Nr. 158 ♦ 44, Jafytg. Msgabe A Nr.$0 Bezugspreis. Boficntlidi 70 Pknni«. monollii S,- Reichsmark voraus»ahlbar. Unter Kreuzband kur Deullchland. Z>än»ia, Saar» und Mcmelaebier Oefltttcidi. aitaurn. Luremdur« 4,50 Reichsmark, für das ühnqe Ausland 5.50 Reichsmark vro Mona:. Der„Lorwärts� mit der illustrier» »en Sonntagsbeilage.Volk und Zeit' sowie den Beilagen.Unterballung und Wissen",.Aus der isilmwelt", »Frauenstimme",.Der Kinder- freund",„Iugend-Lorwdris" und »Blick in die Bllchermelt" erscheint wochcntSgiich»mcimal, Sonntag» und Montags einmal. Sonntagsausgabe Telegramm-Adrelse: »Zozialdernotra« Berlin pksnmg� Anzeigenpreise: jvie« i n l v a l t i a» Ronvareille. »eil« 80 Psenni», ReIIame»eilc h,— Reichsmark,»Kleine Annigcn" das scttacdruckle Wort 25 Pkennl» kgulässia»wei kcttacdrucktc Wort«!, ledes weitere Wort l? Pkennia. Stellengesuche das erste Wois U Mennia, iedcs weiter« Wort 10 Pfennia. Worte Uber 15 Buch- Itaben»ählen für»wei Worte. Arbcitsmarkt Keile 00 Btennig. lfamilienanreiaen kür Abonnenten Keile iL Bfennia, Vevlinev VolKsblatt Tentrslorgan der Sozialdemokrat! fchcn Partei Dcutfchlands Annigen für die nöchlie Rümmer müssen bis«Mi Uhr nachmittag, im Kauvtaelchäft. Berlin EW 08, Linde». Itrahel!. abgegeben werden, Dcöifnet von 8M Uhr sriih bis 5 Uhr nachm. Neüaktion unS Verlag: öerlin SW. b8, Linüenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297. vorwärts Verlag G.m.b.K., öerlin SW. bS, Linüenstr.Z VostscheSkonto: Berlin 37 531- Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Gallstr. 55: Diskouto-löesellschaft. Depositen koste Lindenstr. 3. Kamps öer sozialen Reaktion! Bürgerblock gegen Achtstundentag.- Der Finanzansgleich angenommen. Der Reichstag hat gestern mit der Beratung des Notgesetzes der Bürgcrlilockregicrung über die Arbeitszeit begonnen. Am Beginn der Beratung stand die Rede des Genossen Graßmann. Eine Prinzipienerklärung für den Achtstundentag, eine Kampfansage an dos Unternehmertum. Ausdruck des festen Willens der Zlrbciter und der Gewerkschaften, den A cht st un den tag wieder zu erobern. Cr ging verloren in der Katastrophe der deutschen Wirtschait am Ende der Inslation, die den Staat schwächte und dem Unter- nehmcrtum die Macht gab, den gesetzlichen Schutz des Achtftunden- tages zu durchbrechen. Eine schwarze Zeit für die deutsche Arbeiter- fchast! Am Äi. Mai W23 formulierte„die Wirtschaft" ihr Programm, ihre Magna Charta gegen den Staat, deren oberster Satz war: fort mit dem Achtstundentag! Die»industrielle Wirtschaft", gewohnt zu diktieren, redete zu Regierung und Parlament in einer Sprache, die keinen Widerspruch zu dulden schien... Der Achtstundentag fiel. Die»industrielle Wirtschaft" ging den falschen Weg. Er führte in Krise, Massenarbeitslosigkeit, Sinken der Masseiikaufkrast, soziales Elend. Epoche der sozialen Reaktion! Arbeitswochen von KO bis 70 Stunden, und trotzdem Bcrlangen der Unternehmer nach mehr Uebcrstunden. Im Bergbau Arbeitszeit unter Tage länger als vor dem Kriege, im mittcldculschen Braunkohlenbetrieb Arbeitszeit bis zu 16 Stunden täglich! Grauen- hafte Zustände in der Arbeitszeit, kulturunwürdig, ein Rückfall in die wildesten Zeiten des Kapitalismus. Die Konjunktur hat sich gewendet— die Massenarbeitslosigkeit bleib! und das System überlanger Arbeitszeit besteht fort. Run hat der Kamps dea' Gewerkschaiten, der Kampf der gesamten Albeitcrschaft mit Macht eingesetzt. Sic fängt von vorne an, aber sie ist kompsentschlosscn. Das Rotgcsetz der Gewerkschaften, die Wicdercrobcriing de- Achtstundentages: das ist das Ziel. Die Regierung des Bürgerblocks hat ein eigenes Notgesetz ein- gebracht. Der Inhalt: die Uebcrschreitungen des Zehn- ftundentages einzuschränk c n, nicht einmal sie unmöglich zu machen! Das nennt sie schon Fortschritt! Es ist der Geist d Dezeinber 1916 strotzte von der Sicherheit, daß der uneingeschränkte U-Bootkrieg England jn fünf Monaten zum Frieden zwingen werde; der (apitän z. S. Brüninghaus setzte im selben Monat in einem Vortrag auseinander,„daß der Zeitpunkt, in dem unsere Gegner wegen Tonnagcmangel nicht mehr iinstandc sind, gleichzeitig Krieg zu führen und zu leben, in durchaus absehbarer Zeit eintreten m u ß", und von Ludcndorffer- fuhr Graf B e r n st o r f f im Mai 1917, daß binnen drei Monaten die U-Boote England kirre gemacht haben würden! All das waren heillose Illusionen. Es vergingen drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, anderthalb Jahre, von den Erfolgen des U-Bootkrieges, von Millionen Tonnen ver- senkten Krachtraumes wurde viel Wesens gemacht, aber während das deutsche Boll sich den Hungergurt täglich enger schnürte, sich mit schauerlichem Ersatz abfand, Hemden aus Papier und Stiefelsohlen aus Pappe trug, litt von den Gegnern auch nicht einer nur nennenswert Mangel. Der U-Bootkrieg ritzte ihnen kaum die haut. Wer in seiner Durchsetzung sahen seine Verfechter auch und vielleicht in erster Reihe einen großen politischen Er- folg. Allen Anhängern eines Gewaltfriedens, die sich nach der flandrischen Küste und dem Erzbecken von Briey und Longwy, nach Aurland und einem riesigen afrikanischen Kolonialreich die Kehten heiser schrien, war Präsident W i l s o n ein Dorn im Auge, weil er, Staatsoberhaupt der größten neutralen Macht, als der gegebene Vcnnitller zwischen den kämpfenden Par- teien erschien. Wie er sich dieser seiner Aufgabe bewußt war und danach trachtete, dem grausigen Blutbad durch einen Verständigungssricdcn ohne Sieger und Be- siegte ein Ende zu machen, so erwartete die deutsche Re- gierung allerhand von ihm und lavierte, mn die Fäden nach Washincston nicht reißen zu lassen, durch Jahr und Tag mit dem H-Boolkrieg: Torpcdierung der„Lusitanta", Abstoppen; Versenkung der„Sussex". Einlenken. Die heulenden Derwische des Annexionismus aber tobten unentwegt gegen Wilson. weil sie von ihm eine Friedensvermittlung befürchteten, und sie gewannen Oberwasser, als im herbst 1916 mit dem Wechsel in der Obersten Heeresleitung der, wie ibn Proftsior Delbrück nennt,„politische Kindskopf" Ludendorff nicht nur der militärisch einflußreichste Faktor in Deutschland wurde. Verbissener Gegner des auf Eroberungen verzieh- tendcn..Sch-eikmann-Friedens" trieb er zum verschärften U-Lootkrieg, und als im Januar 1S17 der Zauderer und Zweifler Bethmann �ollweg dem brutalen Willen des Gcnsralquartiermeisters erlag, brachte, zur Genugtuung der Berherrlicher des Gewaltfriedens, die Verkündigung des uneingeschränkten U-Bootkrieges gerade in einem Augenblick den Bruch mit den Vereinigten Staaten, da ihr Präsident zu wichtigem Friedensschritt willens war. Da sie den frieden- stiftenden Wilson mehr gefürchtet hatten als den krieg- führenden, waren sie am Ziel ihrer Wünsche: nicht? konnte jetzt mehr den„deutschen", den„Siegfrieden" aufhalten. Aber es kam anders herum. Wenn die Sozialdemokratie, unablässig vor dem verhängnisvollen Adenteuer warnend, schon im Februar 1917 durch den Mund ihres Sprechers Dr. David in ernster Besorgnis auf den Dajj hingewiesen hatte, der zum erstenmal Streitkräfte der Vereinigten Staaten an der Westfront sähe, nahmen die U-Bootschwänner diese Aussicht sehr leicht. Das Ergebnis, zu dem im Oktober 1917 ein Vortrag des Generalmajors Hoffe kam.„daß Amerika im Jahre 1918'wirksam gar nicht eingreifen kann und will", entsprach der durchschnittlichen Meinung der Gamaschenknöpfe, denen die Vorstellung widerstrebte, daß ein Land ohne all- gemeine Wehrpflicht und Korooralsüberliefming Armeen auf die Beine bringen könne. Als in der entscheideichen Bespre- chung Bethmann H o ll w e g auf die militärische Hilfe Amerikas anspielte, erklärte Hindenburg in ungetrübte? Zuversicht:„Damit werden wir schon fertig!". Luden- d o r f f sah auf Grund„ganz sicherer Lm'orinationcn" England auf den Knien, che die Vereinigten Staaten einzugreifen vermochten. Admiral v. Capelle erzählte dem Reichstags- ausschusi, bis zur Ausbildung der amerikanischen Soldaten feien so viele Schiffe oersenkt,„daß überhaupt kein Schiffsraum mehr zur Verfügung ist, um die Truppen nach Europa zu bringen. Sollte aber Amerika neue Schiffe bauen, so freuen sich meine U-Doote über die Iagdgriinde, die sich ihnen da eröffnen. Die Wirkung des amerikanischen Eingreifens bewerte ich gleich Null", und der preußische Staatsminister a. D. H e r g t überflügelte noch im Iarmar 1918 die kleinen und großen Propheten des alten Bundes mit der Voraussage:„Die große Armee über dem Wasser kann nicht schwimmen, sie kann nicht fliegen. sie wird nicht kommen!" Auch das waren von A bis Z heillose Illusionen. Noch ,he die amerikonisch? Hilst materiell wirksam wurde, stärkte sie uwralisch die Verbündeten über die Maßen. Als Rußland nach der bolschewistischen Revolution aus der Kamvffront au-kchied, hielt nur die Hoffnung auf die Vereinigten Staaten die Entente aufrecht und beieinander, und als bald die frischen, kräftigen, gut genährten, glänzend ausgerüsteten amerika- nifchcn Truppen an der Westfront erschienen, wirkte das nach dem Zeugnis Pierrefeus auf die Franzosen wie eine Blutübertragung aus einem gesunden auf einen kranken Körper.' Anfangs tröpfelte es mit den Truvpenstndungen nur: im Juli 1917 landeten IZOOsi Mann in Frankreich, im September 82 OQO, im Dezember 48 OOO. aber im März 1913 88 000, im April 117 000, im Juni 276 000, und da genug Frachtraum zur Verfügung stand und von allen Transport- dampfcrn nur ein einziger kleiner mit 291 Mann torpediert wurde, stiegen von da ob monatlich 800 000 bis 400 000 USA.-Soldatcn an Land. Während Ludendorffs Sach- verständige für 1918 mit höchstens 800 000 Amerikanern gereckmct hatten, gab es am Tage des Waffenstillstands, mit den Etappen-, Ersatz- und Arbeitstruppen, ihrer zwei Mil- lioncn in Frankreich: bis Ende Juli 1919 sollten es vier Millionen sein! Und während der Dünkel der deutschen Gene- ralstäbler die Kampskraft der Ankömmlinge gering eingeschätzt hatte, erwiesen sich die Amerikaner sehr bald als nur zu beachtliche Gegner. An dem unheilvollen 1ö. Juli 1918 waren es ameritanisckie Divisionen, die an der Marne die deutsche Niederlage besiegelten, und während die schweren Abwehr- kämpfe Im Sommer und Herbst 1918 ins deutsche Heer furcht- bare, nicht aupzufiillende Lücken rissen, wurden dank den Amerikanern die Linien des Gegners immer dichter. Un- geheure amerikanische Flugzeug- und Tantge- s ch w a d e r gaben den Angriffen täglich vermehrte Wucht, und als die Oberste Heeresleitmrg Anfang Oktober 1918 nach Berlin die flehentlich? Bitte um schleunigen Waffenstillstand sandte, begründete Hindenburg die Notwendigkeit un- vcrzüglichen Schlußmachens damit, daß der Gegner ständig neue frische Reserven in die Schlacht führe. Das waren die Amerikaner, deren Eingreifen von den Führern des kaiserlichen Deutschland mit Null bewertet, nach der Voraus- sage der Sozialdemokratie den Weltkrieg entschieden hatte. Die aber, durch Machtwahn und Leichtsinn verblendet, die Riesenschuld trugen, daß es so gekommen war, bürsteten, als fsi nickts geschehen, ihren Rock aus, erfanden, das eigene Volk schmähend, die Dolchstoßlegende und buhlien nicht vergebens um das Vertrauen deutscher Wäbler. M. d. R. Luden- d o r s f gilt den„Völkischen" als arischer Messias, M. d. R. Brüninghaus ist«ine große Kanone der Volkspartei, und M. d. R. H e r g t verwaltet gar für die Deutschnationalen das Ministerium der republikanischen Justiz. Von welcher Engels» und Lammesgeduld ist doch dieses Volk! *)ipp bleibt Regensburg erhalten. Rblehnung des MisttraucnSvotums mit IS gegen 14 Stimmen. Alflncherl, 2. April.(Eigener Drahtbericht.) Das von der saztaldemokratischen Fraktion des Regensburger Stadtrats gegen den Oberbürgermeister Dr. stipp eingebrachte Mißtrauens» votum war Gegenstand einer vierstündigen außerordentlichen Sitzung. Es endete mit der Ablehnung des sozialdemokra- tischen Antrages im Stimmenverhältnis von 19: 14. Dr. stipp wurde nur dadurch gerettet, daß sich den 16 Stimmen der Doperischen volkepartei als Schwanzstück der völkische Stadtrat, der Mietervertreler und der zweite Bürgermeister zugesellt hatten und denn vor allem, weil mehrere Demokraten und Deutschnatia- nalc stch von der Sitzung ferngeholten hatten. Bemerkenswert war aber, daß der Führer der Deutfchnotionalen. eine in Regensburg hochangesehene Persönlichkeit, für das sozial- demokratische Mißtrauensvotum stimmte. Bor der Abstimmung hatte die Baverisch« Bolkspartei erklären lasten, daß sie in der Mitarbeit Dr. Hipps am„Echo"«obl einen Jehlgriff sähe, daß aber nicht genügend Anlaß für eine so schwerwiegende Schlußfolgerung sei._ Volkspartei aeaen öüraerblockreaktion. Tagung des Schulansschusses der Volköpartci. Di« Deutsche Dolkspartei steht den fchulreaktio- nären Plänen des Zentrums und der Deutschnationalen mit dem größten Unbehagen gegenüber. Sie hat einen Reichs- schulausschuß gebildet, um die Pläne ihrer Koalitions- genossen zu bekämpfen. Dieser Reichsschulausschuß trat gestern zu einer Sitzung zusammen. Es ist bezeichnend, daß an dieser Sitzung nicht nur geschlossen die Landtagsfraktion und— trog der wichtiaen Beratungen im Reichstag— zahlreiche Mitglieder der Reichstagsfraktion teilnahmen, sondern auch die Reichsminister Strefemann und C u r t i u s. In der Begrüßungsansprache führte Landtagsabpeordne- ter, Oberregierungsrat H o l l m a n n, aus, daß die Deutsche Bolkspartei in der Frage des Reichsschulgesetzes und des Konkordats den anderen Parteien gegenüber mit aller Ent- schiedenbeit an ihrer festumrissenen Stellung festhält. Daß diese„Stellung" dem Reichsschulgesetz, wie es das Zentrum und vie Deutfchnationolen planen, und dem Kon- k o r d a t gegenüber ablehnend ist, kam in den Ausführungen des Hauptredners, Abg. Dr. B o e l i tz, und in der Diskussion eindeutig zum Ausdruck. Besonders klar war die Rede des Universitätsprofessors L i p s i u S- Leipzig. Er führte u. a- aus: Der moderne Staat ist nicht mehr der christliche Staat der Vergangenheit, er mutz stch zum Inhalt aller religiösen Bekenntnisse neutral verhalten. Der liberale Gedanke schwebt in der ernstesten Gefahr. Diese Gefahr droht hauptsächlich bei der Neuregelung des Schulwesens. Es ist zu fragen, wie stch eins Konfessionsschule begründen lasse, ohne den Staats- gedanten zu gefährden. Es droht die Gefahr, daß die Kirche einen unmittelbaren Einfluß auf die Schule gewinnt und auf eine dogmatische Verengung des Rcligionsuntcr- richts wie auch des ganzen übrigen Unterrichts hinarbeitet. Die kirchlichen Instanzen dürfen höchstens gutachtlich gehört werden. Sonst kommt man zu Lchrprozetsen und V e r g« w a l t i- gongen dogmatisch sreigerichteter Persönlichkeiten. Durch e,n Retchskonkordat droht in Zukunft nicht nur die restlose Kon- fessionalisierung und Dogmatisierung der Volksschulen und der höhe- ren Schulen, sondern wir würden auch konsessionell getrennte Uni- versitäten mit katholischer und protestantischer Philosophie bekam- men. Damit wäre das einheitliche deutsche Geistesleben und die ein- heitliche deutsche Kultur begraben. Es wird ein Erlebnis für die Deutsche Bolkspartei sein, wie ihre Koalitionsbrüder vom Zentrum und von der Deutsch- nationalen Partei auf ihre stürmischen Protestmfe reagieren! tzei lewet noch! Der Ostmarkenverei». Als Vertreter des Ostmarkenvereins war der ehemalige General Drisbsrg, einer der Sprecher des Kgl. preuß. Kriegsmitriste- riums, die(o befehlsgemäß wie gern dem Reichstag der Kaiferzeit stets ihre Verachtung bezeugten, mit dem Kranz zum Bismarck- Denkmal gezogen, wo ihn der Tod ereilte. So hat man erfahren. daß der Ostmarkenveretn itrnner noch besteht, obwohl dies« Ostmark längst nicht mehr zu Deutschland gehört. Sie ist heute Pomerellen, ein Teil Polens, und erst letzthin hat sowohl«ine deutschbürgerliche Zeitung dort, wie das französisch geschriebene Warschauer Blatt „Mestager Polonais" besonders dickleibig« und bilderreich« Propa- gandanummern über Pomerellen in olle Well verschickt, um zu be- weisen, daß es— je nachdem— deutsches ober polnisches LanÄ ist. .Heute ist der weit überwiegend polnische Eharokter Pomerellens nicht zu bestreiten, zumal seit dem Kriegsende an 800 009 dorthin eingewanderte Deutsch« und ihre Nachkommen teils freiwillig, weit öfter gezwungen, dos Land verlosten haben, nicht ohne das Schwerste an Mißhandlung, Bedrückung und Beraubung erlitten zu haben. Sie können sich dafür zum großen Teil beim Ostmarkenveretn bedanken. Der verfocht zeitlebens die von feinen Gründern.Hannemann, Kennemann und Tiedemann empsohlene Germanisierungspolitik und jedes Mittel war ihm recht dazu: Antipolnischer Berwollungs- und Iustizmtßbrouch, Berfolgung der Preste und der vereine, Raub des Versammlungsrechts, olles das, was Bismarck und sein« Nachfolger gegen die aufstrebende deutsch« Arbeiterbewegung praktizierten, bis zum Schulkampf gegen die Mutterlproche der polnischen Eingefestenen und bis zur Krönung, die sogar die Heiligkeit des Grundeigentums aufhob, wenn es in polnischem Besitz war: das war der Hakatismus, so genannt nach den Anfangsbuchstaben jener drei Bis- und Ostmärker. Für oll dos, für seine Steigerung all besten lm Kriege und dl« damalige Ausdehnung kaiserlich deutscher Militärherrschoft auf Kongrcßpolen, rächten sich die Polen an den ongesiedellen und sonst zugewanderten Deutschen, als die Polen Herren über dieses Land geworden waren. Hätte solch ein Ostmarkenverein nicht allen Anlaß, ein wenig In sich zu gchen und nur noch den einen Wunsch zu hegen, daß man von ihm überhaupt nichts mehr höre? Ins Mauseloch müßt- er sich verkriechen. Aber Deutschland hat sich so entwickelt, daß selbst der Ostmarkem>erein glaubt, wieder öffentlich hervortreten zu können, sei es zunächst auch nur mit einem Kranz. Für Bismarck. Und natürlich mit schwarzweißroter Schleif«. Straßenbahnhaltestelle. Bon Kurt Offenburg. Hast du, Mitmensch, einmal die„Anderen" angesehen, die mit dir an der Straßenbahnhalteftelle warten? Betrachte sie genau: es ist eine seltene Gelegenheit«was von dem Urgrund der menschlichen Psyche zu erwittertt, die du sonst nur verborgen unter der Maske dienstlicher Unpersönlichkeit oder gesellschaftlicher Süßigkeit siehst. Du erweiterst deine Menschenkenntnis.(Es nützt dir zwar nichts, aber du wirst ausgenommen in die Gesellschaft derer, denen Gott zu sehen gab, was sie doch nicht ändern können.) Die vier Temperamente sind das Gröbste, was sich da on Menschcnartung auftut. Der Choleriker, der immer das Gefühl Hot, daß gerade ihnt die Straßenbahn aus persönlicher Bos- Host davon gefahren ist, und daß es keine schlechtere Verbindung gibt als gerade auf seiner Strecke: der swchcnd dasteht und behauptet, daß nur in dieser Stadt die Fahrgelegenheiten so unter aller Kritik seien und der diese Ansicht noch einem unschuldigen Nebrn- menschen aufzudrängen pflegt. Er ist. du wirst es erstaunt feststellen, die häufigste Spezies der Klaffe Mensch. Eine vom Fieber der Großitudt erzeugte Spezialforin ist der ntonmkallsch lleberbeschäftigtr, der alle dreißig Sekunden auf die Uhr sieht, uin die Unendlichkeit von drei Minuten zu über- winden: der die Zahl der Pflastersteine und alle benachbarten Firmenschilder aus früheren Wartezelten auswendig weiß. Der Mann mit derZeitung oder dem Buch, für den die Straße nur ein durch gewohiiheitsmäßige Reflezbcwegungen zu überwindendes Geräusch ist. Cr hat die Grenze bereits überschritten, und seine Sinnesorgane sind gleichsam versteinert gegenüber dem brüllenden Maul und dem irrsinnig rotierenden narbkreisel der Großstadt. Sic alle sind auf eine seltsame Weise und auf eine Art, die Im gewahnlickten Leben unhöflich wäre, nur mit sich beschäftigt.— Auch der Kontemplative, der wie ein neuer Buddha festgewurzelt «uf scincni Platz steht und nichts anderes vorzuhaben scheint. Und der H y p e r s a ch l i ch e, der ganz und gar und mit aller Kon- zentration seines Seins damit beschäftigt ist, jetzt eben, gerade in diesem Moment, die Straßenbahn zu erharren, um auf die schnellste und rationellste Art einzusteigen und den relativ bestmöglichen Platz zu ergattertt. Und schließlich sein eigentliches Gegenteil: vis Dame, die be-'uahc über die Füße des Sachlichen purzelt, well sie sogar im Augenblick des Einsteigcns ihr niedliches Konterfei in der Spiegel» scheibe des Wogens erhaschen muß. Mitmensch! wenn du aufpassest, dann enthüllen sich dir Trogö. dien und Koniödisit des Lebens und, was das häufigste ist: Tragi» komödirn— in d'csen unbewachten Minuten, da ein ieder nur für sich zu sorgen hat. Nicht mir die Schlachten bei Regenwetter, wenn der Herrschsüchtige mit einer großen Armbewegung die Vor. detniänner teils in den Wagen, teils vom Trittbrett legt, und der S u n j t in ü t i g e stets auf den nächsten Zug warten muß, geben dir Aua.-unft über die Schitsalcwahrscheinlichkciten der Individuen. Du erblickst Hosstrirng der Zukunft in jenem kleinen Porto- k o j f e n i ü y g l t n g, der alle Minute mit einem im Kino er» wocbencn Elftogetjruck auf seine Armbanduhr schaut, und ebenfalls mit der Geste des Kinohelden ein nicht vorhandenes Stäubchen von seinem Gummi-(lies Abendmantel-Etsatz) abschnippt. Wenn der Junge nur nicht zu spät zum Rendezvous kommt! Es handelt sich um seine Zukunft als Don Juan. Und du siehst ein B a a r. Sie sind eben fast unbemerkt aus dem Auto gestiegen und stehen— sie: junge Frau, er: sichtbar Junggeselle— in einer Distanz, die zu starr ist, um natürlich zu sein. Die Schweigsamkeit zwischen den beiden in diesen Minuten, ehe er steif den Hut zieht, um sich zu verabschieden, ist von einer Aufmerk- sainkeit erfüllt, die die Geste der Fremdheit aufhebt. Und erst als der Schaffner vor ihr steht, erwacht sie wie aus einem traumhaften Sein. Verschlafener Mitmensch! Du hast nicht nötig, mit dem„Hinken- den Teufel" des seligen Le Sag« die Dächer der Häuser abzudecken, um in dt- Herzenskammern der Menschen zu schauen.... Kampf um Sie Theaterzensue in Nußlanö. In der Theatersektion des sowjetrussischen Bildungskammislariats fand unter Vorsitz Lunatscharskis eine Konferenz statt, die sich mit den kunstpolitischen Leitsätzen des staatlichen Hauptreperiotretomitees besaßt«. Der Theaterschrijtsiellkr Blum oertetdigte das sowjctamt- lich« Repertoiretomitee gegen den Vorwurf, daß es sich skrupellos In die künstlerische Sphäre der dramatischen Proouktton und der Auf» führungen einmische. Von selten eines anderen Redners wurde geltend gemacht, daß nicht-nur der Text des Stückes, sondern gleich- zeitig auch der Regievlan von der Zensurde Hörde begutachtet werden müsse, um späteren Beanstandungen zu entgehen. Stanislawski schilderte die Folgen, welche die Absetzung eines Stückes durch die Zensur mitten in der Saison für sein Künstlertheoter gehabt hat; diese Maßnahme bedeute für das Budget des Künstlertheaters einen Fehlbetrag von mindestens 200 009 Rubel. Das Theater sehe sich bei den„unpra�ffen und dehnbaren" Forderungen des Repertoire- komitees genötigt, stets ein Aushilfsstück„auf Vorrat" einzustudieren: so mußte in dieser Spielzeit Shakespeares„Othello" schleunigst als Lückenbüßer einspringen, wa» das Niveau der sorgfältigen Proben- arbeit herabgemindert habe. Der Schauspieler D i k i> sekundierte Stanislawski und bekannte sich zu einer bitteren Aeußerung des Schauspielers Tschechow, der von einer kt'inltlenschen Apathie gesprochen habe, welcher jeder Meister der Bühne unter diesen be- engenden Umständen versallen müff«. Dieser Revertoirekonferenz, die zunächst nur ein sondlerendes Vorpostengefecht war, dürften bald heftigere theaterpolitische Kämpf« und weittragende Entscheidungen folgen. Die Dftsch« kuntzgemeinschaft hielt dieser Tag« ihre erst« ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Dorsitzznd«, Staatssekretär Schulz, gab in seinem Jahresbericht eine Uebersichl über die Entstehung und die bisherigen Arbeiten der Kunst- aemeinschaft. Don allgemeinem Intereffe sind die zablenmähigen Angaben des Berichts, die erkennen lassen, inwieweit die Deutsche Kunstgemeinschost ihr eigentliches Ziel, originale Kunstwerke weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen, in den ersten zehn Monaten ihrer Tätigkeit erreicht hat. Bon den 659 Mitgliedern sind 150 bildende Künstler, von den übrigen 500 Mitgliedern sind 248 Erwerber von Kunstwerken. Sie setzen sich vornehmlich aus den Kreisen der Angestellten, Beamten und freien D-rufe zu- sammen. Wenn die Ankäufe der Deuilschen Kunstgemeinschast, vie van ihr weiter verkaust werden, mit einbezogen werden— es handelt sich dabei um ungefähr 29 099 M. sind Verkäufe im Gesamt- betrage von 95990 M. getätigt morden. Hiera« sind 164 Künstler beteiligt. Bevorzugt wurden bei de« Verkäufen Oelgcmälde(1901, und zwar in Preislagen von 250 bis 590 M., vereinzelt sind auch Gemälde bis zu 2800 M. zu de« Bedingungen der Deutschen Kunst- gemeinschaft verkaust worSkn, die Graphik(einschl. Aquarelle) ist mil 246, die Plastik mit 68 Kunstwerken an den Verkäufen beteiligt. An dt« Künstler konnten aus den vom Reich dafür zur Verfügung gestellten Mitteln 70 Proz. der v-rkaufssumme ausbezahlt werden. Die Monatszahlungen der Erwerber erfolgen regelmäßig und ohne Verluste und Schwierigkeiten.— Die Mitglieder nahmen den ein- gehenden Bericht mit Intereffe zur Kenntnis. Für die Künstler dankt« Prof. D e t t m a n n der Deutschen Kunstgemeinschast und wünschte ihr eine weitere erfolgreiche Arbeit. 25 Tahre Reimann- Schale. Die Kunstschule Reimann, die jetzt aus ein Viertelsahrhundert ihres Bestehens zurückblicken kann, zecht das Ergebnis ihrer Arbeit in einer Ausstellung im Lichthof des Kunstgewerbemuseums. Trotz der sehr übersichilichen Anordnung ist die Fülle anfangs fast verwirrend. Zwischen Kunst und Handwerk liegen soviel« Ardeilsgedieie, und die Reimnnn-Sck?u!e — man darf es wohl sagen— hat keins ausgelassen. Modeentwürle und sachliche Schneiderei. Schaukensterdekoratioa und Werbeplakate, Bühnenentwürse und Theaterfigurinen, Itmenarchitektur,.Kunlt- handwert der verschiedensten Art bis hinauf zur reinen Kunst, alles iindet In der Schule wie in der Ausstellung Raum. Der erste Ein- druck, den man hat, ist der eines beiteren emsigen Schassens. fast, als sei man aui ein« Messe geroten, statt In eine Ausstellung. Da die einzelnen Stände aber hier nicht dem verkauf dienen, stimmt das natürlich nicht. Doch die seriöse Wucht, die man gern in das Wort Ausstellung legt, ist erst recht nicht am Platze. Hier soll nichts Fertiges, nichts Absolutes gezeigt werden, hier gebt es zuerst um die Arbeit und dann erst um das Produkt. Damit ist nicht gesagt, daß die Ergebniffe minderwertig oder gar schlecht seien. Aber es sind iast ausnahmslos sehr junge Menschen, die hier ausstellen, und in oie'en Arbeiten ist eine wirtlich«igen« Art erst scküchrern angedeutet. Ostmals fehlt sie sogar völlig, und es gibt nur Erlerntes, ober gern und mit Nutzen Erlerntes, aus dem dann Immer noch anstandige» .Handwerk ersteht. Jedenfalls zeigt dies« sröhlicbe Ausstellung, daß die Schule Reimann wirklich berusen ist, in ehrlicher und fleißiger slrbeit ibren Scknilern das beizubringen, was man Menschen vo" �er Kunst eben beibringen kann._ Z. Zum 3«'er rriDcrbslo'er Sch-utpleler findet am 4.. abends 8 Udr. im Schubert-Loal. Sfilo vstr. 104, eine jlnsffihiuna von„Die drei .ßwtlltnge»,?cl>wanl in drei Alten von Toni Impekoven und llarj 1 Muldern, slott. tts sind nur erwerbslose Lchanspieler istchästigt: Spiet- leitung; Fried!(ollftem. 3n der Valette JUamar n-Merendori, Lüdowltr. 32, wird am 5. April. adfnbS 8'/, Udr, T b e o d vr Dä Udler einen Vortrag baitcn über leinen Aulentbalt In Griechenland und anschliehend anS seinen dort ent- ftandenen Gedichten lesen. Die von der Galerie»«ranstallet« Ausstellung „Die neue Sachlichkeit" bleibt an dem Abend zur Desichtizunz offen. Parteitag 1927. Der Parieioorstand beruft hiermit den diesjährigen P a r- t e i t a g zum 22. DZai und folgende Tage nach Kiel, Sewerk- fchaftshaus. Legienftraße 22. ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteioorstandcs: a) Allgemeines. Berichterstatter: Otto Wels. b) Agitation, Organisation und Kasse. Berichterstatter: Fr. Bartels und K. Ludwig. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: Fried- rich D r u h n e. 3. Das Agrarprogramm. Berichterstatter: Dr. Baad« und Regierungspräsident Krüger- Lüneburg. 4. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion. Berichterstatter: Robert Schmidt. 5. Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik. Referent: Dr. Sj i l f e r d i n g. 6. Bericht über die sozialistische Arbciter-Internationale. Berichterstatter: Lrtur(Trispien. 7. Wahl des Parteioorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes, an dem der nächste Parteitag statt- finden soll. 8. Erledigung der Anträge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung noch nicht erledigt sind. Im Anschluß an den Parteitag findet in Kiel ein« Irauenkonferenz statt. Als vorläufig« Tagesordnung ist festgesetzt: l. Jahresbericht. Derichterstatterin: Marie Iuchacz. 2. Wohnungsnot und Wohnungsreform. Referentin: Dr. Herta K r a u ß- Köln. Der Parteitag fetzt sich zusammen aus den in den Bc- zirksoerbänden gewählten Delegierten, der Vertretung der Reichstagsfraktion, den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Parteiausfchustes und der Kontrollkommission. An der Frauenkonferen; sind zur Teilnahme be- rechtigt: Ein his zwei Delegierte aus jedem Bezirksverband, die weiblichen Delegierten des Parteitages, die weiblichen Mit- gUeder der Reichstagsfraktion und je ein weibliches Mitglied der Landtogsfraktionen, ferner Genossen, die von den Bezirks- leitungcn mit Mandaten zur Konferenz versehen sind. Anträge für die Tagesordnung des Partei- tagcs werden nur behandelt, wenn sie von Partsiorga- n i s a t i o n e n gestellt und spätestens bis zum 20. April beim Parteivorstand eingereicht sind, damit sie laut Organisations- statut Z 13, Absatz 2 spätestens am 24. April im„Vorwärts" vcröffenllicht werden können. Zum Parteitag gestellte Anträge müssen jeder für sich auf ein besonderes Blatt Papier, einseitig beschrieben und mit der Angabe, zu welchem Punkt der Tagesordnung gehörig, ver- sehen sein. Wegen W o h n un g s be f ch a ff u n g müssen sich die Delegierten rechtzeitig beim Lokalkomitee melden. Adresse: Otto Eggerstedt, Kiel, Legienstraße 22. Gastkorten für den Parteitag werden von dem Lokal- komitee in Kiel ausgegeben: Zutrittskarten für die Bericht- erstatter der Presse nur vom Parteivorstand, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Der Partervorstand. Urteil im Prozeß Laurssen. Zweieinhalb Jahre Festung wegen Hochverrats. Leipzig. 2 April.(Eigener Drahtbericht.) In dem Landes- und Hochoerratsprozeß gegen den SSjährigen Dekorationsmalsr Georg Laurssen, dänischer Staatsangehöriger ans Berlin, wurde von dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts noch dreitägiger B-rhondlung, die unter Ausschluß der Oessentlichkeit stattfand, das Urteil gefällt. Der Reichsanwalt hatte 2 Lohr« Zuchthaus beantragt. Dos Gericht verurteilte aber Laurssen nur wegen Vergehens gegen ß 7 des Spionage- Gesetzes zu 2 Jahren 6 Monaten Festung und 600 M. Geldstrafe, wovon 6 Monat« und die Geldstros« durch die Untersuchungs- Haft als verbüßt gelten. Die Anklag« wegen Landes- verrat? wurde fallen gelassen. Die Begründung des Urteils erfolgte unter Ausschluß d«r Oessentlichkeit. Das Drama von Nanking. 6>'in siidchinefifcher Bericht. Schanghai, 2. April.(Chinesische Nachrtcht«n-Ag«ntu?.) Da ein ofsizicller Bericht über d«n Nanking.Zwischenfall vom 24. März infolge der schwebenden Untersuchung noch nicht ausgraben worden ist, hat unsere Agentur in Schanghai einen Vertreter nach Nanking gesandt, damit dieser sich dort selbst eln genaues Bild der Lage ver- schasse. Als Vertreter wurde ein in China geborener amerika« n> s ch e r Staatsangehöriger, der früher auf der Columbia-Hoch- schule Journalismus studiert hat und jetzt in Schanghai unterrichtet, gewählt. Nachstehend folgt ein Auszug aus seinem Bericht. Am 24. morgens marschierten die Südtruppen durch das Süd- tor in Nanking«n, wodurch die Nord truppen, die die Stadt in den vorangehenden Tagen geplündert hatten, in größte Der- wirrung gerieten. Die Nordtruppen versuchten in wilder Hast den Hauptweg entlang zu flüchten durch dos Viertel, in dem die meisten Ausländerhäuser sind. Gesindel gesellte sich zu den plündernden Nordtruppen und attackierten die Häuser«r Ausländer. Die Mel- düngen der englischen Presse, wonach an den Näubereien und Angriffen nur Angehörige der Südtruppen teilgenommen und oll« Soldaten der Nordtruppen die Stadt bereits vorher verlassen haben sollen, stellen sich als tclle Lügen heraus, die ganz einfach durch die Tatsachs widerlegt werden, daß bis seht schon über 27 000 Schantungsoldalcn als Gefangene gezählt wurden, während ihre Gesamtzahl auf 40 000 geschätzt wird..f(jjaegranofen und F lu g- zeugen zu versehen. And diese Waisen würden— was die Sonyelreglerung damals ganz genau wußke— nicht nur gegen die Franzosen tm Ruhrgebiei. sonoern auch gegen dieselben Mensche« verwendet worden sein, dir die Kommunistisch« Znter- nationale zum Ausstand aufputschte." Price bemerkt weiter, daß in der gleichen Zelt, in der zum Beispiel der kommunistische Ausstand in Sachsen vorbereitet wurde, der in Hamburg sogar vorzeitig losging, deutsch« Offiziere Im Auftrage des R-ichswehrministerium? zwischen Moskau und Berlin hin- und herreisten. Er erwähnt die verschiedenen hier schon längst bekonnten Einzelheiten— Iunkersverträge, Trotzt« Giftgos- fabrik. Stettiner Runitivnsosrladungen— und fährt fort: „Run: angenommen, die deutschen Kommunisten hätten im Jahre 1023 einen Putsch großen Stils unternommen, so würde keine Klausel ln diesen deutsch-rnsssschen Rüstungsverträgen es verhinderi haben, daß ein Teil der Munition, durch die man die Aufstöndsschen ntederkartälfcht hätte, in Sowjetrußland er- zeugt warben wäre." Pries führt dies« russische Granatenpölitik auf den Umstand zurück, daß es stets in Moskau zwei Tendenzen gegeben habe. Die«ine, früher van Lenin und neuerdings von Stalin geführt, vertrete die Ausfassung, doß die Weltrevolution keine Borbedengung für das Bestehen Sowjetrußlands inmitten von kapitalistischen Staaten sei: die ander«, von Trotz t i und Sinowjew geführt, gehe dahin, daß Rußland nur leben könne, wenn di«»eltrevolution dauernd Fortschritte mache. Priee mei?ct nun, daß im Jahre 1023 die Realpolitiker in Moskau— die Leninisten— die Ansicht vertraten, daß man im wirtschaftlichen Interesse Sowjetrußlands sich mit jeder vorhan- denen deutsch«» Regierung abfinden müßte und daß die Lage in Deutschland für ein« Revolution nicht reif wäre. Aber ein anderer Teil der russischen Kommunisten meint« dagegen, Deutsch- land sei reif für seine proletarische Revolution und setzie es durch, daß die damalige Zentrale der KPD. durch eine radikalere Garnitur ersetzt wurde: „Während also di« Realsiolitiktr in Moskau ihre «igen« politische Linie in der Regierung verfolgten, bereiteten die Anhänger Sinowjews in der Kommunistischen Jnter- nationale«ine Lage vor, die, falls sie gereift wäre, dazu g«- Lührt haben würde, doß die deukfchev. Kommunisten in e» Zahren 1S24 und 1S2S von der Reichswehr niedergeknallt worden wären, und dies mit Munition, die Sonffcirußland fabri- zieri HSike." Zum Schluß warnt Princ« die englische Arbeiterschaft vor den Sendling«« der Kommunistischen Internationale und ihren ver- führerischen Parolen und ermahnt sie, stets zu bedenken, daß sie einem ähnlichen Falschspiel zum Opf«r fallen könnte wie einst die deutschen Kommunisten. Ein flntikriegsöenkmal. Heute Hl-ttthfilluttg in einem Purisee Vorort. Paris, 2. April.(Eigener Drahtbericht.) Im Industrievorort L e v a l l o i s wird am Sonntag ein von der Stadtvertretung er- richtet« s Gefallenendenkmal enthüllt. Dos Denkmal stellt einen Ar- beiter dar, der einem Krieger das Schwert entreißt und zerbricht. Daruntersteht:„Krieg dem Kriege!" Man befürchtet für di« Einweihung nationalistische Störungen. Die Regierung hat umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Ehtuapropagauda eines französische« Kommunisten. Paris. 3. April.(Eigener Drahtbericht.) Briand hat im Mi- nisterrot Mitteilungen gemacht über bolschewistische Propa- g a n d a, die der kommunistische Abg. Doriot in China seit einigen Wachen treibe. Das Justizministerium ist beauftragt war- den, di« Tätigkeit Doriots in Ostasien zu prüfen und eventuell e i n Strafverfohr«» gegen dr.n Abgeordneten Doriot einzuleiten. (Es soll wohl heißen, daß Doriot in Französisch-Indochina agitiere, d«nn was er im Ausland tut, dürste für französische Gerichte wohl nicht recht greifbor setzt. Red. d.„B.".) Neuer Marottofel dzug? Paris, 2. April,(Eigener Drahtbericht.) Der neue Austiano I» Spanisch- Marokko wird durch di« offiziell gemeldet« Ankunft eines Transport« von 83 Verwundeten, darunter 7 Europäern, aus den Kämpfen vom 20. bis 20. März in einem spanischen Hafen be- stätigt. Di« spanisch« Heeresleitung ist mit der französisch«« in Ver- bindung getreten, daß man gemeinsam den neuen Aufstand niederwerf«. Haussuchung beim Photographen. Dpionagebeschuldigung gegen einen Journalisten. Rom, 2. April.(WTB.) Die Blätter melden, daß tn der Woh- nung des deutschen Journalisten Karl D e l i u s, der wegen seiner Pressephotographicn im Gefängnis sitzt, di« polstifch« Polizei gchaus- sucht und wichtig« Dokumente gesunden habe, so besonders Photo- graphien von öffentlichen Bauten und von militärischen Gebäuden. Kleine Szene. SluS einer grossen Gitzung. Reichstag gestorn nachmittag. Erste Lesung des Arbeitszeit- g-setzes. Stöcker(Komm.):... Dann beantragen wir, mit Rücksicht auf dl« außerordentliche Wichtigkeit des Gegenstandes den Herrn Reichskanzler heranzuziehen. Vizepräsident Esser: Herr Abg. Stöcker beantragt di« Herbei- rufung des Herrn Reichskanzlers. Ich bitte die Damen und Herren, di« diesem Antrag zustimmen, sich von ihren Plätzen zu erheben. Es erheben sich sämtliche vier Im Saale anwesenden Kom- tministen. Der Reichskanzler Dr. Marx sitzt lächelnd auf seinem?lb- gcordnetenplotz. Große Heiterkeit. Normale preisstbWankung. Die wirtschastSfeindlichcn Unternehmer. Die Dcrciingung der Deutschen Arbcitgeberverbände schreibt in einem vertraulichen Rundschreiben über die ollgemeine Lohn- tage, daß in der Zeit vom t. September 1926 bis zum 1. Februar 1927 für schätzungsweise 1 709 000 gewerbliche Arbeiter Lohnerhöhungen ersolgt sind. Bon den bisher unverändert verlängerten Lohnobkommen mit rund 800 000 Arbeitern sind in den letzten ivochen für etwa 700 000 Zlrbelter die Tarife gekündigt worden. Rund 416 000 Arbeiter entfallen hiervon auf die Metallindustrie. Us heißt dann weiter wörtlicy: ..... Neben der vornehmlich betonten Mieterhöhung «erden die neuen Forderungen, wie bekannt, mit Ansprüchen anf einen Ä o n j u n k t u r o n t e i l und mit der allgemeinen Lebensncrteuerung begründet. Bei dem verhältnismäßig geringen Anteil, den die Miete om Einkommen der Arbeiter ausmacht— 14,7 Proz. heute gegenüber etwa 20 bis 25 Proz. vor dem Kriege—, wird die Gesamt- lebenehaltung des Arbeiters bei einer lOprozentigen Mietzinser- höhunq nur um ein geringes verteuert. Der Lebenshaltungsinder wird dadurch nicht einmal um drei Punkte steigen. Darartige minimale Schwankungen können auch noch durch andere natür- liche Preisbewegungen ausgelöst werden, und sie würden alsdann den Gedanken an Lohnerhohungsfordcrungen wohl nicht auf- kommen lasse». Die Forderungen des ADGB. auf »unbedingte" Ausgleichung der Mieterhöhung kann daher nicht als berechtigt anerkannt werden, weshalb wir den Standpunkt vertreten, daß die etwa eintretenden Erhöhun- gen der Miete für sich allein keinen berechtigten Anlaß zur Steigerung der Löhne und Gehälter geben könnten. Auch der Tarifausschuß der Vereinigung war in seiner letzten Sitzung, in der die Frage„Lohn und Miete" eingehend erörtert wurde, der einmütigen Auffassung, daß die durch eine lOprozentige Miet- steigerung entstehende„Verteuerung" innerhalb des Rohmens normaler Preisschwankungen bleibe und deshalb einen Lohn- ausgleich nicht nötig mache. Soweit Verbände in Lohnverhand- kungen verwickelt würden, sollen möglichst nur langfristige Ver- träge abgeschlossen'werden, wobei es den Verbänden überlasse» bleiben müsse, unter Berücksichtigung der Konjunktur Lohnände- rungen vorzunehmen.„Gleitkläuseln" müßten jedoch hierbei Unter allen Umständen vermieden werden." Di« Vereinigung macht sich ihre Beweisführung sehr leicht. Zunächst ist der von der Vereinigung in Ansatz gebrachte Miet« »nteil von 14,7 zu niedrig. In einem Aufsatz der„Deutschen ponfektion" vom 2ö. Februar wird der Anteil der Miete mit t5 Proz. berechnet, der sich bei einer Mietstcigerung von 20 Proz. »am unveränderten Lohn um etwa 5 Proz. auf etwa ZO Proz. des Einkommens erhöhen würde. Diese Berechnung dürste schon«her der Wirklichkeit näher kommen. Hinzu kommt aber die allgemeine Steigerung der Lebenshaltungskosten. Die Kosten der E r n ä h- rung allein sind von 143,5 im Oktober 1926 auf 150,7 im Februar 1927 gestiegen. Es sollen nur die Preissteigerungen der für die allgemeine Ernährung wichtigsten Erzeugnisse angeführt werden. Der Manatsdurchschnittspreis für die Tanne Roggen ist von 130 M. im Januar 1926 auf 223 M. im Februar 1927, also un> etwa 70 Proz. und der Doppelzentner Kartoffeln von 6 M. im September 1926 auf 13 M. im Februar 1927, also um mehr als 100 Proz. gestiegen. So einfach liegen die Verhältnisse also doch nicht. Wir sehen in diesem Zusammenhang ganz davon ab, daß die Produktivität der industriellen Arbeit durch die Rationalisierung w e s c n t l i ch g e st e i g e r t worden ist und eine Senkung der G c st e h u n g s- kosten stattgefunden hat. die aber lediglich ihren Ausdruck in einer erhöhten Gewinnmarge gefunden hat. Was die Vereinigung als„normale Preisschwankung" ansieht, über die sie sich um so weniger aufregt, weil sie den Unternehmern abnormale und gemeinschädliche Gewinne bringt, ist in letzter Linie eine Bedrohung des Jnncnmarkrcs durch weitere Verengung der Kaufkraft. Sind zwei Mit- lionen unproduktiver Arbeitslose, die doch schlichlich so oder so von der Wirtschaft erhalten werden müssen, noch nicht genug? vor Sem Kampf in See Klavierinöustrie. Das INah ist voll. Bis zum 30. September des Jahres 192-5 waren die Arbeits- bedingungen in der Berliner Klavierindustrie durch Tarifverträge geregelt. Nach schwierigen Verhandlungen, die beim Schlichter Groß-Berlin ihren Abschluß fanden, kam schließlich eine Vertrags- vorläge zustand«, die in ihrem Inhalt von den beiderseitigen Ver- tragsparteien Annahme fand. Daß dieser Vertrag nicht zum Ab- schluß kam. lag daran, daß der Arbeitgeberoerband der Berliner Mustkinstrumentenindustrie kurz vor der Unterzeichnung für die Befristung einen Termin forderte, der von der Verwaltungsstelle Berlin des deutschen Holzarbeiterverbandcs nicht angenommen werden tonnte. So ist es nicht zum Abschluß des Vertrages ge- kommen und die Parteien verblieben bis zum heutigen Tage ohne tarifliche Bindung. Infolge der Wirtschaftskrise haben die Unternehmer den Zlrbei- tern durch Lohnabbau und Fer'ienverweigerung uner- meßlichen Schaden zugefügt. Ganz willkürlich wurden Löhne und Akkordtarise diktiert und wohl oder übel waren die Arbeiter infolge der Notlage, in der sie sich befanden, gezwungen, unter diesen Dik- taten zu vegetieren. Zwar wurden durch einige Betriebsstreiks, die im Verlauf der letzten Monate des Vorjahres geführt wurden, geringe Besserungen erzielt, die jedoch hinter dem allgemeinen Lohn- Niveau weit zurückbleiben. Im November des Vorjahres nahm die Berliner Ortsverwal- tung des deutschen Holzarbeiterverbandes mit dem Arbeitgeber- verband zwecks Abschluß vertraglicher Vereinbarungen Fühlung. Es hatte anfänglich den Anschein, als fei die Möglichkeit einer Ver- ständigung gegeben. Durch alle möglichen Einwände verschleppten die Unternehmer aber die Verhandlungen bis zum heutigen Tage, so daß, trotzdem fünf Monate ins Laitd gegangen sind, in keinem Punkt der Tarisvorlagc von einer Einigung gesprochen werden kann. Die Unternehmer verfolgen mit dieser Taktik die Absicht, den Arbeitern auch in diesem Jahre den Urlaub und einen gerechten Lohnausgleich vorzuenthalten. Dazu kommt noch, daß einige besonders renitente Bctriebsinhaber ein Willkürregiment in ihrem Betriebe führen, indem sie nicht nur die Lahnbedingungcn diktieren, sondern darüber hinaus den Betriebsvertretungcn olle ihnen nach dem Gesetz zustehenden Rechte absprechen. Diese Zustände haben die Erbitterung der Klavierarbeiter bis auf das höchste Maß gesteigert. Es bedarf nur eines Anstoßes und der Brand entfacht auf der ganzen Linie. Die Musikinstrumente'!- atbciler find entschlossen, diese unhaltbaren Verhältnisse zu beseitigen. Falls es nicht bald zu einer vernünftigen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen kommt, wird der Kampf entscheiden müssen. vor öer Aussperrung in üer Aigarreninüuftrie. Die Verbindlichkeitserklärung beantragt. Im Lohnstreit der Ziaarrenindustric ist von den Arbeitern die Verbindlichkeitserklärunq des vor kurzem gefällten Schiedsspruches, der eine Erhöhung der Löhne um 10 Proz. vorsieht, beantragt worden. Die Zigarrenfabrikanten hoben den Schiedsspruch bekanntlich mit der Ausfperrungsdrohung beantwortet. Lohuvcrcinbarnng für die Buchbinder in Druckereien Nachdem die zentralen Verhandlungen erledigt waren, haben für Berlin örtliche Lohnverhandlungen stattgefunden, die zu dem Er- gebnis führten, daß die Buchdrucker- bzw. Zlnlegerinnenlöhne sür die Buchbindereiarbeiterschaft in Druckereien gezahlt werden. 2» der Versammluno, morgen Montag, in den Zcntralfestsälen wird berichtet und die neuen Lohntabellen ausgegeben. Vcraniwertlich für Politik: Victor Schill! Wirtlchakt: s. ttliiigclhSs-rt Gcwcrklchzftobewcouna: gricdr. Eßtor«: geuillcton: X. S. DIlchrr: Lokale» und«iousrigcs: grit,«arstödt: Anzeiaen: Th. Slockc! sämtlich in Berlin. Vcrlaa: Borwärts-Pcrlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwärts.Buchoruckcrei und Verlagsanstalt Paul' Zingcr u Co.. Berlin SW 66, Lind:nstroste 3. 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Veranstalter der Tripolis-Schau ist diesmal die Direktion des Zoo in eigener Regie, die ethnographische Bor- bereitung und Leitung hat der Afrikareisende Spatz inne. Sobald wir Afrika hinter uns haben, sollen wir Mexiko und darauf das Wunderland Bali zu sehen bekommen. Der Kampf um öie weltliche Schulen. Zu unserem in der Morgenausgabe vom 1. April veröffentlichten Bericht über die von der Freien Schulgemeinde Fried- r i ch s h a i n«inberufen« Versammlung(am 30. März im ..Böhmischen Brauhaus") ist nachzutragen, daß auch dort— ebenso wie in den Versammlungen für Prenzlauer Berg— einstimmig der Beschluß gefaßt wurde, die Kinder ob 1. April von ihrer bisherigen Schul« abzumelden und sie dem Unterricht so lange fernzuhalten, bis sie der weltlichen Schule zugeführt werden können. Wie wir hören, ist dieser Beschluß, der ein Protest gegen die vom Mucker- tum betriebene Sabotierung der welllichen Schule und g«g«n das Verholten des Prvvinzialschulkollegiums ist, bereits in die Tat umgesetzt worden.__ Rose-Iheaker: Die beiden Nachtigallen. Eigentlich sind es ihrer drei. Papa Nachtigall nebst Frau und Tochter, die abwechselnd zwitschern und„schlagen". Nachtigall und Lohmeyer sind ewig streitend« Kompagnons, der ein« sonnigen, der andere galligen Gemütes, so eine Art Pottosch und Perlmutter ins arisch- berlinisch« übertragen. Die jeweilige Ehehälfte ist contraire, indem der Gallige'ne Sanfte, und der Gemütliche'n Giftige besitzt. Deren beider Sprößlinge werden selbstiedend ein Paar, aus Um- wegen natürlich, sonst gpb's keine drei Akte. Die Operette hat— ob mit oder ohne Absicht— unzweifelhaft unterlegte„Dreimäderl- Haus-Handlung. Da ist im ersten Akt ein Dreimäderl-Terzett mit anschließendem Kavalierfund, dann eine hereingewehte Primadonna i la Demoiselle Grisi usw.. Es macht sich aber ganz gut, weil's dazu paßt. Also: Herr Nachtigall junior entpuppt sich nach einem harmlosen G'spusi mit der gastierenden Sängerin Villa!« als tüchtiger Geschäftsmann und treuer Bräutigam, der den väterlichen Laden, wie auch sein bousbockencs Bräutchcn mit viel Geschick einer Modernisierung unterzieht. Den Kampf mit der väterlichen Gift- nudel und der geifernden Schwiegermama besteht er siegreich. Der lebenslustige Herr Lohmeyer(Kompagnon ll) erholt sich indeß von seinen häuslichen Gewitterentladungcn bei der„Kunst" alias Prima- donna Villani, die nach erfolgreichem Gastspiel zu seinem Schmerz und der Gattin Freude den gespannten Thespiskarren zur nächsten provinzialen Wirkirngsstätte besteigt. Dazwischen'gibts Duett« und Terzette, traurigen und heiteren Inhaltes. Gespielt wurde nach „bestem Wissen und Gewissen". Sladlvrrordoetenfraklion. Die Mitglieder der sazialdemokra- tischen Stadtoerordnetenfraktion treffen sich anläßlich der Beerdigung des verstorbenen Fraktionskollegen Max Hecht morgen. Montag, den 3. April, nachmittags 2 Uhr, vor der Halle des Zentral- friedhojes in Fricorichsfelde. Die Vlülenvorber eilungen in Werder sind, in.vgllem Gange. Die Aprikosen und Pfirsiche blühen ist voller Pracht. Eine be- grüßenswerte Verordnung wird für die Baumblüte in Werder erlassen werden. Der herrliche Blütenweg auf den Höhen von Werder, der die schönsten Ausblicke bietet, war durch den in den letzten Jahren zunehmenden Kraftwagenoerkchr eine Staubstroße ersten Ranges geworden. In diesem Jahre dürfen Kraftwagen während der Baumblüte nicht mehr den Blüten weg pas- s i« r e n. Vor der Bismarckhöhe müssen die Autos abstoppen. „aegen vertzeßarg»ad GewaU ol!" Unter diesem Thema veranstaltet der ReichSbund jüdischer strontsoldaten E. V., Lrt«giut>pe Berlin, am Donnerstag, den 7. April, abends 8 Ufir, zwei Maiienkund- gebunqen in der Stadtballe, Klolterllr.. und Spiiberniöl«, Spickernilr. 8. ES lprechcn: Dr. iur. Eirat Albrecht MontgelaS, Otto Nuschke, M. d. L, NcickSmInIsler a.D..25 Jugendlich, vornehm u. elegant find die. M «ipsmSntei 45- Rüsche besetzt,!» d.neuenFrühjahr»fard«n» Di« heut so beliebten Seiöenm äntel au, wundervollem Damaffe, ganz auf Seidensutter, in jugendlicher schicker Nerardritung, finden Sie für HF.Zg 39- Di« von der Mode w jeder Richtung bevorzugten Herrüch«, entzückende Jer�p-unSIrisette in der mod. Kasackform nlCIQCr u. vielen Farben 39.15 Kaufhaus Landsberger Str. 60*63 ßm MexanSerplatz (hinakreppkleiöer In berclichen neuen Druckmusicrn, eist- zückend mst»eorgettewest« gearbeitet. kosten selbst bi» Dr. 52 nur 31,50 35- -BS .25 «Si. Ripsklelöer� in den neuen ssiühjahrsfarb.. derRvck ln Halten-. Plissee- od Smfensorm. Kraa»C. und Manschetten sardig besetzt 29.50— �* §r. 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In der Nachmittagesigung des Reichstags begann gestern nach den Abstimmungen über die Abänderung des Biersteuergesctze«, den Finanzausgleich und den Finanzetot, über die wir an anderer Stelle berichten, die erste Beratung des Arbeitszeit- notgesetzes in Verbindung mit dem von der Sozialdemokratie «ingebrachten Gesetzentwurf. KLichsarbeitsminifter dr. Srauns gibt zuerst einen geschichtlichen Ueberblick über die bis- herige Entwicklung der Frage des Arbeitszeitnotgesetzes. Es sei möglich gewesen, bei ansteigender Konjunktur Ueberstunder. niachen zu lassen, so daß diese in der Zahl der Erwerbslosen sich nicht bemerkbar machte. Im Jahre 1926 hatten wir Ar- beitsleistungen zu verzeichnen, die nicht mehr ertragen werden konnten. Den bestehenden Uebelständen mußte daher auf dem Gebiet« des Tarifwesens wie auf dem der Gesetzgebung begegnet werden. Die neue Regierung habe aus den Abmachungen der früheren Koalition ausgebaut, gehe aber li> einigen Punkten darüber hinaus. Der jetzige Entwurf beruht auf d«n Abmachungen unter den Regierungsparteien. Durch diese Vorlage soll der Zweck des in Vorbereitung befindlichen Arbeitsschuhgesetzes nicht vorweggenommen werden. Der sozial- demokratische Gesetzentwurf gehe über das zurzeit er- reichbare hinaus, er wolle die Rückkehr zum starren Achtstundentag. und das könne die deutsche Wirtschast, die sich erst auf dem Wege der Gesundung befind«, nicht ertragen. Die sozialdemokratischen Forderungen gingen auch über das hinaus, was in anderen Län- dem bestehe. Eine Douerordnung der Arbeitszeit, wie sie die Sozialdemokratie wolle, sei jetzt noch nicht möglich. Jetzt könne es sich nur um eine Zwischenlösung handeln, die Dauerlösung solle später kommen. Der Minister erörtert dann die Einzelheiten der Regierungsvorlage. Die Ztraflosigkeit der unerlaubten Ueberstunden werde beseitigt, der aesetzltche Zuschlag zur ileberstundenarbeit geschaffen. Das werde eine Aend.erung der Tarifverträge bedingen und zu '.'fem Zweck sei eine gewisse Uebergangszeit notwendig. "ine gewisse freiwillige Leistung von Ueberarbeit lüsse gestattet sein, so bei der Beschäftigung einzelner .rrbeiter nach Beendigung der allgemeinen Arbeitszeit zur Erledi- nng gewisser Arbeiten. Mißbräuchen und Umgehungen suche der Gesetzentwurf vorzubeugen. Die Lorlage bedeutet einen v»esentlich«n Fortschritt auf dem Wege zur endgültigen Arbeitszeitregelung. Mg. GraZmann sSoz.) widerspricht der Auffassung, daß es jetzt nicht so sehr darauf an- 'mme, wie die Arbeitszeitreaeluna ausfalle, da»um Herbst doch e endgültige Regelung komme. Schon vox fünf Monaten :ben die S p i tz e n k ö r p e r lch a f t e n der G e w e r k- , ästen eine öffentliche Kundgebung erlassen, ' dem sie nicht nur gesetzgeberische und verwaltungsrechnische Maß- ' hmen verlangen, sondern darüber hinaus das öffentlich« Gewissen gegen die Zustände in der Arbeitszeitfrage aufrüttelten. Daß inzwischen eine der damals beteiligten Organisationen au-ge- sprungcn ist, ändert nichts an dem Inhalt dieser Kundgebung. Mr wenden uns ganz entschieden gegen die Gründe, mit denen die Unter- nehmer die Forderungen der Arbeiter bekämpfen. Die R a t t o n a l i- si e r u n g hat nur dazu geführt, daß wir jetzt hohe Preise bei langer Arbeitszeit und unzulängliche Löhne haben. . Sehr richtig! bei den Soz.) Sie hat die Crtragfähigkett der Unter- nchmungen außerordentlich gesteigert, die Betriebe mit Kontroll- Organen belastet und mit ihnen die Forderungen die Arbeiter zu behindern. Das Inskituk für Konjunkturforschung hak fcstgeskelli, dajz durch die Erwerbslosigkesk im Jahre 1925 1.6 Mlliardeu, m Jahre 1926 5,8 Milliarden Arbeitsstunden verloren, er Leerlaufder Wirtschafk betrug 1925 4 pro;., 926 12 JJco}.(hört, hört!) Der Verlust an Ar- u e i t s w e r t e u betrug 1925 1,8, 1926 4 Milliarden stkark.(hört, hört!) Der Umfang der Arbeitslosigkeit ibertrlfft weitaus die schlimmsten Zeiten vor dem Kriege. Und trotzdem die un geh euren Ueberstunden. Bon Kleinrentnern und kleinen Sparern wird hier oft gesprochen, von den riesigen Verlusten, die die arbeitende Be- völkerung in d-r Inflation erlitten hat, wird hier weniger geredet, chätten die Arbeiter die wirtschaftliche Kraft der Bor- krtegszeit, wir brauchten dann kein Rotgeseh, wir hätten uns dann'unser Recht schon längst mit der eigenen Faust erobert.(Sehr richtig! bei den Soz.) Die Unternehmer behaupten, daß die Forderungen der Gewert- schaften die Wirtschaft außerordentlich schädiczen und keine Ein- stellung von Arbeitslosen zur Folge haben würde. Ich stelle nun fest, daß die Lage der deutschen Wirlschafl erheblich besser ist. als sie offiziell dargestellt wird.(Sehr wahr!) Die Zahl der Konkurse hat sich ständig gebessert. Die Preise für Rohstoffe gehen andauernd zurück, wie der Redner an Wolle, Baumwolle, Fellen, Kautschuk, Roheisen, Schrott, Blei, Kupfer und Zink nachweist. Die Preise für Baumwolle sind schon unter dem Vorkriegsstand, die Preise für Fertigerzeugnisse wurden aber kürzlich erst'wieder um 19 Proz. erhöht.(Hort, hört!) In der Kohlen- und Eisenproduktion Herrschi eine außerordentlich gute Konjunktur. Die Firma Krupp wollte noch vor wenigen Monaten einen Reichskredit haben, jetzt braucht sie kein Kapital mehr. Wtr haben Geld übrig mcht nur auf dem Geldmarkt, sondern auch auf dem Markt für langfristig« An- leihen. Die Industri« ist durch Zins- und Diskontherabsetzung außer- ordentlich begünstigt worden. Die Produktion an Kohle und Kali konnte wesentlich gesteigert werden, sie hat R e k o r d z i f f e r n erreicht. Welches Vertrauen man im Ausland zur deutschen Wirt- schast hat. zeigt die andauernde Steigerung des Kurses der Dawes-Anleihe. Zu welchen Ergebnissen die Ratio- nalisicrung geführt habe, zeigt die Steigerung der Arbeitsleistung bei gleichzeitiger Herabsetzung der Arbeiterzahl. Aus diesem Ergebnis kann geschloffen werden, daß die Arbeitszeit ohne weiteres im Sinne der For- derungen der Gewerkschaften herabgesehtwerden kann. (Sehr richtig! bei den Soz.) Das wird auch indirekt vom Geheim- rat L i n g n e r in Dresden und von der„Kölnischen Z e i- t u n g� anerkannt. Dieses Blatt schreibt, daß die Phrase, die Ver- türzung der Arbeitezeit senke die Arbeiteleistung, sich längst tot- gelaufen habe, der Achtstundentag sei dabei, sich die g a n z e Wir t s cha f t zu e r o b e r n.(Hört, hört!) Anderer Mei- nung ist allerdings die„Bergwerkszeitung". die von den Arbeitern noch mehr Arbeit verlangte und dabei eine Senkung der Lebens- baltung, er solle mehr arbeiten und weniger verbrauchen.(Hört, yörtl bei den Soz.) Die Sozialdemokratie hat niemals ein Hehl daraus gemacht, daß sie die heutige Wirtschaftsform bekämpft, wir wollen die sozio- listische Gemeinwirtschaft. Mit den Methoden, die die Unternehmer heute � betreiben, unterhöhlen s i e selbst die privat- kapitalistische Wirtschaftsform. Einige von. ihnen haben aus A in e r i k a manche maschinelle Neuerungen, darunter das fließende Band, mitgebracht, aber nicht das, was die amerika- nischen Unternehmungen groß gemacht haben. Von dem Geist, der die amerikanischen Unternehmungen beseelt, haben die deutschen Unternehmer nichts gesehen. In A m e r i ka weist m a». dost hohe Löhne, kurze Arbeilszeilea und niedrige Marcapreise die Produktion sieigerk, den Absah vergrösterk. In manchen Betrieben ist sogar schon die S-Tage-Woche«in- geführt worden. Die Frage lautet in Amerika nicht mehr, wie können wir genug produzieren, sondern wie können wir das Pro, duzierte verkaufen. Die amerikanischen Unternehmer beant- warten diese Frage durch Verkürzung der Arbeiiszeit, Erhöhung der Löhne vnd Senkung der vreise. Nicht der Krieg und die reiche Natur des Landes hat nach der Meinung der amerikanischen Wirt- schaftler groß gemacht, sondern die Befolgung dieser Methode. Auch die, die bei uns den Namen von Wirtschaftern führen wollen, müssen endlich die Scheuklappen ablegen, sonst sollen sie vom Schauplatz ihrer Tätigkeit verschwinden, und weil wir wollen, daß es unserem Volke gut gehen soll, weil wir nicht wollen, daß sich an Stelle der Demokratie eine Plutokratie entwickelt, fordern wir neue Wege in der Wirtschait, und der soll zum Teufel gehen, der das nicht iannl(Lebhafter Beifall bei den Soz.) In En-rlgnd tz.-ben sich sonor Angehörige der Konser- vakioen Partei im Unter Hauke für die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag ein- gesetzt. Di« Londoner Konferenz bedeutet nach der Meinung des englischen Arbeitsministere für die beteiligten Länder eine Bindung, sie darf nicht„definiert" weiden. Der deutsche Entwurf entspricht nicht den Beschlüssen dieser Konferenz. Die jetzig« Vor- lag« wird ja im Ausschuß gründlich beraten werden, aber schon heute wissen wir: Dieser Entwurf ist eine glatte Kopilulatioo der Regle- rung und der Reglerungeparieieo vor den Unternehmern.(Sehr richtig! b. d Soz) Aver die Rechnung ist' durchaus falsch, als ob man die deutsch« Wirtschaft durch lange Arbeits- Zeiten und niedrige Löhne stärken könnte. Wir wisien, daß in Reu- seeland, in Amerika der umgekehrt« Weg gegangen wird, von Leuten, die durchaus nicht Sozialisten sind. Dagegen in Deutsch- land: Arbeitszeiten zwischen 69 und 79 Stunden und dabei noch Ueberstunden.(Höri, hört!) Aus den Kreisen der T e x t i l- a r b e i t e r kommen herzbewegende Wehrufe über lange Arbeits- zelten. Von weiblichen Textilarbeitern werden bei Arbeitsschichtcn Zwischen 70 und 69 Stunden»och Ueberstunden verlangt. Bei alle- dem gehen trotz Senkung der Baumwollpreise die Preise für Textil- fabrikate nicht herunter. Aehnlich liegen die Dinge in der vletall-, in der Papier-, in anderen Industrien, vor allem im Bergbau, der sich glänzend erholt hat, auch schon bevor der englische Bergwerks- streik sich auswirken konnte. Das zeigt sich besonders deutlich am Steigen der Kurse für Bergwerksaktisn an der Börse. Die andere Seite dagegen, die Arbeiter: Beängstigende Zunahme der Unfälle und Erkrankungen im Berg- bau, trog der technischen Verbesserung der Betriebe. Angesichts dieser Zuständ- verlangen die Gewerkschcslen aller Richtungen, daß binnen kürzester Frist eine grundlegende Aenderung in der Arbeitszeilsrage h:rbeigeführt wird. Wir waren uns bei unserer ersten Kundgebung dessen wohl bewußt, daß wir durch die Beseitigung der Mehrarbeit nicht mit einem Schlage die ganze Arbeitslosigkeit beheben können. Aber wir wußten, daß wir dadurch mehrere Hunderttausende wieder in Arbeit bringen könnten, vor allem diejenigen, die schon seit Jahr und Tag erwerbslos sind und damit der Verzweiflung ausgeliefert werden. Wir wissen, daß auch die christlichen Gewerkschaften gegen die Regelung sind, die diese Vorlage bringt. Wenn Sie unsere letzte Kundgebung nicht unterschrieben haben, so bedauere ich das. Die Arbritcrwählcr der Regierungs- Parteien werden jetzt sehen, wie jetzt Ihre Interessen in dieser außer- ordentlich wichtigen Frage umgangen werden. Wenn ich Partei- taktiker wäre, wenn niir die Lebensfragen der Lohn- und Arbeits- cmpfänger nicht höher ständen als die Pgrtoilnteressen, so könnte ich mir jetzt die Hände reiben und vom traditionellen Schweineglück der Sozialdemokratie reden. Aber ich will keine Parteitaktik treiben und Sache der Wähler wird es fein, ob man künftig wieder das Wort zitieren wird, daß nur die dümmsten Kälber sich ihren Metzger selber wählen. Aber als verantwortlicher Vertreter von Millionen von Arbeitern und Angestellten, als Wirtschafter warne ich vor den Folgen dieser Gesetzgebung. Darüber müssen Sie sich Nor sein: Wird dieser Gesetz- enlwurs im Ausschutz nicht grnndlegend geändert, um? dafür bestehen bei der Zusammensetzung der Regiernngs- Mehrheit keine Aussichten, so werden Sie aus den wirt?. jchizstüchm kämpfen nicht mehr herauskommen, bis ein � Zustand herbeigestihrt wird, der auch den Arbeitern und Angestellten das Leben erträglich macht. Ob bis dahin die deutsche Wirtschast in Scherben gegangen ist. dafür tragen Sie(zu den Regierungsparteien) die Verantwortung. Das; mir enlschiotzeu sind, wenn hier im Reichstag unsere Fo:d.rungcn nicht erfüllt werden, drautzen in der Wirtschaft mit der geballte:! Faust das zu holen, was wir für notwendig halten, das sehen Sie aus dem Aufruf, in dem wir erklären? Wir werden unsere Rechte wahren, in- dem wir keine Ueberstunden mehr machen. Sie sind jetzt gewarnt, ziehen Sie ihre Schlutzfolgerungcn, die Vcrant- wortung für das kommende müssen wir ablehnen.(Leb- hafter Beifall b. d. Soz.) Mg. dr. Stegerwalü sZtr.) hebt hervor, daß der Kamps der Arbeitnehmerschaft auf dem Ge- biete der Arbeitszeit nach beiden Seiten geführt werden müsse gegen die übermäßigen Forderungen der Arbeitgeber wie der sozialdemo- kratisckien Arbeitergewerkschaften. Durch die z w a n z i g p r o z« n- tige Mieterhöhung in so anormalen Zeiten komme man eben in anormale Zustände hinein. Das hätte vermieden werden müssen. Die jetzige Regelung der Arbeitszeilsrage finde auch bei clner ganzen Reihe seiner politischen Freunde keine Billigung Ein Teil der Fragen könne aber durch ein Notgesetz überhaupt keine Erledigung finden. Das Gesetz bringe drei Verbesserungen: 1. eine sehr bedeutende Einschränkung der Ueberstundenmoglichkeiten. 2. den Angestellten im Handel, die nicht unter das Washingtoner Abkommen fallen, weitgehenden Schutz vor schrankenloser Ueber- orbcit, und 3. bei Ueberarbcll über 48 Stunden hinaus einen an- eiil*ußs€!liKBiei*3eBA ' 1 Nämlich eingehende gewissenhafte Untersuchung der Füße durch erfahrene Fachleute hat für alle Fußleiden bewährte Heilbehelfe. Dr. Scholl's elastische Metall- Fuß- Einlage wird von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt getragen. >; I QrsjwvsswsssrjvsssssssssssAss/ssssssssirssssvA/ Fu8- Untersuchung durch Dr. Scholl's Aerzte und Fuß• Spezialisten in allen unseren Filialen| Hauptrertrleb Zentraldepot für Groß- Berlin gemessenen Zuschlag Wenn man gewerkschaftlich« Demon- st r a t i o n e n veranlaht, dann muh man dafür sorgen, daß Ge- werkschaften und Reichstag eines Sinnes find und nicht gegen- einander arbeiten. Die Schlichterkonferenz im Dezem- der fei gan.� anders verlaufen, als wenn eine ordentliche Regierung vorhanden gewesen wäre. Daher seien in diesen letzten Monaten eine Anzahl Tarifverträge zustande gekommen, in denen alles beim Alten geblieben sei. Die Behauptung des Abg. Graßmann, es gehe der gesamten deutschen Wirtschaft heute gut, treffe nicht zu: es geh« nur bestinnnten Zweigen gut. Zurzeit hätten wir in Deutsch- land fünferlei Arbeitszeit. Im allgemeinen bestehe in Deutschland für diejenigen, die am schwersten arbeiten müssen, die längste Arbeitszeit. Das Schlimmste und Kulturunwürdige fei die zweigeteilte Schicht, die zwölsstündige Arbeitszeit, die längste Arbeitszeit in Europa. (chört. hört!) Ein Notgcsctz sei nicht das Ende, sondern der Anfang der Rege-. lung der Arbeitszeit. Es müsse dahin gewirkt werden, daß das endgültige Arbeitszeitgesetz dem Reichstag im Herbst zugeht. Das Zentrum wünsche die 48stündige Arbeitswoche als Norm. Für die verschiedenen Gewerbe mühten aber gewisse Frei- heiten gegeben werden. Der jetzige Arbeitsschutzgesehentwurs werde kaum Gesetz werden: die Ausnahmebestimmungen seien zu weitmaschig. Die Arbeitszeitfrage sei aber zugleich eine Lohnfrage. Werde die Frage der Arbeitszeit nicht gut gelöst, dann habe die Rationali- sierung ihren Zweck verfehlt. Die Große Koalition mit den Sozial- demokraten würde keinen weiteren Erfolg herausgeholt haben.(Zu- ruf beim Zentrum' Deshalb sind sie nicht hineingegangen!— Heiterkeit.) Das Arbeitsschutzgesetz werde dann dem Ziele weiter entgegen- führen. Was üie Veutschnationalen sagen. Abg. Dr. Rademacher(Dnat.): Alle Parteien stimmen wohl in dem letzten Ziel einer Verminderung der Arbeitslosigkeit überein. Politische Gründe sollten hier ausscheiden. Herr Graßmann, geben Sie uns die amerikanischen Rohstoffverhältmsse, dann ließe sich über Ihre Vorschläge reden. Es gibt aber auch in Amerika keine sozialdemokratische Partei in unserem Sinne, die jahrzehntelang planmäßig die Arbeiter den Arbeit. gebern entfremdet hat.(Lachen links.) Die Geschichie wird sich einmal darüber wundern, daß in Deutsch. land bei seiner jetzigen Lage ein Gesetz geschossen wurde, durch das die Arbeit beschrä"" �-*' rankt und verboten wurde. Eine mechanische Regelung der Arbeitszeit ist un- n>ö glich. Wir wollen ke-nen Mißbrauch dulden und chm Vorschub leisten, aber auch nicht aus Angst vor Migbräuchen in einen Zucht- h a u s st a a t hineinkommen. Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muß die Hauptsache bleiben. Hat sich die Stellung Deutschlands gegenüber anderen Ländern wirtschaftlich geändert? Gewiß, ein Aufstieg der Wirtschaft kündigt sich an, aber er kam nicht aus eigener Krast, sondern durch die Konjunktur des englischen Vergarbeüerstreiks. Jetzt aber sind wir im Begriss. eine günstige Lage kaput zu schlagen. Auch die Frage, ob Deutschlands Stellung in der Westwirtschaft anders geworden ist, muß ich verneinen. Wir müssen kämp- fen gegen Schutzzölle und Dumping. Die steuerliche Belastung der deutschen Winschäst ist gleich hoch geblieben. Dazu kommt die hohe Schuld an das Ausland. Dürfen wir in dieser Lage daran gehen, die Grundlagen unserer Wirtschaft durch Ver- schiebung der Fundamente auszuhöhlen? Es ist nicht richtig, daß die Rationalisierung auf die Äauskraft der Arbester keinen gün- stigen Einfluß ausgeübt hat.. Die Löhne stich.um.22 bis 2!» Proz. höher. Besondere Bedenken liegen auf dem Gebiete des Hand- werks und Kleingewerbes: wo noch gewissx potn» a r ch a l i s ch e Verhältnisse bestehen, wird ein solches Gesetz mehr schaden als nützen. Außerdem handelt es sich um das grund- sählich? Bedenken, daß hier ein weiterer Schritt aus dem Wege des Einflusses des Staates aus die Wirtschast getan wird. Ich habe allerdings vertrauen zu dem Arbeitsminister, sonst würde ich diesem Gesetz nicht zustimmen.(Beifall rechts.) Hierauf wird die Weiterberatung auf Montag 11 Uhr vertagt. Außerdem kleine Vorlagen und Zündholzmonopolgesetz. Schluß 671 Uhr. * Vor der Debatte über das Arbeitszeitnotgesetz nahm die Sitzung im Anschluß an die von uns schon im Abendblatt wiedergegebene Beratung folgenden Verlaus: Genosse Hertz führte rr-eiter aus: Wir sürchlen, daß im Ausland der Eindruck entstehen wird, als ob das Reich seine Steuerhoheit auf die Länder abwälzen wolle, um auf diese Weise seinen Verpflichtungen auszuweichen. Wenn ich auch nicht annehme, daß das in der Absicht der Regierung- Parteien oder der Regierung liegt, so halt« ich es doch für meine mumungm mtn 18.-16.-14.- 411 M firl�CtolMlnT� Gertraudten-str 20/21 reimrän Pflicht, auf diese außenpolitischen Auswirkungen hinzuweisen. Für den Fall, daß diese Vorlage Annahme findet, beantragen wir die Begrenzung ihrer Dauer auf ein Jahr und fordern weiter, daß die Deckung der Ausgaben vorgenommen wird durch die Beseitigung der Ermäßigung der Börsenumsatzsteuer.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Staatssekretär Dr. Dopitz bestreitet, daß diese Vorlage einen verfassungsändernden Charakter trage. Er beruft sich dabei auf den Staatsrechtslehrer Anschütz. Preußischer Ministerpräsident Braun wendet sich dagegen, daß man Pros. Anschütz als- Zeugen anrufe. Der Gesetzes- zweck, den Sie jetzt abändern wollen, schreibt ausdrücklich vor, daß zu einer Abänderung eine verfassungsändernde M e h r h e i t erforderlich, ist. Staatssekretär Popih hält an seiner Auslegung der Meinung Prof. Anschütz' fest. Preußischer Ministerpräsident Braun: Es handelt sich nicht da- rum, am Worte zu kleben, sondern darum, daß man eine klare Gesetzesbestimmung nicht aus Gründen politischer Zweckmäßigkeit so auslegen darf, wie man es für notwendig hält. Es ist ja bezeichnend genug, daß Prof. Anschütz in seinem Gutachten ausdrücklich erklärt, sich über das vorliegende Gesetz nicht äußern zu können.(Lebh. Zustimmung links.) Abg. tandsberg(Soz.) bezeichnet die Ausführungen des Staats- fetretärs als in manchen Punkten höchst anfechtbar. Seine Be- rufung auf die Autoritäten schlage nicht durch. Im Jahre 191? habe es sich bei dem Gesetz nicht um eine Verfassungsänderung ge- handelt, sondern nur um ein« Deklaration. Eine Abände- rung des Biersteuergesetzes bedürfe aber einer qualif!- zierten Mehrheit. Wenn die Bayerische Volkspartei hier in ihre eigene Falle gegangen sei, so spreche er ihr sein herzliches Beileid aus.(Heiterkeit.) Damit ist die Besprechung geschlossen. Sei öer Abstimmung wird das Gesetz in zweiter Lesung angenommen. hieraus wird der Gesehentwurf über den Finanzausgleich mil den Stimmen der Regierungsparkeien und des Bayerischen Bauern- bundes in drikker Lesung angenommen. Da« Biersteuergeseh wird in drikker Lesung ohne Aussprache erledigt. Die Schlußabstimmung ist namenkstch. Sie ergibt mit 19» gegen 148 Stimmen bei zwei Enthaltungen die Annohme des Gesetzes. Der Haushall der Allgemeinen Finanzverwaltung wird in zweiter Lesung unter Ablehnung aller Abände- rungsvorschläge in der Ausschußsassung angenommen. Di« Einnahmen aus der Einkommensteuer werden dadurch von 2,4 Mil- starben auf 2,62 Milliarden, die aus der Kö>-perschaftssteuer von 350 Millionen auf 450 Millionen erhöht. Zur Deckung herangezogen werden auch 190 Millionen Betriebsmittelionds und$00 Millionen Ueberichüfse aus 1926. Die Ueberweisungsgarantie für die Länder wird von 2,4 Milliarden auf 2,6 Milliarden, die Biersten erentschädigung. von 22.7 MUlionen auf 70.7 Mil- lionen erhöht. Gestrichen wird der Betriebsmittclfonds der Brannt- weinmonopoloerwaltung inst 25 Millionen. Darauf wird eine Anzahl Etatsrefte in zweiter Lesung erledigt. Es handelt sich im wesentlichen um Neueinstufung von Beamten, Streichung und Schaffung neuer Beamtenstellen, über die sich der Haushnltsausschuß bis zum Beginn der zweiten Etatslesung noch nickit schlüssig geworden war und die nachträglich beraten werden müssen. Ein vom Abg. Hoch begründeter Antrag der sozialdemokrati- schen Fraktion auf höhere Einstufung einer. Reih« von B e a m t« n k a t? g o r i c n wsrd�bgelehnt. vLi der Beratung des Sstelaks im Haushalt des Jünern weist Abg. Taubadel(Soz.) auf die außer- ordentlich ungünstige wirtschastlichc und hygienische Lage in Niederschlesieu hin. Außerordentlich groß ist das Erwerbs- losen- und Wohnungselend. Von diesem Niedergang werden selbst die Städte betroffen, die, wie Görlitz, vor dem Kriege zu den reichsten Gemeinden gehörten. Die bisher bewilligten Mittel reichen nicht aus, die Soztäldeinokraten beantragen die Summe von 25 Millionen auf 30 Millionen zu erhöhen. Abg. vartschat(Dem.) beantragt die Erhöhung auf 40 Mil- lionen, davon 25 Millionen für die östlichen Grenzgebiete. Einen ähnlichen Antrag stellen die Kommunisten. Während dieser Aussprache versucht Abg. Frick(Nationalsoz.) eine Crklänmg gegen die heute vormittag vom preußischen Minister- Präsident: Braun verlesene Erklärung anzubringen. Vizepräsident Esser weist diese Erklärung zurück, weil sie be- schimpfende Ausdrücke enthalte. Die Aenderungsanträge werden abgelehnt, die noch offen- stehenden Etatspositionen nach den Ausschußbeschlllssen angenommen. Die Novelle zum Reichsbewertungsgesetz wird ohne Aussprache verabschiedet. Der Etat öer Staatsbank. Bom Landtag in 2. Lesung angenommen. In der Sonnabendsitzung des Landtages, über deren Beginn wir in der gestrigen Abendausgabe berichteten, wurde die Debatte über den Etat der Preußischen Staatsbank fortgesetzt. Abg. Dr hager(Z.) hält die Zinssätze des staallichen Leihamtes für durchaus angcmesien, weil in ihr auch die Verwaltungskosten einbegriffen seien.— Die kleinere und mittlere Industrie könne leider sehr schwer Kredite bekommen. Für die in dieser Hinsicht viel- fach versagenden Privat- und Hypothekenbanken müßten Kredite aus den öffentlichen Mitteln der Bank zur Verfügung gestellt werden. Abg. Stolt(Komm.) tritt dafür ein, daß alle Fraktionen im parlamentarischen Beirat der Staatsbank ihre Vertretung sindcn, da die Kommunisten ausgeschlossen sind. Er verlangt Nachweis der von der Staatsbank gewähnen Kredite und fordert eine andere Organisation des Staatlichen Leihamtcs. Abg. Wiglow(Dem.): Wenn die Staatsbank auf dem Geldmarkt inhi cnd fein soll, muß sie eine umsichtige Leitung haben., Die besten Kräfte sind hierfür gerade gut genug, ober sie müßten auch dem- enisprecheiid bezahlt werden. Abg. Leidig(X). Vp.) tritt für Schaffung von Industrie- sch asten zur Gewährung langfristiger Kredkke naii.en*« sich für die kleine und mittlere Industrie nach dem Muster des Frei- staoies Sachsen ein. Abg. Haase-Liegnitz(Wirtsch. Pt.) wünscht mehr Kredite für den lleiiicn Mittelstand. Der Etat wird darauf in zweiter Lesung genehmigt. Die nachgesuchte Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgeordneten Losiau(Komm.), Kloft(Z.), Kasper(Komm.). Fladung (Komm.), Vstchofi(Wirtsch. Pt.), Kirchman»(Soz.), Lademann (Komm.), Steuer(Dnat.) wird nach den Anträgen des Geschäfts- ordnungsa>:ss husles versagt, dagegen beim Abg. Heqm-Suhl kKomm.) wegen H i n de n b u rg- B e le i d i g un g gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten' erteilt. � Darauf vertagt sich das Haus aus Montag, mittags 12 Uhr. Tagesordnung: Einspruch des Abg. Pieck(Komin.) gegen einen ihin cr.'.stien Ordnungsnif, zweite Lesung des Forstetats. � Sozialdemokrat. Bezirksverordneten- Fraklion Prenzlauer Berg ,. Unerwartet verstarb am 31. März im Alter von j 52 Jahren unser langjähriger Parteigenosse und f Fraktionsvorsitzende Max Hecht Die Partei verliert in ihm einen unermüdlichen l i und unerschrockenen Mitkämpfer. Sein aufrechter und zielbewußter Charakter sichern ihm die Achtung aller.— Wir werden sein Andenken stets in| Ehren halten. Der Fr-.klionsvorsland. Der Kreisyorsland Die Beerdigung findet am Montag, dem 4, April. I nachmittags 2'« Uhr, auf dem Zentralfriedhof | Uchtenberg-Friedrichsfeldc statt. Slmnenspeniiea lebtr Art itelcrt B c f i 5 n) e tt i'anl GoIIetz, v-irtn. üetert«-75 Mariannensiraßc 3, Ecke Rlniniinuraße Amt iDlortttpl. 10303 WM KIstailaMr-Maaii Verwaliungsstelle Berlin. Nachruf D-n Mitgiiedern zur Nachricht, daß unser Kailege, der-chmi-d August Feyer am 22. Marz gelt erden ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beisetzung hat bercitz stall- gesunden. vle Orisvervaruti». 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Joseph A Co.Neakülln, Berliner Straße 51/83. bot, betreffend Großer Osterverkauf. derselbe steht Im Zeichen de» Frllhltna» und der Bllltokest, woraus wir unser« Leser besonder, hinweisen. Nr. Ii««««.?ahrga»g Sonnlag. 3. flpril I«27 Die Aatursthätze und ihre Herren. Weltwirtschaftliche Umschau. Die jungst verösfentlichi« Siatlstik der englischen Metallvereini- gung(British Metal Corporation) für 1926 enthüll eine für die Entwicklung der Weltwirtschast recht bedeutsame Tatsache. Der Metollstatistik zufolge hat sich nämlich die Weltproduttion an Metallen im Vergleich zum Vorkriegsstand ge- wältig e i h ö h t. in einem viel größeren Umfang als die Pro- duktion der Grundstoffe überhaupt. ZNekallerzeuguag und Metallverbrauch. Wurde die Produktioiissteioerung der Grundstoffe durch die Sachverständigen des Völkerbundes ans 16 Proz. geschätzt, so war die Kupfer erzeuguNg der Welt l92K um 51 Proz.(1925 um •19 Proz.), die Bleiproduktion um 54,4 Proz.(1925 um 49 Proz.), die Zinkerzeugung um 30,5 Proz.(1925 um 10 Proz.), die Zinn- erzcugung um 12 Proz.(1925 um 11 Proz.) größer als vor dem Krieg. Diese Tatsache fällt um so mehr ins Gewicht, weil dank des technischen Fortschritts die Metalle gegenwärtig viel besser ausgenützt werden können als in der Vorkriegszeit. Dies trifft am meisten illr die Eisenerze zu, wo die Weltproduktion 1925 noch um etwa 11 Proz. unter der Vorkriegserzeugung stand, während in demselben Fqhr die Roheisenerzeugung nur um 4'4 Proz. niedriger war als vor dem Krieg und die Ziohstohlproduktion um 20 Proz. höher. Die gewaltige Steigerung der Metollproduktion weist auf die Erweiterung des Jnduftrieapparats in den verschiedenen Ländern hin. Werden doch die Metalle vor- wiegend in den Produktionsmittelindustrien wie Elek- triziläts., Eisen- und Stahlindustrie, Schissbau, Flugzeugindustrie usw. verwendet. So kommt darin die Tatiache, daß die Pro- d u k t! o n s m i t f e t i n d u st r i« n sich seit dem Krieg weit mehr erweitert haben, als die Verbrauchsgüterindustrien, zum Ausdruck. fin Deutschland Hai der Metallverbrauch im Jahre 1925 die Vor- kriegshöh? noch nicht erreicht, gegenüber 1924 war aber die Vcr- brauchsfteigerung außerordentlich groß. Im Folgenden soll über den gegenwärtigen Stand der Monopole berichtet werden. Ein Wctttrusi für Eisenerze im Verben. In der Welierzeugung an Eisenerzen stehen die Vereinigten Staaten mit 43 Proz. der Weltproduktion an erster Stelle, doch werden die amerikanischen Eisenerze im Lande selbst verarbeitet. Für die Belieserung des internationalen Erzmarktes kommen Frankreich, Schweden, die nordafrikanischen Erzgruben und seit einiger Zeit auch die in Neusundland in Betrieb genommenen großen Erzbergwerke von Wabona in Betracht. Da die französische Erzproduklion— 24 Proz. der Welterzeugung— zum großen Teil im Inland verbraucht wird, steht in der Ausfuhr von Eisenerzen Schweden an der Spitz«. Die große schwedisch« Erzgesell- schait Grängesberg, die bereits heute eiwo 45 Proz. der Erz- mengen liefert, die jährlich auf den internationalen Erzmarkt kommen, hat sich kürzlich die Gruben des holländischen Konzerns Müller in Zllgier(Rordofrika) angegliedert und beherrscht damit 00 Pro z. des freien Erzmarktes. Demnächst soll der schwedische Erztrust sich auch die spanischen Gruben, welche mit höheren Produktionskosten zu rechnen haben als die nordafrikani- fchen und deshalb im Konkurrenzkampf gefährdet sind, angliedern. Damit würde sich die Kontrolle der Grängesberggefellschaft auf. 70 Proz. de? freien Erzmarktes erstrecken, eine Erportmenge, die ohne Zweifel ausreicht, um ein Preismonopol auf dem Weltmarkt auszuüben. Die Umgefiallung des Kupferkarlells. Die Weltkupfererzeugung ist seit ihrem Tiefstand 1921 dauernd im Steigen. Sie betrug 1920 1 051 590 gegen 985 000 Tonnen vor dem Krieg. Mehr als 00 Proz. der Weltproduktion an Kupfer ent- fällt auf die Vereinigten Staaten mil 984 000 Tonnen. Ihnen folgen Chile und Peru mit 255 000 Tonnen. Die chile- nifchen Kupferbergwerke sind aber vollständig im Besitz des nord- amerikanischen Kapitals und müssen ficki, mos ihre Produktions, und Preispolilik anbelangt, völlig nach deren Wünschen richten. An dritter Stelle stcht die Produktion des belgischen Kongo in Afrika (mit 88 000 Tonnen), die in den letzten Jahren einen sprunghaften Ausschwung genommen hat. Als große Produzenten folgen der Reihe nach noch Japan, Mexiko und Konado. Dagegen werden in Europa selbst nur ll4 000 Tannen erzeugt.. Im vergangenen Jahr haben sich die internationalen Kupferproduzenten unter Teilnahme der amerikanischen Produzenten, die allerdings für ihr Inland keine Kartellpreise stellen dürfen, zu einem Kartell ziisammengcjchlossen. Obwohl das internationale Kupjcrkartcll nicht weniger als 90 Proz� der Produzenten umfaßt, konnte der Preisrückgang nich, äufgehalien worden. Der Grund dafür ist sehr einfach: dos Kartell wurde als reines Preiskartell gegründet, ohne daß auch die Produktion ge- regelt worden wäre. Infolge der Produktionsstcigcrung könnte dann das Kartell die Preise nicht auf der von ihm gewiiuschien stöhe halten. Jetzt hat man die Konsequenz gezogen und will das Kupfer- kortell in ein Produktionsmcngcnkartell umwandeln. Der größte amerikanische Produzent, der Anoeonda-Trust, bot bereits eine Produktionseinschräntung ongeiündigi, und auch die unter dem Druck des amerikanischen Kapitals stehende chilenische Kupserpro- duktion mußte sich eine weitgehende Produktionscinschränkung ge- fallen lassen. Angesichts der großen Vorräte werden sich die Folgen der Umgestaltung des Kupscrkartclls erst in einem späteren � Zeitpunkt zeigen. Zink, Blei und Zinn. Auch in der Produktion oan Zink stehen die Vereinigten Staaten im Jahre 1920 mit 040 000 Tonnen— mehr als die Hälfte der Wcliproduktion— an leitender Stelle. Es wurden aber nur 27 000 Tonnen von den Vereinigten Staaten ausgeführt, während der Rest im Inland verbraucht wurde. Der europäische Zink- verbrauch stieg von 540 000 Tonnen im Jahre 1925 auf 050 000 Taimen 1920. Vor dem Kriege bestand in der Zinkproduktion eine im Jahre 1909 gegründete internationale Z i n k k o n v e n t i o n, die eine Produktion von 440 000 Tonnen.umioßt«. An deren Stelle wird jetzt die Schaffung eines internotionalen Zinkkar- t e l l s beabsichtigt, das zunächst eine Produktion von' 600 000 Tonnen ergreifen soll. Der größte europäische Zinkpradu.zent ist Belgien, 1926 mit 210 000 Tonnen, ihm folgen Polen mit 140 000, Frankreich mit 82 000, Deutschland mit 75 000, England mit 00 000 und Holland mit 27 000 Tonnen. Bei' den jüngst stattgssundcnen mehrfachen Kartellverhandlungen waren nur die. belgischen, frouzö- fischen, englischen und amerikanischen Interessenten vertreten, während sich die deutsche und die polnische Gruppe noch nicht de- teiligt hat. Dafür fanden Perhandlungen zwischen der deutschen Mansfeld-Giesche-Gruppe und der belgischen Lteille Moniagne statt, mit dem Ziel einer Vereinbarung über die Erweiterung der deulschen und die Einschränkung der belgischen Pro- duktion. Der amerikanische Anaoondo-Trust, der auch i» der Zinker- zeugung maßgebend beteiligt ist, unterstützt die KortLllbestrebungen. Das internationale Kartell soll aber hier im Gegensatz zum Kupser- tartell sofort als Mengcnkartell aufgezogen werden. Vor Ablauf dieses Jahres ist jedoch mit dem Zustandekommen des knternatio- nalen Kartells infolge mannigfaltiger Schwierigkeiten nicht zu rechnen.— Auch in der B l e i p r o d u k t i o n stehen die Vereinig- len Staaten mit fast der Hälfte der Weltproduktion an führender Stelle. Ihnen folgen Spanien, Australien, Kanada und Mexiko. Die Ueberproduktion und Ueberspekulation führten in der letzten Zeit auch beim Blei zu erheblichen Preisrückgängen. Ein inter- nationales Kartell für Blei ist noch nicht geplant, doch hat einer der größten Bleitnists der Welt, die dem Guggenheim-Konzern unterstehende American Smelüng und Resining Co., kürzlich eine Einschränkung der Produktion um 15 Proz. angekündigt.— Für Zinn war bisber eine internationale Regelung nicht nötig, weil der Bedarf an Zinn das Angebot in den letzten Jahren ständig überstieg. 80 Proz. der Zinnproduktjon wird im britischen Reich hergestellt, während in den Vereinigten Staaten keine Zinnpro- duktion von erheblichem Ilmsang besteht. Die Meltproduktion von Zinn stieg nur um 12,8 Proz., dafür haben die Vereinigten Staaten ihren Derbrauch seit dem Krieg um 02 Proz. erhöht. Trotz des Verbrauchsrückgongs au Zinn in England um 28 Paz., in Deutsch- lond um 45 Proz., reicht der amerikanische Mehrbedarf zur Auf- nähme der Weltproduktion aus. Der Schuh der Verbraucher. Obwohl die außerordentliche Ausdehnung der Produktions« mittelindustrie die Zlufnahme der stark erhöhten Metallproduktion ermöglicht«, so hat dennoch die gewaltige Steigerung der Metoll- Produktion für die meisten Metalle preissenkend gewirkt. Es ist wohl begreiflich, wenn Zusammenschlüsse der Produzenten die För- dcrung an den Bedarf anpassen möchten. Der einzige Zweck der von den internationalen Kartellen vorgenommenen Produklions- einfchränkung ist jedoch die Steigerung der Preise und damit die Erhöhung der Rente, welche die Eigentümer der Bergwerke genießen. Wie die Steigerung einer jeden Form der Bodenrente, soweit sie einfach durch Preiserhöhung erzielt wird, so muß auch diese zuletzt auf Kosten der Löhne erfolgen. Daher trifst diese Form der monopolistischen Ausbeutung die europäische Arbeiterschaft noch schwerer als die verarbeitende Industrie. Die wichtigste Auf. gab« einer internationalen Regelung der Rohst äff- Versorgung wäre daher die �Zcrhinderung der Ausbeutung seitens der Eigentümer der Metallbergwerke. Die i n t c r n a t i o- nalc Kartellkontrolle würde hier ein wichtiges Betäti- gungsfeld finden. Ä. H. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 30. März be- bercchncte Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts Hot mit 135,0 gegenüber der Vorwoche keine Aerände r u n g er- iahren. Von den Hauptgruppen haben die A g r a r stosfe gering- fügig auf 135,3 nach gegeben, während die industriellen Rohstoffe nntr Holbwnren leicht aus 130,6 angezogen haben. Die Index- ziiser der industriellen Fertigwaren war mit 142,3 unverändert. mm sasm — H- Steics Wachsen unserer Umsätze erfordert auch eine standige Vcrgrösserung unserer Verkaufsstellea. 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Cs ist keine Uebertreibung, allerdings sagt man damit auch nichts Neues, dah das vergangene Jahr insbesondere für die deutsche Äohlenwirtschaft ein Glanz- jähr allerer st er Ordnung war. Trotz der starken Depression, die in den ersten Monaten des r-xgangenen Jahres noch die ganz« deutsche Kohlenwirtschast be- herrschte, wurde eine Rekordförderung von 145,5 Mit- lionen Tonnen im deutschen Steinkohlenbergbau erzielt, die diejenige von 1915 um iß Millionen Tonnen oder um 3,3 Proz., diejenige von 1925 um rund 12,7 Millionen Tonnen oder 9,6 Proz. übertraf. Dabei«nrde die gewaltige Steigerung wesentlich in den letzten sechs Monaten des Jahres erzielt, nachdem die Wirkungen des englischen Bergarbeiterstreiks mit voller Kraft fühl- bar wurden. Die Dezemberförderung von 13,3 Millionen Tonnen überstieg um rund 2 Millionen Tonnen die Dezemberförderung von 1913, womit allerdinas die höchst- Förderung überhaupt erreicht worden ist. Am m o s s e n h o f t e st« n konzentrierte sich die Mehr- förderung naturgemötz im Ruhrgebie t. Dort wurde seit August vorigen Jahres die durchschnittliche Tagesförderung von 1913 sehr erheblich übertrosfen, im orbeitstäglichen Durchschnitt des Monats November sogar um 52 999 Tonnen. Wie swrk die Beleg- s ch o f t e n an dieser gewaltigen Steigerung der arbeitstäglichen Durchschnittsförderung beteiligt waren, zeigt die Feststellung, daß der Förderon teil je Mann und Schicht, bezogen auf die Kesamtgrubenbelegschast, gegenüber 1913 um rund 18 Proz., und nur aus die chouer bezogen, um nind 2 8,8 Proz. gestiegen ist. Bemerkenswerterweise zeigen die Koksherstellung und die Erzeugung von Sreinkohlenbriketts ein Zurückbleiben gegenüber dem letzten Friedensiahr auch im Glanzjahr 1926 noch von 17 Proz. Für den gesamten Jahresdurchschnitt ergibt sich daraus, daß die gute Kohlcnkonjunktur in der Hauptsache durch die gestiegenen Erporte gekennzeichnet war. Auch sämtliche übrigen Steinkohlen- r, v i« r e haben von dem Kötiergeschenk des englischen Streiks pro» titisrt. Am wenigsten Sachsen, dessen Förderung allein hinker dem letzten Friedensiahr zurückblieb, am st ä r k st e n West- oberschlesien sauch der Wegfall der polnischen Kohleneinsuhr!) und das Aachener Revier, die die Dorkriegsförderung um 57 bzw. 41 Proz. überschritten. Der schnelle Aufstieg der Braunkohle, der für die vergangenen Jahre zu verzeichnen war, wurde natur- gemäß im Jahr« 1926 vergleichsweise etwas gehemmt. Mit ihrer Jahresforderung von rund 139,9 Millionen Tonnen blieb sie um etwa 5� Millionen Tonnen hinter der Steinkohle zurück. Immer- hin konnte sie wie die Steinkohl« ihre beträchtlichen Brikettläger abstoßen, wobei wohl zum ersten Male die interessante Tatsache zu verzeichnen war, daß Braunkohle in stärkerem Maße zum Erportgut wurde. Wird die Bflaunkohle mit zwei Neuntel in Steinkohle u m- gerechnet, so betrug die gesamte deutsche sStein)tohlensördening rund 176,5 Millionen Tonnen oder 16,33 Millionen Tonnen mehr, als Deutschland in seinen jetzigen Grenzen obn« das Soorgebiet im Jahre 1913 erzeugte. Die verkauften Mengen erweitern sich demgegenüber natürlich noch um die großen Haldenbeständ« für Koblcn, Koks und Briketts, die bis zum Jahresschluß restlos ab- aescbt waren. Interessant ist, daß im Jahresdurchschnitt 1926 der inländische Derbrauch an Kohle um 16,25 Millionen Tonnen gegenüber dem von 1913 z u r ü ck blieb, daß aber der deutsche Monats verbrauch seit Oktober 1926 den durchschnitt- lichen Monaisverbrauch von 1913 erheblich überschritten hat. Dabei spielte natürlich die Aufzehrung der inneren deutschen Kohlenläger durch den Gewallexport und in den letzten Monaten die stark an- steigende Rohersen- und Stahlerzeugung eine entscheidend« Rolle. Die Selbstoerbrauchszisfern der Hütten des Ruhrsyndi- kats sind seit etwa August bis Dezember um rund 45 Proz. gestiegen. Die finanzielle Kohlenbilanz von 1926 wurde durch die starken Exporte bedeutend verbessert. Einer Kohlenaussuhr von 891,5 Millionen Mark stand eine Einfuhr von nur rund 84 Mil- lionen Mark gegenüber, so daß die K o h l e» b i l a n z geldmäßig mit rund 807 Millionen Mark aktiv war. Der Ausfall der englischen Konkurrenz und der englischen För- denmg wurde in der Sieinkohlenprodukiion der Welt nicht fühl- bar. Alle Steinkohlenländer ha�en natürlich wie Deutschlniid von diesem Ausfall stark prosiiieri. Jnsbesoirdcre hat sich der Anteil Amerikas an der Weltkohlensörderung stark gegen Europa verschoben, das im Jahr« 1926 nur mit etwa 39 Proz. an der Weltproduktion beteiligt war, gegenüber rund 52 Proz. bei den Bereinigten Staaten, während sich in den früheren Jahren die Anteile der beiden Kontinente etwa hälsiig verhielten, Relativ der g r ö ß i e Gewinnerwardaskleine Holland. dessen Förderung gegenüber 1925 um mehr als 2 Millionen auf 8,75 Millionen Tonnen anwuchs und damit das letzte Friedensjahr mit rund 7 Millionen Tonnen überholte. Auch der Bericht des Reichskohlenrates stellt die schnell« Wiedererholung Englands und das schnelle Wiedererstarken der englischen Konkurrenz fest. Wenn dabei für die wichtigsten Exportsohlen- gebiete Englands für den Februar 1927 gegenüber dem April l926 «ine Steigerung der kopfanteiligen Förderung von 17,7 Proz. festgestellt wird, so ist das außerordentlich beachtlich, Es macht begreiflich, daß trotz der unerhkrten zufälligen Stärkung, die die deuischa Kohlenwirischafi 1926 erfahren konnte, dos deutsche Kohlensyndikat gegenüber der englischen Konkurrenz nicht ganz sorg- los ist. Jedenfalls hat die deutsche Kohlenwirischafi jetzt die Auf- gab«, zu beweisen, daß si« das Geschenk des englischen Streits v e r- dient hat. Die Sitzung des Reichskohlenrates brachte sonst nicht viel Auf- regendes. Wichtig ist aber die Feststellung, daß der Versuch des Zentralverbandes der Kohlenhändler Deutschlands, die Konsumgenossenschaften von dem direkten Kohlen- bezug für die berühmten 13 Tonnen auszuschließen, wieder «rfolglos geblieben ist. Der jetzt zum drittenmal wieder- holte Antrag wurde diesmal allerdings äußerlich ein kleines bißchen milder abgelehnt durch den Beschluß, daß die 15.Ton»en-Lieferung dann kein Anspruch ist, wenn die Besteller sich für die Besorgung von Dritten Vorteile gewähren lassen. Das tfisfi ja be- kanuilich für die Konsumgenossenschoflen selbstverständlich nicht zu, der öerlkner �rbeitsmarkt weiter erleichtert. SZM Erwerbslose weniger. Die Woche zum 2. April hat eine weitere Besserung auf dem Berliner Arbeitsmarkt gebracht. Di« Erwerbslose nzahl ging um 8399 auf 242899 zurück. Am stärksten beteiligt war dabei wieder die größere Ztachfrag« aus der Landwirtschaft und aus den mit dem Bau- gewerb« verbundenen Kreisen. Die diesjährige Höchstziffer von 284 699 Erwerbslosen ist also setzt um rund 42 999 vermittbert. Hinter der vorjährigen Hoch st Ziffer von 279999 ist ein Rück- gang von noch nicht 37 999 zu oerzeichnen. Die erfreuliche Besserung der letzten Wochen bleibt gegenüber i>«r Gesamtarbeitslosigkeit also noch sehr gering. Bemerkenswert ist, daß die Metallindustrie weiter stark aufnahmefähig geblieben ist. Nachdem in der vorigen Wache ihr« Abrufe etwa 1999 Personen betrogen haben, haben sie sich in der letzten Woche noch auf 1299 Personen erhöht. Das Landesarbeitsarnt Berlin schreibt zur Lage: Die Besserung der VeschäftigungMerhällnisse Hot auch in der Berichtswoche angehalten. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit beläuft sich auf rund 8399 Personen, so daß die Zahl der bei den ArbeUsnochweisen Eingetragenen Zurzeit 242 827 beträgt. Darau» ergibt sich, daß seit dem höchsten Stande der Arbeits� l o s i g k e i t in diesem Jahre, seit Januar, die zahlenmäßige Eni- lastung des Arbeitsmarktcs rund 4l 899 beträgt, was einem Wochen- durchschnitt von 4299 gleichkommt. Die Gesamtzahl der Unter- stützungsempfänger bleibt Himer dieser Zlbnahme weit zurück, sie erreicht für die ganz« Zeit insgesamt nur 35 272. Reben einer weiteren starken Steigerung der Kräsieanforderungen für die Land- Wirtschaft und andere Außer, arbeiten hat sich die gunstig« Entwicklung des Arbeitsmarkies in der Metallindustrie fortgesetzt, die über- wiegend in dem erhöhten Bedarf an Facharbeitern in Erscheinung tritt. Anzeichen einer Belebung machen sich auch im Holz- und Schnitzstossgewerbe bemerkbar, jedoch mag sich hier die Jnangriif- nähme der Bautätigkeit auswirken, die allerdings noch immer weit hinter den gestellten Erwartungen zurückbleibt, Aufsallend ist der starke Bedarf an jugendlichen Kräften, an denen sich bereits ein Mangel bemerkbar macht, mährend die Unterbringung älterer Kräfte für ungelernte Arbeit noch immer rech: schwierig ist. Es waren 242 827 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen gegen 251 142 der Dorwoche. Darunter befanden sich 169 348(166 581) männliche und 82 479(84 261) weiblich- Personen, Erwerbslosenunter st ützung bezogen 96 575(192 318) männliche und 38 957(41 137) weibliche, insgesamt 135 532(143 455) Personen. Außerdem wurden noch 37 339(37 733) Personen durch die E r w e r b s l o s« n h i l s e der Stodtgemeinde Berlin und 31 519 (30 869) Personen durch die Krisenfürsorge unterstützt. Bei Rotstandsarbeiten wurden 8974(3892) Personen beschäftigt. Bergmann erhöht seine Dividende von 6 aus S Proz. Die Bergmann Elektrizitätswerke L,°G. fch'ägt ihrer Generalversammlung, nachdem sich der von ihr ausgewiesen« Reingewinn vbn 2,69 auf 3,16 Millionen gesteigert hat, eine Erhöhung der Dividend« von 6 auf 8 Proz. vor. Auch die Bergmann-Elek- trizitätewerke schwenken damit in die allgemeine Dividenden- erhöhung der Berliner Elettrizitätskonzerne ein. Das Geschäft bei Bergmann hat seit Mitte 1926 einen großen Au s sch w u n g genommen und verspricht für 1927 eine weitere erhebliche Aus- dehnung. Um ihr finanziell gewachsen zu sein, wird vorgeschlagen, daß das Aktienkavital um ein volles Drittel von 33 aus 44 Millionen Mark erhöht werden soll. TNasienkaufkrast und Fahrradindustrie. Räch den Mitteilungen des Vereins Deutscher Fahrradindustrieller hat die Lesicrung in der Fahrradindustr!« im März zwar angehalten und vielfach weiter« Fortschritte gemacht. Bei fast allen Firmen wird die Beschäftigung als gut bezeichnet. Jedoch werden die Zukunstsaussichten im allge- meinen nicht allzu günstig beurteilt, weil die gering« Saus- krasi der breiten Masse, insbesondere der Arbeiterschaft, den inländischen Fahrrodabsatz außerordentlich einengt und bei der herrschenden starten Arbeitslosigkeit mit einer durchgreifenden Besserung vorläufig noch nicht zu rechnen sei. Luch dieser Bericht aus der Fahrradindustri« zeigt, wie stark von der Fertigindustrt« die Steigerung der Kaufkraft der breiten Massen als die entscheidende Voraussetzung für«in« endgülttge Besserung der Konjunktur betrachtet wird. Die Rationale Automobilgesellschaf». die bekanntlich dem AEG,- Konzern nahesteht und vor einigen Monaten die?lutom0bilpraduk- tion von Siemens übernommen hat, wird für 1926 die Vorjahrs- dividende nicht erhöhen, sondern wieder 6 Proz. verteilen. Zusammenarbeit deutscher und österreichische? Gaswerke. Zwischen der Wtttschastlichen Vereinigung Deutscher Gaswerke, Gaskots- syndikat 21.-©., Berlin, und den Städtischen Gaswerken in Wien wurde ein Abkommmen getroffen, das die deutschen und öfter- reichischen Gaswerke enger zusammenschließt und für den Gas- k o k s a b sa tz jeden unwirtschaftlichen Wettbewerb ousschastet. Für Italien, die Schweiz, Tirol und Vorarlberg wird die neugegrünoete Gaskokshandelsgesellschaft in Wien den gemeinsamen Vertrieb des deutschen und österreichischen Gaskokses übernehmen. «MWttMseViwKe Tournay.Vclouc.Tcppfcfce, PeT5tt"— n™ «». zsax 1 7A 870 Ii?'- -'S- IIS.- iJe/iensiver/e Gardinen- Aussiel/ungi Prima WolUPerscr-Teppichc, Diwandecken Tischdecken Gardinen "•fSo* 119.— 91.-"■ ans� 59.— 29.— Milk« Slembut, K«Hir«rt«�25,_<775 HatbVBrI)««g...... 140fao ein «o 805 28a 1.W:«n �................... 12 Mark« Stambut... 150,1 ISO cm 7 Etamm mit Rl«elnsälz«n und.7j r\-fjs«125 Kebtsaum................... 4 liorkfl am, b 160'9,JU 60.- Marke Voru-erW.. lOD/200 cm 1)4.-»luater und Formen......... 37 Dielen, Büro«, e».M5X«1A_ eaSMx«Oft ea.ao!)X ÖO_ etlKOX ftö'«»>-«. ZMx 11» Z0»X 1X58 SOXiaSO Diwan- Rackwlnde, pan. Marke 115S Marke« 173 V.atke 175 Hotel« verwendb. 520 1 � 520 IVO. 420 370"2?» Teppiche 400—" 360 �*4 geo lO ru obigen Dlwar.dcdten Vorwctk�d Hnatol*" Stambulw S75 es R'.paka. 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Kinder-Weslea'«5," 3.- Slrlltloesten Ä"6 4.- Zerseys I.50 Zum Schulanfang eu> Sbcbiol» ttr>int¥r a blauem Melle»-heb, 01, l/ltJUUS �lermeifildcrei ien.vluol.C 91 f.6-)ilOri;e.ll- 13.50 12.— la- 0, Vria.Kie!er-Anzua fle/f. m l titrjet ober longer IJofe, lenock OuoTliai. lür c-lähtlge 1 24.- 17.50. 14.50 12.—.St.— SÖ»ttlfln3B(t»Ätfi3r tranigen StoZe». 19.50. 18,—. 10, Sporlanziiae* fchmockb. berorb.ZZ...3a..27. 24.-. 41.— Snabenulslet cÄr. i7 Cluolliatcn. 21.- 13.- 15- lt.— Knabeu-eadeuvelerinenk- Imbrajnlcrt....... bon D. or Kuabeu-Schultzosen?.»bog3..� Fflr Regentage herreu TummimSulei «Sber. S-bfitool, loonegol Je noa cuomai u. sin in SO.— 24—<1.— 18.— ISit 1U.— Samen- GummimLniel oua NBber, Sobtrtoai unb onb. Stoff., moO.qcmufl, K n.Ouol. u.ain 1/1 90 50.-. 1JL-, 50.» 24.-, 21... 17,50 1*. CoDenmaalßi:Dam'n Imbr. ,2.— äs... sj windjalteu 6.75. fdc«nahen...... Knaben-Sadenmönlel unb Herren 4 6 24... 21.» lö.— S.« 13.; Moiarradsahr- Anzüge ,7 au« imbräzn. Aeltbahnfiaffen.Li' 90 au« imbrann. Sirlttilobrn bar Id. an sc# 1 nur* C/iaUJSeef/'n 29-30 Untergrundbahn Stethoer BahnhoF. Obe�e�.- 700 s 50 11«�® 180 -,■?> -- � �__ 8° -Iw>w�5 3W ...... �Ste«-*U-, t- Otvi Soal det»rb e �tuWa�-�tt l»t no nt, soflact�» -üot«1®., 1 �.tonu.�0* VOtl fftO»« 1 1 � rürfeW. tr V GtvU"-r Leihen' DER ARBEITER, ANGESTELLTEN und BEAMTEN, A-6 BERLIN S 14 WALLSTRASSE 65 POSTSCHECK-KONTO; BERLIN 3898 FILIALEN: BREMEN, BRESLAU, DRESDEN, FRANKFURT A.M.. HAMBURG AUSFÜHRUNG ALLER BANKMASSIGEN GESCHÄFTE SPAREINLAGEN ZU GÜNSTIGSTEN BEDINGUNGEN BANK-KASSENSTUNOEN VON S BIS S UHR SPARKASSE AUSSERDEM VON 4 BIS 8 UHR SONNABENDS VON 9 BIS 1 UHR Beftfedem Bits»rstir Hand, PI» ar »U Pf.. Bkschl. w PI,*upt 1 76. Halddaun» 2.75, 4. ttcit ginumrunl 4. best» i, Daun« 7.«tifc 8-10, Schleißdaun» SJO— B, Ot)»tb»tt la dich,. Inletl 8 Pfd 12. 18,«Ilsen S PI». 3 30, 5.30 mi tu, pegen Rachn. Muft»r-Pr«i»l. fr,L kein Rift!» Nichwall-nd«nli«. 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Die Tarifparteien der deutschen Seeschisswersten haben sich, nachdem das Reichsarbeitsministerium den Antrag der Unternch- mer auf Lerbindlichteitserklärung des Hamburger Schiedsspruchs abgelehnt hatte, dieser Tage nochmals zu srelen Verbandlungen zusammengesunden. Dabei wurde solgendes vorläufige Er- gebni» erzielt: Außer den im Schiedsspruch vorgesehenen Lohn- «rhöhungen soll vom 1. Oktober ab eine Verkürzung der Arbeltszeit und im Zusammenhang damit ein Aus- gleich für den durch die Arbeitszeitverkürzung entstehenden Lohn. eussall tern stens Dlenstcg, den 5. Apr Parteien gegenseitig verpfllchtel haben, am Mittwoch, dem 6. April, zu erklären, ob da» Ergebnis der Verhandlungen angenommen wird._ Die Textilarbeiter wehren sich. Der Kampf gegen den Lohnabbau. In der sächsischen TextUIndustrie ist durch die sich häufenden Tarisbrüch, der Unternehmer neue Deunruhigung«nt- standen. Den legten Lohnschiedsspruch, der eine 7�iprozentige Lohn- eihöhung vorsah, glaubten viele Unternehmer dadurch umgehen zu können, daß sie zwar zunächst die Ihi Proz. zulegten, dann aber die Stücklöhne«rhebltch verringerten. So ent> standen Lohntürzungen bis zu 30 Proz. und mehr! Lei der Firma E.<£. Förster In Neusalza- S v rem. eine solch« Lohnkürzung mit dem Streik amps wurde die Lohn- b e r g haben die Arbeiter eine solch« deantwortet. Durch zweiwöchigen kürzung verhindert, von den Arbeitern der Flachsspinnerei in H t r s ch f» i d« befinden sich noch 600 im Ausstand. Hier sollten die Feinspinnereien durch Uebernahme von Mehrarbeit die Lohnerhöhung ausgleichen. Die Firma wollte ober auch noch eine Lohnkürzung durchführen. Die Arbeiterinnen lehnten die Mehr- arbeit ab: denn sie hätte zur Folge gehobt, daß acht Kolleginnen entlassen worden wären. Die Feinspinnerinnen kündigten schließlich und darauf stellte die Finna der übrigen Arbeiterschaft die Kündi- gung zu. Eingeleitete Einigungsverhondlungen sind gescheitert: der Kamps geht weiter. Di« Firma Thomas in Wilthen— ein« Scheuertuch- und Deckenwcberci— versuchte ebenfalls die Löhne zu kürzen. Durch Streik wurde di« Lohnoerminderung verhindert. Diese Beispiele bieten nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Voroshcn der Unternehmer, bei denen Treu und Glauben keine Gültigkeit mehr haben. Die Textilarbeiterfchast setzt sich ober mit Entschiedenheit zur Wehr._ Setriebsratswahl km S'emens-Konzern. Die überragende Stellung der freien Gewerkschaften. Im Siemens- Schuckert-Kabelwert erhiellen die freigewerkfchastlichen Arbeiter bei der Betriebsrats- wohl(die Zablen des Vorjabres find eingeklammert) 2 3 90(2167) Stimmen, die Gelben 611(3�6). Die Mandate im Betriebsrat verieilen sich wie folgt' Freie Gewerkschallen 12(11), und Ergän- zungsmiiglieder 2(2), Gelbe 2(1) und Ergänzungsmitglieder 1(1). Bei den Angestellten fand keine Wahl statt, da nur eine Liste eingereicht war. In der Siemens u. H a l s k r A.- G. Wernerwerk erhielten bei den Arbeltern die freien Gewerkschaften 7908(8911), die Gelben 870<1026), die Weyer. Union 1708(2973) Stimmen. Die Mandat« verteilen sich: Freie Ge- werkschast 18(17) Vetriebsratsmitglieder und 5(4) Ergänzungsmitglieder, die Gelben 2(2) Vetriebsratsmitglieder und 0(0) Er- gänzungsmitalieder, die W e y e r- U n i v n 3(5) Vetriebsratsmitglieder und 1(2) Ergänzungsmitglieder. Bei den Angestellten erbielt die List« der A s A 1 6 Z 3 Stimmen, die Liste des GdA. 475 Stimmen und die Liste des Gsdag 630 Stimmen. Die Manda.e verteilen iich wie folgt: Im Betriebsrot: freie Gewerkschaften 5(51 und 6(10) Ergänzungsmitglieder, GdA. 1(hatte im vorigen Jahr nicht kandidiert) und 2 Ergänzungsmitglieder, der Gedag 1(1) und 3(4) Ergänzungsmitglieder. Im Kabelwerk zeigt dos Ergebnis der Wahl mit oller Deutlichkeit, daß die Gelben nicht das erreichten, was sie vorher großspurig verkündet haben. Sie hatten nämlich behauptet, in diesem Jahre infolge der Masfeneinstellung von Stahl- helmleuten, Werwölfen und Hotenkreuzlern den Betriebsrat mit Mehrheit besetzen zu können. Das Wahlergebnis zeigt, daß die Weyer-Unfon in Berlin kein« Daseinsberechtigung hat, da sie mit ihren 1200 Mitgliedern nicht in der Lage ist, irgendwelchen Einfluß aus die Unternehmer aus- zuüben. Bedauerlicherweise haben sich im Wernerwert noch einige Kollegen gesunden, die den Weyer-Leuten nachlaufen. Hoffentlich werden die Kollegen des D q n a m o w« r k s, die am 5. April zur Wahl schreiten, daraus die Lehre zfehen. Schiedsspruch für das versicherungsgewerbe. Eine Empfehlung dcs Schlichters. Vom Zentralverband der Zlngestelllen wird uns geschrieben: Die Schlichtungsverhandlungen wurden am 2. April zu End« geführt. Der Schlichter gab folgende Empfehlung ob: 1. den Mitglieds- gefellfchaften des Arbcitgeberverbandes deutscher Dersichcrungsunter- nehmungen soll empfohlen werden, dah sie am 15. Dezember 1927 «in halbes Monatsgehalt als Sonderzulage ge- während. 2. daß unverzüglich Verhandlungen sämtlicher am Reichs- tarifvertrag 1926 beteiligt gewesenen Parteien ausgenommen werden. mit dem Zwecke, diesen Reichstarifvertrag in verschiedenen Punkten zugunsten der Angestellten zu ändern, insbesondere die Bezüge der Lehrlinge und Jugendlichen gegenüber der Vereinbarung des Allgemeinen Verbandes der Der- sicherungsangestellten vom 9. März 1927 zu erhöhen. Schließlich wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach die Vereinbarung vom 9. März zum Reichstarifvertrag für alle Angestelltcnverbänd« erhoben wird. Der Arbeltgeberverband erklärte zu Protokoll, sür den Fall einer anderweitigen gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit und des Kündigungsschutzes bereit zu sein, unverzüglich Verhandlungen mit den am Tarifverträge beteiligten Angestelltenverbänden über eine Aenderung der in Betracht kommenden Tanfvertragsbestimmungen aufzunehmen. Anmerkung der Redaktion: Die Empfehlung des Schlichters beweist, daß der ADV. die Interessen der Versicherungsangestellte» vernachlässigt hat, nur um den aussichtslosen Versuch zu machen, die Tarifgewertschosten zu verdrängen. Dle Kpv. braucht Selb. Sie sucht sich es durch Betrug zu verfchafsen. In den Betrieben von Berlin— und vielleicht auch im Reiche— zirkulieren gegenwärtig Sammellisten, die die Ucber» schrist tragen:.Für di« Elnheitssront!� Die Arbeiter werden da ausgesordert, angeblich sür den Sozialiemus, gegen den Mietwucher, für Achtstundentag und ähnlich« Programmpunkte zu einem angeblichen„Kampffonds des Reichsausschusses der Wert- tätigen' Geld herzugeben. Unterzeichnet ist dicse Liste von Heckert, KPD. Ledebour und einem sicheren Ferdinand Schreck, der als Mitglied der SPD. figuriert, in Wahrheit aber Mitglied der KPD. ist und au, der SPD. vor drei Monaten wegen seiner kommunistischen Umtriebe ausgeschlossen wurde. Es braucht eigentlich nicht weiter betont zu werden, daß es sich hier um eine Sammlung für dt« KPD. handelt. Da di« Drahtzieher der KPD. aber genau wissen, daß die Arbeiterschaft sich der KPD. gegenüber sehr zuaeknöpst verhalten würde, wird ihnen vorgeschwindelt, daß das Geld in eine gemeinsame Kasse fließen soll, die verwaltcl wird von Delegierten der KPD., der SPD. und des problematischen Sozialistischen Bund. Wir stellen sest, daß es sich hier um einen Betrugsver- s u ch handelt. Weder die Sozialdemokratisch« Partei noch irgend- eines feiner Mitglieder hat mit diesen Sammlungen auch nur das geringste zu tun. Dies« Listen sind unbedingt zurückzuweisen! Tagung des englischen Bergarbeiterverbandes. London, 1. April.(WTD.) Der Vollzugsausschuß des britischen Bcrgarbeiteroeibandes wird nächsten Donnerstag in London eine SitzuiiA abhalten, in der u. a.«in Bericht über die kürzlich abgehaltene Sitzung des Vollzugsausschusses der Berg. arbeit erinternatronale unter besonderer Bezugnahme auf die Stellung des Sekretärs der Internationale, H o d g c s. und die Forderung des britischen Bergarbeiteroerbandes nach seinem Rücktritt von seinem Posten entgegengenommen werden wird. Wie verlautet, ersuchte der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter. internationale den britischen Bergarbeiteroerband, zu erklären, ob er die von dem britischen Verdondssekrelär Cook gegen die Bergarbeiterinternationale unternommenen Angriis« billige. Wahr- Icheinlich wird die Lage der Bcrgarbeitei internationale und die Halmna des britischen Verbandes gegen Cook von dem Dollzugs- ausschuß erörtert werden. Der Vollzugsausschuß wird auch einen Bericht der Vcrgarbeltersührer Smith und Cook entgegennehmen, der sich aus die geheime, mit Vertretern des russischen Bergarbeiterver- bandes in Berlin abgehaltene Konferenz bezieht. Dem Bergorbeiierverband werden Vorschläge unterbreitet werden, die eine enger« Zusammenarbeit eines engliich-russischen Verq- arbeiterausschusses zum Ziele haben. Kaufmännische Lehrstellen durch den ZdA.. Durch die Stellenvermittlung des Z e n t r a l v e r b a n d e s der A n g e st e l l t e n ist eine größere Anzabl kaufmännischer Lehr- stellen sür Jungen und Mädchen, die die Schule verlassen haben, zu besetzen. Interessierte Eltern, di« ihr« Kinder«inen tauf« männischcn Berus erlernen lassen wollen, werden gebeten. sich In der Ortsgeschästsstcll« Berlin des ZdA., Belle-Alliance- Straße 7/10, III, zu melden. Di- Bewerber wollen mitbringen: das Schulenllassungszeugnis sowie Aufsatz- und Rechenhefte und Zeichnungen. Die Berussberatung findet statt on jedem Werktag« von 10 bis 3 Uhr. Sonnabends von 10 bis 1 Uhr, außerdem Mon- tags und Freitags von 6 bis 7 Uhr nachmittag?. Mitglieder der Gessllenausschüsse der Znmmgea und der Hand- werkskammerl Di« Iugendzcntrale des Ortsausschusses Berlin des ADGB. beruft für die freigewerkschastlich organisierten Gescllen- ausschußmitglieder zu morgen, Montag, pünktlich, abends 7� Uhr, im Saal 5 des Gewerkschaftshauscs, Engeluser$4/26, eine Zusammenkunst ein. Tagesordnung:„Das Arbelfsge- ri cht sg e setz'.(Unter Berücksichtigung der Arbeit der Lehrlingskammer.) Referent: Kollege Clemens N ö r p e l vom ADGÄ. Di« Tagesordnung ist wichtig und erfordert vollzähliges und bestimmtes Erscheinen aller Kollegen. Leibondsmitgliedsbuch und die von der Organisation besonders zugestellte Einladung legitimieren. Verband der Gemeinde- und Skaalsarbeiter. lchtincn unbtSingtt Pflicht. Nchtung,«. Boten«, Ttmpcrhof! TOentoo noi gupp, Fritdr-ch.WiII>tIm., Eckt Mottk-firosi» mlunz der EPD.-ScnosftnI Ztdcr nuife«sc von (nntmiuns nochmittog 5 Ubr Im Cofol »fit, wichtige Fraktion«»«. etfchclncn. chtt FtattionooststcmS. Achtung, SPD.-Schrhmnchet! Montag nachmittag s Uhr!m Lokal Zatokt, fflcbetftt. 40, wichtig« Scijammlung affft Poctcifltnoffrn. yinpathlsü rcichtn 9cf IfitcrnSt fiinntn durch"OenoiTcn tlnotfUbtt»rtbtn. Zahl- tztfuch frroartft__ Ott Ftaktlonovatpanb. »na, Pilh- twm e Ichtn Btfuch ttwarttt______________. Achtung, Pitt)- und Schlachthof! Montag nachmittag 4 Uhr im Lokal von Otto, Siigatr Etr. BS, Fraktionsvttfammlung ollt: EPD.-Gtnoiftn. Taa Erfcheinen aller Parttlgtnofstn ist dtingtn» Pflicht. Der Ftaktioarootstand. Sao» un» Wostttbtonchti Matarn, Wontag, 7 Uhr, in Däktto Festfitltn. Bttlin, ZStdttftt. 17 fgrofitt Enal), allgemeine Funktionätottfammluitg. Pt- eicht Uder Mgntel» und Lohntarif. Erscheinen einea feden Funkt.»»«» ist Pflicht. Di« Obleute der Deteiede treffen sich um d Ul>r im kleinen Enal. zimmerte! Morgen, Montag, 7 Uhr, im Dreadener«astno, Dresdener ....---- � �......... Strafie HS, tzahlstellenverfammlung. All« Delegierten, d!»»ue leglen Fahl. stcll.'nversammlllng delegiert waren, haben zu erscheinen. Di« Tagesordnung ist aufieeit wichtig: es wird Berich! erstattet«IN den Lohnoerhandlungen und»0M Berdandslng. Zentraweeband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Frei« weweeklchofisjngend. Beule, Eonnlag. fslgende Veranstaltungen! vsttreisi 7 Uhr Gruppendeiin Jugendheim Pnrtmi» 10,„Aprilscherze". Bslt»- tlim'.ich« Preis«.— Südkni»! 7 Uhr Truppenheim Jugendheim d«» tiimUch« Preis«.— Südtnl»: 7 Uhr Truppenheim Jugendheim des Deutschen Bertchrsdiinde«, Enarlilf« M— 25, Ausgang B, pari.,„April-April". Tinlritlskarlen«n der Abendtnss».~ N»«t» Obetjpt««: Truppenhcim Baum. schulenweg, Ernststr. IS, Echulentlassnngoseier.— Spondoni 7 Uhr Zusammenkunft Im Jugendheim Lindenufer 1.— Morgen, Montag, punktlich 7 Uhr, im Arbeilslosensaal deo Deutschen Metallarbeiteroerbandes, Lintenstr. dz— 05. gusommenkunsr aller Hohensteinfahrer. Eintritt gegen Einladungskart« und verband»buch. Iageadgeapp« des ZdA. Morgen, Montag, 714 Uhr: SSdost-Terptowt nolg�feh" jenige Gesetz, das den Gang des Prozesses regelt. Das Sprichwort bedeutet im Prozeß, daß es hier nicht auf einseitige Behauptungen eines Teiles, des Klägers oder des Beklagten, ankommt, sondern daß im Regelfalle beide Parteien darüber zu hören sind, und zwar in der Regel auch mündlich vor Gericht, was sie zu sagen haben. Mit dem Recht, gehört zu werden, ist jedoch zugleich die Pflicht verbunden, sich hören zu lassen, und zwar in der Regel auch durch persönliches Erscheinen vor dem Gericht bzw. durch einen Vertreter. Diese„Erscheinungspflicht" wird noch immer übersehen, so daß den Parteien unnötige Kosten, Schwierigkeiten, Aergcr usw. entstehen. Tut er es nicht oder schickt er keinen Vertreter, so wird das, was der Kläger vorträgt, als wahr unterstellt, und es ergeht gegen den Beklagten in der Regel Versäumnisurteil. Erscheint der Kläger nicht, sondern nur der Beklagte, so ergeht gegen den Kläger dies Versäumnisurteil, d. h. seine Klage wird abgewiesen. Ans einem Dcrsäumnisurteil entstehen aber, wie schon angedeutet, aus jeden Fall Unkosten. Schwierigkeiten und Aeraer. Die Partei kann zwar gegen das ergangene Dersäumnisurteil Einspruch einlegen, wodurch ohne weiteres der frühere Rechtszusiand wiederhergestellt wird, muß aber auf jede» Fall die Kosten der Versäumnis tragen» auch wenn sie im weiteren Verfahren obsiegt. Und ist das Dcriäuni- nisurteil für vorläufig vollstreckbar erklärt worden, so muß die verurteilte Parte! zur Abwendung der Zwangsvollstreckung ent- weder eine bestimmte Summe hinterlegen oder durch einen neuen Antrag dafür sorgen, daß die Zwongsvollstreckungsmaßnahmen vor- läufig eingestellt werden Wer daher verklagt ist. hat nicht nur das Recht, gehört zu werden, sondern muß sich, wie wiederholt wird. hören loslcn. Es genügt nicht, an das Gericht zu schreiben:„3ch kenne den Kläger gor nicht, also brauche ich auch nicht zu bezahlen oder„Das Geld hat de» Kläger schon längst wieder zurück, was will er noch mehr" oder„3ch bin gar nicht der Beklagte Ernst Müller, sondern ich bin sein Bruder" usw., Briese, wie sie täglich zu den Gerichtsakten eingehen. Das Gericht hat in der Regel solche Briese nicht zu berücksichtigen, sondern es erläßt gegen den Richterschienenen Bersäunmisurfeil. Gerode, weil man ja von vornherein der Klage nicht ansehen kann, ob sie zu Recht oder Unrecht erhoben ist, muß diese Prüfung in mündlicher Verhandlung geschehen, und dies ist nur möglich, wenn die Parteien zum Erscheinen verpflichtet sind oder wenn— gewissermaßen als Strafe für Nichterscheinen—«in Der- söiimnisurteil gegen sie ergeht.„Eines Mannes Rede ist keine Rede", will aber der zweite Mann nicht reden, macht er von der ihm hierzu gegebenen Gelegenheit keinen Gebrauch, so kann und braucht er nicht gehört zu werden. Immerhin Hot er, wenn er etwa aus Räch- lässigkeit, Rcchtsunkenntnis usw. den ersten Termin nicht wahr- genommen hat, die Möglichkeit des Einspruchs, der in Land- gerichtslochen hinnen zwei Wochen, in Amtsgcrichtssachen binnen einer Woche eingelegt werden muß. Zlbcr hier droht eine neue Ge- fahr. Erscheint die Partei, die gegen das Vcrsäumnisurtcil Einspruch eingelegt hat, im neuen Termin nicht, und wird der Einspruch wieder durch Vcrsäumnisurtell verworsen, so ist in der Regel das Urteil rechtskräftig. Auch dies ist eine notwendig« Dorschriit. weil durch dauernden Einspruch der Beklagte leicht die Möglichkeit der Der- schlcppung hält«.„Eines Mannes Rede ist keine Rede"— will Müller, der beim Landgericht auf Rückzahlung eines Darlehens von (ilK) M. verklagt ist, sich hören lassen und erscheint er nun vor dem Landgericht in der Terminsstunde zugleich mit dem Anwalt des Klägers, so merkt er zu seinem Leidwesen, daß er an dieser Stelle nicht gehört wird. Beim Landgericht nämlich wird die Partei nur dann gehört, wenn sie durch einen Anwalt vertreten ist. Beim Landgericht gilt Anwaltszwang, und das Sprichwort wandelt sich so um:„Eines Anwalts Rede ist gegenüber dem nicht durch einen Anwalt vertretenen Beklagten eine Rede", chier ergeht also gegen Müller, obwohl er anwesend Ist, ebenso Versäumnisurtcil, als wenn er nicht erschienen wäre Den Einspruch gegen dieses Versäumnis- urteil muß er lelbstoerftändlich durch einen Anwalt einlege» lassen. Diese zwei grundlegenden Vorschristcn der Zivilprozeßordnung, die Erschein ungspflicht überhaupt, und die Notwendigkeit, im Landgerichtsprozeß durch einen Anwalt vertreten zu sein, lernen wir bei Betrachtung unseres Sprichwortes„Eines Mannes Rede ist keine Rede". Dr. Albert Baer, Rechtsanwalt. sin fttfenet Kcbuctsiaa. Am 3. April begeh! Herr Clemens Äig» lehr im Huufe Guiton Cords, der erst vor zwei Monaten sein äuiähriueo DiensfiubilSum feiern tonnte, bos tzcsf seines uditxigftr» Geburfsfuges. Der ulibeliebte Iubtlcr siillf noch Heu» mit beneibenswerfer Rcifdl« und Rüstigkeit seinen Posten als Empfongschcf in der neuen Corbo»Cckc am Jturfiirsten. dumm 2Ud-2!!8, uno. Tie Zirma Teppich, Buefch, Berlin 0 2, Spanbauer Sit. 32. veranstaltet dis Ostern einen Verkauf mit enurn: billigen Preisen. Die angebotenen Artikel sind für jeden Infezegcnfen von großer Ledcufung, ba in mancher HüusIIch. keif eine Srgiiniung in Teppichen, Gardinen nnd Mbbeistossen von Wichiigfett ist. Das heutige Inserat der Zirma TeppiSi-Vursch zählt in üdersichflichcr Form diese besonders günst-aen Artikel auf. Wer feinen Osterdcdarf an Afeidung, Wafste u!m. diNig und gut kaufen min, der besuche eins der vier Geschäftshäuser der Firma Äerfbeim, in denen diese Wache em groher sZrUhjahrsvcrkaus zu auherordrnffich billigen Preisen stoiifinbei. Die Angebote in Damen., Herren, und ltinbrrlvnsekilon somie Wasche, Eirurnps. und Cchuhmaren sind bervorragend in Qualität und Preis- milrdigfcit. 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Zehn Meter Gras. Von Wolther Gösch. Dir haben seht einen grünen Platz in unserer Stadt. Ungefähr zehn Meter Gras, einige Bäume— Dana kommt schon wieder die grotze Fabrik. wean's Mittag pfeift, laufen wir alle die Strohe hinunter, Hin zu dem Streifen Paradies Und stellen uns wie befreit in die Sonne. Das Blut trommelt dann schneller den Körper hinauf. Preßt sich gegen die Schläfen. Ausrücken möchte das Herz, doch die Füße lragen's nicht fort. wir müssen hierbleiben, damit die Maschinen gehen. Ja. wir wollen es auch! Tcur breiter das Band des Frühlings vor unseren Augen. Nur mehr Licht in den Fabriken Und weniger saures Brot. Zehntausend Liter Luft. Raum zur Bewegung. Da ist's, was wir uns schaffen wüsten i Die letzte Sekunde. Novelle von Wilhelm Schusse». Er litt an einer schmerzhaften Ohrenentzündung. Manchmal ging alles mit ihm im Ring herum. Er fiel dann wie ein Bettun- kener zu Boden und erbrach sich genau wie ein solcher. Der Arzt aber gab die Hoffnung trotz allem nicht auf. Die Aerzte machen einem immer wieder Mut. Das ist ihr Haupttunststück, das in jedem Falle Geld wert ist. Wenn seine Frau Hilde noch gelebt hätte, wäre er wenigstens ordentlich gepflegt gewesen. Nun, er konnte sich ja auch wieder verheiraten, er hatte dos Geld dazu, er hatte die Möbel. Freilich konnte er kein« Frau mehr finden wie die verblichene, die mit ihm jung gewesen und mit ihm alt und lebenssatt geworden war. Er konnte namentlich auch nicht mit einer Ohrenentzündung heiraten, jedenfalls heute abend nicht mehr. Er hätte eben noch ein« Zeitlang im Spital bleiben sollen,«r war tatsächlich viel zu früh dort wegge- gangen. Jedenfalls aber hätte er sich mit der Schneiderfrau Wöllhof, die ihm den Haushalt notdürftig besorgte, durch Nachttelephonanschluß verbinden lassen sollen. Aber wozu auch? Wenn er endlich sterben konnte, war sie khm doch nur im Wege, genau wie die Pflege im Spital und der Arzt mit seinen Apparaten, die nur ihm selber nützten und den Kranken wehtaten. Er tastete nach dem geladenen Revolver auf dem Nachttischchen und überzeugte sich, daß er noch dort lag. In einer Sekunde war olles geschehen. Ein« einzige Sekundenkraft genügte, um alles Schicksal wegzublasen, alle diese sinnlosen Schmerzen, das äußere und dos innere Ohr selber, samt Labyrinth und Hammer und Amboß und Steigbügel, genügte, das Spital und dos Heimweh nach der Toten wegzublasen, ebenso die Sorge um Geld und Haus und Garten. Denn eigentlich war es ja durchaus gleichgültig, wer nachher seinen Besitz antrat. Sein« Verwandten hatten in früheren Jahren, als er noch unvermögend war, sich nie viel um ihn ge- kümmert. Ein Bruder seiner Frau lebte in Amerika. Bis die Erb- schaft die Reis« über den Ozean hinter sich hatte, war soundso viel zu Wasser geworden. War nicht eben die Tür unten im Flur gegangen? Oder war es der Wind, der heute so frühlingswild vor den Fenstern raffelt«? Oder war es fein inneres Ohr, das Labyrinth, der 5)ammer, der Amboß, der Steigbügel? Er hatte den Riegel an der Flurtüre vor» zuschieben vergessen. Er wollte das Licht andrehen, ober seine Hand blieb starr im Dunkel hängen. Denn die Treppe herauf schlichen nun taffächlich Tritte. In der Korridortür begann ein Bohren und Stochern und schon gab sie leise knirschend nach. Es war also offen- bar«in Dieb im Hause. Oder war es immer noch das innere Ohr? Er legte sich zurück, schloß die Augen und hielt den Atem an. Er beobachtete sich. Aber da machte er plötzlich, obwohl er die Augen immer noch krampfhaft geschloffen hatte, die Wahrnehmung, daß nun Licht im Zimmer war. Er überlegte mit äußerster Willens- anspannung eine Weile den ganzen Sachverhalt. Er war also im Bett, auf dem Nachttisch lag sein geladener Revolver. Er war allein. Er hatte«ine Ohrenentzündung. Aber ein einziger Druck genügte, um das alles auf ewig wegzublasen. Als er endlich mit einem letzten Entschluß die Augen öffnete, stand ein ihm ganz unbekannter Mensch vor ihm, ein eckiger, breiter Kerl mit rotbrauner Mütze, breitem bräunlichen Gesicht, vorspringen- den derben Backenknochen und langgezogenem, hellblonden Schnurr- bort. Aber nun mußte«r nach innen hinein geradezu lächeln. Denn der Kerl hatte taffächlich bereits den Revolver vom Nachttisch in der Hand und hiett ihn schußbereit auf sein Opfer zu. „Also, so sieht einer aus, der den Mut dazu hat", sagte Bletzinger endlich. „Wo ist das Geld?" versetzt« der breite, eckige Kerl ohne Um- schweife.. „Das Geld?" Bletzinger löchelle verächtlich. .Keine Umstände! Wo ist es? oder ich drücke los!" „Don mir aus kannst du losdrücken", erklärte Bletzinger sofort. Er neigte sich auf die Seite und fügte hinzu:„In dieses Ohr womöglich durchs Gehirn... ober schließlich auch durch die Brust, ganz wie du willst." „Wo ist das Geld?" „Auch das sage ich dir noch, wenn du ein wenig Gedold hast. Wenn du ober keine Gedold hast, dann drücke, wie gesagt los, in Gottes Namen oder in drei Teufels Namen, das ist deine ganze Sache, aber das Geld findest du dann in alle Ewigkett nicht, denn das Hab ich meinem Vetter In Amerika zuliebe dermaßen raffiniert versteckt, daß all« Schatzgräber der Welt es nicht fänden." „Raus damit! Wo ist das Geld?" „Ich will dir etwas sagen. Ich Hab mich soeben ums Leben bringen wollen, aber wenn du mich nun nötigst, daß ich mir d«n Revolver ans Ohr hall«, und wenn du selber losdrückst, dann hast du dein Spiel gewonnen. Dann bist du vor der Nachstellung des Strafrichters sicher. Denn dann habe ich vor der Well mir selbst die Kugel ins Ohr gejagt, und dann kannst du das Geld holen und dich aus dem Staub« machen. Also gib mir mal den Revolver her." „Hälfft du mich für einen solchen Dummkopf?" grinste der greulich« Kerl. „So tu was du willst", sagte Bletzinger und ließ den Kopf aufs Kiffen fallen. „Das Geld, das Geld!" „Fällt mir nicht ein, dir das Versteck zu entdecken. Aber so schieß doch, Kerl, ich glaube säst, du hast ebenfalls Angst." „Bist du allein im Hause?" grinste der Greuliche. „Ei freilich, aber das weißt du doch: sonst wärst du doch nicht hier eingedrungen." „Und warum willst du Schluß machen?" „Weil ich an einer Ohrenentzündung leide, weil ich allein bin, weil meine Frau tot ist, weil..." „Und warum machst du es denn nicht?" „Weil ich es nicht fertig bringe, weil ein ganz furchtbarer Mut dazu gehört, weil ich nicht über die letzt« Sekunde hinwegzusteigen oermag?" „Du bist ein Frömmling?" .Keine.Spur davon. Aber setze dich doch bitte, auf den Stuhl ... so danke. Aber siehst du, das ist so ein« Sache. Wenn mir zum Beispiel da einer sagt, mit dem Tode ist alles aus, es gibt keinen Gott, und kein Gericht, so mag das vielleicht richtig sein, aber wenn mir ein anderer das Gegenteil sagt und eine unsterbliche Seele be- kennt: so kann das eben mindestens ebenso richffg sein. Komm, nimm dir ein Glas Weinbrand, dort neben dem Weißzeugschrank steht die Flasche... Ich soll zuerst davon trinken? Nun meinet- wegen... Herrgott, was du für eine Angst um dein Loben hast! Ist es denn wirklich gar so schön, einzubrechen, zu stehlen, zu töten? Warum machst denn du selber nicht Schluß?" „Sag mir endlich, wo dein Geld steckt, heraus damit!" „Ich sage es dir ja. Du brauchst es schließlich auch viel eher als mein Schwager in Amerika, der ja viel reicher ist als ich selber. Ist der Kognak gut? Nun, trink ihn doch gleich aus der Flasche, Vetter. Denn ich trink bei Gott jetzt keinen Tropfen mehr. Ei, ei, das hätt ich doch nicht geglaubt, daß es auch für mich so schwer sei, daß du dir nun dermaßen Mut antrinken mußt. Ich glaube nächstens, daß du selber ein Frömmling bist oder doch ganz sicher noch einer werden wirst, sobald du mich einmal aus der Welt geschafft hast." „Mach kein« faulen Witze." „Aber so schieß doch endlich, du Schwächling, du Ungeheuer, der du nur Mut hast, wenn es um die Ewigkeit der anderen geht. Wenn du meinen Revolver noch lange so hängen läßt, wird er dir noch aus der Hand fallen und am Boden losgehen und dich in den Fuß treffen. Und dann kann die Polizei kommen und den üblichen Prozeß beginnen." „Habt Ihr Euch wirklich töten wollen?" ftagte der Greuliche lauernd. „Ei ftellich, du Feigling, du Ungeheuer." „Und nur deshalb, weil Ihr ein Frömmling seid, habt Ihr es nicht fertiggekriegt?" „So ist es ungefähr." „Und wenn ich Euch nun den Revolver gebe, dann drückt Ihr affo los?" „Nein, du Schelm, nur wenn du mich zwingst, ihn ans Ohr zu halten, du selber aber abdrückst. Dann sollst du von mir aus die Erlaubnis haben, mein Geld zu stehlen." „Und wenn ich aber nun weggehe und Euren Revolver mit- nehm«, wie viel Geld gebt Ihr mir dann dafür?" „Keines, gar keines, nicht einen Pfennig, du Feigling. Aber anzeigen werde ich dich dann, sobald du fort bist durchs Telephon, und dann wird man sehen, wer schnellere Beine hat, du oder die Polizei." „Aber Ihr kennt mich ja gar nicht. Ihr phantasiert ja bloß im Fieber. Ihr wißt morgen srüh von der ganzen Sache überhaupt nichts mehr. Ich kann Euren Revolver also auch ruhig liegen lassen und das Licht ausmachen und mich auf und davon machen." Der greulich« Kerl drückte die Mütze tief ins Gesicht hiNeW,- dreht« das Licht aus und verschwand tatsächlich. Und dann lief natürlich das Karussell wieder, der Hammer, der Amboß, der Steigbügel... Aber am Morgen stand nun wahrhastig die Kognakflasche auf dem Nachttischchen... Da hörte denn doch alles aus! War er nun, als das Karuffell lief, vielleicht gar selber aufgc- standen und hatte den Kognak geholt? Er hätte, bei allem, was es gab, nichts Sicheres darüber sagen können, so wenig wie über das dem irdischen Wissen ewig verschlossene Rätsel nach dem Tode. Aber im Mittagsblatt las Bletzinger in der Tat die Notiz, daß sich heute morgen in aller Frühe ein langgesuchtcr schwerer Der- brecher und Raubmörder am Rande des nahen Weiherwaldes im grellsten Freilicht gleichsam vor aller Welt erhängt habe. War es nun derselbe gewesen, der nachts an seinem Bette gc- standen hatte? Und hatte er nun doch den irren Kopf freiwillig der Ewigkeit geopfert? Die rotbraune Mütze stimmte jedenfalls. Der Bart aber konnte auch ein künstlicher gewesen sein. Bletzinger tastete nach dem Revolver in der Schublade und steckte ihn ftir immer an den geheimen Ort, wo seine Wertpapiere lagen. Dann kleidete er sich an, um sich noch einmal im Krankenhans zu melden. ver Vater der neueren Akustik. Zum heutigen 100. Todestage Chladnis. So alt auch die Akustik ist:— schon Pythagoros soll die Har- monie der Töne gefunden haben— die ersten wirklichen Versuche über die Natur der Töne, über das Wesen des Klanges verdankt man dem deutschen Physiker Ernst Florens Friedrich C h l a d n i, der mit Mozart das Geburtsjahr, mit Beethoven das Todesjahr gemein hat. Der Vater, Projeffor der Rechte an der damaligen Universität Wittenberg, wollte aus dem Sohn trotz seiner ausgc- sprochcneii Neigung für die Naturwissenschaften einen Juristen machen. So wurde Chlädni als Or. jur. in Leipzig promoviert. Aber seine wirkliche Neigung war damit nicht ertötet. Er betätigte sich auf den verschiedensten Zweigen der Physik. Auf der Fürsten- schule in Grimnia, auf die er als l�jähriger Knabe gekommen war, hatte er das Klavicrspiel erlernt und sich später sehr eifrig mit der Theorie der Tonkunst beschäftigt. Auch als Dr. jvr. setzte er diese Studien fort. Es genügten ihm nicht die theoretischen Untcrsuchun- gen der großen Mathematiker und Physiker Daniel Bernoulli und Leonhard Euler über die Schwingungen der Saiten. Er, der später einer der vorzüglichsten Experimentatoren wurde und sich als reisen- der Expcrimcntalphysikcr einer außerordentlichen Anziehungskraft erfreute, versuchte durchaus nicht die mathematische Behandlung der akustischen Probleme: nur stand ihm das Experiment höher. Wie kommt ein Ton, ein Klang zustande? Kann man nicht durch besondere Eingriffe die Eigenart des Klanges erkennen oder gor verändern? So ging Chladni, der„Vater der neueren Akustik", daran, neben Stäben auch Platten und Membrane zum Tönen zu bringen. Er fand zuerst, daß Glas- oder Metallplatte» verschiedene Töne liefern, wenn man sie an verschiedenen Stellen festhält und anschlägt oder anstreicht. Er machte auch zuerst die Ton- schwingungen einer Platte und deren Knotcnlinien dadurch sichtbar. daß er auf die Platte feinen Sand streute. Dieser wurde von den schwingenden Teilen der Platte fortgeschleudert und markierte so ihre Änotenlinien. Diese„Chladnischen Klangfigurc n". deren mathematische Bewältigung den Scharfsinn hei vorragender theoretischer Physiker wiederholt beschäftigt hat, ohne daß man bis jetzt eine völlig beftiedigendc Lösung gefunden hat, war keineswegs die geistreiche Spielerei eines geschickten Experimentators. Sie öffnete den Weg zur Erkenntnis der Notnr der Töne und ihrer charakteristischen Schwingungen. Mein Zreunö Heinrich. Von Adolph Hoffmann. Es ist 12 Uhr Mitternacht. Da schrillt die Telephongloikc. Wir fahren aus dem Schlafe empor. Um Mitternacht? Wenn es nicht aerade Fastnacht oder Neujahr, ist ein.Anruf' zu dieser Zeit immer etwas Aufregende?, besonders aber, wenn man vor kaum zwei Stunden das Kra»kenbett eines Sterbenden verlassen hat. Richtig. Zwei Minuten von 12 Halle mein Freund Heinrich die Augen für immer geschlossen. Seit Tagen wußten wir, daß er dieses Mal die Lungenentzün- dung bei seinen 76 Jahren nicht überleben würde. Er war zwar Spezialist auf diesem Gebiete und hatte, ich weih nicht wie oft, allen Berechnungen der Aerzte und ihren Diagnosen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Außer seiner Neigung zu Er- kältungen hatte der Tod ihm in den legten Iahren allerlei Fall- strick» gelegt. Aber mit seinen langen Beinen war Heinrich immer darüber hinweggcsprungen und längst außer Sicht, wenn Gevatter Hein seine langen Knochenarme nach ihm ausstreckte. Doch diesmal wollte er nicht mehr ausweichen. Seit Monaten hatte er berechnet, wann er der Natur den legten Tribut zahlen muffe. Und wenn darauf das Gerede kam, sagte ich oft zu ihm: ..Heinrich, du stirbst die ganze Woche und Sonntag haben wir nichts zn begraben." Doch er ließ stch nicht irre machen und entgegnete: „Ich fühle doch, wie meine Kräfte abnehmen und alle Sinne nach- laffen." Und er hat Recht behalten. Es bedurste nur noch eines Hauches, um das schwach flackernde Lebenslicht auszublasen. Ruhig, ohne jeden Todeskampf nahm der Atem langsam ab und hörte, bevor der neue Tag anbrach, ganz auf. Da lag min ein Mensch, der ein ganzes Leben lang ein Kämpfer war. Im harten Kampf ums Dasein hat er eine Familie mit sieben Kindern, von denen fünf am Leben sind, redlich und ehrlich ernährt. Dabei fand er noch viel, viel Zeit, in der gesähr- lichsten Periode des proletarischen Freiheitskampfes sich mit ganzer Person rücksichtslos einzusehen, Verfolgung und Ausweisung auf sich zu nehmen Ausgekämpft und ausgellttenl-- Wie viele Tausende Freiheitskämpfer, die den gefährlichen und aufreibenden Kleinkampf sühren, arbeiten wie er ein langes Men- fchenlebcn für die heilige Sache der notleidenden Brüder und Schwestern, und gehen ungekannt und ungenannt von der großen Masse aus dem Leben, in dem sie oft mehr durch stilles, überlegtes Wirken für die Sache des Proletariats geleistet haben, als mancher von denen, die erst durch die Arbeit dieser Ungenannten hinausge- stellt wurden auf Posten, wo sie den Augen der Mass« sichtbar werden konnten. Wo und wann war es doch, als wir uns bewußt das erstemal sahen? Wenn meine Erinnerung mich nicht tSuscht, war e» 1877 im Kellerlokal von Genossen Hahn, Konpenstraße. Staatsanwalt Tessendorf und seine Trabanten führten ihren Bernichtungskampf gegen die immer stärker sich fühlbar machende Sozialdemokratie. Eine eifrige Diskussion über dte Opfer des Testen- dors-Kurses und ihre Familien war im Hahnschen Lokal im Gange. Wilhelm Grothe und mein Freund Heinrich, beide Hobeloffiziere (Tischler), erzählten von zwei neuen Verhaftungen, als einer der Gäste, ein junger Mensch, auf den Tisch schlug und rief:„Die müssen befreit werden.' Freund Heinrich faßte ihn scharf ins Auge und fragte ganz ruhig:.Willst du sie aus dem Polizeibureau wieder herausholen? „Ick allcene kann's nich. Aber wir können es, wenn ihr keine Feigling« seid,' brüllte der Angeredet«..Das wäre eine Kleinigkeit, wenn nachher der Grüne Wogen kommt und sie ringcführt werden.' Heinrich wollte antworten..Ach, laß den Maulhelden,' fuhr Wilhelm Grothe dazwischen..Der hat sich gewiß in Quasselwasser Mut getrunken.' Fretmd Heinrich ließ sich nicht stören. Mit seiner ihm im ganzen Leben treu gebliebenen Ruhe richtete er an den.Befreier' die Frag«:„Du, jage mir erst einmal— ich beobachte dich schon «ine ganze Weile— zu was du dir auf dem Zettel die Notizen gemocht hast?' Letzt kam Bewegung in die Bude. „Nanu, was soll das heißen?' Alles drängte auf den.Befreier' ein. der aufgesprungen war und ängstlich nach der Tür schaute. Freund Heinrich sagte:„Man Ruhe, keine Ausregung,' und sich an den Bedrohten wendend:.Gib mal den Zettel her, den du vorhin in die rechte Jackentasche stecktest.' „Raus damit!' rief man von allen Seiten. Grothe faßte ihn ins Genick. .Nicht doch,' bewichtigte Freund Heinrich..Laß man, Wilhelm, der gibt ihn ganz allein.' Heinrich hatte sich nicht getäuscht. Schon war der Zettel in seinen Händen. Auf demselben standen nur die Namen derjenigen, die sich in der Unterhaltung angeredet hatten. Nur Vor- oder Zuname, wie sie ins Gespräch gefallen waren. Aber das genügte den Anwesenden vollkommen. Ehe der Schreiber recht zur Besinnung kam, flog er die Keller- treppe hinauf und gleich über den Rinnstein weg auf den Damm. Freund Heinrich hatte nur noch Zeit, warnend zu rufen:„Nicht schlagen? Ihr macht euch nur dreckig.' Den Ratschlag hat man restlos befolgt. Die Anwesenden gingen auf Anraten Heinrichs alle bis auf drei nach Hause. Die Zurück- bleibenden spielten Schafskopp. Und richtig. Eine halbe«tunde später wollte die Polizei eine unangemeldete Versammlung aus- etnandertreiben, was ihr beim besten Willen nicht gelang. Aber dieser Versuch und die Tatsache, daß bei der Abholung der beiden Verhafteten mit dem Grünen Wagen die ganze Besatzung des Polizeibureaus mit am Wagen war, bewies, daß unsere Kalkulation stimmte. Das war das erstemal, wo ich Freund Heinrichs Ruhe bewun- derte, dte ich in den langen Iahren unserer Bekanntschaft so oft zu beobachten Gelegenheit hatte, um die ich ihn freiwillig beneidete und von der ich mir nur den zehnten Teil wünschte. Solche Menschen sollten uns In den kommenden schweren Kampfesjahren des Sozialistengesetzes die irerwollften Dienste leisten. W« einer, tat es Freund Heinrich. Ruhig und kaltschnäuzist, wie der Berliner sagt, auch als der Belagerungszustand ihn wie unzählige ander« von Frau und Kindern fortriß. Er verlor diese Ruhe auch nicht, als er wegen seiner Existenz von Ort zu Ort mußte, eine neue Heimat für seine Familie suchend. Noch als er später in Berlin Kleinmeister wurde, wie viele Tau- sende, nach schweren wirtschaftlichen Kämpfen Schisfbruch litt. Mit seiner eisernen Ruhe und den dürren aber sehnigen Armen packte er immer wieder zu und rappelte sich aus. Di» dem Kriege folgende Inflation nahm auch ihm die Frücht« feiner Lebensarbeit. Aber Heinrich erhielt seine beiden in den Krieg gezogenen Söhne gesund und unverletzt wieder. Alle seine Kinder sind von dem gleichen Freiheits- und Aufklärungsdrang beseelt und fanden immer zur Fahne der Freiheit zurück, auch wenn schwere wirtschaftliche Kämpfe und Differenzen in den Anschauungen sie manchmal aus dem Gleise warfen. Heinrich bugsierte sie, wie er selbst sagte, wieder in die alte Bahn, da die SPD. ja doch wieder die Zentrale der proletarischen Kräfte werden müsse. Lange Zeit, nachdem meinem Heinrich die Inflation alles ge- nommen, ist es ihm„geglückt', als„Sozialrentner' sein Leben zu beschließen. Konnte«r's auch nicht mehr mit der Tat, so war er doch mit dem Geiste bis zu seinem tode bei den Kämpfern um die Freiheit. Der Zufall hatte mir einen Philantropen zugeführt, den ich für die von mir immer protegierte Idee, die Jugend gegen den Krieg mobil zu machen, gewann. Als dritter wurde Ernst Däumig hinzugezogen und mit ihm zu- sammen ein Katechismus für Schulkinder bearbeitet. Der Philan- trop seistete wertvolle finanzielle Hilfe, Däumist die schriftstellerische, und ich hatte die Hauptsache, die Berbreitung übernommen. Das letztere war eine sehr schwierige Ausgabe, well die Kriegs» zensur in dieser Zeit besonders scharf ihres Amtes wattete. Einen Freien Dolkskatcchismus in einer Auslage van 100 WW unterzubringen war nicht leicht, zumal man kaum aus die Zu- stimmung der Kriegszensur rechnen konnte. Man mußte sie also nach Möglichkeit ausschalten. Schnellster Satz, noch schnellerer Druck und allerschnellste Versendung direkt vom Drucker aus an alle für die freien Schulen in Betracht kommenden Organisationen war das Wichtigst«. Erleichtert wurde die Ausgabe dadurch, daß ein großer Teil unentgelllich hinausging. Aber die Restauslage konnte weder beim Drucker bleiben, noch in den mir damals noch gehörenden Verlag gebracht werden. Da half Heinrich. Trotz seines in der Kriegssrage anderen Standpunktes stellte er feinen Lagerraum sofort zur Verfügung und rettete damit den großen Teil der Auslage. Es dauerte natür. lich nicht lange, und es wurden im Verlag von der Äriegszensur einige hundert Exemplare beschlagnahmt. Denn wenn ich verhindern wollt«, daß man überall herumsuchte, muhte ich natürlich etwas zum Konfiszieren bereitlegen. Der Empfang, den Däumig und ich nach unserer Vorladung auf der Kriegszensur hatten, war nicht gerade ein erfreulicher. Däumig hatte es leicht. Er habe das Buch in meinem Austrage be- arbeitet, um weiteres habe er sich nicht gekümmert. Mein Empfang war einige Töne höher gestimmt. Wie ich dazu käme, dieses Buch" drucken zu lassen, ohne es vorher der Kriegs- zensur einzureichen. Mit sichtlichem Erstaunen fragte Ich, ob Bücher für Schulkinder auck der Kriegszensur unterlägen. Herr Leutnant W. wurde suchs- wilo und las mir Stellen aus dem Buche vor, wobei Ich bald be- merkte, daß ihm am wenigsten die Seiten(jesielen, auf denen Fragen an die Kinder gerichtet wurden über„Friede' und„Freundschaft', „Völker" und„Fände',„Völkerhaß" und„Herrschsucht' oder Fragen über die Dummheit der Menschen. Der Leutnant richtete an mich die Frag«, ob ich annähme, daß sie es sich gefallen lassen. wenn wir„Schulkindern den Krieg verekeln' und fügte hinzu:„Wir wiisen ja aar nicht, wie lange der Krieg noch dauert und ob die jetzigen Schulkinder nicht noch Soldaten, dieses Krieges würde»." Auf meine erstaunte Frage, ob ich die beschlagnahmten Bücher nicht wieder zurückbekomme, ich wolle sie doch den Organisationen senden, um nach den Bestellungen die Auslage zu bestimmen, er- widerte der Leutnant:„Sie wollen erst Probeexemplare versen- den? Das ist etwas anderes. Aber so nicht. Wir werden das Buch noch prüfen und Ihnen dann mitteilen, was geändert werden muh. Eigentlich", meinte Leutnant W.,„müsse nian ja solche die Schulkinder aufreizende Bücher ganz verbieten. Aber das ist Sache der Zivil- und Schulbehörde. Uns interessiert nur der Krieg und was damit zusammenhängt." Vier Seiten wurden nach Vorschrift der Kriegszensur neu ge- druckt. Nachdem ich den Neudruck vorgelegt hatte, erhiell ich auch die beschlagnahmten Exemplare zurück. Die beanstandeten Seiten wurden fern und gewissenhaft für alle durch den Buchhandel zu vertreibenden Exemplar« erfetzt. Dabei hals mir Freund Heinrich unerschrocken und in diesem besonderen Falle sogar freudig, denn durch die nach Leutnant W. noch in den Krieg zu führende Schuljugend war auch fem Bedarf in diesem Artikel gedeckt. Es war kein leichter, sondern ein gefähr» sicher Dienst, den er hier im hohen Alter der Friedens- und Frei Heils» idee für unsere Jugend mit zu leisten versucht«. Diele, viele, werden den alten langen, dürren, aber stet» auf- rechten Heinrich gekannt haben. Wer nicht, suche nicht nach Ihm, sondern sehe sich in seinen Kreisen um und er wird unzählige ehr. lich« und brave Streiter im Kleintampf finden, die ihren Mann stehen ohne gesehen zu werden in dem Bewußtsein, der Sache der Menschheit, die zum Licht und zur Wahrheit strebt, die Bahn be- reitet, der Jugend eine Gaffe zur Freihcll gebrochen zu haben. Jeder von ihnen ist ein„Freund Heinrich" in seiner Art. Br annensir. 197 AM ROSEhiTALER PLATZ Kotlbu.ser Damm 103 - v Frar»KtuLTler Alle e 350 ChlbaSdiarrenstrS ECKE WILMERIOOQFERSTR. Nr. ISS ♦ 44. Jahrgang 5. Heilage öes vorwärts Sonntag, Z. Nprtt?H27 Reichsgesetz über Strafvollzug. [, Entwurf des Rcichsjustizminiftcriums. llüf Anordnung des Retchsjustizmlnisterium» ist der amtliche Entwurf eines Reichs st rafvollzugsgefetzes verösfenUicht worden(erschienen im Verlag Goruy u. Co., Berlin). Seit langem angekündigt, tommr er aber zur rechten Zeit: bereits in den aller- nächsten Wochen soll ja der Entwurf zum neuen Strafgesetz. buch dem Reichstag zugehen. Dieser hat«ine Neuregelung und Vereinheitlichung des Strafvollzugs zur Voraussetzung. Die beiden hauptsächlichsten Gedanken— der Erziehung und der Sicherung—, die in jenem zum Ausdruck kommen, müssen hier ihre Verwirklichung finden. Ziel und Aufgabe des Strasvollzuges, Mittel und Formen der Sicherungsverwahrung für Rücksällige. der cheilung für Psychopathen, kriminelle Trinker und Nartotiker und die Schutzaufsicht bedurften einer Umbildung und Neugestaltung. Der§ 57 bestimmt das Ziel de» Vollzugs der Arelheilsslrose: er soll die Gefangenen, soweit es erforderlich ist, an Ordnung und Arbeit gewöhnen und sie sittlich so festigen, daß sie nicht rückfällig werden. Der Z 58 erteilt Richtlinien sür die seelische Behandlung der Gesangenen: sie sind»ernst, gerecht und menschlich zu behandeln: ihr Ehrgefühl ist zu fronen".— Welche Mittel gibt nun der Eni- wurf den Strafanstastsbeamten an die Hand, um den an sie im § 57 gestellten Aufgaben gerecht werden zu können und welche G«' währ bietet er dafür, daß in Zukunft den Gesangenen von den Be- amten des neuen Strafvollzugs die Behandlung zuteil wird, die ß 58 verlangt? Einmal werden in Zukunft nicht allein besondere An- stalten oder Abteilungen sür Jugendliche bis zu 18 bzw. 21 Iahren vorhanden lein, sondern auch solche für Volljährige bis 25 bzw. 28 Iahren. Zum anderen, soll der Strafvollzug in der Regel in Stufen ausgebaut sein.»Der Strafvollzug in Stufen soll die Erziehung zum gesetzmäßigen Leben dadurch fördern, daß dem Gefangenen Ziele gesetzt werden, 0i« es ihm lohnend erscheinen lassen, seinen Willen anzuspannen und zu b e h e r r s ch e n. In stufenweise steigendem Maße werden Milderungen des Bollzugs gewährt, durch die«in all- mählicher Uebergang zum Leben in der Freiheit erreicht werden soll." Auf welche Weise soll ober dieser Aufstieg von einem rein mechanischen zu einem inneren, zu besserem Menschentum erreicht werden und auf welchem Wege soll der Uebergang zum Leben in der Freiheit erleichtert werden? In dieser Hinsicht scheinen im Em- wurf Lücken und Unvollkommenheiten zu bestehen. Die erzieherische Behandlung der Gefangenen ist nur bei genauer Kenntnis ihrer psychischen und physischen Eigen- schaften gewährleistet. Amerika kennt zu diesem Zwecke Aufnahme- stationcn. Z 60 des Entwurfs bestimmt wohl, daß an dem Gesan- genen für die Zwecke de» Erkennungsdienstes und der Wissenschaft Feststellungen vorgenommen werden können: er läßt aber nichts darüber verlauten, daß jeder Gefangene zwecks pädagogischer Diagnose und Therapie einer entsprechenden Untersuchung durch einen psychologisch vor- gebildeten Arzt unterzogen werden müßte, und daß die Re- sultate auf der Beamtenkonferenz bekanntzugeben und zu besprechen wären. Neben den Aufnahmestationen fehlen im Ent- wurf andererseits auch die Endstationen, die den Uebergang des Ge- fangenen ins Leben durch allmähliche Gewöhnung an die Freiheit tatsächlich erleichtern könnten. Nicht klar genug umrissen Ist manches ander«, so z. B. die Ausgaben der ll n ft a i t s h e l f e r. der Gegenstand und die Aus. gäbe der B« a m t e n b« s p r« ch u n g, die Rolle des Arztes, die Bedeutung des Sportes, der kulturellen Beeinflussung, wenn auch in all diesen Beziehungen viel Wichtiges und Neues festgelegt wird. Eine befriedigende Lösung findet das Problem der Arbeits- beschaffung, wie auch de» Arbeitsinhalts und Zweckes.„Jeder Ge. fangen« soll dauernd mit nützlicher und erziehlicher Arbeit beschäs- tigt werden", der Gefangene„ist wenn möglich in einem Berufe auszubilden". Bei der Festlegung des Bollzuges in Stufen sollt« vielleicht der Frage der Selbstverantwortung der Ge- fangenen Rechnung getragen werden. Bon ganz besonderer Bedeutung Ist der Vollzug der Einschließung. der Strafe für Ueberzeugungsverbrecher. Verschieden« Paragraphen werden in der Form.« wie sie im Entwurf gefaßt sind, in der Hand eines reaktionären Anstaltsleiters zu einem ge- fährlichen Instrument zur Schikanierung politischer Gefangener werden. U. a. besagt der ß 177. daß der zur Arbeit verpflichtete Einschließungsgesangene die ihm zugewiesene Arbeit leisten muß, sofern er sich nicht selbst beschäftigt. Wird in diesem Falle geistige Beschäftigung als Selbstbeschäftigung betrachtet werben? In bezug auf die Bücher- undZeltungszensnr durch den Anstaltsleiter»edeulet auch der§ 112 eine gewisse Gefahr. Beim Bollzug an Minderjährigen fällt dem Jugendamt «ine große Rolle zu. Eine Neuerung bedeutet die Forderung be- sonderer An st alten für geistig Minderwertig«. Erwähnenswert ist, daß die Unterbringnng eines geisteskranken Gefangenen in der Irrenanstalt in Zukunft die Strafverbüßung nicht unterbrechen soll. Völlig neu ist der Vollzug von Maßregeln der Besse» r u n g und Sicherung. Hier wird die Unterbringung in ösfent- liche Heim- und Pflegeanstalten, in Trinkerheil- und Erziehung». anstalten, in Arbeitshäuser und Sicherungsverwahrung festgelegt. Bei der Abgabe de« Gutachtens, ob eine Entlassung möglich ist, sollte ober neben dem Anstaltsleiter auch die Konferenz ein Wort mitzusprechen haben. Für die Insassen der SlchemngsvernKihrvngshSuser sind zum Teil noch schärfere Maßnahmen vorgesehen als für Zuchthäusler: es wird aber zu bedenken seln. daß es sich hier um Leute handelt, die viele Jahre hindurch der Freiheit beraubt werden sollen. Deshalb sagt auch der Entwurf, daß den hier Untergebrachten nur Beschränkungen auferlegt werden dürfen, die .chen Zweck der Maßregel und die Sicherheit oder Ordnung der A n st a l t erfordern". Es wäre zu wünschen, daß gerade die Regulierung der Sicherungsverwahrung präziser dargelegt würd«. Hervorzuheben ist dl« segensreiche Festlegung der Sch u tza u f< ficht, der Gesangenen- und in erster Linie der Ent. lasse nensürsorge. Letzter« wird als P f l i ch t des Staates anerkannt: der Entlassene erhält somit ein Recht, sie für sich in An- spruch zu nehmen. Der Entwurf zum Retchsstrafoollzug-gesetz, der im großen und ganzen einen humanen Geist atmet und eine geeigne!« Grund- lag« für die bevorstehenden Beratungen abgibt, stellt an die Strok- vollzug-beamten noch schwierigere Aufgaben als der Entwurf zum Strafgesetzbuch an die Richter. Die Mannlgsaltigteit der Anstalten, die Verschiedenheit der Ausgaben erfordern eine völlige Umstellung der Beamten: insofern bedeutet der Entwurf Zukunftsmusik. Damit er aber nicht in«ine Gegenwartskakophonie aus- artet, bedarf es zireierlei: finanziellerMittel, damit di« vor. gesehenen Anstalten geschassen und tue Anstaltsbeamten ausreichend bezahlt werden können und der systemattschsn Heranbildung einer neuen Generation modern eingestellter Strofanstaltsbeam. tsn. Es müssen dies Männer und Frauen sein, di« fähig und ge- willt wären, allen Ernstes sich der verantwortlichen Aufgabe der Arbeit am Menschen zu widmen. Gemeinsam mit den alten Beamten, die es verstünden, sich umzustellen— und es gibt zweifel» kos nicht wenige solcher—, werden sie das kommende Strafvollzugs- gesetz mehr als einen schönen Wunschzettel sein lassen: sie werden ihn mit frischem pulsierenden Leben«rsülle*. Mus öer Partei. Die neue Nummer der„Arbeilerwohlfahrt", Heft 7, vom 1. April enthält einen Leitartikel des Genossen P r e l l e r. Referent im Reichsarbeitsministerium, über„F n b r i k p f l e g e und Wohl? iahrtspflege", ferner einen für die Praxis der Ausschüsse für rbeiterwohlfahrt wichtigen Aufsatz des Genossen Stadtrat Binder- Bielefeld„Zur Frage der Zusammenarbeit össent- licher und privater Fürsorge". In einem weiteren Aus- satz„Ein sozialer Reformversuch mit untauglichen Mitteln übt Genosse Dr. Q u a r ck- Frankfurt Kritik an der Ar. beitsmethode der neigen Frauenpolizoi. In der„Umschau" gibt Ge- nasse O l l e n h a» e» eine Darstellung der Aufgaben und des Zwecks der Ausstellung„Das junge Deutschland". Es folgt eine Besprechung der Denkschrift des Rcichsministeriums des Innern über die gesundheitlichen Verhältnisse, der neuen„Grundsätze" der Regie- rungsparteien zur Kleinrentnerfürsorge, der Auseinandersetzung der Genossin I u ch a c z mit dem Reichsarbeitsministsr bei den Haus? baltsverhandllinaen im Reichstag, und der neuen preußischen Er- lasse auf verschiedenen Gebieten der Wohlfahrtspflege. Im Teil „Aus der Arbeiterwohlfahrt" schildert Genossin Todenhagen das Augu st- Bebel- Kinderheim der Berliner Arbeiter- Wohlfahrt in Gohrisch. Mitteilungen aus der Organisation und Bücherbesprechungen schließen sich an. dtetufsee GUmiität! w« der»o viele hegetateri sprcdicn. Sie Ist taisSchJich das Bestet was Je zur Pflege der Schuhe und Jeglichen Leders geschaffen wurde! Ihre Ideale Zusamniens eicang mit KARSAUBA, dem harlen Sdelwaeht macht sie ut einem Sdiuhpflegemiiict, wie et besser nicht gedacht werden ' kann. tE77 --------. T � � ✓--v Dietä'wh~ mir f0'�? re'ne nalD0 vM-s-" 'tks 79- igKU £1 dep .nqs* �79- LEIPZIGERSTRA2 (Ecke MarUqrafensfr) ORANIENSTR.165 (Am Oranienplatz� Einsendungen jiit diele SubtU sind Berlin SW 68. Lindrnsiraße 3. partemachrkchten für Groß-Serlin Net» an da»»ezirtssetretari-t t. Knf. 3 Tran, recht».»» richten Zeilungskommission Groß- Berlin.) Achtung! ftrcielciter! BbicilunasIcUct! Um Freitag, den 8. April 1827, abend» 7Vb Uhr, findet im Saal 1 de» Sernerfchaft-Hanfe», Sngelufer. eine Versammlung sämtlicher Ieitungekommissiaaemitglteder aller Abteilungen mit salaendee Zagesordnuna statt! 1. Filmnortrag!.An» der W-ssenschmiede der SPD.� 2. Arbeitsbericht. 3. Reuwahl de» odmann».»a» Erscheinen aller Kommissionsinitglieder Atei», und Abteilungsleiter ist erwünscht. l. flteis Milte. Montag. 4. April,~Vt Uhr, bei Dobrohlaw, Eminemünder Straße II. Sisiuiig des erweiterten ktrelsovrftandes mit den Delegierten itüin Bezirkstag.— Mittwoch, 6. April,' Uhr, im Rosenthaler Kos, tiofenthaler Str. 11/12, Versammlung aller bei den städtischen Särpee. fdxtftcn ehrenamtlich tätigen Parteimitglieder. Bortrag de» Genossen Stadtrat»errmann. SUeis Tiergarten. Montag, 4. April, 7 Uhr, Sihung her Abteilung »onsumverlreter bei Krüger, Putliststr. 10. Wahl de» kreisobmanne». j■ Dienstag, 5. April, 7 Uhr, bei Krüger, Pntlihstr. 10, Sitzung der Abteilung Mieteroertreter. Wahl de» Kreisobmannes. Dienstag tzth Uhr oeni s. vrprtt, i aar. im.rugenoneun, nnornirr. erscheinen.— Dienstag, ä. April, 8 Uhr, Sitzung de» engeren kreisnor. standes mit dem Vorstand der Bezirksverordnetensraktion bei Keusner, bei Krüger, Putlitzstr. 10, Sitzung der Betriebsoertrauensleute der Ab> teilungen. Wahl des Kreisobmannes. 1. Kreis Friedrichshaiu. Dienstag, ä. April, 7 Uhr. im Lokal Tabiner Straße IQ, Kreisoorstandssitzung mit den Abteilungsleitern. Abteilung». obleute der ssreidenkcrbewegung müssen ebenfalls erscheinen. Das Gr. 'cheinen aller unbedingt erforderlich, sofern dem Äreisvorstanb Mit» teilungen zu machen sind.— Mittwoch, 6. April, 7 Uhr, Bezirkaoersamm. lung im Rathaus, Etadtperardnetensitzungssaal. Ginlaßkarten ab Uhr beim Genossen ssischer, Eingang Spandauer Straße. 6. Kreis Kreuzberg, cgenosstnnen und Genossen, die gewillt find, bei der Mai-Reoue„Der rote Spul" mitzuwirken, werden gebeten, am Montag. den, 4. April, 7 Uhr. im Jugendheim, Lindensir. I, 2. Hos, 3 St., zu Krel Sei Hagelderger Str. 20». 7. kreis Edarlottenburg. Montag, 4. April. 71h Uhr, Zimmer I de» Rat- Hauses, ssraktionssitzung mit allen Rürgerdeputierlen. freie Schul, ,em rinde. Dienstag, 5. April, 71? Uhr, in der Aula der Berufs» sch tle, Rostnenstr. 14, außerordentliche beschließende Mitgliedernersamm. jung. Tagesordnung:„Unsere Stellungnahme gegen die Reaktion in Schul- und Erziehungsfragen." Referent Genosse Rektor Walter Sied. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, 5. April, 71h Uhr, im ssraktwnszimmer 220 des Rathauses, Kaiserallee 1—12, Sitzung der Beamtenobleüte der ein- zelnen Abteilungen.— Daran anschließend um 3 Uhr Sitzung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern und den Bezirkstagsdeleaiertrn. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung Erscheinen Pflicht, niemand darf fehlen. 12. Kreis Steglitz, Lankwitz, Lichterselde. Montag, 4. April, 8 Uhr, Krei». vorstandssitzung an bekannter Stelle. Die Delegierten zum Bezirkstag müssen erensalls erscheinen. 14. Kreis Neukölln. Die Abteilungskassterer werden gebeten, sich umgehend Material vom Kreisbureau abzuholen. 15. Kreis Treptow. Dienstag, 5. April, 71h Uhr, in RiederschSneeveide, Berliner Ecke ssennstraße, Kreisvorstandsfitzung mit de» Abteilungsleitern. 17. Krei« Lichtenberg. Mittwoch, 6. April, 71h Uhr, Kreisvorstandsfitzung bei Albrecht, Reue Bahnhosstraße Ecke Boxhagener Straße. 19. Krei» Pankow. Dienstag, 5. April, 8 Uhr, im Türkischen gelt, Pankow, Breite Str. 14, Kreisdelegiertenversammlung. Tagesordnung: Der Be- zirksparteilag. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. 20. Krei» Reinickendors. Montag, 4. April, 7 Uhr, iM großen Sitzungssaal des Rathauses Wittenau, Vortrag:„Da» Semeindeverkassungsrecht." Hierzu sind die Bürgerdeputierten, die Mitglieder der Wohlfahrtspflege und sonstige kommunalpolitisch tätigen Genosfinnen und Genossen ein» geladen. heule, Sonntag. 3. April: 14. Abt. Die Genosse» treffen fich zum Abmarsch nach bem Kristallpalast vormittag» 904 Uhr Mittelpromenabe Stralsunder Ecks Brunnenftraße. Alle Eenasfinnen und Genossen müssen fich beteiligen. 41. Abt. Im Lokal des Genossen Lipsert, Mariendorler Str. 8 Ecke Solms. straße, ist eine Zahlstelle de» Berbande, für ssreibenkertum und sseuer» bestatiung eingerichtet worden. Alle Mitglieder könne» zu jeder Zeit ihre Beiträge dort entrichten. 58. Abt. Genosse Paul Eggert feiert mit seiner Sattin heute das Fest der Silbernen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch. Morgen, Montag, 4. April: 3. Abt. Kommunale Komrnissto». Die Sitzung fällt au». Die Mitglieder beteiligen fich vollzählig au der Versammlung am Mittwoch, 8. April, 7ih Uhr, im Rosenthaler Hos, Rosenthaler Str. 1112. 21, Abt. 714 Uhr bei kroll. Utrecht« Str. 21, wichtige ssunktionärfitzung. 29. Abi. 8 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 18», wichlige ssunktionärfitzung. 103. Abi. Dherschönemeid«. 8 Uhr bei Imberg. Wilhelminenhosstr. 34, Funktio. nnrsitzung. 108. Abi. Köpenick. 71h Uhr Vorstanbsfitzung mit den Bezirksführern bei Eisncr, Kaiser.Wilhelm-Str. 3. Wichtige Tagesordnung. 134. Abt. Buch. 8 Ubr im Lokal Döpfert, Am Bahnhof Buch, gemeinsame Sitzung mit dem Ortsverein Röntgenihal betr. Maifeier. Alle®e, Nossen müssen erscheinen. 133. Abt. Reinickcnbors.est. 711 Uhr bei Uhliss, Schönholze» Weg Ecke Rest. denzstraße, Versammlung aller parteigenössifchen Beamten. Funktionäre, die Interesse habe», such eingeladen. Dienstag, 5. April: 27. Abt. 71h Uhr bei Woobsmann, Gleimftr. 10, Sitzung sämtlicher Funktio. näre. 42. Ab«. 714 Uhr bet Seehaok, W'llibold.Alexis.Str. 5, wichtige Besprechung " M'.............. gen bzw. hierzu bereiten irb erwariet. 80. Abi. öchoneberg. 8 Uhr bei Gütlich, Begasstr. 1, ZunkiidnSrsitzung. jWLl.VL!U�M! Milwoch, 6. April: 21. Abt. 7lh Uhr Versammlung der 17., 18., 21., 22.. 23.«bfeiluna im großen Pharussaal. MMlerstr. 142. Thema:„Di- politische Lage, c- Referent Philipp Echeibemann, M. b. R. Ausweis: Mitgliedsbuch oder" die letzte»Aorwärts".Ouitluiig. Gäste können eingeführt werden. W Abt. NIederschöncweide. monatliche Funkiionärfitznng findet am 58. Mittwoch. 71h Uhr, bei Thiele, Berliner Str. 38, statt. Ebenda von 7 bis 8 Uhr Büchcrumtausch und Ausgabe. » Abt. Eharlottenburg. gu dem am Sonnabend, 9. April, 8 Uhr, in Eckmanns Festsälen, Scharrenstr. 34, slattsinhenben heiteren Abend unter Mitwirkung des Genosse» Kultner, M. d. L., Erich Weineri sSattriiche Oledichte), Männerchor Harmonie, werden alle Genosfinnen und Genosse» freundlichst eingeladen. Anschließend Tanz. Zrauenvcranstaltuageu, heute. Sonntag. 3. April: 2. Krei» Tiergarten. Die Genossinnen und Genossen beieiligen stch restlos Sne»'Tl.Mer Ais fi>• a»! Ae-s ull T\*4» a«> fei» 4A Ilbvv �• a 4- a a a v« ........„.... rnb Gl______,_____.... an der Demonstration. Abmarsch 10 Uhr Kleiner Tiergarten. 21. Abt. Uhr Abmarsch zur Demonstration von Kroll, Utrecht« Sir. 21. Alle Genossinnen und Freunde müssen erscheinen. Zranenveranstaltnngen. Morgen. Montag, 4. April: 74. Abi. Zehlerdors. 8 Uhr bei Schnorrer, Potsdamer Str. 3, gemütliche» Beifammenscin. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr bei Klabr, Haudjernstr. 80-81, Vortrag mit praktischen Vorführungen: Körperkultur. Reserentin: Lisa Albrecht. Gäste find willkommen. Xunögedung im Internationalen Frauentag Heute, Sonntag, den Z. April: vorm. UV, Ahr. Im Krislallpa'ost, prlnzenollee. Eck, vadsir. Rrserentinnea: Frau M a i i o n jBelssien) und Mathilde Wurm, M. d. R. Aufmarsch der Frauen: z.«rei». weddwg: Tirsspunst der LI.. 22.. 23. Abteilung vormittags 10 Ubr, Seeili., Ecke Müllerslr.— Abteilungen 17, 18, 20 vormittag« 10 Uhr, NeUelbeckvIatz. Abteilung 19 vonnsttags 10 Uhr, Prwzen- aller 57.- Abteilungen 14, 15, 16 vormittags>0 Uhr. Stlatjunder Str., Ecke Brunnenstr. 2. Kreis. Tiergarlen: Treffpunkt: vormittags 10 Uhr. Kleiner Tiergarten. Kriegerdenlmat. lg. krei». Paalow: Treffpunkt: vormittags 10 Uhr. RalhauS Pankow, Dollanlslr., Ecke Brcile Str. Arauenveranstallungen. Dienstag. 5. April: 21. Abt. 74- Uhr bei kroll, lltrechter Str. 21. Bortrag des Genossen Dr. Julius Males, M. d. R. 33. Abt. Besichtigung des kranlenlassenambulatorrums, Oranienstr. 5. Tresspunkt 7 Uhr dortselbst. Zraucnveranslaltungen. Miltivoch, 6. April: 1.«rei, Mitte. Pünktlich 7 Uhr trcssen sich die«ursusterlnehmer bei ssschiefing, Ackerstr. 1, zur Abschiedssei«. 9. Abt. Als Abschluß der Internationalen Frauenwerbewoche ver- ansiallen die Frauen der 9. Abteilung Sonnabend. 9. April, einen heiteren Abend mit gemütlichem Beisammensein im Artushof, Perle. beiger Str. 29. Wir diltcn alle Genosfinnen und Genossen sowie Freunde und„Vorwärts-Leser des 2. Kreises, fich diesen Tag bestimmt freizuhalten und zahlreich zu erscheinen. Jungsozialislen. «pielgemeinsch-st: Montag, 4. April, 714 Uhr, bei kellet. Teltower Straße 26, Zusaininenlunst und Probe für die Marsei« im Ulap— Gruppe Lankwitz! Monlag, 4. Avril, 8 Uhr bei Mücke. Deriflmger Str. 13. Vorirag: Strömungen in der Pädagogik der Gegenwart.— Gruppe Tempel Hof- Marienbors: Dfenstag. 5. April. 7>4 Uhr, im Jugendheim. Germaniaslraße. Schule, Vortrag:„Der Marrisnms." Referent Genosse Möckel..Gäste.sind willlommen— 82. Abt. Steglitz Kindersreunde. Dienstag, 5. April, cpielen im Heim, Aldrechistr. 47, von 4 bis 6 Uhr nachmittags. Arbeilsgemeinschafl der Kinderfreuode Grosi-Verlin. Hrlser-Bersamminug Mittwoch. 6. April, 148 Uhr, im IugHnbheim, Linbenstr. 3. Tagesordnung: 1. Lichtbildervortrag: Aus dem Zeltlag« T>« Draunschweiger kindersreunde. 2. Kindersreunde-Maiiag am». Mar. 3. B«. schieden-». Erscheinen aller Helfer ist Pflicht. Vorder pünktlich 6 Uhr daselbst erweiterte Vorstandssitzung. ,u der alle Kreisleiter der«ichligen Angelegenhert wegen lVirkenwerder) erscheinen wüsten. Die Helferschule findet am Donner». taa. dem 7. April, um 8 Uhr wieder in der IUeftraße statt. Prenzlauer Berg. Donnerstag, 7. April, T'i Uhr, rm Hort, Danzlger Straße 62, Helferfitzung. Alle Helfer müssen erscheinen. 74. Abt. Zehlendorf. 314 Uhr Treffen an der Rordschllle zum Ostereier. suchrn. Sterbetafel üer Groß-Verliner Partei-Grganisation 14. Abt. Am 31. Mär, perstarb unser Genosse Karl Paasche. Ehre seinem Andenken Einäscherung am Dienstag, dem ö. April, oormittag, 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Die Genossinnen und Genossen, die daran teil. nehmen, treffen sich vormittags 1014 Uhr, bei Gottschalt. Putbusser Str. 24. Um recht zahlreiche Beteiligung brtiet die Abteilungsleitnng. Sozialististbe firdeiterjugenü Groft-Serlin. Morgen, Montag. 4. April, abends IVi Uhr: Ableilungsmitgliediroersamnilungen. Schä-cbeeg III: Jugendheim Hanptstr. 15 smlt Vortrag:„Aufbau und Wesen der SAZ.">.— Westen- Jugendheim Hanptstr. 15.— Baumsibnienweg! " igenbheim Ernftstr. 16.— Hermodorsi Iug-ndhe m Turnhallengebäube, Roan- ße.— Rosenthal: Schule Schillerstraße.„Zugendbewegung und Nacktkultur, <5inführullgsob?nde für Schulentlassene. Moabit!: Schule W-lb-nserstr 20.— Moabit IT: Gemeindeschule am Stephansplaß.- Norden: Schule Putbusser Str. 35 Uhr. Einlrilt 0.50 M. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Eebastianstr. 37/38. Hof 2 Tr. Saffersportabt.. Zug Psalzburg: Sonntag, 3. Avril, Fahrt Tegel-- Wannsee. Treffpunkt HjS Uhr Tegel, Haltestelle.— 4 Avril. Prenzlauer Berg: Die Jugend des Kreises 814 Uhr«schule E.c.i�n. tiäaener Straße Anzug zwil. Friedrichshaiu, 4. Sekt.: 8 Uhr«ekt.onssitzung L Bäsch, Tilsit« fett. 27. Lichtenberg nedft Untergruppen: 8 Uhr Vorstand-. sitzuno bei Paul Werner. DUhelmsir S.— Dlcnstag, 5. April. Mitte. 1. u. 6«ameradschast: 8 Uhr Vers, b« Corni, Karlcnstr. 6. �rtrag de»«a«. Rechtsanwait Ooernicker:„Reichsuannerprozess-. 5. Kameradichaft:« Uhr Monatsvers. m.t Damen im Logenhc.m, Iostpstraße. Vortrag des. kam. choly- llber„Pol.zei und Republik". Erscheinen Pflicht. F->edr:ch.h.l-, 3. Sekt. 8 Ubr Situing bei Bomva, Poigtstr. 17. Prenzlauer Berg: Ab Dl., April, steht uns d« Sportplatz„Ginlame Pappel" jeden Dienstag zur Verfügung. Tic �intlTmnrrnflfinftiMi her ÄantcrabfdiQftcit OTÜfscn vol!zä!)slg erscheinen, b übt Ä kÄg: 8 5hr Abt.! 4 im Res.".Zur Lindes Hallesche- User 14. Abt 1 bps Rreindler �immcrstr. A). Abt.< bei SteiNig, Ale-�andrinenftr. 89. Bor'traa des Kam Pickcrt übet„Gesundheitswesen". Anwesenheit der An. gehäÄn«wünscht. Abt" 8 bei Fuhlbrügge, Ro"-lstr. 2». Abt. 10 be. Ä,..o l« D-essenbaäistr 54 Nächste Kreispollvers. Di„ d. 26. April. Vortrag de» Vo'lize oberst Äna'e Pont»-', 5-«ameradschast Karow mit den Untergruppen Bu»k°°z Blantendhra Karow und Buch:«itgliederverlanuniung in Buchtzo'.z. Gasthaus„An d« Panke". Vahnhosstraße, bei Pansegraiu Nachher g-mu...°:e- Beisammensein. Fahnen und Instrumente m.toriNg�. E) alieder Pflicht, kaulwifc: 8 Uhr in Lehmanns Fcstfalcn,«aif�-�ilhc.in- StcoÄ 29-- 31, Mital»Vers, mit Lichtbildervortrag:„Die Farben in Geschich« und?-,chwna. Tao sturmjahr'84ä" ko°:er°d. n aus Lichten�« und Steglitz mit ihren Angeher.gcn sind eingeladen.- Mittwoch.«.« v- t- Ritte, 3. Kameradschaft: 8 Uhr Stallschrciberstr. 29 de. Schulz. Res kam. kllter. 4. kam/radschalt: Blankenseld« Str 10 bei cchw-r,. Iugendzitg. Anmeldung zur Osterfahri nach Werbellinsce 5r.?,'bem"' Abt W mit Fahrkosten inkl. zweitägigen Nachtquart.ers 3 M. Kreuzberg.. Angehörigen bei Siedenlops, Muskai.er Str. 35. Portrag des 9. V. mann. Abt. 13 bei Eichholz. Cuormtr. A. Bortrag de« Kam. Düoel. Abt 14 bei Wienezi«». Reichenberger Str. 104. Vortrag des Kam. Perle über„.as Bürgerliche Gesetzbuch."_ B»ll»-Fenerbesiattung,p«ein, Roorftr. 4. Distrikt 8: Mitgliederversammlung am 7. April. 714 Uhr. bei Kupprath, Frankfurter Allee 2. Der ReiGsbund d« Kriegsbeschad gten.«riegsicilnehmer�u-d«riegerhinter. bliebenev, Ortsgruppe Neukölln. Gei'6)äftsstelle Neukölln, Donausw. vcr- anftaltet folaende Versammlungen in nächster Zeit: Montag, 4. A�n, 7 � Ugr, fflr bi- RoTil-?-. o in ii 12. 1.3. l4. 15 und 17 im Lokal Kukutsch, April, IVi Uhr, Zahlabend .U............„u,... H...|.31 L°-°l, Lausch. Sermann. straße 199. Referent H. Heinrich. Mittwoch. 6. April. 714 Uhr, Zahlab."d sür i O i X e-r____ n O:_ OaSaT l�rtiihrr». CF.fte Hodrecht» Eaalejtr. 5. Neferent ftam. Backhaus. Montag, 4. April, IV: Uhr, riahiaocnD für die Bezirke 16, 18. 19, 20, 21, 22, 23 und 24 im Lokal Lausch. Hermann. straße 199. Reiercnt H. Heinrich. Mittwoch. 6. April. 7>4 Uhr, 5abl0. Platz: 46, 14. 23: 10. Fern« liesen: Tullius. Baladin. Sirlehre. MarS, Prinzeß Fiobsinn, Camvanula. 4. Rinnen. 1. Jojo /Baich), 2. Schnreberg lJaekel), 3. Rlicknat lO. Schmidtl. Tolo: 99: 10. Platz: 33. 27. 18: 10. Ferner liefen: Pit. sieben. Rücksicht, Bolker, Heidjer, Kanradin, Jilderim, Frisjos. Anli pe, Ausklärung. Taiga. Ondina. ».Rennen. I. K li lMoritzV 2. Grand Moufleup(E. Lünebeiger), 3. Neulandns Gesicht schleudern lasten. Um sich davon zu befreien, unternimmt er eine waghalsige Fahrt zu einem gestrandeten Schiff, und nun kommt dramatisches Leben in die Handlung. Rosseherr«, von Angst und Vorwurf gequält, steigt mit dem Fremden ins Rettungsboot, um die gefährdete Hilfsmann- fchaft zu retten. Deigebens, sie scheint völlig verloren, und nur Dann wird noch lebend ans Land gespült. Wieder wird er von ihr angestachelt, das Rachewerk zu vollenden: ober dl« beiden Männer finden sich da draußen in den Klippen zu neuer Freundschaft. Der Fremde oerläßt die Insel. Den Rhythmus des Meeres, seine all, beberrschend« Gewalt hat Felner wunderbar getrosfen, auch die Bilder von Land und Leuten, eine Hochzeit und ein Kirchgong be- sonders, sind wohlaelungen. Aber das Durcheinander von Natur- symbolik und Menschenschicksal ist nicht immer erreicht. Beide ael-en oft äußerlich nebeneinander her. Eine Meisterleistung gibt Heinrich Geo-ge in seinem Dann. Da ist alles Kraft und Ur» würbsigkeit: alles strömt aus der Fülle. Es dauert lang«/ bis der Riese aus seiner Sckwerfäll'gkeit herouegerlsten wird zum Rache. entsckluß. Wie er halb trunken in einem immer wilder werdenden ?an-e sich dazu sieiae't, das ist eine Glanzleistung ohnegleichen, die sowobl dem Regisseur wie dem Darsteller Ehre macht. Rosse- h'rre ist Olga Tschechowa. bübsch, zierlich und verführerisch, aber dann auch zum Letz'en entschlossen. Aber sreilich, alles gibt sie nichl her, was in ihrer Rolle liegt. Der Gesamteindruck des Films, der noch durch die zum Teil mit menschlichen Stimmen arbeitend« Musik gesteigert wurde, ist schwer und lastend wie die düstere und wilde Natur, die darin ibren Ausdruck gefunden hat. D. ,ver Harem von Suchara." (Schauburg.) Nach dem revolutionären und dem historischen Film bekommen wir hier zum erstenmal einen reinen ethnographischen Spielsilm aus der Produktion der Goikino zu Gesicht. Die Russen haben eine eigene Expedition nach Buchara entsendet, um dort den Orient für den Film einzusangen. Es gelingt der Regie W i f k o w s k y s, Land und Leute in voller Naturwahrheit wiederzugeben, und uns mannig- fache Einblicke in das Leben des Orients zu gewähren. Sehr ein- drucksvoll wirkt die unermeßliche Wüste, der Troll der Kamele und der Galopp der staubumwirbelten Rosse bleibt im Gedächtnis, vor allem prägt sich die Architektur des Landes ein. Mächtig sind die gewaltigen Stadtmauern, die zum Teil schon zerfallen. Die Spielhandlung ist etwas mager: der alte gerechte Emir wird seinem gewalttätigen Sohn gegenübergestellt, der seine Untertanen bedrückt, vergewaltigt und unter Umständen von dem hohen Minarett des Todes herabstürzen läßt. Er bemächtigt sich durch Raub der schönen Prinzessin Dschemal von Ehiwa, die für den Sohn des Großvezirs von Ehiwa, Sadik, bestimmt war, und inzwischen allerlei Abenteuer in der Wüste erlebt hatte, wo sie von einem Räuber gefangen genommen wurde. Dschemal wird dem Harem des Emir-Sohnes em- verleibt, und wir haben so Gelegenheit, einen Harem und seine Ge- bräuche kennenzulernen. Leider sind diese Innenbilder nicht mit der technischen Dollendung, besonders der Beleuchtung geschaffen. wie wir sie heute gewohnt sind.(Der Film stammt offenbar aus früheren Zeiten.) Dschemal weiß durch ihre Dienerin den allen Emir für sich zu gewinnen, aber er wird von seinem� eigenen Sohn getötet, der nun nicht zaudert, Dschemal als Mörderin gefangenzu- setzen. Natürlich wird zu guter Letzt die Prinzessin durch Sadik befreit. Der Tyrann wird getötet und Sadik zum Herrn von Buchara ausgerufen. Die darstellerischen Leistungen erheben sich nicht über die' eines Durchschnittsfilms. Das Beste am Film sind die Massenszenen, besonders bei der Einnahme der Stadt durch die Ehiwatruppen. Gcsamteindruck: die nicht im Orient gedrehten Filme können spannender sein und mehr Phantasiereize gewähren als die nach der Natur gearbeiteten. Voran ging ein interessanter Film der Deutschen Spitz- bergen-Expedition, die mit Faltboot und Schlitten Auf- nahmen im Lande des ewigen Eises machte. r.. �Walpurgisnacht." (Emelkapalast.) Der Deutsch« Bund Heimatschutz will die Freude an der deutschen Landschaft in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit wecken und steigern, und zum Erwandern ihrer Schönheiten anregen. Um aber die Monotonie einer bloßen Aneinanderreihung von Land- schastsbildern zu meiden, hat er durch Eva L i n d n e r und Armin Petersen eine Spielhandlung erfinden lassen, die Spannung und Zusammenhang hineinbringt und durch ihren märchenhaften Cha- rakter auch an sich Interesse gewährt. Ein junger Bankbeamter geht in seinen Ferien auf die Wanderung. Aber er sieht nicht die Landschaft, weil er erfüllt sst von dem Streben nach Reichtum und Macht, das der Anblick einer faszinierenden Schönheit in ihm er- weckt hat. Do trifft er ein sunges blondes Mädel und fragt es, wie er die Welt erobern kann. Es erklärt ihn für behext. Es ist gerade Walpurgisnacht, und so taucht es sein Gesicht in den Bach, um ihm die Verblendung herouszuwaschcn. In diesen Sekunden sieht der junge Mann ein ganzes Schicksal sich abrollen. Zwei Frauen kämpfen um ihn: das deutsche Märchen, eben das. blonde Mädchen, und die Hexe Frau Welt, iene verführerische Frau, die es ihm angetan hat. Diese Kämpf« führen durch ganz Deutschland und geben so Gelegenheit, die schönsten deutschen Landschaften vor uns auszubreiten und du�h den romantischen Zauber der Märchen- Handlung zu beleben. Besonders wirksam sind die Bilder aus Obef* bayern. vom Königssee und dann vom Rhein. Frau Welt siegt und macht den Jüngling zum reichen Industrieherren im Nheiiilande. Aber sie stiehlt ihm sein Herz dabei, und er kann es erst wieder- gewinnen durch den Ovfertod seines getreuen Märchens, das ihn in der Walpurgisnacht erlöst. Nun hat er die Sehnsucht nach Einfach- h«tt und Natürlichkeit wieder in sich und ist reif zur Wanderung in deutschen Gauen. In diesem Augenblick erwacht er aus seiner Vision und setzt Min seine Wanderung mit ganz anderen Augen an der Seite des frischen Mädels fort. Die Gefahr, zu viele und einander kontrastierend« Landschafts- bilder zu sehen, ist nicht ganz vermieden, und auch nicht die andere, daß manches zu flüchtig vorüberhuscht. Vivian G i b f o n und Evelyn Holt verkörpern die beiden Frauentypen, die dämonische Verführerin und das reine aufopfernd« Mädchen, ausgezeichnet. Der junge Mann des Gert Briese bleibt dagegen etwas farblos. Vor- trefflich die Leistung des Diedrich U l p ss als Zwerg. James Bauer versucht als Regisseur beiden Wetten, sosowhl der des Märchens wie der Landschaft, aerecht zu werden, im ganzen mit gutem Gelingen, wenn schließlich auch der Auswand etwas stark erscheint, der gemacht wird, um Landschaftsbilder in einen Rahmen zu passen._ D. E!n ,öeethoven''-5ilm. (Phöbuspalast.) Auch der Film hat Beethoven bei der Wiederkehr seines hundertsten Todestages ehren wollen. Freilich die höchste Ehre, die er ihm hätte erweisen können, die Uebersetzung eines seiner großen Sinfonien ins Bildhafte, mußte er ihm schuldig t leiben. Heut« kann das noch kein Regisseur, aber vielleicht wird der Tag doch erscheinen, da der Film sich an solche Ausgaben heraMraut. So begnügte sich der Regisseur Hans Otto, wichtige Daten aus Beethovens Leben aneinanderzureihen, um auch für den, der es nicht kennt, wenigstens eine Illustration zu bieten. Der junge Beethoven in Bonn, der um seine Jugend geprellt wird, Beethovens Zusammentreffen niil Haydn, seine Ankunft in Wien, seine Beziehungen zum Fürsten Lichnowski, zwei Liebesepisoden mit Giulietta Guiccard, und Therese von Brunswick, Beethoven und sein Nesse Karl, die Ertaubung und der Tod sind ungefähr die wichtigsten Kapitel aus seiner Lebens- g«schichte, die hier wiedergegeben werden. Das innere Leben, diese heroischen Kämpfe, diese weltweiten Gefühle, all das blieb dem Film versagt. Beethoven, der Freiheitsfreund, wird uns nur in einem Bilde gezeigt: wenn er den Namen Bonaparte von dem Titel- blatt seiner„Eroica" fortstreicht. Ein paarmal werden wir wirklich ergriffen, so wenn der schon taube Beethoven vergeblich seinen- „Fidelio zu dirigieren versucht. Für die Statur und die Maske bot Kortner die besten Voraussetzungen. Wer jeder von uns' trägt seinen eigenen Beethoven in sich, und so war es unvermeidlich, daß manchmal Augen- oder Mundbewegung sich nicht mit ünserem Beethoven deckten, so glänzend im ganzen die Aufgabe gelöst wurde. Von den übrigen Darstellern ist nicht viel zu sagen. Lilian Gray und Dely D r e x l e n blieben in den beiden Frauenrollen ziemlich farblos. Auch das Milieu des damaligen Wien wurde nicht recht lebendig. Um so besser gelang die Aufnahme Beethovens im Walde. Die Musik wußte sich mit Beethovenjchen Motiven dem Gang der Handlung oortresflich anzupassen. r� ,Vke Jornille ohne Moral." (Emelkapalast.) Wiener Filme mit aktelanger Schwärmerei von der lustigen Stadt und den in ihr wohnenden herzigen Mädeln sind in Massen aus uns losgelassen werden, daher war es sehr angebracht, einen echten Wiener Film zu zeigen, der ein anderes Thema behandelt. Es erzählt von einer Mutter, deren Lebensunterhalt durch die Schönheit ihrer Töchter bestritten wird. Zwei Töchter sehen es als Lebens- ausgäbe an, Verehrer zu haben, die dritte gibt ihre Unschuld erst vreis, um ihren Bruder, der Unterschlagungen gemocht hat, zu retten. Und diese Lille wird belohnt, sie bekommt den Sohn einer Hofrats- wttwe, sie rettet sich also in die satte Bürgerlichkeit. Max N e u j e l d hat eine beachtenswerte persönliche Note in seiner Regie. Mit einer nahezu frechen Bissigkeit schildert er diese verllidertc FarnUie. An unendlich vielen Kleinigkeiten sieht man es: keine dieser Frauen saßt jemals eine Nähnadel an. Drastisch ist der Geburtstag der Mutler in Bilder gefaßt: ein Verehrer deckt den Tisch, das Tischtuch hat große Löcher: doch, was macht's, man verdeckt die Schäden/indem man Zuckertopf und Kaffeekanne hinausstellt. Die Darsteller Mizzi G r i e b l, Daisy Holms, Carmen Cartellieri, Colette Brettl, Paul Hartmann und Hermann Thimig gingen bereitwilligst auf die Ideen des Regisseurs ein. Dennoch, durch diesen Film geht ein Riß: einmal hat Neufeld eine Lust an der Schilderung aus Ernsthaftigkeit heraus, ein andermal, bei der saust- dicken Sentimentalität der„wahren Liebcsgeschichte", betont er nicht nur im Manuskript, sondem auch rein filmisch den Willen zum Kitsch.«. b. Settage Ses vorwärts „Einer gegen fllle." (Moebus-Palast.) Autos werden in voller Fahrt aufgehalten und ausgestemmt. Sprünge über ungeheuer tiefe Abgründe bedeuten eine Kleinigkeit, und einen Ringkampf mit Bären und Wölfen erledigt Carlo Aldini ganz nebenbei. Man soll sich nicht über Bagatellen auf» regen. Gut, man geht-ebcn nach Alaska und wird Goldgräber, wenn der Herr Papa Schwierigkeiten macht und keinen Sinn für die extra- vagante Seele des Söhnchens hat. Daß man auf eine reiche Goldader stößt, braucht überhaupt nicht erwähnt zu werden. Aber dann be- ginnen erst die Schwierigkeiten. Aldini wird von der Polizei wegen Mordverdachtes verfolgt. Verwechslungen häufen sich, bis sich alles in Wohlgefallen auflöst und Carlo Aldini, nachdem er noch einen hochqualifizierten Ringkampf auf dem Flügel eines Flugzeugs ge- liefert hat, endlich die blonde Unschuld als trautes Eheweib heim- führen darf, zwiefach von gerührten Vätern gesegnet. Man kennt diese Vorgänge van Albertini, Maciste und Harry Piel her, diesen muskelvirtuosen Filmhelden, die bald berscrkerhaft schäumen und bald Muster unaufdringlicher Weltmännlichkeit vorstellen. Aldini ist mehr inuslelvirtuos als mondän, er verfügt nicht über die beherrschte Selbstverständlichkeit eines Harry Piel, sich im Augenblick der höchsten Gefahr umständlich eine Zigarette anzuzünden, er entspricht weniger dem Kleinmädchenideal des Elegants, der allen Lagen ge- wachsen ist, Aldini benimmt sich wald- und wiesenhafter, jungen- mäßiger, Heller, er stammt eher aus einem abenteuerlichen Knaben- buch. Um ihn aber geschieht schlimmes. Eine junge Dame mit Namen Maria Mindszenty versteht nichts weiter, als rührend blond auszusehen, Karl Auen ist ganz großes Format in billiger Finsterlingsdämonie, und Ruth Weyher, jeder Regie entsprungen, errtfeffelt sich in Salomegelüsten, verbunden mit einem Schuß goldenen Herzens, das still im Verborgenen blüht. Herr Falken- b e r g dagegen begnügt sich mit einer intriganten Haltung, die aber nicht völlig von Gemüt. frei ist. Einzig S t e i n r ü ck gibt mehr, er zeigt beinahe die llinische Studie eines erblindeten und schlag- flüssigen Mannes. Die Regie Nunzio Malasommas weiß einem hergebrachten Schema kaum etwas Neues hinzuzufügen, aber sie bringt Tempo, die notwendigste Voraussetzung für diese Art wilder Abenteuerlichkeiten._— t, „Stolzenfels am Rhein." (Primuspalast.) Hier schlagen wieder einmal prachtvolle Männerherzen, hier fühll man preußisches Schrot und Korn. Ein zartes Frauengemüt aus der Atmosphäre deutschnationaler Fraucnoereine hat das Manu- skript versaßt, das sich mit dem russischen Feldzug Napoleons aus- einandersetzt. Von Stolzenfels und vom Rhein ist fönst weiter nichts zu sehen. Neben der verunglückten russischen Erpedition interessiert sich die Verfasserin für die Liebe eines adligen Majors zu einem blondzöpfigen Wirtstöchterchen, die harmonisch mit einer Hochzeit abschließt, trotzdem auch im Pathos der Befreiungskriege diese Misch- ehen selten waren. Selbstverständlich hat das brave Mädel viel unter den Nachstellungen der bösen Franzosen zu leiden. Beinahe wird die liebe Kleine als Spionin erschossen, aber nach der„Im- letzten-Augenblick"-Methode erscheint dann der rettende Engel. Und die Hochzeit findet in der Nacht des Rhcinüberganges statt, damit der alle Vater Blücher noch Zell findet, bei dieser Gelegenheit eins tüchtig zu hsben und-dem Film einen Begeisterungsstu-m zücsichern. Die Regie hält mll dem Manuskript das gleiche Niveau. Richard Üoewcnbein baut ein appetitlich-zuckriges Moskau auf und läßt dort ein paar Statisten Parade spielen. Dann stellt er«in lebendes Bild nach dem Gemälde des russischen Schlachtenmalers Werescht- schagin.- Steht dort aber Napoleon in der Pose eines großen Schau- jpiclers,' so begnügt er sich hier mit dem finsteren Aussehen eines Heldentenors, der verzweifelt mit der Höhenlage kämpft. Ueber- Haupt ist dieser Napoleon ein einziges Unglück wie auch Murat und der Genexalstob.. Nur bei Luis Ralph reicht es zu einer glaub- würdigen Gestallung. Die Preußen kommen besser weg. Carl d e V o g t ist berzhaft gestrafft, W i n t e r st e i n spielt einen biederen Wirt, und bei Blücher bewundert man den Friseur. Die beiden rheinischen Mädchen mit dem Herz in der rechten Gartenlaube be- gnügen sich bei Grete R e i n w a l d und Maria Mindzenty mit einem blonden Aussebrn, Da? Manuskript ist undiskutierbar, die Regie verliert sich völlig in Kleinigkeiten, die Schauspieler bleiben in der'Schablone. Tiefer kann kaum der blaublümchengeschmückte patriotische Film sinken.____ F. S. Zwei neue Cecil-S.-öe-Mili-�ilrne. (Tauentzienpalast.) Cecil B. de Mille und Rod la Riique, beide haben sie wohlverdienten Weltruf, der eine als Regisseur, der andere als Darstellet/ Im Film„Der rote Piro t" sieht man beide ver- eint, um eine Sensationsgroteske zu schaffen. Alles ist ihnen geglückt, die Zusammenarbeit, die Sensation und die Groteske. Das Manuskript ist so rein filmisch, so auf Tempo und so auf Situations- komik angelegt, daß es außerhalb der Erzählungsmöglichkeit liegt. Verraten sei nur. daß Rod la Roque der verwegene Urahne einer wilden Piratenfamilie ist, der sich regelrecht und für die Zuschauer sehr belustigend durchs Leben habt. Der edle junge Mann ist bis auf die Badehose gepfändet, dennoch erringt er das reizendste junge Mädchen, das man sich denken kann. Cecil B. de Mille hat Einfälle über Einfälle. Sie bewähren sich in den schwierigsten Situationen, und sie lasse» ihn auch nicht im Slich, als das glückliche Brautpaar im führerlosen Automobil eine Fahrt durchs Gebirge macht. Dabei verulkt er das Publikum: immer, wenn es auf diese oder jene Lösung vorbereitet ist, kommt eine neue Verwicklung. Cecil B. de Mille fühll sich so jchr Herr der Masse, daß er mit ihr glänzen muß. Diesmal setzt er mit ganz grimmigem Humor die Massen ein, er bietet die See- und Luftstreitkräfte und das Landhecr der Vereiniglen Staaten auf, damit er den roten Piraten doch nicht zur Strecke bringt. Rod la Roque spielt den Piraten in schöner, handfester Männlichkeit. Wer lachen will, kann lachen. „Ja, der Sonnenschein" erzählt die Geschichte eines kleinen Mädels, das seinen Weg von einer Mixed-Pickles-Fabrik in das Paradies geht, d. h. als Ehefrau in den Armen eine? reichen Theaterbefitzeis landet. Es ist ein Revue-Film, in dem Cecil B. de Mille Vera Reynolds in all ihrem Können zeigt und zudem in viele» Kleinigkeiten nichts unbeachtet läßt, was dem Publikum gefällt. e. b. Staats-Theater Opern tinua a. Platz d.Republ. 8; Cavallcr. rusti- cana— Bajazio 5chausplelhaua ZVjUhr; Napoleon 8 u.: Ein böserer Herr Schiller« Theater 8 Uhr; Kilian »w Opei Churlottenburg Wlt Uhr; VinMstiiEtSeelz 8 Uhr: Abqnn.-Tumm III. OeDlsciies Theater Norden 10334—-37 8 U. Ende II U. Der Arzl am smeideweD Norden 10334—37 8 Uhr; Ende lOUhr Toni l)ie Komödie BismarcK 2414. 73 If 8 Uhr, Ende 10'/, U. Mannequins Thoat. a.Ilollendor[pl. Kurfürst 2091 8 Uhr; Drei arma kleine Weis Opirtllr»oh Wilter Kollo Walhalla- Tbeai. 8",. Wiiolitriiwig 19/20 Die von der Liebe leben! Ein Iplol dn Ubons für iM lidi nllo Uolo Ii 4 Utn Sonntag 1 Voralellungon nachm. 4 u. abends 8k,« Uhr. loiondlitbi loinon litrilt I Zentral- Thealar CASINO-THEATERs Uhr Nor nodi bis 14. Aprlll Familie Habenichts I Ab 1 6. April: Eine neue lästige Posse« Gutschein; Faut 1 Mk., Sessel 1,50 Mk Wa II ner- Theater I, Uhr Der Operetteneriolg 8', Uhr (Usse Ji Nacht Sonntag nachm. 3'/, zu kleinen Preisen: Der Herr Senalori Täglich 8 Uhr; Oer blonde Zigenner ÜOITOtle roll(dortio Knool lilotwooo. Hltla, Holniidi, Bild, Killion.». Otlou Hoss-7heater 4 Uhr; Robinson SV« Uhr: Die beiden K achSinailen fnaabn-Theaief 8 Uhr: Max Adalbert in»Müller«" Nollendorl 7300 8 Uhr VariBtP- Neuheiten! Sonnibondi o. IoodIki 2 Vorstellungen ä« und 8 Uhr, 3» zu ermäßigt. Preisend. ganze Programm Volks büh ne Tb. am Sdriffbaoerdanm 8 Uhr Tragödie der Liebe. IbeBler am Bülowplatz 3 Uhr: Judith 8 Uhr Gewitter Uber Gollland Morgen 8 Uhr; Gewitter Ober Gcltland 3'/, Uhr; Der eelilte 1 Komische Oper[ Allabendlich SV« Uhr: bänden der Welt Die weltstädtische I James- Klein» Revuel | äoanlago naebm. t Kind bell bei halben Prciaen. | Tbulirkiuo ob 10 Uhr uoogUibmdao goäftnel.| r- ERIK CKARELL BRINGT—i AitredüranD, Camilla Spira: Tagt, h Uhr. tonnta uAcbui. L übi ungekürzt zu halben Preisen Urn**es Hchnn.'iplelViau«! fAUENTZlEN' PA LAST SÖerrafe IPiTddt EINELUSTIGE SiERKUBEREI fNOEM ROMAN EINES KLEINEN -REVUE'M'AtDELS Ja, der Sonnen Schein A/che Reichshallen-Theater Allabendlich 8 U lonotigi nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger (Meysel, Britton, Steldl usw.) Nachmittags: Hat De Preise, Volle* Programm Dönhoff- BreltMa OroBca Prfihltng.fe.t Hin nlttinndtn voo 5IOtin dekorioit ÜFAvonHEUI UFA-PALAST Woobuligi l«■ 1" Sooinb.uSonnl.S. 2.9« 6L0RIAPALAST WocBuligi 1 1. i* iowub.i.So>st. 9,2,9« itÜRFliRsfEHÖÄMM Wochontogi 2). 9« lonnot utosit 9.7.9« MOZARTSAAL Woohsalags 2, I SoBflih. u Sonr.t, 6, 7,9 UFA-PAVILLON Wocbonliet d, 9 ior.otb. 0 Sonst. Z,9. 9 ■«••»••fe»»»»»»»«#»» K1MMEHLIC0TSPIEU Wocbest. 73, last. 9,7,9 FRIEDRICHSTR. äocbisl 2,9. Siat. 3,2,9 SCHONEBERG 4oobint.2.9.Ssnt. 3,2,9 TURMSTRASSE «BCMst23.Ssst. 9,2,9 X0HI6STA0T äocbsal. 2,9. Jost 9.2.9 ALEXANOERPL. «1(1111.2.9. Sali. 9.2.9 »,»»»,»»»»a»O»» WEINBERGSWEG «loaaat 23 Saal a./t FRIEDRICHSHAIN «ocaeat. 2,1. Saal 2, 9 Letzter Tag! Xanla Dasm In Durchlaucht Radieschen langt öerci spricht zu Abu liarküb Ezpedltlonsfltm Jugendl. habea 2utrltt! Pela Ncgrl Wie ward« iah tn.inc Frau los? Madv Chrxtlana la Jugandl. habea Zutritt! 13. Wooh« Metropolis Ente Venlall iraibB.Pr Ellen Richter Kopf hoch, Charly i Liane Haid Die CierdssfOrstln Liane Haid Die CzardasfUrstln Buster Keaton der Boxer Jugendl. haben Zutritt! Potsdam Qaa Sohlokaal Sinei Ret, dam Buster Keaton dar Boxer iagsadl. babea Zutritt! Ellen Richter Kopf hoch, Charly! softeriteatoi mder Boxer m Moana,g.Sohi dJAdiat lugaaul. babu Zatrltt! WH— Wiederliolung! DBÄHiA-Taubenslr. 4.. 10., 12., 13., 14., 16.. 18., 20. AprU abends 7 Uhr, außerdem 13.» 16., 18. April, abend* 9 Uhr s Filmvortrag des Schriflsleltcrs Dr. Justus SdunideL Berlin Verfasser der»Harten Schule" aus amerikanisch. Erinnerungen»Durch Rußland». Persleo" usw. Das unerschiossene Kanada Von der LandwtrtschnlL dem Elschrelchtum, den Urwäldern, rem Ooldsuchen und Jagen von Pelztieren usw. Karlenvorverkaut: Uranla-Kass«. Theaterkasse, Werthelm, Invelldendank. Näheres siehe auch Plakate. Theater im Admlraispalast - vir.! Hermen Haller- llägl.SVoUhr. Heufei Sonntag, d. 3. er., nachm. 3 Uhrl Die ganze Vorstellung in derl Original-Abend-Besetzung zul halben Preisen Der große Erfolg: Vlvelalemme! (»Hoch die Fraul") Gesamt-Qastspiel Palacc-Thcater, Paris j Die {erste Interaatloaak| REVUE der\ Star" \Attraktionen\ ieiropbi-'Theat. Täglich 8 Uhr: Zlrküsiirlniesiln Ttuula Theas er 8 Uhr; Der mnflöe Seefahrer I Revue In 2 Akten, 33 Bildern| 1 1200 Kostümen, 100 MitwirK.I Eintet Carien Rau"■ itn»o: Enwa». I tattet Pr�jcj Arbeiter. Angestellte. Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co1* Karlshorsi, Deutsches Haus Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthaus Breltestraße 34 Jeden Mittwoch Cöpenick, Stadttheater Friearlchstr.O Jeden Freitag u. Sonntag T eael, Vereinshaus(Hamnseck) Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Notatand..Varlatd.Kommlaalon der Intern. Artisten. Loge B. V Sonntag, d. 3. April 1927 na dun.»>/, Uhr Berliner IJIh-TrlO Neukölln, w uiuutr.Tt/Tt1 Der Aufbau Kontradiktorische Vortragsabende veranstaltet von der Oesellschaft der Freunde der Soziallstischen Monatshefte. 1. Abend Montag, den 4. April 1927, pünktlich 8 Uhr, Im Sitzungssaal des Reichswirtschaftsrais, Bellevuestr. 13: Die Idee des Rechtssteatee und dos Rechtsschutzes In der deutschen Republik. Nach einem Referat Wolfgang Heines findet eine Aussprache zwischen Rednern aus verschiedenen politischen Parteien und Anschauungskrelsen statt, die sich über das Qesamtgebiet der deutschen Innen- und Kulturpolitik erstrecken wird. In der Rednerlitte sind b'sher vorgemerkt: Carl Severing. Ministerialdirektor Dr. C. Falck, Professor Dr. Friedrich Dessauer(M. d. R.), Professor Dr. Ludwig Bergsträsscr(M. d. R.), Dr. Ernst Meyer(Preußischer Staatsrat), Dr. Karl Misch und andere. >nxU>b»-.ili>lM Th.Kttnlgurätz. St. Hasenheide 2110 Morgen»um letzten(30.) Male: 8 Uhr; F.lltabeth Hergncr Dienstag 7v, Uhr ErtiaurfObrung OiBSdinley.üznatti HomemenfuiD« Norden 6304 8 Uhr; Das zvcllf leben fiibtrü, Cbriitiiu. Miinhiid, tibi PhUhumionle 7'- Uhr; KONZERT des Philharm. Orch l Dirlg.Prol.J.Prflwer i ;iimbti|-B9iiiai nts. KUnstlcr-Th Bidurd Tnbn. Bits Oiwj 8»er larewliteh Lesslng-theaier SU.: Der Patriot «KMIf. ÜXlS» f lustspleihaut 8'f, Uhr: Ol'dl Tnitlnh» iRorta-tinJ! iGGOGOOS AUSSTELUII1C MUENCHEN 18 2 7 DAS SAYER- HANDWERK MdieieiallaMEi-Maml Für Mc rtttragsjahlung Ift bas •Buttau vom 13. April ab nurniMt Frrilaq» unb Monieg. bis 7 U'oc aberbt ßtäflnrt. An aßm übrigen Zagen, auch Sonn abtnbe, werben btt Sucraucdumi um Uhr gefd)lo(Ten. »"'nn! BeitiepstiKe haupkgruppeVl, Untergr. IS/lg DIenalagl, de« 3.«tpell, abauhe im SimntecZS bco Oevbi Hause» Ginlcnnv. 83 95 Versammlung Zaar.orbnung t Sctidit non brr Btlrlrbstätelonlrrmj am 27 März 1927. 2 Freit Aussprecht. S. Verschirbrnta. fditnng! VerlllivevSlllle»liilmli! Inlerieren bringt BRFOLQ An* de» Ayril�Nsosrsülb'i'swiG*®« Cintralmunijtrtltor En'ck lötihtr mit großen) Sympkonia-OreiwUr T annkäu$*r-0 uvertür» BcuU-Nr, G*08434 83 E ydeiern* Tins» gwplalt to« Jas Kapelle, Bemard Etti/ Gabriel Formiggini Künstler'OrtJutUr Tino Valeria Fantaada an*„Bajtxio" Owrortfire an»Saujiramw** Flotts yfärsche geni.lt vom VOX-Orofco�or/ Blw-Orokmter im OWmunkmelrter. a. D, Adoli Boekor/ KapolU du IsF.-Reg- IQ, 9 W.itara Naman Je, X p ril• P r o gr t m m et Ha. B. kling. Bariton/ Mut Kottnar, Tenor/ Karl Blum*. Lieder nur Lata Robart Koppel, Bariton/ Romiaebcr Ko.abon-Cbor mit Domra-Kapelle Boulanger-Trio, Goorgca Boulanger mit Klarierkegleitung VOX-Musikinstrumente und-Musikplatfen sind wertvolle unvergängliche Festgeschenke VOX-Hau. G.m.kH Bcrlia Wf, Pot»4sm«r Strohe 4 ♦ Stcgliu, ScUol?»traÄc 54 CkarlottMlmr�s WüHelmplat». Eck« ScKarrenwtrei?« f Grippel Hoben SleBesdiwcrdcn? Alle Sribta ble mit bem Sioffwrchf.I zu» (ammrnbängrn(mit SUerMcfdltlnungtn. Vclarlenneetallana,(Sicht. Mbeuma. ntrobl« Brich», eben, Aarpulrnz, ÜRagtn., BatmhSningin usw.)«ttb. gehtiU sbrt gtbiffnt durch eint Reilos ünoblandbüer. ®ie(e# altbewährt e. natürlich» Bau.mlftrl Hai nach flml(d)»n ffot'dmngsitgebnlfTrn bt« günfltgflen Erfolge trgtben Ru haben in den Mpo.hafec(Dcoerrlen), bestimmt: CSeneral.Cepet, Anbrcaa-Stpolhctc. Berlin O- IT,«nbteosflt. 13, ffetnfpt Äbni#(L 2789. Sathatn Sla OraWfghtiflcnl dass Jeder«eftfiy nur 3-Mkwödifl.7ei/z OPEL leisten kann Warum 2. SO wöchentlich Fahrgeld bezahlen? SHERLOCK-OES. m.b.H. NSA-Hoekeseher Mark»» Z» T*! NonJardW"« Am»INmoch, ben S. ttpcll, finden in ben brtannten Botalen ble Bezirki-VEitraueDiminDerkoofereDieo (tott— Ohne Lrgltimalwn.farfe unb Mttgllcb.bud) lein Sutritt. (Diejenigen Btrtrnutn.Irutr, welche in der Segel dir»fzin.lonfetenzen nichi besuchen. I andern nur in b r Branchen- loinerenz-n gehen, müfien, sawei; r» noch nich: grschrbrn ist, fich ihre Rarlr in der Stiirf.tonseienz vom Sezlcfeleittc geben lassen. In her Bezirk.fonferenz hte 5. unb 7. Bezirf. bält Roürge R 8 h n, Direflor bet SJeufbünet Ott.frontenfosTe einen Bortrag übet..Dt» Leistung in den RrauIenZass«» nach 1918". vte vrtaoaemaldnng Ah I. Ap, II d. J. befind»! sich mein Bureau Boriüi t 14, Alle lanoDstraee 82 Telephon Merkur 8130 S. Hamburger Bedusanwoli nna Molar. Damen-Mäntel direkt ab Fabrik SCHMECHEl fiipsstrafielMGiTnppi SklJru es Kein Laden os Im Dluie liegen fön all« ftrankbtllen. unb schlechte Säst» im Dlul Unb ble»ninburlache vi»l,r Ctlbtn, ber Slofi» w«chl»l»rf>rank»ng«n unb b«r«n b8I»n Folgen, Daher rttnlgf ttu»r Blut gründlich mit«»Ichet» 3lDacholb»r»riraKI.wedle»", einem nafürhch»* IStUÄoff.ber bat Blut von schädlichen Säuren unb Ablagerungen bereit. In Apolh. u.(Drogh. erbSÜl. jedoch oerbürgl»cht nur in vriginalsmiungex ber Firma DUvRelcheL Berlin SO SS. Wobig» merkt,»der nur solchen und keinen sallchen. beiut Nicht tut's Wacholder so und so,