nt.m ♦ 44. jofytQ. Ausgabe A Nr. 100 Bezugspreis. WSilxntli» 70 Dknnt». monaM» 8,- Sieichsmart voraus»ahlbar. Unter«reluband kür Deutlchlan», Saiulia. Saar, und Meinelaebiet. Oeiurreich Litauen. Luxembun 4.30 Rrichsmark. Mr da» llbri«« Ausland 3L0 Rcichsmart VIS Monat. Der.LorwSrts' mit der illustrier» teu Sonntagsbeilage.Volk und Zeit� iowie den Beilagen.Unterhaltung uno Willen'.Aus der Kilmwelt', »Frauenstimme'»Der Kinder. freund'. Lugend-Vorwärts' und »Blick in die Blicherwelt' erscheint wochentäglich»weimal. Sonntag» und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: »Sozialdewotrat verlia" Morgenausgal»e ZZerliner VolksblAkt (�10 pksnnig Anzeigenpreise: »i««inivaltia« NonvareiOe. »eile 80 Plennia. Rell-me,cile ts— Reichsmark,.«leine An, eigen' da» fettaedruckte Wort 23 Plennia k,ulilsst°»wei iettaedrucktc Wortes. iedes weitere Wort l? Biennia. Otellenaeluch« da» erst« Wort U Blennia. iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 13 Buch- Naben»Shlen für nwci Worte. «rdeiismartt Keile SO Pfennig. Samilienangeiaen kür Abonnenten Keile<0 Plennia. Angeieen für dl- nächste Nummer Müllen bis 41b Ubr nachmittags im Hauvtaelchäft. Berlin EW 63. Linden. ürakeS. abgegeben werden. Deällnet vou S'/j Uhr früh bis 3 Uhr nachm. Zentrahrgan der Sozialdcmokratifchcn Partei Deutfchlande Redoftion und Verlag: Serlin 6£D. öS, Lindenstraße 3 fterusprecher: Dönhoff 292—297. Mittwoch, den 27. April 1927 vorwarts-verlag G.m.b.H., Gerlin EW. b8, Lindenffr.Z Boftlcheckkonto- Berlin 87 53«- Banklout»! Bank der Arbeiter. Angestellte» und Beamten. Wallltr.«5: Diskonto-Selelllchalt. Dcnolitenkaste Lindcnftr. 3. Besserung am /lrbeitsmarkt. Wesentlicher Rückgang der Erwerbslosigkeit. Dl« reichsam kNchen Erhebungen über den Stand der Erwerbslosigkeit ergeben diesmal ein außerordentlich günstiges Bild. Amtlich wird hierzu mitgeteilt: Der erfreuliche Rückgang in der Zahl der uvterslühten Erwerbs- losen, der für den l. April festgestellt werden koaale, hat sich auch weiterhin fortgesetzt. Räch den neuesten Zestsiellungcn beträgt die Zahl der hauptuuterslühungsempsänger in der Er- wecbslosenfürsorge am 15. April 1927 rund 937 000(männlich 820 000, weiblich 167 000) gegenüber 1 121 000(männlich 937 000, weiblich 184 000) am 1. April 1927 und 1 436 000(männlich 1 222 000, weiblich 214 000) am 15. Zilärz 1927. Der Rückgang In der Zeit vom 1. bis 15. April 1927 beträgt also rund 134 000 := 12 JJroz» in der Zeit vom 15. Rlärz bis 15. April 1927 rund 449 000— 3 1 P r o z. Die Zahl der Zuschlagsempsänger(unter- slühungsberechtlgten Familienangehörigen) ist im gleichen Zeitraum von 1 287 000 auk 1 124 000 zurückgegangen. Die Zahl der yauptunterstühungsempfänger in der Krisen- s ü r s o r ge ist in der Zeit vom 15. März 1927 bis zum 15. April 1927 von 223 000(männlich 183 000, weiblich 40 000) auf 234 000 (männlich 191000, weiblich 43000), also um 11 000 gestiegen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen(hauplunterstühungsempsänger In der Erwerbelosensürsorge und In der Krisensürsorg«) beträgt am 15. April 1927 demgemäß rund 1 221 000 gegenüber 1 659 000 am 15. März 1927, das ist ein Rückgang um rund 438000 26 Proz. * Am erfreulichsten ist an dieser Statistik, daß endlich die Zunahme der langfristig Erwerbslosen, die der Krisen- fürsorge der Gemeinden anheimfallen, ganz bedeutend geringer geworden ist. In der Zeit vom 15. Februar bis 15. März waren rund 30 000 Ausgesteuerte dieser Für- sorge der Gemeinden überwiesen worden. Im letzten Monat hingegen waren es nur noch 10 000 Personen, die von der Reichsunterstützung der Krisenfürsorge überantwortet wurden. Aber auch das Gesamtbild ist wesentlich g ü n st i- g e r, als man selbst nach optimistischen Schätzungen an- nehmen konnte. Während in diesem Jahre die Gesamtzahl der unterstützten Erwerbslosen um 26 Proz. zurückging, war die Abnahme der Erwerbslosigkeit im vergangenen Jahre ganz wesentlich geringer, obgleich damals die ständig wachsende Zahl der sogenannten Ausgesteuerten von der Statistik überhaupt nicht erfaßt wurde. Selbst wenn man dem Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichsregierung eine starke Wirkung beimißt, bleibt die Verminderung der Er- werbslosenziffer in den letzten Monaten auffallend roß. Zu erklären ist sie nur aus einer ganz wesentlichen esserung der Konjunktur, die von den Unter- nehmern bisher aus durchsichtigen Gründen abgestritten wurde, neuerdings aber selbst von den Großbanken und anderen führenden Wirtschaftern bestätigt wird. Die allge- meine Flaumacherei, mit der die Unternehmer jeder neu auftauchenden Lohnbewegung entgegenzuwirken suchten, ist jedenfalls durch die Tatsachen und neuerdings durch die Entwicklung des Arbeitsmarktes als unbegründet be- wiesen. Die Besserung am Arbeitsmarkt hat, soweit man es an Hand der Berichte der großindustriellen Reviere feststellen konnte, inzwischen ein langsameres Tempo ange- nommen. Immer noch ist die Zahl der Unterstützungs- bedürftigen groß genug, um es den Behörden zur Pflicht \u machen, den schuldlosen Opfern der Krise die notwendige nterstützung zu gewähren. Oer flrbeitsmarft Gnüe flpril. Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich die Aufwärtsbewegung in der letzten Berichtswoche(endend mit dem 24. April) nach den Berichten der Landesarbeitsämter zwar fort, bei weitem aber nicht in dem Umfange der letzten Wochen. Vielmehr war infolge der nassen Witterung und infolge des Hochwassers in manchen Gegenden des Reiches ein merklicher Rückgang der Beschäftigungs- Möglichkeiten in den Außenberufen festzustellen. Hervorzuheben ist die günstige Tendenz in der Metallindustrie und im Spinnstoffgewerbe. N Heginn öes Hewertsthastskampfes. Der Feldzug für die Koalitionsfreiheit eröffnet. London. 26. April.(Eigener Drahlberichk.) Das gewerk- fchosillche Verleidigungskomikee. das aus Mitgliedern des Generalrats der Gewerkschaften, des Darteioorftandes der Arbeiter- partei und der Unterhausfraklion der Arbeiterpartei zusammengesetzt ist, hat den Plan für den großen gemeinsamen Feldzug gegen das Gewerkschaslsgesetz nunmehr fertig. g e st e l l k. Er wird unmittelbar nach den großen Kundgebungen am 1. Mai einsehen. Ganz Großbritannien ist für diesen Zweck in einzelne Bezirke ausgeteilt worden, in denen die Leitung des Fcldzuges besonderen Funktionären als hauptamtliche Betätigung zugewiesen wurde. Diesen Bezirksleitern ist die volle Unter- stühung der Gewerkschaften, der Ortsgruppen der Arbeiterpartei und der Genossenschaften zugesichert. Sine große Anzahl öffentlicher Kundgebungen Ist bereits festgesetzt. Sämtliche bekannte Gewerk- schaftsführer und Abgeordnete der Arbeiterpartei werden nach einem bestimmten Plan in den einzelnen Bezirken als Redner auftreten. Das Parlament ist nach der Ofterpause wieder zusammengetreten. Sämtliche Abgeordnete, die aus ihren Wahlkreisen zurück- kehren, melden übereinstimmend, daß infolge des G'sehes gegen die Gewerkschaften die politische Teilnahmlosigkeit, die seit Jahresfrist unter den Wählern zu beobachten war, völlig ver- s ch w u n d e n fei. 3n Abwesenheit Macdonalds, der infolge seiner Erkrankung in Amerika mit achttägiger Verspätung zurückkehrt, wird Elynes die Opposition im Parlament führen und am Montag den Antrag der Arbeiterpartei aus Verwerfung des Gewerkschastsgesetzes im Unterhaus einbringen._ verschleierter Sankrott. Die erste Tagung der Abrüstungs-Borkonfcrenz beendet. Genf, 26. April.(Eigener Drahlberlcht.) Die vorbereitende Abrüstungskommlssson hat am Dienstag ihre Beratungen mit der Zusammenstellung des sogenannten Konventionsentwurses au» der erste« Lesung abgeschlossen. Der Entwurf Ist jedoch In seinem Text m>» erster Lesung In Anbetracht der endlosen Vorbehalte, Erklärungen und unerledigten Bestimmungen kaum noch erkennbar. Richt wertlos ist, daß der Präsident ermächtigt wurde, die Kommission von ssch ans zur zweiten Lesung des Entwurfs einzuberufen. Als vor- läufiger Termia wurde der 1. Roocmber bestimmt. Die Eiuberusuag wird In Wirklichkeit jedoch davon abhängen, ob und wie die Re- gierungen sich in der Zwischenzeit über die bestehenden großen Differenzen verständigen werden. Die Schlußrede des Kommissionspräsidenten war angesichts des mageren Ergebnisses der Beratungen kurz und wenig hosfnungs- freudig. Der deutsche Delegierte Graf Bernstorff äußerte sich vor Pressevertretern über das sachliche Ergebnis wie folgt: Es ist als wertvoll festzuhalten, daß man die Stellungnahm« der Regierungen zur Abrüstung nun g e n a u k e n n t. Die Verhandlungen ergaben, daß zahlreiche Regierungen für das Abrüstungswerk noch einen sehr geringen Eifer bekunden. Die Gesamtheit der gemachten Vorschläge wird an den bestehenden Abrüstungen sozusagen nichts ändern, darüber ist die öffentliche Meinung der Welt mit Recht enttäuscht. Die Abrüstung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Völkerbunds und feine Autorität wird stark davon abhängen, wie er sie löst. Die Welt erwartet die Sicherheit durch die Ab- r ü st u n g. Sie wurde bisher jedoch neben der Sicherheit und Schiedsgerichtsbarkeit als Aschenbrödel behandelt. Aus die Frage:»Was nun?' könne nur dahin geantwortet werden, daß es an der Völkerbundsversammlung und an der öffentlichen Meinung der Welt liegt, auf die Re- gierungen einen solchen Einfluß auszuüben, daß sie bis zur zweiten Lesung des Konventionsentwurses andere und weitergehender« Instruktionen erteilen, wobei von allen Seiten Konzessionen zu machen wären. Katastrophe üer Norütruppen. Der Uebergang über den Yangtsekiang gescheitert. London, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Wiederaufnahme der Angrisse der chinesischen Rordtruppen gegen die Armee Tschiangkaischeks endete mit einem vernichtende« Miß- erfolg. Der versuch, über de« Pangtse-Fluß zu sehen und aus dem Süduser de» Flusses zu landen, wurde durch Scheinwerfer entdeckt. Sämtlich« Boote mit Truppen. 19 an der Zahl, wurden ver- senkt, wobei 2000 Angehörige der Rordtruppen den Tod fanden, ver neue Angriff der Rordtruppen wird daraus zurückgeführt, daß Ischiangkaischek die Friedensangebote der Gene- räle des Rordens zurückgewiesen hat. Was will Tsthiangkaifthekl Die Krise der chinesische« Revolution. Von T'ang Leang-Li. Die chenisische Revolution befindet sich in einer ernsten Krise. Sie steht nicht nur der Aufgabe gegenüber, die Macht geschickten überwinden, Zersplitterung der Kuomintang-Partei gearbeitet haben und nunmehr hierbei von Erfolg gekrönt worden sind. Die gegenwärtige Krise ist um so gefährlicher, als die chinesische Reaktion sich infolge der ungeheuren Siege der Nationalarmee bereitgefunden hatte, Anschluß an die national-revolutionäre Sache ku suchen. Das bedeutete eine erhebliche Stärkung jener sogenannten„gemäßigten Elemente", die stets nur mit halbem Herzen bei dem Befreiungswerke waren, wie es von dem verstorbenen Gründer der Kuomintang, Dr. Sunyatsen verkündet worden war. Sie sind noch nicht imstande, die wahre Sendung der chinesischen Revolution zu begreifen, da sie sich nicht von den altgewohnten politischen Jntrigenmethoden freizumachen vermögen, die sie in der korrupten Atmosphäre von Peking und Schanghai gelernt haben. Diese„gemäßigten" Elemente leben in der Illusion, daß die nationale Revolution Chinas lediglich die Aufgabe habe, die nationale Unabhängigkeit des Landes herzustellen, wobei ihrer Meinung nach der soziale Aufbau nicht verändert werden müßte. Im Gegensatz hierzu sind die sogenannten„Radikalen" in der Kuomintang der Auffassung, daß die Industrialisierung Chinas unvermeid- lich sei. Sie wollen verhindern, daß China durch alle die furcht- baren Phasen einer kapitalistischen Frühzeit hindurchgeht und nach dem Muster des Westens ein Proletariat entsteht, das zunächst enterbt und völlig besitzlos sein Dasein verbringt. Den Hauptanhang der„gemäßigten" Richtung bilden natürlich die professionellen Politiker, die großen Kaufleute und Unternehmer und die konservativ eingestellte Gruppe der Intellektuellen: diese Schichten hoffen im Grunde auf eine Entente mit den kapitalistischen Mächten und nur die Stupidität und Rachsucht der angelsächsischen Agenten in China hat es ihnen psychologisch möglich gemacht, mit dem linken Flügel, zumindestens zeitweise, zusammenzuarbeiten. Die„Radikalen sind hauptsächlich aus der Bauern- schaft, den industriellen Arbeitern und kleinen Kaufleuten zusammengesetzt und werden von den radikaleren Elementen der Intellektuellen geführt. Sie waren in der Vergangenheit die wahre Macht im chinesischen Staatsleben, und sind heute die aktivsten Propagandisten der Doktrinen Dr. Sun von Nationalität, Demokratie und Sozialismus, unter der Bevölkerung wie in der Armee. Auf sie sind daher in erster Linie die alles mit sich fortreißenden Siege der Nationalarmeen zurückzuführen. Diese Propaganda ver- ursacht zweifellos zunächst Chaos und Erregung, aber sie erklärt auch die Unbesiegbarkeit der nationalistischen Partei und macht es nicht nur den feindlichen Generälen unmöglich, eine Kuomintang-Provinz zu erobern, sondern verhindert auch, daß ein General der Nationalarmee eine von ihm er- oberte Provinz ausbeutet oder seine Armee an den Feind verkauft. Der augenblickliche Konflikt innerhalb der Kuomintang ist lediglich der Ausdruck der Verschärfung der Interessengegensätze zwischen diesen beiden Flügeln, die angesichts der ausländischen Angriffe eine Zeit- lang geeinigt waren. In einem gewissen Sinne ist es die Revolte des Militärs gegen die Kontrolle durch das Zivil. ein Kampf zwischen Militärs und Politikern. Die einen möchten gerne zum alten System der persönlichen Herrschaft zurückkehren, während die demokratischen Zivilisten entschlossen sind, den militärischen Despotismus zu vernichten, um ein neues China auf einer sicheren Grundlage auf- zubauen. Anfänglich sah es aus, als ob die Zivilisten eine wirkliche Vorherrschaft über die militärischen Befehlshaber besitzen würden. In einer am 7. März 1S27 veröffentlichten Erklärung forderte der General Tschiangkaischek z. B. alle Mit- glieder der Partei auf, die Zentralexekutive der Kuomintang zu unterstützen, damit Einigkeit in der Leitung der Aktionen der Partei bestehe und ein kraftvoll einheitliches Vorgehen gegen feudale Einflüsse zum Zwecke der Errichtung einer wirk- lichen Demokratie möglich werde. Die Geschichte der Revolu- tion— heiß es in seiner Erklärung— bestehe nicht aus dem Ruhme einzelner Personen, sondern aus Leistungen im In- teresse des Volkes. Der triumphal« Sieg der gesamten Partei sei der Preis, für den man kämpf«, nicht der Aufstieg einer bestimmten Persönlichkeit. Die Zentralexekutiv« müsse das oberste demokratische Organ der Partei bilden. Die jüngsten Entwicklungen in China beweisen, daß Tschiangkaischeks Unterwerfung unter die Autorität der Par- tei, um es milde auszudrücken, nur mit halbem Herzen er- folgt ist. Man wird sich nicht darüber wundern dürfen, daß ein Mann, der beinahe ein ganzes Jahr lang fast die Stellung eines Diktators eingenommen hat, über die Wiedererrichtung der militärischen Ksntrdllkommisiionen erbost ist, in der er lediglich eine gewöhnliche �stimme besaß. Es kam hinzu, daß" die Einnahme von Schanghai mit seinen reichen Zoll- einnahmen ihn von der Finanzierung durch die Partei un- abhängig machte: andererseits bedeuteten die Weigerung des Finanzministers 1. V. Sung, seine Anleihe von 6 Millionen Dollar bei den Bankiers von Schanghai zu bestätigen und die extrem-radikale chaltung der Gewerkschaftsführer Schang- Hais die Verstärkung einer bereits vorhandenen Spannung. Schließlich kam dazu auch noch die Fünfmächtenote über Nanking, die sowohl der Kuominiang-Regierung selbst als auch ihm überreicht wurde, obwohl' er nur ein An- gestellter dieser Nationalregierung war. Dieses Vor- gehen kann nur so gedeutet werden, daß man ihm mit diesem Schritte indirekt erklärt«, mau werde ihn offiziell anerkennen, falls er sich entschließen sollte, eine eigene Negis- rung, im Gegensatz.zur offiziellen Kuomintanq-Negierung, zu proklamieren. In diesem Zusammenhang ist i>ie Meldung von der Entlassung seines Stabschefs außerordentlich bezeichnend. Es bleibt dennoch zweifelhaft, od es Tschiangkaischek gelingen wird, die Nationalregierung zu ersetzen, da die Massen der Partei, im Gegensatz zu den Führern, gegen ihn sein werden. Aber die Gefahr, daß er sich zu einem reaktionären militärischen Diktator des allen Typs entwickelt, kann mit dem Hinweis aus die Zusammensetzung seiner Armee von der Hand gewiesen werden. Diese Armee ist allzusehr von den Doktrinen der Kuomintang durch- drungen, als daß Tschiangkaischek zu einem Verräter an der nationalen Sache werden könnte. Tatsächlich betont er auch öffentlich immer noch seinen Glauben an die Lehre Dr. Suus und seine Zugehörigkeit zur chinesischen Revolution. Wie dem schließlich aber auch sei, am Ende der gegenwärtigen politischen und sozialen Ncoolution wird trotz alledem ein geeinigtes, freies und demokranich-soziales China stehen. Rosenberg verläßt üie Kpd. Ter Zerfall der kommunistischen Ncichstaqsfruktiou. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Artur Rosenberg ist aus der Kommunistischen Partei ausgetreten. Er begründet seinen Schritt, wie WTB. aus parlamentarischen Kreisen zu melden weiß, mit dem„völligen Zusammenbruch der Politik der Komintern in China". Rosenberg wird als parteiloser Ab- geordneter sein Mandat weiter ausüben. Rosenberg ist der elfte von den im Dezember 1924 ge- wählten 45 Abgeordneten, die teils freiwillig, teils gezwungen die Fraktion verlassen haben. Außerdem sind noch zwei weitrn Fraktionsmitglieder aufgefordert worden, ihr Mandat nieder- zillegen. Auch ihr Ausschluß steht bevor. Im Fall« Rosenberg handelt es sich um einen Verlust, der dir Kommunistisch? Partei besonders schwer treffen wird. Denn der jetzt, wie es scheint, freiwillig Ausgeschiedene war sozusagen das Paradspferd der kommunistischen Reichstags- fraktion. Er war wenn man von dem Agrarspeziolisten Putz absieht— der eituige Abg: ordnete dieser Fraktion, der vom Haust mit Interesie angehört wurde, der einzige, der imstande war, Red?» zu halten, die unter Verzicht aus das sonst üblich? kümmerliche Phrasengebimmel geistige Werst ver- mitteilen. Man hat sich im Reichstag schon lange darüber gewundert, wie es dieser geistig nicht unbedeutend« Mann in elfter wichen Gelellschaii auschättcn konnte. u Rotenberg ffcmb früher mit den jetzigen„lirclen Kommunisten" in enger Verbindung, aber es scheint nicht, als ob eine diestr linken Gruppen— es gibt bekanntlich deren mehrere— auf ihn als Zuwachs rechnen könnte. In seiner Partei sagte man ihm schon vor längerer Zeit eine gewisie Neigung nach rechts nach. Mag er aber nach rechts oder links gehen, gleichviel— für die„Rote Fahne" gibt es auf alle Fälle von heute ab einen .,Arb?it«ro«rrätsr" und„Agenten der Bourgeoisie" mehr. Aeichen und Wunder. Sonzertnmschim von Kurt Singer. E» geschehen noch fellsame Dinge im Machtbereich Poly- hymnia». Stanz unbewußt vollziehen sich Wandlungen, trennen fich die Geister, dreht sich oberes zu unlerft, werden Geheimnisse otlen- bar. Die Welt drehi sich und lehri zu ihrem Auslausspunkt einmal wieder zurück. Weder verknöcherungen im Musilbctried halten sich, noch ausschweifend» Luxusphantasien, mögen sie sich so modern aus- nehmen, wie immer sie wollen. Futuristisch« Konzerte werden in letzterer Zeit kaum mehr von anderen Menschen besucht, al» von Kritikern und von Angehörigen der jungen Komponisten. Aber auch das Nur-Konservatioc in Gesinnung. Programm, Interpretation zieht nicht mehr. Wir hoben e» hier ein paar Jahre lang prophezeit. daß Amerika, das Zustuchtslaiid der Etikettierten, langsam seinen unersiütlichen Magen oon deutschen Künstlern voll und sott haben wird, und daß dieser Magen alles wieder oon sich geben wird. Der Zeitpunkt ist da, und da» wird manchen Prominenten zur Besinnung bringen. Schon wird bekannt, daß Bruno Walter, um seine Verpjlichtungen in Berlin treu nachzukommen, zwei große, vermögen abwerfende Engagements nach Amerika abgelehnt hat. Eine Selbstoerstöndlichkeit? Nur, ein paar Jahre befahl der Geld- beutel allenthalben dem Chormeistcr, Klemperer kehrt zunächst nicht nach Amerika zurück. Er wird in der Staotsoper arbeiten— oder sich aueruhen. Denn mit immer größerer Sorge sehen wir den Bau des Lindenhouse» stillstehen. Was soll von Oktober lSZ? bis April 1928 mit Orchester, Personal, Kapellmeistern werden, wenn bat Hau» nicht steht? Die Generalintendanz wird schnell zusehen müffen, ein anderes Opernhaus interimistisch zu gründen. Für solchen edlen Zweck köunlen Kleiber. Klemperer. Blech ruhig ein paar Wochen in Buenos Aires, Stockholm, Moskau Geld sammeln. Es handelt sich um ihre eigene, wie um unsere Sache. Wie wär's? Der Vertrag mit Furtwängler wurde in New Park zunächst nicht erneuert.. Wer hier der Nichtmollende gewesen ist. erweist sich schwer. Unstimmigkeiten lagen sicher vor. Und ein« davon geht wiedentm Berlin an. Nämlich: Furt- « ö n g l e r hat zu wenig Zeit sür Berlin. Es sehlt ihm die Mög- lichkeit, Besonderes einzustudieren. In zwei Tagen lasten sich selbst bei Furtwängler an die Spitze des Philharmonischen Orchesters nicht solche Programm» ausarbeiten, wie sie seines Namens, seiner Be- deutung würdig wären. Gewiß: auch bei W-lter und Kleiber ist die Ausbeute in dieser Beziehung eine karge. Da, Zentrum des großen musikalischen Geschehens salllen aber, fallen die zehn Philharmonischen Konzerte bilden. Und da» wird nicht eher sein, als bis Furt- w ä n g l er sich von Leipzig und den Gewandftauskonzerten loslöst. Niemand wird ihm in Deutschland augenblicklich den.Kranz de» großartigsten, elementarsten, natürlichsten, begabtesten Künstlers der Interpretation vom Kops reißen wollen, reißen können. Das letzte Programm lautet« Leonore II, Eroica, Brandenliurgischrs Konzert, Debusty. So ähnlich lauteten alle, anscheinend auch in Amerika. Zwischen Freitag und Sonntag zehnmal in der Saison unproble- matische Musik: Das geht nicht. Auch die herrlichst« Maschinerie stockt einmat, wenn nicht neues, frisches Oel eingegossen wird. So sei der New Porker Zwischenfall gegrüßt. Cr verspricht uns für Berlin die volkspartei macht in Liberalsmus. Gegen Konkordat und geistliche Schulaufficht. Skulkgark. 28. April. sEtgener Drahtbericht.) Aus der württem- bergischen Landesversammlung der Deutschen volkspartei wurde nach einem Referat des Reichstagsabgeordneten Runkel über kulturpolitisch« Fragen eine Entschließung angenommen, in der ein R« i ch s s chu l g e s e tz nur dann als annehmbar bezeichnet wird, wenn es die Erziehung der deutschen Jugend zu deutschem Dolksium auf dem Boden der christlichen Weltanschauung gewährleistet, jede Schule alz Staatsschule sicherstellt, die Schulhoheit des Staate» über alle Schulen unzweideutig zum Ausdruck bringt, «ine geistliche Aufsicht auch über den Religionsunterricht ausschließt und bei der Regelung des amtlichen Einslusies der Kirchen auf den Religionsunterricht die letzte Entscheidung über Stundenplan. Lehrplan, Lehrbücher usw. dem Staate vor« behält, die Gewistensfreiheit der Lehrerpersönlichkeit und die Rechtssicherheit des Lehrers schützt, die geschichtlich gewordenen Schularten in ihrem Bestände und ihrer Wesensart erhält und ihre Entwicklung fördert, die unterrichtliche Leistungsfähigkeit der Schule nicht herabmindert, die in Artikel 148, 1 der Reichs- verfastung vorgesehen«„sür Alle gemeinsam« Schule" als christ- »che Siml'ltanschule ausgestaltet und die weltliche Schule auf gesetzlich« Grundlag« stell». In bezug aus das Konkordat erklärt die Bersammlung, daß sie sür Verträge zwischen Staat und Kirche die staatliche Gesetz- gedung jeder Form eines Konkordate» vorzieht und daß sie jedes Konkordat ablehnt, das«in« Vereinbarung über Schulfragen, auch über den Religionsunterricht enthält oder das in Fragen der kirchlichen Organisation und der Staatsteiswng die Staatshoheit beeinträchtigt, Staatsintereflen schädigt oder die evangelische Kirche benachteiligt. Württemberg gegen Reichsregierung. Einspruch siegen die Einstellnng der Neckarkanalarbeike«. Sluttgark. 26. April(Eigener Drahtbericht). Der württem- bergische Landtag beschäftigte sich am Dienstag mit dem Plötz- sich vom Rerchstabinett angeordneten Stillstand der Arbesten am Neckartanal bei der tn Heidelberg vorgesehenen Staustufe, und nahm einen Antrag an, in dem die Regierung aufgefordert wird, bei der Reichsregierung mit aller Entschiedenheit für die ununter- brochene Fortsetzung der Arbeiten der Reckarkanalisterung gemäß der Bewilligung de» Reichstags und der abgeschlossenen Staats- vertrage hinzuwirken. Der Präsident stellt« fest, daß dteser An- trag ohne Einfchröntnng einstimmig angenommen worden ist. Schulftreik onö Staategerichtshof. Ein wichtiger Vorentscheid. Der Staatsgerichtshof hat das preußisch« Unterricht»- Ministerium aufgefordert, seine Stellung m dem Dortmunder Schulkonslikt zu begründen. Da» Ministerium hat nun dem Siaatsgerichtshof in einem umfangreichen Schriftstück seinen Standpunkt dargelegt und sich insbesondere auf das Schul- autsichtsgesetz vom Jahre 1872 und aus das Dolksschulunterhallungs- gesetz vom Jahre IRKi berufen. Der Schulstreik in Dortmund-Land ist entstanden, als der Schul- rat Nischalke von Danenstein(Ostpreußen) al» staatlicher Aus- sichrsbeamtsr nach Dortmund-Land berufen wurde. In diesem Kreis sind ein Viertel welllicher Schulen. Die EUern der in konjesstonellen Schulen untergebrachten Kinder lehnten fich gegen die Amtstätig- keit Nischalkes aus und behaupteten, daß die Berufung eines d i s s i d e n t« n Schulrates zur Beaufsichtigung konfessioneller Schulen gegen Artikel 174 der Reichsoersalsung verstößt. Schließlich einigten sich der Minister und die Vertreter der Ellernschast dahin, den Staategerichtshos anzurufen und bis zur Entscheidung den Konflikt ruhen zu lasten. Inzwischen hat der Staatsgerichtshof ein« Entscheidung ge- troffen, die für die Lehrerbildung in Preußen von g r u n d s ä tz- l i ch e r Bedeutung ist. Das Reichsministerium de« Innern hatte Auffchwung, neue Begeisterung, neue Arbeit, Zuwachs an musi- kalischer Kultur Wie Hot man im„feindlichen" Ausland unsere deutichen Künstler geehrt! Wie wollte man in Berlin die Tschechin Emmy Destinn verunglimpfen! Aber nicht dies ist das Wunderbare, daß gehetzt wurde, sondern daß die Hetzerei nicht verfing. Stürmischer Empfang der Künstlerin, die wir als schönste, ausdruckh älteste, harmonischste aller Biihnensängerinnen in Ohr, Aug und Herz hatten. Ja. wir liebten diese Aida, Senta, Salome, Carmen. Nichts kam Ihrer Leidenschast, dem Temperament ihres Spiels, dem Schmelz ihrer oboenhasten Stimme gleich. Auch heute lebt keine, die es der Destinn vom Jahre 1918 gleichmacht. Es wäre schön, sie in eines dieser Stellen heut« wieder zu hören. Ein« Liedsängertn war sie ja nie, dos Theater gehörte zu ihr, auf der Bühne lebt« ste Glut und Brandung uns Sinnlichkeit und Begeisterung aus. Stimmlich ist sie noch immer bedeutend, aber die Sattheit, die Glorie, die Sanft- hcit. da» Streicheln der Stimme ging verloren. Die Höhe spricht nicht mehr mit dieser einzigen Leichtheit an. Sie sang Gluck und Verdi und Schumann, und Hermann Iadlowker mühte sich im Duett mit ihr. Auch sein Gelang lebt von Erinnerungen. Wir trauern um einen Verlust und respektieren das Können, den ae- schmackvollen versuch zu belebtem Ausdruck. Nebenan, im Beetyo- vensaal, zeigte Hermann S ch c y. was deutscher Meistergesang ist, im Lied oon Schubert. Welche Fülle, welche Wärme, welche klassische Gestattung! Georg Bertram, im Bund« mit Herren des Guarnert-Ouartetis, weist sich wiederum(tm Klavtertrio st-dur von Schubert als der einfühlsamste, geschmeidigste, singendste der En- lemblelpielern aus. Ein neues Trio stellt sich generalprobenmößig vor: Liebrecht, Rosä. Wolf, mit einem Werk von Dossi. das Brahmsche Farbe hat. und einem echten Brahms. Drei echt« Musikanten, ungleich an Temperament, auf dem Wege zur völligen Einheit des Klanges, der inneren Rhythmik. Sie ergänzen sich gut. der verinnerlichte Geiger mit dem edlen Ton, der übertemperierte. leidenschaftliche Pianist, der ruhige, pastofe Cellist. Vornehm den Stil wahrend, stellen all« drei«in Stück eigenes Birtuosentum zurück, um dem Ganzen zu dienen. Glück auf die Reise! Miicha E l m a n geigte in der leeren Philharmonte wie in seiner allerbesten Zeit. Nicht Decley, nicht Hubermonn und Flesch und Kreisler er- reichen ihn in solch ausgesuchten Minuten, wie jenen, da er Nardini» O-dur-Sonate spielie. an Saft und Kraft des Tons. Ein herrliches. effektloses Musizieren brachte die kleine, auserwählt« Schar der Hörer in Begeisterung. Elly Ney mag so viel falsche Töne»in- schmuggeln wie sie will:� ein Mordsweib, eine Urbegabung, ein musikalisches Phänomen jagt über die Tasten. In einer einzigen großen Tour der Leidenschaft: Drahms..Toch. Beethoven. Hier war allerdings durch das formlole Geräuschhaite einer tklaviersinfoni« das Miuelstück des Abends zu einer wirklichen Toch-Iour geworden. Ein Erfolg nur der Interpretation und des sicher dirigierenden Gatten. Der Roman einer Zlatue. Das Berliner Museum ist kürzlich um ein Meisterwerk der vasiischen Kunst bereichert worden, nämlich um den berühmten Speerträger Pourtales, eine Wiederholung des berühmten Doryphoros des Polyklet. Diese wundervolle Statue bat ein romantische, Schicksal gehabt, das den Staaisgerichtshof angerufen und um elne Entscheidung ferilbee ersucht, ob die Errichtung der Simultanpödagogischen Akademie in Frankfurt a. M. gegen den konfessionellen Charakter der preußischen Volksschulen verstößt, der bis zum Erlaß eines Rclchslchulgesetzes durch Artikel 174 der Reichsversasiung geschützt ist. Der Staats- gerichtshof hat nun für die preußische Unterrichts- Verwaltung entschieden. Nach dieser Entscheidung kann der Spruch des Staatsgerichtshofes im Dortmunder Schulstreik kaum noch zweifelhaft sein._ Hochschullehrer für Republik. „Neubau des Staates nur auf dem Boden der Demokratie." Weimar, 26. April.(MTB.) Di« Tagung deutscher Hochfchul. lehrer nahm folgende Entschließung an: Die Bersammlung ist einmütig der Auffassung, daß der Neubau de? Staates nur auf dem Boden der Demokratie und der Repräsentativverfassung ausgeführt werden kann. Sie verkennt nicht, daß in der taktischen Handhabung des parla- mentarischen Mechanismus sich Hemmungen geltend gemacht haben. deren lleberwindung keine Verzögerung duldet. Sie appelliert an das Derantwortungsbewußtsein der Parteien, damit es gelingt. unter Vermeidung formaler D erf a ss u ng s S nd e- rungen stabilere Regierungen zu schaffen. Rußland und die wirtschastskonferenz. Beteiligung möglich, aber noch«agcwifi. Gens, 26. April. 12 Uhr nacht».(Eigener Drahtbericht.) Die Teilnahme Sowjetrußlands an der Wirtschafts- konserenz bildet fortdauernd den Gegenstand eifrigen Rätsel- raten». Die Abfindung einer neuen ossiziellen Einladung des Völkerbundsfikretariats an die Sowjetregierung dürfte endgültig unterbleiben, da die letztes Jahr abgeschickte nur mit dem Hinweis abgelehnt worden war, daß Sowjetrußland an keiner internatio- nalen Konferenz auf Schweizer Boden teilnehme. Dieser Grund für eine Richtteilnahme besteht nun aber nicht mehr und das Völker- kundsjekretariat hotte in den Konflikt zwischen Sowjetrußland und der Schweiz sich nicht eingemischt, obwohl es über dessen Beilegung ketne offizielle Mitteilung erhielt. Dagegen scheint es sich zu bestätigen, daß die Sowjetregierung offiziös noch einmal zur Teilnahme an der Wirtschaftskonferen; eingeladen worden ist. Sendet die Sowjetrcgierung eine Vertretung. so scheint es zur Stunde jedoch noch sehr ungewiß, ob sie nur aus Beobachtern, oder aus bevollmächtigten Delegierten bestehen wird. Erweist sich die Meldung als richtig, daß mehrere hohe Funktionäre der russischen Außenhandels-Zentrale in Berlin der Vertretung angehören, so wird daraus geschlossen, daß die Sowjet- rogierung ein größere-; Interesse daran nehme, an die Wirtschasts- konfireuz weitere industrielle und Handelsbeziehungen anzuknüpfen, al» an den Beratungen der Wirtschaftskonferenz aktiv sich zu be- teiligen. Das dürft« um so mehr der Fall sein, als die Sowjetregierung zwei wichtige Programmpunkt« der Konferenz, den Ausbau des internationalen Kortellwejens und die Beseitigung der Hindernisse des internationalen Handels, als mit ihrem Wirtschaftssystem in vollem Gegensatz stehend, von vornherein ablehnen müsse. Es wird darum als nicht unwahrscheinlich betrachtet, daß die russische ver- tretung sich zunächst nur als Beobochtergrupp« präsentiert, um zu sehen, welch« Geschäfte zu machen sind, ohne für den Gang der Wirtschaltskönferenz irgendwelche Verantwortung übernehmen zu müssen, dann aber nach einiger Zeit vielleicht, je nachdem der Kon- ferenzverlauf sich entwickelt, doch noch zur vollgültigen Delegation sich umwandeln zu lassen. Rhetnländijche Lehrerverelnc zum Konkordat und Reichsjchul- gefetz. Der Provinzialverband Rheinland des Deutschen Lehrer� Vereins forderte zu dem Thema„Konkordat und Reichsschulgefetz" die Regelung der Rechtsverhältnisse zwischen Staat und Kirch« durch Staatsgefetze anstatt durch Kirchenverträg« und für Preußen die gesetzlich« Trennung von Kirchen- und Schulamt. ————————— Dr. K. 21. Neugebauer in der Zeitschrist der Berliner Museen er- zählt. Als der ältere Graf von Pourtales 1873 in Rom weilte. erhielt er von dem Portier seines Hotels die Nachricht, im Garten eines auf dem Palatin gelegenen Nonnenklosters sei«ine kopflose Statue gesunden worden. Der Portier, der selbst Oekonom dieses Klosters war, konnte ihm den Zutritt zu dem Kloster nicht ver- schaffen. Aber durch Vermittlung eine» hohen Kircbensllrsten gelang es ihm, für sich und seinen gelehrten Berater. Prof. Helbig, die Aufhebung der Klausur zu erwirken. So wnrden sie ins Kloster eingelassen: Helbig erkannt« sofort den hohen Wert der Statue, und nach längeren Verhandlungen erwarb sie Pourtales oon der Aebtissin. Der Speerträger stnnd dann ein« Zeitlang im Hof des jetzt abgerijse- nen Palais Pourtales in Berlin und erregte die Bewunderung der Wissenjchostler. Al» dann der Sohn de» Besitzers als deutscher Dotschasler nach Petersburg ging, vereinigte er die Sammlung seines Vaters in dem schönen, von Peter Behren» geschafienen votschafts- gebäude, und hier hotte der Doryphoros bis zum Ausbruch de» Weltkrieges einen bevorzugten Platz. Als tanatisch« Dolkshaufen am 4. August 1914 die deutsche Botschaft plünderten, erlitt die Figur eine ganze Anzahl oon Beschädigungen, die später nach glücklicher Ueberfnhrung nach ventfchland durch den Breslauer Bildhauer von Gosen ünaufföllig beseitigt wurden. Da» Werk ist eine Kopie nach der berühmten Figur des großen Plostikers von Argo«, di« zu den gefeiertsten Statuen der griechischen Plastik gehört, vielleicht ist der fehlende Kopf in dem Rest eines Kopfes zu suchen, der sich im römischen Termen-Museum beiindet und ebenfalls von Palatin stammt. Der Kopist war zweifellos ein Grieche, und seine schöne Arbeit fand den Weg in den Palost eines römischen Kaisers auf dem Palatin, wo sie dann viele Jahrhunderte bis zu ihrer Wiederaus- deckung schlummerte. Erhöhung de, schulpflichtigen Alter, in England? Auf der Iahreskonferenz de, Lrit'schen Lehrerverbandes erklärte der Der- bandsvorsigende unter Zustimmung der Versammlung, daß eine Heraufsetzung des schulpflichtigen Aller» auf das 15. Lebensjahr dringend erwünscht sei. Er erinnerte daran, daß über diese Frage bereits ein Bericht einer Rcgierungskommifsion existiere, und forderte. daß dieser Bericht dem Lande zur Entscheidung vorgelegt werde. Die Londoner Presse berichtet über diese Kundgebung größtenteils in zustimmendem Sinne. Erösfaung»er Schwedlichen V�ch-Avstzelli-«« in Lelpzls. Im neuen K u n!t a e w e r b e m u t e u m in der L-ospitalUrai!- wurde heut- tnillaq die unter dem Protest oral de? Kronvrinzcn oon Sibweden und de» Reilh«. fnnjlti« Dr. Jüan; liebende tchwedische Buch-B»ettellung feierlich eröffnet. Tie TluSstellung ist auf?lnregunq de« PürlettoerelnS»er Deutschen Puch- bändler und von den drei grohen fchwcdilchen PerusSocrbänden. dem xchwedilchen?uchoerlege> verein, dem Schwedischen«uchdruckerverein im» dem Berein schwedischer Buchbinder, veranltaitet und gibt, da fich alle ncm- batten% erleg n. Drucker und Buchdrucker Schweden» an>br beteiliqt baden, ein anschauliche» und vollständige« B?Id der bochlledenden schwedischen Puch kuni? feilt« Abend nm 7 Ubr spricht tm WSrkitchen Ptuscum Dr. Heiser über da« Tbema.Seien und Sirken der Preuhitchen üondesanualt iflr Waffer-, B«den- und Liistvhgiene'. Der Bortrag findet mit Lichtbildern stait. Sprech-Chor(flr Broletarilche Feierstunden. Die UebungSiiunde findet am DonnerSIaq, abend« 7*1, Uhr, in der Aula der Sopbtenichul«, Lein- metfterttr 16/17, statt. Gsterbettel für Wilhelm. Tc�tschnationale„Republikaner" sammeln für ihren Kaiser. Der„Berliner Bolkszeihing" ist in der Lage, das nach- folgende Schreiben dem Dunkel seines Daseins zu entleihen: Vereinigte Berlin SW.61. 13. April 19Z7. Vaterländische Verbände Deutschlands. Bezirk VI, Berlin. Bezirksleiter: Zeitungsoerleger Paul Ritter Berlin SW 61, Lichterfelder Straße 21— 24 Privat! Fernspr.: Lützow 9903, Kurfürst 6994 Hasenheide 40S7 und 4058_ An den Herrn (Nach 5 Uhr abends nur Lützow 9903) Inhaber der Firma... Geschäftsstelle: Berlin SW 61, Lichterfelder Str. 21—24. Sehr geehrter Herr'. Wie im Dorjahre, fahre ich auch in diesem Jahre aus Einladung Seiner Majestät Kaiser Wilhelms II. zu Ostern nach Doorn und überbringe Glückwunschadressen der Dereinigten Vaterländischen Verbände, der Offiziersorganisationen und des Landesverbandes Berlin der Deulschnaklonalen Dolksparlei. sowie der Bismarck- Jugend, deren Gauführer ich gleichfalls bin. Da im Vorjahre einige auswärtige Firmen Seiner Majestät dem Kaiser einige Liebesgaben übermittelten, die den Kaiser hoch erfreuten, so kam mir der Gedanke, in diesem Jahre den Berliner Firmen die Bitte vorzutragen, den Kaiser durch eine Ostergabe zu erfreuen. Sie werden es verstehen, daß den Kaiser in seinem hollän- dischen Eril alle sichtbaren Zeichen alter deutscher Treue und An- Hängiichkeit hoch erfreuen, und ihn besonders Zeichen aus der Rest- denz- und Hauptstadt Berlin glücklich machen und ihn über die Bitternis seines Daseins hinweghelfen. Vielleicht haben Sie die Güte, mir mitzuteilen, ob ich auf eine Erfüllung meiner Bitte rechnen darf, in welchem Falle ich gern bereit sein würde, die von Ihnen freundlich gestellte Liebesgabe gegen Legitimation durch einen Boten abholen zu lassen. Ich stelle auch ergebenst anHeim, die Liebesgabe an meine Adresse zu über- Mitteln. Ueber meine Legitimation kann Ihnen sederzeit die Bundes- leitung des Deutschen Offiziersbundes(Herr Major Coccius), Berlin W. 9, Potsdamer Straße 22b, der Vorsitzende des Landesverband'! Berlin der Deutsch nationalen Volks- partei(Herr Oberrcgierungsrat Laverrenz, Mitglied des Reichs- icrgs), Berlin W.. Lützowstraße 89/90, und auch die Vereinigten Vaterländischen Verbände(Herr Oberstleutnant Witte), Berlin W.. Marnn-Luther-Straße 97. Auskunft geben. Die Liebesgabe Ihrer Firma würde auf den Oftengabentifch des Kaisers kommen, und ich bin gern bereit, in meiner Druckerei kostenlos ein« Karte mit einer Widmung oder Adresse Ihrer Finna auf Karton drucken zu lasten, damit Seine Majestät der Kaiser erfährt, von wem die Gabe kommt. Eine Bc- nätigung des richtigen Eingangs der Liebesgabe würden Sie von dem Hosmarschallamt in Doorn erhalten. Selbstverständlich wird die Angelegenheit von meiner Seite aus und von dxn beteiligten Stellen ganz diskret behandelt, da man selbstverständlich aus die bestehenden verhältniste Rücksicht nehmen musst Ich brauche wohl nicht besonders zu betonen, daß ich von niemandem veranlaßt worden bin. Ihnen diese außergewöhnliche. aber immerhin dock) nicht unbescheidene Bitte vorzutragen, und bitte ich auch, in ablehnendem Falle davon überzeugt zu sein, daß ich nur aus reiner Sympathie. Treue und Anhäna- lichkeit zu dem Kaiser veranlaßt worden bin, Ihnen diese Bitte vorzutragen. Da ich die Fahrt nach Doorn am Freitagabend antrete, so müßte die Liebesgabe Ihr« Firma bis Freitag nachmittag ist meinem Besitz sein.?:».>».. j Ich zeichne hochachtungsvoll und ergebenst Paul Ritter. Zeitungsverleger. Die Rechtspresse hat sich dieser Tag« lebhaft und Pflicht- ixnvußt darüber„entrüstet�, daß der bcrnokra tische Abgeordnete Erkelenz bei einer Reichsbannerkundgebung in Hamburg von den Leuten gesprochen habe, die einen Mittelalter- lichen Eid auf die Republik ablegen: Rechte Hand nach oben, linke nach unten! Die Deutschnationalc Partei ist jetzt Regierun gs- partei. Ihre Minister haben den Eid auf die repub- lika nische Verfassung abgelegt. Die Fraktion hat diesen Eid durch ihr Vertrauensvotum gebilligt und die RIcht- link« des Herrn Marx dazu. „Privat" aber treiben sie ihre Propaganda für die Monarchie und sogar für Wilhelm von Doorn unbekümmert weiter, sammeln sogar für ihn mit gratis gedruckten Karten. „Ihr seid mr ja scheene Rebubliganer!" würde der „Eeemg" sagen, wenn er davon hört. Aber— warum bei solcher zweigespaltenen Parteiseele die deutschnationale Eni- rüstung über den„mittelalterlichen Eid"? Regierungsstellen zum§all tzimmelsbach. Merkwürdige Zumutungen staatlicher Lrganc. Zu den Vorwürfen, die im Zusammenhang mit der auch in unserem gestrigen.MorIenblaU behandelten Affäre Himmelsbach gegen verschiedene Regierungsstellen des Reiches und der drei Länder Hestcn. Bayern und Preußen erhoben worden sind, haben sich nun auch einig« der betrosfenen Regierungsstellen geäußert. Allerdings schweigen sich die Regierungen Hessens und Bayerns vorläufig noch ganz aus. was um so merkwürdiger ist. als bisher diese beiden Länder gemeinsam mit Preußen in allen Punkten der Himmels- bach-Affäre vorgegangen sind. Man schickt also diesmal Preußen vor. besten Landwirtschastsministerium verhältnismäßig a m wenigsten an den Boykottmaßnahmen gegen Himmelsbach be- teiligt war. Preußen leugnet diese im übrigen— wenigstens für gewisse Bezirke und gewisse Zeitabschnitte— nicht. Noch leichter als Preußen, das den Boykott für 1924 als all- gemeine Mahnohme hinzustellen sucht, während es die weiteren Maß- nahmen mit den Beamtenbeleidigungen begründet, macht es sich bei der Abwehr der Vorwürfe die Reichsregierung, die zunächst einmal nur feststellt, daß das Reich seine vertragsmäßige Pflicht erfüllt und nach dem Londoner Abkommen auf die Aushebung aller Maßnahmen hingewirkt habe, durch die früher der Zusammenarbeit mit dem Feind verdächtige Personen und Firmen des besetzten Gebietes betroffen wurden. Stillegung der Himmelsbach-Betriebe. München, 26. April.(Eig. Drohtbericht.) In einer informoto- nschen Besprechung, zu der die Firma Gebrüder Himmelsbach am Dienstag die bayerische Press« gebeten hatte, wurde mitgeteilt, daß die mit der Geschäftsaufstcht über die Firma betraute Person- lichkeit die Stillegung sämtlicher Betriebe der Firma angeordner hat. Von dieser Stillegung werden in Bayern rund 160 Beamte und 2000 Arbeiter betroffen. Mftuf zu Genossen! Unsschcrheit, wirtfchaflliche Zerrüttung und zahlreiche Friedensbedrohungen bringen dem internationalen Proletariat am Vorabend des Mactages 1927 fein« Pflicht in Erinnerung, mit seiner ganzen Energie seine Wachsamkeit und Tatkraft kundzutun. Denn der Arbeiterklasse kommt es zu, die Gefahren zu beseitigen, die die Menschheit bedrohen, und den Leiden entgegenzuwirken, die auf den Werktätigen losten. Ihr« Untätigkeit und ihr Still- schweigen würden als Schwäche, als eine Anerkennung des Ueber- gewichtes der die Arbeiterschaft bekämpfenden feindlichen Mächte gedeutet werden. Und das darf nicht fein! Der 1. Mai 1927 muß Zeugnis davon ablegen, daß dte Arbeiter aller Länder einig und entschlossen sind, gegenüber ihren Feinden eine Front zu bilden, und die die Welt bedrohenden Gefahren zu beseitigen. In wirtschaftlicher Hinsicht war das abgelaufene Jahr ein höchst unerfreuliches. In den meisten Ländern ist die Wirtschaftslage eine schlechte, ja vielerorts verschärft sie sich zu- sehend?. Die Zl r b e i t s l o s i g k e i t fordert weiter ihre Opfer und treibt Hunderttausende von Familien ins Ekend. Sie dient gleich- zeltig dem Unternehmertum als Vorwavd zu neuen Angriffen auf die Lebenshaltung und die Arbeitsbedingungen. Besonders richte» sich die Zlngriffe gegen die Durchführung des Achtstundentages und den Ausbau der Sozialgesetzgebung. Vieles was die Arbeiter- schaft bereits als festen Besitz betrachtete, ist ihr wieder entrissen worden oder soll ihr noch entrissen werden. Gegen diese reaktio- nären Bestrebungen muß sich die Arbeiterklasse mit allen Mitteln wehren. Die Arbeiterschaft verlangt die restlose Anerkennung des Acht- stundentnges und den Ausbau der Sozialgesetzgebung, wobei vor allem auf den Schutz der Schwachen, der Frauen und Jugendlichen hinzuwirken ist. Auf politischem Gebiete ist leider nur zu deutlich, daß die Reaktion weiter« Fortschritte gemacht hat, wobei sie notwendig ihre Angriffe gegen die Arbeiterorganisationen, als den natürlichsten Kräften der Freiheit und des Fortschrittes, richtet. Diese Zerrüttung und dieser Rückschritt finden auch ihren Aus- druck in den Bezishungen der Völker zueinander. Die Diktatur bedeutet«ine ständige Kriegsgefahr, gleichviel in welcher Form sie auftritt, welche Farbe sie trägt. Der Faschismus mit seiner schwarzen, der Bolschewismus mit seiner roten Armee treffen sich mit den Mächten des kapitalistischen Imperialismus, um wieder einmal die Völker gegeneinander zu treiben. Die Sache der Befreiung aller lverkläligen und der Frieden sind unauflöslich miteinander verknüpft. Diese Auffassung hat die Arbeiterklasse von je vertreten. Di« Ereignisse, die sich heute in Europa, im Fernen Osten und bis nach Amerika hinüber abspielen, müssen ihr nicht nur ein deutlicher und gültiger Beweis für die Richtigkeit chrer Auffassung sein: sie mahnen sie auch mit aller Entschiedenheit daran, ihr« Anstrengungen mit vermehrten Kräften fortzusetzen. Die Arbeiterklasse kann nur aus ihre eigenen Kräfte bauen, nur von ihr« eigenen Kraft können die Arbeiter ihr Heil erwarten! Von welchen anderen Mächten könnte sonst die Rettung kommen? Sicherlich nicht von der Bourgeoisie! Deren Ohnmacht zeigt sich nicht zum wenigsten angesichts der gegenwärtigen Ereignisse, die sie überall, sei es im Balkan, in China oder Zentral- a m e r i k a. dazu benützt, die Entwicklung zu geordneten politischen Geheimverhanülung über Sie putschbünüe. Reichswehr und rechtsradikale Verbände.— Neue Anklagedokuinente. E. K. Leipzig, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Bon 9 bis 7 Uhr abends hat heute der Staatsgerichtshof unter strengstem Aus- schluß der Oessentlichkeit getagt. Wir wissen nur, daß, wie vorher angegeben wurde, im wesentlichen über den Fall(El a ß und über die Beziehungen zwischen Reichswehr und rechts- radikaler Organisation verhandelt worden ist. Daß namentlich der zweite Teil der Verhandlungen unter Ausschluß der Oesfentlich- kcit geführt wurde, kann als Zeichen' dafür gedeutet werden, daß diese Beziehungen kalsächlich und in sehr weitgehendem Umfange bestanden haben. Dies jedenfalls wird und muß die gesamte Oessentlichkeit schlußfolgern. Ob es sehr beruhigend wirken wird, daß man noch immer den Schleier des Geheimnisses über diese Beziehungen aus- breitet, das freilich steht auf einem anderen Blatte. Der nichtöffentlichen Sitzung schloß sich eine nur noch sehr kurze öffentliche Sitzung an. Es wurde beschlossen, den Zeugen Referendar Friedrich nicht zu vereidigen, weil er ver- dächtig ist, an dem Komplex, der zur Auslösung der Organisation Wiking geführt hat, persönlich beteiligt zu sein. Friedrich hat. wie er vor seiner Vereidigung aus eine Frage Niedners aussagte. 1923 der O. C. angehört, den Wiking mitbegründet und ihm bis zur Auflösung als Mitglied angehört. Dagegen beschließt das Gexicht, Herrn Vietinghof- Scheel zu vereidigen.— Am Schluß der Sitzung kündigt Mini. sterialrat S ch ö n n e r noch die Verlesung weiterer Urkunden aus Schmalkalden an, die bei der Vernehmung des Zeugen Schmidt(Thüringer Wiking), die morgen erfolgen soll, mit verwertet werden sollen. Die Urkunden werden erst morgen öffentlich verlesen werden. Der Zeuge Schmidt hatte in der gestrigen Sitzung dem Rechts- anwalt Bloch zu einem billigen Erfolg verholfen. Bei der Be- nennung dieses Zeugen Hatto Ministerialrat Schönner darauf hin- gewiesen, daß gegen Schmidt wegen der Schmalkaldener Vorgänge ein Strafverfahren eingeleitet worden sei. Hierauf hat Rechtsanwalt Bloch lachend gerufen:„und bereits wieder eingestellt!" was den im Zuhörerraum anwesenden Haken- kreuzjünglingen Anlaß zu schallendem Gelächter gewesen sei, das der Vorsitzende nicht zu rügen Anlaß fand. Wie wir erfahren, ist das Strafversahren gegen Schmidt keineswegs eingestellt und nimmt seinen Fortgang. In der heutigen Geheimsttzung ist noch, was durch den Zeugen- aufruf ersichtlich wurde, Hauptmann Wackerzapp vernommen worden, von dem berests bekannt ist, daß er 50 Infanterie- g e w c h r e unter Mitgliedern der Organisation Olympia verteilt Halle. Außer dem für morgen erwarteten Zeugen Schmidt (Thüringen) dürften weitere Zeugen kaum noch vernommen werden. m 1. Mai. und wirtschafllichen Verhältnissen zu hemmen, von der letzten Endes das Los der ganzen Welt abhängt. Ueberall ist sie dabei, der An- Näherung der Völker Hindernisse in den Weg zu legen und die Förderung des wirtschaftlichen Nationalismus zu oerlangen der die durch den politischen Nationalismus gejchafsonen Gegensätze und Konflikt« noch oerschärst. Diesen Gefahren muß die Arbeiterklasse ihren Internationalismus entgegenstellen: denselben Jnternationalis- mus, dessen Verwirklichung der Feier des 1. Mai zugrunde liegt und der gerade an diesem Tag seine machtvollste Bestätigung finden soll. Mit diesem Internationalismus, dieser Verteidigung der oll- gemeinen Interessen der Menschheit, die das internationale Prole- tariat der Selbstsucht und dem entzweienden und gehässigen Nationalismus entgegenstellt, wird es den in der Welt bereits eroberten Anteil immer mehr erweitern und sich als jene Macht er- weisen, die die Gesellschaft einer Neugestaltung und besseren Zukunft entgegenführt. In allen Gefahren und Wirrnissen der Gegenwart werden die Arbeiter nicht vergessen, was sie durch ihre eigenen Bemühungen und kraft der vom Internationalen Gewerkschaftsbund feit dem Kriege unablässig geführten Aktion erreicht haben. Diese unausgesetzten Bemühungen beginnen Früchte zu tragen. Der 1. Mai 1927 wird gleichsam zum Auftcckl für die Internationale Wirischaflskonferenz, die vier Tage später in Genf zusammentreten wird und die die Verwirklichung einer Forderung der Arbeiter ist. Zum ersten Male in der Geschichte der Welt wird das materielle Leben der Nationen Gegenstand einer internationalen Prüfung sein. Zum ersten Male wird das anarchische System der Produktion und der Verteilung der nationalen Reichtümer, das noch immer die Grundlage der Wirtschaft bildet, unter der direkten Mitwirkung von Arbeitervertretern einer Kritik unterzogen werden. Wenn der IGB. auch nicht die Ergebnisse dieser Konferenz vorauszusehen vermag, so darf er gleichwohl behaupten, daß sie zum großen Teil von den Arbeitern oller Länder abhängen werden. Wohl kann der IGB. an diese Veranstaltung nicht das Versprechen knüpfe», daß sie bestimmt zu einer Verbesserung des Loses der Arbeiter führen wird. Er darf jedoch feststellen, daß die Abhaltung der internationalen Wirtschaftskonferenz eine Bestätigung dasür ist, daß sich die Arbeiterideen durchzusetzen beginnen. An den arbeitenden Klassen wird es liegen, an diesem ersten Erfolg weiter zu bauen und sich dessen bewußt zu sein, baß Ihre Bestrebungen, wenn sie es wollen, zum Ziele führen können. Allen Widerständen und Angriffen der Privilegierten zum Trotz bleibt der Achtstundentag aufrecht, macht der Ab- rüstungsgedanke mit jedem Tage Fortschritte, geht der Wiederaufbau der Welt seiner Verwirklichung entgegen. Alles dies sind Resultate der Bemühungen und Interventionen des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Diese Ergebnisse sind gewiß nicht vollkommen, und sie werden so bleiben bis zum Tage der endgültigen Befreiung der Menschen und Völker. Aber sie zeigen, was die Arbeiter vermögen und ermutigen die arbeitenden Massen, ihre Aktion fortzuführen. Der Znkernationale Gewerkschafksbund ruft die Arbeiter aller Länder auf. am 1. Mai zu demonstrieren: für die Ausrechlerhaltung des Friedens; für den Achtstundentag: für den Ausbau der Sozialgefetzgebung; für uneingeschränkte Koalitionsfreiheit; für die Freiheit aller Völker! Internationaler Gewerkjchastsbunö. Man rechnet damit, daß am morgigen Tage die Plädoyers be- ginnen und wahrscheinlich auch zu End« geführt werden. Ob die Urteilsverkündung auch bereits morgen ersolgt, steht noch dahin. Zu der Meldung eines Berliner Blattes, daß Ehrhardt den preußischen Vertretern einen Vergleich angeboten habe, erfahren wir, daß die preußische Vertretung mit Herrn Ehrhardt während des Verlaufes des Prozesses überhaupt nicht verhandelt hat. Gefängnis für völkische Hetzer. Wegen Verherrlichung des Rathenau-Mordes. München, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem Mün- chener Schwurgericht hatten sich am Dienstag der frühere Schrift- leiter der völkischen Wochenschrift..A r m i n i u s". Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß, jetzt verantwortlicher Redakteur am Hiller-Blatt, sowie die Schriftsteller Binz und M a l z e r, letzterer verantwortlicher Herausgeber der Halbmonatsschrift„Der Front- k r i e g e r", wegen Vergehens gegen das Republikschutzgescß zu ver- antworten. Dieses Vergehen wird erblickt in einer Billigung und Verherrlichung des Rathenau-Mordes und einer Bc- schimpsnng der Weimarer Verfassung durch einen Artikel, der i» beiden Zeitschriften erschienen ist und der aus der Feder des?ln- geklagten Binz stammte. Vor seiner Vernehmung erklärte Bin-.. er lehne es ab, sich zu verteidigen, weil er das Gesetz zum Schutze der Republik nicht anerkenne. . Der Staatsanwalt beantragte gegen Binz eine Gesängnisltraie von fünf Monaten, gegen Malzer von drei Monaten und gegen Weiß von vier Monaten. Das Gericht verurteilte den Zlngcklagten Binz als den Verfasser des Zlrtikcls zu einer Gcsängnisstrase von drei Monaten 15 Tagen, die beiden anderen Angeklagten zu je drei Monaten Gefängnis nebst den üblichen Nebenstrasen. Von der weiteren Anklage wegen Verächtlichmachung der Weimarer Verfassung wurden die Beschuldigten Binz und Weiß f r c i g e- sprachen. Schieössprucb im Ruhrgebiet. Neunstundentag im Ucbcrtageban.— Geringe Lohnaufbesserung. Esten. 26. April.(WTB.) Zu den Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau am Dienstag abend ist von der Schlichtiingstammer ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Erhöhung der S ch i ch t l ö h n e' unter Tage um 6 Proz., über Tage mit 4 Proz. mit Wirkung vom 1. Mai vorsieht. Ferner ich gleichfalls mit Wirkung ab 1. Mai zur Abgeltung der Ueberarbeit im Sinne des Arbeits- zeitnoigesetzes für die nennte Arbeitsstunde in den Ueber- tagsbetrieben em 15prozentiger Zuschlag vorgesehen. Für die i m Mehrarbeitsabkommen vom 18. März genannten Betriebe mit überwiegender Arbeitsbercitsschaft beträgt dieser Zuschlag 10 Proz. Außerdem sind noch gewisse Aenderungen der Lohnordnung in einzelnen Uebortagsgruppen erfolgt. Die neue Lohnordnung ist für ein Jahr unkündbar festgelegt. Die Parteien haben sich bis Mittwoch mittag zu diesem Schiedsspruch zu erklären. Die Löhne in öen Verkehrsbetrieben. Der Schiedsspruch für die Hochbahn.— Einigung bei der Aboag. Zu dem im Auszug bereits mitgeteilten Schiedsspruch für die Hochbahn, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Im Hachbahn» betriebe wurde am 25. d. M. in später Abendstunde vom Schlich- tungsausschuß nachstehender Schiedsspruch gefällt: A. Technisches Personal: Vom 1. April d. I. werden die Löhne für die Arbeiter über 24 Iahren in sämtlichen Gruppen um 5 Pf., von 18 bis 21 und 21 bis 24 Jahren und für Arbeite- rinnen in sämtlichen Gruppen um 4 Pf. pro Stnnö« erhöht. Vom 1. Oltober d. I. erhöht sich die Zulage in sämtlichen Gruppen um weitere 3 Pf. L. Verkehrspersonal: Vom 1. April d. I. erhalten Zugfahrer, Weichensteller und Bahnhosswärter und Straßenbahnfahrer im 1. Dienstjahr 208 Mark, steigend alle 2 Jahre um 3 Mark bis zum Höchstbetrag von 232 Mark, erreichbar in 16 Dienstjahren. Die Gruppe Zugbegleiter, Bahnsteigschafsner, Strahenbahnschaffner erhallen ab 1. April d. I. im 1. und 2. Dienstjahr 189 Mark, steigend alle zwei Jahre um weitere 2 Mark. Die Sätze erhöhen sich ab 1. Oktober d. I. um weitere 4,90 Mark, mit 11 bis 14 Dienstjahren um weitere 3,90 Mark. Für die Gruppe Bahnsteigschaffner, An- Wärter und Aushelfer erhöhen sich die bisherigen Sätze ab 1. April d. I. uni 11, SO Mark, ab 1. Oktober um weitere 6,90 Mark pro Monat. Für die Gruppe Fahrkarten-Ausgeberinnen und Anwärte- rinnen erhöhen sich die bisherigen Sätze ab 1. April um 9,20 Mark urch ab 1. Oktober um wellere 6,90 Mark pro Monat. Der Stunden- lohn für Reinemachefrauen beträgt vom 1. April ab SS Pj�(Erhöhung 4 Pf.) und vom 1. Oktober d. I. ab S3 Pf. pro Stunde (Erhöhung 3 Pf.). Die Kinderzulage wird von 2 auf 3 Pf. für die Stunde ab 1. April erhöht. Das Lohnabkommen gilt bis zum 31. März 1928. Das Schiedsgericht hat sich den Antrag des Arbellgeberverbandes nicht zu eigen gemacht, die Lohn- mit der Manteltariffrage zu verknüpfen, um fomll die in einer abgeänderten Arbeitszeitnotoer- ordnung vorgesehen« Vergütung für Mehrarbeit von der Lohnerhöhung auszuschalten. Ein weiterer Erfolg im Lohn- strÄ ist darin zu erblicken, daß die bisher bestehende Lohnbesoldung abgeändert worden ist. Das Hoch st geholt des Zugführers wird in Zukunft in 17 Jahren(bisher in 21 Jahren), des Zugbe- glellers In 14 Dienstjahren(bisher in 16 Diemtjahren) erreicht. Das bedeutet, daß der Dienstlauf eines Bahnsteigschaffners zum Zug- führer um 6 Jahre abgekürzt worden ist. Die Lohnerhöhung selbst beträgt ab 1. Oktober durchweg 8 Pf., für Verheiratete durch die Erhöhung der Kinderzulage bei einem Kinde 9 Pf., bei zwei Kindern 10 Pf. pro Stunde. Die Funktionäre und das gesamte Personal nehmen in Sitzungen und Versammlungen am Donners- tag zu dem Schiedsspruch Stellung. Im Omnibus-Betriebe ist im Verlaufe des Dienstags ebenfalls eine Einigung mit dem Deutschen Derkehrsbund und den Betriebslellungen, vorbehaltlich der Zustimmung des Personals, erzielt worden. Die Stundenlöhne werden für Fahrer, Schaffner und Facharbeiter ab 1. April gleichfalls um S Pf., ab 1. Oltober um weitere 3 Pf. erhöht. Darüber hinaus ist die im Mantellarifvertrag vereinbarte Pauschalsumme für eine halbe Stunde Vorbe- reitungs- und Abschlußdienstzeiten entsprechend der Erhöhung der Stundenlöhne prozentual ab 1. April gleichfalls erhöht worden. Dadurch erhöht sich die Lohnzulage gleichfalls pro Stunde. Auch dazu nehmen die Funktionäre heute Stellung. Bec der Straßenbahn, die sich am längsten Zell läßt, be- ginnen die Lohnoerhandlungen heute vormillag 10% Uhr. Es ist zu eisvarten, daß es auch hier nun endlich zu einer Einigung kommt. Das Lvochenenüe öer Engländer. Und das der Deutschen...? Der„Berliner Lokal-Anzeiger" läßt sich aus London einen Artikel schreiben, dem folgende Sätze vorangestellt sind: „Das Wochenende ist m England keine Institution mehr: es ist längst zur Gewohnheit, ja, zur Notwendigkeit geworden. Eine englische Regierung, die es wagen wollte, aus ö k o n o- mischen Gründen eine Verkürzung der ar- beitsfreien Zeit— von Sonnabendmittag bis Montag- oornilltag— vorzuschlagen, würde politischen Selbst- m o r d begehen, würde die ganze Nation geschlossen gegen sich haben. Die Arbeilgeber würden von dem Standpunkt aus protestieren, daß ihnen gesunde, frische Arbeiter lieber sind als schlecht ausgeruhte: die Wissenschaftler von rein hygienischen Gesichts-. punkten aus. Und die Arbeitnehmer würden in einer Art demon-� strieren, die von Aufruhr nicht zu unterscheiden w ä r e." Wir nehmen an, daß selbst den Lesern des„Lokal-Anzeigers" bei der Lektüre dieser Feststellungen unwillkürlich der Gedanke kommen wuß:„Wie aber steht es damll in Deutschland?" Wie denken die deutschen Unternehmer über das W ichenende? Wie stellt sich die deutschnational-volkspartellich-zentrümliche Regierung zu der Frage, ob die sogenannten wirtschaftlichen Noiwendig- kellen oder die der V o l k s g c s u n d h e i t bei der Bemessung der Arbeitszeil den Vorrang haben soll? Die Frage stellen, heißt sie beantworten. Wir haben es jetzt erst wieder bei i em Arbellszeitnotgesctz gesehen, daß selbst in den vom Arbeit- ninister als besonders gesundheitsschädlich bezeichneten Betrieben, in denen nach§ 7 der Arbeitszellverordnung der Acht- stunk/entig die längste zulässige Arbeitszeit sein soll, daß man selbst da cäne Ueberschreitung dieser.Höchstgrenze" noch zulassen will. Die Arbeiter. Angestellten und Beamten, die den„Lokal-Anzeiger" lesen, können sich den Mund wischen. Das vorfcdlagsrecht öer Ortsausschüsse. Bon einzelnen Gemeinden und Gemeindeaufsichtsbehörden war bestritten worden, daß an Stelle der einzelnen Gewerkschaften auch die Ortsausschüsse des ADGB. berechtigt sind. Vor- s ch l a g s l i st e n für die Bestellung der Beisitzer zu den V e r- w a l t u n g s a u s s ch ü s s e n der öffentlichen Arbeits- nachweise einzureichen. Es wurden daher derartige Vorschlags- listen für ungültig erklärt. Um diese künstlich geschaffenen Schwierigkeiten zu beseitigen, hatte der Vorstand des ADGB. das Rcichsarbellsministerium und das preußische Handelsministerium ersucht, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Der preußische Minister für Handel und Ge- werbe hat darauf folgenden Bescheid gegeben:„Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsarbeitsminister trete ich Ihrer Auffassung bei, daß auch die Ortsausschüsse in Vollmacht der einzelnen wirtschafllichen Vereinigungen Vorschlagslisten einreuhen können." �usfchußsitzung ües �fi-Öimöes. Der Ausschuß des Allgemeinen freien Angestelltenbundcs trat am Dienstag im Jndustriebeaintenhaus in Berlin zu seiner 5. Sitzung zusammen. Di« den Delegierten der angeschlossenen Verbände vor- gelegte Tagesordnung sah neben dem Organisations. und Geschäfts- bcricht Meserate über.Llufgaben und Bedeutung der Deutschen Z�ohnungsfürsorge-Akliengesellschaft(Dewog) und über„das Wahl. gefetz und die Neuwahlen zur Angestellten Versicherung" vor. Die Tagung wurde von dem Vorsitzenden Urban eröffnet, der die Vertreter des ADGB., des ADV. und der AfA-Verbände be- grüßte und den Geschäftsbericht erstattete. Der Ausschuß erteilte dem Vorstand einstimmig Entlastung. Zum 2. Punkt der Tagesordnung referierte der 1. Geschäfts- führer der Dewog., Genosse R. L i n n e k e. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Das Wahlgesetz und die Neuwahlen zur Angestelltenversicherung behandelte Dr. C r o n e r vom Deutschen Werkmeisterverband. Eine lebhafte Aussprache führte zu einheitlichen Richtlinien für die kommende Arbell zur Angestelltenversicherung. Nach Beendigung der Sitzung besuchten die Ausschußmitglieder einer Einladung des AfA-Ortskartells folgend die Wochenendaus- ftellung.'_ wo Sie Metallinüussriellen sparen. ZNekallkransporkarbeiker, verlangt die vereinbarte Lohnzulage i Aus Betrieben, die Mllgliedcr des Verbandes Berliner Metall- industrieller sind, kommen Klagen, daß der zwischen dem Verband Berliner Metallindustriellen und dem Metallkartell vereinbarte Tariflohn nicht im vollen Umfange gezahlt wi r d. Insbesondere sind es einige der bekanntesten Firmen, die sich weigern, die Lohnerhöhung auf die Lohnsätze zu zahlen, die über dem Mindestlohn stehen. Diese Firmen geben an, vom Verband Berliner Metallindustriellen die Weisung er. halten zu haben, nur den M i n d e st l o h n s a tz zu achten. und darüber hinausgehende Aufbesserungen nicht eintreten zu lassen. Da die Lohnkommission der Unternehmer hierüber in öffent- licher Sitzung ganz bestimmte Erklärungen abge- geben hat, so klafft hier ein Widerspruch. In jener Erklärung wurde klar zum Ausdruck gebracht, daß die Lohnerhöhung von 5 Pf. für männliche und 4 Pf. für weibliche Arbeiter nicht nur als Er- höhung des M i n d e st l o h n e s zu gelten habe, sondern auch auf die darüber hinausgehenden Lohnsätze der Klasse 4 und S in gleichem Matze zu gewähren ist. Fälle, die zur Kenntnis der Organisation bisher gelangt sind, haben ihre Weiterleitung an den Verband Berliner Metallindustriellcn gefunden. Es scheint nicht ausgeschlossen zu sein, daß neben den bekannten noch weitere Betriebe vorhanden sind, wo die Lohnzulage in ähn- licher Weise behandelt wird. Solche Betriebe müssen sofort der Organisation gemeldet werden, damst der Absicht dieser Unter- nehmer entgegengewirkt werden kann. gteit Eewertschaftsjugend Gruppen: Ncuiima I:©tu „ Houtc, Mittwoch, afccrtis 7 ©ruppenheim Zugenichcim Bergstr. tagen die f. Erinne» phnstein.— ic Värwald- J|_________ harlottcnburg: ©ruppenheim Jugendheim Deutsches Ärankentassenhaus. Berliner Str. 1Z". ------—-.—------ c>er Scltion Sc Donnerstag. ciedrichstr. 35 rganisations- sträße 16. Leimbcsprechung— Buchkontrolle. Vortrag:„Die Bedeutung des 1. Mai."— Weifjcafee: Jugendheim Vartftr. 36. Vortrag:„Warum feiern wir den 1. Mai?"— Zentrum: Jugendheim Zehdenicker Str..1— 25. Mustkabend: „Die Zither lockt, die Geige klingt!" Ziultnrabteilung de» DMB. Abends 7 Ilhr: 1. Tötet nicht mehr. 2. In- bustrie in Birma. 3 Landestrachten. Gemeinde, und Staatearbeiter, kaswerke! Morgen, Donnerstag, abends 6 Uhr, in Bockers Festsälen, Wcberstr. 17 sgrostcr Saal), Versammlung aller im Schichtwechsel beschäftigten Kollegen. Die Durchführung der 48stülldigcn Arbeitswoche. Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Zentralvcrband der Angestellten, Ortsgruppe Groß-Berlin. meirdebchörden und Arbeitsämter: Funktionärversammlung 28. April, nachmittags 4 Uhr, in Haverlonds Fcstsälen, Neue < Eingang Z ochstraße). Tagesordnung: Tarifangelcgenheitcn, fragen. Zutritt zur Versammlung nur bei Vorzeigung der Mitgliedsbuches. Magistrats.Vetricbsuer'ammlung aller in der zentralen Magistratsoer- waltung im Tarifvcrhältnis beschäftigten Kolleginnen und Kollegen am Frei- tag, 2S April, abends 6% Uhr, in der Etadthalle, Eingang Klosterstrake. Referent Landgcrichtsrat Rüben:„Arbeitsgerichtsgefetz." Tarisangclcgenhc'.tcn. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das pünktliche Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen. Verantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: S. Kliugelhöfer: Bewerlschastsbeweauna: iffriedr. Edlorn: Feuilleton: k. K. Döfcher: Lokales g Karstädt: Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Druck: Vorwärts. BuäidrMertl Berlin SW 68 Lindenstrahe 3. Hierzu 1 Beilage und..Unteihaltuua und Wilsen". CA, 7» 7 Eisenteile grunlackiert, Holzteile Oro OlUni naturlackiert...................... J Eisenteile grünlackiert, Holzteile OCS5CI„atnrlackiert..................... O •edlt und A 90 aeüiert....*+ Holzklappsessel S Holzklapptisch geditmuckien 475 Reddigrohrtisch ometaSer 625 Peddigrohrtischmcme??iam;725 «mimmmummmmilttnmmmlmimttlmttimimmlttumlinnmmmttmumnnnv Feldstühle vt�rslr 2sttzig. Eisenteilt grünlackiert. Halt->v K«. noffen ofetii iegliche Vorteimtnisse. Srilnebrner mit«uten engtisib««%ar. temitnissen tonnen jederzetl an enlspiechenden Mittel- bsz» Lfeerkmlen tellnefeinen. In den Kurlen für vorgelch! itlene wi.d neben der Umgeng«. lpracke vor allem da« Studium von englischen loziallttlschen Heilungen und Büchern betrieben. Ab 1. Mal wird»ine Brief- und steilungSaugtoulchllelle mit«nglilchen Parteigenossen eröffnet,«ugkllntte felerüber nnd Anmeldungen zu den Sprachkursen di»»um 5. Mal lltrisllich»der perlinlich) beim»ou»lchnfe heute, Mittwoch, pünktlich Uhr, im Jugendheim Lind-nstr. 8. Di» Bücherstube ist heute ron d— 7 Uhr geSifnet. Meldungen für Zclt>cheine(1 St.) müssen umgehend vorgenommen werden. heute. AUttwoch, 7% Uhr: Ch»rl»tt»nbu»g! tzrühlingoleier In der Aula de» Toohie-ckhorlotte-Lnzeum», Lchorrenstr. 26—27 Sez>toti»nen, Prolog, Piig.'ntiinie, Szene ou»-Die Weder" von Gerhart Hauptmann. Beginn?zz Ufer. Sinlah 10 Pk. Eltern, Gaste, Partelgenosien herzlich wlllkommml MMfeb« de, 1. Mai semmlung der :: Zuaendhelm Luirmdurger, Eck»«enter Straß«:»Die Bedeutung al» Weltieiertaa.— tzaltplaj,- Beteiligung an der Mitgliedrrner» .«T Bart«! in den Schdnhauser ssrstsalen, Schünhanser Allee 128. fugend und Partei."— A> drcaeplah: Zugeobhe m Groß» Frankfurter Str. 18: „Geschichte und Aufgaben der SAZ."— Balteiplast! Jugendheim Tilstter Straß» 4—6:..Wa» bedeutet der l. Mai?"— Deteraburger Bierlei! tzuaend. lügend- iug'nd. Helm Gbertoktr. 12:„Alt.Berllner Hi mar."— Reichend» rg», Oier.ej: Jug'no» heim Neichenberaer Str. 80:..Der l. Mai al» proletarllcher Feiertag."— Gllb» »est! Bezirk»« int«reuzberg, Porckstr. U:„Sozialistische Erziehung," 2 Teil— Spandau: Zuaendheim Linb.'nuker l:„Ernst Toller.— rempelhas. Marien darf: tziigendheim German astr.«—8:„Sexuale Fragen." 8. Teil.— LlS>t»»berg. Ritt«: Zugtiidheim Dossestr. 22:„Zugend und Eewerkschaften."—«»h.stichtcn. be«g: Znaendhe:m Brinz-Aldert-Straßc:„Warum l. Mai?"— LIchtenb»rg.R«rd« Zuaenddelm Parkaue 10:„Die Lage de» internationalen Proletai ai»"— Rosenthalr, Borstadt: Der Bortrag fallt au». Dafür lledung»ab«n» de, Eprechchor» zum t. Mal. ist dos'Beste, das am grundbctisten reini'gf und die VWisdie nfchr angreift*.&s heisst* "�Dülbwpson's ft SerfenpHlrer ffi xur Kundgebung„För Jugondschutz und Jugendrechf, fflr den Soziallsmus, gegen den Faschismus!** M«Ä ZA � SD«M C««*BiA am Sonnabend, dem 30. April, abends 7 Uhr, auf dem Spielplatz am rriedrichshain.— Anschließend Fackelzug zur Weberwiese CUntcnbangni fflt biete Rubrik sind Verl!»?W 68. Liubentkratze z. parteinachrlchten für Groß-Serlin Net» a» du» Sejtrt*felrctarlat. 2. Ho!, i See», recht», ,» richte» 6. preis?riedr>ch»hs!i>. Eitzuna des engeren preisvorstandes mit den Abteilungsleitern am Tonnerstug. 28. April, 7 Uhr, im SoIaT Rofln. Gubener Str. IL.— Aus Anlaß der Demonstration der EAZ. werden die Mitglieder der Partei gebeten, sich recht zahlreich am Sonn» abend. 80. April, 7 Uhr, im Friedrichshain, Sportplasi, einzufinden. Die Abteilungsleiter werden gebeten, in den Mitgliederversammlungen darauf hinzuweisen. '3mr- uzberg. Arbelterwohlfahri- Donner-t-a, 28. April, mittaqs nktlich, Besichtigung der Werkstätten filr jugendliche Erwerb-lose. tl. tZ. Kreis Kreuz 12 Uhr piink...»,,—---------------��5- Treffpunkt Haustor Yarckftr. 1l. Alle Genossen und Genossinnen will- kommen. Are!»«Ilmersdorf. Heute. Mittwoch..27. April, 7 Uhr, Bezirksver. ordnet'nverlammlung im Sladthause, Ka'lerallee l— 12. Karten von K Uhr ab im Traktionszimmer 220. Alle Genossinnen und«snossen treffen sich mit'Fahnen am U Mai vormittags»Ii Uhr auf dem Fehrbelliner Plag. Pon dort Abmarsch zum Lustgarten. Are!» E»Sneberg.?eiedenau. Achtung! Die fllr Freitag, 2S. April, ein. beru'ene Kreisfunktionä�versammlung muh wegen de? Generalversammlung des Berbandes für Fre-d-nkertum und Feuerhestatiung-us'allen. Nähere Bekanntmachung erfolgt noch.-«rbeiterwoblsahrt!?onnerscha. 2S. April, 8 Uhr, im Rathaus Schäneberg, Zimmer 144, Arbeiterwohlfahrtssitzung. fltei« Tempelbok, Moriendork, Marlenfeld«, Lichtenrade. Heute, Mittwoch. 27 April. Fraktionssisiung eine Stunde vor Beginn der Bezirksversamm. lung im Lnzeum.— Alle Genoffen, die Mitglieder des Dllcherkreifes sind, und ihre Hefte und Btlcher durch den Bildungsaugschuß beziehen, werden gebeten, die neuen Mvnatsbefte und Bücher beim Genoffen Günther, Mariendorf. Anrfsirst'nstr. I», abznbole».— Zu der Aufführung des Mnsterinmz", Traumspiel von Etrindberg, in der Bolksbühne. Am Bülow. pegß. gm Sonntag, 8. Mai, nachmittags 8 Uhr, sind Karten zu 1,20 M. einschließlich Garderobe und Broarainm zu haben bei allen Bildungsau». schnßmitqliedern und beim Genoffen Günther. Kreis Nen'elln. Achtung! Jede Abteilung stellt zur Maifeier sechs Ordner. Dieselben treffen sich zwecks Einteilung am Freitag, 28. April, 8 Uhr, im Parteibureau, Neckarstr. 3. Keei» Käpenick. Sämtliche Genossinnen und Genoffen, die Mitglieder des Berbandes für Fre>den?ertvm und Feuerbestat'una find, werden dringend ersucht, am Freitag, 2« Avrit, lth Uhr, im Welt.�estanrant, Hirsch» garten, zur Generalverfammsuna z» erscheinen. Mitgliedsbuch des Ber- eins legitimiert. Enmpathisierende sind eingeladen. Krel« Weißenlee. Sämtliche Genossinnen und Genoffen, d>e Mitglieder des Berbandes für Freidenkers, m und Feuerdeftgffung sind, werd»n drinaend gebeten, an der Generalnersammlung am Freitag. 28. Avril, 7>ä Uhr, im Wirtshaus zum Bserd-marit teilzunehmen. Stimmrecht haben sämtliche Mitglieder über 18 Jahre. heute. Mittwoch. 27. April: Abt. 71b Uhr Zahlabende! Döll, Berostr. 71: Belran, Schwarßkopffstr. 1; Ranker, Bonenstr. 18: Knbe, Strelitzer Str. Ski: Dam», Schiegelstr. 8. Bortrag de« Genoffen Schott. Abt. 7W. Uhr bei Schmidt, Fruchtstr. Üb.,. Mitgliederversammlung. Bar. trag:..Die ideelle»nd ma'erlelle Bedeutung der Freidenkerbewequnq." Referent Genoffr Fritz Sachtlcben. Bericht vom Bczirispartettag. Wichtige Mitteilungen. Abt. TV, Uhr bei Bahrr, stüterboger Str. 7. gegenüber her Kakerne, Mit. gtiedrrnersammlung. Vortrag:»Die Arbeit der Rechtsregierung." Referent Grtch Fraenkel. Abt. K-nleborf. TV Uhr hei Gkcherilch, Frankfurter Str. 55. Mitglieder. Versammlung. Bortrag:„Wirtschaftskragen." Ref. Gduarb gachrrt, M. d. 8. Morgen, Donneretaq, 28. April: n. Abt. verrintgn-g sstr Schul-»nd Srzirlmngskeaqe», Strnlauer Tor: Versammlung 8 Uhr Schule Gbrenbergstr. 24. Bortrag mit Lichtbildern: „Die Lanbschulheime der Stadt Berlin. Referent Heinrich Mäcke. Z6. Abt. Sharlottenburg. Berka"f?stell'nversammlung der 115. Berkairksstelle der Konsumgevoffenschaft, Pestaloz'lstr. 55, in der Simrez�tlaus». Suarez. strasie, neben der Feuerwache. Erscheinen aller Senossinnau und Genoffen ist Pflicht. 85. Abt. Tempesbos. 8 Uhr in der L'nde. Werberstr 12, Ecke Friedrich»Karl- Straße. Funkt�onärsitzung Die Malzeitungen sind von der Spedition Harsdoes, Werderstroße, umgehend abzuholen. Ut. Abt. vauwschulerwea. Die Beziriolührer werden gebeten, ab 6 Uhr Akontozahlungen an den Kassierer Hertel, Kiefholzstr. 185, abzuliefern. 14. «. 18. 7. n. «>. 12». Elternbeiräte»nb Arbeit-gemeiaschaft sozialhemokeatischer Lehre« Lehrcriaae», Bezirk-gruppe Berlin. Achtung! Freitag, 28. April. 7 llh-, im Brzirksverfammlungssaal Kreuzberg, Borckstr. ll, Bollver- sammlung. Taaesorduuna:.Laudfchulheime der Stadt Berlin." Re» serent Stadtschulrat Rgdahl. Lichtbildervortrag dazu. Referent Heinrich Mäcke. Verschiedene». Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Alle Eltern. beträte sowie parteigenässischen Lehrer und Lehrerinnen werde» dringend gebeten, bestimmt zu erscheinen. Parteiveranstaltungen ornl. Mai Ansprachen und künstlerische Veranstaltungen nachmittags und abends: ZNilie: In den Eesamträumen des Gewerkschaftshauses, Engel. ufer 24-2S. Tleraariea: Map. Mt-Moabit. Wedding: Pharusfäle, Müllerstragc 142. Potzenhofer Ausschank, Chausseestraße öS. Prenzlauer Verg und friedrichshain: Soalibau Friedrichshain, Alt« Tarerne, Alt�Stralau. Sreu'berg: Backbrauerei, Fidiclnstraße 2�. Charloticnburg: Cpandauer Bock, Am Spandauer Berg. Cladow a. d. Havel: Gasthaus Bäumami. Tvllmersdors: Diktoriagarten, WUHelmsaue llZ-llt. Schäneberg: Schloßbrauerei, Hauptstraße 122-123. Slcgllh: Gemcindefesthalle in Lankwitz. Tcmpelhof: Seebad Mariendorf, Burggrafenstraße 8. fteukSilti: Neu« Welt, hasenheide. Vrih-Vuckow: 4 bis 8 Uhr Umzug durch die Straßen von Britz. Schlußkundaebunq am Stubenrauchring. Treplow: Lokal Nitschke, Am Treptower Park 2V. Daumschulenweg: Sprecschloß. falkenberg b. Grünau, Soll, Glienicke, Bohnsdorf: Gemeinschofts- Haus, Gut Falkenberg. Zliederschöneweide: Knffhäuser, Berliner Straße VI. Johannisthal: Lokal Bürgergarten. Köpenick: Siadtiheater, Wilhelmplatz. Arledrichshagsn: Schröders Gescllfchaftshaus. Karlshorst: Deutsches Haus, Stolzenselsstraße. INahlsdorf: Lokal Anders, Am Bahnhos. Biesdorf: Schillersäle. Königstraß« 12V. Kaulsdorf. Kaulsdorf-Süd, Mahtsdorf-Süd: Süd, Moltkestraße. Welßensee: Stadthalle, Pistoriusstraße 28. hohcnschönlinusen: Lokal Korn, Berliner Straße 93. ?ankow: Bürgergarten. lankenburg: Klug, Dorftiroß« 2. Buch: Lokal Eöpf«rt, am Bahnhos. hermvdorf: Lokal hundsdörser, Bismarckstraße 70-71. Reinlkendorf-West: hartmonns Brauerei. Scharmoeberstr. 1V4. Sanssouci, Kaulsdorf» Bosenthal: Lokal Schneider, Hauptstraße. Falkeubrg: Lokal Westphol, Dorfstraße 16. Ansprachen halten: Friedrich Bartels, Clara Dohm-Schuch, Robert Breuer, Karl Bublitz, Aitur Cr'spien, Gustav Eckhards, Albert Faltenberg, Pastor Francke. Erich Fraenkel, Dr. Alfred Freund, Gertrud Hanna, Hermann Harnisch. Johannes haß. Dr. Hertz, Karl hcRschold, Max heydemann, Adolph hoffmann, Hans Kamm, Erich Äultner, Karl Leid, Hermann Lempert, Heinrich Löffler, Dr. Richard Lohmann, Dr. Kurt Löwenstein. Paul Mielitz, Dr. Karl Micrendorff. Dr. Julius Moses, Dr. Ostrowski, Waldemar von Putlkamer, Ernst Rüben, Alexander Stein, Martin Stein. hedw g Wochenheim. Arauenveranstaltungen am Mittwoch, 27. April: »4. Abi. RcnkiN». TH Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Bortrag: „Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten." Ref. Dr. Roeder. Zrauenveranstaltungen am Donnerstag, 28. AprU: 68. Abt. Halrnjee.� 8 Ilhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Dortrag: Sterbetafel öer Groß-Serliner Partei-Grganifatioa rzrugten � �_____ angchört hat. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Trauerfeier am Donnerstag, 28. April, nachmittag» 4 Uhr, im Haufe Blankenhaiuer Str. Li) Beerdigung anschließend auf dem Gemeindefriedhof, Lutherstraße. 117. Abt. Lichtenberg. Unser langjähriger Gruppenführer Augu ist nach schwerem Leiden am Sonntag im Alier von 44 Jahren v _ st Faak „> MWU____.. Jahre« verstorben. Wir werden fein Andenken in Ehren halten. Einäscherung am Freitag, 28. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir biitrn um recht zahlreiche Beteiligung. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Bot-Goid-. Geschäktsstelle: Berlin® 14. Sebastianstr. 87 M. Hvk Z Tr. Mittwoch. 27. April: SchSvebeeg. Friedenau: Kamrradfchast Rüden» Rekerrni a. Turn. „_____ �!__ I...._____ I___ jug» und Gruppenflihrersitzung bei Kroihs, Holfleinische Straße. L gruppen: TV Uhr Pflichtanlret>:n bei B: zum Umzug mit Musik und Fahnen. Er: � � «..Uhr iin Schlltzenkigus Relnickendorf.Osi� Resthenzstr. 1, Vollversammlung. Ml., d. 27., nachm. 4 Uhr, Beerdigung des Kam. Meißner. Antreten Vi Uhr bei Löwe, Bannerkleidung, lange dunkle Hose. Pflichiveranstaltung. Arieitcr.Samariier.Krlonne Berlin, r. B.«riefiaschr mit Inhalt, Arm» binde und Ausweis ist unserem Mitglied Retnhold Hamann verlorengegangen. Armbinde und Ausweis Nr. 773 werden hiermit fllr ungültig erklärt. Finder werden gebeten, es der Geschäftsstelle gegen Bergütlgung des Fahrgelde» ab. zugeben. Gäste willkommen. Frelg-ndeantwortling. Minnerchor Friedrichshain. Die Ueoungsstunde findet diese Woche schon am OQ 5k»,»! 7 n* 4-4. ei!»». eO-_____:----- s. nn Ol___: r n 1: t____ er Donnerstag, 28. April, statt. die Eangesbritder Landsb Am Sonnabend, WWWWWWWWWW. W April, 7 Uhr, treffen sich Eonaesbrlider Landsberger Allee, Ecke Birchowstraße, zur Mitwirkung bee der Maikundgebung der SAI. Sonnlag, 1. Mal, vormittag« 10 Uhr, Saasbau Friedrichshain, Ganllbungsstunde lind Maidemonstration. Gchentlicher. W..„ nahmen von Swnlkindern-dendo und Dr. Georg Lubinfki. Es wirkt außerdem der Sprecheho: de» Iungjüdischen Wanderbundes mit. Gäste herzlichst willkommen. verband der Reichsdeutschen an» Rußland, e. v. Montag, 2. Mai, 8 Uhr, in den Schubert.Konzertsälen, Blllowstr. 184. am Nollendorfplotz, monatliche Mit. gltederverfammlung. Gäste stnd willkommen. llaAt-LIvleZikrvm kurzer Zeit rein weih. Mrlsam unschSne Hgutfarbe, S genauer Anweisung in ..Klara" so> wie Klara« seife bleiche» Gesicht und Künde in erprobte unschädliche Mittel gegen mmersprolsen, Leberflecke, gelbe Fiecke. Mit allen Chlorodont-iLerlaufsstellen zu haben. "In denTabdUaden des XVffl. Oahrhunderts war es üblich, die geschnittenen Blätter verschiedener Herkunft nach den Wünschen des Käufers zu mischen, jeder Raucher hatte eine eigene Zusammenstellung, die seinem persönlichen Geschmack entsprach. cfSei der Zigarette unserer Sjeit hat der�brikant dieAifg�be der .Auswahl und des c�ischens übernommen. Jzm N ist es, diejenige Jüschung zusammenzustellende dem Geschmack denkbar vieler Raucher möglichst nahe kommt. 0as Auftauchen und"Verschwinden neuenAfarXen ist weiter nichts, als das verlustreiche Bisten nach der Lösung dieser schwierigenAufgabe $ber die OVERSTOLZ sind sich die Raucher seit«Jahren einig, sie wird von allen Orient-Zigaretten am meisten geraucht, sodass wir keine Veranlassung haben, kost spielige Versuche mit neuenJkrken anzustellen. «Audi diese Ersparnis, die nicht gering ist, kommt demJSbakunserer zugute, sodass die schon bewahrte Zigarette im Zaufe derzeit noch edler wurde und immer mehr Munde gewonnen hat. MS � ILM • O»H• G» Jnanperm MrUg emhien sothen das BUCH VOMTABAKvonRekCLdtO. Das Werk ist mm Preise vniM.6.- durdj den Bucbfcndelmbeiuten. (Auslieferung durch Peesäfd LDvptt.UiimgaJ Das Ende öer Verkehrsanarchie. Zu den Jahresabschlüffeu der grotzen Berliner Berkehrsnuternehmungen. Die Jahre 1S26 und 1927 umschließen zwei Daten, die für die zukünstiee Organisation des Berliner Verkehrs von aller- höchster Bedeutung sind. Am 9. Juni o. I. erfolgte der end- gültige Uebergang der Herrschaft über di« Berliner Schnellbahnen aus privaten Händen an die Sladt Berlim Damit wurde, da die Straßenbahn schon längst städtisch ist und gleichzeitig auch die über- wiegende Majorität der Allgemeinen Omnibusgesellschaft an die Stadt Berlin überging, die finanzielle Boraussetzuna geschaffen für die einheitliche Gestallung des Berliner Verkehrs. Am 15. März d. I. wurde durch die Vereinheitlichung der Tarife und durch die weitgehende Sicherstollung des Uebergangsoerkehrs zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln der erste große Schritt zur einheitlichen Gestaltung des Verkehrs in der Weltstadt Berlin s e l b st gemacht. Da mit Sicherheit zu erwarten ist, daß in abseh barer Zeit der schrankenlose Umsteigeverkehr zwischen den städtischen und ebenso auch der Umsteigeverkehr zu den staatlichen Ring- und Vorortbahnen ermöglicht werden wird, ist wohl zum ersten Male in der West der große Umschwung von der privatkapitalistischen Tarif- und Verkehrs a n a r ch i e zur einheitlichen Tarif- und Ver kehrsplanung in einer Weltstadt begonnen worden. Wie es erst durch die Aufrichtung der politischen Herrschaft der breiten Massen möglich war, Groß-Berlin zu schaffen, so ist auch die nun in vollem Zuge befindliche Ueberwindung der Berkehrsanarchie in Berlin ein Verdienst der organisierten Massen und des Willens der sie führenden Sozialdemokratie zu einer bewußten rationellen Organisation des Großstadtverkehrs. verbihrsenkwicklung und Bilanzen.! Es ist natürlich, daß den Jahresabschlüssen der drei Gesell- schaften in dieser Umwälzungsperiode des Berliner Verkehrs eine besondere Bedeutung zukommt. Dennoch ist der Erkenntnis- wert der einzelnen Abschlüsse für die Möglichkeiten der zukünftigen Verkehrsorganisation begrenzt, liegt doch der ganze Zeitraum, über den in den Geschäftsberichten Rechenschaft gegeben wird, noch im Jahre 1926, wo trotz des mannigfachen Zujammenarbeitens der verschiedenen Gesellschaften aus verkehrspolizeilichen und son- stigen Gründen zwischen ihnen die schärf st e Konkurrenz herrschte. Aber die Geschäftsberichte müssen doch zeigen, wenn das große Werk der Verkehrsvereinheitlichung endgültig gelingen soll, daß die finanziellen Grundlagen gesund und die Rentabilitäts- Verhältnisse auch schon in der Vergangenheit ausreichend waren. Erst dann läßt sich ermessen, inwieweit die geplant« Tarif- und Gewinn- gemeinschaft die Grundlage zu sein vermag, um mit Zuversicht dem Hauptziel der Verkehrsrationalisierung zustreben zu können, dem arbeitenden Bürger Berlins möglichst wenig Zeit und möglichst wenig Geld zu kosten, ihm ein bequemes Fahren zu erlauben und auch dem Angestelltenpersonal menschenwürdige und auch vorbildliche Löhne zu zahlen. Die Groß-Lerliner Straßenbahn, heute von der Berliner Straßenbahnbetriebs-G. m. b. H. verwaltet, bewältigt den Löwenanteil des gesamten Berliner Verkehrs. Mit den zwischen 1924 und 1927 von 539 auf 813 Millionen gestie- oenen Beförderungsziffern beherrscht sie fast 69 Proz. des gesamten Berliner Verkehrs(einschließlich der Stadt-, Ring- und Vorort- bahnen). Obwohl sie im Jahre 1926 ihre Linienzahl(89) u n v e r- ändert ließ, stieg die Zahl der von ihr beförderten Personen gegenüber dem Vorjahre von 772 auf 813 Millionen. Dabei ging die Tageskilometerleistung bei gleicher Linienzahl gegenüber dem Vorjahre von 459 999 auf 435 699 Kilometer zurück: die ge- fahrenen Wagenkilometer stiegen aber, nicht zuletzt durch die Vermehrung der Beiwagen, von 159 auf 159 Millionen. Die Leistung wurde mit von 2136 auf 1929 verringerten Triebwagen und mit von 1735 auf 2998 erhöhten Bei- wagen erzielt. Das Fahrperfonal stieg von 8647 auf 8699, das Ge- samtpersonal von 13 621 auf 13 742 Personen. Das finanzielle Er- gebnis des Straßenbahnbetriebs war dabei wieder sehr günstig, und zwar trotz der Krise und trotz der niedrigen Tarife, die noch im Jahre 1926 galten. Der rohe Betriebsüberschuß wuchs von 16,71 auf 22,93 Millionen M., und es ist nur den von 5,19 auf 17,46 Millionen Mark, also mehr als das Dreifache gestiegenen Abgaben an die Stadt Berlin zu danken, wenn der von 9,22 auf 9,35 Millionen gestiegene Reinüberschuß nicht ganz erheblich größer ist. Da- bei ist zu beachten, daß weitaus der größte Teil aller Neubauten, Reparaturen und Neuanschaffungen aus den laufenden Einnahmen bezahlt wurde, wobei allerdings die vervielfachten Abgaben an die Stadt Berlin, die Folge der schweren sinanziellen Belastungen durch Arbeitslosigkeit und der kurzsichtigen Finanzgesetzgebung, di« Ber- liner Straßenbahn jetzt auch zur Aufnahme einer Anleihe von 25 Millionen Mark gezwungen haben. Etwas weniger günstig ist der Abschluß der hochbahngesellschast, die im Jahre 1926 die Nordsüdbahn und die Schöneberger Bahn voll übernommen hat, die bisher von ihr nur im Auftrage der Stadt betrieben worden waren. Obwohl die Streckenlänge des Gesamt- netzes von 46,9 auf 53,3 Kilometer vergrößert wurde, ging die Zahl der beförderten Fahrgäste auf dem Gesamtnetz von 172,53 auf 163,18 Millionen Personen zurück. Der Tarifunterschied hat also zu einer Abwanderung zu den anderen Verkehrsmitteln geführt, so daß auf den Verkehr der Schnellbahnen von den insgesamt 1457 Millionen Fahrgästen(einschließlich Ring- und Vorortbahnen) nur etwa 12� Proz. entfielen. Auch die Gesamteinnahmen gingen mit 28,28 gegen 28,69 Millionen etwas zurück. Die vorgenommene Tarif- erhöhung ließ aber die Einnahme pro Fahrt von 16,63 auf 17,33 Pf. steigen. Dabei wurden aber von 793 Wagen(gegen 687 im Vorjahr) 8,36 Millionen Kilometer(gegen 7,43 Mill,), also nicht unerheblich mehr gefahren als 1925, und die Zahl der Arbeiter und Angestellten wuchs bei den Schnellbahnen insgesamt von 5259 auf 6959 Personen. Obwohl dieses Bild nicht durchaus günstig ist, gelang es, die Verwaltungskosten von 1,61 auf 1,33 Millionen zu senken. Die Bilanzen der Jahre 1925 und 1926 sind naturgemäß nicht zu vergleichen, weil für 1926 die Nord-Süd- und die Schöne berger Bahn ebenfalls abgerechnet werden. Wie sehr sich die An lagewerte des jetzt vereinheitlichten Schnellbahnnetzes erweitert haben, zeigt auch die Erhöhung der Bilanzsumme von 189,99 auf 321,51 Millionen Mark. Der Reingewinn der Hochbahnge- sellschaft betrug bekanntlich 8,91 gegen 8,81 Millionen, di« Dividende 5 gegen 7 Proz., wobei sehr zu beachten ist, daß die Amerika- anleihe mit 63 Millionen zum Ausbau der Schnellbahnen erheb- liche Zinsbeträge den Einnahmen entzieht. Bisher noch wenig be- achtet dürfte die Tatsache sein, daß in jeden 199 M., die die Fahrgäste bei der Hochbahn bezahlen, 13,49 M. Steuern enthalten sind. Relativ am günstigsten hat im vergangenen Jahre der Omnibusverkehr abgeschnitten, er konnte die Zahl der beförderten Personen von 74 auf 112 Millionen steigern. Wenn die Aboag. im vergangenen Jahre wieder wie früher nllr(!) 19 Proz. Dividende verteilt hat, so bedeutet das noch nicht sehr viel für ihre Gewinne. Die tat- sächlich sehr viel höheren Gewinne wurden einmal zum großen Teil zur Bildung von stillen Reserven oerwandt, zum anderen Teile wurde die außerordentlich große Erweiterung des Betriebes im vorigen Jahre fast ganz aus laufenden Einnahmen be- zahlt. Wie groß die stillen Reserven sind, zeigt die Tatsache, daß die Autobusse der Aboag. in der Bilanz im Durchschnitt mit nur 8299 M. bewertet sind. Die Zahl der Linien wurde von 16 auf 27 erhöht, darunter acht neue und sechs Nachtverkehrslinien. 21,68 Millionen Wagenkilometer wurden gefahren gegen 13,86 Millionen im Vorjahre. Die Wirlschaftlichkeit der Betriebsführung. Fast noch wichtiger als die Abschlußziffern und die Verkehrs- leistungen sind natürl'ch die Ziffern über die Wirtschaftlichkeit der Betriebsführung. Die Unternehmungen gehen in der Beröffent- lichung solcher Ziffern schon verhältnismäßig weit, aber es ist zu hoffen, daß in der Zukunft in diesem Punkte noch mehr geleistet werden wird. Bei der Straßenbahn ist z. B. der Schmier- Materialverbrauch für eine Million Wagenkilometer im letzten Jahre von 759 auf 432 Kilogramm gesunken, während der mittlere Stromverbrauch gleichgeblieben ist. Die Reparaturzissern sind durch- weg rückgängig. Dabei fft es erfreulich zu sehen, daß der Per- sonenandrang, auf den Wagenkilometer berechnet, g e- funken ist, die Bequemlichkeit des Fahrens, abgesehen von der besseren Ausstattung der Wagen, also erhöht wurde. Die Ein- richtung der Verkehrssignale zwischen Potsdamer Platz und S p i t t e l m a r k t. di« erst so große Störungen ver- ursachte, entlastete den Straßenzug um 29 Proz. des Fuhrwerksver- kehrs und ermöglichte schnellere und bester« Fahrzeiten. Bei der Hochbahngesellschast ist trotz des ungünstigeren finanziellen Ergebnisses die Wirtschaftlichkeit gewachsen. Abgesehen von den Berwaltungskosten ist der Anteil der Stromlieferung, der Wagen- Unterhaltung, der Bahnunterhaltung, der Versicherungeir und sozialen Lasten gesunken, und die Steigerung des Anteiles für den Der- kehrsdienst und der übrigen Kosten am Wagenkilometer blieb hinter den Ersparnissen zurück. Erst die mehr als verdoppelten Steuern haben den Kostenanteil pro Wagenkilometer von 17,91 auf 18,97 steigen lassen. Obwohl die Hochbahngesellschast ein Ausbau- jähr hinter sich hat, ist ein absoluter Rückgang der eigentlichen Kosten zu verzeichnen. Bei der Aboag sind die Betriebseinnahmen pro Wagenkilometer zwar von 1,99 M. auf 1,91 M. zurückgegangen, gleichzeitig aber auch die Betriebskosten von 83 Pf. auf 81 Pf. Wenn man bedenkt, daß die Zahl der Linien von 16 auf 27, die Zahl der Wagenkilometer von 13,86 auf 21,68 Mill. erhöht wurde, und daß bei dieser Erweiterung viel leerer Raum mitgefahren wird, so scheinen auch hier die Wirtschaftlichkeitszifsern sehr günstig. Schlußfolgerungen für die Zukunft. Sowohl die Bilanzbilder als auch die Wirtschaftlichkeitszahlen für das vergangene Jahr zeigen, daß die wichtigsten Voraus- setzungen für eine erfolgreiche Berkehrsgestal- tung in Berlin erfüllt sind. Die städtischen Verkehrsunter- nehmungen dürfen als gesund bezeichnet werden. Um so größer dürfen die Erwartungen sein, die das Volk von Berlin an die ein- heitliche Verwaltung der Berliner Verkehrsmittel in der Zukunft knüpfen darf. Die größten Aufgaben stehen allerdings noch bevor: denn die am 15. März eingeführt« Tarifgemeinfchaft ist zunächst ein Experiment, das außerdem noch mit erhöhten Preisen bezahlt werden mußte. Mag im ganzen genommen die Belastung aus der Tariferhöhung für den einzelnen vielleicht nicht einmal sehr fühlbar sein, weil die benutzbaren Verkehrsgelegenheiten vermehrt worden sind, so bleibt doch die Riefenaufgabe, den Verkehr zu verbilligen. Größte Billigkeit, größte Bequemlichkeit, größtmöglichster Gewinn an Zeit, dem wichtig st en Kapital des arbeitenden Menschen, das sind die Ziele, die sich die neue Verkehrspolitik der Weltstadt Berlin zu setzen hat. Die Voraussetzungen dafür sind nicht ungünstig: die Oesfent- lichkeit wird darüber zu wachen haben, daß das Ziel möglichst schnell und möglichst gründlich erreicht wird. Eines darf dabei nicht ver gesten werden. Die Verkehrsbetriebs einer Weltstadt dürfen nicht das Aschenputtel sein für unzulängliche eigene Finanzpolitik und auch nicht der Lückenbüßer dafür, daß die Finanzgesetz- gebung des Reiches und der Länder den Städten entweder zu große Lasten zumutet oder ihnen die Steuerquellen oerstopft. Wie steht es mit Daimler-Senz! Aus der Generalversammlung der Deutschen Bank. Unter den Kreditaktionen der Deutschen Bank, die die lebhafte Kritik der Oeffentlichkeit hervorgerufen haben, sind di« für die Ufa und für die Dmmler-Benz-Werke die wichtigsten. Die Direktion der Deutschen Bank hat ihre Generalversammlung dazu benutzt, um vor der Oeffentlichkeit ihr Borgehen zu rechtfertigen. Für die Ufa war nicht mehr viel Neues zu sagen. Es mutet natürlich wie eine nachträgliche Beschönigung an, wenn Direktor Wasser- mann die Ufo als ein für das«nationale P r e st i g e" ungemein wichtiges Unternehmen bezeichnet, um von dieser Kennzeich- nung aus die hemmungslose und tatsächlich ja auch mit schweren Verlusten bezahlte Kreditgewährung an die Ufa zu rechtfertigen. Man wüßte gewiß weniger in der Deutschen Bank von der Be- deutung der Ufa für das nationale Ansehen, wenn man sich früher zurückgezogen hätte. Mit dem Hinweis auf das nationale Prestige läßt sich schließlich jeder Fehler einer Großbank, die sich mit kleinen Geschäften nicht abgibt, rechtfertigen. Aber die Deutsche Bank hat ihre Ufa-Politik mit Verlusten bezahlt, und sie könnte auch ohne solche Begründungen im Nachhinein ihre Ufa-Akten schließen. � Immerhin ist es nach den Ufa-Erfahrungen begreiflich, daß die Deutsche Bant ihrem zweiten großen Engagement, eben bei Daimler- Benz, rechtzeitig eine bessere Presse sichern will. Es scheint aller- dings, daß es mit Daimler-Benz erheblich anders steht als mit der Ufa. Wie Direktor Wassermann mitteilt«, ist der h ö ch st e Stand der Daimler-Berschuldung an die Deutsche Bank am 39. September vorigen Jahres mit insgesamt 19,2 Millionen er- reicht worden, von 35 Millionen Schulden, die Daimler überhaupt hatte. Die finanziell« Lage des Daimler-Benz-Konzerns habe sich seitdem aber ganz außerordentlich verbessert. Ende Februar 1927 hätten die Forderungen der Deutschen Bank nur mehr rund 4 Millionen Mark betragen, während seit Ende März dieses Jahres für Daimler-Benz sogar ein Bankguthaben zu verzeichnen sei. Man darf dabei natürlich nicht überseben, daß Daimler-Benz rund 29 Millionen aus einer Anleihe zur Schuldentilgung erhalten hat und daß die Bankschuld, die Ende vorigen Jahres mit 28 Millionen ausgewiesen war. schon durch diese Anleihe ganz bedeutend ver- ringert wurde. Es wäre nur erfreulich, wenn Daimler-Benz schon heute als saniert anzusehen wäre. Doch glauben wir. daß dazu die äußere finanzielle Bereinigung keineswegs genügt, da es dem Werk ja gelingen muß, die gewaltigen Zins- und Dividenden- lasten zu erwirtschaften, die es sich zur Durchführung der finan- ziellen Entlastung Hot aufladen müssen. Mit der Kopitalerhöhung von 36 auf 59 Millionen Mark� handelt es sich heute allein um 79 Millionen Mark eigenes und fremdes Kapital, für das die Daimler-Benz-Werke entsprechende Ueberschüsie oerdienen müssen. Man wird also abwarten müssen, bevor man Dorschuhlorbeeren verlangt. Im übrigen ist die Direktion der Deutschen Bank, was die Konjunkturentwicklung anbelangt, optimistischer als es nach ihren Berichten bisher erscheinen mochte. Sie selbst verzeichnet für das Jahr 1927 einen Umsatz, der um rund 49 Proz. wieder höher liegt als zur gleichen Zeit des vorhergehenden Jahres. Erfreulicherweise wurde von einem Aktionär in der Ge- neralversammlung nachdrücklich die Forderung erhoben, daß auch die Banken, nachdem Rationalisierung die groß« Frage des Wiederaufbaus geworden fei, stärker als bisher das Bankgeschäft rationalisieren müßten. Allerdings hat dieser Aktionär dabei weniger an die notwendige Zusammenfassung von Filialen als an die Erhöhung der Dividende gedacht. In der anderen Richtung der Rationalisierung vertrat Herr Fürstenberg vom Deut- schen Bankbeamtenoerein die nur allzu berechtigte For- derung, daß mit dem Bankbeamtenabbau(der tatsächlich wegen der Kostspieligkeit des übergroßen Filialnetzes übertrieben werden muß) endgültig Schluß gemacht werde. Es wäre gut gewesen, wenn Herr Fürstenberg auch darauf hingewiesen hätte, daß es gerade die übermäßigen Kosten des aufgeblähten Bankapparates sind, die den Umfang des Personals herabdrücken und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft st e i g« r n müssen. Inüuftrielle Grganisatkonsproblenie. Rationalisierung und soziale Reaktion. Die Gesellschaft für Organisation, die das Ziel der Verbreitung organisatorischer Kenntnisse und der Werbung für wirr- schaftliches Arbeiten und wirtschaftlichen Güteroerbrauch betreibt, hielt am Montag im Rahmen ihrer 5. Hauptoersammlung eine Tagung ihrer Hauptarbeitsstelle ab. Man bekam eine Reihe sehr interessanter Vorträge zu hören So sprachen u. a. Dr. Otto K i e n z l e über«Die Budgetierung in amerikanischen Privat- betrieben", Dipl.-Kaufmann Max Schönwandt über«Betriebs- Organisation der öffentlichen Verwaltung", Dipl-Jng. Dr. Hermann Halber st ädter über„Grundsätzliche Fragen der Vordruck- gestaltung" und Dr. Günther Lehmann vom Kaiser-Wilhelm- Institut für Arbeitsphysiologie über.Arbeitsphysiologische For- schungen im In- und Ausland". Von besonderem Interesse waren die beiden ersten Vorträge. Kienzle, der im Rahmen der Rationalisierungsbestrebungen sich einen guten Namen gemacht hat, gründete seine Ausführungen auf nord- amerikanische Verhältnisse. Besonders sprach die Analyse der Ford- schen Organisation an. Im Vergleich zu den deutschen Wirtschafr- lichkeitsbestrebungen stellte Kienzle fest, daß die nordamerikanischc Organisation viel wissenschaftlicher ist als di« deutsche. Aus dem, was Kienzle sagte, zog der zweite Redner, Diplom-Kauf- mann Max Schönwandt, gewissermaßen die Nutzanwendung. Er oerwies vor allen Dingen auf die rückständige Verwaltung im Ver- kehr zwischen Reich und Ländern. Die privaten Betriebe haben aber in Deutschland keinerlei Ursache, sich über diese Rückständigkeit aufzuregen, denn bei ihnen steht es, wie der Redner unterstrich, nicht viel anders aus. Beide Redner wiesen darauf hin, daß gerade in der Wirtschaft- lichen Verwaltung der größte Teil der Arbeiten, die man als gei st ig- mechanische Arbeiten bezeichnet, von unteren und mittleren Beamten geleistet wird. Eine Ueberwindung der Rück- ständigkeit kann demzufolge auch nur, wie die Ausbildung neuer Arbeitsmethoden in der eigentlichen Fertigung, in der Werkstatt, mit Hilfe dieser Beamten durchgeführt werden. So wird das ganze Problem, das ursprünglich nur als technisches galt, zu einem pfychologisch-fozialen Problem. Wir haben die Er- kenntnis schon oft dahin formuliert, daß eine Rationalisierung, die' wirklich für eine dauernde Steigerung der Produktivität von Be- deutung sein wird, nur im engsten Einvernehmen mit der Arbeiter- bzw. Beamtenschaft durchgeführt werden kann. Der Arbeiter bzw. Beamte ist nicht nur Objekt der Rationalisierung, wie man das leider gerade bei uns in Deutschland fälschlicherweise an- nimmt, sondern vor allen Dingen das Subjekt. Versagt das Subjekt aus irgendwelchen Gründen, dann bedeutet das den Zu- fammenbruch der Rationalisierung. Wir begnügen uns für heute festzustellen, daß der gegenwärtige reaktionäre Kurs in der Sozial- Politik, vor allen Dingen die Lohn- und Preispolitik, absolut nicht der Faktor ist, jene enge Zusammen- arbeit mit der Arbeiter- bzw. Angestelltenschaft auf dem Gebiete der wirtschaftstechnischen Um- stellung zu garantieren. Selbständige Bedeutung hatte der Dortrag Dr. Lehmanns, der viel Neues auf dem Gebiete der Eignungsprüfung brachte. Die Wissenschaft hat hier wirklich neue Wege gezeigt, die die deutsche Fertigung gehen muß, wenn sie Qualitätserzeugnisse liefern will. In der Praxis ist dagegen festzustellen, daß man auf die E i g- nungsprüfung nicht den Wert legt, den sie verdient. Der Jahresabschluß der Dindcar Fahrradwerke A..■ seiner Schüler____________ später seine Freunde. Diese Schüler, die in der Schule ihr Selbsb bewußtsein bekamen, haben später mit ihrem Lehrer Meinungs> Verschiedenheiten gehabt, haben nicht immer seine Ansichten geteilt und als Erwachsene oft mit Leo Tolstoi gestellten. So führte mich einst Tolstoi zu einem Bienenzüchter, einem ehemaligen Schüler von Jasnaja Poljana. „Sie werde» mit ihm zufrieden sein,* sagte Lew Nikolajewitsch zu mir.„Er hat ein phänomenales Gedächtnis, er hat viel über die russischen Maler gelesen, und das Lesen von Büchern und Zeitungen ist sein Lieblingsvergnügen. Er kennt nianche Zeitungen auswendig. Er liest gern alte Zeitungen und hat fast alle alten Blätter, die in Iasnaia Poljana vorhanden sind, durchgeleser,. Er behandelt mich wie seinesgleichen, sägt mir„Du* und spricht mit mir völlig frei und offen." Als wir uns mit dem Bienenzüchter längere Zeit unterhielten, kam er in Ekstase und sagte voller giftiger Ironie zu Leo Tolstoi: „Ich schaue dich an, Lew Nikolajewitsch, und begreife dich nicht. Du kleidest dich wie ein Bettler, ißt kein Fleisch, lebst wie«in Mönch. Ich an deiner Stelle hätte das Leben in vollen Zügen genossen, hätte mir eine Freundin, was sage ich, zwei Freundinnen genommen, aber du... das ist einfach lächerlich!*„Was redest du da, Jermil?" sagt« Lew Nikolajewitsch empört...„Und die Seele? Die Seele?" „Was sprichst du da von der Seele?" antwortete der Bienenzüchter. „Wer glaubt heute an deine Seele?" Lew Nikolajewitsch schaute den Bienenzüchter betroffen an, sprach kein Wort, er zitterte wie im Fieber. Er schämte sich vor mir. Und Jermil, der instinktiv fühlte, daß er den Sieg davongetragen hatte, verhöhnte Leo Tolstoi weiter. Wir blieben kurze Zeit beim Bienenzüchter und gingen dann rasch weiter. * Zu jener Zeit begannen die Brandstiftungen aus den benach- barten Gütern, und wir sahen oft an den Abenden am Himmel den Widerschein der Feuersbrünste. In Jasnaja Poljana wußte man dann sofort, wessen Gut brannte. Ich war damals Gast in Jasnaja Poljana. Eines Tages kehrte Tolstoi von seinem alltäglichen Ritt blaß und verstört zurück. Er zitterte'am ganzen Leib, lieh sich im Sessel nieder und sagte mit tränenden Augen:„Wenn Sie wüßten, was ich jetzt gesehen habe! Ich begegnet« unweit Telejatitki einer Reihe von Bauernsuhrwerken. Wie gewöhnlich versuchte ich mit den Bauern ins Gespräch zu kommen. Die Leute schauten mich schwci- gend an. Da erhob sich ein Bauer, schaute mich verächtlich an und sagte:„Du lebst noch, alter Hund? Hat dich der Teufel noch immer nicht geholt? Es ist höchste Zeit, daß du krepieren sollst. Du lebst viel zu lange. Schaut ihn an, wie er auf dem satten Roß herum- reitet.* Die Bauern auf den Fuhrwerken lachten.„Was redest du da für ein Zeug zusammen?" rief ich empört.„Hast du mich nicht erkannt? Ich bin doch Leo Tolstoi aus Jasnaja Poljana!"„Wir wissen das. Du bist genau so ein Blutsauger wie die anderen Guts- besitzer..." Ich sah dann, wie die Bauern ihre Köpfe zusammen- steckten und leise sprachen. Ich dachte, daß sie mich vom Roß herunter- reißen und schlagen würden. Ich riß mein Roß herum und jagte quer über die Felder nach Jasnaja Poljana." So erregt habe ich Tolstoi nie gesehen. Auf seine alten Tage weinte er sehr oft, und wenn er eine rührselige Geschichte las— kamen die Tränen von selbst. Seine Spazierritte vor dein Essen setzte er bis zu seiner Flucht aus Jasnaja Poljana fort. * Jasnaja Poljana hat viele dichte Wälder mit alten hundert- jährigen Bäumen. Diese Wälder zogen sich meilenweit hin. Einst sah Leo Tolstoi auf seinem Spazierritt, wie unbekannte Leute die alten Bäume abholzten und das wertvolle Holz auf bereitgestellten Fuhrwerken fortführten.... Als Tolstoi den Raub merkte, lenkte er vom Hauptwege ab, damit er ja nicht den Fuhren begegnete, und ritt auf einem Seitenwege nach Hause. Cr hat auch nicht die Anzeige gegen die Holzdiebe gemacht. Zu Hause hat er nie von dieser Episode erzählt. Ich habe den Fall durch einen Zufall von einem Zeugen erfahren.... Die Angehörigen Leo Tolstois wußten von seinen Anschauungen, faßten seine' Worte aber nie ernst aus. Als sie aber bemerkten, daß gewisse Element« aus den greisen Tolstoi einzuwirken versuchten, daß er sein Land und Gut unter den Bauern verteilen solle, kamen sie in Verzweiflung. Man begann Tolstoi zu beweisen, daß Jasnaja Poljona ein gemeinsames Gut sei, und daß der Familie der Bettel- stab drohe.... Und damals wurde beschlossen, einen Familienrat einzuberufen. Lew Nikolajewitsch verteilte zu jener Zeit täglich Almosen. Die Bittsteller kamen zu einem bestimmten Baum, der „Baum der Armen" hieß, und erhiellen aus den Händen Lew Nikn- lajewitschs persönlich S bis Ii) Kopeken. Sogar aus Tula, das 15 Werft entfernt war, kamen Scharen von Bettlern und erhielten die paar Kopeken.... Kaum hatten sie aber das Geld in den Taschen, so eilten sie in den nächsten„Kabak*(Schenke) und ver- tranken das Geld.... Leo Tolstoi wußte das und stellte trotzdem nicht die Verteilung der Almosen ein...„ Ein Inflationsbilö aus öer französischen Revolution. Die Zeit der Inflation, die wir durchgemacht haben, ist uns noch in furchtbarer Erinnerung, und es ist nur ein schwacher Trost, daß derartige Zerrüttungen der Währung auch in früheren Zeiten vor- ekommen sind. Wie ähnlich sich aber damals die Verhältnisse ge- öffentlichten Briefen, die der fchlesischc Schriftsteller Konrad Engel- bert Oelsner aus Paris an den Schweizer Staatsmann Paul Ustcri richtete. Oelsner war im Mai 1795 nach Paris Zurückgekehrt, wo er bereits den größten Teil der Revolution verbracht Halle. Er war zunächst von dem glänzenden Leben in Frankreichs Haupt- stadt überrascht: besonders machte auf ihn„das allgemein vom Frauenzimmer angenommene griechische Kostüm einen hinreißenden Effekt*. Aber bald sah er mit Schaudern hinter die Kulissen. „Ich ging gestern nach elf Uhr aus einem entfernten Stadtteil nach Hause," schreibt er am 12. Juni 1795.„und kann sagen, daß mir Paris nie einen ekelhafteren Anblick gezeigt hat. Sie wissen, daß ich mich wenig an die Außenseite halte, denn ich habe zu oft in glänzenden Equipagen und hinter seidenen Gardinen das Elend gesehen. Allein diesmal deckte die Oberfläche leider nichts, und die Wahrheit stand in ihrer ganzen traurigen Blöße da. Wo es sonst noch lange nach Mitternacht wühlt« und Wagen rollten, begegneten mir, eine Patrouille ausgenommen, weiter nichts als Hund«, die nach Fraß suchten. Ich bin auf mehr als dreißig dieser Tiere ge- troffen, die man ehemals nicht um diese Zeit auf der Straße fand. Einige Bettler und ein Dutzend jener unglücklichen Geschöpfe, die von Unzucht leben, schienen um Mitternacht noch nicht soviel ver- dient zu haben, um ihren Hunger zu stillen. Sie sprachen mich an und waren w scheußliche Lumpen gehüllt. Das Elend ist besonders groß in den Klassen von Einwohnern, die ihre Einkünfte entweder völlig verloren haben oder sie nicht nach dem Fall der Assignate ver- mehren und mit den Bedürfnissen in Verhältnis setzen können. Daher rafft der Mangel viele weg. Wer bezahlen kann, leidet nicht, und der Ausländer, den die Assignate wenig koste», befindet sich wohl, aber er sieht auch nicht, was vorgeht. Ein großer Teil der Einwohner, alle die, so irgendein Kapital auszutreiben gewußt, hat sich dem Handel gewidmet. All« kauft und verkauft, und ein Gegen- stand, der sonst mir einmal ausgetauscht wurde, wird es letzt zwanzigmal: da nun jeder der Handelnden dabei gewinnt, so ver- mehrt das die Teuerung vieler Artikel, aber es nährt viele Menschen, die sonst ohne Ressource wären. Nichts ist Ungewisser als die Preise. Was heute 199 L'vres kostet, wird morgen mit 599 bezahlt. Vorzüglich richten sich die Schacherer nach den Preisen der Loiusdore, die vor einigen Tagen zu 919 Livrcs standen." Das«rste Konversationslexikon. Bei Abusir in Aegypten wurden auf einem ausgegrabenen Papyrus die Reste eines Konoersations- lcxikons aus dem griechischen Altertum aufgefunden. Dieser Pa- pyrus läßt die überraschend« Tatsache erkennen, daß der Gedanke des Konversationslexikons uralt ist, viel ällcr, als man bisher angenommen hatte. Die aufgefundenen Reste erwiesen sich als ein Auszug aus einem größeren Werk, und sie enthielten ausführliche Listen der Gesetzgeber, Gelehrten, Künstler und Techniker jener Zeit. Daneben Aufzeichnungen über die sieben Weltwunder und eine Uebersicht über die damals bekannten Erdteile, Volksstämme. Staaten. Berge, Inseln. Flüsse und Quellen. Aus diesen Angaben geht deutlich hervor, daß dies««rste Konversattonslexikon tatsächlich ein Vorläufer der späteren allgemeinen Enzyklopädien war. Mrbeitersport. Tennis im Arbeitersport. In weiten Kreisen der Arbeiterschaft— und nicht zuletzt der Arbeilersponler— ist man noch vielfach der Ansicht, datz das Tennis. spiel etwas absolut Bürgerliches, nur für die sogenannten „oberen Zehntausend"' ist, womit zu beschäftigen sich für einen Ar- beirersportler nicht ziemt Das ist ein« durchaus rückständige Ansicht, der einmal mit Entschiedenheit entgegengetreten werden muh. Entsprungen kann diese Ansicht nur sein aus dem Privileg, das die herrschende Schicht für sich aus diesem Sport im Lauf« von Jahrzehnten zu machen verstanden hat. Dieses Spiel ist aber nicht das erste, das die Arbeiterschaft vom bürgerlichen Gesellschafts- spart übernommen und der Körperbildung dienstbar gemacht hat. Ernster wird das Problem schon, wenn man— wie es wiederum in der Arbeiterschaft geschieht— dem Tennissport keine körperlichen Werte zuerkennen will. Auch hier befindet sich mancher vollkommen auf Abwegen, denn Tennis richtig zu beherrschen, ist nicht so ein- fach, wie es scheint. Der Schläger ist zwar groß und dennoch haut man in den ersten Monaten oft daneben. Es wird beim Tennis- spart ein reiches Matz an Gewandtheit im Sprung, Lauf und Treffsicherheit verlangt. Zwar ist keine gewaltige Kraftanstren- gung notwendig: um so mehr aber ist eine gute sportliche Durch- arbeitung des Körpers Bedingung. Deshalb sollten Arbeuersportler nie Tennis spielen, ohne auch der Leichtathletik eine gewisse Pflege angedeihen zu lassen. Neben angespanntester Tätigketr oller Körper. muskeln(Beine, Arme, Rücken, Bauch) bei der Durchführung des Tennissport werden in diesem Spiel auch weitgehend g e i st i g e Energien verbraucht, um gute Placierungen des Balles durch schnelle Entschlußfähigkeit und gewandte Uebersicht der Gesamtlage im Spielfeld und damit den erfolgreichen Verlauf des Spieles selbst gewährleisten zu können. Die Geistesarbeiter finden daher im Tennis vorzügliche Grundlagen ihrer sportlichen Betätigung. Aber auch die Arbeiterschaft hat heute unbedingt die Pflicht, sich diese für sie neue sportliche Betätigung zu eigen zu machen, denn durch weitere Abstinenz würde Tennis auch für die Zukunft ein Privileg der herrschenden Schichten bleiben. Nur eine Frage könnte höchstens noch hemmend im Wege stehen, das ist die finanziell'« Seite Denn Tennis ist immerhin eine der teuersten Sportarten. Um dies« Kalamität in den Reihen der Enterbten überwinden zu können, wird es auch auf diesem Gebiete nötig sein, daß die Ar- beitersportler die Hilfe der Kommunen, die vielfach selbst Tennis- anlagen schaffen, beanspruchen. Dann läßt sich manches erreichen. Nun noch zum letzten Einwand der Gegner des Tennissports, der nicht ganz unberechtigt ist: es wird zumeist angenommen, daß Tennisspiel etwas ganz Individuelles ist, das keinerlei ge- meinschaftliche Formen gestalten könne. In den weitaus meisten Fällen wird es gewiß auch so betrieben. Denn gerade im Tenhis haben die„Kanonen" eine unumschränkt« Geltung. Dennoch hat sich schon bei den wenigen deutschen Arbeitertennisgruppen gezeigt, daß man hinausgehend über das Einzelspiel im Mann- schaftsspiel gute Gemeinschaftswerte herausbilden kann. So darf auch diese Auffassung nicht zum allgemeingültigen Abschreckungsmittel werden. Wie sich die Arbettersportler Rüdem, Paddeln und so manche andere Sportart mit gutem Erfolge zu eigen gemacht haben, so wird es auch mit dem Tennis ergehen, zum Besten der Gesamtarbeit.___ Lunch 02 mitteldeutscher Boxmeisier. Im Moabiter Gesellschastshaus in der Wicleffstraße gelangten am Sonntag die Endkämpfe um die mitteldeutsche Box- Meisterschaft, für die sich die Vereine„Achilles S0".H alle und„Lurtch 0 2"- Berlin qualifiziert hatten, zur Abwicklung. Die Vertreter der Berliner Farben betraten in recht guter Der- fafsung den Kampsring. Ihre technische und teilweise körperliche Ueberlegenheit brachte ihnen einen verdienten Sieg über die Hallenser Gäste, deren Vertreter im Mittelgewicht den einzigen Erfolg für sie buchen konnte. Den Hauptkämpfen ladungskämpfe zwischen Nord-Ost und Tegel voraus. ngen Ein- ie Meister- fchaftskämpfe nahmen folgenden Verlauf: Im fliegen, und Bantamgewicht»wischen W i« f e n« r($L)— ft a n a I» t i U(8.) und Bochmann(91.)— Hol»(8.) trennten sich die Gegner nach wechsctvollem Lsampf unentschieden. Der Feder- ae wichtler Kraft(8.) errang über Ianüleitzigen Kampfvcrlaus durch Niederschlag isber Franke(8.). '''—......*.... licht über Eichel(9t.) Sieger n a i (8.) blieb im Halbschwergewicht über E i i Punkten. Resultat 12:« für Rurich 02". Anrudern und Vookskaofe. Der Ruderverein„Vorwärts" E. D., Berlin, veranstaltete am Sonntag sein diesjähriges Anrudern in Form einer Propagandafahrt vom Bootshause Ober- schöneweid« bis zur Mühlendammschleufe und zurück. Zirka 30 Vereinsboote und einig« Privolboote hatten sich an dieser Fahrt beteiligt. Das Wetter war der Veranstaltung nicht gerade günstig. Nach der Auffahtt fand auf dem Booisplatze unter Beteiligung zahlreicher Gäste die Taufe von zwei Doppelvierern statt. Damit hat der Verein seinen Bootsport, der weft über 100 Boote zählt, um zwei neu« Vereinsboote vermehrt. «oll-ta-zkurs-, fei R-wifriu-fe. Am Freitag, 29. April, beginnt der neue Volkotanzk irsus des Touristenverein,„Die Naturfreunde, Pezirk Schorn- berg-Frirdenau, in der Turnhalle der Ehamissolchule am Barbaroffaplatz zu Echonebera. Anmeldungen können noch»um Beginn des Kursus vorg'nomm'u werden. Vorherige Anmeldung in der Wohnung des Genosien Willi GamtoHi, Friedenau. Offenbacher Str. 28. Teilnehmergebühr beträgt 2 M. für den Kursus, die nach Möglichkeit im voraus zu entrichte» ist. 8eicht« Schuhe müssen mitgebracht werden. Wetterbericht der ZffenMchen wetlerdieaftslelle für verlin und Umgegend. (Nachdr. verb.) Merklich kubier, wechlelnd bewölkt, obne nennenöwerte Schauer. Abnahme der Winde.— Jflt Deutschlaad: Ueberau kühl und strichweise Schauer, besonders im Osten. sie sondepangcboh SwT \MQSthtn )addaf&&€9 Ben/in, Leipzioen Str. 122-125i CASINO-THEATER« um Pimpelhuber der Millionen-Erbe Cutschein: Faut 1 Mk, Sessel 1.SO Mk Staats-Theater Opernhnus a. Platz d.Republ. Vi, Uhr: Madame Butterdy Schauspielhau* ?>., Uhr: Der Wildschütz Schiller- Theater 8; Prinz Friedrich T. HomburK OeotsdutMer Norden 1033t— 37 8 U. Endel! U. Der Arzt am Stfieldeweä Kammerspieie Norden 10334—37 8>/„ Ende nach 10 Lockvögel Die Komödie BismarcK 2414. 751� 8 Uhr, EndelO'/fU. lititeliifiahrDgiieiil Mannequins Nachtvorstellung Täglich 11 Uhr: Heyne; Was Sie wollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Tlicat. LKolltiiior!pl. Kurfürst 2091 8 Uhr Ende gegen II Drei arms kleine Welz Onentte reu Wiltei Hollo »!M SPEI Charlottenburg Vit Uhr: Jugend im Mai Abonn.-Turnos IN. 'illenbntrB jr.ua Ots. Künstler-Th Heue kesmiossent morgen 7 Uhr Premiere Adieu Mimi I.esslns-Thcater 8 U.: Der Patriot ffeorar. lortwr l.usispielhaus Ittiti VonlillDBgui 8'/. Uhr: Goido Thiehthw Huna Trianon-Thealer Max Adalbert 8 Uhr in koMr.2391 „Möllere" Stg. 3'/! nehm. 1-e M. Hu Uüderl in. Rlubleilt' Nollendorf 7360 s uhr- Neutieiten! Volksbühne Idtilkk im BOlowplih 8 Uhr Traumspiel Morgen 8 Uhr; Tranmspiel Tb. im SdufflmitnlimD 8 Uhr Tragödie der Liebe. Ärbelter, Angestellte, Beamte besucht die Veranstaltungen der „No-Va-Co" Karlshorst, D utsches Haus Treskowallee(amBahnh.) Jed. Dienstag Pankow, Konzerthaus BreitestraBe 34 Jeden Mittwoch Cöpenick, Stadttheater Friedrichstr.ö Jeden Freitag u. Sonntag Tegel, Vereinshaus(Hamaseck Hauptstraße i Jeden Sonntag Notstands-Varl et«-Kommission der Intern. Artlsten-Lojrc B. V. Reichshallen-Theater Allabdl. 8 U. Sonrtags nachm. i v. Steltiner Sänger Nachminags; B a t b e Preise, TOUes Programm Dönhoff-BreU'l: Baamklftle, Variett, Komert u. Tanr. ientraN Theater Täglich 8 Uhr: Der bloude Zigeuner Ggsntti na Hirtin Hwpl tlwiiuao. Hills, Hiiaiii, Barl«Iii», t. Oitao oinrarsky-ollon Ch. Konlgträtz St. Hasenheide 2110 8 Uhi: DiutdnleT.M WaSSner-Thealer S'/z Uhr: Der Lustspiel erfolg AnlflerSaiiqcnscHc [ Ziehung am 6. u. 7. Mal Täglich 8 Uhr: ürkDisriozeislD waimuia- Titeai.ieireiaoi. rneat Täglich 8>/a Uhr: Die von der Liebe leben! .'unllidi ktian Zitmr Vorzelger zahlt nur halbe Kassenpr. naua-Tbeaier 8 Uhr. Der mutige Seelabrer j)ergr. Eric. I Ben Bor] Kols niai l Vorvetkaol i "dich ab 101-77111 mssssm Jlose-Theater 8'/« Uhr: Die beiden Ma�illqallen Mittwoch, den 27. April nachm. 3 Uhr D WOCHENENDE AUSSTELLUNG AM KA/SERÜAMM Märklsdie Heimat Verkehrspanorama/ Kunsfau»- stcllang> Die Landschaft In der Photographie/ 300 AVodienend- bauamod eile/ Sditi! enrcltbewerb Der Bedarf dcs�Vothencndler« Wochenendhaus-Kolonie TigL I Uhr Tm. die 10 Uhr abds. ElrlaQ bis 9 Uhr Eintritt 1.SO M./ SchUior TS Pk. Alte Aufohalle: BERLINER SCKNEEPALAST TagLvonQUhr vT.blsSUhrabda. Ab 8�0 Ihr: Groß. Sehne e«port- Abend- Programm/ Sdineebelictf/ Großer Ski- und Rodclbetrlcb» Gitrilt I.SO Um f9r AsuUlke�siauchir 1 M. � Allen lieben BeteMgjen. die bei der Einäscherung meinem lieben Bater Gustav Krafft die lebte Ehre erwiesen haben, meinen tiessühienden Dank. Efts Krafft. Danksagung:. Für die vielen Beweise liebevoller Anteilnahme anläßlich der Einäsche- rung meines lieben Mannes und guten Baters sage ich hiermit allen daran Beteiligten meinen herzlichsten 'S>anl Huna Huldui? und Todifar. Qrttkrankeokasie Iii die Gewele der Tisdiler D.Pianalorteariieiterza Berlin Die Bertreier der Arbeitgeber und der Versicherten werden h erdurch zu der Ordentlichen Ausschufzsihung am Oonuerstag. dem 8. Mol. nachm. S Ahr. im»Saicheaberger Hok". Reichenberger Str. 147, eingeladen. Tagesordnung: 1. Berickt des Vorstandes über da» Ge chält»:ahr IS2S. 2 Abnahme der Jahr: s- rechnung lür das Gesdiästsjahr IS2S und Bettiht be» Rechnungsausschusses. 3. Per schiedene«. Berlin, den 20 Avril 1S27. Oer Vorstand Fr. käeershach. Voischender H. Ehrlich, Echristftihrer Besonders in der Qesamt« Auflage|«J|||Me f des Vorwärts und trotzdem Nou•rSffnoti Tanx- Parkett Orlg. Donglcs Täglich: GROSSE KONZERTE von 1 Uhr mittags bis 2 Uhr nachts) Potsdamer Platz Orlg. Douglas Jazz Band WAchsatlleh lindsn Prsls-Tanzkonkurrenzsn In Charlsslon, Foxtrott und Walzsr statt t m\\VI\mAK ,NACHl. Mm•yw�viuctu-rFitr.�.; VcFB€«awiSs$t«Blena: Köpenicker Straße 75. Steglitz, Bismarckstraße 64a. Lankwitz, Biuchwitzstraße 6. Berlin N, MQUeistr 153a Neukölln, Kotlbusser Damm 103 Neu eröffnet: Alte Schönhauser Straße 46 »MMUMM-MSiiil Freitag. 29.«peil, mittags 12 Ahr. im parterreiaal de»„RofeafTialet Yak»»-. AasentHaler Strohe IhlZ: Versammlung"«q sämtlicher Eisen-, Bevolverdreher und Rundschleifer. Zaaesordnunq t. Das Arbei!?- »elt-Notgeleh. 2. Branchenangelegenheiten und Berlchiedene«. Mitgliedsbuch legitimiert. Jeder arbeitslos« K llege muß erscheinen. Freitag, den 29.«prit, nachmittags « Ahr. bei A n a a e r. Grobbeereastrahe. am BaHnHoi Marienielde Versammlung aller Lehrlinge, jugendl. Arbeiter und Arbeiterinnen der Marien- felder Betriebe. Tagesordnung: i. Der 1. Mai, seine Bedeutuna tür die Jugend. Referent! Kollege Mag Scharf. 2 Betrieb», un, BezirksangelegenheUen. 3. Beschwerden Alle Zugendkolleaen müssen erscheinen: auch die Unorganisierten. Miliüiu! StIlljfOlÖPKCt Mm Rehfeld. Badstraße Frattag.d»» 29. April, abzad» r Ahr, im Lotai van walischlUgar. «daldertflr. 23: Branchenversammlung Tagesordnung: I Bericht von den Verhandlungen vor dem Schlichtung»- au»>chuß 2. Diskussion. tzutriit haben nur Mitglieder der freien Gewerkschaiien. Ohne Mitgliedsbuch kein tzutrttt. via Ortaaarmaiwag. 2 leppidic wenig gebraucht 25.- und 37.50, Gelegen. heüoposlen! tziria 40 ieh'.erh. 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