rechtsauskunftssiellen Mitte, Tiergarten, Friedrichshain und Ri-derschöne. weide sind vom 1. April an um einen Sprechtag, stattfindend am Mittwoch, vermehrt. Sprechstunden finden statt: Mitte: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 4Vi bi« 7 Vi Uhr Klosterstr. 88: Tiergarten: Dienstag, Mittwoch und Frei. tag von 4Vi bi» 6 Vi Uhr Alt-Moabit 198; Friedrichshain: Dienstag, Mittwoch und Freiiag von 4 bis 7 Uhr Markusstr. 49; Niederschöneweide: Montag, Mitt. wach und Donnerstag von 4Vi bi« 7 Vi Uhr Amtshau». In allen diesen Recht» auskunftsstellen erhalten Minderbemittelt« unentgeltlich und unparteiisch Recht». auskunft und Rechtshils«. .Fahr' Conti, und Du bleibst dabei l" Sport. vom Brieftaubensport. Die Grvß'Berliner Reiseoereinigung mit ihren 33 angeschlossenen Berliner Brieftaubenzüchtervereinen hielt am Sonntag ihre diesjährige Frühjahrsoersammlung ab und setzte in dieser für die Brieftauben ihrer Mitglieder nachstehend aufgeführten Reiseplan fest: Am 8. Mai Wustermark 30 Kilometer: 15. Moi Nennhausen 60 Kilometer; 18. Mai Nennhausen 60 Kilometer; 22. Mai Binzelberg 120 Kilometer; 26. Mai Gardelegen 135 Kilo- meter; 5. Juni Dollbergen 210 Kilometer; 19. Juni Minden in Westfalen 310 Kilometer; 3. Juli Bentheim 410 Kilometer: 9. Juli Emmerich am Rhein 500 Kilometer; 17. Juli Hoet van Holland 620 Kilometer. Für junge Tiere: 7. August Wustermark 30 Kilometer: 14. August Groß-Behnitz 45 Kilometer; 21. August Nennhausen 60 Kilometer; 27. August Binzelberg 120 Kilometer; 4. September Gardelegen 135 Kilometer. Schon die kleinen Bor- touren beweisen sehr oft, daß die Berliner Brieftauben ihre Stadt, bzw. ihren Schlag nur unter größten Anstrengungen finden. Berlin ist für Brieftauben ein schlechtes Reisegebiet. Dadurch, daß die Briestaubenverein« Berlins in den entferntesten Bororten zu finden find, müssen die Berliner Brieftauben bis zum letzten Augenblick ihr Letztes hergeben, um den heimatlichen Schlag zu erreichen. Aber auch andere Gefahren stellen sich den Tieren entgegen. In welcher Stadt des Deutschen Reiches gibt es nicht Taubenzüchter, die keinem Verein angeschlossen sind, die den Brieftauben genau so ge- fährlich werden, wie Sperber oder Wanderfalke. Sefthästliche Mitteilungen. Cn Wintergarten legt im April da» Schwergewicht ans neue Nummern unö neue Ausführung der Darbietungen. Dies gilt durchweg ohne Auonahme für das ganze Programm. Als ganz ausgezeichnet müssen die Leistungen der Tsingtau-Truppe bezeichnet werden, welche in der ungeheuren schnellen Art ihrer hochinteressanten sportlichen Darbietungen als das Stärkste genannt wer- den müssen, was feit Iahren aus Asien nach Europa importiert wurde. Extra, Angebote. Durch die monatlich wiederkehrenden Ettra-Angebote „Jeden 1. bis 4. bei Adam" ist vom Freitag, dem 1., bis Montag, dem 4. April, wieder weitesten Kreisen Gelegenheit gegeben, die bekannt gute Adamsche Kleidung für Herren, Damen, Knaben, Wäsche und Modeartikel zu uiedrigen Preisen kaufen zu können. .Aschinger," Popularität kommt am besten in der Tatsache zum Ausdruck. daß immer und immer wieder die Bewohner solcher Stadtgegenoen, in denen die blauweißcn Restaurants noch nicht vertreten find, um Eröftnung ciiu i solchen Restaurants bitten. In längster Vergangenheit hat.Aschinger" au-b einen neuen Typ der blauweißen Restaurants geschaffen, lnd«m er Alexandre straße 55 einen.Aschingers Berliner Kindl-Spezial-Ausschank" eröffnete, mit dem auch ein Wurstoerkauf der anerkannt yorzüglichen Wurstwarcn au- eigener Fabrikation verbunden ist. Jetzt eröffnet-„Aichinger" dereit, wieder ein neues Restaurant in der Königgrätzcr Str. 29—39. Dieses ist ganz im Stil der alten.Bschingcr".Bierguellen gehalten, nur daß man eben auch hier dem ganzen Restaurant«in schmuckeres und modernes Gewand gegeben hat. In iefem neuesten.Aschinger" gibt es, wie in den alten Bierquellen, d:e vielen verschiedenen Sorten Biere und die Küche liefett alle» da», wo» die Berliner so gern bei.Aschinger" stets gefimden haben, nach dem alten Grundsatz:„Das beste nur bei denkbar billigsten Preisen." wellerderichl der iffenMcheo Wetterdienststelle für Sersin and Umgegend (Rachdr. derb.). Wechselnd, meist stärker bewöltt, vereinzelt Neigung zu Niederschlägen, Temperaturen ohne größere Aenderung, frische West, bis Nordwestwinde.— Jstr Deutschland: Im Osten wolkig und meist trocken. sonst strichweise Niederschläge bei stärkerer Bewölkung, im Osten noch etwas höhere Temperaturen. »«r Talisman Deiner Sicherheit beim Autofahren ist der Reifen. Auf ihn kommt es an, ob Du gut und sicher fahrst. Denke daran und wähle nur das Bestel Kaisers Fes f Kaffee _ Jn Qeschenkbeufe/n MH. 5.20 5.60't.OO$.20$.*0$.60$.60 d.Pfd Kaiser' s Kaffee............ 3.00. 2.80. 2.60. 2.40 per Pfd. 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Jean war deswegen sehr betrübt und vor allem fürchtete er, es möchte sich wiederholen. Er brachte das Mehl in den Laden, leerte die Säcke und begab sich auf den Heimweg. Aber unterwegs begegnete ihm der Schank- wirt Peter, der Jean zu sich einlud, eine Flasche Wein mit ihm zu trinken. Den Esel banden sie an einen Baum und steckten ihm einen Arm voll Heu zu. Auf die erste Flasche folgte eine zweit« und als Jean die Echänte »erließ, begann es bereits zu dunkeln. O weh, mir wird's schlimm ergehen— dachte Jean voll Unruh« und trieb den Esel an. Unterdes ging der Müller selbst in alle Borratskammern, oer- nährte die Türen, schloß die Schleusen und ging ins Haus, wo bereits zum Abendessen gedeckt war. „Unser Jean hat sich verspätet"— sagte der Müller zu seiner Frau. „Ja." entgegnete sie ruhig.„Was könnte geschehen sein?" Der Müller paffte mit der Pfeife und fragte: „Trinkt er nicht? Hast du nichts bemerkt. Frau?" „0 nein, er ist kein Trinker." Damit endete das Gespräch und nachdem das Abendbrot oer» zehrt war, schüttelte der Müller die Asche aus der Pfeife und streckte sich longsam und süß. „Run Frau, es ist wohl Zeit sich zur Ruh« zu legen. Wie?" Die Müllerin murmelte unzufneden, es sei noch zu früh zum Schlafen, doch ging sie gehorsam ins Schlafzimmer. „Oeffne das Fenster, e» ist schwül," sagt« der Müller, sich ent� kleidend. „Gut, warte bis ich mich ausgekleidet habe, sonst scheint der Mond herein." In? geöffnete Fenster bückt« der Bollmond. Au« der Ferne tönte Hundegebell herüber. Der Müller dreht« sich auf dem Bette um und tätschelte der Frau zärtlich die Wange. „Und nun erzähle mir etwas.-•* Die Müllerin wußte genau, was diese Worte zu bedeuten hatten und vor allem, was auf diese Worte folgen würde. Jeder hat seine eigene Weise. Leidenschast auszudrücken, und voll Bangen dachte sie daran, wie schwer es zuweilgn sei, die Frau eines bejahrten Mannes zu sein. Plötzlich ließ sich inmitten der ungewöhnlichen Stille ein deut- stchcr langgedehnter Oselsschrei vernehmen. Die Müllerin sprang eilig auf, doch dann, gleichsam sich besinnend, legt« sie sich wieder nieder. Sie war gewohnt aufzuspringen, wenn sie diesen Schrei borte, und daß sie nun mit ihrem Manne war. statt mit Jean, oer- ursachte ihr Widerwillen. Verwundert fragte der Mann:„Was hast du? Weshalb bist du aufgesprungen?" Die Frau schwieg. „Rein,— sag mir, weshalb du aufgesprungen bist! Hast du den Schrei des Esels gehört? Wie? Hast du dich Jeans wegen beun- ruhigt? Ist er dein Geliebter? Ja? Gestehe!" Mit vorquellenden Augen starrte die Müllerin ihren Mann an. „Du bist wahnsinnig geworden! Ich sollte die Geliebt« unser« Arbeiters fein? Für wen hältst du mich?" Doch der Spötteleien der Bauern gedenkend und gleichsam jetzt erst die Wahrheit begreifend, ließ der Müller nicht ab. „Nichtsnutzigel Ja, weißt du denn, was ich mit dir tun werde? Ich werde dich mit Jean zusammenbinden und euch an die Mühl- steine fesseln. Ihr sollt Qualen leiden wie in der Hölle." Der Müller erhob sich vom Bette und ließ die Beine auf den Fußboden herab. Das Brüllen d« Esel» dauerte fort. Es schien. als ob der Esel die letzten Reste der Stimme aus sich herausquälte. Jetzt wurden Schritte auf der Treppe laut und Lichtstrahlen drangen durch den Türspalt. Es klopfte an die Tür. „Bist du es?" stieß böfe der Müller hervor. „Ja, Herr, das bin ich," entgegnet« mit verwirrter Stimme der Arbeiter.„Gebt die Schlüssel, ich werde die Scheuern schließen." „Gut, warte auf mich, ich will dir zeigen, wie man die Scheuern schließen muß." Und sich vom Bette erhebend, trat der Bauer, bloß mit dem Hemde bekleidet, auf die Treppe hinaus. Nach einer Minute vernahm die entsetzte Bäuerin Geschrei. Ihr Mann schlug den Jean. „Gleich morgen will ich den Taugenichts davonjagen. Er ist betrunken und hält sich kaum auf den Beinen. Solche Vagabunden brauche ich nicht!" „Der Esel..." begann voll Unruh« die Müllerin, doch der Mann unterbrach sie: „Was!? Esel!? Wiederhol, wa» du gesagt hast!" „Nun ja. ich sag«: der Esel. Weder du noch Jean haben daran gedacht ihn abzusatteln, zu füttern und in den Stall zu bringen. Geh sofort und hol den Esel!" Bei diesen Worten seiner Gattin beruhigte sich der Müller und ging hinunter. Das erste, wa- der Müller am nächsten Morgen tat. war. daß er Jean wegjagt« und sofort einen neuen Arbeiter besorgt«, den er übrigen» schon lange für den Fall einer Komplikatum in Aussicht genommen hatte— den fünfzigjährigen Papa Maurice, einen in der Gemeinde wohlbekannten Schweinehirten, der sich durch außerordent- liche Frömmigkeit auszeichnete. Das Leben trat wieder in feine Rechte. Wie früher begab sich der Müller mit dem Esel in den Kooperativladen, doch Papa Maurice arbeitete in der Mühle. Die arme Müllerin ertrug die Trennung ohne Murren. Doch wenn sie au» der Fern« den Schrei des haltmachenden Efels oer. nahm, ging sie nachdenklich ans Fenster und blickte ins Weite.. Dieser Schrei erinnerte sie an vieles und über ihr dunkles, mehl- gepudertes Gesicht flössen Tränen. Dcch der Blick lächelte. Süßer al» Nachtigallensang war der Müllerin der Schrei ihres Esels. Siehe« ein Atensth! Gedächtnisblatt für Heinrich Braun. Bon Alfred Fritzsch«. Mitten im schweigenden Winterabend des Riesengebirges, auf dem Weg« zwischen beschneiten Tannen, deren Wipfel wie die Spitzen gotischer Kirchtürme in den besternten Himmel ragen, kam, schnell heranwachsend auf gleitenden Skiern, der Postbote mit dem Telegramm in den verklammten Fingern:„Dr. Braun tot." Die Sonne ging hinter den Bergen auf, das Weiß der Flächen zu blendendem Licht oerwandelnd, als ich zum Bahnhof schritt. Ungeheuren Schmerz im Herzen. Nichts sah ich von dem Land, das der D-Zug durchraste. Er fuhr nicht schnell genug. Ihm wollt« ich «ntgegen, zu ihm hm— dem Toten. * Aufgebahrt lag er in seinem Haus in Zehlendorf. Aus dem Garten, in dem unter hundertjährigen Eichen die Urnen mit der Asche seiner Frau Lily und seinem Sohn Otto ruhten, weht« kaller Abendwind ins Erkerzimmer. Und dort, auf dem Bett, lag er ausgestreckt, die Hände leicht über den Leib gefaltet— wie zu einem kurzen Schlaf. Ich hätte ihn, unermeßliches Leid, wühlenden Schmerz und Tränensturz bekämpfend, ansprechen mögen:.Lieber Doktor, stehen Sie doch auf!" Jesus' Kraft habe ich mir gewünscht, um zu ihm sprechen zu können:„Ich sage Dir, stehe auf!" Aber ach, da lag der Mensch, der liebe, gute, als Toter. Das Antlitz voll edler Schönheit, friedevoll, gütig, in überirdischer DerNärung. Die Augen waren geschlossen, und doch hatte mich der Tote angeblickt mit un- vergeßlichem Gesicht, das ewig leuchtend vor mir stehen wird, meinem Geiste und meiner Seele zum Gewissen geworden für immer. Unverlierbarer Freund und Kamerad bis zum eigenen End«! Als sein Leib eingeäschert wurde, war ich nicht zugegen. Treuen Freunden und denen, die ihn wahrhaft liebten, hatte er, mit der Macht des Lebenden, durch letzten Willen, allen Abschied oerwehrt. Beethovens neunte Sinfonie erkläng, als der Sarg herabsank zum Feuer. Seine Gatttn, die tapfere Lebensgefährtin seines letzten Lebensjahrzehnt«, Julie Braun-Vogelstein, war allein bei ihm.-- Die Zeitungen hatten dem Toten Nekrologe gewidmet. Die einen feierten ihn als den hervorragenden Redakteur, die anderen als Pionier der sozialen Gesetzgebung, die dritten als sozialdemo- kratischen Politiker, um besten Gesinnung sie wohl wußten, oen sie ober im letzten nie verstanden hatten— nach eigenem Eingeständnis. Was war dieses Letzte? Das war sein unerhörtes, herrliches Menschentum, das geeignet ist. die Ehre einer ganzen verdorbenen Menschheit zu retten. Von ihm, von dem unvergeßlichen Menschentum Heinrich Brauns soll hier gesprochen werden. Einer will davon berichten, dem das Glück beschieden war, es erleben zu dürfen. Nicht zum Lobe, das gegen den Geist Heinrich Brauns unentschuldbar oerstoßen würde, soll von ihm Botschaft werden. Nein: der Welt soll gezeigt werden, zu welchem Werte es die Mensch. heit bringen kann, wenn si« es nur will. Daß es einfach im Menschenmöglichen liegt, dafür bot Heinrich Braun das lebendige Beispiel. Und gerade ich fühle mich zu dieser. Botschaft besonders berufen. Worum? Weil ich nicht im geringsten in der Lag« bin, über Heinrich Braun als Redakteur, Sozialpolititer oder Sozialdemokrat zu sprechen, noch zu urteilen. Ich bin blutjung und habe bis jetzt von der überragenden Bedeutung seiner Rolle, die er im öffentlichen Leben spielte, wie man so sagt, nichts erfahren. Ich habe aber Gelegenheit gehabt, ihn schlechthin als Menschen kennenzu- lernen— was ich als größtes Glück meines Lebens betrachte. Als Mensch trat er mir in verschiedenen Gestalten entgegen: als Lebensretter, als Helfer. Berater. Freund und Vater. Und das. was er mir war, war er— letzten Endes— Unzähligen, wenn auch ein nicht geringer Teil das erst nach seinem Tode erfahren hat. Der Mensch, der Lily Braun und Otto Braun verloren hatte, zog keinen Vergleich, wenn er ging, ander« aus der Not zu helfen. Er war der Mensch, der alle, die ehrlich strebten, als Bruder und Schwester ansah, die— als Opfer der gegenwärtigen Gesellschafts- Ordnung— unverschuldet in Not geraten waren. Wenn sie an Leib und Seele gebrochen am Boden lagen, ging er zu ihnen hin. Er sucht« siel Suchte, um Helsen zu können. Er fragte die Gluck- lichen nach den Unglücklichen. Am liebsten ließ er sein« Hilfe unter der Bedingung vermitteln, daß sein Name verschwiegen werde. Alle waren ihm schaffende Lebenskameraden, denen wortlos zu helfen, ihm Selbstverständlichkell und Beglückung war. So. wie es mir geschehen, ist es vielen, vielen geschehen. Nicht nur den Jungen, Begabten aus dem Proletariat. Nein: Gelehrten und Poeten, die Familienväter waren und hungrige Kinder hatten, verschaffte er mit seinem Gew— nur darum schätzte er seinen Besitz, um ihn zu ver- geben— die materielle Existenz und rettete damit die Geister. Diente dem Geist, den un? Goelhe verkündigle durch die Worte:„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" Und das war Heinrich Braun im klarsten, echtesten Sinne, Und nicht«rzähll sei, was er gab, sondern auch wie er« gab. Ich muß aus eigenen Erlebnissen schildern. Vor drei Jahren war es. Mit zerrissener Brust lag ich im Krankenhau». Blut und wieder Blut brach ich. Meine durch die Kriegsernöhrung in den Iahren des Wachstums zu schwach ent- wickelten Lungen hatten die Hetz«, der ich als Journalist ausgesetzt war, nicht mehr ausgeholten: es war, als wären sie zu Fetzen geworden. Immer wieder brach ich Blut. Heinrich Braun hörte von mir durch andere. Eines Tages kam er ins Ikrankenhaus, begrüßte mich freudestrahlend und legt« das Buch Emil« C o u 6 s über die Autofuggsstton auf mein Bett. Und dann sagte er:.Letzt hoben Sie weller nichts zu tun, ots gesund zu werden, so schnell wie möglich— es darf aber Jahre dauern, wenn es so lange dauern muß. Die Kosten trag« ich." So sing es an. Mein Weg zur Gesundung führte mich durch verschledene Sanatorien, und eine lange Zeit, in der ich zu Hause war und nichts weiter iatt als meiner Gesundheit zu leben. Und so endete es: ich wurde gesund, durfte studieren und mich als Journalist ausbilden lassen. Unermüdlich war der„sehr geehrte Dr. Braun", wie ich. ihn.fn allen Briefen anredete. Bücherpakete, überraschende Geldsendungen, Telegramme, Rohrpostkarten, Telephongespräche, persönliche Zusammenkünfte jagten sich manchmal. Alles, alles tat er, um sein Sorgenkind über alle Klippen zu bringen. Wie er an mir handelt«, Handelle er an allen. Jedem war er immer der unvergleichliche Helfer. Entrüstet lehnte er es ab, als ich ihm einmal nahelegte, mich doch während meiner Studienarbeiten zu kontrollieren. Er beschämte mich' tief mit dem Vertrauen, das er zu mir. das er zu allen hatte. Wenn einer von Dank sprach, sagt« er:„Danken Sie mir durch Arbeit." Man dankte ihm, wenn man die Sendung erfüllte, die die seines Lebens war:«in guter, tätiger Mensch zu sein! Sich als gleichberechtigt fühlend stand er vor allen— als gleichberechtigt durfte jeder vor ihm stehen. Hatte er sich mit nur für 3 Uhr verabredet und kam er fünf Minuten später, entschuldigte er sich— nicht aus bloßer Höflichkeit. Einmal mußte ich erleben, daß der Siebzigjährige im strömenden Regen die Straßenbahn benützte, um zu seinem Ziel zu kommen, weil, wie er mir auf meinen Vorhalt sagte, er mir m alles Geld für ein Auto gegeben hätte, damit ich schnell(weil« in meinem Interesse wichtig war!) und ohne Schaden(weil ich etwa» leidend war» zu meinem Ziel käme. Im Hause de»„Vorwärts" stieß«r auf einen sehr krank aussehenden Journalisten. Da sagt« er zu Friedrich Stampfer: „Dieser junge Mann müßte nach dem Süden. Wissen Sie, auf welche nicht verletzend« Weise wir da» Geld an ihn heranbringen können?" Einmal brauchte er«in Sofa. Da» in seinem Hause stehende wollte er nicht benutzen. Aus ihm hatte ein lieber Mensch mit dem Tode gerungen und war ihm unterlegen. Nun hatte er für da? neue Sofa, das schon ausgesucht war, 3 Mark gespart. Da erhält er von einem Professor«inen Brief, worin dieser von einem Studenten schreibt, der vor dem Examen, aber durch Unterernährung auch vor dem vollständigen Zusammenbruch steht. Dieser Student erhält die 300 Mark! Beide, Geber und Empfänger, kennen nicht ihr« Namen. Um das Menschentum geht es.— Heinrich Braun war von keinem Menschen zu verletzen. Nur dem eigenen Gewissen beugte er sich. Kraft erwartet« er von denen, die er liebte. So sagte er seiner geliebten Frau Lily in der Zeit ihres völligen materiellen Zusammenbruches Nietzsches Worte:„Solchen Menschen, welche mich etwas angehen, wünsche ich Leiden, Verlassenheit,... Mißhandlungen, Entwürdigung,— ich wünsche, daß ihnen... das Elend der Ueberwundenen nicht unbekannt bleibe: ich habe kein Mitleid mit ihnen, weil ich ihnen das einzige wünsche, was heute beweisen kann, ob einer Wert hat oder nicht,— daß er standhält." Stand hielt er selbst bis zum letzten Augenblick. Mit dem Tode hatte er schon oft gekämpft. Trotz schwerster Schicksalsschläge liebf« er das Leben inbrünstig. Sein letzter Kamps war ein verzweifelter. Und dabei hatte er die inner« Kraft behalten, sein Sterben der, die bei ihm war, seiner Frau Juli«, leicht zu machen.„Fehlt dir etwas, mein Engel?" sagte der erlöschend« Mann zu der Frau, die zusammengebrochen an feinem Bett saß. Und des Toten Gesicht offenbarte etwas ganz Wunderbares: Nach Kampf den Frieden, die Verklärtheit eines Menschen, dessen Leben ein Leben für die Liebe, für die Menschheit wat........ Gespritzte Plastiken. Das Metallfpritzverfohren des Züricher Erfinder, M. U. Schoop hat ein« neu« Anwendungsmöglichkeit gefunden. Es lassen sich damtt in ganz, kurzer Zeit Nachbildungen von Plastiken erzielen, indem vom Original eine Gipsform abgenommen wird(meistens sind zwei nötig), diese mit einer Metallschicht be« spritzt und die Metollschicht dann aus der Form herausgenommen wird. Gegenüber den bisherigen Verfahren des Gießens und der Galvanoplastik bedeutet die Echoopsche Methode eine groß« Zeit- ersparnis. Auf einem anderen Gebiet wächst'sich dies noch mehr geltend. Mit demselben»erfahren lassen sich nämlich Galvanos (Druckstockkopien) in etwa ein Fünfzigstel der bishör gebräuchlichen Zeit anfertigen. Außerdem sind dabei individuelle Korrekturen möglich. Dittmar Molkens I Nerrenxlmmer, 180er Eiche, 836 M. i) 4- I Speisezimmer, 200er Nußb., 1223 M. marKt O| Schlafzimmer, 180er Schleif!., 970 H. Billige und gute Zahlungserlelchterungen— Be* sichtigung erbeten Möbel f Thealer iLldiffptele Staats-Theater Opernhans a« Platz d.Repnbl 8 U.: Christelflein Schaaspielhaas 8U.;Ein besserer Herr Schiller« Theater 8 Uhr: Kilian »w Bpei Charlottcnburg 7'/, Uhr: Falstafff Abonn.-Turnus III Deutsdies Theater Norden 10334-�37 8 U. Ende 11 U, Der Arzt am SdieldeweD Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: EndelOUhr Toni Die Komödie BismarcK 2414, 7516 8 Uhr, EndelOVjU. Mannequins Dienstag, den 5, NachtTorstellUDg; 11 Uhr Zum 1. Male: Hevue: Was Sie wollen Nollendorf 7360 Heute S Uhr: Premiere mit 8 Variete- und weiteren ln(erna(ion»len MIEN PAUST EINE LUSTIGE SEERÄUBEREI �A/DER Rönnen 6B/jfCHEl_N... IN DEM ROMAN EINE5 KLEINEN REVUE'MÄDELS Heute Uraufführung. Volksbühne Tliulv an Biiiwplati 8 Uhr Gewitter DberOoftland Morgen 8 Uhr Gewitter über Gottlanil TL in Sdiiffbannlanin 8 Uhr Tragödie der Liebe. 1 Komische Operl Allabendlich 81/« Uhr: fünden der"Weit Die weltstädtische 1 James» Klaln» Revue 1 Sooniagt nachm. t Kind frei| bei halben Preisen. I Thntnten sb 10 Utr gnnlatndieo jiäffsrt,| CASINO-THEATER« u�r Nur noch bit 14. April! Familie Habenichts! Abi«. April: Ein« neue itutute Putte. Gutschein: Paut I Mit, Sessel I,S0 Mk Wallner-Theater 8'/, Uhr Der Operetteneriolg 8'/, Uhr Küsse.» Nacht Thealer lo Admirolsiatut Premiere heute, 7 Uhr ab Sonnabend(SgL 8'/« Uhr Gesnml-Gesliplcl JalaceTlieaiers, Paris .VivelaieiDDier („Hoch die Frau!') Revue In 2 Akten, 39 Bildern 1200 Kostümen. lOOMlhrlrk. f Mi'Dialoge f * und öketetje» in deutfiffer öpradje Zar gefl. BaadhhMdl Sonntag, d.s. er, nodun. 5 Uhr DU ganze Vorslellang In der Orlglnel-Abend bescizang tu Freiten. — ERIK CHACELL BRINGT— Alired üranDjaiDilia Spin:; Tägl. 8 Uhr. 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