. Nr. 228 44. Jahrg. Ausgabe A nr. 116 Bezugspreis: Söchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. inter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der illuftrier. ten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" sowie den Beilagen Unterhaltung und Wissen"," Aus der Filmwelt", Frauenstimme", ,, Der Kinderfreund", Jugend- Vorwärts"," Blid in die Bücherwelt" und Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zmei. mal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5,- Reichsmart.„ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, tedes weitere Wost 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die näch ft e Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fensprecher: Dönhoff 292–297. Sonntag, den 15. Mai 1927 Gegen ungarische Königsmacher. Die Kleine Entente verkündet ihren einmütigen Willen. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonts: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Ballstr. 65: Diskonto- Gesellschaft, Devontentaffe Lindenfte. 3. Erinnern tut not! Wie das Gesetz zum Schutz der Republik zustande tam. Wir vergeffen zu schnell! Wer fann noch frei aus dem Gedächtnis genau erzählen, wie das Gefeß zum Schut der Geltungsdauer dieses Gesezes durch den Reichstag bevorsteht, ist es notwendig, fich zu erinnern. Joachimsthal, 14. Mai.( Tschechosl. Prejsebureau.) Die Außen-| Friedens beigetragen hat. Alle drei Minister tonstatierten mit der Republit zustande tam? Jezt, da die Verlängerung minister der Kleinen Entente traten heute vormittag 9 Uhr zu der aller Entschiedenheit: zweiten Berafung zusammen, welche bis 12 Uhr dauerte. Die optimistische Stimmung, die gestern abend vomaltete, hat sich noch verstärkt. Gerüchte über eine Spannung zwi. schen dem jugoslawischen und dem rumänischen Außenminister, melche gestern von einer gewissen ausländischen Presse verbreitet wurden, sind vollkommen grundlos. Im Gegenteil, der rumänische Außenminister hat nach der gestrigen Sitzung den rumänischen Journalisten versichert, daß er von den gestrigen Be ratungen und seinem persönlichen Bekanntwerden mit dem jugoslamischen Minister den besten Eindrud empfangen habe. Joachimsthal, 14. Mai.(( WTB.) Nach Beendigung des allgemeinen Situationsberichts gingen die Außenminister nacheinander zu den Spezialfragen über, die ihre Staaten interessieren. Die Debatte über alle Fragen und alle Probleme der Tagesordnung erfolgte im Geiste aufrichtiger Freundschaft und fester Anhänglichfeit an die Idee der Politik der drei Staaten der Kleinen Entente, die sie verbindet und bereits sieben Jahre regelmäßig vereinigt, und die in solchem Maße zur Erhaltung des europäischen Die Reichsregierung zum Börsenkrach. Jeder Gedanke an Unstimmigteiten ist gegen. ,, Walter Rathenau ermordet!" Der Ruf flog standslos. Dieses Bündnis hat eine Reihe von Jahren mit am 24. Juni 1922, einem Sonnabendvormittag, durch Berlin, Erfolg und in würdiger Weise eine internationale politische Funktion im Interesse der Erhaltung des allgemeinen Friedens durch Deutschland, über den Erdball. Der Minister des Auserfüllt. Es hat den Bemeis dafür unter den schwierigsten Umwärtigen im Kabinett Wirth hatte um 11 Uhr vor seinem ftänden geliefert. Es ist auf dem gemeinsamen Lebens. Hause in der Königsallee im Grunewald sein Auto bestiegen, interesse der drei Mitglieder der Kleinen Entente gegründet, um fich nach seinem Amt zu begeben. Da hatte fich dem um die Respektierung der Verträge und der inter, Wagen des Ministers ein elegantes schwarzladiertes Privatnationalen Berpflichtungen und die Erhaltung des automobil genähert und ihm bis zur Ede der Ballotstraße verstatus quo durchzusezen.( Alles gegen die ungarische Königsmache! Red. d. B.) Alle drei Staaten der Kleinen Entente folgt. In dem Augenblid, in dem der Wagen Rathenaus erachten es als ihre Pflicht, die Kleine Entente unerschüttert start einbiegen wollte, erhoben sich in dem verfolgenden Auto zwei und beständig zu erhalten, und verfolgen stets als Ziel: inter durch Schutzbrillen unfenntlich gemachte Männer. Einer von nationale Einigung, loyales Zusammenarbeiten mit den Nach ihnen schleuderte eine Handgranate, der andere gab eine große barn und politische Konsolidation im Sinne der Ideen des Bölker Bahl von Schüssen ab. Von Kugeln durchlöchert fanf Rathenau zurüd. Er war sofort tot. bundes. Die letzte Sigung ist am Sonntagvormittag. Sie wird sich mit den Spezialfragen befassen, welche die Beziehungen der drei Staaten der Kleinen Entente, untereinander betreffen. Friede in Nikaragua. Wie die amerikanischen Schwesterrepubliken" zur Demokratie erzogen werden. Sie hat wirklich nichts getan... Wie angekündigt, ließ die Reichsregierung gestern eine Der Bürgerkrieg in Nikaragua ist beendet. Die beiden Parteien Erklärung zu den Börsenvorgängen verbreiten. Sie lautet: Bei der Erörterung der Börsenlage wird in einem Teil der entwaffnen ihre Truppen und liefern die Waffen an das heutigen Morgenpresse die Auffassung vertreten, daß die die Baisse amerikanische Militär qus. Es entbehrt nicht einer gewissen Bikanveranlassenden Maßnahmen auf Beschlüsse der Reichsregierung zuterie, daß die Amerikaner damit den Konservativen Waffen fort. rückzuführen feien, die außerdem noch ohne Fühlungnahme mit den nehmen, die sie selbst der konservativen Regierung ganz offiziell sonst zuständigen Stellen zustande gekommen seien. Diese Dar geliefert haben. Diese Waffenlieferungen wird die Bevölkerung von ftellung ist völlig falsch. Es wird demgegenüber übrigens in Nifaragua zu bezahlen haben; die Waffen werden wahrscheinlich im poller Uebereinstimmung mit den Darlegungen, die seitens der Lande bleiben, um zur Bewaffnung der Polizei zu dienen, die Reichsbant bereits gegeben sind festgestellt, daß der Herr Reichs- heit liefert den besten Kommentar zu der Erklärung des Präsidenten Don amerikanischen Offizieren organisiert werden soll. Diese Einzelbanfpräsident am Anfang dieses Monats dem Reichskabinett an fäßlich der Erörterung einer anderweitigen Angelegenheit auch seine Coolidge, daß seine Regierung gewillt sei, die Revolutionen Auffassung über die feit längerer Zeit in der Entwicklung begriffene in den mittelamerikanischen Staaten zu verhindern und die Börsenbewegung mitgeteilt hat. Beschlüsse seitens des Reichs: Löfung der politischen Streitigkeiten auf dem Wege über die Wahfabinetts wurden zu diesem Punkt aber nicht gefaßt, insbesondere len zu fördern. Die Revolution gegen die verfassungsmäßige Reauch nicht in der Frage, ob auf eine Verminderung der Report- gierung in Rifaragua hat Coolidge nicht bekämpft, den Sieg der gelder hinzuwirken sei. Das Reichskabinett äußerte dem Herrn Liberalen im Kampf gegen den amerikanischen Agenten Diaz hat er Reichsbantpräsidenten gegenüber auch feine Wünsche, in dagegen verhindert. welcher Weise er seine Aufgabe zum Schuße der Währung und in der Führung der deutschen Geldpolitit bei seinen Berhandlungen mit den Kreditbanken erfüllen möchte. Zu dieser Kabinettssigung war übrigens wie üblich auch der Vertreter der preußischen Staats: regierung eingeladen, der denn auch an den Verhandlungen dauernd teilgenommen hat. Außer dieser einen Rabinettssigung hat eine weitere Rabinettsberatung unter Beteiligung des Herrn Reichsbant präsidenten in dieser Angelegenheit nicht stattgefunden. Die Besorgnis unserer Rechtsblodregierung, von der Spekulation ja nicht als der Schuldige angesehen zu werden, ist mirklich rührend. Die Londoner Arcos- Aktion. Prüfung der Beute. London, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Besetzung und Durchsuchung des Sowjethauses ist auch am Sonnabend noch nicht beendet. Im Laufe des Tages wurden noch mehrere in der Wand hinter einer Täfelung eingelassene Stahltammern aufgefunden und gesprengt. Sie sollen angeblich wieder kleinere Safes enthalten. Die in den Stahlkammern vorgefundenen Dokumente fieben Tonnen Papier, auf drei Lastautos meg geführt. werden von sprachkundigen Polizeibeamten geprüft. Da viele der Dokumente in verabredeter Sprachen gehalten sind, wird es längere Zeit dauern, bis das Ergebnis bekannt ist. Im übrigen tourde am Sonnabend offiziell bestätigt, daß der Anlaß dieser Aktion die Suche nach verschwundenen britischen Staatsdokumenten sei.( Britische Dokumente müßte man doch bei der entDurchsicht gleich erkennen, es sei denn, sie wären wendete russische! Red. d.„ B.".) Die Arbeiterpartei hält diese Begründung für einen Bormand. Die Besetzung des Sowjethauses soll solange dauern, bis sämtliche Räume des Hauses durchsucht und alle Safes gesprengt sind. Der umschleierte Midlandkredit. London, 14. Mai.( WTB.) Zu der Nachricht von dem AbPommen über einen 10- Millionen- Kredit für Rußland, der die Unterbringung russischer Aufträge in England fördern sollte, ver öfentlicht die Midlandbank eine furze Erklärung, in der es heißt, baß die Nachricht über den Kreditplan nicht genau sei Die amerikanische Regierung hat ihrem Schüßling Diaz dadurch zum Siege zu verhelfen gesucht, daß die amerikanischen Marinetruppen die Liberalen völlig jeder Bewegungsfreiheit und jeder Möglichkeit, sich Waffen zu verschaffen, beraubten, während die Diaz- Truppen von Amerika bewaffnet wurden. Diese Taktik iſt je doch mißlungen: froß dieser Unterstützung fonnte Diaz, der die große Mehrheit der Bevölkerung geçen sich hat, feinen Sieg erringen. Darauf fandte die amerikanische Regierung vor kurzem den ehemaligen Kriegssekretär Stimson nach Nikaragua, um einen Frieden zu vermitteln. Stimson hat den beiden Parteien folgende Bedingungen vorgeschlagen: Alle kämpfenden Truppen werden entmaffnet; Diaz bleibt Präsident bis Ende 1928, zu welchem Zeitpunkt die Wahl des neuen Präsidenten unter amerikanischem „ Schuh stattfinden soll; jedoch soll schon jetzt eine Koalitionsregierung mit den Liberalen gebildet werden. Zur Sicherung der Ordnung soll durch amerikanische Offiziere eme Polizeitruppe organisiert merden. Die Liberalen konnten diese Bedingungen nicht freiwillig annehmen, weil dies mit der Anerkennung der Gesetzmäßigkeit der Diaz- Herrschaft gleichbedeutend gewesen wäre. Unter dem Drud Stimsons, der mit gewaltsamer Entwaffnung ihrer Truppen drohte, maren sie aber gezwungen, fich der brutalen. Gewalt zu fügen. deutlich durch die Tatsache beleuchtet, daß der amerikanische Emissär Die„ Ehrlichkeit der amerikanischen Politik wird besonders jetzt die Biberalen zum Eintritt in die Regierung auf fordert, während diese früher von den offiziellen amerikanischen Stellen stets als Agenten des von Merito aus propagierten Bolschewismus" hingestellt wurden. Jetzt sind sie mit einem Schlage anständige und regierungsfähige Leute geworden, nachdem die amerikanische Regierung eingesehen hat, daß es eine zu starte Herausforderung der amerikanischen Oeffentlichkeit bedeuten würde, wenn sie die ganze Macht in Nikaragua ihrem notorisch forrupten Agenten Diaz überlassen würde. Vor einer neuen Teuerungswelle? Das Kohlensyndikat fordert Kohlenpreiserhöhung um 7% Prozent. Der Reichstohlenrat steht vor einer wirtschaftspolitischen Entscheidung ersten Ranges. Er soll am 18. Mai über die Forderung des Syndicats entfcheiden, den Kohlenpreis um 7% Pro3. zu erhöhen. Wir veröffentlichen in der driffen Beilage einen Auffah von griz Naphtali, der die Bedeutung dieser Entscheidung für die Iceutiche Bollswirtschaft und die deutsche Arbeiterschaft würdigt. Die Mörder enttamen unerkannt. Der Vorwärts" veröffentlichte in seiner Abendausgabe neben den ersten Berichten über die Mordtat einen Auffaz, der mit den Worten begann: Helfferich hegt Erzberger wird ermordert. Helfferich hezt Rathenau wird ermordet. Unheimlich nahe stehen die Begriffe Deutfch national und meuchelmord nebeneinander. Der Artikel nahm damit bezug auf eine persönlich verlegende Rede, die Helfferich gerade am Tage zuvor im Reichstag gegen Rathenau gehalten hatte. Er erinnerte an das gerade drei Wochen zuvor versuchte Giftgasattentat gegen den Genoffen Scheidemann und die schamlose Art, in der führende deutschnationale Blätter diesen Fall ins Lächerliche gezogen, von einem Mordversuch mit der Klyftiersprize" gesprochen und erklärt hatten, Scheidemann müsse bestraft werden, weil er den flüchtenden Mordgesellen Mordlied der Ehrhardt- Leute: zwei Schüsse nachgesandt hatte. Er zitierte das viehische Knallt ab den Walter Rathenau, Die gottverdammte Judensau. Der Artikel des, Bormärts" flang in folgende praktische Forderung aus: Von der Regierung verlangen wir, daß sie im Kampfe gegen die sich immer frecher gebärdende Reaktion die Führung ergreift und unverzüglich Maßnahmen trifft, die einen wirksamen Schutz der Republik und ihrer führenden Männer gewährleisten. Es sind Maßnahmen notwendig, aus denen klar hervorgeht, daß die demokratische Freiheit nicht die Freiheit für Mörder und ihre Helfershelfer bedeutet, nicht die Freiheit, durch Komplott und Attentat die Republik zu Tode zu heizen. Die Stunde nach der Ermordung Rathenaus war die Geburtsstunde des Gesetzes zum Schuße der Republik. * Im Reichstag spielten sich inzwischen Szenen der Leidenschaft ab. Die gesamte Linke war einig in dem Urteil, daß die Deutsch nationalen die moralische Schuld an dem Morde trügen. Die Möglichkeit, daß zwischen einigen Abgeordneten der äußersten Rechten und den Mördern persönliche Beziehungen bestehen könnten, wurde angenommen. Die Erregung wurde noch gesteigert, als ein junger Mann erschien, der Helfferi ch einen Blumenstrauß mit schwarzweißroter Schleife überreichen wollte. Helfferich war jedoch nicht aufzufinden. Er und seine Fraktionskollegen hielten sich verborgen, um den Zornausbrüchen der Abgeordneten zu entgehen. Es war infolgedessen zunächst gar nicht möglich, eine Sigung abzuhalten. Erst am Nachmittag wurde die Sigung eröffnet. Helfferich wurde von seinen Freunden in den Saal estortiert und von links mit den Rufen ,, Mörder!" empfangen. Dann Sprachen der Reichstagspräsident Löbe und der Reichskanzler Birth. In einer zweiten Sizung, die am Abend stattfand, verlas dann der Reichskanzler die mittlerweile vom Reichspräsidenten Ebert erlassene Notverordnung zum Schuhe der Republit. Zugleich erließ die Regierung einen Aufruf, der zum Rampf gegen die politischen Mordorganisationen aufforderte und in den Ruf austlang:„ Es lebe die Republik!" Der Entwurf eines Gesetzes zum Schuße der Republik, der dazu bestimmt war, die Notverordnung des Reichspräsidenten abzulösen, tam elf Tag nach dem Morde, am 5. Juli 1922, im Reichstag zur ersten Lesung. Die Deutschnationalen verfolgten zunächst die Tattit, einen ihrer maßvollsten Männer, den badischen Abgeordneten Düringer, vorzuschicken, der auf der Linken nicht unverdiente Sympathien genoß. Er schied nämlich bald darauf aus Entrüstung darüber, daß seine Bartei nicht scharf genug zwischen sich und ben rechtsraditalen Mörderorganisationen den Strich ziehen wollte, aus der Dsutschna'tionalen Partei au«. Düringer er- kannte der Republik das Recht auf Selbstverteidigung zu. Daß er aber als deutschnalionaler Fraktionsredncr zum Schluß doch dazu kam, das Gesetz in Bausch und Bogen ab- zulehnen, versteht sich von selbst. Die Deutschnationalen gingen dann bei der zweiten und dritten Lesung zur schärferen Tonart über, indem sio� die Abgg. Graes-Thüringen und B a z i l l e vorschickten. Besonders Bazille, der jetzige württembergische Staatspräsident, verstand es, die Mehrheit aufs äußerste herauszufordern, indem er höhnisch von der„sogenannten Republik" sprach. Er zählte die Gründe auf, aus denen das Gesetz für seine Partei völlig unannehmbar sei und gab die hoch- tönende Versicherung ab, die Deutschnationalcn würden trotz- alledem bleiben, was sie waren. * Ressortmäßig wurde die Borlage vom Reichsinnen- minister Genossen Dr. Köster und vom Reichsjustizministcr Genossen Dr. R a d b r u ch vertreten. Auch der Reichskanzler W i r t h griff wiederholt in temperamentvoller Weife in die Debatte ein. Da war es nun, daß er jene berühmte Rede hielt, die mit den Worten schloß: In diesem Sinne müssen alle Hände, muß jeder ZUund sich regen, um endlich in Deutschlaad die Atmosphäre de» Mar- des, der Vergiftung zu zerstören. Da steht der Adnd. der Gift in die Wunden eines Volke» träufelt, da steht der Feind, und— darüber kann kein Zweifel fein— dieser Feind steht rechts! Am 18. Juli wurde das Gesetz, das im Rechtsausschuß verschiedene Aenderungen erfahren hatte, in dritter Lesung mit 303 gegen 102 Stimmen der Deutschnationalen an- genommen. Der Präsident stellte fest, daß damit die ver- sassungsändernde Mehrheit erreicht sei. Am 20. Juli passierte es den Reichsrat, wo ein bayerischer Antrag, gegen es Einspruch zu erheben, keine Unterstützung gestinden hatte. und am 23. Juli 1922 wurde es im Reichsgefetzblatt verkündet. Mittlerweile war der Lenker des Mordautos» T e ch o w, in der Nähe von Frankfurt a. d. O. verhaftet worden. Das Komplott wurde damit aufgedeckt und erwies sich als ein Unternehmen der berüchtigten OrganisationC(Eonsul), die aus der Erhardtbrigede hervorgegangen war. Die beiden Mörder Fischer und Kern hatten auf der Flucht, auf der Burgruine Saalcck bei Käsen, hoffnungslos umstellt, den Tod gefunden. «- Di? politischen Wellen, die der Mord an Rathenau mis- geläst hatte, wirkten sich nicht nur auf dem Gebiet der Gesetz- gebung aus. In wiederholten ungeheuren Kundgebungen fand sich das sozialistisch gesinnte Arbeitsvolk ohne Unterschied der damals bestchendeil Richtungen zusammen. So entstand die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Mehrheitspartei und der Unabhängigen Sozialdemokratie, die Vorläuferin der bald darauf folgenden Einigung. Aus Angst, daß damit der sozialistische Einfluß lm Reichs- tag zu stark werden könnte, schloffen sich Volkspartei, Zentrum und Demokraten zu einer„Arbeitsgemeinschaft der Mitte" zusammen. Der„Vorwärts" bezeichnete damals schon diese Arbeitsgemeinschaft als Vorlänferin eines werd?n- den Bürgerblocks, was die Presse der bürgerlichen Mitte natürlich durchaus nicht gelten lassen wollte. Damals regierte noch die Weimarer Koalition. Im ijerbst ging sie dann zu Bruch an der Forderung des Zentrums und der Demokraten, auch die V o l k s p a r t e i mitauf, zunehmen. Es kam die Re- gierung Cuno-Rosenberg und der Einmarsch in das Ruhr- gebiet... Der Eintritt der Volkspartei in die Regierung zog den Ein- tritt der Deutsch nationalen nach sich. Es ist ein Witz der Weltgeschichte oder besser ein Beweis für die ewig wandet- bare Politik des Zentrums, daß in demselben Augenblick, in dem das Gesetz zum Schutze der Republik von einem Zentrums- kanzler begründet wurde mit dem Ruf„Der Feind steht Mata tzari. s Von i) ermann Schützinger. Mata chari geht wieder um. Die vom Kriegsgericht zu Vin- Lennes vom Leben zum Tod beförderte„javanische Tänzerin� ist über Nacht zur Tagessensation geworden. Franz Blei räumt ihr in seinem sensationellen„Reißer"„Glanz und Elend berühmter Frauen" ein volles Kapitel ein-- das„Achtuhr-Llbendblatt" trompetet den leckeren Bissen wollüstig in die Welt hinaus-- der Spanier Gomez Carillo wirst ein Buch„Mata sjari, das Geheimnis ihres Lebens und ihres Todes" auf den Weltbüchcrmarkt und schon bemächtigt sich das Kino des herrlichen Bratens und bringt einen— übrigens gänzlich unhistorischen— Sensationsfilm„Mala Hart, die rote Tänzerin". Dabei wäre es gar nicht nötig gewesen, hier einen Zehnpfennig- roman von der„Kabarett-Diva", die sich in einen blöden russischen Baucrnjungen verliebt, um seinetwegen etliche Großfürsten und Erz- Herzoge zu übertölpeln und etwas in militärischer Spionage zu machen, zu erfinden. Das Schicksal dieser von den Rädern des Welt- krieges zerstampften Frau ist so simpel und doch so erschütternd, daß man durch die nüchterne Darstellung der Wahrheit viel tiefer in das Innerste der Leser und Hörer hineinzustoßen vermöchte, als durch den platten, weanerischen Operettenkitsch. Mata Hari war Agentin des deutschen Nachrichtendienstes: darüber gibt es heule keinen Zweifel mehr. Sie hat in den Armen sehr hochstehender Persönlichkeiten, des Schloßbesitzers von Oels, des Herzogs von Braunsckiweig, etlicher französischer Würdenträger und sogar des englischen Königs Eduard VII. gelegen und dabei den Maßstab über Einnahmen und Ausgaben ihres künstlerischen Berufs so gründlich verloren, daß sie als Matresie hoher und höchster Militärs spielend in die Hände des„Nachrichtendienstes" geriet. Wie das gemacht wird, erlebten wir während des Krieges in einer französischen Kleinstadt zwischen Epinal und Auricourt. Madame B., der übliche„Mischling" zwischen französisch und deutsch, wie er in den Grenzgebieten zu Zehntausenden existiert, war während der Abwesentheit ihres Mannes, der auf der anderen Seite der Fronten saß, die Freundin des bei ihr einquartierten Ritt- meisters der xten Dragoner geworden, schwamm plötzlich in Samt und Seide und Geld, betrank sich in diesen„Ausnahmezeiten", um die Langeweile und das Elend der Besatzung zu vergessen, mit den Leutnants der Schwadron und des Regiments. Eines Tages kam der Gottseibeiuns in Gestalt eines Straß- burger Feldgenda�meriebeamten in ihr Zimmer und stellte die Quittung für die so reichlich geslossenen Darlehen aus: Morgen Ab- reist über Konstanz— Genf nach der anderen Seite der Front. Eine Viertelstunde lang schrie und polterte drüben das Zimmer. Etliche Drohungen(Jnternstrungslager, Schuldhaft, Zwangsversteigerung usw.) wurden taut und dann fuhr der Sergeant mit seinem Bündel Elend davon. Vor einigen Wochen kam ich wieder in dies«, uns in die Gehirne aus Lebenszeit eingebrannte Gegend. Unten im Tal lag die Meurthe und die rauchenden Schlote von St. Die, oben am Berg, zwischen den Wäldern, wo damals die Kanonen und die Haubitzen standen, dehnte sich in grausiger Ocde der„Limetier militsire", der Soldaten- rechts l" auch zum erstenmal ein Spalt geöffnet wurde, durch den die Deutschnationalen dann in die Regierung drängten. Und wiederum: Heute müssen die Deutschnationalen, weil sie in der Regierung sind und in ihr bleiben wollen, die zeitliche Verlängerung eines Gesetzes beschließen, dessen Erlaß vor wenigen Jahren für sie eine Stäupung und B r a n d m a r k u n g vor der ganzen Welt bedeutet hatte. Als Monarchisten, die sie nach ihren eigenen Erklärungen bleiben wollen, übernehmen sie den Schutz der Republik und b e- st ä t i g e n das Gesetz, das damals gegen sie selbst, die Feinde der Republik, gemacht worden ist. Ja, was diese Leute können, ist geradezu verblüffend. Man steht und staunt, dann wendet man sich mit Grausen ab.... Schamröte öer Monarchien. „Alle unsere Befürchtungen, die wir beim Eintritt der Dcutschnationalen in die Reichsregierung mit denkbar nachdrücklichen Worten geäußert haben, erfüllen sich zwangsläufig und folgerichtig. Die deutschnationalen Minister haben bisher, ab- gesehen von belanglosen Personalsragen, nicht das geringste im vaterländischen Sinne geschaffen, nicht das ge» ringste von dem Uebel verhindern können, das mittlerweile geschehen ist. Darüber hinaus ist aber noch viel größerer Schaden angerichtet worden durch die Verwirrung der Geister und zugleich durch die schwere Enttäuschung der bisher voll vertrauenden Masten. Nimmehr erfährt die Oefsentlichkeit, daß die Deutschnatio- nale Volkspartei gewillt ist, der Verlängerung des Repu- blikschutzgesetzes, gegen das die Deutschnationale Volkspartei im Juli 1922 aus Gründen de s Rechts und der Ehre den erbittertsten Kampf geführt hat, zuzustimmen. In dem Gesetz war, abgesehen von der ungeheuerlichen Parteigerichtsbarkeit für jeden aufrechten deutschen Mann besonders der Z 23 einfach unannehmbar. Dieser Paragraph widerspricht allen Gebaten der Treue, und die Schamröte steigt jedem aufrechten Deutschen ins Gesicht, wenn ihm zugemutet wird, ihn anzuerkennen oder gar gutzuheißen. Wie mag sich nun der Vorstand der Deutschnationalen Volks- parte! die Wirkung auf die erdrückende Mehrheit innerhalb seiner Partei vorstellen? Wie will er diesen Schritt rechtfertigen oder gar entschuldigen?"(„Deutsche Zeitung" vom 14. Mai 1927.) SozialSemokratie und Republikschutzgesetz. Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion hielt am Sonnabend während der Dollsitzung des Reichstages eine Sitzung ab, in der er sich mit dem Kompromiß- antrage zur Verlängerung des Republikschutzgesttzes beschäftigte. Er behiell die Entscheidung der Fraktion vor, die am Montag zusammentritt. Auch die demokratische Rcichstagssraktion wird sich mit der Frag« erst am Montag beschäftigen. „Oer große Irrtum/ Nachklänge zum Stahkhclmtag. Der Stahlhelm-Lund will zwar eine vaterländische, aber doch keine Parteiorganisation sein. Die Deutschnationalen aber behandeln ihn ganz so, als wenn er neben den Deutschkonservativen eine Unterabteilung der Deutschnationalen Partei wäre. In der den Westarpiten dienstbaren Prooinzpkesse wird des- halb nachträglich noch immer die i n B e r t i n längst ver- g e s s e n e Parade als ein ungeheures Ereignis hingestellt. Die offizielle deutschnationale Parteikorrespondenz(TDNZ.) liefert dazu das notwendige Material. In ihrer neuesten Ausgabe widmet diese Korrespondenz unter dem Titel„Die Demokratie und der Stahlhelmtag" einen langen Artikel ihrem Zorn darüber, daß die unabhängige Presse in Berlin der Reklame des Stahlhelms nicht bedingungslos verfallen ist. Es sei hier übersehen, daß die deutschnationale Korrespondenz an die Spitze ihrer Polemik gerade eine Betrachtung über die Haltung der sriedhaf. Ein Meer voll weißer mit der Trikolore geschmückter Kreuze. Ich schreite ste ab, um etwa einen Kameraden zu finden. Namen um Namen. Kranz um Kranz.„Mon Frere",„Mon Fils", in einer lähmenden Eintönigkeit, noch im Tod uniformiert. Da, am rechten Flügel, wo der Friedhof wie eine Bastion über der Berg- straße hängt, ein Soldatengrab, wie die anderen. Ein weißes Kreuz, eine Trikolore und die Inschrift: „Tin civil kusillö." Ich wende mich an den Wärter: „Hollo, hier fehlt der Namel Wer liegt denn da!" „Ein füsilierter Agent!" „Darf man wissen, wie er heißt?" „Nein. Der Kreisofsizier hat es verboten. Uebrigens: Es war eine Frau." Ich gehe versonnen den Berg in die Stadt hinab und die tote Frau zwischen den zehntausend toten Soldaten verläßt mich nicht. An der„Rue des 4cme Zouaves" steht unter dem überdachten Brunnen, genau so wie vor zehn Iahren, die alte Dupuis, die Wasch- frau des Viertels, in genau demselben schmutzigen Kittel und grinst mit ihrem zahnlosen Mund aus ihrem dunstigen Loch heraus. Ich rufe sie an: ,�)eda, Madame! Wie geht's, immer noch bei der Arbeit? Könnt ihr's doch noch schaffen?" „Es geht, mein Herr! Noch eine Weile! Die Knochen werden alt und die Augen blöde!" „Was macht denn Madame B.? Hat sie den Krieg gut überlebt?" Da faucht die Hexe und feixt, daß ihr der Atem wie eine Dampf- pfeife durch die Zähne stößt: „Madame B.? Hahahahah! Die hat„im November" nicht mehr den richtigen Anschluß gesunden! Zehn Minuten nach Ankunft der Zouaven war ste vor Gericht. Jetzt liegt sie da oben am Bergs". Als man Mata Hart in Vincenncs zur Richtstatt führte, zog sie noch einen Beigcmantel über ihre langen, weichen, van so vielen Militärs und„Hoheiten" geschätzten Beine, trank einen Grog und machte noch einen schlechten Witz. Dann siel sie zusammen, van elf Schüssen- durchbobrt. Der zwölfte Schuß ging nicht los, denn der kommandierende Untcrosfizier war ohnmächtig geworden. lind das halte ich für den schönsten«chlnh der wahren Mata- Hari-Tragödie: Der„feldblauc" Sergeant, der auf eine Frau nicht schießen kann._ Demonstration für Volksbildung. In unserem Lodzer Partciblatt lesen wir: Am Montag hatte Warschau ein« ungewöhnliche Sensation. Die Straßen durchzog ein Propagandazug unter der Benennung„Die Vollstreckung de» Todes- Urteils an die Finsternis"(Unwissen). Im Zuge befanden sich vier Cchülerorchester. Der erste Teil stellte die Exekution dar. Ein Tambour vollzog das Todessignal. Hinter ihm schritten zwei Richter in schwarzen Togen, die das Todcsverdikt über die Finsternis sprachen. Hinter ihnen schritt eine symbolische Figur in Gestalt ciues Buches mit der Aussch'.ift„Tod der Finsternis". In Ketten geschmiedet folgte das zum Tode ver- urteilte Unwifsen in Gestalt eines entstellten, verkrüppelten Wesens. Weiter folgten die„Soldoten-Bücher" mit Gewehren und der Auf- schrift„Das Buch tötet das Unwiffen", kommunistischen Presse, oder wie es dort heißt, der „Schreiberseelen der Moskauer Machlhaber" stellt, obschon die Kommunisten mit Demokratie noch weniger als Deutschnationale zu tun haben. Wir wollen auch nichts von den hilflosen Rodens- arten über den„Vorwärts" und die sozialistische Presse sagen. Interessant aber wird die deutschnatianale Stilübung, soweit sie sich mit der Haltung der„German, a" beschästigt, die doch immerhin das Hauptorgan des mit den Deutschnationalen im Reiche kaalitiansbriiderlich verbundenen Zentrums ist. Von diesem Blatte sagt die Korrespondenz, es habe mit der Berichterstattung über den Stahlhelmtag„einen der sin st ersten Großstadt« schmocks" beauftragt und dabei sei„eine der wider- wartig st en Leistungen" herausgekommen. Bisher habe sie angeblich bei der„Germania"«in„gewisses Gesühl für wirkliche nationale Werte" vorausgesetzt, jetzt aber müsie sie das Zentrums- blatt„zur Berliner Asphaltpresse rechnen". Der Bericht. erstattcr der„Germania" ist weiter ein„Schmierfink", dessen Inanspruchnahme„die wahre Gesinnung von Menschen beweist, die sich immer dann offenbart, wenn der Firnis der parteipolitischen Wohlerzogenheit herunterge- waschen ist". Weil diese Schimpfepistel noch nicht zulangt, wird weiter von dem„unwürdigen Geschmiere" der„Germania" gesprochen. Für Koalitionsgenossen immerhin ein bißchen viel aus einmal! Wie steht«s aber mit dem Stahlhelmtag �in Wirklichkeit? Lassen wir einen Mann sprechen, der dem Stahlhelm näher steht als wir. Im„Arminius", der neuerdings von dem jetzt zum Stahlhelm übergegangenen Ehrhardt ausgekauft worden ist. wird der Stahlhelmtag unter der bezeichnenden Ueber- schrift„Der große Irrtum" abgehandelt. In der Betrachtung finden wir diese Sätze, die wert sind, nicht unterzugehen: „Der Ausmarsch des Stahlhelm war ein Mißerfolg... Berlin ist nicht erobert worden. Das lag nicht nur an Berlin. Es lag vor allem an dem Mißverhältnis zwischen dein guten Millen und der geringen geistigen Kraft... Auch jetzt beim Stahlhelmaufmarsch sahen wir wieder ein großes Aufgebot, aber keinen einheitlichen Geist. Die Führerzwiste des Stahlhelm find nachgerade jeden Minkelblatt bekanntgeworden. Was beim Preise- empfang geboten wurde, ließ die einheitliche Haltung vermisien. Die Stahlhelmbolschost bot nur Allgemeinvlähe... Der Auf- marsch des Stahlhelm versuchte, sich an die Massen zu wenden und war daher verfehlt. Die Massen, die man mit einem Schlachtenfeuerwerk begeistern kann, sind nicht die, die Deutsch- land gebrauchen kann. Die Masten, die vom Anblick eines sun- feinden Aufmarsches hinaerist'en werden, sind Gewinn st e des Auaenblicks und nicht der Dauer... Hat einer vom Stahlhelm ein Gefühl der vollen Befriedigung mit nach Hause bringen können?" Das steht, wie gesagt, in der neuerdings von Ehrhardt aus- gekauften Zellschrift„Arminius", die sich als.Kampischrist für deutsche Nationalisten" bezeichnet. Wir haben keinen Grund, zu vermuten, daß diese Sätze aus Feindschaft gegen den Stahlhelm geschrieben seien, in dem doch Ehrhardt selbst eine nicht unwesent- liche Rolle spiell. Wir überlassen es daher der deutschnationalen Parteikorrespondenz, auch für diese Abkanzlung des Stahlhelms die entsprechenden Kraftworte zu suchen. Sie scheint doch über einen ansehnlichen Vorrat von solchen zu verfügen. Die Preissteigerung der Baustoffe. Eine sozialdemokra- tische Große Anfrage wendet sich gegen die P r e i s st e i g e- rung der Baiistosfe und weist darauf hin, daß bei den beiden wichtigen Baustosfcn. Holz und Ziegelsteine, Preis st eigerun- gen um mehr als 20 Pro z. zu verzeichnen seien. Es wird gefragt, welche Maßnahmen das Staatsmmisterium zu treffen ge- denkt, um diesen Preiswucher zu unterbinden, die Be- lieferung mll Baustoffen für den Wohnungsbau zu angemestenen Preisen sicherzustellen und dadurch die Durchführung des Wohnungs- bauprogramms 1927 zu ermöglichen. Ein Erfolg der chinesischen Volksarmee Fenjufiangs wird ge-_ meldet: die Einnahm« von L o j a n. Zahlreiche kommunistenverhafwngen hat man wieder einmal in Japan vorgenommen, auch Russen. Alle Häfen werden scharf überwacht. Der zweite Teil des Zuges bestand aus künstlerisch ausgeführten Pnppcnfiguren. Aufschriften hatten: Ein Äffe:„Auch ich habe eine Brille und lese gleichfalls nicht." Ein Baby:„Ein Mensch, der kein Buch liest, ähnelt mir." Ein Schornsteinfeger:„Unsere Besen kehren den Ruß aus den Kaminen, ein gutes Buch die Spreu aus den Köpfen." Eine Uhr:„Aus 24 Stunden schenke eine dem Buche." Ein Stadtverordneter:„Wenn du kein Buch kaufen kannst, so bekommst du es in der öffentlichen Bibliothek." Der dritte Teil stellte in der Karikatur die Institutionen dar, die ösfentlich« Büchereien besitzen. Den vierten Teil bildete ein in Lumpen gehülltos elendes Skelett, welches den heutigen Stand der Bibliotheken darstellt«. Den Schluß bildete-ine vielköpfige, den Sejm darstellende Figur „Polonus" mit der Aufschrift:„Der hohe Sejm beschließt: Jede Stadt, jedes Dorf muß unentgeltliche Büchereien besitzen." Die Demonstration wurde an der Florastraße aufgelöst, wo die„Finsternis ösfentlich den Feuertod starb". Die begeisterte Be- völkerung rief:„Nieder mit der Finsternis, es leb« das Wisten." Während des Umzuges verteilten die?lrrangcure gegen Spenden künstlerisch ausgeführte Abzeichen mit der Aufschrift:„Der treueste Freund ist ein gutes Buch."_ Städtische Oper.(Der Jahrmarkt von Sorotschintzi.) M u s s o r g s k y s Frühcper hatte einen freundlichen, nicht sehr starken, aber von keiner Seit« bestrittenen Erfolg. Das reichlich naive Tertbuch wird.musikalisch in drei Akte ausgeteilt, die im Stil merkwürdig auseinandergehen. Der erste chorisch und sentimental, der zweite solistisch und burlesk, der dritte mir noch ein Tanz. Das gibt dem ganzen Spiel trotz der volkstümlichen Atmosphäre«ine ungewollte Zerrissenheit, die auch durch Dobrowens Regie nicht gekittet wurde. In der Ausführung überwogen bezüglich der Güte die lustigen Elemente. K. S. Crössnong des Instituts für Zeitnngswesen in Heidelberg. Durch einen Festakt in der Aula des alten Unioersitatsgebäudes in Heidel- berg ist gestern vormittag das neugegründete Institut für Zeitungs- wesen an der Rupcrto Carola feierlich eröffnet worden, das neunte dieser Art in Deutichland. Die Feier wurde von Rektor Prof. Dr. L i e b in a n n durch ein« Begrüßungsansprache eingeleitet. Ueber die Bedeutung des neuen Instituts sprach Prof. Dr. Weber. Der Botschafter der Vereinigten Staaten, Schurmann, wies in einer Ansprache namentlicki aus die Ausgaben der Presse zur Befriedung der Welt und zur Ausrechtcrhaltung guter Beziehungen zwiscken Deutschland und Amerika hin. Für die Redakteur« brachte als Ber> treter des Reicheverbandes der Deutschen Presse Dr. D o v i f a t und für den Landesverband Baden des Reichsoerbandcs dessen Vor- sitzender, Redakteur Haller, ihre Wünsche zum Ausdruck. Das Schlußwort hatte der Leiter des Instituts, Dr. v. E ck a r d t. vros. lllllbelm Thom'en, der bekannt« dänische Shrachgelebrte. ikt im Aller von 8ö Iadren geil orben. Er war Herausgeber der Zeitung „Philoloqie-. Seine Forschungen umsaßtcn die slawischen, nordischen und romanischen Sprachen. Ver bekannte Regisicrir F. TD. Muri, au hat leinen Vertrag mit der Nia durch giltilche Vereinbarung gelöst. Munmu wird in Amerika für die Fox. Filmgesellschast arbeiten. Reichstag. Die vorübergehende Aufhebung der Einfuhrscheine im Neichstag beschlossen.- Montag Republikschuhgeset. In der Fortsetzung der Debatte über die vorübergehende Aufhebung der Getreideeinfuhrscheine über den Beginn der Debatte berichteten wir im Sonnabend- Abendblatt äußert Abg. Mener- Berlin( Dem.) Bedenken gegen die Suspendierung der Roggenzölle und stimmt der Regierungsvorlage zu. Abg. Hörnle( Ronim) bestreitet, daß die Preissteigerungen vom Ausland ausgegangen seien. Die wirkliche Ursache feien die Schußzölle. Die Vorlage wird nach Ablehnung eines fozialdemokratischen Das Haus feßt dann die Beratung des Jugendschuhgesetzes bei den§§ 4 und 5 fort, der die Strafbestimmungen enthält. Henderungsanfrages einstimmig verabschiedet. Abg. Schumann- Stettin( S08.) fragt an, weshalb sich die Regierung zu diesem Gesezentwurf über haupt nicht äußere, sondern die Verhandlungen ganz den Parteien überlasse. Die§§ 4 und 5 enthalten ganz drakonische Strafbeftim. mungen, die sich vor allem gegen die Beranstalter und Besucher bestimmter Beranstaltungen richten. Die Pragis wird aber zeigen, daß damit die Teilnahme an wissenschaftlichen und künstlerischen Veranstaltungen verhindert wird. Es ist ein so engmaschiges Netz gesponnen worden, daß niemand hindurchschlüpfen kann. In der Rechtsprechung bemüht man fich, die Strafbeſtimmungen zu mildern, hier aber sollen wieder neue Strafen eingeführt werden. Kann man es aber verantworten, wegen solcher Delifte, wie sie diese Borlage nennt, Gefängnisstrafen zu verhängen? Schwere Bergehen und Verbrechen anderer Art werden mit Gefängnis bestraft, demgegenüber brechen anderer Art werden mit Gefängnis bestraft, demgegenüber find die Strafandrohungen durch das jezige Gesetz geradezu ungeheuerlich. Wenn man aber solche Strafen, wie bürgerliche Redner gesagt haben, gar nicht verhängen will, warum dann überhaupt diese Bestimmungen, wozu dann das ganze Gesetz? Die Erziehungsarbeit an den Jugendlichen fann nicht mit Strafen geleiftet werden, sondern durch gutes Beispiel, durch soziale Fürsorge, durch ähnliche Erziehungsmethoden. Warum duldet, warum verlangt man, daß bei der Rationalisierung der Betriebe an Stelle von Erwachsenen Jugendliche eingestellt werden und damit deren fittliches Wohl gefährdet wird? Wenn Sie( nach rechts) die Gefahren für die Jugend beseitigen wollen, dann fangen Sie hier an, perbieten Sie die heutige Sllavenarbeit in den Betrieben! Erst so werden Sie etwas Gutes schaffen, nicht aber durch ein solches Gesetz!( Lebh. Beifall b. d. So3.) Abg. Vierath( Komm.) schließt sich der Verurteilung der Straf paragraphen durch den sozialdemokratischen Redner an. Bei der Beratung des§ 7 und 8 fragt der Abg. Rosenbaum ( Komm.) noch einmal an, ob die Regierung sich nicht zu diesem Gesetze äußern wolle. Der Redner behauptet, der sozialdemokratische Abg. Biefter habe einer Jugenddelegation gesagt, dieses Gefeh sei doch nicht so schlimm, man solle doch nur darauf achten, daß feine Ueberschreitungen vorfämen. Frau Abg. Stegmann( Soz.) Ein Opfer der kommunistischen Zentrale Der verantwortliche Redakteur der ,, Noten Fahne" unter Bruch von Tren und Glauben preisgegeben.- Die Tragödie eines mißbrauchten Arbeiters. ununterbrochen stedbrieflich von der Polizei verfolgt. Der frühere verantwortliche Redakteur der Roten| Befürchtung betreffs des Haftbefehls heraus. Seit Dezember 1925 Fahne", W. Liese, hat an die Geschäftsleitung der Roten werde ich Fahne" einen Schriftsaz gerichtet, den wir im folgenden wiedergeben. Dieser Brief zirkuliert in mehreren Eremplaren unter den tommunistischen Parteimitgliedern auf dem Wedding und hat dort helle Empörung hervorgerufen, die sich namentlich gegen das Zentralemitglied Bied richtet. Liese schildert, wie er als verantwortlicher Redakteur der ,, Roten Fahne" mißbraucht worden ist. Ich war seit 1900 in der Sozialdemokratischen Partei und seit dem Kriege in der Kommunistischen Partei organisiert. Während dieser Zeit bin ich meist als Funktionär tätig gewesen. Seit 1920 habe ich der" Roten Fahne" Berichte und andere Beiträge geliefert, die zum Teil abgedruckt wurden. Diese Beiträge wurden von Fall zu Fall honoriert. Im September 1924 fragte ich den Parteikassierer Arthur Gohlfe, ob ich für eine einmalige größere Ausgabe ein Darlehn von 50 m. auf furze Frift erhalten fönnte. Dieses Ersuchen wurde, trotzdem ich erwerbslos war, Don Bohlfe abgelehnt, doch sollte ich erst in einigen Tagen einen definitiven Bescheid erhalten. Als ich zu der bestimmten Zeit wieder vorsprach, sagte mir Gohlke, ein Darlehen fönnte ich nicht be. kommen, doch könnte ich mich um eine freie Stelle bei der Roten von ihm namens der Berliner Bezirksleitung befürwortet Jahne" als Redakteur bewerben, meine Bewerbung würde werden. . Am 19. September 1924 wurde ich nach Rücksprache mit dem Sekretär des zentralen Organisationsbureaus der KPD. Werner Scholem dem Chefredakteur der" Roten Fahne" Schumann und dem Verleger des Blattes Wilhelm Barts als Redakteur unter der Bedingung angestellt, daß ich die preßgesetzliche Verantwortung für beide Ausgaben der„ Roten Fahne" ich durch lange Arbeitslosigkeit in Not war, ging ich und ihre Nebenausgaben bis auf weiteres übernehmen würde. Da auf diese Bedingung ein. Dem Sekretär der Redaktion der Roten Fahne" Gustav Degner und anderen Mitgliedern der Redaktion trug wöchentlich 35 m. war meine Notlage befannt. Mein Anfangsgehalt beEine Einficht in die zur Veröffentlichung bestimmten Artifel wurde mir vor dem Erscheinen des Blattes nicht erlaubt, ein Berlangen danach meinerseits wäre mit einer fofortigen Entlaffung beantwortet worden. Anfang des Jahres 1925 wurden einige Strafverfahren gegen mich eingeleitet, wegen Artikel, die Ende 1924 in der Roten Fahne" erschienen woren. Ich habe die Redakteure Frig Stude, Gentsch und Frau Frieda Rubiner wiederholt gebeten, ihre Als Mitglied der zentralen Parteileitung machte ich den 2bgeordneten Wilhelm Pieck darauf aufmerksam, daß sich viele Strafverfahren gegen die Rote Fahne" vermeiden ließen, wenn die Redakteure statt mit Kraftausdrüden mit fachlichen scharfen Argumenten arbeiten würden. Pied sagte, er könne dabei nichts tun, es handelt sich um Flüchtigkeitsfehler", die überall vortommen. Als ich wiederholt polizeilichen und gerichtlichen Vorladungen Folge leisten mußte, wirft die Frage auf, marum die Regierung bei diesem Gesetz so beharrlich schweige, trozdem doch nach ihrer Be Schreibweise so zu ändern, daß zwar in der Sache das gleiche Gesetz so beharrlich schweige, trogdem doch nach ihrer Begejagt wird, ohne daß dabei Kraftausdrüde gebraucht hauptung die Jugend so außerordentlich gefährdet fei. Wie werden, die zu Strafverfahren Anlaß gäben. Stucke änderie seine wolle man denn das genaue Alter derjenigen feststellen, die Schreibweise nicht. Gentsch lehnte es mit beleidigenden Ausdrücken für die Jugendlichen verbotene Darstellungen besuchen? Die Ge überhaupt ab, auf meine Bitte Rücksicht zu nehmen. werbefreiheit werde für alle, die von diesen Paragraphen bedroht werden, aufs schwerste gefährdet. Die Beurteilung dessen, was für die Jugend schädlich sein fann, hängt doch häufig von den örtlichen Giften und Gewohnheiten ab, deshalb beantragt die Sozialdemokratie, daß Berbote nicht auf das ganze Retch übertragen werden dürfen. Ein unhaltbarer Zustand ist es, daß fefne obere Beschwerdest effe eingerichtet werden foll. Auch die Jugendämter sind nicht unfehlbar, deshalb muß man der Bevölkerung das natürliche Recht geben, sich zu mehren, wenn ihr Schaden zugefügt werden soll. Was die Befürworter dieses Gefeges hier vorgebracht haben, war nur geeignet, unjer Mißtrauen dagegen noch zu verstärken. Die Rednerin begründet einen Antrag, monach die Regierung mit Zustimmung des Reichsrats die er forderlichen Ausführungsbestimmungen erläßt und das Verfahren bestimmt.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Damit schließt die Aussprache. In einer persönlichen Bemerkung stellt gegenüber dem Kommunisten Abg. Rosenbaum Abg. Biester( Soz.) fest, daß er der Jugenddelegation erklärt habe, sie müsse draußen für eine bessere Zusammensetzung des Reichstags tämpfen, bei den heutigen Mehrheitsverhältnissen fei leider die Annahme dieses Gefeßes wahrscheinlich, aber die Sozial demokratie werde für Verbesserungen fämpfen. Um 2% Uhr vertagt sich das Haus auf Montag nachmittag 3 Uhr Auf der Tagesordnung steht die Berlängerung des Republit schuhgefehes, Aenderung des Gefeges über Gewährung von Krediten für den Kleinwohnungsbau, Abstimmungen über das Jugendschußgefeß, Interpellation zur Strifenfürsorge. Ber einem demokratischen Antrag, die Bortoerhöhung auf die Tagesordnung zu setzen, ergibt sich die Beschlußunfähigteit des Hauses. Hugenbergscher Telegraphenschwindel. Die Telegraphenunion" fälscht ein ,, Vorwärts". Telegramm. Die schwerindustrielle Telegraphen Union verbreitet eine Meldung, in der es heißt, daß das belgische Kabinett entgegen der Meldung eines Berliner Blattes zu einer Reduzierung seiner Besagungstruppen nicht geneigt sei. Es handelt sich hier um eine Meldung des Soz. Pressedienstes" aus Brüssel, die der Vorwärts" vor einigen Tagen veröffentlicht hat und nach der zuständige belgische Stellen die Auffassung vertreten, daß die von Deutschland angeschnittene Frage der Truppenherabjegung an sich nur Paris betreffe, da die belgischen und englischen Truppen bereits auf das Mindestmaß her. abgesezt sind. Ausdrücklich heißt es dann weiter, daß einem Entgegenkommen der französischen Regierung von Brüssel aus nicht die geringste Schwierigkeiten in den Weg gelegt würden! Aber auf eine Verdrehung mehr oder weniger fommt es offenbar der Telegraphen Union ebensowenig an, wie bei allen anderen Meinungsfabriken Hugenbergs. Stimmenzuwachs in Holland. Sozialistischer Erfolg bei den Gemeindewahlen. Amsterdam, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Gemeindewahlen lassen im allgemeinen einen guten Fortschritt der Sozialdemokratischen Arbeiter partei auch in den fleineren Gemeinden erkennen. In Slochteren entfielen von 5610 abgegebenen Stimmen 2501 auf uns, so daß ein neuer Siz gewonnen und fast die Mehrheit erreicht ist. In Gorssel stieg die sozialdemokratische Stimmenzahl von 19 auf 25 Broz. aller Stimmen. In 3 utfen zählt die Partei nunmehr 6 Size, in Krommenie 3 Size. Hier mußte sie einen Sizz an die Kommunisten abtreten, die jetzt 2 Mandate haben. Diese Wahlen find eine gute Berheißung für die Wahlen in den Großstädten am 25. Mai. beanstandete der Redakteur Gustav Seiter meine vielfach geflickte Kleidung. Ich erhielt dann zuerst einen Borschuß zur Anschaffung eines Anzuges und darauf das Gehalt eines festangestellten Redakteurs von 350 M., das später auf 400 m. erhöht wurde. Als ich im Juni 1925 zu meiner Mutter nach Pommern fuhr, ersuchte ich den Redaktionssekretär Degner, für meine verantwortliche Zeichnung einen Stellvertreter zu bestimmen, bei meiner Rückkehr sah ich, daß dies nicht geschehen war. Anfang Juli 1925 ersuchte ich den Chefredakteur Remmele, mich von der weiteren verantwort lichen Zeichnung für den Inhalt der Roten Fahne" zu entbinden, da sich die gegen mich anhängigen Strafverfahren auf mehr als 40 angehäuft hätten und ich mit der Führung meiner Berteidigung, für die ich von den Redakteuren wenig oder gar fein Entlastungsmaterial erhalten fonnte, so beansprucht war, daß ich zu feiner anderen Arbeit mehr Zeit erübrigen fönnte. Troh meines Einspruches Aasang Juli wurde mein Name noch bis zum 6. Dezember 1925 als verantwortlicher Schriftleiter in der Roten Fahne" veröffentlicht. Ich war als Redakteur der„ Roten Fahne" nicht ge= fündigt und hatte auch mit der Parteizentrale durch den Sekretär Scholem die schriftliche Vereinbarung getroffen, daß bis zur Abwidlung aller sich aus meiner Stellung als verantwortlicher Redakteur ergebenden Strafverfahren eine Kündigung nicht er folgen fönnie. Durch die Amnestie des Sommers 1925 waren etwa 40 gegen mich anhängigen Strafverfahren eingestellt worden. Bis zum Anfang November 1925 betrug die 3ahl der neuen gehen mich geführten Strafperfahren aber schon wieder 34. Da zu befürchten war, daß nunmehr ein Haftbefehl gegen mich erlassen würde, drängte ich Ende November 1925 auf endgültige Beseitigung meines Namens als verantwortlicher Redakteur der" Roten Fahne". Es stellte sich dann auch die Richtigkeit meiner Das Problem der Anleiheablösung. Die Regierungsmehrheit lehnt grundsätzliche Aenderungen ab. Im Rechtsausschuß des Reichstages wurde am Sonnabend die Beratung des demokratischen Antrages fortgefeßt, der das gegenwärtige System der Tilgung der Ablösungsanleihe durch Auslosung ersehen will durch Ausgabe einer fortlaufend verzinslichen neuen Ablösungsanleihe. Der innere Wert des neuen Papiers foll mindestens 12% Broz. der abgelösten früheren Anleihe betragen und der jährliche Zins auf mindestens 12 Broz. bemeffen werden. Bon einem Bertreter des Reichsfinanzministeriums wurde der Antrag scharf befämpft. Wenn auch der Etat zunächst durch den Antrag nicht erheblich stärker belastet würde, so bedeute doch der große Blod von 5 Milliarden vorläufig nicht tilgbarer neuer AbLösungsanleihen, die fich aus 40 Milliarden als Befig ergeben würden, eine schwere Beschränkung des Kredits des Reiches, Während sich die Bertreter des Zentrums, der Deutsch nationalen und der Deutschen Volkspartei den Einwänden der Regierung anfchloffen, wurde der Antrag von den fozialdemokra tischen Vertretern, für die Abg. Dr. Leber sprach, unterstüßt. ünser Redner erinnerte daran, daß von einem Sachverständigen die Auslosungsrechte der Alibefizer mit einer Burst verglichen worden seien, die im Rauchfang hänge, die aber der Befizer nicht verzehren dürfe. Die alten Leute hätten von dieser Regelung nichts mehr. Der Kurs der Auslosungsrechte sei Da es mir unmöglich ist, unter diesen Umständen in Deutschland Arbeit anzunehmen, wollte ich wenigstens eine Beschäftigung an anderer Stelle in der Partei erreichen. Aber trotzdem ich noch bis 3 um 6. Dezember 1925 als verantwortlicher Schriftleiter in ber Roten Fahne" genannt wurde, erhielt ich schon am 1. Dezember 1925 mein fälliges Gehalt nicht mehr ausgezahlt. Erft auf wiederholtes Drängen und auf meinen Hinweis, daß ich mich in ungekündigter Stellung befände, wurde mir das Gehalt mitte Dezember ausgezahlt. Im Januar, Februar, März und April 1926 erhielt ich nur noch je 50 Broz. meines Redakteurgehaltes und zwar erst nach heftigem Drängen meinerseits. In einer Konferenz bei Justizrat Dr. Fraenkt, der als mein Berteidiger und Berater fungierte, stellte mir der Abgeordnete Bied in Aussicht, daß ich im Ausland verwendet werden würde und damit auch der Verfolgung der deutschen Behörden entginge. Auf meine wiederholte Anfrage, wie weit es mit dieser Verwendung sei, bestellte mich Pied am 3. März nach dem Landing. Ich er habe feine 3eit und übrigens fei er für meine Sache gar traf ihn auf dem Gange nach dem Restaurant. Er sagte mir nun, nicht zuständig. Ich fragte, wo ich mich denn hinwenden follie und er nannte mir darauf die Abgeordneten Flieg und Gohlke. Ich erwiderte, daß dies ja nur seine ausführenden Organe seien. Pied brach dann jede Unterhaltung ab, nannte mich Jdlof und Provokateur und ließ mich, als ich auf eine endgültige Antwort meiner Anstellung und Berwendung wegen drängte, schließlich durch Herbeirufung der Amtsdiener des Landtags aus dem Hause entfernen. legenheit zu geben, den Beweis für seine Beschimpfung zu führen, Wegen dieser Behandlung und um den Abgeordneten Pieck Ge beantragte ich die Einsegung eines Parteischiedsgerichts gegen mich selbst. Eine Sigung des Schiedsgerichts am 24. März 1926 verlief ergebnislos. Ich wiederholte meinen Antrag am 8. April 1926. Ohne Erledigung dieser Sache erhielt ich denn den Auftrag, nach Prag zu fahren. Dazu erhielt ich denn in Berlin 21 M., alles weitere sollte ich in Prag erhalten. Obwohl mir in Berlin versichert worden war, daß meine Berwendung in Brag bereits abgemacht sei, erhielt ich dort nur von der Organisation pro Tag 10 Kronen( 1,20.), bis ich von dort nach vierzehn Tagen nach Reichenberg abgeschoben wurde. Auch in Reichenberg fand ich die versprochene Verwendung nicht und geriet, da ich seit April 1926 ohne jedes Gehalt geblieben war, in bitterste Not. Schließlich nahm ich in einem kleinen Drte beim Wegbauals Steinfarrer Arbeit an. Auf meine wieder. holten schriftlichen Borstellungen in Berlin erhielt ich die Mitfeilung, daß ich nach Deutschland zurückkehren sollte, mir hier Arbeit beschaffen möchte und die kleinen" Strafen, die mir nach angeblicher Auskunft meines Rechtsbeistandes" noch drohen sollten, auf mich nehmen möchte. Eine Rüdfrage bei meinem Rechtsbeistand ergab aber, daß er eine solche Auskunft nie gegeben habe, und daß mir, wenn ich die Berantwortung für die Rote= Fahne"-Strafverfahren übernähme, noch recht erhebliche Strafen drohen. Schließlich ist mir eine Unterstützung von möchentlich 15 M. zugestanden worden. Es bleibt mir zu meiner Rehabilitierung mun nichts metter mehr übrig, als den mir von der Zentrale der KPD. empfohlenen Rechtsweg zu beschreiten. Eine Rehabilitierung vor den Barteige nossen wird durch den Genossen Pied vereitelt, der bereits erklärt hat, daß er Aufforderungen, sich in meiner Sache zu verantworten, nicht nachkommen würde. Ich lehne nunmehr die Verantwortung für die Zeitungen, in denen mein Name nach meinen Einspruch erschienen ist, ab. Weiter verlange ich vom Verlag der Roten Fahne" bas mir widerrechtlich vorenthaltene Gehalt und Erstattung des Schadens, der mir durch widerrechtliche Benuzung meines Namens in der Roten Fahne" entstanden ist. Als Zeugen für die vorstehend von mir gegebene Darstellung benenne ich: 1. Herrn Arthur Gohlte, Mitglied des Preußischen Landtags. 2. Herrn W. Scholem, Mitglied des Reichstags. 3. Herrn Schumann, Redakteur. 4. Herrn W. Baris, Geschäftsführer. 5. Herrn Gustav Degner, Stadtrat. 6. Herrn Fr. Stucke, Redakteur. 7. Herrn Gentsch, Redakteur. 8. Frau F. Rubiner, Redakteur. 9. Herrn W. Pied, Mitglied des Preußischen Landtags. 10. Herrn Gustav Seiter, Redakteur. 11. Herrn Remmele, Mitglied des Reichstags. 12.' Herru Fraent!, Justizrat. Berlin, den 8. Mai 1927. gez. W. Liese. Die Zentrale der KPD. hat einen 2 rbeiter als Sigredakteur eingestellt. Sie wirft ihn beiseite, nachdem er Dugende von Strafverfahren auf sich gezogen hat. Er hat seine Schuldigkeit getan und fann hungern gehen. Ohne Treue, ohne Solidarität, ohne moralische Regung, ohne die geringste innere Anständigkeit wird dieser Arbeiter geopfert. Es ist die von Rußland nach Deutschland importierte Methode der Bolschewiti, die hier angewandt wird. Die Arbeiter sind die mißachtete Masse, die für die bolschewistischen Zwecke angewandt wird wie ein fühlloses Werfzeug, das man nach Gebrauch zum alten Eisen wirft. mit dem allgemeinen Kurssturz der letzten Tage noch gesunken und erreichte taum mehr 7½ Pro3. des ursprünglichen Anleihemertes. Das Mißperhältnis, das zwischen den Aufwertungsfäßen für private Schuldforderungen und denen für die Anleihen bestehe, fei nicht aufrechtzuerhalten. Bei den lehten Wahlen hätten alle Parteien der Rechten eine sofortige Berzinsung der alten Reichsfchulden gefordert. Der Redner begründete zugleich auch einen fozialdemokratischen Antrag, der die Einkommensgrenze für die Bejahung der Bedürftigkeit zweds Erlangung der Vorzugsrente von 800 auf 1200 Marf erhöhen, und ferner die Bestimmung streichen will, daß Bedürftigkeit nicht vorliegt, menn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß eine Hilfe nicht benötigt wird. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde von der Regierung mitgeteilt, daß die Kosten für das Verfahren zur Unterscheidung von Aliund Neubesig sich einschließlich der den Banken gewährten Entschädigung auf 20 bis 25 millionen belaufe. Der demokratische Antrag wurde schließlich von der Regierungsmehrheit gegen die Stimmen der Linken Regierungsmehrheit abgelehnt. Ueber den sozialdemokratischen Antrag wurde noch nicht abgestimmt. Die fozialdemokratischen Bertreter brachten außerdem zum§ 27 des Anleiheablösungsgesetzes einen Aenderungsantrag ein, der bezweckt, daß genau so wie den freien, auch den Betriebspensionsfaffen, die Altanleihebefizer find, aus den Zolleinnahmen eine Wohlfahrtsrente bis zur Höhe von 25 Millionen Mart gewährt werden soll. Der Antrag wird in der nächsten Sigung zur Beratung fommen, 3. Verbandstag des ZDA. Köln, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Heute wurde hier im Zoologischen Garten der 3. Berbandstag des ZDA. in feierlicher Weise eröffnet. Unter den Ansprachen ist besonders die Begrüßungsansprache des Bertreters der Stadt Köln zu erwähnen, der erklärte, daß die sozialen Errungenschaften der letzten Jahre nicht zuletzt der freigemertschaftlichen Angestellten be wegung zu danken seien. " Im Namen des Verbandsvorstandes begrüßte der Borsigende, Genosse Urban, die anwesenden Delegierten, Gäste und hieß insbesondere die Jugend, der er seine Ansprache widmete, herzlich willkommen. Begeisterung ist gut," führte Genosse Urban aus Sport ist gut, aber ohne Gewerkschaftsfämpfe ist teine Zeit für den Sport. In den Gewerkschaftsfämpfen aber ist Raum und Zeit genug, um der Jugend Gelegenheit zu geben, sich für ihre Ziele zu begeistern." Vor dem Streik im Lebensmittelgroßhandel. Für die Arbeiter des Berliner Lebensmittelgroßhandels hatte der Verkehrsbund das Lohnabkommen zum 30. April gefündigt und eine Erhöhung der Löhne um 15 Broz gefordert. Wenn man berücksichtigt, daß die Löhne in dieser Branche zurzeit 40 m. betragen, ist diese Forderung feinesfalls hoch zu nennen. Die Unternehmer lehnten in den freien Verhandlungen jedoch jedes Entgegentommen ab, so daß der Schlichtungs: ausschuß angerufen werden mußte. Vor diesem verknüpften die Unternehmer die Lohnverhandlungen mit der Frage der Ueberstundenbezahlung. Sie verlangten, daß für Ueberstunden während der Dauer des Manteltarifs bis zum 30. September wie bisher tein 3uschlag gezahlt und daß ebenfalls die bisher gezahlte Bauschale von 12% Proz. für die Ueberstunden des Fahrpersonals beibehalten merden solle. Der Schlichtungsausschuß tam den Forderungen der Unternehmer leider entgegen, die darauf hinzielen, die Bestimmun gen des Arbeitszeitnotgefeges zu umgehen, wonach ab 1. Juli für alle Ueberstunden ein Zuschlag gezahlt werden muß. Er fällte einen Schiedsspruch, der zwar eine generelle 2ohnerhöhung von möchentlich 2 m. vorsieht, der aber die unbezahlten Ueberstunden bis zum 30. September Derlängert. Dieser Schiedsspruch ist von einer stürmisch verlaufenen Branchenversammlung einstimmig abgelehnt worden, die auch beschloß, am Dienstag die Arbeit einzustellen, menn bis Montag abend fein annehmbares Resultat vorliegt. Die Bersammelten waren besonders deshalb über den Schiedsspruch so empört, weil sie feste Ueberstundenzuschläge und die Beseitigung der Bauschale fordern, die dazu geführt hat, daß besonders im Butterund Kolonialwarenhandel unmenschliche Arbeitszeiten eingeriffen find. Die Unternehmer haben darauf beim Schlichter die Ber. bindlichkeitserklärung beantragt, der die Parteien bereits zu Berhandlungen am Montag geladen hat. Bei der Stimmung der Arbeiterschaft des Lebensmittelgroßhandels ist mit der Arbeitseinstellung am Dienstag zu rechnen, wenn die Unternehmer nicht noch in legter Stunde einlenfen. Im Raffeegroßhandel ist das Lohnablommen zum 15. Mai gefündigt und ebenfalls eine 15prozentige Lohnerhöhung gefordert worden. Auch hier sind die freien Verhandlungen ergebnislos verlaufen, da die Unternehmer mur 1 M. Zulage pro Woche anboten. Der Verkehrsbund hat den Schlichtungsaus schuß angerufen. Wie im Lebensmittelgroßhandel ist auch hier mit der Arbeitseinstellung zu rechnen, wenn die Unternehmer feine metteren Zugeständnisse machen. Lohnkampf in den Schuhreparaturbetrieben. Der Firma Balland, mechanische Schuhreparaturwerfftatt, wurden am 2. Mai die Forderungen der Arbeiter übermittelt. In 3meimaligen Verhandlungen machte der Betriebsinhaber Zugeſtänd niffe, die jedoch von der Arbeiterschaft als ungenügend bezeichnet wurden. Weitere Verhandlungen am 13. Mai scheiterten zunächst, wurden aber sofort wieder aufgenommen, nachdem die aus 18 Per sonen bestehende Belegschaft die Arbeit niederlegte. Nach dreistündigem Streif fam folgende Bereinbarung zustande: Es wird mit der Gewerkschaft ein Tarifvertrag, gültig bis zum 31. März 1928, abgeschloffen. Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 48 Stunden, Zuschlag für Ueberstunden 25 Broz. Wert zeuge und Furnituren werden wie bisher den Arbeitern frei geliefert. In einem Zusatzvertrage, gültig bis zum 31. Oktober 1927, werden die Löhne festgelegt, die sich erhöhen für Sohlen und Abfäße( ohne nähen, fräsen und auspußen) für Herren von 1,10 auf 1,20 m., für Damen von 1,04 auf 1,11 m. bei entsprechender Erhöhung der Löhne für die übrigen Reparaturen und des Mindestſtundenlohnes für Zeitlohnarbeiter von 80 auf 90 Bf. Die Arbeiterschaft der Firma W. Dulberg mechanische Schuhund Reparaturwerkstatt, forderte am 6 Mai eine 10prozentige Lohn erhöhung, Gewährung von Ferien und Regelung der Arbeitszeit. Herr Dulberg lehnte schriftlich diese ungeheuerliche" Forderung mit dem Hinweis ab, daß ein Dazwischentreten der Gemertschaft nur geeignet wäre, das zurzeit bestehende gute Einvernehmen mit den Arbeitern zu stören". Da die Arbeiterschaft der Firma Dulberg jedoch nicht gewillt war, das gute Einvernehmen" dadurch weiter aufrechtzuerhalten, daß sie sich den Hungerriemen noch enger schnallt, zumal die von ihr geforderten Löhne in mehreren anderen Betrieben teils ſeit zwei Jahren gezahlt werden, beschloß sie am 12. Mai den Streit für den Fall, daß Herr Dulberg seinen ablehnenden Standpunkt auftechterhält. Da Dulberg sich zu Verhandlungen nicht bereit fand, wurde die Arbeit am 13. Mai nicht aufgenommen. Daraufhin ließ fich Dulberg in Berhandlungen mit dem Organisationsvertreter ein, die jedoch resultatlos verliefen. Sämtliche Schuhmacher werden ersucht, jede Streitarbeit für die Firma Dulberg abzulehnen, auch teine für die Schuhperkaufsgeschäfte anzunehmen, für die bisher die Firma Dulberg die Reparaturen ausgeführt hat. Der Personalchef verordnet Hausazrest. Uns wird geschrieben: Die in diesen Tagen durchgeführten Be triebsratswahlen im Kaufhaus des Westens( Kd.) standen im Zeichen gewerkschaftlichen Wiederaufstiegs. Zum ersten Male feit Jahren lief neben dem üblichen Wahlvorschlag der Direktionslieblinge ein Vorschlag einher, in dem nur freigemertschaftlich gefinnte Angestellte als Betriebsräte kandidierten. Die Erfahrungen der letzten Jahre und die Flugblätter haben ihre Wirkung nicht ver fehlt. Mit überwältigender Mehrheit stimmte die Belegschaft für die von den freien Gemertschaften aufgestellten Angestelltenräte. Dieser freigemertschaftliche Erfolg hat jedoch den Bersonalchef B. nicht ruhen lassen. Ein nichtiger Borwand führte zu einer Auseinandersetzung mit dem neuen Betriebsratsvorsitzenden und schließlich dazu, daß dieser zur Disposition" gestellt wurde. Dann wurde er plötzlich fristlos entlassen, weil ihn ein Bote einmal nicht in seiner Wohnung angetroffen hatte! Der Personalchef, der sicher gegen die Intensionen der Firmenleitung handelte, scheint des Glau bens zu sein, er tönne Hausarrest anordnen. Diese Maßregelung ist mur erflärlich aus der furzen Amtstätigkeit des Personalchefs, der seine Befugnisse anscheinend noch nicht recht fennt. nur Der Zentralverband der Angestellten wird selbstverständlich die Rechte des Angestelltenrats mit allem Nachdrud wahrnehmen. Es kann für die Angestellten des Rd. auf diesen Einschüchterungsversuch- denn diese ungeschickte Maßregelung ist nichts anderes die eine Antwort geben: Solidarität mit ihrem gemaßregelten Betriebsrat und restloser Zusammenschluß im Zentralverband der Angestellten!" Achtung Bauarbeiter! Die für Dienstag, den 17. Mai, von 5 bis 8 Uhr abends festgesezte Urwahl für den Schriftführer erübrigt sich, da der Kollege Steponat, Neukölln auf die Kandidatur verzichtet hat. Gemäß den Beschlüssen der Generalversammlung und der durch die Erklärung des Kollegen Steponat eingetretenen Sachlage ist somit der alte Borstand in seiner Gesamtheit wieder in seinem Amt. Damit erübrigt sich auch für das Amt des Schriftführers die Urwahl. Deutscher Baugewertsbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Vorstand. Ein Metallarbeiterstreik ist wie uns von den beteiligten Arbeitern mitgeteilt wird bei der Firma Klüssendorf wegen Lohndifferenzen ausgebrochen. -79 Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Morgen, Montag, 6 Uhr, in den Andreas Festsälen, Andreasfte. 41, affent. liche Töpferversammlung. Bericht über den Stand des Streiks. Die Streilleitung. SPD.- Metallarbeiter. Morgen, Montag, 7 Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm Straße 31, Fraktionsversammlung. Ohne Partei- und Berbandsbuch tein Zutritt. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschaftsjugend. Heute, Sonntag, in der Gruppe Brig Schülervertrauensleute der Berufsschulen! Gebt unverzüglic Agitation. eure Adreffen und die Verbandszugehörigkeit der Jugendzentrale bekannt Morgen ( Sprechstunden in der Zentrale jeden Freitag von 5-7 Uhr). Montag, 7½ Uhr, Zusammenkunft der Gruppenleitungen im Jugendhei des Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 83/85, 1. Portal 2 Treppen. 1. Unfere Sommerarbeit. 2. Das Spieltreffen. 3. Pfingstmanderungen. 4. Organiſatorisches. Zutritt nur gegen Borzeigung der Funktionärlarte und des Verbandsbuches. Jede Gruppe muß nertreten sein. Nordring: A6 6% Uhr fpielen wir auf dem Plaz an der einsamen Bappel". Jugendgruppe des 80. Morgen, Montag, 7% Uhr, finden folgende Ber anstaltungen statt: Südost- Treptow: Jugendheim Reichenberger Str. 66.„ Die feruelle Frage"( Dr. Marg). Tempelhof: Jugendheim der Schule Germaniaftraße 4-6.3wed und Ziele der Gemertschaften." Norden: Jugendheimt der Schule Danziger Str. 23,„ Gerhart Hauptmanns Werke"( Dr. Schütte). Baubelegierte und Betriebsräte des Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin. Montag, 16. Mai, nachmittags 5 Uhr, in den Residenz- Festsälen ( großer Gaal), wichtige Baubelegiertenversammlung des Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbes. Die Kollegen Baudelegierten und Betriebsräte werden erbarauf Wert au legen, daß der Baudelegierte auf seiner Baustelle am anderen sucht, in dieser Bersammlung zu erscheinen, ferner ersuchen wir unsere Kollegen, Tage Bericht erstattet. Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Vorstand. Angestellte der Geldschrankfabriken und Bauschlossereien. Ueber die VerGewerbe zur Neuregelung der Gehälter mird in einer Branchenversammlung am Mittwoch, 18. Mai, 7 Uhr, in den Sophiensälen( Sängerfaal), SophienStraße 17/18, Bericht erstattet. Bei der Wichtigkeit der Veranstaltung dürfen wir wohl bestimmt das Erscheinen aller Angestellten der Branche erwarten. Butab. DBV. Zb. handlungen mit dem Chugverband Berliner Schlossereien und verwandter Dachbeder. Filmabend am Mittwoch, 18. Mai, 7 Uhr, Linienstr. 197 ( Rulturabteilung des Deutschen Metallarbeiterverbandes). 8ur Vorführung tommt der Werkfilm ber R. Dertel, Schieferbrüche, Leheften( Thüringer Wald) und das Beiprogramm. Die Lehrlinge sind besonders darauf aufmerksam zu machen. Berantwortlich für Politit: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn: Feuilleton: R. S. Discher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin E 68, Lindenstraße 3. Sierzu 5 Beilagen, Unterhaltung und Wissen und Aus der Filmwelt". N* Israel WOHLFEILE SOMMERANGEBOTE Damenhut Strohgeflecht helle Farben Kleid mit Band Damenkleidung Kleiderstoffe Seidenstoffe Waschstoffe St Jumper bedruckt Weiße Wollstoffe außergewöhnlich preiswert Bastseide reine Frotté à jour Damenhut bunt. Strohgeflecht naturfarb., ca. 80 cm. 1.90 schöne Farb., ca. 100 cm 0.75 3.90 5.90 Musein, m. lg. Armein 3.25 Rein woll. Cheviot 2.95 Bastseide 2.90 aus bedrucks Poll Poile, Rock Plissee- Garnit. Plissee- Garnit. 25cHk. bedr. WaschKoeldt, m. einfarb. Bes. 6.75 k'seide, Kleid bedruckt Voll- Volle 14.50 Kostüm( Composé) Shetlandstoff, m. kar. Rock, Jacke a. Futter 39.00 Morgenrock bedr. Krepp, Schalkrag. 7.75 130 cm breit...... Rips- Papillon 3.95 reinwoll., 130 Bordüren ( Wollmusselin) bedr.. ca.125cm, Mtr: Nenheit ca.12: 3.90 Veloutine Neuheit! Wollem.Selde, neue Farb., 100 cm Nembela Wollen Solde; 8.50 reine ap. Streif. u.Karos, ca.80 Kleidertaft elle. 3.90 Crêpe de Chine für Stilkleider, ca.85 cm f. Kleider u. Wäsche, gr. 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Wollrand, Badeanzug Gr. 1-4 8-10 mitanges.Rock, schwarz 0.45 0.50 0.55 Trikom. weißod, farb, 2.35 Bes.( Steig. 0.25) Gr. 42 Frottierwäsche Landhaus- Gardinen und-Stoffe Handtücher weiß- bunt, 48 × 100 60x120 Gewebter Tüll Möbel- Kreton 1.20 m.Volant, ca.65cm Mtr. 1.35 bunt bedr., 80 cm Mtr. 1.25 1.95 Mullest mr. Mr. 1.40 Bedr. Bmwollstoff 1.40 ca. 65 cm einfarbig Jacquard, 1.30 1.30 Vollvoile m. Vol. 1.65 bunt, 130 cm breit Mtr. 1.40 50x110 Laken weiß- bunt gemustert 140x180 125x150 100x150 8.95 6.90 5.25 Farb. Regenmantel 19.50 für Damen, moderne Farben ca.65cm Tüllstoff kleingemustert, ca. 125 cm Etamine gold oder grün kariert, ca. 150 cm Eisschrank eichenfarbig lackiert, mit Zinkeinsatz, 80x50x48 cm 1.50 1.10 1.15 Möbel- Satin Künstlermuster, 80 cm Engl. Kreton aparte Must., 80 cm br. 2.75 49.00 Ottomane Weste lachst. Volle, reich m.Spitzen garniert 1.45 Crêpe de Chine- Weste m. Falten verz., weiß u. viele moderne Farben 3.75 SchalCrepe de Chine, 2.85 moderne Druckmuster ** Schal Crepe de Chine, 4.90 apart bemalt Steppdecken Steppdecke Satin Trikot, Halb: 10.75 Steppdecke Sat., Steppdecke Sat., 21.00 Satin- Trikot, wollfllg., 140x200 cm ob.bunt, 150x200 cm Daunendecke bedr. Perk., 150x 200 55.00 Schlafdecke Baumwolle, kamelhaarfarbig, 140x190 cm Kissen garnituren Ruhebett ( Sitz und Lehne) Satin 3.50 echttarb., 2.75 Kreton mit Holzbettkasten 4.35 und einklappbarem 69.00 Fußbrett. Kleid a bedruckt. " Waschk Seide mr einf. Besuth 18.PL. PL BERLIN C2 SPANDAUER STRASSE KONIG STRASSE GEGRÜNDET 1815 Nr. 22S ♦ 44. Jahrgang 1. Heilage ües vorwärts Sonntag, 15. Mal 1427 Die Theaterausstellung, die gestern in Magdeburg eröffnet wurde, will mehr fein, als die trockene Darstellung der Theatergefchicht«. Theatertultur aller Zeiten, vor allem aber auch unserer Zell, kann und soll hier Gestalt gewinnen. Wenn so die Ausstellung da» tote Theater, die technischen Einrichtungen und die Ausstattungsmittel zeigt, und als wesentlich« Ergänzung die lebendig« Aufführung, so klafft doch ein« Lücke. Wie das tote Thealer aus der Theatermaschinerie und dem Manuskript zum Leben erwacht, kann nur der erfahren, der einmal der Einstudi«xung eines Stückes vom Anfang bis zum Ende beiwohnt«. Es hat«inen unendlichen Reiz, zu sehen, wie der geistige Gehalt einer Dichtung allmählich Leben gewinnt, die Menschen und Dinge de» Theater» m sich verschmilzt, um schließlich, nn idealen Fall«, als große Einheit dem Publikum das zu werden, was es unter Theater versteht. Doch vom Bühnemnanuskript bis zur Premiere ist ein weiter Weg, er begiimt mit der Rollenbesetzung. Das ist der Fall, wenn das Werk bereits an anderen Bühnen erprobt ist. Im Falle einer Uraufführung bieten stch noch zahllos« Borarbeiten, aus die aber hier nicht weiter eingegangen werden kann. Man kennt also bereii» Kritiken sowohl üb«r die Dichtung, wie über die einzelnen Rollen, und man weiß auch, wie dos Werk auf da» Publikum wirkte. Direktor und Regisseur versuchen das TBrrf mit den Schauspielern des Ensembles zu besetzen. Oft zeigt sich oubci, daß für eine wichtige Rolle ein Darsteller oder eine Darstellerin felstt. Man wird dann versuchen, eine geeignet« Kraft als Gast zu gewinnen. Doch auch den bedeutenderen fest angestellten Kräften mutet man im allgemeinen nicht zu, eine Roll« zu spielen, die ihnen nicht zusagt. Häufig aber ist der Direktor sehr überzeugt, daß die Rolle dem Betreffenden„liegt", während der Darfteller sich ent- schieden sträubt, sie anzunehmen, sei es, daß sie ihm zu kurz oder zu nichtssagend erscheint, oder aus irgend einem anderen Grunde. Da ist dann oft sehr viel Ueberwindungsgabe und sehr viel Takt- gefühl nötig, die Widerstrebenden mindesten» zu einem Versuch zu bewegen. Sind Hauptrollen und wichtigere Nebenrollen vor- läufig in festen Händen, so wird die erste Prob«, die sogenannte „cesoprobe" abgehalten, bei der es im wesentlichen noch nicht auf eine Gestaltung des Werkes ankommt, sondern auf«in vorläufiges Festlegen der Rollen. Denn dos Werk wird ja selten ganz text- getreu ausgeführt. Streichungen sind last immer nötig. In der Lese- prob» wird nun da» Werk durchgesprochen und die Stichworte werden festgelegt, wobei die Hauptdarsteller meist nur markieren, d. h. leise und unbetont ihre Rolle rasch herunterlesen. Bisweilen wird über den Sinn oder die Berechtigung einer Streichung diskutiert, doch verläuft die Leseprobe, die häusj� noch gar nicht auf der Bühne abgehalten wird, im allgemeinen am wenigsten aufregend. Dann aber beginnen die ersten öühnenproben. Sie beginnen gewöhnlich morgens um 10 oder 11 Uhr. Damit nicht alle im Stück tätigen Darsteller zu erscheine,» brauchen, ist ein Plan der zu probenden Szenen aufgestellt, der am„Schwor- zen Brett" de» Theater» bekanntgegeben wird. Aus der Bühne sind seht provisorische Szenenbilder ausgebaut, die allerdings den Laien seltsam genug anmuten würden. Da stehen irgendwo«ine Anzahl gewöhnlicher Holzstühle, groß« und klein«, oerschieden ge- formte Holzblöcke, eine Säule, eine Treppe, und es ist in keiner Weise ersichtlich, daß das Ganze etwa eine„hügelige" Landschaft mit großen Eichen im Bordergrunde" darstellen soll. Bielleicht bedeutet es aber auch einen„Festsaal mit Belustrade rechts seitlich". Darauf kommt es vorläufig noch nicht an. Die Hauptsache ist, daß durch die Bersetzstücke ein« ungefähre Gruppierung der Darsteller onge» deutet und die Richtung ihrer Bewegung festgelegt werden kann. Zu diesem Durcheinander wird geprobt, und die Darsteller müssen sich die finstere Rocht oder den lachenden Sonnenschein ebenso nach Bedarf vorstellen, wie die freundliche Landschaft oder den glänzenden Festsaal. Daß sie«» sich vorstellen können, ist wichtig: denn sie sollen ja jetzt bereits— allerdings noch immer mit dem Manuskript in der Hand— spiele«. Born an der Rampe oder im Parkett sitzt der Regisseur mit dem Bühnenmaler. Ganze Bilder werden noch umgestellt. Das sieht leicht aus: denn von den richtigen Dekora- tionen ist ja noch nichts fertig. In Wirklichkeit aber bedeutet jetzt jede Umgruppierung schon eine recht beträchtlich« Mehrarbeit, da die Skizzen und Berechnungen der einzelnen Bilder notürsich all« bereits hergestellt sind. Wenn die Proben so weit fortgeschritten sind, daß die Besetzungen olle in festen Händen sind, wird auch wegen der Sostüme verhandelt, di« sich in Form und Farbe dem Ganzen einfügen müssen. Die Proben verlaufen oft recht stürmisch. Die Schauspieler bringen ihre Auffassung vom Werk mit— und sollen diese Auf- fassung häufig zugunsten einer anderen aufgeben, müssen sie auf- geben, wenn ein Zusammenspiel Zustandekommen soll. Wie schwer es oft ist, gerade bedeutende Darsteller dazu zu bestimmen, davon wissen Theaterdirektoren und-regisseure«in Lied zu singen. Hier gibt es Zusammenstöße und Auseinandersetzungen, die im schlimmsten Falle dazu führen, daß der oder die Betrcssende die Rolle zurückgibt. Im allgemeinen wird aber der Regisseur, der überhaupt neben seinen sonstigen Eigenschaften die eines vollkommenen Diplomaten besitzen muß, es soweit bringen, daß sich der Darsteller seiner Auffassung anpaßt. Aber selbst wenn im großen Einigung erzielt worden ist, geht es nicht ohne weitere Kämpfe ab. Hier soll noch aus einem Monolog etwas gestrichen werden— und der Darsteller verteidigt Satz um Satz so leidenschaftlich, wie eine Mutler ihr Kind. Dort soll eine veränderte Betonung einen neuen Sinn in eine Wendung hineinlegen— und der Schauspieler kann ihn nicht darin empfinden. Dann kommt die Kleidung hinzu. Das Bild verlangt, daß die Heldin in der großen Liebesszene ein kornblaues Kleid trägt— und ihr ist tornblau zuwider, well es ihr nicht steht. Sie wollte ein weißes Gewand von ganz besonderem Schnitt haben. Vielleicht liegt der Fall so glücklich, daß man sich zur allseitigen Zufriedenheit auf hellblau«inigen kann. Wer aber glaubt, daß alle diese, oft sehr lebhast und dramatisch geführten Auseinandersetzungen auf nichts anderem als auf.Launen" der Schauspieler beruhen, der irrt sich. Der Schauspieler ist selten boshaft, aber er glaubt an seine Rolle, er muß an sie glauben, wenn er sie ausfüllen soll. So, in dieser Form, durch diese Farbe weckt sie seine Illusion. Er kennt ja den ganzen Bühnenapparat, er weiß, wenn er schmerzverzweiselt über den Tod seiner Geliebten aus der Kulisse tritt, daß sie frisch und gesund hinter diesem Gebilde aus Latten und bemalten Lein- wand steht, und außerdem wahrscheinlich gar nicht seine Geliebte ist. Trotzdem muß er von ihrem Tode wie von ihrer Liebe überzeugt Sein in dem Augenblick, wo er die Szene betritt. Wird dieser Glauben mrch irgendeine Kleinigkeit, die keinem anderen wesentlich erschien, unterdrückt, so ist es mit feiner Ausdrucksfähigkeit vorbei. So muß immer wieder geschlichtet werden, immer wieder dafür gesorgt werden, daß das Spiel der einzelnen Darsteller zusammenklingt. Am aller- schwierigsten ist das oft in Massenszenen, wo häufig genug Statisten und„kleine" Schauspieler durch ihre Teilnahmlosigkeit den Re- gisseur zur Verzweiflung bringen. Die letzten proben. Haben die Proben anfangs höchstens bis 3 Uhr etwa gedauert, so dehnen sie sich im Lause der Zeit oft so lange aus, wie es irgend für den folgenden Theoterbeginn möglich ist: bis L, bis 6, sogar bis 7 Uhr. Allmählich sind auch die Dekorationen hergestellt, man probt , Meinungsverschiedenheiten." Die Drücke im Dschungel. Sitten- uni» Stimmungsbild aus dem Innern Mexikos. 2] von B. Trauen. Copyright 1927, dy B,Tra*en, Tamaulipas(Mexiko). Ich ritt zur Hütte bis ich in respektvoller Entfernung der Tür war, wo ich ruhig hielt, ohne die Bewohner durch Rus�n zu stören. Eine Tür war es ja eigentlich nicht, sondern es war eine türgroße Oeffnung in der Wand. Aber da die Leute eine solche Oeffnung Tür nennen, fühle ich mich nicht berechtigt, ihr einen anderen Namen zu geben. Nachdem ich eine Weile gewartet hatte, kam eine Frau, eine Indianerin, heraus und sagte:„Päse, Senjorl" Ich stieg ab und alz ich in die Hütte trat, fand ich, daß die Frau die Gattin meines alten bekannten Sleigh war. Sie begrüßte mich mit großer Herzlichkeit, lud mich zum Nieder- sitzen auf einem ächzenden Korbstuhl ein und sagte mir, daß ihr Mann gleich kommen würde, er sei aus der Pastura, um einen Stier hereinzubringen, der gedokiort werden müsse, der Stier sei von einem anderen Stier gespießt worden und nun könne man in die Wunde schon die gan.ze Faust tief hinein- stecken und es seien bereits fingerdicke Würmer drin. Es dauerte auch nicht allzu lange, da kam Sleigh an mit seinem Stier, den er mit 5)ilfe eines Jndianerjungen in die Corral trieb. Dann stieg er vom Pferde und schüttelte mir die Hand. „Haben Sie nicht vielleicht ein« Zeitung bei sich?" fragte er gleich darauf. ,Lich habe sxit acht Monaten kein Stück Zeitung in der Hand gehabt und manchmal möchte man ja doch gern wissen, was lo ist." „Ich habe den„Brookleyn Eagle" hier, ist aber auch schon fünf Wochen alt, alles, was ich habe." „Geben Sie her, der ist ja noch ganz warm von der Presse, wenn er erst fünf Wochen alt ist." Er setzte sich seine Brille auf. Das tat er sehr bedächtig und umständlich, denn sie war— für ihn wenigstens— mehr wert als ein dicker Brillantring. Während er sie an den Ohren zurechtrückte sagte er:„Rosita, gibt dem Senjor etwas zu essen. er hat Hunger. Von jeder Seite las er zwei Zeilen, dann nickte er, um seine volle Zustimmimg mit dem darin Gedruckten zu be- künden, sehr nachdenklich, fastete die Zeitung zusammen, setzt« di« Brille ab und sagte gedankenschwer:„Es sst doch gut. daß man wieder einmal eine Zeitung gelesen hat." Sein Wunsch nach einer Zeitung war nunmehr voll- kommen befriedigt. Von den paar Zeilen, die er gelesen hatte, hatte er auch nicht einen einzigen Gedanken aufgenommen oder auch nur gefaßt. Was kümmerte ihn dieser Trubel der Welt, der sich in den Zeitungen austobte? Hätte er in der Zeitung gelesen, die ganzen Vereinigten Staaten und Kanada seien durch eine Wasserflut von der Erdoberfläche hinweg- gespült worden, so würde er gesagt haben:„Wer hätte so etwas denken können, wir haben hier gar nichts davon gemerkt. Ich wollte vorige Woche noch an meine Schwester schreiben, die, ist Sekretärin bei einer Methodistengemeinde, aber das ist ja nun nicht mehr notwendig. Wer hätte auch so etwas denken können!" Dabei würde er auch nicht ein« Miene seines Gesichts verzogen haben. „Ich bin hier auf Alligatoren." sagte ich. „Großartig, Mann! Massenhast. Die können Sie hier herdenweise schießen. Aber wir könnten ja erst einmal auf einen Hirsch gehen." „Warum nicht. Haben Sie denn viel Wild hier?" „Massenhaft! Bleiben Sie nur ein paar Tage hier und sehen Sie sich um. Was haben wir denn heute? Donnerstag. Da kommen Sie gut. Meine Frau geht morgen früh mit den Kindern auf Besuch zu ihrer Mutter. Ich bringe sie bis zur Station. Den Morgen darauf bin ich wieder zurück, dann sind wir hier ganz allein und haben die ganze Hütte für uns. Eines von den Nachbarmädchen kommt herüber zum Kochen. Da können wir hier angenehm hausen." 2. Am Samstagmorgen kam Sleigh zurück. Ich hatte inzwischen ein wenig gefischt und alle Hütten gut versorgt. „Heute abend ist Tanz," sagte Sleigh..drüben an der Pumpe. Der Pumpmeister hat Musik bestellt. Er hat auch einen Kasten Bier und zwei Kasten Limonade herangeschafft, damit er die Kosten für die Musik herauskriegt." „Wie stark ist denn das Orchester?" „Ein Geiger und ein Gitarrespieler." „Die können doch soviel nicht kosten." ,Lg denken Sie denn, daß er an dem Bier und der Limonade viel verdient?" Das Indianermädchen kam, um für uns zu kochen. Si« brachte ihren Säugling mit, obgleich sie selber kaum aus den Säuglingsjahren heraus war. ,I)er Mann ist ihr davongelaufen, dem armen Ding," sagte Sleigh. Sie war sehr häßlich und das ist eine große Ausnahme hier unter den indianischen Mädchen, die an Schönheit mit- einander wetteifern. „Ihr Mann hat sie sicher nur des Nachts gesehen und als er sie bei Tageslicht betrachtete, da ist er so aus allen Himmeln gefallen, daß er sich in Nebel oerflüchtete, so will mir scheinen," sagte ich.„Sie soll eigentlich jener Nacht dankbar sein, denn auf andere Weise wäre sie nie zu einem Kinde gekommen und seit sie nun ein Kind hat, findet vielleicht ein anderer Gefallen an ihr unter der Suggestion, daß sie ver- borgene Schönheiten haben müsse." „Sie haben ganz recht," erwiderte Sleigh.„Ihren Spaß hat sie gehabt und sie ist eigentlich nicht darum mißgestimmt, daß der Bursche abgezogen ist, als vielmehr, daß der Spaß nicht dauernd ist." Dann aßen wir unser« Tortillas und Frijoles. Nachmittags ritten wir auf die Prärie hinaus, um uns das Jungvieh anzusehen und nach frischen Antilopenfährten zu suchen. Am Abend, als wir wieder bei unseren Tortillas und Frijoles saßen, fragte ich Sleigh, ob an dem Tanzvergnügen nur die Leute teilnehmen, die hier herum wohnen. Er erklärte mir aber, daß wenigstens hundert oder hundcrtzwanzig Per- sonen anwesend sein werden die aus allen Richtungen herkommen, aus den verstecktesten Hütten im Dschungel und von den schmalen Flußarmen und Standpfuhlen, fünf bis achl Meilen im Umkreise. Wir gingen nun rüber zur Pumpstation. Als wir an einer der armen Nachbarhütten vorüber kamen, sahen wir, daß vor dem Eingang an einem Pkahl eine Laterne hing, die den sandigen Platz vor der Hütte hell erleuchtete. Auf einer rohen Bank saß ein etwa vierzigjähriger Indianer mit einem dünnen Vollbart und spielte aus einer Geige Tanzmusik. spielte herzlich schlecht, hielt aber gut den Takt. ,Ia, ist denn der Tanz hier?" fragte ich Sleigh. „Das glaube ich doch nicht." „Die haben doch hier aber den Platz gefegt und da hängt doch eine Laterne. So großartig gehen die ooch nicht mit dem Petroleum unh daß sie aus purem Vergnügen hier Licht machen." (Fortsetzung folgt.) mit halb-, dreiviertel-, schließlich mit ganzferrigen, die Darsteller er- scheinen schließlich auch im Kostüm, an das sie sich, zumal wenn es eine Schleppe oder einen besonders unbequemen Schnitt aufweist, erst gewöhnen müssen. Endlich kommt die vorletzte Probe, bei der nun schon alle Veleuchkungsessetle eingesetzt werden, was wieder noch Anlaß zu letzten, verzweifelten Auseinandersetzungen gibt. Endlich ist die Generalprobe da, die Generalprobe, bei der alles schief gehb Die Darsteller die Rollen noch immer nicht können und der armen, geplagten Souffleuse beständig ihr„lauter I*, verbrämt mit liebenswürdigen Zusätzen, zuschreien/ der Beleuchter versagt, die Statisten wie Stöcke umherstehen. Das alles hat aber für die Pre- miere schließlich wenig zu sagen: es gibt sogar einen Theater- aberglauben, der in einer schlechten Generalprobe ein gutes Omen für das Stück sieht. In Wahrheit?jedoch weiß niemand, weder Regisseur, Darsteller noch sonst einer der an den Proben Beteiligten, was für eine Aufnahme das Stück finden wird. Alle bemühten sich, ihr bestes zu geben, und alle find überzeugt, es auch zu tun. Das Publikum sieht aber nicht Bemühungen oder Glauben, es sieht die Wirkung, die— so seltsam es klingen mag— bisweilen von sehr nebensächlichen Dingen, manchmal sogar vom Zufall ab- hängt. Vielleicht wird ein unbewußtes Zögern— un„bewubt" kann es auch im wörtlichen Sinne gewesen sein— im Satz an ent- scheidender Stelle dem Darsteller einen sehr unerwarteten Beifall einbringen, während eine lange und gründlich durckchachte Betonung vom Publikum wie von der Kritik überhört wird. Vielleicht wird dem unglücklichen Regisseur jede Fähigkeit abgesprochen, ein Werk richtig zusammenzufassen, weil seine starrsinnige oder vom Lampen- sieber erfaßte chauptdarstellerin alles in den Proben Besprochene bei der Premier« vergaß oder vergessen wollte. » Der Zuschauer, der eine Ahnung davon hat, was die Proben bedeuten, wird zwar aus diesem Wissen keinen Trost für einen ver- lorenen Theaterabend schöpfen, wohl aber wird er einigermaßen be- urteilen können, weshalb die Aufführung versagte, und nicht etwa den Regisseur um eines eigensinnigen Schauspielers-— oder den Schauspieler um des Regisseurswillen für unfähig hatten. Für eine gelungene Aufführung aber wird er allen Kräften, die dahin gewirkt haben, besonderen Dank wissen, jetzt, da er einen kleinen Einblick in ihr Wirken getan. Zrieöen mit üem Staötetag. Berlin wünscht den Ausgleich. Die zwischen der Stadh Berlin und dem preußischen Städtetag entstandene Verstimmung, die aus das Verhalten des Städtetages zum preußischen Finanzausgleich zurückzuführen war, wird nicht bis zu einem Bruch getrieben werden. Der Magistrat hall daran fest, daß im Finanzausgleich die Interessen Berlins mehr berücksichtigt werden müssen, er glaubt aber, zusammen mit dem Städtetag auf dieses Ziel hin- arbeiten zu können. In seiner letzten Sitzung hat der Magistrat, wie jetzt vom städti- schen Rachrichtenamt bekannt gegeben wird, der Entschließung der Stadtverordnetenversammlung über die Verabschiedung des preußischen Finanzausaleichs zugestimmt, in der die Schädigung der finan- stellen Bedürfnisse der Stadt Berlin und besonders der Berliner Wirtschaft festgestellt und aus die der Stadt nachteilige hallung de, Städtetages hingewiesen worden ist. Der Magistrat hat nunmehr diese Entschließung der städtischen Körperschaften dem preußischen Städtetag zugestellt mit einem Schreiben, in dem er erklärt, mit Rücksicht aus die langjährigen guten veziehun- gen der Stadl zum preußischen Städletag noch- mals einen Ausgleich suchen zu wollen. Die Stadt Berlin müsse wünschen und dahin arbeiten, daß spätestens am I.April lSZS ein gerechterer, die Znteresien der Stadt Berlin beachtender preußischer Finanzauegleich geschaffen werde, hierzu schlägt der Magistrat vor, daß ein Ausschuh des Vorstandes des preußischen Städtetages und ein Ausschuß der städtischen Körperschaften Berlin» mit dem Ziele zusammentrete, eine erneute Stellungnahme de» preußischen Städtetages zum Finanzsaus- gleich herbeizuführen, die auch den berechtigten Interessen der Stadt Berlin und der anderen benachteiligten Städte entspreche. Diese Verständigung müsse allerdings vor dem l. Oktober 1327 her- beigeführt sein, damit rechtzeitig und ausreichend aus den Gesetz- geber wegen Acndernng des Finanzausgleichs ab 1. April 1328 eingewirkt werden könne. Es ist sehr zu wünschen, daß diese gemeinsame Arbeit der Stadt Berlin und des preußischen Städtetages zustande kommt und den angestrebten Erfolg hat. Die Tragöüie öes alten Brunnenbauers. Ein fehlerhafter Kran. Der folgenschwere Einsturz eines Krangerüstes bei einem Brunnenbau in der K a i s e r- W i l h e l m- S t r a ß e, der am 16. April d. Z. den Tod einer Passantin und eine schwere Verletzung eines vorübergehenden Mannes zur Folge gehabt hatte, gelangte vor dem Erweiterten Schöffengericht Mitte unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Steinhau» zur Ab- urteilung. Verantwortlich für den bedauerlichen Unfall wurde der Brunnen- bauer T h u r a n d t, der von der Tiefbaufirma mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt worden war, gemacht Durch Sachver- ständige wurde erwiesen, daß der Kranaufbau nicht vor- schriftsmähig gewesen war. Der Unterbau war nicht genügend gesichert, infolgedessen stand das Gerüst schief, und ein Kaufmann hatte dem Angeklagten gegenüber am Tage vorher die Befürchtung ausgesprochen, daß ihm die Geschichte noch eines Tages in sein Schaufenster fallen werde. Trotzdem wurde nichts geändert. Als an dem Unglückstage ein schwerer Lastwagen vorbeifuhr, der den Boden stark erschütterte, trat der befürchtete Unfall ein. Der be- dauernswerten Frau, die gerade vorbeiging, wurde die hals- Wirbelsäule gebrochen, so daß sie sofort oerstarb. Der zweite Verunglückte erlitt einen Beinbruch und eine Schulterverletzung. Der Angeklagte, ein Sljähriger Mann, der feit 45 Jahren i m Brunnenbau tätig ist, schob die Hauptschuld auf.die Tief. bausirma, die ihm das unvorfchriftsmäßig gesicherte Gerüst ge- liefert hatte. Er sei lange ohne Arbeit gewesen und mußte froh sein, daß, er bei seinen vorgerückten Jahren wieder Beschäftigung fand. hätte er die Arbeit mit diesem allen Gerüst verweigert, dann hätte inan ihn einfach fortgeschickt. Das Schöffengericht sah das Ver- schulden des Angeklagten auch milde an und verurteilte ihn wegen der auf seiner Seite liegenden Fahrlässigkeit nur zu einer Geld- strafe von Z00 2N. Das Feuer im Freibad Wannsee. Zu dem Feuer im Freibad Wannsee wird noch folgendes mit- geteilt. In der Empfangshalle, einem Fachwerkgebäude mit Strohverdachung, war der Elektromonteur M. mit Lötarb eiten beschäftigt. Die Leiter, auf der M. stand, stürzte plötzlich um und im Fallen kam er mit der brennenden L ö t l a m v e dem Strohdach zu nahe, das sofort Feuer fing. M., der sich bei dem Sturz eine Fußverletzung zugezogen hatte und sich nicht selbst in Sicherheit bringen konnte, wurde von hinzueilenden Arbeitern rechtzeitig aus dein brennenden Raum geborgen und durch die Feuerwehr in das Sanatorium„Waldfrieden" gebracht. Di« Brandwunden, die er sich zuzog, sind zum Glück nicht lebens- gefährlich. Der Alarm„Großfeuer" entsprach zwar keineswegs dem j Sprichwörter im Recht. „Einem geschenkten Gaul.. Dies alle deutsche Sprichwort gibt den Rechtszustand des gellen- den bürgerlichen Rechts absolut ttessend wider. Man kauft ein Grammophon, eine Feder ist entzwei. Man hat das Recht, den Apparat zurückzugeben und den Kaufpreis zurückzuverlangen oder man kann die Feder selbst reparieren und den Kauspreis entsprechend mindern. Man bekommt ein Grammophon geschenkt, eine Feder ist emzwei. Man kann es wohl dem Schenker zurückgeben, aber kein anderes, neues, besieres oerlangen. Mangelhaftigkeit der geschenkten Cache berechtigt also den Beschenkten nicht, an Stelle des Schlechten etwas Besseres zu beanspruchen. Dies ist die Regel, die sich aus dem Sprichwort ergibt. Ihr Anwendungsgebiet wird sogar noch erweüert durch folgendes: Mern Freund schenkt mir ein Grammophon, es ist heil und in Ordnung. Ader er sendet es mir durch einen ungeschickten Boten, der es aus Fahrlässigkest fallen läßt. Auch hier kann ich kein anderes Grammophon von meinem Freund oder die Reparatur verlangen, höchstens dann, wenn der Bot«„grdb fahrlässig" war, wobei es ganz aus die Umstände des einzelnen Falles ankommt. Mein Freund verspricht mir, mir 100 Mark am 1. Januar zu schenken. Schenkt er sie mir erst am 1. Februar, kann ich keine Verzugszinsen verlangen, die mir«in Schuldner, der etwas von mir gekauft hat, zweifellos zahlen müßte. Außerdem kann das Geschenk in gewissen Fällen zurückgefordert werden. Habe ich Geld geschenkt bekommen, so muß ich immer damit rechnen� daß ich es wieder zurückgeben muß, wenn der Schuldner selber bedürsiig wird(außer durch eigenes Verschulden) und das verschenkte Geld nunmehr zur Erhaltung seiner selbst und seiner Angehörigen ge- braucht. Ebenso kann, wer Geld schenkweise ver- sprachen, aber noch nicht bezahlt hat, aus dem- selben Grunde die Erfüllung verweigern. Schließ- lich muß der Beschenkte dem Schenker insoweit dankbar sein, als er sich nicht des„groben Undanks" schuldig machen darf, denn dann har er das Geschenk auch ohne Bedürftigkeit des Schenkers auf dessen Verlangen zurückzugeben. Aber auch diese Regel gilt nicht ohne Ausnahme. Zwar ist der gutwillige Schenker und der fahrlässige vor dem Ansprüche des Beschenkten gesichert, aber nicht der böswillige. Böswillige Schen- kungen machen schadenersatzpflichtig. Wer mir eine Feuerwerks. zigarette schenkt, die mich beim Anzünden verbrennt, hastet für t/e n Schaden. Darum sollen sich alle Schenker von Scherzartikeln vorsehen, passiert etwas, müssen sie auch als Schenker Schaden- ersatz leisten! Ferner gilt die Regel nur in vollem Umfang, wenn der zu verschenkende Gaul schon da ist! Verspricht mir jemand z. B. eine Uhr zu schenken, so kann er nicht die erste beste, d. h. die erste scklechteste aussuchen, sondern mutz mir eine solch« schenken, die zu gebrauchen ist. sonst kann ich die schlechte zurückgeben und eine bessere verlangen. Der zu Beschenkende muß vor allen Dingen aber «ins bedenken: Er bekommt das Versprochene noch nicht einmal, wenn es ihm nur mündlich versprochen ist. denn versprochene Schenkungen sind nur gültig, wenn das Ver- sprechen in gerichtlicher oder notarieller Form abgegeben ist. Wer mir 1000 M. am 1. Oktober zu schenken verspricht, haftet aus diesem Versprechen nur dann, wenn er seine Erklärung gerichtlich oder notariell abgegeben hat. Roch immer werden Klagen aus mündlichen Schenkungsversprechen angestrengt. die natürlich abgewiesen werden müsien. Hat der Schenker aber trotz mündlichen Versprechens mir die 1000 M. gegeben, so kann er sie dann nicht mehr zurückfordern. Rechtsanwalt Dr. Albert B a e r. Umfang des Brandherdes, doch fürchtet« man anfangs bei dem starken Wind, der vom Wannsee her landeinwärts wehte, ein Ueber- greifen durch Funkenflug auf die benachbarten Gebäude und die Waldbestände. Die von dem Feuer«rgrifsene Empfangshalle ist zum größten Teil vernichtet, doch dürste der Schaden nicht sehr erheblich sein. Die für heute geplante Eröffnung des Frei- bades findet auf alle Fäll« stattt Noch im Lauf« des gefttigen Nachmittags wurden von Handwerkern einige Baracken errichtet. » In einer Tischlerei am Richardplatz Z zu Neukölln brach gestern nachmittag Feuer aus. Die Feuerwehr löschte den Brand in einhalbstündiger TätAkest.— Fast um dieselbe Jett wurden zwei Löschzüg« der Feuerwehr nach der Flugplatz. strahe zu Johannisthal gerufen, wo in den„M e ch a- n i fch e n Werkstätten" aus noch unbekannter Ursache Feuer entstanden war. Auch hier konnte das Feuer durch tatkräftiges Eingreifen der Feuerwehrbeamten gelöscht werden, bevor es größere Ausdehnung annahm._ Morü oüer SelbftmorÜ! Der geheimnisvolle Leichcnfund am Wcsthafen. Gestern vormittag sahen Beamte des Reichswasierschutzes zwischen der Föhrer- und Seestraßenbrücke in der Näh« des Westhafens die Leiche einesMannes treiben und landeten sie. Der Tote Halle einen Knebel, wahrscheinlich ein Taschen- tuch, Im Munde. Seine Hände waren über der Brust mit einer starken Zuckerschnur zusammengebunden. Auf dem Kops wurden blutunterlaufene Stellen entdeckt, die von einem Fall oder von Schlägen mit einem stumpfen Gegenstand« herrühren. Dieser Zustand des Toten gab Veranlassung, die Kriminalpolizei des 43. Reviers und dann auch die Mordkommission des Polizei- Präsidiums zu benachrichtigen. Kriminalkommissar Johannes Müller nahm alsbald mit mehreren Beamten den Befund aus, der dann vom Erkennungsdienst auch phctographisch sestgelegt wurde. Di« Leiche war sehr verschlammt. Die Kopsverletzung und die Art der Knebelung und der Fesselung kann erst im Schauhause, wohin der Tote gebracht wurde, genauer untersucht werden. Irgend- welche Ausweispapiere wurden bisher bei ihm nicht gefunden. Der Tot« ist etwa 40 Jahre all und trug eine gestreiste Hose, schwarze Schnürschuhe, eine grünliche Weste, anscheinend aus einer Art Lodenstoff und einen dunklen Ueberzieher, der am stärksten ver- schlämmt ist, dazu einen Gummikragcn mit schwarzer Krawatte. Alles ist schon ziemlich abgetragen. Die Leiche hat, wie aus der Bildung der Waschhaut an den Händen zu schließen ist, wohl schon mindestens 14 Tage im Wasser gelegen. Ob ein Verbrechen vorliegt, oder ob der Unbekannte sich selbst geknebell und gefessett haben kann, läßt sich jetzt noch nicht sagen. Späteren Meldungen zufolge liegt aller Wahrscheinlichkeit nach kein Verbrechen, sondern ein Selbstmord vor. Die Persönlichkeit des Toten ist zwar noch nicht ganz bestimmt festgestellt. Wenn aber nicht alles trügt, so ist er ein SS Jahre alter Schuhmacher Karl H« n s e l aus der Gleditschstr. 16, der seit dein S. Mai vermißt wurde. Hensel war gemütskrank und hat wiederholt Selbstmord- gedanken geäußert. Die Leiche wird im Schauhause obduziert werden._ Die Reichsbahn sorgt vor! Nach einem Erlaß der Deutschen Reich sbahn- Gese ll fcha ft ist all- jährlich vor Beginn des stärkeren Reiseverkehrs das Personal für eine glatt« und einwandfreie Abwicklung des Per- ionenverkehrs besonders anzuweisen und zu belehren. In den Richtlinien werden Vorschriften gegeben für die Unterbringung der Reisenden, Abfertigung auf Zwischen- und Ueberyangsstationen, Rauchverbot und vieles andere mehr. So wird für die Unter- bringung der Reisenden folgendes bestimmt: Mit der Oeffnung der Wagen und Abteil« ist der Sorge für die Reisenden nicht genügt. Es oerhindert nicht, daß Reisende an den Zügen auf- und abhasten, ohne eine Unterkunft zu finden. Sache der Zugführer und Schaffner ist es, sich um die Unterbringung der Reisenden zu kümmern. Sie sollen die Besetzung der Wagen sorgfältig beobachten, den Reisenden geeignete Plätze zuweisen, Familien- und Gesellschaften, soweit angängig, vereint unterbringen und allein reisende Frauen tun- lichst Abteile zuweisen, in denen sich schon Frauen befinden. Bei stark besetzten v-Zllgen sind die Reisenden sofort nach dem Anhalten des Zuges vom Zugpersonal an diejenigen Wagen zu weisen, in denen noch Plätze frei sind, um den Reifenden das vergebliche Suchen nach Plätzen in den Seitengängsn vollbesetzter Wagen zu ersparen. — Aus den Bahnhöfen ist für ausreichende Auskunftsertei- l u n g zu sorgen. Auch auf eine genaue Beachtung des Rauch- Verbotes ist zu sehen. Wo es not tut, sollen die Zugbegleiter von sich aus und nicht erst auf die Anzeige von Reisenden hin gegen Uebertretungen einschreiten. Zum Aussuchen der Speisewagen und Abort« ist das Rauchen beim Durchschreiten der Gänge nicht zu beanstanden. Weiter enthält der Erlaß Richtlinien über Behanidlung des Reife- und Handgepäcks, Ordnung uich Sauberkeit in den Zügen usw.__ Das größte Halleuschwimmbad. Der Lunapark hat— unbeschadet der noch immer regieren. den Eisheiligen— fein« Badesaison eröffnet und den Berlinern in- mitten der Stadt einen Meeresersatz in größten Ausmaßen bejcherl. Bei der gestrigen Einweihung sprang ein Heer beherzter Jünplinge und Nymphen in die kühlen Fluten(18 Grad im ungeheizten Raum bei schlecht funktionierenden Fensterverschlüsien) und produzierte sich unter Musikbegleitung als erste Badegäste. Die 26 Meter hohe Halle das 40 Meter lange und IS Meter breite Schwttnmbecken macht einen gewaltigen Eindruck. Ein Mowr von 70' PS liefert Wellen von 1 Meter Tiefe und es brandet und braust gleich einem richtigen Sturm aus offener See. jedoch mit dem angenehmen Unterschied, daß hier das Rasen der Elemente aus Wunsch sofort in liebliches Plätschern oerwandelt werden kann. Um üas Schicksal öer Leiferöe-�ttentäter. Wird man fie begnadigen? Die Frage: Leben oder Tod für die Leiferde-Attentäter. die in der Nacht vom 17./ 18. August 1926 das grausige Eisenbahnun- glück verursacht haben, tritt in das entscheidende Stadium. In keinem anderen Falle wie in diesem hat die öffentliche Meinung für und wider die am S. November zum Tode Verurteitten, den 21jährigen Musiker Otto Schlesinger und den 23jährigen Tech. niker Willi Weber. Partei ergrissen. Die einen waren bereit. sie als Ausbund der Menschhett zu verdammen, die anderen glaub- ten chrer Jugend und den traurigen Zeitbedingungen Rechnung tragen zu müssen, sie wiesen den Gedanken ihrer Hinrichtung weit 0011 Die zahlreichen Pressevertreter, die der Hildesheimer Gerichts- verbandlung beigewohnt haben, konnten sich damals des Eindrucks nicht erwehren, daß auch der Gerichtshof nur notgedrungen auf Todesstrafe erkannt hat. Trotz der ungeheuerlichen Tai saßen hier auf der Anklagebank Menschen, die ihrem inneren Gesicht nach mit Mördern nichts gemein zu haben schienen. Man denkt unwillkürlich an den Magdeburger MörderSchröder. an seine zynisch-rohe, hinterhältige Art. Schröder ist aber begnadigt worden. um so weniger scheint die Dollstreckung, des Todesurteils an.Schle- singer und Weber vorstellbar. Das Staatsministerium wird sich auch der großen Anzahl der Eingaben für die Begnadigung der beiden jungen Menschen nicht verschließen können. Ja selbst der Eisen. bahneroerband hat in seinem Organ sich gegen die Boll- streckung ausgesprochen. Die Leiferde-Attentäter würden ihre unselig« Tat in jahrelanger Gefängnisstrafe innerlich zu sühnen genügend Gelegenheit haben._- Die Feindschaft zwischen Hoch- und NordsKdbahn. Nachdem die Hochbahn mit der N o r d s ü d b a h n in ge- meinsame Verwaltung gekommen ist, durste man erwarten, daß beide nicht mehr wie zwei feindliche Schwestern voreinander aus. weichen, sondern ihren Fahrplan in einen gewisien Einttang brin- gen würden. Das ist bis jetzt noch nicht geschehen. Wer die Nord- südbahn am Abend auf der Station Friedrichstadt verläßt, um den Anschluß an die in der Richnmg Nordring fahrende Hoch- und Unter- grundbahn zu erreichen, muß also nach wie vor als S ch n e l l ä u» fer den Tunnel durchlausen oder aber volle zehn Minuten warten. Ab Hallesches Tor fährt z. B. die Nordsüd 10.09 Uhr ab, die Bahn zum Nordring 10.14 Uhr. Wer es nicht fertig bringt, binnen S Minuten vom Halleschen Tor bis Friedrich- stadt zu fahren und hier den Tunnel zum Uebergang nach der Hoch- bahn zu nehmen, der hat volle 10 Minuten, um über die Un- Vollkommenheit menschlicher Einrichtungen nachzudenken. Genaiz so gebt es in der umgekehrten Richtung, jedoch mit dem Unterschied,' daß das Warten auf die Nordsüdbahn nur 5 Minuten währt. Vor der Tüchtigkeit der Betriebsleitungen haben wir zu viel Respekt, um uns einzureden, es fei ein Ding der Unmöglichkeit, die Fahr- plane so einzurichten, daß beim Uebergang aus Friedrichstadt nach beiden Richtungen für jeden normalen Tunnelfußgänger der Anschluß zur Weiterfahrt möglich ist. Völkisrftc Weisheiten. Im Viktoriagarten in der Wilhelmsaue verkündete Graf R e v e n t l o w in dem schlechten Deutsch, das wir ans feinen Artikeln seit Jahren kennen, die nanonalsozialisttschen Weisheiten, die uns gleichfalls �feit Jahren geläufig sind. Man sah sehr wenig Erwachsene, viel Halbwüchsige»nd— außerhalb des Saales— sehr viel Schutzpolizisten. Einem Demokraten. der in der Diskussion sprach, wurde beim Schluß seiner Rede zu- zugebrüllt:„Nicht rauslasien, nicht rauslaffen!" Echt natio- nalsozialistisch! Unter frenetischem Heiloebrüll wurde ein Brief des Herrn Goebbels verlesen, in dem August Bebel als„Gründer des deutschen Marxismus" bezeichnet wird. Wenn rr-ir nicht sehr falsch unterrichtet sind, war der Gründer des Marxismus überhru'pt und damit natürlich auch des deutschen Marxismus ein gew'�er Karl Ma rr. Aber so tiefgründige Kenntnisse darf man bei Hit- len'anern N'cht voraussetzen Zu ernsteren Zwischenfällen ist es diesmal nicht gekommen. Einbruch in die Jnvalidenkirche. Einbrecher suchten in der Nacht zu Sonnabend die k a t h o- tische Jnvalidenkirche, die>m Jnoalidenhaus in der Scharnborststmß« siegt, schwer heim. Sie schafften sich Eingang, indem sie eine Fenltertraille durchsägten, erbrachen das Tabernakel, schnitten aus der Sakristeitür eine Füllung heraus, öffneten hier mit roher Gewalt alle Bebältnisie und durchwühlten si«. In die Hände fielen ihnen eine 60 Zentimeter hoh« silberver- g o l d e t e Monstranz im Barockstil, deren 40 Strahlen mit violetten Halbedelsteinen besetzt sind, ein 34 Zentimeter hoher silberner, innen vergoldeter Kelch, der auf vier Feldern Resiefs zeigt, mehrere M e ß k e l ch e und ein silbernes Ziborium und außerdem verschiedene Meßgeräte, die Privateigentum des Reichrarbeitsminisie-s L-auns sind. Das gestohlen? Gut hat einen Wert von etwa 4 000 M. Nach den aufgefundenen Svuren sind zwei Mann an der Arbeit gewesen, von denen einer Turnschuhe und der andere sogenannte Shimmyschuhe trug. Brighton- Berlin. Rundfunkkonzert aus dem englischen Seebade. An der Südküste Englands, in einer weitausholenden Bucht des Aermelkanals, liegt Brighton, das bekannteste Seebad Englands Hier findet am 23. mai von 21.20 Uhr an ein Abendkonzert statt, das auf dem Wege der Uebertragung auch den Hörern der Funtstunde in Berlin zugänglich gemacht werden wird. Das Programm ist in drei Teile zerlegt und bringt vor das Mikrophon: 1 Paul Belinfante und sein Orchester pom West Pier, der 349 Meter langen Hauptpromenade Brightons. 2. Concert by the Sussex Women Musicians- Club" vom Hotel Metropol. 3. The Metronomic Dance Orchestra aus dem Wintergarten des Hotels Metropol. Die Auswahl der Komponisten innerhalb des Programms ift international gehalten. Der technische Vorgang dieser llebertragung ist furz folgender: Bon Brighton aus, wo die Mikrophone Aufstellung finden werden, wird die Sendung zunächst auf dem ein Papier wegwirft, sei es auch nur ein Fahrschein, wenn ihn| ein Polizist erwischt, sofort Strafe zahlen: 3waa Schilling!" Dafür erhält er eine amtliche Quittung. Man erzählt, ein so Bestrafter habe darauf gefragt: Was soll i' denn mit dera Quittung?" ,, No, Sie können's scho' aa wegschmeissn!" habe der Wachmann darauf ermunternd geantwortet Jedenfalls sieht man seit Einführung dieser Strafe ungleich weniger Papier auf den Straßen Wiens herumliegen oder auch eine Tat des roten Rathauses im Wind wirbeln. Wir kopieren nicht" sagte ein altösterreichischer Minister in früherer Kriegszeit, als man auf Uebernahme der reichsdeutschen Rationierung drängte. Wir meinen, die Wiener Erziehung zur Gauberhaffung der Straßen fönnte in Berlin mur nicht zu haftig! zur Grundlage vorbereitender Er. wägungen gemacht werden. Werbewoche für„ Das Wochenende"! Fußböden und die fofett- bäuerischen Drapierungsstoffe find die landlichen Räumlichkeiten mit einem Komfort ausgestattet, der jedem vornehmen Stadthause alle Ehre macht. Wohl dem, der sich solch ländliche Einfachheit" leisten fann. Das Idyll besteht aus fünf Wohnzimmern, zwei Baderäumen, Küche und Anrichte und kostet im Rohbau die Kleinigkeit von 40 000 m. Die Einrichtung zeigt Küchengeräte, ja selbst das Blättbrett sind eingebaut. Wandmalerei einen erlesenen Geschmack bei sehr geschickter Raumnügung. Schränke, und Möbel sind meist in hellen Farben gehalten, immer mit einem Schuß Ländlichkeit", aber eben vom Standpunkt der großen Brieftasche aus gesehen. Hier können die Leute leben, die aus jedem Tag ein Wochenende machen. Das deutsche Ozeangeschwader sucht Nungeffer. Das deutsche Geschwader, das sich zurzeit auf einer Uebungsreise im Nordatlantischen Ozean befindet, hat funkentele= graphischen Befehl erhalten, auf die amerikanischen Transozeanflieger zu achten und Nachforschungen nach den verschollenen Rabelwege über London zur Großfunkstelle Daventry gegeben; dem 15. Mai beginnende Woche eine Reihe von Propaganda. französischen Fliegern anzustellen. von dort aus geht es über den genannten Sender nach dem Laboratorium des Telegraphentechnischen Reichsamts in Döberig bei Berlin und wird von hier aus zu den Berliner Sendern weitergeleitet, die ihrerseits für die Verbreitung der englischen Darbietung forgen. Es sei noch erwähnt, daß das englische Seebad etwa 80 Kilometer von London entfernt liegt. Helm für auslandsdeutsche Studenten. Aus Familien der im Auslande lebenden Deutschen fommen oft Söhne nach Deutschland, um auf deutschen Universitäten ihre wissenschaftliche Bildung zu erwerben. Für auslandsdeutsche Studenten der Universität Berlin ist eine Stiftung gegründet worden, die ihnen das fehlende Heim durch eine für fie eingerichtete Unterfunftsstätte ersetzen will. Das alte Schloß zu Röpenid, das in neuerer Beit viele Jahrzehnte hindurch ein Lehrerseminar beherbergt hatte, aber dann leer wurde, ist gemietet und zu einem Deutschen Heim" für auslandsdeutsche Studenten umgewandelt worden. Am Sonnabend murde es vom Berwaltungsrat der Stiftung mit einer Feier eingeweiht, an der Bertreter der Reichsregierung, der Staatsregierung, der Stadt Berlin, des Bezirks Köpenid, der Hochschulen und einer Reihe Verbände teilnahmen. Studiendirektor Krahe, der früher das Lehrerseminar leitete und jetzt die Leitung des Heimes übernommen hat, wies in feiner Begrüßungsansprache auf die Bedeutung der Auslandsdeutschen für das deutsche Boltstum hin. Preußens Ministerpräsident, Genoffe Braun, der dann das Wort nahm, betonte die Notwendigkeit, die kulturellen Be. ziehungen des deutschen Boltes zu den von uns abgetrennten ehemaligen Landesangehörigen und auch zu den freiwillig im Auslande lebenden Deutschen zu erhalten, aber zugleich für die Gegensäge der Bölfer eine Ueberbrüdung anzu streben. Diesem Heim der in Berlin studierenden Auslandsdeutschen habe die preußische Staatsregierung gern das Schloß Köpenick zur Berfügung gestellt. Glückwünsche für das Heim brachten vom Reichsinnenministerium ein Bertreter des verhinderten Ministers v. Reudell, von der Stadt Berlin der Bürgermeister Scholy, Dom Bezirk Röpenid der Bürgermeister Genosse Rohl. Ein aus Siebenbürgen stammender Student antwortete für die Bewohner des Heims. Für den Verwaltungsrat der Stiftung sprach sein Borsigender, der Deutschnationale Abgeordnete v. Lindeiner. Er versicherte, daß dieses Heim teine Brutstätte des Chauvinismus werden solle. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes nur der endete die Feier. ersten Strophe, nicht auch der dritten Danach befichtigten die Teilnehmer das Heim. Es bietet Platz für 60 Bewohner, denen die dem Großstadtlärm entrückte Lage des Schlosses willkommen sein wird. Die Heimbewohner erhalten für monatlich 50 Mart behagliche Unterkunft und Bolle Verpflegung. Die nötigen Buschüsse für den Betrieb werden yon der Stiftung beschafft. Zur Bebauung des Scheunenviertels. Am Freitag, dem 20. d. M., tritt der zur Prüfung der Entwürfe für die Bebauung des Scheunenviertels eingefeßte Ausschuß unter Leitung von Bürgermeister Schneider vom Bezirksamt Mitte zufammen, um feine Entscheidungen zu treffen. Die Architekten Rauffmann und Schaubt haben sich von der Beteiligung an dem Wettbewerb zurückgezogen, da fie andere große Projette in Arbeit haben. Kauffmann beispielsweise den Entwurf für einen Theaterbau in Paris. Die eingereichten Entwürfe stammen von Professor Pölzig und dem Architekten Dr. Hilberseimer. Nach der Entscheidung des Ausschusses soll alsbald mit der Ausführung der Bauten, die bekanntlich durch die Firma Schrobsdorff. erfolgen wird, in Angriff genommen werden, damit die ersten Häuser bereits Ende des Jahres zu beziehen sein werden. Straßensäuberung! Unsere Berliner Straßen werden ziemlich oft gesäubert, sowohl durch die Straßenreinigung wie durch die- Polizei, zu deren althergebrachten Berufsausdrücken es ja auch gehört, die Vertreibung unerlaubt Demonstrierender von der Straße als deren Säuberung zu bezeichnen; soweit es sich dabei um jene angenehmen Mitbürger und Zeitgenossen handelt, die auf Andersdenkende oder sonst ihnen nicht passende Leute einschlagen, erscheint dieser Polizei ausdruck auch ganz angemessen. Aber so sehr immer noch trotz aller Gäuberung dieses Ungeziefer anzutreffen ist, so find troz aller Straßenfehrer unsere früher geradezu weltberühmt sauberen Straßen voller Papierfeßen, besonders auch die Umgebung der Untergrundbahnhöfe und deren Treppe. Von der schändlichen Verfauung des Groß- Berliner Waldgürtels mit Stullenpapieren, Konservenbüchsen und sonstigen Mahlabfällen wie von dem verbrecherischen Hinwerfen von Obstschalen auf die Straße, dieser ständigen Gelegenheitsmacherei für Beinbrüche aller Grade bis zum tödlichen Schädelbruch, davon soll hier gar nicht die Rede sein; nur von der widerwärtigen Verwandlung GroßBerlins in einen riesigen und allgemeinen Papierforb. Sollte es dagegen teine Abhilfe geben? In Wien muß jest jeder, der irgend Was ist morgn finden Sie heute bei CORDS Die Leitung der Ausstellung„ Das Wochenende" hat für die mit veranstaltungen angesetzt, die bestimmt sind, für das Wochenende in weitesten Schichten der Berliner Bevölkerung zu werben. Der tommende Sonntag bringt einen großen Wanderertag, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Märtfisher Wandererverbände. Alle märkischen Wanderer werden an diesem Tage in geschlossenem Zuge zur Ausstellung ziehen, um dort durch Vorführung von Volfstänzen, Spielen, Gesängen, Vorträgen und anderen heimatfünstlerischen Darbietungen für ihre volts- und tulturfördernden Ziele zu werben. Der Abmarsch erfolgt ebenfalls gefchloffen in einem großen Facelzuge durch Charlottenburg nach dem Sportplag am Bahnhof Tiergarten. Am Montag beginnt im Schneepalast das neue große Stisportprogramm. Den Dienstag, 17. Mai, hat die Ausstellungsleitung anläßlich des Par[ aments empfangs zu einem großen Voltstag organifiert, an dem der Eintritt nur 1, M. für Erwachsene, 30 Pf. für Jugendliche loftet. Am Nachmittag dieses Tages findet. das erste Frühlingsmilitärfonzert am Funkturm, abends 9 Uhr ebendort ein Riesenfeuerwertsschauspiel, ausgeführt von dem Feuerwerfstechnifer Lindner, dem Schöpfer von " Treptow in Flammen", statt.- Der Sonnabend, 21. mai, ist der - Der Sonnabend, 21. Mai, ist der Tag der Schulen, an dem um 4 Uhr im Berliner Schneepalast die Berteilung der Preise für den Schülerwettbewerb vorgenommen wird. Die Preisverteilung geschieht im Rahmen eines Früh lingsfestes, in deffen Mittelpunkt Gesangs-, Musik- und Theaterbarbietungen der Schulen auf dem Ausstellungsgelände stehen. Auch an diesem Tage fostet der Eintritt für Jugendliche nur 30 Pf., für Erwachsene 1 M., einschließlich des Besuchs des Schneepalastes bis 12 Uhr nachts. Ein Siebzigjähriger! Genosse Bruno Werner, Neukölln, Hermannstraße 176, vollendet heute sein 70. Lebensjahr. Schon als 3wanzigjähriger wurde er in Leipzig mit Bebel und Liebknecht befannt, war unter dem Sozialistengefeß für die Bartel eifrig tätig und Haussuchungen und Verfolgungen ausgesetzt. Er landete schließlich in London und schloß sich der englischen Arbeiterpartei an. Später fehrte er nach Leipzig zurüd, wo er die Tätigkeit für die Partei wieder aufnahm. Im Jahre 1896 siedelte Werner nach Berlin über. Seine geistige und törperliche Rüftigteit gestatten es dem Siebzigjährigen, heute noch den Unterhalt für sich und seine Familie als Stenograph zu erwerben. Die Kohlengutscheine der Stadt Berlin. Da die Möglichkeit besteht, daß die Kohlengutscheine der Stadt Berlin mit der Aufschrift „ Nur für den Monat April gültig nicht von allen Bezugsberechtig ten bis zum 15. Mai d. 3. eingelöst werden können, ist, um Härten zu vermeiden, die Gültigkeit der Gutscheine bis zum 31. Mai d. 3. verlängert worden. Die Gutscheine tönnen daher noch bis zu diesem Termin bei den Groß- Berliner Kohlenhändlern und den Ausgabestellen der Berliner Brennstoffgesellschaft eingelöst werden. Ein fünfzehnjähriger Schiffsjunge ertrunken. Im Hafen der Reederei Stern", Alt- Stralau 30/31, fand gestern der fünf zehnjährige Schiffsjunge Heinz Richter aus der Gubener Straße 4 einen tragischen Tod. Der junge Mann, der mit Bootsarbeiten beschäftigt war, verlor plöglich den Halt, stürzte topf über ins Wasser und ging fofort unter. Alle Rettungsverfuche blieben leider erfolglos. Der Reichswasserschutz konnte die Leiche des Ertruntenen froß eifrigen Suchens noch nicht bergen. Ein Landhaus mit allen Schifanen. Die Firma Friedmann u. Weber stellt ein von Architekt Zucher entworfenes, von der Firma selbst eingerichtetes Landhaus aus. Bis auf die gestrichenen Funkwinkel. Der Sonnabendrundfunk war zum größten Teil der Eröff= nung der Deutschen Theaterausstellung Magde burg gewidmet. Der Vormittag brachte die Uebertragung der Eröffnungsfeier, der Nachmittag das im Rahmen der Ausstellung stattfindende Konzert. Wenig davon war für die Funkhörer, die die dazugehörige Ausstellung ja nicht zu sehen bekamen, von besonderer Wichtigkeit. Aber es ist ein angenehmer Gedanke, bei einem Anlaß, der das fulturelle Interesse des ganzen Volkes berührt, doch auch ein wenig dabei zu sein. Und deshalb freute man sich der Uebertragung. Von den Vorträgen wäre Paul Westheims 3yflus:" Künstler und Publikum im Wandel der Zeiten" zu erwähnen. Er gab diesmal eine Definition des Begriffs Publikumsfunst", in dem er zeigte, daß ganz andere als fünstlerische, Fattoren einem Werk den Beifall der Menge erringen und daß daher bald vollkommener Kitsch, bald auch ein wirkliches, wenn auch selten Das erstklassiges Kunstwert zur Publikumskunft werden kann. Abendprogramm bestritt die Funkfapelle unter Franz v. Spanowski und Joseph Plaut, der besonders mit seinen netten Parodien für ein wirklich heiteres Wochenende sorgte. Königsberg, 14. Mai.( TU.) Bon Rossitten kommend, ist der Segelflieger Ferdinand Schulz heute nachmittag nach einer Flugftrede von 80 kilometern auf dem nödlichsten Punkt der Kurifchen Nehrung gelandet. Damit hat er den bisherigen Weltrekord im Streckenflug weit überboten. Am Vormittag war er von den östlichen Dünen der Nehrung in einer Stunde 35% Minuten die 62 Kilometer lange Strecke nach Memel geflogen. Arbeitersport. Ein Arbeiter- Fußballspiel. Wien spielt gegen Südwestbezirk in Brandenburg. Brandenburg a. d. H., 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Zu einer machtvollen Demonftration für die Stadtverordnetenwahlen in Brandenburg a. d. H. gestaltete sich das Fußballspiel der Wiener Städtemannschaft gegen eine fombinierte Manna schaft des Südwestbezirks. Die Wiener führten bereits bis zur Bauſe mit 4: 1. In der zweiten Spielzeit spielten nur noch die Wiener, fie schraubten das Resultat auf 12: 1. Frühjahrsfportfest des SB. Moabit. Am heutigen Sonntag, dem Tag des allgemeinen Sommer. anturnens der Berliner Arbeitersportler, hält der Sportverein. Moabit für seine sämtlichen Abteilungen auf dem Sportplag Tiergarten eine Wettkampfprobe in Gestalt eines Früh= iabrs portfestes ab. Vormittags ab 9½ Uhr treten die Schüler und Schülerinnen zu ihren Mehrfämpfen im Laufen, Springen und Werfen an. Das Nachmittagsprogramm bringt ab 1 Uhr die Mehrkämpfe für Jugend, Frauen, Männer und ältere Sportler und ab 3 Uhr die Einzeltämpfe und Staffeln der vers schiedenen Abteilungen. Eine Spartenmannschaftsstaffel über 11 mal eine halbe Runde zwischen den Handballspielern, Hockeyern, Turnern, Langstrecklern und Jugendlichen verspricht interessanten Verlauf. Mit guten Leistungen werden auch die Mittelstreckler über 800 Meter und die Langstreckler im 5000- Meter- Borgabelaufen aufMit diesem Sportfest wird die jetzt aufgebesserte Laufwarten. anlage eröffnet. Eintrittspreis für Zuschauer 30 Pf. Regelsportwoche in Weißenfee. Auch die Sportfegler nehmen immer mehr das moderne Propagandamittel, die Straße, in Anspruch. Als Auftakt zu der vom 15. bis 22. Mai in der Stadthalle Weißenfee stattfindenden Regelsportwoche wird sich am heutigen Sonntag um 1 Uhr nachmittags ein größerer Werbeumzug unter Begleitung mehrerer Musikkapellen durch den Berliner Nordosten bewegen. Der Bug der Sportfegler und Sportfeglerinnen nimmt feinen Ausgang am Rönigstor und passiert die Greifswalder Straße, Marienburger Straße, Prenzlauer Allee, Gustav- Adolf- Straße, Langhansstraße, Berliner Allee und Pistoriusstraße zur Stadthalle. Unter Leitung des Bezirks Zentrum des Freien Reglerbundes Deutschland und der Reglervereinigung Stadthalle fommen dort zahlreiche 3weier- Mannschaftstämpfe zum Austrag. Jedem Regler steht die Beteiligung auf den vier Konkurrenzbahnen offen. Bon besonderer Bedeutung dürfte das Zusammentreffen der beiden Meisterriegen des Bezirks Zentrum und der Stadthalle sein, die am Schlußsonntag, dem 22. Mai, vormittags 9 Uhr, zum 600- Rugel- Kampf starten werden. In Bad Salzuflen, am Teutoburger Walde, hat sich der Besuch in den erften Maitagen außerordentlich gehoben. Die Kunde von der im Februar dieses Jahres erfolgten Erbohrung eines zweiten großen Thermalsprudels ist bereits in die weite Ferne gedrungen und mit Stola tann sich Bad Salzuflen rühmen, im Besize großer, starker Thermalsprudel und Heilquellen zu sein, die qualitativ und quantitativ von einer Beschaffenheit ohnegleichen sind. Ueber die Wohnungs-, klimatischen und Verkehrsverhältnisse, auch über die großzügigen Beranstaltungen des Bades, geben die Werbefchriften, die auf Wunsch von der Lippischen Badeverwaltung fostenlos zugesandt werden, die gewünschte Auskunft. Bad Ems. Das durch seine Seilquellen und seine Schönheit weltberühmte Bad wird auch im Sommer 1927 feine Aufwärtsentwicklung fortseßen. Das beweisen schon die eben verflossenen ersten Wochen der Hauptturzeit. Berglichen mit den entsprechenden Ziffern der Vorjahre, sind die Zahlen der Rur gäfte und Paffanten nicht unerheblich gestiegen. Der Aufenthalt in diesem ruhigen, vornehmen, überaus gepflegten Kurort ist immer wieder gleich stärkend und unterhaltend. Das in den vergangenen Monaten geschaffene neue große staatliche Kurmittelhaus steht jezt kurz vor der Bollendung. Nordseebab und Luftkurort Rüstringen. Ein ruhiger Erholungsort mit allen Bequemlichkeiten und hygienischen Einrichtungen der Neuzeit: Straßenbahn, Auto- und Droschtenverkehr, Gas und Elektrizität, Eisenbahn usw., und doch ohne Kurtage. Reine, träftigende Seeluft, ausgedehnte Spaziergänge am Strand und in der freien Natur, große, gartenarchitektonisch schöne Stadtparts, weite Billenviertel mit guten, preiswerten Pensionen bilden das Martanteste dieses Kurortes. Verbindungen mit den Nordseeinseln Wangerooge und Helgoland, Dampfer- und Gegelfahrten auf der Jade, Besichtigungen der Kriegsschiffe im benachbarten Wilhelmshaven, öffentliche Veranstaltungen aller Art bieten angenehme Abwechslung. Dirette D- 8ug- Verbindungen BerlinBremen- Wilhelmshaven. Die Homophon Compagny Berlin bringt seit einem Jahr Schallplatten auf den Markt, die elektrisch aufgenommen find. Inzwischen hat sich die Aufnahmetechnik soweit entwickelt, daß es der Firma möglich war, elektrische Großaufnahmen aus der Ferne zu machen. Go find u. a. auch Aufnahmen von Arbeiter- Sängerchören zu haben, was unsere Lefer besonders interessieren dürfte. DER SOMMER KOMMT DOCH! Das Sommerwetter bringt in den Nachmittagsstunden ungewöhnlichen Andrang an meinen Lägern. Bitte, tätigen Sie darum Ihre Einkäufe möglichst am Vormittag, damit Sie in Ruhe wählen können. 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In einem großangelegten Interview, mit dem der Reichs. bankpräsident Schacht ausgerechnet in den„Lokal-Anzeiger" des Herrn Hugenberg gegangen ist, erklärt auch der Reichsbankleiter, daß«r nicht eigentlick) einen Druck auf die Banken zu diesem Schritt ausgeübt habe, der den Kursen so verhängnisvoll werden sollte. Die Reichsbank will also die Verantwortung von sich abwälzen, ebenso die Reichsregierung. Die erster« versichert, sie habe lediglich dahin gedrängt, daß die Großbanken von sich aus eine größere Liquidität anstreben sollten. Gekennzeichnet ist die Situation wohl dadurch, daß die Großbanken von der Reichsbank eine Diskont- erhöhung verlangt hatten, die diese ablehnte und auf den nun beschrittenen Weg verwies. Ein eigenartiges Spiel um diese Verantwortung, die keiner tragen will. War die Maßnahme aus währungs- oder wirtschaftspolitischen Gründen notwendig, so wäre e» Pslicist der Reichsbani oder der Reichsregierung gewesen, diese zu fordern und beide waren mindestens in der Lage, mit Druck- mideln zu drohen, wenn die Banken nicht Folge leisten wollten. Die Negev die Dinge laksächlich? Schacht selbst muß zugeben, daß die Verkürzung der Vörsenkredite im Sinne seiner Wünsche log. Er wird wohl ebeikso wenig wie die Reichsregierung bestreiten können, daß diese von seinem Vorhaben mindestens durch einen Vortrag gewußt hat. Er wird schließlich nicht bestreiten können, daß die Ablehnung einer Diskonterhöhung auf die Banken derart gewirkt hat, daß dies« sich zur Verkürzung der Börsenkredite entschlossen. Jedenfalls ist es doch sehr verfänglich, die Berantwortung abzulehnen für eine Mahnahme, die man in vollem ilmfange billigt und volkswirtschaftlich zu ver- treten bereit sein sollte. Es scheint, daß der starke Kurseinbruch am Freitag verschiedenen maßgeblichen und unmaßgeblichen Stellen den Mut genommen Hot, sich zum eigenen Willen zu bekennen. Und dazu, zu dieser Flucht vor der Verantwortung, liegt allerdings reichlich Anlaß vor, wenn man die Dinge nach ihrer Volkswirtschaft- lichen Tragweite hin beurteilt. Der sind die vekroffenen? Einmal ist es die Spekulation. Für jeden Unbeteiligten war es ein fast widerwärtiger Anblick, wie ein kleiner Teil des deutschen Volkes in der Zeit des größten Massenelends sich von Tag zu Tag mit mühelosen Kursgewinnen bereicherte. Der phan- tastisch« Stand einiger Spekulationspapiere, die bei geringen Divi- denden fltorse von 400 und 500 Proz. erklommen hatten, war ein Hohn auf die vielen Redereien von der Verarmung Deutschlands, die manche Vertreter dieses Kapitalistenpublikums dauernd im Munde führten, während die wirklich Derarmten überhaupt nicht zum Wort kamen und mit steigender Erbitterung die Entstehung ge- waltiger neuer Reichtümer ansehen mußten. Weiter werden sicher betroffen einige kleine Bankfirmen und Makler, die sich nicht recht- zeitig einzustellen wußten. Höchst wahrscheinlich ist, daß die Groß- danken schon seit Wochen und Monaten sich von ollen riskanten Verpflichtungen an der Börse freigemacht hatten und infolge- dessen zuschauen können, wie jetzt die um den Kredit verkürzten Kunden zu Verkäufen mit Verlusten gedrängt werden, nachdem noch vor kurzem an den Depositenschaltern zu neuen Käufen ermuntert worden ist. Vom Privatpublikum werden diejenigen Kreise am wenigsten betroffen, die Aktien als dauernde Kapitalsanlage erworben haben in der Hoffnung auf eine günstige Dividende oder ander« Vorteile, die aus dem Aktienbesitz hervorgehen(Bezugsrechte bei Kapitalerhöhunaen usw.). Diese Kreise brauchen nicht überstürzt zu verkaufen und können warten, bis die aufsteigende Wirtschafts- konjunktur ihnen die Erfüllung ihrer Hoffnungen bringt. Industrie und Kaplialmarkt. Wichtiger aber ist die Wirkung der Börscnderoute für große Kreise der Industrie, vie jetzt eben mit Rücksicht auf den besseren Geschäftsgang zu Kapitalerhöhungen schreiten wollten. Ihnen wird durch die Unsicherheit, die am Aktienmarkt eingerissen ist, die Ausnutzung geschäftlicher Möglichkeiten, ja selbst die Aus- dehnuna der Produktion und des Absatzes beschnitten. Bei derart tollen Kursschwankungen ist die Unterbringung neuer Aktien ent- weder überhaupt nicht oder nur mit übergroßen Risikoprämien für die Banken und großen Verlusten für den Kapitalsucher möglich. Damit wird also die eine Säule des deutschen Kapitalmarktes empfindlich erschüttert, nachdem der Markt der festverzinslichen Papiere durch die Ueberspekulation geschwächt ist und die neuerliche Versteifung des Geldmarktes auch die Unterbringung von Renten- papieren erschwert. Kein Kapitalmarkt und keine Industrie kann derartige Störunaen leicht verwinden. Sie wirken sich aus in Nach- teilen für den A r b e i t s m a r k t, da die Produttion nicht in gleichem Tempo fortschreiten kann wie der Bedarf, weil die Er- schütterung des Kapitalmarktes die Dispositionen über die Waren- erzeugung erschwert. Die Fehler in der Kredittvirkschaft. Man muß sich daher fragen, ob dieser Schritt des großen Un- bekannten— denn es will ja keiner gewesen sein— richtig war. Die Fehldispositionen am Kapitalmarkt, die Vergeudung von Geldern in der Spekulation und der Mangel an Wirtschaftskrediten datieren nicht seit heute und gestern. Der Reichsbankpräsident selbst ist stolz darauf, daß er„schon" im vorigen Oktober die Sache be- griffen hat, auf die der„Vorwärts" freilich schon Monate vorher hingewiesen hatte. Aber Schacht hat aus dieser Erkenntnis keine Schlußfolgerungen gezogen. Cr hat die Dinge gehen lassen. Hätte er damals systematisch und allmählich von Monat zu Monat eine Verkürzung der Spekulationskredite erwirkt, so wäre das volks- wirtschaftlich von größtem Borteil gewesen. Die enorme Hausse an der Börse wäre freilich entweder ausgeblieben oder nicht in diesem unsinnigen Umsange aufgetreten. Das Kursniveau hätte sich all- mählich und langsamer erhöhen können, der Wirtschast wären aus der großen Menge von flüssigen Geldern, die sich an der Börse stauten, wachsende Krebste zur Finanzierung der Produktion und des Absatzes zugeflossen. Aber die Großbanken sahen dem Börsen- taumel untätig zu. Sie verdienten derart an ihren Provisionen, daß sie nichts gegen das Spekulationssieber unternahmen. Und die gelegentlichen Warnungen, die sowohl aus' der Wirtschaft wie von manchen Bankleitern wie aus der Reichsbank lautwurden, dienten mit der Zeit allenfalls zur Erheiterung der Vörsenbesucher, die um so mehr gewannen, je mehr Unkenruf« erklangen. An diesem Treiben sind also alle mitschuldig, die ihm nicht entgegengetreten sind, angefangen vom Reichswirtschaftsminister über den Reichs- bankpräsidenten bis zu den Großbankdirektoren. Sie sind ebenso mitschuldig an der gewaltigen Erschütterung des Kapitalmarktes, die dem folgen mußte. Man hat den Eindruck, als ob irgendeine Primadonnenlaune diesen Plan ausgeheckt hätte, der kurz vor dem für die Spekulation so wichtigen Abwicklung?- termin der Monatsmitte greifbare Form annahm. Daß aber der Geld- und Kapitalmarkt von Launen abhängig ist, wo er einer sachlichen Führung bedarf, ist ungefähr das schlimmste Zeugnis, das man einem Reichsbantleiter ausstellen kann. Bankherren und Regierung bleiben verantwortlich. Denn es lagen keinerlei Gründe für die Ueber- Haftung vor. Weder früher noch auch jetzt. Wenn man mit der Drosselung der Börscntredite Auslandsgelder vom deutschen Markt abhalten wollte, so brauchte man nur die Börsenberichte von Freitagabend zu lesen, um zu erfahren, daß die niedrigeren Kurse die ausländische Spekulation wieder zu Effcktcnkäufcn ermuntert haben. Wenn man gegen die optimistischen Ausfassungen von der deutschen Wirtschaftslage demonstrieren wollte, so ist eine derartige Kundgebung zur Lächerlichkeit verurteilt angesicktL der Tatfache, daß es sich hier um einen Eingriff handelt, dessen Wirkung nur ein« vorübergehende sein kann. Es werden sich bald genug Hände finden, die ohne die Inanspruchnahme von Zirkulationskredite» Aktien kaufen und damit ungeheure Gewinne erzielen, weil ihnen der Kurseinbruch so vorteilhaste Möglichkeiten dazu bot. Mon wird in der Annahme nicht fehl gehen, daß gerade in Bankkreisen diese Konjunktur sehr gründlich ausgenutzt werden wird, aber auch in Interessentenkreisen, die ihren Besitz an bestimmten Wertpapieren „abrunden" wollen. Hatte man etwa die Absicht, die hier und da aus- gesprochen wird, der Versteifung der Devisenkurse entgegenzu- wirken und einen Sturz der Mark zu verhüten, so gab es dazu sicherlich noch ander« Mittel. Die Anhäufung von Goldbeständen bei der Reichsbank ist jedenfalls kein Zeichen für die Wehrlosigkeit der Reichsbank. Die ganze Erschütterung des Kapitalmarktes ist die Folge einer plan- und ziellosen Wirtschaftspolitik, für die weder Herr Curtius noch Herr Schacht die Berantwortung ablehnen können. Die Wirtschaft hat nach dieser Rechtsblockregierung ge- rufen. Die Produktion hat von dem Kurssturz ihren Teil weg. Die Spekulation, die bei dem ganzen Geschäft am wenigsten zu be- dauern ist, wird an ihrem Konto Rechtsblcckaktien ebenfalls starke Abschreibungen vornehmen müssen. Di« Arbeiterschaft jedoch, sowest sie von diesen Treibe- reien eine Gefährdung ihrer Beschäftigung zu befürchten hat, muß sich aufs schärfste gegen eine Kredit- und Wirtschaftspolitik wenden. die den Gesundungsprozeß der Wirtschaft gefährdet, und schließlich die Beschäftigungsmöglichkeiten einschränkt. Der Rechtsblock kann es als ein Verdienst für sich buchen, daß er wieder bewiesen hat, daß er den inneren wirtschaftlichen Wiederaufbau hindert, statt ihn zu fördern. Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Montag zur Verfügung!— Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Die Börse schon wieder beruhigt. Am gestrigen Sonnabend war die Panit des schwarzen Freitag schon überwunden. Den Katastrophenverlusten find ziemlich beträchtliche Kurssteigerungen gefolgt und zwar fast auf der ganzen Linie: J.- G.- Farben um 18 auf 302, Glanzstoff- Elberfeld um 30 auf 547, Schultheiß- Pazenhofer um 6 auf 415, AEG. um 18 auf 192, Harpener Bergbau um 17 auf 217, Gelsenkirchener Bergwerksattien um 10 auf 176 Prog. Auch die Banfaftien haben durchweg gewonnen. Offenbar haben die Banken den Schock nicht dadurch verstärkt, daß sie wirklich die Kredite sofort drosselten. Weise sind Italien fast 250 millionen hochwertige Devisen zu geflossen. Mit dem Devisenerlös kauft die Regierung täglich Lire auf. Wie lange soll das noch so gehen? So bemerkt Professor de Stefani, der Vorgänger des derzeitigen Finanzministers Graf Volpi, bei einer Untersuchung über das Steigen der Lira im„ Corriere della Sera", daß die Ursachen dafür verschieden und vorwiegend vorüber gehender Natur sind. Seiner Ansicht nach ist es klar,„ daß das überreiche Vorhandensein von den durch die Auslandsanleihe erlangten Devisen und der spekulative Währungsstand nicht dazu angetan sind, als dauernde Grundlagen der gegenwärtigen Bewegung angesprochen zu werden". Weiter betonte er, daß ein dauernd günstiger Lirastand von anderen, weniger flüchtigen Umständen abhängt: von der wirtschaftlichen von einer weitblickenden, klugen Staatshaushaltspolitik. Unter diesen von dem früheren faschistischen Finanzininister herausgestellten GeWeitere Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Broduktivität der Nation, von der Handelsbilanz und Immer noch 217 000 Arbeitsuchende. Auch in der vergangenen Woche hat sich die Besserung auf dem Berliner Arbeitsmarkt weiter fortgesetzt. Ramen in der ersten Maimoche 3949 Personen zu neuer Arbeit, so hat sich diese Zahl in der zweiten Maiwoche auf 4945 Personen erhöht. Ob der große Börsentrach, der zunächst sicher auch die Geldbeschaffung für die Industrie etwas erschweren wird, auf den Arbeitsmarit zurückwirft, wird sich bald zeigen. Aus der Rheinproving wird bestätigt, daß die vermehrten Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge zusammen mit den Zuschüssen der Ausgleichskassen zur Dedung der Während der Ferien- und Reisezeit kann der„ Vorwärts" auf jede Dauer allerorts bezogen werden. Touristen und Wanderer fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Arbeitslosenlaften im Mai ausreichen werden und daß das Reich Sommerfrischler nichts mehr zu zahlen haben wird. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt zur Lage: lassen sich den Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit unter 14 Tagen Sonntags 10 Pf.( pro Woche 45 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der „ Vorwärts" durch Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt. In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Eine gleich zu wertende Gr Laubenkolonisten Die Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt in der Berichtswoche eine stärker ansteigende Kurve. Die Zahl der Arbeitfuchenden ist um rund 5000 Personen zurückgegangen, so daß der Stand der Arbeitslosigkeit zurzeit 217 138 beträgt. Auffallend ist allerdings, daß die Zahl der langfristig Erwerbslosen und daher durch die Krisenfürsorge Unterstützten noch immer eine, wenn auch geringe Steigerung aufweist. Eine gleich zu wertende Erscheinung ist die in den kaufmännischen Berufen gemachte Beobachtung, daß die jetzt erfolgten Vormerkungen Gefündigter überwiegend langjährig Lätige betrifft. Von der Besserung der Beschäftigungsverhältnisse haben Vorteil in erster Linie erste Spezialfräfte und jüngere bzw. jugendliche Kräfte. Lehteren bietet nicht nur die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Fast der gesamte Rückgang der Arbeitsuchenden entfällt auf männliche Kräfte. Weibliche Personen sind nur mit rund 600 daran beteiligt. Wesentlich zur Entlastung des Arbeitsmarktes trägt der verstärkte Kräftebedarf der Metallindustrie bei, die allein einen Abgang von 1600 Personen verzeichnet. Bemerkenswert ist außerdem nur noch die Holzindustrie und das Baugewerbe beteiligt, wobei jedoch zu erwähnen ist, daß die Neubautätigkeit meit hinter den gestellten Erwartungen zurückgeblieben ist. Es waren 217 138 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein= getragen gegen 222 083 der Vorwoche. Darunter befanden sich 141 541( 145 864) männliche und 75 597( 76 219) weibliche Personen. Erwerbslosenunterstützung bezogen 75 798( 79 639) männliche und 32 965( 33 661) weibliche, insgesamt 108 763( 113-300) Bersonen. Außerdem wurden noch 33 016( 34 406) Personen durch die Erwerbslosenhilfe der Stadtgemeinde Berlin und 35 014( 34 845) Personen durch die Krisenfürsorge unter stützt. Bei Notftandsarbeiten wurden 6541( 6699) Personen beschäftigt. Zur Wirtschafts- und Finanzlage Jtaliens. Künstliche Lirahauffe.- Schwere Folgen für die Industrie. Aus Mailand wird uns berichtet: In italienischen Kreisen herrscht die Auffassung, daß die Stei gerung der Lira vor allem den Auslandsanleihen der Industriellen zu verdanken ist, die den italienischen Staatsschah überreich mit Dollars und Pfunden versorgt haben. Es mird jedoch dazu bemerkt, daß dieses Ansteigen zu schnell vor fich geht und daher die Ausfuhr Italiens gefährden muß. Daher ist man hier angesichts der Lira- Hausse besorgt und sieht klar ein, daß sich die internationale Spetulation Tempo noch zu beschleunigen. in diesen Auswertungsprozeß mit der Absicht eingeschaltet hat, ihr Die Finanzpolitik der italienischen Regierung ist der ganzen Welt ja kein Geheimnis mehr. Sie zwingt die Industrieunternehmer ohne Rücksicht auf ihren Bedarf zur Aufnahme von Dollaranleihen in Amerika. Diese müssen die Dollars dann der Regierung gegen Lire einwechseln. Mit den Dollars fauft diese dann auf dem ausländischen Geldmarkt wieder Lire ein und hält so den Stand der Währung fünstlich aufrecht. Auf diese wird der Vorwärts" täglich zweimal durch Boten zugestellt. Genaue Bezeichnung der Laube ist jedoch erforderlich. Vorwärts- Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 | Aber der Direktor der A.-G. für Glasindustrie vormals Friedrich Siemens hat in deren Generalversammlung das alte Lied weitergesungen. Er führt den Mißerfolg der Preissenkungs. aftion darauf zurück, daß es nicht gelungen sei, die Unkosten, in erster Linie die Löhne und Gehälter zu fenten. Wir lassen ihn dabei; denn es gibt Leute, denen nicht zu helfen ist. Wurde doch mitgeteilt, daß der Geschäftsgang im laufenden Jahre günstig sei und daß die Umstellung der Betriebe von Hand auf Maschinen. betrieb fast zu Ende geführt sei und daß für 1926 eine a cht. prozentige Dividende verteilt wird. Mehr darf der Herr Direktor nicht verlangen. Die Belegschaften werden nur weiter darauf achten, daß auch sie zu dem kommen, was ihnen gebührt. Die Exportförderung durch Lohndruck war noch nie eine Sache, für die sich vernünftige Menschen einsehen konnten, auch nicht zugunsten der Glasindustrie. Deutsche Roheisenerzeugung im März. Die Roheisengewinnung beträgt nach Feststellung des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller im April 1927 rund 1051 872 Tonnen gegenüber 1085 859 Tonnen im Vormonat und 668 211 im April 1926. Der Rückgang im April erklärt sich dadurch, daß der genannte Monat nur 30 Arbeitstage hatte, während im März 31 Tage gearbeitet wurde. Die durchschnittliche arbeitstägliche Leistung im April beträgt 65 062 Tonnen. Sie ist also um 34 Tonnen höher als im Monat März. Die Produktion hat sich gegenüber 1926 beinahe verdoppelt. Die Werke müssen zum größten Teil voll und über Leistungsfähigkeit ausgenugt sein, woraus sich angefichts der vorgenommenen Umstellung auf gute Gewinne derselben schließen läßt. Um so gefährlicher erscheint die immer wieder erhobene Forderung nach Erhöhung des Eisenpreises. per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 6 Phatten fürzlich bei der Besprechung des Geschäftsberichtes des Der Mannesmann- Konzern für Erhöhung der Kohlenpreise. Wir Mannesmann- Konzerns bereits darauf hingewiesen, wie meisterhaft die Verwaltung in ihrem Jahresbericht gerade die Ergebnisse und Ziffern zu verschweigen versteht, die die Deffent. lichkeit und die Arbeitnehmerschaft am meisten interessieren. Die felben Stellen werden aber um so mitteilsamer, sobald es sich unt Preiserhöhungen wegen einer angeblich vorhandenen oder bevorstehenden Notlage handelt. So erklärte auf der General versammlung des Mannesmann- Konzerns der Vorsitzende des Borstandes, daß die nom Kohlensyndikat beschlossene 7½ prozentige Preiserhöhung für Inlandskohle vom Reichsfohlenrat unbedingt zugestanden werden müsse, wenn man bei den erneuten Lohn- und Arbeitszeitbelastungen den Bergbau, bei dem sich.bereits Absanstockungen fühlbar machten, auf seiner jetzigen Höhe halten wolle. Zu gleicher Zeit wird erklärt, daß die Lage des Eisenmarktes in den ersten fünf Monaten dieses Jahres se hr günstig geblieben sei, wobei der größte Teil der Produktion Dom Inland aufgenommen wurde. Daß die Eisengewinne eventuell Kohlenpreiserhöhungen überflüssig machen können, wurde wieder wohlweislich verschwiegen. Die neuen Hochofenan lagen in Huckingen, die den gesamten Rohmaterialbe darf des Konzerns deden können, sollen Ende 1928 fertiggestellf sein. Zu den großen Verlusten im Bingfonzern wird im Geschäftsbericht der Bingwerke vorm. Gebr. Bing A.-G., Nürnberg, eine Erklärung gegeben, die sich mit den vom Borwärts" fürzlich ange führten Gründen deckt. Die geringe Kauftraft in Deutsch land, die Schutzpolitik wichtiger ausländischer Absatzgebiete, das nichtzustandekommen exportfördernder Handelsverträge, das Ansteigen der Inflationswelle in den westlichen Staaten und der Kohlenstreif in England, dem wichtigsten Exportgebiet des Konzerns, hätten im Jahre 1926 die Umsäge weit unter den Refordumsäzen von 1925 gehalten. Die. Unkosten fonnten nicht in gleichem Ber hältnis abgebaut werden. Die bei den zahlreichen Tochtergesellfchaften ganz ähnlich liegenden Verhältnisse haben die Ab. stoßung der entsprechenden Beteiligungen er. drei Viertel des 13,75 mill. Kapitals verloren gegeben und durch 6,66 Mill. junge Attien neue Geldmittel beschafft. Die Sanierung dürite gelingen, da die Aufträge im Jahre 1927 start gestiegen und die Betriebe jezt voll beschäftigt find. sichtspunkten erscheint das Jahr 1927 für Italien in zweifelhaftem Licht. Die Lage der italienischen Industrie wird immer bedrohlicher und wird vor allem erschwert durch die künftliche Ausbesserung der Lira. Das Defizit der Handels bilanz im Jahre 1926 betrug mehr als 7 Milliarden Lire. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ist es nicht besser geworden; trop der Einschränkungen und Verbote beziffert sich die Einfuhr auf 2,73 Milliarden, die Ausfuhr auf 1,41 Milliarden Lire. Es sind dies amtliche Ziffern; aber in ihnen ist die Berech nung der Ausfuhrzahlen noch weit übertrieben. Die außerordentlich bedenkliche Lage der italienischen Industrie beleuchtet die Automobilfabrik Fiat, die noch nie eine solch bescheidene Produktion wie heute gehabt hat. Erst dieser Tage hat sie wieder 7000 Arbeiter entlassen müssen. Beim heutigen Lirastand ist ihr jede Ausfuhrmöglichkeit verschlossen. Das große Unternehmen der Metallindustrie, das Haus Breda in Mai land, ist in ausweglosen Schwierigkeiten. Die für Italien so lebenswichtige Seidenindustrie liegt in sehr schwerer Krise danieder; die Baumwollindustrie ist fast überall aus dem Felde geschlagen. Die Balutabesserung müßte eine Preissenkung zur Folge haben. Im Gegenteil aber fann nicht von dieser, sondern nur von einer Preissteigerung die Rede sein. Die äußerst besorgten Fachwert. Um gründlich zu fanieren, werden, wie schon berichtet, schisten ergehen sich in Drohungen gegen die Kaufleute. In verschiedenen Städten wurden die Geschäfte sogar mit Gewalt gezwungen, unter dem Geftehungspreis zu verkaufen, Natürlich wird durch all dies die Krisis nur noch verschärft. Der Großhandelsindeg. Die auf den Stichtag des 11. Mai berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts hat gegenüber der Vorwoche um 0,5 Proz. auf 136,8 angezogen. 0,8 Proz. auf 138,9. Die kolonialwaren um 1,0 Pro 3. auf Von den Hauptgruppen st i egen die Agrarftoffe um 127,4. Die industriellen Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 Proz: 127,4. Die industriellen Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 Proz. 144,0. Also Preissteigerung auf der ganzen Linie. auf 131,0 und die industriellen Fertig waren um 0,3 Pro3. auf Exporiförderung durch Cohndruck. Gelegentlich konnte vielleicht mal der Eindruck entstehen, als ob die Idee, daß durch Lohnerhöhun. gen die Wettbewerbungsfähigkeit der deutschen Industrie beim Er port geschwächt werde, beim Unternehmertum im Schwinden sei. Franzöfifches Einfuhrmonopol für Petroleum. Nach einem Ge. fegentwurf für die Monopolisierung der Petroleumeinfuhr soll die freie Petroleumeinfuhr mit dem 1. Januar 1928 in Frankreich aufhören. Der Prüfung durch die Kommission unterliegt zunächſt die Einfuhr von Petroleum und Petroleumderivate geschaffen und ein Vorschlag, nach dem eine staatliche Monopolstelle für die Verarbeitung sowie der Handel mit Petroleumprodukten fon fchaft soll mit einem kapital von 400 Millionen Franken ausge zeifionspflichtig gemacht werden soll. Die Monopolgesell stattet sein, dessen Majorität der Staat übernehmen soll. Die am 1. Juli d. I. in Betrieb befindlichen Petroleumraffinierien erhalten das Recht zur Weiterführung ihrer Tätigkeit, dürfen jedoch ihre Produktionskapazität nicht erhöhen. Morgen eröffnet die Filiale Gustav BETTFEDERN LUSTIG Wilmersdorferstr.138 Betfedern Lustig Auch ím neuen Geschäft die alten Grundsätze: Tim Westen Bismarck- Straße Preiswürdigkeit, Qualität Auswahl. 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Der Börsen frach der letzten Tage fesselt die Auf-| das volkswirtschaftliche Gesamtintereſſe was wir nicht merksamkeit mancher wirtschaftlich intereffierter Kreise in so hoffen wollen, so hat immer noch in letzter Instanz der starkem Maße, daß die Gafahr besteht, dieser dramatische Reichswirtschaftsminister sein Botum abzugeben, Borgang fönne den Blid ablenfen von weniger dramatischen, und er hat im besonderen dabei die Pflicht, sich der Trag aber in Wirklichkeit für die Gesamtwirtschaft wichtigeren Ent- weite dieser Entscheidung im Rahmen der gesamten scheidungen, vor denen wir stehen. Was sich an der Börse Wirtschaftspolitik bewußt zu sein und dementsprechend zu abgespielt hat, der Reflex einer Bankpolitik, die viele Monate handeln. lang einer ungefunden Lenkung des Kreditstromes zur Börse untätig zujah, um dann plötzlich durch schroffe Maßnahmen mit einem Schlag eine Entwicklung umbiegen zu wollen, ist sicherlich unerfreulich, nicht nur für die Spekulanten, die Geld verloren haben, sondern auch für die Gesamtwirtschaft, die unter einer Erschütterung von Kreditbeziehungen, die sich auf der früheren Effektenbewertung aufgebaut haben, an manchen Stellen zu leiden haben wird. Eine fluge Bant- und Kreditpolitik hat die Aufgabe, Ausschreitungen und Knalleffekte zu vermeiden, aber nicht die einen zu dulden und dann die anderen hervorzurufen. Es liegt also aller Anlaß vor, sowohl die Politit der Reichsbant, als auch die Geschäftsgebarung der Großbanten anläßlich des Börsenkrachs fritisch zu betrachten, und man muß auch die Frage aufwerfen, unter welchen höheren wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten der Reichsbantpräsident die 3ustimmung des Rabi netts für seine Eisenbartfur erhalten hat, wenn man es nicht für unbillig hält, von dieser Regierung höhere wirt schaftspolitische Gesichtspunkte zu erwarten. Aber bei aller Beachtung, die diese Vorgänge als Störungsquellen der Wirtschaft verdienen, ist es doch eine unfinnige Berzerrung und die Folge einer maßlosen Ueberschätzung der Börsenatmosphäre, wenn in manchen Preffekommentaren im Zusammenhang mit dem Kurssturz von Verlusten am Volks vermögen gesprochen wird, die nach Hunderten von Millionen oder gar nach Milliarden berechnet werden. an Was aber durch die Umwertung an der Börse verloren geht, sind Privatvermögen, deren Verluste manchen Stellen Störungserscheinungen hervorrufen tönnen, die für die Volkswirtschaft von Belang find. Das Volks vermögen aber, das nicht aus den Effekten besteht, sondern aus aus den realen Gütern, Fabrikanlagen, Warenvorräten, Forderungen usw., die hinter den Aftien als Anteile an Unternehmungen stehen, kann durch eine Umwertung an der Börse niemals wesentlich beeinflußt werden. Man braucht die Tragweite der Vorgänge, die in einem Börsenfrach ihren Ausdruck finden, durchaus nicht zu unterschägen, aber man muß sich davor hüten, sie in ihrer Bedeutung zu übersteigern. Man muß sich vor einer solchen falschen klassifizierung der Erlebnisse ganz besonders in einem Augenblid hüten, in dem wir in der deutschen Wirtschaft vor einer Entscheidung stehen, deren Tragweite für ihre Entwicklung und für den Wohlstand der Massen der Bevölkerung viel bedeutsamer ist als das Börsentreiben. Wir meinen damit die bevorstehende Entscheidung über den Kohlenpreis. Es ist ein unzweifelhaftes Verdienst der Kohlenwirt schaftsgesetzgebung der Nachkriegszeit- mag fie auch sonst viele berechtigte Forderungen unerfüllt laffen, daß fie die Entscheidung über die Preisgestaltung des wichtigsten Grundstoffes der Industrie aus dem wohlverhängten Sigungsaal einer Interessentengruppe herausführt in die helle Deffentlich feit. 3mar geht auch heute der erste Beschluß über eine Veränderung des Kohlenpreises vom Syndikat aus, und der Deffentlichkeit wird nichts davon mitgeteilt, daß es selbst im Kreise der Rohlenmagnaten nicht ganz an Widerspruch gegenüber der beantragten 7% prozentigen Erhöhung des Kohlenpreises gefehlt hat. Aber das Kohlensyndikat spielt doch nur die Rolle des Antragstellers, nach ihm hat der Reichstohlenrat zu dem Antrag Stellung zu nehmen, und in diesem Gremium werden die Vertreter der Arbeiter und Angestellten und die Bertreter der Verbraucherschaft Gelegenheit haben, fich fritisch mit dem Antrage der Kohlenherren auseinanderzusetzen. Bie aber auch bei den komplizierten Interessenverbindungen unter Mitgliedern des Reichsfohlenrats den dessen Mehrheit entscheiden mag, selbst wenn hier eine Mehrheit die Sonderinteressen der Bergbauunternehmer höher stellen sollte, als = erweitert ja in Deutschland den Radius des Gebietes, das umstritten ist, d. h. auf dem ausländische Rohle mit billigerem Breis fonfurrieren fann. Es tann deshalb die Preiserhöhung zu einer weiteren Abfazverschlechterung führen, deren Schaden, selbst vom Standpunti der Unternehmer, durch die höheren Gewinne auf dem Monopolgebiet nicht ausgeglichen wird. Für die Bergarbeiterschaft würde jede derartige Absazper Wie aber liegt das Problem der Kohlenpreiserhöhung? schlechterung eindeutig vermehrte Arbeitslosigkeit bedeuten. Der Antrag auf 7½prozentige Preiserhöhung wird von dem Mag aber der geschäftliche Erfolg der beantragten PreisRuhrkohlensyndikat begründet mit der durch die Lohn erhöhung für den Kohlenbergbau selbst im Bereiche der erhöhungen und durch neue Arbeitszeit best im- Möglichkeit liegen, so bleibt doch immer das viel wichtigere mungen eingetretenen Belastung. Es kann ebenso wenig und entscheidende Problem: die Fortwirtung der geleugnet werden, daß eine gewisse Erhöhung der Selbstkosten| Kohlenpreiserhöhung des Bergbaues durch die genannten Neuregelungen ein- Wirtschaft. auf die gesamte getreten ist, wie es nach fachmännischem Urteil festzustehen scheint, daß diese Unkostensteigerungen in ihrer Gesamtsumme hinter dem geforderten 7½prozentigen Mehrerlös zurüdbleiben. Es entspricht ja einer alten Gepflogenheit, bei dem Versuch einer Abwälzung von Mehrkosten immer gleich einen träftigen Aufschlag für Mehrgewinne zu machen. Wie groß dabei die Spanne ist, ist bei dem Mangel an Offenlegung der Kaltulationsgrundlagen von außen gar nicht eratt zu prüfen. Es wird die Aufgabe von Spezialuntersuchungen der Fachleute sein, diesen Dingen rechnerisch nachzugehen. Aber es handelt sich bei der Entscheidung über die Kohlenpreispolitik gar nicht im wesentlichen um diese Einzelprüfung. Es steht die Tatsache fest, daß das vergangene Jahr dem Kohlenbergbau unter der Einwirkung des englischen Kohlenstreits auf der einen Seite und der voll ausgenutzten Leistungssteigerung durch Rationalisierung auf der anderen Seite außerordentlich hohe Geminne gebracht hat. Die verbesserte Lage des Kohlenbergbaues, die Fortschritte, die er durch organisatorische und technische Berbessefeiner Weise zugute gekommen. rungen erzielt hat, sind bisher den Kohlenverbrauchern in eine Preiserhöhung von Kohle ist mehr als jede andere Die Kohle ist nun einmal das Brot der Industrie, und geeignet, fortzeugend Böfes zu gebären". Es unterliegt faum einem Zweifel, daß eine Rohlenpreiserhöhung den Anstoß zu vielen anderen Preiserhöhungen, zunächst von Halbfabrikaten, insbesondere auch von Bau= it offen, sodann von Fertigfabrikaten, geben würde. Eine derartige neue Welle von Preiserhöhungen würde aber nichts anderes bedeuten, als daß von neuem die Arbeiterschaft und alle anderen Berbraucherschichten um die Früchte der Rationalisierung, für die sie schmere Opfer im poraus gebracht haben, betrogen würden. Eine neue Preiserhöhungswelle, die von der Kohle ausgeht, drückt nicht nur von neuem auf den Reallohn und damit auf die Abjazzmöglichkeiten der Konsumindustrien am inneren Markt, sondern sie schädigt auch notwendigerweise die Export= fähigkeit unserer Fertigindustrien und wird damit zu einer neuen Quelle wachsender Arbeitslosigkeit. Das Reichswirtschaftsministerium, das ja immer auf die Exportförderung in den letzten Jahren besonderen Wert gelegt hat, menn es auch seiner Handelspolitik nicht gelungen ist, auf diesem Wege zu Erfolgen zu führen, wird fich darüber flar sein müssen, daß eine innere Kohlenpreiserhöhung zum Zwecke der Erleichterung des Kohlenerports die unvermeid= liche Wirtung der Schädigung des Exports von Fabrikaten mit sich bringen muß. Sicherlich kann es aber vom Standpunkt der Berwertung der deutschen Arbeitskraft nichts Unvernünftigeres geben, als die Forcierung der Ausfuhr eines Rohstoffes, wie es die Kohle ist, zu er= faufen mit der Schädigung der Ausfuhr von Waren aller Art, in denen höhere Arbeitswerte stecken. Der Grundpreis für Fettförderkohle ist seit dem April 1926 mit 14,87 m. pro Tonne unverändert geblieben. Für einzelne Nebensorten sind im Laufe des Jahres Preis erhöhungen eingetreten. Seit dem Oktober 1924, in dem der Preis auf 15 M. festgesetzt wurde, ist keine Ermäßigung erfolgt, die irgendwie an die jetzt geförderte Erhöhung um 7½ Broz. heranreicht. Das bedeutet mit anderen Worten, daß der ganze Fortschritt, der auf dem Gebiete der Kohlengewinnung durch höhere Leistung bei verminderter Arbeiterzahl erzielt worden ist, bisher nur den Kohlen Produzenten zugute gefommen ist. Wenn jetzt Man darf gewiß von dieser Regierung des Befitbürgerdurch Lohnerhöhungen in bescheidenem Umfange, deren Real blocks nicht allzu viel an Vertretung von gesamtmirtschaftlichen wert durch die Lebensmittelteuerung noch herabgedrückt wird, Interessen gegenüber fapitalistischen Sonderinteressen ereine gewiffe Mehrbelastung auf der Umtoftenseite eintritt, so warten. Sobald es sich um Fragen handelt, die in das Ressort fann es faum einem Zweifel unterliegen, daß für den aus der Wirtschaft des Herrn Schiele, des Ministers für die dem Vorjahre gesättigten Kohlenbergbau die Möglichkeit Großagrarier gegen die Bolfsernährung fallen, scheint jede besteht, diese Mehrbelastung auf Grund der erfolgten Rationa Hoffnung auf Rücksichtnahme auf den Wohlstand der Maffen lisierung ohne Preiserhöhung zu tragen. Es ist auch trügerisch. Aber von dem Reichswirtschaftsminischon vom Standpunkt des Kohlenbergbaues selbst, der in ft er, der in seinen Kundgebungen stets die Erporiförde diesem Augenblick mit wiederbeginnenden Absa zich wierung als Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den rigkeiten zu fämpfen hat, und der aus diesem Grunde Bordergrund gerüdt hat, darf man mohl nicht nur fordern, an weitere Arbeiterentlassungen denkt, höchft zweifelhaft, ob sondern auch erwarten, daß er die wirtschaftspolitische Trages eine vernünftige Politik ist, die inländische Absagerweite meite der Entscheidung über den Kohlenpreis erkennt, und daß rung durch Preiserhöhungen sich selbst zu erschweren. Dabei er die Attacke auf die wirtschaftliche Gesundung abwehri. fommt noch hinzu, daß diese Preiserhöhung in einem Augenblic vorgeschlagen wird, in dem saisonmäßig der Kohlenabjak Intereffentenpolitik sind dem Reichswirtschaftsminister Die Waffen zum Kampf gegen eine verhängnisvolle zurückgeht, und in dem er deshalb normalerweise eine besondere Anregung durch Preisermäßigungen zu erfahren tenden Maffen in der Regierung eine bessere mar ofs heute. einer Zeit geschmiedet morden, als die Bertretung der arbeipflegt. Wenn trotzdem die Kohlenherren, scheint gegen ihre Daß er von diesen Waffen zum Schuße der deutschen Wirieigenen Interessen, diese Preiserhöhungen erstreben, so fann fchaft Gebrauch macht, ist die Forderung des Tages. ihr Ziel mur darin bestehen, auf dem Absatzgebiet im Inlange, auf dem fie eine unbestrittene Monopolstellung haben, diese Monopolstellung zum. Schaden der Kohlenverbraucher rücksichtslos aus zu nutzen um auf der anderen Seite in den bestrittenen Gebieten, ins besondere für den Export, den Absah durch um so billigeren Verkauf aufrechterhalten oder steigern zu können, d. h. mit anderen Worten, Dumping zu treiben. Es ist nicht sicher, ob sich die Kohlenherren selbst bei dieser Politif nicht verrechnen würden. Jede Preisheraufsetzung GUGALI DEUTSCHE GARTENBAU U.SCHLESISCHE LEGNITZ GEWERBE AUSSTELLUNG JUNI- SEPT Wer vieles bringt, bringt Jedem. etwas! Sür Damen: Sür Kinder: Spangenschuhe weiss Leinen mit einer und zwet Spangen in eleganter Ausfahrung Spangenschuhe feinfarb, Satin, eidechslederartig in neuester Form mit amerikan., auch mit Komtessabsatz Spangenschuhe grau u. blond, echt Chevreau, auch braun Boxcalf, 1. apart. Ausf. m. amerik. Abs. Spangenschuhe grau, in eleg. Ausf., der mod. Stegspangenschuh mit echt. L. 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Die Genossin. u Genoss. d. 94. Abt. *************** $ 99999999** Shren lieben Mitgliedern Louis. Pauline Nixdorf zu ihrer Silberhochzeit bie herzlichsten Glückwünsche. SPD. Berlin. 28. Abteilung. # 999999990* 666666660 In der Straffache gegen 1. den Schriftfteller Erich Weinert, wohnbaft Charlottenburg, 2. den Schriftsteller Carl v. Ossieztn wohnhaft in Berlin, wegen Beleidigung Das Schöffengericht in Berlin- Mitte, Abteilung 207, hat am 10 Februar 1927 für Recht ertannt: Die Angeklagten Weinert und b Offietty werden wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von fe 500.-( fünfhundert), im Nichtbeitreibungsfalle zu je 20 Tagen Gefängnis und in die Roften des Bertahrens verurteilt. Dem Chef der Marineleitung wird die Befugnis zugesprochen, den ent fcheidenden Teil des Urteils durch einmaliges Einrüden in das Hauptblatt dès Montag Morgen" und des Vorwärts" binnen 6 Wochen nach Rechtskraft bes Urteils auf Rosten der Angeklagten öffent lich bekannt zumachen. Die noch vorhandenen Eremplare der Nummer 29 des Montag Morgen" vom 19 Juli 1926 fowie die zu ihrer Herstellung verwendeten Blatten und Formen find, soweit fie fich auf das in Frage stehende Gedicht beziehen, unbrauchbar zu machen Das Urteil ist vollstredbar, Der Generalstaatsanwalt bei dem Landgericht I Berlin. Konkurrenzios!!! Metallbetten mit Polsterauflagen Sofa. Schlaf- Chaiselongues Chaiselongue- Decken Wandbehänge Patentmatratzen. 10.50 an 20.50.-" 90 24. " 7.3.99 Freisendung! Ratenzahlung! 30 Min. Fahrzeit vom Sted. Bahnh. stündi. Herrl. Göhr, Berlin, Pappelallee 12 Lage an Wald und Wasser( Briese, Havel, Großschiffahrtsweg), gute Bodenverhältnisse. Preis 2-3 M. pro qm einschl. Zaun, Vermessung, Umschreibungskosten. Geringe An- und Abzahlung. 6% Zinsen. 100 Parzellen bereits eingezäunt, vermessen vorhanden. Vorhandenes Wohnhaus mit 2 Wohnungen für 7000 M. verkäuflich. Baumaterialien aller Art billig vorhanden! 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Die unterzeichnete Spruchstelle ist von einem Gläubiger der bei der Bittoria zu Berlin, Allgemeine Versicherungs- Attien Gefellschaft, eingerichteten Werksparkasse mit dem Antrage auf Entscheidung über die Sche des Aufwertungssages und die Fälligkeit der Guthaben, sowie von der genannten Gesellschaft mit dem Antrage auf Berbindlichkeitserklärung der von ihr mit mehreren Gläubigern auf der Grundlage einer Aufwertung von 25%, bei sofortiger Auszahlung gefchloffener Bergleiche angerufen worden( Art. 14, Art. 18 der Durchf- BO. vom 8. Juli 1926). Die Ent scheidung wirtt gegenüber allen Gläu bigern, auch soweit fie fich nicht an dem Berfahren beteiligen, einhe tlich. Berlin, den 7. Mai 1927 Spruchstelle beim Kammergericht. Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderbetten günstig an Priv Kat. 650 ir. Elsenmöbelfabrik Suhli.Thür Regelmäßige Personen- und Frachtdienste nach Nordamerika, Mittelamerika, Südamerika, Ostasien, Australien und Afrika Pankow, Schmidtstr. 1. 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Mai, 5 Uhr nachmittags, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße 221, statt. Am 12. Mai verstarb nach langem schweren Leiben mein lieber Bater und unser Bruder, der Schuhmacher Kasimir Kolasiewicz im 54 Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Marie Korthe geb. Kolasiewicz als Tochter. Frau Marie Naparty. Frau Pellagia Nawrocki geb. Kolasiewicz als Schweitern Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 17 Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Hedwigsfirchhof in Sohenschönhausen statt. Quedlinburg die alte schöne Stadt Kostenlose Auskunft d. Verkehrsamt. Nordseebad- und Luftkurort Selbsttätiges Waschmittel OZONIL FABRIKEN VON DÜSSELDORF VEREINIGTE INDUSTRIE UNTERNEHMUNGEN A.-G.( Viag), Berlin. Bilanz zum 31. März 1927. Aktiva Beteiligungen u.Wertpapiere 148 895 562,30 Attienkapital Forderungen 56 953 213,30 Gefeßliche Rücklage. 6prog. amort. Goldschuldver1600 000,- fchreibungen von 1925 Anleihe Disagio 4 100 000.do. Abschreibg 2500 000, Bankguthaben. Raffe Einrichtung. 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September 1923 bot der damalige Berliner Polizeipräsident durch eine Verordnung das Verbot des Ueber die Hand- mauerns verfügt. Beſteht nun diese den Schutz für das Leben und die Gesundheit der Bauarbeiter notwendige Verordnung noch oder nicht? Wenn nicht, wer hat diese Verordnung aufgehoben? Haben etwa untergeordnete Polizeiorgane das Recht, eine Verordnung des Polizeipräsidenten außer Kraft zu setzen? In einer Verfügung vom 3. Juni 1924 heißt es: Dem Herrn Wohlfahrtsminister haben wir folgende Vorschläge für die Hanggerüste an Stelle der Stangengerüste übermittelt:„ Einen ausreichenden Arbeiterschutz glauben wir vertreten zu können, wenn an Stelle der Stangengerüste Schuggerüste erstmalig in Höhe des Fußbodens des zweiten Stockwerks herausgestreckt werden. Beim Fortschreiten des Baues wären sie in Höhe des Fußbodens des vierten Stockwerkes und des Hauptgesimses zu wiederholen. Das in Hauptgefimshöhe hergestellte Schutzgerüst könnte gleichzeitig als Schuß für die Dach arbeiter dienen. Bei hohen Giebelmauern wäre in einer Höhe von rund 7 Meter über dem Dachfußboden abermals ein Schutzgerüst erforderlich. Die Auslegehölzer der Schußgerüste müssen mit dem Gebäude sorgfältig verantert und abgedeckt werden. Wir bitten vorläufig danach zu verfahren. Unterschrift." Das ist eine Bershandelung der Berordnung des Polizeipräsidenten vom 12. September 1923. Diese Berfügung hat soweit wir unterrichtet sind die Genehmigung des Wohlfahrts ministers nicht erhalten. Im übrigen ist diese Verfügung fast wörtlich dem Vorschlag des Verbandes der Ar. beitgeber für das Baugewerbe" und des Vorstandes der Baugewerts Berufsgenossenschaft" entnommen. Diese Vorschläge sind von den Bertretern der Arbeiter auf das energischste bekämpft worden. Weil sie den Schuh gegen das Ueber die- hand- mauern beseitigen. Welche Stelle war es, die die Vorschläge der Unternehmer als ,, ausreichenden" Schuh für die Bauarbeiter bezeichnet? Die Baupolizei mancher Bezirksämter mißachtet selbst diese vorläufige Berfügung und kehrt sich den Teufel um die Arbeiterschutzbestimmungen. Die Berliner Bauarbeiter richten daher an den Herrn Polizeipräsidenten die offene Anfrage, wer die untergeordneten Polieziorgane befugt hat, die Berordnung des Berliner Polizeipräsidenten vom Jahre 1923 außer Kraft zu sehen? Die Bauarbeiterschutzkommission. J. A: G.£ int. Wer krank wird, der fliegt. Die Methode der Schokoladenfirma Cyliag. Die Betriebstrantentassen dienen nicht den Arbeitern, sondern den Unternehmern. Den zweifelhaften Vorteil niedriger Beiträge bei geringeren Leistungen müssen die Mitglieder dieser Kassen teuer bezahlen. Der Unternehmer hat in seiner Betriebskrankentasse eine Kontrollstation des Gesundheitszustandes der Arbeitsuchenden, wie der Beschäftigten. Nicht ganz gesunde, dennoch arbeitsfähige Arbeitsuchende werden zurückgewiesen, Die im Betriebe Erkrankten werden entlassen. Der Unternehmer schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: er beschäftigt nur voll frantentasse. Die kleinen und mittleren Betriebe, die eine faum lebensfähige Betriebskrankenkasse unterhalten, müssen natürlich am eifrigsten darauf bedacht sein, daß ihre auf schwachen Füßen stehende Betriebsfrankenkassen nicht„ belaſtet“ werden. Die besondere Rücksicht auf diese Krankenkassen läuft auf eine besondere Rücksichtslosig feit gegen die Beitrag zahler hinaus, die sich gerade dann bemerkbar macht, wenn der Arbeiter erkrankt ist und von der Einrichtung der Betriebskrankenkasse Gebrauch machen will. Wie uns berichtet wird, besteht auch bei der Firma Schoto. laden und Kataomerte Gustav Cyliag die lebung, fast jeden erkrankten Arbeiter, der längere Zeit frant ist, zu entlaffen. Jetzt ist wieder eine Arbeiterin, die lange Jahre im Betriebe tätig war und in ihrer Gesundheit Schaden litt, entlassen worden wegen längerer Krankheitsdauer. Bon der Plage dieser Wohlfahrts" Betriebstrantentassen fönnen die Arbeiter sich nur befreien, wenn es ihnen gelingt, die Betriebs trantentassen zu beseitigen. Arbeiter und Angestelltenbetriebsräte. Der nächste arbeitsrechtliche Informationsabend für Betriebsdes Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Leiter des Abends ift räte ist am Dienstag, dem 17. Mai, abends 7 Uhr, im Saal 5 und Angestelltenbetriebsräte werden gebeten, sich pünktlich zur TeilGenoffe Dr. Bröder vom Borstand des ADGB. Die Arbeiter. nahme einzufinden. Der folgende Informationsabend ist am 31. Mai. Unternehmerpraktiken im Parkettgewerbe. Nachdem die Berliner Bodenleger und Bohner am 4. Mai in den Streit getreten sind, um die von den Unternehmern willkürlich gekürzten Löhne wieder auf die frühere Höhe zu bringen und tariflich festzulegen, werden die Deffentlichkeit und die Bauherren, als Auftraggeber für das Parkettgewerbe, von den Parkettgeschäften fälschlich dahin informiert, daß die Bodenleger und Bohner eine unberechtigte Forderung von 30 Broz. stellen. Wie sieht es in Wirklichkeit aus? Bis zum 28. Februar 1926 bestand für das Berliner Parkettgewerbe ein allgemeinperbindlich erklärter Lohn- und Akkordtarif, der infolge eines Schiedsspruches von den Parteien vereinbart worden war. Die Unternehmer nuzten den damals schleppenden Geschäftsgang aus, fündigten den bestehenden Tarif, ließen die Allgemeinverbindlichkeit aufheben und sentten die Löhne ab 1. März 1926 um 20 bis 25 Pf. pro Stunde. Die Affordfäße verfürzten fie fofort um 20 Bro3. Unter diesen ver schlechterten Berhältnissen mußten die Bodenleger und Bohner ihre schmutzige und schwere Arbeit auf den Knien liegend leisten, während die Unternehmer von ihrer Kundschaft ganz ansehnliche Preise forderten. Jezt, wo die Arbeiter infolge der verteuerten Lebensbaltung nur den früheren Lohn- und Attordtarif wieder festgelegt haben wollen, empören sich die Unternehmer fünstlich über ,, maßlose" Forderungen der Arbeiter und verbreiten falsche Darstellungen in der Deffentlichkeit, um noch höhere Profite für sich herauszuschlagen. Die bereits wieder arbeitenden Bodenleger und Bohner müssen sich mit einer Arbeitsberechtigungsfarte des Deutschen Holzarbeiterverbandes ausweisen können. Riefenhaft steigt täglich unsere Kundenzahl. 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April oder kurz vorher unter Vorbehalt der Anrechnung gegeben sich um Leistungszulagen handelt, die vereinzelt den Gehilfen in worden sind, werden auf obige Zulagen angerechnet. Soweit es dieser Zeit gegeben worden sind, sollen sie auf die generellen zu lagen nicht angerechnet werden. Der Mindestwochenlohn für Ausgelernte beträgt: in Ortsflaffe I und II 30,60 m., Ortsklasse III 32,40 mt., Ortsflaffe IV 34,20 mt., Ortsklasse V 36,00 mt. Die Bestimmung über Waschpausen wird gestrichen. Die laufenden Klagen megen tarifmidriger Einstellung Don Lehrlingen werden zurücgezogen. Das Berechnungsjahr zur Festlegung der zulässigen Lehrlingszahl läuft vom 1. Oftober bis zum 30. September. Der Tarif gilt vom 1. Juni 1927 bis 31. Mat Faffung, außer den Ueberstundenbestimmungen, die im Sinne der 1928. Alle anderen Tarifpofitionen gelten in ihrer bisherigen Gehilfenanträge geändert werden. Bringt die Urabstimmung den Neuabschluß des Tarifs, dann find die Lohnzulagen am 3. Juni erstmalig zahlbar. Ueberstundenbezahlung bei der Nordwestlichen. Bei den Verhandlungen über den neuen Abschluß des Rahmentarifvertrages für die Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie, Nordwestliche Gruppe, ist eine Vereinbarung getroffen worden, die die Ueber stundenprozente auf Grund des Arbeitszeitnotgesezes regelt. Sie betragen für die im Arbeits. zeitabkommen vorgesehenen Stunden, die über 48 Wochenstunden hinausgehen, 12% Proz, für alle weiteren Stunden 25 Pro3. auf den Gesamtverdienst. Diese Regelung tritt am 1. Juni 1927 in Kraft. Die Verhandlungen über den Rahmentarifvertrag werden am Montag fortgesetzt. Einigung im Hanauer Silberwarengewerbe. Hanau, 14. Mai.( TU.) Die seit etwa drei Wochen ruhende Arbeit in den Hanauer Silberwarenfabriken wird, nachdem auf Eingreifen des staatlichen Schlichters eine Einigung über die ftrittigen Lohnfäße erfolgt ist, am Montag wieder aufgenommen werden. Die zum 19. Mai als Gegenmaßnahme zu dem Streit ausgesprochene Kündigung der Arbeiterschaft in der Juwelen- und Kettengruppe, wird vom Arbeitgeberverband der Hanauer Edelmetallindustrie zurückgenommen. Französischer Eisenbahnerkongreß. Paris, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend ist in Paris der 7. Kongreß der franzöfifchen Eisenbahnergewerkschaften eröffnet worden. 142 Delegierte und 92 Gewerkschaften find ver treten. Aus dem vom Generalsekretär Schwab verlesenen Jahres. bericht geht hervor, daß die Mitgliederzahl der Gewertschaften im vergangenen Jahre start gestiegen ist. führung, echt Louis XV.- Absatz Blond 8,90 mit entzückend. Blattdurchbruch, imit, Louis XV.- Absatz D 50 16,5 Hellbraun Boxcalf mit weisser Grobstich- Zierstepperei, die grosse Mode, feinste Rahmenarbeit Braun mit Flügelkappe, Original Goodyear- Welt Auch Strümpfe nur von Peiser Grau und blond Spangenschuh mit imit. Eldechse, imit. 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Am Langen- und Zeuthen- See: Restaurant Revierra Stein's Casino: Am Sportdenkmal Richtershorn Marienlust Schmetterlingshorst Restaurant Haltestelle Uferbahn, Grünau Jägerheim, Grünau Krampenmühle Zur Linde Hankel's Ablage Zur Linde, Inh. Hoffmann Weißes Schloß, Ziegenhals Sporthaus Crossin- See Oder- Spree- Kanal FährhausMiersdorf- Werder In den Müggelbergen: Teufelssee Waldschänke Aussichtsturm Bismarckwarte Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten Zweigverein- Groß- Berlin, Elsasser Str. 86/88, ill Telephon: Norden 1813, 804 Musikinstrumente M. Strahlendorfs Roch- und Haushaltungsschule mit Töchterheim, Berlin Sintpianos, überaus preiswert. Biano. SW, Königgrägerstraße 44. Ausbildung in sämtlichen Hauswirtschaftsfächern, fabrit Lint, Brunnenstraße 35. Schneidern, Weißnähen, Buz ufm. Breiswerte, gebrauchte Garantiepianos. Brofpett frei. Auch Monatsraten ohne Anzahlung. Serer, Prinzenstraße 90, Morigplag. 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Das Niveau ist nicht gerade sehr erfreulich:«s ist noch geringer als in der Akademie, nicht einmal die Skulptur tröstet durch höhere Reize. Man verzeichnet die in einem braunroten Ton gemalte Serie von Wandbildern R ö ß n e r s(sonderbarerweise nicht in den Katalog aufgenommen), die torsohafte Figuren in einer an den frühen Edwin Scharss erinnernden Weise zu reizvollen Dekorationen verweben, einige angenehme Bilder von der Art der neuen Sach. lichkeit(Gertrud S t e m m l e r. van chauth, K. Holtz: sogar Richard Müller) und wundert sich über den Fleih, den ch« i n r i ch V o g e l e r auf die futuristische Durchbildung seiner Tendenzbilder gewandt Hot, ohne mehr zu erreichen als«in Durch. einander von Äilderbogenart, das nicht einmal recht anschaulich ist, weil das Können hinter der guten Absicht zurückbleibt. Hier trösten die S o n de r k o l l e k ti o n e n, deren bunte Reihe Maria Slavonas harmlose Porträt- und Londschafts- kunst neben schönen Zeichnungen von Otto ch. Engel und Graphiken von Max Liebermann bringt und in dem Herr- lichen Kabinett der Käthe Kollwitz ihren chöhevunkt erreicht. An den Zeichnungen, Lithographien und neueren Holzschnitten dieser einzigen Frau, die in diesem Jahre Ihren SO. Geburtstag feiert. erlebt man immer wieder neu die Erkenntnis, wie eine große, das Leben beherrschende Empfindung sich unerschöpftich neu« Ausdrucks- formen schafft. Immer geht es nur um das Elend der Unterdrückten: ober wie unendlich ist die Mannigfaltigeit, die Erhabenheit, die Ueberzeugungskraft der Form, mit der sie es darstellt!»ein Blatt gleicht dem anderen, gleich bleibt sich nur die Intensität der Lieb«. die sie in ihnen niederlegt, zu erschütternder Anklage, zu reinstem Mitleid aufrufend. Die interessantesten Säle sind die, die man Baumeister und Malewitsch eingeräumt hat. K a s i m i r M a l« w i t s ch ist der Be- gründer des sogenannten Suprematismus, der gegenstandslosen Malerei in strukturlosen und geometrischen Farbenslächen, die bei ihm schließlich in eine Malerei von Weiß in Weiß ausliefen. Lissitzky und Moholy-Nagy haben seiner Erfindung erst das End- gültige und Abgeschliffene gegeben. Malewitsch selber wirkt ein wenig roh und unbegrenzt, man hatte mehr von seinen, bisher im Westen kaum gesichteten Originalen erwartet, und sein« srüheren Entwicklungsphasen geben vollends nur das Bild eines mtttelmäßigen Darstellers russischer Lolkstypen. Gegenüber seiner fragmentarischen Erscheinung wirkt W i l l i B a u m« i st e r aus Stuttgart diszipliniert. geschlossen, sormvollendeb Sein« abstrakten.Mauerbilder" enthalten ebenso wie die figürlichen Kompositionen jene abgeklärte Form, die die Deutschen so selten erreichen, und die meist mit dem Verlust von Ausdruck bezahtt werden mußt«. Baumeister gehön fast mehr der französischen Kunst an als der deutschen, obwohl er feine Art ganz selbständig und ohne Zusammenhang mit Paris entwickelt hat, ein interessantes Phänomen, dos in der abgestimmten Schönhett der Farben, in der Dollkommenheit der Komposition seine Rechtfertigung linde t. Den Beschluß macht eine eindrucksvolle Architekturschau. die einigen Plänen des Berliner Stadtboues gewidmet ist. Ein paar unserer besten Architekten, Poelzig, Behrens. Tessenow, Schar ou n, Höring, zeigen hier, wie man in vollkommener und neuer Art die Problem« des Platzes der Republik(.Reichstags- forum") und des Straßendurchbruches durch die Ministergärten be» wältigen könnte: Hilberseimer, wie man am Humboldthafen den großen Zentralbahnhof Berlin errichten könnte. Es wäre dringend zu wünschen, daß diese Projekte aus dem Stadium der Vorschläge endlich der Praxis näher geführt würden und Berlin damit den Anfang machte, sich ein seiner würdiges Zentrum zu- zulegen. Die Zuryfrele. Gehängt ist wie immer mit großem Geschick und dem Talent, das Wesentliche herauszuheben, das Dilettantische ins Hinterstübchen obzud.ängen. Der interessant« Gesamteindruck kommt unzweifelhaft von der auch im einzelnen geistreichen Freiheit in der Verteilung her, die durchaus nichts Gleichartiges summiert, sondern Wider- sprechendes durch sein Nebeneinander erst recht würzig und ausfällig macht: so daß das Auge durch beständigen Wechsel in Tonart, Farbenstärk«, Formabsichten gereizt und unterhalten wird. Diesem System des Kontrastierens verdankt der ganze Glaspalast seinen besonderen Reiz, man ertrinkt nicht rettungslos, wird vorwärt» gelockt und kommt wirklich hindurch. Denn auch die Kartellseite hat das Prinzip aufgenommen. Man kann aus der großen Flut nur einige Extreme heraus- heben, die sich schon durch ihre kollektive Erscheinung bemerkbar machen: die angenehm allmodische Blederheit Erik Richters, die ausgezeichneten kameralosen Photos von Mvholy-Nagy (entstanden durch direkte Einwirkung geheimnisvoller Gegenstände auf die Negativplatte ohne Linse), die formal wie inhalllich gleich witzigen Zeichnungen von Fritz von Herzmanoosky- Orlando von herzerfrischender Unbefangenheit, die Bilder Eber. hard Piegencrs, Beispiele einer aufs äußerste getriebenen Glätte und Vollkommenheit veristischer Technik, die kaum mehr wie handgearbeitet wirkt, auf der anderen Seite aber das merkwürdige Experiment Klaus Richters, den Expressionismus zu galoani- fieren. Daß man mit so viel Talent so ungeheure Nichtigkeiten produzieren kann, ist eigentlich unglaubwürdig. Unter den mancherlei bemerkenswerten Skulpturen ragt eine große Gartenfigur von G. H. Wolfs durch ihre stille Größe hervor. Dann gibt es einige Sonderveranstaltungen: Sowjet- ru s si sch e P la k a t e aus der bewegten Zeit von 1919 bis 1921, meist von den» Dichter und Maler Majakowski), wirkungsvoll im barbarischen Ungestüm der Ueberredung: Entwürfe und Photos von Gartenkunst, die das hohe Können und die liebevolle Kultur unserer Künstler in rechter Eindringlichkeit zeigen: und das „Haus des Sanges" vom Architekten Ernst Scherz, Räume von erlesener Schönheit, in Farbe und Möbelform, nicht gerade mit modernstem Gefühl, eher mit ein wenig geschmäcklerischer Sicherheit hingesetzt und geschickt zur Einheit gruppiert. Es folgen die geschlosienen 22 Räum« der Ausstellung religiöser Kunst, deren Gesamtdisposition von Wilhelm Brüning stammt. Der gut gegliederte Vorhos von T. R. H e n n i n g mit seiner farbigen und konstruktiven Sachlichkeit oerspricht oielt die Ausstellung aber ist eine einzige Enttäuschung. Sie muß es sein. Denn si« lehrt nichts anderes, als was man schon vorher bis zur UnwiderleglicMeit wußte: daß unsere Zell von mancherlei Hoff- nungen trächng ist, daß sie aber nicht die geringste Berufung zur religiösen Kunst hat. Man hat schon mancherlei Anläufe zur Neu- formung christlicher und jüdischer Kultbauten und Kultgeräte erlebt: sie mußten fehlschlagen, weil die Grundlagen heutiger Religiosität nichts mit den Voraussetzungen unserer wahren Kunst zu tun haben, weil Religion heut« keinen Platz mehr hat in der sozialen Kon- vention, vielmehr reine Prioatanaelegenhell geworden ist. Die form- bildenden Kräfte unserer Gesellschaft, deren Träger nach außen hin der Künstler ist, sind profaner Natur: sie wurzeln im Technischen, in den einfachen Bedürfnisten des Lebens, in der Wissenschaft: mit den Kirchen als soziale Faktoren und Organisationen haben sie schlechthin keine Berührungspunkte. Di« beiden Kräfte sind Anti- poden: die eine ist einsellig nach rückwärts, die andere in die Zukunft gewandt. Schutz öer Jugend bei Luftbarketten. Das Gesetz bezieht sich auch auf uichtäffeutUche Lustbarkeiten. »was, Ihr wollt mit zur Hochzeit! Ausgeschlossen! Der flnblick ües vrautpaares könnte �uch auf gesetzwiörige Gedanken bringen." Da» unsere Maler an frommen Bildern und Glasfenstern, unser« Bildhauer an Heiligenstaruen, unsere Handwerker an Kult- geraten hervorbringen und aus dies«r Schau darstellen, ist entweder Profanation oder tempelschändend« Karikatur. Dabei sehlt die öde Nachahmer«! aller Stile vollständig: die Kirchen bedienen sich ihrer. aber künstterisch bedeuten sie noch weniger als sene modernen Ber- renkungen: absolutes Nichts. Und daß die Archilektur außerhalb des Eklektizismus zu ollem anderen fähig ist, nur nicht Kulträume zu bauen, zeigen die vielen Kapellen im Glaspalast, wahre Zerrbilder de» Weihevollen. Ein« Ausnahme bildet die rein durch archllek- tonisch« Berhällnisi« wirkend« Synagoge von Henry Rosen. thal: aber dieser kleine Raum könnte ebensogut eine Familien- gruft oder der Vorraum eines Krematoriums sein. Derselbe Mangel an Kirchenstimmung kennzeichnet die baulich ebenfalls anständige Taufkapelle von B a r t n i n g: die Holzrippenkonstruktion dieses Rundgewölbes ist so intensiv profaner Natur, daß seine kirch- liche Bestimmung einem peinlichen Irrtum gleichsieht. Die ton- struktio« Eindeutigkeit unserer modernen Baukunst gibt eben das Erdentrückte des Gottesdienstes in gar keinem Falle her. Dr. Paul F. Schmidt. Zrühlingsgewitter im Zoo. von Max varlhel. Im Wald und im Dorf gab es noch Tiere, aber in der Stadt gab es fast gar keine Tiere mehr. An den letzten Droschken ver- kamen kümmerliche Gäule. Ab und zu konnte man vor den Bier- wagen der Brauereien glänzende, wohlgenährte Pferde sehen, die wie Fabelwesen durch den brausenden Alarm der Straßen schritten. Auch Hunde gab«s, die sich auf den nächtlichen Straßen und Plätzen angstvoll entleerten, und die Peitsche, mit der sie gezüchtigt wurden, im Maule trugen. Nur die Katzen hatten noch ihr« alte Wildheit, wenn sie in den Frühlingsnächten noch Liebe ausgingen. Am Tage saßen sie satt und träge an den Fenstern der Bürgerhäuser und be- trachteten mit grünen, leuchtenden Augen die bewegte Welt. Wilde und zauberische Tiere aber lebten noch am Rande der Stadt in dem großen Tierpart. Zwei junge Menschen namens Karl und Johanna besuchten an einem schönen Frühlingstpg« den Tierpark. Zuerst sahen sie den indischen Elefanten, diesen grauen, wandelnden Turm östlicher Weis- hell, der sich stampsend und doch lautlos hinter den Gittern bewegte und mn ein Stück Brot oder«in Stück Zucker seine Majestät preisgab und bettelt«. Im nahen Wasser lagen einige Flußpferd« und rissen die rosenroten Riesenmäuler klaffend auf.' Karl und Johanna besuchten auch das Aquarium, und sahen die winzigen Wüsten und Sümpfe, in denen die Giftschlangen ihr langes Leben verschliefen. In einer künstlichen Tropenlandschast, in der brackiges Wasser, schwüle Lust, wuchernde Palmen und Schlingpflanzen die Illusion astikanischer Welt nur sehr unvollkommen hervorzauberte, lagen satt und träge und wie gestorben zwanzig Krokodile. Die wunderlich geformten Goldfische in den nahen Glasbehältern er- innerten an den tautropfenden Wald und an das große Vogelhaus, in dem die Webervögel und die Kolibris blitzschnell schwirrten, eine schreiende Flatterwolke in allen Farben. Als Karl mit seiner Freundin zu den Seerosen kam, schrie er begeistert aus. Das stumme, wundervoll grausame Freßdasein der Seerosen, der feurige Wald der sich bewegenden und flammenden Blumentiere erregte schaurig schön die Herzen. In anderen Glae- behättern schössen blaue und sillberne Pfeile mit roten Feuertupfen hin und her: die stummen, beseelten Fischleiber schwammen oder verweilten im Wasser, rissen die runden, harten Mäuler auf und spiegelten in ihren Augen das Bild einer vollkommen anderen Welt. Als Karl und Johanna wieder in das Freie traten und den Bärenzwinger erreichten, oerdunkelle sich der Himmel. Ein Un- weiter zog auf. Da richteten sich die Bären auf und erhoben die Tatzen. Im nahen Raubtierhaus brüllten die Löwen. Der sibirisch« Tiger hetzte durch seinen Käfig und peitschte mit dem Schwanz den gelben Sand. Es begann zu regnen. Die ersten, fernen Blitze zuckten. Karl und Johanna flüchteten nach den Schutzhütten. Schon sielen dunkle Donner aus den Wolkengebirgen. Das Mädchen preßte sich ganz eng an ihren Freund. Sie war in dieser verdunkelten Minute selbst wie ein unruhige» Tier. Karl aber stand fest. Seine Brust weitete sich. Er blickte in das strömende, grüne Silber des Parkes, in dem die Bäume und Büsche wie die Kulissen eines Theaters aufgebaut waren. Plötzlich zuckte er zu- sammen. Vor keinem Blitz und Donner fährt er zusammen, nein, er wußte plötzlich, jetzt wird das Drama der gefangene« Tiere gespiettl Er hörte wohl dos Herz seine» Mädchens schlagen, aber er hörte auch die Herzschläge der gefangenen Tier«. Der filbergraue Elefant bettelte nicht mehr um Zucker oder Brot, er hob den Rüsicl empor und trompetete in die Blitze und Donner hinein. Die Büffel waren wie aus massiver Bronze und standen mit gesenktem Nacken im stürzenden Regen. Die Hirsch« und Rehe bebten und lechzten nach ihren saftgrünen Wäldern und nach den Gewürzwolken der nächtlichen Wiesen. Di« Vögel erhoben die verstümmelten Flügel. Die Krokodile erwachten aus ihrer Trägheit und schleuderte« die zackigen Schwänze. Durch den Regen wieherten die Esel und die Pferde. Hyänen bellten schrecklich. Die Steinböcke standen ehr- würdig auf den triefenden Felsen und reckten die mächtig gehörnten Stirnen. Im Käfig des jungen Löwen heutte ein Hund. Lange Zeit war er der. Spielgefährte der gelben Katze gewesen» aber heute trennt« sich das Blut. Hundcblut war anders als Katzen- blut. Der Löwe war im Garten geboren und wußte noch nichts vom Aufruhr der Elemente, ober im Hundeherzen rührt« sich die Stimme der Urmutter, die Brüllstimm« der Natur, und macht« ihn rasend. Seine Raserei aber ging unter im Knurren der alten Löwen, die im Spiegel ihrer halbblinden Augen afrikanische Ge- witter niederstürzen sahen. Im Raubtierhaus lag auch ein schwarzer Panther und blickte von seinem Baumstamm mit schrägen, grünleuchtendcn Urwellaugcn durch die Gitter des Käfigs. Er richtete die Augen so schrecklich auf Johanna, daß sie leise austchri� und zu ihrem Freunde flüchtete. Sie verließen das Raubtierhans und traten in den Part hinaus, über den noch die letzten Regenschauer niedergingen. Bald lichtete sich der Himmel auf. Die schwarzen Wolken- gebirge sielen in die blauen Abgründe des unendlichen Himmels. Der Regen hotte nachgelassen. Durch die noch triefenden Gebüsche liefen chinesische Fasane und Perlhühner. Um das Affenhaus drängten sich schon wieder die lärmenden Kinder. Die Steinböcke waren von ihren hohen Felsen abgestiegen. Auf dem veraschten Silber des Teiches schwammen weiß« Schwäne und funkelnde Enten. Ein Wildesel fletschte das gelbe Gebiß und schrie und schrie. Die anderen Tiere hatten sich beruhigt. Rur ein Psau war dem Käfig entflohen und thronte anbetungs- i«Irdig, in seinem Gefieder alle Farben des Himmels und der C"de, lässig aus der glänzenden Mauer, die den Park begrenzte. Die Sonne schien und oerschleuderte ihr Lichta Noch eine halbe Stunde wanderte Karl mit seiner Freundin durch den Tierpark. Si« besahen sich die Assen, die Lämmer, die Adler und die Kamele, die Strauße, die Büffel, die Antilopen und auch die Känguruhs. Das Drama der gefangenen Tiere war zu Ende gespielt. In die Stille des Parkes trommelte der Lärm der Stadl in der das Drama der gefangenen Menschen Tag und Nacht auf- geführt wird. Dampfer auf Rädern. Wüstenreiscnde dürften in nächster Zeit des Vergnügen haben, die ungeheuren Sandslächen mit derselben Behaglichkeit und Bequemlichkeit zu durchqueren, mit der man heute auf den großen Luxusdampsern über das Meer fährt. Ein Erfinder schlägt nämlich nach dem Bericht einer englischen Zeitschrift vor, ein ungeheures Gefährt zu bauen, einen richtigen Ozeandampfer auf Rädern, in dem 300 Passagiere Platz haben und man keine Be- fürchtung vor Hunger, Durst oder Sandstürmen zu hegen hat. Dieser„Wüstendampfer", der das alt«„Schiff der Wüste", das Kamel, ablösen soll, besitzt mächtige Raupenräder wie die Tank» und wird durch große Motor« angetrieben, durch die er in den Stand gesetzt ist, 30 Kilometer in der Stund« zurückzulegen. Der Steorr- apparat und die Kabine des Steuermanns befinden sich am Border- teil des 300 Fuß langen Wagens, der. zahlreiche mit Fenstern ver- sehene Kabinen haben wird. Durch sehr starke Scheinwerfer wird der Weg bei Nacht weithin erleuchtet, so daß der Dampfer der Rüste auch in' der Dunkelheit fahren kann. Ein unbekannter Vorläufer de» Flugzeug». Ein Pariser Kultur- Historiker hat jetzt einen Vorläufer de» modernen Flugzeugbaues wieder aufgefunden, der vollkommen vergesien war. Es Handell sich um einen Mann namen» Deghen, der am 10. Juni 1812 in Iardins de Riooli mit einem Flugzeug aufstieg, das au» einem horii�ontal gestellten Segel und einem nicht näher bekannten Motor bestoud. Dieser erste Flug oerlief vollkommen glatt. Am 5. Oktober des gleichen Jahres versuchte Deghen auf dem Marsfelde den Flug zu wiederholen, und fiel bei d«r Landung unter die zuschauend« Menge, wobei es ohne verschiedene Verletzungen nicht al»ging. Er selbst brach sich Arme med Beine, und da» aufgebrachte Publlkum vernichtete die Rest« de» Flugzeugs. Wien und Serlin. Von Hugo Schulz. Was ist es schon Besonderes, ein Wiener zu fem, und welche oiochgefühle können daraus erblühen, die mehr sind als bloßer lotpl- patriotischer Dusel um den„alten Steffel" herum? Ich habe mich das schon oft in meinem Leben gefragt und die Frag« hatte immer einen Beiklang von Nörgelei— aber gerade in den letzten Tagen habe ich schon so etwas gespürt wie einen hoffärtigen Stolz auf meine Heimat. Hat sich doch herausgestellt, daß Wien wirklich was Besonderes ist, und zwar etwas besonders Gutes— eine Bahnbrecherin unter den Großstädten Europas und der Welt, eine Re- kordstisterin beim Wettlauf zu den großen Zielen der sozialistischen Zukunft. Ich bin also wirklich und ehrlich stolz daraus, ein Wiener zu sein, weil Wien so geworden ist, wie ich es mir wünschte und es immer haben wollte. Aber, ist das der einzige Grund, weshalb ich mir mein Wien lobe und ihm herzlich zugetan bin; gibt es für uns Wiener nicht doch ein vom Wünschen und Wollen unabhängiges Heimatsgesühl: ein unerklärliches Verliebisein in die Heimatstadt, trotz etwaiger Mängel und Absonderlichkeiten; eine innerliche Ber- bundenheit mit ihr auf Gedeih und Verderb. Es muß so etwas geben, denn Ich habe es deutlich empfunden, als ich einige Jahre in Berlin verbrachte. Ich bin mir keiner Vor- eingenommenheit gegen diese führend« deutsche Großstadt bewußt, die in mehr als einer Hinsicht heute Weltmetropole ist und in manchen Belangen sowohl Paris als auch London weit hinter sich zurückläßt. Nie habe ich die bei den Süddeutschen mit Einschluß der Oesterreicher landesüblichen Bespöttelungen Berlins und das Auftrumpfen mit „alter Kultur", was im Grund« dumm und reaktionär ist, leiden mögen. Im Gegenteil, mich hat das norddeutsche Wesen in keiner Weise fremd angemutet, ich habe nicht nur kühle Hochachtung, son- dern auch echte Sympathie für das Volt, das im Bannkreis von Berlin lebt, gefühlt, weil hinter seiner hartgeschmiedeten Tüchtigkeit nicht weniger echte und weiche Menschlichkeit steht als bei uns, wo �oft nur die Lässigkeit des Sprechens und das bequeme Sichergehen im Planschbecken des Dialekts Gemütlichkeit vortäuscht. Die Berliner sind, obgleich sie wie gedruckt reden, ebenso gemütlich wie die Wiener und, wenn man das Familienleben zum Maßstab nimmt, vielleicht sogar um ein paar Grad« mehr. Dennoch habe ich in Berlin, ohne es mir verhehlen zu können, Sehnsucht nach der Heimat empfunden und ganz deutlich verspürt, daß Wien in irgendeiner Weise doch etwas ganz Besonderes ist und darbietet— etwas Charakteristisches und Individuelles, das vielen anderen großen Metropolen mMerner Zivilisation abhanden gekommen ist, seit sie ins Millionenmaß hin- eingewachsen sind. Ich habe zum Beispiel in Berlin die überraschende Wahrnehmung gemocht, daß diese Stadt gar nicht darauf bedacht ist, sich ein eigenes Gepräge zu geben, und daß die Berliner selbst in ihr nichts anderes erblicken als«ine durch Verkehr und wirtschaftliche Zwecke zusammengeschweißte Häusermasse, die für niemanden eine Herzensangelegenheit bildet. Den oft ins Lächerliche ausartenden Lokalpatriotismus, den man bei uns oder auch in München, in Köln oder in Hamburg so häufig vorfindet, habe ich in Berlin nie beobachten können. Während der Wiener springgiftig wird, wenn er jemand anderen als sich selbst über sein« Stadt losziehen hört, kann man dem Berliner die unangenehmsten Dinge über Berlin ins Gesicht sagen. Sogar der blöde Aesthctenschwatz über die Kultur- losigkeit der märkischen Hauptstadt, in der Lessing«ine Zeitung mit- gegründet hat, die heute noch besteht, die die Humboldts hervor- gebracht, in der Kleist und E. T. A. Hoffmann gedichtet, Fichte und Hegel gelehrt haben, deren wissenschaftliche Laboratorien und Institute in der Welt nicht ihresgleichen haben, findet bei den Berlinern geneigtes Ohr, sie lassen sich ihn zum mindesten ohne Gegenwehr ruhig gefallen. I fehlt den Berlinern das innere Verbundensein mit ihrer Stadt, die sie selbst als«in schwerpunktloses Konglomerat von zusammeaewachsenen Ortschaften empfinden, deren auseinander- fallende Zentren kaum eine andere Bedeutung zueinander hoben als die durch den Verkehr und das Geschäft gegebene. Alexanderplatz und Lützowplatz liegen im Bewußtsein weltenweit voneinander und sind sich innerlich fremd. Das ist nun in Wien ganz anders. Wien hat tatsächlich einen nicht bloß aus Altertümlichem und nicht einmal bloß aus der einzig- artigen Barockschönheit seines Stadtkernes hervorquellenden Zauber, der alles durchdringt, bis in die Täler der wald- oder weingekrönten Alpenoorberge hinaus, in die noch ganze Bezirksteile des Weich- gebietes eingebettet sind, und der die ganze Einwohnerschaft, aber auch all? Fremden, die hier weilen, in seine Bande schlägt. Es gibt wirklich heute ebenso wie in der Barock- und Biedermeierzeit etwas ganz Spezifisches im Antlitz unserer Stadt, was Eigenort und individuelles Gepräge schafft, selbst dort noch, wo der Kapitalismus, desien Tintenkulis sich so sehr über die Gleichmacherei beschweren, seine trostlos eintönigen Fabriksviertel mit lineargezogenen Kasernen- straßen hingesetzt hat. Aber nicht nur die Physiognomie der Stadt hat ihr Eigenes und Originelles, was sie von ollen Großstädten der Welt unterscheidet und sie zweiflelos für den Fremden sehr interesiant macht, sondern auch der Wiener selbst bleibt auch dort noch, wo er grundstürzend mit altem Schutt aufräumt, ein Sonderling unter den Großstädtern und mit seinen Lebensgewohnheiten in der Vergangenheit tief ver- wurzelt. Er hat, ob er will oder nicht, ein sentimentales Verhältnis zu seiner Heimat und kommt innertich von ihr nie los. Wir bilden uns ein, daß da» sogenannt« Wiener Leben eine lauwarm«, wohlig«, von Liederklängen, Schrammelmusik, angenehmem Speiseduft und leichtem Grinzinger Heurlgendusel durchzogene Grundstimmung hat, die wir Wiener Gemütlichkeit nennen und die uns gelegentlich über die scharf gebeizten Kontraste in unserem Gesellschaftsaufbau in eine Sphäre schlampigen Vergesiens hebt, wo man unablässig Saturnalien feiert, bei denen Herr und Sklave in eins verschmelzen. Diese Gemütlichkeit ist dos Leitmotiv aller altertümclnden Kultur- schmotereien, die mit reaktionärer Inbrunst in die Epoche der absoluten Monarchie zurückweisen— in ein« sagenhast« Backhendel- zeit, die es für die wirklich« Masie de» Volkes von Wien niemal» gegeben hat— in den wirtschaftlichen Nöten des Vormärz schon gar nicht—, und auf den ebenso sagenhaften„Brillantengrund" Schotten- selb, den es mir für jene gab, von denen das melancholisch« Lied singt:.Fla, mei Vater war a Hausherr und a Seidenfabrikant." In Wirklichkeit hat das Wiener Volk immer hart um sein Brot ringen müsien. Ebenso ist die angeblich dem Wiener Volte«in- geborene und seine Gefühlsweis« bestimmende Gemütlichkeit ins Reich der Fabel zu verweisen. Sie ist eine Dormärzlegend«. aber gerade die Revolution im Jahre 1848. die der Biedermeierei ein Ende machte, hat erwiesen, daß die Wiener recht ungemütlich sein können. Ungemütlicher als die Pariser und die Berliner— denn die Barrikadenschlach�n, die dos Wiener Proletariat im Oktober 1848 lieferte, sind Höchstleistungen revolutionärer Energie und heroischen Opfermutes gewesen, an die keine revolutionäre Aktion dieses stürmischen Jahres auch nur im entferntesten heranreicht. Wenn wir aber nicht so gemütlich sind, wie es manchmal im Weindusel beim Heurigen den Anschein hat, was ist dann doch die Ursache des so merkwürdig einseitlichen Heimatgefiihls, das uns all« durchdringt und das fast kleinstädtisch anmutet, während Wien doch trotz allen nörglerischen Zweifels daran eine moderne deutsche Groß- stadi ist und,.wenn man von Berlin absieht-w das eben die doppelte Einwohnerzahl hat—, die größte, die belebteste, die verkehrsreichste, die turbulenteste im deutschen Kullurgebiet. Dies trotz aller Tot- sagungen, und man braucht Wien nur' mit Hamburg oder München oder Leipzig zu vergleichen, um zu erkennen, daß es eine richtige Zweimillionenstadt ist und nur deshalb einen geruhigeren, idyllische- ren Eindruck macht als verlln. weil dies««b« auf tonrn grSb«rem Areal vier Millionen Menschen zusammenpfercht. Kleinstädtische Denk- und Gefühlsweis« kann es nicht fein, die uns so sehr anöden Stephansturm bindet; es muß schon etwas im Wesen der«tadt selbst liegen, was Liebe und Anhänglichkeit hervorruft. Wahrschein- lich ist es doch der merkwürdige Zusammenklang eines überaus an- mutigen Landschaftsbildes, das stellenweise tief ins Häusermeer hineinragt, mit einer schier eigenbrötlerischen barocken Romantik- die von den architektonischen Mißgeburten der achtziger Jahrs nirgeiids überwuchert wird, in den modern geführten, lichten- lustigen und geräumigen Zweckbauten aber, wie st« die Gemeinde Wien für das werktätige Volk errichtet, einen harmonischen lieber» gang ins Lebensnotwendige der Gegenwart jindet. Wenn es jetzt eine Ausstellung gibt, in der wir Wiener uns selbst bespiegeln und zu der wir ganz Deutschland laden, damit es sehe- wie recht wir haben, aus uns stolz zu sein, so steckt darin vielleicht ein bißchen Ueberheblichkeit. aber wir sind eben überzeugt davon und wissen es auch au» Erfahrung, daß Wien im Deutschen Reiche zumindestens nach seiner Schönheit und seiner Eigenart richtig gewürdigt wird.... Wir wollen aber mehr erzielen, nämlich für uns Propaganda machen— Reklame sogar! Da» klingt höchst unvornehm, und die seinen Leute rümpfen über solchen plebejischen Amerikamsmus die Nase. Da habt ihr es nun! Als«aiserstadt braucht« Wien kein« Propaganda zu machen. E» kam zwar auß«r Handlungsreisenden und ein paar russischen Großfürsten.. nebst zwei Balkankönigen und einigen exilierten Prinzen aus den Häusern Bourbon oder Braganza kein Mensch her, aber eben das bestimmte den Rang von Wien. Auf diesen Rang pfeifen wir mm, und der ganze Plunder einer höfischen Kultur, die uns gnädigst gestattete, als Hintersasien von Schönbrunn Wien«ine große und schön« Weltstadt zu nennen, kann uns gestohlen werden. Diese noble höfisch« Kultur hatte üblen Geruch, in allen Winkeln ihrer Prunkvaläste stank es, denn sie hat es nicht einmal vermocht, sich zur Zivilisation" des Wasierklosetts und des Badezimmer» aufzuraffen. Im schönen Barockgebäude auf dem Ballhauspwtz, wo einst Metternich thronte und wo schließlich der Gras Berchtold der attehrwürdmen Habs- burgermonarchie des fünften Karl, sn desien Reich« die Sonne nicht unterging, ein Ende mit Schrecken bereitet«, stand noch zu Ende der achtziger Jahre in den Bureaus, abseits von schwellend«» Empire- fauteuils, eine spanische Wand, hinter der ein Rachttopf bereit stand für den Gebrauch der hochadellgen Exzellenzen. Geheimräte und Sektionschefs. Wien ist noch schöner geworden, seit es keine Kasierstadt mehr ist— schöner und gesünder. Das zu zeigen, sit ein Zweck unserer Selbstausstellung, aber nickst ihr einziger. Wir wollen, wie gesagt, für uns Propaganda machen— eine Propaganda, die sich an die ganze Welt richtet, aber in allererster Linie an unsere Volksgenossen im Deutschen Reich«. Habsburgische Kaiserpolitik hat uns im Jahre 1866 ein Sonderschicksal auferlegt, das Wien aus dem Deutschen Reiche ausschied. Wir wollen wieder zurück ins Deutsche Reich, und wir werden uns mit der Rolle der zweiten Großstadt, von der aber auch die erste manches lernen kann, gern bescheiden. Aber im Dunkeln wollen wir nickst mehr stehen, das deutsch« Volk soll klar- sehenden Auges erkennen, was es an Wien hat und gewinnen wird, wenn die Schicksalsstund« schlägt, und besonder» d«e deutsche Ar» betterschast wünschen wir herbei, damit sie aus eigener Anschauung freudig und neidlos wahrnehme, daß Wien trotz seiner altertümlichen Originalität und barocken Schönheit heut« allen anderen deutschen Städten aus dem Weg« ju den Kulturzielen, auf die wir los» marschieren, sieghast voranschreitet. öS Milliarden Taflen Kaffee. In U. S. A. werden infolge der fehlenden alkoholischen Getränke jährlich SS Milliarden Tasten Kassee getrunken. Das ergibt nach der„Allg. Drog. Ztg." je Kopf der Be- oölkerung Sl>0 Tassen im Jahr bzw. ihi Tassen an jedem Tag. 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Alle interessierten Genossinnen und Genossen sind herzlichst eingeladen. 3. Kreis Wedding. Mittwoch, 18. Mai, 7% Uhr, Kreismitglieder. versammlung in der Aula des Schiller- Enzeums, Bank Ede Böttcherstraße. Vortrag:" Das Wohnungsbauprogramm der Stadt Berlin." Re. ferent Stadtbaurat Dr. Martin Wagner. Sämtliche Genofsinnen und Genossen werden dringend gebeten, vollzählig zu erscheinen. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, 16. Mai, 7½ Uhr, Kreismitglieder. versammlung bei Sabe, Fichteftr. 29. Vortrag: Die Stellung der Cozialdemokratie zum Staat. Referent Johannes Stelling, M. d. M. Alle Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. Mitgliedsbuch legiti miert. 7. Areis Charlottenburg. Dienstag, 17. mai, 7% Uhr, Kreisfunktionärtonferenz in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, Schiller. Straße 26. Vortrag: Sozialdemokratie, Bürgerblod und Zenicum." Referent Hans Vogel, M. d. R. Funktionärfarte ist als Ausweis mit. zubringen. 20. Kreis Reinidenbers. Mittwoch, 18. Dai, vünktlich 8 Uhr, im Lokal Manthen in Rosenthal( Wilhelmsrub), Sauptstr. 1, Kreitmitgliederversammlung. Vortrag: Politifche Streitfragen." Teferent Chefredak teur Friedrich Stampfer, M. b. M. Diskussion. Bahl des Kreisfafficrers und deffen Stellvertreters. Berschiedenes. Ru diefer Versammlung müssen sämtliche Genossinnen und Genossen erscheinen. 5. Areis Friedrichshain. Dienstag, 17. Mai, 7½ Uhr, im Lokal Cadiner Straße 10 wichtige Sigung des Vorstandes der Arbeiterwohlfahrt und der Obleute der Abteilungen. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, 17. Mai, 8 Uhr, Gigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern und den Beamtenobleuten der einzelnen Abteilungen bei Andreas, Pfalzburger Str. 55. Alle Beamtenobleute milffen erscheinen. Freie Schulgemeinde: Dienstag, 17. Mai, 8 Uhr, Gieselerstr. 1/7 Mitgliederversammlung. Vortrag: MontessoriErziehung." Peferent Rechtsanwalt Senfchel. 13. Arcis Tempelhof. Dienstag, 17. Mai, Areisvorstandsfizung mit Bildungsausschuß bei Pomering, Tempelhof, Berliner Str. 100, Ede Viktoriastreße. Teginn vünktlich 8 Uhr. 16. Kreis Köpenid. Montag, 16. Mai, 7 Uhr. wichtige kombinierte Rreis. rorstandssikung im Rathaus, Zimmer 52. 19. Kreis Pantow. Montag, 16. Mai, 6% Uhr, Fraktionssizung mit den Bürgerbeputierten im Rathaus Pankow, Zimmer 17. Heute, Sonntag, 15. Mai: 7. Abt. Besichtigung des Kinder und Altersheims in Buch. Treffpunkt vor. mittans 10 Uhr am Bahnhof Buch. Abfahrt: Stettiner Bahnhof 9,40 Uhr. Die Besichtigung des alten Schlosses durch die Genossen bes Bahlabends Tahms. Echegelstraße, fellt aus. 38. Abt. Die Besichtigung der Wasserwerke in Friedrichshagen findet um ständehalber heute nicht statt, fondern erst am Sonntag, 22. Mai. Kreisnochrichten diesbezilglich beachten. 47. Abt. Die Genofsinnen und Geroffen werden ersucht, entweder sich an dem Kinderfreunde- Maitag im Boltspart Neukölln oder an der Besichtigung der Wasserwerfe in Friedrichshagen an beteiligen. Am Montag, 16. Mai, treffen sich alle Mitglieder in der Areismitgliederversammlung bei Rabe, Fichteftr. 29. Morgen, Montag, 16. Mai: 36. 9bt. 71 Uhr Funktionärfißung bei Busch, Tilsiter Str. 27. Erscheinen fömtlicher Funktionäre ist Bflicht. 17. 96t. Echöneberg. 7% Uhr Apostel- Paulus- Str. 7, vorn 4 Treppen, Vor, standssigung. 128.130. Abf. Parkow. 7 Uhr bei Mechs. Berliner Straße Ede Linden. promenade, Gigung der Zeitungskommission. Erscheinen dringend er. forderlich. * 74. Abt. Reblenderf. Dienstag, 17. Mai, Vusflug nach Jagdschloß Stern. Treffen 1% Uhr am Bahnhof Rehlendorf- Mitte. Abfahrt 2 Uhr. 82. bt. Steglih. Mittwoch, 18. Moi, 7% Uhr, bei Echelfhafe, Ahornstr. 15, Mitgliederversammlung, Portrag: Das Konkordat." Referent Stadtner. ordneter und Lehrer Hans Boŋwod. Gämtliche Mitglieder werden ge beten, bestimmt zu erscheinen. Jungjozialisten: Gesamtveranstaltung am Montag, 16. Mai, 71 Uhr, im Breußischen Landtag, Prinz- Albrecht- Str. 5. Borirna: Arbeitslosigkeit und Ratio. nalisierung." Referent Kurt Seinig, M. d. R. Alle Mitglieder be. teiligen fich daran. Gruppe Tiergarten: Montag, 16. Mai, beteiligen wir uns an der Gesamtrecanstaltung. Dienstag, 17. Mai, 8 Uhr, bei Trümper, Flensburger Str. 3, Pistuffionsabend. Gruppe Reinidendorf: Der Gruppenabend fällt am Montag, 16. Mai, aus. Beteiligung an der Gesamtveranstaltung der JSB. Frauenveranstaltungen am Montag, 16. Mai: 4. 96t. 71 Uhr in den Städtischen Gaswerfen, Stralauer Str. 57/58, Borirag mit Rodvorführungen. Gäfte herzlichst wilkommen. 28. 25t. 7 Uhr bei Altmann, Rytestr. 2, Bortrag: Das deutsche Volkslied." Referent Dr. Mar Brie. 29. Bt. 7 Uhr bei Riebe, Dunderstr. 15, Bortrag: Religion und Sozia lismus." Referent Hans Willige. 31. bt. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag: Die Frau im Referentin Luise Kähler, M. d. 2. Gäste sind herzlichst Parlament." willkommen. 37. Abt. 714 Uhr bei Réfchte, Matternstr. 14. Lichtbildernartrag:„ Geschlechts. Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwenstein. Gäste will Erantheiten." tommen, 48. Abt. Der Frauenabend fällt aus und findet am Montag, 30. mai, statt. Die Genofsinnen beteiligen sich dafür an der Kreismitgliederversammlung bei Rabe, Fichtestr. 29. 57. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4, Lichtbilder vortrag Frauenkrankheiten." Referent Dr. Mener.Brodniz. Gäste sind eingeladen. 93. Abt. Renkön. 7 2hr bei Zimmermann, Treptower Ede Stuttgarter Straße, Vortrag; Die gesundheitlichen Einrichtungen im Berwaltungsbezirk Reukölln." Referent Stadtarzt Dr. Rollwig. Alle Wohlfahrts. pflegerinnen und pfleger werben gebeten, ebenfalls zu erscheinen. 104. bt. Nieberschönemeibe. 7% Uhr im Botal Bur fühlen Erde", Hasselwerber Straße 12, Frauenabend. Vortrag der Genoffin Erna Kresse. 110. Abt. Grünau. 7% Uhr bei Berner, Köpenider Straße, Frauenabend. Frauenveranstaltungen am Dienstag, 17. mai: 9. Abt. 7% Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 34, Vortrag mit praktischen Borführungen über: Körperkultur." Referentin Lisa Albrecht. " 20. Abt. 7 Uhr bei Pose, Rolonieftr. 15, Vortrag: Arbeiterdichter." Referent Wilhelm Techen. Gäste willkommen. 21. Abt. 7 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Frit- Reuter- Abend. tragender Heinz Barthel. Gäste willkommen, Bor. 23. Abf. 7 Uhr bei König, Otaviſtr. 37, Bortrag: Die Frau in der tapitalistischen Wirtschaft." Steferentin Else Scheibenhuber. 85. Abt. Tempelhof. 7%, Uhr bei Buse, Werder. Cdfe Kaiser- Wilhelm- Straße, Bortzag: Die Frau in der Wirtschaft." Referentin Genoffin Lucie Dörr. 92. Abt. Kentälln. 7% Uhr Frauenabend bei Wolf, Kaiser- Friedrich Ede Roseggerstraße, Vortrag: Schulärztliche Tätigkeit in der Gesundheits pflege", mit Lichtbildern. Referent Genoffe Dr. Röber. Interessenten sind herzlich willkommen. 102. Abt. Baumschulenweg. 716 Uhr bei Saß, Baumschulenstr. 73, Bunter Abênh. 111. Abt. Bohnsborf. 7 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Vortrag: Die Kultur im Cozialismus." Referentin Minna Todenhagen. 128./130. 6t. Vantow. 7% Uhr bei Meehs, Berliner Straße Ede Linden. promenabe, Vortrag:" Das Wohnungs- und Mieterschutzgesez." Referent Architekt Otto Moſt. Sonntag, 15. Mai 1927 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 15. Mai: Königswusterhausen. 9: Morgenfeier. 11.30: Platzmusik. 14.30: Philatelistische Einrichtungen Sonntag, 15. Mai: und Veranstaltungen. 15: Kaninchenkrankheiten. 15.30: Märchen. 16: Vom Schaffen des Dichters. 16.30: Dr. Becce's Kammerorchester. 19.30; Die diesjährige Große Berliner Kunstschau. 19.55: Tigerfang in Zentralindien. 20.30: Serenaden. 22.30-24.30: Tanzmusik. Montag, 16. Mai: 15.30: Die Verheiratete zwischen dreißig und vierzig. 16: Der Mai im Spiegel der Dichtung. 16.30: Novellen. 17: Robert Schumann. 18.20; Technische Wochenplauderei. 18.50: Die Karte als Hilfsmittel bei Wanderungen und Ausflügen. 19.30: Uebertragung aus der Städtischen Oper Charlottenburg ..Der Jahrmarkt von Saretschintzi". Komische Oper in 3 Akten von Mussirgsky. Dienstag, 17. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Luftrecht und die Anfänge eines Weltgesetzbuchs des Luftverkehrs. 16.30: Kapelle Gebrüder Steiner. 18.30: Stunde mit Büchern. 19.06: Probleme der Gedächtniskunst. 19.30: Zweihundert Jahre Berliner Musikleben. 20: Der Dienst der geistigen Arbeiter für die Gesamtheit. 21: Märsche. Mittwoch, 18. Mai: 13.30: Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30: Die moderne Frauenbewegung. 16: Schachpsychologie. 16.30: Jugendbühne. 17: Kapelle Emil Roósz. 19.05: Der Wochenendgarten. 19.30: Der Segelsport. 19.55: Presse und Strafrechtsreform. 20.30; Peter Altenberg. 21.15: Kammermusik: Schubert. 22.30: Aus Possen. Donnerstag, 19. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Wie vollzieht sich die Aufwertung der Pfandbriefe. 16.30: Dr. Becce's Kammerorchester. 18.40: Aus der Filmitechnik. 19.05: Berliner Baukunst der letzten zehn Jahre. 19.35: Die Persönlichkeit des Unternehmers. 20.10: Sendespiele: ,, Der alte Dessauer". ( Anneliese von Dessau II. Teil.) Operette von Winterberg. 22.30-24.30: Tanzmusik. Freitag, 20. Mai: 15.30: Unsitten bei der Säuglingspflege. 16: Der moderne Steingarten. 16.30: Berliner Frühling. 17: Sonaten. 18.25: Der Schauspieler und sein Ansehen. 18.50: Streifzüge durch das Postrecht. 19.15: Aus der Geburtsstunde der deutschen Gewerkschaftsbewegung. 19.45; Ein Bild französischen Wesens.| 20.30: Sinfoniekonzert. 22.30-23.30: Unterhaltungsmusik. Sonnabend, 21. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Volkslied und Ballade. 16.30: Kapelle Gerhard Hoffmann. 18.30: Medizinisch- hygienische Plauderei. 19.05: Spanisch. 19.30: Die Ukraine in ihrer europäischen Bedeutung. 19.55: Der menschliche Schlaf. 20.30: Lustiges Wochenende. 22.30-24.30: Tanzmusik. 141. Abt. Rosenthal und Niederschönhausen- West. 7½ Uhr bei Ebbmener, Sauptstr. 15, Bortrag: Die Kinderfreundebewegung." Referent Hans Billige. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 18. mai: 17. Areis Bichtenberg. 7½ Uhr bei Albrecht, Boghagener Str. 62, Rreisfrauen. abend. Bortrag: Die Weber." Vortragender Heinz Barthel. Gäste sind millkommen. 24. Abt. 7 Uhr bei Köhler, Greifswalder Str. 80b, Schweizerhäuschen, Bortrag: Die Fortpflanzung." Referent Wilhelm Miethke. 54. Ubt. Charlottenburg. 7% Uhr im Jugendheim Rosinenftr. 4 Bortrag des Genossen John. Gjöneberg. 77. bt. 7 Uhr bei Jürgens, Barbarossastr. 5a, Bortrag:„ Ein Eang durch die deutsche klassische Musik." Referent Hans Billige. 79. Abt. 7 Uhr bei Groß, Ecbanfte. 17, Vortrag:„ Das Reichsschulgeset." Referentin Lisbeth Hübner- Ricoger. 86. Abt. Marlendorf. 7% Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, Seiterer Lite raturabend. Vortragender Robert Steller, 94. Abt. Rculifu. 7½ Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Reuterabend. Bortragender Wilhelm Techen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Rreis Pantom. Gruppe Pantow: Mittwoch, 18, Mai, Spiel und Tanz auf der Wiese im Bollspart. Treffpunkt 46 Uhr Bantbrüde oder 6 Uhr Spielwiese. Sonnabend, 21. Mai, Epiel in der Heide. Treffpunkt 5 Uhr Bantorüde, Schönholzer Straße, oder 5 Uhr auf ben Sandbergen. Gruppe Rieberschön. hausen: Montag, 16. Mai, 6-8 Uhr, Cemeinschaftsschule: Gesellschaftsspiele. Mittwoch, 18. Dai, 6-8 Uhr, Epiel auf dem Sportplag am Raiserweg. Donnerstag, 19. Mai, Gemeinschaftsschule: 6-8 Uhr Bunter Abend. Gonn abend, 21. Mai, Musik. Gruppe Buchhels: Dienstag, 17. Mai, 5-7 Uhr, Gemeindeschule. 136. Abt. Reinidendorf Dft. Montag, 16. mai, 18 Uhr, Selferfizung beim Genoffen Findeisen, Herbstftr. 20. Erscheinen aller Helfer unbedingt erforderlich. Die Hermsdorfer Selfer sind ebenfalls hierzu eingeladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin 14. Eebaftianfte. 87/88, Sof 2 Tr. Gauvorstand. Pfingstfahrt nach Stettin und Spinemtünde. Fahrpreis einschl. Dampfer 8,80 W. Sofortige Meldung hei dem auständigen Borstand erforderlich. Wilmersdorf: Kameraden, die am Sonntag, b. 15., an der Fahnenweihe in Sichtenrade teilnehmen, treffen sich Botsb. Montag, d. 16.: Brenzlauer Berg: Alle Sportler Slingbhf, of. 12.26 Uhr. müffen in der Turnhalle erscheinen. Einteilung für Frankfurt a. d. D. Ber burch Arbeit verhindert ist, Di., b. 17., auf dem Sportplag. Zeeptom: 7 Uhr erster Spiel- und Eportabend auf dem Sportplag im Pläntermalb bei Baum schulenweg. Alle Kameraden sind eingeladen. Dienstag, b. 17.: Wintersport. bt.: 8 hr wichtige Bufammenkunft im Raffee Lar", Botsdamer Str. 92. Alle Kunst- Stiläufer müssen erscheinen. 28. Mat freihalten für Schneepalast. Eennisgruppe: Interessenten treffen sich um 8% Uhr im Raffee Lar", Pots Damer Str. 92. Profeffor Langevin über Abrüstungsprobleme. Im Rahmen eines missen. fchaftlichen Klubabends der Liga für Menschenrechte wird der Bizepräsident ber Französischen Liga flir Menschenrechte, Professor Langevin, Montag, 16. Mai, 84 Uhr, Wilhelmstr. 48 III, über Abriistungsprobleme" sprechen. Berliner Verein für Cinheitstursschrift, c. B. Uebungen jeden Mittwoch von 8 bis 10 Uhr im Friedrich Wilhelm- Gymnasium, Kochstr. 13. Vereins. heim: Wilhelmshof, Anhaltste, 12. Lichtenberg: Uebungen jeben Donners tag von 8 bis 10 Uhr in der Knabenmittelschule zu Lichtenberg, Marktftraße 10-12. Ruzzschriftverein Stolze- Schrey". Uebungen Dienstags und Freitags im Königstädtischen Gymnasium, Berlin NO. 18, Elisabethstr. 57-58, und BismardLyzeum in Steglig, Eachsenwaldstr. 21. Bout 7 bis 10 Uhr: Franz., engl. Dittate, drei Fortbildungs-, fechs Dittatabteilungen. Auskunft daselbst und unter Königstadt 8623. Anfängerunterricht beginnt jeberzeit. " Der Sina ber Schulrevision." Ueber dieses Shema spricht Ministerial. direktor Dr. Paul Kaestner am Dienstag, 17. Mai, im Bund Entschiedener Schulreformer im Werner- Siemens- Realgymnasium, Sohenstaufenstr. 47-48. Arbeiter- Samariter- Bund, Kolonne Berlin, c. B. Abt. Webbing: Mitgliederversammlung Donnerstag, 19. Mai, 7% Uhr, im Lokal von Bellin, Schulftraße 12. Abt. Charlottenburg: Dienstag, 17. Mai, 28 Uhr, LeibnizOberrealschule, Edillerstr. 25-27, Bortrag Dr. Bergmann über Gportunfälle". Zum Besten von Dr. S. Neumenns Rinberhaus hält Dr. Adolf Heilborn Donnerstag, 19. Mai, 8 Uhr, in der Stadthalle( Eingang Klosterstraße) einen Lichtbildervortrag Berliner Kinder und ihre Art" im Spiegel von Räthe Roll wi und Heinrich Bille. Die Künstler haben eine Anzahl von Original. eichnungen und Lithographien in bantenswerter Weise zur Berteilung an die Besucher zur Verfügung gestellt. Eintritt 1 M. und darüber durch die Billett taffe von H. Sieg zu beziehen. Biochemischer Berein Groß- Berlin. 16. Mai: Waidmannsluft, Restaurant Bergschloß, Waidmannstraße. 17. Mai: Wilmersdorf, Restaurant Bur Sauen. ZUVERLÄSSIG!! Schon wieder ein Beweis für dic Leistungsfähigkeit des Stockrades: FÜHRERSCHEINFREI! UND STOCK Ab 9: Uebertragung aus Berlin. Ab 20.15: Uebertragung aus Dresden. Montag, 16. Mai: 16: Verkehrserziehung der Jugend. 16.30: Erziehungsberatung. 17: Schachfunk, 18: Wasserwanderungen in Mecklenburg und der Ostseeküste. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Die maschinellen Buchhaltungsformen. 19.20: Die chemischen Mittei für die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlingen im Gartenbau. Ab 20.30: Uebertragung aus Hamburg. Dienstag, 17. Mai: 16: Die Behandlung mundartlicher Dichtungen im Unterricht. 17: Die evangelische Kirche und die Kultur der Gegenwart( D. Dr. Dibelius). 18: Der Entwurf des Strafvollzugsgesetzes, 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55: Vorlesung aus August Strindbergs Werken. Ab 21: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 18. Mai: 16: Veranstaltungen für Arbeitsgemeinschaften zur Lehrerfortbildung. 16.30: Englisch für Fortgeschrittene. 17; Die Malerei der Gegenwart und ihre Grundlagen. 17.30: Vom Singspiel zur Operette. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55; Der internationale Stahlpakt( Dr. Reichert). 19.20: Die Kultur Europas im Zeitalter der Renaissance und Reformation. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 19. Mai: 16: Männliche landwirtschaftliche Berufe. 16.30: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 17: Die geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. 17.30: August Strindberg, seine Weltanschauung und seine Kunst( Prof. Dr. Liebert). 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Das deutsche Kunstlied bis Schubert. 19.20: Technische Maßnahmen zur Hebung der Produktion und Verbilligung der Produktionskosten im Weinbau. Ab 20.10: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 20. Mai: 16: Wirkung des See- und Höhenklimas. 16.30: Die Kunst des Sprechens. 17: Von den Leistungen der Mikroorganismen im Dienste des Menschen. 18: Zukunftsaussichten für den internationalen Großluftverkehr. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Deutsch- südamerikanische Wirtschaftsbeziehungen. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 21. Mai: 16: Die Behandlung mundartlicher Dichtungen im Unterricht. 16.30: Rundfunkpädagogik. 17: Vom Wesen des Führertumes in der Gewerkschaftsbewegung unter besonderer Berücksichtigung der Beamtenbewegung. 17.30: Die Wohnung des Arbeiters. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter. Rechnerische und mathematische Grundlagen. 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 18.55: Kulturbilder aus der Geschichte der Musik. 20.30: Uebertragung aus Berlin. burg", Lauenburger Str. 21. Charlottenburg, Eden- Palast, Kaiser- Friedrich Straße 24. Reinidendorf- Oft, Kastanienwäldchen, Residenzstr. 109.-18. Mai: Lankwiz, Lehmanns Festfäle, Raifer- Wilhelm- Str. 29/31. Friedrichsfelde, Reſtaurant Tempel, Gudrun. Ede Bagnerstr. 7. Rosenthaler- Oranienburger Vorstadt, Gesellschaftshaus Swinemünder Str. 42. Bildau, Restaurant Grüner Baum, Schwarklopfistraße. 19. Mai: Tegel, Restaurant Hamused, Hauptstr. 6. Hermsdorf, Restaurant Bur Sütte", am Bahnhof. Grünau, Gemeinschaftshaus Alter Gutshof. Gesundbrunnen. Schmidts Festsäle, Brinzenallee 33. Kreuz berg, Bockbrauerei, Fidicinstraße. Reinickendorf- West, Hartmanns Brauerei, Echarnweberstr. 101/104. 20. Mai: Hohenneuendorf, Lindemanns Gesellschafts. haus, Berliner Straße Tempelhof. Reftaurant Bum Kurfürsten", Berliner Ede Dorfstraße. Neukölln, Restaurant Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6/11. Strausberg, Hotel Schman. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute, Sonntag, 15. Mai: Wefter 1: Treffpunkt zum Kinderfreundetreffen 9 Uhr Raiser- Wilhelm- Blag. Sichterfelbe: Seim Lichterfelde- Weft. Albrechtstr. 14. Seimabend. Steg Lig 1: Heim Albrechtstr. 47. 6 Uhr Heimabend. Neukölln IV, V unb VI: Morgenfeier im Heim Steinmegstr. 114. Beginn 11 Uhr. Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Str. 5/6. Bwed und Biele der GJ." Werbebezirk Webbing: Besuch der Wochenendausstellung. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Wedding. Eintritt 30 f. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Werbebegirlstreffahrt nach dem Grabowfee. Sämtliche Gruppen müssen um 8 Uhr am Bahnhof Lehniß sein. Fahnen, Instrumente und Bälle sind mitzubringen. freunde. Werbebezirk Kreuzberg: Alle Gruppen beteiligen sich am Maitag der KinderDie Abteilungen Rottbusser Tor, Reichenberger Biertel und Röpe nider Biertel( Fahrt Dubram fällt aus) treffen sich um 10 Uhr Rottbuffer Tor; Safenheide 10 Uhr Brandenburg. Ede Gitschiner Straße; Südwest 10 Uhr Yordftr. 11( Bezirksamt). Fahnen und Musikinstrumente mitbringen. Werbebezirk Reutöln: Teilnahme am Feftzug der Kinderfreunde. Treff. puntt 9 Uhr Canghoferstraße. Morgen, Montag, 16 Mai, abends 7½ Uhr: Der Gingtreis beteiligt fich am Abend der Aufbauschule in Neuköln, Raiser- Friedrich- Straße( 8 Uhr). Moabit I: Schule Waldenferite. 20. Seimabend. Moabit IT: Seim Lehrter Straße 18/19. Seimabend. Weißensee: Seim Tariftr. 36. Lustiger Abenb. Rottbuffer Tor: Heim Reichenberger Str. 66. Jad- London- Abend. Schöne berg III: Hein Hauptstr. 15. Bursche und Mädel." Westen I: Heim Hauptftraße 15. Jugendbemegung von den Anfängen des Wandervogels bis zur proletarischen Jugend." Charlottenburg- Rorb: Schule Wiebestraße.„ Die deutschen Jugendnerbände." Baumschulenweg: Seim Ernststr. 16. Seim abend. Johannisthal: Rathaus. Jugend und Alkohol." Neukölln V und VI: Brobe zum Werbeabend im Heim Nogatstr. 53. e Genoffen müssen crfcheinen. Werbebezir! Webbing: Werbebezirksvorstandsfizung im Lebigenheim Schönt ftcbtstraße 1. 28erbebezirk Prenzlauer Berg: Werbebezirtsdelegiertenkonferenz im Heim Greifenhagener Str. 58. Gämtliche Delegierte müssen erscheinen. Safenheide: Dienstag, 17. Mai, 7% Uhr:„ Historischer Materialismus." Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, dem 14. mai. 1. Rennen. 1. Rößling( Schoening), 2. Eulalia( Baitel), 3. Violetta ( L. Broda). Toto: 21:10. Platz: 15, 17:10. Ferner lief: Grand Mousseur. 2. Nennen. 1. Labrador( Schniger), 2. Wetterhere( Biebig), 3. Luftpojt ( b. Götz). Toto: 13:10. Blag: 10, 11:10. Ferner lief: Elfchen, 3. Rennen. 1. Maestoso( Haufer), 2. Albana( Adermann), 3. Rosenrader( Mannchen). Toto: 12:10. 4. Rennen. 1. Mac Adam( St. Thiel), 2. The Moti( Dertel), 3. Jmpreffario( Hauser). Toto: 38: 10. Blag: 16, 19: 10. Ferner liefen: Irkuts!, Raufbold. 5. Stennen 1. Rüdficht( R. Derschug), 2. Amaryllis( Adermann), 3. Mariza( Sutulies). Toto: 29:10. lag: 16, 21:10. Ferner liefen: Waisenfnabe, Enzian, Sturmnacht. 6. Nennen. 1. Amara( v. Göt), 2. Orplib( b. Horn), 3. Lauf ( b. Borde). Toto: 120: 10. Bias: 33, 17:10. Ferner liefen: Rache, Misdroh. 7. Rennen. 1. Echaumschläger( D. Schmidt), 2. Stammberr( Haynes). 3. Bollsrache( Dsw. Müller). Toto: 40:10. Blag: 19, 36, 96: 10. Ferner liefen: Farmer, Barus, E. Kadewitt, Prinz Kudud, Herbert, Tor di Quarte, Heliotrop, Alsterinst. SCHNELLYRES BANNER Hanni Koehler fährt auf Stock Motorrad auf der Opelbahn 1084 km in 24 Stunden und überbietet die Weltrekorde der 125- ccm- Klasse Die Strecke entspricht der Entfernung Berlin- Budapest M 365.- inkl. elektr. Licht Mit Fußbrettern M 20.- mehr M 83.- Anzahlung 12 Monate à M 28.- 6 Monate à M 52.Einigo Vertretungen noch zu vergeben Stock Motorrad Abt. der Stock Motorpliug A.G.Berlin- Niederschöneweide ISTEUERFREI!! alous as polis Die erst wurden Sie mit Pic Persil zufrieden sein, wenn Sie es richtig gebrauchten! Persil Henkel pro andr at 900 miles Hoffmany Gewiss, Sie freuen sich, dass Sie Persil haben und waschen gern damit, Dennoch haben Sie dieses ausgezeichnete Waschmittel wahrscheinlich noch niemals beim Waschen voll ausgenutzt! Machen Sie es sos Lösen Sie die für Ihren Taschkessel erforderliche Menge Persil kalt auf und geben Sie die Wäsche locker in die fertigbereitete Lauge Dann langsam zum Kochen kommen lassen und bei öfterem Ums rühren nur einmal eine Viertelstunde kochen! Sie nehmen eine prachtvoll weisse Tasche aus dem Kessel; nur noch das Spülen( erst gut warm, danach kalt bleibt zu tun übrig. Papier ist geduldig? Ach nein, verehrte Leserin- es liegt an Fhnen, sich zu überzeugen! In jedem Falle aber müssen Sie Persil allein und ohne Zusatz nehmen und, wie gesagt, immer kalt auflösen! ☆ Zum Weichmachen des Wassers verrührt man vor Bereitung der lauge einige Handvoll Henko Bleich- Soda im Kessel- Auch zum Einweichen ist Henko Bleich- Soda unübertroffen. Sonntag 15. Mai 1927 Die Zilme öer Woche. „die Weber." (Capikol.) Diese Verfilmung des Gerhart Hauptmannschen Dramas ist durchaus problematisch. Niemand kann die stark« Wir- kung, die der Film ausübt, bestreiten, aber sie ist weniger dos V«r- dienst von Schauspieler und Regisseur als das der 5)auptmannschen Dichtung, die in keiner Form unwirksam sein kann. Selten wohl gibt es ein«n Film, der im Grunde so durchaus unfilmisch empfunden ist wie„Die Weber". Die Bearbeiter Haas und C o r l s e n halten sich völlig an den Szenenablauf des Dramas. Sie begehen den oft gsmachten Fehler, daß sie unentwegt Texteinlagen bringen. Man liest immer wieder die bekannten Hauptmannschen Worte und es sieht beinahe so aus, als ob die Szene allein eine bildliche Illustration des Textes bedeutet. Und auch der Regisseur Friedrich Zelnik inszeniert eher Kühnen- als filmwirksam. Er stellt beispiels- weise„Die Weber" kurz vor Ausbruch des Aufstandes in Baumerts chülte wie ein Statistenheer aus der Bühne auf. Es gelingt ihm anfangs nicht, in der großen Szene des ersten Aktes bei Dreißiger den Eindruck einer Masse hervorzurufen. Im Gegenteil, er löst die Masse in einzelne Individuen auf, deren Gesichtsausdruck er in Großaufnahmen festhält. Später bemüht er sich, die Masse rhythmisch zu bewegen und unterstreicht dieses Bemühen durch Anpassung der Schrift an den Ausdruck des szenischen Bildes. Zu bemerken ist hier, daß aber der stärkste Eindruck des Rhythmischen von der Musik ausgeht. Den Höhepunkt erreicht Zelnik in der Szene, in der die Weber Dreißigers Billa zerstören. Hier scheint die Masie wirklich von Raserei befallen zu sein. Leider wird dieser Eindruck durch die Szene in Langenbielau abgeschwächt. Wie man Straßenkämpfe inszenieren muß, hat Eisenstein im„Potemkin" gezeigt. Zelnik ge- fällt sich hier in Mätzchen etwa bei dem zerschossenen Kruzifix und das Schlußbild ist reinste Opernapotheose. Trotz all dieser Mängel bat Zelnik den Beweis erbracht, daß er mehr kann als GesellfchastS- filme für Lya Mara zu inszenieren. Die Darsteller: Dieter!« als Moritz Jäger, mitreißend durch die Größe und Ausdruckskraft seiner Gesten, Wegeners Dreißiger von unterdrückter Brutalität, ein Gg- waltmensch, der noch irgendwie im Kleinbürgertum verhaftet ist, Walter Loos bringt für den wilden Bäcker überhaupt nichts mit. Kmil Lind, der viel zu selten im Film zu sehen ist, als Pfeiffer stark im Ausdruck hemmungsloser Angst. Von den Darstellern der Weber sind P i ch a und Georg John am markantesten. ____ F S. ,Die Irauengaste von Mgier.* (Ufapalast am Zoo.) Das Thema dieses letzten größeren Ufa-Films erinnert an Shaws ernsthafte Komödie:„Frau Warrens Gewerbe". Aber was dort eine ernste, tiesschürfende Auseinandersetzung ist, geriert sich hier als pikante Aufmachung und Vorwand für Abemeuerlichkeiten. Auch hier ist die Mutter, die ihre Tochter weit vom Schuß auf vornehmste Art erziehen läßt, im Hauptberuf Bordellwirtin— in Algier. Vor siebzehn Jahren ist ihr Mann in der Wüste mitsamt seiner Karawane verschwunden— im Film wkid diese Vorgeschichte natürlich später eingeflochten—, die Frau wurde durch ihre Not ins Bordell getrieben, aber nun ist sie längst über den Berg» sie führt ein Doppelleben als Verwallerin des Luxusfreudenhauses und gleich- zeitig als vornehme Dame. Wie so was möglich ist, verlöt der Manuslriptversasser Robert Reinert freilich nicht. Nun kommt die Tochter aus der Pension zurück, ausgerechnet nach Algier. Zunächst haben wir Gelegenheit, mit ihr olle Schönheiten der Stadt und chrcr Lage zu genießen, aber dann naht das Schicksal. Derselbe Mädchen- Händler� der ihre Mutter zu Fall gebracht hat, verschleppt sie.in deren Etablissement, nur dem Eingriff der Mutter, die von einer inneren Angst getrieben, dorthin eilt, ist es zu danken, daß sie vor dem Aergsten bewahrt bleibt. Jetzt greift ihr Bräutigam, ausgerechnet Staatsanwalt und Spezialist für Mädchenhandel, ein. Aber bald muß er auch erfahren, daß die Mutter seiner Braut identisch ist mit der Inhaberin. Den Mädchenhändler werden wir durch einen Matrosen los, der seine gleichfalls verschleppte Schwester rächt, Tochter und Staatsanwalt finden sich an der Leiche der Mutter, die durch ein gütiges Schicksal vor der Zukunft bewahrt bleibt. Ein neuer Regisseur H o f f m a n n> H a n i s ch hat mit erheblichen Mitteln und großer Sorgfalt den Film geschaffen, der als großes Geschäft auf internationaler Basis gedacht ist.«icher werden Thema' und Durchführung diesem Borhaben günstig sein, abex künstlerisch befriedigt der frlm noch nicht. Der Kolportagecharakter des Manuskripts ist nicht verschwunden, wahrscheinlich hat auch die Zensur hier und da eingegriffen— oder lag es an den Schnitten? An manchen Stellen machen�sich jedenfalls Störungen gellend, an anderen wieder werden die Szenen zu breit ausgespielt, außerdem wiederHoll sich die Verschleppungsszene ein paarmal. Die Bordell- szenen sind ziemlich lebendig geraten. Ganz famos ist Schlettow als Matrose, der den halben Laden zertrümmert. An erster Stelle der Darstellung steht Moria I a c o b i n i, die die Doppelrolle der Mutter mit feinster Nügncierung(und gelegentlichen Uebertreibun- gen) spielt. Eamillo Horn, einstens Fausts blondes Gretchen, er- scheint diesmal in der brünetten Ausgabe, sehr hübsch, aber wenig eigenartig. Eliza la Porta ist eine sehr wirkungsvolle algerische Type. Mit. den Männerrollen wußte der Regisseur weniger an- zufangen. Jan B r a d i n ist als Staatsanwalt sehr farblos, und Marwick Ward bleibt als Mädchenhändler stereotyp. Alles Lob gebührt der Milieugestaltung von Hans I a c o b i und Bruno Krauskops.__ D. „Sushiüo." (Veba palast Atrium.) Japan soll bereits ein« große Filmindustrie haben und nach jopanilchem Geschmack wunderbare Filme herstellen. Leider haben wll davon in Deulschland noch nichts zu sehen bekommen, und die Filmmagnaten, die japanische Filme geprüft Huben, behaupten keck- weg, sie" taugten nicht für uns. Leider kann die Oeffentlichkeit ihr Urteil nicht nachprüfen, muß aber dafür dem Regisseur Heinz Karl Heiland, der ein alter Japankenner ist. dafür danken, daß er uns einen Japanfilm beschert hat, der in Japan größtenteils mit japanischen Schauspielern aufgenommen ist und so die ersten wirklich- keitsgetreuen japanischen Bilder zeigt. Als erster Versuch hat der Film freilich allerlei Mängel. Er ist vor allem auch technisch nicht auf der Höhe. Die Aufnahmen sind vielfach zu dunkel, die Handlung gibt eigentlich nur ein Gerippe, um japanische Szenen aneinander» S***___ I_ zureihen, und die beiden europäischen Darsteller pasien wenig in das japanische Milieu. Japan hat bis weit ins 19. Jahrhundert hinein dank einer außerordentlich konserrmtiven und alle äußeren Einflüsse absperrenden Politik im Mittelalter verharrt, von dem bis in unsere Tage hinein ansehnliche Reste lebendig blieben. In diesem Mlltelalter herrschte das Gesetz des Bufhido, der Ehrenkodex des ritterlichen Gefolgsmannes, des Samurai, der seinem Lehnsherren, dem Daymio, zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet war. Millen in diese Welt hinein führt uns der Film, der ein europäisches Schiff an die japanische Küste verschlagen werden läßt. Ein europäischer Offizier kommt an Land, gewinnt die Gastfreundschaft eines Daymio und erlebt nun mannigfache Abenteuer, die zumteil zu bedrohlichen Konflikten führen. Auf diese Weise wird Gelegenheit geboten, mit japanischen Sitten und Gebräuchen eingehende Bekanntschaft zu machen: dos Harakiri, japanischer Schwerterkampf, das Treiben im Palast eines Daymios, Teehausszenen, schließlich Belagerung einer japanischen Burg u. a. m. wird uns vorgeführt. Das alles auf dem Hmtergrund japanischer Architektur und Landschaft, die uns mit ihrem eigenartigen Zauber bald gefangen nehmen. Bor allem aber bewundern wir die japanischen Darsteller, die ganz geschlossene Kulturbilder uns vorführen. Ein merkwürdig einheitlicher Zug geht durch alles, Kostüme, Waffen, Gebärden und Sitten. Es ist eben eine traditionell gebundene Welt, die immer starken Eindruck machen wird auf eine chaotische Zivilisation. Man darf hoffen, daß das erste. Beispiel vervollkommnete Nachfolge findet und wir endlich den Beitrag bekommen, der das japanische Volk im internationalen Film würdig repräsentiert._ D. ,vas Gewissen öer Männer.* Zilarmorhaus. Es ist ein Jammer um die amerikanischen Filmmanuskripie. Sie verarbeiten einen Kitsch, wie er sicher bei uns in„volkstüm- lichen" Unternehmungen auch einmal vorkam, aber doch heute größtenteils überwunden ist. Da es sich um groß aufgemachte Filme mit ersten Darstellern handelt, muß man annehmen, daß diese Filme trotzdem in Amerika ihr großes Publikum haben und beliebt sind. Was zum Beispiel in diesem„Gewissen der Männer"— der Titel hat mit dem Inhalt wenig zu tun— geboten wird, das haben Shaw und andere Satiriker schon vor einer Generation gebrandmarkt. Immer wieder handelt es sich um die Ehe eines Aristokraten mit einer kleinen Künstlerin. Dann wird ein Stück vornehmes Leben gezeigt, in diesem Falle Monte Carlo: dann verläßt der Mann ganz unmotiviert seine junge Frau und läßt sie im tiefsten Elend zurück. Sie bettelt sich nach Marseille durch, wo sie in einem Cafe-Chantant Beschäftigung und Unterkunft für ihr Kind findet, das dort geboren wird. Nun kommt der dickste Kolportagcstil: der Vater des in- zwischen verstorbenen Grafen will ihr das Kind nehmen, da ver- schenkt sie es an eine durchreifende Engländerin. Jahrelang sucht sie dann ihr Kind vergeblich in London, und findet es erst zwanzig Iahx« später in demselben Chantant wieder, in dem es geboren wurde, als englischen Soldaten. Die näheren Umstände erspare man mir: sie sind jenseits, aller Wahrscheinlichkeit. Es müßte eine fabelhafte Sache fein, eine Parodie auf solche Filnie zu machen. Freilich muß man dabei von Normo T a l m a d g c absehen. Sie ist nicht nur liebreizend und sprühend als Brettldiva, sie weiß uns nicht nur alle Sensationen der Liebe miterleben zu lassen, sie ist nicht nur einzig, wenn sie ihre Nebenbuhlerin oertobackt, sondern auch in den ernsten und tragischen Partien nimmt sie uns gefangen. Kaum kennt man sie wieder, wenn sie zwanzig Jahre später das Wiedersehen mit ihrem Sohn feiert, so sein mütterlich, so reif fraulich tritt sie uns entgegen. Sic ist nicht nur„Kiki", sie ist die Frau aus ollen Stufen, von ansteckender Freude bis zum tiefsten Schmerz. Der Film arbeitet sehr viel mit Großaufnahmen. Vorzüglich ge- lungen ist das Londoner Wetter mit seinem verschleiernden Nebel.__ r. »Sein größter S!uff.* (Emslkapatast.) In diesem Film wird in tausend Momenten Unterricht erteilt, wie man ein fabelhafter Detektiv wird oder wie man erfolgreich klauen lernt. Henrik Galeen schrieb das Manuskript zu einem echten H a r r y- P ie l- F i l m. Harry ist immer im Vordergrund, und diesmal ist er fast in jeder Szene tätig, da er auch noch eine Doppelrolle spielt. Einmal ist die Aufnahme insofern unglücklich, Sekloge des vorwärts weil bei der Unterhaltung— Harry spricht mit seinem Zwillings- bruder— der eine raucht und der andere nicht. Diese beiden Brüder, die ein und derselbe Schauspieler verkörpert, sind natürlich zweimal aufgenommen. Beim Zusammensetzen des Biloes ist keine richtig« Verteilung des Zigarettenrauches erzielt: er hört in der Mitte des Bildes auf, das dadurch zwei Atmosphären bekommt. Sonst aber wird eine ganz gerissene Aufnahmetechnik in den Dienst dieses Filmes gestellt, der alles enthält, was man in diesem Falle verlangt: Bewegung, Spannung und eine schöne Landschaft. Defrum verzeiht man die Unmöglichkeit der Handlung, sowie die Anklänge an„Die unheimlichen Drei" und„Das gestohlene Brillanlenkollier". Ganz bestimmt hat ein Film seine Aufgabe nicht restlos erfüllt, wenn er nur dem Sensationsbedürfnis Genüge tut. Wir dürfen uns nicht davon abbringen lassen, der Film hat größere Aufgabe» zu lösen. Doch durch die Mililörschmorren, die„patriotischen" Machwerke und die amerikanische Serienware sind viele unserer Lichtspieltheater- besucher einfach dahin gedrängt worden, daß sie sich jetzt frei und offen zur Räuberpistole bekennen. Das Schuldkonto der„ernsten" Konkurrenz ist eben derartig belastet, daß Harry Piels Aktien unbc- dingt steigen müssen. Die Musik war realistisch und temperamentvoll. __ c. b. ,vie Tänzerin von Moulin Rouge.* (Ilfa-Theder am Surfursiendannn.) Wir haben schon viele Tänzerinnen im Film gesehen(die meistens tänzerisch nicht wirkten), und schon viele Filme mit ähnlichen Titeln erlebt, aber May M u r r a y weiß dem abgedroschenen Thema doch neue Reize abzugewinnen, so schwer ihr das Manuskript die Arbeit macht. Sie lebt abwechselnd im Tanzsalon und Verbrecher- viertel. Ihr Partner ist ein viel erprobter Juwelendieb. Stil- gerecht setzt deswegen der Film auch mit einer Polizeirazzia in dem merkwürdigen Verbrechcrkcller ein, in dem Lolo ihre Residenz aus- geschlagen hat. Bei der Gelegenheit verliebt sich ein Polizeiamateur. ein vielfacher amerikanischer Millionär in das Mädchen und läßt sich auch von seinem Freunde dem Polizeikommissar nicht davon ab- bringen. Die Geschichte endigt damit, daß der Millionär sie chelick?t und sich auch mit dem Partner, der zu guterletzt an seiner Freundin eine Erpressung verübt, abfindet. Der smarte Amerikaner verliert nichts dabei, denn der Schmuck, den er dem Apachen überläßt, ist falsch. Diese echt amerikanische, von Rührseligkeit triefende Affäre ist Im höchsten Maße geeignet, sich einem auf die Nerven zu legem Wenn es May Murray trotzdem gelingt, uns für ihre charmante, kecke, lustige, ja ausgelassene und dann auch wieder rührend- sentimentale Person zu. interessieren, so muß ihr das doppelt onge- rechnet werden. Vorausgingen ein Film„UnsereLandjägc r". der für die Polizeiausstellung hergestellt wurde und über die Auf- gaben der ländlichen Polizei aufklären soll, sowie eine ganz er- freuliche Groteske aus dem Hunde- und Tierleben„B u st e r u n d Brownie im Lunapar k"� , Louise von koburg.* (Primuspalask.) Traurig, äußerst traurig, was der Prinzessin Louise von Belgien in ihrer Eh« mit dem Prinzen Ferdinand von Koburg widerfährt. aber man kennt solche Dingo bereits aus allen möglichen Gefellschofts- filmen. Was im Leben von Interesse sein mag, ist filmisch nicht immer auszuwerten. Die Prinzessin flieht mit ihrem Liebhaber, dem Oberleutenant Mattachich. Das Geld geht zu Ends, die Eläubioer drängen, schließlich endet das Paar in einer verdrscktsn Pariser Mansarde. Mattachich stirbt, als er sich von der Prinzessin trennen muß, weil dies« hofft, bei ihrer Berwundlschafi wieder in Gnaden aufgenommen zu werden. Ironie des Schicksals, daß der sterbenden Prinzessin fünf Millionen Goldfranken von der Kaiserin Eugenie zufließen. An sich wirkt dieses Schicksal nicht tragisch, denn schließlich fragt man sich, können diese gesunden Menschen nicht arbeiten? Der Film sollte endlich seine Sympathie mit der aristokratischen Nichts- tuersippschaft aufgeben. Der Konflikt entsteht allein aus einer Welt- anschauung, die beute überwunden ist und uns unverständlich bleibt. Es gibt andere soziale Probleme. Außerdem fehlen ö.'m Film dra- matische Höhepunkte, die Handlung schleppt sich"träge und müde dahin, ohne Tempo und Spannung, und der Zuschauer kennt von vornherein den Ausgang. Die Regie und die Darstellung können kaum über diese Mängel des Manuskripts hinwegröuschen. Erna M o r e n a hat starte Augenblicke, etwa an der Babre des Ge- liebten oder wenn sie bei der Schlvester um Unterstützung bettelt. aber dann gefällt sie sich in einer gleichbleibenden, müden Haltung, und die blonde Perriick« verdirbt ihren Typ.. Eugen N e u f e l d übertreibt die Haltlosigkeit und Roheit des Koburgers, der Re- gisseur Rolf Raffe jedoch, der wirksame Szenen stellt, sollte für Einheitlichkeit des Kostüms sorgen.— t.• »Die große Lachwoche.* (Gloriapalast.) Gutes Wetter ist der grimmigste Feind der Lichtspieltheater- besitzer. Darum ist es deren gutes Recht, sich zur Wehr zu setzen. was sie alteingewurzeltem Brauch zufolge, meistens mit sogenannten Lustigkeiten tun. Der Elormpalast hat als Erster eins Lachwochs proklamiert, in der tatsächlich gelacht mied.„Au t o s i m in e l" ist eine Groteske, die unmögliche Automobile und ebenso uriinögliche Automobilsahrten vorfuhrt. Eelbstverstänblich wirkt sie auj's Zwerchfell, erinnert aber auch unangenehm an das schon so über- gesehen« typische amerikanische Beiprogrnmin. In„W i e werde ich Vater?" entzückt ein ganz ollerliebstes Kind. Doch kann man sich der Freude an diesem reizenden Geschöpf nicht ungeteilt hin- geben, weit man nebenbei immer von dem traurigen Gedanken gequält wird, daß es in Amerika mit deni Schutz der Filmkinder wirklich nicht weit her sein kann. In„Ein S t a a t s k e r l" jetzt Raymond Griffith allen Lustigkeiten die Krone auf, obwohl er seine eigene Krone mit dem Zylinder vertauscht. E. Sutherlond führte kurzweiligste Regie, die ganz auf Hohn und ganz auf Bewegung gestellt ist. Seine Phantasie kennt keine Grenzen, wenn eS' gilt, den vertrottelte» angestammten Herrschern nebst Anhang, den sowieso Untertanen und den Berussreoolutionären eins auszuwischen, die. sobald nur«ine kleine Firmenänderung vorgenommen wird und der König Präsident heißt, die unentwegtesten Hurraschreier sind. Raymond G r i f f i t h ist als Kronprinz unnachahmlich. Wenn er die Uniform angezogen hat, ist allein dadurch schon die Unisorm ver- höhnt. Und als Präsident trägt er wiederum de» Zylinder so, daß er zum derben Ulk wird. Raymond Griffith hat wirklich eine eigene Art, sich und alle anderen zu verhöhnen. Alle Spottvögel werden sich eins mit ihm wissen. e. b. >1■»■——■—■.■■Iii« Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Ein Sommernachtstraum. Morgen 8 Uhr: Ein 3 Uhr: Tragödie der Liebe 8 Uhr Jan der Sommernachtstraum. Wunderbare Komische Oper Altabendlich 8% Uhr: die neue gr. James- Klein- Revue mit dem Titel Streng verboten!!! Die Ravue der verbotenen Leidenschaften! Ueber 200 Mitw. 8 Balletis. Keine Vorzugskarten mehr, dafür kl. Pr. Parkett 3, Rang 2 M. Vorverkauf a.d. Theaterk. ab 10 U. ununterbr. Nur noch 17X Heute Sonntag 57915 Wochentags 915 Vorverkauf A.Wertheim und Ufa- Pavillon Weltkrieg Nur HISTORISCHER FILM UFAPAVILLON , AM NOLLENDORFPLATZ ERIK CHARELL BRINGT: Tägl. 8 U. Wie einst im Mai Alfred Braun, Lucie Mannheim a. G. Bendow, Westermeier, Kupfer u. a. Großes Schauspielhaus Theater im Admiralspalast Tägl. 8 Uhr. Gesamt Gas'spiel. Palace- Theater, Paris Heute Sonntags- Vorstellungen 3 u. 8% Uhr. Nachmitt. die ganze Vorstellg. zu halben Preisen. „ Vive La femmine" 8 Jenny Golder, Spadaro und Harry Pilcer Anfang Uhr Stg. nm. 4 CIRCUS BUSCH Stg. 2, 4 u. 8 Uhr: BEN HUR Lebendigste Wirklichkeit! Nachm. halbe Preise! Kur Monat riai: HEUTE UFA- PALBST Die Frauengasse Wochentags 7 u. 915 Sonnab. u.Sonnt. 5, 7, 915 GLORIAPALAST Wochentags 7 u. 915 Sonnab.u.Sonnt. 5, 7, 915 von Algier Die große Lachwoche Staats- Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 6% Uhr: Meistersinger von Nürnberg Schauspielhaus 21 Uhr: Napoleon 8 Uhr: Florian Geyer Schiller- Theater 8 Uhr: Musik. Städtische Oper Charlottenburg 71, Uhr: Der Troubadour Abonn.- Turnus 1 Deutsches Theater Norden 10334-37 S U. Ende 11 U. Der Arzi am Scheideweg Kammerspiele Norden 10334-37 81 U. Ende 10 U. Das Land der Treue Die Komödie Bismarck, 2414, 7516 Letzte Aufführungen! 84 Uhr, Ende 10 U. Lockvögel Dienstag, den 17., Zum 1. Male: Der Snob Nachtvorstellung Tägl. 11 U., Ende 1 U. Revue: Was Sie wollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Theat. a. Hollendorfpl. Kurfürst 2091 8 Uhr Ende gegen 11 Drei arme kleine Mädels Operette von Walter Kolla Rose- Theater Gartenbühne 5 Uhr: Konzert und Bunter Teil 8 Uhr: Der Vetter aus Dingsda Lustspielhaus 8 Uhr: KURFÜRSTENDAMM Mae Murray in Bobby's letzte Nacht Die Tänzerin von Wochentags 7 a. gr Sonnab..Sonut. 5, 7, 9% Moulin Rouge Wochentags 7, 915 Sonntags 5, 7, 915 Vesparmann, Klinder, Junkermann Ehren- und Freikarten ungültig NE ORIGINAL NELSON- REVUE! Tahre Nelson 10 Bilder von Hans H. Zerlett Musik von Rudolph Nelson Tanzeinstudierung Heinz Lingen Kapellmeister W. Joseph Dargestellt ausschließlich von Mitgliedern des Nelson- Theaters Fritzi Schadl Eva Tinschmann Walter Ritter Arnold Lambert Rolf Lindau Erich Miersch Katja Böhm Hope Alexander MARION Tamora Matull Jella Kais Nora Herberg DAVIES IN Der Thronfolger REGIE: SIDNEY FRANKLIN G- SOLD- ARLE DER PARAMET Heute Sonhtag 5 7 Wochentags 79 UFA- THEATER Nur diese Woche! TURMSTRASSE AUSSTELLUNG MUNCHEN MOZARTSAAL Die verkaufte SCALA 1927 Frau UFA- PAVILLON Der Weltkrieg Wochentags 7 u. 915 Ein Sonnab.u.Sonnt. 5, 7, 915 historisch. Film FRIEDRICHSTR. Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 SCHÖNEBERG Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 TURNSTRASSE Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 KÖNIGSTADT Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Einbruch mit Ralph A. Roberts Dia 7 Töchter der Frau Gyarkowics Bühnenschau Der Thronfolger Auf der Bühne: Die Orig.- Reisen- Revue 20 Jahre Nelson" Lolotte, das Modell Bühnenschau ALEXANDERPL. Asta Nielsen in Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Birneniragödie WEINBERGSWEG Die Falle am Crowton- Pass Wochentags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Die Liebesinsel FRIEDRICHSHAIN Die Falle am Crowton- Pass Wechontags 7, 9 Sonntags 5, 7, 9 Die Liebesinsel UBERALLUFA WOCHENSCHAU Berliner ik- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 75L Nollendorf 7360 8 Uhr Charlie RivelTrio und weitere VarietéSensationen! Sonnabends a. Sonntags 2 Vorstellungen 330 und 8 Uhr, 380 zu ermäßigt. Preisen d. ganze Programm Gipiens DAS BAYER HANDWERK MAT BIS OKTOBER T Auch Du mußt zur Großen Ausstellung Berlin 1927 DAS WOCHENENDE gehen! Freier Eintritt bis nachts 12 Uhr in den SCHNEEPALAST für alle Ausstellungsbesucher, Eine neue Sehenswürdigkeit und ein herrlicher Nachmittags- und Abend- Aufenthalt an schönen Frühlingstagen sind die soeben eröffneten Terrassen am Funkturm Ausstellungshallen am Kaiserdamm Heute Sonntag Märkischer Wanderer- Tag mit heimatkünstlerischen Vorführungen Eintrittspreis 1,50 M., Jugendliche 0.75 M. Montag, 16. Mai Beginn der Ski- Sport- Werbe- Woche sepalst großen Dienstag, 17. Mai Schneepalast Großer Volks- Werbe- Tag anläßlich des Parlaments- Empfanges auf der Ausstellung mit Riesenfeuerwerks- Schauspiel am Funkturm, ausgeführt von Oberfeuerwerker Linduer, ab nachmittags 3 Uhr 1. Frühlings- Militärkonzert in den Terrassen am Funkturm. Eintrittspreis nur 1,10 M., Jugendliche 0,30 M. Zweiter Volkstag der Woche: Sonnabend, 21. Mai ,, Der Tag der Schulen" Was ist CLIO Beachten Sie die nächsten Inserate! Thalia- Theater Walhalla Theat. Täglich 8 Uhr: Täglich 84 Uhr: Wenn der junge Die von der Wein blüht Wallner- Theater ZOOLOGISCHER GARTEN 8% Uhr: Der Lustspielerfolg! Auf der Sonnenseite CASINO- THEATER 8 Uhr Pimpelhuber der Millionen- Erbe 28. Mai: Der Fehltritt einer Frau. Ab DEUTSCHE Gutschein: Faut. 1 Mk., Sessel 1,50 Mk. THEATERAUSSTELLUNG MAGDEBURG 1927 AUSSTELLUNG LANDHAUS UND GARTEN FRIEDMANN & WEBER BERLINW FRIEDR EBERTSTR.8 Reichsab GROSSES 4 Uhr nachm. KONZERT DienstagSonnabendDonnerstag- Berl. Sinfon.- Orch. Abend: Dir.: Clemens Schmalstich. AQUARIUM Wilh. Kuhnerf geöfin. 9-7 Uhr. Afrika- Ausstellung. Liebe leben! Jugendliche keinen Zutritt! Vorzeiger zahlt ur halbe Kassenpr. Z Theater entralBarnowsky- 3ühnen Th. Königgrätz. St. 100 Metropol Theat. Täglich 8 Uhr: Hasenheide 2110 Zirkusprinzessin 8 Uhr: Die Schule v. Uznach Homödienhaus Norden 6304 8 Uhr Theo machi alles! Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 8 Uhr: Adieu Mimi Lessing- Theater 8 U.: Der Patriot Kortner. Riemann Kott. Str. 6 Blumenspenden Täglich 8, Uhr: Theater am Kotth. Tor Die Weltc Lustspiel von Carl Sloboda PAT HOMER Ausstellung für Kolonialwaren u. Feinkost sowie dazugehörende Bedarfsgegenstände Ehrenprotektor: Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius findet statt vom 13. bis 21. August 1927 in Berlin, Ausstellungshallen, Kaiserdamm. Prospekte und Auskünfte durch die Ausstellungsleitung und die unterzeichneten Verbände. Veranstalter: Reichsverband Deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmittel- Einzelhandels E. V. Berlin Edeka- Verband deutsch. kaufm. Genossenschaften E.V.Berlin Unter Mitwirkung des Berliner Messeamtes. Ausstellungsleitung: Berlin W. 57, Bülowstraße 85. Tel. Lützow 1874 jeder Art Tägl. 8 Uhr: Stg. nachm.3 liefert preiswert Elite- Sänger Paul Golletz, Großes Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3, Ueberraschungs- Ecte Naunynstraße mt Morigpl.103 03 Programm! Relchshallen Theater Allabendlich 8 Uhr: Stettiner Sänger ( Meysel, Britton, Steid! usw.) Das wunderbare Mai- Progr.! Dönhoff- Brett'l: Varieté, Konzert, Tanz Trabrennen Ruhleben Montag, den 16. Mai nachm. 3 Uhr Rennen zu Hoppegarten Sonntag, den 15. Mai nachmittags 3 Uhr