Nr. 190 ♦ 44.�ahrg. Ausgabe A Nr. 97 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfennia. monatlich 3,— Reichsmark voraus /»ahlbar. Anter lireu,danl> tür Deutschland. Z?auüia. Saar- und Memelaebiet. Deltcrreich. Litauen. Lurcmdur» ■4,ö0 Reichsmark, für das übrig« Ausland 5,50 Reichsmark uro Monat. Der..Vorwärts' mit der Mulirier- «e» Sonntagsbeilage»Volk und Zeit' iowie den Beilagen.Unterhaltung uno Wissen»..Aus der mimwelt". -iVrouenftimme*..Der ktinder- kreund»..Iugend-Borwärts» und »Blick in die Bücherwelt» erscheint wochcntäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telearamm-Adreffe: .Sozioldemokrot Berlin» MorgenanKgabe * ♦- Vevliner VolKsvl�tt (lO Pfennig) Anzeigenpreise: Die ei nivaltia« Ronvareille. ,-iIe 50 Pfennig. Reklame, eile 5,— Reichsmark,.illeiae An, eigen' das fettgedruckte Wort 25 Pfennig l,uliillia ,w°i fettgedrucktc Wortes. iedes weitere Dort 12 Pfennia. Stellengeluche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pkennia. Worte Uber 15 Buch- Naben ,ählcn für ,wei Wort«. Arbeitsmarkt Leite 50 Pfennig. lsamilienan, eigen für Abonnenten Leile«0 Pfennig. «inieigen für die nSchüe Nummer müssen bis iM Uhr nachmittags im Hauvtgefchäft, Berlin SW 68. Linden» ltrahe». abgegeben werden. Geöffnet von SM Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrattfcben partei Deutfchlando Neüaktion und Verlag: S erlin SW. 98, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff LSÄ— SS7. Sonnabend, den Ä3. April 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin SW. 98, Linöenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 87 53«- Bankkonto!«an« der Arbeiter. Angestellte» »ad Beamten. Wallür.«5: Dilkonto-Sestllchalt, Derositenkasse Lindenftr. 3. 9er fthwankenöe Tsthiangkaischet. Verhandlungen mit den Nordgenerälen.— Wirtschaftskrise in Hankau. c v u d o u. ZZ. April.(Eigener Drahtberichl.) Im Gegensah zu den verichlen der großen konservalioen Bläkkcr besiätigen die letzten Berichte ans China, die bei den Regierungsstellen eingetroffen find. daß Tfchiangkaifcheks Stellung noch keineswegs als gesichert gelten kann. Seine Regierungsbildung scheint auf erhebliche Schwierigkeiten zu stoßen. Bisher steht ihm lediglich �in„politischer Rat" aus seinen umnillelbarcn Anhängern zur Seile. Schanghaier Meldungen beweisen ferner, daß unter seinen An- hängern starke Zweifel über seine Fähigkeit bestehen. seine militärische Stellung zu befestigen. Unbestätigte Bach- richten besagen, daß bereits die ersten Zusammenstöße zwischen seinen Truppen und denen der Hankauer Regierung vorgekommen sind. Die Kämpfe zwischen den Truppen Tschiangkaischeks und den Rordtruppen haben dagegen völlig aufgehört, vermutlich deshalb, weil gewisse Besprechungen zwischen Vertretern Tschiangkaischeks und Tschanglsolins über die-Möglichkeit eines Zusammengehens der Generäle des Rordens mit Tschiangkaifchek im Gange sind. Da trotz der Hinrichtungen in Schanghai die linksradikale Agitation dort nicht nachgelassen hat, hat Tschiangkaischeks Vertreter über die Chinesenstadl Schanghai den Kriegs- zu stand verhängt. wie aus hankau gemeldet wird, ist die Wirtschaftslage infolge der Sperrung der Banken und der Schließung zahlreicher Unternehmungen und Geschäftshäuser dort so schlecht, daß für die Hankauer Regierung ernste Schwierigkeilen entstehen. Außenminister Ts che n hat deshalb die Ge- schäslsleute und Unternehmer der Stadl zu einer internationalen Konferenz zusammenberufea, um die Möglichkeit einer Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen zu erörtern. "tschen abgesetzt— aber erst soll er die Nanking-Folgen erledigen. Ranking. 22. April.(Reuter.)- Die neue nationale Regierung (Tschiangkaischeks) hat Dr. Tschaotschuwu zum Minister des Aus- wärtigen ernannt. Jedoch wird der derzeitige Minister T s ch e n (der Hankauregierung!) noch so lange im Amt bleiben, bis die An- gelegenheit des Zwischenfalls von Nanking geregelt ist. Notmastnahmen in Hankau. hankau. 22. April.(Britischer Funkdienst.) Auf Anordnung der nationalen Regierungsbehörden wird die Chinesenstadt h a u s für Haus nach Silberoorrötcn durchsucht. Ebenso werden Straßonpassanten, soweit sie Chinesen sind, nach Silber durchsucht. Die Kohlen- und Reisoorräte sind insolge der herrschenden Knappheit beschlagnahmt und rationiert worden. Erhöhung ües Zuckerzolls bevorstehend! Das Schicksal der Zuckcrstcucr noch unbestimmt. Dem Reichstag wird laut„Soz. Vressedienst" demnächst eine Vorlage zugehen, die eine SOprozeulige Erhöhung des Zuckerzolls vorsieht, voraussichtlich wird der Cnlwurs noch im Zum vor den Reichstag kommen, da die Rübenbauer unter ollen Umstanden schon vor Beginn der diesjährigen Zuckerkampagnc in den Genuß des erhöhten Zolles kommen wollen. Inwieweit der Reichssinanzniinistcr sich angesichts der geplanten Zollerhöhuag mit einer entsprechenden Ermäßigung der Zucker st euer einverstanden erklären wird, steht noch nicht fest, vorlousig wird diese Frage von den zusliindigen Stellen noch eifrig erörtert. wirtschastsverhanülungen mit Frankreich. Stockung, aber noch keine Krise. Die deutsch-französischen Verhandlungen über den endgültigen Handelsvertrag zwischen beiden Ländern sind in den ersten Aprilwochen nicht recht voran gekommen und stocken nunmehr vorläufig ganz. Seit der planmäßig vorgesehenen Unterbrechung der Berhandlungen über die Osterfeiertagc ist man noch nicht wieder an den Verhandlungstisch gekommen. Wie es scheint, haben letzthin bestimmte Jnteressentengruppcn bei der parlamentarischen Behandlung der französischen Zolltarisnovelle zum Teil ganz erhebliche Erhöhungen der Tarifsätze durchgedrückt. Vor allem sind wohl die Zölle für Agrarprodukte heraufgesetzt worden. Die französischen Landwirte scheinen ihre ursprüngliche Absicht, eine Ermäßigung der eigenen Industriezölle zu erzwingen, gegen den Widerstand von Industrie und Regierung ausgegeben zu haben, besonders deshalb, weil ihnen selbst nun höhere Zölle zugebilligt wurden. Die französische Regie- rung hat es in dieser Situation vorgezogen, die Auseinandersetzung zwischen den Interessenten abzuwarten, anstatt, wie ursprllng- lich vereinbart war, sofort zu der Festlegung der Vcrtragszölle— ausgehend von den Sätzen der Novelle— zu schreiten. Damit waren die Verhandlungen zur Unfruchtbarkeit verurteilt. Die Tatsache, daß der eigentliche französische Unterhändler, Serruys, von Anfang Mai ab für zwei bis drei Wochen durch die Genser Weltwirtschafts- konferenz in Anspruch genommen ist, wird vielleicht zu einer Ver- längerung der an sich schon höchst unerfreulichen Verhandlung?- pause führen. Die deutschen Unterhändler versuchten die Verhandlungen, so wie es vereinbart war, wieder in Gang zu- bringen. Von einer eigenllichen Kr i s e, die zunächst zu einem Abbruch der Vcrhand- lungen führen mußte, kann in der augenblicklichen Situation jeden- falls nicht gesprochen werden, solange die deutschen Bemühungen noch andauern und Aussicht auf Erfolg haben. Genf, Versailles unü Moskau. Lebhafte Debatte in der Studienkommifsion. Gens, 22. April.(Eigener vrahtbericht.) Die Abrüstungskom- Mission beriet die Schlußbeslimmung des französischen Kon- nentionsentwurfes, der bestimmt, daß die Abrüswngsverpslichtungen aus anderen Verträgen durch die Abrüswngskonvention keine Aenderung erfahren sollen. Graf Bern st orff-Deutschland gab eine Erklärung ab, die unter Hinweis auf den Versailler Vertrag besagt, daß die Abrüslungsverpslichtung nicht auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werden dürfe: die deutsche Regierung würde deshalb der Konvention nicht beitreten, solang« dieser grundsätzlichen Forderung nicht entsprochen sei. Diese Ausführungen führten zu einer lebhaften Debatte. Genosse de B r o u ck e r e- Belgien erklärte, er begrüße den Hinweis auf den Versailler Vertrag durchaus, würde jedoch bedauern. wenn durch eine Einschränkung der Autorität der Friedensverträge die stärkste Grundtage iür die jetzigen Abrüstungsverhandlungen ge- schwächt würde. Der französische Delegierte wies auf Ausführungen Paul Boncours zur gleichen Frage hin und anerkannte u. a. die klare und sehr nützliche Mitarbeit der deutschen Delega- t i o n. Der rumänische Delegierte fügte hinzu, daß die jetzige Ab- rüswng in größerem Ausmaße nur dann verwirklicht werden könne, wenn alle Länder(d. h. auch Rußland), dabei mitmachen. An- schließend gab der Pole S o k o l eine formelle Erklärung ab, daß die vorbereitende Abrüstungskommission keine Kompetenz habe, sich über die Bestimmungen des Versailler Vertrages zu äußern, wobei er die Rede Graf Bernstorffs so auslegte, als ob sich Deutschland seinen Verpflichtungen entziehen oder sich darüber beschweren wolle. Der deutsche Delegierte erwiderte, daß er nie etwas der- artiges angedeutet habe; er verlange immer nur, daß die versailler verpslichlungen auch von den anderen Rlächlen erfüllt werden müßten. Das zu fordern sei das Recht desjenigen, der seine Verpflichtungen erfüllt habe und Deutschland müßte bei den vielen schweren Verpflichtungen, die ihm durch Versailles auferlegt seien, auch auf diesem Recht bestehen. Der polnische Delegierte gab sich mit dieser Erklärung Bernstorffs zufrieden. Die polnische, estländische, lettländische und rumänische Delega- tion haben einen Antrag vorgelegt, nach dem diese Länder von der Anwendung der Abrllstungskonoention befreit sein sollen, solange Rußland ihr nicht beigetreten ist. Dieser Antrag wurde mit einer Aenderung auf englischen Vorschlag angenommen. Englisches Einwirken auf Mustolini. Zur Beilegung des Albanienkonflikts. Paris, 22. April.(Eigener Drahlbericht.) Der„Temps" schreibt, daß die italienisch-jugoslawische Spannung zu ernster Beunruhigung Anlaß zu geben beginne, da ihre Liquidierung ebensowenig durch den Völkerbund wie durch direkte Verhandlungen zwischen Rom und velgrad angesichts der Haltung der i t a l i e n i- scheu Regierung möglich erscheine. Das vlatt verspricht sich nur noch ein Ergebnis von einem energischen Vorgehen der englischen Diplomatie in Rom. und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Risiko, die englisch- italienische Freundschaft zu kompromiltiereu, Mussolini zum Räch- denken veraulasien möchte. Das Blatt glaubt zu wisse«, daß der englische Botschaster in Rom Mussolini bedeutet habe, daß Verhandlungen zwischen Rom und Belgrad, bei denen, wle Italien wünscht, der Vertrag von Tirana ausgeschlossen sein soll, gegen- slandslos seien. Der Botschaster habe des weiteren betont, daß es im allgemeinen Interesse läge, wenn Mussolini seine hartnäckige Haltung ausgebe und sich aus Verhandlungen und eine verständliche Auslegung des Tirana-Ver träges mit Ingoslawien einließe. Sozialismus der Tat. Die Bedeutung des Wahlkampfcs in Oesterreich. V. Scd. Wien, 21. April 1927. Es gibt in der europäischen Politik kaum etwas Ein- focheres als den gegenwärtigen österreichischen Wahlkampf, der am kommenden Sonntag entschieden wird. Nur zwei P ar t e i e n bzw. zwei Listen ringen miteinander, und jede von den beiden hat eigentlich nur eine Parole. Diese politische Schematisierung ist für alle Beteiligten ungeheuer vorteilhaft: für die Parteiführer, für die Kandidaten, für die Redakteure und erst recht für die W ä h l e r, auf die es ja vor allem ankommt. Anstatt der zunehmenden Zersplitterung, die wir im Reiche von Wahl zu Wahl erleben müssen, anstatt der Fülle von Problemen innenpolitischer, außenpolitischer, sozialer und wirtschaftlicher Art, mit denen wir die reichs- deutschen Wähler jedesmal vertraut machen müssen, erlebt Oesterreich gegenwärtig einen geradezu idealen Wahlkampf. Das Bürgertum hat sich unter Führung des Bundes- kanzlers S c i p e l zusammengeschlossen, und die Arbeiter- s ch a f t brauchte es nicht zu tun, weil sie immer einheitlich war, weil es doch immer nur eine Sozialdemokratie gab und infolgedessen auch keine Kommunisten gibt. Letztere haben ,zwar ebenfalls eine eigene Liste aufgestellt, aber die hat fast noch weniger zu bedeuten als die selbständige bürgerlich-demokratische oder als die nationalsozialistische Liste. Das sind die einzigen Splittergruppen, die sich ge- weigert haben, unter die Fittiche des Herrn Prälaten Seipel zu kriechen: die Demokraten, weil ihnen das Bündnis mit den Antisemiten widerstrebt, die Hitlerianer, weil ein Zu- sammengehen mit dem jüdischen Bankkapital allzu auffallend ihren völkischen Grundsätzen ins Gesicht schlagen würde. Der Bundeskanzler war zunächst sehr stolz und froh darüber, daß es ihm in letzter Stunde gelungen war, die Christlich-Sozialen, die Großdeutschen und sogar einen Teil der Völkischen gegen die Sozialdemokratie zusammenzu- schweißen. Ob das wirklich ein politisches Meisterwerk war, wird sich jedoch erst noch erweisen müssen. Viele bezweist o n über das Vermögen des Verlags Dittmann und der Brom- �rger„Deutschen Rundschau" ist aufgehoben worden. Der Streit darum hat mehr als anderchalb Jahre gedauert. Urteil im Zaniboni- Prozeß. siO Jahre Zuchthaus gegen die Hauptangeklagten. Rom. 22. Aprll.(Agcnzia Siesoni.) Da» Sondergerichl fällte heule im Prozeh wegen de» geplanten Attentat, aus Mussolini folgendes llrleil: Zaniboni, Eapello und U r s e l l a erhalten dreißig Jqhre Zuchlhau»(Ursella wurde in contumaciam verurteilt). Ducci zwölf Zahre und einen Monat. RtcolosI und Lulgi Calligaro zehn Zahr« zehn Monate und zwanzig Tage, Riva sieben Jahre, Angela Eolllgaro vier Mouale. Eelotii wurde freigesprochen. ßaschiftenhohn gegen sie Arbeiterschaft. Musiolini hat eine„Magna Charta" fabrizieren lasie». Die italienische„Magna Charta der Arbeit" wurde am Don- nerstag vom großen faschistischen Rat in Rom angenommen. Sie trögt den Titel:„Der korporative Staat und seine Organisationen" und besteht aus 14 Artikeln, deren Inhalt jedem, der auch nur einigermaßen über die Lage der Arbeiterschaft in Italien unter- richtet ist, wie ein Hohn erscheinen muß. „Die berufliche oder gewerkschaftliche Or- ganisaiion ist frei, jedoch hat nur«in gesetzlich anerkanntes und der Staatskontroll« unterworfenes Syndikat dos Recht, die Gesamtkotegorie der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, für die es gebildet ist, gesetzlich zu vertreten...." Man traut seinen Augen nicht, wenn man diesen Artikel Z der„Magna Charta der Arbeit" Mussolinis durchliest. Die berufliche oder gewerkschaftliche Organi- sation ist f r e i.... aber hunderte italienischer Gewerkschastssühr-r müssen im Auslande das bittere Brot der Verbannung essen, nach- dem sie glücklich den faschistischen Mordbuben entronnen sind. I Mussolini löst die sozial« Frag« mit der pompösen Leo- kündigung seiner„Magna Charta der Arbeit" und läßt zu gleicher Zeit seine ministeriellen Helfershelfer gegen dos Internationale Ar- beitsamt scharf machen, weil faschistisches Komödienspiel in Genf, wo ernste Arbeit sür die soziale Befreiung der Arbeiterschaft geleistet wird, nicht möglich ist. Aus dem Papier der„Magna Charta" stehen geduldig 14 Zlrtikel: Selbstverständlichkeiten oder Verlogenheiten! In scharfem Kontrast zu diesen 14 Artikeln stehen die 14 Stationen des Golgathawegcs des freigewerkschaftlich organisierten italienischen Proletariats. Di«„Magna Charta" Mussolini» ist kein Freibrief für freie Gewerkschaften, sondern nur für gelbe Kreaturen. Kampf üem Kommunismus! Ankündigung des französischen Innenministers.> Paris, 22. April.(Eigener Drahtbcricht.) Anläßlich der fünfzig- jährigen Feiex de» Eintritts des'Abg. Thomson in das Parlament hat als Vertreter der Regierung der Innenminister S a r r a u t, der gleichzeitig Chef der radikalsozialen Partei ist, in Oran in Algerien eine Red« gehalten, die in Anbetracht der Beschlüsse des sozio- l i st i s ch« n Kongresses in Lyon besondere Bedeutung hat. Sarraut forderte seine Partei auf, geschlossen gegen den Kommunismus Front zu machen, der nicht nur im Innern Frankreich zu zersetzen versuche, sondern auch die Kolonien gegen das Mutterland ausreize. Die kommunistische Partei handle da genau nach den Geboten Moskaus. Die französische Arbeiterschaft habe längst die Gefahr der kommunistischen Aktionen erkannt und mit allen Mitteln dagegen reagiert. Regierung und Parlament dürften nicht zurückstehen, jedenfalls werde er als Innenminister olle Mittel anwenden, die ihm das Gesetz zugestehe, die kommunistische s Propaganda zu bekämpfen Sabotage öes Mrbeitszeitnotgesetzes. Erpresserischer Miszbranch der Lohnverhandlungen in den Verkehrsbetrieben. Die Lohnverhandlungen in den drei Verkehrsbetrieben Grog- Berlins sind nach wochenlangen Verhandlungen nunmehr end- gültig gescheitert. Somit ist die Bewegung in eine Situation geraten, die als gefährlich für den Frieden in den Verkehrsbetrieben— der schon seit langem auf schwachen Füßen steht— zu bezeichnen ist. Das Tollste dabei ist die Tatsache, daß die streitenden Parteien über die Höhe der zu machenden Lohnzulogen fast einig waren. Trotzdem sind die Ver- Handlungen von dem Zlrbeitgeberverband Deutscher Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen, Sitz Berlin, zum Scheitern gebracht worden, weil der Verbandsdirektor E r l« r, umgeben von Üntcrnehmersyndizi, immer weitere Schwierigkeiten von einer zur anderen Verhandlung machte. Um die Ursachen des drohenden Konflikts der Oeffentlichkeit frühzeitig zugängig zu machen, muffen wir auf den bisherigen Verlauf der Lohnbewegungen eingehen. Die in den Verkehrsbetrieben Beschäftigten verlangen auf ihre erbärmlichen Löhne ab 1. April einen Aufschlag von 15 Pf. Hochbahn und Omnibusgesellschaft, die dem Arbeitgeberverband der Deutschen Straßenbahnen, ZNeinbahnen und Privateisenbahnen. Sitz Berlin, angehören, verhandelten am 7. und 8. April, die S t r a ß e n d a h n G. m. b. H. am 6. April. Das Verhandeln war ein Manöver. das sofort von der Verhandlungskommission erkannt wurde. In der Verhandlung am 20. April stellte es sich auch dann heraus, warum die Herrschaften in den ersten Verhandlungen Katze und Maus zu spielen versuchten. Sic oertagten die Verhandlung, um das Arbeits zeitnotgesetz abzuwarten. Nachdem die Koalitionsparteien dem Reichstag ihr Dtonstrum van Arbeitszeitnotgesetz vorgelegt und seine Durchpeitschung im Äussebuß und Vlcnum erreicht hotten, wurde das„unvollkommene Gesetz" am 9. April angenommen und am 14. April verkündet. Am 2 0. April setzte der Zlrbeitgeberverband erneute Ver- Handlungen an und nun zeigten die Herrschaften erst ihr wahres Gesicht. In der Zwischenzeit hatten sie ausgetüftelt, wie der Arbeiterschaft der geringe Schutz, den ihr die Arbeitszeit- Verordnung bietet, am besten entzogen werden kann. Sie erklärten unverfroren, nur unter der Bedingung über Lohn- zutage» weiter zu verhandeln, daß die Verhandlungskommission dazu bereit sei. den neu fassenden Lohnvertrag auf ein Jahr, bis zum 31. März 1928, abzuschließen und bis zu diesem Zeit- punkt auch die bestehenden Manteltorife zu ver- längern. Auf diese letzte Bedingung konnte die Verhandlungs- kommission nicht eingehen, da die Manteltarife von keiner Seite gekündigt sind, noch die Absicht bei den Arbeitnehmern bestand, in absehbarer Zeit einen neuen Mantelvertrag abzuschließen. Als dieser plumpe Angriff abgeschlagen war, beschritten di« Unternehmervertreter den Weg, durch juristische Ränke den- noch zu ihrem Ziel zu kommen. Jetzt verlangten sie, daß die Löhne zwar ab 1. April Geltung haben sollen, jedoch als Ab- schlußdatum unter den Lohnvertrag nicht der Verhandlungs- tag(20. April), sondern der 2. M a i gesetzt werden soll. Mit diesem Verlangen wollen sie den neuen 8 So. Absah 4 der abgeänderten Arbeitszeit. Notverordnung ausschalten, die bekanntlich am 1. Mai in Kraft tritt. Der Absatz besagt: „War die Mehrarbeit schon am 1. April 1927 tarifoertrag- lich vereinbart(dies ist der Fall), oder behördlich zugelassen, so gelten die Vorschriften der Absätze 1 und 2 erst vom Ablauf des Tarifvertrages oder der Genehmigung, spätestens jedoch vom I. Juli 1927 an." Der Absatz 1 desselben Paragraphen besagt: „Wird Mehrarbeit geleistet, so haben die Arbestnehmer mit Ausnahme der Lehrlinge, für die über die Grenzen des 8 1 Absatz 2(acht Stunden) und 3 hinausgehende Arbeitszeit An- spruch auf eine angemessene Vergütung über den Lohn für die regelmäßige Arbeitszeit hinaus, und zwar dann, wenn in diesen Fällen§ 9 länger als zehn Stunden gearbeitet wird." Der Absatz 2 besagt: „Als angemessene Vergütung gilt, sofern die Beteiligten nicht nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eine andere Regelung vereinbaren...." Demnach lag in der Rückdatierung:„Berlin, den 2. Blai". eine Falle von ungeheurer Wirkung. Die Arbeiter waren dann auf ein Jahr verkauft. Für die heute tariflich festgesetzt« Mehr- arbeit konnten sie ab 2. Mai keinen Aufschlag mehr ver- langen, da nach Inkrafttreten des Gesetzes eine andere Rege- l u n g vereinbart war. Dieser geplante Betrug, der an der Arbeiterschaft verübt werden sollte, wurde von den Gewerkschastsvertretern sofort erkannt, den Gelahrten wurde die Maske vom Gesicht gerissen. Darüber Empörung und Entrüstung auf der anderen Seite über das ver- oitelte Manöver, die Arbeitervertreter übers Ohr zu hauen. Was nun dieser Gesellschaft in direkter Verhandlung nicht gc- lungen ist, das erwartet sie von den gesetzlichen Schlichtungs- instanzen. Der Arbeitgeberoerband hat zunächst den Schlichtungsausschuß Groß-Berlin angerufen. Den Vorschlag, ein vereinbartes Schiedsgericht zusammenzusetzen, lehnten die Arbeitervertreter ob. Der Schlichtungsausschuß hat die Parteien zu kommendem Montag, nachmittags 5 Uhr, geladen. Es wird abzuwarten sein, ob der Schlichtungsausschuß auch in diesem ungeheuerlichen Falle den Unternehmern der Verkehrsbetriebe den Willen tut und das Arbeitszeitnot- gesetz sabotiert. Die Schlichtungsinstanzen haben bei den beschäftigten Be- diensteten, Handwerkern und Arbeitern der drei Verkehrsbetriebe nichts mehr zu verlieren, doch viel zu gewinnen. Eine Frage übrigens an die Berliner Stadtverord- » e t e n v e r s a in in l u n g und den M a g i st r o t: Ist die Mitgliedschaft der Berliner Derkehrsgesellsäzaften in dem Arbeit- geberverband nach diesem Vorkommen noch länger zu verantworten? Der Berliner Verkehr kann unmöglich die durch der- artige Provokationen des Verkehrspersonals sich ergebenden Folgen tragen. Wie zu erwarten war. Die Lohnvcrhantlungen im Ruhrbergbau ergebnislos. Essen, 22. April.(WTB.) Die heutigen Lohnverhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Arbeilerverbändeu sind ergeb- nislos verlaufen. Trotzdem auch beim Zechenverband Geneigtheit zu einem Entgegenkommen rn der Lohnsrage bestand, hielt man es doch angesichts der weit auseinandergehenden Standpunkte für zweckmäßig. die Verhandlungen vor dem Schlichter fort- zusehen. Die Schlichtungsverhondlungcn finden voraussichtlich am Dienstag, dem 2S. April, statt. Die Aehneinhalb- unü ElfstuaSenschicht. Schiedsspruch für den mitteldeutschen Bergbau. In den Schlichtungsverhandlungen zur Regelung der Arbeits- zeit im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau hat am Freitag die Schlichtunaskammer in Berlin den Parteien folgende Regelung der Mehrarbeit vorgeschlagen: Das ab 30. April 1927 ablaufende Mehrarbeitsabkommen wird mit Wirkung vom 1. Mai 1927 ab mit der Maßgabe wieder in Kraft gesetzt, daß die über acht Stunden hinaus tatsächlich geleistete Arbeit mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau mit einem Lohnzuschlag von 15 Proz. zu vergüten ist. Bei der Mehrarbeit tritt folgende Verkürzung ein: a) vom 1 Juli 1927 ab beträgt in den Tagesbetrieben, mit Ausnahme der unter b ausgeführten, d i e reine Arbeitszeit 9�» Stunden, die S ch i ch t z e i t 1 0 74 Stunden; b) vom 1. Oktober 1927 ab beträgt in Fabriken, Kesselhäusern, Schwelereien, chemischen Ncbenbetriebcn, Maschinen- Häusern und ähnlichen durchlaufenden Betrieben, in denen bisher die zwölfstündige Schicht üblich war, die reine Arbeitszeit 9H Stunden, die Schichtzeit 11 Stunden. Hinsichtlich der Arbeitszeit an Sonnabenden verbleibt es bei der im Schiedsspruch vom 23. Dezember 1926 vorgesehenen Rege- lung(das bedeutet also fiVi Stunden). Die Schichtzeit, wie sie unter vorstehend b geregelt ist, gilt auch für den Sonnabend. Die Mehr- arbeit ist mit einem Lohnzuschlag von 15 Proz. zu vergüten. Soweit sich durch die Verkürzung der Arbeitszeit auf einzelnen Werken, insbesondere in den Randrevieren Schwierigkeiten ergeben, sind diese durch Vereinbarung zwischen Werksleiwng und Betriebs- Vertretung zu beheben. Die Verkürzung der Mehrarbeit fft spätestens bis 1. April 1928 durchzuführen. Etwa auf einzelnen Werken bestehende Regelungen der Arbeitszeit, die für die Belegschaft günstiger sind, als vorstehend vorgeschlagene, bleiben aufrechterhalten. Diese Regelung der Mehrarbeit läuft unkündbar bis 30. Juni 1928 und kann von da ob mit sechswöchiger Frist zum Vierteljahresschluß gekündigt werden. Erklärungsfrist bis zum 25. April 1927. Vereinbarung über üie Neichsarbeiterlöhne. (1VTV.) Der Reichsfinanzminister der Finanzen Dr. k o e h l e r hat am Freilag vormittag Vertreter der am Tarifvertrag für die Reichsarbeiter beteiligten Organisationen empfangen. Die Aussprache hatte das Ergebnis, daß heute nachmittag eine Vereinbarung über eine ab 1. April 1927 in Kraft tretende neue Regelung der Arbeitszeit und der Lohnsätze unterzeichnet wurde. Die Krastüeostkkenführer ausgesperrt. Die Nummernsperrc soll erzwungen werden. Nachdem der von den Kraftdroschkenbesitzern provozierte Streik den Unternehmern nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sondern zu einem verbindlich erklärten Schiedsspruch geführt hat, werden andere Seiten aufgezogen. Die im Schibera-Konzern vereinigten Großunternehmungen, die Panzer A.-G., A b o a g und Friedrich st adt haben die sich zur Wiederaufnahme der Arbeit meldenden Streikenden, etwa 2000 Mann, am Freitag morgen abgewiesen, mit der Motivierung, sie müßten erst die Kundgebung der Unter- nchmer, di« heute früh vor sich gehen soll, abwarten, um. über die Frage der Wiedereinstellung zu entscheiden. Diese Kund- gebung istalsRepressaliegegendenBerlinerPolizei- Präsidenten gedacht, um ihn zu zwingen, die Nummern- sperre einzuführen. Auch einig« Jnnungsmitglieder haben sich dem Vor- gehen der Großunternehmer gegen die Arbeiter angeschlossen. Es mag in diesem Zusammenhang dahingestellt bleiben, ob das Verlangen der Unternehmer auf Privilegierung ihrer Betriebe durch Einführung des numerus clausus(eben der Nummernsperre) mit den öffentlichen Vertehrsinteressen im Einklang zu bringen ist, ob es an sich, vom Standpunkt der Allgemeinheit gesehen, berechtigt ist oder nicht. Jedenfalls ist es geradezu eine Brutalität, diesen Streit auf dem Rücken der Fahrer auszufechten, mit den Mitteln, die die Unternehmer gegen ihre Arbeiter angc- wandt haben. Das Einkommen der Kraftdroschkcnführer wurde derart gedrückt, daß die Unternehmer selber zugeben mußten, es sei viel zu niedrig. Zlbgesehen von dem guten Geschäft, das die Unternehmer bei der erbärmlichen Bezahlung ihrer Angestellten machten, war die geringe Bezahlung direkt darauf angelegt, die Angestellten zur Verzweiflung zu treiben, um sie für die Nummer«sperre zugunsten der Unternehmer als Vorspann zu mißbrauchen. Nachdem der Streik vorüber und der verbindlich erklärte Schiedsspruch diesem Spiel ein Ende gemacht hat, fangen die Unter- nehmer das Spiel von neuem an, lenken es aber in eine andere Richtung. Ihr Ziel, das sie durch den Streik nicht erreichten, suchen sie jetzt durch di« Aussperrung zu erreichen: so oder so, in jedem Falle auf Kosten der Fahrer. Diesem Schindludertreiben mit der Existenz der Kraftdroschkenführer muß unverzüglich gesteuert werden. Den Unternehmern, die mit allen Mitteln die Nummern- sperre erzwingen wollen, durch Beunruhigung des Verkehrs und der Fahrer den Polizeipräsidenten zwingen wollen, ihren Wünschen nachzugeben, müßte ein dicker Strich durch shre Rechnung gemacht werden, für die einstweilen ihre Angestellten, nach- dem aber das Publikum die Zeche zahlen sollen. Die Unternehmer, die ihre Droschken nicht sofort wieder in den Verkehr stellen wollen, mögen sie in ihren Garagen behalten. Der Streik der Dresdener Kraftdroschkcnfiihrcr. Dresden, 22. April.(TU.) Heute fanden im Arbeits- und Wohlfahrtsministerium vor dem sächsischen Schlichter Verhandlungen zur Beilegung des Dresdener Kraftdroschkenführerstreiks statt. Da sie ergebnislos blieben, wurden für«onnabend vormittag neue Verhandlungen angesetzt. Zimmerer! Die Baugcsellschoft S ü d< O st, G. m. b. H., Treptow, Ising st r. 9, führt in derselben Straße einen größeren Neubau auf. Die Z mmererarbeiten sind dem ehemaligen Gemüsehändler Josef Kolodziej, Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 99/100, ubertragen. Dieser Herr hat zwei Kameraden, darunter den Ver- trauensmonn, gemaßregelt. Kameraden, die Baustelle Isingstraße und die Arbeit auf dem Holzplatz P o ß l i n g, Britz, Marientholer Straß«, wo Kolodziej den Dachverband herstellt, sind c e s p e r r l, Uebt Solidarität mit den Streikenden. Zentraloerband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Frei« IScwcrIschastsjogend. Heute, Sluinabcnd. Uhr, tagen die Gruppen: Baunischulenwcg: Gruppenheim Jugendheim Ernftstr. 1«. Unterhaltungs- abend.— Zentrum: Sonntag srllh 7 Uhr Normaluhr Nosenthalcr Platz. Gin« Fahrt ins Wunderland.— Jugendabteilung de» Belleidung,- ardcltcracrbandcs: Sanntag früh 7 Uhr Stettincr Pororlbahnhof. Wanderung nach Birlenwcrder, Sumt, Nosenthal. Deutscher Baugcwertsbund. Fachgruppe der Töpfer. Heute, Eonnabend, vormittags 11 Uhr, Streitvcrfammlung im Saal 1 des Gcwerkschattshaufcs. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die StreiUeitung. Zugendgrupps des ZdA. Die für den 24. April vorgesehene Besichtigung der Wochenendausstellung fällt aus. Sie findet statt am Sonntag.». Mai. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Sliugelhöser; Dewcrkkchaftsbeweguna: Friedr. Sgkorn: Feuilleton: St. S. Difcher: Lokales und Sonstiges: Frist ttarftodt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Berlag: Vorwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße Z. Lierzu 2 Bcilaacn und..Unterhaltung und Willen'. biBtnaiekkbtemx trxlhiCt nufv« TdbdktrlaneutslcnBnte frisch mänipulieit �riitc.beLDmmlkhe�jdi� "«* blwnigemAcaina j wtißen Brand Die neue leichte MtschunQ-, nur aus Tabakc-a der neuesten Ernte, frisch manipuliert; gibt unserer GOLD-SABA-4« köstliches Aroma, bekömtnltehe Quatltät und glatten weißen Brarul GAR BAT/ tlr. 190 ♦ 44.Iahrgang 7. Seilage öes vorwärts Sonnabend, 2Z. flpril 1927 Wie märkifthe Kleinstäöte aussehen: Als Ausgangspunkt einer Fahrt extremer politischer Gruppen ist die unweit von Berlin gelegene Stadt Trebbin zur traurigen Be- rühmtheit gekommen: der brutale Ueberfall von Kommunisten durch Hakenkreuzler in Lichterfelde-Ost dürfte noch lange die politische M«- nung beschäftigen. Die kleinen Städte um Berlin herum sind natur- gemäß beliebte Objekte für die Raufbolde: die schwache einheimische Polizeimacht ist einer solchen Bande gegenüber ohnmächtig. Als 1813 die Schlacht von Großbeeren geschlagen wurde, saßen die mutigsten Berliner im Theater. Die Meldung vom Siege kam »och während des Theaterspiels an und Unzelmann. benutzte dies zu einem Extempore: er stülpte seinen dreieckigen Hut schief aus den Kopf, damit den französischen General Angereau kopierend, und sagte: „Vir begeben uns rückwärts nach Trebbin."„Großes Freudenhallo," wie Fontane bemerkt— und die Vorstellung war aus. Fontane» Urteil über Trebbin, vor zwei Menschenaltern ge- schrieben, lautet nicht sehr verlockend:„Die Kirche so trist wie die Stadt und die Stadt so trist wie die Kirche... Menschen, häuier, Kirche, sie geben nichts heraus." Der scharf blickende märkische Wanderer war nach Trebbin gegangen, um die vierte der Ruthe- bürgen zu entdecken: er mußte sich mit der Bekanntschaft eines „Majors der Schützengilde" begnügen, der ihm die Versicherung ab:„Trebbin hat eine gute Luft." Wer heute au der Ruthe pazieren geht, wird auch nicht die Burgreste finden, wohl ober häufig Zeuge von Ueberschwemmungen sein, die das Vorhandensein eines Sees vortäuschen. Das Stadtbild ist auch heute nicht imponierender geworden: um die Kirche herum stehen etliche alle Häuser, im übrigen trägt alles den sparsamen Nutzcharakter der vergangenen Zeit. Die Gegenwart neue Ai'' Zabrikbranü in üer Zennstraße. A» drei Stellen Feuer zu gleicher Zeit. Die Feuerwehr hatte in den gestrigen Nachmittagsstunden in der Fenn straße 21 mit der Bekämpfung eines sehr gefähr- Lchen Fabrikbrandes zu tun. Während die Wehren noch mit den Löscharbeiten beschäftigt waren, kam aus der Fennstrahe erneut Feuerarlarm, wo auf der Straße ein mit Wellpappe beladenes Fuhrwerk brannte. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr nach der Eisenbahnbrücke Ecke Gericht- und Acker st raße gerufen, wo auf dem Bahnkörper Eisenbahn- schwellen, vermutlich infolge Funkenfluges, in Brand geraten waren. In den beiden letztgenannten Fällen konnte die Gefahr bald beseitigt werden. Zu dem Fabrikseuer, das in kurzer Zeit größere Ausdehnung annahm, werden folgende Einzelheiten-bekannt: Auf dem dritten Hof des Grundstückes Fennstrahe 21 liegen zwei einstöckige Fabrikgebäude der Firma Eisenwerke Gebrüder Arndt, in denen die Modell- tischleret und die Gießerei untergebracht, ist. Nach Betriebs- schluß wurde um �6 Uhr die Entdeckung gemacht, daß in der Modelltischlerei Feuer ausgebrochen war. Ein Teil des Betriebes brannte schon lichterloh. Das Feuer fand an Holz- >vorrSten, fertigen Modellen usw. reiche Nahrung und griff aus das D a ch des Gebäudes über. Als die alarmierten Feuerwehren an der Brandstätte erschienen, brannte das Fabrik- gebäud« in ganzer Ausdehnung. Die Flammen hatten bereits das Dach der angrenzenden Gießerei ergrissen, das ebenfalls zum größten Teil ein Raub der Flammen wurde. Branddirektor M e n d e ließ mit zwei B- und drei E-Leitungen angreifen. Die Feuerwehrleute konnten wegen der starten Berqualmung nur mit Rauchschutzmasken arbeiten. Die große Hitze und die viele Meter hochschlagenden Flammen hatten auch die Betriebsleitung der angrenzenden chemischen Fabrik vorm. E. Scheering alarmiert. In der Nähe des Brandherdes liegt da» Spirituslager dieser Fabrik, so daß eine Explosion be- fürchtet wurde. Das Feuer konnte aber dank des schnellen Ein- greifens der Wehren abgeriegelt werden. Gegen 8 Uhr abends war die Hauptgefahr beseitigt. Unter Zurücklassung einer Brand- wache rückten die Wehren einige Zeit später ab. stellt natürlich lnforderungen, und man erfüllt sie schlecht und recht nach Maßgabe der vorhandenen Mittel. Seit geraumer Zeit at Trebbin den Charakter eines Gärtnerortes angenommen, dessen rodukte in Berlin abgesetzt werden. Da» Haupthindernis für die Entwicklung ist das Fehlen eines Vorortverkehrs. Der Worte dar- über sind genug gewechselt, ober leider scheint die Tat immer nm' fern zu sein. Zu wenig Züge, zu teuer der Fahrpreis: wer soll st da draußen vergraben, wenn Berlin die Arbeitsstätte ist. «- Als Ausgangspunkt für friedliche Ausflüge ist Trebbin günstig gelegen: man geht den gewundenen Weg vom Bahnhof bis zur Kirche, dann rechts über die Ruthe und hat Berge vor sich, die ein fröhliches längeres oder kürzeres Wandern bieten. In der Nähe der Försterei Priedel hat sich eine Landhauskolonie aufgetan. Die Gegend ist schön— die Verbindung fehlt. Gefälschte Zigaretten und Sanöerolen. 150 000 Zigaretten beschlagnahmt. In dem Verdacht, Zigaretten bekannter Marken zu fälschen und bei ihrem Vertrieb gefälschte Banderolen zu benutzen, stand schon seit % Iahren eine Fabrik in der Alexanderstraße, die seit vielen Jahren besteht. Visher war ihr aber nicht beizukommen. Am Dienstag endlich gelang es, sie zu überführen. Ein Kriminalbeamter der Fahndungsinspektion H. sah, wie gegen 5 Uhr nachmittags ein Wagen aus den Hof fuhr. Nach IM Stunden kam das Fuhrwerk wieder heraus und jagte in scharfem Trabe nach der Schönhauser Straße zu. Der Beamte verfolgte es mtt einem Auto und rief den Führer wiederholt, aber ohne Erfolg an. In der Höhe des Psesfer- berges überholte er es dann, fiel dem Pferd in die Zügel und brachte es zum Stehen. Der Wagen war beladen mit 1S2<)l)<1 Zigaretten, die den Marken �I u n o" und„M o s l e m" nach- gemacht sind und mit gefälschten Banderolen versehen waren. Nach diesen Feststellungen eilt« der Beamte in die Fabrik zurück und nahm deren Inhaber, einen Kaufmann E-, und seinen Maschinenführer fest. Ein griechischer Tabakmischer, der in dem Betriebe arbeitete, hatte d'e Flucht ergriffen und ist noch nicht ermittell. In der Fabrik, die geschlosien wurde, fand man Stempel und alles andere Material, dos zu den Fälschungen diente. Alles wurde beschlagnahmt. Der Fuhrwerksbesitzer, der selbst auch den Kutscher spielte, wurde festgestellt als«in Armenvorsteher aus dem Bezirk Prenzlauer Berg. Er sollte die Ladung nach einer Garage in Weißensee bringen, von wo aus sie in den Kleinhandel gebracht werden sollte. Wagen und Ladung wurden nach dem Polizei» Präsidium gebracht und sichergestellt. Wie schon früher, so wurde also auch jetzt wieder ein Zusammenhang zwischen den Fälschungen der Zigaretten und der Banderolen festgestellt. Republikanischer Tag In Moabit. Am Sonntag um Mi Uhr findet die Kundgebung und Fahnenweihe im Kleinen Tiergarten statt. Um 5 Uhr beginnt die„Republikanische Feier" im Ulap unter Mitwirkung erster Künstler. Die Republikaner Berlins werden die Kundgehung und Feier im Ulap(Eintritt 40 Pf.) zu einer wuchtigen Demonstration für die soz ale Republik gestalten. Senkung üer Sautoftenpreise! Eine Konferenz des Magistrats mit Handel und Produzenten. In Verfolg der Kundgebung des Berliner Magistrats gegen die Preissteigerung auf dem Berliner Baustoffmarkt fand am gestrigen Freitag nachmittag im Berliner Stadthaus eine Konferenz zwischen dem Baukommissar der Stadt Berlin, Stadtbaurat Dr. Wagner, und Vertretern des Verbandes der Baugeschäfte von Berlin, des Baustoffhandels, der Ziegel-, Kalk- und Sandsteinproduzenten, sowie der Gewerkschaften und des Oberpräsidiums statt. Stadtbaurot Dr. Wagner wies bei dieser Gelegenheit auf die sehr ernste Lage des Baustoffmarttes hind und machte besonders darauf aufmerksam, daß der Preis für 1000 Steine vor dem Kriege 16 Mark, im vergangenen Jahre 24 bis 26 Märk betragen habe, in der letzten Zeit aber bis zu 37 Mark gesttegen sei. Bei dieser Preisstellung wäre der Mogistrat nicht in der Lage, die beabsichtigten Bauvorhaben auszuführen,' sondern müsse entweder sein Bauprogramm einschränken oder andere Maßnahmen ergreifen, die nicht im Interesse des Handels und der Produzenten liegen würden. Von den Vertretern der Gewerkschaften wurde betont, daß die Lohnfrage kein Grund für die Steigerung der Baustoffpreise sein könne. Im vergangenen Jahre habe eine L o h n c e d u k t i o n um 5 Pf. für die Stunde stattgefunden, und erst jetzt kürzlich seien die Löhne um 6 Pf. wieder erhöht worden, so daß nur gegenüber dem Vorjahre eine Differenz von einem Pfennig für die Stunde vorhanden sei, die keineswegs die Steige- rung der Baustoffpreise von 26 bis 37 Mark rechtfertigen könne. Die Vertreter des Handels äußerten sich z u n ä ch st aus- weichend, und die Ziegelproduzenten glaubten, ihre Preise mit der Lohnerhöhung sowie mit der Tatsache rechtfertigen zu können, daß vom November bis Anfang April über zwei Millionen Steine zu einem Durchschnittssatz von 34 Mark pro Tausend geliefert worden seien. Auf die Frage, wie hoch sich die Kapazität der Brandenbur- gischen Ziegelindustrie stelle, wurde betont, daß man in der Lage sei, bi« zu einer Milliarde Steine zu produzieren, und daß im ver- gangenen Jahre die Betriebe nur zu SO bis 60 Proz. ausgenutzt Gif. Das Weib, das den Mord beging. Roman von Zrih Reck Malleczewen. Der andere, der Schmallippige, lächelt, streift seine Zi- garrenasche ab, nötigt mit einer überschlanken, blaugcäderten Hand, ohne ein Wort zu sagen, die kleine Sis zum Niedersitzen und erklärt nach dieser vertrauenerweckenden, chevalereskcn Gebärde, daß die Republik einen Obersten dieses Namens nicht in ihren Diensten habe... Da sitzt sie in dem heißen, mit dicken Teppichen ausge- legten Raum, hört das infame Ticken einer unsichtbaren Uhr, hlt, wie ihr die Schweißperlen auf die Stirne treten, sieht vic Inschriften der Kartotheken: A bis Be... Bi bis Co.. r n bis Gr... aus diesem dritten Fache dort in der oberen he wird der Schatten der in Berlin erwürgten Witwe ( andjean steigen, sich auf sie stürzen, sie drosseln, bis sie s gesagt hat... hier, vor dusem schrcck'ichen Menschen .'Ihr Paß?" �_ Unerträglich freundlich beinahe ist diese Stimme, un- erträglich diese Lässigkeit, mit der er in ihrem Paß herum- iittert, ihn zuklappt, ihn beiseite legt, aus einen Knopf drückt„ .Erzählen Sie also! Sie bemerkt gar nicht, daß hinter ihr jemand den Raum betri t, sie erzählt tapfer, ohne dem andern ins Gesicht zu s'ben daraus los: Manchouria... Fahrt durch die Stadt... Oberst Miramon... Villa am unteren La P-ata... Der andere hat, während sie krzählt, in irgendeinem Fache der Seitenwand herumgewühlt, legt ahr einen dicken Tand mit Photographien vor: Gesichter en face und on profil, Herrschaften mit übergroßen Kiefern und fliehen- den Stirnen und angewachsenen Ohrlappen und einem Grinsen, das sich bemüht, den Zweck des Photogramms illu- sorisch zu machen: Taschendiebe, Opiumhändler, Bankdefrau- danten, Lustmörder... auf der dritten Seite dieses Albums in einem simplen Sträflingskittel mit genauer Größenangabe und ein paar geheimnisvollen Chiffren prangt der Oberst Miramon mit den traurigen Augen... „Mit diesem da sind Sie gereist?" Die kleine Sis nickt stumm. Der andere lächelt wieder sein verruchtes Lächeln, die Hand ladet sie ein. weiter zu erzählen. Oh, die Kriminalpolizei von Buenos Aires hat nicht die geringste Veranlassung, sich über den Kokainhändler Agostino Gomez aufzuregen, der ihr seit zehn Iahren ausgezeichnete Spitzeldienste leistet, der sich diesmal als Oberst Miramon einen kleinen Scherz mit diesem blonden Geschöpf da erlaubt zu haben scheint... o nein, jede Kriminalpolizei hat ihre Miramons und muß sie um ihrer sonstigen Meriten willen gewähren lassen. Ja, es ist also verständlich, wenn der Schmalippige da von der Identifizierung des Obersten Miramon keine Notiz nimmt und einfach schweigt, es ist aber ebenso selbstverständ- lich, daß am Schluß ihrer Erzählung die kleine Sis dieses Schweigen nicht mehr ertragen kann, daß sie das tun muß, was in ihrer Lage alle Schuldigen tun: pathetisch oder schluchzend ihre Unschuld beteuern... Es iff zu betonen, daß auch dieser Ausbruch den anderen unberührt läßt: die beiden vorhin eingetretenen Uniformier- ten fassen die klein« Sif an, dann werden von den Fingern. die die Witwe Grandjean erwürgt haben, schöne saubere Ab- drücke genommen. Dann wird man, während Ismael P. Hobson leist und eifrig mit dem Amerikaner spricht, in ein anderes Stockwerk geführt, au knee und en prokil photo- graphiert, eingereiht in die großen Listen des internationalen Verbrechertums, nach einer Viertelstunde wieder in das Zimmer des Dünnlippigen gebracht.— Und nun hat er wieder ihren Paß, diesen schrecklichen Paß in der Hand, den ihr der Oberst Miramon besorgte.„Und Ihr Name ist wirklich Anita Thesiger?" Da geschieht es, daß sie, statt einfach„ja" zu sagen, sich für Anita Thesiger die Seele aus dem Leibe schwört, ihr leibliches und irdisches Wohl verpfändet. „Sie lügen sehr viel," sagt sehr ruhig der Dünnlippige, „Sie können jetzt gehen." „Ich habe es nicht getan... nichts, nichts habe ich getan.■ Es ist zu verzeichnen, daß sie mit diesem unter heftigem Schluchzen vorgebrachten Bekenntnis in Begleitung von Ismael P. Hobson die Polizeiwache verläßt, ohne daß vor- erst sich jemand dafür zu interessieren scheint, was sie nicht getan zu haben behauptet. Am Abend des gleichen Tages wird sie zu einer sehr ernsthaften Unterredung in Ismael P. Hobsons Office ge- rufen. Und siehe: nun ist es nicht der chevaleresk« Hobson von heut« früh, nun ist es ein anderer, ein schrecklich donnern» der Hobson, der ihr auf den Kopf zusagt, daß sie ihm partout nichts vormachen könne, daß mit ihrem Passe etwas nicht in Ordnung sei, daß er jedes ihrer Worte als steche Lüge be- trachten werde, daß er ihr aber dennoch Gelegenheit geben werde, wieder ein anständiger Mensch zu werden. Worauf Ismael P. Hobson urplötzlich am Boden liegt, in Gebets- krämpfen sich windet und Gott mit vernehmlicher Stimme um die Errettung der Sifschen Seele anfleht. Die Nein« Sif steht, da ja alles nun schon ganz gleich- gültig ist, mit ernstem und zerknirschtem Gesicht dabei. Sie ändert diese Miene nicht, als Ismael P. Hobson ihr nach Be- endigung seiner Gebete eröffnet, daß man gewillt sei, ich: ein bescheidenes Amt in diesem Hause zu übertragen, sie hält ganz still, als die Oberschwester Mary herbeigerufen wird und ihr ihre zukünftigen Pflichten ins Ohr brüllt... es ist lediglich zu bemerken, daß ich am Schlüsse dieser Szene lächerlicher- weise aus dem Zimmer der Witwe Grandjean jene schwarze Spruchtafel einfällt, auf der in Silberdruck„Mit Gott" stand. Und wenn sie nun auch beinach wieder in all ihrer Stumpfheit mit ihrem albernen Loichkramps kämpfen muß, so hat sie mit Gottes Hilfe doch Tränen aufrichtiger Zer- knirfchung im Auge, verspricht das Blaue vom Himmel her- unterholen zu wollen, läßt sich ich neben dem von Hobson gelegenes Zimmer anweisen und hat für heute endlich ihre Ruch.— Nun also, sichtbarlich waltet dieser Gott üchr diesen Wochen, die nun folgen! Aufgestanchn um vier Uhr... ja keine Minute später, kleine Sif: die alte Steppenstute Mary, der man direkt unter- stellt ist, hat eine Stimme, die weher tut, als Prügel! Ausge- standen, Tee für die Pflegerinnen gekocht, die Schutzbefohle- nen des Hauses chr„Conkederation of good works" geweckt! Da diese Damen dem Erwachen zu so früher Stunch einigen Widerstand entgegensetzen, da sie andererseits verant- wortlich ist für die Befolgung der Hausordnung, so muß sie es sich gefallen lassen, daß undenkbare Scheltworte aller Sprachen sich über sie beim Wecken ergießen, daß sie in dieser frühen Stunde schon kotchsudelt ist, als habe sie eine Kloake gereinigt... (Fortsetzung folgt.) worden seien. Demgegenüber wurde von anderer Seit« darauf hin- gewiesen, daß die Baustoffpreise um so weniger zu rechtfertigen seien. Stadtbaurat Dr. Wagner stellte dann an die Produzenten die Frage, ob sie bereit seien, mit der Stadt langfristige Lieferungs- vertrage einzugehen, die möglicherweise bis 1928 gelten sollten. Die Vertreter der Ziegelfabriken erklärten, daß sie Anfang nächster Woche der Stadt ein Angebot für derartige Lieferungsverträge machen würden, und Stadtbaurat Wagner ließ durchblicken, daß er für feine Person nicht gewillt sein würde, einen Preis von 32 Mark etwa zu akzeptieren, sondern daß auf anderer Preisbasis verhandelt werden müsse. Bei der Besprechung wurde auch die Frage aufgeworfen, ob etwa das amerikanische Bau- Projekt an der Steigerung der Baustoffpreise schuld sein könne. Von den Vertretern des Handels und der Produzenten wurde dem- gegenüber betont, daß dies nicht der Fall sei, und daß die Amerikaner noch keine Steinlieferungen getätigt hätten. Die Ziegelproduktion sei durchaus in der Lage, auch bei erhöhter Nachfrage den Bedarf an Steinen mühelos zu decken._ Um üas Schöneberger Süügelänüe. Die Kleingärtner sollen berücksichtigt werden. Die amerikanischen Geldgeber haben das Bauprojekt für das Schöneberger Südgelände auf Grund der Verhandlungen mit dem Berliner Magistrat, der bekanntlich für diese Angelegenheit einen besonderen Ausschuß unter Leitung von Stadt. baurat Wagner eingesetzt hat, genau spezialisiert und auf eine neue rechnerische Grundlage gestellt, um die Wünsche der Stadt auf eine kürzere Frist für den Erwerb der Bauten möglichst zu berücksichtigen. Zuerst war bekanntlich vorgeschlagen worden, daß der Magistrat in 28 Iahren Eigentümer der Bauten werden könnte. Wie es heißt, wird dem Magistrat das neue Angebot der Amerikaner Ende der Woche unterbreitet werden, und es ist anzunehmen, daß der Magistrat sich schon in seiner Sitzung am Mittwoch mit den neuen Vorschlägen beschäftigen wird. Von den Amerikanern sind auch die Baupläne schon durchgearbeitet worden, und vor allem ist man bemüht gewesen, den Wünschen der Kleingärtner soviel wie möglich entgegenzukommen und innerhalb des neuen Stadtviertels auf dem Schöneberger Südgelände eine beträchtliche Anzahl von Grünflächen und Kleingärten zu schaffen, um so mehr, als der Magistrat hierauf das größte Gewicht legt._ Der unwillkommene Stahlhelm. Die Potsdamer Volkspartei zeigt die kalte Schulter. In der letzten Sitzung des erweiterten Vorstandes der Deutschen Voltspartei beschäftigte sich der Vorstand unter der Leitung seines Vorsitzenden, des Ministerialrats N a m s l a u, mit den politischen Tagesfragen und besonders mit dem bevorstehen- den Potsdamer Stahlhelmtag. Einstimmig wurde folgender Ent- chluß gefaßt:„Die Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Pots- dam, spricht diebestimmteErwortung aus, daß die städtischen Körperschaften unter allen Umständen an dem bewährten Grundsatze festhalten werden, irgendwelche Veranstaltungen politischer Parteien und sogenannter politischer Kampfoerbände weder au» städtischen AUtteln zu fördern noch durch Vertreter der Stadl zu begrüßen. Ebenso muß bei eigenen Veranstaltungen der Stadt v ö l ll g e N e u- tralität geübt und auch der Anschein der Begünstigung irgend- einer politischen Nichtung unbedingt vermieden werden." i Dieser Entschluß ist sofort dem Magistrat übersandt worden. Bvsstellung für Erbkunde and Eugenik. Die deutsche Gesellschaft für Rassehygiene und das deutsche Hygienemuseum Dresden veranstalten in Gemeinschaft mit einer An- zahl Aerjjten, darunter auch dem Genossen Professor Dr. G r o t j a h n, Berlin, im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Straße 129, eine Ausstellung für Erdkunde und Eugenik(Wohl- zeugung), die heute zur Eröffnung gelangt, gestern aber bereits in wohlgeordnetem Aufbau der Presse zugänglich gemacht wurde. Erdkunde und Eugenik sind Begriffe, die weiten Kreisen der Be- rölkerung keineswegs geläufig sind. Leider halben sich aus den Ge- bieten der Erbkunde, Eugenik, Familienkunde und Rassehygiene allerlei höchst unerwünschte Einflüsse völkischer Art bemerkbar gemacht, die weniger vom Standplmkte einer voraussetzungslosen Wissenschast und streng objektiver Forschungsmethoden an die Probleme herangingen als mit vorgefaßten Meinungen. Ein Rundgang durch die Auestellung beweist aber, wie wichtig es ist, daß sich die gesamte Bevölkerung und in ihr besonders auch die arbeitenden Klassen mit den Fragm der Erdkunde(das ist die Lehre von der Vererbung in Anlagen und Eigenschaften) und der Eugenik (das ist die Gesundheitslehre, die sich mit der zu zeugenden kommenden Generation) beschäftigt. An zahlreichen Tafeln. Modellen, Prä- paraten und Leuchtbildern wird das umfangreiche, wenn auch für den Laien nicht immer schnell zu erfassende Material demonstriert. Mit der Keimzelle, ihrer Teilung und ihrer Befruchtung beginnt es. Man sieht an Tser, Pflanze und Mensch die weitere Entwicklung, man steht an Tafeln und Leuchtbildern die berühmten Kreuzungs- versuch« Gregor Mendels. Die vielen verhängnisvollen Keimscbädiaungcn durch Krankheiten, besonders Gewerbekrankheiten, Syphilis, durch Alkohol, schlechte Ernährung, schlechte Wohnung, finden in systematischem Aufbau Berücksichtigung. Eine eingehende Würdigung der Auestellung, die heute eröffnet wird, wollen wir uns vorbehalten. Der ungetreue Polizei-Oberwachtmeifter. Wie wir in der Freitag-Abendnummer bereits mitteilen konnten, hatte sich der Polizeioberwachtmeister T., der wegen Unterschlagun- gen gesucht worden war, selber gestellt. Am Freitag mittag erschien er mit einem Verwandten bei Kriminalkommissar Kanthack, der ihn sofort vernahm und dann dem Untersuchungsrichter vorführen ließ. Der Kommissar hatte unterdessen schon die ganzen Verfehlungen untersucht und aufgeklärt. Die Unterschlagungen belaufen sich auf nicht mehr al« 299 Mark. Der Polizeioberwachtmeister, der den Verwaltungsdienst des 19. Reviers in der Wadzeckstraße versah, nahm Anträge auf Erteilung von Waffen, und Wander- gewerbesch einen entgegen, erhob auch die dafür zu zahlenden Gebühren, oerwendete diese für sich, weil er in der letzten Zeit etwas leichtlebig geworden war und mehr ausgab, als fein Gehalt betrug und ließ die Anträge zum Teil unerledigt liegen, statt sie auf dem Dienstweg« weiterzugeben. Fast alle diese Anträge hatte er mit in seine Wohnung genommen. Dort wurden sie auch noch gefunden. E« ist möglich, daß außer den festgestellten Anträgen auf Waffen- und Wandergewsrbescheinen aus der letzten Zeit noch einige andere eingegangen find. Die Antragsteller, die beim 19. Revier ihre Ge- bühren bezahlt haben und auf die Erledigung noch warten, werden geberen, sich unverzüglich bei der Dienststelle?. 3 im Polizeidienst- gebäude in der Georgenk'rchstraße zu melden, damit ihre Angelegenheit nachgeprüft werden kann und sie keinen Schaden haben. Die Trauerfeier für. Rosa Sucher. Unter zahlreicher Beteiligung fand gestern nachmittag die Beisetzung der bekannten Wagner- Sängerin Rosa Sucher statt, die jm Alter von 79 Iahren, fast"«-?. gessen und vereinsamt, in Eschweiler bei Aachen gestorben ist. Die kleine Kapelle des St.-Hedwig-Friedhofes in der Liesenstraße konnte kaum die Trauergemeinde fassen, die der Künstlerin dos letzte Geleit geben wollten. Nach Orgelspiel und Gesang entrollte Pfarrer Dr. Sonnenschein, der bekannte Vorsitzende der Kathostschen Studenten- hilse, ein Bild von dem Leben der großen Künstlerin, obwohl dies sonst im katholischen Ritus nicht üblich ist. Bor allem wies er darauf' hin, daß Losa Sucher, die ihren künstlerischen Berus aus lauterstem Idealismus ausgeübt habe, auf dem Friedhof der St.-Hedwig«- Gemeinde, wo sie neben dem Grab ihres Gatten, des Komponisten Josef Sucher, zur letzten Ruhe bestattet werde, gewisiermaßen in heimatlicher Erde ruhe._ Ein Sechzehnjähriger als flrzt. Festnahme des lange gesuchten Unfallschwindlers. Der Berliner Polizei ist es am Freitag nachmittag dank der Aufmerksam kekt eines'Gastwirts gelungen, in der Person des 16jährigen Willi Hinze den jungen Menschen fest- zunehmen, der seit einigen Wochey zahlreiche Familien in einer ganz besonders gemütsrohen Art beschwindelte. Er hatte es vor allem aus Aerzte, Rechtsanwälte und ähnliche Per- sonen im Berliner Westen abgesehen, denen er„als Arzt" mit- teilte, daß ein Familienangehöriger das Opfer eines schweren Per- kehrsunfalls geworden sei. Kurze Zeit darauf, wenn die Familien- angehörigen in ihrer Bestürzung zu der in Frage kommenden Un- fallstation geeilt waren, fand er sich in der Wohnung ein und ver. langte von der Frau oder der Hausangestellten einen Geldbetrag von 59 bis 139 M., die zum Weitertransport oder zur Operation des Verunglückten sofort nötig sein sollten. In zahlreichen Fällen ist ihm dieser Betrug gelungen. Am Freitag nachmittag hörte ein Gastwirt, wi« ein junger Mann in der Bismarckstrahe wieder ein solches Telephongespräch führte. Es war ihm sofort klar, daß es sich um den von der Polizei gesuchten Schwindler handelte. Er oerfolgte ihn und ließ ihn durch einen Polizeibeamten festnehmen. der ihn sofort dem Polizeipräsidium zuführte. Das Eisenbahnattentat in Mexiko. Die Rückkehr der Ueberlebende«. Mexiko, 22. April(MTB.). Bei der Ankunft des Zuges, der die Ueberlebenden des Eisenbahnattentates hierher brachte, spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Mehrere Personen sind infolge der erlittenen Mißhandlungen wahnsinnig geworden. Ungefähr 29 ganz kleine Kinder sind von den Banditen getötet worden. Zahlreiche Verwundete weisen äußerst gefährliche Verletzungen und Brandwunden auf. Als eine Frau Gewißheit erhiett, daß ihr Mann mit zwei Kindern bei dem Ueberfall den Tod gefunden hatte, warf sie sich unter die Räder eines einfahrenden Zuges. Ein junger Mann hatte den Verstand verloren, weil ihm bei dem Ueberfall Mutter, F r au und drei Kinder vor den Augen erschossen worden waren. Unter den Geretteten befindet sich auch eine Deutsche namens L e v i n. Auch sonst sind vor allem Ausländer dem Tode entgangen, weil sie von den Räubern ausdrücklich zum Ver- lassen der Wagen aufgefordert wurden, während die e i n h e i m i- schen Passagiere vor ihren Augen niedergemacht wur- den. Nach den neuesten Nachrichten soll die Räuberbande Kenntnis davon gehabt haben, daß mit dem Zug 299 999 Goldpeseten an die Bank von Mexiko geschickt wurden. Dieser Betrag ist ihnen auch tatsächlich in die Höirde gefallen. Einstweilen fehlt noch jede Spur von der Bande. Der Minister des Innern setzte die Kabelgesellschaften davon in Kenntnis, daß mit sofortiger Wirksamkeit sämtliche Telegramm« der Zensur unterliegen. Eine Ausnahm« bilden lediglich Regierungs. und diplomatische Telegramme. Die Ueberschwemmung im MistiPppital. 200 Arbeiter bei Rettungsarbeite» ertrunken? Memphis(Teuuessee). 24 April(WTB.). Jm Hochwasier- gebiet sind mehrere Dämme gebrochen, wodurch wettere 1599 Quadrotkllometer Land von der Ueberschwemmung- bedroht werden. Di« B-cs a m t z achli O.h>d ach�o l,e n beträgt über 100 900. ItrkTen Ueberschwemmungsgeiüelcn sind Epidemien ausgebrochen, so daß sich die Ueberschwemmung als ein« Katastrophe darstellt, wie sie sich in der Geschichte des Mississippitalss noch niemals ereignet hat.— Oberhalb von New Orleans waren 299 Arbeiter damit beschäftigt, den durch das Hoch- wasser bedrohten Damm des Mississippi zu verstärken, als der Damm plötzlich unter dem ungeheuren Druck des Wassers nac' b und in einer großen Ausdehnung mitgerisien wurde. Bon d n Verunglückten fehlt einstweilen jede Spur: man hofft, daß sich wenigstens ein Teil auf Inseln inmitten des Stromes retten konnte. Auf dem Flusie kenterte ein Rettungsboot, wobei 18 Mann ertranken. Von allen Orten werden neue Deich- brüche gemeldet, so daß die Ueberschwemmung immer weiteren Umfang annimmt._ Zwölf Todesopfer bei einem Kinobrand. Riga. 22. April(TU.). Wie aus Moskau gemeldet wird, brach in Werchne-Udinsk in einem provisorisch in einer Scheune untergebrachten Kinotheater während der Vorführung eines Kuttur- films ein Brand aus. Unter dem Publikum brach eins furchtbare Panik aus, wobei, zwölf Personen totgedrückt wurden. Schlagwetterexplosion auf Spitzberge«. Oslo, 22. April(WTB.). In der Ester-Sophie-Grube auf Spitzbergen ereignete sich eine Explosion schlagender Wetter, durch die vier Mann getötet wurden. Ein 199 Meter langer Stollen ist eingestürzt. Der Unfall wird jedoch keinen Einfluß auf den Sommerbetrieb haben. Ivetterberichl der öffenllichea IvetlerdienstNelle für LerNa«od Umgegeod. tNachdr. oerb.) Wechselnde, meist stärkere Bewölkung, mätzig warm und Westwinde mit sortdauerndcr Neigung zu Niederschlägen.— Alle Denlsch land: Jm Süden heiter bis bewölkt, warm und Irocken, sonst unbeständig, mählg warmes Weiter. _ Im Tagesprogramm zwei gut gewählte Konzert«. Man ent- schließt sich dazu, auch sellener gehörte Werke zu spielen. Unter anderem dirigiert Bruno Seidler. Wintler om Abend Smetanas sinfonische Dichtung„Pysehrad" und Tschaikowskis„Suite Nr. 3". Wie immer spielt Seidler-Winklcr sehr exakt, sicher und überlegen und läßt diesmal auch nicht Mangel an Tempo und Tem- pcrament empfinden. Im großen und ganzen ein vorbildliches po- puläres Sinsometonzert. Am Nachmittag singt Elise v. Catopol die Brautlicder von Cornelius. Die Stimme klingt in allen Lagen aus- goglichen und gesättigt, und man bedauert, die Künstlerin nicht mehr in der Berliner Oper hören zu können. I» Bernhard Hintzcs Sonate für Klavier und Violine bewundert man Al'red Wittendergs breiten und gesättigten Sirich. Liselotte Trützschler von Falkcnstein benimmt sich vor dem Mikrophon zu aufgeregt, deshalb kommen weder Konrad Ferdinand Meyer noch Börrics von Münchhausen zu irgendeiner Wirkung. Zwei Vorträae behandeln Frauen- f ragen. Margarete Weinberg plauscht gemütvoll über Frauen in der Volksvertreiung, wartet mit einer Menge von Daten auf, die in jedem Kosiperfationsle�ikon stehen und erklärt das Frauenstimm- recht in Deutschland für einen Erfolg des Krieges. Was sie darunter versteht, ist schwer begreiflich. Jeder Dortragendc, der sich mit diesem Thema beschäftigt, müßte vor allen Dingen dl« Verdienste der deutschen Sozialdemokratie hervorheben. Scheinbar fühlt sich Frau Weinberg zu stark an nationale Fraucnoercine gebunden, um irgendein« kulturelle Errungenschaft, die die Sozialdemokraten bewirkt haben, auf diese zurückzuführen. Dr. Hoffmann-Harnisch beendet seinen Vortragszyklus„Dt- Frauen in der deutschen Literatur". Leider beschränkt sich der Vortragende allein auf eine Aufzählung und geht nicht näher auf die einzelnen Frauen ein. F. S. Soztaltstiscke flrbeiterjugenü Groß-Serlin. Oeneioloctlammlimg. Fortsetzung heute, Sonnabend, pünktlich 7 Uhr, te Bezirksamt Kreuzberg, Jorckstr. 11. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein gutritt. Die Musiigruppe und der Gesangschor üben wieder am kommenden Montag im Jugendheim Lindcnstr. S. Beginn 7� Uhr. heute, Sonnabend. 23. April, abends 7� Ahr: Nottbuffcr Tor- Jugendheim Reichenbergcr Str. 6K.„Wir und der 1. Mai." — Wilmersdorf: Zugendheim Hildeaardstr. i. Bunter Abend mit Lichtbildern. Werbebezirk Lichtenberg: Wochenendfahrt zur Schwimmenden Jugend- Herberge. Treffpunkt nachmittags"YS Uhr Stralau-Rummelsburg. Teilnehmer an der Generalversammlung fahren gemeinsam nach. Morgen, Sonntag. 24. April: Friedenau: Spaziergangs Treffpunkt nachmittags �8 Uhr Schillerplatz�-- W Pla». Fahrkarte 70 Pf.— Britz: Fahrt: Birkenwerder— Brieselang. Treff. nimlt 7 Uhr Zahn- Ecke Rudower Straße. Fahrgeld 70 Pf. Lcrbcbezirk Nreuzbrrg: Treffpunkt der Funktionäre 8 Uhr morgen» am Nottduffer Tor zur Besichtigung des Erotzkraftwerks Rummelsburg. Nach. mittags 8 Uhr Zusammenkunft der Arbeilsgemeinschost Gronmann im Jugend- heim Lindenstr. 8. Abend- 8 Uhr ibendort Heiterer Abend. Wcrbcbczirk Tcltowkaual. Werbcfeicr der Gruppe Teltow abends 8 Uhr im Schwarzen Adler in Teltow(an der Kirche). All- Abteilungen des Werbe- bezirks müssen geschlossen daran teilnehmen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchäftssielle: Berlin S l«. Eebassianftr. 37«i»sich«r Biriei»«raß-B-rll». 26. fllpx'l: Waidmannslust, Restaurant Brrgichlaß, Waidmannstraße. Lderichöneweide, Imbergs Gesellschaftsbaus. Wil» bslminenhofstr. 84. AdlershSf, Ziege« Gefellschaftshaus, Bismarcks�. 20.— 26. April: Oranienburg, Schützenhaus Königsallee, a» der Bahn. Stralau. Restaurant Schone«. Kvnaststraß«. Schönhauser Porstadt, Ledigenheim Pappel. alle« 15.— 27. April: Fredersdorf, Restaurant Wiese.— 28. April: Kreuzberg. Bockbrauerei, Fidicinstraßc. Reintckendorf-Wcst, Kartmanns Brauerei, Scharn. wcdcrstr. 101/104. Gesundbrunnen, Schmidts Frstfälc, Prinz-nallee 88. Tegel. Restaurant Hamuseck, Hauptstr. 6. Sport. VI« morgigen Radrennen auf der Rfitt-Rrena. Da» Programm der fünften diesjährigen Veranstaltung aus der Rütt-Arena ist wieder recht vielseitig und b:ingt Wettbewerbe aus allen Gebieten des Bahnrcnn- lports, ein Mannlchastsomnium. Fliegerrennen, Zweisttzerrennen, Slus- scheidungsfahren. Punilesabren und ein Dauerrenneil hinter Motoren. Im Mannlchastsomnium treffen Buschenhagen— Franken st ein aus Frick'e— Schamberg. Eine nenariige Punktwertung wird das Omnium— ein Fliegerrennen über 1000 Meter, ein Puntlefabren über 15 Runden und ein Versolgungsrenren— zu beleben wissen. Im .Michael-Herty-Preis"(1000 Meter, 4 Vollaufe) und im AusjchcidungS- fahren werden 20 Flieger, darunter der Sx-Amateur Otto Viani, der Ex-Preuxemneister Max, der alte Crack Henry Mayer, o ch. Micthc, Mühlbach. Kirbach und S t e i n b a ch zu finden sein. Die Verussflieger werden scruer ein auslrali'chcs Verfolgungsrennen und ein Zweisitzcr-Piämieniahrcir bestreiien Die Amateure erledige» ihre zweite„Deutlche Meile" und ein AusscheidungSfahicn mit guter Besehung. Die Dauerrenncn. besetzt mit Miauel. Restati. Krupkat und Bauer, gehen über 15 und 25 Kilometer. Rennbcglnn 3'/, Uhr. Die Reederei Kieck veranstaltet auch in diesem Jahre einen direkten Dampseroerkehr ab Tegeler Weg in Charlottcnburg zur BaumdMhte nach Werder. Die Fahrten werden haupIsächUch mit dem großen Decksalondampsec „Poseidon"-usgeillhrt, der als schwimmendes Konzertkaffec auf das clegantcstc mit r---- MM»MM----- Ü------...... reick große Dampfer stehen bereit, so daß täglich 2000 Personen ab Tegeler Weg befördert werden können. Die Abfahrt ist täglich B',i Uhr vormittags au Tegeler Weg, Charlottcnburg. Bad Kudowa. Das Herz.. Nerven, und Frauenheilbad Kudowa bietet dank feiner gcschlltztcn Lage, seinem milden Klima die beste Gelegenheit zu erfolg- reichen Frllhlahrskure». Schon letzt werden Uber 200 Bäder tri glich verabreicht. und dl, gegen das Vorfahr erheblich aesteigerie Nachfrage wegen Unterkunft nfw. läßt eine gute Saison erwarten, für welche Badeverwaltung und Logier. häufer auf das beste gerüstet stnd. Das Kurhotcl Fllrstenhof, nunmehr in eigener Regie der Badcoerwaltung. ist einer gründlicheu Renovation unier. zogen und zu einem hoch vornehmen Haus allerersten Ranges ausgestaltet worden, welches mit feinem modernen Komfort die Ansprüche auch verwöhnte. ster Gäste vollauf befriedigt. cfas /dea/to Jf6führmi7fel macht zarten reinen Teint. Denn gute Verdauung fehafft zarten reinen Teint. A/eo nehmen Sie regelmäßig ein LAX/N-KONFEKT Verlangen Sie kostenlo» die Interessante Broschüre über Laxin von den Lingner-Werken, Dresden k?r.lHS�44.�ahrgaag 2. Seilage ües vorwärts Sonnabend, 23. �pril 1927 Der Haushalt öer Staöt Serlin. Im Lichte sozialdemokratischer Politik. Die Ausgabcnseite. Die Zlusgabenseite des Berliner Haushalts ist in einem Jahre von rund 73ö Millionen Mark aus 980 Millionen, also um 5 0 P r o z. gestiegen. Es versteht sich von selbst, daß diese Vermehrung der Ausgaben nicht ausschließlich und nicht einmal in er st er Linie auf das Anwachsen der Bevölkerungszisfer zurückzujühren sein kaum Auch die wirtschaftliche Notlage der unter der andauern- den Krise leidenden Massen kann allein die Ursache nicht sein. Der Etat der allgemeinen Wohlfahrt sah im Vorjahre 97 Mil- lionen, in diesem Jahre 10S Millionen vor, wobei noch zu bedenken ist, daß der Nachtragsetat im Herbst 1926 mit seinen 36 Millionen in der Hauptsache für die Linderung der allgemeinen Not bestimmt war, während in diesem Jahre 2S Millionen für die Fortsetzung der Notstandsaktion im Nachtrag eingestellt sind. Der Unterschied ist also keinesfalls wesentlich, kann nicht wesentlich sein, weil im laufenden Jahre erfreulicherweise zum mindesten nicht mit einer gesteigerten Erwerbsloscnzi jf er gegenüber dem Vorjahr ge- rechnet werden darf. Den Schlüssel für die enorme Steigerung der Ausgaben gibt ein Vergleich zwischen dem„ordentlichen" und dem„außerordentlichen" Haushall, d. h. zwischen denjenigen Aus- gaben, die aus laufenden Einnahmen gedeckt werden sollen, und denjenigen, die aus A n l e i h e m i t t e l n zu bestreiten sind. Es gilt als Grundsatz sür eine gesunde Finanzpolitik— und die Sozialdemokratie hat von jeher denselben Standpunkt vertreten—, daß aus Anleihen nur werbende Betriebe finanziert werden dürfen, daß jedenfalls für andere Bauten(Schulen, Brücken, Straßen und dergleichen) nur im äußersten Notfall Anleihen ver- wendet werden sollen. Wenn also der Etat der außerordenllichen Verwaltung Berlins in diesem Jahre nicht weniger als 233 Millionen(gegenüber 68 Millionen des Vorjahres) vor- sieht, so ist dies der Beweis dafür, daß die Stadt ganz außergewöhn- liche Ausgaben für ihre produktiven Betriebe für notwendig hall. Der Grund dafür liegt darin, daß wesentliche Ausgaben der Stadt in den vergangenen Jahren so stiefmütterlich behandelt worden sind, daß ein weiterer Aufschub ihrer Erfüllung vor der Bevölke- rung schlechterdings nicht mehr verantwortet werden kann. Das gill für den W o h n u n g s- und Straßenbau, wie für den Ausbau des Verkehrsnetzes, der Werte und schließlich für den Neubau von Schulen. Den Löwenanteil an den projektierten Anleihen dieses Jahres verschlingen die Schnellbahnen. Die Nordsüdbahn verlangt für ihren Ausbau 13 Millionen(Neuköllner und Tempelhofer Strecke), die einstige AEG.-Bahn von Neukölln bis Gesundbrunnen über 50 Millionen, die neue Untergrundbahn Lichtenberg— Lleran- oerplatz gleichfalls 50 Millionen. Die sozialdemokratische Fraktion hat diese Ausgaben aufs lebhafteste befür- wartet, weil sie der Ueberzeugung ist, daß sie in erster Linie der schaffenden Bevölkerung Berlins zugute kommen. Die Frage der Verkürzung des Arbeitswcges ist eins der drin- gendsten Probleme der Großstadt, ohne dessen Lösung auch die Frage des Achtstundentages nicht gelöst werden kann. Was nützt es, wenn wir Siedlungen und Hochhäuser an der Peripherie der Millionenstadt bauen, ohne dem Arbeiter und der Arbeiterin z u g l e> ch die Möglichkeit zu geben, auf dem schnellstmöglichen Wege zur Arbeitsstätte zu gelangen? Nirgends zeigt sich die kurz- sichtige und arbeiterfeindliche Politik der deutsch. nationalen Rathausfraktion deutlicher als bei ihrem hartnäckigen Widerstand gegen den Ausbau des Schnellbahnnetzes in die eigentlichen Arbeiterviertel hinein. Was kümmert sie Neu- kölln, Gesundbrunnen und Lichtenberg, wenn sie Dahlem, Wilmers- darf und Charlottenburg hoben! Die Steigerung des außerordentlichen Haushaltes in diesem Jahre zeigt, daß sich die Sünden vergangener Jahre mit Naturnot- wendigkeit einmal rächen, daß auch in der Kommunalpolitik„Der- schoben" nicht„Ausgehoben" bedeutet, daß die Sozialdemo- k r a t i e recht hatte, wenn sie Jahr um Jahr auf die Er- füllung dieser drängenden Ausgaben, aus«ine weitsichtig« Kommunalpolitik in Berlin drängte. Wenn man von diesen außergewöhnlichen einmaligen Ausgaben absieht, die aus Anleihen bestritten werden sollen, deren Verzinsung und Tilgung also auf viele Jahre verteilt werden soll, so ist die Steigerung der Ausgabenseite des Berliner Haushalts als durchaus normal zu bezeichnen. Die Ausgaben des Ordinarium» haben sich vo�, 067 Millionen auf 747 Millionen, also nur um rund 12 Proz. er- höht. Diese Summ« wird auf Grund der von uns beschlossenen Erhöhungen auf dem Gebiete der Wohlfahrte- und Gesundheits- pflege wie des Schulwesens noch um etliche Millionen steigen, bleibt aber auch dann noch im Rahmen dessen, was die Stadt ohne Er- höhung ihrer Steuern und Tarif« zu leisten vermag. Die Steigerung der Ausgaben gerade auf dem Gebiet« der Wohlfahrt, des Gesundheitswesens wie des Unterrichts weist darauf hin, daß der jahrhundertealle Kampf zwischen privater Betreuung und öffentlicher Fürsorge endgültig zugunsten der letzteren entschieden ist. Die Sozialdemokratie hat es in zähem Ringen — ohne jemals nach kommunistischem Rezept einen Etat daran scheitern zu lassen— durchgesetzt, daß in Berlin die Tage privater w* u. Wohltätigkeitsvereine wie privater Schulen, soweit sie Unterstützung von der Stadt erwarten, gezählt sind. Di« Konzessionen, die heute noch auf Grund der geschichtlichen Entwicklung notwendig sind, werden es morgen nicht mehr sein. Der Widerstand gegen die Kommunalisierung aller sozialen und pädagogischen Arbett bröckelt zusehends ab. Wie lange noch— und der sozialistisch« Ge- dank«, daß Wohlfahrtspflege, Erziehung, Lorbeugung und Heilung Ausgaben der Allgemeinhett find, ist Gemeingut aller ernst- zunehmenden Kommunalpolitiker geworden! Der Etat weniger Jahre wird dadurch anschwellen, um durch«in« zunehmend« Gesundung der gesamten Bevölkerung um so schneller wieder ab- zuebben. wo bleibe« Sie Millionen! Die Verteilung der Ausgaben im Haushall Berlins. SSO Mill. Verschiedenes 0 Arbeltsnachweise Tiefbau Jugendwohlfahri Straßen und Parks 1 Schuldzinsen Gesundheit Wohlfahrt Unterricht Verwaltungskosten Werke? 6i miii. 21 M 28.. 32.. 36.. 72„ SS.. 130 165 162 203 0 Darunter) 11 MIII. Feuerwehr, 14 MIII. Polizei. >) Darunter fallen: StraBenbeleuchtung und-relnlgung, Park- und Friedhofsverwaltung. ') Davon: 168 MIII. Anleihen fUr den Ausbau der Werke und varkehrsuntemehmungen. Vas brauchen Sie Sezirte t Die Verteilung der Ausgaben im ordentlichen Haushalt. Einwohner in Mill. . S47 . 382 Bezirk Charlottenburg. Kreuzberg... Neukölln.., Wedding... Friedrichshai». Mitte.... Prenzlauer Berg Tiergarten.. Schöneberg.. Lichtenberg.. Wilmersdorf., Steglitz.... Spandau.,. Pankow.., Reinickendorf., Treptow... Köpenick.,, Tempelhof.., Weißensee.., Zehlendorf.. LuSgabe 294 355 839 803 330 287 236 204 180 167 III 104 114 98 es 72 60 46 43 Mill. 38 Mill. 2t Mlll 19 Mill. 13 Mill. 14 M>ll. r 18 M,ll. 18 Mill. 12 Mill. 10 Mill 9 Mill 8 Mill. 8 Mill Ein Wort noch zur Verteilung der Ausgaben auf die einzelnen Bezirke. Seit zwei Jahren kämpft die Sozialdemokratie in Berlin gegen die s ch e m a t i s ch e Verteilung der für Wohlsahrts- ausgaben, für Bauten, für Schulen usw. notwendigen Mittel nach „Schlüsseln" und„Einheitssätzen". Die beigefügte Tabelle über die Verteilung der Ausgaben be- weist, mit welchem Recht. Wenn da» Gesetz Groß-Berlin«inen Sinn haben soll, so müssen die Bezirke mit überwiegend proletarischer Bevölkerung mit der größten Mass« R o t l« i d e n d« r st ä r k« r al» die reicheren, glücklicheren Bezirke bedacht werden. Ein„Elendsfattor" muß bei dieser Verteilung bc> rücksichliat werden. Die Sozialdemokratie hat brauchbare Dorschläge dasür gemacht. Es ist Zeit, daß sie berücksichtigt werden, um dem großen Gedanken de» Ausgleich, zwischen Wirtschaft- lich Starken und wirtschaftlich Schwachen, dem Fundament der Einheitsgemeind« Berlin, auch hier Geltung zu verschaffe». �us öer Partei. Die ZNaifestschrisl vergriffen! Wie uns aus dem Dietz-Verlag mitgeteilt wird, ist insolge der frühzeitig einoeleitcten Propaganda trotz der ganz wesentlich erhöhten Auslage die Maifestschrist jetzt bereits vergrijsen. Der Verlag bittet uns, das mitzuteilen, weil täglich noch immer wieder Bestellungen einlaufen, die leiper nicht mehr berücksichtigt werden können »iuseodvogen für dteie Rubril sind Berti» SWS», Liadeoitraß« 3. parteinachrkchten für Groß-öerlin fltts an bat Bezirkssekretariat. 2, Hot,! Tee?, rechts, zu rtchteu. !.»reis Tieraarten. Achtung. Genossinnen und Genossen! Um unserer im lllap stattsindendcn Maifeier einen guten Besuch zu sichern, ist es not» wendig, daß alle Parteimitglieder sich an dem Berkaus der Eintrittskarten r-ae betciligen. Eintrittskarten sind bei jedem Bezirksfiihrer und jedem Abteilungskassiercr zu haben. I. Kreit Sreuzbcra. Nommunale»ommissioa: Eanntaa, 24. April, � vormittags 11 Uhr, Besichtigung der tirastwcrke Rummelsburg unter D Führung dcz Herrn Direktor Dr. Wcllmann. Sämtliche interessierten Genosiinnon und Genossen sowie Bezirks, und Stadtverordnete und die Mitglieder der Arbeiterjugend sind hierzu eingeladen. Fahrverbindung: Mit der Straßenbahn M, Sl, 93 bis Trcptaw.Paradiesgarten, Uebar. setzen vom Kaiserbad bis Rummelsbura. Treffpunkt 1044 Uhr am Äaiserbai. Oder: Mit der'Stadtbahn bis Stralau-Rummelsburg und etwa 20 Minuten Weg bis zum Werk. 7. tkeei» Eharlottenbvrg. Die Fahnenweihe der öS. Abteilung findet heute, Sonnabend, 23. April, in den German lasälen, Sprcestr. 13, statt. Die Genossinnen und Genossen find hierzu freundlichst eingeladen, Mitwirkende: SAI.-Eharlattenburg, Männcrchor„Harmonie". Weihe. rede: Stadtrat Ald-rt Horlitz. Saalerössnung 7 Uhr, Ansang 744 Uhr. «arten zu 7ö Pf. bei den Gruppenführern und an der«äste. Die Gruppenführer werden gebeten, die«arten am Abend abzurechnen. 7.««I« Ehaelottenburg und Gpandan. Juristische Sprechstunde Heute, Sonn. abend, 23. April, von 5—6 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4. Henke, Sonnabend, 23. April: 14. Abt. Die Genossen treffen sich zur Besichtigung der weltlichen Schul» nachmittags 544 Ubr Schul« Gotenburger Etratzc.» 64. Abt. Lankwitz. Aue Genossinnen und Genosse» werden gebeten, sich an der Berteilung des Propagandamaterials für den 1. Mai zu bcteillgen. Abholung desselben durch die Bezirksführer in der Zeit von 444—6 Uhr bei Lehmann,«aiscr.Wilhelm.Str. 29/31.— Eintrittskarten znr Maiscicr find bei allen Funktionären erhältlich. Morgen, Sonnkag, 24. April: 6Z. Abt. Steglitz. Alle Genossinnen und Genossen treffen sich vormittag» » Uhr in ihren Bezirkslokalcn zu einer sehr wichtigen lokalen Flugblatt- Verbreitung,«einer darf fehlen. * 36. Abt. Montag. 25. April. 744 Uhr, bei Busch. Tilsit« Str. 27, wichtige 45. Abt"/''m-�Fu"ntn'onärs>tzung am Montag, 25. April, und die Abteilung». Versammlungen am Miitwach, 27. April, fallen aus. Dafür am Sanntag, 24 April, Besichtigung des Großkrastwerkes in Nummclsburg. Treffpunkt früh 3>r Uhr am«aiser.Wilhelm.Bad, Treptow. Bon dort übersetzen. Rege Beteiligung ist erwünscht. Jungsozialisten. Gruppe Schinebera: Morgen, Sonntag, 24. April, Fahrt. Treffpunkt früh 744 Uhr Bahnhas Schonebcrg. * «indersrennde Wedding, Gruppe Leopaldolatz: Leute, Sonnabend, 744 Uhr, findet in der Schulaula der 156, Gemciudeschule, Ruhcplatzstr. 5/6, ein Eltern- abend statt mit Gesang, Musik, Rezitation. Reigen, Theaterstück. Eintritt». prei« 30 Bs. Der Reinertrag dient zur Unterstützung mittelloser«Inder zur Erholungsfahrt.—«indersrennde Ehaelottenburg: Am Montag, 25. April, findet im Jugendheim Rosinenstr. 4, 3 Uhr, unser Elternabend statt. Rcserent Genosse Dr. Loewcnstein. Sterbetafel öer Groß-Verliner Partei-Grganisation j 64. Abt. Unser« Genossin Gertrud Bocsesleisch ist am Dienstag, IS. April, nach langem Leiden verstorben. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Einäscherung heute, Sonnabend. 23. April, nachmittags 344 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101/103. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Arbeitersport. Hand- und Rafsballfpielc am 24. April. In der Provinz finden nur 3 Spiele statt. Brandenburg-Sportler Männer und Frauen gegen Moabit und Steinfurth Männer gegen Fichte 20.4. Dafür befinden sich ober Stettin-Ait.Srabow und Magdeburg.Fermcrsleben zu-wem Retourspiel in Berlin aus solg-nd-n Plätzen: Auf dem Uraanplatz spielen um 4410 Uhr Grotz-Berlin.Eüden 2. Jugend gegen Ficht« 7 11, um �ll Uhr Spandau I gegen Magdeburg, um%12 Uhr Fichte 3 II. Männer gegen«äpe. nick I und nachmittags Grotz-Derlin-Süden; um �42 Uhr 2. Mann er gegen Adlerahof ll, um Uhr l. Zugend gegen Fichte 7 I, um 744 Uhr Frauen gegen Spandau und um 745 Uhr 1. Männer gegen Magdeburg. Im Friedricho. Hain spielt Sparta 2. Jugend gegen Fichte 3 Ii um 0 Uhr. um 1» Uhr die 1. Zugend, um 2 Uhr 2. Männer gegen Stettin, um 3 Uhr Lichtenberg 1 Frauen gegen Stettin und um 4 Uhr die l. Männer. Die Neuköllner Vereins- Mannschaften spielen aus dem Dammweg gegen Fichtc-Nard, um% 2 Uhr die Jugend, um 743 Uhr die 3. Männer, um 4 Uhr die Frauen, um 7,5 Ilhr die l. Männer und um 4U Uhr die 3, Männer gegen Fichte 3 III. Belt-n hat in der Germcndarfer Straße(alaende Spiele: 2. Männer gegen Alt-Glienick- 1 um 2 Uhr, 1. Zugend gegen Ficht« 2»v um 3 Uhr und die I. Männer um 4 Uhr. Aus den Fichteplätzen spielen: in Baumschulenweg um 0 Uhr Schwimm- verein Borwärt» I gegen Fichte 3 IV, um 10 Uhr 1. Zugendabt. gegen Pankow, um 1 Uhr l. Frauenadt. gegen Tegel, um 3 Uhr 7, Männerabt. I gegen Lichtenberg 2 1; in Maricndars um 2 Uhr 10. Männerabt. I geqen Stralau l, um 3 Uhr 20A Fraucnabt. gegen Schönow, um 4 Uhr Süd-Spartabi. gegen 3 Männerabt. l! in Reinickendorf, Scharnweberslrasse, die Frauenmannschaften SN gegen Hermsdorf um 443 Uhr und»A gegen 3. Abt. um 444 Ubr,?n der Schönhauser Alle« spielen Groß-Berlin-Ostc», Jugend gegen Berlin 12 um 0 Uhr, die 1. Männer um 10 Uhr und Rarden 2 Frauen gegen Weitzensee um 11 Uhr. Lichtenberg spielt in Friedrichsfeldc, Treskowallce; um 0 Uhr 2. Zugendabt. N gegen Fichtc-Rord II, um 11 Uhr 2. Zugendabt. I gege.n Ebrrswalde, welch« um 4 Uhr nochmal» gegen Schönow antreten, um 2 Uhr 2. Frnurnadt. gegen Neukölln 2, um 8 Uhr 2. Männerabt. ll gegen Tegel 11 und um 5 Uhr 3. Männerabt. gegen Heiligenfce. In Adlershaf. verlängerte Seibigstraße, spielen 2. Zugend gegen Friedenau I um 10 Uhr, 1. Jugend gegen tralau I um 8 Uhr und 1. Männer gegen Tegel l um 4 Uhr. Zp Spandau, Falkcnhagener Chaussee, spielen um 3 Uhr Spandau lll gegen Fichte. Süd und um 4 Uhr die zweiten Mannschaften. Zn Wiidau, Friedrich.Ebert.Straße, spielen die 2. Jugend gegen Alt-Glienicke l um 2 Uhr, 1. Männer gegen Grosi-Bcrlin.ZIorden 1 um 3 Uhr und l. Zugend gegen Fichte-Süd I um 4 Uhr. In Reinickendors, Scharnwcbersiraßc, spirlen Groß-Berlin-Wedding 2. Jugend gegen Moabit l»nd 2. Männer gegen Fichte l» II um 3 Uhr. Draß.Berlin.Z'osenthal spielt in der Hauptstraße gegen Hermsdorf: um 10 Uhr die Jugend und um ll Uhr die Männer. Zn Biesdorf spielen auf dem Lessingplatz die Jugend gegen Ficht« 22 um 442 Uhr und die Männer gegen Neukölln 2 II um 3 Uhr. In Oderschöncweide, neben dem Freibad, spielen Oberspree Jugend gegen Köpenick um 2 Uhr»nd Männer gegen Groß-Berlin-Friedenau um 3 Uhr. Weitere Spiele sind: Männer: Niederschöneweide I gegen Neukölln 2 I um 4 Uhr Berliner Straße sGaeanstalt), Bohnsdorf gegen Fichte 16»m 3 Uhr in Bohnsdorf, Schulzcndorfer Straße: Wittenau gegen Ficht« 23 um 3 Uhr in Wittenau. Holzweg, u»d«aulsdarf gegen Schmargendors um 44U Uhr in«anlodors,«äp-iucker Straße. Bei den Raffd.allipielc» hat Fichte 13 in Baumschulenweg die übrigen Mannschaften al» Gegner. 3. Männer gegen Weißensec 11 um 3 Uhr, 2. Mön» ner gegen Fichte 22 I um 4 Uhr und I Männer gegen Weißensec: um 5 Uhr. Während Fichte 22 den Sieg mit nach Hause nehmen sollte, wird Weißens«« dem Platzverein die Punkte überlasse» müssen. «aetellbezirk 13. Di» beabsichtigte Zngendseier am 24. April in Marie». darf sällt aus. Am Donnerstag, 23. April, findet die nächste Kartellparsiand». fitzung bei Pieper. Mariendorf, Bergstr. 25, statt. Die Bereine, die ihre Unterstützungeanträge noch nicht abgeliefert baden, werden ersucht, die» umgehend bi» zum 23. April zu tun und an den«artellvarsitzenden einzureichen. »M»m———»mm«—— SommersprossealJg —3" IWUtfiilBliWIK gelbe Flecke tm Gesicht und an den Händen zu beseitigen durch Bleichen mit Klorokrem und Kloroseise. Unschädlich und seit Jahren bewährt. »itt genau« Aiuoeijmia in allen Chivrodont-Verlaufsslellen zu haben. '£*&iJfcnaisraien Mmldutz&€9\ _ Berlin. Leipziger Str. 122-125 Die untct/icirtjncle Sv>ua>>telle ist von »wem Dläudisier der Pe»sion»lasse bei der Vereiniylen Berlinischen und Preuxd schenLebensversicherunps-Attiengeiellschasl w Berlin angerufen. S» soll darüber, ob die Kasse als Beirlebspensionstasse im Sinne de,? Sil Absatz 2 Ziffer k und des 8 64 de» Aufwcriuna»gese«e« zu gellen Hai. inwielveit die Mulei der Kasse au» sreiwilligen Zuwendungen des Arbeid geders derrühren. od sie itzr Vermögen gesondert zu verwallen und anzulegen batte. sowie verwaltet und angelegt bat, und über die Aöbe de» Auswertung»Iatze» und die Fiilligteit der Gutdaden enl» schieden werden. Die Entscheidung wirkt gegenüber allen Dlcmbigern, auch soweit sie sich nicht an dem Bersahren beteiligen «inbeitllch. Berlin, den 13 April IS27. Lpruchslrll« boten Saneenergericht. 8tsst5-Mster a. platT«i.Nepudl. 8 Uhr:«ixolettv Schauspielhau« 8 U.: Bin besserer Herr Schillci"Thiater 8: Prinz Friedrich t. Homburg Charlotfenburg Sonnabend, 23. April 71/, Uhr: Wegen Erkrankung im Personal statt „Oer Prophet" TDrandoif�»� fletropoi- Thent. Täglich 8 Uhr: MosgriDzessiD ntaiia-Tiieaier 8 Uhr: Der muttäe Seefabrer iallenhiirg-BIaiin DU. Künstler-Th Täglich 8 Uhr Skandal in Amerika Lessing-Thester 8 U.; Der Patriot Wiotner. Horton wundertätig, tzeiit und verjüngt, das Heilbad für JVer« tind JTerren. Nieren, Arterien, Blut- und Frauenleiden, tkni die«MirftstekolilensaareArsenrEisen- quelle, natürliche kohlensaure Bäder und Moorbäder, eine landscbaftlich hervorragende Umgebung und unübertroffene, herrliche Kuranlagen, üesitxt erstklassige Hotels und oa. hundert Pensionshäuser. Gute volle Pension schon von 6.60 Mark an, bietet vielseitige Zerstreuung und Unter- Ganzjähriger haltung, wie erstklass. Kurmusik, modernes Kurbetrieb Theater, Kino, Tennis- und Tanz-Turniere, ProBpekt« durch Auto-Ausflüge, sowie einzigartige, pracht- Badevorwaltiing volle Park-Uluminationen. Kurhotel Fürstenhof in eigener Verwaltung. . ERIK CHARELL BRINGT:. .<>- ilfred Brun, Camilla Splra, Bcndow, Westermeier, Kupfer, venera Grones Schauipielhaut CASINO-THEATER« Uhr: PimpeShuber der Hillionen-Erbe Gutschein: Faut 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. Wallner-Theater 8'/, Uhr: AiifderSoimenseHe Saulag nidim. 3'/, n kl. Pr. Der Herr ieiialor Dirig: 3i unaU alter anschl. II1', Uhr: „Houtbnil 1C2T" WM IHM Norden 10334—37 8 U. Ende 11 U. Der um am SdieideweD KatKRierstiieie Norden 10334—37 S'/a, Ende nach 10 Lockvögei ßle Koaißdie Bismarcr 2414. 751» 8 Uhr, EndelO'/jU. Mannequins Nacht vorslelluns Täglich 11 Uhr: Revue: Was Sie wollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Lusispieihaus 8>■" 1 r'"!l »üurra eeeeeeeeee Bose-Theater SV, Uhr; OSe beiden Nachliqallen ................ ispieihaus®... «tJ Kennen zu Harlskursl Sonnabend, den 23. April 1927 Nollendorf 7360 8 Uhr Variete- I Neuheiten! iniligi 2 Vorstellungen 3* und 8 Uhr, 3'° zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm Volks buh ne Tb. am ZMdeiienIaiim Tlieatn am 5aiowj!ati 8 Uhr Cewilter öfter öoHland Morgen 8 Uhr: Gewitter EkerGettland 8 Uhr Tragödie der Liebe. iKomische Operl Allabendlich SV, Uhr: f Sünden der Weif his riluildlisdu James-Kleln-Rcvucf 350 Mitwirkeade/ Theaterk.l 1 ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet. 1 sseeflereu Tsu Kicch Falckenstcinslr. 49 MorUzpl. 8107 Täglich 9'/, Uhr vormittags nur ab CüarSolienbarö, leöeier weö (nahe Landgericht III zwischen Stadtbahnhof jungfernheide und der Schloßbrllcke) mit Dcelf salondampfer„Poseidon" inr Baumblüte»ach Werder Hin und zurück 3,— M. Kinder die Hälfte. Nur Korbsessel und Stühle zum Sitzen. Bei warmem Wetter fahren auch offene Dampferl -im Billige Baumblüten- Fahrten nach Werder mit Musik ab Weidendammbrücke(Kom. Oper) ab Sonntag, den 24., täglich 9 Uhr vorm., ab Fennbrücke Nordhafen 9.35 vorm., ab Beusselbrücke 9.50 vorm., ab Charlottenburg, Caprivibrücke: 10.05 vorm. Fahrpreis hin und zurück M. 2.—, Kinder die Hälfte. 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Stege Beteiligung erwartet _ Ol« Orlsoermnlknng. r Nach furzem, schwerem Leiden oer- schied am 14. April unser langjähriger MUardeiier, der Kollege Gustsv Krafft im Alter van 54 Jahren Wir verlieren in ihm einen arbeiis- sreubigen Funttionär, dessen Andenken wir stets in Ehren hallen werden. IZIa Arbeiter u. Angestellten der AEO.- Fabriken, Rheinstraße, Die Einäscherung findet am Sonn> admd. dem 23. April, abend» S", Uhr, tm Krematorium Gericht- Ifrotze ftatL liMMUMM-VMi! Montag, hm 35. April, abend» T Ahr. im Slhnng»faal des Oerdand»- hause», Llnleustr. 85»5 Branchenversammlung der Elekframonfeure und Helfer. Tagesordnung: L Konstituierung der Branche. 2 Lohneerhällnlsse in der Branche. 3 Verschiedene». �Zahlreiches� und pünktliche» Erscheinen Montag, den 25. April, nachmlkkaos 41;, Ahr. im«Oresdenor Satte«1*, Oce»beaec Slratze 45 Versammlung"•« der Gvldschmiedegehllsen. Tagesordnung: L Bortrag de? Kollegen glska über:»Die soziale und iuiiurelle Bedeutung der freien Dewerl- schallen.' 2. Diskusuon. Alle Ssldschmiedegehtlsen sowie alle in der Industrie Beschastigien sinh freundlichst eingeladen. Clc Ottooermaltnng. Verkäufe Trotz Teilzahluna sofort Kinderwagen. Klavvwaaen. Kinderdeiien, Weialldeiten. Korbmdbel. Ball Grotz» nrankfurier. siraste 47.____* Dezimalwagen. Toseiwagen, Sewiljte preiswert. Georg Wagner, Kßpenicker. straffe nur 72, Hof. Kein Laden, dafür billigere Preise.' "«Kinenemgenhj- Prachtt.oxI-?-7 Füiiszehn! Federbetten Stand 25.— Gardinenlager I Diwanhecken! Herren. anzügel Paletot«! Monatsgaroerobei Teilzahlung ohne Adzohf: (Keine Bersatzwore!) Pso: kausshau», Schönhauser Allee ring). lunasvreisel nhleih.Ber» US(Nord- fkkleliiuncjsziuckp. Wasrtif usw verleih Anzüge. Kratze 105. hocheleganter Sefellfchafts. Leihhaus Lowick,. Prinzen. Wenig getragene hochelegante Herren. gardcrobe. spottbilliger Berkous. 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In- zwischen war er nämlich oersackt im Wohlleben, hatte sich Fettpolster gefressen am Bauch, Nacken und Gesicht, las in der Zeitung den Kurszettel und verbrachte den Abend mit Dämchen. Vor Mittag stand er nicht auf. und wenn er mal um 4 Uhr morgens an einer Fisch- auktion teilnahm, so geschah das sicher noch durchkneipter Nacht, und er war nicht schon, sondern noch auf den Beinen. Jan bekam ihn selten zu sehen, den Hauptaktionär, und wenn er ihn sah, nun, dann griff Jan an den Mützenrand. Was kümmerten Jan überhaupt die Menschen, er war Kapitän de,„LewKead". Und wer einen Fischdampfer bis unter Island führt, der ist schon ein ganzer Kerl. Der braucht keine Anerkennung aus Menschenmund, der bedarf keiner Diplome und Kraftsportplaketten. Der ist wortkarg, der hat große, schöne und reine Gedanken auf dem Meere, der kann sich im Schweigen verständigen. Jan verstand seine Mannschaft und ihre Eigenarten. Er wußte, der Heizer fluchte immer bei der Arbeit und war der arbeitsfreudigste Bursche, den man sich denken konnte, der Koch erzählte bei jeder sich bietenden Gelegenheit von seinen wunderbaren Segelschiffahrten durch tropische Gegenden und war dennoch innerlich froh, daß er auf dem„Bowbead" gemustert hatte und nach Island fuhr, wo das Eis zu Hause war. Der Steuermann hatte ein Haus voller Kinder, doch kannte er keine Sorgen, er sang und pfiff selbst mit dem Sturm um die Wette. Er wußte, für wen er sich quälte, er wußte, für wen er lebte, und wenn er vor den Festtagen, weil er kleine Geschenke machen wollte, sich nicht einmal«inen Priem erlauben konnte, so spuckt« er auch ohne Priem recht kräftig und im großen Bogen aus und war vergnügt. Es war ein Tag, scheinbar wie jeder andere Tag, als gerade über diesen Steuermann das Unglück kam. Beim Netzauswerfen geriet er mit den Beinen ins Tauwerk. Er wollt« sich befreien, doch kam er nicht ab vom Tauwerk und wurde über Bord gerisien. Schnell wurde dos Netz aufgeholt und ein paar kräftigen Fäusten gelang es auch, den Steuermann zu packen. Jedoch eine mächtige See brach über Bord und tauchte das Schiff tief unter. Die Kameraden, die dem Verunglückten helfen wollten, wurden hart auf Deck geschleudert und der Steuermann ward wieder in die Tiefe gerisien. Abermals holt« man das Netz auf und da fand man den Steuermann tot, gefangen im eigenen Netz. Man mühte sich und mühte sich, doch all« Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Man sah sich einander starr gn, man blieb rpotflos im Schmerz, keiner sagte es, ab«>tnung aller Stiele der Drüsenköpfchen nach dem Insekt hin, selbst die langen Drüsenhoare des Blaltrairdes krümmen sich so stark ein- wärt», daß sie mll ihren Köpfchen das Insekt zudecken helfen, so daß dieses bald ganz von den Dnisenköpfchch, eingehüllt fft. Fast stets findet auch noch eine mehr oder weniger starke Krümmung der Blattfläche statt, um so stärker, je größer das Insekt ist und um so stärker der Reiz, der durch dasselbe aus die Blattfläche ausgeübt wird. Denn ein Reiz ganz bestimmter Art ruft diese Bewegungser- scheinung an den Blättern hervor, und zwar ist es nicht die Bewe- gung des krabbelnden Insekts, sondern offenbar eine chemische Wir- kung, die von diesem ausgeht. Man kann nämlich denselben Vor- gang auch auslösen, wenn man ein Stückchen Eiweiß oder Fleisch von der Größe eines Stecknadelkopfes auf das Blatt bringt, wo nach dem Ausbringen ja zappelnde Bewegungen wegfallen. Die Be- wepungen der Driisenhare finden hier in ganz analoger Weise statt, die Köpfchen neigen sich nach dem Eiweitzstückchen zusammen, und auch die Blattsläche wölbt sich, wenn das Stückchen etwas größer ist. Daß auch nicht der Druck die Ursache dieser Reizwirkung sein kann, läßt sich leicht nachweisen, wenn man ein Stückchen Erde oder Semmel auf das Blatt bringt: dann erfolgen keinerlei Bewegungen der Drüsenhaave oder der Blattsläche. Di« Reizbewegungen werden also nur durch die Einwirkung bestimmter chemischer Stoff«, durch Eiweißkörper ausgelöst. Das gefangene Insekt stirbt gewöhnlich bald durch Erstickung, denn der zähe, klebrige Schleim verstopft die Track>«en und hinden so die Saucrstoffaufnahme: größere Insekten bleiben entsprechend länger am Leben. Gleichzeitig mit dem Beginn der Krümmungen treten aber auch noch andere Veränderungen an den Drüsenhaaren auf: die Köpfchen werden merklich dunkler und nehmen einen trüb- purpurnen Farbenton an. Die Ausscheidung der stark klebrigen Flüssigkeit Hort auf, und an ihre Stelle tritt eine andere, saure, die stark eiweißlösend(peptonisierende) Enzyme enthält. Diese dringen durch den Chytinpanzer der Insekten zu dem eiweißreichen InHall und verwandeln diesen nach und nach in eine lösliche Masse, die später von den Drüsen selbst wieder aufgesogen und so der Pflanz« zugeführt wird. Sobald das geschehen ist, rollt sich das Blatt wieder auf, die Drüsenhoare strecken sich gerade, und von dem Insekt be- merkt man nur noch die leere Ehytinhülle, die nicht mll verdaut wird. zweifellos und qerad.———----. out'hr eine solche Fleischnahrung bekommt. Fütterungsversuche m der Kultur lassen darüber keinen'Zweifel. Der Sonnentau läßt sich allerdings nicht ganz leicht längere Zell am Leben erhallen, weil er als spezifische Hochmoorpflanze wesentlich ander« Lebensbedm- Ein neues Rhinozeros. Bon unbekannten Großtieren, die in den nie durchsorschten Ur- Wäldern ein geheimnisvolles Leben führen, wird uns immer wieder berichtet, und die Entdeckung des Okapis vor zwei Jahrzehnten be- wies, daß die Erzählungen der Eingeborenen nicht immer bloße Fabeln sind. Daß aber ein Riesentter wie ein Nashorn der wissen- schaftlichen Welt bis auf den heutigen Tag unbekannt geblieben ist, dürfte überall das größte Auffehen erregen. Die Entdeckung einer solchen neuen Rhinozerosart ist Dr. P. Vageler auf Java gelungen und er berichtet darüber in der„Umschau". Indien besitzt zwei Nashornarten Di« eine, Ubinoceros eumstrensis, ist durch den Besitz von zwei Hörnern und ziemlich starke Behaarung ausgezeichnet: die andere Art, Kbmoceros sundaicus, bewohnt das Festland, und eine etwas abweichende Form ist dos Kbinoceros javanensis auf Java. Die Tiere, die bisher auf Sumatra gefunden wurden, ge- hören alle der zweihörnigen Art Millionen Mark über den Voranschlag hinaus zu ver- geben. Schwer genug ist es ihr gefallen. Seit wir vor mehr als einem Vierteljahr den Angriff auf die Reichsbahn eröffneten, hat es noch mancher Diskussionen in Presie und Parlament bedurft, um die erweiterte Auftragserteilung zu erzwingen. Wie schwer es der Reichsbahn gefallen fein muß, ihre unsinnig« Thefaurierungspolitit aufzugeben, zeigt vielleicht am besten die Tatsache, daß sie jetzt die neue Lohnerhöhung als Vorwand benutzen will, um schon wieder Abstriche an ihvem Arbeitsbeschaffungsprogramm vorzunehmen, das also noch immer nicht die Form wirklicher Auf- tragserteilung angenommen hat. Uttrichttge Behauptungen.— Hat die Reichsbahn Reserven? Tatsächlich sieht der Schiedsspruch eine Lohnerhöhung von 4 Pf. pro Stunde für die Zeit vom 1. April bis 1. Oktober und von 5 Pf. vom 1. Oktober ab vor. Eine Lohnerhöhung von 4 Pf. bedeutet bei Jnnehaltung des Achtstundentages pro Arbeiter eine monatliche Mehrausgabe von 8 M., eine solche von h Pf.«ine Mehrausgabe von monatlich 10 M. Im Jahr« 1927 beträgt die Mehrausgabe pro Arbeiter in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember also 78 M. Bei einer Arbeiterzahl von rund 373 000, ent- sprechend dem Voranschlag der Reichsbahn, der im Vorjahre erheblich unterschritten wurde, bedeutet der Schiedsspruch also insgesamt eine Mehrausgabe von knapp 30 Millionen Mark. Woher die Reichsbahn SO Millionen errechnet, hat sie nicht gesagt. Uns erscheint jedenfalls diese Ziffer erheblich hoch. Es erscheint aber auch nicht zutreffend, wenn die Reichsbahn behauptet, sie habe die eingetretene Lohnerhöhung nicht vorher- sehen können. Tatsächlich scheint schon der dem Reichstag vor- gelegte Voranschlag für 1927 eine Reserve für kommende Lohn- erhöhungen zu enthalten. Der Voranschlag für 1926 hatte für Reise- kosten, Nebenbezüge, Wohlfahrtsausgaben, Penfionslast usw. 702 Millionen Mark vorgesehen. Tatsächlich wurden aber nach Angabe der Reichsbahn für diese Zwecke nur 680 Millionen ver- ausgabt An welchen Posten die Ersparnis von 22 Millionen erzielt werden konnte, hat die Reichsbahn, die überhaupt an aus- führlicher Publizität kein allzu großes Interesse hat, dem Reichstag nicht gegeben. Sicherlich entfällt ein erheblicher Teil der Einsparun- gen gegenüber dem Voranschlag auf den Pensionsetat von rund -100 Millionen Mark, der jährlich abnehmen dürft«. Aber der Vor- anschlug für 1927 zeigt nicht, wie zu erwarten wäre, aus diesem Grunde eine Ermäßigung der gesamten für die oben angegebenen Zwecke ausgeworfenen Summ« gegenüber dem tatsächlichen Ergebnis für 1926, sondern eine Zunahme um 16 Millionen Mark auf 696 Millionen. Hier scheint also auch eine Reserve für die vorher- zusehende Lohnerhöhung vorzuliegen. Auch die Einnahmen rechtfertigen keine Einschränkung. Sowohl die Angabe der Reichsbahn hinsichtlich ihrer Belastung durch den Schiedsspruch wie auch ihre Angabe, sie habe für diese Belastung keine Vorsorge getroffen, scheinen also auf recht schwachen Füßen zu stehen. Selbst wenn aber alle diese Angaben richtig wären, so zeigen die Betriebsergebnifle der Reichsbahn, daß die Lohnerhöhung für sie durchaus tragbar ist und daß von der Notwendigkeit einer Einschränkung ihres Arbeitsbefchaffungs- Programms infolge des Schiedsspruches keine Rede sein kann. Das jährliche Einnahmegesamterfordernis der Reichsbahn stellt sich auf höchstens 1,6 Milliarden Mark. Davon müssen Personen-, Gepäck- und Güterverkehr zusammen rund 1,2 Milliarden Mark aufbringen. Der Januar erbrachte aus diesem Verkehr Einnahmen von 323,5 Millionen Mark. Normalerweise entfallen auf den Januar nach einer Rechnung, die sich dem amtlichen Organ der Reichsbahn entnehmen läßt, 81,3 Proz. der nionatsdurchschnittlichen Betriebs- einnahmen. Das Erfordernis für den Januar hätte also bei einem monatsdurchschnittlichen Bedarf von 350 Millionen nur 295 Millio- nen Mark betragen. Allein der Januar erbracht« also eine Mehreinnahme von über 28 Millionen Mark. Das ist mehr als die Hälfte der von der Reichsbahn selbst errechneten Mehrbelastung durch die Lohnerhöhung. Seitdem hat sich der Verkehr weiter über das jahreszeitlich übliche Maß hinaus gehoben. Schon in den bisher abgelaufenen Monaten hat die Reichsbahn sicherlich Mehreinnahmen gehabt, die erheblich über das Ausmaß ihrer Belastung durch die Lohnerhöhung hinausgehen. Hat sie im Januar im ganzen 21,6 Millionen Mark zurückstellen können, so dürfte jetzt der Betrag der Zurück- stellungen den Betrag der Lohnerhöhung überschreiten. was find die wahren Gründe? Wenn die Reichsbahn ihr Arbeitsbeschaffungsprogramm jetzt einschränkt, so geschieht das sicherlich aus anderen Gründen als darum, weil die Lohnerhöhung sie dazu zwingt. Es kann ge- schehen aus dem Motiv, sich möglichst große flüssige Mittel weit über den wirklichen Bedarf hinaus zu erhalten. Möglicherweise aber geschieht es darum, um in der Front der sozialpoli- tischen Reaktion nicht zu fehlen, die gegen die letzten Lohnerhöhungen trotz ihrer Kümmerlich. keit Sturm läuft. Als letzter Grund ist schließlich auch noch die Ueberlegung möglich, daß jetzt bei aufsteigender Inlands- konjunktur und der sie bereits wieder allerorten begleitenden Preis- erhöhung die Kosten für die Reichsbahnaufträge von der Industrie ungebührlich hoch angesetzt wurden und daß man lieber auf den saisonmäßigen Abstieg im Herbst warten will, um die Bestellungen herauszugeben. Dann wäre freilich die Motiviernng mit der Lohnerhöhung unverständlich und entweder auch als Symptom der sozial- politisch reaktionären Gesinnung der Reichsbahnverwoltung oder als eine Verbeugung vor der Industrie zu betrachten, die felbstverftänd- lich mit der Verzögerung der Auftragserteilung alles andere als einverstanden ist. Uns erscheint es aber jedenfalls notwendig, daß sich die Reichs- bahnverwaltung zu der Gesamtheit der hier ausgeworfenen Fragen bald ausführlich äußert und sich nicht, wie bisher, damit begnügt, durch mehr oder weniger offiziöse Korrespondenzmeldungen lakonische Mitteilungen an die Oeffentlichkeit zu geben. Nußlanö über üie deutschen 3nüuftriekreüite. Begeisierkc Kritiken. Die„Ekon. Shisnj" widmet der endgültigen Unterbringung der Bestellungen auf Kosten der deutschen langfristigen Kredite einen Leitartikel, in dem sie diese Tatsachen als„großes Ereignis in den Handelsbeziehungen mit Deutschland" be- wertet. Sie erwartet von diesen Abschlüssen eine„Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Rußland und Deutschland". Wenn im Jahre 1921/25 Deutschland den zweiten Platz in den Einfuhrbestellungen der UdSSR, einnahm, rückte es im folgen- den Jahre auf den gleichen Platz mit England und wird Voraussicht- lich im lausenden Jahre die e r st e Stelle einnehmen. Deutschland habe vor allen anderen Staaten erkannt, daß es der UdSSR, nicht möglich sei, Einkäufe für in Zukunft zu erbauende Unternehmen gegen Barzahlung oder gegen kurzfristige Kredite vorzunehmen. Der Prozentsatz, den Rußland für die Kredite bezahlen mutzte, sei allerdings„in Anbetracht der Konjunktur des Weltgeldinarktes sehr hoch". Bei weiteren Kreditabkommen„müsse dieser Umstand berücksichtigt werden". Leider sei in vielen Fällen festgestellt worden, daß Waren schlechter Qualität geliefert worden seien. Die Ueber- tragung der letzten Bestellungen an die größten deutschen Firmen „garantiere jedoch die Lieferung von hochqualifizierten Waren, woran übrigens die deutsche Industrie selbst interessiert sei". Zum Schluß heißt es:„Die langterminierten Kredite bilden einen neuen Faktor in der wirtschaftlichen Annäherung Rußlands und Deutsch- lands.... Die Handelsbeziehungen zwischen Rußland und Deutsch- land beweisen, daß bei gutem Willen seitens des Auslandes die Entwicklung großzügiger Handesbeziehungen mit Rußland sehr wohl möglich ist." Auch der russische Handelskommissar A. I. Mil- k o j a n ist äußerst zufrieden: „Ungeachtet aller Schwierigkeiten und im Gegensatz zu der An- ficht unserer Gegner, die in der Presse Westeuropas immer wieder behaupteten, daß die Sowjetunion nicht in der Lage wäre, die von Deutschland gewährten Kredite in vollem Umfang« auszunutzen. haben wir nicht nur die gewährten Kredite rechtzeitig in vollem Umfange ausgenutzt, sondern über diese Kredite hinaus noch eine beträchtliche Anzahl von Bestellungen vergeben, und die deutsche Re- gierung hat sich mit einer Erweiterung des Rohmens der deutschen Kredite einverstanden erklärt. Das Handelskommissariat und die ge- samte öffentliche Meinung der Sowjetunion erblickt darin einen großen Erfolg unserer Organisation, eine Steigerung der kommer- hellen Arbeitsfähigkeit der Handelsvertretungen im Ausland und eine Stärkung der kommerziellen Verbindungen zwischen unseren Trusts, 'yndikaten und Handelsvertretungen" „Die eingeführten neuen Maschinen," so heißt es weiter, werden eine bedeutende Einwirkung auf die Sen- ung des Selbstkostenpreises der W a ren ausüben. Die Qualität der neueingeführten Maschinen und der technischen Ausrüstungsgegenstände spielt daher für uns eine große Rolle. Die Bedeutung der Qualität ist jedoch nicht nur für uns, sondern auch für die deutschen Firmen von großer Bedeutung. Die wirtschaftliche Wirkung der Anwendung der ein- geführten deutschen Maschinen wird die Beziehungen unserer In- dustrie zu den deutschen Lieferanten weiterhin bestimmen." taat unü Kommunen ge.ien üen vaustoffwucher. Das Reichsarbeitsministerium hat mehrmals hintereinander die .„mischen Baustofsproduzenten vor der übermäßigen Preissteigerung für Baustoffe' nachdrücklich gewarnt und den öffentlichen Stellen eine sorgfältige Verteilung der Bauten und Baugenehmigungen auf das ganze Jahr und besonders auf die stille Bauzeit nahegelegt. Mit bemerkenswerter Schärfe hat sich jetzt auch der Berliner Magistrat mit einer Kundgebung gegen den Baustoffwucher an die Oeffentlichkeit gewandt und bekanntgegeben, daß sich die großen öffentlichen Auftraggeber gegenüber Firmen und Verbänden, die die Baustoffpreise in die Höhe treiben, zu schützen wisien werden. Diese Kundgebungen sind sehr zu begrüßen. Nichts ist so notwendig, wie eine entschiedene Initiative öffentlicher Stellen, die heute in den meisten Fällen die Bauherren sind, um dem Baustosfwucher in Deutschland zu begegnen. Dabei wird man allerdings über die Ankündigung einer eventuellen Lieferanten- sperre gegenüber solchen Unternehmungen, die sich an die öffentlichen Warnungen nicht halten, hinausgehen müssen. Notwendig scheint die systematische Organisation der Nachfrage der öffentlichen Stellen, soweit sie Bauherren sind, um als Macht auf dem Boustoffmarkt nachdrücklicher auftreten zu können. Beachtenswert ist ein Hinweis der Regierungsstellen, daß ins- besondere die Preise für R o h h o l z bedeutend gestiegen sind und daß diese Preissteigerung nicht zuletzt durch die E i n s u h r d r o s s e- lung aus Polen hervorgerufen ist, mit dem der Handels- krieg immer noch fortdauert. wie gelogen wirSl helfe, was helfen mag.— Gegen die öffentliche Hand. Vor einiger Zeit hat das Reichsgericht ein Urteil gefällt, in dem folgendes steht: Der Mißbrauch behördlicher Autorität zur Förderung von Unternehmungen der öffentlichen Hand im Wettbewerb mit pri- vatcn Unternehmungen verstößt gegen die guten Sitten und gegen das Wettbewerbsgesetz. Der gleiche Verstoß fällt einem öffentlich- rechtlichen Unternehmen zur Last, welches eine Behörde um eine derartige Förderung seines Wettbewerbes angeht. Wir zitieren hier nach der„Deutschen Bergwerks-Zeitung". Was dos Urteil meint, ist klar. Es meint den„M iß b r au ch b e- h ö r d l i ch e r Autorität" zur Förderung von Unternehmungen der öffentlichen Hand. Was aber macht die„Deutsche Bergwerks- Zeitung" daraus? Sie schreibt: „Vor kurzem hat das Reichsgericht die Unternehmungen der öffentlichen Hand im Wettbewerb mit privaten Unternehmungen unzweideutig als gegen die guten Sitten und dos Wettbewerbs- gesetz verstoßend bezeichnet... Mit diesem Urteil... hat sich der höchste Gerichtshof insbesondere auf den Boden der An- schauungen gestellt, die in der gemeinsamen Kundgebung der Spitzenverbände von Industrie, Handel und Handwerk usw. usw. in der„Singakademie" zu Berlin am 10. November 1926 ihren Ausdruck gesunden haben. Hoffentlich wirkt das Urteil auf den wirtschaftlichen Unternehmungsgeist der Behörden in Zukunft einigermaßen abkühlend. Eine solche Auslegung ist a l l e r g r ö b st e r Gimpelfang. den die„Bergwerks-Zeitung" ihrem Leserkreise allerdings wohl zumuten darf. Zu behaupten, das Urteil des Reichsgerichts richte sich gegen die„wirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand" und diese Betätigung im Wettbewerb mit privaten Unter- nehmungen verstoße gegen die guten Sitten und das Wett- bewerbsgesetz, das ist e i n s a ch e i n e F ä l s ch u n g. Und da man das Urteil gar nicht mißverstehen kann, eine bewußte Fälschung, die gar nicht sichtbar genug an den Pranger gestellt werden kann. Die Wechselgeschäste der Golddlskonlbank. Die jetzt bekannt gegebenen Bedingungen über die von uns jüngst angekündigten neuen Wechseldiskontierungen der Golddiskontbank lassen erkennen. daß auch die R e i ch s m a r k w e ch s e l. die die Golddiskontbank jetzt aufnehmen wird, aus Auslandsgeschäften stammen müssen. Ein wesentliches Bedenken gegen die neuen Geschäfte der Golddiskontbank fällt damit weg. Die Arbeiterbank auf dem Kapitalmarkt. Kurz vor Ostern hat der Sächsische Staat die Auslegung einer fechsprozentigen 50-Millionen-Anleihe durch ein Bankkonsortium ankündigen �lassen. wird geführt von der Preußischen Staatsbank(Seehcndlimg), de? Sächsischen Staatsbant und der Reichskredit-Gefellschast. Außerdenr gehören ihm sämtliche Großbanken und die führenden Privatbanken an. Es ist ein erfreuliches Zeichen für die Kraft, mit der sich die Arbeiterbank auch auf dem Kapitalmarkt durchsetzt. Es ist selbstverständlich, daß die Arbeiterbank sich bei der Auflecung öffentlicher Anleihen beteiligen darf und soll, nicht zuletzt auch im Interesse ihrer Sparer. Auch die Deutsche Girozentrale, die Spitzen- dank der deutschen Sparkassen, ist in dem Konsorttum vertreten. Je mehr öffenlliche und gemeinnützige Banken sich aus dem Kapital- markt neben den Privatbanken betätigen, die bisher ein Monopol hatten, um so besser. Die Gewinne in der Kälteindustrie. Die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen A.-G. Wiesbaden, die eine Anzahl wichtiger Unternehmen der Kälteindustrie zu einem Konzern zusammengefaßt hat und auf Grund hochwertiger Patente in fast allen europäischen Ländern Beteiligungen unterhält, kann auch das Jahr 1926, wie die vorhergehenden, mit hohem Gewinn abschließ."». Aus dos erhöhte Aktienkapital von 16,6 Mill. M. werden ber einem Reingewinn von 1,87 Mill. 10 Proz. Dividende aus- geschüttet, die genau den 12 Proz. auf das alte Aktienkapital von 13,75 Mill. im Vorjahr entsprechen. In dem ausgewiesenen Rein- gewinn und der Dividendenzahlung treten jedoch die tatsächlich er- zielten Gewinne keineswegs in Erscheinung, denn das Unter- nehmen hat seinen im vergangenen Jahr erheblich erweiterten Inter- essenkreis ausschließlich aus den lausenden Einnahmen finanziert. Die neu angekauften bzw. neu errichteten Werke in Mainz und Erfurt erscheinen in den erhöhten Anlagekon- t e n, die mit anderen Zugängen von 11,9 auf 13,5 Mill. M. gestiegen sind. Ueber einen Mangel an flüssigen Mitteln kann sich die Gesellschaft auch nicht beklagen. Das Gläubiaerkonto hat sich von 5,72 aus 5,13 Mill. gesenkt, wogegen sich die B a n k- guthaben mit 1,81 Mill. o e r d o p p e l t, die Wechsel mit 0,62 Mill. sogar fast versechsfacht und die sonstigen Gut- haben mit 5.5 Mill um 10 Proz. vermehrt haben. Im neuen Wirtschaftsjahr liegen bisher in allen Betriebszweigen Auftrage vor. für Anlagen zur Erzeugung von Sauerstoff und Stickstoff sogar in einem Maße, die volle Beschäftigung fast für das ganze lausende Jahr garantieren. wenn die„Bergwerks-Zeitung" einem Streik Erfolg wünscht. Etwa 200 000 Bergarbeiter stehen im amerikanischen Weich- kohlenbergbau in einem schweren Kampf, dessen Aussichten auf Erfolg nicht sehr hoch angeschlagen werden. Die großen Vorräte, vor allem aber die Tatsache, daß etwa zwei Drittel der Bergarbeiter im amerikanischen Weichkohlenbergbau unorganisiert sind und weiter arbeiten bzw. ihre Arbeit— es wird im amerikanischen Weich- kohlenbergbau durchschnittlich nur einige Tage in der Woche ge- arbeitet— während der Streikdauer beliebig ausgedehnt werden kann, erschwert die Führung eines erfolgreichen Kampfes. In der „Deutschen Bergwerks-Zeitung" werden trotzdem günstige Aus- sichten für die Arbeiter vorausgesagt. Die amerika- nischen Bergwerksbesitzer werden— so wird dort ausgeführt— den Streikenden nachgeben müssen, damit ihre Kunden nicht an die nicht- organisierten Bergwerke übergehen. Es wäre zu wünschen, daß die Prophezeiung der„Bergwerks-Zeitung" in diesem Falle in Erfüllung ginge. Was aber bei einem Organ der deutschen Schwerindustrie ungewöhnlich erscheint, ist ihr Wunsch, daß der Streik mit einem Er- folg für die Arbeitnehmer enden möchte. Eine Niederlage der Streitenden würde nämlich eine weitere Herabsetzung der Löhne in den Nichtorganisierten Gebieten zu Folge haben, wodurch die Wett- bewerbsfähigkeil der amerikanischen Kohle aus dem Weltmarkt zum Nachteil der deutschen Aussuhr eine neue Stör- t u n g erfahren mußte Amerika i st fern— die Erhöhung der amerikanischen Löhne kann unter Umständen auch den beut- schen Bergwcrksunternehmern willkommen sein. Deutsche Unter- nehmerlogik! Ein internationaler veloettrust. Kürzlich haben di« Mechanische Weberei in Linden-Honnover und die Berliner Vclvetfabrik M. Mengers u. Söhne A.-G. ihsi? Fusion beschlossen und sich damit zum Marktbeherrscher für deutschen Velvetsamt gemacht. Diese Kombinatton erfährt jetzt eine bedeutsame Erweiterung. Die seit 150 Jahren bestehende tschecho- slowakische Velvetsabrik G. A. Bröhlich Sohn A.-G. in Warnsdorf hat sich den fusionierten deutschen Gesellschaften angeschlossen. Damü ist in der Deloetindustrie ein Konzern gebildet worden, der auf dem Weltmarkt eine beherrschende Stellung ein- nimmt, da in ihm die drei größten Velvetfabriken zusammen- geschlossen sind. v «se®»*0 m g0 Va Das steigende Verlangen nach P.K.-Kau-Bonhons beweist ihre Beliebtheit in allen Krei-en. Stets reiner Mund und dauernd angenehm duftendet Atem D-r reiche Speichcifluss beim Kauen ist den Zähnen zuträglich und h.lft der Verdauung. G. H 2 Päckchen-° 4 Stück-- 10 Pf. Ueberall erhältlich! tF._________.— FABRIK; �•�WRIQULY A.Q. Frankfurt a.M.