Nr. 132. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 46 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 fg. Inserate für Mo ste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Conn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Benth- Straße 2. Mittwoch, den 10. Juni 1891. Expedition: Benth- Straße 3. und erreicht fast den niedrigen Stand, den Oldendorff für formen bei Lehrlingen und bei erwachsenen Arbeitern weist keine eine der gefährdetsten Arbeiterkategorien, die Solinger erheblichen Unterschiede auf. Nur die Unfallziffer in Beist erheblich niedriger, das der Etwas von den Arbeiter- Ariffokraten. Schleifer( 41,24 bis 42,22 Jahre) feſtgeſtellt hat, trieben weist einen erheblich größeren Prozentsaz bei LehrAuf die Altersklasse 20-30 J. 30-40 J. 40-50 J. über 50 J. 29,51 22,33 15,55 32,61 Die Buchdrucker gelten als Theil jener Lohnarbeiter- gehungerten Peterswaldauer Weber( Schlesien), für die politisch zur Kennzeichnung der Beschäftigung jugendlicher Gruppe, die unter der Bezeichnung:„ Elitearbeiter ge- Hirt ein Sterbealter von 49,70 Jahren berechnet. Die Arbeiter nicht ohne Bedeutung ist. meiniglich zusammengefaßt werden. Die Bourgeoisie liebt in den Jahren 1857 bis 1889 im Alter von über 20 Jahren es, mit dieser Elite, ihrer gewerkschaftlichen Organisation, verstorbenen 1254 Berliner Buchdruckern vertheilen sich wie ihrer Stellung gegenüber den Unternehmern zu paradiren, folgt auf die verschiedenen Altersklassen: und es ist deshalb empfehlenswerth, die Thatsachen auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, welche kürzlich Dr. H. Albrecht in einem Hauptorgan der bürgerlichen Dekonomie über die Berufskrankheiten der Buchdrucker veröffentlicht hat. Der Name des Verfassers und die Zeitschrift, in der die Abhandlung abgedruckt ist es ist das " Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirthschaft im Deutschen Reich" des fattsam bekannten Staatsrathsmitgliedes und Berliner Universitätsprofessors Schmoller bürgen allein schon dafür, daß wir es mit feiner Publi tation zu thun haben, gegen welche auch nur der Schatten eines Verdachts radikaler Gesinnung vorliegt. tommen von 100 Todes. fällen. Nach Oldendorff kommen von je 100 im Alter über Nach Oldendorff fommen von je 100 im Alter über 20 Jahre eingetretenen Todesfälle Schleifer in den Kreisen Schleifer in den Kreisen Solingen, Lennep u. Mettmann. Schleifer in Sheffield ( England) Eisenarbeiter in den ges nannten Kreisen männl. Bevölkerung in Preußen 1816-1861 Desgl. in Berlin in denauf die Altersklasse 20-30 3. 30-403. 40-50 J. über 50 J. Albrecht kommt zu dem Schlusse, daß die Beschäftigung des Buchdruckers zu denen mit relativ hoher Sterblichkeit gehört, und daß unter den Krankheiten, welche diese hohe Sterblichkeit bedingen, weitaus in erster Linie die Er krankungen der Athmungsorgane, speziell die Lungenschwindsucht steht." Die Verhältnisse in den Segersälen sind so leicht erfolgen kann, wie überhaupt die Vorbedingungen für gelagert, daß die gefährliche Staubeinathmung nur zu die Lungenleiden reichlich gegeben sind. Der Staub der Seherkästen lagert sich massenhaft ab in den vielen todten Räumen zwischen den Regalen, um gelegentlich durch den Luftstrom wieder erhoben und im Arbeitsraum verbreitet zu werden. Dft benutzen die Arbeiter und wie viele Schwindsüchtige sind unter ihnen!- in Ermangelung von Spucknäpfen gerade diese todten Räume, um ihren Auswurf los zu werden. Bedenkt man, daß die Ablagerungsstätten für Staub und Auswurf kaum jemals gereinigt werden, so läßt sich leicht vorstellen, welche Bruts stellen von Ansteckungsstoff sich hier bilden. Wenn man zufällig einmal Zeuge ist, wie eine Reihe solcher Regale von ihren Plätzen gerückt werden, kann man die haar sträubendsten Dinge zum Vorschein gelangen sehen. Die " Reinigung“ der Setzkästen, die gewöhnlich mittelst des Blasebalges, was meist nicht etwa im Freien, sondern auf dem Hofe, womöglich auf dem Treppenabsatz oder vor der Thür des Segersaales erfolgt, führt große Mengen des bleihaltigen Staubes in die Lungen. Und diese Arbeit wird meist von den Lehrlingen verrichtet, also jungen Leuten im Alter von vor beendeter Pubertätsentwickelung, die gegen solche 20-30 J. 30-40 J. 40-50 J. 50. krankmachenden Einflüsse am allerwenigsten widerstandsfähig find." 31,6 26,9 23,4 18,1 28,4 35,1 23,9 12,6 20,1 16,6 17,4 45,9 12,6 11,9 14,6 60,9 18,8 selben Jahren.... 18,9 18,4 45,8 Albrecht benützte ein so umfangreiches als lehrreiches Material, die von 1857 bis 1889 fich erstreckenden genau geführten Sterbelisten der Berliner Ortskrankenkasse der Buchdrucker und die Krankenbücher der Gesellschaft für eine Reihe von Jahren. Seine Ermittelungen führten zu dem Ergebniß, daß die Erkrankungen der Athmungsorgane, insDie enorm hohe Sterblichkeit der Buchdrucker, besonders besondere die Lungenschwindsucht, einen ganz maßgebenden im sogenannten schönsten Alter von 20 bis 30 Jahren, tritt Einfluß auf die Sterblichkeit der der Buchdrucker be haarscharf in dieser Uebersicht hervor; sie grenzt nahe an fizzen. Entfallen doch auf die Lungenschwindsucht allein Sie niederrheinischen Schleifer in der gleichen Altersklasse. 48,13 pet. aller Todesfälle, und wenn man die übrigen Faßt man speziell die Lungenschwindsucht ins Auge, so tuberkulösen Prozesse, die als Todesursache angegeben sind, läßt sich folgendes fonstatiren. Es tamen von je 100 Todeshinzunehmen, b. h. Halsschwindsucht, Gehirntuberkulose, Darm- fällen der über 20 Jahre alt gestorbenen Männer auf tuberkulose, Knochenfraß, so erhöht sich dieser Antheil auf Lungenschwindsucht: 50,42 pt., ohne daß sämmtliche Fälle miteinbezogen sind. Es steht also fest, daß von den 1309 im Zeitraum 1857 bis 1889 gestorbenen Kassenmitgliedern über fünfzig Schleifer Prozent an Tuberkulose zu Grunde gegangen sind. An Krankheiten der Athmungsorgane überhaupt starben 69,96 pCt. Dagegen fällt der Bleivergiftung, die von Manchem als besonders gewichtig betrachtet wird, ein sehr geringer Prozentsatz zu, nämlich 0,30 pCt. Albrecht sagt zutreffend:" Wenn wir also von einer Wenn wir also von einer Berufskrankheit der Buchdrucker" sprechen dürfen, so ist bies in demselben Sinne die Lungenschwindsucht, wie diese letteren als„ Schleiferkrankheit" als Krankheit der Weber" bezeichnet worden ist." Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 80 Eiſenarbeiter Gesammtbevölke überhaupt 77,4 76,9 88,8 77,1 43,2 87,0 73,1 39,2 über 91,7 50,0 69,4 39,3 33,7 17,7 rung des preußischen Staats 25,2 Und für die Buchdrucker lauten die betreffenden Verüberhaupt über 20-30 J. 30-40 J. 40-50 J. 50 J. hältnißzahlen ungenschwindsucht Krankheiten der Athmungsorgane im Alter von 18,3 58,9 40,5 53,9 37,2 47,6 75,1 61,4 82,9 70,4 Von schädlicher Einwirkung ist auch die hohe Tempe ratur der Setzersäle infolge der vielen Gasflammen. Die Leute werden dadurch für Erkältungen empfänglich und dies macht fie disponibel für Leiden der Athmungswege. Die Empfindlichkeit gegen Temperaturunterschiede, gegen Bug" ist, wie Jeder, der in Segersälen öfters gewesen ist, weiß, ein Charakteristikum der Buchdruckerei- Arbeiter. Die durch die große Hitze hervorgerufene Trockenheit trägt dazu bei, dem Staub und den mit dem Auswurf der Kranken in alle Ecken gekommenen Bazillen die Eigenschaften zu verleihen, um in den Luftstrom zu gelangen. Wie hoch ist das Durchschnittsalter der Buchdrucker? Diese nicht blos für die Alters- und Invaliditätsversicherung Wie können diese Mißstände beseitigt oder doch gebedeutsame Frage wird durch Albrecht auf Grund seiner Ist der Antheil der Lungenschwindsucht der Buchdrucker mildert werden, fragt Albrecht, der darauf hinweist, daß forgfältigen Erhebungen sehr ungünstig beantwortet. Aus auch an der Gesammtsterblichkeit nicht so groß wie der die Fabrikinspektoren im Großen und Ganzen dieser Frage der Zahl von 1254 im Alter über 20 Jahre Gestorbenen Schleifer, so ist er trotzdem hoch, sehr hoch sogar und ist ihre Aufmerksamkeit bis jetzt nicht zugewendet haben. berechnete er ein Durchschnittsalter von 42,47 Jahren. Das geradezu extrem hoch in der Altersklasse von 20 bis Maßregeln sind in diesem Gewerbe deshalb, wie Albrecht felbe bleibt 5,37 Jahre hinter dem durchschnittlichen Sterbe- 30 Jahren. gut hervorhebt, glatt und leicht zu treffen, weil der Betrieb alter der übrigen männlichen Bevölkerung Berlins zurück Die Erkrankungsfähigkeit an den einzelnen Krankheits- überall eine gleichmäßige Gestaltung zeigt. Setzersäle mit sammengebrochen und lagen die ungeheuren Blöcke wist wie jetzt! Wenn er nur diesem Anblicke entfliehen könnte! durch und übereinander. An ihrem Fuße flimmerte im Er schnellte auf. Fort! Aber die Knie zitterten unter ihm. Mondlicht, das blendend die jenseitigen Kalkwände des Destlich von der Stelle, an der er sich befand, zeigte schmalen Thales beschien, ein einsames Haus und an ihm sich ihm ein geeigneter Abstieg. Hart am Rande des Abvorüber spann sich in einem dünnen Silberfaden die Aqua grundes ging es anfangs hinunter über scharffantigen de campo croce. Schotter, der mehr als einmal unter seinen Sohlen lebendig Ambros ließ sich auf einem von den umherliegenden wurde. Mit großen Säßen sprang er vorwärts, das ganze Steinen, welche die Zeit bereits mit Moos umhüllt hatte, Gewicht seines Körpers auf die Hacken werfend. In zwanzig nieder, um seine Kräfte zum Abstieg zu sammeln. Wie Minuten hatte er eine Art von Straße erreicht, die nach friedlich lag die Hütte von Campo Croce dort unten! So dem einsamen Hause von Campo Croce führte. Er überEr griff nach seinem Stutzen, als müßte er sich gleich still lag jeht wohl auch sein eigenes Heim im Silber- legte, ob er dort nicht um ein Nachtlager bitten sollte? Aber zur Wehr sehen. Er wollte aufspringen; aber es gelang licht des Mondes, der über der über die Bruscia schwebte. er wußte nicht, wie er die Fragen der Leute nach dem Woher ihm nicht, denn er war steif von der Müdigkeit und von Sein eigenes Haus! Er hatte keine Heimath mehr und Wohin mitten in der Nacht beantworten sollte? Sie der Kälte auf der Paßhöhe. Er untersuchte seinen Jagd- sein Lebensglück war zusammengestürzt wie der Fels mußten Verdacht schöpfen, ihm ansehen, daß er ein schlechtes Seine Feldflasche befand sich wohl darin, allein sie neben ihm und darunter lag Alles begraben. Der Gewissen habe, und er wollte die Verfolger nicht auf seine war leer. Mühsam erhob er sich und schlug die Arme Aufschrei Stasi's schnitt durch seine Seele. Er ächzte Spur leiten. Er umging das Haus und verfolgte das kreuzweise über einander hin und her, um sich zu er- und bedeckte das Gesicht mit den Händen. Aber für Wäfferlein auf dem linken Ufer thalwärts. Weiterhin erdie Reue war sein Gemüth noch lange nicht reif, und weiterte sich das schmale Thal, dessen Abhänge dicht beDie Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol ranzen. wärmen. von Robert Sa, weiche L. Er mußte in ein fremdes Land gehen, das stand fest. statt seinen Jähzorn anzuklagen, begann sich sein Groll waldet waren, ein wenig und er kam an einer Gruppe von Tausendmal lieber in der Fremde betteln, als die Frei von Neuem gegen Jerg zu regen. Dieser war es, der ihn Häusern vorüber, die jenseits des Baches an die Berge heit verlieren! Daß man ihn auch in der Fremde ergreifen von Weib, Hof und Vaterland forttrieb. D, über den sich drückten, später durch ein kleines Dorf, in dem die und an die bayerischen Gerichte ausliefern könnte, daran schlauen Fuchs, der sich in sein Erbe zu schleichen gedachte! Hunde bei seiner Annäherung ein wüthendes Gebell erhoben. dachte er nicht. Er hing seine Büchse, die er unterdessen Nun war ihm der Appetit darnach für immer vergangen Aber das Gebell weckte Niemand auf, wenigstens blieben an die Hütte gelehnt hatte, wieder über die Schulter und und Lisei war jetzt auch frei. Ach, es war doch gut, daß die Läden und Thüren geschlossen. Das Gelläff verhallte ging weiter. Gem Schritt war schwerfällig, schleppend. er Jerg niedergeschlagen hatte! Was lag auch an einem hinter ihm und wieder umgab ihn die Stille; kaum daß Eine stumpfe, wie aus mächtigen Blöcken aufgethürmte solchen erbärmlichen Burschen? Keiner hätte dessen nichts- das leise Gurgeln des Baches neben ihm sie unterbrach. Pyramide, die zur Linken vor ihm im Mondlicht auftauchte, würdige Sticheleien und Verleumdungen ruhig ertragen, und Allmälig fam es wie eine Betäubung über ihn, ein Halbwar sein Wegweiser. Es waren die Trümmer eines Berg- dazu die giftigen Mienen. die noch mehr sagten, als seine schlaf, aus dem er ausfuhr, wenn sein Fuß an einen Stein sturzes und Ambros, dessen Schritt sich allmälig gefestigt Worte. Er sah ihn wieder vor sich, sein Blut wallte wieder auf im Wege austieß. Wie ein Betrunkener schwankte er von hatte, befand sich bale unter den weit umhergestreuten und er schlug ihn abermals nieder. O, wie oft würde er einer Seite des Weges auf die andere. Jetzt schreckte er auf, Steinen. Unter ihm lag in der Tiefe der Anfang ihn noch im Geiste niederschlagen, wie oft ihn noch im doch nicht weil er gestrauchelt war, sondern weil er Stimmen des Boitethales. Nach dort himmter war der Felsen zu Geiste bleich und blutig zu seinen Füßen liegen sehen, so zu hören glaubte. Die Stimmen tönten vor ihm und er " den Diesen hält das fromm bunbert Käften oder solche mit fünf zeigen die gleiche| Wahrheitsliebe ist die Konservative Korrespondenz" sittlich| betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseiti Physiognomie des Betriebs, der größere Umfang besteht nur entrüstet, und drückt dies in einer, von der Kreuz- Beitung" gung der durch die Hochwasser im Frühjahr 1888 herbeiin einem Vielfachen der Betriebseinheit. Wie früher, so natürlich nachgedruckten Notiz aus, in welcher fie die Komit geführten Verheerungen, auch auf die Hochwasserverheerungen fordert unser Autor gleichmäßige Vorschriften für das ganze ihrer Wuth noch dadurch beträchtlich steigert, daß sie sich im Sommer und Herbst 1890 ausgedehnt werde. Der GesetzReich. und ihrer Partei das zu kompromittirend gewordene Lügen entwurf nebst den Anträgen auf weitere Ausdehnung wird In erster Reihe: ausreichender Luftraum und aus- märchen von den Rockschößen abzuschütteln sucht, indem sie an die Agrar- Kommission überwiesen. Zum Schluß gea reichender Luftwechsel, eine Forderung, die gerade für Setzer- fagt: Sunderten von konservativen Blättern sei es langt in erster und zweiter Berathung ein Gesez über die fäle grundlegend ist. Die künstliche Beleuchtung allein gar nicht eingefallen, zu behaupten, das Ausland bezahle zeitliche Begrenzung der geseglichen Vorauss bringt es mit sich, daß wir gar nicht hoch genug in unseren den ganzen Zoll." Leistungen zu den Kosten der Unterhaltung oder des Forderungen bezüglich des Luftraumes und der Höhe der Dieser Versuch einer wenigstens theilweisen Abschütte- Neubaues öffentlicher Wege und die Vers Sezerſäle gehen können". Wo elektrische Beleuchtung herrscht, lung des Lügenmärchens ist selber eine der dreistesten Lügen, i ährungsfristen bei diesen Leistungen zur Annahme. ist für gute fünftliche Ventilation zu sorgen. welche die agrarische Presse jemals verübt hat. Thatsächlich Wo steckt der wahre Nothstand? Die Kreuz Ferner: Vermeidung und Beseitigung des schädlichen haben alle konservativen Blätter ohne Ausnahme den Staubes, Reinigung der Kästen nur im Freien u. s. w., beiläufig von dem Ex- Reichskanzler zuerst ausgesprochenen Beitung" sagt es uns. Nicht bei den Arbeitern, zumal fester und dichter Fußboden, der mindestens einmal täglich Satz verfochten: das Ausland bezahlt den 3oll. nicht bei den Berliner Arbeitern. feucht abzuwaschen ist; am besten Linoleumbelag. Die Regale Allerdings wollen wir zugeben, daß vielleicht nicht alle fonservative Junkerblatt den akademisch gebildeten Beamten sind so zu arbeiten und aufzustellen, daß sie seitlich voll- Agrarier- Zeitungen es ausdrücklich betont haben, daß das entgegen.„ Der Beamte zahlt eine hohe Miethe, hat für tommen aneinanderschließen; oder Wiedereinführung der Ausland Und wenn Kleidung u. s. w. viele Ausgaben, die der Arbeiter nur in ganzen Zoll bezahle. älteren Regalform ohne Schübe für Käften. das Dementi der Konservativen Rorrespondenz" etwa auf geringem Maße zu leisten hat, muß hohe Steuern zahlen, Albrecht empfiehlt die direkte Ausdehnung der diesem Wortspiel beruhen sollte, dann hätten wir es die nothwendigsten gesellschaftlichen Pflichten ausüben Bundesraths bestimmungen betr. die Einrichtung freilich nicht mit einer 2üge im buchstäblichen Sinn u. dgl. m. Dann kennen wir Fälle, wo schlechtweg für Beköstigung der Familie dem akademisch ge und den Betrieb der zur Anfertigung von zu thun, aber mit einem Schelmen stück chen. bildeten Beamten, ohne daß er irgend welche Erzesse begeht, Bigarren bestimmten Anlagen. Er sagt:„ Es Jedenfalls sind die Agrarier nicht mehr im Stande zu noch weniger übrig bleibt als dem Arscheint uns zweifellos, daß sich durch derartige Be- bestreiten, daß die Kornzölle das Korn vertheuern, was sie beiter." Die„ Kreuz- Zeitung" will wissen, daß wir hier stimmungen und ihre strikte Durchführung viele der bisher hartnäckig geleugnet hatten. auf den Einwurf machen werden:„ Warum soll ein ArSchädlichkeiten gerade dieser Berufsart verhüten lassen. In seiner Rede für die Getreidezölle äußerte Herr beiter sich auch nicht anständig fleiden?" und bezeichnet Handelt es sich doch gerade hier um manche Uebelſtände, v. Caprivi bekanntlich, daß die Regierung nicht in der Lage diesen uns untergeschobenen Einwand als„ albern", denn die nicht untrennbar mit der Betriebsart verbunden sind, sei, die vorhandenen Getreidevorräthe genau abschätzen man könne darauf erwidern, daß ein Maurer doch nicht in sondern in mangelhaften Einrichtungen der Betriebsstätte man zu können, зи fönne nur annähernd Schäzungen Frack und Glacé- Handschuhen auf den Bau klettern könne. wurzeln und sich daher vermeiden lassen. Ist es bisher der machen. Nach dem Rechtsgrundsat, daß in Zweifelsfällen wir wissen freilich auch nicht, wozu der Regierungsrath Umstand gewesen, daß man die Gefahren des Buchdrucker- dem Belasteten die Wohlthat des Zweifels gebührt, hätte oder Richter in seinem Bureau Frack und Glacé- Handgewerbes unterschätzt hat, ist es auch hier, wie auf so vielen die Reichsregierung( nun zwar bei dem zweifelhaften Werth schuhe braucht. Wir können der Kreuz- Zeitung" ganz anderen Gebieten, Mangel an gutem Willen und an den ihrer Schäßungen zu dem Schluß kommen müssen, dem andere Einwände entgegenstellen, als die sie uns in den Mitteln gewesen, eine geeignete Kontrolle etwa zu erlassender deutschen Volk die Wohlthat des Zweifels zu ge- Mund legt. Wir wollen sogar einen„ Nothstand" unter den Vorschriften durchzuführen, die es zuwege gebracht haben, währen und sich für die Suspension der Kornzölle zu akademisch gebildeten" Beamten zugestehen. Aber mögen daß vieles vernachlässigt worden, was unseres Erachtens entscheiden; indeß hierbei wollen wir uns nicht aufhalten. Biese sich doch an die von ihnen so warm vertretene längst hätte geschehen müssen, wir glauben gezeigt zu Damit hatte Herr von Caprivi aber recht: eine genaue Bourgeoisgesellschaft halten! Warum unterordnen sie, die haben, daß eine Besserung noth thut...... Auf dem Getreideftatistik haben wir nicht. Und er hätte getrost Gebildeten" ihre Lebensansprüche den Anschauungen und Gebiet der Gewerbekrankheiten wird.... die Prophylaxe hinzufügen können: und so lange die kapitalistische Pro- Passionen der Goldföhnchen der haute finance, der sportbe( Vorbeugung) stets der heilenden Medizin an Bedeutung buktion dauert, werden wir auch keine genaue Getreide- fliffenen Schnapsbrenner und Brotvertheurer, der Gardeweit voranstehen, denn gerade hier erneuert sich immer statistik haben überhaupt keine genaue Pro- Kavaliere, der Elite- Korps, dieser Blüthe akademischer wieder das schädigende Moment, und nur wenn mit deffen buktions- und Konsumtions Statistit. Das Bildung? Da hätten sie vorsichtiger in der Wahl ihrer Eltern Beseitigung das lebel an der Wurzel gepackt wird, ist auf ist eine Aufgabe Aufgabe, der die anarchistische Privat- und sein können. Warum sind sie nicht als Majoratserben zur Welt eine dauernde Besserung des Gesundheitszustandes der ar Spekulationswirthschaft des Kapitalismus nicht gewachsen gekommen? warum nennen sie nicht einen Krupp oder beitenden Bevölkerung zu rechnen." ist und die erst in der sozialistischen Gesellschaft ihre Baare ihren Erzeuger? oder warum suchen sie nicht ihre Wir stehen ja, wie behauptet wird, im Zeichen der Lösung wird finden können. Geburtsfehler dadurch gut zu machen, daß sie sich einen Sozialreform von Oben", es ist hier eine Aufgabe für die Wie sich die Börse zur Suspension der reichen Juden das erlaubt selbst der krasseste Antisemipositive Sozialpolitik der Reichsregierung vorhanden, die sie so gut wie bei den Bigarrenfabriken zu lösen vermag. Die Getreidezölle stellt, dafür ist folgende Thatsache tismus zum Schwiegervater aussuchen? Mit kaum halb charakteristisch. Eine hiesige große Getreidefirma hat so hohem Einkommen haben Regierungs- und Gerichtsräthe Ausdehnung der betr. Vorschriften auf das Buchdruckgewerbe wäre ein bedeutsamer Schritt vorwärts, und die 5000 Tonnen( 100 000 Bentner) russischen Getreides, die in vor 30 Jahren eine würdigere gesellschaftliche Stellung einArbeitervertreter werden hoffentlich dafür sorgen, daß die Taganrog gekauft und zum Preise von 157/ Mark in zunehmen gewußt als heute. Für die gesellschaftlichen einmal in Fluß gebrachte Frage nicht eher zur Ruhe kommt, Hamburg abzuliefern waren, dem Verkäufer zum Preise Pflichten", welche die Kreuz- Zeitung" im Auge hat, haben bis Abhilfe geschafft, bis die schlimmsten Schädlichkeiten be von 157 Mark( also mit einem geringen Verlust) wieder wir kein Verständniß, und ehe das Volk auch nur einen seitigt worden sind. Was der Bundesrath 1888 für die zur Verfügung gestellt.( Das Berliner Tageblatt" und Pfennig für sie bewilligt, würden wir lieber den mysteriösen Bigarrenindustrie, was Preußen und Bayern 1889 für die andere Blätter berichten in ihren Handelsnachrichten darüber Sekt und Rehrücken, der das Frühstück des Berliner SteinBuecksilber Spiegelbelegen gethan haben, mag jezt für die ausführlich.) Die Spekulation wünscht kein Sinken der trägers bilden soll, aus dem Reich des Märchens in das Preise durch vermehrte Einfuhr, weil durch das Sinken der der Wirklichkeit versezt sehen. Also nur teine deutschen Buchdruckereien geschehen. Preis auch des hier lagernden Getreides herabgedrückt wer- euchelet!" wie wir mit der Kreuz- Zeitung" fagen Hier Sen müßte. Durch die Zollsuspension würde dieses Sinken die freilich diesen Ausruf nur thut, um gleich darauf sich noch mehr bewirkt werden, deshalb ist die Börse Gegnerin der größten Heuchelei schuldig zu machen, indem sie auf die der Suspension. Die Börsenblätter treten denn auch offen Lage der Unterbeamten, Volksschullehrer u. s. w. hinweist. gegen die Suspension auf, und dem„ Berliner Börsen- Hat Herr v. Hammerstein es vielleicht vergessen, daß mitten B. Politische Uebersicht. Courier" 8. 28. ift bie Ehre widerfahren, von gouvernemen aus seinen intimsten Kreisen, als es sich um Aufbesserung talen Blättern als Eideshelfer des Reichskanzlers zitirt zu der mehr als kümmerlichen Pensionen der Lehrerwittwen werden. Trotz alledem fahren die Agrarier fort, zu be- handelte, der freche und unverschämte Nuf im Herrenhaus haupten, daß die Gegner des Getreidezolles die Geschäfte der ertönte: Man zeige mir einmal eine verhungerte Lehrerwittwe!"" Die„ Kreuz- Zeitung" hat doch am wenigsten das Börse besorgten! bieten der Junkerherrlichkeit, entgegenzuhalten. Ihre Partei Recht, der„ guten" Lage der Arbeiter die Nothlage der Unterbeamten und der Volksschullehrer, zumal in den Ge vertheuert das Brot der Einen wie der Anderen, und hält die Nothlage Beider für geboten, zur Füllung ihres Geld beutels und zur Auffrischung ihres Wappens. Der Bundesrath mag seine Schuldigkeit thun! ist Rhodus.... bleiben. " F " Berlin, 9. Juni. Das agrarische Lügenmärchen von dem deutschen Getreidezoll, welchen das Ausland trage", ist nun von einem der Blätter, die bisher am fanatischsten für die Kornzölle und für besagtes Lügenmärchen eingetreten fetz, betreffend Abänderung der Gewerbe- Ordnung Der Reichsanzeiger" veröffentlicht heute das Gewaren, nämlich von der Leipziger Zeitung", als gänzlich( das sogenannte Arbeiterschutz Gesetz). Dasselbe ist datirt unhaltbar preisgegeben worden. Früher, meint sie, wo vom 1. Juni. das Ausland Getreide- Ueberfluß" gehabt habe, sei es genöthigt gewesen, um jeden Preis zu verkaufen und habe Im preußischen Abgeordnetenhause wurden in der auch den Zoll tragen müssen was selbstverständlich falsch heutigen Sitzung die Gefeße, betreffend die Heranist; jeßt aber sei das nicht der Fall, und wer den ziehung der Fabriken u. s. w. mit Voraus- Gegen die Getreidezölle, bezw. gegen den Entschluß Stand der Getreidepreise in den verschiedenen Ländern ver- Leistungen für den Wegebau in den Provinzen der Regierung, die Zölle nicht zu suspendiren, nehmen jetzt gleiche, werde finden, daß unsere Preise genau um den Brandenburg, Schleswig- Holstein und der Rheinproving in auch zahlreiche nationalliberale und konservative Blätter im Betrag des Bolles erhöht seien. Wahrheit müsse Wahrheit dritter Lesung angenommen. Es folgt die erste Be- Lande scharf Stellung. So z. B. kann angesichts der traurigen rathung des von konservativer und nationalliberaler Seite Verdienstverhältnisse in Thüringen auch die nationalliberale Ob dieses Anfalls von freilich sehr verspäteter eingebrachten Gesetzentwurfs, dahin gehend, daß das Gesetz, Jenaische Zeitung" nicht umhin, zuzugestehen:" Die Bu blieb horchend stehen; allein er sah Niemand, obgleich sich des neuen Tages und nur er war verurtheilt, in der über ein niedriges Stück Ringmauer und kletterte dann aus es hell genug war, wenn auch nicht mehr so hell, wie bei Nacht zu bleiben und als ein Ausgestoßener umher zu irren, dem inneren Hofe durch ein Bogenfenster, das bis zur seinem Abstieg in das Boitethal. Seine Sinne waren wieder freudlos und friedlos. Er zog den Hut tiefer über die Basis im Schutt vergraben war, in das Schloßgebäude. ganz klar geworden und er erkannte das Zischen, Brausen Stirn, ein Zeichen war auf ihr, das sollten die Vögel nicht Eine Halle, deren Wölbung zum Theil eingestürzt war, und Klingen eines Wasserfalls. Er befand sich dicht bei sehen und die Sonne nicht, wann sie herauffam. empfing ihn. Daß er nicht der erste Gaft hier einem Reffel, in den der Bach silbern aufblinkend von Stein Plötzlich schweiften die bewaldeten Berge, die ihn war, bewiesen die angebrannten Aeste, Kohlen und zu Stein hinuntersprang und auch andere Wässerlein bisher eingeengt hatten, zur Rechten und Linken ab und die Asche in einer Ecke der Halle, und oft genug mochte woben gleitende Silberschleier oder spielten in kleinen Ras- Boite floß, einen weiten Bogen beschreibend, in ein breites hier ein Feuter angezündet worden sein, denn die kaden über die Wände und hüpften in der Tiefe luftig mit Thal hinaus. Es war das Ampezzothal. In der Ferne, Decke war nach der Deffnung zu, durch welche der Himmel sammen davon. Ueber die Waldwipfel aber schauten marmor wo das Silberband der Boite im Wiesengrün ver- hereinschaute, von Rauch geschwärzt. Ambros sah sich nicht bleiche und röthlich angehauchte Felsenhäupter und über alle schwand, dämmerte durch die Morgennebel ein schlanker, weiter um. Er streckte sich unweit der Feuerstelle auf den erhob sich der prismatische Gipfel der Tofana di fuori. ipizer Kirchthurm: das war Cortina. Gewaltig bauten Boden, legte den Stutzen, nachdem er sich überzeugt hatte, Ambros wußte freilich den Namen nicht und gewahrte die sich gegen Osten die Dolomiten auf und zwangen selbst daß die Pfanne mit Pulver gefüllt war, mit gespanntem stolzen Berge auch nur, indem er zum Himmel aufschante, Ambros ein flüchtiges Staunen ab. Was wollten die Kalk- Hahne neben sich, und schob den Jagbranzen als Kissen um etwa die Zeit zu erkunden. berge seiner Heimath gegen diese Ungeheuer bedeuten unter den Kopf. Die Sterne waren nicht mehr erkennbar und die aus deren Kiefern der Monte Tofana, Cristallo, Antelao, " Jezt stehen sie daheim auf und gehen an die Arbeit, Kanten der Tofana, des Col Rossa, des Taburio trugen Belmo und wie sie sonst heißen mochten, gleich riesigen Stoß- und ich muß mich wie ein Naubthier vor dem Tageslicht die Farbe des Safrans. Ambros recte sich, gähnte laut und zähnen in den Himmel bohrten? Auf ihren Spizen lag verkriechen!" ging auf dem um den Kessel des Pian di Luova sich abwärts ein Glanz von der noch tief hinter ihnen stehenden Das war sein letter bitterer Gedanke und gleich darauf frümmenden Wege weiter. Das Waldthal verengte sich Sonne, und den Cristallo, den König der Berge, schmückte war er fest eingeschlafen. wieder und es war dunkel unter den Bäumen. Schärfer als eine flimmernde Lichtkrone, während über dem Thale noch Aber Stasi war nicht unter denen, die sich zur Arbeit das Gewissen, begann Ambros das Nagen des Hungers zu ein bläulicher Nebelduft ruhte. Ambros hatte seine Büchse erhoben. Sie lag in Fieberphantasien. Eben schickte fich spüren. Um ihn zu betrügen, zog er seine Pfeife hervor, von der Schulter genommen und mit beiden Händen auf in der vorderen Stube Frau Ruthler zum Fort doch steckte er sie gleich wieder in die Tasche. Es war ihre Mündung sich stützend, maß er die Entfernung bis gehen an. David rührte und regte sich nicht. Er starrte nut ihm unmöglich zu rauchen. Bei den nächsten Häusern, Cortina am Fuße des Monte Cristallo. Sie mochte wenigstens immer auf die kleine, mit einem Euche verhüllte Leiche ,, bie auf die er stieß, wollte er anklopfen und ein Stück zwei gute Stunden betragen und er war sterbensmüde. Als vor ihm auf dem Tische lag. Frau Ruthler erbot sich, ach Brot kaufen. Aber er ging und ging, und nicht Haus er sich nach einer Stelle umfah, wo er eine Weile sicher bem Heimwege gleich das Grab zu bestellen. Es blich noch Hütte zeigte sich. Eine Vogelstimme erhob sich leise rasten könnte, bemerkte er links auf der Höhe, von der die ungewiß, ob er te vernommen hatte. Seine Gedanken im Holz und verstummte nach kurzem zwitschern; dann Landstraße herunterkam, die vor ihm die Boite auf einer taumelten fortwährend im Kreise: Ambros, Staft, bas eine andere schon lauter. Die gefiederten Schläfer be steinernen Brücke überschritt, die Ruinen eines Schlosses. Kind. breitete sich Berbröckelte Ringmauern Bleich unb falt breitete sich Berbröckelte Ringmauern zwischen starken Thürmen, gannen zu erwachen. 8 weites Rapitel. der Himmel über dem Waldthale aus; unter den von denen einer noch in seiner ganzen Höhe erhalten war, Afra saß in einer Ecke der Wohnstube; ihre Gedanken Zweigen aber wurde es immer munterer. Nah und fern erhoben sich aus dichtem Gesträuch, und dahinter zeigten Flücht hüben und drüben zwitscherte, pfiff und trillerte es und die sich die Trümmer verschiedener Bauten mit kleinen vier ling. Um thretwillen hatte Ambros die schreckliche Thie Boite murmelte den Baß in das fröhliche Konzert. Der ecigen, oder schmalen spißbögigen Fenstern. Die Ruinen begangen; ihre Ehre hatte er vertheidigt und gerächt. Die Specht begann sein rasches Trommeln und blau wurde der bildeten einst das feste Schloß Beutelstein, jest den Mark- unglücklich mußte er sein, und er war es durch ſte! Ger Himmel. Schwerfällig, mit gesenktem Kopfe ging Ambros stein, an dem die Grenzen von Desterreich, Bayern und say ihn vor sich, wie er mit verstörten Mienen aus ber Surch die Walddämmerung. Sein Gesicht war aschgrau, Italien zusammenstießen. Stube gegangen war und so sah sie ihn umherirren in der eine tiefe Falte stand zwischen seinen Braunen und die Ambros stieg zu den Ruinen hinauf, zwängte sich ohne Wildniß, mit der schweren Blutthat auf dem Gewiffen. Arme hingen ihm schlaff am Leibe herunter. Alles freute den Eingang zu suchen, durch das Buschwerk, schwang sich Ihr Herz brannte, aber ihre Augen blieben trocken, hr " tände sind unerträglich. Die Verhältnisse werden für dies Der preußische Minister für Handel und Gewerbe Schöningen, 7. Juni. Gestern tagte hier eine öffentliche arme Bevölkerung so kritisch, daß unter allen Umständen hat, wie die Münchener Allgemeine Zeitung" mittheilt, Boltsversammlung, auf deren Tagesordnung die Kornzölle und Wandel geschaffen werden muß. In demselben Sinne schon geraume Zeit vor dem Ausbruch der letzten Streiks ihre Wirkungen" den ersten Gegenstand bildeten. Nach einem äußert sich der in Ratibor erscheinende freikonservative Ober- im Auslande Ermittelungen über die Arbeitszeit der An- 1/ 2ftündigen Referate des Herrn Wassermann über diesen Gegenstand erklärte die Versammlung einstimmig ihre Ueber chlesische Anzeiger". Die hauptstädtische zollfreundliche Presse gestellten privater Verkehrsanstalten vornehmen lassen. Das einstimmung mit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in oersucht es einstweilen, diese Aeußerungen der Provinzpreffe, genannte Blatt leitet die Nachricht damit ein, daß die Ar- der Frage der Zölle und verlangte die Aufhebung der letzteren. pie in engerer Fühlung mit der Bevölkerung steht als die beitszeit der übrigen industriellen Arbeiter, auch im All- Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die Gründung eines jauptstädtische, zu unterschlagen. gemeinen bei den Verkehrsanstalten, keine übermäßige sei, fozialdemokratischen Wahlvereins. Derfelbe wurde gegründet alle Klagen über solche seien nur fünstlichen agitatorischen und es traten ihm die meisten der Anwesenden sofort als MitBestätigt wird jetzt die schon vor einigen Tagen ver- Ursprungs." Bei den vorzüglich rentirenden Ver- glieder bei. breitete Mittheilung, daß Herr v. Caprivi eine fehrsanstalten in den deutschen Großstädten, wie z. B. in Neuhaldensleben. Am Sonntag, den 7. Juni, fand hier Konferenz mit freifinnigen Abgeordneten( unter Berlin, habe die tägliche, etwa zwölf bis dreizehnstündige eine gutbesuchte Voltsversammlung statt, in welcher Peus- Berlin anderen Brömel) gehabt hat, in welcher er sich dar- Arbeitszeit der Schaffner und Kutscher zu dringlichen Be- über die Kornzölle referirte. Die vom Parteivorstand vorgezuthun bemühte, daß die Ablehnung der Bollsuspension schwerden wenig Anlaß gegeben und seien dafür auch die schlagene Resolution ward dann auch einstimmig angenommen. durch die Regierung nicht wegen der agrarischen Interessen, Löhne befriedigend. Allein es gebe auch Ausnahmen, in Ferner ward einstimmig dem Bureau der Auftrag ertheilt, den sondern blos aus Rücksicht auf den österreichischen Handels- denen eine sechzehn- bis siebzehnstündige Arbeitsleistung am Reichstags- Abgeordneten des Wahlkreises, Herrn Hofang, aufvertrag erfolgt sei. Die freisinnigen Abgeordneten erklären, Tage ohne längere Mittagspausen verlangt wird, und für zufordern, in öffentlicher Versammlung in Neuhaldensleben über daß durch die Darlegungen v. Caprivi's die Entschließung diese wenigen Ausnahmen werde jetzt der Minister auch feine Thätigkeit im Reichstage Bericht zu erstatten. der Regierung um fein Tüttelchen gerechtfertigter erscheine. Abhilfe schaffen. So erscheint denn Alles im rosigsten Heilbronn, 8. Juni. Am Freitag, den 5. Juni, Abends Das ist selbstverständlich. Nun, die Freisinnigen haben den Lichte, bis auf das noch fehlende Tipfelchen auf dem i, und 8 Uhr fand dahier in Stamers Saale eine von ca. 300 Personen Trost, wenigstens einer vertraulichen Berathung mit dem das soll jetzt auch noch aufgesetzt werden. Arbeiter, was besuchte Boltsversammlung statt, in welcher der ReichstagsMinisterpräsidenten gewürdigt worden zu sein. Das ist, wollt Ihr noch mehr? Abgeordnete Ulrich aus Offenbach in 21/ 4stündiger Rede über , die Thätigkeit des Reichstages" und die Kornzölle und die wenn man nicht Minister werden kann, doch auch schon Die Vorgänge in Eisleben stehen bisher in den Reichsregierung" referirte. Die vom Parteivorstand vorgeschlagene Der Prozeß Baare hat noch verschiedene Seiten, die Einzelheiten nicht genau fest. Daß die Schuld auf Seiten Resolution betreffend Abschaffung der Getreidezölle, wurde einder Bergleute und ihrer Anstifter, also unserer Gegner lag, stimmig angenommen. bisher entweder nicht ausreichend oder gar nicht gewürdigt war hauptsächlich aus dem Schweigen und Ausweichen der Cannstadt, 7. Juni. Reichstags- Abgeordneter Dietz refeworden sind. So werfen die Feststellungen des Prozesses gegnerischen Presse zu entnehmen. Jetzt bringt die" Post" rirte hier in start besuchter Volksversammlung. Die Resolution ein Schlaglicht auf das Dreitlassenwahl- System einen Bericht, der die Bergleute entlasten soll und unter- wurde einstimmig angenommen. bei den Stadtverordneten- Wahlen. Dieses Wahlsystem zeichnet ist: Die Ober Berg und Hütten Direktion. macht es möglich, daß einzelne Großinduſtrielle oder Leuschner." Herr Leuschner schimpft zwar auf die SozialAftiengesellschaften einen fast allein entscheidenden Einfluß demokratie, weiß aber nichts Entlastendes für die exzedirenauf die Zusammensetzung der Behörden und damit auch auf den Bergleute anzuführen. Er muß auch zugeben, daß in die Verwaltung gewinnen. Ferner erlauben die in dem der Gegend das allgemeine Urtheil auf Seiten der SozialProzeß enthüllten Thatsachen ein rückschließendes Urtheil demokratie, nicht der Bergleute steht. über die Berechtigung der hohen Kommunal3uschläge im rheinischen und westfälischen Industries etwas. M % Korrespondenzen und Parteinachrichten. Fürstenwalde. Ein klägliches Ende nahm eine von den Die angekündigte Aufhebung des Ausnahme- Antisemiten nach hier unternommene Agitationstour. Vom antibezirk. In Berlin zahlt man 100 pCt., in den rheinischen zustandes für Wien, Korneuburg und Wiener Neustadt ist semitischen Verein in Storkow war am letzten Sonntag eine und westfälischen Industriestädten häufig 600 bis 900 pct. nunmehr erfolgt. Die Wiener Beitung" veröffentlicht das öffentliche Versammlung einberufen worden. Dieselbe war zahlKommunalsteuer. Wenn man die reichen Leute und die groß- Dekret, welches mit dem heutigen Tage die Verfügungen reich besucht, doch bestand die Mehrzahl aus Sozialdemokraten, industriellen Werke richtig einschätzte, so würden auch am Rheine bis auf die Bestimmung aufhebt, daß auf Grund der Aus- aber auch einige" Freisinnige" und Juden waren anwesend. Den vielleicht 100 pt. genügen. Weil die reichen Leute nicht nahmeverfügung ausgewiesene Personen bis zur polizeilich Vortrag hielt der Reichstags- Abgeordnete Zimmermann:„ Aus hinreichend steuern, muß der Prozentsatz der Zuschläge so gestatteten Rückkehr ausgewiesen bleiben. Die Aufhebung enorm sein und müssen Leute mit recht mäßigem Eintritt mit dem heutigen Tage in Kraft. kommen sechsmal und neunmal so viel Kommunal, wie dem Volte herans", so führte er aus, sei der Antisemitismus entstanden, um den Mittelstand zu schüßen. Dann tam er mit den stereotypen Anfeindungen auf Singer, erging sich in Lobhymnen auf den Schutzzoll und pries die Segnungen des Rornzolles, welche beide Millionen über Millionen einbrächten. Der Beifall, welcher der Rede folgte, war sehr schwach und wurde nur von den Storfower Antisemiten ausgeführt. Staatssteuern, zahlen. Die kapitalistische Presse Im englischen Unterhause beantragte Hart Dyke verfährt bei der Erörterung der Bochumer Verhältnisse eine Resolution als Basis einer demnächst einzubringenden ziemlich pharisäisch. Sie thut so, als ob solche allzu nie- Bill betreffend den freien Unterricht. Darnach soll brigen Einschätzungen etwas recht Seltenes wären und als die staatliche Beisteuer von einem halben Pfund Sterling Genosse Franz Feldmann aus Berlin legte zunächst entschieden ob im ganzen übrigen Staate die Besteuerung weit forrekter für jeden Schüler der Elementarschulen von 5-14 Jahren dagegen Protest ein, daß der Antesemitismus aus dem Bolte hererfolge. Das ist indeß keineswegs wahr. Ein sehr erheb gewährt werden; für diese Altersperiode soll der Schulbesuch aus entstanden sei. Den Antisemiten ergehe es wie einem Blinden, der in eine Stube tritt und sich an einem Tisch stößt und nun licher Theil des Unternehmergewinns und überhaupt des obligatorisch sein. dem Tisch anstatt der Blindheit die Schuld beimesse. Redner mobilen Kapitals entzieht sich der Besteuerung; das ist beiDer Falschspielerprozeß in London beschäftigt leb- nimmt Herrn Zimmermann dann noch wegen seiner allbekannten läufig auch einer der Gründe, warum Eugen Richter's be kanntes Theilungskunststückchen so falsch ist. Kundige Leute haft die" gute" Gesellschaft und deren Presse. In den aus- Ausfälle gegen Singer gründlich vor und legt der Versammlung erwähltesten Kreisen derselben, innerhalb welcher der engdie Unsinnigkeit und Volksfeindlichkeit seiner Ausführungen über behaupten, daß im Ganzen nur rund die Hälfte des Ein- lische Thronfolger selbst zu verweilen und sich zu amüsiren ihrem Kampfe gegen das Kapital in einer einzigen Klaffe zufamdie Kornzölle und Schutzölle dar. Die Arbeiter gehörten in kommens aus Unternehmergewinn in Preußen besteuert liebt, ist ein Baron beim falschen Spiel ertappt worden. men, und sie dürften sich nicht durch irgend welche machinationen werde. Das Eigenthümliche und Sensationelle besteht bei Den Bochumer Dingen nur darin, daß die zu gering Gin- Dem Prinzen von Wales, der vor Gericht als Beuge zu zerstreuen lassen.( Allseitiger lebhafter Beifall). dienen hatte, hat die Betheiligung an den Spielgesellschaften Außer dem Berliner Antisemiten Trautmann sprachen dann geschätzten vielfach selbst Mitglieder der Einschäzungs- ein Mahnungsschreiben seitens der kalvinistischen Methodisten noch die Freisinnigen" Schlosser Thiele und der Rentier Schildkommissionen oder Verwandte der Mitglieder sind, oder daß in Südwales zugezogen. Es wird dem Prinzen in dem- fnecht, welche beide neben ihren Ausführungen gegen Antisemiden Einschätzern die Einkommensverhältnisse der zu niedrig Eingeschätzten sonst bekannt waren. tismus für Reformen à la Hirsch- Duncker eintraten. Weiter sprach auch noch der jüdische Kantor Feiner, dessen Ansführungen sich im engbegrenzten jüdischem Gesichtstreife bewegten. Hierauf legt Genosse Feldmann in längeren Ausführungen nochmals die Unsinnigkeit des Antisemitismus, sowie der HirschDunckerschen Lehren dar. Nach einem Schlußwort des Referenten wurde die VersammBu bemerken ist noch, daß vom Vorsitzenden eine Resolution selben gesagt, daß er durch seine Theilnahme an dem Spiel in einer seiner verruchtesten und verderblichsten Form dieses Mängel unserer deutschen Civilprozeß- Ordnung Lafter unter dem Volf ermuthige, daß ein solches Verhalten ( soll wohl heißen: Kriminalprozeß- Ordnung) ist Alles, was den religiösen Sinn des Volkes verlegt, das königliche Haus Die„ Kölnische Zeitung" in dem Bochumer Prozeß vorläufig herabzieht und die Liebe und Zuneigung zum Throne entdeckt. Sie nennt diese Mängel zwar nicht, aber hält es mindert. Der nationalliberale Hannover'sche Courier" be= für nothwendig, daß die Gesetzgebung fie beseitige. Wahr- merkt hierzu:" Die Methodisten haben nicht Un- lung geschlossen. scheinlich hält sie es für einen solchen Mangel, daß nicht recht." Wie freimüthig das Bennigsen'sche Organ ist, wo ebenso wie bei Majestätsbeleidigungen auch bei Beleidi- es sich um England handelt! In Deutschland würde einfach unterschlagen wurde, obgleich er vorher das Vergungen der heiligen Kapitalspriester der Wahrheitsbeweis dasselbe Blatt ein solches Schreiben an einen königlichen sprechen gegeben hatte, sie vorzulesen. Durch schleunigen VerPrinzen oder auch nur an einen sonstigen hohen Herren sammlungsschluß suchte man der unzweifelhaften Annahme der ausgeschlossen ist. für sehr frech und unverschämt erklären, und es für sehr Resolution, welche folgenden Inhalts war, aus dem Wege zu gerechtfertigt finden, wenn den Schreibern, gegen welche unzweifelhaft sofort Anklage erhoben werden würde, eine gehörige Strafe aufgebrummt würde. Das Räuberunwesen in der Türkei. Die„ RheinischWestfälische Zeitung", das streitbare Organ der Herren Baare und Krupp und der sonstigen Eisen- und Kohlenbarone, hüllt sich gegenüber den Bochumer Vorgängen, über welche sie nur einen dürren Prozeßbericht bringt, in tiefes Schweigen. Als Leitartikel muß das Räuberwesen in nicht Bochum sondern in der Türkei herhalten und zur Würze muß die Untersuchung über den heiligen Rock in Trier dienen. gehen: " Die heutige Boltsversammlung von Fürstenwalde erklärt, daß der Antisemitismus nicht geeignet ist, irgend einer Klaffe der Bevölkerung zu nügen, fte erklärt ferner, daß der Antisemitismus nur geeignet ist, die mißlichen Verhältnisse zu verdunkeln und daß er dadurch dazu beiträgt, die Klärung und damit die Abänderung der Lage der arbeitenden Klaffe zu verhindern." Wer gegen Ein Genosse stieg auf einen Tisch und rief: " den Antisemitismus ist, hebe die Sand hoch!- fast alle Hände erhoben sich. Die Die Freisinnigen" versuchten ein Hoch auszubringen, das aber übertönt wurde von einem mit stürmischer Begeisterung ausgebrachten Hoch auf die Sozialdemokratie. Die sämmtlichen antisemitischen Versammlungstheilnehmer verließen hierauf in einem Kremser Fürstenwalde. Die Genossen meinen, daß sie das Wiederkommen vergessen dürften, gleich wurde. A In Chicago hat eine gemeinsame Versammlung der beiden sozialistischen Gruppen stattgefunden, in der man sich dahin einigte, bei beiden Exekutiven den Antrag auf Einberufung einer National- Konvention zu stellen, auf welcher hauptsächlich die Vereinigungsfrage verhandelt werden solle. Die in derjenigen Gruppe, welche ihren Sitz in Brooklyn hat, im Gange befindliche Urabstimmung über AbMann hatte nirgends Ruhe. Er ging zwischen der Stube haltung einer Konvention scheint gegen eine solche ausund der Kammer, wo Jerg leblos auf dem Bette lag, hinzufallen, und zwar vorwiegend aus dem Grunde, weil eine und her, und so oft er in die Wohnstube tam, sah er nach Beschickung des Brüsseler Kongresses ihrem Schutzpatron Stöcker, der seiner Zeit hier ausgepfiffen der Wanduhr. Er hatte dem Knecht befohlen, daß er das durch zwei Delegirten geplant ist, und die Mitglieder Pferd nicht schonen sollte. Aber vor sechs Stunden finanziell zu sehr in Anspruch genommen würden, wenn fie konnte der Arzt nicht zur Stelle sein. Es war wohl auch noch die Kosten für die Delegation zu einer Konvention nicht die Sorge um den Sohn allein, die ihn rastlos zu tragen hätten. Somit wird wohl auch das von Chicago umtrieb. Auf seine Frau warf er nur dann und wann angeregte Vorgehen in diesem Jahre noch nicht zur Auseinen scheuen, verstohlenen Blick. Sie merkte es nicht. führung gelangen. Eben fam er wieder von Jerg zurück; da blieb er aufhorchend stehen und trat dann an das nächste Fenster. Jenseits des Steges, der über das abschüssige Ufer zur Mühle führte, hatten sich viele Menschen angesammelt. Der nach dem Arzte geschickte Knecht hatte im Vorüberfahren im Dorfe erzählt, daß auf der Mühle ein Unglück geschehen wäre. Eben kam der Korporal, der Landjäger mit einem seiner Leute über den Steg. Viele drängten sich ihnen neu gierig nach. Der Müller ging ihnen entgegen. Afra hörte Die Stimmen und Schritte auf dem Flur, blieb aber in ihrem Winkel ſizen. Es kümmerte sie nichts mehr. Gegen die Kornzölle. Zwickan. Der Tuchmacher Rothe aus Kirchberg hatte einen „ Diener Gottes" beleidigt und wurde vom hiesigen Landgericht beshalb zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Frankfurt a. O., 8. Juni. In der am Freitag stattgehabten Straffammer- Sigung fand die Verhandlung gegen den früheren Redakteur der Märkischen Volksstimme", Herrn E. Nöller und den Brauereibesizer Voigt, wegen Beleidigung der hiesigen PolizeiVerwaltung statt. Dieselbe soll begangen sein durch Veröffentlichung eines Briefes, welchen der Brauereibesitzer B. an einen Genossen geschrieben hatte, in welchem die Mittheilung enthalten war, daß V. für die Zukunft seinen Saal zu fozialdemokratischen Versammlungen nicht mehr hergeben wollte. N. hatte hieran eine Kritik geknüpft. Die hiesige Polizei fühlte sich durch den Brief Forst, 7. Juni. Der freisinnige Arbeiterverein hatte auf sowohl als auch durch die Kritik beleidigt und stellte Strafantrag. heute Vormittag im Richter'schen Saale eine Voltsversammlung Die Straffammer sprach den Angeklagten Voigt jedoch frei und einberufen, behufs Stellungnahme gegen die Getreidezölle. Der verurtheilte Möller zu einer Geldstrafe von 200 mark. Referent, Herr Redakteur Ludwig, welcher seinen Vortrag meistens auf Beitungszitate und eine Statistik Engels aus dem Jahre 1878 gründete, schloß ihn mit einem Gedicht, dessen Schlußrefrain war: Deffnet die Schranken. Nach dem Vortrag entstand eine ziemJa, ja, ich weiß, Ihr müsset Euren Bericht machen," lich lebhafte Diskussion, in welcher die Genoffen Bappan- Franksagte der Müller mit gedämpfter schleppender Stimme und furt und Beyer- Kottbus den Standpunkt der Sozialdemokratie in Schweidnitz, 5. Juni. In der heutigen Sigung der Strafführte den Korporal nach Jergs Kammer, die bald von dieser Frage klar legten. Zum Schluß wurde die vom Partei- tammer des hiesigen Landgerichts wurde der Redakteur des vorstande der sozialdemokratischen Partei veröffentlichte Resolu- Proletarier's aus dem Eulengebirge", Gen. May Baginsti Neugierigen vollgestopft war. Er wandte kein Auge von tion gegen die Stimme des Referenten angenommen. Charakte aus Langenbielau, wegen Beschimpfung der christlichen Kirche zu dem Korporal, der zunächst den Befund des Er- ristisch in dieser Versammlung für die Freifinnigen war, daß einer sechsmonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt. Die Beschlagenen festzustellen suchte. Sein Begleiter hatte Mühe, selbst dem Vorsitzenden, Herrn Drescher, die, nach der Abstim- schimpfung wurde in dem im Proletarier" abgedruckten Gedicht ihm dazu den nöthigen Raum zu schaffen. Er spürte keinen mung zu urtheilen, vom Referenten eingebrachte Resolution nicht" Ostergedanken" gefunden, wegen dessen, wie feiner Beit mitAthem und das Herz stand still; jedoch waren die Glieder weit genug ging. Möchten doch die freisinnigen Arbeiter bald getheilt, die betreffende Nummer des Proletarier" mit Beschlag noch nicht von der Todtenstarre ergriffen. einsehen, daß die wahre Vertretung der Arbeiterinteressen nur belegt worden war. " Der wird schwerlich noch Einen hänseln," murmelte bei der Sozialdemokratie zu finden ist. Marbach. Mehrere Arbeiter, welche sich an der Maifeier der Korporal, indem er sich von Jerg zu dem Müller Aalen, 7. Juni. Die gestrige Volksversammlung, in welcher betheiligten und dabei rothe Federn am Hute trugen, wurden wandte und diesen aufforderte, den Thäter anzugeben und Reichstags- Abgeordneter Ulrich sprach, nahm die Protestreso- vor die Amtsanwaltschaft Roßwein geladen, um Auskunft zu den Hergang zu erzählen. lution gegen die Kornzölle einstimmig an. ertheilen, zu welchem Zwecke sie die rothen Federn getragen. Es trat eine Todtenstille ein. Der Alte seufzte, zögernd wesenden, der den Namen des Thäters nicht schon gewußt tags- Abgeordnete Wurm aus Hannover unter rauschendem Bei- geben. D5 nun daraus ein Prozeß oder irgend etwas Anderes nannte er Ambros. Es war wohl Reiner unter den Angefundenen start besuchten Voltsversammlung referirte der Reichs. fiber das Aufhissen von zwei rothen Flaggen im Festsaale zu Osnabrück, 8. Juni. In einer am 7. d3. Mts. hier statt. Auch das Komiteemitglied Franke war bestellt, um Austunit -hätte; denn der Knecht hatte in dem lauten Streit die Stimme fall über die Kornzölle und die Meichsregierung. Die vom weroen soll, konnte bis jetzt nicht in Erfahrung gebracht werden. des Ambros erkannt und von ihm gesprochen. Parteivorfande empfohlene Resolution fand einstimmige Annahme. ( Fortsetzung folgt.) " Theater. Mittwoch, den 10. Juni. Opernhaus. Die Jüdin. Schauspielhaus. Die Kronprätendenten. Neue Welt, Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Heute, Mittwoch: 1234b Kinder- Fest mit Präfent- Bertheilung und Gratis- lebendes Schaaf. Von 4 Uhr Verloosung. Hauptgewinn ein Achtung! Der Bergmann Kleinmann aus Essen zeigt an, daß Berliner Theater. Die Journalisten. Nachm. ab: Concert, Specialitäten. Bum Schluß Pantomime: Die er am Donnerstag, den 11. d. M., Abends 8% Uhr, bei luftige Schwiegermutter. Joël einen Vortrag halten will über:„ Von welcher Deutsches Theater. Das Winter- Puppentheater. Wettrennen. Stangenklettern. 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Festsetzung der Ents Puppenwagen 2c.), mit Bonbonregen, Hahnenschlag, Sackhüpfen. schädigung der Ortsbeamten. 3. Wahl der gesammten Ortsverwaltung, des Concordia. Große Spezialitäten Gr. Militär- Konzert. Militär- Konzert. großen Saale Vertrauensarztes und der Beitragssammler. 4. Verschiedene KaſſenangelegenAuf d. Marionetten- Theater: Gr. Vorstellung. Boltsbeluftigung. BALL. beiten.- Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in bieſer Etablissement Buggenhagen Abends: Großer Fackelzug bei bengaliſcher Beleuchtung d. Gartens. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Anf. 4 Uhr. Entree 15 Pf.( vorh. 10 Pf.) Kinderbillet nur an d. Kaffe. A. Froelich. Empfehle den Genossen mein Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal. 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Die Marseillaise des Christenthums Von Dr. Friedrich Krasser. Einzelpreis 5 Pfennig. 100 Exemplare für 3 Mark. Beide Novitäten sind den Parteigenossen bestens bekannt, und hoffen wir, daß dieselben in den vorliegenden neuen Auf lagen fich gleicher Beliebtheit erfreuen werden, wie die früheren. Wiederverkäufern gewähren wir Rabatt! Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Verlage erschien soeben: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869, in der Fassung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 18883 und unter Berücksichtigung der durch die Gesetze vom 8. Dezember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und die Novelle von 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen und ausführlichem Sachregister. 164 Bogen Taschenformat. Preis elegant kartonnirt 1 Mark. Welche Bedeutung die„ Gewerbe- Ordnung" für alle Zweige des Erwerbslebens besiht, ist bekannt. Aus ihr ergiebt sich die Nothwendigkeit der Anschaffung für Jeden, der, sei er selbständiger Gewerbetreibender oder Arbeiter, in die Lage kommt, sich über die gefeßlichen Vorschriften desselben informiren zu müssen. Eine erhöhte Bedeutung hat dieselbe erlangt durch die Novelle von 1891, das sogenannte ,, Arbeiterschutz- Gesetz", dessen Kenntniß unentbehrlich ist. Wir brauchen dabei nur auf die Bestimmungen über die Sonntagsruhe" und den kontrattbruch" hinzuweisen, die in Zukunft von einschneidender Wirkung sein werden. и Unsere Ausgabe der„ Gewerbe- Ordnung" ist dem Bedürfniß der Arbeiter angepaßt; zeichnet sich sowohl durch sorgfältige Bearbeitung, gemeinverständliche Erläuterungen und ein erschöpfendes Sachregister, als auch durch geschmackvolle Ausstattung und billigen Preis vor anderen Ausgaben derselben vortheilhaft aus. Vereinen und Wiederverkäufern gewähren wir beim Parthiebezug entsprechenden Rabatt. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 132. „ Bis in die lehten Winkel" Mittwoch, den 10. Juni 1891. 8. Jahrg. denselben das vorliegende Beweismaterial vollständig zu Ihr, von Euren Groschen wollen sie sich mästen! und damit unterbreiten und sie nachdrücklichst zu veranlassen, nun- einem Theil der weniger aufgeklärten Arbeiterschaft Sand in die mehr ihrerseits ohne Verzug gegen ihre hiernach belasteten Augen fireuen. will die Kreuz- Zeitung" die gegen den maßgebenden Berather Beamten und Arbeiter das Strafverfahren zu bean- Also unterstützen wir unsere Genossen, die im Besitz von des Fürsten Bismarck in allen wirthschaftlichen und Zolltragen". Geschäften sind, so weit als möglich. angelegenheiten, den Herrn Staatsrath Baare, erhobenen AnDieser Bericht, dessen Inhalt für sich selbst spricht, gelangte Wie weit geht nun diese Möglichkeit? Hierfür ein Beispiel. schuldigungen wegen der Fälschungen bei den Schienen- und Achsenlieferungen, untersucht und beleuchtet haben. Andere an die Eisenbahndirektion in Hannover mit der Weifung May- Gin Arbeiter, der 15-20 W. wöchentlich verdient, kann sich nicht Bourgeoiszeitungen schlagen einen ähnlichen entschiedenen Ton bach's zurück: daß derselbe durch Seydel's Vermittelung dem bei einem Schneider, der ihm als guter Genosse bekannt ist, einen an und vorläufig ist noch alle Welt voller sittlicher Ent- ersten Staatsanwalte bei dem königl. Landgerichte zu Osnabrück Anzug machen lassen, der ihm doch immerhin ca. 60 m. kosten rüftung über die schmählichen Manipulationen, deren Baare be- zur Kenntnißnahme und Entschließung über die Einleitung der würde. Er kann nicht auf guten Siz und Eleganz sehen, sondern zichtigt ist. strafrechtlichen Verfolgung der Betheiligten ungesäumt unterbreitet muß sich einen billigen Anzug aus einem Laden für vielleicht 25-30 M. holen. Ihm ist es eben unmöglich, seinen Db freilich diese Entrüstung auf die Dauer vorhalten wird, werden solle. das ist eine andere Frage. Haben wir doch bei einem ganz gleich Zum Schluffe heißt es in dem Schriftstücke aus dem Ministerium Genossen in Nahrung zu sehen, weil er bei seinem Verdienst Die mögliche bedenkliche Trag. 60 m. für einen Anzug nicht ausgeben kann, schon die 25 M. gearteten Fall schon erlebt, daß, nachdem die" Rh.- Westf. 3tg.", wörtlich: das Organ der Kohlen- und Eisenlords, erklärte, die Gifenwerte weite der Sache für die betreffende Arbeiter muß er sich abdarben. Ein anderer, besser fituirte Genosse wird würden durch die" lästige" Kontrolle der abnehmenden Be- bevölkerung wird, wie ich annehme, demselben zweifellos, wenn er doch nur bestellte Anzüge trägt, seinen Genossen in Nahrung sehen, dem der Reservelieutenant oder amten zu solchen Streichen, wie sie jetzt in Bochum aufgedeckt nicht entgehen." find, gezwungen, die auch damals sich breit machende sittliche Außer einem Ingenieur sind nur Arbeiter angeklagt und verDieser Wink mit dem Zaunpfahl ist verstanden worden. Kommerzienrath die Rundschaft seiner Gesinnung wegen entzieht. Daß Einige fich Genossen nennen, um nur Reklame zu GeEntrüstung plöglich verstummte. urtheilt worden. Die Herren Direktoren wußten nichts von dem schäftszwecken zu treiben, ist ja leider richtig, jedoch wird sich dies 20 Jahre lang getriebenen Schwindel, nichts von den Arbeiten bald erkennen lassen und ist der Schaden für den Betreffenden des" Stempel- Frize", nichts von der Gummi- Unterlage des dann doppelt groß. " Fallbär". " Auch der Direktor Boos, auf den selbst der Regierungsrath Seydel mit Finger weist, wußte von allem nichts, wenigstens be fch wor er das. = Der Schwindel, der damals aufgedeckt wurde, spielte auf dem Stahlwerk des Georgsmarien- Hütten- und Bergwerksvereins bei Osnabrück, dessen Direktor A. Haarmann eine hervorragende Leuchte der nationalliberalen Partei in Hannover ist. 3wanzig Jahre lang wurde auf diesem Werke bei der Schienenabnahme genau derselbe Schwindel getrieben, wie er jetzt in Bochum aufgedeckt ist. Auch dort war ein Graveur angestellt, der die Nur die Arbeiter hatten alle die Schelmereien gemacht, falschen Stempel anzufertigen hatte, wofür es pro Stück 4 M. weil dieselben Affordlöhne nach Maßgabe der Menge der abgab und der bei den Arbeitern des Werkes der Stempelfriße" genommenen Schienen erhalten hätten." Zwar wurde nach hieß. Derfelbe arbeitete in einem Raum, der bie Ueberschrift gewiesen, daß diese Angabe erlogen ist, denn nachdem ein Artrug: Für Arbeiter verboten." Die während der Nacht beiter 1881 von dem Revisor beim Stempeln ertappt wurde, wurde schichten" man sieht, warum gewisse Werke die Nachtarbeit nicht mehr Affordlohn bezahlt. Die Direktoren blieben aber doch nicht entbehren können für den Revisor präparirten unschuldig. Schienen, von denen die Stempel abgefeilt waren, wurden mit Salzsäure begossen, damit sie leicht rosteten und so der Beamte leichter getäuscht wurde. Außerdem hatte der sogenannte " Fallbär", auf dem die Eisenstücke auf ihre Berreißbarkeit geprüft wurden, statt der vorschriftsmäßigen Fundirung eine Gummi- Unterlage erhalten, damit die Schlagwirkung des Hammers abgeschwächt wurde. Alles dieses ist aktenmäßig festgestellt worden, ebenso hat sich ergeben, daß der Revisor, der Herr Regierungsbauführer Hembezky, als ihm der Schwindel denunzirt war, fünfundzwanzig Schienen, welche bereits den gefälschten Stempel trugen, als abfolut unbrauchbar konstatirte. Wie viele Schienen und andere Eisenbahnachsen und ähnliche Bestandtheile während der 20 Jahre, wo die Fälschungen geübt wurden, ohne die amtliche Revision geliefert wurden, läßt sich natürlich nicht feststellen; ebensowenig wie viel Eisenbahnunfälle auf das Konto dieser Betrügereien kamen. Als dieselben zur Anzeige gelangten, war natürlich Holland in Noth. Ganz wie heute in Bochum. Auf die Art aber wie damals die Untersuchung geführt wurde und wie das, durch das frevelhafte Spiel mit Menschenleben beleidigte Rechtsgefühl zu seiner Sühne fam, darüber wirst der nachfolgende, vom Herrn Regierungsrath Seydel in Hannover herrührende Bericht ein interessantes Licht. Derselbe ist datirt vom 29. Juli 1887, an den Eisenbahnminister von Maybach gerichtet und lautet: Sie blieben auch dann noch unschuldig, als ganz wie in Bochum- nachgewiesen wurde, daß der betreffende Arbeiter zwar zum Schein entlassen worden, in Wirklichkeit aber in Zukunft in Nachtschichten" verwendet wurde, damit er dem Revisor nicht in die Hände fallen konnte. Auch die Betrügereien, die der Revisor Hemlehti 1887 fest stellte und wobei er" nur" 25 ganz schlechte Schienen unter den falsch gestempelten fand, waren von einem Arbeiter- Wagner hieß der arme Tropf auf eigene Faust unternommen. Wunderbarerweise hat aber das Stahlwert diesem Arbeiter, der ihr Renommé doch so schwer fompromittirte, 60 M. Entschädigung gezahlt und ihn in Nachtschichten weiter beschäftigt. Vielfach Nun noch einige Worte über eine Erwähnung in der, im Artikel zur Taktik" angezogenen Versammlung des Vereins der Gast- und Schankwirthe. Es wurde dort vom Genossen Gründel erwähnt, daß die Germania- Brauerei sich mit dem Plane trägt, ein großes, schönes Lokal mit Garten, in der 4/10 Liter Bier für 10 Pf. zu haben sind, einzurichten. Wie wäre es nun, wenn sich mehrere Gastwirthe( Genossen) zusammenthäten, um einige große, schöne Parteikneipen mit ähnlichen Vergünstigungen einzurichten?- Der angeregte Bontott würde nicht durchgeführt werden können, und mit Recht. Sollte aber die Berliner Arbeiterschaft nicht gewillt und im Stande sein, einige große Parteilokale durch starke Frequenz lebensfähig zu machen? hört man die Klage: die jetzigen Parteilofale seien zu beschränkt und ungemüthlich, um des Sonntags mit Familie dort zu verfehren. Viele Genoffen aber würden sich freuen, wenn ihnen Gelegenheit geboten würde, geselligen Verkehr mit einander zu pflegen. Hierbei ist auch noch zu berücksichtigen, daß viele Wirthe, die ihre Lokale zu Versammlungen geben und deshalb von Arbeitern start besucht werden, aber, einige Ausnahmen abgerechnet, Die Preise in den meisten Lokalen nicht für Arbeiter berechnen. Da kommt Einer, der z. B. nicht leiden will, daß die Marseillaise gesungen wird, aus Rücksicht auf seine anderen Gäste- der Zweite kann die rothe Farbe nicht leiden u. s. w. Dies würde in Der Hauptübelthäter soweit dieselben angeklagt wurden Parteifneipen wegfallen und viele Genossen mit ihren Familien würden wurden seiner Zeit zu 6 Monaten verurtheilt. Aus dem Ge- sich behaglich fühlen, behaglicher vielleicht, als in einem unterfängniß reichte er ein Gnadengesuch ein, worin er eine ganze geordneten Theater oder Spezialitäten- Theater, wo ihnen LobReihe von Werken nannte, auf denen dieselben Manipulationen gefänge auf das edle Gigerlthum oder die hohe Bedeutung des betrieben werden, wegen deren er saß. Ob das Gesuch schneidigen Husarenlieutenants oder Harlekinaden vorgeführt einen Erfolg hatte, wissen wir nicht. Aber einen flassischen werden. Schreiber dieses hat oft bemerkt, daß gerade in ParteiBeugen hat der Gesuchsteller in Herrn Baare gefunden, als kneipen die Genossen lautlos und freudig zuhörten, wenn ein derselbe im ersten Schreck zugestand, daß geflickte Schienen wohl hübsches Lied oder eine gute Deklamation zum Besten gegeben auf allen Werken mit unterlaufen." wurde, und wie das Edle und Schöne, was in den echten Volksliedern und Gedichten besungen wird, Widerhall fand in den Herzen aller Genossen und Genossinnen. Es tönnten auch wissenschaftliche Vorträge gehalten, lebende Bilder und kleine Theaterstücke im Genre der Bismarckspende" aufgeführt werden. Zweifellos würden sich Gesangvereine, Genossen und Genossinnen finden, die Verständniß und Luft haben, an diesen Dingen mitzuarbeiten es wären Stätten der Erholung und Bildung geschaffen und möglicherweise dem sozialistenfeindlichen Verein für Bolts- Unterhaltungsabende" ein wirksames Gegengewicht geboten. Gewiß thun sie das. Und was hier von den Schienen fonstatirt ist, es ist nicht die Ausnahme- es kommt auch in anderen Branchen vor. Deswegen bleiben die Haarmann, Boos und Baare, welche ja die typischen Vertreter des„ durch Besih Die vom Rechtsanwalt Ruhlenbeck erstattete Anzeige und Bildung maßgebenden Bürgerthums" sind, doch was sie gründete sich hiernach allerdings nur auf die Denunziation sind: Stützen der Gesellschaft. Für das Wohl der Arbeiter zweier Stahlwerksarbeiter, welche Grund zur Unzufrieden- aber sorgt die Regierung, wie der Bericht an den Minister heit mit ihren Arbeitgebern zu haben vermeinen und des- und dessen beigegebener Fingerzeig beweist. halb auf die Gefahr hin, selbst zur Bestrafung gezogen zu Paffirt auch infolge Schienen- oder Achsenbruchs einmal werden, sozusagen aus der Schule geplaudert haben. Ob irgendwo ein Malheur: das ist Fügung Gottes und hat weder die Angaben dieser Leute in allen Buntten Glauben ver- mit der Gummi- Unterlage am Fallbär noch mit dem Stempeldienen, wird zunächst dahingestellt werden müssen. Daß frite etwas zu thun. fie aber in der Hauptsache richtig sind, dürfte im Hinblick auf die unbestreitbare Thatsache des Vorhandenseins einer großen Anzahl von falschen Stempeln füglich nicht in Zweifel gezogen werden können. Es wird demgemäß als feststehend angenommen werden dürfen, daß hier eine anscheinend schon seit Jahren im großartigen Stile betriebene Betrügerei vorliegt. Lokales. Vielleicht dient diese Anregung dazu, daß der Sache in betheilgten Kreisen etwas näher getreten wird. Die Brotverthenerung in Berlin macht sich in den ver schiedensten Formen bemerkbar. Die durch den hohen Getreidepreis bedingte Gewichtsverminderung, die sich bei allen Brotwaaren bereits eingestellt hat, suchen spekulative Bäcker zu ver= meiden, oder, wo sie dies nicht können, durch die Form des. Brotes zu verdecken. Solche Brote sind dann lang gestreckt und Einige Bemerkungen über den in Nr. 125 dieses Blattes in der Beilage enthaltenen Artikel Bur Taktik". Die weitere Frage ist, wenn dieselbe zur Last Das Verlangen der unserer Partei angehörenden Geschäftsleute, dünn wie eine geräucherte Speckseite und die Frau hört von den fällt. Die Richtigkeit der Aussagen der beiden Arsie so viel als möglich zu unterstützen durch Entnahme Kindern bei jeder Brotmahlzeit, daß die Stullen" zu klein sind. beiter vorausgesetzt, so würden in erster Linie eine An- ihrer Waaren, Bestellungen zc. erscheint einigermaßen berechtigt. Andere Bäcker wieder scheinen minderwerthiges Mehl zu ihrem zahl von Beamten des Stahlwerks( Ingenieure), von denen Es ist doch zweifellos, daß, sobald sich ein Geschäftsmann zu Brote zu verwenden; Schrippen und Brot haben einen deutlich der in den vorliegenden Verhandlungen mehrerwähnte unserer Partei bekennt und für dieselbe agitirt, sofort der größte bitteren Geschmack. Auch dumpsig schmeckendes Brot ist nichts Direktor Boos gegenwärtig, der technische Leiter des Stahl Theil seiner bisherigen Kunden, die den Örbnungsparteien ange- feltenes. In einem solchen Falle, in welchem der Bäcker auf erwerks ist, als die Schuldigen anzusehen sein. Bei dem hören, sich von ihm wendet und nichts mehr von ihm entnehmen stattete Anzeige bei der Polizei zur Verantwortung gezogen Umfange, in welchem das Schwindelgeschäft augenschein wird. Hierfür muß ihm nach Möglichkeit Entschädigung geboten wurde, erklärte er, daß der dumpfige Geschmack wohl von dem lich betrieben worden ist, läßt sich in der That auch kaum werden und wie könnte dies anders geschehen, als daß ihm seine zum Backen verwendeten Wasser herrühren müsse. Da ein anderer etivas Anderes annehmen, als daß jene Beamten wirklich Genossen und Mitkämpfer diese Entschädigung durch Entnahme die Seele desselben gewesen sind.. ihres Bedarfs von ihm so weit als möglich bieten? Ob nun aber weitergehend, wie die beiden Arbeiter aller- Der Verfasser des Artikels zur Tattit" sagt: Dadurch hindings gelegentlich behaupten, auch die als Direktoren der dern wir die Geschäftsleute, ihr Geschäft aufzugeben und LohnGesellschaft an der Spiße des Stahlwerks, bezw. des jetzt arbeiter zu werden, d. h. wir hindern sie, an der wissenschaft mit demselben vereinigten Georg- Marienhütte- Bergwerks- lichen Entwickelung unseres Endzieles mitzuarbeiten. Viele dieser Vereins stehenden Persönlichkeiten von den Betrügereien kleinen Geschäftsleute waren ja Lohnarbeiter und sind infolge Kenntniß gehabt, dieselben ausdrücklich oder stillschweigend ihres Eintretens für das Proletariat gezwungen worden, irgend geduldet und sich somit zu Mitschuldigen daran gemacht ein Geschäft anzufangen, um sich, oft viel schwerer als es ihnen einmal bei einem anderen zu versuchen. haben, dafür dürfte es vorerst noch an genügendem Be- in ihrem Gewerbe möglich war, ihre Existenz zu wahren. Oder In einem Keller in der Kesselstraße empfahl ein Borkost weismaterial fehlen und wage ich deshalb ein Urtheil hier- meint der Verfasser, daß nur Lohnarbeiter Proletarier sind? Doch händler vor einigen Tagen schwarzes Landbrot, zirka 6 Pfund über meinerseits nicht zu äußern. Für die weitere Be- gewiß nicht! Wenn nun die Voraussetzungen des Verfassers für 60 Pfg. Durch diesen annehmbar scheinenden Preis sahen handlung der Angelegenheit bieten sich meines unmaß- betreffs der Geschäftsleute richtig wären, so müßten sie es auch sich gewiß viele Leute veranlaßt, dort Brot zu kaufen. Zu Hause gebenden Dafürhaltens zwei Wege. betreffs der Lohnarbeiter sein, und jede gewerkschaftliche Ver- beim Nachwiegen stellte sich aber nur ein Gewicht von etwa Beweis für die Ursache des Fehlers nicht erbracht werden konnte, so wurde dem Bäcker bedeutet, künftig jedenfalls vorsichtiger beim Herstellen des Brotes zu sein und jedenfalls kein verdorbenes dumpfiges Mehl zu verwenden. Aber auch in anderer Weise wird der Versuch gemacht, über Gewicht und Beschaffenheit des Brotes zu täuschen und so dem Konkurrenten Kunden wegzufangen, die natürlich über das beständige Kleinerwerden der Backwaare bei ihren bisherigen Bäcker mißvergnügt und nur zu leicht geneigt sind, es der unterEinmal könnte die Sache so, wie sie liegt, der Staats- einigung, jedes Streben der Arbeiter nach Besserung ihrer Lage 41/2 Pfd. heraus. Aufgebracht über diese Uebervortheilung wurde anwaltschaft überantwortet und es dabei dem Ermessen wäre eben solche, Schranke, wie bei den Geschäftsleuten, denn nun von einer Käuferin dem betreffenden Händler bedeutet, daß derselben überlassen werden, geeignetenfalls vor Einleitung beide streben doch nur danach, im jetzigen kapitalistischen System die Anpreisung ein Betrug sei und daß der Händler gut thun eines Verfahrens durch einen zuverlässigen Kriminal- Kom- existenzfähig und kampfkräftig zu bleiben! würde, das auffällig auf rothem Karton gedruckte plakat zu entmiffar weitere Beweise, insbesondere auch für eine etwaige Und ist es denn wirklich praktisch, daß die kleinen Geschäfts- fernen. Es soll dies dann auch auf furze Zeit geschehen sein, Mitschuld der leitenden Persönlichkeiten, zu sammeln. Ein leute das Proletarierheer vergrößern helfen, besonders die Zahl allein gegenwärtig prangt wieder die rothe Ankündigung derartiges Vorgehen, wie es im Wesentlichen von dem der Arbeitslosen, die Reservearmee? Kein Arbeitgeber würde an alten Stelle. Einer unserer Leser Er schreibt: Rechtsanwalt Kuhlenbeck vorgeschlagen wird, könnte in- solche wüste Agitatoren" einstellen und unser Endziel ist doch nahm es nun, dort ein Brot zu kaufen. dessen unter Umständen die schwerwiegendsten Folgen noch zu weit entfernt, als daß wir uns ohne Weiteres existenzlos Auf meinen Wunsch, ein Sechspfund Brot zu kaufen, haben. machen können. So wie sich die Arbeiter eine leidliche Gristenz schaffen wurde mir eines der Brote vorgelegt und auf meinen Denn wenn auf diesem Wege die Sache aufs Neußerste durch Vereinigungen, in denen theilweise an Arbeitslose 2c. ganz weiteren Wunsch auch vorgewogen. Hier ermittelte ich aber, daß getrieben und gegen das Stahlwerk als solches mit allen bedeutende Unterstützungen gezahlt werden, die, wenn nicht ge- die Waage um etwa 1/2 Pfund künstlich belastet war. Auf Mitteln der Strafverfolgung vorgegangen wird, so dürfte sezliche Schranken vorhanden, viel allgemeiner und größer wären, meinen Hinweis, daß ein solches Geschäftsgebahren schädlich für es nicht außerhalb der Wahrscheinlichkeit liegen, daß dies so muß auch den übrigen Proletariern gestattet sein, ihre Existenz den Verkäufer sein müßte, wurde mir von dieſem geantwortet, den geschäftlichen Zusammenbruch des Stahlwerks bezw. sich zu erkämpfen. Das Gegentheil wäre Selbstmord und das daß er nichts zu befürchten habe. Die Gewichtsdifferenz sei nur bes G.- M.- H.- B.- Vereins, also eines der größten, mit der Stapital hätte Siege errungen, indem es eine ganze Reihe brauch- infolge der letzt eingetretenen Getreidepreissteigerung. Bei noch ganzen Welt in Geschäftsverbindung stehenden industriellen barer, treuer Kämpfer zu Boden geworfen, die nicht nur für sich maligem Nachwiegen des gekauften Brotes ergab sich ein Gewicht Etablissements nach sich zieht. und ihre Nachkommen, sondern auch für die große Masse Der von 2 Kilo 150 Gramm. Mein Hinweis, daß das Bäckerbrot Wenn man die Wirkung eines solchen Ereignisses in jenigen kämpfen, die ihnen entgegenstehen und aus trassem für 50 Pf. doch immer noch 32 Pfund wiege, wurde mir als ihrer ganzen Tragweite, namentlich auch die schweren Egoismus und unverstand sie schädigen und verläumden. falsch bezeichnet, da solches bei vielen Bäckern wegen des verFolgen, die sich daraus nothwendigerweise für eine nach Diese Ausführungen wären überflüssig, wenn sich der Vor- wendeten Materials gewöhnlich minderwerthig sei. Tausenden zählende Arbeiterbevölkerung ergeben, in Beschlag, die Agitatoren einfach zu bezahlen, verwirklichen ließe. Wenn diese uns mitgetheilte Thatsache richtig ist tracht zieht, so dürfte es sich fragen, ob nicht doch gewisse Hier entsteht die Frage: Ist dies möglich?- Die Antwort haben nicht den mindesten Grund, ihre Richtigkeit zu bezweifeln politische Rücksichten es empfehlenswerth erscheinen lassen, lautet: Nein!- Die Zahl der Agitatoren, ganz Deutschland so folgt daraus, daß der Nothstand bereits eine Höhe erreicht von einem unmittelbaren Einschreiten im Strafverfahren gerechnet, würde eine sehr große sein müssen, wenn man durch hat, in der er zu dreiſten Gesetzesverletzungen führt, die zu abzusehen. Bezahlung die Existenz ermöglichen wollte. Woher die für unsere anderer Zeit nicht ungestraft bleiben würden. Es ist dies auch und wir Sollten Ew. Exzellenz dieser Auffassung Raum zu Partei ungeheure Summe nehmen? Sodann würde unter ganz erklärlich, denn die durch die neue Wirthschaftspolitik er= geben geneigt sein, so würde es sich vielleicht als ein den weniger intelligenten Genossen Mißgunst, Parteinahme und zeugte Preislage hat sich von Jahr zu Jahr erhöht und wird anderer Weg zum Austrage der Sache empfehlen, mit den eine unschöne Konkurrenz sich breit machen. Endlich würden wir von einem großen Theile der Bevölkerung als unabwendbares Direktoren des Bergwerksvereins, den Herren Haarmann den Gegnern eine Handhabe zur Gegenagitation bieten, wie sie Schicksal hingenommen. Vielleicht bringt die neue Anti- Kornzollund Holste schleunigst in persönliche Verbindung zu treten, ihnen nicht erwünschter kommen könnte; sie würden sagen: Seht bewegung eine richtige Empfindung für die künstliche Brotver theuerung. Polizei und Gericht aber könnten dieser Bewegung wesentlich Vorschub leisten, wenn sie auf strenge Handhabung der Gesetzesvorschriften für den Nahrungsmittelverkehr hielten. Ob sie das thun werden ist eine andere Frage. Die Menschenfreundlichkeit der Prinzipale solchen Berunglückten gegenüber hat also ihre sogenannten zwei Seiten, so daß Die verunglückten Arbeiter alle Ursache haben, vorsichtig zu sein. Wollen die Prinzipale für einen verunglückten Arbeiter, etwas thun, so können sie das auch, wenn die Höhe der Unfallentschädigung endgiltig bemessen ist. [ ein Schreiben, in welchem ich aufgefordert wurde, nach dem auszuführen. Rechts von der Chauffee wurde Halt gemacht, die Bureau zu kommen. Bei meinem Erscheinen erhielt ich von dem Gewehre werden zusammengesetzt und auf eine Ausdehnung von Herrn Geschäftsführer den Bescheid, ich könnte eine Bau- Wachter- etwa 100 Metern ein Schüßengraben ausgeworfen. Die Uebung stelle erhalten für einen wöchentlichen Lohn( für 7 Tage) gerechnet war nahezu beendet: man war schon wieder dabei, den Graben von 12 Mark. Der Herr meinte, daß sich viele pensionirte Be- zuzuwerfen. Strömender Negen ergoß sich über die Mannschaft. Eine für die Berliner Bevölkerung wichtige Frage amte um einen derartigen Posten bewerben und und gern Der Hornist Becker stand unweit des Uebungsplatzes mit beschäftigte am Sonnabend Abend im Rathhause eine Ausschuß für 12 Mark die Woche( zu 7 Tagen gerechnet) annehmen würden. dem Pferde des Hauptmanns; die nicht beschäftigten Spielleute fizung. Schon seit längerer Zeit besteht eine Bewegung, um Ich konnte ein derartiges Anerbieten nicht annehmen, denn ich hatten sich in der Nähe gesammelt, um sich etwas gegen den eine genauere Untersuchung des von auswärts eingeführten muß ohne Steuer und sonstige Abgaben pro Woche 6 M. Miethe Regen zu schützen. Hauptmann v. Quast stand zehn Schritt ent= Fleisches zu erzielen, und zu diesem Zwecke haben schon mehrere zahlen und habe seit acht Jahren eine franke Frau, die nicht im fernt. Plöglich ertönte ein mächtiger Krach: die halbe größere Versammlungen aller Interessenten auf dem Viehhofe Stande ist, einen Pfennig zu verdienen, da ein rheumatisches Kompagnie lag betäubt auf der Erde. Der Blitz hatte die um stattgefunden. Das Berliner Publikum wiegt sich in der Sicher- Leiden ihr dieses verbietet. das Pferd stehende Gruppe getroffen. Das Pferd war noch einheit, daß alles hier zum Verkaufe gelangende Fleisch durch die Wir können die erfolgte Ablehnung der angegebenen Bau- mal in die Höhe gesprungen, dann war es todt niedergestürzt. in Berlin gehandhabten Untersuchungs- Maßregeln die unbedingte wächterstelle nur für durchaus korrekt erklären. Wie lange soll Von den Mannschaften ist der Spielmann Gefreiter Bärs am Garantie bietet, daß es gesund und unschädlich ist. Nach der denn ein an Epilepsie und Schwindelanfällen leidender Mensch schwersten verletzt; der Blitz hat den Helm getroffen, im HinterAnsicht des Ausschusses, welcher die Meinung jener größeren eine solche Stellung versehen? Bei dem ersten Krämpfe- Anfall topf einen 5- Markstück großen Theil der Schädeldecke aufgerissen, Versammlungen in sich konzentrirt, müssen dem Berliner Publi- wird ihn der Prinzipal entlassen. die Kleider und den Leib an der rechten Seite versengt und endkum die Augen darüber geöffnet werden, in welcher Weise die Die Sache hat aber noch eine andere, ungleich wichtigere lich den einen Stiefel aufgeschlißt und 3 Schritt weit wegUntersuchungen gehandhabt werden. Allerdings werden die in Seite. Allem Anschein nach ist die Höhe der Unfallentschädigung geschleudert. Der Unglückliche konnte nur durch künstliche Berlin geschlachteten Thiere einer äußerst peinlichen Unter- noch nicht festgesetzt. Nun vergegenwärtige man sich einmal, daß Athmung zum Leben zurückgebracht werden; an feinem suchung unterworfen, und mancher Schlächter hat ein sonst der Arzt begutachtet: der Verunglückte ist völlig erwerbsunfähig; Aufkommen wird gezweifelt. Schwerer verletzt ist auch ferngesundes Stück Vieh der Abdeckerei überliefern müssen, wie das ja bei Epilektikern wohl ziemlich sicher iſt. Thatsächlich der Tambour Behmer, der u. 2. am Unterleib schwere weil sich in einem Theile der inneren Organe ein Fehler aber wird der Mann als Bauwächter beschäftigt und erhält Beschädigungen erlitten hat, er kam unter das Pferd zu liegen zeigte, der möglicherweise den Schluß zuließ, daß das wöchentlich 12 M. Lohn. und hat auch noch Kontusionen erlitten. Der Hornist Becker, der Thier von einer Krankheit befallen war. Anders ist es Wird sich die Berufsgenossenschaft einen Augenblick besinnen, das Pferd gehalten, hat schwere Wunden am Bein davon gemit dem aus der Umgegend eingeführten geschlachteten den Mann entgegen dem ärztlichen Gutachten, als tragen. Gefreiter Boffen und Spielmann Humbert sind leichter Vieh. Von diesem werden nur die Viertel, aber nicht nur theilweise erwerbsunfähig zu erachten? Ganz gewiß verletzt. Der Hauptmann von Quaft lag lange Zeit bewußtlos. die Eingeweide dem Untersuchungsamte vorgelegt. Wie will nicht! Sie wird die Rente so bemessen, daß von dem vollen Ar- Auch Vizefeldwebel Steil und Sergeant Kortkamp waren lange nun der Thierarzt aus dem Zustand des Fleisches den Schluß beitslohne die 12 Mark Wochenlohn für die Bauwächterstelle in besinnungslos. Die übrigen Mannschaften erholten sich schnell ziehen, daß das Thier nicht an einer Krankheit litt, welche bei abzug gebracht werden und wenn dann später der Prinzipal den von der Betäubung und machten sich sofort an die Bergung der einem in Berlin geschlachteten Stück Vieh auf Grund des Be- epileptischen Bauwächter entließ, vielleicht entlassen muß, weil Verwundeten. Inzwischen waren schon die in der Nähe befindfundes der inneren Organe die Beschlagnahme des Fleisches dieser nicht im Stande ist, diesen Posten auszufüllen, dann wird lichen Majors v. Böning und v. Stellmann nach dem Garnisonnöthig machte? Gegen diesen Widerspruch wendet sich zunächst sich keine Berufsgenossenschaft darum kümmern und der Verun- Lazareth gesprengt, so daß auch von dort bald Hilfe herbeifam. die Agitation. Es wird mit Recht darauf hingewiesen, daß bei glückte ist auf diese Weise um einen bedeutenden Theil der ihm Die Verlegten wurden in Mäntel gelegt und sorgsam nach dem diesen Zuständen die strenge Untersuchung des in Berlin ge- zustehenden Unfallsrente gekommen. Lazareth getragen. Dann trat der Rest der Kompagnie den Rückschlachteten Viehs nur eine illusorische Wirkung haben kann, und marsch nach Berlin an. verlangt, daß das von außerhalb eingeführte Fleisch, gerade so gut wie das in Berlin geschlachtete, von den inneren Organen Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern in der ersten begleitet sein muß. Ein zweiter Punkt der Agitation bildet die Nachmittagsstunde vor dem im Hause Wilhelmstr. 22a belegenen Einführung des seit einiger Zeit aus Amerika und besonders aus Krause'schen Pfandgeschäft ab, vor einem Laden, welcher erst in Rußland eingeführten Pökel- Rindfleisches. Die Waare, welche der letzten Freitag- Nacht von einem schweren Einbruch heimihrer Billigkeit wegen von vielen Schlächtern gekauft und vergesucht worden ist. Durch den Ruf" Haltet die Diebe, wo sind arbeitet wird, auch unter den Restaurateuren viele Abnehmer In Bezug auf die Sorgfalt für unsere Schlafräume die Diebe?!" alarmirte einige Minuten nach 12 Uhr die er findet, wird überhaupt nicht untersucht. Niemand weiß, ob das wird noch immer, soviel auch schon darüber gepredigt ist, viel wachsene Tochter der Frau Kraufe, die gerade um diese Zeit Fleisch von gesunden oder franken Thieren herrührt. Der Aus- fach arg gegen die Gesundheit gesündigt. Das größte Bimmer zahlreichen Passanten. Wie Fräulein Krause selber erzählte, foll schuß war einstimmig der Meinung, daß es im allgemeinen In einer Wohnung sollte immer zum Schlafzimmer bestimmt wer sich folgender Vorfall abgespielt haben: Um 11% Uhr erschien teresse erforderlich sei, daß Alles von auswärts eingeführte Fleisch den und nicht, wie es vielfach noch Gebrauch ist, als gute ein Mann mit grauem Rock und schwarzem Bart im Krause'schen erst die Untersuchungskontrolle zu passiren hat, bevor es zum Ver- Stube" benutzt werden. Gerade im Schlafzimmer muß die beste Geschäft und stellte sich der allein anwesenden Tochter der Frau fauf gestellt werden darf. Es wurde beschlossen, eine Petition an Luft sein; ist man doch während der langen Nacht einzig und Krause als Goldarbeiter vor, der von dem Freitag- Einbruch ge= den Oberbürgermeister zu richten, in welcher auf die erwähnten allein auf die Luft im Schlafzimmers angewiesen. Wie sehr die hört habe und sich nach den näheren Verhältnissen erkundigen Uebelstände hingewiesen und um Abhilfe gebeten werden soll. guten Bestandtheile derselben am Morgen aufgebracht sind, das wolle, um sich vor ähnlichen Fatalitäten schützen zu wird Jeder schon gemerkt haben, der des Morgens vom Freien fönnen. Fräulein Krause zeigte dem Mann das Schaufenster Wir erhalten folgende Schriftstücke mit der Bitte um in ein über Nacht benutztes Schlafzimmer getreten ist. In erster und öffnete auch die Rolljalousie, um ihm einen besseren Aufnahme: Linie ist also für hinreichend gute Luft für den Schlafraum zu Ueberblick geben zu können. In dem Schaufenster lagen in zwei Auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes bitte ich ergebenst um forgen. Absolut nothwendig ist es, Sommer und Winter Alfenideschalen etwa fünfzig filberne Uhren. Nach dem WegBerichtigung des in Ihrer heutigen Nummer über mich stehen- leyteres wird namentlich noch vielfach unterlassen, weil man an- gange des Mannes wollte Fräulein Krause die Jalousie wieder nimmt, daß talte Luft mit guter Luft identisch sei) tagsüber die schließen. Trotz aller Anstrengungen brachte sie aber die Es ist unwahr, daß ich zuweilen als Zwischenträger" Fenster möglichst lange offen zu lassen, um so der frischen Luft unge- Jalousie nur bis zur Höhe des etwa meterhohen eisernen SchutzGrundstücke verkaufe, am allerwenigsten kann Herr B. J. Krämer hindert Zutritt, sowie das Entweichen der schlechten Luft zu lastens herab, der seit dem letzten Einbruch vor dem noch scheibenals ein solcher Zwischenträger bezeichnet werden, vielmehr ist gestatten. Auch das Offenlassen eines Fensters während der lofen Schaufenster fest angenagelt war. Sie hielt diesen Ver derselbe ein wohlhabender Mann. Es ist unwahr, daß ich das nacht kann nur empfohlen werden und schadet dem Schläfer schluß für vollständig genügend und begab sich kurz nach zwölf Grundstück in der Subhastation erstanden und daß ich dasselbe sicherlich nicht, wenn nur vermieden wird, daß er dem Zuge Uhr nach Verriegelung der Eingangsthür in die hinter dem überhaupt an Herrn Krämer verkauft habe, das Grundbuch wird ausgesetzt ist. Dann aber ist alles, was irgendwie die Luft ver- Laden belegene Wohnung, um nach dem Mittagessen zu ſehen. das Gegentheil erweisen. Ich habe weder mit dem Bau noch schlechtern fann, im Schlafzimmer ängstlich zu vermeiden. In Als sie zurückkehrte, waren nach ihrer Aussage die Uhren vermit irgend einem der Handwerker oder Lieferanten des Baues erster Linie der Staub, das zu lange Stehenlassen unreinen schwunden und an dem eisernen Schutzblech war eine Ecke umirgend etwas zu thun gehabt und tenne dieselben nicht einmal Wassers und dergleichen. Auch ist es entschieden für die Gefund gebogen. Als sie sofort mit einer Freundin auf die Straße eilte, dem Namen nach, kann auch nicht in die Lage kommen, das heit nachtheilig, im Schlafzimmer Blumen und Pflanzen zu halten kamen ihr bereits Kinder mit der Meldung entgegen, daß ein Grundstück in der Subhastation zu erstehen. Hochachtend Ad a m.( d. h. sie des Nachts darin stehen zu lassen). Nicht allein der zweiter Einbruch von der belebten Straße aus verübt worden Von Herrn Krämer erhalten wir folgende Berichtigung: Es Blumen duft ist schädlich, sondern vor allem die Pflanze felber, fei. Nach der Aussage der Kinder sollen dret wänner mit ist unwahr, daß ich ein Zwischenträger bin und habe ich nur die ja die Eigenthümlichkeit besitzt, zur Nachtzeit Sauerstoff, den einer Tasche erschienen sein. Zwei der Männer haben sich an direkte Geschäfte gemacht. Es ist unwahr, daß ich mich als der der Mensch so nothwendig braucht, zu absorbiren und dafür dem fraglichen Schaufenster zu thun gemacht und den Anschein Kassenbote des Herrn A. bezeichnet habe, daß Herr A. das Grund- Kohlenstoff auszuhauchen, der, wenn eingeathmet, nachtheilig auf zu erwecken gesucht, als ob sie Reparaturen ausführen wollten. stück in Subhastation erstanden hat, daß ich für die Heranziehung die Gesundheit wirkt, ja tödtlich wirken muß, wenn er in großer Der Dritte hatte währenddem an der Ladenthür Posto gefaßt von Handwerkern etwas gethan, daß ich die Handwerker zu be- Menge vorhanden ist. wegen suchte, die Raten freizugeben, daß die 60 000 m. nicht gezahlt wurden; im Gegentheil habe ich bis heute schon ca. 68 000 M. baar bezahlt resp. Verpflichtungen zur Zahlung übernommen. Berlin, den 9. Juni 1891. Krämer. Wir werden abwarten, was unser Herr Gewährsmann hierzu sagt. den Artikels: und hat auf die Rückkehr von Fräulein Krause geachtet. Wie die Kinder ferner gesehen haben wollen, hat der eine der Männer Selten hat in jüngster Zeit eine Nachricht so viele wiederholt in das Schaufenster hineingefaßt und Gegenstände in Druckerschwärze konsumirt, als die über den Ueberfall des Orient die Tasche gelegt. Dann waren die Männer nach der PuttExpreßzuges. Wiederholungen und Dementis, wahrscheinliche und kamerstraße zu davongeeilt. Vor dem Laden hatte sich bald eine unwahrscheinliche Meldungen sind jeden Tag massenhaft zu lesen zahlreiche Menge angesammelt. Durch diese Ansammlung wurde gewesen, so daß man schließlich aus der Geschichte gar nicht mehr auch ein Schuhmann angelockt, welcher beim Schließen der flug wurde. Merkwürdige Blüthen treibt die Privatbericht- Jalousie hilfreiche Hand anlegte. Der Vorfall wird in der Das Volksküchen- Jubiläum, bestehend aus Festversamm erstattung dabei. So ist in einer Provinzialzeitung zu lesen: ganzen Gegend, über deren Unsicherheit seit Monaten Klagen lung im Rathhaussaal, festlicher Speisung des Proletariates in Die deutschen Gefangenen in Tscherkestive sind freigelassen, fünf laut werden, lebhaft besprochen. Vier Stunden nach dem Vorden Volksküchen und Festdiner der Bourgeoisie im Zoologischen freigelassene Räuber, bei welchen 23 000 Frts. vorgefunden fall erschien Frau Krause bei einem Berichterstatter in der Garten, ist den Berichten der bürgerlichen Blätter zufolge zu wurden, sind bereits gefangen nach Adrianopel abgeführt." Wilhelmstraße mit der auffallenden Erklärung„ daß ihre allgemeiner Zufriedenheit verlaufen. Das dreitägige Selbst. Wenn hier von fünf freigelassenen Räubern die Rede ist, so ist Tochter sich geirrt habe." Die polizeilichen Ermittelungen sind beweihraucherungs- Fest soll der geschickten Mache der Frau Lina dies eigentlich etwas start. Wie viele Räuber waren denn schon im Gange, Morgenstern alle Ehre gemacht haben. Es bildet jedenfalls zu- gefangen? Soviel wir wissen, feiner; also können auch keine sammen mit der fünfundzwanzigjährigen Geschichte der Berliner freigelassen sein. Nachdem die deutschen Gefangenen in der Bollstüchen und dem Leben und Wirken der Frau Morgenstern That freigelassen sind, wird der Streit ja wohl endlich auf einen werthvollen Beitrag zur Physiologie der Wohfahrts- hören. bestrebungen". Wer ven all' den Volksfreunden" und ihren " " Eine Hochstaplerin der gefährlichsten Art, welche durch ihre vortheilhafte Erscheinung auffällt, dürfte die von der Kriminalpolizei verhaftete 20 Jahre alte unverehelichte Emmy Schulz sein. Erst vor einigen Tagen ist sie, nachdem sie in Bestrebungen weiter nichts tennt, als die genannte Dame, ihren Eine merkwürdige Namenswandlung hat eine der neuen Prenzlau einen größeren Betrug verübt hatte, nach Berlin ge Entwicklungsgang und die von ihr begründeten oder geleiteten Straßen im Westen durchgemacht; es ist dies die Düppeler fommen. Während sie hier ihre Streifzüge unternahm, befand Wohlfahrtseinrichtungen", der kennt genug. Frau Morgenstern straße", auch„ Breitenfelder" und auch" Kahlerstraße" genannt, sich zunächst ihre Wohnung in dem Hotel Hippodrom in Charweiß, wie's gemacht wird, und ihre Thätigkeit tann allen anderen die Verbindungsstraße zwischen York- und Großgörschenstraße. Lottenburg. Von dort aber war sie nach Ausführung eines Dieb ,, als Muster dienen". Nachdem die Durchlegung derselben als Straße Nr. 29 b Ab- stahls und unter Zurücklaffung werthloser Sachen, sowie einer Aus den Festberichten heben wir nur zwei Punkte hervor. theilung II des Bebauungsplans genehmigt war, brachte der Be- unbezahlten Rechnung plötzlich verschwunden. In Berlin Die Vossische Zeitung" sagt in einem wohlwollenden und durchaus fizer, wohl mit Rücksicht auf die nahe Mansteinstraße, den führte sie unter verschiedenerlei Vorspiegelungen in der raffinirtesten ernsthaften Bericht: Während die Tischgesellschaft eine Reihe Namen„ Düppeler Straße" in Vorschlag, und während ihrer Be- Weise Diebstähle und Betrügereien aus, bis die Aufmerksamkeit schmackhaft hergerichteter Speisen mit guten Weinen herunter bauung( 1890 und 91) wurde dieser Name gang und gäbe. Da der Kriminalpolizei auf sie gelenkt wurde und ihre Verhaftung spülte, u. f. w." Das genügt zur Charakterisirung des Festes. erschien am 22. März d. J. die Veröffentlichung der Namen einer auf Grund der gegebenen Personalbeschreibung erfolgen fonnte. Den Schluß des Banketis bildete ein Lustspiel mit dem Titelgroßen Anzahl neuer Straßen; zur allgemeinen Ueberraschung der Die Schulz scheint übrigens nicht auf eigene Hand zu arbeiten". " Die Berliner Voltstüchen". Geistige Urheberin der Berliner Anwohner wurde aus der„ Düppeler" Straße die Breitenfelder In Lübbenau hat sie mit Hilfe eines Mannes, welcher sich Boltstüchen"-Komödie ist Frau Morgenstern. In der That, Straße". Und jetzt heißt es nach der Bossischen Beitung", daß Georg F. genannt hat, einen Betrug verübt und es wird daher wenn man die Berliner Voltstüchen so genau kennt, wie Frau auf Grund nachträglicher Entschließung" die Straße Kabler angenommen, daß beide Personen sich behufs Ausführung von Morgenstern, dann ist es leicht, eine Romödie, und schwer, keine Straße" zu heißen habe! Nun ist die Verwirrung fertig, da alle Schwindeleien zusammengethan haben. Der Komplize ist indessen Satire zu schreiben. drei Namen im Gebrauch sind. Jedenfalls ist das Verlangen der bisher nicht zu ermitteln gewesen. Anwohner berechtigt, bald zu erfahren, welcher Namen denn Vermuthlich um die Höhe der Unfall- Entschädigung eigentlich als der richtige in Bukunft Geltung haben soll. zu verringern wird von den Unternehmern gegenwärtig vielfach gegenüber verunglückten Arbeitern ein sonderbares menschen- Der Bliz. Gestern Morgen war die erste Kompagnie des freundliches" Verfahren zur Anwendung gebracht. Wir hatten Franzer Regiments auf der Mariendorfer Feldmark mit eine ganze Reihe von Mittheilungen dieser Art unbeachtet ge- Schanzenbau beschäftigt, als sich ein Gewitter entlud und der laffen, weil wir einen Einzelfall nicht für beweisend hielten für Blitz in die Kompagnie einschlug. Es wurden dabei fünf Sol das Vorhandensein einer allgemeinen Regel; allein die Zahl daten, darunter zwei schwer verletzt. Der Hauptmann hatte bei dieser Fälle scheint sich doch bedenklich zu mehren und so fühlen dieser Affäre das meiste Glück, er war vom Pferde gestiegen, wir uns denn doch gedrungen, den neuesten uns mitgetheilten dieses wurde vom Blizz getroffen und auf der Stelle getödtet. derartigen Fall zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Der davon Ausführliches wird uns hierzu noch berichtet: Betroffene schreibt uns: Durch Blitzschlag verletzt wurden gestern Vormittag gegen Ich stand im Jahre 1889 bet der sehr bekannten Firma 9 Uhr fünf Spielleute der 1. Kompagnie des Kaiser- Franz- Garde- brechen wurde gestern Vormittag in Pankow ein SchneiderWegen an Schulkindern begangener Sittlichkeitsver Baugeschäft von H. u. F., Oranienstraße, als Wafferträger in Grenadier- Regiments Nr. 2, welche unter Führung des Haupt- meister verhaftet. Derselbe lauerte in einem bei Schönholz bez Arbeit. Am 20. November 1889 fiel mir aus der dritten Etage manns von Quast in der Nähe von Mariendorf Felddienst übte. legenen Fichtenwalde 12 bis 14jährigen Schulmädchen auf und ein Stein auf den Kopf, so daß ich sofort zusammenbrach; durch Als ein Gewitter sich um die angegebene Zeit dort entlud, ge- nahm an denselben unfittliche Handlungen vor. Da die Per den Unfall war mir zum Theil die Schädelbecke eingeschlagen stattete Hauptmann von Quast seiner bis auf die Haut durch- sönlichkeit bekannt ist, wird die strafrechtliche Verfolgung statt und ich dadurch erwerbsunfähig geworden. Nachdem die Zah- näßten Mannschaft, sich Unterkunft zu suchen. Die meisten der= finden. lungspflicht der Krantenkaffe abgelaufen, wurde ich der Unfall- selben traten unter Pappeln, auch der Hauptmann stieg vom Berufsgenossenschaft überwiesen, weil sich durch die Verlegung der Pferde, diefes einem Spielmann übergebend. Kaum war dies Schäbeldecke Krämpfe und Schwindelanfälle einstellten, die geschehen, so fuhr ein Blisstrahl hernieder, tödtete das Pferd und ein Menschenleben gefährdet. Der unbefugte Gebrauch einer Schießwaffe hat wieder mich arbeitsunfähig machten. Von Geiten der Berufs- verletzte einen Spielmann derartig schwer, daß an seinem Schlofferlehrlinge Kugler und Haupt auf freiem Felde ein Tefug In Friedenau probirten die Tesching genossenschaft wurde mir nun bekannt gegeben, daß ich mich aufkommen gezweifelt werden muß, und er vielleicht schon seinen St. legte auf etwa 20 Schritt Entfernung auf 5. an und frug im Laufe des nächsten Monats wieder nach Beschäftigung um Wunden erlegen ist. Vier andere wurden von dem fiber- denselben, ob er schießen solle. Das Gewehr entlud sich und die sehen sollte, da sich mein Zustand gebessert habe. Bei den er springenden Blitz leichter beschädigt und bewußtlos nach dem Kugel drang H. in den Unterleib. wähnten Anfällen von Krämpfen und Schwindel bin ich aber Garnisonlazareth in Tempelhof gebracht, während der erstnicht im Stande, die Leitern eines Baues zu besteigen, ich schlug genannte in Mariendorf verblieb. Ueber ein Liebesbrama wird aus Friedrichshagen ber deshalb zunächst den Weg ein, bei oben erwähnter Firma um Von anderer Seite wird uns noch berichtet: Die 1. Rom- richtet. Gestern Vormittag fehrten in ein bafelbst belegenes Gast eine Bau- Wächterſtelle anzufrangen, da ich mir dachte, daß die pagnie des Kaiser- Franz- Regimentes, unter Führung des Haupt- baus der Stanzliſt S. A. aus der D.- Straße und feine Braut, fen Herren sich doch vorstellen könnten, daß ich seit dem Unfall nur manns von Quast, war heute frith nach dem Gelände zijchen Arbeiterin St. B. aus der G.- Straße ein und bestellten sich Speis färglich mein Dasein friſten kann. Ich erhielt auf mein Gesuch Tempelhof und Mariendorf abgerückt, um hier Felpdienstübungen und Getränke. Nachdem sie längere Zeit in der fröhlichſten Stim Ein falscher Kriminalbeamter wird polizeilich gesucht. Derselbe ist von großer stattlicher Erscheinung und trägt gut ge pflegten, am Kinn auseinander gefämmten Vollbart und kleidet sich hellbraun, matt tarrirt, englisch. Er verkehrt öfter in einem Lokale in der Oranienstraße, wo er sich auch jüngst, ohne sic wiederzubringen, 60 Pfennige lieh, um, wie er erzählte, einem Frauenzimmer, das er zu verfolgen habe, nachfahren zu können. Dadurch, daß man sich bei einem Beamten nach ihm ers fundigte, erfuhr man, daß er sich unbefugter Weise als Beamter aufspielt. mung geplaudert hatten, zog A. plößlich aus der Brusttasche einen vor einigen Wochen, er hatte den Winter über keine| besteht und bis jetzt ca. 140 Mitglieder zählt; ungefähr 900 Stell Revolver und feuerte einen Schuß auf seine Braut ab, der die Arbeit gehabt wenn auch in bescheidenem Maße bei noch machergesellen sind in Berlin, also noch nicht 15 pet. der Stellfelbe am Kopf verlegte. Hierauf suchte sich A. durch einen Schuß nicht 80 Pf. Stundenlohn fann man bekanntlich keine große macher sind organisirt. 3wingen uns nicht die jetzigen Verhältin die Schläfe zu tödten, was ihm aber mißlang. Die Kugel Sprünge machen- gesichert war. So ist es aber in der Welt! nisse dazu, uns zu organisiren? Wollen wir noch länger als streifte die Stirn und verwundete ihn nur leicht. Un seinem Vor- Mancher der 10 000 m. verdient, zahlt nur für 5000 M. Steuern eine zerstreute Heerde herumlaufen und einer vom andern nichts haben, eine zweite Rugel auf sich zu schießen, wurde er durch und Mancher, der faum genug zum Leben hat, muß seine wissen? Kollegen, seht, wie es mit unserem Gewerk aussieht! die anwesenden Gäste behindert, die ihm den Revolver aus der Steuern voll bezahlen und wird dann noch bestraft, indem 1886 haben wir die 10 stündige Arbeitszeit und einen Minimallohn Hand wanden. Aerztliche Hilfe wurde schnell requirirt, und die man ihm brotlos macht. Ob Herr M. wohl richtig ein- von 21 M. errungen. Und heute? 75 pet. der Arbeitgeber lassen Lebensmüden wurden mit Nothverbänden versehen. Der in geschätzt ist? wieder 11, ja 12-14 Std. arbeiten, und welchen Lohn bezahlen sie? zwischen benachrichtigte Amtsvorsteher Drachholz bestellte durch Wie müssen wir auf dem Arbeitsnachweis uns behandeln lassen. den Fernsprecher einen Lück'schen Krankenwagen und ordnete die Für 50 Pf. muß man die Arbeit dem Arbeitsaustheiler erst abUeberführung der Verletzten nach der Charitee an. faufen. Der Herbergswirth heimst sie ein und giebt Getränke dafür, und wer das Geld nicht giebt, erhält keine Arbeit. Kollegen! Wer noch ein bischen Ehrgefühl hat, wer noch für sein Recht eintreten will, der fomme und helfe uns. Kollegen, Brüder! Ver einigt Euch mit uns, helft bessere Zustände schaffen. Freud und Zeid wollen wir mit einander theilen, tretet dem Fachverein bei, arbeitet mit für das Wohl der Stellmacher und für das Wohl aller Arbeiter aller Länder. Mit follegialischem Gruß und Handschlag Karl Henze, Borsigstr. 32. Paris, 9. Junt. Gestern wurde eine Deputation von Eisenbahn- Beamten durch die Direktoren der Orleans- Gesellschaft empfangen. Einer der Direktoren erklärte, er fei niemals den Von seinem gestürzten Pferde beinahe todt gedrückt Syndikaten der Angestellten feindlich gewesen; Entlassungen von fanden am Montag Mittag Rutscher von einem Abfuhrgeschäft Bediensteten hätten nur wegen Mangels an Beschäftigung statt einen Rutscher Frrgang am Abhange der großen Abfuhrgrube gefunden; die meisten Entlassenen hätten inzwischen bei anderen hinter dem Akazienwäldchen in Schöneberg. Irrgang hatte den Bahnen Arbeit gefunden, und er hoffe, daß der gesammte Betrieb Abgang hinunterfahren wollen, um auszuladen; babei war sein seiner Gesellschaft bald wieder aufgenommen werde. Fuhrwerk sammt der Bespannung umgestürzt und er selbst, als Paris, 9. Juni. In einer Unterredung der Abordnung der er die Pferde hochbringen wollte, unter sein weiterrutschendes Trambahnbediensteten mit der Direktion der Gesellschaft wurde Handpferd gerathen, welches ihn fast erdrückte. Als die Rettung Handpferd gerathen, welches ihn fast erdrückte. Als die Rettung gestern Abend eine Verständigung erzielt. Insofern wurde eine gelungen war, fand es sich, daß Irrgang außer leichteren Ab- Lohnerhöhung zugestanden, als die Arbeitszeit für den bisherigen schürfungen einen Kniegelent-, sowie einen Knochenbruch davongetragen hatte. Der Unglückliche, welcher verheirathet und Vater Lohn herabgesetzt werden soll. mehrerer Kinder ist, wurde auf polizeiärztliche Anordnung unverzüglich nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht. Die Selbstmörderin, welche durch einen Sprung aus dem Boote in den Müggelsee ihrem Leben ein Ende machte und am Sonnabend bei Friedrichshagen ans Land getrieben wurde, ist als die unverehlichte 34 jährige Anna P. aus Berlin, welche bei einer im Westen der Stadt wohnenden Familie Gesellschafterin war, refognoszirt worden. Am 7. Juni ftarb der Dr. Andreas Froegel infolge eines Blutsturzes. Die Schwester des Verstorbenen ersucht uns, ihrem anderen Bruder, dem Schloffergesellen Franz Froegel, deffen Aufenthaltsort unbekannt ist, von dem traurigen Vorfall auf diesem Wege Kenntniß zu geben. Die Adresse der Schwester ist Pauline Froegel, Ziegelstr. 25. Roubaix, 8. Juni. Sämmtliche dem Arbeiter- Syndikate angehörige Tuchwalker setzten den Streit fort, zwischen den zur Arbeit wieder bereiten Arbeitern und ihren Gegnern fanden Raufereien statt, wobei Verwundungen vorkamen und auch Verhaftungen vorgenommen wurden. Polizeibericht. Am 8. d. Mts. Nachmittags stürzte der Die Rebe rief bei den Anwesenden großen Enthusiasmus hervor. statt. London, 8. Juni. Die Lage des Omnibusstreits ist bis heute Abend unverändert; nur wenige, Privatleuten angehörende Fuhrwerke verkehren; die Streifenden lassen dieselben unbelästigt unter der Bedingung, daß die Eigenthümer die Hälfte des Erträgnisses des Tagesverdienstes an die Streitfaffe abliefern. Die Ausständigen verhindern gewaltsam die Abfahrt von Omnibussen beider Gesellschaften; sie bestreiten, daß sie beabsichtigen, die Omnibuspferde todthungern zu lassen. John Burns besuchte heute 75 Stallungen; er fonstatirte in einem heute stattgehabten Meeting der Streifenden, daß fein Omnibus der Gesellschaft kursirt habe. eine wichtige Konferenz Heute Nachmittag fand Klempnerlehrling Heinrich Baade vom Dach des Neubaues Kol- der Direktoren der beiden Omnibus- Gesellschaften bergerstr. 28/29 auf den Hof hinab und erlitt anscheinend so In derselben wurde beschlossen, den Angestellten vom schwere innere Verlegungen, daß er nach der Charitee gebracht 13. Juni ab einen Arbeitstag von durchschnittlich zwölf werden mußte. Zu derselben Zeit brachte sich ein Mann in Stunden zu bewilligen. Die Kutscher sollen 6 Shilling Tagesseiner Wohnung in der Manteuffelstraße mittelst Revolvers zwei lohn erhalten, nach einem Jahre 61/2 Shilling; die Kondukteure Schüsse in den Kopf bei. Er wurde noch lebend nach dem 41/2 refp. 5 Shilling, die Stallknechte 4 Shilling täglich, die Strankenhause Bethanien gebracht. In der Nacht zum 9. Juni Pferdereiniger 4 Shilling wöchentlich pro Omnibus. Dagegen stürzte der mit dem Abwaschen der Vorderseite des Hauses weigern sich die Direktoren, die im Dienst verbliebenen AnLinienstr. 224 beschäftigte Arbeiter Friedrich Bahn aus der Höhe gestellten, die gestern und heute versuchten, Omnibusse abfahren des ersten Stocks von der Leiter und erlitt einen Bruch des zu lassen, zu entlassen, sowie nach je zwei Wochen einen Feiertag Unterschenkels, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause zu gewähren. am Friedrichshain erforderlich wurde. Am 8. d. M. und in der darauf folgenden Nacht fanden drei Brände statt. Gerichts- Beitung. In dem Prozesse des Dr. Mehring gegen die ,, Volks Beitung", Attiengesellschaft,( Vorsitzende Dr. Otto Hermes und Emil Cohn) wurde die Beklagte heute von der siebenten Ziviltammer des hiesigen Stadtgerichts verurtheilt, dem Kläger das ihm als früherem Redakteur der Volks- Zeitung" vom 1. Dezember 1890 bis 31. März 1891 zustehende Gehalt zu zahlen. Herr Mehring war bekanntlich von dem Aufsichtsrathe der„ BoltsBeitung" wegen des Falles Lindau geboykottet worden und das ihm für die angegebene Zeit vertragsmäßig noch zustehende Gehalt war ihm unter Gründen, welche die gerichtliche Beweisaufnahme burchweg als erfunden herausgestellt hat, gesperrt worden. London, 9. Juni. Das gestrige Abendmeeting der ausständigen Omnibusbediensteten erklärte die von den beiden Omnibusgesellschaften angebotenen Konzeffionen für ungenügend und beschloß, den Streit fortzusetzen. mittelung des Verbandes deutscher Zimmerleute, Lokalverband Zimmerlente Berlins. Die Lokale der freien Arbeitsver Berlin, befinden sich: Osten: 20 Markusstr. 14( Eingang Grüner Weg) bei Zippte. Roppenstr. 43 E bei 2orenz. Vertrauensmann: Gruse. Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr Abends. Südosten: Eisenbahnstr. 35 bei Pfister. Vertrauensmann: Schmit. Mittwoch 8-10 Uhr Abends, Sonntags 10-12 Uhr Morgens. Ver Südwesten: Mariendorferstr. 10 bei Grube. Westen: Norden: 81 trauensmann: Gefrois. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Kulmstraße 36 bei Raumann. Bergstr. 60 bei Hilgenfeld, Ruheplatstr. 18, Ecke Antonstr. bei Seifing. Vertrauensmann: Leonhart. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Alte Hochstr. 32 a bei Wilte. Vertrauensmann: Petermann. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Nordosten: Hochmeisterstr. 19 bei Sch u I 3. Vertrauensmann: Weiß. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. 90 Moabit: Birkenstr. 24 bei Vieck. Vertrauensmann: Stehr. Jedes Mitglied des Verbandes, sowie jeder Zimmerer ist verpflichtet, sobald er weiß, wo angestellt wird, es in oben geSache so nahe wie möglich zu treten, um somit jedem Zimmerer nannten Lokalen zu melden; auch die Poliere werden ersucht, der das Jnarbeittreten zu erleichtern. Aufträge werden zu jeder Tageszeit in sämmtlichen Lotalen entgegengenommen. Im ersten der genannten Lokale werden Quittungen abgestempelt für Ost, Süd und Nord und Reise- Unterstützung ausge zahlt. Zur Aufnahme in den Verband können die Zimmerleute in jedem der genannten Lokale gelangen. Kameraden, thut Gure Schuldigkeit in der Sache; nur dann kann die Lage der Zimmerer wieder gehoben werden. J. A.: Der Vorstand. " Versammlungen: Zimmerer- Versammlung. New- York, 29. Mai. Nachdem das offizielle Organ des Ordens der„ Knights of Labor" in seiner letten Nummer einen beftigen, über zwei Spalten langen Artikel gegen die Führer der züglich der Achtstunden- Bewegung der Bergleute gebracht, in dem " Föderation of Labor", speziell deren Präsidenten Gompers, beChemnitz. Wie die Presse" zu berichten weiß, wird in besonders an dem letzteren den es Narrenführer" titulirt Chemnizer Großindustriellentreifen ein ähnliches Komplott gegen tein gutes Haar gelassen wird, hat nun die Exekutive der F. o. 2. die Arbeiter wie der von dem unter der Leitung des Kommerein Zirkular ausgegeben, in dem die Sache in einem anderen zienraths Kühnemann in Berlin stehenden Verbandes Berliner Lichte dargelegt ist und die Führer des Ordens zwar nicht direkt Metallindustrieller ins Werk gesetzte, geplant. Wie dort, will beschuldigt werden, die Achtstunden- Bewegung der Bergleute ver- man das Unternehmen zuerst mit der Einrichtung eines Nacheitelt zu haben, aber gesagt ist, daß, falls irgend eine Hinter- weis- Bureaus" anfangen, um dann mit der sich daranschließendiese nicht auf Seite der Beamten lift existirte, der den Einführung von„ Listen" die Zuchthauskontrolle einzuführen. Föderation zu suchen sei. Es wird ferner darauf aufmerksam Der Zweck des Planes ist derselbe, wie überall, die Zerstörung gemacht, daß die Föderation( wie es feitens der Knights hin- der Arbeiterorganisationen. In der Person des wohlbekannten gestellt wurde) weder einen Streit der Minenarbeiter ange- ehemaligen Fabrikpolizisten und jebigen Kantinen- Inspektors ordnet", noch sie zu einem Verzweiflungskampf" verleiteten, um Adler in der Sächsischen Maschinenfabrik soll der Mann auch ste zu schädigen, sondern daß die Minenarbeiter selbst darauf ge- gefunden sein, wie man ihn als Leiter des geplanten„ ArbeitsWegen Kollektirens von Haus zu Haus wurde gegen brungen, die Zweiten im Kampf für den achtstündigen Arbeits- nachweises" brauchen kann. Da das Konsortium in aller Stille den Maurer Schwerdtfeger am 4. d. M. eine Anklage vor tag zu sein. Weiter heißt es, aus verschiedenen Kohlenzentren weitere Verbündete zu seinem Vorhaben wirbt, so ist nicht ausdem Schöffengericht des Landgerichts II zu Berlin verhandelt. sei die Nachricht gekommen, daß die Beamten der K. o. 2. durch geschlossen, daß sein Wirkungskreis sich späterhin vielleicht auch Schwerdtseger hatte ohne polizeiliche Erlaubniß eine Sammlung ihre Agenten eine systematische Agitation betrieben, um die auf eine weitere Umgegend erstreckt, und wird es gut sein, wenn für einen franken Kollegen in Steglig veranstaltet und diese Minenarbeiter ängstlich zu machen, ihnen eine sichere Nieder- die Arbeiter überall die Augen offen halten. Sammlung so eingerichtet, daß er die Kollegen in ihren Woh- lage prophezeiend, sie in jeder Weise entmuthigend, und sie nungen besuchte und dieselben in einer Liste diejenigen Beträge, haranguirten, die Forderung( der achtstündigen Arbeitszeit) welche sie spenden wollten, zeichnen ließ. Es ist dies stets an fallen zu lassen. Diese Taktik finde auch in der Thatsache Be einem Sonnabend oder Sonntag und nicht auf dem Bau ge- ftätigung, daß das offizielle Organ des Ordens über die schehen. Die Liste wurde der Kontrolle wegen angelegt und zu Bewegung, an der ihre Mitglieder( muthmaßlich) Theil zu nehmen gleich auch zu dem Zweck, damit der unterstützte krante Kollege im Begriff standen, hartnäckig schwieg und mit großer fehen konnte, wer etwas beigesteuert hatte und wer nicht. Die Befriedigung die Ankündigung aufnahm, daß die Sache aufRollette ergab etwa 15 M. In diesem Einsammeln erblickte die gegeben worden sei. Daß die Exekutive der Föderation fich fammlung vom 2. Osterfeiertage( 30. März d. 3.) hatte das Auf Grund eines Beschlusses der öffentlichen Generalver Steglizer Polizei eine Uebertretung des Präsidial- nicht entschloß, die für den Achtstundenkampf gesammelten Gelder verbots vom 6. Juli 1866, wonach das Kollektiren von nicht für den Streit in der Cofe- Region- gegen Lohnreduktion damalige Versammlungsbureau eine öffentliche GeneralHaus zu Haus ohne vorherige polizeiliche Erlaubniß anzugreifen, habe seinen Grund in vorstehenden Thatsachen. persammlung der Zimmerleute Berlins und mit Geldbuße oder Haft belegt wird und die Folge war ein Es sei mit der Exekutive der Minenarbeiter- Union( welche eben- umgegend für den 7. d. M. einberufen. Dieselbe fand unter polizeiliches Strafmandat. Der Angeklagte hatte richterliche Ent- falls aus ihrem Fonds von 84 000 Dollars nichts an die Cofe Leitung der Kameraden Hugo Lehmann, Ludwig und scheidung angerufen und es stand daher am Mittwoch, den arbeiter geben konnte, weil dieselben zum größten Theil, Dürre im Saale der Brauerei Friedrichshain statt, war jedoch 4. Juni, vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts II. Berlin als Angehörige einer andern Organisation, nicht benefiz- Bersammlung bei Joël stattfand, nur mangelhaft besucht. Das in Anbetracht des Umstandes, daß gleichzeitig eine öffentliche Audienztermin an. Der Angeklagte vertheidigte sich selbst und berechtigt waren) abgemacht worden, daß diese den begründete seine Vertheidigung damit, daß er nicht von Haus zu Streifenden 2500 Dollars zukommen lassen sollten, welche gleichzeitige Tagen der zwei Versammlungen gab dem Kameraden Haus follettiren gegangen sei, also sein Verhalten nicht unter Summe die F. v. L. am 1. Mai ersehen werde, wenn an Stehr vor Eintritt in die Tagesordnung Veranlassung zu einer das Präsidialverbot vom 6. Juli 1866 fallen könne; er fei viel- diesem Tage seitens der Union die Achtstunden- Forderung gestellt Interpellation des Vorsitzenden, welche dieser in ausreichender mehr von den Kollegen eingeladen worden und habe diese be- werde. Das fei nun aber nicht geschehen, weil die Grekutive der Weise beantwortete. Nachdem diese Angelegenheit erledigt, verfucht. Der Amtsanwalt beantragte selbst Freisprechung, auf Minenarbeiter- Union es in Anbetracht der geschilderten Wühlereien breitete sich zum ersten Punkte der Tagesordnung an Stelle des welche auch das Schöffengericht erkannte mit der Begründung, der Knights nicht wagte. verhinderten Regierungs- Baumeisters Kepler Genosse Wilke daß das mehrerwähnte Verbot auf Sammlungen der vor- Aus alledem ersteht man, daß die ganze Bewegung durch die über die Bestrebungen des Bau- Arbeiter- Kartells in einem ausliegenden Art feine Anwendung finde." Die Kosten fallen der Eifersüchteleien zwischen den beiden Zentralorganisationen in die führlichen Vortrage. Er führte die Ursachen, die zur Bildung Staatstasse zur Last. Brüche gegangen ist. Wenn man sich frühere Vorfälle in Er- des Kartells geführt haben, in flarer Weise vor Augen und verinnerung bringt, fo gewinnt es immer mehr den Anschein, daß anschaulichte die Bestrebungen dieses Kartells. Er forderte zur der Streit in der pennsylvanischen Coke- Region von ben Füh- Unterstützung des Kartells und zur Kontrolle des ausführenden rern der Knights absichtlich provozirt wurde, Ausschusses auf. In der Diskussion sprach sich Kamerad Ludwig Kamerad um der F. o. 2. durch Vereitlung der Achtstunden- Bewegung der für das Kartell aus, zur Einigkeit ermahnend. Bergarbeiter einen Stoß zu versehen. Daß sie es zu solchem der Berliner Zimmerer zu sprechen, bekannte sich zwar nicht als Goeffroy tam wiederum auf die zweitheilige Organisation Zwecke nicht verschmähen, mit den Unternehmern Essen. Dem Bergmann Sch. aus Rellinghausen bei Essen, unter einer Dede zu spielen, bas haben fürzlich unbedingten Gegner des Kartells, hatte aber sehr vieles an demvon Zeche„ Hoffnung" entlassen, wurde seitens feiner rts wieder zwei Fälle gezeigt, in denen sie die Arbeiter von selben auszusehen. Der Vorsitzende Lehmann stellte zunächst behörde folgendes Zeugniß ausgestellt: Der Sch. ist unseres zwei Poolbrauereien in New- York und Jersey- City, denen von einige dem Vorredner unterlaufene Irrthümer richtig und trat Wissens nicht bestraft, hat jedoch stets mit Sozialdemokraten ver- den Brauereibesitzern zur Bedingung gemacht war, nicht der sodann warm für das Bauarbeiter- Kartell ein. Nach einem fehrt und an deren Bestrebungen theilgenommen. Sch., der gerade Brauarbeiter- Union anzugehören, als Knights organisirten", Schlußworte des Referenten gelangte folgende Resolution, welche 4 Tage an der Berg. Märt. Bahn beschäftigt war, wurde, als er wogegen jene nichts einzuwenden hatten! Dabei ist noch zu er auch der Vertreter der Stucateure im Kartell, Genosse Schulz, dies Zeugniß vorzeigte, fofort entlassen. Sonach scheint es Wahr wähnen, daß diese beiden, unter Boykott stehenden Brauereien befürwortete, ohne Widerspruch zur Annahme:" Die heute, den heit werden zu sollen, daß man Sozialdemokraten resp. solche von den Knights sodann als die einzigen Union- 2ager- 7. Juni d. J., in der Brauerei Friedrichshain tagende öffentliche Personen, die mit Sozialdemokraten verkehren, überall von der bier- Brauereien proklamirt wurden! Generalversammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend Staatlichen Arbeit ausschließt. Die Beamten der F. o. 2., fpeziell beren Präsident Gompers, erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, Genoffen Wilfe, einverstanden, und es verpflichten sich alle Anwesenden, Rotthausen. Während die Reichen sich vor zu hohen, oder haben sich übrigens der Situation durchaus nicht gewachsen ge mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die materielle zeigt. Ein energisches Einschreiten der Föderation für die beffer gefagt gerechten Steuern herumzudrücken suchen, wie das streifenden Coke- Arbeiter, ob zur Minenarbeiter- Union oder den Unterstützung des Bauarbeiter- Startells einzutreten". Den zweiten der Bochumer Steuerprozeß wieder einmal beweist, muß der Ar- treikenden beiter seine Steuern stets auf Heller und Pfennig berappen; oft Knights gehörig, würde der ganzen Sache eine andere Wendung Punkt der Tagesordnung bildete die Frage: Welche Mittel hat er auch noch wirthschaftliche Nachtheile, wenn er einmal die gegeben haben. Was man an den Führern der Knights hatte, stehen uns zu Gebote, um den fortwährenden Lohnabzügen entgegenzutreten" event. die Wahl einer Lohnkommission. Hierüber Steuern nicht pünktlich zahlt. So wurde z. B. ein bei dem wußte man ja doch schon lange! fand eine längere Besprechung statt und es gelangte zu diesem Unternehmer 3. G. Michels beschäftigter Arbeiter sofort entlassen, Puntte folgende Resolution zur Annahme: Die heutige Verweil er in seiner Heimath Schlesien 11,84 M. Steuern rückstän sammlung beschließt, dahin zu wirken, daß heute über 14 Tage dig war. Nach Bestimmung der Behörde sollte Herr Michels eine gemeinsame Versammlung sämmtlicher Zimmerer Berlins und diesen Betrag dem Arbeiter vom Lohne abbehalten. Das ist dann Umgegend stattfindet, in welcher zur speziellen Regelung der auch geschehen; aber aus Nerger darüber, daß die Geschichte dem Lohn- und Arbeitsangelegenheiten der Zimmerer Berlins und Herrn Michels einige Unbequemlichkeiten bereitete- er ließ von Kollegen! Die Berufsgenossen in ganz Deutschland, sowie Umgegend eine aus beiden Richtungen bestehende Lohnkommission einem Angestellten einige Briefe schreibenentließ er die Arbeiter aller Branchen suchen, den Druck der wirthschaft gewählt wird. Das heutige Bureau wird beauftragt, die hierzu den Arbeiter, dessen Führung seinem Zeugnisse nach eine gute lichen Verhältnisse fühlend, ihre Organisation zu stärken und die nöthigen Schritte einzuleiten. Auf Grund dieser Resolution wurde war, sofort. Also nicht genug damit, daß er den für seine indifferenten Kollegen in Reih' und Glied zu bringen. Auch die der dritte Punkt der Tagesordnung: Abrechnung vom eheVerhältnisse hohen Betrag auf einmal einbüßte, wurde er Stellmacher Berlins haben die Pflicht, ein gleiches zu thun. maligen Gesellenausschuß" bis zu dieser Versammlung vertagt. auch seine Stelle los und damit sein Brot, welches ihm erst Ihr wißt, daß der Fachverein der Stellmacher sieben Monate Wie Kamerad Lehmann mittheilte, hatte er sich an das Belizai Arbeiterbewegung. Boziale Mebersicht. ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. ftraße 60. -W " Eman Tambourverein Offenbacher Sängertrans", bei rause, Ritterstr. 105. Elisabethstr. 57-58. Vorsitzenden Verein Liewald, Dresdenerstr. 38. " Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Bochum, 9. Juni. Der Staatsanwalt erklärte bei Beginn der heutigen Sigung, durch die Aussagen der bisher vernom menen Zeugen sei über Baare's Mitwissenschaft an etwaigen Stempelfälschungen nichts erwiesen. Auch im Uebrigen habe sich bisher von den Anschuldigungen so gut wie nichts als erwiesen herausgestellt. Die Untersuchung werde fortgesezt und vor Freitag Die Angelegenheit Baare wurde bereits nicht beendet werden. gestern aus den Verhandlungen ausgeschieden. Hannover, 9. Juni. In dem zu der Zündhütchen- Fabrik in Linden gehörigen Laboratorium, und zwar im Körnungsraume, fand eine Explosion statt. Durch einen günftigen Zufall war gerade nur ein Arbeiter anwesend, der getödtet wurde. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Bremen, 9. Juni. In Bremerhaven nimmt der Streik der Heizer und Kohlenzieher des Norddeutschen Lloyd größere Dimensionen an. Derselbe ist nach Nordenham übergesprungen. Die Streikenden versuchen, die fremden Heizer von der Arbeit abzuhalten. Die Polizei ist verstärkt. präsidium um Rückgabe der gelegentlich der erfolgten polizei- Mitglieder- Versammlung des Fachvereins der Senfterputer Berlins reichhaltiges und systematisch geordnetes Sa chregister era lichen Auflösung der Lohnkommission der Berliner Zimmerleute und umgegend am Donnerstag, ben 11. Junt, Abends 8 Uhr, Alte Jakobftr. 75, leichtert das Nachschlagen und giebt für alle einzelnen Fälle die bet Feuerstein, im unteren Saale. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion, beschlagnahmten Bücher, Gelder 2c. gewandt. Darauf hin ist 2. Wahl des ordentlichen Borstandes, 3. Aufnahme neuer Mitglieder und aus Möglichkeit, rasch die in Frage kommenden gesetzlichen Bestimihm unterm 4. Juni d. J. folgendes Antwortschreiben zugegangen: theilung der Mitgliedstarten, 4. Rechnungslegung über Einnahme und Aus- mungen und, was oft noch wichtiger ist, die gehandhabte gabe der öffentlichen Versammlungen, " Auf die Eingabe vom 26. Mai erwidere ich Ew. Wohl- Wichtigkeit ber zagesordnung bitten un tege Bethelligung der Mitglieder der Praxis fennen zu lernen. Wir können also die Anschaffung dieses hübsch ausgestatteten und in handlichem Taschenformat geboren hiermit, daß eine Zurückgabe des unterm 27. Juni 1887 find Gäfte freundlichst eingeladen. Der Vorstand. beschlagnahmten Protokollbuches nicht erfolgen tann. Daffelbe Zentral- Kranken- und Sterbe- Kaffe der Tischler und anderer gewerb- erschienenen, 254 Seiten starken Buches jedem Genossen empfehlen. ist bereits vor langer Zeit diesseits vernichtet worden. Der licher Arbeiter( Hamburg). Dertliche Verwaltung Berlin B. Donnerstag, den In der Gewerbe Ordnung werden bekanntlich folgende Verhält 11. Juni, Abends 8% Uhr, Mitglieder Versammlung im Dresdener Garten, Polizeipräsident. Gez. v. Richthofen." Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Besprechung der örtlichen Bestimmungen, nisse geregelt: Stehender Gewerbebetrieb; Gewerbebetrieb im Den Rest der Verhandlungen bildeten wiederum persönliche 2. Festsegung der Entschädigung der Ortsbeamten, 3. Wahl der gesammten Umherziehen; Marktverkehr; Tagen; Innungen von GewerbeStreitigkeiten. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiter- Drisverwaltung, des Vertrauensarztes und der Beitragssammler, ertreibenden; Gewerbliche Arbeiter( Gefellen, Gehilfen, Lehrlinge, schiedene Kaffen Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied Betriebsbeamte, Werkmeister, Techniker, Fabrikarbeiter); Gewerb bewegung wurde schließlich die Versammlung geschlossen. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. liche Hilfskaffen; Statutarische und Strafbestimmungen. In einer vom( freifinnigen) ,, Berliner Arbeiterverein" Borwärts", Abends 8% Uhr, Sigung im Lokale des Herrn Köhn. Nord" einberufenen Versammlung am Montag kam es zu ebenso inhalt- Naunynftr. 83. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Abends 8% Uhr, bet Raabe, Ruppinerstr. 46. Gäfte lofen wie tumultuarischen Auseinandersehungen zwischen Frei- stpatton". Abends 8% Uhr bet Wagner, Neue Königstr. 89. Gleichheit", 8% Uhr bet Schönemann, Stalizerstraße 7. sinnigen und Antisemiten. Die Freisinnigen hatten mehr Phrasen, willkommen. Gäste willkommen." Frete Denter", 9 Uhr bei Haugt, Böthstr. 12 die Antisemiten aber die größere Lungenkraft. Lehrer Damaschte Gäste willkommen. referirte über die Antisemiten und die soziale Frage"; er er- Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Mittwartete die Lösung der sozialen Frage nicht von den Antisemiten wody. Vergnügungsverein" Fidele Brüder", 9 Uhr Schönleinstraße 5 bet Kühn. Bergnügungsverein Proletariat", im Restaurant Stehmann, und die Aufhebung der Judenemanzipation, sondern von der Melchiorstraße 15. Geselliger Verein Fretheit", 8% Uhr im Restaurant Bodenverstaatlichung. Nach dem Referenten sprach zunächst ein Leidinger, Boyenstr. 40. Verein Fridolin", 9% Uhr im Restaur. Wolff, Verein, Kreuzfidel", bei Dobberstein, Mariannengutes halbes Duhend Antisemiten( Haase, v. Nassau, von Brunnenstr. 35a. Theater Verein" Blumen lefe", bei Förtsch, Stallschreiber Levezom u. A.), dann einige Freifinnige. Die Diskussion traße 81. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein hatte beinahe gar keinen Gedankeninhalt; daß jeder Redner ein Fris Gesangverein Mittel und einige sogar mehrere Mittel zur Lösung der sozialen auf", Abends 8-10% Uhr bet Haller, Naunynftr. 70. Frage" hatten, ist dadurch nicht ausgeschlossen. Erstaunlich war," offnung", Moabit, Abends 9 Uhr bet Flges, Wilsnackerstr. 63. " Baufebeutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstr. 106.- Gesangverein was alles von den Antisemiten als angebliche statistische That- Wännergesangverein" Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bet Luther, Gesangverein fache vorgetragen wurde; so z. B., daß bei den Eigenthums- Brüderstr. 26. Alpenrose",( Sem. Chor) 8-10 Uhr, Alexanderstr. 87, Ecke Kaiserstr., 1 Tr. Gesangverein Alpenglühen vergehen die Christen mit 1 pet., die Juden mit 1000 pt. be- br, bet Schröder, Reichenbergerstr. 24. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, theiligt seien, daß 5/6 des Kapitals sich in den Händen der Juden willkommen. Bitherflub Alpenveilchen", Abends 8½ Uhr, Kaiser: befinde und Aehnliches. So oft sich ein Redner als Antisemite, straße 25b, Ecke Alexanderstraße. Gäste willkommen. Böckelianer 2c. bekannte, applaudirten die Antisemiten aus allen" o"( Bergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bet Hüttrich, Gollnowftr. 9. Männergesangverein Edelweiß", Abends 8% Uhr, bei Schneider, BelforterKräften, wobei Einer für Zwanzig lärmte. Wiederholt wurden ftraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. einige der stärksten Radaumacher vor die Thür gebracht. Zwei jüdische Redner, Freisinnige, betonten, daß fie infolge der antisemitischen Agitation sich viel mehr als Juden fühlten, wie früher; im übrigen famen sie über den Appell an die Humanität und freisinnige Schlagwörter nicht hinaus. Indeß fiel auf, daß die beiden Juden viel richtiger und fließender deutsch fprachen, als die antisemitischen Redner. Nachdem wieder Jemand an die Luft befördert worden war, bekam das Wort Prediger Gräbner, Schriftführer des neugegründeten Vereins zur Abwehr des Antisemitismus. Plattheiten wie:„ Ich achte die Ueberzeugung der Juden; ich achte auch die antisemitische Ueberzeugung. Der jüdische Wucherer ist ein Lump, aber der christliche Wucherer ist auch ein Zump" wurden von ihm mit dröhnendem Bathos in den Saal hinausgerufen und von den Freisinnigen mit stürmischem Beifall akkompagnirt, als ob es Offenbarungen einer hervorragenden Erkenntniß seien. Seitdem die Juden mit uns gleichberechtigt find, giebt es nicht deutsche Juden, sondern jüdische Deutsche". Nach diesem Sage, der zwar die Sache richtig, Zeit und Ursache aber unrichtig angiebt, applaudirten die Freisinnigen; als Herr G. sich dann jedoch bei den nächsten Worten versprach und von den deutschen Juden" redete, riefen wieder die antisemitischen Schreihälse Bravo. Am Schluß hielt Redner noch einmal für nöthig, zu versichern, daß er sowohl jüdische wie antisemitische Freunde habe. Was gehen private Freundschaften den politischen Meinungsstreit an? Auch das Aussprechen der„ Achtung vor der antisemitischen Ueberzeugung" straße 10. Gäste willkommen. ist irreführend und beruht auf Unklarheit. Einen Antisemiten Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends London, 9. Juni. Die General- Omnibus- Rompagnie empfing fann als man Gesangverein Freies Lied", Berson achten, wenn er ein 9 Uhr, Uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). an= Krautstraße 52 im testaurant. ständiger Mensch ist. Gefangverein" 3ufriedenheit, einen Brief des Streitkomitees, worin die vorgeschlagenen Beaber die Sache betrifft, moftizstraße 29, bet Sahn. Was Gesangverein Crescendo", Wrangel dingungen abgelehnt und die Berufung einer neuen Konferenz so ist sie eine Kette falfcher und verwerflicher An- ftraße Nr. 141 bei W. Schmidt. Gefangverein Freya",( Gem. vorgeschlagen wurde. Darauf antworteten die Direktoren, daß sie Männer- Gefangverein hilaritas", schauungen, die also auf Achtung keinen Anspruch haben, Chor) bei Semter, Münzstraße 11. am Donnerstag den Brief des Komitees zur Verhandlung bringen Hochftr. 32 a bet Wilfe." Flöterscher Gesangverein", 28ndsbergerstr. 31 während das Aussprechen einer falschen Meinung, wenn bei Musold. Arbeiter- Gesangverein Borwarts", Schönhauser Allee 28 bei würden. Vermuthlich haben sie die Absicht, durch Zögern die man sie nun einmal hat, sittlich indifferent ist. Nach Herrn Nürnberg. Gefangverein Liebesfreiheit", Blumenftr. 38 bei Sente. Streifenden zum Nachgeben zu zwingen, da bekannt ist, daß diese Gefangverein der Steinmeßen", Johannisstr. 21 bei Müller. Gefang: in der Woche 2000 Pfd. zu ihrem Unterhalt benöthigen. Die Gräbner bekam wieder ein Antisemit das Wort, den man bei Arbeiter- Gefangverein Deutsche ich e", Blumenstr. 46 bei Went. einem Theile seiner Ausführungen indeß für einen Sozialdemo- verein" Ech o", pantow bet Borchardt, Schulzestr. 27. Gefangverein General- Omnibus Kompagnie verliert durch das Stilliteben bes Gefang: Betriebs wöchentlich 6000 Pfd. Sterl. fraten hätte halten können. Er war offenbar durch die, aller- er che", Abends 9 Uhr, bet Bimmermann, Brunnenstr. 119. Arbeiter- Gesangdings ungenügende, Betrachtung der Wirkungen des Kapitalismus verein Sohannt" am Ostbahnhof Nr. 7, bei Junold. Freiheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Antisemit geworden und war auch der bezeichnenden Ansicht, daß Sämmerle, Bülowftr. 59, part. Männergesangverein Morgenroth", die„ antisemitische Volkspartei" links von der deutschfreisinnigen" Reichenbergerfir. 166 bet Bagold. Verein Steinfeger- Sängerchor", stehe. Man mußte an das Wort Kronawetter's denken: Gesangverein Südo ft" bet Biemer, Cuvry Der Schwedterstr. 17 bei Wolter. Männergesangverein„ Steinne Ite", Gerichtstr. 10 im Reſtau Antisemitismus ist der Sozialismus des dummen Kerl3". Dieser Straße 16. rant. Männergesangverein 8ufriedenheit" bei Gauger, Willibald Redner versuchte am Ende, durch ein ausgebrachtes Hoch auf die Alerisstraße 5.- Gesangverein, yra" bet Stachel, Raupachstr. 6. antisemitische Bewegung die Versammlung zum Schluß zu bringen. Männergesangverein der Kürschner bet Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Dies mißlang einstweilen. Gegen den Versuch des Polizei- Offenbacher Sängerkranz, Nitter- und Prinzenfir.- Ecke bei Krause. Lieutenants, an die Versammlung eine Rede über Ordnung und Versammlungsrecht zu halten, protestirte der Vorfizzende energisch. Erneuter Lärm veranlaßte den Letzteren alsdann, die Antisemiten zum Verlassen des Saales aufzufordern. Darauf„ Gesang" und Gebrüll der Antisemiten, so daß der Beamte auflösen wollte, welchem der Vorsitzende durch schleu figes Schließen zuvorkam. Bemerkt muß indeß werden, daß es die Antisemiten nicht allein waren, welche lärmten; in der Nähe des Berichterstatters redete z. B. ein jüdischer Freifsinniger fortwährend ebenso laut, wie der Redner in der Debatte, wie benn überhaupt immer sechs Personen gleichzeitig das Wort hatten. Es war eine Debatte zwischen zwei ungefähr gleich reaktionären Richtungen, die den Sozialisten in eine vergangene Gedankenwelt verfekte. " 10 Uhr im Zurnsaale des Königstädt. Gymnaf." Lübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis Berliner Turngenossenschaft. 5. Männerabth. Abds. von 8-10 Uhr 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis Turnlotal Mariannen- Ufer 1a. Charleroi, 9. Juni. Unter dem Vorsitz des Gouverneurs 11 Uhr. Turnlokal: Mühlenstr. 49-50. Zurnverein ,, Osten", Männerbtheilung, von 8-10 Uhr abends, Blumenstr. 63a. des Hennegau hielt der hiesige Stadtrath eine Versammlung ab, Theaterverein Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends mit Damen, Stall in der Maßregeln berathen wurden, falls die Mechaniker und Theater- u. Vergnügungsverein Bultania" Abends 9 Uhr, schreiberstr. 60. in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge- Heizer ebenfalls ausständig würden; es wurden die strengsten neigt find, dem Verein beizutreten, fönnen sich dafelbft melden Maßnahmen beschlossen. oder beim M. Lieste, Ackerstraße 13, Hof 1 Treppe. Brüssel, 9. Juni. Die sozialistische Partei wird am 28. und Pollack- Klubu sttge Brüder", Abends 8-10% Uhr im Restaurant 29. b. M. zu Verviers einen Kongreß abhalten. Hauptgegenstand Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 bei G. Rien. Gäste willkommen. Vergnügungs- Verein, Euphrosine", der Berathungen soll die durch die neuerlichen Ereignisse ge= Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Stallschreiberstr. 58. Gäste willkommen. schaffene Parteilage bilden. Bergnügungs- Verein" Proletariat", London, 9. Juni. 7000 Arbeiter der sechs Werften von Nach der Sigung: Tanz. Glasgow streikten gestern, weil mit dem 1. Juli eine LohnverSitung Abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorstr. 15, Hof" part. Gäfte willtommen. Geselliger Klub Proletariat" bet Lorenz, Koppenstr. 40 e. Geselliger Verein Freiheit" Abends 8 Uhr, bei Genoffe Leininger, fürzung um 7 pet. eintreten sollte. Heute wurde jedoch die und Gäste, Damen Herren, willkommen. Boyenstr. 40. gnügungsverein" Bonum", Abends 8½ Uhr bei Schröder, Stegliger Arbeit wieder aufgenommen in der Erwartung, daß die am Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Berein Donnerstag stattfindende Konferenz mit den Arbeitgebern zu einem der Soldiner", Abends 8% Uhr bei Wutte, Friedrichsbergerstr. 24. befriedigenden Resultat führe. London, 9. Juni. Der Omnibusstreit dauert noch fort. Berein„ Kreuzfidel", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannenstraße 31. Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105. Rauchklub Nord: Es heißt, daß morgen mit der Wiederausfahrt begonnen werstern" in Friedrichsberg. Rauchtlub Bultan", Abends 9 Uhr bet den soll. Die Kutschenwäscher arbeiten wieder. Orientalischer Rauchklub, Abends 9 Uhr, bei HartAhmer, Gräfestr. 82. Rauchflub„ Frisch gewagt", gesellschaft meldet, daß ihr 1400 Dienstanerbietungen zugegangen mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. abends von 9-11 1hr, Posenerstr. 5 bei Rockendorf. Rauchtlub, Ohne sind, die sie aber abgelehnt habe, um den Ausständigen die Rück3wang", Abends 8½ Uhr, bei Spät, Weinstr. 28. Stattlub reff", tehr offen zu halten. Einige Omnibusse sind heute schon wieder Abends 8½ Uhr, Frankfurter Allee 90 bei Otto Babel. Gäste willkommen. wältigt, deren Aktien bedeutend gestiegen sind. Rauchtlub Grüne Quaste", Abends 9 Uhr, bei Schlüter, Kleine Martus- ausgefahren. Der Verkehr wird meist durch die Stadtbahnen bestraße 18. verein Ber Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", Literarisches. " " " Im Verlage der Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 3, ist soeben erschienen: 1 ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Die OmnibusParis, 9. Juni. In der vergangenen Nacht explodirte eine Dynamitpatrone vor dem Polizeikommissariat in Levallois- Perret; die Fensterscheiben im Kommissariat und einigen benachbarten Häusern wurden zertrümmert und die Mauer des Kommissariatsgebäudes beschädigt. Niemand ist verlegt worden. Man schreibt gegen den das Attentat einem Racheakt der Anarchisten Polizeikommissar zu, welcher am 1. Mai eine Anzahl derselben bis Clichy verfolgt hatte, wo der bekannte Tumult herbeigeführt wurde. Briefkaffen der Redaktion. Artillerie. Wir können Ihnen keine Auskunft ertheilen. F. K. 74. Die Frage läßt sich ohne Weiteres nicht be. Klub Lassalle. Wir wissen nicht, wo es Lassalle= Büsten H. N. Sie dichten: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich. mit erläuternden Anmerkungen und ausführ- antworten. lichem Sachregister. Preis gebunden 1 M. Das fog. Arbeiterschuß- Gesez, das in der letzten giebt. Session des Reichstags zu so eingehenden Debatten Anlaß und unferen Abgeordneten Gelegenheit zu wirksamer Kritik der gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse bot, figurirt im Reiche nicht, wie in Der Bildungsklub der Hausdiener hielt am 1. Juni eine anderen Staaten, als selbständiges Fabrikgesetz, sondern bildet Mitglieder- Versammlung ab. Genosse Feldmann sprach über das nur einen Theil der deutschen Gewerbe- Ordnung Massen- Elend der Arbeiter und erntete lebhaften Beifall. In( Titel VII). Bei dem regen Interesse, mit welchem die deutsche der Diskussion sprachen mehrere Kollegen im Sinne des Arbeiterschaft diesen Verhandlungen folgte, und bei der tief Referenten. Hierauf wurden die Kollegen Rhein und Drömert greifenden Bedeutung, welche so ärmlich auch die neuge als Revisoren und Kollege Glaßhagen als Bibliothekar gewählt. fchaffenen Schutzbestimmungen für die Arbeiter ausgefallen sind Unter Verschiedenem" theilte Kollege Wiemer mit, daß die diefe ganze Materie für die Arbeiterklasse ausnahmslos hat, nächste Versammlung Mittwoch, den 17. Juni, in demselben erschien es angebracht, der deutschen Arbeiterwelt die ganze Lokal stattfindet, ferner, daß die Ausgabe der zu verleihenden, Gewerbe Ordnung in neuer und einheitlicher Form zu billigem fowie umzutauschenden Bücher für die Mitglieder jeden Dienstag Preise zu bieten. Und da diese Ausgabe auf die Verbreitung Abend von 81/ 2-10 Uhr bei Wolf, kleine Gertraudterstraße 3, unter den Arbeitern berechnet ist, so sind auch alle irgend in geschieht. Da weiter nichts vorlag, wurde die Versammlung mit Betracht kommenden Bestimmungen durch besondere Anmer- fügen: tungen von fachkundiger Seite des Näheren erläutert. Ein einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Rixdorf. V Oeffentl. Volks- Versammlung am Donnerstag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, in ,, Hoffmann's Festsäle", Bergstrasse 133. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Max Schippel über: Die Koruzölle und die Reichsregierung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet 862/17 Der Vertrauensmann. Umstände halber verm. ich sof. eine freundliche Wohnung für 88 Thlr. zu 1-4 Fenst. pass. spottb., in d. Fabrik Münchebergerstr. 7, v. IV. Richter. Gardinen- Reste Grüner Weg 80, part. Kinderwagen. Jede Uhr Eingang vom Flur.[ 855L Zwei Bettstellen, neu, mit Federboden, ein Sopha, dito Tisch und Kleiderspind billig zu verkaufen. G. Saeger, 1239 b Wilsnackerstraße 22. zu repariren ( außer Bruch) Arbeitsnachweis. 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Meyer, Georgen- Kirchhof statt. Der Arbeitsnachweis für weibliche Bienerstr. 1, in keiner geschäftlichen oder Die tiefbetr. Gltern. Karl Tettschlag. verwandtschaftlichen Beziehung stehe. Personen befindet sich: Klosterstrasse No. 97 an der KaiserWilhelmstraße. Fernsprech- Anschluß Amt V. 3235. Amt V. 1263. Die Bureaus sind geöffnet von 7 Uhr Morgens bis 7hr Abends. Während dieser Zeit tönnen sich die Größtes Lager Berlins arbeitsuchenden Personen in den an H.p. unter Garantie lange aufhalten, bis ihnen Arbeit nach foftet bei mir gewiesen ist. Die Gebühr beträgt 20 Pf. Andreasstr.23, 5.v. 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren C. Wunsch, nr. 38, die Bureaus anstoßenden Sälen fo Arbeitsmarkt. Kartonarbeiterinnen verlangt 1201b Auders, Ritterstr. 123. Am 7. d. entschlief sanft nach kurzen aber schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Restaurateur Gustav Gesche. Um stilles Beileid bitten Die tiefbetr. Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. d., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Markus- Kirchhofs in Wilhelmsberg aus statt, 1230 b Am 9. d. M. starb mein lieber Mann, der Tischler Julius Leberecht, im findet Die euren er offenen Stellen finden lobnende u. Dauernde beschäfti. 46. Lebensjahr. Die Beerdigung WohMeldung dringend gebeten. Der Vorstand des Zentralvereins f. Arbeitsnachweis. Dr. Freund, Magistrats assessor. Bügler u. Schneidergehilfen werden verl. Urbanstr. 68 I. t.[ 209 M Geübte Relief- Prägerinnen gung Luruspapier- Fabrit Schönhauser Allee 164a. Verschnürerin auf Mäntel verlangt Prinzessinnenstr. 7 vorn III. Freitag Nachm. 3 Uhr von nung, Prinzenstr. 21, aus nach dem Neuen Jakobi- Kirchhof in Brit statt. [ 204 M Um stille Theilnahme bittet Freunde und Bekannte die trauernde Wittwe Mamsells auf feine Damen- Jaquets 1243b] Auguste Leberecht, geb. Liptitz. verl. Prinzessinnenstr. 7 v. III.[ 207M Verantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. n. d. Dranienplatz. Schlafft. f. 1 Hrn. Nollendorfstr. 40, Kinderwagen, gebr., Feuerungswagen, 1232 b Kinderbettstellen. Rottbuserstraße 18. Wegen Umzuges sind gebr. Kleiderspinde, Sophas, Küchenspinde bill. z. vk. Andreasstr. 67, vorn im Keller, Haase. Hof 4 Tr. Micheel. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 132. Nichts gelernt und nichts vergessen. Das ist die passendste Ueberschrift des neuen österreichischen Sozialistengesetzes. Der Entwurf, welcher dem Abgeordnetenhaus unterbreitet worden ist, lautet: 0 zu treten: Mittwoch, den 10. Juni 1891. Paragraph angeführten Bestrebungen zu Tage treten, sind aufzulösen. § 3. Die Bestimmungen der§§ 1 und 2 gelten auch gegenüber solchen Versammlungen, welche nicht allgemein zugänglich sind. Den Versammlungen werden öffentliche Festlichkeiten und Aufzüge gleichgehalten. § 4. Beschwerden gegen Verfügungen, welche von den Behörden auf Grund der vorstehenden Bestimmungen getroffen werden, haben keine aufschiebende Wirkung. 8. Jahrg. haben die strengeren Strafbestimmungen des allgemeinen Straf gesetzes in Anwendung zu kommen. Artikel 8. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft. Artifel 9. Mit dem Vollzuge dieses Gesetzes sind Mein Minister des Innern und Mein Justizminister im Einvernehmen mit den betheiligten Ministern beauftragt.Dies der Entwurf. Man braucht blos die eine Bestimmung zu lesen: sechs § 5. Wer mit Außerachtlassung der Bestimmungen der§§ 2 Monate bis drei Jahre schweren Kerkers wegen Verbreitung und man sieht, daß die und 3 des Gesetzes über das Versammlungsrecht eine Verfamm- einer verbotenen Schrift lung veranstaltet, von welcher er auf Grund von Thatsachen an- Urheber dieses Gesetzesmonstrums würdig wären, Minister des nehmen konnte, daß sie den im§1 bezeichneten Bestrebungen Königs von Dahomey zu werden, dienen wird, oder wer zur Abhaltung oder Fortsetzung einer Ver- Die unglaubliche Beschränktheit, die aus dem Entwurf sammlung auffordert, von welcher er wußte, daß sie auf Grund spricht, läßt dessen vorsintfluthliche Barbarei in etwas harm dieses Gesetzes untersagt oder aufgelöst wurde, macht sich eines loserem Lichte erscheinen. Solche Männer und solche Geseze sind der Sozialdemokratie Vergehens schuldig und ist mit strengem Arrest von 3 Monaten wohl aber deren Feinden und Ver bis zu 3 Jahren, womit Geldstrafe von 100 fl. bis zu 500 fl. ver- nicht gefährlich bunden werden kann, zu bestrafen. folgern.Artikel 1. Zu dem Vereinsgesetze vom 26. November 1852, R. G. Bl. Nr. 253, zu dem Gefeße über das Vereinsrecht vom 15. November 1867, R.-G.-BI. Mr. 134, und zu denjenigen Gesehen, welche außerdem Angelegenheiten des Vereinswesens betreffen, haben folgende besondere Bestimmungen in Wirksamkeit § 1. Die Bildung von Vereinen, bezüglich welcher durch Thatsachen die Annahme gerechtfertigt ist, daß sie solchen sozia listischen Bestrebungen dienen werden, welche auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschafts- Ordnung gerichtet sind, ist zu untersagen. § 6. Wer sich an einer Versammlung betheiligt, von welcher §2. Vereine, welche in Gemäßheit der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gebildet worden sind, sind aufzulösen, wenn sie den er wußte, daß sie auf Grund eines Gesetzes untersagt oder aufim§ 1 bezeichneten Bestrebungen dienen. Die Bildung eines neuen gelöst wurde, oder wer wissentlich für eine solche Versamm Vereins kann untersagt werden, wenn sich derselbe sachlich als lung Räumlichkeiten hergiebt, macht sich eines Vergehens der früher bestandene, auf Grund der Bestimmung des vorher schuldig und ist mit strengem Arrest von einem Monate bis zu 2 Jahren, womit Geldstrafe von 100 fl. bis zu 500 fl. vergehenden Absages aufgelöste Verein darstellt. bunden werden kann, zu bestrafen.do s §3. Vereine, welche nach ihren Statuten die gegenseitige Unterflübung ihrer Mitglieder bezwecken, sind, wenn sie neben der Verfolgung ihres gefeßlich zulässigen Zweckes den im§ 1 bezeichneten Bestrebungen dienen, nicht sofort aufzulösen, sondern sie sind vorerst von der politischen Landesbehörde unter eine besondere staatliche Kontrolle zu stellen. Sind mehrere Vereine der vorge vachten Art zu einem Verbande vereinigt, so kann, wenn einer derfelben den im§ 1 bezeichneten Bestrebungen dient, die Ausscheidung dieses Vereines aus dem Verbande und die Kontrolle über denselben angeordnet werden. In gleicher Weise ist, wenn ein Zweigverein den bezeichneten Bestrebungen dient, die Kontrolle auf diesen zu beschränken. § 5. Wird von dem Vereine den von der Kontrollbehörde innerhalb ihrer Befugnisse erlassenen Anordnungen zu widergehandelt oder treten in demselben die im§ 1 bezeichneten Bestrebungen auch nach Einleitung der Kontrolle zu Tage, so tann der Berein aufgelöst werden. § 7. Durch die vorstehenden Bestimmungen bleibt der§ 4 des Gesetzes vom 15. November 1867, N. G. Bl. Nr. 135, über das Versammlungsrecht unberührt. Artikel 3. Zu dem Preßgefeße vom 17. Dezember 1862, R. G. Bl. Nr. 6 vom Jahre 1863, und zu den Gesetzen, welche außerdem Angelegenheiten der Presse betreffen, haben folgende Bestimmungen in Wirksamkeit zu treten: Gerichts- Beitung. # 19 Effen, 8. Juni 1891. Die Bochumer Steuereinschätzungs- Verhältnisse vor Gericht. Es wird alsdann mit der Siebenter Tag der Verhandlung. Schon lange vor Beginn der Verhandlung ist heute das Ges richtsgebäude von einer dichten Menschenmenge umlagert, so daß es nur mit Mühe möglich ist, in den Gerichtssaal zu gelangen. Der Zuhörerraum ist überfüllt. Gegen 9 Uhr Vormittags er= § 1. Wenn der durch den Inhalt einer Druckschrift begrün- öffnet der Präsident, Landgerichtsdirektor Thöne, die Sigung deten strafbaren Handlung solche sozialistische Bestrebungen zu mit folgender Mittheilung: Der Gerichtshof hat beschlossen, die Grunde liegen, welche auf den gewaltsamen Umsturz der be- Strafanträge, soweit sie den Geh. Kommerzienrath Baare betreffen, stehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtet sind, so hat vollständig auszuscheiden, im Uebrigen in der Sache selbst weiter § 4. Infolge der Verhängung der besonderen staatlichen das Gericht diesen Umstand im Erkenntnisse festzustellen und hier zu verhandeln. Es werden alsdann die zu heute geladenen Rontrolle ist die mit deren Durchführung betraute Behörde befugt: bei stets das Verbot der Weiterverbreitung der Druckschrift aus- Beugen in den Saal gerufen. Nachdem dieselben in der Weise, wie dies bei den bereits vernommenen Zeugen geschehen, verwarnt 1. Allen Sigungen und Versammlungen des Vereins, des Vereins- zusprechen. vorstandes und der etwa bestellten Kontrollorgane des Vereins§ 2. Bei periodischen Druckschriften, welche den bezeichneten worden, beantragt der Staatsanwalt: die Ingenieure Dieffenbeizuwohnen, zu welchem Ende die Sigungen und Versammlungen Bestrebungen dienen, kann nebst dem Verbote der Weiter- bach, Bering und Gremme( vom Bochumer Verein) zuerst zu vers der Behörde wenigstens 24 Stunden vorher anzuzeigen find; verbreitung auf die Einstellung des weiteren Erscheinens der- nehmen, da diese heute in der Baare'schen Angelegenheit vor den 2. die im Punkte 1 erwähnten Sitzungen und Versammlungen selben erkannt werden, wenn rücksichtlich einzelner Blätter der Untersuchungsrichter des Landgerichts zu Bochum als Zeugen geeinzuberufen und zu leiten; 3. die Bücher, Schriften und Kassen- Druckschrift bereits zweimal in Gemäßheit des§ 1 dieses laden sind. Vertreter der Nebenkläger, Justizrath Schuly, bestände einzusehen, sowie Auskunft über die Verhältnisse des Artikels das Verbot der weiteren Verbreitung ausgesprochen wor- beantragt, den Apotheker Weber in Bochum als Zeugen zu laden, Vereins zu fordern; 4. die Ausführung von Beschliffen, welche den ist. Unter derselben Voraussetzung kann das Verbot der der bekunden wird, daß die Aussagen des Bantiers Lauffs in der Verbreitung einer im zur Förderung der im§ 1 bezeichneten Bestrebungen geeignet weiteren Auslande erscheinenden Generotti'schen Angelegenheit unrichtig gewesen seien.- Präs.: sind, zu untersagen: 5. den Vorstand des Vereins aufzulösen, die Druckschrift ausgesprochen werden. Gegen die in den§§ 1 und 2 Dann müssen wir auch den Bankier Lauffs noch einmal laden. Wahl eines neuen Vorstandes anzuordnen und nach Umständen bezeichneten Erkenntnisse stehen den Betheiligten die in den§§ 493 Justizrath Schult: Ich habe dagegen nichts einzuwenden. mit der Wahrung der Obliegenheiten des Vorstandes oder anderer und 494 der Strafprozeß- Ordnung vom 23. Mai 1873, R. G. BI. Es wird hierauf von der Staatsanwaltschaft und Verleitender Organe des Vereins geeignete Personen auf Kosten des Nr. 119, bezeichneten Rechtsmittel offen. theidigung noch die Ladung einer ganzen Reihe von Beugen Vereins zu betrauen; 6. die Kassen in Verwahrung und Verwal-§ 3. Die unbefugte Fortsetzung der Herausgabe einer periodi- beantragt; zu diesen gehört auch der Generaldirektor Frielingtung zu nehmen. schen Druckschrift, deren weiteres Erscheinen auf Grund dieses haus von der Zeche Dannenbaum. Da jedoch mitgetheilt wird, Gesetzes eingestellt wurde, begründet ein Vergehen und ist an daß Frielinghaus sich bereits zur Kur in Kissingen befindet, so dem Schuldtragenden mit strengem Arrest von se ch 3 wird vorläufig auf diesen Zeugen verzichtet.- Angeklagter Monaten bis zu drei Jahren, womit Geldstrafe von Fus angel: Ich stelle die Frage, ob auch die Anklagefälle 100 fl. bis zu 500 fl. verbunden werden kann, zu bestrafen. Als betreffs des Bochumer Vereins ausgeschieden sind. Ich habe Fortsetzung der verbotenen Druckschrift ist es anzusehen, wenn die eventuell noch Beweisanträge zu stellen. Präsident: Dann Fusangel: Herr Geh. § 6. Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften können, nen erschienene periodische Druckschrift fachlich sich als die ein- ersuche ich, das sofort zu thun. wenn die Voraussetzung des§ 2 eintritt, von der politischen gestellte Druckschrift darstellt. Die als Fortsetzung erschienene Rath Baare hat behauptet, daß er niemals Wahlbeeinflussungen auch niemals Arbeiter ihrer Stimmabgabe Landesbehörde aufgelöst werden. Ein solches Auflösungserkenntniß Druckschrift ist mit Beschlag zu belegen, und ist auf deren Ver- begangen und wegen gemaßregelt habe. Ich stelle jedoch unter Beweis, ist dem im§ 37 des Gesetzes vom 9. April 1873, N. G. Bi. nichtung zu erkennen. § 4. Das Vergehen der Weiterverbreitung einer verbotenen daß Herr Geh. Kommerzienrath Baare bei den ReichstagsNr. 70, vorgesehenen Auflösungserkenntnisse gleichzuhalten. Die Beisitzender, Landgerichts Rath politische Landesbehörde kann, ehe sie zur Auflösung einer Erwerbs- oder mit Beschlag belegten Druckschrift und das Vergehen der wahlen im Jahre 1881.. oder Wirthschaftsgenossenschaft schreitet, die besondere staatliche Veröffentlichung des Inhalts der Druckschrift(§ 24 des Preß- Schneider II: Das betrifft aber den Geh. Nath Baare gesetzes) sind, wenn die Weiterverbreitung auf Grund dieses persönlich.- Präsident: Der Bochumer Verein fommt nur Kontrolle mit den Wirkungen des§ 4, 33. 1, 3 und 4, gegen gefeßes) sind, wenn die Weiterverbreitung auf Grund dieses persönlich. dieselbe zu verhängen. Wenn die Voraussetzungen des§ 5 ein- Gesetzes verboten worden ist, mit strengem Arrest in der Dauer insoweit in Betracht, als es sich um die angeblich zu niedrige von sechs Monaten bis zu drei Jahren, womit Geld- Einschätzung des Vereins und darum handelt, daß der Verein treten, so kann die Genossen aufgelöst werden. § 7. Wenn die Voraussetzung des§ 2 bei einer auf Grund strafe von 100 fl. bis zu 500 fl. verbunden werden kann, zu be- auf die städtische Verwaltung Einfluß ausgeübt haben solle. strafen. Staatsanwalt: Ich bin der Meinung, daß blos die Strafder Gewerbe- Ordnung gebildeten Genossenschaft, bei einem Ge§ 5. Gegen denjenigen, welcher sich wissentlich im anträge des Geh. Raths Baare, betreffs der gegen ihn vorliegenhilsenausschüsse oder bei einer infolge einer gesetzlichen Anord- Befihe einer größeren Anzahl gleicher Exemplare einer den Beleidigungen ausgeschieden sind, alle übrigen Beugennung gebildeten Kranken- oder Unterstützungskasse( genossenschaft Druckschrift, deren Inhalt den im§ 1 angeführten Be- aussagen des Geh. Rath Baare bleiben bestehen.- Präsi liche oder sonstige gewerbliche Krankenkasse, Fabrit- Unterstützungs- strebungen dient, unter Umständen befindet, welche seine Ab- dent: Das ist auch die Meinung des Gerichtshoses. Herr Fuskaffe, Bruderlade u. dergl.) eintritt, ist die politische Landes ficht, sie zu verbreiten, erkennen lassen, ist die auf die Weiter- angel haben Sie sonst Beweisanträge zu stellen?- Fu3behörde, und zwar rücksichtlich der Bruderlade im Ginvernehmen verbreitung der Druckschrift festgesetzte Strafe zu verhängen. angel: Einstweilen nicht. mit der Berghauptmannschaft befugt, den Vorstand, insofern er durch § 6. Wer Vorrichtungen heimlich beißt, welche bestimmt Beugenvernehmung begonnen. Der erste Beuge ist Ingenieur Wahl bestellt wurde, aufzulösen und die Wahl eines neuen Vor- sind, Druckschriften zu erzeugen, die den im§ 1 bezeichneten Be- Dieffenbach. Dieser befundet: Er habe in der 5. Ginstandes anzuordnen. Treten auch nach Auflösung des Vorstandes strebungen dienen, ferner wer wiffentlich an der Herstellung solcher fommensteuerstufe gesteuert, seinem Einkommen entsprechend, die im§ 1 bezeichneten Bestrebungen zu Tage oder ist der Druckschriften mit diesen Vorrichtungen theilnimmt oder wissentlich hätte er in der 8. oder 9. Stufe steuern können. Brasi Vorstand nicht durch Wahl bestellt worden, so kann die politische die auf diese Weise hergestellten Druckschriften verbreitet, macht bent: Wie viel Einkommen hatten Sie im Jahre 1889? Landesbehörde die im§ 3 vorgesehene besondere staatliche Kon- sich, wenn ihm auch der Inhalt der Druckschrift nicht bekannt ist, 3euge: Mein jährliches Einkommen beläuft sich im Durchtrolle mit den Wirkungen des§ 4 verhängen. eines Vergehens schuldig, und wird mit strengem Arrest von sechs fchnitt auf 15 500 m. Präsident: Dann hätten Sie in § 8. Die Unterfagung der Bildung eines Vereins(§ 1), die Monaten bis zu drei Jahren, womit Geldstraße von 100 fl. bis die 12. Klaffe gehört?- Beuge: Allerdings.- PräsiStellung eines Vereins oder einer der in den§§ 6 und 7 be- 3euge: In zeichneten Körperschaften unter die besondere staatliche Kontrolle, Verfall der Vorrichtungen erkannt werden, ohne Unterschied, ob der 7.- Ingenieur Bering: Er habe ein jährliches Ein100 fl. verbunden werden kann, bestraft. Auch kann auf den dent: In welcher Stufe steuern Sie jetzt? oder die Auflösung eines Vereins(§§ 2 und 5) oder einer sie dem Berurtheilten gehören oder nicht. fommen von 7500 M. und habe in der 11. Stufe der KlassenRörperschaft($ 6) hat schriftlich und unter Anführung der Gründe Artikel 4. Das Einsammeln oder die Aufforderung zum steuer gesteuert, er hätte in die 7. Einkommensteuerstufe gehört. der getroffenen Verfügung zu geschehen. Einsammeln oder zur Leistung von Beiträgen, sowie die Leistung Ingenieur J. Gremme: Er habe ein Einkommen von 4000 M., solcher Beiträge zur Förderung solcher sozialistischen Bestrebungen, sei in der 10. Klassensteuerstufe gewesen, hätte aber in der 2. Einwelche auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- tommensteuerstufe gehört.- Ingenieur Dörbecker: Er habe ein oder Gesellschaftsordnung gerichtet sind, bildet ein Vergehen jährliches Ginkommen von 6000 M., sei in der 1. Einkommensteueund wird mit Arrest von einem bis zu drei Monaten, rstufe, hätte aber in die 4. Ginkommensteuerstufe gehört. Ingenieur und wenn die strafbare Handlung durch Druckschriften Wasum: Er habe 12-13 000 m. jährliches Einkommen, sei in § 10. Wer als Mitglied eines Vereins, welcher in Gemäß begangen wird, mit strengem Arrest von einem bis zu sechs der 3., hätte aber in der 10. oder 11. Einkommensteuerstufe steuern heit der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gebildet worden Monaten, womit im letzteren Falle Geldstrafe von 100 fl. tönnen. Vertreter der Nebenkläger, Rechtsanwalt Dr. ist, jedoch den im§ 1 angeführten Bestrebungen dient, wiffentlich bis zu 500 Gulden verbunden werden kann, bestraft. Außerdem Schwering: Die heute vernommenen und noch zu vernehmenden an diesen Bestrebungen theilnimmt, macht sich eines Vergehens ist das zufolge der verbotenen Sammlung oder Aufforderung Beugen sind zum großen Theil Beamte des Bochumer Vereins schuldig und ist mit strengem Arrest von drei Monaten bis zu Empfangene oder dessen Werth als dem Arinenfonds verfallen zu Da durch diese Zeugen der Beweis geliefert werden soll, daß di zwei Jahren, womit Geldstrafe von 100 fl. bis zu 500 fl. ver- erklären. Beamten des Bochumer Vereins sämmtlich zu niedrig eingeschätzt bunden werden kann, zu bestrafen. Artikel 5. Gegen Personen, bezüglich welcher durch That find, so beantrage ich, noch eine Anzahl Beamte des Bochumer § 11. Wer zur Bildung eines Vereins auffordert, welcher sachen die Annahme gerechtfertigt ist, daß sie sich die Agitation Vereins als Zeugen zu laden, die bekunden werden, daß sie zu auf Grund dieses Gesetzes untersagt oder aufgelöst worden ist, oder für die im Artikel 1,§ 1, dieses Gesetzes bezeichneten Bestrebungen hoch eingeschätzt waren. Der Gerichtshof beschließt, die vom wer Mitglieder für einen solchen Verein anwirbt, macht sich eines zum Geschäfte machen, dann gegen Personen, welche wegen der Rechtsanwalt Dr. Schwering namhaft gemachten Zeugen zu morgen Vergehens schuldig und ist mit strengem Arreste von drei Monaten im Artikel 1,§§ 10, 11, 12, und im Artikel 3,§§ 3, 4, 5, 6, be- zu laden. Ingenieur C. Gremme: Er habe ein jährliches bis zu drei Jahren, womit Geldstrafe von 100 fl. bis zu 500 fl. zeichneten Handlungen rechtskräftig verurtheilt worden sind, kann Einkommen von 4800 M., sei in der 10. Klassensteuerstufe geverbunden werden fann, zu bestrafen. Wer wissentlich an einem die Stellung unter Polizei- Aufsicht mit den Wirkungen des§ 9 wesen, habe jedoch in die 2. Einkommensteuerstufe gehört. Er der im ersten Absatze bezeichneten Vereine theilnimmt, wird wegen lit. a) und d) des Gesezes vom 10. Mai 1878, 9. G. BI. Nr. 108, sei der Meinung, daß die Einschätzungskommission auf seine Bergehens mit strengem Arrest von einem Monat bis zu zwei und zwar längstens auf die Dauer von drei Jahren verhängt Kränklichkeit Rücksicht genommen habe. Ingenieur Brandes: Jahren, womit Geldstrafe von 50 fl. bis zu 500 fl. verbunden werden. Der Ausspruch über die Stellung unter Polizei- Auf- Er habe ein Einkommen von 4600 m., sei in der 12. Klassenwerden kann, bestraft. sicht steht den im§ 7 des bezogenen Gesezes bezeichneten Be- steuerstufe gewesen, habe aber in die 3. Einkommensteuerstufe gehört. § 12. er an einer geheimen Gesellschaft theilnimmt, von hörden zu. Ingenieur Elmering: Er habe etwas über 6000 m. der er weiß, daß sie den im§ 1 angeführten Bestrebungen dient, Artikel 6. Gegen Inhaber von Gaft- und Schankgewerben, Gintommen, sei in der 3. Einkommensteuerstufe gewesen, hätte wird wegen Vergehens mit strengem Arreste von sechs Monaten gegen Buchdrucker, Buchhändler, Inhaber von Leihbibliotheken jedoch in die 6. Stufe gehört.- Ingenieur Rumpf: Er habe bis zu drei Jahren, womit Geldstrafe von 100 bis zu 500 fl. ver- oder Lesekabinetten, dann gegen Personen, welche eine Beschäfti- ein Einkommen über 5500 m., sei in die 1. Ginkommensteuerbunden werden kann, bestraft. Gegen Ausländer ist auf Ab- gung oder ein Gewerbe im Umherziehen ausüben, tann, wenn fuse geschätzt, hätte aber in die 5. Stufe gehört.- Ingenieur Schaffung zu erkennen. sich dieselben die Agitation für die im§ 1 des Artikels 1 Regener: Er habe ein jährliches Einkommen von 9000 M., Artifel 2. Zu dem Gesetze über das Versammlungsrecht vom dieſes Gesetzes bezeichneten Bestrebungen zum zum Geschäfte sei in der 3. Einkommensteuerstufe eingeschäßt gewesen, habe aber 15. November 1867, R.- G.- 21. Nr. 135, haben folgende besondere machen, der politischen Landesbehörde die Ent- in die 8. gehört. Ingenieur Ostar Pinagel: Er habe ein Bestimmungen in Wirksamkeit zu treten: ziehung der Gewerbsberechtigung oder Licenz für eine be- Ginkommen von 5700 M., sei in der 10. Klassensteuerstufe ge= § 1. Versammlungen, bezüglich welcher durch Thatsachen die stimmte Beit oder auf immer verhängt werden. Wird das Ge- wesen, habe aber in die 5. Ginkommensteuerstufe gehört.Annahme gerechtfertigt ist, daß sie solchen sozialistischen Bestre- verbe durch einen Stellvertreter oder Bächter betrieben, so ist in Ingenieur Otto Pinagel: Er sei in der 10. Klassensteuerbungen dienen werden, welche auf den gewaltsamen Umsturz einem solchen Falle im Sinne des§ 139 der Gewerbe- Ordnung ſtufe, später in der 11., bezwv. 12. Klassensteuerstufe gewesen, diese der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtet sind, vorzugehen. Einschätzung war seinem Einkommen entsprechend. Alle diese find zu untersagen. Artikel 7. In denjenigen Fällen, für welche das allgemeine Beugen bekennen sich zur nationalliberalen Partei. Ober§ 2. Versammlungen, in welchen die im vorangehenden Strafaesez strengere Strafen als das gegenwärtige Gesez festsetzt, meister Sievmann( ultramontan): Er habe ein Einkommen § 9. Beschwerden gegen Verfügungen, welche von den Behörden auf Grund der bevorstehenden Bestimmungen getroffen werden, haben keine aufschiebende Wirkung. In letzter Instanz entscheidet das Ministerium des Innern im Einvernehmen mit den betheiligten Ministerien. von 3900 W. und sei diesem seinem Einkommten entsprechend in[ als Sachverständigen. M Baare." nicht stellt. " 1 Nachdem sich noch einige Kollegen in die Listen der Vereinigung haben einzeichnen lassen, fand die Vorstandswahl statt. Sie hatte folgendes Resultat: E. Raßler, erster Vorsitzender, B. Renthaler, zweiter Vorsitzender, Thiele, 1. Kassirer. Wiersberg, 2. Raffirer. Schlawinski, 1. Schriftführer. Schmidt, 2. Schriftführer. Schäfer, Beisitzer Der Präsident bemerkt, I alle Mann für Mann derfelben beizutreten. Zum Schluß brachte der 2. Einkommensteuerstufe eingeschätzt. Obermeister Maurer daß der Gerichtshof sich über diese Anträge bis morgen schlüssig Redner eine Resolution ein, nach welcher sich der Fachverein zu ( teiner Partei angehörig): Er habe 4-4500 M. Einkommen, sei machen werde und vertagt gegen 2 Uhr Nachmittags die Signng Gunsten der Zentralisation auflösen solle. Dieselbe wurde gegen in der 9. Klassensteuerstufe gewesen, habe jedoch in die 3. Ein auf morgen( Dienstag) Vormittags 9 Uhr.- Nachträglich sei eine Stimme angenommen und die Regelung der noch schwebenden Tommensteuerstufe gehört. Obermeister Bäcker( national- noch folgendes Schreiben mitgetheilt, das Geh. Kommerzienrath Geschäfte einer Liquidations- Kommission überwiesen, welche von liberal): Er habe ein Einkommen von etwa 5000 m., habe Baare unterm 6. d. M. an seinen Rechtsbeistand, den Justizrath dem vorhandenen Vereinsvermögen zwei Drittel dem Unterſtüßungsin der 9. Klassensteuerstufe gesteuert, hätte jedoch in der 2. Ein Schulz( Hagen) gerichtet hat: fonds der Lithographen Berlins, und ein Drittel der Filiale der tommensteuerstufe steuern müssen. Obermeister BIumbach: Sehr geehrter Herr Justizrath! Zentralisation überweisen soll. Ebenso wurde derselben noch ( nationalliberal): Er sei in der G. Stlassensteuerstufe gewesen, habe Der bekannte gestrige Ueberfall wird derart von gegnerischer Anweisung über die Bibliothek und Vereins- Inventarien gegeben. aber in die 12. Klassensteuerstufe gehört. Obermeister Graeff Seite ausgebeutet, daß ich mich veranlaßt sehe, Sie hierdurch zu Zum Schluß fordert der erste Vorsitzende die Kollegen auf, ( feiner Partei angehörig): Er habe 3600 M. Einkommen, sei in bitten, heute gelegentlich in der weiteren öffentlichen Verhandlung sämmtlich der Zentralisation beizutreten und ihre Kraft derselben der 8. Klaffensteuerstufe gewesen, habe aber in die 1. Ginkommen mit Genehmigung des Herrn Vorsitzenden zu konstatiren: 1. daß zu widmen, da diese am besten in der Lage ist, die Interessen Steuerstufe gehört.- Obermeister Henne( nationalliberal): Er ich nur auf Ihren dringenden Wunsch es unterlassen habe, in der Kollegen zu wahren und zu fördern. habe ein Einkommen von 2000 m., habe in der 6. Klassensteuer- weitere Erörterungen hinsichtlich der erhobenen Beschuldigungen stufe gesteuert, hätte aber in der 9. steuern können. Ober- einzugehen; 2. daß Sie, ohne mich vorher gefragt zu haben, Die Freie Vereinigung der Portiers und verwandten meister Melis( nationalliberal): Er habe ein Einkommen von meinen Strafantrag hinsichtlich der„ noch anderen gravirenderen Berufsgenossen Berlins und Umgegend" hielt am 1. Juni ihre 3300 M., habe in der 10. Klassensteuerstufe gesteuert, hätte aber Sachen" zurückgezogen haben. Dieser Umstand wird nämlich erste Generalversammlung ab. Genosse Peus hielt einen beiin der 1. Einkommensteuerstufe steuern müssen. Buchhalter gegen mich ausgebeutet. Endlich stelle ich es Ihrer gefl. Er fällig aufgenommenen Vortrag. An der Diskussion betheiligten Schreiber( teiner Partei angehörig): Er habe eine Einnahme wägung anheim, ob Sie es zulässig erachten, einen Antrag für sich die Kollegen Reßler, Renthaler und Falkenthal. Kollege von 4000 M., sei in der 6. Klassensteuerstufe gewesen, er hätte in mich behufs sofortiger Wiederaufnahme der betreffenden Ver- Schmidt stellte die Frage: Wie stellt sich die Sozialdemokratie der 2. Einkommensteuerstufe steuern müssen. Diese Zeugen sind handlung zu stellen, da ich mich gestern Nachmittag aus den zur Kirchenwahl?" Sie wurde vom Referenten Peus dahin sämmtlich Angestellte auf dem Bochumer Verein. Auf Be- Aften 2c. genügend informirt habe. Nach Wunsch kann ich sofort beantwortet, daß sich die Sozialdemokratie zur Kirchenwahl gar fragen bekunden die zu niedrig eingeschätzten Zeugen überein- erscheinen. Hochachtungsvoll stimmend, daß die Einschätzungskommission von ihrem höheren Einkommen nichts gewußt habe und es auch nicht habe wissen können. Handelskammer Sekretär Dr. Rauchfuß( freifonservativ): Er habe ein Gesammteinkommen von 6300 m., habe in der 3. Einkommensteuerstufe gesteuert, hätte aber in der 4. steuern tönnen. Auf Befragen des Angeklagten Fusangel bemerkt der 3euge: Er habe wohl einmal einen Artikel für das„ RheinischWestfälische Tageblatt" in der hier zur Verhandlung stehenden Brauche beschäftigten Arbeiter hielt am 26. Mai seine ordent Hanschke, Baumgart und Heinrich. Ein Antrag vom Kollegen Der Fachverein sämmtlicher in der Firmenschilder- und Bibliothekar. Zu Revisoren wurden gewählt die Kollegen Sache geschrieben, aber ohne Wissen und Willen des Geh. Raths liche Generalversammlung unter Zeitung des Vorsitzenden Nagel Renthaler, alle Donnerstag nach dem ersten eines jeden Monats Baare. Letzterer habe überhaupt die Polemik, die das„ Rheinisch- ab. Der Kassenbestand hat die Höhe von 72,37 M. Die Kaffe eine öffentliche Versammlung abzuhalten, wurde einstimmig anWestfälische Tageblatt" mit der„ Westfälischen Volkszeitung" ge- wurde für richtig befunden und dem Rassirer Decharge ertheilt. nächste öffentliche Versammlung am 18. d. M. stattfindet, schloß genommen. Nachdem noch bekannt gemacht worden, daß die führt, feineswegs gebilligt. Kasernen- Inspektor Gymann Auf Antrag des Vorstandes wurden die§§ 6 und 7 dahin ge= ( nationalliberal): Er habe ein Einkommen von 4700 M., habe in ändert, daß von jetzt ab nur 6 Vorstands- und 2 Ausschuß- der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf der 9., jetzt 11. Klassensteuerstufe gesteuert, hätte aber in der mitglieder gewählt würden. Bei der stattgefundenen Vorstandsdie moderne Arbeiterbewegung. 3. Einkommensteuerstufe steuern müssen. Pfandleiher Eick wahl wurden die Kollegen Nagel zum 1. Vorsitzenden, Oberdick ( nationalliberal): Er habe ein Einkommen von 6000 m., sei tn zum 2. Vorsitzenden, Kießling zum 1. Kassirer, Drogmann zum der 4., hätte aber in die 5. Einkommensteuerstufe gehört. 2. Kassirer, Simpson zum Schriftführer und Herbst zum Beisitzer Grubendirektor Börding( nationalliberal): Er habe ein Ein- gewählt; in den Ausschuß wurden die Kollegen Tschanter und tommen von 10-12 000 M., habe in der 9. Einkommensteuer- Otte gewählt. Beschlossen wurde von der Versammlung: 1. Dem stufe gesteuert, hätte aber noch zwei Stufen höher eingeschätzt Kassirer eine Entschädigung von 10 M. vierteljährlich und den werden können. Hüttendirektor Borbet( evangelisch und anderen Borstands- und Ausschußmitgliedern je eine solche von nationalliberal) befundet, daß er annähernd richtig ein- 50 Pf. für jede Sitzung zu gewähren. 2. Die rückständigen Beigeschätzt sei. Direktor Freimuth( nationalliberal): habe in der 6. Einkommensteuerstufe ge- Vereins dahin zu ändern: Fachverein der Firmenschilderträge bis zum 1. April 1891 zu streichen. 3. Den Titel des steuert, habe aber in die 8. Stufe gehört. Bauunter Branche". 4. Die Versammlungen immer an einem bestimmten nehmer Rosenstein( nationalliberal) bekundet, daß er seinem Tag im Monat in ein und demselben Lokal abzuhalten. Mit Einkommen entsprechend eingeschätzt gewesen sei. Rentier einem Hoch auf das weitere Entwickeln des Vereins schloß hierauf Westermann( nationalliberal): Er sei in der 9. Einkommen die Versammlung. steuerstufe eingeschäßt, habe aber in die 16. gehört. Agent W Er Versammlungen. Schriftführer, Gartmann und Weinert Revisoren. Zum Punkt 2 Verschiedenes wurde aus der Mitte der Versammlung der Antrag gestellt, den Kollegen Siegmund, dem Unregelmäßigkeiten nach gewiesen sind, aus dem Verein auszuschließen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es entspann sich hier eine erregte Debatte, man kam zu dem Schluß, diese Angelegenheit einer öffentlichen Versammlung zur Regelung zu überlaffen. Berlins und Umgegend hielt am 31. Mai seine erste MitgliederDer Jnteressenverein der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter versammlung im neuen Geschäftsjahre unter Vorsitz des Kollegen D. Krüger ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag über: in der Stadt". Der Handel mit ländlichen Arbeitern und das Agentenunwesen allgemeinem Beifall seine Aufgabe. Der Referent Genosse F. Berndt löste unter Sprechlaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzut geben ist, deni Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Verehrte Redaktion! Schreiber( deutschfreisinnig): Er habe 5-7000 Mark Ein- Der Unterstügungsbund der Hausdiener hielt am tommen, habe in der 9. bezw. 11., jetzt 12. Klassensteuerstufe ge- 2. d. Mts. eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Genosse steuert, hätte aber in der 5. Einkommensteuerstufe steuern müssen. Rohrlach sprach über das Thema: Welchen Gefahren ist die -Grubendirektor Lind( nationalliberal): Er habe ein Gin- Arbeiterklasse ausgesetzt?" Eine auf den Vortrag Bezug habende In der Mittwochs- Nummer Ihres geschäzten Blattes hat kommen von 6-7000 M., sei in der 4. Ginkommensteuerstufe, Resolution wurde einstimmig angenommen. Hierauf erbat sich sich Herr Meier wieder einmal gemäßigt gefühlt, mit einem, eine würde jedoch in die 6. gehören. Fabrikbefizer Würfel Genosse Rohrlach nochmals das Wort und ermahnte die halbe Epalte füllenden Sprechsaal- Artikel an die Deffentlichkeit ( nationalliberal): Er habe ein Einkommen von 11 000 m., hätte Kollegen, sich zu einer Gesammtvereinigung zusammenzuschließen, zu kommen. Da nun dieser Artikel von bewußten und unbedanach in der 10. Einkommensteuerstufe steuern müssen, habe auch die Einigungsfrage nicht eher ruhe. ฮี น laffen, wußten Unwahrheiten firogt, so sehe ich es als eine ungern erjedoch nur in der 1. gesteuert. Kaufmann Niederheit bis dieses Ziel erreicht ist, da nur auf diese Weise eine füllte Pflicht an, eine Entgegnung darauf zu bringen. mann( nationalliberal): Der verstorbene Rentier Endemann Ausbesserung unserer Lage unmöglich ist. Der Vorsitzende Da ich mich im vorn herein gegen den Verdacht verwahren sei seinem Vermögen entsprechend in der 24. Ginkommensteuer- theilte nunmehr mit, daß zwei Kollegen zur Uebung eingezogen will, als glaubte ich mit meinen Ausführungen irgend welchen stufe eingeschäßt gewesen. Wittwe Hackert: Sie habe ein feien, ferner drei frank und zwei sich gesund gemeldet haben. Nach Eindruck auf Herrn Meier zu machen, so geschieht es nur, weil Einkommen von 20-24 000 m., sei in der 8., gehöre aber in die einer Pause von 10 Minuten wurden 33 neue Mitglieder ver- der augenfällige Zweck dieses Artikels nur der sein kann, unsere 15. Einkommensteuerstufe.- Präs.: Welcher politischen Partei- lesen. Die Abrechnung vom Maskenball ergab eine Ausgabe von Gewerkschaft bei der übrigen Arbeiterschaft in Mißkredit zu richtung gehörte Ihr verstorbener Gatte an? 3eugin: 487,95 Pf., eine Einnahme von 904 m., mithin einen Ueberschuß bringen. Der nationalliberalen Partei. Oberbürgermeister Boll von 417 M. Nachdem noch die Kollegen namhaft gemacht wur Gleich zu Anfang sagt Hr. M.: Zwei Versammlungen, mann: Wie sehr die Behörden getäuscht werden, geht den, welche noch Billets vom Maskenball schulden, fordert Kollege welche auf Veranlassung des Fachvereins" einberufen find"; das aus dem Umstande hervor, daß die Beugin gegen ihre Reßler auf, die Wanderversammlungen am 10. Juni bei Rehlin, ist nicht wahr, Herr M. muß wissen, daß bte öffentliche Ber Steuerveranlagung mit dem Bemerken reklamirt habe: sie Bergstraße, und am 16. Juni im Vereinshause„ Süd- Ost" recht sammlung mit dem Fachverein nichts zu thun hat, er muß würde, wenn man ihre Reklamation nicht berücksichtige, aus zahlreich zu besuchen. Jun Fragetasten befanden sich drei Fragen, wissen, daß diese Verhandlungen von den Altenburger Delegirten Bochum fortziehen. Präsident: Fran Gadert, ist diese welche befriedigend beantwortet wurden. aus eigener Initiative einberufen worden ist, also?- Die zweite. Bekundung des Herrn Ober- Bürgermeisters richtig? 3eugin: war eine Generalversammlung des Fachvereins, um Stellung zu Jawohl. Kaufmann August Hackert( ultramontan): Er sei Der Fachverein der Bürsten und Pinselmachet Ber der in der öffentlichen Versammlung angenommenen Resolution mit einem Einkommen von 8-9000 M. in der 8. Ginkominen- lins und Umgegend hielt am 24. Mai cine Generalversammlung zu nehmen. Die Versammlung hat allerdings mit 230 gegen steuerstufe, mithin in entsprechender Weise eingeschätzt. Ver- ab. Bei Wahl des gesaminten Vorstandes und der Revisoren 3 Stimmen erklärt, daß sie sich voll und ganz auf dem Boden treter der Nebentläger, Rechtsanwalt Tewaag: Sind Sie der wurde Kollege Loose erster Vorsitzender, Kayser zweiter Vor- der Zentralisation stelle und nicht gewillt ist, unser immerhin Schwager der vorigen Beugin?- 3euge: Jawohl. Rechts- sitzender, Guß Kassirer, Bader erster Schriftführer, Beiner zweiter gute Organisation zu Gunsten eines erst gegründeten Lokalanwalt Tewaag: Welcher politischen Parteirichtung gehörte verbandes aufzulösen. Da aber die Arbeiterinnen ebenfalls zu Ihr verstorbener Bruder an?- 3euge: Ter ultramontanen organisiren sind und zwar nach unserer Ansicht auf zentralistischer Partei. Rechtsanwalt Te waag: Ihre Schwägerin fagte, Grundlage, jedoch unser Verein, erstens aus vereinsgefeßlichen daß der Verstorbene zur nationalliberalen Partei gehörte? und zweitens auch aus anderen praktischen Gründen, den Zeitpunkt 3enge: Früher wählten wir beide nationalliberal, seit dem nicht für gekommen erachtete, die Arbeiterinnen gleich aufzunehmen, Kulturkampf hatten wir uns aber der Zentrumspartei anso beschloß man dieselben vorläufig selbständig zu organisiren. geschlossen. Uhrmacher Kayser( ultramontan): Er habe Man ersieht hieraus, daß mit keinem Wort davon die Rede ist, 7000 M. Einkommen, sei in der 7., jetzt 8. Ginkommensteuerstufe wie H. M. uns unterschieben will; erstens seien die Frauen nicht eingeschätzt. Pokorny( dfr.) behauptet, daß er trotz regelDer Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener reif dazu", das sollte wohl blos den zweck haben, die Arbeitemäßiger Reklamationen stets zu hoch eingeschätzt gewesen sei. Berlins hielt am 2. Juni eine Versammlung mit Frauen ab, rinnen gegen uns aufzubringen, uns deren Vertrauen zu rauben. Kaufmann 2ex( ultramontan) befundet, daß er seinem Gin- bei welcher Herr Reichling einen Vortrag über Gottesbegriff Und wer hält denn die Frau für reifer, der, der da glaubt, die tommen entsprechend eingeschäßt sei. Kaufmann Baren- und Christenthum" hielt. An der Diskussion betheiligten sich zu Frau muß mit dem Mann in einem Verein sein, um sie aufzuberg( ultramontan): Er habe ein Einkommen von 18 bis nächst die Kollegen Keßlinke, Glashagen und Werner im Sinne flären oder der, welcher sagt, die Frau ist fähig genug, selbst20 000 Mart, er fei in der 6., beziehungsweise 8. Gin- des Referenten. Auf eine persönliche Einladung des Herrn Reich ständig eine Vereinigung zu bilden und zu erhalten? Hier widertommensteuerstufe gewesen, steuere jegt in der 9., gehöre aber ling waren zwei Kandidaten der Theologie erschienen, die sich an spricht sich Herr M. denn gewaltig. in die 14. Stufe. Gastwirth Fiege( nationalliberal): Er der Debatte betheiligten. habe in der 7. Einkommensteuerstufe gesteuert, hätte aber 3 Stufen Zum dritten Punkt der Tagesordnung theilte der Vorsitzende höher steuern können. Dr, med. Gores( ultramontan): Er Kollege Bendix mit, daß an Stelle der nächsten Abendunterhaltung habe 9-10 000 m. Einkommen, sei in der 4. Einkommensteuer-( 16. Juni) eine Versammlung stattfinden werde. Neu aufgenommen stufe, gehöre aber in die 9. Fabritbesitzer Knappstein wurden 17 Kollegen. ( ultramontan): Er habe 40 000 M. Gintommen, sei in der Unter Berschiedenem" wurde ein Antrag Reßlinke angenommen, 7. Einkommensteuerstufe gewesen, sei jetzt in der 9., gehöre aber daß die geselligen Abende für die Monate Juli und August aus in die 20. Stuje der Einkommensteuer. Direktor Stö pe be- fallen sollen. Desgleichen wurde das Sommerfest, welches am fundet, daß er seinem Einkommen entsprechend eingeschätzt ge- 12. Juni in der Brauerei„ Friedrichshain" stattfindet, besprochen wesen sei. Kaufmann Haffner: Er sei ein bekannter und die Billets zu demselben ausgegeben. Führer der ultramontanen Partei. Er habe ein Gesammt- Nachdem einige im Fragekasten enthaltene Fragen beant einkommen von 1500 M. gehabt und sei in der 6. Klassensteuer- wortet waren, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf das stufe gewesen. Im vergangenen Jahre habe er aus Anlaß großer fernere Blühen und Gedeihen des Vereins geschlossen. Unglücksfälle in seiner Familie gar keine Einnahme gehabt. Es sei dem Magistrat bekannt gewesen, daß ihm die Ueberführung diener( E. H. 61) hielt am 27. Mai cr. eine außerordentliche Die Kranken und Sterbekasse der Berliner Hausauch, daß er keine Einnahmen habe, trotzdem sei er jetzt in die Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung ſtand zum 2. Einkommensteuerstufe gekommen. Metzgermeister Oswaldt ersten Punkt ein Vortrag des Herrn Dr. Freudenthal über Es würde zu weit führen und hieße dem Artikel zu viel ( Jsraelit): Er habe stets freijinnig, bei den Stichwahlen aber Lungenkrankheiten und ihre Heilung. Ehre anthun, wollte man auf all die kleinen und kleinlichen Be ultramontan gewählt. Er sei in den letzten Jahren in seinem An den Vortrag Inüpfte sich eine lehrreiche Diskussion, dem hauptungen eingehen. Sie kennzeichnen die Anschauungsweise Vermögen so zurückgekommen, daß man ihm selbst den Rock, Referenten wurde großer Beifall gespendet. Nachdem dann des H. M. genügend. den er trage, gepfändet habe. Trotzdem sei er in die 1. Ein einige interne Mittheilungen stattgefunden, wurden die§§ 5 und 7 des Statuts einer Aenderung unterzogen, welche beim ersteren hiesigen Buchbinder zc. auf 5000 und sagt 500 wären nur im Verein. Aber eines muß noch berichtigt werden. H. M. schätzt die tommensteuerstufe eingeschätzt worden.- Oberbürgermeister Bollmann bemerkt, daß dem Magistrate die Lage des Zeugen den Mitgliedern gestattet, innerhalb 15 Kilometer von Berlin Woher dieser Mann seine Schäßung hat, weiß ich nicht, aber aus nicht bekannt gewesen sei. Im Uebrigen wolle er bemerken, daß verziehen zu können; der§ 7, welcher die Krankenunterstützung trüber Quelle muß er geschöpft haben. Die letzte Statistit ergab der höchste Zeusit der Stadt Bochum, der verstorbene Rentier betrifft und den erwerbsfähig Kranken baares Geld gewährte, folgendes Resultat( wenn diese Zahlen auch nicht die thatEndemann, der ein Einkommen von 100 000 W. gehabt, mehr wurde dahin geändert, nicht mehr Geld, sondern freie ärztliche fächlich beschäftigten Arbeiter unserer Branche aufweisen, so fach gepfändet worden sei. Der hierauf erfolgten sehr aus Behandlung und Arznei zu gewähren, um den Kollegen, welche geben sie doch ein annäherndes Bild): In 220 Wertführlichen Vernehmung des Rechnungsraths Köster( Steuer- theure Arznei gebrauchen, und umgekehrt denen, welche nur tuben( 110 waren Buchbindereien) waren beschäftigt 1800 männ empfänger der Stadt Bochum) ist zu entnehmen, daß diesem lleine Ausgaben haben, weder Schaden noch Vortheile zu ermögliche und 1800 weibliche Arbeitskräfte, wir haben aber in Betracht Gutachter die Vermögensverhältnisse bezw. Einnahmen der zu zu ziehen, daß die einzelnen Spezialitäten, wie Lederarbeiter, lichen. Frage das H. M. fragt, welchen Werth für uns der Verband hat naive aber nicht zu verwundern bei einem Manne, der noch lange Jahre zu den Indifferenten gezählt werden mußte, wo sich derfelbe Verein, dem er sich vor gar nicht langer Zeit angeschloffen hat, längst die Aufklärung und Organisirung der Arbeiterinnen angelegen fein ließ. Wer aber noch nicht begriffen hat, welchen Werth der Verband, also eine Arbeiterorganisation über ganz Deutschland hat, hat unzweifelhaft auch noch nicht begriffen, welchen Werth die Arbeiterbewegung überhaupt hat. Wenn H. M. aber frägt, was der Verband in seiner 4jährigen Thätigkeit geleistet hat und noch leisten wird, so sei ihm allerdings eine bindige Antwort gegeben: Wenn ein Zentralverband mit seinen größeren finanziellen Mitteln und seiner größeren Mitgliederzahl die einen weit verein, wo das alles nicht in dem Maße vorhanden sein kann, Opfer bringen kann, nichts leisten kann, dann wird ein Lokalgrößeren Einfluß ausüben muß und gegebenen Falls auch größere nun und nimmer mehr etwas leisten können. niedrig eingeschäßten Personen zumeist nur oberflächlich bekannt Außerordentliche Generalversammlung des Fachvereins Albumarbeiter, Kartonarbeiter, ihre selbständigen Vereine haben, waren. Geh. Rath Baare, Generaldirektor Frielinghaus, General- der Lithographen am 2. Juni. Es wurde sofort zum Punkt 2 also ein Theil auf diese Vereinigungen kommen würde, und hier sekretär Baare und noch viele andere wären zweifellos bedeutend der Tagesordnung:„ Stellungnahme zur Lehrlingsfrage dem Re- dürfte der Hebel einzufeyen sein; nicht weil der Verband nichts zu niedrig eingeschätzt, dagegen erachte er( Köster) den Dr. jur. ferenten, Kollegen Schrader, das Wort evtheilt, welcher in leistet, wollen sich die vielen Indifferenten der Vereinigung nicht Baare, der auf 6000 M. geschätzt sei, als richtig veranlagt. Um längerer Ausführung das Lehrlingsunwesen fritisirte und Vor- anschließen, sondern weil durch diese Spezialvereine und Ber ein Urtheil über die richtige Schätzung des Bochumer Vereins schläge über die Regelung desselben machte. Seine Ausführungen einchen die Agitation ungemein erschwert wird. Aufgabe aller abzugeben, sei eine genaue Prüfung der Bilanz dieses Vereins wurden mit Beifall aufgenommen und eine Kommission zum Kollegen sollte es daher sein, dem größten Verein, dem Verein erforderlich. Die Vertheidiger beantragen: den beantragen: den Sach- Zwecke der Ausarbeitung und Verbreitung einer Broschüre gewählt; der Mutterbranche, dem Zentralverein der in Buchbindereien und verständigen zu beauftragen, eine solche Prüfung vorzunehmen ihr wurden 250 M. aus der Vereinskasse bewilligt. verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter sich anzuschließen. und beantragen gleichzeitig dieser Angelegenheit wegen die Es wurde nun über das fernere Verhalten des Fachvereins Hugo Schlegel, Neanderstr. 30. Ladung noch weiterer Sachverständiger. Vertreter der zur Zentralisation Stellung genommen und Kollege Kettner hatte Nebenkläger, Justizrath Schulze, beantragt die Ladung das Referat übernommen. Derfelbe führte den Kollegen die Vordes Geh. Finanzraths Jence( von den Krupp'schen Werken) theile der Zentralisation nochmals vor Augen und fordert auf, Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlao von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.