ftim ch«».7tchr» Msgabe A Nr. IIS Bezugspreis: 0 IMchentlich 70 Pfenn!?, monatlich B,— Sfidjsmarf ootauä zahlbar. llntkr Srcujband für Deutschland, Danjiz, Saar- und Memelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmark, für das übrige Auslaad SL0 Reichsmark pr-Moaat� Der �Zormärts' mit der illustrier. teu Sonntagsbeilage.Boll und Zeit' sowie den Beilagen„llnterhaliunq und Wissen',.Au» der Filmwelt". .Frauenstimme',.Der Kinder- freund',„Sugend-Borwartz',.Blut »n die Büchcrwelt' und.Kultur» arbeit' erscheint wocheatäglich zwei. Mal, Sonntags und Montag, einmal. t. Telegramm-Adrefs t: mgoslaU>»mottat Bcrfl*" Morgenansgabe omW Derliner VolksM�kt 10 Sksnnlo) Auzeigeupreise: Die einspaltige NonpareMe» geil« SV Pfennig. Reklamezeile d,— Reichsmark..Kleine Anzeigen' da» fettgedruckte Wart 25 Pfennig izulilssig zwei fettgedruckte Worte), jede» weiter« Wort lK Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort lb Pfennig, jedes weitere Wort ln Pfennig. Worte über 15 Duch- jtaben zädlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt geile 00 Pfennig. ssamilienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigeu für die nächste Nummer müssen bis 4id Ubr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden, straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von Uli llhr früh bis 6 Uhr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokratifd�en parte! Deutfcklandö Neöaktion und Verlag: Berlin SW. öS, Änöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SSS— SS7. vorwärts-verlag G.m.b.tz., Berlin SW. HS, llinöenstr.3 Postscheckkonto-«erNn»7 6«- Panklonto: Pank der«rdelter.«ngestelte» nnd Beamten,«allstr.«!«wk-nw-Geselllckaft.»eposttenkast,«indenstr. i. Das /lntikaisergesetz angenommen. Aber 3t» Deutschnationale» darunter ein Minister» haben sich gedrückt. Der Reichstag nahm gestern in dritter Lesung den Initiativantrag Westarp und Genossen, der die Geltungsdauer des Gesetzes zum Schutze der Republik um zwei Iahre verlängert, gegen 41 völkische und kommunistische Stimmen mit 323 Stimmen aller anderen Parteien an. Damit ist die ver- sassungsändernde Mehrheit erreicht, die Verlange- rnng beschlossen. Der Schmerz war kurz. Wenige Minuten nach Eröff- nung der Sitzung ist man schon bei dem entscheidenden Punkt der Tagesordnung angelangt. Im Hause wird inzwischen der Text einer Erklärung kolportiert, die Graf Westarp angeblich abgeben will. Es ist darin gesagt, das Gesetz mache die Riukkehr des Kaisers von der Zustimmung der Reichs- regierung abhängig, die deutschnationalen Minister würden aber niemals diese Zustimmung oerweigern. Man lacht. Präsident Lobe eröffnet die allgemeine Aussprache— und schließt sie, da keine Wortmeldungen erfolgt sind. Bis dahin vergehen einige spannungsvolle Augenblicke. Wo bleibt Westarp mit seiner Erklärung? Sein Platz ist leer, er ist nicht im Saal. Er bat draußen noch irgendeine Zensur zu passieren. Löbe ruft oen§ 1 auf— da kommt Westarp mit wehenden Rockschößen herbei gestürmt. Man lacht herzlich. Westarp liest. Man merkt, das Manuskript ist korrigiert! Von der Tapferkeit, mit der sich die Vier im Kabinett gegebenenfalls für Wilhelm einsetzen würden, ist nicht mehr die Rede. Das hat also die interfraktionelle Zensurbehötde gestrichen. Dagegen hat sie ihm erlaubt, von „unserem grundsätzlichenStandpunkt�zu sprechen. Man lacht Tränen. Rur Löbe sitzt oben, ohne eine Miene zu verziehen. Als Präsident muß er das können. Run geht Genosie Hermann Müller hinauf und schmettert den„Grundsätzlichen� ein paar Sätze ins Gesicht» über die sie erröten müßten, wenn sie das noch könnten. Roch eine kleine Kommunistenrede, dann ist es so weit. Die Schriftführer sammeln die Stimmkarten ein. Man sieht im Saal erhebliche Lücken, die sich nach rechts hin stark verbreitern. Aus der Regierungsbank wie gestern H e r g t und v. Keudell allein. Eine kleine Pause der Spannung, ob es reichen wird. Es reicht! Löbe verkündet das Er- gebnis. Es wird mit Stillschweigen aufgenommen. Sachlich ist nichts geändert, die Geltungsdauer eines Gesetzes ist verlängert, es bleibt also alles beim alten. Aber p o l i t if ch hat sich etwas geändert, da ist etwas ins Rutschen gekommen, da hört man es knistern und knarren. Die Frage des Tages lautet: Wie haben sich die Deutschnationalen bei der Abstimmung im einzelnen verhalten, und wie werden sie diese Belastungsprobe bestehen? Die Abstimmungsliste wird indes erst lange nach Sitzungsschluß in den Abendstunden bekannt. Aus ihr er- gibt sich, daß 3L deulschnalionale Abgeordnete, unter ihnen der Reichs- verkehrsminister koch, nun nicht mitgestlmmt haben. Außer dem Verkehrsminister Koch nahmen folgende deutschnationale Abgeordnete an der Abstimmung nicht tell: Behrens, Berndt, Liener, Vietze, v. Dryander, Eggers, Ever- ling, v. Freytagh-Loringhoven, Gereke,®of, v. Goldacker, Graes(Thüringen), Haag, Hugenberg, Hülser, Iulier, Klönne, Körner, Lambach, Lejeune-Iung, v. Lindeiner- Wildau, Lehmann, Frau Mueller-Otfried, Neuhaus(Düffel- darf), Preyer, O u a a tz, Rademacher, Sachs, Schlange-Schö- n i n g e n, Schmidt, Strathmann, Stubbendorss, o. T i r p i tz, Wall- raf und Werner. Unter den 36 fehlenden deutschnationalen Abgeordneten mögen sich einige befinden, die an der Teilnahme verhindert waren. Aber der Reichsminister Koch gehört nicht zu ihnen. Er war im Hause anwesend, hat sich aber von der Abstimmung gedrückt. Wir haben also drei deutschnationale Minister— He r g t, Keudell und Schiele— die der Republik den notwendigen gesetzlichen Schutz bewilligen, und einen vierten, der das nicht tut. Der Reichsminister Koch hat gegen seine drei Ministerkollegen und gegen das Gesamt- kaoinett demonstratio der Republik den gesetzlichen Schutz oerweigert. Es gibt also von heute an einen F a l l K o ch. Es ent- steht die Frage, ob eine Regierung möglich ist, die in einer politischen Frage von solcher Bedeutung vor der Oeffentlich- keit nicht die Solidarität zu wahren imstande ist, und ob die Herren Marx und Köhler weiter auf der Ministerbant neben einem Mann sitzen wollen, der soeben durch sein Ver» halten als Abgeordneter seine extrem republikfeind- st che Gesinnung bekundet hat. Von den anderen mag, wie gesagt, der eine oder der andere triftige Entschuldigungsgründe haben. Daß aber die Absentierung der Sechsunddreißig im großen und ganzen die Bekundung einer von jener der Fraktionsmehrheit abweichen- den Meinung darstellt, versteht sich von selbst. Es war bekannt, daß ein Drittel der Fraktion bereit war, es wegen des Republikschutzgesetzes auf den Zerfall der Koalition an- kommen zu lasten, die Zahl derer, die bei der Abstimmung fehlten, entspricht ziemlich genau diesem Drittel. Und es sind alle wilden Männer darunter, deren extrem republik- feindliche Gesinnung bekannt ist. Handelt es sich diesmal nicht um eine Komödie Mit ver- teilten Rollen wie bei der Abstimmung über die Dawes- Gesetze? Ist die Sache ernster? Man möchte es fast meinen, wenn man gewisse Stimmen der deutschnationalen Presse ver- nimmt. Es ist nicht nur der Abgeordnete Hugenberg, der in seinem„Tag" so nebenbei die Frage aufwerfen ließ, ob von seiner Partei nicht schon„die Grenze der Verlumpung überschritten" sei: draußen im Reiche äußert man sich schon ausführlicher. So weiß das westdeutsche Organ der Deutsch- nationalen, die„Rheinische Ta g e s z« i t u n g", zu mel- den, daß Westarps Parteiführerschaft stark erschüttert sei, und sie sagt weiter: Graf Westarp, der innerlich nach rote vor im allen konservativen Geiste Denkende, ist im besonderen Maße unzufrieden mit sich selbst, weil er, wie wir aus ganz bestimmter Quelle wissen, fühlt, daß es ihm auf die Dauer nicht mögllch sein kann, die Partei in dem Sinne zu führen, wie es die sogenannten „Jungen� des deutschnationalen Parlamentarismus vielleicht aus bester Ueberzeugung für richtig erachten. E» ist heute offenes Ge- heimnis, daß Graf Westarp gar nicht mehr der eigentlich« F ü h r er der Partei ist, sondern maßgebend bei den Deutsch- nationalen ist eine Verbindung von nationalrepublikani- s ch e n Politikern und einigen sehr einflußreichenMännern der Wirtschaft, die den Ehrgeiz der„Jungen* klug zu nützen wissen... Wenn aber Graf Westarp mit seinem Herzen und seiner tiefsten Ueberzeugung ganz anders steht, als ihn die engste Umgebung dahin drängt, so ergibt sich jener Widerspruch in Tat und Wort, der im Berliner vaterländischen Lager insbesondere nach der Rostocker Rede tief empfunden und beklagt wird. Weniger als die Frage des Verlängerungsgesetzes selbst bedrückt die nationale Hoffnung der kaum noch zu verschleiernde Umstand, daß der großen vaterländischen und parteinationalen Bewegung in Deutschland der durchgreifende Führer fehlt, der aus sich selbst formieren und zusammenzusetzen weiß. Es werden in deutsch- nationalen führenden Kreisen Worte der Opposition aufgegriffen und tatsächlich ern st hafte Erwägungen gepflogen, ob man nicht besser ein offene, Programm der Bindung verkünden soll, als sich von politischen Gegnern stets aufs neue Grundsatz- l o s i g k« i t e n vorwerfen zu lassen. Solche Stimmen lassen fast glauben, daß die deutschnatio- nale Partei diesmal am Rande einer innerenKrise stehe. Man darf aber nicht vergessen, daß sich diese Partei schon manch- mal in ähnlichen Situationen, wenn auch nicht ganz so schme- ren wie der gegenwärtigen befand, ohne daß ein Bruch nach außen in Erscheinung getreten wäre. Ihre letzte Spaltung hat sie bekanntlich vor fünf Iahren wegen des Mordes an R a t h e n a u erlebt, damals löste sich der extrem rechte Flügel v. Graefe-Wulle-Henning ab. Se.in Schick- sal mag auf die äußerste Rechte der deutschnationalen Fraktion einigermaßer abschreckend wirken. Käme es zur Bildung einer ausgesprochenen Königspartei, so könnte ihre Pleite den Monarchismus nur noch weiter diskreditieren. Diese Gründe mögen vielleicht bewirken, daß die deutschnatio- nale Partei in ihrer äußeren Form trotz aller inneren Spannungen bestehen bleibt. Möge sie! Verlumpt bis auf die Knochen, von ihren Bundesgenossen nicht weniger verachtet als von ihren Gegnern, wird sie ihr Dasein weiter fristen. Als Klassen- partei des Besitzes hat sie ja noch Funktionen zu'er- füllen. Wie lange sie aber noch imstande sein wird, mit ver- logenen Redensarten über ihre angeblich noch vorhandenen, in Wahrheit aber längst verschacherten„Ideale" Wähler aus den breiten Bolksmassen zu fangen, muß sich bald zeigen. Kampf gegen die deutschnationale Partei ist Kampf um die Reinigung des öffentlichen Lebens. O Der Reichstag hatte gestern die Berfängerung des RepvMik- schutzgesetzes endgültig zu verabschieden. Abg. Graefe-Mecklenburg(Bölk.) nennt diese Vorläse eine Ausgeburt von Angst und Unfreiheit. Ein Volk, da» seinem Monarchen eine Rückkehr in die Heimat durch Gesetz verbiete, und wem» da» auch Leute tun. die seither in Ehr- erbietung vor ihm erstorben seien, so sei das eine Erbärmlich- keit und erschüttere den Redner tief.(Heiterkeit.) Der Präsident kündet jetzt als nächsten Redner den Abg. Graf Westarp cm. Er ist aber nicht im Hause, so daß der Präsident die allgemeine Aussprache wieder schließt. Erst bei der Einzel- beratung erscheint Gras Westarp Im Hause, mit lebhaften Zu- rufen von der Linken begrüßt. Abg. Graf Westarp(Dnatl.): Eigentlich wollte ich nicht in die Debatte eingreifen, da die Rede der Opposition sachliche Gesichtspunkt« nicht enthalten hat.(Lebh. Heitertest.) Bor der Abstimmung wolle er aber noch einmal den grundsätzlichen Standpunkt seiner Fraktion darlegen. Die Stellungnahme seiner Fraktion sei unverändert die. daß dem Kaiser die Rückkehr ermöglicht werden müsse.(Heiterkeit.) Aber die dem Initiatwantrag beigefügte Interpellation stelle die westere Prüfung der Frag« in Aussicht, welche Einzelheiten aus dem Republikschutzgesetz in das Strafgesetzbuch einzu- gliedern, welche aufzuheben seien. Um diese Prüfung zu ennög- lichen, stimmen die Deutschnationalen der Verlängerung des Republik- schütze efetzes auf kurze Frist zu.(Lebhafte Heiterkeit.) Mg. Hermann Müller-Lranken lSoz.j: Ich gebe zu. daß die Rolle, die Herr Graf Westarp hier bei uns spielen mußte, keine beneidenswerte war.(Sehr wahr links.) Er mußte deshalb in dieses hohe Haus fast so herein- kommen wie der Prioatkläger, der zum Termin eine Minute z u spät kommt. Wenn Herr Gras Westarp seine Rede damit begann, daß er die Reden der Opposition als inhaltslos bezeichnete, so ist zu prüfen, ob die Rede des Herrn Grafen Westarp einen sachlicheren Inhalt al, die Rede der Opposition gehabt hat. Graf Westarp hat seine Rede nur geHollen, weil er Opposition in seiner eigenen Partei hat. Gewissensbisse dürften ihn gewiß nicht auf die Tribüne getrieben haben. Die Deutschnationalen haben seit Monaten das Bekennen unterlassen und nur in Taktik sich geübt und ständig Rückzugsbefehle erlassen.(Hört, hört.) In Ihren eigenen Reihen wird jetzt geprüft, ob nichi din: Taktik vom Sichbekennen zum verlumpen führte.(Höri, hört! links.) Das Nähere wird Graf Westarp vom Kollegen Hugenberg er- fahren, der dem„Tag* nicht ganz fernsteht. Herr Graf Westarp konnte seine Rede ganz gut halten, weil er nicht in die Gefahr kommt, den Ruf eines Philosophen zu verlieren. Aber im Grunde genommen war das, was er sich hier aufgezeichnet hat, nichts als ein schiecht geschriebener Entschuldigungszettel. Was soll es heißen, daß die Deutschnationalen nach wie vor für ihre Grundsätze zu arbeiten bereit sind, wenn sie das tun, was sie in den letzten Tatjen und Wochen immer getan haben. Die Tatsache bleibt, daß in diesem Gesetz, wenn auch nur«ine Kann- bestimmung in ihm ist, dem Kaiser die Rückkehr ver- wehrt wird. Nun wollen die deutschnationalen Minister im Kabinett für die baldige Rückkehr des Kaisers arbeiten. In§ 23 dieses Gesetzes heißt es aber:, Mitglieder solcher Familien usw. ist das Betreten des Reichs- gebietes untersagt oder der Aufenthalt auf bestimmte Teile oder Orte des Reiches beschränkt, falls die Besorgnis ge- rechtfertigt ist, daß andernfalls das Wohl der Re- publik gefährdet wird. Ich frage die Regierungsparteien und die Reichs- regierung, ob sie bereit sind, dem Drängen des Grafen Westarp und seiner Freunde in der Regierung nachzugeben, wenn die Vor- aussetzung. die hier im 8 23 festgelegt fft, nicht erfüllt ist. Es handelt sich nur um eine Kannbestimmung, die auch inz Iahre 1922 im Gesetz enthalten war, als dieses Gesetz eine scharfe Verurteilung erfahren hat, die der Herr Abgeordnete Landsberg gestern hier in diesem hohen Hause in das Gedächtnis zurückgerufen. Das kann in keiner Weise für die Deutschnationalen entschuldigend sein. Vraktlsch bleibt e» ccher dabei, daß Sie unter Führung der Herren hergt nnd keudell am Sysshäuser die Republik schütze,,. während sich Wilhelm II. in Doorn den Varl bei lebendigem Leibe durch den Tisch wachsen lassen kann.(Pfui rechts, Heiterkeit bei den Soz.) Ich weiß nicht, ob diese Haltung, die Sie hier einnehmen, nicht eine zu stark« Belastungsprobe für Ihre nationalen Wähler sein wird. Aber dessen können Sie versichert sein: Wenn Ihnen nach dieser Hallung die nationalen Wähler treu bleiben, dann wird keine Partei Sie um solche Wähler beneiden.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. hörnte(Komm.) führt aus. daß das Republikjchutzgesetz schon deshalb beseitigt werden müsse, weil es von Beauftragten der Stahlhelmer ausgeführt werde. vle Annahme ües Gesetzes. vis Schi» ßabskimmung ist auf Antrag der Sozialdemokrake« nmnenllich Gegen das Gesetz stimmen die Kommunisten. die völkischen, die Nationalsozialisten und die ventschhannooeraner. Da» Gesetz wird mit 323 gegen 41 Sklmmen angenommen. Präsident Löbe stellt die für BerfossimgsSndernngen erforder- liche qualifizierte Mehrheit Die Verschwendung in der Kaliwirtschast. Riesengcwinnc aus stillgelegten Betrieben. ' Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichs- tags stand ein Antrag der sozialdemokratischen Frak- t i o n zur Debatte, der mehrere Abänderungen des Kaliwirtschafts- gesctzes verlangt. In der eingehenden Aussprache schilderte Genosse L i m b e rtz die unhaltbaren Zustände, die sich in der Kaliindustrie durch den sortgesetzten Neubau von Werken entwickelt haben, ohne daß genügend Absatz für sie vorhanden wäre. 1912 gab es 11k Kaliwerke, von denen 191 in Betrieb waren. Dagegen be- standen 1926 nicht weniger als 2 2 6 Werke, von denen n u r 4 2 beschäftigt sind. Von den 184 stillgelegten Werken sind 47 als Reserve für eine etwaige Produktionserweiternng gedacht. Für die übrigen 13 7, von denen ein Teil noch bis zum Jahre 1921 gebaut und dann sofort stillgelegt wurde, haben nichts zu tun, zahlen die arbeitenden Werke jedoch gewaltige Entschädigungen aus dem Absatz der noch tätigen Betriebe, und zwar nach dem gegenwärtigen Recht bis zum Jahre 195 3. Diese vollkommen unproduk- tiven Entschädigungen betragen, aus den Doppelzentner Kali umgerechnet, nach Angaben des Kalisyndikats nicht weniger als 1,18 Mark. Nach Ansicht der Bergarbeiter ist aber diese unnütze Ueberteuerung der Produktion, die der Landwirt zu zahlen hat und für die er natürlich höhere Preise fordert, wesentlich größer. Genosse Robert Schmidt wandte sich gegen diese sonder- bare Rationalisierung, die leistungsunfähige Werke durch Uebernahnie der Kosten auf die Gesamtwirtschast künstlich ge> winnbringend erhalte. In keiner anderen Industrie sei das der Fall. Vielmehr habe hier die Reinigungskrise lebens- unfähige Werke brutal beseitigt. Nachdem sich jetzt die Kaliwirt- schast konsolidiert habe, müsse mit der Uebertragung der Absatzquoten Schluß gemacht werden. Genosse Schmidt forderte den Abbau dieser unproduktiven Belastung der ganzen Bolkswirtschaft. Die Regierung war auf diese Vorhaltungen hin harthörig. Die bürgerlichen Parteien wollten diese spekulativen Gewinne ebenfalls nicht beseitigen. Lediglich der Zentrumsabgeordnete Schlack fand den Vorschlag des Genossen Schmidt einer Erwägung wert, die Ouotenontschädigiing abzubauen. Der Ausschuß verlangte auf Slnregung der Sozialdemokratie in einer Reihe von Punkten Aufschluß über die Lage und die Ratio- nalisierung der Kallwirtschaft, über den Personalabbau. Wenn die Auskünfte der Regierung vorliegen, wird über den zweiten Teil des sozialdemokratischen Antrags zu beraten sein, der verhindern will, daß die Arbeiter stillgelegter Kaliwerke um die ihnen vom Gesetz zugebilligte Entschädigung gebracht wer- den: außerdem soll die Entschädigungsdauer von 26 auf 52 Wochen heraufgesetzt werden. Genosse Limbertz betonte hierzu, daß von den Stillegungen der Kaliindustrie mindestens 39 999 Arbeiter betrofsen worden seien, von denen 29 999 mn die Entschädigung geprellt worden sind. Deutschnationale personolpolitik. Verschlechterung der Dienst strafordnung.— Keine unabhängigen Richter mehr! Bei der Weiterberatung der Reichsdienststrafordnung hat die reaktionäre Regierungsmehrheit des 14. Reichstagsausschusses, immer unterstützt von der Wirtschaftlichen Vereinigung, in der Sitzung vom 17. Mai eine weitere ungeheuerliche Verschlechterung der Vorlage beschlossen. Zum§ 31 wurde ein Antrag der Regierungs- Parteien angenommen, nach dem der Reichsminister des Innern einen Beamten auffordern kann, sein Mandat als Mitglied eines Dienststrafgerichts niederzulegen, wenn der Beamte dienstlich in den Bezirk einrr anderen Dien st st ras- k a m m e r oder in den einstweiligen Ruhe st and versetzt wird. Diese angeblich aus Sparsamkeitsgründen geschossene Bestimmung beseitigt jede Unabhängigkeit der Dienststrafrichter und liefert sie der Willkür der Regierung auf Gnade und Ungnade aus. Denn nunmehr genügt eine einfache Versetzung des Beamten oder seine Setzung auf Wartegeld, um ihn als Dienststrafrichter los Soztalöemotratisthe Spießbürgerei... ... gemessen an kommunistischem Radikalismus. Von Eduard Bern st ein. Der im„Vorwärts" vom 15. Mai abgedruckte Schriftsatz des kommunistischen Arbeiters W. Lies« über die ihm von seiner Partei zuteil gewordene Behandlung, nachdem er sich dazu hergegeben hatte, die„Rote Fahne" als verantwortlicher Redakteur zu zeichnen, er- innert mich an einen Vorgang, der wohl wert ist, mit jener ge- wessen zu werden. Es war im Attentatssommer des bösen Jahres 1878, wo Bis- marck und Puttkamer durch Polizei und Gericht« einen brutalen Vernichtungsseldzug gegen die Sozialdemokratie einleiten ließen. Unter anderem ward nichts unoersucht gelassen, dem Berliner Organ der Partei, der„Berliner Freien Presse", die Lebensmöglichkeiten abzuschneiden. Ein Prozeß nach dem anderen ward gegen sie an- gestrengt, ein verantwortlicher Redakteur nach dem anderen von der willfährigen siebenten Deputation des Berliner Stadtgerichts auf Grund für„beleidigend" oder„aufreizend" erklärter Bemerkungen zu immer höheren Gefängnisstrafen verurteill und auch sofort in Haft genommen. Zu den ersten, die sich in dieser schlimmen Si- tualion der Partei an den so gefährlichen Posten stellen ließen, hat auch unser jüngst verstorbener Richard Fischer, damals noch «in junger Schriftsetzer, gehört. Er war immerhin noch mit neun Monaten Gefängnis davongekommen. Als aber später dem gleich- falls jugendlichen ehemaligen Postbeamten Paul Pulkrabeck für einige Wochen Dienst als„Verantwortlicher" vier Jahr« Ge- f ä n g n i s aufdiktiert worden waren, entstand in der Leitung des Blattes, in die der Vorstand der Partei den ebenso energischen wie umsichtigen Jgnaz Auer entsandt hatte, ernsthast« Verlegenheit, wo nun einen„Verantwortlichen" gewinnen, der nicht an anderer Stelle für die Partei unentbehrlich war. Aber sie dauerte nicht lange. Schon nach wenigen Tagen ward der Leitung gemeldet, ein in der Genossenschaft, die das Blatt herstellte, beschäftigter junger Bliche binder, namens Karl Manz, habe erklärt, er sei bereit, den Posten zu übernehmen. Auer ließ den Jüngling in die Redaktion kommen, und es gab zwischen ihm und ersterem folgendes Gespräch: Auer:„Man hat uns mitgeteilt, daß Sie bereit seien, unser Blatt als verantwortlicber Redakteur zu zeichnen. Stimmt dos?" Manz:„Jawohl/ Auer:„Wissen Sie auch, was das bedeutet?" Manz:„Ja, ich zeichne da» Blatt, und dann muß ich dafür sitzen." Auer:„So geht das nun doch nicht. Wenn Sie das Blatt zeichnen, dann ist Ihr Platz hier in der Redoktion. Dann arbeiten Sie hier, so gut Si« können, mit, und alles, was ins Blatt kommt, wird vorherIhnen zu lesen gegeben. Scheint Ihnen etwas zu bedenklich, so dürfen Sie ungescheut Ein- spruch erheben und Ihre Bedenken geltend machen, über die wir uns dann ernsthaft mit Ihnen verständigen werden. Sind Sic damit einverstanden?" Manz(hocherfreut):„Sehr!" Auer:„Schön. Kommen Sie also morgen in die Redaktion, und jdbstoerständljch beziehen Sie von da ab ein Redaktionsgehalt," zu werden, wenn er sich als solcher für die Regierung unbequem erwiesen hat. Wenn er sich weigert zurückzutreten, hat zwar der Reichsdienststrafhof im geheimen Beschlußverfahren endgültig zu entscheiden, jedoch bleibt der Beamte als Dienststrafrichter zunächst ausgeschaltet. Daß der Reichsdienststrafhof anders entscheidet, als die Regierung es wünscht, ist nicht zu befürchten. Die Regie- rung wird es immer verstehen, das„dienstliche Interesse" an ihren Maßnahmen klarzulegen. Besonders gefährlich ist diese Bestimmung für jene Beamte, die gesetzlich ohne Angabe von Gründen jederzeit aus Wartegeld gesetzt werden können. Un v e r st ä n d l i ch ist, wie das Zentrum eine derartige Bestimmung mitmachen kann, die nicht einmal unter dem Kaiserreich möglich gewesen wäre! Soll das ein Ausgleich für den deutschnationalen Umfall beim Kaiserparagraphen fein? vor leeren Hänken. „Fortlaufende" Begeisterung bei den Westarpiten. Bor einigen Tagen hat im Saalbau Friedrichshain ein« öffent- liche Werbeversammlung der Deutschnationalen Kreis IV b stattgefunden. Die allgemeine Begeisterung für die kaifer- treuen Republikaner hatte in dem großen Saal nur 299 Personen zusammengebracht. Der Kreisvertreter sprach sein Bedauern über die„reservierte Haltung der Berliner Bevölke- rung" anläßlich des Stahlhelmtage» aus. Dieses beweis« auch die geringe schwarzweißrote Beflaggung. Er bedauere auch, daß so wenige Teilnehmer zur Bersammlung erschienen seien, trotz der gewaltigen Kundgebung des Stahlhelms.... Das Bedauern wird noch größer werden müssen, nachdem die grundsatzfeste Westarperei sich beim Anti-Kaifergesetz wieder einmal so herrlich offenbart hat. Das Suügetrecht ües Reichstags. Nechnungsausschutz und Rechnungshof. Der Rechnungsausschuß des Reichstages hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, im Hinblick auf die vielfachen und hohen Ueberschreitungen und außerplanmäßigen Ausgaben in den Haushaltrechnungen 1924 und 1925 den Rechnungshof zu ersuchen, sich gutachtlich darüber zu äußern, inwieweit die Reichshaushalts- Ordnung durch die Reichshaushaltsrechnungen 1924 und 1925 ver- letzt oder nicht beachtet worden sind. In der gestrigen Sitzung des Rechnungsausschusses waren denn auch die Vertreter des Rechnungshofes erschienen und versuchten nachzuweisen, daß vor der Nachprüfung der in Betracht kommenden Rechmingen eine Feststellung, ob die Vorschriften der Reichshaushaltsordnung eingehalten sind, kaum möglich sei. Doch wurde zugegeben, daß die bisherige Prüfung immerhin schon Anlaß zu gewissen Bedenken geboten habe. Sobald die Rechnungsprüfung vollständig abgeschlossen sei, werde dem Rech- nungsaussthuß eingehender Bericht erstattet werden. In der anschließenden Aussprache betonte Abg. Genosse H e i n i g das in der Haushaltordmmg festgelegte Recht des Reichstags, den Rechnungshof zur Erstattung von Gut- achten zu oeranlassen. Auf seine Anregung beschloß der Ausschuß, den Rechnungshof erneut UNI eine gutachtliche Aeußerung anzugehen, in der die prinzipielle Stellung des Rech- nungshofes zu den Ueberschreitungen und außerplan- mäßigen Ausgaben, dann über die übertragbaren Fonds und über das Budgetrecht des Reichstages überhaupt zum Ausdruck komm«. Die Vertreter des Rechnungshofes stellten sogar ein solches Gutachten in Aussicht und erklärten sich bereit, den Mitgliedern des Rechnungsausschusses Einblick in die Einrichtungen, in die Betriebs- führung des Rechnungshofes in Potsdam zu gewähren. Gbftruktion im fächsisthen Lanütag. Der wankende Bnrgerblock. Dresden. 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung des sächsischen Landtags stand ein sozialdemokratischer An- trag zur Abstimmung, der forderte, daß eine Anleihe von 59 Millionen Mark für den Wohnungsbau angenom- men und ihr Ertrag unter denselben Bedingungen zur Bersügung gestellt werde wie die Erträge der M i e t z i n s st e u e r. Die Ab- llnd so geschah es. Karl Manz trat in die Redaktion ein, be- arbeitete dort zunächst kleinere Notizen und zeichnete sich dabei, wie mir der damalige journalistische Hauptredakteur der„Berliner Freien Presse". Leopold Schapira, erzählte, durch einen so einsach-klaren Stil aus, daß man ihm im Laufe der Zeit auch Sachen von Be- deutung übertragen hätte, wenn die von Herrn Tessendorf inspirierte StaatsanValtschaft nicht gewesen wäre. Diese fuhr unverfroren fort, Anklagen auf Anklagen gegen die„Berliner«zreie Presse" ein- zuleiten, und als sie wieder eine gehörige Anzahl solcher zusammen- hatte, forderte sie die Berliner Polizei auf, im Hinblick auf sie den nunmehrigen verantwortlichen Redakteur Karl Manz in Unter- snchunqshaft zu nehmen, und die Polizei unterließ es auch nicht, entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Die edle Absicht sollte indes nicht zur Ausführung kommen. In der Redaktion und den maßgebenden Kreisen der Berliner Partei war man einmütig der Ansicht, daß es unverzeihlich sein würde, den braven jungen Kerl, der sich in gefährdeter Situation der Partei so mutig zur Verfügung gestellt hatte, den Klauen der Reaktion aus- zuliefern. Es wurde bei der Polizei der Antrag gestellt, Manz gegen Kaution auf freiem Fuß zu belassen, und das konnte diese nicht grundsätzlich ablehnen. Sie nannte nur eine stattliche Summe als notwendige Kaution, die aber wurde dank der großen Opferwilligteit des in solchen Dingen nie versagenden Paul Singer aufgebracht und hinterlegt, so daß Manz bis auf weiteres auf freiem Fuß blieb. Und als dann der Vorabend der Verkündung des Ausnahmegesetzes gegen die Sozialdemokratie herangerückt war, ward auf Veranlassung eben desselben Paul Singer Manz erNärt, es würde ihm kein Mensch in der Partei übelnehmen, wenn er, unbekümmert um die für ihn gestellte Kaution, ins Ausland gehe. Doch erst nachdem man Manz auf dessen Frage noch versichert hotte, sein Weggang würde der Partei keinerlei Geldverlust verursachen, entschloß er sich, dem Rot zu folgen. Er ging zunächst noch Budapest und dann nach Zürich, wo er Karl Kautsky und mir, die bald seine vortrefflichen Eigenschaften erkannten, ein lieber Freund wurde, später aber auch als unübertroffen zuverlässiger Vertrauensmann in wichtigen An- gclegenhelten der Partei sich die Hochachtung und Freundschaft August Bebels und Julius Mottelers erwarb und,' nachdem er das schwcize- rischc Bürgerrecht erworben hatte, bis zum Tode«Ine führende Stellung in den Kämpfen der schweizerischen Sozialdemokratie ein- genommen hat.— So das Verhalten der von den Kommunisten mit Borliebs als „Spießbürger" verhöhnten Sozialdemokratte und seine Wirkung. Und nun vergleiche man damit, was der rebellisch gewordene Kam- munist Liese über die Behandlung erzählt, die ihm von der kommu- niftischen Zentrale Berlin zuteil wurde, nachdem er sich dazu her- gegeben hatte, die„Rote Fahne" als Verantwortlicher zu zeichnen. Das Mrkschaflsgeld des Dollarmillionärs. Rur selten erfährt der gewöhnliche Sterbliche, welche Summen ein amerikanischer Nabob für seine persönlichen Bedürfnisse auszugeben pflegt. Bor dein Gerichtshof von New Jersey klaeten die Gattin und die vier Töchter des Millionärs Arthur Hoiheimer auf standesgemäßen Unterhalt, und das Gericht ließ sich durch vereidigte Bücherrevisoren einen Auszug aus den Haushaltungsbüchern des Mr. Hofheimer «msertigen. um einen Anhaltspunkt dafür zu gewinnen, was bei geordneten der bürgerlichen Parteien und der Akten Esztakdea»- kratifchen Partei verliehen vor der Abstimmung den Saal und führten dadurch die Beschlußunfähigkeit des Landtages herbei. Offenbar wollten sich die Koalittonsporteren auch nicht vor Bildung einer neuen Regierung festlegen. Bekanntlich haben die bürgerlichen Koalitionsparteien den Deutschnationalen ver- sprachen, daß am 1. Juni die Regierung Held zurücktreten werde, wenn bis dahin den Deutschnationalen nicht der Weg in die Regierung geebnet und die Zahl der Ministerien von 7 bis 5 herab- gesetzt sei. Bisher ist aber nichts davon bekannt, daß eine Einigung zwischen den jetzigen Koalitionspartcien und den Deutschnationalen über die Umbildung der Regierung erzielt sei. Die Verhandlungen unter den Parteien scheinen bisher erfolglos geblieben zu sein. München ohne Reichsfarben. Ein Schildbürgerstreich der Münchener Stadtväter. München, 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) München hat sich wieder einmal einen echten Schildbürger st reich geleistet. Die Bestände der Stadtverwaltung an Fahnen- und Flaggentuch müssen erneuert werden. Die Stadtverwaltung schlug deshalb am Dienstag in der Stadtratssitzung vor, viererlei Fahnen anzu- schaffen: Schwarzgelb als Stadtfarbe, Weißblau als bayerische Landesfarbe, Schwarzrotgold als Farben des Reiches und außerdem Schwarzweißrot„für Gelegenheiten, die der Erinnerung an das alte Reich gelten". Als die Sozialdemokraten den Antrag stell- ten. für Reichsfeiern grundsätzlich nur die schwarzrotgol- dene Flagge anzuschaffen, kam es zwischen rechts und links zu heftigen Zusammenstößen. Bei der Abstimmung fiel der sozialdemokratische Antrag mit 24 gegen 21 Stimmen; auch der Antrag zugunsten der schwarzweiß. roten Flagge wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt, da einige Stadträte der Bayerischen Volkspartei mit den Linksparteien stimm- ten. In Zukunft werden also das Münchener Rathaus und die städtischen Gebäude nur noch in den Stadt- und Landes- färbe» geschmückt werden._ tzelms Geschoß. Die Berbächtigung des Baucvnbundcs erledigt. München, 17. Mai. Der Korrespondenz Hosfmann geht vom bayerischen Landwirtschaftsmini st erium eine Mit- teilung zu, in der es u. a. heißt: Dr. Heim sucht neuerlich die Oeffentlichkeit zu beunruhigen durch„Anfragen" über die Verwendung der zur Förderung der bayerischen Land- Wirtschaft bewilligten Rel chszuschüss«. Das Landwirtschasts- Ministerium muß es entschieden ablehnen, sich Dr. Heim gegen- über über die Aufstellung seines Haushalts zu rechtfertigen. Hier- für ist der Staatsminister ausschließlich dem Landtag gegenüber verantwortlich. Hier aber sei bemerkt, daß auch bei der haushaltsmäßigen Behandlung der Reichszuschüsse durch das Land- Wirtschaftsministerium alles in Ordnung ist und der letzte Pfennig in Einnahmen und Ausgaben dem Landtag nach- gewiesen werden kann.— Die vom„Bauerndoktor" Heim gegen den ihm unbequemen Bayerischen Bauernbund und den von diesem gestellten Landwirtschaftsminister Fehr gerichteten Giftpfeile sind also auf den Schützen zurückgeprallt. Wie es sich gehörtl Rußenprotest in Lonüon. Und gerichtliche Schadenersatzklage. London, 17. Mai.(Eigener Drahchereicht.) Die offizielle Pro- testnot« der Sowjetregierung gegen die Durchsuchung der Räum« der Londoner Handelsdelegation ist am Dienstag abend im hiesigen Auswärtigen Amt überreicht worden. Im Mittelpunkt der Note steht die Frage der diplomatischen Immunität des Leiters der Handelsdelegation, die durch die S p r« n g u n g der in den Diensträumen des Chefs der Handels- delegation befindlichen Safes verletzt worden ist. Wie der„Daily Herald" erfährt, dürste die russisch« Hau- delsdelegation die britische Regierung auf Wiedergutmachung der bei der Durchsuchung der Räume angerichteten Schäden ge- richtli choerklagen. einem Millionär„standesgemäß" sei. Insgesamt verbraucht Herr Hofheimer für seinen Haushalt jährlich 219 999 M.; davon bezahlt er für seine Mietwohnung in der New Porler Parkaoenue, die im Volksmund schon lange als Millionärs-Avenue bekannt ist, die Kleinigkeit von 57 699 M. Jahresmiete. In dieser Wohnung pflegt sich Herr Hofheimer aber nicht das ganze Jahr über aufzuhalten. da er außerdem einen großen Landsitz im Staate New Jersey bc- sitzt. Auch ein Millionär kann nicht unbegrenzte Summen für Essen und Trinken verbrauchen, und so ist es zu verstehen, daß dieser reiche Mann für sein leibliches Wohl nicht ganz 55 999 M. im Jahr ausgibt. Ungefähr denselben Betrag zahlt er an sein Hauspersonal: daß in seinem Hause peinlichste Sauberkeit herrscht, dafür bürgt der Betrag von 6699 M., den er jährlich für Woschqeld ausgibt. Erschreckend klein für einen so vornehmen Haushalt ist allerdings die Summ«, die sür Trinkgelder an das Hauspersonal ansgeworseir ist: Herr Hofheimer begnügt sich damit, seinem Personal jährlich 869 M. Trinkgeld zu geben. Die älteste Tochter des Millionärs, die 19 Jahre alt ist, ist gegenwärtig als Buchhalterin mit einem Wochenlohn von 69 M. beschäftigt. Das Gencht sprach jeder der vier Töchter wöchentlich 1299 M. zu, bewilligte ihnen außerdem größere Summen für Autos, Pferd«, Kunststudien, Weihnachts- pcschenke, erlaubt« der Mutter, jährlich 69 999 M. auszugeben und meinte, daß Mutter und Töchter zusammen Anspruch auf eine Iahresrente von 319 999 M. hätten. Ein Spezialitäten-Gesetz. Das Reichsministerium des Innern hat vor einiger Zeit ein Rundschreiben betreffend Arzneien in Spezialitätenform erlassen, dessen Beantwortung durch die beteiligten Kreise die Grundlage für ein Spezialitäten-Gesctz schaffen soll. Be- sonders feit dem Krieg« ist eine Fülle von angeblichen Heilmitteln in den Handel gebracht worden, die in der Regel trotz ihrer hoch- klingenden Namen nichts anderes sind als ein"altes Rezept unter neuer Flagge. Der Deutsche Apotheker-Derein und letzt auch Dr. Hans Meyer in der„Deutschen Medizinischen Wocheirschrist" haben für ein solches Gesetz ein« Reihe von Forderungen aufgestellt. Die Hauptsache dabei Ist die Deklarationspflicht, die Angabe der Zusammensetzung der Spezialität nach Art und Menge auf der Packung. Aber auch die Anpreisung der Spezialitäten müßte über- wacht werden. Wie die Dinge jetzt liegen, gibt es eine Flut von Spezialitäten, wobei zahlreiche Existenzen aus der Krankheit ihrer Mitmenschen ein lohnendes Geschäft machen und werllose Mittel unter Umgehung des Arztes und der Apotheke verkaufen. Mrd Japan verschwinden? Ein trübes Schicksal proplxseit der englische Geologe Dr. L. F. Noble dein japanischen Inselreich, denn er vertritt die Anschauung, daß Japan spätestens in 199 999 Iahren in der Tuscarora-Tiefc versunken sein wird. Dieses Her- untergleiten der Insel in die Tiefe wird durch verschiedene Erb- beben hervorgerufen werden. Bei dem letzten Erdbeben sank der Boden der Sagami-Bai von Pokohama von 299 Fuß bis zu 1999 Fuß Tiefe, und noch eine solche Erschütterung würde ein völlige» Versinken des Landes in eine solche Tiefe zur Folge haben, daß nur noch der Kegel des Fudji-Iamcr über das Wasser hcrausragte. Der Dculschen Gulenbecg-Gchllschali In INaini wurde dad alte Patrizier- ba»S»Zum RSmischcn Kaiser" von der Stadt alZ GutcMicrg-Majeum und Ermnernngsstätte zur Verjügimg gestellt. die Kulturreaktion„siegt". Das.Jugeudschntzgesetz" angenommen mit kleine« Aenderunge«. Nach Annahme der Lex Westarp beantragte gestern im Weichs- tag Abg. Müller-Franken(Soz.), nunmehr die Kr i s e n- fürsorge der Erwerbslosen zu beraten, da die zum Juqendschutzgesetz von der Sozialdemokratie gestellten Anträge noch nicht im Druck vorliegen. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Das Haus tritt in die dritte Lesung des Gesetzes über den Schutz der Jugend bei Lustbarkeiten ein. Abg. Seydewih(Soz.) Der Neichsminister des Innern hat bisher trotz mehrfacher Auf. forderung nicht gesprochen, obwohl in dem Gesetz eine Reihe von Bestimmungen enthalten sind, die dringend einer Erklärung bedürfen. Was ist unter.nichtöffentlichen Veranstaltungen- zu verstehen? Solange von der Negicrung nichts dazu gesagt wird, müssen wir annehmen, daß auch Geburtstagsfeiern und öhnlicke private Veranstaltungen einbezogen werden können. Auch die Stellung der Regierung zu der Umwandlung der.Kann-» in die .Ietzt-beftimmungen durch den Ausschuß im ersten Absatz des Z 1 bedarf noch immer der Erläuterung. Di« Regierungsparteien haben jetzt Anträge gestellt, bei denen wesentlich« Teile unseren Anträgen entnommen worden sind, trotzdem sie bei der zwecken Lesung n i e d e r g e st i m m t wurden. Für einige Anträge der Volks- Partei kann auch die Sozialdemokratie stimmen. Mit Befriedigung können wir feststellen, daß die Regierungsparteien dem Drängen der Opposition auf Schassung einer Vefchwerdcinstauz nachgegeben haben. Wir beantragen nochmals, daß bei der Be- ftimmung über politische Veranstaltungen die Worte»als solche- gestrichen werden. Für die Theaterzensur stellen wir einen Antrag, der die Forderungen des Reichsausschusfes deutscher Jugendverbände wirklich übernimmt. Lehnen Sie auch jetzt unsere An> träge ob, so zeigen Sie, daß Sie ein Gesetz gegen die Zugend schassen wollen, das wir aufs schärfste bekämpfen werden. Reichsinncnminister v. keudell: Es handelt sich nur um eine Er» gänzung des Jutzendwochlsahrtsgesetzes durch strafrechtliche Begren- zung der polizeilichen Befugnisse, die bisher schon bestanden. Eine Beschwerdestelle beim Reichsinnenministerium, wie sie die Sozial- demotraten beantragen, Ist technisch unmöglich. Wir müssen bis zur Einrichtung des Reichsoerwaltungsgerichts warten. Ihre Bedenken gegen die Mitwirkung von Kindern bei Filmaus- nahmen hat die Regierung fallen lassen. Abg. Brodaus(Dem.) ist der Ausfasiung, daß die Koalitions- Parteien gestern die Anträge der Opposition mutwillig ab> gelehnt hätten, denn heute lägen die Anträge bereits gedruckt als Anträge der Regierungsparteien vor.(chört, hört! links.) Die Demokraten werden das Gefetz als Ganzes ablehnen. Abg. Bosenbaum(Komm.) vermutet, daß inzwischen die Film- kanzerne der Deutschen Volkspartei auf den Leib gerückt seien, so daß jetzt die Beschästigung Jugendlicher beim Film erlaubt sein soll. Damit schließt die allgemeine Aussprach«. In der Einzelberotung wird dem Antrag Dr. Runckel(D. Dp.) gemäß im§ 1 Absatz 2 gestrichen, der die L i ch t s p i e l a u f- nahmen betrifft. Zum ß 2 wird ein Antrag der Regierungs- Parteien angenommen, wonach von jeder Maßnahme auf Grund des Gesetzes dem z�ständigenJugendamtKenntnis zu geben ist. Auf Antrag der Regierungsparteien wird ein neuer § 2a«ingefügt:„Gegen eine auf Grund des 8 1 ergangene Anord- nung und gegen die einen Antrag des Jugendamtes ablehnend« Ver- fügung ist d i e Beschwerde zulijssig.- Schließlich wird auf Antrag der Regierungsparteien«in neuer 8 fia eingefügt:„Jede se st gestellte Ueberiiretung dieses Gesetzes ist dem Jugendamt zu melde n.- Durch die Annahme weiterer Anträge Dr. Runckel(D. Bp.) wird das Lichtspielwesen vollständig aus dem Gesetz herausgenommen. Alle übrigen A e n d e r u n g s a nt r ä g e der Linken werden abgelehnt. In der Schlußobstimmung wird die Vorlage mit den Stimmen der Regierungsparteien, der Völkischen und einer Minderheit der Wirtschaftlichen Vereinigung angenommen. Es folgt die Beratung der zur Krisenfürsorge für Erwerbslose eingebrachten sozialdemokratischen Interpellation sowie zweier von den Kommunisten vorgelegten Anträge, die von dem Abg. Rädel (Komm.) begründet werden. Er verweist darauf, daß noch immer eine Million Arbeitslose in Deutschland vorhanden sind und kritisiert die vom Reichsarbeitsministerium geplant« Verordnung über den Abbau der Krisenfürsorge.» Die von den Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten eingebrachten Anträge auf Erhöhung der Beamtenbesolduixg in den Gruppen I bis VII werden dem Haushaltsausschuß überwiesen. Um 16% Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 15 Uhr: Bericht des Kricgsschulduntersuchungsausschusses, Kredite für den Kleinwohnungsbaii, Zündholzgesetz. Ein Antrag, die geplante Porta- crhöhung auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung zu setzen, wird gegen Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten abgelehnt. die Gelüer üer„Roten tzilfe�. Dörr wegen Unterschlagung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Schöffengericht Wedding verurteilte gestern den Landtags- abgeordneten Dörr wegen Untreue und Unterschlagung zu d r e i Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung bezeichnete das Gericht Dörrs Erklärungen als.leeres Gerede- und schloß sich der Aufassung des Staatsanwalts an. Dörr habe das Geld für sich verwenden wollem Im Lmife der Beweisaufnahme hatte der frühere Sekretär der „Roten Hilfe-, P e n z l o w, ausgesagt. Dörr habe beim Ueber» bringen der 2060 M. erklärt, daß die Stadtkasse gewöhnlich nur die Hälfte der genehmigten Summe, nämlich für das erste Halbjahr, auszahle, der Rest würde erst im Laufe des zweiten Halbjahres erhoben werden können. Als dann die Zeil herangerückt war und von Dörr die Abhebung der Restsumme verlangt wurde, habe er die widerspruchsvollsten Ausflüchte gemacht. Schließlich begaben sich drei Genossen zur Stadtkasse, wo ihnen die Quittung für die er- hobenen 3666 M. vorgelegt wurde. Die 1666 M. habe Dörr erst in der dritten Sitzung des Schiedsgerichts hergegeben. Stadtrat Hesse bekundete, daß Dörr, als man ihm aus den Leib rückte, erklärt habe, daß die Restsumme über das Bezirksamt Wcdding gc- gangen sei. Die Nachforschungen ergaben jedoch die Unwahrheit seiner Behauptungen. Dann hieß es wieder, der Bürgermeister Rieß sei aus Urlaub. Der Generalsekretär der.Rvten Hilfe-, ©chlor, bestritt mit aller Entschiedenheit die Auffassung, daß bei einer Spaltung der KPD. auch eine Spaltung der„Rruen Hilfe- bätte eintreten müssen. Diese stehe nach der Ncugründung im Oktober 192ä in keinem organisatorischen Zusammenhang mit der KPD. Der Zeuge muß jedoch auf Fragen des Verteidigers Dr. Oskar Cohn zugeben, daß mit Ausnahm« eines Vorstands. Mitgliedes, der ein früherer Kommunist sei, alle anderen Vorstandsmitglieder Kommuni st en sind, desgleichen auch die besoldeten Funktionäre. Der verurteilte Landtagsabgeordnete und unbesoldete Stadtrat Dörr hat an den Bezirksbürgermeister Leid ein Schreiben ge- richtet, in dem er bittet, ihn bis auf weiteres von seinen Obliegen- heilen als unbesoldeter-Stadlrat zu entbinden. Aus Grund des in erster Instanz gegen ihn ergangenen Urteils hätte er fein Aus- Zuspitzung in Poll Vor einem Schritt In letzter Zeit haben sich die Verhältnisse in Ostoberschlesien bedenklich zugespitzt. Diese Verschlimmerung macht sich s e i t d e n Gemeindewahlen im vergangenen Herbst bemerkbar, die für die Deutschen überraschend günstige Ergebnisse gehabt haben. Seit- dem macht sich bei allen Nachwahlen«in hemmungsloser Terror bemerkbar, der von den polnischen Behörden zumindest stillschweigend geduldet, wenn nicht sogar begünstigt wird und der am vorigen Sonntag anläßlich der neuen Gemeindewahlen in R y b n i k zu blutigen Exzessen gegen Deutsche geführt hat. Theoretisch ist der S ch u l k o n f l i k t durch die Entscheidung des Dölkerbundrates im März zwar beigelegt worden, aber in der Praxis liegen auf diesem Gebiete die Dinge für die deutschen Minder- heitsschulen ebenso schlimm wie zuvor, indem die polnische Ver- waltung noch keinen Schritt getan hat, um die Genfer Entscheidung durchzuführen. Es liegen zurzeit nicht weniger als 46 066 An- Meldungen von Schulkindern zu den deutschen Minderheitsschulen vor, die unerledigt geblieben sind. Dafür sind neuerdings zahlreiche Entlassungen deutscher Lehrkräfte verfügt worden. In letzter Zeit kommt noch die rücksichtslose Behandlung von Arbeitern hinzu, die wegen der Wirtschaftskrise mit der Entlassung bedroht werden, wenn sie die Anmeldung ihrer Kinder zur deutschen Minderheitsschule nicht zurückziehen oder aus ihrer deutschen Gewerkschaft nicht austreten wollen. Uebrigcns haben trotz dieses Druckes die deutschen Gewerkschaften bei den jüngsten Betriebs- rätewahlen sehr gut abgeschnitten. Verantwortlich für diese Unterdrückungspolitit der deut- schen Minderheit, die im schroffen Widerspruch steht nicht nur zum Geiste, sondern auch zum Wortlaut des Genfer Oberschlesienabkommens, ist in erster Linie der Woiwode Grazynski, der ein Vertrauensmann der sogenannten„Aufftänd!gen--Gruppe ist und über dessen Maßnahmen sogar ein Teil des polnischen Mini- steriums oft entsetzt ist. Aber das Kabinett in Warschau hat einfach nicht den Mut, diesen Schädling abzusetzen, dessen Tätigkeit geeignet ist, die Spannung zwischen Deutschland und Polen zu verschlimmern. Wir haben kürzlich gegen die tölpelhaste Red« des Vizekanzlers H e r g t in Beuthen entschieden Stellung genommen, die Deutschland eine so überflüssige Demütigung eingebracht hat. Diese Stellung- nähme ändert aber selbstverständlich nicht das Geringste an unserer Beurteilung der geradezu wahnwitzigen Politik, die unter Fühning des Woiwoden Grazynski gegen die zahlenmäßig starke und kulturell hochstehende deutsche Minderheit in Polnisch-Ober- schlesien getrieben wird. Die Zustände, die sich in letzter Zeit dort entwickelt haben, sind unhaltbar. Das deutsche Auswärtige usth-Gbersthlefien. >er Reichsregiernng. A m t tut recht daran, wenn es, wie wir hören, die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf diese Entwicklung lenkt, die geeignet ist, die notwendige Behebung der deutsch-polnischen Spannung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu erschweren. Sollt« der beabsichtigte Schritt der deutschen Regierung nicht sehr bald konkrete Wirkungen auslösen, dann wird es notwendig sein, diese Dinge vor das Forum des Völkerbundrates zu bringen, wozu sich im Laufe des Juni Gelegenheit bieten wird. Unser Kattowi her Parteiorgan wieder beschlagnahmt! Katlowih, 17. Mai.(MTV.) Das Zentralorgan der deutschen sozialistischen Partei, der„B o t f 6 n> i tt e". ist auf An- Ordnung der Polizeidirektion kaltowih wegen eines Artikels„3m Kamps uras Recht- beschlagnahmt worden. Zn R y b n i k wurden heute wegen Aerössenttichnng eines Artikels, in dem gegen die Terrorakte in Rybnik Stet- lung genommen wird, auf Anordnung der Staotsanwaltfchast samt. liche Exemplare der betreffenden Ausgabe der„Kattowiher Zeitung- beschlagnahmt. Neue Haussuchungen bei Deutschen. Kattowih. 17. Mai.(MTB.) Di« Politische Polizei veranstaltete im Laufe des gestrigen Montags bei einer Reihe von Deutschen in Antonienhütte Haussuchungen. Die Gründe hierfür sind un- bekannt. Besonders«ingehend gestaltete sich die Durchsuchung bei dem Bureauinspektor Gemsa, bei Frau Baumeister Grünig, bei dem Bureauassistenten Grabowski. Während man bei dem ersteren nichts Wesentliches fand, beschlagnahmte die Polizei bei Frau Grünig Auf- nahmescheine vom Deutschen Frauenbund und einen größeren Betrag Mitgliederbeiträge dieser Organisation. Die Nachforschungen bei Grabowski nahmen über vier Stunden in Anspruch. Hier wurde Material betreffend die deutsche Miuderheitsschule beschlagnahmt. Weitere Herausforderungen. Lipine, 17. Mai.(WTB-) In der gestrigen Gemeindevertreter- sitzung von Lipine stellten die polnischen Parteien kurz nach Eintritt in die Beratung den Dringlichkeitsantrag, daß in Zukunft die deut- schen Gemeindevertreter sich der polnischen Sprache zu be- dienen hätten, da die deutsch« Sprache die polnischen Gefühle oerletze. Die deutschen Vertreter verließen zum Protest hierauf den Saal, und die Sitzung mußte abgebrochen werden. Der Vorsitzende der Gemeindevertretersitzung wies diesen ungesetzlichen Antrag nicht zurück, obwohl nach der Genfer Konvention die deutsche Sprache in den Kommunalvcrtretungen zulässig ist. scheiden aus dem Bezirksamt als endgültig beantragt, wenn ihm sein Rcchtsbeistand nicht davon abgeraten hätte, bis der nach seiner Ansicht«in Fehlurteil darstellende Spruch in zweiter Instanz verhandelt sei._ Zeile für Zeile wirü gekämpft. Die Uuterhaussrattiou der Labour Partff gegen das Llntigcwerkschaftsgeseh. London. 17. Mai.(Eigener vrahtbericht.) Die Fraktion der Arbeiterparte!, die am Montag als Zeichen des Protestes gegen das parlamentarische Vorgehen der Regierung den Sitzungssaal des Änterhauses verlassen hatte, beschloß in ihrer Fraktionssihung am Dienstag einstimmig, den Kamps gegen das Gesetz Zeile für Zeile wieder auszunehmen. Dieser Beschluß wurde gefaßt, nachdem sich die Vertreter der Fraktionen mit dem Gencralrat der Gewerkschaften über die weiter einzuschlagende Taktik beraten hatten. Zn der am Dienstag wieder aufgenommenen Beratung des Gesetzes im Unterhaus war der Redner der Regierung. S i r Douglas h ogg, einem neuen Krcuzscucr von Fragen durch die Arbeiterpartei ausgesetzt, die sich aus das geplante verbot von Sympathiestreiks bezogen. Die Antwort des Redners der Regierung kam praktisch aus eine Bestätigung der Feststellungen der Redner der Arbeiterpartei hinaus, wenn auch Sir Douglas hogg darauf bestand, daß trotz der Bestimmungen des Regicrungsentwurfs gewisse Sympathiestreiks gesetzlich erlaubt sein sollen. Macdonald wieder untcrwc>zs nach Europa. London. 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Ramsay Mac- d o n a l d hat am Dienstag mit einer Verzögerung von drei Wochen die Heimreise aus Amerika angetreten. Wenn auch wieder soweit hergestellt, um die Rückfahrt unternehmen zn können, so ist doch nacch Meldungen aus New Jork sein Gesundheitszustand noch weit davon entfernt, als befriedigend gelten zu können. Zollkampfnieöerlage poincares. Erfolgreicher sozialistischer Vorstoß. Paris, 17. Mai.(Eigener Drahlbecichl.) Der von dem sozialistischen Abgeordnelen E o y r e l am Freilag mit dem Antrag auf Rückverwelsnng des Zolltarifs an die Kommission begonnene Vorstoß gegen den von der Regierung eingenommenen übertriebenen Protektionismus hat am Dienstag zu einem raschen Sieg über die Regierung aus der ganzen Linie geführt. Der sozialistische Abgeordnet« Vincent Auriol hotte die Absicht, am Dienstag den Antrag Cayret wiederaufzunehmen, der am Freitag mit der knappen Mehrheit von nur 16 Stimmen von der Sammer abgelehnt worden war. Die Debatte drohte am Dienstag für die Regierung gefährlich zu werden und in den Wandelgängen der Kammer w i 1 1 e r t c m a n K r i s e n t u f t. Der kabinetisrat befaßte sich deshalb am Dienstag mit der Lage und beschloß, sich nicht weiter aus die hartnäckige Ablehnung jeder Aenderuug des Zolltarifs in seiner gegen- wältigen Form zu versteifen. So bestieg der handetsminister vokanowski sofort nach. Eröffnung der Kammersihung die Tri- büne und erklärte, die Regierung Hab« nichtsgegenetnever- tagung der Diskussion des Zolltarifs bis zum 1. Zuni einzuwenden. Die ganze Linke nahm diesen Rückzog der Regierung mit tosendem Beisatt auf. Vokanowski erklärte außerdem, die Regierung sei bereit, der Kammer die von den sozialistischen Rednern verlangten vergleichenden Tabellen zwischen den früheren Zollsätzen und den im neuen Tarif beabsichtigten zu liefern. Sie sei weiterhin bereit, eine Herabsetzung der Tarife für gewisse Länder, mit denen Frankreich gegenwärlig verhandele und die diese interessieren, ins Aug? zu fassen, aber nur unter der Bedingung der Gegenseitigkeit. Roch diesen Erklärungen des Handels- Ministers zog Genosse Vincent Auriol seinen Autrag zurück. Zur fortschreitenden Zollabbau. Empfehlung der Genfer Konferenz. Gens, 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Am Dienstagabend trat der Unterausschuh für die Zollfragen der Handels- kommiffion der Wirtschaftskonferenz zu einer öffenllichen Sitzung zusammen. Es wurden hier nicht weniger als sechs zum Teil sehr lange Entschließ u n g se n t w ü rf e vorgelegt über die Höi)« der Zolltarife, die Handelsverträge, die Ausfuhr- zolle, die E i n f u h r g e b ü h r e n, über die Vereinheitlichung der Z o l l st o t i st i k, über die Anwendung der Zollvertröge. Der Entwurf dieser Entschließungen stellt ein umfangreiches Schriftstück dar, in dem über die gegenwärtige Loge der Zollpolitik sowie über ihre Ursachen ausführlich berichtet wird. Dann folgt ein kritisches Kapitel über die gegenwärtige Handelspolitik und den Schluß bildet eine Reihe von Em p f e h l u n g e n. in welchen den Staaten u. a. erklärt wird, es sei nunmehr der Augenblick gekommen, mit der Erhöhung der Zölle ein Ende zu machen und mit ihrer Herabsetzung zu beginnen. Dem Vöikerbundsrat wird anempfohlen, den Wirtschaftsausschuß zu beaustragen, durch Zuzug von Vertretern aus Landwirtschaft, Jndu- strie und Handel sowie der Konsumenten und der Arbeiter- s ch a f t nach weiteren Mitteln zu suchen, wie ein f o r t s ch r e i t e n- der Zollabbau ermöglicht werden kann. Für die Handels- vertrüge wird vor allem eine genaue Festlegung der M e i st- begünstigungsklausel und deren allseitige Anwendung ohne Ausnahmen gefordert. Für Rohstoffe sollen keine Aue- fuhrzölle mehr gefordert werden oder, wenn sie aus fiskalischen Gründen nötig sind, in möglichst niedrigen Sätzen. Auf alle Fälle solle» keine Ausfuhrzölle erhoben werden dürfen, um die Industrien anderer Länder aus Konkurrenzgründen zu belasten. Schließlich wird noch die Befolgung der gleichen Grundsätze für die Verbrauchsartikel anempfohlen. Die I n d u st r i c k o m in i s s i o n hat den ganzen Nachmittag weiter über die Entschließungsentwiirfe zur Rationalisierung und zum Abbau bzw. einer Vereinheitlichung der Jndustriestatistik debattiert. Beide Vorlagen wurden mit ganz geringen Textändc- rungen angenommen. Wie am Vormittag, so zeigten sich auch am Nachmittag die industriellen Vertreter der nordischen Länder am wenigsten geneigt, die Bestimmungen zugunsten der Arbeiter- schaff anzunehmen. Es bedurfte des energischen Eingreifens verschiedener Arbciteroertrcter, um die Vorlage durchzu- bringen. Varf man fragen...? Eine kleine Interpellation an den..Stahlhelm". Nach der mißlungenen„Eroberung Berlin;- schwelgt der „Stahlhelm-, die B u n d e s z e i t u n g, in den höchsten Tönen der Befriedigung.„Wir marschieren... So meinen und so wollen wir es. F r o n t H e i l I- heißt es in einem der Jubelartikel, unter- zeichnet van Br. Hauptschriftleiter des„Stahlhelm" ist ein gewisser vr. inr. Heinz Brauweiler, dem das„Front Heil!" so oußerprdent- [ich zu Gesichte steht. Wir richten an die Stahlhelm-Führung diese öffentliche Anfrage: Ist der Hauptschriflleiter der Bundeszeitung der F r o n t s o l- baten, Dr. Heinz Brauweiler, derselbe Brauweiler, der zu Beginn des Weltkrieges im blühenden Alter von etwa 36 Jahren kerngesund als Redakteur eines Zentrumsblattes in Düsseldorf tätig war und dort bis zum letzten Tage des großen „Fronterlebens" als unabkömmlich reklamiert blieb? Darf man fragen, ob das Ausharren in der Schreibstube be- rechtigt, Wortführer der„Frontsoldaten" zu sein? Darf man fragen...? Mahatma Gandi. der indische Freiheitskämpfer, hat einen schlagartigen Anfall erlitten, der ihn 24 Stunden lang lähmte. Dann erholte er sich wieder, bedarf aber der größten Schonung. Dem Norürvolltonzern gehts immer besser! N«r Tarifverträge kann er nicht vertragen. Durch den WTB.chandelsdienst läßt der tüchtixe Ziordmoll- lnnzern, der mit„einstweiligen Verfügungen" jedem Streik in seinen Betrieben zu Leibe geht, von seinen Kriegsschau- Plätzen u. a. folgendes oerlautbaren: D« l m e n h o r st, 17. Mai. In der Kanungarnspinnerei Wernshausen, in der am ersten Tage des Streiks 70 Proz. der Belegschaft fehlten, streikten am 12. Mai nur noch S Proz.: an, 16. Mai konnte der Streik als zusammengebrochen gelten. In der Kammgarnspinnerei Mühlhausen fehlen von einer Belegschaft von 1150 rund70Leut«. In Glücksbrunn ist die Arbeit wieder voll aufgenommen worden. In den übrigen Thüringer Werken, in denen die L e i st u n g s- c n t l o h n u n g«iiigeführt ist, melden sich täglich Spinner und An- drsher, die die Arbeit wieder aufnehmen wollen. In Langen- salza und Eise nach streiken nur noch(!) je 40 Proz. In der Hamburger Konzerngesellschast Bisch off u. Ro- datz arbeiten 48 Proz. der Belegschaft. Auch in D e l m e n- ho r st hoben sich täglich Leute zur Einstellung gemeldet. Bei der Sternwollspinnerei Bohrenfeld und der Hamburger Wollkämmerei, Wilhelmsburg, ist die Lag« unverändert, ebenso bei der Firma Tittel und Krüger in Leipzig. Diese Konzerngesellschast hat ungefähr 700 Zlrbeitern ihren tariflichen Urlaub erteilt, weil für diese Leute keine produktive Beschäftigung mehr da war. Nach wie vor arbeiten zirka 1 000 Leute dort. Auf den übrigen Werken des Konzerns wird voll gearbeitet. Zusammenfassend ist zu sagen, daß von den Gesamtbeleg- s ch a f t e n des Nordwollknnzerns sich an dem Kampfnurnoch 25 Proz. beteiligen. Der Bericht weist dann darauf hin, daß die größte Konzern- gesellschoft, die tschechoslowakische Kanzerngesellschaft in Neu deck, einen Tarifvertrog über Leistungsentlohnung mit einer sozialistischen Gewerkschaft abgeschlossen dat. Er wendet sich gegen das Neichsarbeitsministe- r i u m und lehnt eine Teilnahme an Schlichtungsver- Handlungen ab, da der Konzen? als Einkaufs- und Finanz- gesellschaft gar nicht in der tage sei. für seine Konzerngeselljchaften Tarifverträge abzuschließen. Slußerdem könnten die einzelnen Konzernwerke auch nicht veranlaßt werden, über die bezirk- lichen Arbeitgeberverbände hinaus einen selbständigen Tarif abzu- schließen, da§ 159 der Reichsverfossung jedermann Bcreini- gungsfreiheit zur Wahrung imd Förderung von Arbeits- und Wirtfchaftsbedingungen gewähre. Dieser Bericht des für die„Bereinigungsfreiheit" der Ilnorgani- sierten und der Streikbrecher schwärmenden Nordwollkonzerns spricht für sich selbst. Er sagt den Textilarbeitern und -arbeiterinnen mit aller Deutlichkeit, daß sie nichts von ihm zu hoffen hoben, sondern sich ihrer Haut wehren müsien, aus der der Konzern leine Riemen schneidet. Mit anderen Worten, daß sie sich noch besser organisieren müssen. Ein Schiedsspruch. Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium zur Bei- legung der Streikbewegung im Norddeutschen Woll- konzern haben zu einem Schiedsspruch geführt, der dahin geht, daß für die Betrieb« Delmenhorst und die thüringischen Betriebe am nächsten Montag ein Schiedsspruch zur Regelung der Löhne gefällt werden wird. Für die übrigen Betriebe soll es b c i den bisherigen Torifen, die für die in Frage kommenden Bezirke abgeschlosien sind, verbleiben. Der Streik geht zunächst noch weiter. SlSnzeaöer Erfolg öes ElnhektsverbtMöes. Lei den Lelriebsrälewahlea zur Reichseisenbahn. Am 12. und 13. Mai fanden die Velriebsrälewahleu bei der Reichseisenbahn stakt. Wahlberechtigt waren im Bezirk Berlin ZSSOZ. davon für Berlin 16 950. Abgegeben wurden 24 193 Stimmen, wovon für Berlin 14 304 Stimmen. Davon erhielten der Eiuheitsverband 17 355 Stimmen, wovon 10 393 iu Berlin; der Allgemeine Eisenbahuerverband 4209 Stimmen(2274), die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner(christliche Richtung) 907 Stimmen(583), der Znduskrieverband 1275 bzw. 763, die„Ratio- naleu" Eisenbahner 171 in Berlin. Ungültig waren 447(142) Stimmen. Zu diesem Ergebnis kommt zum Ausdruck, daß der E i n h e i t s- verband nicht nur feine Stimmenzahl gehalten, sondern sie gegen das Vorjahr wesentlich überschritten hat. z. v. in Berlin sind 1 000 Stimmen für den E i n h e i l sv er b a u d mehr mannen worden. Ein deutlicher Beweis dafür, daß der Einheils- verband in einer fortschreitenden Aufwärtsentwicklung be- griffen ist und das Vertrauen des überwiegenden Teiles der Eisenbahner besitzt. * An den Betriebsratswahlen der Eifeubahndirektion Mannheim beteiligten sich 95,21 Prozent. Auf die freigewerk- schaffliche Liste entfielen 2421 Stimmen, denen die christliche Organisation nur noch 744 entgegenstellen konnte. Ludwlgshasen. 17. Mai.(Mtb.) Bei den Dahlen für die Betriebsvertretung der Reichsbahn am 12. und 13. Mai wurden im Bezirk der Retchsbahndirektion Ludwig shafeu von insgesamt 6271 Stimmberechtigten 5667 gültige Stimmen abgegeben. Bisher sind entfallen 4302 Stimmen auf die Liste des Eiaheitsverbande» der Eisenbahner Deutschlands und 1365 Stimmen auf die Liste des Bayerischen Eisenbahnerverbandes. Der neilgewählte vezirksbetriebsrak. der acht Sitze enthält, setzt sich so- mit ans sechs Mitgliedern der Liste des Einheltsver- bandes und aus zwei Mitgliedern der Liste des Bayerischen Eisenbahnerverbandes zusammen. Streik im 5uhrges� Uhr, tagen die Gruppen: ölln l: Gruppenheim Zugendheim Bergstr. Z», Hos. Brcttspie labend.— Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Str. 10. Vortrag:.Was geht in China vor?"— Baumschulevweg: Jugendheim Ernst str. 16. Liederabend.— Wcißensee: Jugendheim Varkaue Zd. Bortrag:„Die Kämpfe der deutschen Gewerkschaften.— geatrum: Jugendheim Zchdenickcr Str. 24/2ö. Hoscinann beehrt uns mit seiner Laute.— Franksurter«lee und Laadsberocr Platz: Spielabend auf dem Spielplatz Elbinaer Straße, Wiese Nr. S. Einlaß nur mit Keimausweis.— Schoneweld«: Zugendheim Zliederschiineweid«. Berliner Straße. Zusammenkunft.— Wedding l: Wir springen und spielen im Schillerpark.— iinlturabteiluag(7 llbr): 1. Beethoven. 2. Entfesselte Gewalten. 3. Brownic im Lunapark. glmmerer! Heule, Mittwoch. 7 Uhr. ist im Gewerkschaflshaus. Saal l, unsere Zahlstellenversammluna. Alle gewählten Delegierten haben die Pflicht, unbedingt«u erscheinen. gentralverband der giwmerz», gahlstelle Berlin. BerantworUich Mr Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: S. tUiagelhöser: Gewerkschaftsbewcauna: Stiebt. Ckiota; geuilleton: JL K. DIlcher: Lokale» und Sonstiges: Fritz»arstädt: An, eigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts-Berlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Lerlagsanstalt Paul Singer» So.. Berlin SW 88. Linbenstraß« 3. Hierzu» Bellaue» uud.�lnterdaltnna u»d Wiste»". Rips- Mantel hall- n.dunkellarbig m. Pliiscc-Gamitiir versdiied. formen 32so WERTHEIM LGipziger Str. CVarsand-Abt) Könlgstr. Rosenthalsr Str. Moritzplatz biM Damcnmaniel 26m im präjgn. Gabardine verschied. Auaführ. Größe 42-48 Damenkleid iunstseide, iter, Größe §50 aus Waschkunstseide, Blumen- u. andere Muster, Größe 42 bis 46 Sonnenschirme£ y n bunt gemusterte Stoffe' crCr J."tC/ Damenstrümpfe Kunstseide, Fuß ff! ohne Naht, farbig Pf. Damensirümpfe prima Seidenflor, in � groß. Farbenauswahl£70 Damenstrümpfe .Lemberg". künsU-. Waschseide, farbig Hcrrcnsockcn Flor mit Kunstseide, viele moderne Farben 125 Besondere Abieihmg für Pelz- Konservierung Jahresgebühr von 75 Pf. an. freie Abholung In Oroß-Berlrn. Jugendl. 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Der„Vorwärts" Hot gestern(vgl. auch Nr. 2?8„Bor einer neuen Teuerungswelle?") die Forderungen und Gründe, die die deutsche Kohlenindustrie zur Erhöhung der Kohlenpreise angeführt Hot, unter politischen und wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten untersucht. Obwohl vom wirtschaftspolitischen Standpunkt eine Kohlenpreis- erhöhung überhaupt nicht diskutabÄ ist, soll vom p r i o a t w i r t- schaftlichen Standpunkt auch die Ueberslüssigkeit der Preiserhöhung dargetan werden. Daß es im übrigen unver- ständlich ist, in Zeiten des Absatzmangels Preiserhöhungen vor- zunehmen, sagt selbst die„B e r-g w e r k s z e i t u n g". die in ihrer Begründung der Kohlenpreiserhöhungen bei näherem Zusehen für das Ruhrkohlensyndikat die Unsinnigkeit zumindest der Höhe der Preisforderungen selbst nachweist. Eine falsche Behauptung.— Die Konkurrenzlage ist günstig. In der folgenden Untersuchung sollen das Aachener und das Niedersächsische Syndikat, das nur für die Werke in Ibbenbüren und Barsinghausen Preiserhöhungen verlangt, vernachlässigt werden, weil sie einmal von geringerer Bedeutung sind und zum anderen bei ihnen die Berhältnisse mit anderen Zahlen in der Tendenz gerade so liegen wie im Ruhrkohlensyndikat. Die Frage gliedert sich in zwei Teile, in eine nach dem Erlös und in eine nachdenSelb st kosten. Zur ersten Frage ist zu sagen, daß die Auffosiung der Zechen, daß bei dem beginnenden Absatzmangel Preiserhöhungen sich nicht in höhere Erlöse umsetzen würden. falsch ist. Man muß daneben nur fragen, ob es bei erhöhten Preisen gelingt, den Absatz mengenmäßig zu halten. Nimmt man Mengenverluste in Kauf, so kann man sehr wohl die Preis- erhöhung vornehmen, wobei allerdings ein Abbau von Arbeitern unvermeidlich ist. Man kann auch im unbestrittenen Gebiet die erhöhten Preise nehmen und mit den Mehrerlösen im be- strittenen Gebiet verschärft Konkurrenz machen, was nach den Erfahrungen mit Subventionen, und um solche würde es sich, genau genommen, ja handeln, nicht gerade wünichenswert wäre. Im unbestrittenen Gebiet erhält nämlich der Bergbau seine amtlichen Preise, denn die Konkurrenz an deutscher Kohle in diesen Gebieten soll ja entweder gleichzeitig eine Preiserhöhung erhalten oder sie wird sicherlich in kurzer Zeit mit gleichen Preiserhöhungsanträgen hervortreten. Im bestrittenen Gebiet ober, in dem in erster Linie die englische Kohle als Konkurrent zu betrachten ist, ist die Lage der- art, daß zwar die Menge der auftretenden englischen Kohle un- angenehm ist, ohne daß aber die Verkäufer englischer Kohle mit den Preisen nicht nennenswert herunter können. In England hat sich nach Abschluß des Streiks nämlich die Lage nicht so entwickelt, wie die englischen Unternehmer es hofften. Die erwartete und auch von den deutschen Unternehmern prophezeite Erhöhung des Schichtförderanteils ist nicht ein- getreten, wie wir es ja auch behauptet haben. Die Folge hier- ven ist, daß die Lohnkosten je Tonne heut« fast dieselben sind wie vor dem Streik. Für die Frage der Konkurrenzfähigkeit der englischen Kohle aus dem Weltmarkt jedoch ist von ausschlaggebender Bedeu- - wng, daß heute den Engländern chie Subventionen fehlen lüber 3 M. je Tonne absetzbarer Kohl«), und daß daneben eine starke Z i n s b e l a st u n g, die infolge der Verschuldung der Werke wäh. rend des Streiks eingetreten ist, diese erheblich in ihrer Konkurrenz- sähigkeit behindert. Weiter haben die Unterbietungen durch Frankreich, Belgien und das Saargebiet auf dem Kohlen- markt, die infolge der Inflation möglich waren, aufgehört, so daß im ganzen betrachtet trotz der beginnenden Absatzkrise die Lage am Kohlenmarkt, vor allen Dingen preislich, heute wesentlich günstiger liegt als vor einem Jahre. tleuberst günstige Entwicklung der Selbstkosten. Die Selbstkosten des Ruhrbergbaues haben sich infolge der Steigerung des Förderanteils(von 1025 Kilogramm im Januar 1326 auf 1147 Kilogramm im Februar 1327), der Auswirkungen der Mechanisierung, der Konzentration, der Umstellung der aufgeblähten Verwaltungsapparate, Abbau von Steuern usw. äußerst günstig entwickelt, was ja auch in allen be- kanntgewordenen Geschäftsberichten von den Interessenten ausdrücklich betont wurde Die Lohnkosten je Tonne konnten, wie der Bericht des Zechcnverbandes ausdrücklich betont, im vergangenen Jahre trotz der Lohn- «rhöhungen vermindert werden. Weiter verrin- g e r t e n sich, auf die Tonne Förderung bezogen, die Kosten für Gehälter, Soziallasten, Steuern. Selbstoer- brauch. Generalkosten, Zinsen und einige beachtlich? Materialien, wie z. B. Maschinenöl, das um 14 Proz., und Grubenholz, das um 5 Proz. billiger wurde. Die Syndi- katsumlay«, die zeitweilig eine große Rolle spielle, konnte seit Mo- naten aus 15 Pf. je Tonne für das unbestrittene und auf 40 Pf. für das bestrittene Gebiet gehalten werden, worin sich ja zum Teil auch die guten Erlöse des bestrittenen Gebietes widerspiegeln. Da» Argument der Lohnerhöhungen. Die Begründung der Erhöhungsonträge des Reichskohlcn- jyndikats bezieht sich nach der„Bergwerkszeitung" auf eine 5pro- zentigs Steigerunp der L o h n k o st e n je Tmme, die durch die ein- getretenen Lohnerhöhungen und Arbeitszeiweränderuugen verursacht sein soll. Da man nur die Preise für Kohlen erhöhen will, so kommt man zu einer Preissteigerung von 7'/- Proz. Die Lohnerhöhung macht im Durchschnitt keine 40 Pf. je Tonne aus, auch wenn die Lahnerhöhung und Arbeitszeitveränderung sich voll ausgewirkt haben. Zunächst ist die Wirkung noch wesentlich geringer, da die Lohnerhöhung für die Gedingearbeiter erst langsam voll wirksam wird. Die Preiserhöhung kommt praktisch nur für das unbestrittene Gebiet(fast ganz Deutschland) in Frag«, deim die Erlöse ini be- strittenen Gebiet richten sich ja nur zuni kleinen TeU und auch da mir in der oberen Grenze nach den amtlichen Preisen. Die hier ab- gesetzten Mengen mögen 20 Proz. des Gesamtabsatzes betragen, so daß sich die Preiserhöhung unter Beachtung des Zechen- selbstverbrauchs auf etwa 75 Proz. des Gesamtabsatzes praktisch auswirken kann. Selbst bei Annahme der Zahlen der „Bergwerkszeitung" beträgt die Belastung je Tonn«, für die«ine Preiserhöhung vorgesehen ist, nur etwas über 50 Pf. Der Durch- schnitts erlös für diese Kohlenmengen jedoch dürft«, unter Zu- grundelegung der amtlichen Preise, 16,50 M. betragen, so daß eine Preiserhöhung von 7% Proz. den Erlös um etwa 1,20 M. steigern würde. Daß die Kokspreise nicht erhöht werden, hat dabei nichts zu sagen, denn die Kokereien kommen nach dem Kohlenwirtschasts- gesetz, hinter dem sich die Unternehmer in dieser Frage so oft vor- steckten, nicht in Frage, und wenn sie in Frage kämen, so dürfte man nicht nur den Koks, sondern inan müßte auch die Neben- Produkte in die Betrachtung einbeziehen. Würde man das aber tun. so würden selb st die Unternehmer nicht mehr zu behaupten wagen, daß sie die geringfügigen Be- lastungen nicht trogen könnten. Zusammengefaßt steht fest, daß der Ruhrbergbau die gering- fügigen Neubelastungen gut tragen kann, was auch für den Aachener und niedersächsischen Steinkohlenbergbau gilt. Auch die Braunkohle hat zu Preiserhöhungen keinen Anlast. Am unangenehmsten aber berührt die gewünschte Preiserhöhung für Mitteldeutschland und Ostelbien. Auch sie können praktisch die Preise nur im u n bestrittenen Gebiet ihrer Syndikate erhöhen, wenn nicht die anderen Syndikate, denen es teilweise schlechter geht, ebenfalls mit Preiserhöhungsanträgen kommen. Bei den enormen Fördcranteilen je Mann und Schicht im Braunkohlen- t a g e b a u spielen die Lohukosten nur eine untergeordnete Rolle. In den Kernrevieren beträgt der durchschnittliche Förderanteil je Mann und Schicht im Tiefbau etwa 5 bis 6 Tonnen, so daß sich bei einem Durchschnittslohn von 6,20 M. Lohnkoston von 1 M. bis 1,20 M. ergeben. Selbst wenn die Lohnkvsten infolge der Ar. beitsveräuderungen um 10 Proz. steigen würden, so wäre die Belastung der Äerke eine so geringe, daß sie ohne weiteres getrogen werden könnte. Tiefbau gruben sind aber in sehr geringer An- zahl in diesen Bezirken vertreten. Di« Förderung wird zii mehr als 3 5 Proz. im Tagebau gewonnen, der Förderanteile auf- weist, die oft ein Vielfaches der genannten betragen. Es wäre äußerst interessant zu wissen, wie die'Syndikate ihre Preiserhöhungen begründen und ihre Notwendigkeit beweisen wollen, wobei wir uns nicht auf schöne Redensarten einlasicn können. Es wäre für den Braunkohlenbergbau sicherlich eine dankbarere Auf- gäbe, wenn er sich darum bemühte, daß die Händler den Braun- kohlenbevgbau leben lassen, statt sich, wie das Gutachten der omt- lichen Kommission zur Untersuchung der Arbeitszeitfrage im Braun- kohlenbergbau samt, mit ihren großen Gewinnen, die teilweise auf Kosten der Werke gemocht werden, abzufinden. Genau betrachtet, handelt es sich bei den Versuchen, die Kahlen- preise zu erhöhen, einmal darum, in den bestrittenen Gebieten aus Kosten der übrigen Industrie und der Verbraucher schärfer kämpfen zu können, oder aber um«ine sozialpolitis« Demonstration gegen die geringen Lohnerhöhungen und Arbeitszeitveränderungen. keinesfalls aber handelt es sich um Preiserhöhungen, die infolge der Wirtschaft- lichen Lage der Werke notwendig wären. Gemeinden und Konsumvereine. Die erfreuliche Tatsache, daß immer mehr Gemeinden Mitglieder von Konsumvereinen werden, um sich die von diesen gebotenen Bor- teile zu sichern, hat schon lange lebhaften Unwillen bei der Händler- schaft erregt. Man sähe es lieber, daß die Gemeinden und Ge- meindeverbände auf den günstigen Warenbezug für ihre sozialen An st alten verzichten, als daß sie die Vorteile der Bedarfsdeckung durch die Konsumvereine im Interesse aller Steuer- zahler wahrnehmen. Jetzt haben sich die Mittelständler in Preußen zu einem gesetzgeberischen Vorstoß entschlossen. Die Händlergruppe der deutschnationalen Fraktion des Preußischen Landtags hat dem Landtag den Enwturs eines Gesetzes über die B e- schränkung der prioatwirtschastlichen Betäti- gung der Gemeinden und Gemeindeverbände ein- gereicht. In diesem Entwurf steckt hinter manchem Beiwerk der Kern mittelständlerischen Verlangens. Der lautet so: »Eine Beteiligung von Gemeinden(Gemeindeverbänden) an Gc- nofsenschaften und Erwerbung von genossenschasllichen Geschäfts- anteilen ist nicht zulässig." zu fordern ist kurzsichtig und sinnlos. Ueber das Vorgehen von Gc- meinden bestimmt die Gemeindeverwaltung s e l b st. An diese haben sich auch olle zu halten, denen die Mitgliedschaft von Gemeinden in Konsumvereinen nicht paßt. Nicht aber an den Staat. Das Ergebnis der Börsenpanik. Die Deutsche Bank oeröffent- licht in ihrem Maibericht einige Ziffern über die Entwicklung der Aktienkurse, die über die Folgen der Panik einen deutlichen Ein- blick gewähren. Donach ist in der Zeit vom 3. bis 14. Mai der Durchschnittsturs aller Aktien von 186,3 auf 166,1 Proz. gesunken. Es ergibt sich also, daß die Wirkung der Panik doch sehr stark überschätzt worden ist. Der Rückgang der Kurse während der sechs Tage betrug nur etwa ein Zehntel des am 3. Mai bestehenden Kursniveous. In den Togen vom 12. bis 14. Mai, den eigentlichen Paniktagen, erfolgte ein Rückgang von 174,4 auf 166,1 Proz. Das ist noch nicht«in Zwanzig st el des durchschnittlichen Kursniveous. Die Deutsche Bank bemerkt da- bei, daß nicht so sehr die Höhe der Kurse als der rein spekulative Charakter der Börsenbewegung da» Ungesunde gewesen sei. Die fast ununterbrochene Aufwärtsbewegung der Kurf« seit etwa anderthalb Iahren habe die Berufs- und Gelegenheitsspekulanten verwegen gemacht. Aus einer anfänglich willkommenen Auf- besserung des geschmälerten Einkommens sei das Börsonspiel allmählich zu einer Einkommensquelle geworden, die man sür die Lebenshaltung als dauernd ansah. Auch die Deutsche Bank gibt die Versicherung, daß man bei der Einschränkung der Börsenkredite sich nicht übereilen werde. In der nächsten Zeit sei aber ein umfangreicher Besitzwechsel auf den Börsenmärkten unvermeidlich, damit die Effekten möglichst in feste Hand kommen. Dazu seien die günstigen Abschlüsse in der Industrie und die zu er- wartenden guten Dividenden ein vielversprechendes Vorzeichen. Die hibernia verleilt Dividenden. Für die Beurteilung der Kohlenpreiserhöhung, über die in den nächsten Tagen entschieden werden soll, ist auch die Tatsache beachtlich, daß d-- Saatliche Hibernia-Zeche in diesem Jahre zum ersten Male aus die Stammaktien 5 Proz. Dividende verteilen wird. Außer- dem werden aus dem Betriebsüberschuß von 8,28 Millionen gegen das Borjahr von 4,34 auf 5,25 Millionen erhöhte Abschreibungen gemacht. 10 Prozent Dividende bei der Vaufirma Ivayß n. Freitag. Der Abschluß der Baufirmo Wayß u. Freitag, Franksurt am Main, zeugt wieder für die günstige Baukonjunktur. Das Unter- nehmen, das große Auslandsinteressen in Südamerika unterhält und unter anderem mit der Durchführung der Gesamtkanalisation von Konstantinopel beaustragt ist, konnte im Berichtsjahr auch eine er- hebliche Steigerung der inländischen Bauaufträge von privater und öffentlicher Seite erzielen, bei deren Durchführung die erhebliche Berkürzung der Baufristen durch Ra- t i o n a l i s i e r u n g der Arbeitsweise und Modernisierung des Maschinenparks bemerkenswert ist. Nach der Bilanz zu urtellen ist an diesen Austrägen auch sehr gut verdient worden. Der Rohgewinn stieg von 4,5 auf 4,7 Millionen Mark und als Reingewinn verbleibt trotz sehr hoher Abschreibungen von einer Million(14 Prozent auf die Änlogewerte) noch 1,02 Millionen. �pon denen ein« Dividende von 10 Prozent gezahlt wird. Die Finanzlage ist sehr günstig. Den von 6,2 aus 4P gesenkten Schulden stehen 5,1 Millionen Mark Guthaben und 1.38 Mü- lionen Mark Vorräte gegenüber. Im neuen Geschäftsjahr ist das Kapital von 8 auf 12 Millionen erhöht worden und der dabei erzielte Kursgewinn von 0,75 Millionen Mark wird gleichfalls dem Reservefonds zufließen. verdoppellc Werfldivideude. Der Bremer„Vulkan", Schiffbau und Maschinenfabrik in Vegesack, hat im Jahre 1326 seinen Rein- gewinn von 0,62 auf 1,13 Millionen erhöht, also fast v e r» doppelt. Der Vortrag ist um 70 000 auf 218 000 M. gesteigert. Aus dem Reingewinn wird eine Dividende von 8 Proz. verteilt gegen 4 Proz. imDorjahre. Auch die Dividende ist also verdoppelt. Dabei haben die Schulden trotz der sehr stark gestiegenen Beschäjtioung von 7,52 auf 4,22 Millionen abgenommen. Forderungen und Bankguthaben sind gestiegen. Im neuen Geschäftsjahr ist die Werft für lange Zeit mit Aufträgen versehen. Das Beispiel dieser großen Werft ist wichtig. Es zeigt, daß die Werftindustrie alle Schwierigkeiten Himer sich hat, und zwar auch finanziell. Man wird deshalb die kommenden Jahres- a b s ch l ü j s e der Werstindustric mit besonderer Aufmerksamkeit zu prüfen haben. Sanierung des japanischen Stinnes-Konzerns. Die Suzuki. Gesellschaft auf Formosa, der mammuthaft aufgebaute Stinncs- Konzern von Japan, kam bekanntlich aus ganz ähnliche Weise in finanzielle Schwierigkeiten wie der deutsche Siinnes-Konzern und führte in gleicher Weife zu einer schweren Erschütterung des Kredit- jyftems im ganzen Lande. Jetzt wird der Suzuki-Kochzern, genau wie es Stinnes geschah, dadurch gestützt, daß man ihn großen, teils zerschlägt. Aehnlich wie seinerzest die Berichte der deutschen Stinnes-Korporation lauteten, läßt der neue Gouvenreur der Bank von Japan mitteilen, daß die Regulierung der Suzuki-Gesellschaft gute Fortschritt« gemacht habe. Die angegliederten Konzerne, die keinen Gewinn abwerfen, sollen liquidiert und ihre Schulden abgeschrieben werden. Nach Durchführung dieser Maßnahmen wären die übrigbleibenden imstande, weiterzuarbeiten. dass iDlrxui� Qeüfanie vcrzicRtetx, umztux unswe tuv&nUvegt die lÜcrSefr&iiX' mßfrtUVrt:. ßicM auf cL&(fcouefatt uxxCfatv �)ie duatllat ßemate rWoH&srv(u* iuvscrc£*■- laugrüs� fiprec&ziv. tWaudveiv StetvoefUfcute die ARENA y QjMöt o�tv Aauxuegcxalcfc» mir IWiscfUuvg d<&AnQcncjimc6(Wma in-&lcfv- zcLL&m, Deutfthnationaler Reinfall. Heilmann fertigt die reaktionäreDemagogie ab.- RechtsparteienanderFutterkrippe In der gestrigen Sitzung des Landtags nahm in der weiteren Debatte das Wort: Zlbg. Diester(D. Hannoveraner): Wenn wir auch grundsätzlich gegen das heutig« Preußen und gegen den Unitarismus kämpfen, können wir doch praktisch ein Stück Weges mit den Parteien gehen, die für die Gerechtigkeit eintreten. Abg. Schlouge-Schöningen(X) Vp): Der Ministerpräsident hat in seiner heutigen Rede wiederum scharfe Kritik an vsrfassungs- rechtlichen Bestimmungen geübt: er hat lzeute unseren angeblichen Mißbrauch mit Kleinen Anfragen angegriffen. Er hätte sich damit lieber an die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wenden sollen, die es damit noch vi«l schlimmer treibt.(Zuruf links: Also Sie treiben es auch schon schlimm!(Heiterkeit!) Wenn irgend ein Thema zur dritten Lesung des Etats des Preußischen Staatsministeriums gehört, ist es der Fall Hörsing. Die Denkschrift des Reichsbanners vcr- langt, daß die Beamten nicht nach ihrer Befähigung, sondern nach ihrer Gesimrung angestellt werden. Sie bel«idigt eine große Anzahl Staatsbeamter, indem sie ihren Verfassungseid in Zweifel zieht. Aber Herr Braun wagt nicht irgend etwas gegen den Vor- sitzenden des Reichsbanners zu unternehmen, so selbstherrlich er sonst regiert. Dabei sollte er sich bewußt bleiben, daß jeden Staat aus dle Dauer nur Leistungen erhallen, nicht Schuhgesehe.(Schallendes Gelächterlinks!) Der Tag, an dem dos Kabinett Braun stürzt, wird der Anfang der preußischen Auferstehung sein.(Bravo! rechts.) flbg. Heilmann sSoz.): Wir sind Herrn Schlangc-Schöningen dankbar, daß er seine kost- bare Zeit heute uns widmet, statt im Reichstag für die Verlängerung des Republikschutzgesetzes zu stimmen.(Heiterkeit und Sehr gut! links.) Der Ministerpräsident hat nicht die verfassungsrechtlichen Be- stimmungen über die Kleinen Anfragen kritisiert, sondern den Miß- brauch, den die Rechtsparteien damit treiben. Aber es gibt wohl keine republikanische Freiheit, die nicht von '' den Feinden der Republik mißbraucht wird.(Sehr gut! links.) Di« Denkschrift des Reichsbanners kennt Herr Schlange-Schöningen überhaupt noch nicht. Sie verlangt nicht mit einem Wort, daß die Stellen nach Parteizugehörigkeit und nicht nach Tüchtigkeit vergeben werden. Sie hebt im Gegenteil hervor, daß die Stellen noch nicht nach Tüchtigkeit vergeben werden, denn wenn unter sämtlichen Räten des preußischen Oberoerwaltungsgerichtes nur drei Ueberzeugungsrepublikaner sitzen, so kann eine solche Verteilung unmöglich auf der überwältigenden Mehrbefähigung der Rechtskreis« beruhen.(Sehr gutl links.) Die Denkschrift greift auch nicht mit einem Wort die Eidestreue irgendwelcher Beamten an, und das hier uns in den Mund gelegte Wort von den juristischen Zwirnsfäden, über die wir nicht stolpern, ist zuerst vom FürstcnBismarckge- sprachen worden, als er das Privateigentum des früheren Königs von Hannover für Preußen ein- zog.(Sehr gutl und Heiterkeit links.) Aber Herr Schlange hat sich ja für seine heutige Rede einen großen Heiierkeitserfoig unbedingt durch die Bemerkung gesichert, ein Staat müsse sich durch Leistungen qualifizieren und nicht durch Republikschutzgesetze. Das war doch reichlich unvorsichtig von dem R« i ch s t a g s abgeordneten Schlange-Schöningen an dem Tage, an dem auf Antrag Graf Westarp und Fraktion das Republitschutzgesetz um zwei Jahre verlängert wird. Wozu qualifiziert sich die Deutsch- nationale Volkspartei durch die Lex Westarp?(Große Heiterkeit links!) Die Rechtsporleiler in Skaatestcllungea. Herr Dr. von Richter hat die Frage aufgeworfen, warum der preußische Staat den Vorsitzenden des Reichsbanners bezahlen müsse. Ich stelle fest: Mein Fraktionsfreund Hörsing war Ober- Präsident, ehe er Vorsitzender des Reichsbanners wiird«: er w ar Oberpräsident und Vorsitzender des Reichsbanners, als Herr Dr. von Richter preußischer Finanzminisier war.(Sehr gut! links.) Aber der preußische Staat bezahlt ja von der Deutschen Volks- Partei die Abgeordneten Beuermann, Eichhoff, Dr. Rose, Dr. Schuster, Schwarzhaupt, Steffens, Stendel, Frau Thöne, Pischke, Dr. von Campe, Dr. von Richter, von Eynern, Dr. Bülitz und Dr. Kriege! von der Deutschnalionalen Volkspartei die Abgeordneten Bachem. Dcerberp, Ebersbach, Fuchs-Brcslau, Haseloff, Hermann- Friedersdorf. Hoffmann-Münfter, Dr. Köhler, Kikhöfel, Koch-Berlin, Meyer-Magdeburg, Koch-Oeynhausen, Mursch, Oelze, von Trcskow, von Gersdorf, Borck und Weißermel.(Hört, hört! links.) Warum also gerade dem Kollegen Hör sing sein Staatsgchalt vor- werfen? Herr Schlange hat gemeint, kein anderer Beamte dürfe sich soviel herausnehmen wie Herr Hörsing. Aber s i n d n i ch t a u ch die Herren Körner und Gieseler noch heute preußische Staatsbeamte?(Sehr gut! links.) Deutschnationale Grenzmarkendemagogie. Der Herr Abgeordnete Steinhosf Hot verlangt, die preußische Staatsrcgierung solle sich der b e se tz t e n Gebiete noch mehr an- nehmen. Er hat diese Forderung sicherlich nur im Interesse der preußischen Grenzprovinzen ohne alle eigennützige Parteiabsichten gestellt. Aber sein Fraktionskollege, der deutschnationale Abgeordnete Rcgierungsrat Bachem hat unter dem IS. November 1926 an den Abg. Dr. von Dryander im Reichstag gefchrisben, leider sei das Zentrum den Deutschnalionalen mit einem Antrag zugunsten der besetzten Gebiete zuvorgekommen.„Deshalb erscheint«s jetzt erwünscht, wenigstens durch Aenderung, Ergänzung und Vertiefung von Einzelheiten von unserer Seite entsprechendes zu tun. Für d«n Reichstag besteht zum Glück noch die Möglichkeit zu einem noch unmittelbareren Schritt als für uns im Landtag. Ich würde bitten, diese Möglichkeit umgehend ausnützen zu wollen." (Große Heiterkeit bei den Soz. und im Zentrum. Zuruf rechts: Wie kommen Sie zu dem Brief?— Abg. K u t t-n e r: Durch Herrn Knoll!— Andauernde stürmische Heiterkeit!) Wenn Sie nicht wünschen, daß ich solche Briefe hier verlese, muß Herr von Dryander nicht so leichtfertig damit umgehen. Die Hauptsache ist doch aber, daß in diesem Briefe mit keinem Gedanken an das Wohlergehen der besetzten Gebiete gedacht wird, sondern ausschließlich daran, sich im Kampf mit dem Zentrum die parteipolitische Priorität zu sichern. Wenn dann die Herren hier aus der tiefsten Tiefe ihres patriotischen Empfindens für das besetzte Gebiet sprechen, so höre« wir aus alledem nur das parteipolitische Manöver der Deutschnationalen heraus.(Sehr gut! links.) Bei der zweiten Beratung des Etats der Allgemeinen Finanz- Verwaltung hat Herr Dr. Leidig sich darüber beklagt, daß die Regierungsparteien nickst das Wort ergriffen; jetzt müsse doch B stanz über die gesamte Regierungstängkeit gezogen werden. In der Tat, wir brauchten nichts zu sagen, denn da, werk der preußischen Regierung spricht für sich. Das wir alle Krisen vermieden haben, daß selbst in den schwierigsten Tagen die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht gestört worden ist, sind doch Leistungen, die anzuerkennen eigentlich auch die Herren der Rechtsparteien objektiv genug sein müßten. Immerhin, sie sind in ihrem Ton viel vorsichtiger und zurückhaltender geworden. Ich b«gr«ise das vollkommen. Sie tragen schwer an der Bürde der Verantwortung im Reich, an Richtlinien und Republikschutzgesetz. Und sie sehen, wie die Wahlen überall den Abstrom von den Rechtsparteien und den Zustrom zur Sozial demo- kratie deutlich erkennen lasten. Der nächste preußische Landtag wird noch stärker republikanisch und sozialistisch sein und wird dazu beitragen, das Gefäß der Republik mit sozialem Inhalt zu füllen. Besonders schön sind am letzten Sonntag die Wahlen in Branden- bürg a. d. H. ausgefallen, und so will ich im Hinblick auf die künftigen allgemeinen Wahlen den 5?erren von Rechts zum Schluß zurufen: Hie guet Brandenburg alle Wege!(Heiterkeit und lebhafter Beifall links.) Abg. Ladendorsf(Wp): Der Landtag müßte eigentlich viel Lustbarteitssteuer zahlen.(Heiterkeit!) Aber der Mittel- stand ist furchtbar steuerüberlastet, und ehe nicht der ganze kost- spielige Verwaltungsapparat rücksichtslos eingeschränkt ist, können wir dem Etat nicht zustimmen. Abg. Kotenbürger(Z.) verteidigt gegenüber dem Vorredner das Verholten des Wohlfahrtsministers gegenüber dem amerikanischen Bauprojekt in Schöneberg. Damit schließt die Generaldebatte. Persönlich erklärt Abg. Stendel(D. Vp.), daß dem Ministerialdirektor Brecht im Reiche«ine gleichwertige Stellung angeboten worden sei, was Ministerpräsident Braun erneut als u n w a h r bezeichnet. Brecht sei einfach gemaßregelt worden. Der Etat der Domän«nverwaltung wird bewilligt. Beim Forstetat macht Abg. Zürgensen(Soz.) darauf aufmerksam, daß die Weihnachtsgratifikationen der Forst« a r b e i t e r endlich ausgezahlt werden müßten. Der Etat wird bewilligt, ebenso der Gestütetat, nachdem Abg. Abg. Frau Wohlgemut(Soz.) auf die Nottage der Gestüt- wärter oerwiesen hat. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch, vormittag 11 Uhr: Fortsetzung der dritten Etatberatung. 5. verbanöstag ües Zöfi. (Schlußbericht.) Köln, 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Verbandstag be- rcitete dem scheidenden Vorstandsmitglied Giebel am Montag- abend nach Abschluß der sachlichen Beratungen eine Ovation, in der die ganze Verehrung für diesen alte» Gewerkschafter zum Aus- druck kam. Im Auilrag des Verbandstags überreichte der Vorstand seinem scheidenden Mitglied ein A u g e b i n d e, für das Giebel in sehr bewegten Worten dankte. Giebel wies darauf- hin. daß ihm der Abschied aus einer Tätigkeit, die er nun 2Z Jahre lang ausgeübt habe, sehr schwer falle. Es werde aber, so hoffe er, k e i n A b s ch i e d fürs Leben sein, sondern auch in Zukunft werde er immer treu zur Organisation stehen. Der Verbandstag nahm die Abschieds- worte mit stürmischem Beifall auf. Am Dienstagvormittag traten die Delegierten in die VerHand- lung über die geplante Zentralisation der Organisation ein. Die Meinung der Delegierten zu den Vorschlägen der Satzungs- kommifsion war nicht einheitlich. Von einzelnen Rednern wurde die Befürchtung laut, daß die Erweiterung der Machtbefugnisse des Borstandes die demokratischen Rechte der Mitglieder zu stark be- schneidet. Gegen diese Austastung wird von anderer Seite erklärt, daß die neu« Zeit auch in der Gewerkschaftsbewegung neue Mittel verlangt. Di« Vorschläge, di« die Satzungskommission ge- macht hat, bewegten sich durchaus in dieser Richtung. In der Ab- stimmung wird'schließlich, nachdem der Vorstand nochmals durch Urban erklären ließ, daß er unbedingt di« vorgeschlagenen Aendc- rungen als im Interesse der Organisation für geboten erachte, gegen 20 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen den Vorschlägen der Satzungskommission zugestimmt. In der Schlußsitzung am Dienstagnachmittag beschäftigte sich der Verbandstag in einer kurzen, aber sehr sachlichen General- debatte mit weiteren Statutenänderungsfragen und vor allem mit dem Ausbau des Unter st ützungswefens des Verbandes. Hierzu lagen ein« Reihe Anträge des Zentraloorftandes vor, die für die Mitglieder so weitgehende Unterstützungseinrichtungen schaffen wollen, daß damit der Verband mustergültig und vorbildlich für alle anderen Gewerkschaften Deutschlands wird. Es ist u. a. vorgesehen: eine Altersvension jedes öSjährigen ordentlichen Mitgliedes in gleicher Höye, ohne Rücksicht auf die Beitragsklasse, beginnend mit 50 M. monatlich bei 25jähriger Mitgliedschaft, bis zum Höchst- betrag von 80 M. monatlich nach 45jähriger Mitgliedschaft. Außer- dem schlägt der Vorstand den Ausbau der Erwerbslosenunterstützung bis zu einer Zahlungsdauer über ein Jahr lang, weiter ein Sterbe- g« l d bis zum Höchstbetrog von LZO M. und eine Aussteuer- b e i h i l f e für weibliche Mitglieder in Höhe von 50 M. bis 100 M. vor. Sämtliche Anträge über das Unterstutzungsmesen werden nach kurzer Debatte vom Vcrbandstag mit großer Mehrheit angenommen. Ein organisatorisch wichtiger An- trag beschästiat sich mit dem Beamtendelegationsrecht in der Organisation. Hierzu wird beschlossen, daß in Zukunft Verbands- beamte nicht mehr zu Verbandstagen, zum Beirat und zu den Gauvorständen delegiert werden können. Auch der Verbands- vorstand unterstützt diesen Antrag, der in namentlicher Ab- stimmung mit großer Mehrheit angenommen wird. Die Wahlen zum Verbandsvorstand bringen eine Wieder- wohl der bisherigen Vor st ands Mitglied er, mit Ausnahme von Giebel, dessen Stellung nicht mehr besetzt wird. Der Vorstand des Verbandes besteht also in Zukunft aus: U r b a n, Wucher, A m a n n, Jänner und den fünf(bisher 6) Sekretären Br«nke, Haußherr, Rogon, Schröter und U ck o. Der Beirat wird nach den Vorschlägen der Satzungskommission nach kurzer Debatte gewählt. Damit sind die Arbeiten des Verbandstogs erledigt. Mit einem kurzen Schlußwort, das in ein Hoch auf den Zentralvcr- band der Zlngestellten ausmündet, schließt der Vorsitzende Urban die Tagung. parteinachrichten für Groß-Serlin Cinltnbungn für diese Rubrik find Berti» SD 68, Lixdeastrohe 3, stet» an da» Bezirk-lekreiartal. 2. Hof, 2 Trep. recht«, j» richte», Voranzeige! Dienstag, den 31. Mai. abends 71-2 Ahr, findet im Lehrer- Vereinshaus, Alexanderstr. 41, eine wichtige Funktionarversammlung statt. Der italienische Genosse Modigliani wird über„Die faschistische Gefahr" referieren.— Wir ersuchen die Kreise und Abteilungen. diesen Tag freizuhalten, damit alle Funktionäre an dieser wichtigen .Kr......~'" Versammlung teilnehmen können. Der Vezirksvorsiand. L Kttit Mittr. Achtung,«Urr-bairätel Sidung am Donnerstag. 19. Mai, 7V, Uhr, h«i Zfchi-fing, Ackerstr. 1. Bartrag-„Di, Prilg-lstrafc. R-f-- rrnt: GrnolTe Lrhrcr Weiß. Alle Elternbeirat« müssen«scheiuen Z. ftnio Weddiug.«ilduugsauoschußmitgUeder! Su der heute, Mittwoch, stattfindenden«reiamitgliedervcrsammlung müssen sämtlich«»ildango- auaschußmitglieder erscheinen, da wichtige Informationen«ntgegenzu. nehmen sind. I. Rrei« ltrcuzberg. Abteilungeobleut« der sazialbemokratischen Elternbeirälc und Borktand der Freien Schulgemeindel Heute, Mittwoch, 18. Mal, 8 Uhr, Sitzung bei Krepp, Planufer 7Z/76, Site Arn Urban. 9. Krc!« Bilmerodorf. Seilte. Mittwoch. 18. Mai. 7 Uhr, Eitzuna der Begirko. nerfammlung. guhörerkarten für Parteigenossen im Etadthau», gim» mcr 220, ab 6 Uhr. 14. Jtcei» Reiikölla. Arbeite rwohlsahrt: Donnerstag, 19. Mal, 7>4 Uhr. wich. tige Konferenz im Rathaus Berliner Straße, gimmer 187, 1. Stock. Dagceordnung:„Offene und geschlossene Fürsorge." Rescrrnt Stadtrat Karl Schneider. Sämtlich« Genossinnen und Genossen der Wohlfahrts» und Jugendwohlfahrtskommissionen müssen bestimmt erscheinen. heute, Mittwoch, 18, Mai: 49. Abt. Schwerhörige. T'.i Uhr im Jugendheim Lindcnstr. S, Z. Hof!> Dr., Mitgliederoersammlung. Bortrag:„Humor im Klassenkampf." Referent Hanno Kamm. All« Mitglieder sowie„Vorworts"-Les«r und Sqmpathi» sierende werden gebeten, recht»ahlreich ,u erscheinen. Rowawe». 8 Uhr im Eiscnbahnhotel Rowawee, Zisendahnstr. 11, Mitglieder- Versammlung. Morgen, Douaerstag. IS. Mai: II. Abt. Die Genossinnen und Genossen treffen sich oormitta: Besichtigung der Betriebsanlagc» der Konsumgenossenschaft Rittcrgutstraßc, am Eingang, II. Abt. 8 Uhr bei Leuschner. Ackerstr. 110, außerordentliche Funktionärsitzung. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. 97. Abt. 71, Uhr bei Pfeiffer. Hauoburgstr. z. wichtig« Funktlonärsstzung. 57. Abt.«harlottenburg. S Uhr bei Pohl. Lelbnizstr. ,0. wichtig« Sitzung sämtlicher Bezirksführer. Erscheinen unbedingt erforderlich. Bücher sind mitzuorinnen. IZtz./t.iO. Abt. Pankow. Bezirk Zo: Uhr bei Meeho. Berliner Straße Ecke siinbenpromenade. erweiterte Funktionärsitzung. Die Funktionäie de« Rachbardezirie sind hiermit eingeladen. ags 10 Uhr zur «l Lichtenberg, SPD.-Fraktio» der Berliner Stadtbaak. nachmittags ö Uhr. Berlammlung Im Lokal Wollong). Am MUHlendamm 8. Bortrag: Wirischattsprogramm der Partei." Referent bcrg. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. Donnerat-rg, 19. Mai, OZ ..tzur Schleuse"(Inhaber fe iationalisierung und dcz& Dr. oon Ungern. Stern, ö? Frauenveranstaltu ngeu: Mittwach. 18. Mai. IM Uhr, im Lokal Mühl-n. Bortrag des Genossen Läwcnthal. Gäste will- 78. Abt. Schäneberg. Heute, siraße S Fraucnadend. komme». >Z8. AdV Hermsdorf. Donnerstag, 19. Mai, 8 Uhr, bei Eagedrecht. Aldrecht- siraße 1, Frauenabend. Vortrag:„Alt-Bcrliner Humor/' Referent Hanns Kamm. Söst« willkommen. Slrbeilsgcmeinschkrft der Kinderfreunde. Krei» Eharlottenbnrg. Alle Gruppenlinder müssen am Eonnadend, 21. Mai, pünktlich nachmittags 8 Uhr. a»k dem Spielplatz fein,— auch wenn es regnet. Alle Helfer werden zu einer kurzen Besprechung heute, Mittwoch, 18. Mai. 7Ve Uhr. Am Bahnhof Westend 2 gebeten. Montag, 23. Mai, findet im .siranienkass-nhaus. Berliner Str. 137, 7'� Uhr ein Lichtbildervortrag statt. Eltern und Parteigenossen sind herzlichst willkommen, llnkostenbeitrag 30 Pf. Kinder sind nicht mitzubringen. Krei» Kreuzberg. Gruppe Sudwest: Heute. Mittwoch, 18. Mai, von 4si di» 7 Uhr, im Jugendheim Borckstr. 11 Hauptprob« zu unlerem Maifrst. An. schließend wichttge Besprechung wegen unserer Pfingstsahrt. Sterbetafel öer Grofi-öerliner partei-Grganifation 79. Abt. Echöneberg. Unser Freund und Genosse Paul B u r» w ist Plötz- lich im 40. Lebensjahr« allzu früh verstorben. Ehr« feinem Andenken. Be- erdigling am Donnerstag, 19. Mai, nachmittag» 8 Uhr, auf dem Städtischen Friedhos Blanke Hölle. Um vollzählig« Beteiliguitg der Genossinnen und Genossen wird Ersucht. suchen Sie eine tektödaMü ejstervrano II "r., Unterhaltung unö Seilage öes vorwärts Hie Futterkrippe- hie Mannestreue! Der üraußen:„Meine Herren, ein armer Verbannter.. die Vevtlchnationalen ürinnen:„Stören Sie nicht. Wir flnü beim Essen! Ihret» wegen lassen wir's nicht kaU werden." der draußen:»Einst nannte ich Sie die Herren, auf die Ich mich verlassen kann.' die drinnen:»Nun ja, jeht haben wir Sie auch verlassen!" öoxmatfch. Von A l e x e j Tolstoi. Ein riesiger Saal mit eisernen Traversen unter dem Plafond. Sportklub. Die Bogenlampen zischen. Amphitheoterortig an- steigende Tribünen. Viele Menschen— solide, glattrasierte Gentle- nien in englischen Mänteln und steifen Hüten überwiegen. Sie rauchen dicke Klubzigarren. Die Kellner servieren Whisky. In der Mitte des Amphitheaters, unten— das Gerüst für den Boxkampf. Dort springen zwei Leute herum, schlagen einander in die Fresse, aber man beachtet sie kaum. Heute treffen zwei Champions aufeinander— Harley und Gibb— um den Preis von 17.') Pfunden. Endlich treten sie an. Das Seil im Viereck leicht zur Seit« ziehend, springt leichtfüßig ein gut gewachsener, schöner und schmächtiger junger Mensch herein, wirst den Frottiermantel von sich. Das ist Harley, der Liebling des Londoner Publikums. Sein Gegner Gibb, ein blonder Kerl mit breitem Mund, ziemlich unbekannt, kriecht plumpen Schrittes hinauf, blickt in die Menschenmenge, runzelt die Augenbrauen. Ellbogen und Knie sind dick. „Fünfzehn Pfund auf Harley!"„Ich halte diese fünfzehn Pfund!"„Fünfundzwanzig auf Harley!"„Ich halte..." so hört man durcheinander die Stimmen rufen. Man zog den Kämpfern die Handschuhe an. Ihr« Freunde springen von den Plätzen aus und schmiegen sich an den Rand des Gerüsts. In Erwartung des Signals stehen die Kämpfer in den Ecken des Kampfplatzes und halten sich an den Seilen fest. Die Menschenmenge wird lebendiger. Von allen Seiten erheben sich Hände mit gespreizten Fingern und zeigen die Pfunde auf. Ein paar Leute, die auf die Bänke ge- sprungen sind, schreien etwas den anderen zu, die unten stehen, über den ganzen Saal hinweg. Sie treiben die Preise in die Höhe. Ein kurzer Pfiff ertönt. Die Kämpfer stoßen aufeinander, springen leicht wieder von einander los, umgehen einer den anderen, kreisen um einander mit tänzelnden Bewegungen. Der Saal wird still. Die Bogenlampen zischen. Harley springt an. und seine unnatürlich große lederne Faust fährt Gibb ins Gesicht. Hier und dort schottert man befriedigt auf den Bänken. In Umarmung klammern sich die Kämpfer aneinander und schlagen sich gegenseitig in die Hüften. Die erste Runde ist zu Ende. Die Trainer fächeln die Kämpfer mit Handtüchern. In den zerschlagenen Mund Gibbs legt man Alaun. „Fünfzig Pfund auf Harley! Wer hält fünfzig Pfund auf Harley?" Wieder emporgeschleuderte Arme, vom Schreien rote Gesichter. Die zweite, dritte und vierte Runde vergehen monoton. Gibb springt wie ein Teufel herum, mit den Fäusten drohend. Harley drischt ihm in die Augen, in Ohren und Mund, unter die Milz, reckt grausam sein Kinn hervor, schnaubt... „So ists recht, drauf, drisch auf ihn ein, drisch nur!" hört man Rufe. Wiederholt war Gibbs Gesicht ganz blutüberströmt. Blutig war auch seine weiße Sporthose. Ein Auge schwoll ihm an, das andere schloß sich. Sein Gesicht bekam nach und nach das Aus. sehen eines rohen Beefsteaks. „Gut so, tapferer Junge, hau' mir weiter hin. Kleiner!" Selbstverständlich muhte der Kampf mit einem„Knock-out" enden, worauf der Gegner das Bewußtsein(mitunter auch des Leben) verlieren muß. Einer dieser Schläge ist gewissermaßen doppelt: mit der linken Hand von unten ins Kinn, mit der rechten von der Seite her ins Gebiß. Dadurch entsteht eine Erschütterung des Kleinhirns, das Gebiß springt aus dem Gelenk, die Zahne fliegen heraus, und die Glückskinder nehmen bei den Buchmachern ihr Geld in Empfang. Zu so einem Schlag bereitete sich auch Harley vor. Er arbeitet« sicher, nüchtern, wie eine Maschine, war ganz trocken, nur auf seinem Rücken, auf den in steter Bewegung befindlichen Schulterblättern traten immer stärker und breiter rote Flecke hervor. „Oho!" begann man auf den Bänken zu rufen,„diese Flecke gefallen mir nicht. Die Hitze muß irgendwo aus dem Körper herauskönnen! Blut ist besser!" Aber Gibb tat es nicht leid ums Blut. Er wollte mit den Fäusten fester ins Zeug gehen. Aber, wenn Harley auch nur»er- suchte, mit dem Doppelschlag auf ihn loszugehen flog Gibb topf- über hin, oerging förmlich in Blut.(Statt des Gesichts hatte er bereits eine einzige, groß angeschwollene Kugel mit einem Loch.) Dann holte er mit der Faust aus, fiel wieder in die Knie— entging aber dem Knock-out. Am Ende der neunten Runde schleppte man ihn mühselig in seine Ecke, begoß ihn mit Alaun und massierte an ihm herum. Und im Saal stiegen die Pfunde, die Gesichter wurden immer roter, die Lampen überzogen sich mit dem dicken Rauch der Zigarren. Die ganze zehnte Runde bot Gibb nur seine Schulterblätter den Schlägen seines Gegners entgegen. Sein« Fratze aber schützte er. „Ruht sich aus, der Kerl." röchelte irgendeine Stimme unter den Zuschauern. Und die roten Flecke auf Horleys Rücken wurden immer stärker und breiter.„Harley, halte deine Rase hin! Blut, Blut, laß es heraus!"—„Ruhe, stört sie nicht an der Arbeit!"— „Hallo, siebzig Pfund auf Gibb!"— Empört drehten sich viele Köpfe nach dem Rufer dieser Wort« um. Und in der zwölften Runde begann Gibb wieder zu springen, als hätte er sich mit diesem Loch, dos ihm an Stelle des Gesichts gelieben war, zurechtgefunden. Urplötzlich schlug er Harley derart in die Zähne, daß sein Gegner mit dem Kopf nur so wankt«.„Oho, bravo Gibb!" Mit fest zusammengepreßtem Mund, den Hals vorgestreckt, ging nun Harley um den Gegner herum, den Schlag überlegend. sprungbereit wie eine Katze. Plötzlich, mit dem ganzen Körper nach vorn schnellend, schlug er blitzschnell seinen Doppelschlag. Und schlug— fehl. Der ganz« Saal atmete dumpf. Eine Stimm«:„Welche Schande, Harley!" Dann begann Harley scheinbar ganz seine Selbstbeherrschung zu verlieren und drosch blindlings drauf los, wohin er eben traf. Gibb wich zurück. versuchte, den Schlägen auszuweichen. Bis zum Ende der Runde blieb nur mehr eine Sekunde, der Schiedsrichter mit der Pfeif« im Mund erhob schon die Hand. Da drehte sich Gibb ganz un. erwartet wie ein Kreisel auf einem Fuß herum, warf seinen Körper herum, so daß Arme und Rumpf in einer Linie waren und zwei kurze, dumpfe Schläge ertönten. Harley warf sich herum, holte mit den Armen ans, fiel auf den Rücken, hob ein knie und erstarrte. Man begann zu zählen:„Eins, zwei. drei... zehn!" Harley log bewegungslos, ohne einen einzigen Blutstropfen im Gesicht... Eine Stimme:„Tot?" Eine andere Stimme:„Sieht so aus..." Man hob Harley auf. trug ihn fort. Hilflos hing sein Kops herab. Und Gibb stand noch immer da, hielt sich am Seil der Barriere fest. Es schien, als hätte man ihn vergessen. Wie konnte es auch anders sein. Drei Viertel des Saales blieben die Ge- narrten. Jemand warf ihm den Frottiermantel zu, und ungeschickt kroch er aus dem Ring. „Und wer ist dieser Gibb? Man hat nie etwas von ihm gehört." „Irgendein Arbeiter aus der Vorstadt..." (Berechtigte Ucbcrsctzung von A. Wasserbauer.) Ein neues Weltenschiff. Von Willy L« y. Es gibt Tiere. Worte und Begriffe, die untereinander das Schick- sol teilen, daß sie zwar noch vorhanden, sind, aber doch aus dem Punkte stehen, rettungslos auszusterben. Was gestern«in Wunder war, ist heute keins mehr, morgen veraltet. Ein Flug nach Amerika, vor fünf Iahren unmöglich, heute getan, bald sogar vergessen. Eine künstliche Insel, vor zwei Jahren noch unmöglich, Izeute schon in ollen illustrierten Zeitschristen besprochen. Ein Flug über die Erd- atmosphäre hinaus galt vor wenigen Iahren noch als Utopie, vcr- wendbar vielleicht für einen schlechten Roman, aber in der Praxis unmöglich. Heut weiß jeder um die Weltraumrakete und erinnert daran, daß ja schon Newton gesagt habe, eine Ratete könne sich im leeren Raum bewegen. Läßt man den Mann noch fünf Minuten reden, so schimpft er, daß immer noch kein Raumschiff abgefahren sei. Es ist so ziemlich bekannt, um was es sich Handel«. Das Fahr- zeug soll nach Art einer Rakete betrieben werden. Zunächst wird man also die Raketen selbst erforschen und dann kleinere Raketen bauen, die der Reihe nach erst einmal einige tausend Kilometer hochsteigen, dann bis zum Mond stiegen, drittens um den Mond herumfliegen und wieder zur Erde herabfallen. Danach beginnen die Versuche in genau derselben Reihcnsolgc mit großen Raketenappa- raten, die Insassen tragen. Das ist technisch alles durchaus möglich und nur der hohen Koste» wegen noch nicht in Angriff genommen. Das ist hier die bedenklichste Ecke der ganzen Geschichte, der Kostenpunkt. Erstens ist es wirtlich kein„Punkt", und dann weiß kein Mensch, wann und ob das Geld wieder eiiilommt. Da ist denn ein Vorschlag des Münchcner Forschers Max Valicr äußerst beachtlich. Valicr erstrebt meist nur eine gcwisie Gefahrlos- machung der technischen Versuche, sondern gibt einen Plan, bei dem große wirtschaftliche Vorteile und wahrscheinlich»och eine ganze Reihe anderer technischer Erfindungen so ganz nebenbei abfallen. Es handelt sich um nicht inehr und nicht weniger, als um die Entwicklung des Raumlchisscs über das Flugzeug. Man denkt sich die Sache etwa folgendermaßen: Bei einem der großen drei- motorigen Verkehrsflugzeuge werden die beiden äußeren Motoren durch Raketenapparate ersetzt. Das gibt einen ganz erheblichen Ge- schwindigkeitszuwachs, weil die Rateten auch noch in Höhen arbeiten können, wo die Proveller nicht mcly: genügend Widerstand finden und außerdem die Möglichkeit zum genauen Studium der Raketen- apparat«. Das nächste ist ein Flugzeug, bei dem der Propeller nur noch Notbehelf ist: es folgt ein noch größerer Apparat für den Transozeonvorkehr mit sechs oder acht Raketen ganz ohne Propeller und schließlich ein Raketensckifs sogar ohne Tragflächen� Der Start dieses Apparates müßte steil von einer besonderen Schanze aus erfalgen, die Landung(bzw. Wasserung) senkrecht mit Raketen- gegengas zum Abbremsen. Diese Maschine würde die Strecke Berlin— Rom in vierzig Minuten, Berlin— New Bork in drei St»n- den zurücklegen und könnte sich auch beinahe tausend Kilonieter von der Erde entfernen. Es wäre der erste Vorstoß in den Weltenraum. Hoffen wir, daß sich eine der großen Lustoerkehrsgesellschaften für das Projekt interessiert. Der„tzeirnkehrflim" öer Dienen. Bienen, die zum Stock heimkehren, zeigen unter normalen Verhältnissen stet? eine große Sicherheit im Auffinden des Flug- loches. Wird der Stock jedoch verstellt, dann entsteht eine Verkehrs- ftorung, indem sich die Bienen an der Stelle stauen, wo der Stock gewöhnlich steht, und den verstellten Stock nur unter Schwierig- leiten finden. Schon seit längerer Zeit nnhm man an, daß hierbei ein unbekanter Onentiemngssaktor eine Rollj>, spielen muß. Wie E. Wolfs in der Zeitschrist„Forschungen ukkd Fortschritte" be> richtet, hat man über dieses Heimkehrvermögen der Bienen jetzt genau« Versuch« angestellt. Auch wenn der verstellte Stock reichlich mit sichtboren Marken versehen war, zeigte sich die Störung. Zwar erleichterten am Stock angebrachte Farben und Düfte das Heim- finden, aber in keinem Fall war die Wirkung so groß, daß überhaupt keine Stauung des Verkehrs stattfand. Wohl ergab sick». daß die Lienen Zeichen im Gelände und am Stock zu ihrer Orlen- tierunq benutzten, aber außerdem spielten noch andere Faktoren eine Rolle: nämlich die Kenntnis der Bienen van der Größe der Winkel und Drehungen, die sie während des Fluges beschreiben. In zwei Fällen, in denen die Flugbahn eines Bienenvolkes zum Giebel eines Treibhauses streng festgelegt war und die Biene» ihren Flug zum Flugloch nach der Dachkante des Stockes ein- stellten, gelang es, durch Vergrößerung der Abstände die Bienen an einen falschen Punkt zu leiten. Noch deutlicher zeigte sich dies Verhalten bei Versuchen, bei denen Bienen vorn Stock auf ein ihnen unbekanntes Gelände in einer Schachtel gebracht wurden. Läßt man„dann die Bienen frei, so beschreiben sie einige Orien- tierungsbogen»nd kehren noch kurzer Zeit an de» Ausgangspunkt ihres Fluges zurück. Befindet sich dort die Schachtel, so gehen sie hinein: wird sie aber verstellt, so kehren sie an den Platz zurück, von dem sie aufgeflogen sind, ohne die Schachtel auszusuchen. Liegt hier«ine Registrierung der auf dem Fluge gemachten Drehungen vor, so kann diejc nur durch besondere Organe geschehen,� für die allein die Fühler in Betracht kommen. Biene», deren Fühler entfernt sind, können an den Ausgangspunkt ihres Fluges nicht mehr zurückkehren, sondern finden»erhältnizmäß'g rasch die verstellte Schachtel. Danach ergibt sich, daß ein großer Teil der Orientierung durch Aug« und Geruch bewerkstelligt wird. aber es tritt noch ein weiterer„Heimkehrsinn" hinzu, durch den die Bienen die Grüß« der Winkel und Drehungen kennen, die von der Flugbahn eingeschlossen werden. El» Mantclsund ans der Bronzezeit. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß man in Schweden einen wollenen Mantel gefunden hat, der bis in eine Zeit zurückdatiert wird, als noch die ersten Pharaonen in'Aegypten regierten. Die Feststellung des Alters dieses denkwürdigen Fundes ist auf eine eigenartige Weise gelungen, wie in der„Umschau" mitgeteilt wird. Man fand den Mantel in einer Tiefe von etwa zwei Meter in einem Torslager der Gegend vo» Aastergotland, wo er sorgfältig zusammengefaltet und mit drei Steinen beschwert lag. Darüber war eine fünf Fuß hohe Schicht von Torf gewachsen. Durch das saure Wasser des Sumpfes war der Mantel durch die Jahrtausende vor dem Versall bewahrt worden. Die Bestimmung des Alters gelang durch die genaue Unicrsuchiiiig des Blütenstaubes, der in großen Masten an ihm hing. Eine sorgfältige Auszählung erwies, daß inehr Blütenstaub von Eichen, Linden und Ulmen in den Pollenkörnein enthalten mar, als ein „Pollenrcgcn" eines heutigen schwedischen Frühlings mit sich führt. Zu der Zeit, in der der Mantel dort verborgen wurde, inußlc demnach in diesem Teil Schwedens ein milderes Klima geherrscht haben als heuie. Das kann ober nach den geologischen Anzeichen mir in der frühen Bronzezeit der Fall gewesen sein. Die Datierung war also durch eine Verbindung von botanischen und geologischen Er- fahrungen geglückt. Der Mantel ähnelt in seinem Schnitt der Toga der alten Rainer, wenn auch gewiss- Unterschiede in der Größe und Art des Tragens vorhanden sind. Wie groß ist eine Windhose? Während Windhosen in Amerika häusiger auftreten und in den gefürchteten Tornados große Ver- Wüstungen anrichte», sind sie bei uns eine sehr seltene Erscheinung, und da kaum je ein geübter Beobachter zugegen ist, bleibt man bei der Schätzung ans sehr schwankende Angaben angewiesen. Die genaue Messung einer Windhose ist daher von besonderem Wert: sie wurde, wie Prof. Kaßner in der Leipziger„Jllustriert-n Zeitung" mitteilt, von dem Aeronautischen Observatorium Lindcnberg bei Beeskow vorgenommen. Die Windhose, die mit einem Entfernung?- messer genau oennessen wurde, befand sich in 2000 Meter Entfernung. Ihre Schlauchinlti« mar in 750 Meter Höhe 50 Meter dick. Der Schlauch war etwa 200 Meter lang, reichte also nicht bis zur Erd? herab, wie das bei diesen Erscheinungen die Regel ist. Bis- weilen freilich tonzl das untere Ende lebhaft auf und ab und wirbelt, wenn es dem Erdboden nahekommt, Sand, Blätter, Papier usw. rasch in die Höhe. Die Umdrehung betrug gegen Ende eine Viertel- minute: nach einer Viertelstunde war die Windhose verschwunden. Da» wurzelpilzproblem. Es ist schon seit längerer Zeit bekannt, daß die Wurzelspitzen der Waldbäume von einem Pilzmantel um- geben sind. Will inon z. B. eine Kieser ohne den sie umgebenden Erdballen verpflanzen, so kann sie nicht weiicrwachscn, weil mit der Erde auch die Wurzelpilze abgerissen werden, wodurch auch die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt wird. Das weist darauf hin. daß zwischen den Bäumen und den Wurzelpilzen eine Lebensgemeinschaft besteht, bei der beide Teile«inen Vorteil haben. Worin dieser zu suchen ist, ist noch nicht eindeutig festgestellt worden, wenn man auch schon soviel sagen kann, daß die von den Wurzeln aulgenommene Nahrung erst die Pilzhülle durchdringen muß, und daß ohne diefe keine Nahrungsausnahme möglich ist. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, daß die Wurzelpilze keine besonderen neuen Pilzarten sind, sondern nur von den höheren Pilzen gebildet werden, und zwar kommen die einzelnen Pilzarten nur in Gemeinschaft mit bestimmten Bäumen vor, was ja jeder Pilzsammler beobachten kann. Die Forst. Wirtschaft wird durch diese Ergebnisse aus ganz neue Arbeitsgebiete hingewiesen. Z. B. aus die Berücksichtigung der entsprechenden Pilz- ort bei Aufforstungen auf bisherigem Oedland. r~ >? Hy ««»en-SS:»' Lumberif|toi2» Knnstseidc, lanp. Acrmel.n.Kr&C- nnd langen Acrmeln, moo. r orm Hantel 0»".•"äß50 H�r.m?!?™l?;1fÄlBcmanUd■. "»<1. Trt�er- OrO«M 42 Herrenform, m. aufgee-, imcu m n. Gürtel, prakliech. Relsemante 50 ""i®10 cleg. 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Mai. verschieb an den Folgen einer schweren Operation meine inniggeliebt« Frau und herzensgute Mutler IEva Lojewskl geb. Kloß. Me» zeigen tiefbrttübt an Adolf Lojewsti und Sah». Di« Einäscherung findet am Freitag, dem 2ll. Mai. nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt Danksagung. die liebevolle Teilnahm« heim igong unseres teuren Entschia- senen.de,Tlablral»nrdlIe>ir«,. lag« Ich allen Freunden und Bekannten. Insbesondere jedoch den Mit- gliedern der Bezirislürperschasten Zielnlckenborss, den Vertretern der Beamtenvereintgung stomba", den Mielern des Hauses Schlofifir. 26/27. de» Parteigenossen der SPD. der Arbeiterjugend, dem Sesangoerein .Tegeler PoikZchor" und dem Redner des Polls- Fenerbeslallungspereins. Herrn Lenke, wr die trostreichen Worte meinen tiefgejithllesten Dank. Tegel, den 17. Mai 1627. Im Nomen aller Hinterbliebenen Lina Hälfe«. BckleidunosstueKr. Wäsche utfw- Wenig« getragene stavaliergarderob« von Millionären Beizten. Anwälten. Sabelfraft billig« Preise. 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