Nr. 172 ♦ 44.?ahrg. Tiusgabe fi Nr. 87 Bezugspreis. Wöchentlich 7» Pfennia, monallich L,- Zieichzmar! voraus Mlilöar. Unter»reuiiband für DeutlÄtano, Daiutia. Saar» und Memelaediei Ocltcrreich. Litauen, Luremdurs 4.öll Ziiichsmart, Mr das übri«! Ausland ö.Zli Reichsmarl uro Monar. Der.Vorwärts' mit der illullrier- ten Sonntagsbeilage.Boll und Zeit' sowie den Beilagen»Unterhaltung u»o Wissen"'»Aus der iiilmwelt". «Krauen stimme',»Der Kinder- freund'»Iugend-Lorwärts' und »Blick in die Bllchcrwelt' erfchcin: wochentoglrch zweimal, Sonntags und Montags einmal. Tclcgromm-Adresse: »Sozialdemokrat verlin' Morgenausgabe Vevlinev Volksvlatt �10 Pfennig) Anzeigenpreise: Sie« i n l v a lti a« Nonvareille- »eile SO Tiennia. Rcklamczeil- D,— Reichsmark,.Kleine Anzeigen' das lettacdruckte Wort 2ö Pkcnnia lzulasssa zwei settaedruckic Wortes. jedes weitere Wort 12 Pkennia. Slellengeluche das erste Wort Ui Blennia, icde, weitere Wort 10 Diennia. Worte Uber 15 Buch- Naben zählen lür zwei Wort«. Brbcitsmarkt Keile 60 Dkennig. Kamilienanzeiaen silr Abonnenten Keile 40 Diennia. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4M> Uhr nachmittags im Kauvtaeschält, Berlin SW 68, Linden» strastcO. abgegeben werden. Eeösfnet von Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokrat ifehen parte» Deutfchlands Redaktion und Verlag: Sellin SW. 08, Linöenftraße Z Fernsprecher: Dönhoff ÄSÄ— SS7. Schwarzblaue Personalpolitik. Der Beamtcnschub im Reichsinnenministerium.— Ein konservativer Leiter der Verfassungsabteilnng.— Die Volkspartei an die Wand gequetscht. Amtlich wird mitgeleill: Der Staatssekretär Schulz und der Ministerialdirektor Dr. B r e cht vom Reichsministerium des Innern sind einstweilen in den Ruhesland verseht. Der Mini- sterialrat Pcltcngahr im Reichsministerium des Innern und der preußische Oberverwaltun gsgerichtsrat Geh. Regierungsral von Samcke sind zu Miniperiol- direktoren im Reichsministerium des Innern ernannt. Herr Pellengahr wird die Leitung der Kulturabteilung. Herr von Kameke die Leitung der Derfassungsableilung übernehmen. Das Rcichskabinett hat den Personalveründerungcn zugestimmt. 4- Das Kabinett des Bürgerblocks hat zwei Republikaner aus dem Reichsinnenministerium entfernt, um Platz zu machen für feine eigenen Leute. Es hat mit diesem Beamten- schub gewartet, bis der Reichstag in die Osterferien gegangen ist. Es hat es nicht für nötig gehalten, dem Reichstag während der Etatsdebatte feine Absichten mitzuteilen. Es hat die weitere Kennzeichnung gefürchtet, die in dieser Maßnahme liegt. Es fürchtete die Opposition, Nach diesem Etat diese Personalpolitik! Es ist konsequente Reaktion. Der Abbau betrifft den Sozialdemokraten Schulz und den Republikaner Dr. Brecht. Der Fall Brecht ist noch charakteristischer als der Fall Schulz. Dr. Brecht ist aus der Beamtenlaufhahn hervorgegangen. Er wurde im Jahre 1922 vom Oberregierungsrat in der Reichs- kanzlei zum Ministerialdirektor ernannt. Er hat mit der größten Selbstverleugnung an der Frage der B e r w a l- tungsreform gearbeitet. Obwohl noch jede Regierung diese Frage als vordringlich anerkannt hat, wird dieser fach- verständige und bewährte Beamte entfernt. Genosse Schulz ist seit 1919 als Leiter der Kulturabteilung im Amt. Seine Arbeit, sein Fachwissen wird beiseitegeschoben. An die Stelle des Staatssekretärs Schulz tritt der Ministerialrat Pellcngahr, der dem Zentrum nahesteht, an die Stelle des Ministerialdirektors Dr. Brecht ein Herr von Kameke. Dieser neue Leiter der Berfassungs- abteilung des Reistsminifteriums des Innern stammt aus einer stockreaktionären preußischen Adelsfamilie, er ist ein Nachkomme des ehemaligen preußischen Kriegsministers, des Vorgängers von Roon. Ein Mann von reaktionärer Ge- sinnung. Herr Pellengahr wird das Schulgesetz bearbeiten, Herr von Kameke— das Konkordat. Dieser Beamtenschub ist ein Geschäft des schwarzblauen Blocks. Zentrum und Deutsch nationale teilen untereinander die Machtpositionen in der Verwaltung auf. Die Deutsche Volkspartei ist dabei zum Meilen Male an die Wand gedrückt worden. In dem Streit um die Nachfolge Dr. Brechts zwischen Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei, der sehr heftig geführt wurde, hat das Zentrum für die Deutschnationalen entschieden. Mit diesem Beamteuwechsel hat der Bürgerblock einen Präzedenzfall in der Personalpolitik geschaffen. Er ist, ent- gegen der bisherigen Tradition, zum System der Politi- sierung der Aemter übergegangen— in außerordentlich scharfer und prägnanter Form. Er benutzt die Re- gierungskonstellation von heute, um der Reaktion neue Machtpositionen in der Verwaltung zu schaffen. An die Stelle der Idee der Demokratisierung der Verwaltung tritt die Praxis der Entrepublikanisierung der Verwaltung. Mit dieser Praxis der Politisierung der Aemter wird der Bürgerblock erzwingen, daß in Zukunft eine aktive, zielbewußte und rücksichtslose repubü?ai»ische Personalpolitik wieder gut machen muß, was unter der Herr- schast der Reaktion geschehen ist! Die Herrschaft des Bürgerblocks unter der Führung von Zentrum und Deutschnationalen trägt die Züge ent- schlossener und rücksichtsloser Reaktion. Ee ist sehr rasch klar geworden, was die Herrschaft des Bürger- blocks bedeutet. Er beschränkt sich nicht darauf, seine Absichten in der Gesetzgebung durchzusetzen. Er verankert die Reaktion in der Verwaltung. Er schafft reaktionäre Machtpositionen. Er benutzt die Regierungsmacht. Er demon- striert. was es heißt, die Regierung zu haben, und mit der Regierung die Macht über die Verwaltung! Kampf gegen den Bürgerblock bedeutet Kampf gegen die Reaktion auf der ganzen Linie. Das Ziel dieses Kampfes ist. der Reaktion die Regierungsmacht zu entreißen und ihre Machtpositionen zu brechen. veutsthnationale ins Auswärtige flmt. Nachdem der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Fürst Bismarck in den diplomatischen Dienst eingetreten ist, wird nun auch der Ministerialrat von K e u d e l l, der Bruder des Reichs- innenministers, in den Dienst des Auswärtigen Amtes übertreten. Er soll als Referent im Auswärtigen Amt beschäftigt werden, Ernster Rücksthlag öer Kantonarmee? Vormarsch Tschangtsolins auf Nanking?— Protestnote der Mächte überreicht. London, lt. April.(Eigener Drahtbericht.) Die aus China eingetroffenen Meldungen über die militärische tage bestätigen, daß die Armee Tschangtsolins weitere Fortschritte aus Ranking zu macht. Die kanlonacmee hat bereits einen wichtigen strategischen Punkt aus dem Rordufer des Janglse geräumt. Die gemeinsame Rote der Mächte an die Santonregie- rung wurde am Montag der chinesischen Rationalregierung in hankau überreicht. Ihre Derössenllichung ist für Dienstag zu erwarten. Die Hauptpunkte lauten wie folgt: l. Bestrafung der Ossiziere. die während der Borsälle in Ranking Dienst gemacht haben. sowie aller bei den Ausschreilungen bekeiliglen Zivilpersonen, 2. schriftliche Entschuldigung des Oberkommandierendcn der Kanlonarmee, ergänzt durch die feierlich« Zusicherung, daß sein? Truppen in Zukunft alle Gewalltätigkeilen und Angrisse ans Ausländer vermeiden, und Z. völlige Wiedergutmachung male- r i e l l e r Ratur für die Opfer der Ausschreitungen in Ranking. » Die Meldungen über militärische Rückschläge der Kanton- armee sind trotz ihrer Bestimmtheit mit Vorsicht aufzu- nehmen. Vielleicht wird die Bedeutung einer örtlichen Schlappe absichtlich von englischer Seite übertrieben. Solche „Siegesnachrichten" der Armee Tschangtsolins und seiner Untergeneräle hat es in der Zeit nach dem Fall Hankaus wiederholt gegeben und trotzdem fielen den Südtruppen Ran- king und Schanghai in die Hände. Indessen darf nicht verkannt werden, daß die schweren Gegensätze, die im Lager des Südens, insbesondere zwischen dem Oberbefehlshaber Tschiangkailchek und den bolschewistenfreundlichen Elementen, offenkundig bestehen, sich mit der Zeit auch auf die Stimmung und Schlagkraft der Kantonarmee auswirken müssen. Bielleicht sind jene gemeldeten Rückschläge die erste Folge jener Auseinander- setzungen. Diplomatischer Zwischenfall in Hankac.', Nach einer havas-Meldung aus Schanghai hat sich der Außen- minister der Nationalregierung in hankau, Tschen, gewei- g e r t, die Konsuln gemeinsam zu empfangen, weil er nicht die Einheit des diplomatischen Korps anerkenne. Daraufhin über- reichte e i n Konsul eine Note mit der Unterschrist der fünf Kon- suln. Gleichzeitig mit der Note wurde eine Erklärung verlesen, in der dem chinesischen Volk die Haltung der Mächte auseinander- gesetzt wird. Diese Erklärung wurde ins Chinesische übersetzt und in 5009 Exemplaren gedruckt. Sie soll morgen in den Straßen der französischen Konzcssionszone verteilt werden. Republikanifthe Sammlung Riesenkundgebung im Tportpalast. Gestern sprachen Otto h ö r s i n g, der demokratische Land- kagsabgeodrnele R u s ch k c und Zoseph Wirth vor zwanziglausend Republikanern im Sportpalast. Die Reden waren nicht nur scharfe Kritik des Rechksblocks im Reiche, sondern vor allem ein eindringlicher und weil hinaus wirksamer Kampfruf an die Republikaner zu neuem und stärkerem Zusammenschluß, zu energischer Werbearbeit von Mund zu Mund zu kräftiger Belobung der republikanischen Idee. wir berichten über die eindrucksvolle Kundgebung ausführlich aus der Z. Seile. vorwärts-verlag G.m.b.H., Herlin SW. 08, Linöenstr.Z Postlchecklento! Berlin 37 636— Bankkonto! Bank der Arbeiter. Anaeftelltca »nd Beamten. Wabllr. 65: Di-ionto-Seselllchait. Denolitcnkasse Lindcnftr. 3. Der große Parvenü. Vom diplomatischen Ton, von Weltherrschaft und andere»» Von der italienischen Grenze wird uns geschrieben: „Die langweiligste, versäuerteste, impotenteste und blöd- sinnigste Versammlung, die im internationalen Faschismus existiert," mit diesen feingewählten Worten bezeichnet der italienische U n t e rst a a t s se k r e t a r des Auswärtigen die Gewerkschaftsinternationale von Amsterdam. Wie alle Parvenüs legt der Faschismus großen Wert auf die Formen, nur weiß er sie selbst nicht anzuwenden. Seine Leute schimpfen wie Marktweiber, aber leiten sofort eine diplomatische Aktion ein, wenn irgendein abessinisches Blatt sich ein kritisches Wort gegen den Faschismus erlaubt. Die Internationale von Amsterdam wird den Rosenkranz von Schimpfwörtern, den man im offiziellen Italien gegen sie abzubeten pflegt, sich zur Ehre anrechnen. An eine gesittete Sprache von der Seite des Fasckismus her ist man ja nicht gewöhnt— man denke nur an die Briefe Mussolinis an Carlo Bazzi, die in eine nichtromanische Sprache gar nicht übersetzt werden können, weil der Unflatb des Wortschatzes nicht ausreicht—; immerhin muß man sich fragen, od der Faschismus als Pioniere seiner Weltherrschaft den parlamen- tarischen und diplomatischen Sauherdenton voranschickt, als ein italienisches Monopol, gleich der. schwarzen Leibwäsche, oder ob er danach strebt, diesen Ton, als ihm angemessen und vertraut, überhaupt in der Diplomatie einzubürgern. Uns will es scheinen, daß jemand, dem der Schnabel so robust gewachsen ist, wie Herrn G r a n d i, nicht so mimosenhaft empfindliche Ohren haben sollte gegenüber den Worten der Andern. Wem das Klotzige liegt, der muß auch bereit sein, Zahlungen in dieser Münze entgegenzunehmen. Man kann nicht gleichzeitig in Hemdsärmeln herumlaufen und im Frack, wie das der Faschismus möchte. Das Organ der faschistischen Syndikate freut sich, daß man endlich /.deutlich gesprochen hat, in offizieller und feier- sicher Weise"; aber neben der Feierlichkeit fordert es auch etwas Konkretes, nämlich die E n t l a s s u n g des italienischen Mitgliedes des Internationalen Arbeitsamtes, Angela C a b r i n i s. Eine nicht von einem Faschisten besetzte Stel- lung— noch dazu eine, die in Schweizer Valuta bezahlt wird — ist eine Sünde wider den heiligen Geist. Der Faschismus hat, wie Mussolini selbst zugibt, wenig tüchtige Menschen; aber alle Faschisten haben einen Adlerblick für Stellungen, aus denen man tüchtige Menschen verdrängen kann. Niemand wird es einem Lande,.wie Italien verarge', wenn es das Problem seines Menschenüberschusses als ein zentrales Problem seiner Politik ansieht. Wenn es seinen demographischcn Reichtum nicht wie Abfall in fremde Länder leiten will, um ihn dort mißachtet oder geduldet zu sehen, sondern es offen ausspricht, was eine wirtschaftliche Wahrheit ist, daß nämlich die abwandernde Arbeitskraft das Musicr- land verarmt und das Einwanderungsland bereichert. Jede Politik, die das Zerrieben- oder Aufgesogenwerden der aus- gewanderten Bürger verhindern will, wäre nichts als eine Pflichterfüllung der Regierung gegen das eigene Volk. Das hat mit Imperialismus nichts zu tun. Aber die Italiener haben nie danach gestrebt, sich in anderen Staaten zu naturalisieren. Alle wandern ans. mit der geheimen Hoffnung, wenigstens im Alter in die Heimat zurückkehren zu können: sie heiraten auch in der Fremde vor- wieaend unter sich, behalten ihre Sitten und ibre Sprache bei. Es ist eine ganz neue, erst unter dem Faschismus und dürch den Faschismus geborene Erscheinung, daß die aus- gewanderten Italiener sich um fremde Staats- bürgerschaft, besonders um die französische bewerben. Und der Grund liegt einfach darin, daß das heutige Italien die N i ch t s a sch i st e n z u Rechtlosen macht. Einfach aus Selbsterbaltnngstrieb streben diese Rechtlosen danach, sich einem Rechtsverbande anzuschließen. Kein Staat in Europa bewacht seine Grenzen gut allen erdenkbaren Mitteln— c.rn Scheinwerfer und Polizeihund zum Maschinengewehr und Flugwerkzcug— gegen die eigenen B ü r g e r, die da» Land verlassen möchten. Ein„Vaterland mit Polizeihund und Maschinengewehr und dem Motto„Ihr sollt mich nicht fürchten, ihr sollt mich lieben", map stilgerecht faschistisch sein, aber man kann wetten, daß es in der Answanderunpspolit'k keine glückliche Hand hat. i Die bloße physische Fruchtbarkeit gibt noch kein Anrecht auf Weltherrschaft: die von den Italienern so verachtelen Serben und Kroaten laufen Italien in öer Geburtlichkeit den Rang ab. Auch der Redeschwall allein kann es nicht machen. Wenn Mussolini neuerdings erklärt hat, Italien habe das Weltprimat in der sozialen Gesetzgebung, so denkt man an einen Druckfehler oder an einen schlechten Witz, da es bis heute in Italien keine obligatorische Alters-. Kranken» oder Invalidenversicherung.,ibt. Diplomatische Trutzstellungen nach außen und Bluff nach innen, sind nicht dazu angetan, einem S'aate Symvathien zu erwerben. Es genügt nicht, Italien als„den Patrizier unter den Völkern" hinzustellen: auch die Worte des Unterstaats- sekretärs, daß das frühere Italien«ein Land der Literaten« Hoteliers und Liberalen" war, das jetzige ein„militärisches ■und religiöses Land" sei, sind jedes Wertes bar. Italien ist weder ein militärisches noch ein religiöses Land und der nsrd- amerikanische D o l l a r r e g e n, der seit Monaien auf es niederträufelt, ist weder für Kanonen noch für Kirchen de- stimmt. Italien ist ein Land mit großen zum Teil ungehobenen Ressoursen. Man will es durch eine Art politischen Sanitäts- kordon vom übrigen Europa absperren, um mit ihm ein mittelalterliches Experiment zu machen. Europa soll glauben, daß hinter jenem Kordon der neue W el t h e r r s ch e r her- anreift: Italien selbst soll gar nichts glauben, es soll nur gehorchen und sich ins Mittelalter zurückent- wickeln. Diskussionen, wie die über das Budget des Aus- wärtigen klären nichts. Sie verstimmen nur, stoßen den einen oder den anderen vor den Kopf. Aber der Zweck, durch großes Schimpfen großen Respekt im Ausland zu erzielen, der wird dabei ganz gewiß verfehlt. Opposition gegen üas Notgesetz. Ztcgerwalds neueste Parole. Stegerwald veröffentlicht im„Deutschen" einen rück- blickenden Artikel über das Arbeitszeitnotgesetz. Er kommt zu folgender Schlußbilanz: In den nächsten Wochen und Monaten erweist sich auf dem Gebiete der Arbeitszeit folgendes als notwendig: 1. Gewerkschaftler und Schlichter müssen auf eine organische Verkürzung der Arbeitszeit hinwirken. Bei den Schiedssprüchen mutz das Reichsarbcitsminifteriuin an diesem Ziel mitwirken. 2. Für die Arbeiter an den Stahl- und Martinöfen, sowie in den Walzwerken wird der Herr Reichsarbeitsminister baldigst auf dem Verordnungs- wege(für diese Arbeiterkategorien hat der Herr Arbeitsminifter das Verordnungsrecht) den A ch t st u n d e n t a g vorschreiben müssen. 3. Es ist nachdrücklichst darauf hinzuwirken, daß das g r o h e A r b e i t s s ch u tz g e s e tz, das gegenwärtig den: Reichswirtschafts- rat zur Beratung vorliegt und in dem die Arbeitszeit endgültig und organisch geregelt werden soll, im künstigen Winter im Reichs- tag zur Verabschiedung gelangt. Durch die Kämpfe um das Arbeits- zeitnotgesetz ist für diese Ziel« weitgehende Vorarbeit geleistet worden. Stegerwald gibt damit zweierlei zu: Organische Verkürzung der Arbeitszeit ist notwendig, das Arbeitszeit- notgesetz des Bürgerblocks hat die organische Verkürzung nicht gebracht. Sein Appell an den guten Willen des Reichsarbeits- ininisters und an das soziale Gewissen des Bürgerblocks in der Frage des Arbeilszeitnotgesetzes ist eine schöne Geste u n d n i ch t s m e h r. Er hat einen ähnlichen Appell an die- selben Interessenten gerichtet, ehe der Kampf um das Notaesetz begann. Der Erfolg hat gezeigt, daß man die Arbeitszeitsrage in sozialem Sinn nur gegen den Bürgerblock lösen kann. Wenn Stegerwald aus dieser Tatsache die Schlußfolge- rung nicht zieht, handelt er damit bewußt gegen das A r b e i t e r i n t e r e s s e wie bei der Abstimmung über das Arbeitszeitnotgesetz. Das können weder schöne Reden noch nachträgliche Kritiken verschleiern. Der eiserne öesen. Oder: Wie man zum Hochverrat hetzt. Herr Rümpel st ilzchen, alias der Herr vormalige Major Stein, hat ein Feuilleton über„Berliner Allerlei" geschrieben und dabei eine grausame Enthüllung gemacht. Ein preußischer Landes- polizeifchutzmann hat nämlich dem Reichspräsidenten— wahrscheinlich versehentlich— keine Ehrenbezeugung gemacht, und Herr von Hindcnbucg soll darauf geäußert haben:„Da kann ich nichts machen, denn in Preußen habe ich nichts zu sagen!" Diese an sich schon recht unwahrscheinlich anmutende Anekdote gibt ausgerechnet einen: rechtsradikalen Bewohner des partikularistifchen republika- nischen Königreichs Bayern Veranlassung, in der„Deutschen Zeitung" unter der Ueberschrift„Der sehlende eiserne Besen" sage und schreibe gegen das heutige Preußen zum Kampf für eine Tanzmatinee öer Volksbühne. Die letzte diesjährige Tai�veranstaltung im Theater am B ü l o w p l a tz. Mary W i g n> a n und ihre Gruppe brachte:: die große choreographische Dichtung„Die Feie r". Drei Teile. Zuerst vier Monotonie:::„D e r T e m p e l". Sanfte, wiegende, dusrig-flimmerude Rhythmen. Dazu primitive, vom genialen Will Goetze geschaffene Begleitnuifit. Meeresrauschen. Hin und her, aus und ab. Von fern her leise hiueinklingend hellere Töne. Zarte, stille Mädchengestalten in bronzenen Gewändern kauern am Boden, seltsame Instrumente spielend. Wandeln langsam in Graden, in Bogenlinicn über die Bühne. Preziäse Handbewegungen rrinncrn an javanische Tänzerinnen. Im Geist des orientalischen llrtanzes erscheint das Ganze konzipiert. Und ist ihm doch wesens- fremd, weltenfern. Die Monotonie des orientalischen Tanzes fließt ununterbrochen, stnndenlang, im gleichen Strombett. Hier ist der Gleichtlang der Rhythmen nur scheinbar. Entwicklung findet statt, organisches Wachsen, Ausblühe::, Absterben. Daher dauernde seelische Spannung des Publikums. Man ist totenstill, hält den Atem an, er- wartet etwas. Wundervolle Soli der Wigman beglcilen die kultischen Reigen: beginnen in Selbstoergrsscnheit, steigern sich zur Ekstase, klingen aus in visionäre Verzückung. Der zweite Teil:„Im Zeichen des Dunkeln." Kompli- zierteste Gruppengestaltung. Miteinander, gegeneinander, aus- einander, leise aneinander vorüberstreichend. Und immer durch magische firäste untereinander verbunden, voneinander beeinflußt, vom Willen der Führerin gelenkt. Der Raun: in unablässig wechseln- der Gliederung stets ein organisches Gsnzes bildend. Das Ganze von vollkommen durchsichtiger Klarheit. Ein Wunderwerk, trotz einiger choreographischer Mängel. Eine Höhe der tänzerischen Kam- Position, wie sie außer der Wigman keiner der heute lebenden Tanz- dichter erreicht. Und wieder ein paar eindrucksmächtige, hinreißende, unvergeßliche Solotänze der Meisterin. Zum Schluß ein„F e st l i ch e r A u s t l a n g". Drei Gruppentänze„Polonaise",„Lied",„Tarantella", und ein„Rhapsodischer Tanz" als Solo der Wigman. Erlösung von dein Druck düsterer Mystik. Aufatmen im heiteren Sonnenlicht. Welt- und Lebens- bejahung. Und— im Solo— der trirnnphierende Ausdruck saust!- schen Stolzes. Vor«inigen Wochen sahen wir„Die Feier" in der Skala. Jetzt, ans dem Blllowplatz-Theater, der schönsten Tanzbühne Deutschlands, war die Wirkung eine noch stärkere. Mit einer ganz großen Dar- bietung konnte die Volksbühne ihre Tanzinatinecn dieser Saison ab- ichließen. Das Publikum, das den Riesenraum bis zum obersten Range füllte, genoß das Gebotene verständnisvoll dankbar. Die jubelnden Beifallsstürme wollten kein Ende nehmen. John Schikowski. Stärkung der Reichsgewalt aufzunifen. Die preußische Re- gierung ist ja nun im Gegensatz zu dem Bayern der Herren Kohr, Knilling und Held immer unitarist isch eingestellt gewesen. Aber das ist natürlich für die„Deutsche Zeitung" unerheblich: Das Schlimme ist, daß— nach dem Blatte Herrn von Sodensterns— Preußen seit 1918„sozialdemokratisch und jüdisch" regiert worden ist. Und deshalb fährt man wörtlich fort: „Wenn geschriebene Paragraphen der Reinigungsarbeit ent- gegenstehen, so ist dnmit nur der Beweis erbracht, daß sie nichts taugen und beseitigt werden müssen. Der Staat steht ü b e r der Verfassung, und die Verfassung ist nicht dazu da, daß man sich hinter sie versteckt, um nichts zu tun! Ein rücksichtsloser Mann mit einem eisernen Besen ist das. was uns im Reich am meisten nottut. Der Besen wird vckr allem vor der eigenen Haustür der Reichsregierung gebracht werden müssen, nämlich in Preußen." Das ist theoretisch ohne Zweifel eine glatte Aufforde- rung zum Hochoerrat. Aber so schnell schießen in der Praxis auch die ollerpreußischsten bayerischen Preußen nicht. In nüchterne Wirklichkeit übertragen, ist der Kern des Stoßgebets dieser: Gebt uns den preußischen Keudell! Hoffen wir, daß der blauwciße Preuße vergeblich hofft? Die Methode vom Wittenbergplatz. Unschuldige Nationalsozialisten. Der deutsche Reichsaußenmimster des Bürgerblocks, Herr Stresemann, hat sich durch den Ministerialdirektor W a l l r o t h beim russischen Botschafter wegen der Mißhandlungen des Königs- berger Konsuls Kantor durch nationalsozialistische Rüpel ent- schuldigt. Nach der immer noch deutschnationalen, demnach also regierungspartcilichen„D e u t s ch e n Z e i t u n g" hat er damit einen Fehler gemacht. Dieses Blatt schreibt nämlich: „Wie aus den Meldungen hervorgeht, sind die National- sozialisten, die sich in der Näh« befanden, überhaupt nicht an der Angelegenheit beteiligt. Im übrigen ist der bolschewistische Konsul. wie sein Name schon besagt, nicht Russe, sondern Jude. Es ist anzunehmen, daß auch feine Begleiter O st j u d e n waren. Ueber das herausfordernde und rüpelhafte Benehmen von Ostjuden in der Oeffentlichkeit wird gerade in Ostpreußen lebhaft geklagt. Nach den bisherigen Feststellungen hat der H«rr Kantor aus dem Osten seine Züchtigung also selbst herausgesorder t." Eine echt Sodensternsch« Beweisführung!„Wie sein Name be- sagt."„Es ist anzunehmen." Und weil anzunehmen ist, wird„leb- hast geklagt". Schade nur, daß kein Verständiger aus solche Albern- heiten hereinfällt. Im Gegenteil: Jeder erkennt, daß hier die Methode vom Wittenbergplatz gemdezu propagiert wird. Die „Deutsche Zeitung" verkündet:„Deine Nase gefällt mir nicht, also darf ich sie einschlagen! Ich bin der hakenkreuzverziertc Ochse in: Porzellanladen.— mag das Deutsche Reich, mag Herr Stresemann freundlichst die Rechnung begleichen!" 3/4 MilliarÜen Suögetöesizit in England! Churchills Cntfchuldigungsrede.— Höhere Zölle zur Deckung. London, 11. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Schatzkanzler der konservativen Regierung Churchill brachte am Montag unter der üblichen gespannten Erregung des überbesetzten Hauses das Budget für das Finanzjahr 1927/28 ein. Die Einleitung feiner großen Rede war auf den Ton der Entschuldigung ge- stimmt. Churchill schrieb das vorjährige ungeheure vesizll von 37 Millionen Pfund Sterling(740 Millionen Mark! Red. d.„V.") »usschliehlich den finanziellen Folgen des General- st r e i k s zu. der die Profite der gesamten britischen Wirtschaft für das Jahr 1926 um ISO Millionen Pfund Sterling gegenüber den Erwartungen vermindert hätte. Für den Finanzminister hätten sich aus dem Generalstreik und dem Kohlenkamps ein Aussall von Steuereinnahmen in Höhe von 17H Millionen Pfund Sterling und Mehrausgaben in Höhe von 14 Mil- lioncn Pfund Sterling ergeben. Dann wandte sich Churchill der Zukunft zu. Er schätzte die Ausgaben des kommenden Jahres und damit die Summe des Budgets mit 818 Millionen Pfund Sterling, Schauspiel-�leven auf öer Sühne. Die Volksbühne ließ ihre Schaujpiel-Schüler im Theater am Schifsbauerdamm vor das Publikum treten, leider in zwei nicht sehr glücklich gewählten Stücken. Wilhelm Schmidtbonns Schwank„Der junge Achilles" und Andreas Gryphius' „Peter S q u e n z" sind als Bühnenwerke kaum diskutabel. Der Lyriker Schmidtboni: steht als Dramatiker nie auf sehr festen Füßen; sein„Junger Achilles" aber gehört in die Reihe der Körnerschen Mädchenpensionatslustspicle und also nicht auf eine ernsthafte Bühne. Des alten Gryphius Schauspiel berührt die Zuschauer ebenfalls recht wenig. Vor allem aber waren beide Werke, die in reinlicher Tren- nung zuerst die weiblichen, dann die männlichen Eleven zu Worte konunen ließen, sehr wenig geeignet, möglicherweise vorhandene dar- stellerische Fähigkeiten zu demonstrieren. Nicht durchaus als neckische Amateurschauspielerin zeigte sich einzig Edith isei seier, während von ihren männlichen Kollegen immerhin drei, Wolf gang Kühne, Heinrich Greif und Jakob Schöps, einige Eig- nung zum Schauspielerberus ahnen ließen. Das Deutsche Theater hatte Angehörigen seiner Schauspiel- schule die Bühne in den Kamm erspielen eingeräumt. Man sah ein Schauspiel von Franz Winterstein„Ich, Lydia T u st e n d o w s t a", eine dramatisierte Novelle� ohne allzu große Bühnenberechtigung Denn das Problem des Stückes liegt außer- halb der szenischen Ereignisse. Die Einsamkeit der häßlichen Lydia Tusiendowska ist der wirklich tragische Inhalt des Werkes, nicht das eigentlich dramatische Geschehen, das wohl auch aus dieser Erkenntnis heraus sehr nebensächlich gestaltet ist. Einsamkeit, die aus ange- borener Häßlichkeit erwächst, ist aber kaum ein Vorwurf für ein bühnenwirksames Stück Um so höher muß es der Darstellerin der Titelrolle, Stella Waldenburg, angerechnet werden, daß sie ihre in ganz gerader Linie angelegte Rolle so zu nüancieren ver- stand, daß doch wenigstens eine Andeutung von dramatischen Höhen und Tiefen herauskam. In den breit angeletzten biographisch. novellistischen Monologen, die für jede Schauspielerin ein haner Prüf- stein gewesen wären, gab sie zwar einige unlebendige Stellen: aber leichwohl blieb es unverkennbar, daß hier eine wirkliche Bühnen- egabung vor dem Publikum stand. Von FritzJolowicz, ihrem Partner, läßt sich nur sagen, daß er anscheinend nicht völlig ohne Nutzen gute Theateraufsührungen besucht hat. Die übrige» mann- lichen Darsteller, vor allem aber auch Jngeborg Carlson, täten gewiß gut daran, sich noch rechtzeitig einem für sie geeigneteren Beruf zuzuwenden. Die anständige Sprcchiechnik, die sie in der Schauspielschule des Deutschen Theaters gelernt haben, wird sie gewiß im bürgerlichen Leben jedem Liebhaberthcnterverein zur Zierde gereichen lassen._ T«s. Ernst-Toller-Abeud. Im Bürgersaal des Berliner Rat» Hauses las Ernst Toller aus eigenen Werken auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur. Man würde Sinn und Inhalt dieser Veranstaltung unterschlagen, wenn man sie literarisch werten wollte. Toller ist literaturgeschichtlich schon oft und gründlicb diskutiert worden. Man soll darüber nicht vergessen, daß sein Schaffen vor allem ein Kapitel Kulturgeschichte bedeutet. Dieser Vortragsabend war eine Erinnerung daran. Die wovon auf der Basis der bisherigen Steuern und Zölle etwa 797 Millionen Pfund Sterling gedeckt werden würden. Dies stellt eine Vermehrung der Staatsausgaben gegenüber dem Budget des sozialistischen Finanzministers Snowden um nicht weniger als 28 Millionen Pfund S t e r l i ng dar. Die erste Ankündigung sensationellen Charakters in der Rede Churchills war die Mitteilung, daß in dem lausenden Finanzjahr das Transport- Ministerium abgebaut werden würde. Außerdem soll das Ministerium für Bergbau und das selbständige Uebersec- Handelsdepartement als eigene Verwaltungskörper a u f g c l ö st werden. Aus der Aufzählung der geplanten Maßnahmen geht her- vor, daß irgendeine wesentliche Veränderung der Steuern nicht geplant ist, hingegen folgende Einfuhrzölle vorgesehen sind: auf Porzellan und Töpferwaren, auf importierte Gummireifen für Motorfahrzeuge und auf gewisse, aus dem Auslande eingeführte Filme. Die Einfuhrzölle und die Umsatz- steuer auf Streichhölzer werden erhöht, ebenso die Einfuhrzölle aus importierte Spirituosen mit einem höheren als 25prozentigcn Alkoholgehalt. Unzweifelhaft ist diese katastrophale Jahresbilanz zum allergrößten Teil eine Folge des Generalstreiks und vor allem des achtmonatigen Kampfes im Bergbau. Mit diesem Hui- weis wird es der Regierung Baldwin nicht gelingen, die Schuld auf die Arbeiterpartei abzuwälzen und damit SUm- mung für das Antistreikgesetz zu machen. Denn die öffentliche Meinung in England weiß sehr genau, daß die ronservatioe Regierung teils durch Passivität, teils durch Provokationen «in gerüttelt Maß von Verantwortung, sowohl an dem Aus- bruch des Solidaritätsstreikes im Mai wie auch an der monate« langen Fortdauer des Kohlenarbeiterstreiks trägt. Gerade Churchill ist am allerwenigsten berechtigt, andere anzu- klagen, denn er hat zur Kraftprobe im Mai getrieben und hat bei der zehntägigen Bekämpfung des Streiks mit Strafgeldern um sich geworfen. Die Ersatzwahlen der letzten Monate haben fast aus- nahmslos bewiesen, daß das englische Volk über die Schuld- frage im Bilde ist. Die neuen Zollerhöhungen, mit denen der Schatzkanzler das Defizit zu decken oersuchen wird und die sich auf das Wirtschaftsleben in der Form einer neuen Teuerung?- welle auswirken dürften, werden die Beliebtheit der Konser- vativen nicht gerade erhöhen. Schließlich werden sich auch viele Wähler fragen, ob nicht auch die C h i n a p o l i t i k der Regierung, die jetzt zu kostspieligen Expeditionen geführt hat. total verfehlt war und ebenfalls zur Vergrößerung des Defizits beigetragen hat. Die nächsten Wahlen werden, trog des ungerechten Wahlsystems, beweisen, daß das englische Volk von dem ruinösen Torykurs genug hat. Die Vorkonferenz aufgesiogen. Vertagung der Genfer Rüftungöbesprcchungcn. Gens, 11. April.(BJIB.) Das Arbeitsprogramm des vorbe- reilenden Ausschusses für die tlbrüflungskonferenz sieht für den AbschlußdererstenLesung nach Mitteilung des Vorsitzenden vor, daß am Donnerstag die Frage der Seerüstungcn. der allgs- meinen Grundsähe für die Einrichtung einer Kontrolle und die noch offenstehenden Reslpunkte behandelt werden sollen. In der Oster- pause soll das vorliegende Ergebnis vom Bureau zusammengeslclll und zum Abschluß der ersten Lesung in der Woche nach Ostern dem Ausschuß vorgelegt werden, der nach Genehmigung dieses- Berichtes für unbestimmte Zelt auseinandergehen wird. Das Dalum der zweiten Lesung, die Lord Robert Eecil für de« November erwartet, soll später bestimmt werden. « Gens, 11 April.(TU.) Pressevertretern gegenüber erklärke Lord Robert Eecil, eine Vertagung erscheine zweckmäßig im Hinblick darauf, daß zunächst die Ergebnisse der Dreimächtekonferenz abgewartet werden müßten. Ferner sei es notwendig, daß ein« Klärung der Stellungnahme der einzelnen Regierungen zu den bisherigen Verhandlungen der?lbrüstungskomm!sston herbei- geführt würde. .........................................................» Auszeichnungen aus seiner Gesangenenzeit, die Toller las, gehören zu dem gewaltigen Anklagenmaterial, das die Jahre seit dem großen Krieg gegen die Gesellschaft geführt haben, und das sich auch von dem genialsten Dichter nicht dichterisch gestalten ließe. Denn vor dieser Wirklichkeit muß jedes Können versagen. Hier ist nichts anderes möglich, als Tatsachen aneinander zu reihen und sie sprechen zu lassen. Gedichte aus der Sammlung„Der Gejangene", die Toller den Prosastücken anschloß, geben die Spiegelung des Individuums in diesen Ereignissen. Die Gedichte— um dein Dichter Toller wenigstens mit einem Satz gerecht zu werden— gehören sicher zum besten, was er geschaffen hat. Aber diese künstlerische Bedeutung kommt auch hier neben' der menschlichen kaum zur Wirkung. Das Publikum lauschte ergriffen. Sz. Komödie der Symmetrie. Das' Neue Theater am Zoo lädt zur Sormtagsmatinöe zwecks Urauiführung der Komödie von Henri Soumagne„Spiegelgesecht" ein, die Uebersetze:in lädt die Presse brieflich wieder aus, da sie als Inhaberin des Auf- führungsrechres die Uraufführung zu verhindern gedenkt. Ein kleine» Theaterfkandälchen stand also in Aussicht: recht so— denn die Frühlingssonne war in den letzten Tagen geradezu kassenabträglich, strahlend und warm geworden. Aber zu festgesetzter Stunde ging alles brav und pünktlich vonstatten, und wir sind weder durch Ver- böte noch Trillerpfeifen erlöst worden. Spiegelgesecht? An den beiden Studenten Julien Dinand und Charles Marncns will der Verfasser allem Anschein nach demonstrieren, daß die heutig« Mensch- heit Typenware ist. daß einer ohne Schwierigkeit di« Rolle seines Pendants spielen kann, und die geringe Verschiedenheit der äußeren Lebensgestaltung nur von Zufällen abhängt. Die beiden Stüde»- ten haben die gleichen Ansichren, Neigungen und Fehler, bewohnen dasselbe Gasthaus, lieben, Ehastez Croissez, dieselben Frauen, ver- gessen gleichzeitig ihre Kolleghefte, binden gleichzeitig ihre Kragen um und haben bis auf die Sekunde übereinstimmend ihre Zigaretten zuende geraucht. Der Grundgedanke, aus dem sich etwas hätte machen lasten, wird ohne Witz, okzne Laune, ohne Gestaltungskraft zu fader Symbolik verwendet und mit albernen Mätzchen garniert. Au» Arithmetik ist das Stück gemacht und den Snobismus nennt es seine Amme. Ueber die Darsteller Alex v. Swaine und Eduard Werden lägt sich wenig sagen, da die puppenhaste Starrheit ihrer Rollen ihnen wenig Entfaltungsmöglichkeiten bot. Ina Rudolph ging auf die Nerven wegen der Monotonie ihrer schrillen ZwitschersUmme, während Friedet Ehrlich aus der Rolle der Studeickin etwas zu machen versuchte.— Abschließend sei gesagt, daß diejenigen weiser waren, die draußen dem bescheidensten Kohlweisling nachträumten, als diejenigen, die im dunkeln Theater- räum diese literarische Halbtagsstiege einsangen wollten. H. S. Ver verlwer Volkschor /Dirigent Dr. E. Zander) veranstaltet unter Mitwirlung der Kamniernmsirvercinigung der Zlaalskapelle am 15., abend» 7 Uhr, in der Neuen Welt,?wcnbe!de 10?fll4, ein Knrfrciwg»- konzcrt. /Zum Vortrag gelangen ernste Gesänge aus jüns Jahrhundertew örnlnl: 1 Vi. Russische Ausstellung ia Serlia. Die, ruijische Gejellichast für kulturelle Verbindung mit dem Auslände veranstaltet in Berlin eine Ausstellung der Plakattun st der Sowjetländer. SS beteiligten sich 200 der betannleften russischen Plakatkünstler daran. Die Kundgebung Drei Rede» fü Die republikanische Kundgebung am gestrigen Abend füllte die ?iiesenhalle des Sportpalastes aus mit Reichsbannerleuten und „Zivilisten", auch reckst vielen Frauen. Anders als noch bei der letzten Riesenkundgebung unserer Partei gegen den Rechtsblock war die Rednertribüne mehr im Innern der Halle, ringsum freistehend, aufgebaut, wodurch die Redner auch ohne Verwendung einer Laut- sprecheranlage besser hörbar wurden. Vor der Rednertribüne hatte sich das neue Fanfaren bläserkorps aufgestellt, das unter Begleitung der Trommler den Einzugsmarsch für die Fahnen- kompagnie spielte, als diese unter stürmischem Beifall der Tausende heranmarschierte, um einen Wald republikanischer Fahnen auf der Estrade und um sie herum aufzubauen. Fanfarenklänge mußten auch jeden neuen Redner ankündigen: die andere Funktion einer Präsidentcnglocke, nämlich zur Ruhe und Ordnung zu mahnen, brauchten die rvackeren Trompeter dagegen nicht zu übernehmen. Geschäftsführer N e i d h a r d t eröffnete mit ernsten Worten die Kundgebung, zu deren Teilnehmern u. a. auch die Reichstags- abgeordneten Hildenbrand und Scheidemann, Vizepräsident Weih und Direktor Windisch vom Polizeipräsidium, Regierungs- Präsident B o l k- Königsberg gehörten. Darauf sprach, stürmisch be- grüßt. Sunüesvorsitzenöee Höring: Mehr als zwei Drittel der europäischen Bevölkerung leidet teils unter der persönlichen, teils unter einer kollektiven Diktatur. Fafchis- mus und Bolschewismus wetteifern in der Unterdrückung der sozialen Demokratie. Die Demokratie ist ertötet, ausgerottet in Rußland, Ungarn, Italien, Spanien, in Rumänien. Litauen usw. Dort herrscht die reine Diktatur. In einer Reihe weiterer Staaten wie Griechen- land, Portugal. Bulgarien usw. kämpft die Demokratie einen wahrm Verzweisli'.ngskampf gegen die Diktatur. Zn keinem Lande Europas ist die Geduld, die Langmut der staateerhaltenden Bevölkerung, der Republikaner so groß gegen- über den Feinden der Republik, einem wahren politischen Bon- dnrntum von rechts und links, als in Deutschland! Wir mußten die Bandenbildung und deren Unwesen erleben, die sich, obgleich mit dem Schein des Militärs umgeben, in der übelsten Landskneckstsmanie benahmen und maßloses Unheil anrichteten. Der Kapp-Putsch mit all seinen schrecklichen Folgen zeigte, welch ein Maß von Verwilderung und politischer Unfähig- keit in den sogenannten„nationalen" Kreisen sich breit gemacht hat, und der mitteldeutsche Ausstand zeigte, daß die K o m in u- nisten durchaus derselben Verbrechen fähig sind wie die K n p p i st e n. Die furchtbare Kulturschande des Radau-Antisemitisinus ging über uns und bereitet« den Weg für die große Schande, die uns betrofsen, für den politischen ZNord vor. Da wurde in letzter Stunde unser Bund, das Reichsbanner Echwarz-Rot-Gold, gegründet.< Beifall.) Unsere beispiellose Eni- Wicklung ist betanm. Wir warfen uns dem Feind von rechts und links entgegen. Unser Verdienst ist, daß wir zunächst erst wieder die Versammlungsfreiheit hergestellt haben. Die sogenannten„deutschen Tage", die„Regimentsbefehle" usw., alle? Veranstaltungen gegen die Republik, zum Abflauen, zum Stillstand brachten."Wir trugen die Farben der Republik bis ins letzte Dorf. Wir stellten das Vertrauen zur Republik wieder her. Wir brachten den parlarr.eiüarischcn Erfolg derer von rechts und links zum Stillsland und wir haben bei den legten Wahlen mitgeholfen, daß die republikanischen Parteien den größten Teil der verlorenen Position wiedergewonnen haben. Trotz oller Widerstände haben wir gegen den nationalistisch- kommunistischen Radau den Sieg davongetragen. Doch es sieht so aus. als ob wir und das ganze Land n i ch t z u r Ruhe kommen sollten. Der Ausgang der letzten Rcichspräsidentenwahl weckte bei den Rechtsbolschcrvisten wieder Hoffnungen. Doch bald mußten sie wieder mit gedämpftem Trommelklang marschieren. Doch da kam die jetzige Reichsregierung als ihr Ideal. Es ist kein Zufall, daß mit dem Erscheinen dieser Reichsregierung die Bewegung der Rechksverbände mit dem ganzen Radauantijemitismus ge- wattig aufgeflammt ist und das Kleinkalibcrunwesen erschreckend zunimmt. Die Führer der Rechtsverbände führen«ine drohende Sprache gegen die Re- publik. Sie verfügen zurzeit über große Geldmittel, die ihnen teils von der„notleidenden" Landwirtschaft(Heiterkeit), sicher auch aus Musiolinien und endlich aus geheimen Fonds reichlich zufließen. Den Schreck der Fememordprazesie haben diese Rechts- bolfchewistcn abgeschüttelt, frecher denn je— einen brutalen Terror ausübend— ziehen sie durchs Land. An Stelle der Staatsordnung ist in vielen Orten Deutschlands der völkifch-nationale Radau erschienen, Bürger sind brutal mißhandelt worden. Man hat uns oft gefragt, was wir zu tun gedenken, um dem nationalistisch-kommunistischen Straßenradau, dem Uebersall an Menschen, entgegenzutreten. Wir haben immer geantwortet und antworten auch heule: Wir haben zu der L a n d e s p o l i z e i, insbesondere zum preußischen Minister des Innern und seinen Beamten das große Vertrauen, daß diese Radaubrüder von der Straße gebracht werden, daß ihnen Hören und Sehen vergeht. Die Mitglieder unserez Bundes, unsere Kameraden, halten sich für zu gut— es ist unserer unwürdig, uns mit diesen Radau- brüdern herumzuschlagen.(Lebhafter Beifall.) Die Ko m ni u n i st e n sollten aber endlich begreifen, daß die Hakenkreuzler den Radau als Lebenselement brauchen, sie wollen den Militärischen Belagerungszustand, denn nur mit diesem glauben sie ihr Ziel zu erreichen. Einen von den hakenkreuzlern mit Hilfe der Kommunisten erzwungenen Belagerungszustand aber werden wir als einen Angriff gegen die Republik ansehen, dem wir uns mit allen Mitteln und Kräften entgegensetzen werden. Das mögen alle, die es angeht, sich merken. Von den Hakenkreuzlern und ihren Hilfstruppcn lassen wir uns und die Republik nicht abschlachten. Der Stahlhelm kündet nun einen riesigen Aufmarsch in B c r l i n an. Das ist richtig. Der Aufmarsch wird groß werden, denn bereits jetzt arbeitet ein Terror ohne Vergleich und die„notleidenden" Agrarier pressen alles, was in ihren Diensten steht, in die Reihen der Rach-Bcrlin-Fahrer. Ausrüstung und Fahrgeld zahlen diese Herren, um nach beendeter Fahrt die Auslagen restlos von dem Hungerlohn der Lanoarbeiter diesen abzuziehen. Im Berliner Stahl- hclmaufmarsch wird% der ärgste Feind des Stahlhelnis marschieren. Republikaner' und viele Kommunisten, die gezwungen dort marschieren rnüsien.% politisch Indifferente werden, den Wirtschaft- lichen Boykott fürchtend, mitgehen. Der Rest waschechte Stahlhelmer von Seldto bis Gräfe ein buntes Gemisch, wir werden diese Leute hübsch unter sich ollein lassen.(Allgemeine Zustimmung.) Zum ersten Male grinst uns der Relchsekat. der von der über- wiegend„nationalen" Regierung durchgesetzt ist, an. Es ist ein Bild des Schreckens, eine Verzerrung des Volkswilleus. Im Reiche steht hinter diesem Reichsetat nur eine oerschwindende Minderheit. Aber geradezu Empörung herrscht bis weit in die Rechtskreise, daß diese Regierung nichts, icher auch gor nichts, zur Arbeitsbcjchossung tut, daß sie ein auf den Leib der Unternehmer im Sportpalast. t? die Republik. zugeschnittenes Arbeilszeilgcsetz durchsetzt, das für Millionen die Arbeitslosigkeit zur Dauereinrichtung macht, die nun aus Steuer- Mitteln erhallen werden müssen. Leider bestehen schwer« Meinunasoerfchiedenheiten sowohl in politischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht unter den r e p u b l i- konischen Parteien. Wir wollen uns in den Parteistreit nicht einmischen, sondern nur die höfliche Bitte aussprechen, sich doch an einen Tisch zu setzen, die politische und wirtschaftliche Lage zu über- prüfen, einen gemeinsamen Weg zu suchen und aus diesem zu morsch eren. Das erfordert die setzige Stund«. Einig sind sich zu unserer Freude die republikanischen Parteien darüber, daß die jeh'ge Staatsform erhalten, am Bestände der Republik nicht gerüttelt werden darf. Dieses Bewußtsein zu heben, ist«in Teil unserer Stärk«, unserer Kraft. Wir find uns der Gefahr, die da ist und die täglich wächst, völlig bewußt, sehen sie klar. Wir wissen, daß gegen die Sturm- Haufen von rechts und links, gegen ihre Kleinkalibergewehre die besten Parteiprogramme nichts nutzen. Worte gegen den Unser- stand keinen Sinn haben. Diesem Sturmhaufen kann man nur eine geschlossen« Kraft entgegenstellen. Ihr Männer und Züngsinge aus dem republikanischen tager, den republikanischen Parleien, schari euch um unser Bundesbanner. Zn selbslgeivollter Disziplin und Ordnung werden wir streiten und kämpfen bis zum Siege einer großdeulscheo, sreieu, sozialen und demokratischen Republik! Oklo Ruschke. M. d. L., führte aus: Republikaner, Kameraden! Wir sind in die konservative Periode der deutschen Republik eingetreten. Das mag die Gefahren für die republi- konische Staatssorm an sich mildern, für die Republik, die wir in unserem Herzen tragen, haben sich die Gefahren gesteigert. Unsere Rechtsparteien wollen die Republik, um sie auf dem Gebiete der Wirtschaft und Sozialpolitik beherrschen zu können. Wir Republi- kaner müssen leider bekennen, daß die republikanischen Parteien den Wille« zur Macht nicht längst so gut begriffen haben wie die Zunker und die Schwer- industriellen. Die Roten Frontkämpfer versuchen heute, unser« Kameraden am Reichsbanner irre zu inachen wegen der Beteiligung des Zentrums an der Reichsregierung. Run. das Zentrum in Preußen hält treu zur Weimarer Koalition, und gerade jetzt brauchen wir dringend notwendig die Zentrumskameraden im Reichsbonner. Ge- rade jetzt muß die Millionenarmee der deutschen Republik mit ge- schärftem Mißtrauen darüber wachen, daß der Ideengehalt der Republik nicht sortgesetzt verfälscht wird. Darum: Schließt die Reihen. Mehr denn je braucht die deutsche Republik de« letzten Rclchsbannennann. Rie mehr eingerollt: Schwarz-Rol-Gold! Wieder klingts aus den Fanfaren„Schwarz, rot und gold" und nun langanhaltende Ovationen: flbg. Dt. Josef Vieth nimmr das Wort und geht sofort zustimmend auf einen Zuruf«in, der ihn aufgefordert hatte, frei von der Leber weg zu sprechen. Er kündigt an, klare Worte reden zu wollen, denn das erfordere die Zeit. Und er sagt: Es sind hier mancherlei Zurusc gefallen. Ich sage Ihnen, daß ich der Unzusriedenste unter den Unzufriedenen bin. Wir haben dazu im höchsten Grade Anlaß!— Die Farben schwarzrolgold sind die Symbole der deutschen Einheit und Freiheit, sie weisen hin in das sittliche Reich sozialer Gerechtigkeit und edler Menschenliebe. Es ist nicht damit getan, daß wir unsere Fahne durch die Straßen trogen, es gilt, für die Republik zu arbeiten. sonst würde bei der Entscheidung unsere Müh« vergebens sein. Die deutsche Republik gedeiht nicht, wenn die Republikaner ruhen und die Moimrchisten die Politik machen. Heute ist unser Freund, Staatssekretär Schulz, aus dem Reichsministerium des Innern aus- geschieden worden und kurz darauf auch der Dersassungsreserent, unser Freund, Miiiisterialdircttor Brecht.(Stürmische Entrüstung?- rufe.) Wie schnell das geht, wenn die Rcchlsgerichleten regieren, und wie langsam geht es, wenn die Republikaner an der Macht sind!(Lebhaste Zustimmung. Rufe: Marx!) Geben Sie Marx und uns dreißig Mandate der Linken mehr, dann hat die Rechte ansgesprell! Als die Deutschnationalen die Regierung in Württemberg übernahmen, haben sie unseren Freund Hilden- brand, diesen guten Republikaner, sogar durch einen Eilbrief cnilasse»!.(Pfuirufe.) Einen Eilbrief möchten wir heut« jedem Republikaner und jeder Republikanerin schicken: es eilt, daß wir uns versieben lernen und gemeinsam weiterarbeiten, daß wir lernen, Politik z» machen. Es darf nicht so kommen, daß auch noch in der preußischen Berwaltung die Reaktion triumphiert. Erst soll die ollgemeine Volkswahl in Preußen zeigen, wie das preußische Volk regiert werden will.(Stürmischer Beifall.) Alle Arbeit für Schwarzrolgold ist nichts wert, wen« wir nicht gründlich die kommenden Wahlen zum preußischen Landlog und im nächsten Zahr zum Reichstag vorbereiten. Das Reichsbanner ist keine Partei, es ist die Schutz- und Trutz- organisation der Deutschen Republik, aber wenn wir heute sehen, was für Leute sich zur Republik drängen, so scheint es mir dringend nötwendig, daß die Reichsbannerleutc und Republikaner in die Versammlungen und Organisationen ihrer poli- tischen Parteien hineingehen, um dort für das Zu- sarnmengehen aller Republikaner zu wirken. Wir haben die Freud«, daß unser Freund Paul Löbc wieder gesundet ist und bald wieder mit uns arbeiten kann.(Große Ovationen für Lobe.) Uns«re Arbeit hat nur dann Zweck und Sinn, wenn bei der nächsten Reichstags- wohl nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch die Demokraten gestärkt und insbesondere auch im Zentrum entschiedene Demokraten gewählt werden. Als wir in den ersten Iahren der Republik, als Erzberger, Rathenau und Ebert noch lebten und kämpsten, in der Außenpolitik, so Schlimmes zu leiden hatten und trotzdem unser« Politik weiter- führten, da haben uns die Gegner oft gesagt: Ihr schluckt ja Kamele mit Haut und Haaren. Aber die Rechlspolitiker haben in- zwischen Elefanten und Mammute geschluckt. E- geht übrigens bei ihnen mit gedämpftem Trommelklang, sie lernen auch, daß sie sich in Geduld üben müssen. Wie wollten wir da die Geduld oer, licre». Rein, gerade jetzt heißt es. alle Republikaner zusammen. zubringen, damit wir, wenn nolwedig. bei einer Preußenwahl zeigen können, daß das Boll für die Republik ist.»ir brauchen nickst— wie Stegerwald mit Preußen zu drahen. aber der Kampf um P.r eußen ist der Auftakt zum Kampf um die deutsche Republik, um unser deutsches Baterland. Der Republikaner muß dem Staate geben, was er braucht und muß sich hüten vor sinnlosen: Radikalismus. Ich verstehe sehr gut die sozialistischen Republikaner, auch ich sehe in dem heutigen kapitalistischen Zustand nicht das letzte Wort. Aber die Sozialisten müssen auch Toleranz gegenüber dem katholischen Volk üben. Andernfalls würde man aroße Teile des katholischen Volkes in Schlesien, Rheinland und Westfalen der Reaktion geradezu in die Arme treiben. Schwarzrotgold bedeutet auch Achtung der ehrlichen Heberzeugung des anderen. Es schleichen Leute durch das Land, die dem Reichsbanner»achsagen, es Hab« die Lahn der Toleranz verlassen. Das Gegenteil ist wahr.(Sehr richtig!) Dir ehren Deutschland, seine Geschichte, sein Wesen und wir achten auch den Menschen anderer Ueberzeugung und anderer religiöser Ge- sinnung. Da wir aber wissen, daß ganz Europa zusammengebracht werden muß, wenn nicht ein neuer Krieg schließlich die ganze Kultur vernichten soll, so achten wir auch den Menschen anderer Nation wie uns selbst. Als eben Herr L o u ch e u r in Berlin war, da find viele geeilt, ihm die Hand zu drücken, die nie zum Reichspräsidenten Ebert gegangen wären!(Sehr gut!) helft alle, daß wir In Preußen die republikanische Phalanx er- halten und daß wir im Reiche der Rechlsregierung so bald wie möglich ein Ende bereiten. lLanganhaltcnder stürmischer Beifall.) Die Deutschnationalen mäch- ten gern aus unserem Staat eine Berliner Planschwiese machen. (Heiterkeit.) Aber da haben wir auch noch mitzureden. Die soziali- (tischen Republikaner müssen sich daran halten, daß der Sozialismus zu solidarischem Hendeln in Gemeinde. Staat und Nation verpflichtet. Und was das Christentum anbelangt, so verpflichtet esdieDiener der Kirche nicht, sich zu Bütteln des Kapitalis- mus zu machen.(Stürmischer Beifall.) Der Kampfruf, den ich heute abend ausgestoßen, hat mir viel- leicht neue Feinde geschaffen. Das ist mir gleichgültig, wir haben in all den Jahren genug Anfeindungen erfahren. Vereinigen wir uns alle zum Kampf für die soziale deutsche Republik, für Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Und einmal werden die, die unter schwarzrotgoldenen Fahnen an unseren Gräbern vorbeigehen, von uns sagen: Da ruht einer, der für Bolk und Vaterland gekämpft und gestritten hat. So lange wir leben, kämpfen wir unter der Fahne unserer Vorfahren und in ihrem Geiste für deutsche Einheit und Freiheit! Diese Rede riß die gewaltige Versammlung zu einer lang- andauernden begeisterten Kundgebung für den Redner und für die Republik hin. Geschäftsführer R e i d h a r d t brachte ein dreifaches Hoch auf die deutsche Republik und seine Schutzorganisation, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold aus und tosend widerhallten die Ruf«. Dann sang die Versammlung stehend unter Fanfarenbegleitung dos Lied „Schwarz-Rot-Gold". Mark Gelöftrafe. Das Urteil im Plauener Prozeß. Zm plauener Prozeß gegen den Rechlsanwall Dr. Müller wegen Beleidigung des Reichsaußenministcrs Dr. Slrescmann wurde nach mehrstündiger Beratung des Gerichts heule nachmittag folgendes llrlell verkündet: Der Angeklagte Dr. Müller wird wegen üffenklicher Beleidigung nach den Paragraphen lSS und 200 des Strafgesetzbuches zu 10 000 Mark Geldstrafe v e r- urteilt, an deren Stelle im Falle der Uneinbringlichkeil 100 lag« Gefängnis zn treten haben. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagle, der auch die dem Rebenkläger erwachsenden notwendigen Auslagen zu erstatten hat. Dem Rebenkläger wird die Befugnis zugesprochen, den verfügenden Teil des Urteils auf Kosten des Angeklagten innerhalb zweier Wochen nach Erlangung der Rechtskraft zu veröffentlichen in: „Berliner Tageblatt",„Berliner Lokal-Anzelger",„vossische Zetlung". ..Tägliche Rundschau",„vorwärts".„Deutsche Zeitung", Leipzig Reueste Rachrichten",„Dresdener Anzeiger",„Hamburger Fremden- btatt",„Münchener Reueste Rachrichten",„kölnische Zeltung", „Voglländische Zeitung",„Volkszeitung für das Vogtland". * Die Beschuldigungen, die der Plauener völkische Rechts- anmalt gegen Stresemann erhoben hat, waren schwer. Die Urteilsbegründung sagt darüber: ..Aus allen diesen Gründen ergibt sich die völlig« Halt- losigkeit der ausgesprochenen Vorwürfe. Daß der Vorwurf eine schwere Ehrenkränkung enchölt, bedors keiner weiteren Ausführung. Es liegt auf der Hand, daß sich der Angeklagte des Charakters dieser Ehrenkränkung vollkommen be- wüßt gewesen ist. Es liegt deshalb ein Vergehen nach jj 180 vor. Was das Strafmaß betrifft, so verhehlt sich das Gericht nickst, daß die kleine Vorstrafe des Angeklagten hier nicht in Betracht kommt. Strafverschärfend aber kommt in erster Linie i« Frage, daß es nicht gleichgültig ist, wer der Beleidigte ist. Jeder Mensch hat seine Ehre, und jede Ehre ist an sich gleich. Aber objektiver Strafzumessungsgmnd ist die Bedeutung des Beleidigten. Es muß eine Rolle spielen, wer beleidigt ist, deswegen well der Schaden, der durch die Beleidigung eines hervorragenden Mannes hervorgerufen wird, natürlich viel größer ist als der durch die Be- leidigung eines in der Oeffentlichkeit nicht hervorgetretenen verur- sacht ist. Run ist bekannt, daß der Beleidigte zur Zeit der Leleidi' gung Minister des Auswärligen. Repräsentant des deutschen Volke, dem Ausland gegenüber ist. Die Größe de» Schaden», die diese Aeußerung angerichtet hat. im Zu. und Auslande, läßt sich kaum abschätze«. Die Schwere des Porwurfs ist ganz besonder« groß. Sie sieg! neben dem Vorwurf der Begünstigung des Landesverrat» auch in dem Worte„Korruption". Ein Korruptionsminister, wurde behauptet, sei Dr. Stresemann. Das ist etwas ganz llngeheuerlichc». was ein« außerordentliche Erschwerung der Handlung bedeutet." Man hätte nach dieser Begründung erwarten müssen, daß das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts gesolgt wäre und auf eine Freiheitsstrafe erkannt hätte. Es folgt auf diese Sätze m der Begründung jedoch das„Aber": „Als stroferjchwerend kommen also eine ganze Meng« Moment« in Frag«, aber es gibt auch viele Momente, die zugunsten de» An- geklagten sprechen und die eine große Roll« gespielt haben bei der Frage, ob ihm eine Freiheitsstrafe aufzuerlegen sei. Dies« Frage war außerordentlich schwer zu entscheiden. Die Grenz« war sehr nah an der Freiheitsstrafe. Aber voranzustellen ist doch vor allem, daß der Angeklagte das, was er getan hat, nicht au» unedlen Motiven getan hat. Er hat an die Wahrheit seiner Behauptungen fest geglaubt und hat auch allen Ernstes geglaubt, de« valerlande einen großen Dienst erweisen zu können, wenn er zu diesem Schlage ausholte. Dies« verschiedenen Momente haben das Gericht davon abgehalten, eine Freiheitsstrafe auszuwerfen. Wenn ein« Geld- strafe verhängt wurde, dann war es aber notwendig, mit Rück- ficht auf den ungeheuren Schaden, den der Angeklagt« angerichtet hat, und aus die Schwere de» Vorwurfe» aus«ine hohe Geldstrafe zu erkennen. Dos Gericht hat sich entschlossen, auch im Hinblick aus die nicht ungünstigen Pemögensverhällniss« des Angeklagten, d i e Hoch st geld st rase auszuwerfen, die dos Gesetz zuläßt. Da» find 10 000 Mk„ ein Betrag, der noch nicht einmal besonder« hoch er-' scheint für solche Ehroerlehung." Ein merkwürdiges Urteil das! Das Gericht entschuldigt sich, daß es den Angeklagten nicht höher bestraft hat, es er- klärt: von rechts wegen hätten wir ihn schärfer bestrafen müssen... Warum hat es angesichts des„ungeheuren Schadens" nickst zu einer Freiheitsstrafe gegriffen? Weil der Angeklagte e i n„n ationaler Man n ist. Dafür erhält man in Deutschland für alles mildernde Umstände, sei es bei Feme- morden, sei es bei Ministerbeleidigungen. Um öle Löhne der Reichsarbeiter. Bei den Lohnverhandlungen für die Rcichsarbeiter am Montag im Reichsfinanzministerium ist es noch zu keiner Vereinbarung gc- kommen. Die Venreter der Regierung machten den Vorschlag, die Löhne der männlichen Zlrbeiter u in 4 Pf. pro Stunde und die der weiblichen um 3 P s. ab 1. April zu erhöhen, waren aber nicht bereit, auch gleichzeitig noch ein« Erhöhung für Oktober eintreten zu lasfen. Nach längeren Verhandlungen wurde dann von den Regierungsoertretern ein weiterer Dorschlag gemacht, der aber ebenfalls keine geeignete Grundlage für den Abschluß der Verhandlungen darstellte. Die Organisationen gaben daraufhin eine Erklärung ob, daß sie unbedingt daran festhalten müßten, daß neben den für die ab 1. April zu gewährenden Stundenlohnerhöhungen auch noch eine solche für den 1. O ktober hinzukommen müsse. Die Regierungsvertreter waren nicht in der Lage, auf Grund dieses Vorschlags noch weiter zu verhandeln. Die Verhandlungen wurden daraufhin auf Donnerstag vormittag HV4, Uhr vertagt. .-i- Die Reichs- und preußischen Staatsarbeiter Berlins nahmen Montag abend in einer außerordentlich gut besuchten Versammlung in den Germaniasälen Stellung zu den mit dem Reichssinanz- Ministerium geführten Verhandlungen. S t c t t e r vom Hauptoor- stand der Gemeinde- und Staatsarbciter führte aus, daß die Löhne der Reichsarbeitcr die miserabelsten seien, die gegenwärtig in Deutschland gezahlt werden, und weit zurückstehen hinter den Löhnen in der Privatindustrie. Besonderes Befremden habe die reaktionäre Einstellung des Vertreters des Reichsfinanzministers Dr. Köhler erregt. Die Organisationen haben bei den gestrigen Verhandlungen er- klärt, daß sie zwar in dem Vorschlag über die Arbeits- zeit eine geeignete Grundlage zu weiteren VerHand- lungen erblicken, den in der Lohnfrage gemachten Vorschlag jedoch ablehnen müssen. Die Organisationen sind gewillt, in weitere Vcr- Handlungen am Donnerstag einzutreten, wenn vom Reichssinanz- Ministerium ein Angebot gemacht wird, das den Wünschen der Ar- beiter Rechnung trägt. Nach kurzer Diskussion wurde die nach- stehende Entschließung einstimmig angenonimen: „Die am ll. April in den Germaniasälen versammelten Reichs- arbeiter Groß-Berlins nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem Derhandlungsernebnis. welches nicht einmal den Ausgleich schafft für die durch Mietserböhnng, Lebensmittel- und Fahrpreissteigerung entstandenen Mehrauswendungen. Sie stellen mit Bedauern fest, daß das vom R c i ch s f i n a n z m i n i st e r Köhler so oft an den Tag geleote soziale Verständnis bei diesen Verhandlungen voll- ständig vermißt wurde. Die Versammelten erwarten von ihren Ver- Handlungsführern, daß alles versucht wird, ein Resultat zustande zu bringen, welches den berechtigten Forderungen mehr Rechnung trägt. Die Reichsarbeiter haben zu ihren Vcrhändlern das Ver- trauen, daß sie auch gegebenenfalls diejenigen Instanzen in An- spruch nehmen, die berufen sind, die letzten Entscheidungen zu treffen."__ Abschluß in den staütisthen Setrleben. Mit den Direktionen der Elektrizitätswerke ist eine Vereinbarung des Inhalts getroffen worden, daß die für die übrigen städtischen Werke herbeigeführten Lohnerhöhungen auch in den Elektrizitätswerken erfolgen. Die Tariftommissionen der Gas-, Wasser-, Clektrizi- tätswerke und der Kämmereiarbeiter haben gegen eine starke Min- derheit den Schiedssprüchen zugestimmt. Damit sind die Lohnbewegungen in allen Betrieben der Stadt Berlin beendet. �ohnkoafllkt in See Gasbetriebsgesellschastt. Die Arbeiter der Gasbetriebsgesellschaft hatten gleichzeitig mit den Arbeitern der Berliner Städtischen Gaswerke eine Erbghung der Stundenlöhne um Ist Pf. beantragt. Die Direktion stellte die Verhandlungen zurück bis nach Erledigung der Lohnbewegung in den Städtischen Gaswerken. Bei den Verhandlungen am 11. April erklärte die Verwaltung wider Er- warten, daß sie n i ch t in der Lage sei, die Zulage zu be- willigen: sie müsse es auch ablehnen, den Schiedsspruch für die Städtischen Gaswerke durchzuführen. Das Verhallen der Direktion ist unverständlich angesichts der Schiedssprüche der letzten Jahre, in denen wiederHoll zum Aus- druck kam, daß die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Gas- bctriebsgssellschaft die gleichen sein müßten wie für die Berliner Gasmertc. Es Hot den Anschein, als ob die Direktion nur unter dem Druck von Schiedssprüchen bereit ist, den Arbeitern das Not- wendige zu geben. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hat nunmehr den Schlichtungsausschuß angerufen. verfehiter TextilschieSsspruch. In dem Lohnstrelt zwischen dem Nordostdeutschen Textilorbell- geberverband e. V. und dem Deutschen Textilarbeiteroerband, Gau Berlin, dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer und dem Deutschen Metallarbesterverdand, Verwaltung Nowawes, wurde von Stadtrat a. D. K u n z e als Schlichter am 4. April ein Schiedsspruch gefällt, der für die Hilfsarbeiter über 20 Jahre Stundenlöhne von SS bis 57 Pf., für die Arbeiterinnen von 38 bis 42 Pf. vorsieht, für qualifizierte Textilarbeiter über 20 Jahre S8 bis 62 Ps.. weibliche 50 bis S3 Pf., für Gelernte über 20 Jahre 6 9 bis 7 S P f., weib- liche S0 bis S3 Pf.; für Handwerker, Heizer und Maschinisten über 20 Jahre 90 Pf. und für Hilfsarbeiter in der Werkstatt 78 Pf. Die Lohnreeelung soll bis 31. März 1928 gelten. Erklärungs- frist 12. April. Eine Protokollnotiz besagt, daß die vorgesehenen Lohnerhöhun- gen normalerweise sämtlichen Zeit- und Akkordarbeitern zugute kom- men sollen, in Ausnahmefällen aber eine anderweitige Regelung erfolgen kann. Die Funktionäroersammlung der Textilarbeiter hat diesen Schiedsspruch einstimmig abgelehnt, weil die Lohnsätze zu niedrig sind und die Tarisdauer zu lang ist. Die bisher gezahlten Textilarbeiterlöhne sind bedeutend höher als die des Schiedsspruchs, und zwar für über 20 Jahre alte Gelernte männliche 1 bis 1,40 M., weibliche 60 bis 68 Ps.; Ungelernte männliche 68 bis 80 Pf., weibliche 50 bis 60 Pf. Der Schiedsspruch hat die ganze Textilarbeiterschaft mobil ge- macht. Der Zustrom zum Verband ist groß und in fast allen Be- trieben ist große Kampfeslust, so daß mit Sicherheit große Kämpfe zu erwarten sind. Holzarbeiter! Heute ist Wahltag. Jeder Kollege gehl zur Wahl und wählt die Kollegen, welche unier der Nummer 1 b i s 1 6 aus dem Stimmzettel aufgesührt sind, welcher im Wahllokal ausgehändigt wird. Dies sind die Kandidaten der Richtung A m st e r d a m. Alle anderen Namen sind zu streichen. Gewühl» wird von 4Vh bis 7 Uhr in den im.witleiiungsblatt" bekanntgegebenen Lokalen. Jeder agitiere, keiner darf fehlen! Streik der Fahrztuhlmonteurc. Nachdem die Fahrstuhlmonteure, Schlosser und Helser am Dienstag voriger Woche das Angebot der einzelnen Firmen ab- gelehnt hatten, in dem eine Lohnerhöhung von 3 bis 5 Proz. zu- gestanden worden war, wurde am Donnerstag in den Betrieben eine Urabstimmung durchgeführt, die mit übergroßer Mehr- heit den Streikbeschluß ergab. Die Funktionäre hatten dar- auf am Freitag beschlossen, daß am Montag der Streik be- ginnen soll und führten diesen Beschluß auch durch. Aus Einladung des VBMI. wurde gestern vormittag für die dem VBMI. angeschlossenen Firmen verhandelt. In den Ver- Handlungen erklärten sich die Firmenvertreter zu einer Lohn- erhöhung bereit, die»n der Spitze etwa 10 Pfennige betrogen würde. Bei den Firmen, die nicht dem VBMI. ange- schlössen sind, wurden durch betriebsweise Verhandlungen Zuge- ständnisse von IS bis 20 Pf. pro Stunde erziell. Zu diesen Verhandlungen nahmen am Montag abend die Streikenden Stellung. Die Abstimmung mußte unter den gegebenen Berhält- nissen betriebsweise vorgenommen werden. Sie ergab die A n- nähme der von d«n einzelnen Firmen gemochten Zugeständnisse. Die st reitenden Monteure und Helfer, der dem VBMI. angeschlossenen Firma lehnten gegen wenige Stimmen das Angebot der VBMJ.-Firmcn ab und beschlossen solange im Streik zu verharren, bis sich auch diese Firmen zu annehmbaren Zugeständnissen bereit erklären. Einigung im Karosscriegcwerbc. Am 23. März wurde vom Schlichtunasousschuß für das Berliner Karosseriegewerbe ein Schiedsspruch gefällt, der ob 23. März den tariflichen Spitzenlohn der Facharbeiter in der Gruppe I von 1 M. auf 1,06 M. und die Akkordbasis von 95 Pf. auf 1,01 M. erhöhte, ab 21. September bis 27. Dezember den Tariflohn auf 1,10 M. und die Akkordbasis auf 1,05 M. Dieser Schiedsspruch war von einer Vollversammlung der Karosseriearbeiter angenommen, von den Unternehmern abgelehnt worden, worauf die Tarisgewerkschaften Verbindlichkeitserklärung beantragt hatten. Da in den Verhandlungen über die Vcrbindlichkeitsertlärung, die am 4. April waren, keine Derständigung erzielt werden tonnte, erklärten sich die Parteien bereit, einen vom Schlichter gefällten Schiedsspruch als verbindlich anzuerkennen. Der Schlichter fällte darauf einen Schiedsspruch, der mit einigen rein formalen Aenderungen den bereits vom Schlichtungsausschuß er- gangenen Schiedsspruch bestätigt. Mit diesem Ergebnis beschäftigte sich gestern abend eine Ver- sammlung der Funktionäre. Aus einigen Betrieben wurde darüber Klage geführt, daß die Unternehmer versuchten, diese Vereinbarung zuungunsten der Arbeiter auszulegen. Die Organisationsvertreter forderten die Funktionäre aus, in den Betrieben für die restlose Durchführung der Vereinbarung zu sorgen und jeden Verstoß dagegen unverzüglich der Organisation zu melden. ver Kampf in öer Zigarrenknöustrie. Die Pabakarbeiterverbände hoben beantragt, den Schiedsspruch vom 25. März, den die Fabrikanten abgelehnt haben, für verbindlich zu erklären. Ueber diesen Antrag wurde am Montag im Reichs- arbeitsministerium unter Vorsitz des Oberregierungsrats Dr. Wende verhandelt. Die Vertreter der Zigarrenfabrikanten boten anstatt der im Schiedsspruch vorgesehenen Lohnerhöhung von 10 Proz. eine solche von 5 Proz. und erklärten sich außerdem bereit, auch für die ersten drei Ueberstunden einen Aufschlag von 10 Proz. zu bewilligen. Die Arbeitervertreter beharrten auf der ihnen im Schiedsspruch zu- gesprochenen Lohnerhöhung von 10 Proz. und auf einem Zuschlag von 25 Proz. für jede Mehrstunde. Selbst die im Schiedsspruch vorgesehene z e h n p r 0- zentige Lohnerhöhung ergibt für die Arbeiter und Arbeits- rinnen der Zigarrenindustrie einen Stundenlohn von noch nicht 42 Pfennigen. Da die Fabrikanten aber nicht einmal diesen Lohn zugestehen wollen, mußten die Verhandlungen ergebnis- los abgebrochen werden. Der Reichsarbeitsmini st er wird nunmehr über den Antrag der Tabakarbeiteroerbände auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches entscheiden. Sollte der Antrag abgelehnt werden, dann erfolgt zu O st e r n die Aussperrung der gekündigten Tabakarbeiter. Von den in Berlin vertretenen Zigarrenfabriken sind die Firmen H a- c i- f a sL. Wolf), Loeser u. Wolss, I. Neu- mann und Paul I u h l an der Bewegung beteiligt. v!e Sonntagsruhe km hanöelsgewerbe bedroht. Die Sozialdemokratische Fraktion hat im Preußischen Qindtag einen Uran trag eingebracht, wonach entgegen der Ausfassung des Gesetzgebers in der Provinz Westfalen für einzelne Gebiets- teile durch Bekanntmachung des Regierungspräsidenten die Sonn- tagsruhe im Handelsgewerbe außer Kraft gesetzt worden ist. Dies habe zu unhaltbaren Zuständen derart geführt, daß selbst in einen: I n d u st r i e 0 r t wie Ahlen mit 24 000 Ein- w 0 h n c r n für das gesamte Handelsgewerbe keine Sonnta g s- ruhe mehr bestcht. Das Staatsministerium wird deshalb ersucht, für einen einheitlichen Vollzug der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe im gesamten Staatsgebiet zu sorgen und ins- besondere die nach 8 lOZ der Gewerbeordnung zulässigen Ausnahmen für das Bedürsnisgewerbe auf den Handel mit Roheis. Milch, Bäckerei-, Feinbäckerei, und Konditorwaren, srifchen Blumen und Zeitungen, außerdem in der Zeit vom 1. April bis 30. September auf den Berkaus von frischen Gemüsen, frischem Obst, frischem Fleisch und frischen Fischen zu beschränken. Dke Sergarbeiter gegen öas schlechte Gutachten. Im mitteldeutschen Grubengebiet fanden dieser Tage verschiedene Bergarbeiterversammlungen statt, so z. B. in Rositz, Meuselwitz, Hohenmülsen-Luckenou, die von vielen Tausenden besucht waren und zum Teil i m Freien abgehalten werden mußten, weil die Säle zu klein waren. In allen Berfa mm lungen protestierte die Berg- arbeiterschast aufs schärfste gegen dos Gutachten der Untersuchnngskommission zur Prüfung der Arbeitszeit im mittel- deutschen Braunkohlenrevier. Die Arbeiterschast oerlangt entschie- denen Kampf für weitgehende Arbeitszeitverkürzung. Die E r- b i t t c r u n g der Bergarbeiterschaft ist, wie die Versammlungen drastisch zeigten, überaus groß. Einigung in der schlesischcn Metallindustrie. Breslau. 11. April.(TU.) Der Konflikt in der Breslauer und niederschlcsischcn Metallindustrie ist beigelegt worden. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben heute dem E i n i g u n g s- Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums zugestimmt. Die Arbeit wird im Laufe des Dienstags und Mittwochs in vollem Um- fange wieder aufgenommen werden. Lohnkampf der badischcn Gcmcindearbcitcr. Die badischen Gemeinde- und Staatsarbeiter hatten an den Arbcitgeberverband badischer Gemeinden einen 2ln- trag auf Lohnerhöhung gestellt, über den am letzten Freitag verhandelt werden sollte. Die Verhandlungen im Auftrage der badi- schen Städte mußte der Bürgermeister einer mittleren Stadt führen, die etwa 50 bis 60 Arbeiter beschäftigt. Der e r st e Vorsitzende und Geschäftsführer ging in Urlaub und der zweite Vorsitzende verreiste nach Berlin. So achten die Herren Oberbürgermeister und Bürgermeister Badens die etwa 7000 in ihren Verwaltungen beschäftigten Arbeiter. Wirkliche Verhandlungen fanden überhaupt nicht statt. Der Vor- sitzende fragte nämlich die Arbeitervertreter, ob sie mehr woll- t en als die bloße Abgellung der M i e t s e r h ö h u n g: in diesem Falle käme man rasch zum Ziele. Als die Arbeitervertreter er- klärten, daß selbstverständlich die Abgeltung der Mieten n i ch t g e n ü 0 e, sondern auch Forderungen aus ein« allgemeine Lohnerhöhung gestellt würden, erklärte der Vorsitzende kurz und bündig, daß dann eben die S ch i e d s st e l l e entscheiden müsse. Die Gemeindearbeiter sind nach diesem Vorgehen der Gegen- seile entschlossen, den Kampf aufzunehmen. Verbindlichkeit für die Lederindustrie Sachsen«». Im Lohnstreit der sächsischen Lederindustrie hat der Schlichter nach dem Scheitern der Einigungsvcrhandlungcn vor dem Landes- schlichter den am 15. März in der Spruchkammer des Tarifamts gefällten Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Der Kampf wird dadurch vermieden. Die Stundenlöhne betragen nach dem Spruch vom 1. April bis 30. September für gelernte und besonders geübte Arbeiter über 21 Jahre in der Ortsklasse I 82 Pf., II 78 Pf., III 75 Ps.: für Hilfsarbeiter über 21 Jahre 74, 70 und 68 Pf.; für Arbeiterinnen über 21 Jahre 55, 52 und 50 Pf. Der Mantestarif läuft wie bisher weiter. Die Arbeitszeit beträgt 48 Stünden: Mehrarbeit ist unzulässig: dringend notwendige Ueberstunden werden mit 25 Proz., Sonntags mit 50 Proz. Zuschlag bezahll. Neu in die Branche eingestellte Arbeiter und Arbeilerinnen gellen die ersten sechs Monate als Hilfsarbeiter, nach dieser Zeit erhalten sie den Höchstlohn ihrer Ortsklasse und Altersstufe, wenn sie dasselbe wie Vollarbeiter leisten. Gelernte Gerber erhallen nach beendigter Lehrzeit den Höchstlohn ihrer Orts- klaffe(wie über 21 Jahre). Die Ferien betragen 3 bis 8 Tage, je nach der Beschäftigungsdaucr. Frei« SeiBerIsch»ft»i»gced. H-i-tk,. Dienstag, abends Vi Ufte, tagen die Gruppen: grantfurtcr Alle«: Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 8, Zimmer 8. Vortragsfortscftung:„Wirtschastlichc Grundproblcmc."— Jugend- abteilung des Deut, che» Verkehrsbiindes: Jugendheim Engelufer 24— W, Aufgang B, pari. Borbefprechung der Osterfahrt nach Hohensiei». Hierauf„Hans- Aeimann-Abend."— Landsberger Platz: Gruppcnhcan Diestelmenerstr. f). Vortrag:„Die Konsumgenossenschaft."— Lichtenberg: Gruppcnheim Jugendheim Tossestr. 22. Vortrag:„Frauenarbeit."— Gesundbrunnen: Jugendheim Lortzing,, Ecke Eraunstratze, Zimmer 4. Uebungsaoend unserer Singschar. Treptow: Gruppcnheim Schule Wildenbruchstr. 58—54 lHort, immer) Letzte Vorbereitungen fiir Hohenstein.— Wcdding 4: Jugendheim Luxemburger, Ecke Genter Strasse. Dortrag:„Was haben wir beim Wandern zu beachten?"— Britz: Jugendheim Ehaussce-, Ecke Hanncmannstrassc. Vortrag:„Die Konsum- genossenschaft."— Epaudau: Jugendheim Lindenuser 1. Zusammenlunft.— Obcr'chönewcide: Jugendheim Niedcrschoneweidc. Drettspiel» und Bastelabcnd. Die Geschästssteltc de» AiA-Ortskartells Berlin bleibt' M einschliesslich DJ e n s t a g Deutscher 49. April, geschlossen. Baugewerlsbnnd, Fachorunve der Dcpter. ab Freitag bis Licu'e. Dienstag, nachmittags 5 Uhr, in den Andreas-Festsiilen, Andrcasstr. 24, Mitglicdervcr sammlung. Bericht von den Lohnverhandlungen.......'...... ohne dasselbe kein Zutritt. leitung. ,_ Mitgliedsbuch legitimiert. Vollzähliges Erscheinen erwartet die Fachgruppen. Verantwortlich für Politik: Vietor Schiff: Wirtschaft: S. Zklingelhöfer; Gewerkschastsbeweauna: Uriedr. Etzkorn: i4cujlleton: K. K. Diilcher: Lokales Hierzu z Beilagen und„Unterhaltung und Wissen". ersr L Hos jjFestgescfyenf mm Us „Ich bringe Dir ein Osterei, das schönste, das ich fand! Du bist entzückt, ich seh's Dir an, da nimm es in die Hand Und schau es erst mal näher an und blättre drin und staune Was Du da Schönes backen kannst— gibt das nicht frohe Laune?" „Es ist fürwahr ein reicher Fund, den Du mir mitgebracht, Die schönsten Torten back' ich jetzt, damit das Herz Dir lacht!" Dr. Oetker's rzeues färb, illusir. Rezepibuch, Ausgr. F b:ctet Ihnen viele neue Anregungen zum Backen. Audi lesen Sie darin Näheres über den vorzüglichen Backappaiat„Küchenwunder", mit dem Sie auf kleiner Gaskocher- flammo backen, braten und kochen können. Das neue Buch ist für 15 Pfennig- bei Ihrem Kaufmann erhcltlich, wenn vergriffen, gegen Einsendung von Marken von Dr. A. Oefiker, Bge&feSd. Ladenverkaufspreise: Backpulver.,Back;n" 1 Stück 10 Pfennig," Stück 25 Pfennig, Puddingpulver Vanille-Mandel 10 /fg., Vanillin-Zucker 5 Pfg.. VanilP-Soßenpulver 5 Pfennig, Gala-Schokolader.-/«! Mingpulver 15 Pfennig,. Sd.oko'adenspcise mit gehackten Mandeln 25 Pfennig, Güstin 225 g 35 Pfennig. Im UerÜMr Hanslraacn- Verein kemrai nur Dr. Oeltjr's ßiüpu'.re:..Backin" nr Ve.u'Ewiuag. Nr. 172 ♦»4. Jahrgang 1. Seilage ües vorwärts dieüstag, 12. 1H27 dem Zentralflughafen Berlin mindestens 16 000 Flugzeuge starten und landen, um etwa 40 000 Passagiere und 700 000 Kilo» gramm Lustgüter zu befördern. Am Ostermontag, dem 18. April, wird der sowohl im Einblick auf den Winter wie auch auf den vorigen Sommer wesentlich verstärkte Sommerluft- verkehr 1927 beginnen. Während im vergangenen Jahre etwa 50 Strecken in Deutschland und nach dem Auslande, teils durch diq Deutsche Lufthansa ollein, teils in Betriebsgemeinschaft mit aus- ländischen Luftverkehrsgesellschaften unterhalten wurden, weist das diesjährige Streckennetz etwa 80 in- und ausländische Linien auf. Die Dergrötzerung gegenüber 1926 beträgt demnach mehr als 60 Proz. Die Gesamtlänge des Streckennetzes, d. h. die tägliche Leistung der Kursflugzeuge in beiden Richtungen, beträgt rund 57 000 Kilometer gegenüber 37 000 Kilometer des vergangenen! Jahres, und ein Hauptknotenpunkt dieser Verbindungen ist Berlin, der„Luftrangierbahnhof Europas". Flugpost im Schneckenkempo. Man schreibt uns: Seit einigen Monaten befindet sich mein«! Tochter in Paris und teilt mir mit, daß sie ihr Reifezeugnis des Oberlyzeums sofort vorlegen mutz, um eine Ermäßigung des Schul- geldes einer höheren Poriser Schule zu erhalten. Meine Tochter bat mich dringend, das Zeugnis durch Flugpost abzusenden. Früh 8 Uhr am Montag der vorigen Woche übergab ich dem Postamt 5 in Eharlottenburg den F l u g p o st b r i e s, bezahlte auch noch den Detrag für die Rohrpostbestellung des Briefes nach dem Flughafen und erhiest die bestimmte Zusicherung, daß der Brief bereits am Abend in Paris sei und spätestens am Dienstagfrüh im Besitz der Empfängerin sei. Ich hatte erst die Absicht, den Brief mit der Bahn zu senden, da der Zug, der früh 8.22 Uhr Charlottenburg verläßt, am anderen Morgen ebenfalls bereits in Paris ist, ober ich vertraute dem neuen Beförderungsmittel. Wer begreift aber mein Erstaunen, als ich am Freitag früh die Mitteilung aus Paris erhielt, daß der Brief noch immer nicht eingetroffen sei. Ich beschwerte mich beim Postamt und erhielt die Antwort, daß dann eine Nachfrage nach dem Verbleib des Briefes sich notwendig mache. Endlich, am Sonntag früh, erhielt ich aus Paris die Mit- teilung, daß der am Montag ausgegebene Flugpostbrief am Freitag früh in Paris bestellt sei und erst am Donnerstag von Köln weiter- befördert sei. Anstatt sich für die Bummelei zu entschuldigen, stellte mir die Post für die Nachfrage eine Mahnung über SO Pf, Nachgebühren und 20 Pf. Mahngebühren, also insgesamt 70 Pf. zu. Ich lehnte die Zahlung ab, aber die Post droht mit dem Gerichts- Vollzieher, und um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, habe ich die 70 Pf. bezahlt. Jeder andere Geschäftsmann, dem irgendein Auftrag gegeben wird, würde sich zum mindesten entschuldigen, wenn ihm eine solche Bummelei nachgewiesen wird, aber die Post stellt Mahngebühren auf, Nachtragsforderungen und droht obendrein mit dem Gerichtsvollzieher.___ Blinde Filmschauspieler. Kann es wohl etwas Erschütterndes geben, als d i e Sprach«! der Leinwand, die Sprache der Augen von Blinden dar- gestellt zu sehen? Es gibt ein Mitleidheischen, das an Grausamkeit grenzt. Der Allgemeine Blindenverein wirbt um Freunde und Gönner und führte in einem„Kulturfilm"(?)„Aus der Welt der Lichtlosen" die Tätigkeit der Landesblindenanstalt in Kiel vor. Das segensreiche Wirken, das diesen Aermsten der Annen die verschlossene Welt wenigstens insofern zugänglich macht, daß sie sich auf eine der wenigen Möglichkeiten eine wirtschaftliche Selbständigkeit erringen können, ist natürlich im höchsten Grade anerkennenswert. Die B l i n d e n a u s b i l d u n g ist in ständigem Fortschritt begriffen und es erschließen sich immer wieder neue Existenzmöglichkeiten. Der Film zeigte den Werdegang der Blinden- zoglinge, angefangen von den ersten spielmäßigen Unterrichtsstunden bis zur fertigen Ausbildung in einem Berussfache. Groß ist das Elend unter diesen hilflosen Menschen. Es leben allein in Berlin ungefähr 2000 Blinde, wovon nur gegen 800 der Organisation an- gehören und dadurch einen gewissen Schutz genießen. Von diesen Mitgliedern des Blindenvereins find laut eines in letzter Zeit er- lassenen Fragebogens 72 Proz. außerstande, sich aus eigenen Mitteln zu erhalten. Der Vorsitzende des Vereins sprach in dankbaren Worten von der Unterstützung seitens des Zentralwohlfahrtsamtes der Stadt Berlin, knüpfte aber gleichzeitig die Bitte daran, daß seitens der einzelnen Bezirksämter noch viel mehr zur Unterstützung getan werden möge. Ein Blinden-Chorgesang leitete den Abend ein. Man soll Blinde nicht vom Frühling singen lassen, noch ihre armen, toten Augen dem unerbittlich grellen Licht der Filmlampen preisgeben. Beides macht ihr Dunkel nur noch gräßlicher und die Wohltat wird zur Schaustellung. /lus öer Staöt hinaus! Was wird die Wocheneudausstellung zeigen? Die Aufbauten für die große Wochenendausstellung des städti- schen Messeamtes in den Hallen am Kaiserdamm gehen langsam ihrer Vollendung entgegen. Der äußeren Organssation soll die innere entsprechen. Der Gedanke des Wochenendes, der schöne und doch so schwer zu verkörpernde Gedanke, soll in ein Bild gefaßt werden, das alles in seinen Bann zieht. Die Neue AutoHalle, durch die man die Ausstellung be- treten soll, wird dem Besucher zunächst das Bild des rauchigen, stickiaen Berlin zeigen, versinnbildlicht durch einen Stadtbahnbogen mit sich dahinter austürmendem Häusergewirr. Durch diesen Stadt- bahnbogen wird der Besucher gleichsam die Stadt verlassen, dann das Brandenburger Tor durchschreiten und sich nun inmitten einer Frühlingslandschaft befinden, deren Motive dem Tiergarten und dem Grunewald entnommen sein werden und zu der oben erwähnten Ausstellung der Stadt Berlin überleiten. Hat man diesen Teil der Ausstellung verlassen, so betritt man das riesenhafte Panorama der Reichsbahn und der Berliner Berkehrsgescllschaften, das zunächst das Weichbild von Berlin in 40 Kilometer Umkreis mit allen in Frage kommenden Verbindungen(Zeit- und Geldbedarf!) aufzeigt, um weiterhin in einem großen Rundbild die deutsche Landschaft bis an die schlesischen, thüringischen und Harzer Berge sowie bis an die Ost- und Nordsse unter gleichen Gesichtspunkten darzubieten. Hier werden die schönsten Punkte Deutschlands mit Landschaftssymbolen plastisch und malerisch dargestellt werden, um so dem Ausstellungsbesucher alles das gleichsam im Extrakt zu zeigen, was er beim Verlassen dieses Panoramas nunmehr in den Hallen zu sehen bekommt. Sein Blick fällt nun zuerst auf die Aus- stellung der Mark Brandenburg, die in noch niemals gezeigter Reichhaltigkeit und Originalität alle Schönheiten der engeren Heimat des Berliners mit den zurzeit vochandenen Verkehrs- und Unter- kunftsverhältnissen zusammenfassend veranschaulichen wird. In der Nähe der Ausstellung„Mark Brandenburg" findet der Be- sucher in einer Front von über 50 Metern in außerordentlich natur- getreuer und lustiger Weise das Freibad Wannsee, bevölkert von den Berliner Wochenendlern, aufgebaut. Wir sind sicher, daß nach dem Anblick dieses mit echt berlinischem Humor aufgebauten Schaustückes auch der wasserscheueste und humorloseste Ausstellungsbesucher Verlangen nach einem Besuch des Freibades Wannsee be- kommen wird. Dieses Verlangen erfüllt ihm die Ausstellungsleitung entgegenkommenderweise dadurch, daß sie jedem Ausstellungs- besucher mit der Eintrittskarte einen Gutschein für einmaligen Besuch des Freibades überreicht.— Auf der Galerie der Neuen Auto- balle befindet sich eine der größten in Berlin jemals gezeigten Kunstausstellungen, die unter der Leitung von Hans Balufchek steht. Das zwischen der Neuen AutoHalle und der Funkhalle liegende Freigelände wird eine vollkommen eingerichtete märkische Jugendherberge aufweisen, und unweit davon soll ein märki- scher Dorfkrug mit Seglerheim und märkischem Obstweinausschank dem von der Fülle des auf der Ausstellung Gebotenen ermüdeten Wochcnendwanderer Gelegenheit zur Rast und Erfrischung geben. Unweit hiervon bietet sich dem auf seinem Rundgange fortschreiten- den Besucher plötzlich ein seltsames Bild: Mitten im märkischen Sande des Ausstellungsgeländes wird er sich einem 25 Meter langen und 7 Meter breiten Dampfer mit Schornstein und Takelung geaenübersehen, auf den man von einer Parkfläche aus über eine Wasserfläche hinweg auf einem Landungssteg gelangt. Rund um den Dampfer und auf der gegenüberliegenden Seite grup- viert sich eine Ausstellung der Wassersportindustrie mit Zelten, Booten und anderem Wassersportbedarf. Die Funkhalle, an deren Stirnwand die Nord- und Ostsee- bäderverbände. der Bund der Deutschen Verkehrsvereine mit den ihm angeschlossenen zahlreichen Sehenswürdigkeiten den Wochenend- interessenten zu dem Entschluß verlocken werden, auch diese Gegen- den einmal gelegentlich in sein Wochenendprogramm aufzunehmen, wird als besondere Attraktion die Abteilung„Der Sport am Wochenende" bieten, die fast ausnahmslos von fast allen nam- haften Sportorganisationen wie auch von dem Museum für Leibes- Übungen u. a. beschickt wird. Besonders erfreulich sst, daß im Rahmen dieser Ausstellung auch das Arbeitersportkartell und der Arbeiteranglerbund mit umfangreichen Ausstellungen vertreten sind. In der gleichen Halle werden übrigens auch der AfA-Bund und der GdA. und andere Angestelltenverbände, die Kleingartenvereine, der Bund der Naturfreunde und viele andere als Aussteller in Er- scheinung treten. Von der Funkhalle gelangt man auf das Frei- gelände um den Funkturm herum, das von Professor Straumer in einen modernen Ausstellungsgartensüretwa 4000 Personen nach neuesten gartenarchitektonischen Ideen angelegt ist, und durch diesen Garten nach der künstlerisch-siedlungs- technisch angeordneten Wochenendkolonie, die 55 Wochenend- Häuser aller Größen und Systeme, von der Wochenendlaube bis zur höchst wohnlich eingerichteten Wochenendvilla, aufzuweisen hat. Die Ausstellung wird am Sonnabend, dem 16. April, eröffnet. Der Seginn öer Sommerflugzeit. Der Luftrangierbahnhof Europas. Die Lufthansa und die mit ihr verbündete Berliner Flughallengesellschaft hatten gestern, wie schon kurz mit- geteilt, die Berliner Presse sowie mehrere hundert Leute, die nichts mit der Presse zu tun hatten und die Besichtigung der Anlagen nach Kräften erschwerten, nach dem Tempelhofer Flugplatz geladen. So- weit sich aus dem Durcheinander ein Bild gewinnen ließ, sei der Anlaß dieses Massengeneralappells mit Hilfe der ausgegebenen Druckschriften im folgenden wiedergegeben. Die neuen Bauten präsentieren sich heute scheinbar in ziem- licher Vollständigkeit, stellen' aber nur einen Bruchteil des ganzen Bauprogramms dar. Die Eröffnung des Sommer- luftverkehrs 1927 bedeutet in diesem Zusammenhang für den Flug- Hafen Berlin die Fertigstellung des ersten Hauptabschnittes im Ge- samtausbau der Flughafenanlagen. Dieser Abschnitt umfaßt die völlige Einplanierung des Flugplatzgeländes, die Herstellung von rund 12 000 Quadratmeter Hallenraum, von rund 8000 Quadrat- meter Bureau-, Werkstatt- und Lagerräume und die Fertigstellung des Teilbaues des Verwaltungsgebäudes. Die provisorischen Holz- hallen und Gebäude aus dem Jahre 1923 sind auf der westlichen Hälfte des Platzes entfernt und zu einer Sonderanlage am Ostrand des Flughasens neu aufgebaut worden. Zu den massiven Hallen 1 bis III westlich der Funktürme kamen im Jahre 1926 zwei Großflugzeughallen, die mit allen modernsten Be- triebsanlagen ausgerüstet sind. Sie zeichnen sich ganz besonders durch die in Tempelhof das erstemal zur Anwendung gebrachten, automatisch bewegbaren Schiebefalttore aus. Vor den Hallen sind in einer Ausdehnung von rund 40 000 Quadratmeter die„Bahn- steige des Luftbahnhofs" angelegt, die entsprechend den Ein- und Ausfahrt?- sowie Rangiergleisen der Eisenbahn die Start- rmd Landebahnen sowie Abbremsbahnen des Flughafens bilden. Auch die Nachtbefeuerungsanlagen wurden beträchtlich vermehrt. Zu dem vorhandenen 110 Zentimeter großen Schein- werfer und der Hallenfrontbeleuchtung mit Besegsonnen kamen die Blinklichter mit Neonröhren auf den 45 Meter hohen Funktürmen, der von oben beleuchtete Windrichtungsanzeiger. Hinzu kommt in den nächsten Wochen die Umrandung des Platzes mit Neonröhren, die augenblicklich provisorisch durch Pintschlampen kenntlich gemacht ist. Den Abschluß des ersten Hauptabschnittes und gleichzeitig den Beginn des weiteren Ausbaues des Flughafens bildet der Teil- bau des Verwaltungsgebäudes. Dieser Teilbau stellt etwa ein Fünfzehntel des gesamten endgültigen Bauwerkes dar, das auf Grund der Ergebnisse eines Wettbewerbes nach den Cnt- würfen der Architekten Engler und Sohn im Laufe der nächsten Jahre errichtet werden soll. Der Teilbau enthält auf dem Ost- slügel die Bureauräume für Funk- und Wetterdienst, Post. Zoll und Flughafengesellschaft, während auf der Westseite die Wirtschofts- räume des Luftbahnhoses untergebracht find. Hierzu gehören: ein 300 Quadratmeter großer Erfrischungsraum im Erdgeschoß, eine 120 Quadratmeter große darunter gelegene Bierstube und im Ober- geschoß«in Dachgarten van 600 Quadratmeter. Zur Unterbringung der Zuschauer sind vor dem Gebäude 12 000 Quadratmeter Ter- rassenflächen angelegt, die zu beiden Seiten des Luftbahnhofes liegen, unmittelbar vor den Bahnsteigen. Der gesamte Luftverkehr wird nunmehr zentral von diesem Gebäude aus bedient. Da das Luftverkehrsnetz im Jahre 1927 wiederum eine beträchtliche Er- Weiterung erfahren hat, kann für 1927 erwartet werden, daß auf 18] Sif. Das Weib, das den Mord beging. Roman von Fritz Retf-ZNalleczewen. Was ist? Was geschah mit diesem da? Ein Schäfchen steht auf dem Taburett neben dem Lager, «ine Injektionsspritze liegt daneben, das Morphiumglas ist der dritte Bestandteil dieses Regenerationswerkzeuges... Und zuerst ist es nur die Ueberraschung über dieses dem Manne da abgelauschte Geheimnis, der Hohn, der scharfe Zähne vorgetäuscht hat. Dann aber ist es die Empörung, die Wut des von einem Schwächling gedemütigten Weibes, die sie beinahe zu einer Dummheit treibt. „Satan, Feigling..." Und nun hat sie wirklich, eine kleine, etwas komische Lucrezia, den mitgebrachten albernen Dolch gezogen... nein, es ist gut, daß der eintretende Russe allen weiteren Möglich- leiten ein Ende macht. „Wecken Sie ihn auf!" herrscht sie den Diener an. Dann speit sie aus vor dem Schlafenden und verläßt den Raum.— Sie hat es übersehen in diesen letzten zehn Minuten, daß die„Manchouria" inzwischen vor Anker gegangen ist. Unten im Zwischendeck mustert bereits der an Bord gekommene Hafenkommissar die in Reih und Glied angetretenen Einwan- derer mit einem Blicke, vor dem ein überhitzter Dampfkessel zu einem Eisblock erstarren könnte. Und da drüben unter einer senkrecht, in der stillen, heißen Luft auffteigenden Rauch- wölke liegt nun das Ungeheuer, das auf sie wartet: rechts der Palermo-Park, die Kuppeln der Kathedrale, bei der man gestern gekämpft hat, die Dockinsel, links das Verbrecheroiertel Baraccas... der kleine Telegraphist, der die letzten Minuten zu einem harmlosen Flirt benützt, erklärt ihr eifrig die Topo- graphie der gewaltigen Stadt. Und Zollbeamte sind an Bord gekommen mit den neuesten Nachrichten von dem Putsch: dreihundert Tote, standrechtlich erschossen auf der Plaza del Mayo... Russen darunter, euro- päische Einwanderer, meuternde Truppen... Ein einge- borener, wie ein Bordellbesttzer aussehender Jndustriemaqnat mit Brillantgeschwüren an den dicken Fingern eifert für Frei- Keit und Fortschritt gegen den von Europa eingeschmuggelten Bolschewismus... Herr Juan Carlos Möller will wissen, ob an der Calle Rivadaoia, in der Nähe seines Schuhladens gekämpft worden sei... irgendwoher, von der Borstadt La Boca wohl, hört man das Bellen eines einsamen Maschinen- gewehrs... der Hafenoffizier, der die Pässe kontrolliert, ist jetzt bei den Passagieren der zweiten Klasse angelangt... Herr Rickert, in Sachen der Telefunkengesellschaft von Hamburg kommend... Rabbiner Doktor Vogelsang, weiter reisend über Mendoza nach Santiago... Senjor Sorolla aus Bahia nebst Gattin und Baby... donäe estä Senjor Sorolla? Eben, als der die Namen aufrufende Offizier bei ihr an- gelangt ist, sieht sie den Oberst Miramon, wie er rasiert, korrekt gekleidet, in guter Form kraft einer neuen Morphium- spritze wohl, die Treppe der zweiten Klasse heraufkommt. Und nun, während der Offizier ihren Paß in den Händen hält, ist sie doch blaß geworden. Gleichviel, besser den argen- tinischen VehöiDen als diesem Menschen da in die Hände ge- raten... Nein, nicht doch: der Offizier nimmt zwar nicht sonderlich Notiz von einer so erlauchten Persönlichkeit, wie es der Oberst Miramon doch zu sein scheint.. er klappt aber zufrieden den Paß zu, salutiert, die Formalität ist erledigt. Nach einer weiteren Biertelswnde klettert sie, während der kleine Tele- graphist ihr mit einer sorgfältig studierten Abschiedsred« einen Veilchenstrauß überreicht, während sie das Geländer als ein letztes Stück Heimat liebkost, die Fallreeptreppe hinunter in das wartende Boot. Und dann schiebt der La Plata seine unheiligen Lehm- fluten vorüber mit Bananenschalen und aufgetriebenen Tier- kadavern, den Unratwolken der Stadt und den kleinen schwimmenden Fetzen sumpfiger Erde, die mit Dornbüschen und kleinen grünen Giftschlangen abgerissen sind oben in der fernen Waldheimat des Stromes. Schlepper schießen vor- über mit dachsbeinigen braunen Arbeitern, die schon zur Nachtschicht hinüberfahren nach den großen Weizendampfern, ein weißer Kreuzer der Staatsmarine zeigt mit soliden Zehn» zentimeterkanonen hinüber nach den Spelunken von Barra- cas, und da steht nun schon, schreckhaft hervorspringend aus einem knallgelben Abendhimmel, die Silhouette des murren- den Ungeheuers, das bis hierher seinen Duft von exotischen Odeurs und Unrat und Verwesung und Weiberfleisch und Be- gehren herüberschickt. Der Oberst Miramon erzählt von seinem Besitztum am unteren Strom... ein-Juwel, Madame, ein Refugium für kleine weibliche Raskolnikoffs... man wird, wenn man heuto die zerschossene Stadt besichtigt hat, ein paar Tage dort ver» bringen. Und dann erzählt er ihr, während sie anlegen an den Landungstreppen, von der mexikanischen Revolution, wo man die Minister von Maultieren durch die Straßen habe schleifen lassen... aus der Deputiertenkammer geholt, im Frack und mit dem Großkordon des Guadelupe-Ordens, Ma» dame... i Mag er seine Radamontaden erzählen: er hat keine Macht mehr über die kleine Sif!, Und dann steigt man die morschen Holzstufen hinauf. sieht einen Trupp von gestern gefangenen Desperados, der mit Kolbenstößen wie eine Hammelherde auf einen Leichter getrieben wird und feine Flüche hinüberschickt zu den höhnen- den Dandys auf dem Kai. Und dann die Flut des nach Geld und Liebe brüllenden brutalen Lebens: Niggerelegants mik grellroten Krawatten, die halblegitimen Agenten des Frauen- Handels, Zeitungsverkäufer, zehnjährige künftige Hoch- finanziers, die unter Ausnützung der Konjunktur mit Kugeln und anderen Kampfandenken von gestern handeln... der Oberst Miramon endlich, der sich den Weg bahnt durch dieses Gewühl, mit der Stiefelspitze einen sich sonnenden räudigen Köter fortstößt, seinen hierher bestellten Chauffeur instruiert, mit der Reitgerte einem kleinen Halbgott, der auf dem Tritt- brett des Wagens noch fein Orchideensträußchen loswerden will, einen Iagdhieb über das Gesicht zieht: Motor ange- warfen, eingekuppelt, die Fahrt ins Ungewisse beginnt. Die kleinen Gassen des Hafens zuerst mit den fliegen« umsummten Fleischgewölben, dem entsetzlichen Gestank hal- bierter Ochsenkadaver, uralten Kotes, unreiner, brüllender, schnatternder Menschen. Ein paar Bettler mit Gesichtern, die eine abgründige Krankheit zerfressen hat. Niggerweiber in entsetzlichen blauroten Kostümen, Kokotten aus Galizien, Ko« kotten aus Sachsen, an der Ecke ein mit den Pockennarben frischer Kugelspuren übersäte? Haus, die blutroten Plakate des Standrechts, eine Wache mit einem Maschinengewehr, um das zwei monokelbehaftete Offiziere herumpendeln. - Und dann eingebogen in die Calle da Rivadavia, die die ganze Stadt zerschneidet mit ihrem geraden Messerschnitt..« tiefer hinein in den großen Bratenrost des eben zum Korso erwachten Buenos Aires!, (Fortsetzung folgt.) Großer Ganüerolenbetrug aufgedeckt. Zahlreiche Verhaftungen. Ein riesiger Betrug mit Zigarettenbanderolen, wie er in diesem Umfang in der deutschen Kriminalgeschichtc wohl keinen Vorgänger hat, konnte durch gemeinsame Tätigkeil der Zollfahndungsstellen und der Strnfverfolgungsbehörden in seinen Grundzügen aufgedeckt «erden und nimmt jetzt auf Grund der angestellten Ermittlungen immer größeren, vorläufig noch nicht absehbaren Umfang an Die Affäre, die in der Hauptsache die Zollbehörden in Berlin, Hamburg und Köln bzw. auch die Gerichte in diesen Städten bcschnf- tigt, nahm ihren Ausgangspunkt in den Nachforschungen, die wegen umfangreicher F äll s ch u n g c n der Zigarettenmarke„Over- stolz" von der Firma Haus Neuerburg angestellt worden waren. Solche Fälschungen gangbarer Zigarettenmarken sind an und für sich an der Tagesordnung, und von diesen Betrügereien werden fast alle bekannten Zigarettenfabriken in Mitleidenschast gezogen. In diesem Fall entdeckte man jedoch bei der Aushebung mehrerer Fülfcher- betriebe in Berlin wie in Westdeutschland und Hamburg, daß nicht nur mit falschen Zigaretten der genannten Marke, sondern auch mit gefälschten Banderolen gearbeitet worden war. Die weiteren Er- Mittelungen führten zunächst zur Berhaftung eines gewissen Tire »us Aachen, der sich mit dem Bertrieb gefälschter Zigavellenbande- rolen befaßte, und bald danach kam man auch in Berlin dem Treiben dieser Banderolenschieber mif die Spur. So wurde ein gewisser Krakauer, der früher die gutgehende Zigarettenfabrik Data besaß, sowie auch der Leiter der Zigarettenfabrik Desnoli, Jungermann, und einer seiner Angestellten namens B u r- stein festgenommen. Soweit der Vertrieb der gefälschten Bande- rolen in Frage kommt, ist noch eine ganze Reche von Hanpttätern flüchtig. Von Köln aus werden zwei Zigarettenfabrikanten, der frühere Inhaber der Fabrik„Haus Nordeck", Peter Brüll, und der Inhaber der Firma Willka, Willi Ka tz k i, gesucht, die wahr- scheinlich nach Belgien geflüchtet sind. Die Berliner Behörden fahnden noch einem gewissen David Balsam, von dem Tire die falschen Banderolen gekauft haben will. Alle Ermittelungen nach dem eigentlichen Urheber dieser Banderolenfälschungen sind jedoch bisher vergeblich gewesen, wenngleich mehrere aus- sichtsreiche Spuren verfolgt werden. Man rechnet mit dem Vor- handensein einer großen Geheimdruckerei, die die Falsifikate seit geraumer Zeit in großen Mengen herstellt und durch «ine jetzt wohl erst zum Teil aufgedeckte Vertriebsorganisation an den Mann bringt. Eine kleinere Fälscherwerkstatt, die in �Wiesbaden ausgehoben wurde, stand vielleicht mit dieser Affäre in Verbindung, war aber keinesfalls der Hauptsitz der Fälscher, durch deren Tätigkeit das Reich um vorläufig noch nicht obfehbare Millionenbeträge geschädigt wurde. Die Tatsache, daß diese Fälschungen so überaus geschickt vorgenommen wurden,'ist rmmerhm erklärlich, wenn man bedenkt, daß die Reichsdruckerei während der Inflation rund 30 000 Personen im Druck von Geld und anderen Wertzeichen anlernen mußte, um dem Bedarf in Papier- miMonen,-Milliarden und-billionen zu genügen. Zur Erhöhung See tzauszknsfteuer. Der Landtag hat, wie mitgeteilt, die Erhöhung der Hauszins- steuer von 1000 Proz. auf 1200 Proz. mit Wirkung vom 1. April 1927 ab beschlossen. Allgemein ist also an Stelle des zehnfachen Be- ttages der Grundvermbgenssteuer das z w ä l f f a ch e zu zahlen. Die Anträge auf Stundung mit dem Ziele auf Niederschlagung für die aus-die Wohnungen Minderbemittelter entfallenden Haus- »mssteueranteile sind, falls sie wegen der zu erwartenden Erhöhung der Steuer bisher zurückgehallen worden sind, vom Hauseigentümer letzt bei den Stcuerkasien einzureichen. Ein« Einreichung durch den Mieter ist nicht zulässig. Zu den Stundungsanträgen sind die von der Stadt herausgegebenen Antragsformulare zu benutzen. Die An- trggsisrrtuilare können, von dem Mieter von den Steuerkasisn in Empfang genommen werden. Für Sozialrentner, Kleinrentner, Erwerbslose, Kriegsbeschädigte find diese Antragsformulare mit Mittellostgkeitsbescheinigungen verbunden, die von den Stellen aus- gestellt werden, die die Unterstützung zahlen Der auf die W o h- nung eines Mieters entfallende Hauszins st euer- « n t e i l errechnet sich nach der Formel: Hausginssteuer der Woh- nung verhält sich zur Friedensmist« der Wohnung, wie die Haus- zinssteuer des Hauses zur Friedensmiete des Hauses. Die Berech. nung des Hauszinsstoueranteils nach Prozenten zur Friedensmiete ist unzulässig. Auch für solche Räume, für die die Miete, frei oer- einbart ist, errechnet sich der Hauszinssteueranteil nach der Friedensmiete. Beispiel: Friedensmiete des Hauses.. HauSzinSsteuer des HauseS.. Friedensmiete des Raumes.. Beriraglich vereinbarte Miete. HauSzinSsteuer der Wohnung. .. 600 M. .. 230. .. 100, i. 120„ 380X100 Ausrechnung: — 230X100= 23000; 500--- 46 M. HauSzinSsteueranteil. Soweit der Mieter dem Hauseigentümer einen Antrag auf Stundung der Hauszinssteuer mit dem Ziele auf Niederschlagung abgegeben hat. ist dkser verpflichtet, den Antrag an die Steuerkasse weiterzugeben. Ueber die Gewährung oder Ablehnung der Stundung geht dem Hauseigentümer jedesmal ein Bescheid zu. Von diesem Bescheid hat der Hauseigenttimer dem Mieter Kenntnis zu geben. Die übergroße Anzahl der Stundungsanträge kann es mit sich bringen, daß in der Bearbeitung eine Verzögerung eintritt. Hier- durch können aber irgendwelche Nachteile oder Weiterungen sowohl Vermieter als auch für die Mieter nicht entstehen, denn bis zur Entscheidung über diese Stundungsanträge werden wegen der Steuerbeträgc, für die Stundung beantragt ist, weder Mahnungen noch Zwangsbeitreibungen vorgenommen werden. Soweit Stun- dungsanträge nicht gestellt sind, muß die Steuer an die Steuerkasse bis zum 16. April 1927(der Fälligkeitstag 15. April fällt auf einen Feiertag) gezahlt werden._ Mketerfreuöen.� Ein Zusammenstoß zwischen Hauswirtin und Mieterin, der sich vor längerer Zeit in Charlottenburg im Hause W i tzZeb e n- straße 3 9 ereignete, wurde vor dem Landgericht III(Straf- tammer 5) in einer Berufungsverhandlung erörtert. Frau Luis« Stellmacher, Ehefrau des Hauseigentümers, war auf die Klage eines in dem Haufe wohnenden Herrn Z> e s ch e vom Amtsgericht Charlottenburg wegen tätlicher Beleidigung der Frau Ziesche zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Das war der Hauswirtsgattin noch zu viel und sie erwartete nun von der Berufungsinstanz ein günstigeres Urteil und sogar die Freisprechung. In der erneuten Beweiserhebung bekundete die als Zeugin ver- nommene Frau Ziesche, sie habe in der Stellmacherschen Wohnung bei der Zahlung des für die Warmwasserlieserung zu enttichtenden Koksgeldes«inen Abzug wegen Liefsrungsuntcrbrechung machen wollen und sei deshalb von der aufbrausenden Frau Stellmacher m i t beiden Händen am Arm gepackt und zu Boden g e st o ß e n worden. Sie habe sich dann zur Flurtür geschleppt und habe dort lange gelegen, bis eine auf ihre Hilferufe hinzukommende Hausbewohnerin ihr beistand und sie in ihre Wohnung brachte. Eine bei dem Auftritt anwesende Tochter der Frau Stellmacher habe obendrein ihre Freud« darüber geäußert, und auch der erst später «intreffend« Herr Stellmacher habe noch Wort« des Spotte» für sie gehabt. Bei dem Fall habe sie, die ohnedies mit einem Krampf. adsrlelde« geplagt sei, cm« Beschädigung am Bein«rkitte«. so daß �in reichlicher Wuterguß auftrat. Sie sei aber auch durch den ganzen Auftritt so schwer mitgenommen worden, daß sie lange Zelt noch an den Nachwirkungen zu tragen hatte. Eine Hausbewohnerin schildert, dem Gericht, wie sie Frau Ziesche fand, sie aushob und weg. führte. Sie wollte auch erzählen, in welchem Tone Herr Stellmacher sich geäußert habe. Aber Herr Stellmacher, der in der Ge- richtsverhandlung als Beistand seiner angeklagten Frau neben dem Verteidiger mitwirkte, verbat sich„Beleidigungen". Er werde, sagte er empört, so hingestellt, wie wenn er„ein Prolet ersten Ranges" fei. Eine andere Hausbewohnerin schilderte, wie sie die in ihre Wohnung gebrachte Frau Ziesche ganz erschöpft und fasiungslos vorgefunden habe. Ein Hausbewohner bekundete, er habe Frau Ziesche sogleich nach dem Zusammenstoß in der geöffneten Flurtür der Stellmacherschen Wohnung auf der Schwelle sitzen sehen. Bei dem noch fortdauernden Wortwechsel zwischen ihr und Frau Stellmacher habe die Tochter gelacht. Nach der Darstellung der angeklagten Frau Stellmacher und ihrer ohne Eid vernommenen Tochter wäre Frau Ziesche nur au- der Wohnung gewiesen worden und dabei zu Fall gekommen. Die Bemühungen des Berteidigers der Angeklagten, glaubhaft zu machen, daß Frau Ziesche durch ungehöriges Benehmen die Wirtin gereizt und sogar Haussriedensbruch begangen habe, waren erfolglos. Das Urteil lautete auf Verwerfung der Berufung, so daß es bei den 30 Mark Geld st rase bleibt. Frau Stellmacher sei nicht berechtigt gewesen, Frau Ziesche hinauszu- weisen. Diese sei ja in die Wohnung gekommen, um Koksgeld zu zahlen. Sie sei ober sogleich bei der ersten Aufforderung, die Wohnung zu verlassen, angepackt und gestoßen worden. Daß sie hinfallen und sich verletzen sollte, sei wohl nicht beabsichtigt bewesen. Aber zweifellos liege tätliche Beleidigung vor, die bestraft werden müsse. Die vom Amtsgericht über Frau Stellmacher ocr< hängte Geldstrafe von 30 Mark sei nicht zu hoch. Der«-�ntl-Spllabus". Uni» die übereifrige Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde kann bekanntlich über Arbestsmangel nicht klagen, und doch vergeudet sie ihre Kräfte an untauglichen Objekten. Die Folge davon sind unter Umständen recht seltsame Anklagen. Mutet es nicht recht eigenartig an, wenn sie im Jahre 1926 die Beschimpfung der Einrichtung der katholischen Kirche in einem Gedicht erblickt, das sieben Jahre hindurch unbehelligt verbreitet werden konnte? Das war aber der Tatbestand der gestrigen Gerichtsverhand- lung vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg. Da ist in den dreißiger Iahren des vorigen Jahrhunderts ein Gedicht„A n t i- S y l l a b u s" erschienen— eine Streitschrift gegen die Sammlung verbotener Schriften des Papsttums. Der künstlerische Wert dieses Produktes mag dahingestellt bleiben; inhaltlich trifft das Gedicht aber den Nagel auf den Kopf. Nachdem sich das Gedicht mit den Lehrsätzen der Kirch« bcschäfttgt hat, wobei auch die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria nicht besonders glimpflich davon- kommt, fragt es:„Und mit solchem abgelegten, tollen Unrat aller- wärts wagt ihr heut noch zu verpesten unserer Kinder Geist und Herz? Heute, wo ein mächtig Wissen in der Welt emporgeblüht?"— Eine zeitgemäße Frage in einem Augenblick, wo die weltliche Schule durch das zu erwartend« neue klerikale Schulgesetz aufs ärgste bedroht erscheint. Die Staatsanwaltschaft hat aber in der Glossierung der Lehre von der Empfängnis der heiligen Jungfrau und in manchen anderen Dingen, im ganzen in zwanzig Zeilen von 250 des Gedichtes die Beschimpfung der kirchlichen Institutianen erblickt; ihr Vertreter beantragte deshalb in der gestrigen Gerichtsverhandlung eine Geld- strafe von 50 M. und die Unbrauchbarmachung der Platten zu allen vier Gedichten des Bändchens. Das Kuriose ist nun, daß dies Büch- lein mit Gedichten, das bis vor der Revolution verboten war, schon im Jahre 1919 erschienen ist, und trotz einiger polizeilicher Beschlag- nahmungen immer wieder freigegeben wurde. Und nun, im Jahre 1926, plötzlich das Strafverfahren gegen den neuen Verleger dieses Gedichtbändchens. Leon Hirsch. Geuosse Dr. Lev i, erklärte als Berteidiget, daß der eine oder andere vielleicht durch die Verse sich in seinem., religiösen-Gefühl- verletzt fühlen könne. Das Gesetz bestrafe jedoch nur d: e Verletzung des religiösen Gefühls, die durch Beschimpfung der Einrichtungen der Kirche bewirkt wird. Eine Beschimpfung der kirchlichen Lehrsätze kenn« das Gesetz nicht. Hier habe aber bestenfalls nur eine Be» schimpfung der katholischen Lehre stattgefunden. In diesem Sinne habe sich auch Prof. Radbruch in einem von ihm angeforderten Gutachten geäußert. Das Gericht schloß sich den Ausführungen Dr. Levis an und sprach den Angeklagten frei. Die Staatsanwaltschaft ist somit um eine Erfahrung reicher geworden. Das gefährliche Denzm. Zur Beachtung aus Anlaß der letzten Unglücksfälle. Wenn man ein Flöschchen Benzin zum Fleckputzen oder Feuer- zeugfüllen oder sonst etwas kaust, versäumt der gewissenhaft« Drogist sicher nicht, das rote Bändchen mit dem Ausdruck„F e u e r g e> s ä h r l i ch" herumzukleben. Es weiß auch jeder, wie leicht sich Benzin entzündet und daß es dann nicht mehr gelöscht werden kann. Trotzdem ereignen sich, wie die Zeitungen berichten, immer wieder Unglücksfälle durch Entzündung von Benzin im Haus» halt wie in Aufbewahrungsstätten und gewerblichen Betrieben. Jeder hat wohl schon einmal gelesen, daß Unglück entstanden ist, weil Venzindämpfe in Brand gerieten. Aber allzu wenige ziehen die Lehre daraus. So kommt es immer wieder zu Unglücksfällen. Die Ursache dieser Nichtbeachtung alter Erfahrungen dürfte darin liegen, daß die meisten Leute in einem Irrtum über den Begriff Dampf befangen sind. Sie glauben nämlich, Dampf müsie man sehen, da man doch Wasserdampf aus der Lokomotive oder dem Ausguß eines Kessels mit kochendem Wasser aufsteigen sieht; solange man also einen derartigen Dampf von Benzin nicht aufsteigen sehe, könnte es nicht gefährlich sein, in der Nähe Feuer anzuzünden. Nun versteht man aber richtig unter Dampf nicht mir dessen sichtbare Form, sondern auch die unsichtbare gasige Form, in die eine Flüssigkeit beim Berdompfen oder Verdunsten übergeht. Kocht Wasser in einem osscnen Topf, so sieht man meistens auch keinen Damp'. Das Benzin verdampft nun schon bei gewöhnlicher Zimmer. temperatur und wenn das Zimmer geheizt ist, noch schneller, ohne daß man irgend etwas sieht. Diese unsichtbaren Dämpfe erfüllen die Luft des Raumes und kommen mit offenem Feuer oder Glut in Berührung, so entzünden sie sich und rasch auch das noch vor- hondone flüssige Benzin, so daß das Unglück fertig ist. Es ist auch nicht so, daß man die Gefahr riechen müßte, etwa wie bei ausgeströmtem Leuchtpas. Denn das flüssige Benzin riecht bereits stark, so daß das Vorhandensein von Benzindampf nicht besonders wahrgenommen werden kann. Das höchst gifttpe Koylenorydaas, das bei unvollständiger Verbrennung von Kohle in einem undichten Ofen oder bei schlechtem Abzug entsteht, ist sogar vollkommen geruch- los und deshalb um so gefährlicher. Also, Benzindamps ist unsichtbar, und deshalb lautet ein uaumgänglickes Sicherheits» gebot: In einem Raum, wo Benzin offen steht, oder damit gearbeitet wird, kein Streichholz anzünden, kein Feuerzeug knipsen, nicht mit glimmender Zigarre oder Pfeife hineingehen. Der letztberichtete Unglücksfall, der dadurch hervorgerufen wurde, daß einer in nächster Nähe einer Gaskocherflamm« seinen Anzug in Benzin wusch, bedeutet aus den oben erwähnten Gründen wohl den Gipfel der Unvorsichtigkeit. „Blumen aus Heimal und fserne." Degetationsbilder aus allen Gebieten der Well zeigt die Osterausstellung der Deut- scheu Gartenbau- Gesellschaft, die vom 13. bis 20. April unter dem Protektorat von Oberbürgermeister Böß im Berliner Rathaus« stattfindet. Der deutsch« Wald, ein Alpinum, Ostasien, die Kanarischen Inseln, der Amazonenstrom, Südafrika und vieles andere mehr wird in besonderen Bildeirn erstehen. Sie werden belebt durch entsprechende Bogel des Borein« der Vogel» Händler und Aquarien und Terrarisu, de» Berein»„dixinplisei, ?Iba*. Die Ausstellung ist täglich pon movgens 10 bis abend» 9 Uhr geöffnet. Eintritt 1 M. am 13. und 14. April und 0,5tz M. an allen üb»igen Tagen. Kind« halb« Sinttittspteis«. Zreiöenkerarbekt. Wie wid erfahren, hat die kürzlich von den vereinigten Frei- denkeroerbänden veranstaltete freigeistige Werbewoche eine sehr starke Kirchenaustrittsbewegung ausgelöst. Dielsach werden Klagen laut, daß die hierfür vorgesehenen Anfertigungsstellen in den Amts- gerichten als völlig unzureichend bezeichnet werden müssen, und auch wir find der Auffassung, daß hier den Bedürfnissen des Publikums mehr entgegengekommen werden muß. Bei dieser Gelegeicheit sei erneut auf die Einrichtung hingewiesen, die der„Verband für Frei- denkertum und Feuerbestattung E. B." eingeführt hat. Der Ver- band ermöglicht nämlich in seinen Geschäftsräumen in den Abend- stunden den Kirchenaustrüt gegen eine mäßige Gebühr durch einen Notar, was für diejenigen eine Annehmlichkett bedeutet, die sich nur schwer tagsüber von ihrer Arbeit befreien können, um zum Amtsgericht zu gehen. Es finden folgende Sprechstunden statt: Montag und Donnerstag leder Woche abends 7 Uhr im neuen Verwaltungsgebäude des Verbandes, Gneisen au» straße 41; Dienstag und Freitag jeder Woche abends 7 Uhr im Geschäftslokal Frieden straße 60. Schädlingsbekämpfung im Film. Der Siedlerverein Neu-Rudow bringt am Donnerstag, dem 14. April, 8 Uhr abends, im Städtischen Lichtspielhause Neukölln, Bergstr. 147, drei Belehrungssilme über Schädlingsbekämpfung im Obst- und Garten- bau, Wachstum der Pflanzen sowie Garten- und Samenbau zur Vorführung. Sie werden durch ergänzende Vorträge erläutert. Alle Benifsgärtner, Siedler, Gartenbesitzer und Naturliebhaber sind hierzu eingeladen. Die Nichtbefolgung der Schädlingsbekämpfungs- Vorschriften kann mit 150 M. Geldstrafe oder entsprechender Hast geahndet werden. Neben diesen Filmen sollen noch Schädlings- jammlung, Bogelschutzgeräte sowie Baumspritzen usw. zu Anschau- ungszwecken zur Ausstellung gebracht werden. Als Unkosten» b e i t r a g werden 23 Pf. Eintritt erhoben. Osterpaketvertehr. Die Deutsche Reichspost bittet, mft der Der- sendung der Osterpakcte möglichst frühzeitig zu beginnen, damit An» Häufungen in den letzten Tagen vor dem Fest vermieden werden, die Verzögerungen zur Folge haben. Es empfiehlt sich, die Pakete gut zu oerpacken, die Aufschrift haltbar anzubringen und den Be- stimmungsort unter näherer Bezeichnung der Lage besonders beut- lich niederzuschreiben. Ferner darf nicht unterlassen werden, auf dem Paket die vollständige Anschrift des Absenders. auch Hausnummer, Gebäudeteil und Stockwerk, anzugeben und in das Paket obenauf nochmal einen Zettel mit der Aufschrift zu legen. Eine Auskunflsstelle für Schwerhörige. Uns wird geschrieben: Schwerhörig«, die bei der schwierigen Wahl eines Hörapparats gut beraten sein wollen, werden gebeten, sich an die Auskunftsstelle des „Vereins der Schwerhörigen Hephata", Berlin W. 15, Fasanenstr. 49 (am Hohenzollerndamm), zu wenden. Dort können elektrische Appa» rate und mechanische Hörrohre der Spezialsabriken oder jede Der. bindlichkeit kostenlos ausprobiert werden, auch wird dort durch er- fahvene ehrenamtliche Leiterinnen Rat und Auskunst erteilt. In jeder Schwerhörigenfrage wie Berufsberatung, Beihilfe und Kranken- kasien usw. wird Aussprache, Rat, Trost und, wo es möglich ist, tat. kräftige Hilfe gewährt. Die Beratung ist völlig kostenlos und un» verbindlich. Unbemittelten wird die Befchasfuna eines Hörgeräts durch günstige Zahlungsbedingungen erleichtert. Die Auskunftsstelle ist zweimal wöchentlich. Dienstag von. 11—1 und Donnerstag von �5—7 Uhr geösfnet. Der Bund heimatlreuer Ostpreußen E. B.(Sitz Berlin—- 21 Bereine in Berlin) veranstallete zu wohltätigem Zweck ein Bundessängerfeit im großen Saale der Neuen Welt, Hasenheide, das von 3000 Ostpreußen und Gästen aus befreundeten Bereinigungen besucht war. Die vereinigten gemischten Chöre d»ik Ostpreußenoereine in Berlin fangen unter der Leitung von Ewosd Sosnowski eine Reihe von Liedern, die der über 300 Sängerimieu und Sänger starke Tonkörper gut zu Gchör brachte. Die aus Ost» preußen stammende Konzertsängerin Elsa Kromm-Berlin bat eine Reihe von Liedern dar, Kompositionen von Georg Bollerthun von Gedichten der Agnes Miegel. Frl. Elsa Kromm erwies sich als eine vorzügliche Sängerin mit hervorragendem Stimmaterial und ein- drucksvollem Lortrag. In ausgezeichneter Weise begleitete sie der Pianist Hermann Hoppe, gleichfalls Ostpreuße. Schließlich gab noch der in Ostpreußen bekannt Rezitator Kurt Wernick-Königsberg i. Pr. Gedichts in ostpreußischer Mundart und in ostpreußischem Platt u. a. neue Arbeiten des ostpreußischen Dialektdichters Dr. Lau- Königsberg zum besten. Auch diese hervorragenden Darbietungen wurden stürmisch bejubelt. Zwei kurze Ansprachen des Dozenten Dr. Michaelis, des geschäftsftihrenden Vorsitzenden der gemein- nützigen Bereingunz zur Pflege deutscher Kunst über die Dichterin Slgnes Miegel und des Vorsitzenden des Bundes heimattreuer Ost- preußen, Oberregierungsrat Hoffmann, ergänzten das auf hoher Stufe stehende Programm. Spreekunneleröffnung noch nichi zu Ostern. Don verschiedenen Seiten ist die unzutreffende Nachricht verbreitet worden, daß der Spreetunnel in F r i e d r i ch s h a g e n zu Ostern dem Verkehr über- geben werden soll. Di« Bauarbeiten nähern sich wohl ihrem Ende, sind jedoch infolge eingetretener Schwierigkeiten in der Material- beliefening noch nicht so weit gefördert, daß der Tunnel zu Ostern freigegeben werden kann. Die Eröffnung wird voraussichtlich im Monat Mai erfolgen, der genaue Zeitpunkt läßt sich noch nicht angeben. Z4-Skundenzählung bei der Reichswehr. Dem Vorbilde der Reichsbahn und anderer Behörden und Unternehmen folgend, wird auch bei der Reichswehr, und zwar sowohl im Heer wie in der Marine mit dem 15. Mai die 24-Stundenzählung eingeführt. Die Geheimaisse de» Znkolande» und die Wunder des Slma- z onenitromes behandelt der Film König Amazonas, den die L ichtbildbllhne der Treptow-Sternwarte am Osterlonntag und Ostermontag, n achmitlagS um 4, 6 und 8 Uhr vorführt. Am Karfreitag bleibt das Institut geschlossen. Am Sonnabend, 9., abends 8 Uhr, und Sonn- tag, 10.. nachiliin.igS 4, 6 und 8 Uhr, wird der Film„Unter Affen und Palmen' vorgeführt. Direktor Dr. Archenhold hall am Dens- tag. dem 12., abend» 5 Uhr, einen astronomischen Dortrag:„Unser Wissen von der Sonne, Merkur und Venu»" unter Vorführung von zahlreichen Licht- und Drehbiidern. Bezllk«HUdullg»au»schuß Gcob-Serlla. Nächste Theatervorstellung am Sonntag, dem 17. Aprll, nachmittags 3 Uhr, in der Volksbühne am Büiow- piatz. Aufgeführt wird.-„Faust". Der Tragödie erster Teil, von Goethe. Drei» der Karte einschließlich Kleiderablage und Programm 1,20 M. Karlen sind in allen bekannten Verkaussstellen und im Bureau des BezirkSbildungS- auSschuffes, Lindenstv. 3, 2. Hos, 2 Tr., Zimmer 8, zu haben. verelnlgung der Freunde von Religio» und völterftieden. Genosse Psarrer Sleicr spricht am 1. Osterjeiertag, vorm. 10 Uhr, tm Rahmen einer religiösen Feierstunde über da» Thema:„Auferstehung.' Durch musikalisch« Darbietungen wird diese Feier umrahmt. Sie findet ln der Trintlatiskirche, Charlotlenburg, Karl-August-Platz, statt. Sprechchor für proletarische Feierstunden: Die NebungSstunde findet in dieser Woche heute, DienStag, den 12. April, abends T/2 Uhr, im lsesangS- saal der Sophienschule, Weinmeilterstr. 16117, statt. Absturz eines französischen Flugzeugs. Zwischen Arras und Douai stürzte am Sonntag abend ein Personenflugzeug ab. Die beiden Führer wurden getötet. Internationales Arbeiter-Schachturnier. Eröffnung und 1. Tag. Mit dem Eintreffen der ausländischen Arbeiterschachspieler in Berlin und der darauffolgenden Begrüßung am vergangenen Sonn- abend im Klublokol des Berliner Arbeiterschachklubs. Ewalds Ver- einshaus, war der Auftakt zum großen internationalen Arbeiter- ichachwrnier gegeben. Der zweite Dorsißende Schwenke brachte in seiner Ansprache zum Ausdruck, daß das zweite internationale Arbeiterschachturnier entgegen den bisher üblichen Einzelwettkämpfen, Länder- und Monnschaftswettkämpfe in den Vordergrund stellt. Doch auch mit Durchführung eines internationalen Mei- sterturniers soll das hohe Können der Einzelspieler der Ar- beiterschachinternationale der Oeffentlichkeit gezeigt werden. Am Schachbrett als Gegner, aber zugleich doch Sameraden! sei die Losung, unter der die Wettkämpfe beginnen möchten. Die große Zahl der Meldungen zum Turnier aus allen Ländern machte es notwendig, die Kämpfe in zwei gleichzeitig lausende Meisterturmere A. und B. laufen zu lassen.' Es stehen sich im Meifierturnier A. gegenüber: G o n e w s k y, Su b a re f f- Ruß- land. Dr. Szigeti. Fischer- Oesterreich, Ragy, Ragen- darf- Ungarn, Frio-Fraind- Tschechoslowakei, Michel- Schweiz, Czach, Schaf fartzik- Deutschland. Im Meister. lurnler B.t Lehmann, Ragosin, Teslenkow, Glasat- schaff- Rußland. Rosenberg- Oesterreich, B a l t i n- Letttand. V i ck l e r- Ungarn und Bischoff, Grothe, Osten-Deutschland. Nach der Auslosung am Sonntag begannen sofort die Weit- kämpfe. Im Meisterturnier A. spielten der Oesterreicher Dr. Szigeti mit dem Berliner Meister Czach, der Ungar Ragendorf mtt Fischer- Oesterreich, der Schweizer Michel gegen N a g y- Ungarn, S ch a f f a r tz i k- Deutschland gegen F r i o. F r a i n d- Tschechoslowakei und die Russen G e n« w s k y- Subareff. Im Meisterturnier B.: Rosenberg. Oesterreich gegen Glasatschoff- Rußland, Lehmann- Ruß. land gegen O st e n- Deutschland, Ragosin- Rußland gegen B a l t i n-- Lettland, Teslenkow- Rußland gegen Grothe- Deutschland, P i ck l e r- Ungarn gegen B i s cho s f- Deutschland. In fast allen Eröffnungen zeigte sich die moderne R i ch- tu na vorherrschend. Die Ungarn und Oesterreicher bevorzugten die Zuckertort-Eröffnu'ng, drei Partien wurden mit dem Königsbauer, die übrigen mit dem Damenbauer eröffnet. Die Shielzeit ist täglich von S bis Z Uhr und von 3 bis 7 Uhr. Das Turnier findet statt in den Kammersälen, Teltower Straße 1. Der Eintritt ist frei. » Die Sonntagsspiele der ersten und zweiten Runde zeitigten folgende Resultate: Im Meisterturnier A. wurde die Partie Nagv-Schassartzig ein abgelehntes Damengambit, pon Nagy gewonnen. Alle anderen Parteien verblieben als Hänge- Partien. Im Meisterturnier B. konnten dagegen Teslenkow gegen Grothe, Ragosin gegen Daltin, Lehmann gegen Glasatschoff gewinnen: nur die Portie Bischoff-Grothe endete mit Remis. Die Ergebnisse aus der dritten und vierten Runde am Sonn- mg waren folgende: M ei st e r t u r n i e r A.: Die Partien R age n do r s- Ungarn gegen G e n e w s k y- Rußland»Mich e I- Schweiz gegen E z a ch- Deutschland, Schaffartzik- Deutschland gegen Fischer- Oesterreich, Dr. Szigeti- Oesterreich gegen Subareff. Rußland wurden als Hängepartien abgebrochen. Die Partie F r i o- F ra i n d- Tschechoslowakei gegen Nagy-Ungarn wurde Remis. Stand nach der vierten Runde: Nagy- Ungarn I Czach- Deutschland m, G e n e w s k y- Rußland 1, Frio- Fraind- Tschechoslowakai 1, Fischer- Oesterreich Schaf- s a r tz i k- Deutschland Dr. Szigeti- Oesterreich 0, Ragen. d o r s- Ungarn l>, Michel- Schweiz l), Subareff- Rußland 0 Punkte. Internationales Meisterturnier B.: Der Stand nach der vierten Runde ist hier folgender: T e s l« n k o w-Rußland 3. Ragosin- Rußland 2, Grothe- Deutschland 1H, Lehmann- Rußland 1, Ost e n- Deutschland 1, B i s ch o f f- Deutschland Pickler- Ungarn 0, Rosenberg- Oesterreich 0, Glasat. schaff- Rußland l> Punkte. 13. kreis-Turn- und Sportfest in Serlin. Der 1. Kreis des Ardeiter-Turn- und Sportbundes veranstaltet olle zwei Jahre ein großes Kreis-Turn- und Sportfest, unter Beteiligung aller im Kreise vertretenen Sportarten. In diesem Jahre. sindet das Kreisfest am 2 5. und 2 6. Juni in Berlin statt: die umfangreichen Vorarbeiten sind bereits in Angriff ge- nommen. Besondere Schwierigketten macht bei einer solchen Masten. Veranstaltung, wo mehrere Tausend aktive Sportler an den Vor- führungen und Wettkämpfen teilnehmen, die Platzbeschaffung, zumal gerade Berlin nur wenige geeignete Anlagen hat. Trotzdem ist die Platzsrage in befriedigender Weise gelöst worden. Ein erheblicher Teil der Sportler und Sportlerinnen kommt aus der Provinz: es müssen also einige Tausend Quartiere beschafft werden. Der Berliner Arbeiterschaft erwächst die Aufgabe, diese Genossen unter- zubringen. Es ist zu erwarten, daß diesbezügliche Aufrufe der Wohnungskommission genügend Meldungen von Quartieren zeitigen. Der gut vorbereitete sportliche Teil des Kreisfestes bringt Vor- führungen und Wettkämpfe aller Sportarten. Für Sonnabend, den 25. Juni, ist die Aufführung eines Massen-Festfpieles vor- gesehen, unter Leitung und Mitwirkung namhafter Künstler. wie man Ausstellungen macht! Die unter dem Namen Deutscher Sport im Lunapark ab- gehaltene Ausstellung Hot wieder einmal bewiesen, wie heutzutage „Sportausstellungcn" zustande kommen. Auf den Prospekten und Programmen wurden eine Anzahl namhafter Sportverbände auf- geführt, und dein Ehrenausschuh gehörten die prominentesten Persön- lichkeiten, u. a. Polizcioberst Haupt, Polizeioberst Heimannberg, Professor S. Heinrich- Berlin u. a.> an, so daß bei jedem Fern- stehenden der Eindruck erweckt wurde, es hier mit einer nur von den Sportoerbänden veranstalteten und von den Behörden gestützten Ausstellung zu tun zu haben. In Wirklichkeit ist die ganze Sache nur von der L u n a- P a r k- T e r r a s s e n- G es e l l s ch a f t auf- gezogen und diversen Sportverbänden für ihre Mitwirkung eine Provision zugesichert worden. Man hat die Aussteller nicht nur in dem Glauben gelassen, daß die Ausstellung von den Sportver- bänden wäre, sondern, um sie ganz sicher zu machen, mit Vor- fpiolungen von selten Kartenabnahmen und. festen Zusagen durch dt« Mitglieder der SporttmMnde eingeßmgen.«» bleibt die Frag« offen, wie weit die Behörden und die Staatsanwaltschaft«in der- artiges Verhalten, dos zur Schädigung von Industrie, Handel und Gewerbe führt und weiterhin den Ruf jeder anderen Ausstellung gefährdet, dulden wollen. Arbeitersport unö Veltfrieöe. Ein Aufruf der Luzerncr Internationale. Der Sekretär der Luzerner Sportinternotionole, Genosse D e v l i e g e r, richtet an die Leiter der einzelnen Länderorgoni- sationen folgenden Aufruf:„Ohne den politischen und gewerk- schaftlichen Arbeiterorganisationen vorgreifen zu wollen, mochten wir die Aufmerksanikeit der Leiter der Länderorganisationen auf die Geschehnisse lenken, die augenblicklich in der Welt vor sich gehen und als Anzeichen eines verzweifelten Kampfes des Kapitalismus und Imperialismus um ihre Existenz zu betrachten sind. Wir möchten keine Gelegenheit vorübergehen lasten, die uns angeschlossenen Organi- sationen auf die K r i e g s g e f a h r e n hinzuweisen, die am Horizont aufsteigen. Vergessen wir nicht, daß wir in erster Linie Soziali st en sind, daß wir daher verpflichtet sind, für den Frieden und gegendenKriegzu kämpfen. Man muß schon mtt Blindheit geschlagen sein, um nicht zu sehen, daß sich die Kapita- listen aller Länder rüsten, um der Arbeiterschaft die sozialen Errungenschaften wieder zu entreißen, die ihnen am Ende des letzten Krieges zugestanden wurden. Sie scheuen selbst vor einem neuen Blutbad nicht zurück. Der Faschismus, diese reinste Form der Reaktion, liebäugelt stark mit dem Krieg und es ist zu befürchten, daß der Tag nicht mehr fern ist, an dem die Proletarier Europas wieder in Uniform gesteckt werden, um auseinander loszugehen. Seien wir daher wachsaml Bekämpfen wir den Kriegsgeist überall, wo wir ihn antreffen und unterstützen wir tat- kräftig die internationalen Schutzorganisationen des Proletariats. Jeder an seinem Platz ist verpflichtet, die besten und wirksamsten Mittel anzuwenden im Kampfe gegen die internationale Reaktion. Wir hätten als Arbeitersportler überhaupt keine Existenzberechtigung, wenn wir uns nicht als eifrig st e Friedensanhänger und unversöhnlich« Feinde der Kriegshetzer«!«» betätigen würden." Sie wollen üen Konflikt! Unter der Ueberschrtft„1. Kreis gegen die Leipziger Beschlüsse" bringt die Montags-„R o t e Fahne" einen Bericht über eine Sitzung des erweiterten K r e i s r a t e s, in der allerlei Beschlüsse gefaßt wurden, die das Kennzeichen ihres Fabrikations- Ursprungs an der Stirn tragen. Selbstverständlich jubiliert die Berliner„Prawda" ob des„Erfolges" der kommunistischen Mehrheit im Kreisrat: im Geiste sieht sie schon die deutsche Arbeitersport- bewegung als Anhängsel der sagenhasten Roten Sportinternationale. Allerdings ist es augenblicklich noch nicht so weit und die Papa- geien Moskaus im Kreisrat werden ihre Sehnsucht noch weiter durch die Fabrikation von Parolen lebendig halten müssen. Nur ein Wort zu der U e b e r s ch r i f t der„Roten Fahne". Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Der Kreisrat. selbst der erweiterte, ist nicht die Mitgliedschaft des ersten Kreises: ob diese den kommunistischen Parolenschmieden folgen wird, ist lehr zweisel- Haft. Die Meinung der Mitgliedschaft geht bis jetzt immer noch dahin, daß die Beschlüsse der Bundestagungen und die Bestimmungen des Statuts gelten. Wenn die Kommunisten durchaus das Bedürfnis haben, ihre Ansichten zum Ausdruck zu bringen, sollen sie sich hierzu andere Gelegenheiten aussuchen, als die Tagungen des Kreisrates. Oder drängt man mit Absicht auf einen Konflikt hin? Ws Bodman �Vl/ir haben uns oft die Frage vorgelegt, Jst der Mehrerlos in der 5K>Preislage ob wir die Ersparnisse, die wir im letzten WM auch nur gering, so reicht er doch aus, Jahr durch die bedeutende Produktions- Vermehrung unserer Om/toZz-- Zigarette und die damit verbundene Rationalisierung unserer Betriebe erzielten,nicht besser für eine Senkung des Preises verwenden soll- ten,als für eine Verbesserung der Qualität Es gibt aber Gründe, die entschieden gegen eine Senkung von 5 auf 4-Pfg. sprechen. Oer Betrag, den der Raucher zahlt, Kommt nur zum kleinen Teil in die Hände des fäbri kanten, denn neben ihm teilen sich der Händler und hauptsächlich der Staat in den Erlös. Ita- von hat der Fabrikant zunächst die sehr erheblichen Herstellungskosten zu bestreiten, die jedoch bei einer 5Pf.- Zigarette nicht höher sind, als bei einer Zigarette zu 4-Pfg. um beimTabak inder Kalkulation eine sehr erhebliche Rolle zu spielen. Unsere genauen Berechnungen haben erwiesen, dass wir bei gleichen Herstellung- Kosten ßir denTdbak derjty-gjgfmtte ungefälyr das QfrypeHe aufwenden können-, als für den Tabak einer+tf-ZigantitVöS v«r für uns bestimmend.WirgIaubten,dem Rau eher den besten Dienst zu tun, wenn wir unsere als 5 Pf- Zigarette so gut machen, wie wir es können, und ihm raten,Iieber 5 statt4Pfg. anzulegen, weil er für 25 � Mehrzahlung eine um 100% bessere Qualität erhält. Cffier'MäKWERT dnertc) overstolz zyfffl-wäre nur die Hälfte vom Tabakwert der Overstolz 0]%sf)aü) ift OVERSTOlZ eine 5S$'li£arette und infolge üpns guten UMS die meiflgerauc� ie ligarette QkvycljlanS$?£> Schwerathletikmeijlersthasten. Berolina schlügt Halle überlegen. In den Prachtsälen am Märchendrunnen kamen in der ver- gangenen Woche die Endkämpfe um die K r e i s m e i st e r- s ch a f t im Ringen zum Austrage Durchweg gab es ebenso harte wie technisch hochzuwertende Kämpfe zu sehen. Das zahlreich an- wescnde Publikum kargte nicht mit starten Beisallsbezeugungen. In der L i g a k l a s se wurde Berolina, der vorjährige deutsche Mannschoftsmeister, gegen die„Sportliche Vereinigung Nord-West" mit 20;8 Punkten überlegener Sieker. Die hohe Ueberlegenheit der Berolina-Mannschaft kam immerhin etwas überraschend. In der .�-Klasse gingen die Kämpfe in flotter Folge zwischen Lichten- berg-Friedrichsselde und Lunch vonstatten. Mit 18: 10 Punkten wurde Lichtenbera-Friedrichsfelde Sieger und somit M« i st e r in dieser Klasse. * Am Sonntag fand der Ausscheidungskampf um die mittel- deutsche Meisterschaft des AABD. im Ringen statt. Zu dem Kamps hatten sich in der L i g a k l a s s e Germania-Felsensest Hall e— Berolina-Neukölln, in der L-Klasse die Vereine Germania- Felsenfest— S.-C.-L i ch t e n b e r g-F r i e d r i ch s f e I d e qualifiziert Die Hallenser trafen am Sonntag mittag vollzählig in Berlin ein und machten einen durchaus frischen und kompffreudigen Eindruck. Am Nachmittag gegen 5 Uhr nahmen unter der Leitung des Kreis- sportwartes Fischer die Kämpfe ihren Anfang. Selten wurde mit einer derartigen Erbitterung unter sorgsältiacr Beachtung eines fairen Kampsstils gerungen. Die Hallenser Sportgenossen zeigten, daß der Ringsport in ihrer Heimat auf einer beachtenswerten Höhe steht. Wenn sie in der Ligaklass« gegen Berolina-Neukölln schließ- lich unterliegen mußten, ist das in der Hauptfachs der technischen Ueberlegenheit einiger Berliner Ringer zuzuschreiben. In der D-Klasse konnte Germania-Felsensest dagegen einen knappen Sieg erringen. Die Veranstaltung war ein vielversprechender Auftakt für die zu Pfingsten in Gera stattfindenden Bundesmeister- s ch a f t e n. Resultate! Llgallasse, Miegengewlcht: Karos(Berolina) fieat nach Punkten ltber Baldewein lDermanta); Bantam., Feder», Mittel- und Schwergewicht zwischen Weber, Droas, Echnackenbceg, Soovran«Berolina) und Spetziaer, Lausick, W. Meie, Reisel(Germania-Salle) unentschieden.— Leichtgewicht! Lentschel/ vn;u.iir. UCl lvl vvrr» 1 I,,»,. k.1 Eohn; im Osten: Grosse Frankfurter, i> D strafte S8 lfUnf Minuten vom Alexander. I Möblierte- Zimmer zum 13. April oder piass), im Norden: Badftrasse 47/48 sfUns'l. Mai an zwei Herren vermietet Priss. Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen), stow, Zionskirchplass 13, vorn 3 Treppen. Moabit: Turmstrasse 73.'i Nachmittags nach S Uhr. den» dl« Bertetbiger»arrn t» Abdecken schlecht«ab der»prwSchter»etgte, abgesehen von einigen guten Leistungen zum Schluß, grosse Unsicherheit. Da» erste Tor schoß Rechtsaußen vollständig freistehend, während er 5 Minuten später den zweiten Schuß in die rechte Ecke setzte. Das dritte Tor, das von Halblinks mit einem schönen Linkshandwurs kam. wurde gar nicht mehr ab- gewehrt. 7 Minuten nach der Pause wollte Halblinks ins leere Tor senden, warf aber auf die Latte, während 10 Minuten vor Schluß der Querpfosten der Retter war. Aber gleich daraus konnte Halblinks das viert« Tor einsenden, dem noch das fünfte Tor, vom Mittelstürmer durch einen Tippdall in die linke untere Ecks gesetzt, folgte. Das Spiel wurde von beiden Mannschaften trotz der unsicheren Schiedsrichter ruhig und fair durchgeführt. Di« Stürmerreihe und der Mittelläufer von Osten zeigten nach ihrer Spieltätigkeit gute Leistungen, nur fehlt ihnen noch die Fangtechnik. Die Iugendmannschaften trennten sich 7: 0(1: 0). Osten» Jugend muß sehr viel an Fangtechnik und Stellungsspiel lernen, sie spielten viel zu eng. Fichte 13 HI hatte abgeschrieben, dadurch standen sich nur Weissensee und Fichte 13 Ii gegenüber. Beide Mannschaften mußten sich beim Resultat von 2:3(0:1) die Punkte teilen._ Hockeymeisterschaften. Auf dem au« eigener Kraft und Arbeit gut angelegten Sport- und Spiel- platz de» Arbeiter-Turnvereins Pankow fanden am letzten Sonntag die Ent- scheidungs- und Endspiele der MSV.-Pockey statt. Im Hauvttresfen der Gruppe X standen sich der ATV. Pankow und der ASB. Fichte-West gegen- über. Sogleich bei Beginn setzte ein äusserst schnelles Tempo ein. Fichte-West, technisch leicht überlegen, brachte den Ball immer wieder nach vorn und nach viertelstündigem Kampfe schoß nach einer kurzen Borlage Halbrechts unhaltbar für West«in. Noch zweimal bis zur Halbzeit mußte der Pankower Torhüter den Ball passieren lassen. Trotzdem die Pankower Verteidigung und Läufer. reihe alles mögliche versuchte, änderte sich bis zur Halbzeit nichts. 3: 0 ging es für Fichte-West in die Pause. Nach Wiederbeginn änderte sich da» Bild vollkommen. Pankow wird angriffslust.ger, spielt sich nicht nur geschickt frei, sonder» drückt immer mehr auf das Tempo. Noch gelingt es Fichte-West, einen groben Schnitzer der Pankower Verteidigung auszunützen, und zum vierten Mal« einzusenden. Jetzt ist es Pankow, das den Ton angibt und bald sitzt Nr. 1. Pankow stellt um und kurz darauf steht es 4:2. Angriff folgt auf Angriff, viel geht daneben, aber aus einem Gedränge heraus fällt das dritte Tor. Zum Ausgleich reicht die Zeit nicht mehr; mit 4:3 hat sich ASB. Fichte-West auch diesmal wieber die M e i st e r s ch a f t erkämpft. Zu den Mannschaften selbst ist zu erwähnen, daß Fichte-West ein vollkommeneres Spiel vorführt«— bis auf den Torwächter. Bei Pankow vermißt man noch einen entschlossenen präzisen Torschuß. Auch wurde da» Spiel der Stürmer zu stark nach innen gedrängt. An Ausdauer und Schnelligkeit waren Pankow aber besonders in der zweiten Hälfte die besseren. Bor diesem Spiel standen stch die Frauenmannschaften der Freien Turner. fchaft Schönholz und Charlottenburg gegenüber, da» letztere 3: 0 gewinnen konnten. Charlottcnburgs Frauen waren die besseren. Im allgemeinen hat das Spiel auf» neue gezeigt, daß Hockey für Frauen ein gut angebrachtes Kampfspiel ist.— Am Vormittag standen sich die beiden Tabellenersten der Gruppe B gegenüber: Sportliche Vereinigung RO. und Freie Turnerschaft Lichtenberg. Ilnentschieden 3:3 war der Ausgang»ine» schnellen aber harten Spiele». Hierauf trafen sich die zwei besten Iugendmannschaften, Freie Turnerschaft Schönholz und Charlottenburg. Schönholz gewann 4: 1 verdient(Halbzeit 3: 1), da die jungen Charlottenburger sich nicht zu- sammensinden konnten. An Spieltechnik und Ausdauer waren sich beide Mann- schatten ebenbürtig.— Um)41 Uhr versammelten sich sämtlich» Hockeyspieler der MSB. auf dem Marktplatz. Unter Borantritt der Pankower Turnerkapellc ging e» zu einem Propagandaumzug durch Pankow. Der farbenfroh«, ein halbes tausend Mann starke Zug nahm ein reges Interesse bei der Ein- wohnerschaft.— Am Rachmittag zwischen den Hockeyspielen fand ein Freund- schaftstreffen der Freien Turnerschoft Lichtenberg und ATB. Pankow in Fußball statt. Lichtenberg waren die besseren und siegten jederzeit sicher 4: 1. Die Fuhball-Städiemannschaft wieder siegreich. Am Sonnabend konnte die Städtemannschaft wieder einen schönen Sieg er- ringen. Die spielstarke Sparta-ll-Mannschaft wurde mit 7: 3 geschlagen. Doch dürfte die Mannschaft noch einiger Berbesserungen bedürfen. Der Mittel- stürm« paßte st» mm fchwer de» BW«* Teil«l. Auch der link»«ertridiger ist noch nicht erstklassig. Da» Meisterschaftstreffrn im Bezirt Nor de n. Borussia gegen Pankow 08, nahm ein unentschiedenes Ende. Die Pankower hielten nicht da», was man sich von ihnen versprach. Auch die Borussen zeigten nicht den Elan und Kampfgeist wie in den vorherigen Spielen. Räch 7 Minuten Spielzeit erringt Borussia da» erste Tor. Trotz heftiger Angriffe, die die Pankower nun unternahmen,»ermochten die Reinickendorfer ihr Heiligtum zu bewahren. Aber auch die Gegenangriffe führten zu keinerlei Erfolgen. Nach der Pause läßt da» Tempo sehr nach. Erst ein Handelfmeter für Pankow, der auch zum Ausglejch führt, bringt etwa» Leben in» Spiel. Die sehr zer. fahren« Spielweis« läßt aber Erfolge nicht mehr zu.— Da» Treffen Oberspree gegen Hertha 22 sah die«rsteren mit 2: 1 als Sieger. In der ersten Hälfte war Hertha die bessere Mannschaft, doch gelang e» ihr nur einmal, den Ball ins Netz zu legen. Nach der Pause verteiltes Spiel, die Oberspreer stnd mehr vom Glück begünstigt. Bald ist auch der Ausgleich hergestellt. Roch stnd 15 Minuten bis Schluß. Da passtert dem Hertha-Berteibiger das Mißgeschick, den Ball in» eigene Tor zu lenken und so dem Gegner zum Siege zu ver. helfen. Ein Unentschieden hätte mehr dem Spieloerlauf entsprochen. Die Wiederholungsspiele verliefen programmäßig. Britannia schlug«orwärt- 20 mit 3: 0. N-uenhagen gegen Mahlsdorf 4: 3 und Woltersdorf gegen Erkner 3:2.— Bei den Gesellschaftsspielen gab es einige überraschend hohe Resultate. Adler 12 wurde von Berolina-Neukölln mit 1: 5 geschlagen. Rordiska mußt« von Stralau eine 0: S-Niederlage einstecken. Noch schlimmer erging e» der Svortvereinigung Dahme, die von Woltersdorf(Luckenwalde) mit 3: 13 geschlagen wurde. Sadowa gegen Lichtenberg II 0: 3. Turnverein Pankow gegen Lichtenberg III 1: 5. Askania gegen Berliner Sportverein 22 2; 4. Fichte 21 gegen Wannse« 6: 2. Eharlottenburg gegen Alemannia I: 4. Fußballring gegen Schmargendorf 0: 3. Rüsttg-Borwärts gegen Eintracht 3: 4. Heloetia gegen Adlershof 2: 2. Sowjet gegen Arbelter-Sportoerein 2: 3. Fichte 24 gegen Bernau 3: 3. Ruhlsdorf gegen Kolzenburg 0: 4. Luckenwalde V gegen Luckenwalde III l>: 3._ Berlin« Arbelter-Schach-Kl*», Abt. Weddina. Marssr. 12. des Haß. Dien». tag abend Simultanverstellung de« Genossen Freidberg-Rußland. Gäste will- kommen. Ziv-ZIts»»ab Ringe». Dienstag, 12. April, 3 Uhr, veranstaltet die Sport- liche Bereinigung„Nordost* in ihrem Komvlrinae Christburger Str. 7 einen Kampfabcnd, der im Jiu-Jitsu einen Mannschaftskampf Osten I— Nordost n vom Fliegen, bis Schwergewicht vorsieht, während im Ringen die Endkämpfe um die Klubmeisterschaft abgewickelt werden. FTSB. Die Bereinsspielauoschußsitzung findet Mittwoch, 13. April,)43 Uhr, Lichtenberger Str. 3 statt. Bötzen, Ringen»ad Beten bei„Siegfried Dt*. Der Sportklub„Sieg. frieb 09" bringt am 1. Osterfeiertag, 7 Uhr, im Moaditer Gesellschastshau», Wielefstr. 24, einen gut besetzten Sportabend. Sieben Boxkämpfe, darunter drei Ausscheidunaskämpfe zum Botzwettstreit 1927. Im Ringen stehen stch gegen. Uber SE. Köpenick— SC. Siegfried 09. Leistungsheben der SES.-Heber vervollständigt da» Programm. Eintritt 1 M., Erwerbslose die Hälfte. Arbeiter-Sportkartel, 9. Bezirk. Mitgliederversammlung 14, April, 8 Uhr, im Lokal Kulka, Lauenburger Str. 21. Berliner Rndernereia„Freiheit* e. B. Bootshaus: Stralau, Tunnel- strafte 28—29. In der Sitzung am Donnerstag, 14. April, Fahrtenansetzung zur großen Osterfahrt. Reue Mitglieder werden in der Frauen, sowie in der Aännerabteilung noch aufgenommen. Der Uebungsbetrieb für Anfänger ist voll aufgenommen, und zwar jeden Dienstag und Donnerstag ab t Uhr. Gäste herzlich willkommen. Aebeiter-Teanisvereialgung. Abteilung Lichtenberg spielt Dienstags, Donnerstags und Sonnabend» von 5 bis 8 Uhr, Sonntags von 4 bis 8 Uhr im Lichtenberger Stadion, Herzbergstraße. Spielbeginn Dienstag, 12. April. ABZ. sArbelter-Wintersport.Znteresseagemeiaschast). Kletterfahrt zu Ostern in die Sächsisch» Schweiz. Anmeldung UN« Auskunft bei Fritz Zeitz, Treptow, Harzer Str. 65. Achtung, Berelnsaorfitzeade! Alle Bereine, die Anträge an da» Stadtamt für Leibesübungen gestellt haben oder erst noch stellen wollen, mllssen noch einen Fragebogen ausfüllen, den sie von ihrem Kartellvorsttzenden bekommen können. Ferner ist zu beachten, daß bei Anträgen an den Oberpräsidenten auck ein schriftliche» Gesuch neben dem auszufüllenden Formular eingereicht wird. sfaucn- rfu&BPL Ä" Hcnaie fi w Blauband weil ich weiss, dass man sich auf diese stets frisch gekirnte Feinkostmargarine jederzeit und überall verlassen kann. VzIfd.SCUffynrwf Zu jedem Pfund die „Blauband-Woche" gratis Nr. 172 ♦ 44. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Das Hraukapital unö feine Rente. Die rentabelste Industrie Deutschlands. Trotz der Wirtschaftskrise der letzten Jahre ist es den Brauereien nie so gut gegangen wie in der letzten Zeit. Mehrere Gründe sind es gewesen, die diese Erscheinung hervorgerufen haben: Einmal brauchten die Brauereien ihre Vorkriegsschulden(Hypotheken und Obligationen) nur mit 25 Proz. aufzuwerten, wenn sie sie nicht gar schon vorher mit schlechter Papiermark getilgt haben. Bor dem Kriege machten die Hypotheken- und Obligationsschulden der Aktien- brauereien etwa 80 Proz. ihres Kapitals aus, während heute wohl noch nicht 20 Proz. derartige Schulden vorliegen. Die Löhne in der Brauindustrie. Ein weiterer Grund für die hervorragende Rentabilität der Brauereien war die rigorose Lohnpolitik des letzten Jahr- zehnts. Der Spitzenlohn für die Berliner Brauereiarbeiter betrug vor dem Kriege 38,50 M. pro Woche. Gegen Ende November 1923 setzten die Berliner Brauereien«inen Wochenlohn von 30 M. für die Spitzengruppe fest(etwa 20 Proz. weniger als vor dem Kriege), erhöhten aber gleichzeitig den Bi e r p r e i s um 00 Proz. Wenn heute von den Brauereien darauf hingewiesen wird, daß die Löhne in den letzten drei Jahren um mehr als 60 Proz. gesteigert worden sind, so ist es eine Irreführung der Oeffentlichkeit, weil der Tiefstand der Brauereiarbeiterlöhne nach der Stabilisierung ver- schwiegen wird. Auch heute geht es den Brauereiarbeitern trotz der hohen Rentabkiität der Brauereien keineswegs besser als den meisten anderen Arbeiterkategorien. Der Spitzenlohn für Berlin beträgt heute 51 M. für die Woche, liegt also nominell nur 30 Proz. höher als vor dem Kriege, während die Lebenshaltung nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts beträchtlich teurer ist. Die Renke des vraukopikals. Dagegen betrug die Durchschnittsverzinsung der Brauereien nach Berechnung des Hamburger Wirtschaftsdienstes für 1913/14 10,2 Proz., für 1924/25 hingegen 11,6 Proz. und für 1925/26 sogar 12,2 Proz. Wie hoch die wirklichen Gewinn« nun sind, läßt sich schwer mit Genauigkeit sagen. Ein großer Teil der Ge- winne wird zunächst vor der Bilanzierung abgesetzt. Bon den dann ausgewiesenen Rohgewinnen sind im letzten Jahre weiter große Summen zu Abschreibungen verwendet worden, fernerhin in vielen Fällen 5 Proz. und mehr als Gewinnoortrag verbucht worden. Wenn sich trotz alledem eine Durchschnittsdividende von 12,2 Proz. ergibt, so ist dies der beste Beweis dafür, daß Unsummen verdient sein müssen. Im letzten Jahr hat sage und schreibe eine einzige Aktienbrauerei von 440 Brauereien, deren Bilanzen im „Deutschen Reichsanzeiger" bisher veröffentlicht worden sind, mit Verlust gearbeitet. Einen günstigeren Prozentsatz kann man sich wirklich nicht denken. Der Rohgewinn stellt sich u. a. bei Berliner Kindl-Bräu auf 56 Proz., Hofbrauhaus Coburg auf 38 Proz., Auer- bräu Rosenheim auf SSVs Proz. usw. Wie der Konsument übers Ohr gehauen wird. Nun wird trotz dieser Rekordgewinne von den Brauereien unvermindert auf die untragbare Biersteuer hingewiesen. Es sind bekanntlich 1925 etwa 255 Millionen, 1926 etwa 290 Millionen an Biersteuern an den Fiskus abgeführt worden und für 1927 rund 335 Millionen im Etat angesetzt. Die Folge war ober bei jeder Biersteuererhöhung eine Ueberkompensation der Mehrlasten durch die neuen Aufschläge auf den Bi«rpreis. Als zum 1. Januar 1927 das Hektoliter 2 M. höher besteuert werden sollte, ist gleichzeitig eine Bierpreiscrhöhung um 4 M. pro Hektoliter festgesetzt wordenl Während die Brauereien, namentlich in Bayern, immer betont haben, daß die Konsumenten bei einer Biersteuererhöhung förmlich Revo- lution machen würden, scheute man sich nicht, zum 1. Januar d. I. den Bicrpreis selbst um das Doppelte der Summe zu erhöhen, die notwendig gewesen wäre. Es ist dies die krasseste Jnteressenpolitik, die in letzter Zeit überhaupt vorgekommen ist. Der Bierkonsum hat noch nicht 70 Proz. der Vorkriegshöhe erreicht, die deutschen Braue- reien verteuern aber die Preise, und das in einer Zeit, in der man sich von der Verbilligung der Fabrikate eine Steigerung des Um- fatzes und Hebung der Wirtschaft verspricht. Wie weit di« Biersteuer den Bierabsatz in Wahrheit belastet, ist sehr schlecht festzustellen, jedenfalls muß man den Ausführungen der Verwaltungen mit Mißtrauen begegnen. Wir haben es erlebt, daß bei der Engelhardt-Brauerei die Handlungsunkosten mit 21,2 Millionen bilanziert wurden und die Gesamtsteuern nur mit 6,1 Millionen Mark, während andererseits bei Schullheiß-Patzen- hofer Handlungsunkosten mit 21,9 Millionen und die Biersteuer mit 26,7 Millionen Mark angegeben wurde. Weder in Bayern, noch in einem anderen Teile des Reiches ist ein wesentlicher Rückgang des Bierkonsums trotz der Erhöhung der Bierpreise bisher eingetreten. Es ist bisher immer so gewesen, daß die Verteuerung des Bieres zunächst einen kleinen Rückgang des Konsums zur Folge hatte, nach wenigen Monaten kam aber ein Aus- gleich zustande. Man braucht also wegen der erhöhten Biersteuer mit den Brauereien wahrhaftig kein Mitleid zu haben. Wenn nicht alles trügt, kann man für 1926/27 neue Rekordabschlüsse der Braue- reien erwarten. Anders ist die Hauff« in Brauereiaktien, die wir dieser Tage erlebt haben, jedenfalls nicht zu verstehen. Am höchsten notieren heute an deutschen Börsen die ZAinstseidenpapiere, dann folgen sofort die Brauereiaktien, unter denen Schultheiß mit etwa 430 Proz. an der Spitz« steht! G— n. Kirdorf und seine Mannen. Ei« Nachwort z« Kirdorfs Geburtstagsfeier. "-�-'- Es mag ein seltsamer Anblick gewesen sein, die Unternehmer der Ruhr.ndustrie, 300 an der Zahl, mit Fackeln im strömenden Regen nach dem Streichof bei Mülheim a. Ruhr ziehen zu sehen. Es galt, den alten Führer des Ruhrbergbaues, Emil Kirdorf, anläßlich seines 80. Geburtstages zu ehren. Sie zogen denn unter „emporreißenden Rhythmen preußischer Armee- Märsche" hinaus in die dunkle Nacht.„Bor der Terrasse des Herrenhauses marschierten di« Fackelträger auf und ließ«n di« Flammen hoch emporlodern zum schweigenden Gruß. Oben stand der Held, ergiffen von dem Symbol dieses Flammenkranzes des in seinem Geiste einigen Gesomtbergbaues des Nicderrheins und der Ruhr." So jubelt« die„Bergwerks-Zeitung". Dann trat der un- vermeidlichc Hugenberg ins helle Licht der Pechfackeln und redete von den geknechteten und kncchtseligen Deutschen. Und ähnlich wie der Pfarrer Rösselmann im„Wilhelm Tell", nahm Hugenberg den versammelten Direktoren den Schwur ab, daß sie einig zu- sammenstehen, in keiner Not und Gefahr sich trennen wollen. Dann zogen sie unter d«n Klängen des Liedes:„Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte" von bannen. Die Feier fand in einem Lokal ihre Fortsetzung. Hier redete Albert B ö g l e r. Seine Rede galt dem anwesenden Kirdorf und dessen Verdiensten für den Zusammenschluß des Ruhrkohlenbergbaucs. Vogler bekannte, daß er einmal den Gedanken gehabt habe, daß es auch ganz gut ohne Kohlensyndikat gehen müsse, aber cr sei aus einem Saulus zu einem Paulus geworden. Es folgte ein Loblied auf das nationale Bewußlsein. Dann folgte eine dunkle Prophezeiung, die nach der„Bergwerks-Zeitung" in folgeiche Worte gekleidet wurde:„Es ruhen noch ungeheure Kräfte in uns. Kräfte, die unvcrsi«g.bar und geheiligt sind, die eines Tages wieder nach oben drängen werden, würden nach den Zeit der Not, des Kummers, der Arbeit und der Sorgen wieder wach werden, wenn der Meister sie rufe, auf dessen Kommen wir alle hoffen. Wenn d eser Mann kommt, dann gebe ein gütiges Geschick, daß uns wieder Männer erstehen wie Kirdorf." So Herr Bögler Aus welchen Meister wartet er? Bekanntlich war Bögler mit Thyssen in Italien. Geschäftehalber natürlich. Sie wurden von Mussolini empfangen und haben sich eifrig mit ihm unterhalten Hat Mussolini sie von dem Segen seiner Diktatur über- zeugt? Thyssen ist ja schon vorher bei Stahlhelmsesten als Redner aufgetreten und hat bekundet,.wo seine Sympathien liegen. Eine Kapelle der republikanischen Reichswehr ver- schönte das Fest. Als Kirdorf im Saale erschien intonierte die aus Münster geholte Reichswehrkapelle den Fridericus-Rex- Marsch. Vielleicht betrachten harmlose Gemüter diese Nebenum- stände als Klemigkeiten. Sie sind es nicht. Sie passen in dem Rahmen, gehören zu alle dem, was an jenem Abend zu sehen und zu hören war.-''C: i i-;','.. Trotz seiner 80 Jahre redete auch der alte Elsenkopf, der sich seit einiger Zeit auf den Streithof bei Mülheim a. d. Ruhr zurück- gezogen hat. Wie man es bei ihm in früheren Zeiten gewohnt war, redete er ohne Umschweife frisch von der Leber weg. Mit ihm zog der Schatten der alten Zeit herauf, jener Periode, wo kein organi- sierter Arbeiter auf den Werken geduldet wurde, wo das krasse Herrenmenschentum triumphierte. Kirdorf, der die Ent- lassung Bismarcks nie verschmerzen konnte, ließ auch jenen Abend nicht vorübergehen, ohne hieran zu erinnern. Unnütz zu sogen, daß er die Zustände nach 1918 wie die Pest haßt. Kirdorf stand hauptsächlich in seiner Eigenschaft al, Organi- sator des Kohlenbergbaues im Mittelpunkt des Abends. Hugo Stinnes nannte den Ruhrbergbau einmal die unwürdig behandelte Magd unter den Industrien Deutsch- l a n d s. Die letzten Jahre haben bekanntlich die Eisenindustrie tn den Bordergrund gerückt und den Kohlenbergbau zurücktreten lassen. Zweifellos ist aber vom Kohlenbergbau die lückenlose Kar- tcllierung ausgegangen. Das Kohlensyndikat wurde zum Muster- kartell der nun bald 40jährigen Periode der Kartelle und Syndikate. Diese Organisationen haben die Sonderinteressen der Schwer- industrie in den Bordergrund der Bolkswirtschaft gerückt. Kirdorf mahnte, dieses Sonderinteresse nach wie vor zu pflegen:„Seid einig! Jeder setze seine Sonderinteressen zurück(!) und erkenn«, wenn wird'« allgemeinen Interessen des Bergbaues und der Wirtschaft als Zielpunkt nehmen, daß wir dann die bewußten und richtigen Vertreter der uns anvertrauten Interessen sind." Dieses Lied der Schwerindustrie ist alt.„Wirtschaft" und Rente der Schwerindustrie sind eins! Wir glauben, daß die laute Demonstration der Schwer- industriellen als Symptom zu werten ist. Die Unternehmer der Ruhr haben sich gelobt, fester denn je zusammenzustehen. Das sollte ein Warnungszeichen nicht nur für die Arbeiterschaft, sondern für weite Kreise des deutschen Bolkcs sein. An der Ruhr wird Ge- schichte gemacht. Dort sind in den letzten Jahren industrielle Herzogtümer von gewaltiger Bedeutung entstan- den. Von dort geht ein« gewaltige wirtschaftliche und politische Macht aus. Es gibt keine Gruppe in Deutschland, die innerlich so ver- bunden ist und auch äußerlich so geschlossen in Erscheinung tritt wie die westdeutsche Schwerindustrie. In dieser einigen und geschlossenen Ruhrindustrie fehlte diesmal auch der Zentrumsmann Peter K l ö ck n e r nicht. Dieser hatte bekanntlich vor noch nicht langer Zeit seinen Austritt aus wichtigen Organisationen der Schwer- industrie demonstrativ erklärt. Wenn die Rente steigt, ist das Ge- dächtnis kurz. Alles kann wieder vergessen fein, was Klöckner zur Opposition führte. Dienstag, 12. �pril 1927 Seid einig! So klang es beim hellen Schein der Fackeln, die die Mannen des Bergbaues vor ihrem greisen Führer schwangen. Diese Mahnung gilt für die Arbeiter und Angestellten mehr als je, dringender als je. Denn gegen sie und die Macht ihrer Organi- fationen im öffentlichen Leben richtete sich letzten Endes die lärmende Demonstration, die am 8. April in Mülheim veranstaltet wurde. So will es der Geist Kirdorfs, nach wie vor. P. U. Die Saubank ües Reiches. Zum Abschluß der Deutschen Bau- und Bodcubank A.W. Die Deutsche Bau- und Bodenbank A.-G., die im Jahre 1924 gegründet wurde, und bis Ende vorigen Jahres den Namen „Deutsche W o h n st ä t t e n b a n k" trug, ist eine jener Schöp- jungen der öffentlichen Hand, die wegen der Unzuläng- lichkeit der privaten Bankinstitute für die Finanzierung des Wohnungsbaues geschaffen werden mußte. Sie vermittelt vor allem die zum Bauen notwendigen Gelder in der Zeit, in der be- antragte Hypothekendarlehen noch nicht ausgezahlt werden können. Anfänglich hatte sie allerdings die spezielle Ausgabe, zwei Reichsfonds im Betrage von rund 27 Millionen Mark ihrem Ver- wendungszweck zuzuführen, der in der Ansiedlung von abgebauten Beamten des Reiches und der Reichsunternehmungen bestand. Heute ist sie in der Hauptsache der Vermittler von Zwischenkrcditen für Wohnungssürsorgegcsellschaften, Baugenossenschaften und Siedlungs- gesellschastcn. In ihrem Geschäftsbericht für 1926 meint sie, daß man für das vergangene Jahr mit einer Gesamtzahl von 200 000 Neuwohnungen rechnen dürfe. Auch im Jahre 1926 sei die Unterstützung des Bau- kapitalmarktes trotz des Aufschwungs des Pfandbriefgeschästes durch Zuschüsse der öffentlichen Hand noch erforderlich gewesen, wobei allerdings durch die verzögerte Bereitstellung der Gelder die Bau- tätigkeit in ihrer Entwicklung empfindlich behindert worden sei. Daraus ergab sich für die Deutsch« Bau- und Bodenbank die Mög- lichkeit einer erweiterten Tätigkeit. Das Kreditgeschäft wurde im Laufe des Jahres auf 15,1 Millionen gegen 5,8 Millionen zu Beginn des Jahres vergrößert, also fast verdreifacht. Insgesamt wurden an Baukrediten rund 40,4 Millionen gegen 30,2 Millionen im Jahre 1925 und 4,7 Millionen im Jahre 1924 gewährt. Dabei wurden die von der Bank verwendeten Gelder nicht aus öffentlichen Mitteln oder aus den der Bank anvertrauten Reichsfonds genommen, sondern durch die Weitergabe von Ballwechseln aus den privaten Geldmarkt, nachdem die Bank sich die Hypothekenansprüche zur Deckung hatte übertragen lassen und die Wechsel mit ihrem Giro versehen hatte. Gleichzeitig entwickelte sich aus dem Verkehr mit den Kreditnehmern ein D e p o s i t e n g e s ch ä f t, das sich mit 2,5 gegen 0,75 Millionen zum Jahresbeginn fast verdreifachte. Daneben wickelte die Bau. und Bodenbank die Finanzierungsgcschäfte ab, die sich aus der Verwallung der Reichsfonds für die Beamtensieb- lung ergaben. Diese Fonds find jetzt fast restlos ihren Zwecken zu- geführt worden. Die G e w i n n r c ch n u n g für das vergangene Jahr zeigt be- trächtlichc Rückgänge der Zins- und Provisionscinnahmen auf fast di« Hälfte(0,23 gegen 0,45 Millionen) und eine starke Verdoppe- lung aus dem Wechfelgeschäft(0,38 gegen 0,16 Millionen). Die Verteilung des Reingewinnes von rund 208 000 Mark sieht die durch dos Gesetz für gemeinnützige Unternehmungen fe st gelegte Di- vtdende von 6 Prozent vor. Der Rest wird wie im Bor- jähr zur Stärkung der Reserven verwendet und mit dem geringen Betrag von 13 700 Mark vorgetragen. Der Umsatz hat sich im vergangenen Jahr von 50 auf 120 Millionen erhöht. Dabei ist das Berhältms der U n k o st e n zum Umsatz von 0,18 auf 0,13 Prozent gesunken. Im Jahre 1927 ist bis. zum 15. März die Summ? der gewährten Kredite weiter um 6,8 Millionen Mark angewachsen. Das Kapital der Dsuischen Bau- und Bodenbank A.-G. ist Ende vorigen Jahres von 1,5 um 11,3 auf 12,8 Millionen Mark erhöht worden. Dabei hat das Reich den größten Teil der Aktien, nämlich rund 10 Millionen Mark übernommen. Auch bei der Deutschen Bau- und Bodenbank war die Privatbankenkon- kurrenz bei der Bornahme der Kapitalerhöhung, die eine weitere starte Geschäftsausdchnung erwarten ließ, sehr bald auf dem Plan. Es kam denn auch zu einem Abkommen zwischen der Gemein- schaftsgruppe Dsutscher Hypothekenbanken und der Deutschen Bau- und Bodenbank, in dem eine Abgrenzung und Verteilung der Bau- finanzierungsgeschäfte vorgenommen wurde. Die Deutsche Wohnstätten, und Hypothekenbank A.-G., die Tochtergesellschaft der Deutschen Bau- und Bodenbant zur Durch- führung des eigentlichen Hypotheken geschästes, hat im Jahre 1926 1071 Darlehensoerträge im Gesamtbetrage von 10,36 Millionen Mark abgeschlossen, von denen neun Zehntel auf Hypothekendarlehen im Betrage bis zu 20 000 Mark entfielen. Auch die Deutsche Wohn- stättenhypothekenbant hat im November vorigen Jahres ihr Ki- pital von 1 auf 4 Millionen erhöht. vie starke Beanspruchung der Reichsbank. Räch dem Ausweis der Reichsbank zum 7. April, der als erster Bericht nach dem Quartalschluß besondere Bedeutung hat, ist die Beanspruchung der Reichsbank ganz außerordentlich hoch geblieben. Es dürfte kaum als„übliche E n t l a st u n g" zu bezeichnen sein, wenn nach der starken Zunahme der Reichsbankgeschäfte zum Quartalschluß mit 576,5 Millionen für Wechsel- und Lombard- kredite jetzt insgesamt nur ein Rückgang um 105,1 Millionen Mark eingetreten ist. ' Jedenfalls ist die Kapjtalanlage der Reichsbank für Wechsel- kredite und Lombarddarlehen mit 2031,6 Millionen am 7. April nicht nur um 222 Millionen größer als am 7. Januar, der Enlastungs woche für den letzten Jahresabschluß, sondern so- gar noch um 28 Millionen Mark höher als die hohe Ziffer des Dezemberultimos selb st(2003,6 Millionen). Genau das gleiche Bild ergibt sich für die W« ch s e l b e st ä n d e. Diese sind gegen Ende März zwar um 38,8 auf 1923,9 Millionen zurück- gegangen. Aber dieser Wechselbestand in der Entlastungswoche des April liegt nicht nur um fast 230 Millionen höher als am 7. 1 a n u a r. sondern, was sehr zu beachten ist, auch nach un» 93.Z Millionen höher als am 31. Dezember 19Z5, dem Jahresultimo. Da der Bestand der Lombarddarlehen um 66,3 auf 14,8 Millionen zurückgegangen ist, was gegenüber dem 7. Januar nur eine Ver- Minderung um 9 Millionen bedeutet, ergibt sich für die Kapital- anlaae der Reichsbank auf den wichtigsten Konten für den 7. April, die Entlastungswoche nach dem 1. Quartalschluß, eine noch um 86 Millionen höhere Belastung als ain Jahresschluß 1926. Es geht also zu weit, wenn die Reichsbank die eingetretene jehr geringe Belastung eine übliche nennt. Bielmchr ist außer Zweifel, oaß die Inanspruchnahme der Reichsbank eine ausfällig starke gc- nannt werden muß. Die Kundengclder auf Girokonto sind in der Wache -um 7. April um 86,4 aus 702,8 Millionen angewachsen. Das ist ziemlich viel. Und der Bestand ist höher als zur gleichen Zeit der letzten Monate. Aber gegenüber dem 7. Januar liegen die Kundengeldcr um genau 140 Millionen Mark niedriger. Auch das verbietet von einer üblichen Entlastung der Reichsmark zu sprechen. Allerdings ist eine gewisse Entspannung auf dem Geld- markt, wie die gute Bersorgung der Börse erkennen läßt, nicht zu übersehen. Man hat daher den Eindruck, daß das Reichs- bankgeld billig genug erscheint, um von den Privatbanken jetzt in Anspruch genommen zu werden. An Roten- und Rentenbankscheinen flössen insgesamt 182,4 Mil- lioncn in die Reichsbank zurück. Der Umlauf an Reichs- b anknoten sank um 129,0 auf 3459,7 Millionen, der an Ren- tcnbankscheinen um 53,5 auf 1042,0 Millionen. Die G o l d b e- stände blieben mit 1851,3 Millionen fast unverändert sEenkung um 0.3 Millionen). Dagegen gingen die Bestände an deckungsfähigen Devisen neuerdings um 11,2 auf 191,8 Millionen Mark zurück. Die Roten dcckung durch Gold stieg gegen die Vorwoche von 51.6 auf 53,5 Proz. Die Deckung durch Gold und Devisen zusammen stieg von 57,3 aus 59,1 Proz. Die Ver» besserung der Notendeckung durch Gold allein ist für die erste Aprilwoche im Vergleich mit den übrigen ersten Monatswochen dieses Jahres die geringste, die zu verzeichnen war. t-ie beträgt nur 1,9 Proz. gegen je 2,2 Proz. in der ersten März- und Februar- woche und 4,3 Proz. in der ersten Januarwoche. Die Verbesserung de» Deckungsverhältnisses aus der Entlastung der Reichsbank ist also in der Woche nach dem Märzultimo um mehr als 50 Proz. u n- günstiger als nach dem Januarultimo. Der neue Aussichlsrat der Ufa. Die Rolle der Schwerindustrie. Wie das„Berliner Tageblatt" hört, wird die Hugenberg-Gruppe, die neue Beherrscherin der Ufa, für deren Aussichtsrat sechs Herren vor- schlagen, und zwar neben Hugenberg und seinen Generaldirektor Klitzsch bemcrkenswerterweise Otto Wolff, Louis Hagen, Fritz Thyssen und Dr. Silverberg. Das„B. T." hält dies« Nachrichr für zutreffend. Wir können sie nicht nachprüfen. Ist sie aber wahr, so wird der starke Einfluß der Schwerindustrie, auf den wir schon früher nachdrücklich hinwiesen, damit bestätigt. Un- widersprochen ist bis heute, daß auch die H a p a g und der Nord- d e u t s ch e L l o y d an der neuen Ufa beteiligt sein werden; für den Glanzstosfkonzern steht es fest. Die entscheidenden Gruppen des beut- schen Schwerkapitals erscheinen mit Herrn Hugenberg also in einer Front. Es mag sein, daß die klugen Leute des Schwerkapitals Herrn Hugenberg vor allzu gewagten politischen Experimenten mit seiner neuen Filmmacht bewahren werden. Jedenfalls aber ist ihr gemeinsames Austreten mit Hugenberg für die zu erwartende Auswertung der Propagandamacht des Films symptomatisch. Wenn auch extreme politische Dummheiten verhütet werden können, so wird die Usa-Produktion der Propaganda für die„Wirtschaft- l i ch e Weltgeltung" Deutschlands um so stärker dienstbar ge- macht werden. Was das heißt, weiß man. Es wird Wirtschaft?- imperialistischen Bestrebungen Vorschub geleistet, denen dann zu gegebener Zeit auch politische wieder folgen mögen. Die Herren des Schwerkapitals fühlen sich heute in Deutschland, sehr stark. Die Oeffentlichkeit wird ihnen auch in der Ufa scharf auf die Finger sehen müssen. Zunächst einmal, wenn das Reich mit der verlangten Fi lmexport Hilfe Ernst machen sollte. Die Sohlenselderkäusc der Städte. Die Gelegenheit für die Stadt Düfseldors, sich»och an den Kohlentelderkäusen Frankfurts, Kölns und anderer deutscher Städte zu beteiligen, ist nun doch noch bis zum 14. April verlängert worden. Düsseldorf kann also trotz des Druckes der Zcchenherrcn die Option noch ausüben. Im übrigen erklärt das Kölner Nachrichtenamt über die Gründe des Erwerbs, daß dieser erfolgt sei, um sich vor einer eventuellen Schädigung besonders der Gaswerke durch Wirtschaft- liche Umwälzungen zu sichern. Das ist deutlich genug. Die Ren- tabtlität der nieoerzubringenden Schächte sei besonders wegen der billigen Wasserbefrachtung der Kohlen sicher. Der zu durchsichtigen Zwecken von der Schwerindustrie in der Oeffentlichkeit erhobene Einwand, daß die Erschließung neuer Felder v o l k s- wirtschaftlich u Ii zweckmäßig sei, wird mit dem Hinweis auf die Schachtbauten abgelehnt, die T h y f s e n gegenwärtig auf der rechten Rheinseitc vornimmt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Eine japanische Mologa. Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion mitteilt, wurde in Moskau mit einem japanischen Holz- industriesynditat ein Konzessionsvertrag abgeschlossen. Die japanische Gesellschaft erhält an der Küste der Tatarischen Meerenge ein Wald gebiet von 1,1 Million Hektar bis zum 1. April 1933 zur Ausbeutung überwiesen. Man darf gespannt darauf sein. ob die japanischen Konzessionäre ihre Konzession erfolgreicher aus- zunützen vermögen als es die deutsche Mologa A.-G. vermocht hat, die bekanntlich unter Gcschästsaufsicht getreten ist und jetzt in Moskau über die Verbesserung der Konzessionsbcdingungen ver- handelt. Für eine durchgreifende Rationalisierung der englischen Schwe»- industrie hat sich auf der Jahresversammlung der englischen Kohlen- und Eisenindustriellen Sir Alfred Mond nachdrücklich eingesetzt. Auf das Beispiel Deutschlands und Amerikas hinweisend, Oeffentiiehe Kundgebung am Donnerslag, dem 14. April, abends?'/, Uhr, in der .Reuen Ideit". Rclchstagsabgeardncler v i t t m a n n und die 1917 zum Tode verurteilten ehemaligen Marineangehö- rigen L e ck e r s aus Aachen und Weber aus Rheine i. W. sprechen über die„Marinereoolle im Wellkriege". Saalöffnung 7 Uhr. Zur Deckung der Antosten lellersammlung. betonte er, daß es der englischen Stahl-, Kohle- und Eisenindustrie in Zuknuft unmöglich sein würde, der Konkurrenz dieser beiden Länder standzuhalten, falls England nicht baldmöglichst Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit ergreife. Diese müßten einerseits in einer Rationalisierung der betrieblichen Ein- richtungen, andererseits in dem Zusammenschluß gleichartiger oder einander ergänzender Betriebe und Unternehmungen bestehen. Daß die Konzentration durchführbar sei, habe das Beispiel der chemischen Industrie in England bewiesen, in der Sir Alfred Mond bekanntlich der Schrittmacher war. Die stille Woche beginnt. Am Sonntag zum letztenmal Tanzmusik und als Auftakt für den tiefen Ernst, der acht Tag« lang über dem Programm der Funkstunde walten wird, Bachs„Johannis- Passion'. An sich sind Passionen durchaus für den Rundfunk ge- eignet. Die monumentale Wucht des Orchesters, sein architektonischer Ausbau verlieren nichts von ihrer Wirksamkeit, die Instrumente kommen klar heraus und kollidieren nicht mit der menschlichen Stimme. Aber trotz der ausgezeichneten technischen und der künst- lerisch hochstehenden Wiedergabe wäre leichtere Kost für den Sonn- tagabend angebrachter, besonder? wenn man eine Woche vorher die ..Götterdämmerung" spielte. In der„Stunde der Lebenden" lasen Cläre und Iwan Göll aus eigenen Werten. Alfred Kerr ist der Konfercnzier. der jenseits jeder schulmeisterlichen Systematik, in kurzen, blitzenden Schlaglichtern dos Wesentliche der beiden Dichterpersönlichkeiten beleuchtet. Beide schreiben sowohl deutsch wie französisch. Man rechnet sie zu den„surrealists", d. h. zu den lleberrealisten, die aus dein Traumleben ihre stärksten Eindrücke beziehen. Mit zarter, zerbrechlicher Stimme liest Cläre Göll ein Kapitel aus ihrem Roman„Der Reger Jupiter raubt Europa", ein Kapitel, das allerdings durchaus realistisch gehalten ist. Iwan Göll bringt dann ein« Szene aus seinem Schauspiel„Mont Blanc", die an bekannte Zukunftsromanc erinnert. Karl Vetter schildert in einem Vortrag„Warum in die Ferne schweifen" die Grundzüge der neuen Wochenendausstellung. In der kurzen Zeit, die jedem Rundfunkoortrag zur Verfügung steht, ist es unmöglich, daß S o in b a r t am Montag nachmittag seine Prophezeiungen über dos Wirtschaftsleben d«r Zukunft über' zeugend fundomentieren kann. Die Hauptfrage ist bei ihm nicht, ob Kapitalismus oder Sozialismus herrschen werden, fondern, ob in der Zukunft noch Platz für die Eigenwirtschaft fem wird, d. h. für Bauerntum und Handwerk. Nach Sombarts Meinung ist der Unter- schied zwischen stabilisiertem Kapitalismus und zwischen technisiertem Sozialismus nicht groß, da die Arbeitsweise dieselbe ist und auch Arbeitszeft und Entlohnung allein von der wirtschaftlichen Notwendig- keit abhängen. Beide Wirtschaftsformen bezeichnete er als„ver- geistet", d. h. rationalisiert, während allein die Eigenwirtschaft noch Seele zeigt. Das Handwerk wird sich in derselben Ausdehnung haften, während das Bauerntum wachsen wird. Allerdings geht die europäische Form des Bauern verloren und an seine Stelle wird der Farmertyp treten,- mit Telephon. Automobil und mit e ner Lebensform, die sich äußerlich kaum noch von der des Großstädters unterscheiden wird. Morinebaurat Engberding spricht über den Weltverkehr Mit großen Luftschiffen. Leider wird die Hälfte seines Vortrages mit Klagen darüber ausgefüllt, daß die großen deutschen Luftschifswersten in ihrer Produkion völlig lahmgelegt worden sind. Vieles klingt wie Propaganda für eine Eckener-Spende. Außerdem erwähnt er zwei große Fluglinien, die voraussichtlich im nächsten Jahre eröffnet werden, nämlich Sevilla—-Buenos Aires und England— Indien. Nock) in einem zweiten Vortrage werden Ver- kehrsstagen erwähnt, die allerdiengs für die Berliner naheliegender sind. Hermann Helweger beklagt sich über die Rücksicht»- losigkeit des Berliner Verkehrs gegenüber den Radfahrern. Man geht jetzt daran, Radfahrstraßcn in Berlin zu errichten. Die fehlenden Mittel sollen aus einer freiwilligen Radfahrfteuer von 1 Mark jährlich aufgebracht werden. Sein altes Thema, die Kalenderreform, bc- handelt Dr. Bruno Borchardt in dem Vortrage: Wann sollen wir Ostern feiern. Für Schulen, Handel und Landwirtschaft bedeutet die Festlegung von Ostern auf ein bestimmtes Datum eine dringende Notwendigkeit. Die Frage muß imernational und in Gemeinschaft mit der Kirche geregelt werden. Borchardt schlägt die Zeit zwischen 5. und 8. April vor. Das gut gewählte Abendkonzert bringt u. a. altintalicnische Gesänge, für welche die Stimme Ohlhoß die nötige Technik ausweist. Eva Heinitz und Professor Josef Weiß zeigen die Klavier- und Cellovorträqen gediegenes Können. Unocr- ständlich bleibt es, warum Paul Zech eine seiner schwächsten und blutleersten Novellen vorlesen läßt, die kein Bild von seiner starken Gestaltungskraft vermittelt. Die Gewolltheit des Subjekts und die Vcrstiegenheft der Sprache werden durch die Vortragende noch unter- strichen. Das Tagesprogramm beschließt Bruno Schönlank mit dem Vortrag eigener Gedichte. Wir kennen und lieben Bruno Schönlank, aus dessen Versen unser Denken und Fühlen spricht. Der Funk- stunde gebührt Dank, daß sie das Werk dieses gefühlsstarken Dichters weitesten Kreisen erschließt. F. S. Bus öer Partei. Genosse Tom Shaw schrieb am 4. April dem Sekretariat der Sozialistischen Arbciter-Jnternationole:„Es ist mir unmöglich, auf alle die freundlichen Sympathiebczeugungen zu antworten, die ich von meinen Genossen vom europäischen Kontinent erhalten habe. Wollen Sie ihnen freundlichst meiner Frau und meinen tiefgefühlte- sten Dank übermitteln und sie versichern, daß lediglich meine Ueber- lastung mit Arbeit und der Umstand, daß ich mich von meiner Krankheit noch nicht erholt habe, es mir unmöglich machen, direkt zu antworten." Sport. SawaUs erster berliner Start. Zwei Siege— eine Distanzieruagi Der zweite Renntag der Olympiabahn brachte neben mehreren Fliegerrennen für Berufs- und Amateurfahrer drei Dauerrenncn mit internationaler Besetzung. Im ersten Lauf über 15 Kilometer um den„Preis von Steglitz" siegte S a w a l l, der eine gute Form zeigte. Er bedeckte die 15 Kilo- meter in 12 Min. 5214 Sek. Ernster Gegner war nur Feja, der auch den zweiten Platz<30) vor Wegmann(170), van Ruysse- ocldt(300) und Miguel<330 Meter zurück) belegte. Im zweiten Lauf um den„Preis von Friedenau" über 20 Kilometer gab es einen Zwischenfall: Sawoll vermochte auch hier den Sieg über- legen zu erringen, wurde aber als Fünfter distanziert. Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß«awalls Schrittmacher, Pasquier jr., entgegen den Schrittmachcrbestimmunacn eine ver st ellbare Lenkstange hatte, die einen besseren Windfang ermöglichte. Warum Sawall dieses Spiel duldete, bleibt eine dunkle Angelegen- hcit. Der an zweiter Stelle um 300 Meter zurückliegende Feja wurde ja Sieger vor Miguel<4801, Wcgmann<680), van Ruysseveldt<1250 Meter zurück) und Sawall<16 Min. 34 Sek.). Sawall wetzte die Scharte wieder aus und dominierte im 50-Kilometer-Louf um den „Großen O l y m p i a- P r e i s" in 42 Min. 41 14 Sek. Hier fuhr auch Miguel bester als in den anderen Läufen. Immerhin blieb er 580 Meter hinter Sawall zurück. Dritter wurde Feja(820) vor Wcgmann<1110) und van Ruystefeldt<1920 Meter zurück). Bei den Fliegern zeigte Hahn eine beachtliche Form. Er gewann das Houptfahren und sicherte sich später gemeinsam mit Schräge dos Mannschafts-Verfolgungsrennen gegen Busche»- Hagen-Frankenstein. Hohn-Schrage holten in 5 Min. 4314 Sek. gegenüber Buschenhagen-Frankenstein 60 Meter aus. Das Tan- dem-Prämienjohren über 12 Runden endete mit dem Siege Buschenhagen-Frankenstein.— Bleibt noch das Punktefahren ebenfalls über 12 Runden für Amateure, das an Heyne fiel._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schlvarz Rot-Goid". lSelchött.slelle: Berlin S U. cebaltionflt. 87.118, J.ot? Tr. Gauvorstand. Tennisspielende Kameraden geben ihre Adresse zwecks Zusammenschlusses sofort dem Eauvorstand, Eebastianstr. 87—88, auf. — Tempelbos: Di., d. 12.,« Uhr, Kameradschaft Mariendorf, Mitgliederversamm- lung bei Mass, Mariendorf, Chaussecstr. 27. Partrag des Kam. Betnarel.— Bernau: Di., d. 12.,« Uhr, Abmarsch von Löwe.— Lichtenberg nebst Unter- gruppcn: Radfahrerabteiluna Di., d. l2„ 8 Uhr, im Prälaten, Lichtenberg, Eitel-, Ecke Eophienstrahe, Sitzung. Thema: Fahrt nach Frankfurt». d. 0. Radfahrer anderer Streife sind eingeladen.— W:ntcrf»ortabteiluag: Mi., d. 18„ 8!-, Uhr, Zusammenkunft im Staftee„Leon", Rollen dvrfplatz. Wilbtiges Uber Schncepalasi, Erscheinen Pflicht. Gäste willkommen.— Zlcukäll». Britz: Mi., d 18., 8 Uhr, Radfahrerverfammlung bei Tormählen, Hertzderaftr. 22.— Reitzense«: Mi., d. 13.. 8 Uhr. Antreten Turnhalle Roclckeftrate. Pflicht- turnen.— Prenzlauer Berg: Stameradschaft Balkan Do., d. 14.. 8 Uhr. Per- sammlung im Altersheim Danztger Str«2: Stameradschaft Falke Da., d. 14,, 8 Uhr, bei Zeuge, Milastr. 5.__ Long'ellow Fnglish Debaiing Club, Blllowftrate 104. Mittwach. 8Uhr aoend» Mr. Saristein Lpirlruat Tendency". Deutsche»«lpenverei» Berlin, r. B. Dienstag, 12. April, 8 Uhr, Aula«4 Liitzowstr. 84d, Portraa Prof. Dr. Brühl:„Wanderungen im Lande der Mittcr- nachisfpnne"(mit Lichtbildern). Eintritt frri. Gäste willkommen...jl Per« in der Stralfunber zu Berlin. Sitzung am 14. April.„Zur Sonnen,"t uhr". An der Oberbaumbrück»(Kochbahnstation Osthafen). Internationaler Ardeitrr-Ido-Bnnd. Die Arbriter-Idisten treffen sich zum Grenztreffen Donnerstag, 14. April, Z�7 Uhr, Anhalter Bahnhof lWcchfel- stube). Arbeiter- Radio, Club. Eharlottenburg, Wielandstr. 4, tagt f-d'n Donnerstag, Friedrichshain, Fricdenstr.«1, tagt jeden Mittwach. Siottbnsser Tor, Adalbertstr. 21, tagt jeden Donnerstag. Am 14. April kultureller Bartrag, Genosse Ernst Friedrich. Lichtenberg, Sironprinzenstr. 47, tagt jeden Dienstag. Lichterselde-Ost, Lankwitzstr, lg, bei Siroll, tagt stden Freitag. Neukölln. Prinz- « Genosse Ernst Friedrich. Lichtenberg, Sironprinzenstr. 47, tagt iebcn Dienstag. Lichterselde-Ost, Lankwitzstr. lg, bei Siroll, tagt feden Freitag. Reukölln, Prinz- Hondicry-Str. 7V, tagt leben Freitag. Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee 1241-, tagt jeden Donnerstag. Echöneberg. Sedanftr..78, tagt jeden Freitag. Südost, Lirgnitzcr Str. 10. Lokal Thielert, tag« jeden Dienstag. Wedding. Pascwalker Sl ratze 8, tagt jeden Donnerstag. Wilmersdorf, Anaustastr. 18, tagt jed'n Freitag. Streuzberg, Nostizstr. 2V. Restaurant Iägerheim, tagt jeden Freitag. Am 15. April Arbeitsstunde. Gäste überall willkommen. Touristenoerein„Die Ratursreundr". zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 20. April, i,z8 Uhr, Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Riemer.Iena. Storrelpondeut der Freunde de» neuen Rutzland:„Oner durch Rutzland, vom Baltischen Meer zum Staukasus." Eintrittskarten» 50 Pf. bei den Funktio. närcn in den Abteilungen und an der Abendkasse in der Schulaula Grün- thaler Str. 5.— Abt. Friedeichshai»: Dienstag, 12. April, 8 Uhr, im Heim Ebertnstr. 12.„Entwicklung de, Lebens."— Abt. Friedenau: Dienstag, 12, April, 8 Uhr, im Heim Offenbacher Str. 5a, Liederabend.— Abt. Norden: Dienstag. 12. April, 8 Uhr, im Heim Sonnenburger Str. 20. Z. 5. Geschäftliches und Osterfahrtcn.— Abt. Rcbbing: Dienstag. 12. April, 8 Uhr, im Seim Lurem- burgcr Str. 7, Geschäftliches. Ostcrfahrt 2 Tage Grotz-Echönebeck— Angermünde. Teilnehmer melden sich beut« abend in der Abteilung.— Abt. Treptow: Dien». tag, 12, April, 8 Uhr. im Heim Elf-nstr, 3, Gesangsgruppe,— Abt. Psnkom: Dienstag, 12, April. 8 Uhr. im Leim Sörfchstr, 14, Geschäftlich-».— Rniik. gemeiusllast Norden: Mittwoch, 13. April.>-,8 Uhr. im Heim Schönhauser Alle« 180a, llebungsstunde.— Abt, Fricbrichshsge»: Donnerstag, 14. April, 8 Uhr, im Seglerheim, See-, Ecke Bellevucftratze, Sefchäftliche,. weNerbericht der öffenllichen Wetterdienststelle für Sertin und Umgegend. lRachdr. nerb). Wechselnd bewöllt und vorstbergebend noch ciwat Regen. Ziemlich kühl. Aür venlfchland: Im Osten meist stärker bewötit, überall clwaS kühler, Vereinzelle Regenschauer. Die neue leichte MiscKuruj; ruwausTabeikcn dac neuesfen Ernte, frisch manipuliert; gibt unserer' G0LD-5ABA-4! köstliches Aroma, bekömmliche- Qualität und glatten weißen Brand GARBÄTY ÄlMvultiera»: "Dksancua leichte Mischung tniheilt.nupJ Tabahe iex neiz&stcn Ernk frisch nwftipuliert- DiutSmU Uichie.bebömmlichcQualstit blutnigsw Aroma. woiiiton waiüwn Biaad Dienstag 12.?lpril?H27 Unterhaltung unö �Bissen Vellage öes vorwärts Wanka. Aus dem Russischen von Zosephsohn. Äonka Schukow, ein neunjähriger Knabe, der vor drei Monaten zum Schuhmacher Aljachin in die Lehre gekommen ist, legt sich am Abend vor Weihnachten nicht schlafen. Nachdem der Meister und die Gesellen zur Frühmesse gegangen sind, nimmt er aus dem Schrank seines Lehrherrn ein Fläfchchen Tinte, einen Federhalter mit einer verrosteten Stahlfeder, legt einen Bogen groben, zerknüllten Papiers vor sich hin und beginnt zu schreiben. Bevor er den ersten Buch- ftabcn hinsetzt, blickt er einigemal scheu nach der Tür und dem Fenster, schilt nach dem dunklen Heiligenbild, zu dessen beiden Seiten sich Fächer mit Stiefelleisten befinden, und seufzt schwer. Der Bogen Papier liegt auf der Bank, er selbst kniet tKivor. „Lieber Großvater Konstantin Mukaritsch!" fängt er an.„Und ich schreibe Dir einen Brief. Ich gratuliere Dir zum Weihnochtsfest und wünsche Dir alles Gute vom lieben Gott. Ich habe nicht Vater, nicht Mutter, nur Du allein bist mir geblieben.. Wanka richtet die Augen auf das dunkle Fenster, in dessen Scheiben sich da? Licht spiegelt, und stellt sich seinen Großvater Kon- stantin Mokaritsch vor, der als Nachtwächter beim Gutsbesitzer Lywarow dient Er ist ein kleiner, magerer, behender Greis von k» Iahren mit ewig lächelndem Gesicht und schnapsseligen Aeuglein. Tagsüber schläft er in der Leuteküche oder scherzt mit den Mägden, nachts aber geht er, eingehüllt in seinen weiten Schafpelz, um den Gutshof herum und klopft mit dem Hammer. Mit gesenkten Kopsen stapfen seine beiden Hunde, die alte Koschtanka und der junge Wjun, hinter ihm her. Dieser Wjun ist überaus ehrerbietig und schmeich- lerisch, blickt jedermann, Gutsleute wie Fremd«, mit gleichem Wohl- gefallen an und erfreut sich deshalb keines besonderen Vertrauens. Hinter seiner Ehrerbietung und Demut verbirgt sich denn auch in der Tat die äußerste Bosheit. Niemand versteht bester als er, bei gegebener Gelegenheit sich an jemand heranzuschleichen und ihm nach den Beinen zu schnappen, sich in den Eiskeller zu stehlen oder den Bauern ein Huhn vom Hof zu holen. Des öfteren hat man ihm dafür schon die Hinterbeine entzweigeschlagen, zweimal hat man ihn sogar aufgehängt— aber er lebt immer nach. Jetzt steht der Großvater wahrscheinlich am Torweg, blickt mit zusainmengckniffenen Augen nach den erleuchteten Fenstern der Dorf- tirche, stampft mit den Filzstiefeln im Schnee hin und her und scherzt mit den Gutsleuten. Sein Hammer hängt am Gürtel. Er schlägt in die Hände, krümmt sich vor Kälte und kneift, greisenhaft kichernd, bald das Stubenmädchen, bald die Köchin in die Wangen. „Vielleicht'ne Prise gefällig?" fragt er und reicht sein« Schnupf- tabaksdose herum. Die Weiber schnupfen und niesen. Der Großvater gerät in un- bcschreibliches Entzücken, bricht in frohes Lache-., aus und ruft: „Zur Gesundheit, Täubchen!" Dann gibt er auch den Hunden zu schnupfen. Kaschianka niest. dreht die Schnauze fort und geht beleidigt beiseite. Wjun niest aus Ehrerbietung nicht, sondern wedelt nur mit dem Schwanz. Und das Wetter ist herrlich. Die Luft ist still, klar und srifch. Die Nacht ist tWkel. aber das ganze Dorf mit seinen weißen Dächern und dem ouö den Schornsteinen aufsteigenden Rauch, die vom.Reis,.per- silltrteu Bäume und Schneehaufen— alles ist deutlich zu erkennen. Der ganz« Himmel ist mit lustig blinkenden Sternen bedeckt, und die Milchstraße hebt sich so klar davon ab. als ob man sie vor dem Fest gewaschen und mit Schnee abgerieben hätte... Wanka seufzt, taucht die Feder ein und fährt fort zu schreiben: „Aber gestern wurde ich durchgehauen. Der Meister zog mich on den Haaren auf den Hof und prügelte mich mit dem Knieriemen, well ich beim Wiegen des Kindes unversehens eingeschlafen war. Und in der vorigen Woche ließ mich die Meisterin einen Hering rein- machen. Und ich fing mit dem Schwanz an, aber sie nahm den Hering und schlug ihn mir ins Gesicht. Die Gesellen machen mich zum Narren, schicken mich in die Schönte nach Branntwein imd lassen mich Gurken aus der Speisekammer stehlen. Aber der Meister schlägt mich, wohin er trifft. Und zu fressen gibt's gar nichts. Morgens Brot, mittags Grütze und abends wieder Brot. Aber Tee und Kohl- suppe fressen Meister und Meisterin allein. Und schlafen tue ich im Flur, aber wenn das Kind weint, schlafe ich überhaupt nicht, sondern muß es immerzu wiegen... Lieber Großvater, habe die Gnade und nimm mich von hier fort aufs Dorf. Hier ist gar keine Möglichkeit... Ich bitte Dich demütig und werde ewig für Dich zu Gott beten— nimm mich von hier fort, sonst sterbe ich noch.. Wanka zieht den Mund schief, trocknet mit seinen schmutzigen Fäusten die Augen und schluchzt. „Ich werde Dir Deinen Tabak reiben," fährt er in seinem Brief fort,„für Dich zu Gott beten, und wenn ich irgend etwas oersehe, dann haue mich meinetwegen windelweich. Aber wenn Du glaubst, daß das nichts für mich ist, dann bitte ich um Christi willen: laß mich keim Inspektor Stiefel putzen oder statt Fedka die Kühe hüten. Lieber Großvater, ich kann nicht länger hierbleiben, sonst sterbe ich. Ich wollte zu Fuß ins Dorf lausen, aber ich habe keine Stiefel und fürchte mich vor dem Frost. Aber wenn ich groß bin, dann werde ich Dich dafür ernähren und Dich von niemand beleidigen lassen. Und wenn Du stirbst, werde ich für die Ruhe Deiner Seele beten, als ob Du mein leiblicher Vater bist. Aber Moskau ist eine große Stadt. Die Häufer sind alle,herr- schaftlich. Und viel« Pferde sind da. Aber Schafe gibt's keine. Und die Hunde find auch nicht böse. Mit Sternen gehen die Kinder hier nicht zu Heiligen drei Könige, und auf dem Ehor erlaubt man keinem'zu singen. Einmal sah ich in einem Laden am Fenster Häkchen; die verkauft man gleich mit der Angelschnur und für jeden Fisch. Sehr haltbar. Sogar Haken, mit denen man Wels» von einem Pud hoben kann. Und dann sah ich Läden, wo allerlei Flinten lagen, wie sie der Herr hat: jede wird sicher 100 Rubel kosten... In den Fleischbuden gibt's Birkhähne und Haselhühner und Hasen, aber an welchem Ort sie geschossen sind, da» sagen die Verkäufer nickst. Lieber Großvater, wenn's beim gnädigen Herrn den Weihnachts- bäum und die Geschenk« gibt, dann nimm eine golden« Nuß für mich und verwahre sie im grünen Kasten. Bitte Fräulein Olga Ignatiewna, sage: für Wanka..." Wanka seufzt krampfhaft und blickt wieder nach dem Fenster. Er erinnert sich, wie der Großvater nach dem Weihnachtsbaum für die Herrschaft in den Wald zu gehen pflegte und den Enkel mitnahm. Das war noch eine lustige Zeit! Manchmal rauchte der Großvater, bevor er den Tannenbaum absägte, sein Pfeifchen, nahm langsam eine Prise und lachte über den erfrorenen Wanka... Die jungen, bereiften Tannen stehen unbeweglich und warten, wer von ihnen sterben soll. Plötzlich, ganz unversehens, läuft pfeilschnell ein Hos« über den Schnee, und der Großvater ruft: England unö China. Nlerkwüröici: je mehr Schutz England feinen Angehörigen in Ehina angeüeihen läßt, um so unsicherer wird deren Loge! „Halt, holt... halt, du stutzschnäuziger Teufel!" Die gefällte Tanne kommt ins Herrschaftshaus, und dort beginnt man sie zu putzen. Mehr als alle anderen macht sich dabei Fräulein Olga Ignatiewna, Wankas Liebling, zu schaffen. Als Mankos Mutter. Pclagejo, noch lebte und als Stubenmädchen auf dem Guts- Hof diente, fütterte Olga Ignatiewna den Kleinen mit Kandiszucker und lehrte ihn aus Langeweile lesen, schreiben, bis hundert zählen und sogar Quadrille tanzen. Als Pelageja starb, wurde die Waise zum Großvater in die Leuteküchc geschickt und aus der Leuteküche nach Moskau zum Schuhmacher Aljachin in die Lehre... ,�komm hierher gefahren, lieber Großvater," schreibt Wanka weiter.„Um Christi willen bitte ich dich: Nimm mich fort von hier. Habe Mitleid mit der unglücklichen Waise. Hier stoßen mich alle, und ich möchte schrecklich gern esien, und ich bin so traurig, daß ich's gar nicht sagen kann. Ich muß immer weinen. Und unlängst gab mir der Meister mit dem Leisten eins über den Kopf, so daß ich hinfiel und kaum wieder zur Besinnung kam. Verloren ist mein Leben, schlimmer als das Leben eines Hundes... Und ich grüße noch Aljena, den krummen Jegorka und den Kutscher. Aber meine Harmonika gib, keinem. Ich verbleib« Dein Enkel Iwan Schukow. Lieber Großvater, komm, mich holen." Wanka faltet das beschriebene Blatt viermal zusammen und legt es ins Kuvert, das er am Abend vorher für eine Kopeke gekauft hat... Nachdem er eine Weile nachgedacht hat, taucht er die Feder ein und schreibt die Adresse: „An den Großvater im Dorf" Dann kratzt er sich den Ko�f, denkt wieder nach und fügt hinzu: „Konstantin Mokaritsch." Zufrieden, daß man ihn beim Schreiben nicht gestört hat, setzt er die Mütze auf und läuft ohne Rock aus die Straße. Die Verkäufer aus dem Fleischladen, die er am Tage vorher gefragt hat, haben ihm gesagt, daß man Briese in den Briefkasten werfen muß und daß sie von da über die ganze Erde verschickt werden. Wanka läuft bis zum ersten Kasten und steckt den wertvollen Brief in die Spalte. Don süßen Hofstiungen gewiegt, liegt er eine Stunde später in tiefem, gesundem Schlaf. Er träumt vom Ofen. Aus dem Ösen sitzt der Großvater, läßt die nackten Beine herunterhänge» und liest der Köchin den Brief vor. Neben dem Ofen steht Wjun und wedelt ehrerbietig mit dem Schwanz. Mazedonien. Don Max Dort». Heiß brennt die Sonn« auf die mazedonisch« Tabakpflanzung. Der sanft« Berghang. Feigenbäume mit blau- und gelbreiiender Frucht. Am Wege Lorbeerhecken. Nordhin siehst du die braunen Bergketten des mazedonischen Hochlandes, hier und da in den Bergen sin weißgelber Flecken: serbische Dörfer, bulgarische Dörfer, griechische Dörfer! Die Tabakpflanzung. Di« schönen lilablühenden Bilanzen. Biel fleißig« Bienen im Gesumm« her um die Blüten Und ein Mädchen behockt die Pflanzen mit einem Karst. Dieses Mädchen ist Diotima, Diotima: die junge, schöne Griechin. Broun ist Diotima. Schön steht zu dem dunkelbraunen Antlitz das schneeigweiße Kopftuch: der Sonnenschutz. Diotima, für wen arbeitest du? Zunächst für den Bater. dem diese Pjlanzurg zu eigen ist. Und dann? Dann sür den Raucher. Wo ist der? Ach, darüber sinnt Diotima den ganzen Morgen nach. In all« Welt wirb_dieses Tabakkraut Mazedoniens hinausfliegen, in die großen Städie. schöne Männer werden mazedonische Zigaretter rauchen— und den schönsten jungen Raucher-- den, den!— dars ich's sagen? Den wünscht sich Diotima zum Gatten. Muß er reich sein? Nein, nur schön soll er sein, heißblütig und stark, er muß die Diotima auf den Händen tragen können.— Mädchevträume. Liebessehne«. Ferne- sehnen— immer das wollen, wo- man nickst hat! Zu Herbst« gab es im mazedonischen Dorfe frohe Tage. Der Tabak war geerntet, bezahlt mit klingende» Goldstücken, das Dorf der Tabakbauern schwelgte. Da wurden Hühner nut Reis gekocht, dazu gab es eingemacht« Oliven. Und viel Wein gab es, der war wie roter Granat, der gab dem Blute Feuer. Zixeunergeigen schwirrten und schwirrten— und wild« Tänze tanzt« die Jugend. Aber nicht tanzte Diotima, die ging einsam, sie hatte Fernweh, ihr« beimische Welt war ihr zu klein, hinaus sehnte sie sich, in die große Welr Europos. hin zu den Städten mit den hun�eritausenden Mensche». So war Diotima!, Einsam gebt sie zu Nacht am Vor. beerweg, die Zikaden läuten mit tausend Glocken. Und der Mond badet in silbernen Wolken. Von der See her weht salziger Wind, vom ägäijchen Meere. Stadt Cavalltt an der blauen See. Im Hafen ein Dutzend Dampfer. Einer davon führt Deutschlands Handelsflagge: schwarz- weißrot— im oberen Eck die so sehr bescheidene schwarzrotgoldene Gösch, leider, leider viel zu bescheiden! Hörst du die Winschen rasseln? Der deutsche Dampser verladet Tabakballen, darunter sind auch die getrockneten Tadakpflanzeu des Mädchens Divnma. Diotimas Arbeit fäh'.t in die Weit. Diu- tirna selbst bleibt daheim in ihrem ihr viel zu engen mazedonischen Dorfe. Der Dampser auf Fahrt. Schwarz' speit der Schlot. Weiß segelt die Möwe. Fahrt durchs Mittelmeer. Hin durch den Eng- paß von Gibraltar, lim die Iberisch« Halbinsel herum, wilde Stürme in der Biscaya, Nebel im britischen Kanal, Regen in der Nordsee— und helles Glockengeläute vom Dome Sankt Pctri zu Bremen. Bremen. Di« Tobakbörse. Diotimas Tabak wird versteigert. Dann verladen, Bahnfahrt duich Deutschland, Ankunft in Dresden. Und durch viele fleißig« Hände gehi nun Diotimas Tabak, das duftende ma.zedvnische Blatt. Und viele Menschen schütteln und rütteln den Tabak. Die Zigarettenfabrik zu Dresden. Ein orientalischer Prachtbau, äußerlich: drinnen viel arme Odalisken, an die zweitausend Mädchen, Zigarettenarbeiterinnen. Seht ihr dort das schön« blonde Mädchen? Ganze Bataillone von fertigen Zigaretten ordnen sich in Haufen neben ihr auf. Jene» schöne blonde Mädchen ist Gretchen. Blaue Augen, rot« Lipven, Grübchen aus der linte«: weißen Wange. Hand« schlank und fltnl, wie die Myndscheintöchter sie' haben, die nachts im Schilfe des Etb- flufses tanzen und tanzen.'■ Gretchen, woran denkst du? Ach, woran sollte Gretchen denken? An Freiheit. Frei sein! Frei sein! Frei sein! Das ist das täg- lich« Geber der Zigarettcnarbciterin Gretchen zu Dresden. Frei sein! Hinausfliegen in alle Welt. Ferne Länder sehe», vielleicht gar Mazedonien, daher dieser köstlich duftend« Tabak kommt. Fort von den großen Städten, hin zur bescheidenen Einsam- keit der Gebirgsdörfer eines fernen Südlandcs. Und plötzlich kreuzen sich zwei Sehnsüchte, es kreuzen sich die Sehnsucht Diotimas und d'e Sehnsucht des Grctchens. Eine Kreu-' zung unter der Sonne. Und die Allmutter Sonne lächelte ver- stehend, sie streckt« ihre goldenen Hände— sie tauscht» die beide» Mädchen um: Diotima war in Dresden. Gretchen war in Maze- donien. Die eine tut die Arbeit der anderen. Nach einem halben Jahre! Diotima, wie geht es dir in Dres- den? Oi Costrodos! Du lieber Himmel! Diotima weint. Diotima. die erst so sehr a» Fernweh litt, die leidet jetzt an Heimweh. Sie hör genug von den großen Städten, welch ein trauriges Leben! Ge- fesselt zu sei» an den Werktisch. Tag für Tag, Woche für Woche. Monat für Monat! Keine Luft und kein« Sonn«. Nein, da war es doch schöner im freien Berglande Mazedoniens. Wie friedlich dos stille griechische Dorf! Der Lorbeer duftet am Wef«..Und die Feige reist blau und gelb. Und Gretchen, du? Die du in Mazedoniens Tabakpflanzung von Sonnenaufgang big zu Sonnenuntergang den Boden beackerst, die du jätest und Wasser aus den Berg trägst, daß die jungen Pflanz- linge nicht verdursten: Gretchen. solche Arbeit.macht dir wohl Freud«? Aber Greiche» wirft un» aus ihren blauen Augen einen Zornes- blick zu, der lagt: Elender Spötter! Ist das hier ein Leben? Ich, dos Gretchen aus Dresden, ich bin ja ein« weiße Sklavin in diesem heißen mazedonischen Lande. Ach. d» meine Güte, hier ist das nichts, drüben im Dorfe, die türkischen Minarets, die find wie Lanzenspige» ins Herz. Denn doch lieber zurück in den orieniakischen Zwangspalast.zu Dresden, zurück in die Zigarettenfabrik! Dresden! Das heißt Kino und Tanz und hundert Verehrer. Hier— Mazedonien— das heißt Arbeit täglich IS Stunden� Und die braunen Bursche» sind gefährlich, die verlangen von dem blonden Gretchen das letzte. Sie haben vor dem Gretchen keinen Respekt, vor der Diotima, ja, oder besser, sie fürchteten den Dolch van Diotimas Vater und Brüdern. Mutter Sonne, mos tust— du!— nun? Mutter Sonn« lächelt, so, w'« eben nur Mütttr lächeln können. Mutter Sonne streckt die gütigen Hände, die mit den goldenen Ringen— tausche- links und iausche-recht-, alles zurück an den gleichen Fleck!— Da war Gretchen wieder in Dresden. Und Diotima war wieder im griechisch-mazedonifchen Dorfe. Gott sei Dank! Und Dank sei dir, o gebenedeiete Jungfrau Maria, du Schützerin der griechischen Mädchen! Alle» ist aus. Dreimal punktum! Di« Geschichte ist fertig. Da ist nicht» mehr zu sagen. Halt! Da ist doch noch'ne Kleinigkeit zu sogen. Wer will was sagen? Der Raucher. Der, der da die feine mazedonische Zigarette raucht. Dieser Raucher ist ein Denker, ei» roter Denker, und denkend sagt er solche»: Zeit wird kommen, da die Menschheit neue Wirtschaft»- und Gesellschaftsformen erkämpft hat, Zeit wird dereinst sein, in der die Sehnsucht der Menschen ihr Genüge findet. Zeit wird sein» wo all« arbettenden Menschen ihre Ferienwochen aus Reisen verbringen können. Heute reisen nur die Reichen, einmal werden wir olle reisen können! Der Norden wird sich mit dem Süden tauschen. Ost und West werden sich verbrüdern. Ueber der MenschHett wird schweben der golden« Bogel Harmonie. Raucher, host du nun ausgeraucht? Ja!. No, denn man wieder eingespannt, spanne du dich selber in den Wagen der Mensch- heit, den mir alle aus dem kapitalistischen Dreck herausziehen: hü und hott: der Feind steht rechts, der Weg geht links? WWWWWM Bamen-Kteiduna Voiivoile-Jumper 590 mit doppelseitigem Jabot nnd Slamchenarbelt................ Lumberjaks- ß25 mit langen Aermeln and Kraben, In bellen Farben............ Moderne Westen Rips mit Voile-Aermel, tesehe Form........................■ iSfiiU Mäntel *VÄ®»aS ahetlnndartlg, Sportform,■ Vorderteil nnd EUcken mit eingelegten Falten......... 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April, bleibk das Zezirtssefretariak ge- schlössen. Alle Einsendungen, die vor den Oslersciertagen noch er- ledigk werden sollen, müssen bis Donnerstag, den 14 April, einge- sandt werden. » Das MIkgNedsbuch des Genossen Mlli westphal, Maurer, Neu. kölln, Allerstr. 47, geboren am 17. August 1880, eingetreten am 1. Januar 1S04, ist gestohlen worden.— Sollt« versucht werden. irgendwelchen Gebrauch davon zu machen, dann ist es anzuhalten und der jetzige Inhaber festzustellen. I. A.: Alex Pagets. * 3. Ätei« Dcddi»». Snirfsof rotkntfen froktion. Die füt Dienstae, 12. April, einberufene Frakiionssitzung findet umständehalber erst am Donnerstaa. 14. April, statt. 3. Kreis Friedrichshaia. Die Besichtigung de« Srosikraftwerk» in Rummels. bürg findet am Karfreitag, Ib. April, vormittag» lv Uhr. statt.— Die Mitglieder, die sich hierzu bei ihren Abteilungsleitern gemeldet haben, treffen sich vormittags iVt Uhr am Bahnhof Rummelsburg lElldfcite) in der Nähe de» Lokals Bellevue. 11. Kreis Schöncbrrg. Friedenau. Leute, Dienstag, 12. April, zwischen S und S Uhr sind die Maifeierbilletts von den Abteilungsleitern von Will, Martin-Luther-Etr. SS, bestimmt abzuholen. 2g. Kreis Reinickendorf. Der bisherige Kreiskafsierer ist seine« Amte» ent. Hoden— Als Kreiskassierer fungiert Seuoss« Hermann Laar, Wittenau, Oranienburger Str. 219.— Alle Sendungen sind an diese Adresse zu richten. Die Abteilungskassiever werden gebeten, die Quartalsadrcch. nu ngen einzusenden. heule, Dienstag, 12. April: I. Abt. 7*6 Uhr bei Dobrohlaw. Swinemllnder Str. 11, wichtige Funltio» närsitzung. 8. Lüsiowstvasc. und Freu,'Magdeburger Plag. 20. Abt. Uhr bei Pose, Koloniestr. IS, Funktionärsshung. »4. Abt. Neukölln. Uhr bei Schräder, Steinmebstr. 52, Funktionärsihung. Erscheinen ist Pflicht. 137. Abt. Reinickendorf. West. 7� Uhr im Polkshauz, Echarnweberstr. 114, wichtige Funktionärsstzung. Nlilgliederversammlungen und Iahlabende am ZNillwoch: Alle Versammlungen sind wichtig und müsien von den Genossinnen und Genofseu besucht werden,„vorwärts"leser und Freunde sind eingeladen.— Beginn abends T'A Ahr. 1. Abt. Schulaula Auguststr. SS, Bortrag:»Partei, und M Uterfragen." Referent Architekt Otto Most. X. Abt. Ohiigioiach, Kommandantenstr. SS, Vortrag:»DU Kulturbedeutung de» Sozialismus." Referentin Irma Fechenbach. 3. Abt. Saal I des Gewerkschaftshauses, Giigelufer 24/25, Dortrag:»Der Parteitag in Kiel." Referent Robert Breuer. Bericht vom B-zirkspartei. tag. Wahl der Delegierten zum Kreisvertretertag. Die Bezirksfithrer laden-in. 4. Abt. Schwarz. Blankenfeldessr. 10, Bericht vom Bczirksparteitag. Ref«. rcnt Stadtverordneter Adolf Hoffmann. S. Abt. Bllttner, Echwcdter Str. 23, Bortrag:»Di« chinesisch« Revolution." Referent Gustav Eckhardt. 10. Abt. Schule. Alt.Moabit 23, Bericht vom«ezirksparteitag. 11. Abt. Berger, Levetwwstr. 21, Bortrag:»Diener Sozialdemokratie."»efe. rcnt Otto Meter, M. d. L. Bericht vom Bezirkstag. 12. Abt. gahlabeiit- Schmidt, Wiclefstr. 17, und OehIfchlSger, Berllchingen. 13.«bt?° Arwshof. Perlederger Str. 29. Vortrug:.Sowjetgranaten."»efe. rent Franz v. Puttkamcr. Berichterstattung vom Bezirkstag. 14. Abt. Zahlabend« bei«ottschalk, Puttbusscr Str. 24: Stark. Puttdusser Straße 14: Bank, Lortzing. Ecke Graunstraße. 15.«dt. Lablabende bei Schmiedl, Brnetaplatz 7. und Kunz«,«ckerstr. 49. 10.«b�gahstibende ttT DLHlin�.�A'runnenstr. 79, und Leufchner,«ckerstr. 10. 17. Abt. gahlabende bei Serth, Tegeler Str. 50: Bad«. Triftstr. 49. und Schreiber. Triftstr. KS. Abt. gahlabende in den bekannten Lokalen.__..__,. Abt. Zahlabende. Bezirk«05, 806: Gruner!. P-nkstr. 59. Bezirk 807 b>, 810: Schrepcl, Grsinthaler Str. 13. Bezirk Sil: Brodzlnfki, Grllnth-Ier Straß»«. Bezirr«12: Schulz, Etettiner Str. 52. Bezirk»IS: Zelf«, Grün. tbaler Straße. Bezirk«14 bis 819: Echuchardt, Chriftianiastr. 11«. Be- zirk 820: Grtinberg. Prinzcnallee 57. 20. Abt. gahlabeiide in den bekannten Lokalen. 21. Abt. Tv Uhr bei Kroll. Utrecht« Str. 21, wichtig« Funktionarsißung.— Der gahlabend findet Mittwoch, 27. April, statt. 22. Abt. gabl-b-nd, bei Scholz, Fehmarnstr. 1. Referent Gustav Fuh». Radzay, Brüsseler Str. 4». Referent Genosse Fabian. Herms, Müller. strafte 28. Referent Genosse Zank«. 23. Abt. Kahlabende bei Lewandowski, Seestr. 104. Grunewald!. Kameruner Straße 19. Tieft«. Barsußstr. S. Känig, Otavistr. 37. Referent Genosse Lamh. Bericht vom Bezirkstag. 24. Abt. gahlabend«. 1.«rupvc: RSsner. Immanuelkirchstr. 2«. U Gruppe: Schmidt, M-rienburger Str. 40. Bortrag:„Politik und Wirtschaft. Referent Dr. Frift Schönherr. 2. Diuppe: Winzer. EhristburAer Straße Eck« Winistraße. Bortrag:»Die moderne Wohlsabrtsfllrsocge. Referent Stadtrat Eugen Rosemann. 3. Gruppe: Köhler Greisswalder Str.«Od, Schweizerhäuschen. Bortraa:„Förderung und Auslese der«olksschul- iugend" Referent Rektor Rntbe.» 25. Abt. gahlabende bei Gott, Kniprodestr.«! Baronski, P-sseurstr. 5, und Köftner, Elbinger Str. 24.««ich! vom Bezirkstag. 26. Abt. Beinlich, Wcißcnburger Str. 1. Bericht vam Bezirkstag. 27. Abt. gahlabende bei M-hlb-rg, Saudhstr K. Bogdanowlfi. Sonneburger Straß» 1. Si-wert Kopenhagen« Str. 42. g-uae, Mllasstr. 5. Wooß. mann. Gl-imstr. 10. Bericht vom Bezirkstag Referentrn Genossen Jäger, Kühne, Schulz«, Et»It und Genossin Gimmel. Aussprache. Verschlebenes. 2». Abt. gahlabende bei Meper, Oderberger Str. 30. Bortrag:„Die Frei. b-nkerbewegung." Referent Otto Lenze, gundel,«astantenallee 29/30. on___._____ iT\i-. i.» A~Ui<»r>«♦« h Xsi» ne«ru f �TT�n 9R ck sv» 18. 19. 29. D w.. utlcrBMCllli, � ly.. wn.. �-----— o*,» �"——*---■"*—---—- Bürgerblock»." Referent Eduard gacherl, M. d. L. 30. Abt. gahlabende: Bezirke 93. 94: Pohst, Lnchen« Str. 103 Eck« Statgatb« Straße. Bezirk 95 bis 07: Schröder. Paopelollee 34. Bezirk 100: Lokal Pappelalle« 81. Bezirk 101, 102: Soffmann, Luchener Str. 8. Bezirk U7 bi» 123: Lokal Kuglerstr. 2. Bezirk 124 bis 127: Lokal Kanzowstr. 10. Berilüt vom Duirksvvr�eitaa. 31. Abt. gahlabende bei Meissner, Schivelbeiner Str. 34: Rift, Schioelbeiner strafte 22, und Soldschmidt, Stolpifch, Str. 30. Referenten: Genossen Schmidt, Müller und Eftkorn. Bericht vom Bezirkstag. 32. Abt. Gruppen, ahlabende in den bekannten Lokalen. Gruvo« Meister: Vortrag:.Gesundheitswesen." Referent Genosse Günther. Gruppe Kluge: Lokal Echmidlk«, Paul.Snger. Ecke Krautstrafte. Vortrag:»Politik und Gesellschaft im Spiegel der Satire." Referent Rodert Keller. 34. Abt. gahlabende bei Rosin, Guben« Str. 19: Mücke, Warschauer Str. 17, Eomeniussäle, Memeler Str. 64, Bereinszimmer. Bericht vom Bezirkstag. 35. Abt. gahlabende. Lokal Otto(früher Toepper), Rtgaer Str. 85. Bor. Bombe Voigtstr. 25.»»«rag:»ane vleuung oes nKrnia�n in ort �uiui. uni Sefelllchaft." Referent Kann» Kamm. Borkowfkt, Schrelnerstr. 82. Bortrag:„Kirche und Fretdeniertum.". � 86. Abt gahlabende. 1. Gruppe: Busch, Tilsit« Str. 27. 2. Gruppe: Höhn«, gorndorfer Straße Ecke Löwestraße. 0. Gruppe: Wtttschuß, Deter». burger Str. 5. Borlrog:„Aus den Erinnerungen eines alte« Sozialisten. 37.«bt"�hwb-n?� l�Be�rk: gepke. Ebe rtp str. 7. 2.. Z. Bezirk: Ie�f«. Ebertpst«. 10. 4. bis 6. Bezirk: Raschle, Matternstr. 14.»ortrag: Ref«. 38. Vhl'gÄ'labeude�Beztrk 134 bei Böd«. Debersir. 42. Referent«ustan Franke Bezirk 155 und 184: Draeg«. Palisadenstr. 91, Bortrog:„Wesen und Dedeulunq der ssreidenkerbewegung." Referent San» Oberüber. Bezirk 156: Kochale, Fürstenwald« Str. 12. Vortrag:..Da» Heidelberger Programm." Referent Bernhards«rüger. Bezirk 150: Strauft. Pakisaden. Sraft« 71.«ortrag: Handarbeiter und Sozialismus." Referent Ernst eumonn. Bezirk 160: War. Friedenstr. 58, Vortrag:»D� Ardeitszeit. gefeft de» Bürgerdlocki." Referent Paul Judrlan. Bezirk 188, 185 b>, 18« und 195: Mvgwift, Barnimstr. 13, Vortrag:»Wesen und Bedeutung d« Freidenkerbewegung." Referent Frift Sachtleden. Bezirk 189«: Rosenberg, Langenbeckstr. 1, � Bortrag:»Da, Berliner B«rkehr»problem." Referent Genosse John. Die übrigen Bezirke tagen in den bekannten Lokalen. DU Bezirlosührer laden besonder»«in. Allen Funktionären und Weitergabe: Die erste weltliche Doppelschule im Bezirk Funktionären zur Kenntni» ...______.....« im Bezirk FrUdrichshain wird am 20. April in der DUstelmeyerstraße eröffnet. 31. Abt. Jugendheim, Llndenstr. 3. Bortrag:»Da» Konkordat." Referent Rechtsanwalt Dr. Siegmund Kallmann. 6% Uhr ebenda ffunktionärsiftung. 40. Abt. Lokal Zum Kreuzberg, Möckern. Ecke Kreuzbergstraße, Zahlabend. Bericht vom Bezirkstag. 41. Abt. gahlabende bei Beinhoff, Belle.AllianceXdtr. 74: Schuster. Ghamisso. platz 4: Lüfte, Bergmannstr. 91: Mende, Gneifenaustr. 6». 42. Abt. gahlabend« bei Wagner, Blücherstr. 61, Bortrag de» Genossen Plefchke, Höhlle, Bergmannstr. 60. Referent Karl Litke. Wiersdorfs, llrbanstr. 6. Referent Genosse Lielski. Buhr, Blücherstr. 38. Vogeler, Mittenwalder Str. 16. Seehak, Willibald-Aleris-Str. 5. 43. Abt. gahlabende in den bekannten Lokalen. 44. Abt.—-- 45. Abt. Straße 9. Liebig, Bericht vom Bezirkstog. 44. Abt. Burckhardt, Sörlitzer Str. 52, Bericht vom Bezirkstag und Partei. " genheiten. " bende bei Timpe, Raunpnstr. 80. Lier, Raunynstr. 9. Sieden. liuskauer Str. 35. Vortrag:»Das erwachende Ehina." Referent Genosse Lulitfchke. Lehmann, Muskauer Str. 1. Bericht vom Bezirkstag. 48. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung in Eliesing» Festsölen, Wassertor. strafte 6«. Bericht vom Bezirksparteitag. Eharlottenburg. 51. Abt. Zahlabende. 1. G »». e»oi. ruraoa angelegenheit« 47. Abt. gahlabe topf. Muslau U--„-timeo: Elifabeth-Etr. 8. 2. Gruppe: Jäger, Sophie.Eharlotte.Etr.«8, 9 „8 218." Referent Dr. Julius Mose«, M. b. R. 8. Gruppe: Danckelmannstr. 18. Bericht vom Bezirkstag.— 52. Abt. i Schellbach, Kbnigin. Bortrag: : Dörre, ________->W» Büttner, Saiserin»Augusta.Allee 81 Ecke Sömmeringstraß«. Bortrag:»Wa, muß man von der Krankenversicherung wissen?" Referent Emil Lüdke.— 63. Abt. gahlabend« bei Lux, Huttenstr. 26, und Schweikert, Erasmus. straft« 2.— 54. Abt. Jugendheim, Rosinenftr. 4. Bericht vam Bezirkstag. Sannabend, 23."April, IVi Uhr, in den Sermailiafälen, Spreestr. 13, statt. Billetts bei den Gruppenführern und an der Abendkasse.— 56. Abt. Zahlabend 1. und 3. Gruppe gahlabend bei Lierfch, Kantftr. 82, Bericht vom Bezirkstag. Berichterstatter Bezirksoerordneter Ezarlinfki. 2. Gruppe: Ioskoroiack, Holtzendorffstr. 20. Bericht vom Bezirkstag. Berichterstatter Emil Reifchies.— 57.«it. Kahlabend. 1. Gruppe: Arndt, Kantstr. 51, Vortrag mit Lichtbildern. Referentin Genossin Fischer. 2. Gruppe: Thunack, Wielandstr. 4, Vortrag:»Politische Taaesfrogen." Referentin Margaret« Schcnkalowsku.— 5«. Abt. Rankehau», Rankestr. 4, 4 Tr. Abrechnung vom 1» Quartal und Bericht»om Bezirkstag. B«. richterstatter Genosse Laftke._.. 17. Abi. Grunewald. Bahnhafsrestaurant Grunewald. Bericht vom Bezirks. tag und Geschäftliches. Die Bezirksführer laben ein. Achtung! Die Sunktionäre treffen sich bereits um 7 Uhr ebenda zu einer wichtigen esprechung. 6«. Abt. Lalenfee. Sandmann, Westfälische Str. 42, Bortrag:»Politische Tage»fr-gen." Referent Dr. Norbert Marx. Die Bezrksführer laden ein. Dllmersdoef. 6». Abt. Andreas, Pfalzburger Str. 55, Vortrag:»Der äugen. blicklich« Stand der Aufwertung." Reserent Ministerialrat Schoenbeck.— 70. Abt.«roihs, L"" Referent Waldemar■ Jonas, Durlacher Ecke Druchfaler Straße. Vortrag:„SozlalpalitlM,«»" Referent Hermann Harnisch, M. d. L.— 72. Abt. Schäfer, Augustastr. 81, Vortrag:»Der Achtstundentag." Referent Dr. Alexander Schonberg. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Mttgliederversammlmung im Lehrerzimmer der Gemeindeschule. Der Porstand und die Funktionäre um Uhr daselbst. Bericht über den Bezirisparteitag und den Bezlrksbeamtentag. Die Vezirksstihrer laden schriftlich«in.„ m i.. 74. Abt. gehleudors. Mickleu, Potsdamer Str. 25, Berlcht vom Bezirkstag und Internationalen Frauentag. SchSueberg. 77. Abt. s-hlabende. 1. Bezirk: Milde. Nollendorfstr. 10. Bor. trag:»Problem« der Innenpolitik." Referent Adolf Wufchick. 2. Bezirk: Jürgen«, Barbarossastr. 5», Portrag:.Rechtsregierung, Bauern und eich." Referent Genosse«afper. 8. Bezirks geugner,«runewaldstr. 36. Bortrag:»Die vereinigten Staaten von Europa." Referent Genosse R-phtalt. 4. Bezirk: Will, Martin.Luther.Str. 69, Bortrag:»Der Ar. beiter und die Republik." Referent Genosse Mende.—.78. Abt. 1. B«. Rophtal heiter i...»„».»»».».» �-— ii-————» zirk: 7V4 Uhr bei Wandtke, Bahnssr. 25: 2. Bezirk: 8 UhrbeiKiUlmer. Lauptstr. 8: 3. Beztrk: ft Uhr bei König, sseurtgstr. öl: 4. Bezirk: 8 Uhr bei Rofentbal, Ebersstr. 68. Tagesordnung in allen Bezirken:»Bericht über den Bezirksparteitag. Bericht au, der Abtetlung und den Kom. Missionen.- 79. Abt. gahlabende. 1. Bezirk: Arndt, Bauft-ner Str. 10. Bericht vom Bezirkstag. 2. und 8. Bezirk: Srunow. Seßlerstr. 13. Bor. i trag:»Die-ußenp-litifche Lage." Referent Georg Ra.ble. 4. bU 8 Be. zirk: Groß. Sedanftr. 17.«ortrag:»Die außenpolitische Lage. Referent Dr. Theodor Tichauer. 7. Bezirk: Vodszus,. Sachsendamm Eck« Reichardt. straft«, Vortrag:„Kultur, Reaktion und Sozialdemokratie." Referent Paul Mehlhose. 8. Bezirk: Siedelung Lindenhof im Lokal Achtenhaqen, Röhlingstraße. Vortrag:„Die auftenpolttische �-ge. Referent Kurt «roftinann. In allen gahlabenden Bericht vom Bezirstaa.— 80. Abt. Helmholft.Gumnasium, Rubensstraße. Vortrag:»Dl« englische Arbeiter- oewegung." Referent Wilhelm sslörke. A � 5. 81. Abt. Friedenau, gahlabende. 1. bi, 3. B-ztrl:«labe. K-ndierustr. 80/81. 4. bi» 8. Bezirk: Baginsli. Stubenrauchstr. Ecke Taunusstr. Bericht vom Bezirkstag. Referenten Genossen Wefwhal und Hellwig. 82. Abt. SUgllft. gahlabende in den bekannten Lokalen. 83. Abt. Lichterfeld«. Di« gahlabend« fallen aus.» 83. Abt. Lichterfclde-Weft. Lokal Reinh. Schmrbt. Roonstr. Ecke Kindenburg- d-mm. Bortrag:„Geschworene und Schöffen." Referent Genosse«ämoner. 84. Abt. Lankwift. Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 20/31. Vortrag:»Gewerbe. aufsicht." Referentin Regierungsrätin Margarete Trapp. 83. Abt. rempelhos. gahlabende. 3. u. 4. Bezirk: Lokal»gur Linde.Werder- Eck« Friedrich, Karl-Straße. Bortrag:»Sozialdemokratie und Reichswehr. Referent Erich Fräniel..... 88. Abt. Martendorf. Gemeinsamer gahlabend in der Echulaula.»Snigstr. »ericht vom Bezirkstag.-... 87. Abt. Marieufelde. gahladenb be, Schuster,«irchstr. 88. 88. Abt.«ichteurade. Schule, Roonstr. Wichtige Tageaordnung. «euköll». 89. Abt. gahlabende. 1» bi, 4. Bezirk: Grammeck, Sanderstr. 10. Vortrag:»Religion und Sozialismus." Reserent Simon Katzenftein.— Bezirke 5. 7 u. 8: Wille. Reuterstr. 47. Lichtbilderoortrag:„Sozialismus in der Karikatur." Referent Friedrich Wendel.— Bezirk-«. U und 12: Gläf-r. Pannierstr.— Bezirk« 9, 10, 18 u. 19: Fischer, Hobrechtstr. 54. Vortrag:.Da» Arbeitsgericht-gefeft." Reserent Gerhard«ramer.— 90. Abt. Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 13. Be- zirk, Rüdiger. Lohmühlenstr. 86; 15. u. 26. Bezirk: Jahn. Fnldastr. 45: 16. u. 25. Bezirk, Ianike. Iansastr. U: 17. u. 24. Bezirk. Lehmmin. Tell. strafte 8. Referent Dr.«cheinmann: 22., 23. u. 86. Bezirk. Schabe»». W-ichselstr. 5. Ref-rent San, Bauer: 48. Bezirk,«leistner. Müv- chener Str. 53. Reserent Hans Wovwod! 35. Bezirk, Zbealkastna. Weichsel. straft« 8, Referent Dr. Löwenstein. In allen Bezirken auch Berichterstattung vom Bezirkstag.- 91. Abt. gahlabende. 20,. 21. u. 39. Bezirk. Köster, Karlszartenftr. 4: 38., 41. u. 49. Bezirk. Mifchke, Münchener Str. R. Bor. trag:„Lugtene des täglichen Lebens." Referentin Dr.«ätbe Frankenthal: 40. Bezirk, Lüddeik«,«arlsnartenftr. 12: 37. U. 42. Bezirk. Stahmann. Mün. 50. Bezirk, Restaurant Flughafen, Mahlower Str. 10, Referenten Genossin Günther. Dr.-Scheinemann und Pieper.— 92. Abt. gahlabende. 14,. 29. u. 80. Bezirk bei G auter. Harzer Str. 88. Vortrug der Genossin Wolff; stb« den Bezirksparteitag, Referenten Genossin Harnisch und die Genossen " x und Weigelt.— 93. Abt. gahlabende. 57. Bezirk, clger, Treptower Str. 23, Reserelitin Genossin Barthel! L6., 58.. 81., 85. u. 07. Bezirk, gimmermann, Stuttgarter Str. 41, Reserent Genosse Reinhard: 83, u. 84. Bezirk, Böhmisch« Str. 43/44, Referent Genosse Eich- stiidt! 95. u. 99. Bezirk. Warnstedt, Thüringer Str. 22. Bartrag:„Partei und Iugend". Referent Otto ffenselau: 96. u. 98,»ezirk. König. Kanner. Ecke Elsterstr., Vortrag:„Berfassung-fragen," Referent Arno Scholz: Bezirk Siedlung im Bärwlnlel, Referent Genosse Linke. Bericht vom Parteitag.— 94. Abt. gahlabende. 51.. 52,. 58. u. 75. Bezirk. Schröder. Stetnmeft. straft« 52: 64., 65,, 66., 77. u. 78. Bezirk, Günther. Schillerpromenade 11. —»5. Abt. Griener, Lesssngftr, 9. Bortrag:»Konsumgenossenschaft und die wirtschaftliche Log« der Arbeiter." Referent Karl Michaeli». Bericht »om Bezirkstag.— 98. Abt. gablabend«. 80. bi, 87. und 88. Bezirl, Sübben, Thoinasstr. 5. Vortrag:„Partei und Strafrecht". Referent Hans WtMg«: 101., 102. u. 108. Bezirk, gillmer. Rogatstr. 58. Bortrag:„Die Arbeiterschaft und ibre wirtschaftlichen Organisationen". Referent Paul Käthe: 8«. u. 100. Bezirk. Müller. Thüringer Str. 5. Referent Stadtrat Waldheim: 08. u. 94. Bezirk, Frenkel. Schierke. Eck« Bodessr., Referent Genosse Brinkmann.— 97. Abt. gahlabende. 79., 89. u. 92. Bezirk,«uftki, Leinestr. 1. Referentin Bertha Plank: 99. u. 91. Bezirk. Helmholft. Warth« str. 48, Reserent Genosse Händel: 104.. 105. u. 106. Bezirk,«rüger, Emser Str. 88, Eck« Reißestr.. Berichterstatter Willi Großmann. Bericht vom Bezirkstog,— 98. Abt. gahlabende. 107. U. 108. Bezirk. Krüger, Knesebeckstr. 48/49: 109. Bezirk. Teich,«nesebeckstr. 13ö: 110., III. und 112. Bezirk, Becker, Delbrückstr. Z5: 113. u. 114. Bezirk Sutzmann. Marien» dorfer Weg 1. Tagesordnung wird noch daselbst bekannt gegeben. 09. Abt. Britz-Buckow, gahlabende. 1. Dezirk: Riemsch, Ehousseestr. 19.' Re» ferent Genasse Sebrke. 2, u. 4. Bezirk: Koplow, Rudower Etr. 56. 8., 5. u. 8. Bezirk: Bachmann, Rudower Str. 82. 7. Bezirk. Groftsiediung: Bufchkruq. Referent Genosse Fechner. 100. Abt. Rudow. Lokal Krüger, B«»dastr. 71, gahlabend, 101. Abt. Treptow, gahlabende. 1. und 2. Dezirk: Stephan, Eräftstr. 1. Vortrag: »Die Bildungsdestrebungen in der Partei." Referent Genosse Pleft. 3. bis 5. Bezirk: LeUinger, Kiefholz» Ecke Elfenftr. Dortrag:„Aus meinem Leben." Referent Genosse Duck. Außerdem in beiden Bezirken Bericht vom Bezirkstag. 102. Abt. Baumfchulenwcg. Borgmann. Baumfchulenstr. 72. Bortrag:»Da» Arbeitszeitnotgesetz." Referent Genosse Beidler. 103. Abt. Obcrschöueweide. Imberg. Wilhclminenhofstr. 34. Bericht vom Bezirkstag. 104. Abt. Riederfchöneweibe, Raethel Rachf.. Brückenstr. 15. Vortrag:»Die Krise der Weltwirtschaft." Referent Kurt Setnig, M. d. 9t. Bericht vom Bezirkstag, Kassenbericht. Maifeier. 198. Abt. Iohanuisthal. Schreiner, Frietrichstr. 8. Bortrag:»Das Arbeits» -eitnotgefetz," Referent Rudolf Karsten., 197. Abt. Alt-Slieuicke-Falkenberg. gubian. Köpenicker Ecke Grünauer Straß«. Vortrag:„Das Krankenkassenwefen." Referent Genosse Bennewitz. 198. Abt. Köpcuick. gablabenbe. Dammvorstadt: Schulz. Bahnhosstr. 34. Re- ferent Genosse Fiedler. Alt. und Kietzvorstadt: Lietsche, Dorotheenstr. 1. Referent Genosse Hennlgse».— Köllnische Vorstadt: Stippekobl, Schöner- Nnder Str. 5. Reserent Genosse Brinkmann, In allen gablabenden Bortrag:»Da« Lustbarkeitsgesetz und die Sozialdemokratie." Bericht vom Parteitag. 109. Abt, Friedrlchshageu. Lokal Schal,, ssriedrichftr. 81. Tagesordnung: 1. Unsere Stellung zur Propaganda der Ortsveretnlgung Friedrichs. baaen. 2. Bericht vom Bezirkstag. 119. Abt. Grünau. Mitgliederversammlung bei Werner, Köpenicker Straße. III. Abt. Bohnsdorf, gahlabend bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. Ltchteuberg. 114. Abt. Schentke. Crossener Str. 14. Dortrag:„Die außen» politische Lage." Referent Wolfgang Schwarz.— 115. Abt. gahlabende. 1. Gruppe, Lohann, Oder. Ecke Iungstr,: 8. Gruppe, Radtke, Müggel. Ecke Echarnweberstr.: 4. Gruppe, Seipke Kronprinzen- Ecke Echarnweberstr. Bericht vom Bezirksparteitag,— 118. Abt. Lokal Albrecht. Borhagener Straße 62 Ecke Neu« Bahnhosstr. Vortrag:„Die politische Lage." Referent Viktor Schiff. 117. Abt. Gemeinsamer gahlabend in der Schule LUckstr, 60. Vortrag:„Politische Tagesfragen." Referent Polizeioberst a, D. Dr, Her- mann Schiitzinger. Bericht vom Bezirkstag.— 118. Abt. gahlabend bei Tempel, Gudrunltr. 7. Vortrag:„Menschenökonomie." Referentin Mari« Kunert, M. d. L. Bericht vam Bezirkstag. 119. Abt. Eeeilien-Luzeum, geichenfaal, 8 Tr., Rathhousftr. 8. Vortrag:„Sozialismus und Wahl» fahrtspflege." Referentin Dr. Lellinger. 129. Abt. Friedrlch»felde. Tempel. Vrinzenallee. Bortrag:»SPD. und Koa- litionsvolitik." Referent Stoatsfeiretär Heinrich Schulz. 127. Abt, Hohenschönhausen. Schule Freienwalder Str. S/8. Dortrag:„Wirt- schaftliche Tagesfragen in Deutschland." Referent Theodor Kotzur. 128.— 130. Abt. Pankow, gahlabende. 1. Bezirk, Lokal Roack, Kaiser-Friedrich» Straße 53, Referent Genosse Scharsstedt; 2. Bezirk, Echweizerhütte, Maxi. mtlianstr. 11-, Vortrog:„Der neu« Mensch", Referent Genosse Kloster. mann: 2»»Bezirk, Lokal Rcumann, Berliner Etr. 40 Ecke Mühlenstr. Dvrtrag:»Sozialismus in der Familie", Referentin Klara Bohm-Schnch, M. d. 9t.: 3. Bezirk. Dreuer, Kissingen skr. 4, Vortrag:„Die wirtschaftlich« Lage", Referent Willi Rogge: 4. Bezirk, Türkische« gelt. Breite Etr, 14, Vortrag:„Der freie Beamte in Staat und Kommune", Referent Dr. Voll- brecht: S. Bezirk, Lokal fflorastr. 73, Vortrag:„Die Kulturaufgaben des Proletariat» im Spiegel unserer modernen geit", Reserent Arthur Rachow: 6. Bezirk, Lokal Neumann. Mendelstr. 17, Vortrag:„Sozialistische Agrar- fragen und Landwirtschaft": 7. Bezirk, Sängerheim, Floraftr. 93, Vortrog: „Soziale Umschichtung der Bevölkerung seit 1018 und ihre politischen Folgen", Referent Dr. Alfred Freund: 8. Bezirk, Lokal Forftbaus. Wollankstr. 115, Vortrag:„Arbeiterdichtung", Referent Heinz Löwi: 9, Bezirk, Dohnke, Wollankstr. 31» Bortrag: ,Pan>Europa", Referent Martin Stein, 131. Abt. Riederschöuhause». Lokal Wilhelmshof. Kaiser-Wilhelm-Str. Bericht vom Bezirkstag. Die Bezirksführer laben ein, 132. Abt. Blankevbueg. 8 Uhr bei Klug, Dorkstr. 2. Aussprache über:„Mo gestalten wir unsere Maifeier." JJJ- SJj* Buch-, Zahlabend Lokal Gövfert. am Bahnhof. Wichtig« Tagesordnung. 137. Abt.«einickendorf.Beft. Gemeinsamer gahlabend für alle Bezirke im Bolkshaus, Scharnweberftr. 114. Bericht vom Bezirkstag. 133. Abt. Hermsboif. Lokal„Zur scharfen Ecke", Berliner, Ecke Bahnhofstraße. Bortrag:„Die Notwendigkeit der Mitarbeit in der allgemeinen Wohlfahrts- pflege. Referentin Walpurga Genger. 139. Abt. Tegel. Lokal Otto Schade, Berliner Str. 17, Ecke Beithstraße, und Bezirk Frei« Scholl« im Schollenkrug abends 8 Uhr Mitgltedervcrfaminluna. Bericht vom---- 14«. Abt.«orf was will 141. Abt. " w i« u v im» UUVtlUS O 4*4)6..WH*0 l ICy 1 6.UI. 1. 1 UlUUllU»iy» )t vom Bezirkstag. Verschiedenes. Borsigwalb«. Lokal Woitfchach, Ernststr. 1. Bortrag:»Was Ist und will dl« Sozialdemokratie." Referent Wilhelm Lands. Abt. Rofentbal»nb Rlcderfchönhaufen.West. gahlabend bei Mielicke, Lindenallee 40. Bortraa:„Sreibcnlcrhint und Arbeiterschaft." Bericht vom Bezirkstag. Di« Bezirksfithrer laden lein. Abt. Luid'~~~""" 143. Abt. waidmonsluft. Dreißig, Waidinannstr. 4, Dr. Franz Waluga Uder„Außenpolitisches." Bortrag de» Genossen ÄT* Zuugfozialisten: XO» O WL l ai* HUU L U__ Gruppe Lichtenberg: 8 Uhr im Jugendheim' Parkaue, Bortrag:»Sozialistisch» Erziehung." Referentin Irma Fechenbach. Gäste sind willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde: Neukölln: Unsere Helferpersammlung findet heute, Dienstag, 12. April, pünktlich 7� Uhr in der Schule Lefstngstraße statt. � Sterbetafel öer Groß-öerltner partei-Grganisation] 17. Abt. Nach 2kjähriger Mitgliedschaft ist unser Genosse Franz g i n k e- rnstr. 6,»erstorben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung am Mittwoch, April, nachmittag» 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir erwarten recht zahlreich« Beteiligung aller Genossinnen und Genossen. M � OyaHtts Zahnbürsten Chlorodont Cblorodonl-ZahnbQrsten 70 Pfg. und Mk. 1.25. Chk/rodont-Zahnpaste 60 Pfg. und 1.00. ZO hn pQ Stß Die Chlorodont-ZahnbQrste mit gezahntem Borstenschnitt paßt sich der natürlichen Rundung des Gebisses gut an, dringt in die engen Zahnzwischenräume und entfernt leicht alle Speisereste, den häßlichen Zahnbelag und beginnenden Zahnsteinansatz. Auch die hinteren Backen- und Weisheitszähne werden durch das halbrunde Borstenbüsdiel erfaßt und geputzt. Lockere Zähne werden durch gleichzeitige Massage des Zahnfleisches befestigt.— Die Chlorodont-Zahnpaste schont den kostbaren Zahnschmelz, verleiht den Zähnen elfenbeinartigen Hochglanz, bewirkt durch Sauerstoffsalze eine natürliche Mundreinigung und beseitigt üblen Mundgeruch bei herrlich erfrischendem Pfeftemünzgesdunadc. Sozkalkstkfihe �rbekterfugenü Groß-Serlkn. heule. Dienstag. lZ. April, abends Vk. Ahr: 3rimncnpTa',: Schul« Wiesen-, Ecke Pank strafe.„Geschichte und Ziele der EAI."— Gesundbrunnen: Schule Gotenburgcr Straße, Mitgliederversamm- lung. � Wcdding.Ziard: Jugendheim Turincr, Ecke Scestraße, Einführungs- abend.— Falkplatz: Schule Edcrswaider Str. 10, Zimmer 12. Fahrtbesprechung. — Rardost II: Jugendheim Danziger Str. 62.„Freie Gewerifchasten und Iagcndschutzfordecungcn."— Seneselder-Siertel: Schul« Danziger Str. 23. .Zweck und Ziel« der Päse-»«»«- S-deanft-lt Mtrwaldst». H. �tsto. rischer Materialismus.� 1. Teil.— Wilm«r»d»rs: Jugendheim Hildegardstr.«. „Die 48c r Revolution.�-- Tempelhos-Marieudors: Schule Mariendorf, Dorf. straße 7.„Sexuelle Fragen," l. Teil.— Baunsee: Schule Gh-rlottenstraß-. Filmabend:„Wandern."— Rcukölln l: Jugendheim Sander-, Ecke HobrechtstraKe. „Stellung der SAI. in der proletarischen Jugend."— Reulöllu II: Jugendheim Berasir. ZS. Mitgliederversammlung.— Renlölla IN: Jugendheim Steinmetz, stratze 114.„Politische Tagessragen."— Reutölln V: llqzeum. Richardplatz, Zimmer 16, Eingang Rcbcnhaus. Einfuhrungsabend.— Acntoll» VI: Schule Hertzbergplatz.„Ziele und Aufgaben der SAI."— Reinickcndors-Lft: Seebad, Residcnzstr. 46.„Einführung in die sozialistische Gedankenwelt."— Wittenau: vster» ohne Suchen?— Rein, das geht nicht, und das läßt sich auch ein« praktische Hausfrau nicht nehmen, zum Fest« zu backen. Sie können es auch und werden die vielen Anregungen, die Ihnen das neue farbig illustrierte Serker-Rezeptbuch, Ausgabe V, bringt, willkommen heißen. Selbst bei knappem Haushaltsgeld backen Sie nach Dr. Oetters Rezepten gut und preiswert. Da» Buch ist in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Kennen Sie Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr: Zum 1. 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