Nr. 225. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, r. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. EAR Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 26. September 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Abonnements- Einladung. Die Einführung Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Quartal und des Bündhölzchen- Monopols in nehmer, über den Ausschluß von jungen Leuten unter 16 Jahren eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". " der Schweiz. gefährlicheren Arbeiten in völlig abgesonderte Räume und über beren Beschaffenheit, über das Verhalten der Arbeiter und die zu ihrer Verfügung zu stellenden Einrichtungen seitens der Untervon bestimmten Arbeiten, über den periodischen Wechsel in den Arbeitsverrichtungen u. f. w., lauter schöne Dinge, die aber fast 3ürich, 23. September. durchweg alle auf dem Papier stehen geblieben sind. Denn die Am nächsten Sonntag hat das Schweizervolt über die Auf- meist kleinen Fabrikanten waren gar nicht in der Lage, den vielnahme eines neuen Artikels betreffend die Einführung des Zünd- fach nicht unbedeutenden ökonomischen Anforderungen, die durch hölzchen- Monopols abzustimmen und damit über die endliche Lösung die Durchführung der Vorschriften bedingt wurden, entsprechen der seit zwanzig Jahren auf der Tagesordnung stehenden Zünd- zu können. Sie ließen sich deshalb auch bestrafen und behielten bolafrage zu entscheiden. Der vorgeschlagene neue Verfassungs- ihre primitiven Einrichtungen auch fernerhin bei. So blühte artikel lautet: auch die Nekrose weiter, die übrigens auch in den Fabrikation, Einfuhr und Verkauf der Zündhölzchen und wenigen besteingerichteten Betrieben nicht auszurotten ist. ähnlicher Erzeugnisse im Umfange der Eidgenossenschaft stehen Sind doch in einer einer als musterhaft bezeichneten Fabrik ausschließlich dem Bunde zu. Der Ertrag hieraus fällt nicht im Kanton Zürich sogar zwei Arbeiter an der Nekrose in die Bundeskasse. Ein allfälliges Reinergebniß soll im erkrankt, die in der Fabrik selbst gar nicht arbeiteten, fondern Interesse des Betriebes, namentlich der Vervollkommnung des Kisten anfertigten und nur öfters in die Magazinräumlichkeiten Fabrikats und der Herabsetzung des Verkaufspreises der Fabrik zu gehen hatten. Biel Arbeit hat es gekostet, diesen Verfassungsartikel so weit zu bringen. Ueber sein Schicksal vermag heute noch niemand bestimmtes zu sagen. Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr das Interesse jedes denkenden Menschen in Anspruch nehmen muß. Die Umsturzvorlage ist zwar gefallen, allein der Umsturz von oben wird eifrigst fortgesetzt Namentlich richten die Anstrengungen der reaktionären Parteien sich gegen das allgemeine Wahlrecht verwendet werden. Die Verwendung des gelben Phos- Im denkbar ärgsten Mißverhältniß zur Unannehmlichkeit und und das gleiche Recht der proletarischen und besitzenden phors bei der Fabrikation von Zündhölzchen ist Gefährlichkeit der Arbeit stehen die Arbeitslöhne. Dieselben beStaatsbürger. Das deutsche Volt, die deutsche Arbeiterklasse untersagt. Der Kleinverkauf ist ein freies Gewerbe, tragen nach den Feststellungen der Fabrikinspektoren 524 Franks soll politisch entrechtet werden. Und der Kampf vorbehältlich schützender Bestimmungen gegen mißbräuchliche pro Kopf und Jahr oder 1,75 Frants per Tag. Wo den Arbeitern Ausübung desselben. Die Bundesgesetzgebung wird über die von den Unternehmern Kost geboten wird, beträgt der Tagelohn um das allgemeine Wahlrecht, um die Rechte des Volkes Ausführung dieser Grundsäße die erforderlichen Bestimmungen 50 Centimes bis 1 Franks. Die Arbeiter erhalten ihren fargen muß vor allem in der Presse geführt werden. treffen." Lohn selten in baar. Die Die Fabrikanten, auch die größeren, müssen von den Kaufleuten bis zu 60 pCt. der Faktura für gelieferte Presse ist die mächtigste Waffe des Volkes Zündhölzer an Waaren annehmen und zwar Kaffee, Bucker, Seife, und diese Waffe zu stärken, ist Pflicht des Volkes. Fett, Ellenwaaren 2c., die sie dann zu Hause ihren Arbeitern statt Die Zündholzindustrie, deren Hauptsiz Frutigen im Kanton Baarzahlung geben. Dieses schändliche Trucksystem hat noch die Wir fordern die Genossen auf, nach Kräften für die Bern ist, wurde im Jahre 1882 in der Schweiz eingeführt und weitere Ausdehnung erfahren, daß die Unternehmer in ihre Berbreitung des Vorwärts" thätig zu sein. schon einige Jahre später trat die fürchterliche Phosphornekrose Kramläden auch Brot von den Bäckern nehmen und den Arbeitern Nach Beendigung unseres gegenwärtigen Feuilletons: auf. Der Kanton Zürich traf dagegen schon in den vierziger, um 2 Centimes und noch mehr theurer anhängen, als die Bäcker der Skizzen aus dem südamerikanischen fie blieben wirkungslos. der Kanton Bern in den sechziger Jahren Maßregeln, allein das Brot direkt an das Publikum liefern. Die Folge davon ist, Natürlich hatten sich mit der daß am Zahltag nicht selten die Arbeiter noch die Schuldner der Hinterlande", die ebenso spannend als belehrend sind, Krankheit zunächst die Aerzte zu befaffen, und sie waren es denn Fabrikanten bleiben oder an Baarzahlung" über die bezogenen werben wir eine kurze, mit packender Realistik geschriebene Bern, die im Jahre 1876, als das eidgenössische Fabrikgesek Berhältnissen ist die Ernährung der Zündholzarbeiter eine äußerst auch die medizinisch chirurgische Gesellschaft des Kantons Waaren hinaus 5, 10 und 30 Centimes erhalten! Bei diesen Stizze aus dem legten Türkenkrieg bringen zur Berathung stand, in einer Eingabe an die Bundesverfamm- mangelhafte, die in den sechzig Jahren, da die Bündholz- Induſtrie und dann mit dem Abdrucke des in der Gegenwart lung deren Aufmerksamkeit auf die Bündholzindustrie lenkten betrieben wird, eine völlige Degenerirung der heutigen Be und schüßende Gefeßesbestimmungen betreffend Ventilation, Aus- völkerung bewirkt hat, dergestalt, daß aus den frühern kräftigen spielenden, hochinteressanten Romans:„ Der Verrückte" schluß schulpflichtiger Kinder, Haftpflicht, Inspektion 2c. vor- Alpensöhnen Zwerge geworden find verkümmerte Zwerge im beginnen, welcher die Vernichtung eines hoffnungsvollen schlugen. Als das Fabrikinspektorat seine Thätigkeit begann mit herrlichsten Alpengebirge, in dem die Besißenden aus aller Welt Menschenlebens durch kirchlichen Fanatismus dar- besonderer Berücksichtigung der Zündholzindustrie und die in Jahr für Jahr Stärkung und Kräftigung ihrer entarteten Nerven derselben bestehenden Zustände kennen lernte, proponirte es holen. Der Vertreter des Nationalraths- Kreises, in dem Frutigen stellt und ähnliche Zustände beleuchtet, wie sie jüngst durch bereits im Mai 1879 in einem Spezialbericht an den Bundesrath liegt, Herr Bühl er, erklärte im Nationalrath, daß die Zündeinen sensationellen Prozeß aufgedeckt worden sind. das Verbot der Verwendung des gelben Phosphors bei der holzindustrie für das Frutigerthal zum Unglück geworden und er Der Zündholzfabrikation. Bundesrath Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, so- Borschlag ein und er erlebte die Genugthuung, daß er auch Bundesrath Deucher sagte im Nationalrathe: auf diesen wünschte, daß sie nie in diese Gegend gekommen wäre. Und , Das sind feine wie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen ent- die Zustimmung der Bundesversammlung erhielt und am Arbeiter, wie man sie sich in einem demokratisch- republikanischen gegen zum monatlichen Preise von 1. Januar 1881 das Gesetz, betr. Verbot des gelben Phosphors Staate als Mitglieder der menschlichen Gesellschaft vorstellt. und am 1. Juli deffelben Jahres auch das Verbot, betr. Verkauf Diese herabgekommenen Leute, diese trüppelhafte Jugend, diese von Phosphor Zündhölzchen in fraft trat. Das Gesetz hatte fahlen Gesichter, diese eingefallenen Augen, diese von ihren aber so wenig Erfolg, daß es nach anderthalbjähriger Geltung Kleidern und ihrem Körper den Phosphorgeruch überallhin ver= wieder aufgehoben wurde. Die als Ersatz für die verpönten breitenden Personen, das alles haben wir mitangesehen. Wenn Phospor- Zündhölzchen fabrizirten phosphorfreien Zündhölzchen Sie die Lohnlisten durchgehen und sehen, welche Löhne 3,30 M. für die Monate Oktober, November waren nämlich so miserabel, daß alle Welt darüber schimpfte diese Leute beziehen, werden Sie sich nicht mehr und überdies hatte sich die Erzeugung von Phosphor- Zündhölzchen wundern, daß und Dezember sie solche Physiognomien in alle möglichen Schlupfwinkel zurückgezogen, wo erst recht ohne Wenn Sie nun kommen und diese oder jene Vorsichtsmaßregel entgegen.( Eingetragen in die Post- Beitungsliste für 1895 alle Vorsichtsmaßregeln fabrizirt und die Nekrose in stärkstem zum Schutze der Arbeiter vor der Nekrose empfehlen, so wird unter Nummer 7128.) Maße gefördert wurde. Ihnen ein erfahrener Arzt oder auch schon eine Laie, der einigerNach Wiederaufhebung des Phosphorverbotes erließ der maßen ein Urtheil hat, sagen: das sind schon halbe Ruinen und Bundesrath die strengsten Vorschriften über die Verlegung der jeder ungünstige Einfluß, der auf sie einwirkt, muß diefe Leute wie ein Verrückter, jeder Mensch weiß die Sache schon, ob- Vierzig Millionen Pesos Gold hat sich der gute Mann wohl das Telegramm erst vor zwei Stunden von unten in Sicherheit gebracht.. sage acht Millionen Pfund gekommen ist Jawohl, das Gold steht auf 200 in Sterling... und das alles in vier Jahren... noch sind Buenos Aires... schöne Zeiten, was...?" es nicht einmal vier Jahre... was schadet es denn, wenn die Arche Noah jetzt ein großes Loch bekömmt... er geht nach Paris oder nach London oder sonst wohin und lebt von seinem Geld, wie ein Schuster von seiner Arbeit... Haben Sie gehört, ob schon viele Häuser im Schwanken find man tann fich's eigentlich denken. 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Skizzen[ Nachdruck verboten. aus dem füdamerikanischen " Hinterlande. 49 " . " haben. Nun, bemogelt haben Sie uns also nicht und werden „ Geschwindelt ist zu viel geworden, geschwindelt. jedenfalls auch keinen finden in ganz Asuncion, der sich darum und deswegen und aus diesem Grunde," rief Herr bemogeln ließe. Sie müssen nach dem Kamp hinaus Fernandez inmitten einer großen Tafelrunde in seinem reiten, da finden Sie eher einen... drum setzen Sie sich Stammcafé. Geschwindelt hat man allenthalben in Süd- her zu uns und trinken Sie ein Glas Kognat mit uns amerika und am allermeisten in Buenos Aires; darum fängt es kommt ja doch schon nicht mehr darauf an, ob das Gold Es sollen viele so so sein," sagte der Makler, die Hand es eben dort an... doch das ist erst der Anfang bis morgen noch ein paar Duhend Punkte höher steigt bei dabei hin und her bewegend ,, wer Verpflichtungen in paffen Sie auf, meine Herren, was das Ende davon sein den Geschichten... man wird das schon noch gewöhnt Gold zu bezahlen hat, ist übel dran; alle Welt rechnete, wird... und hier hinauf zu uns in unser kleines Para- werden... aber, wie ich sage, geschwindelt ist geworden daß das Gold nicht über 160 steigen würde, und so hat guay fommt die Epidemie auch noch... eine Art von geschwindelt... Wird die guten Portenos über sich jeder auf diesen Kurs eingerichtet. von direkten galoppirender Schwindsucht... hui, im Galopp wird es raschen, die augenblicklich in Paris auf der Ausstellung Bankrotten meldet man gerade nichts... den ersten Andann hinaufgehen das Gold... bis zu den Wolken..." find In diesem Augenblick kam ein Makler eilig von der gestellt... sich doch niemand den Krach vor- ſturm werden die meisten wohl noch aushalten... wenn wie sie purzeln werden... waren in legter die Sache sich aber wirklich verstärken sollte, oder auch nur Straße in das Kaffeehaus, schaute sich um und fragte Herrn Beit auch schon merkwürdig hochnäfig und dickfellig ge- andauern, dann..." Fernandez, ob er nicht argentinische Billets kaufen wolle. worden. Fernandez warf einen listigen Blick über die Tafel und fragte dann ernsthaft den Makler, wie theuer sie wären. Bu 160 verkaufe ich sie...." Die ganze Gesellschaft erhob ein brüllendes Gelächter. Herr Fernandez pruftete so stark, daß er sein ganzes Glas Kognat verschüttete. Vielleicht nur ein Börsenmanöver.... ... und morgen oder übermorgen ist alles wieder im Geleise," sagte der Matler, sein Glas trinkend. Schöne Börsenmanöver werden noch Wunder sehen die Leute, die an Börsenmanöver glauben, wenn das Gold hinaufsteigen wird immer in schönen Sprüngen. Zu erst zu zehn Punkten, dann zu zwanzig, dann um fünfzig und dann um hundert... vielleicht wieder einmal, wie es vor dreißig Jahren war in Argentinien bis auf 2400, als Der Matter tratte sich verlegen hinter den Ohren, man am Ende vier Prozent ausgezahlt erhielt auf seine dann nahm er seinen Hut ab und fuhr mit der Hand über Billete... Gott und Jesus Christus... müssen die Leute die Stirn, um sich den Schweiß abzuwischen, der auf ihr schon damals gestohlen haben wenn ich doch einmal in großen Perlen stand. an der Quelle fizen könnte dabei und ein wenig mitschöpfen .. aber das ist nur für die Gevattern..." " Ja, Juarez Celman hat ein wenig verdient..." ,, Gehen Sie hin und fangen Sie andere Dumme, Verehrter, wir wissen es auch schon, daß zu Buenos Aires das Gold auf 200 steht... Dann werde ich die Billete schon nicht mehr los werden... alle Teufel... und ich bin umhergelaufen . " Sie scheinen noch immer Hoffnung zu haben. Wenn man vernünftige Maßregeln treffen würde Ach papperlapapp... was heißt vernünftige Maßregeln zusammenkommen, zusammenrufen... .. die Herren Kaufleute, nicht wahr, die Herren Grundbesitzer, die Herren Minister und Senatoren; jeder sagt langathmig seine Meinung, wie man die Krisis zu beschwören hat, und dann geht alles auseinander und stiehlt wie früher.... fenne den Unsinn... und von Herrn German Winterfeld, dem großen argentinischen Finanzgenie und intimsten Freund des Herrn Präsidenten Juarez Celman, der überall seine Finger dabei hat, wo etwas zu verdienen ist... hört man wohl auch nichts, Gevatter " Nichts.. weder Gutes noch Böses... und seine Bant tonvertirt noch immer ihre Billets... doch scheint es mir, daß die Herren Kassirer ein wenig langsamer 81 verbessern wollen. Das Monopol ist das einzige Mittel, um zu diesem Ziele zu gelangen. " " " Traut machen. Eie werden nicht nur die Nekrose eher bekommen, Unterzeichnet war dieser Beschluß Berdemeyer, nur, daß eine einfache Datumvergleichung dieses Karten als fräftige Leute, fondern sie sind auch anderen Krankheiten un- Niemeyer, Mügge. Auf eingelegte weitere Beschwerde gebäude der" Post" über den Haufen wirft. Die erste gleich mehr ausgesetzt. Es sind das Kandidaten der Lungen unseres Genoffen beschloß aber der Straffenat des Ober- Serie der Hammerstein- Briefe und auch die Kameelschwindsucht, Todeskandidaten überhaupt. Da schafft das Monopol Landesgerichts zu Gelle in seiner Sigung vom SonnOrdnung. Das Loos dieser Leute wird verbessert. Diese Menschen abend, den 21. September, da nach der Sachlage ein au3- Inschrift, die die" Post" ganz vergessen hat, wurden am werden gehoben. Das ist ein schönes, ein ideales Biel, dem wir reichender Fluchtverdacht nicht für vorliegend zu 1. September, einen Tag vor der Kaiser wohl den doktrinären Gedanken zum Opfer bringen können: erachten: rede, veröffentlicht. Wir wollen überhaupt keine Monopole." ,, unter Aufhebung der Entscheidungen der Borinstanzen Damit ist doch wohl zur genüge dargethan, daß sie Das Zündhölzchenmonopol ist kein Monopol, wie irgend ein wird die Haftentlassung des Beschwerdeführers angeordnet" nicht den Zweck haben konnten, den Entrüstungssturm abanderes; es ist kein fistalisches Monopol; das Bündhölzchen- und daraufhin wurde der Inhaftirte der deutschen Freiheit zulenken. Die Sozialdemokratie hat niemals irgend eine monopol ist seiner ganzen Natur nach ein Gebot der Humanität, wiedergegeben. Scheu vor diesem Entrüstungssturm gezeigt. Fühlt die ein Werk des Mitleids für Mitmenschen, deren elendes Loos wir Apportiren wollen die Nationalliberalen im Post" das Bedürfniß, gegen uns etwas zu erfinden, so Reichstage der Regierung ein Sozialisten gesetz, da sollte sie doch etwas geschickter verfahren. Daß das Bündhölzchenmonopol in der That nur eine humanitäre trog allem Gewinsel dieser Mannesseelen bisher aus Herr Majunke dementirt jetzt in einer Zuschrift an Maßregel, ein Arbeiterschußgesez sein soll, das aus der Regierungskreisen ihnen noch keine Zusicherung ertheilt die Germania", daß er den Zerfall der Zentrumspartei sozialen Nothwendigkeit, aus dem Bankerott des Privat wurde, daß die Regierung selbst die Initiative ergreifen prophezeit habe. Seine Ausführungen, die sich zu einer betriebes entstanden, das besagt auch der Wortlaut des wolle. Der nationalliberale Gesetzentwurf soll sich, wie die Polemik gegen Mißdeutungen der Köln. Volksztg." zuspißen, vorgeschlagenen Verfassungsartikels. Nach der ökonomischen Seite Schlesische Beitung" mittheilt, gegen gewisse Arten sozial- kommen indeß darauf hinaus, daß er glaubt, die Zentrums hin ist das vorgeschlagene Zündhölzchenmonopol-Westentaschen- demokratischer Ausschreitungen richten." Ob Herr von partei würde in wirthschaftspolitische Gruppen zerfallen, die Ausgabe eines Monopols"," Monopölchen" nannte es Herr Curti im Nationalrath- eine sehr unbedeutende Maßnahme. Bennigsen auf diese Weise endlich seine vollgiltige Qualifi- nur durch kirchliche Interessen noch zusammengehalten werden. G3 fommen etwa 30 Fabriken mit vielleicht 600 Arbeitern und tation zum Minister beweisen will? Das entspricht vollkommen unserer eigenen Deutung der eine Expropriationssumme von etwas über eine halbe Million Franken in betracht. Um so lächerlicher ist die Wichtigthuerei, Hammerstein und Stöcker als Märtyrer- das das Bentrumslage. mit der ultramontane, reformirt- konservative und auch liberale Verdienst, dieses unübertreffliche Phantasiegebilde ausgeheckt Was alles telegraphirt wird. Als eigenen DrahtManchestermänner und Föderalisten die beide meist identisch zu haben, gebührt der Post", und damit hat dieses bericht" veröffentlicht die Bossische Zeitung" heute morgen find das Monopölchen" zu einer großen Staatsaktion auf Stumm ergebene Organ" jedenfalls das Seurrilste geleistet, folgendes unter„ Neuesten Nachrichten": bauschen und unter Schwenken des rothen Tuches das Volt was in der gegenwärtigen Sozialistenhatz von Kartell- Paris, 24. September. Die Patrie" meldet, die in Paris vor den Gefahren des Sozialismus warnen. Sie ist noch organen zu tage gefördert wurde. Eine Warnung vor wohnenden deutschen Sozialisten hätten soeben von lächerlicher, als mehr oder weniger Parteigenossen aller dieser Weiterbehandlung der Fälle Hammerstein und Stöcker verweisung erhalten, so bald als irgend möglich ihrer Parteileitung in Deutschland die Gegner für das Gesetz in der Bundesversammlung gestimmt haben und auch jetzt für dasselbe eintreten. Einmüthig stehen fleigt sich nämlich zu folgender Teduktion: zum Zündhölzchenmonopol die Sozialisten und die Demokraten, und Die Behandlung beider Fälle durch die jüdisch- liberale nach Deutschland zurückzukehren, um in ben Herrn fie allein auch geben sich die größte und ehrlichste Mühe, die Presse ist nur zu ſehr bazu angethan, sowohl penn politischen Kampf einzugreifen. Und solches Blech glaubt die ernsthafte" Tante Voß! Vorlage durch Aufklärung des Boltes zur Annahme zu bringen. v. Hammerstein als Herrn Stöder mit dem Scheine Denn glauben muß fie es, sonst könnte sie's ihren Lesern Es ist tein Zweifel, wenn das Volk die ärztlichen Gutachten mit dem ärtyrerthums gegenüber den Juden zu den detaillirten Schilderungen und bildlichen Darstellungen der schmücken. Denn diese Presse läßt nur zu deutlich erkennen, nicht auftischen. Beiläufig ein Wörtchen: Für den„ polientfeßlichen Krankheit und ihrer Opfer lesen und sehen könnte, daß die Verfehlungen der Herren v. Hammerstein und Stöcker tischen Kampf" haben wir genug Leute in Deutschland. wenn es die Untersuchungsberichte der Fabrikinspektoren und der ihr wesentlich den erwünschten Anlaß bieten, an den Anti- Und um mit unseren Gegnern fertig zu werden, mehr parlamentarischen Kommissionen lesen würde das edlere femiten Hammerstein und Stöcker ordentlich ihr Müthchen als genug. menschliche Gefühl, aber auch der Verstand würden für Annahme zu fühlen. Die Reaktion gegen dieses der sittlichen Grundlage entbehrende und, wenn die Zurückdrängung der Richtung Madagaskar beherrscht mehr und mehr die frans der Vorlage entscheiden. Hammerstein- Stöcker in unserem öffentlichen Leben beabsichtigt 3öiische Politik. Die Hiobsposten jagen einander und wird, herzlich dumme Verhalten kann nicht ausbleiben. Man das Wort Madagaskar schreibt heute die Petite läuft daher bei weiterem Vorgehen auf dem bisherigen Wege Ge- République"- klingt uns in die Ohren wie Todten fahr, daß die Sache verläuft, wie der Fall Ahlwardt. Ungleich wich geläute." Freilich es läuten keine Glocken. Die Regierung tiger aber erscheint es noch, daß die Erörterungen über die Fälle hüllt sich in Schweigen sie thut alles, um zu verhindern, politischen Auseinandersetzungen die Aufmerksamkeit von dem Hammerstein und Stöcker und die daran sich knüpfenden partei- daß die Wahrheit bekannt werde. Den Soldaten war das Berhalten der Sozialdemokratie gegenüber den Ereignissen von Schreiben verboten. Allein es sind doch Briefe aus dem Dem Septemberfurs ist abermals ein Redakteur 1870/71 abzulenken geeignet sind. Die Hammerstein Briefe pesthauchenden Grabe" nach Frankreich gekommen und dez, Vorwärts" zum Opfer gefallen. Genoffe Emil find bekanntlich im Vorwärts" und zwar zu einem Beit- was sie melden, ist entsetzlich. Bataillone find auf 50 und Roland, der frühere verantwortliche Redakteur des Vor- puntte veröffentlicht worden, wo die sozialdemokra 60 Mann zusammengeschmolzender Rest ist fieberkrank wärts", wurde am Mittwoch, den 25. September, nachmittags Ginbrud ihres Verhaltens zur Gedanfeier Kranke nicht rasch den giftigen Miasmen entzogen wird. tische Parteileitung die denkbar größten Anstrengungen machte, den oder todt. Und das Sumpffieber ist tödlich, wenn der in seiner Wohnung verhaftet und in das Untersuchungszu verwischen, wie dies u. a. die Auer'sche Rede beweist. Das so furchtbar dezimirte wenn man hier von gefängniß zu Moabit überführt. Die Gründe für diese Die Annahme liegt nahe, daß die Veröffentlichung zu dem Zwecke bezimiren reden kann, wo nicht der zehnte Mann ein Opfer auffällige Verhaftung haben wir bislang nicht in Erfahrung erfolgt ist, um der Erörterung über den Fall Hammerstein neue des Klimas geworden ist, sondern wo der zehnte Mann es bringen könneit. Nahrung zuzuführen und Herrn Stöcker in die Sache Dies versprach ein nur Die Erfurter Tribüne" theilt ferner mit, daß das hineinzuziehen. T zu wirksamer nicht geworden ist das so furchtbar heimgesuchte Rautionsanerbieten zwecks Freilassung des in Köder für den größten Theil der Presse zu werden, Expeditionskorps marschirt siegreich" auf die Landesund eröffnete die sichere Aussicht, daß in dem dadurch hauptstadt los ein feindliches Korps, das sich vor Erfurt in Untersuchungshaft befindlichen Genossen aufgewirbelten Staube der Eindruck des vaterlandslosen Ver- einigen Tagen ihm entgegenwarf, wurde zerstreut- aber Güldenberg vom Landgericht abgelehnt worden ist. haltens der Sozialdemokratie sich verwische. Die Erörterungen was wird von dem Expeditionstorps übrig sein, wenn es Allen Freunden und Genossen, welche sich in bereitwilligster über die beiden Fälle fortsetzen, heißt daher nichts anderes, als Tananarivo erreicht hat? Und wenn noch ein Bruchtheil Weise erboten, durch Hergabe von größeren und kleineren den Sozialdemokraten auf den Leim gehen. Das wäre vom Geldbeträgen die Kantion zur Befreiung unseres inhaftirten Standpunkt der Sammlung aller staatserhaltenden Glemente um übrig ist, wird er zurückkehren? Denn wir sind jetzt in Kämpfers zu erschwingen, spricht das Blatt die Anerken das Kaiserthum zum Kampfe gegen die sozialrevolutionären Be- der Zeit der tropischen Regen und zu dem Fieber kommen nung für ihre leider vergebliche Opferwilligkeit aus. strebungen so ungefähr das dentbar Verkehrteste." die Ueberschwemmungen, die zu Katarakten und Seen anZur Haftentlassung des Genossen Rauch in geschwollenen Bäche und Ströme. Hannover berichtet der Volkswille" noch: Hoffen wir, daß das Schweizervolt am 29. September auf der Höhe der Situation steht und mit großer Mehrheit das Zündhölzchenmonopol beschließt. " " Politische Webersicht. Berlin, 25. September. Das Verdienst, dem Ritter und dem Hofprediger die Die überlebenden Kranken, welche das letzte Postschiff Märtyrerkrone auf das Haupt gesetzt zu haben, möchten Am Freitag, den 6. September, wurde Genosse Rauch ver- wir den Gelehrten der Post" nicht durch irgend eine nach Marseille gebracht hat, erzählen grauenhafte Dinge haftet... Die sofort gegen den erlassenen Haftbefehl eingelegte zweifelnde Bemerkung schmälern, aber mit den Plänen, die das von den Zuständen auf Madagaskar; tausende und aber Beschwerde wurde von der Ferien- Straftammer a Blatt im Zusammenhang damit der Sozialdemokrat ie andichtet, tausende Fieberkranker sind in dem, was man beſchönigend des hiesigen Landgerichts am 12. September als unbegründet müssen wir uns doch etwas näher befassen. Es klingt für Hofpitäler nennt, wie die Häringe zusammengedrängt, und da der Thatverdacht ein dringender ist und der Beschuldigte Kartellohren gewiß recht plausibel, daß der„ Vo rwärts" die da es an den nothwendigen Vorrichtungen und der noth im Hinblick auf die ihn erwartende hohe Strafe der Hammerstein- Briefe der Deffentlichkeit übergeben habe, um wendigsten Pflege fehlt, so hat die Sterblichkeit einen Grad Flucht verdächtig erscheint." den am Sedantage entfachten Sturm abzulenken. Schade erreicht, der jedem Kranken innerhalb weniger Monate den sicheren Tod in Aussicht stellt. zurückgewiesen, " zählen, wenn sie Silber herauslangen sollen, wie früher... und Cerro Desgracias gekauft, wenigstens zur Hälfte. und dann hat der Haufen der Silbersüchtigen bedeutend hat mich übrigens geärgert; denn ich glaubte, daß noch ein zugenommen, mitunter sieht man ganze Knäuel von Armen, die alle Silber verlangen... worden 維 Die Empörung ist in Frankreich allgemein. Keine Zeitung giebt es, die es noch wagte, die Regierung in Schutz zu stattlicher Kriminalprozeß heransspringen würde, wobei ich nehmen. Und wie wäre es auch möglich? Die Regierung auf einige Sporteln gekommen wäre... glaubte etwas von ist kopf- und planlos vorgegangen. Statt den kurzen Weg " Ja, ja, das steckt an... mit einem fängt es an, der Erbschleicherei, Gott weiß was... hätte er mit dem alten von Often nach Tananarivo zu wählen einen Weg, auf hinkommt... das sehen ein Dußend andere, die überlegen Batino angefangen, wie ich es wollte, so wäre er von dem welchem die Expedition des Jahres 1885 binnen eines sich die Sache auch und fördern sie gedeihlich... binnen Alten gründlich über den Löffel barbirt worden... der Monats an's Ziel gelangt war und wo außerdem durch kurzem ist die ganze Bank voll, und alles schreit nach Silber. ist mindestens so schlau wie Herr Winterfeld... ja, meine fühle Seewinde die Fiebermiasmen zerstreut werden Ist den Leuten schließlich auch nicht zu verdenken... jeder Herren, wir sehen allerliebsten Zeiten entgegen... Krisis wählte man die mehr als doppelt so lange Route vom arme Teufel will sich ein paar Silberstücke im Sande verWesten, wo fast das ganze Jahr hindurch mörderische Fieber Krisis heißen es alle und Bankrott nenne ich es." graben, wenn die Assignaten gar nichts mehr werth sein In den wenigen Straßen Asuncions und in den herrschen. Und warum diese unbegreifliche Wahl? werden... um einen Stengel Maniot zu kaufen und ein Kneipen debattirte heute alles über die Steigerung des Pfund Fleisch für das Buchero..." Goldpreises in Buenos Aires. Wer in diesen Ländern Die" Petite République" giebt die Antwort: es Winterfeld steht nach meiner Meinung feft... er ist darauf achtet, was überhaupt die Straßenunterhaltung aller mußten viele Millionen verpulvert werden, zu reich und im Laufe der Jahre ein zu schlauer Fuchs ge- Leute ausmacht, wird sowieso immer das Wort Pesos damit die Lieferanten ein Geschäft machen heraushören, wo er geht und steht. Der Besos und das tonnten. Die Politik ist in unserer heutigen Bourgeoiswelt ja Halt... halt... halt, Freund... in einem Lande, Pfund ist die große Feder, die jeden laufen heißt wo es nur Papiergeld giebt, ist die Beurtheilung eines und sprechen und die Hände rühren. Ein Taubstummer blos ein Geschäft. Und was liegt daran, daß zehntausend Geldmannes ein belikates Ding, besonders in kritischen dorthin versezt würde am selben Tage zu sprechen anfangen Soldaten zu Grunde gehen, wenn das Geschäft nur geBeiten... und es ist überhaupt mit dem raschen Reich- und sein erstes Wort würde das Schiboleth" Beso" sein, macht wird. Und ein Geschäft ist gemacht Millionen find ver werden überall auf der ganzen Welt eine eigene Geschichte... und ein Gelähmter würde seine Krücken wegwerfen und als Winterfeld kann in einem Augenblick reich sein, sehr reich Schnellläufer hinter dem davon flatternden Papierpeso dient worden! Allein der Zorn des Volkes ist auch erund auch arm, sehr arm, gerade so wie es die Verhältnisse hereilen. Heute war es aber ein reines Babel von Zungen, wacht und der französischen Regierung droht ein Tag des zufällig wollen... was er erworben, ist durch Spekulation die sich nur auf dem Kurse des Goldes von 200 einigten Gerichts. und er erwirbt durch Spekulation... wenn es noch Speku- und fanden. In Paraguay stand das Gold allerdings lation in Minen wäre, in Eisenbahnen durch bebaute noch auf 160, wie geffern in Argentinien, und begeisterte Gegenden wie in Nordamerika... aber Spekulation Paraguayschwärmer fanden darin eine neue Stüße für Eine neue Preßmaßregelung hat das Ants in Argentinien ist lauter papierne Spekulation... thre Schwärmereien. Andere behaupteten, daß morgen für gericht in a Iberstadt ersonnen. Daffelbe verbot der Post Bankattien Nationalbank Aktien, Provinzialbank Paraguay dasselbe Schicksal kommen würde, wenn nicht ein die Beförderung der von unserem Genossen D. David redigirten Attien, Diskontobank Attien, Hypothekenscheine über schlimmeres, und so wogte die Aufregung hin und her. Alle, Sonntagszeitung", bevor nicht eine amtliche Bescheinigung über nie gesehene und gemessene Ländereien... Anleihen, die argentinische Billete besaßen, und diese liefen im Lande Nichtkonfiskation ertheilt sei. Demzufolge verweigerte die Post äußere und innere.. ein Mischmasch von allen möglichen umher, wie die paraguayischen, und die ihren papierenen bereits die Annahme der letzten Nummer, die aber den ausBapieren.nur fein baares, geprägtes, flingendes Geld. Schatz gestern vertrauend unter ihr Kopftissen gesteckt hatten, wärtigen Abonnenten trotzdem zugestellt werden konnte. BeIch will nicht leugnen, daß mit diesen Wischen ein geschickter saben am Morgen, daß die Hand eines unsichtbaren und schwerde ist eingelegt. - Die unpolitischen Vereine und die Polizei. Mann ein großes Vermögen machen kann; aber er muß unfaßbaren Diebes ihnen vierzig Prozent ihres Schages fabelhaft gewandt sein und im geeigneten Augenblick ver- geraubt hatte, was mancher nicht im ersten Augenblick be- Merkwürdig hellsichtig für polizeiliche Unbequemlichkeiten werden stehen, die Fäden abzuschneiden, und alle diese litho griff, aber bald begreifen sollte; denn dieser unsichtbare auch die verfolgungswütbigften Ordnungsstüßen, wenn sie am graphirten Papiere einem anderen anhängen können... was Dieb begann alle Nächte unter das Kopfkissen zu greifen, eigenen Leibe polizeiliche Großthaten verspüren. So schreibt jetzt mitunter sehr schwer sein kann... sehen Sie kleiner Matler er stahl regelmäßig und gleichmäßig; denn er stahl die National Zeitung" über die gestern von uns besprochene doch, was es Ihnen heute schwer gefallen ist, Ihre vielleicht sowohl bei Reichen wie bei Armen, und da es ihm Spaß polizeiliche Maßregelung der Philosophischen Gesellschaft in tausend Pesos argentinisches Papier an den Mann zu zu machen schien, begann er schließlich auch paraguayische" Jm vorliegenden Falle handelt es sich um das Hausrecht. bringen und solch weitverzweigtes Geschäft... wer Billets zu stehlen und that auf diese Weise auch dem ein- Jeder einzelne und im allgemeinen alle Versammlungen und weiß... sage ich einmal.... Aus guter Quelle weiß ich fältigsten Menschen zu wissen, was Diebstahl heißt; der es Vereine dürfen Fremden das Betreten ihrer Wohnungen oder übrigens, daß die 600 000 Pesos Silber, die er für seine endlich begriff, als der Krämer ihm begann weniger zuzu- Versammlungsräume untersagen und sie nöthigenfalls daraus Groß war die Aufregung entfernen. Politische Vereine und Bank hier nach Paraguay gebracht hat, bis jetzt vergebens wiegen für dasselbe Geld. und Versammlungen unters dieser Hinsicht der im Bereinsgefeh aud auf Brüder warten... und es sollte noch die doppelte darüber in einer fleinen Stadt wie Asuncion, die 20 000 liegen in Summe nachkommen. Und seine Rolonie scheint auch Einwohner zählt, in Buenos Aires mußte sie demnach gesprochenen Ausnahme, daß die Orts Polizeibehörde befugt ist, zur Ueberwachung einen oder zwei Beamte oder ganz eingeschlafen zu sein." 25 mal so groß sein; aber sie war dort noch größer; denn andere Personen zu entfenden. Doch diese Befugniß ist eben nur das Herz, das den Blutstrom durch das Paris von Süd- auf grund des§ 4 des Vereinsgesetzes vorhanden, also ausamerifa jagt, hat mehr Kraft in sich und treibt mehr Blut geschlossen gegenüber Vereinsversammlungen, in denen nicht, wie vor sich her. Hier rollt mehr Geld.( Fortjehung folgt.) es dort heißt, öffentliche Angelegenheiten erörtert oder berathen ... = Er hat doch den Prozeß um das Land verspielt, wie ich gehört habe." Hat sich aber hinterher doch mit der Besizerin geeinigt Hannover: Deutsches Reich. 1 werden follen". Hegt die Polizei den Berdacht, daß in einer Empörung über die Madagaskar Expedition in Frankreich so groß, I nehmen wird. Doch selbst der russische Bauer ist schon lange derartigen Versammlung doch über öffentliche Angelegenheiten daß ein vollständiger Bruch mit dem gemeinschädlichen, blos nicht mehr so dumm, als daß es ihn rühren könnte, wenn ihm verhandelt werde, so ist es ihre Sache, sich darüber Gewißheit einigen Abenteurern und Spekulanten nüßenden System der mit der einen Hand ein winziger Theil von dem hingeworfen durch eines der Mittel zu verschaffen, die ihr im allgemeinen zu Rolonialpolitik zu erhoffen ist. wird, was mit der anderen aus ihm herausgepreßt worden ist. stehen. Aber die Ausnahmebefugniß zur Entsendung von über- Wie heute Abend gemeldet wird, sind die Versuche der Eine Bedeutung hat aber die Einsetzung des Kuratoriums wachenden Beamten kann sie, wo die Voraussetzung des§ 4 des Regierung, Freiwillige für Madagaskar zu bekommen, selbst immerhin als offizielle Anerkennung der Arbeits: Vereinsgesetzes nicht vorliegt, so wenig in Anspruch nehmen, wie sie bei der Fremdenlegion gescheitert. etwanach Ermessen Haussuchungen ausführen oder auf der Post Briefe lofigteit, als stehender Einrichtung auch des mit Beschlag belegen darf. Derartige Eingriffe in die staatsbürger- Tagesordnung. Dieser Tage tam es vor, daß ein Soldat, - Die Militärmißhandlungen bleiben auf der russischen Staates. lichen Rechte sind nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen Kuba. für einzelne Fälle zugelassen, und ebenso verhält es sich mit der der gegen einen Befehl remonstrirte, von seinem Offizier- Da3 spanische Madagaskar ist Kuba genannt Berlegung des Hausrechtes durch die Anwesenheit unberechtigter Das hat die Aufregung noch vermehrt. Und die Regierung fab Kuba ist Rolonie, Madagastar ist es noch nicht- und in Kuba Knall und Fall vor der Front erschossen wurde. worden. Der Vergleich paßt natürlich nicht in allen Punkten. Fremder. Es fehlt der Polizei nicht an anderen Mitteln, sich heute genöthigt, der öffentlichen Meinung eine Konzession zu ist ein Aufstand, während auf Madagaskar Eingeborene gegen Uebertretungen der Gesetze zu ermitteln. Glaubt sie z. B. auf grund erhaltener Mittheilungen oder von Erkundigungen lichen Ehe del verhängten, abgefeßt. Das wird freilich die Kampf selbst ist die Aehnlichkeit aber frappant. Hier wie dort machen: sie hat die Offiziere, welche die Strafe über den unglück- fremde Groberer und Landräuber kämpfen. In bezug auf den Anlaß zu der Annahme zu haben, daß ein Verein, der nicht Bewegung, welche jest gegen den Militarismus losgebrochen ist, das Klima der gefährlichste Feind, hier wie dort unwegfames zur Beschäftigung mit öffentlichen Angelegenheiten befugt ist, folche doch erörtert, so kann sie die Erhebung einer Anklage ver- nicht zur Ruhe und zum Stillstand bringen. Gelände, das größere Hindernisse darbietet, als die feindlichen anlassen; die gerichtliche Verhandlung wird dann die Wahrheit Waffen. Auch in Kuba sind die Truppen völlig verseucht ergeben." die Hälfte höchftens Hälfte soll soll Und tampffähig fein. ist ebenso schlecht, wie auf Madagaskar. noch eine zweite Aehnlichkeit: die Verpflegung und Verwaltung Italien. Die Gesinnungsgenossen der National- Beitung" würden in Sizilien. Als Garibaldi im Jahre 1860 in Sizilien geRom, 23. September.( Eig. Bericht.) Die Zustände sich ein Verdienst erwerben, wenn sie einmal nach deren Rezept landet war und, nach Palermo gelangt, einfab, daß seine gegen polizeiliche Uebergriffe Remedur erstreben würden. Freischaarentruppe zu schwach sei, um das bourbonische peer aus dee ganzen Insel zu vertreiben, beschloß er, den Sizilianern, um sie zum Anschluß an den Aufstand zu veranlassen, die Vertheilung der Gemeindeländereien zu versprechen. Die Aufständischen dagegen find ans Klima gewöhnt, und haben sie auch keine regelmäßige Verpflegung, so finden sie für ihren Guerillafrieg mit kleinen Streifforps bei der befreundeten Einwohnerschaft leicht den nöthigen Proviant; und für Munition forgen die Amerikaner, denen die spanischen Kreuzer feine Kopfschmerzen bereiten. seine anfängliche Zuversicht ganz verloren haben. Martinez Campos selbst soll nach den neuesten Berichten Japan. " - Bei den zahlreichen Verhaftungen wegen Landesverrath 3 soll es sich nach einer die bürgerliche Presse durchlaufenden Meldung angeblich um einen vom Spionagebureau in Paris aus planmäßig geleiteten Spionen- Er versprach damit nichts eigentlich Neues, sondern nur die dienst handeln, der seinen Hauptdienst in Köln gehabt hätte Ausführung eines schon unter der bourbonistischen Herrschaft und von dort Mittel- und Südwestdeutschland neßartig überzog gegebenen Gesetzes, welches die Verloosung der Gemeindeländereien Durch die Juhastnahme des französischen Paares in Köln habe unter die armen Bürger vorschrieb; eines Gesetzes, das infolge. man die Fäden in die Hand bekommen und die an anderen Orten des Widerstandes der sich im thatsächlichen Genuß der Gemeindethätigen Agenten jenes Paares, beziehungsweise des französischen ländereien befindlichen Großbürger niemals zur Ausführung- Die gemeldeten Neurüstungen bestätigen sich. Spionagebureaus entlarvt, die ihren Aufenthalt meist in gelangt war. Neu war in dem Garibaldi'schen, von Crispi als Die japanische Regierung, so lesen wir in der Vossischen Zeitung", größeren Festungsstädten hätten und deren Aufgabe es wäre, Generalsekretär unterzeichneten Grlaß vom 2. Juni 1860 nur das hat nicht nur beschlossen, die Flotte in außerordentlicher Weise militärische Geheimnisse namentlich Festungspläne und Ar- Versprechen, daß die den Freischaaren sich Anschließenden sich, zu verstärken, wozu das Parlament, wie drahtlich gemeldet, einen mirungsgeheimnisse auszutundschaften und an Frankreich zu ver- um ihren Landantheil zu erhalten, dem Loose nicht zu unterziehen kredit von 200 Millionen Yen( 1 Yen 4 M.) zum sofortigen rathen. Die Boruntersuchung wird zunächst an verschiedenen brauchten, sowie daß ihr Antheil, wenn die Ausdehnung der Bau neuer Kriegsschiffe bewilligt hat, fie faßt auch wichtige Orten geführt, und zwar überall von der Staatsanwaltschaft, in Gemeindeländereien dies gestatte, verdoppelt werden und daß Entschlüsse für den weiteren Ausbau der Landmacht. deren Bezirk jeder einzelne Spion thätig war. eventuell auch die Staatsdomänen zur Bertheilung gelangen Japan, das im Frieden sein Heer in eine Garde sollten. und fechs Infanterie Divisionen gliedert, hat bisher Sizilianer traten in großer Zahl in das garibaldische Heer ein. Von den 300 000 zur Stellung kommenden Wehrpflichtigen wurden Die Wirkung dieses Erlasses war die gewünschte: die die militärische Leistungsfähigkeit des Landes nicht voll ausgenügt. Aber weder Garibaldi noch der später so oft zur Regierung be- im Durchschnitt jährlich nur 20 000 Mann als Rekruten einrufene Crispi haben jemals daran gedacht, das von ihnen in so gestellt, 120 000 Mann der Erfahreserve überwiesen, 40 000 Mann feierlicher Weise gegebene Versprechen einzulösen. In den mit Ausstand beurlaubt und 100 000 Maun dem Landsturm fizilianischen Unruhen der letzten beiden Jahre ist gerade die überwiesen oder sofort von allem Dienst befreit. Die aftive Polen und Antisemiten. Ein Kartellverhältniß ufurpatorische Besitzergreifung von den Gemeindeländereien seitens Dienstdauer betrug bis jetzt drei Jahre. Nunmehr ist be mit den Antisemiten will die polnische Boltspartei bei den nächsten der die Gemeinden beherrschenden Großbürger ein Hauptgrund schlossen, die aktive Dienstzeit auf 1/2 Jahre herabzusetzen und Wahlen eingehen, erklärte der Rektor aller Deutschen, Herr Ahl- der Unzufriedenheit gewesen und auch in den letzten Wochen hatte das Refrutenkontingent auf 45 000 Mann zu bringen, daneben wardt, gestern in einer Berliner Versammlung. Er habe ver- dieser Anlaß zu neuen Tumulten geführt. auch die Ersatzreserve gründlicher zu schulen. Hält man fest, fucht, führte der Redner aus, mit der polnischen Volkspartei, die In den letzten Tagen verbreitete sich nun die Nachricht, daß daß die Pflichtigkeit im aktiven Dienst und in der Reserve nach bereits durchschaut habe, daß die jetzigen polnischen Abgeordneten in verschiedenen Gemeinden Siziliens im Einvernehmen zwischen wie vor sieben Jahre beträgt, so erhält man dann nach 10 v. H. im grunde genommen nur ihre eigenen agrarischen Interessen ver- den Präfekten und den Gemeindebehörden wirklich zu der vom Abzug ohne Offiziere, Kapitulanten u. f. w. rund 280-000 Mann treten, eine Verständigung bebufs einer gemeinsamen Aktion bei für das Heer erster Linie und 200 000 für die Landwehr, für Den kommenden Reichstagswahlen herbeizuführen. Es sollen in beide zusammen alfo 480 000 Köpfe, hinter denen eine starke den durchweg polnischen Kreisen polnische Kandidaten der AntiErfahreserve und der ganze Landsturm stehen. Japan trachtet semitischen Bolkspartei und in den Wahlkreisen mit vorwiegend also immer mehr, jene Großmacht zu Lande und zu Wasser zu deutscher Bevölkerung deutsche Kandidaten derselben Partei auf werden, die in Ostasien Rußland die Spitze bieten kann. gestellt werden. Herr Ahlwardt ist indeß eine höchst unzuverlässige - Die Verhandlung gegen den Assessor Wehlau, der bekanntlich in die Angelegenheit des früheren Kanzlers Leist verwickelt ist, soll im Laufe des Oktobers vor der Disziplinarkammer in Potsdam stattfinden. Die Anklage wird wiederum, wie im Fall Leist, der Geh. Legationsrath Rose vom Auswärtigen Amt vertreten. Quelle. Gesetz vorgeschriebenen Verloosung geschritten worden sei. Man schrieb diesen Umschwung der mündlichen Berichterstattung des von Palermo nach Rom berufenen Generalkommandanten von Sizilien, Generals Mirri zu, der die Möglichkeit der Aufrecht erhaltung der Ruhe auf der Insel von einer solchen Maßregel abhängig gemacht habe. Aber sehr bald hat sich herausgestellt, daß man auch diesmal- Die Insel Formosa, welche den Japanern durch das Gesetz über die Verloosung der Gemeindeländereien an den Friedensvertrag mit China zugesprochen ward, mußte von Soll der Tabak bluten oder nicht? Die arme Bürger nicht sowohl ausgeführt als zu umgehen gewußt den Siegern erst erobert werden. Die chinesische und die Münchener Allgemeine Zeitung" hält die Behauptung, daß ein hat. Es sind z. B. in Caltavuturo von 800 Bürgern, die sich russische Regierung unterstüßten den Widerstand eines Theiles neues Tabaksteuer- Geſetz in Aussicht stehe, durch folgende zur Verloosung gemeldet hatten, vom Gemeinderathe nur 274 zur der Eingeborenen und es kam zu ziemlich heftigen Rämpfen. Ausführung aufrecht: Man wird auch jetzt noch nicht daran Berloosung der 225 Landantheile zugelassen worden und unter Heute muß jogar eine Petersburger Depesche zugeben, daß die zu zweifeln brauchen, daß die bekannten Konferenzen des diesen 274 Bugelassenen befinden sich in Widerspruch mit der Japaner die entscheidenden Punkte der Insel in ihre Gewalt be Reichs. Schaßsekretärs mit den Finanzministern von Bayern, Bestimmung des Gesetzes etwa 100 bereits Begüterte, darunter kommen haben. Sie sollen auf der Insel eine Streitmacht von Württemberg und Baden u. a. auch der Verständigung über die notorische Landspekulanten und Wucherer. Das Vorgehen bei 60 000 Mann haben. Das ist nicht unwahrscheinlich, denn sie Frage dienten, ob und wie der Plan einer im wesentlichen mit der Verloosung hat denn auch die Aufregung, anstatt sie zu be- bereiten sich offenbar auf einen mächtigeren Feind vor, als die Hilfe einer ausgiebigeren Tabakbesteuerung durchzuführenden schwichtigen, nur gesteigert. paar tausend Schwarzflaggen" von Formosa. Reichs- Finanzreform fünftighin verfolgt werden solle, und daß nicht nur bezüglich der ersten, sondern auch bezüglich der zweiten Frage volle Einmüthigkeit herrschte." Frankreich. " Portugal. Partei- Machrichten. Delegirte zum Parteitag. Görlig: Randt. Sachsen. Itenburg: Buchwald und Bogeniz( Stellvertreter: Genosse Biegeler). In welchem Grade aber die Stimmung der sizilianischen Bevölkerung erbittert ist, zeigt ein Vorfall, den man bis jetzt in Italien für unmöglich gehalten haben würde: in Palermo sind Die Armee Bekleidungsämter, deren Ge- die Veteranen der garibaldischen Legion, als sie im Begriffe schäftsumfang infolge der bevorstehenden Auflösung der Regiments- waren, sich zu den Septemberfesten nach Rom einzuschiffen, auf schneider- und Schuhmacherwerkstätten fünftighin bedeutend er- der Straße nach dem Hafen ausgepfiffen und mit Steinwürfen weitert wird, sollen mit der Zeit in Werkstätten mit Stimmungsumschwunges haben, als die Beschimpfung der bisher in Lörrach über die kapitalistische Produktion und die Bedürfnißverfolgt worden. Will man ein deutlicheres Zeichen eines Bivilarbeitern umgewandelt Von der Agitation. Genosse Io3 sprach am 16. d. M. werden. Gegenwärtig werden in diesen Werkstätten nur Dekonomiehandwerker be- mit fast religiöser Verehrung betrachteten rothen Blouse der losigkeit. In Karlsruhe sprach am 22. b. M. Genoffe Gect. schäftigt. Wegen der Verkürzung der Militärdienstzeit, die Garibaldiner? natürlich auch auf die Dekonomiehandwerker Anwendung findet, Genosse Stolle hat seine Agitationsreise in Unterfranken bemangelt es an eingearbeitetem Personal, wodurch die Leiſtungs- Dem Aufstand in Goc mißt die portugiesische in Sachsen. endet und beginnt nun die Agitation für die Landtagswahlen fähigkeit der Bekleidungsämter sehr beeinträchtigt wird. Regierung eine sehr große Bedeutung bei sie hat 8 Kriegs- Parteitag für Sachsen- Altenburg. Auf dem am Sonntag Desterreich- Ungarn. schiffe, die Hälfte der ganzen Flotte des Landes, nach Goa ents in Gößniz stattgefundenen Parteitag der sozialdemokratischen Der ungarische Minister des Innern will fandt. Aber noch ein anderer, mächtigerer Staat verfolgt Arbeiterpartei im Herzogthum Sachsen- Altenburg waren folgende offenbar nicht hinter dem preußischen Herrn v. Köller in der England, das dem Landfrieden in Indien nicht traut, Schmölln, Ronneburg, Eisenberg, Kahla, Gößniz, Meuseldie Vorgänge in Goa mit gespanntester Aufmerksamkeit: Städte und Ortschaften durch Delegirte vertreten: Altenburg, Fürsorge um die Kunst zurückſtehen. Er hat die Aufführung und mit der Möglichkeit rechnet, durch die portugiesischen wiß, von Gerhart Hauptmann's Drama Die Weber" Lucka, und Rußdorf, Roschüt Friedrichshaide. Meuterer, die sich ins Innere geflüchtet haben, könnten die Ein- Ferner waren auf sämmtlichen ungarischen Bühnen verboten. geborenen rebellisch gemacht werden. Goa ist nämlich eine Enclave männer von Eisenberg, Meuselwitz, Schmölln und Altenunter anderen anwesend die VertrauensNun wird der ungarische Staat wieder auf etliche Jahrhunderte der britischen Präsidentschaft Bombay. gefichert sein. Uebrigens ist auch noch in einer anderen portugisischen und der Parteikassirer. Genosse Spengler theilte mit daß im burg, die Landtagsabgeordneten, der Expedient des Wählers Kolonie, in Timor, auf den Molukken- Inseln, eine Soldaten Jahre 1894/95, abgesehen von dem Bestand vom Vorjahre in der Paris, 24. September.( Eig. Bericht.) Die Gemeinde- menterei ausgebrochen. Höhe von 1887,37 m., 8022,28 M. raths Ergänzungswahlen in Cherbourg, N. vereinnahmt und 3012,90 m. Riceys und Cette. Rußland. verausgabt wurden. Es verbleibt ein Kassenbestand von 1896,75 Die tapitalistischen Blätter wissen sich or Freude kaum zu faffen, weil bei den am Sonntag in beitsfuratorium. Der seit der Emanzipation der Bauern loftet. Außerdem wurden für die streikenden Knopfarbeiter in Petersburg, 21. September.( Gig. Bericht.) Das Ar- Mart. Die Landtagswahlen haben der Partei ca. 1000. geCherbourg stattgehabten Gemeinderaths- Ergänzungswahlen, bei denen es sich um die Wahl von 9 Gemeinderäthen handelte, die datirende Verfall der russischen Bauernwirthschaft ist so weit Schmölln ungefähr 2000 Mart, für die streikenden WinselmannKandidaten der vereinigten Bourgeoisparteien den Sieg über die mehr spannfähig ist. Jedes Jahr werden die Bauern in größerer den Porzellanarbeitern in Rahla für den Streik in Altwasser Bauern nicht von ſozialistischen Anzahl durch die Noth aus ihrem Heimathsorte getrieben. Gin gegen 2000 M. gesammelt. Genosse Bogeniz konstatirte, daß die Bourgeois- Kandidatenliste 2168 Stimmen entfielen, erhielten die von der Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten immer größerer Theil geht aus auf landwirthschaftliche Wander- Die Partei im Berichtsjahre erhebliche Fortschritte gemacht habe. 1317 Stimmen. Weiß man aber nun -, daß die Arbeiterpartei diesmal nach Sibirien und eine immer größere Anzahl findet in der gebracht. Es sei uns gelungen, zwei ländliche Wahlkreise neu, der Stadt Altenburg, trok aller zum ersten Mal den Wahlkampf in Cherbourg aufgenommen welche die Noth aus ihrem Heimathsorte vertreibt, zu groß, als daß Anstrengungen der Gegner, abermals zu erobern. städtischen das Mandat in und dabei gleich 1317 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigt den Stand des Parteiorgans erstattete der Expedient hat, dann weiß man auch, wie falsch die Siegesfreude unserer sie alle Arbeit finden könnten und es mehrt sich auch immer die Gegner ist. Wären sie aufrichtig, dann müßten sie in der That herumtreiben. Die Komitee's, welche in Petersburg und Moskau sich eine Einnahme von 14 778,14 M. und eine Ausgabe von Zahl derer, welche sich brot- und obdachlos in den Städten Genoffe Strikke ausführlichen Bericht. Aus demselben ergab darüber jammern, daß die Sozialisten gleich beim ersten Ansturm eingesetzt wurden, um mit den Bettlern aufzuräumen, find zu der 13 757,57 W., so daß ein Ueberschuß von 1020,57 M., zu welchem eine so starke Bresche in den Bourgeois- Gemeinderath von Sozialisten und das Stadthaus von Cherbourg ist in ihren Händen. welchen sie zu thun haben, nicht berufsmäßige Bettler ſind, Strikke als Stellvertreter einstimmig gewählt. Auf Antrag der Cherbourg geschoffen haben. Noch eine solche Niederlage der Ueberzeugung gekommen, daß der größte Theil der Leute, mit noch 284,40 m. an Außenständen kommen, zu verzeichnen ist. Genosse Vogenitz wurde als Vertrauensmann und Genosse Dazu kommt noch, daß sich die kapitalistischen Blätter ganz barüber sondern Leute, welche Arbeit suchen und nicht ausgeschwiegen haben, daß bei den vor 14 Tagen in Riceys thätigkeit Arbeitshäuser gegründet worden, welche finden. Genoffen in Lucka bewilligte der Parteitag aus der Parteitaffe In vielen Städten find auf Mittel der Privat- Wohl- 30 M. für die Familien der im Effener Meineidsprozeß Ver ( Aube- Departement) stattgehabten Gemeinderaths Ergänzungs wahlen, bei denen es sich um die Wahl von 8 Gemeinderäthen Nahrung geben. armen Leuten gegen Arbeit ein Obdach und die dürftigste urtheilten. handelte, sämmtliche Kandidaten der Arbeiterpartei über die Selbst des Raisers Aufmerksamkeit Die Kreiskonferenz des 3. weimarischen Wahlkreises Bourgeois- Kandidaten den Sieg davon getragen haben. Und dabei wurde, wie er in seinem Utas vom 1./13. September mittheilt,( Jena- Neustadt) hat am Sonntag in Wenigenjena stattgefunden. ift Riceys ein ländlicher Bezirk! zu gleicher Zeit fanden auch in gelenkt auf das bittere Loos derjenigen" unter seinen Unter Bertreten waren auf derselben die Orte Jena, Wenigenjena, Cette( Hérault Departement) Gemeinderaths- Ergänzungswahlen thanen, welche, äußerste Noth leidend, vergebens nach Brot und Neustadt, Weida, Berga, Neuenhofen, Bürgel und Ziegenhain statt, wo ebenfalls die sozialistischen Kandidaten siegten, so daß sich unterkommen suchen". Um das 2003 der Unbemittelten durch durch 18 Delegirte. Der Kaffenbericht der Zentrale fonstatirt heute der ganze Gemeinderath von Cette in den Händen der Arbeiter Beschaffung von ehrlicher Arbeit zu erleichtern", hat er ein einen ungünstigen Stand der Kreisorganisation. Die Einnahmen partei befindet. Man sieht, wenn irgend jemand mit recht Kuratorium eingefeßt, welches zur Aufgabe hat, den bestehenden find gegen das Vorjahr bedeutend zurückgegangen. Vereinnahmt Viktoria! rufen kann, dies die sozialistische Partei ist. Da möge Arbeitshäusern mit Rathschlägen und materiellen Mitteln beizu wurden 65,31 M., die Ausgabe beträgt 7,60 M. Der Agitation nun immerhin die kapitalistische Presse vom Rückgange des stehen, wie auch bei der Gründung neuer Arbeitshäuser behilflich sind durch zahlreiche Bersammlungsverbote große Schwierigkeiten Sozialismus fafeln. Wenn es ihr Vergnügen macht, sich selber zu ſein. entstanden. Hierauf hält Genoffe Leutert einen Vortrag über zu täuschen, wir haben nichts dagegen einzuwenden. Schläge zu Das Kuratorium besteht unter dem Protektorat der Kaiserin das Agrarprogramm, worauf die Konferenz folgende Rebekommen und dabei noch Hurrah! zu rusen, ist eben ein Ver- aus einem Komitee, dessen Präsidentin sie ist und dessen Bize solution beschließt: Nach Lage der heute auf dem guügen, daß wir den Herren von Herzen gönnen. präsident und 10 Mitglieder von ihr auf drei Jahre ernannt Lande obwaltenden Verhältnisse erscheint es durchaus verfrüht, werden. Ein Kapital von 500 000 m. wird dem Kuratorium ein Agrarprogramm in das Parteiprogramm aufzunehmen. Gine Kolonialarmee plant man jetzt in Frank von den Summen, welche im Ministerium des Innern für die Unsere Aufgabe muß sein, auf grund des jetzigen Parteiprogramms reich. Da die Soldaten keine Lust haben, in die Kolonien zu Volksversorgung bestimmt waren, überwiesen, die anderen Geld- das Vertrauen der Kleinbauern und der landwirthschaftlichen gehen, und da das Volk einer solchen Verwendung der Armee mittel für die Zwecke des Kuratoriums sollen durch die private Arbeiter zu gewinnen und zwar durch engeren persönlichen Verabgeneigt ist, so will man ein besonderes Armeekorps für die Wohlthätigkeit aufgebracht werden. Kolonien bilden. Herr Cavaignac hat den Vorschlag soeben fehr und Zuwendungen von Arbeiterzeitungen und Broschüren." Der kaiserliche Ufas erwartet, daß das Volk die Nachricht Ueber die Landtagswahl referirte Genosse Baudert- Apolda. wieder in der Budgetkommission gemacht, Zum Glück ist die von der Einsetzung des Kuratoriums mit Rührung entgegen- Die Möglichkeit, bei nächster Landtagswahl mehrere Mandate zu Blätter natürlich verschweigen-, daß die Arbeiterpartei diesmal ischen Industrie Beschäftigung. Doch ist die Babl berer, wie un manba was die kapitalistischen arbeit, ein mit jedem Lage anwachsender Auswandererstrom geht So hätten uns die Landtagswahlen unerwartete Erfolge den Ueber fleiutiiiicn, sei vorhanden. Von der Beschickung des Breslauer Parteitages wird mangels an Mittel» Abstand genommen. Schließlich wird wieder Jena als Sitz der Zentrale gewählt. I» Pößneck haben unsere Gegner den Genossen nun alle größeren Lokale abgetrieben.— Italienische Parteipresse. Wie Crispi's Wirthschaft und Versolgungswuth die sozialistische Presse Italiens vermehrt hat, zeigt �anschaulich und lehrreich die nachfolgende Liste der heute erscheinenden sozialistischen Wochenschriften. Vor zweieinhalb Jahren, ehe Crispi seine Herrschaft antrat, gab es in ganz Italien nur drei ausgesprochen sozialistische Zeitschriften: die Cribica Sociale(das wissenschaftliche Blatt, monatlich erscheinend) und die Wochenschrist Lotta di Classe in Mailand, und außer- dem nur noch das von Prampolini trefflich geleitete Wochenblatt La Giustizia in Reggio- Emilia. Heute zählen wir, so schreibt die Wien.„Arb. Ztg.", 34 sozialistische Wochenblätter, 32 auf dem Festland und 2 auf Sizilien. � Wir wollen die Gesammtliste der Städte, in denen heute sozialistische Wochenblätter erscheinen, in alphabetischer Reihen- folge anführen, die Namen und Titel der Blätter selbst aber nur bei den bedeutenderen Bruderorganen Italiens im Kampf um die neue Weltanschauung nennen und hervorheben: Adria (La Concordia, Die Eintracht), Asti, Breschia(11 Socialista), Catania(Sizilien, L'Unione), Copparo, Carpi,(La Lotta, Der Kampf), Cesena(II Socialista), Calle d'Elsa, Como(II Lavora- tore. Der Arbeiter), Corato(ITede Nuova, Der neue Glaube), Cremona(L'Eco del Popolo, Das Echo des Volkes), Empoli (II Pioniere), Este(La nuova Idea, Die neue Idee), Florenz (La Nuova Civilta, Die neue Lebensart), Forli,(II Risveglio, Das Erwachen), Genua(L'Era Nuova, Die neue Aera), Jmola (II Moto, Die Bewegung), Mailand(Lotta di Classe, Klassenkampf; Critica Sociale, erscheint jetzt halbmonatlich; La Rat- taglia, Die Schlacht). Mirandola(La Voce del Popolo, Die Volksstimme), Montecchio, Neapel(La Vigilia, Die Wache), Novara Palermo(La Riscossa, Die Wiedererweckung), Parma (La Campana, Die Glocke), Pavia(La Plebe), Reggio-Emilia (La Giustizia, Die Gerechtigkeit), Reggio- Ealabrio(L'Idea), Rom(L'Asino, Der Esel, heute Wochenschrift), Turin(II Grido del Popolo, Der Schrei des Volkes), Urbino, Vicenza, Volterra (II Martello, Der Hammer). Polizeiliches, Gerichtliches ee. — Zur Verhaftung des Genossen Seige wird aus aus Pößneck geschrieben: Am Dienstag, den 17. d. Mts. wurde der in weiten Kreisen bekannte Genosse und Vertrauens- mann Paul Seige von Pößneck in einer Porzellanarbeiter- Ver- sammlung, in welcher Herr Voltmann-Berlin reserirte, ver- haftet. Als Grund der Verhaftung wird Flucht- verdacht(!!) augegeben. Die Verhandlung soll am S. Oktober stattfinden und zwar wegen Beleidigung des Fabrikinspektors, begangen auf dem Parteitag zu Frankfurt a. M. So lange läßt ° man Gen. Seige der Dinge harren, die da koinmen sollen. Soziale MebeeZichsk. Ei»„Bereiu königstreuer Knappen" wird von den sächsischen Bergwerkskapitalisten gegründet werden. Dieser Plan war schon im Werke, bevor der Berg- und Hüttenarbeiter- Ver- band aufgelöst war, und kaum ist der Verband nun endgiltig vernichtet, da erscheint auch der„Verein königstreuer Knappen" auf dem Plane. Äeß' Geistes Kind dieser Knappenlrutz- Verein ist, dafür einige Proben aus dem bereits im Umlauf befindlichen Statutenentwurf. § 2. Zweck des Vereins. Der Verein will die L i e b e und Treue zu König und Vaterland, die Achtung vor Obrigkeit und Gesetz erhalten undpflegen und hat den Zweck, 1. alle sozialdemokratischen Bestrebungen von den Mitgliedern abzuwehren und fernzuhalten; 2. das friedliche Einvernehnien zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu pflegen; 3. in gemeinsamer Arbeit mit den Behörden, Beamten und Vorgesetzten für das Wohl und Gedeihen des Bergbaues und seiner Arbeiter einzutreten; 4. den Vereinsmitgliedern mit Rath und That beizustehen und ihre materiellen Interessen zu wahren und zu fördern; v. die hilfsbedürftigen Knappen in Fällen der Roth zu unter- stützen und «. den Hinterbliebenen beim Tode des Knappen ein Sterbegeld zu gewähren. PolitischeZieleverfolgtderVereinkönigs- rreuer Knappen nicht und politische Agitation i st ausgeschlossen. § 3. Mittel zum Zweck. Der Zweck soll erreicht werden durch Vorträge in den Vereinsversammlungen, namentlich über soziale Verhältnisse und Fragen, durch die Feier patriotischer Erinnerung s- feste und vaterländischer Gedenktage, durch Ver- breitung nützlicher Schriften, durch Pflege edler Geselligkeit und durch sachkundigen Rath in allen Fragen des Lebens und des Rechts, sowie durch Begründung einer Unterstützungskasse und einer Sterbekaffe, die ihre Verwaltung durch besondere Satzungen regeln. Es genügen zur Charakterisirung noch einige Stich- proben: „Der Ausschluß von der Mitgliedschaft erfolgt nach§ 9 durch den zuständigen Gruppenvorstand, b)wenn ein Mitglied der sozialdemokrati- scheu Partei angehört oder sozialdemo- kratischen Bestrebungen sich hingiebt." Es wirkt außerordentlich komisch, wenn das Statut be- hauptet, der Verem verfolge keine politischen Ziele, und gleich- zeitig festsetzt, daß Vorträge über soziale Fragen und Ver- Hältnisse gehalten werden solle», daß patriotische Er- innerungsfeste und vaterländische Gedenklage gefeiert und daß alle Mitglieder ausgeschlossen werden sollen, die der Sozial- demokratischen Partei angehören oder sich sozialdemokratischen Bestrebungen„hingeben". Trotzdem wird man das natürlich nicht als Politik ansehen. Dafür wird schon in Sachsen gesorgt werden. Der Verein hat auch die Körperschaftsrechle schon in der Tasche, in s 1 des Statutenentwurfs heißt es, daß der Verein als Genossenschaft die Rechte der juristischen Person hat. Die Bergarbeiter haben nun festzustehen und den Kopf hoch- zuhalten, denn das Unternehmerthum wird mit Hochdruck arbeiten, um sie in diese Judasvereine hineinzuzwingen. Es wird einen harten Kampf geben, an dessen Ende aber der Gedanke des Sozialismus um so fester in den Köpfen der sächsischen Berg- arbeiterschast Wurzel gefaßt und weitere Kreise derselbe» ergriffen haben wird als bisher. Ihre bisherige Haltung ist uns dafür Bürgschaft. Sonntagsruhe im Anwaltsberufe. � Die Sonntagsruhe für die Anwaltbureaus ist nun in den Städten Offenbach und Gießen durchgeführt, in Darmstadt wird die Frage der Einführung der Sonntagsruhe noch erwogen. Natnrunglück und Arbeitslosigkeit. Aus Aschersleben wird uns unterm 24. d. MtS. geschrieben: Das hiesige Kaliwerk ist in der vergangenen Nacht durch hereinbrechende Wassermasse» vollständig unter Wasser gesetzt worden. Die Belegschaft muß bis auf weiteres die Arbeit aussetzen, so daß 509 bis 600 Arbeiter ohne Arbeit sind. Gleichzeitig sind durch dieses Eindringen des Wassers größere Erdrutschungen in der Nähe des Schachtes ein- getreten._ Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kuuert, Schöneberg-Berlin. s CSmnitliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über AusstSnde oder Aussperrungen, inüssen stets den Stempel der betreffende» Organisation tragen. Achtung, Vergolder! Der Generalstreik dauert fort, Zuzug ist streng fernzuhalten. Das Strcikbureau befindet sich Annen- straße 16; in Rixdorf bei K u m m e r, Berlinerstraße; in Äeißensee bei F r e n tz, Königs- Chaussee und Lehderstraßen- Ecke; im Norden bei Gleinert, Müller st r. 7a, geöffnet von 9—12 und von 2— ö Uhr. Die Listen 1021, 1022, Streikkarte und Verbandsbuch auf den Namen Jaehde lautend, sind bei uns abgegeben. Die Agitations-Kom Mission. Die Stettiner Tischler haben über die Firma Rudow u. Walther die Sperre verhängt und ersuchen Zuzug fernzuhalten. I« der Pfälzische» Schuhfabrik Speyer ist infolge Maßregelungen von organisirten Arbeitern und Arbeiterinnen am 23. September ein Streik ausgebrochen. Wir bitten Arbeiter dieser Branche durch strenges Fernhalten von Zuzug nach hier uns unterstützen zu wollen. Sämmtliche arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieses gebeten. Die Streik- kommission. NE. Briefe sind zu richten an Joseph Schmidt, Gasthaus zum Ochsen. Die österreichische Gewerkschafts- Kommission ver- einnahmte im Monat August 921,24 fl., wozu das Saldo vom Monat Juli in der Höhe von 834,34 fl. hinzukommt. Ver- ausgabt wurden in Summa 769,26 fl., hiervon für die Agitation und Organisation 263,12 fl., für das„Korrespondenz-Blatt" 124,94 fl., für Gehalt 142 fl., für die Kronlands-Vertrauens- männer 124 fl. u. s. w., so daß auf den Monat September 986,32 fl. übertragen werden konnten. Ueber die Slreikgelder wird besonders abgerechnet. Ausgegeben wurden hierfür im Monat August 439,89 fl., eingenommen 306,68 fl. Uebertragen wurden auf den Monat September 372,32Vs fl. Der gesammte Kassenbestand betrug am 31. August 133,64 fl. Die Grubendirektion von Carmanx ist, wie uns aus Paris geschrieben wird, von ihrem Entschlüsse, Genossen Calvignac den zum Besuche des demnächst stattfindenden Gewerk- schaftskongreffes von Limoges nöthigen Urlaub zu verweigern, abgekommen. Erkennend, daß die Grubenarbeiter ihr nicht in die Falle gehen und den Streik proklamiren werden, wollte sie eben nicht nutzlos das Odium dieser Provokation auf sich nehmen und hat darum, allerdings erst, nachdem Jauräs die Sache an die Oeffentlichkeit gebracht hat, Genossen Calvignac den verlangten Urlaub gegeben. Die Unterstützungen für die Glasarbeiter von Carmanx laufen noch immer gleichmäßig reichlich ein. Die„Pelite Repnblique" allein hat mit ihrer 33. Subskriptionsliste zusammen rund 40 000 Fr. verzeichnet. Im ganzen sind bis heute zirka 100 000 Fr. eingekommen. Weberstreik in Frankreich. In der große» mechanischen Weberei von Jourdin- Defontaine in Tourcoing ist ein Aus- st a n d ausgebrochen. Die Weber verlangen Erhöhung der Löhne und Anschlag der Lohntarise in der Fabrik. Verpammlunigen. Bildhauer. Zu dem Bericht über die Versammlung von: 17. d. M. will ich berichtigen, daß nicht für die Modelleure eine höhere Beitragsleistung zur Unterstützung der Streikenden be- schloffen wurde, vielmehr ein dahingehender Antrag abgelehnt wurde. Es ist nur in der Debatte sowohl, wie bei der Ab- stimmnng die Erwartung ausgesprochen worden, daß die Modelleure, entsprechend ihrer höheren Löhne(zu den Holz- bildhauern) freiwillig mehr als 30 Pf. pro Woche abführen werden. Ferner ist mir nicht bekannt, daß in der betreffenden Versammlung über den Arbeitsnachweis gesprochen wurde, ebenso ist es nicht richtig, daß zum Schluß das Verhalten der Prinzipale zur Einführung der verkürzten Arbeitszeit besprochen wurde. Es ist vielmehr das Verhalten der Kollegen(Holzbildhauer) gegenüber dieser Frage getadelt worden, und konstatirt worden, daß in einigen Fällen, wo die Kollegen an die Prinzipale mit der Forderung aus Verkürzung der Arbeitszeit herangetreten sind, diese auch bewilligt erhalten haben. Bei Besprechung des Streiks der Steinbildhauer wurde weniger das Verhalten der Prinzipale als vielmehr dasjenige der Baubehörden und zu gleicher Zeit das der Polizei Erwähnung gethan. Gustav Kos w ig, Bildhauer, Waldeniarstr. 63. Graveure und Ziseleure. Am 17. d. M. hielt die„Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure" ihre ordentliche Ver- sammlung ab, in welcher Genosse Z a d e k einen Vortrag über „Werkstatthygiene" hielt, welcher sehr beifällig aufgenommen wurde. Ein Revisor berichtete über das Fehlen verschiedener Bücher und Kunstblätter. Die Sache wird den: Vorstand überwiesen. Auf die Frage, warum die Diskussionsredner und Antragsteller in der Fachzeitung nicht mit Namen genannt werden, beantragte ein Kollege, dies in keiner Zeitung zu thnn. Dementsprechend wird beschlossen. 23 Kollegen sind dem Verein wieder beigetreten. Die Bürsten- und Pinselmacher befinden sich in e i n e r L o h n b e w e g u n g. Sie hielten am Sonntag im Lokal des Herrn Nehlitz, Bergstraße 12, eine öffentliche, gutbesuchte Versammlung ab, zu der auch die Unternehmer eingeladen, aber nur sehr vereinzelt erschienen waren. Der Vertrauensmann der Holzarbeiter Berlins. Tischler W i e d e in a n n, hatte das Referat übernommen und führte aus. daß auf grund der in früheren Versammlungen hervorgehobenen Mißstände und Klagen über schlechten Verdienst sich die Werkstatt-Kontrollkommission des deutschen Holzarbeiter- Verbandes, Zahlstelle Berlin, der Sache angenommen habe und nach eingehender Be- rathnng mit den Berufsarbeitcrn zu der Ueberzengung gelangt sei, daß eine Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse dringend nothwendig ist. Es wurde festgestellt, daß die Bürsten- und Pinselmacher von allen Branchen der Holzindustrie die am schlechtesten bezahlten Arbeiter sind, wozu allerdings zum nicht geringen Theil die Konkurrenz der Zuchthäuser beiträgt; wöchent- liche Löhne von 13 Mark und darunter bei II— I2stündigcr täglicher Arbeitszeit bllden die Regel. Die Verwaltung der Zahlstelle Berlin des Deutschen Holzarbeiter-VerbandeS hat in anbelracht dieser Zustände zu einer Lohnbewegung der Bürsten- und Pinselmachcr ihre Zustimmung ertheilt. Es konimen etwa 23 Werkstätten in Frage. Um größere Diffe- renzen mit den Unternehmern zu vermeiden und eine Einigung auf g ü t l i ck e m Wege herbeizuführen, hat die Werkstatt- Kontrollkommission einen einheitlichen Tarif ausgearbeitet, dem eine 10 stündige Arbeitszeit zu gründe liegen soll. Der Referent versicherte der Versammlung zum Schluß die Solidarität aller übrigen Holzarbeiter.— Nach längerer Diskussion fand eine Resolution Annahme, wodurch sich die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte und beschloß. am 23. September in allen den Werkstellen. wo schlechte Preise gezahlt werden, die von der Kommission vor- geschlagene Lohnerhöhung zu fordern. Den etwa zum Streik genöthigten Berufsgenossen sicherte die Versammlung moralische und pekuniäre Unterstützung zu.— Als Führer der Lohn- bewegung ist der Vertrauensmann W i e d e m a n n bestimmt und sind alle hierauf bezüglichen Mittheilungen an seine Adresse: Arbeitsnachweis der Holzarbeiter, S.. Annenstr. 39, zu richten. Von den Berufsgenossen, welche zur Arbeitsniederlegung nicht genöthigt sind, wird erwartet, daß sie nach besten Kräften zum Streikfonds steuern, und zwar sollen alle diejenigen, welche unter 20 M. verdienen, wöchentlich 73 Pf., und diejenigen, ■ür den Jnseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druc welche über 20 M. verdienen, 1,23 M. abstoßen. Ueberall ist darauf zu achten, daß nicht länger als zehn Stunden täglich gearbeitet wird. Eine öffentliche Vrauereiarbeiter- Versammlung für alle in Brauereibetrieben Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeitnehmer, tagte am Sonntag Vormittag bei Keller in der Koppenstraße. Den Hauptverhandlungen voran ging ein recht lehrreicher Vortrag des Genossen Wagner über Volksbildung und Klassenbewußtsein, welchem besonders lebhafte Aufmerksam- keit und zum Schluß reicher Beifall gezollt wurde. In seiner Einleitung zum Verhandlungspunkt über die Zustände in den Brauereien erklärte Träger, daß aus dem ganzen Ver- halten des Herrn Rösicke das Bestreben hervorleuchte, die Aussperrungen von 1894 auch auf das Jahr 1893 aus- zudehnen. Er bewies diese Behauptung durch Darlegung ver- schiedener von Herrn Rösicke beliebten Manipulationen, die darauf hinauslausen, die Benutzung des eigens mitgegründeten Arbeitsnachweises zu umgehen. Auf Tivoli sind 6 oder 7 Mann ohne Benutzung des Arbeitsnachweises eingestellt: ähnlich ver- hält sich's mit dem Böhmischen Brauhaus und mit der Brauerei Patzenhofer; es bezieht sich dies auf Hilfsarbeiter. Die Brauerei Schöneberg hat bis heut noch nicht einen einzigen Mann vom Arbeitsnachweis entnommen, doch hat sich herausgestellt, daß 12 Mann aus den Provinzen dort an« gefangen haben und zwar auf Prozentsatz. Die Brauerei Stralau hat seit 14 Tagen die Neuerung getroffen, ihre Arbeiter außer- halb der Brauerei schlafen zu lassen, doch wird über überlange Arbeitszeit und schlechte Behandlung geklagt. Die Unions- Brauerei hat bei der Wintermälzerei ebenfalls nicht einen Mann vom Arbeitsnachweis entnommen, sondern sich die 12 bis 13 Mann, die sie nach ihren Heimathorten gesandt, wieder- kommen lassen. Die Brauerei Bötzow stellt die vom Arbeits- Nachweis entnommenen organisirten Arbeiter nach Ablauf der Vizezeit vor die Alternative, entweder Beitritt zum Bundes- Gesellenbund, oder aber keine Arbeit. Ter Bund deulscher Brauergesellen bat seinen Sitz in Mülheim a. Rh., und es ist noch nicht festgestellt, ob derselbe auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht. E i e r m a n n fügt ergänzend hinzu, daß in der Brauerei Stralau im Gährkeller 16 Stunden täglich und dann noch Gjs Ueberstunden, nach ihm zugegangener Mittheilung, gearbeitet werden, außerdem rügt er die Umgehung des Arbeits- Nachweises bei Einstellung von Hilfsarbeitern bei der Nord« deutschen Brauerei, Brauerei Gregor!, Oswald Berliner, und erklärt, wenn die Herren von den Brauereien so weiter ar- beiten, wird der Arbeitsnachweis sehr bald illusorisch gemacht sein. Steiner legt das ganze Schädliche im Arbeitsnachweis dem Kuratorium zur Last und empfiehlt, Protest gegen dasselbe zu erheben, außerdem führt er Klage gegen den Direktor Arendt vom Münchener Brauhause wegen Nichteinstellung seiner Person. Müller kritisirt ebenfalls das Verhalten Arendt's gegenüber seinem Versprechen bezüglich der Gefäßlieferung. Eine Reihe von Rednern bestätigten und ergänzten durch Vorführung von Einzelheiten die gemachten nAgaben. Während der Diskussion waren dem Bureau eine Reihe von Anträgen ein- gereicht, die schließlich wiederum Debatten veranlaßten. Die Majorität hatte folgender Antrag für sich:„Die heutige Brauereiarbeiler- Versammlung beaustragt die Agitations- kommission, wegen der Lohn- und Arbettsverhältnifse in der Brauerei Stralau noch einmal dortselbst vorstellig zu werden; sollten die Verhältnisse seitens der Brauerei nicht sofort geregelt werden, sind der Agitationskommission weitere Schritte über« lassen, zu welchen sie sich mit der Gewerkschaftskommission zu verständigen hat." Ein weitgehenderer Antrag fand ebenfalls die Zustimmung der Versammlung:„Die Agitationskommission der Brauerei-Arbeiter ist verpflichtet, sich sofort mit dem Lokal- kominissions-Mitgliede des Ortes in Verbindung zu setzen, in welchem eine Ausbeutung der Arbeitskraft oder Lohndrückerei in Brauereibetrieben beabsichtigt wird." Ferner wurde der Agita- tionskommission die energische Verfolgung einer Angelegenheit bezüglich eines Brauerei-Arbeiters Walde aufgetragen. Hierauf erfolgte die Abrechnung vom Vergnügen vom 3. August durch Eiermann; demnach betrugen die Gesammteinnahmen 290,20 M., die Gesammtausgaben 173,20 M., so daß ein Ueber- schnß von 113 M. zu verzeichnen ist. Bei Fertigstellung der Abrechnung standen 141 Billets aus, von denen gingen unter- deffen eine Anzahl ein, so daß gegenwärtig noch 76 Billets aus- stehen. Nach Decharge- Ertheilung kam folgender Antrag zur Debatte:„Die heutige öffentliche Braueremrbeiter- Versamm- lung beschließt, die Unterstützung der Ausgesperrten auf- zuHeben; die Agitations- Kommission hat die noch außen- stehenden Sanimellisten, gleichviel ob gezeichnet oder un« gezeichnet, einzuziehen und in der nächsten öffentlichen Versammlung Abrechnung zu geben." Begründet wurde dieser Antrag damit, daß thatsächlich Ausgesperrte vom Boykott nicht mehr vorhanden, die 4 oder 3 Kollegen, die noch in betracht kämen, sind nachträglich ausgesperrt, und ist Aussicht vorhanden, diese sehr bald unterzubringen. Die eine Pflicht liegt den Kollegen nur noch ob, die Familien der Kollegen Eber und Höfe so lange zu unterstützen, bis deren Ernährer, die als Opfer des Boykotts noch hinter Gesängniß- mauern zubringen müssen, diese Pflicht selbst wieder über- nehmen können. Obigem Antrage wurde einmüthig zugestimmt. Betreffend den Arbeitsnachweis bei Wiedemann wurde folgendem Antrage zugestimmt:„Hinter dem Abs. 1 des Arbeitsnachweis- Reglements ist einzuschalten:.... ein zweimaliges Fehlen wird als Verzicht angesehen. Die ersten drei Nummern der Brauer und Hilfsarbeiter haben sich jeden zweiten Tag zu melden." Eine Reihe weiterer Anträge mußte bis zur nächsten öffentlichen Versammlung zurückgestellt werden, da der Saal geräumt werden mußte, was heftigen Protest hervorrief, doch an der Sache nichts änderte. Es war fast 3 Uhr geworden. Grosilichterfelde. Am 18. September fand im Pavillon, Inhaber Schulz, Cbausseestraße, eine öffentliche B a u h a n d- w e r k e r- V e r s a m m l u n g statt, in der Kollege Silberschmidt reserirte. Der Referent kritisirte die erbärmlichen Zustände im Baugewerbe in so treffender Weise, daß er wiederholt durch lauten Beifall unterbrochen wurde. Dann kamen auch die herrlichen Zustände auf den Großlichterfelder Bauten zur Sprache. Da der Referent am Tage zuvor die Bauten kontrollirt hatte, konnte er der Versammlung ein Bild vorführen, wie es wohl säilimmer nicht gedacht werden kann. Was zum Beispiel die Baubuden anbetrifft, so sind sie auf einigen Bauten garnicht vorhanden und auf den übrigen in solch schlechtem Zustande, daß die Arbeiter bei Einnahme ihrer Mahlzeiten nicht einmal vor Wind und Regen geschützt sind. Mit den Aborten aus den Bauten, wenn überhaupt solche vorhanden sind, ist es noch schlinnner bestellt. Der Referent sührt aus, daß diese Verhältnisse beweisen, wie nöthig es ist, sich der Organisation anzuschließen, um als geschlossene Masse gegen das protzige Unternehmerthum Front zu machen und diese elenden Zustände aus der Welt zu schoflen. Nach Schluß des Referats wurde die aus dem deutschen Maurerkongreß in Halberstadt ge- faßte Resolution einstimmig angenommen und mit einem Hoch auf die Gewerkschaftsbewegung die gutbesuchte Versammlung ge« schloffen. DepeMea und letzte Macheichten. London, 23. September.(W. T. B.) Heute früh wurden hier von einem der Midland- Eisenbahn gehörigen Frachtwagen während einer kurzen Abwesenheit des Kutschers Silberbarren im ungefähren Gewicht von einer Tonne gestohlen, welche, für eine Londoner Firma bestimmt, auf dem El. Pankras- Bahnhofe ein« getroffen waren. Der Frachtwagen nrit den fünf leeren Kisten. in welchen sich die Barren befunden hatten, wurde später von der Polizei führerlos aufgefunden. und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage» Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt Nr. 225. Tokales. Donnerstag, den 26. September 1895. Die Parteigenoffen des 5. Wahlkreises werden ersucht, sich am Freitag Abend 71/2 Uhr behufs Vertheilung von Flug blättern zu den Stadtverordneten Wahlen im Lokal des Genoffen Wernau, Rosenthalerstr. 57, pünktlich einzufinden. J. A.: Julius Lissauer. Haltet den Dieb! Endlich, endlich hat der Untersuchungsrichter gegen den freiherrlichen Gauner v. Hammerstein einen Sted brief erlassen. Die amtliche Urkunde hat folgenden Wortlaut: Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen ehemaligen Zeitungsredakteur Freiherrn Wilhelm v. Hammerstein, welcher flüchtig ist, ist in den Akten U. R. I. 414. 95 die Untersuchungshaft wegen mehrfacher schwerer Urkundenfälschung in Verbindung mit Betrug und Untreue verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Unterfuchungsgefängniß zu Berlin, Alt Moabit 12a, abzuliefern. Berlin, den 23. September 1895. Der Untersuchungsrichter B beim Königlichen Landgericht I. Beschreibung. Alter: 57 Jahre, geboren am 21. Fe bruar 1888 in Rezow in Mecklenburg Schwerin; Größe: 1 m 70 cm; Statur: gedrungen; Haare: blond, melirt und sehr dünn; Stirn: hoch; Bart: Schnurrbart; Augenbrauen: blond, schwach; Augen: blau; Nase: gewöhnlich; Zähne: vollständig; Kinn: rund; Gesicht: oval; Gesichtsfarbe: gefund; Sprache: deutsch. = Die Nachricht, daß Herr v. Hammerstein sich gemeiner, ehrloser Bergehen und Verbrechen schuldig gemacht habe, ist bekanntlich zuerst vor etwa einem halben Jahre mit ziemlicher Bestimmtheit gemeldet worden. Jetzt ist der Mann, hinter dem der Steckbrief dieser Tage erlassen worden ist, vermuthlich über alle Berge. Gegenüber der Bedachtsamkeit, mit der die Behörde an die Gaunereien des ehemaligen Kreuz- Zeitungs" Redakteurs herangetreten ist, muß es ein wahres Labsal für alle Freunde der Ordnung und Gefeßlichkeit sein, zu vernehmen, daß in einem anderen Falle, der auch einen hiesigen Zeitungsredakteur betraf, die staatsanwaltliche Maschinerie mit einer geradezu phänomenalen Schnelligkeit gearbeitet hat. eine daß 12. Jahrg. bis Mittags 1 Uhr gearbeitet werde. Es beruhte auf einem Die Angelegenheit der beiden Anarchisten Töbs und Mißverständniß, als wir meldeten, daß den ganzen Tag gearbeitet Krebs, die bereits so viel von sich reden gemacht hat und die werden solle. Diese Verfügung wurde am 31. August jedoch durch Einstellung des gerichtlichen Untersuchungsverfahrens und durch eine andere mündliche Bekanntmachung dahin umgestoßen, Haftentlassung der beiden Vorgenannten ihr Ende erreicht zu daß der Sedantag gänzlich Feiertag sein solle, und daß die haben schien, wird, wie wir hören, nunmehr noch ein Nachspiel Rombattanten den ganzen Tag, sowie die Nichtkombattanten ohne haben und somit zu neuem Leben erweckt werden. Wie nämlich Mindesteinkommen einen halben Tag bezahlt bekommen verlautet, gedenkt Töb3, welcher wirthschaftlich ruinirt ist und sollten. 14 Tage später Die dahingehende Verfügung wurde aber etwa deffen Habseligkeiten gestern unter den Hammer gekommen sind, wiederum umgeändert, und zwar, gegen die beiden Angeber in der haltlosen Dynamitaffäre, die wie wir am 20. September durchaus richtig mittheilten, dahin, Kellnerin Paula Flügel und den Tanzmeister S., gerichtlich vordaß denjenigen Nichtkombattanten, denen noch fein Mindest zugehen und die Einleitung eines Verfahrens wegen wissentlich verdienst garantirt ist, keinerlei Entschädigung für den falscher Denunziation zu beantragen. Auch gedenkt er eine verlorenen Sedantag gezahlt werden solle. Diese dritte Ver- Privatklage gegen dieselben anzuftrengen und zwar auf Ents fügung aber hat, wie wir am 21. September meldeten, dann schädigung der wirthschaftlichen Nachtheile, die ihm durch die gleichfalls das Schicksal erfahren, umgestoßen zu werden. Denn unschuldig erlittene Untersuchungshaft erwachsen sind. nunmehr erhielten die zu ihrer Betrübniß von einer Entschädigung ausgeschlossenen Angestellten durch Der Thierschutzverein ersucht uns, folgendes zu veröffentganz neue Verfügung die Botschaft verkündet, lichen: Angesichts der herannahenden talten Jahreszeit läßt jezt abermals endgiltig beschlossen worden sei, es solle auch alter Teppiche und Kistendeckel zur unentgeltlichen Abgabe an der deutsche Thierschutzverein die übliche Bitte um Zuwendung ihnen der halbe Sedantag entschädigt werden. Allerdings Unbemittelte als Unterlagen für Ziehhunde an alle Thierfreunde hat diese bis jetzt neueste Verfügung einen eigenen Haken. ergehen. Auf gefällige Mittheilung wird die Abholung durch die Es ist nämlich angeordnet worden, daß der Monat Verwaltung des Thierdepots, Stadtbahnbogen 79/80, bei der September zu 24 Arbeitstagen gerechnet werden solle. Stralauerbrücke, gern bewirkt." Die Kanzlisten sollen das Arbeitspensum, das sie im Monat September liefern werden, nunmehr am Schluß des Monats durch 48 theilen und sich ein Achtundvierzigstel der von ihnen gelieferten Bogenzahl als Plus anrechnen. Diese Anordnung ist für diejenigen Kanzlisten, die nach Bogenzahl oder in stundenweiser Berechnung arbeiten, zum theil von sehr zweifelhaftem Werth. Wer im Monat September z. B. frant war, erhält beileibe nicht den Ausfall für den halben Sedantag vergütet, sondern es wird ihm unter Umständen ein weit geringerer Betrag, der sich zuweilen auf nur wenige Nickel beläuft, 1. Für Kinderkrankheiten täglich, mit Ausnahme der Sonnausgezahlt. Die betroffenen Kanzlisten hoffen, daß durch eine und Festtage von 12 bis 1 Uhr unter Zeitung des Geheimen abermalige Verfügung auch diese, für sie theilweise Medizinalraths Prof. Dr. Heubner mit den Assistenzärzten Dr. recht nachtheilige Berechnungsweise aufgehoben und zu ihren Keiler und Dr. Müller. gunsten geändert werde. Auf einem anderen Blatte steht 2. Für Nervenkrankheiten Montags, Mittwochs und Freiallerdings die Frage, ob es denn wirklich nothwendig war, tags von 10 bis 12 Uhr unter Leitung des Geheimen Medizinal um den Sedantag soviel Bureaukratismus herumzuranten, wie raths Prof. Dr. Jolly und des Assistenzarztes Privatdozenten in der Justizverwaltung in bezug auf die so schon schlecht genug Dr. Laehr. gestellten Kanzlisten geschehen ist. " " " Der Berliner Korrespondenz" aber empfehlen wir, sich erst genau zu erkundigen, bevor sie ein Blatt wie den Wir meinen natürlich den in dieser Beziehung geradezu Vorwärts" leichthin der Unwahrheit zeiht. #lassischen Fall unseres braven Kollegen Max Pfund. Ist dem Organ des Ministers des Innern denn wirklich die Dieser ist allerdings nicht der mehrfachen schweren Urkunden offenkundige Wahrheit unbekannt, daß der Vorwärts" in fälschung in Verbindung mit Betrug und Untreue" verdächtig. seinen Meldungen über amtliche Dinge noch stets mindeSein einziges Unglück ist, daß er als sozialdemoftens ebenso sicher informirt war, wie irgend ein halbamtliches Iratischer Redakteur für eine Reihe Artikel, in denen Blatt? man selbst nach der Anschauung gegnerischer Blätter bei objettiver Beurtheilung auch nicht die geringste gefeßliche Die Religion muß dem Volfe erhalten werden. In Strafbarkeit entdecken kann, preß geseglich verantwort der Kirche, die am Zoologischen Garten zum Gedächtniß des I ich war. Und weil die Staatsanwaltschaft in diesen Artikeln, Mannes errichtet ist, der diese erbaulichen Worte gesprochen hat, die nichts enthielten, was früher nicht schon von uns und von scheint man dem Umstande, daß im arbeitenden Wolfe doch nicht anderen Blättern zum theil mit weit schärferen Worten mehr viel Religion zu erhalten ist, entsprechend Rechnung tragen gesagt worden ist, dennoch urplötzlich am Tage nach der zu wollen. Wie die Volks- Zeitung" mittheilt, sollen in dem Rafferrebe etwas Strafbares erblickte, Deshalb durch die Kameel- Inschrift und durch die während des Baues wurde Pfund nicht allein mit einem Male unter begangene Sonntagsschändung den weitesten Kreisen bekannt geAnklage gestellt das überrascht im Reiche der Gottesfurcht wordenen Institut bis 800 Plätze zu einem Preise von zwanzig und frommen Sitte ja taum- nein, er wurde aus dem Bette Mark im Jahresabonnement vermiethet werden. heraus verhaftet, und allen Retlamationen zum Troz in Untersuchungshaft behalten, weil er fluchtverdächtig sein soll! wäre. Das ist tonsequent, viel fonsequenter wenigstens als der Ton der Entrüftung, der von der fortschrittlichen VolksZeitung" darüber angeschlagen wird, daß die mit irdischem Mammon Gesegneten bevorzugt werden." Er bleibt wegen Fluchtverdachts in Haft, trotzdem er einen festen Wohnsiz hat, tro hdem er Weib und Kind sein Wo, liebe„ Volts- Zeitung", werden nicht etwa die Reichen eigen nennt, troydem Raution geboten wurde, trotzdem bevorzugt, und wo muß nicht der Arme sehen, wo er bleibt?" jedes Beispiel dafür fehlt, daß je ein Redakteur des„ Vorwärts" Wie die Frequenz der evangelischen Kirchen lehrt, macht die feige vor einem Staatsanwalt ausgefniffen Art, wie die Lehren dieser Kirche offiziell vorgetragen werden, den Reichen und Bemittelten, den Angehörigen der herrschenden Macht alles nichts, über den sozialdemo- Klasse, weit mehr Freude, als den weiten Schichten der tratischen Redakteur bleiben die Qualen der Bevölkerung, die das Proletariat bilden. Untersuchungshaft weiter verhängt! Er ist und bleibt fluchtverdächtig, wie am ersten Tage, als die Staatsanwaltschaft ihn mit erstaunlicher Eile zur Haft bringen ließ. Wo ist der Staatsanwalt, der Hoflieferant und dito Baumeister, wo ist der christliche Kommerzienrath, der nicht mit seiner Familie gewissenhaft Kirchenstühle miethen wird? Und wie lange muß man suchen, bis man in Berlin einen Arbeiter unter Hunderten findet, der sich am Sonntag Morgen in frommer Einfalt an Gottes Wort" erbaute? " Unter solchen Umständen ist es folgerichtig und flug gehandelt, daß die zahlungsfähigen Leute angehalten werden, ihre Pläge in der Kirche zu bezahlen. Diese Praxis sollte allgemein eingeführt werden." Das ist brav vom Thierschutzverein, daß er für die bekannten behördlichen Anordnungen zum Schutz der Kreatur im Publikum Interesse zu erwecken sucht. Möchte auch der Menschenschutz erst soweit gebiehen sein! Von der Direktion der Charitee erhalten wir folgende Mittheilung: In der königlichen Charitee werden während des Winter halbjahres 1895/96 folgende Polikliniken abgehalten: 3. Für Hautkrankheiten Dienstags und Freitags von 12 bis 1 Uhr unter Zeitung des Geh. Medizinal- Raths, Prof. Dr. Schwe ninger und der Assistenzärzte, Marinestabsarzt Dr. Ruge und Oberarzt Dr. Eisenberg. 4. Für innerlich Kranke: a) Dienstags, Donnerstags und Sonnabends von 10 1/2 bis 12 Uhr unter der Leitung des Geh. Medizinal- Raths Prof. Dr. Leyden und des Assistenzarztes, Stabsarztes Dr. Thiele. b) Montags, Mittwochs und Freitags von 81/2 bis 10 Uhr unter Leitung des Geh. Medizinal- Raths, Prof. Dr. Gerhardt und des Assistenzarztes, Oberarztes Dr. Zinn. Der Eingang zu den Polikliniken ad 1 und 3 ist im Hauptportal der alten Charitee, und der Eingang zu den Bolikliniken ad 2 und 4 ist im Geschäftshause des Instituts für InfektionsKrankheiten Unterbaumstr. 7, vis- à- vis dem Haupteingange der alten Charitee. Die ärztliche Behandlung ist unentgeltlich, auch erhalten unbemittelte freie Arznei, Salben zc. aus der Charitee- Apotheke. Eine verschärfte Kontrolle in der dritten Wagenklasse der Vorortzüge, unmittelbar vor den Stationen vor Berlin, ist seit kurzer Zeit eingeführt; diese Kontrolle ist, wie ein Berichterstatter mittheilt, veranlaßt durch betrügerische Manipulationen von Pers sonen, welcher im Besige von Monatskarten für die Stadt- und Ringbahn, die Vorortszüge benutzen. Der Betrug wurde in der Weise ausgeführt, daß die Betreffenden auf einer entfernteren Vorortstation, wo sie gerade weilen, eine beliebige 10 PfennigFahrkarte lösen. Mit dieser besteigen sie dann einen Vorortzug, um auf grund der Monatskarte der Stadt- und Ringbahn diese Karten gelten für die Stadt- und Fernbahnhöfe in Berlin den Zug zu verlassen, eine Manipulation, durch welche die Bahnverwaltung je nach der zurückgelegten Strecke um 10-90 Pfennig geschädigt wird. Die verschärfte Kontrolle wird jetzt durch die die Sind denn solche BeBüge begleitenden Beamten ausgeübt. trügereien nur in der dritten Wagenklasse verübt worden? Zur Rechten der Wucherer Pariser gegen Kaution in Eigenthümliche Verhältniffe herrschen nach der Meldung goldener Freiheit, zur Linken der freiherrliche Gauner v. Hammer stein, der nunmehr steckbrieflich verfolgte, in irgend einem einiger Blätter auf dem Stettiner Bahnhof auch im schönen Erdenwinkel, und in der Mitten der Preßsünder Schalterdienst. Man darf auch auf dem Stettiner BahnPfund, dessen Ehrenschild blant ist, wie nur je eines, in hof die Bahnsteige nur mit Bahnsteigtarten betreten. Nun hält die Bahnverwaltung es aber nicht für nöthig, dafür Untersuchungshaft. Sorge zu tragen, daß man zur erforderlichen Zeit auch solche Behalte dies Bild vor Augen, deutsches Ueber das Treiben der Billethändler werden jetzt, nach Karten lösen kann; sobald nämlich die Ankunft eines Zuges Proletariat! dem kaum die Theatersaison begonnen, in bürgerlichen Blättern nicht auf eine Zeit fällt, die der Abfahrt eines Zuges unmittelbar Sehr bescheiden ist die Notiz, welche die„ Kreuzschon wieder Klagen laut. So schreibt die National- Beitung": vorangeht, bleiben sämmtliche Schalter des Bahnhofes geschlossen, Beitung" am Mittwoch Abend dem Mißgeschick ihres früheren Den Billethändlern ist der Kamm gefchivollen. So lange sie so daß es teine Möglichkeit giebt, sich von einem verantwort Chefredakteurs gewidmet hat. An versteckter Stelle steht nämlich in Bescheidenheit auftreten und sich mit mäßigen Gewinnen be- lichen Bahnbeamten eine Bahnsteigtarte zu lösen, man ist viel folgendes zu lesen: gnügen, pflegt fich das Publikum über die Bertheuerung der mehr auf die Automaten angewiesen, für deren richtige ThätigDer Untersuchungsrichter beim. Landgericht I bat Bläße nicht zu beschweren. Erst wenn sie meinen, Herren der feit die Bahn feine Verantwortung übernimmt und die auch nur unter dem 28. d. M. einen Steckbrief wider den früheren Situation zu sein, wird ihr Gebahren unerträglich. Sie werfen von dem benutzt werden können, der zufällig ein Zehnpfennigstück Beitungsredakteur Freiherrn Wilhelm v. Hammerstein er sich auf die wenigen Theater, welche augenblicklich in Berlin in der Tasche hat. laffen. großen Erfolg haben, und bringen einen bedeutenden Theil der Ein gerichtliches Nachspiel wird die Sedanfeier in Einlaßkarten in ihre Hände. Schrauben sie die Preise un Potsdam haben. Gegen den Oberlehrer am Victoria Sedanfeier in der Justiz. Die„ Berliner Rorrespondenz" verschämt in die Höhe, so machen sie Bemerkungen, bei Gymnasium Dr. Schwarze und gegen den Stadtrath Brenste des Herrn Köller schreibt: denen mau zwischen den Zeilen herauslesen kann, daß dort ist das Verfahren wegen Widerstandes gegen die Staats" Der Vorwärts" hat in zwei Notizen die Behauptung auf sie selbst weit über den Kassenpreis zahlen müffen, und gewalt und Aufreizung dazu, Beleidigung von Schußleuten zc. geftelt, daß auf das Kanzleipersonal bei den Berliner Justiz es ist unschwer zu errathen an wen. Am Abend der eingeleitet worden; es haben deshalb bereits verschiedene Verbehörden die bezüglich der staatlichen Arbeiter getroffenen Eröffnung des Wintergartens forderten und erhielten nehmungen, u. a. auch des Gymnasialdirektors Dr. Treu, stattAnordnungen wegen Freigabe des Sedantages ohne Lohn- die Billethändler für Billets, welche an der Kasse 3 M. fosten, gefunden. Am Sedantage war das Bornstedter Feld von verkürzung nicht angewendet worden seien. Zunächst war 10 M. Im 3entral Theater befinden sich ganze Quan der Kommandantur dem Magistrat von Potsdam für die Feier in der Nummer vom 1. September d. J. mitgetheilt, titäten für die besten Reihen der mittleren Pläge in ihrem Be- freigegeben, unter der Bedingung, daß die dort befindliche das Kanzleipersonal müsse am Sedantage, wie sonst, feine size. Hier entwickelt sich unter den Augen der Hausbeamten und Schanze nicht betreten werden dürfe. Bon letterer Bedingung Bogen schreiben". Bereits vorher, nämlich am 31. August, war der Polizei ein unbeschreibliches Treiben. Sie gehen in dem hatte aber der Oberbürgermeister Boie den Lehrern und dem indessen vom Justizminifter angeordnet worden, daß denjenigen Vorraum des Theaters einher, als seien sie die Herren, treten Festkomitee feine Kenntniß gegeben, und so kam es, daß auf der in den Kanzleien in Berlin beschäftigten Personen, die ein be- ab und zu bis an die Kasse, blicken weit vorgebeugt durch das Schanze Dr. Schwarze mit seinen Schülern Kriegsspiele ausstimmtes Tagespensum liefern müssen, dieses Pensum für den Fenster des Kaffenraumes, um sich zu vergewissern, wie der führte. Als dies Echuhleute verhindern wollten, kam es zu hefSedantag, gleichwie den in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern, Stand der noch vorräthigen Billete ist, begleiten den noch billet- tigen Auseinandersetzungen, wobei auch Stadtrath Brenste, ganz oder halb, je nachdem sie an dem Feldzuge von 1870/71 losen Besucher bis an die Kasse und reden in ihn hinein. Daß ebenso wie Dr. Schwarze, unter Hurrah des Publikums, die theil genommen haben oder nicht, ohne Verkürzung ihrer Bezüge dieses Treiben einen solchen Umfang gewinnen kann, ist geradezu Schüler zum Bleiben aufforderte. Schließlich mußte, nachdem zu erlassen sei. unbegreiflich." höhere Polizeibeamte und der Oberbürgermeister dazwischen geIn betreff der Kanzleigehilfen, die lediglich seitenweise bezahlt Für unsere Leser wird außer der von den Billethändlern ge- freten waren, die Schanze geräumt werden. Nun kommen die werden, ist sodann am 9. September angeordnet, daß ihnen bei übten Erpressungstaktik noch die holde Entwicklung des Kunst- Patrioten, die über die deutsche Freiheit noch keinen ganz klaren Auszahlung des Schreiblohus, die stets am Monatsschlusse statt- finnes der Berliner Bourgeoisie ein Interesse haben. Winter Begriff zu haben scheinen, vor den Kadi. findel, außer der wirklich gelieferten Arbeit die einem vollen oder Garten und Zentral- Theater sind die besuchtesten Kunsttempel! halben Tagespensum entsprechende Seitenzahl zu vergüten sei. Das spricht Bände über den Geschmack, der sich in den durch In Caftan's Panoptikum. In eine peinliche Lage ist Die in dem Vorwärts" vom 20. d. Mts. enthaltene Mittheilung, Bildung und Besitz maßgebenden Gesellschaftsschichten heran- durch seine eigene Schuld ein Dr. phil. W. aus der Möckernstraße, daß den erwähnten Kanzleigehilfen nach einer neuen Verfügung" gebildet hat! Herausgeber einer Zeitung, gekommen. Dr. W. traf bei Castan's für den Sedantag auch nicht ein Pfennig Entschädigung ge- Die Eisenbahn- Direktion Berlin hat soeben bekannt ge- Panoptikum ein junges, noch nicht 14 Jahre altes Mädchen, zahlt werden solle", ist somit ihrem ganzen Inhalte macht, daß die bisherige Fund Aufbewahrungsstelle das dort berumlungerte, und bestellte es in die Gastwirthschaft auf dem Potsdamer Bahnhof für die in den Zügen der Pots- Klara Cz., die in der Elisabethstraße bei ihrer Mutter wohnt und Bimmerfir. 89. Das Mädchen, eine Die Berliner Korrespondenz" ist falsch informirt, auf dem Potsdamer Bahnhof für die in den Zügen der Pots von Engel in damer und Wannseebahn gefundenen Gegenstände am 1. Oktober Was der„ Vorwärts" am 1., sowie am 20. d. Mts. von der aufgehoben wird und daß von diesem Tage ab alle in den be- die 69. Gemeindeschule besucht, erschien auch zu der beſtimmten Sedanfeier mitgetheilt hat, ist bis auf einen recht unwesentlichen zeichneten Zügen verlorenen Gegenstände nur auf dem Fund- Beit in der Gastwirthschaft. Kurz vorher war dort Dr. W. bePunkt durchaus wahr. Möge der verantwortliche Redakteur bureau des Schlesischen Bahnhofs aufbewahrt und ausgeliefert reits eingetroffen, hatte ein Zimmer gemiethet und sich als Kaufdes halb oder ganz- amtlichen Blattes hingehen, und sich in der mann Steinberg aus Hamburg in das Fremdenbuch eingetragen. Jüdenstraße resp. Neuen Friedrichstraße nach der Richtigkeit Als das Mädchen kam, nahm er es in sein Zimmer folgender Thatsachen erkundigen: Der neue Bahnhof Rigdorf der Stadt und Ringbahn und verriegelte die Thür. Dem Gastwirthe, der auf Ordnung in Am 30. August erhielt das Personal vom Gerichtsdiener die wird am 15. Oktober cr. den öffentlichen Verkehr übergeben seinem Geschäfte, einem fogenannten Fremdenlogis, hält, fiel Mittheilung zugestellt, daß am 2. September in den Bureau's werden. das auf. Er glaubte, daß der Mann nichts gutes vorhabe, und nach unwahr." werden. der 3 Kunst und Wissenschaft. schickte sofort zur Polizei des 36. Reviers und theilte ihr seine Leitergerüst ein, auf dem fünf Maler mit dem Streichen er diese für wichtig genug halte, um eine Entscheidung des Befürchtungen bezüglich des Kindes mit. Die Polizei erschien der Decke beschäftigt waren. Zwei von ihnen erlitten Reichsgerichts darüber herbeizuführen. Der Gerichtshof ging auch bald bei Engel und nahm Dr. W. und das Mädchen mit bei dem Sturze anscheinend schwere innere Berlegungen, aber auf die Rechtsfrage nicht weiter ein, sondern erkannte auf die Wache. Hier hat Dr. W. sein Verhalten als harmlos während die übrigen nur leichtere Verlegungen davontrugen. schon aus thatfächlichen Gründen auf Freisprechung des Andarzustellen versucht. Er habe, giebt er an, das Mädchen für Ein Mann erschoß sich in der Wohnung seiner Mutter in der geklagten. eine Anstalt, die er einzurichten beabsichtige, engagiren wollen und Möckernstraße. Abends entstand in einem Schanklokal in der ihm ein Angeld von 3 Mart gegeben. Dem Kinde ist nichts Linienstraße eine Schlägerei, bei der die Streitenden sich zum konzession bedarf, um seinem Miethsherrn den MorgenDie Frage, ob ein Zimmervermiether einer Schank geschehen. Es behauptet aber, daß Dr. W., nachdem er theil schwere Verletzungen zufügten und fast die ganze Einrichtung kaffee geben zu dürfen, hatte gestern die 129. Abtheilung am ihm 8 Mart gegeben, es bei der Hand genommen und nach dem zerstörten. Bier Personen wurden verhaftet. Eine Frau ver- Amtsgericht I zu entscheiden. Der Zimmervermiether Friedrich Bettte zu ziehen versucht habe. Während es sich gesträubt, fei giftete sich in ihrer Wohnung in der Kommandantenstraße. Böje war des Vergehens angeklagt, Frühkaffee verabsolgt zu febr bald schon die Polizei gekommen. Die 3 M., ein Thaler In der Nacht zum 25. d. M. tödtete sich in seiner Wohnung in haben, ohne im Besige einer Konzession zu sein. Der Staatsftück, will das Mädchen auf dem Wege zur Polizeiwache an der der Invalidenstraße ein Mann im Fieberwahn durch zwei tiefe anwalt beantragte 30 M. Geldstrafe und stützte diesen Antrag Ecke der Friedrich- und Simmerstraße weggeworfen haben. Ob Schnitte mit einem Fleischmesser in den Hals. Im Laufe des darauf, daß Böje nicht eigentlich Bimmervermiether sei, sondern das Mädchen, das einen verwahrloften Eindruck macht, die Tages fanden fünf unbedeutende Feuer statt. Wahrheit sagt, steht dahin. Jedenfalls aber hat sich Dr. W. acht Zimmer auf Tage, Wochen oder Monate vermiethe; es durch sein Verhalten verdächtig gemacht. Die Revierpolizei überhandle sich also um ein Hotel garni. Rechtsanwalt Leopold lieferte ihn daher der Kriminalpolizei. Diese hat ihn jedoch Meyer dagegen führte aus, daß es nicht darauf ankomme, wieviel wieder auf freiem Fuß gefeßt. Neber die Entdeckung einer ehemaligen römischen Stadt Biminer jemand vermiethe, sondern nur darauf, ob er Speisen bosnisch- herzegowinischen Landesmuseums fand im Auguſt d. J. Bier oder andere Spirituosen verabfolg; wenn jemand Speiſen zc. in Bosnien wird der„ Boff. 3tg." berichtet: Ein Beamter des und Getränke verabfolge. Der Angeslagte habe niemals Wein, am linken Ufer der Drina bei Stelani( in der Nähe der gewünscht habe, so feien sie aus dem Neſtaurant geholt worden. alten Bergwerkstadt Domavia) die ausgedehnten Ruinen Die Steuerbehörde habe in der vorliegenden Sache ausdrücklich einer römischen Stadt. Man kann deutlich die Häuser- erklärt, daß eine Schankſtener für das Liefern des Morgenkaffees kann deutlich die Häuser nicht zu zahlen sei. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausund gruppen dazwischen die Straßen unterscheiden. Die Stelle des Forums verrathen Ehren- Inschriftenführungen an, hielt ein anmeldepflichtiges Schantgewerbe nicht und die Untergestelle von Statuen der Kaiser und der Stadt- für vorliegend und sprach den Angeklagten frei. festgestellt worden. 3 Kilometer nördlich von der Stadt befand polizeiliches Strafmandat iſt dem Cand. jur. Gradinski übel würdenträger. Auch die Lage der Basilica ist durch eine Inschrift Das Aurufen richterlicher Entscheidung gegen ein sich ein Tempel der kapitolinischen Gottheiten, wo zahlreiche bekommen. Aus dem Hause, in welchem der Angeklagte wohnte, Soldaten Altäre gestiftet haben. Die bosnisch- herzegowinische war wiederholt Unrath auf die Straße geworfen und der AnLandesregierung wird wohl auch hier mit gewohnter Thatkraft geklagte schließlich als der Thater ermittelt worden. Da zwei eingreifen und planmäßige Ausgrabungen vornehmen lassen. Durch einen Absturz im Viktoriapark ist am Montag Die 47jährige Verkäuferin Mathilde Mzaureck, die Tochter eines Musiklehrers aus Danzig, die hier in der Charlottenstraße 82 beim Schuhwaaren- Fabrikanten Reiß wohnte, tödtlich verunglückt. Die Dame, die schon seit längerer Zeit leidend und nicht mehr in Stellung war, ging am Montag in den Bittoriapart, um sich zu erfrischen. Beim Aufstieg am Wasserfall fiel sie plötzlich um und stürzte den Abhang hinab. Ein Herr, der sich in der Nähe der Verunglückten befand, und ein Schuhmann brachten sie mit einer Drofchte in ihre Wohnung. Hier ist die Dame vorgestern einer Droschke in ihre Wohnung. Hier ist die Dame vorgestern Morgen an einer Gehirnerschütterung, die sie sich beim Absturz zugezogen hatte, gestorben. Gerichts- Beifung. Fälle vorlagen, erhielt Gradinski zwei Strafmandate über 10 beziehungsweise 30 M. Er erhob hiergegen Widerspruch, erzielle aber vor der 41. Abtheilung des Schöffengerichts einen argen Mißerfolg. Das Gericht verurtheilte den Angeklagten mit Rücksicht auf seine Bildung zu einer weit höheren Strafe, nämlich zu insgesammt 100 M. Dazu hat der Angeklagte noch die Gerichtskosten zu tragen. Die Sicherheitszustände im Scheunenviertel" werden, wie man uns meldet, wiederum charakterisirt durch einen Vorfall, welcher am Dienstag Nachmittag die Amalienstraße und deren Umgebung alarmirte. In einer Gastwirthschaft der Straße war zwischen Gästen ein Streit entstanden, der zur Schlägerei aus- Eine für das Schlossergewerbe wichtige Entscheidung ist artete. Als einer der Radaumacher auf dem Straßendamm, in der geftrigen öffentlichen Sihung des Kammergerichts erfolgt. wohin fich die Schlägerei ausgebreitet, einen Stockdegen zog und Der Schlossermeister B. war vom Echöffengericht zu einer Mart damit blindlings um sich stach, nahm der Tumult durch hinzu- Geldstrafe auf grund des§ 3691 Str.-G.-B. verurtheilt, weil er gekommene Zuhälter und Dirnen einen derartigen Umfang an, für eine Mietherin ohne Genehmigung des Hausbesizers oder der Auflage der Unterschlagung vor der 131. Abtheilung des Der Stellenvermittler Harschkamp stand gestern unter daß der Verkehr in der Amalienstraße gänzlich gestört und ein deffen Stellvertreters einen Thorwegschlüssel angefertigt hatte. Schöffengerichts. Der Angefchuldigte bot einem Kellner, der ihn größeres Polizei- Aufgebot erforderlich wurde, um die Massen zu Das Haus, in welchem die Mietherin wohnt, hat außer einem mit der Vermittelung einer Stelle beauftragt hatte, Beschäftigung zerstreuen. Eine Anzahl der Exzedenten wurde festgenommen. Eingang durch einen Laden nur durch diesen Thorweg Bugang; als Schreiber bei sich selbst an. Er verlangte aber eine Ein holländischer Offizier als Dieb. Seine Aufklärung der Thorweg führt jedoch, nicht direkt ins Haus, sondern in einen Kaution von 100 Mark. Der Kellner war bereit, das Geld hat das Verschwinden eines Ehepaares aus dem Hotel Bayrischer offenen Gang, hinter welchem das Haus liegt. Nachdem das zu hinterlegen, glaubte aber besonders vorsichtig zu sein, indem Hof in der Friedrichstraße gefunden. Der männliche Ver- Schöffengerichts- Erkenntniß in der Berufungsinstanz bestätigt zu hinterlegen, glaubte aber besonders vorsichtig zu sein, indem er verlangte, daß der Hundertmarkschein in einem Briefschwundene ist nach einer genauen Beschreibung der Amsterdamer war, erkannte das Kammergericht heute, daß der An- umschlag verschlossen, von einem dritten aufbewahrt werden sollte. Behörde identisch mit einem holländischen Offizier, einem Lieute geklagte B. der Uebertretung des§ 3691 nicht schuldig Harschkamp war hiermit einverstanden, sie gingen zusammen zu nant, der sich einer Unterschlagung von Geldern aus der Re- und deshalb die Vorentscheidung auszuheben sei. Nach§ 3681 des einem in der Nachbarschaft wohnenden Kaufmann und baten ihn, gimentstaffe schuldig gemacht hat und flüchtig geworden ist. In Strafgesetzbuchs seien Schlosser, welche ohne Genehmigung des den Briefumschlag nebst Inhalt aufzubewahren. Die Stellung feiner Begleitung befand sich eine junge Dame, die jedenfalls die Hausbesizers Hausthürschlüffel anfertigen, zu bestrafen; im vor: des Kellners bei dem Angeklagten war nicht von langer Geliebte des Defraudanten ist; das Paar ist dann unter Zurück liegenden Falle sei der Schlüffel aber nicht für eine im Hause Dauer. Als der erstere fich zum Kaufmann begab, um laffung seines gesammten Gepäckes aus Berlin verschwunden und befindliche Thür, sondern für einen Thorweg bestimmt gewesen, seine Kaution wiederzuholen, erfuhr er, daß Harschkamp hat sich, wie die hiesige Kriminalpolizei zu ermitteln der zu einem Gange und dann erst ins Haus führe. ihm bereits zuvorgekommen war. Das Geld war verloren, der in der Lage war, von hier aus zuvörderst nach Der Prozeß des Direktors Fritzsche vom Theater Angeklagte hatte es geständlich für sich verbraucht. Da HarschWestfalen gewandt, wo beide Flüchtige eine Nacht in Unter den Linden gegen die Verordnung des Polizeipräsidenten, famp bereits mehrfach vorbestraft ist, ahndete der Gerichtshof einem Predigerhause logirten, von da aus nach daß bei Theatern lediglich Asbest- Deforationen Verwendung finden den groben Vertrauensbruch mit einer Gefängnißstrafe Hamburg zu fahren. Dort hielten sich die beiden Holländer in einem dürften, beschäftigte gestern den Bezirksausschuß. Das Urtheil von einem Jahre und nahm den Verurtheilten wegen Hotel am Jungfernstieg auf und verschwanden von dort vor lautete auf Abweisung der Klage unter Auferlegung sämmtlicher Fluchtverdachts sofort in Haft. einigen Tagen ebenso geheimnißvoll wie aus Berlin. Die Ham- Kosten. Das Streitobjekt wurde auf 10 000 M. angesetzt. burger Kriminalpolizei nimmt an, daß die Flüchtlinge, welche Ober- Verwaltungsgericht. Ob ein Bahnhofs- Verwalter Unter der Anklage der versuchten Verleitung zum in seiner Eigenschaft als Bahnpolizei- Beamter ein Polizeibeamter über bedeutende Geldmittel verfügen, mit einem Vergnügungs- Meineide stand gestern der Arbeiter Paul Gottsch vor der im Sinne der schleswig- Holsteinischen Städte- Ordnung sei, war dampfer nach Föhr oder Sylt gefahren sind, um von hier aus ersten Straftammer des Landgerichts 1. Gottsch führte mit seinem die Hauptfrage in einem Prozeß, den die Stadtverordneten in unauffälliger Weise eine dänische Hafenstadt, und von da aus früheren Arbeitgeber einen Prozeß wegen einer Lohnforderung. Bersammlung in Eckernförde gegen den Magistrat dortselbst Amerifa zu erreichen. Das hierselbst im Hotel zurückgelassene Er machte vor dem Gewerbegericht geltend, daß er dadurch führte. Dem Bahnhofs- Verwalter Hoffmann, der im Jahre 1891 und von der Kriminalpolizei in Verivahrsam genommene werth Schaden gehabt habe, daß ihm sein Arbeitsbuch von der be- in die Stadtverordneten- Versammlung gewählt und auch unvolle Gepäck wird, nachdem sich der hiesige Hotelier schablos ge- flagten Firma zurückbehalten worden sei. Als er diesen an beanstandet und regelrecht in dieselbe eingeführt wurde, kamen halten hat, der holländischen Behörde ausgeliefert werden. geblichen Echaden nachweisen sollte, berief er sich auf das 1898 plötzlich Bedenken darüber, ob darüber, ob er als Vertreter Auf Ersuchen des Herrn Dr. med. Paul Bernstein, Elisabeth Beugniß des Rohrlegers Goodson, welcher befunden würde, der Bahnhofs Polizei W nicht einer derjenigen PolizeiUfer 18, theilen wir mit, daß der Herr gleichen Namens, dessen daß er ihn wohl in in Arbeit genommen haben würde, beamten sei, von denen die Städte- Ordnung fage, daß wir bei Besprechung der vom Bezirksvereine Fortschritt abge- wenn Kläger, sein Arbeitsbuch hätte vorweisen fie Stadtverordnete„ nicht sein tönnen". Er beantragte deshalb haltenen Bersammlung erwähnten, mit diesem, unseren Partei- erheben. Als Goodson später den Angeklagten auf der Straße schloß jedoch die Ablehnung seines Gesuchs. Dieter Beschluß fönnen. Das Gewerbegericht beschloß, diesen Beweis zu Enthebung vom Amte; die Stadtverordneten- Versammlung be Selbstmordversuch eines Sechzehnjährigen. Bu erschießen traf, machte er ihm Vorwürfe darüber, daß er ihn als Zeugen wurde vom Magiftrat auf Ersuchen des Regierungspräsidenten versuchte sich am Dienstag Nachmittag in Groß- Lichterfelde der für eine Behauptung babe laden laffen, die vollständig aus der beanstandet, wogegen nun die Versammlung beim Bezirksausschuß 16jährige Kunsteleve Wedell, der in der Kunsthandlung von Eck- gunsten auszusagen und als ihm entgegengehalten wurde, daß nicht Polizeibeamter im Sinne der Städte- Ordnung sei, wenn Luft gegriffen sei. Der Angeklagte bat ihn, dennoch zu seinen klagbar wurde. Materiell machte sie geltend, daß Hoffmann stein in Berlin beschäftigt war. Der junge Mann, der in Großbas Zeugniß ja auch beschworen werden müsse, meinte der An- er auch die Bahnpolizei ausübe, denn seine Funktionen als Lichterfelde bei seinem Ontel wohnte, jagte sich auf offener Straße geklagte:„ Nun, denn schwören Sie doch, ich kann mein Geld nicht Bahnpolizei- Beamter seien so eng begrenzte, daß sie mit den eine Revolverfugel in der Herzgegend in den Leib. Schwer ver- verlieren." Kurz vor dem Termin vor dem Gewerbegericht versuchte städtischen Interessen schwerlich in Kollision kommen könnten. legt wurde er in das Teltower Krankenhaus gebracht. Der Selbst Gottsch dann noch einmal, auf den Zengen einzuwirken. Dieser Dann betonte die Klägerin aber noch unter Bezugnahme auf das mordversuch wurde anfangs darauf zurückgeführt, daß Wedell feine Stellung verloren hat. Aus einem Briefe, den der Lebens- machte seine Aussage aber dahin, daß Gottsch zwar wiederholt bei Buständigkeitsgeseh und die Städte- Ordnung, daß die Beihm gearbeitet hätte, von einer nochmaligen Beschäftigung bei anstandung ihres Beschlusses gar nicht zulässig gewesen sei, vielmüde an eine Dame gerichtet hat, geht jedoch hervor, daß un ihm sei aber keine Rede gewefen und demnach ebensowenig von mehr hätte der Magistrat gegen sie das Verwaltungsstreitverfahren glückliche Liebe" die Veranlassung war. dem Arbeitsbuch. Gottsch wurde darauf mit seiner Klage ab- beschreiten müssen. Schließlich stüßt sich Klägerin noch auf die Erschoffen hat sich Dienstag Nachmittag um 51/2 Uhr der gewiesen. Sein Verhalten dem Zeugen gegenüber war aber zur unbeanstandete und regelrechte Einführung des Hoffmann in die 31 jährige Hilfsjäger Albert Hellwig, der im Kreise Gardelegen Kenntniß des Gerichts gekommen. Im gestrigen Termine Versammlung. Der Bezirksausschuß erkannte auf Abweisung der beschäftigt war und sich hier zu Besuch bei seiner Mutter in der behauptete der Angeklagte, daß der Zeuge Goodson als Ausländer Klage, indem er die Frage, ob Hoffmann als Bahnpolizeibeamter Mödernstraße 122 aufhielt. Der Mann jagte sich auf dem Ab- ihn falsch verstanden habe. Der Gerichtshof schenkte dieser ein Polizeibeamter im Sinne der Städte- Ordnung sei, mit ja ort aus einem Jagdgewehr drei Schüsse in den Kopf, die ihm Behauptung bei den klaren Auslassungen des Zeugen keinen beantwortete, und zwar nahm das Gericht hierbei bezug auf die Schädeldecke vollständig zerschmetterten. Er war sofort todt. Glauben, sondern verurtheilte ihn bei sofortiger Berhaftung zu eine Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts, abgedruckt im Was ihn in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt; er hat anderthalb Jahren Buchthaus und 5 jährigem Ehr Band 16 S. 73 der Entscheidungen desselben. Die Beanstandungsnichts hinterlassen, woraus man auf die Veranlassung zum Selbstverlust. morde schließen könnte. verfügung des Magistrats wurde für zulässig erklärt. Auf die Berufung der Stadtverordneten- Versammlung änderte der zweite Witterungsübersicht vom 25. September 1895. Senat des Ober Berwaltungsgerichts das Urtheil des Bezirksausschusses dahin ab, daß die Beanstandungsverfügung des Magistrats aufzuheben sei. genossen, nicht identisch ist. Stationen. Swinemünde Barometer ftand in mm, d. Meeressp. Windrichtung DGD Windstärke | A| N| N|( Stala 1-12) Wetter Temperatur HASABB nach Celfins 772 Dunft 12 Hamburg 778 DED Berlin 772 NO 2 Wiesbaden 770 Still München 772 Wien. 770 Still Haparanda. 762 2 bedeckt bedeckt wolkenlos wolfenlos Nebel wolkenlos 11 9 13 18 10 Petersburg Cort 766 Aberdin. Paris. 767 769 4 SGD 1 Still 13 17 ( 50 G. 4° R.) Regen wolkig 14 wolkenlos 14 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 26. Sept. 1895. Beitweise nebeliges, vorwiegend heiteres, trockenes Wetter mit schwachen südöstlichen Winden, fühler Nacht und höherer Tagestemperatur. er Da der Vorsitzende, Senatspräsident Jebens, mit feinem Worte der Gründe gedachte, welche den Senat bei seiner Ent scheidung leiteten, können wir der Deffentlichkeit nicht unterbreiten, ob sie formeller oder materieller Natur waren. sdiranje Briefkasten der Redaktion. 19 ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bohl) anzugeben unter der die Antwort ertheilt werden soll. Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag G. F. Der Reichstag hat in der Legislaturperiode 1887-1890 die fünfjährigen Legislaturperioden beschlossen. Richard Br. Ohne genaue Angabe Ihrer Adresse nicht verwendbar. Eine Rechtsfrage von allgemeinem Jutereffe tam bei der Verhandlung einer gegen den Hausdiener Bartsch gerichteten Anklage wegen fahrlässigen Meineids vor der zweiten Straffammer zur Sprache. Der Angeklagte hatte sich nach dem Tode seiner Ehefrau mit einem Stieftinde auseinander zu setzen. Er stellte unter Zuziehung eines gerichtlichen Zagators ein In ventar des Vermögens der Verstorbenen auf, reichte es dem Nachlaßrichter ein und beschwor die Richtigkeit des Inventars Nachträglich erstattete der Vormund des Stieftindes die Strafanzeige gegen Bartsch, weil diefer in dem Juventar mehrere Vermögensstücke, insbesondere Wäsche, anzugeben unterlassen habe. Bei einer polizeilichen Haussuchung wurden bei dem Angeklagten thatsächlich mehr Wäschestücke anfgefunden, als im Inventar angegeben worden waren. Ferner bekundeten mehrere Beuginnen, daß fie noch kurz vor dem Tode der Frau Bartsch zwei Wäschespinden voll zum theil neuer Wäsche in deren Wohnung gesehen und daß weit mehr Wäsche vorhanden gewesen sein müsse, als der Angeklagte angegeben. Dieser vertheidigte sich damit, daß er bei der Ausnahme des Inventars durch den gerichtlichen Tarator das Durchzählen und Feststellen der vorhandenen Wäsche seiner Wirthschafterin überlassen habe. Staats- B. 1. R. I, 1895, R. G. 100, M. G. Nein. G. 4. anwalt Gaspar beantragte Verurtheilung des Angeklagten zu Ohne das Statut in Händen zu haben, läßt sich Ihre Frage nicht zwei Wochen Gefängniß, R.-A. Dr. Schöps machte da- beantworten.- A. B. 10. Giebt es nicht.- M. 100, 3. B. 19, gegen interessante rechtliche Einwendungen. Er behauptete, daß D. L., Neuhaldensleben. Ja. Bark. Briefliche Antwort der Eid, mit welchem der Angeklagte das Inventar beschworen tann nicht ertheilt werden. Der betreffende hat das Recht, habe, noch heute nach den Vorschriften der alten Allgemeinen außeramtliche und gar unrichtige Angaben in der Sache dritten Polizeibericht. Am 24. d. M. vormittags wurde ein Gerichtsordnung, nicht nach denen der Zivilprozeß zu machen, nicht. Wenden Sie sich an das Polizeipräsidium. 21/2 Jahre altes Mädchen auf dem Hofe des Grundstücks Jagow- Ordnung abzunehmen sei. Nach den Vorschriften der ersteren E. R. 100. 1. Ihre Frau wird in der Sache als Zeugin straße 15 durch einen vom Dache herabfallenden Mauerstein am habe er nur seinen guten Glauben zu beschwören. Die vernommen werden. Darin tönnen Sie sie nicht vertreten. Kopfe so schwer verletzt, daß der Tod bald darauf eintrat. Allgemeine Gerichtsordnung befage ausdrücklich, daß wegen 2. Ift nur mündlicher Vertrag geschlossen, so müssen Sie spätestens An der Ecke der Moltkebrücke und des Friedrich- Karl- Ufers Meincides nur derjenige verfolgt werden könne, welcher einen innerhalb der ersten drei Tage des Oktober fündigen. Liegt wurde ein Mann durch eine Droschte überfahren und am Unter solchen Eid wissentlich falsch ableiste. Dieser Standpunkt schriftlicher Vertrag vor, so ist nach Maßgabe der desfallsigen schenkel bedeutend verlegt. In der Potsdamerstraße der Allgemeinen Gerichtsordnung entspräche auch den Lebens- Vertragsbestimmung wahrscheinlich also spätestens so zu fünfand ein Zusammenstoß zwischen einem Pferdebahnwagen und verhältnissen; denn in den meisten Fällen stelle Fällen stelle der digen, daß das Kündigungsschreiben noch am 27. in den Händen Einreichung einem Möbelwagen statt, bei dem der Führer des letteren zur eines Nachlaß Juventars Verpflichtete des Vermiethers ist. 8. Schicken Sie die Kündigung beiden zu. eine erhebliche Verlegung am Unterschenkel erlitt. Mittags dieses nicht selbst auf, überlasse dies vielmehr seinen Angehörigen Schöne Vermessung. 1. Gin Sachverständiger erhält auch gerieth am Rottbuser Damm ein vierjähriger Knabe unter die oder sonstigen im Haushalt thätigen Personen. Es würde eine für ein unrichtiges Gutachten Sachverständigen- Gebühren. 2. Das Räder eines Geschäftswagens und erlitt schwere Verlegungen an Rechtsunsicherheit sonder Gleichen entstehen, wenn in solchen Gericht kann Lokaltermin abhalten. 3. Das hängt von dem Inbeiden Füßen. Bei der Einfahrt eines Rollwagens in ein Fällen bei Unrichtigkeiten im Juventarverzeichniß die Gefahr einer halt des Urtheils ab: wenden Sie sich an einen der Anwälte, Grundstück in der Ritterstraße fiel nachmittags eine Riste herab Anllage wegen fahrlässigen Meineides drohte. Im übrigen die Ihren Prozeß geführt haben.- Rothe Notte 76. 1. Ginund traf einen dort stehenden 8 jährigen Knaben, so daß dieser hielt ber Vertheidiger eine Freisprechung auch aus behaltene Sachen des Aftermiethers oder Schlafburschen dürfen einen Bruch des Unterschenkels davontrug. In der Turnhalle thatsächlichen Gründen für geboten. Der Staats- nicht in Gebrauch genommen, nicht versezt, auch nicht verkauft der im Bau begriffenen Gemeindeschule in der Gozlowsky- anwalt bat, im Falle einer Freisprechung doch auch zu den werden. Sie können nur auf Bahlung flagen und dann auf straße stürzte infolge eines Bruches eines Negriegels ein entwickelten rechtlichen Gesichtspunkten Etellung zu nehmen, da grund des Urtheils die Sachen durch einen Gerichtsvollzieher Berliner Wetterbureau. M lehnt, so können Sie Privatflage erheben. Der in einer Privat- sein. flage unterliegende Theil hat die Kosten des Prozesses zu tragen. Briefkasten der Expedition. versteigern laffen. 2. Nochmals wegen törperlicher Fehler|-. G. 18. Nein.. B. 172. Qualifizirte Ruppelei zurückgestellt. Schwandt. Nicht der Wirth, sondern wird im Mindestmaß mit einem Jahre Zuchthaus bestraft. Die der der die Scheibe zerbrochen hat, hat sie zu ersetzen. Verjährungsfrist beträgt 10 Jahre. Auf Ihre weitere Anfrage A. B., Köpenick 350. 1. Wegen der Schlägerei können fann Ihnen nur mündlich Antwort ertheilt werden. Für die Familien der im Essener Meineidsprozek Sie Strafantrag stellen. Den Kindern kann Glauben geschenkt 1. Sie behalten beide Staatsangehörigkeiten. Es kann jemand Baier. Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: werden. 2. Wird die Erhebung einer öffentlichen Klage abge- gleichzeitig Preuße und Sachse, ja auch Deutscher und Franzose Baterlandslose Rotte Urbanstr. 104 vom Trudden 1,-. Von 2. Die Gesammtabrechnung erfolgt von Essen aus. der Pianofabrik von Stößel, Gertler u. Ko., WasserthorFr. G., Arustadt. Nach§ 284 St.-G.-B. ist mit Gefängniß straße 32, 4,70. Gefangverein" Borax" durch Holka 2,30. 3. betreffs Unfallrente: nein. B. 100. Im allgemeinen bis zu 2 Jahren oder mit Geldstrafe bis 3000 m. bedroht, wer D. B. 40,-. Glogau, durch den Vertrauensmann 35,60. muß die Entfagung einer Erbschaft innerhalb 6 Wochen erfolgen. ohne obrigkeitliche Erlaubniß öffentliche Lotterien veranstaltet. Dret rothe Doktoren 3,- Eine Rotte von Malern Indeß giebt es hiervon eine Reihe Ausnahmen. Café Was von Ihnen geschildert ist, war keine Lotterie, da je der Würzburgerstr. 17/18 2. Rate 5,25. Vier Genossen T. F. J. A. Schlottenfeld. Der Oberbürgermeister wird von den Stadt- gewann, sondern ein Entgelt für das Eintrittsgeld, überdies Ch. St. S. P. Reinickendorf 2,-. Hochverräth. Sängerschaar verordneten gewählt. Zur Giltigkeit der Wahl ist aber landes- nicht öffentlich.. B., Rigdorf. Der Gläubiger ist leider Freiheit, Weißensee 4,35. Schreiber 2,-. Noch mehr Entrüstete herrliche Bestätigung erforderlich. K. J. 52, N. A. B., im Recht. Versuchen Sie eine Einigung im Hauptgeschäft, in Marburg a. 2. 5,-. C. 2. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. Stronenstraße. Krank. 1. Nein. 2. Ja. 3. Sofort. 4. Nein, Bereits quittirt 9155,75 M.; in Summa Gummi 14. Polizeiliche Genehmigung ist nicht erforderlich. aber 6 Wochen lang. 5. Nein. Urania nimmt die Redaktion dem Publifum Anstalt für volksthümliche Ganverein Berliner Bildhauer. Für den Zuhalt der Juserate übergegenüber keinerlei Verantwortung Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Hierdurch allen Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges und treutes Mitglied, der Kollege W. Kietzmann Theater. Täglich Vorstellung im wissenschaft im Alter von 21 Jahren am 24. SepDonnerstag, den 26. September. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Der Evangelimann. Die Puppenfee. Schauspielhaus. 1812. Berliner Theater. Der Schlagbaum. Deutsches Theater. Die Mütter. Lessing- Theater. Madame SansGêne, Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Pagliacci. 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Um zahlreiche Betheiligung bittet 21/2] Der Vorstand. Montag, den 23. September, abends 10 Uhr, starb nach langem Leiden mein innigst geliebter Mann, der Schankwirth 3436 Wilhelm Tilgner, im 33. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bittet die tiefbetrübte Wittwe Jda Tilgner. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. Eeptember, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Forsterstr. 22, nach dem Emmaus- Kirchhof statt. 339b Danksagung. Für die rege Theilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Bruders, des Steinmetz Gustav Franzke, sage ich allen Freunden, besonders feinen Kollegen der Firma Zeidler, meinen berzlichsten Dank. A. Franzke. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung des Zimmerpoliers Karl Michaelis sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dant Summa 105,20 M. 9260,95 M. Paul Töbs, Schneidermeister, wohnt jetzt wieder Rüdersdorfer 6 II. 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Grosses Vokal- und Instrumental- Con cert ausgeführt von 263/3 dem Dirigentenchor( Chorführer Herr V. Dillenberger), einem Männerchor von 300 Sängern( Dirigent Herr D. Suchsdorf), und den Mitgliedern des Dirigentenverbandes: P. Friedrichs( Bariton), E. Rietsch( Violine), Th. Schönberger( Piano), R. Thieme( Tenor), J. Wazl( Baß) und G. Graß( Piston), und unter gütiger Mitwirkung von Frau Marie Rattner( Sopran), Fräulein Martha Fromm( Sopran), Fräulein Emma Kattner( Alt) und Herrn Max Schult( Cello). Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr abends. Entree à Person 30 Pf. Nach dem Concert: Tanzkränzchen. P. S. Generalprobe der mitwirkenden Vereine Freitag Abend 9 Uhr. KottbuserKonzerthaus Sanssouci, Strasse 4a. Sonnabend, den 28. September 1895: Steppdecken Stiftungsfest echt Wollatlas( reine Wolle) Grösse 150x200, Stck. 7,50 M. ca. 1000 Stück schwere buntfarbige Normal- Schlafdecken mit kleinen Maschinenflecken, in reizenden Jacquard- Mustern, Grösse 150 x 200 cm. Sonstiger per Stück 4,50 M. 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( Mitglied des A.-S.-B.) Großes Vokal- und Instrumental- Konzert mit darauf folgendem Tanz. Die Musit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung" ausgeführt. Freunde nnd Gönner des Vereins ladet hierzu ein Das Komitee. Eintrittskarten sind zu haben: Hasel, Barutherstraße 5. Lüdtke, 3offenerstraße 10. Tissier, Manteuffelstraße 117. Schmauch, Marheinecke Play 14. 185b Zwanzig, Fürbringerstraße 27. Hasenjäger, Friedrichstraße 249. Juhre, Waldemarstraße 35. NB. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die nächste Uebung. stunde am Donnerstag, bei Möhring stattfindet. Arbeiter- Radfahrer- Verein! Am Sonnabend, den 28. September d. J., in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstraße 32: Feier des zweiten Stiftungs- Festes bestehend aus Tanz und humoristischen Vorträgen, unter Mitwirkung der Duettisten Geschwister Hintsche. Billets für Herren inkl. Tanz 50 Pf., Damen 30 Pf. sind im Vereinslokal bei Wilte, Andreasstr. 26, und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 262/14 Anfang 8 Uhr. 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Redaction des Grünstrasse 4, II. ,, Berliner Adressbuch". Verantwortlicher Redakteur: Fris Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin.