Nr. 162 ♦ 4».?ahrg. fiusgade A Nr. S2 Bezugspreis. WöS'iiUi»?« Lscnnt». monatlich S,- Ztcilvsmaik varaxs»ahldar. Unter krcujdand iür DeiUkchianI», Z>ai-�ia> Saar» und Mrmetardiei. Cetoei* Litauen. Lurembur» 4 50 Rtichomail. für da, libtiai Äudland 5,30 Zicillismarl uro Mona:. Der..LorwSr!,� mit der illustrier« ten Sonntagsdrila?«.Volt und fitil* towie den Beilagen„Unterdaltun, uno Msien".„Au, der isiimmel!". „itrauenslimme"..Der stindcr- sceund"...Iugend»D°rwZr<»� und .Blict in die Bihderweit� erscheint wochcniäglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Telearamm-Adreste: „Soziolderaotrot Berlin"" Morgenausgabe r G Vevlinev Volksblatt (10 pk«nn>») Anzeigenpreise: Die«tnlvaltig« Rdnvureille« »eile 50 Pfennig. ReNome»»ile h.~ Reichsmark..»leine Noeeig»»" das lettaedruckte Wart 13 Pfennig truläflia»wei fettgedruckte»ort«), iede» weiter» Wart t? Pfennig. Stevenaeluche da» erst» Wart 15 Pfrnnia. iede« weiter» Wart Zd Pfennia. Wart« Uder 13 Buch- ttaden»iidle» fstr«wei Wart«.. Ardeitsmarkt Reil« 60 Pfenni». Kamilienaneeiaen kstr Pbonnente» »eil««Z Pfenni«, «««igen fstr die nichste Rümmer mststen dl» iVs Udr»achmtttaas im SauvtaefchSfl. Berlin SP 68. Linden. strasteZ. odqegeden werden. SeSiknet »an 8't, Udr friid big 3 Udr nachm. �entralorgan der Sozialdemokrat» Pchen parte» Deutfchlanda Reüaktion und Verlag: S erlin EW. 6$, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Mittwoch, den 6. April 1927 vorwärts-verlag G.m.b.K., Serlin SW. öS, Lindenstr.Z Bostlcheckkonta: Berlin»? 5Zg— B»»n»»l»! Bant de» Nrbeite». tinge stell,» und Beamten,«allitr.«5! Di,t»nio-S>elel>lch«ll. De»» fitentaste stindenftr.». Sie englische Zuchchausvorlage. Proteststurm der Arbeiterschaft. eondvo. 5. April. lEigener vrohtberlcht.)" Der r-xl de, Geschenlwurses gegen die Gewerkschafken hat in der gesamten briii. schen Arbeikerbewegung ungeheure Entrüstung erregt. Der Dienstag war von Sitzungen sämtlicher leitender Körperschaften der Arbeiterpartei und der Gewerkschaften ausgefüllt, in denen der Kampf gegen diesen Gesetzentwurf beraten wurde. Zunächst trat die Fraktion der Arbeiterpartei unter Vorsitz Macdonalds zusammen und bcschloh nach mehrstündiger Beratung, in welcher sich völlige Aebereinstlmmung der Fraktion in allen punkten ergab, das Gesetz Zeile für Zeile mit allen parlamentarische« Mittel« zn be« kämpfen. Wie einer der parlamentarischen Zührer der Arbeiter- Partei Zhrcm Korrespondenten sogt, kann er sich in seiner langen parlamentarischen praxi« keiner Gelegenheit erinnern, in welcher unker den Mitgliedern der Arbeiterfraktioo eine derartige Entrüstung wie über den gegenwärtigen Gesetzentwurf geherrscht hat. Samt- lichc Zührer der Arbeiterschaft haben sich ln Erklärungen gegen da» Gesetz ausgesprochen, wobei dleübcrausscharfe Spracheder gcmähigleu Führer, wie Macdonald, henderson und Elynes, aüfsällt. Am Nachmittag hat eine gemeinsame Sitzung der Arbeiter- parket und der Gewerkschaften eine Entschließung angenommen, die den Gesehentwurs als einen bemühten Angriff auf die Arbeiterschaft, diktiert vom Slassenhah gegen die Arbeiterorganisationen bezeichnet. E» wird insbesondere daraus hiugewlesen, daß das Gesetz zwar das Streikrecht der Arbellerschaft in eutscheidende« Punkte« eindämme, hingegen dem Unternehmertum volle Freiheit in ollem laste. Der Gcneralrat der Gewerkschaften hat am Dienstag die Vorbereitungen zum Kampfe gegen den Gesetz- entwurs getroffen, welcher nach dem„Daily herald" den g r ö h t e n und intensivsten Agilalionsfeldzug darstellen wird. den die Geschichte der britischen Arbeiterschaft kennt. wie die konservativen Abendblätter melden, steht die gesamte konservative FraktiougeschlossenhinterVoldwin. Die liberale Fraktion, die in der Zkacht zum Dienstag eine Sitzung abhielt, um sich über die Stellungnahm« der Port«! zu cnt- scheiden, dürft« sich gegen den Gesehentwurs aussprechen. Slutiger Terror in Litauen. wcnosse Mclamed erschossen! K o m n o, S. April.(WTV.) von den drei am Sonnabend zum Tode verurteilten ist Melamed erschossen worden, die beiden anderen sind begnadigt worden. Die für Mittwoch von den volkssoziallfleu beantrag!« Sonder. s i h u n g des Sejm ist abgelehnt worden, well Sondersitzungen nur in den Ferien stattfinden können. Zu der Verhaftung des volkssozialistlschen Sejmabg. Dr. pa. f a n j i s erfährt der christlich�»emokratijche.Rytas", daß der Ab- geordnete beschuldigt wird, der oberste Organisator eines bewaffneten Aufstande» gegen die bestehende Regierung zu sein. Behauptungen der Putschrcgierung. Memel, Z. April.(WT55.) Wie der Kpwnoer Vertreter des „Memeler Dampfbootes" berichtet, gab das litauische Außenministe- rmm heute vormittag über die Verhaftung des oolkssozialiftifchen Abg. Dr. P a j a u j i s einen Bericht aus. der u. a. besagt: Anfang März hat die politisch« Polizei«ine Organisation entdeckt, die sich zum Ziele gesetzt hatte, die bestehende Regierung zu stürzen und an ihr« Stelle«ine sozialdemokratisch-volkssozia- l i st i s ch e Regierung zu setzen. Es gelang, die an der Verschwörung bereiligten Personen zu ermitteln. Die Haupträdelssührer, darunter Sesmobgeordneter Pajaujis, wurden oerhastet. Einige der Fest, genommenen sind dem Kreisseldgericht übergeben worden; ein Teil der Verhafteten ist noch in Untersuchungshast. Nach den ge- sundenen Schriftstücken sollt« der Umsturz in der Nacht vom 14. zum lä. März erfolgen. In der Untersuchungshaft Hot Dr. Pajaujis ein Geständnis abgelegt. Die Regierung hat die Verhaftung des Abg. Pajaujis, die in der Nacht zum Montag erfolgte, dem Sejmpräsidenten mitgeteilr. Nehrheitsmaschine gegen Sozialpolitik. Zum Abschluß der Haushaltsdebatte. Der Abschluß der Etatsdebatte im Reichstag vervallstän, bigte gestern das Bild von der zynischen Ueberheblichkeit. mit der sich die Bürgerblockregierung über alle sozialen, soch- lich gerechtfertigten Ansprüche der Opposition hin- wegsetzt. Zuerst gab es eine scharfe Auseinandersetzung des Sprechers der Sozialdemokratie, des Genossen B r c i t s ch e i d, mit der Außenpolitik Stresemanns und seiner Regierungs- freunde, dazu eine scharfe Abfuhr für die I l l u s i o n s- Politik der Kommuni st en. Darauf erfolgte der Um- fall Stresemanns in der Kontordatfrage, den wir an anderer Stelle eingehend würdigen. Jetzt aber begann wieder dos Spiel mit Zahlen. Wenn irgendwo, so zeigte der Rcchtsblock bei der Verfügung über die Regierungsausgaben seinen Klassencharakter. Wo immer Arme etwa? zu fordern haben, ob es erwerbslose Arbeiter, hungernde Kinder, woh» nungslose Familien, hilfsbedürftige Studenten, Junglehrer oder andere sozialbedürftige Kreis« sind— für sie ist kein Geld in der Regierungstasse. Die kulturellen Ausgaben sind auf das Mindestmaß beschnitten. Die Reichswehr hin- gegen schwelgt im Ueberfluß, die Technische Rot- Hilfe ist dem Landbund unentbehrlich— Hier kann die Regierung zahlen. So war denn auch das Bild bei den Abftiminungen immer das gleiche. Alle Abänderungsanträge wurden mit maschinenmäßiger Promptheit von der Mehr« heit des Bürgerblocks abgelehnt. Kaum daß Vertreter der Regierungsparteien oder gar Minister es für erforderlich hielten, wesentliches zur Begründung ihrer falschen und ver- derblichen Sparsamkeit gegenüber den Armen zu sagen. Man wird das Ergebnis der Etatsberatungen sorgfältig für den Zeitpunkt vormerken müssen, wenn dieser Rcchtsblock für seine Politik vor dem Boll Rechenschaft abzulegen hat. Marineüebatte in Genf. Ncberraschcndcr Ausgleich der Gegensätze in Sicht. Gens, 8. April.(Eigener Drahtbericht.) In der Vorbereiten- den Abrüstungskominlssion wurde am Dienstag zunächst darüber debattiert, ob die M a r i n« t r n p p e n gesondert für sich be- schränkt werden sollen, oder ob ihre Beschränkung sich automatisch aus derjenigen der Flotte ergebe. Der letzter« Standpunkt wikd nur pon deu großen F e e m o cht ey England, Vereinigte Staaten Jjnb Japan vertrete». Da Lord Cecil aber in dieser Frage noch weitere Instruktionen abwartet, wurde die Kardinalsrage über die Beschrän- kung der Flotte nach ihrer Gesamttonnage oder nach der Schisssklassentonnag« beraten. Lord Cecil, Paul Loncour und Gibson(Amerika) hielten längere Reden. Die beiden Angel- sachfen, auch hierin vom Japaner unterstützt, machten geltend, daß neben eiiier Beschränkung der Gesamttonnag« auch die Anzahl der Schiffe jeder Kategorie festgesetzt werden müsie, sonst be- komme man kein klare.» Bild. Die Folge wäre, daß das Mißtrauen weiter genährt und das Wettrüsten durch eine ständige Umgruppie- rung und Verheimlichung der kleineren und mittleren Schiffseinheiten fortgeführt werde. Demgegenüber erklärte Paul Boncour, daß Frankreich auf der Flottenabrüstungskonferenz in Washington im Jahre lfl21 bei der Reduktion der Großkampfschiffe nur im Hinblick auf die Wahrung seiner Freiheit über die Gestaltung der kleinen und mittleren Schiffseinhrlien«in so großes Opfer bringen konnte. Die unabsehbaren technischen Erfindungen machten es den Staaten mit kleinen Flotten viel schwieriger al« den großen See- mächten, sich während der ganzen Dauer eine» Abkommens auch über die Zusammensetzung der Schisfskategorien binden zu lasten. Abgesehen von diesem prinzipiellen Standpunkt erklärte aber Paul Doncour, den Vorschlägen der holländischen und schwedischen Del«. gierten für eine weitere O e f s« n t l i chk e i t der Seerüstungen zuzustimmen und dehnte diese Vorschläge auf die Bekanntmachung der Schiffsbauprogromme aus. Di« Rede Paul Boncours war sehr konziliant und erntete die Anerkennung Lord Eeeils und Gibsons, welche die neuen Borschläge prüfen zu wollen erklärten und die Hoffnung aussprachen, daß man zu einer Verständigung kommen werde. So scheint in einen: der größten Gegensätze der Abrüstungsdistussion fast unerwartet leicht«in Kompromiß gestinden zu werden. Sacco unü vanzetti wieöer in Toüesgefahrl Lviederaufnahmeverfatzren endgültig abgelehnt. wie wir von amerikanischer Seite erfahren, hat der Oberste Gerichtshof in Boston die Wiederaufnahme de» Versahrens gegen die vor mehr al» sieben(II) Jahren zum Tode verurteilten Ita- ltenischen Syndikalisten Sacco und vanzetti endgültig ab- gelehnt, so daß mit der Vollstreckung de» Urteil» zu rechnen Ist. Das letztere ktingt kaum, glaubhaft, weil es gor zu toll wäre: denn ganz abgesehen davon, daß es sich bei diesem Urteil um einen offenbaren F c h> f p r u ch handelt, so würde auch dann, wenn die Straf« ursprünglich verdient gewesen wäre, ihre Vollstreckung nach fast achtjähriger Ungewißheit einen Akt des Sadismus bedeuten, Er zog das Schwert wohl aus der Scheid«. Besah die Spitz— und steckt es wieder ein. Ein Konkordat ist eine Vereinbarung, ein Vertrag zwischen Staat und Kirche. Die grundsätzliche Stellung des Politikers zu einem Konkordat hängt von feiner Welt- anschauung ab. Man kann Staat und Kirche als zwei gleich- berechtigte Faktoren ansehen, die von Macht zu Macht mitem- ander Verträge schließen. Man kann sich auch auf den Stand- punkt stellen, daß das Kirchenwesen ein Gegenstand der staat- lichen Gesetzgebung sei, so daß dann der Staat sein Berhälinis zur Kirche von sich aus auf gesetzlichem Wege regelt. Was wiederum nicht ausschließt, daß es.Grenzgebiete gibt, über die man im Rahmen der Nerfassung und der Gesetze gewisse Der- einbarungen trifft. Man kann also, banal gesprochen, zur Konkordatsfrage so oder so stehen. Man kann ober nicht als gewöhn" licher Mensch zu ihr heute s o stehen und morgen anders. Dazu muß man schon ein Verwandlungskünstler fein und Knochen aus Gummi besitzen. Herr Stresemann. Reichsaußenminister und Partei- führer, hat am Sonntag auf einer sogenannten Kulturiagung der Dolkspartei gegen das Konkordat Fanfare geblasen und Attacke geritten. Cs war eine große politische Sensation, und es schien für einen Augenblick, als ob sich die Züge der deut- schen Außenpolitik vpn Grund aus ändern sollten. Mit Fug und Recht durfte man in der Sonntagsrede des Herrn Strese- mann die Fortsetzung einer Aktion erblicken, die in den „Deutschen Stimmen" vor einigen Wochen begonnen worden war. Dort hatte der volksparteiliche Führer gesagt, man solle doch nicht immer nur davon sprechen, daß das Zentrum zur Regierungsbildung unentbehrlich sei: für die Ä o l k s p a r t e.i gelte genau dasselbe. In diesem Zusammen- hang wurde der liberale Charakter der Dolkspartei klar betont und eine deutlich« Warnung vor klerikalen Uebersokde- rungen ausgesprochen. Wollte sich die Volkspartei nun wirklich daraus besinnen, daß auch si« zur Regierungsbildung unentbehrlich und daher in der Lage sei, den anderen Regierungsparteien Bedingun- gen zu stellen? Nach der Sonntogsrede des Herrn Strese- mann mußte man dos annehmen. Räch dieser Rede schien die Volkspartei in Fragen des Reichskonkordats und des Reichsschulgesetzes eine ganz andere Stellung«inzu- nehmen als die anderen Regierungsparteien. Ja, es schien dem Führer der Volkspartei viel daran gelegen, diesen Unter- schied vor aller Welt ganz klar herauszustellen. Schon sah seine leicht entzündliche Phantasie Millionen Wähler aus an- deren Lagern in das sein« hinüberschwenken. Denn seine Partei war es ja, die im Kampf der Geister nicht nur gegen- über den Schwarzen und Blauen im Reichstag, sondern gegen- über den schlappen Preußen die Fahne der Freiheit hochhielt. Aber dieser liberale Ueberschwang hat keine vierund- zwanzig Stunden gedauert. Aus der Attacke wurde ein un- geordneter Rückzug, aus der Fanfare eine Schamade. Schon am Montag lief Herr Stresemann auf einen volksparteilichen Beamtentag, wo er gar nicht erwartet worden war, um zu erklären, daß er am Sonntag mißverstanden worden sei. Gestern schließlich, vom Reichstag zur Beratung seines Etat» herbeigeholt und wiederholt, erst vom Genossen Brest» scheid, dann vom Demokraten D i« t r l ch° Boden inter» pelliert. hat er sich zu dem Geständnis durchgerungen, daß er---für«in Reichskontordat sei. Eine solche Wandlung im Laufe von drei Tagen läßt sich auch bei Herrn Stresemann nur aus Dingen erklären, die mittlerweile hinter den Kulissen gespielt haben müssen. Ein Parteiführe? und Minister widerspricht sich selber innerhalb so kurzer Zeit nicht ohne zwingende Rot. Wie man ihn iu die Zange genommen hat, davon verrät die„Nachtausgabe" des„Tag" einiges, indem sie von„sehr ernsten Beratungen des Zeätrumsfraktionsvorstandes" und von„sehr ernsten Auseinandersetzungen" spricht, die Herr Stresemann mit dem Reichskanzler und den Zentrumsabgeordneten v. G u e r a r d und St aas gehabt haben soll. Aber selbst daraus läßt sick) ein so schlagartiger Umsall noch nicht ohne weiteres er- klären. Man Üann vielmehr annehmen, daß Herr Strese- mann auch in seiner eigenen Partei sehr ernsten Wider- ständen begegnet ist. Hai doch ht der Partei für„Besitz und Bildung" die„Bildung" iirtmer so tanzen müssen, wie der Besitz pfiff. Und in der Zeit des Dürgerblocks eignet sich da» bißchen Kulturliberalismus allenfalls für Sonntagsgesprächc, nicht aber für den nüchternen Arbeitstag. Die Geschichte ist wirklich sehr ernst. Daß dabei der führende Mann einer regierenden Partei, zugleich der deutsche Rcichsaußenminister, einen katastrophalen Verlust an Auto- rität erlitten hat, ist noch nicht das Bedenklichste. Das Be- denklichste ist, daß der bürgerliche Liberalismus sein« konstitutionelle Schwäche enthüllt hat. Eine vorübergehende Anwandlung von Temperament hat er sofort mit xinem Ohmnachtsanfall bezahlen müssen. Kaum das» er»»er, sucht hatis. aufzumucken, hat er sich auch schon wieder löblich unterworfen. Und damit hat er seinem weltanschaulichen Gegner einen Erfolg bereitet, der eine gewaltige Steigerung seines. Selbstbewußtseins zur Folge haben muß. Nack) Canossa geht man heutzutage nicht mehr, man fliegt sozusagen dahin. Das ist der Fortschritt der Technik. Heute wird über eine demokratischeResolution zum Reichstonkordat abgestimmt werden, die in ihrem Sinne den Aussührungen des Herrn Stresemann vom Sonn- tag entspricht. In dieser Resolution wird die Reichsregierung ersucht, t. kein Konkordat abzuschließen, das die Freiheit der fulturpaiitischen Gesetzgebung beschränkt, und dessen Bestimmungen Fragen des Bildungswesens berühren: 2. auf die Landesregierungen im gleichen Sinne ein- zuwirken: Z. in dem angekündigten Rcichsschulgesetz a) die verfassungsmäßigen Rechte der Gemeinschaftsschule, b) die Schulhoheit des Staates, c) die Beamtenrechtc und die Gewissensfreiheit des Lehrers zu gewährleisten und ä) der Schädigung des deutschen Schul- wcsens durch Zersplitterung vorzubeugen. Aber die Dolkspartei hat sich, wie die Presse der Rechten bereits zu melden weiß, verpflichtet, gegen diese Resolution zu stimmen! Ein schwerer Schlag sür die braven Leute und schle6)ten Musikanten, die am Sonntag den Himmel der.Liberalen Vereinigung" schon voller Geigen sahen. Es ist nichts mit der„Liberalen Vereinigung", sie wird heute vor versammeltem Volk in zwei Teile auseinanderfallen. Der Kampf ist damit freilich noch nicht zu Ende, er beginnt erst. Das Reichskonkordat und das Reichsschulgesetz kommen, die Volkspartei wird noch einmal vor die Frage gestellt sein, ob sie ihr bißchen Liberalismus für die Bequemlichkeiten der Bürgcrblockregierung opfern will. Herr Stresemann wird inzwischen Zeit gewinnen, zu überlegen, ob er das Recht hat. anderen Vorwürfe zu machen, die dieses schwierige Problem mit weniger großartigen Redensarten, ober dafür mit größerer Vorsicht behandeln. Er wird hoffentlich auch klug genug sein, einzusehen, daß die neuesten Leistungen des volksparteilichen Parteiführers keineswegs vorbildlich sein dürfen für den beut- schen Reichsaußenminister. Denn Künste, wie er sie vom Sonnlag zum Dienstag in der Innenpolitik geübt hat, ließen sich auf dem Gebiet der Außenpolitik keine drei Tage lang ertragen. dle Volkspartei erklärt! Zu den Ausführungen des Außenministers Stresemann über die Frage eines Reichstonkordats wird aus volksparteilichen Kreisen folgende Erklärung verbreitet: Auch in den Kreisen der Deutschen Doltspartei macht sich p r i n- zipieller Widerspruch gegen ein Länder- oder Reichs- konkordot geltend. Diese prinzipielle Gegnerschaft übersieht, daß auch gegenwärtig bereits Abmachungen zwischen der Kurie und den Ländern bestehen und die Neuregelung der Verhältnisie im Reich und in den Ländern deshalb die Frage des Konkordats auf- geworfen hat. Neben Konkordotsabschlussen in den Ländern ist auch ein Keichskonkardok dann erträglich, wenn es sich, wie der Außenminister darlegte, als Rahmengesetz in die Abmachungen der Länder einfügt. Diese Stellungnahme zu den Abschlüssen von Konkordaten an sich bedingt aber in keiner Weise Zu- stimmung zu einer solchen Regelung, wie sie beispiels- weise im bayerischen Konkordat ihren Niederschlag gesunden hat. Gegen die hier getroffenen Abmachungen haben die Mitglieder der Deutschen volkspartci im Bayerischen Landtage gestimmt. Es wird in Kreisen der Deutschen Bolkepartet befürchtet, daß die Berhand- lungen in Preußen etwa einen ähnlichen Ausgang nehmen würden. Es Ist im Anschluß an das kommende Reichsfchul- g e s« tz weiter den Befürchtungen über ein« kommeiche illiberale(Eni- wicklung Ausdruck gegeben worden. Gegen derartige Gedanken rich- tkten sich die Ausführungen Dr. Stresemanns, der erklärte, daß in diesem Fall die Deutsche Boltspartei Führerin der Oppo. fi t i o» fein müsse. Darin stimmt mit ihm die Partei vollkommen Die Sehnsucht nach öem prügelstock. Bon Hans Bauer. Ja. die nationale Jugend, die hat's noch in sich, die kennt noch Sehnsüchte, noch Ideale, die strebt vorwärts. Zunächst einmal paßt ihr ja überhaupt dieses ganze Zeitalter der faulen Friedens. duseligkeit nicht, in dem die Staatshäupter an grünen Konferenz- tischen, statt hoch zu Roß sitzen und Worte statt Kugeln wechseln. Das wäre ja noch schöner, wenn die Bolker dazu da sein sollten, Völkerbundsfragen statt Schützengräben aufzuwerfen und sich die Köpfe mit Problemen der internationalen Organisation, statt mit Schlogelsen zu zerbrechen. Aber nicht nur im großen politischen, auch im kleineren Tages- leben vermißt die nationale Jugend die Schönheiten der Gewali- onwendung. Hin und wieder, wenn das Zahlenoerhältnis mindestens zehn zu eins steht, ergibt sich zwar die Gelegenheit, einer Reichsbanner- oder Kommunistengruppe ihre Verpflichtung zur Bürgerblockoerehrung mit Gummiknüppeln, Reoolverkugeln und Dolchen beizubringen.... Manchmal aber findet sich dann doch «in Staatsanwalt, der sich nicht jv ganz mit diesen Methoden po- litlschrr Auseinandersetzung einverstanden erklärt—— und jedenfalls ist dies« Verprügeln, das mit einiger Heimlichkeit be- trieben werden muß, noch nicht ganz dos Richtige. Wie schön wäre es da. wenn dos Dreschen nicht mehr„schwarz" zu erfolgen brauchte, sondern wenn es reichsgesetzlich erlaubt würde, wenn das, was heute noch im allgemeinen als verachtenswert gilt, eine acht- bare staatliche Einrichtung würde! Die Bismorckgnippe Graf von der Goltz, eine Iugendabteilung der Deutschnationalen Bolksportei. hat sich mit diesen so recht unsere Zeit bewegenden Problemen einmal eingehend befaßt und sich dabei zu der Ausfassung durchgerungen, daß die Prügelstrafe in Deutschland wieder eingeführt werden müsse, wenn anders wir als Kulturvolk bestehen wollen. Das Rowdytum, heißt es tn der bcachtllchen Entschließung, habe unter dem Einfluß kommunistischer und sozialistischer Hetzer derart überhandgenommen, daß die Prügel- strafe sich nötig mache.... Großer Gott, möchten hier wohl einig« zimperliche Personen cinwersen, wo bleiben denn bei solchen Gedankengängen die Humanitätsideen!—— Aber die Bismarckjugend der Deutschnationalen Volkspartei«rweist sich solchen Bc- denken ohne weiteres gewachsen, hat olles in Rechnung gezogen und betont deshalb, daß gerade vom Menschlichkeitsstandpunkt die Prügelstrafe begrüßenswert wäre, denn sie sei„deshalb die hu- manste. well sie anständige Menschen am wirksamsten schütze und weil sie von der Wiederholung von Ttrostoten abhalte". E» wird in Linkskreisen viel« geben, di« in diesem deutsch- nationalen Bekenntnis zur Heilbringerschaft des Prügclstocks gleich- zeitig«ine Selbstempfehlung für die dann zu besetzenden Posten der Prüglec erblicken, untz tatsächlich werden ja wohl viele der Rc- überein. Wenn dem Reichsminist« verübest wurde, daß er erklärte, er könne sich zu einem etwaigen Konkordat doch erst äußern, wenn sein I n h a l t feststände, so war diese Feststellung des Reichsniinisters eigentlich selbstverständlich. Eine vernünftige Ein- stcllung kann nicht den Gedanken eines Konkordats grundsätzlich bc- kämpfen, sie wird aber rechtzeitig in Opposition treten müsien, wenn der vernünftige Gedanke des Abschlusses eines Konkordats mißbraucht wird, um Anschläge gegen di« Gewissensfreiheit zu unter- nehmen. Aus alledem ist zu entnehmen, daß die Volkspartei die Führung der„Opposition" gegen ein Konkordat über- nimmt, indem sie ihm zustimmt. Deutschnationole Gelöer. �ÜC die Berleumdcrzentrale. In der Oeffentstchkeit haben di« ÄW0 Mark großes Aufsehen «regt, die von der deutfchnotionolen Hauptgeschäftsstelle und deren Geschäftsführer Dr. Weiß für den Ankauf des gegen St res«- mann, Marx, Gothein und andere bestimmten Materials aus- gewendet worden sind. Der Fall steht jedoch nicht vereinzelt da, sondern entspricht nur den deutschnationalen Gepslogenheiten. Das Bureau Knoll wurde von dem deutschnotionalen Ab- geordneten Leopold und dem deutschnationalen Zeiwngshcraus- geber Bacmcister dauernd finanziert. Es war die eigentliche Z e n- trale der Giftmischerei, die durch Kußmann mit der Staatsanwastschaft l verbunden war. Der Sensationszeug« Tonnenzapf hat vor dem Unter- suchnngsausschuh zugeben müsien, durch den Ehefredakteur Oestreich von der deutschnationalen„Börsenzeitung" Geld bekommen zu hoben. Einem Verleumder Seoerings, Schlichting, wurde durch Bac- meister und andere ein gönzlich ungedecktes Darlehen von einer landwirtschaftlichen Bank besorgt, die den Deutschnatio- nalen äußeisit nahesteht. Am markantesten aber ist vielleicht folgender Fall: Im Jahr« 1826 meldete sich bei der Deutschnotionalen Partei ein o e r- späteter Barmat-Enthüller, ein angeblicher Diplom- ingenleur Z. Er hotte sich vordem nicht anbieten können, weil er bis zu diesem Zeitpunkt«ine mehrjährige Zuchthaus- strafe wegen Rückfallbetruges und aller möglichen Schwindeleien zu verbüßen hatte. Seine tatsächliche Wisienschaft war gleich Null, er hotte nur im Jahre 1818 als Vertreter einer Firma in Holland geschäftlich zu tun gehabt. Dabei hat er wohl auch von Barmat etwas gehört und wallte nun die phantastischsten Dinge unter„Eid" bekunden. Immerhin war dieser mehrfach vorbestrafte Herr den Deutschnationalen so wertvoll, daß sie längere Zeit Unterstützungen an ihn zahlten. Das Nähere darüber könnte der deutschnationale Landtagsabgcordnete K c n t e l der Oeffentlichteit anvertrauen. Dank ües vaterlanües! Die Not der Kriegsopfer. In diesen Tagen hat der-Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kricgerhinterbliebenen der Reichsregierung und dem Reichstage«ine Schrift zugestellt:„Wie Kriegsbe- schädigte abgefunden sind und wie sie wohne n". Di» Schrift, die das Gewisien aufrütteln soll, damit endlich den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen ihr Recht wird, be- gnügt sich nicht damit, die vielen uneingelösten Versprechungen zur Linderung der Rot der Kriegsbeschädigten aufzuzählen. Ihre a u f- reizendste Wirkung geht von einer photographischen Dokumentensammlung aus, die, stärker als Worte es ver- mögen, durch das Bild die bestehende Not und das bittere Unrecht enthüllen. Mit vollen Händen und in der verschwenderischsten Weise wird das Geld für militaristische Zwecke ausgegeben. Im gleichen Zeit- Punkt ist für d i« Opfer des Weltkrieges kein Geld da. hier wird sogar erfolgreich eingespart. Die Schrift weist darauf hin, daß seit dem Mai 1820. dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Reichs- Versorgungsgesetzes, rund S00 000 Kriegsbeschädigte mit elner Er- solutionsannehmer sich nur fürs Prügeln erwärmt haben, weil sie sich beim Prügeln erwärmen möchten und weil sie in einer gefetz- lich geregelten Arbeiterverdreschung den Sinn ihres Lebens be- greifen würden. Und dennoch: ich neig« dazu, der deutschnationalen Bismarck- jugcnd di« höchste Gerechtigkeit widerfahren zu laflen, di« ihr wahr- scheinlich je von einem politischen Gegner geworden ist. Ich neig« dazu, nicht an die Ausschließlichkeit ihrer Haßinstinkte zu glauben, sondern vielmehr anzunehmen, daß si« die Begeisterung, die sie fürs Prügeln aufbringt, unter Umständen auch für» Geprügelt- werden an den Tag legen könnt«, natürlich nur. sofern es nicht durch sozialistische Rowdies erfolgte, sondern auf Geheiß der von Gott für Züchtigungen«ingefetzten titelbehafteten und orden- geschmückten Instanzen. Einer Jugend, die den Prügclstock sür das Volk verlangt, dessen Zukunft sie ist. darf man keine niedrigen Motive unterschieben. Solch«ine Jugend bringt Idealismus mit ins Leben. Sie hat die ganze Süß« einer sachgemäßen Versohlerei erkannt und ahnt im zcrschwielten Hintern das Evangelium deutscher Wiedergeburt. Für diese neumodischen Firlefanzerei«n der vom Volk ausgehenden Staatsgewalt und für seine Freihelts- und Jortschrittsideale ist es nicht bereit, auch nur«inen Finger krumm- zumachen: für di« Verteidigung des heiligen Rechts, zu prügeln und geprügelt zu werden, ließe es aber wohl freudig sein rotes Herz- blut fließen. Di« Akademie der wisienfchasten gegen Verlängerung der Schuh- srlst. Die preußische Akademie der Wisienschaftcn— ein« deutsche gibt es ja immer noch nicht— Hai zur Frage der Verlängerung der Schutzirsit von 30 auf 50 Jahr« Stellung genommen: „Dle Akademie warnt dringend vor einer Derlän- gerung der Fr« st, sie betrachtet die Verlängerung nicht nur für unzweckmäßig, sondern geradezu für schädlich. Der bloße Wunsch nach internationaler Vereinheitlichung der Frist kann nicht sür die Bcrlängerung ausschlaggebend sein. Der Verleger tonn in 30 Iahren das Werk hinreichend wirtschaftlich ausnützen: ist er in dieser Zeit ausnahmsweise nicht wenigstens auf seine Kosten gekommen, so wird«r auch in weiteren 20 Jahren das Werk kaum erfolgreich vertreiben. Das ideale Interesse der U r b e b e r an möglichster Verbreitung Ihrer Werke spricht gegen jede Fristverlängerung.!lber auch das wirtschaftliche Interesse der Urheber an einer Verlängerung ist viel geringer, als man glauben machen möchte. Rur«in ganz kleiner Kreis von Urhebern kann von einem Schutz, der vom 30. bis zum 50 Jahre nach ihrem Tode läuft, ernstlich materiellen Gewinn er- warten:«s ist irreführend, wenn die Frage als ein Teil der sozialen Frage, als Angelegenheit des Schutzes der„geistigen Ardeiter" im Sinne eines Mossenproblem» hingestellt wird. Aber auch sür den kleinen Teil der Urheber wirkt der sünfzehnsährige Schutz in den meisten Fällen nur noch als Schutz der Erb«s«rben oder doch wirt- schostlich selbständiger Erben... Und wieder nur bei einem geringen Bruchteile diese» ohnehin kleinen Teiles der Urheber lebt 30 Jahre nach dem Tode noch die Ditw« des Urhebers. werbsmmdcrung von 10 und 20 proz. aus der Rentenverforgung ausgeschieden sind. Am 1. Juli 1826 hat der Reichstag in einer Entschließung aus- gesprochen, daß die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Hinter- bliebcncn den als berechtigt anerkannten Bedürfnissen nicht entspricht. Die Reichsrcgierung wurde deshalb oufgesordert, in jeder Weise dahin zu wirken, daß die notwendigen Mittel für eine Berbesserung der Versorgung durch Einsparungen oder anderweite Derteilung der Etatansätze freigemacht werden. Statt entsprechender Taten hatte der Vürgerblockkanzler Marx nur wieder Worte:„Den Kriegsbeschädigten und Kricgerhinterbliebenen gilt die besondere S o r g e der Rcichsregierung." Diese besondere Sorge sieht nach der Schrift des Reichsbundcs so aus. daß ollein bei dem Titel„Der- forgungsgebührnifse für Hinterbliebene von früheren Angehörigen der Wehrmacht" im Voranschlag sür 1827 eine Kürzung von 96% Millionen Reichsmark erfolgt ist. Die Rechtsprechung tut noch ein übriges dazu, die Durch- fetzung berechtigter Forderungen zu versagen. Ein ebenso düsteres Kapitel sind die in der Denkschrift abge- bildeten Wohnverhältnisse: einen Lichtblick stellen die Selbsthilsemoßnahmen des Reichsbundcs durch seine Sied- lungen dar. Auch hier müssen mehr als bisher öffentliche Mittel.zur Verfügung gestellt werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat noch bei jeder Gelegenheit die Forderungen der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen vertreten. Wie sehr sie damit aus dem rechten Wege ist/ bestätigt die Schrift des Reichsbundcs mit besonderer Ein» dringlichkeit.___ Katzenjammer bei üen vaterlänüischen. Stahlhcltntag— ein Ablenkungsmanöver. Jetzt gibt selbst die offiziöse deutschnationale Korr«- spondenz die Verwirrung zu, die schon seit Iahren in den so- genannten vaterländischen Verbänden herrscht. Der Streit zwischen den verschiedenen völkischen Gruppen tobt immer heftiger, und auch zwischen den Wehrverbänden und den Nationalsozialisten vermehren sich die Gegensätze von Tag zu Tag.„Man ist bisher gewohnt gewesen," so schreibt das deutschnotionole Organ,„die politischen Rechtsparteien und Rechts- bünde unter dem Namen„Vaterländische Verbände" zusammenzu- fassen. Davon kann nicht mehr die Rede sein." Das Blatt Hot recht: Der Jung deutsche Orden ist schon vor längerer Zeit'aus der„nationalen" Front ausgebrochen, der Stahlhelm hält zu den D.V.V. nur noch lose Fühlung, und der W e r w o l f ist überhaupt nicht angegliedert. Ja, es ist vieles faul im Staate Dänemark! Je mehr aber die Bedeutung der verschiedenen Rcchtsverbände abnimmt, um so lauter wird geprahlt. Mächtig rührt der Stahlhelm unter wackerer Hilfe der Kommunisten die Propagandatrommel für seine Berliner Tagung vom 8. und 3. Mai. Erst jetzt wieder hat der Vundessührer, Herr S e l d t e, in Hamburg verkündet, daß Berlin „vom Stahlhelm angefaßt und national erobert" werden sollte. Der Landesverband Groß-Bcrlin des Stahlhelm wartet gleichzeitig mit einem flammenden Appell auf. Nur natürlich ist es, daß der Rechts- radikalismus di« Phrasen und llebertreibungen der„Roten Fahne" ausnutzt, um die zuständigen amtlichen Stellen für den Stahlhelm und gegen die Berliner Republikaner mobil zu machen. Nun, di« großen Massen der Berliner werktätigen Bevölkerung werden die Stahlhelmer mit jener Nichtbeachtung empfangen, die sie verdienen! Muffolmls ungaristtze Filiale. Paktunterzeichnung in Rom. Rom. 5. April.(Stefan!.) Mussolini und Graf Bcthlen unter. zeichneten heute den italienifch-ungorifchen Freundschafts-. Aus- gleiche- und Schiedegerichtsoertrag, sowie Schriftstücke, in denen die beiden Regierungen die bisher getroffenen Vereinbarungen der Sachverständigen über die dem ungarischen Handel im Hafen von Fiume zu gewährenden Erl eicht er un- gen bestärigen. Die Beratungen der Sachverständigen über diese Erleichterungen werden so bald wie möglich wieder aufgenommen worden. Jedenfalls reichen die wirtschaftlichen Privatinteressen an der Fristverlängerung nicht zur Begründung eines fünfzigjährigen Schutzes aus. Demi diesen Interessen ganz Weniger steht das g e- waltige Interesse der Volksgemeinschaft an der rechtzeitigen Verbreitung solcher Werte gegenüber, welche 30 Jahre nach dem Tode ihres Urhebers noch zum Volke sprechen. Nach weiteren 20 Jahren würden sie meist völlig verblaßt sein. Daß die Vervielsältigungen beim Freiwerden nach 30 Iahren infolge der starken und oft nur mit geringem Derdicnst arbeitenden Konkurren; des Verlags erheblich billiger zu werden pflegen, kann niemand ernstlich leugnen. Die heutige 30jährige Schutzfrist muß zur Ermög- lichung der geistigen Produktion ertragen werden und hat sich ol» zweckmäßig erwiesen. Aber eine stärkere Einschränkung wirkt kultur- feindlich, auch wenn sie sich auf eine bloße Abgabe an die Erben des Urhebers unter Ausschaltung des Verlegers beschränkt: das Urheberrecht ist kein„ewiges" Recht wie das Eigentum, und selbst dieses wird von der heutigen Rechtsordnung in maßvollem Umfange der Allgemeinheit wegen eingeschränkt. Das billige gute Buch, die Hausmusik, die billige künstlerische Reproduktion dürfen dem deutschen Leben nicht geschmälert werden/ Skaalspension für Stanislaw Przybyszewskl. Der polnische Ministerrat hat dem Dichter Stanislaw Przybyszelvski eine lebenslängliche Pension aus Staatsmitteln zuerkannt. Przybyszewsk!(geb. 1868) hat sein« Laufbahn bekanntlich al? deutscher Schriftsteller begonnen und gehörte in den neunziger Iahren des vorigen Jahr- Hunderts zu den markantesten Vertretern der Berliner Boheme, die sich damals um Strirrdberp scharte. Seit seiner Uebcrstedlung nach Polen schrieb Przybiszewski nur noch m polnischer Sprache. Er gab dort die Anregung zu elner beachtenswerten literarischen Bewegung, die von ihm„Das junge Polen" genannt ist. Przybyszewski wohnt gegenwärtig als Nestor der polnischen Literatur im Warschauer Schlosse. Wieder ein Schnapsdekrek in der Sowiekunlon. Zwecks Ein- schränkung des Genusses von Spirituosen ist vom Rai der Volks- kommissarc ein Dekret erlassen worden. Verbalen wird der Verkauf von Spirituosen an Unmündig« und Betrunkene: ebenso darf an den Büfetts der Theater, Kinos und Klubs und sonstigen Kultur- zwecken dienenden Stätten kein Altohol in Form von Spirituosen verabfolgt werden. Desgleichen ist der DertaUf an Feiertagen sowie auch an den Vortagen von diesen nicht gestattet. Ebenso dars an Woebentagen in den Arbeiterravons vor Beendigung der Arbeit in den Fabriten kein Alkohol verabfolgt werden. Das Verbot bezieht sich nur auf Spirituosen, während der Verkauf von Ncturweinen und Vier keiner Beschränkung unterworfen sind. Papier aus Rlekpflanien. In Paraguan, das außeraewöhnlich reich an Bambuspflaiuen ist. denkt man ernstlich daran, Papier aus diesen Bil-'n-en derzul'ellen. Dl« bi-b'-r o-macWen P-o'-en«--gaben ein gutes Resultat, und man ist in Fachkreisen der Meinung daß demnächst Paraguay bezüglich der Papierherstellung mit Kanada die Konkurrenz aufnehmen kann. » 3» der Urania hält llberingenieur Dreher seinen Filmvortrog "DaS schajs««de Amerika� nur noch diese Lsche. Drei-Mächte-Schritt in China. London gibt dem Druck Tokios und Washingtons nach. die Strafrechtsreform. Die Todesstrafe bleibt.— Hcrgt über das Rcpublit» Schutzgesetz. Der R e i ch s r o i nahm in feiner gestrigen öffentlichen Sitzung den Bericht der Ausschüsse über die Strafrechtsreform ent- gegen. Die Grundlinien der Regierungsvorlage stnd dabei nicht geändert worden. In der Einzelberatung beantragte der Vertreter Hamburgs, die Todesstrafe zu streichen, mit der Begründung, es sei nicht richtig, diese Strafe in einem modernen Slrafgesetzbuch noch aufrechtzuerhalten. Der Vertreter Preußens erwiderte darauf, daß feine Regierung den Zeitpunkt noch nicht für gekommen halte, in dem auf die Androhung der Todesstrafe ganz verzichtet werden könne. Bei der Abstimmung fand Hamburgs Antrag nur die Unter- stützung von Mecflenfmrg-Schwerin, Anhalt und Lübeck, und verfiel damit der Ablehnung. Ferner beantragte Preußen, in das allgemeine Strafgesetzbuch mehrere Bestimmungen des Rcpublikfchutzgcfetzes«inzu- fügen. Es wurde dabei unterstützt von dem Vertreter Badens, der von der Regierung eine Erklärung darüber verlangt«, ob sie ein« Vorloge über Dauerbcstimmungcn zum Schutz« der Republik dem Reicherot vorlegen werde. Daraufhin hielt der deutfchnotionale Reichsjustiz- minister Hergt eine längere Rede, in der er betonte, daß auch jetzt noch nicht das Reichskabinett sich über die Frage schlüssig geworden sei, ob und in welcher Weis« die wichtigsten Bestimmungen des Republikschutzgesetzes über den 21. Juli hinaus verlängert werden sollten. Infolgedessen wurde diese Frage zurückgestellt, sie soll jedoch noch in der Karwoche vom Reichsrat wieder behandelt werden. Aus der meiteren Einzelbcrotuna des Strafgesetzbuches ist her- vorzuheben, daß in Z 110 auf Antrag Preußens die Strafbestimmung bezüglich der Bestrafung der wirtschaftlichen A e ch t u n g auf die gesellschaftliche Aechtung ausgedehnt wurde. Der preußische Antrag wurde mit 41 gegen 27 Stimmen angenommen.— Ein anderer preußischer Antrag betreffend schärfere Fassung der Be- stimmungen gegen den Zweikampf wurde jedoch mit 23 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Prof. Licpmann-Hamburg über den Strafvollzug. Auf Einladung des Berliner Anwaltvcreins sprach Professor L i e p m a n n- Hainburg über den Entwurf zum Reichs- st r a f o o l l z u g s g e f e tz. In manchen Punkten bot er eine Er- gänzung zu der in der Sonntagsnummer des„Vorwärts" erschienenen Besprechung des Entwurfs. Professor Liepmann stellte fest, daß ein„neuer G e i st" in dem Entwurf herrsche. Leider werde der Strafvollzug in Stufen dadurch unterbrochen, daß dielenigen Gc- fangenen. denen angeblich der Wille zur Bcfferung fehle, aus diesem Stusenstrafvollzuz ausgeschloffen werden sollen. Referent sieht hier den Einfluß Bayerns, das bekanntlich bei sich die sogenannte erb-biologische Untersuchung der Gefangenen eingeführt hat. Diese Untersuchung soll den Beamten die Möglichkeit geben, auf schnellsten! Wege die Ünverbesserlichkeit de? einen oder anderen Gefangenen festzustellen. Darin erblickt Professor Liepmann eine Gefahr. Die Reichsratsgrundsätze zum Vollzug von Freiheitsstrafen vom Jahr« 1323 wissen nichts von solchen„unverbesserlichen Gefangenen", da- gegen enthalten sie die Forderung, daß nur pädagogisch und psycho- legffch geschulte Männer und Frauen als Strafanstoltsbeamte tätig fein dürfen. Diese Forderung enthalt aber der Entwurf zum Reichs- straivollzugsgcsctz nicht. Das bedeute einen Rückschritt. Es bestehe somit auch die Gefahr, daß die systematische Schulung von Straf- anstaltsbeamten ausbleibe. Unbefriedigend fei auch die Lösung der Frage der Arbeitsbelohnung im Entwurf. Es wäre end- lich an der Zeit, den Gefangenen einen?l r b e i t s l o h n zu gewähren, der dem des freien Arbeiters gleichkomme. Im großen und ganzen könne der Strafvollzug mir unter drei Voraussetzungen seinen Ausgaben gerecht werden: die freie Arbeit inüsse aufhören, in der Gefangenenarbeii eine Konkurrentin zu sehen: die Entlassenen. fürsorge müsse zur höchsten Blüte entwickelt werden, und die öffent- liche Meinung müsse aushören, vergeltenden Instinkten zu frönen und den humanen Geist als Gefühlsduselei zu bc- zeichnen. In der Diskussion sprach u. a der S t r a f v o l l z u g s p r ä s i- dent Dr. Fintel bürg, der die Vorwürfe der Oefientlichkeit zuriickwi-s, als ob der Strafvollzug durch seine Milde nicht mehr abschreckend wirke und dadurch zu einer Erhöhung der Kriminalität beitrage._ Die hauszinsfteuer vor Sem Lanötag. Annahme der Borlage in zweiter Lesung. In der Dienstag-Sitzung des Preußischen Landtages gab vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. Hotz sine Protesterklärung der Völkischen Freiheitspartei dagegen ab, daß der Abg. G i« s e l e r für Aeußerungen, die er in Ausübung feines Mandates getan hob«, dienstlich zur Verantwortung gezogen werde: das erscheint ihnen als Verfassungsbruch.— Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Lesung dep Hauszins st«uernovelle. Abg. hecken(Dnat.) fordert Herabsetzung der vor- geschlagenen Steuersätze durch Berücksichtigung der Reparatur- Hypotheken der Saifonbetricbe und der Baugenossenschaften. Abg. Reumann-Frohnau(Dnat.): Die Mehrheit verweigert uns jede sachliche Debatte: das kann uns aber nicht abhalten, unjere Anträge erneut zu oertreten. Die vorliegende Hauszinssteurrnovelle bevorzugt ganz unbegründet die Großstädte, insbesondere Berlin. Sie zieht die gewerblichen Räum? viel zu stark heran und gestattet ihnen nicht eistmal, dir Jndustriet-elastting abzuziehen. Unsere Anträge bezwecken, die private Bautätigkeit anzu- regen und den öfsentlichcn Wohnungsbau möglichst einzuschränken: denn wer Geld zum Bauen hat. hat heut keine Sachkunde, und der Sachverständige, der Bauunternehmer, hat heute keine finan- zielle Verantwortung. Abg. Slolt(Kamm.) beantragt, die Hauszinssteuer statt auf 1200 Proz. in der Vorlage auf 12S0 P r o z. zu erhöhen. (Lebh. Hört, hört bei den Soz.) Die Kommunisten sähen gar nicht ein, warum die Mieterhöhung den Hausbesitzern auch nur zu einem Teil zugute kommen sollt«: sie müßte ganz für den Staat in Anspruch genommen werden, der dann mit dem Geld« bauen oder sonst den armen Mietern helfen könnte. Abg. tadendorfs(Wirtschostspartei): Der nächste Schritt zur Beseitigung der Wohnunaszwangswirtfchaft muß der fein, daß außer den neu erstellten Wohnungen auch die Wohnungen aus der Zwangswirtschaft herausgenommen werden, die durch Teilung großer Wohnungen gewonnen werden. Zunächst wollen wir olle diese Umbauwohrmngen van der Hauszinssteuer befreien. Finanzminister Dr. HSpker-Aschoff macht darauf aufmerksam, baß die Bäder und Kurort« von der hier vorgeschlagenen Eteuererhöhung überhaupt nicht betroffen würden. Uebrigens brächten die Kurorte durchschnittlich nur SO Proz. des normalen Aufkommens der Hauszinssteuer. Damit schließt die Debatte In der Zlbstimmung werden sämtlich« Abänderungsanträge sowohl der Kommunisten wie der Deutfchnationalen, der Deutschen Dolkspartei und der Wirt- schaftspartei abgelehnt und die Borlage unverändert nach den Anträgen der drei Koalitionspartelen und den Beschlüssen des Hrnipt- ausschuffes angenommen. Nur aus Antrag der Sozialdemokratie ivird beschlossen, die in dem Gesetz vorgesehenen Steuerermäßigungen und Steuerbefreiungen für Eigenräum« der Hausbesitzer auch für London. Z. April.(Eigeuer vrahtberichl.) Die britische Regierung hat als Folge der Gegnerschaft der amerikanischen und japanischen Regierung den WorNaut der Note an die Santon- reglerung gemäßigt. Damit Ist es möglich geworden, daß die drei Nächte gleichlautende Noten überreichen. Wie ver- lautet, sind diese bereits den volschaflero in Peking zugegangen und werden am Mittwoch in h a n k a u dem Außenminister der Kantonregierung, Tschen, überreicht werden. Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, werden der japanische und der amerikanische Acrtreler ihre Noten ohne jeden Kommentar überreichen, während die Ueberrelchung der britischen Note von mündlichen Milleilungen begleitet sein wird. Diese Mitteilungen werden die Forderungen der britischen Regierung enthalten, die weit über den Inhalt der britischen Note hinausgehen. Dies ist der Ausweg, der gewählt worden ist, um nach außen den Anschein der völligen Einigkeit mit Amerika und Japan aufrechtzuerhalten und im besonderen, um aus die britischen Forderungen auf Wiedergutmachung nicht verzichten zu müssen. Arbeiterpartei gegen Ultimatum, für Bölkcrbunds- schlichtung. London, S. April.(WIV.) Der den Gewerkschaftskongreß. die Arbeiterpartei und die parlamentarische Arbeiterpartei vertretende gemeinsame Nationalrat ist heute abend im Unterhaus zusammengetreten und hat eine Eni- schließung angenommen, die an die Regierung appelliert, von der lleberreichung irgendeiner Art von.-11 l ti m a» u m an die Behör- den in China abzusehen. Ein solcher Schritt würde, wenn er abgelehnt würde. Großbritannien notwendigerweise in einen Zustand eines offenen und allgemeinen Krieges gegen China führen. Die Regierung wird oufgesordert, sofort Verhandlungen zu eröffnen und im Falle von Meinungsverschiedenheiten vorzuschlagen. die strittigen Punkte einem unparteiischen Schiedsgericht unter den Auspizien des Völkerbundes zu unterbreiten und sich bereitzu- erNären, die Entscheidung der vom Völkerbund ernannten Schiedsrichter anzunehmen und keinerlei Forderungen an das chinesische Volk zu stellen, soweit sie nicht in liebereinstimmung mit dieser Eni, scheidung stehen. Tchließt sieh Frankreich an? Paris, 5. April.(Eigener Drahtbericht.) Am Qua! d'Orsay ist ein Telegramm des französischen Gesandten in Peking eingetroffen, noch welchem zwischen den französischen, englischen, japanischen und amerikanischen Gesandten seil einiger Zeit B e- Grundstücke von Baugenossenschaften eintreten zu lassen, die von Mitgliedern dieser Genossenschaften bewohnt werden. Den Haus- eigentümern durchweg gleichgestellt weisen die Mitglieder von Bau- genossenschosten, die ein Einfamilienhaus der Genossenschaft mit der Anwartschaft aus spätere Eigcntumsübertragung bewohnen. Hierauf wird die zweite Lesung des Forstetats zu Ende geführt. An der kurzen Aussprache beteiligten sich auch Abg. Pcters-hochdvnn(Soz.) und Landwirtschastsminifter Steiger. Nächste Sitzung Mittwoch, den ss. April, mittags l21P>r: dritte Lesung des preußischen Finanzausgleiches, dritte Lesung des Grund- stsuergesetzes, Abstimmungen über den Innenetat und' dos kammn- nistische Mißtrauensvotum gegen den Innenminister Grzesinski, zweite Lesung des Haushaltes der Gcstlltvcrwaltung. Lange-�egermanns Schulden. Die Slufstellung im Barmatprozeh. In der gestrigen Berhandlung des Bormat-Prozesses legt« der Angeklagte Lange-Hegermann dem Gericht die gewünschte Aufftellung über die Frage vor, wie seine Schulden die Höhe von über 400 000 M. bei der Merkurbonk, wo Lange-Hegermann be- kanntlich Dorsitzender des Aufsichtsrates war, erreicht hätten. Aus dieser Aufstellung ging-hervor, daß Lange-Hegermann 42 000 M. für Aktieneinkäuse und Absindungen von Aussichtsratsmitgliedern auf Veranlassung Barmats bezahlt hotte, 33 000 M. hatte, wie schon erwähnt, Dr. Hoefle erholten. Ein Betrog von 5000 M. war für Arztrechnungen Lange-Hegermanns ausgegeben. Weitere 45 000 M. waren zum Erwerb von Aktienbeteiltgung an der Firma KersthoU, etwa 112 000 M. für Effektenankäufe, 82 000 M. für die Mologa, 58000 M. für Zinsen und für eine lieber« Weisung an ein Reisebureau 37 000 M. aufgeführt worden. Vors.: Und woher nahmen Sie die Gelder für die P a r l e i- und Wohltätigkeitszwecke? Lange-Hegermann: Ich hotte doch auch noch ein anderes Konto, von dem auch der Haushalt in Bottrop bestritten wurde. Vors.: Haben Sie denn die Unterlagen gefunden über die 37 000 M., die Sie für Partei- und Wohltätig- keilszweck« ausgegeben haben? Lange-Hegermann: Dos bucht man doch nicht. Landgsrichtsrat Rosemann: Weshalb stnd die Millionen auf Ihr Konto eingetragen worden? Sie mußten ja mehr Zinsen bei der Post bezahlen, als Sie selbst erhielten. Lange- Hegermann: Ich habe geglaubt, daß sich das Geschäft sofort abwickeln würde. Damit war das Kapitel Lange-Hegermann vorläufig abge- schlössen. Die Verhandlung wurde sodann auf Freitag verlagt, wo eine Reihe von Zeugen über die Krediwerhandlungen zwischen Barmat und der Deutschen Girozentrale gehört werden. Der ZaU Vrisberg. Nach völktsch-deutschnationalen Zeugnissen. Die„Deutsche Zeitung" veröffentlicht Berichte von Augenzeugen über die Vorgänge om Bismarckdenkmal in der Nacht zum 1. April und om nächsten Vormittag. Schon in der Nacht besuchten Mitglieder des deutschvölkischen Bundes, des Deiitschnatio- nalen Handlungsgchilfenvcrbandes und anderer rechtseingcstellter Organisationen das Denkmal. Es fanden Ansammlungen statt, die zwar von der diensttuenben Polizei zerstreut werden konnten, aber es kam bei dieser Gelegenheit zu politischen Dcmon- st r o t t o n c n. Es wurde„H e i l" geschrien und ,.O D e u t s ch l a n d hoch in Ehren" gesungen, das Verbot, in der Bannmeile politisch« Demonstrationen zu veranstalten, von den Besuchern des Bismarck- denkmals also mißachtet. Roch dem bewaffneten lleberfall auf dem Bahnhof Lichterfeld«- Ost, der eine allgemeine Beunruhigung der Oeffentlichkett nach sich zog, waren das Anzeichen, die die Polizeibeamten veranlassen mußten, m i t der nötigen Tatkraft für die strikte Beachtung der Bannmeile zu sorgen. Aus dem Bericht eine»„ruhigen Beobachters", den die „Deutsche Zeitung" über die Vorfälle am darauffolgenden Vormittag publiziert, geht einwandfrei hervor, daß der Polizelbeamie, der gegen General v. Wrisberg vorzugehen genötigt war, m i t der größten Besonnenheit zu Werk« ging, obgleich er auf den Widerstand nicht nur des Gcnerols, sondery auch seiner Begleitet� stieß. Der General beachtete zunächst die Aufforderung des sprechungen stattfinden, um ein Programm auszuarbeiten, dos den interessierten Regierungen zur Grundlage eines gemein- somen Vorgehens in China und zum Schutze der Ausländer dienen soll Vorsicht! Rcutcrmeldung über Zusammenstöße in Hankau. London, 5. April.(WTB.) Reuter läßt sich aus Schanghai melden: Nach einem drahtlosen Telegramm aus Hankau wurden bei dem letzten Zusammenstoß zwischen Chinesen und Japanern zehn Chinesen und zwei Japaner getötet, mehrere Chinesen und zwei Japaner verwundet. Sieben Japaner wurden von den Chinesen als Geiseln zurückgehalten. Der japanische Klub, dos japanische Krankenhaus und zwei japanische Arbeitsplätze wurden geplündert(?) und in Brand gesteckt.(?) französische Initiative in Delgraü unü Rom. Zwecks Herbeiführung direkter Verhandlungen. Paris, 5. April.(Eigener Drahiberichi.) Die französische Regierung hol In Belgrad und die englische Regierung in R o m durch ihre dlplomolischen verlreler einen neuen S�ch rill unternommen, um die Einleitung direkter Verhandlungen zwischen Italien und Jugoslawien zu beschleunigen. Die Nachricht, daß solche Verhandlungen bereits eingeleitet sind und Rom scinc Zustimmung gegeben habe, wird allerdings als unrichtig bezeichnet. Belgischer Arbciterfcldzug gegen Faschismus und Kricgsgcfalzr. Brüssel, 5. April.(Eigener Drohtbericht.) Der sozialistische Generalrat und die Gewerkschaftskommisston tagten om Dienstag ge- meinsmn-m Brüsseler Bolkshaus, um die Kriegsgefahren in Albanien und in China zu besprechen. Van Roosbroeck berichtete über die Friedensbemühungen der sozialistischen International« in den letzten zwei Jahren. Mertens erstattete einen ähnlichen Bericht. Pierard, Ceckelers und andere Redner brandmarkten den Faschismus als Friedensstörer in Albanien und ander- wärts sowie die sriedensseindliche Rolle der englischen konservativen Regierung in China und Europa. Es wurde beschlossen, einen energischen Feldzug gegen die Kriegsgefahr im ganzen Lande einzuleiten durch große international« Friedensdemonstrationen am 28. April in Brüssel. Wachtmeisters, die Bannmeile zu respektieren, gar nicht. Lassen wir den Bericht der„Deutschen Zeitung" selbst sprechen: Der General machte eine abwinkende Handbewegung, während Schulrak Sakobielskl empört äußert:„Wir dursten doch als Ab- ordnung immer einige Worte sprechen."„Haben Sie Ausweise?" „Nein." wurde gesagt,„wir haben es Immer so tun dürfen." Der General versucht« seinen Sah zu Ende zu führen: .„... legt der D>eutschc-Oftmarkenllerein.mie.eilljährlich.____."—Da,,—. wurde der alt« Herr vom Wachtmeister am Aerinel gepackt mit Worten:„Kommen Sie mit zur Woche!" Dann hörte ich den�,„ General entrüstet rufen:„Lassen Sic mich bitte los! Sie h.ibHUll* gar kein Recht, mich anzufassen, ich gehe allein mit." Dann ging der General mit, wandte sich nochmals um und sagte:„Meine Herren, Sie sehen, ich bin verhaftet und vorhin angesaßt worden, ober es ist mir ein« Ehre, mitzugehen" und dann kurz darauf: ..Mein« Herren, begleiten Sie mich bitte!"— Sosort gingen Exzellenz v. der Lippe und der Gcschättsfllhrer K ö b ck t mit. Bei der Lcrhoftung selbst waren von den Anwesenden Rufe gefallen wie„Unerhört" und„Sie wollen einen alten General verhasten?" Als die genannten Herren mit dem verhafteten General mit- gegangen waren, trug der Schulrak Sakobietiki ein Gedicht vor. woran er auch von dem anderen Wachtmeister nicht gehindert wurde." Der Wachtmeister ist also nach dem Bericht des Gewöhrsmannes der„Deutschen Zeitung" erst zur Sistierung des Generals geschritten, als dieser und seine Begleiter sich den dienstlichen Anordnungen widersetzten und nachdem er vergeblich um die Aueweise der Herrschaften gebeten hotte, die sich zum mindesten des Bruchs der Bannmeile. wenn nicht de« Widerstandes gegen die Staatsgewalt schuldig gemocht hoben. Er hat auch dann noch trotz des turbulenten Betragens der Ilmherstehenden seine Ruhe nicht verloren. Er hat eine Bc- sonnenheit und eine Beachtung seiner Pflichten bis ins kleinste be- wiesen, wie man es nur wünschen kann, daß es auch dann immer geschieht, wenn es sich um weniger gut situierte Demonstranten handelt.'' Mit einigem Erstaunen erfährt man aus dem Bericht der „Deutschen Zeitung", den onzuzweiscln kein Grund vorliegt, daß Schulrat Sakobielsti die Stirn hatte, nach der Sistierung Wrisberps dessen Rolle fortzusetzen und am Bismarckdenkmal ein Gedicht zu zitieren. Das ist eine strikte Mißachtung der Anordnungen der Staatsgewalt. Wir fragen: bestätigt die amtliche Untersuchung die Darstellung der„Deutschen Z e I t u n g?" Wenn ja, was geschieht mit d e in S ch u I r a l? tvahlrüsiung in polen. Sozialistenblock der Mindcrheitsvölkcr. Warschau. 4. April(Eigener Bericht.) Ein« Konferenz der. sozialistischen Parteien der deutschen, weißrussischen, ukrainischen und jüdischen Minderheitsvölker hat beschlossen, die Bildung eines sozialistischen Minderheiten- Wahlblocks anzu- streben, der als gemeinsame Front den polnischen Partelen«nt- gegentrcten soll. Manche Politiker nehmen an, daß Neuwahlen überhaupt nicht, weder früher noch später, vorgenommen werden, sondern daß die gegenwärtige Mandatsdauer um einige Zeit verlängert werden wird, bis dann eines Tages durch Dekret des Staatspräsidenten Sejm und Senat aufgelöst und Pi l s u d> sk! offen, ohne die bisherige parlamentarische Dekoratirni, als Diktator auftreten würde. Zur Reform der Fernsprechtarifc ersucht ein sozialdemokratischer Urantrag das preußische Staatsministerium, auf die Reicheregierung einzuwirken, daß die geplant« Erhöhung der- Fern- sprechgebühreii zizr Benachteiligung der Wenigsprechenden nicht durchgeführt wird. Do» norwegische Alkoholgeseh nach der geschehenen Aushebung des Branntweinverbots ist vom Parlament verabschiedet worden. Es gibt nur neun Städten das Recht, Konzessionen für Branntwejn- ousschank zu verleihen und verbietet den Verkauf von Branntwein an Personen unter 21 Jahren überhaupt, tzat Englanö fchulö? Üut Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Der R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r Hot im Reichstag im Ver- lauf der Aussprache über das Arbeitszeitnotgesstz gegenüber dem Abgeordneten G r a ß m a n n, dem zweiten Vorsitzenden des Allge- meinen Deutschen Gewcrkschastsbundes, in der Frage der Ratifi- zierung des Washingtoner Abkommens sich abermals hinter den angeblichen Wider st and Englands gegen die Rati- s i z i e r u n g verschanzt. Die Hemmungen, so erklärte der Reichs- arbeiisministcr, liegen auf englischer, nicht auf deutscher Seite. Das zeige ja das Arbeitszeitgesetz für den englische» Bergbau ganz deutlich, mit welchem England auf Arbeitszeit- Verlängerung zusteuere. Der Reichsorbeitsministcr muß doch so gut wie andere Leute wissen, daß der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, Albert Thomas, vor nicht allzu langer Zeit in der„I n t e r n a t i o- nationalen Rundschau der Arbeit" die Auswirkung der Neuregelung der Arbeitszeit im englischen Bergbau aus die Rotisi- zierungssrage berührt und dabei ausdrücklich festgestellt hat, daß der Ausgang des englischen Streits die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens nicht gefährde. Wohl hätten einzelne Länder eine kürzere Arbeitszeit für den Bergbau als für andere Berufe, allein das Washingtoner Abkommen seh� keine b e- sondere Regelung für den Bergbau vor, und die r e i n e Arbeitszeit im englischen Bergbau betrage nicht mehr als acht Stunden. Die Frage, ob England mit der Arbeitszeitregelung für den Bergbau auf eine allge in eine Verlängerung der Arbeits- zeit hinsteuert, ist im übrigen durch die vor kurzem stattgefundene Unterhausdcbotte über die Ratifizierungsfrage bereits be- antwortet. Aus der Haltung der englischen Regierungspartei geht klipp und klar hervor, daß die englische Regierung ratifizier»n wird. Wozu also noch immer das Ver st ecken hinter angeblichen englischen Hemmungen? Sollen wir warten, bis das Arbcitsschutzgesetz verabschiedet ist? Drohenöer Streik im Krastüroschkengewerbe. ,/ Ergebnislose Verhandlungen vor dem Schlichter. /rjjf B. I. Die gestrigen Verhandlungen vor dem Schlichter über die yßf von den Arbeitnehmern beantragte Verbindlichkeitscrklärung des y* Schiedsspruchs für das Kraftdroschkengewerbe sind wiederum er- gebnislos verlaufen. Am Donnerstag fall noch einmal vor dem Schlichtsr der Versuch gemocht werden, zu einer Einigung zu gelangen. Der gefällte Schiedsspruch, der sowohl für die Groß- betriebe als auch für die Kraftdroschkeninnung gelten soll, steht einen Grundlohn von 2 Mark und einen Zuschlag von 2ö Proz. der Tageseinnahme vor. Die Arbeitgeber erklären, die Berechtigung einer Lohnerhöhung durchaus anzuerkennen. Infolge der unsicheren wirtschaftlichen Lage des Kraftdroschkengewerbes feien sie jedoch aitßerstande, die Aufbesserung der Bezüge vorzunehmen. Von der Innung Vereinigter Krajtdroschkenbesttzer wird betont, daß von den glAM Kraftdroschken in Verlin 300 0 zu viel wären, und daß nur«ine Nummernsperre einen Ausweg für dos Gewerb« schaffen könnt«. Van dem Streik würden rund 10 000 Fahrer betroffen werden, davon 7000, die bisher Z Mark Grundlohn und 20 Prozent erhalten haben. Die Durchführung des Schiedsspruches würde nach Ansicht der Innung nur mit einer Erhöhung der Fahrpreise durchgeführt werden können. Einigung mit der Brauerei Bötzow. Vom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter Deutsch- londs, Ortsoerein Berlin, wird uns mitgeteilt: In der Betriebs- Versammlung der in der oben genannten Brauerei Beschäftigten am 3. April wurde eine Resolution angenommen, die den Arbeiter- rot beauftragte die Betriebsleitung um eine erneut« Verhandlung am 4. April im Beisein der Orgonisationsvertretdr zu ersuchen. Die Betriebsleitung willigte in Verhandlungen ein, in deren Verlauf die Differenzen zur beiderseitigen Zufriedenheit behoben wurden. Konflikt in öer Jahrfluhlbranche. Die im Berliner Fahrstuhl- und Auszugsbau beschäftigten Man- teure, Schlosser und Helfer hatten in der letzten Branchen- Versammlung beschlossen, von den Unternehmern eine Lohn- »rhöhung von 25 Pf. pro Stunde. zu fordern und diese For- derung den einzelnen Betriebsleitungen zu unterbreiten. Die dem VerbandBerlinerMetallinduftriellen angeschlossenen Firmen lehnten jede Verhandlung darüber ob und erklärten, nur von Organisation zu Organisation verhandeln zu wollen. Die übrigen Firmen versteckten sich wiederum hinter dem VBMJ. und erklärten, das von diesem gemachte Zugeständnis dann auch für ihre Betriebe anzuerkennen. Der Metallarbeitcrvcrband suchte darauf beim BBMJ. Verhandlungen für die ihm angeschlossenen Firmen nach. Der Vertreter des VBMJ. lehnte es jedoch in dieser Verhandlung ob, für olle Firmen gemeinsam zu verhandeln. Um die Verhandlungen nicht scheitern zu lassen, erklärte sich die Derhand- lungskommission bereit, mit jeder Firma einzeln zu ver- Handel n. Die Vertreter der einzelnen Firmen machten dann fast alle das gleiche Angebot, die Löhne um 3 bis 5 Proz. zu erhöhen. Zu diesem Angebot nahn, gestern abend im Pcrbandshaus der Metallarbeiter eine gutbejuchte Bersammlung dieser Bronchen- orbeiter Stellung und beschloß nach eingehender Aussprache e i n- stimmig, das Angebot als völlig uir genügend ab- z u l e h n e n und am Donnerstag in den Betrieben«ine Streikabstimmung durchzuführen. Die Funktionäre werden dann a in stimmungsergebnis Stellung nehmen und maßnahmen tressen. Roch der Stimniun> der Belegschaften ist es kaum zweifelhaft, Streikbeschluß ergeben wird. Freitag zu dem Ab- die notwendigen Kampf- der Versammelten wie die Abstimmung den Eine Mllchmäüchenrechnung Ser«.Opposition". Die„Rote Fahne" befaßt sich in ihrer Sonntaasausgabe mit den Ergebnissen der Neuwahlen der Branchenkommissionen in der Berliner Verwaltungsstelle des Deutschen Metallorbeiter- verbände» und versucht zu beweisen, daß die Opposition„nach wie vor" die große Mehrheit der organisierten Berliner Metall- arbeiter hinter sich habe. Ihre Bcweisfühnmg besteht darin, daß sie die angeblichen Abstimmungsergebnisse für die Zlmstcrdamcr und Moskauer Kandidaten aus 24 von 35 Lranchcnoersammlungcn gegenüberstellt und danach zu der gewünschten Schlußfolgerung kommt, wonach die Opposition 4734 Stimmen, die Amsterdamer aber nur 3694 erhalten hätten. Die Stimmenzahlen, die die„große oppositionelle Stimmenmehrheit" beweisen sollen, sind bis auf wenige Slusnohmen sozusagen aus der Luft gegriffen und beruhen auf sehr problematischen Schätzungen. Als Beweis für die Methode der„Roten Fahne" fei nur bemerkt, daß z. B. bei der Branchenwahl in der Eisenkon struktionsbronche laut Anwesenheitsliste über 200 Mitglieder erschienen waren, von denen etwa 180 für die Amsterdamer Kandidaten stimmten. Die„Rote Fahne" zählt trotzdem nur 60 Stimmen sür Amsterdam und 3 0 Stimmen für Mgskau. Eine Stimmzettelwahl wurde nur bei der Branche der Maschinenschlosser vorgenommen, während in ollen anderen Versammlungen die Wahl per Akklamation er- folgt«, die Stimmenmehrheiten sich also nur schätzen ließen. Doch selbst wenn man die in der Liste der„R. F.' aufgeführten falschen Zahlen als zutreffend bezeichnen und darüber hinaus noch alle Mit- gliedcr der unter kommunistischer Fuhrung stehenden Branchen zur Metallarbestern dennoch in einem Verhältnis von 1: 3 gegenüber zugunsten der Amsterdamer Richtung. Die in den Händen der Kommunisten befindlichen Branchen sind mit Ausnahme der Branche der Eisen- und Reooloerdrcher und der Rohr- leger nur kleine Branchen, mährend die großen und aus- schlaggcbcnden Branchen unter Amsterdamer Führung stehen. Der krampshosie Versuch der„Roten Fahne", einen„Sieg der Opposition" zu konstruieren, dürste ihr nur bei denjenigen ihrer Leser gelingen, die kritiklos jede Behauptung ihres Blattes als bare Münze hinnehmen und die Verhältnisse bei den Berliner Mc- tallarbeitern nicht kennen._ „Reformistische Handlanger der Unternehmer!" Mit dieser Ueberschrist ist in der„Roten Fahne" vom 23. März ein Artikel erschienen, dem weitere Anspielungen folgten, die sich mit Vorgängen bei O s r a m A. S i ck i n g e n st r. 71, beschäftigten. Hierzu teilt uns der A r b e i t e r r o t des Betriebes folgenden Bc- schluß mit: „Der Arbeiterrat der Fa. O s r a m hat zu den Artikeln in der „Roten Fahne" Stellung genommen und bedauert, daß o u f G r u n d falscher Angaben eine derartige Beschimpfung der ge- werkschaftlichen Funktionäre des Osrain-Betric- bes sowie des DMV. erfolgte. Diese Entschließung wurde mit neun gegen drei Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Der Arbeitcrrat besteht in seiner Mehrheit aus Anhängern der Opposition. Die angegriffenen Funktionäre lehnen es ab, einer Zeitung wie der„Roten Fahne", die indirekt dein Gegner das Material zur Bekämpfung der Arbeiter- schast lieferet, eine Berichtigung zu senden. Sie haben vielmehr Klag« gegen den Perfasser der Artikel erhoben und werden nach Abschluß des Gerichtsverfahrens eingehend auf die Behauptungen und Beschimpfungen in der breitesten Oeffentlichkcit zurückkommen." SchieSsfprvch in öer fchlesischen MetaUinöusirie. Breslau, 3. April.(WTB.) Die am Dienstag erneut geführten Ausgleichsverhandlungen unter dein Vorsitz des Schlichters der Provinz Riedcrschlesien führten nach nahezu neunstündiger Verhandlung zu folgenden Schiedssprüchen: Für die Metallindustrie Niederschlesiens: Der Schicds- spruch des vereinbarten Schiedsgerichts vom 13. März 1927 wird erneut zum Spruch erhoben mst der Aen derung, daß der Ecklohn auf 65 Pf. festgesetzt wird. Die Sätze der bisherigen Lohntobelle werden u in 10 Proz. erhöht. Der Streit und die Aussperrung ist sofort aufzuheben, die Arbeit sofort wiederaufzunehmen. Maßregelungen finden nicht statt. Für Breslau ist ebenfalls eine zehnprozentige Lohnerhöhung beschlossen worden. Den Parteien wird ausgegeben, bis Mittwoch, den 6. April, nachmittags 6 Uhr, sich über diese Schiedssprüche zu äußern. Neue Verhandlungen in der Zigarrcnindustrie. Im Aisschluß an de» Antrag der Arbeitnehmer der Zigarren- industrie aus Verbindlichkeitserklärunq des vor kurzem gefällten Schiedsspruchs, den die Zigarrenfabrifanten mit der Aussperrungs- androhung beantwortet haben, finden am Montag im Reichsarbeits- Ministerium neue Verhandlungen statt. Verbindlicher Schiedsspruch für die Keram industrie. Der Schiedsspruch für die keramische Industrie ist mit einigen Abänderungen, mit welchen sich die Parteien einverstanden erklärr haben, voni Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt. Lohntonflikt in der Hanauer Edelmetallindnstric. Hanau, 5. April.(TU.) Eine Versammlung der Hanauer Gold- und Silberarbeiter lehnte mit großer Mehrheit die beiden Schieds- s p r ü ch e sür die Edelmetallindustrie ab. Ehe die Konsequenzen aus dieser Abstimmung gezogen werden sollen, soll noch einmal mit den Arbeitgebern verhandelt werden. Falls bis zum Freitag keine Einigung erzielt worden sei, ist mit der Kündigung zu rechnen. Schiedsspruch für die Mannheimer Hafenarbeiter. ZNoanheim. 5. April.(Mtb.) Der Schlichtungsausschuß hat gestern im Lohustreit der Arbeiter in den Hascngebieten von Mann- heim, Rheinau und Ludwigshosen einen Schiedsspruch gefällt, der ob 1. April eine Lohnerhöhung von 3 Pf. pro Stunde vorsieht. Die gleiche Erhöhung soll am 1. Oktober in Kraft treten._ tvie öen böhmischen Glasschleifern geholfen wird. Drohung mit d?m Standrecht! Gablonz. 5. April.(WTB.) Im Zusammenhang mst den letzten Glasarbeiterausschrcitungen sind aus Prag Gendarmerie- Verstärkungen in Morgenstern eingetroffen. Die politisch« Bezirksverwaltung von Gablonz hat ein« Kundgebung er- lassen, durch welche außerordentliche Maßnahmen für den Gerichtsbezirk Tannwald und die Gemeinden Wiesenthoi, Iosephslhal und Untermaxwald getroffen werden. Unter anderem werden Menschenansammlungen und Zusammenrottungen auf öffentlichen Plätzen untersogt. Nach 9 Uhr abends darf sich niemand mehr aus der Straße aushalten. Die Sperr- stunde in den Gasthäusern pzurde aus 9 Uhr festgesetzt. Zuwiderhandelnden wird strenge Bestrafung angedroht. Bei weiterer Gefährdung von Ruhe und Ordnung soll das Stand- recht in Kraft treten. Eine Versammlung der Bürgermeister, Innungsvorsteher, der Vertreter der Arbeiterschaft und der Behördenvertrctcr faßte eine Reih« von Beschlüssen. U. o. wurde einstimmig ein Erzeu- gungsverbot für Schmiroelwaren gefordert. Bon der Regierung wird auch eine umfassende Notstandsottion und die Beistellung ausreichender Msttel verlangt. Die Vertreter der Arbeiterschaft forderten die Zurückziehung der Aus- nahmeverfügung und drohten mit einem Genera!- st r e i k der gesamten Glos-, Textil- und Metallarbeiterschaft des Industriegebiets, wenn ihrer Forderung nicht entsprochen würde. „Einheitsfront" in Frankreich. Baris, 5. April.(Eigener Drahtbericht.) Der französische Gl!- wcrkschoftsbund hat am Dienstag zu dem Vorschlag der kommunisti- schen Gewerkschastszentrale, die Einigkeit der französischen Gewerk- schaftsbewegung durch die Verschmelzung der beiden Or- ganisotioncn wiederherzustellen, Stellung genommen. Die Antwort betont, die einfachste Lösung bestehe darin, daß die kommunistischen Gewerkschaften, die ja seinerzeit aus dem Ge- wcrkschastsbilnd ausgetreten sind und so die Spaltung heroorgerusen hoben, wieder zurückkehren und sich den Statuten des Bundes unterwerfen. Es ist sehr zwekfelhost, ob die Moskauer diesen Weg beschreiten werden. Di« Notwendigkeit einer einheitlichen Gewerkschaft?- front in Frankreich ist unverkennbar. Achtirn«, Schuith-iß.P-tzknhoser,«St. TT. Am nach. mittag Uhr im Lakai Dallrnbrrg, Neulempclhas, Brriinrr Str. I, ~ Versammlung aller EPD.-lhenossen. Bortrag des Bctriebsratsnorsihen. l- Bersammlung aller ePTVlnenossen. Bortrag des Berriedsratsvorsifien. s! den der Bcrligcr Ortstrankenkassc. Sympathisierende können eingeführt !- werden. Der Fraitionsvorsiand. Zrcie Gewerkschast-jugend Heute, Mittwoch, Uhr, tagen die Gruppen: |~ f* Hennbcsprechr ic Schwimmhalle. Straße 13". Heiinbesprechüng. Liederabend. "itim Gberswalder Str. 10. mbesprechung.— . wimmhalle, Bö» iSdchenarbeit."—«ha» kenkasscnhaus, Berliner — Rordrinq: Sruppenheim Heiinbesprechüng. ssragebeantwortung.— umschul-nweg: Jugendheim Daumschulen weg, Grnstsir.>0. Bortrag:„Die Theorie des besprechnng. Söchiischcr SchaSilpiels."— W-ißeniee: Jugendheim Barksir. 30. Heim. .— Zentrum: Jugendheim Zchdenickcr Str. 24(25. He, mbesprechung. Humor.— Ziordlreio: FUr die Mitglieder der 274 Abteilung der Boitsbllhne findet eine Borsiellung im Theater am Billowplusi statt.— Jugend» abtcilung de» Deutschen V»r!chr«dundc-: 7 Uhr im Jugendheim Enqelnfer 24j25, Aufgang B, Part. Funktionär. Bildungskursu».— ttuUurabteilung de» Deutsche» Metallarbeiterorrbaade». Linienstr. Igt), 7 Uhr: 1. Mit den Zugvögeln nach Afrika. 2. F>i und Fox als Stadtreisende. 3. Wachstum der Kristalle. Zugendgruppe de» ZdA. Heute. Biittwoch, 714 Uhr, finden folgende Ver- anstaltungen statt: Zieukölln: Jugendheim Rogatstr. 53. Bunter Abend.— .....—"rranteni Griippendefprechung.— Tharlottenburg: Jugendheim Rostnenstr. 4. Heim. despreSiung.— Zurnatend von 8—10 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruthrr Straß- 20.(Turnsachen mitbringen!) Deutscher Baugewerltbund, �achgruppe� der z-pfer.� Sonnabend, 9. April, vormittags 9 Uhr, im großen des Gewerkschaftshausc«, Engeluser 24/25, ngcn. Mitgliedsbuch legi Di« Fachgruppenleitnng. Mitgliederversammlung. Bericht von den Berhandlungcn. Mitgliedsbuch legi, timiert. BollzSHIiges Erscheinen erwartet Berantwortlich für Politik: Bixtor Schiff; Wirtschaft: S. Klingelhöfer; _________............_ und Vcrlagsanstalt Paul Einger u Co.. Berlin SW 8«, Lindenstraße 8. Hierzu 3 Beilagen und„Unterhaltung und Wissen" MW [ANZAHLUNG 1 MONATSRATE�] Die große Kaufgeleopen- fofinrii Ineif for gediegene moderne Korbmöbel für Haus.dai5- fen und. BalKonzu eiimg cU- s&hend mediigerL Preiseru _____ eimnaldas öeid. rn/5l� wictiH bei jPeder federleidtlf• Sessel „Bodo" Sessel .RuuäoJLf"; Baiäcensesselm Bsddigrohp mif Eblsfer. MK�SW00 Mindßsfv/oc±hea-lWe 1 Madi v*hl. SQfo, -Msp Nr. 162 ❖ 44. Jahrgang 7. Seilage des vorwärts Mittwoch, 6.�prttl627 ver fliegende Hochseekreuzer. Vor kurzem konnte man in Berlin einen eigenartigen Transport beobachten: ein großer Bootsrumpf, der von einem kleinen Schlepper gezogen wurde, dahinter ein Wagen, der Teile trug, die unzweifelhaft zu einem Flugzeug gehörten. Es handelte sich um den Abtransport des größten bisher von den„Rohrbach-Werken" der Berliner Werk- statt am Petingploß gebauten Verkehrsflugbootes„R o h r b a ch» R o c c o". Das Flugzeug wurde in zerlegtem Zustand nach K o p e n- Hagen befördert. Es besitzt eine Länge von 19,3 Meter, eine Spannweite von 26 Metern, eine Höhe von rund Metern. Der Bootskörper mißt an der breitesten Stelle 1,75 Meter. Bei voller Belastung taucht er 1,19 Meter in das Wasser. Zwei Rolls-Royce „C»ndor"-Motoren sind in zwei besonderen Motorenkabinen über dem Flügel angeordnet, sie entwickeln zusammen 1399 Pferdestärken und vermögen dem Flugboot unter normalen Verhältnissen«ine Oe- schwindigkeit von etwa 229 Kilometer in der Stunde zu geben. Bei einem Fluggewicht von 19599 Kilogramm und bei einer stündlichen Reisegeschwindigkeit von 168 Kilometern kann das Boot eine Strecke von 2�99 Kilometern unter normalen Witterungsverhältnisien ohne Zwischenlandung durchfliegen. Zur Besatzung gehören 2 Piloten und ein Funker. In der K a b i n e, die schall- und wasserdicht gebaut ist, haben zehn Fluggäste ein behagliches Unterkommen. Die Fahrgastkabine ist 6,8 Meter lang, 1,7 Meter breit; sie ist außerdem durch ein Schott mit einer wasserdichten Tür von den übrigen Räumen des Bootes abgetrennt. Hinter dem Fahrgastraum ist eine Toiletten- a n l a g e votgesehen, und unmittelbar darauf ist der Fracht- räum angeordnet, der ebenfalls durch sine wasserdichte Tür abge- schlössen ist. Das Flugzeug ist mit elektrischer Beleuchtung versehen, die durch Windgeneratoren erzeugt wird. Eine ausgezeichnete F u n k st a t i o n, die sowohl in der Luft, wie auch auf dem im Wasser schwimmenden Boot zu arbeiten oerinag, stellt ständigen Verkehr mit dem Festlande her. Das Flugzeug ist so gebaut, daß es selbst bei einer Windstärke von 12 Sekundenmetenr(also bei starkem Sturm) auf dem Wasser zu manövrieren vermag. Hierbei geben die beiden unter den Flügeln angeordneten Stützschwimmer dem schwimmenden Boot eine ausgezeichnet« Seitenstabllität. Das Boot besitzt alle Ausrüstungsgegenstände, die auf Hochseekreuzern zu finden sind. Es ist mit a u t o m a t i s ch wirken- den Feuerlöscheinrichtungen versehen, die Benzin- t a n k s liegen in den Flügeln und die zu ihnen führenden Lei- tungen vermeiden vollkommen den Fahrgastraum, so daß sich schäd- liche Benzindämpse nicht entwickeln können. Mit Ausnahme der als Flügelteile ausgebildeten Benzintanks ist der ganze Bootskörper aus Dur-Aluminium gebaut, das zum Schutz gegen den An- griff des Scewassers mit einem Anstrich versehen wurde. Inter- essant ist der Start vom Lande aus und das Bergen des Bootes. Zu diesem Zwecke sind zwei schwimnisähige zweirädrige Bergungswagen konstruiert, die im Wasser schwimmend unter den Flügeln schnell montiert werden können, so daß das Flugzeug dann mit eigener Motorenkraft in dos Wasser oder ans Land rollen kann. Mit diesem Flugzeug ist sicherlich eines der besten Flugboote geschaffen worden. Wenn man die Fortschritte im Flugwesen überschaut, so muß man den Eindruck gewinnen, daß es in der Tat mit Riesenschritten vorwärts geht, so daß man die berechtigte Hoffnung haben kann, daß auch das Flugzeug sich in absehbarer Zeit für den ständigen Passagierverkchr zwischen den Kontinenten durchsetzen wird. 5ehrlingsheim üer Stadt Serlin. Ein Beitrag zur Lehrlingsfürsorge. Zur Lehrlingsfürsorge gehört auch die Beschaffung von W o h- nungen für allein st ehende Lehrlinge. Die Erfahrung hat gezeigt, daß solche Lehrling« am zweckmäßigsten in b e s o n» deren Heimen unterzubringen sind. Bisher hatte Berlin nur außerhalb des Stadtgebietes derartige Einrichtungen, z. B. das Lehr- lingsheim in Brandenburg. Seit einigen Monaten ober gibt es auch innerhalb des Stadtgebietes ein städtisches Lehrlingsheim. Im Ber- waltungsbezirt Wilmersdorf ist das Grundstück des frühe- ren Mosfe-Stiftes(Mecklenburgische Straße 58) als Lehr- lingsheim eingerichtet worden. Die aus Mitteln der Masse- Stiftung gegründete und unterhaltene Anstalt, die ursprünglich ein Erziehungsheim für Massen war, fiel der Geldentwertung zum Opfer. Sie wurde dann der Stadt Berlin für Zwecke der Jugend- fürsorge zur Verfügung gestellt, und danach diente sie zunächst weiter als Waisenerziehungsanstall. Mit der jetzt durchgeführten Umwand- lung in ein Lehrlingsheim kommt die Stadt einem Bedürfnis ent- gegen, das nicht weniger dringend ist als die Schaffung von Er- ziehungshäusern für noch Schulpflichtige. Am Dienstag wurde vom Wohlfahrts- und Jugendamt der Stadt Berlin für Vertreter der Presse eine Besichtigung dieses Lehrlingsheims veranstaltet, an der als Vertreter des Jugendamts auch Stadträtin Wcyl und Obermagistratsrat Knaut teilnahmen. Bezirksstadtrat Dr. Krüger-Wilmersdors und Heimleiter Dr. Behnke führten die Gäste durch das neu hergerichtete Haus. Das Heim kann 59 Lehrlinge aufnehmen, die in Zinnnern zu je 2, 3, 4, 5 Betten untergebracht werden. Die Räume sind hell und lustig, die Ausstattung ist einfach, ober freundlich. Was sie an Wohnlichkeit und Behaglichkeit bieten, ist mit geringen Mitteln erreicht worden, dank dem Geschmack der Bauleitung. Zur gemein- samen Benutzung sind vorhanden ein Schreib- und Lesezimmer mit Bibliothek, ein Bastelzimmer mit Werkzeugen, ein Musikzimmer mit Klavier und ein Speisesaal, der zugleich als Versaminlungs- und Gesellschaftsraum dient. Auch für Körperpflege ist gesorgt. Eine gute Badeeinrichtung gibt Wannen- und Brausebäder. Sport und Wandern sollen besonders gepflegt werden, und es besteht hierzu schon eine Sport- und Wandergruppe der Lehrlinge des Heims, der nahe Grunewald sst rasch zu erreichen, und selbst bis zum Havelufer ist es nicht weit. Einen Sportplatz werden die Lehrlinge selber auf dem Heimgrundstück schassen, das hierzu Platz genug hat. Zu dem Grundstück gehört ein 3)� Morgen großer Garten. In den Winter- monaten wird eine aus den Lehrlingen zusammengetretene Theater- gruppe sich in kleinen Theatervorstellungen versuchen. Das Heim nimmt nur Lehrlinge auf, die aus der Obhut der städtischen Waisenpflege kommen. Di« Stadt will diese jungen Leute vor den Gefahren schützen, denen sie in Schlafstellen manchmal ausgesetzt sind. Manchem von der Stadt erzogenen und in eine Lehre gegebenen Jungen mit besonderer Bc- gabung, dem auf dem Lande oder in der Kleinstadt die Ausbildungs- Möglichkeit eingeschränkt wäre, kann die Ueberweisung an dieses in Berlin gelegen« Heim die Bahn zu besserer Entwicklung seiner Fähigkeiten frei machen. wieder Wohnungsschiebungen. Der Leiter des Wohnungsnachweises Wedding verhaftet Im Wohnungsamt des Bezirks Wedding ist man jetzt umfang- reichen Wohnungsschiebuugen auf die Spur gekommen. Aus Ver- anlassung des Wohnungsdezernates hatte die Staatsanwalt- s ch a f t III die Ermittlungen aufgenommen, die zur Verhaftung des schuldigen Beamten, des Stadtsekretärs Haus aus der Brüsseler Straße 29a geführt haben, der Leiter des Wohnungs- nachweise« war und bereits über 1)4. Jahr auf seinem Posten stand. Die Untersuchung ergab, daß der ungetreue Beamte zur Durchführung seiner Wohnungsschiebungen in zahlreichen Fällen Urkunden- sälschungen, Aktenbeseitigungen und sonstige vergehen im Amt begangen hat. und es besteht auch der große Verdacht, daß Haus von denjenigen Personen, denen er zu unrecht Wohnungen zugewiesen hat, b e st o ch« n worden ist. Bisher hat man etwa neun Fälle. in denen Wohnungszuweisungen unberechtigterweis« erfolgt sind, vollkommen aufklären können, während zwei bi» drei weiter« Fälle noch ber Aufklärung harren. Wir erfahren zu der Angelegenheit noch folgende Einzelheiten: Der erst» verdacht gegen den Stadtsekretär Haus, der als Beamter auf Lebenszeit angestellt war und sich schon geraume Zeit in städtischen Diensten befano, kam bereits Ende vorigen Jahres auf. Es kam zu Ohren des Dezernotsleiters, daß In der Geschäfts- führung de» Stadtsekretärs Haus nicht alles in Ordnung war. Als Haus bei dieser Gelegenheit zur Red« gestellt wurde, bestritt er jedoch auf da» entschiedenst« eine Verfehlung. Aus seinem Auftreten jedoch merkte man, daß er ein schlechtes Gewissen hatte, man tonnte ihm damals aber noch nichts Genaues nachweisen. Der verdacht v e r st ä r k t e s i ch, als der Beamte nach etwa zwei bis drei Wochen entgegen der ausdrücklichen Anweisung seines Dezernenten eine Wohnungszuweisung doch vornahm und aus dieser Zuweisung nur geschlossen werden konnte, daß Haus damit ein besonderes persön- licyes Interesse verfolgte. Es wurde nun vom Wohnungsamt aus ein« strenge Beobachtung des Stadtsekretärs vorgenommen, die schließlich dazu führten, daß der Beamte aus dem Wohnungsamt in» Hochbauamt oersetzt wurde. Die Prüfung der Akten ergab, daß Haus in etwa neun Fällen, die bisher restlos aufgeklärt werden tonnten, gefälschte Berichte angefertigt hat, um Personen, die noch gar nicht für ein« Wohnungszuweisung in Be- tracht kamen, Wohnungen zuzuschieben. In einem Fall hat Haus sogar auf Grund gefälschter Unterlagen seinem eigenen Dezernenten Vortrag gehalten und so den Anschein erweckt, daß es sich bei den betreffenden Wohnungssuchenden um einen Dringlichkeitsfall handelte. In der Wohnung von Haus fand ein lebhafter Publikumsverkehr statt, so daß dort gewissermaßen eine Filiale des Wohnungsamtes etabliert war. Es wird verniutet, daß Haus mit sogenannten Wohnungsvermittlungsbureaus in Verbindung ge- standen hat und außerhalb seines Amtes Helfer besaß, die ihm die Unterlagen für seine Schiebungen gaben. Es haben bereits durch die Gif. Das Weib, das den Mord beging. 13� Roman von Fritz Reck-Malleczewen. In der Handtasche klappert das Perlentollier. Der Beamte, der sie kennt, nickt ihr sreundlich zu, trinkt einen letzten energischen Bierschluck, sieht sie plötzlich scharf an:„Ja bitte, junge Frau... ist Ihnen nicht gut?" Nach dem Stuhl getastet,� nach Atem gerungen:„Ich bin gekommen... ich wollte.. „Ein Glas Wasser, junge Frau." Er öffnet das Fenster. „Die Zerschossenen," denkt die kleine Eis,„ich habe ja Angst... oh, so entsetzliche Angst." Sie wünschen?" fragt der Beamte, der nun für sie getan hat, was er hat tun können. Ja, wenn man nicht an die zerschossenen Toten hätte denken müssen, wenn durch das offene Fenster nicht das lustige Pfeifen eines vorübergehenden Burschen, der Hauch vom Wasser, von der Freiheit gekommen wäre in diese furchtbare Stickluft... Die kleine Sif, wieder zu sich kommend, mit den Fingern die Perlen des Kolliers in der Handtasche betastend, sieht ihn an:„Ich wollte fragen, ob sich mein Sonnenschirm gefunden hat." Die Frage wird verneint. Die kleine Sif geht. Bleibt vor der Tür stehen, starrt in den rötlichen Nebelball der Gaslaternen. Weint nun nicht mehr, hat auch nicht mehr das weiche Gesicht des jungen Mädchens, hat plötzlich die harten, schrecklichen Züge einer Sibylle: Zu feig zu sterben, verdorben für alles..- Hund, der du das mir tatest, Mörder, Satan... Vorüber auch dieser letzte, wilde Ausbruch. Sie geht nach Hause, sie weiß nun, wa sie zu tun hat: ein Zettel für Robby mit einem einfachen„Lebewohl", dann der Koffer, in den man seine Kleider hineinstopft, ein paar letzte Aufträge für die alte Aufwartefrau, dann der Wagen, den man bestellt hat... Die freudlosen Straßen des Ostens, unter dem brennen- den Himmel der träge Fluß, die Leipziger Straße mit ihrer Jagd nack Futter und Liebe. Der Potsdamer Bahnhof, von dem man vor vier Tagen zu einem schuldlosen Nachmittag am Wannsee aufgebrochen zist..- nicht zurückdenken, oh, nur nicht zurückdenken,,. Die Flügeltür des Exzelsiorhotels, der Manager, der sie nun schon kennt, die Halle mit ihrer Ruhe heuchelnden Mar- morarchitektur', mit den Menschen, die Stoizismus heucheln und alle doch an einen Winkel ihres Lebens denken müssen, für den sie zwei Jahre und sechs Monate Zuchthaus verdienen ... alle, alle... Eine improvisierte Karte mit ihrem draufgekritzelten Namen, die sie dem Boy übergibt:„Dem Oberst Miramon." Der Boy verschwindet im Aufzug, der Aufzug surrt. Wenn es doch schnell ginge... oh. wenn es doch nur schnell ginge! In den Klubsesseln vor den Elevatoren Fürst zu Wied, diesjähriger Cappa-Florio-Sieger... Direktor Oftermayr mit kleiner aber einträglicher Meineidverleitung... Professor Patzmann, im Kriege Erfinder der aus Biehjauche gefertigten Nährhefe, eben das Generalversammlungsdiner der„Ada- mag" verdauend. Wieder ein Elevator. Wirklich der Boy mit dem kleinen für sie bestimmten Briefchen. Der Oberst Miramon läßt die gnädige Frau tausendmal um Entschuldigung bitten, wenn er sie in seinen Zimmern oben empfangen muß. Oben der Dachsbau des Riesenhotels, die endlosen blut- roten Teppiche auf weißen Gängen, die indiskreten Stiefel- paare der Hochzeitsreisenden vor den Zimmern. Nach der Königgrätzer Straße hinaus der riesige Salon mit den Tep- pichen, in denen man beinahe versinkt, die Uhr mit dem Schlagwerk der Westminsterabtei, aus dem Halbdunkel des Lampenscheines am Schreibtisch die knabenhafte Gestalt dessen, bei dem man nun Schutz sucht. „Eine Bitte an Sie..." Sie fühlt, daß es rasch zu Ende geht mit ihren Kräften. „Entzückt, Ihnen helfen zu können..." In dem eng- anliegenden Kniehosenanzug aus dunkler Seide, den er hier trägt, mit dem schwarzen Barett sieht er wie ein Mittelalter- licher Nachrichter aus. „Es ist Ihnen möglich, mich auf Ihre Reife mitzu- nehmen?" Das erste ist damit gesagt... man fühlt, daß man, ob man will oder nicht, noch mehr wird sagen müssen, noch mehr... Er verbeugt sich geschmeidig:„Ein kleiner Dienst, auf den zu hoffen ich nie gewagt habe." „Sie müssen wissen, ich habe..." „Es wird gut sein, wenn Sie nun sehr leise sprechen, Madame.» Die toten Augen sehen sie an. „Ich habe... ich habe jemanden getötet." Es ist gesagt. Die kleine Sif greifj mit den erbarmungswürdigen llberzarteu Händen in die Luft, sucht nach einem Halt, liegt auf dem Teppich. „Ein kleiner Mord... oh, Madame, wer wird denn derlei so ernst nehmen?" Die Hand des Obersten Miramon klopft bei diesen Worten den Hals der kleinen Sif, beruhigend wie ein Schlächter, ehe er dem Tier den Schlag versetzt. Draußen auf der Königgrätzer Straße werden zwischen Hupengeschrei und Trambahnklingeln die Börsentendenzen von New Dork und Chikago ausgerufen. Also ergeht es denen, die von Europa aus den Atlantik südwärts durchqueren: da hinter Helgoland die Luft noch den taufrischen Duft des Nordens hat, so wird zunächst, allen feier- lichen Abschiedsszenen zum Trotz, die ganze Reise nicht sonder- lich für ernst genommen, in dem Glauben, daß es drüben schließlich auch nicht viel anders sein werde, wie bei der alten gütigen Mutter Europa. Beim Kanaleingang, auf jenem vor der Thcmsemündung gelegenen„Kentish Knock" genannten Grunde sieht man mit geteilten Gefühlen soviel Wracks liegen, daß man zunächst an- nimmt, es sei ein internationales Malheur geschehen und über Nacht die ganze englische Flotte untergegangen. Man be- merkt, daß das Englisch, das der Kanallotse spricht, erheblich abweicht von dem auf deutschen Schicken gelehrten, daß ihin beim Frühstück zum Kognak auch die Bibel serviert wird, daß die Segel der Fischer hier rostrot und mithin schon etwas exolisch sind, daß die Luft hier schon leise, leise jenes seltsame, nach Sonne riechende und höchst irritierende Parfüm hat, nach dem dann die ganze Uebersee duftet, vom Lizzard bis zur Magelhanstraße. Und dann sieht man, wie die riesenhaften Leuchtfeuer von Ushant und Dover und Bournemouth... beim Zeus, die schönsten der Welt... mit riesigen Wind- Mühlenflügeln lautlos dem lieben Gott über den Nachthimmel wischen und dann wird mit einiger Regelmäßigkeit von einem an Deck gekommenen ahnungslosen Maschinistenassistenten den Passagieren der Unsinn erzählt, daß dies die letzten Feuer Europas seien, was ebenso nachdenklich stimmt, wie jener hier schon aus einzelnen Kabinen kommende Urlaut, der den See- befahrenen auf die Note der Schadenfreude stimmt. (Fortsetzung folgt.), Staatsanwaltschaft, die Haus sofart verhaftet«, als ihr das Ergebnis der amtlichen Durchprüfung der Wohnunasamtsakten übermittelt wurde, Vernehmungen außenstehender Personen statt- gefunden, über die jedoch mit Rücksicht auf das weitere Ergebnis der Untersuchung noch Stillschweigen bewahrt wird. Gegen Haus wird ein Verfahren wegen Urkundenfälschung, Aktenbeseitigung und auch vermutlich wegen Bestechung eingeleitet werden, denn es steht außer Frage, daß er für seine pflichtwidrigen Handlungen Vorteile angenommen hat.___ Zuchthaus vorbei. Unter Anklage des unbefugten Waffenbesitzes. Einer von den sechs im Jahre 1921 zu schweren Zuchthaus- strafen verurteilten Sicgessäulen-Attentätern stand jetzt vor dem Schöffengericht Wedding unter der Anklage, ein Waffen- lagcr untergebracht zu haben. Drei Jahre Zuchthaus hatte er ver- büßt: für die restlichen drei Jahre hatte er Bewährungsfrist er- halten: die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm zurückgegeben, von der Polizeiaufsicht abgesehen. Nun steht er da voller Furcht, daß die Bewährungsfrist zurückgenommen werde: soll er wirklich wieder ins Zuchthaus zurück? Die Polizei hatte nämlich am 8. Dezember auf dem Boden seiner Wohnung drei Gewehre und 182 Stück Munition b e s ch l a g n a h ni t. Wie kamen aber Gewehre und Munition in seine Wohnung? lind auf welche Weise hat die Polizei ihr Vorhandensein in Erfahrung gebracht? Das letztere ist äußerst bemerkenswert. Gewahre mrd Munition sollen ihm während der un- ruhigen Kapp-Tage ein früherer Genosse, ein bekanntes Mitglied der KAPD.— augenblicklich befindet er sich in Amerika— zur Zlufbewahrung gegeben haben. Er habe geglaubt, bei seiner ersten Verhaftung sei alles während der Haussuchung von der Polizei be- schlagnahmt worden. Im Zuchthaus habe er an dies„Waffeuloger' gar nicht mehr gedacht. Und plötzlich, kurz vor Weihnachten sei er auf den, Boden darauf gestoßen. Was sollte er tun? Weiter aufbewahren? Damit hätte er sich einer ungeheuren Gefahr ausge- fetzt und frevelhaft mit der verliehenen Bewährungsfrist gespielt. Wäre er zur Kriminalpolizei gegongen, hätte er sich selbst dem Ge- richt ausgeliefert. Er suchte eine Versammlung der KAPD. auf— selbst gehörte er nicht mehr zur Partei— und bat einen früheren Genossen, Gewehre und Munition abzuholen. Dieser versprach, einem anderen Genossen davon Kenntnis zu geben. Und was tat dieser Genosse? Er begab sich stracks zur K r i m in a l p o l i z e i und machte Anzeige. Der Staats- anmalt konnte nicht bestreiten, daß die drei Gewehre noch kein Woffenlager ausmachen: 182 Stück Munition seien aber ein Mu- nitionslager, nieinte er. Der Angeklagte müsie deshalb laut% 7 des Republikschutzgesetzes mit vier Monaten Gefängnis bestraft werden. Rechtsanwalt Dr. Barbasch bestritt, daß man hier van einem Waffenlager oder Munitionslager reden könne: es liege allein unbefugter Waffenbesitz vor. Auch das Gericht war dieser Ansicht. Es verurteilte den Angeklagten zu drei Wochen Gesängnis. Der Staatsanwalt will Berufung einlegen. Ist es wirklich nötig? Man hätte die Freude des gequälten Mannes darüber sehen müssen, daß er nicht ins Zuchchaus zurück brauchte. Und der merkwürdige Genosse aus der KAPD., der zur Kriminalpolizei gelaufen war? Hätte er nicht den Angeklagten von seiner Absicht verständigen sollen und ihn veranlasien müssen, selbst zur Kriminalpolizei zu gehen? Die Unsicherheit auf öem Sürgersieig. Zwei Personen überfahren. In den letzten vierzehn Tagen wurden wiederholt auf den Bürgcrsteigen ahnungslos dahergehende Pasianten Opfer von Autos, die durch irgendwelche Umstände auf den Bürgersteig geraten waren. Auch gestern nachmittag ereignete sich wieder ein derartiger Unfall, und zwar auf dem Bürgersteig vor dem Hause Elisabeth- st r a ß e 4 5. Ein L i e s c r k r a f t w a g e n, der in schneller Fahrt Herankanu geriet ins Schleudern, so daß der Führer die Gewalt über den Wagen verlor und auf den Bürgersteig fuhr. Zwei Vorüber- gehende, die neunzehnjährige Verkäuferin Hildegard Sch. aus der Elisabethstr. 4K und der sechzehnjährige Hausdiener Konrad L. aus der Kaiferftraße, wurden von dem Wagen erfaßt und überfahren. Während L. nach Behandlung auf der nächsten Rettungsstelle in seine Wohnung entlasten werden konnte, mußte die verunglückte Sch. mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus am Fnedrichshain übergeführt werden. Eine falsche Spur. Der Mord an der Frieda Ahrendt nicht seklart. Eine aussichtsreiche Spur zur Aufklärung des Verbrechens an der Hausangestellten Frieda?lhrendt glaubten, wie mitgeteilt, zwei Radfahrer angeben zu können, die in einem Lokal in Pichels- darf am Sonntag, dem 27. März, zwei Mädchen beobachtet hatten. Eine dieser beiden hatte geäußert, daß sie allein nach Schild- Horn gehen wolle. Noch dem Bilde glaubten nun die Radler, daß diese die Ahrendt gewesen sei. Das zweite Mädchen wurde als eine Martha Thiele festgestellt und jetzt auch ermittelt. Sie wurde gestern auf dem Polizeipräsidium vernommen und brachte gleich ihre Begleiterin vom Sonntag mit. Es ist das eine verheiratete Frau, die mit der Ahrendt eine ziemlich große Aehnlichkeit Hot. Das hat die beiden Radler getäuscht. Die Frau ist, wie sie gesagt hatte, nach Schildhorn gegangen. Verdächtiges hat sie dort nicht wahrgenommen. Eine Reihe von Leuten hat sich weiter gemeldet, die auf den verschiedenen Verkehrsmitteln Fahr- gäste mit Paketen gesehen haben. Alle diese Angaben sind von der Kriminalpolizei eingehend nachgeprüft worden, ein Anhalt zur Aufklärung hat sich dabei aber nicht ergeben. Auch anderweitig hat die Mordkommission trotz eingehendster Nachforschungen noch keine neue Spur gefunden. Die Ahrendt muß aber doch irgendwo eine Wohnung oder wenigstens einen Unterschlupf gehabt hoben. Außer den Sachen, die sie in ihrer letzten ermittetten Wohnung in der S p c n e r st r a ß e zum Pfand gelösten hat, besaß sie noch verschiedene Kleidungsstücke und auch Wäsche. Diese müssen doch irgendwo in einer Behausung vorhanden sein. Ob an der Ahrendt ein Kapitalverbrechen verübt worden ist, läßt sich auch heute noch nicht bestimmt sagen. Es ist immerhin auch möglich, daß sie bei einem Manne, der ihr Unterschlupf gewährt Hot, ge- st o r b e n ist, und daß dieser Mann dt« Leiche zerstückelt und beseitigt hat, um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen. Daß sich etwa jemand an den Habseligkeiten des Mädchens hätte be- reichern wollen, erscheint ausgeschlosten. Mit Angehörigen oder Ver- wandten hatte die Ahrendt schon lange keine Fühlung mehr. Wochcnendschisf„Balbur" wieder da! Di« sechs Wintermonat« hindurch hat man es nicht zu sehen bekommen, das„Daldur* genannte erste und bisher einzig« Berliner Motorkckbinenschiff, mit dessen Fahrten besonders der Berllner Schul- jugend so viel Freude bereitet worden ist. Sechs Monate lang hat das Schiff im Norden Berlins bei dem Dörfchen Malz auf dem Trockenen gelegen und die Werkleute haben, wie der Arzt seinen Patienten, das Schiff von allen Seiten befühst und beklopft und sie haben es, wie man sogleich sagen darf, nicht nur aus gebessert, sondern auch ver bessert. Seine erst« Fahrt am Dienstag vom Malzer Kanal nach dem Lindenufer in Spandau, seinem ständigen Aufenthaltsort, war zugleich fein« Probefahrt. Ging diese Fahrt auch mit der Strömung, so weht« doch gerade aus entgegengefetzter Richtung ein ununterbrochener scharfer Südwest, der eine R-genboe nach der anderen über das Schiff jagte. Aber die breite Brust „Baldurs" trotzte Wellen und Sturm und pflügte sich sicher durch die Flut.„Baldur" hielt sich gut. Seine vielen Freunde und Freundinnen, alte und junge, werden erstaunt und erfreut sein, zu sehen, wie geschwind von nun das fahrend« Haus über die märkischen Neue märkisthe hausfassaüen. Beispiele der Verwendung von farbigem Kratzputz. risch geformten Gips- schostende Kunfthand- Der Stukkatur, der furchtbaren, bildnerii ankleberei, hat das immer mehr sich Geltung s. ,, werk glücklich ein Ende bereitet. Wir bekleben unsere Häuser heut« weder außen noch innen mtt jenen seltsamen Gipsverzierunjjen, die in Formen fabrikmäßig hergestellt, den Stilarten aller Zeiten ihr Dasein verdanken und eben dort hingepappt wurden, wo eine „leere" Stelle vorhanden war. Die solche Dinge bauten, hatten natürlich keine Ahnung davon, daß das Ornament aus dem Grunde herauswachsen muß, und daß maiz es nicht wahllos und willkürlich auf eine Fläche bannen kann, um einem mißverstandenen„Schmuck"- bedürfnis entgegenzukommen. Bei einigen brandenbur- g i s ch e n Städten, wie zum Beispiel Luckau, Brandenburg a. d. H.. sind, wie Profestor Max Kutschmann im„Brandenbur- gischcn Jahrbuch", 2. Band, mitteilt, noch vorzüglich erhaltene»ei- spiele von gut verzierten Fastaden vorhanden. Das sind natürlich nicht aufgeklebte, sondern direkt auf die Wand aufmodelliertc Or- namente. Im ollgemeinen ist aber heute die Varherrsthast der Plastik beim Fassadenschniuck gebrochen. Der vorerwähnte Gelehrte ist der Meinung, daß sich jetzt eine gestmie und frische Forbigkeit der Architektur im allgemeinen durchgesetzt hat. Ein Verfahren, die äußeren Wandflächen von Gebäuden de- korakiv zu gestalten, ist die Verwendung von farbigem Kratzputz(die mit dem verwandten italienischen Sgraffito aber nur geringe Aehnlichkeit hat). Diese Art der Dekoration zwingt den Ausfuhrenden durch ihr« technischen Forderungen in so strenge Bahnen, daß selbst dem architektonisch ungeschulten Maler schwere Entgleisungen kaum unterlaufen können. Neben diesem Borzug leistet diese Dekorationsart bei fachgemäßer Ausführung Gewähr für eine Haltbarkeit, die erst mtt dem Verfall der Putzhaut des Gebäudes ihr Ende findet. Die Verzierung wird eben zum organischen Be- stondteil der Fassade. Der Unterschied zwischen farbigem Kratzputz und aufgemalter Dekoration ist am besten mit dem zwischen Töto- wierung und Schmink« zu vergleichen. Selbst die ersten tastenden Versuche, die Professor Kutschmann vor etwa fünfzehn Jahren in dieser allen Technik gemacht hat(Altstädtisches Rathaus zu Posen), haben sich ausgezeichnet bewährt, trotzdem bei dem damaligen Mangel an Erfahrung bei der Anfertigung vielfarbiger Wappen am Brandenburger Rathaus Anforderungen gestellt wurden, die eigent- lich außerhalb des Rahmens dieser Technik lagen. Das Verfahren ist äußerst einfach und leicht zu erlernen. Vorbedingung sind ein gutes, einwandfreies Material und ein erfahrener,'sorgfältig wr- bettender Putzer. Di« Arbeitsweise ist kurz diese: Di« Mauer wird mtt R a p p u tz beworfen: dann wird, je nachdem, ob die Dekoration hell auf dunkel oder dunkel auf hell stehen soll, entweder eine zwette feinere weiße oder eine kräftig gefärbte Putzschicht aufgetragen. Gleich nach dem Anziehen wird dann eine dritte gefärbte icher ungefärbte Schicht Mörtel darüber gezogen. Nachdem auch dies« Schicht angezogen hat, werden aus dem noch feuchten Putz die Linien und Flächen der Zeichnung aus der oberen Schicht bis auf die untere, andersfarbige mittels zwei oder drei verschieden großer, an Holz- stielen befestigter Schlingen aus Uhrfederstahl herausgetvatzt. Die Arbett geht so leicht und schnell vonstatten, daß der Ausführende bei einiger Hebung dem Putzer stets auf den Fersen bleibt, so daß letzterer seine Tätigkeit nicht zu unterbrechen braucht. Damit ist die Arbeit beendet, denn ein Nachmalen oder gar Ausmalen der Orna- mente mit dem Pinsel wäre stilwidrig und muß unbedingt unterbleiben. Vorbedingung für das Gelingen und die Dauer des Werkes ist erstens, daß der Mörtel ohne jeden Gips- oder Zementzufatz ist. zwettens, daß die dem Putz zugesetzten Farben rein und lichtecht sind. Es kommen im wesentlichen nur die bekannten Erdfarben, gelber und gsbrati Itter Ocker, dt« roten Eisenoxyde, Englischrot und Caput Mortuum und Elfenbein- oder Rcbenschwarz in Frage. Auf blaue unh grüne Farben verzichtet man am besten, denn die Verwendung dieser Farben verbietet sich, wenn sie licht- und säurefest sind, meist schon durch ihren außerordeittlich hohen Preis., Ob dies« neue oder vielmehr alte Kunst für Unseren Norden eine Zukunft haben wird,, ist eine Frage, dl« nicht so leicht zu entscheiden ist. Gänzliche Abkehr vom Stuck ist die erste Forderung dazu. Gewässer gleiten wird. Dos Hinterdeck ha! eine fest« Bedachung bekommen und auch«inen seitlichen Wetterschutz, so daß auch bei schlechtem Weit« alles aus Deck bleiben kann. Wie beliebt die Fahrten mit diesem Schiff sind, auf dem man die Nacht in einem angenehmen Bett zubringen kann, geht daraus hervor, daß die bis- her vorliegenden Voranmeldungen die verfügbar« Zeit und den Raum zweifach überzeichnen. Don den beliebten Wochen- endfahrten stehen nur noch folgende Tage zur Verfügung: 13. und 26. Juni, 10. und 31. Juli und die Sonntage im August und September. Schulen haben bereits 40 Fahrten angemeldet, davon allein fünf nach Stettin. Protest gegen die Schulreaktion. Der Beschluß der Vogirksschuldcputation T e m p« l h o f, der die Errichtung einer weltlichen Sammeltlasse für Schulanfänger ohne jede Begründung ablehnte, hat in der Elternschaft berechtigt« Erregung hervorgerufen. Man betrachtet diese Stellungnahme der Schuldeputation als den Versuch, auf Eltern und Kinder einen Gewissenszwang übelster Art auszuüben, der um so unerträglicher ist, als nicht weniger als 3 2 Kinder für die beantragte erste Schulklaste angemeldet und weitere Meldungen in Anssicht gestellt waren. Die Leitung der Bezirksschul- deputation scheint die ganz« Frage von einem sehr bequemen Standpunkt aus anzusehen, nämlich dem, daß Zeit Rot schassen werde, und daß man deshalb nicht notwendig hob«, irgendeine Initiative zu ergreifen. Dieler Standpunkt des bequemen Laufenlassens be- darf der kritischen Anregung von außen besonders dringend. Ein« zum Donnerstag, 7. April, abends 8 Uhr, in der Schulaula, Kurfürstenstraße in Mariendorf stattfindend« öffentlich« Prot« st Versammlung wird gegen die Schulreattion, wie sie von der Tempclyofer Schulver- wallung geübt wird, Stellung nehmen. Der Kreisoorstand der Partei hat sich bereits gegen den Beschluß der Schuldeputation in einer scharfen Erklärung gewandt und seine Nachprüfung und Ab- änderung verlangt. Es ist zu erwarten, daß die Erregung und Empörung der Ellernschaft auch in der Versammlung am Donners- tag lebhaft zum Ausdruck kommen wird. Die Bretterbude vo« Schöueberg niedergebrannt. Bor mehreren Wochen veröffentlichten wir unter dem Titel „Der Zigeuner von Dchöneberg" ein trauriges Zeitbild verelendeter Wohnungsverhältnisie. Es handelte sich um einen armen Teufel, der mtt feinen einzigen Angehörigen, zwei Pferden, gsmsinsam in einem aus Abfällen aller möglichen Art zurecht- gezimmerten Quartier auf freiem Felde, dem Gelände zwischen Schöneberg und Tenipelhof, Bessemerstraße 9, haust«. Es war weder Haus noch Stall, es war ein aus Lump«nhaufen aufgerichtetes Nichts. Und doch lebte darin ein Mensch mit zwei Tieren. Tagsüber suchten sich beide auf der Straße ihr Brot und. nachts krochen sie unter ihr armseliges Dach. Nun Hot man ihm auch dieses genommen. In Abwesenheit der„Bewohner" brannte die Iommerbude vollständig nieder. Die Feuerwehr hatte reichliche Arbeit, denn diese Massenansammlungen von Lumpen aller Art boten dem Feuer reichlich Nahrung. Man vermutet Brandlegung, da bereits am Sonnabend ganz in der Nähe der Behausung ein brennender Reisighaufen gefunden wurde, der vordem gar nicht dagelegen hotte. Die ganze Umgebung war dem Manne, der ein etwas ab- sonderliches' Leben führte, nicht recht grün. Bor allem erregten die ständig herumlaufenden Pferde, die gleich ihrem Besitzer etwas ungebärdig waren, allerorts Aerger und Schrecken. Nun Hot ihm einer vollends den-Garaus gemacht. „Jugend in Not." Unter diesem Motto hatten SA2. und Iungsoziolisten in Weißensee kürzlich zu einer Iugendkundgebung in der Aula des Realgymnasiums, Woelckpromenade, aufgerufen. Nach dem ge- meinsamen Liebe der Arbeiterjugend„Dem Morgenrot entgegen" ergriff als erster Redner des Abends Genosse Stadtrot Rei- mann das Wort: Es gibt so viele, die über die.FZerwilderung" der arbettenden Jugend reden. Schuld an dieser sogenqmtten Ber- wilderung, die in Wahrheit eine Not der Jugend ist, sind die, die nichts tun, um die sozialen Hintergründe zu ändern, die die Jugend- Verwilderung hervorrufen. Trotzdem die Arttkel 120 und 122 der Roichsversossung ein« ausreichende Fürsorge und Schutz für die Jugend gewährleisten, geschieht noch sehr wenig. Ausbeutung und dTthompsoHs �IhOHipSOH'S SeffeHpulvet* ist das"Beste für die Wäsche. Wenn Sie sich genau nach den (Gebrauchsanweisung richten, werden Sie mit dem Ergebnis restlos zufrieden sein. Mtzhandkung Zunger Urbeiter und Lehrlinge sind an der Tage«- ordnung. Schlechte Wohnverhältnisse und Ernährungsbedingungen wirken ungünstig auf den jungen Körper ein. Wir müssen für unsere Jugendschutzforderungen kämpfen und dafür sorgen, daß die Be- Ztimmungcn der Verfassung Fleisch und Blut gewinnen. Nach diesen Ausführungen über die materielle Not der Jugend referierte Genosse Max Westphal, Verbandsvorsitzender der SAJ.. über die geistige Not: Die stärkst« Not lastet auf der Jugend, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit geboren wurde. Körper und Geist werden zermürbt. Schon in der Schule bleiben viele zurück. Sie sind bei der Schul- enUasiung körperlich und geistig nicht reif für einen Beruf. Erwerbs- losigkeit und lange Arbeitszeit wirken ungünstig auf die geistige Lage der arbeitenden Jugend«in. chilf« kommt nicht von Gesetzen wie dem Lustbarkeitsgesetz. Wir müssen uns mit und in unserer Organisation der körperlichen und geistigen Verelendung der arbeitenden Jugend entgegenstemmen. Unsere Porole ist„Agitation für die SAJ.". Mit dem gemeinsamen Gesang des.Rotgardisten- morsches" fand die eindrucksvolle Veranstaltung ihr Ende. Der Meineiüsprozeß ilepk. Weitere Beweisaufnahme. Im Verlauf der Beweisaufnahme im Meineidsprozeß Leist. in dem, wie bereits gestern berichtet wurde, der Detektiv Leist angeklagt ist. in der Totschlagsaffäre der Frau Ellen Holz vor dem Schwurgericht l als einziger Tatortszeuge eine wissentlich falsche Aussage gemacht zu haben, kam es gestern verschiedentlich zu heftigen Auftritten. Rechtsanwalt Dr. Pindar erklärte, das verfahren des Amts- pcrichtsrats, der einem eines Falscheides Beschuldigten einen Straf- befehl zustellt, der mangels Einspruches in einer Woche rechtskräftig geworden wäre, als unerhört. Auch der Vorsitzend«, Landgerichts- direktor Dr. Tolk, meinte, im Gegensatz zu dem Staatsanwaltsrat. Jakoby l. daß auch ihm dieses Perfahren Unverstand. l i ch erscheine. Landgerichtsrat Iamrath, der im Mordprozeß Holz das Urteil ausgefertigt hat. stellte darauf als erster Zeuge aus seinen Aufzeichnungen fest, daß der Angeklagte Leist bei seiner polizellichen Vernehmung höchstens in einem Punkte von seinen Aussagen im Gerichtssaol abgewichen sei; er habe nicht er- wähnt, daß Frau Holz geäußert habe, sie hätte olle zehn Schüsse auf ihren Mann abgefeuert, wenn sie im Revolver gewesen wären. Der Angeklagte will aber diesen Aus- spruch der Frau Holz erst nach deren Freisprechung von dritten Personen erfahren haben. Als zweiter Zeuge macht« Kriminal- kommissar Trettin seine Aussag«: er war es, der seinerzeit glaubte, Widersprüche in den Aussagen des Angeklagten feststellen zu müssen. Jetzt erklärte er aus den Vorhalt sowohl des Vorsitzenden als auch des Verteidigers, daß er eigentlich nicht festgestellt habe, was Leyks Aussage in der Schwurgerichtsvcrhandlung wider- sprachen habe. Der Vorsitzende meint« darauf, daß das einzige, was dem Angeklagten vorgeworfen werden könne, sei, daß c r gesagt habe, er habe keinen Revolver gesehen, während er in Wirklichkeit hätte sagen müssen, er habe den Revolver nicht gesehen, weil Frau Holz die Hände auf dem Rücken hielt. Der Angeklagte er- klärte nun, daß die Polizei das so formuliert habe. Kriminal- kommisiar Trettin bestreitet jedoch entschieden, irgendwelche Drohungen dem Angeklagten gegenüber gebraucht zu haben.„Sollte etwa der Strafbesehl dazu gedient haben, um das Wiederaufnahme- verfahren des Holz-Prozesses zu bewerkstelligen? Run beantragt der Verteidiger, den Amtsgcrichtsrat Dr. Danziger als Zeugen zu laden." Kriminalkommissar Hartwig konnte nur die Aussagen Kriminalkommissar Trettins bestätigen. Andere Zeugen dagegen belasteten den Angeklagten. Allerdings nahm der Zeuge Heidelaub, der das Meineidsverfahren mit in Gang gebracht hat, nicht seine blastenden Behauptungen zurück. Ein Zeug« behauptete aber, daß Leist bereits Weihnachten 1924 von dem Ausspruch der Frau Holz betreffs der zehn Patronen gewußt habe. Di« Zeugin Frau Ruth erklärte, Leyt habe ihr gegenüber geäußert, daß Frau Holz nicht mehr aus dem Zuchthaus herauskommen würde, wenn er spräche. Dieselbe Zeugin hat auch der Polizei gegenüber bekundet, daß Frau Holz zu ihr geäußert habe, sie habe die Telephonschnüre nur entzwei geschnitten, um einen Kampf zwischen ihr und ihrein Manne vorzutäuschen. Als der Verteidiger die Glaubwürdigkeit dieser Zeugin bezweifelt, gerät sie in groß« Aufregung. Die Vernehmung soll heute morgen fortgeführt«erden. Sehauptongea.' Was Wasierwellen sind, wurde hier kürzlich erläutert: niit Wasier geformte und durch Trocknen haltbar gsmachte Wellen auf den Köpfen dsr Damen. Da nun alier der„DDGVB. 1884"am Sonntag im Zoo bei einem Wettbewerb im Damensrisie- ren mit Postiche begann und am Montag die Konkurrenz in Wasserwellen fortsetzte, muh hier noch verraten werden, was P o st i ch e ist: ein Fachausdruck für allerlei„falsche Behauptungen". Kürzer und. deutlicher noch: Haararbeiten. Bei dem Preis- frisieren war als Postiche nur Perücke erlaubt, also nichts weiter zu verbergen als das eigene Haar der modellsitzenden Domen. Von den Wettbewerbern wurde eine Frisur noch eigenem Entwurf oder eigener Idee gefordert, so daß der Phantasie weitester Spielraum «lassen war. Da sich an einen solchen Wettbewerb nur gute Kräfte .cronwagen, ist von vornherein«ine gewisse Sicherheit für gute Leistungen geboten, so daß es sich schließlich nur mehr um graduelle Unterschied« und um Geschmackssache dreht. Die zwei Dutzend Fri- suren, die im Zeitraum von SO Minuten herzustellen waren, boten zum Teil vorzüglich« Leistungen und entsprachen auch fast durchweg der selbstverständlichen Bedingung, mit Gesicht, Statur und Kleidung übereinzustimmen. Darauf kommt es an, daß alles zusammenpaßt und miteinander harmoniert. Klappern gehört nun einmal zum Handwerk, und es fällt daher nicht weiter auf, daß hier ein „Großes Internationale» Preisfrilieren" an- ?' h< danken der nationalen und internationalen gewerkschaftlichen Organisation kein Spielraum. Dasür erfreut der verein ZugsnchvoKlksKs'ts-ZtonkSz'enL am Freitag, dem 8. Apiil, abends 7 Uhr im Saal lOS de« Berliner Raihauses Tagesordnung:„Berliner Jugendpflege und-fürforge." Einleitende Ausführungen: Stodträtin Klara weyl. An der Konferenz nehmen keil die in der Jngendwohlfahrl tätigen Genosfinueo und Genossen der Skadtverordnetenfraktion, der Bezirks- ämter und der Vezirksverordnetenfroktionen, sowie die Partei- genössijchen Zugendpfleger und die Vertreter der SAZ. Das Kommunale Sekretariat. als internationalen Wanderpreis dem Gehilfenoerein einen silbernen Pokal im Werte von ZOO Mark gestiftet bat. Um diesen Pokal und um die„Große Goldene Siegespalme" ging der Wettbewerb. Eine Anzahl der daran beteiligten Gehilsen hatten sich schon in früheren Frisieren Auszeichnungen errungen, die sie nun stolz, an einem Halsbande hängend, auf der Brust trugen. Bei der Preisverteilung am Montag wurde Herrn Ludars der erste Preis zuerkannt. Mit der Veranstaltung war ein« große Ausstellung aller Dinge verbunden, die im Friseurgewerb« gebraucht werden. Die Elektrizität kommt zu gehöriger Gellung in Gestalt der Haortrocken- und Dauerwellenapparate, wie in all den Vorrichtungen zur Ge- sundheits- und Schönheitspflege. Die zahlreich vertretene Wachs- büstenfabrikation hat unverkennbare Fortschritte gemacht. Kundgebung des Reichsbanners im Sportpalast. An der Veranstaltung am kommenden Montag, abends 8 Uhr, in der der Bundesoorsitzende des Reichsbanners, Genosse Ollo H ä r f i n g, das Wort ergreifen wird, nehmen sämtliche Abteilungen des Berliner Reichsbanners teil. Hörsing wird Abrechnung halten mtt dem reaktionären und kommunistischen Rowdytum und die Forderung der Republikaner gegenüber der jetzigen Reichsreaterung deutlich zur Ausführung bringen. Die republikanischen Parteien Berlins fordern gleichfalls ihre Mitglieder zum Besuch dieser Ber» sammlung auf. Eintrittskarten(zum Preise von 39 Pf.) für Unkosten- deckung sind bei allen Reichsbannerstellen zu haben. Steuererklärung für Gewerbesteuer. Ein« öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag für 1927 ist in dem Anzeigenteil der heutigen Nummer enthalten. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Di« Uebungsstundc findet in dieser Woche am Frestag abend)48 Uhr im Gesangssaol der Sophienschul«, Weinmeisterstr. 18/17, statt. kommunistische Protestkundgebung gegen den Stahlhelmtag. Die Kommunistische Partei und der Rote Frontkämpserbünd ver- anstalleten am gestrigen Dienstag abend eine Kundgebung im Sport- palast gegen den Stahlhelmaufmarsch am 7. und 8. Mai und für die revolutionäre Bewegung in China. Die Polizei Halle außerordent- lich starke Sicherungsmaßnahmen sowohl bei dem Aufmarsch der geschlossenen Abteilungen als auch für den Abmarsch getroffen. Bis um Mitternacht war es zu keinerlei Zusammenstöße gekommen. Geständnis de, vreslauer Lustmörders. Der Mörder der kleinen Mrugala ist gestern in Königshütte(nicht in Breslau) ver- hastet worden. Er gestand den Lustmord ein und gab auch zu, noch wellere Verbrechen dieser Art begangen zu haben. Vor einiger Zeit sprach berells im Rundfunk ein Jurist über die Grundzüg« de» neuen Arbeitsrechts. Diesmal behandelt dasselbe Thema Fritz Dittmar vom Gewerkschafts- bund der Angestellten. Er betont weniger die rein rechtlichen Grundlagen als die Bedeutung, die dieses Gesetz für die Arbeit- nehmer gewinnt. Nur von diesem Gesichtspunkt ist der Vortrag zu werten. Vor ollem wird durch dieses Gesetz eine rechtskräftige Instanz geschossen, die ohne Kosten sür den Arbcllnehmer Rechts- streitigkeiten regelt. Als Fortschritt ist es zu betrachten, daß jetzt auch Provisionsvertreter die Vorteile des neu geschaffenen Gc- richte» genießen dürfen. Das Gesetz ist in seiner augenblicklichen Form nach Dillmors Meinung erst eine Grundlage, von der aus weiter gebaut werden muß.— Prof. Dr. Alfred Mancs kommt in seinem Zyklus„Die Lebensversicherung vom Altertum bis zur Gegenwart" zur Personenversicherung und stellt in einem historischen Ueberblick fest, daß diese bereits bei den Römern und auch bei den Germanen bestanden hat. Jnteresiant ist auch die Mitteilung, daß die Kirche im Mittelalter Leihhäuser einrichtete. Dann erörterte er die merkwürdige Einrichtung der Welloersicherungen. Prinzipiell ist gegen den Vortrag Prof. Dr. Langes„Einsame Rad fahrten" folgendes einzuwenden: Vorträge dieser Art müssen unbedingt durch Lichtbilder ergänzt werden, um überhaupt einen Zweck zu haben. Der Hörer hat nichts davon, wenn der Vortragende auch mit begeisterten Worten die Schönheit einer Landschaft preist und mit einer Menge Städtenamen auswartet.— Hört man heute Revueschlager von Hol- länder oder Lincke, die einstmals von beinahe jedem Berliner ge- jungen wurden, so muß man feststellen, daß sie jetzt bereits etwas verstaubt sind. Rhychmus und Instrumentierung haben sich geändert und in der Melodie dieser Dmge liegt nicht soviel Reiz, daß sie das Berollete vergessen läßt. Elsa Schumann und Alfred Strauß verleihen diesen Schlagern durch ihre witzige Interpretation zum Teil Leben. Am Schluß des Programms der drahtlose Empfang ferner Stationen unter Leitung Professor Leithäujers. Die langen Wellenlängen, z. L. Warschau und sogar Moskau, kommen gut, dagegen gibt es bei kurzen Wellenlängen störend« Rebengeräusch«. F. S. partemachrkchten vinsevdungen sür diese Rubrik sind Berlin SW 68, Lwdrnstr-he 3, für Groß-Scrlin stets an da, Bezirtssciretarinl, d. Hos, 2 Trep. recht». ,u richten. !. Krei» Tiergarten. Freitag, 8. April, erweiterte Kreisvorftandssltzung mit den Bezirkstagsdelegicrtcn bei Lausch, Bredow- Eck« Wiclcfstraße, 8 Uhr. Gcschäftsleitungsitzung des Kreisvoritandes ebenda um 7 Uhr. ». Kreis Prenzlauer Berg. Donnerstag. 7. April, 8 Uhr, bei Zxirg, Prrnz. lauer Allee l8S, Cihung der Abteiluligsmietervcrtreier und deren Ete!!- vertrctcr der Abteilungen Zt bis 31. Die berufs» und ehrenamtlich tätigen Parteigenossinnen und»genossen des Miets- und Wvhnunilsamtc» Prenzlauer Berg sind eingeladen. Wichtige Tagesordnung. Erschein e dringend erforderlich. Der Sreismietcrobmann. ».»reis Wilmersdors.»relsansschuh sür Arbeiterwohlsabit: Donnerstag, 7. April, 8 Uhr, bei Kroih«, Holsteinische Str. 60. Tagesordnung: 1. Be. richt von der Keneralverfammlung des Bezirksansschnsses. 2. Aussprache über die Wohlfahrtspflege aller tn der Wohlfahrtspflege tätigen(Genossinnen und Genossen. It.»reis Sciönrberg.Frirdena». Heute, Mittwoch, 6. April, 6 Uhr, im Zun. mer 144 des Rathauses Fraktionsfchung mit den Bürgerdeputierken. H 13.»reis Tempelhof. Rariendors, Rarienfelde, Lichtenrade. Freie| § Schulrgemeiade: Donnerstag, 7. April. 8 Uhr, in Moriendori. Schul. auta in der Surfürstenstratze, öffentlich« Protestversammlnng gegen die Schulreaktion. Referenten: Etadtschulrat Dr. Kurt Löwenstein, M. d R., Oberstudiei, direktor Dr. Fritz»arfcn. Erscheint in Massen! Zeigt den Reaktionären, daß ihr euch den Gewissenszwang nicht widerspruchslos 14.»reis Neukölln. Donnersiag, 7. April, 7;. Uhr, Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes mit den Beziickstagsdelegierten. Die Abietlungslriter müssen die Delegierten ihrer Abteilung hierzu besonders einladen. ??. Kreis Relnickendorf. Donnerstag, 7. April. 7 Uhr, im kleinen Sitzung?» saal des Rathaufes zu Wittenau Sitzung des erweiterten Kreisoorstandes. Heute, Mittwoch, 6 April: 8. Abt. Alle ehrenamtlich tätige» Genossen der Kommunalen Kommission nehmen rollzählig teil an der hsutigc» Versammlung 7'~ Uhr im Roscn. thaler Hof, Rosenthaler Str. 1112. Bortrag des Genossen Stadtrat Herr- mann. 74. Abt. i______ i wmm..................._ Funktionärfitzung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Morgen. Donnerstag. 7. April: 18. Abt. 7ld Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23f Versammlung aller in her Wahlsahrts- und Jugendpflege ehrenamtlich tätigen Parteimitglieder. Bor, trag:..Unsere Arbeit in der Wohlfahrtspflege. Referent Stadtrat Eugen Rofcmann. 33. Abi. 7t£ Uhr bei Losack. Bepmestr. 8, Sitzung sämtlicher Funktionäre. Pünktliches Erscheinen wird bestimmt erwartet. 34. Abt. 7'� Uhr bei Rosin, Gubener Str. 1», wichtige Funktionärsttzung. Erscheinen sämtlicher Funktionäre sowie der Betriebsvertrauensleute ist unbedingt erforderlich. 78. Abt. SchSneberg. 8 Uhr bei König, Feurigstr. öl. Funktionärsitzling. 83. Abt. Tempelhof. Zur öffentlichen Versammlung sind die Handzettel heute, Mittwoch, auszutragen. Die Bezirkslührcr werden gebeten, dieselben von der Genossin Horsdorf ob,»holen. Für Mariendork sind die Handzettel van der Sveditwn Ehaussceftraßc sofort abzuholen. Am Donnerstag öffent- lichr Prokestversammlung der Freien öchulgesellschast in Mariendorf. Schul. aula Kursllrstenstroße. wichtige Funktlonärsitzuna. All- Funttionäre werde» gebeten, zu erscheinen. Ebenfall» di« Gcwerkfchastssunktionärc. » 128./130. Abt. Pankow. Achtung! Die Ritglieder der Zeilungskommission werden ersucht, am Freitag, 8. April. 7?4 Uhr. im Gewcrkschaftshaus. Engelufer ItIZ, vollzählig zum Filmoortrag zu erscheinen. Frauen Veranstaltungen. 24. Abt. Donnerstag, 7. April, 7ttz Uhr. bei Winzer. Wins. Ecke Ehrist. burger Straße, Bortrag:„Hygiene im Hause." Referent Dr. Kollwitz. Arbeitsgemeiuschaft der Kinderfreunde. Rculölln: Heute, Mittwoch, 6. April. Sprechstunde von 5—6 Uhr in der Baracke Ganghoferstraße. Es wirb gebeten, daß sämtliche Gruppen zu einer kurzen Besprechung erscheinen. Freitag, 8. April, 7� Uhr, Helfcrvcrsammlung in der Baracke Ganghoferstraße. Jungsozialisten. Gruppe Pankow: Heute, Mittwoch. 8 Uhr, im städtischen Jugendheim Görstä» straße 14 Vortrag:«Von. Europa.� Referent Genosse Lange. Gäste sind will» kommen.— Gruppe Tiergarten: Heute, Mittwoch, 8 Uhk, bei Trümper, Flens- burger Str. 3, Zusammenkunft. � Sterbetafel öer Groß»öerliner partei-lprgonisation 1 34. Abt. Eharlottenbnrg. Dm 1. April verstarb plötzlich unser lstenosse Architekt Richard Wagner. Havelstr. 3. Wir werden ihm steis ein ehrendes Andenken bennchren. Beerdigung heute. Mittwoch, 6. April, nachmittags 6>,z Uhr, Fürstenbrunner Weg. Um rege Beteiligung wird ersucht. 84. Abt. Loulwitz. Unsere Genossin Helga R a u i o k ist p erstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung am Donnerstag, 7. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Wir bitten die Senossinnkn und Genossen um recht zahlreiche Beteiligung. ■ WfiKirlidias jj ftMineraVassErJ la ftatriiin bei Ml. MWallMlu. Zote-, Nieren-, Blasen-, Harnleiden(Oarasdnre), Arterisn- ?Brkalknnj.FranenIeidei!,MaßBiileldenussf, Man befrage den Hausarzt! Brunnenschrfften durch daut Fachlx&ger Zen- traTbOro, Berlin W 8, WUlielmstraaae SS. Erhaltlich In Mlncralwasscrhandlungeiu Apotheken und Drogerien sowie In Berlin bei der Versandstcllc der Staatsqucllen Fochlngen und Niedcr-Selter», Berlin SWll,Schönebcrger Str. l6a. Telefom Lüfceow 8260/61. CkheHnnls einer firme die «i* jbhraehaten mk MW Ikhen es, den verwöhntesten flauchcr bezüglich Aroma und Gcsdunadi zu befriedigen! '■•.d«V'.'>'V-«?0>/4.v>-..- Dl0 obigen Angebote stehen Ihnen ab Mittwoch zur Verfügungl— Schriftl. Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Staats-Theater Opcmhan« a.Platrd.Republ. 7>/,: Troubadour Sehansplalhau» 8 Uhr; Baatlen u. BaatleuDa. CbSre Schiller» Ttaaatar 8 Uhr: Razxia SIIU Dpei Charlottcuburz VI, Uhr, Tarandoi Abonn.-Turnus IV. Oeottdies Theater Norden 10334—37 8 U Ende 1] U, Der Arzt am Sdteldewed Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr; Ende 10 Uhr Toni <.- Die KomOdie Bismarek 3414. 7314 8 Uhr, EndelOViU. Mannequins Raebtvorslelloaz Oonacrstag, den V 11 Uhr Zum 1. Male; Imc Was Sie vollen Preise 2, 3, 4 u. eM. Thcit. i.Holleiiii(irfpl. Kurförst 2091 8 Uhr: Eudsgngeatl Drei arme kleine Rädels lelropol- Theai. Täglich 8 Uhr: Zlrinimiiizessiö Thnilfl-TKeaisr 8 Uhr; Der maflge Seefahrer :»lleiüiurs-3I;.Mn Dts Künstler-Th Riitlrd tjihsr, Rü, Hin, 8 UerZarewiisch LestlntE-Thealer 8 U-: Der Patriot Wetnn. Rohntr eeeeeeeee Lustspielhaut' 8><, Uhr; I Ctlb Thitlidur 1 Inna-einJungel eeeeeeee Nollendorf 7300 8 Uhr Varietö- Neuheiten! Volksbühne Fiiegttr an 8ölo«gliti 8 Uhr 6ewitter Ober CoiUand Morgen 8 Uhr: Gewitter SMIami Tö. in Sdiiffliaiienlainiii 8 Uhr Tragödie der Liebe. Komische OperS Allabendlich 8V. Uhr; fünden der"Welt Die weltstädtische James■ Klein» Revue I 150 Mitwirkende/ Theaterk.l | ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet.| r— ERIK CHAREIL BRINGT— 1 Ailred Braus, CBmlilaSpira: ragt. 8 Uhr. Bonntau nachm. 8 Ubi angrkürzt zu halben Freisen «roanoa Bohauaplelban«. Taubenslrafee 48/49 7.-9. April, 7 u. 9 Uhr, 6. April, 5 und 9 Uhr: | WtedcmoKmn Fllmvortrag Das schaffende Amerika (Eine Studienreise dordi die Yeranigt. Staaten v.Äfflerika) O bering. Drcycr, Hannover sprldit hier persönllth. Otlinfibrt isf einn Sinpfn des Hoiddntsdieii Uojd Srenen Die Breslauer Ztg. schreibt:... 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Eine Prämie Rm. esoooo usw. usw. HaCaKröger�Jä. Berlin We Friedrich- Str. 192 93 z S. Ltlpzlget Str. Postscheckkonto Berlin 215/ Draktaorede: Goldquelle/ Ferospr.; Merkur 2233 u.*136| z 1 SwJytuxwiuwuwiiihHt Das grobe Viktor Janaoo-Lustspiel nach dem Roman von Allee Berend mit Xenia Dcvni, Rilla, Hanns Wei�c, PavanelU, Ida W Ost Potediina, Vespermann Sittarzfilm der Natlonalf'lm A.-O. Auf der Böhne Per grot?e Varitd.Teil xagUA.[töö)(d� Sonnabend und Sonntag» [53(13 113 Ufa PalastemZoo annrikr-jChmti Th.Könlc irätz. St. Hasenheide 2110 8 Uhr; OieSdiDlev.Dnadi Homödlenhans Norden 6304 8 Uhr: Das zwefle leben Rikertt. Christtin,. Miiihnd. Rilla II Mittwoch, den 6. April oaduB. ZV, ühr Hose-Theater 8'/, Uhr: Die beiden Nachtigallen z entral. Theater Täglich 8 Uhr: Ger Hernie ZigEaner '.pfrfit, im Msitio Rnepl. Alferman. Riain. Hainiid,, Rani. Will». 1. Ott» Irtan cn-Tteealer ■8 Uhr: Max Adalbert in»Müllers" waJuillo- Tüeai 8V4. Weinbcrcsweg 19/ 2c Sie von de? Liebe leiienl Eli Spill dn Lcbo» Ii,>111 lid, reift Uoti Ii 4 Ufo, Jigadlidu kiim Zuthttl casi�o�MAter"'� Nor nodi bis 14. April I Familie Habenichts I Ab 1 6. April; Eine neue lustige Posse. Gutschein: FauL 1 Mk-, Sessel 1.50 Mk. Walin Gr"Theater 8'/« Uhr Der Operettenerfolg 8' 4 Uhr in der Nacht Reichshalien-Theater AllabandlieliSl) Snitigs nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger (Meysel, Britton, Steidl usw.) Nachmittags: Halbe Preise, volle» Program m Dönhoff.BreUM: Großes rrühllnsrsfe.t AI Iis ni' TjoindM im Rlüttn delnritrt Arbeiter, Angesteilte. Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co" Karlshorst, Deutsches Hans Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthaas BreitestraBe 34 Jeden Mittwoch Cöpenick, Stadltheatef Friedriehstr.6 Jeden Freitag u. Sonntag Tegel, Vereinshaus(Hamoseck) HauptstraBe 6 Jeden Sonntag Notstands.Varietö. Kommission der Intern« Artbten>Log« E« V. Isdiias h Ritt.. Cell md Rd».«ng Intl. hstjnulit. poitl- fikitdl. nrflt ->A«m FSI, hmitip«rto. Umnhstture fnliirats iil Rifirenus,»rztl. empfohlen »ilidaulitii Kö. V II. 1-4. kmatig 10-12. iiaby Ii 11 Tagre tlnd in Ht'ltr'ün. VVlJSrrRAK NÄ£Hf a! 1 JiKjo Bit iiTitij'ärtlh i*r Fi'■C' Bi/rlir» SO l.f); I »iVv-. fj/__£-.""v VerBcavuCssdellen: KöpenicKer Straße 75. Steglitz, Bismarck- s'raßo 64a. Laniiwitz, Bruchwitzslraße 6. Eeriin H, Mülleistr 15Ja Neukölln, Kottbusser Damm 103 Neu eröffnet: Alte Schönhauser Straße 4-6 Nr. 1S2» 44. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Mittwoch, S. �pril 1427 f\\it sozialen Koröerungen nieöergejkimmt! ' Abschluß der Etatdebattc im Reichstag.- Stresemann und das Konkordat. Nachdem cherr Stresemann sich endlich da�u bequemt hatte, .un. Beratung seines Etats im Reichstag zu erscheinen, konnten die Verhandlungen sortgesetzt werden. Es ergreist das Wort y\hg. vr. Sreitjcheiü(Soz.): Wir freuen uns darüber, dah der Reichsaußenminister anwesend ist. aber wir hassen, daß das Auswärtige Amt im Bedorsssalle schneller zur Stelle sein wird. Die Fragen der auswärtigen Polint sind von uns in der zweiten Lesung ausgiebig besprochen worden. Die Regierungsparteien haben sich in der Außenpolitik formell ge- einigt, auch wir halten die Linie der Außenpolitik im großen ganzen für die zurzeit richtige. Selbst Herr ch e r g t ha: in Stettin der oernünstigen Ansicht Ausdruck gegeben, daß diess Linie zwangsläufig sei, und daß man Geduld hoben müsse. Diese Einsicht ist ihm allerdings sehr spät gekommen. Im Zu- sammenhang damit ein Wort zum Plauener Prozeß. Gras R e v e n t l o w hat es einen Skandal genannt, daß der jetzige Außenminister noch an seinem Platz«eile. Ein Skandal ist es allerdings, daß ein« gegenwärtige Regierungspartei in außerordentlich verdächtigem und peinlich«« Zusammenhang mit dieser Hetze steht. Wenn Herr Stresemann unter diesen Umständen es für zweckmäßig hält, durch seinen Vorstoß gegen den Plan eines Konkordats auch sich mit einer anderen Regierungspartei in gewissem Sinne in Widerspruch zu setzen, so ist das eine Sache für stch. Herr Stresemann hat in der Frage des Konkordats als P a r t« i p o l i- t i k e r gesprochen, es wäre doch aber sehr interessant, hier zu ersahren, wie er als Außenminister zu dem Gedanken eines Reichskonkordats steht, ob er es grundsätzlich ablebnt, oder ob er es im Interesse unserer Außenpolitik für nützlich hält. Run zu den Verhältnissen zwischen Italien und Südslawlen. Es ist absolut sicher, daß der Völkerbund dieses heiße Eisen anfassen muß. Wir wissen nicht, welchen verlauf die Verhandlungen zwischen diesen beiden Staaten nehmen, ob sie Aussicht auf Erfolg haben. Run sogen die K o m m u n i st e n sonst, der Völkerbund tauge gor nichts, jetzt aber erhebt Herr«Wecker den Lorwurf, doß der Völkerbund in dieser Sache nicht einberufen werde. Das«ine oder das ander« kann nur richtig sein. Wir sind allerdings der Meinung, daß der Moment kommen muß, wo der Völkerbund eine« starkeu Druck aus Italien auszuüben haben wird, damit nicht ein Staat zu einem Mandat- gebiet gemacht wird, der selbst Mitglied des Völkerbundes ist. Herr Sweckcr hat dann den Vorwurf gegen die Reichsregierung erhoben, sie habe die chinesische Neutralität gebrochen, weil deutsche Waffenlieferungen im Einverständnis mit der deutschen Regierung nach China gegongen seien, um im Kampfe gegen die chinesischen Reoolutwnär« oerwendet zu werden. Uns ist davon nichts bekannt, wir erwarten, doß sich der Außenminister zu dicfsm Punkte äußert. Herr Stoecker bat uns dann vorgeworfen, daß wir nicht die richtigen Sympathien für die chinesischen Revolutionäre hätten, sondern den britischen Imperialismus gegen die chinesiichc Revolution unterstützten. Ich babe bereits früher ausgeführt, daß wir Sozialisten mit allen unseren Sympathien auf der Seitc jedes Volkes stehen, das den Kampf um seine Freiheit und seine Selbstbestimmung jührt. Aber das kann uns nicht veranlasse«. Wege zu gehe«, die für das deutsche Volk und sür die deutsche Arbellerklaste verhängnisvoll sein müsse«. Sie(.zu den Kommunisten� fordern, daß der Reichstag Protest gegen die Kriegespolitik der britischen Bourgeoisie erheb«, und daß er die sofortige Zurückziehung aller imperialistischen Truppen vcranlosic. Dos ist nichts anderes als eine leere und törichte Demonstration.(Lärni bei den Komm.) Sie fordern vom Reichstag die Zurückziebung von Truppen, die uns nichts angehen. Was wollen Sie denn machen, wenn die andere Seite darüber locht, wenn sie auf einen solchen Beschluß pfeift? Sie sind dann allerdings nicht die Blamierten, sondern das Deutsche Reich. Welche Mochtmittel haben wir denn, um die Truppen, die uns nichts angehen, zurückzuziehen? Weiter fordern Sie von der Reichsregisrung, st» solle öffentlich gegen 5 kr _______ Ich«» Glück dazu, daß Sie«in solches Vertrauen zu dieser Re- gierung haben. Die Kommunisten glauben also von dieser Regierung, daß sie die Interessen der werktätigen Bevölkerung wahrnehmen würde. (Lärm bei den Kommunisten.) Solche törichteu Antröge haben nichts zu tu» mit der Stellungnahme sür Freiheit und Recht eines Volkes, sie sind nur der Aus- druck einer leichtfertigen Demo» st rations Politik. Dagegen wenden wir uns, da sie letzten Endes eine Abenteuer- wlitik ist, dt« der Sache der chinesischen Revolution nichts nützen änn, das deutsche Volk ober schwer schädigen würde.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Vizepräsident ruft auf Grund des Stenogramms den Nationalsozialisten Graf R e v e n t l o w wegen seiner Beschimpfun- gen gegen Stresemann nachträglich zur Ordnung. Reichsavßenminister Dr. Stresemann entschuldigt sein spätes Erscheinen mit Verhandlungen mit Saar- ländern und mit dem Antrittsbesuch eines Gesandten. Ja der Kontordalsfragc bestehe keine Divergenz zwischen dem Außen- minister und dem Parteiführer Stresemann. Er befindet sich in Ucbereinstimmung mit der Erklärung der Reich?. regierung. lieber die olbonisch« Frage wolle er sich nicht Dsntaragung. Für hswiesene Teilnaitn« tn dem großen Verlast, den nnsexe Orgenisation da red den plätzlichen Tod unsmras liehen Kollegen und Mitarbeiters, des ersten Vorsitzenden Max Hecht erlitten bat, sagt hiermit ankriehtigen Dank Der Zentralvorstand des Verbandes der Knptersdimiede Dentsdilands Berlin. ..v.>.(.■ fc,.' äußern, da unter Beteiligung Deutschlands Verhandlungen schweben. Uebermorgen werde er im Auswärtigen Ausschuß über Albanien und auch über die chinesische Wassenangelegenheit oertraulich aus- führliche Auskunft geben. Im Einverständnis mit der Regierung haben Waffenlieserungen nicht stattgesunden. Abg. Gros zu Revenklow(Nat.-Soz.) verurteilt die Glückwünsche des Reichskanzlers und des Außenministers für den„Deutschen- und Christenfeind" Georg Brandes. Abg. Vietrich-Baden(Dem.) ist von der Erklärung Dr. Strcfe- manns zur Konkordotsfrage nicht befriedigt und verlangt, daß der Minister Farbe bekenne. Strefemanns UmfaU in üer konkorSatsfrage. Minister Dr. Sftesemann: In der Regierungserklärung stand ausdrücklich, daß die Verhandlungen sich in, A n f o n a s- st a d i u m der Restortberatung bejänden. Ich kann deshalb hier über die weitere Entwicklung keine Erklärung abgeben, zumal sie davon abhängt, wie die Berhandlungen zwischen Preußen und dem Vatikan verlausen. Ich mache ober aus meiner persönlichen Aus- sasiung kein f)ehl, daß nach dem bayrischen Konkordat und den Verhandlungen Preußens ein Reiäiskondordat wünschenswert sei.(Lebh. chöri, hört!) Denn das Reich»miß wenigstens gewiss« Rahm endest im mungen treffen. Darauf wird der chaushalt des Auswärtigen Amts an- genommen. Beim Etat des Inner», der nun zur Beratung steht, bemerkt flbg. Sollmann lSoz.j Zwischen der Strcsemann-Rcde vom vergangenen Sonntag und der Erklärung des cherrn Rcichsanßcnmintsters zur Konkordatsfrage besteht«in ungeheurer Widerspruch. Am Sonntag hat er zu einem liberalen Kulturkampfe gegen die Forderungen der katholischen Kirche ausgerufen. heute will er nichts gesagt haben. Es entspricht nicht der Würde eines führenden Polikifttrs, am Sonniaa scharf zu reden und zwei Tage später diese jämmerliche Erklärung abzugeben. (Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Die K u l t u r s a n d s des .Haushalts des Innern sind von den Regierungsparteien j ä m m« r- li ch b e ha n d e l worden. Die Regierungsparteien gehen nach hinter die ursprüngliche Forderungen der Regierung zurück. So haben sie die 1 Million Mark für den Bau des deutschen h y- gienemufeums fallen lasten. Sie beantragen ferner die herab- setzung der 300 000 M. für Bestrebungen aus dem Gebiete der Schulerziehung und des Fortbildungswsiens aus 230 000 ÜDL Welch eine kleine Suliurpolikck bei einem 7.Milliardeu.Etat! Bon den IM Millionen zur Förderung des Turn- und Sport- wesens beantragen die Regierungsparteien 500 000 Mark zu streichen.(Unerhört.) Den Studenten wollen sie auf ihre Forderung nach Studentenhäuseru mit einer papierenen Resolution besten. Dabei hat der Zentrumsabg. Dr. Schreiber im Ausschuß anerkannt, daß in Berlin von 0000 Studenten mehr als 6000 keine hetzbaren Zimmer haben. Mit ihrer Resolution kann nicht ein einziger Ziegelstein gekauft werden. Ich bestreite nicht, daß die Studentenhilfe zunächst Ausgabe der Länder ist, ober das Reich sollte mit gutem Beispiel vorangehen.(Zu- stimmung.) Ganz unerhört ist es. daß Sie für die Junglehrer, diese Kriegsopfer. in diesem Jahr nicht einen Pfennig übrig haben. Wir hatte» ursprünglich 6 Millionen beantragt und erneuern diesen Antrag heute. In der zweiten Lesung bat der Reichstag wenigstens 2',- Millionen Mark bewilligt. Auch diese 214 Millionen Mark wallten die Regierungsparteien nun streichen,(hört, hört.) Da- gegen stimmen die Regierungsparteien zu. daß der sogenannte Kirchentoiid von SOOOOO M. aus 1 Million Mark erhöht wird.(Abg. Mumm(Dnat.): Der Not gehorchend!) An diese Not denken Sic nie, wenn Sie Rüstungsausgabe!» bewilligen. Ich bin kein Feind der Religion, aber es wäre christlich, wenn auch die Kirchen verzichten würden, wenn Sie den Junglehrern nicht einmal ein Stück Brot bewilligen.(Lebhoste Zu- stimmung.) lieberall Sparsamkeit bei den kulturellen Ausgaben. Keinen Pfennig aber haben Sie gestrichen bei der ganz überflüssigen Technischen Nothilfe, sür die 2!� Millionen Mark eingesetzt sind. hier enthüllt sich der klassencharakler Ihrer Polikik.(Leb- hafte Znstimnwng bei den Soz.) Die Reeierungspartekn haben den Kufturetat zwischen zweiter und dritter Lesung verschlechtert. Deswegen sage ich, daß Sie den Grundonsorderungen der Kulturpolitik nicht Rechmmg tragen, daß Sie diesen Kulturetat kleinlich, ja jämmerlich behandeln. Ich stelle das vor dein Lande fest.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Reichsfinonzminister Dr. Köhler: Die Psleg« des Kulturellen muß.Hauptausgabe der Länder sein: deshalb müssen auch die Länder die Mittel aufbringen. Die Sorge für die Junglehrer ist reine Ländersachc.(Lebh. Widerspruch links.) Mg. Schmiüt-Köpenick sSoz.) wendet sich gegen die Beibehaltung der Technischen Not- Hilfe, die keinerlei Existenzberechtigung mehr habe. Herr Steger- wald habe gesagt, die Technische'Nothilfe Hab« heute andere Aus- gaben zu lösen, well wir keine Pioniere mehr haben. Für diese ?lusgaben haben mir doch auch die Reichswehr, die Feuer« wehr, die A b w e h r k o l o n n c ri gegen Hochwasser usw. Man sucht nur noch einen Ausweg, um elnc Znstiluiton zu erhalte«, die gegen die Arbeiterschaft eingesetzt werden kann. IleberaU wird van den Regierungsparteien gespart, ober nicht an dieser Stelle, wo es sich um eine Institution handelt, die der Reaktion dienen soll. «MMiMtl-U!» M» Fvr die Bcitraaeüahlunq ist da- v»r>aa vom tö. April ad nur noch iZrritag« und Montag» die 7 Zlftr adende griiflnrt. An alten Ubr-grn?agn». auch Sonnabend«. irtrbcn dir Burrauraumc 4 Uhr grschlossrn. morsen. Oonnrcstag, de» Z. April. abend»?. Ahr. In, Siyungsfaal des verdandohnuies. Cinleaffr. 83 85 vmr Versammlung"w aller Veirlebsräte der Haupt gruppe IV. Tagesordnung 1. Dericku von der Betriederäiekonicren,. 2. Auasprache 8 Berbandsangelegeuheiten. verdandeduch und BetrlederSteauawria stnd»itzubtinzen. ffretfag. den 8. April, abends B'/s Ahr, in unserer Aullnrableilang CinlenKrahe IST sgegeniider dem Verbands Hause) sw Versammlung der Lehrlinge mit Eltern(Lehrlinge der Vau- und Geldschrank- betriebe). Tagesordnung: t. Bericht dee cheiellenauoschuge». 2. Filmooriithrung. Alle Lehrlinge i» den Betrieben der Bau- und Veldschrankschlossereien werden aufqesorderi, m dieser Versammlung ihre Eltern mitzudrmgen _ Ote OttsoencgHnng. Am Sonntag, den 3. April, verschied meine liebe Frau Helga Naujok geb. Sebastian Im 45. Lebensjahr. Dieses zeigt in Trauer an Emu Naujok Die Trauerseier findet am 7. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium DilmcrSdors statt. Miet MetatiarbeiteMeriiBDil Verwaliungssielle Berlin. Todesanzelgeo. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher >�uxust Halter am 3. April gestarben ist- Die Einäscherung findet am Donners» tag. dem 7. April, abends 9 Uhr, im Krematorium Verlin, Gerichtstr.. stav. Unter Kollege, der Rohrleger Lmll Hertter ist am 4 Apr» gestorben Die Smä>cherung findet am Frei» tag. dem 8. April, nachmniag» 2 Uhr Im Krematorium Baumschulen weg Kiefholzstraste, statt Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf, Am 3t. März ftaro unser Kollege, der Former Hermana Mille Ehr« Ihrem Andenken! Die Einäscherung hat bereits stätt- gesunden. 0te Ortsverwalluac, ■»* _ as imÜätjwye /ipkilhöilibMu Sonne und Regen, Wirme und K&Ue wechseln schnell einander ab. Dos häU kein Schuh ans, und sei er ans dem besten Leder. Mehr denn fe bedarf er Jeift sorgfSUlger Pflege, soll er auch unier diesen ungünstigen Umsiinden gut aussehen und Ihnen Freude machen, darum verwenden Siet st Urb in!!" L-Wr Abg. Vr. fiüf?(Ccm.l bittet für das Hygtenemuseum in Dresden wenigstens 500 000 M. einzustellen, nachdem man die zuerst eingefestt« I Million gestrichen habe. Abg. Ronneburg(Dem.) verweist auf die Not der Junglehrer. Abg. Sparrer(Dem.) fordert Vereitstellung von 2 Millionen Mark für die Z e p p e l i n° E ck e n e r- S p e n d c. Abg. Lowenstein(Soz.) schildert gleichfalls die große Not der Junglehrer Das Reich habe unbedingt die Pflicht, hier A b- Hilfe zu schaffen. Die Abstimmungen darüber werden zurückgestellt. wohnungspolitik ohne Programm! Beim ch ausholt des Reichsarbeits Ministeriums wirft Abg. Verh(Komm.) dem Arbeitsminister arbeiterfeind- l i ch« s Verhalten vor. Abg. Lipinski(Soz.) wünscht vom Reichsarbeitsminister Auskunft darüber, wie es mit dem Wohnungsbauprogramm stehe, das vom Ministerium in Aussicht gestellt worden sei. Im vorigen Jahre Hab« man so spät mit der Flüssigmachung der Mittel begonnen, daß trotz des großen Wohnungselends 300 000 Bauarbeiter erwerbslos waren. Es handele sich nicht nur darum, daß bei der andauernden Erwerbslosigkeit für Beschäftigung Sorg« getragen, son- dem auch der fehlende Wohnungsbedarf festgestellt wird, besonders in welchem Zeitraum die Wohnunasnoi beseitigt werden könne. Die Schuld daran, daß wir dos Wohnungsbau- Programm vorgelegt bekopimen haben, liegt an den Kompelen;. strenlgkelten innerhalb des Sabinells. Reichsarbeilsminister Vravns erklärt, daß durch die Kabinettskrise die rechtzeitige Vorlegung des Wohnungsbau- Programms verhindert worden sei. Dos Reichsarbeitsministerium sei seinerzeit davon ausgegangen, daß man die Mieten um 20 Proz. erhöhen müsse, um die Mittel für den Wohnungsneubau zu gewinnen. Do? Reichskabinett habe inzwischen einen solchen Beschluß gefaßt, die versprochene Denkschrift sei deshalb überflüssig ge- worden, weil die Verhältnisic Überholt seien. Es soll aber in nächster Zeit.in« andere Denkschrift vorgelegt werden. Der Haushalt des Reichsjustizministeriums wird ohne Aussprache erledigt.— Leim Hausholt für Ernährung und Landwirtschaft schildert Abg. Frau Lohm-Schuch(Soz.) das ungeheure Elend, das unter den Kindern der ärmsten Be- völkerung herrscht? trotzdem haben die Regierungsparteien die auf Antrag der Sozialdemokratie im Ausschuß eingesetzten 5 Millionen für K i n d e r s p e i s u n g e n g e st r i ch e n. Erst nachdem sich ein ungeheurer Slurm der Entrüstung im Lande erhoben hat, wurden nachträglich 4 Millionen wieder eingesetzt. Es ist eine Schande, daß man bei dieser Gelegenheit um t Million handele und schachere, während für die Reichswehr, für die Technische R o t h i l f«, für olle anderen Zwecke Geld genug da sei. Es handelt sich hierbei nicht um«ine Angelegenheit der Länder, sondern um eine deutsche Angelegenheit. Es handle sich um die Frage, ob man deutsche Kinder dem Elend und dem Verhungern ausliefern welle. Di« Sozialdemokratie Hot nunmehr den Antrag gestellt, der den Be- trag für Kinderspeisungen wieder auf ö Millionen zu erhöhen, wir werden weiter beantragen, daß darüber namentlich abgestimmt wird, um vor dem Lande festzustellen, welche Parteien in diesem Hause für dos Elend hungernder Kinder keinen Sinn haben.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Der.Haushalt des Rcichsverkehrs Ministeriums wird ohne Beratung erledigt.— Beim Haushalt der Reichswehr behauptet Abg. Ereuhberg(Komm.),»die Sozialdemokraten trügen die Verant- Wartung für das heutige System der Reichswehr.— Ein vom Abg. Dr. Frick lRat.-Soz.) begründeter Anirag auf Besserstellung gewisser Beamter wird zurückgewiesen, weil er nicht genügend unterstützt ist. Mg. Nüller-Ieanken(Soz.j: Der Abg. Creutzberq hat wieder einmal die Sozioldemokraii« „entlarv t".(Heiterkelt.) Wir werden ja bald Entlastung bekommen, wenn erst die linken Kommunisten Fraktionsstärte erreichen. Es ist anzunehmen, daß es bald soweit sein wird. Es ist nicht meine Absicht, die Entstehung der Reichswehr jetzt zu erörtern. Aber ich glaube, daß einer derjenigen, die die Reichswehr aus der Taufe gehoben haben, der Spartakusbund gewesen ist.(Lärm bei den Komm.) Roch dem Abg. Ereutzberg scheint es so, als ob alle Positionen im Reichs- wehretat grundsätzlich abgelehnt werden müßten. Ich weiß� nicht. ob auch oamii die Summen gemeint sind, die für die Lieserung von Granaten an Rußland bezahlt worden sind.(Heiterkeit.) Mein Parteifreund Hilferding hat keinen Zweifel darüber gelassen, aus welchen Gründen der diesjährige Etat von der Sozialdemokratie ab- gelehnt werden wird. Das war so deutlich, daß es wohl auch der Letzte von Ihnen(zu den Komm.) begreifen wird. Wenn aber doch noch jemand unter Ihnen sein sollte, der das noch nicht begriffen hat, so mache ich daraus aufmerksam, daß wir bei der Schluhabstimmung noch ein« Erklärung abgeben werden, vielleicht begreift er es dann. Die Mftimmungen. Darauf werden die zurückgestellten Abstimmungen nachgeholt. Auf Antrag der Rvgierungckparteien wird im Etat des Innern eine Million zur Förderung des Turn- und Sportwesens wieder eingesetzt, für die Studentenhilfe 300 000 Mauk, für die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche 500 000 Mark. Für die Junglehrer ciithölt der Etat 2.5 Millionen. Erhöhungsanträge der So- zlaldemokraten und Kommunisten werden abgelehnt. Die Regie- rungsparteien beantragen Streichung des ganzen Titels. Dieser Streichungsantrag wird in namentlicher Abstimmung mit 194 gegen 183 Vtimmen bei einer Enthaltung angenommen. (Pfui!-Rufe links.) Auch die Million für das Hygienemuseum in Dresden wird in nanrentlicher Abstimmung mit 243 gegen 132 Stimmen bei einer Enthaltung gestrichen. veim Etat des Arbeitsministeriums werden auf Antrag der Regierungsparteien 50 Millionen für produktive Erwerbslosen. sürsorge gestrichen. 25 Millionen für Kleinrentner neu eingesetzt. Neu eingesetzt werden ferner 72 Millionen Reichsbeitrag für die I n v a l i d e n verf i che r ii n g. Di« unterstützend« Erwerbslosen- sürsorge wird von 200 auf 450 Millionen erhöht. Im Ernährungshaushalt werden auf Antrag der Regienmgs- Parteien die Beihilfen für bäuerliche Wirtschafts- beratung mit 1,9 Millionen wieder hergestellt, 700 000 Mark zur Bekämpfung von PflanzenfHädlingen neu bewilligt. In namentlicher Abstimmung wird die von der Sozialdemokratie beantragte Erhöhung de» Betrags für Kinder- fpeifungen von 4 auf 5 Millionen Mark mit 218 gegen 170 Stimmen abgctehnt.(Pfui-Rufe links.) Beim Etar des Reichsoeriehrsministeriuniz wird ein demokratischer Antrag, den Beitrag für den Lau des Mittelland- k a n o l s auf 40,3 Millionen zu erhöhen, abgelehnt, ebenso der Antrag derselben Fraktion auf Bewilligung von 2 Millionen für die Zeppelin-Eckencr-Spende. Kein GeiS für Seamte unS KriegsbeschäSigte. Beim Etat für Versorgung und Ruhegehälter berichtet Abg. Frau Reihe(Soz.) über die Beratunq einer von der sozialdemo- k ratischen Fraktion eingebrachten Entschließung: � die Reichzregierung zu ersuchen, in Erfüllung des Beschlusses des Reichstags vom 1. Juli 1926 noch vor der dritten Losung des Haushaltsplans für 1927 den Entwurf einer Rovelle zum Reichs- versorgungsgeseh vorzulegen und die für die Versorgung der Kriegeopfer erforderlichen Mittel um mindestens 150 Millionen Reichsmark zu verstärken. De? Kriegsbeschädigienousschuß beantragt, die Entschließung anzunehmen, der Hausholtsausschuß dagegen beantragt seine Ablehnung. Abg. Kröger-Rostock(Soz.) stellt fest, daß die Kriegsbeschädigten in diesem Etat außerordentlich schlechi wegkommen, von dem„Dank des Vaterlandes" ist nicht viel zu merke». Im vorigen Jahre war man im Reichstag allgemein der Auffassung, daß endlich mehr für die ftriegsbeschädiglen geschehe» müsse und hat für dresrn Zweck die Einstellung von Mitteln in den Etat gefordert. Das ist aber nicht geschehen, im Gegenteil, Gelder, die man bei den Kriegsbeschädigten eingespart hatte, sind zu anderen Zwecken ausgegeben worden.(Hört, hört bei den Sozialdemokraten.) Unhedliigt bedürfen die Bestimmungen fiber die Elternrente einer Verbesserung. Ein sozialdemokraiischer Antrag, der dieses Ziel hat, wurde abgelehnt. Dagegen wünschen die Reaierungs- Parteien, daß die Reaieriing„in wohlwollender Weise" diese Frage prüfen soll«. Wir sind davon überzeugt, daß dabei gar nichts herauskommen wird. Abg. Dielrlch-Franke»(Nat.-Soz.) verlangt die Entfernung der Juden aus den Verforgungsämtern. Abg. Knoll(Z.) will auf die Zusage des Rsichsfinanzministe- viums vertrauen, daß im Lauf« dieses Jahres diese Frage neu- geregelt werden solle. Abg. Roßmann(Soz.) stellt fest, daß der völkisch« Redner sich wochenlang um die Beratungen im Ausschuß nicht geküm. m e r t habe, hier ober halte er groß« Reden. Die heute zur Abstimmung kommend« Entschließung sei ursprünglich von der Deutschen Bolkspanei eingebracht und verteidigt worden, später habe sie diese Entschließung fallen lassen, nunmehr sei sie von der Sozialdemokratie aufgenommen worden. Wenn die Re- gierungeparteien heute gegen si« stimmen sollten, so handeln sie gegen ihre eigene sachliche' Neberzeugung. Der Haushalt für die Versorgung wird hierauf angs- n y m m e n. Die Abstimmung über den sozialdemokratischen Anirag, der vom Snegsbeschädigicnausschuß in Form einer Entschließung an- genommen worden war, ist namentlich, die Entschließung wird mit 211 gegen 174 Stimmen abgelehnt. Die Haushalte derRelchvschuld und des Reichs- finanz Ministeriums und der Kriegslasten werden ohne Aussprache angenommen. Bei der Beratung des Haus h alt, gesetzes begründet Abg. Seppe!(Soz.) einen Antrag der Sozialdeniakrati«, wonach den Reichsbeamten der Gruppen 1— 7 monatlich 15 Mark, den Wartegcloempfängerii der Gruppen 1—7 monatlich 10 Mark und den entsprechenden Pensionären, Witwen und Waisen monatlich 5 Mark als Abschlagszahlung auf di« bevorstehende Neuregelung der Besoldung zu gewähren. Durch diesen Antrag solle Vorsorge dafür geirossen werden, daß di» Rcuregelung der Be- soldungsreforni noch vor der Sommerpause erledigt wird. Aus keinen Fall dürfe diese Flage wiederum verschleppt werden. Im Dezember vorigen Jahres habe der damalig« ReichsiinanzminiKer zugesagt, daß vie Besoldungsreform im Frühjahr kommen solle. Nur unter dieser Bedingung habe die Sozialdemokratie damals den einmaligen Beihilfen zugestimmt. Auf keinen Fall dürfen die Beamten jetzt noch bis zum Winter auf die Neuregelung ihrer Bezüge warten.'(Beifall bei den Soz.) Nach weiteren Reden de» Abg. Torgler(Komm.) und Abg. Schuldt-Steglitz wird auch das Haushaltsgesetz unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages verabschiedet. Die Schlußabstimmung über den Etat wird erst am Mittwoch oor- genommen. Um 851 Uhr oertagt sich das Haus auf Mittwoch nachmittag 2 Uhr. __€f?l �'ngsmöglichheit a Ecke Potsdamer s+r MelsSlbeUeBi Stahimairatzen, Kinderbetten cDeili; in Pm. Kct. bSO-r. EieenmObeilabrik nublLTblir Der gute Kapitäis- KaufaliaK�rar C. ROckcr, Berlin l Lichtenberger StraSe ZZ, Kgt». 3861 Oeffentliche Aufforderung zur Abgab« einer SlruererNärung für die Gewerbesteuer nach dem Sewerbeertraz für l. Sin« Steuererklärung ist abzugeben: L für alle gewerbesteuerpstichtigen Unternehmen, deren Sewerbeertrag un Salenderjabre tgSS den Betrag von lüflOim übetfritaen bat; 2.»tme Rtickstcht auf dl» Höh« de» De- inerdeerlrages ftt: alle gewerbesteuer- pstichligen Untern-hmen, bei denen der Nrwinn auf Drundlnae de» Abschlustes der Bücher zu ermitteln ist: 3. für alle gewerdefteuerpflichügen Unter- nedmen. tttr die»out Boestgenden beo Sewerbesteueraueschuges eine Steuer» rrttärung besonder«»ertengt wird. Die Steuerertlärung ist»an dem In- Hader bee Betriebs abzugeben. IL Sie hiernach zur Abgabe der Steuer- erklärung Verpflichteten werden aurgefee, der«, die Sieuerectlaning unter Benuhung be» für fle»ergefchriedenen vaidruSs „Mustee De», t. de» festgeiitzten Sieuergrunddetrage» auJeriegi werden. IV. Sie Sinterziehuug aber der versuch eine: Hinterziehung der Gewerbesteuer nach dem Erirage wird bestraft Auch ein tahriiistige» vergeben gegen die Stetiergeietze(Zteuergesährdung) wird bestraft Berlin, den 2. April 1927. VI« varfiyenden 6er Batllnec G«i»>»r»«fl»»a»»>,aschi>tz» RACckbn rleapc wirksam«Ind dl« DPCSUIlUCr» K|einen Anreize» IUI der desnint• Autlaee kjl I j». t I des Vorwärts und ttoudent ar'ia'jH« V. ......... «i i»»'«.. ii ii ii«.„ r• ; I» I) II(|(l 4»«>«I if M*1 II ja m• ') II Uli lirr„ i. Ii fl ii f,«t i««. t , 1 1«• n ,.*« ,.«« V„ s kJvm"- ü' «».i-1'» R 'UJk seil ade! Xüasclien Sie doch liunfrig mit 5uma! Beherzigen auch Sie diesen Rat und erproben Sie die neuartige und bessere Wasch wirkung von Suma. Eigenart und Vorzug von Suma bestehen darin, daß es beim Waschen, dank seiner besonderen Zusammensetzung, aus sich heraus eine ganz außerordentliche Reinigungskraft entwickelt. Ein lebendiger Strom von Millionen feiner Seifenbläschen durchdringt die Gewebe und schafft allen Schmutz behutsam heraus. Da bei der Herstellung von Suma auf alles Scharfe und für die Wäsche Schädliche verrichtet wird, so wird dieselbe bei vollkommener Schonung schneeweiß.— Ein Paket Suma gibt 4 Eimer waschkräftige Lauge: so ausgiebig ist nur Suma, das neue Produkt der„Sunlicht" Mannheim. So- gerade uiie-neu-wird das Gdüicfo Jbrer XUasclic imoo faclicv l&rgrosscrvmg ausseW�nach so tnaligera XUaschcn mit Sii ii u Mittwoch H. �lpril 19S7 Unterhaltung unö AAjssen Seilage öes vorwärts Ein Glas Sier. Voil Ernst Toller. Od Llertrinksn zu den guten oder schlechten Taten zählt, mag der Verusene entscheiden� ob es den Charakter x-strahlcngleich durch- leuchtet, daß du sein Skelett, Knochen und Knächelchen säuberlich überschauen kannst, dieses entscheiden, so befrenidlich es klingen mag, Richter und Staatsanwälte. Was wisien wir simplen Menschen von einer Tat und ihren Gründen? Wir neigen eher dazu, vor dem Warum uns schweigend zu bescheiden: wir erkannten, daß ein Baum aus vielen Wurzeln Blut zum Herzen stößt, und daß es kindlich wäre zu meinen, die sichtbaren gäben ihm Trieb und Kraft. Ich hotte einen Freund, mir lieber als«in Bruder, von zartem Gesühl und schwingenden Nerven. Als Neunzehnjähriger erstach er einen Menschen, und das Zuchthaus sargte ihn sieben Frühlinge, sieben Sommer, sieben Herbste, sieben Winter ein. Wie das zuging, erzählte er mir eines Abends in meiner Zelle, in zwei Togen sollte er entlassen werden, festliche Hoffnung löste die alltags gebundene Zunge. Nicht daß er's mir pathetisch erzählte, wie ein Schauspieler, mit Gesten und Pausen und Reuetränen und fliegenden Schritten, die sich verknoten. Das lag ihm nicht. Er hatte die Tat begangen, weil alles so kam, wie es kam, und er wird sie wohl wieder begehen, wenn das Schicksal ihm einen gleichen bösen Streich spielt. Am Sonntag lud er sein Mädchen ein zum Spaziergang in den Münchener Englischen Garten, auf dem Monopteros waren sie ge- standen, haften über den komischen Namen gelacht und sich über den Frühling gefreut, hatten sich verstohlen in den Arm gezwickt und vor oller Augen geküßt, dann waren sie in ein« Wirtschaft eingekehrt, „Zum goldenen Löwen" hieß sie oder„Zum grünen Lamm", hatten jeder ein Matz Bier bestellt, und da saßen sie nun, in den Knien süße Wärme. Ihrem Tische gegenüber zechten drei Burschen, meinem Freund vom Bauplatz her bekannt, gelernte Maurer, stolz auf ihr Hand- wert und den Tagelöhner von oben herab behandelnd. Mein Freund ging für ein paar Minuten in den Was6)raum, drehte die Krawatte zurecht, gab der sonntäglich pomadisierten Tolle rechten Schwung. Als er zurückkehrte, weinte sein Mädchen, und auf sein- bestürzte Frage stotterte sie, daß die drei gegenüber sie Flitscherl genannt hätten und gefragt, ob sie's für 50 Pfennig tue. „Ihr Saukerle," sprang mein Freund die drei an, die gebläht von Uebermacht spöttisch grinsten,„ihr ganz gemeinen Schufte"— und was sonst der bayerische Mann aus dem Aolke zu sagen weiß, wenn man sein treuestes Empfinden verwundet. Die drei flogen auf, griffen hart nach ihren Stühlen, mein Freund packte sein Messer, und es hätte sich die an Sonntagen übliche Rauferei ent- wickelt, wenn nicht der eine der Angreifer, von, ersten Messerstich tödlich getroffen, lautlos zu Loden geplumpst und starr liegen- geblieben wäre. Jäher Wirbel von Bestürzung, Schreck, Angst fegte Wirt und Gäste aus dem Lokal auf die Straße, bis aus meinen Freund und — doch davon später. Mein Freund sah sich allein, vor ihm lag der Tote, in dessen Brust stak ein Messer, und dieses Messer war feins. „Weißt du, ich Hab' erst aar nicht begriffen. Nur Durst ver- spürt« ich, mächtigen Durst.„Ein Maß!" wollt« ich rufen, aher da niemand hinterm Schenktisch stand, ging ich selber hin, schenkte mir den Krug ein, trank ihn auf einen Satz herunter, und es war mir wohler. Einen Moment wenigstens, dann war mir klar, was ge- fchchen war, ich rannt« aus der Wirtschaft heraus, rannte durch die Straßen bis zum Abend. Es begann zu regnen, von meinem Kopf tropfte Nässe, ich merkte, ich Hab« gar keinen Hut auf, wo habe ich dcn Hut gelassen, es siel mir ein, er muß wohl noch in der Wirt- schast liegen, es trieb mich dahin, ich dachte an nichts anderes, als: du mußt deinen Hut wiederbekommen, ich hatte ihn vom letzten Dochenlohn gekauft, sündhaft, ihn mir nichts dir nichts zu ver- Ichludern, vor der Tür der Wirtschaft standen zwei Kriminaler, die sprangen auf mich zu. felsellcn mich und brachten mich zur Polizei. Am nächsten Tag mußt- ich zuschauen, imder Anatomie, wie sie die Leiche sezierten, es stank so. mir wurde'ganz übel, ich guckte weg. da meinte der Doktor:„Schauen Sie nur Ihr armes Opfer an, Herr Mörder.".... Na, und dann kain ich vor Gericht, und das ander« kennst du ja...* Am Tage der Gerichtsverhandlung merkt« man. der Staats- anwalt hütete in den bauschigen Falten seines Talars ein Geheimnis, das, wenn die Zeit reif, es entschlüpfen zu lassen, ihm von Bor- gesetzten, Kollegen und Presse beachteten Triumph eintragen mußt« und den, Angeklagten langjährige Zuchthausstrafe. 'Kurz vor Schluß der Beweisaufnahme räusperte er sich: „Es hat sich eine Zeugin gemeldet. Ich beantrage., Das Gericht beschloß, die Zeugtn zu vernehmen. Es erschien«in hinkendes WelMein, das weitschweifig angab, wie es am bewußten Sonntag die Base besucht und auf dem Heim- weg« Lust verspürt habe, ausnahmsweise und in Erinnerung an ihren Seligen, dessen Namenstag sie immer aus diese Weise feiere, ein Maß Dunkles zu trinken. Nachher feien all» plötzlich davon- gerannt, sie habe nicht begriffen warum, sie habe sich bekreuzigt und sei dann rasch unter den Tisch gekrochen. Erst sei nichts geschehen, dann habe sie den armen Toten ge- sehen, und vor ihm stand der Mörder, ohne Reue, er habe sich den Ermordeten eine Weile angesehen und sei denn zum Schenktisch hingelaufen, habe sich ein Maß eingeschenkt, und wie er sich nachher mit der Zunge den Schaum aus den Mundwinkeln schleckte, da habe es ihr einen Stich ins Her, gegeben, was für ein Mensch müsse da- sein, und sie bitte das Gericht um Entschuldigung, daß sie sich erst heut« meld«, sie hätte schon von Kindheit an eine solche Angst vorm Schwören... „Zeugin, Sie haben mir den Vorgang des Bisreinschenkens noch ausführlicher geschildert." mahnte mit buttriger Onkclstimm» der Staatsanwalt. „Ja. wie er sich die Maß«ingeschenkt hatte, nahm er die Kelle. strich den Schaum au, dem Glas, öffnet« den Bierhahn nochmals und ließ den Krug vollaufen." „Hat sich das so verhalten, Angeklagter?" fragte der Bor- sitzende. „Ja." „Was haben Sie sich dabei gedacht, Angeklagter? Wie erklären Sie den Porgang mit Kelle und Schaum?" „Das weiß ich nicht mehr. Aber man ist es doch so gewohnt. Die Wirte betrügen«inen immer. Ich habe sogar zum Verein gehört gegen schlechtes Einschenke». Ich habe halt immer darauf geachtet, und nachher, wie ich mir allein«inschenkte, tat ich's, weil es so sein mutzte, aus Gewohnheit, nur aus Gewohnheit.... Ich habe mir nichts dabei gedacht..." Der Staatsanwalt erhob sich zu seiner Anklagerede, die von der Presse als Meisterstück for«nsischer Kunst bezeichnet wurde, ausladend und dennoch klar,„innen Filigran, außen massiger Guß!" Die Szene am Schenklisch, sie erhob er zum Kernstück seiner Meisterred«, zur„schillernden Seele", wie die Nachrichten schrieben, die allem Gegenständlichen Aura und Farbe verlcchcn. „Meine Herren Richter, nmnals in meiner langjährigen Praxis ist mir ein Fall begegnet, in dem sich so eindeutig Charakter und Gesinnung des Angeklagten dem Lichte der Oeffentlichkeit darbieten. Nicht genug, daß er Bier trinkt in Gegenwart des Opfers, in kalter Berechnung konstatiert er, um, wie er selbst angab, die Prinzipien seines Vereins gegen schlechtes Einschenken zu wahren, die Maße enthalten zuviel Schaum..." Und nachdem der Staatsanwalt das Juristische des Falles in blitzender Dialektik entwirrt hatte, beantragte er Dersagung mildern- der Umstände. Das Gericht konnte sich, schrieb die Presse, den Ausführungen des öffentlichen Anklägers nicht verschließen, und die Zuhörer nahmen den Urteilsspruch mit sichtlicher Genugtuung auf... koalitionsfreunöe. Hergk:»Gruß Golk, mein lieber Slrefemann!" Slresemann:„Grüsz.... ja, um Himmelswillen, was haben Sie denn da?" hergl:.0. nur eine kleine Bombe, die vor zwei Jahren die veutjchnationale Bolksparkel für beiläufige 5000 Mark gegen Sie gekauft hat. Aber das tut ja nichts, wo Sie jetzt der unsrige jind!" Mnno dazumal. Äulturgeschichle in Anekdoten. Aon Eberhard Buchner. Da sitzt in Birkenwcrder bei Berlin ein Man» mit einem großen Archiv, einem Archiv, das kurios« Schätze enthält. M und an stellt Eberhard Buchner aus seinen Archivschätzen«ine inter- cssante Bücherreihe zusammen, und jetzt hat er den Versuch unter- nomine», eine Kulturgeschichte in Anekdoten herauszubringen. (Anno dazumal, Deutsche Buchgemeinschast G. m. b. H.. Berlin EW. 61, Teltower Str. 29). Man muß Buchner recht geben, wenn er schreibt:„Die Nachwelt ist zur Zeugcnschaft schlecht zu gebrauchen, und wer ein« Epoche wirklich verstehen lernen will, der wird sie selber zu Worte kommen lassen müssen. Eine Zeftungsnotiz aus der Französischen Revolution, unter dem unmittelbaren Eindruck der Geschehnisse niedergeschrieben, ist unter Umständen unendlich viel wertvoller, als die geistreichste Abhandlung, die ein Menschenalter später über das gleiche Thema vom grünen Tischt aus in die Lande geht." Femgericht. ... Wie man denn vor etlichen Jahre», auf Kaiser Caroli Magni Anordnung wegen Abtrünnigen der Unholden, und die vom christlichen Glauben sich abwendeten auch das Bimrecht oder jus venue noch des Jahrs pflegte einmal zu halten, da heimliche Richter verordnet und sonderlich dazu beeidigt waren, die auf solche Leute, auch ässentliche und heimliche äclicta mußten Achtung geben. Wann das Bimrecht anaeftellet, so mußten alle Einwohner in einem Ge- richt oder Amte,>o über 12 Lahre alt, auf einer Heide oder großem Platze unausbleiblich erscheinen, sich aus die Erde niedersetzen, da wurden darm in der Mitte etliche Tische gefegt, dabei satz der Landesfürst, seine Räte und Vögte, und mutzten denn die heimlichen Richter die Delinquenten und Delicta anmelden. Dir gingen dann in großer Prozession und lietzen zwei Kreuze und Fahnen vor sich derlragen, mit einem weißen Stade rings herum und schlugen die Verbrecher auf die Beine. Wer nun ein böses Gewissen hotte und sich einer leibesstrafbaren Missetat schuldig wußte, dem war ver« gönnt, auszustehen und in Tag und Nacht das Land zu räumen und»nogtcn auch noch wohl den andern t-chlog aushalten. Wenn er aber zum dritten mahle getroffen wurde, so war der Nachrichter oder Scharfrichter dabei, und«in Priester reichte ihm das Sacra» ment, und dann zum nächsten Baum mit ihm zu. Wer aber nur «in- oder zweimal oetrossen war, das war eine väterliche Warnung, sich dinführo zu bessern, daher es denn jus venia-, daß noch Gnade dabei war. hieß, und hat ein solches Gericht Herzog Wilhelm zu Lüneburg vor■10 Jahren ohngefährlich noch das letzte Mal meines Angedenkens, in Person bei Zelle gehegt und gehalten, welches ich von wegen der Jugend, da bisweilen in den Historien dieses Bim- rechts gedacht wird, mit berühren wollen. lAu» der ung-drückten Siagraohi« des Herzog» Julius von Braunschweig von Franz Algermann.) Erlaubte Vielweiberei. (Beschluß des Fränkischen Kreistages zu Nürnberg 14. Februar 1650.) Demnach die unumgängliche Notdurft des heiligen Römischen Reiches erfordert, die in diesem dreiunddreißigjährigen blutigen Krieg ganz abgenommene, durch das Schwert, Krankheit und Hunger verzehrte Mannschaft zu ersetzen und das künftig allen seinen �einden, besonders dem Erbfeind des christlichen Namens, dem ürken desto stattlicher gewachsen zu sein, auf alle Mittel, Weg und Weis zu gedenken, also sind aus reife Deliberation und Berat- schlagung folgende drei Mittel sür die bequemsten und beitroglichsten erachtet und allerseits beliebt worden: 1.■ Sollen hinstiro innerhalb der nächsten 10 Jahre von junger Mannschaft oder Mannespersonen, so noch unter 60 sind, in die Klöster aufzunehmen verboten sein. 2. Denjenigen Priestern, Pfarrherrn, so nicht Ordensleute oder auf den Stiften Kannonikaten etc. sich gleich zu verheiraten er- laubt sein. A. Jeder Mannesperson 10 Weiber zu heiraten erlaubt sein, dabei doch alle und jede Mannsperson ernstlich erinnert, auch aus den Kanzeln öfters crmahnt werden soll, sich dergestalt hierin zu oerhalten und vorzusehen, daß er sich nötiger und gebührender Dis- krction und Vorsorge befleißige, damit er als ein ehrlicher Mann, der sich 10 Weiber zu nehmen getraut, die Ehefrauen nicht allein notwendig versorg«, sondern auch unter ihnen allen Unwillen verhüte. Das erste Debul des Tabaks in Brandenburg. Der Rauchtabak wurde in der Kurmark Brandenburg erst unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm bekannt. Man hielt ihn für nichts Gutes, selbst die Geistlichen eiferten auf der Kanzel da- gegen und nannten das Rauchen ein Vorspiel des höllischen Feuers. Ein Mohr, der einst den Kurfürsten aui der Jagd begleitete, bot einem Bauer eine Pfeife Tabak an.„Ne, gnüdger Herr Düwel," versetzte dieser voll Demut und Angst,„ik freie keen Füer." (Schmur-ii, Wigmanns Volk-bUcher 27.) Königliche Badereise. Als Friedrich August König von Pohlen und Kurfürst, von Sachsen, 1705 zur Badelust nach Karlsbad reiset«, wurden dazu von Dresden aus dorthin kommandiert: l. von der Garde: 1 Oberster, 1 Major, 1 Ouarttermeister. 1 Adjutant, 1 Regimentsieldscheer, 6 Hautboistcn, 1 Profos, 4 Kapitäns, 12 Lieutenants, 4 Feldwebel, 8 Sergeanten, 40 Korporals, 12 Tambours, 72 Grenadiers und 288 Mousquetiers. 2. Vom Wrangeischen Dragoner-Regiment«: 1 Oberstlieutenant. 2 Kopttüne, 2 Lieutenants, 2 Kornets, 2 Wacht- meister, 4 Korporals. 2 Spielleute. 120 Gemeine. Z. Von der Ehevalier-Gard«: 1 Lieutenant, 1 Korporal, 4 Brigadiers, 4 Sous- Brigadiers, 20 Chevaliers-Gardes. 4. Von der Schwelzergarde: 1 Kapitänlieutenant und 30 Gemeine. Thut in Summa 668 Köpfe. Die Ossiciers erhielten doppeltes Traktement, die Gemeinen Brod- und Löhnungszujchuß.— Sprachen nun um dieselbe Zeit und aui dieselbe Art vielleicht auch andere Monarchen in Karlsbad ein, so mußte die Stadt in der That ein martialisches Ansehen erhalten. Die Truppen konnten in Bürgerhäusern nicht untergebracht werden, sondern mußten kampieren, von Dresden wurden deshalb alle er- forderlichen Lager-Geräthschajten nach Karlsbad gesandt. — 7 Ilhr. Abteilungsmiiglieiderverstnnmlungen heute iV-i Uhr: Weddixg: Jugendheim Üurembnrger Ecke Genter Strohe.— Kumannplad! Schule Eberswnlder Str. I». Zimmer 11.— iludreaoplag: Jugendheim Gräfte frankfurter Str. Ig, Ummer S.— Hriebrichvhain: Jugendheim Diestelmeyer- ttrohe ,VS.— Petersbnege« Biertel! Jugendheim Sbertnstr. 12, Eing. z, Hof.— viertel: Jugendheim Litauer Str. IS.— Spandau: Jugendheim Warschauer V____ Lindrnufcr I, ginrnier l>" sslriedrichshagru: Jugendhrim heim Schloß- Ecke Berliner Dtra Hkeubrrg: Zu arnmcdrrstr. e.—«aul»! Jugrndheiin Am ssoikenherg 117. ssr. 195».— griedrichafeld«: Jugend- Maulodorf: Schule Adolfstroße. * Rosenthaler Borftadt: um Iugendfchutz und-rech! Saal. Begrüßüngoabend.— Reil Strasse i>9. Einfiihr::ngsabend.— Porckstr. II, 2. Hof l..Wirt« Turnhalle des Pestalozji-Lnjeums Erde?" Jugendheim«npsftrqsse.„Arbeiterjugend im Sampf f."—«Iltrnplass: Jugendheim Tilsiter Str. gz, im Reichenderger Biertel: Jugendheim Reichenberger — Südwest: Jugendheim Bezirksamt Kreuzbcrg, .Wirtschaftspolitische fragen."— Reu-Lichtenberg: Pestalozii-Lnzeums, Priuz-Albert.Strasse.„Sie entstand die Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner �Schwar�Rot-Goid". Geschäftsstelle: Berlin E 1«. Ecbastianstr. Z7/ZS, Hof 2 Tr. Fu den llmmürfchen in den Berlwe« Brzirle» am fr., d. 8., tretei: die»reife wie folgt au mit Musik und Fahnen: Mitte: V* Uhr Bogenstr. 19. Tiergarten: Moabit Kleiner Tiergarten 7 Uhr, Magdeburger Bloss 7U Ubr. Wedding: 7 Uhr bei Müller, Uferstr. 12. Preuzlauer Berg: 7 Uhr Bezirtsamt Danziger Strosse. Sreuzberg: 7 Uhr Fontanc-Promenade. Eharlottenbura: 7 Uhr Cpreestrasse. Wllmcrrdorf: 8 Uhr Fehrbeütner Plass. Echöneberg: iV- Uhr Wartburgplatz. Steglitz: 7?� Uhr Schildhornplass tu Steglitz. Tcmpelhof: Uhr Werder- Ecke Biktoriastraßc. Neukölln. Britz: S>b Uhr HohenzoNeruplatz. Treptow: 6*4 Uhr am Bht. Treptow. Lichtenberg: 7 Uhr Lohan, Jung. Ecks Odcrstrosse. Pankow: 9*j Uhr Schönhauser Alle« Ecke Bornholmer Strasse. Reiaickendars: 7 Uhr Sportplatz Reiuickendorf-West. Scharnweberstrasse.— Tiergarten: Kameradschaft Stephan Mi., d. 9., Boll- persammlung 7V; Uhr bei Krüger, Putlissstr. 19. Funktionäre eine halbe Stunde früher.— Skeinickendors(Kreis): Pflichtantreten Mi., d. 6., T Uhr, in den Pharussäle», Müllerstrasse. Saalschutz.— Erkner: Mi., d. 8., 8 Uhr, General- Versammlung bei Sperling, Restaurant„Zur Löckuitz".— Freitag, 8. April: Prenzlauer Berg: Kameradichaft Wörther Platz 8 Uhr Persammlung bei Treurr. Kastanienallee 28. Freedrichshain: ö. Sotlion Settionsversammlung bei Rose, Gross- Franksurtcr Str. 17. Lichtenberg: 8 Uhr Generalversammlung in Kerns Festsälen, Türrschmidt- Ecke Goethestrasse: Taakkontrolle ö. Zug. Weissen- see: 814 Grüner Baum, Antreten in Bunbeskleidung, Saalschutz Schulaula, Rödernstrasse. Bcruan: 8 Uhr Bersammlung bei Löwe Bortrag des Kaineraden Ehorn._ Sport. Erster Start Sowalls auf der Olympia-Radrennbahn. Ter nächste Rennlag der Olymvia-Radrrnnbahn am kommenden Somitag, dem 10. April, bringt in den Dauerrcnncn den ersten dicsjährigc» Slart des Bahnmatairors Walter S a w a 1 1. Sawall wird hinter seinem neuen Schrittmacher, dem Franzofen PaZquier, sahrcn. Hinter diesem bat er sich bereits sehr gut cingefabreii, was sein gutes Abschneiden aui den sranzösischen Bahnen zur Genüge beweist. Seine Gegner in den über 15, A) und öl) Kilometer fiihreiiden Sauerrennen sind der BrcSiauer Ernst g e j a, der Franzose Miguel, der Belgier van Ruysseveldt und der Schweizer W e g m a n n. Feja wird von Schmidt, Miguel von Hörtrich, van Ruysseveldt von Willi Hessltch und Wcgmann von Müller geführt.' Fliegerrennen sür BerniSsahrcr und Amateure umrahmen die Dauerrennen, Renncnbcginn 4 Uhr. Ivellerbericht der öffentlichen wcNerdiensistelle sür Berlin und Umgegend (Nachdr. verb.). Wechselnd bewölkt und noch vereinzelt leichte Regenschauer. EtwaS höhere Tcmperaluren.— Für Deutschland: Im Osten ziemlich lüfcj. trübe und regnerisch, im übrigen Deutschland unbeständig, wechselnd bewölkt und etwas wärmer, ff Damett' Wasch e mit Spitrea gttralert..................... �100611)01110611»», Mtem Västdebitlfit, mit V�eretvanee-SpUz«... Rachthemdm batUl, mit«leg. Stieberei- Schlüpfer ks. 995 gate Qualitäten. In viele» Farben mm llirterntttetsiffi 390 390 SCHUHWAREN ..• est« Wlsebe-. Iiatut, mit elep. Btiebetei-n.Bpitaeoweet« reetreifte .. lanpttzetäe, gute Qualitäten, In viele» Farben 1 an, gt- atreittar Kuosteeille, gute Qual., mod.Farb. Hemdhosen sä m.brelierSpitre,lneleg. 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