Abendausgabe nmmmmmmmmmmmmmmammmmm Nr. 187 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. H2 •kiitsiNfttegntm tmJ«mtCtMumtr« tn ixt M»r«nau»gad« ong««ebc, Rebaflion: SV). U. cinv-nstr-tze 3 S«BfpTc4«c> VS»H»N 202-287 Xct.'Vbrcff<; Sejial&enorcat Seen« Derltner VolksblAkk Zcntralorgan der Sozialdemokrat» fehen parte» Deutfchlands (10 Pfennig) Donnerstag 2:. /lprll 1927 «»rlog on» E�schlst»,««» bt« a Uh, »erl«»er: varwSrls-verlag Gmby. vir»» SV). 98, Clnfieaftcogr 3 7etn(prcd)rt I VSnhoft 262— 287 rsn Das verbot öer putfthverbänöe. Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof.- Ehrhardt mag nicht«ach Leipzig kommen.— Dokumente der Anklage. E. K. Leipzig, 21. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Prozeß über das Verbot der Verbände Wiking und L�l y m p i a, der heute vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig be- ginnt, ist insofern eine Merkwürdigkeit, als fein Ergebnis. wie es auch immer ausfallen mag, ohne jede praktische Be» deutung ist. Die Vereine Wking und Olympia sind nämlich doppelt verboten: einmal am 12. Mai 1926 von der preußi- s ch« n Regierung verboten auf Grund des Republikschutzgesetzes, sodann am 28. Juli 1926 von der preußischen Regierung mit Zu- stimmung der Reichsregierung auf Grund des Gesetzes über die Ausführung des Versailler Vertrags. Das zweite Der- bot ist unanfechtbar und besteht auch dann fort, wenn der Staatsgerichtshof das erste Verbot auf Grund des Republikschutz- xesetzes etwa aufheben sollte. Di« preußisch« Regierung vertritt in diesem Prozeß sogar den Standpunkt, daß da» ganze Vefchwerdeversahren über das erste Verbot unstatthaft sei, weil durch das auf alle Fälle wirksame zweite Verbot der Prozeßgegner in Wegfall gekommen ist. Doch wird zweifellos über diesen Einwand erst am Schlüsse der Verhandlung entschieden wer- den, es ist also ein« sachliche Beweisaufnahme darüber vorauszu- sehen, inwieweit die verbotenen Verbände Wiking und Olympia staatsgefährliche und hochverräterische Ziele verfolgt haben. Gegen das Verbot auf Grund des Republikfchutzgefetzes hatten beide Verbände Beschwerde«ingelegt. Diese Beschwerde ist als E i l- fache vom Kleinen Senat des Staatsgerichtshofs unter dem Vorsitz R i e d n« r s entschieden worden. Der Senat hat der Beschwerde stattgegeben und das Verbot für ungültig erklärt, hiergegen Hot dann die preußische Regierung Entscheidung des Vollsenats b«. antragt. Der Dollsenat, der unter Hinzuziehung der Laienbeisitzer heute zusammentritt, tagt wiederum unter dem Vorsitz Niedners. Es besteht also der eigentümliche Zustand, daß Herr N i e d n e r als Vorsitzender in einer vefchwerdefache gegen sich selber entscheiden wird. Doch entspricht dieser Zustand, so seltsam er ist, den gesetzlichen Vorschriften. Mit der Zeugenvernehmuno, wird wahrscheinlich erst morgen begonnen werden. Die preußische Stoatsregierung ist ver- treten durch Ministerialrat S ch ö n n e r und Rechtsanwalt Martin, Leipzig, für die beschwerdeführenden Verbände sind die Rechtsan- wälte Sack, Bloch und Hohn erschienen. Di« Sitzung wird gegen 10 Uhr vom Senatspräsidenten Nied- ner mit der Bemerkung«öffnet, daß wahrscheinlich die zeitweise Ausschließung der Oefsentlichkeit notwendig sein würde. Als Laienbeisitz« fungieren die Sozialdemokraten W i f f e l l, Auf Häuser(an Stelle Jockels) und Brandes, der Demokrat Ha r t m a n n, der Zentrumsmann Schmitt und der Dolkeparteiler Wunderlich. Zu Anfang der Sitzung gibt es eine kleine Sensation: Kapilänleulnont Ehrhardt kommt nicht! Er läßt durch Rechtsanwalt Bloch ein weinerliches Schreiben ver- lesen. Es wäre ihm dringendes Bedürfnis, seine Organisation per- sönlich zu vertreten, namentlich wo man ihn persönlich angegriffen habe(gemeint ist die Denkschrift der preußischen Regierung), aber er könne nicht kommen. Dringende Geschäfte halten ihn ab. Wirklich? Sollte es nichk eher die Erinnerung an einen ge- Heimen Ausbruch aus dem Leipziger Unter- suchungsgefängnie sein, bei den, ein Untersuchungsgejange- ner Ehrhardt unter einem Autositz versteckt dem Gewahrsam des Reichsgerichts entwischte?! Es ist verständlich, daß Ehrhardt nicht mehr da» Reichsgericht besuchen will. Aber die Vertretung der preußischen Regierung be- hält sich vor, gleichwohl Ehrhardt als Zeugen zu laden. Die ganze Vormittagesitzung ist ausgefüllt durch die Verlesung des Urkundeninaterials. Die Verlesung bringt nichts wesentlich Neues, da die gesamten Urkunden in der bekannten Denkschrift des preußischen Jnnenministeurims vom November 1926 abgedruckt und seitdem d« Oefsentlichkeit bekannt sind. Die Verteidigung stützt sich namentlich auf eine Anzahl offizieller Verlautbarungen, namentlich auf da» sogenannte Arbeilsprogramm de» Kapitäns Ehrhardt. Diese Urkunden sind in einem zweideutig verschwommenen Stil abgefaßt, der die Absichten des Wikingverbandes hinter zweifelhaften Redensarten maskiert. Einmal wird wohl von rcvolutio- nären Zielen gesprochen. Dann aber wird wieder betont, daß die Macht im Staate durch die Wahl und durch die Erringung der Mehrheit im Parlament errungen werden solle. Es wird an einer Stelle davon geredet, daß der Wiking jede nationale Regierung nicht nur gegen einen kommunistischen Umsturz schützen wolle, sondern auch gegen„jedes politisch« Rowdytum unter völkischer Maske". Ein andere« Bild ergibt sich freilich au» den Urkunden der preußischen Regierung. Zunächst kommen die Urkunden zur Der- lesung, die im Februar 1924 bei dem Stahlhelmführer Heinz in Hamm polizeilich beschlagnahmt worden sind. Hier sind die revolutionären Ziele de» Wiking sehr viel deutlicher und klar« umschrieben. Freilich sollten diese Urkunden auch geheim geholten werden. Es gibt beispielsweise eine besondere Art M.(militärische Urkunden). Von diesen wird gesagt. daß sie militärischen Inhalt» sind. Sie find getrennt aufzuheben oder zu vernichten. Eine dieser Urkunden enkhält die genaue militärische Gliederung de» Wiking. So stellt der Bezirk Hesien-Nassau drei Bataillone auf. Die Verteidigung des Wiking suchst.dieses belastende Urkunden- material dadurch zu entkräften, daß sie darauf verweist, daß sich bei den Akten nur Abschriften befänden, deren Echtheit man nicht nach- prüfen könne. Die Verteidiger des Wiking verlangen vor allem nur Originale. Es erhebt sich darüber eine längere Kontroverse, bei der sich herausstellt, daß sich die Originale bei den Akleu gegen Heinz befinden, die zur Stelle sind. Noch bedeutsamer für die Beurteilung des Wiking ist eine äußerst umfangreiche Dienstanweisung. Der Berichterstatter Reichsgerichtsrat Arnold möchte sie zunächst nur in ganz grobem Auszug verlesen. Ministerialrat Schöner ober besteht auf genauer Verlesung. Er macht darauf ausmerk- sam, daß diese Dienstanweisung alle Verrichtungen militärischer Ar» bi» ins kleinste regele. Es werden genaue Vorschriften über Uniform. Gewehr, Mützen usw. bis in das allerklcinste gegeben. Selbst die Meldezettel, die bei den Uebungen verwendet werden, haben genau militärischen Zuschnitt. Es werden nunmehr einige besonders charakteristische Absätze aus dieser Dienstordnung verlesen. Der Weg öer franzosischen Sozialisien. Der Beschluh des Lyoner Parteitags.— Böllige Hand« lnngsfreiheit nach rechts»nl» links. Pari». 21. April.(Eigener Drahlberlchl.) Die aus dem Lyouer Parteitag ml« 2372 Stimmen angenommene Entschließung vlum-Aaure betont eingang». daß es sich nicht darum handle, die Lehren der Sozialistischen Partei zu revidieren, die täglich ihre «neute Vestäligoug in den Ereignissen erfahren, noch die allgemeinen Regeln de, sozialistischen Parteikampse» zu ändern. Es gehe einzig und allein darum, die durch die Nachkriegszeit ver- fchärsten Probleme und die Beziehungen der Soziall- slischen Partei mit den Nachbarparteien endgültig zu klären und festzulegen. wa« die Radikolsozialistlsche Partei anlange, so befleh« kein Zweifel, daß sie im Prinzip und in ihrer Zusammen- fehunz der Erhallung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung dienen und dieser Aufgabe treu bleiben wolle. Sie verfolge die Illusion, daß mau den gegenwärtige» Gesellschaftszusland ohne euer- gischen Eingriff in die gesellschaftlichen verhällnisie Sudern tönue. Di« ganze Geschichte der Partei seil 191? Hab« die» bewiesen. Nach zahlreichen Sapilulationen vor der Reaktion seien die radikalen Führer endgültig mit fllegendeu Fahnen in da» Lager derjenigen übergegangen, gegen die sie in den Wahlen vom 11. vlai 1925 ausgetreten find. Di« Tatsache de» Slassenkampse», das ständige Wachstum de» Kapitalismus und die sichere Eiuficht. daß e» sich nicht darum handeln könne, die gegenwärtige Gesellschaftsordnung den sozialistischen Lehren anzupassen, sondern darum, sie grundsätzlich zu beseitigen, all die» genüge, um der Sozialistischen Partei ständig ins Gedächtni» zu rufen, daß zwischen ihr and der Radikalfozialsstischen Partei grundlegende Zsieinungsverschiedenheit besieht.»Ohne Zweifel könnten aber Au�n, blicke eintreten, wo mit der Radikalsozialistischen Partei auf parlamentarischem Boden eine parallele Aktion unternommen werden könne. Die Sozialistische Partei habe nicht da» Recht, sich unter solchen Umständen der vorteile zu»«geben, dir darin für den Fortschrill d« sozialistischen Ideen entstehen können. Aber sie dürfe nicht vergessen, daß e« sich nur um eine absolut vorübergehende Zusammen. arbeit handeln könne, um eine neue Waffe im Klassenkampf und um eine Episode auf dem Marsche de» Prvietarial» zur Umwälzung der Gesellschaft." Auch d« Kommunistischen Partei gegenüb« beständen grundlegende Meinungsverschiedenheiten, dir eine Z u- sammenarbeit mit ihr absolut ausschließen, wenn auch in ihren Zielen die Sozialistische und Kommunistische Partei insofern da« gleich« verfolgten, als sie beide die gegenwärtige Ge- sellschafisordnung beseitigen wollten, so gingen doch ihre Ansichten über die Methoden, zu dieser Zerstörung zu gelangen, g r u n d- legend auseinander. Nach Ansicht der Sozialistischen Partei könne eine soziale Revolution nur vorgenommen werden, wenn die wirtschaftlichen und moralischen Bedingungen für eine solch« erfüllt feien. Unter diesen Bedingungen werde die Sozialistisch« Partei nicht aufhören, da, Proletariat vor den Irrtümern der kom- munistischen Propaganda und Aktion zu warnen. Sie werde zwar nicht zu den traurigen Methoden der Kommunisten greisen, aber sie werde sich jedenfalls vor jeder organisatorischen Zusammenarbeit mit dem Kommunismus hüten. So werde die Sozialistische Partei ebenso den Kommunisten wie den Radikalsozlalisteu gegen- über nur den geraden Weg verfolgen, der von der Sicherheit der Partei zur völligen Unabhängigkeit ihrer Aktion führen wird, ver 24. Sozialistische Natlonalkongreß erklärt daher, daß die Soziali- stlsche Partei ihr politische« Handeln mit derjenigen keiner anderen politischen Partei verknüpfen darf und daß sie um so mehr diese große Aufgabe erfüllen wird, je eifriger sie versucht, ihr« U n a b- hängigkejt zu wahren. Kommunen gegen Kartelle. Ei« Kampf zwischen Privat, und Gemeinwirtschaft. Im Westen Deutschlands, dessen eigenartige industrielle Struktur schon manche Großleistungen auf dem Gebiete der kommunalen und der wirtschaftlichen Politik gezeitigt hat, spielt sich ein Kampf ab, der die notwendige und unvcrmeid- liche Auseinandersetzung zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft auf das schärfste beleuchtet. Die Syndikate der Schwerindustrie beherrschen den Kohlen- und Eisenmarkt. Sie kontrollieren damit diejenigen Märkte, die die großen Kommunen in Anspruch nehmen müssen, wenn sie ihrer Auf- fiabe gerecht werden wollen, die Bevölkerung mit den wichtig- ten Leistungen des öffentlichen Bedarfs zu versorgen. Keiner kann sich heute den Luxus einer privaten Straßenbahn oder eines privaten Gaswerks leisten. Daher haben die Städte diesen Bedarf, den man heute als den„g e m e i n n ö t i g e n" Bedarf� bezeichnet, organisiert und haben ihn gemeinsam zu decken oersucht. Auf dem Gebiete der Gasversorgung stand nun das Rheinisch-westfälische Kohlensyndikat vor kurzem im Begriff, die M o n o p o l h e r r s ch a f t an sich zu reißen. Da erfolgte der Gegenstoß der von Monopolpreisen bedrohten Gemeinden. Der Tatbestand, über den wir in unserem Wirt- schaftsteil wiederholt berichteten, ist folgender: Die Frankfurter Gasgesellschaft, deren Aktienmehrheit sich zu drei Fünfteln in den 5)änden der Stadt Frankfurt a. M. befindet, hat gemeinsam mit der Stadt Köln eine Reihe von Kohlenfelde rn aus dem Besitz der Rhei- Nischen Stahlwerke erworben. Als Preis wird die Summe von 15 Millionen Mark genannt. Die Felder sind erst zu erschließen, können also erst in Zukunft dem Bedarf der Städte nutzbar gemacht werden. Sowohl in ihrer Lage wie in der Qualität der Kohlen, die sie bergen, sind sie jedoch für den vorgesehenen Zweck der Gasversorgung besonders günstig. Ebenso liegen sie günstig zu den Berkehrsmitteln, auf denen der Transport der Kohle zu den Gaswerken erfolgen müßte. Es ist unseres Wissens der e r st e Fall, daß ein« Gruppe von Gemeindeunternehmungen bis in die hochwertige Ro hst o ff p ro d u k t i o n, den Steinkohlenbergbau, vor- stößt. Bisher waren lediglich einige Gemeinden am Braun- kohlenbergbau direkt oder mittelbar beteiligt. Das ist das geschäftlich Neuartige an diesem Fall. Die grundsätz- liche Bedeutung jedoch reicht noch weiter. Das wird erkennbar, wenn man die Frage prüft, ob dieser Erwerb aus volkswirtschaftlichen Gründen berechtigt war oder nicht. Dazu ist es notwendig, auf die Geschichte der Ferngasprojekte mit einigen Worten einzugclzen. Der Kohlenmangel Deutschlands, der während der In- flatlon schwere Gefahren für die Versorgung brachte, hat sich nach der Stabilisierung in einen Kohlenüberfluß verwandelt. Die Zechen, vorher von Käufern bcrannt, mußten jetzt nach neuen Absatzmöglichkeiten für ihre schwarzen Dia- manten suchen. Da traten große JnteresseNverbände, an erster Stelle das Rheinifch-westfälifch« Kohlensyndikat, auf mit dem Plan, riesige Kohlenmengen an der Fundstätte, also mitten im Kohlenrevier, zu vergasen und das so gewonnene Gas durch Fernleitungen in die Derbrauchsgebiete zu leiten. Für jeden, der die wirtschaftlichen Zusammenhänge durch- schaute, war von vornherein klar, daß der nach außen hin propagierte Zweck, die Versorgung mit billigerem Gas, den schwerindustriellen Magnaten nicht der Haupt-, höchstens ein Ne benzweck war. Man wollte den Kohlenzechen zu einer Rentabilität verhelfen. Dazu wäre erforderlich gewesen, daß man den Gaspreis einmal mit den hohen Zu- schlügen für die kostspieligen, langen Röhrenleitunqen, dann aber auch mit Sonderzuschlägen für die Sonder- gewinne der Zechen belastete. Ts war eine reine Kaltu- lationssrage, ob es dann noch für die Gemeinden vorteil- haftet sein würde, das Gas im eigenen Betrieb zu produ- zieren oder von den Ferngaswerten zu beziehen. Die Tech- niter wagten ursprünglich nicht, gegen das gigantische Projekt des Schwerkapitals aufzutreten: erst später, stutzig gemacht durch die öffentliche Kritik, fanden sich wissenschaftliche Gut- achter in überraschend großer Zahl, die setzt mit außerordent- lich starken DeweisAründen das ganze Projekt ablehnten. Wurde so die öffentliche Meinung gegen den Plan eines gigantischen Gasmonvpols mobil, so änderte das an �den realen Machtverhältnissen vorläufig noch wenig. Die Z e ch e n verfügen über die Kohle, aus denen die Gemeinden so oder so ihr Gas ziehen müssen. Sie können also jederzeit den Gemeinden Kampfpreise diktieren, das heißt, die Gaskohlcnpreise derart stark heraussetzen, daß alle Kalkula- tionsgrundlagen sich verschieben. Wenn also heute die Preise es ermöglichen, daß die kommunalen Gaswerke mit den geplanten Ferngaswerken der Syndikate noch konkurrieren können, so kann«in Heraufschrauben der Kohlenpreise die Gemeinden in Nachteil bringen, daß es für sie billiger wird, sich Gas aus dem Ferngaswerk liefern zu lasten. Nun haben wir zwar eine sogenannte Gemeinwirtschaft im Kohlenbergbau, die an vielen Stellen nützlich und segensreich gewirkt hat. Doch zeigten bereits die Bvrverhandlungen über das Projett, das der Reichskohlenrat teinesioeg« die un> parteiische Stelle war, der man die Kontrolle eines solchen Riefenmvnopvls anvertrauen konnte. Der Reichskvhlenrat stellte sich nämlich ohne jede Rücksicht auf die schweren Be- denken der Gemeinden und der öffentlichen Kritik auf die Seite der Syndikatsherren und vertrat den Zechenplan, gegen den später«ine große Zahl von Technikern Stellung nahm. Die Gefahr des Mißbrau lh» eines Gasmono- Pols könnt» niemand so gut abschätzen wie die unmittelbar betroffenen Kreise, das heißt in unserem Falle die Kommunen. Denn es lag in der Natur des Planes, daß im Laufe weniger Jahre oder Jahrzehnte jede Konkurrenz der Ge- meinden in der Gasversorgung erdrückt werden mußte, sobald erst einmal das Ferngasmonopol durchgeführt war. Aber die Gefahr eines Mißbrauches der Monopolgewalt war durchaus nicht nur eine Angelegenheit theoretischer Mut- maßungen. Hatte doch bereits die Kohleoerwertungs-A.-G., die für die Ferngasversorgung gegründete Untergesellschaft des Kohlensyndikats, mit den ihm nahestehenden Werken einen Vertrag abgeschlossen, der es den Zechen unter schwerer Konventionalstrafe verbot, konkurrierende Gaswerke mit Kohle zu beliefern! Man war also entschlossen, die Monopolgewalt rücksichtslos gegen die Außenseiter anzuwenden. Selbst wenn man einen solchen Vertrag gesetzlich anfechten kann, so weiß man doch, daß die moderne Organisation der kapitalistischen Wirtschaft immer Mittel findet, derartige Absichten auch gegen das Gesetz durch- zuführen. Aufmerksam mußten auch die kommunalen Gas- werke durch die Tatsache geworden sein, daß in letzter Zeit die angeforderten Mengen gerade jener Feinkohlensvrten vom Syndikat nicht geliefert wurden, die für die Gaserzeugung unentbehrlich sind und zu deren Verarbeitung das Ferngas- Monopol errichtet werden sollte. Unter diesen Umständen mußten die Kommunen sich fragen, ob sie ihre Gasverbraucher dem privaten Mono» pol ausliefern oder ihrer Aufgabe treu bleiben sollten. die Sicherstellung von b i l l i g e m G a s für die Bevölkerung gegen alle Widerstände zu verfolgen. Das Zdohlensyndikat war stark genug, die Stadt Düsseldorf daran zu hindern, sich an dem gemeinsamen Unternehmen zu beteiligen. Daß die anderen beiden Gemeinden richtig handeln, zeigt schon die H e f t i g k e i t der Kritik, die von den Interessenten und ihrer Presse geführt wird. Man scheut sich nicht, das schwerste Geschütz aufzufahren. Die Stadtkämmerer und die Leiter der öffentlichen Unternehmungen, die hier gegen das Privat» kapital aufzutreten wagten, müssen sich förmlich als Tagediebe, Betrüger und unkaufmännische Troddel vorkommen, wenn sie das glauben wollten, was ihnen in der Interessentenpreffe vorgehalten wird. Fahrlässige Verschwendung, Vergeudung öffentlicher Mittel, kommunale Mißwirtschaft— das sind so die mildesten Vorwürfe, die das bedrohte Zechenkapital gegen feine Gegner schleudert. Die Gemeinden werden sich hoffentlich durch diese Schimpfkanonade nicht irre machen lasien. Sie haben heut« die öffenttiche Kritik auf ihrer Seite, weil sie nicht aus Gründen des Machtstrebens, sondern, durch die Erfahrung gewitzigt, den kühnen Weg beschreiten, auf den sie die moderne Entwicklung drängt. Sie befinden sich in einer Abwehrstellung gegenüber der Kartelldiktatur, deren Härten sie oft genug zu spüren bekommen haben. Sie sind die Träger des in den Gemeinden organisierten Bedarfes, sie sind dem Volke für eine richtige Führung ihrer Geschäfte verantwortlich. Die Gebiete des öffentlichen Bedarfs wachsen von Tag zu Tag. Sie oerlangen die möglichst zweckmäßige Befriedigung der gemeinnötigen Bedürfnisse durch die dafür geschaffenen gemeinnützigen Unternehmungen. Die Kommu- nen dürfen sich nicht in eine sklavische Abhän- g i g k e i t von jenen großen Intereffentengruppen begeben, die in der Wirtschaftstätigkeit nur ein Mittel zum Zweck des Verdienens. des Profits sehen. Der Kohlenfelderkauf der beiden westdeutschen Ge- meinden ist also ein weithin sichtbares Zeichen dafür, w i e stark bereits der öffentlich organisierte Bedarf gegen die Profit- und M on o p o l w i r t sch a st rebelliert. Der Kampf der Gemeinden gegen das Privat- mopol erklärt sich aus der von privaten Wirtschaftlern längst befolgten Erfahrung, daß gegen private Monopole noch kein Gesetzeskräutlein gewachsen ist. Ebenso wie die Genossen- schaften durch den Zwang der Entwicklung dazu genöfigi wurden, eigene Produktionsbetriebe zu errichten, so müssen die Wirtschaftsbetriebe der Gemeinden sich Rechte in der Produktion, ihre eigene Macht st ellung erwerben. Das Privatkapital sieht mit Recht darin einen Angriff aus die eigene Herrschaft. Aber es wird dieser Auseinandersetzung nicht aus dem Wege gehen können. Der Kampf zwischen der privaten und der öffentlichen Wirtschaft ist eine zwangsläufige Folge jenes kapitalistischen Ausdehnungs- und Herrschafts- zwanges der Privatindustrie, der selbst vor der Ausbeutung der Gemeinden nicht Halt macht. Das ist für die Arbeiter- fchaft Grund genug, den Abwehrkampf der Kommunen sorg- sam zu beobachten und im gegebenen Falle zu unterstützen. Beschimpfung üer Reichsfarben. Und völkische Entrüstung. Die.Deutsche Zeitung" der Patentpatrioten um Tloß hat wieder einmal ihre ganz besonderen Sorgen! Ist da im vergangenen Jahre aus dem Schaufenster der völkischen Buchhandlung in Göttingen unter anderem ein« Postkarte vorgeblich h o ch v e r- räterischen Inhalts beschlagnahmt worden. Es handelt sich um eine Karte mit schwarzrotgoldenem Rand, die 1917 von französischen Fliegern über den deutschen Stellungen vor Verdun abgeworfen sein soll und in der die deutschen Soldaten unter der schützenden Parole„Republik" zum Ueberlaufen auf. gefordert werden. Man bedenke zuvor: Die Kriegspropaganda des französischen Militarismus wird von den Mannen der.Deutschen Zeitung" dazu ausgenützt, das Hoheitszeichen des Deutschen Reiche», das zugleich das Symbol beispielsweise des Lützowschen Freikorps von 1813 und der heute freilich zum großen Teil treuvölkischen deutschen Burschenschaften war, im In- und Auslande v e r ä ch t- l i ch zu machen. Wenn wir, die wir gottlob mit diesen Wehrern deutscher Ehre nichts gemein haben, ähnlich mit.nationalen Delangen" umspringen würden,— wie würden wir von den Claßen als Vaterlandsverräter beschimpft werden! Ein oerständiges Landgericht hat nun dem völkischen Antrag auf Aufhebung der Beschlagnahme nicht stattgegeben. Es hat vielmehr erklärt:„Die Verbindung der Reichsfarben mit der straf- baren Handlung des Hochverrots und der Aushang der Postkarte in einem Ladenfenster ist eine öffentlich« Beschimpfung der Reichsfarben. Danach ist die Beschlagnahme gemäß Z 94 StrPO. zuRechterfolgt." Die Völkischen haben also nur die juristisch umkleidete wohl- verdiente Quittung über ihr.deutschabträgliches" Verhalten be- kommen. Und weil sie die vorgebliche französische Kriegspropaganda verlogenerweise in eine.schwarzrotgoldene Dolchstoß- Propaganda" umtaufen, schimpfen sie entrüstet über das Gericht, das ihnen das Unmoralische und Antinationale ihrer Propaganda bescheinigen mußte. Zusammenstöße im Sarmatprozeß. Woher nahm die Girozentrale das Geld für die Amexima. Zu der heutigen Verhandlung waren Ministerialrat Lünsmann und Ministerialrat Loreck vom Reichspostministerium und die Direk- toren Gehrke und Müller von der Deutschen Girozentrale als Zeu- gen geladen, um endlich aufzuklären, ob der Kredit an die Amexima von der Girozentrale aus eigenen Mitteln oder aus Postgeldern stammt. Direktor Müller hatte gestern behauptet, daß das Geld doch von der Post gegeben fei und hatte dem Gericht eine Liste vorgelegt, aus der zu ersehen war, daß z. B. 2 Millionen für den Freistaat Mecklenburg von der Post angefordert, ober tat- fächlich an die Amexima gegangen waren. Ministerialrat L ü n s- mann erklärte, daß sich auch in den Listen der Post, die nach den Angaben der Girozentrale gefertigt feien, als Verwendungszweck de» Freistaates Mecklenburg-Schwerin angegeben sei. Vors.: Herr Müller behauptet auch, die Post habe schon im September gewußt, daß die Gelder für die Amexima bestimmt seien. Ministerialrat Lünsmann: Das ist gänzlich a u s g e- schlössen. Zruhjahrsausftellung der Akademie. Die Akademieausstelluno, die heute mittag eröffnet wurde, repräsentiert den offenbaren Stillstand und die große Rat- losigkeit unserer gegenwärtigen Kunst. Sie umfaßt beinahe alle Namen, die Bedeutung haben, von Orlit bis zu Groß und Hofer, von Liebermann bis zu Walter Trier: es ist ein respektables Niveau vorhanden, man sieht, das Handwerk blüht, es gibt sogar etwas wie Nachwuchs, der zugelassen worden ist: aber über dem allem lastet eine bleierne Müdigkeit,«in Geist der Kompromisse und ein großes Fragezeichen. Wozu? Das geht nun schon einige Jahre so. Aber selten ist es so offenbar geworden wie diesmal. Keines der fast 409 Kunstwerke wirkt erlösend, keiner der besten oder der jüngsten Künstler hat etwas beigesteuert, das eine unbefangene Seele durch Form, Ausdruck, Inhaltlichkeit mit sich reißen könnte. Das Tolle ist, daß sogar die besten Eindrücke nicht von Prominenten aus- gehen, sondern von solidem Mittelgut, daß etwa Kirchner, Beck- mann, Pech st ein, Jaeckel, Charlotte Berendt, ja, diesmal selbst H o f« r, wenig einzusenden hatten, das an ihre Be- deutung heranreichte, und daß auch George Groß mit seiner Sonderkollektion enttäuscht, vielleicht deshalb, weil man diese Bilder und Aquarelle vor kurzem schon bei Flechtheim gesehen hat. Aber es ist doch so, daß sie trotz ihres teilweise aufreizenden Inhalts nicht recht aus dem Rahmen des Ueblichen herausfallen: stärker als ihr sozialer Gehalt wirkt die elegante Form, die sich dem Niveau der Akademie nicht unbeträchtlich nähert. Immerhin, diese anklägerischen scharf feststellenden Bilder Groß' bilden einen Lichtpunkt in der Masse und ihre Zulassung bedeutet schon ein Zugeständnis an die Forderung des Tages. Wie sehr diese Schau des festen Zieles entbehrt, sieht man am besten aus den drei Sonderklassen: Neben Groß hat man diese Ehre an Purrmann und Otto H. Engel oergeben: eine Tat der reinen Verlegenheit, wenn man sich erinnert, daß just in diesen Wochen Georg Kolbe und Alfred Kubin ihren SO. Geburtstag feiern, den man ebenso durch würdige Kollektionen hätte ehren können, wie Käthe K o l l w i tz oder I a w l e n s k i(von Emil N o l d e zu fchweigen), die in diesem Jahr« all« SO Jahre alt werden: oder historischer das Andenken der hundertjährigen Böcklin oder Oswald Achen- dach— womit die Liste der Jubilar« in diesem gesegneten Jahre noch lange nicht erschöpft ist. Aber auf so naheliegende Ding« ist unsere Akademie nicht gekommen, die wahrscheinlich mit allen ver- fügbaren Organen hypnotisch auf den 80. Geburtstag ihres Präsi- deuten Liebermann zu starren die unabweisbar« Pflicht hatte. Und deshalb, um das Niveau nicht allzu hohen Vergleichen anzu- nähern, nichts Geeigneteres fand zur Gesamtrepräsentation als die liebenswürdigen und harmlosen Talente Engels und Purrmanns. Die Landschaften Engels' im Stil einer soliden Heimatkunst und die geschmackvoll unpersönlichen Kommentare Purrmanns zu der Formalkunst de« großen Matiffe tun niemand weh, aber sie werden auch keinen Menschen von den Führerqualitäten unserer deutschen Malerei überzeugen. Aus diesem allgemeinen Wirrwarr der sympathischen und gut gekonnten Gegenstandsmalerei durch Namhaftmachung etwas hervor- zuHeben, ist nahezu unmöglich: man müßte die Mehrzahl der Aus- steller aufrufen, alles andere grenzt an Ungerechtigkeit, Betont werden darf aber, daß im Grunde das streng solide Bürgertum, sozu- sagen, am angenehmsten berührte: die fast altertümlich schöne Land- schafterei von Julius Jacob, ein halbes Jahrhundert alt, die gedämpften Impressionismen der Landschafter D e t t m a n n, Julius Hübner. Dom scheid, Batocz, Büttner, die zu nichts verpflichtende Anmut Nowacks, Haßlers. van H a o u t h s. die alte Herrennoblesse O r l i k s und Lieber- manns. Einen frischen Zug brachten ganz allein WalterTrier und Auguste von Zitzewitz hinein und dann Joachim R i n g e l n a tz, berühmt als Dichter des Seemann Kuddeldaddeldu, den man indes in einer schönen Ausstellung bei Wilczek in der Viktoriastraße viel besser und ausgiebiger als Maler kennen lernen kann. Lohnender war die Betrachtung der Skulptur, die zwar im Grunde kein höheres Niveau hielt als die Malerei, die man aber gewohnt ift,� mit einem allzu flüchtigen Aug« zu betrachten, und auf deren vorzüglich« Qualität darum besonders hinzuweisen ist. Die Bildhauerei ist heut« osl allzu bescheiden, ihr« Werke sind wohlfeiler als die der Maler und man darf sagen, daß mit dem Erwerb von Skulptur eine glücklich« Bereicherung von öffentlichen und Wohn- räumen eingebracht wird, was man von Gemälden nicht immer behaupten kann. Gerade die Kleinskulpturen sind sehr glücklich ver- treten: wir nennen Grouson, Hanna Cauert, Hain- W enscher, vor allem Fi ori. Aber auch die lebensgroßen Figuren der Uli, Naubereit. Hitzberger, Koelle, K l i m s ch sprechen, individuell getönt, dos Gefühl für sinnliche Er- fasfung des Plastischen im Menschenkörper sehr gut aus. Hervorzu- heben als besonder« Leistungen, nicht ohne Problematik, aber von hohem darstellerischen Wert sind eine Riesensigur von Georg Kolbe(für den Hamburger Stadtpart) und die ungemein ge- schlosienen, aus der Masse des Steins wahrhaft plastisch heraus- modellierten Arbeiten von G. H. Wolf, der sich zu einem unserer wesentlichen und formstarten Bildhauer auswächst. Dr. Paul F. Schmidt. Regiearbeit und Dichterwerk. In dem Streit um die Volksbühne hatte bekanntlich eine Anzahl bürgerlicher Berliner Literaten gegen den Vorstand der Volksbühne Partei genommen. Ohne zu ahnen, daß es sich bei der Opposition um einen kommunistifchen Vorstoß handelte. Jetzt dämmert einigen der Herren die Erkenntnis, daß sie den Bolschewisten auf den Leim gegangen sind, und sie fuchen sich aus der Klemme zu ziehen. So behauptet Herr Alfred Kerr im„Berliner Tageblatt", es sei überhaupt nicht wahr, daß Piscator „lediglich eine bolschewistische Tendenz inszeniert" habe. Er habe nur „historisch alle wichtigen Volksbewegungen(ganz im Sinne des Verfassers) gezeigt", wobei er„die bolschewistische selbstverständlich nicht ausließ". Ferner behauptet Herr Kerr, es sei falsch, daß der Vorstand über„Veränderungen an der Arbeit eines Dichters" entrüstet ge- wesen sei. Wahr sei, daß er„aus rein politischen Gründen die Arbeit Piscators widerrechtlich vergewaltigt und verstümmelt" habe. Wie der Dichter E h m W e l ck selber über diesen Punkt denkt, hat er in einem Schreiben an den Vorstand Es entspann sich ein« länger« Safetnanbrtftfetrng übe« di« strittige Frage und Angeklagt«. Zeugen und Berteidiger belager» ten das Gerichtspodium, um gemeinsam mit dem Gericht aus Akten und Belegen Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Dies gelang jedoch nicht vollständig, und der Beisitzer Landgerichtsrot Rosen, ann konnte nur als feststehend erklären, daß von der Girozentrale Gelder für andere Zwecke bei der Post abgerufen worden seien, als man sie verwandt habe, und daß ferner die Girozentrale zurückfließende Be- träge, die zunächst anderweitig verliehen waren, an die Amexima gegeben hat, ohne daß der Post davon Mitteilung gemacht wurde. Lange-Hegermann: Mir ist gestern noch etwas einge« fallen, was zur Klärung des Widerstreites beitragen dürste. Kurz vor der Kündigung des Kredites durch die Girozentrale, etwa am 12. September, fand gelegentlich eines Mittagessens bei Borchordt eine Besprechung statt, die sich auf den Kredit bezog, und an der Henry Barmat, Müller und ich teilnahmen. Direktor Müller sagte dabei: Denken Sie daran, daß der Kredit demnächst fällig ist, und zurückgezahlt werden muß. Ich meinte darauf: Das Geld ist doch von der Post über die Girozentrale an die Amexima gegangen. Worauf Direktor Müller erwidert«: Wir haben ja von der Post noch gar nichts bekommen, sondern das Geld aus eigenen Mitteln gegeben.— Ministerialrat L o r e ck: Diese Darstellung deckt sich mit der Auskunst, die mir Direktor Müller am 4. Oktober telephonisch gegeben hat. Henry Barmat: Die Darstellung Lange-Hegermanns kann ich wörtlich bestätigen. Direktor Müller: Ich muß da von beiden Herren mißverstanden sein. Vorsitzender: Erzählen Sie doch mal zur Illustrierung, wie sich das Mittagessen bei Borchardt abspielte. Zeuge Müller: Ich entsinne mich noch, daß Henry Barmat hinter unserem Rücken bezahlt hatte. Henry Barmat(dazwischenfahrend): Dos ist ganz unwahr. Direktor Gehrke, der auch bei diesem Essen teilgenommen hatte, betonte, daß er seinen Kollegen Sens mitgebracht Hab« und deshalb natürlich bezahlen wollte. Henry Barmat habe aber heimlich an den Kellner bezahlt, was ich herausgestellt habe, als mau mit dem Essen fertig gewesen sei. Lange-Hegermann habe auf sein« Veranlassung die Bezahlung durch Henry Barrpat rückgängig machen lassen.— Henry Barmat(schreiend): Das ist v ö l l i g u n w a h r. Es kam nun zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen dem Vorsitzenden und Henry B., denn der Vorsitzende bezeichnete es unerhört, daß Henry B. zwei Zeugen, die unter ihrem Eid« aus- sagten, der Lüge bezichttgte. Er möge sich das in der Zukunft merken. Henry Barmat(erregt):„Ich verwahre mich auch ganz entschieden gegen di« gestrigen Beleidigungen." Vorsitzen- der:„Halten Sie den Mund, Sie haben sich hier an- ständig zu b et vagen."— Henry Barnmt:„Ich protestiere euer- gisch dagegen." Auch Lange-Hegermann bestätigte, daß Barmat bei Borchardt heimlich bezahlt habe. Nach seiner Ansicht aber nicht mit einer zweideutigen Geste, sondern nur aus nr angelndem Takt- g e f ü h l. V o r s i tz e n b_e r(zu Direktor Müller):„Ick) mache Sie daraus aufmerksam, daß Sie unter Ihrem Eide aussagen, überlegen Sie sich alles ganz genau. Ist Ihnen von Dr. Höste irgendwie gesagt worden, Sie sollten von dem Amexima-Kredit den Beamten im Reichspostministerium gegenüber nichts bekannt werden lassen." Zeuge(sehr bestimmt):„Nein, keinesfalls." Warum öapern für den Rechtsblock ist. Es braucht die föderalistische Extrawurst. München. 21. April.(TU.) Der bayerische Landwirtschaft?» minister hiett in einer Versammlung in Buchlo« ein« Rede, in der er zum Finanzausgleich sagte, daß dessen endgültige Regelung di« Lösung der Frage der Erhaltung der Länder oder ihres Aufgehens in einem unitarischen Reiche bedeuten werde. Der Minister bekannte sich zu einem vernünftigen F ö d e» r a l i s m u s. Wenn aber die Länder sich gegenseitig bekämpften, dann schadeten sie dem Föderalismus mehr als sie ihm nützten. Der provisorische Finanzausgleich sei zwar dem Wunsche der Länder nicht gerecht geworden, habe die Situation aber immerhin gebessert, wöh- rend bei einer Linksregierung im Reiche der Finanzausgleich noch viel unbefriedigender ausgefallen wäre. Eine Links- regierung im Reiche würde den Unitarismus fördern und schon aus diesem Grund« könne ein Föderalist nicht für«ine Links- regierung im Reiche sein. Der Vertreter Indiens in Südafrika. Die indische Regierung Hot auf Grund des mit der südafrikanischen Regierung abgeschlosse- nen Abkommens Eastri zum Vertreter Indiens in Südafrika er- nannt. der Volksbühne unzweideutig zum Ausdruck gebracht.„Ich habe," heißt es dort,„dagegen protestiert, energisch und unmißverständlich, beim Dramaturgen Dr. Kayser, auf Proben und in Briefen an Herrn Piscator„gegen die Verschlampung und die Lerhude. lung des Textes: gegen den Schauspieler George, der in ganzen Szenen kein Wort des Manuskriptes sprach, sondern Quatsch, Kitsch und Unsinn redete..., gegen den aber der Regisseur nicht nur nicht einschritt, demzuliebe sogar umwälzend« Aenderungen vorge. nommen wurden. Ich habe protestiert gegen das Ueberwuchen, des Films und des szenischen Beiwerks: gegen die Durchsetzung des Textes mit Banalitäten, P a rt e i s ch l a g w o r t e n und Funktionärphrasen: gegen das Uebermaß revolutionärer Prophezeihungen. Genau gesagt, also nicht gegen eine politische Inszenierung— ich wollte die denk- bor größte Schärfe—, sondern gegen die zum politischen und künst» lcrischen Selb st zweck gewordene Art der Inszenierung..." Die zartfühlenden Herren, denen die„Vergewaltigung und Verstümmelung" der R e g i e a r b e i t so sehr zu Herzen geht, scheinen für die Verschlampung und Verhudelung des Dichterwerke» kein Empfinden zu haben.___ Lefeabend Friedrich Moefi. In der Reicherchen Hoch- schule für dramatische Kunst las Friedrich Moest au» Werken von Anotole France und Dilliers de l'Jsle Adam. Moest ist«in Sprecher, der gar nicht aus Publikumswirkung ausgeht. Seine sehr sachliche, rasche Vortragsweise wirkt im ersten Augenblick be- srcmdlich. Erst wen), man ihr eine Weile gefolgt ist. fühlt man, daß sich hinter ihr ein tiefes Verständnis für den Stoff verbirgt, ein« bescheidene Unterordnung des Vortragenden unter das Werk, das er vermitteln will. Wer den glänzenden Rezitator sucht, wird bei Friedrich Moest enttäuscht. Wer das Werk sucht, kommt auf sein« Kosten. Dabei mangelt Moest nicht Sprechtechnik: aber sie ist ihm das natürliche. Er will nicht damit glänzen. Gerade bei zwei Schriftstellern von so hoher Sprachkultur, wie er sie an diesem Abend vermittelte, war diese unaufdringliche Vortragsart die gegebene. Vielleicht hätte einiges von Villier de l'Jsle Adam eine etwas be- tonteve sprachliche Ausdeutung erfahren können, da hier der prezjös« aristokratische Stil dem Blinkfeuer einer glänzenden Vortragstechnik nicht immer abhold ist. Anatole France aber fand in Moest einen ganz einwandfreien Mittler.„Der Gaukler unserer lieben Frau", ein Bild rührend beschränkter Menschlichkeit, und„Der Statthalter von Iudäa", dieses gedankenschwere Werk, das hinter die Kulissen der Weltgeschichte blicken läßt, indem es zeigt, wie die Gegenwart oft von Ereignissen kaum berührt wird, die dann nach Jahrtausenden ihre Spur aufdrücken, fanden mit Recht lebhaften Beifall der Zu. Hörer. Te,. Der Arbeiter- Esperanto- Bund veranstaltet« vom 15. bis 18. April im Leipziger Bolkshaus einen außerordentlichen Bundes. tag. Den Grund zur Einberufung dieses Bundestages bildeten di« Angriffe einiger der anarchistischen Bewegung angchörenden Mit- glieder, die dem Vorstande einseitige Werbung für den Arbeiter- Esperanto-Weltbund zum Vorwurf machten und sich in der eigenen Bewegung benachteiligt sahen. Die Tagung zeigt« jedoch, daß di« überwiegende Mehrheit der Delegierten di« Handlungsweise de« PorstandkS guthieß, d«r denn auch mit Ausnahm« des Redakteur» Kinder als Selajkungszeugen ihrer Eltern. Bedenken eines Juristen. Auf Grund«ines Indizienbeweises war eine Frau wegen Brandstiftung vor dem aiten Schwurgericht angeklagt worden. Sie wurde zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Alis den Aeußerungen eines der mitwirkenden Geschworenen wurde bekannt, daß der Schuldspruch ausschlaggebend auf der Aussage des fünfjährigen Sohnes der Angeklagten be- ruhte. Dieser, über sein Zeugnisverweigerungsrecht belehrt und befragt, ob er aussagen wolle, hatte mit ,,Ia" geantwortet. Seine Aussage entsprach den Indizien und war inhalrlich so gehalten, daß sie schwerlich der Phantasie des Kindes entsprungen sein konnte. Die Geschworenen werden zu Recht ihren Schuldspruch ausnahmsweise auf die Aussage eines so kleinen Kindes gestützt haben. Trotz seiner Richtigkeit läßt jenes Urteil ein großes Maß von Widerspruch auskommen, weil die Mutter von dem zu Fall gebracht wurde, den sie gebar, nährte und erzog und weil dem Sohn die TragweNe seiner Aussage sicherlich in keiner Weise bewußt war. Wie unheilvoll muß jene'Aussage des Knaben für sein ferneres Leben werden. An Stelle der Liebe der Eltern wird er nur noch ihren Haß fühlen. Die innigste und wichtigste aller menschlichen Be- Ziehungen, die zwischen Eltern und Kind, ist dadurch getötet worden, daß dem Strafanspruch des Staates gegen die Mutter Genüge geleistet worden ist. Wie konnte der Borsitzende des Schwurgerichts den Fünfjährigen gegen feine Mutter aussagen lassen, ohne Dater oder Mutter zu befragen, ob diese das Aussagen genehmigten? wird der Laie vor- wurfsvoll fragen. Und doch handelte der Vorsitzende zu Recht, wenn er nicht die Aussagegenehmigung der EUern einholte. Denn nach geltendem Recht steht dem gesetzlichen Vertreter nicht die Befugnis zu, über das Aussageverweigerungsrecht seines Mündels zu ent- scheiden. Dieser Rechtszustand ist unerträglich. Erverstößtgegendie Moral, weil er es zuläßt, daß ein Kind feine Eltern wider seine Absicht ins Unglück stürzt, und«in Zeugnis zur Urteilsgrundlage werden läßt, dos nicht erstattet zu werden brauchte und auch niemals bei Erkenntnis seiner Folge abgegeben worden wäre. Die jetzige Rechtslage widerspricht den dem Zeugnisverweigerungsrecht an sich zugrunde liegenden Rechtsprinzipien und der Forderung, daß eine Schuldüberführung nicht in einer Weise erzielt wird, durch die solche Lebensgrundlagen der Beteiligten zerstört werden, deren Vernichtung zu dem Strafzweck außer Verhältnis steht. Um so mehr müßte es die Forderung aller Parteien sein, daß auf diesem Gebiete im Zu- sammenhang mit der geplanten Neuregelung der Strasgesetzgebung Wandel geschaffen werde. Eine Neuregelung dürste sich ober mit einem bloßen Zeugnisverweigerungsrecht und der Entscheidung des gesetzlichen Vertreters über dieses Recht nicht begnügen. Denn wenn der ange- klagte Vater befragt, ob sein Kind aussagen dürfe, die Aussage- erlaubnis verweigert, kann diese Verweigerung ein neues Indiz für seine Schuld ergeben, kann sein Kind schon hierdurch ursächlich für seine Verurteilung werden. Deshalb wird grundsätzlich zu fordern sein, daß minderjährige Kinder als Be- lastungszeugengegenihreElternüberhauptnicht benannt und geladen werden dürfen und daß im übrigen die Aussagcverweigerung der gesetzliche Vertreter zu be- stimmen hat. Erleichterungen für öas besehte Gebiet. Die«e«e Demarkationslinie.— Neneuahr bleibt frei. Koblenz, 21. April.(WTB.) Das Oberpräfidium gibt bekannt: Durch Abkommen vdjn 9. April 1927 zwischen dem Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete und der Interalliierten Rhein- landkommission ist die nördliche Demarkationslinie der zweiten Befatzungszon« nunmehr im einzelnen f e st g e s e tz t worden. Das Abkommen tritt am 1. Mai d. I. in Kraft. Di« Demarkationslinie wird hauptsächlich von Landstraßen und Eisen- bahnlinien gebildet. Um das der Besatzung auf diesen Linien zu- stehende Derkehrsrecht auch im Jnteresse der deutschen Bevölkerung reibungslos zu gestalten, sind sogenannte Uebergangsstreisen ge- bildet worden, die je nach den örtlichen Verhältnissen gewisse Gc- ländegebiete nördlich und südlich der Demarkationslinie umfassen. Die Besatzung hat als Gegenleistung Zugeständnisse für die Ausübung des Besatzungsregimes in gewissen Teilen des noch be- jetzt bleibenden Gebietes gemacht. So soll Bad Neuenahr grundsätzlich von Besatzung frei bleiben und von Kortrollen der Personalausweise soll dort möglichst abgesehen werden. Der Oberpräsident der Rheinprovinz fordert in einer Bekannt- machung, die in den Uebergangsstreifen zum Anschlag gekommen ist, die Bevölkerung auf, das Verkehrsrecht der Besatzung zu respektieren. Ruhe und Ordnung müsse unter allen Umständen gewahrt werden. Frankreichs Sozialiften zur �lbrüftung. Die Entschließung des Parteitags. Lyon, 21. April.(Eigener Drahtbericht.) In der Abrüstungs- frage forderte der Kongreß die französischen Vertreter in der Inter- nationale auf, folgende Haltung«inzunehmen: Die Sozialistisch« Arbeiterinternationale lenkt die Aufmerksamkeit der Arbeiterklasse und der Demokratie auf die Verschleppung und die berech- neten Verzögerungen, die durch die Schuld der Regie- rungen sich geltend gemacht haben. Die Rüstungsbeschrän- k u n g ist als erste Etappe einer ernstlichen und allgemejnen Ab- rüstung anzusehen, die notwendigerweise der Entwaffnung Deutsch- lands, wie sie im Friedensvertrag vorgesehen ist, folgen muß. Diese Abrüstung muß sich auf alle Rüstungsarten erstrecken und aus alle chemischen oder sonstigen Kampfmittel. Eine Regelung würde besser unter der Autorität des Völkerbundes und durch Förde- rung der Beschlüsse des Völkerbundes getrosten werden als durch Sonderabkommen zwischen den Regierungen. Es ist nötig, auf die Regierungen«inen Druck auszuüben, die von den Parla- menten bereits vorgesehenen Abrüstungsmaßnahmen zu ratifizieren. Die Frage, ob Paul Boncour Delegierter beim Völkerbund bleiben kann, ist vom Kongreß dem ständigen Verwaltungsausschuß zur Erledigung überwiesen worden, da sie auf dem Programm des nächsten internationalen Sozialistenkongresses steht, wo sie eine allgemeine Regelung finden soll. Ehmeftsche Einigungsbeftrebungen. Paris. 21. April.(WTB.) Der Sonderkorrespondent der Agentur Havas berichtet aus Schanghai, Tschiangkoischek setze seine Bemühungen um die Bildung einer antikommunistischen Regiernug fort. Er werde dabei nicht nur von seinen unmittelbaren Anhängern unterstützt, sondern auch von südchinesischen Kaufleuten, die ursprünglich durch ihre patriotische oder regionolistische Gesinnung der Kuomintangpartei näher gebracht worden seien, die aber jetzt die extremistische Propaganda für die Einführung des..Soipj«fstgstts in Ehina fürchteten. Die gemäßigten Elemente, die Tschiangkoischek ergeben seien, seien für ein« Anbahnung von Verhandlungen mit den mo- dernistischen Elementen des Nordens. Die Grundlage des Kom- promifses wäre di« Annahme der demokratischen Grundsätze Sunjatsens durch die führenden Kreise des Nordens, wobei jede kommunistische Interpretation dieser Grundsätze abzulehnen sei, ferner die Abdankung Tschangtsolins zugunsten seines ältesten Sohnes sowie endlich die Veröffentlichung einer gemeinsamen antikommunistischen Proklamation. des Bundesorgans wiedergewählt wurde. Die Schristleitung wurde nunmehr in die Hände des Genossen Deubler(München) gelegt. Eine Resolution wurde angenommen, die für eine lebhafte Werbung sür den Weltbund eintritt. Die bereits vom vorigen Bundestag beschlossenen neuen Lehrbücher liegen jetzt im Manuskript vor und sollen demnächst gedruckt werden. Es wurde ferner beschlossen, zwei Vertreter zum Arbeiter-Esperanto-Weltkongreß und einen Genossen zum finnischen Arbeitersportsest in Helsmgsors und dem dort gleich- zeitig stattfindenden Kongreß der sozialistischen Arbeitersport-Jnter- nationale zu entsenden. Nach lebhaften Debatten, die stets nur in Esperanto geführt wurden, trennte man sich unter Absingung des in Esperanto übertragenen Arbeiterliedes„Brüder, zur«onne, zur Freiheit!* Der nächste Bundestag findet 1928 in Nürnberg statt. Das neue Aunfzig-Pfennigstück. Tobias Schwab, Lehrer für Schrift- und Buchtechnit m den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg, hat den Entwurf für eine neue deutsche Münze geschaffen, sür das Fünfzig-Pjennig- stück, das die in der Inflationszeit geschaffenen öO Rentenpfenmge in Aluminiumbronze mit den Aehren aus der Rückseite ersetzen soll. Schwabs Entwurf, der jetzt ausgeführt wird, zeigt eine große 59 mit der Unterschrift Reichspsennig, von einem Eichenkranz umrahmt und auf der Rückseite in entsprechender Anordnung den Reichsadler in der Mitte. fremdsprachige Zettungen in Polen. Nach einer Statistik des polnischen Innenministeriums bestehen in Polen 63 deutsche Zei> tungen. Die Zahl der polnischen Blätter erreicht 1263. Ferner er- scheinen noch in ukrainischer Sprach- 70, in weißrussischer 14, in jiddischer und hebräischer Sprache 128, in russischer 18, ün litauischer 3, in englischer 2 und je 1 Zeitung in tschechischer und französischer Sprache, sowie in Esperanto. Insgesamt vertreten 296 Zeitungs- organe die polnischen Minderheiten. wal-Sleaks, die neueste Delikatesse. In allen besseren Nestau- rotionen in Amerika werden Wal-Steaks als letzte Neuheit aus gastronomischem Gebiete den Gästen vorgesetzt. Das Fleisch, das von Walsischsängern der kanadischen Küste aus den amerikanischen Markt gebracht wird, hat den Vorzug, daß es immer bakterienfrei ist und sehr gut mundet. Der Wal des Pazifischen Ozeans gibt in der Regel IS Tonnen gutes Fleisch. Volksbühne. Am Sonntag, dem 24., nachmittags Z Uhr, wird im Theater amBülowplatz d-r Sllhoucttcnfilm.Die Geschichte des Prinzen Achmed' von""üe Reiniger. Musik von Woljgang Z-ller, einmalig ,ur Auiiübrung gebracht Dt- Vorstellung finde» zugunsten de» Feriensond« der Angestellten der Loltzbllhne statt. Karten an der Safie und in der Rendantur der Volksbuhne erhaltlich. Zu der Tribüne findet am 23. um U Uhr abend» eine N a ch t v o r- st e I l u n g von Molnar»»Spiel im Schloß' in Prcmierenbesetzung statt. Zw„Swnn". Potsdamer Str. 184 a, findet am 27., abends 8'/, Uhr. ein Tanzabend von Dina Kaczör, der bekannten ungarischen Tänzerln, statt. Ein hindenburg- Bildnis von Alax Liedermann. Prof. Liebcrmann hat vom Mecklenburgischen StaatSmwisterium den Austrug erhallen, ein Bildnis 'S t. s Kcichspräfidenten d. Hin den bürg zu malen. Zwecklos angeklagte Reichsbannerleute. Der Staatsanwalt beantragt Freisprechung! Der Vorfall, über den gestern das Amtsgericht Neu- k ö l l n verhandelte, war der übliche. Stahlhelmer hatten am Abend vor dem Volksentscheid in E i ch w a l d e versucht, die P l a- k a t e der republikanischen Parteien zu ü b e r k l e b e n. Die her- beieilenden Reichsbannerleute hinderten die Stahlhelmer daran. Iin Verlauf des sich entspinnenden Wortgefechts, kam es zu einer kleinen Schlägerei. Nicht. etwa die Stahlhelnier, sondern zwei Reichs- bannerleute wurden daraufhin wegen Körperverletzung unter Anklage gestellt. Beim ersten Termin mußte selbst der Staatsanwliltschastsverlreler freispruch für die beiden Angeklag- ten beantragen. Da aber ein Zeuge namens I r m e r nicht er- schienen war, hatte das Gericht dos Verfahren gegen die Angeklag- ten, die beschuldigt waren, den I. geschlagen zu haben, abgetrennt. Gestern nun verhandelte das Gericht in dieser Sache zum zweiten Male. Zur allgemeinen Ueberraschung war aber der erschienene I., als er als Zeuge vernommen wurde, nicht dazu zu bewegen, seine Aussage zu beeiden. I. wußte warum. Als er zunächst unbeeidigt aussagte, gelang es dem Vor- sitzenden durch Fragen I. dahin zu bringen, seine„Aussoge* zu ändern und ihn zu der Erklärung zu bewegen, er könne nicht genau sagen, daß e'ner von den Angeklagten ihn geschlagen hätte. Nach- dem er wahrheitsgemäß diese Einschränkung seiner Zeugenaussage gemacht hatte, leistete er auch den Eid. Nachdem dem Staatsanwalts- Vertreter nun auch im falle I. das Anklagematerial zusammenbrach, beantragte er selbst freispruch. Rechtsanwalt Zacharias wies in seinem Plädoyer nach, daß auf Grund so unklarer Aussage» gar nicht erst hätte Anklage erhoben werden dürfen. Er beantragte süx beide Angektagten Erstattung der entstandenen kosten durch das Gericht. Iin Urteilsspruch wurden die Angeklagten sreigesprochen. die Erstattung der Soften wurde ihnen abgelehnt mit der Begrün- dung,„wer sich� in«ine solche Sache begebe und sich nicht rechtzeitig entferne, müsse damit rechnen, daß er auch unter Anklage gestellt werde*. Er hat es anf Aerzte abgesehen... Wir teilten vor kurzem mit, daß ein„Kavalier* von 17 Jahren seines vorlauten Benehmens wegen in einem Kino verhastet worden war und daß man in ihm einen Schwindler gefaßt hatte, der sich darauf legte, insbesondere Aerzte zu betrügen. Als der Bursche wieder in ein Heini gebracht werden sollte, gelang es ihm, zu ent- weichen. Seitdem treibt er sein Unwesen mit noch größerem Erfolg als zuvor. Gestern mittag um 1 Uhr rief er angeblich von der Ret. iungsstelle am Wittenbergplatz in der Wohnung eines Arztes Dr. St. in der Franzensbader Straße an und teilte dem Hausmädchen mit, daß der Arzt und seine Gattin mit einem Autobus„verunglückt* seien. Die Frau habe einen Schlagansall erlitten und müsie sofort in eine Anstalt gebracht werden. Zur„Deckung der Transportkosten* solle das Mädchen 10 0 Mark nach einer näher bezeichneten Ecke am Kurfürstendamm bringen. Ein Bote, ein junger Mann, den er beschrieb, werde dort das Geld in Empfang nehmen. Das Mädchen traf dann auch den Mann und händigte ihm das Geld aus. Es be- schreibt den„Boten* als einen Mann von etwa 23 Jahren, 1,60 Meter groß, schwächlich und bartlos, mit schmaler Rase und etwas gebeug« ter Haltung. Er trug einen schwarzen Paletot mit Gurt, einen schwarzen steifen Hut, schwarze Schuhe und— das ist neu be! dem Schwindler—einen gelben Spazierstock. Hinze ist erst 16 Jahre alt, sieht aber erheblich älter aus. Auch bei zwei Rechtsanwälten hat er seinen Trick versucht, aber ohne Erfolg. Ihnen meldete er, daß ihrem Bureauvorsteher von einem Autobus beide Beine ob- gefahren seien. Im ganzen hat er in wenigen Tagen 400 M. er- beutet. Das Spiel bei der Baustelle! Ein schwerer Unfall, dem«in fünfzehnjähriger Schüler zum Opfer fiel, trug sich gestern an der Ecke Streit- und Bayern st raße in Spandau zu, wo gegen- wärtig ein Neubau errichtet wird. Mehrere gleichaltrige Schüler spielten in der Nähe der Baustelle, als plötzlich ein« R ü st st a n g e durch einen starken Windstoß abgerissen und aus die Straße geschleudert wurde. Der 15jährige Schüler Fritz N. aus der S t r e i t st r a ß e 77 zu Spandau wurde ja un- glücklich am Kopf getroffen, daß er bewußtlos zu- sammenbrach. Der Verunglückte wurde in das Städtische Kranken- haus in Spandau gebracht, wo er jedoch kurz nach der Einlieferung an den Folgen der schweren Kops Verletzung stu r b. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Die üble Unsitte des Ausspringens auf einen bereits in Fahrt befindlichen Zug hat gestern nacht wieder einen, Menschen das Leben gekostet. Der 45jährige Lokomotivführer a. D. Louis Hanekamp aus Berat i. Oldenburg, der sich besuchsweise in Berlin aushielt, wollte gestern abend gegen 11 Uhr die Heim- reise antreten. Er verspätete sich aber und traf erst auf dem Bahn- steig ein, als sich der v- Z u g bereits in Bewegung g e- setzt hatte. H. versuchte aufzuspringen, kam aber so un- glücklich zu Fall, daß er zwischen Trittbrett und Bahn- steig geriet und eingeklemmt wurde. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die den Verunglückten, der inzwischen seinen schweren Verletzungen erlegen war, heraussagen mußte. Die Lejche wurde gleichfalls beschlagnahmt und in das Schauhaus gebracht._ Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Die Uebungsstunde findet in dieser Woche am Freitag, abends TA Uhr, im Gesangsaal der Sophienschule, Wcinmeisterstratze 16/17, statt. Ein �denkzettel'". Wegen des Wirtschaftsgeldes. Durch einen Leberschuß wurde, wie wir mitteilten, vorgestern abend der Schneider Speer in der Perleberger Straße schwer ver- letzt. Auf dem Wege nach dem Moabiter Krankenhause erklärte er, daß seine Frau wegen Streitigkeiten um das Wirtschaftsgeld ihn zu erschießen versucht habe. Die Frau, die festgenommen wurde, be- hauptete dagegen, der verhängnisvolle Schuß sei aus Versehen losgegangen. Die Kriminalpolizei nahm gestern nachmittag eine Ortsbesichtigung vor, bei der der Befund photographisch festgelegt wurde. Durch Zeugenvernehmungen wurden auch verschiedene Widersprüche aufgeklärt. Auf Grund der Feststellungen gestern abend noch einmal ins Gebet genommen, legte Frau Speer endlich das Geständnis ab, daß sie absichtlich auf ihren Mann geschossen habe. Sie habe ihn aber nicht töten, sondern ihm nur einen„Denkzettel* erteilen wollen. Ihr Mann habe in der Wirtschast immer viel von ihr verlangt, ihr aber nie das dazu erforderliche Geld geben wollen. Erst zuletzt habe er ihr einen Taler wieder abgenommen, den sie für die Wirtschaft dringend ge- braucht habe, um sich dafür eine Mütze zu kaufen. Abends rief nun Frau Speer ihren Mann aus der Werkstatt zu sich in das Zimmer herein und feuerte den Schuß auf ihn ab. Sie wurde dem Unter- suchungsrichter vorgeführt. Der Mann liegt im Krankenhause noch so schwer danieder, daß er noch nicht vernommen werden konnte. Um üer Mutter Ehre. Die Prügel für den kommunistischen Abg. Schulz. Wie erinnerlich, hatte der kommunistische Abgeordnete Schulz vor einiger Zeit im Preußischen Landtag eine stürmische Szene ver- ursacht, indem er gegen die Ehefrau des sozialdemokratischen Land- togsabgeordneten O st e r r o t h schwere persönliche Angriffe richtete. Das Vorgehen des Abgeordneten wurde durch den Land- tagspräsidenten sofort scharf gerügt. Di« beiden Söhne der ange- griffenen Frau wollten sich aber darüber hinaus Genugtuung schaffen. Als Rächer der Ehre ihrer Mutter erwarteten sie den Ab- geordneten Schulz. Dieser wurde bei seinem Erscheinen auf der Straße von ihnen mit der Hundepeitsche bis zum Potsdamer Platz getrieben und kräftig bearbeitet. Dort erst wurde er von Polizei- beamten aus den Händen der jungen Leute befreit. Geyen die Angreifer, einen Studenten und einen Maurer, waren polizei- liche Strafbefehle in Höhe von 30 Mark erlassen worden. Hiergegen hatten sie Einspruch erhoben und die Sache sollte heute mittag vor dem erweiterten Schöffengericht Mitte unter Vor- sitz von Landyerichtsdirektor Rück er zun, gerichtlichen Austrag gelangen. Die Angeklagten waren jedoch nicht erschienen, statt derer war beim Gericht ein Schreiben eingelaufen, daß sie ihren Ein- spruch gegen den polizeilichen Strafbefehl zurückziehen. Damit war die Angelegenheit für das Gericht erledigt. ZNii der Bekämpfung eines gefährlichen Feuers hatte die Feuer- wehr heute vormittag in der H i d d e n s e e st r. 10 in Pankow zu tun. Aus noch ungeklärter Ursache war in einem Packraum der Firma B. Feuer ausgebrochen, das an leicht brennbaren Materialien reiche Nahrung fand und schnell weitergrisf. Unter Einsetzung von mehreren Schlauch leitungen ge- lang es, den Brandherd einzudämmen und niederzukämpfen. Republikanischer Tag in Moabit. Wie bereits mitgeteilt, ver- anstaltet der Kreisverein Tiergarten des Reichsbanners am Sonntag, dem 24. April, einen Republikanischen Tag unter der Parole„Gegen den Stahlhelm— für die Republik*. Die neue Kapelle des Kreises gibt von 1— 2 Uhr ein Platzkonzert im Kleinen Tiergarten, in dem um A4 Uhr die Kundgebung und Fahnenweihe stattfindet. Ab 5 Uhr findet im U l a p die„Republikanische Feier* Unter Mit- Wirkung erster Künstler statt. Als Redner sind gewonnen: Kamerad Senatspräsident Dr. G r o h m a n n und Kamerad Dr. M i s ch l e r. Ein Sängerjnbilar. Bor kurzem konnte Genosse Richard E b e r t seinen 60. Geburtstag und gleichzeitig sein 40jähriges Cängerjubiläum feiern. Eberl gehört dem Ebert-Manz- Quartett an, welches in der Arbeiterschaft durch seine hervorragenden Leistungen bekannt und berühmt geworden ist. Zu Ehren des Jubilars hatte man eine Sängermorgensprache veranstaltet. Wie groß der Anhang des Jubilars und seines Quartetts ist, bewies der Besuch der Veranstaltung. Der große Saal der Brauerei Friedrichs- Hain war bis zum letzten Platz gefüllt. Das Ebert-Manz-Quartett brachte mehrere Stücke zum Vortrag. Auch die mitwirkenden Ar- beitergesangvereine Fichte-Georginia und der Freie Männerchor sowie das Rheingold-Doppelquartett brockten köstliche Proben des Gesanges. ver Eisenbahnüberfoll in Mexiko. Mexiko, 21. April.(WTB.) Die letzten Schätzungen der bei dem Eisenbahnüberfall in der Nähe von Guadalajara Getöteten schwanken zwischen hundert und hundertachtzig. Unter den Ueber- lebenden befindet sich der Vizepräsident der Banc of Mexiko. General Carrillo berichtete, daß er bei seinem Eintreffen an dem Ort des Ueberfalls noch die.Schmerzensschreie der Eingeschlossenen, in den Flammen umkommenden Menschen, hörte. Zur Ergreifung der Banditen sind umfangreiche militärische Vorbereitungen getroffen. Vom Eise bssrett. Das dänische P o st s e g e l s ch i f f „Gertrud R a s k*, das mit Passagreren und Post nach Grönland nnterwegs war. wurde vor vielen Wochen vom Cise einge- schlössen und von seiner Route fortgedrängt. Jetzt ist es dem Dampfer„Gustav Holm" gelungen, nach langer Arbeit das Schiff zu befreien und Post und Passagiere überzunehmen. Der Streikfonds der Drofthkenbefitzer. Die Herren wollten den Kampf. Die Innung der Droschkenbesttzer hat bereits unter dem 11. April an ihre Mitglieder ein vertrauliches. Rund schreiben gerichtet, worin sie darauf verweist, daß auch die Ver Handlungen vor dem Zlrbeitsministerium zu keiner Verständigung führen und daß es zum Kampf kommen werde. Sie empfahl deshalb ihren Mitgliedern, einen Streikfonds zu schaffen und dazu pro Wagen und Tag 50 Pf. an die Innungskasse abzuführen. Es wurde in Aussicht gestellt, den bestreikten Firmen 5 M. pro Tag und Wagen als Streikunterstützung zu zahlen, wenn sofort der ganze Wochenbeitrag eingezahlt wird. Diese Maßnahmen der Unternehmer bringen die Erklärung dafür, warum es gestern in den Verhandlungen vor dem Arbeitsmirristerium zu keiner Verständigung kam, obgleich es an Bemühungen des Refe rcnten Bauer in der achtstündigen Verhandlung nicht fehlte. Die Besitzer wollten keine Verständigung. Sie wollen die Fahrer zum Streik treiben, um im Trüben zu fischen und ihren Plan der Nummernsperre fördern. Durch die schlechte Ve- zahlung der Droschkenführer wollen sie die Fahrer zwingen, ihnen Vorspanndienste zu leisten, um die Konkurrenz einzuschränken und dann nach Möglichkeit die Preise zu erhöhen. Die S t r e i k l a g c ist für die Droschkenführer als gut zu bezeichnen. Die Zahl der Unternehmer, die die Forderungen der Organisation anerkannt Hot, ist so groß, daß der Deutsche Verkehrsbund kaum in der Lage ist, die Bewilligungen in der Form auszuhändigen, wie sie verlangt werden. Echieösspruch für Sie Gasbetriebsgesellschafi. Der Schlichtungsausschuß Eroß-Derlin unter Vorsitz des Ge° «erberats Körner fällte am 20. April einen Schiedsspruch, wo- noch die Löhne der Arbeiter in der Gasbetriebsgesellschaft im gleichen Ausmaße erhöht werden wie die Löhne der städtischen Gasarbeiter, d. h. ab erste Lohnwoche im April um 5 Pf. pro Stunde, ab erste Lohnwoche im Oktober um weiter« 3 Pf. Die Erklärungsfrist läuft am kommenden Montag ab.____ Ergebnislose Lohoverhanölungen bei See Hochbahn. Ain Mittwoch vormittag wurde mit dem Arbeitgeberoerband der Deutschen Straßen- und Kleinbahnen über die Lohnforderung des Personals der ch o ch b a h n verhandelt. Als schon eine gewiss» Aussicht aus eine Verständigung bestand, räumten die Vertreter der chochbahn plötzlich Hindernisse in den Weg, indem sie die Lohnforde- rung mit der gesucht zur Debatte stehenden Arbeitszeitfrage verknüpften. Da infolge dieser Wendung eine Einigung nicht mehr zu erzielen war, wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen Es wird nunmehr der Schlichtungsausschuß zur Entscheidung angerufen werden. Auch bei der Ommbusgefcttschast. B. S. Die Lohnverhandlungen bei der Omnibucgesellschofi, wo ebenso.wie bei der Hochbahn eine Lohnerhöhung von 15 Pf. ge- fordert worden war, sind ebenfalls gescheitert. Die Omnibusgesell- schoft erklärte sich bereit, nach dem Muster der Hochbahn vorzugehen, d. h. sofort die Löhne um 5 Pf. und vom Oktober ab um 3 Pf. herauszusetzen. Da jedoch in der Frage der Arbeitszeit eine Ver- ständigung nicht zu erzielen war, scheiterten die Besprechungen. Lebensmittel- und Getrankearbeitee Serlins! Zur Urwahl der engeren Orisverwalkung. Am kommenden Sonntag muß die Wahl der engeren Orisver- waltung für den Ortsverein Berlin vorgenommen werden. Zur Wahl stehen zwei L i st e n: eins L i st e Amsterdam und eine Liste Moskau. Wie überall, versuchen auch hier die Kommuni st en unter dem Decknamen„Opposition" die Leitung der Ortsver- waltung an sich zu reißen. Auch im Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter soll«in Stützpunkt für die Kommunistische Partei gebildet werden, da die politischen Organisationen der verschiedensten kommunistischen Parteien völlig versagt haben. Kolleginnen und Kollegen, denkt an die Versamm- lungen der letzten Lahre, die der reinst« Tummelplatz für partei- politischen Hader waren! Soll sich dies in der Leitung der Organisation wiederholen? Kolleginnen und Kollegen, hier habt Ihr zu entscheiden! Wollt Ihr, daß eure Gewerkschaft, frei von allem parteipolitischen Gezänk eure Interessen auch im kommenden Jahre zu vertreten in der Lag« ist, dann wählt die Liste Hodapp. Richtung Amsterdam! Gewerkschaftliches Jugenötreffen. Auf der Zugendburg hohnstein. Di« Iugendzentralen der Ortsausschüsse des ADGV. Berlin und Dresden oeranstolteten vom 14. bis 18. April auf der pracht- vollen Jugendburg H o h n st e i n in der Sächsischen Schweiz ein Jugendtreffen für die jungen Gewerkschafter. Das Treffen führte eine außerordentlich stattliche Schar des gewerkschaftlichen Nach- wüchse« aus Berlin und Dresden zusammen. Außerdem waren noch Iunggewerkschaster aus Luckenwalde, Leipzig und noch einigen anderen sächsischen Orten gekommen, so daß Hohnstein einige Tag» im Zeichen der Freien Gewerkschastsjugend stand. Die Ortsausschüsse haben alles getan, auch den wirtschajllich schlechter gestellten Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. Fern dem Großstadttreiben verlebten die Jugendlichen ewige frei« Tag«, die allen zu einem Erlebnis wurden. Von der Jugendburg war strahlemnäßig eine Reihe von Wanderungen vorgesehen, die die Teilnehmer aus den verschiedenen Orten einten. Aus dem umfangreichen Programm ist ein humoristischer Abend ini Festsoal der Burg hervorzuheben, bei dem der sächsische Humor zu voller Geltung kam. Die Eröffnungsseierlichkeit der Jugendburg wurde im Film gezeigt. Der erste Feiertag begann vormittags mit einer künstlerischen Morgenfeier auf dem Burghof. Der Höhepunkt des Treffens war jedoch die Abendfeier, die bei allen Teilnehmern einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen hat. Bei den hochauflodernden Flammen eines Holzstoßes standen. von Fackeln hell beleuchtet, in drei Etagen die Sprechchöre der Berliner Gewerkschastsjugend, umgeben von 3000 Jugendlichen. Der Ehor auf der Burgzinne ermunterte:„Volt herbei, Volk heran, stimmt das Lied der Arbeit an!", das dann von dem Sprechchor, abwechselnd mit Lewegungschor, in eindrucksvoller Weife zum Borirag gebracht wurde und in den Ruf nach Einig- t e i t ausklang. Nach kurzen Ansprachen und Ueberrsichung von Wimpeln als äußerem Zeichen der Erinnerung sprach der Dresdener Sprcchchor das Gelöbnis, dos anläßlich der großen Kundgebung der Gewerkschastsjugend im Juni vorigen Jahres in Düsseldorf von Tausenden jungen Gewerkschaftern abgelegt wurde. Dann leuchteten von verschiedenen Stellen der Burg bengalische Feuer aus und von einem Dach ergoß sich ein strahlender Gold- regen in den Burghos. Mit dem gemeinsamen Lied„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" schloß die erhebend« Feier, die ollen Teil- nehmern unvergeßlich bleiben wird. Der Vormittag des zweiten Feiertages wurde wiederum zu Wanderungen genützt. Nach der Ankunft in Dresden wurden die Teilnehmer von den übrigen Dresdener Jugendlichen empfangen, worauf es im imposanten Demonstrationszug mit Fahnen und Wimpeln zum Volkshaus ging. Nach dem gemeinsamen Essen wurde in losen Gruppen unter Führung Dresdener Kollegen die Stadt besichtigt. Dann nahte die Abschiedsstunde. Mit einem dreifachen„Frei Heil!" verabschiedeten die Dresdener die Berliner. Das Treffen hat allen Teilnehmern starke Eindrücke vermittelt unch wird dazu beitragen, der gewerkschaftlichen Jugendbewegung in beiden Städten neue Impulse zu geben. Fachschulen sollen nicht Stellen vermitteln. Der preußisch« Handelsminister hat für alle ihm unterstellten gewerblichen Schulen in einem Erlaß angeordnet, daß sie sich sowohl der Berufsberatung als der Lehrstellenvermitt- lung zu enthalten haben. Sie sollen sich neben allgemeiner Belehrung und Beeinflussung darauf beschränken, die zu Deratenden gegebenenfalls den Berufsämtern zuzuführen und in geeig- neten Fällen für etwa bei ihnen angemeldete offene Stellen ab- gehende Schüler zu empfehlen, wobei jedoch stets zu prüfen ist, ob die Vermittlungstätigkeit nicht mit dem gleichen Erfolg von den Arbeitsämtern wahrgenommen werden kann. Bor allem ist zu vermeiden, Stellen mit abgehenden Schülern zu besetzen, wenn gleichwertige ältere Arbeiter oder Angestellte arbeitslos sind oder werden. Die Fachschulen heben die Zahl der voraussichtlich abgehen- den Schüler dem zuständigen Arbeitsamt einen Monat vor dem Ab- gang mitzuteilen und anzugeben, wie viele bereits ein« Stelle be- stimmt in Aussicht haben._ Unfallziffern aus der Landwirtschaft. Die Brandenburgische landwirtschaftliche Be- rufsgenossenschast gibt ihren Verwaltungsbericht für das «fchäftsjahr 1026 bekannt. Besondere Beachtung ver- dienl die auf Seite 6 beigegeben« Tabelle über die Zahl der an- gemeldeten und erstmalig entschädigten Unfälle, über die Folgen der Verletzungnen und über die Verteilung der Unfälle nach Alter und Geschlecht. Wir registrieren: Angemeldet« Fälle 10 26: 1 1 6 8 3. 1025: 0034. 1024: 7624, 1023: 6745. Don den Unglücksfällen hatten einen tödlichen Ausgang 1926: 1 70, 1025: 135, 1024: 140, 1023: 138. Zu dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit führten 10 2 6: 1 21, 1025: 13. 1024: 0, 1023: 8 Fälle. Diese Angaben zeigen einmal, daß die Zahl der Unglücksfälle in der Landwirtschaft nach wie vor erschreckend hoch ist, weiter aber, daß in dem letzten Jahre keine Verminderung, sondern ein« beträchtliche Ver- mehrung eingetreten ist. Die Berufsgenoffenschoft erklärt diese Tatsache höchst einfach aus der„allgemeinen Notlage der Landwirtschaft", die es mit sich bringe, daß mehr als bisher„jede kleine Verletzung als Betriebsunfall" angemeldet werd« und die mittleren und kleineren Unternehmer vor allem dazu übergingen, alte, an sich minderwertige Arbeitskräfte, die naturgemäß besonders leicht einer Unfallgefahr erliegen, weiterzu beschästigen. In Wirklichkeit erklärt sich die Vermehrung der Un- glücksfälle zu einem sehr beträchtlichen Teil au» der schlechten Bezahlung der landwirtschaftlichen Arbeiter. Denn durch die schlechte Bezahlung werden die Arbeiter, besonders bei den Akkordarbeiten, angetrieben, hastiger und in einer Form zu arbeiten, die die notwendige Vorsicht und Rücksichtnahme nicht aufkommen läßt. Verantwortlich zu machen sind— wir müssen es leider aussprechen— auch die landwirtschaftlichen Be- rufegenossenschaften. Bei ihnen war schon wiederholt Mangel an Umsicht und Tatfreudigkeit zu beobachten. Es scheint so, als wenn bei manchen Beamten der Berufsgenossenschast das erzürnte Gesicht eines Gutsbesitzers eine größere Wirkung ausübt «lg die Erfordernis, die Landarbeiter vor Rot und Gefahr zu bewahren. Doch genug davon. Die Zahlen der Brandenburgischen land- wirtschaftlichen Berufsgenossenschast beweisen, daß die Frage der Unfallverhütung in der Landwirttchuft in nächster Zeit weit mehr als bisher gewürdigt werden muß. Neuer Lohnkampf lm englijchen Sergbau l Im englischen Bergbau steht nach Londoner Meldungen ein neuer schwerer Lohnkampf bevor. Die Unternehmer ver. langen Lohnkürzung. Bezeichnenderweis« ist bis jetzt kein einziger der Vorschläge zur Rationalisierung des Bergbaues durchgeführt worden. Di« Grubenunternehmer sind allem Anschein nach der Auffassune, daß die Arbeiter auf Jahre hinaus für die Rückständigkeit der Betriebs- und Produktionsmethoden des englischen Bergbaues büßen sollen. Der Flcischermeister Hans Dix, Fürbringerftrahe 13, hat die gegen den Bezirtslciter des Zentraloerbandes der Fleische� ausgesprochene Beleidigung, die in den Worten:.Lump,«trolch und Verbrecher" zu erblicken ist, mit Bedauern zurückgenommen und sich verpflichtet, in Zukunft den T a r i f v e r- trag cinz ii halten, sowie seine Arbeitskräfte vom pari- t ä t i f che n Facharbeitsnachwcis der Stadt Berlin(Ab- teilung Fleischergcwerbe) zu beziehen. Im übrigen erklärt nunmehr Herr Dix, daß seinem Gesellen, wenn er über die tarifliche Arbeits- zeit gearbeitet hat, dafür Ueberstunden bezahlt wurden. Die Diffe- renzen find somit beigelegt. Der Tarisverkrag für das Lithographie- und Steindruckgewei.be ist von den Arbeitgebern für den 1. Mai gekündigt worden. Die Verhandlungen über den Neuabschluß eines Tarife» für das Stein- druckgewerbe beginnen voraussichtlich am 0. Mai. Der Znlernatlonole des Vehördenperfonal», die am 1. Januar 493 000 Miiglieder zählte, find in der letzten Zeit die französischen Gas- und Elektrizitätsarbeiter mit 17 000 Mitgliedern sowie die irischen Gemeindearbeiter mit 5000 Mitgliedern beigetreten. Der Internationale sind jetzt England, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Schweden, Spanien, Oesterreich, Polen, Tschechoslowakei, Luxemburg, Schweiz, Belgien und Holland ange- schloffen. Im M a i wird das Bureau der Internationale i n D o r t- m u n d in einer Sitzung zusammentreten. Im Mittelpunkt der Tagung wird die Beratung des Verhältnisses zu dem int er- nationalen Städtebund stehen, dessen Borsitzender Genosse Wibaut-Amsterdam ist. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angesiellien und veamlea Berlin, wallstr. 65. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 4—6 Uhr, Sonnabends von 9—1 Uhr geöffnet. Wirtschaft �ationalifteruugsgewinne im Sraunkvhlenbergbau. Der Jahresbericht und die Bilanz der N i e d e rl a u f i tz e r Kohlenwerte- Berlin find ein gutes Beispiel dafür, was die Braunkohlenindustrie durch Mechanisierung der Betriebe trotz sinkendem Absatz an Betriebsgewinnen aufhäufen kann. Obwohl der Rohkohlenumsatz um 16 Proz. zurückging, der Britettabsatz gegenüber 1025 nur um 2,3 Proz. stieg, erhöhten sich die Be- triebsüberschüsse von 6,83 auf 8,68 Millionen Mark. � Die Abschreibungen auf die Werkanlagen sind von 3 Millionen im Jahre 1025 auf 4.2 Millionen erhöht, und von dem durch die hohen Abschreibungen niedrig gehaltenen Reingewinn o o n 2,7 Millionen werden dann(wie im Vorjahr) 10 Proz. Dividende verteilt. Die nicht ausgeschütteten Mehrgewinne fanden zur Vergrößerung und Verbesserung der Substanz Derwendung. Kohlenselderkäuse und Ausbau der Anlagen erlaubten eine S u b- stanzausdehnung von 20,53 auf 27,11 Millionen, also u m 3 2 Proz. Außerdem tonnte die Gesellschaft ihre langfristige Schuld von 1 Million bis auf 0,170 Millionen zurückzahlen. und zwar aus den laufenden Einnahmen. Geldsorgen sind natürlich keine da. Den 5,69 Millionen Schulden stehen allein 11,43 Millionen Guthaben und Kassenbestände gegenüber, zu denen noch die wohl sehr vorsichtig bewerteten Borräte mit 1,09 Millionen und Wertpapiere mit 0,06 Millionen hinzukommen. Ernstlich denken die Niederlausitzer Werke mit der mitteldeutjchen Braunkohlen- industrie daran, dem Ferngasprojett der Ruhrzechen zuvor zu kommen. Die Braunkohlenindustrie glaubt selbst die Großstädte Mitteldeutschlands mit Ferngas versorgen zu können.— Die Phönix A.» G. für Braunkohlenverwertung- Berlin hat ebenfalls trotz verringerter Produttion ihre Betriebsüberschüsse von 2,0 auf 2,26 Millionen steigern und die reinen Betriedsunkoften von 0,37 auf 0,30 Millionen senken können. Aus dem Reingewinn von 0,57 Millionen werden 6 P r o z. Dividende auf 8,7 Millionen Aktienkapital aus- geschüttet. Die Abschreibungen sind hier mit 1,40 Millionen gegen- über 1025 verdoppelt. Im Vergleich zu 1013/14 ist die Kohlen- produktton um 4 3 Proz., die Brikettproduttion um 76 Proz. gestiegen. Die Leistung pro Mann und Schicht hat sich im Berichtsjahr um 7,5 Proz. gehoben. England im Kampf um verlorene Märkte. Wie die amtliche englische Außenhandelsstatiftik für den Monat März zeigt, hat die englische Eisen- und Stahlindustrie ihren Export erneut zu verstärken vermocht, ohne daß es jedoch bisher gelungen ist, den durch den Kohlenstreik verursachten Rückgang völlig wieder auf- zuholen. Für das erste Quartal des Jahres bleibt die Eisen- und Stahlausfuhr noch um 24 Proz. hinter derjenigen des gleichen Zeit- raumes 1926 zurück, während die Märzausfuhr nur noch um 13 Prozent niedriger war als im März 1926. Am ungünstigsten liegen die Verhältnisie für Eisenbahmnaterial, worin die Aussuhr gegen- über dem ersten Ouartal 1926 um 32 Proz. zurückgeblieben ist: in Weißblech beträgt der Rückgang 18 Proz., in galvanisierten Blechen 16 Proz. und in Mittel- und Feinblechen 23 Proz. Höher als im Vorjahre liegt dagegen die Ausfuhr von Eisen- und Etahlbarren, Schwarzblechen, schmiedeeisernen Röhren und Drähten. LiranNoortttch für Politil: Viktor Gchisl: Wirtschaft: 9. ttti»aklhöse»: ?rir»r.•ktorni ssruillcton: R. t. Vtfcher: Lokal«» '~ ttlotf«; sämtlich in VkrUn. .. Druck: Vorwtlrto-Suchdruckcrkl und lS,r!aiz»ansl-N Paul Clng«■ Berlin CSÖ»8, filnbenftrofte 3. VI luv chewerifchaftsbewraut«»: Fried«. CMarn: K«uillr und Sonstig,»: Sri» Rarftädt;«njtiöen: rh. Verlag: Vorwiirts-Verlag cb. m. b. Berlin. Memeivs 6rtskraak8nkasse für Berlin-Steglitz. Bekanntmachung. Dt« vertr»t»r d«r Arbeitgeber und Der- sicherten im Auoschuß werden hiermit zu der am Freitag, dem 29. April tS27, abend« 8 Uhr. im Kassenlokal, hier. Sörnerltr. SS, seatifindenden ordonlllcheo Ausschuß- fitzaaz Höst, eingeladen. Tagesordnung: I. Erstattung de« Nässend erich!, sür 1936. 2. Abnahme der Iahreorechnung für lS2S. 8. Satzungsänderung 4 Aenderunq der Dienstordnung. i. Berschledene» Berlin-Stoglitz. den 21 April 1327. Der Vorstand. F. Finger. SB Koalin. «orsqender.• Schriftführer. ♦ HUNDE ♦ Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tlerarztllßie Poldtilnlk ChauxseestraBe 93 ♦ neben Kriegervereinsbaus SpeedistradejulV-l 0.4-6 Uhr Brot enuerordentllch preiswert» HITTELHEER-REISEN mit dem 11000 Toni gtos&sn Nordunerlkt-Dampfer „PolOBla"derB»Ul;.Aiu«jc*-Liajegemi»9Proep.Nr.l2: 1. Sinei» Uadetrn o. den Cnnnr.Inneln, i.-2S. Joll, ▼on Hamburg Uber 18 gwiscbeabi.teo nach Genna. 2. Grooae Orienlrelne, 27. Jall-18. dog.. van 6onu durob« ganze öatlicbe MUtelmeer nach Venedig. 8. Kaeli Nerdnfeikn n. Spanien, 21. Aug.— 11. Sest, v. Venedig Bb.ganz Noidneetairiza b. Span. n. Hunng. Grmdprels M. SSS.-proEeise iikl.nnfi4i.T«p!]«tni. MITTSLME HR»ßEISKBURSAU Berlin W 8, Xrenanstr. 3- Himburg 36, Esplansd« 22 und all* anderen bedeatenden Beliebareaus.* <3 > ivegr. 1801 1 Anter OntanHe gute n n d bllliae tepp- und Daunendecken iow:e Retnll'Brttstellea nnd Auflege- matratzeu laufen Sie besten* ab Fnbril Bernhard Btrolimandel. 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FL 2.10 ut« 2.93 rebutor Velnbraad Verteil n.--- stern,>/, fl 2.35 Liter 2.95 Echter dentschcr Weinbrand«••Stern.>/. fl 3.10 uur 3 95 Alle EdelllkOre bU 38%....... FL 3.10 uter 3.95 Kostproben gratis Aussdtank direkt vom FaS. Eduard SQssklnd Mauptaesehälli BrunnanslraSo 42*43 IHenUtc, SehloBatr. 131 Berlin, PetereLnrger Str. CO KenklMln. Berliner Str. IS Berlin, Chnaaeeeoer.?• Monbll, WUennekerSlr. 2» Berlin. Hillleretr. 174 Berlin, Gronauer Str. I» Berlin, Koppenstr. S3 Chorlon— Idars, U'Umeradorter StrnBe 157 I Berti» fiel Hau et» Mark U i vaxte Altes Jpezialgesdüfl Müflflt"! Was- «eise- Seöev SMelkett !Mgeu SiifMa Ms billigN. Tagespr. I Genrnderj Pflaame, Berlin SW, Frisciichstr. 205 1 drte ziminctftr. Inferieren bringt ERFOLG 1 PcrlliierEleKIriKer Genossensdiafl angttctal.dem Verb.»oz. Baubetriebe BerUn N.24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 6523, 68i6 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhantstr. 4. 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