♦ 4». �ahrg. Musgabe A Nr. 9S Bezugspreis. WSch-ntli»?v Piennta. monatlich 3.- Rcichsmar! vvranz»all Idar. Unter Kreuzband tllr Deutlltilant». T�mia. saar» und Mmelaebiet Oeiterrelch Litauen. Luiemdur» 4,50 Reichsmarl, für bat übtia« Ausland 3.30 Reichsmarl pro Monat. Der„SonoSrts* mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Boll und Zeit' Wune den Beilagen �Interbaltun« uns Wissen'.Aua der Zilmwelt'. .itraucnstimme'.Der Kinder» lreund'..Lugend-BorwSrts' und .Blick in die Bücherwelt' erscheint wochentSglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Zelearamm-Adresse: «Zozialveinoirot Berlin" Sonntagsansgabe Verliner Volksblatt �1Z pksnnlg� Anzeigenpreise: Die»inspaltta« Nonpareille- »eile 80 Psenni». Reklame, eil« 3.- Reichsmark,.«leine Anzeigen' das icttgedruckte Wort 23 Bienni» lzulllslia zwei icttaedrucktc Wortel. jedes weitere Wort 12 Viennia. Stellengesuch« das erll« Wort 13 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Picnnig. Worte über 13 Buch» itaben»Sblen wr Iwei Wort«. Arbeitsmark! Zeile 80 Picnnig. gamilienan, eigen kür Abonnenten Zeil« tO Pkennia. Anzeigen für die nächlie Nummer müssen bi« iVa Ub: nachmittags im Kauptgeschäit. Berlin EW 88. Linden» itrabeg. abgegeben werden. EeSisnet von 813 llbr früh bis 3 llbr nachm Zentmlorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Reüaktion und Verlag: Serlin SW. öS, Linöenftraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Maiprotejl gegen öie Reaktion! Arbeiter, Angestellte! In diesem Jahre fällt der 1. Alai In eine Zeit, in der co notwendiger ist als je, für die Forderunzen einzutreten, für die die Arbeiter aller Länder feit Zahrzehnlen an diesem Tage demonstrieren. Veltenfriede und Völkerverständigung. Ausbau des Arbeiterschutzes, insbesondere die geseh» liche Festlegung des Achtstundentages, das find die Punkte, für die wir am l. Mai stets unsere Stimme erhoben haben. Es hat zeitweilig geschienen, als fei es nichk mehr so notwendig wie vordem, für diese Forderungen einzutreten. Das waren die ersten Zahre nach dem Welkkrieg, wo dessen blutige Lehren noch nachwirkten. Diese sind heute in weiten Kreisen wieder vergessen worden. Reaktion und Faschismus erheben ihr Haupt, und wenn die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und die Arbeiterbewegung nicht stärker wären, würde das nationalistische Londsknechlstum überall triumphieren. Das hieße, die Fackel des Weltkriegs erneut zwischen die Völker schteudckln. Und überall, wo öie Neaktkon herrscht, bedeutet sie Unterdrückung öer Massen und Musbeutung öer Mrbelterschafi. Bei uns in Deutschland ist die Arbeiterbewegung zu stark und damit die Hemmnisse zu groß, als daß die Reaktion es wagen könnte, sich ausleben zu wollen. Aber auch bei uns heißk es. auf dem Posten zu fein. Der vom Reichspräsidenten gewollte Besitzbürgerblock regiert. Und wenn er auch notgedrungen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik Verständigungspolitik treibt, so versucht er doch zugleich auf dem Gebiete der Innenpolitik das Rad rückwärts zu drehen. Das zeigen mit aller Deutlichkeit die Verhandlungen des Reichstages in den letzte« Wochen, als es galt, durch das Arbeitszeitnotgesetz den Achtstundentag zu sichern und die Versprechungen der Regierungserklärung über den 2lusbau der Sozialpolitik wahr zu machen. der Mchtstunöentag ist nicht gesichert woröen und von allen Posten öes Etats waren es nur öie sozial- politischen, öie Mbsiriche erfahren mußten. So tritt an die Stelle des ArMterschutzes der Schuh der llukcruehmer. So sehen die Zeichen der Zeit aus. Dos muß olle Arbeitenden mahnen, fest zusammenzustehen zur Wahrung ihrer Inkerc-sen. And das muß am l. Alai zum Ausdruck kommen in der Beteiligung an bfm Aufmarsch der Arbeiterschaft. flrbeiter, Mngesiellte I Vemonsiriert am 1. Mai l Es handelt sich um die Vertretung hoher Ideale und praktischer Ziele. Mgemeiner freier /�ngestelltenbunö. Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbunü. Wahltag in Deutschöjkerreich. Das ständige Wachstum der Sozialdemokratie. Der heutige Tag entscheidet wieder auf vier Jahre über die Zusammensetzung des Nationalrats, mehrerer Landtags und Gemeindevertretungen Deutschösterreichs, vor allem auch über den Eemeinderat, zugleich Landtag der Hauptstadt Wien, die als eigenes Bundesland der Gemeinde- ratsmehrheit die Freiheit gewährt, ihre Steuern festzusetzen und ihre Einnahmen zu oerwenden, ohne daß die Bundes- regierung viel hineinreden könnte. Das heißt im gegebenen Falle, die kapitalistische Reaktion ist gesetzlich nicht in der Lage, das sozialistische Wiederaufbau- und Reformwerk der roten Rathausmehrheit zu hindern. Bei den letzten Parlamentswahlen in Altöstsrreich, es war 1911, errang die Sozialdemokratie 18 von den 33 Man- daten Wiens und damit die Mehrheit in der Hauptstadt. Aber erst ber_ Umsturz— der übrigens in Deutschösterreich nicht einen einzigen Tag Parlamentslosigkeit, also Diktatur, ge- bracht hat— beseitigte das schändliche Klassenwahlrecht auch in der Gemeinde, das die Christlichsozialen bis zuletzt krampf- Haft festgehalten haben. Das demokratische Wahlrecht gab der So'ialdemokratie sofort die Rathausmehrheit. Wie unsere vorbildliche Wiener Organisation den jetzigen Wahlkampf ge- führt hat. schildert unser dorthin entsandter Berichterstatter an anderer Stelle dieses Blattes. Deutsckösterreich zerfällt für die N a t i o n a l ra i s> wähl in 23 Wahlkreise. 1923 wurden gewählt: 82 Christ- lichsostale, 68 Sozialdemokraten, 10 Großdeutsche und 5 Land- bündler. Im ganzen sind 165 Mitglieder zu wählen. Rest- stimmen, die nach der ersten Ermittlung der den ein'clnen Listen zufallenden Mandate verbleiben, werden in einem späteren zweiten Ermittlungsverfahren berücksichtigt. Zur Erlangung der M e h r h e i t im Nationalrat müßte die So- zialdemokratie gegen 350000 Stimmen gewinnen. vle Wahl!üge über öas Reichsbanner. Magdeburg. 23. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Bundes- vorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Sold teilt mit: Die Berliner Hugenberg-Zsitung„Der T a veröffentlicht« am Sonnabend in sensationeller Aufmachung eine Meldung über rote Putschpläne in Oesterreich. Es wird u. a. behauptet, der Sekretär des Republikani- schen Schutzbundes H e i n z- Wien sei beauftragt worden, sich mit Oberpräsident Hörsing über die Heranziehung des Reichsbanners zu Abwehr maßnahmen zu verständigen, und diese Berständigung stl erfolgt. Ferner wird behauptet, die österreichischen General« a. D. Körner und Schneller hätten Pläne für das Zusammenwirken von Reichsbonner und Republikanischem Schutzbund ausgearbeitet. Weiter wird eine direkte Verbindung zwischen den tschechischen soz'alistischen Organisationen und dem Reichsbanner behauptet und daß das Reichsbanner im Besitz von Waffen und Wasfenlogern sei. Die„Tag"-Meldulig ist von Anfang bis zu Ende aus den Fingern gesogen._ Regierungskrise in Litauen. Tie christlichen Demokraten verlassen diePutschregierung. Ä o w n o. ZZ. April.(BIB.) Finanzminifler karvells und kullusmlniskcr Dnstras. die der christlich-demokratischen parte! an- gehören, und Derkehrsmiuister Iankewitschlus von der Landwirte- portei haben ihren Rücktritt erklärt. Es wird voraussichtlich folgendes neue Kabinelt gebildet werden: Premierminister und Finanzen T u b e l i s(Partei Tautininkai), Kultusminister Dng. Schaken! s (Tautininkal). Verkehrsminister Zng. Vileischis. der Tautininkai nahestehend. Die übrigen Minister würden im Kabinett verbleiben. Es verlautet, daß die Ehri st lich- Demokraten in die Opposition gehen weiden. pilsuüskis preffeknebel. Werkzeug der Wahlmache. Barschau, den 23. April.(Eig. Drahtbericht.) Der Minister- rat hat beschlossen, ein neues Preßgesetz als Dekret des Staats- Präsidenten zu erlassen. Die Regierung war bereits vor Monaten so vorgegangen, aber diese Knebelung der Presse hatte der Sejm nach kurzem Bestand aufgehoben. Das neue Gesetz sollte unter Mitarbeit von Vertretern der Journalistcnverbände ausgearbeitet werden und gegenüber dem vorigen weit liberalere Bestimmungen enthalten. Wie jetzt bekannt wird, ist das neue Gesetz seinem Vor- gänger v ö l l i g g l e i ch. Da eine baldige Einberufung des Sejm, der das Dekret außer Kraft setzen kann, kaum bevorsteht, so ist für die nächste Zeit wieder mit vollständiger Presseknebelung zu rechnen. so daß die Regierung allerlei machen kann, was die kommenden Gemeinde- und Parlamentswahlen stark beeinflussen könnte. Der antidemokratische Charakter der Regierung Pilsudski, der sich immer mehr einer Diktatur nähert, die auf eine parlamentarische Dekoration nur au» taktischen Gründen nicht verzichtet, kommt in dem neuen Gesetz ganz deutlich zum Dorschein. vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin SM. bs, Lindenftr.Z voltickcckkont,: Berti» 87 531-«a»Nont>>: Bant der Arbeiter. Auaestelte» »»d Veamien. Wullstr. 05; Viskoute-Sefelllchaft. Beposttenkaste Liudenstr. 3. Jlucht vor öer Wahrheit. Vttterläitdische Ausreißerverbändo? Wer über bie nationalen Wehrverbände nichts weiter wüßte, als was ihre Führer am Sonnabend im Wiking-Olympia-Prozeß ausgesagt haben, der er- hielte etwa folgenden Eindruck: ein zitterndes Häuflein wehr- loser Lämmer, geplagt von ständiger Angst vor den schreck- lichen blutdürstigen Kommunisten, Tag und Nacht über dem Problem grübelnd, wie man vor dieser wilden Rotte im Ernstsalle durch rascheste Flucht aus Berlin das eigene kostbare Leben rette I Tatsächlich! So und nicht anders haben die v. Luck, v. S o d e n st e r n, v. K n a u e r, v. Stephan!, v. H u g o und Schneider in gut eingelernten, wörtlich fast überein- stimmenden„Zeugenaussagen" den Zweck ihrer geheimen Be- sprechungen zu Beginn des Jahres 1926 dem Staatsgerichts- Hof dargestellt. In der Not frißt der Teufel Fliegen, und ein echt nationaler Mann stellt sich lieber der Oesfentlichkeit als zitternde Memme dar, ehe er zugibt, hochverräterische Dik- taturpläne geschmiedet zu haben. Militärische Ausbildung der Wiking- und Olympia-Mit- glieder? Wahnsinn, völlig zwecklose Spielerei, unnütze Kraft- Vergeudung— so überbieten die zu B e r b a n d s f ü h r e r n gewordenen ausrangierten Obersten und Majore einander mit pathetischen Beteuerungen.„Wir als M i l i t ä r s wissen doch am besten, daß Z i.v i l i st e n durch ein paar Felddiensi- Übungen keine brauchbaren Soldaten werden." Aber d i e s e lb e n Sachverständigen erklären den�„Roten Frontkämpferbund" für eine schier fürchterliche Macht, der gegenüber die disziplinierten Kräfte der Reichswehr und Schutzpolizei glatt versagen würden. „Nichts war geplant als die Rettung unserer wehrlosen Mitglieder bei dem sicher bevorstehenden Konununistenputsch." Bitte, wann ist denn nun der Putsch ausgebrochen, wann hat die Schutzpolizei versagt? Ist nicht der Rote Frontkämpfertag zu Pfingsten 1926 völlig ruhig vorübergegangen, der den gefürchteten„roten Klamauk" (Ausdruck Luckss mit Sicherheit bringen sollte? Verlegenes Schweigen.„Wir haben halt an den bevorstehenden Kam- munistenputsch fest geglaubt." „Warum gingen Sie nicht die Polizei um Schutz an?"— „Wir hatten kein Vertrauen zu ihr."—„Hat nicht Major v. Stephani, der Leiter des Berliner Stahlhelms, bei zwei Gelegenheiten im Jahre 1926 und 1927 der Berliner Polizei schriftlich für den mu st erHaften Schutz van S t ah l h e l m v e r a nst a l tu n g e n gedankt?" Der Zeuge v. Stephani muß es kleinlaut zugeben. Hinter der verächtlichen F e i g h e i t s p�o s e der Vater- ländischen aber oerbirgt sich ihr wahres Gesicht. Wir über- schätzen den Heldenmut der Wiking- und Olympia-Leute keineswegs. Aber s o feige, wie sie heute erscheinen möchten, damit man die wahren Ziele ihrer Aufmarschpläne und Be- sprechungen nicht erkenne, waren sie denn doch nicht. Der „Kommunistenputsch", von dem die Herren so gut wie wir wissen, daß er 1926 nur in ihrer Phantasie be- stand, falls sie nicht selber ihn provozierten(siehe die Bekun- dung des Zeugen Käsehage)— dieser Kommunistenputsch sollte nur der V o r w a n d sein, um über Artikel 48 der Ver- sasiung zur„nationalen Diktatur" zu gelangen. Deshalb waren die Provokationspläne Sodensterns, der Aufmarschplan Knauers auch nur ein Teil des Programms. Der andere noch geheimere Teil konzentrierte sich auf die Person des Reichspräsidenten v. Hindenburg. Nur wenn der dazu gewonnen wurde, auf Grund des Ar- tikels 48 den Belagerungszustand zu verhängen, den Reichstag aufzulösen und die Diktatur zu errichten, konnte der auf Ab- wehr eines provozierten Kommunistenputsches ausgebaute Plan glücken. Sodenstern hat dieses Programm— als„Theorie", aber praktisch deutlich greisbar— dargelegt. Der Reichspräsident soll wohl zunächst(noch scheinbar verfassungstreu) Neuwahlen ausschreiben, aber den neuen Reichstag wieder auseinander- jagen und— da dies verfassungsrechtlich zulässig ist— einfach die entgegenstehenden Versassungsartikel und so nach und nach die ganze Verfassung außer Kraft setzen, bis nur noch der Artikel 48 übrig blieb! Das Ei des Kolumbus— die legale Diktatur! War Hindenburg hierzu zu gewinnen? Der tatsächliche Verlauf der Dinge spricht ebensowenig dafür wie die Ein- stellung Hindenburgs zum Verfassungseid. Aber wir wissen, daß in jenem Frühjahr 1926 von mehreren Seiten mit größter Anstrengung auf den alten Herrn eingewirkt wurde, um ihn zur Errichtung der Diktatur zu bestimmen. Unter denen, die damals bei Hindenburg vorl»>rachen, war auch Herr v. Soden- stern. Freilich, er gibt auch dieser Unterredung einen völlig nichtssagenden Inhalt, obwohl er— auch dies ist charakteristisch genug— mit seiner Darstellung des Gespräches der vom Reichspräsidenten gegebenen völlig widerspricht. Wenn er freilich in der Märzsitzung der Führer der vaterländischen Verbände damit prahlte, nunmehr auch den Reichspräsidenten für seine Pläne gewonnen zu haben, so ist er damals in seiner Darstellung ebensoweit über die Wirklichkeit hinausgeschossen. wie er in seiner Zeugenaussage hinter ihr zurückgeblieben ist. Das Kapitel Hin den bürg wird jedenfalls noch ausgiebig zu erörtern sein. Es wird namentlich festzustellen sein, wer damals austerSodenstern noch beim Reichs- Präsidenten war. um ihn dem Diktaturplan geneigt zu machen. Auch hier taucht der Name Hugenberg auf. Aber noch ein Punkt soll nicht ganz vergessen werden: zwei Angelpunkte hatte der Plan—.Hindenburg und den Kommunisten schrecken. Auch hier war die rote Front wieder einmal die Kulisse, hinter der die schwarz- weißrote Front aufmarschierte. Wollen nach den Leipziger Feststellungen�die K o mm u- nisten am 8. Mai in Berlin wirklich den Sodensternen in die Hand spielen, damit die Diktaturpläne noch nachträglich eine scheinbare moralische'Rechtfertigung fänden? El. K. Leipzig. 23. April.(Eigener Drahtbericht.) - Nachdem die Zeugenoernehmu:� mit der Au-soge Soden- sterns, mit seiner Darlegung des„legalen Pntsches" und seinem Halbeingeständnis der Einwirkung auf Hindenburg(oergleiche den heutigen Leitartikel) einen gewissen Höhepunkt erreicht hatte, verlaust der Rest der Zeugenvernehmung recht eintönig. Major v. Knauer, der Führer des Tannenbergbundes, Major v. Stephan!, Führer de» Berliner Stahlhelms, Major a. D. Schneidler, gleichlalls vom Stahlhelm, Oberstleutnant v. Hugo vom Nationalverband deutscher Offiziere treten nacheinander auf und schnarren wie Auto- maten ihr auswendig gelerntes, fast wörtlich übereinstimmendes Sprüchlein:„Unsere Mitglieder waren mit Befürchtungen und Be- schwerden an uns herangetreten, wie sie sich bei dem bevorstehenden Kommun'stenpulsch schützen sollten, infolgedessen fand die Sitzung statt, in der beschlossen wurde, den Plan einer Herausziehung der Mitglieder aus Berlin zu entwerfen" usw. Die vöm Zeugen Käse- hage bestätigten Aeutzerungen Sodenstern» über den zu provozieren- den Konimunistenputsch will keiner der Zeugen gehört haben, der eine war gerade hinausgegangen, der andere hatte im Nebenzimmer «ine Besprechung usw. Es folgen die Zeugen, die sür die Glaubwürdigkeit Käsehages geladen sind. Bon diesen bestätigt der Grahindustrielle Arnold R« ch b e r g, daß auch ihm Käsehage gleich am Tage noch der Sitzung der BVV. die Aeuherungen Sodensterns über die Errichtung d«r Diktatur usw. in dem gleichen Sinne dargestellt habe, wie sie später in das Protokoll gekommen sind. Dagegen können Oberst Bode und Hauptmann Wackerzapp sich der Gespräche, auf die Käsehage sich beruft, nicht entsinnen und bestreiten sie. In der Frage der Vereidigung der Zeugen hat der Senat den prinzipiellen Beschluß gefaßt, daß die Bestimmungen der Straf- Prozeßordnung hierfür entsprechend anzuwenden sind, daß daher die- jenigen Zeugen Nicht vereidigt werden können, bei denen irgendwie der Verdacht besteht, daß sie an den Handlungen der Verbände, die zum Verbot geführt haben, teilgenommen oder sie begünstigt haben. Da diese Frage bei den Zeugen Luck, o. Sodenstern. v. Vieting- hofs-Scheel und Käsehage noch nicht geklärt ist, wird deren Lereidi- gung zurückgestellt. Die anderen Zeugen werden vereidigt. Au» dieser Entscheidung ist vielfach im Publikum der Schluß gezogen worden, daß die Anwendung der Strafprozeßordnung auch bedinge, daß zur Aufrechterhaltung de» Verbotes der Verbände eine Zweidrittelmehrheit des Senats(also S von 9 Stimmen) nötig sei. Diestrifstjedochnichtzu. Die Analogie erstreckt sich nur auf die Leweisaufnahme, nicht auf die Urteilsfällung. Wie wir erfahren, ist sich der Senat ausdrücklich darüber klar geworden, daß die getroffene Entscheidung die Frag« der Urteilsmajorität nicht projudiziere. Gegen Schluß der Sitzung teilt Ministerialrat Schönner mit, daß er das neue Material der Regierung gemäß einem Wunsch de». Barsitzcnden der gegnerischen Verteidigung zur Kenntnis ge- geben habe. lieber den Inhalt des Materials wurde hier bereit» einige» mitgeteilt. Es dürfte auch sonst noch einige unangenehme Ueberraschungen sür Herrn Ehrhardt und seine Anwälte enthalten. Deutschnationale Sürgerblockbilanz. Natonalistische Radaupolitik— die zweite Etappe. Die innenpolitische Wochenschau der„K r e u z- Z e i- tung" beschäftigt sich mit dem Artikel der„Germania", in dem den Deutschnationalen klipp und klar erklärt wurde, daß das Zentrum nicht daran denke, die Sozialdemo- traten in Preußen im Stich zu lassen. Resigniert stellt das Blatt fest, daß damit eine Hoffnung der Deutschnationalcn zu Wasser geworden sei. Was tun? Abwarten! Der linke Flügel der Sozialdemokraten dränge zu einer koalitionsfeind- lichen Politik. Gewinne diese Richtung die Oberhand, dann sei die große Stunde der Deutschnationalen gekommen. So ruhig der Ton dieser Ausführungen ist, den Aerger über die Absage des Zentrums kann das Blatt des Eroken Westarp doch nicht ganz unterdrücken. Und so rächt es sich damit, daß es der„G e r m a n i a", die die Futtertrippen- Politik der Deutschnationalcn mit ihrem richtigen Namen ge- nannt, hatte, nachsagt, sie leiste den lügenhaften Uebertreibungen der Linkspresse bewußt Vorschub, im übrigen treibe auch das Zentrum ungeniert Futterkrippen- Wirtschaft, man werde ihm gründlich auf die Finger sehen müssen, damit es nicht den preußisch-sozialistischen Einfluß auch auf die Reichspolitik übertrage. Hält man dazu, daß die„Kreuz-Zeitung" in gleichem Atem die So- ziaidcmokratie als„Gegner des Staates, unserer Kultur und unserer Gesellschaftsordnung" bezeichnet, so hat man ein Bild von der Bosheitspolitik unter Koalitionsgenossen. Der Handstreich auf Preußen mißlungen— ober die Partei des Grasen Westarp hat noch«inen zweiten Pfeil im Köcher. Der Heßartikel der„Deutschen Tages- z e i t u n g" ist nicht von ungefähr erschienen, die Franzosen- hetze der deutschnationalen Presse hat ihren guten Grund. In Zukunft, so erklärt die„Kreuz-Zeitung", werde die Deutsch- nationale Partei ohne Rücksicht auf die Koalition die Hauptpunkte ihres Programms mehr als bisher in der Oeffentlichkeit propagieren: der nationale Gedanke müsse aus dem Zustand der Stagnation herausgerissen wer- den. Auf welchem Wege? Bahn fr«, Herr Stresemonn! Das Blatt des Grafen Westarp verkündet: „Es genügt nicht, wenn wir melancholische Artikel schreiben (gemeint sind die Osterartikel des Außenministers Dr. Stresemonn und der„Germania". Anm. d. Red.) und entrüstet« Resolutionen fassen darüber, daß die Räumung des besetzten Gebietes immer noch nicht in Angriss genommen worden ist. Gerode aberdemReich»- a u ß e n m i n i st e r, der da, ganze Ziel seiner Politik zunächst, wi« er wiederholt versichert hat, auf Befreiung des Rheinlandee einge- stellt hat, müßte daran liegen, daß ein Slnrm der Entrüstung in ganz Deutschland zum Ausdruck kämr über die Art. wie wir wieder von Frankreich übers Oh? gehauen worden sind. Aber merkwürdiger- weise wird jede Gefühlswallung gegen französisches Unrecht von ge- wissen Kreisen nur innerpokitisch ausgemünzt. Man kreidet uns gar zu gern solch berechtigte» Ausbegehren al» ein Abweichen von d e n„R i ch t l i n i e n" an, die in außenpoliiischer Beziehung bei dem Eintritt in die jetzige Koalition vereinbart worden sind. Das ist natürlich eine ganz irrige Auffassung und, wenn jetzt die Linkspresse immer wieder versucht, hier Gegensätze innerhalb der Koalition zu schaffen, so ist das doch ein so durchsichtiges Manöver, daß weder der Reichsaußenminister noch die oft empfindliche Volksparten darauf hereinfallen sollten. Aehnlich liegen dl« Dinge mit dem Dawes-Plan.. Ts wäre deshalb von der Deutsch- nationalen Volksparlei verdienstvoll, wem» sie von Darlel wegen jetzi eine Bewegung im Lande enlslammtc, die sich gleichzeitig gegen das Unrecht am Rhein und gegen dt« Dawes-Lasten ruh tele. Nur so kann dem Reichsaußenminister der Boden bereitet»erden für eine Politik der Befreiung, die doch für jeden, der an dieser Stelle ist, im Vordergrunde stehen muß, wobei besonder» zu betonen wäre, daß nicht neue, andere Bindungen dem deutschen Volk auferlegt werden dürfen wie sie zum Beispiel durch ein sogenanntes Ost-Lvcarno an- scheinend noch immer geplant sind." Nach der„D e u? s ch e n T a g e s z e i! u n g" stellt damit auch die ,L r e u z- Z e i t u n g" dem Osterartikel des Reichs- außenministers Dr. S t r e s e m a n n die Zensur ungenügend aus, sie unterstreicht die Chauvinistensprache des Agrarier- blattes, die in bewußtem Gegensatz zu dem Tone Dr. Strese- manns gebraucht worden war, noch, sie fordert die d e u t s ch- nationale Parteileitung auf, sich an die Spitze der Ehauvinistenmeute zu stellen. Das Pech der„Kreuz-Zeitung" ist es, daß sie sich dos Geständnis entschlüpfen läßt, der Zweck der Uebung sei ledig- lich eine nationale Morphiuminjektion für die Deutschnationale Partei. Damit drückt dag Blatt des Grafen Westarp der Aktion von vornherein den Stempel der Unwahrhaftigkeit auf die Stirn. Es bestätigt, was es zu gleicher Zeit als eine Lüge der Links- presse dementieren möchte. Es diskreditiert im voraus� die Politik und den Politiker, der sich dieses innen» und außen- politisch schädlichen Mittels bedient. Das nationale Schrein. Ter Kuhhandel»nit de»n Neichslandbnnd. Uns wird geschrieben: Die agrarische Agitation für das„n a- t I o n a l e S ch w e i n", d. h. für höhere Zölle auf die Fleischeiniuhr aus Polen, scheint auf das gegenwärtige Kabinett nicht ohne Einfluß geblieben zu fein. Am Freitag wurde nämlich im Preußischen Staatsrat die Anfrage des Grafen von Keyserlink erörtert, die„auf die Gefahren hinweist, die aus der vermehrten Einfuhr van Bich und Diehprodukten der deutschen Landwirtschast erwachsen". Dazu wurde bemerkt,„d a ß die Reichsregicrung bei der Wiederaufnahme der zurzeit ruhenden Handels- vertragsverhastdlungen die Berücksichtigung der Interessen der heimischen Landwirtschast zugesagt hat". Die Zusage der Rcichoregierung bezieht sich natürlich auf die deutsch-polnischen Liandelsvertragsoerhand- l u n g e n. Somit ist zu erwarten, daß hier ganz unnötigerweise neue Schwierigkeiten geschaffen werden. In einem Interview, das Staatssekretär Lewald Mitte Januar 1927 einem Vertreter der Fleischerorganisation gab, betonte er näm- lich, ,chaß von deutscher Seile die Einfuhr eines erheblichen Kon- tingent» geschlachteter Schweine für Deutsch-Oberschlesien und die unbeschränkte Einfuhr polnischen Schweinefleisches für eine größere Zahl deutscher Fleischfabriten(gemäß polnischen Wünschen. Red. d. SPD.) zugestanden worden sei". L-lvald unterstrich damals, „daß die von Deutschland gemachten Kanzessionen hinsichtlich der Fleischeinfuhr gegen die Auffassnng sprächen, daß agrarische Ein- flüsse die Belvagungsfreiheit der deutschen Bevollmächtigten bcein- trächtigen". Das schien Mitte Januar noch der Fall gewesen zu sein. Am 20. Januar hat dann der Reichslandbund eine Eingabe an die Reichs regierung gerichtet, in der er sich gegen die von Lewald erwähnten Konzessionen wandte. Grundsätzlich forderte der Land» burid,„daß keine Konzessionen bei Wiederaufnahme der VerHand- lungen bewilligt werden dürfen und der Zoll für Schweine und Schweinefleisch so festzusetzen sei, daß sie keinesfalls unter den Sätzen des deutsch-schwcdischen Vertrages liegen". Die Sätze im deutsch-schwedischen Vertrag machen für Schweine tk M. und für Schweinefleisch 21 M. aus. Gelingt es den Agrariern, sie für den deutsch-polnischen Verkehr festzusetzen, so bedeutet da» eine maßlose Verteuerung der Lebenshaltung des deutschen Volles. Nach der Verlautbarung im Preußischen Staatsrat scheint dl« gegen- wältige Regierung zugunsten der Agrarier zu einer wetteren Belastung der Lebenshaltung des deutschen Volkes bereit zu sein. Der russische üankongeneral Galens. der in den Neutermeldungen des angeblichen Inhalts in der Pekinger Sowjetbotschaft gefundener Dokumente genaniu wird, ist in T s ch i t a, der Hauptstadt Ost» sibiriens, eingetroffen, also in Sicherheit. /lltöfterreichisthe Wahlerinnerungen. Von Richard Bernstein. ' Als 1896 dem Parlament die V. Kurie angeflickt wurde und zum ersten Male auch die„notige Bagasch" wählen konnte, wie die wahlprioilegierten Geldjpießcr die Arbeiter nannten, die zumeist noch nicht direkte Steuern zu zahlen brauchten, war ich erst ein Wiener k. k. Staats-Realschulbub von 14 Jahren, aber schon ein heißer Sozi. Mein Vater hatte bi» dahin immer liberal gewählt. Als die amt- lich« Wahllegitimatlon auf violettem Papier und der Stimmzettel für die V. Kurie zugestellt wurde, fing ich sie ab und eilte, den Zettel— mit roter Tinte— auf den sozialdemokratischen Kandi» baten aurzusüllen: Jakob Reumann. Zeitungsherausgeber, Wien V., Reinprechtsdorser Straße, glaube ich, die 5?ausnummer weiß ich nicht mehr. Mein Vater lachte nachher darüber und sagte:„Die Liberalen stellen i» der V. Kurie keinen aus und anders hätte ich auch nicht gewählt, als du mir da vorgeschrieben hast." Den Tag über nach der Schule, es war der ö. März 1897, lief ich an möglichst vielen Wahllokalen vorüber, war auch abends unter der Menge, die vor dem magistratlichen Bezirksamt aus die Ver» kündigung des Ergebnisses vom Balkon herab wartete— erfuhr aber doch erst am nächsten Morgen aus der Zeitung, daß„wir" in ganz Wien durchgefallen waren.„Brauchst nicht weinen. Kind." höre ich noch heute die tröstende Stimm« meines Vater». Die nächste Reichstogswahl war 1901 nach dem gleichen System.- Da war man schon Hochschüler, schrieb schon seit Jahren für die „Glühlichter", unser längst entschlafene» Witzblatt, und sür Partei- zeitungen, redete auch schon„Bildung" in den Gewerkschaften, hatte seit Iahren unzählige Stunden al» Parlamentskiebitz auf der zwei- ten Galerie verbrach,— also da hieß es schon fest mitogitieren. Meine„Arbeitsstätte", eben die Hochschule, lag im 2. Wahlkreis: Vittor Adler war aufgestellt und gegen ihn»in Julius Pochazta für die Christlichsozialcn. Das Wahlkomitee schickt mich zu«inigen vermutlichen Adler.Wählern. die noch nicht gestimmt haben. Zuerst in ein altes, halbverfallenes Hau», Proletarlcrgcgend. der Wähler ist Schwerarbeiter. Vortrag der Bit!« und Erinnerung' doch endlich das Bürgerrecht auszuüben und die Arbeiterpflicht zu erfüllen.„Für wem tumman's denn?"„No natürlich für'n Zlrbeltertandidaten, für'n Doktor Viktor Adler, der schon soviel sür die Arbeiter getan hat und hat ausstehen müssen." ,Io, den Iud'n wick i wöhl'n— schaun's, daß' außakemma, sonst—-- r Das war aljo gefehlt. Weiter. Ein Prokurist in gut eingerichteter Wohnung, sehr freundlich. ladet mich zum Sitzen ein, die Frau Gemahlin ist dabei.„Hübsch von Ihnen, daß Sic mich erinnern kommen, hätte es wirklich ver- gesse». Und natürlich wähle ich nicht christlichsozial, also muß ich hall sozialdemokratisch wählen. No. wir haben ja noch die Städte- kurie, da gibt'» ja liberale Kandidaten. Aber bitte, wer ist denn Ihr Kandidat?" Ich war starr: nach monatelonger Agitation, trotz Plakaten, Flugzetteln, Zeitungen— wußte dieser Intellektuelle nicht, wer Kandidat... Am 14. Mai 1907 wählten wir endlich, diesmal auch ich schon, unterm gleichen Recht, freilich an Proporz und Frauenwahlrecht war noch gar nicht zu denken. Die gewaltigste Wahlrechtsdemon- stration vom 2«. November 190S hatte Ich noch in Wien mitgemacht — mit Hilferding, Renner, Otto Bauer, Max Adler, dem Akade- mikertrupp voranziehcnd— nun war ich„hauptamtlich" für die Partei in Nordböhmen tätig. Es war ein fröhliches Jagen damals Im Ijer- und Riesengebirge; klarer Kamps gegen die.freialldeutsche" Unternehmerpartei K. H. Wals», Schonung der absterbenden Fort» schrittlcr, deren Stimmen wir für die Stichwahlen uns nicht oer- scherzen durften. Und link» von un» gab es nichts mehr. Das war ein Wahlfeldzugl Am Abend des Wahltages— plötzlich, ohne Einberufung, 1200 Menschen im größten Bersammlungslokal um uns herum, jubelnd, fragend, rufend: wir haben im Landbezirt sicher gesiegt, in den vier Städten wahrscheinlich günstige Stichwahl. Da» war Rc» vanche für 1901, wo wir da oben dos 1897 mit Wilhelm Kiese- w e t t e r an einen Nationalisten und. wie sich bald zeigen sollte, ein übles Subjekt verloren hatten. Pillen gegen Zuckerkrovkheik. Der deutschen Wissenschast ist allen, Anscheine nach wieder ein großer Fortschritt zum Segen der kranken Mensclcheit zu verdanken. Als vor wenigen Jahren fest- aestellt wurde, daß ein Mangel des Sekrets der Inseln in der Bauch- speicheldrüse die Zuckerkrankheit oencrsache und auf Grund dieser Feststellungen das Insulin zur Bekämpfung dieses schweren Leidens fleschoffei, wurde, schien einer der gefährlichsten Feinde der mensch- lichen Gesundheit überwunden. Durch Einspritzungen von Insulin tonnten die Kranken zuckersrei gemacht werden.' dieses Mittel bewährte sich in den meisten Fällen ausgezeichnet, halte allerdings n. a. auch den großen Nachteil, daß die Einspritzungen unausgesetzt erfolgen inuhten. Aus dies« Weise wurde es zu einer schweren Belästigung der Kranken. Nun hat Prof. v. Noorden in Frank- furt a. M. mit einem neuen Mittel, dem Horment de» Dr. Meißner, in vielen Fällen bei Zuckerkrankheit Erfolge erzielt, die die Leistungen des Insulin offenbar bei weitem durch die Art über. treffen, wie das Mittel verabfolgt wcrd-n kann. Es handelt sich hier nämlich nicht um Einspritzungen, sondern um Pillen, die der Zuckerkranke einnimmt und durch die die schädlichen Folgen dieses Leiden- behoben werden. Man hat, um die Wirkungen dieses neuen Mittels zu erforschen, vorher Tierversuch« unternonmien, und zwar Versuche sehr radikaler Art. Den Ratten wurde nämlich die Bauch» speicbeldrüse entfernt, wodurch sie die Fähigkeit verloren, das Insulin für die Verarbeitung des Zuckere zu produzieren. Dadurch wurden die Tiere künstlicb in fchwerster Weise zuckcrkrm.k gemacht. Es stellten sich auch sofort die Erscheinungen ein, die mit diesem Leiden ver- bunden sind. Nach Verabreichung der Pillen verschwand aber der Zuckergehalt des Blute», so daß daraus hervorging, daß die Pillen tatsächlich geeignet sind, die Folgen der Zuckerkrankheit zu be- kämpfen. Das Geheimnis des Zuckerleidens scheint auch durch dies« Erfindung seiner Aufklärung nähergekommen zu sein. Au» dem dunkelsten Amerika. Die Sorge der New Porkcr Polizei um das moralische Niveau des amerikanischen Theatcrspiel- Plans gibt den Behörden in dem als besonders bigott bekannten Boston keine Ruhe. Vor einigen Tagen wurde in Boston plötzlich der Verkauf von neun Büchern polizeilich verboten. Eine» von den beschlagnahmten Büchern wird seit drei Jahren össentlich verkaust. ein anderes war«ine Gedichtsammlung de» im Kriege gefallenen englischen Lyrikers Edward Thomas, ein ganz harmloses Werk. Sämtliche beschlagnahmten Bücher lagen jahrelang im Schaufenster der Buchhandlungen und hatten gar keine Verbreitung gefunden. Jetzt aber ist das Interesse des Publikums plötzlich erwacht. Merk. würdigerweise kann man jede» Buch, auch wenn es verboten ist, bei dem Verleger durch die Post bestellen. Besonders angenehm war das Verbot für einen gewissen Percy Marks, der das ver- boten« Buch„The Plastic Age" versaht hat. Er hatte, so erklärte er einem Journalisten, schon längst einmal nach Europa fahren wollen: er besah aber nicht das nötige Geld. In wenigen Tagen wurden nun soviel Exemplare seines Buches unter der Hand ver» kauft, daß er sich jetzt«ine schöne Reise nach Europa leisten kann. Merkwürdigerweise hat der bekannte Herausgeber des„American Mercury". H. L. Mencken, in einem Interview die Bostoner Polizei in Schutz genommen. Man darf nicht vergessen, daß seine Zeit» schrlft in Boston vor einem Jahr verboten war. Es gelang aber Mencken. durch einen Prozeß die Aufhebung des Verbots durchzu» setzen. Seitdem ist er sehr bostonfreundlich gestimmt. In Boston. erklärte Mencken in seinem Interview, kann man am besten Bücher schlüpfrigen Inhalt» absetzen. Ausführung allniedersächsischer Dramen. Das Städtische Schau» spielhauz zu Hannover brachte im Rahmen eines altnieder» fächstichen Abends drel klassische Werke zur Urausfühnmg. Zuerst gingen der„Sünd-nsoll und Umkehr der Klausnerin Maria" und „Dulzitius� der lüstern' Landpfleger" der Roswitha von Ganders- heim in Szene, sodann die„Komödie von Venzentius Ladislaus, dem ruhmredigen Soldaten" von Herzog Heinrich Julius, die samt- lich mit großem Beifall ausgenommen"wurden. Alle drei Werl« wurden in der Beordeitunq von Dr. Ernst Leopold Stahl vom Münchcnrr Staatslheater gegeben. ver Scheldekunnck. In einer Besprechung des belgischen Fi- nan.zmlnisiers mit den Mitgliedern des Ausschusses für den Bau eines Tunnels unter der Scheide wurde eine Einigung über den Vorentwurf des Statut» einer interkommunalen Gesellschaft erzielt, deren Aufgabe in der Erschließung des Gelände» auf dem linken Scheldeufer und dem Bau eines Tunnels vor Antwerpen bestehen würde. Di« Kosten werden auf ZS0— Z00 Millionen Franken ver. anschlagt. ver ZuNu»t«rn>, die als«uibewahrunatart de» ReichSkrtegssiiiatze« de» kannte alte ZiiadctU von Spandau, das alte Wahrzeichen der Aciiung, da» welt über die Havelnieberung dlnioezragt, soll erhallen werden. Der FulluSturm sollte einer neuen Schleusenanlaae zum Opfer fallen. JV«, bleibt aber die Zitadelle bestehen und wird« ihre»«rwrün glichen Zu» stände wieder hergefielll.(Heiist I Wien wählt rot. Vorbildliche sozialdemokratische Propsganda. v, 5??,. Wien, bcn 22, April. Die Kraftquelle der psterreichischen Spzialdemotratie ist die Orpanisation. Dar allem die Wiener Partei Ist prgonisatorisch unbesiritien die beste der Welt,. Di« Hauptstadt Deutschösterreich« zählt rund 1,8 Millionen Cinmohner, davon sind 32g0 sozial- demokratisch und Sllli 000 gewerkschaftlich organisiert. Jeder vierte erwachsene Bürger Wien? ist eingeschriebenes Mitglied der Partei. Diese Tatsache verleiht der Wiener Arbeiterschaft ein überaus starkes und berechtigte« Selbstbewußtsein. Eestüht auf diese Kraft und auf dieses Selbstbewußtsein der Massen lönnen die sozialdemokratischen Führer, besonders in der Kommunal- Politik, ganz anders vorgehen, als es z, P. bei uns her Fall ist. Man stelle sich vor, Berlin zählte anstatt weniger als 80 000 mehr als 600 000 eingeschriebene Sozialdemokraten und unsere Stadt- ocrordnctenfraktion verfügte beinah« über eine(kommunistenreine) Zweidrittelmehrheit— wie ganz anders könnten wir auf kommunalpolitischcm Gebiete vorgehen! Diese Kraft der sozialdemokratischen Arbeiterschast Wiens wirkt stch natürlich auch finanziell aus und tritt mit überwältigender Wucht auch in der Wahlpropaganda zum Vorschein. Was auf diesem Gebiete von der Partei geleistet wird, stellt alles in den Schatten, was bisher in Europa überhaupt von einer Partei»»llbxacht worden ist. Es ist gewissermaßen dos Erste, was dem von außerhasb Ein- getroffenen beim Verlassen des Bahnhofes in die Augen springt: An einem Straßenbahnleitungsmast oder an einem Kandelaber ist «in doppeltes Plakat angebracht:„Sichert den Mieterschutz! Wählt r o t Und so ist es in der ganzen Stadt, denn die Partei hat diese Masten In ganz Wien für ihre Propagada gepachtet, in den ärmlichsten proletarischen Vorstädten ebenso wie In den luxuriösen Geschäftsgegenden, om Ring, am Graben und in der Kärntner Straße. Di» Wohlplakate sind außerordentlich eindrucksvoll, die meisten gelten dem Mieterschutz und dem kommunalen Wohnung?- bau. Am wirksamsten ist ein Riesenplokat, dos einen feisten Haus- besitzer mit brutalen Gesichtszügen darstellt, der über den armseligen Umzug einer Proletarlersamilie zynisch lacht:„Aussigschmisien hob' i's!*(„Hinausgeschmissen habe ich sie!"). Andere Plakat» richten sich gegen die demagogische Anti-Breitner-Hetz« der Ehristlichsozialen und führen drastisch vor Augen, daß die Breitner-Steuern nur den prassenden Luxus trefsen. Sehr wirkungsvoll ist das Bild der ein- tousenden Hausfrau, deren Broikyrb von einer schwarzen chand— den christlichsozialen BundeszSllen— bedroht wird. Am einfachsten und geschicktesten ist ein Plokot, das lediglich eine Karte des neuen Kontinents darstellt! quer über dem Atlantischen Ocean weist ein roter Pfeil auf die mittelamerikanischen Inseln hin. Das Ganze trögt die Ucberschrift!„Bis noch Kuba reicht die christlichsozial« Ahrer, Schande!"�- eine Anspielung aus di« Bonkenzusammen- brück,« der letzten zwei Jahre, durch di» prominente Führer der Groß- deutschen und Ehristlichsozialen, darunter der früher«, Inzwischen noch Kuba ausgewanderte Finonzminister A h r» r. arg kompromittiert worden sind./ Mit den ingenitssesten Mitteln wird auf den Wähler»ingewirkt: sogar die schmale senkrechte Fläch« d«r einzelnen Stufen, die zu den Bahnsteigen der Stadtbahn führen, ist mit Papierstrelsen beklebi: „Wählt sozialdeinokratisch!* Ab«r noch großzügiger und wirksamer al, die Propaganda durch Plakate sind di» sonsttgen Agitatianamittel der Partei. Selbstverständlich finden massenhaft Wähler, Versammlungen statt, mehr als fünfzig an jedem Ab«nd, jcd« mit drei, vier oder gar fünf Rednern, die sich ablösen, jede überfülst und in bester Stimmung. Für die gute Laune, die an sich einen integrierenden und unentbehrlichen Bestandteil des Wiener Bolks- charatters bildet, sorgen di» Redner, die stot» humorvoll und oolks, tümlich sprechen. Umzüge finden dagegen relativ sellen statt- Um so stärker einwickelt ist die F i l m p r o p a g a n h q. In Hunderten von Kinos in ollen SladtieiUn, ober auch unter freiem Himmel auf großen Plätzen, werden di« Filme gezeigt, hi» di« Leistungen der Gemeinde Wien auf dem Gebiete de» Wohnungsbaues und der sozialen Fürsorge, des Unterrichtswcsen» usw. vor Augen führen. Allein in den geschlossenen Kinoräumen hoben bis heute 800 000 Menschen diesen Vorstellungen beigewohnt, die natürlich gratis sind! Und schließlich di» Licht r«klainc. Aus unzähligen Dächern, besonders aus den großen Plätzen, leuchtet ow Ab»nd weithin in roter oder weißer Schrift die Mahnung:„Sichert den Mieterschutz! Wühlt sozigideniokratijch!" Die bürgerliche Wahlpropaganba erscheint daneben sehr kümmerlich. Ein einziges Plakat her„Einheitsliste' mutet wirksam an: der Tteuer.Mephistophcles B r e i t n« r, wie er die Steuerknute schwingt. Die Wählcrversainmkungen der„Etnheits- liste" sind natürlich auch sehr stark besucht, ober es finden auch viel weniger davon statt als b«i den Sozialdemokraten. Die DühriWch- sozialen ocrlasseii sich«bei, fast ausschließlich auf die Macht des Klerus und auf die Lsjerzahl der bürgcrlich-kapitalistschen.Luden, presse", die ihre Geschäfte unter der Parole„Gegen den Marxismus!'' besorgt. Das einzige Eshiet» auf dem hie Bürgerlichen mit der Straßenpropaganda zu konkurrieren versuchen, ist da» der Licht, reklome. Auch die Cl)?i!'llichso;ialen haben viel« Dächer gemietet und beantworten die sozialdemokratische Mahnung an d>« Mieter m>t der dreisten Ablengnuna in weißer und grüner Schrift:„Mieter, schütz gesichert wählt d>« Einheitsliste!' Es Ist hier ichon� gesagt worden, was von diesem Ableugnungsversuch zu hasten ist, Sehl amüsant ist der elcktrtscho Lichtretlamekqmpf» der auf einen, Haus am Schottentar, dem Bielkerhaf, geführt wird. Dieses Haus gehört dem katholischen Stift Melk in Niedesöstexreich. In der Höhe des dritten Stockwerks heißt es in Rielenlettern:„Mieterschutz ge? sichert, wählt die Einheitsliste!" Aber die Sozialdemokraten haben da? Dach desselben Hauses gemietet, so daß unmittelbar darüber cinx Lichtschrift strahlt:„Trotz dieser Lüge, wählt sozialdema, kratisch!" Und, damit ja kein Mißverständnis entstehe, weist unter dem Wort„Lüge" ein besonderer Lichtpseil auf die darunter stehend« Behauptung der Christiichsozialen hin. So wird der Wahkkompf in Wien geführt. Daß er b e t r ö ch t- l i ch x Geldmittel perschlingt, ist selbstverständlich. Aber her Wiener Arbeiter ist stolz darauf, seine Macht und sein Können auch aus diese Weise dem noch Schwankenden und erst recht dem Gegner zu beweisen. Er weiß, bqß e r durch die Kraft und den Reichtum seiner Organisation diele Mistel ausgebracht hat und findet sie gut und nützlich angewendet. Er lacht über die heuchlerische Entrüstung der Bürgerlichen, die über diese„Verschwendung" jammern, und er verachtet hie verleumderische Unterstellung der„Neuen Freien Presse", daß solch« Wahlkosten nur mit Hilfe irgend welcher geheimer großkapitalistischer Mächte getragen werden könnten. Für die Sozialdemokraten Deistschösterreichs ist der Gemeinde- wahlkampf in Wien viel wichtiger als der eigentliche parlamentarisch« Wahlkainpf um den Nationalrat. In Wien üben die Arbeiter di« Macht aus und sie werden sie auch behaupten. Die Frage ist nur. ob es den Bürgerlichen durch die Bildung der Cinheitslisl« gelingen wird, ein paar Mandate zu gewinnen, nachdem ln, Jahre ZÜZH 83 000 großdeutsche Stimmen und 1Z000 demokratisch« Stimmen leer«»»gegangen waren, weil sie t» keinem elnzelnen Bezirk für die Erreichung eines Mandates aiisreichten. Darin liegt der Bar» teil der Seipeische» Einheitsfront: ihr Nachteil besteht, wie schon erwähnt, darin, daß die Ehristlichsozialen diesmal auf ihre traditio- nel!« antisemitische Parole verzichten mußten. Der Sonntag wird erst erweisen, ob die Vorteile des Seipslsche» Schachzuges seine Nachteile überwiegen. Jndcslen sind groß« Uebcrraschungen kaum möglich. Es ist kaum denkbar, daß im N a t i o n a l r a t di« Sozialdemokraten die bürgerliche Mehrheit brechen, u>st> es ist undenkbarer, daß im Wiener G e m e i n d e r a t die Bürgerlichen die sozialdemokratische Mehrheit brechen werden. Indessen sind die kleinste» Verschiebungen von großer moralischer Bedeutung itir beide Teile. Und deshath treibt die österreichische Sozialdemokratie einen solchen ungeheure» Prapagandaauswand deshalb wird sich mit ihr die reich?- deutsche Sozmidemokralie auch über den kleinsten Erfolg sreum, den ihr per Lä, April bringt. Mefcnumzäge am NahlvorabeqH. V. KcK. Wien. 23. April, abends 11 Uhr.(Eigener DpMbericht) Ihren Höhepunkt erreicht» die Propaganda unserer dknafien nach all b«n, durchweg überfüllten Wahlversammlungen der letzten Wochen heut« in gewaltigen Umzügen der Partei, der Gewerkschaistn. des Republikanischen Schutzbunde?, der Arbeiterspartler und der Arbeiterjugend in all»,, Wiener Bezirken. Die Teilnehinerzohl geht in die Hunderttausende. D'« überau? eindrucksvollen Demonstrationen sind ohne Zwischenfall ver- lausen. Der Ausmarsch setzte bereits um i'ti Uhr nachmittags ein. La» F r e i l u f t k i n o der Partei, dg? im Herzen der Staht auf dem Ngschmarkt, eine M nute von per Siaatooper, ollabendlich bei jedem Wester die Arbeit der roten Raihausmehrheit vorführ« und es auch an drastischen Darstellungen der christlich-so.zialen„Sqnic- rung" und der Folgen einer Verwirklichung der christlich-sozchlcn Forderungen nicht fehlen läßt, hatte an den letzten Abenden jedes- Mal einen Besuch von rund 2 5000 Personen zu verzeichnen. Die Wohllüg« opn dem Attentat auf Kollmann wird salbst ron vielen Bürgerlichen nstr belächelt. In den bqu«r- lichen Gegenden, wohin h:» sozialdemokratische Widerlegung nicht überall dringt, treibe» die Eheilstichsozwien mit dieser Wahllüg» noch bis zum letzten Augenblick Schindlude«. die Seamtenfrage. Der Bürgerblock bereitet eine Beamtengefehgevvng vor. Di? Rsichsrcgisrung geht, wle der„D o z. Pressedienst" erfährt, mit der Absicht um, ein Reichsgrundsatzgeseg für die Beamten aller öffentlichen Körperselzasten zu schaffen. Nach der Reichsverfas'ung(Artlkel 10) kann das Reich jm Weg« der Ge- setzgebung wie für die Rechte und Pilichten der Religionsgesesi- schasten, für dos Schulwesen, Bodenrccht usw. auch für da? Recht der Beamten aller öfsenilichen Körperschaften Grundsätze ausstellen. Di« Vorarbeiten zu dein Relchsgrunbiatzgesetz für die Beamten sind im Gange. Sobald es dem Reichstag vorgelegt ist, soll auch di« Verabschiedung des Reichsbeamtengesetzes vorgenommen werden. Die Arbeiten an dem Entwurf des Allgemeinen Reichs- beomtengcsetzes sind in den vergangenen Monaten soweit gefördert worden, daß bereits ein Referenteneniwurf vorliegt. Dieser wird in der nächsten Zeit mit den Spitzenorganisationen der Reichsbcamtenschast durchberaten werden: im Anschluß daran sollen dann Besprechungen mit den Länderrcgierungcn stattfinden. Man rechnet damit, daß da? umsangreiche Gesetzeswerk rm Herbst vor das Kabinett gebracht wird- Das aus dem Jahre 1873 stammende geltende Reichsdeamjen- gesetz in der Fassung vom Jahre 1007 ist wiederholt geändert worden. Tief«inschneidend sind die Aenderungen durch das Gesetz über„Pflichten der Beamten zum Schutz« der Republik" ans dem Jahr« 1022. Das neue Reichsbeamtengesstz. das späterhin mit der neuen Dienststrasordnung und dem Gesetz über Beamten- Vertretungen zu einem einheitlichen Gesetzeswert vereinigt werden wird, gliedert sich in drei große Abschnitte. Der erst« Teil behandelt die Entstehung des Beamtenverhältnisses, der zweite regelt di« Rechte und Pflichten der Beamten und der dritte Teil beschäftigt sich mit der Beendigung des Deamtenverhältnifses(Pensionierung, Kündigung und freiwilliger Austritt). Di« wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes über„Pflichten der Beamten zum Schutze der Re- publik" werden, wie verlautet, in das neu» Reichsbcamtengesctz übernommen. Zu diesen Bestimmungen gehört auch die, daß pro- minente politische Beamte jederzeit aus Wartogelh gesetzt werden können. Was virü aus öer Neckarkanattsierung? Ttürmischcr Widerspruch gegen die beabsichtigte Einstellung der Arbeite«. Slulkgark. 23. April.(Eigener Drahtbericht.) DI« von Heidel» berg aus verbreitete Meldung, daß auf Grund einer Besprechung im Reichskabinetl die Arbeiten auf der Staustufe Heidelberg und an den übrigen Stauftuien des Neckarkanals eingestellt werden müssen, bis das Rcichskabinctt nochmals Stellung dazu genommen hat, ist in ganz Südwestdeutschland stürmischem Widerspruch be- gegnet. Die Herren Eurtiuz und Sttescmann. die geglaubt hoben, mit dem gegen einige Heidelberger Akademiker bewiesenen Ein- gegenkommen stch parteipolitische Dorteil« sichern zu können, werden über die Wirkung ihres Vorgehens wohl kaum sehr erfreut sein. Nicht nur der Südwestdeutsch« Kanaloerein, auch alle sonstigen industriellen Organisationen in Württemberg und Baden, Handelskammern und Städteverwaltungen, haben tele- graphisch bei der Reichsregienmg schärfsten Einspruch gegen die Einstellung der Arbeiten erhoben. Es ist auch nicht z» verkeimen, daß dieses Eingreifen der Reichs- regierung, rein staatsrechtlich gesehen, sehr befremdlich wirkt, nach- dem der R e i ch s t o g die siir den Knnolbau erforderlichen Mittel erst bewilligt hat. ohne daß dabei von der Regierung auch nur das geringste Bedenken geäußert worden wäre. Jm Gegenteil: soweit die Regierung sich zu äußern hatte, tat sie es in zustimmendem und förderndem Sinn«. Plötzlich kam also der Umschwung, weil einige überempfindlich« Acstheten und Denkmalsschützler sich zur Verteidigung de» Lqndschaftsbildes bei der alten Brücke in Heidel- berg berufen fühlen! Diese Angelegenheit ist nun wahrlich»st genug und«lschöpfend behandelt worden. Auch in Heidelberg ist man bis auf einen kleinen, aber hartnäckigen Personenirei« jetzt davon überzeugt, daß die geplante» Veränderungen die Schönhalt des Landschostebildes nicht beeinträcknig»» roeröen. Es hätte auch dem Rcichskobinett genügen müssen, daß di« Stadtverwaltung von Heidelberg selbst sich durchaus nicht oeranlaßt gesehen hat, Ein» Wendungen gegen di« Ausführung der Bauten zu erheben, sondern vielmehr entschieden für ihre Durchiühning eingetreten Ist. Es Ist daher dringend zu wünschen, daß der so unvermittelt eingetretenen und gänzlich unhaltbaren Situotian durch den sofort nach Ostern in Aussicht gestellten neuen Beschluß des Reichskabinetts ein Ende bereitet und die»ahn für die Ausführung der vom Reichstag beschlossenen Arbeiten wieder freigegeben wird. Nutzloses �brüftungsgereüe. Protest der Pazifisten. Genf. 23. Aprisi(Eigener Drahtbericht.) Da» Jnter- nationale Friedensbureau hat o« di« vorbereitend« Ab- rüstungskommlssion eine Eingab« gerichtet, in der aris die große Enttäuschung hingewiesen wird, zu der d«r verlaus der bis- herigen Abrüstuiigsbcrotungen geführt hat. Di« Eingabe wendet sich hauptsächlich gegen die sogenannten prinzipiellen Schwierigkeiten, die in den Beratungen erhoben wurden, während die Abrüsiungssrage ohne weitere» gelöst werden könnte durch die Kontrolle des Waffenhandel», der Wassenfabrikation sowie di, Herabsetzung der An- grisfsheere. Abschließend heißt e» in der Eingabe: Die Ge- schichte wird eine» Tages«i» schorse? Urt«il über diejenigen fällen, die heul« die Abrüstung verhindern.— Die Eingabe ist unter- zeichnet von dem Präsidenten de? Friedensbureaus, dem belgischen Senator Lafontaine.__ Amerikanische Verachtung öes Zaschismus. TalveminiS amerikanische Erfolge. Aus Mailand berichtet man uns: Der italienische Historiker Pros. Gaetano Salvemlni hat seit einigen Monaten in Nordamerika Vorträge und Aorlesungcn über dos faschistische Italien geholten. Die italienische saschistische Presse, die in Saloemini den gefährlichsten und überzeugendsten Gegner de» faschistischen Regimes erblickt, hat diese Tournee natür- lich völlig totzuschweigen versucht. Die Autorität Saloeminis als Gelehrter und sein aufrechter Charakter als Politiker haben in Amerika von den Universitäten und der Großsinan, qn bi, zur groß«» Masse der werktätigen Bevölkerung einen Widerholl»md einen Erfolg für di« antifaschistisch« Sache errungen, der jegliche Vorstellung übersteigt. Die nardamerikanische Bevölkerung in jeder Stadt, in der Salvemini gesprochen hat. hat in gewaltigen Kundgebungen ihre Derachtung für die saschistische Diktatur bezeugt. Einem Sonderbericht entnehmen wir den Kern der Ausfüh. rungen. die Saloemini im Hippodrom, Th«tr«, d,m größten Theater voltimories. gemacht hat. Tausende von Zuspätge- kommen«» mußten außerhalb des große» Saale? bleiben. Hunderte Polizisten sperrten d!« Zugangsstraßen zum Theater ob. um die Menge derer, die keinen Pia» mehr gesunden hotten, an der Er- stürmung des Gebäudes zu hindern. Salvemini, her in Englisch gehaltenem Bortrag die tragische Stunde beleuchtet«, durch pic das gemarterte Italien augenblicklich schreiten muß. führte». a. ans: Ich wünsche mir nur. daß di« saschistisch« Diktatur nicht zu früh zusammenbricht. Wir sind nicht darqui vorbereitet und müssen mit Geduld daraus warten, wenn wir dem italienischen Volke eine bessere Zukunft geben wollen. M U s i ol i n t h a t i e i n e n s« st» N P l a n und lebt in den Tag hin ei n. Wir dürfen ihn keineswegs ernst nehmen. Die Industriellen, die Bankier» und die Kroßgrund- besitzer. die sich um Mussolini und die Foschisten gedrängt, haben die Organisation gesunden, der«n st» bedurften- Di« Faschisten werden vyn den Banken mit Mitteln versehen, von den militärischen Befehls stelle,, mit Waffen beliefert, während die Behörde ihnen Etraffreihslt zusichert. Sie haben daher schnell au Zahl zugenommen, sind ober alle» andere als die Mehrheit im Lande. Wen» die Lebensbedingungen in Italien gut wären, dürfe man si, nicht Mussolini zum Derdienst anrechnen. Als die Faschisten sich im Jahre 1022 der Gewalt bemächtigten. waren die Eisenbahnen bereits instand gesetzt: Mussolini nimnu aber für sich das Verdienst in Anspruch, daß die Züge wieder sahrplan- mäßig verkehren. Die faschistischen Propagandisten kennen die Statistiken nicht.(Rein, sie s ä l s ch e n sie! Red. d-„V.".) Hat die Ernte versagt, so tragen die Schuld daran die schlechlen aimosphäri- schen Verhältnisse, ist sie aber reich ausgesallen, so ist sie den Faschisten zu verdanken. Mussolini kann die v«n siinen Anhängern begangenen Verbrechen nicht ableugnen, ober die Schuldigen sind unter dem Vorwande freigelassen worden, daß sich gewiss« R e» press allen nicht vermeiden lassen. Der..Duce" ist der Schöpfer de» soschistilchcn Mystizismus, nicht der saschistischen Bewegung, er ist der Prophet der niederen Mittel» k l a s s« und di« Schwarzhemden sind einfach die Kräfte der volitj. schen Koalition. Unter einer Dlktaturherischaft kann di« Unzu. I sriedenheit sich nur durch gesetzliche Mittel äußern. Jede Wahl ans freiem Baden ist eine Repohllipn weniger: aper in Italien sind heute all« Wahlen nur eine Farce, und ein Meinung»- Wechsel kann nur von einer Aufstandsbewcgung gegen den Diktator erwartet werden. Nach zwei Stunden feierlichster Stille, in der Prosessor S a>- vemini die faschistifchcn Brutalitäten Revue passieren ließ, dankte ihm die Zuhprermenge mit nicht cndenwolleudem Beifall. Während der Boranstaltung kam ,s nicht zu dem geringsten Zwischenfall oder zu einer Störung: die wenigen Gesolgsieute, di« Mussolini in Baltimore Hot, hatten es nicht gewogt, sich öffentlich zu zeigen und dem Gelehrten zu widersprechen. Sacco-Vanzettis Schicksal warnt! Firankrcich liefert Argentinien die geforderte» Lpfcr nicht aus. Paris. 23. April.(Eigener Drahtbericht.) Dem„Paris Soi.' zufolge ist die Tatsache, dag der Ministerrat am gr,jtap sich nicht für die von der argentinischen Regierung gefordert« Auslieferung der drei Anarchisten Ascasy, Durut«! und Ja ver aus- gesprochen hat, sin gutes Zeichen. Jm Ministerrat seien zahl- reich« Stimmen für di« Verweigerung der Aus- l i e s« r u n g laut geworden. E? sei deshalb wahrscheinlich, baß die französisch« Regierung die Auslieserung oerweigern werde. Dl« neue Regierung Südslaw'.ena unter d«m Vorsitz Wut«' titsch'— Außenminister Marinkowitsch— stützt sich aus dw Radikalen ohne Pasitschgruppe und die Demokraten einschließlich der Mohammedaner, ist rein serbisch ohne Krönten und Slowenen, Hot »ine genügend« Mehrheit und gilt als gemäßigt. Das Parlament ist bi» August vertagt, di» Session geschlossen worden. so daß man es lo» ist. der tzolzarbeiterverbanö 1926. Ein schlimmes Jahr. Im letzten Jahresbericht des Verbandes wird das Jahr 1S26 als ein schlimmes Jahr bezeichnet,„vielleicht das schlimmste, das wir bisher erlebt haben". Die Arbeitslosigkeit war ungeheuer. Während der Deutsche Holzarbeiterverband im Durchschnitt der Jahre 1911 bis 1913 nur 2,19 Proz., 3,15 Proz. und 5,10 Proz. arbeitslose Mitglieder zu verzeichnen hatte, stieg dieser Prozentsatz auf 11,74 im Jahre 1924, sank auf 6,61 Proz. im Jahre 1925 und stieg im letzten Jahre auf 2 7,52 P r s z. Für die Werbekraft des Verbandes ist bezeichnend, daß trotz der großen Arbeitslosigkeit 33449 neue Mitglieder auf- genommen wurden, worunter viele jugendliche Arbeiter, von denen die meisten Lehrlinge waren. Diesem Zugang steht ein Abgang gegenüber, an dem die weiblichen Mitglieder mit 23,4 Proz. am stärksten beteiligt sind, während von den jugendlichen Mitgliedern nur 3,7 Proz. an dem Abgang beteiligt sind, was sich teils daraus erklärt, daß sie zu den Erwachsenen aufrücken. Die Zahl der Lehrlinge tm Verband stieg von 12 106 im Jahre 1925 auf 13 027 im letzten Jahre. Die Gesamtzahl der Mitglieder hat sich um 10,5 Proz. gegen End« 1925 verringert. Der Mit- gliederstand am Jahresschluß mit 266 055 setzte sich aus 228 876 männlichen, 18 934 weiblichen und 18 245 jugendlichen Mitgliedern zusammen. Die Arbeitslosigkeit machte sich natürlich auch in finanzieller Beziehung bemerkbar. Die Gesamtein na hmen der Verbands- kasse sind von 9,5 Millionen im Jahre 1925 auf 7,4 Millionen zurückgegangen, trotz einer Steigerung der Beitragsleistungen. Den geringeren Einnahmen stehen erhöhte Ausgaben gegenüber von 8,333 Millionen Mark auf 8,647 Millionen Mark. Mehr als die Hälfte der Einnahmen erforderte die Arbeitslosenunter st ützung. Während diese Unterstützung im Jahre 1925 nur 1,533 Millionen Mark erforderte, waren im letzten Jahre 4,414 Millionen Mark zur Unter- ft ützung der erwerbslosen Mitglieder erforderlich. So anerkennenswert die Leistung des Verbandes auf diesem Gebiete ist, so bedauerlich ist die Veranlassung. Radikale Gemüter werden aus der der gleichen Ursache ent- springenden Tatsache, daß die Ausgaben für Streiks und Aussperrungen von 2,515 Millionen Mark im Jahre 1925 auf 340 978 Mark im letzten Jahre zurückgegangen und noch hinter der K r a n k e n u n t e r st ü tz u n g mit 647 482 M. zurückgeblieben sind, den kühnen Schluß ziel)en, daß der Holzarbeiterverbond eine Unterstützungsorganisation und keine Kampfesorganisation mehr sei. Allein die von der Arbeitslosigkeit betroffenen Mitglieder werden am leichtesten begreifen, daß ohne die geleistete Arbeitslosenunter st ützung die Aktionskraft der Holz- arbeiter noch weit stärker gelähmt worden, und die Position des Verbandes wesentlich geschwächt worden wäre. In der Not muß sich die Kraft der Organisation erst recht erweisen. Die Arbeits- losenunterstützung gehört mit zu dem Kampfe einer Organi- sation, der sich in schlechten Zeiten weniger um neue Errungen- schaften drehen kann, sich vielmehr auf die Erhaltung des Erreichten, auf die Abwehr von Verschlechterungen beschränken muh. In 312 Fällen mit 147 797 Beteiligten, in denen der Verband in die Abwehr gedrängt wurde, konnte er ohne Streik in 85 Fällen«inen vollen. In 62 Fällen einen teilweisen Erfolg er- zielen, während die Abwehr in 165 Fällen erfolglos war. Von den 24 Angriffsbewegungen mit 4475 Beteiligten ohne Streik konnten 17 mit vollem und die übrigen sieben mit teil- weisem Erfolg beendet werden: ein Beweis, daß sie vorsichtig geführt würben. Die» gilt auch für dt« 18 Angriffsstretk» mit 1704 Beteiligten, von denen nur fünf erfolglos blieben, da- gegen zehn mit Erfolg und zwei mit einem Teilerfolg beendet wurden. Auch die 57 A b w e h r st r e i k s mit 2907 Beteiligten waren in 20 Fällen erfolgreich, in 21 Fällen nur teilweise und in nur 13 Fällen erfolglos. Insgesamt hatte der Verband 369 Ab- wehrbewegungen zu bestehen, während er in nur 42 Fällen die Offensive ergreifen konnte. Die Ungunst der Verhältnisse machte sich auch im Tarif- wesen bemerkbar. Die Zahl der Verträge ging von 250 mit 313495 Beschäftigten auf 219 mit 228 430 Beschäftigten zurück. Nur 50 Verträge für 1959 Betriebe mit 36 335 Beschäftigten tonnten neu abgeschlossen werden, während 81 für 3190 Betriebe mit 121 400 Beschäftigten gegenstandslos wurden. Die Unternehmer waren nach Kräften bemüht, die Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie auszu- nutzen, um die Löhne herabzudrücken. Der Verband hat die schwere Belastungsprobe des Jahres 1926 überstanden. Die Arbeitslosigkeit hat nachoelasien, die Mitolieder- zahl ist wieder im Zuwachs begriffen, und so zeigt das Jahr 1927 von vornherein schon ein anderes Gesicht. Der Holzarbeiterverband wird wieder kräftig aufholen. Lebensmittel- und Getränkearbeiter! Heule llrwahl der engeren Orksverwalkung. Heute soll die Entscheidung darüber fallen, ob die engere Orts- Verwaltung in den Händen der Amsterdamer Richtung verbleiben oder ob sie den Beauftragten Moskaus ausgeliefert"werden soll. In dem Kampfe um die Erreichung ihres Zieles läßt die kommu- nistisch« Opposition auch den Humor nicht zu kurz kommen.„Auf- rechte und klaisenbewußte Kollegen" sollen die Ortsoerwaltung bilden. Also Leute, die in hündischer Demut und rekrutenhaitem Kadaver- gehorsam vor jedem Stirnrunzeln der Moskauer Päpste„einschwen- ken wie die Stallknechte". Das nennt sich„aufrechte Kollegen". Daß die„reformistische" Leitung in ihren Bestrebungen auf dem richtigen Wege ist. hat auch die letzte Lohnbewegung der Brauereiarbeiter bewiesen. Heute ist die gesamte Belegschaft i n den Brauereien bis hinein in die Reihen der Oppositionellen der einmütigen Auffasiung, daß es ein Wahnsinn gewesen wäre, dem Drängen der Kommunisten zu folgen und in den Streit zu treten, während die Arbeitgeber neue Verhandlungen an- geboten hatten. Derartige Mätzchen können die Kommunisten voll- führen, wenn sie einmal die Mehrheit in der Belegschaft haben. Bis dahin ist noch ein weiter Weg. An der gesunden gewerkschaftlichen Gesinnung unserer Kollegen wird das Bestreben der Kommunisten, unsere Gewerkschaft zu einem Zweigbureau der Kommunistischen Partei zu machen, scheitern. Unsere KolleginnenundKollegen werden heute Mann für Mann an der Wahlurne erscheinen und ihre Stimme abgeben für die Oiste hodapp. Richtung Amsterdam. Die Lohnbewegung im Berliner Großhandel. Für di« Fachgruppen Textilgroßhandel, Glas und Keramik, Kurz-, Galanterie- und Spielwaren. Eisenkurzwaren besteht seit Juli 1925 für die gewerblichen Arbeitnehmer keine tarifliche Vereinbarung mehr. Alle Bemühungen des Deutschen Derkehrsbundes. wieder zu einem vertraglichen Ver- hältnis zu kommen, scheiterten an dem allzu niedrigen Angebot der Arbeitgeber. Ms der Verkehrsbund versuchte, bei einzelnen Firmen seinen Mitgliedern zu einigermaßen annehmbaren Löhnen zu verhelfen und deswegen auch den Schlichtungsausschuß anrief, erklärte der Arbeitgeberverband, dem diese Firmen angehörten, daß er eine tariffähig« Organisation und bereit sei, einen Tarif abzuschließen. Daraufhin fanden abermals Verhandlungen iakt. die jedoch wiederum zu keinem Ergebni» fübrten. In«in« ZerHandlung am 8 April vor dem Schlichtungsausjchuß fällte Herr Gewerberat Körner einen Spruch, besten Spltzenlöhne weit. unter dm Löhnen gleicher Berufsgruppen liegen. Die Begründung ging dahin, daß eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeit- nehmer in der Kammer nicht zu erzielen war, es doch aber vom sozialen Standpunkt aus notwendig sei, wieder eine Tarifbasis zu schaffen, in der aber nur eine schrittweise Ausgleichung an die in den anderen Fachgruppen gezahlten Löhne möglich ist. Währenddem von den Arbeitnehmern in einer ziemlich stürmischen Versammlung unter Protest und nur unter Berück- sichtigung des Umstandes, endlich rr-ieder einmal eine Lohnbasis zu schaffen, der Schiedsspruch angenommen wurde, lehnten die Arbeitgeber der obengenannten Fachgruppen denselben ab. Der Verkehrsbund hat trotz der Bedenken und der äußerst niedrigen Spitzenlöhne die Verbindlich keitserklärung beim Schlichter beantragt, Verhandlungen finden am kommenden Diens- tag statt. Für die F a ch g r u p p e A l t m e t a l l sind die Verhandwngen ebenfalls gescheitert und der Schlichtangsausschuh um Vermiftsimg angerufen worden._ Vom Streik der Berliner Töpfer. In der Versammlung der Sireftenden am Sonnabendvor- mittag im Gewerkschastshaus wurde beschlossen, gemäß den Satzungen des Baugewcrksbundes, ab morgen, Montag, die Arbeit bei allen Firmen wieder aufzunehmen, die die gestellten Forderungen anerkennen. Ge- fordert ist ein Stundenlohn von 1.70 Mk. bezw. 160 Proz. der Akkordsätze. Die Einstellung neuer Arbeitskräfte während der Dauer des Streiks darf nur durch Vermittlung der Streikleitung erfolgen. Bekanntlich hatten die Streikenden vor einer Wachenden Antrag der Streikleitung abgelehnt, die Arbeit in der„Tövferhlltte" wieder aufzunehmen, da diese die Forderungen bewilligt hat. Diese Ablehnung ist durch den jetzigen Beschluß aufgehoben. Die in Arbeit tretenden Streikenden erhalten durch ihre Organisation die Arbeitsberechligungskarte. Freie Scwerlsck-aftsiuqeud. Heute, Sonntag: flret» vberlprec: Kruvpen- hcim Jugendheim Köpenick, Grünauer Str. S. Gruppenoeranstaltung mit besonderem Programm.— Spandau! Jugendheim Lmdenufer 1. Zusammenkunft. AfA-Lcrtreterversammluug morgen, Montag, Uhr, Saal 5 Eewrrkschafts- haus, Cngclufer 24'25. Arbeitsbericht: Flatau. Scfcrat:„Berliner Berkchrs- ftogcn", Genosse Stadtrat Ernst Reuter. Verband der Maler. Am Dienstag, 2g. April, 7 Uhr, Im Gewerlschasts- haus, Engelufer 24'25, ösfentliche Versammlung für alle Lackierer Berti»?. Bortrag des Bcichssekt'onsleiters Kollegen Schwabe.Hamburg über„Sand- und Maschinenarbeit im Lackicrcrgewcrde.� Di» TiUigkcit der Rcichssettion. Sattler, Tapezierer»ab PortescuMer. Generalversammlung am Dienstag, 2«. April. 7 Uhr, im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engclufer 24.'2Z. Geschäfts- und Kassenbericht. Zutritt nur gegen Verbandsausweis. Wir ersuchen um vollzähligen Besuch. Der Vorstand. Zevtralverbard der Schuhmacher. Mittwoch, 27. April, Ouartalsgeneral- Versammlung nachmittags 5 Uhr in Böker, Fcstsälen, Weberstr. 17. Referat: „Völkerbund und Kriegsgefahr. Geschäfts- und Kassenbericht. Neuwahl der Delegierten zum Ortsausschuß. Mitgliedsausweis legitimiert. Verband der Gemeinde- und Staatsarbciter. Z. Bezirk Wcdding: Mittwoch, 27. April, 7 Uhr, in der Schulaula Pankstr. 1? öffentliche Bezirksverfamm- lung aller im Z. Bezirk wohnenden Gemeinde» und Staatsarbeiter und-arbeite- rinnen.„Das Arbeitszeitnotgefeß." Referent Kollege Schaum. Der l. Mai. Vollzählige, Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend notwendig. Gewerlschast Deutscher Volkslehrer. Sitzung am 23. April, 7>� Uhr, im Zimmer 55 des Berliner Rathauses. Bericht vom Berbandstag. Lehrer- kammer-Wahl. Unterausschuß«ilmersdors, 3. Kreis. Alle Mitglieder der freien Gewerk- schaften und der freien Turncrschaft des 8. Kreises treffen sich am 1. Mai, vormittags gzh Uhr, auf dem Fchrdelliner Platz. Bannerwcihe des Vau- gewerksbundcs und gemeinsamer Marsch zum Lustgarten. Die Sewcrlschaftsuntcrlommission Wilmcrsdrrf. Berantwortlich für Politik: Biets» Schiff; Wirtsctiaft: S. Klingelhösce: Gewerkschastsbeweauna: Friedr. kdkoru: speuiveton: K. 6. Döscher:' Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt: Anzeigen: Th. Glocke; sämtli» in Berlin Berlag: Dorwärts-Berlag G m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buehdrnckcrei und Verlagsanstalt Paul Singer u Eo. Berlin SW A. Lindenstrasse Z. Hierzu 5 Beilagen.„Unterhaltung»rd Wissrack usd„Au, der Filmwelt-. 8 a k k o- A ii z Ii g mocksfarbig, gemust 58.- Sport-Anzn* vierteilig 96.- Rlnb.ses»el"l O_ Rindleder lw«l- Loden-Mantel Scblupferlorm Loden- Mantel Bozener Form Sakko-Anzug modefarbig., genaust. Stoffe, wie Abbild;;- H E RR E N K L E I»«TR1« 19.00 ÄÄÄ68.00 28.00 Ä;Ä„72.«o Sport-Anzug 4 teilg. 58.00 96.00 E X\\ i S C II K Stehumlegekragen A Mako'* fach.div. Formen VF Nachthemd �*3.25 Schlafanzug Flanell, m farbg-Verscimürapgeo>•vll Selhstbinderreiue-g OA Seide, aparte Farben JL-e/lf HERR Oberhemd gestreift Perkai. gefutt FalteQbr.,0 Krageu u Klappmansch** Weiß Oberhemd w»r j ßatiateins. UmschlagmTL Oberhemd gestreift Zephir.gefülterl. Fallen-k, brust.Uaisfblagioausoh• .90 .50 .50 KLEIDERSTOFFE SEIDENSTOFFE Waschkunstseide 1 OR einfarbig, neue Farben x.20 Waschkunstseide baatfarb., aparte Druck--1 4? Pf mnst.vorzgl.QnaL Mtr. JL.uO Kasha natnrf., reine A Wolle, für Kleider Mtr W.c/U Bordüren- Wollmusselin neue Färb. n. Muster, t. 4 ms Kleider, ca. 125cid Mtr."X. i O Veloutme Seide mit Wolle, das neue eleg. Gewebef. Nachmittags- Q p»« Ideider. ca. 100 cm Mtr. O.uU DAMENWÄSCHE Taghemd � I.75 Nachthemd �k7f 3.75 Hemdhose"ück. 2.50 Färb. Hemdhose q aa Batist mit Spitze...... O.iHI Färb Hemdhose /» Batist m. Blende, gest. Farb.Nachthemdo qA Batist mit Spitze____ 0.»/U Bastseide naturfarbig, reine Seide Kleidertaft mod. 7.50 Färb. Nachthemd Batist m. Blende, gest. BETTSTELLEN Metallbettstelle Zuefederbod., 80X186, 4 Q a- weißod. schwarz lack. A.O.�0 Metallbettstelle 33 mm nahtlos. Bohr. I Q QX weiflod. schwarz lack. Xt/.Mp Matratze grau-a-t we. 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Ziernadel'itOvl STEPPDECKEN Steppdecke üo 200 SchnillgröDe.einfarb-J 4 SatinTrikolrückseite R JL.vv Steppdeckeiso 200 Handarbeil, Satin-| /* auf beiden Seiten AU.4tl Daunendeckei50,200 zweiseitig, bunt be- WASCHSTOFFE Pulloverstolfe n inneuestemGesehmack".9U Dirndl-Zephir n«a in neuesten Karos...".OV Cr6pe marocain weiß, gute Qualitit., ea"f-t /A 100 cm breit.... Mtr X.I.U T rikolet feinfäd. Qu-, gr. Musterausw� f. BIus.-J j u. Kleid., ca. 80 cm Mtr. Vollvoile sehr gute Qual., bastfarb. Grund, apart gewebt, farbig-J /»{* Karos, ca. 100 cm br. Mtr LEIDEN® Gummi-Mantel an /w\ K'seide in viel. Färb.* Mantel schwänge- qn mustert Kunstseide wd»vU KoStÜlU aus reinw Herrenstoff,■jCJ Jacke, halbseid Futt. Morgenrock ausbedruckt.Musselin. mit einfarbig. 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Die bürgerlichen Romane Eng- lrnds, die ins Deutsche überseht wurden, die schmissigen englischen Komödien eines Noel Coward und gewisse snobistische deutsche Berichterstatter, die einmal eine Rocht in einem englischen Land- Haus zugebracht haben, sie alle haben zu einer Berfälschung des Bildes des englischen weeic.enck gesührt. Was sie malten war weniger Wirklichkeit als ein Wunschbild, gewiß nicht die Wirklichkeit des Mittelstandes und schon gar nicht der Arbeiterklasse. Der Glücklichen oder Unglücklichen, die am Freitag mittag in smarten 12zylindrigen Rolls-Royee nach historischen „country mansions" und Schlösser rauschen, um am Dienstag mittag— wenn überhaupt— in ihr« Bureaus zurückzukehren, sind weniger als die populäre Phantasie sich vorzustellen geneigt ist, und da» week-end des höheren Mittelstandes, das klein« Landhau» in Surrey oder Sussex, in dem man von Samstag nachmittag bis Sonntag abend zu Gast geladen ist, ist für leben, der es einmal am eigenen Leib erlebt hat, alles eher denn ein Traumbild. Das un- glückliche Opfer eines solchen Wochenendes wird sich für Wochen an 36 Stunden in Zugluft und Kälte erinnern, und selbst die Hell. samtert des völligen Nichtstuns wird ihn nicht über die Erinnerung an eine bodenlose Langeweile hinweg trösten können. Es ist nichts anderes als die Verlängerung der Trostlosigkeit des englischen Sonn- tags ins Ländliche, und wenn der Gast um den obligaten Kirchen. besuch herumgekommen sein sollte, mag er sich schon als ein vom Schicksal besonders Begünstigtsr preisen. Das englische week-end des Mittelslandes ist kein Kulturfaktor, das sich irgend ein Land einzuführen beeilen sollte. Der seelische Wert eines mit dem Rucksack verbrachten deutschen Manderns im Grünen ist zweifellos unvergleichlich höher. Ein falsches vorbilü. Weder Landhäuser noch Wochenendsiedlungen sind ein Problem für die englische Arbeiterklasse. Sie hat sich früher als die Arbeiter anderer Nationen den freien Sonnabcitdnachmittag zum Sonn- tag hinzuerobert, aber die 44 freien Stunden bilden kern ge- ichlosienes Ganzes. Der Sonnabend und Sonnlag der englischen Arbeiterklasse trägt verschiedene Gesichter. Will man einen typischen Sonnabendnachinillag des männlichen englischen Arbeiter»(und eines Teiles der jüngeren weiblichen Generation) kenneu lernen, so muh man je nach den Zahreszeilen zu den großen Fußball, und krlcketkämpsen pilgern. Der Sonntag steht unter einem anderen Gesetz: Der Sport ist in aller Regel, wenn auch nicht mehr überall, oerboten, nicht nur der Massensport, sondern auch der individuelle Sport, nidst nur das Zuschauen, sondern auch das eigene Aus- üben eines Sportes. Die Golf-, Tennis, und Fußballplätze sind ge- schloffen. Die Theater sind gesperrt und in einigen Teilen Englands auch die Kinos. Damit ist die ganz große Maiorität der englischen Bevölkerung aus die Parks, diese grünen Inseln in und um London, insbesondere aber auf das eigene Heim oerwiesen, das ja bekanntlich für die Arbeiterklasse im allgemeinen, trotz der ungeheuren slums, besser ist als in irgend einem anderen Lande Europas. Wer draußen in den Vororten wohnt, hat wohl Gelegenheit, in seinem kleinen Garten zu arbeiten, kleine Ausbesserungsarbeiten im Haus vorzunehmen. Die Flucht aus der Stadt über den Sonnlag ist erst eine Entwicklung der neueren Zeil. Wohl haben sämtliche Eisen- bahnen verbilligte Wochenendtarise. Rückfahrkarten sind zum Preise von IM der einfachen Fahrt zu haben. Aber die hohen Preise der englisck)«» Eisenbahn mad,en es der Arbeiterklasse im allgemeinen . unmöglich, von dieser Erleichterung entsprechenden Gebrauch zu machen. Anders steh, es mit den reinen Sonntag sfahr- karten, die es Hunderttousenden im Sommer ermöglichen, zum halben oder sogar weniger als halben Preise für einig« Stunden an die See zu fahren. Man muß allerdings ein Engländer sein, um dies« Sonntagsvergünstigung der Eisenbahn als eine solche zu empfinden. Di« Dauer der Fahrt steht meist in einem grotesken Mißverhältnis zur Zeit, die einem an der See vergönnt ist, und mir ist unlängst der Prospekt einer englischen Eisenbahngesellschast(die englischen Eisenbahnen sind bekanntlich in Privatbesitz) in die Hand gefallen, in dem einem vierstündigen Ausenthalt auf der englischen Westküste eine sechsstündige Eisenbahnfahrt gegeirüberstand. Es gehört schon der ganze, der angelsächsischen Raffe angeborene Lebens- optimismus und die merkwürdige individuelle Bescheidenheit dieses Volkes von Welteroberern dazu, um solche Sonntagsfreuden als wünschenswert zu betrachten. Wichtiger als die Eisenbahn sind im letzten Jahrzehnt die Gesellschastsautos, die sogenannten cdarabaucz geworden, welche Sonntagsrückfahrkarten zur See zu Preisen durch- führen, mit denen die Eisenbahnen nicht oder kaum mehr ton» kurrieren können. Der ckarabanc bietet den Borteil der Fahrt in freier Luft und gibt dem einzelnen das Gefühl, in einem Auto zu sitzen, was zu den mystischen Freuden des englisch sprechenden Menschen zu gehören scheint. Mag das Auto auch auf die übrig« Menschheit eine zauberhafte Anziehungskrast ausüben, so wird man doch nirgends als in England und Amerika so viele Menschen finden, die bereit sind, alle übrigen persönlichen Bequemlichkeiten und einen Teil der Seele dazu dem eigenen Vierzylinder zu opfern Bom charabanc zum privaten Besitz eines Autos oder Motorrades ist nur noch ein kleiner Schritt. Schoo heute besitzt ein Teil der ge- lernten Arbeiterschicht der jüngeren Generation, soweit sie un- verheiratet und nicht arbeitslos ist. Motorräder, die aus Grund von billigen Teilzahlungen erworben sind, und wenn auch das Arbeiter- outv in England noch einigermaßen«in Lustschloß darstellt, so dürften die fallenden Preise der kleinen Autos einerseits und die wachsende Anzahl der aus zweiter oder dritter Hand zu erwerbenden älteren Motorfahrzeuge zu einer schnellen Proletarisierung des Autos auch in England führen. Vorläufig steht dem freilich einer- seit» noch die Höhe der Gorogekosten, welche wöchentlich für kleine Autos 9 bis 11 Schillinge betrogen,>ind die Tatsache gegenüber, daß die heute aus zweiter oder dritter Hand auf den Markt kommen- den Wagen zwar unter Umstanden für 25 bis 35 Pfund(500 bis 700 Mark) zu erwerben sind, aber infolge der hohen Steuerpferde. kräfte unZ> der geringen Benzinökonomie die diese alten Jahrgänge kennzeichnet, im' Betrieb außerordentlich kostspielig sind. Erst wenn die Typen der Jahre 1925 bis 1927 von den heutigen Besitzern ver- kaust werden, um gegen neue Modelle ausgetauscht zu werden, dürste in England der Tag des Arbeiterautos heraufgedämmert sein. keine Wochenenöhäufer für Arbeiter. Der Engländer ist kein Wanderer, und die Natur ist überdies mit soviel Zäunen umgeben, daß der versuch zu wandern ein zwelselhasles Vergnügen bietet. Da? Wandern fällt als eine irgend- wie bezeichnende week-end Beschäftigung fort. Aber auch der dem Wandern so eng verwandte Aufenthalt im Freien über den Sonn- tax in eamps liegt dem Engländer nicht. So anspruchslos«r in seiner Nahrung und auch sonst in seinem Leben sein mag, der Verzicht auf das gewohnte typische umfangreiche Frühstück macht ihn gegen dergleichen Abenteuer sieotisch. Wenn auch die Jugendgruppen der' JLP. nicht ohne Erfolg nach dem Muster der kontinentalen Gif. Das Weib, das den Mord beging. 27] Roman von Friß Reck-Rlellttzew-a. Ja, und wenn nach altem Spruch viel Feind' wirklich viel Ehr' bedeutet, so muß gesagt werden, daß die kleine Sif in diesen Taxen überhäuft mit Ehren durch das Haus der „(lonfeclerntion of good works" geht! Da find zuerst diese Pflegerinnen, diese grämlichen alten Jungfern, die nicht gut geschlafen haben uiid sie anschreien, daß der Tee zu dünn, daß ihre Schuhe nicht genügend gereinigt seien, daß im Zimmer VII auf dem Propheten Hesekicl nicht Staub ge- wischt sei, und warum Schwester Agathe nicht ihre Per- dauungspillen zum Frühstück bekomme. Und wie soll man fertig werden oben in den großen Sälen mit den eigentlichen Insassen dieses Hauses? Da sind eines Tages die Insassen des großen Mittelsaoles in der Nacht an einem Wäschestrick auf die Straße geklettert, wofür sie vom Manager Hobson mit harten Worten verant- wortlich gemacht, von der Oberwärterin Mary mit einem 5)ungertag bestraft wird. Dann wird sie mit Prügeln be- droht, weil oben in den Strafzellen ein paar Scheiben zer» brachen worden sind, dann wieder beschwert sich die Polizei, daß die Weiber von den nach dem Zollkai hinausgehenden Fenstern aus mit den Straßenpassanten anbandelten. Und auf Nr. 3 finden sich an einem Morgen mit Bleistift an die Wand gemalte allerliebste Zeichnungen, wie sie nicht gerade sür die Augen junger Damen bestimmt sind... Zeichnungen, wie sie in maßloser Vergrößerung sonst Vorstadtzäune und die Wände von Lokalen zieren, die dem auslchließ'ichen Ge- brauch von Männern, reserviert sind, und in Nr. 23. wo die Unverbesserlichen, zum Sühnen durch gute Werke partout nicht zu Bewegenden untergebracht sind, hat man an einem anderen Morgen als Quittung für eine gestern empfangene Esiensentziehung auf unwidergebliche Weife den FußbcKien verunreinigt... Daß von dem allen ja nichts zu sehen ist. kleine Sif. wenn eine der Wärterinnen, wenn gar die Steppenstute Mary ihre Moraenrunde macht! Da liegt sie mit dem Scheuerlappen auf dem Boden, ist nun so stumpf schon, daß sie es selbst zu dem Gefühl des Ekels nicht mehr bringen kann, daß sie in den Berufsjargon der Zimmerinsassen verfällt, wenn man mit ihnen spricht, daß sie kaum mehr zuckt, wenn die gestern von der Polizei eingelieferte und heute von der kleinen Sif zu betreuende Maria Grusczinska die Aufforderung zum Bade dadurch be- antwortet, daß sie ihr ins Gesicht speit. Und da sind die schon bekannten Andachten, bei denen der Manager Hobson die Geschichte des Urvaters Abraham vorliest, den Gott für gute Merke mit dem größten Bank- konto das Landes Chaldäa segnete... diese Andachten, bei denen man nun selbst ein andächtiges Gesicht zu machen ge» lernt hat, bei denen man sich aber doch hin und wieder er- innert, daß um diese Zeit in einem kühleren Lande Lieder von einem Kinde gesungen werden, das ganz ohne Herden und Bankkonto in einem Stalle zur Welt kam. Ja, bei diesen vagen, sentimentalen Reminiszenzen geschieht es wohl, daß man nasse Augen bekommt, daß man sich davonschleichen möchte, und daß man dann doch hart angelassen wird von Ismael P. Hobson, der sich derarsige Dinge ein für allemal oerbittet, ja... Und dann, wenn wieder einmal ein Konstabler eine neue Insassin einliefert, dann denkt sie plötzlich an den Schmal» lippigen, denkt daran, daß er am Ende schon die Berliner Wohnung des Obersten Miramon kennt, daß man sie zu- sammen im Exzelsiorhotel gesehen hat, daß man früher oder später ja doch erfahren muß, wer sie ist! Dann verkriecht sie sich in ihrer unsäglichen Angst in ihrer Kammer, orakelt, ob der Uniformierte in Hobsons Kanzlei am Ende schon mit Hastbefehl und Handschellen gekommen sei: wenn draußen auf dem Zollkai vor ihren Fenstern in einer Minute mehr Wagen von links als von rechts passieren, so gilt der Besuch ihr, so wird sie heute schon vor dem schrecklichen Dünnlippigen erscheinen müssen... Dann schrillt die Stimme der alten Mary durch das Haus, dann ist, während sie sich verkrochen hat, im Bade- zimmer der Wasserhahn aufgeblieben. Dann, nachdem die Ueberschwemmung beseitigt ist, hat man für den Manager Hobson irgendein langes Aktenstück für das Mutterhaus in Philadelphia abzuschreiben, dann wird man angedonnert, weil man„irrepresstble" mit einem„r" geschrieben hat, dann fühlt man plötzlich, während man sich stotternd entschuldigt, den Atem dieses Menschen in greifbarer Nähe: oh, man kennt diesen Alten, das ungreifbare Od des Begehrens, man er-> innert sich des Schwagers Lex. des Obersten Miramon, des Dieners Theodorowitfch... alle Kavaliere verschmelzen bei dieser Erinnerung zu einer grotesken Fratze der Geilheit... Dann, wenn wieder so ein Tag ertragen ist, wenn oben in den Schlafsälen die Weiber nicht mehr schreien, wenn man sich in der Gluthitze seiner Kammer die Kleider vom Leibe gerissen hat. dann kramt man wohl in den Schätzen, die einem verblieben sind aus sagenhaften Zeiten: ein Fetzen des Brautschleiers, den man nach dem Rate der alten Ber- liner Aufwartefrau als glückbringenden Talisman noch immer bei sich trägt, den Ring, in dem die Worte„Robby und Sif* eingraviert sind, Robbys zerknittertes Bildchen... Slufgefprungen plötzlich in der Gewißheit von irgend etwas, was unsichtbar in dieses Zimmer hinein will, nach ihr greift, an ihrem nackten Leibe zerrt! Unter dem Bette nachgeschaut, das ganze Zimmer abge- sucht, das Licht gelöscht, in der Dunkelheit bemerkt, daß aus dem Nebenraum, aus dem Zimmer des Manager Ismael P. Hobson schwacher Lichtschein zu ihr dringt. An die Tür § eschlichen, die die beiden Räume verbindet, entdeckt, daß sie urchsiebt ist von Bohrlöchern: feinen Bohrlöchern in allen Blickrichtungen, Gucklöchern, die es dem da drüben gestatten, das ganze Zimmer zu überblicken. Wieder das Licht angedreht. Leise schleichen sich nach einer Weile Schritte an die Wand, ein Schatten verdeckt den Lichtschein... oh, sie hat sich nicht getäuscht: es ist Hobson, es ist dieses alte Laster, das nach ihrem nackten Leibe ausspäht. Da liegt sie, zittert leise, weiß nicht warum. Oben in den Schlafsälen ist, wohl als Reaktion auf einen fabelhaften Witz, Gelächter der Weiber zu hören, zwei Betrunkene grölen auf dem Kai draußen, Aasgestank kommt von den Fleisch- ständen draußen... Das Loch, durch das der andere zu ihr hineinspäht, ist noch immer verdeckt. Da geschieht es, daß sie aufspringt, mit einem irrsinnigen Gelächter alle ihre Schätze zum Fenster hinauswirst: den glückbringenden Fetzen des Brautschleiers, den Trauring und die Photographie des weichherzigen kleinen Malerjungen, der zu sentimental war, um Hündchen Binky zu töten.— Folgendes aber ereignet sich drei Tage vor demjenigen, an dem man außerhalb dieses Hauses die Geburt jenes sagen- haften Kindes von Bethlehem feiert. (Fortsetzung folgt.) .fc., Arbettersugend und der englischen»dozc icout»* solch« Wochenend» unterm Zelt und in primitiven Hütten(Psadfinder) verbringen mögen, so handelt es sich hier doch mehr um eine Nachahmung al» um ein Eigenaewächs. Der junge englische Arbeiter hat nicht die Sehnsucht nach einem neuen Lebensstil, und wenn«inerseii» da» englische Kleinbürgertum weniger spießig ist als da» kontinentale, so ist andererseits der junge englische Arbeiter in seinem persönlichen Geschmacke und seinen Ansprüchen bürgerlicher als sein kontinentaler Kamerad. Der Wunsch nach einem deaucmen Bett, die Entfernung von London bis ins Grüne, die hohen Eisenbahnkosten, dies alles zusammen hat es mit sich gebracht, daß irgendwelche Ivochenendhäuser für englische Arbeiter so gut wie nicht bestehen. Die Wörter« Travel Association besitzt ein Landhaus und die Adult Schoo! Mooe. ment hat deren mehrere, ober beide nehmen mehr ausnahms- weise denn als Regel Wochenendgäste auf, ihr Stammpublikum sind Urlauber und ihre Preise lind verhältnismäßig hoch(z. B. rechnet die ASM. für einen Besuch von Sonnabend nachmittag di» Sonn» tag abend exklusive der Eisenbahnkosten zirka 12 Schillinge). « Di« besondere englisch« Psychologie, tief eingewurzelt« Tradition. religiös« Vorstellungen, gesetzgeberisch« Maßnahmen und ein gewisser Individualismus, welcher sich jeder Massenorganisation widersetzt, sosern es sich nicht um politische Partei und Gewerkschaft handelt und zuletzt, aber nicht als Letztes, das englische Klima, dl«s alles zusammengenommen, hat es mit sich gebracht, daß es der englische Arbeiter, dem ein längeres Wochenende zur Berfügung steht als irgend ein«r Arbeiterschicht Europa», weniger verstanden hat, diese freie Zeit auch in einem für unser» Begriffe fruchtbaren. Sinne zu verwenden. Da» eüglisch» W««Ic.end Ist ein Traum und nicht einmal ein schöner, und man möchte au» der Beobachtung englischer Verhältnisse herau» hoffen, daß«» der Tochterbewegung aus dem Kontinent gelingen wird, den Rahmen de» Wochenendes mit seelisch und physisch höherem Inhalt anzu- füllen, als dl« im Slammlande de»«eek-end ba Fall gewesen ist. E. W. Der DranSenburgistbe Sezirtsparteitag. Gestern nachmittag begann in den Räumen de» Preußischen Landtag?» der Parteitag des Bezirk» Brandenburg- Grenzmark der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Er wurde eingeleitet durch einige Gesangs- darbietungen der Neuköllner Arbeitersänger. Anschließend daran begrüßte der Bezlrksvorsitzend« Genosse Stahl mit warmen Worten die Delegierten und die zahlreich erschienenen Abgeordneten de» Reichstages, des Preußischen Landtages und de» Provlnziallondtages Und erinnerte kurz an di» politischen Vorgänge, dt« sich seit dem letzten Bezirksparteitag ereignet haben und die dem Bezirksvorstand ein« hart» Arbeit auszwnngem Er betont«, daß in der Berichtszelt, di» infolge de» Heidelberger Parteitagsbcschlusie» die Zeit vom 1 April 1925 bis zum 31. Dezember 1920 umfaßt, vom Bezirksvorstand eine Unsumme von Arbeit geleistet werden mußte. Dann be- gann die eigentliche Tagung, über die wir noch ausführlich berichten werden. Stäötkstbe Anleihe für wohnbauten. 88SV neue Wohnungen. Zur Finanzierung von Wohnbauten auf Grundstücken der Stadt sollten di« auf 47 X Millionen Mark veranschlagten Bau- tosten durch«rste Hypotheken(11 Millionen), durch Zusatzhypotheken aus schon bewilligten Stadtmitteln(10X Millionen) und durch Hauszinssteuerhypotheken(20 Millionen) aufgebracht werden. Zu- Nächst war beabsichtigt, daß die Aufnahm« der ersten Hvpotyeken unter Uebertragung der Grundstücke an die Wohmmgssürsorg«. g«sellschaft bewirkt werden sollten. D«r Magistrat hält nack» einer Aussprache im Haushaltsausschuß jetzt für wichtiger, die Grund- stücke Im Eigentum der Stadt zu belassen und die 11 Millionen für erste Hypolheken aus Anleihemittela bereitzustellen. Die fertigen Bauten werden verpachtit, au» der Pacht sind Verzinsung und Tilgung der Anleihe zu bestreiten. Der Magistrat ersucht di« Stadtverordnetenversammlung um Zustimmung. Bei dem Bau- vorhaben, da» bereits in der Ausführung begriffen ist, handelt e« stch um 3850 neue Mahnungen. Nach der Art Jollys. Das Vorbild Jollys, der sich in einen Glaskasten einsperren ließ, und vor den Augen des Publikums wochenlang darin hungerte, hat in dem Kopf des 24iährigen Heizers Willi K. einen recht merk- würdige» Gedanken auftauchen lassen, um sich gleich Jolly als Artist zu produzieren und damit oodentlich Geld zu verdienen. In allen deutschen Großstädten wollt« er als„Eidechsen- und Salamander- «sser* austreten. Zu dieser sonderbaren Idee trieb Ihn nicht etwa sein knurrender Magen, denn seine Lage war nicht trostlos, wenn er auch zurzeit arbeitslos war. Die Geschichte endigte jedoch statt de» erhofften Gewinnes damit, daß er als ein t y p I s ch« r K a u t i o n s- f ch w t n d l» r angesehen und vom AmtsgerichtCharlotten- v u r g wegen vollendeten und versuchten Betruges zu vier Monaten Gefängnis oerurteilt wurde. Hiergegen hatte nun K. Berufung«in- fielegt, und so hatte sich die Strafkammer des Landgerichts III mit einem beabsichtigten Eidechienfrühstuck zu beschäftigen. Der An- aeklatzte hatte ein Inserat aufgeben lassen, laut dessen ein Kassierer für ein Theateruuternehmen außerhalb gesucht wurde. Als Kaution wurden 1500 Mar? verlangt. Ein Kösener, dem gesagt worden war, es handele sich um eine Art Jolly-Unterehpien, kam dadurch um 300 Mark Anzahlung. Ein zweiter Reflektant war vorsichtiger. Er erstattete Anzeige, als er hätte, daß das Theaterunternehmen, das fix und fettig in Königsberg dasteben sollte, in dem Auftreten al» Eidechsen- und Soiomanderesier bestand. Bei seinem Konzessions- gefuche war er von der Polizei stets abgewiesen worden. Vor Gericht ließ sich K. unter großer Heiterkeit über seinen Plan aus. Er hätte Um öm Mittellanökanal. WaS die Hafenstadt Berlin von ihm erhofft. „Ick werde mir doch von den Lausekanal nich oor'n Bauch stoßen lassen!"—„Knnalrebellenl"—„Gebaut wird er dochl*— so knallen uns von 1005 her die Schlagwort« in den Ohren. Damals gelang es nur mit heißem Bemühen, den R h e i n-W e s» r-K a n a l mit Anschluß nach Hannooer durchzusetzen! er wurde 1916 voll- endet. 1913 wurde der Welterbau bis Peine beschlossen, 1920 endlich das Gesamtprojekt genehmigt. Biel Wasser ist seitdem di« Spree hinuntergrslosien— und nun, 1927, soll er doch vollendet werden, der Mittellandkanal vom Rhein bis Berlin und weiter bl» zur Oder...20 Jahr« zu spät! Ein besonderer Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung beschäftigt« sich am Sonnabend mit der Bürg- schaft, die der Staat von Berlin für die Fortführung des Kanals bis zur Reichshauptstadt verlangt. Die Höhe des Objekts zwingt immerhin auch unsere Biermillionenstadt zu vorsichtiger Abwögung alles Für und Wider. Denn von den 547 Millionen, die das Schlußstück des Kanals von Hannooer bis Berlin nebst dem sogenannten„Südslügel", den Anschlüsien nach Stahfurt und Lelp- zig, kosten wird, entfallen auf die„Garantieverbände"(die be- teiiigten Provinzen und Berlin) Insgesamt 133X Millionen, von denen Berlin ein volles Drittel mit 44 Millionen zu garantieren hat. Da« bedeutet eine Zinsbürgschaft von jährlich 3X Mit- l tonen Mark, die voll in Anspnich genommen werden müßten, fall» der Kanal liderhmipt keinen Reingewinn abwerfen sollte. Bis zur Fertigstellung de, Kanal« soll sich di» Stadt zu einem jährlichen Zuschuß von rund 600 000 Mark verpflichten. Di» Vollendung ist für da» Jahr 1937 in Aussicht genommen... zwanzig Jahre zu spät I Denn inzwischen sind so einschneidende Erfindungen gerade auf dem Gebiete der Verwertung der Kohl« gemacht worden, daß man kein Prophet zu sein braucht, um zu ertennen, daß das bisher wichtigste Transportgut de« Wasserweges, di« Kohle, immer mehr fiiriickgehen wird. Nimmt man dazu di« stetig steigende Konkurrenz- ähigkeit einer elektrifizierten Eisenbahn, so steht soviel jedenfalls >est: an eine unmittelbare Rentabilität de» Kanal» ist im Jahre 1937 nick» mehr zu denken, io daß mindesten» ein Teil der Garantie- summe laufend zu zahlen sein wird. Od die» vom Standpunkte der Stadt Berlin«rn» oerantwortet werden kann, hängt davon ab, welch« mittelbaren Wirtschaft- lichen Votteil« der Kanal für die Stadt bringen wird. Und da steht e» außer jedem Zweifel, daß die dirafte lvalse-siraße vuisbnrq- Berlin-Jrankfurt n. d. 0. über Hannover für Berlin als bräuchlich engen Sinn« des Wortes), sondern die gesamte werk- tätige Bevölkerung Berlins profitieren. Dieser Vorteil erscheint so groß, daß dafür ein regelmäßiger Zuschuß zu den Kosten des Kanals in den Kauf genommen werden kann. Vom Standpunkt der Stadt aus kommt noch hinzu, daß das alte Projekt einer auch für große Lastkähne geeigneten V e r b i n> dung des Westhofens mit dem Ost Hajen bei dieser Gelegenheit gleichzeitig verwirklicht werden kann. Der Staat würde die gesamten Baukosten übernehmen(S3X Mill.), während Berlin 18X Millionen für Grunderwerb und Brückenbau auszuwenden halte. Einbegriffen in diese Summe ist der Durchstich Sie- mens st adt-We st Hasen, durch den di« Spreekrümmungen ausgeschaltet werden, die Erweiterung des S p o n d a u e r Schiff- fahrtskanals sowie ein für ganze Schleppzüg« aufnahm«- sähiger Umbau der M ü h l e n d a m m s ch l e u s e. Es wäre dann möglich, 1000-Tonneiiichisje durch Berlin zu führen, deren jedes fast die Ladung zweier Güterzüge in sich aufzuuehmcn oermaa, während letzt nicht einmal 000-Tonneitschisje di« Berliner Schleusen passieren können. Di« Sozialdemokratie wird aber Prosekte wie die Voll- endung des Mittellandkanals niemals allein vom Standpunkt einer einzelnen Stadt aus— und sei es auch die Rcichshaupt- stadt mit ihren vier Millionen schaffender Menjckzen— beurteilen, sondern das große Ganz« dabei im Auge behalten. Und da darf vielleicht betont werden, daß mit dem Torso des Kanals niemandem— außer vielleicht der Stadt Hannooer— gedient ist, daß aber seine Vollendung vielen lausenden feiernder Hände Beschäftigung. vielen Tausenden Lohn und Brök schassen wird. Unmittelbar und mittelbar. Don den 547 Millionen Baukosten werden allein 70 Proz., d. h. fast 400 Millionen sür Löhne verwendet werden. Bon den 2 Millionen Tonnen Kohl«, di« der Kanal auch unter Berücksichtigung der eingangs angedeuteten technischen Eni- wicklung noch auf viele Jahre(an Stelle der englischen Kohle) be- fördern wird, werden 10 000 Ruhrarbeiter mehr als bis- her beschäftigt werden können. Bau und Betrieb des Kanals werden auf Jahrzehnte hinaus sich im gesamten Wirtschaftsleben unseres Voltes fördernd und produttions steigernd auswirken. Wenn also die Stadt Verlin(wie die beteiligten Provinzen) auch scheinbar verhältnismäßig hohe Zuschüsse zu einem schein- bar unrentablen Unternehmen wird leisten müssen, so wird sich diese Ausgabe aller Vorauisicht noch auf lang« Zelt hinaus durch Ersparnisse und erhöhte Einnahmen aus anderen Ge- bieten mehr al» ausgleichen. Und noch eins zum Schluß: „Gebaut wird er dochl" darf heute, nicht mehr prahlerifch-groß- sprechend wie einst, sondern unter nüchterner Abwägung der Tat- fachen gesagt werden. Die Stadt Berlin hat zu entscheiden, ob m i t ihr und unter Ausnutzung der Dorteile für sie gebaut werden soll oder g e g e n sie. d h. ob der Wasserweg dura, Bettin oder nur b i» Berlin und u m Berlin herum gefühtt werden soll. sich nach der Att Jolly» in«in«n Glastaster, setzen und hier vor dem Publikum die Eidechsen und Salamander verzehren wollen. Da sich dann im Laus« der weiteren Verhandlung ergab, daß der Angeklagte wahrscheinlich weniger der Betrüger, als eine von anderen Leuten vorgeschobene Person war. wurde die Verhandlung vertagt, um zum neuen Termin di« Hintermänner de» Angeklagten als Zeugen zu laden._ 750000 Mark unterstblagen. 1000 Mark und 4 Prozent Belohnung. Roch großen Unterfchalgungen Ist in der Rocht zum 14. April der 29 Jahr» alte, cm» Königshütt« gebürtige P o st o s s i st« n t Karl Keßler, der dott angestellt war, spurlos verschun- den. Er verlieh heimlich seine Wohnung und entkam nach den Ermittlungen der polnischen Kttminalpolizei über di« Grenze nach Deutschland. Man oermutet ihn setzt in Berlin. Wie festgestellt wurde, hatte er IX Millionen Zloty 750 000 M. Amtsgelder unterschlagen. Das polnische Hauptpostamt in Kattowitz hat aus die Ergreifung des Flüchtigen ein« Belohnung von 1000 M., da» Ministerium sür Post und Telegraphie in Warschau 4 Proz. der wiederbeschafften Summe ausgesetzt. Keßler, auf den jetzt auch die hiesige Kriminalpolizei fahndet, ist 1,63 Meter groß und kräftig gebaut, hat ein volles Gesicht, eine hohe Stirn und blondes Haar, auf der rechten Geslchtshälfte eine Echußnarbe und im Oberkiefer fünf künstliche, sehr weiße Zähne. Mitteilungen über sein Auftreten an Kriminalkommissar Beyer, Fahndungsinspektion H., im Polizeipräsidium. Sturmschäden in Berlin. Mit dem schönen Wetter Ist es noch immer nichts. Nach wenigen warmen und sonnigen Stunden am Freüag trat am gestrigen Sonnabend wieder unerwarteter Witterunge Umschlag ein. Gleichzeitig mit dem Sinken der Temperatur setzte in den Nach- Mittagsstunden ein heftiger Swrm ein, der erheblichen Schaden an. richtete. Die Berliner Feuerwehr wurde etwa 15- bis 20mal nach allen S ta d t e i l e n arlamiert, wo infolge de» Sturmes Dachteil«, Fahnenstangen, Rcklameschilder, ganze Ecktürm« auf die Straße geschleudett wurden oder abzustürzen drohten. In zwei Fällen mußten starke Baume, die entwurzelt wurden, sich quer über die Straße legten und den Verkehr behinderten, abgetragen werden. Soweit bisher bekannt geworden ist, sind Menschen nicht zu Schaden gekommen. « Eine empfindliche Verkehrsstörung von etwa 30 Minuten Dauer entstand gestern nachmittag gegen Xö Uhr auf der C h a r- lottenburaer Chaussee in unmittelbarer Nähe der Siegesallee. Der Führer eines Lastkraftwagens verlor Infolge des schlüpfrigen Asphaltes die Gewalt über die Steuerung, fuhr auf den Burger steig und riß einen elektrischen L i ch t m a st um: der auf die Oberleitung der Straßendahn fiel, wodurch Kurzschluß hervorgerufen wurde, der von starker Flammenbildung begleitet war. Die Feuerwehr �mutzte arlarmiert werden, die den Schaden nach ziemlich einhalbstündigzr Tätigkeit behob. Während dieser Zeit ruht« der Straßen- bahnoerkehr in beiden Richtungen. Ein Taq iet tödlichen Unfälle. Im Laufe des gestrigen Rachmittags ereigneten sich eine ganze chweren Unfällen, von denen bedauerlicherweise genommen haben. Der erste Reihe von mehrere einen tödlichen Aue gang Unfall trug sich in den frühen Rachmittaggstunden an der Straßen- kreuzung Graes«- und Url dessen P e r s raese- und Urban st raße zu. Ein Radsahrs r. s o n a l i e n noch unbekannt sind, wurde von einein Lastkraftwagen umgestoßen und überfahren. Di« schweren Räder des Wagen» gingen über den Verunglückten hinweg. Auf dem Wege zum Krankenhaus trat der Tod ein.— An der Ecke Kaiser-Wilhelm- und Blücher st raße zu Lichtenrade wurde gegen 5 Uhr nachmittags das vierjährige Pflegekind K ä t e B r e s o w aus der M ü n ch« n e r Str. 2 5 zu Lichtenrade von einem Prioatkraitwagen Übersahren und war sofort tot.— In unmittelbaicr Nähe des Bahnhofs Grünau wurde gegen 6 Uhr nachmittag» der 62jährige Magazinarbeiter M a x H ä h n e l, der in Falkenhorft wohnt, beim Ueberschreiten der Bocortgleise von einem in Richtung Königswusterhausen fahrenden Dorortzug überfahren. Der Verunglückte, der einen dop- pelten Schädelbruch und den Bruch beider Beine erlitt, starb unter den Händen des binzugerufensn Arztes.— Schließlich wurde an der F» n n b r ü ck e der sechs Jahre alte Schüler Herbert Plante ck aus der Friedrich-Krause-Str. 6 von einem Lastkraftwagen überfahren und schwer v e r- letzt. P. fand im Mrchow-Krankenhaus Aufnahme. Romain Rollands„Wölfe" im„Orpheum". Nach Hauptmanns„Weber" und Rosenow»„Kater Lainoe" veranstaltet jetzt di« Bühnen. Genossenschaft zehn Auf- sührungen von Romain Rollands„Wölfe" in großen Sälen der Außen» und Innenstadt. Wie früher, sind auch diesmal di« Rollen mit engagementslvsen Schauspielern besetzt, unter di« die Einnahme geteilt wird. Das Drama Rollands, das vor einigen Iahren im Deutschon Theater seine deutsche Uraufführung erlebte, spielt zur Zeit der Französisch«» Revolution in der Mainzer Rheinarmee. Die Wdls«, da» sind die Generäle, die sich gegenseitig zerfleisch«», sich verraten und auf da, Schafott schicken, zerlumpte. I unmoralische Kerle, die aber ohne Bedenken ihr Leben sür die Re- iT&II mit Verdeck, ledertucfi- fußsBck. vernickelten Schiebestangen, Gummiridern, fertig-, gm-nldnlett mitgrauen Federn, 9f Satin deppetei/ig mitbunter Bordüre, 150x200, 16? 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Ueber den Streit, der noch um die Hergäbe der Schulhäuser entbrannte, wurde in einer von der Freien Schulgemeinde Prenz« lauer Berg einberufenen Versammlung abschlietzend berichtet. Der außerordentlich starke Besuch Zeigte, wie lebhaft die Teilnahme der Bevölkerung an diesen Fragen Ist. Genosse Miethke, Vorsitzender der Freien Schulgemeinde, schilderte, wie in dem Streit um die Schulhäuser schließ- lich die Gegner der weltlichen Schule ihren Willen durchsetzten. Sie haben es dem Unterrichtsministerium zu danken, aus dessen Hilfe sie sich verliehen. Die Schuldeputation hatte sich für Hergabe des Schul- Hauses Senefelderftrahe ausgesprochen, das Provinzialschul. kollegium gab den anfänglichen Widerstand auf und stimmte gleich- falls zu, aber der zur Demokratischen Partei gehörende Oberpräsi. dent Dr. Maier arbeitete dagegen. Der unterrichtsminister, dessen Entscheidung gefordert wurde, war verreist. So konnte in Lertretung für ihn der zur Zentrumspartei gehörende Ministcrial» direktor L a m m e r s im letzten Augenblick bestimmen, daß statt des Schulhause» Senefelderstraße das Schulhau» Danziger Straße herzugeben sei. Der Freien Schulgemeinde war es nicht mehr mög- lich, die Eltern von dieser Aenderung zu benachrichtigen, aber die Sdpuleröffnung in der Danziger Straße vollzog sich ohne Störungen. Lächerlich ist, daß am Eröffnungstage— Schupo zur Stelle war. Vermutlich hatten Gegner der weltlichen Schule sie auf die Beine gebracht. Miethke erklärte unter Zustimmung der Versammlung, daß die Freie Schulgcmeinde sich zunächst mit den Tatsachen abfinden muß, aber den Kampf nicht ausgeben wird. Dann sprach Oberstudiendirektor Genosse Dr. Korsen, Leiter der Neuköllner Ausbauschule, in einem grundlegenden Dortrag über ltlich« Schule vom Kinder- die Forderung, daß die w e garten bis zur Hochschule einyeltliai ourchgefuyrt werben muß. Jede Schulfrage ist. sagt« er. eine Frage der politischen M a cht. Bester als b«i uns weiß man da» bei anderen Parteien. zum Beispiel sehr gut in d«r Zentrumspartei. Ein sozialistisches Kulturprogramm hat nur da Aussicht auf Verwirklichung, wo es uns gelingt, die politische Macht zu ergreisen. In Rußland hat das Proletariat die Macht dazu benutzt, der Verwirklichung des Schul- ideals näherzukommen. W i r haben in unserem Schulwesen immer noch ein Abbild der gesellschaftlichen Scheidung. Die höheren Schulen sind aufgebaut auf einer bürgerlichen Kultur. Aue dem Gedanken der Volksschule, den Pestalozzi prägte, sollen wir das gesamte Schulwesen einheitlich ge- stalten. Dabei müssen wir die Schule freimachen von der Kirche. Eine Schule, die irgendwie noch der Kirch« gehört, kann ni, die • 1* A AM ST)--.fpA,"( V* 11 M f"""" Schule des aufstrebenden Volkes sein. Unsere Aufgab« reicht über die höhere Schule hinaus. Auch das letzte Bollwerk des B" bürgertums, das sie in der Hochschule hat, muß erobert werden. Das Zesig ..... Zies ist eine weltliche Kultur, auf dl« all« Blldungseinrich- tungen einheitlich hinarbeiten(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion teilte Stadtverordneter Genoste Kreuziger mit, daß �u'e von ihm geleitete weltliche Schule sich einen Kinder- garten ongegliedert hat. Das müßten, forderte er, alle weltlichen Schulen tun. In dieser weltlichen Schul« habe man auch erreicht, daß kein Kind schon nach dem vierten Schulsahr auf eine höhere Schule übergeht. Die Äufbaufchul« ermöglicht späteren Uebergang und dafür längere» Zusammenbleiben in der Volksschule. Zu dem Streit um dl» Schulhäuser für die weltlichen Schulen in Prenzlauer Berg nahm Burgermeister Ge- noss« Ostrowski das Wort. Unter allgemeiner Zustimmung be- zeichnete er es als empörend, daß Gegner der weltlichen Schule«r- klärt haben, in der Senefelderstraße dürfe die weltliche Schule nicht Wand an Wand mit der dort stehenden Kirch« hausen. Wenn sogar da» Provinztalschulkollegium den Einspruch zurückgenommen habe, so sei das Beweis genug, wie be- gründet die Forderungen der weltlichen Schule und ihrer Freunde waren, Genoste Ostrowski erklärte, daß diese bittere Erfahrung eine neue Kampfstimmung entfachen werde. Das Er- gebnis müst, sein, daF sür Prenzlauer Berg baldigst noch mehr weltliche Schulen eingerichtet werden.(Stürmische Zustim« mung.) »olution und für Frankreich einfetzen. Ein Unschuldiger wird erschosten, und die Stimme des gerecht Denkenden oerhallt unge- hört, weil der Schuldig« die verbündeten Armeen entscheidend ge» schlagen hat.„Ueber alles der Staat" stt der Weisheit letzter Schluß. Wieder ist die Wahl gut getroffen worden. Da» Drama hat im zweiten und dritten Akt ganz stark«, dramatische Szenen und be« handelt vor allem einen Stoff, der die breite Masse interessieren muß. In dem guten Ensemble, das unter Emil L i n d s Leitung spielt, fallen Herbert Bonnor und Max Höchste Her als Sprecher und Gestalter auf. Leider ließ der Besuch bei der Erst- ausführung im„O r p h e u m", Hosenheide, viel zu wünschen übrig. Der Eintrittspreis von 80 Pfennig ist gering, die Darstellung gut. das Drama außerordentlich bühnenwirksam, und es bleibt deshalb zu hoffen, daß die nächsten Aufführungen besser besucht werden damit den engagementslosen Künstlern auch einige finanzielle Erfolge be- schieden wären. ,wenn der Schornstein raucht/ L»r knrz-m wurde hier über dl«?rilfung der Schornsteinfezerlehr- li.ig« berichtet, wie fie sich noch heutigen?agcs absvielt. Im Anschluß bnran mag das Eolvenbe, das einem instruktiven Bussah der Jubiläum». nummer der Deutschen Tonindustriezeitung entnommen ist, interessieren: Das Wort S ch o r n st e i n soll von dem gotischen Skauro bzw. aus dem althochdeutschen Scvra, das mittelhochdeutsch Schor heißt, abgeleitet sein. Das deutsch« Wörterbuch von Tetzner gibt hierfür die Uebersetzung:.Zusammenfegen" und das ist wohl dahin aufzu- fasten, daß der Rauch zusammengekegt, d. h. gesammelt wird, im Gegensatz zu dem früher gebräuchlichen Abziehenlasten des Rauches durch Undichtigkeiten der Auicnthalteräume. Bielleicht hängt auch das Wort Scheuern=- Fegen, Reinigen und Scheuer Scheune(vom Sammeln der Ernte) damit zusammen. Der Ausdruck Kamin ist aus dem Lateinischen abgeleitet, und zwar von caminus=:„die Feuerstätte", Schlot dagegen vom alt- und mlltelhochdeutschsn Wort-lat— Rohr, auch dialektisch Schlotte. Der Ausdruck Este stammt von dem althochdeutschen Wort ess»— Schmiedeherd, dessen weitere Ableitung wohl noch dunkel ist. Di« Bezeichnung„Schornstein" ist wohl die beste, denn unter Esse und Kamin oersteht nian auch noch etwa» anderes, und daher können diese Namen leicht zu Verwechselungen führen. Die Anfänge des Schornsteinbaues wurden erst nach der Völkerwanderung bemerkbar. Vorher ließ man allgemein den Rauch durch irgendwelche vorhandene Oeffnungen entweichen und nahm die dabei unvermeidliche Rauch- belästigung in den Kauf. In Oberitaiien waren aber bei den Langobarden nachweislich Rauchabfühnlngsschlote bereits in Be- Nutzung. Weiterhin soll man in Frankreich und Holland im 12. Jahr- hundert Schornstein« gebaut haben: nach Professor Lang sind diese dann seit 1358 von Padua aus auch in Deutschland bekannt geworden, wo sie ziemlich schnelle Verbreitung gewannen infolg« des kälteren Klimas und zweifelsohne mit dem Fortschreiten der Erkenntnis, daß der Schornstein nicht nur eine Annehmlichkeit gegenüber dem freien Rauchabzug, sondern auch eine Einrichtung Ist, mittels welcher ein« lebhafter« Verbrennung und ein besserer Heizeffekt erzielt wird. Etwa um das Jahr 1800 wurden ln England die ersten Schorn- sieine gebaut und die staatlich« Aufsicht hott« ihr Augenmerk weniger auf die Standstcherheit, als auf die Beseitigung der Rauchplag« gerichtet. So wurde 1847 ein Gesetz erlösten, daß jeden, besten Schornstein rauchte, m't 40 Schilling beftraste. Diese Strafe wu?d« 1853'ogar auf 100 Schilling erhöht. Di« Schornsteine, ansang» niedrii, ragten nur einig« Meter über de,n Dampfdom. Erst später wählte man höhere, die über das Dach des Nebenhemses hinausgingen. Nach einem Vortrage des Gewerberat» Iah?, 1325, Im Deutschen Verband für Feuerungsiechnik gehalten, schritt England schon 1829 unter Zsnwenduno trapezförmiger Zleosl zum runden Querschnitt. Der höchste dieser Schornstein« war 133 Meier und wurde 1841/42 von Rankine u. Gordon bei Glasgow erbaut. In Frank- reich begann der Schornsteinbau etwas später. Hier stammen die ersten wissenschaftlichen Grundlagen für die Berechung der Schorn- steine aus dem Jahr« 1826 von Peclet, Iraits de la chaleur; sein Wert wurde 1830 ins Deutsch« übersetzt. Im allgemeinen wurde hier der Schornstein wistenschaftlich behandelt, und e» seieo hier noch Montgolster, Darcet, Clement, Girard, dUirfmiston u. a. genannt. 1854 kam in Frankreich nach englischem Muster ein Gesetz heraus betr.„Rauchen der Schornsteine". In Amerika befaßte sich zuerst Benjamin Franklin mit der Theorie des Schornsteinzuges. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich in Amerika jedoch erst die praktische Ausbildung. Dort sind in der Reu- zeit„Riesen" entstanden, von denen der nicht nur für Amerika, sondern für die ganze Welt größt«, eine Höhe von 185 Meter und einen Durchmesser von 25 Meter besitzt. Dieser Schornstein dient zum Be- trieb eines Kupferwerkes in Anaconda. Ferner fei genannt der SchorNstetn in Great Falls mit 155 Meter Höhe und 13,5 Meter oberem lichten Durchmesser. Die ersten F ab r i t s ch o r n st e i n« Deutschlands wurden gebaut 1820 stn rheinifch-weftfölischen In» dustricbezirk, 1829 in Berlin für die Berliner Gasanstalt, zu welchem englische Schornsteinmaurer hinzugezogen wurden(wohl aus dem Grunde, da die Gasanstalt eine englische Gesellschaft war). Dieser Schornstein wurde von innen, olfo ohne äußere Gerüste errchtet. 1839 wurde in Hannover ein Schornstein, der heute noch in Betrieb ist, und einer 1842 in Schwerin, letzterer durch Baumeister Rüge, aus- geführt. In neuerer Zeit tritt der Eisenbeton mit als»rnistoff auf. anfangs ausschließlich in monolitischer Ausführung als Stampfbeton. Jedoch stehen tn Deutschland nur wenige dieser Art. Der erste hiervon wurde etwa 1880/81 aus einer Zementfabrlk bei Itzehoe errichtet. Der bedeutendste und höchste seiner Klasse ist wohl der im Jahre 1908 erboute 50 Meter hohe Schornstei» der Haag-Eerke in Bremen. Zwei billige Rieseagebirgsreisen. Wie in den Vorjahren, beabsichtigt der Zentralverband der Ange stellten auch für 1927 zwei billig« achttägige Riesengebirasreisen unter sachkundiger Führung zu veranstalten. Die erste Reis« beginnt am Sonnabend, dem 11. Juni(Abfahrt aus Berlin um 11 Uhr abends), und endet am Sonnabend, dem 18. Juni 1927(Ankunft in Berlin nachts 12 Uhr). Für die zweit« Reis« kommen dl« Tage vom Sonnabend, dem 13., bis einschließlich Sonnabend, den 20. August, in Frage. Di« Teilnehmertosten betrogen für Verbandsmitglieder und deren Angehörige 60 Mark und umfassen: Fohrtkosten Verlin— Oberfchreibsrhau und zurück, erstklassige Derpslegung"(erstes Frühstück und Mittagesten), Hotel- Übernachtung(kein Massenquartier), Vesichtigungs- und sonstige Fahrtkosten. Anmeldungen, die eine Anzahlung von 10 M. bedingen, müssen für beide Reisen sofort im Verbandsbureau, Belle-Alliance-Str. 7/10 am Schalter„Kasse" erfolgen. Dortselbst Ist ein ausführlicher Reiseplan erhältlich;«» wird auch gern jede weiter« gewünschte Auskunft über die Wanderungen erteilt. Es fei noch ausdrücklich darauf hingemiesen, daß für diese Wanderungen kein« allzu große Teilnehmerzahl in Frage kommt, weshalb nur ein« sofortige Anmeldung die Teilnahme gewährleistet. die Herbstjugcndweihe» werden sZbon jetzt die Ausnahmen in folgenden Anmeldestellen unter Zahlung der Einschretbegebühr von 50 Pf. entgegen- genommen: Lerlla: Große« Schaafplelhoa»: tzlugendsekrotariat, SU* 68, Lwdenftr. 8, 8. Hos 3 Tr., Zimmer 11, geLssnet von 9—6 Uhr. SDWtrooij» und iZrettag« von 9—7 Ubr,<5. Iosedb, VW 31, Wilh-lmtdavener Str. 48 ivoitrSris-Sped.), P. Kroll. V 6b, Utreäiter Str. Zl(Restaurant). A Hb- nisch. V 65. Müller. Ecke Uttechier Stt.(VorwürlS-Sved.), 23. Hvffmann, N 58, Lhchener®tr. 6 sRestaurant), H. Obst, V 54, itckerstr. 174(Bor- wärtS-Tped.), P. Dobrohlaw, N 37, Swinemünder Str. 11(Restauiant), ß.«ndersfon, N 81, Straismider Str. 19, 8. Äertb, N 113, Areisenbaaener Strohe 22 lBorw.-Sped.), H. gitcher. V 20, vostionstr. 7(Dorw.-Sped), P. Tölz. NO 55, JmmamieMrchstr. 24(Vorlv.-Gded.l. SS. Müde. NO 18, Landsberger itllee 46 1, M. Wartmann, O 31. Köntglberger Str. 37 lPho!?- gefchäft', 9. Melle, O 34, Petersburger Platz 4(Borw-Sbed.), L. Witt- schütz. 0 34. Petersburger Stt. 5(Restaurant), F. Arndt. O 27, Marlusi- fttahe 38(Borw-Sped), F. Berte,!>0 36. Glopauar»tr. 30, vorn IV'. P. Böhm. SO 36, Lausstzcr Platz 14115(vorw-Sped.), P. ßter, SO 28, Nannynstr.?(Restaurant). V. Gallas. Baumfchuicnweg» Schräder- ftrahe 16. vorn III. E. MsckelSukg. Treptvw. Graetzstr. 50(Porto.- Sbed.), Frau Klawitler. Tchoneberg, Adostel-PaulttS-Zlr. 1. R. Peine, Schönebera. Eberöstr. 70, Ratbmann, Schönebcrg. Belpzcr Str. 27(Bor- wärtS-Sped.), G. Schaudt, Fr! eben au, Bacheslr. 9, Ft«i! Ungerer, W! t m e r S d o r s, Hanauer Str. 43(Siedlung), K. Schönweiter, Lichterselde-Dest, Hkndelvlatz 5. F. Hamburg, S t e g l t L. Schloh- ftrahe 103. W. Stubig, Stcgiitz, Ringsir. 7, Gartenh. III,(ä. Ftlgentrcu, Lankwitz, Charlvtttnslr. 34. Lharlot cuburg: Schiller-Theater: PorwZrtZ-Spedition. Ebarlstienburg, Sesenheimcr Str. 1, Part., Joachimie, Chgtloilenburg, Kaijerdamm 102 !Vorw.-Sped.)< Schulz, Edatlollenburg. Dröyjenslr. 12. 1. Eaiteub. III. Vuseniak, EbarlotteubUrg. AupZbUrgcr Stt. 47, Part., F. Schmidt, Ehar- lottenburg, Rostnenstr. 4(Lade»), Teutscher Vertetzribund, Churlotteuburz, Bamcutbcr Str. Zl. Zautow: Ca-, cum: Konluni vertäust st ollen in Panlow, Wollantstr. 102. Kästner Str. 47. titijsingenstrahe, und bei Mag Schart- sie dt, Pankow-Süd, Splekermannstr 30. Äoniumv erkaust- stellen in Riedcrschö ii Haufen, Kaiser-Dilhelm-str. 79 und Kaiscrweg 60. � Die Ausstellung für Erdkunde und Eugenik, über die wir in der Sonnabend-Morgennummer berichtet hatten, wurde am Sonn- abend mittag vom Zlmtexerichtsrot Dr. S ch u b a r t in Vortretung de» erkrankten Vorsitzenden der Deutschen Geselljchast für Rasten- Hygiene, Minsttenaldirektorz Dr. Krahne, mit einer Ansprache eröffnet, in der d«r Redner die Erfchicnenen, darunter auch Ver- treter der Gewerkschaften, begrüßte. Die Ausstellung wurde berette im vergangenen Jahr in der Gesolei in Düsseldorf gezeigt, wo sie di« genannte Gesellschaft in Gemeinschaft mit dem Deutschen Hygienemuseum in Dresden ausgebaut hatte. Mit Eugenik, so fuhr der Redner fort, bezeichnet man die Hygiene der Erb- anlag,. wie sie in den Keimzellen, dos heißt dem Ei und dem Samen vorhanden ist. In den Keimzellen ruhen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Geschlechter der Menschen und um ihre Gesundheit sorgt sich di« Eugenik. Praktisch äußert sich das darin, daß alles versucht wird, um die Elternschaft gesund zu erholten, weil nur da» eine Gewähr für gesunde Nach- kommenschaft bietet. Die Eheberatung und Heirats- Zeugnisse sind Hilfsmittel. Es muß auch dem Irrtum ent- gcgengetrcten werden, als ob die« u g e n i s ch e n B e st r« bu n g e n eine bestimmt« Politik verdecken sollen. In Wahrheit muß E ugenik«ine Angelegenheit des ganzen Volkes werden, denn sie bezweckt die Förderung wahrer Vplks- Wohlfahrt. Dann erklärte Amtsgertchtsrat S-huban di» Ausstellung für eröffnet. vl« geifttge VcrMavuog durch da,«onkordat. Senolfin Frau Dr. Hildegard SSeglcheider und Genoste Pwrrcr vieler sprechen am kommenden Dienstag, ZS. Slpril. abends pünktlich Vi, Uhr. In einer grossen Knndqebuna in der Mitlolichnle I. Berlin Steglitz. Sachsenwaldstr.(unweit der tchwarzen Brücke), über das Dhema: Die geistige PerfNavimg durch da» Konkordat. Untostenbeitag 30 Pf., ArbaitSlos« frei. V«llrk»bllduuq»au»schah Groß- ZerNn. Nächste Tbeatervor- st e l l u n g am Sonntag, dem 8. Mai, nachmittag» 3 Uhr, im Tbeatei der Volksbühne am Bül-wdl-tz. Anfführung:„Traumip iel". ein Mvsterinm von August Strindberg. Erste Besetzung: Agnes Straub. Alexander ffir onach ulw.. grosse» Orchester. Prei» der Karte einschliesslich Kleider- ad läge und Theaterzettel 1,20 M. Karten sind in allen bekannten Per- kausSstellcn zu haben. 2S Explosionsopfer in vetroit. Detroit, 23. April.(MTB.) In dem Hauptgebäude der Brißgs Monufacluriag Eo., in der hauptsächlich Automobilteile hergestellt werden, ere'gneten sich heute, zu einer Zeit, als über 2000 Menschen in dem Gebäude arbeiteten, kurz hintereinander in einem chemischen Labsrakorium zwei Explosionen, durch di« eine Wand einstürzte und ein Brand ausbrach. Durch den starken Wind und die in dem Ge, bände vorhandenen großen Forben- und Lackvorrät« wurden die Rettungsarbe'ten sehr erschwert. Man nimmt an, daß etwa 20 Personen gclotek und etwa 50 verletzt wurden. Pari«, 23. April.(WTB.) Dos Ministerium für öffentliche Ar. bellen teilt mit, daß sich heute in den Bergwerken von Cransac i Departement Aveyron) ein Schlagwetkerunglück ereignet hat. Acht Bergarbeiter(fünf Franzosen und drei Spanier) fiad dabei ums Leben gekommen, zwei wettere schwer oerletzt worden. Schwedische Erleichterungen für deutsche Touristen. Di« schwedische Eisenbahndirektion hat dem Verkehreminister Maßnechmen zwecks Erleichterung des Pohzwanges für Reisende aus Deutschland vorgeschlagen, die Schweden auf höchstens drei Tage zu besuchen wünschen. Mit der Deutschen Reichsbahn ist bereits eine Vereinbarung betrefsend Herabsetzung der Fahrpreise hin und�Zurück aus der Streckt Saßnitz— Trelledorg getrossen. Tod einer Hundertunduvelsährigen. Man schreibt uns aus Nord- böhmen: Wohl die älteste Frau von Böhmen, die Bürgerin Sovhie Zentner in der nordböhmischen Kohlenstadt Brüx, ist Ostern im Alter von 102 Jahren verstorben, nachdem sie bis zuletzt körper- lich und geistig frisch gewesen war. Großseuer auf einem amerikanischen Truppenübungsplatz. Ein Großfeuer vernichtet« Dreiviertel des bekannten Truppen. Übungsplatzes Camp Merritt in New Jersey. Der Titel des Vortrages„Wetterzeichen am geistigen Horizont"' verheißt mehr als der Dortragende Dr. Freyhan erfüllt. Erstens ist es problematisch, das Drama als Gradmesser sür den geistigen Thermometerstaich einer Zeit zu erwähnen besonders in der Gegenwart, in der der Roman mehr als künstlerische Er- füllung Geltung hat. Außerdem übersieht Frcyhan, daß der Expressionismus auch im Drama überwunden ist. Die Wandlung Kornfelds, Hasenclevers und Brechts kann als Beispiel hierfür gelten. Warum will Freyhan durchaus dos geistige Leben der Gegenwart religiös fundieren? Heute eilt es mehr, Probleme wirt- schaftlicher und politischer Natur zu lösen als sich in religiöse Be- trachtungen zu versenken. Paul Westhsim beginnt seine Vortrags- reihe„Künstler und Publikum im Wandel der Zeiten". Von dem Herausgeber des Kunstblattes, dem Verfasser einer ausgezeichneten Lehmbruck und Kotoschka-Monogrophie erwartet man eigentlich mehr als eine Aufzählung betonnten anekdotischen Materials. Im Lustigen Wochenende spielt man einen wißigen Einakter von Arnold Lipp- schiß„Der Mann im Regen". Wenn auch nicht viel geschieht, so ist doch die Dialogführung sehr geschickt und unterhaltend. F. S. Sozialistfsche Arbeiterfugend Qroij- Berlin Freie Turn ersdiaft Cxr.-Bcrlin, Jagendgruppen Jungsozialistische Vereinigung der SPD. Sonnabend, den 30. April, abend« 7 Uhr, Spielplatz am Friedridithain KUNDGEBUNG „Für Jugendichutz und Jugendrecbt, für den SozialUmu« gegen den FaichUmu» l" Anschließend Fackelzug zur Wcbcrwicsc. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, dem 23. April. t. Nennen. 1. Alerid iSchrcier), 2. Countrhfide(Wuihe), 3. Bala» 9.75 r afelservice 68 m Tassen dum 25 n Frühstöcksservice versamiiertig ver- pakt, 14 Teile.. 475 Obstschalen 55 pl TÖpfe Saö.»Teile.. 1.75 Schüsseln setz, irene I.95 2.75 Kuchentelier m« neni-el 45 pt Tassen mit Goldrand... 35 PI W@iil PorselSan SpeiseteSler Nach 25?k. tlef55?k. ....... ISpt Karloffelnäpfe...... I95 Saucseren........... 1 35 Platten 85pf. bist 65 nind75pf. SalatschaSen.. 20 pf. bis I25 SpeiSeteffeP flach, massiv.. 32 Pf. Dessertteller massiv. 22 pf. Kaffeekannen. 85 p» bist so MltdltzOpfe massiv 1 0 Pf. bis 65 Pf. Tassen massiv......... 32 pf. Rosenihal-Porzollan Vasen Schalen Kübel einfarbig gelb, mit kleinen Fehlern besonders preiswert „Valencia" kleine schwarze Bordüre mit Goldrand (nur Leipziger Sir.) Speiseteller u-r und nach.|,|5 Dessertteller....... 80 Pf. 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Kuchenteller........ 1.30 Oüuerdosen........ 1.15 Steingut Bauerndekor, Han malcrei Fabrikat ViKeroy V Boch Speiseteller tief und nach 40 p» Bratenplatten 75 pi. w» 3 m Salatschüsseln 95 pi m» 1.85 Saucieren. KafTaekannen Teekannen• Tassen 1.95«. 2.25 1.45 bis 2.75 1.45 bis 4 M 45 Pf. Zuckerdosen.SOpi- ws 1.10 Ferner: Wl RTS CHAFTS-ART1 K EL EBSEmVAKETN IBILECI! II WAMSEN STAHLWAR EIN Aluminium- und Emaille- gesdiirr mit kleinen Fehlern darunter Kochtöpfe, Wasserkessel, Kaffeekannen, Waschsdiüsseln besonders preiswert 1 Mll OKEL WAR E"N HOLZWAREN 1B O M ST1ETN WA\1R EIN Wo? wird jeder Sie bewundernd fragen, haben, Sie Ihre neue Frühjahrs- ciarderobe gekauft? Bei ©adiel! Warum? Bei Oadiel erhält man immer das Moderaste in grofeler Auswahl zu billigsten Preisen. Honigsir. i. Stock Sirickkostüm!! Für See, GeMrge, Sport und Wochenend«teU gleich geeignet und beliebt ist das reinwollcnein ShctUnd. 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Besonders reichhaltig und wertvoll ist die Studie des Vereins deutscher Ma- schinenbauanstalten„Die Maschinenindustrie der Welt", aus deren Inhalt die Hauptentwicklungslinien dieses Industriezweiges aufge- zeigt sein mögen. Verschiebungen seit der Vorkriegszeit. lieber den Umfang und die Gliedenrng der Weltmaschinenproduktion geben die nachstehenden Schätzungszahlen ein ungesähres Bild: Weltmaschinenproduktion in Milliarden Mark 1013 u. SA..... Deutschland. En land... übrig. Länder Mt. 6,S 2,8 1.6 2.3 absolute 3°hl 50 20,5 12 17,5 1925 Sor. kriego-— Pro,. werte 12,7 8,5 57,5 2,9 1,9 13 3 2 13,5 3.4 2,3 16 AuoiillKung d gaoazttät ln Pro,. 75 72 87 80 Zusammen 13,5 100 22 14,7 100 i. D. 74 Der Gesamtwert der Weltmaschinenproduktion ist von 13,5 Mil- liarden auf 14,7 Milliarden, also annähernd um 9 Proz. ge- stiegen. Die drei Hauptproduktionsländer: Nordamerika, Deutsch- land und England decken, wie in der Borkriegszeit, auch jetzt gemein- sam zirka sechs Siebentel des Weltbcdarfs, jedoch steigerte Amerika seinen Anteil bei einem Produktionszuwachs von zirka 1,7 Milliarden von 50 Proz. auf 57,5 Proz., England weist eine Zunahme von 25 Proz. aus und hat die deutsche Produktion, die 1913 ein Fünstel, 1925 nur noch weniger als ein Siebentel der Weltproduktion inne hatte, bereits überflügelt. Die übrigen Länder hallen sich im ganzen auf dem Vorkriegsniveau. Im einzelnen haben von europäischen Ländern Frankreich und die Schweiz steigende Produktionsziffern, in den auhereuropäifchen konnte Japan mit dem enormen Wachstum seiner Textilindustrie auch den Textilmaschinenbau stark entwickeln, Kanada seine Landmaschincnindustrie. Die tatsächliche Produktion hat nicht annähernd mit der durch den übermäßigen Ausbau der Anlagen in den Kriegs- und Nach- triegsjahren erfolgten Steigerung der Leistungsfähigkeit, die ins- gesamt auf 47 Proz. geschätzt wird. Schritt halten können. Während im Jahre 1913 die Anlagen f a st voll ausgenutzt waren, waren sie 1925 im Durchschnitt nur zu 77 Proz. ihrer Kapazität be- fchästiat. Am stärksten ist dieses Mißverhältnis in der deutschen Maschinenindustrie, deren Beschäftigungszisfer im Durchschnitt 1925 auf 72 Proz., Mitte 192� sogar auf 50 Proz. sank. Spezialisierung und inkernalionale Arbeilsleilung. In der Maschinenindustrie ist mit zunehmender Typisierung in den Einzelbetrieben ein Uebergang von der„Fabrik für allgemeinen Maschinenbau" zur Spezialfabrik erfolgt, die, unterstützt durch die nationalen und internationalen Normungsbestrebungen, auch bereits in einzelnen Zweigen zur Serienherstellung fort- schreiten konnte. Wenn auch bestimmte Herstellungsgruppen der Maschinenindustrie, u. a. der Bau von Kraft- und Arbeitsmaschinen, mechanischen Fördermitteln, Schiffsmotoren usw., fast in allen in- dustrialisierten Ländern vertreten sind, so haben sich dach b e- herrschende Länderindustrien entsprechend der stärkeren Aufnahmefähigkeit des einheimischen Binnenmarktes herausgebildet, so in den Vereinigten Staaten die Fabrikation von Traktoren und von Bureaumaschinen, in England von Maschinen für die Textil- industrie, in Deutschland von Werkzeug- und Landmaschinen, in Schweden von Apparaten für die Molkereiwirtschaft, in Belgien von Bcrgwerksmaschinen. Diese natürliche Tendenz zur internationalen Arbeitsteilung wird jedoch durch die unter dem Schützzollsystem steigende, oft unzweckmäßige Eigenproduktion gehemmt. Bezeichnend für diese Tendenz ist die Tatsache, daß bei steigen- der Gesamtproduktion der Weltmaschinenhandel durch den Rückgang der Austauschbeziehungen der industrialisierten Maschinen- baulönder absolut um fast 10 Proz. unter dem Vorkriegsvolumen zurück bleibt. Der Export nach den sich erst industrialisierenden Rohstoffländern ist erheblich gestiegen. Es ist kaum zu befürchten, daß auch in diesen Ländern durch steigende Eigenproduktion der Maschinenexport verdrängt wird, da die Entstehung einer Maschinen- industrie auf gesunder Grundlage nur in einer bereits industriell hochentwickelten Volkswirtschaft mit ausreichender inländi- scher Eisen- und Stahlerzeugung, einem hochstehenden Facharbeiter- stamm sowie eines durchgebildeten Technikerstabes möglich«st. Die Hemmung der Zollmauern. Am Rückgang des Weltmaschinenexports trägt natürlich auch die handelspolitische Unsicherheit und der europäische Zollprotektionismus starke Mitschuld. Für die deutsche Maschinenindustrie, deren früherer Hauptkunde, Rußland, 1913 zirka ein Fünftel der deutschen Ma- schinenausfuhr im Werte von zirka 740 Millionen Mark, 1926 jedoch von dem stark zurückgegangenen Export im Werte von zirka 630 Millionen Mark nur noch weniger als ein Zehntel auf- nahm, bilden die schlechten handelspolitischen Beziehungen zu Frankreich und der polnische Zollkrieg ein schweres Hindernis. Gerade im Maschinenbau zeigt sich die Sinnlosigkeit des europäischen Protektionismus am deutlichsten. Die Zollmauern ver- teuern die Produktionsmittel, verhindern die Ausbreitung der maschi- nellen Arbeit und damit die Gesaintindustrialisierung der Volkswirt- schaft. Die Arbeiterschaft der Weltmaschlnenindustrie. Es ist anerkennenswert, daß in der Denkschrift entsprechend dem vom Völkerbund aufgestellten Arbeitsplan auch die Arbeitsverhält- nisfe in der Maschincnindustrie Behandlung finden. Im Well- Maschinenbau waren 1925 insgesamt zirka 2 Millionen Ar- beiter beschäftigt, in Deutschland hiervon Ende 1925: 500 000, Mitte 1926: 450 000. Wie stark die Rationalisierung auch in der Maschinenindustrie sich Bahn bricht und die A r b e i t s l e i st u n g steigert, zeigt das Beispiel der amerikanischen Industrie, die 1925 mit einer gegenüber 1913 um 5 Proz. verringerten Be« legschaft eine um 25 Proz gestiegene Gesamtproduktion erreichen konnte. Der deutsche Maschinenbau beschäftigte Mitte 1926 zirka 300 000 Arbeitskräfte w e n i g e r als noch im Jahre 1922. Trotz dieser enormen Vermehrung der Arbeitslosen hat im Ma- schinenbau in den voll beschäftigten Betrieben die Mehrarbeit großen Umfang erreicht im scharfen Gegensatz zu England. in dem bei voller Entlohnung die Arbeitswoche auf 47 Stunden tariflich festgelegt ist. Auch in Deutsch- land dürste sich die Arbeitsleistung, wie man aus der unverhältnis- mäßig starken Freisetzung von Arbeitskräften schließen kann, erheb- lich erhöht haben. Während aber in Amerika und in den anderen Ländern dem gesteigerten Arbeitsefsekt auch eine Steigerung der Reallöhne entspricht, blieb der deutsche Reallohn, wie aus der folgenden Aufstellung ersichtlich wird, um 8 bis 14 Proz. hinter dem Vorkriegsniveau zurück, wenn man die Teuerung in Rechnung setzt. Löhne in der Maschinenindustrie Facharbeiter Steig, ungcl. Abeitcr Steig. Index- Wochenverdinst auf Wochenverdientt aus Steigerung 19«» 1925 Proz. 191» 1925 Proz. 1919— 100 U.S. A.,. 62,37 129,32 207 45,74 102,85 224 170 England.. 41,7 60,23')— 23,29 40,91 176 172,6 Schweiz.. 30,90 59,25 192 23,70 45,40 192 171 Deutschland 36,92 46,24 126 23,55 31,16 132 139,7 •) Zeitlohn für Eisenformer. Diese Lohnpolitik der deutschen Maschinenindustrie steht im Widerspruch zu den eigenen Absatzinteressen der Industrie: denn der Maschinenbau als Produktionsmittelindustrie ist im letzten Grade, wie die Verbrauchsindustrien, an die Aufnahmefähigkeit des Binnen- Marktes für Konsumgüter gebunden. Der Maschinenbedarf hängt von den Absatz- und Produktionsmöglichkeiten für Konsumwaren, also im hohen Grade von der Kaufkraft der arbeitenden Beoölke- rung, ab. Aufstieg öer Linöcar-proöuktion. Umsatz fast verdoppelt.— Ein recht guter Abschluß. Solange die Lindcargesellschaft in Privathänden war und Autos herstellte, war sie eine höchst unerfreuliche Sache. Sie mußte saniert, das Aktienkapital mußte auf 105 000 M., das ist fast die Hälfte des Goldkapitals, zusammengelegt werden. Seit ihre überwiegende Aktienmajorität in die Hand von Organen der organisierten Arbeiterschaft über- gegangen ist, womit ihr auch ein großes Absatzgebiet zuwuchs, geht es in erfreulichster Weife aufwärts. Ein Beweis dafür sind Bilanz und Bericht für das vergangene Jahr 1926, das ausschließlich der Fahrradproduktion diente. Der Umsatz hat sich gegen 1925 von 0,98 apf 1,80 Millionen erhöht, also fast verdoppelt. Der Fahrradabsatz stieg von 9500 auf 14500 Stück: dabei wuchs die Belegschaft von 110 auf 145 Arbeiter und Angestellte. Wie der Geschäftsbericht sagt, war die Nachfrage nach Lindcar-Fahrrädern aus allen Teilen des Reiches außerordentlich stark. Die Preise waren, obwohl normal, durchaus günstig. Das neue Jahr hat ebenfalls gut eingesetzt, so daß der erwartete Umsatz den vorjährigen mindestens erreichen wird. Die Betriebsrechnung zeugt für erfolgreiche Arbeit. Während der Rohertrag von 224 258 auf 368 768 M. st i e g, sind die Gencralunkosten gegen das Vorjahr von 316 469 auf 284 586 KönZgZtr. 33 Chausseestr. 113 Oraniensftr. 40 AmBhf.AieMntferpl. Beim Sivtiincr Bahnhof Am Oranien- Biala Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Hontag zur Verfügung!— Schrütl. Bestellungen können nicbt berücksichtigt werden? Mark jtirfl(f9»flonn««, was allerlei ist bei der für 1926 zu verzeichnenden Verdoppelung des Umsatz es. Dabei wurde höchst vorsichtig gerechnet: es wurden auch nicht unerhebliche stille Re s e r v« n gebildet, um die Kapitalgrundlagen des jüngsten Werks auszubauen und die Voraussetzungen für weitere Preis- senkungen zu schaffen. Dazu gehört auch, dah trotz der ver- hälnismätzig niedrigen Bewertung der Fabrikanlagen noch 61 321 Mark, das ist fast ein Drittel, abgeschrieben wurden. Als Reingewinn, der den tatsächlichen Gewinn also nicht erschöpft, werden 22 862 M. ausgewiesen, aus dem 19 Proz. des Kapitals von 195 999 M. an die Aktienbesitzer weitergeleitet werden, das heißt also, der Arbeiterschaft auf anderen Wegen wieder zugute kommen. Auch die Bilanz sieht günstig aus. Die Forderungen sind von 218 599 auf 795 332 M. gestiegen, die Verpflichtungen dagegen von rund#»9 999 auf nur 899 372 M., also in erheblich geringerem Ausmaß. Diese Entwicklung zeugt für das Vertrauen, das die Lindcar-Fahrräder sich bereits erworben haben. Die Absatzpolitik. die bekanntlich günstige Ratenzahlungen vorsieht, ohne daß die Ratenzahlung verteuernd wirkt, ist auf dem Gedanken aufgebaut, daß der Arbeiter, Angestellte und Beamte wöchentlich nicht viel mehr zu zahlen hat, als er für die Benutzung der sonstigen Verkehrs- mittel zu zahlen hätte. Er erhält fein.Produktions- i n st r u m e n r, das ihm vor allem auch feine Mußezeit durch Zeitersparnis verlängert und auch in der Freizeit Freude macht, also recht billig. So ist zu erwarten, daß der beabsichtigte Ausbau der Vertriebsorganifation der Lindcarwerke die Vorteile dieser organisierten Selb st Hilfe der Arbeiterschaft noch vielen Arbeitern, Angestellten und Beamten zuführen wird. Keine Sesserung öes firbeitsmarktes mehr. Rückgang nur um 890 Personen in Berlin. Am vorigen Sonntag hegten wir noch Zweifel, ob nicht die Osterfeiertag« ein Anlaß zu der geringen Belebung des Berliner Arbeitsmarktes in der vorigen Woche waren, in der nur 2599 Per- fönen aus dem Arbeitsmarkt herausgezogen wurden, gegen durch- schnittlich 8999 bis 11999 Personen in den fünf Wochen vorher. Die Zweifel sind jetzt in unerfreulicher Weise behoben: die Besserung ist sehr schnell zum Stillstand gekommen. In der Woche zum 23. April wurden nur 836 Arbeitskräfte neu angefordert, so daß die Erwerbslosigkeit in Berlin bei der hohen Ziffer von rund einer Viertelmillion stagniert. Sollte der Stillstand end- gültig sein, so sind die Aussichten für eine Fortsetzung der Kon- junkturbelebung schlecht. Der Höhepunkt der Frühjahrsnachfrage nach Arbeitskräften liegt natürlich gewöhnlich einig« Wochen später. Oeffentlichkeit und Regierung müssen die Konsequenzen daraus sehr nachdrücklich zum Bewußtsein gebracht werden. Die nächste Gelegenheit dazu ist der 1. Mail Es waren 226 546 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen gegen 227 382 der Vorwoche. Darunter befanden sich 149 779(159 937) männliche und 76 767(77 345) weibliche Personen. Erwerbs losenunter st ützung bezogen 83 399(85 813) männliche und 34 531(35 285) weibliche, insgesamt 117 939(121 998) Personen. Außerdem wurden noch 35 735(36 982) Personen durch die E r w e r b s l o s e n h i l s« der Stadtgemeinde Berlin und 33 396(32 832) Personen durch die Krisenfürsorge unter- stützt. Lei Notstandsarbeiten wurden 6646(7296) Personen be- schästigt._ Weiterer Rückgang des Güterverkehrs. Der leichte Rückgang des Güterverkehrs, den wir für die vorletzte Berichtswoche der Reichsbahn feststeMen. hat sich in der Woche zum 9. April verstärkt. Die arbeitstägliche Wagen- gestellung ist von 145 599 auf 143 999 zurückgegangen. tnunSrreichfGrhusvJdhi netter Farben� musterungen mtr 18,-16:14.-'JJ) Gertraiidtcruti? 20/21 rebtKmb» Dieser Rückgang Ist ausfülkig. Da» FrühjahrsgeschSft hat seinen Höhepunkt gewöhnlich erst im Monat Mai. Die weiter« Beobachtung der Güterverkehrskurve muß lehren, ob sich in dem jetzigen Rückgang der Güterwagengestellung schon ein tendenzieller Stillstand der Konjunkturbelebung ausdrückt. Die Verhältnisse auf dem Atdeitsmarkt lassen es möglich erscheinen (siehe den Bericht vom Berliner Arbcitsmarkt). Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 29. April berechnete Großhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamts war mit 134,7 gegenüber der Vorwoche(134,8) nahezu unoer- ändert. Von den Hauptgruppen haben die A g r a r st o f f e um 9,7 Proz. auf 134,9 nachgegeben, während die Kolonialwaren leicht auf 127,1 angezogen haben. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren ist bei anziehenden Preisen für Schrott, Kupker, Häute und Leder um 9,2 Proz. auf 129,8 g e- stiegen. Gleichzeitig hat sich die Indexziffer der industriellen Fertigwaren um 9,3 Proz. auf 143,3 erhöht. Die Reichsbahn verdient weiter gut. Im Monat Februar hat die Deutsche Reichsbahngesellschaft, obwohl weniger Arbeitstage in Frage kamen, noch mehr als im Januar eingenommen. Die Einnahmen stiegen aus 342,19 gegen 323,5 Millionen im Januar: davon kamen 235,74 Millionen aus dem Güterverkehr. Die Aus- gaben für Betrieb und Unterhaltung betrugen 249,88 Millionen. Für die Erneuerung der Reichsbahnanlagen wurden 25,74, für all- gemeine Rückstellungen 3,55 Millionen Mark verwandt, während der Dienst der Reparationsschuld 59,97 und der für feste Lasten 12,84 Millionen Mark erfordert Der Personalbestand ver- minderte sich auf 652 617 gegen 656 384 Mann im Januar. Der Güterverkehr im März zeigt eine weitere Belebung, insbesondere durch vermehrte Transporte von Düngemitteln und Baustoffen. Der Kohlenvcrkehr ging arbeitstäglich um 5,6 Proz. zurück. Gegen Ende März flaute auch der Transport künstlicher Düngemittel ab. Jeden- falls ist die Entwicklung der Einnahmen im Februar und auch die Verkehrsentwicklung im März keine Stütze für die Behau p- tung der Reichsbahn, daß sie wegen der eingetre- tenen Lohnerhöhungen die geplanten Auftragsvergebungen einschränken müsse. Ausdehnung des RWE. Die Sonderinleresien des Slahllrusts. Wie gemeldet wird, hat das Rheinifch-Westfälische Elektrizitätswerk in Essen nunmehr auch das Elektrizität swerk Siegerland GmbH, in Siegen sich angegliedert. Bei einem Kapital von 7,5 Millionen Mark, über das die GmbH, verfügt, und einem Kaufpreis des Mehrfachen davon handelt es sich um eine sehr be- deutende Erweiterung des Interejienkreises und des Wirkfamkeits- gebietes des RWE. Da die Vereinigte Stahlwerke A.G. seit der Erwerbung der Charlottenhütte und der Siegerländer An- lagen der van der Zypen Gesellschaft, der wohl bald noch weitere Erwerbungen folgen werden, an einer billigen Stromlieferung für ihre Siegerländer Werke ein lebhaftes Interesse hat, dürfte die Aus- dehnung des RWE. nicht ohne Einwirkung des Stahltrusts erfolgt sein, dessen Aufsichtsrat bekanntlich von Dr. D ö g l e r präsidiert wird. Es ist bekannt, daß dos RWE. unter dem Einfluß der Schwer. industrie dieser für den Strombezug auf Kosten der kleinen Kon- sumenten den Strom zu Vorzugspreisen liefert. Die Oeffentlichkeit wird daher der neuen Ausdehnung, die an sich erfreulich fein könnte, ein besonderes Augenmerk zuzuwenden haben. Es ist schließlich nicht die Ausgabe eines zu drei Viertel n von Staats- und Kommunalverbünden beherrschten Unternehmens, unter Vernachlässigung der kleinen Ver- braucher voxnchmlich privatkapitalistischen Sonderinteressen zu dienen. Schorfe Sarlellierung der Deutschen Emaillierwerke. In dem „Verband deutscher Emaillierwcrke" sind jetzt 95 Proz. der Gesamtproduktion der Deutschen Emaillierwerke neu orga- nisicrt worden: der Hinzutritt der übrigen Werke ist bald zu er- warten. Der Verband ist ein schars organisiertes Kartell, dessen Produktionsquoten nach dem Umsatz errechnet und verteilt wer- den und das für Ueberverladungen Geldstrafen festsetzt. Die scharfen Bindungen des Kartells zeigen, daß die Konjunkturbelebung der Kartellbildung günstig ist. Um dem Verband in der Oeffentlichkeit eine freundlichere Aufnahme zu sichern, wird die Kartell- gründung mit der Versicherung verzuckert, daß das Kartell der Rationalisierung und Spezialisierung(Standardtypen) insbesondere dienen soll. Diese Absicht ist natürlich ein leeres Versprechen, denn der Rationalisierung der Betriebe und dem Fortschritt der Technik hat noch kein Kartell gedient. Die Leistungssteigerung im Ruhrbergbau. Aus dem Jahres- bericht des Vereins für die bergbaulichen Interessen müssen einige markante Ziffern fe st gehalten werden. Während die Kohlenförderung in Rheinland-Westfalen im Dczembere o. I. um 2,29 Millionen Tonnen oder um 27,23 Proz. größer war als im Januar, hat die Belegschaft einen Zuwachs von 22 999 Mann und damit eine Steigerung von nur 5,76 Proz. erfahren. Den Schluß auf die gewaltige Leistungssteigerung der Ruhrbelegschaften kann die Oeffentlichkeit aus dieser Gegenüberstellung selber ziehen. Den Zechenherren können diese Ziffern nicht oft und nicht nachdrück- lich genug vorgeführt werden. Die Exportkredite für die Filmindustrie, die vom Reich verlangt worden sind, haben nach einer jetzt vorliegenden Information nur geringe Aussichten. Es wird gesagt, daß die Sanierung der Ufa das Interesse an einer Kredithilfe durch das Reich v e r r i n- g e r t zu haben scheint. Wäre das wahr, so hätte die Ufa- Sanierung auch dieses Gute gehabt. klöckner baut. Zum Klöckner-Konzern gehört auch die H a s p e r Eisen- und Stahlwerk A.G- in Haspe i. W. Die weiter« sehr günstige Eiscnkonjunktur erlaubt hier dem Klöckner-Konzern, zu dem das Wert gehört, eine erhebliche Ausdehnung des Betriebes. Es wird dort gegenwärtig ein neues Thomas-Stahlwerk ?ebaut, das in wenigen Wachen in Betrieb genommen werden soll. >ie Leistungssählgteit des Gesamtwerks, das gegenwärtig mit etwa 3999 Mann arbeitet, wird durch den Ausbau um 59 Prozent erhöht werden. Diskonkermäßigung in England. Die Bant von England hat den Wechseldiskont von 5 auf 4� Proz. ermäßigt.— Diese Meldung kommt ziemlich unerwartet, nachdem sie schon für Ansang dieses Jahres angekündigt war und ihr Ausbleiben damals in Deutschland eine große Enttäuschung hervorgerufen hatte. Die Besserung der englischen Wirtschaftslage dürfte durch die Diskont- ermäßigung eine erhebliche Förderung erfahren. Auch Schweden hat seinen'Diskontsatz um Ä Proz. ermäßigt. Die Preußische Zentralbodentreditanslalt veröffentlicht im An- zeigenteil eine Ankündigung, wonach sie ihre sieben- und sechs- prozentigen Goldpfandbriefe und Schuldverschreibungen zu Kursen von 192 und 98 Proz. bzw. 199� und 97 Proz. anbietet. Dia Papiere sind durch Goldmarkdarlehen gedeckt. Eine Kündigung erfolgt nicht vor Ende 1931. Herabsetzung der Jrachtslundungsgebühren. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft teilt mit: Die Frachtstundungsgebühren für eintägige Frachtstundung werden mit Wirkung vom 1. Mai d. I. ab von 1 vom Tausend auf Vi vom Tausend der Tagesschuld- betröge herabgesetzt. Der Gebührenmindestbetrag wird aus 5 Reichs- Pfennige festgesetzt._ Sozialiftlsche flrbeiterjugenö Groß-Serlin. «ilMkldunz«« f«: Zeltschelue unter Zahlung von 1 M. werben im Zugend» sekretariat entgegengenommen. heute, Sonntag. 24. April: Beißensce: Treffpunkt Vil Uhr Antonplatz zur Demonstration nach Hohen. schSnhauscn. Instrumente sind mitzubringen.— Friedenau: Spaziergang. Treis- punkt nachmittags Vß Uhr Schillerplatz.— Lankwitz: Treffpunkt 3 Uhr Hunde. afpl zum Nachmittagsfraziergang.— Baumschulenweg: Spielen im Walde. Treffpunkt 2 Uhr Historische Ecke.— Pantow: Nachmittags 3 Uhr Spiel und Sport auf der Spielwiese im Volkspark. Mustkinstrumente, Spielgcräte und Turnkleidung mitoringen. Ferner müssen alle Jugendgcnossen der Abt. Buch. bolz, Niedcrfchönhauscn und Pankow zum Einüben der Volkstänze sllr d* Maifeier erscheinen. Wcrbebczirk Osten: Bormittags 9 Uhr Werbebezirksvorfiantssttzung im Heim Litauer Str. 18. Sitz Uhr Werbebczirksfnntlionärsitzung ebcndort. Rachmlltags ZU. Uhr Treffen Landsberger Platz. Musikinstrumente und Sportgeräte mit- bringen. Wcrbebczirk Ztreuzberg: Treffpunkt der Funktionäre 8 Uhr morgens am itottbusser Tor zur Besichtigung des Erotzkraftwerts Rummelsburg. Nach» mittags 3 Uhr Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft Erohmann im Jugend- heim Lindenstr. 3. Abends 3 Uhr ebcndort Heiterer Abend. Werbebezirk Teltowkanal. Werbefeier der Truppe Teltow abends 3 Uhr im Schwarzen Adler in Teltowci&.ftanl«l5tQclUa"U Kinder-Strilkmän et reine wolle. , Sr. 4« 3. 60 pallooer SUitfjööchsaÄÄi" Kiaderweiten.?..�«'.?.""�� Wiens$£Tao.u: viele l.30 Weche Lein.chchn�en'Z." J3 G rJin N4- JHHZ C/iauss ee Stn 29'3Q UntErjgrunatjahn StetHner Behohot Knaben-Kleidung Schilianznz ardhe tS�ous SC 30 trotzigen Siosicn. 1».». 18.—. AU. Knaben-todenselerinsna- Imbracinlert........ don U« an Kuabell-3chlllho!ev?.mb°n3.� N«i»«So m blauem Mclionchev ol, i)l3|3Il5qierincl(rtil"ct len.auoie K (.d-ifthTtge.li— 13.50 18—.10- ü. Sl�.Kieier-AnMEheb.°.. Iioff. m't turzer oder langer Hose, I« nach OuaNilli. tllr l�llyrige fl 2t— 2t- 17.50, 14150 12— S»— SpottanzSge fÄT* ,4 ichmackd. verarb.33... 30-. 2?- 2t. hX»- knadeaMei, Oualllälen. 2t— 18—. 18—. 8t>,— Msdjaöen'A't� 87z. für Gnaden...... Knaben-Lodenmöntei au«»nvräan. ttirtchlooen von I.U» an ffloimadsabr- Amüge au» stnprSzii. Jelldahndofsen.«». III Sonntag 24. 7*pcU 1927 Unterhaltung unö AAissen Seilage ües vorwärts der Papagei. Von Jakob N. Belsen. Als Papchen erwachte, fielen ihm die Geschehnisse von gestern sofort ein. Des gemütliche Dämmerstündchen auf der Schulter des Hausherrn, das durch den Hinzutritt alberner Besucher ein jähes Ende fand. Er entsann sich ihrer zudringlichen Annähe rungs- bestrebungen, die er entschieden zurückwies, und dann dieses abfcheu- lichen Frauenzimmers, das durchaus nicht ablassen wollte und, als er auf die andere Schulter geflüchtet war, ihm immer mit ihrem Finger kam. Mit einiger Genugtuung gedachte er des allgemeinen Aufruhrs, der plötzlich losbrach, als er sich in den Finger dieser unverschämten Person festgebissen hatte. Doch was war diese Schadenfreude gegen die Schmach, die ihm unmittelbar danach widerfahren! Ohne den Sachverhalt auch nur flüchtig zu würdigen, steckte man ihn in den verhaßte braunen Kinderhut, so dah er weder Schnabel noch Krallen zur Abwehr benutzen konnte, und schwupps saß er im Bauer. Der Türverfchluß schnappte ein. Man wandte sich von ibm ab. Auf jegliche Auseinandersetzung hatte man schlankweg verzichtet und warf ihm noH vorsorglich ein schwarzes Tuch über die De- Häufung, um das Wehklagen feines empörten Herzens zu ersticken. Bor der Hand hielt er einen Hungerstreik für angebracht und streute den Inhalt seines� Futternapfes voll Todesverachtung in den Sand. Merklich ermüdet, doch noch lange nicht gerächt, bestieg er den Stab, auf dem er sonst sein Mittagsschläfchen abzuhalten pflegte, und brütete Rache. Hier versagte fem Gedächtnis. Er war eingenickt. Nun hatte er den ganzen Tag vor sich, und es würde ihm schon sicher etwas einfallen, wie er sich für den gestrigen Borfall rächen könnte. Jetzt aber knurrte ihm der Magen. Sein Futter lag im Sande verstreut, und in der Dunkelheit würde er es kaum finden. Es galt also das Tuch vom Bauer zu entfernen. Er schob seinen krummen Schnabel zwischen die Drahtgitter, erwischte dos Tuch, hockte sich fest ein und brachte es tatsächlich zuwege, dos Tuch ein bißchen zu verschieben. War das ober eine saure Arbeit! Als er -.«n zehntenmal ansetzte, da geriet das Tuch urplötzlich ins Gleiten und riß ihn mit sich, so daß er noch gerade Zeit fand, sich loszuhaken. Strahlendes Licht umfing ihn. He, he, he! lachte er und ordnete fein Gefieder, das ihm bei dieser Arbeit etwas durcheinanderyeraten war. Rasch stieg er in den Sand hinab und machte sich daran, die gestrige Abendmahlzeit nachzuholen. Inzwischen wurde es in der Stube laut. Der Hausherr kam ans Bauer und öffnete das Türchen. Gewöhnlich wartete Papchen mit Ungeduld auf diesen Augenblick, um voll Ungestüm aus dem Bauer zu stürmen und an seinem Herrn emporzuklettern. Heute hatte er nicht einmal aufgeblickt, sondern Happert« seelenruhig an einer Erdnuß. Erst eine ganz geraume Weile später begab er sich zum Türchen und machte sich am Verschluß m schassen. Sein Plan war folgender: Am Ssierrhakcn so lange berumzurütteln, bis er abbrach, und dann womöglich noch das Türch-n aus den Angeln zu reißen, gleichsam als Protest gegen jene rohe Gewohnheit, ihn wegen jeder Kleinigkeit erbarmungslos ein- w kerkern. Indessen ging die Arbest lange nicht so flott vonstatten, wie zuvor, als er das Tuch heruntergeworfen hatte.-Aber auch .Papchen zähste nicht zu jenen, die sogleich ihre Waffen strecken. Ganz in seine Arbeit vertieft, hatte er nicht bemerkt, daß sein Herr wieder ins Zimmer getreten war und bereits längere Zeit dem Treiben zusah. Plötzlich fühlle er sich gepackt, und ehe er an irgendwelche Gegenmaßnahmen denken tonnte, sah er auf der Stange im Bauer, die verschlossene Tür vor der Nase. Er schaute um sich, niemand war in der Stube. Der Herr war ausgegangen. Das geschieht dir schon recht! sagte er sich voller Ingrimm. nächstes Mal wirst du etwas Umschau halten.— Um seinen Aerger bcruntrrzuspülen, nahm er einen Schluck Wasser und beschloß, seine Angriffe auf den Verschluß aus dem Bauer heraus fortzusetzen. In- dessen wollte daraus nicht viel werden. Eine Weile erfreute er sich an dem Geklimper, welches durch rasches Herauf- und Herunterziehen des Sperrhakens zustande kam. Als er endlich über diesen neu- c-ndeck�n Zeitvertreib sichtlich erfreut vom Sperrhaken abließ, um en sein zweites Frühstück zu denken, da geschah das Wunder— die Tür ging von selbst tnss! Vollkommen entgeistert starrte er sie an. Es verging eine geraume Zeit, ehe er sich entschloß, seinem Kerker zu enssteigen. Die Hilfe kam so unerwartet, daß er sich eines gewissen Mißtrauens nicht erwehren konnte. Er beschloß, später einmal über dies« Dinge nachzudenken, jetzt aber wollte er das Glück genießen und seinen Racheplönen nachgehen. Doch wer die Wahl bat, hat auch die Qual. Sollte er einen Stuhl erklimmen, um die olitzernden Possternägel herauszureißen? Ein monatelang gehegter Wunsch! Oder gar das Nähkörbchen durch seinen Besuch beehren? Das wäre auch nicht zu verachten. Da gab es aber auch die Radio- anlag«, mit den vielen blanken Dingerchen dran, denen er so manchen sehnsuchtsvollen Blick zugeworfen hatte. Oder sollte er mit dem brminen Kinderhut ein für allemal abrechnen? Die Welt lag ihm ,5« Füßen. Und doch zauderte er zuzupacken, weil ihn diese Fülle von Möglichkeiten verwirrte. Am Ende wäre doch die Radio- anlege am ergiebigsten, sagte er sich nach geraumem Nachdenken und kletterte auf das Bauer, um sich von dort aus zum Schreibtisch hinüberzuschwingen. Er war ein guter Turner und scheute vor keiner noch so wahnwitzigen Kletterpartie zurück. Bald war auch der Schreibtisch erklommen, und es gast noch einen Weg zum Radiorcgal zu finden. So ganz im Vorbeigehen stülpte er den Aschbecher aus und warf eine Hornbrille zu Boden. Da lag noch so mancher Bleistift, der seines Schnabels harrte. Jedoch das Große im Auge, verschmähte er jede Ablenkung. Dies um so mehr, als er jetzt seine ganze Aufmerksamkeit dbm Gipspferde ziiwandct, das wohl die Vorsehung in die Nähe des Radioregals hingestellt hatte, um Ihm zu den dort aufgespeicherten Herrlichkeiten zu oerhelsen. Gins, zwei, drei war er auf dem Gaul und wetzte sich an jeinnn Rücken den Schnabel. Das war doch mal etwas anderes als diese witzlosen Holzdinger, die bei der sanftesten Berührung sofort Späne abwarfen. Er konnte gar nicht mehr davon ablassen, so fein ging das. Der Radiokasten war vergessen. Bald war der Schnabel messerscharf und er kriegte wieder Lust zu knab- bern. Auch dafür war hier reichlich Gelegenheit vorhanden. Der stolze Schweif sollte zuerst daran glauben. An seiner schwächsten Stell« hatte er beim letzten Umzug« einen Knacks davongetragen, und so fiel es auch Papchen nicht schwer, die Drahssehne des Schwei- ses bloszulegen. Um das weitere Arbeiten sich zu erleichtern, bog er setzt den Drabt so um, daß der noch soeben gravitätisch herabwallende Schweis gleich einem Rauchschlote nach dem Himmel wies. Mit einem Eifer, als hinge sein Leben davon ab, brach Papchen immer größer« Gipsstücke heraus. Bald war der ganz« Draht entblößt. Rur seinem End« hing noch ein trauriges ZNümpchen, nicht größer °l» eine Walnuß. Traurig« Heb ernste vergangener Größe! Aber Tschiangkaisichek. Der kommuM:„Groharkig, dieser chinesische Areiheits- Held Tschiangkaischet! Ein Revoluiionär ohne Zehl und Makel!" Der fliegende Kommunist:..Tschiangkaischek. der Verräter! der.Dlulhundt Er wirfl mich selbst hinaus!" auch dieses Klümpchen wäre seinem Schicksal nicht entgangen, wenn nicht verdächtige Geräusche im Treppenhaus den Missetäter bewogen hätten, sich aus dem Staube zu machen und das im buchstäblichen Sinne. Denn sowohl Täter wie Tatort trugen die weißen Spuren der Verwüstung. Der Weg nach dem Bauer zurück wurde fluchtartig zurück- gelegt. Denn schon regte sich das schlechte Gewissen. Gewöhnlich mußte er solche Ausschreitungen mit längerer Haft büßen..... Die Tür öffnete sich. Es war nur das kleine Schulmädchen. Das würde sich hüten, gegen ihn vorzugchen. Er brauchte es nur ein- mal anzubrüllen, um sich vor Uebergriffen zu schützen. Die Kleine verschwand im anderen Zimmer, ohne auch einen Blick auf den Schreibtisch zu werfen. Also Gott sei Dank ein Ausschub! Unser Missetäter plusterte sich den Staub vom Gesieder. stärkte sich durch einen kühlen Trunk und nahm sich vor. den Ereignissen gelassen entgegenzusehen. Bald war er auch eingenickt. Ein ohrenbetäubendes Gelächter riß ihn aus dem Schlaf. In. mitten de« Zimmere stand sein Herr, noch in Mantel und Hut und schien vor Lachen zu vergehen. Der Anblick des würdevoll dahin- trabertden Rosses mit dem keck nach oben gedrehten Drahtschwänzchen und dem vereinsamten Gipsklümpchen an seiner Spitze haste seinen Zorn zunächst entwaffnet. Als Papchen sah, daß das Gewitter so gnädig vorüberzuziehen schien, stimmte er ins Gelächter mit ein und wollte sich trotz wiederholter Lerwarnungen immer noch nicht be- ruhigen. Es sollte aber noch besser kommen: das kleine Mädchen wurde hereingerufen und tüchtig ausgescholten, weil es eigenmächtig den Papageien herausgelassen hätte. Ihre Unschuldbeteuerungen blieben erfolglos. Das Geschrei wurde immer lauter, besonders als die Mutter hinzukam, die an dem Gipsroß mit dem Pudelschwanz sichtlich weniger Gefallen fand als der Hausherr. Di« von der Kleinen geäußerte Dermutting. der Papagei könne ja von alleine herausgetlettert sein, wurde als„faule Ausrede" verworfen, und die vermeintliche Sünderin verließ heulend das Zimmer. Soviel Spaß auf einmal hatte der Papagei noch nie erlebt. Aus seiner Be- geisterung heraus schmetterte er seinen ganzen Wortschatz herunter. lachte, hustete, trällerte und flatterte schließlich auf den Fußboden hinab. Er war der Held des Tages, eine gefeierte Persönlichkeit... Er war gerächt!_ Ein besuch im Zuchthaus Zuhlsbuttel. Von Wilhelm Kindermann. Die Oeffentlichkeit hat ein Interesse daran, zu erfahren, in welcher Weise die von der Justiz ausgesprochenen Strafen an Ver. blechern und Gesetzesübertretern vollzogen werden. Im Strasvoll- zug hat sich in den letzten Iahren eine völlige Umwandlung voll- zogen. Immer mehr greift der Gedanke der Erziehung und Ar- beit im Strafvollzug Platz: mehr und mehr verschwindet das Ber- geltungsprinzip. Zu den Anstalten, die von jeher fortschrittlich ein- gestellt waren, gehören die Strafanstalten des hainburgischen Frei- stoatcs, die sich in der Hauptsache in Fuhlsbütt-l befinden. Der Strnfvollzrg in Hamburg vollzieht sich in insgesamt �zwöls Anstatten Es sind dies zwei Gefängnisse für Männer, ein �>ucht- hau», ein Frauengeföngnis, ein Acbenshaus für Frauen und Mab- chen,«in Iugendgefängnis auf d«r Elbinsel Hahnöfersand, das Unter. suchungsgefängnis, das Festungsgefängnis in Cuxhaven und ver- schieden« Außenstellen, so zum Beispiel die Staatsdomäne Walters- Hof. Im ganzen befinden sich in diesen Anstalten zurzeit etwa 3000 Insassen. Im Jahre 1923 waren es 450 0. Um� die Berwaltung und Ueberwachung der Insassen zu gewährleisten, sind 849 B.eamte, Arbeiter und Angestellte in Tätigkeit: es enl- fallen hiervon 694 Personen auf das Aufsichtspersonal. Die Ge- fängnisse und das Zuchthaus liegen jenseits der Bahn, die zum schönsten der deutschen Friedhöfe, zum Ohlsdorfer Friedhos, führt. Umgeben von reich mit Bäumen bepflanzten Straßen und versteckt hinter villenartigen Verwaltungs- und Beamtenhäusern lugen die Strafanstallen Fuhlsbüttel hervor, die genau denselben sonderbaren „Ruf" genießen wie Plötzensee bei Berlin, der Klingelplltz in Köln und andere Strafanstalten. Während das eine Gefängnis, ein Barackengefängnis, im Jahre 1363 erbaut wurde und gegenwärtig etwa 399 Insassen aufweist, wurde die andere Anstalt im Jahre 1879 erbaut: sie hat 178 bellen, 13 Arbeitssäle, 4 Wohnsäle und 6 Schlafsäle. In den We-.i'.ätten dieser Anstalt finden die Insassen Verwendung. Sie arbeiten dort in ihrem Berufe, oder aber sie erlernen einen solchen. Vielfach macht sich auch infolge Untauglichkeit zu einem Berufe oder schlechter Konjunktur die Umschulung notwendig. Es sind mit Wertstätten vertreten Schneider, Tischler, Sattler, Musiker, Mechaniker, Schlosser und andere. Allgemein macht man die Feststellung, dah die In- sassen gern arbeiten. Früher wurden sie mit allerlei zweck- losen und wenig produktiven Arbeiten beschäftigt. Heute ober tragen sie mit dazu bei, die Anstatt zu erhalten und fördern sich beruflich nach mancher Richtung hin. Tagsüber sind sämtliche Zellen leer. Alles befindet sich auf' der Arbeit. Die Wohnsäle werden nur zur Einnahme des Essens benutzt. Die Einzelhaft in der früheren Form, die den»Insassen tagtäglich nur in seiner Zelle sitzend konnte, ist völlig verschwunden. Än ihre Stelle sind gemeinschaftliche Wohn- und Schlafsäle getreten. Das Zuchthaus in Fuhlsbüttel ist ein im Jahre 1996 er- bauter Strahlenbau, der von einer Stelle aus überwacht werden kann. Das Zuchthaus verfügt über 377 Zellen, davon waren bei meinem Besuch 429 besetzt. Es verbüßten 274 Personen Zuchthaus- strafen von 1 bis 3 Iahren, 96 Personen solch« von 5 bis 19 Iahren, 26 Personen solche von 19 bis 13 Iahren und 21 Personen solch« von über 15 Jahren. Unter ihnen besande» sich 13 Personen, die zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden find. Im Zuchthaus befinden sich unter anderem die Buchdruckerei und die Setzerei, außerdem liefert die dort untergebrachte Bäckerei das Brot sür sämtliche Anstatten. Nicht weniger als 4999 Brote werden täglich hergestellt und durch eigen« Pferdegespanne und Kraftfahrzeuge verteilt. Wie sieht ein Zuchthaus aus? Das Vergel- tungsprinzip war früher im Strafvollzug maßgebend. Oft er- eignete es sich, daß Insassen zum„Willkomm und zum„Abschied" zohlreiche Schläge aus de» entblößten Körper über sich ergehen lassen mußten. Dann wurden sie in die Zelle gesperrt wie Tiere. Daß mit einer solchen Methode, die zahlreiche Schikanen mit sich brachte,«in Zuchthäusler nicht„gebessert" werden konnte, versteht sich wohl von selbst. Zuchthäuser wirken schon durch ihr Aeußeres nicht sympathisch. Hinzu kam früher, daß Zellen und Umgebung völlig kahl waren. Heute im modernen Strafvollzug will man den Menschen wieder zur Gellung kommen lassen. Man will'ihn nicht weiter hinabstoßen, sondern emporheben. Der sonst so kahle Hof, in dem die täglichen Spaziergänge im Gänsemarsch gemacht werden mußten,- gleicht heute einem Garten. Er ist mit schönen bunten Blumen und hier und da auch mit Gemüse bepflanzt. Die Gänsemärsche in der früheren Form haben ihr Ende gefunden: die Insassen haben eine Freistunde, die zum Spaziergang verwendet wird. Die früher völlig kahle Zelle kann sich der Insasse ausschinücken. Hier tritt schon der progressive Strafvollzug in Geltung. Dem Insassen werden nämlich nach und nach bei guter Führung Erleich- terungen und Vergünstigungen gewährt, die ein un.'hrlufcer und widerspenstiger Insasse nicht hat. So gibt es Vergünstigungen beim Briefeschreiben, bei der Ausschmückung des Zimmers, bei der Löh- nung für getane Arbeit. Die Bibliothek des Zuchthauses ist äußerst reich- haltig. Es sind für sämtsiche Anstatten etwa 38 999 Büä-er vorhanden, die äußerst reg« bchiutzt werden. Wenig oder soft gar nicht wird religiöse Literatur verlangt. Der Insasse liest mit Eifer illustrierte Werke, Reiseerzählungen, Biographien und unsere Klassiker. Ein besonderes Merkmal für den Bildungshunger im Zuchthaus ist es, daß die Sprachkurse in Englisch und Spanisch so stark be- sucht sind, daß kein« weiteren Schüler aufgenommen werden. Ganz besonders interessieren die hamburgischen Grundsätze zur geistigen und seelischen Hebung der Insassen. Aufgabe des Unterrichts ist es, die Gefangenen vor allem sittlich zu heben, sie geistig anzuregen und nach Möglichkeit Lücken in ihrem Wissen auszufüllen. Die Lehrer sind hinsichttich der Methode des Unterrichts frei. Der Ausschluß eines Gefangenen vom Unterricht darf nur erfolgen, wenn er sich ,n diesem gegen die Anstattsordnung gröblich vergangen lzat. Der Unterricht wird in besonderen Schulräumen erteilt, die laut Anord- nung mit Bildern und ähnlichem Schmuck auszustatten sind. Unter der Berücksichtigung der individuellen Begabung der einzelnen Ge- fangenen werden sie drei verschiedenen Klassen zugeteilt. Neben der fachlichen Fortbildung, geht«in lebenskundlichcr Unterricht einher, der ganz besonders den Gedanken der Er- ziehung des Gefangenen zu einem brauchbaren Staatsbürger in den Vordergrund stellt. Unter Verzicht auf Moralisieren soll der Unter- richt der Lebenskunde danach streben, den Gefangenen zum Ver- ständnis für Recht und Gesetz zu führen, die in ihm liegenden sitt- lichen Kräfte zu wecken und zu stärken. In besonderen Stunden werden Mitteilungen über wichtige Tagesereignisse gemacht. Jetzt üben 16 Lehrer und ein Pfarrer ihre Tätigkeit aus. Früher gab es mehrere Pfarrer und dafür keine Lehrer. Außer Musitchören find auch Gesangschöre gebildet, die mit Konzerte n vor ihren Mitgefangenen aufwarten. Die Gefangenen besuchen die Konzerte sehr gern. Weniger gern gehen sie zur Kirche, und da der Kirchgang freigestellt ist, ist die Zahl der Kirchgänger oft sehr gering. Jede der � Fuhlsbüttelcr Anstalten, auch das Zuchthaus, weisen schöne, von den Gefangenen in ihrer Freizeit angelegte Sportplätze aus. Ein besonderes Kapitel bilden die Werkstätten, die gerade hinsichtlich der sachlichen Ausbildung und Umschulung Großes leiste». In der großen Setzeret und Druckerei mit modemen Maschinen be- finden sich wohl im ganzen zwei Buchdrucker— alle anderen, es sind sehr viele, haben das Setzen und Drucken erlernt und üben ihren neuen Beruf mit der gleichen Geschicklichkeit aus wie im freien graphischen Betrieb. Schwierigster Tabellensatz und sauberster Druck zeugen davon, dah die Gefangenen ihren neuen Beruf ernst nehmen. Auch in den anderen Betrieben herrscht eine auffallende Arbeits- freudigkeit. Bemerkenswert ist noch, daß die Unternehinerbetriebe aus dem Zuchthaus so gut wie verschwunden sind und daß alle Arbeiten entweder für die Strafanstalten oder den Staat geleistet werden. Reue Wege im Strafvollzug schlug man bei der Errichtung des Iugendgefängnisses eiii, das 1929 erbaut wurde. Es sind dort etwa 169 Minderjährige(18—21 Jahre) und 19 Jugendliche (14— 18 Jahre) untergebracht Das Jugendgesängn's befindet sich aus der Elbinsel Hahnöfersand, die 29 Kilometer unterhalb Hamburgs liegt. Di« Insel hat einen Flächcninhatt von 239 Hektar, eine Länge von etwa 3,5 Kilometern und eine � Breite von etwa 1 Kilometer. Das Gefängnis steht vollkommen frei und hat nicht di« unsympathischen hohen Mauern, Jetzt ist man dabei, G ef an g en en d S rf er einzurichten. Südlich von Cuxhaven liegen die kleinen Fischerdörfer Arensch und Berensch. Sie werden mit Gefangenen befiedelt, die mit der Urbarmachung des Bodens betraut werden Der kräftige Schlick- boden soll dort vom Meere auf den Sandboden gebracht werden, Do sich die Gefangenen auch hier völlig frei bewegen, werden natürlich nur solche Leute beschäftigt, die nicht fluchtverdächtig erscheinen. Im übrigen war im letzten Jahre kein Ausbruch aus den Hamburger Anstalten zu verzeichnen. Der Viehbestand setzt sich zusammen aus 74 Pferden, S Bullen. 14 Ochsen. 04 Kühen, 26S Schafen. 670 Schweinen und 320 Stück Federvieh. Der größte Teil befindet sich auf der Staats- domäne, die 170 Hektar groß ist. Hier sind vorwiegend älter« und verheiratete Gefangen« untergebracht, die die höchste Stufe des Progressivsnstems erreicht haben und hier in ziemlicher Freiheit den Rest ihrer Strafzeit verbringen. Auf verschiedenen Außenkommandos wird noch Torfgewinnung und Landwirtschaft mU Viehzucht betrieben. Der humanste Strafvollzug ist Verschwendung, wenn nicht eine vlanvolle Gefangenenfürsorge eingreift. Deshalb steht die Hamburger Justizverwaltung auf dem Standpunkt, daß jeder Ge- fangene so zu entlassen ist, daß unmittelbare Not ausgeschlosien ist. Die Gefangenenfürsorge setzt mit der Verhaftung ein. Verwahrung und Unterbringung von Kindern, Lösung von gesetzlichen Der- pflichtungen, Beschaffung von Ausweisen und Papieren für die spätere Arbeitsbeschaffung sind ihre Aufgaben. Wird der Gefangene entlassen, dann wird er— wenn möglich— sofort in_ ein Arbeitsverhältnis gebracht. Solange er keine Arbeit hat, gehört«r zu den Pflegebefohlenen der Gefangenenfürsorge. Ledige können Aufnahme in einem Heim finden, das völlig kostenlos Unterkunst und Der- pflegung gewährt, bis Arbeit oder eine Derdienstmöglichkeit beschafft ist. Vielfach wird wahrgenommen, daß der Gefangenenfürsorge Schwierigkeiten bereitet werden. Viele Unternehmer weigern sich. ehemalige Gefangene zu beschäftigen. Ost findet man aber auch, daß die Arbeiter sich gegen die Einstellung ehemaliger Gefangener wehren. Mehr und mehr gelingt es aber, diese Vorurteile zu verdrängen. Den Eindruck, den die Erziehungsarbeit der Hamburger Anstalten machen, ist überwältigend. Die Art und Weise, wie die Beschäftigung der Gefangenen, namentlich der großen Anstalt III erfolgt, zeigt nicht nur die Meisterung einer großen Organisation, sondern auch soziales Verständnis und eine große Liebe zu jenen Meiisthen. die einmal strauchelten. Wer mithilft, die Gesellschaft zu bessern, oer- dient Unterstützung, Achtung und Anerkennung. verMann, öemseineZrauweglief (Nach Ueberlieferungsv der Liber-Jndianer. EJestl. Kanada.) Erzählt vvn Hans Rudolf Rieder. Ein Mann hatte eine Frau, und sie lebten nicht gut zusammen. Das wurde noch schlimmer, als einmal eine Zeitlang die Jagd wenig abwarf. Der Winter war sehr kalt, geringer Schnee fiel, man konnte keine Spuren verfolgen, das größere Wild verzog sich in andere Gegenden. Wenn der Mann tagsüber weit im Walde umhergestreift war, mußte er froh sein, einen Hasen oder einen Biber heim- zubringen. Die Frau knurrte, weil es so wenig war. Sie kochte oder briet das Fleisch. Beim Essen erhielt aber der Mann höchstens ein« Schulter oder das Eingeweide. Alles übrige verzehrte die Frau. „Was hat sie nur vor mit mir? Will sie mich oerhungern lassen?" So dachte der Mann bei sich. Die langen Strecken, die große Kälte und der oerharscht« Schnee erschöpften ihn mehr und mehr, da er keinen Tag genügend Nahrung hatte, um bei Kräften zu bleiben. Die Frau dagegen saß nur immer in de?«armen Hätte. sie hätte gar nicht soviel essen brauchen. Sie wurde trotz des schlimmen Winters noch dicker,» als sie war; es schien sie auch nicht zu bekümmern, daß ihr Mann �is auf die Knochen abmagerte. Eines Morgens stand die Frau wie gewöhnlich auf und machte Feuer, aber der Mann hatte Luft,- noch ein wenig liegen zu bleiben. „Steh auf! Wirst du nicht bald aufstehen? Was soll aus mir werden, wenn du nicht aufstehst?" Der Mann dreht« sich um, er antwortete gar nicht. Da ging die Frau hinaus und kam nicht wieder herein. Der Mann ruhte sich noch eine Weile aus, bis er sich frisch und kräftig fühlte. Dann aß er Lin gutes Frühstück und machte den üblichen Rundgang zu seinen Fallen und Schlingen. Es wurde ihm heut viel weniger mühsam als sonst. Er fand eine Spur, die von- der Hütte wegführte, und dachte:.vielleicht ist meine Frau davongegangen." Ein Biber hatte sich gesfcngen. Cr zerschnitt also selber das Tier, machte Feuer und briet(s. An diesem Abend aß er sich gehörig satt. So verbrachte der Mann den Rest de�- Winters ollein. Als die Tage wärmer wurden und die Wege leichter zu gehen waren, dachte er:„Ich will doch einmal umgehen und stlhen, was aus der Frau geworden ist." Er ging in der Richtting dar alten Spur und kam an eine Hütte. Da fand er die Frau, sie lebte hier mit einem anderen Mann. „Was willst du?" fragte der zweite Maien.„Ja, ich wollte nur einmal nach meiner Frau suchen. Nun Hab ich sie gefunden."— „de ist gut. Dann werden wir ringen?" And er begann sogleich zu ringen. Sie rängen eine Weile, nickst allzu lang' denn der erste Mann war der stärkere, er hatte bald den anderen geworfen.„Also nimm sie," sagte der Besiegte.„O nein," entgegnete» der erste,„du host sie haben wollen, nun behalte sie nur." Auf d«m Heimweg hatte er Glück, er schoß eine Hirschkuh. Oer Kampf um öas revolutionäre Theater Der Kampf um das revoluttonäre Theater in Rußland, der jetzt nicht nur in den Bühnenklubs und in der Fachpresse, sondern auch in den führenden politischen Tagesblätlern mit wachsender Heftigkeit geführt wird, gewinnt dadurch, daß ftch der Hauptangriff gegen den Charakter des Moskauer Künstlertiteoters und den be- kannten Stanislawski-Schüler, den Schauspieleiiregisseur Tschechow, richtet, ein allgemeineuropäisches Interesse. Mdnche der während dieser Debatte geäußerten Ansichten erinnern an Forderungen, die jüngst gelegenttich des Berliner Bolksbühnenkorsfliktes geltend ge- macht wurden, und haben somit für deutsche Verhältnisse eine erhöhte Bedeutung. Die Sowjetpresse verlancst«ine energisch«, unzweideutige Anwendung der Diktatur des Pivletariats auf die bisher geduldete innere Verfassungsautonomi« d�r Theater. Verschiedene Stimmen bchaupten. die in den ersten Mevolutionsjahren gemachten Anläufe zu einem Sowjettheater hättpn sich allmählich in blauen Dunst aufgelöst und es handele sich bei dieser erneuten Kraftanstrengung um eine„Rekonstruktion dies proletarischen Theaters". „Alle Theater der Sowjetunion— schreibe« die Moskauer amtlichen„Jswestija"— haben im wesentlichen ihre vorrevolutio- näre Physiognomie bewahrt. Ja noch mehr, sie befleißigen sich einer erweiterten Wiederherstellung des Asten." Vergleicht man die zielbewußt durchgeführt« Sowjetesierung des Hochschulwesens mit der brachliegenden Theaterpolitik, so ergebe sich hei den Staats- theatern eine Situation, wie sie auf den Hochschulen entstanden wäre, wenn die Sowjetregierung die alte Professorenschast am Ruder belassen hätte. Der Oktoberumsturz sei für die Theaterwelt thte sie nicht tangierende Angelegenheit geMiehe«. 0« müsse Aufgabe der Gewerkschaften sein, hier vermittelnd einzugreisen und dafür Sorge zu tragen, daß die in und mit der Revolution herangewachsenen Theaterleute, wie z. B. die Mitglieder der ARM. (Assoziation junger Regisseure) von der alten Garde nicht als lästige Außenseiter verfemt und am Mitarbesten verhindert werden, gleichwie es geglückt sei, den Werkstudenten gegenüber der bürger- lichen Studentenschaft zu ihrem Rechte zu verhelfen. „Wenn das Sowjettheater sich in die Zitadelle einer reaktiv» nären dekadenten„Sekte" verwandelt, wenn seine Darbieiungen sich zu einer organisierten Propaganda des„Götzendienstes" in jederlei Gestall auswachsen konnten,— dann wird uns vieles, sehr vieles klar," meint die„Shisn Iskustwa". Der„Moledoj Leninez", ein« Leningroder kommunistisch« Jugendzeitung, wirft dem Moskauer Künstlerthenter, insbesondere aber der unter Leitung M. Tschechows stehenden Zweigbühn« dieses Theaters, eine den Ärbeiterinteressen offen feindselige Haltung vor. Im Verlauf dieser Polemik erklingt auch erneut die Klage über den Mangel an ehrlichen, milieuechten proletarischen Repertoire- stücken. Die zehnjährig« Sowjetperiod« habe nur einen einzigen, aus dem Arbeiterftande hervorgegangenen, künstlerisch wertvollen Dramatiker(Bill-Velozerkowski) gezeitigt: den übrigen neuen Bühnenschriftftellern wie Glebow, Trencw, Romaschow, gelängen am besten ihre Intelligenzlertypen und allenfalls einige indnstduo- listisch gesehene Figuren revolutionärer Führer, während ihnen die Massenideologie ein Buch mit sieben Siegeln fei und ihre Arbeiter- massen als Element der Bühnenhandlung«inen ertünstesten»Hurra- Patriotismus" zur Schau tragen, der am allerwenigsten geeignet sei, für die Idee der Reoolutiow werbend zu wirken. vom Familienleben der Vedda. Das Waldvolt der Wedda ln den Urwäldern Ostceylons, das zu den primitivsten Stämmen der Erde gehört, ist dem Aussterben nahe. Die Erforschung dieser scheuen Mensck M...... I M» bn instituts für Völkerkunde vorgenommen worden. Die Expedition, mschcnrasse ist nun nvch gleichsam in letzter Stunde von der utschen Indien expedition des Leipziger Forschungs- ituts für Völkerkunde vorgenommen worden. Die Expedition, die deutschen Forschern zum erstenmal gelungen, das Familienleben dieses Stamme, kennenzulernen. Vorher war es niemandem ge- glückt, in Ihren Hütten selbst zu leben, denn auch Fremde, die in ihre ungemein schwer oujfindbaren Siedlungen gelangten, konnten mit ihnen nicht verttaut werden. Besonders versteckten sie immer ihre Frauen, auf die sie beispiellos eifersüchtig sind. Da sich unter den deutschen Reisenden eine Dame befand, so war es möglich, zu den Wedda in«in ganz familiäres Verhältnis zu treten, und es konnten jogar zahlreiche Körpermessungen an Frauen aus- geführt werden. Die Wedda haben noch bis vor kurzem«in halb nomadische» Leben geführt und wohnen jetzt in Rindenhütten, die von Schmutz starren und von Wanzen und Schwaben wimmZin. sind ansteckende Krankheiten weit verbreitet, und schon die Daher ansteckende Krankheiten weit verbreitet, und schon kleinsten Kinder leiden unter schwerer Malaria. Durch die Gewöh- nung an die Kleidung und die überheizten Hütten ist das Entstehen von Krankheiten der Atmungsorgan« iehr gefördert worden. Da es ut« noch wenig mehr als 300 Waldwedda gibt, so ist mit ihrem ussterben in allernächster Zeit zu rechnen. Ihre Reste gehen in !r singhalesischen Bevölkerung aus, bei der sie als ehemalige Herren de» Landes in einem gewissen Ansehen stehen. Die Expedition konnte sich in den menschenarmen Gegenden nur unter großen Mühen Nahrungsmittel beschaffen. Infolge ungeheurer Regengüsse waren die Urwaldströme hoch angeschwollen: die Träger fürchteten sich vor den Fluten wie auch vor wilden Elefanten und Bären, und manche Ströme konnten nur mit Lebensgefahr durchwatet werden. Trotzdem wurde die Forschnngsretse ohne Unglücks- und auch ohne Krank- heitsfall durchgeführt. Wdsctttss morgen? diu? steine Sorseo ascsten wird Spiel-durdi OzoniL GHDKiaß das selbsttätige Waschmittel bringt nach viertelstündigem Kochen einen verblüffenden Reinigungs-und Bleicherfolg. Ozonil ist besser müheloser schonender» ALLEINIGE NEK�ELL�MMMSKIKEN v0N Dr.THOMPSON'S SEIFENPULVEH DÜSSELDORF kree-ieede üeHlfSl öolleMellit t« l!°- Wir sind z. Zt Abgeber von unseren an der Berliner Börse amtlich notierten 0/ Central- Golfl- Pfandbriefen /0 Gold-Kom.- Schuld?ersehreibungen letzter Kurs 102 0/o bzw. 100,50 0/o 0/ Central-Gold-Pfandbriefen /O Gold-Koni.-SehnldyersehreifaunBen letzter Kurs 98 �/o bzw. 97°/® Unsere Kon#Schuldverschreibungeo sind in FreuBen mündelsicher, Kündigung der Anleihen bis Ende 1931 ausgeschlossen. ■■M Lieferung der Stücke kann sofort erfolgen. Sie sind erhältlich zum jeweiligen Börsenkurse sowohl bei uns selbst, _ wie auch bei den bekannten Zahlstellen und den übrigen Bankfirmen. tische Genirai- BodenMit- Aktiengesellschaft Berlin NW 7, Unter den Linden 48/49 | HAUS und HAUSRAT GILDENHALL zadcerKranhe Fragen Sie Ihren Arzt Ob. A.Siegers Anti- diabeticum und verlangen Sie kostenlos diesbezfigl. hochinteressante Schriften durch Fr. LSw. Walldorf R S7(Hessen». Deitsdief WzllZfdM'MM Verwaltungsstelle Berlin. Den SRitflliebcm juc Nachricht. daß unser Kolleg«, der Schleifer liarl Simon am 22. April gestorben Ist. Ehr« seinem Sabenlca! Die Einäscherung smbet am DI'NS- tag, bem 26.«urib nachm 12»/, Uhr, im Krematorium Entditfltojjt statt Rege Beteiligung erwartet DI« Orfsverwaisung. Nach langem Leiben oerslatb am 22. Agrit bei Gastwirt und frühere Schleifer Karl Simon im 66. Lebensjahre Dt« Einäscherung finbel am Dienslag, bem 26. April, nachmlnag» 1 2>, Uhr im Krematorium Gertchtftr., statt. Berlin, den 23 April 1927. Frau Anna Landt Belle- Alliance- Straße 30. Für die herzliche Anteilnahme j beim Hinscheiden unseres tiebru See- ftorbenrn Heinrich Plebiger banft« wir allen. Insbesondere! sorechen wtr bem«erbanb lüt Frei- benlerturn und Feuerbestattung, der 12 Abteilung der SPD und dem Kreisorrein Sst« garien de» Reichs- banner» Schwarz-Rvt-Gaib unseren besten Dank aus. «erlin NW. den 24. April 1S27. Klara Pleblgar und SSbne. G. M. H. MOSEL HAUSRAT in achllcht Form u. gediegen. Auafllhrung wr-ou- ai icro Berlin W, KSnlgln-Augu»ta-Str. 21 � an der Potsdamer Brücke STELLEN: Berlin NO, Gr. Frankfurt Str. 41-42 Charlottenburg, Bismarckstr. 85[ Schauffenster-Tapete! Alle Elgerunuster ohne Zwischenhandel. Sädisisdie Tapefen-lnduslrie, Berlin WUhelmstr. 44, iwiscben Lelpilger u. Zinmentr. Ab» 21. d. M. Terschied unerwartet Herr Sanittitsrat Dr. Zielenziger im 59. Lebensjahr. Fast ein ganzes Menschenalter lang ist der Verstorbene bei unserer Kasse als Vertrauensarzt titig gewesen. Er war nioht nur der Kasse ein guter Berater.'sondem er war auch ein Arzt, der soziales Verständnis für dieNöt© der Mit- glieder hatte und der sein verantwortungsvolles Amt im eiste der Nächstenliebe ausgeübt hat. X'eber dos Grab hinaus folgt dem Verblichenen, der Freud und Leid mit der Kasse geteilt hat. unser Bank für seine verdienstvolle Mitarbeit. In tiefer Trauer stehen wir an seiner Bahre. Sein Andenken wird von in hohen Ehren gehalten werden. Der Vorstand der Oritkrankenkatsc für da« Manrergcwerbc zu Berlin Richard VOSfCiif .■,■■- j'',':■'• a»n.. Friedrich.tr.s. 43. l 1 n o! e u Ri, T« p p i c h e, Läufersteffe. Schlafdecken. und PotsdamerStraßo 14. Nr. 192 ♦ 44. Jahrgang 3. Oeilage ües Vorwärts Sonntag. 24. /tpril t927 Anträge zum Parteitag in Kiel. Zur Tagesorönung. Vreslau. Auf die Tagesordnung zu setzen:„Die Entwicklung des Imperialismus nach dem Kriege". Als Referent wird Genosse Dr. Paul Levi vorgeschlagen. Leipzig. Als besonderer Tagesordnungspunkt ist zu setzen:„Die SPD. und die Reichswehr". Als Referenten werden die"Genossen Levy und Gerhard Seger vorgeschlagen. Flöha i. Sa. Punkt 3 der Tagesordnung:„Das Agrarpro- gramm" ist von der Tagesordnung abzusetzen und auf dem nächsten Parteitag zu behandeln. öericht Ües parteivorftanües. Leipzig. Der Parteitag beauftragt den Parteioorftand, ein Kom. munalprogramm auszuarbeiten und dem nächsten Parteitag vor- zulegen. Chemnitz. Der Reichspartestag beschließt die Aufstellung eines sozialistischen Kommunalprogramms. Stade. Das kommunale Sekretariat der Landtagsfraktion ist auszubauen und hat eine engere Verbindung mit den Bezlrks- verbänden resp. ihren Sekretariaten herzustellen. Stade(Unlerbezirk Unterelbe). In jedem Jahre, möglichst mst dem Reichsparteitag zusammenfallend, findet ein Preußentag der SPD. statt, an dem außer den Delegierten der Bezirksverbände eine Abordnung der preußischen Landtagsfraktion teilzunehmen hat. Auf diesem Preußentage hat die sozialdemokratische Landtagsfraktion einen Bericht über ihre Tätigkeit zu erstatten. Königsberg i. Pr. Der Parteitag beauftragt den Parteivor- stand, auf Grund des Z 4 des Organisationsstowts einen Preußi- schen Landesparteitag zur Erledigung landespolitischer Fragen und zur Schaffung einer Landesorganisation, nach An der früher er- folgreich tätig gewesenen, einzuberufen. Unlerbezirk Achim- Verden- Rotenburg. Zeven. Nach jedem Parteitag ist wie in der Vorkriegszeit ein Preußentag abzuhalten. Welßftein in Schlesien. Um zur Arbest der Landesparlamente und der Landtagsfraktionen Stellung zu nehmen, sollen in allen Freistaaten mindestens alle zwei Jahre Landesparteitage einberufen werden. Hannover. Der Parteitag hält es für erforderlich, daß bei derartig folgenschweren Beschlüssen wie im Dezember 1S26— Sturz der Regierung Marx— vorerst die Meinung der Parteigenossen im Lande gehört wird. verlin. Der Parteioorftand ist verpflichtet, vor wichtigen Eni» scheidungen eine Stellungnahme der Gesamtorganisation herbeizu- führen, durch rechtzeitige Information der Bezirksvorstände, die innerhalb einer vom Porteivorstand festzusetzenden Frist«ine Erst- scheidung der Bezirke herbeiführen. Hamburg. Der Parteitag ersucht den Parteworstand, die Gründung einer lokalen Parteizeitung für Berlin in Aussicht zu nehmen und zu prüfen, wie der„Borwärts" zum wirklichen Zentral- organ der Partei ausgestaltet werden kann. Lüneburg. Künftig sollen nicht mehr als die Hälfte der Mit- gsieder des Parteivorstandes Reichstags- oder Landtagsmandatc übernehmen dürfen. Ortsvereine der Elbgemcinden. 1. In klarer Erkenntnis der Tatsache, daß nur eine durchgreifende Demokratisierung und Repu- blikanisierung der Verwaltung, Rechtspflege und Reichswehr die Republik sichern und damit die Lage der minderbemsttelten Schichten des deutschen Volkes erträglich machen kann, 2. in klarer Erkenntnis der Tatsache» daß nur solche durch- greifende Demokratisierung und Republikanisierung, daß nur eine klare Bekundung des festen Willens der Republik zur Macht bis in den kleinsten Ort unseres Vaterlandes die begüterten, gewissen- losen, machtlüsternen, rastlos wühlenden Gegner in ihre Schranken zurückweisen und den Anhängern der Demokratie und Republik das wankende Vertrauen wiedergeben kann, 3. in klarer Erkenntnis der Tatsache, daß die nötige Demokrati- sierung und Republikanisierung bis in den kleinsten Ort von den dafür verantwortlichen Republikanern nur durchgeführt werden kann, wenn ihnen ein ausreichendes Perlonalmaterial zur Ver- fügung gestellt wird, fordert der Parteitag den Parteivorstand auf: I. Sofort durch Umfrage(Fragebogen) bei sämtlichen Orts- vereinen bzw. Distrikten und Vertrauensleuten festzustellen: a) welche Beamten und öffentlichen Angestellten sich gegen die Republik betätigt haben(mit Angabe der Betätigung und Zeugen), b) welche Personen zuverlässig republikanischer Gesinnung in ihrem Gesichtskreis als Ersatz sür die auszumerzenden Reaktionäre vorgeschlagen werden können(mit Angabe von Zeugnissen), c) welche Persönlichkeiten von zuverlässig republikanischer De- sinnung sür die Besetzung ösfentlicher Posten in ihrem Gesichts- kreis in Frage kommen. II. Das eingehende Personalmaterial durch die Bezirksvorstände sorgfältig prüfen zu lassen und den verantwortlichen Republikanern entsprechende Vorschläge zu unterbreiten und für die Durchführung dieser Vorschläge mit allen gesetzlichen Mitteln einzutreten. III. Sofort mit dem ADGB., dem AsA-Bund, der GEG. sowie den anderen republikanischen Parteien und ihren befreundeten Ge- werk- und Genossenschaften in Verbindung zu treten, um sie zu dem gleichen Vorgehen zuveranlasien. vreslan. Die Versammlung erblickt in der Bildung des Rechts- blocks im Reich den Ausdruck der überall vor sich gehenden Ver- schärfung des Klassengegensatzes zwischen Arbeiterschaft und Bürger- tum. Sie fordert vom Parteivorstand den Kampf gegen den Bürger- block nicht nur im Geiste der parlamentarischen Opposition, sondern des proletarischen Klassenkampfes, auch mit außerparlamentarischen Mitteln. Die Uebernahme der Regierungsgcschäfte durch die Sozial- demokratie in diesem Reichstag ist unmöglich: bei grundstürzender Veränderung der parlamentarischen und außerparlamentarischen Machtverhältnisse käme unsere Regierungsbeteiligung nur bei aus- schlagaebendem Einsluß aus die Führung von Wirtschasts-, Sozial-, Finanz, und heerespolitik in Frage. Bei in Einzelstaaten bestehen- den Koalitionen ist heute mehr denn je unsere programmatisch vor- gezeichnete Haltung zu wahren. Chemnitz. Die am 12. April in Chemnitz veranstaltete Mit- aliederversammlung des 16. Unterbezirks der Sozialdemokratischen Partei erhebt den schärfften Widerspruch dagegen, daß die Volks- schule durch ein reaktionäres Reichsschulgesetz nach Konsessionen und Weltanschauungen zerschlagen, an die Kirche ausgeliefert und in aeistiaer und pädagogischer Hinsicht rückwärts entwickell werden soll. Die Versammlung ruft die gesanue denkende Elternschaft auf. ihre Kinder vor dem drohenden Zuar.fs derKirche zu bewalden und ihr- Empörung über die maßlosen Machtgeluste der Kirche Ausdruck zu geben durch Abmeldung der Kinder vom Religion»- Unterricht Austritt au» der Kirche, Entscheidung be, den Eltern ratswahlen für die Liste der weltlichen Einheitsschule Die Versammung erwartet, daß die Sozial- demokratische Partei alle kortschriktlichen Kreise aufruft und zu- sammenfaht zu schärsttem Kampfe inn-rhalb und außerhalb der Parlamente gegen«inen reaktionären Reichsschulgefetzentwurf und Landes- oder Reichskonkordate, für die kirchenfreie. fortschrittliche, wellliche Einheitsschule des ganzen Volkes. Zilkan. Die am Freitag, dem IS. April 1327, im„Schwarzen Adler" in Zittau tagende Unterbezirkskonserenz der SPD. ist ent- rüstet über die kultur- und arbeiterfeindliche Politik der Kirche und ihrer kapitalistischen Hintermänner. Insbesondere erfüllen die im Gefolge des in Aussicht stehenden Reichskonkordats und Reichsschul- gesetzes drohenden Gefahren alle Parteigenossen, Staatsbürger und Schulfreunde mst großer Sorge. Der Zittauer Unterbezirk fordert daher alle maßgebenden Partei- instanzen auf, eine entschlossene Agitation in der Kirchen- und Schul- frage zu betreiben und die Oeffentlichkeit auf die sich immer gefähr- sicher zuspitzende kullurpolitische Lage hinzuweisen. Von jedem Parteigenossen, besonders von jedem Parteifunktio- när aber wird erwartet, daß er sich über das wahre Gesicht der Kirch« und ihres Gefolges ein klares Bild macht und daraus seine Folgerungen zieht. Dresden. Zu allen Frauentagungen der Partei(Reichsfrauen- konferenz, Internationale Frauenkonferenz ufw.) ist ein Delegation»- modus auf Grund der weiblichen Mitgliedsrzahlen der Bezirke Deutschlands festzusetzen, der eine gerechtere Grundlage der Ver- tretung der Frauen darstellt, als der bisherige Modus. Dresden. Der Bezirksparteitog des Bezirksoerbandes Ost- sachsen fordert, daß die Reichsfrauentonferenz vor dem Reichs- Parteitag stattfindet, damit wertvolle Anregungen bereits vom Par- teitag berücksichtigt werden können. Leipzig. Die Reichsfrauenkonferenz soll im Jnteresie der Gesamtorganisation zukünftig vor dem Parteitag stattfinden. Chemnitz. Der Parteivorstand wird beauftragt, sein Der- sprechen, nach Beendigung der Inflation das Organ der Frauen „Die Gleichheit" wieder erscheinen zu lassen, möglichst bald ein- zulösen. Um die Mitwirkung der im ganzen Lande organisierten Ge- nosiinnen an den die nationale und internationale Frauenbewegung betreffenden Fragen zu ermöglichen, wird ein Reichsfrauenausschuh geschaffen, der viertetzährlich mindestens einmal zusammentritt. Der Parteivorstand wird beauftragt, regelmäßig besonderes Werbe- und Schulungsmaterial für die Frauen herauszugeben oder den Bezirken durch finanzielle Unterstützung eine solch« Herausgabe zu ermöglichen. Dresden. Zur Belebung der Frauenagitation im Reiche und der besseren Verbindung der Bezirksvertrauenspersonen unter- einander beantragt der Bezirksparteitag des Bezirksoerbandes Oft- sachsen, einen Reichsfrauenarbeitsausschuß einzusetzen. Der Reichs- frauenarbeitsausschuß soll sich zusammensetzen aus den weiblichen Mitgliedern des Porteivorstandes und 13 weiblichen Vertrauens- Personen der Bezirke Deutschlands, darunter die jeweiligen Ver- treterinnen im Parteiausschuß. Nürnberg. Reichstagsabgeordnete können nicht gleichzeitig Landtagsabgeordnete sein. Berlin. Der Parteitag empfiehlt der Organisation.Sozialdemo. kratifcher Akademiker" sich aufzulösen. verlin. Der Bezirksparteitog des Bezirks Berlin verlangt vom Parteioorftand ein Einschreiten gegen die Genosien, die sich durch literarische Arbeit am Organ der allen Sozialdemokratischen Partei Sachsens beteiligen. Augsburg. Der Parteivorstand wird beauftragt, bei kommenden Wahlen Wahlplakate herauszugeben, die von den breiten Masten in Stadt und Land auch verstanden werden und deren Schrift leicht leserlich ist. Breslau. Die Altersgrenze in der Arbeiterjugend ist auf 18 Jahr« zu belassen. Die Erziehung der über 18 Jahre Allen fällt den Jung- sozialisten zu. Hamburg. Der Partestag in Kiel beauftragt den Parteworstand mst der baldigen Einrichtung einer Rsichsparteischule in der Form eines Internats. Hamburg. Der Parteivorstand möge monatlich« Uebersichten über d e wichtigsten politischen Ereignisse herausgeben. Alkenburg(S.-St.) Um die innige Verbindung der Parteimit- gliedfchoft mit den Porteioertrctern in den gesetzgebenden und Parteikörverschaften immer verständlich und laufend zu erhalten, ist vom Parteivorstand über die Bezirksvorstände an die Gesamt- Mitgliedschaft mindestens vierteljährlich eine aufklärende Schrift ohne Bezahlung zu vertesten. Diese Schriften müssen zusammenfassend wichtige Fragen leicht verständlch behandeln, so daß sie auch an NichtMitglieder weitergegeben werden können. Berlin. Der Parteivorstand wird beauftragt, regelmäßig min- bestens vierteljährlich einmal kleine gemeinverständlich abgefaßte Broschüren für die Agitation herauszugeben. Jede zweste Broschüre soll der Frauenagitation besonders gewidmet sein. Semd. 20Ie bestehenden Zeitschriften, die den Ortsvereinen empfohlen werden, und die sie für die Agitation dringend benötigen, sind den Funktionären(mindestens 5 Stück) kostenlos zu überweisen. Semd. Reichs- und Landtagsabgeordnete müssen in der Agi- tation mehr an die Oesfentlichkeit treten und müssen in den Bezirken ausgetauscht werden. Semd. In jedem Orte, wo eine starke Partei besteht, sind Ge- nassen auf Kosten der Partei auszubilden in allen täglichen Rechts- fragen. Semd. Sozialistische Pfarrer müssen mst Unterstützung anderer Genossen die Frauenbewegung fördern helfen, denn sie haben den größten Einfluß. hohen-Neuendors. Der Parteivorstand wird ersucht, das ein» schlägige Material über die Iustizschande von einem parteigenössischen Fachmann sammeln zu lassen und in Buchform herauszugeben, um es den breiten Massen des Volkes zugänglich zu rwchen und es den Varlamenten zu unterbreiten. INeininqen. Der Parteivorstand wird beauftragt, zur Förde- rung des Reichseinheitsstaatsgedankens eine großzügige Aufklärungs- Propaganda einzuleiten. Homburg. Der Parteitag in Kiel beschließt Richtlinien über die Zugehörigkeit der Parteimitglieder zu einer freien Gewerkschaft. Berlin. Kandidaten für Reich, sür Länder und Kommunen müssen freigewerkschaftlich organisiert sein. Hanau. Im Hinblick au' die Immer stärker werdende Konzen- tration des Kapitals betont der Parteitag erneut die Notwendigkest der gewerkschaftlichen Erfassung aller Werktätigen. Für die Partei- genossen gilt mehr denn je die Verpflichtung, die Entwicklung der Gewerkschaften mit allen Kräften zu fördern. Die Mitgliedschaft von Parteigenossen in anderen als den dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, Allgemeinen freien Angestelltenbund und All- gemeinen Deutschen Beamtenbund angeschlossenen Gewerkschaften ist mit den Grundsätzen der Partei unvereinbar. Berlin. Jedes Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deuischlands, welches als Lohn- oder Gehaltsempfänger arbeitet, muß einer freien Gemerkschaft angehören. Die Mitgliedschaft sowie ied« Mitarbeit von Mitgliedern der Sozialdemokratischen Barte! in Gewerkschaft-Verbänden, welche nicht dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschast-bund(ADGB.). der AfA oder dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund anoeschlosien sind, ist unvereinbar mit den GrunMäben und Interessen der So-ioldemnkrati«. versin. Kolbera und Nürnberg. Für jeden soziasistischen Beamten ist es«ine Ehrenpflicht, einer freigewerkschastlichen Beamten- aewerifchaft anzugehören und seine Kraft in den Dienst dieser Gewerkschaft zu stellen. D'e alt« Forderung, daß jeder Funktionär freigewerkschaftlich organisiert sein müsse, muß wieder Geltung gewinnen. Den sozialistischen Beamten gegenüber eine Sonder- stellung einzunehmen, ist unvereinbar mit den Ideen und Be- strebungen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Hamburg. Die am 17. März 1327 im Gewerkschoftshaus in Hamburg tagende Versammlung der sozialdemokratischen Beamten und Staatsongestellten beantragt beim diesjährigen Parteitag in Kiel, er möge beschließen, es jedem in der Sozialdemokratischen Partei organisierten Beamten und Staatsangestellten zur moralischen Pflicht zu machen, sich nach Möglichkeit freigewerkschaftlich zu organisieren. Die Versammlung erachtet es im Prinz'p als unvereinbar mit der sozialistischen Ueberzeugung, solchen Gcwertschaftsorganisationen an- zugehören, deren Leitung hauptsächlich in reaktionären Händen liegt. Ferner werde es jedem Parteigenossen untersagt, m seiner Gewerk- schast oder seinem Gewerkschaftsorgan die fteigewerkschafllichen Beamtenorganisationen zu bekämpfen. Chemnitz. Alle in der Partei organisierten Arbeiter. Angestellte und Beamten sind freigewerkschaftlich zu organisieren. Dortmund. Der Parteitag bedauert, daß sich noch immer Parteigenossen, die ihrer Weltanschauung nach in die freie Beamten- schaft gehören, in anderen Beamtenverbänden befinden. Der Partei- tag erwartet, daß dies« Genossen endlich die Konsequenz aus Ihrer Weltanschauung ziehen und sich den freien Deamtengewerkschasten anschließen. hindenburg(O.-S.) Ais freigewerkschaftliche Beamtenorgani- satwn der sozialistischen Beamtenschaft gilt der Allgemeine Deutsche Veamtenbund. Stettin. Es ist anzustreben, zum Allgemeinen Deutschen Beamtenbund dasselbe Verhältnis zu schaffen, wie es zwischen ADGB. und Partei besteht. Breslau. Die Beamten haben sich wie die Arbeiter und An- gestellten den zuständigen freien Gewerkschaften anzuschließen. Für die Uebernahme von Parteiämtern gelten für Beamte die gleichen Grundsätze wie für Arbeiter und Angestellte. Ofsenbach a. IN. Der Landesparteitag der Sozialdemokratischen Partei des Volksstaates Hessen schließt sich dem Antrag eines au» 20 Wahlkreisen.zusammengeschlossenen Dezirksverbandes an,, der besagt: Für jeden sozialistischen Beamten ist es eine Ehrenpflicht, einer freigewerkschaftlichen Beamtengewerkschaft anzugehören und seine Kraft in den Dienst dieser Gewerkschaft zu stellen. Die alte Forde- rung, daß jeder Funktionär freigewerkschaftlich organisiert sein müsse, muß wieder Geltung gewinnen. Den sozialistischen Beamten gegenüber«ine Sonderstellung einzunehmen, ist unvereinbar mit den Ideen und Bestrebungen der Sozialdemokratischen Partei. Der Landesparteitag beschließt ferner als Zusatz: Ganz unvereinbar mit den gewerkschaftlichen und sozialistischen Ideen ist es. wenn sozialistische Beamte Arbeiter, die ganz natnr- gemäß zu den freigewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen ge- hören, diesen entziehen und Perbänden zuführen, die im scharfen Gegensatz zu den freigewerkschastlichen Verbänden stehen. Augsburg. Di« Richtlinien des Porteivorstandes und des Parteiausschusses, betreffs Verhältnis der Partei zu den Spitzen- verbänden der Bcamtenorganisationen, sind zurückzuziehen und>n Gemeinschaft mst den in Betracht kommenden freien Angestellten. und Beamtenorganisationen ist eine für Partei und Gewerks y iften tragbar« Grundlage zu schaffen. Düsseldorf. Der Niederrheinische Bezirkspartestag erwartet als Auswirkung der Erklärung des Parteivorstandes zur Deamtenfrage vom Kieler Parteitag eine Entschließung, die jedem im Deutschen Beamtenbund organisierten Parteigenossen untersagt, in Wort und Schrift die freigewerkschaftliche Beamtenbewegung zu bekämpfen. Günzburg o. d. D. Der Parteitag erwartet von jedem Partei- genössischen Beamten, daß er sich einer freigewerkschastlichen Beamtenorganisation anschsießt und seine Kraft in den Dienst dieser Organisation stellt. Hannover. Der Parteitag in Kiel 1927 gibt seiner Sympathie mst der freien Arbeiter-, Angestellten- und Beamtengewerkschasts- bewegung Ausdruck und legt vor allem den parteigenössischen Angestellten und Beamten die Pflicht auf, unermüdlich sür die Erkenntnis der Bedeutung der freien Gewerkschaftsbewegung überhaupt zu wirken und mit aller Kraft für deren Stärkung einzutreten. Wenn auch die Partei keinen Zwang in der Frage der Betäti- gung iin freigewerkschafllichen Sinne auf die sozialdemokratischen Beamten ausüben kann, so muß aber doch gefordert werden, daß, wenn überhaupt Agitation von der Bemnlenzentoale der Sozial. demokratischen Parte« betrieben wird, diese nur im freigewerkschast- lichen Sinne aufgezogen werden kann. Der Parteitag wird aufgefordert, zu prüfen, rb die Neutrali- tätswahrung gegenüber sämtlichen gewerkschaftlichen Beamten- spitzenorganisationen noch als tragbar anzusehen ist. Königsberg i. pr. Für jeden sozialistischen Beamten ist es ein« Ehrenpflicht, einer freigewerkfckiaftlichen Bcamtengewerk schaft anzu- gehören und seine Kraft in den Dienst dieser Gewerkschaft zu stellen. Die alte Forderung, daß jeder Funktionär freigewerkschaftlich orga- nisiert sein müsse, muß wieder Geltung gewinnen. Den sozialistischen Beamten gegenüber eine Sonderstellung-inzunehmen, ist unoerein- bar mst den Ideen und Bestrebungen der Sozialdemokratischen Partei. Braunschweig. Es wird den sozialdemokratischen Beamten zur Pflicht gemacht, sich einer freigewerkschastlichen Organisation anzu. schließen. Die Beamten, die einen Funktionärposten in der Partei innehaben oder durch die Partei ein Mandat in irgendeiner Kor- poration besitzen, sind verpflichtet, sich umgehend freigewerkschaftlich zu organisieren. Frankfurt a. Iii. Der Parteitag stellt fest, daß die Mitglied- schaft eines parteigenössischen Beamten im Deutschen B-amtenbund, der nicht nur keine freigewerkschaftlich« Organisation darstellt, son- dern auch seine Instanzen ohne Einspruch eine bewußt parteifeind- liche Haltung einnehmen ließ, nicht vereinbar ist mit der Mitglied- schaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nachdem sich die Partei grundsätzlich aus den Standpunkt gestellt hat, daß die Parteigenossen einer freien Gewerkschaft angehören sollen, kann für die Beamten eine Ausnahme von diesem Grundsatz nicht zugelassen werden. Oppeln. Kein Beamter, der Mitglied der Sozialdemokratischen Partei ist, darf einer Organisation angehören, die nicht aus frei- gewerkschaftlichem Boden steht. Würzburg. Für jeden sozialistischen Beamten ist es eine Ehren- pflicht, einer sreigewerkschafllichen Beamtengewerkschaft anzugehören und seine Kraft in den Dienst dieser Gewerkschaft zu stellen. Die alt« Forderung, daß jeder Funktionär freigewerkschaftlich organisiert sein müsse, muß wieder Gellung gewinnen. Den soziattstischen Be- amten gegenüber eine Sonderstellung einzunehmen, ist unvereinbar mit den Zielen der Sozialdemokratischen Partei. München. Die Zugehörigkeit von Parteigenossen zu gewerk- schaftlichen Organisationen, die nicht zu den als freie Gewerkschaften erkannten Verbänden der Arbeiter, Angestellten und Beamten ge- hören, sowie jede Mitarbeit von Parteigenossen in diesen ist mit den Grundsätzen und Interessen der Sozialoemokrotie unvereinbar. Als freie Gewerkichosten kommen ausschließlich wir die dem ADGB.. dem AD», und dem AiA-Buird angeschlossenen Oraam- sationen in Betracht. Singen a. H. Den Arbeiiern, Angestellten und Beamten, die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei sind, wird es zur Pflicht gemacht, sich einer freigewerlschafrlichen Organisation anz'.ischl'eßen. Hamburg. Der Parteitag beschließt, daß es den organisierten chenossen zur moralischen Pflicht gemacht wird, sich in der Genossen- schaftsbewegung zu betätigen. Leipzigs Entsprechend Ken gewerkschaftlichen Forderungen und in Unbereinstimmung mit dem Betricbsrätegesetz, Vertreter der Ar, beiterschaft in korporativen Betriebsleitungen, Aufsichteräten und Gesellschafterversanunlungen sowie in Leitungen von Fürsorgeein- richtuugcn mitwirlen zu" lassen, hat der Parteivorstand seinen Ein- sluß geltend zu machen, daß den Personalen der Parteidruckereien 1. die Möglichkeit gegeben wird, in der Dachgesellschaft der Parteibetriebe, der Konzentration A.-G., Sitz Berlin, durch ihre Vertretung Wünsche und Beschwerden vorzubringen, soweit diese die Allgemeinheit der Beschäftigten betrcfsen: 2. eine Vertretung in der Verwaltung der Fürsorgckaffc ge- währt wird: in den einzelnen Parteibetrieben, soweit sse Gesellschaften m. b. h., Genossenschaften m. b. h. oder Aktiengesellschaften sind, im Verwaltungsorgan(Aufsichtsrat, Gescllschafteroersammlung usw.) eine Vertretung gewährt wird. Allenberg. Emden, Ecfur'. Freiburg I. 3., hindenburg(Ober- schlcslen). Königsberg i.?r.. Plauen und Würzburg stellen folgenden völlig gleichlautenden Antrag! 1. Den Personalen der Parieidruckereien ist die Möglichkeit zu geben, in der Dachgesellschaft der Parteibetrieb«, der Konzentration A.-K., Sitz Berlin, durch ihre Dcrirelung Wünsche und Beschwerden vorzubringen, soweit diese die Allgemeinheit der Beschäftigten bc- treffen.(Stehe hierzu den Aufruf der Gewerkschaften in Nr. 73/36 des„Vorwölts" vom 12. Februar 1ll27.) 2. Den Personalen ist eine Vertretung in der Verwaltung der Fürsorgekassc zu gewähren. 3. In den einzelnen Partcibctriebcn, soweit si? Gesellschaften m. b. H., Genossenschaften m. b. h. oder Aktiengesellschasten stnd, ist den Personglen im Verwoitungsorgan(Aussichtsrat, Gesellschafter- Versammlung usw.) eine Vertretung zu gewähren. Rheindahlen. Der Zlbschnitt„Internationale Politik" im Aktionsprogramm der Partei erbält folgende Einleitung: Die Partei steht grundsätzlich auf dem Boden des Pazifismus. Jede Beteiligung an kriegerisch»» Auseinandersetzungen der kapuolistischen Klosse ist den Mitgliedern verboten. Vreslau. Der Parteitag wolle in ein« Nachprüfung eintreten, warum diejenigen Genossen, die sich auf die Rußlandfahrt oder zum Kongreß der Werktätigen haben delegieren lassen, aus der Partei ausgeschlossen worden sind, während Genosse Gustao Bauer nicht aus der Partei ausgeschlossen worden ist. Orisoerelnc der Elbgemeinden. Angesichts der stetig rasch zu- nehmenden Ausbreitung der Welthilfssprache Esperanlo, bewiesen durch«ine ausgedehnte Espsrantoliteratur. Zeiftchristen, 1 ötlO 000 Esperantisten in allen Ländern, Verwendung beim Jnleruationalen Arbeitsamt, bei der pädagogischen Konferenz des Völkerbundes und bei vielen Handelskammern, wird der Parteivorstand beauftrag!: 1 Zur Anstellung eines efperantokundigen Genossen beim Zem traf vorstand, 2. zur Einladung an olle sozialistischen Parteien der Welt zur Korrespondenz in Elperanio, 3. zur Herausgabe eines Mitteilungsblattes in Esperanto on olle sozialistischen Parteien und die aesanit« Arbeiterpresse der Welt zwecks Aufklärung über die Politik der Sozialdemokratie und die deutschen Verhältnisse im allgemeinen, 4. die Iiiternotionalc durch Antrag zu gleichen Maßnahmen zu veranlassen. 3. die Genossen in der Schulpolitik zu veranlassen, für eine Einführung von Esperanto als ordentliches Unterrichtsfach(unter Fortfall einer Pslichtsremdsprache bei den höheren Schulen) ein- zutreten. 6. die befreundeten Organisationen aufzufordern, in gleicher Richtung zu arbeiten. Zum Grganifationsftatut. Düsseldorf. Das Reichsorgonisationsstatut de? Partei wird da- hingehend geändert, daß das Eintriltsgeld auf 50 Pf. festgesetzt wird. Zwickau. Der Reicheparteilag wolle beschliehen: Im ß 7 des Reichsstatuts das Eintrittsgeld von vier Wochenbeilrägen auf zwei Wochenbeiträge herabzusetzen. Kassel. Das Eintrittsgeld für das ganze Reich ist einheitlich festzusetzen und zwar für männliche Mitglieder auf 40 Ps. und für weibliche Mitglieder auf 20 Pf. Jena. Der Parteitag beschlieht die Staffelung der Parteibci- träge nach dem Einkommen. München. Baldigst, spätestens aber bis zum Beginn des nächsten Geschästejahres, sollen stall 32 Wochenbeiträgen a 15 Ps. 12 Monatsbciträgen i 65 Ps.. die den gleichen Jahresbeitrag er- geben, und dementsprechend« Beitragsmarken eingeführt roerdcn. Hambühren(Bez. Hannover). Der Wochenbeitrag von 20 Pf. ist auf 15 Pf. zu reduzieren. Füssen a. L. Der Beitrag für männliche Mitglieder beträgt 10 Pf. wöchentlich, der für weibliche Mitglieder 5 Pf. Osfenbach a.M. An Stelle der internationalen Beitragsmark« wird von allen Mitgliedern in sämtlichen Bezirken vierteljährlich e'N Kulturbeitrag in" der höhe des Beitrags für männliche Mit- glieder erhoben. 50 Prozent des Beitrags verbleiben den Ortsoer- einen, di« restlichen 50 Prozent gehen an die Bezirke. Dar Kultur- beitrag darf nur für BUdungszwecke und die Arbeilerwohlfahrt Verwendung finden. Der Beitrag an die sozialistisch« Internationale wird wie früher von der Parteikasse bestritten.. Hilde»heim. Der Beschluß des Heidelberger Parteitages, bc- treffs Erhebung des Beitrages zur Sozialistischen Arbeiter-Jnter- nationale, ist auszuheben und auf die Parteikasse zu übernehmen. Ruppin. Der Parteitag möge in Anbetracht der Wirtschaft- lichen Lage der Arbeitnehmer von jeglichen Beitragserhöhungen Ab- stand nehmen. Braunjchweig. Der Bezirkepariestag wünscht«ine allgemein« Herabsetzung der Parteibeilräge. Pegnitz. Den Ortsversinen verbleibe» wie früher 30 Prozent der einkassierten Beträge. Semd. Alle Mitgliedsbücher der Partei sind jedes Jahr von der Partei zu prüfen. Remscheid-Lennep. Das Organisationsstatut unter§ 10 Abs. 1 wird dahingehend abgeändert, daß aus dem Reichsparteitag nur gewählt« Delegierte Stimmrecht haben. Leipzig. Im fchah. Die Rationalisierung, die Konzentration des Kapital« erfolgt in beschleunigtem Tempo: die Vertrustung wächst ins Gigantisch«. der nächste Schritt wird sein die Vertrustung der gesamten Ilr. Produktion. Diese ganze Umgestaltung wird vorgeno»mnen aus dem Rücken und zu Lasten der breiten Massen, der Arbeiterschaft. Der Achtstundentag, die Errungenschaft der Revostition von 1918, ist zerbrochen. Uebcr zwei Millionen Arbeiter müssen feiern. seit Monaten, vielleicht sür Jahre. Die Arbeit am fließenden Land stellt erhöhte Zlnfordcrnngen an Rervenkrast und Gesundheit der Arbeiter. Trotz steigender Produktivität der Arbeit sollen die Preis« nicht: Trust, Kartelle und Schutzzoll sichern den steigenden Prosit dem Unternehmer. Oejsentliche Stcuergelder werden verschleudert, um den herrschenden Kapitalisten das Risiko gewagter Unternehmun- gen abzunehmen....._ So hat sich heut? hinter der Fonn der Republik ein System schrankenloser wirtschaftlicher Unterdrückung, Ausbeutung und Kor- ruption eittwickelt. Nicht nur aus diesem Grunde hält die Bourgeoisie an den rep»- blikanischen Formen fest. Die republikanisch« Form ist auch die Wehrform geworden, in der die Böller künstighin sür die Inter- essen ihrer Kapitalisten bluten sollen. Diese ihre Stellung in der Republik sichert die Bourgeoisie mit allen Mittel». Mit kultureller Realtion soll die Ausklärung der breiten Maisen verhindert werden. In thochverratsprozeiien wird die Unantastbarkeit der oolitischcn Interessen der Bourgeoisie gc- sichert. In Landesverrateprozessen wird die Militarisierung der össentlich«» Meinung erzwungen. Faschistische Organisationen stehen zur Geivaltanwendung.�zur Aufrichtung der faschistischen Diktatur zur Versügung für den Fall, daß das Proletariat mit chilfe der Demokratie die politische Macht «rrinat. Die Bourgeoisie hat die demokratischen Ideale längst vergessen: an die Stelle der Demokratie, die sie versprach, hat sie ihre politisch« und wirtschaftliche Diktatur errichtet. Der Versuch, i» Koalition mit bürgerliche» Parteien die Republik zu sichern, hat nicht gesührt zur Stärkung der Demokratie, sonder» Hai i» Wirtlichkeit nur zur Stärkung der diktatoristt)«» Stellung der Bourgeoisie in der Republik geführt. Ist also die r;orm der Republik zu einer Selbstverständlich- teil geworden, so sind die in ihr zu verwirklichenden Ideal« der Freiheit und Gleichheit, der wirklichen Demokratie allein im Lager der Unterdrückten, der Arbeiter, zu finden. Wehrt sich die Bourgeoisie gegen die gesellschaftliche Umwälzung. die sich auf dem Boden der Demokratie vollzieht, durch gcivaüjcme Auflehnung, dann wird die Arbeiterklasse gezwungen sein, den Widerstand der Bourgeoisie mit den Mitteln der Diktatur.zu brechen. Indem die Sozialdemokratisch« Partei e» unternimmt, in rücksichtsloser Opposition gegen jedes bürgerliche Diktaturregiment die Arbeitennassen zu sammeln und auszuklärcn, so vorzubereiten sür ihre geschichtliche Ausgabe, die kapitalistische Staats- und Gesell- schaftsordnuna zu brechen, bereitet sie dm Staat vor, in dem aUrin wahre Deinokrntie möglich ist: die staatliche Ordnung, qegrvndet ans sozialistischer Wirtschaftsweise mit wirklich»! Freiheit und Gleichheit aller. Stettin. Der Bezirksparleltag Pommern unterbreitet dem Parteitag nachstehende Resolution: „Die politischen Ereignisse der letzten Jahre haben den einseitigen Klassencharakter der deutschen Repubsik mit letzter Deutlichkeit«nt- hüllt. Sie Hoden gezeigt, daß die bürgerlichen Republikaner bereit sind, die Grundlage der Demokratie preiszugeben, um mit einer aus- gesprochen antidemokratischen, foschistcnsreundlichen Partei gegen die Arbeiterschaft zu regieren. Die bürgerlichen Parteien habe» erkannt, daß die republikanische Siaatsform keinerlei Hindernis für die rücksichtslose Vcrsolgung der einseitigen Prositinteressen der Bourgeoisie darstellt. Es ist ihnen gelungen, aus der von der deutschen Arbelterschast geschossenen Rcpu- blik einen Staat zu machen, der, mindestens ebenso wie die einstige Monarchie, ein Herrschostcinstrument in der Hand der Bourevisie ist. Sie haben es in ihrer überwiegenden Mehrheit abgelehnt, ge- meinsam mit der Arbeiterschaft eine wahrhast soziale Ausgestaltung der deutschen Republik vorzunehmen. Sie haben die sriedenssreund- liehe Politik der Sozialdemokratie sür ihre kopitalistssch-imperialistische Außenpolitik benutzt, ohne jedoch prinzipiell— innerpolitisch und außenpolitisch— einen Schritt von ihrer arbeiterfeindlichen Haltung abzuweichen. Die innerhalb der sozialistischen Bewegung vielsach befürwortete und unterstützte Politik des Ausgleichs von Klassen- gegensätzen und der„Volksgemeinschaft" ist heule als bürgerliche, antiproletarische Ideologie scharf gekennzeichnet, deren zeilweiser Einfluß aus die Politik bei Sozialdemokratischen Partei die Lebens- interesssn der Partei und damit des gesamten Proletariat» schädigt. Auf Grund oll dieser Ereignisse bekennt sich die Sozialdemokratie aufs neue zu der Lehre ihres Altmeisters Marx, daß die entscheidende Richtlinie für die Stellung des Proletariats zum Staate und für seine Politik in diesem nur der auf die Ucberwindung des Klassenstaates gerichtete Klassenkampf sein kann. Sie betrachtet daher die bürgerliche Republik nur al« diejenige Staatsform, in der der Entschddungskomps zwischen Proletariat und Bourgeoisie seine letzte und schärfste Phase erreicht. Diesen Kampf mit allen Mitteln zu führen, erkennt die Sozialdemokratie als ihre dringendste gegenwärtige politische Aufgabe. An keine bürgerliche Partei gebunden, ist sie gewillt, den von diesen angesagten Kampf mit den hinter ihr stehenden Arbeitermassen zu führen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands betrachtet es ins- besondere als ihre Ausgabe, derjenigen bürgerlichen Partei, der noch große Arbeitermassen angehören, und die heute noch die Fiktion einer arbeitersreundlichen Partei aufrecht zu erhalten verjuchi. dem Zentrum, schärfsten Kamps anzusagen. Allein durch diese Politik wird es ihr gelingen, immer größer« Arbeiiermassen uin ihre Fahnen zu scharen, die mit ihr dos gleiche Ziel erstreben: Umgestaltung der politischen in die soziale Demokratie." Leipzig. Angesichts der dauernden großen Arbeitslosigkeit in Deutschland und des hohen technischen Standes, der für die Industrie heut« möglich ist, Höst der Kieler Parteitag der SPD. den Acht- stundentag sür eine Mindeslsordeiung, die bereits in vielen Fällen hinter den tatsächlichen wirtschaftlichen und ioziolen Notwendigkeiten der Gegenwart zurückbleibt, so daß sich die Propaganda sür den sechsstüncssgen Arbeitstag durchaus rechtferliot. Da sich ferner zeigt, daß die Reallöhne hinter der durch die Rationalisierung hervorgerufenen ständigen Steigerung der Arbeitsleistung immer weiier zurückbleiben, die Kaufkraft der breiten Massen der Arbeiterschaft aber unter allen Umstände» gehoben werden muß, beschließt der Parteitag, den gelverkschaftlichcli Kampf um die Steigerung der Reallöhne nick allen politischen Mitteln zu unterstützen. Semd. Die Gesetze zum Schutz der Republik sind.zu verschärfen und müssen mit allen uns zu Gebot« stehenden Mitteln unterstützt werden. München. Der Varteioorstand wird beauitragt, mit dem Bundesvorstand des ADGB. in eine Erwägung darüber einzutreten, ob nickst weaen Rationalisierung der Wirtschaft und der fortgeschrittenen Technik eine Herabsetzung der Arbeitszeit mit dem Ziele der Pirrzigstundenwach« zu fordern ist. Kuppin. Die Auflösung der Gutsbczirte ist ein« zwingende Notwendigkeit. Der Parteitag möge die in Frage koimnenden Instanzen— Landtag und Landesregierung— erneut bewegen, durch Gesetz die Auslösung der Gutsbezirk.' zu oeranlassen. Hamburg. Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit der gesamten Parteigenossen auf die großen Gefahren, die die Bildung der Bürgerblockregierung für die Freiheit der Kultur und besonders der Schule heraufbeschworen hat. Er erwartet, daß schon jetzt von der Port«! in ganz Deutschland der Abwehrkampf gegen die kulturelle Reaktion vorbereitet wird. Don der Reichslagssroktion und allen Londtngifroktionen fordert der Parteitag, daß sie jedes Konkordat und sedes Reichsschulgesetz, da« das Schulwesen zerschlagen, der Kirche ausliefern und die Bekenntnisschule bevorzugen wird, auf das entschiedenste bekämpfen werden. Hamburg. Der Parteitag fcrdert, daß die Re'chstagssraktion alles unternimmt, um den 11. August, de» Derfassunzstog. zum Nalionaljeicrtag zu machen. Semd. Der 1. Mai, der 11. August und der 9. November müssen immer wieder als gesetzlich« Feiertage gesordert werden. Mesbaden. Die Partei rückt die Idee des Einheitestaates der deutschen Republik mehr in den Vordergrund ihrer Agitation in Wort und«chnst, damit die Einzel- und Kleinftaateret baldigst überwunden wird. Hamburg. Der Parteitag hält die rasche und verfassungsmäßige Herstellung der deutschen Einhcitsrepubiik, unter Beseitigung der Landesgrenzen, Landesregierungen und Landesparlament«, für die wichtigste Innerdeutsche Ausgabe. Die notwendige Gliederung de« Reiche» in Provinzen, deren zweckmäßigste Abgrenzung nach wirtschaftlichen, kulturellen und bevölkerungspolitischen Grundsätzen geschehen müßte, kann erst nach lherstelluna de» Einheitsstaates und Aufhebung der gegenwärtigen Grenz- und Persassungebelstnderungen durchgeführt werden. Der Parteitag beschließt darum die Einsetzung einer Kommission, die für die notwendige Erörterung dieser wichtigen Frage schnellstens grundlegende Richtlinien auszustellen Hot. Iranksurt a. M. Die Raichstogssraktion wird eisucht, daraus hinzuwirken, daß in sinngemäßer Auslegung bzw. Ergänzung des Artikels 18 der Reichsverfassung die Verwaltung einzelner Länder unmittelbar vom Reich übernommen werden kann, um so die Eni- Wicklung Deutschland» zum Einheitsstaat zu fördern. Meiningen. Der Reichsrarteltog beauftragt die Reichstags- fraktion, dem Reichstag ein Gesetz vorzulegen, wonach ein leben?- unfähiger Bundesstaat gezwungen werden lann. sich einem größeren Bundesstaat anzuschließen. Ockersi, aasen, llm die inneren zerrissenen Verhältnisse des Reiches einer Gesundung cntgegenzuiiihrcn, wird das Reich in 17 Regierungsbezirke eingeteilt.(Folgt die geographisch? Einteilung dieser Bezirke und die Begründung dazu.) Die Partei soll Orientie- rnngskarten al» Propagandamittcl gegen die Kleinstaaterei und den Parlikularisimis herausoeben, als Beweismittel, in welcher Form das umständliche, teure Verwaltungssnstcm in Deutschland zugunsten de» Volkes verbessert werden kann. Fechenheim. Di« Schassung des deutsche» Einheitsstaates ist die einzige Möglichkeit zur Besserung der finanziellen und wirtschastlichen Lage de» deutschen Volkes. Die Schaffung des deutschen Einhcite- staates ist deshalb mit allen Mitteln(eo. Volksentscheid) herbeizuführen. Das �grarprogramm. Leipzig. Entsprechend einem Beschluß de? Bezirtsparleitages vom 0. März 1927 hat der Bezirksvorstand Leipzig zur Ausarbeitung von Abänderungsanträgen zum Entwurf eines sozialdemokratischen Agrarprogramms«ine Kommission bestimmt, die Richtlinien nir ein Agrorprogromm beschlossen hat. Es wird beantragt: � Der Parteitag beschließt, ein« neue Programmkommission zu wählen und dieser den Entwurf alz Material zu überweisen.(Die Richt- linien sind auf der 4. Seite abgedruckt.) Ehsmnitz. Die Delegiertenveriammlung de? 18. Unterbezirk« beantragt Verweisuna des Zlgrarentwurss an eine ncuzubildende Kommission, da auf Grund des Referats die Frage der Groß- betriebe in der Kommission nicht genüflende Klärung finden konnte. Pegnitz.») E i n l e i t u n g. Im zweiten Absatz ist der zweite Satz wie folgt zu fassen: Die natürliche Begrenzung de« fruchtbaren Bodens, die Unmöglichkeit, die landwirtschaftlich« Erzeugung ausgegebener Fläche unbegrenzt zu steigern, sowie die Ueber- arbeit und Genügsamkeit der arbeitenden Land» bevölkerung erklärt es, daß in der Landwirtschaft im Gegen- satz zur Industrie auch rückständige Betriebe neben fortgeschrittenen erhalten bleiben können b) In Abschnitt 4. Besteuerung, soll der erste Absatz einen dritten Satz wie folgt erhalten: Die Berwultungskosten sollen niedrig sein. Im zweiten Absatz soll der dritte Satz lauten: Zugleich ist sür die gesamte Landwirtichast die Einheit? st euer anzustreben. Ferner ist anzufügen: Die Umsatz st euer auf nctwendige Lebensmittel ist auszuheben. Und serner: Vereinfachung und Ver- billigung des Grund st ücks- und Hypotheken- oerkehrs. c) In Abschnitt ö. Forderung sür Land- und Forstarbeiter, soll Absatz 5 noch de» solgenden Zusatz erhalten: Für d-e mit .kiaushaltearbeit und mit Viehmartung beschäftigten Arbeiter in Klein- und mittelbäuerlichen Betrieben ist die Arbeitszeit durch die Festsetzung einer gesetzlichen täglichen Mindestruhezeit und geseg- sicher Mindestarbeitspausen besonders zu regeln. ck) In Abschnitt 8„Bäuerliche Sozialpolitik" ist im vierten Absatz das Wort„obligatorisch)«" zu streichen und dafür zu setzen: genossenschaftliche oder e) Im Schliißabsatz ist hinter den Worten:„besseren Er- trag" ein neuer Satz einzufügen, der lautet: Umgekehrt erhöht die Kaufkraft der landwirtschastlichen Bevöltcrung de» Absatz industrieller und gewerblicher Produkte und verbessert dadurch di« Arbeitemöglichkeit und die Arbeitsbedingungen der industriellen und gewerblichen Arbeiter. l> Ferner ist an einer geeigneten Stelle in das Programm noch clnzusügcn: Den sozialdemokratischen Landes- bzw. Bezirks- organisationen bleibt«j vorbehalten, mit Zustimmung des Partei- Vorstandes und des Parteiausschilsses Zusätze zu beschließen, die aus den besondere» Verhältniss«» ihres Landes bzw. Bezirkes heraus angebracht sind, insbesondere aus dem Gebiet des Jagd- schütze», der Wald-, Weide- und Geincindeniitzungsrecht«, der Festlegung einer geringeren volkswirtschasilich angemessenen Betriebs- große usw. Frankfurt a. M. Dem Agrarprogramm sollen an geeigneter Stelle folgende Sätze eingefügt werden: 1. Beim Verkauf landwirtschastlichen Grund und Bodens haben Reich. Länder und Gemeinden das Vorkaussrecht. 2. Der Acker darf nichi zur War« werden, deren Preisbildung dem freien Spiel der Kräfte übeilasseii wird. Es sind rcichs- gesetzliche Sicherungen gegen eine übermäßige Preissteigerung des landwirtschafilichcn Grund und Bodens zu schaffen. Spekulaiians- und Zwischenhandelsgewinne sind unter allen Umständen auszu- schalten. 3. Der kleinbürgerliche Besitz ist vor dem Versinken in die Schuldknechtschgit des Großkavituls zu ichützen. Kleinbäuerlicher Grundbesitz, die notwendigeli Gerät« und Vorräte sind sür unpfänd- bar zu erklären. 4. Siedlerstellen dürfen nur in Erbpacht vergeben werden und mit mäßigen Zinsen belastet fein. Königsberg i. Dr. 1. Der Parteitag wolle den Entwurf des Agrarprogramms so umgestalten, daß er im Einklang steht mit der Bestimmung unseres Parteiprogramms: Grund und Boden sind der kapitalistischen Ausbeutung zu entziehen und in den Dienst der Gemeinschaft zu überführen. 2. Zu Kapitel 1 Bodenreform: Der Satz 2 de» Entwurfs ist zu sireiche» und dafür zu setzen: Wir fordern weiter, daß der Großgrundbesitz, soweit er eine volkswirtschaftlich angemessen« Betriebsgröße überschreitet, gegen Entschädigung nach den, Grund- steuerwert vom Reich enteignet wird. Das Reich, oder in seinem Auftrage die Länder, richten auf diesem Besitz Siedlungen und Musterbetriebe«in. Trupermoor(Bezirk.stamburg-Nordwcst). 1. Schaffung sozio- listischer Bauernschaften. 2. Sckassung einer wöchentlich erscheinen- den Landwirtszeitung. 2. Ausbildung von Landagitatoren aus rein ländlichen Ortsvereinen. Die sozialistische �rbeiteiv?itternatioitale. Leipzig. Der Port«!lag beauftragt die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie in der Sozialistischen Arbeter-Internationole, darauf hinzuwirken, daß aus die Tagesordnung des Londoner Kongresses der SAI. die Behandlung der imperialistischen Kriegs- opfer gesetzt wird. Dt Parteitag ist der Auffassung, dal eine solch» Behandlung aus die Inongrifsnahm« organisatorischer Maßnahmen hinzielen muß, die im Zissommenwirken der SAI. mit dem In'er- nationalen Gewerkschastsbund die Verhinderung künftiger Krieg« ermögl'cht. Das wirksamste Mittel zur Erreichung dieses Haup!- ziele? einer solchen organisatorischen Arbeit erblickt der Kieker Pariei- tag in der bereits von dem Haager Friedenskongreß geforderte» Durchführung des Generalstreik» im Falle eines Kriegsausbruches. Bei der Mobilisierung der Arbeitermassen ist die Erkenntnis wachzu- halten, daß die wirksamste Kraft zur Bekämpfung des Iniperialismus der Kampf der Arbeiterklasse aller Länder geaen den Imperialismus im eigenen Lande zu sein hat und daß die endgilltige Ueverwlndimg der Kriegszesahr nur Sie Ueberw'ndnna der kapitalistischen Gesell- schoflsordmmg durch den Sozialiemus sein kann. Breslau. Auf die Tagesordnung de? nächsten Insirnationalen Kongresse» ist da? Problem der Kriegsverhinderung zu setzen. Nürnberg. Bei der Internationale ist darauf hinzuwirken, Esperanto als einzige Verhandlungssprache einzuführen. Sonstige flntrage. Leipzig. Der Parteitag wolle bei dem Aerwaltungsrate der Arbeiterbank darauf Hinwirten, daß so bald wie möglich yuch eine Geschästrstelle in Leipzig eröffnet wird. D« Leipziger Parteigenossen sehen es als eine Zurücksetzung an. daß sie noch nicht wi» andere Städte in den Genuß einer solchen Einrichtung gekommen sind. Leipzig. Die Bildbeilage..Vclk und Zeil" ist zu einer illustrierten Zeitung umzugestalten, di« in Text und Bildern der sozialen Lage sowie dem Denken und Fühlen der Arbeiterschaft mehr Rechnung trägt. Rnppin. Der Parteitag wolle beschbeßen, daß Abgeordnete de» Reichstags, Landtags, des Provinziullandtags, des Kreistage», sowie Stadtverordnete ober Gemeindevertreter, beim Auescheidcn aus der Partei das von der Partei erhaltene Mandat niederzulegen baden. Im Weigerungsfälle ist eine gerichil che Enlscheidung herbeizuführen, um die Niedericgung des Mandats gerichtlich zu verankassen Breslau. Tie Pnrt«ipresse ist oernilichtei, über die Haltung unserer Parlamentssraktionen bei allen Abstimmungen, insbesondere Etatfraaen. zahlenmäßig zu berichten. Leipzig. Der Parleltag soll dahin wirken, daß diejenigen Parteigenossen, die aus Grund ihrer politischen Stellung oder sonstwie bei den verschieden«» staatlichen und städtischen Unternehmungen, Verwaltungen usw., mit Personaleinstellungen betraut sind oder daraus Einfluß haben. ») jede offene Stell« in diesen Betrieben der Parteiprcfle und der betresfenden sreigewerkjchaftlichen Organisation anzuzeigen, die für den Einzustellenden in Frage kommt: d) und daß grundsätzlich in erster Linie polcklsch und freigewert- schaftlich organisierte Berulskollcgen dafür zu berücksichtigen sind. Dieses Versahren soll grundsätzlich«ingehalten werden. Semd. Sämtliche Steuererklärungen sind in den einzelnen Gemeinden acht Tage lang zur Einsicht offen zu legen. Semd. Als Bürgermeister, Beigeordnete. Gemeinderäte, Kreis- und Prooinziallandtagsabgeordnete von der Pariei sind nur solche auszustellen, die mindesten» süns Jahr« politisch und gewerkschast- lich organisiert sind. Semd. Sozialdemokratische Bürgermeister dürfen nickst mehr als Kreisausschußmltglied gewählt werden, da sie als befangen ni gelten haben. Dürrenebersdors. ParteifunftionSre dürfen nicht Mitglieder bürgerlicher Vereine sind. Andernfalls müßten sie ihre Funktionen in der Partei niederlegen. LIchtenlanne i. Sa. 1. Alle Mitglieder der SPD., die im Arbeitnehmeroerhältnis stehen, Arbeiter, Angestellte und Beamte, haben sich freigewerkschaftlich organisieren. Mitglieder der SPD., die keinen freien Beruf haben und noch nicht freigewerkschaftlich organisiert sind, dürfen Funktionen der Partei nicht bekleiden. 2. Mitglieder der SPD. gehören in die der GEG. angeschlossenen Konsumvereine. Jede Ortsgruppe hat die Pflicht, bei jeder Gelegen- heit die Mitglieder darauf hinzuweisen, daß sie ihre Waren nur in den zuständigen Konsumvereinen zu entnehmen haben. 3. Mitglieder der SPD. dürfen einem bürgerlichen Sportverein nicht angehören. Die Ortsgruppen haben dafür zu sorgen, daß die sporttreibenden Mitglieder der SPD. den Arbeitersportoereinen zugeführt werden. Hamburg. Die Parteigenossen in den Parlamenten, Gemeindevertretungen und Parteioorständen haben sich für die Verbreitung der Welthilfssprache einzusetzen. 2TCünchsn. Der Parteitag wolle allen Mitgliedern nahelegen, für die Verbreitung der Welthilfssprache Esperanto zu wirken, allen Redaktionen der Parteizeitungen empfehlen, Artikel über Esperanto aufzunehmen und den Abgeordneten des Reichstages und der Länder- und der Gemeindeparlamente auferlegen, die Einführung des Esperanto in den Schulen als Pflichtfach die Wege zu ebnen und gegebenenfalls die Initiative auch auf diefem Kulturgebiet zu ergreifen. Leipzig. Die Mitgliederversammlung des Kreisvereins Groß- Leipzig bedauert die würdelose Art der Ausführungen, die der preußische Innenminister, Genosse Grzesinski, im Preußischen Land- tag anläßlich des Vorfalles beini Berliner Bismarckdenkmal gemacht hat und weist darauf hin, daß ein derartiges Verhalten eines sozialdemokratischen Ministers geeignet ist, das Vertrauen der proletarischen Massen zu ihm zu erschüttern. Hamburg. Die Genossenschaftsfrage ist auf dem nächsten Partei- tag durch ein Referat eines Führers der Genossenschaftsbewegung zu behandeln. Altenburq S. A. Der nächste deutsche Parteitag findet in Altcnburq(Thüringen) statt. Dortmund. Der nächste Parteitag findet in Dortmund statt. Semd. Der nächste Parteitag findet in Darmstadt statt. Mainz. Der nächste ordentliche Parteitag findet in Mainz statt. Breslau. Der nächst« Parteitag findet in Breslau statt. «* Richtlinien fiie ein �grarprogramm. (Antrag des Bezirksparteitoges Leipzig an den Parteitag.) Die Eingliederung der ländlichen Massen in die Reihen der Sozialdemokratie, von der der vor! ezende Programmentwurf als vcn einer der dringendsten Aufgaben der Partei spricht, umfaßt, dem Charakter der Sozialdemokratischen Partei als der politischen Organisation der Arbeiterklasse entsprechend, in erster Linie die Aufgabe, die Lohnarbeiter in der Landwirtschaft zum Klassenbewußtsein zu erwecken und für den proletarischen Klassen- kämpf zu gewinnen. Dementsprechend muß das sozialdemokratische Agrarprogramm davon ausgehen, alle Maßnahmen zu fordern, di« die soz'ale und kulturelle Lage der landwirtschaftlichen Lohn- apbciier zu heben und damit der Erfüllung der genannten Aufgabe zu dienen geeignet sind. Nur im Kampfe um die Durchführung dieser Maßnahmen kann das ländliche Proletariat für die sozialistische Bewegung und für die Idee des Sozial smus gewonnen werden. Dabei fällt der gewerkschaftlichen Organisation die besondere Aufgabe zu, unterstützt von der Sozialdemokratie, durch stetiges Eintreten für die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Land- Wirtschaft die Vorbedingungen zu schaffen für die fortschrittliche Eni- Wicklung der gesamten landwirtschaftlichen Verhältnisse. Wie in der Industrie die Steigerung der Produktivität nur möglich gewesen ist auf der Grundlage eines kontinuierlich erhöhten Kultur- Niveaus der Arbeiterschaft in Verbindung mit der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, so ist sie auch in der Landwirtschaft von diesen Voraussetzungen abhängig. Unter den heutigen Lohn- und Arbeitsverhältnsssen in der Landwirtschaft müssen selbst die best- gemeinten Maßnahmen auf dem Gebiete der öffentlichen Bildungs- Einrichtungen versagen. Ist die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion auch grundsätzlich au dieselben Maßnahmen zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse geknüpft, wie in der Industrie, so erfordern doch die besonderen Verhältnisse in der Landwirtschaft bestimmte Sondermaßnahmcn. Diese liegen vor allem aus dem Gebiete des Wohnungswesens. Sie sind ohne intensive Mitwirkung der G e- me in den und Gemeindcverbände n cht durchzuführen und setzen voraus, daß die Gutsbezirke allenthalben aufgehoben werden und daß deren Einbeziehung in solche gemeindliche Selbswerwaltungs- körper erfolgt, die ihrer Größe nach, unterstützt durch entsprechende staatliche Maßnahmen, genügende Eigenbedeutung gegenüber dem Eiroßgrundbcsitz haben können. Den Gemeinden und Gemeindever- bänden ist gegenüber dem Großgrundbesitz ein wirk- sames Enteignungsrechtzu gewähren, das es ihnen möglich macht, ihre Aufgaben und besonders die im Interesse der Land- arbeiter liegenden Maßnahmen auch wirklich durchzuführen. Es muß eine ihrer wichtigsten Aufgaben sein, die Wohnungsfrage für die Landarbeiter derart zu lösen, daß sowohl die kulturrellen Interessen berücksichtigt werden, wie auch die Freizügigkeit gewahrt bleibt. Soweit die Beigabe eines Landstückes zur Wohnung des Landarbeiters erfolgt, ist darauf zu achten, daß nicht durch die hier erforderliche Arbeitsleistung die Erfolg« des gewerkschaftlichen und politischen Kampfes(Verkürzung der Arbeitszeit) wieder aufgehoben werden. Unter ländlichen Verhältnissen fchliehr die Wahrung der Freizügigkeit die Aufgabe ein, für den Fall der Erwerbslosig. k e i t des Landarbeiters, gegen deren willkürliche Bcrhängung ein ausreichender Entlassungsschutz zu schaffen ist, besondere Vor- sorge zu treffen. In diesem Sinne ist nicht nur der Ausbau und die Ausdehnung � der Erwerbslosenversicherung wie der gesamten sozialen Fürsorge anzustreben, sondern auch der G e- meindebesitz an Grund und Boden möglichst zu erweitern. Durch intensive Bewirtschaftung in eigener Regie gewährt der Gemeindebesitz die.Möglichkeit, auf dem ländlichen Arbeitsmarkte regulierend einzugreifen und außerdem d'e Willkür der Nahrungs- mcktelabgabe durch die Großbetriebe zu durchkreuzen. Indem die Sozialdemokratie für die Hebung der Daseins- bedingungen des landwirtschaftlichen Proletariats mit aller Eni- fchiedenheit eintritt, steht sie di« Möglichkeit der restlosen Beseitigung des Landarbeiterelends gleichwohl nur in der U e b e r w i n d u n g des kapitalistischen Lohnarbeiteroerhältnisses überhaupt, die erst mit der Aufhebung der kapitalistischen Produk- tionsweise und der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft erreicht werden kann. Die Ausstattung von Landarbeitern mit kleinbäuerlichem Besitz an Grund und Boden würde nur die Vermehrung der ohnehin in der Landwirtschaft so zahlreichen kümmerlichen Existenzen bedeuten, die als selbständige Produzenten, zwischen Proletariat und Mittelstand stehend, zwar ebenfalls vom Kapitalismus ausgebeutet werden, jedoch sozial und geistig ein A n- hängsel der bürgerlichen Klasse bilden. Die Umwand- lung von Landarbeitern in Kleinbauern würde, ohne etwas anderes als die Form ihrer Ausbeutung zu ändern, die neuen Selbständigen der proletarischen Klasse entfremden. Die Stellung der Sozialdemokratie zu den Jragen der landwirtschaftlichen Produklionspolitik muß vom Gesamtinteresse des Proletariats ausgehen. Dieses schließt das Interesse an einer reichlichen und relativ billigen Nahrungs- mstteloersorgung ein. Die Möglichkeit der Sicherung und Aus- Weitung dieser Versorgung ist, soweit sie von den natürlichen Produktivkräften abhängig ist, weder national noch international gefährdet. Schon nach dem heutigen Stande von Wissenschost und Technik ist ohne Erhöhung der Produktionskosten eine immense Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion möglich. Die ein- zigen Hemmnisse, die dieser Steigerung entgegenstehen, sind Erscheinungen der kapitalistischen Produktions- weife. Unter kapitalistischen Verhältnissen richtet sich die Produktion nicht nach dem Bedarf, sondern noch dem Profitinteresse der Kapitalistenflasse, das die Grenzen der Kaufkraft best'mmt. Deshalb wird auch die mögliche Steigerung der Nahrungsmittel- Produktion, so stark sie auch schon der physiologische Nahrungsbedarf der Menschheit erfordert(ganz zu schweigen von dem viel größeren kulturellen Dedarf!), gehemmt durch die mangelnd« Kauf- kraft der breiten Massen. War die riesige Auswe'tung der industriellen Produktion abhängig von der Einbeziehung der nicht- kapitalistisch produzierenden Länder in die industrielle Absatzsphäre, und diente ihr der(zusätzliche Kaufkraft für Industrieprodukte schaffende) Kavitalerport der Industrieländer, der geradezu das Kenn- zeichen des letzten Hakbjahrhunderts war. so sind gleiche Maßnahmen zur Absatzerweiterunq für Nahrungsmittel n'cht möglich. Immer wieder führt die Kapitalistenklass« den Mehrwert(ja, auch große Teile der Grundrente), akkumusiert zu neuem Kapital, der industriellen Produktion als zusätzliche Kaufkraft zu, von der nur verhältnismäßig geringe Rückwirkungen auf d'e Konsumenten-Kaufkraft ausaehen. Unter diesen Umständen kann nur der stete Kampf der Arbeiterklasse nm höheren Lohnankeil jene Stärkung der Kaufkraft herbeiführen, die unter kapitalistischen Berhältnissen«ine der wichtigsten Daraus- setzungen der landwirtschaftlichen Prodiiktionsste'gerung ist. Erst in der sozialistischen Gesellschaft wird sich das natürliche Aus- tauschverhältnis zwischen landwirtschaftlicher und industrieller Produktion durchsetzen, das beiderseits den Bedarf als produktions- bestimmend gelten läßt. Die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft durch dos Mittel der Produktionsverbilligung findet ihr stärkstes Hemmnis im Privateigentum am Grund und Boden mit der aus ihm resultierenden Grundrente. Im Rahmen der kapitalisti- schon Produktionsweise wirkt unaufhörlich und erfolgreich die Ten- denz, die Bodenrente, äußerlich sichtbar in der Form ihrer Kapita- lisierung im Bodenpreis, z u st e i g e r n. In den Industrieländern wird diese Tendenz schon seit Jahrzehnten durch agrarpolitische Maßnahmen(Zölle!) unterstützt. In den Agrarländern wirken in derselben Weise die Pools(Ablatzkartclle), ja. bereits organisierte Broduktionseinschränkungen. D'e gleiche Wirkung erreicht in Deutschland die mit staatlichen Mitteln errichtete Getreidchandels- Gesellschaft. Steigende Bodenpreise absorbieren aber, soweit sie nicht sogar zur Produktionsvertcuerung führen, die durch Der- besserung der Produktionsmethoden herbeigeführte Ermäßigung der Produktionekosten. Hierin liegt auch ein wichtiger Grund für die verhältnismäßig langsame Ausdehnung der Maschinenverwendung in der Laudwirtschast: die unter kapitalistischen Verhältnissen un- umgängliche Rente für die nu't der Maschinenoerwendung verbun- dene Kapitalinvestition setzt sich tendentiell um in eine zusätz- liche Bodenrente für die mit billigeren Produktionskosten arbeitenden Betriebe. Die Sicherung der Grundrente als Diffe« rentlalrente hat auch deshalb die Erhcilttmg rückständiger und unrentabler Betriebe zur Boraussetzung. Auf die Notwendig- feit, auch den letzten rückständigen Betrieb zur Deckung des der Kaufkraft der Bevölkerung entsprechenden Nahrungsmittelbedarfs heranzuziehen, wirkt die an das privatkapitalistische Eigentum am Grund und Boden gebundene Tendenz zur Beschränkung der land- wirtschaftlichen Produktion hin. Die durch den Tatbestand der Differentialrente bedingte Behinderung des landwirtsckiaftlichen Produktionsfortschrittes, wie er durch die Herrschaft der kapitn- listischen Marktgesetze erzwungen werden müßte, kann daher erst mit der Beseitigung der Grundrente, das heißt mit der Uebersührung des Grund und Lodens in gesellschostlichen Besitz überwunden werden. Ist also di« Beseitigung der dem landwirtschaftlichen Fortschritt auferlegten Hemmnisse erst mit der Sozialisierung des Grund und Bodens möglich, so sind doch auch im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft Tendenzen wirksam, die den Produktionsfortschritt in der Landwirtschaft fördern. Die Konzentraten des Kapitals in der gesamten kapstalistischen Wirtschaft, die Zusammenfchweißung von Industrie-, Handels-, Bank- und Agrarkopital in der gesellschast- lichen Erscheinungsform des Finanzkapitals und die fort- schreitende Aneignung der Grundrente durch das Finanzkap'tal ver- anschaulichen den Prozeß der kapitalistischen Durch- dringung der Landwirtschaft, der Hand in Hand geht mit der zunehmenden Konzentration des in der Landwirtschaft tätigen Kapitals. Entsprechend den Gesetzen der kapitalistifchen Pro- duktion wirken diese Prozesse in der Richtung eines landwirtschaft- lichen Produktionssortschritts. Aber der Ueberprofit des monopo- listischen Bodenbesitzes wird bei kapitallstischcr Durchdringung der Landwirtschaft, die erst im Zeitalter des Kartellkapitalismus ihren Höhepunkt erreicht, als. mehr oder minder ausgebildete Kar- t e l l r e n t e zur Triebkraft der kapitalistischen Landwirtschafts- Politik. Die landwirtschaftlichen Absatzkartelle und ähnliche Ein- ridstungen bedrohen ebenso wie die von der Sozialdemokratie seit jeher bekämpften Agrarzöll« die Lebensmittelversorgung der arbeitenden Massen, verteuern die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und wirken erneut auf eine Einengung des Marktes hin. Ohne die Lage der werktätigen Landbevölkerung zu erleichtern, tragen sie um des Profites der Großgrundbesitzer willen dazu bei, die Krise der kapitalistischen Wirtschaft zu vertiefen und damit die Bedin- gungen der landwirtschaftlichen Produktion zu erschweren. Die vom Zlgrarprogramm-Entwurf angestrebte Stabil!- sierung der Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse als Vorbedingung einer Herabsetzung der landwirtschaftlichen Pro- duktionskosten kann nur erzielt werden, wenn an die Stelle einer Produktion für den Profit die Produktion für den ge- sellschaftlichen Bedarf zur Richtschnur der landwirtschaft- lichen Arbeit wird. Ein staatliches Monopol der Einfuhr und Ausfuhr von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie es der Eni» wurf des Agrarprogrammes fordert, würde, im Angesicht der Klassen- struktur des heutigen Deutschlands, statt eine gesellschastliche Regu- lierung des landwirtschaftlichen Produktionsprozesses zur Folge zu haben, dem mit dem Finanzkapital verbündeten Groß- grundbesitz die stärkste Einwirkung auf die Preisgestaltung der Agrarprodukte sichern und die wirtschaftliche Macht dieser Ge- fellschoftsschicht zu Lasten der werktätigen Elemente des flachen Landes und der Stadt vermehren. Das Monopol, das dem Er- zeuger einen angemessene., Ertrag feiner Aufwendungen sichern soll, würde die Preisbildung nach den Produktionskosten der rück- ständigsten Betriebe bestehen lassen und damit die kapitalistische Grundrente nicht nur sichern, sondern auch ihre Steigerung erniög- lichen. Indem die Sozialdemokratie die relative Stabilisierung der Agrarpreise als einen wichtigen Faktor landwirtsäzcstlicher Produk- tionspotitik anstrebt, sieht.sie die einzige Möglichkeit, die Markt- anarchie des Kapitalismus im Rahmen der kapitalistischen Wirt- schaftsordnung auch nur teilweise einzudämmen, einzig und allein in der genossenschaftlichen Organisation der Pro- duktion und des Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Zu- sammenwirken mik den Verbrauchergenossenschaften des städlischea Droletarials. Im Rahmen des gesamtproletarischen Interesses an der land- wirtschaftlichen Produktion ist das besondere Interesse des ländlichen Proletariats in jeder Weise zu fördern. Insbesondere hat hinter ihm das spezifische Besitzerinteresse zurückzutreten. Unter diesem Gesichtspunkte ist auch die Lelricbsgrößenfrage zu werten. Soweit innerhalb der kapitalistischen Gesellschajts- Ordnung für eine sozialistische Arbeiterpartei überhaupt die Mög- lichkeit einer systematischen Einwirkung auf die Produktionsoerhält- nisse besteht, ist diese darauf abzustellen, die Entwicklung in der Richtung auf jene örtlich und zeillich verschiedenen optimalen� Betriebsgrößen voranzutreiben, die bei dem geringsten Arbeitsaufwand den höchstmöglichen Ertrag gewährleisten. Nur auf diese Weise kann die landwirtschostliche Arbeit von chicr heutigen drückenden Schwere befreit und kann in Verbindung mit Maßnahmeil auf kulturellem Gebiete der Kulturaufstieg der arbeltenden Bevölke- rung auf dem Lande wirklich gefördert werden. Bon dieser Grundaufassung aus ergibt sich eine andere Ein» stellung zum landwirtschasllichen Kleinbetrieb, als sie in dem jetzigen Entwurf eines Agrarprogramm- zum Ausdruck gekommen ist. Diejenige Wertung der landwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte, die lediglich die Beobachtung ins Aug« faßt, daß. die Zahl der kleinbäuerlichen Betriebe relativ beständig geblieben ist, geht an der wichtigen Tatsache vorbei, daß diese Beständigkeit in Verbindung stand mit einem fortschreitenden Prolet ari» sierungsprozeß. Die Erhaltung der Kleinbetriebe geschah auf der Grundlage einer kontinuierlichen Steigerung der Ar- beitsleistung, vor allem der Familienmitglieder der Betriebsinhaber auf ein Maß, das schlechthin als unerträglich und jedenfalls als unvereinbar mit der Aufgabe der sozialistischem Bewegung bezeichnet werden muß, alle Arbeit von jedem Heber» maß zu entlasten. Di« Auffassung des vorliegenden Agrarprograinm- entwurfs, imß eine ausreichende Entlastung allein auf dem Wege der besseren Schulung der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte und der besseren Versorgung der Kleinbetriebe mit technischen Hilfsmitleln möglich sei, ist irreführend. Zwar hat schon die bisherige landwirtschaftliche Praxis gezeigt, daß eine genossenschaftliche Zusammenfassung von selbständigen Betriebs» inhabern zur Durchführung bestimmter technischer Berbessernngen und zur Berwendung technischer Hilfsmittel möglich ist. Aber diese Möglichkeit ist begrenzt auf einen Teil der landwirtschaftlichen Maschinen. Zahlreiche und wichtige landwirtschaftliche Maschinen können für eine genossenschaftliche Verwendung auf der Grundlage des Kleinbesitzes nicht in Frage kommen. Dabei setzt die Zersplitterung des Bodenbesitzes selbst den Wirkungsgrad- solcher landwirtschastlichen Maschinen(vor allem der Großmaschinen) herab, deren genossenschofUiche Verwendung an sich möglich ist. Die im Programmentwurf geforderte Arrondierung kann die Maschini- sierung der Landwirtschaft zwar erleichtern, aber selbst die restlose Arrondierung läßt die hemmende Wirkung der Bodenzersplitterung westgehend bestehen. Da außerdem die Arrondierung die heutige Vielseitigkeit der kleinbäuerlichen Produktion einschränkt und in dieser Einschränkung die Tendenz zu einem relativen Produktionsrückgang enthalten ist, so wird dadurch die Wirksamkeit der vermehrten Ma- schinenoerwendung teilweise wieder aufgehoben. Ist di« notwendige Entlastung der landwirtschaftlichen Arbeit gehemmt durch die Beibehaltung des Kleinbesitzes, ja, verstärkt die zunehmende Technisierung des Großbetriebes durch die erneute Kon- kurrenzoerjchärfung für die Kleinbeiriebe diese Hemmnisse, so sind alle Maßnahmen o e r f e h l t. die dies« Kleinbetriebe künstlich zu erhalten oder gar noch zu vermehren streben. Wir können aber trotzdem unter anderen Gesichtspunkten der Neinbäuerlichen Bevölkerung wefenMche Hilfeleistungen anbieten. Wir unterstützen alle Maßnahmen, die die Bsrkehrs-.�Ge- sundheits. und Schulverhältnisse, Hochwasserschutz, soziales und Sach- Versicherungswesen usw. auf dem Lande zu bessern geeignet sind. Die bürgerlichen Parteien stellen alle Maßnahmen dieser Art mehr oder weniger auf die Bedürfnisse der Großgrundbesitzer ein oder vertreten dabei in weitgehendem Maße fiskalische Interessen. Die Sozialdemokratie, die ihre Politik von letzteren frei hält, wird sich angelegen sein lassen, die Vorteile solcher Maßnahmen der land- wirtschaftlichen Bevölkerung ohne Rücksicht auf ihren Landbesitz zukommen zu lassen. Kann es nicht Aufgabe der Sozialdemokratie sein, den klein. bäuerlichen Besitz künstlich zu erhallen oder zu vermehren, so hat st« ebensowenig ein Interesse daran, ihn �u vernichten. Jedoch ist grundsätzlich festzustellen: Das Ziel der sozialistischen Bewegung, die gesellschaftliche Produktion, setzt die Eingliederung des einzelnen Produzenten in eine gemeinwirtjchaftliche Ordnung vor- aus. Diese Eingliederung ist nicht möglich auf der Grundlage jener versönllchen, vom Eigeninteresse geleiteten Selbstbestimmung, auf der die Entscheidungen in der Privatwirtschaft beruhen. Die gesell- schaftlich« Ordnung des Sozialismus formt die persönliche Selbst- bestimmung im Produktionsprozeß um zur g l e i ch b e r e ch t i g» ten Mitwirkung in den demokratischen Gemeinwesen. Da» stellt uns die Aufgabe, die landwirtschaslliche Entwicklung in jener Richtung zu beeinflussen, als deren Ziel die Gegenwart bereits die Produkt iogenossenschaft wie auch die demokratisch ver- waltete Gemeinde als Trägerin des Produktions- Prozesses kennt. Die Sozialdemokratie ist sich allerdings klar darüber, daß diese Entwicklung sich in der Klcinlandwirtschast ohne drückenden Zwang, vielmehr als Folge eines sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Reifeprozesses vollziehen muß. Die Förderung der Keime der genossenschaftlichen Produktion in der Landwirtschaft und des wirtschaftlichen Zusammenschlusses der Genossenschasten der landwirtschastlichen Produzenten mit denen der städtischen Konsumenten ist zugleich der Weg, auf dem die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft vorwärts getrieben werden kann. Die Wahrnehmung der Interessen des landwirtschaftlichen Pro- letariats wird sowohl die Sozialdemokratie wie auch die gewerk- schaftliche Organisation immer wieder in offenen Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Besitzern bringen, soweit sie Arbeitskräfte gegen Lohn oder Gehalt beschäftigen. Diese Intcr- essenwahrnehmung dient jedoch in hohem Maße auch den landwirt- schaftlichen Kleinbesitzern. Die Verbesserungen der Lage des lönd- lichen Proletariats üben— gewollt oder ungewollt— starte Rück- Wirkungen auch auf die Lage der Kleinbesitzer. Für diese hat der ländliche Besitz hauptsächlich di« Bedeutung einer E x i st e n z- s i ch e r u n g. So lange der landwirtschaftlichen Bevölkerung der Besitz von Grund und Boden als die einzige, jedenfalls als die ausreichendste Existenzsicherung erscheint, so lange wird auch jener Zustand andauern, der ihre Lage so sehr erschwert. Diese Erschwe- rung der kleinbäuerlichen Existenz geht von der Ueberbewer- tung des Grund und Bodens in der Form des Klein- b e s i tz e s aus, die durch die starke Nachfrage und die„Billigkeit" der Familienarbeit hervorgerufen wird und erfahrungsgemäß mik jedem Besitzwechsel die aus dem im Zusammenhang mit Kauf oder Erbgang notwendigen Kapitalaufwand herrührenden Lasten erhöht. Die Verbesserung und Sicherung der Landarbeiterexistenz durch die von der Sozialdemokratie und der gewerkschaftlichen Organisation durchzuführenden Maßnahmen wird den Landhunger und damit die Ueberbewertung des Klcinbesitzes verringern und durch die Verminderung der Kapitallasten die Lage der Klein- besitzer erleichtern. Damit wird auch den heute unter der Arbeiis- last fast erliegenden Kleinbesitzerssamilien der Anschluß an den Kul- turfortschritt erleichtert und wird auch in diesen Kreisen dos Ver- ständnis für die Aufgaben der sozialistischen Bewegung immer größer werden. Die Sozialdemokratie wendet ihr Interesse, wenn es auch in erster Linie dem landwirtschaftlichen Proletariat gilt, auch dem landwirtschaftlichen Kleinbesitz zu. Sie vermag ihm jedoch keine Versprechungen zu machen, die auf der Linie der Mittel st and, förderung liegen. Sie muß sich darauf be» schränken, ein« Landwirtschaftspolitik zu betreiben, die in ihrer all, mählichen Auswirkung die gemeinsamen Interessen de» landwirtschaftlichen Proletariats und der Kleinbesitzer verstärkt und im Verlauf der Entwicklung auch den Kleinbesitzern praktisch demonstriert, daß allein die Tätigkeit der Sozialdemokratie ihnen Wirklich und auf die Dauer dient. nt.m ♦ 44. Jahrgang 4. Seilage ües vorwärts Sonntag, 24. �ptUl427 Mertwüröige Wissenfihast. Das Gutachten für die H-Stuudeu-Schicht der Braunkohlenarbeiter. Von Fritz Naphtali. Man kann im Zweifel darüber sein, ob die Frage nach der wirtschaftlichen Tragbarkeit einer Arbeitszeitverkürzung, deren sozial- kulturell« Notwendigkeit so offenbar ist, wie es gegenüber der un> würdigen Zwölf stundenarbeit der Braunkohlen» a r b e i t« r Mitteldeutschland» der Fall ist, überhaupt Wissenschaft- lich beantwortet werden kann. Denn die wissenschaftlich« Unter- suchung kann sa nur vom herrschenden Zustand ausgehen, sie kann ober nicht voraussehen, zu welchen Deröndemngen in der Technik, der Organisation und der Verwertung der Produkte einer Industrte die Arbeitszeitoerkürzung ihrerseits den Antrieb geben wird. Wir wisien ja zur Genüge, wie oft der Untergang von gewissen Industrien vor gesetzlichen Arbettszeitbeschränkungen prophezeit wurde, denen e» dann nach der Anpassung an die neuen Arbeits- bedingungen besser al» je zuvor gegangen ist. Wenn aber einmal ein Statistiker, ein Profesior der Nattonalökonomie und ein Professor der Bergbaukunde es übernommen haben, auf Grund ihrer Unter- suchungen Vorschläge zu machen über das mögliche Maß einer Arbeitszeitverkürzung, deren sozialpolitisch« Erwünschtheit von allen Seiten anerkannt wird, so hätte man erwarten dürfen, daß die Vorschläge dieser Wissen- schaftler auch ein« wissenschaftlich einwandfreie Begründung erfahren würden. Das Gutachten der cherren Susat, Brauer und Spackeler, das für die Arbeiter der Tagebauwerke des mitteldeutschen Braun- kohlenbergbaues eine Elfstundenschicht bis zum End« des Jahres 1SS8 festlegen will und für die Bergleute unter Tage jede Der- kürzung der 8�-Stundeii-Schicht für untragbar erklärt, läßt nicht nur das Derftändnis für die sozialpolitische Unerträglichkeit einer derart langen Arbeitszeit vermissen, sondern es entbehrt auch in seiner Begründung des Mindestmaßes an schlüssiger Beweisführung, das die Boraussetzung für eine Arbeit sein muß, die mit der Auto- rität der Wissenschaftllchkeit auftreten will. Der Beweis für diese Kritik kann im Rahmen dieses Aufsatzes nicht durch das Eingehen auf alle anfechtbaren Darlegungen der Begründung geführt werden, sondern nur durch Hervorhebung einiger besonders krasser Unzulänglichkeiten. So will ich die Mängel in der Beweisführung für die behauptete geringe Rentabilität der Braunkohlenunternehmungen auf Grund der bisherigen Lage nur ganz kurz streifen. Man bedient sich zu diesem Beweise der Bi- lanzen und Dividenden von Aktiengesellschaften mit einem Zutrauen in die Echtheit dieser Zahlengebäude, das den Auguren, die die Bilanzen machen und kennen, wohl ein Lächeln ablocken wird. Aber wenn man schon mangels anderen Materials mit Bilanzen und Dividenden arbeitet, dann sst es wirklich nicht an- gängig, bei der Urteilsbildung über das gesamte Gewerbe die für die moderne Entwicklung der Braunkohlenwirtschoft besonders charakteristischen Unternehmungen, bei denen die Brikettsabrikation gegenüber der unmittelbaren Verwendung der Rohkohle für die Elektrizitätscrzeugung und die chemische Verwertung zurücktritt. auszuschalten. Die Kohlengruben der I. G. F a r b e n i n d u st r i e, die noch einer Aufstellung von Oswig Lüttig(veröffentlicht im „Deutschen Voltswirt' vom 21. Januar 1S27) 39 Proz. der Roh- kohlenförderung und 18 Proz. der Brikettherstellnng des mitteldeutschen Bezirks umfassen, die Kohlengruben der Deutschen Erdöl A.- G.(3,5 Proz. der Rohkohlenförderung und 18 Proz. der Brikettherstellung) und die Kohlengruben der Elektro- werke(23 Proz. der Rohkohlenförderung und 6 Proz. der Brikettherstellung) bleiben unberücksichtigt. Für die Beurteilung der Lage und besonders der Entwicklungsaussichten der Vraunkohlenindustrie sind aber gerade die vertikal gebundenen Gruben, die den modernen Bestrebungen der chemischen Auswertting und zur Umsetzung in Kraft dienen, von entscheidender Bedeutung. Aber bleiben wir bei den von den Gutachtern ausgewählten Bilanzen: da werden die Abschreibungen besprochen, und es wird auf die Reu- anschaffungen hingewiesen, die über Betriebskosten verbucht worden sind. Man hat aber nicht etwa den Versuch ge- macht, die Höhe der Neuanschaffungen zu erfassen, sondern man begnügt sich mit Mutmaßungen über den Umfang dieser Art der Verbuchung. der nicht festzustellen sei. Schwache Basis. Wenn schließlich auf Grund einer nicht den Bilanzen, sondern einer kon- struierten Wiederbeschoffungsberechnung entnommenen Bcwer- tung der tatsächlichen Anlagewerte eine Rendite von nur 3,37 Proz. errechnet wird, so werden die armen Braunkohlenherrcn bei der Lektüre nicht ohne Mitleid mit sich selbst bleiben. Aber ihre Er- schütterung über diese Enthüllung wird, das scheint mir sicher, doch nicht so weit gehen, daß sie ihre Aktien(deren Kurse auf ganz andere innere Bewertungen schließen lassen) auf den Markt werfen werden. Wir wollen uns mit diesen kurzen Hinweisen zu den Rentabllitäts- berechnungen— auch die herangezogenen Selbstkostenrechnungen des Reichswirtschaftsministeriums für Briketts(ohne Berücksichtigung der Nebenbetriebe) vom Februar 1926 sind wenig stichhaltig— be- gnügen und einmal unterstellen, das Urteil des Gutachtens über die gegenwärtige Wirtschaftslage des mitteldeutschen Braun- kohlenbergbaues wäre mit wirklich wissenschaftlicher Analyse be- gründet, dann erst kommen wir zu dem Hauptpunkt der Kritik, der sich an die Art der Beantwortung der Frage nach den Mög» lichkeiten der Verbesserung der wirtschaftlichen L a g e der Werke knüpft. Dies« Möglichkeiten können auf Senkung der Selbstkosten oder auf Erhöhung der Erlöse beruhen. Zur Senkung der Selbst» k o st e n durch Fortschritte der Rationalisierung glaubt das Gut- achten, daß die technischen Vorteile zum größten Teil durch das un- günstiger werdende Verhältnis von Decke zur Kohle aufgehoben werden dürften. Es gibt Fachleute, die die Chancen weiterer tech- nischer Fortschritte höher veranschlagen. Aber ich will hier das Urteil der Gutachter als richtig unterstellen. Anerkannt wird die Möglichkest der Senkung der durchschnittlichen Selbstkosten durch Stillegung von voraussichtlich dauernd unrentablen Betrieben mit hohen Selbstkosten: „Würden von den 15 Tagebaugruben, die(vom Reichswirt- fchoftsministerium) untersucht worden sind, beispielsweise 2 mit rund 5 Proz. der aus den 15 Werten insgesamt anfallenden Produktion stillgelegt weiden, so würden die Durchschnittskosten um 2,6 Proz. sinken. Würden gar 4 Werke mit rund 29 Proz. der Produktion ausscheiden, so würde das«ine Verringerung der Kosten um 6,6 Proz. bedeuten, die noch größer würde, wenn die Produktion von leistungsfähigen Gruben über- nommen würde, sofern sie wirtschaftlich nutzbringend abgesetzt werden kann.' Run zu den Möglichkeiten der Erhöhung der Erlös«. Das Gutachten hält eine gewiss« Preiserhöhung nicht für unmöglich und, wenn sie durch Verkürzung der Schichtzeit den Arbeitern zugute kommt, für gerechtfertigt. Es sagt nichts über die vermutliche Größe des Spielraums. Also lassen wir einmal die Preiserhöhung beiseite. Eine zweite Möglichkeit der Besserung der Erlöse bestünde in der Einschränkung des Absatzes zu stark geminderten Preisen in bestritte- nen Gebieten. 19 bis 29 Proz. werden in da» sogenannte bestritten« Gebiet zu Preisen abgesetzt, die mehr oder weniger, zum Teil sogar bis zu 4 Mark pro Tonn«, unter den Normalpreisen liegen. Dieser Preiskampf könnt« besonders in Verbindung mit der Stillegung von unrentablen Gruben eingeschränkt werden. Den Spielraum, der hier liegt, zu berechnen, unterläßt das Gutachten. Versuchen wir, diese Lücke auszufüllen. Die Iahreserzeugung an Briketts im thüringisch-sächsischen, Niederlausitzer und Oberlausitzer Revier be- trug 1925 22,8 Millionen Tonnen. Davon 15 Proz. gleich 3,42 Mil- lionen Tonnen zu einem Durchschnittsverlust von 3 Mark pro Tonne, wären 19,26 Millionen Mark; bei einem Wert der Gesamt- «rzeugung von 253 Millionen Tonnen würde die Beseitigung dieses Verlustes eine Besserung des Erlöses um etwa 4 Proz. bedeuten Dritte Möglichkeit der Besserung des Erlöses: Minderung der Handelsrabatte. Was hierzu die Begründung des Gut achtens sagt, muß wörtlich zitiert werden: „Die Handelsgewinne fließen>n dem ostelbifchen Snndikat nur zum Teil, im Leipziger Syndikat nur ausnahmsweise, nämlich wenn eine Werkshaudelsgesellschcst besteht, den Werken zu. Die Handelsgewinne auf Kosten der Werte reichlich zu ge st alten, liegt in der natürlichen Tendenz der großen Handelskonzerne, die die Mehrheit der Produktion der mittel- deutschen Braunkohle beherrschen. Daß der aus dem Handel fließende oder zu erwartende Nutzen reichlich hoch ist, schließt die Kommission auch aus der erwähnten Erscheinung, daß Händler- konzerne Aktien zu Kursen aufkaufen, die eine angemessene Rente aus der Dividende allein auch in weiter Zu kunft nicht versprechen. Dazu kommt, daß eine gewisse Heber Organisation des Handels, besonders durch das Dazwischentreten des Zwischenaroßhandels, besteht. Wenn die Werke mit dem zu großen Bruttonutzen des Handels, der unrationellen Handels- stufen ermöglicht und zu große Händlergewinne läßt, einverstanden sind, so ist das ihre Angelegenheit. Eine volkswirtschaftliche Betrachtung der gesamten Lage des Braunkohlenbergbaues kann aber auf diese zum großen Teil durch den Einfluß der beherrschenden Konzerne volkswirtschaftlich falsche Teilung des Gewinnes zwischen Produktion und Handel keine Rücksicht nehmen, sondern muß so handeln, als ob ein Mißverhältnis in der Teilung nicht vorläge. Hier berührt das Gutachten einen Kernpunkt für die Ur teilsbildung über die Lage der Braunkohlenindustrie. Unter der Herrschaft der größten Händler stehen(nach Lüttig) im milteldeut- sehen Bezirk: Ignatz Petschek rund 23 Proz., Julius Petschek rund 14 Proz. der Briketterzeugung: im ostelbifchen Braunlohlenbezirk: Ignatz Petschek 33 Proz.(außerdem Ilse 27 Proz.), Friedländer 13 Proz., Julius Petschek 4 Proz. der Briketterzeugung. Wie stark das Händlerinteresse ist, zeigen, wie das Gutachten richtig betont, die hohen Aktienkurse, deren Rente nicht aus der Dividende, sondern aus Handslsgewinnen abgeleitet wird. Der jüngste Kampf un: die„Ilse', bei dem man ja die schwierigsten Manöver nicht um ihrer schönen Augen willen, sondern um winkender Gewinne willen gemacht hat, hat diese Lage neuerdings beleuchtet. Folgt nun aber aus der im Gutachten wiedergegebenen Erkenntnis nicht erstens, daß alle Rentabilitätsrechnungen, die die Verquickung der Produk- tionsgesellschaften mit den Händlerfirmen unbeachtet lassen, wertlos sind, und zweitens, daß die Beontwonung der Frage nach der Mög- lichkeit der Steigerung der Erlöse durch Einschränkung der Händler- gewinne unerläßlich ist, um ein Urteil über die Tragbarkeit der Kostenerhöhung durch Arbeitszeitverkürzung abzugeben? Beide Folgerungen ziehen die Gutachter nicht Sie erkennen weder die Hinfälligkeit der Beweiskraft ihrer Bilanz und Dividendenrechnun- gen auf Grund der Eewinnabzweigung an die Händlcrattionäre, noch haben sie versucht, irgendeinen Anhalt für den Spielraum, den die Beschränkung der Händlergewinne bieten könnte, zu gewinnen. Ist das w i s s e n s ch a f t l i ch e Arbeit? Ist es wissenschaftlich, wenn man dann aus Grund einer Gleichung mit vielen Unbekannten, aus irgendeinem Gefühl, das so glücklich oeranlagt ist. daß es den Unter- nehmern nicht weh tut, aber ohne jede exakte Grundlage den Schluß zieht, daß die Werke wirtschaftlich in der Lage sein werden, eine gewisse Verkürzung der Schichtdauer zu tragen, daß aber diese „gewisse' Verkürzung nur eine Stunde betragen dürfe? Nein! Wissenschaftlich wäre es gewesen, zu sagen: wir sehen Möglichkeiten zur Steigerung des Erlöses, die ein« Arbeitszeüver- kürzung g-statten, aber über dos Maß können wir tem Urieil ab- geben, weil wir wichtigste Faktoren, wie das Verhältnis von Händlergewinnen zu Werksgewiunen nicht kennen. Wissenschaftlich ist es, die Grenzen der Urteilsfähigkeit zu zeigen, pseudowissenschaftlich ist es. ohne schlüssige Be- gründung eine für die Arbeiterschaft jämmerliche Arbeitszeitver- kürzung auf 11 Stunden vorzuschlagen, als ob sie nicht'ine faule Kompromißformel, sondern das Ergebnis tiefgehender Studien wäre. Die Wissenschaftlichkeit dieses Gutachtens wird auch nicht durch einen bevölkerungsstatistischen Exkurs gerettet, der durch eine me- chanische Auffassung der Beziehungen von Arbeitsmarkt und Be- völkerungsbewegung beweisen will, daß in zehn Iahren eine Angleichung der Arbeitszeit der Braunkohlenarbeiter an die sonst landesübliche Arbeitszeit erfolgen müsse. Die Braunkohlenarbeiter werden wissen, daß es für sie darauf ankommt, diese Anglei, chung zu erkämpfen, und zwar schneller, als sie der Herr Direktor im Statistischen Reichsamt zwangsläufig kommen sieht. Haben die Gutachter überhaupt«ine Rechnung angestellt, welchen Spielraum in Selbstkostensenkung und Erlössteigerung denn die Achsstundenschicht erfordern würde? Man findet davon in dem Gutachten nichts. Ich will versuchen diese Rechnung, soweit die Mittel der amtlichen Statistik reichen, einmal mtt allem Vorbehalt vorhandener Fehlerquellen, aufzumachen. In den drei obengenannten Revieren wurden 1V2S an Löhnen und Gehältern oerausgabt: im Braunkohlenbergbau........ M. 100 888 000 in den Brikettfabriken.......... 82 829 000 Zusammen M. 183 717 000 Der Wert der Produktion betrug in der gleichen Zeit: an verwertbarer Braunkohle....... M. 247 086 000 an BrikettS...... Vk. 263 168 000 abzüglich des Wertes der verarbeiteten Braunkohle.» 127 260000„ 126 908 000 Zusammen M. 872944 000 Da» bedeutet, daß der Lohnanteil am Press« de» Produkt» im Durchschnitt 35,8 Proz. beträgt. Nehmen wir nun an, daß der Uebergang von der Zwölf- zur Achtstundenschicht, wie es nach dem Gutachten die Unternehmer behaupten, eine Erhöhung der Beleg- schaft um 35 Proz. erfordern würde(die Arbeiter schätzen die not- wendige Erhöhung viel geringer ein), so würde eine 35prozentige Steigerung der Lohnaucgab« auf den Wert der Produktion eine Steigerung der Kosten um rund 12,5 Proz. bedeuten. Diese Zahl ist zu hoch, weil in den zugrundegelegten Produkrions- und Lohnsummenstatistiken sowohl die Angestelltengehälter als auch die Löhne der Arbeiter in den Tiefbaubetrieben, für die nur eine prozentual viel geringere Schichtzeitoerkürzung in Frage steht, ent- halten sind. Aber rechtfertigt selbst diese übertrieben ungünstige Rechnung ein„Unmöglich'? Vergleichen wir mit diesen 12,5 Proz. Mehrbelastung die oben wiedergegebene amtliche Schätzung der Möglichkeit, die Kosten durch rationelle Stillegungen(die sozial bei Mehrbedarf an Arbeitern an anderen Stellen im Augenblick der Schichtverkürzung relativ leicht durchführbar wären) um 6,6 Proz. zu senken und auf der anderen Seite die Möglichkeit durch Fortfall der Kampfpreise die Erlöse um 4 Proz. zu steigern, so könnten be- reits 19,6 Proz. hereingeholt werden. Es verbleiben zirka 2 Proz. an Mehrbelastung zu decken, wofür eine Kürzung der Händler- rabatte den notwendigen Spielraum liefern dürste, ohne daß wir irgendeine Selbstkostensenkung durch technische Fortschritte in Rech- nung gestellt haben. Die vorstehende Rechnung will ich durchaus nicht als„wissen- schaftlichcn Beweis' für die Leichtigkeit des Uebergangs zur Acht- stundenschicht im Braunkohlenbergbau bezeichnen. In der Praxis gehen die Dinge weniger glatt als auf dem Papier. Alls möglichen Schwierigkeiten(Investitionszivang, Wohnbauten usw.) können auf- treten. Aber das Erreichen eines„oon allen Seiten als sozialpolitisch erwünscht anerkannten Zieles' muß gar nicht notwendig leicht sein. Schwierigkeiten sind dazu da, überwunden zu werden, solange die Unmöglichkeit ihrer Uebcrwindung nicht bewiesen ist. Diesen Beweis aber haben die drei Gutachter in keiner Weise ge- führt. Ihr Plädoyer für die Elsstundenschicht ist diktiert von dem Streben, den Mächtigen nicht weh zu tun. Seine Be- gründung streift die Probleme, ohne ihnen auf den Grund zu gehen. Es ist zwar eine Professorenarbcit, aber keine Wissenschost' vortrage, vereine unö verfammiungen. \ Reichsbanner„Schroan Kok-Gofd" Delchäkl-stelle' Berlin S 14. Cebaftianfit STUS. k>oi! St '■yiyS kaunorstand: Tenniespitlcndc Namteabrn acbon ihre SIdtkss« zwcck» Zusammenschluß sofort dem Sauvorstaud, Ectastlansir. L, 38, auf.— Wilmcrcdors! Conntag, d. 24., Lohrnzollerupiatz Abmarsch m'.t Musik und Fabuen um Uhr nur Nunderbung Ttcrsortcn,«brupv'NsMrcr lad'» ein. Eport in Halrnsec fällt daher zus.— Zc'--p«!hos: Anzeigt! bezüglich Treffen Sohrnzollcrnvlatz irrtlimiich amingebkn. Bctriskt SMImorjdocf,— Jicukciln. Brlß: 3. Kameradschaft 1, Zug Mo., d. 23.. 8 Uhr, Moua.oocrsamml'-ng bei Kijsier, Korisgartenstr. 4, lkckc Bisimannstraße. Zug Ellert 8 Uhr Monats» verlainmluug bei Rudolf, Hnmannstr. 156. Ecke Knefebechstraße— tkreuzberg! ÄretSvollvcrfammlung Di., t>. 26., in Rades sseftsArn, Kichteftr. 2».'iefer nt Kamerad Poli-eivberft a. D. Lange. Siepublikaner willkommen.— Bollzählizes Antreten heute, Conniag, 1 Uhr, Ahf. Köpenick.— PJcSUr-.«: Mo., d. 25., Wiederbeginn der Surnabende.— Prenzlauee Aerg: Iugcndu.rfcmm.�ng Di., d. 26., 8 Uhr, Altersheim Danzjger Etr. 62. Tortrag. Arbciter.?port. und Kultnrkartell. ckllarlotteuburg: Rorständeionfert n». Alle Vereine müssen am Msntag, 25. April, 8 Uhr, im Lokal Zippcl, Erünstr,».10, durch drei Aorstandom.tgl.eder»ertret-n sein, ebenfalls d e üblichen Te!»g!er:en. Die fälligen Kartellt eiträge sind zu zahlen.— Keenzberg: Am Montag, 25. Aprtl, i-8 Uhr, bei Reinke, Erünauer Sit. 17, Kartell. Delegicrt n. und Aorsiands- sißuna. Alle Aorstände der uns angeschlosseneu Vereine müssen erscheinen. Berliner Vlochemischre Verein. Am Montag, 25. April, 8 Uhr. in d'N Hahenzollernsälen, Bandelslr. 35!„Biochemie und Ernährung." Referent Herr Kowal. A'belter-Abstinenteubnnd, Ortsgruppe Berlin. Montag, 25. April, 7". Uhr, Lands.wrger Str. 82, Mitqliederverlammlung. U. a. Bericht vom Aeichsturlus Hilfspereiu der Deutscheu Zuden. Montag, 25. April, 8 Uhr, i» Berlin, Kurfürstenstr 11Z/>16, Brllderuere nshaus, Deueralrerfammlung. Dedmksi er für Herrn Dr. Paul Pathan. Bleier! .. r........ J|»................ andacht." Dienstag. S. Mai, V,8 Ubr, grühlingo. und Mnifeier in der Bnla der sZürftin-BtSmarck-EchuIe, Charlotten! urg, Snbelstr. 2. Ma rede: Genosse Pfarrer Bleier. Evrrchchor. Unkostendeitrag 55 Pf. Arbeitolofe 25 Pf Berliner Gesellscho't sllr Sfsentliche Gesundheitspflege E. P.(Sitzt,.m Ssi-r.s. tag, 26. April. 7Mi Uhr, im Stjgiemf Vn Inst, tut der Unioersität, Doroincen. straße 2Sa Vortrag Prof. Dr. Heller:„Arzt und Nesorm des Eheromrs' Gäste willkommen! VellerberitW der SssenINchen Vellerdienssstelle lür Serl'n«ad Ilm gegen 8. kNachdr. verb.) Kühl»nd ziemlich niindig mit Neigung zu einzelnen Schauern.— Aär veusschland: zZm Süden wolkig und morst trocken im übrigen Tclitlcklnnd nnbeilöndiq. ziernilch kühl und windig iibergib» Man nur dem Nachwet» de» Deulschrn Musskeroerbaude». Berlin. Krm- mandantenstr 63.64 Dönhoff 3277-78. veichältszelt 9—5, Sonntag» 10-2 Uhr Auf Wunsch; Bertreterbesuch S nabiSos ♦ pfiroplenlos* gleidunäßig« dauerhalt, D. R. P. 439 S59 WmWIüli W die« WWW ISN U MM«W 1 W. Zag 1. Saugewerksbtmd. Zag!»: Sammelplatz: Landsberger Platz(hinter Wartehalle der Straßenbahn). Abmarsch: 12 Uhr. Zag 1b; Sammelplatz: Gartenpiah. Abmarsch: 12 Uhr. Zug Ic: Sammelplatz: kleiner Tiergarten(Spitze Wilsnacker Strohe). Abmarsch: 11)4 Uhr. Zag Id: Sammelplatz: Bülowpcomenade(von Mansteinstraße bis Dennewitzstraße). Abmarsch ll�j Uhr. Jag le: Sammelplatz: Reulerplah, Neukölln. Abmarsch 11 K Uhr. Zug If: Sammelplatz: Engelnfer(von Adalbertstraße bis Michael- kirchplatz). Abmarsch: 12 Uhr. Zug 2. veNeldungsarbeiterverband. Hutarbeiter. Friseure. Sammelplatz: Dircksenstraße(Spitze Schicklerstraße). Abmarsch: 12 Uhr. Zug 3, Lebensmittel- und GekrSnkearbeiler. VSttcher. Sammelplatz: Prenzlauer Allee(Ecke Saarbriicker Straße). Ab- marsch: 12 Uhr. Zug 4. Buchdrucker, Buchbinder. Graphisch« Hilfsarbeiter. Lithographen. Sammelplatz: Gendarmeumarkt. Abmarsch: 12 Uhr. Zug S. Dachdecker, BerufsfeuerwehrmZaaer. Schornsteinfeger. Sammelplatz: ZNonblZouplatz. Abmarsch 12 Uhr. Zug b. Einheitsverband der Eisenbahner. Sammelplatz: Vethanienuser(Verbandshaus). Abmarsch: 12 Uhr. Zug 7. Fabrifarbeiterverband. Seramischer Bund. Sammelplatz: Landsberger Platz(Hainseite). Abmorsch: 12 Uhr. Zug S- FUmgewerkschafk. Sammelplatz: Alexandrinenstraße(Ecke Oranienstraße). Abmarsch: 12 Uhr. Zug 4. Fleischer. Sammelplatz: voeter» Festsäle, weberstriche 17. Abmarsch: 12 Uhr. Zug 10. Gärtner. Musiker. Sammelplatz: Oranienplatz(Ratswage). Abmarsch: 12 Uhr. Zug i l. Gemeinde- und Staatsarbeiler. Zug 11,: Horden InN. Reinickendorf usw. Sammelstelle: Seller- siraßs(Ccke� Chausleestraße) und Zohanaisstroße(Verbandshaus). Zug llb: Nordwest. Eharloilenburg. Sammelstelle ,: Charlotten- bura(Schulhos), Wallstraße(Ecke Spreestraße). Abmarsch: 11 H Uhr.— Anschluß an Sammelstelle b: Kleiner Tiergarl.-n. (Denkmal). Zug 11c: Südwest, Schöneberg. Wilmersdorf, Steglitz, Tempelhos. Sammelstelle Belziger Straße(Eck» Eisenacher Straße). Ab- marsch: 11K Uhr.— Sainmelstelle b: Delle- Alliance- Straße(Ecke Teltower Straße). Abmarsch: 12 Uhr. Anschluß an vorstehen- den Zug. Zug lld: Südosten. Neukölln, Treptow. Sammelstelle ,: Schön- stedler Straße. Abmarsch: 11H Uhr.— Anschluß an Lammet- stelle b: Lausitzer Platz. Zug lle: Osten, Lichtenberg. Sammelstelle ,: Ringbahn Frankfurter Allee. Abmarsch WA Uhr.— Anschluß an Sammelstelle b: Thaerslrahe(Ecke Frankfurter Allee). Zug 11t: Nordosten, Welßensee, Pankow. Sammelstelle: Danzlgcr Straße(Ecke Greksswalver Straße). Abmarsch: 12 Uhr. Zug i2. Holzarbeiter. Zug 12,: hauplsammelploh: Köllnischer Park. Abmarsch: 12 Uhr. Zug 12b: Südwesten. Sammelplatz: Mllken wolder Straße 16. Abmarsch: 10 A Uhr. Zug 12c: Neukölln. Sammelplatz: Planuser(Ecke Kottbusser). Ab- marsch: 10K Uhr. Zug 12q: Süden. Sammelplatz: Oranienplatz(Luisenufer Ecke Prin- zessinnenstraße). Abmarsch: 11 Uhr. Zug 12s: Osten. Sammelplatz: Strausberger Platz und Frank- furler Allee(Ecke Warschauer Straße). Abmarsch: IOA Uhr. Zug 12k: Norden: Sammelplatz: Seneselder Platz. Zlbmarsch: IOA Uhr. Zug 12e: Nordwesten. Sammelplatz: Ravem-stroße 7. Abmarsch: 101� Uhr. Zug 12b: Südosten. Sammelplatz: Lausther Platz. Abmarsch: IOA Uhr. 3ua 12i: Stellmacher. Sammelplatz: Sophlenstraße S. Abmarsch: lO/li LlyT. Zug 13. Hotel-, Restaurant- und(EafAmgcffclKc. Sammelplatz: Elsasser Straße SS/SS(Spitze Ackerstraße). Ab- marsch: 12 Uhr. Anschluß an Melallarbeller! Zug 14. Lederarbeiter. Sammelplatz: Bülowplatz. Abmarsch: 12 llhr. Zug 15. ZNalerverband. Sammelplatz: Melchiorftraße(Verbandshaus). Abmorsch: 12 Uhr. Zug iö. Maschinisten und Heizer. Sammelplatz Stallher Straße(am Lausiger Plag). Abmarsch: OA Uhr. Zug 17.; Metallarbeiter. Kupferschmiede. Zug 17»:. 1. Dezirk. Sammelstelle 1: Weißensee. Anlouplah. Lb- ma�ll Uhr.— Sammelstelle 2: Arnswalder Platz. Abmarsch: Zdg 17b: 2. Bezirk. Sammelstelle: Küstrlner Platz."Abmarsch: 11% Uhr. Zug 17c: 3, Bezirk. Sammelstelle 1: Bahnhos Frantsurter Allee. Abmarsch: 11 Uhr.— Sammelstelle 2: warschauer Platz. De- zirte 4, 21 und 22. Abmarsch: 11 Uhr. Zug 176: Bezirke 6 und 7. Sammelstelle 1: Maybachufer(Ecke Kottbusser Damm). Abmarsch: IIA, Uhr.— Sammelstelle 2: Marianuenplah. Bezirke S. 6 und L,. Abmarsch: 11% Uhr. Zug 17e; Bezirke 11 und 12. Sammelstelle 1: Schöneberg. Saiser- Wilhelm-Platz. Abmarsch: Iv� Uhr.— Sammelstelle 2: Zerusa- lemer Kirche. Bezirk 10. Abmarsch 11% Uhr.— Sammelstelle 3: hausvogleiplatz. Bezirk 9. Abmarsch 12 Uhr. Zug 17k: Bezirk 13. Sammelstelle 1: Charlottenburg, wilhelmplah. Abmarsch 10% Uhr.— Sammelstelle 2: Kleiner TIergorien. Bezirk 14. Abmarsch: 11% Uhr.— Sammelstelle 3: Lehrter Bahnhos. Bezirke 23 und 23. Abmarsch: 11% Uhr. Zug 17?: Bezirk IS und Verband der Kupferschmiede. Sammelstelle: Koppenplatz. Abmarsch 12 Uhr. Zug 17b: Sammelstelle 1: Leopoldplah. Bezirk 13 und 16. Ab- marsch: HA Uhr.— Sammelstelle 2: Liesenstroße. Bezirk 17. Abmarsch: 12 Uhr. Zug 17i: Bezirk 20. Sammelstelle: Schwedenstraße lScke Kolonie- straße). Abmarsch: 11 Uhr.— Sammelstelle 2: Gustav-Meyer- Allee(Ecke Brunnenstraße). Bezirk 24. Abmarsch 11%. Ubr.— Sammelstelle 3; Stralsunder Straße(Ecke Brunnenstraße). 19. De- zirk. Abmarsch: HA Uhr. Zog IS. Rahrungs. und Gennßmikkelarbetker. Sammelplatz: Znselstraße(Bundeshaus). Abmarsch 12 Uhr. Zug 14. Sattler und Tapezierer. Sammelplatz: Grimmpark. Abmarsch HA Uhr. Zug 20. Schuhmacher. Sammelplatz: Prenzlauer Allee(bis Saarbriicker Straße). Abmarsch 12 Uhr. Zog 21. Steinarbeiker. Sammelplatz: Sewertschaflshaus(Großer Saal). Abmarsch 12 Uhr. Zog 22. Tabakarbelker. SammelpVtz: Bülowplatz(Ecke Bartelstraße). Abmarsch 12 Uhr. Zog 23. Textilarbeiter. Sammelplatz: Andreasplah. Abmarsch 12 Uhr. Anschluß an Zug 2. Zog 24. Verkehrsbund. Zug 24,: hauplsammelploh: Engelufer(von Adalbert-Brücke bis Köpenick«! Straß«, Sp tze Köpenicker Brücke). Abmarsch 12 Uhr. Zug 24b: Sektion I und Zugend. Sammelplatz: Schlesisches Tor (Ecke Skatitzer Straße). Abmarsch HA Uhr. Anschluß an Hauptzug. Zug 24c: Sektion II. Sammelplatz: Promenade Friedenstrahe (von FriedrichSberger Straße bis Landsberger Platz). Abmarsch 11% Uhr. Anschluß an Hauptzug. Zug 24: Sektion III. Sammelplatz: ZMchaelklrchstraße(Ecke Wusterhausener Str.). Abmarsch 12 Uhr. Anschluß an Hauptzug. — Sektion IV, Hanpksammelplah. Zug 24e: Sektion V. Sammelplatz: MlchaeMrchstraße(am Mchael- kirchvlatz). Abmarsch 12 Uhr. Anschluß an Haup�zug. Zug 24l: Sektion VI. Sammelplatz: Friedenstraße(Ecke vüsching- straße). Abmarsch 11% Uhr. Anschluß an Hauptzug. Zug 24?: Sektion VII. Sammelplatz: wilhelmstroße(Ecke Belle- Alliance-Platz). Abmarsch 11 Uhr. Zug 25. Zimmerer. Sammelplatz: Michaelkirchplah(an der Schmidtstraß«). Abmarsch 12 Uhr. Zug 26. AfA-vuad. Zentralverband der Angestellten. Butob, Deutscher Werkmeister» verband, Allgemeiner Verband der Deutschen Bankangestellten. Genossenschaft deutscher Dühnenangehörigen, Verband der Zuschneider, Zuschneiderinnen und Direktricen, Polier-, Werk- und Schochtmeister- bund. Internationale Art stenloge, Werkmeisterverband der Schuh- industrie, Deutscher Chorsäidger- und Balletwerband: Sammelplatz: Mittelpromeoade Park- und Gueisenausiraße. Abmarsch 12 Uhr. Zug 27. illlgemelnsr Deutscher Veamkenbuad. (Feuerwehrmänner, Kriminalbeamte usw.) Sammelplatz: Krausenstraße(Ecke Dönhosfplatz). Abmarsch 12 Uhr. Zog 25. Spandau. Sammelplatz: Lukherplatz. Abmarsch 10 Uhr. « Bei dieser Kundgebung dürfen Stöcke(auch Spazierstöcke) nicht milgeführt werden. Don der gesamten organisierten Lrbetterschast wird verlangt, daß sie für die Maikundgebung regste Propaganda macht. Allgemeine sreler Angeskelltenöund Wgmeinel Sevtsger beamlendond Allgmelver Mflzer SewerMskSsnü O-tskartell Berlin. Ortsausschuß Berlin. Ortsausschuß Berlin. Wochenprograrnm des Berliner Rundfunks. Sonnta?, 24. April: Vom.?! Morrenteler. 1]J0— 1J.M: Konzert. Machm. l.lti„ünzQcftj,« Dichter". 2J0; Stande des Briefmarkeasaminlers. 1: Der Wert der ludwlrt- schaftllchen Schoten lür den praktischen Landwirt. 3.30: Machen. 4JW— tt Heitere Naehmlttaitsnnterhailne,. TM: Der Ursprnnt der ran i: barsten Prerad- worle In nnscrcr Mutterspnche. 7.30:„Also sprach Zarathnstra". Dritter Teil. T.BS; Das Berliner Jahr. SJO: BlasorChester-Konrcrt. 10.30—13.30: Tanrmnsik. Montag, 25. April: Nachm. 3.30: Mütter and TBchtcr. 4: RSmerbaaten In Dentschland. 4.30: Novellen. S—«: Kapelle OnbrOder Steiner. 6J0: Technische Wochenplanderel. 7.05: Erziehnnr rnm volkswirtschaftlichen Denken. 7.30: Versessene Dichter. SJO: Sendespiel:„Anarchie in Sillian", Schauspiel von Amolt Bronnen. 10.30—12.30: Tananaslk,• Dienstag, 26. April: Nachm. 12.30: Di« Viertelstunde für den Landwirt. 4: Vom Teeslraach bis zum Samowar. 4.30-4: Kapella Emil Roosz. 6J0: Stunde mit Büchern.(M: Die Cedeatunr der Rachenmandel beim Kinde. 7.15: Jutend in Not! 7.45: Invalldenverslchernnt.(L30; Orchestertnaslk: Mozart— Schobert. Mittwoch. 27. April: Nacbmr I JO— 2: Qlcckenspiel der Parochlalklrche. 3.30: Hsnstraa Im Nrbenberul. 4; Hehunz und Bersrods von Schilfen. 4.30: Jarendbühne. S—fi: Konzert 6.30: Die Bedeutunz eines rtetallkuadtichen Archivs für die Metall- Indnslrle. 7.05: Die Arbeiten der Eoflcelekommlsslon. 7 JO: Probleme der deutschen Arbeltszeltgesetrtcbunr. 8:„Also sprach Zarathasin". Vierter Teil. SJO; Rechtsfraten de* Tates, h Erohsinn. 10.30—12.30; Tanzmusik. Donnerstag, 28. April; Nachm. 12.30: Die Vlertelsftinde für den Landwirt 4: Ans dem Liebesleben der Varel. 4Jfli Hans Biemsen. 5: Kapelle Qebrtlder Stelner. 7i Spanisch. 7.30: Formen des Epos. 7.55: Was Ist Volkswirtschalt? 8.30; Joachim Rlnreloatz. 0.25: Die Senat*. 10.30—12.30; T*nimusik. Freitag, 29. April: Nachm. 3.30: Hauswlrlsehaflliohe Studienreise nach London, Paris, Brüssel. 4; Moraembilder eines Jonrnallsten vom Berliner K«nfmannierlcht 4JO— 6: Berliner Ennkkapelle. 6.20; Der moderne Steintarten. 6M: Die Blldberleht- ersuttun* der heutiren Presse. 7.15: Das künftlre deutsche Straltesetzbach. 8.10: Sendespiel:„Ll-Tal-Pe", Oper von Rudolph Lothar, Musik von Cleoienl von Francken stein.• 10.30— 12J0: Tanzmusik. Sonnabend, 30. April: Nachm. 12.30! Die Vicrtelslnnde lOr den Laadwirt. 4: Der LebensromaO des Rembrandt-Dcutschcn. 4.30-6: Kspelle Gebrüder Steiner. 6.30! Auslands- tlti Ekelt Unserer Reichsmarine und der blsherlre Verlauf der Weltreise des Kreuzers„Emden". 7.05: Ka:l Friedrich Gau!. 7.30: Die Beurteilung der Ein- kommen szweite Im Spiegel der Verfassnnr. 7.55: Unbekannlez vom Heienwahn. 8.30: Lustiger WocbenschluB. 10JO— 12.30: Tmizmusik. Konigswusterhausen. Sonntag, 24. AprO: UebertragungM ans Berlin. Montag, 25. April: Nachm. 2-30—3: Undfran und Landarbeiterschaft. Fr. Toni KueBnsr. 4— 4�0: Neue Wege und neue Ziele des neaspmchliohen Unterrichts. Stud.-Ral Dr. Kam llech, 4.30-5; Erzlehungsberatang. Dr. Klopfet. 5—6; Schachfnnk E. Nebermnnn. O-6J0: Vorbedingungen für einen nachhaltigen Fortachrilt I« der deutschen Tierzucht Min.-Rat Dr. Kürschner. 6JO-6.5S; Englisoh für Anfänger. Stud.-Ral Frlebel, Lektor Mann. 6.55—7.20: Bureauorganisation and Bnreantechnlk. Dr. Hummel. 7.20-7;«: Gedanken über das Wochenende. K takttut Dr. Oldeo. Ah 8: Uehertragung aus Berlin. Dienstag, 26. April: Nachm. 4—4.30: Die G«s lallung deulscher Dlchlnngea durch das gesprochrno Wort. Dr. P. H. Christians. 4.30—5: Erzlehungsheratang. Dt. Klopfer. 5—5.30: Grundfragen der Staatenkunde: Probleme der Staats gewall. die hteressen- politik des Stuntes. Dr. Berger, S.30—6; Die Bedeutung des logischen Denkens für das Leben und die Wissenschaft. Dr. Eulkenfeld. Fr. Snse Byk. 6— 6.30: Volkerrechtliche Fragen: Die Egferrltorialltät. Mini-Rat Mettgenberg. 8,30 Ins 6.58: Spänisch lür Anfänger. C. M. Allletl, Q. van Eyseten. 6.55—700; Der Anteil der Deutschen an der Erforschung der Erde: Da* lentrulifrikaniuche Vulkangebiet. Prol. Dr. Schubetz. 7.20— 7.45t Das deutsch« Kunstlied bis Schubert Dr. Mersmann. Ab 8.15: Uebertragung ass Berlin. Mittwoch, 27. April: Nachm. 12—12.30: Elnheltskurgschrilt für Schüler. Prot. Dr. Amsel Und Oberschulluhrer Weslcrmnnn. 12.30— 12.40: Mitteilungen de* Reichsstädtebundes. 2.30—3: Deutsches Leinen In Poesie und Prosa. Dr. Frani Qrünteld. 3.30- Ii Einheitskurzschrift für An länger. Prot Dr. Amsel und Obarschuilehrar Wcstcr- mann. 1-4.30: Die Gestaltung deutscher Dichtungen durch das gesprochene Wort Dr. F. M. Christians. 4.30-5: Englisch I0r FortgeschrlUene. Sied.-Rat Erlabcl, Lektor Mann. 5—5.30: Der Bau und du Leben der Pflanzen. Prof. Dr. Kurt Krause. 5.30—6: Arnold Mendelssohn zum 70. Geburtstage. Dr. Splf.a. Gesang: Fr. Werner-Jensea. 6—6.30: Technischer Lehrgang für Facharbeiter; Rächen, und Raomberechnung. Qewerbeoborlehrer Mayer. 6JO— 655: Englisch für Anfänger. Sind.-Rat Frlebel. Lektor Mann. 6.55—7.20: Orgaaisztioo Und gegenwärtige Lsg« des landwirtschaftlichen Kreditwesen». Min.-Rat stucs- «owski. 7.20—7.45; Die Kullnr Europas im Zeltalter der Renaissance und Reformation; Die Anfinge de» modernen Staate». Dr. Krammer. Ah 8: Uebertragung au Berlin. Donnerstag, 28. April: Nachm. 2.30—3: HausfraceOWOp.sch« zum Wohnungsbau: Vergielchsstudu-n aus dem Gebiet der Hauswirtschaft. Zentrale der Hausfranenverelne Brcß- Berlio. 4— 4 JO: Berufsberatung: Student und wlrtachaUIlohe Selbsthilfe. Dr. Schendel. 4.30—5; Fortbildungslehrgänge de* Zantreilnstituts für Schul. amtsbewerberinnen. 5—5.30; Deutsche Sledlungstltigkzlt in Brasilien. Gesandt. schaftsrat Dr. SeclHeim. 5.30—6: Japan, sein Volkstum und zeina Kultur im Wandel der Zeiten. Malet a. D. Dr. Trautz. 6—6.30: Die Bedeutung der Blenenzncht für die Land- und Volkswirlschzfl. K. M. Kirekhüflel. 6JO— G.'S: Spanisch für Fortgeschrittene. C. M. AlHerl, 0. van Eyseren. 6J5— 7.45: Zum 175. Geburtstage Friederikes von Sesenheim(Friederike und Goethe). Einführung: Prof. Werner. Rezitation: Dr. Leyhtuscn. Gesang: Elia. Ohlhoff, Am Flügel: R. Wikars kl. Ab 8.30: Ueberrugung aus Berlin. Freitaj:, 29. Aprfl; Nach. 12—12.30: Pr«nz«slsth für Schüler. Lektor C1. Grander. 0. van Eysaren. 3—3�0: Uefcer Behandlung der Implstelle. Geh. R«g.-Rat Dr. Brager, 3.30—4: Einheitskurztcbnlt für Fortgeschrittene. Prol. Df. Amsel und Ober- schullehrer West ermann. 4—4,30: Empfang in einem«IttOrkischen Hause. Fr. Paula Sielner. 4 30-5; Die Kunst des Sprechens. B. K. Grael. 5—6« Einführung In das Vtrslündnls der Architektur. Dr.-Ing. Paul Zucker. 6—630: Die neuzeitliche Lehrlingeausbildung In Werkst»« und Schule. Dr.-Ing. Hann, 6,30— 6.55: Englisch für Fortgeschrittane. Stud.-Rat Frlebel, Lektor Mann. 6.55—7.20: Die WettwirtschaflskonlerCnz. Dr. Karl Fr. von Siemens. 7.20 bis 7.45: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzlc.(Thema und Name des Doecmcn werden in den ärztlichen Fachzeitschriften bekanattegehco.) 7,45—7.55; Cinheitsu kurzschrlftwettschreiben. Prof. Dr. Amsel. Ab 8: Uehertragung ans Berlin. Sonnabend, 30. April: Nachm. 3—3.30: Französisch für Anfänger. Lektor Cl. Grander. 0. van Eyseren. 3.30 4: Esperanto. Postrat Behrendt, Frl. Moslke. 4—4.30- Chinesfscho Jagend und chinesische Schulen. Dr. Meli. 4.30—8: Das Nunaste an» der Zeiuohrihcnliteratur. Prof. Dr. Lampe. 5—5.30: Die Verwaltnngsrefor« als RaUonalisierungsprOblcm Staätssekretür Pr. Dr. A. Müller. 530—6: Der Jugendliche Arbeiter. Walter Maschke. 6—6.30: Zum 150. Geburtstage<-on GanO. Prof. Dr. Bieberbuch 6.30—6.85: Wisseuaehaftlloher Vertrag für Tier. ärrte.(Thema uud Name des Dozenten werden In den tterlrzlttehen Fach. zeitschritten bekanntgegeben.) 6.55—7.«: Wattstreit berithmter und nuJ berühmter Singer und Violinisten. Dr. Heunitz, Hamburg. Ab 830: Heber- trarnnc aus Berlin.• i Kr. IchZ ♦ 44. �ahrgaog 5. Oeilage öes vorwärts Sonntag, 24. fipril 1927 verpuffte Aktion öer Vrofchkenbefttzer. Richkigstcllung des Pol'.zeipräsideatev.- Zm gestrigen Morgenblatt des„ZZormürts" haben wir bereits gezeigt, welche Winkelzüge die Unternchmer machen, um ihre Profit- intmfsen durchzusetzen. Am Sonnabend morgen waren die Herren im Saalbau Fried- richshain versammelt. Sie hatten eine Deputation zum Polizeipräsidenten geschickt, um ihn zu veranlassen, ihnen die Nummernsperre zuzugestehen, da sie angeblich sonst den v e r- kindlich erklärten Schiedsspruch nicht anerkennen könnten. Der Polizeipräsident lehnt« es ab die Depu» tatton zu empfangen. Da über die Gründe dieser Ab- lehnung in der Versammlung eine falsche Darstellung gegeben wurde, teilt der Polizeipräsident darüber mit: „In e'ncm Teile der Presie findet sich in der Besprechung der heutigen Kundgebung der Krcstdroschkenbesitzer die Behauptung, Polizeipräsident Z ö r g i e b e l habe den Empfang der Kraft- dreschkenbesitzer mit den Worten abgelehnt, er bedauere, die Herren nicht empfangen zu können, ehe nicht atle Arbeitnehmer restlos wiedereingestellt seien. Diese Behauptung schlägt der Wahrheit direkt ins Gesicht. hat im Gegenteil strengste Un- h r t und den Empfang der Herren mit solange der rein Wirtschaft- liche'Kamps im'Droschkengewerbe noch nicht abgeschlossen sei, könne und wolle er sich nicht in den Streit mischen und sich über Fragen des Droschken- gewerbe» äußern, um auch den allergeringsten Anschein zu ver- meiden, als ob er in diesem Kampfe für die eine oder ander« Seite Partei ergreise." Die Unternehmer weigern sich jedenfalls, den Schiedsspruch zu beachten. Im Gegenteil, nach den Ausjührungen de» Herrn Syndikus Dr. Kopfch von �er Innung vereinigter Kraft- droschkenbesiKer Droß-Berlins. des Syndikus Nasse von der Vereinigung Berliner Kraftdroschken Groß-Berlins. und T ö m m l e r vom Verband der Besitzer von Kleinkraftdroschten, wurde«in neuer Trumpf ausgespielt. In einer Entschließung erklären die Unternehmer, sich veranlaßt zu sehen, am ZNitlwoch ihre Betriebe zu schließen. Damit soll der Druck auf den Polizeipräsidenten verschärft werden. um sein« Zustimmung zur Nummernsperre zu ertrotzen. In der Versammlung wurde gesagt, das Polizeipräsidium habe sich in der Ablehnung der Nummernspcrre so festgebisien, daß es davon nicht abzubringen sei. Davon könnten selbst die Unternehmer nicht sprechen, wenn sie es nicht wären, die sich au,f die Nummernsperre versteift haben, die Privilegierung ihrer Betriebe erzwingen wollten. Das Polizeipräsidium habe trotz des Grundsatzes der'Ge- Werbefreiheit die Konzessionssperre verhängt. Diese sei ein viel stärkerer Eingriff in die Gewerbesreiheit als die Nummernsperre, die von den Kraftdroschkenbesitzern ver- langt werde. Damit geben die Unternehmer zu, datz sie eine Durch- brechung der Gewerbesreiheit zu ihren Gunsten ver- langen. Die Konzessionssperr« liegt durchaus in der Richtung der Wünsche der Unternehmer, auch wenn sie behaupten, die Sperre ge- währleiste den Spekulanten die weitere Ausdehnung ihrer Betriebe. Datz die Nummernsperre nicht zu Spekulationen mißbraucht würde, werden die Unternehmer nicht behaupten wollen. Abgesehen davon, daß das zünfLerisch-profitliche Verlangen nach Einführung der Nummernsperre weder mit den Allgemein- i n t e r e s s e n noch mit der Gewerbesreiheit vereinbar ist, kommt es hier auf die Kennzeichnung des Treibens der Unternehmer an. Weil es ihnen gerade in den Kram patzt, behaupten sie, die Notlage der Chauffeure in vollem Umfange anzuerkennen. Sie stnd es, die diese Notlage herausbeschworen haben, st«.sind es, die den Schieds- spruch sabotieren, der diese Notlage etwas mildern soll, st« stnd es. die die Angestellten in den Streit trieben, sie jetzt ausgesperrt haben und ihnen mit gänzlicher Brotlosmachung durch Betriebs- stillegung drohen, um sie zu zwingen, an ihrem Strang der Nummernsperre mitzuziehen. Wenn auch nicht zu bezweifeln ist, datz die Droschkenbesttzer sich nicht scheuen, da« Publikum in ihren Interessenstreit zu verwickeln, e» darunter leiden zu lassen, so ist doch die Drohung der Betriebs- einstellung nicht tragisch zu nehmen. «rhöhung von S bis 7 Pf. für sie herauskommt, während d i e Reichsarbeiter nur 4 Pf. erhalten Die Versammlung endete mit einem kurzen Appell, die Organisation— den Deutschen Berkehrsbund— gehörig zu stärken. Der Streik in der Hanauer Edeluretallindustrie. Hanau, 23. April.(TU) Die heute mittag unter dem Vorsitz des staatlichen Schlichters geführten Einigungsverhandlungen im Lohnstreit der Hanauer Edelmetällindustriearbeitcr sind ergebnis- los verlausen, da sich die Arbeitgeber weigerten, die verlangte Er- höhung des Lohnes zu gewähren. Der Streit geht weiter. Vie Neichsarbeiter zum Lohnabsthluß. Die im Deutschen Berkehrsbund organisierten Reichs, und Staatsarbeiter, ewschlietzlich der Post- und Telegraphenarbeiter, nahmen am Freitag abend in einer autzerordentl'ch stark besuchten- Versammlung in den Restdenz-Festsälen den Bericht über die Lohn- und Arbeitszettverhandlungen im Reichspost- und Finanzministerium entgegen. Der Referent, Kollege Ballenthin vom Bundesvorstand, schildert« eingehend die Schwierigkeiten, die bei den Verhandlungen zu überwinden waren und die ganz besonders für die künftige Eni- lohnung der Berwaltungsarbeiter in Erscheinung traten. Trotz aller Schwierigkeiten war es doch möglich, einen Abschluß auch für diese Gruppe zu treffen, womit die Lohnbewegung der Reichsarbeiter als erledigt gelten kann. Den Arbeitern im Po st betrieb- und Derwaltungs- dienst wird an Stell« der bisherigen Stundenlöhne ein Wochen- lohn aezahtl. Für die Arbeiter in den Reichsverwaltungen wurde diese Regelung abgelehnt. Es bleibt für sie bei der bisherigen Stundenlohnberechnung, jedoch mit dem Unterschied, datz nur die tatsächlich geleistete Arbeitszeit vergütet wird. Die Berwaltungs- arbeiter, die vor dein 1. April 1S27 bereits im Reichsdienst tätig waren, erhalten als Ausgleich eine Vergütung von»öchcntlich IM Stunden. Die Verwaltungsarbeiter erhalten für Ueberstunden bis zur LI. Stunde keinen Zuschlag. D!« Arbeitszeit im Telegraphenbaudienst be- trägt im Sommer S Stunden und im Winterhalbjahr 8 Stunden bei einer durchschnittlichen Bezahlung von 8� Stunden. In der Diskussion wandte sich N« u m a n n von der Post gegen die Regelung der Arbeitszeit, da dadurch die Post gewissermaßen bereits einen Dorschutz an Arbeitsleistung für den ZW nter verlange. In seinem Schlußwort wies Ballenthin darauf hin, daß die bei der Post beschäftigten Arbeiter bei diesen Verhandlungen insofern gut abgeschnitten haben, als durch die Ortslohnzuschläge eine Lohn- Die Abwehr der englischen Gewerkschaften. London. 23. April.(WTB.) Der„Ausschuß zur Ver- te idigung der Gewerkschaftsrechte" hat beschlossen, das Blatt„The British W o r k e r", das während der Dauer des Generalstreiks im vorigen Jahre das offizielle tägliche Bulletin des Generalrates des Gewerkschaftskongresses war. für die Dauer des Feldzuges gegen die Gewerkschaftsoorlage der Re- gierung als wöchentliches Bulletin wieder zu veröffentlichen. Beamtentagung in Frankreich. Paris, 23. April.(Eigener Drohtbericht.) Am Sonnabend trat in Paris der Nationalrat der französischen Beamtenverbänd« zu- sammen, um über einen eventuellen Anschluß der sran- zösischen Beamtenschaft an den französischen Ge» wertschaftsbund zu beraten. Bei dieser Gelegenheit hat der Generalsekretär I o u h a u x eine Rede gehalten, in der er die all- gemeine Politik der Gewerkschaften präzisierte. Er erklärte die Ziele der Gewerkschaftsbewegung auf diqeErlangung sozialer Reformen und die Festigung des Weltfriedens hinaus. Die Gowerkschafts- bewegung babe serner die Mission, neben der materiellen Entwaffnung besonders die moralische Entwasfnung der Völker durchzusetzen. Die Arbeiterklasse fordert die Stützung des Völkerbundes, der, wenn die Regierungen Hand in Hand mit ihm arbeiten, für die Festigung des Weltsriedens von größtem Interesse fein könnte. Er endete mit einem lebhasten Aufruf an die französische Beamtenschaft, sich der Gewerkschaftsbewegung anzuschließen, die allein sähig sei, neben sozialen Vorteilen den Frieden zu sichern und mit ihm die all- gemeine Wohlfahrt. Tabakarbeiterftreik. koaslaniinoxcl. 23. April.(TU.) Zum ersten Male in der Ge- schichte der Türkei ist es zu einem Arbeilerausstand gekommen. Die Tabakarbeiier und-arbeiterinnen in Konstantinopel legten die Arbeit nieder, weil ihnen 40 Proz. des Arbeitslohnes gekürzt werden sollte. VI�USZI�aLJNc? DES JAHRES 192? IN DEUTSCHEM GARTENBAU U.SCHLES. GEWERBE and) ohne Anzahlung. Jetzt ist die Zeit tu(Inn Our», reifend«» Slulrelnisun- mit �»el',M-chAd»r.�rakI.«n»m»vnd.rPawr MbRoddiaftnuii jzeilflolf. der b»n Sl»iw>echle» auelcheid IM «ed>. M» vs> nmi----------—.... ftecdelbn«ttraM bei den M« B.rborbenem «tblcgenmgen und .uren_____ den jaiuen ÄBraer b>. Ii« oft nuntrrfxirtn Sriolje m» Nelchel» n-chNg»nregend, etturen auelcheidenb, durch den«biu« -----• 1 � � Mit daT köttmntbtn Äronkhrtlen. rnl« der«out und Verven, Darm-. Meren» und Dlalrmeiden, hibeumaUemu, und GU!>I etc. beruhen auf lernet vielleiliaen Wirkung. In?!»o!b und Drogerie» erhalllich. der tiefen vaS-bmungen wegen »cht» man aber genau auf Mark»„Wedico und Firma Otto«eichei. Berlin SV SZ. Soendahnftr.� w»d»ügtn sich einen anderen als Seichet» Wacholder zu nehmen. Ver tennt sie nicht, d e Sdilnflosigkelt. meiit eine Folge überreizter Nerven? NtCht frisch und munier wacht man auf. sondern schlapp und müde, halb und halb schon so tflr die Tagesorbeit unbrauchbar. 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Um pünktliches Erscheinen wird aebeten._ 5. Kreis Friedrichshain. Dienslag. 26. Mai, TU Uhr, Sitzung der Obleute der Kommunalen Kommission im Lokal Cadincr Str. 16. Jede Abteilung mutz bestimmt und pünktlich vertreten sein. 7. Kreis Eharlrttenburg. Dienstag. 26. April, 7H Uhr, Sitzung des er- weiterten Kreisvorstandes im Zimmer 1 des Rathauses. -i- 126.— 136. Abt. Achtung Bezirkssührcr! Es sind sofort unbedingt Teilzahlungen auf die Maifeicrkarten bei de:: zuständigen Abteilungsleiter» zu leisten. 6. Kreis Wilmersdorf. Montag, 23. April, 8 Uhr Sitzung des engeren Kreis» Vorstandes mit den Abteilungsleitern und dem Obmann des Bildungs- ausschusics bei Andreas, Pfalzburger Str. 33. Die Genosiinnen und(Sc- nosien des 6. Kreises werden dringend aufgefordert, an dem Bunten Abend der Sozialistischen Arbeiterjugend Wilmersdorf am 28. April in der Aula der Oberrcalschulc, Am Eecpark, 8 Uhr, möglichst zahlreich teilzunehmen. Eintritt ftci. 13. Kreis Tempclhof,Maricndors»Mari«nselde>Lichtenrad«. Um die Maifeier im Seebad Moriendorf zu einer machtvollen Demonstration zu gestalten, werden alle Genossen dringend gebeten, für regen Besuch zu werben und die Funktionäre im Kartcnvertrieb zu unterstützen. Eintritt 30 Pf., arbeitslose Ecnosicn und Familie frei. Konzert, Gesang, sportliche und tnrnmsche Beranstaltungcn. Festrede Genosse Reichstagsabgcordnetcr Dr. Julius Moses.— Zcitungslommission. Die für Freitag, 29. April. angesetzte Sitzung mutz wegen der Versammlung der Freireligiösen(Sc- mcir.be aussallcn und wird auf Freitag, 6. Mai, verschoben. Lokal„Zur Linde". Tempclhof. Werder Str."12, Eck? Friedrich-Karl-Strasi«. 14. Kreis Beukölln. Mittwoch, 27. April, 7 Uhr, im Partcibureau, Neckar. slroöe 8, Sitzung sämtlicher Obleute der Elternbeiräte. 16. Kreis Köpenick. Montag, 23. April, TU Uhr, Sitzung aller sozialdemo- kratiscken Lehrer und Elternbeiräte in. Lokal Reich. Bahnhofstr. 13. Auch alle vorigen Genossen, die sich für Schulsraaen interessieren, werden gebeten zu erscheinen. Zlelerentin Dr. Hildegard Wegscheider.— Arbeiterwohlsahrt. Momag, 25. April, Besichtigung des Erziehungsheimes Lindcnhof. Treff» Punkt vormittags 91z Uhr Bahnsteig Stralau-Rummelsburg. Es ist not. wendig, pünktlich zu erscheinen,.da sonst kein Einlast. 19. Kreis Pankow. Montag, 23. April. 6',; Uhr, Fraktionssitzung mit den Bürgerbeputierten im Rathaus, Zimmer 17. 26. Kreis Reinickendorf. Kreisausschuß kür Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutz. Funktionärionferenz am Dienstag, 26. April, 7>H Uhr, Baracken, Lindauer Strasse.- Fraktion der SPD.-Arbciter,-Angestellten und-Beamten des Magi Nrato Berlin lLcntralocrwaltung). Dienstag, 26. April, 71z llhr, bei Schneider, Klostcrstr. 79. Ecke Köuiastrgstc, Konferenz der Oblcvte aller Dienststellen und Anstalten zwecks Aussprache Über festeren Zusammen» schlnss aller bei der Stadt Berlin beschäftigten Genosse». der Partei dient als Ausweis. & Mitgliedsbuch iZ g �.1. I I. 1.1' Morgen. Montag. 25. April: 24. Abt. 36. Abt. strass« WW»WW>»WW»W»I»WW»W>W. 42. Abt. 7'» Uhr bei Höh'ke. Bcramannstr. 6«, Abrechnung der Bczirksfsihrcr. Eharlsttenburg. 33. Abt. 5 lllr bei Schwc kcrt, Erasmusstr. 2, Voroesprechung zur Propagandawoche.— 57. Abt. 8 Uhr bei Pohl, Leibnizstr. 76, Fuul» tionärsttzung. 67. bis 73. Ab». Achtung, siehe Ärcisnachrichtcn! 68. Abt. Nenköllu. 7>z Uhr bei Teich, Knefebeckstrasse, wichtige Funktionär. sttzung. Die Bezlrksfllhrcr laden ein, da dringend. 123». Abt. Ksul-dorf.Säd. 7s? Uhr im Lokal Eonssouei äußerst wichtige Funk. twnärsitzung. Erscheinen dringend erforderlich. 128. 13«. Abt. Pankow. 7>z Uhr bei Meehs, Berliner Strasse Ecke Linden. promenade, Sitzung der Zcitungslommission. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Dienstag. 26. April: 16. Abt. 714 Uhr bei Krüger, Hussiten. Ecke Echerinastrassc, Mitglieder» Versammlung. Bortrag:„Bolkehumvr im Klassenkampf." Referent Hanns Kamm. All« Genossinnen und Genossen werden dringend gebeten, bestimmt zu erscheinen. Gaste und„Borwär!s".Lcscr stnd he 7-liehst eingeladen. 42. Abt. 714 Uhr bei Badcr, Züterboger Etr. 7, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Der Balkan, der Wctterwinkel Europas." Referent Genosse Ezanto. Neukölim. 69. Abt. 71, Uhr bei Erommeck, Sanderstr. 16, Borstando. und Funktionärsttznng. Wegen der wichtigen Tagesordnung Erscheinen un. bedingt ersorderlich.— 61. Abt. 7>4 Uhr bei Lüddccke, Karlsgartcnstr. 12, Funktionärsitzung. Die Sammellisten für die Kinderverschickung sind umgehend abzurechnen. 1«.«dt. Treptow. 714 Uhr im Graetzstrasse Mitgliedcrversamia! gesetz. Referent Paul Iudrian Mittwoch. 27. April: 3. Abt. 714 llhr im Saal 1 des Eewerkschaftshauses, Engeluser 24/25, an Stelle der Zahlabende Mitgliederversammlung. Bortrag:„Heinrich Heine, der Revolutionär." Vortragender Paul Plottkc. Gäste und„Vorwärts". Leser, insbesondere auch die Frauen, stnd besonders eingeladen. Die B«. zirksführcr sind verpilichtct, schriftlich dazu einzuladen. 9. Abt. 7>4 Uhr im Artushof, Perleberger Str. 29, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Wohnungspolitik." Referent Ernst Rüben. Die Bezirksführer laden dazu schriftlich ein. Gäste und„Borwärts".Leser stnd herzlichst ein- geladen. Die Abrechnung der Maibilletts, Marken usw. mutz spätestens am wonnabcnd, 36. April, beim Genossen Herrichen, Wilsnackcr Etr. 40, erfolgen. 25. Abt. 714 Uhr im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain, Neiner Saal, Mitgliederversammlung. Bortrag:„China, erweckendes Asten." Re. fcrent Gregor Bienswck. Gäste und..?orwSrts".Leser sind dazu eingeladen. Achtungl Die Genossen machen ihre Frauen a»f den Frauenabend am Montaa, 25. April, aufmerksam. Siebe unter Frauenveranstaltungen. 27. Abt. 7>4 Uhr in den Schönhauser Festsälc». Schönhauser Allee 127. Mit- glicdervcrsammlung. Bortrag:..-sozialistische Jugendbewegung." Referent Felix Fech-nbach. Neuwahl des 1. Abteilungsleiters. Di« Genossinnen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Achtungl Um 7 Uhr im gleichen Lokal wich- liac Funktionärsitzung. 32. Abt. Mitgliedcrnerlommlung in Schmidts Eesrlllchaftshaus. Fruchtstr. 36. Tagesordnung: Mitteilungen des Borstandes, Bericht vom Bezirkstag. Boll- zähliges Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. 37. Abt. 714 Uhr in der Patzenhofcr Brauerei, Landsberger Allee, Mitglieder» Versammlung. Bericht vom Bczirksparteitag. Niemand darf fehlen. * 85. Abt. Tempelhof. Donnerstag, 28. April, 8 Uhr, Funktionärvrrsammlung im Lokal„Zur Linde", Werdcrstr. 12, Ecke Friedrich-Karl»Strosse. Jiingsozialislea. f-t-M u t ifm Generalversammlung nm Montag, 25. April, 714 Uhr,!m Saal des g! g Bezirksamts Kreuzberg, Dorckstr. 11. Alle Mitglieder beteiligen sich. W Als Ausweis dient Mitgliedskarte und Partcimitglicdsbuch. Gäste haben � Zutritt. Gruppe Tiergarten! Montag, 25. April, 7 Uhr, Generalversammlung der FSB. im Bezsrksamt Kreuzberg. Dienstag, 26. Avril, 8 Uhr, bei Trüinper, Flensburger Str. 3 Diskussionsabend— Gruppe Süden: Dienstag. 26. April, Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Vortrag:„Individnal- vsi)choiogi« und lozialistssche Erziehuna." Referentin Ada Beil.— Gruppe Ncinickcndor?: Montag, 25. April, fällt der Gruppenabend aus. Beteiligung an der Generalversammlung der FSB.— Gruppe Lankwitz: Montag. 23. April, fallt der Gruppenabend aus. Beteiligung an der Generalversammlung der FSV. Mitgliedskarten mitbringen. r-'! Werbcansfckust der Vost. und Tclegraphenbeamten und Anwärter. £j Montag, 23. April, 8 Uhr, in Kaverlands Festsälen, Neue Friedrich. D strassc, Eingang Rochsirgsse, wichtige Versammlung. Zahlreiches Er» siZ scheinen wird erwartet Frauenveranstalkungen. 6. Krei-, Krevzberfl. Zjienstaff, 25. April, 7� Ahr bei Wolfs, Gräfe straße, Funktionärinnensitzung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Fraucnvcransiallungen am Montag. 25. April: und 2. Abt. 714 Uhr im Ecwerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Dortrag: ..Körperkultur". Referenlin Lifo Albrecht. Abt. 714 Uhr Kohllerg, Iütenstr. 53, vorn IV, Käthe Hyan: Lieder zur Lauts, Rczitationeu usw. Abt. 8 Uhr bei Rickert, Steinmetzstr. 36», Bortrag:„Alt Berliner Humor". Relcreut Hanns Kamm. Gäste willkommen. Abt. 71? Uhr bei Leiser, Namlcr», Ecke Putbusser Strassc, Paul-Keller» Abend. Referent Heinz Äartbel. Abt. 714 Uhr bei Schreiber, Triftstr. 63, Bortrag:„Seelische Funktionen". Referent Artur Rachow. Abt. 714 llhr bei Kästner, Elbinger Str. 24, Vortrag:„Die bürgerliche und die proletarische Frauenbewegung". Referentin Herta Gotthelf. Abt. 714 Uhr bei Heiles. Prenzlauer Aller 239, Vortrag:„Die Volk». slirsorge und die Arbeiterschaft". Rrsercnt Paul Kothc. Abt. 7>4 Uhr bei Boadanowitz, Sonnenburger Sir. 1, Vortrag:„Arbeitslosigkeit und Wirtschaft". Referent Kurt Heinig, M. d. R. Abt. 714 Uhr bei Altmann, Rgkestr. 2, Vortrag:„Die Arbeit der Frau lm Parlament". Referent Luise Kahler, M. d. L. Abt. 714 Uhr bei Riebe, Dunckerstr. 15, Borlrag:„Reue Menschen". Referent Franz Hauch. Abt. 714 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag:„Die Frau im Eherecht", ölcfcrcntin Else Schcibcnhuber. Abt. 714 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, Literarischer Abend. Bor» tragender Theo Morel. Abt. 714 Uhr bei Otto, Rigaer Sir. 85, Bortrag:„Die Stellung des Menschen in der Ratnr»nd Gesellschaft". Referent Gerhard Busch. Abt. 71? Uhr bei Raschke, Matlernstr. 14, Bortrag:„Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". Referent Etadtarzt Dr. Georg Löwrnstem. Abt. 714 Uhr bei Bartusch, Friedcnstr. 88, Bortrag:„36 Jahre Partei» arbeki". Referent Stadtverordneter Adolph Hosfmenn._... 36.»dt. 714 Uhr in der Juristischen Sprechstund«, Lindenftr. 3, Borlrag: „Tvpen aus der Türkei". Referentin Erna BUsing., 46. Abt. 714 Uhr bei Böttcher. Hagelberger Str. 9, Vortrag:„SoziaNMiche Gesinnungspfleg« in der Familie". Referentin Helene Michaelis._ 41. Abt. 712 Uhr bei Bader, Iütcrbogcr Etr, 7, Vortrag:.Sozialpolitik und Familie". Referentin Dr. Clara Henriguies. � � 42. Abt. 714 Uhr bei Höhlke. Bcrgmannstr. 69, Vortrag:„Das Gesetz»ur Bekämpfung der Geschlecht-kranlheiten"._ 43. Abt. 7-4 Uhr bei Wolfs, Gräfcstr. 26. Vortrag:„Die«lllwridee im So» zialismus". Referentin Minna Todengagen... 44. Abt. 714 Uhr bei Ewald. Slalitzcr Str. 126, Vortrag der Genossin Erna Kresse. Gäste willkommen.....____ 45. Abt. 7-4 Uhr bei Wienziers, Reichenbcrgcr Etr. 104, H-lter« Rezitationeu. Referent Robert Keller._.,,__-. 47. Abt. 714 llbr in der Schule W-Id-marftr. 77, Hortzlmmer, Bortrog. „Hauswirtschaftliche Berufsausbildung". Referenttn Marls Weber. Eharlottenburg. 56. Abt. Der Frauenabend muß umständehalber ausfallen. — 57. Atzt. Der Frauenabcnd mutz wegen Lokallchwierigkellen-usfalleu. — 58. Abt. 7-4 Uhr bei Alchewslh. Ansdacher Str. 41, Vortrag:„Der proletarische Mensch". Referent Hans Willige. o>. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr im Bahnhofsreitaurant Grunewald, Bortrag: Heinrich Keine". Reserenlin Ellen BcidUc. 74. Abt. Zcblendsrf. 8 Uhr bei Schnorre, Lcscadend. 66. Abt. Mariendsrs. Achtung! Mittwoch, 27. April, Frauenaben». Bitte de» Abend freizuhalten. Reokolln. 89.»ud 9«. Abt. 7-4 Uhr bei Wilke, Reuterstr. 47, He-terer Abend. Referent Genosse Hosemann.- 91. Abt. 7-z Uhr b-i Lüdd-cke Karls» gartenstraßr. Ecke Fontancstrasse, Vortrag:„Kultursorderunaen der Loziol- demokra-ic". Rescrcnt Wilhelm Micthke.- 95.?bt. � Uhr bei Grieger. Lessingstr. 9, Vortrag:„Die Aufgaben der Frau IN der Kommune. Ret-. rentin Helen« Schmitz, M. d. L. 66. Abt. Beitz-Bnckow. Der Frauenabcnd muß umständehalber auf den 2. Mal 101. Abt.�Treptow." 7-4 Uhr bei J-nke, Kieflialzstr. 21. Partrag:„Da, deutsche Bolkslied". Mit Erläuterungen am Klavier. Referent Dr. Max Brie. 71.»nd 72. Abt. Wilmersdorf. 8 llhr bc, Jonas, Durlacher E-rage. Ecke Bruchlaler Strasse, Bortrag:„Liln Braun". Slihrenltn Margarete Sch-nkalowsky. Nach Schluß des Vortrages gemütliches Beisanimenlein 193. Abt."Oberschönewride. 7-4 Uhr hei Imberg, Wilhelmwenhofstr Z4. Vor. trag:„Kameradschaft in der Erziehung". Referentin Clara Bohm-Schuch. M. d. R. Gäsic willkommen. 164. Abt. Rl-derschö-eweide. 7-4 Uhr im Lokal„Zur kühlen Ecke",$a{[ejmetbn., Ecke Fcnnltrassc, Vortraq:„Ardciterschaft, Erziehung und Sozmllsmus". Referent Kurt Lücke. Gälte willkommen.-vzn.»»..« 116. Abt. Lichtenberg. 7-4 Uhr b-i M-ne. Ritlergutstrosse. Eck- Mollenbvrf» strasse, Vortrag:„Konkordat". Referent Rektor Grosse. 136. Abt. Tegel. 8 Uhr im Jugendheim. Bahnhofstr. lo, Hof Vir-, Bortrog. „Tuberkulose". Referent Dr. Tyg°d->nsl'. Gäste stnd eing-Iad-n. 14«. Abt. Borsigwalde. 71? Uhr bei Wonschach. Ernststr. 1, Bortrag. 4«euc Menschen". Referentin Hennp Rewald. Arauenveransialtungen am Diensiag, 26. April: 1. Abt. 71? Uhr bei Zfchi-sing, Ack-rstr. 1, Vortrag des G-nosse» Dr. Julius 5. Ab//'7-4 Uhr�bei Srotewind, Linienstr. 222, gemütliches Beisamm-useiu. Bortragender Genosse Hosemann.„»-j—— 6. Abt.<14 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Bortrag.„Körper. kultur."'Refercnti» Lisa Albrecht.....- 22. Abt. 8 llhr bei Radzay, Brüsseler Er. 43. Vortrag: Hygiene IM Hause. Referent Dr. Drucker._„.„..... 23. Abt. 714 Ubr bei König, Otavistr. 37. Bortrag des Genossen Heinz Barn, ei. 85. Abt. Tcmpelhof. 7>? Uhr bei Vuse, Werder» Ecke Kall-r.WilheIm.Etratze, Vortrag der Genossin Erna Kresse. Neukölln. 63. Abt. 7-4 Uhr im Lokal Bärwinkrl, Eiedelung am Dammweg. Vortrag:„Eherecht." Referent Ernst Rüden.— 66. Abt. 8 Uhr bei Loliann. Wipperstr. 18/19,«ortrag:„30 Partciorbeit. � R-ferrnt Stadtverordneter Adolvh Hoffmann.— 97. Abt. 714 Uhr bei Krüger, Emier Etr. 86/87, Vortrag:„Der proletarische Mensch. Referent Hans 166. Abt. Johannisthal. 7-4 Uhr bei Botbo, Etubenrauchstr. 12/13, Bortrag: „Frauenkrankheiten." Referent Dr. Friedebcrger. 123-1.«dt. K-aledorf.T-d. 714 llhr im Lokal Eaiisfoue, Fraurnabend. Be. svrechuna der Maifeier..__ 137.«61. Reinickcndorf.West. 8 llhr im Volkshaus Scharnweberstr. 114 Bor» trag:„Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Referentin Dr. Käthe Frankenthal._„, 138. Abt. Hermsdorf. 8 Uhr im Lokal Eggebrecht, Albrechtstr. I,«ortrag: „Wohlfahrtspflege." Referentin Walpurga Gegger. Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde: Neukölln, Gruppe Bcddinplatz<9l. Abt.). Unsere Kinder treffen sich am Montag, 23. April, nachmittags 4 Uhr, vor dem Heim Ecke Boddin» und Berliner Strasse, um gemeinsam zur Spielwiese in der Sonnenalle« zu gehen. Eharlottenburg. Montag, 25. Avril. 8 Uhr, Rosinenstr. 4, Jugendheim, allmonatliche Eltcrnversanimlung. Referent Genosse Dr. Löwcnstein. 13«. 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Die Ufa-Leitung hat sich auch kein so hohes Ziel gesetzt, sie wollte die mannigfachen Auf- nahmen, die während des Krieges gemacht wurden, verwerten und hat uns jetzt den«rsisn Teil ihres dreigliedrigen Zyklus vorgeführt. Sie wollte einen historischen Film geben, der ohne Tendenz die großen Ereignisse noch einmal im Bilde aufrollen sollte. Man muh ihr zugestehen, doh die Gegner nicht in der Art behandelt sind, wie es während des Krieges im Lands der Brauch war. Es ist auch französisches und englisches Material verwendet worden, und so wird denn ein späterer Historiker einmal in aller Ruhe diesen un- geheuerlichen Massenaufmarsch in aller Herren Länder studieren können. Der erste Teil schildert das friedliche Deutschland in seiner Blüte, geht ganz kurz auf die Kriegsursachen und Krtegsveronlassung ein und gibt dann eine ausführliche Darstellung der Kriegsereignisse an der West- und Ostfront, den Einfall in Belgien, den Sturm auf Lüttich. das unaufhaltsame Bordringen nach Frankreich, dazwischen die Schlacht bei Tannenberg und an den Masurischen Seen und dann die große Wendung, die Schlacht an der Marne, den Rückzug und da» Erstarren des Stellungstampfes auf der ganzen Linie. Viele Szenen sind natürlich gestellt und nachträglich hineingearbeitet, der entsetzliche Ehavakter de» Krieges mit st'nen Handgranaten und Gift- gasen wird nicht annähernd erreicht. Wenn man etwa die Schilderung in Barbusses� Krieasromän damit vergleicht, so bleibt hier alles weit hinter der Wirklichkeit zurück, wenn auch gelegentlich ein wirkliches Schlachtfeld und ein(gestellter) Rückzug durch Artilleriefeuer gezeigt wird. Aber vielleicht wollen die Patrioten auch hieran nicht allzu- stark erinnert fein. Bei der Premiere gefielen die festlichen Auf- Märsche und Paradezüge mit entsprechender Militärmusik und die großen Sieg« sowie die Heldentaten der Unterseeboote am meisten. Trotzdem gibt der Film natürlich»in großes Anschauungsmaterial, und wer den Krieg wirklich miterlebt hat, wird auch von diesen Bildern nicht ohne den Eindruck de» Furchtbaren und Entsetzlichen scheiden. Der Weltkrlegfilm verfolgt kein» ausgesprochene Tendenz. .?lber unausgesprocken wimmelt»r von Tendenzen. Der Einbruch in Belgien wird sehr schonend behandelt, die Marneschlacht zeigt den ungeheuren Fehler der Leitung, und die krlegsentsch-ssdenden Folgen keineswegs mit wünschenswerter Deutlichkeit. Dar allem aber fehlt die große Tendenz, ohne die der Weltkrieg nicht sruchtbar zum Gegenstand eines Filmes gemacht werden kann: die Tendenz gegen den Krieg, gegen den Wahnstnn dieses Krieges. Die oroß« tragisch« Wirkung bleibt aus. Di« Beranstalter diese« Filmes haben historisches Material verarbeitet und ergänzt und mit-vrick- Zeichnungen erläutert, auch rührende Abschiedsfzenen und patriotiich« Erhebungen hinzvgetan, aber den Weltkrieg, das ungeheuerste Er- eignis und tragischste Erlebnis, sind sie un« schuldig getzlieben. Wenigstens in diesem ersten Teil. D. „Vie Tsöesbarke.'" „0(, flUchard-Oswald Lichtspiele.) Die packende Illustration eines Zeitgeschehens durch den Film, Hot Sowjet-Rußland allen iilinprodu, zierenden Staaten voraus. Da- für erbrachte auch dieser Moskauer Film erneut den Beweis, ob- wohl gerode er nicht besonders stark ist. Er bringt lm Ansang ein »"■'""■" b;__ F. S. Meine Zrau— das Iräulein." (U. I. Kurfürsten dämm.) #a Jefefe emdiem*, ieft möchte Kaffee ßag, wfr sind an ihn geiodhni und er Kt für die Gesundheit meiner femifie notwendig. Die junge Frau will gern einen neuen Teppich haben, und > Ausspruch des Wunsches bis zur Erfüllung spielt sich ein aller- liebstes Lustspiel ab. Edgar Franklin schrieb das Manuskript, das wirklich ein« oecigneie Grundlage zur Entsaltung recht vieler Lustigkeiten ist. Und der Regisseur Harry Pollard Ist witz- begabt. Cr versteht es aus dem ff., jede Szene zu gestalten. Wie filmisch nett nimmt sich der eheliche Krach aus, wie urdrollig sind die Ehegatten, die Immer zwischen tiesstem Gekränktsein und Schabernack " wanken. Und dann die Hauereien! Sie werden mit wahrer Idenschast ausnosührt. In der Tat, Harry Pollard kann mit diesem Lustspiel vcsi eben. Die sonnige Laura la Plante die Hauptralle. Sie Ist ein foiches, selbständiges Frauchen, Schelm und Trotztopf zugleich. Es wäre recht und billig, auch die anderen Darsteller zu nennen, aber die Ufa hält es nicht für nötig, Ihre Namen im Programm aufzuführen, erwähnt wird nur, daß E. E. Horton die Hauptrolle spielt. Im Film„Nomaden d c r W ü st«" sieht man im unerklärten Durcheinander die verschiedensten Menschcntypen und Tierarten. Und diesen Wiistenkuddclmuddel, der«inen so merkwürdig zu- sammengeklaubten Eindruck macht, nennt man dann Kulturfilm. Die Ufa-Wochenschau bringt u. a. die neuesten Pariser Moden, englische Truppenvcrladungen nach China und die künstliche Skibahn auf der Berliner Wochcnendausstellung. Ein jeder findet also den ihm zusagenden Happen. e. b. »Sie Tragödie einer lthe." (U. I. rveinbergvwcg.) Ein Roman Ist ganz bestimmt kein Ideales Filmmanuskript, aber zu einer solchen Tragödie des Filmes wie im vorliegenden Fall braucht er gerade nicht zu werden. Auf der Hochzeitsreise wird der Ehemann zum Totschläger an einem ihm Fremden, der die Sunge Frau belästigt«. Die Tat wird mit Zuchthaus geahndet. Zwischen Mann und Frau tritt eine Entfremdung»in. Die Liebe der Frau gewinnt der Rechtsanwalt, der ein Wiederaufnahme- Die F kommt. rau verfahren durchsetzt, in dem es zum W gibt schließlich die eheliche Gemelnfchast auf, da will der Mann sich rächen und nimmt ihr das Kind. Beim Kampf um das Kind greift der Mann zur Waffe»nd erschießt sich aus Versehen selbst. Run steht einer gut bürgerlichen Ehe zwischen der vielgeprüften Frau und dem Rechtsanwal! nichts mehr im Wege. Maurire Elveys Regie Ist ein schlimmes Kapitel. Die Regiefehler häufen sich nur so. In den Zimmern sind die Möbel schlecht gestellt, die Gerlchtsizenen werden in ganz überholter Art gespielt, die Dienerschaft des Hauses stellt andauernd lebende Bilder, und dir Grsßau nahmen zerreißen edeemal den Rhythmus des Films. Jedes seelil!....... und das— trotzdem Alfred A b e l die Hauptrolle oleler allein kann fchr"...... lichter bei dieser Ret........ Siegfried ist, der Pietra, der Korsär war, muß diesen Rechtsanwalt kann schließlich nicht alles schaff, Regie gänzlich versagen mußte. Er, der unser che Erleben fehlt, piett. Ein Schau- seil, zumal Paul janz farblos geben. Ihm wird einfach keine Gelegenheit geboten, sich auszuspielen. Isabel Elsom verkörperte die Hauptrolle: man mühte sie einmal in einer anderen Filmrolle sehen.— g. * 1 J�xrry•.<>> P. , Is 45 Minuten von Frankfurt a.M. Weltberühmte kohlensfiurereiche Kochsalzthermen(30,5-34,4° C.) Unerreicht bei Herzkrankheiten, beginnender Arterlenverkalkung, Muskel- und Gelenkrheumatismus, Gicht, Bronchitis, Rückenmarks-, Frauen- und Nervenleiden SSmtllcha neuzeitliche Kurmittel/ SchBner Erholungsaufenthalt/ Auserlesene Unterhaltungen/ Sport aller Art/ Vorzügliche Unterkunft bei angemessenen ProIsen Badesalz-, Mineraiwasser- u. Pastillen-Versand Auskunftsschrift D 20 durch Bad- u. Kurverwaltung u. In Relsebüres WWWelm.! Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Repnbl» 7 Uhr: Frau ohne Schatten Schauspielhaus ZV, Uhr: Napoleon SU.: Ein besserer Herr Schiller- Theater 8: Prinz Friedrich t, Homburg Städtisdie Opn Cbarlottenburg VI, Uhr: Inrandol Abonn.-Turnus IL IZeMlllllM Norden 10334—37 8 U. Ende II U. 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St. Hasenheide 2110 8 Uhi: DieSdinle v.Oznadi BomOOlenheng Norden 6304 8 Uhr Theo inadal alles! Woauuia-TueoL Täglich 8Va Uhr: Sonntag 2 Vorstellungen Nachm. 4u. abs.SV« Die von der Liehe leben! lituilidie keinen Zotritt 1 Vorzeiger zahlt n urtialbe Kassenpr. Theiter i. Ksttt). Toi Kotlbuse, SLI XdgL 8 U. Stg. nachm. 8 iWäoger Bin Program« tum totschieiaall NlemaaW vsrniyaia as puanännoiie Vi, Uhr; Leister Waflner-Abend des Phllharm. Orch. Prof. J. Prüwer Arbeiter, Angesteilte, Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co" Karlshorst, Deutsches Haus Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthaus ßreitestraße 24 Jeden Mittwoch Cöpenick, Stadltheater Friedrichstr.6 Jeden Freitag u. Sonntag: Tegel, Vereinshaus(Hamuseek Hauptstraße 6 Jeden Sonntag Notstands-Variete•Kommission; der Intern. Artisten-Do«xe E. V. CASINO-THEATERs Uhr Pimpelhuber der Hillionen-Erbe Gutschein: FauL 1 Mk.. Sessel 1,50 Mk. Reichshailen-Theater AUabdl. 8U. Sonrtags nachm. 3 U. 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April, nachm, Ahr. bcTCaafct.Caastferc Sir. 23: Versammlung sämtlicher vrückeriehrlinge. Rollegen in den Betrieben, sorgt für guten Besuch.__ Otensfag. ben 28.«pr». aachmltfaga 9>: Ahr. im Varlrrra-Saal bo» ver- baabohaafos, Llaleastr. 83 83: Branchenversammlung der Sau-, Geldschrank» u. Möbel- schlofler. TageDordnung: 1. Bericht der Brandl entommtsfion. 2. Stellungnayme zur T-ritNindigung 8. Berfchi-ben-S. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Di« wichtige Tagesordnung verpflichtet jeden Rollegen. die Setlaimniung zu besuchen._ ...iirwoq, den 21.«pr». abends 8'/, Ahr. In Smalbs vrrelnshaa». »falltzer»trab« 128 Branchenversammlung aller in den Elsenmöbel-Pelrieben beschästtglen Kollegen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unserer Lohnforderung. 2 Perjchiedene». Da» Ericheinen aller Rollegen ist dringend rrsorberlich. Mittwoch, bea 27. April, nachm. 4P, Ahr. Im»vresdener Gnrlen-, vreodener Sirnste 43 Branchenversammlung der Gold- und Silberschmiede Tagesordnung' L Bortrag Über: „Das neue Ardeitsgerichlsgeseh" 2. Branchenangelegenhesten 3. Berschiebene». Ohne Mitgliedsbuch i e i n FutritL Zahlreiche: Besuch wird erwarleL Uotstandsakkloa der erwerbs» lojeu Lühnenangehörigen! Romain Rolland t Die Wölfe. Revolutionsdrama in 3 Akten aus der Zeit der großen franzäsifchen Reooiution. 50 Mitwirfende. Regie: Emil Lind. jeweils abend, 8 Uhr: Mittwoch. den27. AvriL im Saaldau Hoch. schuIdrauereL Amrumer Straße 11 Donnerstag, den 28 April, in den Pracht» salen am Märchenbrunnen, Am Fried. rlchshain 29/32. Freitag, den 2S«prU. w der Schloßhrauerei "-f.,....- l» ,23. MaL im Böhmischen w erlinerElehlriHcr Genossensdiaif angeschl. dem Verb. soz. Baubetriebe Berlin N.24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 6523,6526 Filiale Westen, Wilmersdorf Landbausslr.4. 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