Nr.1S4 ♦ 44. �ahrg. Musgabe A Nr. 94 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich Reichsmark vorans imhlbar. Unter Kreuzband für Deutlchland, Daneia. Saar- und Memelaedi«. Oesterreich. Litauen. Lurembure «,S0 Reichsmarl, für da« übrig« Busland S.S0 Reichsmark vro Monat. Der»Bormörts� mit der Mustrter» ten Sonntagsbeilage.Volk und geit� lowie den Beilagen»Unterhaltung nno Wissen'.»Aus der Silmroelt-, .Krauenftimme'.»Der Rindet- kreund".»Zugend-Vorwörts' und »Blick in die Bllcherwelt' erscheint »ochentäglich grveimal, Sonntags und Montag- einmal. Telegramm-Adresse: »Sozialdemokrat verlln- Morgenausgabe Derliner Volksvlatt (�10 Nksnnig) Anzeigenpreise: Die«insvalttg« Ronoareille. geile SV Pfennig. ReNameseile By— Reichsmark.-Rlelne Anzeigen' da» fettgedruckte Wort 25 Pfennia (juiarn« zwei fettaedrucktc' Worte). ledes weiter» Wort 12 Pfennia. Ltellengefuch» das erss» Wort IS Pfennig, iides weiter« Wort 10 Pfennia. Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reil« 60 Pfennig. Ikamilienanzeiaen für Abonnenten Keile«0 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis\Sh Uhr nachmittags im Sauvtaefchäft, Berlin SW 6S, Linde». ftraheS. abgegeben werden. Geöffnet von SÜ Uhr früh bis S Ar nachm. Zcntralorgan der Sozialdcmokratifcbcn parte» Deutfchlands Neüaktion und Verlag: Serlin SW. HS, Änüenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Jur die Räumung öes Rheinlandes. Breitscheid und Boneour gegen die Besetzung.— Die Taktik der sranzöstschen Sozialtstischen Partei. Paris. 19. April,(ffavas.) Auf dein Bankett des Kongresse« der Sozialistischen Partei in Lyon führte Reichstagsabgeordneter Breitscheid u. a. aus: Der Fortschritt, der auf dem Wege der Wiederversöhuung zwischen Frankreich und Deutschland erzielt worden ist, wäre nicht möglich gewesen ohne die Tätigkeit der sozialistischen Parteien beider Länder. Die sozialistischen Besprechungen in Frankfurt, Berlin und Luxemburg haben mehr für den Frieden getan als dag Frühstück von T h o i r y. Man darf sich aber nicht verhehlen, daß noch viel zu tun ist. Nach unserer Ansicht ist die Räumung des Rhein- landes und des Saargebietes unbedingt notwendig für die endgültige Wiederherstellung des Friedens. Nach Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und nach Abschluß der Verträge von Locarrw, sowie nach Inkraftsetzung des Dawesplanes ist die Besetzung eine Anomalie. schlimmer noch, sie stärkt die Stellung des Nationalismus in Deutsch- land, und sie ist eine Gefahr für den Frieden. Vom internationalen Standpunkt ist die Frage der allgemeinen Entwaffnung der Nationen von großer Bedeutung. Ebenso wie der französische Sozialismus leiste auch der deutsche Sozialismus den ständigen An- griffen der Kommunisten Widerstand und verurteilt die illoyalen Manöver, zu denen die Anhänger Moskaus beständig ihre Zuflucht nehmen. Aus die deutsche Innenpolitik übergehend, erinnerte Breit- scheid daran, daß die Sozialdemokratische Partei in der Opposition stehe, daß diese Opposition jedoch nicht mit der vor dem Kriege verglichen werden könne. Di« deutsche Sozialdemokratie unterstützt, so fuhr der Redner fort, die Außenpolitik der deutschen Regierung, weil sie weiß, daß Stresemann den Frieden will und daß er die Politik betreibt, für die die Sozialdemokraten eingetreten sind. Leon Blum, der auf die Ausführungen Breitscheids er- widerte, erklärte: Ich freue inich, feststellen zu können, daß die fürchterliche Gefahr, die über Europa schwebte, nämlich die eines deutsch-französischen Konflikts, jetzt dank der Tätigkeit der Sozia- listen beider Länder ausgeschaltet ist. Breitscheid hat recht g e- tan, die Stellung der deuffchen Sozialdemokratie hinsichtlich der beiden ernsten Fragen der Räumung des Saargebietes und des Rheinlandes zu definieren. Ich erkläre, daß, was die Räumung des Saargebietes und die Räumung des Rheinlandes anbetrifft, wir vollkommen die gleichen Ansichten habe« wie die deutschen Sozialdemokraten. denn wir wissen, daß der Friede nicht hergestellt werden kann, ohne daß diese beiden schwerwiegenden Fragen geregelt sind. Debatte über die Parteitaktik. Lyon, 19. April.(Eigener Drahtbericht.) In Fortsetzung der Parteitagsdebatte über die allgemeine Politik der Partei vertrat 2lbg. D e a t die Auffassung, daß die Partei zuerst ein klares Aktions- programin aufstellen und dieses den anderen Parteien, die für eine Koalition in Betracht kämen, vorlegen müsse. Mit den Parteien, welch« dieses Programm als bindend für sich annehmen, könne eine politische Zusammenarbeit ins Auge gefaßt werden, mit den anderen nicht. Zyronsti empfahl die von ihm und Bracke eingebrachte Entschließung. Er erinnert« an den Zusammenbruch des Kartells, kritistierte die bürgerlich-konfervativen Tendenzen der radikalsozialen Partei, die ein Zusammengehen mit ihr für immer unmöglich mache. Einer Einheitsfront mit den Kommunisten, dieser Partei der Unordnung und Zerstörung, steht der Redner feindlich gegenüber. An Stelle der negativen und zersetzenden Arbeit der Kommunisten müsse ein aktives Wirken der Arbeiter- klasse unter Leitung der Sozialistischen Partei treten. In der Nachmittagssitzung sprachen zahlreiche Delegierte, ohne aber größeres Interesse zu erwecken. Englische Gssensivabsichten in China. Die Hankauregierung ernennt Fengjnhsiang zum Oberbefehlshaber. London. 19. April.(Eigener Drahtberichl.) Die Entscheidung über die Beantwortung der Bote des kanlonministers T f ch e n ist noch immer nicht gefallen. Die britische Regierung betont die Notwendigkeit eines Ultimatums, in dem sofortige Entschuldigung und Wiedergutmachung ohne vorhergehend- Untersuchung gefordert wird. Im(falle der Nichterfüllung sollen Sanktionen in Wirksamkeit treten. Die anderen Mächle, insbesondere Japan. nehmen vorläufig den Standpunkt ein. daß ein solches vorgehen nicht gerade geboten fei. wie der diplomatische Korrespondent des sozialistischen»Daily herald" erfährt, legt die britisch- Regierung großen wert daraus, daß die Strafmaßnahmen lediglich gegen die Regierung in hau kau und nicht gegen die neue Regierung Tschiangkaischeks gerichtet werden. Der Gedanke der Besehung Nan- kings, des Sitzes der gegenwärtigen Regierung Tschiangkaischeks, fei deshalb endgültig aufgegeben worden. Im gegenwärtigen Augen- bsick werde diegewaltsamewiedereroberungderkon- zession hankau neuerdings ernsthaft erwogen. Als Vorwand soll die Behauptung dienen, daß das Abkommen bezüglich Hankaus von den Chinesen nicht eingehalten worden sei. Man könne in der Entsendung zweier britischer Kreuzer und des Aeroplanschisfes„Hermes" nach hankau das Vorspiel für einen solchen Streich sehen! Die Lage in Kanton Ist völlig undurchsichtig. Während die Berichte aus Hongkong und Schanghai darin überein- stimmen, daß Tschiangkaischeks Freunde und Anhänger die Situation beherrschten und energisch gegen die Kommunisten vorgingen, meldet der„Orient-Preß-Service". daß es»reaktionäre Elemente" feien. welche von Polizei und Militär verhaftet worden feien. In einer Untersuchung über das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Lagern innerhalb der Kuominlangpartei mein« der Mitarbeiter des»Daily herald". Tschiangkaischeks Nankingregierung könne vermutlich auf die Truppen seiner Heimatprovinz Tsekiang sowie aus die Truppen von Fokiang, Schanghai und Nanking rechnen, hinzu kommen noch die große« Materiallager Tschiangkaischeks. Die ha»k'<_ Akademiker und Partei. Tagung der sozialdemokratischen Akademiker. Dürnberg. IS. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Verband sozialdemokratischer Akademiker hatte zu Oster, seine diesjährige Hauptoersammlung nach Nürnberg einberufen. Aus 22<Äädten des Reiches waren ungefähr SO Teilnehmer erschienen. Der Partei- vorstand hatte den Genossen Hilferding entsandt. Hermann Müll er- Franken wünschte aus Wien der Versammlung einen erfolgreichen Verlauf. Schon in den Begrüßungsansprachen wurde von fast allen Rednern betont, daß die im„Verband sozialdemokratischer Akademi- ker" zusammengeschlossenen Akademiker kein« Sonderbe st re- düngen pflegen, sondern 5)and in Hand mit allen Parteigenossen für die Ziele des Sozialismus wirken wollen. So führt- z. B. Genosse Marx- Heidelberg aus, daß es den Akademikern nicht zustehen kann, in aktuellen Tagesfragen die Stellungnahme der Gesamtpartei zu beeinflussen. Das sei Sache der verantwortlichen Parteiführer..Die Akademiker betrachteten sich als Teil der großen Organisation, ohne besonders Führer sein zu wollen. Poli- lisch« Fichrerqualitäten könnten nicht durch akademische Abstempe- lung gewonnen werden. Es gäbe aber Fälle, wo der politische Führer nicht allein ausreiche. Hier wollen die Akademiker ein- springen, sie wollen sich mit Problemen auseinandersetzen zum Besten der gesamten Arbeiterbewegung. Für den Parteivorstand erklärte Genosse Hilferding, er habe es immer begrüßt, daß die sozialdemokratischen Akademiker sich zusammengefunden haben. Gegen etwaige Bestrebungen von Aka- demikern, als geistige Diktatoren in der Partei aufzutreten, sei die Sozialdemokratische Arbeilerschast durch ihre jahrzehntelange demo- kratische Entwicklung und Erfahrung gefeit. Geistige Diktatoren zu sein sei aber gar nicht die Ausgabe der Akademiker. Diese Genossen müßten an sich selbst arbeiten, sie sollten auf einem b«- sonderen Wissensgebiet etwas leisten zum Besten der Partei, zum Besten des Gesamtwohls. Die Erfahrung hatte gezeigt, daß«ine Zusammenarbeit von Akademikern und den übrigen Parteigenossen sehr wertvoll sein könne und auch anerkannt würde. Was die Partei brauch«, sei eine Vertiefung der Erkennt- nisse aus allen Gebieten, die mit den Aufgaben der Partei in Be- ziehung stehen und es sei Aufgabe der Akademiker, hier zu wirken. Der Zusammenschluß der Akademiker könne also wertvoll jein, wenn neue Anregung hier zum Besten des Ganzen durchgearbeitet werde. Im Mittelpunkt der Tagung standen zwei Referate, die, wie die Aussprach« ergab, außerordentlich umstritten waren. Am ersten Osterseiertag sprach Professor Lederer über modernen Im- perialismus. Der Redner steht die größte Gefahr in den außer- ordentlich kräftigen Expansionsbestrebungen der monopolisierten, kartellierten und vertrusteten Wirtschaft. Genosse H i l s e r d i n g betonte dazu, daß die Arbeiterschaft, die den Weltkrieg erlebt hat. sich energisch gegen derartig« imperialistische Bestrebungen der mono- polisierten Wirtschaft zur Wehr setzen wird. In vielen strittigen Fragen tonnte kein« Einigkeit erzielt werden, da es sich im Rahmen der Tagung als unmöglich erwies, die rein theoretisch zu wertenden Ausführungen Lederers zu klären. Der zweite Feiertag brachte einen Dortrag des Genossen M e n n i ck e:„Der Sozialismus als sittliche Idee". Auch dieser rein theoretisch zu wertende Vortrag beschwor eine außer- ordentlich rege Aussprache heraus. Noch mehr als beim Bortrag L e d e r e r gingen die Meinungen auseinander, zeigte es sich, daß die Ansichten, ob man jetzt, oder überhaupt diese Frage in den Vordergrund schieben soll, sehr geteilt sind. Nicht wenige Redner betonten dabei, daß es überhaupt nicht notwendig sei, diese Frage herauszuheben und besonder» zu werten. Auch hier war es nicht möglich, eine Klärung zu erzielen, wcil sich die Ansichten direkt entgegenstanden. Nach einem kurzen Geschäftsbericht des Vorsitzenden Marx, der hervorhob, daß die Mitgliederzahl um fast das Doppelte ge- stiegen ist, beschäftigte sich die Versammlung mit der Aendcrung des Namens des Verbandes. Man will einen Namen wählen, der aus- drückt, daß nicht nur Akademiker, sondern auch andere Intellektuell« dem Verband angehören können. Der Punkt wurde bis zur nächst- jährigen Versammlung zurückgestellt. Dagegen wurde ein Antrag Nürnberg:„Der Verband soll« die Errichtung einer sozialistischen Hochschule anstreben" dem Vorstand überwiesen, der ihn mit dem Parteioorstand besprechen soll. Mit einem Appell an die sozialdemokratischen Akademiker, in der Partei mitzuarbeiten, fand die Tagung ihr Ende. ßorüerungen Üer Soöenreformer. Jahrcstagung des Bundes Deutscher Bodcnreformer. Schwerin(Mecklenburg). IS. April.(Eigener Drahtbericht.) In Schwerin tagt die 31. Hauptversammlung des Bundes Deut» scher Bodenreformer unter ungewöhnlich starker Beteiligung der organisierten Bevölkerung aller Kreise. Etwa 30 Körperschaften, Ministerien und andere staatliche und Kommunalverwaltungen, darunter etwa 20 Stadtverwaltungen, 30 Berufsorganisationen: Spitzengewerkschaften, Großorganisationen der Kriegsbeschädigten. Kleingärtner und Mieter hatten Vertreter entsandt. Für den weck- lenburg-schmerinschen Ministrpräsidenten sprach Staatsministcr Dr. Möller, für die Stadt Schwerin als Gastgeber Oberbürger- metster S-schenbrecker; als Vertreter der Wissenschaft kam Steuerbilanz 192H/27. Steuerunrecht an Arbeitskraft und Verbrauch— Steuersenknugen für den Befitz. Das Roichsfinanzministerium veröjfentlicht soeben die Uebersicht über die Reichseinnahmen im März 1827, mit dem das Etatsjahr 1926/27 zu Ende geht. Die G e s a m t ü b« r s i cht, die auf diese Weise zum ersten Male möglich wird, zeigt in krasser Weise das Steuerunrecht, das vom Reiche an der Arbeitskraft und am Verbrauch begangen wird. Das Reich vereinnahmte in dem ab- gelaufenen Rechnungsjahr 7173 Millionen Mark. Davon zog es aus Verbrauchsabgaben, wie Zöllen und sonstigen indirekten Steuern auf bestimmte Walen allein reichlich ein Drittel, nämlich 2161 Millionen Mark: weitere 1093 Millionen flössen aus der Lohnsteuer, 861 Millionen aus der Umsatzsteuer, 312 Millionen aus der Besörderungssteuer. 4732 Millionen Mark, also mehr als zwei Drikkel der gesamten Retcheeinnahmen wurden so in der Zeit der schwersten Wirt- sthaflvkrise von Lohncinkommen und Verbrauch getragen. Der Rest entfiel auf Besitz- und Kapitalverkehrssteuern. Während die Zölle 360 Millionen Mark mehr einbrachten, als der Voranschlag annahm und damit bereits den stattlichen Betrag von 940 Millionen Mark erreichten— das sind 260 Millionen Mark mehr als im letzten Vorkriegsjahre— kam aus der ergiebigsten Steuerquelle anderer Länder, der Erbschaftssteuer der lächerliche Betrag von 31,6 Milkionen Mark ein: der Ertrag dieser Steuer blieb sogar fast um die Hälft« hinter dem Voranschlag zurück! Die Wirkungen der Zollpolitik, die bekanntlich den Ver- brauch besonders schwer treffen, werden noch durch einen anderen Vergleich besonders deutlich erkennbor. Im Jahre 1924 hatten die Zölle insgesamt 366 Millionen Mark dem Reiche gebracht. Dieser Betrag ist durch das neue Zollgefeh, das erst im lehle« Eiolsjahr vollständig in Wirksamkeit war. annähernd aus das Dreifachs gestiegen. Der Rechtsblock hat sich aber auch damit nicht zufrieden gegeben; noch setzt sind starke, vom Minister Schiele unterstützte Treibereien im Gange, um auch andere Lebensmittelzölle heraufzusetzen. Den deutschnationalen Politikern ist es dabei gleichgültig, daß bereits durch ihre bisherige Zollpolitik die Reparationslasten um Hunderte von Millionen Mark künstlich gesteigert worden sind und natürlich noch weiter wachsen werden, wenn die Zolleinnahmen des Reiches durch die protekfionistische Zollpolitik der Rechtsparteien sich erhöhen. Die Gesamteinnahmen des Reiches sind im letzten Etatsjahr um 189 Millionen Mark größer gewesen, als der Vor- anschlug angenommen hatte. Hiervon mußten entsprechend den Ge- sehen, den Ländern und Gemeinden 276 Millionen Mark über- wiesen werden. Dem Reich verblieb so ein Wehrerlrag von rund 214 Willionen Wark, wovon 200 Millionen Mark als Einnahme in den soeben verab- schiedeten Haushalt für das Jahr 1927/28 eingesetzt worden sind. Interessante Streiflichter auf die Gestaltung der Wirtschaft und auf die Wirkung der Steuergesetze während der Krise ergeben die Vergleiche der einzelnen Einahmeposten des Reiches. Die Steuer aus das l ahnst eu e rf r ei e Einkommen, also insbesondere die Einnahmen aus Gewerbebetrieb und Kapstal haben trotz der wirtschaftlichen Depression ganz ausfällige Steigerungen zu ver- zeichnen. So erhöhte sich der Ertrag der Einkommensteuer von 803 auf 1064 Millionen Mark. Bekanntlich hat die Landwirlschast zu diesen erhöhten Steuereinnahmen so gut wie nichts beigetragen. Infolgedessen muß man annehmen, daß die Bezieher großer Einkommen in der Zeil der größien Rot großer Volksmassen ihre Eimiahmcn ganz gemattig steigern kannien. Das gleiche Bild ergibt die K ö r p e r s ch a f t s st e u e r, die mit 382 Millionen Mark 132 Millionen mehr brachte, als der Vor- anschlag vorsah und fast doppelt so viel, wie sie im ver- gangen en Jahre dem Reiche geliefert hat. Dagegen blieb die Vermögenssteuer hinter dem Voranschlag zurück. Sie brachte nur 369 statt der erwarteten 400 Millionen Mark. Die ungeheure Zu- nähme der Börsengeschäfte geht aus der Tatsache hervor, daß die Börsenumsatz st euer trotz der inzwischen erfolgten Steuersenkung mehr als doppelt so viel einbrachte wie im ver- gangenen Jahre und rund 33 Millionen mehr, als der Vor- anschlag annahm: ihr Ertrag beträgt 82,9 Millionen Mark. Die Senkung der Umsatzsteuer, die vom Minister Reinhold durchgeführt wurde, hat weder dem Reiche noch den Ber- brauchern die Vorteile gebracht, die man damals erwartete. Der Ertrag der Umsatzsteuer blieb hinter dem des vergangenen Jahres um rund 474 Millionen zurück. Die Preise sind aber nicht ent- sprechend gesunken. Die Steuersenkung ist also ausschließlich in die Taschen der Gewerbetreibenden geflossen. die eine halbe Milliarde Mark aus Kosten der Allgemein- heit an sich zogen. Von den Steuern, die in der Hauptsache den Minder- bemittelten zur Last fallen, wurde bereits gesprochen. Ob es sich um Zölle, um die Tabaksteuer, um die Biersteuer, um die Zündwarensteuer, um die Leuchtmittelsteuer handelt— überall haben die Einnahmen den reichlich bemesienen Voranschlag überschritten, bei den Zöllen sogar um weit mehr als die Hälfte. Lediglich bei der S a l z st e u e r, die mit einem Voran- schlag von 2 Millionen unter den Einnahmen des Reiches eine ge- ringe Rolle spielt, hat sich ein Minderertrag ergeben. Der gewaltigen Mehrbelastung durch die erhöhten Verbrauchsabgaben steht aber keineswegs eine entsprechende Entlastung bei der Lohnsteuer gegenüber. Die von der Sozialdemokratie erkämpften Ermäßigungen der Lohnsteuer haben diesen Einnahmeposten des Reiches nicht wesentlich verändert. Di« Lohnsteuer erbrachte 1094, also rund 1100 Millionen Mark gegenüber den erwarteten 1200 Millionen: ihr Ertrag blieb gegenüber dem Vorjahre nur um 173 Millionen Mark zurück in einer Zeit, wo die Arbeitslosigkeit am größten war und in- solgedessen das Lohneinkommen des Voltes die stärksten Ausfälle erlitt. Diese Entwicklung beweist, daß die Sozialdemokratie mit ihrer Forderung auf Ermäßigung der Lohnsteuer durchaus im Recht gewesen ist. Die steuerpolitischen Absichten des Rechtsblocks laufen aber im Gegensatz dazu darauf hinaus, die steuerliche Belastung der breiten Volksmassen noch weiter zu erhöhen, um den Besitz mit Steuern zu verschonen. Die Steuerbilonz des Jahres 1926 27 zeigt bereits die verderb-ichen Wirkungen einer solchen Steucrwirt- schaft, die der Rechtsblock ietzt im verstärkten Tempo und in größerem Ausmaße durchzuführen sucht. Die Sozialdemokratie wird »diesen Tendenzen weiter den stärksten Widerstand entgegensetzen. Gehcimrat Tönnies zum Wort. Genosse S i l b e r s ch m i d t er- klärte als Vertreter der sozialdemokratischen Reichstngsfraktion in einer längeren Rede, daß die Ziele der Sozialdemokratie aus dem Gebiete der Bodenpolitik sich mit denen der Bodenrefonner decken. Im Mittelpunkt steht das Wohnungsproblem. Redner geißelt die Verschleppung des 1920 bereits vorgelegten Bodenreformgesetzes, dessen Einreichung im Mai 1926 vom Reichstag gefordert worden ist. Das Interesse der gegen- wärtigen Regierung an dem Gesetzentwurs sei außerordentlich gering. Die Fraktionen des MecklenbuvK-Schwerinfchen Landtages hatten Vertrerer entsandt. Bon ihnen wies namens der sozial- demokratischen Fraktion der Abg. M o l k m a n n darauf hin, daß die Mecklenburger Sozialdemokratie im Begrisfe war. bodenreforme- rische Gesetze zu machen, als den Landtags die Auflösung traf. Es ist der feste Wille der Sozialdemokratie,, die Gesetzgebung auf dem eingeschlagenen Wege vorwärts zu treiben. Das Referat über Arbeit und Ausgabe der Bodenreform hielt der erste Vorsitzende des Bundes, Dr. Adolf Damaschke. Er berichtete über den Kamps um das Bodenrefonngesetz und über die Arbeiten des Bundes aus dem Gebiet des Schulwesens. Nächste Slufgaben seien die Durchsühruna des Bodenreformgesetzes, dann die Inanariffnahme einer Hypothelarresorm sowie eine grund- sätzliche Vereinfachung und Neugestaltung' des S t e u e r w e f e n s. In Verbindung mit einer Reform der Haus- zinssteuer müsse eine Steuerart gesunden werden, deren Ruckgrat eine Besteuerung des nackten Bodenwertes unter Abzug aller Baulichketten und sonstigen Verbesserungen sein müsse. Oberrcgicrungsrot Dr. Hopp« referierte darauf über die Der- edelung der H a u s z i n s st c u e r. Für die Neugestaltung des deutschen Finanzsystems fordert der Redner: I. ein Reichs- rahmengesctz über eine Wohnungsbauabgabe, die in Höhe von etwa 20 bis 30 Proz. der Friedensmiets auf mindestens fünf Jahre für den Wohnungsbau festzulegen sei, und 2. ein Reichs- rahmengesetz über ein« Gemeindesteuer vom reinen Boden- wert mit der Bestimmung, daß die Gemeinden Auswertungssteuern für den allgemeinen Finanzbedarf nicht mehr erheben. Die Steuer vom reinen Bodenwert solle dazu bestimmt sein, die gleiche Steuer- quelle, die bei der Aufwertungssteuer q'ozial sehr unglücklich benutzt wird, gerechter und oolkswirtschastlich gesünder auszuschöpfen. Ein Zuschlagsrecht zur Reichssteuer solle die selbständige finanzielle Ver- antwortung der Gemeinde wiederherstellen. Gute Wahlvorzeichen in Gefterreich. Sozialdemokratische Banernstimmcn. Wöhrend die Seipelsche Einheitsliste von Klerikalen und Frei- sinnigen, Großjuden und Progromisten sich in reichsdeutschen Blättern fern vom Schuß Borschußlorbeeren spenden läßt und die Hugenberg-Presse das allerdings begreifliche Wiener K a p I t a- liftengeschimpfe auf die soziale Steuergesetzgebung unseres Genossen Breitner spoltenlang widergibt, hat zuerst die Wählerschaft der Stadt Salzburg und seither noch die Kleinbauernschaft Niederösterreichs bei der Wahl ihrer Bezirks- und Länder- bauernkammern der Sozialdemokratie auf Kosten der bürgerlichen Parteien bedeutend mehr Stimmen als bei der vorigen Wohl gegeben. 1322 haben in die Bauernkammer 115 73«, 1927 123 210 Personen das Wahlrecht ausgeübt. Infolge der Wahlpflicht haben bei beiden Wahlen nahezu alle Wähler ihr Stimmrecht ausgeübt. Die Vermehrung der Wählerzahl war großenteils von den Christlich- sozialen erschwindelt, um ihr Wahlglück zu korrigieren. Diel« sozialdemokratische Wähler wurden von den christlichsozialen Wahl- kommissionen um ihr Wahlrecht gebracht, weil sie angeblich den vorgeschriebenen Hektar Grund nicht voll besitzen, obwohl man in Fällen, wo man der Sache nachgegangen ist, feststellen konnte, daß die Hinausreklamiertcn wohl nicht in einer Gemeinde, sondern in zwei oder mehr Gemeinden das erforderliche Grundausmaß besaßen, wodurch nach dem Gesetz die Wahlberechtigung einwandfrei fest- gestellt erscheint. Leider ist es bei der Schwerfälligkeit des Land- volkes nicht immer gelungen, den W a h l r e ch t s r a u b der C h r i st l i ch f o z i a l e n in größerem Maßstab zu verhindern. Es steht aber einwandfrei sest, daß die 7472 Wähler, die 1927 erst das Wahlrecht erlangt haben, meist Frauen- und Familienmitglieder zuverläßlicher Ebristüchsozialer sind, die aufgeboten wurden, um eine Niederlage des Bauernbundes nach außen hin womöglich zu ver- s ch l e i e r n. Einen wirklichen Wahlsieg hat ohne Zweifel der„Der- band der Kleinbauern, Weinbautrcidendcn und Kleinpächter Oester- reichs" errungen, der seine Slimmcnzahl von 7öSS im Jahre 1922 auf 11 556 im Jahre 1927 steigern, also wirtlich 3668 Bauern samt ihren Familien für die Sozial- demokratie neu erobern konnte. Wir haben bei diesem Sieg e i n L a n d c s k a in m e r m a n d a t und» 21 Bezirkskammer- Mandate neu gewonnen. Das wichtigste und erfreulichste Ergebnis bei dieser Wahl ist aber, daß es uns gelungen ist, nahezu in alle Orte einzudringen und in mehreren Gemeinden, ja sogar im schwarzen Waldviertcl, schon bei diesen Wahlen die Mehrheit zu er- langen. Einen vollkommenen Zusammenbruch haben aber die Stiefel- putzer der Christlichsozialon, die G r o ß d e u t s ch c n. erlitten, die nahezu ihren gesamten Besitzstand verloren hoben. Auch der Land- bund bleibt mit seinen zwei Mandaten, die er in der Landesbauern- kammcr erringen konnte, hinter uns zurück, so daß wir, trotzdem unser Verband erst vor kurzer Zeit gebildet wurde, als zwoitstärkste Partei in die Bauernkammer einziehen werden. Der Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie selbst unter den niedcrösterreichischen Bauern um fast die Hälfte läßt für den Wahltag, den 24. d. M., das Beste hoffen. Das geistige Wien gegen die Brcitncr-Hetze- Wien, 19. April.(Eigener Drahtbericht.) Eine Reihe bekannter Wiener Intellektueller wendet sich in einer öffentlichen Kundgebung gegen den Versuch, im Wahlkampf die Oefsentlich- keit durch„wirtschaftliche" Kampfparolen zu blenden, die in Wirk- lichkeit aus einen Rückschritt abzielten. Man dürfe d i e großen sozialen und kulturellen Leistungen der Wiener Stadtverwaltung nicht übersehen. Gerade die Intellektuellen müßten dieses kulturpolitische Wert zu för- dern trachten. Unterschrieben ist der Aufruf u. a. von zahlreichen Künstlern, so dem ehemaligen Hostheaterdirektor Heine, dem Direktor der Renaissaneebühne Jana, dem Komponisten Wilhelm K i c n z l, den Schriftstellern Werfet und P o l g a r, den Professoren Sieg- mung Freud(Jndividualpsychologie) und Kelsen(Staatsrechts, dem Bildhauer Ha not und vielen anderen. Spiel mit Menschenleben. Die Unfallzifferu der Reichsbahn. Die Reichsbahn hat im Laufe der letzten Jahre eine Reihe wichtiger technischer Neuerungen und Verbesserungen eingeführt. Die Schwellen und Schienen sind massiver geworden und haben eine kräftigere Befestigung erhalten. Die Arbeit der Lokomotiven wird genauer reguliert als früher. Personen- und Güterwagen wurden widerstandsfähiger gemocht und sind heute fast restlos mit der Luftbremse oersehen. Die Zugmclde- und Signaleinrichtungen wurden oerbessert. Die natürliche Folge all dieser Neuerungen und Verbesserungen müßte in einer Abnahme der Verkehrsunfälle be- stehen, zumal die Schnelligkeit der Züge nicht erhöht wurde. Was muß aber festgestellt werden? Die llnsallzisfer ist nicht gefallen, sondern gestlegeni Wie die Statistik zeigt, wurden im Reichsbahnbetrieb im vergan- genen Jahr bei Zug. und sonstigen Betriebsunfällen unverschuldet getötet 6 K Reisende, verletzt 834, während die ent- sprechenden Ziffern des Jahres 1913 lauten 18 bzw. S47. Durch eigenes Verschulden wurden getötet im Jahre 1926 196 Reisende, verletzt 323: die entsprechenden Ziffern des Jahres 1913 lauten 99 bzw. 212. Auf je eine Million gefahrener Personenzugktlo- meter enssielen an Toten und Verletzten im Jahre 1913: 1,83, im Jahre 1926 dagegen nicht weniger als 3,87. Die Zahl der zu Schaden gekommenen Reisenden ist also trotz aller technischen Verbesserungen höher als im Jahre 1913. Sucht man nach den Gründen für dies« sehr wenig erfreuliche Erscheinung, dann darf man sich nicht an die unmittelbaren An» gaben der Statistik über die Unfallursachen halten. Aus die Spur der wirklichen Gründe führt die Stelle der Statistik, die angibt, daß die Zahl der Entgleisungen von 336 im Jahre 1913 auf 479 im Jahre 1926 gestiegen ist, trotz verbesserter tech- nsscher Einrichtungen. Diese Zunahme der Entgleisungen, die um ein Drittel höher ist als vor dem Krieg, zeigt, daß die Houplurfache der Anfälle nur in der tollen Arbeitshast und Arbeitsjagd zu suchen ist,. die bei der Reichsbahn infolge des Personal- a b b a u c s und der Lei st ungszu lagen herbeigeführt worden sind. Am Personal kann es unmöglich liegen, wenn die Unfälle steigen: denn die Reichsbahnverwallung behauptet ja selbst, daß das ungeeignete Personal bei dem Personalabbau a b- g e st o ß e n worden sei. Als Hauptunfallursache kann nur die Arbeitsjagd in Frage kommen. Da aber die Reichsbahnverwaltung nicht an eine durch- greifende Arbeitszeitverkürzung und Entlastung des Personals denkt, kann leider nicht damit gerechnet werden, daß wir in der nächsten Zell die ungewöhnlich hohen Unfallziffern los werden. Neben den gewerkschaftlichen Organisationen muß deshalb auch die Oeffentlichkell den Reichstag und die Reichsregierung gegen die Belastung des Eisenbahnpersonals mobilmachen. Ob ein Appell an diesen Reichstag und an diese Reichsregierung einen Er- folg hat, ist leider ebenfalls sehr fraglich. Das darf aber trotzdem nicht davon abHallen, beizeiten klar und deutlich die Berant- wortlichkeit der R e i ch s b a h n v e r wa l t u n g, der Reichsregierung und des Reichstags festzustellen, damit jedermann weiß, wo die wirklichen Schuldigen zu suchen sind, wenn neue ernste Eisenbahnunfäll« die Bevölkerung alar- mieren. Die Maifeier. Und der„Verkehrsstreik". Der Maifeierausruf der Berliner Ortsausschüsse des ADGB. und des AfA°Bundes, den wir am Sonntag brachten, ist offenbar der KPD.-Zentrale nicht vorher zur Begutachtung vorgelegt worden. Die Ortsausschüsse müssen sich daher gefallen lassen, daß ihr Aufruf der bekannten.vernichtenden" Kritik in der.Roten Fahne" unter- zogen wird. .Offenbar auf höhere Weisung ist der Aufruf jeder politischen Note entkleidet." .Auf höhere Weisung"— anders kann man sich in der Berliner Moskaufiliale irgendeine Maßnahme überhaupt nicht mehr vor- stellen, als daß sie auf„höhere Weisung" geschieht. In dem Aufruf der Ortsausschüsse ist zwar gesagt, daß die .Kundgebung der Berliner Gewerkschaften am 1. Mai zu einer wirkungsvollen Demonstration des arbeitenden Berlins und zu einer machtvollen Gegendemonstration gegen den faschisti- schen Aufmarsch am 8. Mai werden müsse. Das genügt nicht— sagt 6ie kommunistische Kritik.„Bom ADGB.-Ortsausschuß müssen auch die notwendigen Maßnahmen zum 8. Mai verlangt werden, in erster Linie Stillegung des Verkehrs als Kampfdemonstration und um dem Stahlhelm dos Wüten in den Arbeiterquartieren zu erschweren." Den G e n e r a l st r e i k. den die KPD.-Zentrale für den 7. Mai geplant hatte, hat sie demnach inzwischen wohl als aus- sichtslos aufgegeben. Sie will also nur noch, daß am 8. Mai der Verkehr stillgelegt werden soll. Mit der Maifeier hat das nichts zu tun. Was soll eine Stillegung des Verkehrs am 8. Mai bezwecken? Soll die Berliner Bevölkerung dadurch gezwungen werden, aus den Fenstern oder auf den Straßen dem Stahlhelmaufmarsch zuzusehen, gewissermaßen Spalier zu bilden? Die Gewerkschaften haben nicht die Aufgabe, zu der Parade der Stahlhelmleute Statisten zu stellen, weder direkt noch indirekt. Die Berliner Arbeiterschaft hat sich noch nie zur Parade ihrer Gegner kommandieren lassen. Lassen wir dahingestellt, woher die KPD. wissen will, daß der Stahlhelm in den Arbeiterquartieren „wüten" will. Bestände diese Absicht tatsächlich, dann müßten die Arbeiterquartiere am 8. Mai wie tot daliegen. Fortgetragen werden sie nicht. Wer sich aber mit den Stahlhelmern ins Hand- gemenge einlassen will, der niag es tun. Aufgabe der Gewerk- schaften könnte es nur sein, davor zu warnen, nicht aber oer- kehrte Maßnahmen zu treffen, die dem Rowdytum Wasser auf die Mühlen liefern. Eine Verkehrsstillegung würde die Stahlhelmführer nicht hindern, ihre Leute auf die Beine zu bringen und auch an Last- autos und ähnlichen Verkehrsmitteln würde es ihnen nicht fehlen. Benachteiligt würde dadurch lediglich die Arbeiterschaft selber, die um die Gelegenheit zu ihrer Erholung im Freien gebracht würde. Wer trotzdem derartige Parolen ausgibt, mag selber sehen, wie er sie durchführt. Die Gewerkschaften sind keine Avantgarden der KPD., über die deren hohe Zentrale zu verfügen hätte, um sie be- liebig in den Dienst der kommunistischen Aktionen zu stellen. Wir werden am 1. Mai demonstrieren und am 8. Mai die Stahlhelmer unter sich lassen und die Kommunisten mit ihnen, fall- diese es für ihre Zwecke für notwendig halten, mit den Stahl- Helmleuten in nähere Berührung zu kommen. Bei den Gewerk- schaften ist dazu sicherlich nicht das geringste Bedürfnis vorhanden. Internationaler Kongreß der Unternehmer. (JGB.) Der diesjährige ordentliche Kongreß der I n t e r- nationale der Unternehmer der Industrie(OJEJ.) findet im Mai in Zürich statt. Die„Schweizerische Zlrbeit- geberzeitung" veröffentlicht in diesem Zusammenhang einen Artikel. der sich über die Geschichte und den Zweck der Vereinigung wie folgt ausläßt: „Schon vor dem Krige hatte sich das Bedürfnis einer Fühlung- nahm« zwischen den Arbeitgcberverbänden der verschiedenen Länder gellend gemacht. Der Krieg unterbrach dann die dahingehenden Bemühungen. Um so gebieterischer drängte sich ein Zusammen- schluß noch Rückkehr normaler Beziehungen zwischen den ver- schiedenen Ländern auf. Die erst« internationale Arbeitskonserenz, die in Washington stattfand, sah sich einer geschlossenen Arbeitnehmergruppe gegenübergestellt, die sich auf die internationale G e w e r k s ch a f t s o r g a n i s a t i o n stützte.— Auf Arbeitgeberseite fehlte es dagegen an einer inter- nationalen Organisation und daher auch an einer einheitlichen Verteidigung des Arbeitgeberstandpunktes. Aus diesem Grunde wurde schon in Washington die Schaffung einer internationalen Arbeitgeberoereinigung beschlossen, und einige Monate später fand in Brüssel die Gründung der OJEJ. statt. Diese internationale Arbeitgebervereinigung will in erster Linie diejenigen Fragen studieren, die auf den internationalen Arbeitskonferenzen und vom Internationalen Arbeitsamt behandelt werden." Zurzeit umfaßt die OJEJ. 25 der wichtigsten Industrie- l ä n d e r. Sie unterhält in Brüssel ein ständiges Generalsekretariat, dem ein leitender Ausschuß vorsteht, in dem die hauptsöchlichsten Mitgliedsstaaten oertreten sind. Der Kongreß in Zürich wird, abgesehen von Fragen allgemeinen Inter- esses für die Arbe-tgeber, ebenfalls die Tagesordnung der nächsten internationalen Arbeitskonserenz behandeln. Die Zeit verschlafe«. Daher die Lniformschmerzen. Während die wirtschaftliche und dienstliche Lage der Beamten der unteren Besoldungsgruppen, zumal im Betriebe der Reichsbahn. , recht ungünstig und drückend ist, scheinen Angehörte gewisser mittlerer D e a m t e n g r u p p e n über genügend Zeit zu ver- fügen, um ihrem subalternen Ideal zu frönen: Ganz Deutschland eine Kaserne. Entstieg da vor einiger Zell einem sächsischen Personenzuge ein« Dam« und übergab dem müßig vor dem Zuge stehenden Dienst- stellen-Vorsteher(nicht Auffichtsbeamten) einen Regenschirm als Fundsache. Der Herr Dienststellen-Vorsteher, der den Besoldungsgruppen 7—9 angehörte, war ob dieser., Achtung?- Verletzung" derart erbost, daß er sich hinsetzte und von seinen Organisationen verlangte, sie solle sich dafür einsetzen, daß den Diertststellen-Vorstehern der Deutschen Reichsbahn, soweit sie den Besoldungsgruppen 7—9 angehören, eine besondere„Dienststellen. Dorsteher-Uniform" bewilligt wird. Die Organisationen lehnten natürlich ab, sich lächerlich zu machen. Daraufh/n wurde auf Be- treiben der sächsischen Dienststellen-Vorsteher, unter Leitung des Herrn Oberinspektor Abesser, eine„Interessen- Vertretung der Dienststellen-Vorsteher der Deutschen Reichsbahn" gegründet, die der Hauptverwaltung sofort einen Anlr a g vorlegte, demzufolge die Dienststellen-Vorsteher der Gruppen 7—9 eine besondere Uniform erhallen müßten, damit das reisende Publikum genau wisse, wann es einen D i e n st- stellen-Vorsteher oder einen gewöhnlichen Eisen- b a h n b e a m t e n vor sich habe. In dem Schreiben an die Houptverwallung wurde folgende neue Uniform vorgeschlagen: An der Mütze statt der Reichskokarde einen Eichenkranz(!), statt des roten Mützenstreifens einen goldenen Mützenstteifen. Die Litewka des gewöhnlichen Beamten wird als nicht standesgemäß bezeichnet und dafür der lange Jnterimsrock gefordert. Natürlich dürfen aus dem- selben die A ch s e l st ü ä e, die der Eisenbahner Trittbretter nennt, nicht fehlen, nur daß sie nicht die Form gewöhnlicher Achselstücke haben dürfen, sondern wie abgelegte Majorsachsel st ücke aus- zusehen haben. Daß zur vollkommenen Ausrüstung dieser Herren mich der Galanteriedegen gefordert wird, oersteht sich von selbst. Uns scheint, als ob eine solch« Uniform die Herren Dienststellen- Vorsteher noch nicht genügend vor der Gefahr schützt, vom Publikum einen Regenschirm als Fundsache in die Hand gedrückt zu bekommen. Am sichersten wären sie vor derartigen Gefahren geschützt, wenn sie den schweren Dienst quittierten, der sie der Verwechselung mit „gewöhnlichen" Beamten aussetzt. Jugendpolitik im Zimmererverband. Nach dem uns von der Zahlstelle Groß-Berlin zugestellten Be- richt, wurde die Versammlung von über 199 Zimmerlehrlingen über die Tagung des außerordentlichen Vcrbandstages der Zimmerer in Leipzig infonniett, der sich insbesondere mit dem Reichstarif be- schästigte. Von den Lehrsingen wurde verlangt, das Verhallen der Berliner Delegierten auf dem Verbandstage, d. h. die Verweigerung deren Zustimmung zu dem Reichstarifvertrag, zu billigen. Die Lehrlingsversammlung hat denn auch die gewünscht« Billigung aus- gesprochen und erklärt, sie könne dem Reichs tarifvert rag nicht zustimmen. Sie erkenne zwar an, daß wohl einige Verbesserungen für die Lehrlinge in dem neuen Reichstarifoertrag enthalten seien, doch bringe er für das Gros der Zimmerer weit mehr Verschlechterungen. Ob eine Lehrlingsversammlung die kompetente Stelle zur Ent- scheidung über Tariffragen ist, die unter Erwachsenen ziemlich strittig sind, darf füglich bezweifelt werden. „Zum Bericht über den Fortbildungskursus der Zahlstelle Berlin sind die Jungkameraden der Ansicht, daß der Kursus auch für die Zukunft aufrechterhalten werden müsse, da von dem Unternehmertum nicht zu erwarten ist, die bei ihnen in der Lehre stehenden Lehrlinge zu tüchttgen Zimmer- gesellen heranzubilden. Hierbei wurde einstimmig beschlossen, ein in kleinerem Maßstabe für die Wohlfahrtsaus st ellung Charlottenburg, Frauenhofersttaße, bestimmtes Leitergerüst von den Zimmerlehrlingen der Zahlstelle Berlin anfertigen zu lassen. Eine Anregung des Vorstandes, mit den Iungkameraden gemeinsam einen Besuch des neuerbauten Planetariums zu unter- nehmen, fand allseitige Zustimmung." Dem kommunistischen Jugendtag in Hamburg schickten die Zimmerlehrling« das von ihnen gewünschte Begrüßungstelegramm. Zum Stahlhelmaufmarsch brachten die Jungkameraden ihre Em- pörung zum Ausdruck, protestieren in einer Resolutton dagegen und verlangen von allen freien Gewerkschaften und den politischen Ar- beiterparteien eine Gegendemonstration, und für den Fall, daß diese verboten wird,«inen Streik der Verkehrsarbeiter in Berlin. Hierzu fei bemerkt: Wenn die Mehrhell der sreigewerkschaft. sich organisierten Zimmerer Berlins eine kommunistische Zahlstellen. leitung bevorzugt, so ist das ihre Sache. Allein, auch eine k o m» muni(tische Ortsverwaltung hat nicht das Recht, die gewerkschaftliche Jugendgrupp« des Zimmerer- Verbandes zu einer Filiake der von der Kommunistl.chen Partei unterhaltenen Parteijugendgruppe zu machen. Das sst ein Mißbrauch ihrer Befugnisse, der mit den Grund- sätzen der gewerkschaftlichen Jugendorganisation unvereinbar ist._ Neue Verhandlungen in der SaarPfalz. Sk. Ingbert, 19. April(MTB.) Nachdem die ArbeUerschast der saarpfälzischen Fertigindustrie durch Urabstimmung sich gegen erncn Lohnabbau ausgesprochen hat, sind durch den Arbeiterverband neue Verhandlungen angebahnt worden, die am 29. April stattfinden werden. Auf den saarpfälzischen Werken ist die Streikparole daraufhin zurückgenommen worden. Man hofft auf eine Einigung. Peher Nachfolger von S. Jaszai. Budapest. 19. April.(MTB.) Der ungarisch« Gewerkschafts- rat hat zu seinem Sekretär an Stelle des verstorbenen Jasrai den Rcichstagsabgeordneten P e y e r gewählt. Kanada, das gelobte Land. London. 19. April.(TU.) Wie aus Halifax berichtet wird. sind dort an einem einzigen Tage der vergangenen Woche nicht weniger als 5269 Einwanderer gelandet und mll Zügen der Eanadian National Railway Company nach dem Innern des Lati- des weiterbefördert worden. Die Mehrzahl dieser Ankömmlinge sind Engländer, doch ist auch die Zahl der Einwanderer aus Mittel- und Osteuropa nach Kanada in ständiger Zunahme begriffen. Es läßt sich schon jetzt mit Sicherheit annehmen, daß in diesen, Jahre die Einwanderung nach Kanada die nach den Vereinigten Staaten erheblich übersteigen und daß damit Kanada an die erste Stelle der Einwanderungsländer der ganzen.Welt vorrücken wird.—# Falls der Zuzug nicht vorher eingedämmt wird. Deutscher verkchrebuud. Vollversammlung der Betriebirtite, Arbciterröte uud Betricbaobmäuner morgen, Donnerstag. 7� Uhr, in den Restdcnz.Aest. föien, Landsberger Str. 31. Vortrag von Wilhelm Eggert vom ADGB. Reu- mahlen der Seltions» und Dranchenausschllsse. Betriedsräteausweis uud Mit- gliedsbuch legitimiert. Bestimmtes Erscheinen erwartet Da« Betrirbrritesekretariat. Mus öer Partei. „Arbciterwohlfahrt." Die neue Nummer der.Arbeiterwohlfahrt"(Heft 8 vom 15. April) enthäll einen Leitarttkel von Genossin Hirschfeld, Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium, über die.Zusammen- arbeit von Trägern der Sozialversicherung und der Wohlfahrts- pflege". Genossin Schröder gibt ein« Darstellung des„Ge- setzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". Unter dem Tllel„Ein Haus der Jugend" wird das neue städtisch« Jugendheim in Bielefeld an der Hand von Grundrissen dargestellt. Die U m- schau bringt einen Aufsatz der Genossin Wachenheim über den nach jahrelangen Vorbereitungen erschienenen„Erlaß über die staatliche Anerkennung männlicher Wohlfahrtspfleger" in Preußen und den Wortlaut des Erlasses. Genosse Ministerialrat Wittels- h ö f e r behandelt„Die Heranziehung Hilfsbedürsttger bei der Durch- sührung der öffentlichen Fürsorge in Preußen". Genosse Roß- mann berichtet über„Veränderung der Kriegsversorgung". Eine Uebersichr über die wichtigsten Reichshaushaltsbewilli- gungen, eine Darstellung der Genossin Henriques über die „Bewilligung von Reichs- und Staatsmitteln für die Kinder- speisung", Mitteilungen des Hauptausschusses und ein« Zeitschriften- schau folgen._ Felix Perl, der verstorbene Chefredakteur des Warschauer „R o b o t n i k", wurde am Dienstag zu Grabe getrogen. Zehn- tausend Arbeiter begleiteten den Trauerzug zum Friedhof, wo die Genossen Daszynski, Posener und andere den Verstorbenen als Mitgründer der polnischen sozialdemokratischen Partei und Kämpfer für die Unabhängigkeit Polens feierten. Nol in Litauen. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Litauens sagt in einem Aufruf, die zahlreichen Verhaftungen von Parteimllglieden, hätten deren Familien in eine schwere Not. läge gebracht. Daher ersucht der Parteivorstand um Geld- spenden und andere Unterstützungen.— An Stelle des verbotenen Gewerkschastsorgans„Proletaras" wird demnächst das Blatt„Pro- fesines Zinios" erscheinen. Verantwortlich für Politil: Victor Schiff; Wirtschaft: S. stliagelhöfer; Seweclschaftsbeweauna: Friedr. Shkorn: Feuilleton!*. 8. DIfcher: Lokales und Sonstiges: Arih ifarstädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Verlag: Vorwarts-Vcrlag<ß. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret unh Bcrlagsanftalt Paul Einger u To.. Berlin EW 68. LindcNstraße 3. flietja 2 Beilaaeu und., Unterhat tuna und Wiste»'. DUMtoP__ QUSfi Wer Sicherheit mit Bequem tichken vereinen will. HHHHHHHBHHHHHBHffiHHIHHHHHBHBHHHHBHEBBHHHi tär �cn 31,2(1 ändere Reden h eigen undenlibar I- ttr. 164 ♦ 44. Jahrgang l. Seilage öes vorwärts Mittwoch, 20. �prilm? Das telegraphentechmsthe Reichsamt Der Neubau des telegraphentechnischen Reichs- a m t e s, dessen wuchtig« Fas>ade mit den beiden ausdrucksvollen Turmbauten knapp an der Schöneberger Straße in Tempelhos aus- steigt, soll nach seiner Fertigstellung die bislang in ganz Berlin zerstreuten Abteilungen des Amtes ausnehmen. In den Wer Jahren wurde es als Ingenieurbureau des Reichspostamtes gegründet. Später entwickelte es sich zum ehemals„kaiserlichen telegraphischen Versuchsamt'. Daneben entstand das Apparateamt in der Köpenicker Straße. Nach Auflösung der zahlreichen mili- tärischen Funkstellen wurde als ein Kind der Revolution die Funk- abteilung gegründet. Unter der Leitung des Staatssekretärs Dr. Bredow folgte das F u n k b e t r i e b s a m t, das sich mit der in den letzten Jahren so außerordentlich entwickelten Funk- t e ch n i t einschließlich Rundfunk beschästigt.(Königswusterhausen und Nauen unterstehen der Kontrolle und Mitarbeit dieser Ab- teilung.) Aus dem Fernsprechlinienbureau des Reichspostministeriums ging die Zlbteilung Linienbau hervor: sie beschästigt sich mit allem, was mit Leitungen zusammenhängt, seien es nun oberirdische auf Stang«n dder Kabelkanäle. Als Großkonsument für Kupfer und Blei präsentiert sich die Abteilung 6, die die Beschaffung des Bau- zeugs(Telegrahhenstangen, Draht, Zementröhren für Kabel, Metalle) besorgt. Ihre Schwesterabteilung(7) liefert Apparate sowie Einzelteile. Die wissenschaftliche und Laboratoriumsarbeit obliegt der Versuchsabteilung, deren Räume in der Königgrätzer Straße später einem automatischen Fernsprechamt dienen sollen. Die Inbetriebnahme des neuen Amtes, in dem 1100 Arbeiter und Beamte beschäftigt sind, soll stückweise vor sich gehen und Mitte 1928 vollendet sein. Bis dahin werden auch die Räumlich- keit«n des alten Proviantamtes Tempelhof, auf dessen Boden sich der Neubau erhebt, provisorisch für Bureaus und Laboratorien verwendet. Denzinexplofion in einer Wohnung. Eine Frau lebensgefährlich verletzt. Erst kürzlich berichteten wir über eine Explosion von Benzin- dämpfen im Hause Wanzlikstraße 6 zu Neukölln, bei der vier Personen zum Teil schwer verletzt und erheblicher Sachschaden angerichtet wurde. Gestern nachmittag gegen M4 Uhr ereignete sich in der im Hochparterre gelegenen Wohnung der Witwe Ida E. im Hause K a iser- Friedrich. Straße 2a zu Chor- (Ottenburg eine folgenschwere Benzinexplosion, bei der die Tochter der Wohnungsinhaberin, die 29jährige Margarete E., schwere Brandwunden davontrug. Fräulein E. war während der Abwesenheit ihrer Mutter in der Küche mit dem ReinigenvonHandschuhen und Stiefeln beschäftigt, wozu sie Benzin verwandte, das sich in einer Schüssel befand." Aus bisher noch unaufgeklärter Ursache gab es plötzlich eine heftige Explosion. Eine starke Wand ging durch den Lust- druckvölliginTrümmer sow> zahlreiche Fensterscheiben. Das Mädchen selbst erlitt schwere Brandwunden und sprang in seiner Angst aus dem Fenster in den Vorgarten hinaus, wo es b e- w u ß t l o s liegen blieb. Durch die heftige Detonation war das ganze Haus in hellste Aufregung versetzt. Inzwischen erschien die alarmierte Feuerwehr, die die Schwerverletzte in das Westender Krankenhaus schaffte und das Feuer, das auf die Wohnung über- zugreifen drohte, nach kurzer Zeit löschte. wochenenöe unö Arbeitnehmer. Was der AfA-Bund auf der Ausstellung zeigt. Die Idee, am Wochenende genügende Freizeit für die Arbeit- nehmer zu erlangen, entspricht ein er alten gewertschaft- lichenForderung. Diese hängt eng zusammen mit dem grund- sätzlichen Berlangen auf eine bestimmt begrenzte tägliche und wöchentliche Arbeitszeit. Sie ist also in der Hauptforderung des Achtstundentages enthalten. In den ersten Tarifverträgen, die für die Berliner Angestellten- schaft nach der Revolution abgeschlossen wurden, insbesondere in dem ersten grundlegenden Tarifvertrag für die Angestellten der Berliner Metallindustrie, war in den allgemeinen Bestimmungen eine Fest- legung aufgenommen, die den Frllhschluß am Sonnabend und am Vortage vor bestimmten sogenannten gesetzlichen Feiertagen betraf. Die Unternehmer haben diese Frühschluhzeiten dadurch oer- schlechtert, daß sie, vor allem in den Großbetrieben, die Anfangs- zelten an den Wochentagen auch am Sonnabend willkürlich später verlegten. Bürgerliche Kreise tun jetzt so, als wäre die von ihnen be- triebene Propaganda für ein Wochenende etwas ganz Neues, und ferner als ob diese Propagierung allein schon das Wochenende wirk- lich schaffe. Der Berliner Bürgermeister Scholtz hat im Sommer vorigen Jahres durch die städtische Nachrichtenstelle einen Ausruf erlassen, in dem er für den Gedanken eines Wochenendes eintrat. Es kann zugegeben werden, daß die städtischen Dienststellen seit Iahren den Einuhrschluß am Sonnabend eingeführt und auch strikt durchgeführt haben. Insoweit war also der Berliner Bürgermeister durchaus berechtigt, für das Wochenende einzutreten. Wie weit er aber bei den Berliner Unternehmern mit seinem Vorgehen Freude erweckt haben wird, das bleibt dahingestellt. Die jetzt fast allgemein festzustellende Verlängerung des Normalarbeitstage's auf zehn und mehr Stunden, die eigenartige Verteilung der Arbeitsstunden auf die einzelnen Wochentage hat dazu geführt, daß, ganz abgesehen von den offenen Verkaussgeschäften, von wirkficher Arbeit- n e h m e r f r e i z e i t am Wochenende in Groß-Berlin fast überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann. — Dennoch soll nichts gegen die Ausstellungsidee„Das Wochenende" etwa gesagt werden, weil sie ja doch auch Gelegenheit gibt, zu zeigen, was noch alles getan werden muß, um sie zu verwirklichen. Diese Gelegenheit ist vom AjA-Ortskartell Berlin und von den drei großen ihm angeschlossenen Berliner AfA-Gewerkschaften, dem Zentral- verband der Angestellten, dem Bund der technischen Ange st eilten und Beamten und dem Deutschen Werk- meisterverband, auch benutzt worden. In einem besonderen A f A- P a v i l l o n in der Haupthalle der Ausstellung wird gezeigt werden, was von den freien Angestelltengewerkschaften seit jeher schon getan worden ist, um zu einer Verkürzung der Arbeitszeit, zur Festsetzung des Achtstundentages und zur Erlangung genügender Freizeit am Wochenende zu kommen. Das Ausstellungsmäterial bringt nicht Zahlen allein, sondern vorzugsweise in bildlichen Dar- stellungen die Ausstellungsidee, so wie die freien Angestelltengewerk- schaften sie auffassen, deutlich machen. Verbunden hiermit sind auch Hinweise auf die Möglichkeiten der Ausnutzung eines wirtlichen Wochenendes zur Erweiterung der fachlichen und allgemeinen Bil- dung. Hierbei werden zahlenmäßig wirksam die Ergebnisse des bis- herigen Arbeitens der Berliner Gewerkschaftsschule gezeigt werden. Viele Besucher werden sich beim Anblick der Ausstellung sagen: „Was nützt ein Aufzeigen oll der schönen Orte und Gegenden in der näheren und weiteren Umgebung Berlins, wenn die Arbeitenden zum überwiegenden Teil weder Zeit noch Geld haben, um an diesen Orten sich am Wochenende zu erholen und zu stärken für die Arbeit der kommenden Woche." Natürlich kann auf solche Weise nur zu einem Teil die rein gewerkschaftliche Arbeit, die auf diesem Gebiete geleistet werden muß. unterstützt werden. Man wird aber nicht leugnen können, daß die Verbindung von Ausstellungsidee mit gewertschaft- [icher Arbeit, also die Ausnutzung eines mpdernen Propaganda- mittels durch die Gewerkschaften, als glücklich bezeichnet werden muß. Für 52 009 IN. Teppiche gestohlen! Einbrecher besuchten in den Feiertagen, ohne gestört zu werden, ein großes Stoff- gefchäft in der Heiligengeiststraße. Die Räume waren cm Sonnabend abend geschlossen und durch ein Gitterwerk gesichert worden. Die Verbrecher nahmen aber oberhalb des Gitters eine Gif. Das Weib, das den Mord beging. 23s Romau von Frih Reck-ZNallcczcwell. Ganz beieinander üble, kleine Segler. Irgendwo brennt Hinter einem trüben Bullenauge eine Petroleumlampe... man kann im Vorüberfahren für einen Augenblick ein Manns- bild und ein ältliches, grauhaariges Frauenzimmer in einer Stellung sehen, vor der man lieber die Augen schließt. Und Harmonikatöne und Hundegebell kommen von den großen Salpeterbarken, unter deren Bug sie durchschwimmen, und die wie große, schwarze Särge auf dem Wasser liegen: und dann, während sie um die Ecke einer verlassenen Fortinsel biegen und der Diener Theodorowitsch unter Verpfändung seiner Ehre versichert, daß sie direkt zum amerikanischen Hafenasyl führen.. ja, da raucht endlich unter grell im Nachthimmel schwimmenden Bogenlampen und einer Wolke von Gegröl iGlockmschrillen und Orchestriongedudel die Jsola Maciel auf. In zehn Minuten legen sie drüben an. Braune, zer- lumpte Kavaliere schnarchen auf den Steinstufen, die zu dieser Insel der Seligen hinanführen. Und der schwer betrunkene Steuermann einer russischen Bark, rosig und strahlend wie ein gigantischer Coeurkönig, stößt Urlaute der Freude aus inmitten der kleinen Japanerinnen, die an ihm wie Muscheln an einem morschen Pfahl hängen. Dann passiert man ein Kino, dessen Auslagen alle Freuden der Hurigärten oersprechen, dann fleht man eine englische Dampfermannschaft mit starken fröhlichen Liedern heimkehren, und dann endlich öffnet sich zwischen Tabogantürmen und Achterbahnen und Glücksbuden das, was man das Paradies auf Erden nennen muß: ein freier Platz, dessen Korso im wesentlichen von Dirnen und chren Beschützern bestritten wird. Aeltliche, freche Dirnen und zaghafte Novizinnen, die den Provinzschick von Ungarn und Polen noch immer nicht ganz verleugnen... gelbe und rote und grüne, aus Annam und Tonkin importierte Weiber und solche wiederum mit jenem zwischen der Lausitz und dem Vogtlande gesprochenen Idiom, das ja schon Gott-Vater zur � Befehlsübermittlung bei der Weltenschövsung benützt hat. Daß sie diesen ungeheuerlichen Fleischmarkt ohne Auf- enthalt passieren, daß der Diener Theodorowitsch nochmals seine Seele für das Hafenasyl verpfändet, ist eine Tatsache, die die klein« Sif zunächst beruhigt. Weniger beruhigend ist. daß der Weg wieder in das menschenleere Labyrinth der Stapel- Plätze und Silos und Holzzijune führt, daß die beiden Männer plötzlich, als wollten sie mit ihr zü siamesischen Drillingen verwachsen, sich fest bei ihr einhängen, und daß endlich vor einer der verfallenen kleinen Kneipen der Diener Theodora- witsch von neuem seinen verruchten Gassenhauer pfeift. Und an dieser wenig einladenden, von einer einsamen Petroleumlampe erleuchteten Stelle, wo riesige Ratten unter den Brettern hervorkommen und vorüberhuschen, hier, wo es nach Chilesalpeter und den Bedürfnisstätten der Männer riecht, hier geschieht es, daß sich plötzlich ihre Gesellschaft auf den Pfiff des Russen um eine weitere gewichtige Persönlichkeit vermehrt: ein eleganter Mann in einem Cutaway, aus dessen Klappen man sicher eine nahrhafte Kraftbrühe kochen könnte, ein schöner Mann mit Bartflechte und verfaulten Zahnftum- mein und einem Mundgeruch, der die Zentralmächte befähigt hätte, die gaft'e Fochlche Reservearmee in die Flucht zu jagen. Und während der Diener Theodorowitsch mit diesem Edelmann in einem nicht näher zu diagnostizierenden siawi- schen Idiom verhandelt, während sie in den Lichtschein ge- schoben wird von ihren Begleitern und begafft als die Ware, zu der sie geworden ist... hier, wo sie urplötzlich fühlt, was ihr droht: hier geschieht es, daß da aus dem Dunkel eine Frauengestalt austaucht und sie im Passieren streift und ihr in einem woblbekonnten Dialekt etwas zuflüstert: „Wat wiste hier? Mach', daste fortkommst..." Ein Hut, auf dem alle Papierblumen des Paradieses blühen, ist zu sehen, ein Stück Menlchenelend, behangen mit allen Berufsemblemen der Rua Chacabuco... ja, aber es ist eben das Weib, das vor Iahren einmal von ähnlichen Kava- lieren den gleichen Weg geführt sein mag und die Schwester warnt „Mach', doste fortkommst..." Da ist die Dirne auch schon verschwunden aus dem Licht- kreis der Laterne. Es ist zu verzeichnen, daß sowohl der Diener Theodorowitsch wie der neu Hinzugekommene in dem Weib sofort den unerwünschten Warner erkennen und ihr nebst Worten, die im Sprachschatz der Christenlehre nicht enthalten sind. Steine ins Dunkel nachsenden. Aber es ist dieser, van den genannten Männern nicht wahrgenommene Augenblick, in dem sie sich von dem dritten losreißt und besinnungslos davon- rennt. Oh. sie kennt nicht die Zunftgeheimnisse der einschlägigen Gegend, sie weiß nicht, daß sie bewohnt ist von einer Gedeih und Verderb miteinander verbundenen großen Familie, deren jedes Glied das gleich« Gewerbe treibt. Ein Pfiff gellt und noch einer, und dann hört man das Schlagen von Türen in der Kneipe da hinten und Rufe in fünfund, zwanzig Welt- sprachen. Und dann fühlt man, daß man die ganze Hölle hinter sich hat. Verzweifelte Jagd ein paar Minuten lang, Jagd, bei der sie schließlich ganz dicht hinter sich einen der Verfolger spürt ... zehn Schritte, neun... immer näher... Oh, es ist das Gefühl der von der Viper gejagten Maus, dieses aus Kindertagen bekannte Gefühl, in dem man sich schließlich dem Verfolger ergibt, nur um die Angst vor dem Eingeholtwerden los zu fein... Es geschieht schließlich an einem Knick dieses Weges, daß sie über irgend etwas stolpert und vornüberfällt. Da liegt sie, hat wenigstens den glücklichen Instinkt, hier, wo es finster ist wie in einem Kohlensack, zur Seite zu kriechen. Da duckt sie sich nieder auf diesen besudelten Erdboden, der�beinahe schon eine Kloake ist, schließt die Augen vor der Meute, die an ihr vorüberhetzt, richtet sich auf, starrt um sich... weiß nicht mehr wohin.. mein Gott, mein Gott... weiß ja gar nicht mehr, wohin... „Mutter, Mutter.." Ob es für die kleine Sif in dieser Situation einen Sinn hat, eine Instanz anzurufen, die sie nie gekannt hat, und die seit zwanzig Jahren eingegraben ist an der Berliner Chaussee- straße.. ja, das mag mehr als zweifelhaft erscheinen: sie hetzt mit ihrem Geschrei ja nur die Organisation Theodora- witsch von neuem auf ihre Spur. Aber da ist, während sie den Weg zurückschwankt mit Gliedern, an denen alle Sehnen durchschnitten zu sein scheinen... ja, da ist hinter dem Bretterzaun eine schöne helle Bogenlampe, und wsnn es überhaupt nocl) so etwas wie Ruhe und Sicherheit gibt für eine gehetzte Kreatur, so muß sie eben in diesem Lichtkreis dort zu finden sein. Hinüber über einen mit rostigen Nägeln besetzten Zaun, an dem man sich das armselige S'raßenkleid vollends zerreißt! Und nun sieht sie wieder, daß die Hölle hinter ihr ist, und nun muß man ja noch über einen Sapelplatz mit alten Balken und Stacheldraht, und dann muß man, um diese Kampe da zu erreichen, noch einen zweiten Zaun überklettern. Es ist zu bemerken, daß es hier, als sie sich schon hinaufzieht an dea Bohlen, noch ein letztes, ganz verzweifeltes Spiel gibt. Da sieht sie unter sich den Diener Theodorowitsch, der eben Hand an sie legen will, da stößt sie mit Absätzen in dieses ver- fluchte Gesicht, stößt zu mit der ganzen verzweifelten Wut dieser Stunde. Da taumelt der andere zurück, und da hat die kleine Sif glücklich den Oberkörper hinübergeschwungen über den Zaun.(Fortsetzung folgt.) Scheibe ans der Fassung heraus, beseitigten dann von innen die Schlösser und auch das Gitter. Da sie im Geldspind nur wenig fanden, mochten fie sich über die tastbaren Tep- piche her. 13 Stück verschiedener Art, darunter ziemlich große Täbris. Asghan, Mossul, Beludschistan und Brücken, im Gesamt- werte von 52»00 Mark, nahmen sie mit, ohne daß jemand etnw» bemerkt hat. Der Einbruch wurde erst am Dienstag morgen entdeckt._ EhetragöAie in ZrieSrichsfelüe. Gewalttätigkeiten eincS Morphinisten. Eine Chetragödi« spielte sich am Dienstag in der Prinzen- allee zu Friedrichsfelde ob. Ein 36 Jahre alter Mecha- niker Moritz Adler, der dort mit seiner Frau tm ersten Stock des Borderhauses wohnt, war als Morphinist eine Zeitlang in der Charit«, wo er eine Entwöhnungskur durchmachte. Bor acht Tagen wurde er nach Hause entlassen. Am Dienstag verlangte er von seiner Frau Geld. Als sie es ihm verweigerte, indem sie ihm zum Lorwurf machte, daß ersichnichtumArbeitkümmert, geriet er in Wut und drang mit dem Rasiermesser auf die Frau ein, um ihr den Hals abzuschneiden. Die Bedrohte schlug ihm da« Messer aus der Hand und zog sich dabei eine erheblich« Besetzung zu. Jetzt ergriff der Wüterich ein Küchenmesser, stach auf die Frau ein und traf sie wiederholt am Kopfe. Zum Glück war die Klinge schwach und die Spitze verbog sich. So wurden die Verletzungen wenigstens nicht lebensgefährlich. Die Frau rief zum Fenster hinaus um Hilfe. Hausgenossen versuchten vergeblich, in die Wohnung einzudringen und riefen das Ueberfall- kommando und die Lichtenberger Kriminalpolizei. Der Nachborn wegen traute sich Adler wohl nicht aus der Wohnung heraus. Die Beamten tonnten ihn deshalb dort festnehmen und dem Amtsgericht Lichtenberg vorführen. Die Frau, die aus ihren Kopf, und Hals- wunden stark blutete, wurde nach dem Hubertnskrankenhausc gebracht. öerlins Schu!jugenö. Toziale Lage und Volksschulbcsuch. Aus der am 1. November 1925 aufgenommenen S ch u l st a t i st i k bringen die vom Statistischen Amt der Stadt Berlin herausgegebe- n-n„Berliner Wirtschaftsherichie" jetzt eine Zusammenstellung, die für die 20 Verwaltungsbezirke Berlins die B-suchs- zahlen der höheren Schulen, der mittleren Schulen und der Volks- schulen als Maßstab für die Wohlhabenheit der Bezirtsbevölkerung verwendet. Damit die Besuchszahlen der verschiedenen Schularten miteinander verglichen werden können, sind für all« Schularten in dieser Zusammenstellimg nur die schulpslichtigen Kinder berücksichtigt worden, also überall nur die 6— 14jährigen Schulkinder. Bei den Volksschulen sind auch die Sonderschulen einbegriffen, die Hilfs- schulen, Blindenschulen, Taubstummenschulen usw. Ganz Berlin hatte 324189 schulpflichtige Kinder, davon in 'scheren Schulen 48 089, in mittleren Schulen nur 10 380, in Volks- ichulen 265 720. Von j« 100 dieser Schulkinder saßen in höheren Schulen 14,8, in mittleren Schulen 3,2. in Volksschulen 82,0. Die Volksschulkinder waren 6,5 auf je 100 der Gesamtdeoölkeruna Berlins. In den einzelnen Verwaltungsbezirken aber waren die Anteile sehr verschieden. Der Anteil der Volksschultinder an der Zahl aller Schulpflichtigen des Bezirks war in Friedrichshain 95,2, Wedding 90,5, Prenzlauer Berg 90,1, Kreuzberg 87,3, Neukölln 86,2, Weißensee 85 B, Lichtenberg 85 4. Reinickendorf 83,9, Treptow 83,8, Spandau 83,2, Tiergarten 79,2, Köpenick 78,5, Char- lottenburg 78,4, Mitte 74,3, Pankow 74.2. Tempelhof 71,4, Schone. berg 66.7, Steglitz 65,4, Wilmersdorf 58.9, Zehlendorf 55,6. Diese Zusammenstellung läßt in der Tat eine Beziehung zwischen der größeren oder geringeren Wohlhabenheit der Bevölkerung und der geringeren oder größeren Zahl der Volksschulkinder erkennen. Der Zusammen- hang träte noch deutlicher hervor, wenn wir nicht jetzt— zum Segen für die Schuljugend!— die Grundschule hätten, die wenigstens in den ersten Schuljahren auch die Kinder der Wohlhabenden in die Volksschule hineinzieht. Es ist kein Zufall, daß die oben mitgeteilte Reihe der Bezirke mir Friedrichshain, Wedding, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Neukölln usw. beginnt und mit Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf, Zeblendorf endet. Die Vergleichung mit der G e sa m t b e v ö l k e ru n a ergibt «ine Reihenfolg«, die nicht dieselbe, aber doch ähnlich ist. Auf je 100 Personen der Gesamtbevölkerung des Bezirkes kamen Volksschulkinder in Reinickendorf 8,5, Spandau 8,4, Weißen- f-e 8.3. Treptow 8.3. W-dding 8.2. Lichtenberg 8.2. Neukölln 8.0. Prenzlauer Berp 7.5. Köpenick 7,5, Friedrichshain 7,3, Tempelhof 7,1, Pankow 6,8, Kreuzberg 5,9, Tiergarten 5,6, Charlottenburg 5,1, Steglitz 5,1, Mitte 4B.. Schönelxrg 4,3, Zehlendorf 4,2, Wilmers- dorf 3,7. Auch hier finden sich im allgemeinen die höchsten Anteile in proletarischen Bezirken, die niedrigsten in den Wohnvierteln der Wohlhabenden. Beim Hühnerbraten festgenommen. Eine groß« Osterbeute, aber ein schlechtes Geschäft machte»in Dieb, der kurz vor dem Feste in eine Geflügelgroßhandlung ein- brach und nicht weniger als 250 geschlachtete Hühner stahl, dazu auch noch verschiedene P h o t o a p p a ro t e. die stch der Bestohlene als Ausrüstung für eine Jtalienrelse beschafft hotte. Di« Kriminalpolizei ermittelte den Dieb in einem 35 Jahre allen Tischler Erich Hundtor, der in der Wadzeckstraße in der Behausung mehrerer Frauen einen Unterschlupf gefunden hatte. Als die Beamten dort überraschend eindrangen, fanden sie Hundtor allein zu Hause. In der ganzen St übe lagen und flogen die Federn der gerupften Hühner umher. Hundtor selbst war schwer betrunken, versuchte aber dennoch, auf der Koch- Maschine einen Braten zustandezubringen. Die Frauen hatte er mit den Photoapparaten und den Hühnern auf den Handel ge- schickt. Die Beamten warteten auf sie und sie kamen denn auch ein« nach der anderen. Statt des von Hundtor erwarteten Geldes aber brachten sie alle nur einen mehr oder weniger starken Rausch mit. Sie hatten Apparate und Hühner in Schnaps umgesetzt und nur einen Teil der Tiere wieder mitgebracht. Die reparaturbedürftige Belle Ailiauce-Brücke. Am gestrigen Dienstag haben die Arbeiten zur Wiederherstellung der Belle-Alllance-Brücke am Holleschen Tor be- gönnen, die für acht Wochen für den gesamten Fuhrwerksverkehr ge- sperrt bleibt, während der Fußgängerverkehr jeweils aus einer Seite des Bürgersteiges freibleibt. Di« Arbeiten sind notwendig geworden, weil die Isolierung zwischen Fahrdamm und dem eigentlichen Brückengewölbe mit der Zeit undicht geworden ist und das so eindringende Regenwasser bereit« zu einem Teil das Mouerqewölbe be- schädigt hat. Um den Schaden ouszubcsiern, müssen die Asphalldecke und die darunterliegenden Sleinschichten fortgenommen werden, und das Brückengewölbt im ganzen Umfange mit einer neuen Isolierschicht versehen werden. Der Fuhrwerksoertehr wird über dl» Zossener, und Großbeerenbrücke umgeleitet werden, und auch nach Vollendung der Arbeiten wird der Gtraßenbahnvertehr durch Umlegung der Gleis« so geregelt werden. daß am Holleschen Tor und Llückerplag nur eine rechtwinklige Kreu. zung der Straßenbahnen erreicht wird. Auf diese Weise soll der Sefahrenpunkt dieses Verkehrszentrum« herabgemindert werden. Um den starken Verkehr an dieser«reuzung abzuleiten, projektiert man übrigens beim»ezirisomt»reu, berg die Schaffung einer neuen Brück, über den Landwehrkcmal im Zuge der Königgrötz« Straße, ein Plan, der schon ewenat vor Jahren crusgeart'eüet wurde, aber mangels der nötigen Mittel nicht ausgeführt iverden konnte. Auch jetzt hängt der Bau der neuen Brücke, deren Notwendigkeit von dem Verkehrssachverständigen seit langem anerkannt wird, ebenfalls nur von der finauziellen Frage ab.. Der Kriegsinvaliöe. Mit dem Stuhl gegen das Richterkoveginm. Bor dem Schösfengericht Berlin-Mllt« sollte kürzlich ein« Gerichts- Verhandlung wegen Urkundensäschung gegen den Lriegsinvaliden K. stcusinden. Als die Sache ausgerufen wurde, betrat K. den Gerichts- saal, ergriff einen Stuhl und schleuderte ihn, ohne ein Wort zu sagen, gegen den Richtertisch. Das Tintenfaß stürzt« um, sein In- ball ergoß stch auf den Amtsgerichtsrat U e b e r h o r st, den auch der Stuhl traf. Die herbeigeeilten Justizwachtmeister jaßten den K., der in Krämpse verfiel und setzten ihn auf die Anklagebank. Das Gericht entfernte sich, kehrte nach einigen kurzen Augenblicken zurück, worauf der Verteidiger den Antrag stellte, den Angeklagten durch einen zufällig anwesenden Privatarzt aus seinen Geisteszustand zu untersuchen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, da der Arzt nicht als Sachverständiger, iondern als Zeuge geladen sei. Der Staatsanwalt stellte darauf den Antrax, den Angeklagten wegen Ungebühr an Gerichtsstcllezu drei Tagen Haft zu verurteilen. dag Gericht entfernte sich darauf zum zweitenmal und vertündste nach seiner Rückkehr durch den Mund des Vorsitzenden di« drei- tägige Haft st rase. Als K. nun abqesiihr> wurde, meinte er, das sei der Donk des Vaterlandes, dies sei die schöne Republik. Meine Frau wird nun auf mich warten. Er wurde vom Justi'Wachtmeister beruhigt, daß seine Frau verständigt würde. Daß der Geisteszustand des Angeklagten untersucht werden müsse, kann allerdings nach diesem Vorfall keinem Zweifel unterliegen. Verbrecher am Werk. Das Rettungsomt der Stadt Berlin teilt mit: Am zweiten Osterfeiertag nachmittags ist mehreren Berliner Familien von dritter, unbekannter Seite telephonisch die Mitteilung gemacht worden, daß einer ihrer Angehörigen auf dem Kur- fürstendamm schwer oerletzt worden sei, und daß sie unver- züglich sich dorthin begeben möchten. Die Nachricht stellte sich durch Rückfrage beim Rettungsamt als unwahr heraus. Mithin ist anzunehmen, daß die anrufende Stelle dt« Absicht hatte, während der Abwesenheit der Angerufenen in deren Wohnung einen Ein- bruch zu oersuchen. Aus diesem Grunde wird sich empfehlen, in solchin Fällen Rückfrage zu halten, und zur Sicherung der Wohnung Borkehr zu tvesfen. Das Rettungsamt(Anruf: Norden, Retlungs- amt) ist jederzeit bereit, Auskünfte über angebliche Unfälle zu er- teilen, soweit sie zu seiner Kenntnis gekommen sind. Auf�rklärter Letcheufunb. Rasch aufgeklärt wurde der Lcichcnfund in Schenken- dorf bei Königswusterhausen. Der Mann, der dort au, dem Waldteich gelandet wurde, ist festgestellt als der 48 Jahr« alt« Buchhaller Richard K. aus der Damerowstraße zu Pankow, der in der Nacht zum 2. d. M. im Ratskeller zu Pankow mit mehreren Bekannten Skat spielte, sich unterwegs von den Mitspielern verab- schiedet«, aber' nicht nach Hause ging und in Königswusterhausen zuletzt gesehen wurde. Man konnte sich das Verschwinden zunächst nicht erklären, bis sich herausstellte, daß K. in der Lederfabrik zu Blankenburg, in der er beschäftigt war, Unterschlagungen oerübt hatte. Der Pankower Frauenmord. Zu dem Mord an der Hausangestellten Margarete K e d i n g wird uns aus Langendreer bei Dortmund berichlete: Margarete Leding wurde, wie wir seinerzeit ausführlich berichteten, morgens gegen 3 Uhr vor einem Hause in der Stübnitz st raße zu Pan- kow auf der Türschwelle mit durchschnittenem Halse sterbend auf- xefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß sie zuletzt mit einem Manne in einer Sastwirtschast in der Breiten Straß« zu Pankow gewesen war. Man vermutete, daß ihr Begleiter ein Vetter Das Sendespiel am Ostersonntagabend brachte„D a s Dreimäderlhaus", allen bekannt, in einer sehr guten lieber- tragung.— Am Montag brauste von Sylt her die Nordsee über ganz Deutschland, in zahlreichen Städten mit einfachen De- tektorapparaten wahrzunehmen. Schwimmer, Taucher, Flugzeug vermittelten die Verbindung. Stimmen au» dem Wasser, aus dem Lustraum, der das Meer uberspannt, klangen in Kopfhörern und Lautsprechern, wenn auch mit starken Nebengeräuschen untermischt. Aber es handelte sich ja erst um einen versuch und die Bedeutung der Veranstaltuiw machte überhaupt nicht so sehr der Inhalt wie die Tatsache der Sendung aus. Man ahnte etwas von dem innersten Wesen unseres technischen Zeitalters, da, di« Erde umspannt, Eni- fernungen verschwinden läßt. Brücken von Menschen zu Menschen, von Ländern zu Ländern schlägt. Freilich die großen Gedanken und geistigen Werte, die sich so vermitteln lassen, mußte man dies- mal noch vermissen. Einig« technische Nachrichten wurden abgelält von sehr durchschnittlichen Darbietungen des Hamburger Funk- orchesters in Westerland und des Sylter Aurkabaretts. Weshalb kam man eigentlich nicht auf den Gedanken, einmal eine Viertelstunde lang nichts anderes zu übertragen als das Brausen des Meere», dos gewiß vielen Funkhörern in Deutschland damit zum ersten Mol« bewußt erklungen waie?—„3>ie Stunde der Lebenden" bracht« Zhirt Weill» Frauentanz Opus X., eines der geschlossensten Wert« dieses Modernen. Nora Pisling-Boas hatte die Gesangpartie über- nommen, andere hervorragende Musiker dl« Instrumente. Auch Hans Bullerians freundliches Sextett, das weniger großes Können als gutes Handwerk verrät, wurde ausgezeichnet vorgetragen.— Gustav Hochstetters Vortrag„Das Wochenend« in der humoristischen Dichtung" war so belanglos, daß er besser unterblieben wäre.— Sehr anschaulich erzählte dagegen am Sonntag Bengt Berg von „Begegnungen mit gefährlichen Tieren". Auch Major a. D. von Tschudi vermittelt« an diesem Tage in einem Bericht„Luftfahrt und Erfinder" manches Wissenswerte. tes. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. In dieser angenehmen Lage befindet sich auch Walter Koch- Sarneck. der am Dienstag nachmittag über dl«„Ewige Stadt und ihre Kunstschätz«" spricht. An sich bedeutet Rom kein Neuland und der Titusbogen wie das Pantheon und der Petersdom sind auch den Leuten bekannt, die Rom nicht gesehen baben. Die beste Schilderung kann kaum die Anschauung ersetzen und wenn auch der Vortragende sehr eingehend die Medaillen am Konstantinbogen und die Propheten an der Decke der Sixtinischen Kapelle schildert, so kann sich trotzdem niemand, der die Abbildungen nicht gesehen hat.«in Dild davon machen. Außerdem vermißt man in diesem Vortrag jedes regelnde Prinzip. Die Auswahl ist sehr willkürlich getrosten. Roch einmal muß hierzu bemerkt werden, daß Vorträge über Dinge der bildenden Kunst im Rundfunk nur dann einen Wert haben, wenn sie über das rein Beschreibend» hinaus kulturelle oder wissenschaftlich« Zusammen- häng« knüpsen. Bei dem Vortrag« Direktor Martin Wronskis über den deutschen Luftverkehr im Sommer 1927 handelt es sich Haupt- fächlich um eine Aufzählung der alten und vor allem der neuge- schaffen en Luftlinien Europas. Heute ist Berlin das Zentrum des europäischen Luftkreuzes. Z.B. wird jetzt die Lufilinie Wien— Prag— Berlin bis Malmö weitergeführt. Auch das Problem der Alpen- überquerung ist fluatechnisch wie auch wirtschostspolttisch gelöst. Am Abend die technisch einwandfreie Uebertragung von Hal4vys «Lüdln" quo der Städtischen Oper. F. ö. f von ihr. ein gewisser Kasdorf, gewesen so«. Dleser«nnch« frtßi dem von der Kriminalpolizei gesticht, weil man vermutete, daß er über den weiteren Ausenthalt des Mädchens nähere Auskunft geben könne. Kasdorf wurde jetzt in Langendreer ermittelt, behauptet ober, daß er zur Zeit des Verbrechens, in der Nacht zum 13. Fe- bruar, gar nicht in Berlin gewesen sei wo er sich früher zeitweilig ausgehallen hatte. Er will dafür auch den Nachweis liefern. Autounglück bei Atahisüorf. Drei Schwer- und ein Leichtverletzter. In M a h l s d o r f- S ü d, in der Köpenicker Mee, am Aus- gang des Ortes, trug sich gestern abend gegen 10 Uhr ein schweres Autounglück zu. Der Führer einer mit vier Fahrgästen be- setzten Kraftdroschke verlor die Gewall über die Steuerung und fuhr in voller Fahrt gegen einen Baum. Der Anprall war so heftig, daß der Wagen völlig in Trumoner ging. Während der Chauffeur mit leichten Verletzungen davonkdm. zogen sich drei Insassen lebensgefährliche Verlegungen zü. Im Köpenicker Kreiskrankenhaus fanden folgende Verunglückte Auf- nähme: Willi Remow, Alte Marktstr. 4. Riichard Balder- mann au» der Mahlsdoser Str. 1 und Kar.1 Mühlen berg. ebenfalls aus der Mahlsdorfer Str. 15. sämtlich zu Köpenick wohnhaft Der vierte Insasse konnte nach Anlegung von Rot- oerbänden in seine Wohnung entlasten werden. Baldermann und Mühlenberg dürsten kaum mit dem Leben davonkommen. Aus tragische weise kam gestern nachmittag.der 1 7 j ä h r i g e Arbeiter Otto Wrobel aus der SchuLst raße 3 5/36 ums Leben. Nach Jungenart inszenierten W. und ver 13jährige Schüler«Rudolf Karsten im Flur des Hauses Schulftr. 35 einen Boxkampf. Plötzlich brach W.. von einem Hieb seines Gegners in dic Magengcgcnd getroffen, zu Boden und verlor das Bewußtsein. Man schaffte den jungen Mann nach der naheliegen- den Rettungsstelle 16. wo der Arzt sofort W i e d e r b e l e b u n g s- versuche anstellt«, die jedoch o h n e E r f o l g blieben. Di« Leiche W.s wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus gebradjt Aweltes internationales /lrbeiter-Schachtvrnier. Di« Wettkämpfe und Tagungen wurden am Montag abge- schlosten. Die Erwartungen, die die Teilnehmer an diese Deran- staltung geknüpft hatten, sind restlos erjültt worden. Folgende Hauptergebniste sind noch zu melden: Lönderwettkämpfe: 1. Runde: Oesterreich— Deutschland 6: 4. Rußland— Deutschland 8: 2: 2. Runde: Oesterreich— Rußland 5: 5, Ungarn— Dänemark 6: 6: 3. Runde: Deutschland— Oesterreich 4: 6, Rußland— Ungarn 6%: 3H; 4. Runde: Dänemark— Rußland 2:8. Ungarn— Deuischland 8:2: 5. Runde: Oesterreich— Ungarn iVf.bK, Deutschland— Dänemark 5)4: Gesamtresultat: Rußland 27)4 Punkte, Oesterreich 21 H Punkte, Ungarn 21 Punkte, Dänemark 1614 Punkte, Deutschland 13)4 Punkte.> INannschasts-Hauptturnler A. 1. Gruppe. 1. Runde: Berlin I— 6. Kreis 6: 4, 8. Kreis— Oesterreich II 5V4: 4)4; 2. Runde: 3. Kreis— Berlin I 2)4: 7)4, 6. Kreis— 8. Kreis 8: 2; 3. Runde: 8. Kreis— 3. Kreis 6)4: 3)4, Oesterreich II— 6. Kreis 3: 5; 4.. Runde: 3. Kreis— Oesterreich II 6: 4. Berlin 1—8. Kreis 5)4: 4)4; 5. Runde: Oesterreich II— Berlin I 3)4; 6)4, 6. Kreis— 3. Kreis 6)4: 3)4. G e s a m t r« su l t a t: Berlin I 25)4 Punkt», Oesterreich II 15 Punkte. 3. Kreis 15)4 Punkte. 6. Kreis 25)4 Punkte, 8. Kreis 18)4 Punkt«. MannjchaftS'hauptturoler A. 2. Gruppe. 1. Runde: 2. Kreis-. 7. Kreis 7)4: 2)4. 8a.Kr-is— 1. Kreis 3: 7: 2. Runde: 1. Kreis— 2. Kreis 5)4: 2)4(2 H). 7. Kreis— Leipzig 6: 4: 3. Runde: 8a.KreIs— 2. Kreis 4)4: 5)4. 1. Kreis— Leipzig 4)4: 3)4(2. H): 4. Runde: 7. Kreis— 1. Kreis 3)4: 5)4(1 Hl. Leipzig— ga-Kreis 8)4: 1)4: 5. Runde: Leipzig— 2. Kreis 4: 5(1 H.). Ya-Kreis— 7. Kreis 6: 4._ Zeuer auf einem chineftscken dampfet. 3000 Personen an Bord. London. 19. Aprit(TU.) Der chinesische Dampfer »pengpum". der am S. Aprll mit 2000 Zivilpersonen und 1000 Soldaten von Hanta« nach Schanghai abgegeangen ist, geriet unterwegs in Brand. An Bord de» Schisses brach eine Panik aus, in deren Verlans zahlreich« Männer, Frauen und Sinder über Lord sprangen und ertranken. Verurteilung eines RekorddiebeS. vreslau. 19. April.(WTB.) Das Große erwetterte Schöffen- oericht verurteilte nach mehrwöchiger Verhandlung den Schmied Joseph Barbä, einen französischen Staatsange» hörigen aus dem Bezirk Diedenhofen, wegen fortgesetzten Dieb- stahls zu 12 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Barbe dürfte mit seinen 2000 Diebstählen«inen Rekord aufgestellt haben.__ Schneefall in Lulgarien. In verschiedenen Teilen de« Landes ist starker Schneefall eingetreten. Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz- Rok-Gold". Selchätt. stell«: Berlin s 1«. kebastianstr. 17/38, Kol 1 Tr. Stegli»t>! Do., d. 21., findet her Turnabend "„- laut Mitteilung nicht statt, dafllr am Do., b. 21., 8 Uhr,«tei»- iugendmitaliederveisammlung im Lolal Schulz. Steglitz, Birtbuschstr. 90. Er» cheinen Pflicht.—»eitzinfeei Do., d. in., tz Uhr, Sitzung Grüner Baum, Zerliner Allee 20«.—«i>t>euick: Fr., d. 22., 8 Uhr, stameradschaftsoersamm- luna Etodttheater«vpenick.— Lichtenberg nebst Untergrnp»«»: Mi., d. 20., stihrer laden ein.— Bernau-Ladeburg: Sonntag, d. Ii., Werbcaufmarsch in Blumbera. Abfahrt nachmittags 1 Uhr von Modisch. Fahrgeld v0 Pf.— greis>s«»«rbarnim-Slord! Bezirk Bernau Sonntag, d. ist., Werbeummarsch in Blumberg bis 2 Uhr nachmittags. «rbeitsgemrialchaft«ntfchicdener«eonbliisnet. Donnerstag. 21. April, 8 Uhr, in der Dilnhoff.stonditorei, stommandantrnstr. 84, bsfentlicher Bor- trag-abend mit Ausspracht. Thema:..kulturpolitische Fragen." Sntschiehrne Republikaner aller Partcirii willkommen. Laabswannschast der Schleewlg-Kolsteiner pi Berlin>«S2. Donncrstag, 21. April, 8 Uhr, im Bcrelnslokal Oranienstr. 182 Generalverfammluna. che- schüft«- und«asscnberichr. Aufnahm« neuer Mitglieder. Bericht der 8om- Missionen. Bericht und Abrechnung von dem Sterbe- und Unterstützung«- fonds. Antrüge. Ans der Heimat. Verschied«»«». Landsleute, auch Damin, sind willkommen. Perba od für Frcide-kcrtum nnb Fcncrbestattnng. Ortsatuppen Hcrmsdors, SPaibmonitoIuft. Alienirf«. Mittwoch, 20. April, 8 Uhr Pihaurani„Scharfe Sät",«Niigliederversomwlung mit Bortrag. ffiüfte willkommen. N,is.:sb»i>d der SriegsdeichSdigte», Sriegstcilnch ner und Ariexerhinter- bliebcucn, Ortsgruppe R-rbcn Ii. Mittwoch, 20. April, 8 Uhr. Persammlung im Ledigenheim Pappslalle, IS. Urwahl zum Bundce'ag. arschcinrn eller ist Pflicht! llongteiiav ragiisd Beb,, In? Club.«ItlowNr 104 Mittwoch. 8 Uhr abend• Prosesior Wendlandt:„The Constam Nymph" hy Margaret Kennedy. 4� Mittwoch 2H.?lpril 1927 Unterhaltung unö ÄVissen SeUage öes vorwärts Die Mutter. Bon Joseph Paßtor. Die Frau kleidete sich hastig an. dann läutet« sie dem Stuben- mädchen und sagte diesem mit kaum verhehlter Aufregung nur so- viel, daß ste für einige Stunden fortgeht. Wenn ihr Mann heim kommt, möge sie ihm sogen, daß ste gegen 10 Uhr zurück sein wird, und man möge ihm das Nachtmahl auftragen. Sie lief die Treppe hinab und gelangte auf die Straße. Es war spät abends. Die Kälte machte sie erzittern, es regnet« fein, und sie bemerkte, daß sie ihren Regenschirm zu Hause vergessen hatte. Sie ging aber nicht mehr zurück, sondern eilt« mit raschen, fast laufenden Schritten durch die neblige, feuchte Strohe. Ihr Mantel, ihr Gesicht, ihr« Hände wurden naß. Sie scheut« nach einem Auto aus, doch dann fiel ihr wieder ein, daß sie nicht einen Groschen bei sich hat. Sie eilte also, so rasch sie konnte, weiter. Hier und dort stieß sie mit einem Fußgänger zusammen, die Männer drehten sich nach ihr um, sie sah und hörte aber nichts: ihre Gefühle bestürmten, trieben, jagten sie vorwärts. Endlich blieb st« vor einem Haus stehen. Sie warf einen Blick auf die Nummer des Hauses und eilte durch das Tor. Sie stürmte die Treppe hinauf und blieb im ersten Stock vor einer Tür keuchend stehen. Sie nahm ihr Taschentuch hervor, wischt« sich damit das Gesicht ab, ordnete ein wenig ihr Haar und läutete an der Tür. Das Stubenmädchen öffnete: Die Frau sagt« leise, mit vor Müdigkeit schwacher Stimme: .Ist der Herr Rechtsanwalt zu Hause?" .Nur die gnädige Frau ist daheim, aber auch der Herr Rechts- anwalt wird bald kommen." .Ich werde auf ihn warten." sagte die Frau und trat ins Bor- zimmer. In diesem Augenblick ging die dem Eingang gegenüber befind- liche Tür auf. Eine Dame in einem eleganten, blauen Kleid erschien in der Tür, und der aus dem Zimmer strömende Schein über- schüttete plötzlich die Gestall der im Vorzimmer stehenden, erschrocken dareinschauenden Frau. Die junge Gattin des Rechtsanwalts blickt« erstaunt auf die vor ihr stehend« Frau. Das Stubenmädchen schloß die Tür des Bar- zimmers und ging. Die Hausfrau deutete stumm in das beleuchtet« Zimmer, und die andere trat durch die Tür. Sie blieb stehen, und wie sie einander w die Augen schauten, sagte ste mtt scheinbar ruhiger Sttmm«: .Ich bin meines Kindes wegen gekommen." „Mein Mann hat es fortführen lassen," antwortet« die Fvau, und sie maß die andere von Kopf bis Fuß. .Ich weiß," entgegnet« diese plötzlich»Wissen Sie aber, daß er mir, als wir voneinander schieden, versprochen hat. unseren Sohn in der Residenz erziehen zu lassen, damtt er auch in meiner Nähe sei?" Die Frau erwiderte kühl: »Das ist Sache meines Mannes. Mir ist es ganz gleichgültig, was er mit seinem Sohne macht!" Di« Mutter fuhr zusammen. Sie bückte voll Zorn in die Augen der Frau, und mit Borwurf und Schmerz in der Stimme rief sie: .Sie hassen mein Kind?I" Die ander« antwortete beleidigt: .Wie komme ich dazu, mir von ihnen Borwürfe machen zu lassen? Ich habe dem Sohne meines Mannes gegenüber meine Pflicht getan. Gefühle kann ich mir nicht aufzwingen." An der Tür des Borzimmer» wurde geschellt. Der Rechtsanwalt kam nach Hause. Er blieb sehr überrascht an der Türschwelle stehen, eh« er ins Zimmer trat. Er winkte seiner Frau, die sich au» dem Zimmer entfernte. Die Frau schaute dem Mann in die Augen. Sie fragte ihn kalt: »Wo ist mein Kind?" Der Mann war unangenehm berührt. Er antwortete gereizt: .Ich habe e» fortgeführt. Ich werd« es in Iglo erziehen lassen." „Erbärmlicher Mensch," rief die Frau heftig.„Was haben Sie mir versprochen, als wir miteinander abrechneten?" Der Mann gab die Hände auf den Rücken. Er lächelte ironisch und schaute herablassend auf die Frau. „Ich mach« mit meinem Sohn, was ich will. Da» ist meine Sache. Es geht niemandem etwa» an." Die Frau trat näher auf den Mann zu. ihre Augen wurden feucht Sie begann zu flehen: „Haben Sie wenigstens MlUeid mit mir. Sie wissen, wie sehr ich meinen Sohn liebe. Werfen Sie ihn nicht ganz unter fremde Leute. Daheim kann Ich wenigsten» seine Seele bewachen. Er weiß wenigstens, daß ich seine Mutter bin! Haben Sie Mitleid mtt mir. ich bitte Siel" Der Mann warf einen unfreundlichen, triumphierenden Blick auf die Frau: „Jetzt flehen Sie," rief er scharf,„damals hörten Sie aber nicht auf mich, als ich Sie bat. Auch ich hatte mich auf das Kind berufen. Jawohl, auf unser Kind hotte ich mich berufen, Sie mögen mich nicht verlassen, wenigsten» unseres Kindes wegen nicht, wenn Sie schon mich nicht lieben. Ihr Blut, Ihre Leidenschaft trieb Sie aber hinweg!" „Mein Herr!" „Ja." setzte der Mann erhitzt fort.„Ihre Leidenschaft. Denn eine Mutter hat keine Liebeleien zu haben, sondern st« hat ihr Kind zu lieben'" „Und im Elend zu leben!" rief die Frau dazwischen. „Hätten Sie sich also scheiden lassen, aber Sie hätten nicht wieder heiraten dürfen!" Die Frau lieh den Kopf hängen. Die Demütigung, die Schande nagte an ihrer Seele. „Gut, daß Sie gekommen sind," setzte der Mann fort, und er suchte den Blick der Frau,„denn zwischen uns ist jetzt die richtige Abrechnung, jetzt wissen Sie, was Ste getan haben." „Sie rächen sich also an mir?" fragte die Frau. „Rein. Ich habe-s aber so für besser befunden. Ich will meine Frau gar keinerlei Beschuldigung aufsetzen, aber schließlich, si, ist jung, schön, auch si« hat ihr« Rechte.. Die Frau rief schluchzend: „Sie warfen mein Kind hinan» in die Well, unter di« bösen Menschen!" „Ich fasse es anders auf," entgegnete der Mann,„und das ist schon eine erledigte Sache" Die' srau trocknete sich die Augen. Si« trat drohend auf den Mann zu: „Ist das Ihr letztes Wort?" La," antwortete der Mann. Die Frau erwiderte mit hartem Trotz und wildem Haß: „Nun gut, es wird schon jemanden geben, der es zurückbringen lassen wird. Wenn Sie durchaus einen Skandal wollen— soll es einen Skandal geben. Wenn es sein muß, werde ich mein Kind vor dem Richter oerlangen, ich will aber mein Kind haben. B«r° stehen Sie?"(Schluß folgt.) Mussolini wetzt öen Säbel. der duer verfolgt hochgesteckte Ziele. Er hofft ste zu erreichen, wenn es zur Explofion kommt. Wir hoffen ein Gleiches..«i ?n öer Mietkaferne. von Ernst Schermer. Als der Frühling einkehrte, entspann sich an der Kirche ein aeschäftige» Treiben. Nicht auf der Straße, die sich in der Nähe ver Türme eutlangzog, sondern oben aus dem höher gelegenen, ge- pflasterten Kirchhofe, cn dm beiden alten Linden und an der Kirch- hofsinauer. Auf dein Kirchhofe balgten sich unter wüstem Geschrei die Spatzen naib Att der Gassenbuben. In dm Linden rauften sich die Stare, oben am Turme sorgten die vielen Dohlen für geräusch- volle Unterhaltung, und um die Turmspitze slogen einsam die Turm- fallen. Hin und wieder drang ihr heller Ruf aus der Höhe. Eines Tages stellte sich ein dritter em. Aber das Männchen wahrte seine Rechte und schlug den Störmfried nach kurzem Kampfe in di« Flucht.... Hell und frohlockend klang der Ruf des Siegers:»tli, kli, kli, kli!"— Mit heiserem„Ki, ki' zoo d«r Abgewiesene davon. Da herrschte obm Frieden. Der alte Horst wurde wieder aus- gebessert, wohnlich eingerichtet, und bald lag das oberste der bunten. rot und braun gezeichneten Eier im Reste. Ein paar Tag« später begannen di« Falkm mtt dem Brüten- Männchen und Weibchen lösten sich«inträchtig ab. Unten konnten sie sich nicht so schnell einigm. Es waren zuviel« Querköpfe darunter. Erst balgten sie sich um die Weibchen und dann um die Nistplätze. In der einen Turmwand waren sechs- undfünfzig Löcher. Sie mochten vor Iahren einmal zur Befestigung eines Gerüste» gedient haben, als das Mauerwerk ausgebessert wurde. Sie luden di« Bogel direkt zum Nistm ein. Aber da kein Wohnungsamt die Vergebung vornahm, mußten Flügel, Schnäbel und Krallen bei dieser Aufgabe entscheidend mitwirken. Die Stare sicherten sich die größtm Wohnungen und bezogen etwa zwanzig. In einem Loche kam«in Schwalbenpärchen unter. Der Rest blieb für die Spatzen. Als olles besetzt war, trat zunächst scheinbar Ruhe ein. Die Paare holten Nistmaterial, eine schwierige Sache, da der Bedarf groß war, die Nachfrage sehr rege und der Stoff in der Nähe sehr knapp. Ein halbes Dutzmdnwl mochte Hein Piep wohl schon nach der Stadtgärtnerei hingeflogm sein, um von dort Material zu holen. Da hatte er es satt- Nun saß er in der Linde und sann auf Abhllse. „Piep, piep, piep..."— Daß er nicht eher darauf gekommen war!... Da flog eben Pieving, sein« Nachbarin, mit einem Schnabel voll in ihre Höhle. Und oa surrte sie auch schon wieder ab. F>cin flog schnell hnt, holte das eben eingeschleppte Zeug heraus und stopfte es schnell III sein« Behausung. Dann flog er wieder auf seinen Beobachtungspasten in der grünenden Linde. Da kam einer schwer- beladen nach Hause.„Schilp, das lohnt« sich!" Es gelang. Da ein Storl D«r hatte den Schnabel aber voll. Weiche Federn, feine Sache! Ob»r?—- Natürlich, warum nicht? Skr Star flog wieder ab. Hein hin und wollt« gerade mit seinem Raube davon, als Frgu Starin zurückkehrte. Bor Ueber- raschung ließ ste ihre«achen fallen und fiel dann über Hein her. Der schri« Zetel und Mordio. Spatzen kam«n hinzu, Stare auch, und«in««chlacht war im Gang«. Da die Spatzen einsahen, daß sie hier den kürzeren ziehen würden, stoben sie ob. Und Hein stüchtete m seine Nisthöhle unter Zurücklassung einiger Federn, d>« von«in«m Stare sogleich für seine Kinderstube geholt wun>«n. Hein Piep aber hestahl Hinsort nur noch seine eigenen Genossen, Endlich war auch unten überall dU Ruh« etnoekehrt. 3" ollen Nesteru mehrten sich die Eier. Und dann begann das Brüten. Die Männchen sangen wohl hin und wieder ihre Liebeslieder. Aber es war doch, seitdem die Weibchm durch ihre Mutterpflichten unab- kömmlich waren, merklich stiller geworden. Die Vogelväter hatten nicht soviel Zeit zum Schwatzen. Sie sorgten für ihre bessere Hälfte und trugen ihnen täglich allerlei Leckerbissen zu. Miete Storniatz war stolz. Bei ihr war in diesen» Jahre das erste Junge ausgekommen. Eine ganze Stunde früher als bei ihrer Nachbarin Trina Gelbschnabel! Und alle fünf waren kurz hinter- einander gekommen. Bei Gelbschnabels nur vier, ein Ei war taub. Am nächsten Tage lagen am Turme unten überall die grünblauen Eierschalen. Die junge Welt war da. Nun gab es Arbeit. Zwanzig Pärchen flogen den ganzen Tag hin und her, um rund hundert Starmätze zu sättigen. In allen Spatzennestern aber saß auch junges Volk. War das ein Leben! Und jedes Bögelchen wollte satt werden. Wurde da Futter eingeschleppt! Bis in die Dcunmerung hinein arbeiteten die Stare. Noch länger die Schwalben, wenn sie an klaren Abenden um die Türme herum nach Kerbtieren jagten und sich erst von den Flederinäusen ablösen ließen. Bald verrieten ge- heimnisoolle kalkweiße Streifen unter den Mauerlöchern die rege Berdauungstätigkeit der Kleinen. Bei den Dohlen war es nicht anders. Die in der Nähe ge- legenen Schulhöse boten für den Vormittag allein nicht genügend Futter, trotzdem dort allerlei Brot zusammenkam. Weiter, immer weiter führten die Flüge. In den Anlagen in der Nähe war nicht, viel zu holen. Da war bei schönem Wetter den ganzen Tag Betrieb. Und selbst in der Dämmerstunde gingen dort noch Menschen paar-. weise spazieren. Da blieb den Schwarzröcken nichts anderes übrig, als Ausflüge über Land zu machen, Felder und Wiesen zu besuchen. Die Turmsalken ließen sich wenig sehen. Sie hatten es eilig. Bier Junge verlangten Futterl Pfeilschnell ging es weit hinaus, inn Btäuse oder größere Kerbtiere aller Arten zu sangen. Draußen über den Koppeln flogen sie in geringer Höhe über den Boden und spähten nach den schädlichen Nagern aus. Und wenn das scharfe Auge das Mäuschen entdeckte, dann blieben sie wie gebannt auf einem Flecke, ein schneller Stoß, und mit der Beute in den Fängen ging es in den nächsten Baum. Nach einer Reihe von Tagen schauten die ersten Jungen aus den Mauerlöchern heraus. Wie groß schien ihnen die Welt! Und wie wett war der Wog bis zur Linde, wo sich so schöne Sitzgelegenheit bot. Sie reckten die Hälse. Da kamen die Asten und lockten. Aber die Kleinen gierten noch Futter. Da lockten die Eltern mit dem Futter aus der Linde heraus. Und der erste Iungvogel aus einem nahegelegenen Ristloche schwang die Flügel und prüfte die Schwingen.. Sie trugen. Er ließ sich fallen und war so glücklich, noch einen tteseigelegenen Zweig zu erwischen. Aber der nächste kam zur Erde und bevor er den untersten Zweig der Linde erreichte, ging ein alter Koter mit ihm ab. Klack, da lag ein vorwitziges Spagchen unter. Eine geplagte Dohlenmntter nahm es mit. Noch viele erreichten den Erdboden und fanden schnellen Untergang. Ein paar Iungvogel endeten im Horste des Turmfalken. Rabenkrähen vom nahmen Walle erspähten auch bald das prächtige Jagdrevier. Jeder Iungvogel, der nicht aus eigener Kraft beim ersten Ausflug den Weg wieder nach oben fand, büßte es mtt dem Tode. Damals stöhnte Miele Starmatz schwer. Sie hatte auch zwei ihrer hoffnungsvollen Sprößlinge verloren. Als ste eines Abends von ihrer Freundin Katinta Kirsärengern Besuch hatte, meinte diese: „Warum wohnst du denn in dieser allen Mietkaserne. Na. weißt du, das könnte mir passen, hier sozusagen zwischen Kreti und Pleti zu brüten. Ne, dos ist keine Wohnung für dich, liebe Wiek«. Sieh, dich nur mal auf dein Wall« um, da wird wohl noch irgendwo was frei fein. Ne, hier dieses Geschilpe von dem Pleps und dann diese' Orgellöne von da drinnen. Da übt sa wohl einer. Hört sich ja an, als weirn der Kerl aus dem letzten Loche pfeift. Hör nur, immer auf und ab. O je!— Nein, hier würde ich in deiner Stelle nicht wohnen bleiben." „Ja, das sagst du wohl.- Aber meinem Manne gefällt die Wohnung so sehr. Sie ist geräumig, hell, sauber und trocken. Er zieht nicht in ein feuchtes Astloch. Er kennt das gar nicht. Er stammt doch aus Verlin.„Hab ick doch nicht nötig, Mutter," hat er neulich noch gesagt,„bei Mutter Grün zu schlafen. Ne solide Etage is mich oille lieber. Da sitz ick trocken." Und dann fügte sie spöttisch hinzu. La, und dann sagte er:„In sone Lücher mit Ungeziefer zieh ick schon gar nich. Da kommen zwar die Würmer von alleene, aber ick hole sie mir lieber von draußen!" Katinka war empört und empfahl sich. Zu Hause erzählte sie chrem Manne ihr Erlebnis und schloß mit den Worten: Lieber Matz, da siehst du wieder, wie die Mietkaserne die Vögel verdirbt. Das hätte ich von Miete nie gedacht. Nein, wir bleiben im Eigen» heim. Ich sage immer: Trautes Heim, Glück allein!" Aber die Vögel der Mietkaserne ließen nicht von den so gefähr- lich gelegenen Nistlöchern. Spatzen und Stare brüteten bald zum zweitenmal. Die jungen Stare schlössen sich mit ihresgleichen aus der Nachbarschaft zusammen, zogen in die Borstädte, plünderten dort die Kirschbäume oder slogen auf die Felder hinaus, wo sie Jagd auf Kerbtiere machten. Gegen Abend sammelten sich Tausende in den ausgedehnten Rohrwäldern des nahen Flusses, um dort zu übernachten. Im Sommer fanden die Alten und die zweite Amt sich dort auch em. Im August traten die Schwalben ihre große Ferienreise nach Afrika an. Da zogen auch die Spatzen zur Erholung anfs Land. Oede und verlassen lagen die Wohnungen. Nur oben um die Türme kreisten die Dohlen und hielten treue Wacht. Pflanzen-Einwanderer au, fernen eanden. Die Wissenschaft kennt sogenannte Adventivpflanzen, Einwanderer aus fernen Ge- genden, die bei uns, indem sie sich der so ganz andersartigen Um- weit anpassen, festen Fuß fassen. Die„Adventivslora", die sich im rheinisch-westfälischen Industriegebiet angesiedelt hat, behandelt R. Scheuermann in den Sitzungsberichten des Naturhistarischen Ver- eins der Rheinlonde und Westfalens. Nur wenige Pflanzen sind zu einer aktiven Ortsveränderung fähig: aber viele Früchte sind an die Verfrachtung durch den Wind oder das Wasser angepaßt. Andere Pflanzen wieder besitzen Klettvorrichtungen, durch die sie von Men- schen oder Tieren verschleppt werden. In dem verkehrsreichen rheinisch- westfälischen Industriegebiet hoben sich besonders viele eingeschleppie Pflanzen angesiedelt. So senden Wollpflanzen ihr« Frücht«, die Kletten besitzen, mit der Wolle aus den Mtttelmeerländern, au» Süd- amerika. Südafrika und Australien zu uns, und so wachsen z. B. allein in der Nähe einer großen Wollkämmerei bei Kettwig an der Ruhr mehrere hundert Arten solcher aualändiscken Wollpftonzen. Gräser und andere Blutenpflanzen der Steppe bringen eine fremde Not« in die heimische Flora. Die Umgebung der zahlreichen Marga- rinefabriken in den Hafenstädten des Rheins weist fremde Oel- pflanzen aus. Mit den Kulturpflanzen kommen auch die Unkräuter zu uns. So hat man Rizinuepflänzchen gefunden, die gelegentlich eingeschleppten Samen entstammen, sich aber nicht«ir Verarbeitung eignen.. Mit dem Getreide kommen dessen Unciäuler au» Amerika und aus Rußland. Dt« Südsruchtflora de, Mitteltr.ms versucht in der Räh» d,r Güterbahnhöse immer wieder jesten Fuß zu fassen. und mag trifft am Dattel-, Zitronen- und Orong«nbaumchen an den Schutt, und Absallhalden, wo sie zusammen mit anderen Ausländern seltsame Kolomen gegründet haben. Di««ingeschleppten Pflanzen können nur zum Teil in unserem Klima gedeihen: viele von ihnen entwickeln sich nur im Sommer und gehen im Herbst wieder unter. Immerhin hat sich»in« ganze Anzahl bei uns eingebürgert, darunter auch mancher unerwünschte Gast, wie dt« amerikanisch« Heidmort» Luseuto Cckoaovu, die den Weidenpslanzen schädlich ist. ftlted Der Nieüerfchlag im Zauftkampf. Weshalb die Boxer„aasgezahlt" werden! Der Boxsport, der eine systematische Trainingsschule aus- gedaut hat, bezweckt eine vollständige, gleichmäßige Aus- und Durch- bildung des gesamten Körpers durch Lauf, Sprungseil und muskel- Synmastische Hebungen. Beide Arme werden bezüglich Kraft, Ge- hwindig- und Geschickllchkeit gleichwertig ausgebildet. Die körper- liche Inanspruchnahme in fast nacktem Austande regt die Haut zu stärkster Tätigkeit an. Die Haut des Boxers wird„hart'. Blutergüsse kommen nur selten vor, treten sie auf, so wird ein überraschend schnelles Verschwinden beobachtet. Zu dieser körperlichen Wider- standskraft gesellt sich in geistiger Beziehung: Stärkste Anspannung und Beherrschung der Nerven, so daß dem Boxer Mut, Gewandtheit. Ausdauer und Energie zu eigen werden. Die augenblickliche Kampfunfähigkeit. das.Luboden- gehen des Gegners' durch Niederschlag oder, wie der Fach- ausdruck lautet, durch„knockout' wird erreicht durch Stöße gegen empfindliche Organe, wie z. B. Herz, Magengrube. Unterkiefer und Kinn. Durch höchste Bewußtseinssteigerung des Kämpfers tritt also eine vorübergehende Bewußtseinsausschaltung des Gegners ein. In früheren Jahren hat man die entscheidende Wirkung gewisser Schläge gegen bestimmte, besonders empfindliche Körperteile nicht gekannt. Die Niederlage durch Zubodengehen ist meist dadurch erreicht worden, daß der Boxer durch die überstandene An- strengung geschwächt war und nicht mehr den Entschluß fassen konnte. sich seinem Gegner wieder zu stellen. Wenn man dabei noch bedenkt, daß in alten Zeiten der Boxsport mit bloßen Fäusten ohne Hand- schuhe über zahlreiche Runden betrieben wurde, so kann man sich wohl vorstellen, daß der durch die behandschuhte Faust erzielte Niederschlag weit humaner ist. Dazu kommt noch, daß die aus. gezeichnete Körperdurchbildung als Folge des Trainings den Boxer „hart' macht im„Nehmen' von Schlägen auch gegen empfindliche Organe. Der Schlag auf das Kinn, auf den„Punkt', wie der Boxer sagt, erziell meistens einen Sieg durch Niederschlag. Früher hat man angenommen, daß ein solcher Schlag zur Erschütterung der Gehirnflüssigkeit oder des Gehirns selbst führe und aus diese Weise das Bewußtsein vorübergehend trübe. S o m e n hat aber gezeigt, daß es auf dem Wege über Unterkisserast, Kiefergelenk, Felsenbein zu einer Erschütterungder Bogengänge des inneren Ohres, also derjenigen Organe, in denen der Gleichgewichtssinn konzentriert ist, kommt und dadurch wieder zu unwillkürlich und Unbewußt sich auslösenden Erscheinungen im Bereiche des ver- längerten Rückenmarkes, des KleingShirns und der Großhirnrinde. Die Erfahrung hat gelehrt, daß dieser Zustand in verhältnismäßig kurzer Zeit abklingt und merkwürdigerweise im allgemeinen als gut- artig bezeichnet werden kann. Es ist auffallend, daß der Niederschlag keine Schmerzen verursacht. Wenn der Getroffene ausgezählt und wieder auf den Deinen ist, wird er in kurzer Zeit wieder frisch und munter. Gar nicht selten wird beobachtet, daß der Boxer, der zu Boden gegangen ist, nach dem Wiedererwachen aus der vorüber- gehenden Bewußtseinstrübung gar nichts von seiner Niederlag« weiß und glaubt, weiter kämpfen zu müffen. Die Willensstärke des Faust- tämpfers kann aber auch so groß sein, daß selbst ein stärkerer Schlag auf das Kinn ihn nicht zu Boden zwingt. Das Bewußtsein wird zwar getrübt, der Borer ist angeschlagen, stellt sich aber in an- erzogenem Kampfesmut dem Gegner unbewußt weiter. Eine solch« anerzogene Härte im Nehmen wird z. B. von dem früheren Welt- Meister D e m p s e y behauptet. Der Schlag auf die Magengrube, auf den„Solar plexus', kommt in seiner 5knockoutwirkung als Niederlage weniger häufig vor als der Schlag auf das Kinn, weil bei einem geübten Boxer die Mitte des Körpers, also die Magengrub«, gut geschätzt zu sein pflegt und deshalb nicht leicht �u treffen ist. Kommt aber ein solcher Schlag ungehindert herein, so lähmt er für kurze Zeit das Zwerchfell und macht eine Atmung vorübergehend fast unmöglich; dieser Luftmangel und der verursachte Schmerz werfen den Ge- trofsenen so lange zu Boden, daß er vom Unparteiischen gewichnlich ausgezählt wird. Der Erfinder dieses Schlages auf den„Solar Plexus' ist der bekannte Weltmeister im Schwergewicht Robert F i tz s i m m o p s gewesen, der von 1897 bis 1899 die Weltmeister- schast inne hatte. Wenn man bedenkt, daß in früheren Zeiten ein Kampf zwischen zwei Boxern sich über Stunden unentschieden hinzog, wie z. B. zwischen den Amerikanern A. B o w e n und I. B u r k e<119 Runden, Zeitdauer: 7 Stunden und 19 Minuten!), so daß beide Gegner zum Schluß vollkommen ermattet und am Ende ihrer Kräfte waren, so ist die Entscheidung durch Niederschlag weit humaner al» ein end- loser, aufreibender Kampf. Der körperlich und geistig erzieherische Wert des Boxsports wird durch die Vcrvollkommnurg der Technik gehoben. Der Faustkömpfer muß seinen Körper in der Gewalt haben und die.Lehntelsekunde' beherrschen. Durch das Gefühl, gegen jeden Ueberfall auch auf der Straße» gewappnet zu sein, wächst das Selbstvertrauen. So kommt es denn, daß der Boxsport in verhältnismäßig kurzer Zeit eine große Anzahl Anhänger gefunden hat. die sich nicht die Vorteile entgehen lassen wollen, die der Boxsport bietet sowohl für die körper- liebe als auch für die geistig« Erziehung. Dr. Max Grünwald- Dortmund. Turnfpiele in Sen Gstertagen. Am Karfreitag standen sich auf dem Urbanplatz Fichte 31 und Tegel I gegenüber. Beide Mannschaften waren sich vorläufig voll- ständig gleichwertig und fallen die Tore in der ersten Halbzeit ab- wechselnd, so daß das Resultat 1: 2 lautet. Kurz noch der Pause kann Fichte 3 den Ausgleich herstellen, dem aber Tegel bald wieder das dritte Tor entgegensetzt. Fichte 3 scheint keine Niederlagen ver- tragen zu können, denn sie kritisierten die Entscheidungen der Schieds- richter, we'che nicht allzu gut waren, zu laut, wLhrend Tegel ruhig spielte. Fichte 3 fiel, zum Schluß dem scharfen Tempo zum Opfer, denn Tegel befand sich fast ständig vor dem Heiligtum von Fichte 3, und konnten sie kurz vor dem Schlußpfiff noch Nr. 4 erringen.— Fichte 13 hatte am ersten Feiertag einen Wevbespieltag auf der Spielwiese im Treptower Park und hatte sich dazu A.-T.-V Görlitz verpflichtet. Im Handballspiel zeigte Görlitz keine großen Leistungen, denn Stellungsspiel und Wurftechnik fehlte sehr. Trotz- dem Fichte 13 vollständig überlegen war, standen sich beide Mann- schaften mit 1:1 bis zur Pause gleich, während Fichte 13 kurz nach der Pause das Führungstor erringen kann. Dem Spieloerlauf nach hätte Fichte 13 ein höheres Resultat erringen müssen, wenn der Sturm das Tor gefunden und keine Zwefftöckigen geschaffen hätte. Auch verhinderte der gute Görlitzer Torhüter alles Weitere. Das Schlagballspiel zeigte die vollständige Ueberlegenheit Görlitz. Fichte 13 besetzte das Schlagmal, mußte es aber bald wieder abgeben, und wechselten beide Mannschaften noch einige Male. Aber dann tonnte sich Görlitz im Schlagmal festsetzen und viele Läuse vollführen, die ihnen einen großen Borsprung einbringen. Erst kurz vor Schluß findet sich Fichte zusammen und hat jetzt auch mehr Glück im Schlag- mal. Görlitz bringt immer wieder gute Treffer an, die aber von Fichte 13 sofort zunichte gemacht werden und können sie dadurch den Vorsprung etwas verringern. Das Resultat lautete 66: 29 Punkte. Görlitz zeigte im Feldspiel großartige Leistungen, während man von Fichte etwas Besseres gewohnt war. Die vielen Zuschauer, annähernd 399, zeigten ein reges Interesse am Spiel. Das Resultat setzt sich folgendermaßen zusammen. Görlitz: S3 Läufe, 8 Treffer, S Fänge; Fichte: 14 Läufe. 19 Treffer. 3 Fänge und 2 weile Schläge. Im Raffballspiel machte Görlitz das wieder gut, was sie im Handball an schlechtem zeigten, und hatten sie trotz des drttten Spieles noch einen Eifer und ein gutes Fang- und Stellungsspiel. Drei Minuten nach Beginn kann Fichte in Führung gehen, dem aber Görlitz bald daraus den Ausgleich entgegensetzt. Nach der Pause erhöht Görlitz das Resultat auf Nr. 4. Jetzt fmdet sich Fichte zu- sammen und kann einen Strafwurf verwandeln und Rechtsaußen, vollständig fteistehend, zum 1. Tor einsenden. Der Görlitz-Sturm machte dem Fichte-Torwächter viel Arbeit, während der rechte Der- leidiger Fichtes Halblinken wie ein« Klette verfolgte und nicht zum Schuß kommen ließ. Die anderen Resultate lauteten: Faustball Männer gegen Frauen 63: 84 und 54:ö9: Knaben I gegen II 57: 59; Knobenhandball 13. und 9. Abteilung kombiniert gegen 22. Abteilung 9: 1. Hockey: Roland gegen A.-S.-C. 9:5(9:1).— Sterken ecRcn«tili» 1:7(1:3). In der fast überschwemmten Ilgen. k-mpfdahn wurde da« langersehnt« Spiel am ersten Feiertag ausgetragen. Berlin hat Anwurf, doch wird dieser sofort von de» Dresdenern abgefangen, und nach kurzem Paßspiel können dies« den ersten und letzten Treffer an- bringen. Di« Berliner find darüber etwas verblüfft und zeigen fetzt ein groß. artige» Itombinationsfpiel, wodurch sie mit dem Ausgleichs, und dem Führung». tor nicht lang« warten lassen. In der zweiten Halbzeit macht sich die technische Ueberlegenheit der Berliner Mannschaft immer mchr bemerkbar: man kann sehr gut« Leistungen von ihnen sehen. Berlin» Läuferreihe schickt immer wieder den Sturm in» Feuer, und Angriff aus Angriff rollt auf da» Dresdener Tor. Die Dresdener Hintermannschaft ist auf der Hut, doch kommen sie gegen die Raffinessen des Berliner Sturms nicht ganz auf. und somit kann e, der Torhüter nicht verhindern, daß obige» Resultat zustande kam. Der Dresdener Sturm versteht sich jetzt ganz gut durchzusetzen, aber die präzise Arbeit der Berliner Berteidigung und der spannende Torwächter wehren dies« Angriffe mit der größten Energie ad. Die Dresdener Mannschaft kämpfte bis zum Schluß trotz der hohen Niederlage mit einem vorbildlichen Spieleifer. Ein weitere» Spiel fand am zweiten Feiertag gegen Sroß-Röbesdorf, Gruppen. Mannschaft, statt, da» mit 1! 8(1:4) endet«. Groß-Röhrsdorf hat Anwurf. Plötzlich Durchbruch des Berliner Sturms, und der erste Treffer sitzt.®roß- Röhrsdorf versucht durch geschickte Angriffe auszugleichen, was auch gelingt. Run aber fetzt Berlin ein scharfes Tempo auf, welchem die wenigen eifrige» Spieler von Groß-Röhrsdors nicht standhalten können. Berlin bucht bis zur Halbzeit drei weiter» Tore. In der zweiten Halbzeit erhöht sich Berlin» Tor- zahl. Die Groß-Röhrsdorfer spielen nun planlos: nur der gute Torwart per. hindert eine weiter« Niederlage. Stendal I gegen Neukölln 2 l 0:7(0:3). Neukölln dringen ihren Angriff gleich zum ersten Tor vor. Das kurze Rom» binationsspiel Neukölln» bringt die Stendaler in sichtbare Verlegenheit, so baß der Sieg von vornherein feststeht. Neukölln macht dem Stendaler Torwart viel Arbeit, und hätten die Stürmer, und Läuferreihe Stendal» nicht zu eigen- mächtig gespielt, dann wäre ein besseres Resultat herausgekommen. Am zweiten Feiertag holt« Neukölln gegen Stendal und Maadedurg-Neustadt kom» diniert nur ein 3: 1(3: 0) heraus. Magdeburg-Fermersleben gegen Adle«»hof Jugend. Ein schönes, offene» und selten ruhiges Spiel. Beide Gegner sind sich in technischer Beziehung sowie im Stellungsspiel gleichwertig. Nur durch Glück kann Adlcrshos mit 2: 1 den Platz verlassen. Alle anderen Mannschaften, welch« sich in Magdeburg befanden, mußten sich mit Niederlagen begnügen. Neukölln, vereinsmannschaft gegen Vorwärts-Fermerslebea 3:4(1:2) und gegen Schönebeck 1: 2. Reukölln war sehr schußfreudig, doch war Fermcrs. leben» Verteidigung und bei Schönebeck ihre ungenauen Schüsse, welche diese Resultate herausbrachten. Berlin 12 gegen Hohenbodelebe« 1:7(Iii) und gegen jlleIn»Otter»leben 1:4(1:1). Im ersten Spiel waren sich beide Mann- schaften bi» zur Pause gleichwertig. In der zweiten Halbzeit hat Dodelebcn den Wind al» Bundesgenossen und kann in gleichmäßigen Abständen obige» Re. fultat herausholen. Im zweiten Spiel fiel Berlin dem scharfen Tempo zum Opfer. Steftin-Alt-Grabow Frauen gegen Adlershof 3: 3. Die besser« Fang. sicherheit und gute» Zuspielen entschieden hier. M-gdeburg-Sud-nburg gegen Fichte 7 Männer 8:1(ö: 0). Jugend 1: 12 lv: 5). Etaßfurt.Leopoldshall gegen Fichte 7 Männer 4:4(3:2). Jugend 3: Ist s»: 4). Nowawe» I Jugend aegeu Leipzig.Eutritzsch 4:1(1:1). Zu Beginn de» Spiele» machte sich ein bessere» Zuspiel der Leipziger bemerkbar. Kurz vor der Pause wehrt der Leipziger Torhüter einen scharfen N»rf ab und eilte dem Ball nach. Linksaußen konnte aber den Ball erhalten und ihn ins leerstehende Tor senden. Nowawe» ist flinker am Ball und kann dadurch in der zweiten Halbzeit noch dreimal einsenden. Erst kurz vor Schluß gelingt Leipzig da« Ehrentor. Weitere Re>vlt»t«: Minue«: Neukölln Vereinsmannschaft I und N kombi» niert gegen ftöpenick 1 1:3(1:1). Brandenburg II gegen Stralau 12:1 (0: 0). Erkner I gegen Köpenick 12:80:2). ssichtc.Elld T gegen Sangerbausen I 8: 1(4: 0). 2. Mannschaften 0; 0. Fichte-Süb l gegen Salzer bei Nordbausen IG: 0(7:0). 2. Mannschaften Süd 2: 0. Fichte-Süb vertrat Berlins Farben erfolgreich. Ma» Fichte-Süd an Spieltechnik überlegen war, versuchten die anderen Mannschaften durch großen Eifer wettzumachen. 5ußbaU. Die Sködtemannschaft verliert k: 0. Wenn man auch im allgemeinen mit einer Niederlage der Fußballstädtemannschaft gerechnet hat, daß sie aber so hoch aus- fallen würde, hatte man nicht erioariet. Entschuldigend mag ge- sagt sein, daß der Platz eher einer Wassersport, als einer Fußballanlage glich. Die B e r l i n e r.Stürmer scheuten sich in die Fluten zu stürzen. Auch in taktischer Beziehung waren die Leipziger den Unsrigcn überlegen. Hauptsächlich in der zweiten Spielhälft« machte sich diese Ueberlegenheit deutlich bemerkbar. Kein unnötiges Laufen mit und nach dem Ball, sondern präzises Zuspielen brachte Leipzig immer wieder vor das Tor der Berliner und aus nächster Nähe fallen die Tore, für den Torwart unhalt- bar. Berlins Sturm kommt selten vor das Tor der Leipziger und wenn es doch einmal gelingt, dann fehlt der placierte Torschuß. Auch ein Strafftoß an der Sirafraumlini« bringt nicht den er- hofften Ehrentreffer. Die in Berlin weilenden«i,«Bärtigen Bereine schnitten im großen und ganzen gut ab. Der neugebackene Abteilungsm-ister im Osten, Lichtenberg I, wurde von Heidenau hoch mit 0: 7 geschlagen. Der Altbezirksmeister im Osten scheint von seiner ehemaligen Spielstork« sehr viel«ingebüßt zu haben. Mit 0:3 bezog er eine Niederlage von Vorwürts-Bielefeld. Ueberhauvt konnten die Bieleselder ihre hiesigen Spiele alle siegreich beenden. Eintracht-Neukölln wurde mit 3: 1 und Verein für Bewegungsspiele 8: 3 geschlagen. Die Bock. witzer mußten ihre Osterreisc mit zahlreichem Ersatz antreten und verloren da. her gegen Tegel mit S: 3 und gegen Borussia mit s: 2. In Fredersdorf weilte All stein b», den T-smanen und teilte sich in die Ehre mit 4:4. In Mahl». darf konnten die Küstriner«inen 3:0. Sieg über Adler buchen. Nowawe» und Minerva.Guben trennten sich unentschieden 1:1.— Die Reil- der Adler». hoser nach Burgstädt und Brand-Erbisdorf scheint nicht vom Gllick begünstigt zu sein. In beiden Spielen wurden sie mit 1:3 geschlagen. Auch Nordiska erlitt eine große Schlappe. Gegen Eutritzsch zogen ste mit 2: 8 den kstrzeren. — Weitere Resultat«: Bsktoria-Eberswalde gegen Bredow 1:2. Nord gegen Sowjet 0: 11. Luckenwalde II gegen Wollersdorf 4: 2. Neukölln gegen Neu. !i®f'rr Ballfpiellftib 8: 0. Fichte. Südost gegen Treptower Ballsp'elkUib 5; 8 «■k*«!«.««O«« Wriezen 5; 0. Fichte-Südost gegen Treptower B-llspieMub 5: 8. Viktoria gegen Wriezen s: 0. Seddin gegen Ketzin«: 1. Eintracht gegen Adler 12 2:1. Eowset gegen Oberfpree 0:4. Titania gegen Moabit 3 t 1. Sachsenhausen gegen Elsthas 8: 0. Union gegen Hclvetia 8: 1. Askania S'tzrn Fichte 24 5: 4. Teltow gegen Lindenhof 2:2. Spandau 25 gegen iacker 20 2; 0. Rathenow gegen Wacker.Iena 2:1. Velten gegen Backer »: 3 und Alemannia geaen Wacker 2: 0. Hertha 22 gegen«olkwitz 8: 2. Luckenwalde Vereinsmannschaft gegen Rennweg-Wieu 2: 4. Schweralhletikkämpfe. •. den Ofterfeiertagen gab es bei den Arbeitersportlern Berlins einige ittteressante«ampf-eranstaltung-n. So bracht- u.-. der Sportklub Sieg. fried 09 am ersten Fc-ertag im Moabit.r Gesellschaftsbaus in der Wielefstraß« '."ü? Jutbes-tzten Sportabend. Im Ringen standen sich auf der Matt- in der .l-Klasse SE«öpeuick und Sicgfried 09 gegenüber. E- gab recht hart« und spannende Kampfe zu sehen. Siegfried hatte jedoch die stärkeren Ringer in seinen Reihen und konnte mit 21: 7 Punkten haiishoch gewinnen. In den Boxkämpfen siegten im Miegengeuncht nach Punkten Aonetzki(Lurich) über Au»g-»g de» Kampf«» ist also vollständig vff«n. Der Sieg« diese-«-tMJf«» tritt im Juni um die Bundcsmcisierschaft gegen de» Sieger von Oft. und Wistdeutschlond in Leipzig an, da öiorddcutschland schon durch Besld-u.ichland ausg-schi-d-n ist. Die Kämpfe finden vom Fliegeu. b>» echwerzewicht statt. Als Einleitung finden Ausscheidungskämpfe des Wettstreits 1927 im 4. Kreis statt._ Ein kommunistisches Ualernehmen. Wir haben vor kurzem auf eine Konferenz hingewiesen, die der sogenannte Reichsausschuß der Vereinigung der Arbeiter- photographen an Ostern in Erfurt abhält. Aus der Tages- Ordnung, die nunmehr vorliegt, ist jedoch zu ersehen, daß es sich bei dieser Veranstaltung um ein rein kommunistisches Unternehmen Handell. Sämtliche Referate werden von kom- munistischen Größen gehalten, mit Willi Münzenberg an der Spitze. Da gleichzeitig auch die„Internationale Arbeiterhilse" und der kommunistische.�Internationale Bund der Kriegsbeschädig- ten' in Erfurt tagen, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß dort ein größeres kommunistisches Stelldichein mit Einschluß der Arbeiter- photographen veranstaltet werden soll, bei dem Parteige- nassen auf alle Fälle nichts zu suchen haben. Slrahenlauf in Brandenburg. Die Turnerfchaft Brandenburg, Leichtathletikabteilung, veranstaltet am 24. April ein Elraßknlaufen unb.gehen in Brandenburg. Die Brandenburger Arbeiterfportlcr hoffen, zu dieser Veranstaltung alle Groß-Derliner Verein- am Start zu sehen. Di- Ausschreibung. Männer: 5000 Meter: 5000.Mct«r. Gehen. Etafette: 3500 Meter. 10 Mann(beliebiger Wechsel). Jugend: Iahe- gang 09/10: 3000 Meter; Jahrgang 11/12: 1000 Meter: Stafette: 2000 Meter, 10 Mann(beliebiger Wechsel): Sportlerinnen: 1200.Meter.Et-fette, 10 Sport. lerinnen(beliebiger Wechsel). Di- Einzelläufe werden zu gleicher grit al- Mannfchastsläuse geweitet. Straßenlaus durch Moabii verlegk. Der für den 8. Mai vor- gesehen gewesene Straßenlauf durch Moabit ist auf den 19. Juni im Rahmen der Sportwerbewoche des Kartellbezirks Tiergarten zum Kreis-Turn- und Sportfest verlegt worden. Die Ausschreibung steht Einzellauf mit Mannschaftswertung, Staffelläufe für Männer, Frauen, Jugend, Schüler und Schülerinnen, sowie Gehen vor. Zugendwafferball. B.-S.-B. Freiheit— Freie Schwimmer Neu- kölln 3: 1(Halbzeit 1: 1). Am Dienstag vergangener Woche fand das fällige Rückspiel im Hallenbad Ganghofersttaße in Neukölln statt. Freiheit gewann auch diesmal verdient und kann somit als Kreis- meister angesprochen werden. Die Mannschaft gewann 18 Spiels und mochte eins unentschieden, bei einem Torverhältnis yon 93: 26. Sämtliche Spiele waren Gesellschaftsspiele, da in dieser Saison keine Serien ausgetragen wurden. Reue Turnabteilungen im Osten Berlins sind von der Freien Turnerfchaft Groß-Berlin eröffnet worden: Turnhalle Friede nstr. 31: Knaben Donnerstags 6 bis 8 Uhr. männliche Jugendliche Donnerstag 8 bis 19 Uhr. Turnhalle Rigaer Str. 8: Frauen über 25 Jahre Montags 8 bis 19 Uhr. Turnhalle Eckert- st r a ß e: Alters-(Männer-)Wteilung Freitags 8 bis 19 Uhr. Die Arbeiterschaft des Ostens wird um Unterstützung dieser Abteilungen gebeten. Slädlekamps Berlin- Leipzig. Am ersten Osiertag weilte die bc- kannte Ringermannschast des Vereins Adler 9 5 Berlin beim Bruderverein„Teutonia 96" Leipzig zu Gast. Der Städtekampf wurde in sechs Klaffen(ohne Schwergewicht) ausgetragen und endete 15: 9 für Adler 95. Retourkampf Ansang September in Berlin. Rudervereiu Eollegfo. Ab 1. Mai findet monatlich nur eine ordentliche Mitgliederversammlung statt, unb zwar jeden ersten Donnerstag im Monat ! bri Thunack. An diesem Tage fällt der Eportbetrirb im Bootshaus- aus. Die ! Fahrtenansetzung erfolgt jeden Donnerstag im Bootshause, ebenda auch Reu- ; aufnahmen. ! Freie Schwimmer Eharlottenburg 04 e. V. Sonntag, 24. April,-armitt-g», ; Arbeltsdienst in der Iungsrrnbeidr. Erscheinen Pflicht, �iontag, 25. April» 8 Uhr, Sitzung der Haudb-llspl-ler und der Wettkampstnannschast de: Glimm, Kaiser-Friedrich-Str. 13. Arbriter-Sportkartell sür den 12. Verwaltu-gsbezirt Steglitz. Kartell. Generalversammlung am Donnerstag, 21. April,>48 Uhr, in Munds ne>:» sälen, B-rlin.SUdend-, Lichterfcldcr Str. 17. Eintritt nur mit Mitglledskarte. Sander-Paddl-r„Havel- E.V. lMitglied de» Arbeiter-Turn. und Sport. bundcs). Bootshaus: Heiligensee, Dorfstr. 29. Baatsständi sind nach frei. M t. glieder werden federzeit aufgenommen Anfragen zu richten an: Wa.ür Schlokat, Derlin-Riederschönhansen, Lindenstr. 28». Arbeiter- Athletenvereine 5. Bezlrl. Am Sonntag, 15. Mai, findet im Stadion Frirdrlchshaln ein Werbesportfest der„Interessenverriiiigung der.lr. beiter-Athletenvereme 5. Bezirk, Mitglied des AAB.", statt, bei dem leinst.» athletische Wettkämpfe veranstaltet werden. Vorgesehen ist folgende i! r». schreibung: Für Männer und Jugendliche 100 Meter, 4X100 Meter und sur Ringermannschaften vom Fliegen» bis Schwergewicht 7X100 Meter. Frau.» 80 Meter und 4X10» Meter. 1500 Meter, offen für alle. Ferner Mannscha-i-. tauziehen. Einzelkonkurreiizen: Hoch, und Weitsprung, Kugelstoße». Meine- schluß unwiderruflich 23. April bei O. Müller, Berlin 0 34, Peteesöur�r Straße 19. - Achtung, Mitglieder des Arbeiter. Turn- und Sportbundes 1. Kreis! Am 1. Mai sind alle Mitglieder verpflichtet, vormittag» an den Kundgebung.» des Allgemeinen Deutsche» Gewerkschaftobundes teilzunehmen. Der Kreisrot hat in seiner Sitzung vom 14. April beschlossen, daß für die Arbeiterspor!>r folgende vom ADDB. festgelegten Sammelplätze in Betracht kommen: Neuki-llu: Neuterplatz. Südosten: Martannenplatz. Osten: Weberwiese. Nordwefteu. Eharlottenburg: Kleiner Tiergarten. Westen: Belzigrr Ecke Eis-nacher StraßrJ sich zuwenden wollkn. Am 7. und 8. Mai ist für alle Sparten des Kreise» Spiel- und vlaotverbot. Di« Arbeitersportler haben sich für dies« Tage ihr,:» Verein zur Bereitschaft zu stellen. Wanderungen und sonstige Fahrten sind für diese Tage unbedingt zu unterlassen. Kartellbezirl Prenzlauer Brrg. Sitzung am Mittwoch, 20. April, 8 Uhr, im Lokal Werner. Senefelderstr 32. Sportverein Moabit. Jeden Dienstag und Donnerstag ab 8 Uhr Platz» training Tiergarten. Mittwoch>4? Uhr Straßentraining Seestraße. Touristenverein„Die Naturfreunde', Ortsgruppe B-rli»«. Zentrale Wien. Mittwoch, 20. April,>z8 Uhr, in der Aula der Schule Grünlaler Straße 5 Lichtbildervortrag:„Cuer durch Rußland— Pom Baltische» Meer zum Kaukasus." Rcfercnt Genosse Dr. Riemer, Jena, Korrespondent d.r „Freunde des neuen Rußland". Karten zu 50 Pf. an der Abendkasse.— Abt. Friebrichsbaacn: Mittwoch, 20. April, 8 Uhr, im Seglerheim See- Cck- Bellevuestraße: Liederabend.— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 2l. Apr!, ".ch?»»»(Now-w-s) und Räder(Siegfried) unentschieden. Ein Leistung-beb-n der CEE. er Heber vervollständigte das r-ickb-Itig- Programm �«>>»«inifportv-r-in Tegel St-ttiner Arbeiter. Schwerathleten zu Gast. Die Stettin er hatten de? Einladung Tegels gern ,?<[c.i9«l und waren vollzählig erschienen. Etwas überraschend kam » Ä' Z" b°be Sieg der Gäste, die mit 19: 8 Punkten erfolgreich au» den Kämpfen hervorgehen konnten In der L.Pl-ss- Neqte Nauen über Tegel mit 9. 0, die Schulermannschaft Berolma-Hennigsdorf über Tegel mit 18: 7 Pkt. Milkeldeutsche Boxmeislorschost jm Arbeiler-Athlelenbund. Am Sonntag, 24. April, findet im Moabiter G-s-llschaftshaus, Wielef. flcaßc, ein wichtiges Treffen innerhalb des Bozspsrt- im AABD. statt. Di- i Kreism-ist-r d-s 5. Kreises Halle-Cachsen und 4. Kreises B-rlin.Brandenturg, | vertreten durch die Vereine„Achilles 94" und„Lurich 02", kämpfen um den ! Titel eines Mitteldeutschen Meister». Halle konnte in der ersten Rund« den ! �ullringer Meister schlagen, so daß man Halle die größten Siegeschancen zu- ! sprechen kann. Doch da die Mannschaft Lnrichs sich durch große Kämpfe ver. bessert hat,:st e» immerhin möglich, daß es Uebcrrafchungen geben kann. Der Parkaue 10: Literarischer Abend— Abt. Reulölln: Donnerstag, 21. April, 8 Uhr, im Heim«annrr Ecke Böhmische Straße Lichtbildervortrag:„Erlebnisse auf der Walze." Boren In Lichtenberg-Friedriibsfelde. Am Mittwoch. 4. Mal, eröffnet d>e Sportliche Pereinigung Lichtenberg.Friedrschsfelde 04 e. P. um 8 Uhr in d-r Turnhalle Bürgerheimstr. 3«ine Bopabteilung. Es ist der Vereinigung qe- lungen, als Trainer einen namhaften Brrufsborer zu verpflichten, so daß Gewähr für ein« äußerst gute, lachgemäße Ausbildung im Boxen geboten n> d Interessenten wollen ssch setzt schon melden. Aufnahme erfolgt in d n llebungsstunden(Dienstags und Freitag» von 8—10 Uhr) daftibst beim Abteilungsleiter. Die Doxabtcilung steht unter fpvrtärztlicher Aufsicht. WeNcrberichl der öffenlsichea Wetterdienststelle für verfiu"nd Umgexen» (Nachdr. verb.). Meist stark wollig bis trübe, später auch Neigu. g z Regensällen. Temperaturen ein wenig böber: weftfiche Winde.— F.. veuffchlond: Jm isüdwesten und Osten heiter, im übrigen Deutscht a-id stark wolkig, stellenweise, beionde-S im Nordwesten. Regensälle. /sf cfos Waschen mit (ßrtfkcmjison's Bätfmfudifet* Es wäscht schnell und schont den Vhschäxsfand. nt. 184 ♦ m. 2« 6cilßgc des t�ortDOtrtd Mttwoch. ü«. ftpril 1427 Das laufende Sand des Wohlstandes. Was Amerikas Einkommensstatiftik lehrt. Das im Jahr« 1920 in den Vereinigten Staaten von Amerika gegründete Nationalbureau für ökonomische Forschungen hat kürzlich Berechnungen über die Entwicklung des Volkseinkommens der Union bis zu dem Jahre 1926 veröffentlicht. Freilich hat das Bureau dies- mal vereinfachte Schätzungsmethoden angewandt. Trotzdem dürften seine Feststellungen, die auf der- Lohnstatistik, der Zahl der Arbeiter und Angestellten, der Höhe der Dividenden, den Daten über den Umfang der Produktion usw. beruhen, der Wirklichkeit nahekommen. Die Eulwicklung des Volkseinkommens. Als Volkseinkommen wird das gesamte Einkommen aller Be- oölkerungsgruppen in Geld und in den für den eigenen Verbrauch erzeugten Gütern betrachtet. Es werden berücksichtigt: Löhne, Gehälter, Renten, Unternehmergewinne, Dividenden. Zinsen, der 'Nietwert der von den Besitzern selbst bewohnten Häuser und Woh- nungen, die Verzinsung der Kapitalien, die in Hausmöbeln, Kleidern und ähnlichem investiert sind, der Wert der Erzeugnisse, die von den Produzenten selbst verbraucht werden. Das für jedes Jahr nach diesem Schema berechnete Volkseinkommen wird in Dollar ausge- drückt, da aber die Kaufkraft des Dollars wie auch jeder anderen Geldeinheit Schwankungen aufweist, werden die ermittelten Zahlen durch die entsprechenden Preisindexzefsern dividiert. Das Volks- einkommen in den Vereinigten Staaten betrug: Ja Milliarden In Milliarden Dollar ver- Dollar glichen m. d. Nauslr. v. 1913 ;;;. 27,1 .... 28,4 .... 29,0 .... 30,6 .... 32,0 1909, 1910. 1911. 1912. 1913. 1914. 1913. 1916. 1917. 1918. 1919. 1920. 1921. 1922. 1923. 1924. 1925. 1926. 31,6 32,7 39.2 48,5 56,0 67,3 74,2 62,7 66,6 76,8 79,4 86,5 89,7 28,2 29,1 29,3 30,8 32,0 31,3 32,0 86,5 87,3 36,5 37,6 36,3 36,2 40,4 46,9 48,4 51,1 62,9 Somit betrug das Volkseinkommen der vereinigten Staaten im ?ahre 1926 beinahe 90 Milliarden Dollar oder etwa .3 7 7 Milliarden Goldmart. Das gegenwärtige Volksein- kommen von Großbritannien.(mit Nordirland) wurde vor kurzem von Bowley und Stamp auf 4164 Millionen Pfund Sterling oder 91 Milliarden Mark beziffert. Gegenüberstellungen der ab- s o l u t e n Zahlen allein führen aber noch nicht weit. Aufschluß- reicher sind die relativen Zahlen für Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug also in den Vereinigten Staaten im Jahre 1926 3234 Mark. Die entsprechende Zahl sur Deutschland lautet auf 1000 M.. für Großbritannien auf 2000 M. An und für sich enthäll diese Ueberlegenheit der Union nichts Un- -'rwartetes. Die oben angeführten Zahlen beleuchten aber den Ur- iprung des amerikanischen Wohlstandes. Man ist in Europa ge- wöhnt, die Amerikaner als Kriegsgewinnler zu betrachten: sie haben den Krieg benutzt, um den Weltmarkt zu erobern, sie haben den Alliierten Lebensmittel und Kriegsmaterial zu Wucher- preisen geliefert, sie haben der Welt amerikanisches Geld zu Wucherbedingungen geborgt und so fort, Wäre diese weit verbreitete Auffassung richtig, so müßte das Nationaleinkommen der Union gerade in den Kriegsjahren und in den ersten Nachkriegsjahren den größten Aufstieg erweisen. In Wirklichkeit zeigen die Zahlen etwas ganz anderes. Das in Dollar mit der Vorkriegskaufkraft ausgedrückte Pro-Kopf-Einkommen, das im Jahre 1913 329 Dollar betrug, ist im Jahre 1917 auf 361 Dollar gestiegen, im Jahre 1918 auf 340 Dollar zurückgegangen, in dem folgenden Jahre wieder etwas gestiegen, dann wieder gefallen. Im Jahre 1921 machte es 334 Dollar aus, kaum 2Proz. mehr als vor dem Kriege. Der wirkliche stürmische Ausstieg fSngl erst mit dem Zahre 1922 an. Seitdem haben die Amerikaner einen Zuwachs von 40 Prozent erziellt Dabei spiellen die Schuldtilgung Europas und die amerikanische Expansion auf dem Weltmarkt kaum eine Rolle. Es genügt, sich die Ergebnisie der internationalen Abrechnungen näher anzusehen, um sicht zu überzeugen, daß die Schuldner Amerikas sich mst der Schuldentilgung nicht übermäßig beeilen und daß die Einnahmen der Union daraus für den wachsenden Wohlstand nichts bedeuten. Was andererseits die Ausdehnung der Vereinigten Staaten auf dem Weltmarkt betrifft, so unterliegt es sicher keinem Zweifel, daß hier die Ueberlegenheit der Union den europäischen Staaten gegenüber sich mit jedem Jahr mehr fühlbar macht. Sie erklärt aber auch nicht das Wachstum des Wohlstandes der Union, vielmehr ist sie eine Folge dieses Wachstums. Dies wird klar, wenn wir die Ausfuhr der Vereinigten Staaten in der Periode 1909 bis 1926 mst den vom Nationalbureau ermittelten Daten über das Volkseinkommen vergleichen. Die ausgeführten Waren stellten, ihrem Werte nach, in den Jahren 1909 und 1910 6,1 Proz. des Volkseinkommens der Union dar. Dieser Prozentsatz war vor dem Kriege im Wachsen begriffen und betrug: im Jahre 1911...... 7,1 Proz. 9. 1912...... 7,2. m„ 1913...... 7,7 9 Nach einem vorübergehenden Rückgang im Jahre 1914(7,5 Proz.) hat er im Jahre 1915 schon 8,5 Proz. erreicht, dann, in der Periode der glänzenden Kriegs- und Nachkriegsgeschäfte: im Jahre 1916...... 14,0 Proz. *» 1917...... 12,9. m. 1918*.. �. 11,0 9 9 9 1919...... 11,8 9 9 1920...... 11,1. Die wahren Ursachen de» Reichtums. In den letzten Jahren, den Jahren des stürmischen Wachstums des Wohlstandes in Amerika, spiest die Ausfuhr eine noch geringere Rolle. Sie betrug im Jahre 1921 7,1 Proz. des Volkseinkommens und geht seitdem weiter zurück: im Jahre 1922...... 6.9 Proz. .. 1923...... 6,4» 1924.< 1925.. 1926.. 6,8 5,6 5,3 Wir sehen daraus, daß die amerikanische Wirtschast nicht auf die Ausfuhr, sondern auf die Vesteferung des inneren Marktes ein- gestellt ist. Die Fortschritte der amerikanischen Industrie sind aufs engste gerade mit dieser Einstellung verbunden. Das Wachstum der Produktion geht in der Union mit der Steigerung der Löhne und des Massenver- b rauch es Hand in Hand. Das lausende Band, das die ganze amerikanische Wirtschaft in Bewegung setzt, lautet: besiere Technik— höhere Löhne, größere Produktion— sinkende Preise, sinkende Preise— größerer Absah, größerer Absah— weitere Rationalisierung der Technik, Fortschritt der Technik— Steigerung der Löhne usw. Die Wirtschaftsführer Europas, die von Amerikanern die Ge- Heimnisse der Typisierung und Rattonalisierung, des Taylorismus und Fordismus übernehmen, haben leider dieses laufende Band übersehen. Wl. W. Nachtkämpfe in öer Sraunkohleninöuftrie. Ein Korruptionsskandal um die„Ilse". Seit einigen Wochen ist ein offener Kampf zwischen der Petschek-Gruppe und der Bubiag-Gruppe um die Herrschaft über die Grube Ilse im Gange, der auf der Generalversammlung der Ilse- Bergbau-A.-G, am 28. April zu sensationellen Enthül- l u n g e n führen dürfte. Die Gebrüder Petschet, die aus dem tschechoslowakischen Braunkohlenbergbau stammen, haben in der Kriegs- und Nach- krisgszeit ihren Besitz im mittel- und ostdeutschen Braunkohlen- bergbau stark ausgedehnt. Sie benutzten die ihnen aus der da- maligen guten Kohlenkonjunktur(besonders aus ihrem wen- verzweigten Briketthandel) reichlich zusließenden Gewinne dazu, Aktien von bestehenden Braunkohlenunternehmungen zu erwerben und sich auch uncrschlossene Kohlenselder zu sichern. Erst verhält- nismögig spät ist die mcisl kapitalschwächere deutsche Braunkohlen- industrie, vor allem unter der Führung der Ilse und der Fried- länder-Gruppe, deren wichtigstes Glied die Braunkohlen- und Brikettindustrie A.-G.(Bubiag) bildet, zu Gegenaktionen»or- gegangen. Der„G e g e n b l o ck" Jlse-Bubiag, dem außerdem noch verschiedene der adligen„Landherren- der Lausitz angehören, besitzt a e m e i n s a m verschiedene Gesellschaften, in deren Händen sich die großen unerschlossenen Braunkohlenfelder der Oberlausitz be- finden, welche nach der früher oder später zu erwartenden Er schöpsung der Niederlausitzer Braunkohle die wichtigste Reserve des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaues bllden. Neuerdings hat Petschek durch unbeobachtet vorgenommen« Akttenkäuse«inen er- heblichen Teil des Ilse-Kapitals an sich gebracht. Obwohl die Ilse- Verwallung, dank der zum Schutz gegen solch«„llebersremdungs* gefahren geschaffenen mehrstimmigen Vorzugsaktien, wahrscheinlich noch die volle Entschließungsfreiheit besitzt, scheint sie ihrem neuen Großakttonär Petschek Sitz und Stimme im Verwaltungsrat zu gesagt zu haben. Das würde bedeuten, daß die Petschek-Gruppe die Geschäftsführung der Ilse kontrollieren und in ihrem Sinne beeinflussen kann. Für Petschek ist die Ilse nicht nur deshalb wichtig, weil er als Großaktionär an ihren Gewinnen teilnimmt und gleichzeitig in den indirekten Besitz wenigstens eines Teils der umstrittenen Oberlausitzer Felder kommt, sondern vor allem deshalb, weil er durch die Ilse die Mehrheit im oft elbischen Braun- kohlensyndikat erhält. Damit gewinnt er die Möglichkeit, das Syndikat seinen Interessen dienstbar zu machen und seiner eigenen Kohlenhandelsorganisation den Löwenanteil der Gesamt förderung im ostelbischen Revier zuzuführen. Nach dem Kohlen wirtschaftsgesetz sind die Gruben verpflichtet, ihre Produk tion an das Syndikat abzuführen, das dann, durch feine eigene Vertriebsorganisation, durch den freien Kohlenhandel und durch die Werkhandelsgesellschasten der Gruben, den Absatz bis zum Detail Händler und bis zum Großkonsumenten durchführen läßt. Jgnaz Petschek war schon längst darauf aus, das Syndikat nach seinen Plänen umzuformen. Vor kurzem hat er durchgesetzt, daß, bei einer Neuaufteilung des Syndikatsabsatzes auf die einzelnen Vertriebs- gruppen, die Werthandelsorganisationen etwa das Doppelte der bisherigen Beteiligungsziffern erhielten, während der freie Handel nur die alten Kontingente zugewiesen bekam, und der eigene Vertrieb des Syndikats sogar eingeschränkt wurde. Mit der Zuweisung größerer Verkaufsmengen an die Werkhandelsfirmen ist aber der Vorteil, den die großen Produzentenhändler, in erster Linie also die Petschek-Gruppe, aus dieser Neu- regelung ziehen können, noch keineswegs erschöpft, da sie gleich- zestig entsprechend dem Wachsen ihrer Bezugsmengen auch höhere Rabatte angerechnet und damit höhere Gewinne erhalten. Diese höheren Gewinne und Rabatte ermöglichen es, den freien Handel aus dem Kohlen- und Brikettgeschäft hinauszudrängen und den Werksgesellschaften eine Monopolstellung zu sichern. Die gemein- wirtschaftlich gedachte Organisation des Syndikats wird also den Interessen der Großproduzenten dienstbar gemacht, sie wird„privatisiert". Das Sensationelle an diesen Vorgängen liegt nun darin, daß die Petschek-Gruppe sich ihr« Stellung in der„Ilse" durch Korruptio nSmanöver verschafft haben soll. Es soll ein Abkommen zwischen der Verwaltung der Grube Ilse und den Brüdern Jgnaz und Karl Petschek bestehen, der Generalver- sammlung der Ilse die Wahl von Petschek-Vertretern in den Auf- sichtsrat vorzuschlagen, wobei Herr Petschek zugesichert haben soll. sämtlichen A u fs i ch ts rä t e n ihre Stellung bis zum Lebensende zu garantieren. Dieses Abkommen soll auf der Jlse-Generalversammlung am 28. Aprll vorgelegt werden. Ferner soll Aufklärung über die Gründe des Abkommens ver- langt und eine unabhängig« Revisionskommission eingesetzt werden. Die Anttäge sind für die Oeffentlichkeit schon sachlich wichtig genug. Aber auch grundsätzlich muß die Oeffentlichkest den Ablauf des Kampfes um die Ilse mit größter Aufmerksamkeit verfolgen: leuchtet er doch u. U. in die Kanäle und Mittel hinein, mit denen das Schwerkapital den gesetzlichen Schutz der Verbraucher gegen das Gesamtinteresie zu umgehen oersucht. Meister im Schweigen! Zum Abschluß der Manuesmaun-Röhrenwerke. Die Mannesmann-Röhrenwerke in Düsseldorf beweisen sich in ihrem Geschäftsbericht für Ende 1926, der diesmal nur ein halbes Jahr umfaßt, als Meister des Schweigens. Sie haben allerlei Grund dazu, weder die Umsätze, noch die Pro- duktionsziffern, noch die Pro-Kopf-Leistung ihrer Belegschaft zu ver- raten, denn sonst gäben sie ihrer Belegschaft Einsicht in eine Pro- duktions- und Gewinnentwicklung, die sie den Belegschaften lieber vorenthalten. Der Gewinn, der in dem halben Jahre erzielt worden ist, genauer gesagt, ausgewiesen wird, ist mit 8,16 Millionen gegen 8,80 Millionen im ganzen Jahre 1925/26 nur um ein Geringes kleiner. Der Rohgewinn mit 16,46 Millionen erreicht für das halbe Jahr fast 60 Proz. des ganzen Vorjahres. An Zinsen war dagegen mit 0,82 gegen 2,89 Millionen weniger als' ein Drittel zu bezahlen. Unerhört günstig ist der Bilanzstatus. Die Bankguthaben sind� mit 11,92 gegen 3,64 Millionen in dem einen halben Jahre mehr' als verdreifacht worden, wie der Konzern selbst sagt, infolge, der vollständigen Räumung der Halden und Läger. Die Fabrik- anlagen, Hütten und Bergwerke sind trotz erheblicher Ausbauten und trotz der vollen Ausnutzung beträchtlich abgeschrieben worden. Und wenn die laufenden Verpflichtungen von 7,16 auf 14,83 Millionen erhöht sind, ist diese Steigerung noch geringer als der Zuwachs an Bankguthaben. Die großen Gewinne kommen auch in der D i v i d e nd e zum Ausdruck, die auf jährlich 8 Proz. erhöht ist gegenüber 5 Proz. im Jahre 1925/26. Trotz der gewaltigen Ausdehnung der Produktion— der Konzern war mehr als voll beschäftigt— war die Belegschaft am 31. Dezember 1926 mit 24 200 Mann niedriger als am 30. Juni 1925, wo die Schwerindustrie unter einer schweren Krise litt. Auch bei den Mannesmann-Röhrenwerken ist deshalb feftzu- stellen, wenn sie auch über die Leistungssteigerung der Belegschaft den Mantel des Schweigens breiten, daß die großen M e h r g e» Winne der Mehrleistung der Belegschaften, weit-e gehend zu verdanken sind._ Ein Krisenjahr bei Ludwig Loewe. Lei 10 Pro,. Dividende? Die Ludwig Loewe u. Co. A.-G. Berlin nennt das Jahr 1926, für das es bekanntlich auf das Kapital von 15 Millionen Mark wieder eine Dividende von 10 Proz. verteilt hat. ein Krisenjahr. Sie zielt offenbar darauf ab, erst dann wieder von guten Jahren zu sprechen, wenn sie, wie in der letzten Vorkriegszeit 18 und 30 Proz. Dividende oerteilen kann. Die Ludwig Loewe A.-G. hat bekanntlich die Waffenproduktton, mit der sie früher ihre Hauptgewinne machte, eingestellt, ihr Kapital aber gegenüber der Friedenszeit verdoppelt. Di« Dividende von 10 Pro,,, ist also mehr, als sie scheint, und zum mindesten hat die Firma Loewe keinen Anlaß, in dem Sinne über schlechte Geschäfte zu klagen, daß sie daran nicht genug verdient. Der Rohgewinn ist mit 4,10 gegen 4,35 Millionen im Vorjahre fast gleich hoch, dafür sind die Handlungsunkosten um 30 000 M., die Zinskosten um 70 000 M. geringer, und der Reingewinn (mit 1,85 Millionen gleich hoch ausgewiesen wie im Vorjahr) wird dadurch nicht geschmälert, daß auf die Maschinenbestände wieder über 800 000 M. abgeschrieben werden, so daß der ganze riesige Maschinenpark jetzt mit nur einer Mark bewertet ist. Dabei sind die lausenden Schulden von 4,47 auf 4,29 Millionen zurück gegangen, während die Bankguthaben mst 1,03 Millionen verfünffacht und die sonstigen Forderungen von 1,32 auf 1,71 Millionen erhöht sind. Die Finanzlage der Ludwig Loewe A.-G. war Ende 1926 also trotz der Krise glänzend und für ihr« 3600 Arbeiter und Angestellten besteht keinerlei Anlaß, sich über die ungünsttge Lage der Gesellschaft etwas weis machen zu lasten. Hant-Blelchkrern Hände in kurzer Zeit rein weiß. Wirksam erprobte unsckzädliche Mittel gegen unschöne Hautfarbe, Sommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke. Mit genauer Anweisung in allen Chlorodont-Verkaufsltellen zu haben. „Moro" so» wie Kloro- seife bleicher» Gesicht und J�GIChß Abwechslung /n der kssKc�e/? Suppe bieten MAGGB'Sußpen-Würfe! Viele Sorten, tB, Ger-Nudeln. Reis. Blumenkohl. Ocbsenschwanz. Efts. Grünkem. Tomaten, Reis mit Tomaten usw. KInslndungi» für tiefe Rubrik sind Berlia SW 68. eintenfteate 3, parteinachrichten für Groß-Serlln slct» nn da» Beiirkisekretariat. ■L Hof, 3 Treu, recht»,»n richte» 5. ftcei» Friedrich»hai». Heute, Mittwoch, 20. April, 7V, Uhr, Marku»str. 49. Siramce 29, wichtige Eltzung des engeren Kreisvorstandes und der Frak. tion. Erscheinen unbedingt erforderlich. ipü�i 3. fiecis Wcdding. Achtung!„ Aula des Schiller-Lyzeum», Pank. Ecke 22. April, IV, Uhr, in der W JB iöttcherstraße, Kreismitaliede» versammlung. Vortrag: �Sozialdemokratie und Republik." Referont Franz Kliihs.„Vorwärts". Redakteur. Zahlreiches Erscheinen aller De- nossinnen und Genossen wird wegen der vom Kreisvertretertag be» antragten Tagesordnung erwartet. 7. Kreis E Harle ttenbnrg. Heute, Mittwoch, 20. April, S Uhr, Kreis- Mitgliederversammlung in der Aula de» Schiller-Realgymnastums, Schillerst!. 26. Vortrag:„SPD. und crwerbstätige Jugend." Referent Gewerbeoberlehrer Reifchies. In Anbetracht der wichtigen Tagesord» nung erwarten wir das Erscheinen sämtlicher Genossinnen und Ge. nassen. Mitgliedsbuch legitimiert.» 16. Kreis Köpenick. Freie Schulgemeinde: Donnersiag, 21. April, TV, Uhr, bei Zabel, Köpenick, Freiheit S, Generalversammlung. Tage». ordnung: 1. Vortrag. 2. Berichte. 3. Wahlen. Um pünktliches und bestimmtes Erscheinen wird gebeten. Klei, Wilmerrdors. Die Abteilungsleiter wollen Namen und Adressen der bedürftigen erwerbslose» Parteimitglieder bis spätestens Montag, 2».' dem Genossen Max Steinhösel, Eharlottenburg, Sybelstr. 25, lieber bi» spätestens Montag, 2i. April, WW WW. harlottenburg, Sybelstr. 25, schriftlich einreichen. 15. Krei, Treptow. Freita, WWW in der Schule in Niederschöneweide. Vortragende 19. Kreis Pankow. Mittwoch, 20. April, lh» Uhr, Sitzung der Kreisbildungs- 22. April, IV, Uhr, Kursus Wohlfahrtspflege "" �' Genossin Todenhagen. kommistion im Sängerheim, Besitzer Böhm, Pankow, Florastr.»3. Wich. tige Tagesordnung. Jede» Mitglied der Bildungskommission muß un. bedingt vertreten sein. heute. Mittwoch. 20. April: 35. Abi. Kommvnale Kommissioa: 7V, Uhr bei Toepper, Rigaer Str. 85, Sitzung. Vortrag:„Das Wohnungsbauprogramm der Etadtgemeinde Berlin." Referent Stadtrat Rosin. Alle Genossinnen und Genossen, die ehrenamtlich im Bezirk tätig sind, und Interessierte find dazu eingeladen. 43. Abt. Schwerhörige. 7V, Uhr im Jugendheim Lindenstr. 8, 2. Hof 3 St., Mitgliederversammlung. Lichtbildervortrag de» Genossen Dr. Roeder über: „Die fozialgesundheitlichen Einrichtungen eine» Gesundheitsamtes." Alle Mitglieder werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. Interessierte sind eingeladen. 52. Abt. Steglitz. 8 Uhr im Lokal Mund, Südende, Lichterfelder Str. 17, Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirksparteitag. 3«. Abt. Renkölln. 8 Uhr bei Wolff, Kaiser-Friedrich. Ecke Roseggerstraße, Abteilungssunktionärsitzung. Kein Funktionär darf fehlen. Wichtige Tagesordnung. Bezirkssührer, die am Erscheinen verhindert find, müssen unbedingt Vertretung bestellen. 135. Abt. Adlershos. 8 Uhr bei Vogel, Bismarckstr. 84, Mitgliederversamm- lung. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Das Arbeitszeitgesetz." Referent Ge. nosse Zabel. 2. Bericht vom Bezirksparteitag. 8. Parteiangelegenheiten. 4. Verschiedene». 137. Abt. Reinickendorf. West. 7 Vi Uhr im Volkshaus Scharnweberstr. 114 Mit. gliederversammlung. Vortrag:«Die Wirren in China." Referent Hann» Kamm Alle Genossinnen und Genossen werden gebeten, zu erscheinen. Gäste willkommen. 133. Abt. Tegel. Bezirk Keiligeitfee, Reu-Seiligensee, Siedlung am Bahuhof Heiligeafce und Schulzendorf! Mitgliederversammlung 8 Uhr im Lokal Hermann Klaar in Schulzendorf. Tagesordnung: Bericht vom Bezirks- Parteitag. 2. Verschiedenes. Alle Genossinnen und Genossen werden ge- beten, bestimmt und zahlreich zu erscheinen.— Achtung! Am Donnerstag, 21. Avril. 8 Uhr, im Lokal Christensen, Tegel, Schlieperstr. 89, wichtige Funktionärsitzung. Erscheinen sämtlicher Funktionäre und der dem Sport- kartell angeschlossenen Genossen dringend notwendig. Morgen. Donnerstag. 21. April: 31. Abt. Alle Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich an dem Bor- tragsabend der Sozialistischen Arbeiterjugend in der Schule Driefener Straße 22, Eßzimmer, 7V, Uhr, zu beteiligen. Bortrag:„Wir und unsere Eltern." Referent Genosse Kunis-Dresde». 43. Abt. 8 Uhr bei Krüger, Drimmstr. 1, Sitzung sämtlicher Elternbeiräte. Genossinnen und Genossen, die an Schulfragen interessiert find, werden dazu eingeladen. 93. Abt. Reuköln. TM Uhr in der Aula der Knaben Mittelschule Donaustr. BO Mitgliederversammlung. Bortrag:„Der gigantische K-mvf der Klassen im Weltrnausmaß." Referent Wilhelm Landa. Alle Genossinnen und Ge. Nossen werden gebeten, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Frauenveranstalwngen. 78. Abt. SchZueber«. Heute, Mittwoch, 20. April, 8 Uhr. Frauenabend bei König, Feurig. Ecke Prinz-Georg-Straße. Vorlesung aus Lily Brauns Werken. Referent Dr. Greil. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. 133. Abt. Friedrich»hagen. Donnerstag, 21. April, 7�4 Uhr, im Lokal Otto» Kirchstr. 28, Vortrag:„Die Frau in der Partei." Referentin Henny Rewald. Gäste find willkommen. Juagsozialisten. Spielgemeinschaft: Heute, Mittwoch, 20. April, 7 Vi Uhr, im„Vorwärts"- Gebäude, Lindenstr. 3, Probe zur Raifeier im Ulap. | Sterbetafel der Groß-öerliner Partet-Grganifatlon 31. Abt. Am 16. April verstarb unser langjähriger Genosse und Funk- tionär Bezirksverordneter Adolf K o l b e r g, Bornholmer Str. 4. Wir werden fein Andenken stet, in Ehren halten. Einäscherung am Freitag, 22. April, nachmittags 5 Uhr, im Kremawrium Gerichtstraße. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 41. Abt. Unser Genosse Paul L i n o w, Teltower Str. 15, ist am Mitt- woch, 13. April, im 43. Lebensjahre plötzlich verstorben. Ehre seinem An. denken. Die Beisetzung hat bereit» am 16. April stattgefunden. SoziaNstischr lllrbeiierjugevd. Am Mittwoch, dem 20. April, im Jugendheim Ebertzwalder Straße 1l>, Zimmer 11, Vortrag: ,D a S Verhältnis zwischen S AI. und kommunistischer Jugend. übergibt man nur dem Nachweis de« Deutschen Mufikeeveedandes. Berlin. Komma» dantenstr. 63,64. Dönhoff 3277—78, Geschäftszeit 9—5, Sonntag» 10—2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreteröesuch. f y�vi] \ WIOT AK N XCW l Ri'cjo jtV� um grÄrincr r'.tz. SOK),. n. JÄ vr-'jjii r 5020 ¥«z*i«cEsaf ssÄeiSera: Köpenicker Straße 75. Stegiiiz, BiTsmarck- straße 64a. Lankwitz, Bruchwitzslraße 6. Berlin N, Mülleistr 153a NeuKGIin, Kollbusser Damm 103 Neu eröffnet: Alte Schönhauser Straße 46 nffteafer Lküfipleic um. «»»»»>,»» Staats-Tllcatsr Opernhaas ». Platz d.RepDbl. 7V, Uhr: Pldello Schnusplclhau» 8U.:Ein besserer Herr Schiller- Theater 8 Uhr: Razzia Chirloitenburg 7'/, Uhr: Der arme Heinrich Abonn.-Turnus II. Die Konrädie BismarcK 2414. 751» 8 Uhr, Ende IOViU. Manneqains Nachtvorstellung Täglich 11 Uhr: Beviit: WasSis vollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Ttoat, a.liclltni!orfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr Enfigryoll Drei arme kleine Mädels Oitntl, nn Wihtr Kgllo WaSSner-Theater Mittwoch, den 20. April,»'/« Uhr Zum 1. Male; MfderSoimeiiseHe Lustspiel in 3 Akten von Oscar Blumeathal n. Cuslat Kadelburg. OoBtsdiesWßr Norden 10314—37 3 U. Ende 11 U.' Der Arzt am StfietdeweD CASINO-THEATERs uhr Pimpelhuber der Millionen-Erbe Gutschein: Faut 1 Mk., Sessel 1.50 Alk Kammerspiele Norden 10334—37 8V», Endenach 10 Lockvögel Nollendorf 7360 8 Uhr Variete- Neaheitenl Volksbühne Ttiutv an Bilovplati Tb. an Sdriffkuenlaiiin 8 Uhr Gevritter Ober Golttand Morgen 8 Uhr: Nachtasyl 8 Uhr: Tragödie der Liebe. Isllmbtig-Biau» Dt«. KOnstler-Th Täglich 8 Uhr Skasiial in Amerika s«nw. Sliihr. Reha's 1 essing-The«ter 8 U.: Der Patriot Wncmr. Kirtim Luslsplelhaus 1 S'l, Uhr; k»lch ThWidnr hta-einJinp Sprffzpnmpcn zum Reklamepreis v.7M.an nn ielhsl- ahttlln. Fütmnjcr, llüick» verkauft HrasJer A Laiitan PinpntibMk, SiHii 0. 21, Alexanderstr. 14 2.8. s.Bahnh. JanKMhhrüdi TtuHla-TUeuer 8 Uhr: Der mallöe Seelaftrer Metropol- Tneat. Täglich 8 Uhr: ZirkoipteiD .»msriij-döhiKj Th.Könlgerätr. St. Hasenheide 2110 8 Uhi: Die Sdiale v.l'znadi Momößlcnhans Norden 6304 8 Uhr: Das zweUe Leben Freitag z,l. Male: Theo madil alles Hose-Theater 8'/» Uhr: Dia beiden Nachtigallen i Wo speis) man' ein u. billig 7 Nur GroQ-Berlin Alex.aderplatz. SASSASSKSSSSCHSEddE» U Unserem Neben Genossen undU unserer lieben Genossin ? lioNUeb il. Susanne Prodi � R die herzlichsten Glückwünsche zur.7. .£■ silbernen Kochzeit. 35 Die Genossinnen und Genossen der 83. Abt. Llcbierfeldc. Mittwoch, den 20. April podun. 3 cur Reichshallen-Theater AIIabdl.811. Sonrtags nachm. 3 D. Stettiner Sänger Das vnderrolle April-Programm I Nachmittags; aslbe Preise. Voile»Programm Dönhoff- Brett'l: B aamblüte« Variete Konzert p. Tanz. Arlielter, Angestellte, Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co" Karlshorst, Deutsches Haus Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthans BreltestraSe 34 Jeden Mittwoch Cöpenick, Sladttheater Friedrichstr.6 Jeden Freitag u. Sonntag Tegel, Vereinshaus(Hamuseck Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Notstand»-Vartett.Komnil»»loD der Intern. Aitl»teii«L«te B. V. icsondcrf wirksam»lad die KLEINEN ANZEIGEN Im „Vorwäru- uad trotzdem NdillAit» Alfred Braon, Camilla Spira, Beodow, Wcstermeier, Kupier, Denen Grones Schauspielhaus u Anfang 0 r" Sonntag Tausende nuBten umkehren! Das gigant. Manege- Schauspiel aller Zeiten BEN HUR Kein Film! , Lebend. Wirklichkeit! 1 Karies Im Vorzerkauf besorgen; Täglich ab 10 Uhrl «am. Flu«. Ersatzlclie 'nlilithzrilU. Kolilankcl.. Pumpenfabrik Berlin N HS, Riinidinlarlir Str. 9S Juergens Alexsnderpka, Cwrettnon Mirtii«notl. illumut. Kleii. Hilniub. Bart. Will», e. Ort» Waibaila- meat. Täglich SVa Uhr: Die von der Liebe leben! iggtntlidu klim Zatritt! Vorzeig, zahlt tägl. nur halbe Kassenpr. TrianoD- Theater Max Adalbert 8 Uhr in 2nlr.2301 „Müller«" Stg. 3'/, nchm.l-6hi. 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