Nr. ISS ch4».7ahrg. Ausgabe M Nr. HS Bezugspreis. WStentlich 70 Pkcnai». monatlich S.- Aeichsmaik ooran, zahlliao. Anter»reu�danv kür Deutschtand, Daniita. Saar» und Memelaebi«. Oesterreichs Litauen. Lurembur, 4,50 Ztcichsmarl, kür das llbngl Ausland 5,30 Reichsmarl vro Monar. De?.LorwSrts' mit der illustrier. ten Sonntagsbcilaz«.Voll und Zeit' iomie den Beilagen.Unterhallunz uns Wissen".Aus der?ilmwelt", .Frauenstimme".Der Kinder» freund"„Iugend-Borwärts" und »Blick in die Bllcherwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Montags einmal. Telearamm-Adrefse: .Sozialderuatrat Berlin" Morgenausgabe tz> Derlinev Volksblatt (l0 Pfennisj Anzeigeupreije: Die« l n i v a lt i a« Ronvareillc. »eilt«0 Pfennig. RcName,eile 5,— Reichsmark..Kleine Anzeigen" da- kettaedruckte Wort 25 Pkenni« fzuISMa zwei fettgedruckte Worte). ieixs weitere Wort 12 Pfennig. Stellenaesuch« das erste Wort l» Pfennig, icdes weiter- Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- ftabcn ziiblen für zwei Worts. «rbeitsmarkt Keile M Pfennig. Familienanzeigen istr Abonnenten Keil«<0 Pfennig. Anzeiasn für die nächst« Nummer müllen bis iMi Uhr nachmittags im Sauotaefchäft. Berlin SW KS. Linden. strosteZ. abgegeben werden. Deiiflnet von Slj Uhr früb bis 5 Uhr nach». Zentralorgan der Sozialdemokrattfcben Partei Deutfcblands Redaktion und Verlag: Serlin EW. HS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 207. Freitag, den 22* April 1937 . Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin Siv. öS, Änüenstr.3 PostsckcSkonto:«erliu Z7 S3«- Van?ksnto: Bank der Arbeiter. Angestellte« und Beamten. Wallstr. KS: Viskouto-Sesellschaft. Deposttenkaste Liadenstr. S. Die Waffenfunöe beim„Wiking Flucht vor der Oeffentlichkeit.- Die Putfchbündler beschuldigen das Reichsbanner. E. K. Leipzig, 21. April.(Eigener Drahtbericht.) Das große Rätsel des Wiking-Prozesses heißt Ehrhardt. Worum ist er nicht erschienen, warum verteidigt er nicht persönlich die Organisation, die auf seine Person eingeschworen war? Fürchtet er die Erinnerung an seine Flucht aus Leipzig? Fürchtet er eine eidliche Zeugenvernehmung? Von seinen Getreuen wird verbreitet, daß er doch noch zu dem Prozeß erscheinen werde. War das seine Absicht, warum dann erst die schulbubenhafte Ausrede mit „übergroßer Beschäftigung"? Die Nachmittagssitzung brachte die Fortsetzung des Ve- richte-, d. h. die weitere endlose Verlesung der Dokumente aus der preußischen Denkschrift. Gelegentlich kommt es zu Zusammenstößen, so beispielsweise als Rechtsanwalt Martin anregt, den Beisitzern des Gerichts die Denkschrift zuzustellen, die Wiking-Anwälte wider- sprechen erregt. Das Ganze ist ein Streit um des Kaisers Bart, denn privatim haben sämtliche Beisitzer die Denkschrift erhalten, sie haben sie vor sich liegen. Die Verlesung der Dokumente fördert immer neues Material über den streng militärischen Charakter der Wiking- Organisation. Der Tatsachen sind zu viele, um einzeln ange- geben werden zu können. Besonderes Interesse erwecken die Waffenfunde bei den Erfurter Wiking-Mitgliedern, die gleich- zeitig als vandalifche Schänder eines israelitischen Friedhofes sich hervortaten. Maschinengewehre und Flinken in großer Anzahl hielten sie versteckt. Sic behaupten im Auftrage der Reichs- wehr. Stimmt es? Der Borsitzende N i e d n e r stoppt hier Plötz- lich ab und erklärt, diese Frage in öffentlicher Sitzung nicht weiter verhandeln zu können. Er hat von dem Vorsitzenden Siegert im Fememordprozeß scheinbar nichts gelernt. Die Deriesuug wendet sich nunmehr den Argumenten der Der- leidigung zu. Das hat die Verteidigung verstanden. Was Wiking Nicht bestreiten kann, sucht sie als Entgleisung einzelner Unterführer hinzustellen. Der Bezirksführer in Hessen. Nassau, der vielgenannte Heinz, der auch im Kasseler Fememordprozeß eine bedenkliche Rolle spielte, sei aus dem Wiking im Jahr« 192S ausgeschlossen worden, die Organisation sei also für seine Taten nicht verantwortlich. Im übrigen sucht die Verteidigung durch eine Menge von Zeitungsausschnitten darzutun, daß auch das Reichs- banner S ch w a rz- R o t- G o l d eine militärische Or- g a n i s a t i o n sei. Der Dorsitzende Niedner möchte dies auf die Formel bringen, man solle den mililärischen Charakter des Reichsbanners Schwarz- Rok-Gold zugestehen, aber mit dem Unterschied, daß das Reichs- banner nicht das Ziel habe, die Republik zu untergraben, sondern zu festigen. Die Vertreter der preußischen Regierung legen dem- gegenüber dar, daß ein Grad der militärischen Organisation wie beim Wiking für das Reichsbanner keinesfalls in Frage komme. Das Reichsbanner suche zwar, wie beispielsweise auch der Stahl- Helm, große Massen zu disziplinieren, aber sie nicht zu militarisieren. Die preußische Regierung sehe jedenfalls das Reichsbanner nicht als mililärischen verband an. Ob der Rote Frontkämpferbund, auf den sich die Verteidigung auch beruft, ein militärischer Verband sei, sei ganz gleichgültig, hier handle es sich um den Charakter der Organisationen Wiking und Olympia. Die Berichterstattung kann am heutigen Tage nicht mehr zu Ende geführt werden. Um 6 Uhr regt der Vorsitzende Vertagung an. Dabei kommt es wieder zu einem Zusammenstoß. Rechtsanwalt Sack möchte noch einmal auf die Thüringer Angelegenheit zurück- kommen und feststellen, ob der preußische Innenminister in dieser Sache pflichtgemäß oder f o h r l ä s s i g gehandelt habe. Mit großer Energie widerspricht Ministerialrat S ch ö n n e r der Gesamttcndenz dieses Antrages. Hier stehe nicht die Hand- lungsweise des preußischen Innenministers zur Beurteilung, sondern der Charakter der Organisationen Wiking und Olympia. Der Ber- sitzend« N i e d n e r, der in allen die preußische Regierung betreffen- den Fragen«in« möglichst farblose Haltung einzunehmen sucht, biegt den Streit dadurch ab, daß er erklärt, /- die Thüringer Angelegenheit nur in nichköffenklicher Sitzung behandeln zu können. Der morgige Bormittag wird wahrscheinlich zum größten Teil mit B e ri ch t e r st a t t u n g ausgefüllt sein. Dann kommen die Ausführungen der Parteien, so daß es sehr zweifelhaft erscheint, ob die zu morgen geladenen Zeugen morgen noch vernommen werden können. Man rechnet jetzt nicht mehr, wie ursprünglich, mit einer Dauer des Prozesses von drei bis vier Tagen, sondern m i n d e- st e n s von sechs Tagen. Ghrharüt in Leipzig! Leipzig, 21. April.(TU.) Entgegen der von Rechtsanwalt Bloch heute vormittag gemachten Mitteilung, daß Kapitän Ehr- Hardt nicht vor dein Staatsgerichtshof erscheinen werde, wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß Kapitän Ehrhardr morgen doch in Leipzig sein und sich dem Staatsgerichtshos zur Ber- fügung stellen wird. Frankreich gegen Sie tzankauregierung. Aufgabe der bisher beobachteten Neutralität. Paris, 21. April.(Eigener Drahtberlcht.) Dem„Ternps" Zufolge ist die französische Regierung bereit, sich den Maßnahmen anzuschließen, die andere Mächte gegen die k o m m u u i st i s ch c Regierung in hankau ergreifen,(vis jetzt Hot vriand immer Frankreichs Neutralität in den chinesischen Parteikämpfen betont! Red. d. v.) 3m übrigen erklärt das französische Außen- Ministerium, es habe keinerlei Bestätigung für die Nachricht, daß der russische Vertreter tu Südchina, B o r o d i n, verhaftet worden sei. Zwischenfälle im franzöflsch-chinesischen Grenzgebiet. Hanoi, 21. April,(havas.) Der Kampf zwischen verschiedenen Generalen im pünnangeblel dauert an. Die hierdurch hervor- gerufenen Unruhen machen sich Räuberbanden zunutze. Ein französischer Ingenieur und ein französischer Eisenbahner seien von Räubernverschleppl worden, die Lösegeld forderten. Mumfassenüe Internationale? Henderson zum Konflikt JLP.-Macdonald. London. 21. April.(Eigener Drahtbericht.) Einer der Haupt- gründe dafür, daß die Unabhängige Arbeiterpartei es abgelehnt hat. Macdonald wieder als einen ihrer Vertreter im Partcivorstand der Gesamtarbeiterpartei vorzuschlagen, ist Macdonalds ablehnende Haltung gegenüber dem Streben der ÄLP., eine a l l u m s ch l i e- ßende alleinige Arbeiter-Jnternationale herbei- zuführen. Darüber sagte Genosse Arthur Henderson, Vorsitzen- der der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale und Generalsekretär der britischen Labourparty, in einer Rede zu Oxford u. a.: »Ich kenne die Auffassungen Macdonalds bezüglich einer all- umfassenden Internationale und ich zweifle, ob die ILP. mit diesen ihren Vorschlägen auch nur ein halbes Dutzend Stim- wen mustern könnte, falls ein solcher Antrag vor das Bureau oder den Kongreß unserer Internationale kommen würde. Indem Mac- douald es— lni Hinblick auf die Erklärungen der Moskauer Inter- nationale— ablehnt, sich mit dieser Politik der Unabhängigen Partei zu identifizieren, handelt er in Uebereinstimmung mit der Sozialistischen Internationale und überdies, soweit ich das beurteilen kann, in völliger Uebereinstimmung mit der über- wältigenden Mehrheit der Mitglieder und Organisationen der Gesamt-Labour-Party." �rbeiterproteft in Dänemark. Gegen Sozialreaktion. Kopenhagen. 21. April.(Eigener Drahtbericht.) Zum pro- lest gegen die Absicht der bürgerlichen Regierung, die Sozialgesetz- gebung zu verschlechlern, demonstrierten heute Zehntausende Arbeiter. Nachdem die Genossen Borgbjerg und S l a u n I n g zu den Massen auf dem Rathausplah gesprochen halten, zogen sie am Paria- menl vorbei zum Haus des„Socialdemokraten", wo sich der Zug auflöste. Kommunistische Gewissenlosigkeit Eine Aktion der KPD. für den 8. Mai. Wir oeröffentlichen auf der 3. Seite eine„Instruktion zur Organisierung der Gegenwehr und der Demonstration gegen den Stahlhelmaufmarsch am 7. und 8. Mai", die von der kommunistischen Bezirksleitung herausgegeben ist. Der Sinn dieser„Instruktion" ist, Zusammenstöße am 8. Mai unvermeidlich zu machen. An diesem gewissenlosen Spiel der Kommunisten wird die Berliner Arbeiterschaft sich n i ch t beteiligen. Sie demon- striert wuchtig und geschlossen gemeinsam mit den Gewerk- schaften a m 1. M a i im Lustgarten. Sie wird sich weder vom Stahlhelm, noch von den Kommunisten provozieren lassen, das Spiel der Re- aktion zu spielen. Ihr Aufmarsch am 1. Mai wird der Re- aktion zeigen, daß sie auf der Wacht ist. die innere Reichsschulö. Die Lehren der Anleihe-Denkschrift für t92K. Von Hugo Heimann. Noch vor den Ferien ist dem Reichstag vom Reichsfinanz- minister die A n l e i h e d e n k s ch r i f t für das Kalenderjahr 1926 zugegangen. Die neue Denkschrift schließt sich eng an die seit der Währungsstabilisierung herausgekommenen beiden Denkschriften für 1924 und 1925 an und ist ein neuer Beweis für den gunstigen Stand der Finanzlage Deutschlands in den beiden erstgenannten Iahren und zum Teil auch in 1926. Entstehung der Reichöfchuld. Im Jahre 1914 betrugen die Schulden des Reichs zirka 5 Milliarden, die der Länder ca. 15 Milliarden. Die letzteren Schulden waren in der Hauptsache gemacht worden zum Aus- bau des Eisenbahnnetzes und mußten bei der Uebernahme der Eisenbahnen vom Reich mit übernommen werden. Während des Krieges und nachher traten außer zwei großen Darlehen, die aufgenommen wurden, zu diesen Schulden hinzu die Kriegs- anleihen 1914 bis 1918 mit einem Ausgabewert von 45 Mil- liarden Goldmark und der verzinslichen Schatzanweisungen von 1922, 1923 und 1924, die für die verschiedensten Ber- pflichtungen der Nachkriegszeit ausgegeben werden muhten und sich zusammen auf 822 Billionen beliefen. Diese gesamte Schuld wurde mit einem Schlags beseitigt durch die Bestim- munq der Dritten Steuer Notverordnung vom 15. Februar 1924, die besagt, daß die Verzinsung und Ein- lösung von Markcnleihen des Reichs und der Länder bis zur Erledigung sämtlicher Reparationsverpflichtungen nicht ge- fordert werden kann. Sie lebte zu einem Teil wieder auf, als miter dem Druck der en'eigneten Massen das Reich ein«. wenn auch unzulängliche, Aufwertung zugestehen mußte. Im Anleiheablösungsgesetz vom 16. Juli 1925 wird Art und Höhe der Aufwertung der früheren Markanleihen des Reichs geregelt. Der Gesamtbetrag dieser neuen Anleihe- ablösungsschuld, die jetzt an die Stelle aller früheren Mark- anleihen des Reichs getreten ist, läßt sich genau noch nicht feststellen. Die Anleihedenkschriften setzen daher keinen festen Betrag für diese Schuld ein. Nach dem genannten Gesetz kommt zunächst nur der A l t b c s i tz der früheren Anleihen mit den sogenannten Auslosungsrechten in Betracht. Die Summe dieser Auslosungsrechte wurde in 1925 und 1926 auf 790 bis 750 Millionen geschätzt. Im Haushalt der Reichs- schuld für 1927 wird die Summe der Altbcsitzanleihen auf 36 Milliarden und dementsprechend der Betrag der Aus- losungsrechte auf 900 Millionen beziffert. Neuerdings rechnet man schon mit rund 1 Milliarde. Setzt man. um ganz sicher zu gehen, diesen Betrag für die Anleiheablösungsschuld ein, so ergibt sich nach den Denkschriften für 1925 und 1926 fol- gender Stand: Die Reichsschulden am ZI. Dezember 1025 und 1926. 1925 1026 in Millionen Mark AnleibeablösungSickilld..... rund 1000 1000 Schatzanweisungen von 1923...» 20 20 AnKlo?bare Schatzanweisungen von 1923„K"........ 1 0,713 Unverzinsliche Schatzanweisungen von 1924„E"........ 133— Nentenbankkredit.......» 1077 946 Schuld bei der Reichsbank..., 226 217 DaweS-Ankeihe.......„ 950 907 rund 8407 3091 Die im Jahre 1926 zur vorübergehenden Verstärkung der Betriebsmittel der Reichshauptkasse aufgenommenen und die in der Abwicklung begriffenen Verpflichtungen sind in dieser Aufstellung nicht enthalten. Zur Erfüllung des erstercn Zweckes, der vorübergehenden Verstärkung der Betriebsmittel der Reichshauptkasse, hat die Reichsbank dem Reich einen Bc- triebskredit bis zum Höchstbetrag von 100 Millionen Mark eingeräumt. Der Kredit ist in der Zeit vom 1. bis 5. Oktober 1926 mit einem Höchstbetrag von 121A Millionen Mark in Anspruch genommen worden. Die Verzinsung der inneren Reichsschuld— also unter Ausschluß der Dawes-Anleihe— hat im Jahre 1926 einen Betrag von 7,8 Millionen erfordert. Für die Tilgung wurden 231,4 Millionen aufgewendet. Die neuen Anleihe-Kredite. Die Ausgaben des außerordentlichen Haushalts werden nicht aus laufenden Mitteln des ordentlichen Etats, sondern aus Anleihen bestritten. Eine gesunde und vorsichtige Finanz- gebarung wird auf den außerordentlichen Haushalt nur Aus- gaben für werbende Anlagen nehmen, die die Kosten der Ver- zinsung und Tilgung der für sie aufgenommenen Anleihen oder Anleiheteilen allein aufbringen. Man wird sich auch damit abfinden müssen, daß auf den außerordentlichen Haus- halt solche Ausgaben gebracht werden, die nur auf die Schultern der gegenwärtigen Generation zu legen unbillig oder unmöglich wäre. Die Katastrophe des verlorenen Well- krieges hat solche Notwendigkeiten vielfach ergeben. So finden sich denn im außerordentlichen Haushalt in bunter Folge Zlusgaben für Erstattung von Kriegsschäden, Unterstützung gemeinnütziger Wohnbauunternehmungen, Kanal- und Wasserbauten, Ausführung des Friedensvertrages, Kosten aus Anlaß des Krieges und der Demobilmachung, Darlehen an die Deutsche Neichsbahngesellschaft usw. Die bürgerlichen Parteien sind sogar davor nicht zurückgeschreckt, bestimmte Prozentsätze der Ausgaben für die neuen Kreuzerbauten auf den außerördentlichen Haushalt zu bringen. Seit der Stabilisierung hat der Reichstag in den ver- -schiedenen Etatsgesetzen der Reichsregierung zur Bestreitung all solcher Ausgaben Anleihekreditc in Höhe von insgesamt 12Si Millionen bewilligt. Auf die Inanspruchnahme der beiden in mit einem Betrage von 348 Millionen be- willigten Kredite. hat die Regierung verzichtet, so daß die Kredite, die der Regierung zur Verfügung standen, sich noch- auf 939 Millionen belaufen haben. Diese Kredite waren am 31. Dezember 1926 nur in Höhe eines bei der Reichspost auf- genommenen Darlehns von 110 Millionen in Anspruch gc- nommen 829 Millionen Kredite st an den am 1. Ianuar1927alsonochzurBersügung. Trotz- dem hat die Reichsregierung in dem dem Reichstag in den ersten Januartagen zugeleiteten Entwurf des Etatsgesetzes für 1927 eine neue Anleiheermächtigung in Höhe von 528 Millionen erbeten! Gegen diese Methode der Thesaurieruung von Anleihen ist in den Spalten dieses Blattes aus etatsrechtlichen und finanziellen Erwägungen sowie aus Gründen einer richtigen Balancierung des Etats wiederholt Stellung genommen worden. Bei der diesjährigen Etatsberatung wurde von den sozialdemokratischen Vertretern im Haushaltsausschuß das Verlangen gestellt, alleKrvditermächtigungen auf das Eta'tsjahr zu begrenzen, so daß nach dessen Ablauf die nicht in Anspruch genommenen Kredite erlöschen. Der Reichsfinanzminister Dr/ Köhler mußte zugeben, daß das bisherige Vorgehen der Reichsregierung nicht haltbar sei und daß solche Thesaurierung von Anleiheermächtigungen vermieden werden müsse. Unter Zustimmung anderer Frat- tionen brachte darauf die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag Müller-Franken ein, das Etatsgesetz für 1927 dahin zu ändern, daß der Reichssinanzminister zwar ermächtigt wird, die zur Bestreitung der einmaligen außerordentlichen Ausgaben aus den Jahren 1925, 1926 und 1927 notwendigen Summen im Wege der Anleihe flüssig zu machen.(Rund 487 Millionen für die Jahre 1925 und 1926 und rund 466 Millionen für das Rechnungsjahr 1927.) Aber, um jede Thesaurierung unmöglich zu machen, wurde folgender Zusatz angefügt: „Die bisher erteilten Anleiheermächtigungen bleiben in der Höhe bestehen, in der sie dem Erlöse der bereits gegebenen Anleihe ent- sprechen. 3m übrigen kreken sie außer Kraft. Bleiben die Ans- gaben des außerordentlichen Haushalts hinter den Ansätzen im Reichshaushaltsplan zurück oder übersteigen die Einnahnien des außerordentlichen Haushalts die Ansätze im Reichshaushaltsplan, so ermäßigt sich die Anleiheermächtigung um den Betrag der Minderausgabe oder der Mehreinnahme. Der Anleihe- ermächtigung treten die Summen hinzu, um welche die Einnahmen des außerordentlichen Haushalts hinter den Ansätzen im Reichs- Haushaltsplan zurückbleiben." Der Antrag, der genau den sozialdemokratischen Forde- rungcn entspricht, wurde einstimmig angenommen. Ist damit zunächst auch nur für das laufende Rechnungsjahr 1927 der bisherigen Uebung der Reichsregierung ein Riegel vorge- schoben, so ist doch mit Sicherheit anzunehmen, daß auch in den kommenden Jahren der Reichstag nie mehr zu der laxen Handhabung der Bewilligung von Anleihen auf Vor- rat zurückkehren wird. Die Anleihedenkschriften der Reichs- regierung in den folgenden Jahren werden dann auch ein- facher und durchsichtiger werden, als sie bisher gewesen sind. Cinheitsftaat-KompromiflTe. eine Rcdc Kochs vor dem Demokratischen Parteitag. Am Donnerstag wurde in Hamburg der Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei eröffnet. Vor dem Parteitag hielt Reichsminister a. D. Dr. Koch ein großangelegtes Referat über das Problem des Einheitsstaates. In dem geschichtlichen Ueberblick, den er gibt, führt er aus, daß der gesunde Föderalismus, von dem so vielfach gesprochen wird, nichts anderes war als ein dynastischer Partitularis- m u s. Dieses Schlagwort des gesunden Föderalismus wird dadurch gründlich erledigt. Koch findet dann treffende Worte gegen die ."Souveränität der Länder", für die sich Herr v. Keudell als Reichsminister der Rechtsregierung«ingesetzt hat. Eine ver- nünftige Zuständigkeitsregelung zwischen den Ländern und dem Reich werde erst möglich sein, wenn der falsche S o u- veränitätsgedanke ausgeräumt ist. Aus diesem Grunde müsse auch die Beseitigung der Gesandtschaften zwi- schen den deutschen Ländern gefordert werden. Weiterhin sei die Aufrechterhaltung von 18 Parlamenten und ihnen verantwortlichen Ministerien überholt. „Bei einer territorialen Neugliederung, so schlägt Koch vor, istandemBestanddermittelgroßenLänder festzuhalten. Die Zwergstaaten indessen müssen beseitigt wer« den. Es mag versucht werden, eine Lösung zu finden, um solche Länder, wenn sie ihre eigene Verwaltung aus finanziellen Gründen � nicht aufrechterhalten können, als Reichsländer schon jetzt in die Verwaltung des Reiches zu überführen. Eine besondere Stellung bei der Einheitssrage nimmt natürlich Preußen ein. das seine Mission erfüllt haben wird, wenn der dezentralisierte Einheitsstaat geschaffen worden ist. Eine bessere Fühlung zwischen Reich und Preußen kann als Notbehelf dadurch geschaffen werden, daß der R e i ch s m i n i st e r, der im Reichsrat präsidiert, gleichzeitig preußischer Minister ist. Der Einheitsstaatsgedanke darf nicht nur ein Gedanke ohne Taten bleiben, Tatenmüfsen folgen, und als erste Tat schlägt Koch die notwendige Flurbereinigung vor, die alsbald nach einem Plan, den die Reichsregierung aufstellen soll, erfolgen muß. Es ist notwendig, daß jetzt endlich Maßnahmen getroffen wer- den, die als erste Etappe auf dem Wege zum Einheitsstaat gelten können. Di« Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern muß gemäß der neuzeitlichen Entwicklung abgegrenzt werden. Das Reich muß die Möglichkeit einer Kontrolle der Länderbehörden haben, soweit es sich um Reichsgesetze handelt, und endlich müssen die schlimmsten Gebiets- und Grenzungeheuerlichkeiten beseitigt werden. • Bei dem Sprung von der Idee zur Forderung der Tat geht die Konsequenz schon in die Brüche. Es zeigt sich, daß in der Forderung des Einheitsstaates Uebereinstimmung in den weitesten Kreisen herrscht. Gilt es aber die Praxis, so ergeben sich Hemmungen aus eingeborenem P a r t i k u l a- r i s m u s. Das bemerkenswerte Referat Kochs zeigt solche Hemmungen. Vor seinem Referat proklamierte der Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen den Willen zum Ein- heitsstaat. Er sagte:„Wir holen unsere Fahne herunter. wenn es gilt, das schwarzrotgoldene Banner aufzuziehen." Wir erinnern uns der Stellung Petersens im Konflikt Preußen-Hamburg über die Frage Groß-Hamburg. Im Hamburger Fall hätte vielleicht ein sehr wertvoller Ver- such in der Richtung des Abbaues veralteter Staatsgrenze,! gemacht werden können(durch preußisch-hamburgisch« Hafen-, Verkehrs-, Siedlung?- usw. Gemeinschaften), wenn nicht eben Hamburg von Anfang an den entscheidenden Wert auf eine staatliche Gebietserweiterung gelegt hätte und in dieser. Einstellung leider häufig durch Kreise bestärkt worden wäre, die grundsätzlich den neuen deutschen Ein- heitsstaat erstreben. In der Praxis regt sich der leidige deutsche tiefsttzende Partikularismus, und Herr Koch hat ein Spezi a lko m- p r o m i ß mit dem Hamburger Partikularismus gemacht. Er will bei einer territorialen Neugliederung am Bestand der mittelgroßen Länder festhalten, fügt jedoch hinzu: „Auch die Hansestädte werden ihre Aufgabe wohl dauernd am besten als selbständig« Gebilde lösen." Nach dieser Verbeugung vor dem Hamburger Partikula- rismus konnten Koch und Petersen gemeinsam den Grundsatz des Einheitsstaates feiern... Man versteht die Zwangslage des Parteiführers, der in H a in b u r g über den Einheitsstaat redet und die Bedeutung der Hansestädte für seine Partei abwägt. Aber man versteht auch, warum die Idee des Einheitsstaates so schweren Hemmungen begegnet!_ Ein Unbequemer. Dr. Leo Weismantel legt sein Mandat nicht nieder. Dr. Leo Weismantcl, der christlich-soziale bayerische Landtags- abgeordnete, veröffentlicht folgende Erklärung: „In verschiedenen Tageszeitungen finde ich eine Mitteilung, daß ich beabsichtige, mein Abgeordneten in andat niederzulegen. Durch wen und aus welchen Grün- den im gegenwärtigen Zeitpunkt diese Meldung in die Presse gelangt ist, ist mir u n b e k a n n t. Es liegt für mich zurzeit kein Anlaß vor, d-n Inhalt chicser Meldung zu bestätigen. Eine Riederlegunng nieines Mandats steht nicht bevor." Wer hat Weismantcl loswerden wollen? Sollte die Loncierung der falschen Nachricht über seine Mandatsniederlegung mit den Verhandlungen über eine Annäherung von Zentrum und Bayerische? Volkspartei zusammenhängen? Sabotage öes Brbeitsgerichtsgesetzes. Bayern plant 167 Arbeitsgerichte und 27 Landes- arbeitsgerichte. München, 21. April.(Eigener Drahtbericht.) Während olle übrigen deutschen Lärtder in Durchführung des Arbeitsgerichtsgesetzes auf eine möglichste Kongentration der Aibeitsgerichtsbar- keit bedacht sind, verharrt das bayerische Justizministerium auf dem unglaublichen Standpunkt, daß für Bayern 167 Arbeits- g e r i ch t c und 27 Landesardeitsgerichte notwendig feien. Alle Einwendungen der Gewerkschaftsvertreter sämtlicher Richtungen, daß eine so große Zahl von Instituten nicht nötig sei. dadurch ein Durcheinander in der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung entstehe, und endlich wegen der dringend notwendigen Verein- fachung der Verwaltung die Zahl von 66 Arbeitsgerichten und vier Landesarbeitsgenchten vollkommen genüge, blieben fruchtlos. Die Unternehmer, die sonst bei jeder Gelegenheit gegen die übersetzte Verwaltung anrennen, stellen sich in dieser Frage hinter das Iustizministeriinn, das seinen Lorschlag mit der merkwürdigen Bc- hauptung begründet, daß die von ihm vorgeschlagen« Regelung weniger Kosten»erursackste, als dies bei einer Verminderung der Zahl der Institute der Fall wäre. In den nächsten Tagen wird sich der bayerisch« Minister- rat mit der Sache befassen. Stützt er den Vorschlag des Justiz- Ministeriums, dann ist das Arbeitsgerichtsgesetz iu Bayern ernstlich gefährdet. Der preußische Innenminister war am Donnerstag auf feiner Besichligungsreise in S ch n e i d e m ü h l, der Provinzialhauptstadt der Grenzmark Posen-Westpreußen. Der Minister führte auch hier — wie uns aus«chneidemuhl gemeldet wird—■ mit den Amtsstellen und allen wirtschaftlichen Organisationen Verhandlungen, um ihre Bedürfnisse und Nöte kennen zu lernen Die Rückkehr nach Berlind erfolgte am Abend des gleichen Tages. Der französische Minislerpräsident Poincare erklärte im Anschluß an seine Strahburgcr Reise, jedes elsässilch« Kind müsse die Möglichkeit haben. Deutsch zu lernen, aber die französische Sprache dürfe in den Schulen ebensowenig vernachlässigt werden. Der französisch- sozialistische Parlcilagsbcschluß zur innerpoli- tischen Haltung der Partei ist von der Links presse mit all- gemeiner Befriedigung aufgenommen worden, weil er die Möglich- keit eines Zusammengehens mit bürgerlichen Demokraten offen lasse. GoKesfästerung. Van Paul Gutmann. Das Osterfest ist vorüber. Für jeden, der es mit Bewußtsein feiert«, hatte es einen bestimmten symbolischen Sinn. Dem einen war es ein Fest der Twdition, dem andern das Fest der Auf- erftehung in kirchlicher Bedeutung, die meisten freuten sich im Sprießen und Blühen ringsum über das neue, ewig unvergängliche Leben in der Natur. Den Kern der Gaben und Geschenke für groß und klein bildet« das Ei, aus dem alles Dasein sich entwickelt. Jener Gott, der, am Kreuz verschieden, nach Ansicht seiner An- Hänger am Osterjonntag vom Tode auferstanden ist, stand unlängst im Mittelpunkt einer Münchener Gerichtsverhandlung, die wegen angeblicher Lästerung seiner göttlichen Person mit einer Verurteilung des Lästerers zu mehreren Wochen Gefängnis endete. Der An- geklagte, Feuilletonredakteur eines Münchner Abendblatts, Karl Nicolaus, hatte in seiner Zeitung ein Gedicht von Karl Zuckmayec „Wenn der Wind im Frühling bläst" veröffentlicht, worin das Licbesgeschrei der Katzen mit den Wehrufen Jesu im G-arten von Gethsemane verglichen wird. Ob dieser Vergleich angebracht oder besonders geschmackvoll ist, mag dahingestellt sein. Die Tatsache in- dessen, daß noch heutigen Tages ein Paragraph existiert, der wegen einer, höchstens bedauerlichen literarischen Entgleisung die Verurteilung eines Menschen zu einer Freiheitsstrafe rechtfertigt, das gehört zu den zahlreichen Beispielen unsrer an Widersprüchen so reichen Zeit. Nichts ist geeigneter, den Widersinn dieser Zeit deutlicher zu zeigen, als der Paragraph 166 StGB., die Gotteslästerung be- rrcffend. Es erscheint uns heute subjektiv Unbegreiflich, daß im frühen und späteren Mittelalter blutig« Fehden darüber entbrannten, ob Christus gottähnlich oder gottgleich gewesen sei, ob das Abend- mahl eine Verwandlung bedeute oder sei. So fremd uns diese Dinge geworden sind, so können wir objektiv die Erregung einer Menschheit verstehen, die an sie geglaubt hat. Ein Gottesleugner wurde im Mittelalter auf den Scheiterhaufen geschleppt. Was soll man aber zu einer Rechtsausfassung sagen, die die Widergabe eines belanglosen Gedichis wegen eines unpassenden Vergleichs zum Gegenstand einer Gotteslästerungsklage macht, dagegen nichts ein- zuwenden vermag, wenn in Büchern mit dem schwersten Rüstzeug der modernen Wissenschaft bewiesen wird, daß jener angeblich gc- lästerte Jesus eine Figur der Sage ist. Gegen ein Buch, wie die „Iesussagc" von Georg Brandes, gegen die Schriften von Drews und andern heutigen Lidelforschcni wagt im zwanzigsten Jahr- hundert wohl kein Gericht vorzugehen. Wenn aber in aller Oejfenr. lichkeit die Existenz eines Gottes bestritten werden kann, wie ist es dann möglich, diesen Gott zu lästern? Wie klein ist die Auffassung der Religion, wenn man glaubt, sie durch Polizeimaßnahmen schützen zu müssen! Mit Recht jagt Georg Brandes am Ends seines di« historische Existenz Jesu leugnenden Buches:„Es ficht göttliche Wesen nicht an, daß sie ihr wahres Leben, ihr einziges Leben im Gemüt des Menschen haben." Wenn sie dort aber ihr Leben führen, so bedürfen sie wahrlich nicht des Schutzes durch di« Justiz. Auch das Osterei ist im Symbol und für den Menschen eines»aturwissenschaftüchei, Zeitalters ein sehr heiliges Symbol. Aber wäre es richtig, einen Menschen, der hierüber spöttelt, ins Gefängnis zu werfen? Darum fort mit jenen, Ueberbleibsel des Mittelalters, fort mit jenem Gottes. lästerungsparagraphcn, der den Büttel an die Kirchentür stellt und darum die echte Religiosität, die über Beleidigungen erhaben ist, er- niedrigt. Im übrigen hat das Reichsgericht jenes Urteil aufgehoben und aus formalen Gründen die Sache an das Schwurgericht Augsburg verwiesen. Die Gotteslästerung als jö.che bleibt bestehen. hunüert �ahre öremerhaven. Die Stadt Bremerhaven feiert am 1. Mai ihr hundertjähriges Bestehen. Am 1. Mai 1827 wurde zwischen den beiden Staaten Hannover und Bremen ein Vertrag abgoschlossen, der Bremen das für Hafenbauten günstig gelegene Gelände an der Unterweser sicherte. Bereits 1839 legte das erste Ueberseeschiff in dem neuen Hajen an. Damit hatte Bremen etwa 65 Kilometer weiter seewärts einen zeitgemäßen Hajen, da das seichte Wasser der Weser den immer größer werdenden Schiffen nicht mehr gestattete, nach Vre- men hinaufzufahren. Heute liegt aus diesem Gelände an der Weser ein« selbständige Stadt irot 23.500 Cinwlchnern, die landesrechtlich zu Bremen gehört, jodoch eng von den beiden ebcmaligen preußi- schon Städten Geestemüride und Lehe umschlossen wird, die jetzt unter dem Namen Wesennünde ein« Stadt geworden sind. Die Doppclstadt Bremerhaoen-Wesennünde bildet wirtschastsgeographisch eine Einheit und zählt 100 006 Einwohner. Am 36. April findet unter dem Protektorat des bremischen Senatspräsidenten die offizielle Jahrhundertfeier statt. Man rechnet mit einer großen Zahl auswärtiger Gäste. Im Laufe des Sam- mers folgen anläßlich der Säkularfeier die verfchiedeusten Ver- anstaltungen. Zahlreiche Organisationen nehmen das Jubiläum zum Anlaß, ihre Tagungen in Bremerhaven abzuhalten. Auch der sozial- demokratische Bezirksparteitag wird dort stattfinden. In der neu errichteten Stadthalle mit ihren verschiedenen Sälen, deren größter 12666 bis 1.7 666 Personen aufzunehmen vermag, sind selbst größte Tagungen möglich. Das Jubiläum steht nicht gerade unter dem glücklichsten Stern. War einst, als Bremens Bürgermeister Johann Smidt das Gelände für die Hafenanlagen erwarb, die Weser stromaufwärts bis Bremen an der seichtesten Stelle höchstens einen Meter tief, so ist sie im Lause der Zeit bis auf 7 Meter ausgebaggert worden und die Bertiefung auf acht Meter ist imr noch eine Frage der Zeit. Da- durch ist es bis auf die wenigen ganz großen Schirfe der Welt- Handelsflotte allen Schiffen möglich, Bremen selbst anzulaufen. Rur durch gewaltiges Anwachsen des lransatlamifchen Personen- und Gülerverkehrs und durch weileren Bau von Großschissen von der Art des„Columbus" kann Bremerhaven feine alte Geltung wieder- bekommen, Ein Käse-Denkmal. und Enzyklopädist der Brillat-Savarin, der große Feinschmecker Küche, hat einmal gesagt:„Ein Nachtisch ohne Käse' ist wie eine Schöne, der ein Auge fehlt." Dabei hat er in diesem Falle von Käs« geredet, wie der Blind« von der Farbe: er hat nie den echten Camembert gekostet, den König der Käse» sorten, wie er in der Rormandie zuerst hergestellt wurde, um dann zahllose Nachahmungen zu erleben. Sogar in der berühmten „Physiologie des Geschmacks" ist seiner kein« Erwähnung getan. Aber es ist nie zu spät, Versäumtes nachzuholen, und so wird denn in diesen Tagen zu Bimoutiers im Departement Orn««in Denkmal zu Ehren der Bäuerin enthüllt werden, die den Camembertkäis „kreiert" hat. Marie Harel hieß die Frau, die dieses gastronomisch» Wunder vollbrachte. Bimoutiers, ein kleines Dorf im Arrondissement Argentan, ist zurzeit der Zielpunkt zahlloser Feinschmecker und Originale, die diese bedeumngsvoll« Denlmalsweih« erleben wollen. Der Mann der Marie Harel, die im Jahre 1761 das Licht der Welt erblickte, verkaufte anfänglich den Camembert am Platz, später aus dem Markt zu Argentan: als sich der Verkauf immer mehr aus- breitete, begründete er im Jahr 17S8 eine Niederlassung in Rouen. Die neue Käseforte strnd natürlich Nachahmungen, aber auch An- Hänger und Freunde. Der amerikanische Arzt Knirim, Begründer eines New Porter Sanatoriums, hat im vorigen Jahr am Grab der Familie Harel einen großen Kranz niedergelegt: er rühmt« die hervorragende Heilwirkung des Camembert, imt dem er sei»« Kranken, die Diät beobachten mußten, zu behandeln pflegte. Der deutsche Schillerbund hielt, wie alljährlich, in den Öfter- tagen seine Hauptversammlung in Weimar ab Um die Zu. sammenarbeit mit den Kreisen der Arbeiterschaft enger zu gestalten. wurde der sozialdemokratische Leiter des Weimarer Wohlsohrts- amtss. Gen. Prox, in den Vorstand gewählt Für das Jahr 1028 sind einstweilen für die vom Bunde alliährlich veranstalteten Iugendvorstellungen Schillers„Räuber" Goethes„Götz von Berlichingen" und Hebbels„Agnes Bernauer" vorgesehen. Der anwesende Bertreter des thüringischen Wirtschaftsministeriums, Gen. D ö p e l, konnte im Verlauf der Diskussion noch darauf hinweisen. daß das Ministerium 16066 Mark sür die Jugendherbergen bereit- gestellt habe, um Unterkunftsmöglichkeiten für unbemittelte Jugendlich« zu schaffen. Das Parlament Vnil Maulkorb. Die Geschäftsordnungs- kommission des kanadischen Parlaments hat einstimmig beschlossen. daß künftig sür die Reden der Abaeordneten nur noch eine Redezeit von 40 Minuten zulässig sein soll.'In den Debatten hierüber erklärt« ein altes Parlamentsmitglied, der Abgeordnete Lemieux, daß nach seiner Erfahrung jede Beschränkung der Redezeit zu einer Ver- besserung des Stils führe. Niemals sei im kanadischen Parlament besseres Englisch gesprochen worden als zu einer Zeit, wo jede Rede nur 26 Minuten dauern durfte. Die Kommission schloß sich dieser Begründung an, wollte aber doch nicht ganz so weit gehen. «iae Leethoven-SIttwag in Höhe von 56 006 M. ist von der Stadt Leipzig errichlet worden, an» deren Äträgnissen jährliche Stipendien in, den Nachwuchs der Orcheflermusiker gegeben werden sollen. Sa» 96. Kiederrheiaische Atvsitsesl wird vom L. di« 7. Juni lPslngstenZ i«> a ch r n stattfinden. Jede weitere Auskunst erteilt die StädUsche 7"'' direktwn, Aachen, Städtisches Konzerthaus. Soll öie Mbeitersthast provozierend Kommunistische Pläne snr den Stahlhelmtag. Die kbmmunistische Dezirkslertuny hat auf 1v eng be- fchriebenen Blättern eine ,.J n st r u k t i o n zur Organisierung der Gegenwehr und der Demonstration gegen den Stahlhelm- aufmarsch am 7. und 8. Mai" herausgegeben. Wird diese Instruktion befolgt, so sind am 7. und 8. Mai schwere Zusammen st äße unvermeidlich. Der Sinn dieser„Instruktion" ist: es soll ein Machtkampf um die Be- herrschung der Straße zwischen Stahlhelm und Kommunisten herbeigeführt werden. Zu diesem Zwecke wünschen die Kommunisten einen Verkehrs st reik. Es heißt in dieser Instruktion: „Die unter den Derkehrsarbeltern teilweise vorhandenen Stimmungen zu einem Derlehrsarbeiter streik am 8. Mai sind aus das krästigste zu unter st ützen, um einen solchen Streit als Protest gegen den Stahlhekmaufmarsch herbeizuführen. Insbesondere ist auf die Straßenbahner und A b o a g- A n- g e st e l l t e n einzuwirken, die bei dem Verkehr aus der Straße durch die Kundgebung am 8. Mai ohnehin kaum ihren Dienst werden durch- führen können. Bei den Hoch, und Untergrundbahn- Angestellten ist die Stimmung für den Verkehrsarbeiterstreit am meisten verbreitet." Dieser Derkehrsstreik wird genau so ins Wasser fallen wie der„Generalstreik" am 7. Mai. Er soll sich in Wahrheit nicht gegen den marschierenden Stahlhelm richten, sondern gegen die Berliner Arbeiterschaft» die dadurch künstlich am Sonntag in Berlin festgehalten werden soll. Das Ziel der KPD. ist, Arbeiterschaft und Stahlhelm in Zusammenstöße zu treiben. „höchste Alarmbereilschaft aus der Straße. Die politische Mobilisierung und die Organisierung der Gegenwehr gegen den an- gekündigten Stahlhelm-Uoberfall muß. ihren Ausdruck darin finden. daß die gesamt« Arbeiterschaft Groß-Berline am 8. Mai in höchster Alarmbereitschaft auf der Straße ist. um die Macht und Kampfentschlossenheit der Einheitsfront des roten Arbeiter- Berlins auszuziehen. Die Straßen Groß-Berlins müssen von seinen roten Arbeitermassen angefüllt sein. verhalten gegen den Stahlhelm. Die klasienbewußten wert- tätigen Massen werden sich jedes tätlichen Angriffs gegenüber den Stahlhelmlcuten enthalten, dafür aber um so stärker ihren politischen Proiest gegen die Stahlhelmbewegung und deren Kampfaufmarsch gegen das rote Arbeiter-Berlin zum Ausdruck bringen. Die Arbeiter- schast wird aber jeden tätlichen Angriff durch die Stohlhelmleut« in entschlossener und einheitlicher Welse abzuwehren wisien. verhalten gegenüber der Schuhpolizci. Die Schutzpolizeibeamten. die von dem sozialdemokratischen Polizeiminister und Polizeipräsidenten und von ihren Offizieren besonders wegen des 8. Mai gegen die klassenbewußte Arbeiterschaft aufgehetzt werden. sind über den Zweck der politischen Massenkundgebung des roten Arbeiter-Derlins am 8. Mai aufzuklären. Die Vorkommnisse der letzten Zeit haben die Arbeiter erneut belehrt, daß sie sich gegen- über den faschistischen Ueberfällen nicht auf einen Schutz durch die Polizei verlassen können, sondern daß sie diesen Schuh, besonders bei einem solchen Massenaufmarsch der Faschisten, selbst übernehmen müssen. Die Arbeiter eignen sich damit keine polizeilichen Vefugnisse an, sie wollen auch keine Zusammen- stoße mit den Schutzpolizeibeamten und fordern deshalb auch von ihnen, daß sie sich jeden tätlichen Angriffs auf die Arbeiter enthalten." Die Art der Besetzung der Straße sieht die Instruktion wie folgt vor: „Unter der Parole„höchste Alarmbereilschasl av.s der Straße" muß die gesamte Arbeiterschaft während des ganzen Tagt? aus der Straße sein. Die Kundgebungen finden nicht zentral, an einer Stelle von Groß-Verlin, sondern in den Verwaltungsbezirken statt. Es wird nicht in geschlossenen Kolonnen marschiert, sondern in loser Zusammenfassung der Arbeiter demon- striert. Durch einen führenden Kern muß aber der Dewon- stration Richtung und Ziel gegeben werden. Dieser soll sich aber nicht abgrenzen von den übrigen Massen. auch nicht unmittelbar an der Spitze marschieren und sich auch sonst durch«ichls kennilich machen. Es müssen deshalb bei dem führenden Kern die persönlich bekannten Genossen sein, die soviel Autorität besitzen müssen. daß sie auch in kritischen Situationen in der Lage sind, zu führen. Bei der Kundgebung werden Transparente mitgeführt. An- sprachen geholten, Kampflieder gesungen, hoch- und Niedcrruf« ausgebracht. Da die Demonstration sich über den ganzen Tag hinziehen muß. muß sie in lebhafter Weise durchgeführt werden. Es sind auch die Arbeitergesangvereinc zum Vortrag von Kamps- liedern heranzuziehen, ebenso sollen geeignete Genossen Kampflieder rezitieren. Werbearbeit unter dem Stahlhelm. Da» herausgegebene Flug- blatt an die Stahlhelm arbeiter ist in geschickter Weis« andieeinzelnenStahlhelmleute heranzubringen. Dabei muß eine Isolierung unserer Flugblottverbreiter von unserer Gegenkundgcbung vermieden werden. In den Siraßcn, in denen die Stahlhelmzüge gehen, können die Flugblätter auch einzeln aus den Fenstern geworfen werden. Das Verhalten gegenüber der Polizei. Die Schutzpolizeibeomtcn werden, entsprechend ihren Anweisungen, versuchen, unsere Kund- gedungen entweder auseinanderzusprengen oder an bestimmten Stellen abzusperren oder gar einzuriegeln. Der führende Kern der Kundgebung muß Sorge tragen, daß bei diesen Zusammen- treffen versucht wird, der Schutzpolizei auszuweichen. Dadurch wird es meistens möglich sein, die Demonstration fort- zusetzen und die Massen zusammenzuhalten. Unser« Genossen sollen sich auch durch ein noch so rabiates Auftreten einzelner Polizei» offiziere oder Polizeimannschaften nicht provozieren lassen. Wir müssen unsere Gegenkundgebung den ganzen Tag über durchführen und dürfen nicht den Stahlhelmern die Straßen Berlins über- lassen." Es ist verwerfliches Spiel nicht nur mit Leben und Gesundheit ihrer Anhänger, sondern auch mit den Interessen der Arbeiterschaft, das die Kommu- nisten treiben! Mit Begierde lauern Reaktionäre aller Schattierungen darauf, daß es am 8. Mai zu blutigen Zu- sammcnstößen kommt. Die Stahlhelmleute lauern so gut wie die Kommunisten auf Provokationen, um dreinschlagen zu können, und sie werden die organisierte kommunistische Pro- vokation hochwillkommen finden. Kommt es zu Zusammenstößen, so wird jeder schreien, er wäre provoziert worden! Die Kommunisten wollen durchaus blutige Köpfe sehen! Die Berliner Arbeiterschaft wird ihre„führenden Kern e", die sich in der' Masse verbergen möchten, allein lassen. Sie wird nicht nach dem Willen der Kommunisten der Reaktion in die Hände spielen. Sie demon- striert gemeinsam mit den Gewerkschaften am 1. Mai und läßt am 7. und 8. Mai den Stahlhelm allein. �as alte Spiel. Deutschna'tionale Begleitmusik zur Außenpolitik. Die„Deutsche Tageszeitung" hat den Aüftakt zu einer Kampagne gegen Reichsaußenminister Dr. Strefemann gegeben. Wie auf Befehl ist die d e u t s ch n a t i o n a l e Regicrungspresse plötzliä) überschwemmt mit Alarm- Nachrichten aus Frankreich. Sie stützen sich hauptsächlich auf einen Artikel des„Echo de Pari s", in dem von Deutsch- land dasselbe behauptet wird, was die„Deutsche Tages- zeitung" in ihren grundsätzlichen Bemerkungen gegen den Reichsaußenminister Frankreich zum Vorwurf gemacht hatte. hysterischs Phantasien nennt das der„Lokal-Anzeiger", Frankreichs altes Spiel die„Kreuz-Zeitung". Morgen wird man dasselbe Urteil über den Artikel der„Deutschen Tages- zeitung" in der Pariser Ehauvinistenpresse lesen. Die Ma- schinerir der Ehauvinistenpresse funktioniert wieder einmal hüben wie drüben. Die Bälle werden einander in die Hand gespielt, und das Ende des Spiels wird seinem Anfang gleichen. Während man drüben sagt,„Frankreich kann die Rheinlande-nicht räumen", echot man hüben:„Frankreich will die Rheinlande nicht räumen". Es muß bezweifelt werden, daß das der Zweck des Stresemannschen Osterartikels war. Es ist bekannt, daß die Stimmung für die Räumung der besetzten Gebiete in Frankreich heute bedeutend schlechter ist als vor Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung. Es war deshalb vorauszusehen, daß die französische Ehauvinistenpresse ein An- schneiden der Frage mit einer heftigen Kanonade beantworten würde. Stresemanns Artikel war ein Tastversuch. Er kann nur von Erfolg sein, wenn man in Deutschland versteht, die Konterminen der sran-ösischen Ehauvinistenpresse unwirksam zu machen. Die Presse der größten deutschen Regierungs- partei dagegen setzt ihre ganze Kraft darein, die Wirkung der gegen den Außenminister gerichteten Minen noch zu ver- stärken. Die ,L) e u t sche T a g e s ze i tu n g", die die Aktion durch einen L-orpreller einleitete, bevor in Frankreich der erste Schuß gefallen war, ist zynisch genug, einzugestehen, daß die Deutschnationalen Stresema'nn meinen, wenn sie auf Frankreich einschlagen. Sie sagt in einem Kommentar zu den Ausführungen der französischen Presse: Wenn das„Journal" im übrigen wissen will, daß Deutschland im Juli in der Räumungsfrage eine Note an die Alliierten richten werde, so ist das natürlich nichts anderes als eine reine Kombi- nation. Zeitpunkt und Art der Durchführung der deutschen Aktion werden sich selbstverständlich nach der gesamten weltpolitischen Lage richten müssen, und von dem Stande vorheriger Son- dierungen mehr oder weniger abhängig bleiben. 3m übrigen halten wir es für selbstverständlich, daß das Kabinett in seiner Gesamthell neue cnrscheidendc deutsche Schritte vorher zu billigen haben wird. Die Ansicht, daß im Laufe des Sommers die Räu- mungsfroge angeschnitten werden soll, ist nicht nur von der französischen Presse ausgesprochen worden. Die„Deutsche Tageszeitung" benutzt nun ein zweideutiges Dementi dazu, um dem Reichsaußenminister barsch zu erklären: Was du tust, erkennen wir nicht an, du hat lediglich auszuführen, was das Gesamtkabinett befiehlt. Auf deutsch: Maul halten! Das hat nun der Herr Reichsaußenminister des Bürger- block? davon, daß er sich, während seine Kollegen in die Oster- ferien gingen, dos Amt des Dize tänzlers aufgebürdet und an den Schreibtisch gesetzt hat, um die abgerissenen Fä- den mit Frankreich wieder anzuknüpfen. Das Studium der Befreiungskriege ist offenbar leichter, als mit den deutsch- nationalen Koalitionsgenosscn zusammen Befreiungspolitik zu betreiben._ _ Kotau vor üer MilitarkontroUe. 2�* Folge der deutschnatronalen Umorientierung? Kurz vor Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung fordert« die Entente als Bedingung für die Aufhebung der Militär- kontrolle die Schleifung von Festungsanlagen im Osten. Solange die Beteiligung nicht feststand, machten die Deutschnationalen auch hier in nationaler Opposition und verlangten die Ablehnung der Forderung. Nach dem Eintritt wurden sie still und die deutsch- nationale Presse meldete sogar ebenso pünktlich wie artig die Erfüllung der Vereinbarung. Deutschnational« Ersüllungspolitik. An die Stesse der MilitLrkontrolle traten d!« Militär- o t t a ch 6 s. In der deutschnationalen Presse begann es zu rumoren. Militärtontrollersatz, man müsse den Brüdern von vornherein das Handwerk legen, das Reichswehnninisterium werde den Herren keinerlei Unterstützung angedeihen lassen, wenn sie sich erlauben sollten, in die Fußtapfen der Kontrollkommission zu treten, und was dergleichen nationale Töne mehr sind. Die Militärattaches haben sich erlaubt. Triumphgeschrei im deutschnationalen Blätterwald: das Wehrmimsterium hat abgelehnt, Konflikt mit der Entente, Sieg, Piktoria, Tusch. Doch plötzlich wurde abgeblasen: Kein Konflikt, friedliche Vereinbarungen, alles nur halb so schlimm. Und heute: devotester Diener der deutsch- nationalen Presse von den Herren Militärattaches van Ententes Gnaden. Zwischenfall? I wo! Unhöflichkciten des Generals Heye? Keine Spur. Empfang in durchaus sreundschast- liehen Formen. Der General hat ausdrücklich betont, er hoffe, daß man angenehm zusammenarbeiten werde. Patschhand, Sammet- pfötchen, aber keine gepanzerte Faust! So zu lesen in der.�ireuzzeitung", im, Lokal-Anzeiger", in der „Nachtausgabc". Nur die„Deutsche Tageszettung" scheint noch etwas zu bocken. Deutschnationale Ersüllungspolitik, Ersüllungspolitik der Partei der ehemaligen nationalen Opposition. Oarmatprozeß. HöfleS Rolle in der Postaffare. Im weiteren Verlauf der gestrigen Verhandlung des Bannst- Prozesses gab es eine längere Auseinandersetzung bei der Er- örterung des Schreibens, in dem Dr. höfl« seine Zu- stimmung zu der Ucbernahme des Iv-Millionen-Kredits von der Girozentrale an die P o st geben sollte. Nach der bisherigen Ver- Handlung glaubte man, daß dines Schreiben Julius B a r m ä t von der Girozentrale in deren Bureauräumen diktiert worden war. damit es von Barmat an höfle zur Unter» f ch r i f t weitergegeben werde. Unerklärlich erschien vor allem, Laß das Schreiben reichlich laienhaft abgesaht war und der Giro- zentrale nach Rücksprach« mtt ihrem Syndikus ein neues Schreibe» ausgehändigt worden war. Nach langem hin und her klärte sich der Zweifel dadurch auf, daß in einer Mappe der Amerima. die den Brleswechfel mit der Girozentrale enthielt, vom Gericht Notizen von der Hand Barmats über ein Tele- phongespröch gesunden wurden, in dem Barmat von der Giro- zentrale der Text des Schreibens au Höfle durch- gesagt worden war. Auf Grund dieser Notizen hat dann Barmat das Schreiben an Höste versaßt und unter- schreiben lassen, das aber von der Girozentrale zurück- gegeben wurde. Sie schrieb dabei, daß sie mit dem Inhalt des Briefes nicht konform gehen könne, denn es sei vereinbart, daß ein Schreiben des Reichspostministers zugehen würde, das die Gewähr dafür biete, daß nicht mehr die Girozentrale als Geld- geber zu gelten habe, sondern die Reichspost. Das auf Vorschlag der Girozentrale formulierte Schreiben des Reichspost- Ministers genüge nach Ansicht ihres Syndikus nicht, um eine geeignete Unterloge hierfür zu bilden. Barmat wurde beifolgend ein neuer Entwurf unterbreitet, und es wurde gesagt, daß die Girozentrale, falls nicht«in neues Schreiben des Reichspost» Ministers in dem gewünschten Sinne übermittelt würde, die aus- gesprochene Kündigung zu Recht betrachte und am 22. Oktober die erste Rückzahlung zu leisten sei. Am gleichen Tage schrieb die Girozentrale nach einem Telephongespräch mit Barmat, man wäre dankbar, wenn das in anderer Form erbeten« Schreiben des Reichspostminister? baldigst zugesandt würde, wobei ausdrück- lich erklärt wurde, daß die vom Reichspostministerium erbetene Bestätigung streng vertraulich nur in der Direktion behandelt würde. Longe-Hegermann wies darauf hin, daß Minister höfle ihm gegenüber gesagt habe, daß er mit dem ersten Schreiben nicht den Kredit durch die Post übernehmen wolle, wormif auch Herr Barmat aufmerksam ge- macht worden sei. In dem Wortlaut des ersten Brieses sei auch keine Ucbernahme des Kredits eingeschlossen gewesen.„Leichtsinn und Oberflächlichkeit waren bei dem Minister vorhanden: außer- dem war er auch damals durch Arbeit sehr in Anspruch genommen. Es ist auch möglich, daß man ihm bei dem z w e i t e n' S ch r« i- b e n gesagt hat, es handle sich nur um formelle Dinge. 3ch nehme an. Minister höfle hol den zweiten vries unterschrieben. ohne sich über den Inhalt klar zu sein. Zur Ehrenrettung Höfles muß ich erklären, daß er nach meiner Ansicht gar nicht gewußt hat, daß der Kredit durch die Post übernommen werden sollte. Ich will damit nicht etwa sagen, daß der Brief absichtlich unklar ge- schrieben ist. oder daß man die Oberflächlichkeit des Ministers irgendwie ausnutzen wollte." Henrn Barmat erklärte am Schluß der Sitzung, daß er mit den Kredit Verhandlungen nichts zu tun gehabt habe, und daß er sich nicht entsinne, die Schreiben an höfle gelesen zu haben.____ Der litauistbe Zaschismus. Abschaffung deS Parlamentarismus offiziös gefordert. Kowno, 2l>. April.(OE.) Der offiziös«„Lietuvis" verösfentticht einen Artikel über die nächsten Aufgaben der Regierung, der Inhatt- lich eine Fortsetzung des Kampfes der offiziösen Blätter gegen den Sejm darstellt. Die Regierung stehe am Scheidewege: die Linke fordere schleunigste Neuwahlen,«in großer Teil der Nation wolle ober vom Parlamentarismus überhaupt nichts mehr wissen und wünsche eine Regierung, die„stark und niemand v e r a n t- w o r t l i ch" sei. Der„Lietuvis" sieht nur einen Ausweg. Die Macht des Sejms, der seinen Aufgaben nicht mehr gewachsen sei, müsse bedeutend eingeschränkt werden und zunächst müsse die Regierung ein neues Wahlgesetz dekretieren. Nach dem bisherigen Wahlgesetz dürften jedenfalls Neuwahlen nicht vorgenommen werden. Die Linke sieht diesen Artikel als die Ein- leitung zu den von der Regierung geplanten Veränderungen an. Dankpleite unö Regierungswechsel. In Japan. Oondon, 2i. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Führer der bisherigen Oppositionspartei des Parlaments, Baron T a n a k a, ist am Dienstag mit der Bildung der neuen Regierung beaustragt worden. Tanaka nahm den Auftrag an; er war in den letzten Jahren mehrmals Kriegsminister. Es wird angenommen, daß die neue Regierung der Bank von Formosa(der großen süd- chinesischen Insel in japanischem Besitz) einen langfristigen und hohen Kredit sofort zur Verfügung stellen wird. Die Meinungsverschiedenheiten über diesen Kredit haben die bisherige Regierung zu ihrem Rücktritt veranlaßt. Vorläufig hat die Bank von Formojo auf drei Wochen geschlossen. öankenschluß und Moratorium. Tokio. 21. April.(WTB.) Die Zeitung„Asahi Shimbun" glaubt mitteilen zu können, daß eine Anzahl Banken und die wichtigsten Elearinghäuser morgen für zwei Tage ihr« B c- triebe schließen werden. Gleichzeitig werde der Staatsrat über die Frage eines fünftägigen Moratoriums beraten. Ferner werde für die nächsten Tage eine Sondersitzung des Parlament- einberufen werden. Das Blatt erklärt, diese Nach- richt aus guter Quelle zu haben. Die Nlostaue? Monarchisten. General Kutepow ein atter Kampfer gegen die Sowjets. Paris, 21. April.(TU.) lieber dl« Persönlichkeit des Generals Kutepow, der von der Sowjetregierung beschuldigt wird, eine monarchistische Umsturzbewegung in Rußlaird vorbereitet zu haben, werden hier folgende Einzelhessen bekannt: General Kutepow hatte sich während des Weltkrieges in besonderer Weise ausgezeichnet und sich nach Einstellung der Feindseligkeiten an der russischen Front mit den Generälen K o r n i l o w und D e n i k i n an den Kämpfen gegen das bolschewistische Regime beteiligt. Nach dem Mißerfolg Dcnikinz ist es Kutipow gelungen, mit seinen Kosaken der bolschewistischen Armee den Zugang nach der Krim zu verlegen. Jung und mutig habe er in den ersten Reihen gekämpft unld daher den Beinamen„der Löwe der Krim" erhalten. Als General Baron W r a n g e l die Führung der Ueberreste der Denikin-Truppen über- nomine» hatte, kommandierte Kutepow in der Wrangel-Armee eine Division und kämpfte an der Seite Wrangels bis zum letzten Tag im Nooeniber 1g2l). Er floh sodann mit Wrangel nach Konstanti- nopel, von wo er nach Paris übersiedelte. Der KrastSroschtenführerftreik beendet. Durch Vcrbindlichkeitserklärung der letzkeu Schiedssprüche. Das Reichsorbeitsministsrium hat gestern die beiden letzten Schiedssprüche für die Großbetriebe und für die Innungs- betriebe des Berliner Kraftdroschkengewerbes für verbindlich erklärt, wodurch der Konflikt nunmehr beendet ist. Der zwei- tägige Streik der Berliner Kraftdroschkenführer, der mit einer aner- kennenswerten Einmütigkeit geführt worden ist, hat vor allem dazu geführt, daß einmal in den Großbetrieben das unwürdige, nur auf prozentuale Beteiligung an der Bruttoeinnahme ausgebaute Entlohnungssystem abgeschafft und zum anderen eine einheitliche Bezahlung aller Berliner Kraft- d r o s ch k e n f ü h r e r durchgesetzt worden ist. Daneben ist aber auch der L o h n, besonders in den Großbetrieben, aufgebessert worden, was sehr deutlich in folgender Ecoenüberstellung der bis- herigen und der neuen Löhne zum Ausdruck kommt: Bruttoeinnahme Bisheriger Tagesverdienst Neuer pro Tag i. d. Innungsbetr. t. d. Droßbetr. Elnheiislohn ll M. 4,20 M. 2,75 M. 4,25 M. 16. 5,20. 4,—. 5,75. 21, 6,20, 5,25. 7,25. 26. 7,20. 6,50. 8,75. In den Schiedssprüchen ist weiter ausdrücklich festgelegt, daß die darin festgesetzten Löhne Min de st löhne sind, daß also die Fahrer höhere Löhne fordern können. Da im Laufe des gestrigen Tages über 1000 kleinere Unternehmer die in den ersten Schiedssprüchen festgelegte Regelung schriftlich anerkannt haben, wonach den Fahrern generell 2 M. Fe st lohn pro Tag plus 25 Proz. der Bruttoeinnahme zustehen, haben diese Fahrer das Recht, die Einhaltung der mit ihnen abweichend von den verbindlich erklärten Schiedssprüchen getroffenen Regelung zu oerlangen. Die neuen Lohnabkommen, unter die alle Führer von Mittel- und Groß- tarifdroschken fallen, gellen vom 21. April bis I. Oktober. Sie oer- längern sich jeweils um ein Vierteljahr, wenn sie zu diesem Termin nicht mit vierwöchiger Frist gekündigt worden sind. Wenn auch durch diese Bewegung im Berliner Kraftdroschken- gewcrbe noch nicht die Verhällnifse geschaffen worden sind, wie sie teilweise schon lange in anderen deutschen Städten herrschen, so ist doch der Erfolg nicht zu unterschätzen. Es liegt nunmehr an den Fahrern selbst, die organisatorischen Voraus- f e tz u n g e n dafür zu schaffen, daß die nächste Tarisbewegung die Berliner Kraftdroschkenführer ein weiteres Stück vorwärts bringt. Jeder unorganisierte Kraftfahrer muß aus diesem Kampf die Lehre ziehen, daß er seine Lebenslage nur mit Unterstützung einer starken Organisation verbessern kann und daß er mit der angeblichen Ersparung des Gewerkschaftsbellrages nur sich selbst schädigt. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß dieser Konflikt schon am Mittwoch hätte beigelegt werden können, wenn das Reichsarbells- Ministerium die schnelle Entschlußfähigkell gezeigt hätte, die es sonst des öfteren bei anderen Gelegenheiten aufbringt. Die heulige Slreikversammlung der krafkdrofchkensührer beginnt im Gewerkschaflshaus um 11 Uhr. Zur Lohnbewegung der Reichsarbeiter. Wie uns der Verkehrsbund mitteilt, sind die am Tarifvertrag der Reichs» und Staatsarbeiter beteiligten Organisationen vom Refchsf. nanzminister auf heute, Freitag vormittag>-10 Uhr, zu einer Aussprache nach dem Reichsfi nanzministe- r i u m geladen worden. Der Zweck der von den Organisationen nachgesuchten Aussprache soll sein, die bei den ersten Verhandlungen über die Lohnforderungen der Reichs- und Staatsarbeiter entstände- nen Schwierigkeiten zu beheben. Die im Deutschen Verkehrsbund organisierten Reichs- und Staatsarbeiter werden zu dem Ergebnis der Aussprache heut« abend in den Residenz-Festsälen Stellung nehmen. Tacifabschluß im yolzgewerbe. Der kariflosc Zustand beseikigt. Nach mehrtägigen Verhandlungen hatte das L o h n a m t für das cholzgewerbe unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. Drahn am 8. April einen Schiedsspruch gefällt, durch den der so- genannte Ecklohn, das ist der Vertragslohn für den über 22 Jahre allen Facharbeiter in der obersten Ortsklasse, für 18 Vertraesgebfet« festgelegt wurde. Den Inhalt dieses Schiedsspruches, für den die Erklärungsfrist auf den 21. April festgesetzt war. haben wir am 10. April oeröffenllicht. Nachdem sich die Arbeiter in den verschiedenen Bezirken mit dem Schiedsspruch eingehend beschäftigt hatten, tagte am 21. April im Berliner Gewerkschaflshaus eine Reichskonferenz des deutschen Holzarbeiter- Verbandes, die nach einer eingehenden Aussprache dem Schiedsspruch z u st i m m t e. Die zum gleichen Tage nach Berlin einberufene General- Versammlung des Arbeitgeberverbandes nahm den Schiedsspruch ebenfalls an. Damll ist der Schiedsspruch ein Bestandteildes Tarifvertrages i n K r a f t g e t r e t e n. Er bringt ab 19. April eine Erhöhung der Löhne um 5 Pfg. und ab 1. Ottober bis zum IS. Februar 1928 um weitere 3 Pfg. Di« Schlüssel, nach welchen die Vertrags- löhne für die übrigen Arbeiterkategorien berechnet werden, sind im Mantelverttag festgelegt. Die Bedeutung dieser Lohnvereinbarung liegt darin, daß damit der über ein Jahr bestehende tariflose Zustand in der Lohnfrage beendet ist.„ Die b e z i r k l i ch e n M a n t e l v e r t r ä g e, die die all- gemeinen Arbeitsbedingungen regeln, waren nach dem Wlauf der Lohntarif« in Kraft geblieben. Sie wurden in diesem Jahre zu einem einheitlichen Mantelvertrag für das deutsche Holzgewerbe zusammengefaßt, der ab 16. Fe- bruar 1927 Gülligkeit hat. Der Manteloertrag für das Holzgewerbe und die jetzt ab- geschloisenen Lohuabkonnnen haben nur Geltung in den Gebieten, in denen der Arbeitgeberoerband der deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes verbreitet ist. Das trifft jedoch nicht auf das ganze deutsche Reichsgebiet zu. In einigen Bezirken bestehen Verträge mit anderen Unternehmerorganisat onen. In den übrigen wird jetzt versucht, Vereinbarungen zu treffen, für die der nun abgeschlossene Vertrag als Vorbild gellen soll. Drohender Lohnkonflikt in der Kartonbranche. Am 20. April berichtet« in einer stark besuchten Versammlung der Branchenletter Priem er vom Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter über die Reichslohntarifoerhandlungen in Gotha. Der Wortführer der Unternehmer habe die Ausfasfung vertreten, daß Lohnzulagen überhaupt nicht notwendig seien, da die Ber- teuerung durch Miete usw. im höchsten Falle 1 Pf. pro Stunde ausmache. Nur, um nicht als unanständige Menschen zu gellen, sei man dem Wunsche der Arbeller nochgekommen, eine Aussprach« zu pflegen. Die Berhandlungen führten nach dieser Einstellung der Unter- nehmer natürlich zu keinem Ergebnis. Der Versuch, örtlich s ü r Berlin die Lohnfrage zu regeln, war bisher erfolglos, da in der Zwischenzeit vom Unternehmerverband das Reichsarbells- Ministerium angerufen wurde, das am 25. April durch Schiedsspruch die Lohnverhältnisse regeln soll. Nach längerer zum Tell sehr stürmisch verlaufener Debatte wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die Versammelten erklären, sich unter keinen Umständen mit einem so niedrigen Angebot abzufinden, wie es die Unternehmer genannt haben. Sie sind bereit, für die Durch- führung ihrer Forderungen zu den schärfsten Maßnahmen zu greifen und beaustragen den Tarifausschuß, jeden Schiedsspruch, der nicht den berechtigten Wünschen der Arbeiterschaft Rechnung trägt, abzulehnen. Die Versammelten verpflichteten sich, dafür zu sorgen, daß in den Betrieben alles zur Organisation kommt. Die neue Versammlung, die endgültig zum Ergebnis der Lohnverhandlungen Stellung nehmen soll, findet am 27. April im Gewerkschaflshaus statt._ Aus der Akkumulatorcnfabrik Lberschöneweidc. Die Gelben werden hier gehegt und gepflegt. Etwa 400 ihrer Sorte wurden im Laufe der letzten Zeil eingestellt, weshalb die Angabe ihrer Mitgliederzahl mit über 30 0 keineswegs als phantastisch anzusehen ist. Zu der B e t r i e b s r a t s w a h l machten die Gelben sich besonders stark und entfalteten eine recht frech« Propaganda, um die Mehrheit der Freigewerkschofter im Betriebs- rat zu brechen. Obwohl die Zahl der Wahlberechtigten von 1500 Im Vorjahre auf rund 1300 in diesem Jahre im Betriebe zurück- gegangen ist, gelang es den Gelben, chre Stimmenzahl von 217 »'-- Torlesung aus Eenfs-Georgi.— Weddtag I: Sruppenheim StadSbad ZSebdwa. Srrichtstr.«5/89. Heute wird's lustig: Jposenranns neueste Walzen."— Nord-.»-.-. ring: Gruvpenheim Jugendheim Eberswalder Str. lo, Zimmer 12.?or!rag: .Berufs, und Indusirieverbände."»• geppelinplatz(Wedding 3): Grupptnheim Städtische» Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Bortrag:„Entstehung und Entwicklung der Jugendbewegung." Unterausschuß Reinickendorf des BDGB..Ortzausschuffe». Morgen, Sonn» abend, Thi Uhr, im �Bolkshaus" Echarnweberstraße Sitzung. Verantwortlich für Politik: Hietor Schiff! Wirtschaft: S. itliagelköfer: Gewerkschastsbeweauna: Friede Etzkor«: Feuilleton:<. H. Däfcher: Lolale» und Sonstiges: Fritz Karftödt: Anzeigen: LH. Glocke: sämtlich in Berlin Verlag: Borwärtz-Berlag®. m. b. H.. Berlin. Tritck: Dorwartz.Buchdts-'irei und Berlagoanstalt Paul Singer u Eo.. Berlin SW 83. LtndenstraÄ"?». SIerzu t Bcilaaeu und..Uuterhaltuua und wiflea". WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Obst, Gemüse, Fleisch und Fische werden nicht zugesandt ml. Nicrcnbraim Pfund Frisches Fleisch Kalbskamm, Brust Kalbskeule........ Schweinebauch u. Rücken j**. Schweinekamm u. Biatt jw Schmorfleisch mu am*#.«....ttund Kaßler.................... Liesen 75 j* Gehacktes nd. 80 pf 1» 85 � 88p, Im Iis 75 Pf. Prima Ochsenffleisch, gefroren Suppenfleisch........... j*™« 50». Kamm u. Brust..........«w 55«. Schmorfleisch m«...p,und 60 p,. Schnitt- u. Brech- r,°»e höhnen 55 � Jg. Erbsen n-.Karoiicn 62 Pf 6emü;e-Erbsen. 55 P' Junge Erbsen>«>». 1.25 Gemischt. Gemüse'«in 1.45 Zfonttluren, 2 Pfund-Eimer Ananas 1.6b Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Erdbeeren, Aprikosen, Himbeeren 1.45 Kaliforn. Aepfel Tomaten kanarische, wd. 40 Pk Rhabarber Tafeläpfel kallf. Pfund 40 Pf Blumenkohl Kopt von 20Pf an Zitronen.... vuhand 40 n Salat eroo. xopie 2 swc- 25Pl. Apfelsinen ob 50, 60, 90 Pf Blatt-Spinat•• piiud 24". Bananen i'anartoctie.Pid. 58 Pf Morcheln'nsdw,«und 40 n. Frische Ananas Plu«d i« Melle-Kartoffeln pm. ispi Junge Schoten br�. 95 p». jliniiiiuiiiiiiiiiliiMitiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiuiniiiniuiuiuiiiniuuiuiiiiiiiiiiiiinuiuiiiiinmiiiiiiiiiiiiiiiniuuuiiiininiiiutiiiuiiuiuiniuiiuiiitiniiijimiiiiiiiuiuiiuiiiiiijiiii� 1 RESTAURANT WERTHEIM I LEIPZIGER PLATZ GEÖFFNET 10-8 UHR FrühstUcksgedeck, Mittagstisch von 12 bis 3 Uhr. Kaltes Büfett. Reichhaltiges Kuchenbufett zum Naohmittags-Kaffee. Abends warme Speisen 6'/» bis 8 Uhr, fumuiilmi»»i>ui»iinuiliiiimiiitiiiliilin»i»iiiniiiiuliullusiownmuul»»»»vin»unmiiimumiunumnnmmlonoliiini»uinommmiiim>milinl»liiiiiliui»iliiliii,i? Kiste ca. 45 Pfd. brutto 15»» . Pfund 20 Pf Sciinltt- u. Faden-Nudeln»m- Schweiße Bohnen Pfmd 14 p>. Burma-Reis... Piund 22 Pf Linsen...... Plund 24 Pf. Haferflocken..Pfund 24 Pf Erbsen e-id.poiieri.pfd 22 Pf Weizengrieß..Pfund 26 p> Viktoria-Erbsen pw. 3a pi. Patna-Reis.Pfund 32" Konserven Karotten /4p,d. geschniltcn\ Dose 72 Pf/ 38 P'- Pflaumen sTe'n 75 pi. s�Tn 1 m Birnen i>«ibc Frucht.. 80" Würstchen 3Paar.Dos« SO Pf Gulasch aus mnd-'ii!*** u. Schweinefleisch 73 Pf. 1,35 Rotwurstpressack......">»"> lio Landleberwurst Pfund i.to SchinkenpolnischePfcfl.SO Speck frlt.PM. 1.15 mager 1,30 Schinkenspeck Plund 1.55 Jagdwurst-.. P'°"- 1.45 Zervelat u. Salami, Mettwurst L!5'"pto*d 1.45 hoisteinische. pamd 1.70 Filetwurst---- Pfund 1.50 Nußschinken"-"toSd 1.90 K6Dl4tlra£e, Roienthaler Strafe, Morllxplais Dampfwurst...Pfund 1.10 Bierwurst.... Pfund 1,65 Leberwurst'«in«. Pfund 1.65 Teewurst pomm, wund 1.70 Stangenkäse 50 p*. 58-" Edamer..... piund 75Pf Schweizer ffi 1.10 TU 1.45 Holländer•.•.Pfund 75Pf Margarine... Piund 56 Pf Tilsiter voiiieif, Pfd. 1,10 1.20 Tafelbutter...Pfund 1.92 Steinbuscher voiiwid. 1.15 Dänische Butter Pfund 2 m Holl. Kakao Mirkc �7�7� � leo Speiseschokolade........... Tale! ido Gramm 27 Pf Milchschokolade mit ganzen Hasclnasaen, Talel lOOGramm 36 PI Borkenschokolade'• Pakel, ca. 75 Gr. 35 Pf. ea. ISOGr 65 Pf Sandgebäck...........'/« Piund 25 Pf. Plund 95PI Ledrannt. Kaffee kä'-ä'?«. 220 BawltaU-MUdl. 2.00 Soader-MUdi. 3 M Olympla-MUd»., Pfd. 3.40 Fische Grüne Heringe m™* housni. 5 p,und Kabeljau u. Seelachs Fischfilet..................... Zander ec/roren................... Frische Hechte............... Wild u. Geflügel Hirschblätter.................. Hirschragout............. Tauben............... /... jw Enten trUdt gfMaMei......... Brat- u. Suppenhühner . Pfund Pfund 85 p,. 18 p, 38 p,. 65 p,. 95p,. 95 m. 38 p,. 90 p,. 1 3S an llO an Flundern----- Sprott Bücklinge pfd' 42 Pt Voll-BOcklinge«n.. 52 Pf ...... Plund 32-" Sprotten.... Pfund 60 Pf. Schellfische•- Pfund 45 Pf. Wein Prelle tttt>/> Flatche ohne QU» Edel- Apfelwein au» Tafelobst, sehr mild.......... 1922 Pündericher Riesling gehaiivoiier momi.... 1920 Königsbacher Altenweg �-»»lum�dre»»� 1922 Piesporter Falkenbsrg spritzig, wnmig.... 1924 Niersteiner Domtal vo» und diumi?..... 1922 Uerziger Würzgarten würziger Quaitratsmosei 1922 Ingelheimer lieblicher TIsrhPOlurem........ 1922 Chät. Cap de Haut hesteJimder Bordeaux... Erdbeerwein aus. sehr....................... Deutschherrn-Likör........................ Johannisbeerwein«>;, sab, vom Pas........ uter Tarragona-Spezial rot. sdo. vom Poll........ uter 55 Pf. 1.25 135 1.60 1.60 2.25 1.30 2.10 1.30 2.75 95 Pf 1.40 Kr. ISS ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts StcUag, 22. �prtt1H27 Nachklänge zum Marschnerprozeß. Revision der Justizwachtmeister verworfen. Wie erinnerlich, war in ewem Berliner Montagsblatt gegen Landgerichtsdirektor Dr. Marschner als den Vorsitzenden des Schwurger.., s beim Landgericht I der aufsehenerregende Vor. w u r f erhoben worden, daß er in einer Meineidssache gegen zwei Moabiter Justizwachtmeister und einen Landwirt aus Glasow einen Schuldspruch, der die Angeklagten wegen fahrlässigen Falscheides verurteilte, verkündet hätte, der nicht gesetzmäßig zustande ge- kommen, insbesondere nicht mit der gesetzlich erforderlichen Zwei- drittclmehrheit beschlossen wäre. Der verantwortliche Redakteur des Blattes,«in Rechtsanwalt und ein Staatsanwaltsassessor waren infolgedessen zu erheblichen Geldstrafen verurteilt worden. Gegen dieses Urteil ist nun von den Angeklagten Berufung ein- gelegt worden, die am Ii. Mai vor der dritten Großen Straf- kammer des Landgerichts l zur Verhandlung kommen wird. Land- gcrichtsdirektor Dr. Marschner hat nachträglich die von ihm als Nebenkläger eingelegte Berufung zurückgenommen. Inzwischen hat sich das Reichsgericht mit der Revision der beiden Justiz- Wachtmeister und des Landwirt« gegen das unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Marschner gefällte Urteil des Schwur- gerichts in der Meineidssache zu befassen gehabt: es hat die Revision verworfen. Das Geheimnis beS Beratnngszimmers. In den auch zum Abdruck der amtlichen Sammlung bestimmten Urtcilsgründen der Revision der beiden Justizwachtmeister be- schäftigt sich das Reichsgericht auch mit dem durch den Fall M a r s ch n e r zur Erörterung gelangten Geheimnis des Be- ratungszimmers. Das Reichsgericht führt aus, daß die Revision auf angeblich gesetzwidrige Beratung und Abstimmung überhaupt nicht gestützt werden könne. Mit allem Nachdruck wird betont, daß der Strafsenat des Reichsgerichts auf diesem alten und ständig gehaltenen Rechtsgrundsatz beharre. Die Ansicht, daß der höchste Gerichtshof nach neuerer Rechtsprechung sich zur Prüfung auch der Gesetzmäßigkeit der Abstimmung für befugt erachte, treffe keineswegs zu. Das Gegenteil sei der Fall. Die grundsätzlichen Bedenken der Derufsrichter, wegen des Cchweigerechts und der Schweigepflicht sich über die Beratungsvorgänge' zu äußern, seien als gerechtfertigt zu erachten. Trotz dieses mit besonderem Nach- druck betonten Rechtsstandpunktes hat das Reichsgericht aber den- noch, wie es sagt,„wegen der Besonderheit des Falles' diesen einer eingehenden Nachprüfung unterzogen, und danach festgestellt, daß die Behauptung, vier der Geschworenen hätten für nichtschuldig gestimmt, nicht nur beweislos. sondern als völlig widerlegt zu betrachten sei. Es hat weiter- hin festgestellt, daß gegen die sachgemäße Leitung der Beratung durch Landgerichtsdirektor Dr. Marschner nicht die mindesten Be- denken zu erheben seien. Auch die sonstigen gegen das Urteil des Schwurgerichts von den Verteidigern geltend gemachten Rügen materiell-rechtlicher Art hat das Reichsgericht als unbegründet zurückgewiesen und damit das Schwurgerichtsurteil In vollen Umfange bestätigt. -» Gegen den Versicherungsvertreter vleßke, der als Geschworener in dem Meineidsprozeß gegen die Justizwachtmeister mitgewirkt hatte, und auf desien eidesstattliche Versicherung hin bekanntlich gegen Landgerichtsdirektor Dr. Marschner der Vorwurf gesetzwidriger Beratung und Abstimmung erhoben worden ist, schwebt in Moabit ein Strafverfahren wegen Betruges und schwerer Urkundenfälschung. Einbrccher bei den Rennfahrern. In der Nacht zum Donnerstag wurden die Motorradrenn- iahrer Ernst Burggaller und Paul Köppen, die zusammen am Kurfürstendamm 51 wohnen, um alle ihre Sieges- und Ehrenpreise bestohlen. Sie hatten bis 12 Uhr nachts Besuch und legten sich dann zu Bett. Einbrecher, die sich irgendwie eingeschlichen und versteckt gehalten haben müssen bis der Besuch weggegangen war, erbrachen den Schreibtisch und einen Elasschrank und stahlen daraus alle Preise, silberne Pokale usw., u. a. den ersten Preis vom Kopenhagener Motorradrennen von 192S, den Preis vom Ostmärkischen lierbstfahren, den Bäderpreis von Swine- münde und den Henkelpreis vom Internationalen Avusrenncn 1326. Ein großer Hund, der sich in der Wohnung befand, hat die ganze Nacht über nicht angeschlagen. Auch im Keller haben in derselben Nacht die geheimnisvollen Einbrecher gearbeitet. Sie erbrachen mehrere Türen und versuchten, durch die Decke in die Konditorei von Wilke und die Drogerie von Drasch zu gelangen. Als sie nicht durchkamen, stiegen sie vom Hofe aus durch die ToUette in die Konditorei«in, stahlen aber nur etwas Kuchen. Mtllllg! SW.-MM. MMM 0. Mt des Zsiagiftrats Berlin(Zentralverwaltung). Zweck» Aussprache über eine« festere« Zusammenschlntz oller sozialdemokratischen Arbeiter, Angestellten«. Beamten der Zentralverwaltung der Stadt Verlln bitten wir die SPD-Obleute oller Dienststellen und Anstalten der Zentral- Verwaltung zu einer Konferenz am vienstag. 26. April, abends 7'/, Ahr. bei Schneider, Klosterstr. 7g«icke SSnigstr.) Mitgliedsbuch der SPD. dient als Ausweis. Los lMMle Sekelarm 0. SMsverdMes Lerlill 0. m. Telephon: Dönhoff 60SS. Eine Tragöüie älterer Eheleute. Mord und Selbstmordversuch. Im Nur des Hauses Echarrenstraße 88 in Ehar- lottenburg spielte sich gestern abend gegen XO Uhr eine Mutige Ehetragödie ab. Der ögsährige Lerwaltungsinspektor a. D. Gustav K., der in der Euerickestraße 42 zu Charlottenburg wohnt, gab auf seine gleichaltrige Ehefrau Johanna mehrere Schüffe ab und suchte sich unmittelbar nach Ausführung der Tat durch einen Schuß in die Schläfengegend zu töten. Beide wurden in schwerverletztem Zu- stand« durch da» Städtische Rettungsamt in das Krankenhaus Westend übergeführt, wo sie hoffnungslos daniederliegen. Ueber die Tragödie, die den Abschluß einer unglücklichen Ehe von nur vier Monaten Dauer bildete, werden folgende Einzel- Helten bekannt. K. war längere Zeit Witwer und lernte vor etwa Jahresfrist feine jetzige Frau, die in guten Berhältniffen in Prenzlau lebte, kennen. Vor vier Monaten gingen beide die Ehe ein und der Mann siedelte zu seiner Frau nach Prenzlau über. Die Neu- vermählte merkte aber bald, daß es ihr Ehemann mit der Treue nicht sehr genau nahm, daß er sogar Versuche machte, zu ihrer Schwester in Beziehungen zu treten. Es kam häufig zu heftigen Auftritten. Diese Vorfälle oeranlaßten Frau K. schließlich, Prenzlau zu verlaffen. Das Ehepaar bezog wieder die alte Wohnung in der Guerickestraße in Charlottenburg. Das Ver- hältnis spitzte sich, als Frau K. erfuhr, daß ihr Mann noch Be- Ziehungen zu einer anderen Frau unterhielt, so zu, daß sie be- schloß, sich scheiden zu lassen. Sie oerließ die gemeinsame Wohnung und fand bei Bekannten Unterkunft. Für gestern nach- mittag hatte nun ihr Rechtsanwalt, der im Haufe Scharrenstraße 38 wohnt, K. schriftlich zu einer gemeinsamen Besprechung gebeten, zu der dieser aber nicht erschienen war. Frau K. verließ nach längerem Warten das Anwaltsbureau, um sich in ihre Wohnung zu begeben. Sie wollte gerade den Hausflur verlaffen, als ihr Mann, der ihr aufgelauert hotte, auf sie zutrat und aus einer Mehr- ladepistole zwei Schüsse auf sie abgab, die beide m den Kopf trafen. Dann richtet« K. die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen Schläfenschuß bei. Von Paffanten wurde die Polizei benachrichtigt, die für die Ueberführung der Schwer- verletzten in das Westender Krankenhaus sorgt«. Wegfall der Fernsprechmarken. Durch die Einführung des Zeh n p f en ni g t a ri f s für Ortsgespräche vom 1. Mai ab werden die besonderen Fernsprech- Wertmarken für Münzfernsprecher entbehrlich. Sobald die alten Eimvurfmundstücke an den Münzfernsprechern ausgewechselt sind, können gewöhnlich« Zehnpfennig stücke zum Einwerfen benutzt werden. Die im Verkehr befindlichen Fernsprech- Wertmarken werden von allen Post- und Telegraphenanstaltett bis zum 36. April zum Wert« von 15 Pf. und vom 1. Mai bis zum 30. Iun! zum Werte von 16 Pß zurückgenommen. Vom 1. Mai an können für die Wertmarken nur 10 Pf. vergütet weiden, weil einige Münzfemsprecher über diesen Tag hinaus noch auf kurze Zeit weiter mit Wertniorken betrieben und die Wertmarken zu diesem Zwecke bei den Verkauf sstellen für 13 Pf. abgegeben werden._ Selbstmord«ms dem Friedhof. Auf dem Friedhof der Philippus-Apostel-Gemeinde an der Müllerstratze Hai sich eine noch unbekannte Frau mit Karbolsäure vergiftet. Man sah sie dort eine Weile hin und hergehen, dann setzte sie sich auf eine Bank, ohne daß man ihr etwas besonderes anmerkte. Später fanden Friedhofsbesucher sie vor der Bank mit. dem Gesicht auf der Erde tot daliegen. Neben ihr lag eine leere 2 3 3- G r a m m f l a s ch e, in der sich nur noch ein Neiner Rest von Karbolsäure befand. Di« Tote ist etwa 45 bis 53 Jahre alt und 1,63 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, eine dicke breite Nase, ein Doppelkinn und lückenhafte Zähne undt mg einen grünen Mantel und eine schwarz-weitz-rot-grün gestreifte Bluse. Besondere Kennzeichen sind«ine 13 Zentimeter lange alte Narbe über dem linken Ohr und eine 3 Zentimeter lange über der Nase. Ben Hur im Zirkus. Wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht dasselbe, und der Riesen. erfolg des gleichnamigen Filmwertes ließ sich leider nicht auf vi« Zirkusmanege verpflanzen. Es sprechen da allerdings filmische Regiekünste mit, die sich im Zirkus nicht durchführen ließen, und das Gewaltig«, Lebenswahre mußte hier oft bühnenmäßig zurecht- gestutzt werden, leider sehr zum Schaden der Wirksamkeit. Der traurige Zug schmachtender Galeerensträflinge durch heißen Wüsten- fand bestand hier aus einem Solo Ben Hurs, der wie ein Kinder- pferdchen an der Longue trabte, und das Galeerenfchiff stand fest und sicher an Land, wo die Deportiertenstatisterie in gezimmerten Behältnissen sitzend, tatkmäßig im Sand stocherte. Das eingelassene Bassin diente nur dekorativen Zwecken.„Ben Hur', nach dem berühmten Roman von Levis Wallace, schildert den Kampf des Judentums gegen die römische Gewaltherrschaft. Der Held der Handlung ist der sanatische Iudenstämmling Ben Hur, der den römischen Staathalter Balerius Gratus tötet, dafür in die Galeere wandert, durch großen Mut und Tapferkeit wieder zu Ehren kommt. Er gewinnt das berühmte Wagenrennen in Antiochia, besiegt seinen ärgsten Feind, den Römer Messala und findet Mutter und Schwester wieder, die nach der Insel der Aussätzigen verbannt waren und, vom Meffias geheilt, wieder in glücklicher Vereinigung einander gehören. Die Darstellung gab ihr Bestes— wenn auch nicht immer aus- reichend. Amanda L i n d n e r, als Mutter Ben Hurs, fand im Pathos früherer Kunstepochen Töne, die schluchzend in den Rängen widerhallten. Gut und natürlich im Spiel der Messala des Herrn W e l l! n. Die Ausstattung, Szenerie und Kostüme verrieten Sorgfalt und Kostenauswand. Einige Bilder, so das Wagenrennen, das Boudoir der Aegypterin Inas mit ihrem Ballettpersonal, der Einzug der Römer, boten gute Wirkung. Was dem Film zum Vorteil und dem gesprochenen Schaustück zum Nachteil gerät, ist das lähmende, die Handlung oft grausam zerrende Wort. Wegen einer Nichtigkeil versuchte sich am Mittwoch abend ein 15 Jahre alter Geschäftsbote P. in Neukölln das Leben zu nehmen, Der sehr fleißige und ordentliche Junge hatte ein Strafmandat über 2 Mark erhalten, weil er in der Dunkelheit mit einem unbeleuchteten Rad gefahren war. Er nahm sich das so zu Herzen, daß er aus dem Leben scheiden wollte und sich im Heizungskeller des Hauses zwei tiefe Messerstiche in die Herzgegend beibrachte. Schwer verletzt wurde er dort aufgefunden und nach dem Krankenhause gebracht. von einem Wegelagerer angefallen. Am Donnerstagvormittag gegen 135� Uhr wurde eine Frau auf dem von Wald eingesaßten Teil des Spandauer Weges in der Nähe der Luftschiffer- taserne von einem Wegelagerer angefallen. Er packte die Ueber- raschte am Kopf und drückte sie zu Boden. Auf ihre Hilferufe aber ließ er sofort von ihr ab, schwang sich aus(ein Rad und fuhr in der Richtung nach Charlottenburg zu davon. 1 Gif. Das Weib, das den Mord beging. 25] Roman von Fritz Reck-Rlalleczewen. Dann also wird man einen Gang entlang geführt. Und hier, wo eben aus den Teeküchen in großen Kübeln das � Abendessen geholt wird... hier also kann man sehen, welcher Art die Insassinnen dieses Hauses sind: alle tragen sie den blau und weiß gestreiften puritanischen Leinenkittel, alle sind es die gleichen müden, frechen, von Berufskrankheiten ver» schmutzten, stumpfen Gesichter der Isola Maciel... ja, es ist nicht zu leugnen, daß das Asyl der„Gonkelleration ot «rood works' in erster Linie sich die Besserung aufgegriffener Dirnen widmet. Neugierige, spöttische Blicke betasten von allen Seiten die ..Neue", irgendwo im Halbdunkel des Ganges wird eine offenbar ihr geltende englische Zote gehört, der unterdrücktes Gelächter folgt. � Dann wird man in ein halbwegs sauberes Badezimmer geschoben, zum zweiten Male angeredet von der Stimme des Jüngsten Gerichts. „Ausziehen!' Da ein Borschlag, sie allein zu lassen, lediglich zu einer dynamisch verstärkten Wiederholung dieser Aufforderung führ», so muß sie eben gehorchen: wird abgebraust, frottiert, als läger vom Tertiär bis zum Alluvium sämtliche geologischen Schmutzschichten des Erdballes auf ihrem Leibe, muß es sich gefallen lassen, daß das Weib ihr Haar nach Ungeziefer durch» wühlt, ihren Leib hin und her dreht, und sie auf unbeschreib- liche Weise begafft... oh, das ist eben das Furchtbarste an all diesen Prozeduren, daß sie viel zu stumpf geworden ist, um auch nur protestieren zu können.... „Zum Abengotteedienst!" Man findet sich in einem Raum, dessen eine Wand von einem riesigen Sternstreifenbanner, den Bildern Vollbart- bewehrter Priester dieser frommen Sekte, von Tafeln mit puritanischen Sprüchen bedeckt ist. Da ist eine Bank für die Wärterinnen, ,da ist der ganze Hinterraum angefüllt mit den Insassinnen des Hauses: vor der Holzgalerie die ,>Gebesfert?n" wit ordentlich in den Schoß deponierten Händen und erlösche- nen Augen und den von Schminke und Belladonna und Et�m? Patachon zerstörten Gesichtern, da ist weiter— je drei und drei Weiber zwischen zwei Helferinnen— das ganze Elend von Unflat und körperlicher Verwüstung aufgebaut, da ist endlich dicht vor dem noch leeren Pult das Armsünderbänk- chen, wo man nun als Novizin dieses Hauses hingesetzt, beob» achtet wird von hundert frechen Augenpaaren, froh ist, als die „Miß Mary" genannte Alte von vorhin an dem Harmonium Platz nimmt und durch ihre Anwesenheit Ruhe schafft. Dann beginnt das Harmonium die Melodie des Borfshire» morsches zu dudeln, dann wird zu dieser Melodie„Paradise, sweet Paradise" gesungen. Dann ist da auf dem Pulte vlötz- lich ein älterer wohlgenährter Mann mit kirschrotem, bartlosem Gesicht und vollen weißen Haaren erschienen und dann beginnt, als es ein Ende hat mit Porkshire und süßem Paradies, dieser Mann seine Predigt. Da diese Predigt in derjenigen Sprache gehalten wird, deren bekanntlich Gottvater sich selber bedient, da das Englisch der kleinen Sif nicht über das von den deutschen Schulen ver- mittelte Maß hinausgeht, so sind es ja nur Bruchstücke, die sie verstehen kann. Immerhin ist der Rede zu entnehmen, daß dieser Tag nun der erste Adventssonntag ist, daß die Umwelt sich anschicke, Jesu Christi Geburt zu feiern: daß aber er, Jsmael P. Hobson die ihm anvertraut« Gemeinde ermahnen müsse, nicht zuviel sich mit Jesus Christus abzugeben. Jesus Christus sei vor zweitausend Jahren als Verbrecher ans Kreuz genagelt, Jesus Christus habe durch seine Lehre von der Vergebung den Sinn der Menschheit abgelenkt von Gottes Gesetz. Gottes Gesetz sei, sich rein zu halten außen und innen, Gottes Gesetz sei Menschheitsfortschritt, Besserung der Sünder durch Erziehung und Buße, Strafe und Belohnung... er, Jsmael Hobson fordere auf. für die schwärzesten Schafe seiner Gemeinde hier zu beten. Ach, da man Sünderin aus...DD......„............, schlägt man die Hände vor das Gesicht. Aber"dann folgt auf das oben erwähnte akustische Signal zu Buße und Reue die optisch wahrnehmbare Ausführung, und da geschieht es, daß alle Anwesenden sich mit einem gewaltigen Rua auf die Knie, daß sie ihre Gesichter auf die Schemel werfen, daß das ganze Lokal voll ist von ergriffenen, blau uno weiß gestreiften Hintern. Da geschieht es denn, daß. wie bei allen Ueber- mlldetcn, die Stimmung der kleinen Sif plötzlich umschlägt, und daß sie hinter ihren Händen ganz fürchterlich zu lachen beginnt. Ach Gott, ein schreckliches, krampfhaftes Lachen ist es... sie kann noch Immer nicht aufhören, als das Lokal�fich schon leert. Aber da ist es wieder, dieses schreckliche Weib von vorher, das sie sehr Kart an den Armen faßt, sie aus dem Saal in ihre Zell« stößt:„I?o.ve lau�bed?" Ehe man antworten kann, klatschten ein paar«ntsetzliche Ohrfeigen in das Gesicht der kleinen Sif... oh, harte, knochige nan im Augenblick sich ja selbst als die schwärzeste s dieser bußfertigen Versammlung vorkommt, so Hände hat dieser alte Satan, daß rote Streifen zurückbleiben J auf den Wangen... man wird, ehe man sich's versieht, mit ,i einem Fauststoß auf die Pritsche geworfen, hört noch, wie die Tür zugeworfen und von außen abgeschlossen wirb. Welches Ereignis nicht hindert, daß man, obwohl doch j bitterliche Tränen über das Gesicht laufen, krampfhaft weiter« a lacht und lachend vor Elend einschläft und damit diesen ersten Tag im Hause der„vonkederation of good works" 5 beschließt. Am nächsten Tage wird sie, wozu das von der Behörde mit Fug und Recht protegierte, eben erwähnte Haus ver» pflichtet ist, zur Protokollierung ihrer Personalien von deml ,, Manager Jsmael P. Hobson auf die Polizeiwache in der' Calle de Rivadavia geführt.. i Da sitzt sie, wobei Jsmael P. Hobson übrigens von auf- � MM........... 1 chmierigen e der Fle- plel eimn fallender Freundlichkeit ist, in dieser unbeschreiblich Office, ist stumpf und höchst gleichmütig Zeuge, w tero Francesco Aguilar, der gestern beim Karten� Kollegen erstochen hat, beim Verhör einen Wutanfall bekommt und durch Gummiknüppelhiebe beruhigt wird, erzählt mit der denkbar größten Gelassenheit dem dicken, eingeborenen Pro- tokollanten eine lange Räubergeschichte: Anita Thesiger, ale argentinische Staatsangehörige in Berlin geboren, Vater in Berlin gestorben, herübergekommen als Sekretärin des Militärattaches, des Obersten Miramon.., Miramon? Miramon? Ja, es ist zu bemerken, daß ihre schöne Geschichte an dieser Stelle jäh unterbrochen wird, daß der dicke Mensch für«in paar Minuten in irgendeiner Tür verschwindet, bah sie nach seinem Wiedererscheinen, wobei man übrigens dem Manager Hobson den Zutritt bereitwilligst gestattet, höflich aber sehr energisch in die gleiche Tür genötigt wird. Es ist ein sauberes, beinahe elegantes Zimmer, in das sie da geführt wird, ein Zimmer mit sauberen Kartotheken und Schubfächern, das man diesem schmierigen Hause gar nicht zutrauen sollte. Der Mann, der in diesem Zimmer hinter seinem Schreibtisch sitzt, und mit dem der dicke Protokoll- führer von vorhin nun«in paar leise Worte wechselt, ist kein Kreole wie die übrigen... es ist ein weißhaariger, mit buschi- gen Augenbrauen.und auffallend schmalen Lippen ausgestatteter Rordamerikaner. wie die Polizei von Buenos Aires sie ja vielfach im Dienste hat. Und wenn auch Jsmael P. Hobson dem eben erwähnten Manne freundschaftlich die Hand schüttelt, so fühlt die kleine Sif doch plötzlich, daß dieser Manu hier mit� jener Polizeiwache am Schlesischen Bahnhof die Atmosphäre der Todesangst gemein hat... „MilitärattachH Oberst Miramon..."',l (Fortsetzung folgt.) Die Sanüitengreuel von 5kmon. Einzelheiten über das Eisenbahnattentat in Mexiko. Mexiko. 21. April, lieber den am vienslag abend in der Nähe von Limon(Provinz Zalisco) verübten Eisenbahnüberfall. bei dem ein Personenzug zur Entgleisung gebracht und die Mit- reisenden zum größten Teil ermordet wurden, sind nähere Einzelheiten bekannt geworden. Die militärische Bedeckung des Zuges leistete den Banditen Stunden lang Widerstand, bisderlehtc Soldatgctötet war. Dann stürmten die Räuber den Zug und gingen m i t Messern und Revolvern gegen Ihre Opfer vor. unter denen ste ein e n t s eh l i ch e s Blutbad anrichteten. Die Ueberlebenden wurden in den Abteilen eingeschlossen und diese mit Petroleum übergössen und angezündet. Diejenigen, die versuchten. dem Zlammentod zu entgehen, wurden niedergeschossen oder es wurde ihnen mit Gewehrkolben der Schädel zertrümmert. 3m ganzen sind außer der 17 Mann starken militärischen Bedeckung chZü Passagiere aus diese weise ermordet worden. Es sind sofort Truppen und Sanitätspersonal nach dem Ort des Verbrechens entsandt worden. Präsident Ealles hat den Kriegsminister angewiesen, die Operationen gegen die Banditen persönlich zu teilen, und ha» befohlen, sie tot oder lebendig abzuliefern. Mexiko, 21. April.(Reuter.) In einem vom Sekretariat des Präsidenten ausgehenden Communiquö werden die„K a t h o l i. f ch e n Rebellen" für das Attentat bei Limon verantwortlich ge- macht. Acht Flugzeuge wurden beaustragt, die Stellung der Banditen zu ermitteln. Gestern abend ist für alle in Hauptstadt erscheinenden Zeitungen die Zensur wieder ein- geführt worden. New Jork, 21. April.(TU.) Nach Berichten von Augenzeugen wurden zahlreich« Opfer des Banditenüberfalls auf den Mexiko- Expreß beim Eintreffen der Regierungstruppen durch Messer- stiche zerstückelt und im Wahnsinn schreiend aus- aefunden. Zwölf Ueberlebende, zumeist Amerikaner und n g l ä n d e r, konnten nach Guadelajara geschafft werdeit. Ein Ueberlebender. der ansehen mußte, wie seine ganze Familie ver- brannte, lachte von Wahnsinn ergriffen, als man ihm von dem Bor- gefallenen berichtete. Die Opfer wurden größtenteils sofort an der Schreckensstelle begraben, um Seuchen zu vermeiden. Todesopfer emes Bootsunglücks. Schwerin, den 21. April(TU.) Zwei Angehörige eines Ruder- klubs, die abends trotz des schweren Nordweststurmes auf den Schweriner See hinausgerudert waren, sind dabei ohne Zweifel ein Opfer des gewaltigen Wellenganges geworden, da feit ihrer Abfahrt jede Spur von ihnen fehlt und das Boot kieloben treibend gesunden wurde. Die Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werden. Flugzeugunglück in Thüringen. Das Flugzeug V 729 aus Berlin mußte bei dem Fluge über dem Thüringer Wald bei Schmalkalden eine Notlandung vornehmen, wobei der Flugzeugführer Schäfer oerletzt wurde. Sein Begleiter Saalfeld erlitt schwere Verletzungen, an denen er alsbald starb. Zwei belgische Militärflugzeuge abgestürzt. Brüssel, den 21. April.(TU.) In Wevelghem bei Kortryk stießen zwei Militärflugzeuge zusammen. Die Flugzeug« stürzten ab und wurden vollständig zertrümmert. Die beiden Führer wurden getötet. Die Ueberschwemmuug in» Mississipital. Memphis(Tennessee), den 21. April. Die Ueberschwemmungs- katastrophe im unteren Mississippital nimmt einen immer be- drohlicheren Umfang an-, nach d«n letzten Schätzungen sind etwa 4 Millionen Acres Land überschwemmt worden und fast 100900 Menschen obdachlos geworden. Die Eisenbahn-, Telegraphen- und Telephonoerbindungen sind säst voll- ständig unterbrochen. «Iniendunge» sür diese Rubrik find Berlin®äB 58. Lindenstr-be 3, Parteinachrichten sür Groß- ö erlin »et» an du, Bezirkssekretariat, 2. Hat, 3 Trep. recht». ,n richte». 3. flxei» Wcddi-g. Heute, Freitag, 22. Mitgliederversammlung im Schiller-Lyzeum, Vortrag:»Sozialdemokratie und Republik.� 22. April, 7M Uhr, Kreis. Pank. Ecke Vdttcherstraße. Vortrag:»Sozialdemokratie und Republik." Referent»Vortoiirt»".R«. dakteur Franz ttliihs. Zahlreiches Erscheinen wird wegen der vom Kreisvcrtrctertag beantragten Tagesordnung erwartet. b.«reis Friedrichsbai». Bildungeausschnh: Sitzung am Sonnabend, 23. April, 7 Uhr, bei Melle, Petersburger Platz t. 13. Kreis Tempelhos, Marieudorf, Maricnselde, Lichtenrade. Die Maileier findet am Sonntag, l. Mai, im Seebad Martendorf, Burggrafenstr. 3, statt. Beginn nachmittags 4 Uhr. Festrede: Dr. Julius Moses, M. d. R. Riusik, Gesang, Vorträge. Eintritt öO Pf. Karten zu haben in den Konsumgeschäftcn und bei allen Funktionären. Erwerbslose Genossen mit Familie frei. 14. Kreis Reukiilln. Heut«, Freitag, 22. April, 7 Uhr pünktlich, Besprechung der Abteilungsleiter und Abtcilungskassierer im Parteibureau Reckarstr. 3. 18.«reis Weitzense«. Heute, Freitag, 22. April, veranstaltet die Sozialistische Arbeiterjugend im Jugendheim Parkstr. 38«inen Lichtbildervortrag:»Das neue Wien." Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich an dieser Veranstaltung. Heute, Freitag, 22. April: 32. Abt. 7lz Uhr bei Valentin, Krautstr. 36, Kommunale Konferenz mit den ssunltioniiren. "■ i-bt. Die Bezirksfllhrer werden ersucht, sich umgehend die Malzellungen _ abzuholen bei Friedrich, Mariannenplatz 22, Ouergebäude 2 Tr. .„ ü'1'"- 8 ühr Mitgliederversammlung im Lokal»Zum Reich»- ..."i'i?»l»" B'zirksparteitag. 124». Abt. R-hlsdorf.Siid. S Uhr bei Di-tz, Uhlandstr. 18, Mitgliederverfam«. lung. Bericht vom Bezirksparteitag. Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. Morgen, Sonnabend, 23. April: 34. Abt. 7 Uhr in den Eomenlussälen, Memeler Str. 87, Tunnel, wichtige SVntiJ?ss?t.'1Pu,9- Erscheinen unbedingt erforderlich, da Materialausgabe. a25!fV."fo�c.n 9nd umgehend von Fischer abzuholen. � Steglitz. Die Bez:rksfllhrer wollen sich nachmittags von 1—7 Uhr bei «,«S? oi». �bornpraße, die Provagandabroschiire zur Maifeier abholen. � Abt. Lichterseide. All» Bezirksfllhrer und sonstigen tätigen Senossinnen und Genosse» treffen sich 7 Uhr zur Funktionärsitzung beim Genossen Fritz Ouandt, Hindenburgdamm Ecke Moltkestratze. Abzurechnen sind die ver- kauften Karten zur Maifeier.° e, H-®onü 7M' f,ri Niendorf, Ehausseestr. IS, wichtige Funk. Iungsozialiswn. Heute. Freitag. 22. April: ...«R'?,�!!�ÄW"'bb»nnn«n- 8 Uhr Im Jugendheim de» Ledigenheims am Drunnenvlatz, Eingang Orthstr. 10, Laden. Vortrag:»Die biologischen Grundlagen des Sozialismus. Referent Simon Katzcnstcin. Die Mitglieder der llbrogcn Gruppen sowie Gäste sind freundlichst eingeladen. Pünktliches Er. erforderlich.— Grnppc Mitte: 8 Uhr in der Schule Gips. Gewisser?'1 foroic ffilsse" pnd ewgeiabci�'"urt Bloch. Genossinnen und Sozialistische flrbeiterjugenü Groß-Serlin. . ,��9uag der Generalversammlung am Sonnabend, 23. April, pünktlich 3 llbr,'G Eitznngssaal des Bezirksamtes Kreuzberg, Borckfir II. Die Bücherstube ist heute, Freitag, von 5— 7 Uhr geöffnet Die Mnsilgrnsipe und der G-s.Rg,cho. üben wieder am kommenden M-n. tag im Jugendheim Llndenstr. 3. Beginn 7% Uhr. Heule. Freitag, abeuds 7V- Uhr: R-tdostll: Jugendheim Danziger Str. 82...Lebensreform."- Rosenihalee vsrstadti Zugendheim Gormann. Eck- Zrhdenicker Straße.»Tagesvolitische Gespräche."- E-nes-lb.r.Bi.rt.lg Schul. Ranziger Str. 23...D7m°Ira°i° imd Diktatut."— Weißens--- Jugendheim Parkstr. 38. Lichtbildervortrag- Da» nene Wien." Schäneberg I-. Jugendheim H-uptstr. IZ...Bestrebungen' der proletarischen Jugend bewogung."— Eharlottenbnrg: Jugendheim Rosinensir 4. Was kostet es in öer Messestadt? Die flusstellungsleitung antwortet. Wir haben gestern einige kritische Zuschriften au» unserem Leserkreis veröffentlicht, von denen sich die eine mit den Verhält- nisten auf der großen Wochenendschau am Kaiserdamm be- schästigte. Das Berliner Messeamt als durchführendes Organ der Ausstellung sendet uns dazu eine Erwiderung, der wir folgendes entnehmen: »Der Eintrittspreis von 1,59 M. berechtigt zum Eintritt in das gesamte Ausstellungsgelände, auch in den Berliner Schnee- palast bis abends 8 Uhr. Das gesamte Ausstellungsgelände hat eine Ausdehnung von rund 59 090 Quadratmetern. Irgendwelche Sonder- Eintrittsgelder für den Zutritt zu einzelnen Ausstellungsständen werden nicht erhoben. Angesichts der Größe der Ausstellung muß der Eintrittspreis von 1,59 M., im Vergleich zu den Eintrittspreisen anderer gleichartiger Ausstellungen, als außerordentlich niedrig bezeichnet werden. Der Eintrittspreis für die Automobilausstcllung beispielsweise beträgt 2 M. Der Eintrittspreis für die wesentlich kleinere Polizei-Ausstellung war ebenfalls 1,59 M. Die Einttitts- preise für Gesolei, Iahrtausend-Ausstellung und anderer ähnlicher Veranstaltungen der letzten Zeit übersteigen diejenigen der Wochen- end-Ausstellung. Es kommt noch hinzu, daß der Einsender des Artikels weiter verschweigt, daß Schüler und Studenten an jedem Ausstellungstag ohne Ausnahme nicht 1,59 M., sondern nur 75 Pf. bezahlen, daß Führungen von Verbänden, Organisationen und Gruppen jeder Art von Personen aufwärts nur 1 M. pro Person bezahlen, daß V o l k s t a g e, wie auch bei der Pottzei-Aus- stellung, in Aussicht genommen sind, bei denen generell Erwachsene 1 M. und Jugendliche bis zu 18 Iahren 39 Pf. bezahlen, daß bei Führungen von Schulen nur ein Preis von 39 Pf. pro Schüler genommen wird, wobei ein gewistcr Prozentsatz dieser Schüler- führungen zur Ermöglichung des kostenlosen Besuches der Kinder Erwerbsloser überhaupt vom Eintrittsgeld befreit ist. Der Preis für die Beförderung zur Aussichtsplattform des Funkturms beträgt unverändert 59 Pf. Es trifft auch nicht zu, daß in den Restaurationen für Bier und Speisen doppelte Preise gefordert werden. Die Preise halten sich durchaus in angemessenen Grenzen.(Ueber das, was»angemessen" ist oder nicht, können die Ansichten sehr verschieden sein. D. Red.) Die Angabe, daß für die A u s k u n f t s e r t e! l u n g niemand da war, ist ebenfalls unrichttg, da sich am Eingang zur Ausstellung sowohl die allgemeine Auskunftsstelle des Fremdenverkehrsbureaus der Stadt Berlin, wie eines anderen großen Reisebureaus befinden, die jedem Besucher die gewünschte Auskunft zuteil werden lassen. Jeder Besucher der Ausstellung erhält außerdem am Eingang kostenlos eine Skizze, wie er die Ausstellung zu besuchen hat. An dem größten Teil der Stände sind Auskunstspersonen zur Erklärung an- wesend. Gegenüber der Behauptung, daß die Stadt Berlin den Ausstellungsinhalt durch ihre städtischen Aemler hergegeben habe, sei daraus' hingewiesen, wie ein Besuch der Ausstellung auch ohne weiteres lehrt, daß im wesentlichen nur die im Vergleich zur Gesamt- Ausstellungsfläche von rund 59 999 Quadratmetern sehr geringe Fläche von zirka 759 Quadratmetern am Eingang der Ausstellung von der Stadt Berlin selbst mit Ausstellungsgütern der städtischen Aemler belegt wurden. Der gesamte übrige Teil der Ausstellung einschließlich der vom Verfasser besonders erwähnten Ausstellungen der Schulen, Sammlungen usw. ist vom Berliner Messeamt selbst, und zwar mit ganz erheblichem Kostenaufwand organisiert und auf- gebaut. Die dem Berliner Messeamt anläßlich der Wochenend- Ausstellung erwachsenden Ausgaben bzw. Unkosten betragen rund 799999 Mark, denen Einnahmen aus Standmieten von rund 159 999 M. gegenüberstehen. Es bleiben daher durch die Ein- nahmen aus Eintrittsgeldern weit über eine halbe Million Mark abzudecken, da zu den für die Lorbereitung und Durchführung investierten Ausgaben noch die ganz beträchtlichen täglichen und lausenden Kosten während der Dauer der Ausstellung hinzukommen. Gegenüber den Angaben von den Einnahmen von mehreren hundert- tausend Mark allein an den beiden Oslertagen, ist die in der Presse bekanntgegebene Mitteilung der Besucherzahl von rund 50 000 cn beiden Oslertagen sür jeden Rechnenden die beste Widerlegung der Angaben des Einsenders. In Wirklichkeit betragen die Einnahmen an beiden Ostertagen, unter Berücksichtigung des ganz erheblichen Prozentsatzes von Jugendlichen, die, wie schon oben ausgeführt, nur 75 Pf. für den Besuch der Ausstellung zahllen, an Eintrittsgeldern nur rund 59 909 M. Gegenüber der zum Schluß erhobenen Frage- stellung, wohin die Einnahmen fließen, bedarf es nur des Hinweises darauf, daß die M e s s e- G e s e l l s ch a s t st ä d t i s ch ist, und daß, wenn wirklich eventuelle Ueberschüsse, von denen bis zur Stunde, wie schon angeführt, in keiner Weise gesprochen werden kann, aus der Wochenend-Ausstellung vorhanden wären, diese der Stadt Berlin, die die Anteile der Städtischen Messe-Gesellschast besitzt, zugute kämen, das heißt: wiederum der Allgemeinheit." ölütenfahrt nach Veröer. Die Obstkammer Berlins präsentiert sich heute in dem Gewände, das dem Berliner Ausflügler aus Gründen der Gewohnheit am liebsten ist. An der Küste der jetzt noch sehr windbewegten Havel breitet sich das alljährlich ersehnte Wunder der blütengeschmückten Obstbäume über die Hügel des märkischen Landes. Der eine sonnige Frühlingstag hat alles in Weiß gehüllt, der eine Tag hatte Unzählige hinausgelockt, die die traditionelle Blütenfahrt in das Werdersche Reich nicht missen mochten. Dann wurde es wieder kühl und kühler und es begann wieder so zu regnen, wie wir es in diesem Unglück- seligen Aprilmonat seit langem gewohnt sind. Das tat natürlich der Blute keinen Abbruch, aber das ganze Städtchen und seine Um- gebung, das nun mal auf den Massenbesuch in dieser Zeit eingerichtet ist, hüllte sich in Trauer. Die Blüten sind da und alles leuchtet weiß und in den Winkeln zwischen den Häusern stehen die traditionellen Obstweinverkäufer, ferner gibt es Schaubuden und einen ganzen kleinen Jahrmarkt. Aber es ist noch niemand da, um alles dies in sich aufzunehmen. Man hofft allerdings auf den Riesenstrom der Gäste bei eintretendem schonen Wetter, wiegt sich in Träumen von 299 999 Besuchern an einem Sonntag, wie es im vergangenen Jahre der Fall war, aber bis jetzt handelt es sich, wie gesagt, nur um Träume. Man hat sich auch sonst gut vorbereitet, ein besonderer Sicherheitsdienst wurde eingerichtet, der die nach dem Genuß des Obstweins Allzuseligen möglichst vor dem Flug in den Himmel be- wahren soll, der ja doch nur mit einem sicheren Absturz endet. Die Hochburgen Werders. Wachtelburg, Friedrichshöhe und Bismarck- höhe, haben sich von der Stadt weißrolgrüne Stadtfahnen ver- schreiben lassen, weil sie es offenbar nicht für geheuer halten, sich mit der Reichssahne zu schmücken. Der Autoverkehr ist in geregelte Bahnen gelenkt, die Stadt Werder selbst gibt sich als Omnibusbesitzer und läßt sechs große elegante Wagen verkehren. Einige Straßen sind sogar asphaltiert, kurz, es ist alles für einen Massenansturm vor- bereitet. Bei einem Besuch der Berliner Pressevertreter hob der Bürger- meffter Dr. Dietzel hervor, unter Hinweis auf die Wochenendaus- stellung, daß es das Ziel des kleinen Städtchens sei, sich auch als Wochenend st ation zu entwickeln. Man denkt dabei an Werder als Ausgangspunkt für zahlreiche Partien in die auch im Sommer so schöne Umgebung. Voraussetzung dürfte allerdings sein, daß diese freundlichen Pläne, wie auch an anderen Orlen der Mark nicht durch zu ungeheuerliche Preisforderungen an die Ausflügler zunichte ge- macht werden. Die Versicherungen ließen nach dieser Richtung hin wenigstens nichts zu wünschen übrig. Frflblnhrsfeier.— Hslenfcet Schule Ioachim-Fri-drich-Sir. 85/38.»Bllrgerllch« und ssizale Jugendbewegung."— Britz: Rathaus Chausseestr. 48.»Unser« Osserfahrtertcbnisse."— tztdlcrshos: Jugendheim Roonstr. 18.»Unsere Oster. fahrt."— Köpenick! Jugendheim Grünauer Etr.!i. Aelterengnippe:.Ehina", 2. Teil.— Rirderschönweide: Schule Berliner Etr. 31.„Ich und die Gemein» schalt."— Treptow! Jugendheim Elsenstr. 3. Mitgliederversammlung.— Lichtenberg- Nord: Jugendheim Pariaue 10. Außerordeniliche Mitgliederversammlung. Werbebezirk Kreuzberg: Beteiligung au der Iugendfeier der Abt. Hasen. Heide. Kursus für Kassierer, Revisoren und Heiser im Jugendheim Lindenltr. 3. Wcrbcbezirk Renlölla: Jugendheim Eieinmetzstr. 114. Maiseierbcsprechung. Jede Gruppe muß vertreten sein. Hasenheide: Rades Z-stsälc, Fichtestraße. Iugendfeier. Beginu 7 Uhr. Eintritt 50 Ps._ vortrüge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14, Eebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Wassersportabteilung: So., d. 23., von nachmittag» 4 Uhr an, und Sonntag, d. 24., von morgen, 8 Uhr an, Pflichtarbeitsdienst für sämtliche Mitglieder der Wassersportabteilung. Sonntag, d. 24., Fahrtcnsperre. — Freitag, 22. April: Friebrichshaia: 7% Uhr llebungsstnnde des Bläscrkorp». Bläser sämtlicher Instrumente willkommen. Friedrichssclde: 8 Uhr Monat». Versammlung bei Schwarz, Tapriviallee 42. Nach Schluß gelelliar» Beisammen. sein.— Sonntag, 24. April: Wasscrsportadteiluug: Zug Faltboot Fahrt zur Bootstaufe. Dormittags 9 Uhr KSnigswusterhouscn. Tiergarten: Republika» nischer Tag im Ulap. Antreten iVt Uhr Schleswiger Ufer. Sämtlich«»reis. ver-ine sind eingeladen. Wcdding: Iii Uhr Antreten bei Müller, Uferftr. 12. Friedrichshain: 1>� Uhr K i> striner Platz Antreten mit Musik und Fahnen. Pflichtveranstalwng. Fahrgeld 30 Pf.— Sharlottenburg: Pflichtveranstaltung. Abmarsch IZH Uhr von Cpreestraße zur Veranstaltung des Ortsvereins Tier- garten. Tempelhofi IM, Uhr Hah-nzvll-rnpl-tz. Abmarsch mit Musik und Fahnen zur Kundgebung Tiergarten. Grupvenführer laden ein. Sport in Halensee fällt daher au». Treptow lKreis): Morgens 7 Uhr zum Arbeitsdienst nach dem Sportplatz mit Spaten. Kameraden ohne Spaten treten dort auch an. Treptower Kameraden zum Spatenempfang um iMi Uhr morgen» an der Dr. Franz Hoellering spricht einleitende Worte, bevor Johannes R. Becher aus eigenen Worten liest. Der Dichter liest zuerst einige Gedichte und danach ein für diesen Abend geschriebenes Prosastück „Auf dem Marsch". Die ersten Gedichte wirken heute beinahe fremd. Das Lebensgefühl hat sich in dieser kurzen Zeit geändert, doch aus dem Prosastück spricht unser Leben, der Rhythmus der Maschinen, das freie Bewußtsein des ungebrochenen, seines Werkes bewußten Menschen. Theodor Kotzur, Vorstandsmitglied des A l l g e- meinen Deutschen Beamtenbundes, nimmt in seinem Vortrag„Der Beamte in den Berkchrs- und Wirtschaftsunlerneh- mungen der öffentlichen Hand" energisch Stellung gegen die Be- strebung, staatliche Einrichtungen in prioatwirtschaftliche Hände ge- langen zu lassen. Er findet überhaupt das Charakteristikum des gegenwärtigen Wirtschaftslebens in dem Kampf von Staat und Privatwirtschaft um das wirtschaftliche Primat. Deswegen ist es heute beinahe unmöglich, ssch einen vorurteilslosen Blick sür den Staat und seine Funkttonäre zu bewahren. Erst die Zukunft wird hierin klärend wirken. Deshalb die Forderung auf der einen Seite, die Beamtenschaft abzubauen und die Gehälter zu erniedrigen und auf der anderen Seite die Forderung, besonders der niedrigen und mittleren Gehaltsklassen das nötige Existenzminimum zu gewähren. Wie der Fall in Wirklichkeit liegt, kann man wohl daraus ersehen, daß die oben angeführten Gehallsklassen heute noch nicht einmal 65 Proz. ihres Vorkriegseinkoinmens haben.— Der Forschung?. reisende Adolf Baeßler entwirft ein sehr anschauliches Bild von dem Leben der peruanischen Indianer, die heule noch auf der Kulturstufe der Jäger und Fischer verblieben und höchstens bis zum Hackbau vorgeschritten sind. Der Tag schließt mit Kammermusik, das Mayer- Mahr-Trio spielt unter Mitwirkung von Willi Hoeber und Leberecht Goedecke Schuberts Forellen-Ouintett. F. S. „Borwärt,".Sp«d>tIon.«omeraden, die an der VeranNalwng der Wassersport. adteilung teilnehmen, trefsen sich um I Uhr am Bhf. Köpenick.— Bernau- Ladcbvrg: Werbcaufmorsch nach Blumberq. Abfahrt nachmittaä» 1 Uhr von Modisch. Fahrgeld 50 Pf. Riederbarnim-Rord. Bezirk Bernau Wrrbeaufmarsch in Blumberg. Bis 2 Uhr nachmittags Eintreffen in Blumberg.— Krruzberg: Sportler jede» Dienstag und Freitag pünktlich 8 Uhr Sportplatz«atzbachstraßc. Arbeiteruerria für Biochemie«ud Lebensreform i.«.«. Montag. 25. Avril, 8 Uhr, Lichtenberg, Lokal Wertalla, HoHenloHestr. 8, Lichtbildervortrag Frau Dr.«. Held:„Berdauungsorganc."— Prenzlauer Berg: Büttner» Festsäle, Schwedter Etr. 23, Ausspracheabend:„Biochemie oder Allopathie?" E, spreche» Heinrich Kuchel, Paul Krämer, Dr. F. Boenhtim, Dr. I. Meyer. Anschließend freie Aussprache. Gäste willkommen. Deutscher Efperaatobund, Ortsaruppe Berlin. Freitag: 22. April, 8 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackescher Markt: llebungsabend. Gäste willkommen. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerskag, dem 2t. April. I.Rennen. 1. PalamedeS(O. Schmidt), 2. Eleazar fZachmcicr), 3. Panna(Moritzi. Toto: 22: 10. Platz: 13, 19: 10. Ferner liefen: PompcjuS, Heidjer, Der Kohinoor. L.Rennen. 1. Graziella sZtlose), 2. Mulatte(Böhlke), 3. Arndt fZehmisch). Toto: 22: 10. Platz: 12. 13: 10. Ferner liefen: Misfioiy Fenja, A Tempo. 3. Rennen. 1. Olympier(O.Schmidt), 2. Kronotz(Sorga), 3. Indigo sBleuler). Toto: 24- 10. Platz: 14, 13: 10. Ferner liefen: Roland. Profpero, Patü. 4. R e n n en. 1. Teutone sGrabsch), 2. Favorit(W. Wolfs), 3. LleolnZ (Zwink). Toto: 58:10. Platz: 23, 28, 23: 10. Ferner liefen: Dominikus, llapuzlner, Patriotin, MSrker. 5. Rennen. 1. Patrizier(Ludwig), 2. Wachholder(Sorga), 3. Radio (Vinzenz). Toto: 90:10. Platz: 19, 12:10. Ferner liefen: Impressionist, Caprfvt, Morgenstern. 6. R e n n e n. 1. Rofenwange(O. Schmidt), 2. Madame Pompadour (Sorga), 8. Honnef(W. TarraS). Toto: 15: 10. 7. R e n n e n. 1. Rita(O. Schmidt). 2. Karo Bube(Ackermann), 3. Eichtatze(W. TarraS). Toto: 44: 10. Platz: 17. 40, 24: 10. Ferner liefen: Taiga, Weiet, Sturmnacht, Tetfi, Konradln, EScortal, Slalhold, OfiriS, Sittel, Mohilan, Felsenquelle, Kronprinz. Eine neue Gerson-FlNale. Bote rmann Im früheren Geschastslokal der Musikalierchandlunq u. Bock. Tauentzienstraße 7, hat die Finna He Gefson ein« neu« Filiale ihres Strumpf, und Wäschelogers eingerichtet. Der langgestreckte Raum ist in drei Abteilungen gegliedert, di« durch ruhige, geschmackvolle Linienführung und"diskrete Far. benwivkung«in schönes, einheitliches Ganzes bilden. Die Räumlich- keilen sind in pastellsarbenen Tönen gehalten, der erste in einem zarten Blaugrün, zu dem die champagnerfarbenen Borhänge einen hübschen Kontrast bilden, der zweite bekleidet mit Möbel- und Bochangstoffen in bunter, moderner Musterung, und der dritte Raum in einem mit Orange abgesetzten grünlichen Grau. Die Ausgestaltung lag in den Händen des Einrichtungshauses Hermann Genson: als Beleuchwngskörper lieserte die Firma Schweitzer u. Gräff die jetzt allseits beliebten freihängenden Kronleuchter mit Röhrenbeleuchtung, die durch ihre gedämpften Lichteffekle dem Raum eine wohltuende, intime Wärme verleihen. In übersichtlichen Regalen ruhen, nach Farben geordnet, all die zarten, seidig schim- mernden Gewebe an Strümpfen und verschiedenen Wäschegegen- ständen. „.„?m Freitag, 52. April, feiert Herr Ott» Mittwoch, Reue«änlgfir. 71, sein Siährige» Geschästslubiläum als Werbeleiter bei der Firma Otto Reichelt S. m. b. H. Der Jubilar hat während dieser Zeit so oft durch seine Reklame- Ideen, durch seine einheitlichen, geschmackvollen Dekorationen im Sinne vieler Hausfrauen Groß.Bcrlins gewirkt und wird hoffentlich noch recht lange feine Tätigkeit im gleichen Rahmen ausüben. Die Arbeiten öes neuen Derlin. Der Ausbau des kleinste« Bezirks: Köpenick. Der Dezirk Köpenick ist räumlich einer der größten Bezirke Groß-Berlins. er umfaßt ein Gebiet von 12 OM Hektar und ist noch einmal so groß wie die sechs Innenbezirke zusammen. Nach der Bevölkerungsziffer gehört Köpenick aber, mit 72 000 Einwohnern, zu den kleineren Bezirken. Bei der Bildung des neuen Groß-Berlin stand die Bevölkerungsziffer auf SS 000. Durch das Eingemein- dungsgefetz, das einen Ausgleich der reicheren mit den ärmeren Be- zirten brachte, flössen Köpenick erhöhte Mittel zu, durch die der Bezirk in die Lage kam, erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Durch das Gesetz Groß-Berlin hat sich im Bezirk eine rege Bau- rätigkeit entwickelt, die einen jährlichen Zuwachs von 5000 Ein- wohnern brachte. Köpenick erhiest im letzten Halbjahr 2,8 Millionen Mark aus der Hauszinssteuer für Wohnungsbauten zugewiesen. Der Bezirk selbst hat durch die Hauszinssteuer nur S00 000 Mark auf- gebracht. Erweiterung i>es Verkehrs- und Straßennetzes. Die Anlage weiterer Derkehrsverbindungen wurde schon durch die Zunahme der Bevölkerung notwendig. Ein großer Teil der in den Bezirk Zugezogenen hatte seine Beschäftigung im inneren Berlin. Schnelle Verkehrsmöglichkeiten an den Arbeitsplatz versuchte der Be- -irt durch Anlage besserer Straßen zu schaffen. Diese Straßen- erweiterungsbauten waren durch den Umstand, daß seit etwa IS Jahren im ganzen Bezirk keine Straßenvermesfungen mehr durch- geführt worden waren, sehr erschwert. Der Landrat, an den sich das Bezirksamt um die Ueberlofsung von Planmaterial für Fried- ijchshagen wandte, erwiderte, daß dort seit 1312 keine Vermessung von Straßen vorgenommen worden feien. Seit Bestehen der Ein- bcitsgemeinde haben sich die Verkchrsmöglichkeiten erheblich ge- bessert. Die im vergangenen Jahr von Schöneberg über Neukölln— Baumschulenweg— Johannisthal nach Köpenick durchgelegte Linie 95 der Straßenbahn hat eine schnelle Verbindung von und nach den Jnnenbezirken Berlins gebracht. Der Bezirk wünscht die Weiter- lcgung der Linie 91 bis m das Herz Köpenicks. Ein sehr spürbarer Mangel an Verkehrsoerbindungen besteht in Bohnsdorf. In den Bohnsdorfer Siedlungen wohnen 4000 Arbeiter, die täglich durch mangelhaste Verkehrsoerbindungen Stunden verlieren. Des weiteren fehlt eine Straßenbahnverbindung zum Freibad Müggelsee. Das Freibad Müggelsee ist das zweitgrößte Freibad, das sehr stark von der Berliner Bevölkerung benutzt wird. Eine wesentliche Erschließung des Waldgebietes um den Müggelsee bringt die Ferligstelluag des Tunnel» unter die Spree bei Friedrichshagen. Der Tunnel wird zu Pfingsten eröffnet. Die Berliner Bevölkerung wird die Möglich- keit, über Friedrichshagen in das dortige Wald- und Seengebiet ohne die zeitraubende Fährenfahrt zu gelangen, sehr begrüßen. Die Schulbauten. Die Schuloerhältnisie in den einzelnen Gemeinden sind zurzeit noch trostlos. Mit der wachsenden Bevölkerungsziffer wurden die an sich schon viel zu kleinen Schulgebäude völlig unzureichend. Für eine achkstuslge Zentralschule, die für Bohnsdorf und hesienwinkel er- richtet werden soll, sind die Mittel bewilligt. 3n Friedrichshagen ist der Neubau eines Lyzeums fertiggestellt und die Schule zu Ostern eröffnet worden. Ein weiterer Schulhausbau soll noch in diesem Jahr in Köpenick errichtet werden. Eine neue Doopelvolksschule soll auf dem Terrain der Wolfsgartensiedlung entstehen. Ein großes Berussschulgebäude will der Bezirk Köpenick gemeinsam mit Treptow errichten. Das Krankenhaus, eines der schönsten Berlins, ist für den Bezirk unzureichend. Täglich müssen dort mehrere Dutzend Kranke abgewiesen werden, weil die Bettenzahl nicht ausreicht. Ein Erweiterungsbau ist geplant, kann aber noch nicht ausgeführt wer- den, weil augenblicklich keine Mittel vorhanden sind. Kindergärten und Kinderhorte bestehen in den einzelnen Gemeinden, doch sind die meisten in Miethäusern untergebracht. Der Bezirk ist bemüht, für diese kommunalen Einrichtungen bessere Räume herzurichten. Die Freiwillige Feuerwehr. Der Bezirk Köpenick ist wohl der einzige in Groß-Berlin. der keine Berufsseuerwehr besitzt. Selbst dem dichtbevölkerten Köpenick mit 42 000 Einwohnern fehlt diese Einrichtung. Das Bezirksamt hat einen Anfang zur Errichtung einer Berussfeuerwehr gemacht und zwei Feuerwehrbeamte fest angestellt. Brennt es irgendwo, dann stürzen die beiden, sofern sie gerade im Spritzenhaus sind(sie müsien auch Ehauffeurdienste leisten), durch die Straßen und tuten die Feuerwehrmannschaft zusammen. Sport und Badeanlagen. Trotz seiner großen Waldgebiete besitzt Köpenick innerhalb der einzelnen Gemeinden fast gar keine Spiel- und Sportplätze. Der Dezirk ist in seinen Etatsmitteln zur Schaffung derartiger Anlagen sehr schlecht bedacht worden. Dem einhalbmal so großen Bezirk Zehlendorf wurde für diese Zwecke die doppelle Summe bewilligt. Zehlendorf hat also in diesem Fall viermal soviel Mittel als Köpenick. Wegen Geldmangel tonnte ein im Bau befindlicher Sport- und Spielplatz nicht weiter ausgebaut werden. Die Vereine können dort üben, aber keine größeren Veranstaltungen abhalten. Ein Wunsch des Bezirks, eine warmbadeanlage zu schaffen, hat sich auch noch nicht verwirklichen lasten. Die überwiegend proletarische Bevölkc- rung des Bezirks hat im Winter fast gar keine Gelegenheit, inner- halb des Bezirks eine Warmbadeanstall zu benutzen. Dringende Ab- Hilfe fordern die Friedhossanlagen des Bezirks. Bisher gibt es im ganzen Bezirk nur Friedhöfe, die den Kirchen geHörem"Durch die Schaffung eines städtischen Zenlralsricdhofes gemeinsam mit dem Bezirk Lichtenberg soll der unhaltbare Zustand beseitigt werden, daß freiwillige Begräbnisfeiern immer behindert wurden durch die Kirchen. Die Uferpromenade um den Müggcl. Eine große kommunale Aufgabe hat sich der Bezirk in der Schaffung einer Aferpromenade um den Müggelsee gestellt. Wasser- sportoereine haben durch Pachtung der am Wasser gelegenen Par- zellen der Berliner Bevölkerung die Möglichkeit genommen, an den Müggel- und Langen See heranzukommen. Der Stadtausschuß für Leibesübungen hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirk die Bestimmung getroffen, daß llfergelände nicht mehr verpachtet werden darf. Der Bezirk steht aus dem Standpunkt, daß 10 000 Wasser- sportler nicht 2 Millionen Ausflüglern vorgezogen werden dürfen. hart belrosfen von dieser Bestimmung wurden bisher nur die Ar- beilersportvereine. Die zahlungsfähigen bürgerlichen Vereine haben sich bisher immer noch, wenn auch zu teuren Preisen, Ufergelände oerschaffen können. Um nun für die Wassersportvereine Boots- lagerplätze mit einem Zugang zum Wasser zu schaffen, hat der Be- zirk den Plan, einen Stichkanal am Müggelsee zu bauen, über den die Uferpromenade durch Brücken hinweggesührt wird. Zu beiden Seiten des Kanals können dann die Sportvereine Gelände erhalten. An der Fertigstellung der Uferpromenade wird mit mehreren hundert Notstandsarbeitern gearbeitet. Der Teil der Aferpromenade um den Langen See von Marienlust bis zur Krampenburg und»m den Müggelsee zwischen Prinzengarten und Müggelhorst ist fertig- §estellt. Mit Ausnahme der bebauten Ufer bei Rahnsdorf und riedrichshagen wird die Userpromenade rund um den Müggel in diesem Jahr noch fertig gebaut. Auch die großen Landstraßen im Bezirk sind in diesem Jahr durch Notstandsarbeiten ausgebaut. So ist die verkehrsstörende Kurve in der Müggelheimer Chaussee ver- schwunden. Auch die Köpenicker Landstraße, eine der wichtigsten Zugangsstraßen zum Bezirk, soll in diesem Jahr noch ausgebaut werden. Die beiden Chausseen von Berlin nach Köpenick, nach Frankfurt a. d. O. und Fürstenwalde sind in diesem Jahr aus- und Julius Meinl's Wiener Kaffee Die berühmte Wiener Kaffee- und Tee-Import- Firma Julius Meint verabreicht Gratis-Kostproben in den neu eröffneten VerkaufSgeschäften: W, Leipziger Sirasse 113, Telephon Zentrum 5515 Charlottcnburg, Wümcrsdorfcr Str. 129, Tel. Steinpl. 4715 Friedenau, Kaiser-Allee 131, Telephon Rheingau 4021 C, Königstrasse 67, Telephon Zentrum 4721 N, Chaussccstrasse 1, Telephon Norden 4996 Postversand nach allen Orlen Deutschlands porto- und spesenfrei durch die Zentrale: Berlin N39, Gerichtstrasse I2-I3 Telephon Humboldt 9302 SCHUHHOF ZENTRALEuVERSAND Berlin W.9Ainksrr. 11 Weitere V&pKaufsstellenrChapLWilmer'sdoprerstp. 1l7*5pandau/ßr>eitestR 7SL umgebaut worden. Die kommunale BetZtlgung des Bezirk» Ist durch die Eingemeindung erheblich gestiegen. Die in den ersten Jahren der Eingemeindung im Bezirk entstandene„Los-oon-Berlin-.Bcme. gung, die in Friedrichshagen bei den letzten Stadtverordnetenwahlen eine eigene Partei„Los von Berlin" mit eigener Kandidatenliste bildete, ist völlig verschwunden. Die erhöhte kommunale Betätigung des Bezirks Hai dazu geführt, dast die Randgemeiaden Änsthlutz an Grost-Berlin wünschen. So bestehen in den Gemeinden Erkner, E i ch w a l d e und Zeuthen ernste Pläne, in Erkner sogar schon ein Beschluß des Gemeinderats, die Eingemeindung zu vollziehen. Da, wo die Wirtschaftsinteressen mit Groß-Berlin gemeinsam sind, wird diese Eingemeindung noch kommen. » Die Schaffung eines Ausgleichs hat den ärmeren proletarischen Wohnvierteln erhöhte Betätigungsmöglichkeiten gegeben. Vieles ist feit der Eingemeindung gerade in den vorher vernachlässigten Be- zlrken getan worden. Vieles bleibt ober noch den nächsten Jahren vorbehalten. Pläne zur Schaffung kommunaler Einrichtungen be- stehen genug. Hoffentlich kommt Berlin bald in die Lage, den Be- zirken für bestimmte Aufgaben mehr Mittel zuzuweisen. Geaen die Lebensmittelteuerung. Aus der Ernährungsdeputation. In der Sitzung der Ernährungsdepuwtion. die vor den Feier- tagen stattfand, forderte Genosse F a e r b e r unter Bezugnahme auf die im Austrage der sozialdemokratischen Stadtoerordnetenfraktion von Gen. A r n d t im Rathaus begründete Anfrage betr. Maßnahmen des Magistrats gegen die Brotoerteuerung Auskunft darüber, ob und was vom Magistrat inzwischen— neben der Eingab« an den Minister«für" Ernährung— geschehen sei. Da die beiden Magistratsvertreter hierüber nicht nur nicht» zu b e- richten hatten, sondern auch sehr skeptisch bezüglich eines Erfolges sich äußerten, beantragte Gen. Faerber, daß der Magistrat dar- über Beschluß fassen sollte, in welcher Weise dieBrotverteurung und der weiter angedrohte Anschlag auf die Lebenshaltung der groß- städtischen Bevölkerung durch die vom Minister Schiele ange- kündigten Zollerhöhungen auf Zucker, sämtliche tierischen Fette usw. abgewehrt werden könnten. Besonders sei«ine, nötigen- falls unter Ausschaltung des meist versagenden Städtetages, durch die großen und industriereichen Städte einzuberufende Konferenz mit der Aufgabe zu betrauen, den entsprechenden Interessen der städtischen Bevölkerungstreise, angesichts der herrschenden Machtverhältnisse Resonnanzboden bei der öffentlichen Meinung zu verschaffen. Der Ernährungsdezernent, Stadtrat Busch, trat den Ausführungen, für die er sich einsetzen werde, durchaus bei und fügte hinzu, daß die Miels- und Lebensmittelverteuerungen fast einer neuen In- flation recht ähnlich feien und hiergegen alles geschehen sollte. Interessant, wenn auch bei der Haltung der Wirtschafts- parier recht platonisch, war die Behauptung deren Vertreters, daß seine Partei gegen weitere Zollerhöhungen sei und er sich als Sach- verständiger m gleicher Richtung verwendet habe. Vorher lag der Deputation ein Plan des ehemaligen Staatssekretärs im Ernährungs- Ministerium, Hagedorn, zur Begutachtung vor, nach dem der Magistrat eine Garantie in Höhe von etwa 1 Million M a r k für Durchführung einer hygienischen Flaschenmilchversorgung übernehmen solle. Mit Rucksicht darauf, daß der Plan von zu- ständiger Seite als zwar verteuernd, aber nicht hygienisch durchaus einwandfrei beurteilt werden könnte, wurde die Befürwortung ein- mütig abgelehnt.__ Ein Hallenschwimmbad in Wilmersdorf. In der Bezirksversammlung des Bezirks Wil- Wersdorf wurde eine Vorlage angenommen, die die Mittel für den geplanten Bau eines Hallenschwimmbades für Wilmersdorf bewilligte. Dieser Bau war bereits vor dem Kriege von der da- maligen Stadtgemeinde Berlin-Wilmersdorf geplant, und zwar auf dem Gelände des Seeparks an der Scharnstraße. Die Ausführung wurde jedoch durch den Krieg verhindert. Stach der Dcmobilmachung wurde der Plan wieder aufgenommen und sollte mit Rücksicht aus die Arbeitslosigkeit als Notstandsmaßnohm« ausgeführt werden, jedoch fehlten zunächst die notwendigen Mittel. Da inzwischen das zunächst projektierte Gelände ms Spielplatz hergerichtet war und man auch erhebliche Kosten für die Fundamentierung sparen wollte, wurde nunmehr das städtische Gelände an der Mecklenburgischen Straße zwischen der Brabanter uNd Hindenburgstraße gewählt, da» gegenüber dem Bahnhof Schmargendorf liegt. Auch bei einer örtlichen Besichtigung des Baugrundes durch die Bertreter des Stadt- amte» für Leibesübungen wurde das Gelände als geeignet an- gesehen. Es wurde aber eine Abänderung des Projekts verlangt, und Stadwaurat Griider hat jetzt«inen Entwurf fertiggestellt, in vbergitt man nur dem ZIaldwel« de, Deullchen Musik'eoecdandes, Berlin, ftorn- mandantenstr. 63(54. Dönhoff 3277—78. velchilst»iett 9—6, Sonntag, 10—2 Uhr Auf Wunsch: Bertreterdesuch. Di« dem er dl« Barster und Wiener Hakken-Gchwimmbsder als Muster genommen hat. Da» Hallenschwimmbad wird mit seiner Haupt- front an der Meckleuburgischen Straße liegen und der Haupteinaang kommt unmittelbar an den Untergrundbahnhos Heidelberger Plag. Di« tvestliche Läuasfront erstreckt sich nach der Barstraße, während die Süd- und Ostfront nach dem unbebaut bleibenden Gelände zu liegen, auf dem die Anlage eines Erholungsbades und einer Spiel» und Planschwiese geplant ist. Reben einem Schwimmbassin für etwa 350 Personen sollen besondere Kabinen für Wannen-, Brause- und medizinische Bäder eingerichtet werden. Di« Schwimmhalle fall eine Größe von<50 mal 20 Meter erhalten und durch drei Stock- werke hindurchreichen. Di« Halle wird mit einem Glasdach über- deckt werden, und die Eifenkonftrutionen desselben sind so hergestellt, daß sie In den Sommermonaten bei günstigem Wetter geöffnet werden können, man also sozusagen unter freiem Himmel baden wird. Die Erwärmung des Wassers wird unter Benutzung der Abdampfwärme des Elektrizitätswerkes Süd-West erfolgen. Kosten des ganzen Baue» sind auf 4% Millionen Mark g< und es ist damit zu rechnen, daß der Bau noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden kann, da vom Magistrat die erst« Baurat« in Höhe von 400 000 Mark demnächst dewilligt werden dürfte._ Die Freibäder rüsten. Die Freibäder Im Bezirk Treptow rüsten für die kommende Badesaison. Sie erfreuen sich nach dem von dem Bezirk»- gesundheitsamt mit größtmöglicher Beschleunigung durchgeführten Au»- bau eines von Jahr zu Jahr steigenden Zuspruchs von feiten der städtischen Bevölkerung, die diese idyllisch gelegenen Sommerbäder nicht nur als beliebte Ausflugsorte aufsucht, sondern dort vor ollem die körperlich« Erfrischung beim Baden und Schwimmen, beim Luftbad« am Strande oder im Walde in reichem Maß« findet. Trotz der im allgemeinen ungünstigen Witterung de» vor- jährigen Sommers, in welchem nur an wenigen Tagen die mittleren Tagestemperaturen über 20 Grad hinausgingen, hatte das an der Oberforee zwischen den Bahnhöfen Oberspre« und Spindlersfeld, unweit der Endhallestelle der Straßenbahn öl liegend« Freibad Adlershof insgesamt 110 000 Besucher aufzuweisen. Der höchst« Tagesbesuch bezifferte sich auf 10 200 Personen. Di« 320 Meter lange Strandstrecke zeichnet sich durch schön« Lage au» und ist um- aeben von hochstämmigem Kiefernwald. Die Strömung an dieser ferstell« bietet reichlichen natürlichen Wasserwechsel. Die Aussicht nach dem gegenüberliegenden Ufer zeigt auf die inmitten eine» Parks von Laubbäumen gelegene städtische Tageskurstätte für Frauen, sowie auf das stromaufwärts danebenliegende Freibad Oberschone- weide mit einer Strandlänge von 85 Meter, das im Hintergrund« von der Wuhlhcide eingerahmt wird. Letzteres Ist zu erreichen mit den Straßenbahnen 87, 187 und 95. Im vorigen Sommer wurden hier insgesamt 66 000 Besucher aufgenommen. In beiden Sommer- bädern sind Umkleidehallen für Männer und Frauen, Auf- bewahrungsräume für Kleider und für Fahrräder, Turngerüste aller Art und neben sonstigen Bequemlichkeiten auch Nestau rationsräum« mit angenehmem Aufenthalt im Freien vorhanden. Beide Sommer- bäder gehören daher zu den empfehlenswertesten Wochenendzlelen des Großstädters. Ihrer Bedeutung ist dadurch Rechnung getragen worden, daß in der Wochenendausstellung ein plastisches Modell de» Freibades Adlershof aufgestellt wurde, und zwar in Koje 185. Eben- da befinden sich auch die Verkehrsstatistiken beider Freibäder, die deutlich zeigen, eine wie große Anziehungskraft Freibäder am Ende der Woche auf den licht» und lufthungrigen Großstädter ausüben. /lus öen Bezirken. 15. Bezirk— Treptow. In ihrer letzten Sitzung stimmte die Derfammlung verschiedenen Ersatzwahlen zu. Bei der Ersatzwahl für den Iugendciusfchuß wurde unser Vorschlag mit großer Mehrheit angenommen. Die angeblichen „Beamtenfreunde", die Deutschnation crlen,-erhoben gegen die An- stellung eines Beamten der Gruppe 2 Einspruch. Der Betreffend« war bislang Arbeiter. Die Deutschnationalen befürchteten deswegen wohl, daß er Sozialdemokrat ist. Eine längere Debatte entstand bei der Beratung der Vorlage über die Errichtung und Verpachtung von zwei Vertaufshäuschen im Treptower Park. Genosse Stadtrat Lessen legte die Gründe klar, die zu der Vorlage geführt haben. Die Vor- läge wurde nochmals der Parkdeputation zur Beratung überwiesen. Dem Fluchtlmienplan für das in Niederschöneweide gelegene Adler- gestell stimmt die Versammlung zu. Genosse Bürgermeister Grunow erläuterte eine Vorlage, die den Verkauf des Geländes zwischen der Neuen Krugallee und der Eichbuschallee in Treptow an die„Gehag" vorsteht. Die„Gchag" hat sich verpflichtet. 382 Zweizimmer- und 120 Dreizimmer-Wohnungen zu errichten. Mit dem Bau soll schnellstens begonnen werden. Die Deutschnationolen beantragten, die Vorlage abzulehnen. Der Bau von Wohnungen scheint ihnen wohl nicht notwendig. Nach Ausführungen des G«< nossen Lempert wurde die Vorlage in dem gewünschten Sinn be- schlössen. Unser« Fraktion beantragte, die Berkehrsverhältnisie auf der Vorortstrecke Görlitzer Bahnhof— Königswusterhausen erheblich zu verbessern! ferner soll diese Strecke auch in den Tarif der Stadtbahn einbezogen werden. Genosse Becker begründete die dringende Not« PfnWykeH de» genommen wurde , der mit«wem Zusatzankraq der KPD. an- enosse Schneider wies auf die Notwendigkeit hin, die Straßenbahnllnie 91 bis Köpenick zu verlängern. Einen enb sprechenden Antrag machte sich die Versammlung zu eigen. Die KPD. hatte beantragt, den Stahlhelmern am 8. Mai keine amtlichen Räum« zur Verfügung zu stellen. Genosse R e u m a n n teilte mit. daß zur Stellung eines solchen Antrages im Bezirk Treptow keine Veranlassung vorliegt, da sie hier selbstverständlich keine Räume er- halten werden. Genosse Bürgermeister G r u n o w gab die Stellung- nahm« der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgermeister- konferenz bekmtnt. In einer Anfrage wünscht unsere Fraktion Aus- tunst, ob der Magistrat die von der SPD. wiederholt beantragten Mittel zum Bau eines Schulhauses in Johannisthal In diesem Jahr« zur Verfügung stellen wird. Genosse Stadtrat Mermuth teilte mit, daß die Mittel in diesem Jahre mit großer Sicherheit zur Ver- sügung gestellt werden. Bei dieser Gelegenheit schilderte Genosse Wermuth andere wichtige sozialpolitische Fragen des Bezirks. Es besteht die Hoffnung, daß in diesem Jahre ander« notwendige Er- weiterungsbauten an den Schulen des Bezirkes vorgenommen werden können. Genosse Lehnet drückte dem Bezirksamt die Freude über diese Mitteilungen aus. IV. Bezirk— Köpenick. Die Räume des Rathauses der früheren Stadt Köpenick haben bei Bildung de» Bezirksamtes die Dienststellen nur zum Teil auf- nehmen können. Bor allem war es nicht zu ermöglichen, auch die besonders wichtigen Dienststellen des Bauwesens: die Bau- Verwaltung, das Hochbauamt, das Tiesbauamt. das Bermessungsamt und die Baupolizei hier unterzu- bringen. Die räumliche Trennung gerade dieser wichtigen Dienst- stellen der Bezirksverwaltung vom Sitze der Bezirkszentral« hat sich im Laus« der Zeit sowohl für die Bevölkerung als auch für die Verwaltung wegen der damit verbundenen unliebsamen Verzögerungen und Hemmungen de, Geschäftsganges als änderungsbedürftig er- wiesen. Magistrat und Stadtverordnete hatten deshalb vor Jahres- frist einem Erweiterungsbau des Rathauses zugestimmt. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaues kann nunmehr diesen Uebel- ständen abgeholfen werden und ist in diesen Tagen die Verlegung der verschiedenen Verwaltungsstellen in die neuen Räume erfolgt. In dem ehemaligen Rathause in Friedrichshagen werden weiterhin verbleiben die sogenannten Wirtschaftsbet riebe: Straßen- reinigung. Müllabfuhr. Fuhrpark und Fähre, außerdem die Park- und Gortenverwaltung, das Kleingartenamt sowie da» Feuerlösch- und Verkehrswesen und die Friedrichshagener Steuer- und Auf- tragskasse. Ebenso siedelt die Ortsamtsstelle Friedrichshagen in die Räume des Rathauses über, um die örtliche Verwaltung in Friedrichshagen räumlich zusammenzubringen. Ferner wird das Schulbureau, da» bisher im Rathause Köpenick untergebracht war, ebenfalls in das ehemalig« Rathaus Friedrichshagen verlegt werden. Das Hau» Friedrich st raße 29, in dem bisher die Ortsamts- stelle untergebracht war, wird in seinen Parterreräumen für Kinder- garten, und Kinderhortzwecke eingerichtet. Die oberen Räume werden der Friedrichschul« zur Verfügung gestellt werden. 20. Bezirk— Reinickendorf. Die Bezirksversammlung vom 13. April nahm einstimmig einen Dringlichkeiteantrag an. der den Magistrat veranlasien soll, allen aus der öffentlichen Wohlfahrt und Erwerbslosensürsorge unterstützten Personen eine Osterbeihilfe von 10 M. zu bewilligen. Der Vorschlag des Bezirksamts und der Finanz- deputation wegen Verwendung der Vorbehaltsmittel wurde ange- nommen. Danach sollen einig« Wegverbesserungen und die Her- stellung einer Laufbahn aus dem neuen Sportplatz in Wittenau vorgenommen werden. Die Vorlagen wegen Benennungen von Straßen wurden auf Vorschlag unserer Fraktion bis zu der in ganz Berlin kommenden Umtaufe mehrmals vorkommender Straßen- namen vertagt. Ich habe eine vorzügliche Verdauung! Wie wäre es schön, wenn Sie das immer behaupten könnten. Und Sie können es, wenn Sie einfach einen halben Kasseelösscl Biserirte Magnesia in etwas Wasser einnehmen. Verdauungs- befchwerden Ueten memals plötzlich auf. meistens sind sie die Folgen bestandiger Vernachlässig'""-— k— 1-----—- Magen entstanden, die Magenschwere, Sodbrennen. Brechreiz und viele andere Störungen, ja selbst Magengeschwüre nach sich zieht. Biserirte Magnesia neutralisiert den Säureüberschuß, mildert den Säuregehalt der Nahrungsstoffe im Magen und verhindert die Eni- zündung der Magenwände. Biserirte Magnesia ist in allen Apotheken erhältlich. Versuchen Sie noch heute. 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Er ist damit ziemlich genau auf den Stand vom Monat Dezember zurückgegangen(243 Millionen) und stellt die erste, sehr beträchlllche Verringerung des Einfuhrüberschusses von 95 Millionen dar, nachdem feit Oktober o. I. der Einfuhrüberschuß ununterbrochen von 115 auf 339 Millionen gestiegen war. Der deutsche Gesamthandel ist bemerkenswert groh. Das bemerkenswerteste an der auswärtigen Handelsbilanz Deutschlands für den Monat März ist die Größe des Gesamthandels, wenn man die rein« Warenein- und-ausfuhr zusammenrechnet. Die Addition ergibt für März einen auswärtigen Warenhandelsumfang von 1928 Millionen. Dabei ist zu beachten, daß feit rund anderthalb Jahren, nämlich seit Oktober 1925, wo der G«- samtumfang des auswärtigen Warenhandels 1913 Millionen Mark betrug, eine ähnliche Höhe nicht erreicht worden ist. In den Monaten seit Beginn 1925 war nur im Januar 1925 mit 1966 Mil- lionen ein größeres Handelsvolumen zu verzeichnen. Ein Vergleich der Zusammensetzung der Warenhandelsbilanz vom März 1927 mit der vom Oktober 1925 läßt einige charakteristische Ver- schiebungen erkennen Die Rohstoff e i n f u hr liegt hxute um rund 86 Millionen, während die Rohstoff ausfuhr um 350 Mil- lionen Mark höher liegt als vor 1 Iahren. D e Einfuhr von Fertigwaren ist gegenüber Oktober 1925 um rund 3 3 Millionen Mark gesunken, während die deutsche Fertigwaren ausfuhr heute gegenüber Oktober 1925 noch um rund 4 5 Millionen zurück- bleibt. Dabei ist beachtlich, daß die R o h st o f f e i n f u h r im März d. I. die höchste seit anderthalb Iahren überhaupt ist, während die Fertigwarenaussuhr des März 1927 in dem Zeitraum nach dem Oktober 1925 nur zweimal(Oktober 1926 mit 603 Millionen und März 1926 mit 686 Millionen) übertroffen wurde. Der Vergleich mit dem Oktober 1925 bestätigt damit, daß Deuffchlands industrielle Betätigung einen erheblichen Aufschwung erfahren haben muß, daß aber gleichzeitig das Ausland auf dem deuffchen Markt eine starke Konkurrenzkraft entfaltet. Die Veränderungen in der März-Vilomz. Gegenüber dem Monat Februar ist die Einfuhr um 9 Mil- lionen Mark zurückgegangen. Auf Lebensmittel entfällt eine Ab- nähme um 25 Millionen, während die Rohstoffeinfuhr um 9 und die Fertigwareneinfuhr um 7 Millionen Mark zunahm. Bei der Warenausfuhr ist eine beträchtliche Steigerung festzustellen: insgesamt ist die reine Warenausfuhr um 86 Millionen a n g e- wachsen. Einfuhr 1927 Ausfuhr 1927 Mär, Febr. Ian-ZMÜr, Mär, Febr. Zorf, Nestaurant Srrickr, Äarlftt. Ui. Etart Waldemarstraße Ecke Mariannen- platz, Söst« willkommen, «thletil-Sportklub«. B.(Leichiathletik, Handball, Hockey, Rudern), llcbung,. stätte: ssichte-Sportplatz Baumschulenweg, Eichbuschallcc. Trainwaslage: Man- ner und grauen dienstags, Donnerstags ab s Uhr, Lonnabends ab 4 Uhr. Jugend Dienstags und Freitags ab S Uhr. Fum wtratzcnlauftraining mllfsen jetzt unbedingt alle Mitglieder regelmäßig erscheinen. Zludcr, nah Ztonnneici» jS24 e. V. Eigenes Bootshaus in Rahnsdorf, Mltggelwerder M, E. R.,»n der Ausfahrt vom Müggelsee links. Bootsständs noch frei. Sitzung des Vereins jeden dritten Donnerstag im Monat. Dort. selbst Aufnahme neuer Mitglieder, Am Sonntag, 2k, April, findet das An- rudern des Verein» verbunden mit Fuchsjagd statt. Abfahrt S Uhr vom Bootshaus. Anschließend gemütliches Beisammensein. Gäste herzlich will- kommen. Brbciicr-Sportkartcll Z. Bezirk Wedding. Montag, 25, April, 7� Uhr, Sitzung bei H. Schulz, Schwedenstr. I5b. Jeder Verein oder Abteilung muß vertreten sein. Unsere Beteiligung an der Maidemonstration und Au'sfprachs über unsere Bezirks-Werbcwoche. Handball. Freie Turnerschaft Steltin, Abt. Grabow, gegen Sparta!. Am Sonntag, 24. April, 4 Uhr, findet im Stadion Friedrichsimin das interessante Tressen der beiden gleichstarken Gegner statt. Um 5 Uhr spielen die Stcttiner Frauen gegen Lichtenberg, Bon» Uhr vormittags ab Spiele der Echiiler- und Iugendmannschaften. Eintritt 20 Ps. Erwerbslose und Schüler 10 Pf. M?, /, i- KA».V' Arn 18. April 1927 verschied nach tarzer, schxvcrpr Krankheit in Bad Kissinz-en das Mitglied des Aufsiehtsrates unseres Unternohroens Herr Geüelmer Baorai Johannes Dix HinSsicilalral im leidiswebrntlnisleriiun. Der Verstorbene hat uns in dar Durchführung der uns gesteliten Aufgaben mit seiner reichen Erfahrung unermüdlich zur Seite gestanden. Wir werden seine Mjrarbeit und seinen Bat in Zukunft schmonlich vermissen. Kiel, den 20. April 1927. DEUTSCHE WERKE KIEL AKTIENGESELLSCHAFT Der Autsichtsrat Fischer Der Vorstand Staatssekretär r. D. Hansen Lerne V oreiteender. »f r So eine f Auswahl>® (S/ClsAifsiltä'' MeJifazsvuBuL 59- 64'39'90'100 M usw. 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Ziehungslag 21, April 1927 Oll der Vormittagszlehung wurden Gewinne über 69 M. gezogen 2 Gewinn« zu 10000 M. 315249 2 Gewinne zu 5000 M. 3280Ö4 4 Gewinne zu 3000 M, 122083 305875 4 Gewinne zu 2000 M. 6701 127321 4 Gewinne zu 1000 M. 5I97S 1370,0 8 Gewinne zu 800 33t. 25 31096 65025 136054 24 Gewinne zu 500 M, 39431 115659 159606 177992 178402 203721 219603 221504 248703 253268 301113 307311 86 Gewinne zu 200 M. 35127 37309 41851 43891 45182 48839 50997 52482 58972 62492 63793 72614 105182 108880 118831 132555 136755 140074 146643 I 49271 105393 165755 183030 189086 196904 197047 197229 201957 220435 233610 242823 249441 256710 264555 278679 283382 299924 303494 308697 316701 328369 333329 347996 270 Gewinne zu 120 Mk. 1875 3235 4438 5536 6275 7029 10648 12600 23684 25197 25233 26354 30703 31231 35245 37007 37278 41006 42292 43964 44084 45766 47331 47862 53849 55547 56222 566 27 57289 58178 58357 63620 70543 71314 74012 74689 75770 81096 85522 92051 94957 100970 107417 109344 109730 112698 115791 117564 120440 121479 BäcKereldenosseiisciiaff„EcrlSn" eingetragene Genossenschaft m b. N., L'rbanstr. 70a, Berlin Bilanz per 31. Dezember 1926 H.B. Aktiva 5 Anteil-Kto. G.E.Q. 7 Maschinen-Komo 0 Gespann-Konto. tl Utensilien-Konto 13 Kautions-Konto. 19 Bäckerei-Konto. 21 Gespann-Unk.-Kt 23 Kassa-Konto 27 Waren-Kortlo 39 Bank-Konto. Verlust.... 129860 160554 180870 190681 208713 242453 269132 286730 312185 328398 135832 161741 181135 192903 212000 242708 270460 295333 317030 328608 340634 340837 137907 163519 181734 198954 2I2I44 249954 273626 298609 317098 328632 140430 165814 186183 201893 227219 252023 278956 300526 317925 330410 152269 166809 186591 203472 230384 256000 279059 301102 318044 330531 125737 152319 170612 186385 204650 231696 257164 279480 303170 318230 331464 126887 156138 177688 187368 205002 234820 258298 280422 309711 321651 335511 129241 160528 180028 188609 205582 236388 267702 286317 310483 326901 340028 3n der Nachmlltagszlehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 2 Gewinne zu 3000 M. 103645 8 Gewinne zu 1000 M. 19374 211843 252305 274188 8 Gewinne zu 800 M. 72436 135769 324586 346610 22 Gewinne zu 500 M. 20716 51028 66669 70291 93628 140682 145165 197434 208259 298999 349249 90 Gewinne zu 200 M. 914 15387 16048 19991 26346 26401 32277 33724 46199 66212 56564 68921 73918 76339 78749 85110 90238 91820 96361 100978 102775 131237 138018 154436 164143 167377 174555 203133 207540 219461 219566 234088 235367 243254 254210 263551 267799 274063 276535 282045 296311 315808 327512 328579 334394 244 Gewinne zu 120 M.>957 3140 7620 7755 10789 11292 ,2355 12670 15882 20022 32956 34216 34672 25464 37466 40019 42501 43290 44052 46575 47713 48518 56848 59301 59540 59823 59993 62>58 64639 64754 65180 68264 70215 76772 81476 82177 «3709 84902 87334 87477 87684 89144 89916 91018 96546 98768 99443 99494 101628 109534 115573 118558 120624 132381 135893 143632 1440 10 144637 144773 154845 156516 168681 169856 171733 198232 220888 244923 254426 284111 312465 341239 172057 198789 222224 245540 260078 284900 314303 345042 174448 200813 226689 246738 261794 290729 175080 206057 228976 247078 262950 294685 322764 175611 211051 233002 248715 270164 294956 324877 176246 213010 238585 251495 272501 296658 326461 177596, 214469 240725 251867 274200 296760 337659 192698 218091 242756 25 1228 283929 300661 340623 einige Beispiele Kinder• Spangensdinhe in braun, blond, mauve und grau Gr. 25/16 6.20, 22/24 5.70, 20/22 4 50.. 48/20 Braune Kinderstiefel» echt Glanssieg«. 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Oewlnne 19 Bäckerei-Konto 125 924,39 27 Waren-Konto.. 7 021,50 Verlust...... 6 831,42 605.- 5 636.65 3 237,91 M- 139 777,31 M. 139 777,31 Die Mitgliederzahl betrug 21 ohne Veränderung Das Mitgliederguthaben beträgt 21 X3S0,— M.= 5 fSO.-AL, die Haftsumme ebenso. Das Geschäftsjahr ging vom I.Jan. 1626 bis 31. Derbr. 1926 Der Vorstand Gustav Trombke Wilhelm Zloaemaan. Wichtig fitir Kranke! Rechlzeitig vorbeugen l Vsr langen Sit sofort in den Verkauf sstetUn oder direkt von uns die kostenlosen und interessanten aufklärenden Druckschriften über die erfolgreichen. ärxtlich empfohlenen Kräuierhuren mit den bekann- ir, ten und bewährten Nur J.lse Packung Waldflora- Spezialitäten. Auserlesene, giftfreie Pflanzenhestand teile Nicht als Tee. sondern inForm von aufgeschlossenen Pflan. zenpulvem einsn- ruthmen. Dabei bleiben utirkioine Stoffe erhalten, die sonst durch das Kochen bürgt für Echtheit abgeschwächt und vernichtet werden, und daraus erklärt sich die bessere Wirkung. 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Sie selber ist der Sache spürend aus den Grund gegangen und hat in kindlich straffer Schlußfolgerung aus unaus- bleiblich zwingenden Vorgängen das einzig mögliche Ergebnis für ihr bescheidenes Eigendasein finden können. Sie kam als Erika Lachmann in die enge Well eines Ein, bettendoseins, irgendwo im Massenlager Berlins: da, wo man sich im ewig grauen Dämmerlicht unruhvoller Hofwohnungen die Lieb« zwischen Arbeitsraxerei und bleischwerer Mattigkeit wie unerlaubte Früchte aus den müden Knochen ringt. Mutter Lachmann— die nunmehr eigenlliche Krause, geb. Lachmann— macht sich noch jetzt über den Hergang bei Erika» Fleischwerdung keine süßen Illusionen. »Ha, sehn Se, Frollein, et kam natierlich. wie et kommen mußte. Ick konnte doch den ollen Krause nich alleene lassen. Als ihm sein« Zlltc durch Dot in Stich un mutterseelenalleene zurückjelassen hatte, zoch ick zu ihm und wir schmissen beede unsere Rackerei aus de Bude zusammen, und ick sorchte denn noch für det 5?äusliche. Kraus« war dabei immer heeflich zu mir. det kann ick janich anders sagen, un nannte mir vor die Leite janz in Ehren.Frollein Lachmann". Wir Hain uns denn ooch einijermoßen jut verdraren: wenn uns bloß nich immer Krausen seine jroßen Kinder dazwischen sekommen wär'n.— Na— un wie det denn so iz, Frollein— Sie wissen ja ooch Bescheed,— na ja,— un da kam uns denn eenen scheenen Dares Erika so unjerusen dazwischen. Ick war dazumal schon ziemlich an die 4S un Krause war 10 Jährekens älter, det erklärt manchet bei Erikan, und Sie derfen ihr det nicht so übel nehm, Frollein. Aber jefreit ham wir uns doch, als det kleene Wurm mit eenmal da war. Un der olle Krause ie noch mal so uffjeblieht in seine späten Daterfreuden.— Er hat mir ja ooch heiraten wolln, wenn ihm bloß sein Junge nich die Helle so heeh jemacht hätte.— Mit eenmal hat's der Jroße aber janz un jar verdorben. Et war noch immer Kriech. Der Jroße lag weit wech in» Lazarett, un wir wollten ihm doch so jerne eene Freude machen. Weil det nu billjer war. wenn ick als Krausen seine Frau fuhr, jab mir der olle Krause als seine Frau aus.— Als wir denn ankam, hat der Junge wieder nischt von mir wissen wolln un hat sein Vater sojar anjezeicht, det er mir als Frau Krausen usfcn Freifahrschein mitjenominen jehabt hat. Un al» denn Krause die Ntederträchtigkeet von seinen Jungen mit'n halbet Jahr Jefängnis wejen Urkundenfälschung jebießt hatte, da war et abjemacht, det wir heiraten wollten." Und so sollte denn eine« Tage» da» tapfer«.Frollein Lach« mann" Frau Krause werden. Erika war natürlich mit ganzem Herzen bei der Heirat. Beglückt lief sie mit der freudigen Botschaft durch Haus und Nachbarschaft, und auch die Schule nahm an dem frohen Ereignis voll teil. Ob man's wissen wollte oder nicht, jedem jubelte Erika ihr« Freude entgegen:.Ja. wir heiraten morgen. und meine Mutter heißt nachher nicht mehr Fräulein Lachmann: heißt dann Frau Krause." Und wer dann fragte:.Und du, kleine Erika?" Der bekam strahlend zur Antwort:.Ich? Ich heiß« dann Erika Krause, geb. Lachmann!"— Und sie halten auch heute noch fest zusammen, die alten Krause» und dl» spät« Erika. Die in harter Arbeit steif gewordenen Alten haben freilich nicht mehr die Schmiegsamkeit der Jungen, um mit Erika so recht geziemend umgehen zu können. Der Fabriklärm hat sie beide fast taub gemacht. Die kargen Zärtlichkeiten, die sie sich untereinander gönnen, müssen sie sich laut in die Ohren schreien, und der Reiz der Liebkosung geht auf diesem Wege manchmal vcr- loren. Abe� Erika ist das laute Schreien schon zur Gewohnheit geworden. Und sie haben sich doch von Herzen lieb, die drei so spät aneinander geratenen Menschenkinder. Rührend, wenn Vater und Mutter Krause noch spät abends mit ihrer Erika, über den Schularbeiten sitzen und wenn, wie Mutter Krause meint,.det Vorsetzen von die und da» vor die Wörter" gar nicht so recht gehen will, denn Dater Krause weiß mit dem Vorsetzen nicht so recht Bescheid.„Aber bei's Rechnen", sagt Mutter Kraus«,„da kommt et ja immer richtig bei Vätern raus", aber bloß die Methvd« ist immer so ganz anders Und Erika kann dann wieder die Methode, —„aber et kommt nich so raus wie bei Datern". Doch so ganz ohne Erfolg ist auch das Schulleben der Erika Krause, geb. Lachmann, keineswegs. Mutter Krause sagt es jedem, der es wissen will, und Erika selbst hat Mutter eines Tages di« beruhigende Gewißheit gegeben:.Bei's Diktat kommt se immer runter: aber bei's Zuspätkommen— von die andern!— kommt se immer wieder ruff." Ein prächtiges Mädel, diese Erika Kraus«, geb. Lachmann! Und nicht minder prächtig die beiden Alten, die ihr spätes Glück mit so viel Gewissenhaftigkeit und soviel erzieherischem Ernst ge» nießen! Erste öer Schule unü Erste des Lebens. Von Studienrat Dr. Erich Witte. Berlin. Kürzlich feierte die Presse in Iubiläumsartikcln zwei Genie», welche schlecht« Schüler gewesen waren, den Erfinder der elektrischen Glühlampe, des Mikrophon» und Grammophons und Inhaber von 2000 Patenten zu seinem 80. Geburtstag, und den Bahnbrecher der modernen Pädagogik zu seinem 100. Todestag. Edison wurde von seinen Eltern schon im Alter von l2 Jahren aus der Schul« ge- nommen: sie toten dies auf den Rat feine» Lehrers, der wegen seiner schlechten Leistungen der Ansicht war, daß der Knabe es in seinem Leben nie zu etwa» Ordentlichem bringen werde. P e st a- l o z z i wurde als Schij/er für«inen großen Dummkopf gehalten, machte besonders in der Rechtschreibung gering« Fortschritte und wurde von seinen Mitschülern wegen seiner geistigen Schwerfällig- keit.Heinrich Plumpsock genannt. Aehnliche Beispie'e gibt es zahlreich«. Gerhart Hauptmann, der größte deutsch« Dichter der Gegenwart, blieb in den unteren Klassen verschiedene Mal« sitzen und ging schließlich in Ouarta ab. Zola siel zweimal bei der Reiseprüsung durch, well er in den fremden Sprachen und in der französischen Sprache und Literatur, also gerade auf dem Gebiet, aus dem er später so Großes leistete, nicht genügte..Das gewöhnliche Urteil unter meinen deutschen Aufsätzen", schrieb der Dichter Wildenbruch dem Versasser dieser Zeilen,„war mittelmäßig, manchmal darunter, dar- über nie." Cr fügte aber hinzu, daß dies kein Vorwurf gegen sein« Lehrer sei, daß er vielmehr in der Tat ein schlechter Schüler war. Dieser Gegensatz zwischen den Leistungen auf der Schule und denen im Leben» erklärt sich oft daraus, daß manches Talent sich nicht früh entfaltet, weil auf dasselbe erst spät Lebensumstände. die Umgebung oder kleine Erfolge zündend wirken. Wächst nicht Weiteres aus ernster Feit. (3n einem gegen Zrankrei» gerichteten vrohartllel begeifiert sich dl«.veuische Tageszeitung' au der chireflichen Revolution.) vi« chinesische Revolulion spricht dem Kali Menschenwürde und Menschenrecht-zu, Mas unfern Agrariern ungeheuer sympathisch ist... Die chinesische Revolution vertritt den Gedanken der sozialen Demokratie. Ma» unsere Agrarier schon immer getan haben... Die chinesische Revolution kennt keine Ausbeulung polnischer Landarbeiter. was unsere Agrarier geradezu ia Entzücken verseht.. auch die große Eiche langsamer als eine kleine Pflanze? Bleiben nicht die Tiere um so länger im Mutterleibe, je größer sie werden? Ist nicht der Mensch, das vollkommendste lebende Wesen, in seinen ersten Lebensjahren weit weniger entwickelt als die Tiere, die sich bald sortbeweaen können? Es gibt sogar große Dichter, die erst in dem fünften Jahrzehnt ihres Lebens mit dem Dichten angefangen haben, z. B. Fritz Reuter. Der groß« englische Romauschrist- steller Richordson hat seinen ersten Roman mit S2 Iahren veröffentlicht. Oft lzat sich zwar die hervorragende Begabung schon aus d«r Schule gezeigt, sie ist aber von den Lehrern nicht erkannt worden. Die Kunst oder die Wissenschaft gehörte nicht zu den Lchrgegen- ständen der Schule. Musikalisch hervorragend begabte Kinder, die sich nur im Gesang auszeichnen, jugendliche Malertalente, die im Zeichnen sehr gut, aber in den anderen Fächern mangelhast sind, bleiben vollständig sitzen: nicht selten haben sich Knaben, aus denen später führende Geister geworden sind, aus der Schule mit ihrem Lieblingssach privatim eingehend veschästigt und gerade dadurch die anderen Lehrgegenständc vernachlösstgt. Der große Philosoph Eduard von Hart mann konnte zwar auf der Schule gut mit- kommen, empfand sie aber als drückende Last. In seiner Lebens- beschreibung erklärt er,„er sei von Obersekunda an aus systematischer Rebollion gegen den verhaßten Schulzwnng faul geworden, und weil er sein« Mußestunden für das frei haben wollte, was ihm am Herzen lag". Lassa ll c las schon frühzeitig als Schüler politische Werke, erhielt aber auf der Leipziger Handelsschule trotz seiner guten Leistungen die Bemerkung:„Er sollte noch mehr leisten." Dies« Tatsachen sind natürlich ebensowenig«in Beweis für die Reformbedürstigkeit der Schulen wie dagegen. Denn diese sind nicht für solche bestimmt, die das Mittelmay weit überragen oder tief unter demselben stehen. Für die Förderung besonderer Wissenschaft- licher und künstlerischer Talente sind die Universitäten, Hochschulen und Akademien bestimmt, für den Unterricht der Schwachbegabten aber die Hilfsschulen. Umgekehrt könnte d-ie Chronik aller Schulen von zahlreichen Schülern berichten, deren Schulleistungen lehr gute gewesen sind, di« aber nicht einmal Mittelmäßiges im Leben geleistet haben. Wegen Mangel an Mitteln, wegen Krankheit oder wegen anderer widriger Lebensumstände hat sich ihre Begabung nicht entfalten können. Sehr oft erklärt sich der Gegensatz zwischen den Leistungen der Schule und denen des Lebens auch daraus, daß in der Schule vor allen Dingen die Kenntnisse, auch die gedächtnismäßig eingeprägten. gewertet werden, bei den bedeutenden Leistungen des Lebens es aber mehr auf das ankommt, da» man aus sich selbst heraus zu schaffen vermag. L e s s i n g sagt in seiner„Hamburgischen Dra- maturgle" mit Recht:„Dem Genie ist es vergönnt, tausend Dinge nicht zu wissen, di« jeder Schulknabe weiß. Wir stehen und staunen und schlagen die Hände zusammen und rufen:„Ader wie hat«in großer Mann nicht wissen können?" Laßt uns schweig««! Wir glauben ihn zu demütigen, und wir machen uns in seinen Augen lächerlich: alle», was wir besser wissen, beweist bloß, daß wir fleißiger zur Schule gegangen sind als er: und das hatten wir leider nötig, wenn wir nicht vollkommene Dummtöpfe bleiben wollten." Aus diesen Ausführungen möge aber niemand den Schluß ziehen, schlecht« Schüler hätten größere Aussicht, im Leben etwas Bedeutendes zu leisten als gute. Rur die Unabhängigkeit der Leistungen des L«bens von denen der Schule habe ich darlegen wollen. Es gibt zahlreiche große Männer, welche gute Schüler gewesen sind. Zu ihnen gehören auch August Bebel und Karl Marx. Bebel war auf der Bürgerschule in Wetzlar einer der besten Schüler und zeichnete sich besonders in Mathematik, Ge- schichte und Erdkunde aus. Karl Atarx bewies aus dem Gymnasium zu Trier frühzeitig seine reiche Begabung und tonnte schon mit 18 Jahren die Universität beziehen. Die völkermoröenös Zivitisation. „Die friedlichen Segnungen der Zivilisation vernichten langsam und sicher die Nolkestämme des hohen Nordens." Der durch seine Vorträge und Berichte in der Presse auch dem weiteren deutschen Publikum bekanntgewordene norwegische Polarforscher Christian Leben stellt— im Geist Rasinussens und Siesanssons— diese Behauptung in seinem bei F. A. Brockhaus erschienenen Buch über seine abenteuerliche Nordsahrt„Ueber Kiwatins Eis- selber",„Drei Jahre unter kanadischen Eskimos" unter Beweis. Im Norden Kanadas, am Westmer der Hudson-Bai, liegen die un- endlichen Eisfelder Kiwatins. Diese rauhe Natur kennt nur ein Gesetz, und dies Gesetz heißt: Kampf ums Dasein. Nur Menschen können hier leben, deren Kraft stählern, deren Gesundheit ab- gehärtet und deren Nerven in ständigem Ringen mit Eis, Meer und Polartier erprobt sind. Die Kleidung der Eskimos war des- halb weit und luftig, sie ließ einen Teil des Oberschenkels und den Hals frei, um der kalten Luft ungehindert Zutritt zum Körper zu geben. Bevor die Zirülisation kam, benutzter» die Eskimos ihre dumpfen, warmen Winterhäuser nur von Winters Ansang bis zum Ende der dunkelsten»nd kältesten Jahreszeit. Im Frühling, im Sommer wurde das Dach abgedeckt, und die Luft vollbrachte ihr reinigendes Werk, während der Eskimo im Schlitten über Land zog. Mit Messer. Speer und Harpune trat er Eisbär, Walroß und Wal entgegen. Dann kamen die Weißen, die dein Eskimo nahe- legten, seine ihrer Zlnsicht nach mangelhaste Bekleidung zu vervoll- ständigen, seine Blößen zu bedecken, feste Wohnsitze anzunehmen und mit Feuerwaffen zu jagen. Jetzt sind die einst so kräftigen Leute mit Lungentuberkulose verseucht: ihre Dauerwobnungon wurden zu Brutstätten der von den weißen Männern eingeschleppte» Bakterien und Krankheiten— sie selbst starren vor Schmutz, Un- gezieser und Hautausschlägen: ihre neue europäische Kleidung bedeckt zwar alle Blößen, aber die Lust kann nicht mehr das Rcinigungs- werk verrichten— Hunger und Armut verringern beständig di« Zahl der Eskimos: sie haben mit ihren Feucrwasfon auf weiten Strecken des Landes alles Wild versaot oder getötet.„Hilfloses Proletariat, das weder die eine noch die andere Kultur besitzt", nennt sie Leben. Darum zog er weiter nordwärts zu den Netschillik-, Eivillik-, Kap-Pork-, Karnermiut-Eskimos und anderen Stammen, die nach Teile ihrer alten Lebensart vor der eindringenden Zivilisation ge- rettet haben. Mit einer Unmasse Geväck, wissenschastlichen Instrumenten und einer„Schiffsladung Schwiegermütter" sticht er im offenen Boot in Se«. Schon Tage darnach wird das Boot i» einem rasenden Orkan zerschmettert. Rur mit Mühe können sich die Insassen retten. Auf der schillernden Weite des nordischen Eises sieht der Forscher schon alle seine glänzenden Hoffnungen gescheitert, und Todessehnsucht beschleicht ihn. Doch die ermatteten Lebens- kräfte beginnen sich wieder zu regen. In furchtbarer Kälte und dichtem Schneegestöber zieht die kleine mutige Schar ins Ungewisse hinaus, dem Tode oder dem Leben entgegen. Menschcn und Hund« sind bald am Verenden. Die Menschen liege» schlaff und erschöpft aus dem Boden,„die Hunde heulen schauerlich vor Hunger und Frost— es klingt gräßlich, wie menschliche Schmerzens- schreie.... Ich habe mein Testament gemacht, iH habe keine Hossirung mehr.„." Doch Laden Hot Glück im Unglück. Cr erreicht nach vielen Leiden und Abenteuer» die Station, die er vor Wachen verlassen hat.— Ungebrochenen Mutes setzt er die Weiter- reise fort:«r besucht die Inlandeskimos am Großen Binnensee, deren Leben und Sitten er eingehend studiert. Von hier bricht er nach dem Rankin- und dem Chestersield-Fjord auf. Die Chestersield- Eskimos gehören zu denen, die sich noch am reinsten ihre alte Lebensart und Kultur bewahrt baden. Hier loa einst auch die An- siedlung eines blühenden Volke stsnlines. der Sadlermiut, die im einsamen Norden verschollen sind. Ein Geheimnis liegt über ihrem Schicksal, niemand weiß, ob sie an Hunger, einer europäische» Seuche oder an Inzucht zugrunde gingen. Noch mehrmals gerät „der junge Normeger, der freiwillig dem Tode entgegenging", in Gefahr.„Es geht ums Leben", überschreibt er diese» svannendfie Kapitel seiner Abenteuer, die den äußeren Rahmen des Buches ab- geben. Fesselnde Beobachtungen»her das Leben der Eskimos, ihre alte Kultur, ihre Hygiene, ihre Religion, Aberglauben. Jagd- und Ramadenfahrten fülle» ihn. Aber was noch niemand vor ibm getan hat: Leden hat die Musik der Eskimos erforscht und im Pbonogramm festaehalten! Das Werk bringt eine Reihe Roten- beispicle, die des Interesses aller Musikfreunde sicher sind. Oer eiserne Weg üurch ÜZe Nordsee. Die Nordseeinsel Sylt ist um eine Sehenswürdigkeit, um ein technisches Wunderwerk reicher geworden. Gerad« um die Oster. zeit dieses Jahres wurde der gewaltige, fast 12 Kilometer längs Bahndamm vollendet, der die Insel mit dem Fesrlando verblichet. Aus hochg«bsrteten Gleisen braust heute der Eiiscichahnzug mitten durch die Nordsee. Die jagenden, vom Sturm gepeitschten Wellen können ihm nichts anhaben Genau genommen ist die langgestreckte Insel heute ein Stück des Festlandes. Der Bahndamm führe von K l a n x b ü l l hinüber nach der Spitze der sich in westlicher Richtung erstreckenden Landzunge, die Sylt das geographisch charakteristische Aussehen verleiht. Der Bahndamm ist eine indirekte Folge des Bcrsailler Vertrages, durch den ehemals deutsches Gebiet an Däne- mark abgetreten werden mußte. Die Bewohner der Insel, die zum weitaus� grüßten Teil vom Fremdenverkehr leben, fühlten sich i» ihrem Erwerb bedroht, weil der Strom der Reisenden wegen der Paß- und Zollschwierigkcitcn erheblich zurückgegangen war. Sa entschloß man sich dazu, eine direkte Verbindung mit dem deutsche» Festland« zu schaffen, die zwar eine Auswendung von 20 Millionen Mark erforderte, sich aber im Lause der Jahre durchaus bezahlt machen wird. Der Bahndamm ist ein technisches Riesenwerk, das sich die Be- achtung oller Fachleute erzwungen hat. Nicht weniger als 3 200 000 Kubikmeter Erde mußten aufgeschüttet. 300 000 Tonnen Steine zur Befestigung herbeigeschafft werden. Man streckte zunächst eine Spundwanid zwischen dem Festland«»nd der Lnset und rammte auf einer 12 Kilometer langen Strecke Viabl neben Pfahl. Auf diesem Mimaturdamm, dessen Errichtung sechst schon eine erhebliche Leistung war, leate man die Gleise einer Kleinbahn an, die nun in zäher Arbeit Geroll- und Sckuttmassen heranführte und aus den Grund des Meeres stürzte. Gleichzeitig saugten Bagger Sand- mengen aus dem Meere heraus und drückten sie durch lange, schwimmende Rohrleitungen hindurch. Etwa ö0 Meter nördlich der Spundwand hatte man aus Psählen und Flechtwerk einen neuen Grenzwall geschaffen. In das dadurch entstandene nRett schütteten die Rohrleitungen den Baggersand so, daß immer 85 Kubikmeter einen Meter Dammbreite deckten. Dann erst kam der von der Klein- bahn heraygeführte Trockenboden, bis der ganze Damm etwa zehn Meter hoch war und selbst bei Hachwasserstand nnh sechs Meter über die Wogen ragte. In der Znsjlchenzeit aber Vjefte man bei Linz am Rhein gewaltige Basoltblöckc gebrochen. Mit einem Mantel von Baial: wurde der Sand de» Dammes gegen den Ansturm von Meee. Regen und Wind gepanzert. Darüber brachte man wasser- dichte Tonschichten an und ganz zuletzt säte man Rasen. Ueber diesem von Gras und Blumen durchsetzten Untergründe fährt nun der Zug, der Sylt mit dem Festlande vereinigt. Nette-Sttkanee-Ste. Lebensmittel- SlbieMms um evSttnei! nur LEIPZIGER STRASSE* ALEXANDERPLATZ* FRANKFURTER AULE* BELLE-ALLIANCE-STR. SvttOes Sletsch Berliner ScMaclitluinswaie PiiSchiireinesGMn&Bii.......?e»°s 9Spt Pi Schweineblalf........... 90 pt PiiSchweicebancb ohm Ben, m 86pt. Pa.Schnein8]iai!iniohDefi«uace,p. Kn..., Pfand 68 pt Pa. OchsBnsnppeellelscb.... pmnd 57?,. Pa. Rinderbrost.............. Pfand 58 pt Pa. BBmm8lmd8rflelscli,„pfand 78pt PLBammelrflebBn_______ Pfand 82pt Pa.HainfflBMEn...,�..pfand 94pt Pa-KohBotor............ Pfand 20pt Pa. RiaderbBRen...«....... 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KZ Pf. * War Lripzigtr Strasse, AUxandei Obst und FtMNui Seslachs Stück 12?,. . p,d. 45pt geräuchert, pa ...Piand JUFt eii|}I!Mp WOCHENENDE kUSSJEllUNQ AR KAISERDAMM MArklsdie Heimat Vcrkehnpanorama/ Kunstgu»- stellung/ Die Landschaft In dei Photographie/ 300 Wodienend- hausnipdcllc/ Sdiülervettbewerb Der Bedarf des Wothencndlcrs Wochenendhaus-Kolonie noL 1 Uhr n*. bis 10 Ukr(kde. ElnKO hl» t Uhr Detrttt 1 ,60 hl./ Schüler 71 Pt Alte Atrtohalle» BERLINER SCKNtEPALAST TftgLron y Uhr vm. bis 8 Uhr abds. Ab 8,30 Uhr: Grofi. Schnees p ort* A bend- fron ramm/ SdinecbaUett/ Grauer Ski* and Rodclbctrlch BiMtt 1.50 R flr AsuhllBBgibcsaihtr 1 M. Metropoi• Thea:. Täglich 8 Uhr; MiMNiD WeiluuiO.Tftee,. Täglich 87. Uhr: vi« von der Ueveledenl !>:zi»(lid» b:«» Ililrih Vorzeig, zahlt tägl. nurhalbe Kassenpr. Hose-Theater 8V. Uhr: Die beiden Nachtigallen Dienstag: Zlchinm der Krlegsbesdtadiglen- lolterie im Lehrer V crcinshaus Noch wenige Lose sind an den Kassen der 10 Häuser Tictz zu haben: Ein Los 50 Pfg. runter a. Ksttb. Tor KOItkUM. Set ZügL« a stfl nachm. 8 «BW 'Ii Progran« •«bchx«iit i ÜUmandnrsluiiKei sa in der Gesamtauflage [ des.Vorwärts' sind besonder» wirksam und trotzdem sehrbillifli MmstlünienkM Der BfsDSet-3iniunq zu Veiku. Einladung zur ordentlichen Auojchuf�sihanq der Verlreler der Aassrnmilalichkr u»b der Znnunosmilglliher cm Dienstag, bem 3. Mai, abends pünftllch 6 Uhr, im Slcungs'aal des Hclzardeller Derband«. Hauses, Slunaeste. 30. SeUrnflügel part. Tapesorhnunp: l. Wahl des Anslchnßvorsu.enben. 2. Bericht des Vcillandes 3 Abnahme der Jahresrechnung 1978 und Bericht des Nechnuncsanslchusies. 4. Sazungsänderung(W 18 und 25). 5. Berschledened. Den Busschußmltgllehcrn werden noch besondere Einladungen Ubersandt. Berlin, den 20 Ap.ll 1927. Set Sorflonb. Ott» Sronan, Dorsltzender W. Llndemaun. Schrtlllübrer. Uez vnion-il!nb8 Beeil« NW 7, Schudowstr. 8. Annahme von Vorwetten in de, I Zentrale, Scbadowatralte 8, j m allen Berliner Filialen und bei( den grfiß. Rennvereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totalisator quoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aul räae u Antiägcaut kostenlose Errichtung von Konten| sind nur an die Zentrale zu richten Telegramm-Aoresse; Wettannahme Berlin, Schadowstr wm. Tdlzahlung Eleg. Herren- u. Damenmoden fertig und nach MaB zu auBergewfihnlich billigen Preisen öarantle,. guten Sitz u.gulcVerarbeitung Julius Fabian HaBschitaiderei, GreBe Frankfurter Straße 37 Kein Laden! Nur II.Biage] M: Sc�WM�:V,t �cei&hirruner M.f/a- 6fa- yiH&fae Avst wmpl gü, fooi- ifavvtäunrnzr m M-«s.- AU.C iTILADTBH 698.- 17S-- l{Üji/l£/VwsisieUStert.M.9S.-Mi v ROß.SEEUSCM•