Nr. 21 S ♦ 44.?ohrg. Kusgabe& Hc. 110 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich 3,— SUtchsmarf voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Laar, und Memelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg >,S0 Reichsmart, für das übrige Äusland 5,50 Reichsmarl pro Monat. Der„Vorwärts" mit der illustrier- tcn Sonntagsbeilage»Volt und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen",„Pus der Filmwell", „Frauenstimme",„Der Kinder. freund",„Iugend-Vorwärts",„Blick ,n die Bücherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei. mal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Wresse: „Sozialdemotra« Berlin" Sonntagsausgake (i? ) Verliner Volksblakt Zentralorgan der Sozialdemokrat» fd�en Parte» Deutfchlande Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille. zeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5,— Reichsmart.„Kleine Anzeigen" da» fellgedruckte Wort 25 Pfennig (•zulässig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pfennig. 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In einer auf französisch «haileuen, sehr interessiert angehörten und beifällig aufgenommenen Rede iagte Sokolnikoff» Rußland weiter, in die landwirtschast- liche Produktion seien 1925/26 rund Milliarden Rubel und im teufenden Iahte 1928/27 annähernd 1,4 Milliarden Rubel hincin- «esteckt worden. Die gesamten industriellen Anlagen des Wirt. jchaftsjahres 1925/26 beliefen sich auf 2.2 Milliarden Rubel und 1926/27 auf 5,12 Milliarden Rubel. Weiter führte Sokolnikoff aus, daß das Kleinbauerntum noch Privateigentum desttze und voraussichtlich noch lange Zeit besitzen werde. Auf allen khebieten der russischen Wirtschaft gelte als oberstes Ziel eine mög. lichst rationelle und rasche Verbefssrung der Produktion. Als Grund- dazu diene in erster Linie ein Zlrbeitsprogramm. mit dem fämt- liche Wirtschaftszweige miteinander in Beziehung und Ueberein- fiimmung gesetzt werden. Die Hauptelemente dieses Arbeits- Programms feien das Budget, der Wirtschaftsplan, der Ein- und Ausfuhrplan, der Plan für Getreideaufkäufe, der Kreditplan und ein Gefamtwirtschaftsplan für die nächsten fünf Jahre. Durch diese Pläne solle neben einer Garantie der Produktionssteigerung auch ein direkter Ausgleich zwischen den verschiedenen Regionen und Wirtschaitszwcigcn und Bevölkerungsschichten herbeigeführt werden. Andcrersists werde der Arbeiterschaft dii Gclcgenheü ocgeben zu tatkräftiger Kritik der gemachten Erfahrungen in den Wirtschafts- bstrieWen oder der Berwaltung, fei es in periodischen Konferenzen od« Bersamnilungcn usw. Am Nachmittag sprachen ein Südslame und ein Tscheche sowie der russische Delegationschef Ossinfki. Cr kritisierte den Privat- kapitalismus, die Verteilung der Nationalvermögen, die Arbeits- eililommen, die Kaufkraft der Arbester usw. Dann sprach er vom K"mps des Kapitalismus der verschiedenen Länder unter sich und v>-.i seinem Boykott gegen die Sowjetrepublik.— Der Weltkrieg sei die gewaltsame Lösung der in vierzig Iahren angehäuften Wider- spräche gewesen, unter dem kapitalistischen System treibe die Welt einem neuen Kriege zu, wenn sie nicht zum sozialistischen Wirtschafts- system übergehe. Die Vorschläge Loucheurs in seiner Berliner Rede bezeichnete Ossinfki als imaginär, wobei er unseren Genossen I o u H a u r oerhöhnte, der den Borschlägen Loucheurs eine demo- kratische Fassade geben wolle. Ossinfki verteidigt die Zölle als Ausglsichsmittel zwischen den Wirtschaften der verschiedenen Länder. Zum Schluß legte er ein« Reihe von Thesen vor. Annullierung aller Kriegsschulden, allgenieine Lohnerhöhung zur Hebung der Kaufkrasl, Wiederherstellung des Achlstundenlages und der vollen gewerlschastlichen Freiheit, Unterstützung der Arbeitslosen, Kamps gegen die Preissteigerung der'Kartelle, Abschaffung aller Arten von Protektoraten und Mandaten, Rückzug der Kolonial- truppen und Beendigung aller Feindseligkeiten gegen China, Ein- stellung jedes wirtschaftlichen und polstischen Boykotts gegen und Gewährung von Krediten an Sowjetrußland sowie vollständige Ab- rüstung. Die Rede Ossinskis wurde als eine stark pointierte Pro- pagandarede empfunden im Gegensatz zu derjenigen Sokolnikoffs, die den Eindruck einer sehr geschickten Annäherungsrede gemacht haste. L o u ch e u r faßte die allgemeine Aussprache zusammen und zog daraus gewisse Schlußfolgerungen für die Arbeit in den Kommissio- nen: Für die Beseitigung der Ein- und Alisfuhrbeschränkungen und Verbote sei auf den November eine Staatenkonferenz einberufen, die Schaffung einer europäischen Zollunion sei noch nicht möglich, sondern höchstens ein schrittweiser Abbau der Zölle, wozu die Konserenz die Vereinhestlichung der Warenverzeichnisse und eine größere Dauer der Handelsverträge und Zolltarife empfehlen könne. Für die Industrie empfiehlt Loucheur eine vermehrte Rationalisierung durch Abschluß von internationalen Kartellen. Dabei mühten jedoch die erforderlichen Kontrollmaßnahmen zlim Schutze der Arbeiterschaft und Konsumenten vorgesehen werden. Die Schaffung einer ständigen Zentralauskunftsstcllc gemäß dem Antrage der Arbeitervertreter möchte er unterstützen, jedoch über ihre Form dem Bölkerbundsrat die Entscheidung lassen. Zur Polemik Ossinskis erklärte Loucheur, er wolle die russische Delegation nicht zu bekehren versuchen, das beste je, für die Konferenz und für Rußland, daß die Russen g e- kommen sind und nun wolle er mit ihnen praktisch zu arbeiten oersuchen. K l a w i t t e r- Danzig umschrieb die besonders schwierige Lage der freien Stadl Danzig und sprach die Hoffnung aus, daß ihre Bedürfnisse als Schutz- befohlene des Völkerbundes auf der Wirtschoftskonserenz eine angemessen« Würdigung finden werden. B e l l a m>- Italien erklärte sich gegen gewisse Formen der internationalen Kartelle und gegen eine zu weitgehende Wirtschaft- liche Freiheit, sowie als Anhänger eines geschlossenen nationalen Wirtschaftssystems nach den neuen faschistischen Prinzipien. � Bei stark gelichtetem Saal sprachen noch ein Rumäne und der Sekretär einer„christlichen Gewerkschaftsinternationale" Terra- rent. Damit war die allgemeine Aussprache beendet, und am Montag beginnt die Arbeit der Kommissionen. Gewählt wurden zu Präsidenten der Kominissionen: Handelskommission C o l l i n> Holland, Industriekommission H o r a k- Tschechoslowakei, Landwirt- schaftskommissioii� F r a n g e sch- Südslawien. Bizepräsidenten sind: Loucheur, ü- i e m e n s- Deutschland, Frau Freundlich- Wien, ein Brasilinner, ein Engländer, ein Däne, ein Nordamerikaner, ein Italiener, ein Japaner, ein Pole und der Russe Ossinsti sowie Genosse O u d e g e e st als Vertreter der Arbeitergruppc. Jouhaux gegen cssinstU Nach der Nede Ossinskis hat Genosse Jouhaux auf Anfrage verschiedener Journalisten folgende Erklärung abgegeben: Er habe es vermieden, dem Russen in der Konferenz zu antworten, weil er nicht in voller Oefseiilüchteit den Eindruck machen wollte, daß die beiden Richtungen des Sozialismus in der Wirtschastskonferenz einen Kampf gegeneinander fühlen. Ferner habe er nicht öffentlich fest- stellen wollen, daß in den beiden Reden der russischen Delegierten, von denen die am Bormittag eine Annäherungsrede, die vom Nach- mittag eine Propagandarede war, Verzicht aus die wellrevolulion enthalten sei. Don den Punkten, welch« die Russen der Konferenz vorgelegt haben, stellte Jouhaux fest, daß sie sämtlich im Pro- gramm des Internationalen G e w e r k s ch a ft s- b u n d« s von 1919 in Bern bei der Wiederherstellung des Inter- nationalen Gewertschaftsbundes enthalten seien. Er, Jouhaux, sehe somit daoin ab, festzustellen, daß die russischen Genossen nach acht Iahren sich zu diesem Programm bekennen und damit zugeben, daß sie sich seit 1919 geirrt haben. die öesatzungsstärte. Ttrcsevlernn läßt mit Rücktritt drohen. Paris.?. Mol.(Eigener Drahkbericht.) Der. deutsche Geschäftsträger Dr. Rlekh hatte am Freitag mit Außenmiaisier V r i a n d eine neue Aussprache. Der Presse wurden über den Zweck dieses Vesnches Mitteilungen nicht gemacht, doch soll Dr. Rieth keinen Zweifek darüber gelassen hoben, daß eine Ablehnung der weiteren Herabsetzung der vesahungslruppenstärke in Deutschland eine Krise hervorrufen und insbesondere die Stellung des Außenminister» Strescmann gefährden könnte. Polen sankt tzergt. Für»eine Korridor-Aufrichtigkeit. Gcaudenz, 7. Mai.(TU.) Außenminister Z a l e s k i erklärte in einer Presseunterredung zur Rede Hergts, daß Polen um keinen Preis auch nur einen Fuß breit pommerellischen oder schlesischen Landes abstete, das seit ewigen Zellen polnisch sei, das die Uebermacht Polen entrissen und der Sieg des Rechtes und der Gerechtigkeit Polen wiedergegeben habe. Jeder Pole wisse, wie teuer Polen Pommerellen und Schlesien seien, daß sie es nicht weniger seien, als das übrige polnische Land, daß Polen ohne sie geradezu nicht bestehen könne, daß Polen untergehen würde, falls man ihm den freien Zugang zum Meere nehmen würde. Jeder Pole würde keinen Augenblick zögern, die größten Opfer auch de» eigenen Blutes zum Schutze diese? Länder zu bringen. Hergt habe durch seine Beuthencr Rede der polnische» Regierung «inen riesigen Dienst erwiesen, zumal er hierbei die auf- richtigen Eroberungs- und Rachegelüste enthüllt habe. Hergt habe i» best« Art den W e st e n über die tatsächlichen Ziel« de? deutschen Regierungspvllük überzeugt, deren friedlich« Tendenz Hergt unzweideutig in Zweifel stellte. Seine Aus- führungen schloß Zaleski mit den Worten: Aufrichtige, wahrheits- liebende Feinde sind des öfteren die besten Freunde. Einigung in Nicaragua. Friede« unter dem Protektorat Nordamerikas. Washington, 7. Mai.(WTB.) Das Staatsdepartement ver- öffentlicht einen Bericht der Vertreters des Präsidenten Coolidge in Nicaragua, S t i m s o n, der folgendes Abkommen enthält: Voll- ständige Entwaffnung auf beiden Sellen, sofortiger Frieden, der es ermöglicht, die Anpflanzungen für die neue Ernte im Juni vorzunehmen, allgemeine Amnestie für alle strafrechtlich Verfolg- ten in Nicaragua oder in der Verbannung, Rückgabe alles in Be- sitz genommenen oder beschlagnahmten Eigentums an die Ursprung- lichen Eigentümer, Teilnahme der Liberalen am Kabi- nett Diaz, Organisation der Polizei auf unparteiischer Grundlage unter dem Befehl nordamerikanischer Ofsiziere, amerikanische Ueberwachung der nächstjährigen Wahlen und Beibehaltung der gegenwärtigen amerikanischen Streitkräfte bis zur Organisation einer eigenen Polizei. Zusammenstoß am Görlitzer Sahnhof. Die Schutzpolizei schießt.— Mehrere verletzte. Gester« spät abends kam es am«ssstM.»/* Bahnhof zu Zusammenstößen zwischen Slahlhelmlculea und Pubtikum. Die Schutzpolizei griff ein und machte von der Schußwaffe Gebrauch, wobei mehrere Persoueu verletzt wurden. die Not der Gftprovinzen. Reise-Eindrücke. Von Albert Grzesinski, Preußischer Minister des Innern. � Durch die neue G r e n-z f ü h r u n g, die Folge des ver- lorenen Krieges und der Friedensverträge ist, wurde der Osten Preußens im besonderen Maße be- troffen. Oberschlesiens und Ostpreußens Not ist in der deutschen Oeffentlichkeit ein allgemein anerkannter Begriff geworden. Weitaus weniger bekannt aber ist, daß auch die Provinzen Niederfchlefien, Grenzmark(Posen- Westpreußen) und Brandenburg schwer durch die neue Grenzziehung in Mitleidenschaft gezogen sind. Ich habe aus meinen letzten Reisen in diese Provinzen die Nöte und Leiden der Grenzgebiete an Ort und Stelle kennengelernt und möchte durch meine Ausführungen erreichen, daß die deutsche Oeffentlichkeit die Not des gesamten Ostens als aus einer Ursache entsprungen betrachten und verstehen lernt. Wie der Westen Deutschlands schwere Lasten für die Allgemein- heit zu tragen hatte und noch tragen muh, so leiden auch die östlichen Gebiete unter Nöten, die nur mit tatkräftiger Unter- stützung des gesamten deutschen Volkes, von Reich und Staat abzustellen stnd. Die vorhandenen Mittel sind begrenzt, sie müssen verteilt werden nach Maßgabe der Gerechtigkeit und des Ausgleiches, wobei weder Westen noch Osten zugunsten des anderen benachteiligt werden dürfen. Hierfür zu sorgen ist v o r n e h m st e Pflicht der Zentral- behörden sowohl des Reiches wie des Staates. Hat die neue Grenze in Oberschlesien bevölkerte In- dustriegebiete willkürlich und sinnlos geteilt und zerschnitten, so läuft die neue Grenze in den Gebieten Niederschlesiens, der Grenzmark und den Grenzgebieten Brandenburgs Haupt- sächlich durch Gebiete, die landwirtschaftlich be- siedelt und mit kleinen Städten durchsetzt sind, i n d e n e n Handwerk und Gewerbe gediehen. In Nieder- schlesien sind die Grenzkreise Groß-Wartenberg, Namslau, Guhrau und Militsch von ihren früheren natürlichen Absatzgebieten abgeschnitten. Eisenbahnlinien und Chausseen sind durch die neue Grenze unterbrochen, ein Grenzverkehr durch Zölle und Paßschwierigkeiten fast völlig unterbunden. So liegt Handel und Gewerbe in den Grenzstädten Niederschlesiens völlig tot oder absterbend darnieder. Darüber ist die ganze Provinz Niederschlesien mit ihrem einst starken Handelsverkehr und blühender Land- Wirtschaft in ibren Grundfesten durch die Abschneidunq von den einstigen Absatzgebieten des damaligen deutschen Ostens stark erschüttert. Von den Verkehrsmiitelpunkten und Häfen um einige hundert Kilometer weiter als andere deutsche Industriegebiete entfernt, ist es der niederschlesischen Wirt- schaft durch die dadurch entstehende Mehrbelastung an Frachtkosten ungeheuer erschwert, als Ersatz für die verloren gegangenen östlichen Absatzgebiete neue Absatz- gebiete zu erlangen. Die politischen Grenzen sind von den Nachbarländern Polen und der Tschechoslowakei zu w i r t- schaftlich fast unüber steigbaren Mauern ge- macht worden. Diese Notlage der Wirtschaft bewirkt auch die jammervolle Entlohnung der schlesischen I n d u st r i e a r b e i t e r, die zu den niedrigstbezahlten Arbeitern Deutschlands zählen. Es gibt schlesische Städte, in denen Familien, deren Ernährer Arbeit und Lohn hat, Z u- schüsse aus Wohlfahrtsfonds gezahlt werden müssen, damit diese nicht ganz im Elend oersinken. Daß die Gemeinden dabei nicht in der Lage sind, für kulturelle Zwecke, für Jugend- und Gesundheitspflege Mittel bereitzustellen, liegt auf der Hand. � Wie Niederschlesien so ist auch die Provinz Grenz- mark Posen-Westpreußen durch die neue Grenzziehung in schwerste Bedrängnis geraten. Diese Provinz oereinigt die Reste der ehemaligen Provinzen Posen und Westpreuhen in sich. Sie hat f a"st alle Anstalten sanitären und Humanitären Charakters, Taubstummen-, Turn-, Blinden-, Erziehungsanstalten, Tuberkulose- und Krüppel- Heime, alle großen Krankenhäuser, alle Bauten der Wirt- schaftskammern, Universität, Technische Hochschule, Maschinen- bau-, Kunst- und Gewerbeschulen und dergl. mehr an Polen verloren. Ihre gesamten Verkehrswege sind fast ohne Ausnahme von der Grenze durchschnitten. Biel ist bereits im Wiederaufbau provinzieller Anstalten unter vorbildlicher Leitung der Provinzialverwaltung aus eigener Kraft geleistet worden. Wie es der Provinz im Großen, so Kraft geleistet worden. Wie es der Provinz im großen, so n o t infolge der Zerreißung des Verkehrsnetzes, das früher auf die Querverbindung von Westen nach Osten eingestellt war und nun auf die Üängsverbindungen von Norden nach Süden umzustellen ist, überall Mangel an fast allen kul- turellen Einrichtungen. Hinzu kommen eine außer- gewöhnliche Wohnungsnot infolge de» Zustromes von Flüchtlingen und Optanten, ferner Schäden, die aus der Vernachlässigung der Wasserwirtschaft und Wasserregulierung herrühren. Gleiches gilt eigentlich für den östlichen Teil der Provinz Brandenburg, die-- was viel zu wenig bekannt ist ümch Grenzland geworden ist. Der Kreis Friedeberg stößt mit über 30 Klm. im Südosten an die polnische Grenze. Auch hier hat der Verlust des Absatzgebietes einen verheerenden wirtschaftlichen Rückgang hervorgerufen. Durch die neue Grenze ist die Verbindung mit dem natürlichen Hinterlande unterbunden: dadurch sind einst blühende Gewerbe und Industrien zum Teil völlig stillgelegt, zum Teil aufs äußerste reduziert. Außerordentliche Arbeitslosigkeit ist die selbstverständliche Folge. So beschäftigte zum Beispiel in der Stadt Z ü l l i ch a u eine Färberei am 1. Juli 1914 232 Men- schert, am 1. Januar 1927 nur noch 651 Eine Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen in der alten Stadt S ch w i e b u s, in der über 750 Arbeiter beschäftigt waren» hat schon vor drei Jahren ihren Betrieb völlig stillegen müssen. Ebenso ist der blühende Handel und Wosserumschlagsverkchr, der sich um das Städtchen T f ch i ch e r z i g a. d O. gruppierte, durch die neue Grenzziehung, die das völlige Erliegen des Schiff- fahrtsverkehrs auf der Oder zur Folge hatte, gänzlich zum Stillstand gebracht. Auch hier finden wir wieder die Zer- schneidung der Verbindungsstraßen, auch hier ein drängendes Verkehrsproblem. Hinzu kommt nun die Verarniung und Gejährdung der Bewohner des Netze- und Warthebruchs infolge der Wasserschäden. Ich sah das meilenweit unter Wasser stehende Netzebruch mit seinen völlig abgeschnittenen Ge- Höften, ich sah das Warthebruch und wurde nur durch ein- zelne aus der weiten Wasserfläche ragende Häuser und Bäume daran erinnert, daß ich mich nicht am Meere, sondern in einer landwirtschaftlich genutzten Ebene befinde! Diese Naturereignisse machten sich, ebenso wie der den Waldbesitz aufs stärkste bedrohende Forleulenfraß, schon in der Vorkriegszeit fühlbar. Aber heute find die Wirkungen auf Bauernstand und Großgrundbesitz wesentlich schwerer, weil die Wider st andskraft erheblich geschwächt ist, und die Leistungsfähigkeit dieser Kreise sowieso schon aufs äußerste angespannt wird. Aus eigener Kraft können diese Grenzgebiete diese Notstände njcht bewältigen, auch hier müssen daher Reich und Staat helfend eingreifen. Schweigen im Lvalöe. j%:> Deutschnationale Wanzcntaktit. � Im Landtag hat am Freitag bei der Beratung des Justiz- etats Genosse K u t t n e r Mitteilungen über das deutschnationale Spitzclwesen und dessen korrumpierende Einflüsse aus die Staats- «nwaltfchaft gemacht. Seine durch zahlreiche Urkunden belegten Feststellungen erregten im Hause erhebliches Aussehen. Um so größer war die Verwunderung, als der nachfolgend» deulschnationale Redner, Herr Dr. Seelmann, aus die detaillier- ten Angaben nichts zu antworten wußte, als daß der von Genossen Kuttner als einer der deutschnationalen Mitbeteiligten genannte Abgeordnete Kenkel krank sei und daß deshalb die Deutsch- nationalen im Augenblick nicht antworten könnten. Am Sonnabend wurde nun die Justizdebatte fortgesetzt. Der volksparteiliche Abgeordnete Meyer- Herford äußerte sein Be- fremden darüber, daß die Dcutschnationalen sich dem gestrigen An- llrisf gegenüber noch immer in Schweigen hüllten. Nach ihm sprach der deutschnationale Abgeordnete L ü d e ck e. Seine einzige Ant- wort warl„Jherr Kenkel i st leider noch immer krank." Nun soll die Krankheit des Herrn Kenkel gor nicht bezweifelt «erden. Aber das von Genossen Kuttner vorgetragene Material befaßte sich durchaus nicht nur allein mit Kenkel. Es betras in erster Linie den deusschnationalen Reichstagsabgeordneten Leopold, den deutschnationalcn Hauptgeschäftsführer Dr. Weiß, den Oberregierungsrat Goebel, Herrn Bacmeister usw. usw. Alle diese verstecken sich jetzt hinter der Krankheit des Herrn Kenkel. Ossenbar brauchen die Herren sehr viel Zeit, bis ihnen angesichts des durchaus authentischen Aktenmaterials eine Ausrede einfällt. Im Preußischen Landtag herrschte allgemein der Eindruck, daß die Deutschnationalen nicht antworten, weil sie nicht antworten können. Der Zeinökomplex. Von Paul Gutmann. Bekanntlich hat noch Professor Siegmund Freud jeder einiger- maßen moderne Mensch seinen Knacks oder vornehmer seinen Komplex. Der«ine hat einen Mutterkomplex und kann daher nie- malz etwas Gescheites tun, weil ihn die Hilflosigkeit einxs Säuglings festhält. Ein anderer sst in sich so oerliebt, daß ihn die ganze übrige Menschheit gleichgültig läßt, er hat den sogenannten narzistischcn Komplex. So gibt es zahllose Komplexe, von denen einer der wich- tigsten mir noch nicht genügend von der Wissenschaft beachtet zu sein scheint: der Feindkomplex. Goethe nennt es das höchste Glück des Menschen, einen Freund am Busen zu halten und mit ihm zu genießen, was, von anderen nicht bedacht, an Ahnungen und Gefühlen in der eigenen Brust schlummert. Aber zu dieser erhabenen Freundschaft sind nur die- jenigen fähig, die wirtlich Gefühle haben, die etwas Mitteilenswertes in sich verschließen. Wo» soll derjenige tun, der weder Gefühle noch Ahnungen kennt, dessen Seele armselig ist wie der Hof einer groß- städtischen Mietkaserne oder wie die gute Stube einer Bürger- wohnung? Der außer Essen, Trinken und nochmals Trinken, ge- wohnheitsmäßiger Sinnlichkeit nichts kennt und der daher ein armer ! Teufel ist, auch wenn er einen Mercedes-Wagen besitzt? Er lang- weilt sich, schleppt sich mit dem Gefühl einer unerträglichen Leere, wird mißtrauisch gegen alle anderen Menschen, die glücklicher sind als er. beneidet sie, trägt im Unbewußten den Stachel seiner Minder- Wertigkeit. Da er nicht geben kann, haßt er diejenigen, die seelisch ihm überlegen sind. Was soll er tun, um vor sich selbst als ein ganzer Kerl dazustehen, der doch jeder sein möchte? Da er keinen Freund haben kann, sucht er sich einen Feind. Wer Knaben beobachtet hat, die im Augenblick, wo sie sich lang- weilen oder sonst mit sich nicht zufrieden sind, einen Streit vom Zaun brechen, andere Knaben oerprügeln, der wird über die Ent- stehung des Feindkomplexeg nicht im unklaren sein. Wie sie da- stehen, die Augen rollen, heldenhaft dem anderen die Schüller zeigen, Beschimpfungen von sich geben, deren Gemeinheit für sie eine Durch- brechung aller gewohnten Schranken ist, wie sie dem Tier ähnlich «erden, das dem anderen Furcht einjagen will! Si« fühlen sich, dies« Knirpse: denn st« haben jetzt, was sie brauchen,«inen Feind. Ihnen gleich sind die Erwachsenen, deren Minderwertigkeitsgefühl keinen Freund gestattet. Sie steigern ihre Dürftigkeit zur heroischen Größe, indem sie einen Feind sich konstruieren, dem sie zeigen können. was ein wirNicher Mann ist. Wer viele Versammlungen beobachtet hat, der kennt sie, diese Typen seelischer Armut. Hast du dieselbe Meinung wie sie und gibt es scheinbar zwischen euch keine Disse- renzen, so holen sie plötzlich vom Mond herunter irgendeine Sache, um ihren Feindstandpunkt zu wahren. Nicht auszudenken, daß sie mit dir am selben Strang ziehen könnten. Was in Lcrjanunlungen öekenntnis zur Nonarchie. Deutfchnationalc Entlarvung auf dem konservativen Parteitag. Die Deutschkonservative Partei hielt am Sonn- abend ihren diesjährigen Parteitag ab, der von dem Parteivorsitzen- den l). Graf Seidlitz-Sandrcczki erösfnet wurde. Als erster Redner sprach der deutschnationale Rcichstagsabgeordnete Dr. E v e r l i n g über die politische Lage und legte zum Schluß folgendes Glaubens- bekenntnis der Deutschkonfervatioen Partei ob:„Wir glauben an Gottes Gerechtigkeit, wir glauben an des Königs Wiederkehr und wir glau.ben an die Wiederauferstehung des Vaterlandes! Unseren Freunden aber im Lande rufen wir zu: Wachet auf, es nahel gen den Tag!" Sodann sprach Oberkonsistorialrat Scholz über die nationale Bedeutung der Schulsrage, und wandte sich gegen die mechanische Vereinheitlichung und die Konfessionalisierung des gesamten Schulwesens, weil sie Spaltungen statt Einheit brin- gen würde. Zum Schluß des Parteitages wurde eine Entschließung angenommen, in der sich der Parteitag u. a. zu einer Lösung der Staatssormfrage bekennt, die, wie es in der Entschließung heißt,„unsere angellammlen Fürsten in ihre von Gakkes und Recht» wegen ihnen nnverfährbar zustehenden Rechte wieder einseht", und zu einer Lösung der Reickslormfraae,„die gegenüber dem undeut- Ichen Unitarismus die felbständios Staatsperlönlichkeit der Bundes- staaten nach Bismarckschen Grundsätzen achtet." In der Entschließung wird ferner der heute in Berlin aufmarsibierte Stahlhelm und in ihm das Erwachen des nationalen Selbstbewußtseins begrüßt und zum Schluß der pokitische Glauben der Partei in das Bekennt- nis zusammengefaßt:..Wik Golk für König und Vaterland! Wik Göll für Kaiser und Reich!" �ergt dementiert* Er weiss nichts mehr von AufwertungSversPrechcn. Zu Begimt der gestrigen Sitzung des Nechlsausschusses, des Reichstags gab Reichsjusiizminsster Dr. Hergl«ine Erklärung zu dem an ihn gerichteten offenen Brief des Grafen Posadowsky über die Aufwertungsgesetzgebung ab, worin es eingangs heißt, daß der Führer der deutschnationalen Reichstagsfrattion vor den Dezemberwahlen 1924 erklärt hätte:«Sobald die Deusschnationalen an der Regierung sind, wird innerhalb 24Stunden«!n Aufwertungsgeletz vorgelegt, welches 19 9 Pro- zent Aufwertung bringt." Demgeaenüber wies der Reichs- justizminsster darauf hin, daß er schon früher im Ausschuß die ihm zugeschrieben» Behauptung als völlig unwahr bezeichnet und die ilnierstelluna in einer Red« in Stettin als Gemeinheit qekenn'.eich- net hätte. Er wäre In der Lage, nachzuweisen, wie diese Meldung gemacht worden wäre. In der Reichstaassitzung vom 28. Juni 1924, also lange vor den Dezemberwahlen, hätte der Abg. Hertz ihm als deusschnationalen Abgeordneten den guten Rat gegeben, baldigst einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, damit die Deusschnationalen, wenn sie einmal die Regierung übernehmen, Ihre Versprechung wahr- machen könnten. Daraus hätte er, Hergt. in einem Zwischenruf ge- antwortet:„Dann haben Sie ihn(den Gesetzentwurf! sofort am ersten Tage!" Es handelt sich also, so fügte der Minister hinzu, nur um eine Zwischenrufepisode, aus der man fetzt eine Programm- matische Erklärung in Zusammenhang mit den Wahlen machen will. Es wird dann die Lüge hinzugefügt, ich hätte eine hunderiprozen- tige Aufwertung verheißen. Das habe ich niemals und an keiner Stelle getan. So kennzeichnet sich die Behauptung in dem oifenen Brief als ein böswilliges Machwerk, und ich bedaure. daß ein Mann von dem Ansehen des Grafen Posadowsky solcher Machination zum Opfer qefallen ist. Roch dieser Erklärung des Minssters setzte der Ausschuß die Beratung des sozialdemokratischen Antrages fort, der die generelle Aufwertung der bei den Banken angelegten Spar- einsogen, der Einlagen mit mindestens sechsmonatiger Kündigungs- frist und der Einlagen bei den privaten Sparkassen verlangt. Abg. Dr. Leber(Soz.) betont« in dex Debatte, die Banken hätten im letzten Jahre so glänzende Geschäfte gemacht, daß sie zur Aufwertung lehr wohl in der Lage wären. Abg. Keil sSoz.) erklärte, bei der Bevölkerung, die über die Riesengewinne der Banken informiert ist, herrschte die größte Erbitterung darüber, daß gerade diese Institute von jeder Auf- wertungsverpflichtung beireit sind. Es müßte möglich sein, die ein- zelnen Banken nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit zur Aufwer» wng zu verpflichten. Der sozialdemokratische Antrag wurde darauf gegen die Antrag- vor sich geht, daß geschieht in größerem Maßstab in den Parteien. Manche Partei wäre tot, wenn ibr nicht eine andere den Gefallen täte, ihr Feind zu sein. Das Anrempeln ist nichts anderes als die Verlegenheit um einen Feind. Deshalb ist es ganz unnütz, Leuten, die diesen Knacks haben. Vernunft zu predigen. Das hieß« dem Morphinisten sein geliebtes Morphium entziehen. Sie bestehlen dich, nassauern Feindschaft bei dir, und wenn du sie deiner heißesten Liebe oersicherst, so brauchen st« Feindschaft, um leben zu können. Manches Völkchen auf diesem oder jenem Balkan hat doch einmal die ewige Hammelbraterei oder Jagd nach Weibern satt und sucht sich zu fühlen. Dazu braucht e» einen Feind, der ihm dos vergnügen bereitet, mit ihm zur Rauferei anzutreten. Mancher Diktator scheint aus der Geschäftsreise nach einem geeigneten Feind zu sein. Da e, nichts Ungewöhnliches ist, sich durch die Zeitung«inen Freund, sei es zum Fußballspielen oder zu sonst einem vergnügen, zu suchen, so würd« e« sich empfehlen, auf dem gleichen Wege sich einen Feind zu verschaffen. Bielleicht könnten sich Patienten des gleichen Leidens zusammentun, um in geeigneten Klubs der Feind- Ichaft zu pflegen. Der ein« nennt ein« Katze einen Hund; der andere verachtet ihn deswegen, beschimpft ihn oder haut ihm eins über den Schädel. Das andere Mal macht es der andere umgekehrt, und so können sie ihren Feindkomplex modern wissenschaftlich aneinander abreagieren, wie der technische Ausdruck lautet. Eine Methode, die Cou6 übertrumpfen würde und vielleicht der beste Weg zum Pazifismus wäre. Veüekinös im Schlllertheater. Kolportage ist dieses Stück. Aber es ist unsterbliche Kolportage der Wahrheit und Schlichtheit. Es ist die volkstümlichste Tragik, weil ein Fall des schlichten Alltags mit den allereinfachsten Mitteln zum Drama wird. Und man wundert sich darüber. Man war der Meinung, Wedel'ind könnte veralten, wie etwa die Produkte des bis zum Wahnsinn verstiegenen Strindberg. Wir dachten, wir würden lächeln über all das Grausige, das der armen Konferoa- toristen Fräulein Hühnerwadel aus der Schweiz begegnet. Diese Kolportage ist so kraß und wieder so beißend, daß sie die unerhörte Dichtung eines Genies ist. Und denkt man weiter, daß Wcdekind in dem unschuldigen Mann und nicht in dem schuldigen sich selber porträtiert, daß er den braven Moralisten als Sprecher seines guten und fühenden Herzens zum Zeugnis seiner eigenen Ehrlichkeit er- schafft, dann wächst noch mehr Respekt vor dem Nachruhm Wede- kinds. Wedekind wollte, was all die Kleinen und Jungen heute wollen, das Drama der Gesinnung, und au» seiner Gesinnung wurde«ine große Dichtung. Die Knirpse von 1927 betonen ihre Gesinnung, doch die Töne, die sie von sich geben, sind nicht immer schön. Aktuell ist dieses Drama auch, weil es die Unsinnigkeit des § 218 des Strafgesetzbuches zeigt, der da oerlangt, daß die Frau die unwillkommene Frucht ihres Leibes austrägt, wenn sie auch weiß, daß diese Geduld ihr Schande und Tod bringen wird. Dede- kind gegen Hergt, das(jroße Herz gegen dos Stahchelmherz. Der Regisseur Erich Engel oersuchte, mit diesem Stück sleller und die Kommunisten bei Stimmenthaltung des Abgeord* ncten Brodau!(Dem.) abgelehnt. Ohne wesentliche Debatte wurde dann auch der Rest des Bestschen Gegenentwurfs gegen den Antragsteller, die Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Die nächste Sitzung des Ausschusses wird am Mittwoch statt, finden._ Stresemann über die LVirtschastsloge. Annahme in der Kammer. Auf dem Riedersächsischen Wirtschafieag sagte Reichsmiiuster Dr. Stresemann, es sei mit Freude zu begrützen, daß eine gewisse Besse- rung der Wirtschaftslage festzustellen sei und auch in dem Rückgang der Arbeitslosenzifsern zum Ausdruck komme. Trotzdem müsse ent- schieden davor gewarnt werden, daß dieser Beginn einer Besserung, deren Weiterentwicklung gar nicht abzusehen ist, dazu verlclle, die produktiven Kräfte Deutschlands zu überschätzen. So angenehm es in den Ohren klänge, wenn man vom Ausland höre, daß die deutsche Industrie alles leisten könne, so wenig entspreche das den tatsäch- lichen Verhältnissen. Auch unsere Landwirtschaft sei in einer wenig glücklichen Lage. Es sei selbstverständlich, daß die Erhöhung ihrer Kauskrait eine große Bedeutung für die gesamte Wirtschaftsentwicklung habe. Was hier geschehen könne zur Durchführung eines großen Melio- rationsprogramms und zur Intensivierung der Landwirtschaft, was ferner geschehen könne zur Durchführung eines Sicdlungsprogramuis im Osten, seien die gegenwärtigen Ausgaben der Boltswirtschast, an der alle mitarbeiten sollten. Nach diesem Kompliment vor der Landwirtschaft führte Stresemann aber fort, daß unsere geographische Lage und die ganze Struktur unser Volkswirischaft jedoch nicht gestatte, uns von unseren weltwirtschaftlichen Beziehungen irgendwie zurückzuziehen. Unsere Exportsituation ist an sich durch den Mangel an Kapitalkrast er- schwert. Internationale Wirtschastsvcrftändigungen sind vielfach notwendig, um gegen wirtschaftlich stärkere Erdteile sich zu behaupten. Unsere Handelsvertragspolitit muß auf der Politik des Gebens und Rehme ns aufgebaut sein. Wer unseren Lebensnotwendigkeiten Rechnung trägt, dem dürfen wir auch unseren Markt nicht ver- sperren. Wenn neuerding« auf Bestrebungen anderer Länder hingewiesen wird, die nationale Produktion unter allen Umständen zu bevor- zugen, so kann«ine solche Entwicklung jedenfalls nicht Akt der Gesetz- gebung, sondern nur der Selbsterziehung eines Landes sein. Unser früheres Auslandsvermögen steht uns n i ch t. m e h r zur Verfügung, um au» seinen Erträgnsslen eine etwaige Dijserenz zwischen Ein- und Ausfuhr zu decken. Rur stärkste Einschränkung unnötiger Aus- gaben und die Erkenntnis dessen, daß wir die Finanzpolitik eines Volke« treiben müssen, da» den Krieg verloren hat, und auf der anderen Seite der Wille zur Intenssoierung aller Produktions- Möglichkeiten und der Kampf um die Erhaltung unserer weltwirtschaftlichen Beziehungen, können die schweren Probleme lösen, die uns bevorstehen. Kampf um den pächterscbutz in Selgien. Annahme in der Kammer bei Stimmenthaltung der Katholiken. Die belgische Kammer verabschiedete den Gesetzentwurf über den Pächterschutz, dessen wesentliche Bestimmung eine gesetzlich« Garantie der bestehenden Pachtverträge für die Dauer von neun Iahren sst. Der Gesetzentwurf wurde mit 77 Stimmen gegen 7 bei 62 Enthaltungen angenommen. Die Sozialisten stimmte-., geschlossen dafür, während die K a t h o l i t e n, die nur eine drei- jährige Pachtsicherheit gewähren wollten, sich geschlossen dec Stimme enthielten. Da die Katholiken, insbesondere bis Ehristlichdemokraten, sich gewöhnlich als besondere Freunde der� kleinen Pächter gebärden, dürfte die Abstimmung einen starken Ein- druck aus die Landbevölkerung machen. Der Gesetzentwurs muß noch im Senat behandelt werden, wo sein Schicksal recht Zweifel- Haft ist. Kinohumbug zu treiben. Plakatmäßig wurde das Konservatorium sinniert, in dem die Tragödie sich zusammenspann. Zum Glück geht der Regisseur in sich und läßt den seurig wirksamen Naturalis- mus des Trauerspiels wirken. Maria Koppenhöfer, das Opfer, das der vertrockneten Moral gebracht wird, besitzt die Svrö- digkeit und Hysterie, die die Frau de? Stückes braucht. Ihre Leistung ist vorzüglich, doch es ist nur Leistung, es ist nicht das schwebende Leben, da? in der Künstlerin zittert. Aribert Wäscher übertönt die Lächerlichkeit des Musikaecken, der all dieses Unglück herausbeschwört. Er macht aus dem Stück wirklich nur Kinokolpor- tage. Die Zwischentöne tindet er nicht. Dagegen bemüht sich Paul B i l d t mit einer nach innen gekehrten Verbissenheit, das verlorene Wesen jene» Schriftstellers zu charakterisieren, der das Leben neu- gierig in sich aufnimmt. Bildt versucht, die louernde Naivität We- dekinds, die bis zur sezierenden Kaltblütigkeit gesteigert werden konnte, in Ton und Geste zu treffen. Max Hochdorf. Die Italienische Slagione in der Slädlischen Oper. Wir lassen es uns gewiß nicht in den Sinn komm:n, iialienische Sänger lehren zu wollen, was Opera bufsa, was Rossini und„Der Barbier nm, Sevilla" ist. Aber wir sagen uns in der Ausführung durch diese Stagione immer wieder, daß wir Geschmack, Erfahrung, Erinne- rung zu Hause lassen müssen, um mit einer herrlich funktionierenden Claque Hand in Hand gehen zu können. Diese Lustigkeit, die sich an den Aeußerlichkeiten menschlicher Typen und an einem künstlich erhitzten Tempo zur Possenaimosphäre hochschwingt, ist nicht die unsrtge. Vielleicht hat man in Deutschland mehr Respekt, vielleicht überflüssigen Respekt vor der lachenden Größe des italienischen Meisterwerks als im Heimatland Rossinis. Vielleicht ist aber das, was die Italiener uns geben, das Echte. Rechte und Originale, und unser« Ansprüche an schauspielerische Ehrlichkeit sind in der Ko- mischen Oper von Uebel. Ernsthaft: die Haupteigenschaften des Fi- garo sind Gelenkigkeit, Grazie. Natürlichkeit, überlegene Frechheit und Mutterwitz. F r e g o s i hat von alledem nur das, was Stu- dium bringen kann, aber er hat es nicht von der Wiege an. Dabei singt er grob und ist in seinem Spiel sehr aus Galerie eingestellt. M a n u r i t t a hat eine symoathische, helle, weiche, aber auch zwirnsdünne Tenorstimme, er spielt(vielleicht infolge einer Indis- Position) unruhig und nervös. Die bildschöne Josephine L u c c h« s e ist schnippisch und lieb, in ihrer Gliederbeweglichkeit leicht gehemmt. Ihre Koloraturen sitzen, wenn auch auf schwindlig spitziger Höhe nicht immer ganz sauber. A u t o r i in der Maske eines galizischen Schnorrers, machte aus der Derleumdungsarie des Dasilio ein Kabinettstück, und der Lartelo von Antonio G e l i zeigte außer den üblichen Manieren eines Tapergreiscs so etwas wie Herz und Gemüt, das die Rolle erst verständlich macht. Egisto Tango, der uns von der Komischen Oper her in Erinnerung ist, dirigierte. Merkwürdig, wie langsam und gedehnt er die Schönheiten der Partllur vor uns ausbreitete. Hier konnten die deusschen Kapell- meifter lernen, die glauben, mit Armwersen, Hitze und Schweiß italienisches Brio erzeugen zu können. 1�. 5. vi« SleNrizilältausstelluvg Mannheim 1929, die neben den erforderlichen proviiorischen Lauten drei Dauergebäudc mit einem Auslvculd von 7(1?l>G4c>>n viel. Farben— 1 UZnUteund Formen, q Q/tz mit Band garniert. 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Und das„Wocheneriddors" 'st sicher zum Clou der Ausstellung geworden, an den großen Be- suchstagen schieben sich die Menschen in dichten„Schlangen' durch die engen Räume, und immer wieder hört man Gesprächsfetzen, Zahlen und Vergleiche, die beweisen, wie die Idee des Häuschen» im eigenen Garten die Besucher beschäftigt. Aber dann, wenn alle Möglichkeiten durchdacht und abgewandelt sind, dann scheiden die meisten doch mit wehmütigem Abschiedsblick von dem blanken Wochenenddorf, und der bekümmerte Ausspruch des einen Besuchers: „Eijentlich sollte hier über der janzen Kolonie eene Inschrift sind: Die meisten können's nicht'.' Die preise! Man soll eines nicht vergessen: Die„Wochenendhäuser' hier sollen ja kein Ersatz für die Stadtwohnung sein, sie sollen nur neben der Stadtwohnung das Wochenendquartier darstellen. Sie sind nicht als Dauerwohnungen gedacht, und so läuft die Aus- gäbe für das.Läuschen im Garten' noch neben der gewöhnlichen Wohnungsmiete. Nun sind die meisten Firmen frellich in der Zah- lunysweise„entgegenkommend", denn sie sind schon zu der Erkennt- nis bereit, daß heut die wenigsten Leute einige tausend Mark glatt auf den Tisch des Hauses legen können, und man kann also sein Wochenendhäuschen auch„auf Teilstrecke' beziehen. Doch selbst diese Belastung wird für die meisten Arbeitnehmer zu schwer sein. Ganz zu schtveigsn von den„Wochenendpalästen', die 3000 bis 7000 Mark kosten, auch die kleinen, auf ganz einfache Bedürfnisse zugeschnittenen Häuschen sind für die Mehrzahl wohl unerschwinglich. Im allge- meinen wird ein viertel Anzahlung verlangt, der Rest ist dann, mit einer Verzinsung von etwa S?L Proz. in längstens Z4 Monatsraten zu tilgen. So ist eines der hübschesten kleinen Modelle, die Mischer- Hütte'(Std. 13), für 1725 Mark zu erwerben— wirklich preiswert für den schmucken Bau mit großer Veranda. Die Anzahlung ist auch verhältnismäßig gering, 350 Mark, aber die 24 Monatsraten betragen inklusive Zinsen und Spesen je 67 Mark! Unerschwinglich für die Mehrzahl der Bewunderer--- Das im Vergleich zu dem überbauten Raum(von den„Miniaturen" wird noch zu reden sein) billigste Wochenendhaus ist das der fUeingiirli,«verein«. Es kostet nur 1000 Mark— und selbst hier beträgt, bei einer Anzahlung von 250 Mark, die einzelne„Teilstrecke" 35 Mark, und neben der Wohnungsmiete sind selbst diese 35 Mark schwer genug zu er- schwingen--- Das sind, wie gesogt, die Neinsten brauch- baren Typen. Die anderen sind nicht unter etwa 3000 Mark zu haben, und sind somtt für fast alle ihre Bewunderer„Schlösser, die im Monde liegen'. Allerlei Häufer. Die Hauptkontingent der Häuser zerfällt in zwei große Gruppen: Holzhäuser und vetonhäuser. und jede Gruppe presst die Vorzüge ihres Systems. Sie sind ein- und doppelwandig ausgeführt, oft auch mit Isotherm, Torf, Tekton oder einer anderen Isolierung ver- sehen, um die Nachteile der geringen Wandstärke gegenüber dem Ziegelbau möglichst auszugleichen. Nur die billigsten Modelle sind einwandig ausgeführt.— Neben diesen„Normalbauten" aber stehen Bauweisen, die wir hier noch nicht gewohnt sind— z. B. das Haus aus— Pappe, das die„Kapag" auf Stand 41 ausstellt. Das Bau- Material ist die sogenannte„Baudoppelwelle', eine wasserfest und möglichst feuersicher imprägnierte Pappe, die nach einem besonderen Verfahren m der Längs- und in der Diagonalrichtung gewellt ist. Die„Baudoppelwelle'platten werden einfach auf die Latten des Holzfachwerks genagelt, sie können sogar verputzt werden, und dann sieht niemand dem Hause mehr seinen eigenartigen Baustoff an. In Oesterreich ist die„Baudoppelwelle' schon seit zehn Iahren in Gebrauch, jetzt ist auch bei Weimar schon eine kleine Kolonie dieser „Papphäuser' entstanden, wohlgemerkt: Dauerwohnungen, Ein- famllienhäuser, die sich allen düsteren Prophezeiungen der Nach- barschost zum Trotz gegen Feuer wie gegen Wasser famos gehalten haben. Dabei ist das„Papphaus' recht billig, denn auch das Wochenendhäuschen, das 40 Quadratmeter überbaute Fläche hat, kostet 2000 Mark und ist so wohl das billigste in seiner Größe.— Von der Pappe zum Stahl! Das Stahlhaus, das auf Stand 21 des„Wochenendhauses' aufgestellt ist, ist nun freilich erheblich teurer in der Anschafsung. 2900 Mark kostet das Haus, das 37 Quadrat- meter überbauter Grundfläche bedeckt, freilich wirkt es auch schon auf den, der die Einzelheiten des Materials nicht kennt, viel„solider", denn es hat Doppelfenster, und man fühlt sich in ihm einigermaßen „zugsicher'. Es ist auch mehr als Kleinwohnhaus wie als Wochen- endhaus gedacht, frellich muß dann die innere Raumgestaltung noch einmal gründlich„überholt' werden, und da zwar Wände, aber keine Jnnentüren in dem Wochenendhaus vorgesehen sind, und man doch schließlich bei einem Dauerwohnhaus nicht immer mit offenen Tür- Nischen hausen will, kommen für Türen, Ofen, Maschine dann noch einige hundert Mark dazu. Das Haus ist eigentlich auch ein„Fach- werkbau', denn die 3 Millimeter starken Stahlplatten der Außen- wände werden auf eine Eisenkonstruktion montiert, ober nicht ausgenietet oder angeschraubt, sondern sie werden, damit sie sich den Temperaturschwankungen anpassen können, durch eine besondere Konstruktion angeklemmt. Hinter der Stahlwand liegt eine Luft- schicht zur Isolierung, dann Tektondielen, und zuletzt werden die Innenwände verputzt. Die Außenwände sind mit Rostschutzfarbe und dann noch mit doppeltein Oelanstrich versehen.— In England und Amerika ist diese Bauweise schon weit länger in Gebrauch, und sie soll sich dort durchaus bewährt haben, auch m Deutschland besteht in Beucha bei Leipzig jetzt schon eine Stahlhauskolonie, deren Häuser von den Siedlern aus Grund der guten Bewährung des von dem Vorsitzenden der Kolonie bewohnten Stahlhauses bestellt wurden. Der Preis dieser Siedlungshäuser ist mit 12 500 Mark ungefähr 3500 Mark billiger als der eines gleichartigen Steinhauses, natürlich find die Formen aber durchaus typisiert, und nur in der Innen- einteilung der Räume ist dem persönlichen Geschmack Spielraum gelassen.— Dann ist da noch ein Wochenendhaus, das eigentlich aber gar kein„Haus' ist, das ist das Hausboot, das auf einem kleineu Bassin verankert ist, ein„Haus", das nicht einmal gepachteten Gniaü und Boden braucht,.. Freilich ist das Boot selbst, das bedeutend weniger Rauni bietet als die beide» vorher geschilderten Hänser. auch keineswegs billig, denn es kostet 2850 Mark! Dafür hat es nur einen allseitig umbauten Wohnraum von 5,05 X 2,30 Meter, es ist also eines der kleinsten.Läufer" der Wochenendkolonie. Dazu kommt die außerordentlich geringe lichte Höhe der Räume, die nur 1,90 Meter beträgt— und dabei sieht der Prospekt eine Velegschost von 6 Bewohnern vor!— Der„Palast" unter den Wochenendhäusern ist zweifellos das„haus Andreas", das die bayerische„Haus- und Hallenbaugesellschast" auf Stand 26 zeigt. Es hat 10,75 X 6,55 Meter Ausmaß und ist ein schöner solider Holzbau, aber-- aber-- es kostet auch„nur" 7000 Mark, versteht sich ohne Möbel usw. Daneben wirken alle anderen Holzbauten fast billig, auch der preis- gekrönte„Kleine Ehristoph". ein vollkommen zerlegbares solides Holzhaus, das aber immerhin auch schon etwa 3000 Mark kostet!— Gif. Das Weib, das den Mord beging. Zhf Roman von Fritz Reck-ZNalleczewen. Und zu gar nichts nützt dem Staatsanwalt Alexander Bruckner der Hinweis auf die Tatsache, daß sein Bruder Robby in eine eigentlich nicht standesgemäße Familie gehei- ratet, daß es sich somit, in den Jargon des Korps Neo-Borussia übersetzt, um„ein kleines Mädel" gehandelt habe... zu nichts nützt es ihm, zu gar nichts! Alles prallt ab an der Fest- stellung des alten Herrn, daß der Staatsanwalt Alexander Bruckner selbst ein Teil des Staates sei, daß auf ihm ein Teil der Autorität dieses Staates beruhe. Daß er, der alte Herr sich Mühe geben wolle, dieses Mal die Angelegenheit wieder einzurenken, daß es aber fern von Madrid, nämlich in Lyck in Ostpreußen unter dem vierundfünfzigsten Grad nördlicher Breite das größte Landgericht des Staates gäbe, wo der Herr Staatsanwalt den Bersuchungen der Großstadt nicht in dem gleichen unerwünschten Maße ausgesetzt sein werde... Da endet mit dem Dergrollen des Wintergewitters draußen auch diese Unterredung, und da verläßt denn der Schwager Lex als gebrochener Mann das Zimmer seines Vorgesetzten. Unaufhaltsam aber drehen fich in dieser Nacht neben den gut geölten der preußischen Rechtspflege die Räder der Ber- liner Rotationspressen. Weswegen die klein« Sif, die bei ihrem Verschwinden eine Angelegenheit von sieben Zeilen ge» welen war. nun zu einem dreispaltigen Artikel angewachsen ist, weswegen die illustrierten Blätter in der letzten Nacht bei der alten Aufwartefrau am Schlesischen Bahnhof sich ihr Bild besorgt haben: ja, sie werden gleich zu nennen sein, die Gründe für die Eintagsberühmtheit der Damen Sif Bruckner und Wilhelmine Grandjean. In dieser Nacht jedenfalls, in der die kleine Sif seltsam friedlich schläft, hat bei dem„kleinen Wütenden" ununter- krochen das Telephon geläutet: Daily Mail, Corriere della Sera, Wiener Journal... von den Korrespondenten der Wellblätter angefangen bis zu jenem des Reichsboten, dessen Lektüre bekanntlich Sündenvergebung und ungehinderten Eintritt ins Paradies gewährleistet: alle erbitten sie eine Unterredung mit dem Untersuchungsrichter über den Fall Bruckner. Und wenn man hineinschauen könnte in die Tele- phonkabinen des Exzelsiorhotels: man würde einen alten guten Äekannten dort finden, der noch um ein Uhr nachts Ort und Stunde der heutigen Vernehmung zu erfahren sucht... Und während an diesem kalten blau-goldenen Februar- morgen Automobil auf Automobil vorfährt vor der Fassade des Moabiter Kriminalgerichts und Herren mit und ohne Bügelfalte und sitzungsfreie Reichstagsabgeordnete mit und ohne Tantiemenprozent« und berühmte Verteidiger mit allen Namen der großen und kleinen Propheten, da findet in dem sorgfältig abgesperrten Zimmer des„kleinen Wütenden" un- mittelbar vor der Fortsetzung des Verhörs eine sehr ernsthafte und für das Schicksal der Gefangenen außerordentlich bedeu- tungsvolle Unterredung statt. Die aber, die sich eingefunden haben zu dieser Unter- redung, sind die gleichen Perfonen, mit denen sie begonnen hat. diese in der Strafrechtpflege nun ziemlich bekannte Ge- schichte der kleinen Sif: der Onkel Ministerialrat ist da, und wenn er auch heute keinen Hausorden„zum Halse heraus" trägt, so weiß der„kleine Wütende" doch durchaus, was er einem Zeugen dieser Stellung schuldig ist, und läßt ihm den sonst für prominente Sachverständige bestimmten Lutherstuhl hereintragen. Dann steht da noch der gestern vom Blitz ge- streifte und heute ein wenig blasse Schwager Lex, dann ist endlich als unwesentliches Anhängsel des Familienchefs sämt- licher Bruckners Robby erschienen. Und während in der Zelle Nr. 376 die kleine Sif von der Wärterin angefahren wird, weil sie ihre Bettdecke nicht richtig gefaltet hat, während sie mit Wasser ihr Haar zurechtstreicht und im Spiegel eine verhärmte... ach, eine um so viele Jahre gealterte Sif erblickt: da schlägt der„kleine Wütende" mit der flachen Hand auf das gestern aufgenommene Protokoll und erklärt, daß er hier einfach vor einem Rätsel stünde, und daß er zwecks Rätsellöiung die Herren als nahe Verwandte noch einmal zu dieser Besprechung habe bitten- lassen, die er als gewissermaßen außeramtlich« Ergänzung ihrer schon fixierten Zeugenaussagen aufzufassen ersuche... Und wenn es auch nicht meine Mission sein kann, jetzt schon das den„kleinen Wütenden" beschäftigende Rätsel zu lösen, so erklären doch, während Robby hoffnungslos in den Wintertag hinausstarrt, die übrigen Bruckners, daß eine Scheidungsklage längst«ingereicht sei: daß sie also die In- sinuation einer Verwandtschaft mit der kleinen Sif eigentlich zurückweisen müßten, daß sie aber im Sinne ihrer früheren Aussagen nochmals die, wohl auf hysterischer Basis zu suchende Fabuliersucht der kleinen Sif erwähnen müßten. Daß sie außerdem als kleines Kind vom Mädchen einmal fallen ge- lassen worden sei, und daß sie als Braut einmal nachweislich zehn Mohrenköpfe nacheinander verzehrt und in der Pots- damer Straße einmal einen Polizeileutnant mit„Schutz- mann" angeredet habe... Da knurrt der„kleine Wütende", daß diese Fabüliersucht dem Staate durch die Kosten des Rücktransports von Buenos Aires soundso viel hunderttausende Papiermart getostet habe, zum Donnerwetter ja... Und dann bittet er die Herren, zunächst abzutreten, und ordnet an, daß die sonstigen, heute noch einmal geladenen Zeugen im Nebenzimmer bereitzu- halten seien. Und während draußen vor der Tür der Gang voll ist von Neugierigen und Journalisten und dienstfreien Referendaren, und während an Zelle 376 die telephonische Weisung ergeht, daß die Untersuchungsgefangene Bruckner vorzuführen sei, da sind es drei in dieser Sache schon vor Wochen vernommene Personen, die der Gerichtsdiener Palleske II unter dem Auf- gebot einer für diesen Ort ungewöhnlichen Geheimniskrämerei in das Nebenzimmer des Untersuchungsrichters eintreten läßt: wenn man von dem Gerichtsarzt Dr. Vonneilich absieht, so muß angesichts der zweiten Persönlichkeit an jene auf die Er- mordung der Witwe Grandjean folgende Nacht erinnert werden, in welcher Nacht die kleine Sif an den Tatort zurück- geschlichen ist und im Treppenhause sich in den Schatten ge- duckt hat vor einem Manne, der sie beinahe gestreift hat in ihrem Verstecke. Und wenn auch die Wichtigkeit dieses zweiten Zeugen, des damals mit der Erhebung des allerersten Tat- bestandes betraut gewesenen Kriminalkommissars Kerschlach nicht zu unterschätzen ist, so darf noch weniger unterschätzt werden die Wichtigkeit der dritten Person, die, gestützt auf irgendein ältliches Weiblein in Kapotthut, ins Nebenzimmer geleitet wird und von Schals und Schleiern verhüllt ist wie das Schicksal. Und vielleicht auch ein Stück Schicksal darstellt in dieser Stunde... Es ist eine merkwürdige und eigentlich erfreuliche Der- fassung, in der um die gleiche Minute die Untersuchungsge- fangene Bruckner aus ihrer Zelle über den von Neugierigen vollgestopften Gang ihrem Richter zugeführt wird. Zum ersten Male seit Monaten... ja, zum ersten Mole seit jenem Tage, an dem sie Hündchen Binky tötete, hat sie friedlich und tief geschlafen, und wenn sie in aller Frühe dieses bitterkalten Tages erwacht ist, so geschieht das doch in einem Frieden, der ihr unbekannt ist feit so langer, langer Zeit. Daliegend und ein wenig klappernd vor Frost in der Stille ihres Gefängnisses sieht sie an diesem Morgen ihr Leben mit einer fast graphisch darstellbaren Klarheit vor sich: hier ist ein großes tiefes Loch im Leben, das ist die Schuld. Hier aber ist dafür ein großer, großer Berg, das ist die Strafe und das Leiden. Berg wälzt sich über den Abgrund, füllt ihn aus. Da ist alles gut. Und wenn man noch ein gutes Wort hört aus Klein-Robbys Munde, dann wird die Strafe nicht gar so schlimm, dann wird alles, alles erträglich sein. Und darauf allein kommt es jetzt an, daß man wahrhaft ist und sauber und einen großen Berg von Buße sich aufbaut... ja, sieh, kleine Sif, alles wird noch gut werden... (Fortsetzung folgt.) Erschwinglich und zureichend. Recht bescheiden sieht das Haus, das die �SleiagSrtnervereiae� ausstellen, allerdings aus. Nicht so sehr in seinen äußeren Aus» maßen, als m seiner„Aufmachung". Es zeigt immer noch die rohen Bretterwände, und es besticht durchaus nicht„aus den ersten Blick". Aber es bietet etwa 20 Quadratmeter umbauter Fläche, und es ist vernünftigerweise nicht in schachtelähnliche Jnnenräume ausgeteilt: denn seine Hersteller haben vor allem an die Bedürfnisse„kleiner Leute gedacht, auch daran, daß so ein Haus von einer schon ohnehin geplagten Hausfrau gereinigt werden muß. Und es ist sehr ver- irünslig, daß sie lieber aus die Lüftungsmöglichtest und Sauberkeit Rücksicht nehmen, als daß sie Schlafräume bauten, wie sie einige der teuren„Wocheuendpaläste" aufweisen: z. B. ist im„Haus Andreas" ein für vier Personen berechneter Schlajraum, dessen Grundriß 2,30x2,70 Meter hat— die Höhe ist wenig über 2 Meter und lüften läßt er sich nur durch ein sehr schmales Fenster zwischen den Betten... Das ist ein Beispiel für oielel— Das Kleingärtner- Häuschen hat außer dem Hauptraum nur eine von außen zugängliche Gerätekammer und das gleichfalls von außen zugängliche Klosett. Innen ist noch ein eingebauter Kleiderschrank. Das beste ist dos beste an dem ganzen Haus: es ist sowohl zerlegbar wie erweiterungsfähig. Das Baumaterial sind JJlalten au» schwedischem Tannenholz, die man zu beliebigen Haussormen zusammensetzen kaun, auch kann das Haus für 400 Mark mehr doppelwandig ge» liefert werden, so daß es eigentlich das Ideal einer Wohnlaube dar- stellt für Menschen, die vorläufig auf Pachtland bauen und damit rechnen müssen, einmal ihr ganzes Haus auf den Möbelwagen zu laden... Andererseits aber läßt sich die erste„Wechenend- wohnung" leicht zu einer Wohnlaube ausbauen, und auch ein grö- ßeres Holzhaus bleibt bei diesem System der„izolzrahmenwände" zerlegbar. Hersteller ist die„Wsttenauer Holzbearbeitungsgesell- schaft": das Haus kamt, wie gesagt, auch„auf Teilstrecke" erworben werden und ist das billigste wirklich bewohnbare Hau» der Aus- stellung. Unter den Hunderten von Modellen für ein Wochenendhaus ist von dem Tischlermeister S ch I l d b a ch ein Hau» ausgestellt war- den, das verdient, besonders erwähnt zu werden. Schildbach hat eine bekannte Konstruktion auch für das Kleinhaus nutzbar gemocht, die eine neue Fenster- und Wandkonsiruktion zeigt. Das Fenster ist nicht mehr nach innen durch zwei Fensterflügel zu öffnen. Sch. hat das Fenster wie eine Rolljalousie konstruiert. In kleinen Rahmen, die mit Scharnieren verbunden sind, liegen die Scheiben eingekittet. Ueber eine Welle wird da» Fenster in einem über dem Fenster liegenden Kasten hochgezogen. Außer der Platzersparnis, der besseren Ausnußung und der Möglichkeit einer Derbilligung der Herstellungskosten einer Wohnung ist durch diese Erfindung der Vor» teil gegeben, ganze Teile des Hauses in eine Veranda umzubauen. Auch ganze Wände hat der Hersteller al» Nollwände gebaut. Die Wände lassen sich in Kasten, die an die Seitenwänd« angebaut sind, einrollen, so daß mehrere Räume zu einem oereint werden können. Ein Vorteil, der besonders bei den Mietern Neinerer Wohnungen lehr begrüßt werden würde. Der Erfinder hat die Konstruktion dem Patentamt angemeldet. Hält die neue Konstruktion, was das Modell zeigt, auch in der Praxis, so kann sie für den gesamten Hausbau von einschneidender Bedeutung sein. » Und so verlieren all die„Schlösser, die im Monde liegen", schließlich ihren Glanz neben der einen wirklich praktischen Lösung, die nicht„den berechtigten Komfortansprüchen des Großstädters", sondern den bescheidenen Wünschen und noch bescheideneren Mitteln des arbeitende:, Menschen gerecht wird. Frellich, für nur gar zu viele wird auch dieses bescheidenste Häuschen unerschwinglich sein. Ist Domela auch MZdder! DaS Geheimnis des Todes des Page« Schnäpel. Der Tod des Cafehauspagen Gerhard Schnöpel ist immer noch nicht aufgeklärt. Wie bei allen nachgewiesenen oder oermuteten Kapitalverbrechen, so verfolgen die Kriminalbehörden auch in diesem Falle jede auch nur angedeutete Spur. Unter den vielen Spuren, denen nachgegangen worden ist, führte eine, wie gestern mitgeteilt. auch auf den falschen Prinzen Domela, der jetzt in Köln in der Untersuchungshaft seiner Aburteilung entgegensieht. Der 16jährige Page Gerhard Schnäpel wollte am 1. Oktober 1925 nach mehrtägiger Krankheit seinen D i e n st im C a f ö „Vaterland" wieder antreten. Nachdem«r sich nachmittags um 2% Uhr gemeldet hatte, ging er wieder weg mit dem Bemerken, daß er noch eine Kleinigkeit besorgen wolle, kehrte aber nicht wieder zurück. Ein Zeuge, der sich später meldete, will ihn in der Nacht um 1% Uhr an der Ecke der Albrecht- und Marien- straße noch gesehen haben. Dort soll er zu einem Begleiter ge- äußert haben:„3ch will nicht mehr, ich habe keine Lust mehr!" Eine weitere Spur wurde nicht gefunden. Erst Ende Oktober fand ein Fischer in der Nähe von Geltow ihn als Leiche im Röhricht nicht weit vom Ufer im Wasser liegen. Die Obduktion stellte einige Verletzungen am Kopf fest, die nach dem Gutachten der Aerzte von Ttersraß herrührten. Eine Verletzung am Rücken und Zerreißen der Kleider ist durch einen Bootshaken hervorgerufen worden. Spuren von Erwürgen oder eines anderen gewaltsamen Todes wurden nicht entdeckt. Die Ermittlungen richteten sich nun vor allen Dingen auch darauf, mit wem der Page,«in gut ge- wachsener hübscher Junge, in dem Cafe wohl bekanntgeworden sein könnte. Viele Nachfragen nach dieser Richtung ergaben, daß er u. a. auch von einem Baron von Korff gesprochen und ge- äußert hatte, daß er mit diesem einmal einen Ausslug gemacht habe. Dieser Baron von Korff sollte in der Nähe des Cafös wohnen. Er- mittlungen dort blieben jedoch erfolglos. Nun ist der Hochstapler Domela, der sich zeitweilig für einen Hohenzollernprinzen ausgab, auch unter dem Namen„von Korff" aufgetreten. So besteht nun die Möglichkeit, daß Domela auch jener Baron von Korff gewesen sein kann, von dem der Page gesprochen hatte. Daraus ergäbe sich weiter die Möglichkeit, daß Domela an dem Tode des Pagen schuld sein könnte. Alle diese Ermittlungen sind aber noch in der Schwebe. Domela ist auch in Berlin gewesen, aber es bedarf noch der Feststellung, ob da» gerade in der Zeit gewesen ist, als der Page verschwand und seinen Tod fand. Alles das wird sich erst weiter klären lassen, wenn Domela nach seiner Aburteilung in Köln nach Berlin gebracht werden kann. Vorläufig ist auch diese Spur noch vollständig un- Selbstverwaltung oöer nicht? Das Oberprästdium möchte diktieren. Seit Monaten geht in Berlin einmal wieder der Kamps um die Vergnügungssteuer, insbesondere um die Besteuerung der Theater. Die Stadt hat sich bisher dagegen gewehrt, eine Unter- scheidung zwischen.künstlerisch hochstehenden",„künstlerisch weniger hochstehenden" und.künstlerisch niedrigstehenden" Aufführungen zu treffen und die Höhe der Steuer danach zu bemesien. weil jede derarttge Gruppierung Ungerechtigkeiten mit sich bringen muß. Sie hat sich schließlich dem Drängen und Drohen de» Kultusministerium» und des Oberpräsidium» gefügt und eine neue Steuerordnung ausgearbeitet, nach der die Theater im allgemeinen mit 8 Proz. der Einnahme besteuert werden sollen, während diejenigen Bühnen, deren Aufführungen„denen der staatlichen Bühnen gleichwertig" sind, nur mit S Pro,z. belegt werden. Die' Entscheidung sollte ein von der städtischen Kunst- und FInonzdeputation gemeinsam ein- gesetzter Ausschuß treffen. Der Oberpräsident hat diese Steuerverordnung nicht g e- n e h m i g t. Er hat sich aber damit nicht begnügt, sondern— und da» ist das Unerhörte— der Stadt zugleich eine von ihm ausgearbeitete Steuerordnung überreicht, deren Annahme er vch- langt. In dieser Steuerordnung wird einmal der Satz für die .künstlerisch höchststehenden" Aufführungen auf 3 Proz. herunter- gesetzt und eine Zwischenstuf« von S Proz. für alle Dramen, Opern und Operetten eingeschaltet, sodann aber die Entscheidung über die Bewertung der einzelnen Theater, also über die Höhe der städtischen Steuer einen: staatlichen Ausschuß übertragen! Form wie Inhalt dieses Diktats sind so ungeheuer- l I ch. daß sie alle Hüter unserer stödtischen Selbstverwaltung auf den Plan rufen müsien. Wenn staatliche„Aussichtsbehörden" in Wahrnehmung ihres Genehmigungsrechtes den Gemeinden p a r a- graphierte Steuerordnungen aufoktroyieren dürfen nach dem Motto:„Friß, Bogel, oder stirb!", so hört die Selb st ver- waltung damit üb erHaupt auf. Dann kann sich die Stadtverwaltung die eigene Beratung und Beschlußfassung sparen und jeweils nur da» Oberprösidium um die Mitteilung der von ihm verlangten Beschlußiasiung ersuchen. E» ist schlechter- ding» unbegreiflich, daß dos Oberpräsidium der Provinz Branden- bürg kein Gefühl dafür haben sollt«, welch« entwürdigende Rolle sie den Körperschaften der größten Stadt de» Reiches mit einer solchen Maßnahme zumutete. Schon einmal, vor fünf Jahren, hat es mit einem ähnlichen Versuch anläßlich der Wohnungsluxus. sieuer auf Granit gebissen— es wird auch diesmal nicht anders sein. Jedenfalls hat gestern die Finanzdepulakion der Stadl in seltener Einmütigkeit beschlosien. da» unerhörte Ansinnen einer aus- gedrängten Steuerordnung abzulehnen und dem Oberpräsidium— bzw. dem vielleicht hinter ihm stehenden Kultusministerium— die Verantwortung für olle Folgen zu überlassen. Diese Folgen sind immerhin sehr erheblich. Nach Ablehnung der von der Stadt beantragten Steuerordnung durch das Ober. Präsidium und nach Ablehnung der oberpräsidialen Steuerordnung durch die Stadt tritt automatisch vom 1. Juni ab die sogenannte „Musterordnunq" des Reichsrats in Kraft. Diese.Musterordnung" ist lediglich auf Provinz und Mittel st ädte zuge- schnitten und berücksichtigt die besonderen Verhältnisse der Reichs- Hauptstadt in keiner Weise. Ihre Anwendung kostet Berlin mindestens 4 Millionen Steuereinnahm en im laufenden Jahre und bringt für alle Theaterunternehmungen einen heillosen Verwaltungswirrwarr durch die Umstellung von der bisherigen Bruttobesteuenmg auf die Nettolteuer. Und das alles, ohne daß dabei auch nur in: geringsten der Wunsch des Oberpräsidiums bzw. des Kriltusministeriums nach einer Differen- zierung der Bühnen erfüllt würde. Hat man das nicht vor- ausgesehen, oder hat man tatsächlich erwartet, daß die Stadt Berlin bedingungslos zu Kreuze kriechen würde? Eine» so schlimm und so töricht wie dos andere! Daß die Stadt noch dem gestrigen«instimmig gefaßten Beschluß sich dem Diktat nicht fügen wird, steht außerhalb jedes Zweifels. Wer es ernst meint mit den Rechten und Pflichten städtischer Selbstverwaltung, wird das nur begrüßen. Aufgabe der- jenigen Stellen, die zu Hütern der Selbstverwaltung In Preußen bestimmt sind, wird es daher sein, den in Betracht kommenden Instanzen Nor zu machen, daß es auch Grenzen des staatlichen Aufsichtsrechts gibt und daß es nicht ihre Aufgabe sein kann, den Etat einer ohnehin schwer um den Ausgleich ihres Haus- Halts ringenden Stadt um ein er Marotte willen ins Wanken zu bringen! geklärt. Weitere» kann im Interesse der Untersuchung einstweilen noch nicht gesagt werden. Wie der Pag« In die Gegend von Geltow gekommen ist, hat sich bisher nicht feststellen lassen. * Rechtsanwalt von der Heyden I, der Derteidiger Domela», protestiert in einem Telegramm an un» gegen die Meldung, daß Domela etwa» mit der Mordaffär« Schnabel zu tun habe. Domela bezeichnet die Nachricht al» eine Ehrenkrän- tuog. Nur ein Stimmungsbild. Zvv Mark Geldstrafe für Richterbeleidigung. Wegen Beleidigung der beiden Richter, die seinerzest in Magd«- bürg al» Beisitzer im Mordprozeh Schröder fungierten, stand gestern der Schriftsteller HansNatonekvor dem Großen Schöffengericht Tharlottenburg. Der Angeklagt« Hatte im September in der Zeitschrist„Die Weltbühne" einen Artikel mit der Ueberschrift„Magdeburgs guter Richter veröffentlicht. In ihm wurde die Tätigtest des Vorsitzenden und der beiden Beisitzer w der Weise gegenübergestellt, daß der Verfasser den Vorsitzenden als leuchtendes Beispiel hervorhob, die Beisitzer dagegen sozusagen al» Richtigkeit charatterisierte. U. a. wurde von ihnen gesagt, sie seien„bebrillte Talare",„in ihren leeren Augenhöhlen wohne das Grauen",.werdrossen knarr« ihre Stimme" und„aus ihr spräche nichts als Teilnahmslosigkeit und Berussmüdigkeit". Daraufhin stellte der Präsident des Ober- landsgericht» Naumburg Strafantrag, obwohl sich der Angeklagte erbot, jede Genugtuung zu geben. Auch vor Gericht erklärte er, er habe nur ein Stimmungsbild schreiben und die nach seiner Ansicht vorhandene Gleichgültigkeit der Bei- sitzer charakterisieren wollen. Es habe ihm ferngelegen, diese in ihrer richterlichen Ehre zu tränken. Der Staatsanwalt war jedoch der Meinung, daß der Angeklagte sich über die Beisitzer geärgert hätte und dies auch zum Ausdruck bringen wollte. Das Problem der alle Deutschland Männer in frivoler Weise äußern zu dürfen. Er beantragte daher 300 Mt. Geldstrafe und Veröffentlichung des Urtells. Das Gericht kam auch zu einem Schuldig, indem es ausführte, ein Stimmungs- bild wäre auch zu schreiben gewesen, ohne Schatten auf die Beisitzer zu werfen, wenn der Vorsitzende hervorgehoben werden sollte. Diese Schatten seien weit über das angebrachte Matz hinausgegangen. Der Vorwurf der Interessenlosigkeit enthalte den Vorwurf der Pflichtwidrigkeit, denn kein Richter, wenn er es ernst mit seiner Pslichk nähme, dürfe Interessenlos sein, namentlich, wenn e» sich um Tod und Leben handelt. Es sei erwogen worden, ob nicht eine Gefängnisstrafe am Platze war, doch sei mit Rücksicht auf die bisherige Unbestraftheit des Angeklagten auf 300 Mk. Geldstrafe erkannt worden._ Nene Verfehlungen des Potsdamer Amtsrats. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit der Amtsrat Heinrich Kühne von der Oberrechnungskammer in Potsdam beim Silber- d i e b st a h l aus einer Potsdamer Auktion überrascht. Jetzt scheint man neuen Verfehlungen des Amtsrats auf der Spur zu sein. K. war beauftragt, den Nachlaß beim Todesfall in einer Potsdamer Familie zu regeln. Dabei verschwand ein gol- dener Schlangenring. Niemand wußte, wo der Ring ge- blieben ist. Jetzt hat man ihn bei der Tochter des Herrn Amtsrat» gefunden, die ihn von ihrem Vater geschenkt er- laue uno o:es auly zum erusorucr ormgen wouie. uaa P r o o: e m er sogenannten Iustizkrisis komme gerade dadurch in llle Welt, daß es im Gegensatz zu anderen Ländern gerade in Deutschland Leute gäbe, die glaubten, sich über ernsthafte Ding« und holten hat. Der Amtsrat besucht« öfters den hochbetagten Kunst- maler Karl Hagemeister in Werder. Cr trat dort als Käufer auf und merkwürdigerweis« vermißte der alte Maler, der sehr ver- trauensselig ist, beim Fortgehen des Herrn Amtsrots wertvolle Bilder. Don einer Verhaftung des Herrn Kühne ist bis jetzt noch nicht» bekannt. Das Stahlhelm-Schaofpkel. In den gestrigen Nachmittagsstunden vollzog sich die Ankunft einiger tausend Stahlhelmer in Berlin, dank der Disziplin der Ar- besterschaft, in Ruhe und Ordnung. Die große Mass« der Bevölkerung betrachtet den ganzen Stahlhelmrummel, soweit sie.ihn überhaupt beachtet, als eine Art Dolksbslustigung. Die seltsame Sorte von„Frontkämpfern", die man uns servierte— meist im Alter von 20 Jahren—, mußte viele humorvolle Zurufe einstecken. Die Ausladung der Sonderzüge vollzog sich gewöhnlich erst, nachdem Bahnhos und Vorplatz geräumt waren. Vom Bahnhof Lichter. f e l d e- O st trafen un: 6 Uhr etwa 2000 Mann— 3000 sollten es sein— und in Charlottenburg gegen 7 Uhr zirka 10l>0 Mann ein. Vor dem sogenannten Hauptquartier" des Stahl- Helms, dem Hotel„Prinz Albrecht", sammelten sich gestern nach- mittag Neugierige an. Di« Polizei hatte umfangreiche Posten und Patrouillen aufgestellt, so daß es an dieser Stelle nicht zu Zu- samm«nstößen kam. Kleiner« Zusammen st öße entwickelten sich in verschiedenen Teilen der Stadt. An der Wiener Ecke Lausitzer Straße kam es am Nachmittag gegen 314 Uhr zu einem Zusammenstoß zwischen Roten Frontkämpfern und Stahlhelm- leuten. Drei aus Görlitz angekommene Angehörige des Stahl- Helms wollten dort eine Kraftdroschke besteigen, als ein 26jähriger Kaufmann F. aus der Liegnitzer Straße zusammen mit den an- deren Roten Frontkämpfern auf die Stahlhelmleute losschlug. Die Polizei griff sofort ein und brachte F. zur Vernehmung ins Po- lizeipräsidium. In der Griebenowstraße wurde um S Uhr der 22jährige Hausdiener S. festgenommen, der nach seiner Angabe im Auftrage des Roten Frontkämpferbundes große Propagandafahnen verteilte. Ebenso wurden in Hohenschönhausen 6 Personen, die durch die Berliner Straße fuhren und rote Fahnen schwenkten, zwangsgestellt und zur nächsten Wache gebracht. & Wer als Soldat in seinem Leben einmal einen Zapfen- 't r e i ch mitgemacht hat, wird, welcher Weltanschauung er auch in mag, zugeben, daß diesem milstärischen Schauspiel irgendwie etwas Würdiges innewohnte. Wer aber gestern abend im S t a- d i o n beim groß angekündigten Zapfenstreich des stahlhelmerischen „Frontkämpfer"-Bundes war, der glaubte, aus einem Rummel zu sein. Nichts von Würde, nichts von Feierlichkestl Durcheinander. wallende, biertrinkende oder wurstessende Iungmannen im Seldte- Gewand und ermüdende Vorbeizüge, die von unmotivierten und zaghaften Frontheilrufen unterbrochen wurden. Dieser Zapfenstreich war kein Zapfenstreich! Von Ueberfüllung de» Stadion» und von Begeisterung der Zuschauer war sehr wenig zu merken. Erwähnt darf nur noch werden, daß die Hitler-Knaben nach wie vor ihre Flugschristen verteillen oder feilboten. Der Polizeipräsident teilt mit: Abgesehen von kleineren Zusammenstößen, bei denen etwa 35 Personen wegen Belästi- gung politisch Andersdenkender und Nichtbefolgung polizeilicher An- Ordnungen usw. zwangsgestellt wurden, ist der heutige Sonn- abend bis zum End« der Stahlhelmsoeranstaltung im Stadion ruhig verlaufen. 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Auf Grund der zu dem Gesetz erlassenen Verordnungen des Reichswirtschaftsministers und des Reichsarbeitsministers sowie des preußischen Staatsministeriums hat der M a g i st r a t B e r l i n eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, nach der für die Durchführung der Zählung in der Rcichshouptstadt das Folgende gilt: Die Erledigung des gesamten Zählwerks obliegt dem Statistischen Amt der Stadt im Zusammenwirken mit den für die einzelnen Ver- waltungsbezirke gebildeten Zählungsabteilungen. Als Zähl- papiere sind auszufüllen: 1. eins'G r u n d st ü ck s l i st e(Druck- fache Nr. I, grün) sowie ein Zusotzsragebogen der Stadt Verlin über die Versorgung der Grundstücke mit elektrischem Licht oder elektrischer Krafr(rot) von jedem Hauseigentümer oder dessen Vertreter: 2. eine Wohnungskarte(Drucksache Nr. II, weiß) von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung. Die Haus- eigentümsr oder deren Vertreter find verpflichtet, für ihre Grundstücke das Amt als Zähler zu versehen. Sie haben als solche nach näherer Anweisung des Statistischen Amts fristgemäß jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung auf ihrem Grundstück bis spätestens Sonnabend, den 14. Mai eine Wohnungskarte zur Ausfüllung zu übergeben und sie von ihm am Dienstag, dem 17. Mai wieder einzuziehen. Sie haben ferner nach Einziehung der Wohnungskarten diese auf ihre Vollzähligkeit hin zu prüfen und danach von Mittwoch, den 8. Mai ab die gesamten Zählpopiere zur Abholung bereitzuhalten. Die für ihre Grundstücke benötigten Zähl- papiere werden den Hauseigentümern oder deren Vertretern bis Freitag, den 13. Mai zugestellt und von Mittwoch, den 18. Mai ab wieder«ingezogen. Die Grundstückseigentümer bzw. ihr« Vertreter und die Wohnungsinhaber sind nach Z 3 des Gesetzes ver- pflichtet, die erforderlichen Angaben zu machen. Wer die Fragen wissentlich wahrheitswidrig beantwortet oder sich weigert, die vorge- fchriebenen Angaben zu machen, wird mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Ueber die bei der Zählung gewonnenen Angaben über die einzelnen Grundstücke und die einzelnen Wohnungen ist aber das Amtsgeheimnis zu wahren. Auch werden die Angaben n u r z u statistischen Zusammenstellungen, nicht zu anderen Zwecken, insbesondere nicht zu Zwecken der Steuerbehörden oder Wohnungsämter, benutzt(8 3 des Gesetzes). Ergänzend sei dazu noch bemerkt, daß den ais Zähler bestellten Hauseigentümern die für ihre Grundstücke voraussichtlich benötigte Anzahl Vordrucke wie bei der städtischen Grundstücks- und Wohnungsausnahme vom 3. Mai 192S wieder in besonders vorbereiteten, starken Briefumschlägen zu- fehen wird, auf denen die vom Zähler zu beachtenden wichtigsten tunkte aufgedruckt sind, und daß von dem mit der Leitung der Zählung betrauten Statistischen Amt der Stadt dem Zähler auch sonst seine Arbeit wieder nach Möglichkeit erleichtert ist. In Anbetracht der bereits oben erwähnten Wichtigkeit der Reichs- wohnungszählung darf von ollen daran unmittelbar Beteiligten, ins- besondere von den zur Ausfüllung einer Wohnungskarte verpflichteten Inhabern einer selbständigen Wohnung erwartet werden, daß sie sich der von ihnen zu leistenden Zlrbeit mit größterGewissenhaftigkeitunter. ziehen. Sie ersparen damit sich selbst nur zeitraubende Rückfragen, der Stadt aber eine Vermehrung der ohnedies nicht unerheblichen Kesten, mit denen die Durchführung der Reichswohnungszählunq zu- nächst den Gemeindesäckel, in letzter Linie aber doch den einzelnen Steuerzahler beiastet._ Ausschuß für Vorortverkehrs» und Tarifsrageu. Im Vortragssaal des Hauses der Funkindustrie fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Wittgenstein, Vegesack- Bremen, eine Sitzung des Deutschen Ausschusses für Vorortverkehrs- und Tarifsragen stall. Zunächst hiell Chefredakteur Vetter vom Berliner Messe-Amt einen instruktiven Vortrag über den Zweck und die Art der Einrichtung der Wochenend-Ausstellung. Vom Ausschuß wurde die vorzüglich« Propagandatätigkeit der Ausstellung für den Rah- und Bäderverkehr mit besonderer Freude begrüßt. Es kam zum Ausdruck, daß im Dienst« des Wochenendes zunächst die Gültigkeitsdauer der Sonntagsfahrkarten erweitert werden müßte. Ferner mühten sie zur Rückfahrt am Sonnabend benutzbat sein. Erneut wurde die Forderung er- hoben, die für Breslau, Bremen und Swttaart probeweise ein- geführten Fahrscheinheft« auf Familienangehörige übertragbar zu gestalten und diese Fahrscheinhefte bald auch im Industriebezirk einzuführen. Ferner soll dahin gewirkt werden. wettere Triebwagen für den Nahverkehr zu erlangen. Die Bear- beitung der Frage der Kilometerhefte wurde einem engeren Ausschuh überwiesen. Sie soll dringlich betrieben werden.— An die Tagung schloß ssch eine Führung durch die Wochenend-Aus- stell ung, die das lebhafteste Interesse der Teilnehmer erregte. Sonntagssonderzug in die Sächsische Schweiz. Am kommenden Sonntag, dem IS. Mai, wird die Reichs» bahndirettion Berlin bei genügender Beteiligung einen Sonder- zug 4. Klaffe zu ermäßigten Preisen nach Dresden und der Sächssschen Schweiz verkehren lassen. Der Zug fährt ab Berlin, Anhalter Bahnhof, 6 Uhr früh und trifft in Dresden um 9.2S Uhr, Rathen 10.15 Uhr, Königstein 10.25 Uhr und in Schandau 10.34 Uhr ein. Die Rückfahrt erfolgt ab Schandau— am 15. Mai wird bei der Reichsbahn die 24-Stunden-Zeit eingeführt— 18.52 Uhr(6.52), ab Königstein 19.01 Uhr(7.01), ab Rathen 19.11 Uhr, ob Dresden 19.20 Uhr. Um 23.20 Uhr, also eine halbe Stunde vor Mitternacht, ist der Zvtz wieder in Berlin. Anhalter Bahnhof. Die Fahrpreise betragen für die Hin- und Rückfahrt nach Dresden 8 Mk.. nach Rathen 9,20 Mk., nach Königstein 9,60 Mk. und nach Schandau 9,80 Mk. Der Fahrkartenoerkauf beginnt am Dienstag, dem 10. Mai. bei der Fahrkartenausgabe Anhalter Bahnhof und den vier Ausgabestellen des MTR.-Bureaus: Potsdamer Bahnhof. Bahnhof Friedrichstraße, Kaufhaus des Westens und Reisebureau Unter den Linden 57-58. LezkksmsW für MellekWWöttvllS MöMO. E.V. B-rNa. Am Zlloniag. dem g. Mai. abends 7-/, Uhr in den Sophienfälen, Sophienstraße 17/18: Große Fnnktiotmrkonferenz Tagesordnung:' I.Vortrag: Soziale Gerichtshilfe und Gefangenenfürsorgc. Referent: Stadtrat Zachow. L. Wahl der Delegierten für die Reichstagunz in Kiel. Zutritt haben alle WohI'ahrlSfmiItionärc, die sich durch rote Arbciterwobl, iahrtskarte ausweisen oder Partei genossen, die sich als DoblfahrtS- und Iugendpflcgrr oder als sonstige Heiter durch amtlichen Ausweis lcg'timicren töimen. Außer den WohIsahrtSausweisen ist das ParteimitgiiedSbuch mit- zubringen.— Türkonllolle haben der 1. und der 2. Kreis. Jubiläumsfeier ües viktoria-Lpzeums. Das Viktoria- Lyzeum in der Prinzen st raße, das von der Stadt Berlin im Jahre 1867 als Biktoria-Schule gegründet wurde, mußte in der Kriegszeit des Jahres 1917 die Halbjahr- Hundertfeier ausfallen lassen. Die Anstatt hat jetzt, wo das sechste Jahrzehnt ihrer Arbeit sich vollendet, mit einer Reihe festlicher Veranstaltungen nachgeholt, was sie damals sich oersagte. Mittel- punkt der Jubelfeier war der Festakt, der in der Aula des Schulhauses stattfand. Lehrerschaft, Schülerinnen, Eltern, ehemalige Schülerinnen(darunter manche im grauen Haar) und Vertreter des Berliner Magistrots und der städtischen Schulverwaltung des Bezirksamtes Mitte, des Provinzialschulkollegiums, Direktoren anderer Schulen usw. nahmen an der Feier teil. Di« Festrede des Direktors Abramowski schilderte die äußere und innere Eni- Wicklung der Biktoria-Schule. Bor 60 Jahren war diese Anstatt eine Bildungsstätte hauptsächlich für Töchter von Großindustriellen und Großkaufleuten der gewerbereichen Luisenstadt. Heute sind im Biktoria-Lyzeum die Töchter aus den weniger bemittelten Schichten der werktätigen Bevölkerung in der Mehrzahl. Die Schule harrt noch des Ausbaus zur Bollänstalt. Direktor Abramowski wies aus die Fortschritte hin, die in den sechzig Jahren die Mädchenbildung gemacht hat. Im Hinblick auf die den Frauen zugebilligte soziale und politische Selbständigkeit müsse man fordern, daß nun den Mädchen eine Ausbildung ermöglicht wird, die der- jenigen der Knaben gleichwertig ist. Es folgten An- sprachen einer langen Reihe von Gratulanten, unter anderem von Vertretern der Stadt Berlin und des Bezirks Mitte, des Provinzial- jchulkollegiums, der Elternschaft, des Vereins ehemaliger Schule- rinnen. Der Vertreter der städtischen Schulverwaltung glaubte den Ausbau zur Bollanstalt in Aussicht stellen zu können. Man darf vor Gericht nicht Schokolade kauen! Ihrem Mutwillen, den sie auch vor Gericht nicht zügette, hat es„B o g e l a g a t h e�. die im bürgerlichen Leben Meto Br. heißt, zu danken, daß sie den schönen Frühlingssonntag hinter schwedischen Gardinen oerbringen mutz. Als„Boaelagathe" in einem Zuhälter- prozeß, der vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte stattfand, als Zeugin aufgerufen wurde, betrat sie, munter Schokolade kauend, den Gerichtssaal. Der Vorsitzende verbat sich das, jedoch aß„Vogel- ogathe* nicht nur ruhig weiter, sondern verlangte vom Vor- sitzenden ein Glas Wein oder ein Glas Wasser, da sie sich schwach fühl« und einer Stärkung bedürfe. Schließlich steckte sie ostentativ ein so großes Stück Schokolade in ihren nicht zu kleinen Mund, daß sie überhaupt nicht mehr sprechen konnte. Das Gericht zog sich daraus zurück, und der Vorsitzende verkündete dann, daß über die Zeugin wegen Ungebühr vor Gericht eine sofort zu verbüßende Haft st rase von drei Tagen verhängt worden sei.„Vogelagathe" wurde auch sofort abgeführt und hat nun bis Montag Zeit, über ihr Tun nachzudenken. Die Stadkverordnelenverfammlung hat ihre nächste Sitzung am Donnerstag um?45 Uhr. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle die Fortsetzung der Debatte über das A n s ch a f f u n g s- a m t. Zu dem Dutzend Anträge, die noch der Erledigung harren, gehört auch der von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Antrag gegen den B a u st o f f w u ch e r. Die Kleingärten der Stadt Berlin stehen jetzt in voller Blütenprocht. Man fährt mit der Straßenbahn, Linie 48 oder 51, bis Nordend, wandert 15 Minuten die Straße nach Blanken- felde entlang, bis zum Bollespielplatz. Links hinter diesem liegt eine der größten Kolonien der Stadt, in einem herrlichen Blüten- meer. Der Hauptweg führt uns links und rechts durch sauber ge- pflegte Gärten, zu einem von den Kolonisten selbst geschaffenen Bereinshaus, wo man mit Muttern Kaffee kochen kann. Bon hier kann man die Blütenhügel, die mit rosigen Schleiern durchzogen sind, bewundern. Alljährlich wandern durch diese freundlich ange- legte Kolonie Tausende, um in den Genuß einer Baumblüte zu ge. langen. Man kann auch mit der Linie 23 bis Dorf Rosenthal (Haltestelle Dorfftvaße) fahren. Ebert-Venkmal ftt Norühaufev. Enthüllung zum Mitteldeutsche« Reichsbanner- treffen 1927. In diesem Jahre kann, wie mitgeteilt, die alte Frei« Reichsstadt Nordhausen die Feier ihres tausendjährigen Bestehens begehen. Aus der Reihe der festlichen Tage des historischen Jahres ragt besonders der 5. Juni hervor. An diesem Tag— es ist der erste Pfingstfeiertag— werden sich in Nordhausen Tausende van Kameraden des Reichsbanners zum alljährlichen Mitteldeutschen Reichsbannertreffen vereinigen. Gerade im tausendjährigen Nord- hausen, das auf eine jahrhundertlange liberale Tradition zurück- blickt, wird der Aufmarsch der Schutztruppe der Republik mit be- sonderer Freud« begrüßt. Führende Männer des republikanischen Geisteslebens hoben zu dem großen republikanischen Tag in Nordhausen ihr Erscheinen bereitwilligst zugesagt. Das Fest wird seine besondere Weihe erhalten durch die Enthüllung eines Denk- mals für den ersten Präsidenten der Deutschen Republik, unseren unvergeßlichen Friedrich Eberl. Ihm, der Deutschland in schweren Tagen vor Chaos und Untergang be- wahrte, soll am Eingang des schönen Stadtparks ein schlichtes, aber würdiges Ehrenmal errichtet werden. Staatskontrolle ües Mastnahmen gegen Wiederholung der Katastrophe. Washington. 7. Wal.(WDR.) Präsident Coolidge wird bei der nächsten Tagung des Kongresses die Frage einer Kon- trolledeswississippislusfes zur Verhinderung von Hoch. wasfertatastrophen in einer besonderen Botschaft erörtern. Der Par- lamentsansschuß für hochwasserfragen wird aus Grnnd von 3n- geoieurgutachien die Wittel prüfen, um eine Wiederholung der Kala- strophe zu verhüten. New Orleans. 7. Mai.(MTB.) Der ganze nordöstliche Teil des Staates Louisiana steht jetzt unter Wasser. In den Däm- m e n oberhalb Bicksburg und zwischen dieser Stadt und Ratschez sind neue Risse entstanden, die sich schnell verbreitern und das Rettungswerk im nordöstlichen Gebiet sehr erschweren. Man fürchtet für die Sicherheit eines Teiles dieses Gebiets. Jeden Tag werden mehr Städte überflutet. Einig« kleinere Städte, die in der von der Flut verfolgten Richtung liegm, sind so g u t w i e vernichtet. Tausendjährige Gräber in Nordböhmen. Beim Sandabfcrhren unweit der böhmischen Hopfenstadt S a a z wurden schon im Vorjahre prähistorische Funde gemacht. Als man nun eine neue Sandgrube erschloß, wurden sechs prähistorische Grabstätten ausgedeckt. Es handelt sich um über 1000 Jahr« alt« Gräber aus der Burgwallzeit, da man auch sechs Schläfenringe fand, wie sie die alten Slawen trugen. Zwei voll- ständige Skelette konnten geborgen werden. Zu den weiteren Gra» bungen sind Vertreter vom Prager Landesmufeum angemeldet. In Za r o h unweit von Saaz fand man ebenfalls dieser Tage«inen sehr gut erhaltenen starken Mammutzahn, der sechs Kilogramm wog. Ausstellung„Wien und die Wiener". Wien, 7. Mai.(WTB.) In Anwesenheit der Spitzen der Be- Hörden und des diplomatischen Korps eröffnete heute der Bundes- Präsident die Ausstellung„Wien und die Wiener", in welcher ein zusammenfassendes Bild der Kulturgeschichte Wiens und seiner Entwicklung im Lause der Jahrhunderte geboten wird. Das Maiprogramm der Skala ist bunter und vielseitiger als man es sonst gewöhnt ist. O in i k r o n, ein Mann, der sich„lebender Gasometer" nennt, nimmt Gas in sein Inneres auf und gibt es in leuchtender Flamme mehrere Minuten hindurch wieder von sich. Die A n d r e u s sind gute Musskalclowns, über die man tatsächlich lachen kann. Ebenso der komische Jongleur Will C u m m i n. Die groteske Komik wird serner bestritten durch ein ausgezeichnetes Trapezakt des Charlie- Rivel-Trios, wobei dem Träger der Chaplin-Späße die Hauptrolle zufällt. Ausgeizeichnet find die Leistungen des Rechenkünstlers und Historikers Emanuel Steiner. Leider wirken sie im Rahmen eines großen Varietes nicht so, wie sie es verdienten, aufgenommen zu werden. Auf dem Geriet des Tanzes gibt es diesmal ein mondänes Tänzerpaar, das sich ganz auf das Akrobatische stützt, und zwei arabische Tänzerinnen Hameda Sali, die zum mindestens aus der Schule des allen europäischen Balletts viel gelernt haben und das Gelernte ebenfalls mit jener Akrobatik oerbinden, die wohl heute von modernen Tanz- Vorführungen nicht mehr zu trennen ist. Joseph B r e t e r s Bären- akt ist hier schon oft gesehen, gefällt aber immer wieder. Auch der chinesische Illusionist O k i t o ist keine Neuerscheinung. Aber die hübsche Illusion mit der schwebenden Kugel wirkt immer wieder verblüffend. Zum Schluß gibt es eine Sensation, den mexikanischen Ausbrechermatador Martin Sczeny, der aber offenbar aus Un- garn stammt. Was er leistet, erscheint fabelhaft und übertrifft wohl bei weitem die Arbeit der meisten Entfesselungskünstler. Die Regie mühte sich allerdings dieser Nummer mehr annehmen, da ihre Wiedergabe sehr oft allzu provinziellen Charakter trägt. Der Lunopark, die traditionelle Stätte des Berliner Ver- gnügungslebens, wurde gestern seiner diesjährigen Saison über- geben. In ein frisches Gewand gehüllt zeigten sich Baulichkeiten und Gartenanlagen. Die Hauptsensation von den ungezählten Sehenswürdigkeiten bildet das große Schwimmbad, das leider seinen Betrieb noch nicht eröffnet hat. Unter der Masse der Attraktionen steht man viel Bekanntes aus den Vorjahren. WERTHEIM Exm-PEMi Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. 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Das hervortretendste Merkmal der Nachkriegsperiode ist der ZZer- lust der europäischen Vormacht stellung. die wachsende Wirtschaft- liche Ueberlegenheit von Nordamerika und die zunehmend« industrielle Verselbständigung der anderen Kontinente. Die europäische Wirtschaft leidet an einer langdauernden schweren Gleichgewichtsstörung, die durch das Mißverhältnis zwischen L« i st u n g s fähigkeit der Produktionsanlagen und den be- schränkten A b s a ß Möglichkeiten, sowie durch die ungeheure europäische Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist. Der starke Rückgang der europäischen Produktion sowohl im Verhältnis zum gesainten Wachstum der Weltwirtschaft, wie auch absolut gegenüber der europäischen Vortriegsproduktion zeigt die folgende Zusammen- stellung: «ruadstosfproduktlon, Zndustrieenkwicklung und Handel. t92ö 1S2ö SBeltzu- od Ab- gunahme(-)-), Abnahme(—) nähme gegen 1913 gegen 1913 in Proz. in Proz. in(Europa Nordamerika Asten + 5.3+1 + 18+5 + 5— 3 + 16— 10 — 1— 1 + 177- 12 VevSIkerimg...... Gr undftofsproduktion.. hiervon Lebensmittel».. Metall«.... Kohle..... Petroleum... verarbeilende Industrien Roheisen Stahl Maschinenbau Elektro Chemie falle Zweige) Baumwollverarbeitung.. Kunstseide....... Schiffbau....... Handelsschiffahrtsbestand lTonnage)...... Welthandel...... 7lUlUUUlCl.il + 19.1 + 26 + 17 + 35 + 2 + 207 + 4,6 + 28 — 11 + 55 + 45 + 205 a->ien.......— ahl........+* ischinenbau.....+ ektro-Jnd.......+ — 2 18 8 101 + 80 + 8 + 560 — 34 440 5 — 20 — 5 — 13 + 41 + 45 — 16 + 410 — 84 + 11 — 11 + 17 --43 --26 --227 -- 150 --12 .-3200 — 52 t 190 87 + 235 -- 420 -- 204 -- 210 + 80 + 217 + 86 Die Grundstoffproduktion sowie die Produktionsziffern der wich- tlgsten industriellen Derarbeitungszweige zeigen für die gesamte Weltwirtschaft eine allgemeine A u f w ä r t s b e w e- g u n g. Im Gegensatz zu der allgemeinen Auswärts- eiitwicflung sind in den wichtigsten europäischen Industrie» zweigen die Produktionsziffern zurückgegangen, so u. a. im Bergbau, in der Stahl-, Maschinen- und Baumwoll- industrie, wie in der Metallgewinnung. Rur die beiden jüngsten Weltindustrien, die Elektro- und die chemische Industrie, diese durch die große Ausdehnung der künstlichen Dünge- mittelherstellung, wie der Kunstseidenfabrikation, konnten ihren Pro- duktionsumfang erheblich ausdehnen. Bemerkenswert ist ferner, daß die Gesmnterzeugung von Lebensmitteln selbst in dem guten Erntejahr 1925 bei steigender europäischer Bevölkerungsziffer a b- so tut gesunken ist. In Nordamerika dagegen läßt sich eine den Bevölkerungszuwachs überschreitende Ausdehnung der Grundstoff- und Lebensmittelerzeugung, sowie stark erhöhte Pro- duktionsergebnisie in allen Industriezweigen, deren Zunahme zegenüber 1913 im Durchschnitt etwa SO Proz. geschätzt wird, fest- teilen. Desgleichen ist in anderen außereuropäischen Wirtschastskörpern eine starke Entfaltung ihrer Produktiv- kräft« eingetreten. Auffällig sind die Fortschritte speziell in Japan, Indien und China, in einigen südamerikanischen Ändern, sowie in Australien, besten industrielle Produktionssteigerung im Durchschnitt mit etwa 33 Proz. angegeben wird. Das Ergebnis dieser Ent- Wicklung ist, daß Europa in fast allen wichtigen Produkttons- zweigen, zu einem gewisten Teile auch im Wetthandel, fein« frühere beherrschende Dormachtstellung einbüßt«. Die Verteilung der Weltproduklion. Die folgende Zusammenstellung zeigt diese Verschiebung auch zahlenmäßig In der Aufteilung der wichtigsten Produktionszweige: Europa» Aaleil an weltproduktioa und Welthandel sinkt. Anteil in Proz. der Weltproduktion Europa Nordamerika Asten 1913 1925 1913 1925 1918 1925 Grundstotfprodnktion 43,4 38,7 26,8 28,7 20,7 22 Cerealien..... 50 46,3 33,1 37 8.1 7.9 Metall....... 52,8 40,8 42,5 60,8 3,4 4,5 Kohle....... 51 47 43 44 4,6 6 6 Petroleum..... 21,6 8,1 64,5 70,65 6 6,6 Verarbeit. Industrien Roheiien..... 58 47 41 49 1 3 Stahl....... 56 46 43 52 0,5 2 Maschinenbau.... 47 87,5 52 61 1 1,7 Elekrotechn Industrie. 69,4 47,6 29 48 1,6 3 Chemische Industrie. 65,5 49 34 48 1,5 3 Baumwoll-Jndustrie. 53 41 26 27 20 27 Kunstseide..... 92,5 71,5 6,4 27,5— 1 Schiffbau-..... 87,8 87,6 8,3 5,9 1.9 2,5 Tonnagebesiand... 80 63 11,5 22,8 3,8 7.6 Welthandel.... 58.5 60,4 14 18,5 12,3 16,5 Europa hat in fast allen industriellen Produktionszweigen, ferner Im Bergbau, in der Metallgewinnung, wie in der Agrar- Produktion, feinen früheren Majoritätsanteil verloren. Nordamerika dagegen nimmt bereits in den meisten Industrie- zweigen gegenüber der gesamteuropäischen Erzeugung eine gleich- starke Stellung ein, in einigen Wirffchaftsgruppen beherrscht e» de» reits den gesamten Weltmarkt. Die industrielle Aktivität der asiatischen Wirtschaften hat sich erheblich gesteigert, doch kommt dieser im Rahmen der Weltindustrie, abgesehen vom Baumwoll» gewerbe, noch immer eine wenig bedeutende Rolle zu. Die Leistungsfähigkeit der europäischen Industrie siegt weit über der tatsächlichen Produktion. So war z. B. die Kapazität in der Stahlindustrie im Jahre 1925 nur mit 60 Proz., im Maschinenbau im europäischen Durchschnitt nur mit 7 7 Proz. ausgenutzt. Das englische Baumwollgewerbe arbeitete seit Anfang 1921 bis Ende des vergangenen Jahres wöchentlich höchsten» in 32-Stunden-Schichten. Im vergangenen Jahre hott« die englische Industrie, die über mehr als die Halste der Weltspindel. zahl verfügt, einen geringeren Baumwollverbrauch als die verhält- nismäßig kleine japanische Industrie, deren Spindelanlagen, auf gleiche Produktion umgerechnet, 6�- bis 6mal so inten. siv arbeiteten als die der Lancashire-Industrie. Im Wellhairdel hat zwar Europa noch immer die Führung, doch ist beretts der Warenaustausch zwischen den außereuro päischen Ländern st ä r k e r als der gesamte innereuropäische Handel zu- züglich der Uebersee-Ausfuhr und-Einfuhr. Bei steigendem Welt- handelsumfang ist Europas Welthandel in der Nachkriegsperiode um 11 Proz. gesunken. Allein der englische Warenexport, der in der Vorkriegszeit etwa ein Siebentel des Weltexports beherrschte. ist um 20 Proz. zurückgegangen. Die Ursachen der europäischen UUrkschafksstörung. Wenn auch innerhalb Europas die wirtschaftliche Situatton nicht einheitlich ist, so lassen sich doch aus der Gesamtentwicklung die wesentlichen gemeinsamen Ursachen der europäischen Wirtschafts- störung aufzeigen, die im folgenden kurz zusammengefaßt sind: 1. Der europäische Produkttonsapparat ist durch verschieden« Faktoren über die normale Aufnahmefähigkeit der Märkte au»- gedehnt worden. In den kriegführenden Ländern hat der große Militärbedarf, speziell in der Eisen- und Stahl- industrie, sowie im Maschinen- und Schiffbau unwirtschaftliche Aus- dehnung hervorgerufen, die neutralen Staaten haben im gleichen Zeitraum, um sich für die Zukunft stärkere Unabhängigkeit zu sichern, neue Industrien entwickell. Die starke Absperrung in der Kriegszeit hat in den Rohstoffländern die schon vor dem Kriege wirksame Tendenz der Selb st Verarbeitung der eigenen R o h st o f f e gefördert(z. B. Indien: Eisen-, Baumwollindustri«: Australien: Wollindustrie u. a.). Unabhängig von vorhandener Rohstoffbasis entwickelten ferner die bereits halb industrialisierten Länder ihre vorhandenen Reparaturwerkstätten zu kleineren und mittleren Fabriken und gliederten der Herstellung von Vor- und Zwischenprodukten auch die von Fertigwaren an(z. B. Erweiterung der asiatischen Spinnerei-Industrie durch Ausnahme der Weberei, Wirkwaren-Fabrikation u. a.). 2. Die Kapiialarmut und die gering« Kopitalbildung in der Nachkriegszeit hat in Europa die Nachfrage nach Produttions- Mitteln stark verringert, während die Verbrauchsgüter- Industrien eher ihren Absatz aufrechterhalten konnten. Es hat sich so in Europa ein« außerordentlich starke U eb e r t a p ita l i. slerunxi in der Schwerindustrie und in den Produktionsmittel- zweigen herausgebildet. 3. Wissenschaftliche Entdeckungen sowie neue technische Der- fahren haben Standortsveränderungen speziell auf dem Gebiet der chemischen Industrie hervorgerufen(Schweselsäure-In- dustrie durch die Verwendungsmöglichkeit von Gips an Stelle von Schwefelties, in der Düngemittelindusirie durch die Verwendungsmöglichkeit des Luftstickstoffs). 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Die Richtlinien sind, wie das Begleitschreiben bemerkt, das„Ergebnis der mit katholischen Vertretern der Volkswirtschaftslehre der Arbeiter- schaft und des Unternehmertums fortgesetzten Besprech- imgen". Für die Geistlichen, so heißt es, werde sich oft Gelegenheit meindearbeiter mit 5000 Mitgliedern angeschlosten hat, zählt nun die Internationale rund eine halbe Million Mitglieder. Es gehören ihr Verbände aus folgenden Ländern an: England, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Spanien, Oesterreich, Polen, Tschechoslowakei Luxemburg, Schweiz, Belgien, Holland und Irland. Sieht man von Rußland ab, so kann man sagen, daß fast alle Länder Europas, in denen es Ver- bände von Angestellten und Arbeitern der öffentlichen Dienste und Betriebe von einiger Bedeutung gibt, in der Internationale oertreten sind. Auch die sinanziesien Verhältniste der Internationale sind befriedigend. In diesem Monat wird das Bureau der Internationole, das sich aus je einem Vertreter für jedes Land und dem Sekretär, N. v a n Hinte, zusammensetzt, in Dortmund zusammentreten, um u. a. einen vom Sekretariat ausgearbeiteten Bericht über die Gas- und Elektrizitätsversorgupg in den verschiedenen Ländern zu behandeln. Des weiteren wird sich die Sitzung mit dem Verhältnis zur Internationalen Vereinigung'der Ge- meinden(deren Präsident der amtsführende sozialdemokratische Stadtrat der Stadt Amsterdam, W i b a u t, ist) sowie mit der Tagesordnung des Kongresses des Internationalen Gewerkschaftsbundes beschäftigen. Geschäftsübernahme. I Allen Verbandskolleginnen und Kollegen zur Mitteilung, daß die unterzeichneten Verbandsmitglieder am 1. Mai 1927 die Bewirtschaftung des Frankfurter Hofes, frühere Germania-Brauerei, Berlin, Frankfurter Allee 313, über- i nommen haben. Für sach- und fachgemäße Führung wird Sorge getragen. Restaurant und Küche werden das Beste bieten. Versammlungsräume von 100 bis 500 Personen vorhanden, sowie renovierte Kegelbahnen stehen zur Verfügung. Auf recht regen Zuspruch aus Freundes- und Kollegenkreisen I rechnend, zeichnen auf ein recht frohes Wiedersehen im Frankfurter Hof Prltz Dobrmano, Kochmitglied 17971. Franz Bombten, Kellnermitglied 7562 liomocGHd DieScballplalten jerGewerKsctiaftsmilglieder Homocoid-Elektro-Fem- ö.Bez Berlin :K:r 4-2293„Empor tum Licht" „Weihe des Gesanses" Leitung: MusIKdir. P. H. Joseph aufnahmen jjes. v.dem 4-8767 Jajjdchor aus„Die Jahreszelten" Chor des Landvolks aus „Die Jahreszeiten" Berliner Volkschor, Dr. E. Zander Homocordplatten überall erhältlich, sonst schreiben an Homophon-Company G. m. b. H., Berlin SV 68, Alexandrlnenstr. HAUS und HAUSRAT GiLDENHALL M. I MÖBEL HAUSRAT in schlicht Form u. gediegen. Ausführung , Sedin W, KOnigln-Augusta-Str. ZI VERKAUFS- sn der Potsdamer BrUcKS STELLEN; Berlin NO, Gr. Frankfurt Str.41-42 Chariottenburg. 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In Düsse!- .z, ♦ 4"!--fr v-l--t--Z- •I*«J» f||nsere werten Loser und Freunde werden gebeten, in 4- U allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zoitungsverkaufs- X v stellen usw., sowohl in Groß-Berlin als auch im Reich und im Ausland, ausdrücklich den V „VORWÄRTS"! zu verlangen. Das Parteiinteresse fordert, Uberall fUr y die Parteipresse zu werben und das Auslegen des V Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der„Vorwärts" an Kiosken, Bahn- � hofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so z- wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar V „VORWÄRTS"-VERLAG| Berlin SW 68, Lindenstr. 3/ Fernspr. Dönhoff 292-297-> !-4-4-4�-4-4-4-4-4--!-4-4'-i-4-4-F-!-4--!-4-4-4-'t''I'-l1•!''I'-1-4-4- 4--l--l--l--l- 4— F dori wurden der Kasse durch Selbstabgalie erspart bei künstlichen Gliedern, Stützapparaten, Plattsußeiniogen 22 799 M.(gleich 27,6 Proz.s, bei Brillen 13147 M.(gleich 28.7 Proz.). In Stettin betrugen bei der Zlllgemeinen Ortslronkcnkasse in 1926 die Aus- gaben für die Selbsrabgabestelle 31 829 M. An die Apotheker hätten 57 674 M. gezahlt werden müssen, so daß die Kasse 23 843 M.(gleich 43 Proz.) gespart hat. Für die Braunschweigcr Kasse kosteten im Selbsteinkauf(in Klammern die Preise des freien Handels) z. B. Platzfußcinlagen 1.16 M.(3 M.). ein Meier Mull 23 Pi.(73 Vf.). «ine Mullbinde 9 Pf.(36 Pi.). 50 Gramm Watte 18 Pf.<46 Pf.), ein Fingerline 16 Pf.(56 Pf.), ein Irrigator 86 Pf.(2 M.). ein Bruchband 2 M.(4 M.). Kic Allgemeine Ortskrankenkasse Gräfen- thal zahlte im-selbsteinkauf(in Klammern die Preise des freien Handels) z. B. für Leberiranemulsion 85 Pf.(2,30 M.), ein Bruchband 2 M.(6 M.), ein doppelseitiges Bruchband 3.56 M.(8 M.), ein Spezialb ruchband 12 M.(43 M.). Bei solchen Preisunterschieden ist es begreiflick, daß die Krankenkassen die Selbstabgabe vorziehen, wo es möglich ist. Die Mehrausgaben, die ihnen der P r o f i t des freien Handels auferlegt, müssen durch höhere Mit- gliederbeiträg« ausgebracht werden. Eröffnnnq des Freibades Grünau am 15. Mai. Das Freibad Grünau wird am 15. Mai nach� gründlicher Renovierung seine Pforten eröffnen. Di« S t r a n d f l ä ch e ist gereinigt und mit frischem weißen Sand« neu ge- schüttet worden, den man aus dem Langen See ausgebaggert und mit besonders konstruierten Maschinen gereinigt hatte. Die Bagger- und Aufschüttungsarbciten begannen bereits im Herbst vorigen Jahres. An einigen Stellen des Strandes liegt der Sand einen Meter hock). Das Bad hat ein Gesamtfassungsvermögcn von 7666 Personen.___ Der hauplausschuß für Arbrilcrwohlfahrt e. V.. Berlin EW. 61, Dellc-Alliance-Plag 8, veranstaltet um 26. und 31. Mai in Kiel im großen Saal des Gewerkschaftshauses«ine Tagung. In der öffentlichen Tagung am 36. Mai werden Zeitfragcn der Iugendwohlfahrt behandelt, und zwar:„Grenzen der Fa- milienfürlorge in der Jugendfürsorge",„Fürsorge für fchulenilassene Jugendliche, unter besonderer Berücksichtigung der Hilfe für jugcnd- liche Erwerbslose". Referent Genosse Friedländer- Berlin. Ferner„Iugendwohlfahrt und sozialistische Weltanschauung". Re- serent Genosse H e i m e r i ch-Kiel. In der geschlossenen Tagung am 31. Mai wird Genossin Buchrucker-Berlin über„Weg und Ziel der Arbeiterwohlsahrt" sprechen. Die Tagung beginnt Sonntag (29. Mai 1927) mit einem Begrüßungsabend. Den Teilnehmern an der Tagung wird außerdem Geleoenbeit gebaten, verschiedene Für- sorgeeinrichiungen in Kiel zu besichtigen. Zimmerbe- stellungen sind an das Lokalkomitee in Kiel, z. H. des Genossen Otto Eggerstedt, Legienstr. 22, zu richten. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Nächste Theatervorstellung am Sonntag, dem 8. Mai. nachmittags 3 Uhr, im h c a t e r am B ü l o w p l a tz. Aufgerührt wird„Traumipiel", ein Mysterium von Strindberg. Erste Beietzung. großes Orchester. Breis der Karte einschließlich Kleiderablage und Theaterzeucl 1,26 M. Karlen sind noch im Theater zu haben. Ätnijbtrff. zeitung-komiM!-»! Wichtige Sikuno am Dierrtag. IN Mai. 8 Ubr, in der Juristischen Sprechstunde. Lmdenstr. 3. 6. strc!» IN. Mal. 8 Utir. IN»er„luriiiiiaiea 7. fttcl» Skarlottcnburg. Wontag, 9. Mai. 7U Uhr. Sitzung des erweiterten üreisvorstandcs im Zimmer 1 drs Rathauses.— Achtung, Maiseteraus. fchu}! Sitzung am Tiensiag, 19. Mai, 8 Uhr, im Jugendheim Rosinen. ». s'tcis Wilmersdorf-«rbcitcrwohlsahrt: Dienstag. 10. Mai, 7 ZZ Uhr, bei Kroch,. Lottlstnische Str.«9. L-rs-mmlu-m der partc>g:noii>s-�n Wohl. sadrtspfleqer.Kommisiionsvarsteher und Mltgliedei) und Heiser der Ar- beiterwodifahrt. Vortrag:„Die Aufgaben des Wohlfahrtspflegers." Rc,e. rentin Walpurga Eeyger. A. 01.... 13. ftrcifl Tempclbof. fleitungskovWnssion taat am Montag, S. Mal, 8� uljr, in der.Lwde", Wacher- Ecke yrirdrich-�arl-Strav«...... 1». Kre!«' Köpenick. Montag, 9. Mai, findet keine Kre.svorstandssitzuna statt. 17.«reis«icht.nb.fi,. Montag. 9 Mai. 7 Uhr. Sunktionärntzung« am', Schrcibcrhauer Ll.iai;:. Uortrag:„Dr-nz-n der Bevöllcrungspolitlk. Referent Stodtai chcorg 19. Kreis Panlow. Montag, 9. Mai, 7i4 Uhr, Bei Meier, Sörtifches tz pell, Panlow, Breite Str. 14, Krdisdeleglert-nversammlung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. 29. Kreis ReiniSrndorf. Arbcitcri-ohlfahrt« Dienstag. 10. Mai, �"Hr. in Reinickendorf. Raihaus. Sitzungssaal, Sitzung. Vortrag des Senosien Hecht. Sämtliche Wohlfahrttpflcgcr und-pflegermnen mstssen anwesend sein. ZNorgen. Nkonlag. S. Mai: >2.*M.''0T'.C Uhr bei Schmidt. Wiclesflr. 17. Funktnfnärsitzung. 13. Abt. 7'„ Uhr bei Bfssel, Bremer Str. 48. tztintttonäriitzung. ,4. Abt. 8 Uhr bei Laurtzen, Purbusscr Str. 11. Suickju-uarntzun� 15. Abt. T'-i Uhr bei Obiglo. Stralsundcr Str. II. EttzlNg sämtlicher Partei- sunkiionäre mit den Betriebsvertrauenslruten. 16.«dt. 7'Z Uhr bei Karl Kinzel, Uiedomstr. 22. Fnnlt«»Ersitzung. 17. Abt. 7z>. Uhr bei Dose. Rordhasen S. Funktionärsitzung. 18. Ab». 7'" Uhr bei Milller. Uierstr. 12, Sitzung sämtlicher FunktionSre. 19.«dt. 7>: Uhr bei Schrepel, Srllnthalcr Str. 13, FuulttorUrsitzung. 21. Abt. m Uhr hei Kroll. Utrcchtcr Str. 21. Funkt. onärsitzuiig.—«cht»»,,, «rtcltcfwehlfehrt! Montag von 6-7 Uhr Akienau-g-be bei Seoll, Utrcchtcr �kca�c 21 23. Abt. 7'�'u?,r bei Grunwaldt, Kameruner Str. 19. FunktionSpsitzung 24. Abt. 7Ü Uhr bei Kohler. Sreisswaldcr Str. 80k. s»we.z«rhiju»chcn. 26. 8b«.� llhr�bei Pllttner, schwcdicr Str. 2Z. Sitzung sämtliche» Funk. tioniire. Sewerkschasts- und Parteimitgliedsbllcher sind zur Kontrolle mit. 39. ttbtTl�'Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funklionitr. 46. Abt."� 7zz Uhr bei«eusner, Hagelbergcr Str. 20», wichtige Sitzung fäjnl- licher Zunklionärc.______ 41. Abt. 7«J Uhr bei Lipfert, Marien dorser Str. 6, Sitzung sämtlicher Funktionär«.,.„.....„. 42. Abt. 7>4 Uhr bei Wiersdorfs, Urbanstr. 6. wichtige Funkt lonärsitzung. 43. Abt. 7t, Uhr bei Krstger, Srimmstr. I, Sitzung sämtlicher Funktionäre. Jeder Vczirl muß ocrtrcten sein.. � 44. Abt. l'A Uhr bei Ciraid. Skaiitzer Str. 126, Funktlonärsitzung.. 46. Abt. 7», Uhr bei Sick, hol,. Euornftr. 23. Funltionärsitzung. erscheinen svmtlickei Fi nktlonäre ist Pklickt.„ �..... Reutill». 91. Abt. 71, Ubr bei Mischke. Mstnchcner Str. 23. Funktionär- sitzung. Srickeinen ist Pflicht.-»4. Abt.''i Uhr bei Sckröder. Stein. metzsir..62, ckunkt'onärsitzung. Ericheinen ist Pflicht.— 98. Abt. 7% Ubr bei Trick. Nnesebecksir. 130. Fnnktionärsitzung Jeder Bezirk mutz per- Irrten sein.., 101. Abt. Teevtow. 7 Uhr in der Spedition«Zrartzstr. 60 P-rstandsiitzung m.t fämtlicken Bczirkssllhrern. � 103. Abt. Oä-richdr-weide. 8 Uhr bei Imberg, Wilhelminenhofftr. 34. Funk. tionärsttzung. 137. Abt. Reinickeadors. West. 7>Z Uhr im Bolkshau-, Scharnweberftr. 114, gunktloilärsitzung. Sämtlichc Funktionäre mstsien unbedingt erscheinen. Mitglicdcroersamm fius der Partei. Au-tzcfchlossen. Der Londtcisisabtzeordnete Molk Decker nus Stettin ist durch Beschluß des Bszirksvorsiondes Pommern sienzäß § W des Orgonisntionsstatutes wetzen porteischäditzenden Berhalienz aus der Pnriei o u s tz e l ch! o s s e n. Gleichzeitig wurde er auf- geforderi, sein Landtagsmandat niederzulegen. Decker ist dieser Aussorderung nicht nachgekommen. Ter Borsiand der preußischen Landtagssraktion ersucht uns daher mitzuteilen. daß Decker mit der sozialdemokratischen Fraktion im Preußischen Landtage keine Gemeinschaft mehr hat. parteinachrkchten ibiniendungeu sür dies« Rubrik sind Berlin SW 68, Lindeuitrabe 3. für Groß-Se?!in Net» an da» Bezirisletretariat 1. Hot. 3 Trep. recht», zu richten 1.«re!» Mitte. 2. Kreis Ziergarten. Arbeiterwohlsahrt: Dien, sag, 10. Mai. nachmittags Uhr, Besichtigung de» Erziehungsheims Lindenhof. Treff, Punkt tue Kreis Mitte: Eingang de» Keimes. Fahlvirbindung: Linien 89, 69, Stadibahn Lichtenberg. Friedriihsfrlde. Treffpunkt sstr Krei» Zier- garten: Mittag» 12 Uhr Kleiner Tiergarten, am Kriegerdenkmal. 6. Krei» Fricbrich»hai». Montag, 9. Mai, 7 Uhr. in Schmidt» Gesellsckaslshaus. Frnchtsir. 36». Kreissunktionärversammlung. Vortrag: „Die Personalroliiik im Reich lind in Preutzen." Referent Willi Stein- köpf, M. d. R. Freie Anssprachc Kreisangelegenheiten. Um pilnkt- lich'Z und zahlreiches Erscheinen sämtlicher Funktionäre des Kreises wird gebeten. Dienstag. 40. Mai: 22. Abt. 8 Uhr bei Radzan. Brstsseler Str. 43. Funttionärsitzung. 86. Abt. Tempelhos. 2. urd 6. Vezirt: Zahlabend 7'b Uhr bei Vuie, Werder- Ecke Kai''er.W>il>eIm.Stratzc. Vortrag:„Der Parteitag in Kiel." Referent Gnstao Flihs. Alle Eenofstnncn und Genossen werden gebeten, recht zahl- reich zu erscheine». Millwoch. 11. Mai: 3. Abt. 7>< Uhr im Saal l de» Gewerkschaftshauses, Engeluser 24,25. Mit- aliederversammluug. Portraa:„Kirche, Schule und Sozialdemokratie." Referent Wilhelm Micthkr. Die Bezirksillheer sind vervilichiet.«Atzuladen. 9. Abt. 7>� Uhr im A-tushof. Pcrlebcraer Str. 29, Mit-lied-roerlammlung. Vortrag:„Die innen, und outzenpolitiscke Lage. Referent Kurt Heinig. M. d, R. Die Bezirk, führet werden dringend gebeten, zu diefee Ver. sammiung bestimmt r'nzuladen. Sympathisierende und„Bortvärto�.Leser sind herzlichst, eineeläden. 53. Abt. Etarlatirnbnrg..7tZ Uhr bei Braun. Rruchlinstr. 1. Witalieder. veriawmlung. Vorirog:„Das roie Wien." Referent Otto Meier, M. d. L. Erscheinen sämtlicher Genossinnen und Genossen ist Pflicht. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr im Bahnhoisrestauvant Grunewald Mitglieder. oersammlung. Vortrag:„Autzenpolitik und Sozialdemokratie." Iicserent Bernhard Krüger. Die Bezirkssührer werden gebeten, zu dieser Der- sammlung bestimmt einzuladen. Sichwalde. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Ratskeiler. Erscheinen aller Ge. nassen ist notwendig. -i> 8. Abt. Die Funktionärpersammluna am Dienstag fällt au» wegen der Frei. denkerveriammlung isti den 2. Kreis. Alle Genossen, die beim Feuer. beftaitunasvcrein der Freidenker Mitglied sind, beteiligen sich an der Versammlung Im Moabltcr Sesellschastshau», Wlrlefstraße. Jungsozialisten. Gruppe Laakwitz: Montag, 9. Mai, 8 Uhr. Literaiurabend.„Waebeth" mitbringen.— Gruppe Reiniaruborf Oft: Montag, 9. Mai, 8 Uhr, im Jugend- heim Seebad. Reiuickcndorf.Ost. Residenzftr. 49. Mitgliederversammlung.— Gruppe Ziergarten: Dienstag. 10. Mai, 8 Uhr, bei Trilmper, Flensburgrr Stratze Z�Diskussioneabend. Die Genossinnen und Genossen werden dringend gevri:n, sHvllzLhlig'zu erscheinen. Araucnvcranstallungen. ». Krei» Kreuzberg. Dienstag, U>. Mai. Uhr, bei Rabe. Fichtestr. 29, Arei,frauenabend. Vortrag:„Die Frauenarbeit im Pariaineni." Refe. r-ntin Helen« Schmitz, M. d. L. Heitere Parträae der Ardeiterjugend. Die Ab!e!lung»Icilrrinnen lod-n dazu ein. Gäste sind herzlichst willkommen. 44. Abt. Die Genossinnen beteiligen sich restlos am Kreissrauenabend am Dienstag. 1«. Mai, 7� Uhr. bei Rade. Fichtestr. 29. 46. Abt. Die Genossinnen beteiligen sich an dem Kleisfrauenabend am Dien». lag. 10. Mai, 7zz Uhr, bei Rabe. Fichtestr. 29. 74. Abt. Zehlendors. Dtenstag. 10. Mai, vormittag, pünktlich um 1054 Uhr, Adfahri.zur Besichtigung der konsumgenosscnschastlichen Betriebe nach der Ritiernntstratze In Lichtenberg.' 6t. Abt. Friedenau. Montag, 9. Mai. 8 Uhr. bei Klabe. Hanbierystr. 60 61, §raue ii abend. Vortroa: ,.?ack London." Vortragender Heinz Barchel. iir erwarten zahlreichste Beteiligung. Die Iugendgenossen sind ebenfall» eingeladen. Arbeitsgemeinfchoft d?r kinderfreunde. Kreis Renkälsai Unsere Seiferoersammlung findet am Montag, 9. Mai. 7',i Uhr, in dcb Baracke Ganghoserstratze statt. Wetterbericht der öfsenINchen wetterdienststcll« für Berlin und Umgegend stzlnchdr.»erb.l Trocken und beiler. Temveiaturen am Tage ein mei'ig tiirdrigcr. nachlZ sehr fühl. Ccflliche Winde.— Zür veusschland: Im Züd- iveilen irciterhin lehr warm, sonst oerhältitiSmäziz lühl. Ucberall trocken und vorübergehend heiler. UNMM» fuCradreif. ers FRANKFURT AM MAIN INTERNATIONALE AUSSTELLUNG: „MUSIK IM LEBEN DER VOLKER" SOMMER DER MUSIK: Richard-Wagner-Woche-Veranstaltungen fUr evangelische, katholische und judische Musik/ Musikfest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik/ Woche:„Jugend- und Volksmusik"/ Internationales Arbeiter-Musikfest/ Richard- StrauS- Festspiele/ Zahlreiche Konzerte berühmter deutscher und ausländischer Orchester und Chöre, Jazz-Neger-Musik usw. iiümiiiinMnmmimimiiinmniniiiiiiiiiiminnmmiimii AüSkUnftO I nnfmr.iiiiniiiininiiinmniiiiiiimmmiimmmnnniniHii Ausstellungsleitung Haus Qffenbach, Platz der Republik Sozkalkftlsthe flrbektersugenö Groß-Serlkn. heuke, Sonntag. S. Mai: JtooBlt I»ab H: Neues Jugendheim, Lehrter Etr. 18/1g. Heimabend s Uhr. � Sch-o-berg 1- Heim Hauvtstr. 1Z. Heimabend.— Tempelhof-Rarienbori: Heim Ecrmaniastr. 4/S. Ausspracheabend.- Wanasce: Schule Charlotten. strafe. Lpielabenb. Morgen, Montag, 9. Mai, abends Uhr: Siagkrcis anb Zastruweataliftsa: Ucbungsabcnb im Jugendheim Linden, strahe 3. Werbcbezirl Pankow: Werbebezirlsdcleaiertenversemmlung Görschstr. 14. Moabit 1: Schule Waldenscrstr. 20.„Körperliche Erziehung."— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18/19..Der 1. Mai."-«ottbusscr Tor: Heim Neichenberaer Strage 68„Faschismus."— Friedenau: Schule Ofienbacher Str. s»„China." -- Schouebcrg AI: Heim Hauptstr. 1Z..Unser Wandern."— Westen l: Heim Hauptstr 15. Mitgliederversammlung.— Charlottenburg-Nord: Schule Wieb«. slrase Ecke Neues User.„Die Iugendschuhsorderiingen." Johannisthal: Nathaus. Rezitationsabend.— Hohenschönhausen: Heim Freicnwalder Str. 5 6. .Tagespolitik. Sport. Rennen zu Hoppegarlen am Sonnabend, dem 7. Mai. 1 Rennen. 1. Mulalte(Söblte). 2. Limanova sRasenkranzl Z. Ecbatana(Höllemi Toto: 23:10. Platz: 13, 21, 18:10. Ferner liefet:: Goldaima, gsco, Galondrina, Panne, Der Rvrd, Prachtrole ZSctlerwart. 2. Rennen. 1. Fstrstenbrauch(G. Ianel). 2. Patrizier(Ludtvig). 3. PalamcdcS tO. Schmidt). Tota: 127:10. Platz: 21. 13, 13:10. Ferner liesen: Detritus, Cflonbt, Dorn II, Ca, aVach, Dalada. 3. Rennen. 1. TominituS iAIberS), 2. Katzuziner(HahneS). 3. Original(Parga). Toto: 23:10. Platz: 18. 21:10 Ferner liefen: Lichtstrahl II, Marler, Patriotin. 4. Renne n. 1. Mah?ong(Parga), 2, ZluSvund(D. Schmidt), S. Sfitva iSinjenj). Toto: 13:10. Platz: 11, 11:10. Ferner lies: Intrigant. 5. R e n n e n t. Olympier(O. Schmidt), 2. Siolzensel«(Blume), 3, Frohsinn(HayneS). Toto: 36:10. Platz: 16. 19, 20:10. Ferner liesen: Wack bolder, Rheinwem, Palü, Hödur, 6. 31 c n n e ti. 1. Abteilung: 1. Trajan(Parqa). 2. Fenja (Hugurniu), 3. Fadda anderen Bezirken bestimmen die Vezirksssthrer ähnlich.— Prenzlauer»rrg! Uameradscholt Heinrich Wurr Mo., d. 9., 8 Uhr, Persammlung bei Baronsli, Pasteurstr. 6.— Dienstag, 10. Mai: Prenzlauer Berg: Kamerad slhait Sene- scldrr.Piotz 8 Uhr Versammlung bei Buttner, Echwedter Straße. Lichtenberg: Pslichtautrrt-N 7 Uhr bei Schwarz. Friedrichsseldr, Eaprivi-Alle« 42, mit Musil und Fahnen. Krcuzbrrg: Kameraden, die bereits am Tage vor Himmelfahrt nach Eberswalde fahren wollen, mrlden(ich umgehend bei ihrem Abteilung:. bzw. Iungmannschaftsssthrer wegen Quartirrmeidung.- Schönebrrg.Friebenaa: Achtung, Kameraden! Der Turnabend ist verlegt aus jeden Donnerstag in der Woche. Nächster Turnabend Do., d. 12. Sternal»ad„Toancnstcruhanfea". Der Bund der Sternsreunde oer. anstaltet einen Lsfentlichen unentgeltlichen Vortrag von Robert Hcnscling Uber dieses Thema Donnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, im Künftlerhaus, Bellevuestr. 8. Die Singstunden des Vratorieuverein» finden vom 10. Mai ab regelmäßig Dienstags 8—10 in der Aula des Askanischen Gymnasiums, Hallesche Str. 25, statt. Musikalische Damen und Herren mit Notenkenntnis willkommen. An. Meldung in den Singstunden. MssliofflsdüHiieint Breihtgadcer --------------------- in Thüringen--------------------- Viermonat!. Kurse, abwechselnd Männer- und Frauenkurse für 20— 30 jährige, ohne besondere Vorbildung. Volkswirtschaft, Politik, Recht, Weltansch. Fragen, Kunst, Elternpädagogik auf Grund von Schülerfragen behandelt Preis für Unterricht, Wohnung, Heizung, Licht, Kost pro Kurs 40 Tagelöhne, Mindestpreis 100 M. Erwerbslose können Weiterrahlung beantragen. Kursbeginn für Männer 15. August für Frauen 1. März 1928. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, S. Mai: Vorm. 9: Morgenfeier. 11.30—12.30; Vormitligsunterhaltung. Nachm. 2.30; Stande des Briefmarkensammlers. 3; Die landwirtschaftliche Verwertung städtischer Abwässer. 3.30: Märchen. 4.30— 6: Kapelle Gebrüder Steiner. 7.05: Wcltkultarei! im Spiegel ihrer poetischen Formen. 7.30: Unpolitisches aus aller Welt. 7.55: Tierleben im Schiff. 8.30: Populäres Orchesterkonzert. 10.30-12.30; Tanzmusik. Montag, 9. Mal: Nachm. 3.30: Die Frau im modernen Staat. 4: Die ersten Vorkämpfer des Esperanto. 4J0: Novellen. 5—€: Kammermusik. 6.30: Der Arbeiter im chemischen QroBbetrieb. 7.06: Berliner Baukunst der letzten zehn Jahre. 7.30: Wissen snertes Aber die verschiedenen Arten der Malerei. 7.88: Versessene Dichter. 8.30: Hauptmanns leidende Helden. 9.30; Das Lied. Dienstag, 10. Mai: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Stunde mit Büchern. 4.30—6: Kapelle Gerhard Hoüraanu. 6.30; Die heutige Lage der Kaufmannsgehilfen. 7.05: Zur Einführung der 24-Stunden-Zeit. 7.30: Krankenversicherung. 8.30:„Die Medaille.*4 Komödie von Ludwig Thoma. Mittwoch, II. Mai: Nachm. 1.30— 2: Glockenspiel der Parochialkirche. 3.30: Frühjahrsgemüse und vegetarische Lebensweise. 4: Aus dem Liebesleben der Vögel. 4.30: Jogendbühnc. 5— 6: Dr. Becces Kammer-Orchester. 7.05: Gesundheitsstörungen infolge mangelhafter Zahn- und Mundpflege. 7.30; Rechtsfragen des Tages. 8: Sokrates, der Denker. 9: Orchesterkonzert. 10�0—11.30: Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 12. Mai: Nichm. 12.30; Die Viertelstunde für den Landvirt. 4: Was man vom Berliner Aquarium tewöhniieh nicht rreiS. 4.30—6: Kapelle Emst Roisz. 6.20: Zuerst verwirrt Christoph Pfändner in seinem Dortrag„Die Versorgung der Kriegsbeschädigten" die chörer mit einer Unmenge von Dahlen und statistischem Material. Diese Zahlen sprechen beredt für die mangelhafte Versorgung der Beschädigten, aber sie vermitteln dem chörer, der sie nicht aufgezeichnet sieht, kein klares Bild. Erst am Schluß seine Ausführungen betont Pfändner, daß eine Erhöhung der Renten unbedingt notwendig ist und daß alle durch Erlöschung von Renten im Staatshaushalt frei gewordenen Beträge zur Erhöhung der Renten verwendet werden sollten. Otto ch o e tz s ch, Professor an der Berliner Universität und deutfchnalionales Mitglied des Reichstages erörtert, ohne in Parteilichkeit zu verfallen, die Kultur- interefsen Deutschlands in Sowjetrußland. Er schildert di« Kon- stitution der deutschen Wolgarepublik und betont, daß ihre Bewohner vollkommene Freiheit in Sprache und Gebräuchen genießen. Unter dem Titel„F u h r e r w a h l in der Politik" erwartet man mehr als Dr. T i ch a u c r gibt, hauptsächlich b?schästigt sich der Bor- tragende mit der Zusamniensetzung politischer Parteien, Er spricht von dem Wahlapparat und vom Abstimmungsverfahren im Reichs- tag. Aber das eigentliche Führerproblem in der Politik, was be- sonders in der Demokratie von größter Bedeutung ist, erwähnt er nicht. Dagegen spricht er eingehender über Führer der Wirtschaft und der Kultur. Analog dem wirtschaftlichen Rätesystem schlägt er «ine ähnliche Führerauslese aus kulturellem Gebiet vor. Dos lustige Wochenende gestaltet sich diesmal mit Hertha Felden, Tilly Feiner und Apel Gepperf tatsächlich lustig. Kein sentimentales Chanson störte das Programm. Wisseusthaftlich.Homcnitära» Komitee E. v. Sonntog. 15. Mal, vormittags 11 Uhr, Stadthallc Klosterstroßc aus Anlaß des drelßigiährigen Bestehens öffentliches Meeting. Redner: Pfarrer Bieter, Dr. Kurt Hiller, Sanitätsrat Dr. Magnus H'r' Hfrlh, Stadiarzt Dr. Mar Hodann, Dr. Alfred Kerr und Dr. Helene Stocker. Shema:„Die homoserurlle Frage." Eintritt 80 Pf. Berliner Verein für Ervdcitsiurzschrist E. B. Uebungen jeden Mittwoch 148—1510 Uhr Friedkich.Wilhelm.Enmnasium, Kochstr. 18. Vereinsheim:„Wii- helmshot", Anhaltstr. 12. Zkden Donnerstag 8—10 Uhr in der Knabenmittel. schule zu Lichtenberg, Marklstr, 1012. Weltjngendligo. Uebcr Korea und leinen Unabhänglgkcitskamps gegen den sapanilchen ZmpenaUsmus spricht Dr. Äolu Li aus Einladung der Weltjugcnd. liga(Ortsoerband Berlin) am Dienstag. 10. Mai, 8 Uhr, im Solzalwissen, schaitlichen Klub, Wilhelmstr. 48 III. Gaste sind willkommen. Ei»« lehenswerte Fusawmcnstcllusg von Ballon, und Sartenmödel» zeigt die Firma Wertheim im obersten Stockwerk ihre» Hauses am Leipziger Platz. Alls Arten Weiden.. Rohr.. Holz, und Eisenmöbcl, mit denen wir jetzt unsere Balkons und Gärten ausstatten, sind zurzeit dort in einer großen Auswahl ausgestellt. Man ist ersiaunt, was die deutsche Industrie auch aus diesem Gebiet leistet und wie man siir wenig Geld sein Heim wohnlich gestalten kann. Audi die drei Zweiggeschäst: dieser Firma in der König», Rosenthaler Straße und am Moritzplatz bringen die gleichen Angebote in diesem Artikel. Ein in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangender Prospekt Uber Balkon, und Garten. Möbel wird aus Wunsch lostenlos zugesandt. Neuzeitliche Metailforsehung, 6.45: Der Mensch In der Volkswirtschaft. 7.30: Uebertrafunr aus der Städtischen Oper Cliariottenburg..Hoffmar.ns Er- zähiunzen". Phantastische Oper von Odenbach. 10.30—12.30: Tanzmusik. Freitag, 13. Mai: Nachm. 3.30: Die Mitarbeit der Frau an der Gestaltung der Wohnung. 4: Sportschau des Monats. 4.30: Novelle von Kyser. 5—6: Bulgarische Musik. 6.20: Das Rätsel des menschlichen Gewissens. 6.50: Die Geburtsstunde der Funktelcgraphie vor 30 Jahren. 7.15: Theater und Schauspieler. 7.45: Vom deutschen Wesen. 8.30: Orchestermusik. 10.30-11.30: Nachtkonzert, Sonnabend, 14. Mai: Vorm. II: Eröffnungsfeier der Deutschen Theater-Ausstelluns. Magdeburg 1927. Nachm. 3.30—6: Uebertragung des Nachmittagskonzertes der Deutschen Theater-Ausstellung, Magdeburg 1927. 6.30; Unsere Gartenrosen. 7.03: Spanisch. 7.30: Methoden der Politik. 7.35: Klinstier und Publikum im Wandel der Zeiten. 8.30: Lustiges Wochenende. 10.30—12.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 8. Mal: Vorm. ab 9: Uebertragung ans Berlin. Montag, 9. Mai: Nachm. 4: Verkehrserziehung der Jugend. 4.30: Erzichungsberatung. 5; Georg Brandes. Dr. Mahrholz. 6: Wasserwanderungen in Brandenburg. 6.20. Englisch für Anfänger. 6.55: Neuere Buchhaltungsformen mit Einschluß der maschinellen. 7.20; Die SchSdlingsbekÄmpfung im Obsthan. Ab 8.30: Ucfccr- fragong ans Berlin. Dienstag, 10. Mai: Nachm. 4: Die Behandlung mundartlicher Dichtungen im Unterricht. 4.30: Weibliche landwirtschaftliche Berufe. 5: Was ist an der Astrologie, 6: Kampf ums Recht nr.d Rechtsfriedensgedanken. 6.30: Spanisch für Anfänger. 6.55: Zum Gedenken des Religionsphilosonhen Sörcn Kierkegaard. 7.20: Die Deutsche Thcatcr-Aussiellung in Magdeburg 1927. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 11. Mai: Nachm. 4: Das Spiel, sein Wesen nud seine Bedeutung. 4.30: Englisch für Fortgeschrittene. 5: Der deutsche Impressionismus. 5.30: Vom Singspiel zur Operette: die englischen und französischen Einflüsse. 6: Technischer Lehrgang für Facharbeiter, Flächen und Raumrechnung. 6.30: Englisch für Anfänger. 6.55: Die Prcduktlonsprobleme der Elsenindustrie in Europa. Dr. Reichert. 7.20: Die Kultur Europas im Zeitalter der Renaissance und Rcformatiqn. Ab 8.30: Uebertragung aus Hamburg. Donnerstag, 12. Mai: Nachm. 4: Männliche landwirtschaftliche Berufe. 4.30: Aus dem Zcntral- insiitut für Erziehung und Unterricht. 5: Weltpolitische Stunde. Müller- Jabusch. 5.30; August Strindfcerg, seine Weltanschauung und seine Kunst. Prof. Dr. Liebert. 6; Das Problem det Sendcsplelbfllmc und seine Lösung. 6.30: Spanisch für Fortgeschrittene, 6.55: Das deutsche Kunstlied bis Schubert. Ab 7.30: Uebertragung ans Berlin. Freitag. 13. Mai; Nachm. 4: Vcrbllligung des Sommeranfciiihaltes tiir Kranke und Erhulungs- bedürftige. 4.30; Die Kunst des Sprechens. 5: Afghanistan. 6; Die technischen Fragen der Deutschen Luftfahrt. 6.30: Englisch für Fortgeschrittene. 6.55; Moral und Wirtschaft. 7.20; Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc. Ah 5.30: Uebertragung aus Berlin. Scnnabcnd, 14. Mai: Nachm. 4: Aus der Kunstabtei lim c des Zcmralinstituts. 4.30: Das Neueste aus der pädagogischen Zeitschriftcnliteratur. 5: Das Werden des deutschen Beamtentums. 5.30; Der Arbeiter iu der Sozialversicherung. 6: Technischer Lehrgang für Facharbeiter. Rechnerische und mathematische Grundlagen. 6.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 6.55: Kulturbildcr aus der Geschichte der Musik. Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Briefkasten der Redaktion. Hagnau. Ja.—»q. 165. 1. Ja. 2. Sie mUsten die Räumungsklage erheben.— P. H. Rr. 31.52. Setzen Sie sich mit der Baupolizeibkhvrde oder dem Polizeirevier in Verbindung. Der Eigentümer ist für den Schaden verantwortlich. wenn ihn ein Verschulden trisit. Db dies der Fall ist, können wir vor hier aus nicht beurteilen.— S. RS. 1. Eine bestimmte Kasse können wir nicht empfehlen. 2. Wenn der Witwe keine Rente zusteht, so kann sie auch nicht die sozial« Zulage verlangen. Es kommt nur die allgemeine Fürsorge in Bkirachi. — G. F. 30. 1. und 2. 33 Proz. des Wertzuwachses. 3. Gerichts- und Notariatsgebühren sowie Stempelkosten. 4. 2700 Reichsmark, DIE: AUSSTELLUNG DES JAHRES 1927 INJ DEUTSCHE M GARTEN BAU U SCHLES- GEWE R B E VERAN STALTET 1 j C VON DEß STADT LI C SE1PTEMBER Braun eckt rahmcngca&hi mit GummJvollabaatE, der beliebte Hcrrcnsthuh Gegrundcf 1867 Aliestes Schuhhaus größlen Urnfanges l Klöppelspitzen u.-Einsätze In mehreren Mustern ca. 6 cm br., Mtr. ca. B cm br. Pf. Meter ca 9 cm' 'Pf. br, Mtr. R.OCksticlCerCioa.l0embr, Olansgarn, Mtr. 25 D �" om �teit, Glananrn C IVUCKMILKCrCl und Blümchen........ Meter/ �Pf. 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Der See mit dm dunklen und hellen Streifen der Wellen lag in großer Unruhe. aber von dem blaßblauen, wolkenlosen Himmel strömte eine unend- liche Stille, und neben dem Boot unter dem Wasser trieben die Spiegelbilder der großen Bäume mit, in einem verschollenen Grün und in ihrem Schwanken wie von lautlosen Träumen geschüttelt. Die verwunschene Landschaft hatte auch die Menschen im Boot stumm gemacht. Schweigend zog die Frau die Ruder wieder an, während sie ihr« schlanken Füße in den braunen Sandalen kräftig von sich stemmte. Ihre festen gebräunten Hände freuten sich ihrer Gewalt über das Boot, das immer schneller hinglitt; ober in ihrem Gesicht, das wohl in seiner feste, Klarheit den Händen glich, wieder. holte sich diese kindliche Freude nicht, und obwohl sie schwieg, schienen sich hinter ihren Lippen unaufhörlich hartnäckige Worte zu bilden. Auch der Mann am Steuer sprach nicht: aber er schwieg wie einer, der von Worten zu Tode erschöpft ist. Er lag fast reglos, den Kopf auf den einen gebogenen Arm wie auf ein Kissen gestützt und sah aus halb geschlossenen Augen auf das Wasser. �oß das Boot treiben,' sag>e er plötzlich..Es ist so schön. ohne Ziel zu gleiten.' Die Frau ruderte heftiger, und es sah aus, als rissen sie die Bewegungen des Ruderns zu dem Manne hin und schleuderten sie im nächsten Augenblick wieder von ihm zurück. „Warum treiben?' sagte sie zwischen zwei Stößen.„Wollten wir nicht die Insel erreichen?' „Ich will gar nichts,' rief der Mann.„Ich bin der Stadt für kurze Zeit entronnen, um alles abzuoerfen. um endlich einmal ohne den Zwang der Stunde und die Kralle der Pflicht zu leben. Du aber kannst nicht leben ohne festes Gerüst. Du zirkelst den Tag ab, du stellst Ziele auf. Du hackst Holz aus dem lebendigen Tage!' Die Frau hob die Ruder mit einem Ruck so hoch aus dem Wasser, daß sie wie steile Lanzen in die Luft ragten.„Du bist schwächlich an Körper und Seele. Du begreifft nicht die Lebensfreude, die in heftiger Bewegung liegt. Daß wir um auch hier nicht einmal be- greifen können!' „Meine Lebensfreude ist nur von einer anderen Art,' sagt« der Mann, indem er sich aus seiner liegendm Stellung aufrichtete und die glänzenden Augen groß öffnete.„Ich lasse mich, was du mir als Untreue vorwirfst, von einer neuen Landschaft, von neuen Menschen vollkommen aufsaugen. Ich lasse mich verbrennen bis auf das Skelett, und doch tauche ich verjüngt als anderer Mensch aus dem Erlebnis auf. Du aber bleibst immer dieselbe, dieselbe in deinem blauen Zimmer, dessen Farbe sich niemals ändert, dieselbe hier, un- erschüttert unter dem erschütternden Himmel— Wollen wir die Insel erreichen?' schrie er plötzlich so laut, daß seine Stimme donnernd über den See rollt«.„Nein, unsere gemeinsame Insel werden wir nie erreichen, es sei denn, sie käme selber zu ms herangeschwommen.' Das Boot war inzwischen an das Ufer getrieben worden. Aech- zend sanken die spitzen Halme des Schilfes, als der Kahn einen Weg hineinschnitt. Böses Zischeln brach aus kern grünen Labyrinth, in dem sie wie in einem dichten Netz gefangen lagen. Leise klang die Stimme der Frau, als sie sich vorbeugte.„Ms wir die Stadt verließen, hatten wir nicht beide den Wunsch, uns hier wieder zu finden?' Der Mann schloß die Augen, als könnte er die Frau hinter den geschlossenen Lidern klarer sehen.„Ich glaubte daran. Ich ent» behrte deine verwrene Leidenschaft. Aber ich sehnte mich furcht- barer nach meiner eigenen Liebe zu dir zurück. Ich dachte, von dieser Landschaft müßte sie wie ein Wunder auf uns herabkommen.' „Laß mich aussteigen! Laß mich fortfahren für immer!' sagte die Frau und machte eine Bewegung, als wollte sie an das Land springen. Aber der Mann hielt sie mit seinem eigentümlich giän- zenden Blick zurück, und seit Iahren geübt, las sie alle seine Ge- danken aus diesem glitzernden Spiegel ab. „Du denkst, wir kehren wieder zueinander zurück, weil wir uns schon zweimal vergeblich getrennt haben. Aber was bindet uns denn? Gemeinsame Sorgen, gemeinsamer Kummer! Die Freuden des Lebens trennen uns nur. Dies ist der trübe Rest, den man Ehe nennt. Rein, ich begnüge mich niemals!' Sie stieß die Ruder von sich, daß sie polternd auf den Boden fielen. In diesem Augenblick erscholl wunderbarer Gesang von einem unsichtbaren Boot, das vor der Schilfbucht an ihnen vorüber fuhr. Es klang, als ob aus dem See selber die leidenschaftliche trunken« . Melodie hochstteg und aus unterirdischen Strudeln über das Wasser brauste. Der Mann stand im Boote auf, klein gegen das hohe Schilf, das sein Haar streift«. Leicht schwankte er, als er über die Bretter des Kahnes zu seiner Frau hinüberging. Schweigend setzte er sich neben sie und lehnte seinen Kopf gegen ihre Stirn. So lausch- ten sie unbeweglich dem Gesang, der in wilden Schauern einer Liebesklage die Luft aufwühlle, der herrlichen Unruhe einer Seele über dem schwarz und Silber gefleckten See, und in Erinnerungen zurückgerissen fühlten sie beide das große Gespenst ihrer eigenen Liebe an ihnen vorüber streichen. Allmählich oerhallte der Gesang, leise zerrann er in dem seidigen Wispern des Schilfes. Aber die beiden Menschen im Boot blieben noch lange reglos, die Köpf« lauschend aneinander gelegt. So ruhten sie, Mann und Frau, in flüchttge Träum« gerettet, wie müde Schläfer in einem Sarge._ Ein Jubiläum öes Schreckens. Aus den Zestungen wollen die Nachrichten über Nawr- k-tastrophen nicht mehr verschwinden: ein elementares Ereignis löst in letzter Zell das andere ab. Die verschiedenen Erdbeben, von denen Japan heimgesucht worden ist, die Tornados, die über Amerika dahinrasen, und zuletzt die furchtbar« Ueberschwemmung im Strom- gebiet des Mississippi lassen des Zeitungslescr fast die Meinung auf- kommen, als sei gerade die Gegenwart besonders reich an solchen Katastrophen, die' menschlicher Gegenwehr zu spotten scheinen und im Siegeozug der eMfessellen Elemente ungeheure Opfer an Leben und Wohlstand fordern. Wir sind durch die Häufung solcher Er- «ignisse abgestumpft, s» daß wir kaum noch verhältnismäßig nahe zurückliegender Katastrophen gedenken, die, wie etwa der furchtbare Ausbruch des Bulkans Mont Pelee auf der Antilleninsel St. Mar- sinique vor 25 Jahren, das Entsetzen der ganzen Welt erregt haben. In diesen Tagen ist gerade ein Vierteljahrhundert vergangen, seil die Eruption des Moni Pelee erfolgt«, der ein« ganze Stadt unter Die„Eroberimg" Serlins am S. Mai. Mr grüßen Sk, verehrter Don Quichotte— Seldte! Heul' treten Sie auf Wilhelms Schloßplatz an. Doch wer wie Sie sich höchste Ziele stellte, Der muß auch zeigen, daß er etwas kann. Sie haben viel geprahlt und viel gemeckert von wegen der verseuchten Reichshauptstadt. Mit Ruhm indessen sind Sie nicht bekleckert, well Ihre Weisheit eine Lücke hat. Ganz sicher schmerzt Sie die Erkenntnis tödlich, Die selbst Ihr Unverstand vielleicht entdeckt: wir sind hier nämlich leider ziemlich rötlich, Doch— schwarzweißrötlich sind wir nicht besteckt! Sie wollten nnsern Wasserkopf besiegeu, „Erobern' wollten Sie dies Groß-Berlki! Da Zhre Kerls nicht mal Quartiere kriegen. So müssen schleunigst Sie von dannen ziehn! Sie sprachen von Berlins berohten Beesen Und dünkten sich ein großes Kirchenlicht. Ein solches sind Sie diesmal nicht gewesen: Uns imponieren Flegeleien nicht! Zwar dürfen Sie hier gern mal demonstrieren, Selbst Ihrem Stahlhelm wird das nicht verwehrt. Doch dann sagt Berolina:„Abmarschieren! Kommando: weggetreten! Linksum kehrt!' seinen Trümmern begrub und 30 000 Menschen als Opfer forderte, eine Zahl, die selbst für unsere durch die Erlebnisse der letzten dreizehn Jahre reichlich hochgeschraubten Begriffe ungeheuer anmutet. Die Insel Martinique nimmt im Kranz der Kleinen Antillen eine hervorragende Stellung ein. Sie ist, nächst Guadeloupe, die wichtigste Besitzung der Franzosen in Westindien und hatte, ob- gleich sie nur 988 Quadratkilometer groß ist, schon im Jahre 1888 mehr als 175 000 Einwohner, darunter 10 000 Weiße. Von der Oberfläche der Insel ist mehr als ein Drittel bebaut, ein anderes Drittel wird von Wald und Weide eingenommen, so daß nahezu 70 Proz. des Bodens nutzbar« Fläche darstellen. Die Haupt- beschäftigung der Einwohner ist die Zuckerrohrkultur. Außerdem werden Kaffee, Kakao, Baumwolle, Tabak, karibischer Kohl und Getreide gebaut. Die eigentliche Hauptstadt der Insel ist Fort J)e France; den Mittelpunkt des Handels bildet jedoch St. Pierre. Dies« Stadt, die durch die erwähnte Katastrophe vollständig zerstört wurde, war im Jahre 1665 gegründet worden und zählte über 30 000 Ein- wohner. Mitten durch die Insel ziehen sich ein hohes Felsengebirge, aus dem sich trachytische Vulkane erheben, die dreigipfligen Pitons du Carbet, 1207 Meter, und der Mont Pelee, 1350 Meter hoch. Seinen Krater füllte bis zum Ausbruch der Katastrophe ein kleiner See. Einst erhob sich in jener Gegend, wo heute die Wellen des Atlan- tischen Ozeans und des Karibischen Meeres die Küsten der Antillen bespülen, ein mächtiges Gebirge, das sowohl mit Süd- wie mit Mittelamerita in Verbindung stand. Allmählich senkten sich seine Fundamente in die Tiefe und es trennte sich vom Festland. Seine Hochebenen und Spitzen blieben als Inseln über dem Meeresspiegel stehen: Kuba, Jamaika, Hatti, Portorico, St. Thomas und die im Süden gelegenen Inseln, wie �Curacao, zeigen dieselbe Zusammensetzung wie die Gebirge des Festlandes. Auf dem geschwungenen Boden aber, den die Kleinen Antillen von Portorico bis Venezuela bilden, war die Senkung am tiefsten. Das alte Land verschwand hier völlig in der Tiefe, und auf dieser gewaltigen Druckspalte ent- faltete sich eine heftige vulkanische Tätigkeit. Die Feuerberge türmten neues Land auf, bildeten die Kette der Inseln, die mit St. Christopher im Norden beginnt und mit Grenada im Süden endete. Alle diese Inseln sind vulkanischen Ursprungs; ihre Bergspitzen, sowohl die kegelförmigen Pttons wie die sich sanft abdachenden Mornes, sind erloschene oder doch noch tätige Feuerberge. Alle dies« Inseln zeichnen sich durch große Fruchtbarkeit aus, die tropischen Gewächse gedeihen üppig auf dem zersetzten Lavaboden, aber es ist hier nicht gut wohnen, denn gerade dieser Landstrich ist dem Toben der Elemente ausgesetzt wie wenige auf Erden. Die Feuerberge sind, in erdgeschicht- lichem Sinne gesprochen, junge Vulkane, und jeden Augenblick können e, selbst nach jahrhundertelanger Ruhevause, in Tätigkeit treten. ußerdem aber haben heftige Erdbeben hier schon wiederholt großen Schaden angerichtet. Schon seit den ersten Tagen der Besiedlung— Martinique wurde 1635 besiedelt— haben widrige Naturereignisse, Erdbeben, Springfluten, Stürme und Vulkanausbrüche, die Insel heimgesucht. Ihre Annale« vermelden immer wieder folgenschwere Katastrophen; zum vorletzten Male wurde der Mont Pelee im Jahre 1857 unruhig, aber seitdem blieb er eine ganze Weile still. Um so plötzlicher kam über die Einwohner der Insel das Unglück. Schon in den ersten Tagen des April 1902 begann der Krater Rauch auszustoßen. Zu- nächst schien die Bevölkerung darüber keineswegs beunruhigt: erst in der Nacht vom 2. zum 3. Mai schien der Ausbruch heftiger ge» wovden zu sein; große Mengen Asche wurden ans die benachbarten Felder geschleudert und die Bewohner einiger Ortschaften mußten in die Vorstädte von St. Pierre flüchten. Am Morgen des 5. Mai brach eine Flut Wasser und Schlamm aus dem schlafenden Kratersee, stürzte die Abhänge hinunter und ergoß sich ins Tal der Riviere Blanche. Zwei Zuckerfabriken wurden fortgeschwemmt, die darin arbeitenden Leute überrascht und getötet. Die Schlammasse, die die Gebäude dieser Fabriken bedeckte, war 1000 Meter lang, 200 Meter breit und 10 Meter hoch. Ihr Einströmen ins Meer hatte eine starke Flutbewegung zur Folge, die in St. Pierre eine furchtbare Panik hervorrief. In der Nacht vom 6. zum 7. Mai wütete ein furchtbares Gewitter im Norden der Insel, bei dem alle Bäche aus ihren Ufern traten und mehrere Ortschaften geräumt werden mußten. Währenddessen entstiegen schwor, z« Rauchsäulen dem Vulkan. In angstvoller Stimmung harrte die Bevölkerung des Kommenden, immer noch in der Hoffnung, das Schlimmste werde ihr erspart bleiben. Die Hoffnung war trügerisch. Am 8. Mai, dem Christi Himmelfahrtstag, wurde in den frühen Morgenstunden die unglück- liche Stadt von einer entsetzlichen Katastrophe heimgesucht. Donnerähnliches Grollen drang wie ein unheimlicher Trommel- wirbel stärker und immer betäubender aus dem Innern des Berges; den schwarzen Himmel durchfurchten grelle Blitze, ein blutroter Feuerschein entstieg dem Krater und beleuchtete das dem Untergang geweihte Land. Dann wurde es finstere Nacht. Heiße Asche ent- stieg dem Berg und tötete auf Meilen alles blühende Leben. Dann strömte die Lavamasse aus dem Krater, schlug mit schwindelnder Schnelligkeit auf das Tal hernieder und begrub ganz St. Pierre unter sich. Die Stadt brannte an allen Ecken und Enden, das Meer geriet in Bewegung, auf den Schiffen erhob sich ein Krachen und Bersten, die Masten wurden zerschmettert, die mächtigen Leiber der Fahr» zeuge zertrümmert, die Mannschaften verbrannt. Während die Schiffbrüchigen und Verzweifelten nach Rettung ausspähten, ging ein furchtbarer Regen weihglühender Lava auf die brennende Stadt nieder, Erde und Steine schlugen pfeifend und zischend ins Meer. Da plötzlich zuckte ein heller Blitz über dem Mont Pelee auf und erleuchtete für einen Augenblick seine zerhackten Kanten und Abhänge. Zugleich schlug der Wind um, so daß die traurigen Reste der Schiffs auf der Reede von der Stätte des Unglücks und der Vernichtung fliehen und der erschütterten Menschheit die ersten Hiobsposten zu- tragen tonnten. Die ganze Stadt mit ihrer langen Front und ihren 30 000 Einwohnern war eine einzige Flammenmasse, di« wenigen Schiffe, die noch einigermaßen intakt geblieben waren, versuchten, den Unglücklichen ihren Beistand zu leihen: aber die Rettungsboote, die an der Mfte entlang fuhren, soweit wie es möglich war, fanden kein einziges lebendes Wesen. Die Katastrophe war ganz plötzlich «ingetreten. Zuerst hatte der Vulkan eine große Menge Gas aus- gestoßen, dessen furchtbarer Druck alles niederriß. Dadurch wurden schon die meisten Menschen getötet. Man fand später stehende Menschengruppen, eng aneinandergepreßt, die in dieser Stellung den Tod erlitten hatten, unter den Trümmern der Kathedrale eine Menge mit gefalteten Händen, die während des Betens getötet worden war. Eine Familie versandte eine Todesanzeige, in der sie das Hinscheiden von 32 Familienmitgliedern betrauert«. Von der Verwandtschaft eines reichen Kaufmannes in Fort de France waren sogcr 110 Personen ums Leben gekommen. Auch in anderen Teilen der Insel, die man wegen ihrer Naturschönheiten„das süße Land der Wiederkehr' genannt hat, hatte die Katastrophe ihr furchtbares dem Ausmaß, wk in war. Vtri l vUv>■ l Cl/(■ LJSAlf wie»" v 14 1 Ii| II Zerstörungswerk verübt, wenn auch nicht in d St. Pierre, dem völliger Untergang beschieden Der Ueberzieher. Von Alphonse Croziere. Tüllerich ist das, was man einen richtigen Pechvogel nennt. Nichts glückt ihm. Wie alle abergläubischen Menschen, hat er vor der Zahl 13 eine wahnsinnige Angst, aber er hat auch seinen Grund dazu, denn all sein Unglück ist stets von einer 13 hergekommen. Als er zum erstenmal stahl, war es an einem 13., an einem 13. wurde er von den Richtern abgeurteilt und zu 13 Monaten Gefängnis ver- donnert. Als er seine Strafe abgesessen hatte, brachte er in 13 Tagen den geringen Betrag durch, den er sich mit Tütenkleben verdient hatte. Darauf saß er wieder gänzlich auf dem Trockenen. Da trifft Tüllerich eines Morgens seinen Freund Raffke. „Nanu, was ist denn mit dir los?" „Mit mir," meint Tüllerich etwas verlegen,„ist nicht gerade viel lAs. Ich habe an einem schattigen Ort« eine kleine Kur durchgemacht, um eine weißere Hautfarbe zu bekommen, und jetzt beschäftige ich mich mit Reklaine." „So, mit Reklame!" meint der andere.„Das ist etwas Aus- gezeichnetes. Man sieht, wie die Leute dabei dick und fett werden." „3a, aber wenn man die Reklame als Zetteloerteiler treibt, dann nimmt man eher dabei ab. Was treibst du denn eigentlich?" „Ich? 3ch war beim Theater. Das hättest du sehen sollen. Ein Bombenerfolg, mein Junge! Aber die Baracke ist abgebrannt. Das war der Ruin des Direktors, der nicht versichert war. Und ich war mit einemmal ohne Engagement." „Wo ist das Unglück denn passiert?" „Auf einem Rummelplatz... Irgendwo mußt« ich doch zum erstenmal auftreten." „Hör inal, wenn du ein so guter Komödiant bist..." „Besonders in tragischen Rollen..." „Du, ich Hab eine blendende Idee. Wir führen das Drama auf der Straße in aller Ocffentlichkeit auf. Du spielst den verhungerter. Armen, der vor Erschöpfung umfällt, und ich den müßigen Zuschauer, dem sein trauriges Schicksal zu Herzen geht. Ich veranstalte unter den Herumstehenden«ine Sammlung, übergebe dir das zusammen- gebrachte Geld und führe dich zu einem Bäcker. Dann verlasse ich dich. Ein Bieitelstündchen später trifft man sich in einer Kneipe wieder. Du wirst sehen, daß wir von deiner Kunst sehr gut leben können." Raffte ist begeistert. Er schlägt ein. Und die zwei Freunde fingen in aller Kürze an, ihre erste Bor- stcllung zu geben. Raffke übertraf sich selber. Er machte die Sache wundervoll natürlich. Er hätte in einem richtigen Theater Ehre eingelegt. Die erste Sammlung brachte dreißig Groschen ein. „Siehst du, mein Junge, welch ein Erfolg, welch ein Erfolg!" murmelte Raffke. „Ich trau meinen Augen nicht..." „Was für ein Künstler bin ich doch! Hast du gesehen, wie ich..." „Ich Hab mich beherrschen müssen, um dir nicht Beifall z» klatschen. Du siehst, daß ich deine Leistung anerkenne." Zwölf Tage lang lebten die beiden Freunde von Tüllertchs List. „Es ist gar nicht zu glauben, daß wir schon bei der 9V. Vor- siellung sind," meinte Raffke.„Rechne bloß nach: 8X12." „Und doch stimnit es. Wir werden bald die hundertste feiern." O weh, die beiden Gauner kamen nickst so weit. Als Raffke am Morgen des 13. Tages die Komödie beginnen wollte, bemerkte Tüllerich, daß sie von zwei Gestalten beobachtet wurden, die von dem Stücke sehr wenig erbaut schienen. Tüllerich witterte sofort Beamten in Ztvll. Als er Raffte seine Befürchtungen mittellte, brummte der: „Ein so hübsches Stück! Die Kerle sind imstande, es durchfallen zu lassen!" Sie gingen über die Brücke, um die Aufmerkfamteit der Poli- zisten von sich abzulenken, dann schritten sie zu einer Neuinszenierung. Aber wie aus der Erde hervorgeschossen, stürzten sich da die Agenten auf die beiden Gauner. Das Gericht ließ dann Raffke gegenüber Milde wallen, aber die Strafe für den immer wieder rückfälligen Tüllerich war gesalzen. Er drückte sich mehrere Monate im Gefängnis herum, klebte wieder unzählige Tüten und verließ den Kerker zu Winters Anfang, zu einer Iahrsszell also, wo der Wind die Aernisten, die schäbig ge- kleidet sind, schon recht unsanft anpfeift. Der arme Tüllerich hatte keinen Ueberzieher und klapperte vor Frost. O Wunder, da fällt ihm eines Tages ein Ueberzieher vom Himmel herab. Ein Dienstmädchen klopft den ihres Herrn aus, und er entglellet ihrer Hand. Tüllerich hebt ihn auf und ergreift die Flucht. Niemand ist Zeuge des Vor- falls gewesen. Tüllerich springt in einen Autobus. Er fährt bis zur Endhaltestelle. Als er den Wogen verläßt, ist er wenigstens sicher, daß er sich in dieser Entfernung nicht mehr zu beunruhigen braucht. Er zieht den Ueberzieher an und geht weiter. Mit einem Male jedoch.... welch seltsames Zusammentreffen! Die beiden Agenten in Zivil, die vor mehreren Monaten seinen Geschäftsbetrieb lahmgelegt haben, tauchen vor ihm auf. In Gedanken macht sich Tüllerich über sie lustig. „Ihr möchtet wohl, daß ich was ausfresse, damit ihr mich wieder klappen könnt! Ich kann mich beherrschen!" Plötzlich stürzen die Agenten auf ihn los. „Wir sind doch alle Bekannte, nicht wahr, mein Junge? Also zier' dich nicht und sag uns, wo du den Ueberzieher geklaut hast." „Aber der Ueberzieher gehört doch mir!" „So? Dann komm' mal mit zum„Chef" und beweise dort. daß du wirklich der Besitzer bist." „Das ist zu stark!" brüllt Tüllerich.„Wie soll ich denn beweisen, daß es mein Ueberzieher ist. Soll ich euch vielleicht eine Rechnung vorlogen? Und warum beschuldigt ihr mich, die Kleidungsstücke, die ich trage, gestohlen zu haben? Wenn man da erst einmal anfangen wollte..." „Halt doch bloß die Klappe, alter Schwätzer," unterbricht ihn einer der Agenten.„Wenn du vermeiden wolllest, daß wir dich faßten, dann hättest du dir bloß das Knopfloch anzusehen brauchen. Wir haben den Braten gerochen, weil du unberechtigterweise ein« Auszeichnung trägst." Armer Tüllerich! Sein Pech hatte ihm wiederum einen bösen Streich gespielt. Er war nämlich mtt einem winzigen Bändchen der Ehrenlegion herumspaziert, das seiner Aufmerksamkeft ent- gangen war. lünechtigt« Uebrrtragung doti äenft Levy.) Der Daum unö sein Schicksal. Der Wanderer lernt auf seinen Wegen Bäume kennen, die ihn aus diesem oder jenem Grunde mehr als die übrigen fesseln und deren Schicksal er verfolgt. Da stand eine Eiche im Walde, die hatte in Mannshöhe ein faustgroßes Loch im Stamme. Ein Buntspecht flog da aus und ein. Die Höhlung ging wagerecht in den Stamm und bog sich dann nach unten um, so daß das Nest vor Zugriffen von außen gesichert war. Wenn man zur Brutzeit leise an den Stamm klopfte, dann hörte man das abwehrende Fauchen der Spechttn. Und wenn man sich einige Wochen später wieder Suf gleiche Weise behutsam meldete, dann konnte man auch die Jungen vernehmen. Das ging so Jahr um Jahr. Bis dann irgendein ver» maledeiter Vogelnestausheber durch Beilhiebe das Nest bloßlegte. Nun hate die Eiche eine große Wunde: ma« sah die Bauart der Nesthöhle, aber sie war ein Grab geworden. Aber im Sommer darauf ward das Grab wieder zur Wiege. Ein kopfgraues Gewebe, wie aus dünnem, grauein Papier, mit vielen Waben darin, über- spannte das Nest und die Wunde des Baumes. Ein Wespennest war es, und zwar eines unserer größten Art, denn Hornissen summten vor dem Eingang und flogen ab und zu. Dem stillen Beobachter taten sie nichts zuleide. Aber diesmal war es wohl der Förster, der sie nicht mochte. Denn ein paar Wochen später war auch dieses Nest mit dem Beile herausgehauen. Und nun hatte der Baum seine Todeswunde empfangen. Im Frühjahr daraus ragte nur noch der flach abgesägte Stumpf aus dem Waldboden. Der Auftrieb der noch lebenden Wurzeln hatte den Frühlingsscft herausgetrieben aus der Wunde. Er geriet in Gärung, und Scharen von Insekten Hollen sich auf dieser Schlemmertafel ihren Rausch. Im selben Wald stand auch eine schlanke Kiefer, im engsten Verein mit einer Buche, die sich in sp'raliger Windung an ihr bis zum Gipfel anschmiegte. Dem Unkundchen schien es ein anheimeln- des Bild der Freundschaft, aber es war ein Kampf um Leben und Tc.d. Jahrzehntelang hielt die Kiefer stand, dann aber überschattete die sich breitende Krone sie mehr und mehr. Die Kiefer, ein Baum des Lichtes, dessen Krone stets die Soine sucht, mußte schliehüch den Kampf aufgeben: zermorschcnd brach sie aus der Umarmung der Siegerin. Solchen Einzelfchicksalen stehen Massenschicksale gegenüber. Aus freilebenden Wäldern hat der Mensch reglementierte Forste gemacht. Die Kiefer, in Freiheit sonst ein stattlich sich entfallender Baum, wird im engen Schluß gezwunge», kerzengerade luft- und licht- hungrig aufzuwachsen. Es sind"Baumäcker, die nachher als Tele- araphenstangen, Schisfomaste usw. abgeerntet werden. Ein anderer Baum, die Fichte, wird zu Milliornn als Weihnachtsbaum gepflanzt, um, im Kindesalter gefällt, Menschenkindern als Festesfreude zu dienen. Ein paar Tage später veröorrt das Bäumchen in einer Hof- ecke. Man tut sich viel zugute auf unsere Weihnachtsbäume. Ist man wirklich eines erhebenden Eindrucks auf die Herzen der Kinder sicher, wenn sie das Bäumchen, des sie eben freudig umtanzten, bald darauf in einem Winkel unbeachtrt verkommen sehen? Zu Pfingsten tun es Birkenreiser, die den Bcum am Leben lassen. Warum zu Weihnachten nicht auch Fichtenzweige? Diese Frage hat sicherlich auch schon Pädagogen beschästiot, aber niemand wagte, gegen den Stachel einer geheiligten Tradition zu lecken. Und so werden Bäume und Menschen auch weiterhin ihre Schicksale haben. Rip. Menschenftefser als Künstler. Die Kunst der Naturvölker ae- nießt heutzutage bei uns große Wertschätzung, und es ist wirklich erstaunlich, was für hervoragende Werke von Menschen aus ganz primitiver Kulturstufe geschossen werden. Ein« Erklärung dafür ist es, daß der primitive Künster noch als„ganzer Mensch" schafft, daß bei ihm die Kunst zum Mittelpunkt seines Daseins wird. Ve- zeichnende Beispiele dafür fährt der australische Forschungsreisende Jack Molaren an, der sich viel unter den Menschenfressern Neu- Guineas und Australiens rufgehalten hat.„Diese Wilden sind manchmal von ihrer Arbe't geradezu besessen," schreibt er.„So baute sich ein Menschenfresser in Neu-Guinea, den ich beobachtete, ein Kanu zum Fischen, bcheckte es dann aber über und über mit Zeichnungen, verzierte es rät Einlagen aus Perlmutter und Schild- patt, so daß er schließlich für das Boot ein besonderes Haus baute und es als seinen höckstm Schatz bewahrte. Ein anderer Wilder von Neu-Guinea hat die Mauern seiner Hütt« ganz mit Bildern bedeckt und als„Leinwend" verwendet er Äampsschilde, die von Menschenaröß« sind. Di» Farbe liefert ihm die Erde. Zum groß- ten Teil sind es grobe Porträts, aber auch symbolische Darstellungen. Der Künstler verbringt feine ganze Zeit mit malen, und der Stamm ist sehr stolz auf ihn, versorgt ihn mit Nahrung und sieht ihm bei der Arbell zu." Kostüm- ll. 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Glücklicherweise brauchen wir uns hier nicht mit der Frage zu beschäftigen, ob Mata fjari, die viel beredete Tänzerin, die sich einer indischen Mutter und tempeltänzerischer Erziehung rühmte und die Rolle einer internationalen Courtisane größten Stils spielte, eine Spionin war oder nicht. Wir brauchen auch nicht zu entscheiden, warum die Franzosen sie erschossen Hadem Leo Birinski be- gnügt sich damit, Mata charis Schicksal sich in Rußland abspielen zu lassen und entleiht von chrem Nimbus als Courtisane nur soviel, um Platz zu lassen sür eine wirkliche Leidenschaft zu einem russischen vermochte. Wir müssen also auch hier wieder glauben, was der Beifall des Publikums uns suggeriert. Jedenfalls entbrennt zwischen einem russischen Großsürsten und einem österreichischen Erzherzog ein Wettbewerb um die schöne Tänzerin; die Diplomatte muß sich ins Mittel legen, um die Tänzerin nach Rußland zu dem Groß- fürsten zurückzuführen. Auf das Wiener Milieu folgt jetzt das russische: greller und barbarischer, mit wüsten Szenem Man oer- steht, daß Mata chari sich heraussehnt und ihre ganze Liebe auf einen einfachen Menschen konzentriert, der sich aus den Schrecken einer Wintersnacht befrette. Ihr Geliebter wird als Revolutionär dngespert, sie kann ihn nur befreien durch ihr Versprechen, die Pläne der Festung Przemysl von ihrem Freund, dem österreichischen Erzherzog, zu beschasfen. Aber sie bekommt falsche Pläne, und mieder setzt die Folterung ihres Geliebten ein. Diesmal muß sie ihr eigenes Leben für das seine opfern durch das Eingeständnis der Spionage. Drückend und quälend zibhen sich die Szenen im Gefängnis und vor dem Militärgericht him Die Erschießung Mata Hans gibt den befreienden Abschluß und zugleich den Triumph ibrer Liebe. Magda Sonja, die Gattin des Regisseurs, vermochie eis Tänzerin nicht zu überzeugen, um so mehr aber als Liebende. die ihre Leidenschaft zu dem einfachen Menschen wirklich vertiefte und mit allen Konsequenzen auslebt«. Von gleichem psychologischen Lntercsse war Fritz K o r t n e r als überlegener Gegenspieler eines russischen Militärs. In der Galerie der Liebhaber traten Alexander Di u r s k i als Großfürst und Wolfgang Z i l z e r als Erzherzog auf. Der Film ist technisch vortrefflich geraten. D. ,vas verlorene Glück. �' (Primus-Palast.) Der Titel verspricht einen Drei mit viel Rührseligkeiten, doch ist die Würze diesmal nicht so schlimm, da sie aus der Kopenhagener Küche bezogen wird. Di« nordischen Länder sind nicht durch Krieg und Inflation gejagt und ihre Bevölkerung hat offenbar noch Zeit, weitausgesponnene samilienhaste Romane zu lesen, was sehr oft gleichbedeutend ist mit einem regen Interesie an der wohlsituierten Bürgerlichkeit. Der Mitteleuropäer ist mehr auf hastigen Erwerb eingeflelli. die Mühsale jedes einzelnen Tages stimmen ihn auf Kampf. Und so entsteht eine Gefahr sür die nordischen Film«. Einst als wir uns nach Ruhe, noch etwas Abgeklärtheit sehnten, waren sie uns Ossenbarungen, sie schufen die Kultur des mittleren und kleineren Spisli ilms und uns durch die Ruhe die gewollte Entspannung. Aber das Filmpublikum will Abwechselung, und die nordischen Filme haben ein eigenartiges Beharrungsvermögen, und so muß man befürchten, daß sie an Langstieligkett einmal sterben. Im verlorenen Glück wird die Geschichte einer Frau erzählt, die im Unglück ihren Mann verläßt, da sie sich nach Wohlhabenheit sehnt und einen reichen Mann lieben gelernt hat. Ihr« Tochter bleibt bei ihr. Später lernt ihr zweiter Mann eine andere Frau lieben und verläßt sie. Die beiden Knaben, die aus der zweiten Ehe stammen, bleiben bei ihr. Als dann ihre Tochter schwer erkrankt, will die Mutter den Vater rufen, doch erreicht ihr Telegramm ihn nicht. Hernach heiratet die Tochter, und aus dem Gefühl eigener Einsamkeit heraus wird die Mutter von der Reue über das Unrecht verzehrt, das sie ihrem ersten Mann« antat, weil sie ihin die Liebe seines Kindes entzog. Durch Vermittlung der Tochter kehrt der Vater heim, doch kniet die um Verzeihung bittende Mutter vor einem Toten, denn die Auf» regungen der letzten Stunden überstand der alte Mann nicht mehr. Der Regisseur ist im Programm nicht genannt, er hat stets Ge- schmack und weckt die Freude an mancher Einzelheit. Zwei Film- schauspieler, die weltbekannt wurden durch tragende Rollen— Hanna Ralph als Brunhilde und Gunnar T o l n a e s als Maha- radscha—, spielten das Ehepaar. Hanna Ralph ist immer sehr inter- elsant, ober hier war sie mitunter nur interessant und nicht packend. Gunnar Tolnaes ist ein höchst eigenartiger Schauspieler, was bei anderen zum Kitsch wird, ist bei ihm noch Erleben. Beatrice L o n n es en spielte die Tochter, srisch und gesund. e. b. »die vom Theater.� (Üsd-Theater Ariedrichstrahe.) „Du sollst keine Thcciterwirkungen im Film erzielen wollen, denn Theater und Film find verschiedene Welten", heißt eins der Hauptgebote der Filmästhetik. Unser Film verstößt aufs gröblichste dagegen, indem er eine herooragende Schauspielerin in ihren Theaterleistungen filmisch reproduziert. Außerdem in offenbar ganz kitschigen Stücken und in Kostümen, die uns heute als Beleidigung der weiblichen Schönheit vorkommen. Der Effekt ist, daß wir von her Größe dieser Schauspielerin ebensowenig empfinden wie von der Erlesenheit ihres Regisseurs. Wir sehen nur begeisterte Zu- schauer, ohne den Grund ihrer Begeisterung nachprüfen zu können. Diese Schauspielerin hat der Regisseur aus sehr ulkig« Weise ent- deckt, indem er sie unter jausend schönen Beinchen aussuchte und dann keckweg eines Diebstahls bezichtigte. Die Art ihrer Reaktion bewies ihr« Begabung, sie wird unter den Händen Ihres Regisseurs eine Berühmtheit(wird uns versichert). Aber der Kontrakt ihres Theaterdttektors duldet nicht, daß die beiden sich heiraten(ohne Heirat geht es in Amerika nicht). Da der Theaterdirektor selber auf die Hand seiner schönen Dalstellerin spekuliert, engagiert er den Regisseur nicht aufs neue. Das Paar muh sich trennen. Ein« Füll« von Theatercoups wird aufgeboten, um die beiden ganz ousein- anderzubringen, aber weder er noch sie können ohne einander leben. Bei ihrer ersten Premiere ohne ihn kann sie nur unter der Suggestion spielen, daß er im Theater ist. Als sie ihn aber nicht be- merkt, bricht sie zusammen und wäre eines sicheren Todes gestorben, wenn er nicht im letzten Augenblick herbeigeeilt wäre, um ihr neuen Lebensmut einzuhauchen. Sie ist gerettet, heißt es im Text. Diese bombasttsche Theateraffäre, die nach einem bekannten amerikanischen Roman gearbeitet ist, wird auch in der Regel Lois Webers nicht erttäglicher, auch seine Regie arbeitet mit den Mitteln des Theaters und nicht des Films. Das Beste am Film ist das Spiel der schönen Villi« Dave, die freilich auch in den tragischen Partten versagt. Sympathisch ist Francis B u s h m a n als Regisseur, der nur gar zu waschlappig zu sein hat. Den Direktor gibt Werner Oland, halb schwarz, halb weiß. Voraus gehen ein Kulturfilm, der uns an die sonnigen Gestade des Nils führt und eine lustige Aefop-Fabel„Der aufgebla- sene Ochsenfrosch".__ D. ,Elnbruch.� (Ufo. Kurfürst endamm.) Nach Roman und Drama wertet nun Landsberger seine Idee von der Einbrecher G. m. b. H. auch filmisch au». Gemeinsam mit Alexander Alexander versaßt er das Manuskript, das aller- dings keinen Vergleich mit der Komödie aushält. Die Verfasser kön- nen sich nicht von der Bühne loslösen. Die meisten Situationen sind bühnenmäßig erfunden, lassen an sich gleichgüttig und erfahren erst ihre witzige Zuspitzung durch die Texteiiüag«, über die mehr gelacht wird als über die Vorgänge auf der Leinwand. Vor allem liegt der Fehler des Films in seiner Länge Und Unkonztriertheit, er zerfällt in Details, die hintereinander aufgereiht werden. Der Fassadenkletterer bricht zufälliq bei seinem früheren Chef ein, und beide kommen auf die geniale Idee, eine Gesellschaft zur Verwertung von Diebesgut zu gründen. Manche der folgenden Szenen sind sehr gut erfunden, etwa der Einbruch bei der Filmdiva. Ueberhaupt er- reicht hier der Film seinen Höhepunkt dank Erika G l ä ß n e r s voll- lästiger Darstellung, aber das Ganze stellt sich eher reouehast als filmdramatisch vor. Selbstverständlich wird eine Szene mit Morgan und Gerron schauspielerisch resttos erfüllt und aus- gestaltet, wie überhaupt die Darstellung nie versagt, und doch bleibt die Befriedigung aus, eben weil das Tempo sich zu langsam ent- wickelt, well im eigentlichen Sinne die Spannung fehlt, die nur durch eine straff geführte Handlung hervorgerufen werden kann. Dieser Film zeigt von neuem, daß zwischen Theaterstück und Film nur sehr los« Beziehungen bestehen, und daß eine gute Bühnenkomödi«. be- sonders noch, wenn sie mit Wortwitzen auswartet, nicht notwendig auch als Film zu wirken braucht. Der Regisseur Franz Osten ver- meidet Uebertreibungen und stellt hübsche Szenen, aber er versucht nicht, überflüssige Längen fortzuoperieren. Hinzu kommt, daß Ralph Arthur Roberts noch auf der Suche nach filmischem Ausdruck ist, er wirkt hier, wo die Stimme fehlt, neutral, er tritt nicht ge- nügend hervor und bleibt stellenweise blaß. F. S. �Entfesselte Elemente.� (Capitol.) Diesmal wurde ein Roman zum Filmmonuskript verarbettet, weil er die Möglichkeit bot, einen Auswandererzug durch die Wüste und einen katastrophalen Dammbruch zu schildern. Daß dabei weder ein Liebespaar noch boshafte oder gütige Menschen fehlen, versteht sich so nebenbei. Man mußte eben auf das amerikanische Film- ublikum und den Durchschnittseuropäer Riichsicht nehmen. Dem egisseur Henry King lag im ganzen nur an den Katastrophen. Und das war kein Fehler von ihm, denn er verstand die entfesselten Elemente optisch zu meistern. Niederdrückend ist der Zug durch Oed- land. Hier ist der Wüstensand noch Allgewalt, der recht deutlich er- ählt, Menschlein, wie erbärmlich klein bist Du. Die Wasserkata- trophe ist dem Regisseur vorzüglich gelungen, und man empfindet irekt einen beklemmenden Druck, wenn der Fluß über seine Ufer rast und eine ganz neu erstandene Stadt hinwegreißt. Vielleicht sind wir auch gerade augenblicklich etwas empfindsamer gestimmt, R weil tatsächlich jenseits des Ozeans ein ungebärdiger Fluß gewaltsam sein Bett erweitert und Abertausende von Menschen in Schrecken und Not jagt. King hat die Fluchtszenen sehr gut geschildert. Sie sind nicht der übliche wirre Menschenknäuel, auch muß nicht das Liebespaar allein alle Schrecknisse erleben, sondern soundso viele deutlich gesehene Einzelschicksale ergeben folgerichtig die Masse. Vilma B a n k y und Ronald C o l m a n waren mal wieder dos Liebespaar, das zu Recht internationalen Filmruf hat. Was einen Tierfreund besonders erfreut, ist, daß alle Tiere, die sich dort plagen müssen, gut behandelt werden. e. b. , hallo Cäsar." (Mozarstaal.) Reinhold Schänzel will sich mit diesem Film in angenehme Erinnerung bringen, und Leute, die uns lachen machen, bringen sich in der Tat leicht in angenehme Erinnerung. Stellen wir also fest: Schänzel ist noch immer die bewußte Berliner Type von der Art „Mir kann feener*. Er hat sich zusammen mit S. Schakal eine Fülle lustiger Situattonen zurechtgelegt, in denen er sich als stellungs- loser Jongleur betättgen kann. Nebenher tut er sich auch als Schwerenöter auf, der stundenlang einem hübschen Mädchen nach- steigen kann. Im Cafähaus erführt er, daß der berühmte ameri- konische Filmimpresario in Karlsbad sich aufhält. Also auf nach Karls- bad, wo er alsbald allen möglichen Menschen Bravourstücke der Iongleurkunst vorführt, immer in der Meinung, es mit dem Impre- sario zu tun zu haben. Er lernt ihn dabei aber wirklich kennen, ohne zu wissen, wer es ist. Natürlich ist das hübsche Mädchen, dem er nachstieg, die Tochter des Jnrprejarios. Aber er kriegt sie trotz- dem nicht, sondern begnügt sich mit der Tochter seiner Hauswirtin und bekommt das dicke Engagement nach Amerika. Man sieht, eine ausgezeichnete Episodenrolle, die hier zum ganzen Filminhalt aus- gedehnt ist. Es geht alles mit vielzuviel Gemütlichkeit und in be- läbiger Breite vor sich. Die Manieren des deutschen Schwankes haben die Manuskriptverfasser noch nicht überwunden. Neben Schänzel erfreut man sich über Jmogene Robertson, die auf allerliebste Weise die hübsche Tochter repräsentiert. Diegel- mann gibt dem Impresario sein ganzes Daseinsbehagen und steckt mit seinem Lachen an. Sehr nette Chargen verdankt man Julius F a l k e n st e i n und Jlka G r ii n i n(p BiAversprechend führt sich Toni Philipp! als die junge Tochter der Zimmervermieterin ein. r. ,wie heirate ich meiaea Chef!' (EmelkaPalast.) Obwohl wir in einer Zeit der Katastrophen leben, fällt diese Filmmanuskript-Katastrophe doch noch unangenehm auf. Alfred Halm nennt seine sechs Akte luftig. Ein anderer würde ihnen diese Bezeichnung auch wohl nicht zulegen. Ein« Studentin, die es nicht nötig hat, zu arbeiten(Nichtstuer sind nämlich in dieser Sorte Film sympathische Menschen), bewirbt sich um den Sekretärposten in einer Zigarettenfabrik. Natürlich wird der Ansturm der Kon- kurrenlmnen abgeschlagen, es siegt die Eelegante, die Junge. Doch es kommt noch schöner. Besagte Dame ist Sozialstudentin, da» heißt, sie will Studie» über die sozialen Verhältnisse der weiblichen An- gestellten und Arbeiter in den Fabriken machen, um über dieses Thema ihre Doktorarbeit zu verfassen. Damit sie die sozialen Ver- Hältnisse„ergründet*, kehrt sie Straßenmädchenmanieren heraus, und in der ganzen großen Fabrik befindet sich wohl kein Mann, dem sie nicht liebegirrend zulächelt. Darüber sind die kleinen Zigarettenarbeiterinnen entzückt, weil sie wissen, daß die Dame nur im Interesse chrer Mitschwestern so handelt. Freilich bleibt die Er- klärung, wodurch eine poussierende Sekretärin der Allgemeinheit nützt, selbst Herr Alfred Halm schuldig. Diese Perle von Sekretärin angelt sich natürlich der Chef, der durch sie von einem unfreiwilligen Liebesverhältnis erlöst wird, das auch vom Verfasser bloß erfunden wurde, damit der Regisseur eine Schauspielerin in eleganten Toiletten, in Unterkleidern und im Paradebett zeigen kann. Sonder- barerweise wird für die Fabrik mit den unmöglichen Zuständen der Name einer bekannten Zigarettenfabrik gebraucht. Der Film ist eine Verhöhnung der arbeitenden Frau. Aber er versinkt so boden- los im Kitsch, daß er nicht einmal einen Protestruf wert ist. Erich S ch ö n f e l d e r ist als Regisseur so lustig, daß er sogar körper- liche Gebrechen ulkig findet. Die Schauspieler soll man diesmal nicht mit Namen nennen, man täte chnen keinen Gefallen damit. _—«• »Grientzauber.' (TaueuhienPalafl.) Gesellschaftsabende tadelloser Frack- und Smokingmenschen. Känlpfe in der Wüst«, das beliebte Straßentreiben in ägyptischen Städten, Verschwörungen dunkelhäutiger Nationalisten, Haremsseste, Attentate und eine Rettung durch die gellebte Frau, das sind die Ingredienzien, aus denen dieser amerikanische Film zusammen- gebraut wurde. Verknüpft wird alles durch die Ehegeschichte eines englischen Gouverneurs, der sich dem Zuschauer als Mann der Pflicht empfiehlt und dessen Frau sich unter Ae�.. nahe mit einem hübschen, kleinen Offizier an einem Ehebruch ver- ucht hätte. Nichts Neues geschieht unter der Sonn«, auch wenn sie in Aegypten scheint, und im amerikanischen Gesellschaftsfilm, der eben«in durch die Tradition geheiligtes Schema einholten muß. Und trotzdem ist hier eine saubere und einwandfreie Arbeit geleistet worden. Der Regisseur Irving Cummings legt den Haupt- akzent auf die schauspielerische Leistung und nicht auf den dekorativen Rahmen und aus das Drum-und-Dran. Sr braucht eben Aegypten, um etwas Stimmung zu erzeugen, um den Film mit Romantik auf- zulackieren, aber er verzichtet auf zwecklose Großaufnahmen irgend- welcher Sehenswürdigkeiten, er greift nur bildhaft wirkende Höhe- punkte der Handlung heraus, strafft und sorgt für Tempo. Percy M a r m o n t spiest den Mann der Pflicht ohne jede Pose und Ge- waltmenschentum, er macht aus diesem ehrenwerten Sir Arthur Little einen liebenswerten und manchmal etwas stocken en Gentleman. Corina Griffith ist wie immer sehr stark im Ausdruck und meistert vor allem die weichen Uebergänge von einem Affekt zum anderen. Vorher ein gut gespieltes, einfallsreiches amerikanisches Lust- spiel„Der keusche Joses* mit dem ausgizeichneten Reginald Denny in der Titelrolle. F. 6- "M BISMARCK 1M0 VORVERKAUF I2.Z Tätlich: 515 7W 915 MU5IK- ILLUSTRATION: SCHMIDT- GENTNER db ÄMTStäMto MANUSKRIPT: LEO BIRINSKI* REGIE: FRIEDRICH FEHER HAUPTROLLEN: MAG DA SONJA» FRITZ KORINER* WOLFGANG ZILIER MATTHIAS WIEMANN* FRIEDRICH FEHER- FILM DER NATIONAL- FILM A.-G. PHOEßW RUAST AM ANHALTER BAHNHOF ZENTRUM S62» VORVERKAUF 12-S Tätlich: 715 915 MUSIK-ILLUSTRAT OK: SCHMIDT- GENTNER Auch Dil mußt zur Großen Ausstellung Berlin 1927 DAS WOCHEN ENDE gehen! Freier Eintritt bis nachts 12 Uhr in den SCHNEEPALAST für alle Ausstellungsbesucher. Eine neue Sehenswürdigkeit und ein herrlicher Nachmittags- und Abend-Aufenthalt an schönen Frühlingstagen sind die soeben eröffneten Terrassen am Funkturm Einheitseintrittspreis M. 1.50, Jugend). M. 0.75 Ausstellungshallen am Kaiserdamm Lfitti Steil, Erwin Kaiser, Ausschneiden!! | Geg. Vorzeigung dieses Inserats! | grolle Sondervergünstigung bis! zu 4 Karten Rang; 1.00 Logen; 2�0 Parkett: 1,50„ 3,50 Gültig bis 15. Mai. Staats-Theater Opernbaaa a. Platz d.Republ. 7'/, Uhr: Die Macht des Schicksals Schauspielhaus 21/, Uhr: Napoleon 8 Uhr; Florian Qeyer Schiller- Theater 8 Uhr: Musik. Ttutllo-TUeoier 8 Uhr: Venu der junge Veiu blüht (ietroDol> meat. Täglich 8 Uhr: MDWlnzetsio MIM Opn Charlottenburg VI, Uhr: Ein HasUall Abonn.-Tumus IV Hose-Theater St/, Uhr: Der Vetter au» Dingsda WM IHM Norden 10334—37 8 U. Ende 11 U Der Arzt am Sdieldeweö Kamraerspiele Norden 10334—37 8»/, U. Ende 10 Uhr Gastspiel lem zn Hiera Dienstag, den 10. Zum 1. Male: tolanil der Ire« Die Komödie BismarcK 2414, 7510 «»/«Uhr, Ende 10 U. Lockvögel Nachtvorstellung Tigl.ll U., Endel U. Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Theat. j.Nollsndorlpl. Kurfürst 2091 8 Uhr Eidigignilt Drei arme hieine htüdels Opmtt« m Walto Uli unMikHIbDa Th. Kttniggrätz. St. Hasenheld« 2110 8 Uhr: ffieSdmlef.Bnacfa KomOitionliaus Norden 6304 8 Uhr Theo madil alles! Nollendorf 7360 8 Uhr: Charlie RivclTrio und weitere Tarlete- SeBMUloBenl ieiutah i. inatagt 2 Vorstellungen 3X und 8 Uhr, 3M zu ermäßigt Preisend, ganze Programm Volks büh ne Thiato an BQIswplah 8 Uhr: lysistrala Morgen 8 Uhr: Judith Tb. im SdiiffbauerdaDiin 3 Uhr: Tragödie der Liebe 8 Uhr: Jan der Wunderbare 1 Theater Ins Admiralspaloii I Direktion; Herrn. Haller 2 Heute -Vontennnka 0 n. V/t übe N Schmitt. die nana« Yocstellg. »u halben Preisen. TAgL 8V«ühr: Geeamtgsifsplel der rsriter Revue vom Palace-Theater, Paris ■ Jenny Golder, SpadaroEl und Harry Pilcer EU | Komische Operl Allabendlich»>,. Uhr: f Sünden der Welt I Di« wimtSdtiid» Jamei-KIcfn-Reyue J 1 250 Mitwirkende/ Theaterk.l [ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet| Reichs hallen eTheater Aliabdl.SU. Sonntags naebm. 3 U. Slektiner Sänger zn sdiiii:„Deutsdier Fiohiiag" Nachmittags; Halbe Preise, Voll« Programm Dönhoff-Brett'li B aumblfite, Vsrield, Konzert n. Tanz. 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HOBEST BEINEHT Hegio» Dr. HOFFMANN 0 H AKNISCH Hauptdarsteller: Camilla Horn/ Maria Jacobrai/ Eliza La Porta /WarwidiWard/ Lydia Potechina Adalbert von Sdilettow/ Jean Bradin Auf der Bfihne> ALGIER Introduktion zum Film MusfkaHacke Illustration: Werner B. Heymann Dirigent: Artnr Guttmann s B&hnenbildi Budi Faid Gesamt« Oberleitung: J. Wilhelm . ERIK CHARELL BRINGT;. Alfred Braun, Lnele Bannheim a. G. Beodow, Weslcrmeier, Kupier u. a. Grones Schon jpielhau« CA SIN O- THEATER s uhr. Pimpelhuber der Millionen-Erbe Gutschein: Faut 1 Mk- Sessel 1.50 Mk. itllrabvrg-Baiiin Dts. Künstler-Tb 8 Uhr: Adieu Mimi Lessing-Theater SU.: Der Patriot galjer. Rin»t Lustspielhaus SV, Uhr: Boliby's letzte HaAt lugEnnun. Rlinto. Junbrna-n lentral- Thealer Täglich 8 Uhr Die Wefle Lustspiel von Carl Sloboda Ibeater am Kott'o. Tor Kottb. Str 6 TägLSUhr: Stg.nachm.3 Elite-�üSEi Grolles Oakeuasdianos- Progromm I ögi�jjDÖici J Am beuligen CjSSC' 5onnlai>, den 8. 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