flbenSavsgabe Nr. 225 � 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. III BcAugifteMnaunecn traft»tuttatugwlf« Bnft in txi gjataenmufloft« angtotin HcftafHon: SS. U. Cinftenftcatl** 3*rn(ptc4cci VSahoff 262-207 XcL-Mtoeffc Sajialfttaefrat 8«tlia mo vSnhoft 292— 207 Die Haussuchung bei üen Sowjets. GroHes Polizeiaufgebot bei der Londoner Sowjet-Handelsvertretung.— Völlige Unklarheit über die Gründe. London. 13. Mai.(BIS.) lieber die Haussuchung in den Vureauräumen der Allrussischen Tooperativen Gesellschaften in der Londoner Tity meldet Reuter noch die solgenden Einzelheiten: Kurz vor 4 Uhr traf ein aus verschiedenen Stadtbezirken zusammen- gezogenes starkes Polizeiaufgebot vor dem Gebäude ein. Der größere Teil der polizeibeamten drang in die Räume ein. während der Resi vor den Türen Aufstellung nahm und nie- wanden herein- oder herausließ. Am 9,30 Uhr abends wurde einer Reihe Angestellter gestattet, das Gebäude zu verlassen. Einer von diesen, ein Engländer, erklärte, es seien ihnen die Taschen ausgeleert und jedes Schriftstück gcprüft worden. Die Angestellten hätten über vier Stunden ohneSpeise und Trank in einem Zimmer aus ihre Durchsuchung warten müssen. Iede Abteilung des Hauses sei gründlich durchsucht worden einschließlich der V u r e a u s der Russischen Handels- delegation, die augenscheinlich das Hauptziel der Durchsuchung gewesen seien. Die Polizei habe aus der Oessnung aller Schränke und Schreibtische bestanden. Die Durchsuchung der„Arkos" war um Mitternacht noch in vollem Gange. Duhende von Polizisten und Geheimpolizisten betreten und verlassen dauernd da, Gebäude, vor dem noch immer eine große Zahl Reugieriger steht. Innerhalb des Gebäudes herrscht sieberhasle Tätigkeit, von Zeit zu Zeit kommen, von Polizeibeamten begleitet. Mitglieder der �Urkos" die hell erleuchtete Treppe herunter und verschwinden In einem Zimmer, wo sie anscheinend verhört werden, wie verlautet, werden sämtliche Safes, Schränke und Tische geöffnet und die darin befindlichen Dokumente beschlagnahmt und untersucht. Die Razzia erregt überall ungeheures Aussehen. Die Geffentlichkeit ist noch völlig im Dunkeln gelassen London. 13. Mai.(MTB.).Daily herald" schreibt in einem Leitartikel: Da» Vorgehen der Polizei erscheint bei der ersten Prü- fung als eine direkte Beleidigung der russischen Regierung und berührt, wenn die vorliegenden Informationen zutreffen, die Stellung nicht nur der russischen Handesvertretung in England, sondern auch die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Denn Herr Khinchuk, dessen Bureau durchsucht wurde, ist«in Diplomat, der ordnungsmäßig beim Königlichen Hof beglaubigt und formell vom Foreign Office anerkannt ist, also eine Person, die alle Borrechte diplomatischer Immunität genießt. Daher ist sein Bureau immun gegen Durchsuchung oder Betreten. Wenn sich die Aktion der Regierung gegen irgendein anderes Land unter ähnlichen Umständen gerichtet hätte, so würde sie gleichbedcu- tend mit Abbruch aller Beziehungen sein. Das Land ist im D u n k e l über di« Gründe, die die Regierung bewogen haben. Wir wissen nicht, welches Ziel sie verfolgte, als sie diese Razzia anordnete. Wir sehen nur die ernsten Möglichkeiten, die durch diese Aktion geschaffen werden. vergeblicher protestversuch. L o n d o n. 13. Mai.(MTB.) Aus russischen Kreisen wird mit- geteilt, daß der Sowjelgeschäftsträger Roseng olz gestern ver- geblich versuchte, bei Ehamberlain wegen des russischen Arcos- Gebäudes zu protestieren. Er wird sich heute wieder um eine Unterredung bemühen. Der Innenminister fragt bei üer Polizei, was los ist. London. 12. Mai.(MTB.) 3n den Abendstunden sehte sich der Staatssekretär des Innern mit den Leitern der die Durchsuchung vornehmenden Polizei in Verbindung. Es verlantel, daß die Haussuchung auf Grund einer von den städtischen Polizeibehörden eingeholten Ermächtigung erfolgte. Arthur henderson wird am Freitag an den Staatssekretär des Innern die Anfrage richten, ob es Tatsache sei, daß mit seiner Er- mächtigung eine Haussuchung aus dem Grundstück des Arkos, oder der russischen Handelsdelegation, oder beider Behörden erfolgt ist. und, wenn dies der Fall Ist, ob er die Gründe angeben und dem Haufe eingehende Ausklärungen geben könne. Ein konservativer Rückzug. Tie Regierung kündigt eine Einschränkung des englischen Gewerkschaftsgesetzes an. London. 13. Mai.(MTB.) Im Unterhaus teilte der Ober- staatsanwalt mit. die Regierung beabsichtige, einen A bände. rungsantrag einzubringen, der vorsieht, daß Personen, die n u r streiken und keine aktive Teilnahme an der Organisierung oder Entfachung eines Generalstreikes haben, nicht unter die von der Vorlage vorgesehenen Strafen fallen sollen. Stresemann korrigiert hergt. Deutsch-polnische Bereinigung der Beuthener Rede. Ueber die Besprechung, die zwischen dem Außenminister Dr. Stresemann und dem polnischen Gesandten Dr. O l s ch o w s k i im Anschluß an die Mitteilungen des polnischen Außenministers A o l e s k i über die Beuthener Kundgebung stattgefunden hat. wird von beiden Seiten folgendes bekanntgegeben: Der polnische Gesandte Dr. Olschowski suchte am 11. Mai den Reichsaußenminister Dr. Stresemann auf und erklärte ihm, daß trotz der starken Erregung der öffentlichen Meinung in Polen aus Anlaß der Tagung in Beuthen die polnische Regierung nicht beabsichtige, durch irgendwelche Intervention In dieser Angelegenheit die gemeinsamen Aufgaben beider Regiernngen zu erschweren. eine wirtschaftliche Verständigung zwischen beiden Ländern zu schaffen. Davon ausgehend sehe sich der polnische Außenminister Z a l e s k i genötigt, darauf hinzuweisen, daß Kundgebungen, wie sie in Beuthen erfolgt seien, in Widerspruch mit dem Geiste der zwischen Minister Stresemann und Minister ZalesN in Gens geführten Gespräche ständen und die Bestrebungen beider Minister wesentlich erschwerten, die Grundlog« für eine .wirtschaftliche Verständigung zu schaffen: Schließlich gab der Gesandte dem Gedanken Ausdruck, daß, falls die grundsätzliche Richtung der deutschen Politik keine Aenderung er- fahren habe, der polnische Außenminister den Wunsch hege, damit rechnen zu dürfen, daß Rotwendiges unlernommen werde, um in Zukunft einer etwaigen Störung dieser gemeinsamen Bestrebungen zu begegnen. Minister Dr. Stresemann hat daraus erwidert, daß die deutsche Politik Polen gegenüber keine Aenderung erfahren habe. Die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland seien durch die in Locarno getroffenen Abmachungen geregelt, die im Wege des Ausgleichs oder Schiedsverfahrens ein« friedliche Erledi- g u n g von Differenzen zwischen Deutschland und Polen gewähr- leisteten. Diese Grundlage unseres Verhältnisses zu Polen sei durch dl« Erklärungen der heutigen Reichsregiervng ausdrücklich be- stätigt. Wenn der Herr polnische Außenminister sich durch Kundgebun. gen anläßlich der Tagung in Beuthen beunruhigt fühle, so sei das teilweise auf entstellte und übertriebene Press cnachrichten, teilweise auf Mißverständnisse dessen, was gesagt worden ist, zurückzuführen. Je mehr der Wille der verantwortlichen Regierungen darauf gerichtet sei, eine Politik friedlicher Verständigung zu führen, um so weniger dürfte den Kundgebungen, die auf der einen oder anderen Seite stattfänden, ein« übertriebene Bedeutung beigemessen werden. Die deutsche Regierung habe ihrerseits wiederholt Mitteilungen über Kundgebungen in Polen erhalten, ohne dagegen Beschwerde einzulegen. Es sei klar, daß beide Regierungen Sorge tragen müßten, um Störungen ihrer gemeinsamen Bestrebungen zu begegne«._ Großer Krach an öer Görfe. Kursrückgänge bis zu ZU Prozent.— Schließung der Börse erwogen. Rachdem gestern die Großbanken die Kürzung der Börsengelder um 25 proz. angekündigt haben und nach dem 15. Juni noch stärkere Einschränkungen zu erwarten sind, kam es heute zu dem mit fast mathematischer Sicherheit vorauszusehenden großen Krach. Die Bestürzung in den Spekulantenkreisen war so groß, daß offenbar schon in den ersten Stunden des Börsenverkehrs die schwersten Kurseinbrüche erfolgten. So fiel der Kurs der I. G. Farbenaktien von 3l7 auf 295 proz. Der Börsenvorsland prüfte daraufhin sofort die Frage, ob die Börse zu schließen sei. Man kam jedoch zu dem Beschluß: den Verkehr wellcr slattsinden zu lassen, jedoch mit der Einschränkung, daß bei Sursrückgängen über ei« gewisses Ausmaß die Kurse nicht mehr notiert werden sollen. Die Panikverkäufe sind ollgemein. Von der Provinz, wie von den Depositenbanken wird sehr stark verkauft. Die Börsen- besucher wollen von sich aus eine Protestkundgebung durchführen, indem sie heute zunächst keinerlei Geschäfte mehr abschließen. Man nniß sich allerdings sragen. gegen wen dies? p'ctesie gerichtet sein sollen. Der heutige schwarte Freiing war von jedem Svckulanten zu erwarten, und es bedurft« nur noch des Beschlusses der Groß- danke«, um ih» endgültig herbelzuführen. Die Festsetzung der Kurse zeigte durchweg Rückgänge von 10 bis 30 proz- vereinzelt weil darüber hinaus. Tagung öer Angestellten. Zum dritte« Verbandstag des Zentralverbandes der Angestellten. In einer Zeit wiedererstarkten Reaktion hält der Zentral- verband der Angestellten seinen dritten Verbandstag vom 15. bis 17. Mai in Köln ab. Er ist eine Kampf- ansage an die Reaktion in zweifacher Richtung. Der erste Verhandlungstag wird im Zeichen einer großen Kund- gebung der Angestellten für Republik, Sozialpolitik und Gewerkschaft stehen. Als Redner sind vorgesehen: Albert Thomas, Direktor des Internationalen Arbeits- amtes, Philipp Scheidemann, Wilhelm S o l l m a n n, Clara Vohm-Schuch und der Vorsitzende des Zentral- verbände? der Angestellten, Otto Urban. Die weiteren Tage sind dem organisatorischem Ausbau gewidmet. Eine stärkere Zentralisation soll die Kampffähigkeit der Organisation erhöhen; durch einen großzügigen Ausbau der Unter- st ü tz u n g s e i n r i ch t u n g e n soll die Widerstandsfähigkeit der Mitglieder gestärkt werden. Unter den freigewerkschaftlichen Angestelltenverbänden, die sich im AsA-Bund zusammengeschlossen haben, ist der Zentralverband der Angestellten nicht nur die größte Organi- sation, er blickt auch auf eine jahrzehntealte freigewerkschaft- liche Vergangenheit zurück. Für seine Vorläufer, dem Zefttral. verband der Handlungsgehilfen und dem Verband der Bureauangestellten war das Bündnis mit den freien Arbeiter- organifationen feit ihrer Gründung eine Selbstverständlichkeit. Sie gehörten deshalb ursprünglich der Generalkommission der Gewerkschaften und später dem Allgemeinen Deutschen Gc- werkschaftsbund an. Ein Bekenntnis zu gewerkschaftlichen Kampfesmethoden und für ein Bündnis mitden Arbeitern galt in der damaligen Zeil bei den bürgerlichen Angestelltenverbänden als verstiegener Utopismus. Die bürgerlichen Angestellten- verbände, groß an Zahl aber vollständig machtlos— nach der letzten amtlichen Erhebung vor dem Kriege zählten die An- gestelltenverbände 756 271 Mitglieder— lehnten solche Gedankengänge rundweg ab. Roch kurz vor dem Kriege erklärte beispielsweise der Vorsitzende einer großen Angestelltenorgani- sation, des Vereins für Handlungskommis von 1858, auf einer Tagung, daß Angestellte und Arbeiter kulturell, sozial und wirtschaftlich verschiedene Interessen hätten, dagegen Angestellte und Prinzipale gemeinsame wirtschaftliche und kulturelle Interessen besäßen. Es ist charakteristisch für den grundlegenden Wandel der Angestelltenbewegung nach dem Kriege, daß alle Richtungen ein Bündnis mit den ihnen nahestehenden Arbeiterorganisationen eingegangen sind und sich zu gewerkschaftlichen Kampfesmethoden bekennen. Eindringlicher konnte durch die Entwicklung nicht der Nachweis für die Richtigkeit der vom Zentralverband der Angestellten vertretenen Auffassungen erbracht werden. Ebenso sinnfällig tritt das in der Entwicklung der t a r i i- vertraglichen Regelung der Arbeitsbedingungen für die Angestellten in die Erscheinung. In beispiellosem Umfang wurden dem Tarifvertrag neue Gebiete erschlossen: auch bicr waren die Vorläufer des Zentralverbandes der Angestellten die einzigen Angestelltenorganisationen, die Pionierarbeit geleistet hatten. Parallel mit dieser Entwicklung verlief der A u s b a u des Angestelltenschutzes. Man muß es gerade den Angestellten wieder sagen, daß auch ihre wichtigsten sozial- politischen Fortschritte das Werk der s o z i a l d e m o k r a- tischen Volksbeouftragten sind: Tarifvertrags- ordnung, Achtstundentag, Sonntagsruhe, Sieben-Uhr-Laden- schluß, um nur einige zu nennen. Der Achtstundentag ist durch die bürgerlichen Parteien beseitigt worden: sie wollen den Angestellten auch wieder die Sonntagsruhe und den Sieben-Uhr-Lodenschluß nehmen. Die b ü r- g: r l i ch e n Parteien haben die sozialdemokratischen Anträge auf Verbesserung des Angestelltenkündigungsschutzgefetzes ab- gelehnt: sie haben die Bürgerblockregierung gebildet, da- mit auch Schluß gemacht wird mit dem weiteren Ausbau des Angestelltenschutzes. Der Geschäftsbericht des Zentralverbandes der An- gestellten gibt interessante Dokumente darüber wider, wie gerade das Kündigungsschutzgesetz für Angestellte und die Entschließungen des Reichstages für weitere Schutz- maßnahmen den Anlaß gaben, daß am 12. November die Unt er nehmer im Reichstage eine Sitzung mit den bürgerlichen Parteien hatten, damit endlich die Wirtschaft in„Ruhe" gelassen werde! Das sind eindringliche politische Lehren für die Angestellten. Mit der gleichen elementaren Gewalt muß sich aber auch den Angestellten die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines stärkeren Zusammenschlusses auf freige- werkschaftlicher Grundlage aufdrängen. Er ist die wichtigste Waffe im Tageskampfe für den sozialen Auf- stieg. Die Stärke der Unternehmer beruht auf der gewerkschaftlichen Schwäche derAnge st eilten. In den ersten Nachkriegsjahren hatten die freien An- gestelltenverbände, insbesondere der Zentralverband der An» gestellten, einen starken Zustrom. Aus wenigen Zehn- taujeuden wurde ein Heer, da» noch Hundert- taufenden zählte. Es fehlten zunächst die organisa- torischen Einrichtungen für eine ausreichende Verwaltung. Dazu kam ein Uebermaß anderer Arbeit. Als Folge der SnfläHott jagke eine Tm-ifbewegung die andere. Und dann seilte eine den Angestellten bisher unbekannte gewaltige Arbeitslosigkeit ein. Annähernd 700 000 M. weisen die Unter st ützungskonten der Hauptkasse des ZdA. allein für das Jahr 1926 aus: der Löwenanteil fällt der Arbeitslosenunterstützung zu. Das sind die Ur- fachen für den Rückschlag, von dem auch der Zentraloerband nicht verschont blieb. Es zeugt von der Lebenskraft des Verbandes, daß er diesen Stürmen widerstand und am Jahresschluß 150 000 zahlende Mitglieder, also ohne Berücksichtigung der stellenlosen Mitglieder musterte, die mit über 25 000 zu be- ziffern sind. Das ist ein B i« l f a ch e s gegenüber dem Bor- kriegsstand. In 684 Ortsgruppen, die durch 34 Bezirksgrup- pen und 20 Gaue zusammengefaßt sind, blüht ein reges Ber- bandsleben. Das Jahr 1926 war das Jahr der Stabilisierung: ein neuer Aufschwung macht sich bemerkbar. In eingehenden Vorarbeiten haben Verbandsvorstand und Beirat Borschläge für einen stärkeren zentral! st ischen Neuaufbau des Verbandes ausgearbeitet, wie ihn bereits der letzte Verbandstag forderte. Der Kölner Verbandstag wird das begonnene Wert vollenden und damit die A k- tionsfähigkeit der Organisation wesentlich er- höhen. Zu seinen weiteren Aufgaben gehört der Ausbau der Unter st ützungseinrichtungen. Wo die Gesetz- gebvng versagt oder nur langsam vorwärts schreitet, gewinnt die Selbsthilfe größte Bedeutung. Verstärkte Hilfe soll insbesondere den Stellenlosen und den von der Last der Jahre bedrückten Angestellten zuteil werden. Es ist das Furchtbarste bei der Stellenlosigkeit der Angestellten, daß die davon Betroffenen in der Regel mit einer langandau- er n den Arbeitslosigkeit zu rechnen haben. Die Unter- stützungshöchstdauer betrug bisher 18 Wochen: sie soll auf 52 Wochen verlängert werden. Außerdem soll eine Altersunter st ützung«ingeführt werden, die nach fünfundzwanzigjähriger Mitgliedschaft 50 M. im Monat betragen und bis 80 M. im Monat steigen soll. Das dürfte auch für die Gestaltung des Arbeitsmarktes von Bedeutung sein. Für die weiblichen Mitglieder soll außerdem«ine Aussteuerbeihilfe eingeführt werden. So wird der Verbandstag vom Willen zum Aufftieg getragen fein. Von diesem Willen zeugt auch die gleichzeitig stattfindende Ausstellung von Lehrlingsarbei- t e n aus den Jugendgruppen des ZdA. Es ist der G l a u b e an die Zukunft der freien Angestelltenbewe- g u n g, die sich aufs engste verbunden fühlt mit eiper freien, sozialen Volksrepublik._ Die �Reiniger" und ihre �tten. Staatsanwälte beim Wein.— Hinter den Kulissen der Hetze. Der„Jungdeutsche' veröffentlicht in seiner Freitagaus- gäbe einen Brief, den der Studienassessor Dietz aus der Untersuchungshaft an seine Frau gerichtet hat, als gegen ihn die Beschuldigung erhoben wurde, daß er mit Dr. Stresemann und Dr. Schacht zusammen Kriegsmaterial nach der Tschechoslowakei verschoben habe. Der Brief enthält hinsichtlich der„Aktenkäufe', die im Plauener Prozeß eine io große Rolle gespielt haben, so präzise Angaben, daß er zweifellos in dem von dem Rechtsanwalt Dr. Strefemanns beantragten Verfahren gegen Unbekannt wegen Hehlerei un- redlich erworbener Akten eine Rolle spielen dürfte. Nach den Angaben des genannten Blattes lautet der vym 21. April d. I. datierte Brief: „Es ist doch merkwürdig, wie sich oft die Gedanken und Ideen kreuzen. In demselben Augenblick, wo die Eronenberger erzählen, ich hätte zusammen mit Schacht und Stresemann Kriegsmaterial zur Tschechoslowakei oerkauft und wäre deshalb gefangengesetzt, weil man Stresemann und Schacht nicht an den Wagen könne, wollte ich Dir zwei Zeitungsausschnitt« schicken, da ich annahm, daß dieselben Dich interessieren würden. Dieselben behandeln Nachrichten über denselben Kreis, und da ich Dir gestern, einmal wegen der Kürze der Zeit, dann wegen Anwesenheit des Beamten keine klaren An- gaben machen konnte, will ich es heute schrisllich tun. lieber die Affäre Stresemann bin ich insofern informiert, als Bacmeister seinerzeit das Geld für den Ankauf der Strese- mann, Schacht. Gothein, Höfl«, Marx, Barmat angeblich kompro. mittierenden Akten von mir haben wollte. Bei dieser Gelegenheit setzte er(Bacmesster) mir auseinander, daß die Akten auf Ber« anlassung der genannten Politiker vom Reichsschatzamt zum Ein- stampfen gegeben worden seien, um das Material zu beseitigen. Die Summe, die er verlangte, war genau dieselbe, die in der Presse als Preis genannt ist. Höfle war schon damals in Haft, und er(Bac- meifier) zeigte mir die Akten, die ihm der Staatsanwalt kußmann hatte zustellen lassen, damit er sie in der Presse benutze. Außerdem wollte er noch Geld für Wein- und Frühstücksangelegenheiten. Er arbeitet im engsten Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft, ladet die Herren zum wein ein, und bei dieser Gelegenheit wurde er informiert. Letzteres habe ich für Renommisterei geHallen, bis ich im Verlaufe des Prozesses las, daß eine solche Tafelrunde tat- sächlich bei Weinpfuhl in der Königgrätzer Straße bestanden hat. Zuerst hatte ich nicht übel Lust, Bacmeister das Geld zu geben. Da aber fiel mir doch nianches auf, was nicht stimmen konnte. Zuletzt kam ich zu dem Ergebnis, daß die Akten wahrscheinlich au« dem Reichsschatzamt gestohlen seien. Außerdem war mir der Gedanke unbehaglich, politische Gegner aus dem Hinterhalle an- zufallen, wie das auch jetzt ganz offenbar mit Stresemann geschehen ist, genau nach dem Rezept, wie Bacmesster»« seinerzeit mir vortrug. Bei der Besprechung war damals noch ein anderer Herr zu- gegen, der ebenfalls Geld hergeben sollte. Als ich ihm bezüglich des Erwerbs der Akten mein« Bedenken äußerte, kam auch er zu dem Ergebnis, daß wir, sofern wir das Geld hergäben, unter Umständen in eine sehr peinliche Lage kommen könnten. Wie im Pro- zeß bekannt geworden ist, hat dann, als wir kein Geld hergaben, die Parteitasse der Deutschnationalen Bolts- Partei das Geld hergegeben. Ich schreibe Dir nur andeutungswesse: au, den Zeiwngs- ausschnttten ersiehst Du mehr. Auch Pelher' gehörte zu diesem kreise, ebenso knoll und Easparu. Stets wundere ich mich, daß sich kein Richter findet, der diesen Dingen einmal auf den Grund gehen will. Im übrigen habe ich an einige Zeitungen geschrieben, um mal zu sehen, wie weit die Affäre bekannt sst. Im übrigen überleg« ich, ob ich nicht Bacmeister als Zeugen benennen soll, daß ich ein nationaler Mann und keine« Landesverrats fähig bin. Er hat doch sonst Geld genug be- kommen.. Da auf Antrag des Rechtsbekstandes Strefemanns der Staatsanwalt sich jetzt mit der Frage beschäftigen soll, wer die Aktendiebstähle ausgeführt, wer sie begünstigt und finan- ziert hat, wird ihm dieser Brief eine nicht unwillkommene Hilfe sein. Oder etwa nicht? Elae neue Anzeige gegen öacmeifter. Wie die BS.-Korrespondenz erfährt, sst bei der Generasstaats- anwaltschaft Berlin gegen den Haupsschristleiter der„Bergisch- Märkischen Zeitung', Bacmeister, ein« Anzeige wegen Urkundenfälschung. Etaotsbetruge» und Mein- eides eingelaufen. Wie wir hierzu ergänzend hören, handell es sich darum, daß Bacmeister vorgeworfen wird, er habe in den Prozessen gegen Assessor Dr. Kuß mann und Hauptmann a. D. Knoll unter seinem Eid falsche Angaben gemacht. Hauptschriftleiter Bacmeister hatte damals bekundet, daß chm die beiden Be- schuldigten Dr. Kußmann und Knoll ni-Ä bekannt gewesen seien, als die Untersuchung gegen die Gebrüder Barmat in ihren Anfangsstadien lief. Nunmehr haben sich jedoch Personen gemeldet, die behaupten, daß diese Angabe unrichtig gewesen sei und daß eine gewiss« Verbindung zwischen den drei genannten Per- fönfichkeiten bestanden habe. Der Borwurf der Urkundenfälschung und de« Staats betrug«, wird aus Borgängen abgeleitet, die sich im Jahr« 1913/1920 ob- gespiell haben sollen. Damals habe Bacmeister Lieferungen an die Eisenbahndirektion Köln gehabt. Wie nun behauptet wird, Hobe B. der Behörde nicht die ihm von seinem Papierliefe- ranten ausgestellten Originalrechnungen übersandt, sondern Fak- turen, die nach seiner Angabe aufgestellt worden seien, und in der die Papierpreise höher, als es erlaubt gewesen, einge- setzt worden seien._ putstWen-Ehrbegriff. Ter Ausgang des Baltikumer-Prozeffes iu Hamburg. In der Beleidigungsklage des lettländischen Oberstleutnoius Goldfeld- Zeltin gegen den Vorsitzenden der extrem schwarz- weißroten deutsch-mexikanischen Vereinigung Carlo, Schmidt wurde gestern das Urteil gefällt. Schmidt wurde zu 5000 M. Geldstrafe verurteilt. Er hatte behauptet, Goldfeld- Z e l t i n sei während der Kämpfe in Lettland zu einer fremden Formation übergelaufen, er sei ein Verräter und D e s e r- teur. Das Gericht stellte mit scharfen Worten fest, daß der Wahrheitsbeweis völlig mißlungen sei. Das Urteil gibt der„Täglichen Rundschau' Anlaß zu folgender Betrachtung: „Dieses Urteil ruft in Lettland, besonders aber bei den a l t e n Baltikumkämpfern, außsrordenlliches Erstaunen her- vor. Herr Otto Jsaac Goldfeld-Zeltin wird im Ballikum, und zwar nicht nur von den dort ansässigen Deutschen, nach den Taten beurteill, die Generalmajor Graf von der Goltz in den Spalten der„Hamburger Nachrichten' wie folgt darstellt: „Goldfeld hatte 1918 im Baltikum gegenüber seinem Komman- deur. Major Fletcher, militärischen Ungehorsam vor dem Feinde begangen, mit seinen Truppen gemeutert, war dann d« s e r t i e r t und zu den gegen die deutschen Truppen kämpfenden Esten übergegangen, um schließlich den K a m p s gegen seine deutschen Landsleute und Kameraden fortzusetzen, die unter der Fahne der russischen Westarmee fochten." Das Gericht hat zu diesen Vorwürfen sestgestellt: Goldfeld- Zelt in war Offizier der lettischen Landeswehr. Er weigerte sich. den Treueid zu brechen, er gehorchte deshalb den Befehlen jener nicht, die gegen die rechtmäßige Regierung putschen wollten, um den Mecklenburger Adolf zum Herzog zu machen, sondern ge- horchte den Befehlen der lettischen Regierung. Deswegen nennen chn die Putschisten und H o ch o e r- räter um Roßbach und B i s ch o f f Meuterer, Deserteur und Ueberläuser. und die„Tägliche Rundschau' beschimpft ihn noch obendrein. Die„Tägliche Rundschau' macht den Uebergrisf der Putschisten und Hochverräter zu dem ihren. Eine Frage: waren die regierungs- und verfassungstreuen Reichswehroffiziere, die sich iin Kapp-Pussch gegen die Hochverräter wandten, gegen dieselben Leute, die im Jahre 1913 gegen die rechtmäßige lettländische Regierung putschten, ebenfalls Meuterer, Deserteure und U e b e r- l ä u f e r? Die„Tägliche Rundschau' scheint dieser Meinung zu sein. /lusgerechnet Amerika.... Ei« Protest gege» die europäische« Trusts. New Jork. 12. Mai.(WTB.) Handelssekretär Hoover hat dis amerikanische» Vertreter auf der Wirtschaftskonferenz angewics?n. besonders gegen die fett Locorno«nsstandenen europäischen Trust- bildungen zu protestieren. Das Kalisyndikat werde zwar mit gewissen Kautel«« demnächst zum amerikanischen Geschäft zugelassen werden, grundsätzlich aber werde sich Amerika gegen all« eura- päischen Trustbildungen wenden, die die amerikanischen Trustgesetza oerletzen und die Beherrschung des amerikanischen Marktes an- streben. Norwegische Seeleute iu Zlallen eingesperrt. Wie die TU. aus Oslo meldet, sind drei norwegische Seeleute in Italien zu je drei Monaten Gefängnis verurtellt worden, weil sie in einem Wirtsbaus abfällige Aeußerungen über Mussolini gemacht hoben. Sin fibenö in Hollpwooö. Schaljapin über Rußland. „Wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt'— die Iupiter- fonne Hollywood hat olle Sterne, die die Welt zu den Gestirnen ersten Ranges zählt, um sich versammell: die Berühmtheit aller Länder zieht es auf längere oder kürzere Zell in das kalifornische Filmparadies. Sänger, Filmstars, große Regisseure und Theater- direktoren geben sich dort ein Stelldichein. Ein dänischer Journalsst plaudert von feinen Erlebnissen in der Billa Lubitsch und den Men- schen, die er dort eines Abends getroffen hat.„Ich erhielt', so erzählt er,„eine„unverbindliche Einladung' von Frau Lubitsch. Das bedeutet, daß man nicht im Smoking zu erscheinen braucht. Bei solchen Gesellschaften sind stets nur sehr wenig Menschen da. aber dafür sind es dann nur Weltberuhmtheiten. An diesem Abend traf ich bei dem berühmten deutschen Regisseur, dessen Villa sich in der Nachbarschaft Pola Negris auf Beverly Hills befindet, Schaljapin, den berühmtesten Sänger der Welt, Emil Iannings, Dorothy Mac Eail, von der man sagt, sie sei die schölsste Frau der Welt, und ihren Mann, den deutschen Filmregisseur Lothar Mendes mit seinem Kollegen Hans Kräly, den man in Amerika den„Shakespeare des Films' nennt. Wir sitzen im Garten unter Pfefferböumen zwischen duftenden Blumen. An diesem Abend stand Schaljapin im Mittelpunkt, der best- bezahlte Sänger, der unter 4000 Dollar Honorar nicht den Mund aufmacht. Wenn Schaljapin spricht, müssen alle schweigen. Der einzige, der ihm ins Wort fallen darf, ist sein zwanzigjähriger Sohn. der als Filmstatist beschästtgt ist. Der Sohn fungiert auch als Dol- metscher, denn es sst nicht leicht, den unmöglichen Jargon Schal- japins zu verstehen.„Als ich zum erstenmal in Kopenhagen gastierte,' erzählle Schaljapin,„war es mein erstes Austreten, nach- dem ich Sowjetrußland oerlassen hatte. Als ich soirpieren ging und den reichgedeckten Tisch sah, mußte ich laut aufschluchzen. Ich dachte an Rußland und an seine Hungersnot und an das furchtbare Elend meiner Brüder. Mein Gut war damals von den Bolschewisten beschlagnahmt. Jetzt wollen sie es mir zurückgeben, falls ich nach Rußland zurückkehre. Solange aber das Gesetz, das eine derartige Beschlagnahme gestattet, existiert, will ich mein Vaterland nicht sehen. Ich habe mir ein Grundstück in Hollywood gekauft, will mir hier«in Haus bauen und«ine neu« Religion der Sonnen anbei er stiften.— Schassapin erzählte weiter, wie er gerade am Tag, als die bolschewistisch« Revolution ausbrach, in der Petersburger Oper gastierte. Er sang damals den Philipp in Verdis„Don Carlos'. In die große dramatische Szene des zweiten Aktes dröhnte plötzlich dumpfer Kanonendonner. Es war der Kreuzer„Aurora", der auf das Winierpalais ein schweres Geschützfeuer unterhiett. Die Kano- nen vollführten ihre Höllenmusik, Maschinengewehre knatterten, das Publikum war einer Panik nah«: aber aus de» Kulissen schrie der Regisseur:„Schaljapin, singen Sie ruhig weiter!' Und so kümmert« er sich nicht um den Aufruhr und sang ruhig wetter. Während des Bürgerkrieges erschien eine« Tage» die Verordnung, daß die Hunger- ratio» der Künstler noch wetter verringert werde. Schaljapin begab stch daraufhin während einer Vorstellung in der Pause zu Trotzki, der in der kaiserlichen Loge saß. Trotzki empfing den Künstler in einer napoleonischen Pose mit zusammengekniffenen Augenbrauen und steinernem Gesichtsausdruck.„Ich kann auf eine Tänzerin nicht soviel Rücksicht nehmen wie auf meine Soldaten, die in den Schützen- grüben die Revolution verteidigen. Mein Befehl wird nicht zurück- genommen. Adieu, Genosse Schaljapin.'„Mir persönlich konnte es ja gleichgültig sein,' erklärte Schaljapin,„ich habe mich ja in dieser Zeit nur mit Lebensmitteln honorieren lassen: den Mephisto sang ich für einen Sack Weizenmehl, den Boris Godunow für einen Schinken: aber ich wollte gern meinen Kameraden helfen.' Nach dem Diner nahmen wir den Kaffee im Musitsalon ein. Der groß« Sänger spricht unaufhörlich weiter. Nach dem Genuß einer ganzen Flasche Kognak oertieft er ssch in Erinnerungen an seine Kindheit. Sein Vater war zuerst einfacher Bauer, siedelte ober später als kleiner Handwerker nach Kasan über. Als Scholja- pin sechs Jahre alt war. besuchte er zum erstenmal di« Oper und war so hingerissen, daß er später nicht mehr sprechen, sondern nur noch singen konnte. Mit fünfzehn Iahren debütierte er in einer kleinen Poss«. Als Schaljapin Rußland zum letztenmal verließ, befand sich in seinem Gepäck die Krönungstrocht des Zaren Boris. „Den Anzug,' sagte der Soldat, der sein Gepäck durchsuchte,„hast du unserem Väterchen Zar gestohlen!' Mschließend bemerkte Schal- japin:„Die russische Revolutton hat alles in Trümmer geschlagen: da sind die Deutschen doch ein ganz anderes Volk. Wenn sie Revo. lution machen, braucht man nur«in Schild mit„Verboten' anzu- bringen, und dann gehen sie gleich nach Hausei' hartnäckige Eisheilige. Das machwolle Vordringen der Polar- front in der letzten Woche stellt den gewattigsten Kätteeinbruch dieses Frühjahrs dar und läßt sich nur mit dem gleichartigen Phänomen vergleichen, das in der dritten Oktoberwoche des vergangenen Jahres nachsommerliche Wärme unmittelbar in winterliche Kalle gewandelt hotte. Auch diesmal hatten namentlich in West- und Süddeutschland zuvor recht hohe Temperaturen geherrscht, deren Gipfelwerte in der Rhein- und Maingegend bei 28 Grad Celsius lagen. In der Nacht zu Mittwoch sank das Quecksilber in wetten Teilen Mitteleuropas auf dem platten Lande bereits bis auf 2 Grad Kälte: im Riefen- gebirg« wurden schon in mäßiger Höhe 5 Grad unter Null«rrelcht, und Berlin hatte Mittwoch mittag einen kurzen Schneefall, bedingt durch die schon in relativ geringer Höhe über dem Erdboden Herr- schende große Kälte, die in 2000 Meter Höhe 9, in 5800 Meter 32>4 Grad unter Null betrug. Di« vehement« Ansaugung der Kall- tust erfolgte durch ein Tiefgebiet, das zuvor vom Nordmeer nach dem Weißen Meere vordrang. Es befand sich Mtttwoch abend über den Randstaoten, und auf feiner Rückfeit« drang au» dem Raum von Grönland di« ein Hoch aufbauend« Kalllust ungehindert über die Nordsee und Skandinavien in das Inner« des Kontinents ein. Di« große Trockenheit der Kaltlust verhinderte zunächst nennenswerte Niederschläge. Der 775 Meter Höh« überstehende Kern des Hoch- druckgebietes scheint an der grönländischen Ostküste zu oerharren, und die Randwirbclbildung auf der Rückseite der westrussischcn klone verheißt für die nächste Zeit nichts Gutes, da sich dHe törungen erfahrungsgemäß Tag für Tag. oft wochenlang, zu wiederholen pflegen. Selbst für den Fall, daß vom Allantik heran- nahende neue Zyklone die Polarluft bald von unserem Gebiet ab- riegeln und wieder äquatoriale Warmluft zu uns tragen sollten, ist vor dem Anfang der Woche, und auch dann zunächst nur im Westen und Südwesten, keine Besserung des Wetters zu erwarten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird aber die Beharrungstendenz der un- günstigen Wetterloge so groß sein, daß sich di« Herrschaft der.chöjen Eisheiligen' noch über die ganze dritte Maiwoche ausdehnt. »Ans dem Reich de, König» der Könige.' Der Berichterstattung war ein höchst sonderbarer Platz in der„Urania" eingeräumt worden. Man jah die Deckenbeleuchtung, dafür den Redner aber überhaupt nicht. Und zu dem Film, der sich einem zu Füßen ob- rollte, bekam man kaum die richtige Einstellung. Der Leiter dieser Nil-, Rudolfs«-, Kafsa-Expedition, Max Grühl, erzählte u. a. von der Kultur des Aruffi-Gallaoolkes, von der Entdeckung des urhamtti- schen Volkes der Wuato am Djellelekifee und von der wissenschast- lich einwandfreien Feststellung, daß die Kultur der Kasjisscho. de>r Einwohner Kafsas, die direkte Fortsetzung der att-älhiopisch-ägy»- tischen Kullur ist. Di« Expedition versolgte auch wirtschaftliche Ziele und macht« dem Regenten Avessiniens Ras Tafari einen Be- such. Diese schwarze Majestät erscheint auch des öfteren im Film. u. a. bei einer Prozession, wo der Herrscher— die Abessinier sind Christen— dem lieben Gott zu Ehren ein Gewehr trägt. Der Schießprügel sst aus jeden Fall eine höchst sinnige Ehrung, lieber. dies bracht« der Film recht interessante Aufnahmen von der Haupt- stadt Adis-Abcba(„die neue Blume"), die nach europäischen Vc- griffen mehr Konzentrationslager als Stadt ist. Einen ganz anderen Anblick gewährte natürlich Kairo, diese Stadt der Moscheen, vor deren Toren sogleich der Wüstensand beginnt. Ueberhaupt brachte der Film eindrucksstark den Gegensatz zwischen dem Hochland Abessinien und dem Wüstenland Aegypten heraus. In Abessinien behandelt man die Tiere sehr schlecht, weshalb einem di« bildlich festgehaltenen Unarten störrischer Maulliere gerade nicht in Der- wunderung setzen können. Nebenbei bemerkt ist der Löwe vom Stamm« Judo das Wappen Abessinien», des Reiches des Königs der Könige.— g. Ein Stadtthealer als Kino. Das Stadttheater von Zittau Hot, wie viele andere Theaterbetrieb«, feit längerer Zeit mtt schweren finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Di« städtischen Zuschüsse haben ein« so beachtliche Höhe erreicht, daß sie auf die Dauer nicht ?«leistet werden können. Die Zittau er Stadtverordnetenversammlung at deshalb jetzt beschlossen, da» Theater während de, Sommers 1927— Zittau hat kein« Sommerspielzeit— für Kinozwecke zu ver- pachten, wodurch eine Entlastung der Stadt erzielt werden soll. Schöl«ra»dr«»g zum veftauer Lauhou». Wie der Direktor de» Dessauer Zaubaule», Pros. Gropius, mitteilt, mutzten schau vor«inigen Wochen wegen de» starken Andrang» von Studierenden die Listen geschlossen werden. In da» neue Semester find VS Schüler ausgenommen worden, eine große An- zahl von Meldungen mutzte zurückgewiesen werden. Zinanzetat im Landtag. Ter Mnauzminister über die Steuervereinheitlichung Der Landtag trat heut« in die zweite Lesung des Haushalts des Finanzministeriums ein. Aiuanzmiaister Dr. höpker-Afchoff: Im Laufe der Ttatsberotung hat der Hauptausschuß KlXX) neue Stellen geschaffen und 33 500 Beamte höher gestuft. Im Einver nehmen mit den Mehrheitsparteien bitten wir Sie, all diese An träge abzulehnen. Wir werden dafür die Besoldungs reform nach Möglichkeit beschleunigen und dafür sorgen. daß sie noch im laufenden Jahr verabschiedet wird. Das Reich plant auf dem Gebiet der Finanzoerwaltung ein« weitgehende Bereinheit- lichung des Steuerrechts und der Steuerverwaltung. Das Ziel des Reichs ist eine Steuerverwaltung, ein Steuerbescheid, eine Be> schwerdestelle. Wir werden dem Reich bei diesem Bemühen keine Schwierigkeiten bereiten. Wir haben nur bis auf weiteres starke Bedenken gegen den Uebergang der Katasterverwaltung an das Reich, weil die Kataftervcrwaltung auch für die Führung der Grundbücher unerläßlich ist. Ich werde nach Pfingsten im Haupt- misfchuß darüber eingehende Mitteilungen machen. Die Konferenz der Landessinanzminister am nächsten Mittwoch hat die e i n h e i t- liche Reichs st eueroerwaltung auf der Tagesornung, wird aber noch keine Entscheidung fällen. Man kann wie ich ein begeisterter Unstarrer sein, muh sich aber doch in jedem Fall gegen das wehren, was der Abg. Waentig die kalte Unitarifterung genannt hat, nämlich das Hinein- regieren des Reiches in alle möglichen Zweige der Länderverwal- tung. Augenblicklich mischt sich das Reich in den Wohnungsbau hinein, plant eine eigene Siedlungsanleihe mit eigenen Siedlungs- Plänen und bereitet mit der Rentenbankanstast der Preußischen Zentralgenossenschaftskasie eine durchaus unerwünschte Konkurrenz. Unter Ziel muß es fein, solche Doppelarbeit, die nur Reibungenerzeugt, möglich st zuoermindern.(Bei- fall.) Ein Wort noch zum Hohenzollernvergleich. Es ist völlig unwahr, daß die preußische Regierung mit der Uebcrlasiung des Wohnrechts in Homburg sich in irgendeiner Weis« für die Rück- kehr des früheren Kaisers ausgesprochen hätte. Die materielle Ab- findung der Hohenzollen, hat mit dieser politischen Frage, die aus- schließlich im Reich entschieden wird, nicht das geringste zu tun. Dir hallen nach wie vor die Rückkehr des früheren Kaisers für uner- wünscht und unmöglich.(Beifall.) Abg. eüdenunm(Soz.): Wir hoffen, daß das Versprechen einer allgemeinen Beamten� geh Tillsrevision so früh wie möglich eingelöst wird. Jetzt einzelne Beamtenkategorien herauszunehmen, wäre unzweckmäßig. Die Be strebungen auf Vereinheitlichung des Steuerrechts und der Steuer Verwaltung haben unseren vollen Beifall. Es liegt im Interesse oller Steuerzahler und Staatsbürger, die Verwaltung der Steuern mög- lichst einheitlich und billig zu gestalten. Jede Doppelarbcit zu ver- meiden und den Verkehr zwischen Staatsbürgern und Behörden möglichst leicht und angenehm zu gestalten. Die Katasterverwaltung muß allerdings bis auf weite- res bei Preußen bleiben, aber gerade deshalb ist es unerträglich, daß sie neben 2400 Beamten 5700 angestellte Hilfsarbeiter umfaßt Wir haben eine bescheidene Vermehrung der Beamtcnstellen be- fchlosien und wünschen sie im nächsten Etat fortgesetzt. In der Hochbauverwaltung nimmt erfreulicherweise im Gegensatz zu anderen Vcrwoltungszweigen das Reich die Dienste Preußens in Anspruch. Aber die Organisation der Hochbau. Verwaltung ist überastert. Die Hochbauverwallung unifaßt mehr als 300 akademisch gebildete Baubeamte und gibt jährlich über 100 Mil- lionen Mark aus. Trotzdem beschäftigt sich die Zentrale mit allen Einzelheiten der örtlichen Bauausführung. Di« Bauämter sind schlecht zusammengefaßt, die Arbeitskraft der Baumeister wird schlecht ausgenutzt, und eine Aufstiegsmöglichkeit ist ihnen fast völlig verwehrt. Das hat zur Stagnation und Unfruchtbarkest geführt. Seit über einem Jahr sucht der Finanzminister vergeblich nach einem geeigneten Leiter der preußischen Hochbauoerwallung. Die Stelle ist zu schlecht dotiert, als daß irgendein angesehener Stadtbaurat sie annähme, und gibt nicht genügend Wirkungsmöglichkest. Wir ver- langen deshalb eine Denkschrift über die Umgestaltung der staatlichen Hochbauverwaltung, die vielleicht besser vom Finanzministerium ab-' getrennt würde. Die Ansprüche Preußens an das Reich wegen des U e b e r- gangs der Eisenbahn, wegen des Verlustes an Staatsgebiet und Staatseigentum und hinsichtlich der Rückgabe der Militär- gebäude wünschen wir vom Finanzminister energisch vertreten. Es ist an der Zeit, die Venachkeiligung Preußens zu beseitigen und der Bevorzugung einzelner süddeutscher Staaten ein Sude zu machen.(Beifall b. d. Soz.) Bei Schluß des Blattes spricht der deutschnationale Abge- ordnete Rott. Schunü- unü Schmutz- prüfftelle. Ter Reichsrat wählt die Beisitzer. ' Der Reichsrat nahm gestern di» Wahl der sechs Beisitzer für die auf Grund des Schund, und Schmutzgesetzes einzurichtende Ober- Prüfstelle in Leipzig an. Gewählt wurden zwei Vertreter Preußens(Minifterial- direktor K ä st n e r, preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, und Ministerialrat Richter, preußisches Ministerium für Volkewohlfahrt), und j« ein Vertreter Bayerns (Ministerialtat v o n I a n, Staatsministerium des Innern), Sachsens (Direktor der Deutschen Bücherei U h l e n d a h l), Württembergs (Oberregierungsrat Meyer, württembergisches Ministerium des Innern) und Hamburgs(Direktor des Landjugendamts Homburg, Dr. H e r tz)._ Dm Sinowjews Kopf. Der einstige Komintern-Häuptling vor der Kontroll- kommission. Rloskan. 13. Mai.(Telegraphenagentur der Sowjewnivn.) Sinowjeff hielt in einer Nichtparteiversammlung anläßlich des fünfzehnjährigen Jubiläums der„Prawda' eine Rede, di« An- griffe gegen das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei und gegen dessen Entschließungen, sowie gegen die„Prawda* enthielt. Aus diesem Anlaß hat das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei beschlossen, dos Vorgehen Sinmvjefis als unzulässig und sämtliche von der Opposition übernommenen Berpflichtungen hin- sichtlich der Einhaltung der Parteidifzjplin verletzend zu betrachten. Es hat ferner beschlossen, Sinowjew zur Verantwortung ver der Partei zu ziehen und die Angelegenheit der Zentral- kontrollkommission zur Prüfung zu unterbreiten. Di« Moskauer und die L e n i n g r a d e r(I) Komitees der Kommunistischen Partei verlangen, daß Sinowjew zur Verantwortung gezogen werde, insbesondere im Hinblick darauf, daß er Mitglied des Zentralkomitees ist. Ein« gleichlautende Entschließung »ahm die Parteikonferenz der Moskauer Garnison an. Die Vreslaner Sladtverordveten Versammlung stimmte einem Dringlichkeitsantrog der sozialdemokratischen Fraktion zu, nämlich der Annahme einer Resolution gegen die Vernach- lässigung des Ostens durch die Reichsrcgierung. Ramjey Rlacdonold ist von seiner Krankheit wieder hergestellt. Er hat das Krankenhaus in Philadelphia verlasse» und ist nach New Hort abgereift. Berufung wegen einer Mark. Der Verteidiger legt beim Justizminister Beschwerde ein. Ein nicht alltäglicher Fall spielte sich heute in einer Berufungs- Verhandlung in Moabit ab. Die Berliner Straßenbahn- betriebsgesellfchaft hatte gegen einen ihrer Angestellten Strafanzeige wegen Diebstahls erstattet. Man hatte bei ihm einige Metallstücke, Fensterwinkel, Türrollen im Wert« von 3 Mark gefunden.— Der sachverständige Schöffe meinte, daßdieSachennurdenWertooneinerMorkhätten. Di« Beweisaufnahme ergab, daß ein Teil der Metallstücke von dem Angeklagten beim Ankauf einer Laube von deren früherem Inhaber übernommen worden war und daß andere Stücke von der Schwester des Angeklagten gekauft worden waren. Das Gericht erster Instanz sprach darauf den Angeklagten frei. In der Urteils- begründung hieß es u. a., daß der Diebstahl nicht nach- gewiesen sei. Gegen diesen Freipruch hatte aber die St a a t s a n w a l t s ch a s t Be r u f u n g e i n g e l e g t. In der heutigen Berufungsverhandlung regte Rechtsanwalt Dr. Kurt R o s e n f e l d an, daß die Staotsan- waltschaft wegen Geringfügigkeit des Objektes aus Grund 8 153, die Einstellung der Verfahrens beantragen möge. Der Staatsanwalt erklärte sich dazu außerstande, da er von seiner vorgesetzten Behörde den Auftrag habe, das Verfahren durchzuführen. Auf Vorschlag Dr. Rosenfelds begab sich der amtierende Staatsanwalt zum Ober- staatsanwalt Sethe, um von ihm die Erlaubnis zur Einstellung des Berfahrens einzuholen, was dieser ablehnte. Nun begab sich Dr. Rosenfeld persönlich zu dem Oberstaatsanwalt. Er teille ihm u. a. auch mit, daß der Vorsitzend« anscheinend nicht abgeneigt sei, das Verfahren einzustellen. Das sei ihm gleichgüllig meinte der Ober- staatsanwalt Sethe. Er handle im Einvernehmen mit dem preutzi- schen Justizministerium. Es liege im öffentlichen Inter- esse, das Verfahren durchzuführen, sofern die Straßenbahn das wünsche. Darauf beantragte Dr. Rosen- feld, die Gerichtsverhandlung zu oertagen, damit er bei dem preußi- schen Justizministerium Beschwerde führen könne. Es liege nicht im öffentlichen Interesse, daß die Slaatsanwaltschaft bei derartigen Bagatellen nach erfolgtem Freispruch Berufung einlege. Allein dies stehe im Einklang mit den letzten Reden des preußischen Justiz- Ministers, nicht ober der Standpunkt des Oberstaatsanwalts Seche. Der amtierende Staatsanwall beantragte daraus, die Vertagung ob- zulehnen, im Interesse der Straßenbahn müßte das Verfahren durch- geführt werden: denn vom Urteil hänge Kündigung und Entlassung ab: aus menschlichen Gründen verstehe er wokl den Standpunkt des Verteidigers. Dr. Rosenfeld erwiderte daraus, daß es das Ansehen der Rechtspflege schädigen würde, wenn das Privatinteresse selbst einer kommunalen Gesellschaft die Auffassung der Justiz beeinflussen dürfe. Nach einer Beratung von kaum einer Minute verkündeke das Gericht den Dertagungsbeschluß: es soll dem Verteidiger in dieser Angelegenheit, wo es sich um ein« Bagatellsache und um die Existenz eines unbescholtenen nicht mehr jungen Menschen handelt, die Mög- lichkeil der Veschwerdesührung beim preußischen Justizministerium gewährt werden. Di« Berufungshartnäckigkeit der Staatsanwaltschast in dieser Angelegenheit wäre in mancher anderen Sache, wo es sich nicht um einen armen Teufel handelt, sehr oonnöten. Die Dauer-KrawaUe im Westen. Wie lauge soll der Unfug noch dauern? Zu den Hakenkreuzkrawallen am Kurfürstendamm, über die wir in der Morgenausgabe berichteten, wird noch folgendes bekannt: Die gestrige„Wähleroersammlung*, eine verkappte Protestversammlung der Rationalsozialisten, für die als Einberufer der völkische Abgeordnete Dietrich zeichnete, war als solche von der Polizei er- könnt und gemäß dem vom Innenminister ausgesprochenen Verbot der Berliner Nationalsozialisten untersagt worden. Wiederholt wurde erfolglos versucht, das Versammlungsverbot rückgängig zu machen. Wenn sich gestern abend trotzdem zahlreiche Anhänger der Nationalsozialisten einfanden und einen beispiellosen Terror aus- übten, so wirft das ein bezeichnendes Licht auf dieses politische Banditentum. Erfreulich ist das energische Durchgreifen der Schutzpolizei, die unnachsichtlich gegen die völkischen Krakeeler einschritt. Charakteristisch für die Feigheit dieser Strolche, die in kleinen Trupps die Straßen durchstreiften, ist, daß sie einzelne wehrlose Passanten übersielen, schwer mißhandelten und dann, wenn die Polizei ans der Bildflöche erschien, ihr heil in der Flucht suchten. Der Polizei ge- lang es, insgesamt 34 Rowdys festzunehmen, die noch gestern abend der Abteilung la des Polizeipräsidiums zugeführt und einem ein- gehenden Verhör unterzogen wurden. Wöhrend neun von ihnen nach ihrer Vernehmung entlasten werden konnten, verblieben 25 In Haft, die dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. -••« Zu heute abend hat die Nationalsozialistisch« Arbeiterpartei wiederum eine Versammlung nach der Wilhelmsaue in Wilmersdorf einberufen, in der der national- sozialistische Graf R« n e n t l o w sprechen soll. Diese Versammlung ist den Nationalsozialisten vom Polizeipräsidenten genehmigt worden. offenbar deshalb, weil man dem in Berlin gewählten Grafen nicht die Möglichkeit nehmen wollte, seinen hier wohnenden Wählern Bc� richt zu erstatten. Trotzdem wird die Polizei den Versammlung? verlauf gut überwachen müssen, weil ja mit der Zeit der Ausgang nationalsozialistischer„Wählerversamnilimgen" zur Genüge bekannt geworden ist. Ein»Jubiläum' des Tiergartens. In den Zeitungen findet man Betrachtungen über ein „Jubiläum*, das Berlin in diesen Togen begehen könne, weil vor jetzt 400 Iahren der Tiergarten„geschaffen* worden sei. Im Jahre 1527 habe Kurfürst Joachim l. dos Gelände des heutigen Tiergartens erworben, um hier ein Jagdgebiet einzu- richten. Am 13. Mai 1527 sei der.Laufvertroz" vollzogen worden, durch den die Stadt Kölln a. d. Spree ihm dos Gelände überließ. An dieser Darstellung ist richtig, daß ein Teil des heutigen Tiergartengelöndes am 13. Mai 1527 von der Stadt abge- treten werden muhte, weil der kurfürstliche Hof in möglichst geringer Entfernung vom Schloß dos Vergnügen der Hetzjagden haben wollte. Besonders der damals zweiund, zwanzigjährige Kur- prinz Joachim, der spätere Kurfürst Joachim IL, legte Wert auf dieses Jagdgebiet. Das Gelände war alter Gemeindewald der Stadt Kölln o. d. Spree.„Getauft" hat der Kurfiirst es— k o st e n l o s! So dumm war weder der Vater noch der Sohn, daß einer von ihnen an Bezahlung gedacht hätte. Dos war die Art, in der damals ein Hohcnzoller„sein* Bolk enteignete. �weiundeinhalb Jahrhundert später ließ der„alte Fritz*, der für dos ogdvergnügen niemals ein rechtes Berständnis hatte, den Tiergarten zu einer Erholungsstätte für die Berliner werden. Dos möchten Schwarzweißrote noch heute als ein„Geschenk* der Hohen- zollern preisen.___ Wo ist das Kind? Sein eigenes Kind entführt hat ein Doktor Gtücksmann, der von seiner Frau getrennt lebte und in der Friedrich-Wilhelm- Straße wohnte. Das 654 Jahre alte Töchterchen Hanno, das aus der Ehe hervorging, mar bei der Mutter in der Akazienallee. Die Eheleute hatten vereinbart, daß der Vater es ab und zu sehen könne. So erschien er auch am Sonntag, dem 1. Mai, wieder in der Wohnung seiner Frau, holte die Kleine von dort ab und wollte sie bis mittags wieder zurückbringen. Jetzt kam er aber nicht wieder und ließ auch nichts mehr von sich hören. Die Mutter, die sich sofort nach ihrem Töchterchcn umsah, erfuhr, daß ihr Mann auch seine Wohnung verlassen hatte. Sie wandte sich jetzt an di« Kriminialpolizei, die ein« Spur nach Hamburg verfolgte. Dort wurde dann auch Dr. Glücksmann ermittelt, aber ohne dos Kind. Cr wurde vorläufig festgenommen. Die Kleine, ein aufgewecktes Mädchen, muß er irgendwo untergebracht haben. Die Staatsanwalt- chaft ist von der Entführung benachrichtigt worden. Mieterräte werden nicht geduldet. Die Gewaltherrschaft der Hausverwalter beginnt sich in Berliner Miethäusern kräftiger zu entwickeln. Besonders in Häusern, die Eigentum größerer Gesellschaftsunternehmungen sind, wo also der Hausbesitzer selbst nicht m Erscheinung tritt, sind sie»päpstlicher al« der Papst". Die Portierssrau des Hauses Transvaal st r. 45, di« über 60 Jahre alt und außerdem sehr krank ist, wollte ihre Portierstelle aus Gesundheitsrücksichten ausgeben und teilte dies der Hausverwallerin mit, die sich auch damit einverstanden erklärte: die alte Frau erhiell auf ein Wohnungstauschinserot verschiedene Angebote, darunter das eines Ehepaares, wo der Mann Invalide war und gerne die Stelle haben wollte, die ihm ein mietefreies Wohnen ermöglicht hätte. Die Verwalterin nahm die neuen Portiersleute an und wollte nur noch über die Leute Erkundigungen einziehen. Das Gespräch zwischen der Berwalterin und dem früheren Hauswirt des Ehepaares führte unter anderem auch aus die Mieterräte. Nichts Böses wollend, ließ der Wirt bei dieser Ge- legenheit die Bemerkung fallen, daß auch der Mann, den die Aus- kunft betraf, Mieterrat gewesen wäre und sich als solcher mit dem Hauswirt sehr gut gestanden habe. Kaum hatte die Ver- walterin dies gehört, erklärte sie ihrer alten Portierfrau kurz und bündig, die Leute kämen für sie überhaupt nicht in Frage. Die Frau könne kommen, der Mann aber auf keinen Fall.»Solche Leute, die Mieterräte gewesen sind, dürfen nicht in unser Haus." Wann endlich wird es möglich fein, Maßnahmen gegen diese„Allmächtigen* zu ergreifen? Doppelleben eines Sankbeamten. Defraudant«nd„Filmstar". In Hamburg verhaftet wurde der 22 Jahre alte frühere Bankbeamte Behring, der einer hiesigen größeren Bank für 22000 Mark Wertpapiere unterschlug. Die Ver- untreuungen wurden erst entdeckt, nachdem der junge Mann ab- gebaut worden war. Der Verhaftete bleibt«mstweilen noch im Gerichtsgesängnis in Hamburg, weil die dortige Kriminalpolizei wegen seines Verkehrs in gewissen Kreisen sich auch noch mit ihm beschäftigt. Er besaß noch 12 000 Marl. Einen Teil des erbeuteten Geldes hatte er bereits von Berlin aus an ein« Hamburger Bank eingezahlt. Der Betrag wurde dort mit dem anderen beschlagnahmt. ebenso 1000 Mark, die er von Hamburg aus an seine Mutter ge- schickt hotte. Dieser hatte er verschwiegen, daß er abgebaut worden war. Er hotte ihr vielmehr vorqespiegeit, daß er freiwillig aus- geschieden sei, um zum Film überzugehen. Die 1000 Mark sollten Spielhonoror sein, das er in seiner glänzenden Stellung in Hamburg bereits erholten habe. Die Mutter hatte von der wirk- lichen Herkunft keine Ahnung. Di« hissige Kriminalpolizei stellte unterdessen fest, daß der junge Mgim in Berlin ein Doppel- leben führte. Bei der Bank erledigle er pünktlich seine Zlrbeiten. Er erhielt auch ein gutes Abgangszeugnis, weil ja von seinen Veruntreuungen noch nichts bekannt war. Außer in der Hersurthstroße zu Neukölln hatte Behring aucb in der S ch a p e r st r a ß e noch «ine Wohnung, in der er sich nackzmittags und abends auizu- halten pflegte. Sie war prächtig eingerichtet, u. a. auch mit einem wertvollen Radioapparat ausgestattet. Hier empfing Behring seine Freunde, und hier fand man auch allerlei Kleidungsstücke, die Behring bei seinen Ausgängen trug, u. a. einen neuen Rettanzug, dazu hohe gelbe Reitstiesel mit Sporen, aber auch«achen. die man sonst nur in Damenboudoirs zu finden pflegt. Der Ver- haftete behauptet, daß er einen großen Teil de? nicht mehr vor- handenen Geldes nickt selbst verbrauckt, sondern Freunden gegeben habe, mit denen er Lokale am Kursürstendamm und in der Gegend besuchte. Diese Freunde sind der Kriminalpolizei bekannt. Als ober die Beamten sie sich näher ansehen wollien, waren sie ver- schwunden, wahrscheinlich, aus Reisen in die Provinz. Die Sachen in der Scha perstraße wurden bcschlagnnhmt und sichergestellt. „Volk unh Zeil", unsere illustrierte Wochenschrist, und „Der stinderfreund* liegen der heutigen Postauslage bei. Der Gzcanflug mangelhaft vorbereitet? Keine Nachricht von Nungeffer. Paris, 13. Mai.(TU.) Der Leiter des französischen meteoro- logischen Instituts erklärt« heute, nicht in der Lage gewesen zu sein. Rungesser und Coli Auskünste über die Witierungsverhältnisse im westlichen Teil des Atlantischen Ozeans zu geben, weil die Geld- mittel des Instituts nicht erlaubten, die teuren Telegramme aus Amerika zu beziehen. Wie man erklärt, wären gerade diese Auskünfte entscheidend gewesen, daß die beiden Flieger ihren Flug vertagten. Halifax(Neuschottland), 13. Mai.(WTB.) Zwei Fischer er- klärten, sie hätten am Montag morgen zu sehr früher Stunde ein in westlicher Richtung über die Funsy-Voi fliegendes Flugzeug beobachtet. Nach einer unbestätigten Meldung bemerkte ein Fischer an der St. Mary-Bai ein Flugzeug:«s wird erklärt, daß am Montag morgen kein kanadisches Flugzeug diese Gegend überflogen hcrbe. Paris, 13. Mai.(TU.) Die Nachforschungen nach den fron- zösischen Ozeansliegern sind wieder ergebnislos geblieben. Trotzdem hofft man in Pariser Fliegerkreisen noch immer, daß die beiden Flieger noch am Leben sind. Dies« Hoffnung stützt sich auf die Tatsache, daß am Montag vormittag ein Flugzeug über Neuseeland gehört wurde. Man ist infolgedessen der Ansicht, daß sich ein etwaiger Unfall des Flugzeugs nur zwischen Neuseeland und der amerikanischen Küste zugetragen haben könnte, woraus sich die Möglichkeit ergebe, daß Nungesser und Coli von einem Fischer- boot aufgenommen worden seien. Die amerikanischen Behörden haben eine Untersuchung darüber eingeleitet, ob tatsächlich zu der angegebenen Zeit ein Flugzeug über Neuseeland beobachtet worden sei. Aufschub des Starts der amerikanischen ozeanflieger. Rem Jork, 13. Mai.(WTB.) Wegen des im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans herrschenden Sturmwetters haben die amerikanischen Flieger ihren Start oerschoben. Lloyd Bertand hat vorläufig den Sonnabend in Aussicht genommen. während Lindberghs Start noch nicht bestimmt ist. Reattkon in JugoslaWken. Di« Abscheu gegen das faschistisch« Gewaltregim« Mussolinis Icntl die Sympathien der deutsche» Arbeiterschaft in dem bedauer- lichen Widerstreit zwischen Jugoslawien und Italien um willkürlich auf die Seite der jugoslawischen Regierung. Aber Gc- nosse B r e i t s ch e i d hat Recht, wenn er kürzlich in seinem Vor- trage über die sozialistisch« Außenpolitik davor warnte, die j u g o- slawische Regierung gegenüber der faschistischen so ohne weiteres als die fortschrittlichere und freiheitsfreundlichere zu be- grüßen. Nachrichten aus Jugoslawien über die Mißachtung des Koalition srechts lassen deutlich erkennen, daß die Sache der Demokratie und des Sozialismus von der jugoslawischen Regierung keine Förderung erwarten darf und sie die Sympathien der deutschen Arbeiterschaft nicht verdient. Zu Anfang Januar dieses Jahres hat die jugoslawische Regie- rung sich ohne Angabe von Gründen geweigert, die Sta- tuten der neugebildcten Einheitsorganisation des Eisenbahnpersonals in L j u b l j a n a gutzuheißen. Sie ist seitdem dazu übergegangen, die gewerkschaftlichen V e r s a m m- lungen dieser Organisation durch polizeiliche Verbote zu verhindern und ist mit Strafversetzungen usw. gegen ihre Führer vorgegangen. In den letzten Tagen ist sogar den Orts- g r u p p e n der neuen Gewerkschaft mitgeteilt worden, daß sie ihre Tätigkeit einzustellen haben, weil die Satzungen nicht genehmigt worden seien. Das bedeutet nichts anderes als eine Vergewaltigung des K o a l i t i o n s r e ch t s, die um so verwerflicher ist, als von derselben Behörde, derselben Regierung, eine gelbe Eisen- bahnerorganisation unterstützt wird, deren Beiträge direkt bei der Lohnzahlung«inbehalten werden. Die jugoslawische Re- gierung hat also offenbar Angst vor einer freien Gewerkschaftsbewc- gung der Verkehrsarbeiter. Anstatt einer mannhaften Vertretung der Eisenbahncrintcressen durch eine freigewcrkschaftlichc Organi- lation sieht sie lieber einen bevormundenden Beschwerdeweg. Gerade jetzt aber ist das Bestehen einer freigewerk- s ch a f t l i ch e n Jntcresienoerlretung des Eisenbahnpersonals in Jugoslawien notwendiger alz jemals, sind doch dort einschneidende Crsparungsmaßnahmcn beabsichtigt und die Verkehrsarbeiter in er- höhtem Maße der Willkür der Behörden ausgesetzt. Die deutschen Arbeitnehmer wissen die Bedeutung sreigewerkschaftlicher Organi- sationcn besonders in einer Zeit zu schätzen, wo Abbau des Personals, Berlängeruirg der Dien st schichten und Lahnsenkungen an der Tagesordnung sind, wohl zu schätzen. Sie treten dafür ein, daß auch ihre jugoslawischen Kameraden in der Benutzung ihres Koalitiansrechts nicht behindert werden und fordern daher von der jugoslawischen Regierung die Einstellung ihres Kampfes gegen die neue Eisenvahnororganisation und die Einstellung aller Maßnahmen, die mit den modernen Koalitions- rechtsbegriffen unvereinbar sind. Eine JugenStttSeitSanSstelluns. Zum ersten Male unternimmt die frcigewerkfchaftliche Organi- sation der Handlungsgehilsen und Bureauangestellten den Versuch, in einer Ausstellung in Köln in den Tagen des 14., 1ö. und 16. Mai 1927 gewerkschaftliche Jugendarbeit darzustellen. Das kann gewagt sein, zeugt aber vom Mute des Veranstalters, des Zentraloerbandes der Angestellten, der einer größeren Oeffentlichkeit freimütig Einblick gewähren will in das sich stetig entwickelnde Gebiet seiner gewerkschaftlichen Jugendarbeit. Der aufmerksame Beschauer wird Gelegenheit haben, einen Einblick in das bunt be- wegte Leben und Treiben der Jugendgruppen des Verbandes zu tun. Manche Bildtafel wird die kaufmännischen Lehrlinge bei ernster Arbeit in Kursus und Vortrag zeigen und sröhliche Fahrtenbilder beweisen daß diese Jugend fähig und gewillt ist, Geist und Körper in der Natur der Heimat zu erfrischen. Mancher färben- frohe Wimpel wird Zeugnis ablegen vom Schönheitssinn, der in diesen Jugendgemeinschasten des Verbandes eine stille Förderung erfährt. Den beruflichen Fragen wird ein genügend großer Ab- schnitt gewidmet sein. Die Loge der kaufmännischen Jugend ver- langt gebieterisch eine tiefschürfende berufliche Bildungsarbeit des Verbandes für die Jugend. Arbeiten kaufmännischer Lehrlinge aus den Plakatschriftkursen, die zu einem erheblichen Teil äußerst beacht- lich sind, geschickte Darstellungen von Buchführungsarbeiten und gelöste Aufgaben aus Stenographie und Sprachzirkeln vervoll- ständigen das interessante Bild. In einem weiteren Abschnitt wird dann noch einiges gezeigt von zentraler Jugendarbeit. Der Aufbau der Jugendarbeit des Ver- bandes wird lebhaft geschildert, ebenso der Werdegang der Zeit- s ch r i f t, die den Jugendlichen des Verbandes monatlich zur Ver- fügung gestellt wird, und in einer weiteren Auslage lernen wir das übrige Schrifttum und das Werbematerial dieser Organi- sation kennen. Der Besucher erfährt gleichfalls durch diese Aus- stellnng, daß der Verband über ein ausgezeichnetes Reichs- f e r i e n h e i m für seine Jugend verfügt. Die ausgestellten Photo- graphien lassen erkennen, daß es sich um ein sorgfältig ausgeführtes Unternehmen handelt. Es ist unmöglich, alle Einzelheiten des In- Halts dieser Ausstellung auiziisühren. Alles in allem darf aber gesagt werden, daß als erster Versuch diese Ausstellung einer größeren Oeffentlichkeit den Beweis bringt, daß die Bestrebungen des'Zentralocrbandes der Angestellten um die Jugend ernst ge- meint sind._ Angestellte in der Eisen- und Stahlindustrie! Zwischen dem Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscber Eisen- und Stahlindnstrieller(Nordwestgruppe) und den Angestelltengewerkschaften fanden, wie uns der Zentral- oerband der Angestellten, Gau Rheinland-Westfalen, mitteilt, am 11. Mai Verhandlunoen statt über die Neugestaltung der Ein- kommensregelung der Angestellten. Die Einkommensregelung ist von den«ngestewengemerfschastot zum 81 M-at 1987 gekllndtgt worden. Ebenfalls besprochen wurde die Frage der Überstunde« Vergütung nach dem Arbeitszeitnotgesetz. Ein abschließendes E« handlunge, gebnis konnte noch nicht erzielt werden, die Verhau deswegen vertagt auf Mittwoch, den 18. Mai. »lungen wurden Aenderungen im Ausschuh des JGB. (JGB.) Der Vorstand des Internationalen Gewerkschastsbun- des hat in seiner Sitzung vom 2ö. und 26. April beschlossen, bis zU dem im August dieses Jahres in Paris stattfindenden internatio- nalen Gewerkschaftskongreß den an die Stelle des verstorbenen Ge- »ossen Jaszai getretenen neuen Sekretär der ungarischen Landeszentrale, Genossen Karl P e y e r, als Mitglied und an Stell« des von seinem Posten als Sekretär der rumänischen Landeszentrale zurückgetretenen Genossen Hofer den neugewählteu Sekretär Mirescu als stellvertretendes Mitglied des Ausschusses des JGB. zu bestätigen. Englische Bergarbeiterkonfereuz. London, 13. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die Exekutive de- britischen Bergarbeiterverbandes hat in einer am Donnerstag i. London abgehaltenen Sitzung beschlossen, eine außerordent» liche Delegiertenkonferenz der Bergarbeiter zum 2. Jun' einzuberufen. Die Aufgabe dieser Konferenz ist: 1. Besprechung der bedrohlichen Lage im britischen Bergbau: 2. Diskussion des Änti- Gewertschaftsgesetzes: 3. Berichterstattung über die International« Das offizielle Kommunique weist u. a. auch auf die für der 28. Mai nach Paris einberufene Sitzung der Bergarbeiterinternalio- nale hin, in der die Stellung des internationalen Sekretärs Frank Hodges erörtert werden soll, und stellt fest, daß die Konferenz in diesem Zusammenhange„wichtige Entschlüsse" zu fassen haben wird._ Aussperrung in der S?ünfkirchener Metallindustrie. Budapest, 13. Mai.(MTB.) Die streikenden Eisen- und Metallarbeiter in Fünfkirchen haben heute mittag erklärt, daß sie nicht geneigt seien, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Arbeit- geber haben hieraus sämtliche 306 Arbeiter ausgesperrt. Fahrradschlosser und Radspanner werden für gutbezahlte Stellen gesucht. Meldung beim Bevollmächtigten der Berliner Orts- Verwaltung des Metallarbeiterverbandes. Linienstraße 83/85. Veraniwortlich kllr Politil: Victor Echisti Wirtschaft: tt. RtingrUösc- Ecw-rttchaftsbcweaun«: Stickt. Stztora: Sciiilleton: R. i. Difchcr: Lokal', � und Constiars: Fritz Rarstädt; Anzciaeu: Th.