Nr. 223. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfa., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das internationale Sedan des Liberalismus. nennen. " Dienstag, den 24. September 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Der Rückgang, wo nicht Untergang des Liberalismus| Bürger und Arbeiter, die eben noch im Kampf gegen die ist ausnahmslos in allen Kulturländern zu verzeichnen. reaktionäre Staatsgewalt neben einander gestanden hatten, Fassen wir nur kurz zusammen. In den letzten belgi- standen nun im Kampf gegen einander. Seitdem hat das französische Bürgerthum jeder Gewalts maßregel, jedem Knebelgeseß, das ihm Schutz vor der gefürchteten Arbeiterklasse versprach, begeistert zugejubelt, leichten Herzens" jeden Rest der früher so heldenhaft ers oberten, so zäh vertheidigten Freiheit in die politische Müllgrube geschleudert. Und heute ist in Frankreich die Arbeiterhat auf der Tagesordnung. In einem Leitartikel über die Niederlage des öfter- schen Wahlen wurde der Liberalismus fast bis zur Vernich- Die Junisch lacht schied für immer die beiden reichischen Liberalismus bei den letzten Gemeinderaths- tung geschlagen; in den letzten englischen Wahlen hat der Söhne des dritten Standes": den älteren Bruder- den Wahlen in Wien weist der Pariser Temps", das Haupt- Liberalismus eine zerschmetternde Niederlage erlitten; in Bourgeois, und den jüngeren, den um sein Erbtheil organ des französischen Liberalismus, mit einem großen Desterreich war bei den letzten Gemeinderathswahlen betrogenen Bruder: den Proletarier. Von nun an war die Aufwand von Scharfsinn nach, daß der österreichische die Niederlage des Liberalismus geradezu vernichtend; in französische Bourgeoisie reaktionär- der Liberalismus Liberalismus zu grunde gegangen ist erstens an der„ chirur Italien, wo der Liberalismus seit den 60er Jahren so üppig wurde auf dem Altar des goldenen Kalbes geopfert, und gischen Operation des Jahres 1866"( Eisenbart- Bismarck), in Blüthe stand, so wunderbar lebenskräftig schien, kriecht das Bonaparte zum Präsidenten gewählt, was die Sanktionirung zweitens an seinen- des Liberalismus eigenen Fehlern, einst liberale Bürgerthum vor einem Manne, der alle Grundsäße des Staatsstreichs, des despotischen Regiments, der a b und drittens endlich an dem Nationalfehler der Deutschen, des Liberalismus unter die Füße getrampelt hat. Und das so luten Klassenherrschaft und Klassens nie einig zu sein, so daß das bekannte Wort homo homini nämliche Schauspiel, welches das Italien des Crispi, uns bittatur bedeutete. lupus der Mensch ist dem Menschen ein Wolf in heute darbietet, hat Frankreich der Welt schon seit fast Germanus Germano lupus- der Deutsche ist dem Deutschen 50 Jahren, Deutschland seit 30 Jahren geboten. Der ein Wolf- umzuwandeln sei. Crispi Deutschlands hat Bismarck geheißen, und wie Der„ Temps" hätte sich die Mühe sparen können, wenn er morgen heißt, wissen wir nicht. Und in Franker in den Epiegel geschaut hätte. Um den französischen reich hat der Crispi 30 Jahre lang Napoleon geLiberalismus, den er vertritt, ist es nicht besser bestellt als heißen, und seitdem heißt er alle paar Monate anders, um den österreichischen, obgleich jener eine ganz andere Ent- bald Boulanger, bald Constans, bald Casimir Perier. Auf wickelung gehabt hat als dieser, und obgleich Frankreich ja den Namen kommt's ja nicht an, sondern auf die" Faust", In Deutschland war und ist es ähnlich. Unser Bürgerdie eigentliche Heimath und das klassische Musterland dessen auf die starke Faust, le poignet fort, wie die Franzosen thum, das einst für bürgerliche Freiheiten schwärmte, beugte ist, was wir auf dem Festland von Europa Liberalismus es ausdrücken die starke Faust, welche die Gurgel des sich vor einem reaktionären Junker, und ist heute reaktionärer Denn ist auch das Bürgerthum, das zu seinem Feindes umflammert oder, geballt, den Feind niederschlägt. als die Junker selbst, denen das Feuer der SozialistenRegierungsantritt den Liberalismus brauchte, in England Und der Feind das ist das Proletariat. gefahr nicht so unmittelbar auf den Nägeln brennt. Wie früher zur Herrschaft gelangt als in Frankreich, so hat der In dem Frankreich, dessen dritter Stand" vor 100 viele wirklich liberale Bourgeois mag es in Deutschland englische Liberalismus doch doch eigentlich praktisch nur und etlichen Jahren die Menschenrechte und die Freiheit noch geben? Der jüngste Sedansrummel hat es gezeigt. auf Frankreich gewirkt, das seinerseits dann und Gleichheit alles dessen, was Menschenantlig trägt", Sie ließen sich in ein halbes Dugend Droschken einden übrigen Staaten des europäischen Festlandes verkündigte, hat das Bürgerthum vollständig mit den freiheit packen. den Liberalismus vermittelt hat. Alle sogenannten Ver- lichen Prinzipien und Jdealen gebrochen, für welche die Groß- Nein nicht blos in Desterreich ist der Liberalismus fassungen, die seit dem Anfang dieses Jahrhunderts in den väter der Bourgeois von heute ihr Leben in die Schanze schlugen todt. Er hat nirgends mehr Lebenskraft, nirgends mehr verschiedenen Ländern des Kontinents pilzartig entstanden und ihr Blut in Strömen vergossen. Nicht nur gebrochen Lebensberechtigung, nirgends mehr eine Existenzmöglichkeit. und zum theil auch pilzartig vergangen sind, sie alle haben sie mit diesen Prinzipien und Idealen, sie haben Der Boden, aus dem er hervorging, ist verschwunden | ausnahmslos sind nach französischem Muster gemacht ihnen den Krieg erklärt, Krieg auf Leben und Tod, und sie hinweggeräumt durch die kapitalistische Entwicklung, die den freilich durch die Bank verschlechterte Nachbildungen. wenden die ganze Staatsmacht und die Gesetzgebungsklinke, Klassenkampf bedingte und den Bourgeois zum natürlichen Namentlich gilt dies- was wir unsere auf Frankreich die sie in der Hand haben, dazu an, um diejenigen aus Gegner und Unterdrücker des Proletariats machte. Unterschimpfenden Patrioten und Chauvinisten sich hinter die zu rotten, welche für diese Prinzipien und drückung und Liberalismus- das verträgt sich aber nicht Ohren zu schreiben bitten, von sämmtlichen deutschen Ideen fechten. Und die das thun, das sind die klassen- das schließt sich gegenseitig aus. Und da der KlassenVerfassungen, die preußische und die Reichsverfassung mit bewußten Arbeiter, das ist die Sozialdemokratie. tampf international ist, ist auch das Sedan des Liberalismus eingeschlossen. Der dritte Stand", der neben der emporstrebenden international. Also Frankreich war für uns Kontinental Europäer Bourgeoisie den Embryo des Proletariats umfaßte, hat sich Dem Bürgerthum graut heutzutage vor seinen bürgerunzweifelhaft das Musterland des Liberalismus. in die zwei Klassen gespalten, welche die heutige Gesellschaft aus- lichen Freiheiten, die zur Waffe geworden sind in der Hand Freilich, es ist Musterland gewesen. Und heute hat machen, und die herrschende Klasse, welche die andere seiner Feinde: der klassenwußten Arbeiter. Ueberall- mit der französische Liberalismus dem österreichischen nichts vor: ausbeuten will und zu diesem Behuf knebeln muß, einziger Ausnahme von England, wo die Bourgeoisie noch so zuwerfen. Im Gegentheil, in der Fäulniß ist er ihm ist durch die Logik der Thatsachen gezwungen, despotisch zu start zu sein glaubt, daß sie sich den Luxus der Freiheit er voraus. Ja, er ist sogar schon über die Fäulniß und sein, und den einst von ihr so grimmig bekämpften Apparat lauben kann- sehen wir die Bourgeoisie damit beschäftigt, das Verfaulen hinaus- denn er hat schon längst auf der Gewaltpolitik zur Vertheidigung und Stärkung ihrer die bürgerlichen Freiheiten zu untergraben, umzustürzen. gehört zu sein. Macht in Anwendung zu bringen. Alle Angriffe auf das allgemeine Wahlrecht, auf das VereinsWenn irgend eine politische Parteis und Gedanken- In keinem Lande der Welt war der Liberalismus- das und Versammlungsrecht, auf die Preßfreiheit sie gehen richtung in einem einzelnen Land einen Rückschlag erleidet, heißt die Verehrung des bürgerlichen Freiheitsideals und in erster Linie von dem einst liberalen Bürgerthum aus. so kann dies auf Zufälligkeiten und örtliche Ursachen zurück das Bestreben, es in dem Staate zu verwirklichen so gründ- Und die Fronie der Weltgeschichte hat es gefügt, daß geführt werden, die zu feinem allgemeinen Schluß berech lich in Fleisch und Blut des Bürgerthums übergegangen, die am Ende des 18. Jahrhunderts vom Bürgerthum ertigen. Wenn jedoch dieselbe Erscheinung sich gleichmäßig, wie in Frankreich. Nirgends ist der Bruch, der Umschwung, fämpfte bürgerliche" Freiheit jetzt am Ende des 19. Jahr und ohne daß eine direkte Einwirkung des einen Landes der Frontwechsel aber auch so jäh erfolgt. Bis zum Jahre hunderts gegen das Bürgerthum benutzt, vertheidigt und auf das andere stattfindet, sich in verschiedenen, oder gar 1848 war das französische Bürgerthum noch bereit, für die verfochten wird von der Klasse, welche das Bürgerthum in allen Kulturländern vollzieht, dann kann als feststehend Freiheit in Kampf und Tod zu gehen" auf den Barris stürzen will und stürzen wird: von dem sozialdemokratischen betrachtet werden, daß allgemeine Ursachen in Kraft sind, kaden der Februar- Revolution standen noch Bürger neben Proletariat. und daß es sich nicht um eine blos vorübergehende Er Arbeitern. scheinung handelt. Skizzen[ Nachbruck verboten. aus dem füdamerikanischen Hinterlande. 47 " % . " Und der Preis Vier Monate später hatte das Blatt sich gewendet, Die paraguayische Regierung neunt... Sie begreifen mich waren ja lauter gute Judianer, die damals ihr Leben wohl und ich begreife, daß Ihr eigenes Interesse durch gelassen haben und verfault sind in den Wäldern... ich das lange Warten arg geschädigt werden würde... und verspreche Ihnen, daß kein Baum in dem Wald gefällt damit komme ich zum Ende.... Wie wäre es, wenn Sie, werden wird; es stehen noch eine Menge guter Bäume um alles das zu vermeiden, der Frau Maria Wilson den darin geseßliches Holz*) mein Herr... Sie geben Möglich, daß ich und Frau Wilson ebenfalls etwas zu Campo Cerro Desgracias abkauften, das heißt nicht die uns für den Kaufpreis Wechsel, die auf 12 Monate Sicht verbergen haben. Sie sind ein Geschäftsmann und nehmen ganze Estanzia der eigentliche Kamp mit den Ge- laufen... Ihre einzige Unterschrift genügt uns... Sie Ihren Vortheil wahr, wo Sie es können und wie Sie bäuden und dem Vieh sind nicht verkäuflich, sondern nur sind ja der reiche Winterfeld... und an dem Tage, daß es fönnen. Ich bin ein gewöhnlicher Indianer und durch der Wald... Sie brauchen ja nur den Wald zur Er- die Wechsel fällig sind, treten Sie in den Besitz des Landes aus fein Geschäftsmann, und Frau Wilson ist eine dumme richtung einer Ackerbaukolonie einige fleine Ramp- ich glaube wohl, daß mein Vorschlag Ihnen annehma Frau, wie alle Frauen sind; ihr ist leicht etwas vor- inseln finden sich übrigens hie und da auch im Walde für bar erscheinen dürfte." gemacht... Wir haben uns also in den letzten Tagen die hungrigen Ziegen der Kolonisten... paßt Ihnen der allerlei hin und her überlegt und uns gedacht, daß wir in Vorschlag..." " Ich bin unter solchen Umständen ein billiger Mann, eine Falle gerathen sind, um es so zu sagen... ja in eine Herr Winterfeld war immer mehr überrascht von der Don German,... Sie thun mir einen Gefallen... Der Falle... aber nun hören Sie, Herr Winterfeld, auch ein Schnelligkeit, mit der sich das ganze Geschäft abwickelte. alte Richter von San Fernando möchte nicht gern auf seine Thier in der Falle wehrt sich wie es kann... wollten Sie Der Richter schien seine Gedanken zu errathen, oder sie zu letzten Tage die Gefängnißmauern von Asuncion sehen... uns anklagen wegen Erbschleicherei, Fälschung von Doku- kennen, wie feine eigenen. Es konnte keinen bessern Aus- die Wittwe braucht aber Geld, um zu leben... nehmen menten, Unterschiebung von Personen... ich bin nicht weg geben für ihn, als auf das Anerbieten des Alten ein- wir den gewöhnlichen Preis, den Sie meinetwegen abschätzen ganz unbewandert in paraguayischen Gerichtssachen und zugehen, der augenscheinlich die ganze Situation zu beherrschen mögen... das Land liegt nahe bei der Hauptstadt.. habe auch noch allerlei Gevatterschaften, die mir zur Seite glaubte, während der eigentliche Herr derselben Herr German ich glaube, daß Sie gut und gern zehntausend Pesos für stehen, wenn es einem an den Hals geht. Ich werde für Winterfeld war. Hatte er nur erst den Wald in seinen die Legua geben können... man hat neulich zu Zwanziguns beide Kaution stellen, Don German, in jeder Höhe, Händen, das übrige fand sich dann mit der Kolonie deutscher wenn man uns festsetzen wollte deswegen. Sie haben Ackerbauer und allem anderen. wohl gestern auf der Bank gesehen, daß ich nicht ganz mittellos bin... so daß es noch gut und ganz immerhin drei oder vier Jährchen dauern könnte, bis die Sache entschieden ist, ob Frau Maria Wilson keinen Anspruch an Eine Bedingung habe ich noch dabei," sagte der Richter, die Erbschaft hat, oder nicht, und ob wir beide in das Ge- nämlich die, daß der Wald erst nach einem Jahre in Ihren fängniß zu Asuncion gehören... Ebensoviel Zeit würde wirklichen Besitz übergeht. Ich will ihn noch nach dem Rest vergehen, bis dann endlich die Brocken der fetten Erbschaft der Stelette absuchen unterdessen und mag nicht, daß diese unter den Hammer fämen zum besten der Herren, die sich den deutschen Kolonisten unter ihre Hacken gerathen.... Zwecken brauchbares Holz. " Sind Sie einverstanden mit dem Verkauf, Sennora..." " Ja, Sie haben ja gehört, daß der Vorschlag vorhin zwischen Don Matias und mir abgeredet ist. tausend hier in der Nachbarschaft verkauft und war fein Wald wie Cerro Desgracias... lauter schlechtes Beug, wie es aufwächst, menn der alte Wald einmal früher abgeholzt gewesen ist..." Der Vorschlag erschien Herrn Winterfeld nicht übel. Für beide Theile war er annehmbar. Der Preis war nicht madera de ley, gesetzliches Holz, heißt hartes zu allen Parteigenossen! Wir veröffentlichen hiermit die bei uns bis zum Ablauf des wiederholt bekannt gegebenenfftatutarischen Termins eingegangenen Anträge zum diesjährigen Parteitage. Anträge und Beschlüsse, welche nur in der Parteipresse veröffentlicht, aber nicht an das Parteibureau eingesandt wurden, sind in das nachstehende Verzeichniß nicht aufgenommen worden. Wünschen Parteigenossen noch Anträge in die dem Parteitage zugehende gedruckte Vorlage aufgenommen zu sehen, so müssen fie dieselben umgehend an die Adresse des Parteibureaus: J. Auer, Berlin SW., Razbachstr. 9, einsenden. " schiedenste die Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften, I nebst den aus denselben sich ergebenden Forderungen zu den sowie die Religion selbst, wo ihre Lehren sich dem Befreiungs Tagesfragen mit Beziehung auf die landwirthschaftlichen Vertampfe des Proletariats entgegenstellen. hältnisse in einer besonderen Broschüre ausführlich zu erläutern. Parteigenossen in Lechhausen: Das Programm ftatt wie Hierzu sind die von der Agrarfommiffion zu den Forderungen 7, bisher in zwei, in Zukunft in drei Theile zu formuliren. Den 10, 11, 16 und 17, sowie zu den speziellen Arbeiterforderungen dritten Theil hätte unsere Forderung in bezug auf die land- gemachten Vorschläge zu verarbeiten. Die Vorschläge aber, wirthschaftlichen Verhältnisse zu bilden. welche sich auf das öffentliche Eigenthum, den Staatskredit demokratische Programm jede Woche einmal im Genoffe A. W., Berlin N., 6. Wahlkreis:„ Das sozial- und die Verstaatlichung der Grundschulden beziehen, Borivärts, gänzlich zu ändern und so zu gestalten, daß durch dieselben ein Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands", gleich Mißverständniß nicht möglich ist, sowohl darüber, daß durch unter dem Titel, sozusagen mit als Titel, zu veröffentlichen, mit dem solche Mittel den Kleinbauern ihr Besitz auf die Dauer nicht er= Bermerk: Um sich besser über den Inhalt des Programms zu halten werden kann, als auch darüber, daß diese Forderungen informiren, ist folgendes sehr zu empfehlen. 1. Was die Sozial- nur in einem wirklich demokratisch regierten Lande dem Volke demokraten sind und was sie wollen, mit dem Eisenacher, zum Nutzen gereichen. Die von der Agrarkommission empfohlenen Gothaer und Erfurter Programm von W. Liebknecht, Preis neuen Einleitungsworte sind einfach zu streichen." 25 Pf. 2. Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie, Parteigenossen des 16. sächsischen Reichstags= Erläuterungen zum Erfurter Programm von K. Kautsky und Wahlkreises: Den Agrar- Programm- Entwurf abzulehnen; B. Schoenlant, Preis 10 Pf. 3. Das Erfurter Programm in die Agrarfommission bleibt mit der Maßgabe fortbestehen, daß seinem grundsäglichen Theil, erläutert von K. Kautsky, Preis geb. fie weitere Untersuchungen der landwirthschaftlichen Ver1,50 M. und geb. 2 M., welche in der Buchhandlung des Bor- hältnisse vorzunehmen und neue Vorschläge auszuarbeiten hat. wärts" sowie in allen Partei- Buchhandlungen zu haben sind. Parteigenossen in Lechhausen: Die Agrarfommission gewandsfreien§ 4 der Arbeiterschutzforderungen folgende Schluß vorliegenden Entwurfs, das gesammelte Material genauer zit Genosse Walther, Berlin, 6. Wahlkreis. Dem ein wird beauftragt, unter Beiziehung von energischen Gegnern des fassung zu geben:" sowie für Handels- und Bureau- Angestellte." prüfen und zu sichten, womöglich noch weiteres zu sammeln, Parteigenoffen des 17. hannoverschen Wahlkreises: damit bis zum nächsten Parteitage ein für unsere Partei nüz" Der Parteitag hat alle Anträge zum Programm an eine neu licher und für alle Genossen annehmbarer Entwurf geschaffen zu wählende Kommission zurückzuweisen, welche sie zu verarbeiten wird. und darnach einen neuen Entwurf vorzubereiten hat mit der Parteigenossen in Danzig: Unter Verwerfung des AgrarMaßgabe, daß ein besonderes Agrarprogramm nicht geschaffen programms wird die Agrarkommission mit der Abfassung eines Leitfadens betraut über die zweckmäßigste Art der Landagitation. Diese verspätet eingehenden Anträge werden dann in der Vorlage besonders ausgezeichnet und sollen nach Erledigung der nothwendigen Geschäftsordnungs Formalitäten bei den zu treffenden Punkten der Tagesordnung mit zur Behandlung stellt werden. = Berlin, 23. September 1895. Der Parteivorstand. ** Tagesordnung: ( Die geschäftsordnungsmäßige Formel:„ Der Parteitag wolle beschließen", ist der Zeit- und Raumersparniß halber gelaffen.) Parteigenoffen des 1. Berliner Kreises: Der Vorstand der polnischen Parteigen offen hat gleichfalls über seine Thätigkeit Rechenschaft zu geben. Genoffin Löwenherz, Neuwied: Auf die Tagesordnung des Parteitages für 1896 ist ein Referat über die Frauenbewegung zu setzen. werde." " Organisation. Parteitag. fort- Wahlkreises: In dem Programm der Sozialdemokratischen Genosse Sabor und 10 Genossen des 4. Berliner Partei Deutschlands ist die Forderung eines achtstündigen beit allen Arbeitern. 2. Festsetzung eines höchstens 8 Stunden Marimalarbeitstages durch folgenden Passus zu ersetzen: 1. ArParteigenoffen in Halberstadt: Den nächsten Parteitag betragenden Arbeitstages für alle in öffentlichen Betrieben be- in Halberstadt abzuhalten. schäftigten Arbeiter und Beamten. Parteigenoffen des ersten und zweiten Hamburger Parteigenossen des 1. badischen Reichstags- Wahlkreises: Den nächsten Parteitag in Hamburg abzuhalten. treises: Wir erkennen die Wichtigkeit der Landarbeiter- und Parteigen offen in Hannover und Werden: Den nächsten auf dem flachen Lande an. Wir halten die Aufstellung eines Bauernfrage für den gesunden Fortschritt unserer Bewegung Parteitag in Hannover abzuhalten. Parteigenossen des ersten und dritten Berliner und des einheitlichen Agrarprogramms im Sinne der Resolution des Nieder- Barnimer Kreises: Den Parteitag fünftig Frankfurter Parteitages für dringend geboten. Dem von der zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden zu lassen. Agrarfommission vorgeschlagenen Entwurf tönnen wir zwar nicht Parteigenossen in Barmen: Den Geschä tsbericht des Die in allen Theilen unbedingt zustimmen, jedoch halten wir ihn für Parteivorstandes, 3 Wochen vor dem Beginn des Parteitags Die eine geeignete Grundlage zur weiteren Behandlung der Frage zu veröffentlichen. und hoffen, daß dieselbe zu einem befriedigenden Ergebniß führen werde. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages den Punkt Proportionalwahlen" zu stellen. Geschäftsordnung. Parteigenoffen des 14. hannoverschen Kreifes: Präsenzliste ist bei Gröffnung jeder Sigung zu verlesen. Fehlenden sind im Protokoll zu verzeichnen. Parteigenossen des 1. Berliner Kreises: Bei allen Abstimmungen, bei denen Genossen persönlich interessirt sind, ruht deren Stimmrecht. Organisation. Betheiligung an den Parteitagen und den Parteigenoffen des 1. badischen Reichstags WahlAbstimmungen bortselbst. Die einzelnen Wahlkreise reises: Aus finanziellen Gründen sind wir nicht im stande tönnen ohne Rücksicht auf die Stärke ihrer Wählerzahl einen eigenen Delegirten zu entfenden, müssen deshalb auf eine vertreten sein, jedoch gelten bei allen wichtigen Abstimmungen Beschickung des Breslauer Parteitags verzichten, fordern aber, folgende Beschränkungen: Kreise, die bei der letzten allgemeinen daß derselbe Mittel und Wege findet, in Zukunft diesen Zustand Reichstagswahl bis 4000 sozialdemokratische Stimmen auf zu ändern. gebracht, haben 1 Stimme, 4-10 000 haben 2 Stimmen, und jedes weitere 10 000 je 1 Stimme mehr auszuüben. Genossin Löwenherz- Neuwied: Broschüren. Parteigenoffen des 2. Nassauer Wahlkreises: Nach Der diesjährige Parteitag enthält sich jeder Beschlußfassung zugeben unter dem Titel: Was hat der Reichstag in der verSchluß einer jeden Reichstagsfession ist eine Broschüre herausvon prinzipieller Bedeutung für die Frauenbewegung. Parteigenossen in Barmen und Niederbarnim: gangenen Session geleistet, für die Land- und Industriebevölkerung, Punkt 6 der Tagesordnung des Parteitages ist als Punkt 3 genannten Bevölkerung eingetreten?- Die Broschüre soll den und welche Partei ist am meisten für die Interessen der obenParteigenoffen in 2angenbielau: Genossen behufs Agitation unentgeltlich abgelassen werden. Resolutionen. zu setzen. Den Punkt 6 der Tagesordnung als Punkt 4 zu setzen. Programm. Parteigenoffen des 2. fchleswig- bolsteinischen Kreiſes: Dem Punkt 6, Absatz II, des Parteiprogramms ist eine präzisere Faffung zu geben, damit jede verschiedenartige Auffassung darüber einfach unmöglich ist. Parteigenosse Reye, Berlin, 4. Wahlkreis: Der Passus 6 des Erfurter Programms„ Erklärung der Religion zur Privatfache" soll lauten: Die Sozialdemokratie bekämpft aufs entübermäßig, und nach einem kurzen und dazu nur scheinbaren Bedenken ging er darauf ein. " Ich freue mich, Sennora, daß diese unerquickliche Angelegenheit auf diesem bequemen Wege geordnet ist..." Die Frau auf dem Sopha antwortete einfach: " Ich ebenfalls, mein Herr..." Kurze Zeit darauf war der Kauftontratt ausgefertigt und unterschrieben, der Herrn Winterfeld nach einem Jahre in den Besitz der neun Leguas Waldland setzte, die zu der Estancia Cerro Desgracias gehörten, und er unterschrieb dafür neun Wechsel, jeden zu zehntausend Pesos, zahlbar zwölf Monate nach Sicht. Das Schreibegeschäft wurde in dem Bibliothefzimmer abgemacht und Herr Matias ließ zur Befiegelung echten französischen Champagner erscheinen. „ Die Frau Wilson ist wohl eine Verwandte von Ihnen?" fragte Winterfeld, indem er an dem Champagnerglas nippte, ich habe die Vermuthung, daß Sie dieselbe in die Erbschaft hineinbringen wollten damals " ,, Sie haben recht, wie immer... es ist eine Verwandte von mir, wenn man es so nehmen will; nur daß ich Paraguayer bin und sie ist Argentinerin vor dem hiesigen Gesetz Und der Dr. Wilson hat außerdem noch Vermögen hinterlassen..." Einiges... es ist möglich, daß Ihnen schon etwas davon durch die Hände gegangen ist ein Theil davon ist in Buenos Aires angelegt und ich habe schon Giros und Wechsel von der Firma German Winterfeld in Händen gehabt..." " Der Richter schloß die Wechsel in einen Schrank ein, übergab den Kaufkontrakt, nachdem er ihn noch einmal aufmerksam durchgelesen hatte, an Winterfeld und sagte dann zu ihm: Wenn es Ihnen nicht unangenehm ist, wollen wir auf den Aufsichtsthurm steigen, man hat von dort eine vortreffliche Aussicht über die ganze Umgegend und Sie können gleich eine Umschau über Ihren Wald halten." Man stieg hinauf. Auf einer Plattform, die mit einem Geländer versehen war, flatterte die englische Flagge in dem fühlen Nachmittagswinde. Das Land lag vor und unter ihnen wie eine große Karte. Die weite Kampfläche erschien glatt wie ein gedeckter Tisch. Die dunkeln Flecke, die sich hin und wieder auf ihr abhoben, waren die Heerden der Estanzia. Hier und da rannen zitternde und glänzende Silberlinien, die alle nach dem dunkeln Walde zueilten, der sich längs des breiten Paraguayflusses hin erstreckte, der sich wie ein breites glänzendes Band mitten in der Karte hinzog, um im Süden und Norden fich allmälig zu verlieren. Im Südosten lagen die blauen nebelig erscheinenden Bergketten der Kordilleren und im Westen die weite Ebene des Chaco wie ein grünes Meer von ungeheurer Ausdehnung, das sich in unendliche Ferne verlor und unmerklich sich im Horizont verwischte. ( Fortsetzung folgt.) Bon den Genoffen des 1. badischen Reichstag3. Wahlkreises: Wir sind überzeugt, daß die Agrarkommission wir sind zur Ansicht gelangt, daß gründliche Prüfung und Be ihre Aufgabe, Vorschläge zum Bauernschutz zu machen, erfüllt hat, urtheilung des Agrarprogramms nur dann möglich ist, wenn die Agrarkommission diejenigen Materialen, welche sie zur Aufstellung Wir sind ferner zur festesten Ueberzeugung gekommen, daß die der einzelnen Forderungen bestimmten, ausführlich bekannt giebt. Gewinnung der landwirthschaftlichen Tagelöhner, der kleinen und mittleren Landwirthe nicht nur möglich, sondern zur Erreichung unferer Biele absolut nothwendig ist. Aus eben diesem Grunde muß die Agitation auf dem Lande energischer und systematischer betrieben werden. Um dieses erreichen zu können, beantragen wir, welche als eine Art Zentrale mit den einzelnen Bezirken in daß die Agrarkommission zu einer dauernden Einrichtung wird, steter Fühlung stehen muß. Sie hat etwaige Borkomm nisse zu sammeln und die Eigenartigkeit der Verhältnisse zu prüfen und zu Agitationszwecken in Form von Flug fchriften u. s. w. zu verwerthen. Die Mitglieder der Agrar fommission haben ihre Bezirke periodisch zu bereisen und mit erfahrenen Genossen, namentlich auch auf dem Lande, den Stand der Agitation und die vorhandenen Wünsche zu besprechen. Wir beantragen des Ferneren die Fertigung besonderer Bauern Süden und Mitteldeutschland: Nur dadurch ist es möglich, daß agitations Broschüren und zwar sowohl für den Norden, den die mit der Agitation betrauten Personen eine richtige Direktive erhalten und Stegmüllereien verhütet werden. Die Ausgabe einer derartigen Broschüre halten wir schon deshalb geboten, weil die Bauern z. B. des badischen Oberlandes zum größten Theile im Befige der allerdings verschuldeten Produktionsmittel sind, die dem Fabritarbeiter schon längst entwunden sind. Hier muß also eine ganz andere Agitation als in der Stadt Plat greifen." Agrarisches. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim: Das Agrarprogramm in allen seinen Punkten abzulehnen, die Thätig feit des Agrarausschusses für beendigt und die in Frankfurt a. M. gefaßte Agrarresolution( Nr. 118, S. 134/135 des Protokolls) für erledigt zu erklären. Storfow, in Pirmasens, Aachen, alle und der Parteigenoffen des Kreises Teltow Beestow Kreise Prenzlau Angermünde und Branden burg: Der Entwurf des Agrarprogramms ist in allen seinen Theilen abzulehnen. Parteigenossen des Kreises Prenzlau Angermünde: Es wird eine Kommission eingesetzt, die mit der Aufgabe zu betrauen ist, statistisches Material zu sammeln, das für die Landagitation verwandt werden kann. # Parteigenossen in Danzig: Der Parteitag setzt die Diäten seiner Delegirten selbst fest. Parteibeamte. Parteigenossen des 1., 2., 3., 4. und 6. Berliner fowie des Kreises Teltow Stortow Beeskow: Parteibeamte und Redakteure, die Reichstagsabgeordnete sind und deren Gehalt 3000 M. und darüber beträgt, erhalten keine Diäten. Parteigenossen in Altona: Personen, die in der Partei ein auskömmlich besoldetes Amt bekleiden, dürfen einen zweiten befoldeten Posten in der Partei nicht annehmen, und dürfen auch für weitere Geschäfte, die sie für die Partei besorgen, Ansprüche stets in der Mitte des Reiches abzuhalten, weil hiermit der Partei auf Extrahonorirung nicht machen. Parteigenossen in Eilbed- Hamburg: Den Parteitag bedeutende Kosten erspart würden. Parteigeschäfte. Parteigenossen in Halle: Die Maifeier ift eine Demonstration für den Achtstundentag und nicht, wie von den Buchbrucern ausgelegt, tarifmäßiger Feiertag. Eine rechtmäßige Bezahlung auf grund des Buchdrucker- Tarifs kann nicht gefordert werden. Parteigenoffen des 6. Berliner Rreifes: Den vorjährigen Parteitags- Beschluß, betreffend die Abschaffung der werden, hat der Vorstand zur Durchführung zu bringen. Affordarbeit in Druckereien, in denen Arbeiterblätter hergestellt Parteigenossen des Nieder Barnimer Kreises: dieselbe beauftragen, Erhebungen darüber anzustellen, ob und in Der Parteitag wolle eine Fünfer Kommission einsehen und wieweit die Druckfarbeiten des„ Vorwärts" und der sonstigen bei Bading gedruckten Parteiliteratur mit für die Partei größerem Nußen als bisher hergestellt werden können. Die Kommission hat dem nächsten Parteitag Bericht zu erstatten.". Barteigeschäften die Nacht- und Attordarbeit abzuschaffen. Parteigenossen des 2. Hamburger Rreifes: In den drucksachen in einer Parteibruckerei anfertigen zu laffen. Die Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: Die Parteifür Hamburg nothwendigen Protokolle müssen in Hamburg bei Auer u. Co. gedruckt werden. Die Parteiliteratur soll ausschließlich in Parteigeschäften herParteigenoffen des 2. Hamburger Wahltreifes: gestellt werden. Allgemeines. Biffer 3 des Drganisationsstatuts folgenden Nachfah anzufügen: Parteigenossen des 2. Hamburger reises: 3u§ 9 " Someit diese die Kontrolleure betrifft, haben drei Mitglieder davon, welche unter sich selbst gewählt sind, auf dem Parteitag zu erscheinen." Bu§ 13 Absay 1 des Organisationsstatuts anzufügen: Die Kontrolleure sind aus Berliner und daran grenzenden Wahlkreisen zu entnehmen." " Parteigenossen des 2., 3. und 6. Berliner Kreises: Die Kontrolleure sind möglichst von den Genossen der Umgegend, da wo der Parteivorstand seinen Siz hat, zu wählen. Parteigenossen des 2. Berliner Kreises: Es soll in Zukunft der§ 13 des Organisationsstatutes lauten: Die Parteileitung besteht aus 14 Personen, und zwar aus 2 Borfizzenden, 2 Schriftführern, 1 Kassirer, 2 Beifißern und 7 Kontrolleuren. Die Wahl der Parteileitung erfolgt durch den niemand länger als höchstens zwei Jahre hintereinander Parteitag mittelft Stimmzettel. Das Amt als Beifiker darf bekleiden 2c. Parteigenossen des 14. hannoverschen Kreises: Dem§ 4 Absatz 1 des Organisationsstatuts folgende Fassung zu geben: Die Vertrauensleute werden alljährlich in öffentlichen Parteiverfammlungen oder Parteikonferenzen gewählt. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim: Dem § 9 unserer Parteiſagungen als Absah 4 einzufügen: Parteigenossen der beiden Münchener Kreise: den Der Parteitag setzt die Diäten für die Theilnehmer fest Agrarprogramm- Entwurf an einen Agrarausschuß zurück zu ver- und sind erstere aus der Parteitaffe zu sablen. Jedoch ist jeder weifen mit dem Auftrage, die thatsächlichsten ländlichen Verhält- Wahlkreis verpflichtet, zur Deckung der durch den Parteitag ernisse der sorgfältigsten Prüfung zu unterziehen, die Genossen in wachsenden Kosten beizutragen.- Den§ 9, Absatz 1 des angemessenen Zwischenräumen über ihre Thätigkeit auf dem Organisationsstatuts dahin abzuändern, daß anstatt 8 Delegirte Laufenden zu halten, und das Ergebniß ihrer Arbeiten dem nur ein Bertreter von jedem Wahlkreis zum Parteitage entfendet nächstfolgenden Parteitag zu unterbreiten. werden darf. Barteigenossen in Brandenburg: Die Haupt- Parteigenoffen in Königsberg: Der Parteitag hält es aufgabe der Agrarkommission soll darin bestehen, Unter- für die Pflicht der Parteigenossen, überall da, wo es die fuchung der landwirthschaftlichen Verhältnisse in ihrer großen materiellen Mittel erlauben und die nöthigen Personen vorhanden Verschiedenheit vorzunehmen. Ein statistisches Material mit den find, Rechtsbureaus au errichten. nöthigen Erläuterungen versehen, den Genossen als Leitfaden für die Agitation in die Hand zu geben. Parteigenossen in Mannheim: Den Agrarausschuß zu beauftragen, die ländlichen Verhältnisse noch eingehender zu untersuchen und das Ergebniß seiner Thätigkeit durch recht zeitige Veröffentlichung in der Presse der Gesammtpartei au unterbreiten, so daß es die Grundlage für die Agrarberathungen auf dem nächstjährigen Parteitag bildet es den Einzelorganisationen ermöglicht, ihre Delegirten mit genauer Instruktion über die Stellungnahme zu jedem einzelnen Bunkte zu versehen." Parteigenossen des Kreises Hanau Gelnhausen Orb: Die Agrarkommission ist au beauftragen, unsere Prinzipien Die Parteigenoffen Iberfelds: Der Beschluß des Frankfurter Parteitags, wonach die Abgeordneten als Delegirte nicht wählbar sind, wird durch folgende Bestimmung erfezt: die Abgeordneten, welche an den Berathungen des Parteitages theilnehmen, müssen mit einem Mandat versehen sein, sofern sie nicht der Parteivorstand besonders nach dem Parteitag berufen hat. Preffe. Zentral- Organ. # Parteigenoffen des Kreises Mieder Barnim: Der Abonnementspreis des Vorwärts" ist zu erniedrigen. Parteigenoffen des 1. Berliner Rreises:„ Der Partei" " das tag wolle feinen Einfluß dahin geltend machen, daß in Zukunft geheime und direkte Wahlrecht, insbesondere das Roalitionsrecht| Partei wird im Intereffe der Landagitation empfohlen, auf dem im Vorwärts" die politischen und gewerkschaftlichen Versamm- einzuschränken, eine energische Agitation einzuleiten, die darauf Parteitag dafür zu stimmen, daß die Fraktion ersucht werte, Iungs- Anzeigen übersichtlicher, von den sonstigen Geschäftsannoncen hinausgeht, allgemeine gleiche, geheime und direkte bei geeigneter Gelegenheit im Reichstage Gesegesvorschläge und Kom- etwa folgenden Inhalts einzubringen: getrennt gebracht werden, da bei dem gegenwärtigen Kuddelmuddel Wahlrecht auch für die einzelnen Landtage munen auszudehnen, und unumschränktes Koalitionsrecht zu 1. Gesez, betreffend die Aufhebung der Ausnahmegesehe jede schnelle Information unmöglich wird. Parteigenossen des Kreises Teltow Beestowerringen. Es gilt, unter allen Umständen zu verhindern, daß gegen ländliche Arbeiter und gegen das Gesinde.§ 1. SämmtStortow: Die Redaktion des Vorwärts" wird beauftragt, die herrschenden Klassen in ihrer unheilvollen Verblendung die liche landesgefeßlichen Sonderbestimmungen über das Rechtsalljährlich, sobald das Material über die Alters- und Invalidi wichtigsten Pfeiler einer gefunden Entwicklung gefährden, damit verhältniß ländlicher Arbeiter, der Schiffer und des Gesindes zu ihren Arbeitgebern werden aufgehoben. Insbesondere werden tätsversicherung vorliegt, ausführlich darüber Bericht zu er einem Konflickt der Machthabenden der Boden entzogen wird. hiermit die sogenannten Gefinde- Ordnungen, sowie Geseze und statten. Verordnungen, welche Strafbestimmungen wegen Ungehorsam und Widerspenstigkeit der ländlichen Arbeiter, der Schiffer oder des Siebzehn Leipziger Genossen: Den Busahabsah Gesindes betreffen, oder das Koalitionsrecht ländlicher Arbeiter, des Züricher Kongreßbeschlusses, betreffend die Maifeier: Die der Schiffer oder des Gefindes beschränken, oder die Zuführung Sozialdemokratie jedes Landes hat die Pflicht, die Durchführung oder Zurückführung des Arbeiters zum Arbeitgeber gestatten, der Arbeitsruhe am 1. Mai anzuftreben und jeden Versuch zu aufgehoben.§ 2. Die Verträge zwischen ländlichen Arbeitern, unterstüßen, der an einzelnen Orten und von einzelnen Organi- Schiffern oder dem Gesinde und ihren Arbeitgebern sind Gegensationen in dieser Richtung gemacht wird", in die Kölner stand freier Vereinbarung und unterliegen lediglich den allgeResolution einzuschalten. meinen Vorschriften über Dienfiverträge( Verträge über HandParteigenossen des Kreises Niederbarnim: Am lungen, Lohnverträge, Arbeitsverträge).§ 3. Streitigkeiten 1. Mai haben sämmtliche Referenten unentgeltlich zu referiren. Genoffe D. Vieth, Berlin: Das Zentralorgan, der ,, Vorwärts" hat seinen Nachrichtendienst bezüglich des Auslandes zu vervollkommnen und zu diesem Zwecke nicht allein in allen Hauptstädten, sondern auch in den größten Städten der außer deutschen Länder Korrespondenten sich zu halten, die ihm über alle wichtigen Ereignisse, besonders über diejenigen, an denen die Partei betheiligt oder interessirt ist, telegraphisch Nachricht geben. Unterhaltungsliteratur. Parteigenoffen in Stuttgart: Der Parteitag wolle den Parteivorstand beauftragen, für die Herausgabe eines guten Familienblattes zu sorgen. Parteigenoffen des 17. hannoverschen Wahlkreises: 1. Die„ Neue Welt" möge textlich mehr dem Verständniß der Prole= tarierfrauen angepaßt und mit Jllustrationen versehen werden, die dem Charakter eines Unterhaltungsblattes für flaffenbewußte Arbeiter besser als bisher entsprechen. Wenn irgend möglich, ist auch eine Vergrößerung desselben von acht auf zwölf Seiten für denselben Preis anzustreben herabzusehen. Dadurch würde es daß andere Unterhaltungsblätter politisch farblosen Inhalts als Beilagen zu Parteiorganen benutzt werden. 2. Nachdem bereits der Erfurter Parteitag eine Resolution annahm, welche die Schaffung einer sozialdemokratischen Jugendliteratur empfahl, den Parteivorstand zu beauftragen, nunmehr Schritte zu thun, durch welche diesem tiefgefühlten Bedürfniß abgeholfen werden kann Maifeier. Parlamentarisches. " zwischen den vorgenannten Arbeiterkategorien und deren Arbeitgebern sind durch aus öffentlichen Wahlen hervorgegangene Ge richte unentgeltlich zu entscheiden. Die Gerichte haben zu zwei Dritteln aus Arbeitern und zu einem Drittel aus Arbeitgebern Parteigenossen des Kreises Lyck Olezko Johannis zu bestehen.§ 4. Dieselben Gerichte treffen zu Beginn des burg: Die Reichstagsfraktion zu beauftragen, einen Antrag Jahres ortsstatutarische Bestimmungen über die höchste Länge der folgenden Inhalts im Reichstag einzubringen: Das Halten von täglichen Arbeitszeit und über die Sonntagsruhe der vorgedachten Ammen ist, da sterilisirte Kuhmilch ein vollständiger und billigerer Arbeiterkategorien. 2. Beamte und Mitglieder der bewaffneten Macht, welche oder aber der Preis Erfaz für Ammenmilch ist, von Staats wegen zu verbieten und werden, nur dann zu gestatten, wenn ein ärztliches Physikats- Attest Verwaltungsorganen unterstellt sind, sind für ihre Handlungen vermieden und zivilrechtlich ohne für die Nothwendigkeit dazu vorliegt und wenn die Amme ihr und Unterlassungen strafrechtlich Kind bereits verloren hat. Rücksicht darauf, ob ihnen ein Verschulden zur Last Parteigenoffen in Pirmasens: Die Reichstagsfraktion fällt, verantwortlich. Anträge auf Bestrafung von Beamten bat im Reichstag einen Antrag einzubringen auf obligatorische und Mitgliedern der bewaffneten Macht zc. oder Verurtheilung Einführung der Gewerbegerichte und deren Ausdehnung in der zu Schadenersatzleistung können von jedem gestellt werden, der sich geschädigt fühlt. Ueber diese Anträge haben Laiengerichte, Zuständigkeit auf Dienstboten und ländliche Arbeiter. Die Parteigenossen in Aachen: Die Reichstagsfraktion ist die aus allen Kretsen der Bevölkerung zusammenzufeßen sind, zu verpflichtet, jedes Jahr im Reichstage den Antrag zu erneuern auf entscheiden. gefeßliche Einführung des Achtstundentages und eines Minimal 3. In die Gewerbeordnung ist eine Bestimmung aufzunehmen, durch welche außer Zweifel gesetzt wird, daß weder lohnes. Die Parteigenoffen des Kreises Teltow Beestow- der Landesgesetzgebung, noch irgend einem Beamten das Recht Stortom: Die Reichstagsfraktion hat im Reichstage einen zusteht, das Schankgewerbe durch Verbote zu beschränken, zu Antrag einzubringen, in dem der gesetzliche achtstündige Arbeits- einer bestimmten Zeit auszuschänken oder öffentliche Luftbarkeiten tag und die Erklärung des 1. Mai als gesetzlichen Feiertag ge- zu dulden. 4. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, sofort nach fordert wird. Die Genofsinnen Gerndt Berlin und Bettin Zusammentritt des Reichstags einen Gefeßentwurf einzubringen, 3ettin3usammentritt durch welchen der Artikel 4, Punkt 16 der Reichsverfassung, Stuttgart: nach Maßgabe des Punkt 4 des Parteiprogramms zur Durchführung gelangt. Korrespondenz- Bureau. Genosse Thiel in Harburg:" Der Parteitag möge erwägen, ob es nicht möglich sei, ein Korrespondenzbureau zu schaffen, welches die Parteipreffe auf schnellstem Wege mit jenen aktuellen Neuigkeiten parteipolitischen Charakters versorgt, die jetzt erft von einem oder dem andern Partei- Organ aufgegriffen werden, häufig ziemlich langsam durchfickern und so erst weit fpäter zur Kenntniß der Allgemeinheit tommen. In dringenden Fällen hätte dieses Korrespondenzbureau, das im engften Konner mit dem Parteivorstande stehen müßte, auch Depeschen zu versenden." Broschüren. Parteigenoffen des Kreises Nieder- Barnim: Den im Verlage des Vorwärts" erscheinenden Broschüren, insbesondere den Protokollen der Parteitage ein einheitliches Format zu geben, damit sie besser zusammengehörig eingebunden werden können." Genosse Leyendecker in Höchst: Dem Parteivorstand aufzugeben, alljährig eine Broschüre zum Selbstfostenpreis heraus zugeben, welche nach alphabetischer Reihe geordnet und sämmtliche Lokale in den Städten und Dörfern verzeichnet, worin die sozialdemokratische Presse offen" liegt. Diejenigen Lokale, welche zu Versammlungen zur Verfügung stehen, sind durch Fettdruck hervorzuheben. Ferner der Broschüre die Adressen jämmtlicher Vertrauensmänner zuzufügen. 1. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, bei den bevorstehenden Berathungen über den Entwurf eines neuen bürgerlichen Gesetzbuchs mit aller Energie die Initiative zu ergreifen für die Beseitigung aller gesetzlichen Bestimmungen, welche die Frau dem Manne gegenüber benachtheiligen; 2. bei den bevorstehenden Berathungen über den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs mit aller Energie einzutreten für die Rechte der unverheiratheten Frauen als Mütter, sowie für die Rechte ihrer Kinder. Parteigenossen des 14. hannoverschen Kreises: 1. Die Reichstags- Fraktion hat darauf hinzuwirken, daß die Kranfen-, Alters- und Invalidenversicherung auf die Heimarbeiter ausgedehnt wird. fönnen. Parteigenossen in Halle: Der Breslauer Parteitag wolle beschließen, daß die Fraktion im Reichstage diejenige Stelle im Präsidium einnimmt, auf welche sie geschäftsordnungsgemäß Anfpruch zu erheben hat. Genosse Doppler in Mülhausen i. E.: Die Reichstags- Fraktion ist zu beauftragen, baldigst einen Antrag auf Abänderung des sog. Krankenversicherungs- Gesetzes einzureichen, da in dem jetzt geltenden eine Reihe von Paragraphen enthalten sind, welche eine wirkliche Versicherung gegen Krankheit vollständig unmöglich machen. Die Genosse Wohlers in Hamburg Eilbeck: Reichstags- Fraktion wird beauftragt, einen Gesezentwurf einzubringen, in welchem die gänzliche Aufhebung aller freien Hilfstafsen, sowie der Fabrik- Krankenfassen verlangt wird. Mesolutionen. Parteigenossen in Mannheim: Die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion zu beauftragen, in der nächsten Session einen Antrag auf Vereinheitlichung der ganzen Sozialgesetzgebung ( Krankens, Unfall, Alters- und Invaliditätsversicherung) einzuBon deutschen Genossen in London: Der Parteitag wird bringen. ersucht, den Parteivorstand zu ermächtigen, sich mit dem Berlag Die Parteigen offen des Kreises Teltow BeeskowDiet ins Einvernehmen zu sehen, um Kautsky's Erfurter Pro- Stortom, sowie Genossen in Schweidnih: Die gramm" zum Maffenvertrieb als billige Boltsausgabe erscheinen Reichstagsfraktion hat zu veranlaffen, daß die Karenzzeit bei der Genoffinnen und Genossen in Breslau: Die Unterzeichneten zu lassen; die Lokalpreffe hat event. auf eine derartige Volts Altersversicherung von 70 auf 60 Jahre berabgesetzt, und über beantragen: Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie wolle ausgabe mit allem Nachdruck die Aufmerksamkeit der Genossen die Alters- und Invalidenversicherung alljährlich eine Statistit beschließen: In Erwägung, daß die Arbeits-, Lohn- und Lebenszu lenten, veröffentlicht wird. 2. Die Fraktion hat einen Antrag einzu- verhältnisse der zur Erwerbsarbeit gezwungenen Mädchen und Allgemeines. bringen, in welchem gefordert wird, daß die Arbeiter und Hand- Frauen immer jämmerlicher werden; daß die Zahl der weiblichen werter ihre Lohn- und Forderungen über gelieferte Arbeiten Arbeiterschaft beständig wächst und durch die Konkurrenz der Die Parteigenoffen des 17. hannoverschen Wahl auch bei den Grundstück und Hypothekenbesitzern geltend machen Frauen auch die Lohnverhältnisse der männlichen Arbeiter freises sprechen den Wunsch aus, daß die Delegirten aus fortschreitend verschlechtert, sowie die Männer aus weiten jenen Wahlkreisen bezw. Orten, von welchen bisher speziell für die Vom Genossen Rohrlad Berlin: Die Reichstags Kreisen der Industrie immer mehr verdrängt werden, Landagitation berechnete Flugblätter und ähnliche Preßerzeugnisse Fraktion hat, wenn möglich, noch in der bevorstehenden Session fordert der sozialdemokratische Parteitag die Genossen, inshergestellt refp. verbreitet worden sind, auf dem Parteitage zu des Reichstags folgende Faffung für den§ 139b der Gewerbe- besondere die Vertrauenspersonen und die Agitatoren der Breslau Probe- Exemplare dieser Flugblätter an sämmtliche Dele- Ordnung zu beantragen: Partei auf, durch möglichst vielseitige Feststellungen über die ungirten vertheilen mögen. Dadurch wird ein gegenseitiger Aus- Ordnung zu beantragen: § 189 b. Die Bestimmungen der SS 134-139b finden ausgesetzte Zunahme der gewerblichen Frauenarbeit und über die tausch von Preßerzeugnissen angebahnt, welcher für die Landauf alle Fabrik-, gewerblichen und hausindustriellen An- für das tommende Geschlecht so verhängnißvolle Lage der agitation und die Beurtheilung der Verschiedenheit der Agrar lagen Anwendung. Die Aufsicht über die Ausführung Arbeiterinnen in den einzelnen Industriezweigen und Gewerbeverhältnisse in den einzelnen Landstrichen von nicht zu unter der Bestimmungen der§§ 105 bis 120e, 126 bis 128, betrieben die helle Beleuchtung und die scharfe Kritik allseitiger schäzendem Vortheil ift. Parteigenoffen in Jüterbogt: Dem Kreis. Vertrauens. 184 bis 189 a ist besonderen Gewerbe- Aufsichtsbeamten zu Deffentlichkeit zu verbreiten. übertragen, welche für eine zweijährige Amtsdauer je zur Hälfte Parteigenossen des 11. sächsischen Wahlkreises: mann sowie den Vertrauensleuten am Drt, wird ein Exemplar von Arbeitgebern und Arbeitnehmern durch direkte und geheime In Erwägung, daß der endliche Sieg des Proletariats um des Vorwärts" gratis zugestellt. Wahl ernannt werden. Wiederwahl ist zulässig. Der dritte fo eher eintreten wird, je rascher die sozialistischen Ideen und Bon den Kontrolleuren: Der Beschluß des Frank Theil dieser Beamten muß weiblichen Geschlechts sein. Die Zahl Lehren die allgemeinfte Verbreitung gefunden haben; in der furter Parteitages: den Vertrauenspersonen ist auf ihr Gesuch der Gewerbe- Aufsichtsbeamten wird alle zwei Jahre vom Erwägung ferner, daß unsere Propaganda immer wieder von hin der„ Vorwärts" gratis, auf Parteifosten, zu liefern" wird Reichstag festgesetzt, doch muß dieselbe mindestens so hoch sein, neuem anfangen muß, solange die Kindererziehung nicht im aufgehoben. Genoffe Schneider in Damm- Jüterbogt: Ein Besoldung der Beamten geschieht aus Reichsmitteln. Reffelrevisionen oder unbewußt in direkt nachtheiliger Weise gehandhabt Blatt um möglichst billigen Preis herauszugeben, das in kurz dürfen den Beamten nicht übertragen werden. Die Gewerbe- wird: erklärt der Parteitag es als Pflicht jedes Parteigenoffen, gefaßtem Sinn, einfachem Stil und leicht verständlichem Aus- Aufsichtsbeamten sind verpflichtet, jede Gesezwidrigkeit zur Anzeige für die sozialdemokratische Erziehung seiner Kinder Sorge zu bruck auf die Landbewohner, Kleinbauern und Landarbeiter beau bringen. Sie sind ferner verpflichtet, die gelegentlich der tragen und beauftragt den Parteivorstand, für Herausgabe einer rechnet ist. Revision amtlich zu ihrer Kenntniß kommenden Geschäfts- und volksthümlich und gemeinverständlich geschriebenen ErziehungsParteigenoffen in Königsberg: Der Vorstand wird Betriebsverhältnisse und Einrichtungen, welche den gesetzlichen lehre für Arbeiter zu sorgen, da von einer planmäßigen Kinderbeauftragt, in alle Orte Ost- und Westpreußens stenographische Vorschriften nicht unterliegen, geheim zu halten. erziehung in der Mehrzahl der Arbeiterfamilien bis jetzt nicht die Reichstagsberichte hinzuschicken. Die Zuständigkeit der Gewerbe- Aussichtsbeamten erstreckt sich Rede ist und eine solche nur dann eintreten kann, wenn den Genosse B. Heymann- Berlin und 27 Genoffen: auf alle für den jeweilig zu revidirenden Betrieb geltenden Be- Eltern angemessene Anregung gegeben wird und event. unentgeltDie Halbmonatsschrift Der sozialistische Akademiker" ist als ftimmungen der obengenannten Paragraphen der Gewerbe- Ordnung. liche Verbreitung. Bartelorgan anzusehen und regelmäßig in der Liste derselben zu alle von den Beamten auf grund solcher Bestimmungen ge- Parteigenoffen des 5. Berliner Wahltreises: Die führen. Die Parteipreffe sowie die Vertrauenspersonen sind ver- troffenen Anordnungen müssen von den Betheiligten ausgeführt Parteiversammlung erklärt sich mit der Thätigkeit der Provinzialpflichtet, ihr möglichstes zur Verbreitung des" Sozialistischen werden, und können die Gewerbe- Aufsichtsbeamten zur Hilfe- konferenz der Provinz Brandenburg einverstanden mit Ausnahme Akademikers" beizutragen. leistung die ordentlichen Polizeibehörden heranziehen. ihrer Stellung zum Agrarprogramm, wie sie in der StadthagenDie erwähnten Beamten haben Jahresberichte über ihre schen Resolution ihren Ausdruck findet. Die Parteigenossen amtliche Thätigkeit zu erstatten, welche dem Bundesrath und des fünften Streises wünschen vielmehr das Weiterbestehen Reichstag unverkürzt vorzulegen find. der Agrarkommission zum Studium der ländlichen Verhältnisse und erwarten von dem Parteitage Stellungnahme in diefem Sinne. " Agitation. Die auf grund der vorstehenden Bestimmungen auszuführenden amtlichen Revisionen müssen die Arbeitgeber zu jeder Zeit, namentlich auch in der Nacht, während des Betriebes, geftatten. Es ist den Gewerbe- Aufsichtsbeamten verboten, eine vorzunehmende Revision den Gewerbetreibenden vorher anzuzeigen. Parteigenossen in Langenbielau: Vom Parteivorstand find an geeignete Orte auf Kosten der Parteigenoffen zu sehen, welche befähigt find, an dem betreffenden Ort eine rege Agitation für die Sache des Proletariats zu entfalten. Die Genossen sind Parteigenossen in Weilburg: In Erwägung, daß der folange zu unterstüßen, bis sie ihr Auskommen durch eigene weitaus größte Theil des ländlichen Proletariats nicht die Mittel Kraft erlangen können. Um die Landagitation mehr zu fördern, besißt, sich durch Zeitungen und dergleichen Aufflärnng über die ist die Agrarkommission resp. der Parteivorstand verpflichtet, Die Gewerbe Aufsichtsbeamten haben alle zwei Jahre eine parlamentarische Thätigkeit unserer Partei im Reichstage zu veraus amtlichen Statistiken, Nachweisen, Zeitungsberichten 2c. Statistit über die Zahl der Anlagen und der darin beschäftigten schaffen; in fernerer Erwägung, daß von den gegnerischen unsere Partei dasjenige Material zu sammeln, welches zeigt, wie der Klein Arbeiter, sowie über Geschlecht und Alter derselben, und deren Parteien diese Unkenntniß benutzt wird, Arbeiter und und ihre parlamentarische Thätigkeit zu diskretiren und grundbesitzer vom Großgrundbefizer ausgenutzt wird( bei Wege- Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufzunehmen. bau, Steuern, Vertretung, Renten 2c.) und welches überhaupt ein Arbeitgeber find verpflichtet, alle zu diesem Zweck er die Bekanntgabe derselben, sowohl der unferigen wie der ein wirtjames" Kampfmittel der Dasselbe gilt von den gegnerischen Parteien, Bild von der Lage der ländlichen Bevölkerung giebt. Dieses forderlichen Angaben zu machen. Material ist furz gefaßt den Vertrauensleuten, Rebattionen zusjenigen statistischen Mittheilungen welche auf grund be- ländlichen Agitation bieten würde, bitten wir, nach Ablauf einer gänglich zu machen, damit bei der Landagitation in Reden und fonderer Verfügungen des Bundesrathes, des Reichstages oder Seffion sowohl des Reichstags wie des Landtage, einen furzen Flugblättern mehr praktische Gedanken als die bloße Theorie zur der Verwaltungsbehörden verlangt werden. Ueberblick über die Berathungen und Beschlüsse der beiden Körperschaften, sowie über die Stellungnahme der einzelnen Anwendung kommen. Parteien zu denselben, in Broschürenform zu veröffentlichen. Senoffe Leyendecker in höchft: Der Parteivorstand hat für die ländlichen Kreise noch mehr Fürsorge au treffen, und die bewährtesten und bekanntesten Redner mehr aufs Land hinauszusenden und endlich einmal eine Verringerung der vielen Versammlungen in den großen Städten eintreten zu lassen; ferner zu erwägen, ob es nicht für die Landagitation zweckmäßig sei, feßhafte, mit den ländlichen Verhältnissen betraute Genossen zur Agitation heranzubilden und dieselben als Redner zu verwenden. Parteigenoffen in Danzig: Den Parteivorstand zu beauftragen, mehr rednerische Kräfte nach Ost- und Westpreußen mit Agitationstouren zu betranen. Alle in den§§ 105c, d, e, f und 138a, 139, 139a vorgesehenen Ausnahmebestimmungen find nur nach Begutachtung und unter Zustimmung berjenigen Gewerbe- Aufsichtsbeamten zu lässig, in deren Bezirk die Anlage sich befindet, für welche bie Ausnahme nachgesucht ist. Die Abfäße 2 bis 5 des§ 154 treten, als hiernach überflüssig, außer fraft. Politische Mebersicht. Berlin, 23. September. Parteigenossen in Niederbarnim und Branden Der Septemberkurs gegen die Sozialdemokratie arburg: Der Parteitag wolle befchließen, der Reichstagsfraktion beitet noch immer Bolldampf voraus!" Aus Hof wird aufzugeben, einen Antrag auf Abänderung des§ 7 des uns gemeldet: Der Redakteur Stücklen erhielt eine Reichstagswahlgefeßes im Reichstage einzubringen, dahingehend, weitere Auflage wegen Majestätsbeleidigung. Es handelt daß Reichstagswählern, wie Schiffern, Schnittern, Flößern, sich um einen Artikel in Nr. 212 der Oberfränkischen Haufirern, Handelsleuten, Biegeleiarbeitern, Bauarbeitern u. f. w., Bolkszeitung".bie durch Erwerbsverhältniffe verhindert sind, ibr Wahlrecht an Taktik. Parteigenoffen des 1. Berliner Kreises: Gegen die ihren Wohnorten auszuüben, gestattet ist, an demjenigen Orte immer bestimmter auftretenden Borschläge der reaktionären Bar zu wählen, an welchem sie sich zur Beit der Wahl befinden das teien, das für das Deutsche Reich geltende allgemeine, gleiche, I resp. in Arbeit stehen. Den Vertretern der sozialdemokratischen eine Den Dolus eventualis Nr. 5 verzeichnet Volksblatt für Harburg". Abermals ist Untersuchung gegen Verleger, Drucker und Redakteur dieses Blattes eingeleitet, und zwar soll die] Der Kläger hat nunmehr durch seinen Vertreter beantragt, eine Einigung mit amerikanischen Rapitalisten sucht, Strafthat wiederum in Beleidigung durch die Presse" be- dem Freiherrn von Hammerstein den Anklagebeschluß in so ist der Plan nicht völlig aussichtslos, wenn man ihn auch stehen. Der berüchtigte dolus scheint wirklich ein zähes Sistrans in Tirol zuzustellen. Es bleibt abzuwarten, ob vielleicht den amerikanischen Bedürfnissen entsprechend wird Leben zu haben. dieser Versuch Erfolg hat. Bezeichnend ist es übrigens, daß abändern müssen. Denn ohne Unterstützung und gegen den der in der Kreuz- Zeitung" für„ Wahrheit und Recht" Willen der Amerikaner läßt der Panamakanal sich nicht fämpfende Freiherr auf die bereits im vorigen Jahre ausführen. Das hatte der sonst so scharf- und umsichtige erfolgte gerichtliche Aufforderung, sich über die Anklage zu Lesseps übersehen. äußern, feine Erklärung abgegeben hat. und A ** Deutsches Reich. von rund 442 Millionen. Diesem steht der Kapitalwerth der Die Verfolgungen, die über unsere Partei hereingebrochen sind, erfreuen sich natürlich sicher der Zustimmung in bürgerlichen und zwar selbst in freisinnigen Kreisen. Als ein Beispiel solcher Gesinnungsschofelei theilen wir hier nachfolgende Betrachtung des Berliner Tageblatt" mit: Der Parteitag der süddeutschen Volkspartei hat In der That sind seit der Kundgebung des Kaisers am - Der Tobat. Daß Herr v. Posadowsky ein neues Sedantage die Staatsanwälte auf der ganzen Linie mit einer am Sonntag, nachdem das neue Programm festgesetzt war, Als Vorort wurde wieder Tabaksteuer- Gesetz einzubringen beabsichtige, wird von der„ Nordd. Echärfe gegen Redakteure sozialdemokratischer Blätter vor seine Berathung beendet. gegangen, welche bisher bei Preßvergehen im allgemeinen nicht Stuttgart, als Ort für den nächstjährigen Parteitag Allg. 3tg." bestritten. - Reichs Invalidenfonds. Die Berl. Rorr." üblich war. Namentlich fiel es allgemein auf, daß die in der UI m gewählt. Regel wegen Majestätsbeleidigung unter Verfolgung gesetzten Im wesentlichen ist der bereits veröffentlichte Entwurf macht über den gegenwärtigen Bestand des Reichs- JuvalidenRedakteure durchweg sofort in Untersuchungshaft ge- angenommen. Neu sind die Zufäße, durch die die Mitwirkung fonds nähere Angaben: nommen wurden. Die Majestätsbeleidigung ist nun ein bloßes aller Staatsbürger bei der Rechtsprechung verlangt wird, Der Fonds ist durch Reichsgesetz vom 28. Mai 1878 zu dem Vergehen. Die Untersuchungshaft ist daher nach§ 112 der die Volkspartei nicht nur als Partei der wirthschaftlichen Zweck geschaffen, die Bestreitung derjenigen Ausgaben sicher Strafprozeß Ordnung nur zulässig wegen Fluchtverdachts oder wegen Kollusionsverdachts, das heißt wenn Thatsachen vor- Reformen, sondern auch als Partei der sozialen Reformen zustellen, die dem Reiche infolge des Krieges von 1870/71 nach Militärpersonen, vom 27. Juni 1871 zur Last fallen. Die Höhe liegen, aus denen zu schließen ist, daß der Beschuldigte Spuren der bezeichnet wird, und daß statt der wirthschaftlichen Be- dem Geſetze, betreffend die Pensionirung und Versorgung der That vernichten, oder daß er Zeugen oder Mitschuldige zu einer freiung der arbeitenden Klassen die wirthschaftliche und des Fonds ist damals auf 187 Millionen Thaler= 561 Millionen Der zweite Mark bemessen worden. Zur Bestreitung der Ausgaben sollten falschen Aussage oder Zeugen dazu verleiten werde, sich der soziale Hebung derselben gesetzt wurden. Zeugnißpflicht zu entziehen. Von einem solchen Kollusions- Fundamentalsat des bisherigen Programms, der von alljährlich seine Zinsen und ein Theil des Kapitalbestandes derart verdacht kann nun wohl bei Preßdelikten kaum die Rede sein, den nationalen und internationalen Beziehungen handelt, verwendet werden, daß der Fonds unter allen Umständen bis denn die Spuren der That sind nicht zu verwischen, sie stehen ja wird nach dem Antrag Frankfurt in zwei Theile getheilt. zum Aussterben des letzten Empfangsberechtigten zugänglich schwarz auf weiß auf dem Zeitungspapier. Zeugen dienen Der erste Theil beschäftigt sich mit der Friedensforderung, wäre. Nach der neuesten, auf den Stand am 30. Juni 1994 beaber in Preßprozessen wegen Majestätsbeleidigung der zweite Theil mit den Verhältnissen der deutschen Staaten züglichen Aufstellung besaß der Fonds noch einen Aktivbeſtand höchstens zur Entlastung, nicht Belastung; der zur Redakteur hat also gar kein Interesse daran, die Zeugen dazu zu einander. Im zweiten Theil, der sich mit den Einzel- dem Fonds obliegenden Verbindlichkeiten mit rund 359 Millionen zu verleiten, sich der Zeugnißpflicht zu entziehen. Es bleibt forderungen beschäftigt, sind folgende Zusäße zu dem Ent- gegenüber, so daß sich rund 83 Millionen Mark Ueberschuß eralso nur der Fluchtverdacht. Dieser Fluchtverdacht wurf hervorzuheben: Staatsleitung nach dem durch die geben. Von dieser Summe sind inzwischen durch das Reichsbedarf aber einer besonderen Begründung Volksvertretung erhobenen Mehrheitswillen der Nation", gesetz vom 22. Mai 1895, das insbesondere Beihilfen für gänzlich bie Thatsachen sind attenkundig zu! Deffentlichkeit der Sizungen des Bundesraths bei Be- erwerbsunfähige und bedürftige Kriegsveteranen vorfieht, etwa machen. Es genügt nicht, die Redakteure zu verhaften, rathungen und Abstimmungen über Gefeßentwürfe." Ebenso 40 Millionen gebunden. Hierunter ist derjenige Kapitalbetrag zu weil Fluchtverdacht vorliege, sondern es muß ausdrücklich ge- werden Gesetze zur Verwirklichung der Verantwortlichkeit verstehen, der erforderlich ist, um durch alljährliche Verwendung sagt werden, warum Fluchtverdacht vorliege. In den vor der Minister gegenüber der Volksvertretung für ihre amt- seiner Zinsen und eines Theiles des Kapitals die aus dem letzt bezeichneten Gefeß sich ergebenden Ausgaben zu bestreiten, und liegenden Fällen ist es nun vom politischen Standpunkt aus seitens der Staatsanwaltschaften nicht sehr geschickt, liche Thätigkeit gefordert. Empfangsberechtigten aufgezehrt sein, soll. Somit verbleibt von zwar so, daß dieser Kapitalbetrag mit dem Aussterben des letzten daß sie nur die Thatsache der Verhaftung, nicht aber auch jenen 83 Millionen Ueberschuß nur noch ein Kapital von die besonderen Gründe derselben in die Deffentlich darauf zurück. Dieses würde ebenfalls unter dem feit dringen ließen. Es wäre besser gewesen, die gesetzlich Daß wucherische Zinsen in Deutschland genommen 43 Millionen Mart. nun einmal erforderte Motivirung des Fluchtverdachts werden dürfen, bestätigt eine Verordnung des oldenburgischen Gesichtspunkt des allmäligen Aufzehrens bis zum Aussterben zugleich mit der Verhaftung öffentlich bekannt zu geben. Dann Ministeriums über die Höhe der Zinsen für Darlehen der Pfand- des letzten Empfängers in jährliche Aufwendungen umgesetzt war allen Legendenbildungen von vornherein der leiher. Die ersten beiden Paragraphen, die einer älteren noch und unter fernerer Berücksichtigung der Möglichkeit, daß die Boden entzogen. So aber fönnten die Sozialdemokraten die in Kraft stehenden Verordnung des preußischen Gesammt gegenwärtigen Geldverhältnisse zu einem Rückgang des Zinsfußes eine Summe ergeben, die zur Deckung von Sache so darstellen: Unsere Redakteure sind verhaftet worden, ministeriums im wesentlichen entsprechen, lauten: führen können nicht weil in dem konkreten Fall ein ganz besonderer Grund§ 1. Der Pfandleiher darf an Zinsen nicht mehr aus- fünftig vielleicht eintretendem Mehrbedarf für einige bereits gefeßlich festgelegte Ausgabezwecke nur etwa ausreichen möchte. zum Fluchtverdacht vorlag, sondern einfach, weil sie Sozial- bedingen oder annehmen, als: demokraten find. Und die öffentliche Meinung mußte dazu a. zwei Pfg. für jeden Monat und jede Mark( das ist Aus Vorstehendem erhellt, so schließt die„ Berliner schweigen, denn sie wußte ja, dank der Staatsanwaltschaft, 24 pt. jährlich) von Darlehensbeträgen bis zu dreißig Rorrespondenz", daß die Annahme, man könne mit so zu sagen Mark; die ihr Amtsgeheimniß so gut gewahrt hatte, in der That nicht, ungemessenen Mitteln des Fonds rechnen und darauf weitere, wodurch der Fluchtverdacht begründet war. b. einen Pfg. für jeden Monat und jede den Betrag von über die gegenwärtig feststehenden Ausgabezwecke hinausgehende dreißig Mart übersteigende Mark( das ist 12 pet. jährlich). Ansprüche an diesen stützen, völlig ungerechtfertigt ist. Der Pfandleiher kann dabei ausbedingen, daß an Zinsen Der Verbandstag deutscher Gewerbe. mindestens der Betrag für zwei Monate gezahlt werden müsse. vereine ist in Kassel zusammengetreten. Er stellte in einer § 2. Bei der Berechnung der Zinsen fann seitens des Resolution die Forderung auf, daß über die von der Pfandleihers jeder angefangene Monat als ein voller gerechnet Berliner Handwerker Konferenz gemachten Vorschläge, be= und ein Bruchpfennig, der sich beim Gesammtbetrag der Zinsen treffend die Schaffung einer 3wang 3- Organisation, das gesammte deutsche Handwerk und nicht blos ein ergiebt, auf einen vollen Pfennig abgerundet werden. tleiner in Innungsverbänden zusammengefaßter Theil derselben gehört werde. Ferner sprach sich der Verbandstag einstimmig für die Schaffung eines gefeßlichen hypothekarischen Sicherungsrechtes aus, welches mit dem Tage des Baubeginnes für alle diejenigen in Wirkung treten soll, welche zu einem Bau Material geliefert oder Arbeiten geleistet haben. Also die Verhaftungen billigt das brave Mosse- Blatt von vornherein, obgleich es die Gründe nicht kennt. Es bittet nur um die Motivirung des Fluchtverdachts, damit der Sozialdemokratie kein Nußen daraus erwächst. Wir können der freiwilligen Hilfsarbeiterin der Staatsanwaltschaft versichern, daß wir im Gegentheil überzeugt sind: jeder staatsanwaltschaftliche Rechtfertigungsversuch der Verhaftung wird im Volte die Ansicht von einem Martyrium" der Verhafteten nur verstärken. " Die Ausweifung Steiner's aus Bremerhafen. Der Vorwärts" hat bereits berichtet über die Ausweisung, die unseren Genossen Steiner in Bremerhafen betraf. Das sogenannte Führungsattest, das er bei seiner Abreise von der Polizeiverwaltung der" Republik" Bremen ausgestellt erhielt, hat folgenden Wortlaut: Führungs- Attest. Dem Kassirer Heinrich Vincenz Steiner geboren am 4. Juli 1858 zu Friedeberg, Kreis Jägersdorf in Desterreich, welcher sich seit dem 5. Februar 1892 in hiesiger Stadt aufgehalten hat, wird auf Ansuchen hiermit bescheinigt, daß in moralischer Beziehung nachtheiliges über ihn nicht zur amtlichen Kenntniß gekommen ist. Steiner ist mit Rücksicht auf sein politisches Verhalten am hiesigen Orte aus dem bremisen Staatsgebiete als lästiger Ausländer aus gewiesen. Bremerhaven, den 16. September 1895. Hansestadt Bremisches Amt. J. A.: er 111 " Wir kommen nach Eintreffen des vollständigen Berichts Wie Stimmung gemacht wird, zeigt folgendes offiziöse Telegramm, das aus Rom einläuft: Nach hier vorliegender Privatdepesche aus Ancona arbeiteten dafelbst gestern Abend zwei junge Leute, die für Anarchisten gehalten werden, an einem Behälter mit Explosivstoff. Derselbe explodirte und verwundete beide; in dem Hause wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Die beiden jungen Leute sind entflohen. " Woher wissen denn nur die Staatsretter, daß das Anarchisten" waren? Das können doch sicher weit eher ein paar dumme Jungen gewesen sein, die für den nationalen Festtag Feuerwerkskörper machen wollten und sich nun, die Folgen ihres Unfugs fürchtend, gedrückt haben. Die ,, National- Zeitung" schreibt: " -O Der Vorwärts" rügt einen wie er sich ausdrückt Schwupper", der uns widerfahren sei, indem wir die englische free labour society als sozialistisch bezeichnet haben. Wir wollen dem Blatte die Genugthuung bereiten einzugestehen, daß wir die genannte Gesellschaft bei der Wiedergabe einer der Englischen Korrespondenz" entnommenen Mittheilung mit der fozialistischen Independent labour party verwechselt haben aber ohne daß die Verwechselung irgend eine Bedeutung für die von uns der Mittheilung hinzugefügte Diese, nämlich daß es bei der Bemerkung gehabt hätte. Würdigung von Arbeiterbewegungen nicht blos auf die Zahl, sondern auch auf die Organisation ankomme, müßte uns eigentlich das feltene Vergnügen verschaffen, daß der„ Vorwärts" mit uns derselben Meinung wäre." Anwesend waren etwa 80 Delegirte von Gewerbevereinen und Gewerbekammern aus Deutschland. Auch der Verband Deutscher Gewerbeschulmänner und der Verband des schweizerischen Gewerbevereinsverbandes hatten Delegirte entfandt. Eine alte Jnfamie gegen die Arbeiterschaft benutzten Berliner Politischen Nachrichten" des Herrn Schwein wird wieder einmal in den oft als offiziöse Ablagerungsstätte burg verübt. Es steht da zu lesen: Wenn gegenwärtig von einzelnen Blättern der Versuch ge macht wird, nachzuweisen, daß die Zahl der in Betrieben vorkommenden Unfälle nicht gegen früher und namentlich gegen die Zeit vor Einführung der Unfallversicherung zugenommen habe, so muß diese Beweisführung als vollständig verunglückt bezeichnet werden. Man hat allerdings feine vollständige Statistit über die sämmtlichen in den gewerblichen und landwirthschaftlichen Betrieben vorkommenden Unfälle, sie ist aber für die entschädigungspflichtigen Unfälle in den Rechnungs Ergebnissen der Berufsgenossenschaften vorhanden und diese ergiebt zweifellos, daß sich diese Unfälle nicht nur absolut, sondern auch im Verhältniß zu der Zahl der versicherten Personen jährlich beträchtlich teigern. Selbst die schweren, d. h. diejenigen Unfälle, welche Gefolge haben, sind, obschon sie im Verhältniß zu der Zahl den Tod oder dauernde Erwerbsunfähigkeit im der gesammten entschädigungspflichtigen Unfälle ftetig zurüdnehmen, daß das Verhältniß zwischen der Zahl der ents gegangen find, absolut gestiegen. Nun ist nicht anzuschädigungsberechtigten und nicht berechtigten Unfälle fich infolge der Unfallversicherung, von der Simulation abgesehen, wesentlich Es muß deshalb geschlossen werden, daß verändert hat. ( Name unleserlich.) Wodurch hat sich nun Steiner den Herren des bremischen Staates als läftiger Ausländer" erwiesen? Weil er als Leiter des Vereins der Heizer und Kohlenzieher in Bremerhafen, der 2000 Mitglieder zählt, sich den Allgewaltigen des Bremer Lloyd recht unbequem gemacht hat, und die Allgewaltigen des Dazu wollen wir bemerken, daß die„ National- Zeitung" Bremer Lloyd sind die einflußreichsten Personen im Bremer Staat. Steiner war auch derjenige, der Bebel das Telegramm über den sicher nicht den an sich richtigen Einwand, es fomme bei Untergang der Elbe schickte, das dieser sofort in der betreffenden einer Arbeiterorganisation nicht nur auf die Zahl, sondern Sigung im Reichstag, in der über den Untergang der Elbe ver- auch auf die Organisation an, gegen die free labour Assohandelt wurde zum Vortrag brachte und das damals so großes Auf- ciation geltend gemacht hätte, wenn ihr nicht jene Versehen erregte. Aus dem Telegramm ging nicht blos hervor, weshalbwechselung passirt wäre. Die Verwechselung ist sogar ärger fich trotz der namentlich von den gewerblichen Berufsdamals das Unglück auf der Elbe einen so großen Umfang anden Betrieben vorkommenden Unfälle überhaupt in nahm, es denunzirte auch, daß die Rettungsboote nur zum noch, als wir der National- Zeitung" zugetraut hatten. genossenschaften gepflegten Unfallverhütung die Zahl der fleinften Theil benutzt werden konnten, weil die Mannschaft Denn ein politisches Blatt, das jenen Streifbrecherverein in hierbei verschiedene Ursachen mitwirken, wie dies ja auch eine vom nannte damals privatim Herrn von Boetticher gegenüber Steiner dadurch, daß ihm die Vorgänge der inneren Politik Eng- Reichs- Versicherungsamt bei den Berufsgenossenschaften vor Jahren teinerlei Uebung im Gebrauch derselben gehabt habe. Bebel mit der Independent labour party verwechselt, beweist den letzten Jahren start vermehrt hat. Es ist gewiß, daß als den Absender des Telegramms, der bereit veranstaltete Erhebung ergeben hat. Ebenso sicher aber ist auch, sei, lands ,, böhmische Dörfer" sind. alles zu beweisen, was Steiner behauptet habe. Die sozialdemokratische Rundgebung in Wien, daß Sorglosigkeit und Leichtsinn der Arbeiter ist dann zwar nicht als Zeuge der Untersuchung über das Unglück angerufen worden, aber sein Name wurde der die vor acht Tagen des schlechten Wetters halber vertagt zu diesen Ursachen gehören. Sind doch im Jahre 1887, dem fämmtlicher vorgekommener entschädigungspflichtiger Unfälle Verwaltung des Lloyd bekannt, und da seine Angaben durch die werden mußte, hat am letzten Sonntag stattgefunden. Ein einzigen, für welches eine solche Statistit vorliegt, über 20 per. Untersuchung sich vollkommen bestätigten, war dies erst recht offiziöses Telegramm meldet darüber: An einem heute auf der Feuerwerkswiese im Prater statt- birekt auf die Schuld der Arbeiter zurückzuführen ein Grund, ihn als einen lästigen Ausländer" anzusehen, mit dem man so rasch als möglich aufräumen müßte. Man tönne gehabten Arbeitermeeting betheiligten sich über 8000 Personen. gewesen. Bei dieser Eachlage ist es nicht verwunderlich, wenn nicht dulden, daß ein Arbeiter öffentlich Dinge zur Sprache Mehrere Redner sprachen zu gunsten des allgemeinen Wahlrechts. Die früher nicht gerade in weiten Kreisen beliebte Idee der unverschuldeter Unfälle immer mehr Anhänger gewinnt. bringe, die selbst einem Direktor des Lloyd unbekannt seien", wie Während des Abmarsches erfolgten wiederholte Zusammenstöße Differenzirung in der Entschädigung verschuldeter und einer der Allgewaltigen des Lloyd sich soll geäußert haben. Es mit der Sicherheitswache. 26 Personen wurden verhaftet; ein würde den Versicherten von vornherein klar fein, daß ein Selbstverschulden des Unfalles eine Minderung der zu erwartenden wird dafür gesorgt, daß der Unglücksfall der Elbe" und die Polizeiagent wurde leicht verwundet." Nach einem uns soeben zugehenden Originalbericht, Rente herbeiführen würde, so würde eine ganze Anzahl von jetzt Ausweisung Steiner's den Reichstag noch einmal beschäftigen. Herr von Hammerstein wird nicht nur von dem dessen Inhalt wir in nächster Nummer des Vorwärts" noch vorkommenden Unfällen in der Folge vermieden werden. Staatsanwalt gesucht, auch das Amtsgericht I zu Berlin veröffentlichen werden, beläuft sich nach den niedrigsten Bei den Vorarbeiten zur Revision der Unfallversicherung, wie sie hat sich vergeblich bemüht, den edlen Freiherrn aufzufinden. Schäßungen die Anzahl der demonstrirenden Parteigenoffen gegenwärtig vorgenommen werden, dürfte sicherlich auch diese Frage zur Erörterung gelangen." Wie bekannt, hat der Abgeordnete Singer im Dezember auf 30-40 000. Nach unserer Kenntniß solcher Vorgänge wäre auch der vorigen Jahres gegen den verdufteten Chefredakteur der Kreuz- 3tg." Klage wegen Verleumdung durch die Presse Abzug wie die Versammlung jedenfalls in aller Ruhe angeftrengt. Die gerichtliche Verhandlung konnte nicht und ohne Zusammenstöße verlaufen, wenn keine Sicherheitsstattfinden, da der Beklagte Mitglied des Reichstages und wache sich eingemischt hätte. Vermuthlich hat aber das des Abgeordnetenhauses war. Am 10. Juli d. J. wurde Ministerium Badeni den Beweis liefern wollen, daß es in der Landtag geschlossen, nachdem der Reichstag schon vor den Praktiken der höheren Staatsretterei ebenso beschlagen her verabschiedet war. Am 15. Juli erging der ist wie seine Vorgänger. Der Panamakanal soll nun doch noch gebaut werden. gerichtliche Anklagebeschluß wegen Beleidigung und übler Nachrede aus§§ 185 und 186 Str.-G.-B. Dem Vertreter Eine neue Gesellschaft hat sich in Frankreich gebildet, die möchte. Die württembergische Abgeordnten= des Klägers wurde dieser Tage von dem Gericht die Mit- auch bereits 300 Millionen zusammengebracht hat. Das theilung, daß der Eröffnungsbeschluß dem Beklagten genügt freilich nicht. Die bisher von der verkrachten Ge- ta mmer wird voraussichtlich Mitte November einberufen v. Hammerstein nicht hat zugestellt werden können, sellschaft gemachten Vorarbeiten sind allesammt unbrauchbar, werden. Die Kommission wird an 2. Oftober zur Berathung weil seine jetzige Wohnung nicht nicht bekannt ist. alles Material ist verloren, so daß ganz von vorn an- der Regierungsvorlage über die direkten Steuern zuDas Gericht ersucht zugleich um Ermittelung und gefangen werden muß. Und die Gesammtkosten belaufen fammentreten. Es ist dem offiziösen Organ gegenüber nicht angebracht, ernsthaft gegen die bodenlos gemeine Infinuation zu polemifiren, Maschine den Tod holen oder sich zum Krüppel zerfleischen daß Arbeiter aus purem Leichtsinn, rein zum Vergnügen, sich an der laffen, um dann bei zwanzig oder dreißig Mart monatlicher Unfallrente ihr Lebenlang mit Weib und Kindern im Juchhei zu verbringen. Wir geben die Aeußerung des offiziösen Organs aber wieder, um der Arbeiterschaft im flaren Spiegel zu zeigen, wie man an gewisser Stelle im Staate der Sozialreform an ihr handeln " Anzeige des Aufenthalts des verschwundenen Freiherrn. fich auf 1000 Millionen Franks. Da die neue Gesellschaft( Fortsetzung der Politischen Uebersicht" in der 1. Beilage.) Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glecke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 223. Politische Weberlicht. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Eine Enquete hat der Bund der Landwirthe in den letzten Tagen veranstaltet, indem er durch seine Vertrauensmänner und die sonstigen ihm zur Verfügung stehenden Digane durch Einkauf von Brot in möglichst vielen Bäckereien die Brotpreise in den einzelnen Orten hat feststellen lassen. Gleichzeitig sind auch die Getreidemarkt- Notirungen der einzelnen Orte ermittelt worden. Diese Getreidepreis- und Brotpreis- Statistik wird, wie der„ B. L.-A." erfährt, demnächst im Bureau des Bundes der Landwirthe bearbeitet werden und zur Grundlage für die vom Bunde im Interesse der Hebung der Landwirthschaft weiter zu machenden Vorschläge genommen werden. Nach den bisherigen statistischen Arbeiten, die der Bund der Landwirthe publizirt hat, tönnen wir uns auf eine Tendenzarbeit ohne weiteren Werth gefaßt machen. Belgien. Brüssel, 23. Sept. Gelegentlich einer am Sonntag abgehaltenen Fahnenweihe fand ein blutiger Zusammenstoß zwischen katholischen und sozialistischen Arbeitern statt. Ein Polizei- Agent und mehrere Personen sind schwer verletzt. Italien. Dienstag, den 24. September 1895. 12. Jahrg. wegung in Rußland damit begründen, daß die russische Industrie Ferner wurde folgender Antrag angenommen: mangels eines genügenden Abfazgebietes keine Ausdehnung Die Versammlung erkennt die Wichtigkeit der Landarbeitererfahren kann, sollte das Ergebniß der Mitte September be- und Bauernfrage für den gesunden Fortschritt unserer Bewegung endeten Messe in Nischny Nowgorod eines besseren belehren. auf dem flachen Lande an. Sie hält die Aufstellung eines einNoch ist die sibirische Eisenbahn weit von ihrer Vollendung beitlichen Agrarprogramms im Sinne der Resolution des Frankund doch ist das charakteristische Merkmal der verflossenen furter Parteitages für dringend geboten. Dem von der AgrarM effe in Nischny Nowgorod das Erscheinen der mittleren und kommission vorgeschlagenen Entwurf kann sie zwar nicht in allen kleinen Käufer aus Sibirien in großer Anzahl. Noch nie da- Theilen unbedingt zustimmen, jedoch hält sie ihn für eine geeignete gewesen ist die Thatsache, daß schon vor der Messe im Juni und Grundlage zur weiteren Behandlung der Frage und hofft, daß im Juli viele sibirische Käufer in Moskau erschienen sind, dieselbe zu einem befriedigenden Ergebniß führen werde." um Einkäufe zu machen. Besonders start war die Nachfrage rach Camowaren und Manufakturwaaren. Die Lokalfrage in Magdeburg. Den Genossen von Magdes russische Manufakturwaaren- Industrie war infolge der Ver- burg und der Umgegend stehen jetzt 13 Lokale zu Versammlungen armung des russischen Bauers in den letzten Jahren und Vergnügungen zur Verfügung. in einer gedrückten Lage und die volksthümlichen" Publizisten Die Frankfurter Genossen ehrten auch in diesem Jahre versicherten, daß sie sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen durch Gedenkrede und Kranzspenden die am 18. September 1848 nicht mehr heben würde. Doch es kam der Käufer aus Sibirien in Frankfurt a. M. gefallenen Barrikadenkämpfer. und in diesem Jahre sind in Nischny Nowgorod um 20 pCt. mehr Manufakturwaaren verkauft worden, als im vergangenen Jahre und mit jeder neuen Strecke der sibirischen Eisenbahn, welche eröffnet wird, wird auch das Absatzgebiet der russischen Industrie anwachsen. Ein ferneres charakteristisches Merkmal der verflossenen Messe in Nischny Nowgorod, welches beredtes Zeugniß ablegt für den gewaltigen Bildungsdrang im Volfe, ist der erhöhte Absatz der für das Volk geschriebenen Bücher. Und Käufer für diese Bücher waren in Nischny nicht nur Buchhändler, sondern auch Galanteriewaarenhändler, bei welchen an fleineren Orten, wo es teine Büchern auftritt. Genosse Gärtner, der frühere verantwortliche Redakteur der„ Fränkischen Tagespost", hat nach einmonatlicher Haft das Gefängniß verlassen und ist zu seiner Redaktionsthätigkeit zurück. gefehrt. Die Genossen in Buffalo( Ver. Staaten), an welchem Plaze( neben Detroit) sich wohl die verhältnißmäßig stärkste polnische Bevölkerung befindet( 50 000), haben die Herausgabe eines Parteiorgans in polnischer Sprache angeregt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Die Crispi- Komödie ist recht schrecht gespielt worden. Das Nationalfest" glich aufs Haar unseren Nationalfesten. Alles Mache. Nur mehr Staub und mehr Size. Hören wir den römischen Korrespondenten der Frank- Buchhandlungen giebt, eine stets anwachsende Nachfrage nach gericht sprach den Expedienten des„ Braunschweigischen Bolts furter Zeitung": „ Es war am Tag, wo Crispi seine große" SchauspielerRede am Garibaldi- Denkmal hielt es war thatsächlich eine Auswanderung, und die Polizei, die schon morgens bei dem Zuge der Schüßen zum Pantheon bewiesen hatte, daß sie im geheimen politischen Dienst besser ist, als in der Regelung des Verkehrs, zeigte sich diesem Massenandrang nicht gewachsen. Wie groß die Menge der begüterten Leute war, die sich hinausquirlten, läßt sich nicht angeben. Das Menschengewoge war beängstigend schön. Hoch über den tausenden von Schützen und den abertausend Schauluftigen ragte, freilich in respektvoller Entfernung, die Hoftribüne in den blaugrauen Staubhimmel hinauf. Stimmen der Ungeduld wurden laut; nein, so ein Komitee! Man sieht und hört ja nichts! Und in der That, als um vier Uhr das Königspaar und der Kronprinz erschienen, hatte es den Anschein, als wenn die kleine Hofgesellschaft zu einer Privatunterhaltung mit dem Festredner Crispi zusammengekommen sei, zu der die Herren Schüßen und das loyale Publikum staunend emporschauen durften. Das unzufriedene Gemurmel steigerte sich, als Herr Crispi, jugendfrisch wie immer, ein Blatt Papier aus der Tasche zieht und zu lesen beginnt. Die Reporter sind in Verzweiflung, felbft an den Stufen des Logenthurmes, der den Hof beherbergt, versteht man tein Wort. Endlich hört Crispi auf, und in großem Beifaltlatschen befreien sich die Taufende von der Qual des ungeduldigen Harrens. Und so weiter. Das nennt sich„ Volksfeft". Die Crispi'sche Rede ist ein Sammelsurium von Gemeinplätzen und Heuchelphrasen wie sie höchstens von deutschen Nationalliberalen unterster Ordnung nach gebraucht werden. Der Amnestie: Erlaß lautet wie folgt: Art. 1. Türkei. Salonichi, 22. Sept. Die makedonische Ortschaft Kostowo wurde von einer etwa 500 Mann starken makedonischen Räuberbande überfallen und vollständig geplündert. Kuba. -A " Der Aufstand hat solche Dimensionen angenommen, daß er jetzt die ganze spanische Politik beherrscht. Die Zahl der Insurgenten wird auf 30 000 geschäßt; die Zahl der spanischen Truppen auf 70 000, also mehr als das doppelte. Allein das genüge nicht, schreibt Martinez Campos der unbesieg liche Moltke von Spanien"; auf jeden Insurgenten mußten mindestens 4 Soldaten kommen woraus zu ersehen, daß FreiSchärler von den Herren Militärs, die gewöhnlich eine solche Verachtung für alle nicht zunftmäßigen Militärs zur Schau tragen, doch in Wirklichkeit sehr gefürchtet werden. Die spanische Regierung hat fogar erklären lassen, daß sie im Nothfall selbst 200 000 Mann nach Kuba schicken will. Indeß, das wird den Aufständischen sehr wenig imponiren. Für sie ist es zehnmal so leicht, 50 000 Mann ins Feld zu stellen, als für die spanische Regierung das zunftmilitärische Aequivalent von 200 000 Soldaten. China. Maifestzeitung. Das Braunschweigische Lands freund", Genossen Stegmann, der angeklagt war, die Mais festzeitung vor der Beschlagnahme verbreitet zu haben, frei, weil es nicht als erwiesen erachtet werden konnte, daß der Angeklagte den Inhalt der Zeitung gekannt habe. Genosse Emil 3immermann vom Chemnitzer Beobachter, der eben eine dreimonatliche Strafe verbüßt, wurde wegen vorzeitiger Veröffentlichung einer Anklageschrift zu 100 m. Geldstrafe oder 20 Tagen Haft verurtheilt. Grober Unfug! Der Vertrauensmann von Freiburg i. B. erhielt eine Anklage wegen groben Unfugs", welcher durch eine bei der in Freiburg stattgefundenen Lassallefeier an genommene Resolution verübt sein soll. Soziale Uebersicht. Die Arbeiter müssen moralisch sein! Damit vertheidigt Herr Dr. Kuno Frankenstein die Bestimmung der ArbeiterschußGesetzgebung, wonach durch Ortsstatut angeordnet werden kann, daß der von minderjährigen Arbeitern verdiente Lohn an die Eltern oder an die Vormünder auszuzahlen ist. Schade nur, daß die Stüßen der Gesellschaft, welche so eifrig die jungen Wr beiter vor Leichtsinn und Verschwendungssucht bewahren wollen, nicht auch immer persönlich sorgsam bemüht sind, daß sie sich von dem Vorwurfe leichtsinnigen Lebens frei halten. Die Religion Reichs, die nur von so schlechten Truppen, wie den chinesischen, Port Arthur, die stärkste Seefeftung des Chinesischen und die Moral ist für die Arbeiter zu erhalten, Bourgeois können sich von ihr emanzipiren. an einen Belagerer verloren werden kann, soll, einem Telegramm Arbeiterrifiko. Auf der Grube Goulen bei Würselen zufolge, demnächst eine russische Besatzung erhalten. Das wurden infolge schlagender Wetter drei Bergleute getödtet und ist offenbar falsch, zum mindesten verfrüht. Noch sind die einer schwer verwundet. Javaner im Besitz von Port Arthur, und ob sie es nebst der Halbinsel Liaotung überhaupt räumen werden, das ist nach allem, was man über die Stimmung in Japan hört, durchaus Afrika. Bewilligt wird die Nachlaffung der die persönliche Freiheit beschränkenden rückständigen Strafe derjenigen, welche Verurtheilungen von nicht mehr als zehn Jahre zu verbüßen haben, die von den Gerichten verhängt worden sind, welche durch nicht wahrscheinlich. Defret vom 8. Januar 1894 vom außerordentlichen Königlichen Kommissar für die Provinzen Siziliens und durch Dekret vom 17. Januar 1894 vom außerordentlichen königlichen Kommissar- Madagaskar Siege. Aus Majunga vom 22. Sepfür die Provinz Massa Carrara eingesetzt wurden; vorausgesetzt tember wird gemeldet, daß General Duchesne, der etwa 5000 wird, daß die Verurtheilten durch den Urtheilsspruch nicht Mann bei sich habe, auf dem forcirten Vormarsche 6000 Hovas schuldig erklärt worden sind, in irgend einer Weise an Mord in dem Defilé von Timainondry überraschte. Die algerischen oder Körperverletzung mit tödtlichem Ausgange betheiligt gewesen Tirailleure nahmen die Position und die Vorhut der Franzosen zu sein. setzte sich darin fest. Die Hovas verloren 80 Todte. Art. 2. Den von denselben Gerichten Verurtheilten, welche eine Zuchthaus oder Gefängnißstrafe von mehr als 10 Jahre zu verbüßen haben, und welchen durch das Tekret vom 14. März 1895 ihre Strafe um ein Drittel herabgesetzt wurde, wird die Reduktion derselben Strafe um ein weiteres Drittel bewilligt. Partei- Nachrichten. Tokales. Die Kreuz- Zeitung" spielt sich als Trösterin für die durch die Kameel- Inschrift" schwer verletzten freisinnigen Stadtverordneten auf, indem das christliche Blatt unter stiller Anerfennung der freisinnigen Zurückhaltung darüber jubelt, daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten die Kameel- Farce nicht weiter verfolgt haben. Die Kreuz- Zeitung" vergißt ganz und gar, daß es der Sozialdemokratie schlecht anstehen würde, sich über den Vorfall zu entrüsten; dafür ist die Inschrift denn doch zu ruppig. Warum die Herren von der freifinnigen Majorität nicht nach dem geistigen Urheber der„ Kameel- Inschrift" geforscht haben, wissen wir nicht. Vielleicht fennen die Herren Dr. Hermes Delegirte zum Parteitage. II. württembergischer Wahl- und Genossen die eigentliche Quelle, aus der die beabsichtigte freis: Karl Kautsky. geschmackvolle Berewigung der Berliner Stadtverordneten- VerVon den 122 politischen Verbrechern", die auf grund dieses fammlung geflossen ist. Daß die Kreuz- Zeitung" aber gegen Agrarprogramm. Die Parteigenoffen Cannstadt 3 be- unsre Genossen in der Stadtverordneten- Bersammlung das Zitat Defrets noch im Gefängniß bleiben, haben 103 Nußen von der schlossen, nachdem sie ein Referat des Genossen Kautety zur anwendet:" ber bessere Theil der Tapferkeit ist Vorsicht", ist Amnestie, d. h. von dem Artikel 2 des Erlasses; 19 nicht, Renntniß genommen haben, daß sie dem Entwurf eines in Rücksicht auf ihren früheren Chef, den Freiherrn v. Hammerweil sie wegen gemeiner Verbrechen bestraft worden Agrarprogramms der Agrarfommission nicht zustimmen kann, stein doch recht unvorsichtig. find. Von den vom Kriegsgerichte zu Palermo Verurtheilten weil seine Forderungen zum theil wirkungslos, zum werden vollständig befreit. Giacomo Montalto, verurtheilt zu theil undurchführbar, oder geradezu gefährlich, weil staats- In der Schäbigkeit ihren Arbeitern gegenüber halten 10 Jahren; Pico, verurtheilt zu 5; Petrina und Bensi, ver- sozialistisch sind. Vor allem aber ist das Agrarprogramm ver- jüdische und christliche Unternehmer einander die Waage. urtheilt zu 3 und 2 Jahren wegen Verschwörung. Im Zucht werflich, weil es den Schein erweckt, als halte die Sozialdemo- Die kapitalistische Nationalfeier des St. Sedan hat ein augenhause bleiben De Felice( verurtheilt zu 18 Jahren) noch 4 Jahre fratie eine Gefundung der bäuerlichen Verhältnisse in der heutigen fälliges Beispiel davon gegeben, daß es gerade besonders würdige, und 6 Monate; Verro( 16 Jahre) noch 4 Jahre; Barbato und Gesellschaft für möglich, wodurch es unerfüllbare Hoffnungen in zum theil mit dem Hofprädikat geschmückte Unternehmer waren, Bosco( 12 Jahre) noch 2 Jahre und 6 Monate. In Freiheit den Bauern erweckt und in direktem Gegensatz zum revolutionären welche, pochend auf ihre soziale Uebermacht, ihren Arbeitern den gesetzt wird auch der hochangesehene Advokat Molinari, den das Wesen der Sozialdemokratie tritt. Die Versammlung spricht schuldigen Lohn für den ihnen als Feiertag aufgezwungenen Kriegsgericht von Maffa zu sieben Jahren Zuchthaus ver- daher den Wunsch aus, der Breslauer Parteitag möge das St. Sedan vorenthielten. Siehe die besonders beachtenswerthen urtheilte. Ob bei denjenigen, Deren Strafen nur Agrarprogramm ablehnen. Beispiele an der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche, am Dombau, herabgesetzt worden sind, wenigstens noch die Form Die letzte Parteiversammlung des ersten badischen Reichs- bauten auf dem Tempelhofer Felde. Die Unternehmer, die, ohne ver der Strafe gemildert werden wird( wie ursprünglich gemeldet tags- Wahlkreises( Konstanz Ueberlingen) nahm den am Post- Neubau, an der Oberbaumbrücke, sowie an den Kasernen= wurde), steht noch dahin; einige von den Rädelsführern" waren nämlich zu vollständiger Ifolirhaft für die Dauer von vier Antrag der ländlichen Genossen aus dem Salmerthale an, der folgt zu werden, derart unanständig und gesetzwidrig an ihren Arbeitern gehandelt haben, waren christliche Ordnungsstüßen. Jahren verurtheilt worden. Selbst die regierungstreue Presse ist mit dem Amnestie- Erlaß unzufrieden.„ Diritto" sagt:" Gin ihre" Aufgabe, Vorschläge zum Bauernschutz zu machen, erfüllt Feier des Sedantages begangenen Gefeßwidrigkeiten Kenntniß Die Parteikonferenz ist überzeugt, daß die Agrarkommission Als die Arbeiter uns pflichtbewußt von diesen und anderen zur vollständiger Gnadenerlaß wäre eine würdige und ge= rechte Krönung der bedeutungsvollen Gedenkfeier von hat, sie ist zur Ansicht gelangt, daß gründliche Prüfung und gaben, wurde uns mehrfach die Mittheilung, daß es bei heute gewesen. Wir wissen aber, daß in hohen Kreisen Beurtheilung des Agrarprogramms nur dann möglich ist, jüdischen Feiertage, an denen das Geschäft geschlossen sei, den andauernde und, wie man sieht, erfolgreiche Anstrengungen wenn die Agrarkommission diejenigen Materialien, welche fie Arbeitern vom Lohn zu kürzen. Wir gehen wohl nicht fehl, gemacht wurden, diese Vollständigkeit zu begrenzen. Für diejenigen, zur Aufstellung der einzelnen Forderungen bestimmten, auslautet: welche ausgeschlossen sind, bedeutet der Aft nur eine neue Verführlich bekannt giebt. Die Parteifonferenz ist ferner zur festesten wenn wir annehmen, daß diese Gepflogenheit auch im Jubeljahr schärfung der persönlichen Rache. Die halbe Maßregel wird Ueberzeugung gekommen, daß die Gewinnung der landwirthschaft von Deutschlands Einigung vielfach obgewaltet hat. weder in den fizilianischen Provinzen, noch im Lande im lichen Tagelöhner, der kleinen und mittleren Landwirthe nicht nur 200 Die Erhöhung der Lederpreise betreffend erhalten wir allgemeinen Freude hervorrufen; das Ministerium dürfte ihrer möglich, sondern zur Erreichung unserer Ziele absolut nothwendig von der Berliner Schuhmacher- Innung ein Schreiben, das wir faum froh werden, denn das feierliche Versprechen, das der ist. Aus eben diesem Grunde muß die Agitation auf dem Lande in der Voraussetzung, daß unsere Leser schon die gehörigen König in der Thronrede gab, ist nicht eingelöst worden." Im energischer und systematischer betrieben werden. Um dieses er- Schlüsse daraus ziehen werden, hier im Auszuge wiedergeben. ganzen sollen in Freiheit gesetzt werden- wenn die Zahlen reichen zu können, beantragen wir, daß die Agrarkommiffion zu Die Ursachen der Leder- Kalamität werden von der Schuhmachernicht übertrieben sind- 600 Verurtheilte aus Sizilien und einer dauernden Einrichtung wird, welche als eine Art Zentrale Innung wie folgt dargestellt: aus der Lunigiana. Infolge mehrjährigen Futtermangels hat sich der Vieh. Allen Oberstaatsanwaltschaften mit den einzelnen Bezirken in steter Fühlung stehen muß. Sie wurden die Bestimmungen des Art. 1 des Dekrets sofort hat etwaige Borkommnisse zu sammeln und die Eigenartig- bestand im allgemeinen bedeutend verringert, so daß wegen telegrapihsch übermittelt, damit sie die Haftentlassung der am- feit der Verhältnisse zu prüfen und zu Agitationszwecken in Form der nunmehr nöthigen Ergänzung z. 3. dadurch schon ein nestirten Personen unverzüglich verfügen. Von bekannteren von Flugschriften 2c. zu verwerthen. Die Mitglieder der Agrar. Mangel an Robleder entstanden ist. Auch durch den in Persönlichkeiten bleiben außer den bereits erwähnten- noch tommission haben ihre Bezirke periodisch zu bereisen und mit er Amerifa mit einem Grundkapital von 120 Millionen Dollars im Zuchthause: die Brüder Gattini aus Carrara und der Soldat fahrenen Genossen, namentlich auch auf dem Lande, den Stand begründeten Ledertrust, welcher den gesammten amerikanischen Lombardino aus Gibellina, weil sie an Verbrechen gegen das der Agitation und die vorhandenen Wünsche zu besprechen. Die und europäischen Häutemarkt auszukaufen sucht, sowie durch den Leben betheiligt waren. Vor einigen Tagen hatte der Zentral- Parteikonferenz beantragt des ferneren die Fertigung be- entstandenen Mehrbedarf an Leder in Amerika, welches be ausschuß der" Liga zum Schuße der Freiheit" dem Ab- sonderer Bauern- Agitationsbroschüren, und zwar sowohl für deutende Lieferungen infolge des Krieges nach Japan und China geordneten Felice Cavallotti vier Bände mit 46 566 Unterschriften den Norden, den Süden und Mitteldeutschland. Nur dadurch hat, ist eine Steigerung sämmtlicher Ledersorten um 30 bis Da in nächster Zeit ein Fallen der der Regierung überreichen lassen, welche die Amnestie für alle ist es möglich, daß die mit der Agitation betrauten Personen 40 Prozent eingetreten. find alle Leder verarbeitenden von den Kriegsgerichten und infolge der Ausnahmegesetze Ver- eine richtige Direktive erhalten und Stegmüllereien verhütet Preise ausgeschlossen ist, werden. Die Ausgabe einer derartigen Broschüre halten wir Branchen, so auch die Schuhmacher, gezwungen, eine schon deshalb geboten, weil die Bauern z. B. des badischen Preiserhöhung für ihre Erzeugnisse eintreten zu lassen. Oberlandes zum größten Theile im Besitze der allerdings ver- Wenn demungeachtet einzelne Geschäfte durch marktschreierische - 3 ur Entwickelung der Industrie. Diejenigen schuldeten Produktionsmittel sind, die dem Fabrikarbeiter schon Reflame sich erbieten, für bisherige Preise Schuhwaaren zu ver Vertreter der volksthümlichen" russischen Intelligenz, welche längst entwunden sind. Hier muß also eine ganz andere Agitation taufen, so tönnen dafür nur veraltete oder ganz minderwerthige ihren Zweifel an die Zukunft einer sozialdemokratischen Be- als in der Stadt playgreifen." mit Pappe verarbeitete Waaren geliefert werden. urtheilten forderten. Rußland. In der Schilderung der Ramschwaare hat die Schuhmacher Junung gewiß vecht; andererseits sollte sie aber wissen, daß die Großindustrie auch im Schuhmachergewerbe gerade in Krisen wie den gegenwärtigen den Meistern" am erfolgreichsten Schach zu bieten vermag. Bessere Verwerthung eines Egerzierplages. In der Kreuz- Zeitung" lesen wir: Der Militärfistus beabsichtigt einen großen Theil des Ererzierplates zur einsamen Pappel, der von der Schwedterstraße, der Eberswalderstraße, der Schönhauser Allee, der Straße 24 und dem Plazze N. der Abtheilung XI des Be bauungsplanes begrenzt wird, zu verkaufen. Bur besseren Verwerthung des umfangreichen Geländes sollen mehrere Straßen angelegt werden. Die Militärverwaltung will zu nächst eine Straße auf ihre Roften reguliren und die Aus führung dem Magistrat übertragen, falls die Stadtgemeinde gewillt ist, Baustellen zu erwerben. Anlagekosten sollen nicht erhoben werden. Ferner strebt die Militär- Verwaltung die Geradelegung der Eberswalderstraße nach der Schönhauserstraße an, um deren Ausführung der Magistrat ersucht worden ist. Sie * Eltern im Zentrum der Stadt wohnt, ins Waffer gegangen. Jeiner Blumenlese, eine Anzahl interessanter Stücke aus den Das Mädchen kletterte am Reichstagsufer über das Gitter der Werken ihrer Modernen vor. Wir sprechen zunächst von dem, Uferstraße und rutschte in die Spree hinab. Die Liebeskranke was Orchester und Chor aufführten. Von neuem tönnen wir war aber faum im Wasser, als sie ihren Schritt schon bereute. Die vorzüglichen Leistungen des Orchesters unter Rapellmeister Auf ihre Hilferufe tamen Schiffer herbei, die sie retteten und in Ferrani hervorheben. Das Intermezzo aus Freund Frih" von ein Krankenhaus brachten. Das Mädchen hatte geglaubt, nicht Mascagni wurde ganz ausgezeichnet wiedergegeben. Die Werke mehr leben zu können, weil sein Liebhaber sich einer anderen zu Mascagni's sind ja weit überschätzt worden, aber wir müssen gegewandt hatte. Lebensgefahr liegt nicht vor. stehen, daß uns die Schönheit dieses Intermezzos wieder sehr Nach Mittheilungen der Köpenicker Kriminalpolizei ist Festa a Marina von G. B. Corronaro, theils vom Orchester, theils überrascht hat. Ganz neu waren uns vier Etücke aus der Over der 26jährige Arbeiter Ernst Schulz, welcher des Straßenraubes vom Gbor wiedergegeben. Das sind sehr wirksame Sachen, die in der Köpenicker Haide, begangen an dem Bäckergesellen sich gewiß in unseren Konzertfälen einbürgern werden. Das EnBrochnow aus Mahlsdorf, überführt ist, identisch mit derjenigen femble des Chores war wieder vorzüglich. Virtuos wurde zu Persönlichkeit, welche am 31. Juli, morgens 82 Uhr, auf dem Beginn des zweiten Theiles das Minuetto aus der Oper Manon Kaulsdorfer Wege in der Nähe der Pferdebucht einen räuberischen Ueberfall gegen das Milchmädchen Anna Bundesmann aus Rauls- bildete Maggiolata aus der Oper: Die Medici von Leoncavallo. von Massenet vom Orchester ausgeführt. Den Schluß der Matinée dorf versucht hat. Das Stück ist Alltagsarbeit ohne Originalität. Eine eigenartige am vergangenen Donnerstag dem 50 jährigen Rutscher Friedrich trat Einen tödtlichen Ausgang hat ein Unfall genominen, der Grscheinung ist die Violinistin Bianca Panteo. Die Dame Romoll aus der Fruchtstraße Nr. 11 am Mariannenufer zustieß. auf. mit Bescheidenheit und doch großer Sicherheit das spielte Albumblatt" von Wagner Daß ein Blatt vom Kaliber der„ Kreuz- Zeitung" es eine omoll hielt dort mit seinem der Firma Dietert aus der Frant- mit Innigkeit, bas musikalisch werthlose„ Perpetuum mobile" furter Allee gehörenden zweispännigen Lastwagen, den bessere Verwerthung nennt, wenn ein Platz, auf dem das herr- soeben mit Brettern man von Ries mit sicherer Technif. Um sie als Künstlerin richtig liche Kriegsheer gedrillt wurde, dem bürgerlichen Plebs zu gute Engelbecken her ein Schlächterführwerk beladen hatte. Plößlich fam vom beurtheilen zu können, genügten die beiden fleinen Stücke nicht. tommen soll, ist ebenso erfreulich wie inkonsequent. Zur Sache Pferd schen geworden war. ein Schlächterfuhrwerk angesaust, dessen Die Leistungen der Sängerinnen Dalma und Laccazewska überselber will uns scheinen, daß der Norden weit mehr freier Pläge Gewalt das Pferd zum Stehen zu bringen, es gelang ihm aber Muttini fang wie alle Italiener, ohne daß er besonders hervor Der Führer suchte mit aller gehen wir am schonendsten mit Stillschweigen; der Sänger als neue Straßen bedürfe. Wird der Magistrat seinen Einfluß ebenso wenig, wie einem Mitfahrer, der vom Wagen gesprungen ragte. in diesem Sinne dem Militärfistus gegenüber geltend machen? und dem Thiere in die Zügel gefallen war. Das hin und her Vom Fels zum Meer heißt der Vortrag, der, illustrirt geschleuderte Fuhrwerk faßte den Romoll, der so stand, daß er durch eine Reihe prächtiger Bilder, seit kurzem von einer neu die ihm drohende Gefahr nicht wahrnehmen konnte, riß ihn zu uns, am Abend noch Pagliazzi und Cavalleria anzuhören, die Um unseren Gästen ganz gerecht zu werden, entschlossen wir gewonnenen Kraft, Herrn G. A. Erichsen, in der Urania ge- Boden, ging über ihn hinweg und verlegte ihn am Hinterkopfen, am Abend noch Pagliazzi und Cavalleria anzuhören, die halten wird. Als Verfasser des Vortrages wird der that so schwer, daß man ihn auf die Unfallstation III am Mariannen wir bei der ersten Aufführung versäumt hatten. Das war nun Träftige Förderer des populärwissenschaftlichen Instituts, Herr Ufer und nach Anlegung eines Nothverbandes in das Kranken- freilich ganz etwas anderes, wie die Vorführung der Märtyrin. wird uns diesmal das Leben und die Entwicklung deutscher erlegen. Den Führer des Schlächterwagens, einen Kaufmann P. uns jedoch einen ganz besonderen Reiz. Diesen unmittelbaren Dr. P. Schwahn genannt. Mit lebendiger Anschaulichkeit baus am Urban bringen mußte. Hier ist er seinen Verlegungen Bagliazzi und Cavalleria find in unserem Opernhaus feit langem Zugstücke ersten Ranges; diese italienische Wiedergabe hatte für Ströme vorgeführt. Wir sehen den Rhein auf den Firnen des aus der Thaerstraße, soll keine Schuld treffen. Sinnenreiz werden unsere deutschen Sänger nie erreichen Unsere Hochgebirges sein unscheinbares Leben beginnen und lernen Der Einsturz eines Neubanes rief Freitag Abend in Gäste sangen durchweg mit ergreifender dramatischer Wärme. beobachten, wie ihm in der Gletscherwelt sozusagen tropfenweise Friedenau nicht geringe Beunruhigung hervor. In der Rhein- Die Bagliazzi haben auf uns noch nie einen solchen Eindruck neue Kräfte zugeführt werden. Eine andere Entwickelung lernen straße 60 eröffnet die Paßenhofer Brauerei demnächst ein neues gemacht. Rosina Storchio, die wir neulich als Chansonnettenwir auf den Moorwiesen des Riefengebirges bedeutendsten Handelsstrome Deutschlands, der Elbe, kennen, Aufbau bereits vollendet. Gegenwärtig ist man dabei, einen Tanzfaal Stedda dem Ausschank- Etablissement ihres Vieres; die Vorderbauten sind im sängerin nicht zu würdigen vermochten, bot gestern mit der eine fehr bedeutende Leistung. Auch Canio und mit Entzücken erblicken wir Die herrlichen Land- anzulegen, der aus einem Aufbau besteht, dessen Dach durch schwere Laura, Tonio Barbieri, Silvio Muttini M schaften Böhmens und der sächsischen Schweiz, in der eiserne Träger gestützt wird. Zwei dieser Träger waren bereits er- und sangen uns ihre Schickiale ergreifend vor. Barbieri find dieser Strom seine Kräfte saminelt. Gleich eigenartig richtet und verankert, und am Freitag Abend war der dritte auf- wir namentlich Genugthuung schuldig. Sein Tonio war stimmlich und ist das Weichselthal, das uns zur Zeit des Gisganges vorgeführt gestellt worden, dessen völlige Befestigung Sonnabend vollzogen dramatisch ausgezeichnet. Störend wirkte allein die Stimmlofig. wird. So wandern die Bilder weiter, bis sich das Auge an den werden sollte. Die Arbeiter hatten zum größten Theile bereits feit von Francesco Fabbrials Arlecchino. Die Cavalleria Ufern des Meeres ergößt, das in seiner wunderbaren Mannig- den Bau verlassen; nur die bei der Errichtung des Trägers be- fällt als Kunstwerk entschieden neben den Pagliazzi ab; das faltigkeit an der deutschen Nordsee- und Ostseeküste uns vor schäftigten Leute waren noch anwesend, als durch eine unrichtige wurde am Sonntag Abend recht deutlich. Die Darstellung war Augen tritt. Fast wollte uns bedünken, daß die Fülle der Szenen, Bewegung des an der Decke herabhängenden Seiles, das gegen wie die der Pagliazzi fehr gut. Die Santuzza von Emilia die uns vorgeführt wurden, über den Rahmen der Wissenschaft den Träger schlug, die kolossale Eisenmasse ins Schwanken ge- Franclin zeigte die Lebhaftigkeit der Empfindung, die wir schon lichkeit hinausgingen und der Schaulust an sich einige zwar ver- rieth, stürzte und einen Theil des Mauerrandes niederriß, so daß in der Märtyrin bewunderten. Lola wurde von Giovannina zeihliche Konzessionen machte. Bon ganz bedeutendem Interesse ist auch der vorgelegte uicht unerheblich; Menschenleben jedoch sind, wie der„ Lofal- morgens erregte, nicht zu überwinden. die ganze Seite des Gebäudes zusammenbrach. Der Schaden ist Laccazewska gesungen. Sie vermochte die Abneigung, die sie Turridu wurde von Rechenschaftsbericht der Urania. Aus demselben geht, wie im Anzeiger" berichtet, nicht gefährdet worden. Bieletto mit sehr schöner Stimme gesungen, auch der Alfio des vorigen Jahre schon, auch jetzt wieder zur Evidenz hervor, daß die Berliner Arbeiterschaft es zu einem guten Stück ihrem Eifer A18 Urheber und Verfertiger falscher Hundertmarkscheine Muttini war trefflich charakterifirt. Mangelhaft ist die Lucia auschreiben kann, wenn die Urania gediehen ist und sich binnen sind durch die hiesige Kriminalpolizei zwei Personen festgenommen von Barberina Beletti wiedergeben. Die Leistungen des turzem soweit entwickelt, daß das große Töchterinstitut in der worden, welche im Verdacht stehen, auch die gefälschten Banknoten Orchesters und Chores brauchen wir nicht nochmals rühmend Taubenstraße spätestens zum 1. April nächsten Jahres seinem in Umlauf gebracht zu haben; ein dritter Mitschuldiger hat sich Zweck übergeben werden fann. Die Borstellungen, welche für der Verhaftung durch die Flucht entzogen. Arbeitervereine veranstaltet sind, nehmen einen ganz bemerkenswerthen Posten im Etat ein, und wir sind überzeugt, daß das organisirte Proletariat auch ferner der Urania treu bleiben wird, wenn diese in bisheriger Weise ihren Zielen näher strebt. an hervorheben. lebten Das Ensemble vom Syrischen Theater Sonzogno in Mailand hat die Erwartungen, die wir hegten, nicht erfüllt. Warum sind Ein schlechter Empfang ist legten Sonnabend Abend dem nicht außer der abgelehnten Märtyrin noch andere Novitäten Reservisten Tischler Siegfried Fendel aus der Gerichtstr. 12b vorgeführt? Wir haben oben ausgeführt, daß uns Pagliazzi bereitet worden. Fendel, der sich schon vor seiner Ginberufung und Cavalleria in dieser Wiedergabe sehr interessirt haben, aber zum Militär verheirathet hat, diente beim 50. Infanterie- die Aufgabe bestand doch darin, uns mit dem bekannt zu machen, Ueber erfolgte Ausweisungen weiß eine hiesige Korre- Regiment und wurde am vergangenen Freitag zur Reserve hierher was Leoncavallo und Mascagni weiterhin gezeitigt haben. War entlaffen. Sonnabend Abend gerieth er in einer Schankwirthschaft das ganze Gastspiel allein auf die Märtyrin berechnet? N. Eine Anzahl Ausweisungen in Berlin ansässiger Ausländer in der Kolbergerstraße in Streit, in dessen Verlauf er unversehens Im Schillertheater wird die Komödie], Dyab der Narr" durch die Polizei sind in den letzten Tagen vorgenommen worden, einen Messerstich in den Rücken erhielt. Sein Bruder mußte den doch hat dieses Vorgehen der Behörde feine politische Bedeutung. erheblich Verletzten mit einer Droschke in ein Krankenhaus am Donnerstag zuerst aufgeführt. Die Ausweisungen betreffen fast ausnahmsweise solche Per: bringen. sonen, welche seit noch nicht allzu langer Zeit in Berlin wohnen und es hier zu keiner sicheren Existenz gebracht haben. spondenz zu melden: Gerichts- Beitung. Ein Die Typographia, Gesangverein der Berliner Buchdrucker Polizeibericht. Am 21. b. M. wurden in der Prinzen- und Schriftgießer, gab am Sonntag unter Mitwirkung der Allee durch die elektrische Straßenbahn zwei Personen überfahren, Ronzertfängerin Frau Marie Böhm in Keller's Festfälen ein und zwar vormittags ein dreijähriges Mädchen, welches außer Bokalfonzert, das einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Gin" Umzug" veranlaßte am Sonnabend Nachmittag in einigen Quetschungen einen Bruch des Oberschenkeis erlitt, und vorzüglich ausgewähltes Programm wurde vor einem aufmerkder Elsasserstraße nicht geringes Aufsehen. Wegen rückständiger nachmittags ein Arbeiter, der Verletzungen an der Brust und ſamen Publikum vorgetragen, daß die großen Räumlichkeiten Miethe war einem Schuhmacher die Wohnung aufgefagt worden. eine Gehirnerschütterung davontrug.- Nachmittags fiel an der des schönen Lokals in der Koppenstraße bis auf den letzten Platz In seiner Wuth hierüber hatte er nichts eiligeres zu thun, als Ecke der Andreas- und Großen Frankfurterstraße ein Kutscher füllte. Unter den Leistunger des G sangvereins der Buchdrucker, sein ganzes armseliges Gerümpel, welches er sein eigen nannte, beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Arbeits- der durch seine fleißige Mitwirkung bei vielen Arbeiterfesten sich auf den Straßendamm zu befördern und an demselben ein Berwagen hin, wurde überfahren und am Fuße erheblich verletzt. unter den Parteigenossen den besten Namen erworben hat, ragte störungswerk zu verüben, welches die liebe Straßenjugend mit Abends wurde in der Straße An der Stadtbahn ein Handels- namentlich der Vortrag von Schubert's herrlichem Liede„ Der lautestem Halloh begleitete. Schließlich schritt doch die Polizei mann mit einer schweren, angeblich von einem Falle herrühren Entfernten", sowie die Wiedergabe eines prächtigen Gesangsstücks ein und machte dem traurigen Schauspiele ein Ende, indem sie den Verlegung am Unterschenkel aufgefunden und nach dem von Waldmann hervor. Frau Böhm wußte sich vor allem durch den, wie es heißt, geistesgestörten Schuhmacher nach der nächst Krankenhause gebracht.- Hinter dem Grundstücke Runge- drei von ihr vorgetragene Lieder, unter denen Becker- Bodenstedt's gelegenen Revierwache brachten. Auf ihre Veranlassung wurden straße 18a wurde alte Frau in der Spree treibend bemerkt und Frühlingszeit besonders herrlich klang, reichen Beifall zu erringen. dann auch später die Familie des Armen, eine Frau mit einem noch lebend herausgezogen. Es liegt anscheinend ein Selbst. Die Typographia fann mit Stolz auf den reichen Erfolg ihres Kinde, und die wenigen Habseligkeiten nach dem städtischen Ob- mordversuch vor. Eine Frau vergiftete sich in ihrer Wohnung vorgeftrigen Konzertabends zurückblicken. dach gebracht. in der Taubenstraße. Jm Kaiser und Kaiserin FriedrichDie verloren gegangene Sammelliste Nr. 191 für die ver- Kinder Krankenhause brach eine Diakonissin beim Reinigen der urtheilten Effener Bergleute wolle der Finder bei Paul Müller, Oberlichtfenster des Operationssaales mit einer Glasplatte durch, Gräfeftr. 31, abgeben. stürzte in den Raum hinab und starb bald darauf infolge eines Zu einem Schauerroman bot die Verhandlung, welche Aufsehen dürften in weiteren Kreisen zwei Selbstmorde Schädelbruchs.- Am 22. d. M. mittags sprang ein Mädchen am erregen, die hier in den letzten Tagen verübt worden sind. Reichstags- Ufer in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I stattfand, Montag Vormittag wurde von der Leichenhalle des alten Waffer gezogen und nach der Charitee gebracht. In der Spree, dankbaren Stoff. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte jüdischen Friedhofes in der Schönhauser Allee aus der Inhaber gegenüber dem Hause Friedrichstr. 105a, wurde nachmittags die Bürstenmachermeister Johann Hermann Weber war Mordes des versuchten und der Bedrohung Abends fiel ein Schiffer der Firma Wolle u. Bud, der Kaufmann Philipp Bud aus der Leiche eines Mannes angeschwemmt. mit einem Verbrechen beschuldigt. Er soll versucht von der Heydtstraße 9 begraben, der an einem Herzschlage am in der Trunkenheit von seinem an der Waterloo- Brücke liegenden vergangenen Freitag gestorben sein sollte. Nachträglich wird bekannt, Rahn ins Wasser und wurde noch lebend herausgezogen. Er baben, einen Menschen aus dem Wege zu räumen, weil einer Reihe schwerer Verbrechen daß Herr Bud keines natürlichen Todes gestorben ist, sondern scheint jedoch innere Verlegungen erlitten zu haben und mußte derselbe Mitwisser Hand an sich gelegt hat. Er hat sich am Freitag in seiner Wohnung nach dem Krankenhause gebracht werden. Auf dem Königs- sein sollte, die angeblich von dem Angeklagten geplant waren. Anfangs März dieses Jahres meldete sich bei dem Kriminalerhängt. Die Ursache des Selbstmordes wird finanziellen play wurde ein Mädchen durch eine Droschke überfahren und Schwierigkeiten zugeschrieben. Bud war Inhaber eines an der Hüfte erheblich verletzt.-- In der Nacht zum 28. d. m. tommissar Höfft ein Mann, der sich als Tapezirermeister Wank Garderobengeschäfts auf dem Spittelmarkt und in der Jerufalemer- wurde in der Friedenstraße ein Tapezirer mit mehreren an- vorstellte und Enthüllungen so ungeheuerlicher Natur machte, straße. Der zweite Selbstmord betrifft die Frau des Kauf- scheinend von einer Schlägerei herrührenden bedeutenden Ver- daß der Beamte anfänglich Mißtrauen hegte. Want erzählte Seit Jahren sei er mit dem Bürstenmacher manns Auerbach aus der Taubenstr. 28. Auerbach ist Inhaber legungen am Kopfe angetroffen und nach dem Krankenhause folgendes: einer Pußfeder- Fabrik und einer Handlung in künstlichen Pariser gebracht. Am 21. und 22, d. Mis. fanden elf unbedeutende Weber bekannt, der im Hause Alte Schönhauserstraße 50 ein Blumen. Seine 36jährige Frau Luise war eine Pariserin. Un- Feuer statt. glückliche eheliche Verhältnisse sollen die Frau am Sonnabend Dazu geführt haben, sich mit einer Quecksilberlösung zu vergiften Die elektrische Straßenbahn nach Pankow hat Sonnabend Abend gegen 7 Uhr ihren zweiten Unfall gehabt. Vor dem Hause Prinzenallee Nr. 65 überfuhr sie den Arbeiter Emil Polley Stationen. und schleifte ihn 5 oder 6 Häuser weit fort. Der Ueberfahrene war schwer verletzt und wurde durch einen Schuhmann des 9. Polizeireviers mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht. Witterungsübersicht vom 23. September 1895. Ein Berliner Hochstapler namens Rallweit ist in Goldach Hamburg ( Ostpreußen) festgenommen worden. Es versuchte dort als PolizeiWiesbaden lieutenant, der im Auftrage der hiesigen Behörde nach falschem München Gelde recherchiren sollte, Schwindeleien zu verüben. reduzirt auf Barometer stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung GGD Swinemünde 773 771 773 Still 772 Still 775 776 Still 750 SW 762 MNW 766 030 767 . 769 Still 9 Wien. Windstärke 10221121 I won Stala 1-12) Wetter heiter Temperatur MUUTOGLOO nach Celsius heiter 10 wolkenlos 9 wolfenlos woltenlos Nebel ( 50 G. 4° R.) Der von Geschäft mit Bürstenwaaren betreibe. Weber habe nicht nur ihn, sondern auch den Schneidermeister Papiecz verleiten wollen, mit ihm eine Reihe von Mordthaten zu begehen, um dadurch Mittel zu bekommen. Weber habe es hauptsächlich auf reiche, alleinwohnende Frauen abgesehen. Kommissar empfahl dem Besucher, auf Weber ein wachsames Auge zu halten und Meldung zu machen, sobald etwas Ernsthaftes geplant set. Am 14. März d. J. erschien Want wieder bei dem Kommissar. Er machte dem Beamten die Mittheilung, daß Weber die Absicht habe, den Schneidermeister 10 Papiecz am folgenden Tage zu vergiften, weil er demselben als Mitwiffer der geplanten Mordthaten Verrath fürchte. Er selbst sei bei diesem Verbrechen zum Mitthäter ausersehen. Weber habe sich zwei gleichartige Schnaps flaschen besorgt und diese mit gleichartigem Getränk füllen lassen. Die eine der beiden Flaschen enthalte Cyankali. Bum folgenden Tage sei nun von Weber eine Landpartie arrangirt worden, an der Want und Papiecz theilnehmen sollten. Sie wollten mit der Pferdebahn bis Pankow fahren und von dort zu Fuß nach Nieder Schöuhausen gehen. Unterwegs folle zuerst aus der Flasche mit dem unvergifteten Inhalt getrunken werden. Dann wollten sie sich an einer abgelegenen Stelle im Walde lagern. Hier wolle Weber dann dem Papiecz die Flasche mit dem ver gifteten Schnaps reichen und Papiecz würde nach dem Genusse des Inhalts unrettbar dem Tode verfallen sein. Falls die Wirkung des Giftes nicht schnell genug eintreten solle, so habe Weber sich noch mit einem Strick versehen. Diesen wolle er dem Kunst und Willenschaft. mit dem Tode Ringenden um den Hals werfen und seinen Qualen durch Erdrosseln ein Ende machen. Weber führe Theater Unter den Linden. Eine eigenartige Ueberraschung außerdem noch ein kleines Gläschen mit Cyankali bei boten am Sonntag Morgen die Italiener im Theater Unter sich, welches er dem Ermordeten in die Westentasche damit der Anschein erweckt werde, den Linden. Wohl um für die Enttäuschung zu entschädigen, ftecken wolle, vor. Es die sie uns mit der Märtyrin bereitet haben, führten sie, wie in liege Selbstmord sei verabredet, daß Der Brunnenmacher Hermann Freitag, der am 28. v. M. Haparanda einen Mord- und Selbstmordversuch verübte, ist ungefähr wieder- Petersburg hergestellt. Freitag hatte, wie wir damals berichteten, in dem Cork Hause Koppenhause Nr. 31 seine frühere Geliebte, die Obst- Aberdin händlerin Augufte Angermann, durch zwei Revolverschüsse, die Paris.. jedoch beide fehlgingen, zu tödten versucht und dann sich selbst vier Rugeln in den Kopf gejagt. Der Schwerverlegte war in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht worden und ist dort so weit wiederhergestellt, daß er in die Charitee in Polizeigefangenschaft übergeführt werden soll, weil das Krankenhaus am Friedrichshain feinen Sonderpavillon für Gefangene enthält. Bodendiebe haben am Sonnabend Abend sämmtliche Wäsche, fowie viele Kleidungsstücke von dem Boden des Hauses AltMoabit 132 gestohlen. Aus Liebesgram ist gestern, Sonntag, Mittag gleich nach 12 Uhr die 29 jährige Buschneiderin Bertha H., die bei ihren bedeckt bedeckt heiter heiter woltenlos 12 Wetter- Prognose für Dienstag, den 24. Sept. 1895. Trockenes, vorwiegend heiteres, am Tage ziemlich warmes Wetter mit mäßigen füdwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. A e3 die brei Ausflügler sich am folgenden Tage nachmittags gegen Buchthaus, Ehrverlust auf die Dauer von 10 Jahren und zu 2 Uhr in der Restauration von Busch in der Lothringer- lässigkeit von Polizeiaufsicht. straße treffen und von dort aus die Partie antreten wollten. Der Angeklagte erklärte, sich bei dem Urtheil nicht beruhigen Kriminalkommissar Höfft schickte am folgenden Nachmittag drei zu wollen. Beamte nach Pankow. Die drei Ausflügler hatten soeben den Weg nach Nieder- Schönhausen eingeschlagen, als sie sämmtlich Don den Beamten verhaftet wurden. Thatsäch Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Organisation tragen. lich fand man bei Weber zwei gleichartige mit gleichen Ausstände oder Aussperrungen, müſſen fiets den Stempel der betreffenden Getränken gefüllte Schnapsflaschen, der Inhalt der einen war start mit Cyaufali verseßt. Auch eine kleine Flasche Der Zimmermann u. Buchloh, Uferstraße 6a, ist aufgehoben. Achtung Metallarbeiter! Die Sperre über die Firma Bertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. N., Anflamerstraße 44. Otto Näther, beschädigt. Nur ein Passagier wurde am Fuße leicht verletzt; die übrigen blieben unversehrt. Ueber eine furchtbare Mordthat bringt das DepeschenBureau Herold" folgende Meldung aus Antwerpen: In das dem Gutsbesitzer Bulo gehörige Schloß Roffel brangen vier mastirte Räuber, ermordeten Bulo, seine Frau und Kinder und schleppten viel Werthgegenstände und eine große Summe Geldes mit sich. Die Räuber wurden bereits hinter Schloß und Niege! gebracht. Aus Genf wird gemeldet: Gin mit 3 Herren und 5 Danien Unwetter in Sibirien. Aus Wladiwostock wird berichtet: Der Schaden ist Firmenschilder Branche! Eine öffentliche Versammlung mit ungelöſtem Gift wurde bei ihm gefunden und ebenso ein aller in der Firmenschilder- Branche beschäftigten Arbeiter fand befettes Segelboot, das keine lichter führte, wurde Sonntag neuer Strick. Diese Umstände sprechen so sehr bafür, Sonntag, den 22. d. M. bei Gründel, Brunnenstr. 188, statt, in Abend vor dem Hafen des Ortes Cologny durch das Dampshoot daß die Angaben des Wank der Wahrheit entsprechen, welcher über das Ergebniß der an die Arbeitgeber gestellten For Aigle" in den Grund gebohrt. Troß rascher Hilfe von seiten daß daraufhin gegen Weber obige Anflage erhoben worden ist. Ferner ist der Angeklagte ein Mann, dem die Staats- derung des Neunstundentages berichtet wurde. Bewilligt haben des Dampfers und anderer Boote wurden nur 2 Männer gerettet. anwaltschaft die schwersten Verbrechen zutraut, er ist bereits P. Schmiedel, A. Leonhardt u. Komp., D. Rüterbusch, Ladewig, uffuri, des Daubicha, des Lefu und des Fman tagelang ein Plaz und dies durch ihre Unterschrift bekräftigt, die Firmen: Ende August und Anfang September ging im Flußgebiete des sechsmal wegen Betrugs bezw. Diebstahls vorbestraft worden, Kießling u. Zweibarth, G. Thom. Durch Zusage haben be zulegt mit 21/2 Jahren Zuchthaus. Weber soll im Herbst bes vorigen Jahres den Schneidermeister Papiecz in seine Mord- willigt: Poetsch, Heckert, Paulich, Rogosch, Gebr. Bertram. regen nieder welcher die Dörfer und Ansiedelungen überschwemmte. Die fehlenden Unterschriften sollen nach Beschluß der Ver- Die meisten Häuser und Anlagen wurden beschädigt oder pläne eingeweiht und gedroht haben, er würde ihn falt machen, sammlung von einer Kommission, welche aus den Reihen der fortgerissen, das Heu und Korn wurde fortgeschwemmt; viel wenn er darüber nicht schweige. Aus Furcht will Bapiecz sich gestellt haben, als wenn er darauf einginge. Später werden. Nicht bewilligt haben die Firmen: Otto Grund u. Ko., Iinien zerstört. Der Damm der Uſſuri- Eisenbahn ist an vielen Streifenden gebildet wird, von den Herren Chefs eingeholt Vieh ist umgekommen. Auf großen Strecken sind die Telegraphensoll Weber mit denselben Borschlägen an Want herangetreten Raufmann, Bartel, Eplinius, Heinecke, Koch u. Bein.( Die beiden Stellen beschädigt; große Mengen Bahnbaumaterialien wurden sein, dieser soll sich mit Papiecz vereinbart haben, den Weber bei legten infolge der Indifferenz der dort beschäftigten Arbeiter.) vom Waffer fortgetragen oder verdorben. der Polizei anzuzeigen. Ueber die von Weber angeblich geplanten Entsprechend der Resolution vom 15. September 1895 treten also außerordentlich groß. Verluste an Menschenleben sind bisher Mordthaten soll die Verhandlung Aufklärung schaffen. Es wird im die Arbeiter mit dem 23. d. M. in den Ausstand. Den Kollegen nicht gemeldet worden. wesentlichen dabei auf die Glaubwürdigkeit ber beiben Hauptzeugen der Firma Bartel ist anheim gestellt worden, eventuell erst auf Neufundland wird vom Sonntag berichtet: Die zur AufPeary's Nordpol Expedition gerettet! Aus St. Johns Papiecz und Wank ankommen. Die Vertheidigung hat enien umfangreichen Beweis dafür angetreten, daß sie feinen Glauben Dienstag zu streifen. Der gewählten Kommission ist auch die auf Neufundland wird vom Sonntag berichtet: Die zur Aufverdienen. Der Beuge Papiecz ist seit reichlich 4 Jahren mit Aufgabe geworden, mit den übrigen Arbeitgebern noch zu ver- findung des Nordpolforschers Peary und feiner zwei Gedem Angeklagten bekannt. Papiecz hatte damals einen Kravatten- bandeln. Dienstag, den 24. d. M., abends 8 Uhr, findet eine fährten entfandte Expedition ist mit denselben hier eingetroffen. Die Forscher sind wohlbehalten, hatten aber, halter erfunden, den er sich patentiren ließ. Um die Erfindung öffentliche Versammlung statt. Seib alle am plaze! ehe sie im Walfischsund am 3. August dieses Jahres aufgefunden 3uzug ist strengstens fernzuhalten! auszubeuten, gebrauchte er Geld. Man wies ihn an den Angeklagten, welcher zwar nicht eigene Mittel besaß, aber mit Achtung, Puzzer. Die Adresse des Vertrauensmannes ist Independence Bucht Anfangs Juni; das Ergebniß der dort Geldleuten in Verbindung stand. Weber verschaffte dem Papiecz von jetzt ab August Vogel, Weidenweg 35, vorn III. auch ein Kapital von 4000 M., worauf der letztere mit der fabrikationsweisen Herstellung des von ihm erfundenen Artikels begann und den Zeugen Wank zu seinem Werkführer machte. Want machte dann später ebenfalls eine Erfindung, die er selbst ständig ausnuten wollte. Da er wußte, daß Weber dem Papiecz Geld verschafft hatte, wandte er sich ebenfalls Achtung, Holzarbeiter! Seit Montag, den 23. September, an ihn und bei dieser Gelegenheit soll Weber ihm den Vor- befinden sich die Bürstenmacher Berlins in einem partiellen Streit. schlag gemacht haben, sich lieber durch einen gemeinsam Die in einer früheren Bürstenmacher Versammlung gewählte auszuführenden Mord in den Besitz reichlicher Mittel zu Kommission hatte die eingehendste Untersuchung der Lohn- und fetzen. Want hat den Vorschlag anfangs nicht ernst genommen, Arbeitsverhältnisse veranlaßt. Auf deren Ergebniß hin mußte bis er mit Papiecz darüber sprach, welcher ihm enthüllte, denn der Streit für 23 Werkstätten proklamirt werden. daß er schon seit geraumer Zeit unter den Aufforderungen des Kollegen! Wir haben von jeher auf dem Standpunkt geWeber, alleinwohnende alte, reiche Damen zu ermorden, zu leiden standen, den Schwächsten unter uns zu unterstützen; hier wäre habe; aus Furcht vor Weber, dem es nicht darauf ankomme, die beste Gelegenheit, dies zu beweisen, denn schlechter als die wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bohl) einen Mord zu begehen, habe er darüber Schweigen bewahrt. Bürstenmacher ist wohl keine Branche unter den Holzarbeitern anzugeben unter der die Antwort ertheilt werden soll. Darauf beschloffen die beiden Männer, sich dem Kriminalkommissar gestellt. Es tommen 23 Werkstätten mit ungefähr 50 Kollegen P. 2. in F. Wir erinnern uns eines derartigen Es 23 Hoefft anzuvertrauen. in Frage. Kollegen, tretet moralisch und materiell für die Schreibens nicht, tönnen aber, da wir aus begreiflichen Gründen Der Andrang zum Zuhörerraum ist start, in wenigen Minuten Streifenden ein. Der Vertrauensmann: E. Wiedemann. einlaufende Schreiben nicht wie ein Geschäftshaus aufheben sind die Tribünen besetzt. Der Angeklagte macht keineswegs den Die Errichtung eines Arbeitersekretariats in Frant- tönnen und bei uns täglich hundert und mehr Briefe einEindruck, als sei er der schweren Verbrechen fähig, deren er an- furt a. M. wurde im dortigen Gewerkschaftskartell berathen. laufen, nicht bestimmt sagen, ob das Schreiben bei uns eingetlagt ist. Er ist ein Mann über Mittelgröße mit regel- Die Frage ist brennend geworden, weil die Frankfurter Gefell- getroffen ist. mäßigen Gesichtszügen. Schleswig- Holsteiner. Gin wohlgepflegter Schnurbart beschaft für Gemeinwohl gleichfalls die Einrichtung eines ArbeiterSaad, die Anklagebehörde vertritt Assessor Mölting, die fartell angenommen: schattet seine Oberlippe. Den Vorsiz führt Landgerichtsdirektor sekretariats plant. Folgende Resolution wurde im Gewerkschafts- Kommandantengarten( Kommandantenstraße 10/11) ist nicht geSperrt. Vertheidigung führt Rechtsanwalt Sandberg. Die Zahlstellen der hiesigen Gewerkschaften werden auf- Meter hoch. 5. K. Zwei Wettende. Der Eiffelthurm ist dreihundert Der Angetlagte nennt sich auf Befragen des Vorsitzenden gefordert, fich bis zum 15. Oktober d. J. darüber schlüssig zu Bürstenmacher und Schneidermeister". Er ist 1844 zu Gllerich, machen, ob sie durch Marken( pro Mitglied und Woche 2 Pf.) Rücksprache erwünscht. Arbeitspersonal der Firma Carl Otto. Persönliche Kreis Nordhausen, geboren u einmal wegen Betruges, fünfmal zur Errichtung eines Frankfurter Arbeitersekretariats beitragen wegen Diebstahls, zuletzt mit 2/2 Jahren Buchthaus vorbestraft. wollen. Nach Einlauf der Antworten wird das Gewerkschafts: Schröder und Genossen. Der Finder wird gebeten, diefelbe in Verloren gegangen ist die Sammelliste Nr. 191 für Er behauptet, durchaus unschuldig zu sein. fartell darüber entscheiden, ob ein Frankfurter Arbeiterfekretariat vom 1. Januar 1896 ab ins Leben treten soll." der Buchhandlung des Vorwärts" abzugeben. " M Sehr schlecht ist der Chambregarnist des Wank, ein gewisser Krause, fortgekommen, der auf Zureden des Wank und Papiecz 4400 M. für den Kravattenhalter hingegeben Tabakarbeiterorganisation in Dänemark. Die Tabakhat. Er hat das ganze Geld verloren. Weiter ist spinner und Gesellen Dänemarks haben sich organisirt. Die noch aus der Beweisaufnahme hervorzuheben, daß nach Organisation zählt die Hälfte der Spinner in Dänemark zu umlaufenden Gerüchten Papiecz und Want aus der Erfinder Mitgliedern. Der Name des Vereins ist:" Fach- und Unterthätigkeit zirka 84000 Wart erbeutet haben sollen. Zugegeben richten an den Vorsigenden: D. Petersen, Gadthaabsvei Nr. 7 131 h. ftüßungsverein der Tabakspinner." Alle Zuſchriften sind zu ist von Papiecz" nur" eine Summe von 30 000 Mark. Zum Schluß der Beweisaufnahme läßt der Vertheidiger Kopenhagen. aus den Akten feststellen, daß der Zeuge Want seinerzeit wegen Betruges in zwei Fällen und Theilnahme am Betruge zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt worden ist. wurden, furchtbare Entbehrungen ertragen. Peary erreichte die unternommenen Forschungen ist unbefriedigend. Von 49 Hunden wurde nur einer zurückgebracht; die meisten sind verhungert. Alle fünf Schlitten der Expedition mußten zurückgelassen werden. Eine neue Fahrstraße ist in der Meerenge von Sachalin ( Nordost- Sibirien) entdeckt worden. Ein Telegramm aus Petersburg meldet: Die Nowoje Wremja" meldet aus Wladiwostock: Der Dampfer der Freiwilligen Flotte Chabarowsk", mit dem Heck 141/2 Fuß tief gehend, passirte als erstes Kauffahrteischiff die Meerenge von Sachalin und lieferte damit den Beweis, daß die Sachaliner Fahrstraße von Dampfern mit diesem Tiefgang benutzt werden kann. " " Briefkasten der Redaktion. Landsmannschaft der " Briefkasten der Expedition. Der Für die Familien der im Effener Meineidsprozek Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: 9 H D Rotte Gine von MarmorBild, meineidige Rostocker Ecke 4,05. Ges. am Bau PfalzburgerEine Rotte Gürtler, Brandenburgstr. 75, 10,80. Für Laffallestraße 6/7, von einer Rotte Menschen 3,40. M. Schrinner'sche Gewerkschaftliche Kämpfe in England. Unser Londoner Buchdruckerei 6,75. Ges. von Dachdeckern am Weinbergsweg, mit Korrespondent schreibt: Ausnahme des schlesischen Karl 2,50, Karl der Rottenbruder 1,-. In verschiedenen Industrien suchen die Arbeiter den befferen Von d. Arb. der Metallwaaren- Fabrit Elisabeth- Ufer, 2. Rate 3,80. Sämmtliche Beugen werden vereidigt, mit Ausnahme des Geschäftsgang zum Kampf für Verbesserung ihrer Arbeitsbedin- Gesamm. von einer Schöneberger Rotte in Rothe Nelte I 2,60. Papiecz, der wegen festgestellter Verstandesschwäche zum Eide nicht gungen auszunuzen. Die Gewerkschaft der Vereinigten Maschinen- Silberwaaren Fabrit von Weichhardt 4,50. Von einer Rotte zugelassen wird. bauer hat sich zum Kampf gegen die systematische Ueberzeitarbeit aus der Kehlleisten Fabrik von 2. Bry, Blumenstr. 70, 6,20. Die Schuldfragen lauten auf Bedrohung und versuchten aufgerafft, welche den 1871 für ihre Industrie erkämpften Neun- Arbeiter- Bildungsverein Friedrichshagen 20,-. Eine StottenAuf Antrag des Vertheidigers wird in betreff der stundentag seit langem zum Kinderspott gemacht hat. Die Be- hochzeit, gesamm. in der Brandenburgstraße durch A. Sch. 2,45. schwereren Strafthat die Unterfrage hinzugefügt, ob sie mit Ueber- wegung hat im Nordosten- am Tees und Tyne- wo der Internationale Rotte Melchow 2,65. Freunde vom langen legung geschehen. Verein am stärksten ist, zuerst eingesetzt und zwar im Tees- Gustav von der Firma M. R. u. Ko. ges. durch Lochner 7,75. Staatsanwalt Nölting beginnt sein Plaidoyer mit der Distrikt in Gestalt eines Disputs um die Frage, wo die Ueber- Theaterverein Liberté gesammelt bei Zubeil 2,50. VaterlandsBemerkung, daß die Beweisaufnahme sich auf viele nebensächliche zeit überhaupt anfängt. Die Unternehmer behaupten, am lose Rotte der Broncewaaren- Fabrit von Jacoby u. Ko. 4,-. Punkte habe erstrecken müssen, um ein Bild von dem Charakter des Ende der Arbeitswoche von 53 Stunden, die Arbeiter aber Die Tapezirer von Fort, Kretschmar u. Cie., zweite Rate 14, Angeklagten zu gewinnen. Es tomme nun darauf au, ob den Beugen verlangen, daß jeder Tag getrennt getrennt für sich gerechnet Kringler 1,-. Ueberschuß d. Memal. Sparkasse des Personals Papiecz und Want Glauben zu schenken sei oder nicht. Er sei werden soll. Beide Theile berufen sich auf frühere Abmachungen, der Buchdruckerei E. Barteris, Neu Weißensee Durch nun überzeugt, daß der Angeklagte die schweren Strafthaten be- und jeder ruft den anderen rechtsverdreherische Auslegung derselben Münzer 5,72. Façadenputzer Bau Kaiser Wilhelm- und gangen habe, deren er beschuldigt sei. Es sei doch im höchsten zu. Es sind nämlich in den betr. Etablissements, resp. zwischen Rosenstraßen Ecke 15,-. Grade unwahrscheinlich, daß die Zeugen Papiecz und deren Leitungen und den Vertretern der Arbeiter, seinerzeit Ab- drehern durch Aegir 6,-. Arbeiter der Schirmstock- Fabrik von Want fich die ganzen Geschichten aus den Fingern machungen getroffen worden darüber, daß über eine gewisse Zahl W. Jedeck, Grünstr. 5-6, 9,65. Gesammelt am Vergnügen des gefogen haben sollten, obgleich gegen die Glaubwürdigkeit von Extrastunden pro Woche und eine andere Zahl auf je vier Rudervereins Vorwärts" 13,-. Gesammelt von einer Rotte des Wank sich manches sagen lasse. Was der An Wochen, nicht hinausgegangen werden soll. Das führen die Menschen beim gemüthl. Wirth in Stralau 2,30. Laubentolonie getlagte angeführt habe, um die Mitnahme des Giftes auf der Unternehmer als Beweis an, daß überhaupt nach Arbeitswochen Wild- Amerika nachträgl. bez. Billets 2,80. Berrotteter Stattisch Landpartie zu erklären, flinge doch gar zu unwahrscheinlich, und nicht nach Arbeitstagen die Ueberzeit zu berechnen sei. bei Clausing 1. Hälfte 4, Ges. bei einer Geburtstagsfeier während die Angaben des Want sich Glied an Glied zu einer Möglich, daß die bisher geübte Art der Lohnberechnung ihre durch D. Schulz Friedrichsberg 1,20. Rothe vaterlandsKette zusammenreihen ließen. P. H. 4,-. Er bitte die Geschworenen beide Auslegung unterstützt, die Ueberzeitarbeit ist so lange im Schwunge, lose Böttcherrotte, Echulzendorferstraße, 1,50. Schuldfragen zu bejahen. Eine Rotte Vaterlandsdaß ihre richtige Beurtheilung aus dem Gesichtskreis verloren Auch eine Rotte, Gräfestr. 33 2, Rechtsanwalt Sandberg: Als die Mittheilungen über gegangen sein mag. Aber daß die jeßige Auffassung loser 2,-. Auch eine Rotte Metallarbeiter Berlin F. 6 10, den jetzt zur Anklage stehenden Fall in die Zeitungen kamen, der Arbeiter die die größere Logit für sich hat, Von einer Rotte Aegirhat, ist Former, Wasserthorstraße 8 6,15. durch Hinrichsen 3,-. Beim Abschütteln Des flang die Sache wie ein fleiner Hintertreppenroman. Es schien unbestreitbar. Vorläufig wird noch hin und her verhandelt, feinde Rotte Kistenmacher aus der Lindenvon vorn herein faum glaublich, daß ein Mann im stande sein da kein Theil die Verantwortung für einen Ausstand auf sich Staubes von einer Waterlandslose Rotte aus dem Verein sollte, talten Herzens so viele Mordpläne zu schmieden. Selbst, nehmen will, aber zu erwarten ist, daß die Union der Arbeiter, straße 4,25. wenn alles wahr sein sollte, was die beiden Hauptbelastungs- die sich vor drei Jahren reorganisirt und seitdem an Mitglieder- Sparsamkeit bei Bauer 2,20. Sfatbrüder G. 3., Görligerstr. 65 zeugen behaupten, so läge doch noch kein strafbarer Versuch, zahl erheblich zugenommen hat, auch dementsprechend größere 1,10. sondern eine Reihe vorbereitender Handlungen vor. Die Festigkeit an den Tag legen wird. beiden Zeugen Papiecz und Want verdienen verdienen aber gar Andere Kategorien von Arbeitern haben Ileine Lohnaufbessefeinen Glauben. Der schwachsinnige Papiecz werde schon rungen durchgesetzt oder rüsten sich zu solchen. Letzteres gilt von durch die hohe Gefängnißstrafe, Die er erlitten, un den Londoner Bäckergehilfen, die daran gehen, für glaubwürdig. Dazu komme, daß er nicht blos ein Er- den zehnstündigen Arbeitstag und einen Minimallohn von finder- Phantast, sondern auch ein gefährlicher Mann sei, der es 30 Schilling pro Woche ins Feld zu ziehen. Die Vorarbeiten Depelthen und lehte Nachrichten. fertig gebracht habe, Geld von allen möglichen Personen heraus- dazu sind schon seit längerer Zeit im Gange und die Organisation Wien, 23. September. Nach dem Ausweise über den zuziehen. Auch Want fei ganz unglaubwürdig. Auch dieser der Arbeiter soll jetzt doppelt so start sein als im Jahre 1889, auswärtigen Handel Desterreich- Ungarns blieb im Monat Mann fei wegen sehr schwerer Vergehen zu 4 Jahren wo die Woge der Gewerkschaftsbewegung so gewaltig aufschwoll. August die Einfuhr und Ausfuhr mit 60,7 Millionen Gulden Gefängniß und 4 Jahren Ehrverlust verurtheilt worden. sich gleich. In den ersten 8 Monaten 1895 betrug die Einfuhr Der Angeklagte Weber war ihm offenbar unbequem und alles 484,2 Millionen Gulden, die Ausfuhr 470 Millionen Gulden. deute darauf hin, daß er alles daran gesetzt habe, Es stellt sich somit in der Handelsbilanz ein Passivum von diesen Weber unschädlich zu machen. Want sei ein außerordent Vom Torpedoboot S. 41. Aus Kiel liegt folgende 14,2 Millionen Gulden heraus gegen ein Aktivum lich verschmitter und verschlagener Mensch, dem man wohl Depesche vor: Bisher sind insgesammt acht Leichen der mit dem 38,8 Millionen Gulden im gleichen Zeitraum des Jahres 1894. zutrauen könne, daß er sich auch diese Schauergeschichte aus den Topedoboot S. 41 in der Jammerbucht Verunglückten angetrieben Wien, 23. September. Die heutige, in vollster Ruhe verFingern gesogen und dem Angeklagten eine Falle gestellt habe, worden. Heute Vormittag ist Zorpedoboot S. 85 abgegangen, laufene Gemeinderathswahl im zweiten Wahltörper ergab um diesen zu verderben. Auf grund der Aussagen solcher Zeugen um die Leiche des Oberfeuermeisters Reichenberg hierher überzu- 82 Mandate für die Antisemiten, 14 für die Liberalen, tönne unmöglich jemand verurtheilt werden. Alles herangezogene führen. welch letztere in der inneren Stadt, in der Leopoldstadt und Beiwert sei so wenig belastend für den Angeklagten, der Aus Tuttlingen wird über ein Brandunglück berichtet: im Alsergrund ihre Mandate behaupteten, in den übrigen seit Jahren in glücklichster Che und in ganz geordneten BerDer Verlust der Liberalen hältnissen lebe, daß er darüber ganz hinweggehen fönne. Er be- In dem badischen Dorf Emmingen find Sonntag Nacht 15 Häuser Bezirken dagegen unterlagen. beträgt acht Size. In den Bezirken Landstraße, Wieden, Simes antrage, den Wahrspruch auf Nichtschuldig abzugeben. In Belgrad wurden am Sonntag durch einen toll gewordenen ring, Hizing, Rudolfsheim und Döbling war die Betheiligung Hund im Militärlager auf dem Panizaplateau eine Anzahl Ber- an der Wahl außerordentlich groß. Die erzielten Majoritäten Frei- fonen, Soldaten, Offiziere und der Besitzer des Hundes gebiffen. waren geringe, so z. B. in Döbling 5 Stimmen, in Favoriten Die Verlegten sind sofort in das Pasteur'sche Institut in Buda 46 Stimmen. Bisher verfügen die Antisemiten über 78 von 138 peft gebracht worden. Sigen, haben also bereits die Majorität. Eisenbahnunglück. Aus Budapest wird vom Sonntag Petersburg, 23. Septbr.( B. H.) Bei seiner Ankunft in berichtet: Heute früh entgleifte infolge falscher Weichenstellung Mostau wird Faure, der Präsident der französischen Republik, der Wiener Schnellzug in der Nähe von Rakos- Palota. Ein in einem kaiserlichen Palais Wohnung nehmen. Auf der RückWaggon zweiter Klaffe stürzte um und mehrere Waggons wurden reise wird der Präsident Dänemark und Schweden besuchen. Diesem Antrage entsprachen die Geschworenen nicht, sondern sprachen das Schuldig wegen versuchten Mordes unter sprechung von der Anklage der Bedrohung aus. Der Staatsanwalt beantragte sechs Jahre 3uchthaus und sechs Jahre Ehrverlust, der Vertheidiger plädirte für ein geringeres Strafmaß und der Angeklagte versicherte nochmals seine Unschuld. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu fünf Jahren Vermischtes. und Scheunen niedergebrannt. Die Metalldrücker aus der allgemeinen elektrischen Gesellschaft 5,-. Summa 200,82 M. Bereits quittirt 8703,90 m.; in Summa 8904,72 M. von. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 24. September. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Der Prophet. Schauspielhaus. Wie die Alten sungen. Berliner Theater. Die Journalisten. Deutsches Theater. Der Widerspenstigen Zähmung. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Alexanderplatz- Theater Alexanderstr. 40. Direktion: Max Samst. Um 81/2 Uhr: Leffing- Theater. Madame Sans- Pikante Novität! Pikante Novität! Gêne. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Ein Kind der Liebe. Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Frau Müller. Borher: Der Eisbrecher. Sittenbild in 4 Aften v. Max Halftern. Vorher: Schiller- Theater. Das Glas Waffer. Wahn und Wahnsinn Residenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Ehe! Adolph Ernst- Theater. Paradebummler. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplat- Theater. Ein Kind der Liebe. Vorher: Wahn und Wahnsinn, oder: Sie ist wahnsinnig. National- Theater. Der Obersteiger. Theater Unter den Linden. Pagliaci. Cavalleria rusticana, American Theater. Bulgarien in Berlin. Die Millionenerbin von Rixdorf. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag: Das Glas Wasser. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Zum 20. Male: Eine tolle Nacht. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. In Szene gesezt v. Dir. Richard Schultz. Anfang 7/2 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater 25/26. Chauffeeftr. 25/26. Letzte 3 Wochen des Gastspiels der Liliputaner. Jeden Abend 71/2 Uhr: oder Sie ist wahnsinnig. Schauspiel in 2 Aften von Melesville. Bearbeitet von W. Lembert. Regie: May Samft. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! RiefenSpezialitätenProgramm. Eine Partie Scat. Posse von Adler. Musik von R. Thiele. Regie: E. Stempel. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Entree 10 Pf., 30 Pf. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Direktion: R. Winkler.! " " W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle Brunnenstr. 16. Allen Freunden und Bekannten( besonders den Herren Façaden- Putern) bie traurige Nachricht, daß mein lieber Bruder, Freund und Kompagnon, der Schablonenmacher Bernhard Lukowski, am 22. d. M. gestorben ist. 2906 Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachmittag 4 Uhr, vom Krankenhaus Moabit aus nach dem St. HedwigsKirchhof, Dalldorf, statt. Um Theilnahme bitten Otto Lukowski, Hans Barthelmann. Todes Anzeige! Verwandten und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau 292b Louise, geb. Diener nach 3 jährigem schweren Leiden am 15. August verstorben ist. Willy Kochanski, Schuhmachermstr., Philadelphia. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten für die innige Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Tochter Klara, sowie für die reichen Kranzspenden, und dem Theaterverein Proletariat sprechen wir unsern herzlichsten 301b Dank aus. Die tranerude Familie Kühn. Erklärung. Achtung! Achtung! Lohgerber, Lederzurichter u. Berufsgenossen. Große öffentliche Versammlung aller in der Lederbranche beschäftigten Arbeiter als: Lohgerber, Lederzurichter, Weißgerber, Färber u. s. w. am Mittwoch, den 25. September 1895, abends 8 Uhr, bei Hensel, Invalidenstraße 1a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen R. Millarg. 2. Situationsbericht über den Streit in der Steinlein'schen Lederfabrik. 3. Verschiedenes. 107/17 Der Einberufer. Luxuspapier- Branche. Mittwoch, den 25. September 1895, abends 8%, Uhr: Große öffentliche Versammlung aller in der Lurus- und Spizenpapier- Branche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen in Cohn's Festfälen, Beuthstraße 20-22. Tages- Ordnung: 1. Die Nichtbezahlung der Feiertage. Referent: Kollege A. Saller. 2. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei Pauly& Pinner und bei Brettschneider& Gräser. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 23/4 Der Vertrauensmann. Freie Vereinigung der Kaufleute, Berlin. Versammlung Der Vorstand. am Dienstag, 24. Sept., abends 9 Uhr, im Englischen Hof, Am Sonntag, den 15. September, Neue Roßftr. 3. 90/1 wurde im 4. Reichstags- Wahlkreis ein Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Maaß über: Brauchen wir Flugblatt vertheilt, worin gesagt wird, ein eigenes Gewerkschaftsorgan? 2. Diskussion. 3. Wahl einer Preßkommission. daß bei den Spediteuren Frauen zum Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Austragen bei 4-5 Stunden Arbeitszeit nur 8-14 M. Botenlohn erhalten. Ich für meine Person weise das entschieden zurück, da es eine Unwahrheit ist und ich verhältnißmäßig noch mehr bezahle als die Partei- Regie. Max Kirsch, Zeitungs Spediteur, Ritterstraße 107. Bu gleicher Zeit empfehle ich beim bevorstehenden Quartalswechsel bei pünktlicher Lieferung den Vorwärts" nach wie vor im 4. Berliner ReichstagsDer Obige. Achtung! Vereine. Achtung! = Jeden Sonntag, Montag, Dienstag Wahlkreis. und Donnerstag: " Die werthen Vereinsvorstände resp. Vergnügungskomitees werden gebeten, sich mit Musikaufträgen nur an den unterzeichneten Arbeitsnachweis zu wenden. 50/10 Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. J. A.: Der Vorstand. Arbeitsnachweis: C., Rosenthalerstr. 57( Restaurant Wernau). Fernsprecher: Amt III, 1296. Extra Theater Borstellung. Achtung! Schneider! Achtung! Chirurgische Branche. = Schmeichelkätzchen. Lebensbild in 1 Att von Kläger. Des Löwen Erwachen. Komische Operette in 1 Att v. Brand'l. Auftreten neuer Spezialitäten. Das Bureau des Kranken- Unterstützungsbundes der Schneider wird vom 1. Oktober von der Schüßenstraße 18-19 nach der Alten Jakobstraße 83, Restaurant Pasch, Garten nach der Borstellung: Tanzkränzchen. rechts verlegt. Das Auskunftsbureau und der Arbeitsrinnen befindet sich ebendaselbst. Louis Keller's nachweis der Schneider und SchneideRiesen- Festsäle, Koppen 166/2 Die Lokalverwaltung. str. 29. Die Reise nach dem Mars. Größtes u. schönstes Etabliſſement Gem. Chor sucht Dirigenten. Mitt Sonnabend, den 28. und Sonntag, den 29. September, nachm. 3 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Kinder nachmittags halbe Preise. Adolph Ernst- Theater. Paradebummler. Gesangsposse in 4 Akten von Eduard Jacobson u. Kouplets Ed. Görß. Mufit von Gustav Steffens. N der Residenz. 3261L Im prächtigen Sommergarten! Jeden Dienstag: orddeutsche Sänger. Entree gänzlich frei. Bei ungünstiger Witterung findet die Soirée im Saale statt. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Don CD. Jacobfen und Guftav Gich. Das Tagesgespräch In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anna Bäckers, Josefine Dora, Ida Schlüter, Adolph Ernst, Guido Tielscher, Karl Weiß, Georg Worlitsch. Anfang 71/2 Uhr. Rein Aufgeld. Heute, Dienstag, 24. September: Erste Soiree der allbeliebten Stettiner Sänger im ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Böhmischen Brauhaus Landsberger Allee( n.LandsbergerẞI.) Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billets à 40 Pf. vorher bei Neumann, Landsberger Platz. Großartiges Eröffnungs- Programm. Morgen, Mittwody, 25. Sept.: Erste Soiree im herrlich renovirten Konzertsaal der Tonhalle, Friedrichstraße 112( nahe Oranienburger Thor). Donnerstag: Sanssouci. Circus Jansly- Leo. Friedrich Karl- Ufer. Dienstag, den 24. September: Ausserordentliche Extra- Vorstellung. Vorführen und Reiten von 30 der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Mittwoch nachmittags 4 Uhr: Unwiderruflich Berlins. Die 2 größten Novitäten! Das Mannweib!!! Das schöne Modell!!!! Mlle. Arniotis. Die Dickhaut Rannin. Jeden Abend 9 und 10 Uhr Kaufmann's Variété Königstrasse, Kolonnaden. Anfang präcise 7%, Uhr. Passage- Panopticum. 42 Mädchen wochs v. 9-11 Uhr bei Schöps, Hochplay- Kasino, Gerichtstr. 10. Achtung! Achtung! Künfil. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahnziehen, Zahnreinigen, Nervtödten ma sonst Guckel, Laufizer Platz 2. Elsasserstraße 12. LINOLEUM- RESTE, Linoleum- Teppiche, auch etwas fehlerhafte, Wachstuchreste, Gummi- Tischdecken sehr billig Grüner Weg 102, part. 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Umgegend am Mittwoch, den 25. Sept., abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Fey, Brunnenstraße 184. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl derfelben. 2. Wie gedenken wir unser ferneres Vorgehen zu gestalten. desselben. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschaftskommission und Neuwahl 193/4 Kollegen! Da der zweite Punkt der Tagesordnung für unsere fernere Existenz von einschneidender Bedeutung ist, so ist es heiligste Pflicht jedes Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Bur gefl. Kenntnißnahme! Wegen bedeutender Vergrößerung verlege ich mein Gold-, Silber-, Alfenidewaaren- und UhrenFabrik- Lager am 1. Oktober nach dem Nebenladen desselben Hauses 3241L* 37 Admiral- Straße 37. H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher. Verkaufe nach wie vor zu streng reellen und billigsten Fabrikpreisen. Vom Dienstag, den 24. September, ab befindet sich das Kaffenlokal der Ortskrankenkasse d. Mechaniker, W. Pahr, Arbeitsanzüge Brunnenstr. 112. 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Der Beuge Jürries, mit dem Hofgängerwesen; denn der Gutsherr kann dem bem der Angeklagte Riemschneider gesagt, daß er Inftmann die Gestellung des Hofgängers nicht erlassen, weil auch die geschilderte grausame Strafprozedur des Hängens Die Nr. 52 der Zeitschrift Soziale Praxis" enthält einen seine Arbeiter ihm sonst unerschwinglich theuer würden. Daß habe durchmachen müssen, ist nicht aufzufinden gewesen. Nach Artikel unter der Ueberschrift" Die Landarbeiterfrage und die aber mit der Hofgängerei fittliche Uebelstände der Art verbunden Aussage des Zeugen Schiemann soll er über Bord gefallen sein. evangelischen Geistlichen in Ostelbien" aus der Feder des Pastor sind, wie mit dem Schlafstellen- Unwesen in den Städten, bedarf Beuge v. Rosbitki, der seiner Militärpflicht bei der Marine geH. Raub in Kladow in Pommern, der die Beachtung unserer feiner Nachweisung. Wo an die Stelle der Inst- Verfassung die nügt hat, deponirt, daß zu seiner Zeit- Anfang der 80er Leser verdient. Saisonarbeit getreten ist, da bringt die oft unumgängliche Jahre- die im Artikel wiedergegebenen Schimpfworte von Allem Anschein nach geräth ein Theil der evangelischen Trennung verheiratheter Männer von ihren Frauen, die Un- feiten der Unteroffiziere außerordentlich viel gebraucht seien. Als Landpastoren allmälig in eine Revolte gegen das ostelbische gebundenheit des jungen Volkes, dem die Zucht der heimath- ihm der Angeklagte Heine den Artikel des Riemschneider ge Junkerthum. Der brutale junkerliche Klaffenegoismus, der in lichen Familienfitte fehlt, vor allem aber die Beschaffenheit der zeigt habe, habe der miserablen Behandlung und himmelschreienden Vernach- Schlafräume, die den Sachſengängern angewiesen werden, wahr sein, denn von er gefagt, das könne recht wohl solchen Mißhandlungen sei ihm lässigung der ihnen widerstandslos verfallenen Landproletarier häufig die schlimmsten sittlichen Mißstände mit sich. Diesen früher auch schon erzählt, wenn er auch nicht aus zum Ausdruck kommt, scheint endlich die Empörung des besseren Zuständen darf der Geistliche nicht thatlos gegenüberstehen, selbst eigener Anschauung sprechen könne. Nach der Bernehmung dieses Theiles der Landgeistlichen wachzurufen. Sie fangen an zu be- auf die Gefahr hin, das Wohlwollen der Großgrundbesißer ein- lehten Zeugen wiederholt der Vertheidiger seinen Antrag, zieht greifen, daß fie doch auch etwas mehr zu thun haben, als sonn- zubüßen. Daß mit den nächstliegenden Bethätigungen der denselben dann jedoch auf Wunsch des Angeklagten Riemschneider täglich Bußpredigten den ländlichen Arbeitern zu halten, um pastoralen Amtspflicht, mit Predigt und Seelsorge allein, der zurück. Der Staatsanwalt Sander beantragt gegen Riemschneider diese zum Gehorsam und zur Unterwürfigkeit zu erziehen. tirchliche und fittliche Nothstand unter den Landarbeitern nicht wegen verleumderischer Beleidigung 4 Monate, gegen Heine wegen Andere Symptome für diese Rebellion der Pastoren gegen gehoben werden kann, lehrt ihn die Erfahrung. Immer mehr übler Nachrede 2 Monate Gefängniß. Der Wahrheitsbeweis sei die Junker sind z. B. die Rede, die der Paftor Wollenberg auf dämmert die Erkenntniß auf, daß Uebelstände, die in ökonomischen in keiner Weise gelungen, denn was Schweers bekundet habe, der Konferenz der deutschen Sittlichkeitsvereine hielt, über die Verhältnissen ihre Wurzel haben, eben nur mit dieser Wurzel belaste wohl einen einzigen Unteroffizier, niemals aber die gewir in der letzten Sonntagsnummer des Vorwärts" berichteten, ausgerottet werden können. Dazu bieten sich zwei Wege, erstens sammten Offiziere des Schiffes, die in dem Artikel angegriffen seien. und Broschüren wie die Wagner'sche, über die Bebel in Nr. 45 die Verminderung der Zahl der Landarbeiter durch Berschlagung Besonders erschwerend komme in betracht, daß die Beleidigung durch der Neuen Zeit" eine längere Besprechung veröffentlichte. eines Theils des Großgrundbesitzes und Ansiedelnng auf Renten die Presse geschehen sei. Die Presse rühme sich, und zwar nicht Der Rauh'sche Artikel lautet: gütern oder Erbpacht- Höfen, zweitens die Emanzipation der ohne Grund, ihrer großen Macht, die sie im öffentlichen Leben Arbeiter aus der patriarchalischen Vormundschaft der Gutsherren habe. Wenn sie diese Macht nun aber mißbrauche, dann müsse durch Organisation des Landarbeiter- Verbandes. sie sich gefallen lassen, daß sie schwerer bestraft würde als andere. Das soziale Interesse hat sich in den letzten Jahren dem kommt mir nur darauf an, den Angriffspunkt nachzuweisen, leidigung und Heine, der doch durchaus in gutem Glauben ge Es ist hier nicht meine Absicht, Agrarpolitik zu treiben, es Der Vertheidiger bittet, Riemschneider wegen einfacher Be fange vergessenen und arg vernachlässigten deutschen Osten zu wo der Landgeistliche in die soziale Arbeit eintreten fann. Da handelt habe, zu einer geringen Geldstrafe zu verurtheilen. Das gewendet. Lange genug hat man die Sorge für die ackerbau- ist es nun zunächst offenbar, daß die innere Kolonisation fich Urtheil lautet gegen Riemschneider auf 2 Monate, gegen Heine freibenden Provinzen rechts der Elbe den Junkern überlassen, seinem Einfluß ganz entzieht: er fann sie freudig begrüßen, auf 3 Wochen Gefängniß wegen gemeinschaftlicher öffentlicher und während überall die Sturmfluth der sozialen Frage gegen wenn sie nach gesunden Grundsäßen ausgeübt wird, kann für sie Beleidigung. Dem Kommando des Schiffes wird Publikationsdie Dämme der kapitalistischen Wirthschaftsordnung heranbrauste, lautete das Bulletin über die ländlichen Zustände in den Oft nach Kräften Stimmung machen weiter nichts. Das soziale befugniß des Urtheils in der„ Kieler Beitung" zugesprochen. marken: Aus Ostelbien nichts neues. Unterdessen hat sich in den der Organisation des ländlichen Proletariats. Nicht als wenn es Arbeitsfeld des Landgeistlichen liegt vielmehr auf dem Gebiete todtstillen Landstrichen unmerklich eine wirthschaftliche Um- feine Gerichts- Beitung. wälzung vollzogen, deren Folgen für unser öffentliches Leben seine Aufgabe wäre, die Organisation der Landarbeiter in seine noch unübersehbar sind. Im Unterschied von der gewerblichen werden, sie müssen sich selbst organisiren. Aber er soll die die Frage, inwieweit der Redakteur einer Zeitung sich auf den Hand zu nehmen: die Landarbeiter sollen nicht organisirt Von der Vertretung berechtigter Jntereffent. Ueber Krisis hat der landwirthschaftliche Kleinbetrieb sich hierbei widerstandsfähiger gezeigt, als der Großbetrieb der Ritter- Vorbedingungen schaffen helfen, unter denen allein die Um- Schuß des§ 193 des Strafgesetzbuches berufen kann, wonach güter. Die Macht des Grundadels ist gebrochen, und kein wandlung des Landarbeiter- Standes aus dem bisherigen Zu Aeußerungen, die zur Wahrnehmung berechtigter Interessen Bimetallismus und fein Antrag Kanit würde die verblaßten ändigen Organismus nach Analogie der deutschen und gethan worden, straflos bleiben, hat sich das Reichsgericht in Wappenschilde neu zu vergolden im stande sein. Vieleinem von der Jurist. Wochenschr." mitgetheilten Urtheile dahin besonders der englischen Gewerkschaftsbewegung sich auf leicht wird es möglich sein und im Intereffe der land friedlichem, dem Wolkswohl förderlichen Wege vollziehen geäußert: Der Redakteur einer Zeitung kann Uebelſtände, die wirthschaftlichen Kultur ist es zu wünschen einen Theil Des Großgrundbesitzes zu retten; aber die tann. Als Mittel zur Erfüllung dieser Aufgabe bietet sich die nach seiner Meinung vorliegen, in einer die Ehre anderer Position des Junkerthums ist endgiltig erschüttert, seine Allein- Gründung von evangelischen Arbeitervereinen auf dem Lande verletzenden Weise nur dann straflos besprechen, wenn es herrschaft auf dem platten Lande gebrochen. dar. Diese Vereinsthätigkeit schließt sich naturgemäß an die sich um Angelegenheiten handelt, die ihn selbst wegen Damit beginnt die Emanzipation zweier Stände, die bisher Vereine industrieller Arbeiter an, die unter Mitwirkung der besonderer Beziehungen zu ihnen angehen. Die Anzeige strafDamit beginnt die Emanzipation zweier Stände, die bisher Geistlichen besonders im deutschen Westen und Süden, aber auch Sachverhalts und Verfolgung des Schuldigen ist ein Recht barer Handlungen bei der Behörde behufs Aufklärung des unter der patriarchalischen Bevormundung der Junker gestanden in einzelnen Städten des Dstens gegründet worden sind und jedes Staatsbürgers. Dagegen ist es nicht ein Recht jeder ein haben, der Landarbeiter und der Landgeistlichen. Die Land: arbeiter befinden sich seit einem Menschenalter schon, wie Mar Arbeitervereine gefunden haben. Am leichtesten vollzieht sich strafbare Handlungen, für die kein Beweis erbracht werden kann, ihren Einigungspunkt in dem Gesammtverband der evangelischen jedes Staatsbürgers. Dagegen ist es nicht ein Recht jeder= manns und folglich auch nicht eines Redakteurs, vermeintlich Weber es treffend bezeichnet hat, im Zustand des latenten Klaffen die Uebertragung des Vereinswesens auf das platte Land in in öffentlichen Blättern anderen zur Last zu legen und diese auf streifen nicht; aber sie ziehen weg. Der Zug vom Lande ist der denjenigen Gegenden, wo Landwirthschaft und Industrie sich das bloße Gerede dritter Personen hin vor dem Publikum blosunmittelbar berühren. Hier eristiren bereits eine große charakteristische Ausdruck eines schleichenden und darum um so Anzahl von Vereinen, in denen Landarbeiter mit Industriezustellen. Ein berechtigtes Interesse", in solcher Weise vorgefährlicheren Emanzipationskampfes gegen den Patriarchalismus zugehen, würde nur dann angenommen werden können, wenn der arbeitern gemischt sind. Auf einer Konferenz, welche sich Einsender oder der Redakteur selbst durch die vermeintlich strafDer Rittergutsbefizer. Die Landgeistlichen bleiben, wo fie arbeitern gemischt sind. an den evangelisch- sozialen Kongreß in Erfurt anschloß und bare Handlung betroffen wäre, oder wenn durch sie wenigstens find; aber sie bleiben nicht, wie sie waren. Ihre Patronatsworüber die Soziale Praxis" seinerzeit berichtet hat( vgl. Wandel des Verhältnisses; diese äußert sich zunächst Wenn ein Redakteur also uneigennützig und aus idealen den Bfarrern mit brutaler Gewalt niederzuhalten. Naturlich hält günstig und ein schneller Aufschwung der Vereinsbildung zu er- Motiven ein Wort zu viel sagt, so kann das strafbar sein; macht er sich in sich häufenden Versuchen, die unbequemen Regungen unter Pfarrer in Mittel- Deutschland durchweg dem Unternehmen rührt würden. diese Methode nur vor, so lange die„ obstinaten Pastoren" ver- in Ortschaften, in denen der patriarchalische Einfluß des Guts- leidigung schuldig, so kommt ihm event. der Schutz des§ 193 zu gute. warten ist. Anders und schwieriger liegt es im Osten. Hier ist dagegen egoistisch in Vertretung persönlicher Interessen einer Bes einzelt bleiben und soweit die Kirchenbehörden sich bereit finden herrn noch ungebrochen fortbesteht, eine Vereinsgründung gegen Das ist modernes Recht im Reiche der Gottesfurcht und lassen, die„ Herren" durch ihre Autorität zu unterstützen. Wie weit letzteres der Fall ist, entzieht sich meiner Beurtheilung der Pfarrer im allgemeinen diesen Bestrebungen abhold. Denn dessen Willen fast unmöglich. Hier ist auch die ältere Generation frommen Sitte. was aber die Stimmung in der Geistlichkeit betrifft, so läßt sich befangen in Vorurtheilen, welche dem Arbeiter die demüthige Ein bemerkenswerthes Urtheil hat das Reichsgericht in die Lockerung des Bandes zwischen den Heiligen und den Rittern", mit Goethe zu sprechen, deutlich erkennen. Eine kleine Unterordnung unter die Vormundschaft des Herrn" geradezu bezug auf eine Unterschlagung gefällt, deren sich ein UnterZahl von lehrreichen Fällen" dieser Art ist durch die Presse our sittlichen Pflicht machen, sehen sie in dem Wandel des Vernehmer seinem Arbeiter gegenüber schuldig gemacht haben sollte. bekannt geworden; die meisten dringen nicht in die Deffent- hältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitern das revolu- Der Schloffer A. hatte in die Quittungskarte für die tionäre, gegen alle göttliche und menschliche Autorität" Invaliditäts- und Altersversicherung des von Diese Bewegung innerhalb des Pfarrerstandes entspringt gerichtete Gebahren einer gottlosen Zeit, dem durch Arbeiter- ihm beschäftigten Gesellen B. vier Marken nicht eingeklebt, obvereine in dem hier bezeichneten gefährlicher wohl er bei den wöchentlichen Lohnzahlungen die von B. zu wesentlich einem firchlichen Interesse; das mit der Land- Borschub geleistet würde. Desto lebhafter ist der Wunsch nach leistenden Antheilbeträge von je 15 Pfennige abgezogen hatte. arbeiter- Frage zusammenbängt. Gerade das kirchliche Interesse ist es ja gewesen, das bisher den geiftlichen Stand zum Versozialer Bethätigung in der jüngeren Generation lebendig. Be Aus diesem Thatbestande war A. wegen Unterschlagung jener bündeten des Großgrundbesizes gemacht hat, und um deswillen zeichnend für das wachsende soziale Verständniß unter den Geist- zurückbehaltenen Beträge zur Strafe verurtheilt worden. In der auch die Schattenseiten dieses Verhältnisses willig ertragen lichen sind z. B. die Thesen zu dem Vortrage eines pommerschen Revisionsinstanz wurde der Angeklagte von dem Reichsgericht freiwurden. Denn das muß zugestanden werden, daß der Adel stets Pfarrers, die auf der letzten Jahresversammlung des pommer gesprochen, das nach Mittheilung der„ Jurist. Wochenschrift" ausmit Entschiedenheit für die Mehrung kirchlicher Macht und schen Pfarrerrereins in Stralsund angenommen worden sind. Es führte: 3war hat der Angeklagte gegen die Vorschriften des ist das Verdienst des evangelisch- sozialen Kongresses und der mit Invaliditätsgesetzes vom 22. Juni 1889 gehandelt. Derfelbe tirchlichen Einflusses eingetreten ist.. Die Patronatsfamilien ihm verbundenen sozialpolitischen Konferenzen und Kurse, daß war auch dem B. gegenüber durch Junebehalt des Lohnes verhaben in der Regel ein Vorbild der Kirchlichkeit gegeben und die evangelische Geistlichkeit in immer steigendem Maße in die pflichtet, die Marken einzukleben oder den abgezogenen Lohn dem ihren politischen Einfluß im Interesse des geistlichen MachtGerade das Interesse für die Land- B. auszuzahlen. Dagegen liegt keine Handlung vor, wodurch zuwachses aufgewendet- ich erinnere nur an die hierarchischen soziale Arbeit eintritt. bisherige " herren haben eine sehr deutliche Empfindung von dem Nr. 40), fonnte festgestellt werden, daß die Stimmung der Land Personen, die ihm nahe stehen oder die er zu vertreten hat, bes lichkeit. " Bestrebungen, die den Namen des verflossenen Kreuzritters arbeiterfrage ist unter den Landgeistlichen durch die Veranstal das Eigenthum an den nicht ausgezahlten Lohnbeträgen auf V. von Hammerstein an der Stirn trugen. Ich bin freilich tungen des Rougresses lebhaft erregt worden. Es zeigt sich übergegangen wäre. Damit fällt aber der Thatbestand einer geneigt, diesen Dienst des Adels, auch soweit er wirklich der bei zielbewußter Vereinsthätigkeit, daß die Schwierigkeiten, die gegen B. verübten Unterschlagung. Das Verhalten des AnKirche von Nußen war, geringer einzuschätzen, als es von den Arbeitervereinen entgegenstehen, geringer find, als es auf geklagten berechtige nach§ 148 des Gesetzes den Vorstand der der Mehrzahl meiner meiner Amtsgenossen geschieht; denn er den ersten Blick scheint. Vor allem find die Arbeiter selbst für Versicherungsgesellschaft zur Festsetzung einer Ordnungsstrafe. wurde nur geleistet in der sicheren Erwartung, daß die Kirche" jeden ernsthaften Versuch, sich ihrer geistigen Fortbildung und Dagegen erfüllte es nicht die Voraussetzungen irgend einer sich ihrerseits dafür in den Dienst des Junkerthums stellen und ihrer sozialen Nöthe anzunehmen, dankbar. Man hat sie so friminell strafbaren Handlung. Der Angeklagte war daher freiseine Autorität stärken würde. Unzweifelhaft war dies die Ur- lange mit einer vorgefauten erbaulichen und patriotischen zusprechen. fache davon, daß die Geistlichkeit das„ konservative Christenthum" Nahrung gefüttert, daß die Bemühung, fie als selbständige, der Des Meineides zu gunsten seiner Meisterin wurde Der Junker durch treues Festhalten" am„ chriftlichen Konserva- geistigen und geistlichen Bevormundung entwachsenen Männer der Schlächterkutscher Julius Kantimm beschuldigt, welcher zu behandeln, eifriges Entgegenkommen findet. Ob es gelingt, tismus" entgolten hat. vorgeführt wurde. Bei dem Schlächtermeister Emil Schulz, ſammengehalten hat, ist nun aber die Ursache der sich gegenwärtig Syſtem durch keine Macht der Welt noch länger erhalten jest Stendalerstraße, war der Angeklagte im Jahre 1891 in Eben dies firchliche Interesse, daß die beiden Stände zubie Arbeitgeber davon zu überzeugen, daß das patriarchalische dieser Tage aus der Untersuchungshaft dem Schwurgericht werden kann, und daß deshalb dieser Versuch der Arbeiteranbahnenden Trennung geworden. Die Statiſtik des Kirchen- Selbst- Stellung und Kommunionsbesuches beweist nämlich unzweideutig, daß vereine, die Arbeiter auf friedlichem Wege allmälig zur Selbst- Stellung und er verließ dieselbe wegen angeblich schlechter Begerade in den Gegenden mit vorwiegendem Großgrundbesiz das ständigkeit überzuleiten, dem eigenen Interesse der Arbeitgeber handlung. Gelegentlich einer sogenannten Herrenpartie sollte Niveau der Kirchlichkeit am niedrigsten steht. Mit andern Worten: entspricht, steht dahin. Unter keinen Umständen aber dürfen die werden. Meister Schulz unternahm am 14. Juli 1891 mit nun Rantimm auch Zeuge eines wenig ehrsamen Vergnügens die canbarbeiter sind im allgemeinen unfirchlich, während der Arbeitervereine sich in den Dienst reaktionärer Tendenzen stellen. dem Schlächtermeister Gaus und einem Agenten eine kleine SpritzBauernstand der eigentliche Träger des kirchlichen Lebens ist, soweit Jeder Kenner der oftelbischen Verhältnisse weiß, wie nothwendig tour nach den umliegenden Dörfern. Kantimm mußte die brei dasselbe überhaupt vorhanden ist. In solchen Gegenden, wo der diese Warnung iſt, jedenfalls berechtigter, als die Angst vor Hohen- SchönBauernstand fast ganz fehlt, wie in Neuvorpommern und umstürzlerischen Tendenzen", die auch den sozial fortgeschrittensten Herren fahren und über Weißenfee ging es nach Hohen Schön= hausen. Unterwegs wurde verschiedene Male Halt gemacht, un Mecklenburg, ist der Kirchenbesuch geradezu erbärmlich. Der unter den oftelbischen Landgeistlichen wahrhaftig fern genug angeblich das Pferd ruhen zu lassen, während die Herren ein Grund liegt natürlich in der sozialen Lage der Landarbeiter. Die liegen. Glas Bier nach dem anderen und verschiedene Schnäpse noch Es ist im vergangenen Winter gelungen, ein Aktionskomitee gesteigerte Fluktuation, der häufige Wechsel des Wohnorts, der in manchen Gegenden eine Ausbreitung gefunden hat, gegen die zu ftande zu bringen zum Zweck der Förderung des ländlichen dazwischen schmetterten. In Hohen- Schönhausen wurde aber ein richtiges Trinkgelage errichtet. Mit Bier und Kognak wurde Rabarbeitet auch von verlangten schließlich nach holder Weiblichkeit und Kantimm die Unstetigkeit der industriellen Bevölkerung zurücksteht, löst den Arbeitervereinswesens. Die geschäftliche Leitung hat der GeneralLandarbeiter auch von der kirchlichen Stetigkeit los; denn die sekretär des evangelisch- sozialen Kongresses, Voelter, übernommen. angefangen, schließlich kam der Wein. Die erregten Gemüther Kirche seines neuen Wohnorts bleibt ihm naturgemäß fremder, Die junge Bewegung ist im Wachsen. Hoffentlich ist es uns als die heimathliche Kirche, in der er getauft und eingesegnet bald vergönnt, von der weiteren Entwickelung der Sache zu be- war Benge, wie u. a. sein Meister sich in einer Laube des Gartens mit einem Frauenzimmer eingelaffen hatte. Bald nachworden ist. Am stärksten tritt dieser Uebelstand bei den richten. her am Abend kamen sämmtliche Herren im Wirthshause wieder Sachfengängern hervor, welche die größere Hälfte des zusammen und es entstand ein großer Krach um die Zeche. Rückfahrt angetreten. Zwischen den Schulze'schen Eheleuten schwebte bereits die Ehescheidungsklage und Frau Schulz wurde erster Instanz mit ihrer Klage kostenpflichtig abgewiesen, weshalb fie beini Kammergerichte die Berufung einlegte, mit der Behauptung, daß ihr Mann die Ehe gebrochen habe, wobei sie sich auf das Zeugniß ihres früheren Kutschers Kantimm berief. Vor dem Kammergerichte beschwor auch Kantimm am 4. Dezember v. J. seine Aussage. Dieselbe war aber Jahres über in der Fremde sind und sich darum auch in Strafen und Strafvollstreckung Nachdem derselbe beigelegt war, wurde gegen 1 Uhr nachts die " in der deutschen Marine. ( Schluß.) der Kirche ihres Sommer- Wohnorts nie zu Hause fühlen. Dazu tommt noch, daß gerade die enge Verbindung der Herrschaft" mit dem Pfarrer gegen diesen um so mißtrauischer macht, je mehr infolge der wirthschaftlichen Entwickelung sich ein Inter- Der am Sonnabend vor der Hamburger Straffammer veressen- Gegensatz zwischen Arbeitgebern und Arbeitern heraus- handelte Beleidigungsprozeß, über den wir in unserer letzten gebildet hat. Die Redensart ist in manchen Gegenden ganz Nummer berichteten, hat richtig zu einer Verurtheilung des Anallgemein unter den Landarbeitern: der Pfarrer soll uns auf- geklagten geführt. Es wird uns über den Verlauf der Verhandzäumen, damit der Edelmann uns reiten kann. lung des weiteren berichtet; in für b!« Entscheidung nicht so sehr gravirend, wie ein anderer Ehebruchsfall. in welchem festgestellt wurde, daß Schulz sich an einem Dienstmädchen vergangen hatte. Der Prozeß wurde dahin entschieden, daß Schulz wegen Ehebruchs veruriheilt und die Ehe geschieden wurde. Wegen Meineids denunzirte Schulz nun den Angeklagten und stellte als Zeugenapparat die Theil- nehmer jenes Trinkgelages ans. In der neulichen Schwurgerichts- sitzung b e s ch w o r e n alle 8 Zeugen, daß Schulz nicht das Wirthshaus verlassen hatte, sondern nur der LS jährige Agent Woltcnberg mit einer Dame im Garten promenirt hatte. Sämmtliche Aussagen gingen dahin, daß Schulz mit keinem Schritte in der Laube nnd infolge dessen auch jede unzüchtige Handlung ausgeschlossen gewesen sei. Der Staatsanwalt schenkte den Zeugen vollen Glauben und betonte, daß die Zeugen unmöglich gekauft sein könnten.„Es i st ein k l a r e r U n s i n n, daß ein Schlächter- meister sich mit einem Mädchen derart einlassen soll," so etwas halte er für total ausgeschlossen. Nach kurzer Berathung lautete der Spruch der Geschworenen auf n i ch t s ch u l d i g. Der Gerichtshof sprach Kantimm des wissentlichen Meineids frei und verfügte die Entlassung aus der Untersuchungshaft, die der Freigesprochene seit dem 22. Juli d. I. unschuldig verbüßte. Zum Kapitel: Berliner Schutzleute. Eine unberechtigte Sistirung seitens eines Schutzmannes kam in der Berhandlnng zur Sprache, welche gestern vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I gegen den Fuhrmann Albert Witt stock statt- fand. Der Angeklagte war vom Schöffengericht wegen Wider- standes gegen die Staatsgewalt zu drei Wochen Gefängniß und wegen Beamtenbeleidigung und Uebertretung der Straßen- Polizei-Ordnung zu insgesammt 40 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Er hatte hiergegen Berufung eingelegt. An einem Junitage hatte der Angeklagte Kohlen nach einem Hause an der Spandaner Brücke zu bringen. Er hielt mit seinem Wagen in der ohnehin engen und verkehrsreichen Straße so nahe an der Haltestelle der Pferdebahn, daß das Ein- und Aussteigen den Fahrgästen erschwert wurde. Der Schutzmann Bartel verlangte von dem Angeklagten, daß �er seinen Wagen weiter zurückschieben solle. Da der Angeklagte nicht gehorchen wollte, kam es zwischen ihm und dem Schutz- mann zu einem Wortwechsel. Der Beamte wollte Name» und Mahnung des Angeklagten wisse», erhielt auch eine korrekte A»t- wort und wurde außerdem auf das am Wagen befindliche Schild verwiesen. Nun bestand der Schutzmann darauf, daß der An- geFlagte ihm zur Wache folge, da derselbe ihn beleidigt Hab«. Es mußte Gewalt angewendet werden, wobei der An- geklagte sehr unsanft behandelt sein will. Wenigstens ließ er sich am folgenden Tage vom Arzt bescheinigen, daß er am Arm blutunterlaufene Stellen halte. Im Termin vor der Berufungsinstanz legte der Bertheidiger besonderes Gewicht dar- auf, daß die Sistirung eine unberechtigte war, weil der Beamte Namen und Wohnung des Angeklagten kannte. Dieser An- schauuniZ trat der Gerichtshof bei, wobei besonders noch ans eine kürzlich getroffene Entscheidung des Reichsgerichts hingewiesen wurde,> vonach Zwangsmaßregeln zur Sistirung einer Person unzulässig sind, wenn dem Beamten Namen und Wohnung des betreffent«n nachgewiesen werden. War die Sistirung demnach eine unberechtigte/ so konnte der Angeklagte auch nicht wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt bestraft werden. In betreff der beiden Geldstrafen blieb es bei dem ersten Er- kenntniß. Ei» antisemitischer Prestprozest wurde am Sonnabend vor dem Amtsgericht Dresden verhandelt. Die„Deutsche Wacht" vom 28. Attirz d. I. brachte unter der Rubrik„Politisches" einen Artikel mit der Spitzmarke: Ein Schneideraufstand in Berlin, in welchem die Berliner Firma Bär Sohn des betrügerischen Geschäftsbetriebes bezichtigt wurde. Während auf der einen Seite das Publikum durch marllschreierische Reklame und unter der Maske der Arbeiterfreundlichkeit angelockt würde, würde es andererseits durch minderwerthige Gegenstände übervortheilt. Die Firma drücke ihre Arbeiter mit den Löhnen, halte sie zu nachlässiger Arbeit an, um daraufhin unberechtigte Lohnabzüge zu machen. Mus dem ganzen Artikel geht hervor, daß die Firma Bär Sohn in die Kategorie der Schwindelfirmen gehöre. Der Inhaber dieser Firma, Emil Bär, klagte wegen dieses de- leidigenden Artikels gegen den verantwortlichen Redakteur der „Deutschen Wucht", Emil Huhle. Die Parteien waren persönlich erschienen und der Kläger hatte seine Geschäftsbücher und sonstiges Material niitg«bracht, welches Aufschluß gab, daß die in dem inkriminirten Artikel enthaltenen Behauptungen haltlos waren. Es wurden die kommissarisch vernommenen Zeugenaussagen vor- getragen. eine Reihe von Attesten des gerichtlichen Bücher- Revisors vorgelesen, welche den Geschäftsbetrieb der Firma als reell bezeichneten, von einem unlauteren Geschäftsbetriebe könne keine Rede sein, kurzum, es befanden sich Behauptungen in dem Sieserate, welche nicht erweislich waren. Als Urheber des Artikels bezeichnete Huhle Paul Dehn in Friedenau, Inhaber eines literarischen Bureaus. Nachdem ein angebahnter Vergleich gescheitert war, beantragte Huhle Vertagung der Hauptverhand- lung und Einstellung des Verfahrens gegen ihn, da der Einsender für den betreffenden Artikel haftbar zu machen sei:c. Dieser Antrag wurde abgelehnt, da Huhle als verantwortlicher Redakteur als Mitthäter anzunehmen sei. Das Urtheil lautete nach den „Dresdener Nachrichten" auf 300 Mark Geldstrafe ev. 20 Tage Gefängniß, außerdem auf dreimalige Verkündung des Urtheils in der„Deutschen Wacht". Von einer Freiheitsstrafe sah der Gerichtshof ab. da Huhle in gutem Glauben gemeint habe, der ihm gesandte Artikel beruhe auf wahrheitsgemäßen Mit- theilnngen. Der Anarchist Leon Bouteilhe, der Urheber des Attentats gegen die Rothschild'sche Bank, erscheint nächsten Donnerstag vor der 9. Strafkammer des Pariser Zuchtpolizeigerichts. Sozinle LtrberJnijk. Zur Frage der Gewerbegerichte. Wie sehr alle?, auch das geringste, was dem Arbeiter nutzen kann, der Unternehmer- sippe ein Dorn im Auge und zuwider ist, beweist das Vorgehen gewisser Kreise gegen die G e w e r b e g e r i ch t e. So brachte in seiner Augustnummer das in Remscheid erscheinende Organ des Bergischen Fabrikanten-VerbandeS, die „ D e u t s ch e M e t a l l, n d u st r i e- Z e i t u n g" einen Artikel gegen die Gewerbegerichte, welcher folgenden gemein-denunziattori- scheu Ausfall enthält: „Auch in Deutschland hat die Sozialdemokratie bereits ver- sucht, die Beisitzer der Gewerbcgerichte zu„organisiren" und die bei uns so beliebte Vereinsspielerei hat auch nianchen bürger- liehen Beisitzer veranlaßt, den, dazu geschaffenen„Verbände der Gewerbegerichte" beizutreten. In Sachsen ist kürzlich die Kreis- hauptmannschait Chemnitz gegen den Verband eben wegen seiner sozialdemokratischen Tendenzen eingeschritten und hat den Städten befohlen, ihre Gewerbegerichte zum Austreten an- � � Das war stark und es sahen sich der Vorsitzende des Ver- bandes deutscher Gewerbegerichte, Herr Ober- Bürger- meister Dr. G a ß n e r von Mainz, und der Schriftführer des Verbandes, Herr Stadtrath Dr. Flesch-Frank- s u r t. veranlaßt, an das genannte Unternehmerorgan folgende �"'„Der' Verband der deutschen Gewerbegerichte zählt bereits 84 Gewerbegerichte zu Mitgliedern. Derselbe wird von einem Ausschuß geleitet, der aus den Vorsitzenden der Gewerbegerichte zu Berlin. Mainz, Frankfurt a. M., Karlsruhe, München. Halle, Leipzig, Hannover und dem früheren Vorsitzenden des Gewerbe- gerichls Siultgart besteht. Wie sich schon hieraus ergiebt, hat der Verband, dein Privatpersonen überhaupt nicht angehören, weder mit der sozialdemokratischen, noch mit irgend welcher anderen Partei etwas zu thnn. Seine Thätigkeit besteht Haupt- sächlich in der Herausgabe der Mittheilungen des Verbandes, welche regelmäßig 14tägig als besondere Abtheilnng der Zeit- schrift„Soziale Praxis" erscheinen und Auszüge aus den Jahres- berichten der Gewerbegcrichte, Urtheile in geiverblichen Streit- fachen, Mittheilungen über von Gewerbegerichten erstaltete Gut- achten und von Gewerbegerichten ausgehende Anträge u. f. w. enthalten. Sie ersehen hieraus, in welch' bedauerlicher Un- kenntniß der Verfasser des Artikels sich über den von ihm an- gegriffenen Verband befand. Es steht allerdings richtig, daß zwei sächsische Städte neuerdings aus dem Verband ausgetreten sind. Falsch ist aber, daß dieser Austritt irgendwie in der Thätigkeit des Verbandes begründet gewesen wäre. Ebenso ist es zum mindesten irreführend, wenn weiterhin in dem Artikel behauptet wird, der Vorsitzende der Kammer des Berliner Ge- Werbegerichts habe sich veranlaßt gefunden, eine Anzahl offen- sichtlich unrichtiger Urtheile der Berliner Gewerbegerichte zur Kenntniß des Ministers für Handel und Gewerbe zu bringen. Das Berliner Gewerbegericht hatte lediglich einen Auftrag des Ministers zu entsprechen, der gerade infolge der Eingabe des Zentral- Ausschusses der Berliner gewerblichen Vereine gegeben worden war; und der Umstand, daß Herr von Berlepsch, wie es in Ihrem Artikel heißt. bisher keine Einleitungen getroffen hat, um zu verhindern, daß diese Praxis zum Gewohnheitsrecht werde, beweist am besten, daß es sich hierbei nur um ganz vereinzelte Fälle und, wie wir hinzufügen, vielfach rein formaler Natur gehandelt hat." Wenn schon bürgerliche Kreise gegen solche Unverschämt- heiten front zu machen für nöthig finden, um wie viel nöthigcr ist es für die Arbeiter, die Augen offen zu behalten. Am 6. Oktober findet übrigens in Frankfurt a. M. eine Ausschußsitznng des Verbandes deutscher Gewerbegerichte statt, woselbst die obige Angelegenheit zur Sprache gebracht werden wird. Der Verband der Hafenarbeiter Teutschlands in Hamburg hatte unterm 10. Oktober v. I. in einer Eingabe an den Reichskanzler die bei den Lösch- und B e f r a ch t u n g s- arbeiten ungemein zahlreich vorkommende» Unfälle betont und beantragt, daß für eine bessere Beaufsichtigung dieser Betriebe Sorge getragen werden möge. Erst auf wiederholtes Drängen des Reichs-Versicheruugsamls hat alsdann die zuständige Speditiv ns-, Speicher- und Kellerei-Berufs- Genossenschast, welche bislang dem Beauftragten-Jnstitut grundsätzlich fern stand, diesen ablehnenden Standpunkt aufgegeben und im April d. I. versuchsweise auf ein Jahr einen Beauftragten in Hamburg angestellt. Die Unfälle im Stauergewerbe und namentlich die schweren Unfälle haben sich seither nicht vermindert. Einen solchen Erfolg hat sich wohl auch niemand von der Thätigkeit dieses einen provi- sorischen Beauftragten versprochen. Es wird sich vielmehr darum handeln, auf grund seiner Erfahrungen in Verbindung mit denjenigen anderer interessirter Kreise eine gründliche Umgestaltung der Unfallverhütungs-Bor- s ch r i f t e» hinsichtlich der Arbeiten an und aus Wasserstraßen vorzunehmen. Die Unfälle in Stanereien werden übrigens nicht immer durch mangelhafte Einrichtungen des Stauereibetriebes, sondern oft durch mangelhafte Zustände auf den Schiffen, wo die Lösch- und Lade-Arbeiten stattfinde», oder durch mangelhafte Hafeneinrichtungen oder durch mangelhaste Verkehrsverhältnisse veranlaßt, worüber die Berussgenoffenschaft Bestimmungen zu treffen nicht befugt ist. Beim Senat in Hamburg ist deshalb auf den Erlaß entsprechender Polizei-Vor- s ch r i f t e n hingewirkt worden, wonach insbesondere auch aus- ländischen Schiffen die Pflicht auferlegt- werden soll, auf Leben und Gesundheit unserer heimischen Arbeiter Bedacht zu nehmen. Ueber die Sonntagsruhe im Branergetverbe theilt Ge- noffe R. Wiehle als Ergebniß der bei seiner letzten Agitation?- reise gemachten Erfahrungen das folgende in der„Brauer- Zeitung" mit: „In allen Orten, welche ich auf meiner Agitationstour be- rührte, war von Sonntagsruhe keine Spur. Man arbeitet an Sonntagen von �/s4, 4, Veb, 5 bis 9 Uhr und auch noch darüber. Damit aber die Arbeiter an dem Besuche des Gottesdienstes nicht gehindert werden, dürfen sie zwischen 9 und 11 Uhr frühstücken oder auch ohne Frühstück in die Kirche gehen. Um II Uhr wird die Arbeit dann fortgesetzt. Die Kutscher und Hilfsarbeiter haben ebenso gut die Sonnlageruhe zu beanspruchen als die Brauer. In mehreren Orten sperren die Brauereien ihre Thore zu, da- hinter werden nach wie vor die Arbeiter auch während der Kirche beschäftigt. Die geräuschvolle Arbeit läßt man, dagegen wird im Keller, in der Abziehhalle K. flott weiter gewurstelt. Nennen das die Brauereien Achtung vor dem Gesetz?" Hungerlöhne in Leipziger Konfektionsgeschäften. Wie die„Gleichheit" berichtet, erhielt eine Näherin in einem Konfektionsgeschäft sür das Anfertigen von 3 Blousen ganze 75 Pf., von denen sie noch die Auslagen für Nähfaden bestreiten mußte. Als sie nach U/etägiger Arbeit ihren„Schlemmerlohn" in Empfang nehmen wollte, mußte sie von Nachmittags 3—7 Uhr vergebens warten und wurde dann schließlich mit der Bemerkung fortgeschickt, es sei heute nichts zu Ihun, sie solle Sonnabend wiederkommen. Am Sonnabend mußte sie wieder mit leeren Händen abziehen, weil sie— ihren Wohnungsschein vergessen hatte. Erst am Montag erhielt sie ihren Verdienst ausgezahlt. Für 1>/2 Tage Arbeit, sünsmaligen Weg und Wartezeit wurden ihr, wie milgetheilt, 75 Pf. ausgezahlt, d. h. sie hatte pro Stunde 2'/-— 3 Pf. verdient. Wenn bei solchem Verdienst die ledige, alleinstehende Arbeiterin zur Dirne wird, ist es ebensowenig wunderbar, als wenn der kapitalistische Unternehmer auf der Leiter derartiger Löhne zum Millionär und Kommerzienrath emporklimmt. Dampfkessel- Explosionen im Deutsche» Reiche. Nach den Mittheilungen des kaiserlichen Statistischen Amts im dritten „Vierteljahrsheste zur Statistik des Deutschen Reiches", Jahr« gang 1895, fanden während des Jahres 1894 im Deutschen Reiche 35 Dampskessel-Explostonen statt. Die Zahl der dabei getödteten oder binnen 48 Stunden nach dem Unfall verstorbenen Personen betrug 12, die Zahl der Schwerverwundeten 9, leicht verwundet wurden 13 Personen. Als mnthmaßliche Ursache der Explosion wurde angegeben in 18 Fällen Wassermangel, dazu kommen in 5 Fällen wenig sachgemäße Wartung, in 2 Fällen Alter, SIbnutzung und in einem Falle ungenügende Befestigung eines Rohrs. In 5 Fällen ist örtliche Blechschwächung bezeichnet, und zwar in zwei Fällen in Verbindung mit Alter, weiter waren es in zwei Fällen Kesselstein, in zwei Fällen mangelhafte Schweißnng eines Rohrs, nnd in je einem Falle Alter, Schlammablagerung, Ueberhitzung eines Rohrs, überangestrengter Betrieb. Verrostung zweier Röhren von außen, fehlerhaftes Rohr, Kesietstein und Echlammablagerung, zu hohe Dampfspannung. Für jeden ein- zelnen Fall enthalten die Nachweisnngen eine genaue, durch Zeichnungen und Maße erläuterte Beschreibung des Kessels und eine Darlegung der Umstände vor und nach der Explosion. Insgesammt betrug in den letzten 18 Jahren die Zahl der Ex- plosionen 289 und der dabei Verunglückten 636, von denen 226 getödtet, 134 schwer nnd 326 leicht verwundet wurden. „Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung in bezng auf die im Kleinbetriebe beschäftigten Arbeiter". Ueber dieses Thema soll am 6. Oktober in ganz Oesterreich in Versammlungen referirt und diskutirl werden. Es handelt sich hierbei um Stellungnahme zu einer Gewerbe- Ordnungs- Novelle. die den österreichischen Neichsrath in der nächsten Session beschästigen soll. Eine Enquete über die Sonntagsruhe veranstaltet die belgische Regierung. Ein königlicher Erlaß im„Moniteur" be- ruft für Sonntag, den 29. ch. M. eine Versammlung aller Sektionen der Industrie- und Arbeitsräthe von Belgien ein, wo die Delegirten der Arbeiter und der Fabrikanten berathen sollen. um der Regierung über die Sonntagsarbeit in den industriellen Unternehmungen Vorschläge zu machen. Die Regierung hat einen gedruckten Fragebogen ausgegeben, und die Vorschlage sollen die Form von Antworten auf diese Fragen haben. Auch für das Ausland wurde eine Enquete über die Sonntagsruhe abgehalten. Tie englischen Fabrikinspektorinnen. Miß Abraham, Miß Patterson, Miß Deane und Miß Anderson haben in den letzten zwei Monaten 64 Uebertretungen der Arbeiterschutzgesetze zur Anzeige gebracht. In 29 Fällen haben Schneider ihre Ar- beiterinnen über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus, besonders am Sonnabend bis in die Nacht hinein arbeiten lassen. Als Ent- schuldigung gaben sie an, daß ihre vornehmen Kundinnen gerade für den Kirchgang am Sonntag Morgen neue Toiletten zu haben wünschten. Die Frömmigkeit dieser Damen verlangt also das Opfer der Gesundheit von Hunderten armer Mädchen! Dänische Arbeiter gegen Vergebung öffentlicher Ar- beiten an Ausländer. Eine P r o t e st- V e r s a m in l n n g größten U m f a n g e s veranstalteten die Schmiede und Maschinenarbeiter in Kopenhagen, in der gegen die Art und Weise opponirt werden sollte, in welcher die Gemeinde ihre Arbeiten vergiebt. Dieselbe hat nämlich bei den großen Arbeiten, welche zur Zeit von ihr ausgeführt werden, den Grundsatz an- genommen: die Arbeiten von jedem beliebigen ausführen zu lassen, der billig zu haben ist. So hat einen großen Theil der Lieferungen ein englischer Fabrikant erhalten, obwohl ein dänischer Fabrikant ein niedrigeres Angebot gemacht hatte. Die Versammlung nahm folgende Resolution an:„Die Versammlung spricht ihre ernste Mißbilligung darüber aus. daß der Magistrat, trotz der während der Behandlung der Sache in der Stadtverordneten- Versammlung gefallenen Aussprüche, die Ausführung der Arbeiten an dem Oester- Gaswerk in einer Weise vergeben hat, daß der größte Theil des Verdienstes dabei nicht dänischen, sondern ans- ländischen Arbeitern zu gute kommt, und ermahnt, bei zu- künstigen Wahlen ftir die Staatsvertretung nur Männer zu wählen, die in höherem Grade, als es bisher geschehen ist. ver- suchen werden, die Arbeiten der Gemeinde von dänischen Fabrikanten und Arbeitern ausführen zu lassen." Tie Handelsgenossenschaft von Neu-Seeland, jenem Lande, wo die Frauen politische Rechte besitzen, hat eine Reso- lution angenommen, welche der Regierung vorgelegt werden soll und die für alle, von der Regierung angestellten oder beschäftigten Frauen dieselben Löhne resp. Gehälter fordert wie sür die Männer. VerpÄnrmlunsen. Die Parteigenosse» des Teltow-BeeSkoWer Wahl- kreiseS hatten am Sonntag in R i x d o r f eine Kreisversammlung, die sich in der Hauptsache mit den Anträgen zum Parteitag beschäftigte. Zu Beginn der Verhandlungen erstattete K ö st e r- Schöneberg Bericht von der am 15. September abgehaltenen Provinzialkonferenz. In eine Diskussion dieses Gegenstandes trat die Versammlung nicht ein. An Stelle des Genossen Sellin, der eine Wiederwahl ablehnt, wurde Genosse Köster als Vertreter des Kreises in die Agitationskommission gewählt. Man sah, um Zeit zu gewinnen, davon ab, ein Referat über die Bedeutung des Parteitages halten zu lassen und nahm sogleich die Be- sprechung der Anträge vor, deren erster sich mit der Sicherung des Arbeitslohnes im Baugewerbe befaßte. Es lag ein Antrag vor:„Die Fraktion möge einen Gesetzentwurf im Reichslage einbringen, damit Handwerker und Arbeiter aus Bauten ihre Lohnforderungen auch bei den Grundstücks- und Hypothekenbesitzern geltend machen können." Von Thomas- Rixdorf wurde der Antrag damit motivirt, daß ein nicht unbe- beträchtlicher Theil von Arbeitslöhnen durch das in den größeren Städten grassirende Bauschwindlerthum dem Handwerker und Arbeiter entzogen werde. Fällt der Handwerker mit seinen Forderungen aus, so erhält der Arbeiter in den meisten Fällen gleichfalls keine Bezahlung. Der Redner meint, es könne die Partei, ohne sich etwas zu vergeben, für eine gesetzliche Regelung dieser Frage eintreten. Ein Gegner des Antrages ist Sellin- Charlottenburg. Er bedauere gleichfalls die armen Teufel, welche auf diese Weise ihr Geld verlieren, meine jedoch, daß es nicht Aufgabe der Partei sein könne, sich für die Handwerksmeister im Baugewerbe besonders ins Zeug zu legen. Man werde durch solche Maßnahmen den Handwerkerstand konserviren und dazu sei die sozialdemokratische Partei nicht da. Im gleichen Sinne äußert sich K ö st e r- Schöneberg. Deutsch- Baumschulenweg wundert sich, daß der Vorredner Organisation der Arbeiter als Heilmittel gegen die Verluste durch Ausfall des Arbeitslohnes empfohlen habe. Von den Leuten, die absolut nichts besitzen, könne die Organisation auch nichts herausholen. Der Redner wünscht, daß dem Antrag beigefügt wird, daß die Hypotheken-:c. Besitzer für den Arbeitslohn haftbar gemacht werden. Gegen den Antrag spricht H i l p e r t- Rixdorf. Er führt aus, daß ein Theil der ausgefallenen Forderungen von der leichtfertigen Kreditgewährung mancher Kleinhandwerker herrührt. I o h n-Johannisthal und F l e m m i n g- Charlottenburg unterstützen den Antrag aus praktischen Rücksichten. Der letztere bemerkt u. a., daß die in Hamburg domizilirte Kommission für Ausdeckung der Mißstände im Baugewerbe sich im Sinne dieses Antrages ausgesprochen habe. Ein Schaden für die Partei könne in keiner Weise daraus erwachsen, sondern nur Vorthcil, wenn der Antrag auf dem Partei- tag diskutirl würde. Zur Sache äußern sich noch kurz Görke- Charlottenburg. L a b j u h n- Lichterfelde und B o t h e n y- Rix- dorf und zwar ablehnend. Bei der Abstimmung fällt der Antrag gegen eine bedeutende Minderheit. Der nächste Antrag, der zur Debatte steht, ist der folgende: „Denjenigen Reichstags-Abgeordneten, welche Beamte der Partei, im Besitze eines Einkommens von über 3000 M. u n d in Berlin wohnhaft sind, sind keine Diäten für den Reichstag zu zahlen. Außerdem hoffen die Parteigenossen des Kreises, daß alle Abgeordnete, welche wirthschaftlich so gestellt sind, daß sie der Diäten nicht benöthigen, im Interesse der Partei daraus verzichten." Die Quintessenz der Ausführungen gegen und für den Antrag war dieselbe wie in den Berliner Versammlungen. Gegen den zweiten Theil des Antrages wurde eingewendet, daß derselbe gegenstandslos sei, weil man doch nicht die Macht nnd wohl auch nicht die Abficht habe, eine genaue Vermögens-Einschgtzung aller Abgeordneten vorzunehmen. R e tz e r a u führte in längerer Rede aus, daß eine gründliche Revision aller Gehälter nothwendig sei. Er will die Wahrnehmung gemacht haben, daß sich die Parteibenmten zum größten Theil ans der befitzenden Klasse rekrutiren. Die Debatte, an der sich außer den vorgenannten Rednern noch Hoppe» Rixdorf, N e n m a n n- Nowawes und Z u b e i l betheiligten, zog sich sehr in die Länge. Der vorliegende Antrag wurde schließlich angenommen. Ein weilerer Antrag betraf die Verbesserung des Alters- und Jnvaliditätsversicherungs-Gesetzes. Mit Rücksicht darauf, daß seitens der Fraktion schon dahin zielende Anträge gestellt sind, beziehungsweise die Regierung die Berücksichtigung einiger Wünsche zugesagt hat, wurde der Antrag zurückgezogen. Ein Antrag, der sich mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Alters- und Invaliden- Versicherung beschäftigt, wurde a n- g e n o ni m e n. nachdem L a bju h n denselben kurz begründet hatte. Derselbe hat folgenden Wortlaut:„Der„Vorwärls" wird verpflichtet, alljährlich über die Ergebnisse der Alters- und Jnva- liden-Verficherung ausführlich zu berichten, sobald das einschlägige Material dazu vorliegt." R e tz e r a u empfahl dann folgenden Antrag:„Die Reichstags- fraktivn wird beaufiragt, in der nächsten Session den Antrag im = = Nach weiteren Bemerkungen von Schüttte Rigdorf, der seinen Unmuth über die schleppende Behandlung dieser Frage durch die Fraktion Luft macht, wird der Antrag mit Mehrheit angenommen. zum Glienice, Köpenickerstr. bet kart Witte. 1 1 Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gesangverein Gangestreue, abends von 8%-10% Uhr bei Prob, Annenstr. 9. Musikverein Frisch auf", Reichenbergerfir. 24 bei Tauschke. Gesangverein Ana freon, abends von 9-11 Uhr im outfenftädtischen Klubhaus, Gigung abends 9 Uhr, bet W. Achfel, Prenzlauer Allee 224. Annenstraße 16 bet Bergner, früh. Ehrenberg.- Theaterverein Tata Toto, Reichstage einzubringen, baß der 1. Mai als gefeßlicher Feiertag A13 Delegirte nach Breslau wurden gewählt Thoma 31 Sauptstraße, Winkel's Salon.- Männer- Gesangverein Adlershof in Gesangverein Rütli. und der Achtstundentag von Gefeßes wegen eingeführt wird." und örte, und als Ersahmann Neumann- Nowawes. Adlershof, Grünauer Chauffeestraße bei Schubert. Friedenau, im Kurhaus, Ring- und Rheinftr.- Ecke. Gesangv. Völfer= Der Redner ging von der Voraussetzung aus, daß in diefer Die Diäten wurden auf 10 Mark pro Tag von der Versammlung frühling, Schüßenfir. 33 bei Dtto. Gesangverein Freiheit III in Frage bislang außer der Demonstration sehr wenig gethan sei. festgesetzt. Die gutbesuchte Versammlung erreichte damit ihr weißensee, König- Chaussee 38 bei Pfeifenmüller. Freier Sängerchor Alt= Im Reichstage wäre der Antrag und noch dazu Ende. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend in abgeschwächter Form- erst einmal gestellt worden. Alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent, Wenn man sich über den Erfolg des Antrages auch den 24. Geptember, abends 8% Uhr, im Restaurant Stühler, Neue Grünftr. 38: Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, Adalbertstraße 95. Dienstag. Musikverein Soffnung, Görligerstr.63 bet Meter. feinen Jllusionen hinzugeben brauche, so stünde der agitatorische Borstandsstzung. Mufitverein Münstermann, Hochftr. 32a bet Wilte. Bergnügungsverein Nordwacht, Perlebergerfir. 28 bei Hermerschmidt. PrivatWerth der Maßregel doch außer Zweifel. Geselliger Verein" Frohlinn"( gegr. 8. Febr. 1894). Sigung mit Damen Theatergesellschaft 8 tetbewußt, Frankfurterftr. 11 bei Hermann.- LotterieNeumann Nowawes hält es für ungleich praktischer, um 9 Uhr bei Schlez, Brunnenstr. 89. flub Fortuna, Görligerftr. 50 bet Stemert. Verein für voltsthüm wenn statt dieser Einzelforderungen das ganze Arbeiterschuhe W. Achsel, Prenzlauer Allee 224. Theaterverein„ Tata- Toto". Heute, Dienstag, abends 9 Uhr, bei liche Kunst, Breslauerfir. 27 bet Schmidt. Gefelliger Verein Hertha, Adalbertstr. 21 bet Moll. Spezialitätenverein Normannia. Graubenzer gefez wieder eingebracht würde. Gegen den Reßerau'schen Vor- Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 7-8% Uhr: gettüre ftraße 11 bet Fieße. Theatergesellschaft 2iberte, Reichenbergerstr. 54 bei Echaper. schlag ist auch Görte. Er vertritt die Meinung, daß gerade 8-10% Uhr: Nordschule, Müllerstraße 179a: Boltsthümliche Medizin Theaterverein Freier Wille, bet Möhring Admiralstr. 18c. durch die Demonstranten am 1. Mai der Sache am besten genutzt nationalökonomie( praktische). ( Die Bekleidung des Körpers.) Südost Schule, Waldemarstr. 14: Geselliger Verein Hertha, Adalbertstr. 21 bei Roll. Gefelliger Verein Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Anne- Marie, Adalbertstr. 21 bet Roll. Geselliger Verein Unter werde. Sei die Bewegung start genug geworden, so werde ihr Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen. uns, Beusselstr. 66 bei Fischer. Turnverein Deutsche Kraft, Eisendas gegeben werden, was man jetzt bittend von der Regierung Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Dienstag: Gut bahnstraße 7 bei Engelhardt. gesinnte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bet Spät. Angler: verlangen wolle. Rauch flub I, Stallschreiberstr. 10 bet Benz. Rauchklub Eldorado, 8% Uhr bei Gater, Ballifadenstr. 66. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender: Ad. Neuan Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: mann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Stein eiche Arbeiter Zithertlub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 Uhr ( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rosenthaler bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig- Plaz. Bitherklub Alpen= fraße 57 bei Wernau.- Gerechtigkeit: Westen, Bülowstraße 59 bei gruß, abends 9% Uhr in den Drantenhallen, Oranienfir. 51. Werner. Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstraße 58. cho II, Linienstraße 19 bei Neumann. Schildhorn, Usedomftraße 33. Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Lustgarten. Myrthenblätter, Brenzlauer Allee 6 bei Stein. Ihn'scher Humor Blumenstraße 32 bet Reich. Männer Gefangverein orbeertranz II ( 79), Oranienstraße Nr. 190 bei Schaye. Unverzagt II, LeffingSängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 ftraße 28 bet Roch. dam, Wallstr. 55 b. Gärtner.- Freies Lied, Friedrichsberg, Friedrich- Karl b. Röllig.-Arbeiter- Gesangverein Arbeiter Matbund, Nowawes b. Potsstraße 11 bei Heinecke. Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee 152 bet Gefangverein Rothe Melte II, Ruppiner- u. Schönholzerstraßen= Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Alte Linde, Admiralfir. 21 bei Schnieber. Borwärts III, Rathenow, Restaurant Sur Erholung" bet Friefecte. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. Arbeiter- Gesango. 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Alpenglocke, Große Frankfurterstraße Nr. 33 bet Gold. Die 2. Männerabtheilung turnt Dienstag und Freitag, abends 8-10 Uhr, Vom Genossen Vogel- Charlottenburg ging folgender ich entranz, Brenzlau, Stettinerstraße, Raisergarten". Ginig= Turnhalle Stalizerstraße 55/56. Die 4. Männerabtheilung turnt Antrag ein:„ Um das verschiedene Verhalten der sozialistischen Reinickendorferfir 2a bei Schulz. teit II, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. Webbinger armonie, Dienstag und Freitag, abends 8-10% Uhr, Turnhalle Stephanftr. 3. Borwärts VIII, Marwig t. d. Mart, 5. Männerabtheilung turnt Dienstag und Freitag, abends 8-10 Uhr, Turnhalle Abgeordneten bei den Schlußabstimmungen über die Gesammt bei M. Nötte. Wach' auf, Pantow, Wollantstr. 122 bet Klemens. Ackerstr. 67.- Tamenabtheilung turnt Dienstag und Freitag, abends 8-10 Uhr, budgets in Zukunft zu vermeiden, empfehlen die Genossen des Concordia, Simeonftr. 28 bet A. Flict. Freie Sänger III, Seeger- Turnhalle Mariannenufer 14.- 1. Lehrlingsabtheilung, Dienstag und Freitag, Kreises Teltow- Beeskow dem Parteitage, die sozialistischen Reichshofftr. 8 bei Behlendorf. Gefangverein Acacie( gemischter Chor), Beug: abends 8-10 Uhr, Turnhalle Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabtheilung, Dienstag Wilmersdorfer Siebertafel, Deutsch- und Freitag, abends 8 bis 10 Uhr, Turnhalle Boechstraße 27. Turn und Landtagsabgeordneten zu veranlassen, sich bei Schluß- Wilmersdorf, Bad. Gefangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 23, verein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Wacht auf I, Wörther und Rytestraßen= Ecke abstimmungen über die Annahme oder Verwerfung des Gesammt Bentralhalle. Turnhalle, Brinzen Allee 8. Theatervereine: Theaterverein Sangeslu ft. budgets der Abstimmung zu enthalten, sofern sie Butbuferstr. 30 bei Reimann. Harmonie III, Rirdorf, Bergstr. 142 bei Schimkäse. Freter Wille. abends 8% Uhr im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bet Nowack, Rauchtlub Sorgenfret, abends 9 Uhr bei Bartel, Balltsadenstr. 22. nicht sämmtliche Posten verwerfen." Zur Begründung führte Edelweiß I, Melchiorftr. 15 bei Stehmann.- Wald tapelle, Reichen, Rauchflub Deutsche Flagge, abends 8 Uhr Wrangelftr. 32.- Rauch der Antragsteller aus: Ihren Willen über Annahme oder Ver- bergerstr. 16 bei Hoffmann. Gefangv. Myrthe, Alte Jakobstr. 68 bei Dieffen- tlub Grüne Quaste( Mitgl. des Bundes), abends 9 Uhr bei Aft, DitGefangverein bahnhof 7. Gesangverein Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei Kraat.. werfung der einzelnen Posten haben die Einzelabstimmungen der Der Enter bten, Eminemünderftr. 55, bet Franz Schmidt. Rauchklub Ruhiga, abends 8% Uhr, bei Behrend, Gefang: Gräfestraße 5: Sigung. Vergnügungsverein Jm Brand, bei Stanici, Abgeordneten vorher befundet, deshalb empfiehlt es sich, nachdem verein Deutsche Liebertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Barnimstraße 22. fie bei früheren Gelegenheiten bereits erklärt haben, welche Poften Gesangverein Frohsinn I, Rummelsburg, Göthestraße, Ecke Kantpraße Gräfestr. 18, abends sy uhr. arbeiter- Stenographenverein Eintracht, fie bewilligen wollen und welche sie verwerfen, daß sie sich unter bei Tomaschat. Gefangverein Metallarbeiter Often, Blumenstr. 46 Unterricht und Uebungsfiunde abends 8% Uhr bei Wählisch, Adalbertstr. 4. Arbeiter Gesangverein DIŋmpta, Adalbertstr. 8 bei Rauchtlub Meffalina, bet Wuttke, Graudenzerstraße 2. Rauchklub Motivirung ihres Standpunktes der Abstimmung enthalten. Auf Sauermann. Gesangverein Abendroth, Deutsch- Wilmersdorf, Ber Waldesgrün, Sigung Mittwochs, abends 8 Uhr bei Tilgner, Forster Boltsgarten". Vorschlag Görke's wurde hinter Landtagsabgeordneter noch ein- linerstraße 40 Wilmersdorfer Liedertafel, firaße 22.- Rauchtlub Portorico, abends 9 Uhr Manteuffelstr. 20 bei Badenschestr. 18 bet Stabinsky. Deutscher Männersang, Belgeschaltet: Gemeindevertreter, und der Antrag dann forterfir. 15 bet Schneider. Kornblume, Große Frankfurterstraße 183 Schröter. einstimmig angenommen. bei Gold. Handschuhmacher- Gefangverein Arion III, Brandenburg a. H., Der Antrag: Die Parteigenossen von Teltow- BeeskowCharlottenburg beantragen, die Vorschläge der Agrarkommission abzulehnen" wurde von örte mit furzen Worten begründet. Flemming Charlottenburg sprach für das Weiterbestehen der Kommission Arbeiten für statistische Zwecke. Dagegen wandte sich 3ubeil. Er meint, die weitere Existenz der Agrarkommission würde zu Unzuträglichkeiten führen, weil die Kommission doch wahrscheinlich darauf bestehen würde, die Landarbeiter gesondert von den übrigen Arbeitern zu behandeln. Der Antrag Görke wurde dann angenommen; die Versammlung sprach sich gleichfalls gegen das Fortbestehen der Kommission aus. !! Teppiche!! Eine große Partie Teppiche mit Kleinen Farbenfehlern in Germania, Brüssel und Plüsch zu spottbilligen Preisen. Größe 138X200 cm= 3,-, 5,-, 8,50 M. " " " 170X2505,75,11,50, 13,50 200X300= 8,50,13,-, 17, in reiner Wolle, das Stück Portieren 2,00 m. Steppdecken " in allen Farben, reine Wolle, 160 X 200 cm, das Stück 5,50 m. [* Otto Büchler, Berlin C., Ecke Königstr. 26, Klosterstr. Versand- Abtheilung D. Dampfreinigungsinstitut für 32102* Bierdruck- Apparate von W. Oberschmidt& Co. Gefällige Bestellungen: Berlin N., Weinbergsweg 11d. Weiche Herrenhüte 1,25 M. Steife Herrenhüte 1,25 m. verkauft das Fabrikcomtoir, MüllerStraße 12C, 1 Tr. 32498* Bettstellen mit Federboden, neu, Schlafsopha, Küchenspinden, billig. 188b Lazarus, Adterstr. 38. Das eleganteste, billigste und Göbel. Ecke. 1 1 mühle bei Eberswalde. bach. bei Mertens. 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Der Verlag von Hans Baake, Berlin S. 14, City- Passage, bittet die verehrlichen Vorstände der Partei- und GewerkschaftsOrganisationen, sowie Krankenkassen für die Anfang Oktober erscheinende Winterausgabe des Arbeiter- BerkehrsAlmanachs untenstehends Schema ge= fälligst ausgefüllt bis spätestens 1. Oktober ihm übersenden zu wollen. Schema für die Organisationen. 1. Wie heißt die Organisation ( Rasse 2c.)? 2. Jit sie zentral oder lokal? 3. Wie viel Mitglieder hat sie? 4. Wer ist Zentralvorsitzender? 5. Wie heißt das offizielle Organ? 6. Verlag desselben? 7. Wer ist Redakteur? 8. Wer ist Ortsvorsitzender? 9. Wer ist Kassirer? 10. Arbeitsnachweis, wo? an welchen Tagen? zu welchen Stunden? 11. Welches ist das Verkehrslokal Herberge oder Versammlungslokal? 12. Finden regelmäßige Vereins- Bersammlungen statt? Wo? Wann? und 13. Hat die Organisation Filialen oder Bahlstellen? Wo? 14. Besondere Bemerkungen. Gefunden wurden am Mittwoch früh Bücher, Bebel's Frau" 2c., Hagelsbergerstr. 49 beim Portier. 2936 Otto& Slotawa, Zislermeister. 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3. Schonet Eure Wäsche! Karol Weil's Seifenextract macht die Wäsche blendend weiss! Karol Weil's Seifenextract Spart Euch Geld! Karol Weil's Seifenextract Spart Euch Arbeit! Karol Weil's Seifenextract Schont Euch die Wäsche! Käuflich überall. Nur ächt in grauen Packeten! Schutzmarke Waschfass. vornehmste Modenblatt der Welt. Rauchtlub Grüne Giche, bei Karl Präfer, MöbelKanfgelegenheit 29 bietet sich Brautleuten 2c. im MöbelSpeicher, 17212* Rosenthaler Strasse 13, 1. Daselbst stehen täglich zum Verkauf: neue gediegene Möbel zu außergewöhn lich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahrhaften Spottpreisen. Theilzahlung gestattet. 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September, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstr. 33. Tages- Ordnung: = 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten Wahlen. Referent: Stadtverordneter Genosse Julius Wernau. 2. Aufstellung eines Kandidaten. 3. Wahl eines Wahlkomitees. Die Vertrauensperson. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Kranzbinderei und Blumenhandlung Verwaltungsstelle Berlin. Versammlung Robert Meyer, am Dienstag, 24. September, abends 9 Uhr, Annenstr. 16. Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vers 21/2 Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches, Wahl des ersten Vorsitzenden. 2. Beschlußfassung über meiden, bitte ich meine Freunde und die Fortführung der Stellenvermittelung am Tage. 3. Streit der SteinbildGenossen, genau auf meine Adresse zu hauer. 4. Angelegenheiten der Holzbildhauer. 5. Verschiedenes. achten. Ferner machen wir die Holz, Gips- Bildhauer und Modelleure auf den Empfehle meine Kranzbinderei allen Beschluß der letzten Versammlung aufmerksam, wonach zum besten der Parteigenossen zur billigen Lieferung streitenden Steinbildhauer Berlins und Dresdens mindestens 50 Pf. pro Woche von Vereins- u. Gewerkschaftskränzen. an die Streitkasse abzuführen sind. Der Vorstand. J. Springwald, Gärt. Blumenstr. 68 Dienstag, 21. Sept., abends 8½ 11hr, in tonige Möbel- Kaufgelegenheit. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bülowftr. 37: Königshof", Versammlung. Zages Ordnung: ( Zahlstelle Berlin.) Zum Umzug paffendste Gelegenheit für Braut Mittwoch, 25. Septbr., abends 81, Uhr, in der Ressource, leute, Hotels, Wiederverkäufer, Pensionate 2c. In meinem entschieden größten Möbelspeicher, Neue Königstraße 59, I., sollen sofort circa 300 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene 1. Vortrag des Genossen E. Wurm über: Die wirthschaftliche Be: und neue, nur gediegene Möbel zu jedem andeutung der Börse. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Fragen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 238/5 für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Südosten. nehmbaren Preise verkauft werden. Ganz be= sonders zu empfehlen ist der große Vorrath verliehen gewesener Möbel, welche noch fast neu sind, und zum halben Preise abgegeben werden. Durch sehr große Gelegenheitstäufe zu fabelhaft billigen Preisen ist es mir möglich, schon ganze Wohnungs- Einrichtungen für 90, 150, 300 Mt. zu liefern, ebenfalls hochfeine, herrschaftliche Einrich.... agen von 500-5000 Mt., Dienstag, 24. Sept., abends 8½ Uhr, bei Herrn Brüder, also billiger als jede Concurrenz und billiger Waldemarstr. 75: Versammlung. Tages Ordnung: V 1. Vortrag des Genossen Wagner über: Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Schule. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Osten. Dienstag, 24. Sept., abends 8 Uhr, in Fiebig's Salou, Gr. Frankfurterstr. 28: Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: = 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 242/8 Gäste, Damen und Herren, haben freien Zutritt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein als in jedem Ausverkaufsgeschäft wegen Umzugs, Hausabriß 2c. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung, ohne Preiserhöhung. Kleiderspind 12 Mart, Kommoden 6, KüchenKommandantenstr. 57: Ausserordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Antrag Ahrens betr. den Arbeitsnachweis. 77/6 2. Event. Beschlußfassung über Erhebung einer Extrafteuer für den lokalen Streiffonds. 3. Regelung des Zeitungswesens. Mitgliedsbuch legitimirt. Pflicht der Mitglieder ist es zahlreich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Berliner Radfahrer- Genossenschaft Solidarität. spind 12, Stühle 2 Mart. Neue Nußbaum am leiderspinden und Verlicows 30 Mt., Muschelspind und Verticow 35 Mt., Bettstellen mit Matraßen und Keillissen 18 Mt., Sophas 18, Säulen Kleiderspind, hochelegant 56 Mart. Trumeaux mit Säulen und Krystallglas 60, Cylinderbureaux, Herrenschreibtische, Damengarnituren 60 und 100 mt., Pianinos, Paneelsophas 75 Mart. Bücherspinden, Antleideschränke mit Spiegelthüren, Fristrtoiletten, Chaiselongues, Salongarnituren, Porttèren, Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Fenster 5 Mt. Empfehle allen Herrschaften, vor Eintauf von Möbeln mein entschieden größtes und auf von billigstes Möbellager zu besichtigen und von den staunend billigen, aber festen Tarpreisen zu überzeugen. Nur Ueberzeugung macht wahr das Ansehen kostet nichts. Gekaufte Möbel fönnen 3 Monate tostenfrei auf meinem Auf: bewahrungsspeicher lagern, werden durch auch nach außerhalb. für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. eigene Gefpanne transportirt und aufgeftellt Versammlungen. Dienstag, den 24. September, abends 8½ Nhr für Moabit: Victoria- Saal, Perleberger Str. 13 ( Referent Dr. Pinn), für Schönhauser Vorstadt: Belforter Str. 15 ( Referent O. Thierbach). Tagesordnung: Jn beiden Versammlungen: 1. Bortrag. fussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. 2. Dis. 246/4 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin Centrum. Mitglieder- Versammlung Mittwoch, 25. Sept., abends 8 Uhr, bei Bergner, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion der letzten Versammlung über: Konsum vereine und Produktivgenossenschaften. Korreferent Herr Steinbarth. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 113/15 Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung Kein Laden. Täglich bis 10 Uhr abends und Ausverkauf! Wegen Todesfall sollen die vorhandenen Lagerbestände, bestehend in allen Arten Möbelstoffen, Teppichen, Gardinen, Portièren, Läuferstoffen, Tisch-, Stepp- und Pferdedecken etc. etc. unterm Kostenpreise schleunigst ausverkauft werden. 3278L* G. Littmann's Special- Geschäft, Landsbergerstr. 97 part. Kein Laden. Sonntags 8-10 u. 12-2 Uhr geöffnet. 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Die augenblickliche Lage unseres Gewerbes uud ist dieselbe einer Bewegung zur Verfürzung der Arbeitszeit und besseren Bezahlung der Ueberstunden günstig? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht eines jeden Kollegen in der Versammlung zu erscheinen. 71/4 Der Einberufer. Berband aller in der Metallinduſtrie beſchäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. fret aufbewahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Jophastoff S Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und lüsch spottbillig! Proben franko! Mittwoch, den 25. September 1895, abends 8½ Uhr: Läuferstoffe Branchen- Derlammlung aller in den Lampen-, Metall- u. Broncewaaren- Fabriken sowie in den Metalldrückereien beschäftigten Arbeiter in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Emil Lefèvre, Berlin S., # Oranienkrake 158. im Saale von ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4. Haben Sie Wanzen? Dann ist es Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über:" Die fapitalistische Sündfluth". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsange'egenheiten und Verschiedenes. Kollegen! Da in dieser Versammlung die Frage der Ueberstundenarbeit speziell derjenigen in den Metalldrückereien zur Diskussion gelangt, so ist es Pflicht aller in obigen Betrieben Beschäftigten, besonders aber solcher Kollegen, in deren Werkstätten bereits Ueberstunden geleistet werden, in dieser Versamm lung zu erscheinen. Der Vorstand. 111/4 Köpenick. Große öffentliche Volksversammlung Ihre Schuld Warum wenden Sie nicht Hoffers' Wanzengift an, welches diese Thiere u. ihre Brut fof. tödtet. Erfind.: R. Hoffers, Drog., Manteuffelstr. 87. 30922* Freunden und Bekannten empfehle meine Rind- n. Schweineschlächteret, Wurfabrik en gros und en detail. Restaurateuren billigste Ausnahmepreise. Schlächtermeister, Oeffentliche Versammlung Mittwoch, den 25. September 1895, abends 8 1hr, in Gründel's Festfälen, Brunnenstraße 188. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Das Verkehrswesen und kann die Radfahrer- Genoffenfchaft der Partei Dienste leisten." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 262/15 Einsegnungs- Anzüge in blau u. schwarz Kammgarn u. Cheviot zu sehr billigen, aber festen Preisen. Julius Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 139. Feste Preise. Spezialität: Anfertigung nach Maass. Rum, anerkannt gut, Literfl. à 1,10, 1,60, 2,10 m., bei 5 Flaschen 10 Pf. billiger, Glühwein- Extrakt, ausgezeichnet, Liter 1,20 m. 3101L* Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeer- Saft, vorzüglich, Liter 1,20 m. Medicin. Ungarwein, befte Qualität, Literflasche 2,10 M. Cognac fine Champagne à Fl. 3,50,** à Fl. 4,50,** à Fl. 5,50 M. empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin Eugen Neumann& Co. 6 a Belle- Alliance- Platz 6 a. 81 Neue Friedrichstr. 81. 8 Oranienstr. 8. 29 Genthinerstr. 29. 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