Nr. 218 44. Jahrg. Ausgabe A nr. 111 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der illuftrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" sowie den Beilagen Unterhaltung und Wissen"," Aus der Filmwelt" Frauenstimme", Der Kinder freund", Jugend- Borwärts"," Blid in die Bücherwelt" und Kultur arbeit" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemoftrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareillegeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Bort 25 Pfennig ( zulässig awei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, jebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt geile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 10. Mai 1927 England wirbt um China. Weder Noten noch Sanktionen. Condon, 9. Mai.( WIB.) Im Unterhaus gab der Staats-| nicht 3 wed mäßig wäre, wegen der Nankinger Verbrechen und fekretär des Aeußeren, Chamberlain, eine lange Erklärung der Nichteinhaltung der Bedingungen des Hankauer Abkommens über China ab. Er schilderte darin die seit Absendung der Note Sanffionen zur Anwendung zu bringen, so sehr diese auch bean Tschen plötzlich in der Lage eingetretene Veränderung und rechtigt wären. Er glaube, die anderen Regierungen feien fagte u. a.: Die nationale Regierung in Hantau hat ihre beherr- aus ähnlichen Gründen zu der gleichen Schlußfolgerung gelangt. fchende Stellung verloren und ist gegenwärtig nichts weiter als ein Unter diesen Umständen beabsichtige die britische Regierung nicht, Schatten eines Namens. Die britische Regierung wäre voll- eine weitere note an Tichen zu richten. Sie habe hiervon die auf berechtigt gewesen, die britische Konzession in Hantau wieder anderen Mächte benachrichtigt und hinzugefügt, daß die britische zu befehen und das Abkommen als durch die eigene Handlungs Regierung sich hinsichtlich der Zukunft und besonders bezüglich irgendweise der Regierung aufgehoben zu betrachten. Aber nach welcher weiterer Berbrechen, die eiwa gegen die britische Flagge, reiflicher Erwägung hat die britische Regierung befchloffen, diesen britische Staatsangehörige und britisches Eigentum begangen würden, Schritt gegenwärtig nicht zu tun, und sie hofft, daß sie auch alle Handelsfreiheit vorbehalte. nicht dazu gezwungen werden wird. Die britische Regierung ist sogar nach einer solchen Herausforderung, wie sie ihr zuteil geworden ist, nicht gewillt, die Hoffnung aufzugeben, daß ihre freundschaftliche Politit nach einer Weile eine ebenso freundschaftliche Antwort der chinefifchen Regierung hervorrufen werde, die von fremdem Einfluß frei und somit in der Lage sein würde, fich ausschließlich den Intereffen des chinesischen Volfes zu widmen. Chamberlain erfuchte das Haus, diese Frage in großzügiger Weise und im Hinblick auf die Zukunft zu erwägen, fo wie es die Regierung getan habe. Die Regierung habe alle Tatsachen erwogen; fie habe die Zukunft nicht weniger als die Gegenwart in Betracht gezogen und fei zu der Entscheidung gekommen, daß es gegenwärtig Munition für Fengjubfiang abgefangen. Pefing, 9. Mai.( Reuter.) Bei Tschumatien in Honan, 125 Meilen nordwestlich Hantau, stehen Truppen Fengtjens mit Hantau- Truppen in einem heftigen Rampf. Die Berluste beider Heere sollen schwer sein. Die südchinesische Regierung hatte geplant, daß im vorliegenden Falle Fengjuhjiang eingreifen und Fentjens Flanke bedrohen solle. Dieser Plan ist dadurch zunichte gemacht worden, daß Fe.gtjen auf dem Hanfluß große Massen Munition abgefangen hat, die auf dem Wege ins westliche Honan zu Fengjuhsiang waren. Infolgedessen hat sich. Fengjuhsiang nicht aus seinen Quartieren gerührt. Norwegische Arbeiterpartei gegen Völkerbund mir um nicht die Zahl der anderen Nationalitäten Groß- Rumäniens Die alte sozialdemokratische Fraktion überstimmt. Oslo, 9. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Im norwegischen Bar fament wurde der Beitrag Norwegens zum Bölter. bund mit allen bürgerlichen Stimmen gegen die Stimmen der Arbeiterpartei und der Kommunisten angenommen. Bisher hatte die sozialdemokratische Fraktion für die Bewilligung dieses Beitrages gestimmt, da aber die Abgeordneten der alten Arbeiterpartei die Mehrheit in der neuen vereinigten Fraktion bilden, fügten sich die ehemaligen sozialdemokratischen Abgeordneten der Abneigung der Arbeiterparteiler gegen den Völkerbund. Wie der Fraktionsredner der vereinigten Arbeiterpartei mitteilte, werden die ehemals fozialdemokratischen Abgeordneten nunmehr auch aus ber interparlamentarischen Union austreten. Die Fraktion der Vereinigten Arbeiterpartei wird im übrigen zu dem Bericht der norwegischen Bölkerbundsdelegation den Antrag der alten Arbeiterpartei auf Austritt Norwegens aus dem Bölterbund als Antrag der vereinigten Partei wiederholen. Vorbereitung einer Riesenschiebung. Wie Groß- Rumänien eine Bevölkerungszählung inszeniert. Rumänien bereitet jegt zum ersten Male seit dem Weltkriege eine Zählung seiner Bevölkerung vor. Man stellt eine große Armee von Zählern auf und versieht sie von Bukarest aus mit genauen Inftruftionen. Das Barifer Deuvre" weiß einige fenn zeichnende Details über die Instruktionen mitzuteilen. Das tenn zeichnendste ist wohl, daß die Fragebogen ausschließlich in rumänischer Sprache aufgefeßt sind, die ein großer Teil der Bevölkerung( Deutsche, Bulgaren, Ungarn, Bessarabier und andere Minderheiten Groß- Rumäniens) nicht oder nur mangelhaft versteht. So werden also die Zähler die Fragebogen nach Belieben ausfüllen fönnen und der Weltstatistik ,, Dokumente" liefern, die die intereffier ten Bevölkerungsteile nicht einmal imftande sein werden zu dementieren. So werden die Zähler ferner nicht gezwungen sein, die Frage nach der Muttersprache" der Bevölkerung zu stellen. Dafür wird man aber sie über ihre ,, nationale Abstammung" befragen, eine sehr dehnbare Frage, der die Regierungstommiffare eine beliebige Deutung geben werden, die die ungarischen oder bulgarischen Bauern niemals imftande sein werden zu kontrollieren. Den Wert dieser Rubrik über die nationale Abstammung" tann man übrigens danach beurteilen, daß Herr Bucann, Unterstaatssekretär für die Minderheiten, ausdrücklich feststellt, daß im Interesse Der Rlarlegung der nationalen Abstammung eines Staatsangehörigen Groß- Rumäniens die Behörden das Recht haben werden, die ihnen über diese Fragen gemachten Erklärungen nachzuprüfen und sie fogar in 3 weifel zu ziehen. Wird also ein Einwohner Bessarabiens sich herausnehmen, sich als Bessarabier zu deflarieren, oder ein am Mareschflusse Wohnender als Ungar, so werden die Regierungstommiffare das Recht haben, die Wahrheit dieser Aus fünfte anzuzweifeln und die angegebene nationale Abstammung z. B. in eine rumänische zu verwandeln. Noch interessanter ist das Ber. fahren mit den Juden. Erklärt sich ein Jude als Rumäne, so wird er ohne weiteres als solcher registriert und vermehrt also die Zahl ber Rumänen Groß- Rumäniens. Ist aber seine Muttersprache ungarisch, bulgarisch usw., so wird er nicht als Mitglied einer dieser nationalen Gruppen gezählt. Er wird vielmahr als Jude registriert, zu vergrößern. Lezteres ist übrigens, fügt die Deuvre" hinzu, denn auch die einzige Sorge, die diese Arbeit der Bevölkerungszählung beherrscht. Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bottichedtoute: Berlin 87 538- Banffonte: Bank der Arbeiter, Angestellten and Beamten, Balte. 85; Distonto- Gesellschaft, Devoktentaffe Lindenfte. B. Ostmarkenpolitik auf lange Sicht Politische Folgerungen. Bon Albert Grzesinsti, Preußischer Minister des Innern. die unseren Ostprovinzen durch die willkürliche Grenzziehung Rürzlich habe ich an dieser Stelle versucht, die Schäden, zugefügt worden sind, zu schildern. Wie kann nun diesen so fchwer betroffenen Grenzbezirken bei der Ueberwindung biefer Kriegs- und Nachkriegsfolgen geholfen werden? Bevor man an die Lösung dieses Problems herangeht, muß man sich darüber klar sein, daß bei aller Berschiedenartigkeit der Leiden schließlich die Ursache für die Not all dieser Ost-gebiete die gleiche ist. Infolgedeffen kann eine nachhaltige Hilfsaktion nur dann mit Erfolg durchgeführt werden, wenn fie fich nicht auf Hilfeleistungen für einzelne Gebiete und Teile beschränkt, sondern die Gebiete des Oftens ohne Rücksicht auf Verwaltungsgrenzen als ein Ganzes ansieht und zusammenfaßt. Deshalb muß gerade im Interesse der östlichen Gebiete selbst für die gesamte Ostmarkenpolitik ein einheitlicher Plan gefordert werden, damit nicht eine Berzettelung der doch nur beschränkt zur Verfügung stehenden Mittel erfolgt. Daß innerhalb eines solchen Planes je nach Größe der erlittenen Schäden eine verschiedenartige Berücksichtigung der einzelnen Gebietsteile nötig ist, ist wohl selbstverständlich. Ein solcher Plan aber fann nur im engsten Zusammenarbeiten zwischen Reich und Staat aufgestellt und durchgeführt werden. Denn darüber besteht gar kein Zweifel, daß der größte Teil der notwendigen Abhilfsmaßnahmen allein pom Reiche getroffen werden muß. Die Herstellung so notwendiger neuer Eisenbahnlinien, die Gewährung von Tarifermäßigung, die Schaffung von Bost automobillinien sind nur durch das Reich möglich. Außerdem aber ist vor allem das Reich verpflichtet, dort zu helfen, wo Schäden und Not als unmittelbare Kriegsfolgen entstanden sind. Und ein gut Teil der Bunden, an denen das gesamte Ostmartengebiet heute schmer leidet, rühren ja her aus dem Versailler Vertrag, aus der neuen Ein geheimnisvoller Todesfall. verhängnisvollen Grenzziehung. Hier helfend einzugreifen Aus einem faschistischen Gefängnis. ist in erster Linie Sache des Reich e s. Es ist selbstverständlich, daß Preußen dabei nicht abseits stehen kann. Aus Mailand wird uns berichtet: Auf geheimnisvolle Weise ist dieser Tage der Graf wahrlich nicht mit dem bloßen Hinweis auf die Ber Handelt es sich doch um preußische Provinzen, die Preußen Lusignani gestorben. Dieser Mann, Profeffor an der Universität pflichtung des Reiches zur Hilfeleistung im Stiche lassen Parma, ehemaliger Bürgermeister dieser Stadt und Präsident wird. Ein Wiederaufbau aber ist nur möglich, wenn Reich der Bant von Parma, war der faschistische Bertrauens- und Staat im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel mann in der Proving Emilien. Er war der Freund und Geld- dort helfen, wo eine Selbsthilfe der Provinzen und Kreise geber des früheren Generalsekretärs der faschistischen Partei, aus eigener Rraft nicht möglich ist. Daß die SelbstverwalFarinacci, des Bruders des Duces" Arnaldo Mussolini tungstörper tätig Hand mit anlegen müssen, ist wohl flar, und anderer faschistischer Führer. Insbesondere genoß er das sie haben es auch bereits getan. Jede von außen heranBertrauen des Justizministers Rocco und feiner Brüder. Nach gebrachte Hilfe wird unwirksam bleiben, wenn nicht entdem er das Geld der Bant dugendmillionenweise verschlossene Initiative der betroffenen Gebiete selbst dazu beischleudert hatte, wurde Lusignani im Stich gelaffen und die trägt, die Wege zum Wiederaufstieg zu ebnen. Bant ging pleite. Lusignani, der Professor Groppali, ein Abenteurer, der dafür bekannt ist, daß er für den halbanalphabeten früheren Generalsekretär Farinacci, die Reden verfaßt und Artikel schreibt, und mehrere andere wurden eingesperrt. Man ermartet nun den Prozeß. Was man aber nicht erwartete, ist der Umstand, daß Lusignani im Gefängnis starb. Er war ein sehr unbequemer 3euge geworden. Die öffentliche Meinung sprach so lange und so hartnädig von den geheimnisvollen Umständen dieses Todes. falls, daß die Behörde sich schließlich troß ihrer völligen faschistischen Einstellung wohl oder übel damit beschäftigen mußte. Sie beauftragte Sachverständige, vor allem Universitätsprofessoren, mit der Vornahme einer Obduttion. Alle aber weigerten fich die Obduktion vorzunehmen, vermutlich, weil man ihnen ein bestimmtes Gutachten von vornherein aufzwingen wollte, und nun ist jede Spur von Beweisen verschwunden. Farinacci, Arnaldo Mussolini, der Justizminister Rocco und seine sauberen Brüder können demnach beruhigt schlafen Der französische Amerikaflug. Unbestimmte Nachrichten. Im Laufe des geftrigens Abends find die widerspruchsvollsten Meldungen über den Flug der beiden Franzosen Nungeffer und Coly von Paris nach New Borf verbreitet worden. Eine TU.meldung schilderte fogar mit genauen Einzelheiten ihre Anfunft bei Regen und Nebel 200 meter von der Freiheitsstatue im New- Yorker Hafen. Später meldete MIB. aus New York: Bisher find alle Meldungen über eine Sichtung Nungeffers un bestätigt. Regen und dichter Nebel an der Ostküste Ameritas machen eine Landung des Flugzeugs fast unmöglich. Ueber das Schicksal Nungeffers werden ernste Beforgniffe geäußert. Diese Meldung bedt fich mit einer telephonischen Auskunft, die wir um 21 Uhr nachts in Paris eingeholt haben. Danach beruhten alle Nachrichten über die Sichtung der franzöfifchen Flieger an der amerikanischen Küste auf Verwechselungen mit dort treuzenden amerikanischen Flugzeugen. Es kommt also darauf an, D st martenpolitit auf lange Sicht zu treiben. Der Kriegsausgang hat im Osten neue Berhältnisse geschaffen, die so, wie sie nun einmal sind, hingenommen werden müssen. Es gilt, aus dem nicht durch unseren Willen geschaffenen Zustand das möglichst Beste zu machen. Heute noch sind die Ostprovinzen schwach und können nicht für das gesamte Deutschland das leisten, wozu sie an sich nach Bodenbeschaffenheit und Menschenmaterial imftande wären. Um diese erhöhte Leistungsfähigkeit zu erreichen, bedürfen die Ostprovinzen heute noch der Stärkung und Festigung aus Mitteln der Allgemeinheit, damit sie später auf eigenen Füßen stehend als deutscher Kulturwall der Gesamtheit wertvolle Dienste leisten fönnen. treffenden Maßnahmen aufzuführen und zu erörtern. Ich Es ist nicht meine Absicht, hier im einzelnen die zu will nur Hinweise geben, worauf sich hauptsächlich jede Hilfsaftion zunächst zu richten hat. Einen Ersatz für die verlorengegangenen Abfazgebiete, an denen die Wirtschaft der ge= famten Ostprovinzen franft, zu schaffen, ist nur möglich, wenn die gesamte Wirtschaft dieser Gebiete durch Wiederherstellung und Erweiterung des zerstörter Berkehrsneßes neuen Antrieb erhält. Durch Anschluß an das übrige deutsche Verkehrsneh muß es gelingen, B. der schlesischen Industrie die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte weiter westlich abzusetzen. Hand in Hand damit muß eine Aenderung der Fracht- und Tarifpolitik der Reichsbahn gehen, gerade in bezug auf Schlesien, um für die schlesische Wirtschaft möglichst den Verlust der örtlichen Absatzgebiete auszugleichen. Ferner müssen die Provinzen Nieder- und Oberschlesien an das Wasserstraßennetz Deutschlands angegliedert werden, damit auch von dort der Transport von Maffengütern auf dem billigen Wasserwege möglich ist. Hierzu ist eine beffere Schiffbarmachung der Oder und die Fortsegung der zum Teil schon begonnenen Kanalarbeiten nötig. Um der Landwirtschaft die Ueberschwemmungen bei Hochwasser, die unermeßliche Werte vernichten, zu ersparen, ist eine Regulierung der Flußläufe notwendig. Dann werden bedeutende Werte vor der Zerstörung gerettet werden. Gleicherweise sind die Ueberschwemmungen im Rege und Warthebruch durch Ausführung neuer Deich fiauütt und großzügiger Meliorationen zu bekämpfen, womit gleichzeitig neues fruchtbares Ackerland gewonnen würde. Um die weiten, beute noch menschenarmen Gebiete des Ostens zu bevölkern, ist eine großzügige Besiedlung des Ostens erforderlich. Es ist schon aus grenzpolitischen Gründen notwendig, hier eine dichte bodenständige und lebensfähige Bauernbevölkerung zu schaffen und zu erhalten. Es mag dahingestellt bleiben, welche Art von Siedlung— ob Einzel- oder Dorfsiedlung— vorzuziehen ist. Notwendig aber ist es. daß hier im Osten planmäßig gesiedelt wird. An Land fehlt es dazu wahrlich nicht. Auch geeignetes Menschenmaterial ist in Deutschland vorhanden, wie die Aus» Wanderung von zahlreichen Dauernsöhnen beweist. Aller- dings geHort zum Siedeln Geld! Reich und Preußen haben für Zwecke der Siedlung bereits erhebliche Mittel zur Ver- fügung gestellt, zu fehlen scheint es mir nur an großzügigem, Planmäßigem und schnellem Handeln. Ferner müssen die Bauernstellen den Siedlern zu erträglichen Preisen gur Verfügung stehen. Soll der Gefahr der Entvölkerung im Osten tatkräftig begegnet werden, so ist es nötig, mit allem Nachdruck dafür zu sorgen, daß die kulturellen Einrichtungen der Ostgebiete tücht hinter denen anderer deutscher Gebietsteile zurückstehen. Die Pflege der deutschen Kultur im Osten ist eine Lebensfrage. Das gesamte Schulwesen muß tatkräftig ge- fördert werden. Fortbildungs-, Gewerbe- und landwirtschaftliche Schulen müssen eingerichtet und, wo sie bestehen, unterstützt werden. Der Gefahr der Seucheneinschleppung für Mensch und Vieh muß entgegengetreten werden. Sanitäre und hygienische Einrichtungen, Krankenhäuser und Wohl- fahrtsanstalten bedürfen dringend des Ausbaues. Auch hier müsien staatliche Mittel nach einheillicbem Plan eingesetzt werden, damit kein kostspielige» Nebeneinander entsteht. Von erheblicher Bedeutung ist ferner eine vernünftige Gestaltung der Beziehungen zu den Nachbarländern. Im Interesse aller liegt es, durch Abschluß von Handels- v e r t rä g e n die wirtschaftlichen Beziehungen der Länder so zu gestalten, daß alle Teile Vorteil daraus ziehen können. Ich weiß, daß bei den zur Verfügung stehenden be- schränkten Mitteln nicht alle Wünsche der Bevölkerung dieser Gebiete sich erfüllen lasten werden. E» kommt aber auch nur darauf an, zu beweisen, daß Reich und Staat die Not der bedrängten Ostgebiete erkennen und würdigen und sich nach Maßgabe ihrer Kräfte bemühen, der Bevölkerung und der Wirtschaft zu helfen. Sind erst neue Wege zu tatkräftiger Arbeit erschlossen und die Vorbedingungen zur Existenz aus eigener Kraft geschaffen, dann werden auch die heute noch zuschußbedürftigen Gebiete de» Ostens einst Erträge für die gesamte deutsche Wirtschaft liefern. Reichsregierung imS Stahlhelmtag. Nicht mutig und nicht ehrlich. Nicht mutig und nicht ehrlich ist die Haltung der Reichs- regierung anläßlich des Stahlhelmtages gewesen: nicht mutig gegenüber dem deutschen Volke, nicht ehrlich gegenüber dem Ausland. Wie stand die Reichsregierung zum Stahlhelmtaa? Offiziell wollte sie mit ihr nichts gemein haben. Mit Ausnahme des Reichspräsidenten v. Hindenburg, dessen Name nun einmal aus Gründen der„Tradition" mit jedem militaristischen Rummel vekknüpft ist, und der die Führer jener Organisation, deren Ehrenvorsitzender er geblieben ist, empfangen hat, ist keine leitende Persönlichkeit der deutschen Reichspolitik mit den sogenannten„Frontsoldaten" in Be- rühruna gekommen. Sogar die vier deutschnationalen Minister Hergt, v. Keudell, Schiele und Koch-Düsseldorf haben sich von allen Stahlhelmveranstalwngen gedrückt. Warum haben sie sich gedrückt? Weil sie wußten, daß biese Kundgebung der �größten militärisch aufgezogenen Die italienische Maöemie. T Mussolini braucht Schaustellungen, um da« Itallenlsche Volk zu izrrstreuen. Das italienische Publikum aber hat setzt soviel Paraden, amtliche Feiern und Kavalkaden beim Klang der faschistischen Hymne gesehen, daß es jeden Geschmack dafür verloren hat. Aber Mussolini bat immer neue Spektakelstücke in petto, selbst um den Südamerika» flieger De Pinedo wird Tamtam geschlagen. Der„Duce" hat allerlei angekündigt: die Entsendung von Schiffen nach Amerika binnen vier Tagen, phantastische Flugzeuge, die Ausgrabungen von Herkulanum und die Hebung aller römischer Barken au» dem Nemisee. Zu demselben Zweck auch versprach Mussolini die Dründuirg einer italienischen Akademie nach dem Muster der sranzö- fischen. Lediglich aus dem Grunde, daß die Faschisten Immer alles großer haben müssen als die«nderen. sollten statt der<0„llnsterb» lichcn" deren 00 ernannt werden, und dies« sollten sich nicht allein mit der Ehr« begnügen, sondern auch jeder SO 000 Lire Gehalt de- ziehen. Der.Du«" hatte dabei im Sinn, die akademische Well dem Faschismus noch gefügiger zu machen, di, es dort schon so sehr, ihm «der noch nicht ijenug, gewesen Ist. Die ersten SO Akademiker sollten oon ihm selbst, die übrigen SO von den Erstgeroäblten ernannt werden. Die Gründung der Akademie wurde zuerst sür den Oktober 1920 zum Faschistensest angekündtat, dann für März 1927 zum Gründungs- tag des Faschismus und schließlich zum April 1927 anläßlich der Gründungsfeier Roms. Ader an ollen drei Tagen ist nichts ge» schehen. Der Grund dafür ist sehr einfach. Man wagt keinen Gegner des Faschismus zum Akademiker zu machen und will hinwiederum auch keine Akademie, aus der dl» berühmten Männer Italiens ausgeschlossen sind. Di« bedeutendsten italienischen Mathematiker sind Faschistengegner, und der berühmteste von ihnen, der Senator V o l t e r r a, wird vom Faschismus verunglimpft und persönlich dedroht. Der tiefst« zeitgenössische Italienisch« Denker, der Philosoph Benedeit» Croc«, Senator und früherer Unter- richtsminister, hat die rücksichtslosesten Ueberfälle seines Haufe» durch Faschisten mit ansehen müssen. Aber vielleicht findet man politisch« Persönlichkeiten für dies« Akademie? Di« drei gewesenen Minister- Präsidenten, di« sich auch als Schriftsteller betätigen. Ritti, S a l a n d r a und Orlando, hoben keine Sympathie für den Faschismus. Insbesondere Rittt wird gehaßt: Salandra, der Führer der Konservativen, hat sich lieber völlig zurückgezogen und Orlando hat man sogar da» Abgeordnetenmandat weggenommen. Die beiden hervorragendsten Historiker de» jetzigen Italiens, Professor Salve- mini und Senator R u f f i n>, sind Gegner des Faschismus, und Salvemini hat man bekanntlich gar seiner Staatsbürgerrecht« be- raubt. Der größte zeitgenössisch« ctalienisch» Dramatiker Roberto D r a c c o hat ebenfalls faschistische Ueberfälle aus sein Haus erlebt. Der bedeutendste italienische Jurist, Senator F a d d a. steht dem Faschismus abweisend gegenüber. Aus der anderen Seite besitzen die Faschisten keine PersänUchkett von Ruf bis auf M a r c o n i, der es übrigen» bisher mit allen Regierungen gehalten hat aus dem Be- streben heraus, seiner Forschungsarbeit auf dem Gebiete der droht- losen Telegraphie keine Schwierigkeilen zu bereiten. Man wird also aus irgendwelche alte Mumien zurückgreifen und diese ausstellen müssen: der Anblick jedoch wird alles andere als erhebevo fem! D. C. Rechtsvrganisation eine schwere außenpolitische B e l a st u n g für Deutschland darstellt. Die Reichsregierunc, steht am Vorabend einer großen diplomatischen Aktion mit dem Ziele der vorzeitigen Räumung des besetzten Ge- bietes. Die Erfolgsauofichten dieses Borstoßes sind an sich schon nicht sehr günstig. Seit der Bildung einer Rechts- regierung sind alle Verheißungen aus der vorigen Völker- bundstagung wieder zerronnen. Die Hergt- Rede in B e u t h e n hat den französischen Nationalisten unter Führung Poincarcks einen neuen Vorwand geliefert. Miß- trauen gegen Deutschland zu säen und die Parole der Unnach- gkbigkeit abermals zu proklamieren. Dazu kam nun noch der Stahlhelmtag, der im Ausland, wie alle derartigen militä- rischen Veranstaltungen, stärkstes und vielleicht absichtlich übertriebenes Interesse erzeugte. Hätten die deutschnationalen Minister, dem Zuge ihres Herzens folgend, der Kundgebimg beigewohnt, dann wären die letzten Chancen der Stresemann- schcn Näumunzsaktion restlos zerstört worden. Die deutschnationalen Kabinettsmitglieder standen vor der Alternative, entweder durch ihre Anwesenheit eine Kabinettskrise hervorzurufen oder durch ihre Flucht ihre eigenen Anhänger abermals zu enttäuschen. Sie haben das letztere vorgezogen. War aber der Stahlhelmtag eine außen- politische Belastung— und daß er das war, wird durch die Ministsrflucht genügend bewiesen—, dann wäre es die ver- dämmte Pflicht und Schuldigkeit der Regierung gewesen, von ihm in aller Form abzurücken, vor ihm zu warnen. Das fft natürlich nicht geschehen, beim wie soll die Reichsregierung von einer Organisation abrücken, deren Ehrenvorsitzender der Reichspräsident ist und deren Führer vom Reichspräsidenten empfangen werden und vor ihm ein mysteriöses„Treu- gelöbnis" ablegen? Während sich nun die deutschnnationalen Reichsminister drückten, machten die Deutschnationale Partei und die deutschnationale Presse mit dem Stahl- helmtag gemeinsam« Sache. Es war der Vor- sitzende der Berliner Parteiorganisation der Deutschnationalen, der Reichstagsabgeordnete Laverrenz, der die Austorde- rung ergehen ließ, fchwarzweißrot zu flaggen. Deutschnationale Abgeordnete, z. B. der früher mehrfach als Minister- kandidat genannte Bergbaugewaltige Leopold, wohnten in offizieller Eigenschaft der Kundgebung im Lustgarten bei. Die gesamte deutschnational« Press« unter Führung der dem Reichstagsabgeordneten Hugenberg gehörenden Blätter. macht« für den Etahlhelmtag die denkbar größte Propaganda. Und während die amtlichen Stellen das Ausland damit zu beruhigen versuchten, daß für die Republik keine Gefahr be- stehe, da die Sozialdemokraten Grzesinski und Zörgiebel die Polizei fest in der Hand hätten, verlangt« der Führer der größten Regierungspartei. Graf Westarp, daß der Kampf gegen die Sozialdemokratie auf der ganzen Linie eröffnet und daß die Sozialdemokraten insbesondere aus der preußischen Regierung entfernt werden. Das ist eine Politik de? Doppelzüngigkeit, ein übles Spiel mit verteilten Rollen. Auf der einen Seite spielen die deutschnationalen Minister di«„klugen Staatsmänner", sie lassen durch Stresemann erklären, daß die Reichsregienmg einmütig für die Fortsetzung der Politik von Locarno«intrete und sie berufen sich gegenüber dem Ausland auf die Machtposition der Sozialdemokratie in Preußen als die stärkste Garantie für die Republik. Auf der anderen Seite wird die Hugenbcrg-Presse entfesselt, sie macht Pro- paganda für die Rcoancheparolen des Stahlhelms und sie fordert die Beseitigung der Soziall>emokratie aus der preu» ßischen Regierung. Für die Wirkungen, di« diese Art von Politik nach außen und innen haben muß. wird das deutsche Volk die jetzige Regierung verantwortlich machen. Reichsbahndl rekkor Geheimrat Hlolf ist zum Sachverständigen für Eisenbahnfragen beim Bölkerbund ernannt worden. Zeitungskunöe an See Serliner Universität. An der Universität Berlin gibt in diesem Sommersemester der Direktor des Deutschen Institut» für Zeitungskunde Dr. Martin M o k> r ein« geschichtliche Einführung in das Zeitungswesen des In- und Auslandes und liest über Problem« der Tageszeitung. Die zur Lertiefung de» Vorlesungsstoffes veranstalteten j e m i n a r i st i» schen Uebungen behandeln unter Leitung von Friedrich Bert- tau die Struktur und Funktion der Zeitung. Es finden ferner-ol- gend« Sondervorträg« statt: Wilhelm Ackermann. Ehef» rcdakteur der Deutschen Tageszeitung:„Der politische Leitartikel"— Alfred Alfringhaus, Chefredakteur im Sozialdemokratischen Pressedienst:„Die Entwicklung de» Sozialdemotratifchen Presse» dienstes"— Georg Bernhard, Chefredakteur der.Vossischen Zci- tünch„Die Zeitung als Geschäft und moralische Sendung"— E. Fischer, Oberingenieur der Siemens u. Halske A.-G.:„Die technischen Nachrichtenmittel Im Dienste der Presse"— Wolfgang Henkel, Scherl-Verlag:„Die Eigenpropaganda der Tageszeitung — Franz K l ü h s, Chefredakteur im Vorwärts:„Die sozialdemokratische Presse"— Eduard Ludwig, beo. Minister, a. o. Ge- sandter, vorstand des Bundes-Pressedienstes, Dundeskanzleramt Auswärtige Angelegenheiten:„Die österreichisch« Presse"— Heinrich Neumann. Chefredakteur i. R.:„Rundfunk und Zeitungs- krttik"— Max O s b o r n, Kunstkritiker der Bossischen Zeitung: „Kunstkritik und Tagespresse"— Dr. Paul Roth, Gesandtlchafts- rat, Presseabteilung der Reichsregierung:„Die pointsche Presse"— Wilhelm S ch w e d l e r, Chefredakteur der Transocean-Nachrichten» dienst«:„Die Transocean-G. m. b. H."— Dr. Edgar Stern- Rubarth, Chefredakteur im WTB.:„Die international« Berussorganisation der Presse"— Johannes U r z i d i l, Pressechef der Deutschen Gesandtschast in Prag:„Das Pressewesen in der tschecho- slowakischen Republik"— Dr. Gustav Wolf. Legationsrat, Presse- abteilung der Reichsregierung:„Die Presse Ungarns".— Von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Deutschen Institut» sür Zellungs- künde werden folgende Vorträge gehalten: Dr. Karl Römer: „ver Journalist in der Bühnenliteratur"— Dr. Hans A. M ü n st e r: „Die Stellung der Press» Im Deutschen Strafrecht"— Dr. Hans A. T r a u b:„Die Schrift in der Zeitung". Ferner sind Führungen und eine Studienfahrt vorgesehen: Da» Buchdruckerhaus in Berlin — Besichtigung des„Vorwärts"— Besichtigung des Mosse-Hauses — Mergenthaler Setzmofchinenfabrik— Pressetribüne im Landtag— Berliner Stadtverordnetenversammlung— Telegraphen-Union— Besuch der.�sahresschau Dresden"(Papier). Die Berliner Dalcroze. Schule gab in einer musitpädagogischen Veranstaltung im Klindworth-Scharwenta-Saal einen Einblick in die Dalcroze-Methode in sehr ausschlußreichen Darbietun- gen, die nicht Schaustellungen, sondern Beispiel« au» der praktischen Arbeit sein wollten. DI« Art, wie die Dalcroze-Methode zum Musik- Verständnis führt, ist ohne Frage außerordentlich fruchtbar. Das Gefühl für Rhythmik und Dynamik wird hier aus dem eigenen Körper entwickelt und dem Menschen zum Bewußtsein gebracht, der es dann, wie die vorgeführten Beispiele zeigten, mühelos auf die Musik überträgt. Eine gewisse musikalische Veranlagung mag aller- dings Grundbedingung fein, wenn wirtlich Erfolg erzielt werden soll. Doch wie diese Klassen von kleineren und größeren Kindern Reichstagsbeginn. Genosse Lobe führt wieber de» Vorsitz. Der Reichstag wird heute nach der Osterpaus« seine VerHand- lungen wieder ausnehmen: die Sitzung ist aus Z Uhr nachmittags an- gesetzt. Aus der Tagesordnung steht u. a. das Luftverkehrsabkommen mit der Tschechoslowakei. Der A e l t e st e n r a t ist auf mittags 12 Uhr einberufen. Reichstagspräsident Lobe ist von seinem Kuraufenthalt wieder nach Berlin zurückgekehrt und wird die heutige Reichstagssitzung leiten.. der Saustoffwucher. Die Ziegelhändler verteidigen die Verteuerung. Unser kürzlich veröffentlichter Leitartikel„Anschlag aus die Bau- Wirtschaft" hat in Kreisen der Ziegelhändler einige Unruhe hervor- gerufen. Eine am Berliner Markt einflußreiche Firma versendet an die Press« eine„Erwiderung", die natürlich die Tatsache der Ziegelverteuerung nicht zu leugnen vermag, aber die Ziegelsabri- kanten zu verteidigen sucht, indem sie den Wucherpreis„begründet". Zu diesem Zweck wird die längst widerlegte Behauptung angeführt, die Löhne der Ziegeleiarbeiter seien gegenüber dem Borjahr um 12� Proz erhöht. T a t s a ch e ist jedoch, daß die Löhne der Ziegelei- arbeiter im vorigen Jahre um S Proz. gesenkt und erst später um 0 Proz. erhöht worden sind. Das gibt eine Lohnerhöhung von einem ganzen Prozent. Die Ziegelhändler machen daraus 12X Proz.! Uebrigens gibt die erwähnte Baustoffirma recht unumwunden zu, daß die Ziegcleibesitzer ganz enorme Sondergewinne auf Kosten der Allgemeinheit erzielen wollen. Die Ziegeleibesitzer möchten nämlich— so wird auseesührt— alle in früheren Zeiten entstandenen 23 e r l u st e in dieser Saison her- ausholen. Dazu verlangen sie SO Proz. mehr als die von der Stadt vermittelten Selbstkosten betrogen und wollen mit einem Schlage über S M i l l. Mark einheimsen. Rührend lassen sie versichern, es sei Pslicht der Fabrikanten, später ihr Material zu Preisen auf den Markt zu bringen, die einen normalen(I) Ge- winn einschließen. Wir glauben an derartiges Pslichtbewußtsein nicht. Doch verzeichnen wir mit Vergnügen, daß mit diesen A3orten die Tatsache der Wucherpreisforderungen zugegeben wird. Nun fragt man sich, welches Interesse der Baustoffhandel an dtesen Preisen hat— die bouausführenden Firmen, die ja auch vom Baumarkt etwas verstehen, sind ja von den Wucherpreisen der Ziege- leien abgerückt. Dos Interesse der Händler wird klar, wenn man von der besagten Firma ersährt. daß der Baustoffhandel gegenüber früher lein« Gewinne wesentlich erhöht hat. Obwohl di« Um- sätze gestiegen sind, obwohl mit der Vergebung von Ricsenaufträgen der Handel immer mehr den Charakter des reinen 23ermittlungs- geschäft» annimmt— Fracht und Anfuhr werden von den bauaus- sührenden Firmen getrogen—, verlangt auch der Handel jetzt höhere Provisionen Man versteht jetzt, warum er von dem Vor» wurf des Wucher», den wir ihm gegenüber gar nicht erhoben hatten, sich mit betroffen fühlt! Aber von Wucher kann, so behauptet er, keine Rede sein. Di« Preise richten sich nach Angebot und Nachfrag«. Famo»! Man wundert sich nur. wie das Angebot den Preis bestimmen kann, wenn die Fabrikanten sich weigern, Waren anzubieten. Man hält ja das Angebot gerode zu dem Zweck zurück, um den Preis von der dringlichen Nachfrage ollein bestimmen zu lassen. Da» nennt man Kartelldiktatur und Mißbrauch mono- polistischer Gewalt. Der Mißbrauch der Macht wird noch schlimmer, wenn man damit droht, die Ziegeleien stillzulegen und Arbeiter und Angestellte brotlos zu machen. Dieses skandalöse Bor« gehen, auch die soziale Macht des Unternehmertums in den Dienst des Strebens nach Wucherpreisen zu stellen, verdiem schärfste Brandmartung. Ziegeleibesitzer und Daustosshändler haben die Möglichkeit, hie Zuspitzung de» Konflikt« zu verhindern, indem sie ihre Preieforde- rungen herabsetzen Beharren sie auf ihrem sinnlosen Wucher, so muß die Stadt der ebenso sinnlosen Vergeudung von Steuennitteln entgegenwirken müssen mit denselben Machtmitteln, die das Privatkapital sür sich in Anspruch nimint. aus musikalisch« Anregungen reagieren, wie Körperbewegung und musikalische Bewegung ineinander und durcheinander liefen, bewies oft ein geradezu überraschendes Musikgesühl. Dabei mochten die kleinsten Kinder kaum vier Jahre alt sein. Erstaunlich war auch die Art, wie Kinder eigene Bewegungen in Musik setzten oder selbst- aefundene Melodien instrumentierten. Gerade weil es sich hier um keine künstlerische Ausbildung handelt, weil hier nur Menschen zur Freude am Schönen, Harmonischen erzogen werden sollen, ist das System so wertvoll. Indessen gaben die Seminorklassen den Be- weis, daß durch diese natürliche Musikerziehung bisweilen auch qualitativ recht Hochstehendes erreicht wird. So hörte man ein sehr hübsches Volkslied einer Seminarschülerin, das durchaus dem kunst- losen Text nachcmfunden und wirkungsvoll für vierstimmigen Chor gosetzt war. T e s. wiedereinrichtnng der ophthalmologischen Kongresse. Alis Der- anlassung der englischen Augenärztlichen Gesellschaft wird jetzt wieder ein Internationaler ophthalmologischer Kongreß vorbereitet. Wie die„Deutsche Medizinische Wochenschrift" berichtet, ist an olle ophthal- mologischen Gesellschasten der Welt die Aufforderung ergangen, zwei Zlbgesandt« von jedem Lande nach dem Haag zu schicken, wo man über die Wiedereinrichtung der internationalen Kongresse und andere Fragen von ougenärztlichem Interesse verhandeln will. Die meisten Länder haben ihre Zustimmung gegeben, auch Deutschland hat zwei hervorragende Augenärzte zu diesem Zweck ernannt. Das Räksel der Amazonen. Ein englischer Philologe, Dr. Myres, hat eine neue Hypothese zur Erklärung der griechischen Bericht« über das Amazonenvolk aufgestellt. Noch seiner Meinung waren die Amazonen identisch mit den H e t t I t e r n. Diese wurden von den Griechen, die mit ihnen in Asien auf dem Schlachtfeld« zusammen- trafen, nur deshalb— nach Ansicht des Dr. Myres— für Frauen gehalten, weil sie glatt rasiert gingen und zudem das Haupthaar länger trugen als die Griechen, bei denen damals der Dollbart Mode war. Als dl« Hettiter später sich ebenfalls die Bärt« stehen ließen, kam in Griechenland da» Gerücht auf, das Amazonenvolk sei ver- schwunden. Sowjeistern und Antichrist. In Eherson wurden drei Nonnen vom Sowjetaericht zu einjähriger Gesängniestrase verurteilt, weil sie einen Aufruf verbreitet hatten, in dem die baldige Ankunft de» Antlchrists prophezelht wurde, der kommen werde, um den Menschen sein Siegel in Form eines fünfeckigen Sterns(das Symbol des Sowseistaaie») aufzudrücken. Dies wurde als Beleidigung der Sowjetgewalt angesehen. Die Nonnen erhielten aber wegen„so- zialer Ungejährlichteii" Bewährungsfrist. Ciac Kammeroper Im Neuen Thealer am Zoo. Zindoli Nelson, ter be« kannte Operettenlompomsi. pachtete sür die nächste Epieizett da» Neu« Tbeater am Äursürüendomm. Im Neuen Thealer am Zoo will er lm klnsana der Spielzeit die Kammeroper Pflegen, di« gerade in verlin bisher als Stieslind behandelt wurde. Zniernallonaser OituMfteakougreß in tzort». Dam 20. September t-1 *. Oktober soll in Paris auf Sinladung de» Intcriinlionalen Ziieldlipsochi- scheu InslitutZ ein dritter Kongrei: iür psochischr Forschung tagen. Ter letzte Kongreß dieser Art fand 1923 in Wattchan stall. Aloxim. der seit einiger Zeit schwer kranke Erfinder deS rauchlosen Pulvers, ist ge st orten. ort mit den Zollmauern! Wirtschaftsdebatte im Landtag. Der Landtag beriet gestern in zweiter Lesung den Etat für Handel und Gewerbe. Nach kurzen Ausführungen der Berichterstatter gibt Handelsministcr Dr. Schreiber eine Erklärung ab, worin er auf die Lösung der strittigen Frage eines preußischen Sitzes im Verwaltungsrat der Reichsbahn hinweist. Nachdem Preußen bisher trotz seines Drängens nicht berücksichtigt worden ist, habe nunmehr der angerufene Staatsger ichtshof zu seinen Gunsten entschieden.(Bravo!) Abg. Osterrokh(Soz.): Die diesmaligen Beratungen des Handelsetats stehen im Zeichen der Weltwirtschastskonferenz in Genf, an der er- freulicherweise diesmal auch Rußland teilnimmt. Ais deutscher Der- treter hat Herr von Siemens dort die These aufgestellt, daß die Wirtschaft nicht Selbstzweck sein dürfe. Hoffentlich tragen diese Ansichten dazu bei, Europa bald als einheitlichen Wirt- s cha f ts k o m p l e x in die Erscheinung treten zu lassen. Das be- deutet natürlich, daß im Interesse der Wirtschaft und auch der Arbeiterklasse die Hemmungen, die noch in den Z o l l m a u e r n bestehen, fallen müssen. Die Zusammenballung zu den großen Konzernen, in denen auch Herr von Siemens ein Haar fand, können auch wir nicht als den Gipfel weitschmiender Wirtschaftspolitik ansehen. Die Ueberspannung solcher Gebilde nach amerikanischem Muster liegt durchaus nicht im Interesse einer gesunden Volkswirt- fchaft, noch dazu, wenn solche Konzerne zu ihrer Aufrechterhaltung staatliche Subventionen in Anspruch nehmen müssen. Die Angriffe gegen die Staatswirtschaft weisen wir zurück, denn nach wie vor ist unser Ziel die Vergesellschaftung der Pro- duktionsmittel. Daß der Staat es sich zur Aufgabe gemacht hat, die E l e k t r o w i r t f ch a f t in die Hand zu nehmen und für das platte Land zu erschließen, wird ihm häufig zum Dorwurf gemacht. Aber der Staat kann auf keinen Fall ruhig zusehen, daß die Privatwirtschaft ihm den fettesten Bissen wegschnappt und weniger aussichtsreiche oder unrentable Teile überläßt. Wir begrüßen deshalb die Znitlalivc des Staates in bezog auf die Elettrowirtschast, die die kohle immer mehr verdrängt und die Zukunft hat. In den letzten Iahren haben wir unter dem Schlagwort der Rationalisierung gelitten. Sie war berechtigt, soweit es sich darum handelte, die deutsche Wirtschast wieder konkurrenzfähig zu machen. Aber mit der Ueberrationalisierung ist man zum Teil über das sogenannte„lebende Inventar", die Arbeiterschaft, einfach hinweggegangen. Erfreulicherweise war das in den staatlichen Be- trieben nicht der Fall. Wenn Deutschland vorübergehend eine Arbeitslosigkeit von über 2 Millionen hatte, so zwingt das zu weltgehenden sozialpolitischen Folgerungen. IKau kann nicht von jemandem, der jahrelang arbeitslos war. freudige Mitarbeit in der Wirtschaft und am Staate verlangen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Deshalb war das Arbeitszeitnotgesetz nur«ine kümmer- liche Lösung dieses Probleme?. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kreise in der Arbesterschaft, die keine Zukunstsmöglichkeiten haben, auf ihre Weise rationalisieren, indem sie die Geburten kon- tingentieren und damit den Staat um das wertvollste Gut, um seinen Nachwuchs bringen. Diesem Problem kann man nicht lediglich mit Unterstützungen zu Leibe rücken.(Sehr wahr! bei den Soz.) Notwendig ist die Wiederbelebung der Wirtschaft durch Handelsverträge, Abbau der Zollmauccn und Anpassung des Eisenbahn- tarifwescns an die Ledensiulerelfea der elnzelneu Landesteile. Die Kanalbauprojekte, die vor dem Kriege unter ganz anderen Vor- aussetzungen eine viel größere Roll« spielten, sind heut« mit großer Vorsicht zu behandeln. Die revolutionären Umwälzungen in der. Technik, wie die Gasfernversorgung, zwingen hier zur Berück- sichtigung. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm war dürftig umrisien, schlecht ausgearbeitet und mangelhaft durchgeführt. Die Frage der Arbeits- gemeinschaft zwischen Gewerkschaften und Unternehmertum ist nicht mehr aktuell. Sie mag bei Kriegsende und in der Abwehr des Ruhr- einbruches notwendig gewesen sein, heute, bei dem Ausbau des Schlichtungs- und Tarifwesens ist sie überholt. Notwendig aber ist der paritätische Ausbau der Berusskammern, der bis jetzt abgelehnt wurde. Natürlich schließt auch er nicht Interesien- und Klassenkämpfe aus, die unvermeidlich sind. Zusammenfassend wünschen wir der europäischen im Interesse der deutschen Wirtschaft einen kräftigen Aufstieg. Vielfach sieht das Ausland unsere Wirtschaftslage viel zu a"- Die Lasten des Dawes-Planes sind bisher nur auf �rden. Nur der gemeinsame Wille -!»- Aeteiligten kann Europa und damit auch die deutsche Wirtschaft einer besseren Zukunft entgegenführen.(Beifall bei den Soz.) n»9"(Dnat.) beklagt, daß in wirtschaftlicher Beziehung der Osten gegenüber anderen Landesteilen benachteiligt ist. Hoffent- lich trage der Besuch des Innenministers zu gerechterer Behandlung >?'5��attung e,nes gesunden Mittelstandes liege im Jnteresie der deutschen Wirtschaft, die durchaus steuerüberlastet ist. k°l°misiert gegen die Konkurrenz, die der Privatwirtschaft durch die öffentliche Hand gemacht wird. Im Jnter- esse einer gesunden Fortentwicklung der Wirtschaft sei die inzwischen geloste Arbeitsgemeinschaft zwischen Gcwerk- s ch a f t- n u n d Unternehmertum wieder anzustreben. Abg Heidenreich(D. Vp.) warnt vor allzugünstiger Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und fordert Vermehrung der Gc- w e r b e a u f s i ch t, da ein großer Teil der Betriebe nicht mehr kon- trolliert wird. Nicht nur der Staat, fanden auch die Kommunen mutz en sich äußerste Beschränkung in ihrer öffentlichen Wirtschasts- Politik auferlegen. Handelsminister Dr. Schreiber: Der Gesundungsprozcß der Wirtschaft ist erfreulicherweise im fortschreiten begriffen. Besonders Kohlenbau und Eisenwirtschaft haben die größten Produktionszahlen feit Kriegsende aufzuweisen. Auch die Textilwirtschast hat sich erholt, so daß heute nur noch die Hälfte der Arbeitslosen des vorigen Jahres ohne Beschäftigung ist Erfreulicherweise hat sich auch die Zahl der Kurzarbeiter auf ein Fünftel herabgemindert. Für die Weiter- entwicklung ist die Kräftigung des inneren Marktes ebenso von entscheidender Bedeutung wie die Hebung der Kaufkraft der Bevölkerung, die leider durch die schlechte Ernte beeinträchtigt wurde. Die in letzter Zeit sehr häufigen Lohnbewegungen der Arbeiterschaft haben hoffentlich in diesem Sinne ein günstiges Ergebnis. Die Besserung unserer Außenhandelsbeziehungen muß angestrebt werden. Vielleicht haben die Genfer Verhandlungen nach dieser Richtung ein gutes Resultat. Insbesondere haben Deutschland und Frankreich all« Ursache, sich über ihre gemeinsamen Interessen zu verständigen.(Sehr gut! links.) Im Interesse der Wirtschaft ist die Frage zu erwägen, ob nicht auf die Kapitalertrag st euer verzichtet werden kann. Dem Mittelstand mit langfristigen Krediten zu helfen, muß in erster Linie Aufgabe der Sparkassen sein. Die Klagen über die Konkurrenz der öffentlich«» Hand gegenüber der Privatwirtschaft sind nicht aanz unberechtigt. Das hat keine Geltung für den Verkehr, die Elektro- Wirtschaft und den Bergbau. Aber hier darf die Monopolstellung des Staates nicht zur Schädigung privater Interessen führen. Ein Entwurf über die Zusammensasiung der staalsclgenea Cleklrobelriebe wird dem hause alsbald zugehen. Eine Vermehrung namentlich der weiblichen Gewerbeaufsichten halt« ich nicht für erforderlich. Abg. Frau Ludewig(Komm.) polemisiert gegen den Abg. Oster- roth. Besserung könne erst eintreten, wenn an die Stelle der kapi- talistischen die kommunistische Wirtschaftsordnung tritt. Die Ge- werbeaufsichi sei nur ein Organ des kapitalistischen Staates. Hierauf vertagt sich das Haus auf Dienstag, den 10. Mai. Tagesordnung: Fortsetzung der Aussprache über den Etat für Handel und Gewerbe. Aentrumsabsage. Westarp mag rede»— die Preustcukoalition bleibt. Die Kleine Koalition in Preußen unter sozialdemokratischer Führung ist den Deutschnationalen ein Dorn im Auge. Erst wenn sie Preußen haben, haben sie die Macht. Deswegen rennen sie immer wieder gegen das Kabinett Braun an. Das Zentrum, das ihnen im Reich die Hand gegeben hat, soll ihnen in Preußen in den Sattel helfen. Der Erfolg war bisher eine Absage nach der anderen. Die Rostocker Rede des Grafen Westarp teilt dieses Schicksal. Die„Germania" erklärt: Die Redensart von der sozialdemokratischen Mißwirtschaft in Preußen mag man in deutschnationalen Provinzblät- t e r n passieren lassen. Aber wenn der Führer der deutschnationalen Reichstagssraktion sie kritiklos wiederHoll, muß man ihn doch darauf aufmerksam machen, daß diese Behauptung gleichzeitig einen schweren Angriff gegen das Zentrum darstellt, das an der sozial- demokratischen Mißwirtschaft doch mitschuldig wäre, wenn eine solche überhaupt bestünde. In Wahrheit haben sich aber gerade in Preußen die politischen Derhällnisse am ehesten wieder b e f e st i g t, und kein zweites Land hat sich so rasch aus den Wirren der Revolution zurückgefunden, wie gerade Preußen. Diese „Mißwirtschaft" ist Preußen wahrlich gut bekommen. Nicht minder gut aber auch dem Reiche. Von Einzelfällen abgesehen, ist Preußen eigentlich die beste Stütze der Reichspolitik gewesen. Besonders in derAußenpolitikhat Preußen immer dem Reiche Hilfestellung geleistet, und die„Schädigung der Reichspolitik" in diesem Punkte kam vielmehr von jenen Ländern, ia denen die Deulschnalionalen ein maßgebendes Wort mitsprechen konnten. Was Graf Westarp als einen schweren Fehler unserer Politik ansieht, daß nämlich im Reiche andersgerichtete politische Kräfte wirksam sind als in einem Teil der Länder, ist nach unserer Meinung gerade ihr Vorteil. Auf Deutsch: In Preußen bleibt die„sozialdemokratische Mißwirtschaft, um die Folgen der deutschnasionalen Miß- Wirtschaft im Reiche zu mildern. Die Worte des offiziellen Zentrumsblattes sind nicht sehr höflich. Einem Parteiführer nachzusagen, daß sein Gesichtskreis dem einer Provinzzeitung entspricht, ist sogar eine empfindliche Beleidigung. Aber die „Germama" sagt die Wahrheit. Die von ihm selbst in viel schönen Reden angepriesene deutschnationale. Staats- und Staatsbürgerpolitik des Grafen Westarp und.seiner Partei kennt nur das eine Ziel, die deuischnationalen Provinzonkels mit den großen Kartoffeln um jeden Preis bei guter Laune zu erhalten. Deswegen dürft« auch die Aufforderung des Blattes an den Grafen, dafür zu sorgen, daß seine Freunde in der Reichsregierung und im Reichstag mehr als bisher eine vom„wahrhaft nationalen, d e m o k r a t i- s ch e n und sozialen Geiste getragene Politik betreiben" auf taube Ohren stoßen. Rheinisches Zentrum und Republikschutz. Köln, 9. Mai.(Mtb.) Auf dem heutigen Parteitag des rheinischen Zentrums wurde eine Reihe von Eni- jchließungen angenommen, darunter folgende: 1. Nach Inkrafttreten der Locarno-Bcrträge und nach Deutschlands Eintritt in d«n Völkerbund läßt sich eine w�ere Besetzung deutscher Gebiete durch fremde Truppen nicht mehr rechtfertigen. Die Zentrumspartei der befetzten und gefährdeten Gebiets verlange deshalb die endliche Zurückziehung der Besatzung und Befreiung Sie dürfe aber unter keinen Umständen erkauft werden mit Zugeständnissen, die auf eine weitere Beschränkung der deutschen Souveräni- t ä t hinauslaufen. Eine dauernde Kontrolle irgendwelcher Art könne nicht In Frage kommen. 2. Bon der Vertretung des Reiches im Völkerbund wird erwartet, daß den vertraglich garantierten Rechten auf völlige De- seitigung des fremden Militärs im Saargebiet Geltung oerschafft wird. Das Saarstatut müsse binnen kürzester Zeit auf- gehoben und das Gebiet dem deutschen Staat und Wirtschaftsverband wieder angegliedert werden. 3. Protest gegen die ncnerdings wieder auftretenden m i l i- tärifchen Pferdemusterungen im besetzten Gebiet. Die rheinische Bevölkerung erwartet ferner, daß die bereits im Rovem- der 1925 gegebenen Zusagen der Alliierten wegen baldiger starker Verminderung der Besatzungstruppen und damit Milderung des Ordonnanzensystems, namentlich im Vereins- und Versammlungewesen, nunmehr baldigst erfüllt werden. 4. Die Winzer erwarten von der Partei, daß sie an den Zollsätzen, wie sie mit Italien und Spanien vereinbart worden sind, unbedingt festhält, in der Folg« kein Kontingent mehr be- willigt wird und bei der Beratung des Weingesetzes für ein Verbot des Verfchnitts von in- und ausländischen Weinen nachdrücklichst eintritt. 5. Zur Verlängerung des Republikschutz. gesetz«»: Mit Rücksicht auf die unabweisbare Notwendigkeit einer ruhigen Welterentwicklung unseres Volkslebens hält der Partei- tag die Sicherung der in der Weimarer Verfassung gegebenen staat- lichen Ordnung für unerläßlich. Solange die entsprechenden Er- gänzungen des Reichsstrafgesctzbuches und des Reichsoereinsgesetzes nicht durchgeführt sind, würde eine Beseitigung des be. stehenden Republlkschutzgesetzes Unsicherheit und Beunruhigung in unser Volksleben hineinbringen und unseren kaum gefestigten Staat aufs neue gefährden. Der Parteitag erwartet von der Reichsregierung and dem Reichstag eine Entscheidung, die dieser Sachlage gerocht wird._ Sowjet-Spionage in Zrankreich! Enthüllungen eines verhafteten französischen Kommunisten. Paris, 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Di« Untersuchung der kommunistischen Spionageafsäre, in die mehrer« kommunistische Stadträte von Paris und Umgebung verwickelt sind, hat durch die Aussagen mehrerer Zeugen, darunter des kommu- nistischen Beigeordneten von St. Cyr, eine sensationelle Wendung erfahren. Dieser behauptet, er sei in mehreren Fällen vom Parteisekretariat aufgefordert worden. Nachrichten über die französische Heeresorganisatlon, über die in der franzö- sischen Armee neu verwendeten Sprengstoffe, über die Aus- rüstungen der Tanks und über die Instruktionen der französischen Artillerieoffiziere zu beschaffen. Er habe dabei feststellen können, daß diese Nachrichten für einen wohlorganisierten Spionagedienst bestimmt gewesen seien, der sich über ganz Frankreich erstrecke und vor allen Dingen in allen großen Hafen- städten Vertreter habe. Die erhaltenen Nachrichten seien stets durch diplomatischen Kurier nach Moskau übermittelt worden. In den s o z i a l i st i s ch e n Kreisen steht man den Aussagen des kommunistischen Zeugen, der jetzt plötzlich nach einer Woche gegen jewe Patteige nosseo aussagt, sehr skeptisch gegenüber,'..,_. Dietz�Golömann entlassen. Schwere Beschuldigungen gegen Vacmcister und Hcrgt Die am 2. September vorigen Zahres unter dem Verdacht des Landesverrats verhafteten Afjefsor Dr. D i e h und Studien- rat Dr. Goldmonn sind aus Anordnung des Oberreichsanwalls aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Von unterrichteter Seite wird dazu mitgeteilt, daß Dr. D i e tz vor 14 Tagen eine Strafanzeige gegen den früheren deutschnationalen Landtagsabgeordneten Dacmeister wegen Aktendleb- siahls, Aklenverschiebung und Meineids erstalte» hat. Vieh hat außerdem zu Protokoll gegeben, daß der jetzige Reichsjustizminister h e r g t und noch ein« andere hochgestellte Persönlichkeit von den Plänen des Zustizrats El ah. gegen den jetzt ein Hochverrats. verfahren schwebt, gewußt haben soll. Außerdem hat Dr. Goldmann Strafanzeige gegen den Untersuchungs- lichter hojius wegen Verletzung des Republikschuhgesctzes erstattet. weil dieser die Reichskanzler Marx and wirth als Lügner bezeichnet haben ioll. Das Versahren gegen Dieh und Goldmaaa geht unabhängig von der Freilassung weiter. Zu der Angelegenheit wird amtlich erklärt: Der Reichsjustizminister hat bereits früher gegenüber ver- leumderifchen Gerüchten ähnlicher Art in der Oeffenllichkeit er- klären lassen, daß jede Behauptung, er sei über irgendwelche Hoch- verratspläne des Iustizrats Claß unterrichtet gewesen, frei er- f u n d e n ist. In einem Bericht des Oberreichsanwalts v o m 14. M ä r z d. I. ist festgestellt, daß Dietz bei seinen wieder- holten Vernehmungen eine solche Behauptung niemals aufgestellt hat, und daß der Name des Reichsjustizministers Hergt in dem ganzen Verfahren nicht genannt worden ist. Ob Dietz etwa neuer- dings solche verleumderischen Angaben zu Protokoll gegeben hat, wird amtlich festgestellr. »das Jjaus brennt schon/ Zolldcbattc auf der WirtschaftSkonferenz. Gens. 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die Handelskommission begann am Montagnachmittag mit der Diskussion über drei fran- zösische Resolutionen und Empsehlungsentwürfe, welch« die H a n- d e l s f r e i h e i t, die Vereinheitlichung der Warenverzeichnisse und die Stabilität sowie die Höh« der Zolltarife betressen. Als erster Redner sprach der Schweizer D u b o i». der mit starkem Nachdruck für eine baldig« Herabsetzung der Zölle eintrat.„Das Haus brennt schon," rief er aus,„und wenn wir noch zehn oder fünfzehn Jahre brauchen, um uns zum Handeln zu einigen, so kann es zu spät sein." Kbinchuk(Rußland) führte aus. daß die Handelsfreiheit im Interesse der mächtigen Länder liege: nur sie würden von einer Beseitigung der Zölle am meisten projilieren. Das russische Hau- delsmonopol bringe keine Handelsbeschränkung mit sich- Riedl (Oesterreich) untsrjtrich dl« Schwieriglttteu der lleilten Länder. Ins. besondere möchte er prüfen, ob künftig nicht kollektive Zollvettrogs. Verhandlungen von größerem Borteil wären. Der folgend« Red- ner, Staatssekretär Trendelenburg, führte aus, daß an eine konstruktive Arbeit für die Zukunft herangegangen werden müsse. Die Ursachen des Protektionismus müßten festgestellt und energisch beseitigt werden. An den französischen Entwürfen riefen die Vorbehalte über die nationale Sicherheit und Souoeränitär der Staaten sowie deren lebenswichtige Wirtschaftsnotwendigkeiten schwere Bedenken hervor. Zum Schluß begrüßte der Redner die Gelegenheit, mit den Russen internalional verhandeln zu können. Der Engländer B a l f o u r erklärte sich bereit, zu prüfen, wie die Zusammenarbeit zwischen den kapitalistischen und dem Sowjet- system möglich sei, wobei er zahlreickze Bedenken über das russische Handelsmonopol äußert. Darauf antwortete sofort in längerer Rede O s s i n s t i(Rußland). Das russische Handelsmonopol könne nicht mit den hohen Zöllen anderer Länder verglichen werden: es bilde ein wesentliches Stück der russischen Gesamtwirtschaft. Für den ausländischen Handel bilde das Handelsmonopol eine vermehrte Sicherheit. Rußland könne auch aus eigener Kraft sich aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten herausarbeiten.— Damit ist die allgemeine Aussprache in der Handelskommission beendet. Am Dienstag beginnen die Beratungen der drei Unterausschüsie. In der Jndustriekommission richtete der französische Großindustrielle de Peyerimhoff an die Arbeitervertrcler den Appell, an der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung Europas mitzu- arbeiten, worauf Genosse I o u h a u x antwortete, daß das von jeher geschehen sei: aber es müßten auch die berechtigten Ansprüche der Arbeiter erfüllt werden. Den Schluß der Sitzung bildet««ine Rede der Genossin Frau Freundlich- Wien, welche die Wand- lung des Kapitalismus in den letzten sechs Jahren darlegte und von der Wirtschaftsrationalisierung die Erwartung aussprach, daß sie eine bessere Verständigung zwischen Produzenten und Konsumenten herbeiführen müsie. In der Landwirtschaftskommission wurde den gan- zen Montag über in der Hauptsache über die landwirtschaftlichen Krediifragen gesprochen, ohne dabei zu positiven Ergebnissen zu ge- langen. * Gens. 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Wie wir erfahren, sind von der deutschen Regierung noch einige Spezialsachverftändige zur Wirtschaftskonferenz delegiert worden, und zwar Genosse Dr. Baabe, Direktor Krämer, Minister a. D. Hamm, der demo- kratische Reichstagsabgeordnet« Lemmer und Lange vom Der- band der Maschinenbauanstalten. Haussuchungen in kommunistischen Buckhandlungen. Wie die „Hamburger Volkszeitung" meldet, hat die Polizei in verschiedenen Orten der Wasserkante H a us i u ch u n g e n in k o m m u n i st i s ch e n Buchhandlungen und Parteibureaus abgehalten. Es seien Exemplare der Broschüre„Nieder mit dem Faschismus" be- schlagnahntt worden. Das parlamenlsgebäude in Eanberro, der neugegründete» Hauptstadt von Australien, ist sein« Bestimmung übergeben worden. Offener Brief an den Reichsarbeitsminister.| gebens gegen die Verordnung vom 14. April 1927. In der Begrün. In Sachen Arbeitszeitnotgesek. Das Arbeitszeitnotgefeß, ein Monstrum voll innerer Bider fprüche, wächst sich mehr und mehr zu einem Rabinettstüd sozial. gesetzgeberischen Skandals aus. Wie die Arbeiterschaft, die freien Gewerkschaften über dieses Gesetz denken, ist in der Deffentlichkeit zur Genüge bekannt. Händeringend stehen aber nunmehr die Herren der behördlichen Schlichtungsinstanzen, die unparteiischen Vorsigenden, Schlichter, Ar. beitgeber und Arbeitnehmerbeifizer vor diesem paragraphierten Birrsaal. Gewohnt, sozialpolitische Gesetze fundiert zu sehen in der Logit juristischen Denkens, suchen die hier Beteiligten vergeblich nach einem logischen Sinn, um schließlich, der Verzweiflung nahe, festzu ftellen: Der einzige Sinn dieses Gesezes ist der Unsinn. Auch die mit vieler Mühe und großer juristischer Gewandtheit verfertigten Ausführungsbestimmungen des Herrn Bräsidenten der Reichsarbeitsverwaltung, Dr. Fr. Syrup, bleiben ein Versuch an einem untauglichen Objekt. Man bedenke: Eine wohlweise Regierung hält nach§ 6 Abs. 2 im Fall non Ueberstundenleistungen einen Zuschlag zum Stundenlohn in Höhe von 25 Proz. für angemessen, überläßt es aber den Beteiligten, in diesem Falle also auch den Gewerkschaften, niedrigere, das heißt also unangemessene Zuschläge zu vereinbaren. In welche Lage durch eine derartige Gesetzgebung die Gewerkschaften ihren Mitgliedern gegenüber tommen, ist den weisen Bätern des Gesetzes gleichgültig. bung wurde gefagt: " Strafmildernd sei die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten und die gerichtsnotorisch bekannte schwierige Lage der Konfettion besonders an den Freitagen. Der Fall fann nicht nach der alten Berordnung vom 21. Dezember 1923 beurteilt werden, sondern nach der Notverordnung vom 14. April 1927, welche als das mildere Strafgeses anzusehen und daher in Anwendung zu bringen ist". Das Urteil, gegen welches die Firma allem Anschein nach noch Einspruch einlegt, wirkt sich geradezu als eine Prämie aus, da die Firma Tausende von Mark an unbezahlten Ueberstunden verdient hat. Bemerkenswert ist außerdem noch, daß der fristlos entlassene Arbeiter als 3euge trok Brotest vom Richter gezwungen wurde, die Firma unter Eid auszusagen, bei welcher Behörde er denunziert hat. Da er nunmehr verpflichtet war, den Deutschen Verkehrsbund anzuführen, so fann dies zur Entlassung in seiner jezigen Stellung und zu seinem Berruf bei den Unternehmern in der Branche führen. So geschehen im Zeichen der verschärften Schutzbestimmungen" des sogenannten Arbeitszeitnotgefeges vom 14. April 1927. Herr Reichsarbeitsminister, was sagen Sie dazu? Deutscher Verkehrsbund, Bezirk Groß- Berlin. Der Streik der Töpfer. Infolge der Einmütigkeit der Streifenben und der mustergültigen Solidarität der übrigen auf den Bauten tätigen Bauarbeiter ist es nur einem Bäckerdugend von Vereinsmitgliedern möglich gewesen, ihre Streifbrecherarbeit aufzunehmen. Dieser bedauerliche Vorgang dürfte in der Berliner Töpferbewegung jedoch nur eine Episode darstellen und der gesamten Bewegung feinen Abbruch tun. Die im Baugewerksbund organisierten Töpfer werden mit unterstügung der gesamten Berliner Bauarbeiterschaft weiter im Streit so lange verharren, bis ihre Forderungen restlos bemilligt sein werden, wie es von den Firmen, in denen die Arbeit wieder aufgenommen ist, geschehen ist. In der Diskussion/ versuchten einige ,, verantwortliche" Mitglieder des Vereins an sich eine Mohrenwäsche vorzunehmen, fanden aber mit ihren lendenlahmen und teilweise verlogenen Argumenten bei der Versammlung feinen Anflang. Als den anwesenden Vereinsvorstandsmitgliedern und einem Teil ihrer Anhänger die ihnen in der Diskussion entgegengeschleuderten Wahrheiten zu bitter wurden, verließen fie fluchtartig den Saal. Nach dem Schlußwort des Fachgruppenleiters wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: ,, Die am 9 Mai tagende öffentliche Töpferversammlung stellt fest, daß die Handlungsweise des Vereins der Töpfer den Ar= beiterinteressen widerspricht. Sie fordert die Kollegen des Vereins der Töpfer auf, die Arbeit nicht aufzunehmen und betrachtet die Ofenfezer, die trotzdem in Arbeit treten, als Streitbrecher." Aus Saarabien. Die syndikalistischen Streifbrecher gebrandmarkt. An die Streifleitung der im Baugewerksbund organisierten Töpfer hatte eine Anzahl von Streifenden, die im Verein Berliner Aber es liegt ein tiefer Ginn es liegt Methode in dem schein- Töpfer organisiert sind und mit der Aufforderung ihrer Bereinsbaren Unsinn des Gesetzes. Beweis, ein Borgang, wie ihn unglaubleitung zum Streitbruch nicht einverstanden waren, das Ersuchen licher und aktueller die boshafteste Phantasie nicht zu konstruieren gestellt, umgehend eine öffentliche Töpferversammlung vermöchte. Wir lassen die Tatsachen sprechen: einzuberufen, um die Situation einmal in aller Deffentlichkeit flareifenverarbeitende Industrie hat am Sonnabend hier infolge des zulegen. Dieser Aufforderung entsprechend und um den ehrlichen Elementen im Berein Berliner Töpfer die Augen über das schändliche Verhalten ihrer Vereinsleitung zu öffnen, hatte die Fachgruppe der Töpfer im Baugewerksbund für gestern nachmittag nach dem Gewerkschaftshaus eine öffentliche Töpferversammlung einberufen, die einen sehr starken Besuch aufwies. Eine Anzahl von Berliner Konfektionsfirmen wurde am 13. Oftober 1926 vom Deutschen Berkehrsbund der Gewerbeaufsicht megen überaus langer Ueberzeitarbeit zur Kontrolle und Verwar nung gemeldet. Ein Mitglied des Verbandes murde, weil es im Berdacht steht, die Anzeige veranlaßt zu haben, fristlos ent Iaffen. Der persönliche Vermittlungsversuch des Verbandsangestellten wurde vom Unternehmer in schroffer Form abgemiesen. Der Gewerbetontrolleurin wurde, wie an Gerichtsstelle bestätigt, finngemäß gesagt:„ Es ist alles Quatsch; wenn ich Strafe zahlen foll, bezahle ich sie; aber in meinem Hause bestimme ich die Arbeitszeit." Am 6. Mai fand vor der Straffammer des Amtsgerichts AltMoabit Termin statt. Bewiesen war, daß die Unternehmer monatelang häufig bis 11 Uhr und auch am Sonntag arbeiten ließen, daß Lehrlingen und weiblichen Angestellten oft nur eine Ruhezeit von 8 bis 10 Stunden verblieb. Trotzdem beantragte der Amtsanwalt in Berücksichtigung der Art des Betriebes" nur eine Bestrafun" in Höhe von je dreißig Mart! Der Berteidiger, Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer( Syndifus der Metallindustriellen), plädierte für Freispruch mit folgender Be= gründung: Nach dem Strafgesetzbuch ist es zulässig, daß wenn bis zur Entscheidung inzwischen ein Gesez durch ein neues abgelöst wird, der zurückliegende Fall nach dem neuen Gesetz zu beurteilen ist. Wenn auch das Notgesetz nur ein Kompromis interfraktioneller Besprechungen politischer Parteien ist, wobei alle Wünsche derselben mit ihren Widersprüchen aufgenommen sind, so ist es doch erheb. lich günstiger( geftüßt auf§ 10 2lbs. 2) für die Beurteilung dieser Anklage. Das Gericht entschied auf je 50 m. oder einen Tag Gefängnis für je 10 m. wegen fortgesetzten Ber: Der Fachgruppenleiter John schilderte noch einmal ausführlich die hinterhältige Handlungsweise der Vereinsleitung, die zu Beginn des Streifs erst in Einheitsfront" machte, dann aber mit dem Unternehmern einen Vertrag abschloß, in dem Löhne und Akkordsäge vereinbart wurden, die noch unter dem Angebot der Unternehmer liegen, das die Töpfer abgelehnt und mit dem Streif be antwortet hatten. Nicht genug damit, haben die Vereinsstrategen alle idealen Forderungen fallen lassen, wie z. B. die auf Schaffung eines paritätischen Arbeitsnachweises und nach Regelung der Lehrlingsbezahlung. Weiter hat die Vereinsleitung an die Streifenden ein Flugblatt verteilt, in dem sie mit ganz groben und gemeinen Lügen sich als die Helden der Situation und die Fachgruppenleitung der Töpfer als Sündenbod hinstellt. Aussperrung in der eisenverarbeitenden Industrie. Saarbrüden, 9. Mai.( TU.) Der Arbeitgeberverband für die Ausstandes einen Teil der bereits angedrohten Aussperrung der gesamten Arbeiterschaft in die Tat umgefeßt; es wurde jedoch angefündigt, daß die Betriebe für diejenigen Arbeiter, die zu den von dem Arbeitgeberverband für die Saarindustrie angefündigten neuen Arbeitsebdingungen( 10 Broz. Lohnabbau ab 16. April) arbeiten wollen, geöffnet seien. Die Arbeiter, die unter diesen Bedingungen die Arbeit nicht wieder aufnehmen, sollen als endgültig aus dem Betrieb ausgeschieden betrachtet werden. Heute morgen wurden die Arbeitswilligen durch Streitposten von der Wiederaufnahme der Arbeit abgehalten. Leseabend: Jad London." Freie Gewerkschaftsjugend. Seute abend 7 Uhr lagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, 8. 2. Bortrag: Die arbeitende Jugend und der Sport." Lichtenberg: Gruppen. Treptom: heim Jugendheim Dossestr. 22. Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53-54( Hortzimmer). Bortrag: Soziales Wandern." Briz: Gruppenheim Chauffee, Ede Hannemannstraße. Bortrag: Die wirtschaftliche Bedeutung des Achtstundentages." Webbing I: Jugendheim Luxemburger, Ede Genter Straße. Anschauungsunterricht: Wie lesen mir die Beitung?" Nordring und Gesundbrunnen: Jugendheim Lorging Jugendabteilung des Straße 19, Eingang vom Flur, 8. 4, 8usammenkunft. Deutschen Berkehrsbundes: 7 Uhr im Jugendheim Engelufer 24-25, Aufgang B, parterre, Zusammenkunft der Jugendkollegen. Programm: 1. Bortrag bes Kollegen Karl Geibel: Der Kampf gegen den wirtschaftlichen Faschismus." 2. Wanderliederabend. Boranzeige! Wir nehmen geschlossen am Mai- Spieltreffen teil. Näheres im Berliner Mitteilungsblatt bes Deutschen Verkehrs. bundes. Was jedem nur einigermaßen mit der Gewerkschaftsbewegung vertrauten Arbeiter die Schamröte ins Gesicht treiben muß, ist aber die Tatsache, daß die sonst so revolutionäre" Vereinsleitung vereinbart hat, daß alle Vereinsmitglieder, die zu den von ihr vereinbarten Bedingungen die Arbeit aufnehmen wollen, burch das Berantwortlich für Politit: Bieter Schiffs Birthaft: Gilbertes Bureau des Arbeitgeberverbandes vermittelt werden, in dem als Arbeitsvermittler ein Borstandsmitglied des Vereins selbst sitzt. WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Feuilleton: R. 8. Descher: Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruceret und Verlagsanstalt Baul Ginger u Co.. Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und..Unterhaltuna und Willen". Extra Prenife Dienstag Millwor Donnarblag soweit Vorrat Q Damenjumper weißer Vollvoile, mit ValencienneSpitz., lg. Aermel Kinderkleid buntbedruckter Vollvoile od. gemust. Waschseide Lg.55-85 cm, Lg.55 690 675 ( Jede weitere Größe 75 Pf. mehr) Rips- Mantel hell- u.| Mantel shetlandartiger dunkeljarbig, flotte Form, Größe42-48 Stoff, m. Paillette, gefüttert, 26m 26M M Größe 40-44 Frauenkleid dunk.gemust. Foulardine, Größe 42-50 Vollvoile- Kleid jugendl.Form, 1975 Schön. Muster 1275 Größe 42-46. Backfischkleid bedruckter Vollvoile oder Waschkunstseide 690 Frauenkleid 9 Vollvoile, mit langen Aermeln, schöne gedeckte Muster, Spitzenweste, Faltenrock, Größe 44-50 1515 Nr. 21$ ♦ 44. Jahrgang 7. Heilage öes Vorwärts Dienstag, 10. Mai 1927 Eine Museumsruine. Berlin foMe allen Fremden, die es auffuchei� ein freundliches cSesicht zeigen. Wer aber auf dem Lehrter Bahnhof eintrifft, steht Arau Berolina durchaus nicht von der besten Seite. Da steht unmittel- bor neben der.Ankunftseite' des Lehrter Bahnhofs die Ruin« des ehemaligen„K o l o n i a l m u f e u m s". Lange wird es nicht mehr tauern, bis man auch von ihr sagen kann,.und des Himmels Wol- ken schauen hoch hinein'. Gerade auf der dem Bahnhos zugekehrten Seite ist der Putz fast ganz abgefallen, die rohen Ziegel. mauern liegen bloß. Di« wenigen erhaltenen Fensterscheiben sind undurchsichtig vor Staub und Schmutz. Allerdings stich es nicht mehr gar zu viele, denn im Erdgeschoß sind alle z e r t r ü m. meri, und man hat ungehinderten Einblick in den Saal des ehe- maligen.Familienvarietäs, der anscheinend zu einer Schuttablade. stelle sür die Umgegend geworden ist. Seit 1924 sind die einzigen Bewohner der Räume das.Cafö Usambara', in dem, wie in dem berühmten Wirtshaus an der Lahn:„kehren alle Fuhrleut an', und die in den unterirdischen Räumen hausende.Großdestillation' des gleichen Inhabers. Beide Gaststätten unterscheiden sich eigent- lich nur durch ihr« Lage voneinander, trotzdem das Caft in dem ver- wahrlosten Riesensaal noch immer als eine Art von.Traditions- kompagnie' ein Dutzend überalterter Kllchenstücke in einem Glas- schrank hegt.— Eigentümer des Gebäudes ist die Reichsbahn: es mutet sonderbar an, daß sie für die riesigen Räume des Museums, die. nachdem sie eine Holzbearbeitungsfirma beherbergten, in drei Iahren keinen Mieter gefunden hat. Es ist aber begreiflich, daß sich wohl jede Firma scheut,«in grenzenlos verwahrlostes Gebäude zu beziehen. Schließstch ist es»och als Glück zu be- zeichnen und beweist allerlei für die Gutartigkeit des.fünften Standes' von Berlin, daß die zum Teil so leicht zugänglichen Räume des oerlasienen Riesenbaus nicht zu einem Schlupfwinkel des Großstadtabschaumes geworden sind!— Was nicht ist, kann aber noch werden, wenn sich nicht bald die Baupolizei oder eine andere Aufsichtsbehörde der Museumsruine erbarmt! �uwelenräuber Sanöowfki. Zuchthaus in Deutschland und dann in Amerika. Eigentlich war es ein« Bagatellsache, die da vor der Berufungs- instanz Charlottenburg verhandelt wurde. Im November v. I. dringt ein Fassadenkletterer in ein« Dilla im Grunewald«in, bricht sämtliche Behältnisse auf und erbeutet für 3000 bis 4000 M. Wertsachen. Der Bestohlene setzt ein« Belohnung auf die Wiedererlangung seiner Juwelen aus: die Polizei recherchiert und findet die Wertsachen bei einem Pfandleiher. Sie stellt fest, daß ein Mann, namens Landowskaga, sie hier versetzt hat. Die Spur führt zu einem gewissen Sandowsti. Mit diesem Sandowsti hat es aber folgendes Bewanbtnte: Er war im März v. I. in Berlin eingetroffen, hatte sich in einer bescheidenen Pension eingemietet. Er oerkehrte mit einem netten Mädchen und schien keine Not zu leiden. Der„Braut" zeigte er verschiedentlich Juwelen. Im Krankenhaus aber, in dem er sich ambulatorisch behandeln ließ, hatte er sich durch irgend etwas ver- dächtig gemacht. Die Kriminalpolizei nahm bei ihm eine Haus- suchung vor und fand bei dieser Gelegenheit Juwelen in Höhe von 800000 Mark. Er sei Kaufmann, erklärte Sandowski, Flüchtling aus Rußland, woher auch die Juwelen stammen: aus Zollgründen wurden sie vorläufig beschlagnahmt. Eine Zeit darauf stellte aber die Polizei zu ihrer Ueberraschung fest, daß der Ein- brecher in der Grunewaldvilla niemand anders war als eben der- selbe Sandowsti mit den Juwelen im Werte von 800 000 Mark. Jetzt schien auch der Ursprung dieser Wertsachen ver- dächtig. Man setzt« sich mit der Kriminalpolizei in der ganzen Welt in Verbindung und siehe da: Sandowski entpuppte sich als Iuwelenräuber ersten Ranges. Sein erster mißlungener Streich geht auf das Jahr 1919 zurück. Er nahm eine Stellung als Schlächter an und war acht Tage später mit Juwelen im Werte von SOO 000 Mark verschwunden. Er wurde jedoch gefaßt, die Schmuckfachen wurden ihm abgenommen. Er erhilt dafür dann 7 Jahre Sing-Sing. Als er im Jahre 1920 auszubrechen versuchte, bekam er noch Iii Jahre Zuchthaus dazu diktiert. Dann gelang es ihm aber doch, aus dem Gefängnis herauszukommen, und im November 1925 erkletterte er das Haus eines gewissen Mister Taylor, wobei er die Juwelen im Werte von 800 000 Mark erbeutete. Es sind die gleichen, die bei ihm in Berlin gefunden wurden. Als sie hier beschlagnahmt worden waren, blieb ihm nichts anderes übrig, als in die Villa im Grunewald einzubrechen. Die erst« Instanz hatte ihn zu 1/4 Iahren Zuchthaus verurteilt. Sowohl er wie der Staatsanwalt hatten aber Berufung eingelegt. In der Zwischenzeit ist aber der Gemütszustand Sandow- skis auf dem Nullpunkt angelangt. Die Vereinigten Staaten hatten nämlich einen Austieferungsantrag gestellt. Deshalb versuchte er nun, den Geistestranken zu markieren.(Er behauptet plötzlich, Amerika oerlange aus politischen Gründen sein« Auslieferung, da er ein amerikanisches Gasverfahren kenne, das er dem deutschen Reichs- wehrministerium angeboten habe.) In der gestrigen Verhandlung war er äußerst wortkarg. Zu seinen Personalien gab er an, in Riga geboren zu sein, und nacheinander Schlächter, Koch und See- mann gewesen zu sein. Das Verbrechen habe nicht er begangen, die Juwelen habe er von einem gewissen Hans im Grunewald erworben. Der Gerichtsarzt Dr. Bürger erklärte den Angeklagten für geistig gesund. Der Staatsanwalt plädierte auf eine Zuchthausstrafe von 2 Iahren und 3 Monaten: der Verteidiger Dr. Harry Pinkus versuchte, das Gericht von der Unschuld seines Klienten zu über- zeugen. Das Gericht verurteilte jedoch den Angeklagten zu 2 Iahren Zuchthau» und 3 Iahren Ehrverlust. Nu» kam» er nicht früher als in 2 Jahren nach Amerika ausgeliefert werde». Zwei Ostpreuhensonderzüge zu Pfiugsteu. Wie die Reichsbahndirektion Berlin mitteilt, wird am 2. und 3. Juni je«in Sonderzug mit 60 Proz. Fahrpreis- ermäßigung nach Marienburg— Königsberg— Insterburg verkehren. Beide Züge fahren ab Bahnhof Friedrich. straße 19,22 Uhr. Näheres über die genauen Fahrzeiten, Beginn des Fahrkartenverkaufs usw. wird in den nächsten Tagen durch Anschläge auf den Bahnhöfen und auch in der Presse bekanntgegeben werden.; Wettere Sonderzüge— auch nach den anderen Gegenden— sind nicht vorgesehen. Die Einwauderung in die Vereinigten Staaten. Das amerikanische Generalkonsulat teilt amtlich mit, daß von Montag, den 16. Mai 1927, 9 Uhr vormittags an, wieder Bormertungen für Einwanderungsvisen noch den Pep- einigten Staaten von Nord-Amerika von Perjonen, die im Gebiete des jetzigen Deutschen Reichs geboren sind, auf allen amerikanische» Konsulaten in Deutschland angenommen werden. Neue Ret- gistrierungsformulare, auf denen die Anträge eingereicht werden müssen, sind bei allen amerikanischen Konsulaten sowie bei den meisten Schiffahrtsgesellschaften von Donnerstag, den 12. Mai 1927, 9 Uhr vormittags, an erhältlich. Es werden nur Anträge auf neuen Formularen angenommen. Registrierungsanträae, die unter die österreichische, estnische, lettische, litauische, polnische, russische, un- garische, rumämsche, jugoslawische oder tschechoslowakische Quote fallen, werden bis auf wetteres nicht angenommen, da die Vor- merkungslisten für diese Quoten geschlossen sind. Gif. Das Weib, das den Mord beging. 40s Roman von Arth Reck-ZIlalleczeweu. Ja, in dieser beinahe bräutlichen Feierlichkeit hat man nun die Spießrutengasse der Reporter und der Neugierigen zu passieren. Da klapsten wohl die Verschlüsse der Kameras, und da sind diese Iustizräte und Syndizi der Landgerichts- direktoren mit Blutdruckgraden von einhundertundzwanzig bis einhundertundachtzig, und kritische Bemerkungen über ihre mutmaßlichen weiblichen Reize und Grinsen und Referendar- zoten. Und da man wohl so eine Kokottenschönheit mit Blick und Busen erwartet hat und nur so etwas wle eine magere kleine Heilige zu sehen bekommt, mit großen, ein wenig fiebrig glänzenden Augen: so ist man mit einem Male ganz still und oerlegen und macht Platz und läßt sie unbehelligt hmdurch. Es ist nun schon zwölf Uhr, als sie vor dem Unter- suchungsrichter erscheint.— Da wäre also wieder das Zimmer unseres lieben„kleinen Wütenden" mit bronchitischer Zentralheizung und dem Par- süm uralten Tabakgestanks und der sorgfältig geheimgehalte- nen großen Sensation im Nebenzimmer. Da sitzen nun auf» gereiht der mit dem Erlaß des Haftbefehls betraut gewesene Staatsanwalt und der Gerichtsarzt und der Kriminalkom- missar Kerschlach. Und da steht nun die Gattin Robbys, die gewesene Sekretärin des Obersten Miramon und Insassin des Hauses der„Confeckoration of good works" gegenüber einer geschlossenen Front von Makellosigkeit und Würde. Im Gegensatz zu gestern ist es ein merkwürdiges, ein beinähe unheimliches Piano, mit dem der„kleine Wütende' sein heutiges Verhör beginnt, und man hört ordentlich das Kreischen der seelischen Westinghouse-Bremsen, die er anzieht: „Sie bleiben dabei, die Witwe Grandjean getötet und beraubt zu haben?" „Ich habe es getan. Ich wollte es nicht tun. Aber ich habe es doch getan." Der„kleine Wütende" winkt wie ein Operninspizient, der tm Tannhäuser das Versinken des Venusberges anordnet. Ein Uniformierter erhebt sich, verschwindet im Nebenraum, er- scheint nach ein paar Sekunden wieder mit jemand, der vor fünf- #chu Minuten dorthin verbracht worden ist mit aller Heim- lichkeit: vor der kleinen Sif, gestützt auf irgendein altes, nach Kampfer duftendes Weiblein, steht die Witwe Grandjean. Eine erschreckend gealterte, eine zur Mumie«ingetrocknete Witwe Grandjean mit einem blöden Greisenlächeln und so einer alten Base, die die etwas unzulänglich gewordene Zeugin hieher hat führen müssen.. alles gut und schön, und trotzdem das Weib, das man erwürgt hat in der Burgstraße neben dem verfallenen Hotel„Neldener", m dem zu des jungen Bismarcks Zeiten der brandenburgische Landadel abstieg... Die kleine Sif ist nicht gespenstergläubig, die New« Eis taumelt nicht zurück und wird nicht bleich. Die kleine Sif steht und starrt und murmelt nur leise vor sich hin. daß sie es trotzdem getan habe, trotzdem... trotzdem... Schweigen ist eine Weile im Raum und dann das afthma- tische Keuchen einer Rangierniaschine draußen und dann wieder Schweigen. „Was haben Sie zu sagen?" fragt der Richter die kleine Sif. Der„kleine Wütende" wendet sich, da eine Antwort nicht erfolgt, an die Witwe Grandjean, stellt fest, daß sie nach dem Ueberfall an dem bewußten Oktoberabend zwar ein« Viertel- stunde lang bewußtlos gewesen sei, daß sie dann aber die Attentäterin genau beschrieben habe. Daß man sie jetzt der Untersuchungsgefangenen Bruckner gegenüberstelle und daß sie sagen müsse, ob die Gefangene da identisch sei mit der Atten- täterin... Die Witwe Grandjean, immer gestützt auf die Alte im Kapotthut, wird dicht vor die kleine Sif geführt, von ihrer Begleiterin leise instruiert, starrt die kleine Sif an, murmelt ein paar Worte. Die Alte im Kapotthut übersetzt diese Worte dahin, daß die in Frage kommende Person viel jünger und wohl auch größer gewesen sei, und daß jedenfalls die Witwe Grandjean die ihr gegenüberstehende Untersuchungsgefangene Bruckner nicht kenne. Ein brauner vorzeitiger Schmetter- ling... ein sogenannter„Rotmantel". der hier eigentlich nichts zu suchen hat, wird von dem Referendar Thörpolt beobachtet, wie er ganz nutzlos gegen die Fensterscheiben fliegt bei dieser denkwürdigen Aussage der Witwe Grand- jean.— Oh, eigentlich kommt es keinem der Anwesenden, wenn man absieht von der kleinen Sif selbst... eigentlich kommt es keinem besonders überraschend, das Resultat dieser Kon- frontation. Perdächtig ist einem alten Praktiker wie dem „kleinen Wütenden' von vornherein die Hartnäckigkeit ge- wesen, mit der die kleine Sif in einem Falle, wo doch das Weiterleben der Ueberfallenen durch die Zeitungen allgemein bekannt geworden sein muß, sich des Mordes bezichtigt.. � auffallend bei so einer nach Amerika durchgebrannten Frauensperson, der das Geld für die Rückreise fehlte. Es wird nach dieser Konfrontation vollends klar, daß der junge Kollege von der Staatsanwaltschaft einen argen Bock geschossen hat, al, er aus die Selbstbezichtigung der ersten besten Hysterlkerrn einen Haftbefehl erließ. Und wenn man hier unter Zu- ziehung dieses Kollegen eine höchst beschleunigte Untersuchung durchführt, so geschieht es, weil man die ohnehin alarmierte Oeffentlichkeit mit der Blamage der Staatsanwaltschaft nicht länger füttern, weil man die Angelegenheit möglichst rasch aus der Well schaffen will. Und klar ist das eine, daß alles Weitere eigentlich nur noch in Formalitäten und einer schleu- nigen EntHaftung bestehen kann, und dunkel ist nur das eine, was denn ja auch die Oeffentlichkeit so aufregt in diesen Tagen: die Hartnäckigkeit, mit der die kleine Sif festhäll an ihrer Schuld.— Und so läuft es denn nun ein wenig leer, das Räderwerk der Rechtspflege, soweit es sich nach dieser Konfrontation über- Haupt noch zu drehen hat. Der„kleine Wütende" wendet sich an den Kriminalkommissar Kerschlach, der Kriminalkommissar Kerschlach verliest das Protokoll der allerersten Vernehmung, wonach damals die Witwe Grandjean die Attentäterin als ein Meter und fünfundsiebenzig Zentimeter groß geschildert habe. Der Gerichtsarzt Dr. Vonneilich, um sein Gutachten ge- beten, sagt aus, daß die Witwe Granlstean durch Auswirkung des seelischen Schocks in ihrer Merkfähigkeit zwar erheblich nachgelassen, daß aber dieser Prozeß viel später eingesetzt habe, und daß ihre volle Zurechnungsfähigkeit bei der ersten Vernehmung außer allem Zweifel sei. Und dann übernimmt der junge übereisige Kollege von der Staatsanwaltschaft einen letzten Vorstoß und richtet seinerseits ein paar Fragen an den Kriminalkommissar Kerschlach. Und dann antwortete der Kriminalkommissar Kerschlach, daß der Parteienverkehr im Geschäftslokal der Witwe Grandjean außerordentlich rege gewesen sei, und daß die gewonnenen Fingerabdrücke einen Schluß auf die Identität der Untersuchungsgefangenen mit der Täterin nicht zuließen. Und dann erftattet noch der Doktor Vonneilich seinen Bericht und spricht von„Clavus" und„Globus hystericus" und „tranfitorifchen Bewußtseinsstörungen" und endet mit der Diagnose der typischen hysterischen Fabuliersucht. Da klappt der junge Kollege von der Staatsanwaltschaft resigniert seine Akten zu. Und dann hört man eine Weile draußen das große schreckliche Berlin grollen. Und dann begibt sich der Gerichts diener, um die etwas peinliche Pause auszufüllen, an die Tür und steckt den Kopf heraus und ersucht die draußen Wartenden um etwas mehr Ruhe. Der„kleine Wütende" aber wendet sich nunmehr an die Untersuchungsgefangene Bruckner, der„kleine Wütende" fragt, ob sie das, was hier eben verlesen sei, verstanden habe, der „kleine Wütende" will wissen, was sie dazu sagen wolle. (Fortsetzung folgt.) „ Der Stahlhelmtag" als Auffahthema! Politit gehört nicht in die Schule", eifern schwarzweißrote Lehrer, wenn einmal ein Lehrer von republikanischer Gesinnung in seinem Unterricht eine Frage der Politik berührt. Aber gerade bei Lehrern, zu denen man nicht das Vertrauen haben möchte, daß sie Freunde der Republik seien, findet man nur zu oft eine Neigung, vor Schulkindern zu politisieren. Zu diesen Lehrern scheint auch der im Friedrichsrealgymnasium( Berlin SW, Mittenwalder Straße) beschäftigte Studienrat Ludwig zu gehören, der am gestrigen Montag in einer Untertertia feinen Schülern für den deutschen Auffah das Thema„ Der Stahlhelm tag" stellte. Man soll uns hier nicht mit der Antwort tommen, er habe im Sinne der Anschauungen neuerer Pädagogen gehandelt, menn er dieses Thema sozusagen aus dem Leben griff". Nein, die Wahl des Themas war ein Mißgriff, den wir uns wohl aus einer den Stahlhelmern freundlichen Einstellung des Lehrers zu erklären haben. Er hätte sich sagen können, daß ein beträchtlicher Teil der Eltern seiner Schüler in dem Stahlhelmtag eine dreiste Herausforderung der in ihrer Mehr heit republitanischen Bevölterung Berlins sieht, und daß er mit einem derartigen Auffaythema diese Eltern verlegen mußte. Uebrigens erklärten ihm mehrere Jungen sofort, daß sie von dem Stahlhelmtag nichts gesehen hätten und daher auch nichts darüber zu schreiben wüßten. Diesen Schülern gab er anheim, selber ein anderes Thema zu wählen. Da wird vielleicht mancher meinen, daß ja dann alles in Ordnung sei. Die dem Stahlhelmrummel fern gehaltenen Kinder republikanischer Eltern sind, scheint es, ebenso zu ihrem recht gekommen, wie die Kinder der Schwarzweißroten. Die Wirkung der Wahl eines solchen Auffaßthemas ist aber die, daß aus legungen bavontrug, mußte in das Lazarustrantenhaus gebracht werden. Die Schuld foll den Berunglückten, der die Warnungsfignale nicht beachtete, felbft treffen. Außerdem wurden mehrere Personen von Verkehrsfahrzeugen angefahren und leicht verlegt, die jedoch nach Behandlung auf den Städtischen Rettungsstellen in ihre Wohnungen entlassen werden konnten. Kleinbahnidyll bei der Vorortbahn. Am vergangenen Sonntag, abends nach 8 Uhr, wurde den zurückflutenden Ausflüglern nach Berlin auf Bahnhof Sadoma erflärt, daß Fahrkarten für 25 Pf. nicht mehr vorhanden wären, sondern erst wieder gedruckt Fahrgast mit einem Fahrgeldaufschlag von 5 Bf. bezahlen. Es gibt werden müßten. Diese Nachlässigkeit der Reichsbahn mußte jeder doch immerhin Nachlässigkeiten, die obendrein noch belohnt werden. Ankauf des Rittergutes Selchow( Kreis Tellow). Der Magistrat hat die Stadtverordnetenversammlung in einer Dringlichkeitsvorlage ersucht, sich mit dem Ankauf des Rittergutes Selchow( Kr. Teltow) zum 3mede der Erweiterung der Riefelfelder Waßmannsdorf und Klein- 8iethen einverstanden zu erflären. Der Preis beträgt etwa 1,5 Millionen Mart. Krantenhaus zu Memel verunglückte eine Krantenschwester beim Verbrennungstod einer Krankenschwester. Im Städtischen Abfüllen von Brennspiritus. Das Faß, in dem sich mehrere Liter Brennspiritus befanden, explodierte und es entstand in dem Lagerraum Feuer. Erst der Feuerwehr gelang es, mit Gasmasten in den Raum einzudringen, jedoch war die Schwester bereits ver= brannt. Das Feuer wurde bald darauf gelöscht. dem Verhalten der Schüler zu dem Thema der Lehrer feine Parteinachrichten Schlüsse auf die politische Gesinnung der Eltern ziehen kann. Auch aus diesem Grunde wird die Schulaufsichtsbehörde es als ihre Pflicht ansehen müssen, einer Wiederholung derartiger Mißgriffe wirksam vorzubeugen. Der Roman des Schmiedelehrlings. Er wollte auch mal Auto fahren... Eine richtige Räubergeschichte erzählte gestern vormittag ein 15jähriger Schmiedelehrling aus Berlin einem Förster auf der Oberförsterei Grunewald. Der Lehrling erschien dort, mie es aussah, etwas erschöpft und aufgeregt und bat um Beistand. Wie er erzählte, sah er gestern morgen auf dem Wege nach feiner Arbeitsstätte in der Klosterstraße ein geschloffenes Auto und dabei vier Männer stehen. Er glaubte, daß der Wagen einen Schaden erlitten habe, und als Schmiedelehrling wollte auch er einmal nachsehen, was das wohl sein könnte. Also trat er heran und blieb stehen. Bevor er jedoch noch zu der beabsichtigten Prüfung fam, pacten ihn zwei der Männer, schoben ihn in das Auto, drückten ihn auf den Siz nieder und hielten ihn fest. Ebenso blizschnell schwangen sich die beiden anderen auf den Führersih, und nun ging es in rasender Fahrt aus Berlin hinaus nach dem Westen zu. Auf der Avusbahn zogen ihn die beiden Männer bis aufs Semd aus. In der Nähe der Oberförsterei Grunewald versezten sie ihm einen Schlag auf den Kopf, warfen ihn aus dem Wagen hinaus und die Kleider hinter ihm her. Eine Zeitlang lag er bewußtlos da. Als er wieder zu sich fam, fand er die Kleidungsstücke verstreut umherliegen, sammelte sie, zog sie wieder an und schleppte sich dann nach der Försterei. Der Förster gab ihm einen Baldarbeiter nach dem Bahnhof mit. Zu Hause berichtete der Bursche den Ueberfall" in der gleichen Darstellung seinem Bater. Dieser eilte in größter Aufregung mit seinem Sohne nach dem Raubdezernat im Polizeipräsidium. Hier wurde er ins Gebet genommen und bekannte, als er feinen anderen Ausweg mehr sah, daß er versucht hatte, dem Förster sowohl wie seinem Vater eine Räubergeschichte aufzubinden. Auf dem Wege zur Arbeit war er in der Tat auf zwei Männer mit einem Auto gestoßen. Ihre Frage:„ Na, Junge, fährst du mit?" hatte er bereitmilligst bejaht, weil er auch mal Auto fahren wollte. Vor der Förs fterei Grunewald hatten ihn die beiden Männer abgesezt, weil sie ihn nicht weiter mitnehmen fonnten. So oder ähnlich sehen öfter Raubüberfälle" aus. Verdächtiger Leichenfund im Teltow- Kanal. Ein Leichenfund, der durch seine Begleitumstände den Berdacht erregte, daß man das Opfer eines Verbrechens vor sich habe, murde geftern am Teltom- Ranal gemacht. Beamte des Reichswasserschutzes bargen einen Toten, der schon lange Zeit im Wasser gelegen haben muß. Gesicht und Hände sind durch Tierfraß start beschädigt, so daß ein Erkennen der Züge sehr erschwert ist. Besondere Beachtung aber verdient der Umstand, daß die Hände des Toten vorn auf dem Leibe mit einem Leberriemen gefesselt waren. Durch fleine Zwischenriemen stand diese Fesselung mit einem breiteren Riemen in Berbindung, den der Mann um den Leib trug. ursprünglich in braunes Papier eingewickelter großer behauener vierkantiger Pflasterstein befestigt, der offenbar dazu gedient hat, die Leiche fofort zum Unterfinten zu bringen. Ein Teil der Papierhülle hat sich inzwischen im Wasser abgelöst. Soweit sich porläufig feststellen ließ, handelt es sich um einen jungen Mann, deffen Alter zwischen 17 und 25 Jahren gelegen haben mag. Er ist etwa 1,70 Meter groß und hat dunkelblondes Haar. Bekleidet war er mit einem bräunlichen Sommerpaletot, einem Sportanzug grauem Stoff mit feinen bunten Nadelstreifen, einer grünen wollenen Strickwefte, weißem Hemd und weißem Kragen mit blauem Selbstbinder mit rötlichen Querstreifen, langen schwarzen Strümpfen und schwarzen Halbschuhen. Der Tote hat auffallend lange und schmale Hände, die feine Spuren grober Arbeit aufweisen. Da es vor allem gilt, die Persönlichkeit des Toten feftzustellen, so wäre es erwünscht, wenn sich alle Personen, die aufflärende Mitteilung machen fönnen, bei der Mordfommiffion Braschwitz und Lobbes im Zimmer 93 des Polizeipräsidiums melden. Schwere Verkehrsunfälle. An den breiten Leibriemen war wieder mit einem Riemen ein aus Im Laufe des gestrigen Nachmittags ereigneten fich eine ganze Reihe von schweren Verkehrsunfällen, von denen bedauerlicherweise mehrere einen tödlichen Ausgang nahmen. Auf der Charlottenburger Chaussee in der Nähe des Rosengartens wurde gegen 23 Uhr nachmittags der 21jährige Radfahrer Helmuth Fritsch aus der Friedrichstraße 30 von cinem Autobus der Linie 9 erfaßt und überfahren. Der Verunglückte wurde in das Moabiter Krankenhaus gebracht, wo die Aerzte bei der Einlieferung nur noch den inzwischen eingetretencn Tod feststellen fonnten. Den Autobusführer soll nach den polizei lichen Ermittelungen teine Schuld an dem Unfall treffen. Bor dem Hause Koloniestraße 1 ereignete sich um 27 Uhr abends ein weiterer schwere Straßenunfall, dem eine etwa 40. bis 50jährige Frau, deren Bersonalien noch nicht festgestellt werden konnten, zum Opfer fiel. Die Verunglückte wurde beim Ueberschreiten des Dammes von einem Privattraftwagen überfahren und mehrere Meter mitgefchleift. Bereits auf dem Wege zur naheliegenden Rettungsstelle in der Badstraße trat der Tod infolge Schädelbruchs ein. Die Leiche wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus gebracht. Beim Ueber queren des Potsdamer Plages wurde gestern abend gegen 6 Uhr die 21jährige Schneiderin Erna G. aus der Dir schauer Straße von einem Autobus der Linie 8 über fahren. Durch das Städtische Rettungsamt wurde die Berunglückte in das Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt, wo schwere innere Berlegungen festgestellt wurden. Auch in diesem Falle soll den Aboagführer feine Schuld treffen, da die Ueber. fahrene nach Zeugenaussagen in den Wagen hineingelaufen ist. Schließlich wurde in der Invalidenstraße der 63jährige Dienstmann Herrmann 2. aus der Bandelstraße von einem Motorradfahrer überfahren. L., der schwere Ber Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, au richten. 2. Reels Tiergarten. Achtung, Freidenker! Alle Genoffinnen und Genossen, bie Mitglieder des Verbandes für Freidenkertum und Feuerbestattung sind, müssen bestimmt zur Versammlung der Freidenker heute, Dienstag, 10. Mai, 7 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, erscheinen. Borstands- und Delegiertenwahl. Es wird gebeten, möglichst schon kurz nach 6 Uhr abends dort zu fein. Gäumige sind besonders aufmerksam au machen. 6. Kreis Kreuzberg. Boranzeige: Montag, 16. Mai, findet eine Rreismit gliederversammlung statt. Die Abteilungen werden gebeten, diesen Abend freizuhalten. 20. Kreis Reinickendorf. Arbeiterwohlfahrt. 8u dem heute, Dienstag, 10. Mai, 7 Uhr, im Rathaus zu Reinickendorf stattfindenden Bortrag des Genossen Stadtrat Hecht sind außer sämtlichen Wohlfahrtspflege. rinnen und Pflegern alle Bezirksverordneten unserer Frattion ein. gelaben. Heute, Dienstag, 10. mai: 85. Abt. Tempelhof. 2. und 5. Bezirk: 7% Uhr Bahlabend bei Bufe, Berder. Ede Raiser- Wilhelm- Straße. Bortrag: Der Parteitag in Riel." Referent Gustav Fuhs. " 1 Mitgliederversammlungen und Zahlabende. morgen, Mittwoch, 11. Mai, abends 7½ Uhr: Alle Versammlungen find wichtig und müffen von den Genoffinnen und Genossen besucht werden. Sympathisierende und„ Borwärts". lefer find eingeladen. 1. Abt. Schulaula, Auguftstr. 68, Bortrag: Beitgeist und Sozialismus." Referentin Margarete Schenkalomsty. 2. Abt. Ohngemach, Kommandantenstr. 88, Bortrag: Das Großstadtproblem." Referent Otto Albrecht. 3. Abt. Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Bortrag: Kirche, Schule und Sozialdemokratie. Referent Wilhelm Miethke. Die Bezirks. führer find verpflichtet, einzuladen. 4. Abt. Schwarz, Blankenfeldestr. 9, Bortrag: Die innen und außen. politische Lage." Referent: Adolf Buschick. 5. Abt. Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Bortrag: Jugend und Partei." Referent Bruno Lösche. 6. Abt. Büttner, Schwedter Str. 23, Bortrag: Das Arbeitsgerichtsgefet." Referent Willi Römer. 7. Abt. Cornis Festfäle, Gartenstr. 7, Bortrag: Das Ronkordat." Refe rent Pfarrer August Bleier. 8. Abt. Bahlabende in ben bekannten Lotalen: Ridert, Steinmeßstraße; Seiler, Steinmegstraße; Meyer, Ligomstraße; Fren, Magdeburger Play. 9. und 13. Abt. Artushof, Berleberger Str. 29, gemeinsame Mitglieder. Dersammlung. Bortrag: Die innen und außenpolitische Lage." Refe rent Kurt Heinig, M. d. R. Die Bezirksführer find verpflichtet, einzu. Taben. 10. Abt. Moabiter Bierhallen, Rirchstr. 18, Diskussion, Parteiangelegenheiten. 11. Abt. Berger, Levegomstr. 21, Bortrag: Das Arbeitszeitnotgefeg." Refe rent Genoffe Schmolinsti. 12. Abt. Bahlabend bei Schmidt, Wiclefftr. 17, und Dehlschläger, Berlichingen. ftraße 5. Funkwinkel.Z " 1 Am Sonntag beschließt Dr. Shirotauer feinen VortragsZusammenfaffung Persönlichkeit und Form". Die Quintessenz ist zyklus ,, Weltkulturen im Spiegel ihrer poetischen Formen" mit einer etwa die, nicht die dichterische Persönlichkeit bestimmt die Form, fondern die Form bildet den Dichter. Die erste Auffassung wäre allerdings naheliegender. In feinem Referat ,, Tierleben im Schilf" schildert Walter Bernhard S'a chs die Lebensgewohnheiten und die Entwicklung der Amphibione und als interessante Beigabe läßt er Frösche und Unten vor dem Mikrophon quafen. Die Stimmen tenorlage Gewohnheiten angenommen. Das populäre Orchesterkonzert flingen scheinbar höher als in Wirklichkeit, selbst die Unke hat unter Bruno Seidler- Winklers Leitung bringt neben bekannten Dingen die selten gehörte Ballettmufit aus Cherubinis Ali Baba" geschliffen und elegant widergibt. Gundvaldsen und Julius und vier Säße aus Glucks Ballett ,, Don Juan", die Seidler- Winkler Berger sind die Solisten des Abends, zeigen leider ihr ausgemittag singt Alexandrine Alexandroma, deren Koloraturen zeichnetes Können nur in fleineren Salontompofitionen. Am Bornoch immer nicht lehte Sicherheit zeigen. 14. st. Sablabenbe bei Gottschall, Butbuffer Str. 2; Start, Butbuffer Straße 14, und Bant, Graun Ede Lorgingstraße. 15. Abt. Sahlabende bei Schmiedl, Vinetaplas 7, und Runze, Aderstr. 49. 16. Abt. Bahlabende bei Karl Döhling, Brunnenstr. 79, und Robert Leuschner, Ackerstr. 110. 17. Abt. Bahlabende bei Gerth, Tegeler Str. 50; Hübner, Triftftr. 49: Schreiber, Triftstr. 63. 18. Abt. 8ahlabende: Bezirt 743, 744 und 745: Sachfe, Lindower Str. 26. Bezirk 798, 799, 802: Schade, Rösliner Str. 9. Bezirk 800 und 807: Schmidt, Kolberger Str. 24. Bezirk 801, 803, 804, 808: Röpke, Pantstr. 46. Bezirk 824, 825: Müller, Uferstr. 12. 19. Abt. Zahlabende. Bezirk 805, 806: Grunert, Pantstr. 59. Bezirk 807 bis 810: Schrepel, Grünthaler Str. 13. Bezirk 811: Brodzinski, Grünthaler Straße 6. Bezirk 812: Echulz, Stettiner Str. 52. Bezirk 813: 8eise, Bellermannstraße. Bezirk 814 bis 819: Schuchardt, Christianiaftr. 116. Bezirk 820: Grüneberg, Prinzenallee 57. 20. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 21. Abt. Bahlabende. Dammers Nachf., Schulstr. 24. Referent Bittor Krüger Kroll, Utrechter Str. 21, Vortrag: Die politische Lage." Refe. rent Bernhard Klein. Schulz, Adolfstr. 12. Referent Stadtrat Fahle. Schrepel, Antonſtr. 8, Vortrag: Rommunalpolitit." Referent Stadtver ordneter Fritz Drews. Gentel, Utrechter Str. 10, Vortrag: Der Metallarbeiter am rollenden Band." Referent Genosse Adam. 22. Abt. Bahlabende. Scholz, Fehmarnstr. 1. Radzan, Brüsseler Str. 43. Herms, Müllerstr. 26, 23. Abt. 8ahlabende. Lewandowski, Seeftr. 104. Rönig, Otaviftr. 37. Grun waldt, Kameruner Str. 19. Tieze, Barfußstr. 9. 24. Abt. 8ahlabende. 1. Gruppe: Rösner, Immanuelkirchstr. 25. 1a. Gruppe: Schmidt, Marienburger Str. 49. 2. Gruppe: Schleiff, Winsstraße Ecke Christburger Straße, Vortrag des Genossen Stadtrat Hugo Boegsch. 3. Gruppe: Röhler, Schweizerhäuschen, Greifswalder Str. 80b, Vortrag: Die innen- und außenpolitische Lage." Referent Franz Waluga. 25. bt. Bahlabende bei Gott, Kniprodestr. 6. Kästner, Elbinger Str. 24. Baronsti, Paſteurstr. 5. 26. Abt. Beinlich, Weißenburger Str. 1, Bortrag:„ Die Arbeitszeiverordnung. Referent Rechtsanwalt Dr. Siegmund Kallmann. 27. Abt. Bahlabende. 8euge, Milaftr. 5. Mehlberg, Gaudystr. 6. Bortrag: Mieterfragen." Referent Genosse Hartstein. Bogdanowig, Sonnenburger Str. 1. Wohsmann, Gleimstr. 10. Lude, Kopenhagener Str. 42. 28. Abt. Bahlabende in den bekannten Lokalen. Bartelt, Wörther Str. 19 Ede Rykestraße, Vortrag:„ Aus dem Leben eines alten Sozialisten." Referent Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Zundel, Kastanienallee 29/30, Vortrag: Der innenpolitische Kurs der Rechtsregierung." Referent Adolf Hirsch. 29. Abt. Altersheim, Danziger Str. 62, Vortrag: Deutschlands Außenpolitik und die Wirren in China." Referent Wolfgang Schwarz. 30. Abt. Bahlabende. Bezirk 93, 94: Pobst, Enchener Str. 103 Ede Stargarder Straße, Vortrag:„ Das Reichsarbeitsgerichtsgesetz." Bezirk 95 bis 97: Schröder, Bappelallee 34. Bezirk 100: Lotal Pappelallee 81, Bortrag: Republik und Faschismus." Referent Genosse Eckert. Bezirk 101 und 102: Hoffmann, Lychener Str. 8. Begirt 117 bis 123: Lotal Ruglerstr. 2. Be girl 124 bis 127: Geitler, Ranzowstr. 10, Vortrag: Die Staatsbibliothet." Referent Genosse Rebs. 31. Abt. Bahlabende. Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Meißner, Schivelbeiner Str. 34. Nig, Schivelbeiner Str. 22. Referenten Genossen Schmit, Egkorn und Hermann Müller. 32. Abt. Gruppenzahlabende in den bekannten Lokalen. 33. Abt. Bahlabende. Hoffmann, Stralauer Allee 17. Wegner, Stralauer Allee 3. Rienig, Simon- Dach- Str. 24. 34. Abt. 8ahlabende. Vereinszimmer der Comeniusfäle, Memeler Str. 67, Bortrag: Kommunalpolitit." Referent Stadtverordneter Dr. Giegbert Loewy. Mücke, Warschauer Str. 17, Vortrag: Reichswehr und Sozialdemokratie." Referent Kurt Großmann, Rosin, Gubener Str. 19, Bortrag: Bolitische Tagesfragen." Referent Robert Fendel. 35. Abt. Borkowski, Schreinerstr. 38, Bortrag: Die Krankenversicherung." Referent Dr. Friedeberger. Bombe, Boigtst. 25, Vortrag des Genossen Hans Kamm: Probleme der Weltpolitit. 36. Abt. Bahlabende. 1. Gruppe: Busch, Tilfiter Str. 27. 2. Gruppe: Söhne, Zorndorfer Ede Löwestraße. 3. Gruppe: Wittschuß, Petersburger Straße 5. 37. Abt. 8ahlabende. 1. Bezirk: Septe, Ebertnstr. 6. 2., 3. Bezirk: Jerasch, Ebertnftr. 10. 4., 5., 6. Bezirk: Köhler, Matternstr. 14. 38. Abt. Achtung! Die Bahlabende werden diesmal zusammengelegt, und zwar auf Freitag, 13. Mai, 8 Uhr. Anzeige am Donnerstag beachten. Die Bezirksführer laden die Mitglieder besonders ein. 39. Abt. Jugendheim, Lindenstr. 3, Vortrag: Fragen der Außenpolitik." Referent Rechtsanwalt Dr. Theodor Tichauer. 40. Abt. Lokal Kreuzberged, Kreuzberg. Ede Mödernstraße, Bortrag: Die innen und außenpolitische Lage." Referent Wilhelm Richter. 41. Abt. Sahlabende. Beinhoff, Belle- Alliance- Str. 74. Schuster, Chamiffoplay 4. Luke, Bergmannstr. 93. Mende, Gnefsenauftr. 6a. 42. Abt. Baber, Jüterboger Str. 7, gegenüber der Raserne, Bortrag:„ Die Wirren in China." Referent Dr. Karl Mierenborff. 43. bt. Bahlabende in den bekannten Lokalen, 44. Abt. Schulaula, Reichenberger Str. 44/45, Vortrag: Lanbagitation und Agrarpreamm." Referent August Niemann. 45. bt. 8ahlabende in den bekannten Bokalen. 46. Abt. Burchardt, Görliger Str. 52, Bortrag: Weltfrieben und foziale Gerechtigkeit." Referent Otto Bach. Diskussion. Parteiangelegenheiten. 47. Abt. Bahlabende. Timpe, Naunynstr. 60. Lier, Naunynstr. 9. Sieden. topi, Mustauer Gtr 35. Lehmann, Mustauer Str. 1. 48. Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung in Gliefings Festfälen, Waffertor straße 68. Bortrag: bes Genoffen Liebte über den Rieler Parteitag und bie Haftung des Parteivorstandes. Charlottenburg. 51. Abt. 8ahlabende. 1. Gruppe: Schellbach, Rönigina Elisabeth- Str. 6. 2. Gruppe: Lotal Sophie- Charlotte- Str. 88 Ede Pots Damer Straße. 8. Gruppe: Dörre, Dandelmannstr. 18. Jn allen Bahl abenden Bortrag und Parteiangelegenheiten. 52. Abt. Büttner, Raiferin- Augusta- Allee 81, Vortrag:„ Das rote Wien." Referent Stadtrat Eugen Rofemann,-53. Abt. Braun, Reuchlinstr. 1, Bortrag: Das rote Wien." Referent Otto Meier, M. d. 2. 54. Abt. Jugendheim, Rosinen ftraße 4, Bortrag: Der Bürgerblod und unsere Stellung zum 8entrum." Referent Emil Klobt, M. d. L. 55. Abt. Reimer, Wilmersdorfer Straße 21, Vortrag: Das neue China." Referent Dr. Gregor Bienstod. Berschiedenes. 56. Abt. II. Gruppe: 8ahlabend bei Jostowiad, Solgen dorffstr. 20, Bortrag: Kommunale Bedarfspolitik." Referent Siegfried Czarlinsti. 57. Abt. 8ahlabende. 1. Gruppe: Arndt, Rantstr. 51, Filmvortrag des Cenoffen Falt:„ Nie wieder Krieg." 2. Gruppe: Referent Thunad, Wielandstr. 4, Vortrag: KPD. und Stahlhelm." Franz von Puttkamer. 58. Abt. Rantehaus, Rankestr. 4, vorn 4 Tr., Vortrag: Sozialismus und Wirtschaft." Referent Friedrich Güttler. Wichtige Mitteilungen. 60. Abt. Spandau. Windt, Pichelsdorfer Str. 5, Bortrag: Jugend und Partei." Referent Otto Fenselau. 62. Abt. Siemensstadt. Marsandt, Ronnendammallee, Bortrag:„ Der Partei. tag in Riel." Referent Gustav Fuhs. 67. Abt. Grunewald. Bahnhofsreftaurant Grunewalb, Bortrag: Außen politik und Sozialdemokratie." Referent Bernhard Kriger. Die Bezirks. fithrer laden ein. 68. Abt. Halensee. Sahlabend bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag: Politische Tagesfragen. Was lehrt uns der 8. Mai?" Referent Eduard Hahn Wilmersdorf. 69. Abt. Andreas, Pfalzburger Str. 55, Bortrag: Die ver einigten Staaten von Europa." Referent Martin Stein. 70. Abt. Kroihs, Holsteinische Str. 60, Zahlabend. Vortrag: Politik und Kultur." Referent Franz Fischer. Neuwahl des Abteilungsleiters. 71. Abt. Bahlabend bei Jonas, Durlacher Ede Bruchfaler Straße, Vortrag. 72. Abt. 8ahlabend bei Schäfer, Augustastr. 81, Vortrag: Die Bedeutung der Genfer Wirtschaftskonferenz." 73. Abt. Schmargendorf. Lehrerzimmer der Gemeinbeschule, Friedrichshaller Straße, Vortrag des Genossen Hensener: Die Probleme einer fozialistischen Wirtschaftsrechnung." Achtung! Der Vorstand und die Funktio näre tagen abends 7% Uhr daselbst. Die Bezirksführer laben schriftlich entsprechend ein. 74. Abt. Zehlendorf. Micklen, Potsdamer Str. 25. 1. Neuwahl des Schrift filhrers. 2. Vortrag:„ Das Gesez zur Bekämpfung der Geschlechtskrant heiten." Referentin Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthal. 3. Freie Aussprache. 4. Berschiedenes. 78. Abt. Dahlen, Schilling, Königin- Luife- Str. 42, Bortrag:„ Kulturfragen." Referent Ministerialrat Menzel. rent Dr. Rawitsch. 2. Bezirk: Jürgens, Barbarossastr. 5a. Referent Genoffe Fritsche. 3. Bezirk: 8eugner, Grunewaldstr. 36, Bortrag: Psychologie des Cozialismus."( Nach dem Buch von Hendrik de Man.) Referent Dr. Mennide. 4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 60, Vortrag: " Politische Tagesfragen," Referent Willi Großmann. 78. Apt. 8ahlabende. 1. Bezirk: 7.30 Uhr abends bei Wandtke, Bahnstr. 23, Rommunalpolitisches Referat. 2. Begirt: 8 Uhr bei Kullmer, Hauptstr. 8. 3. Bezirk: 8 Uhr bei König, Feurigftr. 51. Referent Genosse Dr. Greil über„ Das foziale Elend, das Verbrechen und die Gesellschaft." 4. Bezirk: 8 Uhr bei 9osenthal, Cbersstr. 66.- 79. bt. 8ahlabende. 1. Bezirk: Arndt, Baugener Str. 10. 2., 3. Bezirk: Grunow, Geßlerstr. 13. Referent Genosse Mehlhofe. 4. bis 6. Bezirk: Groß, Sedanfte. 17, Vortrag: Politik und Gesellschaft im Spiegel der Gatire." Referent Robert Keller. 7. Be zirk: Podiaus, Sachsendamm Ede Reichardtstraße, Bortrag:„ Gozialismus oder Faschismus?" Referent Ferdinand Bauhoff. Giebelung Lindenhof: Achtenhagen, Röblingstraße, Bortrag: Der proletarliche Mensch." Referent Hans Billige. 80. Abt. Helmholt- Gymnasium, Rubensstraße, Bor. trag: Chinesische Wirren." Referent Genoffe Lihung Tschang. 81. Abt. Friebenau. Bahlabenbe. 1. bis 3. Bezirk: Rlabe, Handjernftr. 60/61. 4. bis 6. Bezirk: Baginsti, Stubenrauchstr. 22, Bortrag: Das rote Wien." Referent Stadtrat Georg Wendt. bildung. Der Fall liegt fo: An verschiedenen Stellen von Groß- Berlin Die Dezentralisation ist das Charakteristikum der Berliner Cityhaben sich Kernbildungen" heraustristallisiert ,, etwa in Charlottenburg, am Kurfürstendamm mit der Hardenberg- und Joachimsthaler Straße, in Friedenau- Schöneberg und in den nördlichen Bezirken. Schöneberg. 77. Abt. Bablabende. 1. Bezirk: Milde, Nollenborfftr. 16, Stefe Ueberall find Rerne für neue Citybildungen vorhanden, aber man will feine Zentralorganisation in einem einzigen Stadtteil. So charatterifierte Dr. Baul 3uder die augenblickliche Lage GroßBerlins. Dies ist die Einleitung zu seinem Vortrag am Montag nachmittag Warenhäuser und Geschäftshäuser in Berlin. Diese Einleitung ist interessanter als der Vortrag selbst. Noch immer bleibt der Messelsche Wertheimbau unerreicht. Die doch ist die Form architektonischer Gestaltung absolut verschiedenartig. modernen Konstruktionen zeigen den Wunsch nach Monumentalität, Sowohl in Ronstruttion wie im Prinzip und fünstlerischer Absicht. Man teilt heute die Fläche vertikal auf und verzichtet in dem Bestreben nach Sachlichkeit auf allen dekorativen Zierat. Der Vortragszyklus Mensch und Arbeit" wird unterbrochen. An Stelle Walter Thomes spricht der Dompteur Alfred Schneider über Raubtierdreffuren". Ein paar Schlaglichter erhellen die modernen Dressurvorgänge. Der Zuhörer fann sich beruhigen. Man bressiert Raubtiere heute nicht mehr mit Peitsche und Feuer. Bas Katharina von Kardorff Dheimb über„ Die Frau im modernen Staat" zu fagen mußte, ging zunächst faum über angenehm- tultiviertes Salongespräch hinaus, hatte jedoch zum Schluß einen erfreulichen pazifistischen Austlang. Hauptmanns leidende Helden" heißt der erste Teil der Abendveranstaltung. Zuerst umreißt Stephan Großmann diese im Willen gebrochenen, diese abgewandelten Hamlet figuren und dann rezitieren Theodor Loos und Sonja Bogs mit perflossenen Stimmen aus den Einsamen Menschen", aus der ,, VerJunfenen Glode" und dem Armen Heinrich". Ein ausgezeichneter Liederabend mit Werfen von Mahler und Schillings beschließt den Tag. 3u erwähnen in dem reichhaltigen Programm bleibt das Nachmittagstonzert mit dem herrlichen Hayndschen Streichquartett in B- Dur. F. S. 82. bt. Steglig. Lotal Lichterfelber Str. 21, Vortrag: Rommunale Fragen." Referent Stadtverordneter Guftav Häbide. 83. Abt. Lichterfelbe. Alle Genoffinnen und Genossen von Lichterfelbe- Güb und Ost( westlich der Bahn) treffen sich zum Rahlabend im Lofal Sum Hirsch", Berliner Str. 131 Ede Osdorfer Straße, Bortrag: China und feine Leute." Lichterfelbe- West. Schmidt, Hindenburgdamm Ede Resnstraße. 84. Abt. Lantwig. Lehmann, Kaiser Wilhelm- Str. 29/81, Bortrag. Nähere Mitteilungen in der Mittwoch- Morgenausgabe. 85. Abt. Tempelhof. Bahlabende. 1. Bezirk: Wendt, Boruffiaftr. 70, Bortrag: Das Arbeitslefenversicherungsgefeß." Referent Rudolf Karsten. 3., 4. Bezirk: Lotal 8ur Linde", Werber- Ede Friedrich- Rarl- Straße, Vortrag:„ Der Balkankonflikt und feine Auswirkungen auf die europäische Politit." Referent Sans Bauer. Bericht vom Bezirksparteitag. 6. Be zirk: Lange, Ringbahnstr. 4. Vortrag: Kommunale Fragen." Referent Martin Müller. 7. Beairt: Sappelbt, Gottlieb Dunkel. Ede Germaniastraße, Vortrag: Kultur- und Schulpolitik." Referent Genosse Kab. 86. Abt. Mariendorf. Bahlabende. 1., 2., 7. Bezirk bei Röppke, Bergstraße. Referent Genosse Kniebuhr:" Wege und 8iele der Freidenkerbewegung." 3., 5., 6. Bezirk: bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. Steferent Genoffe Günther über Die Arbeit des deutschen Reichstages." 8., 10. Bezirt: bet Schrader, Friedenstraße. Referent Genosse Huhn über Wirtschaftsfragen" Reukölln. 89. Abt. 8ahlabende. Fischer, Sobrechtstr. 64, Bortrag: Arbeiter. dichtungen." Referent Heinz Löwi. Gläser, Bannier. Ede Pflügerstraße, Bortrag: Das Arbeitszeitgefeg." Referent Gerhard Kramer. Grommed, Ganderstr. 10, Vortrag: Die Geschichte der Partei." Referent Felig Müller. 90. Abt. Mitgliederversammlungen: 13., 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tellftr. 8. Referent: Dr. Sturm( Schul- und Erziehungs. fragen). 16., 22., 23., 25., 35. und 36. Bezirk: Idealkafino, Weichselstr.8. Referent Ernst Heilmann, M. d. L.( Politische Fragen auf dem Kieler Parteitag). 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldaftr. 45. 34. und 43. Bezirk: Kleistner, Münchener Str. 53. Referent M. Groger. 91. Abt. BergSchloßhöhe, Karlsgartenstr. 6-11, Vortrag des Genossen Klaußner, M. d. L. 94. Abt. Bahlabend. Bezirk 51, 52, 68, 76: Lotal Schröder, Steinmet Straße 52, Bortrag: Wohlfahrtspflege." Referent Stadtrat Karl Schneider. Bezirk 64, 65, 66, 67, 77, 78: Lokal Günther, Schillerpromenade 11. 95. Abt. 8ahlabend. Gustmann, Steinmegstr. 78. Referent Genosse Lahn. Sürtler, Bring- Handjern- Str. 34. Referent Genosse Müller. Grieger. Lessingstr. 9. Referent Genosse Konrad. 96. Abt. Zahlabend. Bezirk 86, 100: Müller, Thüringer Str. 5, Vortrag des Genossen Waldemar Don Buttkamer. Bezirk 101, 102, 103: Bilmer, Nogatstr. 56, Vortrag: Wirtschaftspolitische Fragen." Referent Eduard Sachert, M. b. 2. Bezirk 80, 87, 88: Lübben, Thomasstr. 5. Referentin Bezirksverordnete Bartels. Bezirk 93, 94: Frentel, Schierte. Ede Bodestraße. 97. Abt. Rudolph, Hermannstr. 156, Bortrag: Bevölkerungspolitit." Referent Dr. Alfred Rorach 99. Abt. Brig- Budow. Lindenpart. Tagesordnung: Parteipolitisches und Parteipraktisches." 99. Abt. Großfiedlung Brig. Lotal Buschkrug, Rudower Str. 48. Bortrag: Die Bedeutung der österreichischen Wahlen." Referent Wilhelm Landa. 101. Abt. Treptow. 8ahlabende, 1., 2. Bezirt: Stephan, Graegstr. 1. Bortrag: Innen und außenpolitische Fragen." Referent Arno Scholz. Mittei Iungen. 3. bis 5. Bezirk: Dettinger, Riefholaftr. 33-34. Bortrag: Die englische Arbeiterbewegung." Referent Genosse Floerte. Mitteilungen. 103. Abt. Oberschöneweibe. Jmberg, Wilhelminenhofftr. 34. Bortrag: Die fittliche Idee im Gozialismus, Referentin Minna Todenhagen. 104. Abt. Rieberschöneweibe. Lotal Brüdentlause, früher Raethel, Brücken. Straße 15. Bortrag: Probleme der Stadtgemeinde Berlin". Referent Stadtrat Wilhelm Reimann. 105. Abt. Ablershof. Bogel, Bismardstr. 74. Bortrag: Sozialismus Rommunistische Internationale." Referent Genosse Fries- Köln, M. d. 2. 106. Abt. Johannisthal. Botha, Stubenrauchstraße. Borttag: Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtstrantheiten." Referent Dr. Roeber. 107. Abt. Faltenberg bei Grünau. Gemeinschaftshaus Gut Faltenberg. Bortrag: China." Referent Felig Fechenbach. 108. Abt. Röpenid. 8ahlabende. Dammvorstadt: Schulz, Bahnhofstr. 34. Bor trag: Moderne Wirtschaftsprobleme." Referent Genosse Ufermann. Köll. nische Borstadt: Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Bortrag: Lustbarkeits gefeß und bie Sozialdemokratie." Referent Dr. Hennigsen. Alt- und Riegvorstadt: Lietsche, Dorotheenstr. 1. Bortrag: Bege zur Gemein wirtschaft. Referent Bruno Groppler. 109. Abt. Friedrichshagen. Scholz, Friedrichstr. 81. Bortrag:„ Das Wohnungsbauprogramm der Stadt Berlin." Referent Stadtverordneter Bruno Krause. 110. Abt. Grünan unb 111. Abt. Bohnsdorf. Achtung! Die Genossinnen und Genoffen beteiligen fich recht zahlreich an der gemeinsamen Mitglieder versammlung in Faltenberg bei Grünau, Gut Faltenberg, im Gemeinfchaftshaus. Bortrag: China." Referent Felig Fechenbach. Sichtenberg. 114. Abt. Schenfte, Aroffener Str. 14. Bortrag: Die Arbeiter schaft und ihre wirtschaftlichen Organisationen." Referent Baul Rothe. worten auf tulturpolitische Beitfragen." Referentin Dr. Hildegard Wegscheider. 3. Gruppe: Dreier, Risingenftr. 4. Bortrag: Religion und Sozialismus." Referent Bruno Theek. 4. und 6. Bezirk: Neumann, Mendelstr. 17. Frig- Reuter- Abend. Referent Wilhelm Techen. 5. Bezirk: Lokal Floraftr. 73. Bortrag: Aus den Erinnerungen eines alten Sozia listen. Referent Dr. Mar Schütte. 7. Bezirk: Sängerheim, Floraftr. 93. Heiterer Abend. 8. Bezirk: Forsthaus, Wollantstr. 115. Vortrag: Sozia listische Kulturfragen in Holland." Referent Kurt Lüde. 9. Bezirk: Dohnte, Wollantstr. 31. Bortrag: Glaßbrenner." Referent Josef Mühlmann. Seinersdorf. Raddah, Tiniusstr. 56, 8ahlabend. Vortrag:" Wohnungsbau und Mieterfragen." Referent Architekt Otto Moft. Parteiangelegenheiten. 131. Abt. Ricberschönhausen. Lotal Wilhelmshof, Kaiser- Wilhelm- Straße. Bortrag: Das Reichsschulgesetz und Konkordat." Referent Lehrer Hans Woŋwod. 132. Abt. Blantenburg. Mitgliederversammlung bei Klug, Dorfstr. 2. 133. Abt. Buchholz. Rossad, Hauptstr. 71. Bortrag: Politische Tagesfragen." Referent Hermann Harnisch, M. d. 2. 134. Abt. Buch. Lotal Göpfert, am Bahnhof. Bortrag: Staat und Kirche." 135. Abt. Rarow. Bahlabend bei Klig, Bantgrafenstr. 3. 136. Abt. Reinidendorf Ost. Zahlabende. 1. bis 6. Bezirk: Barade Lindower Straße. 7. bis 10. Bezirk: Steinbach, Schillerpromenade 48. 11. bis 14. Bezirk: Spindler, Gee, Ede Hansastraße. 15., 16. Bezirk: Neumann, Provinzstr. 108. 17. bis 21. Bezirk: Brückner, Frühling-, Ede Provinzstraße. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Gemeinsamer Bahlabend für alle Bezirke. 138. Abt. Hermsdorf. Lokal Ofrent, Bahnhof-, Ede Berliner Straße. Vortrag des Genossen Arthur Rachow. 139. Abt. Segel. Lokal Schade, Berliner Str. 17, Ede Beithstraße. Vortrag: " Demokratie und Sozialismus." Referent Franz Lepinsti. Verschiedenes. 140. Abt. Borsigwalde. Lokal Woitschach, Ernststr. 1. Bortrag: Kirche, Schule und Staat." Referent Erich Fraentel. Abt. 140a Wittenan. Lotal Richard Schulz, am Bahnhof. Bortrag: Kultur, Technik und Sozialismus." Referent Heinrich Schäfer. 141. Abt. Rosenthal und Niederschönhausen- West. Gemeinsamer Bahlabend bei Hübel, Germanenstraße. Bortrag:„ Der Faschismus in Italien. Referent Robert Breuer. 143. Abt. Waidmannsluft. Rahlabend bei Dreißig, Waidmannstr. 4. Vortrag: Deutschlands Außenpolitik und die Birren in China." Referent Georg Raible. Rowawes. 8 Uhr bei Siemke, Wallste. 55, wichtige Funktionärversammlung. Frauenveranstaltungen. 3. Abt. Treffpunkt am Donnerstag, 12. Mai, frith 7 Uhr, am Bahnhof Stahnsdorf zum Waldfriedhof Wilmersdorf. Besuch des Grabes der Ge noffin Reubert. 52. Abt. Charlottenburg. Heute, Dienstag, 10. Mai, Frauenabend bei Bade, Raiserin- Auguft- Allee 52. Vortrag:„ Das Gefez zur Bekämpfung der Ge schlechtskrankheiten." Referentin Margarete Schentalowsty. Abt. 123a Raulsdorf- Süd. Heute, Dienstag, 10. Mai, 7 Uhr, im Sokal Gansfouci, Moltkestraße, Unterhaltungsabend. Gäste wiltommen. Jungfozialisten. Heute, Dienstag, 10. mai: Gruppe Lichtenberg: 7 Uhr im Jugendheim Parkaue 10 Bortrag:„ Das deutsche Proletariat und die Gaarpolitit. Gruppe Schöneberg: 8 Uhr im Jugendheim Hauptstr. 15, Saragauzimmer, Diskussionsabend. Gruppe Tier garten: 8 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Diskussionsabend. Gruppe Süben: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Vortrag:„ Die technischen und organisatorischen Probleme der Nationalisierung." 115. abt. Sablabenbe, 1. Gruppe: Gonell, Jung., Ede Scharneberfitate: Vorträge, Vereine und Versammlungen. 2. Gruppe: Lohann, Jung, Ede Oberstraße. Bortrag:„ Das gefeg. Referent Billy Rogge. 3. Gruppe: Radtke, Müggel., Ede Scharnweberstraße. 4. Gruppe: Geipfe, Rronprinzen, Ede Scharnweberstraße. 116. Abt. Albrecht, Borhagener Str. 62. Lichtbildervortrag: Bererbung und Che." Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwenstein. 117. Abt. Schule Lüdstr. 60, Eleine Turnhalle. Vortrag: Spiel und Sport." Referentin Turnlehrerin Anna Oventrop, M. d. 2. Die Sozialistische Arbeiterjugend ist freundlichst eingeladen. 118. Abt. 8ahlabend. Tempel, Gudrunstr. 7. Bortrag: Imperialismus und Arbeiterschaft." Referent Mag Hendemann, M. b. 8.- 119. Abt. Cäcilien- Enzeum, Rathausstr. 8, Beichensaal, 8 Tr. Bortrag: Deutschlands Außenpolitit und China." Referent Victor Schiff. Bericht vom Bezirksparteitag. Berschiedenes. 120. Abt. Friedrichsfelde. Tempel, Brinzenallee. Bortrag des Genossen Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schüzinger. 121. Abt. Rarlshorst. Deutsches Saus, Stolzenfelsstraße. Vortrag: Jnnere Rolonisation oder Auswanderung?" Referent Alexander Anoll. 122. Abt. Biesborf. Porath, Marzahner Str. 31. Mitgliederversammlung. 123. Abt. Raulsborf. Escherisch, Frankfurter Str. 55. Bortrag: Beiträge zum Erwerbslosenprogramm. Referent Genosse Radomsti. 124. t. Mahlsdorf. Anders, Bahnhofstr. 37. Bortrag: Attuelle Fragen ber Sozialpolitit." Referentin Luife Kähler, M. d. 2. 125. Abt. Weißenfee. Wirtshaus Bum Pferdemarkt". Bortrag: Die englische Arbeiterbewegung." Referent Dr. Adolf Braun. 127. Abt. Sohenschönhausen. Schule Freienmalber Str. 5-6. Bericht vom Be Bittsparteitag. Berschiedenes. Sahlabend und Mitgliederversammlung. 128./130. ht. Pantow. Bahlabende. 1. Bezirk: Road, Raifer- Friedrich- Str. 53. 2. Begirt: Schweizerhütte, Marimilianftr. 11a. Bortrag. Bezirt 2a: Neumann, Berliner Str. 49, Ede Mühlenstraße. Bortrag: Sozialistische AntReichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14, Sebaftianftr. 87/38, Hof 2 Tr. Lichtenberg: Pflichtantreten sämtlicher Kameraden Di., b. 10., abends 7 Uhr, mit Mufit und Fahnen bei Schwarz, Friedrichsfelbe, Capriviallee 42. Gruppenführer laden ein. 6% Uhr muß alles in ben 8ug. Iotalen fein. Arbeiter- Rabio- Bund Deutschland, e. B. Ortsgruppe Charlottenburg: 12. Mai Mitgliederversammlung, Wielandstr. 4. Friedrichshain, Frieben ftraße 61: 12. Mai Lichtbilderportrag über Berstärker". Rottbusser Tor, Adalbertstr. 21: 12 Mai Beginn efner Vortragsreihe über Gleichstrom" Neukölln, Prinz- Handiern- Str. 72: 13. Mai Lichtbildervortrag über Berstärker". Brenzlauer Berg, Pappelallee 34: 12. Mai Bortrag über Neganschlußgerät". Schöneberg, Gedanstr. 53: 12. Mai Lichtbildervortrag über Widerstands verstärker". Güboft: Die Gruppe veranstaltet am 21. und 22. Mai im Lokal pon Thielest, Biegniger Str. 10, eine Bastelausstellung, verbunden mit Sichtbilbervorträgen. 21. Mai, 8 Uhr, Ortsempfänger. 22. Mai, 6 Uhr, Fern empfänger. Eintritt frei. Webbing, Pafewalter Str. 3: 12. Mai Bortrag des Genoffen Jng. Saafe über„ Die Arcolette". Gäfte überall willkommen. Gesellschaft für Segualreform. Bortrag Frau Dr. med. Karen Harnen:„ Der Männlichteitstompler ber Frau" Donnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, Schulaula Friedrichstraße 126, nahe Oranienburger Tor. Humboldt- Hochschule. Studienrat Lindenborn spricht Freitag, 13. Mat, 8 Uhr, in der Dorotheenstr. 12 über Boltsaberglauben", Begriff und Wesen des Aberglaubens, Seidnische Grundlagen des deutschen Aberglaubens, Saube tische Seiten, Orte, Zahlen, Bosheitszauber, Wahrsagungskunst, Abwehr der Behegung, des bösen Schicksals usw. Karten 75 Pf. und 1 M. an der Abendtasse und im Hauptbureau. Berliner Berein für Schulgesundheitspflege. Gigung Donnerstag, 19. Mai, 168 Uhr, im großen Hörsaal des Hygienischen Instituts der Universität, Dorotheenstr. 28a. Herr Stadtmedizinalrat Dr. Wendenburg- Gelsenkirchen:„ Neue Aufgaben gesundheitlicher Schulerziehung". Gäste willkommen. " Deutscher pazifistischer Studentenbund. Mittwoch, 11. Mai, 8 Uhr, Aula des Dorotheenstädtischen Gymnasiums, Georgenstr. 30, Vortragsabend: Student und Politik". Es sprechen: Dr. H. Wehberg über Außenpolitit", Reichstagsabgeordnete Frau Bohm- Schuch über„ Studentin und Politit", Prof. Destreich über Kulturpolitik" und Reichstagsabgeordneter Heinrich Ströbel über Innenpolitit" Thorner Heimatbund. Zu der tonftituierenden Versammlung eines großen Thorner Vereins werden die Mitglieder der bisherigen Thorner Vereine somie sämtliche Thorner Landsleute am Mittwoch, 11. Mai, zum Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40-41, eingeladen. Arbeiter- Abstinentenbund, Gruppe Mitte. Heute Mitgliederversammlung im Jugendheim Tiedstr. 18. Vortrag des Genossen Dr. Drucker:„ Warum sind wir Arbeiter- Abstinenten?" Longfellow English Debatting Club, Billowstr. 104. Mittwoch, 8 Uhr. Dr. jur. Graf Montgelas: The Press". Sport. Dewolf- Hellebaut siegen auf der Rütt- Arena! Endlich einmal ein Renntag bei Walter Rütt, der vom Regen verschont blieb. Vor Rennbeginn ging am Denkmal für die gefallenen Rennfahrer anläßlich der Ueberführung von der abgerissenen Treptower Bahn zur Rütt- Arena eine furze Feier vor sich. Ansprachen von Willy Arendt und Walter Rütt, sowie Kranzniederlegungen bildeten den Inhalt. 8wölf Paare stellten sich dem Starter. Verlief die erste halbe Stunde tampfIos, fo unternahmen etwa 10 Minuten später Koch Wiethe den ersten Borstoß. Mehrere Fahrer segten nach, unter ihnen auch Buschenhagen- Franten. stein. Jm Verlauf der Jagd gelang es dieser Mannschaft, das gesamte Feldzu überrunden und so allein die Spiße zu beseßen. Für längere Beit tehrte dann Ruhe ein. Mehrere kleinere Borstöße vermochten wohl das Rennen zu beleben, aber keinerlei Feldveränderungen herbeizuführen. Anders wurde es als Rrollmann Carli loszogen. Gie tonnten aber für sich nichts buchen. Dagegen holten Gebrüder van Kempen, Roch Miethe und Dewolf- Sellebaut eine Runde auf. BuschenhagenFrankenstein hielten weiter die Führung, bis, ja bis eben die famose Mannschaft Demolf- Hellebaut loszog und Buschenhagen nicht nach. feste. Dewolf- Hellebaut verdrängten Bufchenhagen- Frankenstein aus der Spize mit der Ueberrundung und den Punttvorsprung, den fie schon vorher batten und siegten mit 53 B. vor Frankenstein- Buschenhagen, die 32 Buntte auf sich vereinigten. Roch- Miethe, die beim Borstoß Dewolf- Hellebaut ihre Kräfte geschickt ausnügten und zur Siegermannschaft aufschließen konnten, errangen 28 Punkte. Eine Runde zurüd folgten die Gebrüder van Kempen mit 35. 8wei Runden zurüd: Mühlbach- Maczynsti 48 B., Krilger. Betermann 22 B., Behrendt- Lougardt 21 B., Ehmer- Kroschel 11 P. Der Rest der Mannschaften drei und vier Runden zurüd. „ Goldenes Rad" auf der Olympia- Radrennbahn. Der kommende Sonntag, der 15. Mai, bringt der Berliner Radsportgemeinde das größte radsportliche Ereignis des ganzen Jahres. An diesem Tage gelangt auf der Olympia Radrennbahn das Goldene Rad" zum Austrag. Wie in den Vorjahren, führte dieses laffische Rennen auch in diesem Jahre über 100 Silometer, und zwar in einem Lauf. Die fünf an diesem Rennen berpflichteten Dauerfahrer, Weltmeister Bittor Linert, Walter Sawall, Erich Möltet, der Franzose Brunier, der hinter Didier, dem bisherigen Schrittmacher des Weltmeisters Graffins fährt und große Erfolge erzielen fonnte, sowie der Belgier Banderstuft stellen internationale Extraklasse dar. Das Goldene Rad" wird von Fliegerrennen für Amateure nnd Berufsfahrer umrahmt. Beginn des Rennens 3, Uhr. Togal Tabletten hervorragend bewährt bei: Rheuma, Gicht, Jochias, Nerven- und Kopfschmerzen, Grippe, Influenza u. a. Erkältungskrankheiten. Bt. notarieller Bestätigung sind innerhalb 6 Monaten mehr als 1500 Gutachten allein aus Aratekreisen eingegangen, darunter von namhaften Profefforen und aus ersten Sliniken.- Togal stillt die Schmerzen und scheidet bie Harnsäure aus. Keine schab lichen Nebenwirkungen. Fragen Sie Ihren Arzt! In allen Apotheken. Preis Mk. 1.40. 12.6 Lith 0.46 Chinin 74.3 Acid acet sal ad 100 Amyl dou prob GUTES besteht, SCHLECHTES vergeht! H 6AUS NEUERBURG Die Zunft der Fälscher hat es vor einiger Zeit für gut befunden, unserer OVERSTOLZ ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Da diese ,, ehrfame" Gilde nur Gegenstände von besonderem Wert ihres ,, tätigen Jntereffes" für würdig erachtet, bedeuteten ihre Bemühungen eine unbeabsichtigte Anerkennung für die Güte unserer OVERSTOLZ. Durch das gleichartige Aussehen der Zigaretten mag es wohl einmal gelungen sein, einige Raucher zunächst irre zu führen, doch konnten die Fälscher ihren Fabri katen nicht annähernd die Qualität der echten OVERSTOLZ geben. Alle Versuche, auch die Mischung nachzuahmen, mussten scheitern, denn ein jahrelanges Fach studium gehörte dazu, dieses Kunstwerk an Geschmacksharmonie entstehen zu lassen. KISONER Die stark übertriebenen Presse- Meldungen haben vielleicht manchem Raucher die Befürchtung nahegelegt, er könne beim Einkauf gefälschte OVERSTOLZ: Zigaretten erhalten. Zu dieser Besorgnis ist jedoch kein Grund vorhanden. Unsere Feststellungen sowie die Nachprüfungen der Behörden haben ergeben, dass die Fälschungen unserer OVERSTOLL schon seit Monaten vom Markte ver schwunden sind. Sämtliche OVERSTOLZ Zigaretten, die jetzt angeboten werden, sind durchaus echt und haben die unnachahmliche Qualität, welche diese Marke zur MEISTGERAUCHTEN Zigarette aller Preislagen machte. Mans Neerbung Nterbing LEVER ottenpeis& stea * O* H* G* Arbeiter Sport Der Bundesfußballmeister geschlagen. Adler 08 gewinnt 3: 2. Was niemand für möglich hielt, wurde zur Tatsache: Der Bundesmeister, Dresdener Sportverein, obwohl mit Er faz antretend, mußte sich dem eifrigeren Spiel der Bantower beugen. Wenn die Dresdener auch technisch die besseren Leute besaßen, so fonnten sie gegen den überaus eifrigen Sturm der Bankower nicht auffommen. gaben ben Ball immer wieber nach vorn, aber beibe Stfirmerreihen waren nicht auf dem Posten und verpfuschen fast alles. 20 A vergaß faft gang, baß fie auch noch linte Stürmer zur Verfügung hatten. Am 6. Mai hatte Bohnsdorf Neutölln 2 zu Gaste. Gleich in der ersten Minute tann Bohnsdorf durch Schuld des Neuköllner Torwächters in Führung gehen, dem aber zwei Minuten später der Ausgleich entgegengesezt wird. Bis zur Pause holt Neukölln in fast gleichen Abständen noch fünf weitere Tore; fie tönnen in der zweiten Hälfte das Resultat noch auf 12 erhöhen. Bohnsdorf fonnte zwei Minuten vor Schluß den Torreigen durch Nummer 2 beschließen. Schuld hatte hier wieder Neuköllns Torhüter. Im Stellungsspiel fonnte Bohnsdorf nicht gefallen; ihre langen Würfe wurden immer eine Beute der Neuköllner Hintermannschaft, die dadurch den Sturm porn haiten konnten. Die Bohnsdorfer Verteidigung wagte nicht die Gegner anzugreifen, wodurch Neukölln fast ständig freistehend schießen konnte. Bohns dorfs Torwächter bekam reichlich viel Arbeit, die er aber glänzend meisterte, sonst wäre das Resultat noch höher geworden. 50, ja 100 mart verlangt werden, zudem noch weit weg von der Großstadt, dann fann von voltsgefundheitlichem Sport für den Arbeiter nicht mehr die Rede sein. Hier haben Staat und Gemeinden die Pflicht, nach dem Rechten zu sehen. Wenn Berufsfischer den Weg der Verständigung nicht beschreiten wollen, dann gebe man den Anglern in diesen Bezirken eigene Bacht gefällt aus. Eintrittstarten für die Wochenendausstellung zu ermäßigten Preis mässer, an denen einstweilen noch fein Mangel ist. Die Angelsportvereine besigen in ihren Zentralorganisationen ausreichende Schulung, um solche Gewässer instandhalten zu können. Am Strand folcher Gewässer können dann auch Anglertolonien errichtet und ein Schritt getan werden auf dem Wege zum Ideal des Wochenendheimes. Der Arbeiteranglerbund Deutschlands erbietet sich als Organisation, jederzeit bei Differenzen zwischen Fischern, Behörden und Anglern vermittelnd einzugreifen und bei Pachtungen von Gewässern die Vorarbeiten zu fördern und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Geschäftsstelle befindet sich Berlin NW. 21, Birten str. 49. Was not tut. Gleich nach Beginn figt Adler vor Dresden vor und schon in der dritten Minute sitzt der Ball zum erstenmal im Netz. Es war dies das schönste Tor des Tages. Aber nicht lange sollte die Freude dauern. Zwei Minuten später erhält Dresden einen Elfmeter zu gesprochen, der auch glatt zum Ausgleich verwandelt wird. Weiter greift Adler mutig an, doch scheint der Torwart Dresdens unüberwindlich. Die schwierigsten Bälle werden in eleganter Manier von ihm gemeistert. So können die Bankower nur einige Eden erzielen, die aber alle nichts einbringen. Erst in der 54. Minute gelingt dem Mittelstürmer der zweite Treffer. Mit 2: 1 geht es in die Pause. Nach derselben bleibt Adler zunächst weiter im Angriff, Dresden verläßt sich nur auf die gute und ballsichere Verteidigung. Nach 25 Minuten Spielzeit läßt Adler merklich nach. Mehr und mehr tommt Dresden auf, doch fehlt dem Sturm der dringend notwendige Torschuß. Der Adlersturm spielt dagegen reichlich weich; trotzdem gelingt den Pankowern in der 76. Minute der dritie Erfügung gestellt. Das ist um so mehr zu begrüßen, da es sich bei dem folg. An diesem Tor trägt der Torwart ein groß Teil Schuld. Seine Pflicht wäre es gewesen, den anstürmenden Halbrechten entgegen zulaufen. Bei den jetzt einsehenden Angriffen der Dresdener zeigt sich auch der Torwart der Pantower von der besten Seite. Eine Minute von Schluß fegte ein scharf getretener Ball auf Bantoms Heiligtum. Gegen den Pfosten getreten, prallt der Ball ab und Adlers linker Verteidiger verhilft den Dresdenern zum zweiten Tor. Kurz vor Schluß winkt den Dresdener noch der Ausgleich durch einen Strafstoß. Hier erweist sich aber die Querlatte als rettender Engel, und als glücklicher Sieger tann Adler 08 den Plaz Derlassen. Am Sonntag spielte Dresden gegen Stettin und gewann nach überlegen durchgeführtem Spiel mit 3: 1. Die erste Regatta der Freien Segler. Bei schönstem Sonnenschein und einer frischen Ostbrise von 3 bis 3% Gefundenmetern fand am Sonntag die erste Wettfahrt des Freien Seglerverbandes, Gruppe Oft, auf dem Langen und Seddinsee statt. Von den 96 zur Wettfahrt gemeldeten Booten beteiligten sich etwa 80 Boote an der Beranstaltung. Schon lange vor Beginn des Startes freuzten die Teilnehmer auf dem Langen See vor dem Gelände der Freien Tourensegler Grünau, dem Start- und Zielplaz. Als der Vorbereitungsschuß fiel, sondierten sich die einzelnen Klaffen, um dann zur festgesetzten Zeit durch die Startlinie zu gehen. Unter den Booten wurde ein alter Kämpe vermißt, der alte" ( Boscharsty), der furz nach der Abfahrt aus dem Heimathafen sein Ruderblatt verlor, was das Boot manöverierunfähig machte. Die Wettfahrt selbst nahm einen glatten Berlauf. Die teilweise ungünstigen Windverhältnisse für einzelne Bootsflaffen stellten hohe Anforderungen an die Steuerleute. Als schnellstes Boot der Wettfahrt zeigte fich 3. 47"( Brasso). Die Regatta wird am tommenden Sonntag fortgefeßt. Ergebniffe: 1. Rlaffe: 1. K2 Gesamtzeit 2:03:07; 2. Riaffe: 1 A 19 2:16:55; 3a- Rlaffe: 1. L 17 2:09:25; 3b- Rlaffe: 1. L 10 2:22:58; 4. Rlaffe: 1. J 15 2:08:29; 5. Rlaffe: 1 E 7 2:10:05; 6. Rlaffe: 1. W 7 2:22:58; 7a- Rlasse: Z 47 2:08:00; Tb- Rlaffe: 1. Z 35 2:26:22; 8. Rlaffe: 1. M 71 2:20:26; 9. Klasse: 1. D 16 2:24:02; 10. Rlaffe: 1. H 58 2:36:30; 11. Rlaffe: 1. C 58 1:38: 20; 12. Rlaffe: 1. B 53 1:55:04; 13. Rlaffe: 1. 403 2:27:27; 14. RIaffe: 1. A 32 2:22:20; 15. Rlaffe:; 16. Rlaffe: 1. IV 339 2:41:13; 17. Rlaffe: 1. III 329 3:04:12; 18. Rlaffe: 1. III 293 2:30:24; 19. Rlasse: 1. III 315 1:47:35; 20. Rlaffe: 1. I 185 1:27:02; 21. Rlaffe: 1. I 184 1:38:59; 22. RIaffe: 1. II 217 1:48:03; 23. Klasse: 1. III 314 1:55:57. Bootstaufe im Ruderverein„ Collegia". Einen schönen Erfolg gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Strebens konnte der Ruderverein„ Collegia" am Sonntag feiern. Am Vormittag wurde durch das Anrudern die diesjährige Sommerarbeit des Vereins eröffnet. Es war ein schönes Bild, das die 30 Boote, vom Achter bis zum Paddelboot in Kiellinie die Havel befahrend, dem Beschauer boten. Uebernahme eines neuen Doppelpierers die Sportgenoffen Am Nachmittag vereinigte die und Freunde auf dem Bootsplay. Nach einer wirkungsvollen AnSprache des Vorsitzenden Genossen Szumann wurde der blumengeschmückte Vierer, welcher dem Andenten Jean Jaurès" gewidmet ist, von der Damenmannschaft übernommen. Ein dreifaches Frei Heil" der zahlreich erschienenen Besucher begleitete die erste Fahrt des Bootes. Angler und Fischer. Bom Borsitzenden des Arbeiteranglerbundes wird uns geschrieben. In der Borfriegszeit standen sich Sportangler und Berufsfifcher nicht besonders freundlich gegenüber. Der Fischer sah in dem Angler lediglich einen Mann, der ihn in seiner Eristenz Ichmälern wollte, und die Gegenmaßnahmen machten den Angler auf der anderen Geite ebenfalls nicht beliebt. Dank der Be mühungen der Angelsportorganisationen und der Fischereivereine haben sich diese Gegenfäße mefentlich gemildert. Wo fie noch bestehen, ist dies nicht zum Vorteil der Fischereiwirtschaft, denn dann treiben, Schwarzangler" ungehindert ihr Unwesen, Leute, die in der Art der Fangmittel nicht wählerisch find. Solche Dinge find nicht möglich, mo organisierte Sportangler boden ständig find, zumal wenn einsichtige Fischereiberechtigte die Sportangler durch Bergünstigungen für das Fischwasser und seinen Be stand zu intereffieren miffen. Da bilden die Sportangler eine Art freiwilligen Wasserschuß, schon um den Berdacht eines unlauteren Wettbewerbes von sich zu weisen. Tatsächlich verschwanden überall bort, wo man Sportanglern eine bestimmte Verantwortung auf erlegte, jene, die nur im Dunkeln und im Trüben fifchen. Berständige Fischer find deshalb überall auf gütliches Austommen und Verständigung bedacht. Gewiß gibt es immer noch Beanstandungen. So wird da und dort auch heute noch gegen die Sportangler der Vorwurf des milden Fischhandels erhoben. Unterlagen oder Beweise für diese Behauptungen werden allerdings nicht erbracht. Tatsächlich verurteilt der Sportangler irgendwelche Art von Fischhandel mit aller Entschiedenheit. Denn es geht nicht an, daß derjenige, der einen Sport ausübt, damit Geschäfte der. bindet. Kein Sport, auch nicht der Angelsport, darf auf materieller Grundlage aufgebaut merden. Dennoch lohnt sich der Sport immer, schon aus gesundheitlichen Gründen. Löricht sind aber jene Berufsfischer und Privatfischereiberechtigten, die gegen die Sportangler mit allerlei Schitanen vorzugehen suchen. Wenn für Angelscheine schaften besteht in Frankfurt a. d. D. Der Ortsausschuß des Eine vorbildliche Zusammenarbeit mit den GewerkAlgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat sich dem 16. Kreis zur Vorbereitung und Durchführung des Kreisfestes restlos zur VerFest um eine Kraftprobe der Laufiger Arbeiter- Turn- und Sportbewegung mit den bürgerlichen Sportverbänden handelt, die gein dem auch das Kreisfest stattfindet. Was in Frankfurt möglich raume Zeit vorher das Ostmartenstadion in Frankfurt einweihen, ist, sollte anderen Orts bei Veranstaltungen der Turner, Sportler und Gewerkschaften nicht unmöglich sein. Touristenverein„ Die Naturfreunde", e. V., Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Die Ortsgruppenversammlung am Mittwoch, 18. Mai, . Sampe, Wörther Str. 9. Gonntag, 15. Mai, auf dem Gelände des Landvon 1 M., gültig an allen Lagen, find zu haben bei H. Ginn, Stettiner Str. 30; heims Meißnershof, Hennigsdorf, Maienfeft. Beginn 3 Uhr. Untoftenbeitrag 20. Pf. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 10. Mai, 8 Uhr, im Heim EbertyAbt. Friedenau: Dienstag, 10. Mai, 8 Uhr, im ftraße 12, Seguelle Fragen". Heim Offenbacher Str. 5a, Vortrag.- Abt. Norden: Dienstag, 10. Mai, 8 Uhr, im Heim Sonnenburger Str. 20, Heimabend. Abt. Webbing: Dienstag, 10. Mai, 8 Uhr, im Heim Luxemburger Str. 7, Geschäftliches. Abt. Pantow: Musit Dienstag, 10. Mai, 8 Uhr, im Heim Görschftr. 14, Geschäftliches. bt. Friedrichshagen: Mittwoch, 11. Mai, 8 Uhr, Schröter, Gee, Ede Bellevue gemeinschaft Norben: Mittwoch, 11. Mai, 28 Uhr, Schönhauser Allee 166a. straße, Bersammlung. Abt. Prenzlauer Berg: Tonnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, im Seim Danziger Str. 62, Sypnose". Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, im Heim Partaue 10, Reuzeitliche Lebensgemeinschaften". Abt. Neukölln: Donnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, im Heim Steinmegstr. 114 ,,, Wege zur proletarischen Kunst". Faltboot- Abt.: Der für Donnerstag, 12. Mat, angefehte Seimabend fällt aus. Eintrittskarten für die Wochenden- Ausstellung zum ermäßigten Preis von 1 M. find an folgenden Stellen zu haben: Ginn, Stettiner Str. 30; Maspfuhl, Brüsseler Str. 14; Menzel, Turmstr. 50; Walter, Neukölln, Siegfriedstr. 55( Laden); P. Hampe, Wörther Str. 9. Maienfest der Naturfreunde. Wie im Vorjahre, veranstaltet auch in diesem Jahre am Sonntag, 15. Mai, die Ortsgruppe Berlin, e. V., des Touristenvereins Die Naturfreunde" ihr Maienfest auf der großen Spielwiese des Land-. heims Meißnershof bei Hennigsdorf( von Bhf. Hennigsdorf in Std. zu erreichen). Darbietungen eigener Kräfte wird das Fest verschönen. Beginn 3 Uhr nachmittags. Teilnehmerkarten zum Preise von 20 Pf. auf dem Feftplay. SC. Berolina- Neukölln, Leichtathletikabt. Gonntag, 15. Mai, nachmittags 2 Uhr, Anturnen auf dem Jubiläumssportplag Neukölln, Grenzallee. straße 28-29. Berliner Ruderverein Freiheit", e. B., Bootshaus: Stralau, Tunnel Sigung Donnerstag, 12. Mai, 8 Uhr, im Bootshaus. Befprechung der Fahrt nach Fürstenwalde. Allgemeine Uebungstage für Anfänger und Trainingstage für Regattateilnehmer Dienstags und Donnerstags ab 6 Uhr. Mitglieder werden in der Frauen- sowie in der Männerabteilung noch aufgenommen. Arbeiter- Tennisvereinigung, Abt. Weißensee. Die Spieltage im Stadion am Faulensee, Weißensee, Buschallee, find Sonntags von 8-11 Uhr vormittags wochs von 5-8 Uhr abends; Freitags von 8-10 Uhr vormittags und Sonn abends von 4-8 Uhr abends. Aufnahmen daselbst. und nachmittags von 2-8 Uhr; Dienstags von 8-10 Uhr vormittags; Mitt In Berlin wird diese Zusammenarbeit noch oft vermißt. So ließen sich beispielsweise die Wassersportler von den Gewerkschaftsinstanzen eine eigene Maifeier an den Ufern unserer heimischen Wasserläufer genehmigen. Erst später sah man in Sport freisen ein, daß in solchen Tagen die beste Gelegenheit zur Herstellung der oft geforderten„ Einheitsfront" ist und schloß sich schließeltern barum fümmern, daß ihre Kinder sich nicht ben„ neutralen“ Schul- oder lich zum Teil der Gewerkschaftsdemonstration im Luftgarten an. Die Einheitlichkeit fehlte aber, die Demonstration der Sportler war gerissen. Im übrigen follte, an solchen Weltfeiertagen der Gewerkschafter in den Sportlern den Vorrang haben. Fünfunddreißig Jahre Ruderverein„ Borwärts". Kinderturnen in Schöneberg. Mehr als bisher müssen sich die Arbeiter. bürgerlichen Vereinen anschließen. Die Kinderabteilungen der Freien Sport.. vereinigung üben jeden Montag und Donnerstag Turnhalle Ebersstraße von 6-8 Uhr. Altersturner 1. Kreis. Freitag, 20. Mai, 8 Uhr, Turnhalle Leffing- Gymnafium, Banffte. 18, Uebungsstunde zum Kreisfeft. Geturnt wird an acht Barren. Die Uebungen find so gewählt, daß ganz besonders auch die älteren Genossen über 50 Jahre daran teilnehmen tönnen. Am 26. Mai( Simmelfahrt) Spielund Babetag in Brandenburg a. b. S. Treffpunkt 6% Uhr Potsdamer Bhf. ( Saupteingang). Abf. 6.50 Uhr.( Rüldfahrkarte.) Gäfte willkommen. Heute, Dienstag, 7% Uhr: Am fommenden Sonnabend, abends 8 Uhr, veranstaltet der Ruderverein Borwärts" in den Prachtsälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain( Königstor), unter Mitwirtung des Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Jungen Chors( M. d. USB.) und des Sprechchors der Volksbühne E. B. seine fünfunddreißigste Gründungsfeier, wozu Freunde und Gönner des Vereins herzlichst eingeladen sind. Als erster Arbeiterruderverein und Pionier des Arbeiterrudersports überhaupt war es von jeher das Bestreben des Vereins, diesen schönen figenden Klaffen vorbehalten war, auch der Arbeiterschaft zugänglich und gefunden Sport, der in früheren Jahren ausschließlich den bezu machen. bleibend, von bürgerlicher Seite mit allen Mitteln befämpft, hat es zu machen. Mit zäher Energie, stets seinen Grundsäßen treu der Verein verstanden, sein Vorhaben durchzusehen. Aus einem fleinen Kreis von Genossen ist ein Verein entstanden, der, ohne auf Unterſtügung von irgendeiner Seite rechnen zu können, heute mit seinen 450 Mitgliedern an der Spize der Arbeiterrudervereine steht. Der Verein befizt in Oberschöneweide ein mit einer Winter ruderanlage versehenes Bootshaus, das einem großen Teil der Berliner Arbeiterschaft befannt sein dürfte. Außerdem hat der Berein, dem Zuge der Zeit folgend, in Kl. Köris ein zweites, fleineres Bootshaus errichtet. Man sieht hier, daß es möglich ist, wenn jeder einzelne seine geringe Kraft in den Dienst einer guten Sache stellt, für die Arbeiterschaft etwas zu schaffen. Preußischer Landtag und Leibesübungen. Der Ausschuß des Breußischen Landtags für Leibesübungen beabsichtigt, in nächster Zeit die maßgebenden Turn- und Sportstätten und Jugend herbergen zu besichtigen. Nach einem zweitägigen Besuch Berlins wird sich der Ausschuß einen Tag in Dortmund zur Besichtigung des Stadions Rote Erde und der Westfalenhalle und in halten. Den Abschluß der Reise wird ein Besuch der Bundes. ferner einen Tag in Köln und einen Tag in Frankfurt a. M. auf schule des Arbeiter.Turn- und Sportbundes und der Uebungsstätten der Universität Leipzig bilden. Später wird sich der Ausschuß in die östlichen Teile des Reiches begeben. Naturfreundetreffen der Gaue Brandenburg und Nordmart. Die Naturfreunde rüsten zu einem größeren Treffen. Zu Pfing= st en treffen sich diesmal die Mitglieder beider Gaue am Rudower See bei Lenzen an der Elbe. Näheres über Abfahrzeiten und Fahrpreis in den Abteilungen. Die Abteilungsleiter werden ersucht, die diesbezüglichen Rundschreiben, ausgefüllt an den Genossen Bruno Damniß einzusenden. Brunnenplag: Schule Wiesen, Ede Pantstraße. Betriebs- und Berufshulfragen. Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. Eine moderne Ede Geestraße. Arbeiterbruderei und ihre Erzeugniffe." Webbing- Norb: Jugendheim Turiner, Warum organisieren wir uns?" Nordost I: Heim Neue Rönigstraße. Arabische Angaben." Rozbost II: Heim Danziger Str. 62. Dichterabend. Schönhanser Vorstadt: Schule Driesener Str. 22. Das Mädel in ber SAJ. Senefelder- Biertel: Schule Danziger Str. 23. Rußland und Teine Revolution." Sasenheide: Alle Genossen treffen fich um 7 Uhr bei Rabe, Charlottenburg: Fichteftraße, zur Aufführung. Das Heim bleibt geschlossen. Seim Rosinenfte. 4. Pfingstfahrtbesprechung. Halensee: Schule JoachimSchuh ben Jugendlichen, 2. Teil. Friedrich- Str. 35-36. Lustiger Abend. Wilmersdorf: Heim Wilhelmsaue. Steglig I: Seim Albrechtstr. 47. Bursche und Mädel. Neukölln 1: Seim Ganber, Ede Sobrechtstr. Bunter Abend Reukölln II: Seim Steinmeßftr. 114. Der 1. Mai, ein Weltfeiertag ber Arbeiter." Neukölln IV: Seim Nogatstr. 53. Erlebnisse in der Berufsschule. - Neukölln V: Enzeum Richardplay 13. Das Arbeitszeitgefeß und das Frei zeitproblem." Renkölln VI: Schule Herzbergplag. 10- Minuten- Referate. Hermsdorf: Turnhallengebäude Roonstraße. Mitgliederversammlung. Nieber. Werbebezirk Oberspree: Schule Berliner Str. 31. Borstandsfizung. " 14 fönhausen: Schule Blankenburger Str. 70. Bunter Abend. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Leichter Temperaturrüdgang, fonft keine Menderung. Für Deutschland: In Norddeutschland leichte Abkühlung, sonst keine wesent liche Aenderung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Teltow u. Umgegend! Versammlung Freitag, den 13. mai, abends 8 Uhr, im LokalWeißer Schwan, Zeltow, aller im DMB. organisierten Metallarbeiter von Teltow und Umgegend. Sahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 8 ift BetriebsratsDes Legitimationstarte erschienen und kann gegen Borzeigung der obmannes in unserem Bureau, 8immer 5, oder nach 4 Uhr im 8immer 4 entgegen. genommen werden. Die Ortsverwaltung. Gesamt- Auflage Arbeiterboger. Die Endrunde der Mitteldeutschen Bormeisterschaft findet Sonntag, 15. Mai, 6 Uhr, in der Turn- Besonders im sind die KLEINEN ANZEIGER balle Chriſtburger Straße 7 zwischen Borklub Curich 02", Berlin, with and bread- billig! des Vorwärts" trotzdem außerordentlich gegen Sportklub Adler", Staßfurt, statt. Nach den bisherigen Er folgen scheint als voraussichtlicher Sieger Lurich" zu gelten, trop dem auf lleberraschungen auch zu rechnen ist, da auch„ Adler", Staßfurt, über sehr gute Kämpfer verfügt. Der Sieger aus diesem Kampfe ist berechtigt in der Vorentscheidung um die Deutsche Bundesmeisterschaft mitzufämpfen. 20 Jahre Arbeitersport in Schöneberg. Aus Anlaß des zwanzigjährigen Bestehens der Freien Sportvereinigung finden folgende Beranstaltungen statt: Freitag, 13. Mai, Schwimmfest in der Badeanstalt Dennewigstraße, Einlaß 7 Uhr; Sonnabend, 14. Mai, Werbetundgebung Um 7 Uhr Antreten zum Umzug in der Schloßbrauerei verbunden mit Aufführungen in der Stadtparkwieje, dann Bühnenaufführungen und Tanz in der Schloßbrauerei; Sonntag, 15. Mai, Spiel und Sport auf dem Dominicusplay. Beginn 2 Uhr. Da sich die Arbeiterturner Schönebergs ſeit 20 Jahren bereitwilligst zu allen Arbeiterveranstaltungen zur Ver fügung stellten, hoffen sie auf rege Unterstüßung der Arbeiterschaft. Handball. Tagen nur einige Männermannschaften gegenüber. Am 5. Mai waren es in Da am Sonntag Spielverbot bestand, ftanden fich an den vorhergehenden Mariendorf Fichte 20 A und Fichte 20 B. Bei einem flotten Spiel gelingt es 20 B nach turzer Zeit unhaltbar einzusenden. 20 A versucht mit allen Mitteln auszugleichen, doch gelingt es ihnen erst turz vor der ause. In der zweiten Halbzeit geht es mit dem flotten Tempo weiter. Sie verlief torlos. Gefallen tonnten bei beiden Mannschaften nur die Sintermannschaften. Die Läufer Gas- u Kohlen Herde Brat- u Backöfen Gaskocher Gasherde auch gegen 12 Monats Raden Raddatz& Co. Berlin, Leipziger Str. 122-123. Mifa QualitätsMarkenrad direkt Fabrik 59-64-79-90-100 Musw. Wochenraten von 4 Mark an Katalog auf Wunsch gratis Mifa- Fabrikverkaufstellen: Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 1, Leiter: Erich Aberger. Berlin- Neukölln, Friedelstr. 27, Leiter: Erich Aberger. Berlin O 34, Petersburger Straße 8, Leiter: Carl Dähn. Bln.- Charlottenburg, Tauroggener Straße 12, Leiter: Paul Charlet. Bln.- Charlottenburg, Kaiserin- Augusta- Allee 44, Leiter: Paul Charlet. Bln.- Pankow, Schloßstraße 18, Leiter: M. Golle. Berlin SW 61, Belle- Alliance- Str. 6, Leiter: Filiale Berlin. Berlin SW 68, Alexandrinenstraße 15, Leiter: M. Thamme. Bin.- Schöneberg, Barbarossastraße 42, Leiter: F. Tybus. Berlin, Olympiabahn, Mannschaftsrennen 1. Mai 1927 1 Sieger: Kroll- Miethe auf Mifa ENVER BEY GOLD 5Zigarette ist die beste Nr.21S�44.�ahrgat»g 2� 000 �0fftSJC3?t0 Vieüstag, 10. Ma! 1927 �"Weiss � Leinen-Spangen- SChuh Grösse 31-35 5,90, 17—30 3.7 S, 15/16 1.95. 13/14 2.50, 11/11 2,25 |F Weiss ' und beige Leinen SIepperetTerzterung Gr. 35-41 Weiss and grau Leinen Grösse 36-41 r Weiss und grau � Herren-Leinensdinür Schuh mit Gummlabsots Grösse 39-46 < Weiss � Leinen Kinder-Siiefel Grösse--------- »4/35 nfc— Ifl— 10 Leinenschuhe für Damen, Herren, Kinder besonders billig Geiösülle unö Kapitalbedarf. Gestörte Funktionen.— Auslandsgewinne.— Hemmungen der Konjunktur. Der Geldmarkt ist das natürlich« Sammelbecken sür alle zu vorübergehender Nutzung freigewordenen Gelder. Die Theorie und die Wirtschaftsgesetze weisen ihm die Rolle zu, als Sammel, und Durchgangsstell« für die zu dauernder Kapitalverwendung be- stimmte langfristige Kreditversorgung zu dienen. Demnach müßten, wie das früher auch der Fall war, Geldmarkt und Kapitalmarkt in eng st er Wechselbeziehung stehen derart, daß Fülle am Geldmarkt auch eine reichliche Versorgung des Kapi- talmarktes zur Folge hätte und umgekehrt. Die tatsächliche Eni» wicklung der letzten Zeit zeigt aber, daß diese natürliche Wechselbe- ziehung von Geld- und Kapitalmarkt auf das empfindlichste g e- st ö r t sind. Einem meist überreichlichen Angebot am Geld- markte, also dem Markte des kurz fristigen Kredits, steht eine zu- nehmende Verknappung des Angebots am Kapitalmarkt, dem Markt des langfristigen Anlogekredits gegenüber. Börscnhausse. aber kein Geld für Anleihen. Die Wirkung davon ist, daß auf der einen Seite die Börse aus der Hauffs nicht mehr herauskommt und daß auf der anderen Seite der Anleihebedarf nur schwer und zu wieder steigenden Zinssätzen defriedigt werden kann. Bezeichnenderweise sind es hier wieder die festverzinslichen Papiere, die von den Kapitalisten ver- nachlässigt werden, während die reinen Dividendenwerte als Speku- lationsobjekte flotten Absatz finden. Die Schwäche des Marktes für festverzinsliche Werte offenborte sich zum ersten Mals besonders augenfällig bei der Zeichnung auf die letzte Reichsanleih«, von der mit Mühe und Not AK) Millionen Mark verkauft werden konnten, nachdem Post und Reichsbahn zusammen 200 Millionen Mark fest übernommen hatten. Der Zeichnungsersolg der eben ae- schlossenen 45- Millionen- A n l e i h e Sachsens soll nicht besser sein und auch die letzien größeren Industrieanleihen waren Versager. Weder die von der Zeche Moni Cenis aufgelegte t2-Millionen-Anleihe noch die Z�-Millionen-Anleihe von Hackethal- Draht find voll gezeichnet worden. Nach diesen Ersahrungen und in richtiger Einschäguna der Schwäche des heimischen Kapitalmarktes hat eine Reihe von industriellen Unternehmungen auf die Ausgabe von Anleihen, obwohl sie bereits angekündigt war, vorläufig ver- zichtet. Am Hypotheken» und Pfandbriefmarkt ist die Lage nicht besser. Am kurzfristigen Geldmarkt ist der international« Austausch zwar immer schon sehr rege gewesen, und die Feststellung ist nicht neu, daß das Geld freizügig und unbeschwert von allen natio- nalen Hemmungen an den Ort zieht, wo die größten Gewinne locken. Gleichwohl muß die starke Auswanderung beut» fchen Kapitals auf ausländische Börsen besonders die Finanzierung der französischen und italienischen Börsenhauste besremden angesichts der immer behaupteten deutschen Kapitalarmut, die durch die rasche Erschöpfung de? Kapitalmarktes insolge der letzten größeren Anleihen schließlich bestätigt wird. Der Widersinn dieser Entwicklung wird klar, wenn man die eingetretenen Verschiebungen im Aufbau des Geld- und Kapitalmarktes untersucht. Die große Geld- f lässig ke it. die mit kurzen Unterbrechungen ungefähr seit Jahresfrist für kurzfristiges Leihkapital zu beobachten ist, stammt wohl in geringerem Maße aus Ueberschüßen des Inlands, d. h. aus echten Ueberschüsien der Produktion über den Verbrauch, sondern in der Hauptsache aus außergewöhnlichen und zum Teil einmaligen Zuflüssen. Die deutsche Kapitalbildung, gemessen an den Einlage- zisfern der Sparkassen und der anderen Banken, w-ar zwar besonders im letzten Jahre recht beachtlich, dürfte aber höchstens 50 bis 60 Proz. des jährlichen Vorkriegswachstums ausmachen und ist vor allen Dingen geringer zu veranschlagen als die absoluten Einlagezifsern scheinen lassen möchten. Denn in letzteren stellen zum großen Teil vorübergehend freigewordene Betriebegelder aus Industrie, Handel oder Gewerbe, die noch keine Kapitalbildung enchalten. Jedenfalls hat trotz der relativ großen Konjunkturgewinne der Großindustrie im Jahr« 1926 die gesamte Eigenkapitalbildung Deutschlands bei weitem nicht in einem solchen Umfange zugenommen wie die große Geldflüssigkeit es vortäuscht. Diese stammt vielmehr aus ausierordenklichea Zuflüssen von Auslandsgeldern. In den letzten Jahren sind schätzungsweise 5 bis 6 Milliar- den Mark an Auslandsanleihen nach Deutschland ge> flössen, also mehr als der gesamte deutsche Zahlungsmittelumlauf gegenwärtig beträgt. Wenn auch der größte Teil der Auslands- summen inzwischen in der Produktion Verwendung gesunden hat, so ist dos doch nur nach und nach geschehen, und in der Zeit zwischen der Anleihe auszahlung und der allmählichen produktiven Ver» wendung des Geldes sind von den Banken erhebliche Beträge am offenen Geldmarkt ausgeliehen worden. Zu dieser ge» wissermaßcn außerplanmäßigen Verwendung des langfristig hereingenommenen Auslandskapitals kommt nun noch die kurz- fristige Darlehnsg.«Währung de» Auslandes hinzu: ein- mal in der erwünschten Form kreditierter Waren, dann aber mit hohen Beträgen in Form des kurzfristigen Börsengeldes. Die sog. Reports der Banken sind größtentells aus diesen außer- deutschen Stellen gespeist. Mit knesen Geldern wurde die Börsen- Hausse finanziert. Zeitweise betrugen die Börsendarlehen der Großbanken bis zu 1 Milliarde Mark, mit dem Erfolg einer Verdreifachung des Kurs- Niveaus. Darüber hinaus betätigte sich das von Auslandszu. slüssen unterstützte deutsche Kapital aus den ausländischeu Börsen und zwar nicht nur zu reinen Börsen-, sondern auch zu Anlage» zwecken. Um welche R i e s e n s u m m e n es sich dabei handelt, geht aus folgendem Beispiel hervor: ganz kürzlich hat ein deutsches Bankkonsortium unter Führung der Discontogesellschaft 10 Proz. der Aktien der größten italienischen Kunstseidensabrik, der Snia V i s c o s a, übernommen, um von der internationalen Kunst- seidenfabrik zu profitieren. Es handelt sich dabei um 600 000 Aktien zu 150 Lire im Werte von rund 26 Millionen Mark. Diese groß- zügigen Geldgeschäfte mögen nun privaiwirtschastlich sehr gewinn- reich sein, sür die Volkswirtschaft sind sie eine Schä- d i g u n g. Ganz abgesehen von dem Eindruck aus das Ausland, von dem eine Herabsetzung unserer Reparationsverpslich- tungen erwartet wird, ist der taksächlich schon erlittene Schaden nach zwei Seite« hin zu berechnen: 1. Mit direkter Hilfe des Auslandskapitals wurde das Hoch- treiben der deutschen Börsenkurse— das war doch der Zweck der Investmentstrusts— inszeniert. Es wurden die Ankang 1926 noch sehr billigen Effekten erworben und diese dann zur Zeit der Hausse mit verdoppeltem Gewinn wieder abgestoßen. Dieser auf Mil- lionenbeträge zu beziffernde Börsengewinn des Auslands ist ein unsichtbarer Tribut, der der deutschen produktiven Der- Wendung entzogen ist. 2. Deutschland hat für die 5 bis 6 Milliarden Auslandsanleihen im Durchschnitt 7 bis 8 Proz. jährliche Zinsen zu zahlen. Die Reichs- dank aber, die wegen des überstarken Zuslusseö an Auslandsgeld mit Devisen überschwemmt wird und die dafür wegen der Flüssig. keit am Geldmarkt zeitweise eine Anlage in Jnlandswechselmaterial nicht erreichen kann, erhält sür diese' Devisen vom Auslande nur bis 4 Proz. Zinsen. Auch ein Tribut an das Ausland, der in viel« Millionen geht. Der auf diese kurzfristigen Auslandseelder gestützte Geldmarkt ist wegen der Unzuoerlässigkeit des Geldzuflusses und bei plötzlicher Zurückziehung der Gelder äußerst leicht Erschütte- rungen ausgesetzt. Di« Versorgung des Geldmarktes ist aber besonders deshalb voltewirtschaftlich ungesund, weil er seiner>.ifgabe, Mittler des langfristigen Kapitalmarktes zu sein, nicht gerecht wird. Nicht nur daß die Gewährung von Betriebskrediten durch die Banken die eben auf Grund der reichlichen Versorgung des Geldmarktes darin sehr wohl in der Lage wären, sür die mittlere und tleinereIndustrie sehr weitgehend unterbleibt, auch die Nach- frag« nach langfristigem Kapital wird nicht befriedigt. Das ist mit ein« der nachteiligen Folgen der Herrschaft der Groß- danken, die die Lücke, die mil dem Verschwinden der privaten Kleinbanken In der Gewährung des Personalkredits entstanden ist, nicht ausfüllen können. Die volkswirtschaftlich verkehrte Äreditoerteilung schließt-auch die Gefahr in sich, daß die Verbreiterung der Konjunkturbewegung, von der jetzt nur die kredit- begünstigte Großindustrie profitiert, an der ungenügenden oder zu teuren Kreditversorgung des mittleren und kleineren Unternehmertums scheitert. F. D. Der Wert üer amtlichen Crntestatiftik. Vergebliche Anstrengungen. Die unter dieser Ueberschrift abgedruckte Notiz in Nr. 186 des „Vorwärts' hat die Entrüstung der„Deutschen Tages- zeitung' hervorgerufen. Die„Deutsche Tageszeitung' operiert mit den Angaben der amtlichen preußischen Statistik, stellt dabei fest, daß die amtliche Statistik sich fast vollkommen deckt mit den statistischen Untersuchungen von privater Seite und gießt dann die Schale ihres Zornes aus, indem sie von unsinniger Gegenüber- stellung, von Fahrlässigkeit, von Dummheit des Verfassers und ähn- lichem spricht. Der Gewährsmann der„Deutschen Tageszeitung' hätte sich seine Entrüstung sparen können, wenn' er sich wie wir an die politische Wirklichkeit gehalten hätte. Tatsache i st, daß die landwirtschaftlichen Unternehmer und ihre Organisationen bei jeder Gelegenheit, besonders aber bei der Behandlung von Lohn- forderungen der Landarbeiter, zur R e i ch s st a t i st i k greisen und an Hand der dort angegebenen Hektarerträge den ungünstigen Stand der landwirtschaftlichen Betriebe und die reduzierte Zahlungs- fähigkeit nachzuweisen versuchen. Die Reichsstatistik wird als ein unantastbares Etwas ausgespielt und von ihr vielfach behauptet, daß sie olle anderen statistischen Angaben in den Schatten stellt. In einer Zeit, in der die landwirtschaftlichen Unternehmer diese Einstellung an den Tag legen, tritt nun der Rittergutsbesitzer G ü t t e- Z e i tz mit einer Denkschrift an die Oesfentlichkeit. In der Denkschrift werden sür die Kreise Zeitz und Weißenfels Angaben über Hektarerträge gemacht, die von den Angaben der Reichs- ftatistik erheblich abweichen und ihre ausschließliche Verwendung sür die Beurteilung der Verhältnisse in den beiden Kreisen reichlich gewagt erscheinen lassen. Ja, Gütte-Zeitz� war es und nicht wir, der den Angaben der Reichsstatistik die der Privatstatistik gegen- überstellt, und daraus Schlußfolgerungen zog. Die Angaben des Rittergutsbesitzer Glltt« haben wir der Oesfentlichkeit pflichtgemäß mitgeteilt und durch Gegenüberstellung der reichsstatistischen An- gaben dann gezeigt, zu welchen irreführenden Ergebnissen man gelangen kann, wenn alle Verhältnisse lediglich nach der Reichsstatistik beleuchtet werden, wo es von den landwirtschaftlichen Ilster- essenten geschieht, wenn es ihnen nützt. Im übrigen: wenn die„Deutsche Tageszeitung' erfahren will, welche Einschätzung die Reichsstatistik in der Oesfentlichkeit erfährt, empfehlen wir ihr den Aufsatz zum Studium, den Professor Dr. R ö m e r- H a l l e in Nr. 17 der„Deut- schen landwirtschaftlichen Presse' unter der Ueber- schrist„Wie weit steht die deutsche Erzeugung an Brotgetreide zurück gegenüber jener vor dem Kriege' veröffentlicht. In dem Aufsatz wird nachgewiesen: 1. daß die Ernte in den Jahren 1911, 1912 und 1913 im Durchschnitt 15,76 Proz. niedriger ist als die in der Reichsstatistik angegebenen Ernten dieser Jahre, 2. die Angaben über die Ernten, wie sie die Reichsstatistik für 1922/24 bringt, seien mit Bestimmtheit zu niedrig. Der Unterschied betrage 28,21 Proz. der von der Reichsstatistik angegebenen Ernte. Neben Professor Römer sind es dann vor allem der Kriegs- ernährungskommissar Batocki. der ständige Mitarbeiter der „Deutschen Tageszeitung' Dr. Ritter, der Staatssekretär a. D. August Müller, der Volkswirtschaftler Ballod u-id vor allem der verstorbene frühere preußische Landwinschaftsmi.stster Schor- lemer-Lieser, die wiederHoll die Unzuoerlässigkeit der rnchs» statistischen Angaben unterstrichen haben. Englanüs Außenhandel bleibt ungünstig. Der Kampf um verlorene Märkte. Die kürzlich veröffentlichten englischen Außenhandelsziffeni für Januar bis März 1927 zeigen im Gegensatz zu den optimistischen Meldungen über den Aufschwung der englischen Exportindustrien doch ein recht ungünsttges Bild. Der hohe Einfuhrüberschuß würde bei der ganzen Struktur des englischen Handels an sich nichts be- sagen: aber bemerkenswert ist, daß trotz der im 1. Quartal 1927 gegenüber den entsprechenden Monaten des Vorjahres um 8 Mil- lionen Mark gesunkenen Einsuhr der Einfuhrüberschuß sich von 1,98 Milliarden im Januar/März 1926 auf 2,38 Milliar- den erhöht hat. Die weiter« Steigerung des Einfuhrüberschusses kommt ausschließlich auf das Konto der verringerten Aus- fuhr, und zwar wie die vorliegenden Ziffern erkennen lassen, aus das speziell« Konto der Fertigwarenausfuhr. In seinem Gesamtergebnis stellt sich der reine Warenverkehr de» englischen Außenhandels wie folgt: Einfuhr Ausfuhr Januar 1927... 2,26 Milliarden M. 1,30 Milliarden M. Februar 1927.. 1,87 Milliarden M. 1,27 Milliarden M. März 1927.... 2,27 Milliarden M. 1.45 Milliarden Vi. Der im Januar nach dem Kohlenstreik neu angekur- belte Export blieb mit 1,3 Milliarden Mark um 11 Proz. und der Februarexport mit 1,27 Milliarden Mark sogar um 16,2 Proz. hinter den entsprechende» Monaten des Vorjahres zu- rück. Wenn auch im März eins leichte Steigerung der Ausfuhr zv verzeichnen ist, so liegt sein' Ergebnis doch immer noch um last 9 Proz. unter dem des Vorjahres, und sogar um 15 Proz. unter der Aussuhr von 1925. Von bemerkenswerten Erfolgen der englischen Kohlen- industrie zeugt es, daß es ihr in kürzester Zeit gelungen ist, ihre verlorengegangenen Auslandsmärkte fast r e st l o s wieder zu er- obern. Bereits im Februar betrug die englische Kohlenaussuhr wieder 4,1 Mill. Tonnen, das ist dem Werte nach gemessen nur 1 Proz. unter dem Februarexport 1926, und übertrifft mit einer Ausfuhr von 254 Mill. Mark von Januar/März sogar die Ergeb- nisse des Vorjahres um 6 Proz. Der scharfe Ausfuhrrück. gang geht daher fast ausschließlich zu Lasten der Fertig- waren und Derseinerungsindustrien. In der Textil. industrie hat sich gegenüber dem Vorjahre die Ausfuhr von B a u m w o l l erzeugnissen mit 0,74 Milliarden Mark um 25 Proz. und gegenüber 1925 sogar um 52 Proz. gesenkt. In den anderen Zweigen der Textilindustrie liegen Exportausfälle zwischen 11 und 20 Proz. vor und da, wo sich wie in der W o l l industrie die Ausfuhr 1927 annähernd auf dem Niveau von 1926 holten konnte, wird doch gegenüber 1925 eine gleichfalls rückläufige Bs- wegung von etwa 24 Proz. festgestellt, so daß die sinkende G e» samttendenz im englischen Textilexport unverkennbar ist. Nicht viel besser sieht es in der englischen Eisen, und eisenverarbeitenden Exportinduprie aus, die bekanntlich ' JHn die Nrbeiweh'merschaft der merS enden betriebe geht der Appell, durch gewissenhast« Innehaltung des Achtstundentage» und der höchstens 4«stündigen Arbeitswoch« jegliche Ueberstundenorbeit ,u vermeiden. Daß die Rationalisierung in Zukunft auch der arbei- tenden Bevölkerung zugute kommt, muß das nächste Ziel der gewert- schaftlichen Arbeiten und Kämpfe sein. Wollen die Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe die Kämpfe siegreich bestehen, so müssen sie in größerer Geschlossenheit als bisher im Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter zusammenstehen." Geologe Hundt- Gera behandelt« in seinem Referat die g e o- logischen Grundlagen der G r u n d w a s s e r v e r s o r- gung Mitteleuropas. Nach einem weiteren Referat von Genossen Professor C h a j e s- Berlin über.Unfallgefahren und Berufskrankheiten der Arbeitnehmer in den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken" nahm die Konferenz eine Eni- s ch l i e ß u n g an, in der von der Reichsregierung die beschleunigie Erweiterung der Verordnung verlangt wird, auf Grund deren bereits Berufskrankheiten als unfallentschädigungspflichtig anzusehen sind. Ferner verlangt die Konferenz einen wirksamen gewerbe- ärztlichen Dienst für die Gesundheit der Arbeiterschaft. In seinen, Referat fertigte Professor Dr. Chajes das Gutachten des mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes, verfaßt von Generalober- arzt Dr. Blum und Medizinalrot Dr. Birkholz, ab und machte beiden Aerzten den Vorwurf, ihr Gutachten falsch und leichtsinnig abgegeben zu haben, wenn sie, entgegen dem Zugeständnis der Arbeitgeber, behaupten, die Arbeit der Gasarbeiter sei nicht gesund- heitsschädlich. Außerdem unterstrich er, daß sich die Zahl der Gas- arbeiter von 1922 bis 1925 um 49 Proz. vermindert habe, während die Produktion um 4 Proz. stieg. Die Zahl der Wasserwerksarbeiter ist um 19 Proz. zurückgegangen, während sich die Produktion um 15 Proz. vermehrte. Die Elektrizitätsarbeiter haben sich nur um 37 Proz. vermehrt, während die Produktion um 115 Proz. ge- stiegen ist._ Schieösgerichtsurteil im norwegischen /lusstaaS. Aber die Arbeiter kehre« sich nicht daran.] Oslo. 9. Mai.(III.) Die norwegischen Gewerkschaften haben eine Parole ausgegeben, die sich mst deutlichen Spitzen gsge» das von den, Storthing eingesetzte Schiedsgericht wendet. Trotzdem von den Arbeitgebern die schon lange andauernde Aussperrung aufgehoben worden ist, wendet sich die Spitzenorganisation der Arbeiter gegen eine Wiederausnahme der Arbeit bei denen, die bisher ausgesperrt hoben. Am Montagmorgen blieben die Ar- beiter den Arbeits st ätten fern. Falls die Arbeit wieder ausgenommen wird, soll nach dem Urteil des Schiedsgerichts in Zukunft st r a f b a r sein, in den Ausstand zu treten. Di« Arbeitseinstellungen, die zurzeit des Urteils bereits bestanden, sollen davon nicht betroffen werden können. Der Kampf im Norddeutsche« Wollkonzeru. Leipzig, 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die Firma Tittel u. K r ü g e r in Leipzig, bei der am 25. April die Abtellung Ring- und Selfaktor-Spinnerei mit mehr als 399 Arbeitern in den Streik getreten sst, hat a l l e n übrigen Arbeitern mit achttägiger Frist gekündigt. Die Gesamtarbeiterschast bei der Firma be- trägt zirka 2999. mz Verletzungen bei Menschen und Tieren hellen schnell, ohne Entründungen, AMD durch Chinoaol. Verlangen Sie in Apotheken«nd Drogerien kostenlosen Prospekt mit Anwendungsvorschriften. M» Versuchapackung nur 60 Pf. ÄX3. iflUl ganz besondere Anstrengungen zur Wiederbefestigung aller Aus» londspositionen unternimmt. Die Ausfuhr der Eisen- und Stahl industrie log im 1. Quartal 1926 um fast 18 Proz. über der Ausfuhr der ersten drei Monate 1927, während die L o k o m o- tiv-, Schiffs- und F a h r z e u g industrie mit 139 Will. Mark Export sogar einen Rückgang von 28 Proz. gegen das Vorjahr aufzuweisen hatte. Verhältnismäßig am günstigsten hat sich die Maschinen industrie-Ausfuhr mit einem Rückgang von nur 4 Proz. gestaltet: hier ist aber auffallend, daß die Einfuhr von Maschinen nach England im Betrage von 74 Will. Mark gegen- über dem Vorjahr einen Zuwachs von 16 Proz. verzeichnet. Ein Beweis, daß die ausländische Konkurrenz in England selbst fester Fuß fassen konnte. Normung in der Fahrradinduslrie. Der Fachnornrenausschuß der Fahrradindustrie hat eine Vechändigiing über die Normung, besonders auf dem Gebiet der Rohr«, Bereifungen, Rollenketten. Vorderradachscn, herbeigeführt. Die Normenblattentwürfe für diese Gebiete werden demnächst in der Fachpresse veröffentlicht. Für andere Gebiete der Fahrradteile- und Zubchörindustrie werden die Normungsarbeiten sortgesetzt. Sarolli stabilisierk seine 12 Proz. Dividende. Die große, mit 2599 Arbeitern und Angestellten täglich gut 699 Zentner produ- zierende Berliner Sarotti A.-G. gibt ihren Aktionären für 1926 auf das 8 Millionen Mark Kapital wieder 12 Proz. Dividende. Bei diesem Satz scheint Sarotti die Attionärgewinne stabilisieren zu wollen: denn die tatsächlichen Gewinne sind auch für 1926, das schws-e Krisenjahr, noch höher als die in der BUanz aus- gewiesenen 1,11(im Vorjahre 1,12) Millionen. Der Geschäftsbericht hält es sür erforderlich, zu betonen, daß die Sarotti A.-G. auch für das vergangene Jahr„von ihrer vorsichtigen Bi- lanzierungsmethode nicht abgegangen i st". Das heißt auf deutsch, daß man so kräftig als möglich stille Reserven bildet und Gewinns versteckt. Das geschieht diesmal am stärksten wohl in der Unterbewertung der Vorräte(2,82 gegen 3,82 Mill.) und in den wieder sehr erheblichen Abschreibungen. Wenn der R o h gewinn statt mit 19,25 jetzt mit 8,76 Millionen ausgewiesen wird, während der ausgewiesene Reingewinn derselbe blieb, so erklärt sich das äußerlich durch die Senkung der Handlungs- Unkosten von 6,63 ans 5,31 Millionen und der Zinsen und Steuern von 1,39 auf 1,27 Millionen. Die Bantguthaben sind von 9,49 aus 1,46 Millionen verdreifacht, während über eine halbe Million Akzeptverpslichtungen von 1925 jetzt aus der Bilanz v e r s ch w u n- den sind. Heber eine Million Verluste im Zasmahi konzern. Die Georg I a s m a tz i Zl.- G. in D r e s d e n, die bei 8,95 Mill. Aktienkapital an 1799 Arbeiter und Angestellte in ihren verschiedenen Fabriken beschäftigt und seit 1925 mit der R e e m t s m a A.-G., Altona- Bahrenseld, durch einen Interessenqemeinschaftsvcrtrag eng ver- Hunden ist, hat auch das vergangene Jahr mit einem großen Verlust abgeschlossen. Er lautet aus 573 999 M., nachdem 1925 schon eine» Verlust von 469 999 M. gebracht hatte. Der Verlust wird mit 895 999 M. durch die Auflösung des Reservefonds gedeckt. Der Rest- vertust wird vorgetragen. Die beiden Konzerne beherrschen zwölf bekannte Zigarettenmarken. Merkwürdig musct die Mitteilung an, daß trog der Verluste die Reemtsma-A.-G. die Dividendenscheine einlöst, und zwar gleich für zwei Jahre. Doch handelt es sich offen- bar um die festliegende sünfprozentige Dividende aus den 6999 Vor- z u g s aktien zu 325 M., die die Reemtsma-A.-G. als Großaktionär möglicherweise nur an sich selber vorschießt. Sommersprossen j Jg gelbe Flecke im Gesicht und an den Händen zu beseitigen durch Bleichen mit «lorokrem und Kloroseisr. Unschädlich und seit Iahren bewährt. Mit genau« Anweisung tu allen Chwrodont-Lerkaussstellen zu haben. [*=*0*3 Rasch und unerwartet, mitten aus seiner Arbeit herausgerissen, verstarb am Sonntag, dem 8. Mai, an den Folgen eines Gallenstein. ieidens der Genosse Hermann Rathmann, Leiter der Reichsabteilung der Straßenbahner und Privateisenbahner im Deutschen Verkehrs- bund. Am 29. Oktober 1871 in Ober-Farnstedt im Kreise Quersurt geboren, kam Rathmann später nach Berlin find fand bei der Groß- Berliner-Straßeirbahn Anstellung als Straßenbahnschaffner. Bereits am 1. Mai 1898 wurde er Mitglied seiner gewerkschaftlichen Organi- sation, dem heutigen Deutschen Verkehrsbund, und als im Mai 1999 jener denkwürdige Berliner Straßenbahnerstreik ausbrach, der der gewerkschaftlichen Strahenbahnerberoegung in der Folgezeit im ganzen Reiche«inen mächtigen Impuls oerlieh, stand der jetzt Ver- storbene an der Spitze der Bewegung. Er wurde ein Opfer dieses Kampfes und gemaßregelt. Was lag näher, als daß die Organi- sation den erprobten Kämpfer und mit Führereigenschaften aus- gestatteten Kollegen in ihren Dienst nahm: so wurde Hermann Rathmann am i. Juli 1999 Angestellter des Deutschen Verkehrs- bundes. Das Wachstum der Organisation und was die deutschen Straßenbahner in den letzten 27 Iahren errungen haben, ist nicht zuletzt dem Toten zu verdanken, der in aufopferungsvollster Pflicht- erfüllung immer im Vordertreffen des Kampfes stand. In An- erkennung seiner Verdienste und seiner gründlichen Sachkenntnisse entsandte ihm seine Organisation auch in den Vorläufigen Reichs- wittschaftsrat, dem er seit seinem Bestehen als Mitglied angehörte. Der schwere Verlust, den der Deutsche Verkehrsbund mit dem Hinscheiden Rathmanns erlitten hat, trifft auch die Soziakdemo- kratische Partei. Jahrzehntelang ihr Mitglied, hat der Verstorbene unermüdlich für die Verbreitung der sozialistischen Idee in Wort und Schrift gewirkt und der Partei manchen neuen Kämpfer geworben. Das Vertrauen, das er sich bei den Berliner Patteigenossen erwarb, berief ihn in die Stadtverordnetenversammlung, der er vom 29. März 1919 bis 1. Oktober 1929 angehörte. Als Bezirks- verordneter des Bezirks Kreuz berg wirkte er in der Zeit vom 12. November 1929 bis Oktober 1921. Neichskonferenz üer Krastwerkarbeitee. Dorfmund. 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Hier begann am Sonntag die 2. Reichskonferenz der im Verband der Gemeinde- und Staatsorbeiter organisierten Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerksarbeiter. Zlußer 145 Delegierten nehmen rund 39 Vertreter des Verbandsausschusses, des Verbandsvorstandez und der verschiedenen Wirtschaftsbezirke an der Konserenz teil. Die Internationale ist mit 25 Genossen au» der Schweiz, England. Bel- gien, Holland, Oesterreich, Schweden und Norwegen vertreten. Die Zahl der Gäste beträgt 75. unter ihnen Vertreter des Reichskohlen- ratcs, der Wirtschaftlichen Bereinigung deutscher Gaswerke, des Verbandes deutscher Licht- und Wassersachbeamten, des ADGB. und zahlreicher Städte. In seiner Begrüßungsansprache wies der Verbandsvorsitzev.de M ü n t n e r- Berlin daraus hin, daß Gas, Wasser und Elektrizität die drei G r u n d e l« m e n t e der modernen Zivilisa- t i o n sind, die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerksarbeiter also eine große Macht darstellen. Sie müßten jedoch eingedenk sein, daß, wer über Macht verfüge, die Grenze seiner Macht kennen müsse. Nach weiteren Begrüßungsansprachen des Dortmunder Bürger- messters, Genossen Paul Hirsch, und des Vorsitzenden der Ge- meindearbeiter-Internationale, Teoenan» London, hielt Genosse Professor L e d e r e r- Heidelberg einen Dortrag über die Wirtschaft- liche Lage Deutschlands, wobei er deren Grundzüge innerhalb der durch Kriegs, und Inflatümseinflüsse gewandelten Weltwittschaft darlegte. Zu diesem Vorträg nahm die Konferenz ein« Entschließung an, in der es u. a. heißt: JleimEin&catf ffirie£zei&tn$m2>&&ima�fbrfocM&dn& Cxa Bucke�urgerin braucht für lhrm Schatz an Trachten, Bett- und Tischwäsche mtt Vorliebe Sunllcht Seife, denn sie weiß: Für die schonende und vollkommene Reinigung der Wäsche, für alle die tausend Zwecke ln HauS und Küche, die eine reine und gut schäumende Seife erfordern, ist„S unlicht Seife" einfach unentbehrlich. Millionen guter Hausfrauen der ganzen Welt bestätigen dies. Nichts spart ihnen am Waschtag so viel Mühe und Geld, nichts hilft ihnen in ihrer täglichen Hausarbeit so sehr wie Sirntidit Seife DoppclstOti 40 Pf. Großer Würfel Pf. Ktea-ieem vkenstog 1927 Unterhaltung unö AAssen Sellage öes vorwärts Die Wache howli. Novelle von Rudyard Kipling. Ms Bote, wenn das Herz Euer Gnaden mir es gönnen will. Und für sechs Rupien. Ja, Sahib, denn ich habe drei ganz, ganz Ileine Kinder, deren Mägen immer leer sind, und es gibt jetzt nur vierzig Pfund Korn für eine Rupie. Ich will ein so kluger Bote sein, daß ihr den ganzen Tag mit mir zufrieden sein und mir am Ende des Jahres einen Turban schenken sollt. Ich kenn« alle Wege »m die Station und viele andere Dinge. Ach, Sahib! Ich bin klug. Gebt mir einen Dienst. Ich bin früher bei der Polizei gewesen. Ein schlechter Charakter? Das Märchen hat sicher ein Feind erzählt. Ich bin nie ein Gauner gewesen. Ich bin ein Mann mit reinem Herzen, und meine Worte sind alle wahr. Sie wußten das, als ich bei der Polizei war. Sie sagten:„Afzahl Khan ist ein Sprecher der Wahrheit, und auf sein Wort kann man vertrauend Ich bin ein Pathan von Delhi, Sahib— alle Pathans von Delhi sind gute Menschen. Ihr habt Delhi gesehen? Ja, es ist wahr, es gibt viele Gauner unter den Pachans von Delhi. Wie der Sahib weise ist! Nichts ist vor seinen Augen verborgen, und er wird mich zu seinem Boten machen, und ich will olle seine Nachrichten geheim und un» oufsällig besorgen. Rein, Sahib, Gott ist mein Zeuge, daß ich nichts Schlechtes meinte. Ich habe mich lange danach gesehnt, einem wirk- lschen Sahib zu dienen— einem tugendhaften Sahib. Viele junge Sahibs sind wie losgelassene Teufel. Bei solchen Sahibs würde ich keinen Dienst nehmen— auch wenn alle Mägen meiner kleinen Kinder nach Brot schreien würden. Warum ich nicht mehr bei der Polizei bin? Ich will wahre Rede sagen. Es kam ein Unheil über die Woche— über Rom Baksh, den Havildor. und Maula Baksh und Iuggut Rom, und Bhim Singh und Suruj Buk. Rom Baksh sitzt für eine Weile im Gefängnis, und ebenso Maula Baksh. Es war auf der Wache in Howli, an der Straße, die nach Go- kral-Seetarun führt, wo viele Räuber sind. Wir waren lauter tapfere Kerle— Rustums. Deshalb hatte man uns auf diese Wach« geschickt, die acht Meilen von der nächsten Wache entfernt war. Tag und Nacht paßten wir auf Räuber auf. Warum lacht der Sahib? Nein, ich will«in Geständnis machen. Die Räuber waren zu schlau, und da wir das sahen, machten wir uns weiter keine Arbeit. Es war in der heißen Zeit. Was kann ein Mensch in den heißen Tagen trn? Ist der Sahib, der doch so kräftig ist,— ist er wohl stark in der Zeit? Wir machten ein« Vereinbarung mit den Räubern um des Friedens willen. Der Havildar, der sehr dick war, brachte das zustande. Ho, ho! Sahib, er wird jetzt dünn im Gefängnis beim Tsppichknüpfen. Der Havildar sagte:„Macht ihr uns keine Mühe. und wir wollen euch keine Mühe machen. Nach der Ernte schickt »ns einen Kerl zum Abliefern fürs Gericht,«inen Mann von schwachem Geist, und schafft eine Klage gegen ihn, die wieder zu- sammenfällt. So werden wir unsere Ehre wahren.' Mit dieser Rede waren die Räuber zufrieden, und wir hatten kein« Arbeit auf der Wache und konnten in Frieden Melonen essen und den ganzen Tag auf unseren Pritschen sitzen. Süß wie Zuckerrohr sind die Me- Ionen von Howli. Nun' war da«in Hilfskoininissor—«in Unter-Sahib im Distrikt. der hieß Auiikum-Sohib. Aha! Er war streng— so streng, wie der Sahib selber ist, der mir gewiß den Schatten seines Schutzes geben wird. Viele Augen hatte Dunkum-Sahib und flitzte schnell durch den Distrikt. Di« Leute nannten ihn den Tiger von Gokral- Seetarun, denn er erschien unerwartet und schlug zu, und noch vor Sonnenuntergang kam er schon über die Tehsildars, dreißig Meilen weiter. Niemand wußte von dem Kommen und Gegen des Punkum- Sahib. Er hatte kein Zelt, und wenn sein Pferd müde war, dann ritt er auf einem Teufelswogen. Ich weiß nicht, wie er heißt, aber der Sahib saß mitten aus drei silbernen Rädern, die nicht knarrten, und trieb sie mit seinen Beinen und sauste wie ein Roß, das Bohnen gefressen hat— so. Der Schatten einer Krähe a»f dem Felde ist nicht lautloser als der Teufelswagen des Punkum-Sahib. Er war hier, er war da, er war weg, und der Bericht war fertig, und es gab Krach. Fragt den Tehfilder von Rohestri, wie der Hühnerdieb- stahl herauskam. Sahib. Es geschah eines Nachts, daß wir in der Wache wie gewöhnlich auf unseren Pritschen schliefen, nachdem wir das Abendbrot gegessen und Tabak geraucht hatten. Als wir am Morgen erwachten, war, weiß Gott, von unseren sechs Gewehren kcins mehr da. Auch dos große Polizeibuch, das der Havildar verwahrte, war weg. Als mir das sahen, waren wir voller Angst und dachten uns, daß die Räuber ehrvergessen bei Nacht gekommen seien und uns in Schande gebracht hätten. Dann sagte Rom Baksh, der Havildar:„Seid still! Die Sache ist übel, aber sie kann noch gut ausgehen. Wir wollen den Tatbestand verwollständigen. Bringt ein Zicklein und meinen Säbel. Hört ihr noch nicht, ihr Esel! Ein Hieb fürs Pferd, dem Manne genügt ein Wort.' Wir von der Wache begriffen rasch, was der Havildor im Sinne hatte, und hotten große Angst, den Dienst zu verlieren; so eilten wir, die Ziege ins Zimmer zu schassen und aufzupassen, was der Havildar sagte.„Zwanzig Räuber kamen', sagte der Havildar, und wir nahmen sein« Worte und sprachen sie ihm nach, wie es die Sitte ist.„Es gab einen großen Kampf', sagte der Havildar,„und keiner von uns kam unverwundet davon. Die Fenstergitter wurden zerbrochen. Suruj Vul, besorge das; und, o, ihr Männer, macht schnell mit eurer Arbeit, denn ein Läufer muß mit der Nachricht zum Tiger von Gokral-Seetarun.' Darauf lehnte sich Suruj Bul mit seiner Schulter gegen die Gitterstangen der Fenster und brach sie, ich trieb die Stute des Havildar mit einer Peitsche durch die Melonenbeete, bis sie ganz von Husspuren zertrampelt waren. Nachdem das fertig war, kehrte ich zur Wache zurück, und die Ziege wurde geschlachtet, und einige Teile der Wand wurden mit Feuer geschwärzt, und jeder Mann wnkte seine Kleider ein bißchen in das Blut der Ziege. Wißt, o Sahib, die Wunde, die ein Mann sich am eigenen Leibe macht, kann von einem Kenner leicht unter- schieden werden von einer Wund«, die ein anderer gemacht hat. Deshalb nahm der Havildar seinen Säbel und hieb den«inen von uns sachte auf den Unterarm ins Fett, und den anderen ans Bein und einen dritten auf den Rücken der Hand. So machte er es mit allen, bis Blut kam; und Suruj Bul, der am eifrigsten war, riß sich viel« Haare aus. O Sahib, nie hat es bessere Vorbereitungen gegeben. Ja, ich selbst hätte geschworen, daß es der Wache so gegangen sei, wir wir sagten. Rauch war da und Einbruch und Blut und zertrampelte Erde. „Reite nun los, Maula Baksh.' sagt« der Havildar,„nach dem Hpuse des Unter-Sahib und bringe ihm die Nachricht vom Ueber« fall. Und du auch, o Afzal Khan, laufe hin und eile dich, daß du triefst von Schmeiß und Staub, wenn du hinkommst. Das Blut auf de» Kleidern zarrh trocknen» Ich bleibe hier und schicke sofort einen Bericht an den Ober-Sahib, und wir wollen einige von den Dorfleuten fangen, die ihr kennt, damit alles für die Ankunft des Ober-Sahib bereit ist.' So ritt also Maula Baksh los, und ich hängte mich an den Steigbügel und rannte mit. und wir kam«n in einem üblen Zustand vor den Tiger von Gokral-Seetarun in Rohestri. Unsere Geschichte war lang und ganz genau, Sahib, denn wir nannten sogar die Namen der Räuber und den Ausgong des Kampfes und flehten ihn an, zu kommen. Ab«r der Tiger rührte sich nicht und lächelte nur, wie die Sahibs lächeln, wenn sie eine Hinterlist im Herzen haben. „Könnt ihr den Bericht beschwören?' sagte er und wir sagten: „Deine Diener schwören. Das Blut des Kompfes ist kaum getrocknet auf uns. Seht selbst, ob es das Blut von Euer Gnaden Diener ist oder nicht.' Und er sagte:„Ich sehe, ihr habt eure Sache gut ge- macht.' Aber er dachte nicht daran, nach seinem Pferd oder seinem Die Eroberung von öerlin. Sonntag vormittag: Da» Seldlers-wasser schäumt er- heblich. Sonnabend: E« fließt Seldlers-wasser lgarantiert frei von Spiritus). Sanntag abend: Bereit» total abgefkoaden. Montag: Der»est ist nicht zu gebranchen. ehr Teufelswogen zu rufen und durch die Gegend zu sausen wie ge- wöhnlich. Er sagte:„Erholt euch und eßt Brot, denn ihr seid müde. Ich will warten, bis der Ober-Sahib komint.' Nun sst befohlen, daß der Havildar, der die Wache hat, einen direkten Bericht von allen Räubereien an den Ober-Sahib schickt. Um Mittag kam er, ein dicker, alter und sehr strenger Mann; aber wir von der Wache hatten keine Angst vor seinem Zorn, wir fürch- teten mehr das Schweigen des Tigers von Gokral-Seetarun. Mit ihm kam Rom Baksh, der Havildar, und die anderen führten zehn Leute aus dem Dorfe Howli vor. lauter übelberüchtigte Kerle. Sie kamen als Gefangene mit Eisen an den Händen und flehten um Gnade— Imam Baksh, der Bauer, der dein Havildar sein« Frau abgeschlagen hatte, und andere bösartige Spitzbuben, die wir Wach- leute nicht ausstehen konnten. Es war gut gemacht, und den 5)avildor war stolz. Der Ober-Sahib aber war wütend auf den Unter-Sahib wegen seines Mangels an Eiser und sagte:„Dam-Dam' nach Art der Engländer und rühmte den Havildar. Punkum-Sahib lag immer noch in seinem langen Stuhl.„Haben die Leute geschworen?' sagte der Punkum-Sahib.„Jawohl, und zehn Uebeltäter gefangen', sagte der Ober-Sahib.„Und draußen sind noch inehr für Sie. Nehmen Sie Ihr Pferd— reiten Sie und scheren Sie sich im Namen Sir- kars!"„Sicher gibt es draußen noch mehr Uebeltäter,' sagie Punkum-Sahib,„ober ein Pferd ist nicht nötig. Kommt alle mit.' Ich sah die Spur einer Peitsche an der Schläfe des Imam Baksh. Kennen Euer Gnaden die Qual des kalten Strichs? Ich sah auch das Gesicht des Tigers von Gokral-Seetarun, das schlimme Lächeln war darauf, und ich hielt mich zurück für den Fall, daß was passieren könnte. Es war gut, Sahib, daß ich das tat. Punkum- Sahib sperrte die Tür von seinem Badezimmer auf und lächelte aufs neue. Drinnen lagen die sechs Gewehre und das große Polizeibuch der Wache von Howli! Er war bei Nacht auf seinem Teufelswagen gekommen, der lautlos ist wie«in Ghoul, und war zwischen uns herumgegangen, während wir schliefen, und hotte die Gewehr« und Buch weggenommen! Zweimal war er zur Wache gekommen und hatte jedesmal drei Gewehre genommen. Die Leber des Halvildor wurde zu Wasser, und er fiel hin und streichelte den Staub um die Stiefel d«s Hunkum-Sahib und schrie:„Habt Er- barmen!' Und ich? Sahib, ich bin ein Pathan von Delhi und ein junger Mann mir kleinen Kindern. Di« Stute des Havildars stand im Hofe. Ich lief zu ihr und ritt davon: die schwarze Wut des Sir- kar war hinter mir, und ich wußte nicht, wohin. Bis sie tot um- siel, ritt ich die Fuchsswte, und durch den Segen Gottes, der gewiß mit allen gerechten Menschen ist, entkam ich. Der Havildar aber und der Rest sitzen jetzt im'Gefängnis. Ich bin ein Gauner? Wie es Euer Gnaden gefällt. Gott wird aus Euer Gnaden einen Lord machen und ihm eine reiche Mem- sahib, so schön wie eine Peri, zum Weibe geben und viele starke Söhne, wenn er mich zu seinem Diener macht. Di« Gnade des Himmels sei über dem Sahibl Ja, ich will nur zum Basar gehen und meine klatnen Kinder zu diese» pnlastühnlichen Haus« bringen und dann— Euer Gnaden sind mein Bater und meine Mutter, und ich, Afzal Khan, sein Sklave. Ohe, Sirdarji! Nun gehöre ich auch zum Haushalt des Sahib. (Mit Erlaubnis des Panl-Lift-Verlages, Leipzig, dem Buche„In Schwarz und Weiß" von Rudyard Kipling entnommen.) Zwei Tierexperimente. Von Dr. B r u n o A l t m a n n. Noch vor dreißig Iahren war es selbstverständlich, daß eigentlich nur der Körper des Tieres ein taugliches Studienobjekt für die Zoologie abgebe. Man stritt den Tieren zwar nicht wie ehemals der Philosoph und Mathematiker Descartes den Seelenbesitz ab, jedoch hielt man ihre psychischen Qualitäten für ein« belanglose Beigabe des Körpers und ferner bezweifelt« man die Möglichkeit, über dos Seelenleben der Tiere sichere Resutate erzielen zu können. Heute ist dos anders. Es gibt eine Tierpsychologie und je weiter sie vordringt, desto mehr kann sie die Gleichartigkeit zwischen menschlichen und tierischen Scelenanlagen bei allerdings starken Gradunterschieden feststellen. In der Vermutung dieser Gleichartigkeit ist das Problem ent- standen, wie weit im Tierreich herab die Denkfähigkeit besteht. Können beispielsweise Fische denken? Um einen Denkakt zu vollbringen, muß man sich an vergangene Erlebnisse erinnern können und man muß ferner auf Grund zweier oder mehrerer Ersahrungen Schlußfolgerungen zu ziehen verstehen. Vor einigen Monaten hat der italienische Zoologe B i a n ch i experimentell bewiesen, daß Fische diese Leistungen zuwege bringen. Bianchi legte einen Hecht in ein Aquarium, dessen Längsseite durch ein starkes Glas in zwei Hälften abgeteilt war. Auf der anderen Hälfte schwammen eine Menge Beutetiere herum. Sobald sie der Hecht erblickte, stieß er auf sie zu, erhielt aber statt des erhofften Fanges jedesmal an der Glaskant« einen empfindlichen Stoß auf den Schnabel. Er wiederholte den Versuch etwa sechs Stunden long. Am nächsten Tage schwamm er schon vorsichtiger gegen die Bcutetiere an und schließlich gab er die Jagd nach ihnen auf. Nun entfernte Bianchi die Glaswand. Der Hecht schwamm mit den Beutetieren zusammen frei herum und hätte sie in aller Gemütsruhe verspeisen können. Er unterließ es und auch die kleinen Fische zeigten keine Spur von Furcht oder irgendein Bestreben, seine Nähe zu meiden. Der Hecht hatte sich offenbar des Erlebnisses nzit den übrigen Fischen vor Beseitigung der Glaswand erinnert und offenibar hatte er den Schluß gezogen: die Fische verzehren wollen bedeutet einen Stoß auf den Schnabel kriegen, ohne den Fang zu machen. Andererseits müssen die Beuteticre aus den gleichen Er- innerungen gefolgert haben, daß ihnen nichts geschehen könne. «elbstoerständlich geht das alles nicht in begrifflicher Klarheit vor sich, ebenso erlagen die Tiere in diesem Falle einem falschen Schluß- verfahren, aber immerhin brachten sie es zu einer geistigen Leistung, die unserem ursächlich verknüpfenden Denken ähnlich geartet ist. Die alltägliche Erfahrung zeigt auf den Stufen des höheren Tierlebens die Neigung der Tiere zur Geselligkeit. Zwistigkeiten zwischen Exemplaren der gleichen Art kommen häufig vor und wenn sie bis zum offenen Kampf getrieben werden, so soll es nach Darwin und seinem Freund, dem großen Zoologen Thomas Huxley, niembls eine Versöhnung geben. Diese antisoziale Rachsucht ist dem sranzöfl- schen Forscher Henri Niteau verdächtig gewesen und er hat neulich experimentell das Gegenteil bewiesen. Ein Hahn von beachtlicher Stärke wurde zu einem ebenso gediehenen auf den 5iof gebracht. Fünf Hühner kamen mit, Da schon sieben Hühner dort waren, beobachteten zwölf holde Weiblich- leiten den sogleich anhebenden Boxmatch um die Schwergewichts- Meisterschaft. Die Balgerei dauerte stundenlang. Keiner konnte dem Gegner den Knockout versetzen. Niteau ließ sie um die Mittagszeit in zwei ziemlich weit abgelegenen Ställen unterbringen und gut füttern. Am Nachmittag wurden sie wieder losgelassen und die Rauferei setzte mit verstärkter Erbitterung ein. Es wurde eine Großkampftag. Beide mußten gleich viel Federn, Blut und Knochen- splitter lassen. Unentschieden! lautet« der Schiedsspruch Niteaus. Dick beiden Wettparteien, welche dem Kampf weniger wissenschaftlich als ökonomisch interessiert zugeschaut hatten, kamen fürs erste nicht auf ihre Rechnung. Morgen Fortsetzung, sagten sie. Di« Hähne waren aber klüger. Als sie anderen Tages herausgelassen wurden, wählten sie jeder die ihnen zusagenden Hühner und promenierten in deren Begleitung friedlich hintereinander. Es ist bei diesem Frieden geblieben, die Freundschaft wuchs sich sogar zu einem Bündnis aus. Kam ein fremder Hahn oder sonst ein feindliches Tier in ihr Gehege, so stürzten sie wie auf ein Kommando gegen den gemeinsamen Gegner los. Leuchte örahtlos! Die Möglichkeiten der Verwendung der Elektrizität sind hei weitem noch nicht alle ausgeschöpft. Nachdem wir durch das Radio schon sehr große Ersahrungen mit der drahtlosen Weitergabe clet- irischen Stromes haben sammeln können, lag es nahe, daß man auch an die Ueberlegungen ging, ob es nicht möglich wäre, elektrische Energie in solcher Stärke drahtlos weiterzugeben, daß sie uns für Bcleuchtungszwecke dienen könnte. Die ersten Versuche, die an sich mit der Weitergabe elektrischer Energie gemacht worden sind, haben einige Enttäuschung bereitet. Es fei hier nur an die etwas myfte- riösen Versuche des Erfinders der Todcsstrahlcn erinnert, der mittels drahtlos weitergegebener elektrischer Kraft das Leben ganzer Be- zirke abtöten wollte. Sein« Versuche haben offenbar ein negatives Ergebnis gehabt, denn man hört schon seit geraumer Zeit nichts mehk davon. Etwas besser« Aussichten, weil wohl von vornherein eine ernst- haftere Persönlichkeit dahinter steht, scheinen die Möglichkeiten zu haben, die Marconi jüngst einem Interviewer aufgezeichnet hat. Marconi ist bekanntlich der Schöpfer der drahtlosen Teiegraphie. Wenn er erklärt, daß die Möglichkeit der drahtlosen Kraststrahlung durchaus keine Utopie sei, so muß ein ernsthafter Kern vorhanden sein. Innerhalb 10 Iahren, meint er, halte er die Verwirklichung der drahtlosen Kraftübertragung für wahrscheinlich. Der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Traumes ist die von Marconi gemachte Erfindung der lenkbaren Radiowellen. Es ist Marconi gelungen. Radiowellen in eine ganz bestimmte Richtung zu entsenden, er. hat sich also freigemacht davon, daß die Radiowellen nach allen Seiten in den Raum hinausgehen. Zwischen den Aetherwellen, die vcr- mittels der Radioapparate den Laut weiterasben, und den Licht- schwingungen besteht nur ein quantitativer Unterschied. Die droht- losen Radiowellen haben eine große Läng«, wahrend Wärme und Licht elektromganetischc Wellenbewegungen mit überaus kurzwelli- gen Schwingungen darstellen. Es käme nun im wesentlichen auf die Lösung des' Problems an. die langen elektromagnetischen Wellen irr kurze umwandeln. Versuche dieser Art sind bereits seit längerem im Gang«. Die Verkürzung der Wellen würde elektrische Wärme- strahlen ergeben und in weiterer Folge eine elektrische Fernheizung auf drahtlosem Wege ermöglichen. Die weitere Verkürzung durfte dann dies« Wärincstrahlen in Lichtschwingungen umwandeln und damit drahllose elektrische Beleuchtung ermöglichen. Die Vorteil«, die stch aus solcher Errungenschaft der Teännk er- geben würden, liegen auf der Hand. Erstens einmal würden die elektrischen DrahUeitungen wegfallen, und die Glühbirnen wären nun nicht mehr durch die Drähtleitung cm eine Stelle gebunden. Jedenfalls war Marconi sehr zuversichtlich nud sagte, daß der draht- losen Birne die Zukunft gehöre,, � Theater Lichtpicie Für jeden Beruf passende Kleidque Gediegene Qualitäten- billigste Presse! afw. Staats- Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 8: Der fliegende Holländer Schauspielhaus 8 U.: Ein besserer Herr Schiller- Theater 8: Prinz Friedrich v. Homburg Städtische Oper Charlottenburg 71/2 Uhr: Turandot Abonn.- Turnus I Deutsches Theater Norden 10334-37 8 U. Ende 11 U. Der Arzi am Scheideweg Kammerspiele Norden 10334-37 7 U. Ende 10 Uhr Zum 1. Male: Das Land der Trene Die Komödie Bismarck 2414, 7516 84 Uhr, Ende 10 U. Lockvögel Nachtvorstellung Tägl. 11 U., Ende 1 U. Revue: Was Sie wollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Theat. a. Hollendorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr Ende gegen 11 Drei arme kleine Mädels Operette von Walter Rollo Thalia- Theater 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht Metropol Theat. Maler- Kittel 6.50, 4.75, 3.25 2.95 Mechaniker- Kittel. 6.25 5.25, 4.25, 3.95 Staubmantel f. Herren, farbig 7,75, 5.-, 4.75 Staubmantel für Damen, weiß 8.75, 6.75, 6.25 Staubmantelt. Damen, farbig 6.-, 5.25, 4.95 Arzte- Mäntel, weiß Köper 8.75, 6.25, 5.75 Operations- Kittel, weiß 6.25 Büro- u. Lagermäntel für Damen, schwarz. •• 6.25 Monteur- Jacke oder-Hose 3.60, 2.75, 2.25 Packer- Blusen, gestreift ..4.25 Kessel- Anzüge. 10.50, 8.50 Konditor- Jadien, weiß Köper 1.25, 0.15 6.25, 4.50, 3.95 Kochlacken 7.50, 6.25, 4.50 Kochmützen Kodhosen Kellnerjacken •• O • 6.6.25, 4.50 3.95 Kellnerschürzen... 2.Bäckerhosen. 4.25, 3.25 • 2.35 Baer Sohn& Chausseestr.2% Unterer Bab Bahn Steffiner Bhf Arbeiter, Angestellte und Beamte sollen sich nach den Beschlüssen des Gewerkschaftskongresses, des Afabundes, des Allgem. deutschen Beamtenbundes und der Genossenschaftstage nur versichern bei dem eigenen Unternehmen der CONNY 2Teppiche wenig gebraucht 25.11. 38.-, jomie Cinzel stüde mit II. Bebe rebl. bis 50% ermäß. Fabrik teppich- Verkauf Friedrichstraße 205 Ede Bimmerftr. Zahlungsentgegenkommen Volksfürsorge Krause- Pianos Gewerkschafftlich- Genossenschaftliche Versicherungs- Aktiengesellschaft Auskunft erteilt bzw. Material versendet kostenlos die Rechnungsstelle I Berlin S 42, Ritterstr. 126, oder der Vorstand der Volksfürsorge in Hamburg 5, An der Alster 58/59. Täglich 8 Uhr: Volksbühne Zirkusprinzessin Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauardamm Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Hasenheide 2110 8 Uhr: 8 Uhr: Judith Morgen 8 Uhr: Apf. Sig. RCUS BUSCH Rennen | 8 Uhr: Jan der Die Schule v. Uznach Traumspiel Wunderbare Homödienhaus Norden 6304 8 Uhr Theo macht alles! Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Adieu Mimi Lessing- Theater U.: Der Patriot Kartner, Riemann Lustspielhaus 8 Uhr: Streng verboten!! heißt der Titel der neuen James- Klein- Revue Komische Oper Première 14. Mai 27 Die große Revue der Leidenschaften Ueber 200 Mitwirkende CUS BUS Rennen zu Hoppegarten Nur Monat Mai Ben Hur Nene Einlagen im Circus- Akt Kein Film! Rose- Theater 8 Uhr: Der Vetter Dienstag, den 10. Mai nachmittags 3 Uhr Bi lanz am 31. Dez. 1926 Aktiven Bauten Hohenschönhausen Bauten Hennigsdorf Inventar aus Dingsda Stadtschaft Brandenburg Theater am Kottb. Tor Kassenbestand Passiven RM 1 108 563,16 221 853,25 767,60 2 698,00 9 118,19 1 343 000,20 RM 30 620,20 Kottb. Str. 6 Tag!.8 Uhr: Geschäftsguthaben. Stg. nachm.3 Hypoth. Hohenschönhausen 1 082 380,00 Elite- Sänger Hypotheken Hennigsdorf Großes Gemeinde Hennigsdorf Ueberraschungs- Anzahl der Genossen Programm! Bobby's letzte Nacht Wallner- Theater KLEINE Vespermann, Klinder, 8 Uhr: Z Junkermann entralDer Lustspielerfolg! Auf der Sonnenseife ANZEIGEN In der Gesamtauflage Theater CASINO- THEATER 8 Uhr: des Vorwärts" sind besonders wirksom Pimpelhuber und trotzdem Täglich 8 Uhr: Die Weffe der Millionen- Erbe schr billig! Lustspiel von Carl Sloboda Walhalla Theat. Täglich 84 Uhr: Die von der Liebe leben! Jugendliche keinen Zutritt! Vorzeiger zahlt nur halbe Kassenpr. Nur noch bis 12. Mai Kapt. Alfred Schneider Gutschein: Faut. 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. ERIK CHARELL BRINGT: Tägl. 8 U Ende 11 U. Wie einst im Mai 4 CIRCUS Alfred Braun, Lucie Mannheim a. 6. der 100 Löwen 100 Kurfürstendamm am Lehninerplatz Tägl. 8 U. Mittwoch 2 Vorst: 3 u. 8 Uhr Nachmittags Kinder halbe Pr. Tägl. ab vorm. 10: Tierschau Circus- Rasse, Tel. Pfalzb. 4816 SCALA Nollendorf 7360 8 Uhr: Charlie RivelTrio und weitere VarietéSensationen! Bendow, Westermeier, Kupfer u. a. Großes Schauspielhaus Komische Oper 8% Uhr: Nur noch bis 13. Mai Sünden der Welt die große Revue Reichshallen-Theater Allabdl. 8 U. Sonntags nachm. 3 U. Stettiner Sänger Zum Schluß: Deutscher Frübling" Nachmittags: Halbe Preise, volles Programm Dönhoff- Brett'l: Baumblüte, Varieté, Konzert u. Tanz. 220 000.00 10 000,00 1 343 000,20 RM am 1. Januar 1926 274 Haftpfl. 82 200 Ausgeschieden 54 Haftpfl. 16 200 O 220 Haftpfl. 66 000 Eingetreten 33 Haftpfl. 9 900 Bestand am 31.12.1926 253 Haftpfl. 75 900 Das Geschäftsguthaben hat sich um RM 13 642,80 vermehrt. Die Haftpflicht hat sich um RM 6 300,00 vermindert. Gemeinn. Bau- und Siedlungsgenossenschaft „ Die kinderreiche Familie" e. G. m. H. DIENSTAG Berlin N 4, Chausseestr. 1. II Gundlach. Noack. Volkstag Luna Park 13 FEUERWERK U. ALLE ATTRAKTIONEN AN ALLEN WOCHENTAGEN 4-7 UHR Gegr. 1891 50. Unter Garantie gute und billige tepp- und Daunendecken jowie Metall- Bettstellen und Auflege matragen faufen Sie bestens ab Fabrik Bernhard Strohmandel, Berlin S 14. Wallstr. 72 ( U- Bahn Jnselbrüde). Filialen nur Spittelmarkt, Ede Sendelstr. u. W, Ritolsburger Plag 2, Ede Trautenauftr. Reparat jeb. Art.- Juufte. Preiskatalog gratis. zur Miete W50, Ansbacherstr.1 เลี้ยง รัก Diese 18 Würfel Webers Carlsbader lenald sia- der Inhalt eines Päckchens Weber's Carlsbaderkosten nur 35 Pfg.. helfen Ihnen aber, auf jedes Pfund Kaffee noch 100 gr zu erübrigen, lediglich durch die bessere Ausnutzung der Kaffee. bohne. Das Getränk schmeckt ebenso würzig und aromatisch und bekommt noch dazu ein schönes, vollkraftiges Aussehen und einen prächtigen, goldbraunen Ton. Am Sonnabend, dem 7. Mai 1927, ist in früher Morgenstunde der Personalchef unseres Unternehmens Herr Bureaudirektor Ernst Kuntzmann an den Folgen schwerer Operationen unerwartet aus dem Leben geschieden. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen ausgezeichneten Mitarbeiter, der bis zum letzten Augenblick in rastloser Arbeit sein schwieriges Amt in treuester, selbstloser Pflichterfüllung verwaltet hat In vorbildlicher Weise ist es ihm immer gelungen, seine Aufgaben so zu erfüllen, daß ihm ein dauerndes und ehrendes Andenken des Vorstandes und der gesamten Belegschaft unseres Unternehmens gesichert ist. Der Vorstand der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. Nachruf. Am Sonnabend, dem 7. Mai 1927, verstarb an den Folgen schwerer Operationen unerwartet unser Bureaudirektor, Herr Ernst Kuntzmann Wir verlieren in dem Entschlafenen einen gerechtdenkenden und geschätzten Vorgesetzten. Das Andenken des Verstorbenen wird bei der Belegschaft unvergeßlich fortleben. Der Betriebsrat der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. Verkäufe Sandwagen, Leiterwagen, Raften. wagen preiswert. Georg Wagner, Köpeniderstraße nur 71, Sof. Rein Laden, daher billigere Preise. 285, tomplette Herrenzimmer nur 375,-, 490,- Ankleideschränte, furniert, breiteilig, 79,- 98,-, 140,-, afdhtommode mit Spiegel 69,-, 85,-, 110,-, Nachttische 14.50, 19,50, 24,-. Haus nummer achten. Rehfeld, Babftraße nur 84( Laben), reelle Tischlerarbeit und teine Auktions. mare. Bersand Groß- Berlin franto. Borzeiger diefes erhält beim Rauf pon 100 Mart an 5 Mart Autogeld vergütet. Riefenauswahl. Birla 100 Rimmer und Küchen. Besuch lohnt. Saus. nummer achten. 98. 36,-, Rehfeld, Badftraße nur 34( Laden), englische Bettstellen mit Spiralboden und Drell- Auflagen 59, 68, 85, Metallbettstellen, Meffingverzierung, 28,-, 29,-, Ausziehtisch 29, 45,-, Rohrstühle 4,95, 5,75, Prüfofofas 120, Hausnummer achten. Rehfeld, Badftrage nur 34( Laden), Diplomat- Schreibtische, echt Eiche. 69,-, Schreibfeffel, Rinblebersiz 29,-, Stand. uhren 95,-, Klubfeffel 85,-, Flurgarde roben, moderne Anrichte- Rüchen 119, 188.- 165,-. Sausnummer achten, Rehfelb, Badstraße nur 34( Vaden), Sveifezimmer: Büfett, Bitrafiak, volle Türen( innen Mahagon), fchmere Bildhaurrarbeit, englische Rüge, Kredenz, Ausziehtisch mit abgerundeten Eden, echte Lederstühle, 395,- 450, 550,-. Hausnummer achten. Rebfeld, Badstraße nur 84( Laden), Schlafzimmer, echt Eiche, vollständig kom. plett mit großem Ankleideschrank, 385, 460,-, 590,- usw. Sausnummer achten. Batentmatragen Primissima", Metallbetten, Auflegematragen, Chaife. longues. Walter, Stargarderstraße achtzehn, Spezialgeschäft. Musikinstrumente Mietpianos. 10,- Mart an, Rauf gelegenheit. Rönig, Bochumerftr. 27 III. Sinkpianos, überaus preiswert. Viano. fabrit Lint, Brunnenstraße 35. gePianos 200,- 475, 575,-, braucht, große Auswahl in neuen; langjährige Garantie. Serer, Brunnenftraße 191, 1 Treppe, Rofenthaler Plaz Teilzahlung. Fahrräder Drei Mark Wochenrate, 15 Mark Anzahlung, für ein erfttlaffiges Markenrad. Fahrradhaus Rentrum, LinienGefell- trake neunzehn. Berleih DON hocheleganten fchaftsanzügen. Rosenthalerstraße Norden 6398. Möbel Kaufgesuche Rahngebife, Silberfachen. 8inn, Blet, Möbellredit fast ohne Anzahlung bei Quedilber, Goldschmelze Chriftionat, Tangfristiger Abzahlung: Schlafzimmer, Röpenideritraße 39( Adalbertstraße). Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Speiſezimmer, sämtliche Einzelmöbel, Rüchen, Korbmöbel, Polsterwaren, Me Pistolen, große, höchstzahlend. PreußMöbelhaus Wenig getragene hochelegante Herren. tallbetten. Luisenstadt, ner, Kaiser- Friedrich- Straße 244, Hergarderobe, fpottbilliger Berkauf. Ge. Röpenickerstr. 77/78, Ede Brüdenstraße. mannplag. legenheitskäufe in eleganter neuer Gar- Ohne Anzahlung sämtliche Möbel in derobe und Pelzwaren. Reine Lom- reichhaltigster Auswahl, langfristige Ra barbware. Leihhaus, Friedrichstraße 2, tenzahlungen, erhalten Sie bei Möbel ant Halleschen Tor. Cohn; im Osten: Große Frankfurter Unterricht Technische Brivatschule Dr. Werner, Wenig getragene Fradanzüge, Smo plas), im Sorben: Badftraße 47/48( fünf berstraße 3. Maschinenbau, Elektrotechftraße 58( fünf Minuten vom Alexander Regierungs- Baumeister, Berlin, Nean finganauge, Gehrodanzüge, Jadettan Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen), nit, Sochbau. Abendlehrgänge. Tages. züge, Gabardinemäntel, Gummimäntel, Moabit: Turmstraße 73. Cutaway- Anzüge. Taillenmäntel, für Lehrgänge. iebe Figur paffend. Spezialität: Bauch- Nußbaum- Möbel, günstige Angebote, anzüge, fpottbillig. Salpern, Rosen. Spiegelschränke 135, 170, leiderschränke 55, Bettſtellen 39, Lifdje, 18, Stüble 7. Verschiedenes thalerstraße 4. erste Etage. Suhebett 42, Umbausofa 135, Flur Getragene Herren garderobe, Speziali- garderoben 33. Berkauf im Fabrik Detektivbureau Stafchel, Chauffeetät Bauchfiguren, spottbillig. Stak, Gor. gebäude. Moebel- Boebel, Morigplay. ftraße 77. Fernsprecher Norben 7886. mannstraße 25/26, früher Muladitrake. Aus. Rehfeld. Babftraße nur 34( Laden), Beobachtungen, Ermittelungen. Fünfundsechzig Schlafzimmer, Ruhe fünfte allerorts. Bettenverkauf! Reue 9,75! 15,- betten, Echlaffeifel, herabgefegte Preife, Brachtvolie 22,50! 27,50! Bettwäsche! Bahlungserleichterung. Kamerling, Ra Steppbeden! Tülldecken! Inletts! Ales ftanienallee 56. [ pottbillig! Reine Lombardware! Leihhaus, Brunnenstraße 47. OPEL Suite Produktion Gröfert FAHRRADER der Welt! es salea 4 Geldverkehr Ankleideschränte mit Spiegel 85,-, Einlagegelber fucht Pfandleihe Lange. große 95,- Bettstellen, Cofas, Ruchen, Morigplas. Aichingerhaus. Gegr. 1895. Schlafzimmer, sämtliche Einzelmöbel. Bahlungserleichterung zu Staffapreifen. Vermietungen Stein, nur Antlamerstraße 20. Zeilzahlung zu Rafsepreisen gewährt ießt Sasemanns Möbelspeicher, nur Lothringerstraße 24, 25, 26. Große Zimmer Behagliches Komfortzimmer sofort. Schöneberg, Silbermann, Auswahl in Schlafzimmern, Speife Stadtpart simmern, Serrenzimmern, Küchen, Cin Sewaldstraße 8. Belmöbel in allen Holz- und Stilarten. Stets Conderangebote und Gelegen heiten am Lager. Gegründet 1875. Elafzimmer, Rüchen, Einzelmöbel zu etma Arbeitsmarkt befonders herabgelegten Preisen. Nut Aleibernäherinnen außerm, einfache gute Tischlerarbeit. Große Auswahl, Baschfachen, große Poften, verlangt 100 8immereinrichtungen, viele vaag, Treptowerstraße 23. Einzelmöbel Besichtigung lohnt. Mo- Maschinennäherinnen, Suarbeiterin berne Ratenzahlung ohne Preisauffchlag nen, 100 Heimarbeiterinnen, gute beim Tischlermeister Julius Apelt, Abal Breife, fofort verlangt Borstellen täg. bertstraße 6, am Rottbusser Tor. Gelich 9-7 Uhr. Röderis, Mariendorf, grilnbet 1887, Chauffeeftraße 34 I