Nr. t36 ♦ 44. �ahrg. Msgabe tk Nr. 120 Bezugspreis: SSSchentlich 70 Ps-nnig, monatlich 8,— Reichsmark»otaus zahlbar. ilnltt Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg «,ö0 R-ich-mark, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmarl pro Monat. Der.Borwstrts' mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Boll und Aeit* sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen",„Aus der Filmwclt", „Frauenstimme",„Der Kinder. sreund".„Iugend-Vorwärtz",„Blick in die Bilchcrwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei- via I, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: � �Sozialdemokrat Lerliu» Morgenansgave Derlinev VolKsvl�tt (10 Pfennig) Anzeigenpreise: Sie einspaltige Nonpareille. zeile 80 Pfennig. Rcklamezcile 5,— Reichsmark.„Kleine Anzeigen" da» settgedruckte Wort 25 Pscnnig (zulässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weiter« Wort 72 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte Uber 15 Buch- staben zählen fUr zr�i Worte. Arbeitsmarkt Feile 00 Pscnnig. Familienanzeigen für Abonnenten geile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Vi Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW68, Linden- straße Z, abgegeben werden. Geöffnet von SM! Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokratifchcn Partei Deutfchlands Reüaktiou und Verlag: öerlln Ew. 68, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. ?opnson hicks kneift. Die Erklärung über die„Arcos"-Hattss«chnng verschoben.— Schwerer Konflikt in der englischen Regierung. London, lg. Mai.(Eigener Drahlberichl.) Am Donnerstag sollte der Znnenminister Zoynsou hicks eine Erklärung über den„Fall Arcos" abgeben. Aber zum grohen Erstaunen der Ab- geordneten, die sich ungewöhnlich vollzählig eingefunden halten, weigerte sich der Innenminister, die versprochene Ausklärung zu geben. Er vertröstete das Parlament auf kommenden Dienstag. Als Grund für diese Verzögerung führte Z o y n s o n Hicks an, die aus den vorgefundenen Dokumenten sich ergebenden Informationen seien solcher Art, dah es der Regierung bisher nicht möglich gewesen wäre, ihre Prüfung zu beenden oder die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, zu ziehen. In den Kreisen der Opposition ist man der Auffasiung, doch der wahre Grund der Verzögerung in schweren Meinungsver- schiedenheiteu innerhalb der Regierung zu suchen ist. Das Kabinett soll nach diesen Informationen nicht nur hinsichtlich der Berechtigung des ganzen Abeuleuers der Untersuchung und der Beurteilung der zutage geförderten, der Oeffenllichkeit aber vorent- haltenen Dokumente, sondern auch bezüglich der Fortsehung oder des Abbruches der diplomatischen Beziehungen mit Ruhland geteilter Meinung sein, während der rechte Flügel des Kabinetts angeblich ganz unabhängig vom wert oder Unwert der Dokumente den Augen- blick für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen für günstig er- achtet, heiht es von dem„linken Flügel des Kabinetts", dah er eine möglichst geräuschlose Liquidatiou des gesamten Aben- leuers wünscht, « Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß die Haus- suchung in der Russischen Handelsvertretung überhaupt keine Ergebnisie gehabt hat, so ist durch die klägliche Haltung der englischen Regierung und vor allem des verantwortlichen Innenministers in der gestrigen Unterhaussigung jeder Zweifel darüber beseitigt. Wenn nach vollen acht Tagen der Polizeiminister noch immer nicht in der Lage ist, auch nur e i n belastendes Dokument vorzuweisen, so kann man fast sicher sein, daß er nach weiteren fünf Tagen dazu genau so wenig imstande sein wird. Bei einem so gewagten und gefährlichen Unternehmen mit unabsehbaren politischen und wirtschaftlichen Rückwirkungen konnte nur ein durch- greifenderErfolg— also zum Beispiel die Eiffdeckung eines geheimen Waffenlagers oder konkreter Putschdokumente >— diese Aktion zur Rot nachträglich rechtfertigen. Aber alle derartigen Meldungen, die zunächst in einem Teil der Londoner Presse verbreitet wurden, haben sich inzwischen als Enten erwiesen. Bei einiger Ueberlegung hätten sich allerdings die scharf- macherischen Minister sagen müssen, daß es höchst unwahr- s ch e i n l i ch sei, daß schwerwiegendes Material, wenn es überhaupt existiert, sich in den Räumen der nicht exterri- torialen Handelsvertretung befinde, fondern daß es nur in den Räumen der Sowjetbotschaft aufbewahrt sein könnte, die die diplomatische Immunität genießen. I o y n s o n Hicks scheint aber auf irgendwelche Erzählungen eines Spitzels oder gar eines Spaßmachers kopflos herein- gefallen zu sein. Hätte die Sowjetregierung das ton- servatioe Kabinett bis auf die Knochen blamieren wollen, so hätte sie nicht besser handeln können, als es jene„Gewährs- männer" dieses faschistenfreundlichen Innenministers getan Häven. Die Nachricht, daß schwere M e in u n g s v e rs ch i e- denheiten innerhalb des englischen Kabinetts wegen dieser Frage entstanden sind, ist durchaus plausibel. Auch nach unseren Informationen ist der Außenminister Chamber- l a i n über diese katastrophale Aktion empört, die hinter seinem Rücken erfolgt sein soll. Es ist also wahrscheinlich, daß er und die gemäßigten Mitglieder des Kabinetts, dar- unter der Ministerpräsident B a l d w i n, es ablehnen, das Kabinett noch tiefer in ein Abenteuer hineintreiben zu lasten, das schon jetzt eine moralische Katastrophe nicht nur für die konservative Partei, sondern für England überhaupt bedeutet. Die Scharfmacher dagegen— Hicks, Churchill, Birkenhead usw.— versuchen mit der typischen Mentalität hemmungsloser Hasardeure, dieses verlorene Spiel weiterzutreiben. Welcher Flügel auch die Oberhand in diesem Ringen innerhalb des Kabinetts behalten mag, eine Krise erscheint un- vermeidlich. Die Arbeiterklasse kann sich jedenfalls nur-dar- über freuen, daß die englische Reaktion, gerade in dem Augen- blick in dem sie sich anschickt, die elementaren Rechte des Proletariats zu beschneiden, eine solche Blamage erlitten hat. Am meisten wird sich aber darüber die Sowjetregie- rung freuen, die zu dem unverdienten Glück eines morali- schen Erfolges unoerhofft gelangt ist. Die Deutschen in(Dftoberschlesien schutzlos. Tclcgraphischcr Appell an Pilfudstt. S a t l o w! h. Ig. Mai.(Eigener Drahlberichl.) Alle deutschen Abgeordneten der Wojervodschast Schlesien haben den polnischen Rlinislerprüsideulen P i l s u d s k i telegraphisch um eine A u d i»n z ersucht. Die deulscheu Abgeordnelen wollen nachweisen, daß die von ihnen vertretenen Vevölkerungsschichlen In Ostoberschlesien völlig schutzlos und jeder Willkür von polnischer Seile preisgegeben sind. Die Juni-Seflion ües völkerbunürates. Unter.Chaurberlains Vorsitz.— Keine wichtige Tagesordnung. Gens, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die Tagesordnung der I u n i- S e s s i o n des Bölkerbundrats, die am 13. Juni b«- ginnt und deren Vorsitz Außenminister Chamberlain führt, ist zwar sehr reichhaltig, enthält aber keine Punkte von größerer politischer Tragweite. Außer den Berichten der ständigen Kom- Missionen, der Vorbereitenden Abrüstungskommissionen der Wirtschaftskonferenz ist die Frage der Kon troll« der deutschen Zivilfliegerei hervorzuheben. Während bisher von Deutschland periodische Verzeichnisse einzusenden waren, sieht der neue Investigationsplan nur eine Kontrolle von Fall zu Fall vor. Sozialöemokraten unü Sowjetvertreter. Zusammenkünfte ohne offiziellen Charakter in Genf. Genf, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Wie anzunehmen war, find ei n z e l n e Vertreter der sozialdeniokratischen Gruppe und der Sowjetdekegation auf der Wirtschaftskonferenz in der letzten Woche miteinander in Fühlung getreten, und gestern kam es, wie wir vernehmen, durch Vermittlung kiner außerhalb der Dele- gation stehenden Persönlichkeit zu einer Zusammenkunft führender Vertreter der beiden Gruppen. Die Aussprach« hatte jedoch rein persönlichen Ehorakter. Für die sozialdemokratische Delegiertengruppe besteht ein Beschluß, keine offiziellen Der- Handlungen irgendwelcher Art mit der Sowjetdelegation zu suchen. Die neue Regierung Seipel gewählt. Mit 99 gegen 79 Stimmen.— Programmerklärung und Debatte im Nationalrat. Wien, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Im Nationalrat wurde am Donnerstag gemäß dem Vorschlag des Hauptausschustes die neue Regierung Seipel mit 90 gegen 79 Stimmen gewählt. Um 2 Uhr nachmittags gab die Regierung nach vorausgegan- gener Vereidigung ihr« Programmerklärung ab. Im wesenllichen führte der Bundeskanzler aus, daß die drei bürgerlichen Regierung?- Parteien sich zum Zwecke des Wiederaufbaues geeinigt und alles Trennende zurückgestellt hätten. Darauf kündigte er eine Reihe von Gesetzesvorlagen an, u. a. eine neue Zolltarif- Novelle. Hinsichtlich der Außenpolitik erklärte er, daß Oester- reich traditionell gute Beziehungen zu allen Nachbarstaaten habe. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde sofort in die Aussprache eingetreten. Der Sozialdemokrat G l ö ck e l stellte im Verlaufe der Debatte fest, daß das neue Kabinett eine rein klerikale Regierung sei. Das ergebe sich schon aus der Erklärung des Bundeskanzlers. Das �Trennende, das von den Regierungsparteien zurückgestellt werde, seien die Kultur- und Schulfragen. Der klerikale Charakter des Kabinetts steh« im schärfsten Widerspruch zu der überwiegenden Mehrheit des Volkes in Oesterreich. Norötruppen vor tzankau. Man weiß nur nicht genau» welche. London, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Aus Schanghai wird gemeldet, daß der A n g r i f f a u f H a n k a u unmittelbar bevorsteht. Es handelt sich hierbei vermutlich um die Truppen des Generals W u p e i f u. ohne daß sich das aus den vorliegenden Meldungen mit Bestimmtheit ergibt. Die gegen die Hankauer Regierung mar- schierenden Truppen sollen sich bereits in unmittelbarer Nähe, wenige Kilometer von Hankau befinden. In Hankau selbst ist der Kriegszustand erklärt rr.bcn. T. fchiangkaifchek Hat feinen zum Stocke::-zetom'i.encu Vormari zezer. die r.otb- tr uppen wieder ausgenommen. vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin Ew. 68, Linüenstr.Z vsssscheiSoat,!«erlia 07 580— Bonfloato: Bau! der«ebelter.«uaestelte» und Beamte». Walls». 05: Dislaato-Selellchast. Dreolltenkasse Linden!». 0. ?st Sie Republik gesichert! Ein Wort an den Parteitag. Von Carl Severin g. Bei der dritten Beratung des preußischen Staatshaus- Halts haben verschiedentlich Abgeordnete der Rechtsparteien, u. a. die Abgeordneten v. Richter und v. W i n t e r f e l d. der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Wachsamkeit der preußischen Regierung den sogenannten Wehrorganisationen gegenüber um deswillen unbegründet fei, als niemand an einen gewaltsamen Umsturz denke und die Republik ge- sichert sei. Man kann dieser Auffassung insofern zu- stimmen, als in der Tat die vielen„vaterländischen" Perbändc zurzeit noch nicht in der Lage sind, das Staatsgefüge ernst- lich zu erschüttern. Die Rivalitäten in den einzelnen Ber- bänden, Eitelkeiten der soaenannten Führer, Mitgliederflucht und Geldmangel haben die Aktionskraft der Wehrorganisatio- nen der Rechten in den letzten Jahren empfindlich geschwächt. Es ist eben unmöglich, Mitglieder und Geldgeber dauernd am Band zu. halten, wenn die vor vielen Jahren schon gegebenen Versprechungen, das Reich vom äußeren Druck und die Länder von der„Mißwirtschaft" der„marxistischen" Regierungen zu befreien", auch nicht die leiseste Aussicht auf Erfüllung zeigen. Aufmärsche und Paraden von der Art des Stahlhelmtages sind bestenfalls geeignet, den außenpolitischen Druck zu ver- längern und die Polizeiorgane in erhöhte Diensttätigkeit zu setzen, aber selbst der Schall aller Stahlhelmtrompeten wird die Mauern der deutschen Republik nicht ins Wanken bringen. Auch in ihrer Sprache sind die Verbände bescheidener gewor- den, und wo sie gelegentlich den Mund noch sehr voll nehmen. da fällt auch ihren einfältigsten Anhängern ein, daß es leere Töpfe sind, die am lautesten klappern. Dieser Rückgang der„vaterländischen Organisationen" erklärt sich aus ihrerErfolglosigkeit, aus der Unmöglichkeit ihrer Betätigung im staatlichen Leben. Als sie im Jahre 1923/ angefacht von der Stimmung, die der Ruhreinbruch im deutschen Volke erzeugt hatte, Höhepunkte ihrer Mitgliederzahl und eines gewissen gesellschaftlichen Ein- flusses erreicht hatten, da glaubten sie unverhüllt mit ihren Plänen auf Errichtung einer Diktatur hervortreten zu können, glaubten sie, der Reichsregierung Ziele und Wege der inneren und äußeren Politik weisen zu müssen— bis die Polizei nach allzu lauten Renommistereien der diversen Bundesfllhrer (manchmal recht unsanft) daran erinnerte, daß einstweilen noch die verfassungsmäßigen Regierungen den Kurs der der Innen- und Außenpolitik bestimmten. Es war possierlich, zu beobachten, wie die tapferen Stahlhelmleute nach jedem polizeilichen Einschreiten ihre Bezirksverbände beschworen, streng alle gesetzlichen Vorschriften zu beachten und der Po- lizei keinen Anlaß zur Auflösung eines Ortsvereins zu geben — dieselben Leute, die noch wenige Tage vorher die Wilhelm- straße im Sturm zu nehmen gelobt hatten. Aller Drohlärm hatte nicht vermocht, die Polizei von der Durchführung der gebotenen gesetzlichen Maßnahmen abzuhalten— die„Vaterländischen" blieben auf Soldatenspielen und Reoolutions- drohungen beschränkt. Aber da man mit Exerzitien und Pa- raden die Mitglieder nur eine Weile unterhalten, und mit Drohungen auch nur für eine kurze Zeitspanne die Oeffentlich- keit in Spannung und Erwartung bringen konnte, erlosch all- mählich das Interesse der Mitglieder und der Geldgeber an den Organisationen Nun soll sie der„neue Weg" zum Ziele führen', sie wollen in den Staat eindringen, den Staat von innen heraus erobern. So sagen es die Bundesführer, so will es selbst Herr Ehrhardt. Mit dem kühnen Husarenritt der Militärevolte war es nichts, nun soll es mit Nachtmärschen versucht werden. Aber auch der neue Weg ist lang, auch aus ihm wird es viel Steine und wenig Brot geben— wenn die Wegepolizei wachsam und bestrebt bleibt, das Betreten ver- botenen Gebäudes zu verhindern. Im Augenblick hat darum die Republik in der Tat um ihren Bestand nicht zu fürchten. Bedenklich für die innen- und außenpolitische Entwicklung Deutschlands könnten die Wehrorganisationen erst wieder werden, wenn ihnen eine neue Betätigungsmöglichkeit eingeräumt würde. Ich denke dabei zunächst an einen vermehrten außenpoliti- schen Druck der Interalliierten. Einen Ruhr- einmarsch werden wir ja wohl nie wieder erleben, denn auch Frankreich dürfte inzwischen eingesehen haben, daß man nur dann aus der Wirtschaft eines Landes etwas herausholen kann, wenn man sie nicht vorher erdrosielt. Aber trotz Lo- carno und Völkerbund haben die Interalliierten das„Recht", uns der Böswilligkeit zu bezichtigen, wenn unsere Wirtschaft- liche Lage es nicht gestatten sollte, die Verpflichtungen aus dem Dawes-Abkommen bis aufs Tipfelchen über dem i zu erfüllen Nur dann, wenn wider alles menschliche Gefühl und wider alle europäische Vernunft in einem solchen Falle über uns neue Repressalien verhängt würden, könnte eine neue nostriMistische Welle die vaterländischen Organisationen wied:: �elobeu und ihrem Auftreten im Lande den gewünsch- ten Resonanzboden verschossen, (Eine andere Möglichkeit für eine Wiederbelebung oder — wenn man will— Reaktivierung der„vaterländischen Or- gsnisationen" bestände in einem Kurswechsel in der inneren Politik Preußens dergestalt, daß das Steuerruder nach rechts herumgeworfen würde. Dabei brauchte Verwaltung und Po- li�ei die Rrchtsorganisationen gar nicht einmal offen zu be- günstigen: eine wohlwollende Passivität würde genügen, um die Wikinger wieder flott zu machen, die Wehrwölfe wieder zum Heulen zu bringen. An die Stelle der Wachsam- keit von heute brauchte nur«in lässiges Gehenlassen zu treten, dann würde auch der deutsche Norden alles das in neuer Auflage erleben, was München besonders in den Jahren 1922 bis 1924 durchzumachen hatte. Selbstver- ständlich mit einer viel gefährlicheren Wirkung: Berlin ist nun einmal die Reichehauptstadt. Was in seinen Mauern geschieht, hat andere Ausstrahlungen wie das, was ein Bürgerbräu- k-ller im Süden an gelegentlichen Tragikomödien bietet. Wer darum der Reaktion die Verwaltung und die Polizei in Berlin ausliefert, der trägt die Tore der Republik ab, die bis heute jedem Ansturm getrotzt haben. Der Abgeordnete Graf Westarp hat in seiner Rostocker Rede betont, daß es das Zi?l der Deutschnationalen sei, sich auch in den Lünderregierungen, insbesondere in Preußen, maßgebenden Einfluß zu verschaffen. Das wußte man zwar schon lange vor Rostock, aber wie heiß dieses Bestreben ist, das hat die deutsche Oefsentlichkeit weniger von dem Rostocker Redner Westarp, als vielmehr von d e m A n t r a g st e l l e r W e st a r p erfahren, der als erster den Initiativantrag der Koalitionsparteien aus Verlan- gerung des Republikschutzgesetzes unterschrieb. Die Macht in Preußen ist den Herren Deutschnationalen eben«inen Umfall wert. Gewiß muß dieser Umfall grundsatztreuen Monarchisten als ein Tiefpunkt politischer Verlumpung erscheinen, und auch Republikaner wird das Schachergeschäft anwidern, in dem politische Grundsätze gegen Ministersitze feilgeboten wurden. Aber der Politiker tut gut daran, die„nachgiebige Be- Herrlichkeit" nicht aus dem Auge zu verlie- ren, mit der die Deutschnation alenihr Ziel verfolgen. Sie hoffen, jeden fußbreit Boden wiederzu- gewinnen, den sie heute opfern müssen, wenn sie in Preußen an der Macht sind. Sie zeigen sich jetzt dem Zentrum und den Volksparteilern als willige und— relativ!— disziplinierte Koalitionsgenossen, um diese Parteien an die Zu- sammenarbeit im Reiche zu gewöhnen und sie zu einer Koa- lition in Preußen geneigt zu machen. Bei diesen Kalkulationen haben die Deutschnationalen freilich einen Faktor nicht in Rechnung gestellt: das ist der Wechsel alles Irdischen! Westarps Rechnung bleibt eine Milchmädchenrechnung, wenn— wie zu erwarten ist— den königstreuen Republikanern oder republikanischen Mon- archisten die Wähler davonlaufen. Der Anschauungsunter- richt, den die Deutschnationalen im Reiche augenblicklich dem Volke erteilen, hat durchaus nichts Anziehendes, und brüchige Parteien sind nicht gerade die besten Koalitionsgenosien. Aber diese Entwicklung kann man abwarten. Einen deutschnationalen Mißerfolg bei den näch- sten Wahlen darf die Sozialdemokratie aber unter keinen Umständen in einen Erfolg um- wandeln. Sie würde es tun, wenn sie sich heute schon fest- legen und erklären wollt«: im Reiche keine Koalition, sondern Opposition! Wer der freiwillig grundsätzlichen Opposition— Opposition um jeden Preis und auf alle Fälle— im Reiche das Wort redet, der darf sich nicht darüber wundern und ent- rüsten, wenn wir in den Ländern— einschließlich Preußen— einmal unfreiwillig an die Seite— man kann auch sagen: in die Opposition gedrängt werden. In einen, interessanten und gedankenreichen Artikel hat jüngst Genosse Löbe unsere Beteiligungen an den Koalitionen der Länder nachgerühmt, daß sie die Männer heranbilde, auf yc wir angewiesen sind, wenn wir einmal in den Besitz der ausschlaggebenden Macht gelangen sollten. Ausgezeichnet! „Frontkämpfer öer Arbeit/ Von Hans Bauern Wenn jemand daherkäme und uns eine Parodie vorlegte auf die Kenügsamkett, auf Schollenduftromantit und Heimaterden- schwälmerei, dann würden wir sagen, daß dieses Thema einiger- maßen erschöpft ist, und daß solcher matter Spott ins Leere trifft. Ader da gibt es noch heutigentags, 1927, eine Organisation, die die Kritiker solcher zeitentfernter Parodistcn beschämt, die in diesem Jahrzehnt harten Klassenkampfes und erbittert aufeinanderprallender sozialer Gegensätze sich eine Ideologie von schlechthin rührender Naivität zusammengebastelt hat. Die Mitglieder dieser Gemeinschaft nennen sich Artamanen, stammen aus nationalistischen Gruppen und Bünden, und ihre Gedankenwelt steht auf dem Fundament folgender Ueberzeugung: Arbeit darf nicht» Erzwungenes sein, sie ist vielmehr vaterländischer Dienst und Ehrensache. Nicht des Geldes, sondern der Liebe zum Ganzen wegen muß sie geleistet werden. Gott will nicht, daß viel Lohn errafft werde, sondern daß man mit Wenigem auskomme. Nicht darauf kommt es an, viel zu verdienen, sondern darauf, viel zu schaffen... Und da unterstellen sich dies,„Artamanen'. ausgerüstet mit solcher tiefschürfenden Erkenntnis des Gesellschastsmechanismus, einem Führer, ziehen mit ihm, in Gruppen von vier bis zehn Mann, auf die ostelbischen Dörfer und arbeiten unter seinem Oberbefehl auf Gutshöfen. Die Artamanen können, wie sie in ihren Prospekten mitteilen, gute Referenzen aufweisen. Die Herren Gutsbesitzer sind zufrieden mit ihnen und empfehlen sie allenthalben weiter. Das find doch noch Leute, die von dem Tarifvertragsschwindel und dem Gewerkfchaftsunwesen nichts wissen wollen, die es klar durchschaut haben, worauf diese modernen Errungenschaften hinauslaufen: auf die Entheiligung der Arbeit. So ein Gutsherr, der ist schlecht daran. Der muß ja wohl ein Kassabuch führen und mit Zahlen umgehen, muß rechnen und haushalten, und unter Umständen bleibt es ihm nicht einmal erspart, Geld verdienen zu müssen. Schrecklich, in diese Mechaneri« des Kaufmannsleben» verflochten zu fein! Die Arta- manen sind wahrlich die letzten, die solch einen Gutsherrn beneiden könnten.„Frontgeist der Arbelt' nennen sie das, was sie beseelt. Wie im Kriege die tapferen Helden furchtlos in die Schlacht zogen und unter den flatternden Bonnern für die Ehre ihres Herrscher- Hauses stritten, so weihen sie sich dem Dienst an den Feldern deutschen Junkertums. Entgelt ist nicht ihr Derlangen. Ein warmes Süppchen und ein aus deutschem Herzen strimendes„Satt vergelt's!' ist ihnen Lohn, der reichlich lohnet. Dr. Schiele, ein Bruder des Ministers, ist so etwas wie der Theo- retiker der Artamanenbewegung. Er weist in seinen Artamanen- briefen nach, daß die internationale Asphaltkultur der Graßstädte die deutsche Jugend ja doch nur verseucke, und daß es demgegenüber gelte, den neuen Glauben von der Arbeit als vaterländischer Ver- xslichtung in sich aufzunehmen. Zum anderen ijt kein Geringerer Aber ein Minister der Rechten wird uns diese Männer nicht heranbilden, sondern sie skrupellos entlassen, und der akade- mische Nachwuchs aus den ersten Jahren der Nachkriegszeit ist auch nicht gerade unsere Hoffnung. Aber Beamtenbildung in unserem Sinne hin und her— sie ist nur möglich, wenn wir an der Macht beteiligt sind. Diese Machtbeteiligung haben wir zu oermehren, wenn wir die Republik geschützt wissen wollen. Alle Wünsche und Forderungen auf Demo- kratisierung und Republikanisierung der Berwaltung, Polizei und Justiz bleiben müßiges Gerede, wenn wir nicht alles daran setzen, Männer unseres Vertrauens an die Macht zu bringen und diese Machtpositionen gegen jeden Ansturm zu verteidigen. Das Republikschutzgesetz ist gewiß notwendig und nützlich. Aber der wahr« Schutz der Re- publik liegt nicht Paragraphen, sondern Männern ob. Stellen wir diese Männer, dann bleibt die Republik gesichert. Darum beileibe kein hysterisches Geschrei, daß die Re- publik bedroht sei, aber ebensowenig die naive Sorglosigkeit. daß wir allen Gefahren entronnen seien, und vor allem keine Politik, die uns die Torwächter der Republik verjagt. Deutschnatwnale gegen üen ölock. Die Hamburger Organisation empfiehlt sich als garantiert grundsatzfcst. Der Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. L i e n a u, hat in einer Sitzung des Hamburger Presseausschusses der Deutschnatio- nalen nachstehende Erklärung abgegeben: „Der Landesverband Hamburg legt Wert auf die Betonung, daß er bei aller Würdigung einer geeigneten Rechtsregierung von vornherein gegen die Zusammensetzung der geg.en- wärtigen Reichsregierung und die Art der Regie- rungsbildung, wie auch andere P�a rteiorgani- s a t i o n e n, eine Sonderstellung innerhalb der Partei eingenommen hat. Diese Sonderstellung entspricht den in der Oefsentlichkeit wiederholt ausgesprochenen Auffassungen über die Außenpolitik Stresemanns(Locarno-Psychose und deren Folgen Thoiry und Genf) und vermag die Zentrums- Politik eines Marx nicht ohne ernste Sorge für das Vaterland(Stellung zum Marxismus, Konkordat) zu verfolgen. Selbstverständlich ist die Verlängerung des Republik- schutzgeseges, wie alle mit den bekannten Auffassungen der Deutschnationalen Volkspartei in scheinbarem Widerspruch stehenden Kompromihhandlungen der Reich-tagsfraktion als mehr oder weniger zwangsläufige Folge der Koalition anzusehen, die der Landesverband Hamburg vorausgesehen und nicht gewünscht hat. Unsere Parteifreund« im Lande bitten wir. durch, diese Koalitionskompromisse sich nicht beirren zu lassen und überzeugt zu bleiben, daß dadurch Grundsätze nicht auf- gegeben werden sollen. Der Landesverband Hamburg wird nach wie vor für die von ihm als richtig erachtete Auffassung im Reiche seinen Einfluß geltend machen, wie er das seit je, ins- besondere seit dem Kölner Parteitag, getan hat. Für den Landes- verband Hamburg gibt es kein Schwanken, sondern nur ein festes Beharren auf dem als richtig erkannten Weg.' „Unser Banner hat niemals geschwankt!' Das hat Herr H e r g t auch schon einmal gesagt. Aussprache Srauti— Köhler. Die Streitfälle sollen aus der Welt geschafft werden. Der Reichsfinanzminister Dr. Köhler suchte am Donnerstag den preußischen Ministerpräsidenten Braun aus, um mit ihm die zwischen dem Reich und Preußen be- stehenden Diff er enzpunkte einzeln durchzusprechen. Die Besprechungen ergaben, daß auf beiden Seiten der gute Wille besteht, die Streitfälle möglichst bald endgültig aus der Welt zu schaffen. Die Einzelbesprechungen dürften schon in aller» nächster Zeit beginnen. als der gottbegnadete Dichter des Ehrhardtliedes(Eichenloob am Siahthelm, schwarzweihrote Band'), Erich Teßmer, der Leiter der Ost- märkischen Siedlungsschule, in der der junge Artamane herangebildet wird. Zu sterben gibt es augenblicklich nichts auf den Feldern, so gibt e» wenigstens andere zweckentsprechende Arbeit auf ihnen zu leisten — und was einen rechten Großgrundbesitzer anbelangt, so braucht seinetwegen ein Idealismus, sofern er nur überhaupt Vorteile aus ihm herausschlagen kann, ja schließlich nicht gleich tödlich abzulaufen. Die neue Front steht. Sie liebt eine Scholle, die picht die ihre ist, und sie bringt einen Heroismus der Entsagung auf, der die härtesten Gutsbesitzerherzen weich machen kann. Der polnische Saisonarbeiter ist schließlich auch mit Wenigem zufrieden, und der volksbewußte Gutsherr will gewiß nichts gegen ihn gesagt haben, sofern aber auch der eigene Volksgenosse gewillt Ist, von der un- seligen Gepflogenheit des Lohnerraffen» sich reuevoll abzuwenden, fft er denn doch patriotisch genug, auch von ihm seine Kassenschränke sich füllen zu lassen. Richard Wagner» Steckbrief. Obwohl Richard Wagner unter den bedeutenden Männern, die bei dem Dresdner Maiaufstand von 1849 beteiligt waren und von der Regierung oerfolgt wurden, der unpolitischste war, galt er doch für besonders gefährlich. Der Steck- brief, der nach seiner Flucht hinter ihm her gesandt wurde, hat lange Zeit auf seinem Schicksal und auf seinem Schaffen schwer gelastet und tonnt« erst nach langen und schwierigen Bemühungen wieder auf- gehoben werden. Mit anderem bisher unbekannten wichtigen Mo- terial aus dieser Lebeneperiode des Meister« wird auch der Steckbrief setzt zum erstenmal widergegeben in dem demnächst erscheinenden Werk„Richard Wagners Verbannung und Rückkehr' von Waldemar Lippert. Der Steckbrief lautete:„Der unten etwas näher bezeichnete Königlich« Kapellmeister Richard Wagner von hier ist wegen wesent- licher Teinahme an der in hiesiger Stadt stattgefundenen aufrühre- rischen Bewegung zur Untersuchung zu ziehen, zurzeit aber nicht zu erlangen gewesen. Es werden daher alle Polizeibehörden auf den- selben aufmerksam gemacht und ersucht, Wagn-r im Detretungefalle zu verhaften und davon uns schleunigst Nachricht zu. geben. Dresden, den 16. Mai 1849.' Die Beschreibung lautet:„Wagner ist 37 bis 38 Jahre alt„ mittler Statur, hat braunes Haar und trögt eine Drill«.' Ms dann später ein Bild Wagner« veröffentlicht wurde, bemerkt die Polizei von diesem„politisch gefährlichen Individuum': /„Wagner, Richard, ehemaliger Kavellmeister au» Dresden, einer der hervorragendsten Anhänger der Umsturzpartei, welcher wegen Teil- nahm« an der Revolution steckbrieflich verfogit wird, soll dem Ber- nehmen nach beabsichtigen, sich von Zürich aus, woselbst er sich gagenwärtig aufhält, nach Deutschland zu begeben. Behufs seiner Habhaftwerdung wird«In Porträt Wagner», der im Betretungsfalle zu verhaften und an das Königliche Stadtgericht zu Dresden ab- zuliefern sein dürste, hier beigefügt.' Skandal im„Thealer am Zoo'. Seit Jahren ist bei einer Premier« nicht soviel Unfug getrieben worden wie gestern im Theater am Zoo. Der Schriftsteller Hans Kafka hat durch seine Talent- losigkeit eine Fastnachtsstimmung erzeugt, o* fia schöner und Gegen sozialreaktionäre Pläne! Der Ausschutz des ADGB. Protestiert gegen die Ber« längerung der Arbeitszeit der Bäcker. Der Ausschuß des ADGB. faßte einstimmig folgende Cut-- schließung: „Der Ausschutz des ADGB. erhebt Protest gegen die von den Parteien de» Bürgerblocks im Reichstag beantragte Verschlechterung der Verordnung über die Arbeilszell In den Bäckereien und Konditoreien. Durch die Zulassung der öOstündlgen Arbeitswoche und der Sonntagsarbeik wird in mehr als der Hälfte oller Betriebe die Kontrolle der Aussichtsbehörden über die Einhaltung der Arbeitszeit zur Unmöglichkeit. Die Arbeitslosigkeit im Beruf wird eine starke Zunahme erfahren und Reich und Ge- weinden noch stärker belasten. Eine wirischastlicheRolwendigkeli für die verlange- rung der Arbeilszell über den Achtstundentag hinaus besteht durchausnichk. Seit der gesetzlichen Festlegung des Achlstunden- lages ist eine starke Zunahme der Maschinenbetriebe zu verzeichnen, wodurch eine bedeutende Zahl von Arbeitern aus dem Produkkions- prozetz ausgeschaltet wurde. Eine lange und unkoalrolllerbare Arbellszeit würde bei der Broiherstellung wieder die groben Mitz stände aus- lösen, wie sie so häusig vor der Regelung der Arbeilszell in den Bäckereien und Kondiloreien bestanden haben. Der Achistundcnlag und die sechstägige Arbeitswoche sind in diesem Gewerbe mit mehr als zwei Drillet Kleinbetrieben unbedingt aolwendig, wenn das wichtigste Rahrungsmiltel. das Broi, unter Beobachtung aller hygienischen und sanitären Anforderungen ein- wandfrei hergestellt wörden soll.' Das Koalitionsproblem in Sachsen. Der Landtag vertagt.— Keine Neubildung der Regierung. Dresden, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung des sächsischen Landtages wurde der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, eine Anleihe von öl) Mil- lionen Mark für den Wohnungsbau aufzunehmen, mit den Stimmen sämtlicher bürgerlichen Parteien und den der söge» nannten allen Sozialdemokratie abgelehnt. Angenommen wurde ein Antrag mit den Stimmen der Sozial- demotraten, Kommunisten und ollen Sozialdemokraten, der die Re- gierung ausfordert, zu veranlassen, daß bei der dem Staat Sachsen gehörenden Aktiengesellschaft„Sächsische Werte' die Arbeitszeitinallen Betrieben 8 Stunden pro Tag und 48 Stunden in der Woche nicht überschreitet. Trotzdem heute die letzt« Landtagssitzung vor dem 1. Juni statt- fand, ist noch nicht» bekannt darüber, daß bei den Derhand» lungen über die Reubildung der Regierung irgendwelche Resultate erzielt wurden. Den Deutschnationalen ist bekanntlich bei ber Regierungsbildung im Januar von den bürgerlichen Koalitionsparteien versprochen worden, daß die Regierung Held zurücktreten werde, wenn bis zum 1. Juni die Deutschnationalen nicht in die Regierung aufgenommen worden sind. Man mutz jetzt annehmen, daß dieses Versprechen wenigstens bis zum 1. Juni nicht eingelöst werden wird. Der Fall Löwenlhal. Zu der am Mittwoch im Landtag er- örterten Angelegenheit des Landgerichtsdirektors Dr. Löwenthal in Magdeburg wird gemeldet, daß der Oberlandesgerichts- Präsident in Naumburg dem Iustizminister angezeigt hat. er habe noch weiterer Aufklärung die dem Landgerichtsdirektor Dr. Löwenthal erteilte Mahnung am 18. d. M. zurück- genommen. Ein Strafankrag des Reichsbankpräsidenten. Wegen einer in der gestrigen Nummer der kommunistischen„W elt am Abend' gegen den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht im Zusammenhang mit den Vorgängen an der Börse am schwarzen Freitag erhobenen schweren Beschuldigung hat der Reichsbankpräsident Dr. Schacht Strasantrag gegen das Blatt gestellt. unterhaltend nicht gedacht werden kann. Als das Stück zu Ende war, wußte man nicht, ob es zu Ende sei. Um dieser Ungewißheit zu entgehen, vergnügt« man sich mit einem himmlischen Pseiskonzert. Es zeigte sich, daß unter den glücklichen Zuschauern ganz famose Künstler auf Hausschlllsieln und Kinderoogelpfeifen vorhanden waren. Keiner wollte das Haus oerlassen, jeder verlangte noch mehr von dem Klamauk. Das Gejohle und Setut«, das Gesinge und Gebrülle konnten den Mann am Theatcrvorhang aber nicht mehr bewegen, sein« Gardine aufzuziehen. Es ist eine immerhin� bemerkenswerte Neuheit, daß ein ganzes Parkett nicht weiß, ob ein Stück schließt oder noch weitergehen soll. Muß man nun diesen Skandal oerschweigen? Man möchte sich nicht entrüsten und nur lachen. Trotzdem muß man sagen, daß ein« solche Fopperei polizeiwidrig ist. Der an allem schuldige Verfasser möchte sich herausreden, daß er nur Parodie> machen wollte. Nein, er ist mil einer unübertrefflichen Gehirnleere ausgerüstet und hat mit jedem Wort dokumentiert, daß er ein Narr ist. So sind auch diese Zeilen noch zu viel für das, was gewesen ist. M. H. (Zu diesem Stoßseufzer unseres Kritikers möchten wir bemerken: Wäre es nicht endlich an der Zeit, daß der Krititcrverband(so etwas gibt es!) sich darüber verständige, gewisse Aufführungen nicht zu be- sprechen? Aber noch grassiert in Berlin die Furcht, Genies zu ver- passen. Uebrigens werden unsere Leser mit Vergnügen berperkt haben, daß sie'mit der Nietenlotterie der Herren Seler u. Lherman verschont werden.) Das erste deutschsprachige Gastspiel ln Paris. Direktor Franz Wenzler, der Begründer der Berliner„Tribüne", jetziger Leiter der Wiener Kammersoiele und Intendant des elsässischen deutschsprachigen Theaters„Pens', wird mit seinem Ensemble in der Zeit vom 7. bis 22. Juni in Paris im Theatr« l'Atelier spielen. Die Wiener Kammerspiele sind außerdem von fflemier«ingeladen, vier Abende im Rahmen des Welttheaters zu spielen. Auf dem Programm stehen„Hamlet",„Der lebende Leichnam',.Liebelei' tSchnitzler), „Gas' fGeorg Kaiser). Eine Erweiterung ist mit„Musik" von Frank Dedekind mit Maria Orska vorgesehen. Fasten zu wohlläsigem Zweck. Zweihundert Hörer einer Mittel- schule in Broocklyn haben beschlossen, zugunsten der Opfer der lieber- schwernmungskatastrophe in den Südstaaten einen Tag lang zu fasten. Der Betrag, der hierdurch erspart wird, soll an die Hilsskasse de» amerikanischen Roten Kreuzes ausgezahlt werden. Der Gedanke ist von den anderen amerikanischen Schulen und Hochschulen auf- genommen worden, und an vielen Stellen habe» sich Komitees ge- bildet, um eine ähnlich« Fastenattisn zu organisieren. vochaer»„Rlavzeck- als abendttlleabe» vrama. vüchner«.Wobzeck» »u volleiidc». bat der Dramatiker Franz rbeodor C s o k o r unternommen. JZ»eI eingeschlossene und vier neu angiwgle Szenen sowie textliche?er- »ichtungen. d e aus den siingden Forswunaen suhe», runden da» Fragment Büchner«»u emem abendsüllenden Drama ad. varileUuvgeu der Drr»tr»er Sfanfooptr in«veaf. gm Rahmen der gniernaiionalen Musikauestellring gab Mit wochabcnd da-Z Opernenlemdle und da» Orchesier der Dresdener StaaiSoper unter Generalmussldneklor Sind Busch vor einem aukoertauilen Haule.Figaro» H o ch z e i l». Da» iesUiai pcflimmie Hau« Ipendcle der vollendeten Aussübrunq lebbasien Beisall. Da« Orchester der Drcsdenrr Staalsoper veranstaltete am DonnerZtagabeud«in Symphonie-Konzert, da« als große Lecthovenjeicr gedacht war. Das Zunöholzmonopol perfekt. Das Gesetz verabschiedet.— Vertagung des Reichstags aus den 14. Juni. Im weiteren Verlauf der gestrigen Neichstogssitzung er- klärten die Abg. Rippel(imat.) und Schlack z e n t i g e M i e t e zu bauen und die Wohnungen entsprechend zu vermieten, bis zum heutigen Tage nichts geändert worden ist. Und selbst wenn die Baukosten 25 Mark pro Kubikmeter etwas überschreiten sollten— im Angebot an die Stadt Berlin ist von den Baukosten keine Rede—, so wäre das eine Sache des amerikanischen Bauherrn, weil der Pachtvertrag mit der Stadt Berlin davon unberührt bleiben würde. Wenn Herr Hirtsiefer dann lang und breit von der Inanspruchnahme der Hauszins st euermittel spricht, weiter von der Unzulässigkeit der Vergebung von Hauszinssteuermitteln an Ausländer, die auch dann bestehen bleibt, wenn eine deutsche Gesellschaft vorgeschoben würde, so trägt Herr Hirtsiefer damit Eulen nach Athen. Denn es ist längst bekannt, daß Hauszinssteuermittel für das Projekt absolut nicht in Frage zu kommen brauchen. Fast komisch wirkt die Begründung, es würden auch ohne Hauszinssteuermittel nicht mehr Wohnungen gebaur als bis jetzt vorgesehen seien: die erforderlichen Baustoffe und Bauarbeiter seien nicht zu beschaffen. Wäre das der Fall, so müßte man die Errichtung zusätz- licher Wohnungen überhaupt aufgeben. Herr Hirtsiefer verschweigt aber auch, daß sich die amerikanischen Bauten auf mehrere Jahre verteilen und daß das bis jetzt in Berlin bestehende Bauprogramm von etwa 25 000 Wohnungen(nicht 36 000 bis 40 000) durch das Amerikaprozekt für 1927 nur um etwa ein Fünftel erweitern würde. Dann spricht Herr Hirtsiefer von einer Verschlechterung des B a u st o f f m a r t t e s als Folgen des Amerikaprojekts, und zwar in demselben Atemzuge,'in dem er von einem Rückgang der Ziegelpreise gesprochen hat. Geradezu unbegreiflich sind die Ausführungen des Mi- nisters Hirtsiefer über die amerikanische Firma selbst. Bei jeder deutschen Großbank, die Verbindungen in Amerika hat, hätte std) Herr Hirtsiefer darüber belehren lassen können, daß die Firma Chapman keineswegs eine Bank firma ist, wie behauptet wurde, sondern der größte Bauherr für anierikanische Regierung?- bauten, der allerdings, wie in d/n Vereinigten Staaten üblich, die Bauausführung an Bauunternehmer ver» gibt. Und die amerikanische Firma will durchaus nicht Geld zu möglichst hohen Zinsen verleihen, sonoern sie baut als Bauherr s e l b st, genau so wie der preußische Staat, die Kommunen und jede Industriegesellschaft bauen lassen, die ebenfalls die Bauausführungen an Bauunternehmer ver- geben. � Di« erstaunte Frage, in welcher Weise denn eigentlich das amerikanische Projekt die deutschen Baumethoden rationalisieren soll, ist einfach dahin zu beantworten, daß so große Baustellen noch nicht vorhanden waren, wie sie das Projekt vorsieht. Und wenn Herr Hirtsiefer es einen geradezu unglaublichen Fehler nennt, das Schöneberger Bau- gelände den Bahn Hofsplänen zu entziehen, so rennt auch hier Herr Hirtsiefer offene Türen ein. Einmal haben wir schon gesagt, daß sowohl die Reichsbahn als auch die Stadt Berlin bisher noch keine Pläne für die Borve. legung des Potsdamer und des Anhalter Bahnhofes haben, so wichtig solche Pläne auch sein können. Dann aber liegt bei der Stadt Berlin bereits die schriftliche Erklärung vor, daß sich die Amerikaner gar nicht an das Schöneberger Ge» lande halten, sondern nach beliebigen Vorschlägen de: Stadt Berlin bauen wollen. Der pathetische Ausruf, wo in Deutichland jemals ein Unternehmer 7,4 Proz. Zinsen verlangt habe. Übersicht erstens, daß heute freie Baugelder vom Ausland kaum unter b bis Proz. zu haben sein werden, darüber hinaus aber, daß heute der Staat nur auf Kosten der Allgemeinheit und nicht zugunsten privater Bauunternehmer auf die Verzinsung der Hauszinssteuermittel zum größten Teil verzichtet. So bricht die Kampfrede des Ministers Hirtsiefer gexen die Amerikaner, die geradezu eine Rede gegendetWoh- nungsbau ist, in ihrer ganzen Argumentation zusammen. Aber Herr Hirtsiefer macht sich auch zum Vormund der Smdt Berlin, wenn er es als eine ganz unmögliche Bedingung> e- zeichnet, daß die Stadt in ibrem Pachtvertrag für 28 Jahre die Mietbürgschaft übernehmen soll. Wie die St-.Gt Berlin die geschäftliche Seite des Angebotes regelt ist durch- aus ihre Sache, so selbstverständlich es ist, daß sie das Auf- sichtsrecht der Behörden achtet Im«eiteren Verlauf der gestrigen Landtagssitzung er- tzielt bei der Beratung des Innenetats des Wort Abg. Kasper (Komm.): Wir bekämpfen diesen kapitalistischen Staat, gloichgultig ob Monarchie oder Republik. Dasselbe gilt für seine Institutionen, insonderheit für die Polizei. Abg. Lartelt(Dem.): Es geht nicht on, im Felle Wrisbera dem Polizeibeamtcn, der noch dem Reichsgefetz einwendfrei gehandelt hat, einen Vorwurf zu machen. Die Deutschnationalen, die hier die Reichssarben schmähen, leisten im Reiche darauf den Ministereid und verweigern im Republikschutzgesetz dem Kaiser die Rückkehr. In seiner Personalpolitik Ist Kreutzen den deutschaationalen Beamten gegenüber noch immer zu rücksichtsvoll. Abg. Jordan(Wp.) verlangt restlose Beseitigung der Polizei- stunde, da sie einen Eingriff in die persönliche Freiheit des Staats- bürgers bedeutet.(!) Abg Wicdemann(Dnat.) beschwert sich über die Aggressivität der Roten Frontkämpfer! Nach kurzen Ausführungen der Abgg. Llester(chann.) und Zür- gensen(Soz.) verwahrt sich Abg. von winterseld(Dnat.) gegen die Behauptung des Ministers, datz er über die Personalpolitik bewußt unwahre Behauptungen aufgestellt habe. Innenminister Grzefinski erklärt, daß Winterseld die Tatsachen genau kenne und deshalb Behauptungen aufgestellt hat, die ob- jettiv unwahr sind. Damit schließt die Debatte über den Etat des Innenministe- riums. Es folgt die Beratung des Kulturetats. Abg. Eichhoss(D. Vp.): Wir protestieren gegen die beantragte Namensänderung des Hohenzollernmuseums im Schlosse Monbijou in Monbijou-Museum. Abg. Dr. Köhler(Dnat.) äußert sich zur Konkordatsfrage nach den bekannten Beschlüssen der evangelischen Gcneralsynode und der Deutschnationalen Partei und läßt die Frage Konkordat oder Staats- gesetz offen. Abg. Grcbe(Z.): Ueber das Reichsschulgesetz werden wir reden. wenn es zur parlamentarischen Besprechung reif geworden ist. Zum Konkordat ist zu sagen, daß evangelische und katholische Kirche zu verschieden im Ausbau sind, um gleich behandelt zu werden. Dein konfessionellen Frieden wird am besten gedient, wenn die Konfessio- nen ihrer Eigenart nach behandelt werden. Kultusminister Dr. Lecker beantwortet eine deutschnatioyale Frage dahin, daß die Regierung selbstverständlich die Uebernahme staatsfeindlicher Tendenzen auf die staatlichen Bühnen mißbilligen müßte. Der Regisseur P I s k a t o r sei nur für einige Inszenierungen verpflichtet worden und habe nach den geltenden tariflichen Be- stimmungen einen Rechtsanspruch auf Erfüllung seines Vertrages. Eine Fusion der Staatstheater mit der Volksbühne sei nicht beabsichtigt. Durchgefallene Abiturienten sollen in Not- fällen schon nach einem halben Jahre die Möglichkeit der Wieder. holung ihres Examens erhalten. Nach Ausführungen der Abgg. Kerfs(Komm.)'und Loh(Volk.) wird ein Antrag aus Schluß der Debatte angekommen. In der Beratung des Etats für Volkswohlfahrt nimmt in Beantwortung einer sozialdemokratischen Anfrage das Wort Wohlfahrtsminister hirlsieser: Eine Steigerung der Baustoff. preise ist leider in jedem Frühjahr zu beklagen. Die Bauarbeiten müssen deshalb auf das ganze Jahr verteilt werden. Die in verlin auftretenden ausländischen Lauprojekle haben die Laumalerialpreise ungeheuer in die höhe getrieben. Wenn nach dem amerikanischen Bauprojekt in Berlin ohne hauszinssteuer und ohne jegliche Staats- Zuschüsse Häuser gebaut werden können, so mag das geschehen. Aber nach den jetzigen amerikanischen Projekten, ohne Hauszins- steuer in Verlin zu bauen, wird wohl kein Haus fertig werden. Ich habe die Regierungspräsidenten angewiesen, ausländischen Bau- projetten keine Hauszinssteuerzuschüsse zu gewähren! In diesem Sommer werden in Berlin etwa 46 066 Wobnungen gebaut. Mehr ist mit den vorhandenen Arbeitskräften und Materialien nicht zu erreichen. Die amerikanische Bankfirma will nur ans kosten der deufschcn Unternehmer und der Arbeiter an Den Bauten schwere» Geld verdienen. Ab. Leinert(Soz.): � Die Zulassung neuer Kronkenkasten bedarf der Garantie über ihre Leistungsfähigkeit. Leider ist das Ministerium den I n n u ng s- krankenkasfen viel zu weit entgegengekommen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Gleichgültig, ob die Leistungssähigkeit garantiert ist oder nicht, besteht für diese Kasten nicht einmal die Genehmigungspflicht. Deshalb bedürfen die diesbezüglichen Ver- ordnungen gründlicher Revision. Ist nach den Erklärungen des Ministeriums der Gesundheitszustand des Volkes ein schlechter, dann wäre es Pflicht, leistungsfähige Kassen zu stützen und ihnen höhere Leistungen für die Kranken zu ermöglichen, statt ihnen durch die Oberversicherungsämter Schwierigkeiten zu bereiten. Gegen die segensreiche Einrichtung der Wochenhilfe hat ein Regicrungs- Vertreter in unverantwortlicher Welse Stimmung gemacht,(hört. hörti bei den Sozialdemokraten.) Abg. Drügemüllcr(Soz.): Die Steigerung der Preise auf dem Bauinarkt geht weit über das übliche Maß der alljährlichen Frühjahrspreissteigerung hinaus. Der Wohlfahrtsminister müßte ihr viel energischer enigcgentreten als bisher, insbesondere auch durch Einwirkung auf die Reichs- reaierung, die h o l z e i n f u h r f r e i z u g e b e». An den Preis- stelgerungen kann das amerikanische Bauprojekt in Schönebera un- möglich schuld sein, denn es ist bereits feit dem herbst 1926 bekannt. Zu diesem Bauprojekt stehen wir so, daß wir eine Verwendung der hauszinssteuer sür diese Bauten nicht wünschen. Das ameri- kanijche Bauprojekt ist nur dann annehmbar, wenn es über die vautäligkeil aus der hauszinssteuer hinaus eine zusätzliche Bautätigkeit bringt.(Sehr wahr! bei den Soz.) Unter dieser Voraus- setzung aber wäre es ganz falsch, das Projekt mit der Begründung abzulehnen, daß dann nur die Amerikaner verdienten. Es würde mit deutschem Material, deutschen Bauarbeitern und deutschen Bau- Unternehmern gearbeitet iperden und die Amerikaner würden nur die Kreditgeber sein. Baumate-tal und Bauarbeiter stehen noch in reichlichem Umfange zur Verfügung und«in gleich günstiges Angebot wie die Amerikaner haben deutsche Kapi- talisten bisher nicht gemacht.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir wünschen deshalb, daß der Wohlfahrtsminister die Betätigung ausländischen Kapitals auf dem deutschen Baumarkt nicht jjer- hindert, sondern nach Möglichkeit fördert.(Sehr gut! bei den Soz.) Damit schließt die Debatte über de» Wohlfahrtsetat. Die übrigen Etats werden ohne jvefentliche Debatte erledigt und die dritte Etatslesung' beendigt. Nächste Sitzung: Sonnabend vormittag 16 Uhr, Schlußabstim- mungen zum Etat. Di« Abstimn ungen beginnen mit der Ab- siimmung über das kommunistische Mißtrauensvotum gegen dos Kabinett Braun.__ flus dem Reichsrat. Lex Westarp sanktioniert.— Der Vertreter Pommerns rebelliert. Der R e i ch s r a t erteilte am Donnerstag der vom Reichstag auf Antrag Westarp beschlossenen Verlängerung der Gültig- keitsdauer des Republikschutzgesetzes um zwei Jahre feine Zustimmung. Gegen dos Gesetz erklärte sich nur der Vertreter der Provinz Pommern. Das Iugendschutzgesetz wurde auf Antrag Preu- ß e n s an die Ausschüsse zurückverwiesen. Das Gesetz über die Erlaubnispslicht für Herstellung von Zündhölzern wird auf Antrag Bayerns vor der endgültigen Genehmigung durch den Reichsrat einer A u s s ch u ß b e r o t u n g unterzogen werde». Die endgültige Erledigung soll in der nächsten Woche erfolgen. Tagung öes MVGS. 8. Sitzung des Buudesausschusses. In der gestrigen Sitzung des Bundesausschusses gratulierte Genost« August Brey namens des Ausschusses dem Bundesoor- sttzenden Genossen Theodor Lei pari zu seinem 60. Geburtstage. L e i p a r t berichtete über die Tätigkeit des Bundesvorstandes in den legten drei Monaten, die größten Teils internen Angelegen- Helten des Bundes galt. Der Bundesvorstand hat sich aud) in den letzten Wochen bemüht, auf die Regelung der Arbeitszeit hinzuro-irken. wie st« den Forde- rungen der Gewerkschaften und den Interessen der Arbeiterschaft entsprechen würde. In letzter Stunde hat der Bundesvorstand ver- sucht, eine gemeinsame Eingabe aller gewerkschaftlichen Spitzen- organisationen an den Reichstag zu richten. Da sie sich nicht er. möglichen ließ, hat der Bundesvorstand gemeinsam mit dem AfA- Bund und Gewerkschaftsring einen Aufruf cm die deutsche Arbeiter- schaft gerichtet und sie zur Verweigerung von llebersluoden erneut ausgefordert. Seitdem hat eine erfreuliche Agitation eingesetzt, von den Ver. bänden wie von den Ortsausschüssen. Der Borstand hat eine neu« Erhebung über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit eingeleitet, um durch Vergleich mit den früheren Erhebungen die Entwicklung fest. stellen zu können und Grundlagen für die weiter« Wirksamkeit zu schaffen. Der Bundesvorstand hat sich entschlossen, positive Forderungen auf dem Gebiet des Wohn» und Mietrechts zu formulieren, Richtlinien für seine soziale Gestaltung auszustellen. Die Arbeiten der Kommission sind noch nicht abgeschlossen. Für die sozialen Wahlen in diesem Jahre wird wiederum«in« besondere Broschüre Herausgegoben werden. Heber das Verhältnis des Arbeiter-Samariterbundes zum Roten Kreuz referierte Genost« Graßmann. Dem Wunsche des ASB. folgend vertritt Graßmonn den ADGB. im Borftonde des Arbeitersamariterbundes. Zur Durchführung des Arbeilsgerichlsgefehes teille Genosse N ö r p s l mit, es sei im großen und ganzen gelungen, die Behörden so aufzuziehen, daß eine gedeihliche Tätigkeit zu er- warten ist. Außer in Bayern und Württemberg. Die Gerichtsbezirke liegen jetzt fest. Lei der Bestellung der Bei» sitzer war es ganz einheitlich möglich, die anerkannten Spitzen- organisationen als Benennungskörper festzulegen. Der Bundfsous- fchuß wird die Beisitzer für das Reichsarbeitsgericht benennen. Der Baugewerksbund hat angeregt, für die Vertretung in der zweiten Instanz tüchtige Rechtsanwälte rechtzeitig zu sichern. Nörpel erklärte, im Arbeitsgerichtsgesetz sei erreicht worden, daß die G e- werkschaften die Prozeßvertreter in der zweiten Instanz aus ich r en eigenen Reihen stellen. Es wäre daher falsch, jetzt, nachdem die Gewerkschaften klares Recht erreicht haben, Verträge mit Rechtsanwälten abzuschließen. Die Gewerk- schaften müssen selbst für die Durchsetzung des kollektiven Arbeits- rechts eintreten. Der richtige Weg sei der Ausbau der Ar- beiterfekretariate, ohne daß grundsätzlich aus jede Heran- Ziehung von Rechtsanwälten verzichtet wird. Der Bundesvorstand werde für eine einheitliche Schulung der Beisitzer sorgen und schlägt außerdem die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift für Arbeitsrecht und Arbeiterversicherung vor. Die Anregung, einen Arbeitsgerichtsverband zu gründen, hat der Bundesvorstand einmütig abgelehnt. Für die Benennung von Bei- sitzern für die Arbeitsgerichte hat der Bundesvorstand vorgeschlagen, 11 Beisitzer für den ADGB. und den AfA-Buitb, drei für den Deutschen Gewerkschaftsbund und zwei für den Gewerkschaftsrina zu bestimmen. Werden jedoch 18 anstatt 16 Beisitzer ernannt, soll die Verteilung 12, 4 und 2 sein. In der Debatte gingen die Vertreter der Verbände insbesondere auf die Berichterstattung über die Lohnbewegungen und die Geschäftslage in einzelnen ausgewählten Industrien ein. Der Lohn- politische Ausschuß des ADGÄ. wird sich mit diesen Plänen noch im einzelnen beschäftigen. Der Bundesausschuß gab einmütig der Ueberzeugung Ausdruck, daß ✓ das vreischichtensystem für die Hüllenarbeiter m kürzester Frist wieder zur Einführung gelangen muß, und die Hüttenarbeiter dem Schutz des§ 7 der Arbeitszeitverordnung unter- stell werden müssen, um unhaltbaren Zuständen ein Ende zu'machen. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates müsse daher feine Untersuchung beschleunigt durchführen und der Reichsarbeits- minister alsdann die entsprechend« Verordnung erlassen. Die Beratungen werden heut« fortgesetzt. Kommoaksten unü �echenbarone. Sie vereinbaren die Achtstnndenschicht. Im Preußischen Landtag hat die kommunistische Fraktion einen Urantrog eingereicht, wonach da» Staatsministerium ersucht wird, auf das Oberbergamt in Dortmund einzuwirken, gegen die Verwaltung der Zeche Diergardt III einen Strafantrag zu stellen, well den Bergarbeitern am 1. Aprll die Ausfahrt nach siebenftündiger Schicht verweigert wurde. Run hat zwar jeder Staatsbürger das Recht, eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten: dazu braucht man nicht den Landtag und das Oberbergamt. Die Kommunisten beriefen sich auf den§ 96 Absatz 1 der Bergpolizei- Verordnung in Dortmund, in der es heißt: „2>ie Seilfahrt ist bei Beginn und Schluß der regel- mäßigen Schicht, und zwar auch, wenn Ueberschichten ver- fahren werden, für solche Arbeiter, die an den Ueberschichten nicht teilnehmen, in Betrieb zu setzen." Auch die Kommunisten müßten eigentlich wissen, was unter „regelmäßiger Schicht" zu verstehen ist. Darunter wird die Schicht verstanden, die schon fest mehreren Jahren als ein« regel- mäßige Sctstcht auf der Zeche verfahren wird. Nun hatten die Betriebsausschußmitglieder, der Zeche, die der KPD. angehören, mit der Berwaltung der Zeche Diergardt am 31. Juli 1925 eine Der- einbarung getroffen, nach der die Sellfahrt festgelegt wurde. Die Vereinbarung der Berwaltung mit den beiden kommunistischen Betriebsausfchußmitgliedern D r e sch und Jansen über die Seil- fahrt sieht eine achtstündige Schichlzeil, ausschließlich Au. und Aus- fahrt vor. Wenn die Kommunisten im Landtag eine Bestrafung der Zechen- Verwaltung wünschen, dann müssen sie sich zunächst au ihre eigenenParteimitglieder.dieden Ausschuß auf der Zeche Diergardt bilden, wenden. Die mit den kommunistischen, gewerkschaft- lich unorganisierten Mitgliedern getroffen« Vereinbarung hat bis auf den heutigen Tag Gülligkeit. Was ftellich die, Flöte Fahne" nicht hindert, unseren Genossen Otter, der die Tatfachen im Land- tag. mitteilte, zu beschimpfen. Dazu gehört freilich weniger Mut, als etwa gegen die Zechenbarone aufzutreten. Schieüsspruch für Sie Zentralheizungsinöuftrie. In der Tarifstreitsache zwischen der Tarifgemeinschaft der Zentralheizungsindustrie, Gas- und Wasser» leitungsfachmänner und des K l e m p n e r g e w e r b e s von Berlin wurde am 18. Mai ein Schiedsspruch gefällt. Er setzt die Arbeitszeit auf 46% Stunden die Woche fest und den Zuschlag für die U e b e r st u n d e n über 461h Stunden auf 25 Proz. Der tarifliche Lohn des Rohrlegers, Dauklempners und und Schweißers wird mit Wirkung vom 18. Mai auf 1,41 M. und mit Wirkung vom 28. Dezember auf 1,47 M. pro Stunde festgesetzt. Die übrigen Gruppen werden im prozentualen Ver- hältnis geregelt. Junktionärkonferenz See öerliner Eisenbahner. Am Mittwoch waren die Funktionär« des Einheitsverbandes der Ortsgruppe Berlin zu einer Konferenz in den Konkordiasälen zu- sammengetreten. Reben der Erledigung organisatorischer Angelegen- heilen wurde Stellung genommen zur Lohnregelung für die Zeitarbeiter und die Scheuerfrauen. Aus der Aus- sprach« ergab sich, daß die Reichsbahnhauptverwaltung bzw die Reichsbahndirektion Berlin diesen an und für sich schlecht bezahlten Gruppen nach Abschluß der Lohnbewegung keine Lohnerhöhung zu- gestehen wollte. Die Berhandlungen führten allerdings dazu, für die- senigen Arbeiter und Arbellerinnen, die schon bis zum 30. April 1927 in Beschäftigung standen, den alten Besitzstand bis zu einem be- stimmten Grad« beizubehalten. Don einer wesentlichen Lohnerhöhung könne jedoch nicht gesprochen werden, da die Reichsbahndirettion bei diesen Gruppen auf Grund de» Einzeloertrages Lohndrücker«, be- treib«. Die Bezirksleitung und die Ortsverwaltung wurden aufgefordert, bei den Verhandlungen am 25. Mai zu versuchen, für diese Gruppen denselben Lohnausgleich zu verschaffen wie für die Tarifarbeiter. Es wird weiter verlangt, d«e betreffenden Arbeiter und Arbeiterinnen sollen zu gegebener Zell in den Lohntarifvertrag mll aufgenommen werden. Bezüglich der Arbeit» zeiloei kürzung te den Elise ubahiwusbeffe- rungswerken, Lahngaswerken usw. wird gefordert, daß auch für sämtliche übrigen unter die Dienstdauervorschristen fallenden Arbeiter die gleiche Arbeitszeitverkürzung auf 51 Stunden eingefiihrt werden soll._ Einigung im Ledergroßhandel. Nachdem die im Berkehrsbund organisierten Handelsarbeiter des Berliner Ledergroßhandels den Streit beschlossen hatten, den Unternehmern aber in der vorigen Woche in einem Ultimatum drei Tag« Zell zu nochmaligen Berhandlungen gelassen hatten, kam es am Montag zu einer Verständigung. Die Unternehmer erklärten sich bereit, wenn die Berhandlungs- kommission sofort zustimmen würde, ab 1. Juni eine Lohnzulage von 2,— Mk. und ob L Oktober bis 3L März 1928 eine weitere Mark zu bewilligen. Sie erklärten sickf weiter bereit, ihren Mitgliedern zu empfehlen, die erhöhten Löhne rückwirkend ab 1. Mai zu be- willigen. Da durch dieses Angebot die Differenz zwischen der Forderung der Arbeiter nur noch gering war, stimmte die Berhandlungs- kommission dem Angebot zu, sodaß der Konflikt damll beigelegt ist. Die Lithographen und Stcindrucker Berlins. Die Berliner Lithographen und Steindrucker beschäftigten sich Donnerstag abend in einer überfüllten Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus mit den Ergebnissen der letzten Tarisverhand- lungen, über die wir bereits ausführlich berichtet haben. Der Bor- sitzende der Mitgliedschaft' Berlin, Genosse H o s f m a n n, berichete ausführlich über den Gang der Verhandlungen und empfahl den Mitgliedern die Annahm« des Verhandlungsergebnisses. In der Diskussion wandten sich jedoch fast alle Redner gegen die Annahme, weil es den Unterhändlern nicht möglich war, eine bessere Regelung der Lehrlingsfrage durchzusetzen und well die Lohnzulage mit der Streichung der Tarifbestimmung verbunden ist, die noch für eine Anzahl von Betrieben eine sogenannte bezahlte Einkauf- und Waschzeit vorsieht. Die geheime Abstimmung ergab mit großer Mehrhell die Ablehnung des Verhand- lungsergebnisses Hoffmann ging zum Schluß kurz auf den Streik der graphischen Hilfsarbeiter ein und forderte die Mitglieder des Verbandes der Lithographen und Steindrucker auf, strengste Solidarität mit den Hilfsarbeitern zu üben und vor allem jedes Zusammenarbeiten mit Streikbrechern abzu- lehnen._ Die Eisenbahn-Betriebsrätewahlen in Halle. Im Reichsbohndirektionsbezirk Halle wurden bei der Wahl des Bezirksbetriebsrates insgesamt 13 375 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands 10 902 Stimmen, auf den Allgemeinen Verband tHirsch-Dunckersche) 1423 Stimmen, auf die Gewerkschaft(Christliche) 756 Stimmen, und auf den Industrieverband(Linke Kommunisten) 141 Stimmen. Un- gültig waren 153 Stimmen. Die gegnerischen Organisationen hatten gemeinschaftlich mit dem schmutzigsten Material den Kampf gegen den Einheits- verband geführt. Trotzdem hat die freigewertschaftlichc Richtung 3 000 Stimmen mehr zu verzeichnen als 1926. Di« anderen Organisationen haben mit Mühe und Not ihren Besitzstand aus dem Vorjahre geholten. Don den 16 S i tz« n des Bezirksbetriebs- rates erhäll der Einheitsoerband der Eisenbahner Deutsch- lands 14, die Gewerkschaft deuffcher Eisenbahner 1 und der Allgemeine Eisenbahner-Verband 1 Sitz. Achtung, Zimmerer! Die Differenzen bei der Firma PH. 5) o l z- mann, Baustelle Steglitz, Menckenstraße, sind beige- legt. Alle Kameraden werden aufgefordert, die Arbeit aus der Baustelle wieder aufzunehmen. Zentraloerband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Freie»ew«rklch«ft»jug«»d. Heute, Freitag, 7H Ubr. tagen die Gruppen: Hermaunplag(Neutölln 2): Gruppenheim Jugendheim Candirstr. II. Ecke Hobrcchtstraße. llnterhaltungsabcnd.— Schiiaewcidc: Gruppenhcim Jugendheim Laufener Str. 2 t?ioter£aal). Bunter Abend.— Wedding I: Gruppcnhew, Stadtbad Wedding, Gerichtstr. Sä kg. Ein SchelmenstUck:»Nicht alle Wege ftlhren nach Golgatha."— Stordriag! Gruppenheim Jugendheim Ebersmalder Straße 10, Zimmer 12. Hosemann:»Beeo knebbchen."— Zeppclinplah iWeddlng S): Gruppenheim Städtische» tzugendheim Turiner Ecke Seestraße. Dunkle Geschichten im Gruselige».— Wethens««: Sportplatz am Faulen See, Platz z. Spiel und Frohsinn. Verantwortlich für Politik: Biet», Schiff; Wirtschaft: S. ttlingelhSfer; Demerkschaftsbeweaunq: Friede. Etzkorn: Feuilleton:». H. Dticher: Lokale« und Sonstige«: Feitz Korstödt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Periin »erlag: Vorwärt».Perlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärt».Buck>drdckeret und Verlagsanstalt Paul Singer o Co.. Berlin SW 68. Lindenstrahe 8. sie reu 3 Beilage» und.Ulntertaltuna und Wissen'. WERTHEIM (.«ipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Obst, Gemüse, Fleisch und Fische werden nicht zugesandt. Ke r n s e if e Rie(ei c«. an or,mm 1 5 Pf. WachskernselfeSsgoJ:20Pf. Palmölseife 25 Pf. Oberschalseife 23 Pf. Hausselfe FaBseife 80 Pf. Elainseife 90 Pf. Silberseife JX"« 95 Pf. Feinsoda 10 Pf Landleber-« Speck'*>>• plck. 1,10 magar Jagdwurst.... psmui MnffwilPnt(Braunschw. rweuwursi � pfnnd Pökelfleisch atml». m. Filetwurst.... wund Schinkenspeck. Pfund Dampf wurst mlio 1.20 Plockwurst... Pfund i.vo Zervelat u. Salami ph- 1.65 1.40 1.40 150 1.50 1.55 Nußschinken«" �"�1-75 UaUUra*. bnifliiUr«ruh«. I Berl. Mettwurst Pfund 1.15 Mettwurst Wtlc»:«. Pfand 120 Romadur»«5»— P 1... stock HAp» Limburger 40 Pt 45 Pt Schweizer ft' 1.45 St 98Pt HollSnder u. Edamer 68Pf Margarine...Pfund 58 pl Steinbuscher vo"pm: 98Pf. Tafelbutter...Pfw*! 184 Tilsiter vouteit. ptund ho m Dänische Butter Ptt. 190 Suppenhühner». Hähne i9a■<«.«.«10 frisch gcsdilacfaiet» Ptsmd■ Pfd.■ mn Junge Tauben stuck 70 Pf. Enten Mad' 1.40»" Holl. Kakao mr,M-KÄ£"~.p»»d 1«o Keks u. Waffeln v» Pfd. 65 Pf. Eisbonbon.. v» Pfand 18 Pf. Dessert-Brezeln'/iPid. 38 Pt Messina-Drops pm- 18 Pf Konserven Junge Schnitt- u. v. v-.-'7»°� Brechbohnen I 70 Pf � aumen �'• 78"- Junger Spinat... 48Pf. Pflaum«n<*" Sellerie in Scheiben.. 85 Pf- Mirabelten.•••••• 1.40 Gemflseerbsen.... 55 Pt Ananas dom 90 Pf. poie 155 Junge Erbsen'i».. 1.25 Gewürzgurken SdP�,' 3.50 Kaiserschoten.... 145 Gulasch'/> Dos« 73Pt 1.35 Hai. Tomatenmark Schweinefleisch ftls., OA vi. 17 Pt v» 30 Pt'/• 70 Pt 130 i„ Dos« 95Pt 180 Konfitüren, S Pfund-Eimer Ananas 1.65« Orangen, Johannisb. 1.15 Pflaumen 110 Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Kirschen 145 Frisches Fleisch Schweinebauch u.Rücken w. 80*. Schweinekamm u. Blatt«w 85*. Kalbskamm, Brust, Rücken**. 80*. Kalbskeule«der....*md 90*. Schmorfleisch m.****,....**»* in Kahler■. JCamm.......... P/und 1 1S Uesen*d. 75*. Gehacktes*d. 75*. Prima Gefrierfleisch Suppenfleisch........... m»»* 48*. Rinder-Kamm u. Brust.*™d 55*. Schmorfleisch mU KnoAcn...Phmd 60*. Hammel Mdn Rippe mJ Midien.... Pfund 74*. Fische Dorsche..................*und 7*. Kabeljau, Seelachs*d. 14*. Schellfische..............*und 28*. Fischfilet trudr. Pfund 30*."r'"tlnä 40*. Frische Hechte.......... Pfund 50% Gefrorene Zander......*und 55*. Lebende Aale............**** Iis** Lebende Schiefe........*undl4Sm Blitzblank ��25 Ff. Stärke Ä�pfd, 28 Pf. Selfenpulverip(d!35p<. Seifenflocken pm 80 Ft. Frischer Spargel"- 28, 58, 88 p». Salat...... 2 Kopf 10 Pf. Kartoffeln»«>>» 2pm. 35 Pt Radieschen. 5 Bund 10 Pf. Zitronen.... vuhend 45Pt Jung. Spinat 2 Pfand 10 Pf. Tafeläpfel>l»nforv..pfd. 65 pt Rhabarber Pfund 8 Pt 13 Pf. Bananen..... Pfund 68 Pf. Grüne Gurken swe*. 35�, Blutorangen SR&JSg 14.50 Bruch-Reis.......... p"-»- 19p*. Burma-Reis... Pfand 22 Pt Makkaronl„"Mwnd 42 Pt Tafelreis poii«rt, Pfand 24 Pt Eier-Schnitt-Nudeln 45 Pt Italienisch. Reis Pfand 28Pt Eier-Faden-Nudeln 52*% Amerik. Reis. Pfand 34 Pt Eier-Figuren-Nudeln52Pf. Flundern..... Schellfische»"»«->. m 32 Pf Seelachs>. Stck.. Pfund 42 Pf. .Pfund 35 Pf- 45 Pf- Räucheraale..Bund 52pr. Fettbücklinge. Pfand 55 Pf. Züronen-Gärungsgeiränk Vcdb: Oro�-AbC AbmA.: Erirltdiiingiroum Gebrannt. Kaffee kää",... 220 Haushalt-Misch. Pfand 2.60 Globus-Misch..Piund3.80 Sonder-Misch..Piund 3» Resldenz-Mlscb. p«. 4.20 Olympia-Misch. Pfund 3.40 Elite-Mischun Pfand 4.6O Wein Preise für Vi Hurdie ohne Glm Frankfurter Apfelwein„Rackles Urquell"... 66 Pt Feiner Fruchtwein Joh«nntab«r-- Sl«�b'H%CI1>eerwtln 95 Pt Kirsch- u. weißer Johannisbeerwein...... IM 1922 Iphßfer Kalb Prenkenweln Im Boxbeulel..... 120 1 1922 Briedeler Herzchen diumi». pikant....... 1.40 ' 1921 Wiltinger falner Saarwetn.............. 1.70 1924 ROdesheimer Berg eleganter Bhelngauer.... 2M AmorettO roter, feuriger rrUistüdu- und Sttzrkungsweln.. 1.70 Tarragona Spezial rot,»ob, vom r«B....... Liter 1.40 Borsdorfer Apfelwein»edr mild, mr sowie,.. Liter 53 Pf. Fruchtschaumwein vorrtlgllctie QuallUt, mit Flasche.. 130 Himbeer- u. Erdbeersaft �uruteiu-. v, pl im»a fl 180 Nr. 236 ♦ 44.�ahrgtMg 1« Heilage ües Vorwärts Kampf öem Haustoffwucher! Eine Arbeitssitzung der Stadtverordneten, die— in Kommunistenlärm endete. treffen. In der Be- Die Baustoffwucherer haben ihre schärfsten Gegner in den So- zialdemokraten des Rathauses. Ein Antrag der sozial- demokratischen Stadtverordnetenfraktion gab in der gestrigen Stadtverordnetensitzung wieder Gelegenheit, die Zu- stände auf dem Baustoffmarkt zu beleuchten. Sie haben. wie unser Genosse Gutschmidt darlegte, sich allmählich bis zur Unerträglichkeit entwickelt, so daß die Stadt Berlin durch wirksame Gegenmaßnahmen dem wucherischen Trei» den einen Riegel vorschieben muß. Der Antrag, der solche Gegenmaßnahmen fordert, wurde bereits im April einge- bracht, kam aber erst gestern zur Beratung heran. Inzwischen hat der Magistrat vorgestern beschlossen, dem vor drei Wochen ge- faßten Stadtverordnetenbeschluh auf Einsetzung einer gemischten Deputation zur Prüfung der Bau st offpreis- g e st a l t u n g beizutreten. Bon einem Beschluß über unseren An- trag wurde daher einstweilen abgesehen: zu ihm wird die gemischte Deputation noch Stellung zu nehmen haben.— In derselben Sitzung wurde über die B r e n n st o f f g e se l l s ch a f t verhandett, gegen die ein Antrag der Deutschnationalen einen Vorstoß unternahm. Von unserem Genossen B u b l i tz wurde dieser neue Versuch einer Hetze gegen einen kommunalen Betrieb gebührend zurückgewiesen. Mit dem Antrag wird der Haushaltausschuß sich beschäftigen.— Die Sitzung war eine rechte Arbeitssitzung, so daß ein beträchtlicher Teil der Tagesordnung erledigt wurde. Schließ- lich führte aber ein Krakeel der Kommunisten dazu, daß die Sitzung unerwartet aufflog. Von Zeit zu Zeit müssen sie ihr Spektakel stück haben. * In der gestern abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung wurden zunächst zwei Magistratsvorlagen, die Erhöhung der Unter st ützungsrichtsätze und die Weiterführung der planmäßigen Obdochreform betreffend, ohne Debatte dem Haushaltsausschuß überwiesen. Die Lieferung von Brenn- inaterialien an städtische Beamte, Angestellte und Arbeiter durch die Serliner örennstoffgeseUfthast m. b.£>. gab den Deutschnationalen wieder einmal Veranlassung, einen Antrag geaen diese städtische Gesellschaft einzubringen. In dem Antrag wurde festgestellt, daß städtische Dienststellen Bestell- listen für Kohlenlieferungen in Umlauf gesetzt haben, und verlangt, daß unter keinen Umständen städtische Stellen zur Mitarbeit für diese Gesellschaft herangezogen werden. Stadtv. Linxweiler(Dnot.) sprach in der Begründung von einem„unlauteren Wettbewerb" der Brennstossgesellschost gegenüber dem privaten Handel. Die Stadt ruüsse ein Interesse an der Erhaltung der Steuertraft der Wirtschaft haben, deshalb sollen der Gesellschaft keine Vorrechte eingeräumt werden. Linxweller behauptete, daß die Brenirstosfgesellschaft nicht existenzfähig wäre, wenir die Stadt sie nicht in unzulässiger Weise unterstützen würde.(!) Der Wirtschaftsparteiler Siegfried schloß sich den Ausführungen des dsutfchnationalen Redners an. Genosis Bubilh stellte fest, daß es sich bei dem Antrag wieder einmal um ein Vorgehen gegen städtische Betriebe handele. Die Tatsache ist doch nun einmal nicht wegzuleugnen, daß die Breunsloss. gefellschast billiger als der private Handel liefern kann. Merk- würdiqerwei'se habe sich bis jetzt noch niemand gegen die Zirkulation von Bestellisten privater Unternehmungen gewandt: um so mehr sollte man den städtischen Angestellten die Möglichkeit lasten, billigen Brennstoffeinrauf vorzunehmen. Die Sozialdemokraten werden selbstverständlich den Antrag ablehnen. Der Antrag wurde schließ- lich dem Hausholtsausschuß überwiesen.— Di? Versammlung wandte sich dann der Beratung eines sozialdemokratischen Antrages zu, der vom Magistrat Maßnahmen gegen öen öaustoffwucher verlangt. Der Magistrat soll Mittel bereitstellen, um den bereits bestebeuden Einrichtungen der Stadt und etwa neu zu schaffenden die Möglichkeit zu geben, wirksame Gegenmaßnahmen gegen den Preiswucher auf dem Bauslossmarkt gründung wies Genosse Gukschmidk auf die unhaltbaren Zustände aus dem Baustoffmarkt hin. Die ständig steigenden Baustofspreise treiben wieder zu Zuständen, wie wir sie im Zahre 1324 hallen. Dos verhallen der Firmen läßt den verdacht begründet erscheinen, daß von den seinerzeit von der Stadt zur Entlastung der Baukosten bereitgestellten Mitteln ein nicht unerheblicher Teil onberechligl in die Taschen der Baustoffindustrie geflossen sei. Der Redner bat um Annahme des Antrages. Nachdem Stadtv. kieppfchläger(Komm.) sich in zustimmendem Sinne geäußert hatte, erklärte Vorsteherstellvertreter Caspori den Antrag dadurch als erledigt, daß der Magistrat sich zu Beginn der Sitzung bereiterklärt hatte, in einer gemischten Deputation die Preisgestaltung auf den« Baustoffmarkt zu prüfen und zu beraten.— In längerer Rede begründet« dann der Kommunist Hesse einen Antrag seiner Fraktion wegen der Entlassung von Ttotsloadsarbellern. die der kommunistischen Parole gefolgt waren und am Stahlhelm- tage gestreikt hatten. Nach dem Antrag soll der Magistrat ersucht werden, das Landesarbeitsamt zu oeranlasien, die Ent- lassenen wieder einzustellen und ihnen für die Tage der Arbeits- behinderung durch die Behörden die Erwerbslosenunterstützung weiterzuzahlen. Bei der Abstimmung verursachten die Kommunisten einen Tumult, der den amtierenden Vorsteherstellvertreter Easpori veran- laßte, vorzeitig die Sitzung zu schließen. Nach der Feststellung Taspans wurde nämlich der Antrag abgelehnt, well die Rechte stärker im Hause vertreten war als die Linke. Da- durch, daß eine Debatte nicht stattfand, kam die Versammlung wider Erwarten schnell zur Abstimmung, so daß die Stadtverordneten durch das Klingelzeichen nicht zeitig genug in den Saal gerufen werden konnten. Die Kommunisten nahmen das Ergebnis der Ab- stimmung mit lautem Hallo auf und forderten fortgesetzt eine Wiederholung und Stimmenauszählung. Der Vorsteherstellvertreter erklärte, nach der Geschäftsordnung dazu nicht imstande zu sein, was die äußerste Linke veranlaßt«, den Tumult zu verstärken. Schließlich brachte Stadtv. Letz(Komm.) den Antrag erneut als dringlich ein: die Rechte erhob aber Widerspruch, so daß die aber- maliye Behandlung der Angelegenheit erst in einer der nächsten Sitzungen vor sich gehen kann. Die fortgesetzten Zurufe und der Lärm wurde daraus so stark, daß Caspari die Sitzung kurzerhand schloß.__ Eine Trauung im Untersuchungsgefängnis. Die Polizei als Ehehindernis. Ein« Eeheschließung mit vielen Hindernissen fand gestern ihre befriedigend« Erledigung mit einer Trauung im Untersuchungs- gefängnis. Ein Fräulein Eva D. war aus Rumänien nach Berlin gekommen und hatte einen jungen Mann namens Hans St. kennen- gelernt und ssch in ihn verliebt. Nachdem sie in Ihre Heimat zurück- gekehrt wqr und die Genehmigung der Eltern zur Heirat erhatten hatte, kehrte sie mit einer Einreiseerlaubnis de» deutschen Konsulats in Rumänien zu dem ausgesprochenen Zweck, hier zu heiraten, nach Berlin zurück. Es stellte sich aber heraus, daß zur Eheschließung für sie aus Rumänien eine Bescheinigung des Pfarr- a m t e s nötig war. Diese konnte sie aber nicht erholte«, weil sie in Rumänien aus der Kirche ausgetreten war. Zur Umgehung dieser Bestimmung war einDIspensdesKammer» g e r i ch t s notwendig, der ober vom Kammergericht nur gegeben wird, wenn eine polizeiliche Aufemhaltserlaubnis bewilligt wvrdm ist. Als die Polizei von der beabsichtigten Heirat hörte, v e r. weigerte sie die Aufenthaltsgenehmigung. Erst den Bemühungen des Dertreters des Fräulein D., eines Rechts- anwalts, gelang es, den Dispens durch Rücksprach« bei dem zu- ständigen Referenten am Kammergericht, in diesem Fall« ohne polizeiliche Genehmigung, zu erhalten. Am 16. Mai war der Dispens erteill worden und am 17. Mai waren beim Standesamt alle Papiere zur Eheschließung bereit. Run stellte sich ein n e u e s Hindernis ein. Inzwischen war der Die Drücke im Dschungel. Sitten- und Stimmungsbild aus dem Innern Mexikos. 6] Von B. Traven. Copyright 1927, by B. Traven, Tarnaullpas(Mexiko). Es kann ja auch ein Hund hineingesprungen oder hinein- geworfen worden sein? Der Pumpmeister schüttelt den Kopf und sagt: ,I)as machen die Gringos nicht. Wenn die Oel finden, dann holen sie es auch raus bis auf das letzte Faß, das sie kriegen können. So eine Bohrung kostet doch wenigstens zwanzigtausend Dollars. Die schmeißen doch ihr Geld nicht weg und bohren da nur zum Spaß, bohren nur bis elfhundert Fuß und machen dann dicht, weil sie bis dahin nichts haben. Auf sechzehnhundert oder achtzehnhundert kann ja das dickste Oel liegen." Ein Hund kann es auch nicht sein, der würde plätschern, um ans Ufer zu kommen. Aber da war kein Plätschern hinter- her. kein Rufen, kein Kreischen, nichts. Nur der eine kurze Platsch und vorbei. Ignacio ist wissend. Er kennt die Geheimnisse der Oel- Magnaten. ,.So können Sie nur reden," sagte er zum Pump- meister,„weil Sie durchaus nichts von Oel verstehen. Wenn die nicht bis auf dreitausend Fuß bohren, sondern schon vorher zemensteren. so beweist das gerade, daß sie auf Oel gestoßen sind oder aber, daß sie es fühlen. Dann� machen sie rasch dicht und sagen, es sei überhaupt kein Oel da." Manuel steht bei einem Mädchen, schwatzt auf sie ein und sie lacht, lacht in einemfort. Er ist doch gvrz anders als die anderen Burschen hier herum. Das macht eben, er arbeitet in Texas, er sieht die Welt und lernt, die schönen Mädchen von den weniger schönen zu unterscheiden. „Das müssen Sie mir nun nicht einreden. Ignacio," antwortet der Pumpmeister,„die Gringos mag alle der Teufel holen, da kehre ich mich nicht darum, aber stupid sind sie nicht, das können Sie mir nicht erzählen." „Das behaupte ich ja gar nicht." widerspricht Ignacio eifrig,„eben sie machen ja gerade die Bohrlöcher dicht, weil sie nicht stupid sind. Sie zementieren nur deshalb, weil sie noch nicht das ganze Land hier herum in Vorpacht haben. Das machen sie, um die Bohrungspachten niedrig zu halten. So- bald sie alles Land in Pacht halten, dann kommen sie raus mit dem Oel, dann brechen sie die ganzen Zementierungen wieder aus und dann sollen Sie mal sehen, wie das Oel hier flutet." Weder Sleigh noch ich mischen sich in das Gespräch der beiden. Wir kennen ja die zehnmal gesiebten und durch alle Räderwerke gelaufenen Spekulanten hier. Ignacio hatte recht und hatte auch wieder nicht recht. Man muß erst die Zusammenhänge kennen und dann die Leute, die dahinter- stehen, um das Richtige herauszufinden. Das Zementieren der Brunnen kann auch noch andere Gründe haben. Es kann auch zementiert werden, und zwar so geheimnisvoll zementiert und mit wichtigen Gesten, daß jeder überzeugt ist, sie sind auf Oel gestoßen. In Wahrheit haben sie kein Oel gemacht und nicht einmal Gas gerochen. Dann zementieren sie, um den Anschein zu erwecken, sie hätten Oel gemacht, um das Land, das sie sonst nicht loswerden können, mit einigen tausend Prozent Gewinn an die kleinen Sparer zu bringen, die auch gern einmal in Oel spekulieren möchten. Aber was ging uns denn das an. Der Pumpmeister machte große Augen und sah Ignacio an wie einen Weltweisen. Dann sagte er in einem Ton, aus dem deutlich die Bewunderung vor der Klugheit des Ignaeios herauszuhören war:„Ich glaube, Sie haben recht, Ignacio. Das sieht ihnen ganz ähnlich, diesen Americanos. Ich sage es ja. stupid sind die ganz gewiß nicht, wenn sie auch sonst niederträchtige Biester sind." Darauf antwortete Ignacio triumphierend:„Ja, man muß nur die Augen und Ohren aufmachen, dann kann man schon etwas lernen und sehen, aus welche Weise die ihr Geld machen. Mir können die alle nichts vormachen, ich bin ihnen weit über, diesen Burschen." Inzwischen hatte sich ein anderer Mann neben Garza gesetzt und ihm die Geige aus der Hand genommen. Die Mädchen sahen all« auf, weil er so tat, als ob er nun einmal zeigen wolle, wie man zum Tanze aufzuspielen habe. Ein paar Takte schien es auch, daß er wirklich hervorragend spielen könne, und die Mädchen zupften bereits an ihren Kleidern herum. Aber dann war es auch schon aus und er spielte schlechter als Garza. Zwei Mädchen wagen es endlich, zu tanzen. Nach zehn Schritten aber setzen sie sich wieder. Wenn wenigstens eine Gitarre da wäre, dann ließ« sich etwas wie Musik zusammen- stoppeln. Dennoch denkt niemand an Aufbruch. Man ist einmal hier und irgend etwas wird ja wohl geschehen. Wo so viele Leute beieinander sind, geschieht immer etwas. Vielleicht §reitag,2H.Mai?H27 i n Bräutigam Hans St., der einer linksradikalen Organ i- s a t i o n angehört, wegen Beteiligung an einer Gegendemon- ftration gegen den Stahlhelmtag und wegen unerlaubten Massen- besttzes verhastet und ins Untersuchungsgefängnis Moabit übergeführt worden Eile tat aber not, denn Fräulein D. hatte von der Polizei bereits die Ausforderung erhalten, bis zum 19. Mai, nachmittags 5 Uhr, aus Deutschland abzureisen. Es mußte daher eine Trauung im Gefängnis stattfinden. Dank dem Entgegen- kommen der Gefängnisverwaltung und des Ermittlungsrichters konnte am Donnerstag, um 2 Uhr nachmittags, die Trauums im Untersuchungsgefängnis stattfinden. Trauzeugen waren jener Rechts- anwalt und ein Sträfanstaltswachtmeister. Da die nunmehrig» Frau St. durch die Trauung Reichsdeutsche geworden. ist, entfallen auch die polizeilichen Ausweisungs- maßnahmen gegen sie. Schnelle Justiz gegen einen Schimpsdold. Als am Mittwoch abend Polizeivizeprösident Dr. Bernhard Weiß im Auto mtt mehreren Polizeiofsizieren beim Böhmischen Brauhaus in der Landsberger Allee eintraf, wo eine Wähler» Versammlung der verbotenen Nationalsozia- nstifchcn Arbeiterpartei stattfinden sollte, wurde er mit hönischen Zurufen, u. a.„I s i d o r", empfanden. Einer der Rufer wurde festgenoinmen. Es rrar das der 29jährige Arbeiter Min- kowski aus Lichterfelde, der sich bereits 454 Wochen wegen Beteiligung an den Ausschreitungen aus dem Lichterselder Bahnhof in Untersuchungshaft befunden hat. Der Festgenommene gab die Beschimpfung zu und wurde am Donnerstag vormittag bereits dem Schnellrichter Amtsgerichtsrat Kaiser unter der Anklage der öffentlichen Beleidigung im Polizeipräsi di- u m vorgeführt. Polizeivizeprösident Dr. Bernhard Weiß, der als Zeuge Herbeigenisen wurde, bekundete, daß er in der völ- tischen Bewegung häufig als„Isidor" bezeichnet werde. Staats- anwaltschaftsrat Dr. Fredersdorfs beantragte eine Wache Gesang- nis. Der Schnellrichter erkannte einerseits mit Rücksicht aus die Jugend des Angeklagten, andererseits aber mit Rücksicht darauf. daß es sich bei dem Polizeivizepräsidenten um den Hüter der öffent- lichen Ordnung handele, auf 3 Tage Gefängnis. Staats- anwalt und Angeklagter verzichteten auf die Berufung, und der Angeklagte mußte die Strafe sofort antretest, da der Richter seinen Antrag auf Bewährungsfrist abgelehnt hatte. Schwimmen als Pflichtfach. In der Entwicklung des Schulschwimmunterrichts ist ein bemerkenswerter Abschnitt erreicht worden. Das Provinzialschul- kollegium hat in einer Verfügung vom 25. April 1927 der Ein- führung des Schwimmunterrichts als Pflichtfach in den Spandauer Volksschulen zugestimmt. Dadurch ist die Durchführung dieses Zweiges der Leibesübungen dauernd gesichert. Bisher war die Teilnahme am Schwimmen von der Erlaubnis der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten abhängig. Dadurch wurde noch immer eine verhältnismäßig große Zahl von Kindern, denen das Schwimmen vielfach besonders nötig war, zurückgehalten. Jetzt müssen alle Kinder, die die dritte Klasse der Volksschulen besuchen, zum Schwimmunterricht geschickt werden, wenn der Schularzt die gesundheitliche Eignung aus, gesprochen hat. Nach Feststellung bei den jetzt laufenden Schwimm- abteilungen hat sich ergeben, daß in einem Falle über 49 Proz. der Kinder noch nicht im Hallenbade gewesen waren und 19 Proz. überhaupt noch nie in der Havel oder im Hallenbad gebadet hatten. Für diejenigen Kinder der zweiten und ersten Klassen, die noch nicht das Freischwimmerzeugnis erworben haben, hofft die Schul- Verwaltung, während der großen Ferien einen besonderen Schwimmlehrgang durchführen zu können. Es ist nun also zu hoffen, daß kern gesundes Spandauer Kind die Schule als Nicht- schwimmer verläßt. Neue Bauten am Alexanderplatz. Der Fußgängerweg, der über den zwischen der Neuen Friedrichstraße und Klosterstraße gelegenen Hof führt, soll, wie be- reits berichtet, zu einer Verkehrs st raße erster Ordnung umgeschassen werden. Die Firma W e r t h e i m, der die Häuser Klosterstraße 73— 76, darunter auch das berühmte uralte sogenannte hohe Haus, gehören, hat sich unter gewissen Bedingungen bereit erklärt, auf ihre Rechte zur Alleinbenutzung des Hofes zu verzichten und auch eine Ueberbauung des Hofes nicht vorzunehmen, wenn sie dafür von der Stadt die Genehmigung zur Ausführung zweier interessanter Beuten in der Reuen Friedrich st raße erhält. kommt doch noch der große Musikmeister, auf den sie alle in einem unbestimmten Gefühl warten. Ignacio hat sich von uns entfernt. Er sudjt sicher eine andere Gruppe auf, die er mit seiner großen Entdeckung auf die Knie zwingen kann. Eine junge, hübsche Frau kommt auf uns zu. Sie hat ein meergrünes Gazekleid an, durch das man die weißen Unterröcke schimmern sieht. In dem schwarzen, sorgfältig durchgekämmten Haar hat sie zwei dicke, rote Brumen, einen kleineren Blumenstrauß an der Brust und einen mit dicken, roten Blumen am Gürtel. „Haben Sie Carlo nicht gesehen?" Sie fragt es ganz leicht hin.„Er hat noch nicht Abendbrot gegessen. Er ist ja ganz aus dem Häuschen vor Aufregung, weil Manuel ge- kommen ist. Das geht in einemfort„Buenos nochesl" und „Adios!" und„Bonito!" und immer gleich wieder auf und davon., »Hier war er nicht ich habe ihn nicht gesehen," sagt der Pumpmeister. „Kann sein, daß er hier war," sagt Sleigh,„aber ich habe nicht auf ihn geachtet." Ein anderer kommt' auf'uns zu und wir reden von dem neuen Dampfkessel, der dem Pumpmeister schon seit zwei Jahren versprochen ist, aber immer noch nicht angelangt ist. Die junge, hübsche Frau sieht Manuel und geht zu ihm rüber. Ich sehe, wie er den Kopf schüttelt und dann wieder auf sein lachendes Mädchen einredet. Die Frau, es ist die Gattin Garzas und die Mutter Carlos, geht nun zu ihrem Manne. Er dreht sich gerade eine Zigarette, hört gleichgültig zu und schüttelt dann mit dem Kopfe. Eine Weile steht die Frau unschlüssig und nachdenklich da. Dann steht sie sich zwischen den Leuten und den Kindern um. Alle die Personen sitzen, stehen und laufen in dem trüben Licht herum wie bunte gespenstische Schatten. Die Gesichter, die alle tiefbraun, viele beinahe schwarz sind, sind weniger zu erkennen, als die grellfarbigen Kleider der Mädchen und die hellen Hemden und Hosen der Männer. Zuweilen sieht es aus, als ob Kleidungsstücke herumlaufen, über denen ein großer Hut hängt und mitläuft, denn die Gesichter und Hände verlaufen in der Nacht. Einige Male sehe ich noch die Frau zwischen den Gruppen hin- und herstreifen, dann aber achte ich nicht mehr auf sie. (Fortsetzung folgt.) Brftmrrtflefj gehört der Firma auch da» früh«?« Staat»« a r ch i o m der Neuen Friedrichstrah«, das seinem eigentlichen Warenhausbau in der Königstraße gn der Bahnüberführung gegen- überliegt. Dieses Haus ist zu einem Wohnungseinrich- tungshaus umgebaut worden und soll mit dem bestehenden Warenhausbau durch einen Schwibbogen, der über die Neue Friedrichstraße hinwegführen würde, und gleichzeitig durch einen Fußgängertunnel unter der Neuen Friedrichstraße verbunden werden. Die Verträge über dieses Projekt liegen zurzeit dem Ber- linsr Magistrat vor. Das Bezirksamt Berlin-Mitte ist hierfür zu- ständig und steht dem Plan freundlich gegenüber. � Nationalistische Provokationen. Verhaftung von 30 Nationalsozialiste«. Auf Veranlassung des Kreisvereins Tiergarten des Reichsbanners sprach gestern abend in der Schulaula am Echleswiger Ufer der seinerzeit schwer mißhandelte Pfarrer Steck« über seine Erlebnisse bei den Nationalsoziali st en. In der Versammlung kam es zu großen Tumultszenen, da die im Stoßtrupp erschienenen Nationalsozialisten die Reich»- bannerleute provozierten. Schon bei dem ersten Referat des Polizeiobersckretär Kothe kam e» zu Zwischenfällen. Die im Saal erschienenen Nationalsozialisten machten aufreizend«Zwischen- rufe, beleidigten die Republik und pöbelten Reichs- bannerkameraden auch persönlich an. Ein besonders aufsässiger Nationalsozialist mußte aus dem Saal gewiesen werden; er schlug, als er den Saal verließ, mit einem dicken 5knüppel um sich. Als der zweite Redner, Pfarrer Stecke, der noch immer den Kopf verbunden tragen muß, feine Ausführungen mit einem Rückblick auf die großen Politiker der Antike begann, wurde ihm der Zwischenruf 51" zugerufen. In demselben Augenblick entstanden an den oer- jchiedcnsten Stellen der Versammlung Schlägereien. Nur mit Mühe g«lalig es der Leitung der Versammlung, den Kameraden den Zweck dieser Provokationen klarzumachen. Die Nationalisten wollten unter allen Umständen Schlägereien hervorrufen. Bezeichnenderweise beteiligten sich auch die Frauen der erschienenen Nationalsozialisten an den Provokalionen. So wurden Zurufe wie �Iudensau" und .Du hast noch lange nicht genug bekommen" laut. Pfarrer Stecke blieb in seinen Ausführungen rein sachlich und kann sich infolgedesien das Verdienst zuschreiben, daß die ganz« Versammlung nicht w«in« zvilde Schlägerei ausgeartet ist. Ein Nationalsozialist Hürna sprach in der Diskussion und reizte zu neuen Provokationen, als er nur die deutschen und nicht die fremdrassigcn Erschienenen begrüßte. Als die National- sozialistcn sahen, daß das Reichsbanner ihren Zweck erkannt hatte und es zu einer Schlägerei nicht kommen ließ, zagen sie ab. An den Ausgangstüren des Saales kam es zu weiteren Zwischenfällen, wobei etwa 3t> Nationalsoziali st en von der Polizei verhaftet wurden; sie wurden der Abt. I des Polizeipräsidiums zugeführt. Erfolgreiche Arbeit! Aufklärung von Einbrüchen. Von den vier großen Einbrüchen, die in den Nächten zum Sonntag und Montag verübt wurden, sind zwei bereit» aufgeklärt. In der Linienstraße hatte eine Bande, die vom Keller au» durch die Deck« in eine Bäckerei und dann durch die Wand in ein Kon- fektionsgeschäft eindrang, für 10000 Mark«infarbige Seide in Ballen gestohlen. Am Totort wurde der obere Tett einer Taschenlampe gefunden der abgebrochen war. Kriminalkommissar Braschwitz und seine Beamten ermittelten Nim bei ihren Nachforschungen einen 28 Jahre alten Fritz Schief, der wegen anderer Diebstähle schon länger gesucht wurde, in einer Wohnung in der.Zehdenicker Straße, in der "er sich verborgen hielt, hier fanden sie den unteren Teil der Taschenlampe, außerdem aber auch modernes Ein- "bruchs werkzeug. Auch von der Beute in der Linienftraße wurde ein kleiner Teil entdeckt. Schief mußte unter diesen Umständen seine Teilnahme an dem Einbruch gestehen. Er will ihn mit noch drei Mann ausgeführt haben, behauptet aber, daß er diese nicht kenn«. Von dem Verbleib de» Hauptteils der Beute will er eben- falls nichts wissen. In der Oranienftraße durchbrach eine Kolonne von einer unbenutzten Waschküche aus eine dicke Mauer und arbeitete sich in den Räumen einer Pelzkonfektion über die Alarm- Vorrichtung hinweg durch eine Tür und einen Schrank bis zum Lager vor und stahl für 8000 Mark Felle und fertige Ware. Gestern fiel den Beamten der Dienststelle L. S auf dem Alexanderplatz nach- mittags ein junger Mann auf, der in ein Wachstuch eingehüllte Pelze trug. Sie folgten ihm, stellten ihn in einem Lokal in der Frankfurter Straße, untersuchten sein Paket und fanden es gefüllt mit Pelz- waren aus dem Einbruch in der Oranienftraße 170. Der jung« Mann versuchte, unter der Sitzfläch« eine» Stuhle» rasch etwa» zu ver- stecken. Es war ein Schlüssel. Was es mit diesem für eine Bewandtnis hatte, ergab sich erst später. Der Ertappte wurde nach dem PolizeipräsSmnn gebracht und als ein 28 Jahre aller Schlosser Georg Schulz aus Lichtenberg festgestellt, der trotz seiner Jugend wegen Einbruchs schon wiederholt bestraft ist. Mit dem Schlüssel begaben sich nun die Beamten nach der Oranienftraße und probierten die Schlösser des ganzen Grundstückes durch. Endlich fanden sie im Keller eine Tür, zu der er paßte. Diese Tür führte in einen fest Iahren nicht mehr benutzten abgeschlagenen Raum, und hier lag der Rest der Deute. Schulz und seine beiden Kom- plizen, die er natürlich auch nicht kennen will, hatten seit Wochen die Oertlichkeit genau ausgekundschaftet und den größten Teil der Felle und Pelze in dem Kellerraum versteckt, um sie nach und nach abzuholen.___ Unfall des Stadtrats Wntzky. Der Berliner Stadtrat Genosse W u tz k y, der kaum erst von schwerer Erkrankung genesen war, ist von einem sehr bedauerlichen Unfall betroffen worden. Im Etadthau» an der Slosterstraß« ist er a u f der Steintreppe zu Fall gekommen und mehrere Stufen hinabgestürzt, so daß er besinnuna»lo» liegen blieb. Beamte trugen ihn in sein Zimmer und sorgten für arzt- liche Hilfe. Die erste Untersuchung ergab, daß er innere Ber- l e tz u n g e n und eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Im Magistratsauto wurde der Verunglückte in seine Wohnung ge- bracht, lieber sein Befinden haben wir bis zum Schluß des Blattes nichts erfahren können. Wir hoffen, daß dieser Unfall keine ernsteren Folgen für unseren Genossen Wutzky hat. Flugzeugunglück iu Niederschöueweide. Am Adlergestell in Niederschöneweide mußte gestern nach. mittag der Pilot eine» Henckel-Eindecker» infolg« Maschinendefetts notlanden. Der Apparat wurde völlig zertrümmert: wie durch ein Wunder kam der Pilot mit geringfügigen Verletzungen davon. Das abgestürzte Henckel-Flugzeug— ein ganz neuer Apparat für den Zeitungstransport— wurde vor einigen Tagen von Warnemünde nach Johannistal gebracht, wo es in der Versuchsanstalt für Luftfahrt abgenommen werden sollte. Für gestern nachmittag war die endgültige Abnahme festgesetzt worden. Um sich mit dem Apparat noch vorher vertraut zu machen, stieg dar Berliner Pilot zu einem Probeflug auf. In etwa 300 Meter Höhe setzte der Motor plötzlich aus. so daß dem Flugzeugführer nur eine sofortige Notlandung übrig blieb. Unweit des Adlergcftells setzte die Maschine auf den Erdboden auf. Soweit wäre alles glatt abgelaufen, wenn das Flugzeug nicht in einem Riesentempo gegen die stark« Mauer der Eisenbahnbetriebs- Werkstätten gefahren wäre und diese zum Einstürzen brachte, wobei der Apparat völlig zertrümmert wurde. Groß war die Verwunderung der Hinzueilenden, als der Pilot aus dem Gewirr der Drähte zoohlbehalten herauskletterte. Der Moröfall Jrieöa /lhrenöt. Neue Spuren und neue Rätsel.— Das Mordbett gefunden. Der geheimnisvolle Mord an Frieda Ahrendt, der noch bis vor einem Monat durch die schauerlichen Begleitumstände bei der Aufsindung der einzelnen Leichenteil« die Gemüter erregte, beginnt jetzt durch einen neuen Fund wieder von � sich reden zu machen. Am Donnerstag, dem 28. April d. I., gegen 8 Uhr abends, wurde in Schöneberg im Flur des Hauses Bahnstrahe 32 am Kellereingang ein Sack gefunden, der blutige» Bettzeug enthielt. Die genaue Untersuchung dieses Fundes und die daran sich anschließenden Ermittlungen hatten jetzt ein Ergebnis, das für die Aufklärung des geheimnisvollen Mädchenmordes sehr wichtig ist. Unter dem Inhalt des Sackes befanden sich auch mehrer« unregel- mäßig geformt« Fetzen, die zunächst wie durchfeuchtetes Perga- mentpapier aussahen. Die medizinische Untersuchung ergab, daß es sich um Menschcnhaut handelte. Augenscheinlich waren in dem Bettzeug Leichenteile verpackt gewesen, von denen sich die haut in- folge hochgradiger Berwesung gelöst hatte. Der Fund steht ohne Zweifel mit dem Mord an der Frieda Ahrendt in Verbindung. Darauf läßt auch schon der Fundort schließen, denn er liegt in der Gegend, in der sich die Ermordete aufgehalten hat und in der auch drei Pakete mit Leichenteilen früher aufgefunden worden sind. Der Oberkörper ohne Kopf und Arme wurde, wie früher aus- führlich berichtet, am 28. März bei Schildhorn aus der Havel gelandet. Zwei Tage später fand man dann hinter einem Sandkasten gegenüber dem Hause Schöneberger Ufer 13 ein Pat«t mit den Armen, wieder drei Tage später vor dem Hause Winter- feldtstraße 30» die oberen Teile der Unterschenkel. Erst am 11. April wurde der rechte Teil des Beckens gegenüber dem Restaurant„Spreezelt" aus der Spree gelandet. Ein Zu- sammenhang ergibt sich auch aus der weiteren Feststellung, daß am Torso Haare von einem Bubenkopf und an dem Bettzeug auch wieder Haare gefunden wurden, die nach der Untersuchung, die Prof. Dr. Brüning vornahm, von der gleichen Struktur sind. Die Tötung de» Mädchens und die Zerstückelung der Leiche sind ohne Zweifel in einem geschlossenen Raum« vorgenommen worden. Die Ermittlungen nach dem Täter sind aber dadurch außerordentlich erschwert, daß die Ahrendt ihren Aufenthalt und ihre Bekanntschaften ständig gewechselt hat. Frieda Ahrendt. die am 13. Dezember 1S01 zu Baek bei Ratzeburg geboren wurde, war bis Mitte Januar 1927 bei einer Familie in der Schlüterstroße 28 als Tagesmädchen beschäftigt, während sie in der Melanchthonstraße 22 ein möbliertes Zimmer bewohnte. Nach Entdeckung von Unredlichkeit«» blieb sie plötzlich aus der Stellung und der Wohnung weg und hielt sich wegen des gegen sie eingeleiteten Versahrens verborgen. Am 1. März mietete sie in der Spenerstraße 5 wieder ein neue? möbliertes Zimmer, verschwand ab«r schon nach vier Tagen, als sie polizeilich angemeldet werden sollte. Noch an demselben Tage mietete sie in der Spenerstraße 11. Auch dieses Zimmer verließ sie am 11. März wieder, wahrscheinlich abermals, um der An- Meldung zu entgehen. Für die Zeit von fast zwei Wochen fehlt dann auch jetzt noch jede Spur von ihrem Aufenthalt. Erst am Donnerstag, dem 24. März, wurde sie gegen 11 Uhr abends wieder gesehen, und zwar am �Bülowbogen an der Ecke der Potsdamer- und Bülowstraße. Seitdem war sie wieder ver- s ch w u n d e n. 3n den nächstfolgenden Tagen wurde sie an einer noch unbekannten Stelle da» Opfer eine» Verbrechens, zweifellos, wie schon gesagt, in einem geschlossenen Raum. Aus diesem müssen die Leichenteile nach und nach weggeschaflt worden sein. aus ihm muß auch der Sack mit dem blutigen Bettbezug stammen. Auf dem Sack fand man nun bei genauer Untersuchung einen mit bloßem Auge nicht mehr erkennbaren Aufdruck. Dieser wurde mit Hilfe einer Quarzlampe als„Vielbaum, H..... net" entzisfert. Ein Beamter der Mordkommission wurde nach V i e l b o u m. einem kleinen Dorf bei Seehausen in der Altmark, gesandt und stellte fest, daß es sich um einen Getreidesack handelt, der von dem dortigen Gute stammt. Auf dem Gut sind etwa zwanzig Säcke dieser Art im Gebrauch gewesen. Sie trugen fast alle den Ausdruck„Viel bäum, H. Werner", den Namen des damaligen Gutsbesitzers. Der Verbleib dieser zwanzig Säcke konnte bisher nicht geklärt werden. Der Sack trägt in der Mitto (Längsrichtung) einen etwa fünf Zentimeter roten Streifen. Er ist an verschiedenen Stellen teils geflickt, teils mit grauer Wolle gestopft. Sein blutiger Inhalt bestand aus einem weißen und einem weißen und einem farbig gestreiften Kopskissenbezug, einem rotgestreiften Kopfkisseninlett, einem rotgestreiften Unter- b e t t und einem besonders charakteristischen hellgrau und lila gc- streiften B a r ch e n t l a k e n, das in der Mitte(Längsrichtung) zu- fammengenäht sst. Die Streifen sind etwa 10 Zentimeter breit. Das in großer Menge vorhandene Blut war besonders in das Kopfkisseninlett und das Unterbett eingedrungen. Unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 1000 Mark werden sachdienliche Angaben, namentlich auch über die Herkunft dieser am 28. April gefundenen Sachen an die Kriminalkommissare Dr. Wächter und Pippe, Polizeipräsidium Bettin, Zimmer 196, erbeten. Kommunale Konferenz heule, Freitag, den 20. ZNai, abends 7 Uhr, im Berliner Rathaus, Sladlverordnelensihungssaal Tagesordnung:»Die Vereinheitlichung de» gesamten Fürsorgewesen» in Berlin." Referentin: Frau S.lvronity. Leitettn de» Archiv» für Wohlfahrtspflege.— An»sprache. Zar Teilnahme werden gebeten die sozioldemokraillchealNoglstrot»- aad vezittsamtsmligNeder, Stadl- and vezirtsoerordaeiea sowie all» übrigen in der wohisohrtspflege and Fürsorge(ehren- amtlich aad besolde»»SNgea Genossinnen und«enossea. Parteimitgliedsbuch dient als Ausweis. Die Arbeiterwohlfahrt, Bezirksansschuß Berlin. Da» kommunale Sekretariat de» Bezirksverbonde» Berlin der SPD. Die Denkmalsfchandnng vor der Christnskirche. Der Denkstein in der Kömggrätzer Straße wird fortgesetzt von Freolerhänden beschmutzt. Prof. Dr. Brüning, der Sachver- ständige de» Polizeipräsidiums, hat den Stoff untersucht, der zu der letzten Deschmutzung benutzt nwrben ist. Er stellte fest, daß e» eine dunkle olioenfarbene Möbelappretur ist. Für die Ermitte- lungen komme» auch die Flaschen in Betracht, in denen der Schänder den Stoff bei sich Mtte. Er hat jedesmal die Flasche mit dem Inhalt gegen das Denkmal geschleudert. Aus den Scherben hat nun Prosessor Brüning die Flaschen, soroett es möglich war, rekon- struiert. Die Herkunft zweier Flaschen mar nicht festzustellen. Nach der letzten Beschmutzung ist auch eine Zigarettentüt« mit Spritzern gefunden worden. Dielleicht hat der Frevler seine Flasche in diese eingewickelt gehabt und mit ihr gegen das Denkmal geworfen. Weitere Mitteilungen nimmt unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 500 Mark Kttminalober- inspektor»linghammer beim Poltzeiarnt Ztreuzbevg entgegen. Eröffnung der Sonzertfaisoa im Zoo. Bor wenigen Tagen wurde im Zoologischen Garten die sommerliche Konzettsaison er- öffnet. Am vergangenen Sonnabend, nachmittags, spielte das Mustkkorps der Kommandantur Berlin, an den anderen Wochen. tagen und Sonntags werden abwechfelnld die Musikkorp» des 2. und 3. Bataillons 9. Preußischen Infanterieregiments im Musikpavillon konzertieren. Außerdem wird während des Sommer» an drei Abenden, und zwar Dienstags. Donnerstags und Sonnabend«, das Berliner Sinfonie-Orchester Sonberkonzett« ver- anstalten. Das erste Konzett des ausgezeichneten Orchesters fand vor geladenen Gästen im Kaisersaal des Zoo statt und bewies treffend die künstlerischen Qualitäten dieses Tonkörpers. Die Direktion des Zoologischen Gattens kommt mit diesen künstlettschen Konzetten den Wünschen vieler Zoobesucher entgegen und hat durch ihr Abkommen die Möglichkeit geschaffen, daß die Dettiner das Sinfonieorchester auch während des Sommers hier hören können. Unglücksfall oder verbreche»? Ein Leichenfund beschäftigt zurzeit die Kriminalpolizei. Zwischen den Stationen Ahrensfelde und Ahrensfelde�riedhof wurde gestern früh neben den Gleisen liegend die Leiche eines etwa 26 bis 30 Jahre alten Mannes aufge- sunden, dem die ganze Gesichtsseite abgerissen war. In einiger Entfernung wurde die Mütze und etwa 26 Meter nach der entgegen- gesetzten Seite zu die Schuhe aufgefunden. Der Befund läßt darauf schließen, daß der Tote, bei dem keinerlei Papiere vorgefunden wurden, aus dem Zug gestürzt oder vielleicht sogar einem Der- brechen zum Opfer gefallen ist. Die Wäsche trägt die Bezeichnung „Eigentum der Stadt Berlin". Man nimmt deshalb an, daß es sich um einen Krankenhausangestellten handelt. Wahnsinnstat eines FarmerS. In B a t h in Michigan(Vereinigte Staaten) wurden von einem Farmer aus Rache darüber, daß eine Hypothek auf sein Land als verfallen erttätt worden war, bei einem Brückenbau in der Nähe des Ortes 600 Pfund Dynamit entwendet und in dem Keller des Schulgebäudes zur Explosion gebracht. 38 Personen wurden dabei getötet, über 40 verlegt. Von den Getöteten sind 3 3 Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Iahren und 6 Erwachsene, darunter der Direktor der Schule. Aber auch der Urheber der grausigen Tat fand dabei den Tod. 20 Leichen konnten bisher aus den Trümmern geborgen werden. Bootskataftrophe in Ruhland. Moskau, 19. Mal.(WTB.) Während der Ueberfahrt über den Dnjepr bei Kiew wurde ein Boot, in dem 26 Bauern zur Stadt fahren wollten, durch einen heftigen Windstoß zum Kentern ge- bracht. 19 Personen sind ertrunken, die übrigen sechs konnten gerettet werden. Kassel in Trauer. Die Feftlichkeiten der Maiwoche abgebrochen. Kassel. 19. Mai.(Eigener vrahtbericht.) Das enssehliche Straßenbahnunglück hat in Kassel und weit darüber hin- aus tiefst« Bestürzung hervorgerufen. Die Festlichkeiten der Kasseler Maiwoche sind zum größten Teil abgebrochen. Mehrere größere Sonzette wurden abgesagt, die Theater haben ihre Spielpläne geändert. Trauerstimmung herrscht in der sonst so heiteren Stadt. Die Za h l der Toten hat sich bisher glücklicherweise nicht erhöhl, von den verletzten, von denen mehrere sehr schwer da- niederliegen, glauben die Aerzle annehmen zu können, daß sie mit dem Leben davonkommen werden. Die Schuldfrage ist noch nicht abschließend gettärl. Der Führer G e r l a ch und der Schaffner Hennerich, die beide am Mittwoch abend eine Stunde nach dem Unglück verhastet wurden, sind heute vormittag au» der Haft entlassen worden, weil keine Fluchkgesahr vorliegt. Die Anklage wegen fahrlässiger Tötung wird aller- ding» erfolgen. Die Frage, ob der elfjährige Schüler die Bremse gelockert hat. ist noch nicht völlig geklärt, scheint aber zuzu- treffen. Beileib des preußischen Innenministers. Wi« der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preu. ßische Minister des Innern G r z e s i n s k i dem Oberbürger- meister der Stadt Kassel aus Anlaß des Straßenbahn- Unglücks sein aufrichtiges Beileid ausgesprochen und ferner den Regierungspräsidenten beauftragt, den H i n t e r b l i e- denen und Familienangehörigen der Opfer der Kata- strophe sein ttefempfundenes Mitgefühl auszudrücken. Sport. Rennen zu Hoppegarken am Donnerstag, dem 19. Mal. t. Rennen. 1. Tullu» Hostilms(Janek), 2. Vaba(Barga), 3. Kiteriti II (Ludwig). Toto: lS: 10. 2. Rennen. 1. Prospers(Moritz), 2. Habicht(Jan et), 3. Felsenfest (Hugueninl. Toto: 203: 10. Platz: 46, 26, 22: 10. Ferner Uesen: Süd- Cap, Pistole, Echneeberg, Tentone, Rosentclch, Konradw, Fechter, Farren, Hurone, Jojo. 3. R c n n e n. 1. Burgbrohl(C. Schmidt), 2. Madame Pompadour (Varga), 3. Graue Theorie(M. Schmidt). Toto: 182:10. Platz: 20, 20: 10. Ferner lief: Orgel. ».Rennen. 1. Olympier(O. Schmidt), 2. Kronot(Varga), 3. Pa trlzier(Ludwig). Toto: 19:10. Platz: 13, 13:10. Ferner Ilejcn Curaeao, Panna, Heros de Legende. 6. R« n n e n. 1. Waldprinzcjsin(Varga), 2. Ritornell(M. Schmidt) 3. Heuschrecke(Huguenin). Toto: 20: 10. Platz: 12, 17. 19: 10. Ferner I'esen Scoatana, Gisläuser, Der«ohinoor, Sandoval, Blumenmädchen, Mets«. 6. Rennen. I. Misston(BedrenS), 2. Rarrenzett(Viset). 3. Arndt (Unger). Toto: 107: 10. Platz: 24. 17. 16: 10. Ferner llesen: Alsterlust. Gaffel, Die Treue, Ocker. Jliade, Dürer. 7. R e n n e n. 1. Senow(O. Schmidt), 2. Otavi(Barga), 3. Ostris (R. Torte). Toto: 133:10. Platz: 28, 19, 17:10. Ferner liefen: Frasquita, Nutria, Morgenstern, Kemal, Borussia, Bubl, Schelmerei, Skalhoid. Hunderennen im Grunewald. Der Berliner Hunderennclub, der sich für sein« Eonntagsveranstallung die Pferderennbahn Grunewald sicherte, hatte ein Hundewetter und dennoch einen sehr guten Besuch. Recht interessant verliefen die Hürdenrennen, in denen die Tiere über das ganze Geläuf gespannte Leinwand als Hindernisse zu nehmen hatten. Biel belacht wurde, daß einige Teilnehmer sich ausgerechnet ein paar Galoppsprünge vor dem Ziel beißen mußten und so ihren sicheren Sieg verschenkten. Die Ergebnisse waren: Preis von Ei chlamv. 1. Asbach v. d Elisabethhöhe. 600 Meter in 49.9 Sek. Preis von WiesenhUtlen 1. Tell v. d. Ponte SUV Meier in 76� Sek. Preis v o n S i m m e n a u. I. Ali v. Simmena».(der insgesamt schon M Rennen gewonnen hat). 800 Meter iu 84,8 Set. Preis von Toutobura. I Partus v. Teuloburg. 860 Meter in 77,2 Sek. Preis von Heidebrink, l. Serval Almaska 260 Meier in 18 Sek. Preis v on Pich elsberg I. Benno Schröder 400 Meter in 39.9 Sei. Ihnathaier Hürdenrennen. Preis der Silbcrkog ge. l. Teil v. d Ponte. 840 Meter in 76 Sek. Preis von Spandau, l. Lux v. Bärenfprung. 630 Meier. Preis von Narewka. 1. Pvonne Almasla. 200 Meter in 17 Sekunden. Nach- nennung. 1. Taffa v. EchüAenhans. (Mtuw&u Die Arbeiten öes neuen Herlin. Aus dem Bezirk Reinickendorf. Der Bezirk Reinickendorf ist durch die Eingemeindung mit 8,S74 Hektar der drittgrößte Bezirk Berlins: Heiligensee, Tegel, Reinickendorf, Rosenthal, Lübars, Hermsdorf, Wittenau, Jungfern» Heide und Frohnau wurden zu einem Bezirk zusammengefaßt, wo» durch der Bezirk räumlich zwar sehr weit ausgedehnt, aber trotzdem im Vergleich zu früher leistungsfähiger wurde. Siele kommunal» politisch notwendige Einrichtungen konnten erst durch diesen Zusam- menschluß geschaffen werden. Die Entwicklung des Bezirks beweist die Steigerung der Einwohnerzifser von 92 000 auf 116000. Allein durch diese Steigerung wurde die Schaffung einer Reihe wichtiger Einrichtungen notwendig, die der Bezirk in den letzten Iahren zum Teil schon errichten konnte und noch errichtet. Seine Eigenart er- hält der Bezirk dadurch, daß seine Bevölkerung überwiegend aus gewerblichen Arbeitern besteht und daß er vielfach noch ländlichen Tharatter aufweist. Große Fabriken der Metall- und Elektrizitäts- industrie sind hier zu finden. Eine besondere Industriebahn dient den besonderen Interessen dieser Industrie. Die Borsigwerke haben am Tegeler See ihren Sitz: durch die Aufschüttung eines großen Dammes werden sie sich ein Hafenbecken, der Gemeinde aber einen schönen Promenadenweg schaffen, der den Weg von der schönen Tegeler Strandpromenade nach den Berliner Wasierwerkcn wesent- lich verkürzen wird. Außer seinen Wasserwerken und Gaswerken hat Berlin leider auch ein großes Gefängnis nach Tegel verlegt. Der Tegeler See mit seinen Verbindungen nach der Havel und den Hovel- seen, nicht zuletzt aber der Tegeler Wald und die Gartenstadt Frohnau bilden alljährlich für viele Tausende von Ausslüglern gern aufgesuchte Erholung?- und Anziehungspunkte. Das Slraheo- und lvegeaetz. Durch die Schaffung des neuen Berlin und die Zusammen- legung der kleineren Gemeinden konnte der Ausbau des Straßen- und Wegenetzes vorgenommen werden. Die Müller-, S cha r n- weder- und Residenz st raße wurden als wichtige Berbin- dungsstraßen für die einzelnen Teile des Bezirks ausgebaut, ver- brcitert und mit verbesserten Gleisanlagen versehen. Viele Straßen wurden außerdem neu erbaut. Das Straßcnbahnnctz nach Tegel, Reinickendorf und von Reinickendorf-Oft nach Tegel sowie von dort nach Tegelort und Heiligensee konnte ausgebaut und, soweit es not- wendig war. erweitert werden. Von Tegel über Hermsdorf nach Glienicke verkehrt eine Autobuslinie. Die Nordbahn sowie die ..Heidekrautbahn" und die Kremmener Bahn führen durch den Bezirk. Beide Bahnlinie» sollen elektrifiziert werden. Ein Plan, der schon vor dem Kriege bestand, der Anschluß des Bezirks an das Schnell- llahnnetz, harrt noch seiner Lösung. Die Verbindung, die vom be- stehenden Schnellbahnnetz bis nach Rosenthal gebaut werden soll, würde an> Schäfersee entlanggeführt werden. Damit würden die dortigen Häuserblocks ein« gute Verkehrsverbindung haben und auch die Erholungsanlagen am Schäfersee für die Bevölkerung besser»r- reichbar sein. Schulbaulen. Die Schulverhältnisie lagen im Bezirk sehr im argen. Roch heute gibt es im Bezirk eine ganze Reihe fliegender Klassen. Die zentrale Schulverwaltung hat für eine Anzahl Schulbauten die Mittel bewilligt, um wenigstens den größten Uebeln abzuhelfen. So ent- stehen je ein Gebäude für ein Lyzeum in Reinickendorf sowie für ein Gymnasium und eine Volksschule in hermsdors, die im Oktober ihrer Bestimmung übergeben werden können. Ferner sind die Mittel bewilligt, gleichfalls für je eine Volksschule in Frohnau und Wittenau. Dringend notwendig ist auch die Errichtung je einer Schule In Lübars und Reinickendorf- weft. Von 26 Schulen, die der Bezirk mit 12 600 Schulkindern hat, sind drei weltliche Schulen. Sehr notwendig für die Verwaltungsarbeit ist ein zentrales vezirksamtsgebäude. Was wir über Weihensee mitteilten, trifft auch für Reinickendorf zu. Die Verwaltungsarbeit ist dadurch, daß die Dienststellen in mehreren Ge- bänden in verschiedenen Tellen des Bezirks untergebracht sind, schwer- fällig. Berlin hat bisher aber die Mittel für«in zentrales Ver- waltungsgebäude verweigert. Lade, und Sportanlageu. Der Bezirk ist arm an Badegelegenheiten. Mit recht primitiven Einrichtungen mußte sich die Bevölkerung bisher zufrieden- geben. So ist in Rosenthal eine kleine Badeanstalt mit sieben Wannen- und 6 Brausebädern und in einer Schule in Tegel Bade- gelegenheit mit 2 Wannen» und 8 Brausebädern. Weitere Warmbäder besitzt der Bezirk nicht. Wie dringend notwendig die Ausführung eines Planes des Bezirksamts, das projektiert« Humboldtbad zu errichten, ist, beweist die Ziffer der trotz der primstioen Einrichtungen abge- gebenen Bäder. Im vorigen Jahre wurden die Badeeinrichtungen 22 7SO mal benutzt. Das Humboldtbad möchte der Bezirk in der Nähe des Schäfersees mit einem großen Strandbad errichten. Die ganze Anlage soll, wie seinerzeit im.Vorwärts' berichtet wurde, mit Warmwasser gespeist werden, das ein« in der Nähe gelegene Eisfabrik abgeben kann. Heute fließt dieses Walser unausgenutzt in «inen Graben ob. Am Tegeler See soll eine Freibadeanstalt ent- stehen. Früher gab es dort schon einmal ein Freibad, das aber pe- schloffen wurde, als der gesamte Tegeler See zum Baden freigegeben wurde. Außerdem wurde eine der Gemeinde gehörende geschlossene Badeanstalt der Bevölkerung zur Benutzung übergeben. Ein großes Projekt, das den Bezirk schon Jahre beschäftigt und über das eben- falls schon in der Stadtbeilage berichtet wurde, ist die Schaffung eines GrÜnstreifeu», der sich vom Schäsersee bi» Tegel hinziehen soll. Dieser Grüngürtel soll Erholungsparks uud Spielplätze enthalten. Die ersten Arbeiten zur Schaffung des Grüngürtels haben begonnen. Sie find in Reinickendorf schon erfreulich weit gediehen. Wohlfahrt»- uud Gesundheitspflege. Der Bezirk hat neben einem Krankenhaus mit 324 Betten yoch 8 Fürsorge st«llen(auch für Tuberkulose- kranke) und einkatholischesKranken haus. Die Bettenzahl ist noch nicht ausreichend. Der Bezirk will zur Abhilfe des dringlich- sten Notstandes zwei Baracken an das Krankenhaus angliedern. Die Tätigkeit in der Wohlfahrtspflege ist sehr rege. Neben S K i n d« r- horten besitzt der Bezirk 14 Jugendheime und 8 Spiel. und Sportplätze und ein« Walderholungsstätte. vi« Arbeitslosenziffer ist von 7700— der Höchststand— aus 4500 gesunken. Für die allgemeine Wohlfahrtspflege hat der Bezirk im Dezember 1926 nicht weniger als 90 000 M. ausgegeben. « Neben diesen großen Plänen gibt es noch eine Reihe kleinerer Zlufpaben, die den Bezirk beschäftigen. So wünscht man, daß der Artillerieschießplatz Tegel, der früher außerhalb der Wohnbezirk« lag, verschwmden möge. Auch der Mangel an Schmuckplätzen wird un- angenehm empfunden, trotzdem seit der Schaffung Berlins hier schon einiges, so vor allem die herrlichen Anlagen am Schäfersee, geschaffen wurden. Da« Lüchereiwesen ist mit 13 Ausgabestellen so weit ge- diehen, daß demnächst«In Bibliochekar angestellt werden muß. Bei einem Bücherbestand von 23 000 Bänden wurden im Jahre 1926 nicht weniger als 110 000 Bände ausgeliehen. Auch im Bezirk Reinickendorf ist noch alles im Fluß und die nächsten Jahre werden auch hier noch viel Arbeit und damit manche Verbesserung im In- teresse der Bevölkerung bringen. Mus den Sezirken. 1. Bcjlrt— Witte. Die Bezirksversammlung am 18. d. M. erledigte neben einigen Vorlagen zum Haushaltsentwurf die Bewilligung einer Jubiläums- gäbe von 500 M. an das Viktoria-Lyzeum aus Anlaß des sechzig- lährigen Bestehens.— Einem Beschluß der Bezirksversammlung vom November 1926 entsprechend hat das Bezirksamt beim Ma- gistrat die Mittel für eine Unterkunft st elle für Wöch- nerinnen im Dezirk angefordert.— Eine längere Aussprache knüpfte sich an die Besprechung einer Petition gegen die Umbenennung der Luisen st raße in Hugo-Preuh- Straße. Von den bürgerlichen Parteien wurden alle möglichen "II........ knüpfte sich an die Besprechung einer Petition gegen die u i s« n st r rlichen Par Einwendungen gegen die llmbenennung vorgebracht, um den histo- rischen Wert der Straße darzulegen. Bezeichnend waren die Aus- führungen des Vertreters der Demokratischen Partei. welcher wohl für die Umbenennung der Neuen Wilhelmstraße sprach, aber gegen die Aenderung de» Namens L u i f e n st r a ß e. Don den Rednern unserer Fraktion, den Ge- nassen Adolph H�offmann und Thomas, wurde darauf hin- gewiesen,—" einen durch weitem nicht in dem Umfange zu wie bei Aenderung der Telephon. ämter. Von dem Ausschuh war Uebergang zur Tagesordnung über diese Posttion beschlossen. Di« Mehrheit der Versammlung von den Demokraten bis zu den Deutschnattonalen beschloß dann die Beibehaltung de» Namen»»Luisen st raße'. 2. Bezirk— Tiergarten. Der an Stelle des ausgeschiedenen Stadtrates Runge(Dem.) ge- wählte Stadtrat Madsen(Dem.) wurde in sein Amt eingeführt. Dann sprach der Vorsteher Gen. B u b l i tz dem Bezirksverordneten Hein« die Glückwünsche der Versammlung zu seinem 70. Geburtstage aus. Es wurde beschlossen, die Eigentümer der Häuser Stromstt. 1— 10a zu den Kosten der 1912 ausgeführten Straßenverbreiterung heranzuziehen, gemäß Gemeindebeschluß vom 16. April 1902. Die Einrichtung einer Kinderlesehalle im Hause Bülowstt. 88 wurde beschlossen. Gen. H ä d i ck e begründete unseren Zusatzantta�- wonach die Auswahl der Bücher durch das Bezirksamt in Heberaki- stimmung mit dem Beirat für Kunst und Volksbildung erfolgen soll. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Auf die Beschwerde der Bezirksversammlung betr. den Po st betrieb auf dem P o st a m t NW. 23 hat die Oberpostdirektion geantwortet, daß die Paketannahme auf dem genannten Postamte wieder geöffnet ist, während die Zurückverlegung der Briefverteilungsstelle abgelehnt wird. Die Versammlung nahm von dieser Mitteilung Kenntnis.— Unseren Antrag, bei der Regierung vorstellig zu werden, daß zur Verbreiterung der Brückenallee ein Teil des Parkes Bellevue an die Stadt Berlin abgetreten wird, begründete Gen. Bublitz. Stadtrat Kolweß bestätigte, daß die Brückenallee zu den verkehrstechnisch gefährlichsten Punkten des Bezirkes gehört. Unser Antrag wurde einstimmig angenommen.— Es wurde weiter beschlossen, die Ferien der Versammlung in die Monate Juli und August zu legen. Zur Schaffung eines Rentnerheimes wurde ein ge- mischler Ausschuß eingesetzt. Ein kommunistischer Antrag, 2 Rentner in den Ausschuß zu wählen, mußte natürlich abgelehnt werden, dg- gegen erklärten wir unsere Bereitwilligkeit, die Rentner im Ausschusse gutachtlich zu hören.— Die Wiederherstellung der in der Birkenstr. gelegenen Vorgärten des Krankenhauses Moabit wurde beschlossen. ö. Bezirk— Kreuzberg. Zu Beginn der letzten Bezirksversammlung gab der Demokrat P e r l s im Namen der DDP. und des Zentrums eine längere Er. klärung"gegen den Volksparteiler Dr. Faltz ab. Letzterer hatte aus Anlaß der am 27. April mit den Stimmen der Demokraten, des Zentrums und der Sozialdemokraten erfolaten Wahl des Genossen Schweikardt zum Stadtrat in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung' einen äußerst gehässigen Artikel veröffentlicht und den Mittelparteien vorgeworfen, daß sie ihre Entscheidung von der Hoffnung auf freundliche Gegendienste unserer Partei abhängig gemocht haben. Demgegenüber erklärte Perls, nur die Einsicht, daß von Bewerbern, die für einen Platz ungefähr gleich befähigt sind, derjenige den Vorzug oerdient, der von einer vorbehält- los auf dem Boden der Republik stehenden Partei vorgeschlagen wird, habe die Stellungnahme der Mittel- Parteien entschieden. Gerade die kommunalen Aemter haben eine hohe Bedeutung für die Durchdringung unseres Staates mit wahr- Haft demokratischem und sozialem Geist. Es ist erklärlich, daß die gesamte Rechte unter Führung des Pfarrers Koch tobte. doch übertönten Perls Worte den Lärm.— Genehmigt wurde dann die Rechnungslegung der Bezirkskajse für das Jahr 1925, die Festsetzung einer durch den Bau der Nordsüdbahn notwendigen Fluchtlinienveränderung am Kottbusser Tor sowie eine Vorlage bett. besserer Ausgestaltung des Kinderhortes Waldemarstr. 77. Einstimmige Annahme fand ein vom Ge- nossen Schwarz begründeter Antrag, die Fürsorge st elle für Kriegsbeschädigte und Zkrieaerhinterbliebene unverzüglich aus den ungeeigneten Räumen in der Oranienftraße in bessere zu ver- legen, während ein Antrag der KPD., währerck» des Umbaues der Belle-Alliance-Brücke eine Notbrücke jju errichten, abgelehnt wurde, da nach Aussage des zuständigen lstodtrats der Umbau gegen Mitte Juni beendigt sei. Ueber den gleichfalls verhandelten Fall Kranert haben wir bereits gestern berichtet._ üommunalpolitische Tagungen. Am 2. und 3. Juni tagt in Breslau die Kommunale Vereinigung für Wohnungswesen. Unsere Vertreter treffen sich zur Vorbesprechung am 1. Ium, nachmittags 5)4 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Morgaretenstr. 17.— Am 29. und 30. Juni tagt in Görlitz der R e i ch s st ä d t e b u n d. Di« Vorbesprechung unserer Genossen findet am 29. Juni, nachmittags 3)4 Uhr, im Ge- werkschaftshaus, Mittelstr. 36, statt. Wir fordern die Partei- genössischen Delegierten auf, vollzählig an den Vorbesprechungen teilzunehmen. Ein Vertreter der Kommunalpolitischen Zentralstelle ist aus beiden Tagungen anwesend. Kommunalpolittsche Vezirtszentrale. I. A.: Wilhelm Krüger. Führung durch Ali-Versin. Am nächsten Sonntag, dem 22. Mai, führt Schriftsteller Georg Bamberger zum 25. Male zu den vergesienen Winkeln des ältesten Berlin. Das Bezirksamt Schöne- berg schließt dainit diese Führungen, an denen bisher gegen 3000 Personen teilgenommen haben. Treffpunkt 10)4 Uhr» auf dem Spillelmarkt. Ausgang Untergrundbahn.— Teilnahme 50 Pf.— SwsüdvwJälfchmiffm ffcfcbützti 5; ivemSteaufdasMtferzelcbenini Papier unferer Moslem- Ggaräte athtm. Nur eine gute Cigarette wird mm zu ßifchen verfuchen. Un- fen Qualität nkht naehzuahmm. {Fordern Sie unfere»Moslem«/� meiftgeraiubte deutfche 3Pf.-Cigarette ClQARITTEHFABRlKPRQBLmBIRUN Borverkauf: Buchhandlung Dobbertin, Hauptstr. 140, Buch» laden am Bayerischen Platz 13/14,„Leok�(Nikolaische Buchhandlung), Rheinstr. 6S, Postkarten- und Photoveriaa„2llt-Berlin", C. 2, Poststr. 12._ Arbeitsämter und ihre Seöeutung. Es gibt nur wen'ge Städte in Deutschland, in denen sich die Arbeitslosigkeit so zum Nachteil der ganzen Wirtschaftslage aus- mirkt wie in Verlin. Rund 163 000 männlich« und 97 000 weibliche Personen sind erwerbslos. Von ihnen beziehen etwa 170 000 in sechs Tagen e'nen Betrag von rund 2 200 000 M. Erwerbslosen- Unterstützung. Hinzu kommt noch die Krisenfürsorge mit 11 0U) Personen. Wenn in einem Bezirk allein rund 18 000 männliche und 9000 weibliche Personen da» Arbeitsamt besuchen, so zeigt da», in welchem Ausmaße sich seine Tätigkeit ausdehnt. Die Arbeitsämter sind Errungenschaften der Gewert- schasten nach 1918, aber ihr« Vorläufer sind in den Kämpfen mit den Arbeitgebern und den Gemeinden zur Einführung pari- tätischer Arbeitenachweise in der Vorkriegszeit zu finden. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß nicht nur die Einführung paritätischer Arbeitsnachweise, mit denen sich die Unternehmer nach und nach abfinden müssen, ein Erfolg dieser Kämpfe ist. Sie brachten die Arbeitsämter, die neben den Arbeits- nachweisen auch andere soziale Einrichtungen, wie Erwerbslosen- fürsorge, Beruesberatung usw. in sich vereinigen. Die Arbeitsämter werden in Berlin zurzeit, von rund 280 000 Erwerbslosen in An- spruch genommen, denen der Arbeitsnachweis viel wich- tiger ist, als die Erwerbslosenfürsorge, der heute nicht nur für Handarbeiter einschließlich der Facharbeiter, sondern auch für geistige Arbiter, wie kaufmännisches Personal, Musiker. Künstler usw., eine große Rolle spielt. Neben der Vermittlungs- tätigkeit hat aber auch der Arbeitsnachweis andere Aufgaben zu erfüllen. Eine der notwendigsten ist die Anregung und wenn mög- lich auch die Durchführung von Maßnahmen zur Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit. Besonders die Be- schaffung von Arbeitsstellen in bereits vorhandenen industriellen und landwirtschaftliche» Unternehmungen, durch Prüfung, inwie- west sie für Arbeitnehmer aufnahmefähig sind, und von Notstands- orbeiten, die. wenn sie auch nur gelegentlich wirtschaftlicher Krisen in Frag« kommen, zu den dringendsten gehören. Hier entfaltet der Arbeitsnachweis eine werbende Tätigkeit, die Arbeits- stellen schafft, zugleich aber auch alle Vermittlungen in seine Hände bekommt. In engster Verbindung damit steht die individuelle Be- Handlung der Arbeitnehmer bezüglich ihrer Zuteilung zu irgend- einer Arbeitsstelle: das hebt nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern stärkt auch das Vertrauen zum Arbeitsnachweis. Dies aber kann sehr bald zur Auflösung der gewerbsmäßigen Arbeits- nachweise führen. Zu diesen Arbeiten kommt noch die Erwerbs- losenfürsorge. Neben der Erwerbswsenunterstützung, die ja im Gesetz und durch spätere Ergänzungen sestgelegt ist, ist die Für- sorge für Kurzarbeiter und besondere auch für die Ausgesteuerten und die nach dein Gesetz noch nicht Bezugsberechtigten durchaus nicht nebensächlich. Gegenwärtig werden in Berlin rund 3 5 00 0 Personen aus Mitteln des Landeswohlfabrts- o w t«» durch die Nothilse»Nierst ü tz t. Dieser Zustand ist nur vorübergehend. Er wird«inen Teil der Unierlagen liefern, die not- wendig sind, um durch das Gesetz die Arbeitslosen vor Verelendung zu schützen und ihre Arbeitskrast zu erhasten. Besondere Beachtung verdient die Fürsorge für Personen, die wohl als arbeitsfähig im Sinne de» Gesetzes in Frag» kommen, doch körperlich oder geistig oder ihres Alters wegen den Anforderungen einer angeftrengten Tätigkeit nicht mehr gewachsen sind. Hier ist die Berufsum- s ch u l u n g zu erwägen. Sie ha» in den meisten Fällen Erfolg, wenn die Umzuschulenden in einem Berus eingereiht«erden, der noch aufnahmeiähig jst. Das Berussamt wird hierbei«in« nicht zu unterschätzend« Aufgabe zu erfüllen haben, besonders, wenn es sich um die Eignungsprüfung von älteren Personen handelt, die wegen i Uebersüllung ihres Berufe» sich umstellen wollen. Du: wichtigste s Tätigkeit des Berufsomtep liegt aber in der Für-* sorge für Lehrlinge und sugendliche Arbeiter.� Hierzu ist die soralich« Beobochiung von Industrie und Handel � nölia. Geht diese Beobachtung Hand in Hand«nii einer gründlichen> Beristsberatuna, so w«rden auch für die Arbeistiehmer bedeulende j wirtschaftliche Erfolge erzielt. Die Lern-nden werden sich in ihrem l Beruf« wohlkühlen, wenn sie erkannt haben, welche Vorteile in der EIgnungcprülung und Zuweisung geeigneter Lehrstellen liegen. Arbeitsnachweis, E r w« r b» I o s« n f ft r s o r g c und B«. ruf samt sind aber auch die berufenen Stellen, einwandfreies Material, stalistisch« Unterlagen usw. zu einer gesunden Wirtschaits- Politik zu liefern. Dadurch können sie auch unser« soziale Gesetz. gebung stark beeinflussen. E. Rosemann. Stadtrot. Das Verwaltungsgebäude in Blankenburg. In Gegenwart von Vertretern des Bezirksamts Pankow wurde vor einem engeren Kreis geladener Gäste das nunmehr sertiggestellte neue Verwaltungsgebäude in Blankenburg. Dorf- straße 19, am Sonnabend mit einen, kurzen Festakt der Ortsamts- stelle, der Feuerwehr Blankenburg und der Polizei übergeben. Die Einweihungsrede hielt Bürgermeister Dr. Meißner. Er betonte, daß bisher für die Verwaltung in Blankenbursi räumlich äußerst schlecht gesorgt gewesen sei. Man habe sich mit wenigen kleinen abgemieteten Zimmern begnügen müssen und infolgedessen manche Aufgabe, namentlich aus sozialhygienischem Gebiete, entweder gar nicht oder nur in unzulänglicher Weise erfüllen können. Besonders fühlbar habe sich auch der Mangel an geeigneten Baulichkeiten für die Zwecke der Feuerwehr gezeigt. Nun aber seien in dem neuen Gebäude sowohl moderne Räume für die mannigfachen Arbeite» der Verwaltung, der Schul-, Lungen- und Säuglingsfürsorge, des Feuer- schütze» und des Sicherheitsdienste? gegeben, deshalb sei dem Ber- liner Magistrat für die Ermöglichung rneses wohlgelungenen Bau- vorhabens*der Dank des Bezirks auszusprechen. Die Bewohner der früheren selbständigen kleineren Borortgemeinden können in diesem Bau den Beweis dafür sehen, daß sie in Berlin nicht etwa als Bürger zweiten Ranges betrachtet würden. Voraussichtlich werden in anderen Ortsteilen des Bezirks, wie in Karow, in Buch usw., zu gegebener Zeit ebenfalls Gebäude dieser Art erstehen. Der Bürger- meiste? gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die anderen dringend benötigten Bauten des Bezirks, wie die Berufs- schule, das Hallenbad, der R a t h a u s a n b a u, bald zur Wirklichkeit werden möchten, und übergab das neue Haus der Per- waltungsstclle mit dem Ausdruck des Dankes an alle Mitarbeiter.— Im Namen der Berliner Feuerwehr sprach Oberbranddirettor G e m p p allen denen wärmsten Dank aus, die sich um das Zu- standekommen des Baues, der nunmehr auch der Blankenburger Wehr zweckmäßige und ausreichende Räume für die neu ange- schafften modernen Fahrzeuge zur Verfügung stelle, ver- dient gemacht haben.— Dem eigentlichen Festakt folgte sodann ein Rundgang durch das von gärtnerischen Anlagen und alten, prächtigen Kastanien umsäumte Verwaltungsgebäude. Im Erdgeschoß ist die Feuerwehr mit drei Ständen, die Polizeiwache mit zwei Zellen und die Säugllngsfürsorge mit zwei Räumen untergebracht. partemachrkchten für Groß-Serlin EintenduvSe» t»r dies««Udrik find verlt»«9 68. eindcaftrabc 3. 2. ftrcia Tiergarten. Eonnabend, 21. Mai, Sitzung de» engeren Maikomitees. Net» an das«esirkasekretartat. 2. Hos. 2 Tre». recht», t» richten Uhr, bei Krtzgrr, PutNtzsk. 10, nung. Heute. Areilag. 20. Mal: TS.«bt. Sanasee. 8 Uhr im Reichsadler Mitglieder oersannalung. 2Ul« Se- nossinnen und Genossen werden dringend gebeten, bestimmt zu erscheinen. 88.»bt. Tempelhof. Di« Genossinnen Mio Genossen, welil)« in der Wohlfahrt»- pflege tähcf sind, besuchen heute abend die Konferenz im BerUver Rathaus. 124»,»bt. Mahldorf.Egd: 8 Uhr bri Dietz, Uhlaadftr. IL, Mitgliedrrpersamm. lung. Lortrog:„Der gigantische Kampf der Klassen im Weltenausmatz." Referent Wilhelm Landa. Alle Genossinnen und Genossen sowie„Dor- w-irts".Leser und Eympathisierend« werden gebeten, recht zahlrrich zu erscheinen. Morgen, Sonnabend. 21. Mal: 8«.»dt. Marieadorf. 8 Uhr bei Niendorf, Chausseestr. IS, wichtige Funk- tionärsitzung. 123».»bt. Kaulsdorf-Eiid. Die Mitgliederversammlung findet am Sonnabend, 21. Mai. nicht stau, sondern erst am Mittwoch, Ä. Mai, 8 Uhr, im Lokal Sanssouci. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Gltern- versammiuna der ssreien Schulgemeinde Kaulsdorf am Eonnabend, 21. Mai, im Lokal tzagcrheim. 128./130. Abt. Pankow. 7 Uhr bei Meehs, Berliner Straß« Eck« Linden. Promenade, wichtige Sitzung des Abteilungsvorstante, mit den»dteilungs- leitcrn und Lezirksfllhrern. Jeder Bezirk mutz unbedingt vertreten sein. Bernau. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Bellcvuc. Wichtig« Tages- ordnung. Pctershagen. 8 Uhr Monatoversammlun; Bortrag de» Genossen schiedenes. Erscheinen # S.»bt. Achtung! Die Bezirksiilhrer rechnen am Sonntag, 22. Mai, vor. mittag» von IN bi» 12 Uhr, bei dem Genossen Herrichen, Wilsnacker Str. 40, ab. Di« Reste Januar bis April müssen unbedingt kassiert, werdrn. Kassiert« Teilbeträge sind abzurechne«. ZungsoziaNsten. Gruppe Tcmpelhof-Rarieudorf: Sonntag, 22. Mai, Fahrt nach Blankenfelde- Ritte: Heute, Freitag, 20. Mai, 8 Uhr, in der Schul« Gipsstr. 23» Aussprache: „Sozialistische Erziehung." Refercntin Margot Kotz. Arbeitsnemeinschafi der kinderfrevnde. Kreis Krenzberg. Gruppe Südwest: Eonnabend. 21. Mai, im Jugendheim Porckstr. 11, feiern wir unser Maifeft mit der Eozialistischen Arbeiterjugend, Gruppe Südwest. Eltern und Freund« unserer Bewegung stad herzlichst«in- geladen. Eintritt frei. Beginn abends 8 Uhr. Sterbetafel Ser Sroß-öerliner partei'Grganisatlon 54. Abt. Eharlottenburg. Am 15. Mai verstarb plötzlich unser Funktionär Genosse Ott» Stach lnicht, wie irrtümlich angegeben. Stark).. Einäscherung am Eonnnabeud, 2>. Mai, nachmittag« 4 Uhr lm Krematorium Wilmerodorf. Wir bitten um recht rege Beteiligung. �rbeiterfpsrt. Turn spiele in der Woche. Handball. Am 21. Mai spielen: Männer Bieedors 1 gegen Bohnsdorf 1 um 8 Uhr in Biesdorf. Lessingplatz: Bette» l gegen Neukölln 2 I um k Uhr in Rkinickendors, Sä'criiwederstrabc: Ficht« 20.4 I gegen Neukölln 8. Verein«- Mannschaft um 7 Uhr in Marieudorf, an der Nennbahn: Fichte 1 Frauen gegen Lichtenberg l! um 8 Uhr in Boumschulenweg, Köp'nicker Landstratze. Am 22. Mai s-ndl» f,lge»de Spiele statt: Erotz.Berlin.SUden bat aus dem Urbanplatz folgend« Gegner: Um 2 Uhr 1. Zuaend gegen Grotz-Berlin-Nosen- thal l,»m 3 Uhr ssraue« gegen Tegel,!!M 4 Uhr die gleichen 2. Männer und um ,5 Uhr 1. Männer äegen Grotz-Ber lin-Ro'en thal. Lichtenderg 2 hat in Frjebrichsfclde, Trcslowallee, Npwawc« als Gegner, die 1. Männer spiele» um 4 Uhr, die Frauen um 0 Uhr und die Jugend um S Uhr, während die 2. Männer gegen Heiligen s«e I um 4 Uhr spielen. Weiter« Spiele: Männer: Köpenick I gegen Adlcrshof ll um 4 Uhr in Köpenick. Rarirnstratze: Nieder. schönewcid« I gegen Stettin um 4 Uhr in Riederschöneweid», Berliner Strohe sGaoanstalt): Fichtpällprd l gegen Fichtc-Slid l um 4 Uhr in Reinickendorf, Scharuweberstratz«: Grotz-Beriin-Norden 1 I gegen Stralau I um 10 Uhr auf dem Ererziervlatz, Schönhauser Allee: Erkner I gegen Schmargendorf l um 4 Uhr jn Grtner-,«ilter.au J gegen Weitzense« l um 4 Uhr in Wittenau, Holzweg. Am 28. Mai spielen Bohnsdorf I gegen Kaulsdorf l um 4 Uhr ia Bohuedors, Schulzendorser Strotze, und Ficht« 20 B I gegen Neukölln 1. Ber. einsniaunschasr tm bjT Uhr in Maeiendon: Lichtenberg 4 l und Reukölln 2. Vereinsmannschaft fahren nach tzehdenick.— Am 28. Mai findet I» Reinickendorf, Kcharnweverstratze. um 8 IlHr da« Entscheidunoslpiel um dl« Kreismeisterschaft im Siafflall zwischen Ficht« 1« I und Ficht« 22 l statt. Fichballsvies« am 22. ZNai. Nach einer Pause von drei Wochen beginnen am kommenden Sonntag wiedsr die Spiele um die Bczirksmeistrrschast. Nur der Osten wartet noch, da hier Ja, der Reichstag allein ist nicht da» große Forum, auf dem man seine Erkenntnisse über die Kriegsschuld Deutschlands oder besser Nichtkriegsschuld verkünden kann. Wer liest denn auch die politischen Leitartikel? Deshalb sucht sich der Minister a. D. Bell vom Zentrum den Rundfunk als geeignetes Sprachrohr, und die Erkenntnisse, die Herr Bell vermittelt, scheinen so wichtig zu sein, daß die„Funlstunde" den Ansang der Operette„Der alte Dellauer', in der sogar Friedrich der Große als Kronprinz austritt, um eine halbe Stund« oerschiebt. Wie im Reichstag, so singt auch hier Herr Bell die große Arie auf die Unschuld des kaiserlichen Deutschland am Kriege. Die anderen sind eben die schwarzen Schafe, und Deutschland allein trägt das fleckenlose Unschuldskleio. Abgesehen von diesem Erguß einer politischen schönen Seele bringt das Programm zwei beachtenswerte Vorträge. Chefredakteur Georg Bernhard spricht über die Persönlichkeit des Unternehmers. Er bemüht sich, weder auf der Seite der Arbeitnehmer noch auf der der Großunter- nehmer zu stehen. Er versucht sich vielmehr, wie Werner Sombart, in einer objektiven Charakteristik oleses interessanten Menschentyps. Man glaubt, daß der Produktionsprozeß in kalter, eisiger Sachlichkeit erstarrt ist und daß der Unternehmer hinter der Maschine verschwin- det. Und doch ist der Unternehmer ein Mensch, der auch heute noch seine ganze Persönlichkeit für sein Werk einsetzt. Allerding» ist der Wunsch nach Reichtumsbildung, nach Einfluß und Macht ausschlag- gebend. Hier verbreitert sich Bernhard in der Schilderung der psychischen Eigenschaften des Unternehmers. Er sucht gewissermaßen die menschlichen Seiten dieses Typs. Bestimmt trifft dies zu: ein richtiger Unternehmer ist von seiner Berufung überzeugt und von Ideen beherrscht. Sonst kann er keine Erfolge erzielen. Dies alles ist sehr problematisch, aber Georg Bernhard gibt ihm eine beinahe überzeugende sprachliche Form.— In seinem Zyklus„Die Ber- l i n e r B a u k u n st der letzten Jahre" behandelt Dr. PaulZucker die BerkeHrs- und Ausstellungsbauten, die Lichtspielhäuser und Theater des modernen Berlin. Er hält das Funkhaus, von Hein- rich Stroumer errichtet, für den repräsentativsten Bau in dieser Beziehung. Er zieht Vergleiche zwischen dem Berliner Funkturm und dem Eifselturm in Paris und kommt zu der Ueberlegenheit des BerlinerJScmes.— Der zweite Teil der Winterbergschen Operette, die die Schicksale des alten Dessauer behandelt, ist trotz der Gestali Friedrich des Großen noch schwächer als der erste, was beinahe un- wahrscheinlich ist. F. S. He AdteNunStzmeistee noch nicht sicher festgestellt stntz. De« Norden wiederhoit seine Spiele vom 24. April, die seinerzeit verregnet waren, auf dem Teutonia» Sportplatz in der Christianiastratze. Vorwärts-Heniügsdorf, einer der aus- stchtsreichsten Kandidaten für die Fczirksmeisterschaft, trifft auf Pankow 08. Die Hennigsdorfer konnicn gegen Adler, den Favoriten, einen knappen, aber verdienten Sieg buchen. Auch Pankow sollte sich diefem Gegner beugen mügen. Nach diesem Spiel stehen sich Adler 08 und Borussia aus demteld-n Platz gegen- über,«och ist für Adler die Bezirk-meisterschaft nicht verloren. Nur dürfen sie den Gegner nicht zu leicht nehmen, sonst passiert es ihnen wie gegen Lorwärts. Jedenfalls verstehen auch die Reinickendorfer zu kämpfen. Beginn des ersten Spieles näckimittags 30« Uhr. Der Südwesten hat feine spiele beide iu die Provinz verlegi. In Brandenburg erwarten die Turner den Sporttlub Stern-Warienfeld«, während in Luckenwalde die 1. Abteilung auf Neukolln�Britz trifft. 2He Brandenburger sollten sichere Sieger bleiben, dagegen ist das spiel in Luckenwalde vollkommen offen. Die größeren Siegesausstchten haben aller- dings die Luckenwalder. zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben. Wertere Spiel«: Tegel 24 gegen Spandau 2S in Borsigwalde, Neue Ernst- Ecke Eonrad straße. Sparta gegen Belteu in Lichtenberg, Hauffstrage. Fußballring gegen Turnverein Pankow im Beusselgrund. Kreutberg gegen Eicmensstadt au? dem Tempelhofer Feld. Tasurania gegen Alt-Giienrae rn Fredersdorf. Touriftenverein„Die Naturfreunde". Moirnsest der Naturfreunde. Der anhaltende Landregen des letzten Sonn- tags ließ das in Meißnershof bei Hennigsdorf geplaute Maiensest„zu Wasser werden, lim allen Freunden und Anhänger» der Naturfreunde einen Ersatz -u bieten, wird da- Fest am Himmeifahrisiag4 Uhr Treptow 28: Badetour Möllensee. 7 Uhr Genossen, 3 Uhr Genossinnen. Fiel am Start Bismarckstr. 20.— Bez. 21, Ortsgr. Lichtenberg: 22.: Früh 7 Uhr Gamengrund. 25.: Nachmittags 4 Uhr Wusterhausen a. d. D. 2S■ Früh 7 Uhr Herrentour.— Ortsgr. Rledrrfch-nlmn'en: 22.: Früh 6 llbr Lanke— Brenden. Start Friedensplatz.— vttsgr. Otzerfchön-rweiö«! 22.: 8 Uhr Strausberg-Mün.cheberg: 12 OH Uhr Tasdorf. 28.: Frtih 7 Udr Herrenlonr. Start Bereinslokal.— Ortsgr. Tegel: 22.: Velten: Etart 1 Uhr. 28.: Scrrcntour nach Schulzcndork: Start 1 Ugr Schlieperstr. 64.— Ortsar. Rrinickendorf: 22.: Früh 7 Uhr Nahmcr See: Start Nessdeazstratz« Eck« Paukower Allee. AiHieük. »rotzkawafta, im Ringe» und Heben. Freitag. 28. Mah veranstaltet die Sportliche Bereiniaung Lichtendcrq.Frirdrichsseld- 34 E. B. IN Tempels Fest. fälcn, Friedrichsfelde, Prinzenallee 80. wiederum einen Großkampftag Im Ringen und Heben, wozu die b-sten Ringer und Heber de« 4. Kreises am Start erscheine». Ganz besonders beieili-t sich der Sportklub Alt-Wedding daran, der jetzt ebenfalls Mitglied des Aru-itrr-AthI-tendundes geworden ist. Außerdem erscheinen: Berolina-Neukölln. Nordwest. Adler 05 und Norden 03 im Ringen. Im Heien startet aegeu die Mannschaft von Licht-nb-rg.Fried. richsfelde ein» kombinierie Mannfchait de» 4.«reise», bestehend aus 10«oi. legen. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. im Vorverkauf, an der Kasse.5 Pf. Erwerbslose 50 Pf. an ber Kasse.. SE.»er»l!»».Nrukiili». SSiwerathletik-Abteilung: Abttilimasfitzung Frei. t0. Mai, nach d«c Uebungostunde in der Sportklause am Mittelweg. �.ierbesporticst der Arbeiter. Athleten. Das am Sonntag. 15. Mai,'in Stadion Friedrichsham geplante Sportfest der„Interesscnvereinigung der Ar. beiter.AihIeteiivereine" 5. Bezirk fiel dem Rrgen zum Opfer. Es wird am 4. September nachgeholt.__ Wassersport. frei« Rutzeracreinigang 1313 e. v. Sitzung am Fr»itag, 20. Mai, 8 Uhr, trandschloß Oberfchöneweid«, Sprocstr. 4 5. Diejcnigrn G-noss«n. die an der Fahrt nach Fürstenwalde lcilnchmen, müssen unbedingt erscheinen. In der Jugend- und Männerabteilung werben noch Mitglieder aufgenommrn. Anfragen erledigt Mar Brandt, Lichtenberg, Wilhclmstr. 3., Wassersportvereia Necomania. Sitzung Freitag, 20. Mai, 81g Uhr. bei Hoifmann, Wiemarplatz 2. Sonntag, 22. Mai, ftüh 8>g Uhr, am Schlcssschrn Bahnhof(Sauptportal) Treffen zur Regatta in Fürstenwalde. Fahrkarten �'«ülttÄr�an»«aaufahrer 1. Kreis. Achtung, Fürstenwalde.Teilnehmerl Sonntag. 22. Mal. Treffpunkt Echlestscher Bahnhof(Haupteingang) 8-4 Uhr. ��Wander-Paddler Hoael«. B.»ootsh-u, Leiligenste, Dorfstr. 20. Sitzung Freitag, 20 Mai, 8 Uhr, bei Fuhrmann, Eraunfft. 1. Gäste willlommen. Mitglieder werden aufgenommen._ Verschiedenes. Berliner Artzeiter-Vchachklub. Freitag, 20. Mai, bei Kurzrock, gionskirch» strotze», Wettkampf(»tückfpiel) der Abteilung Huinboldiham gegen dl» Ab. teilungen Mitte und Garlcnpiatz. Gäste haben freien Eintritt. Arbeiter-Sport- und Kuiturtartcll Eharlottenburg. Eonnabend, 21. Mai, 7gK Uhr, im Lokal gippel, ErUnstr. 0/10, Technikersstzung aller Kartcllvereine. Thema: Werbewoche. A«Zt«r.BInt«rsP»rtkr wird am Start be- kanntgeaebc». Nachmittags 1 Uhr Rahnsdorf, Waldschlößchen. Etart Walde» maistratze Ecke Marlannenplatz. Gäste willkommen. Turn- und Sportverrin Eiche, Köpenick. Sonnabend, 21, Mai, 8 Uhr, Funktionärsitzung auf dem Eiche.Eportpiatz. Sonntag, 22. Mai, nachmittags 2 Uhr, Anturnen aller Abteilungen. Freie Turuerfchaft Wilmersdorf. Die für diese Woche vorgesehene General- Versammlung fällt vorläufig aus. Termin wird später bekanntgegeben. Sonn» abend, 21. Mai, 8 Uhr, erweiterte Vorstandssitzung bei Donath, Parrtzer Ecke Aachener Straß«. SMt-LIviLdkrvm „Maro" so- wie Mora- stife bleichen Gesicht und WWWWWWWWWWWWWIWWWIWWWWM' Hilnde in kurzer Zeit rein weiß. Wirksam erprobte»nschädllche Mittel gegen unschöne Hautfarbe, Sommersprolien, Leberflecke, geibe Mecke. Mit genauer Anweisung in allen Thlorodonl-Verlaussliellen zu haben. .M| J J JJJ Ji Ji Friedlich wie min isi gesonnen, trinkt man seinen ■verlängert �Jehetr Kränchenbronnen als ein Kuroosf und PöSSanh Hauptniederlage für Emser Krlndien für Berlin und Brandenburg Heilt Halarrbe(Luftwege. Magen, Darm, Niere, Blase, Unterleib), Jlsthma, Empbrnm. Grippeloigen, BOtttsiande von Landen- a.Rippenle!lentiflndanö. HCrZ* Und Gefsberhronbun�on. Gidit und Rheumatismus. NalÜrSiClC kohlen» saure Bader/ Die besteingerichteten und rielseltfcsten Inhalatorien/ Pneumailsthe Kammern/ Unierhaltungen und Sport aller Art/ Vorzügliche Gaslstäiten uxl Auskunft: Kurverwaltung und Reisebureaus. Cfflscr Vassir(IrSnchen), Paslilien, Quellsalx, die natürllelien Eeilmlttel.— Emsoiith für die Zähne.— Mao beaehle sleis die SchBlimarlce. Brunnenvenriebs-Aktiengesellschaft, Berlin SW., Yorckstraße 59. Telephon: Hasenheide 3536—38. KAISER WILHELMS. 1T9r- 7SSS KAISERIN EUGEN IE M26- 1920 LUDW. WINDHORST 1Q12- 1691 Nr. 236 ♦ 44. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Ireitag, 20. Mai 1927 Senkt öie Auckerfteuer! Das kommende Zuckerjahr.- Der Unfug der Zollerhöhung. Der Verein der Deutschen Zuckerindustrie veröffentlicht alljähr- lich eine Aufstellung des geplanten Zuckerrübenanbaus, die wenigstens in den letzten Iahren normalerweise durch den t a t s ä ch- lichen Anbau übertroffen wurde. Nach seinen Ermitt- lungen, die in der ersten Hälfte des Mai angestellt wurden, stellt sich die voraussichtliche Anbaufläche auf über 400 OOV Hektar; damit werden die Voraussagen maßgebender Sachverständiger noch über- troffen. Dem ErgebnisderUmfrage ist in der folgenden Tabelle der tatsächliche Anbau der letzten Jahre, wie ihn die Finanz- behörden ermittelten, gegenübergestellt(in Hektar): Für eine Reihe von Bezirken wird nochstehend das Umfrage- ergebnis dem Rübenanbau des letzten Vorkriegsjahrfünfts (Durchschnitt der Zuckerrübenanbaufläche 1909/1013) gegenüber- In einer Anzahl von Bezirken, in Schlesien, Brandenburg, West- falen, ist also jetzt der Vorkriegs st and des Anbaus überschritten, in anderen fast«Erreicht. Die beigefügten Ziffern über die Zahl der Fabriken zeigen deutlich, daß der R a t i o- n a l i si e ru n g s p r o ze ß durch Zusammenlegung von Zuckerfabriken im Laufe der Jahre allmählich fort- schreitet, daß aber immer noch viel Platz für weitere Fortschritte vorhanden ist. Das gilt insbesondere auch für Sachsen und Anhalt, wo der Zusammenlegungsprozeß bisher schon am schärfsten war, aber immer noch auf eine Fabrik durchschnittlich nur 1600 Hektar Anbaufläche gegen 1900 Hektar in Schlesien und 2800 Hektar in Brandenburg entfallen. Für die deutsche Zuckerpolitik sollte die überaus er- freuliche Statistik des Vereins der Deutschen Zuckerindustrie Ver- anlassung sein, diese Entwicklung organisch durch weitere Ver- brauchshebung zu fördern. Im laufenden Jahr ist der Zuckeroerbrauch gegenüber dem Vorjahr um rund 7 Proz. gestiegen. Diese Steigerung des Verbrauchs ist allen Beteiligten unerwar» t e t gekommen. Die Zuckerindustrie hat in unvorsichtiger Hast mehrZuckerinsAuslond abgestoßen, als bei unserem jetzigen hohen Verbrauch nötig gewesen wäre, so daß wir in oen nächsten Monaten mit steigenden Importziffern zu rechnen haben werden. Gelingt es, auch im nächsten Jahr eine entsprechende Steigerung herbeizuführen, so würde das der Zuckerindustrie viele Millionen ersparen, die sie sonst beim Export verlieren würde und somit zweckmäßig für die Durchführung weiterer Ratio- nalisierungsmoßnahmen oerwenden könnte. Will man diese Derbrauchssteigerung herbeiführen, so muß man die Zucker st euer senken oder völlig abschaffen. Eine Halbierung der Zuckersteuer würde den Preis des Zuckers im Kleinhandel u m V, b i s f e n k e n; man darf annehmen, daß der Verbrauch mindestens im gleichen Umfange steigen würde. Dann würde die Einbuße des Reiches sich gegenüber dem veranschlagten Ertrag der Steuer auf rund 100 Millionen Mark stellen, die aus Branntwein und Tabak bei einer Reform des Branntwein- Monopols und einer vernünftigeren Gestaltung der Tabaksteuer leicht herauszuholen wären. Diese Maßnahme bleibt immer noch das Gebot der Stunde für die deutsche Zuckerwirtschaft und nicht die unsinnig« und überflüssige Zollerhöhung, nach der die Zuckerindustrie noch immer„schielt". Einschränkung des Zuckerrübenbaues. Wie gemeldet wird, findet am 2S. und 26. Mai in Rom eine Vorbesprechung aller Zuckerrübenbau treibenden Länder statt, bei der über die Einschränkung des Zuckerrübenbaues gesprochen werden soll. Als Vertreter der deutschen Zuckerindustrie nimmt Oberomtmann Wentzel-Teutschenthal in Bogleitung von General. direktor Dr. Meyer an den Verhandlungen teil. SWS Einigung in üer Elektrowirtschast. Ein Abkommen zwischen Prenstcn und dem RWE. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe und das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk teilen durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst folgendes mit: Die zwischen dem preußischen Elektrizitätsfiskus und dem Rheinisch-Westsälischen Elektrizitätswerk geführten Verhandlungen sind jetzt zu einem Abschluß gelangt. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe und das RWE. haben ein Abkommen ge- schlössen, durch das eine freundschaftliche Zusammen» arbeit der beiden Partner im Interesse der deutschen Elektrizitäts- Wirtschaft auf weite Sicht gewährleistet wird. Die Gemeinschaft wird ihren Ausdruck darin finden, daß dem preußischen Staat«, der zurzeit nur mit einem Mitglied im Aussichtsrat des RWE. vertreten ist, weitere Aufsichtsratssitze eingeräumt werden. Zugleich soll eines der preußischen Aufsichtsratsmitglieder in das Präsidium des RWE. eintreten. Das RWE. wird Aufsichtsratsmitglieder in preußische Elektrizitätsgesellschaften entsenden. Die Vertragschließenden haben ferner eine Demarkation verein- bart, die eine Einigung über die Versorgung derjenigen Gebiete bringt, die zwischen ihnen strittig waren. Mit der Demarkation sind zum Ziele wirtschaftlicher Elektrizitätsversorgung Verein- barungen über Stromoustausch verbunden. Das RWE. beabsichtigt nunmehr, an die E l e ak t r o w e r k e heranzutreten zwecks Verhandlung über den Austausch des preußischen Aktien- besitzes an der Braunkohlenindustrie-Aktiengesellschaft„Zukunft" gegen den Aktienbesitz des RWE. an der Braunschweigischen Kohlen- bergwerke A.-G. r Damit wird unsere vor drei Wochen von den amtlichen Stellen noch dementiette Meldung in vollem Umfang bestätigt. Wie gut es Krupp geht. , Um 17 000 Mann erhöhte Belegschaft. Der Krupp-Konzern hat den weitverbreiteten Glauben, daß er ganz besonders schwer in der Nachkriegszeit und seit der Stabilisic- rung zu, leiden hatte, weidlich zur Erlangung von Sondervorteilen auszunützen oersucht. Noch ganz kürzlich berichteten wir von seinem Verlangen nach einem großen öffentlichen Millionenkredit zu billigen Zinsen, um den Verpflichtungen aus der Werkspensions- k a s s e nachkommen zu können. Die überraschend günstige Bilanz vom 30. September 1926 haben wir schon früher ausführlich be- sprachen. Der Krupp-Konzern hat aber jetzt gelegentlich der Ein- führung der im Januar beschlossenen 60-Millionen-Anleihe einen Prospekt veröffentlicht, dessen Bilanz- und Beschäftigungsziffern auch noch den Abschluß vom vorigen Jahre in den Schatten stellen. Danach haben sich vom 30. September 1926 bis zum 28. Fe-' bruar d. I. die Bankguthaben und sonstigen flüssigen Mittel von 18,3 auf 28,4, die Waren- und sonstigen Schuldner von 38,2 auf 46,7, die Vorräte von 44,5 auf 51,2 Millionen erhöht. In sehr viel kleinerem Ausmaß sind die Verpflichtungen gewachsen. Anzahlungen stiegen von 9,6 auf 10,2, Waren- und sonstige Schulden von 16,6 auf 17,4 Millionen. Dabei sind aber die Bankschulden von 0,38 auf 0,18 und die laufenden Akzeptverbindlichkeitcn von 2,94 auf 0,20 Millionen zurückgegangen. Kurzfristige Berpslich- tungen sind alio kaum mehr vorhanden. Die Belegschaften sind außerordentlich erhöht worden. Der Prospekt nennt als letzte Ziffern(wohl für April) 55 923 Arbeiter und 7119 Angestellte. Ins- gesamt eine Belegschaft also von über 63 000 Mann. Vom 30. Sep- tember v. I. ab, also seit einem halben Jahre, hat sich die Beleg- schaft also um fast 17 000 Mann erweitert Charakteristisch für hie glänzende Lage im Krupp-Konzern ■find folgende Schlußbemerkungen des Prospektes:„Der Auftrags- e i n g a n g der Gesellschaft war im Februar 1927 der h ö ch st e seit der Stabilisierung der Mark. Der vorliegende Auftrags- b e st a n d hat sich gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres u m mehr als die Hälfte gehoben und gewährleistet gute Be- ..... Wettannahme des Union-Klubs Berlin NW 7, Schadowstraße 8, part. Volle Totallsatorquote ohne Abxuq Wettbestlmmungen auf Wunsch kostenlos.— Postaufträge und Anträge auf kostenlose Einrichtung von Konten nur an die Zentrale Schadowstraße 8. Tel.-Adr.: Wetfannahme Berlin Schadowstrabe 8. Schaufenster-Tapete! Alle Eigenmuster ohne Zwischenhandel. Südisisdie Tapeten-Industrie, Berlin W., Wilhelmstr. 44, zwischen Leipziger v. Zimmerstr. WM Fleisch- und Wurslwaren-Verkauf Billig and gnt XhöCrStf. 40 Bll'ld nnd gel geöffnet von 8-3 Uhr, Freitags und Sonnabends 8—7 Uhr Schönhauser AUcc 33 IT� uK Auf Wir sind tWir sind kOnnen Sie sich kleiden, wenn Sie von unserem Angebot . Geb i auch machen. Besuchen i Sie uns, wir gehen auf alle � Wünsche uns. Kundschaft ein. ku;antl< billigt Unsere Läger führen Sie darch\ 4 Etagen.— Aparte Neuheiten. Elegante Kerren-Anzüge .Sport-Anzüse ' Jünglings-, Knaben- und Kinder- Anzüge Herren-Ulster Gummi-Mantel Mädchen- u. Kinder-Kleider Elegante Modelle Oamass6-Mäntel Kasha- Shetland- Mäntel Kostüme- Kompost Reizende Voi'e-, Musseline- und seidene Kleider für Straße und Gesellschaft Leib-, BeR- u. Tischwäsche Oberhemden, Stöcke, Schirme Hüte und Krawatten llifibeCEinrichtungen Gardinen- Teppiche losenlhaler-SlT46"47i ' FckeNeueSchönhauserSftMBn hei bequemsten Wochen- od. Monatsraten liefere eleganten MafF-Anzig oder Ulster aus reinwollenen Stoffen in den neuesten Dessins von M. 110."- an. Fertige Anzüge aus guten haltbaren Stoffen eigene Herstellung von M. SÖw1- an. Frühfahrs- Ulster Gabardine mit karierter Abseite M. 58.-" Nur in der Maßschneiderei J. Kurzberg Oranienstraße 160. I. r•Auch mSnder- Schuhe imr�en Grösse 20-22 und Chausseestraße 1 Elsasser Str. I. KLAVIER-UNTERRICHT durch erste Lehrkraft wenn Sie ein JORZEY-PIANO der bekannten guten Qualität kaufen. OQnsilge Zahlungsbedingungen OHNE ANZAHLUNG. RATEN nach WUNSCH BERLIN W.f JÖRZEY HHÜttl 29 Huggel öas besfe säure. frcic Schuhpufc. mittel konserviert das und er- half es geschmeidig. Bcnutecn Sic daher Stets Jn aIIe*$e/ser- Püiälea erhältlich Braun Klnder- Chevreau-Stiefel 1 Grösse 20-22 2,95, 18-20( Braun Kinder- Spangenschuh mit Flechlgamlfur, sehr preiswert....... Grösse 23-26 I Beige und grau Chevreau-Spangen- schuh Grösso 25/26 5,50, 23/24 4,90....... 20-22' Braun Kinder- Spangenschuh beste Pnssform, Gr. 35/36 6,90, 1 31-34 5,90....... 27-30' i25 90 90 '50 t für die Zechen, chütten, Stahl- und Walzwerke für die nächsten Monate. In jüngster Zeit lassen auch im Maschinenbau die entsprechenden Zahlen eine merkliche Besserung des Geschäfts- Sanges erkennem Die Konzernwerke sind ebenfalls zufriedenstellend eschäftigt. Auch hier sind die Aussichten für die Zukunft nicht un- günstig zu beurteilen.— Diesem glanzvollen Lagebericht ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Wie gemeldet wird, hat die zum Krupp-Konzern gehörende Germaniowerft in Kiel von der Standard-Oil-Co. einen Auf- trag für«in Tankmotorschiff von 13 WM) Tonnen Tragfähigkeit er- halten. Die Germaniawerst hat bereits vor zwei Jahren fünf Tank- schiffe für die Standard-Oil-Co. geliefert. Der Kampf um ücn Kalitrust. Scharfe Oppofilion des Salzdetfurlh-Konzerns. Der Veröffentlichung der Jahresberichte und den Generaloer- fammlungen des Aschersleben-Salzdetfurth-Wester- egeln- Konzerns wurde diesmal von der Oeffentlichkeit mit um so größerem Interesse entgegengesehen, als bei dieser Gelegen- hcit die über einen künftigen K a l i t r u st bestellenden Erwartun- gen eine gewisse Klärung erfahren mußten. Die Stellungnahme der Konzernverwaltung gegen die neuer. dings vom Leiter des Burbach-Konzerns, dem General- direktor Körte, vertretene Vertrustungsidee ist t r u st f e i n d l i ch. Nach ihrer Meinung fallen für die Kaliindustrie alle Voraussetzungen, die z. B. in der Stahlindustrie eine Vertrustung nötig machten, fort, da die im Mittelpunkt des Truflintereifes stehenden Fragen der Rationalisierung der Betriebe, Spezialisierung der Produktion und Abschlusics internationaler Vereinbarungen mit ausländischen Kali- produzemen bereits ihre Lösung gefunden hätten. Die Betriebs- rationalisierung in der Kaliindustrie sei so weit fort- geschritten, wie in keiner anderen Industrie und kann heute im wesenllichen als beendet angesehen werden. Die S p e �i a l i- s i e r u n g der Produktion ist gleichfalls innerhalb der einzel- »en Konzerne bis zur äußersten Grenze durchgeführt und kann nicht weiter vervollkommnet werden. Durch den Elsäfser Vertrag ist serner die Konkurrenz auf dem Weltmarkt mit Frankreich beseitigt, und was in kommenden Verhandlungen mst Spanien und Polen in derselben Richtung noch vertraglich zu erreichen ist, kann vom Syndikat ebenso gut durchgesührt werden, wie von einem Trust. Die Führer des Konzerns sehen daher hinter den Vertrustungs- tendenzen keine fachlich-wirtschaftlichen Beweggründe, sondern machtpolitische, denen sie sich mit allen Mitteln entgegen- stemmen wollen.___ vierzig Zahre AEG. Am 22. Mai besteht die heutige ATG. 40 Jahre, nachdem die damalige„Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität" in die Slllgemeine Eloktrizitäts-Gesollschast umgewandelt worden war. Das Aktienkapital ist im Lause dieser 40 Jahre von 5 auf 156 Millionen Mark erhöht, also verdreißig- facht worden. Ob die Leitung der ZlEG. schon daran gedacht hat, ihre Belegschaften, denen der Konzern zum besten Teil seinen Auischwung verdankt, zum 40jährigen Jubiläum mit einer Lohn- und Gehaltserhöhung zu überraschen? Fcrngasprojekte auch In Holland. Wie aus Amsterdam gemel- det wird, geht die Direktion der Holländischen Staats- bergwerke mit dem Plan um. in Holland die Ferngasoersor- gung der Gemeinden durchzufichren. Die Dsrsorgungspläne für sieben Jahre find sertiggestellt. Zunächst soll eine große Anzahl von Gemeinden in Südlimburg, also im eigentlichen Kohl«- gebiet, durch eine Zentrole mit Gas verforgt werden. Es handelt sich also zunächst um Pläne, die ähnlich wie im Ruhrgebiet auf die nähere Umgebung der Zechen beschränkt bleiben. Schriilmacher eine» Feinblechvecbandes. Zwischen dem Hoesch- konzern und der Firma Wolf Netter u. Jacobi ist für das Gebiet der Erzeugung und Verarbeitung von Feinblechen und den Absatz ihrer Erzeugnisse eine Interessengemeinschaft zustandegekoininen. Aus den Zwecken der Interessengemeinschaft ist neben den üblichen Vereinbarungen über den Austausch von Erfahrungen das Zu- sammengehen im Falle der Bildung ein es Feinblech- Verbandes besonders wichtig. Dieser Verband sollte schon lange gegründet werden. Die Gründung ist aber nie gelungen. Man wird die Interessengemeinschaft der beiden Konzerne als Schritt- macher für die Kartcllierung der Feinblechindustrie ansehen dürfen, mit der der verarbeitenden Industrie eine neue Verteuerung ihrer Materialien erwachsen wird. Die Mologakonzesslon von Rußland wieder übernommen. In Moskau ist ein Abkommen unterzeichnet worden, das die all- gemeinen Bedingungen für die Uebernahme der Mologakonzcssion durch die russische Regierung festlegt. Die Mologaholzindustrie A.-G. wird danach von den Verpflichtungen des Kon.zessionsoertrages b e- freit. Die Arbeiten für die Bewertung des Konzessionsvermögens werden demnächst aufgenommen. 10 Millionen zur Rakionalisierung des wohnnngsbanes. Der zuständige Ausschuß des Reichstags hat nunmehr in einem Zusatz zu dem Abänderungrgesetz über die Verwendung des 200-Mil- lionen-Kredites des Reiches für den Kleiitwohnungsbau genehmigt, daß das Reichsarbeitemimsteriuni den von ihm ange- forderten Betrag von 10 Millionen Mark zur Förde- rung der Rationalisierung im Wohnungsbau ver- wend.'k. Insbesondere sollen die auf diesem Gebiete von Privat- firmen unternommenen Versuche unterstützt werden, wobei der Typenausschuß des Reichsarbeitsministeriums hinsichtlich der Ver- teilung der Mittel mitwirken soll. Ueber die Einzellftnten der Austeilung dieser Gelder werden in Kürze Richtlinien erlasse» werden. — Vielleicht besteht die Möglichkeit, aus den für die Rationalisierung des Wohnungsbaues bestinimten 10 Millionen gewisse Beträge zur Rationalisierung einiger zuständiger GeHein,- rate in den Ministerien zu verwenden. Tins Ser Partei. Sozialdemokratischer Jurislentag. vi« Vereinigung sozialdemokratischer Juristen beruft eine Ksnferenz parteigenössischer Juristen zum S o n n t a g. 22. Mai, nach Kiel ein. Es soll eine eingehende Aussprache stattfinden über die beiden wichtigsten Rechtsfragen des Tages: den Entwurf eines ollgemeinen Strafgesetzbuches und den Entwurf einer Strafvollzuqsordnung. Das Referat wird für den ersten Gegenstand der Beratung Genosse Dr. O b o r n i k e r, Berlin halten, für den zweiten der Genosse Dr. Siegfried R o s e n f e l d, Berlin. Außerdem wird Genosse Arnold E i s l e r, Mitglied des Nationalrats in Wien, über die Angleichung des österreichischen und deutschen Strafrechts sprechen. Bei der Wichtigkeit der Deratungsgegenstände und dem zeitlichen Zusammenfallen dieser Konferenz mit dem Parteitag hofft die Ber- einigling auf zahlreiche Beteiligung. Im Austrage der Vereinigung sozialdemokratischer Juristen gibt Landgerichtsrot Ernst Rüben(verantwortlicher Redakteur Rechtsanwalt Dr. Curt Rosenberg(Berlin), eine Zeitschrift„Recht und Sozialismus" heraus. Diese enthält in ihrer soeben erschienenen Nr. 2 aus Anlaß des Kieler Parteiiages und der ihm vorausgehenden Strafrechtskonferenz die Leitsätze für die S t r o f r e ch t s r« f o r m von Rechtsanwalt Dr. Oborniker, Berlin, und kür die Reform des Strafvollzugs von Ministerialrat Dr. Siegfried Rosenfeld. Die Zeitschrift erscheint in unregelmäßiger Folge und ist durch die Geschäftsstelle der Vereinigung, Berlin W S. Köthener Str. 17 zu beziehen. Sozialistische flrbeiterjugenü Hroß-Serlm. Achtaiiz, SafTietcr! Die ausstchendc» April-Slbrechnunzcn müssen umgehend heute oou 5—7 Uhr vorgenommen Iverden. heukch Areilag, 20. Alai, abends 7'.� Uhr: Moabit II: Jugendheim Schule Stcphanplotz. Vortrag.„Resorarlleidung.�— Nordosten II: Jugendheim Danrigcr Str. ei.„Wie kam ich zur SA?.?"— Sencscldcr-viertel: Jugendheim Donj'ger Str. 23.„Unltt Parteiprogramm."— Deihenic«: Iug.'ndhcim Parkstr. 36 Lichtbitdrrvortrag:„ScfucUc Frage", I. Teil.— Stralauer Biertcl: Zuqcndhelm Coßlcrstr. 61. Arbeitordichter und ihre Werte.— Warsckaner Viertel: Jugendheim Litauer Str. 1».„Lohnarbeit und Kapital."— Sharloticaburg: Jugendheim Ziolincnstr. t ,�Zugendlchust und Iugendrecht."— Lalensce: Jugendheim Schule �oachim-Fnedrich-Str. 35,36. „Außenpolitik und Völkerbund"— Brih: Jugendheim Rathaus, Shausseestr, 48. „Unsere Vorkämoscr."— Laumschulcnmcg: Jugendheim Eruststr. 16.„Bcrusz- schuli'ragen."— Tegel: Jugendheim Vahnhofstr. lö, Glahbrenncr. Abend. Wcrbebezlrk Wcdding: Schulaula Erunthaler Str. 4 5 Filmabend:„M.t dem Kurhelkasten um die Erde." Werbebezirk Krcnzberg: Jugendheim Lindenstc. 3. Funktionärkursus und Sitzung des Kreiswandcrausichusses. Wrrbrbrzirk Schäarberg: Jugendheim Hauptstr. 15. Derbebczlrksdelegicrten- konserenz. Morgen, Sonnabend. 21. Mai: Mädclarbeitagemeiusibast West: Trcfspunkt 3»m Wochenendkursus abends ZIZ Uhr am Bahnhof Charlotlcnburg oder 8 Uhr Potsdamer Borortdahnhof, Bahnsteig. Lichte« bcrg-Ritte,-Rord»ob-West: Tresspunkt zur Fahrt nach Uetzdorf 6 Uhr Stralau-Rummclsburg. Mustlinstrumcnte mitbringen. vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rot-Gold" GeschZstsstrll»: Berlin S 14. Sebostianstr. 3768. fiaf? Tr. Freitag, iO. Mai? Tiergarten: Radfahrerabteilung 8 Uhr bei«rüm- �. per. Fiensburaer Str. 3, Prenzlauer Berg: Arnswalder Platz 8 Uhr Werneuchcnrr Schloß, Elbinger Ecke Wrrneuchener Straße. Lumannplatz 8 Uhr bei Pohst. Lnchener Ecke Staraardcr Straße. Fricdrtchshain: 7. Srktlon 7U Uhr Scki onssitzung bei Rostin, Memrler Etroße. Pankow sjtrcis): 8 Uhr wichtig« ssiisammcnkunft Turnhalle Wallankftr. 13l. Kameraden, die nach Ebcrswaldc mitsahren, melden(ich bis 20. Mai unter Abgabe des Fahrgeldes<2 M.) bei den Kamcradschastsfllhrcrn. Jeden Freitag während der Sommermonate ab 6 Uhr Andreas-Hoser-Sportplotz all« Sportler zum Ucbcn.— So»«ab«ud, 21. Mal: Winiersportabteilung: Ab 5 Uhr Uebungslaufen im Schnerpalast.— Sonntag, 22. Mai: Mitte(fliria); U8 Uhr Arbeitsdienst Sportplatz Karlshorst. Psingstfahrer de, Kreises nach Febdenick: Kameraden melden umgehend bei ihren Kameradschastsführcrn, mit wieoiel Angehörigen sie iich daran beteilig'n. --' Halens«», Alles . Köpenick ahne MI___ Margen» 76! und 864 Uhr Abfahrt vom KIcinbahnhof Reinickendori-Rosenthal nach Schildow, Echlltzenhaus. Radfahrer 3 Uhr Evartplatz Rosenthal, Hauptstraße. Hennig-dors: Pflichtoeranstaltnng Radsahrerabtctlung. Werbelahrt„Rund um den Krämer." Abfahrt i2>.> Uhr oom Vereinsheim. Mahlsdors: Fahnenweihe. Anfang 2 Uhr, Abmarsch LZZ Uhr?»m Festnlatz. Um rege Beteiligung aller aktiven und passiven Kameraden wird gebeten. Nostsche» Randolinenoröbester ISIS. Straße 14, Restaurant Schentkck. Freitag, 20. Mai, 8 Uhr, Crossener Freie Verrinigung»an Sternfreunben, Berlin. Versammlung Sonnabend, 21. Mai, 8 Uhr, beim Vorsttzenden. Schuldireltor Freund, Halensee, Westfälische Straße 27-, 1 Tr. Vortrag:.Sterncnwcltmessnng durch Feit und Raum." Beobachtungen am Teleskop. Gäste nach Anrus lUhland 8623) willkommen. Arbeitcr-Samariterbnub. V. Kolonne Reinickendorf: Montag, 23. Mai, Vi Uhr, Mitgliederversammlung im Volkshaus, Relnickcndorf-West, Scharn- «ederstr, 114._ Detterbericht der öfientlichrn Detlerdievstsselle für Berlin»nd llmqegevd. (Rachdr. vei b.) Trocken urd»tfinltch heiter, nacht« kühl, ssln den Btiltno?- stundcn mStzig wnirn— Jür ve> Isäiland: üra Süden noch etwa» Neigung zu Niedeitchtägen. jonsl bewölkt bis heiter, aber trocken. Tempa- raluren ziemlich unverändert. übergibt man nur dem Nachweis de, Deutlch-n Musskerverbande». Berlin. Kom- mandantrnstr. 63.64. Dönhoff 3277-78. veichäilszrit 6—5. Sonnlag, 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Prrtreterdcstlch. - fvester ! I-iatttpiele - 0l«. Ltsstz-skester Opernhnus a. Platz d.Republ. ?'/»: Die verkaufie Braut Schauspielhaus 7,/9 Uhr: Der Wildschütz Schiller-Theater 8 Uhr: Musik. »!M Opei Charlottenburü 7 Uhr; Der Prophet Abonn.-Turnus II Karanarspült Norden 10334—37 Si', Uhr. Ende 10 U Dydierpötti Efbeii Nollendori 736» 8 Uhr Charlie RivclTrio und weitere Vartfie- Sen�ailoncnl SonoabteOi». lnolpp 3 Vorstellungen 3-« und 8 Uhr, 3" zu ermätzlgt Preisend. ganze Programm VoDks büh ne thcatei im Bülowpiati 8 Uhr Ein Somciornakiitstrainii. Morgen 8 Uhr; Ein Sommeraachtstracm. Th. im SdljffIlaoeniMim 8 Uhr- Jan der iVunderbare IKomische Operl Allabendlich 8'/, Uhr: die neue gr. James-Klein-Revuel mit dem Titel Isgrcttövcraolcntfl Die Revoe der rerhotenen Uiderndiaftin! |Ucb-r 200 Milw. x 8 Balletts.! J Vorverkauf a.d. Theaterk ablflü. qn'ioiertr j — E RIK CHARELX BIUNÖt:■ llfred Braun, Lnele Hannhdm> 0. Bcndow, Westermelcr, Kupfer u. i. Ctro�ei Schauspielhaas GeatsdiesMer Norden 10334—37 4 U. Ende II U Der Arzt am SdicldeweS Die Komödie MsmsrCK 2414. 751« 30 8 Uhr; DiaSdulH.Dzuadi Homoaiennaas Norden 6304 8 Uhr Theo madil alles t 8ose-7heater 8'/, Uhr: Der Vetler aus Dingsda Walhalla- Theater Welnbergswee 20 Tidlch abends 8S Uhr bis mit Sonnta; WerbevorsieSlungen Parkett; anstatt 4 M. nur 60 Pfennig! Sie von der Siebe leben! Akt I: Das Geständnis. 2; Wie ich zur Dirne ward. 3: Das Haus der Laster. 4; Vom Leben getötet. Eintritt für Jugendliche»erboten! Wohl selten ist einer Frau ein Blick in d-Oehcimnissed Bordcllebens gestattet IIa Jitinun III nniilld», tis I inltrcs an'! Släi :i talaft. lahiu laitr«ine: Slaitu«ntatt 4 Mark für Parkett nur 60 Pienalget w$di.IeUzaIUiing Eies. Herren- u. Damenmoden fertig und nach Maft zu nufiergcwölmlicli billigen Preisen Garantie(.guten Sita B.gute Verarbeitung Julius Fabian MaBschneiderel, Große Frankforter Str. 37 Kein Laden! Nurll.Etagel Bilt, genau aal StraBe und Hausnummer sa achten III Freitag, den 20. Mai nachm. 3 Uhr CASINO-THEATER 8 Pimpslhuber der Millionen-Erbe 2rm..: Der Feblfrltt einer frao. Gutschein: Faut. 1 Mk.. Sessel 1.50 Mk Reichshallen-Theater Allabendlich 8 Uhr; Stettiner Sänger (Meyael, Brlnon, Stcldl usw.) . Das wunderbare Wai-Pfogr.! Dönhoff-Bretfii Varisti, Konzert, Tanz z enkral- Theafer Täglich 8'. Uhr Die Welle Lustspiel von Carl Sloboda Olaf. 0 Uhr t*™ ]"¥' tllcnSle; | Kar um Zeil 1 ] Ben)(ur D Kein Filmt lltklWirllidik., in. tBhrtilWdinul Theater des Westens Heule 8 Uhr; (Erstaufführung) Heinrich Heines erste Liebe Bteft; Will. llBdimHn. UtklRnlrn. Sedllti. Uetn, Hindi. Sommcrpr. 1—8 M. Luslspielhaus 8>, Uhr; Babbj's lebte Dadit tdinuis. Iligto, Ji.lmnni fe.'roDol» Event Täglich 8 Uhr: ZirkiisDiinzeHiD luana-Tvesier 8 Uhr Wenn der junge Wein blüht Wa II Vier- Theater 8''4 Uhr: Der Lustsplelerfolg AnlderSonnenselle Quedlinburg' die alte schöne Stadt Kostenloss Auakuntt d. Vorkehraamt. Tbealer am Hottb. Tor Kottb. Str. 6 TägLSUhr: tirollcs Oebirmhiiip Programm I lOOOM.Betohnuna 24 Wer sind die Drei 77? Am Monnnbond, den 21- Uftl 1927. Imllen hielt sMiirlien 6 nn lofiotiNi? nnng setzt ist. Alle Berliner norden litermlt nnl erfordert, die drei Personen zn naohen« Der Nfeehbrlef(die Much. knrtc) airil an» fionnaben«! nncli- mittae 4 Uhr erlassen und|e«len> Besacher am Rlnc:aiisraus?eliändiRt Die Stieliknrte roitrt.fr?HX. 59'64-29-90-100 M usw. Bequeme Ulochetfa. Monatsraten/ Katalog auf Waructi gratis Mifa- Fabrikverkaufstellen: Berlin NW 7, Schifthauerdamm t. Leiter: Erich Aherger.» Berlin-Neukölln, Frlcdelstr. Z7, Leiter: Erich Aberger. Berlin O 34, Petersburger Straße 3, Letter; Carl UJbn.• Bln.- Charlotten- bürg, Tauroggener Straße 12. Leiter. Paul Charlet» Bln.-Charlotten- burg, Kaiserin-Augusta- Allee 44, Leiter; Paul Charlet. Bln.-Pankow, SchToßstraße 18, Leiter: M. Oolie.» Berlin SW 61. Belle-Alliance-Str. 6, Leiter; Filiale Berlin.» Berlin SW 68, Alexandrlnenstraße 15, Leiter; M. Thamme.» Bln.-Schöneberg. Barbarossastraße 42, Leiter: F. Tybus. Spandau, Potsdamer Straße 1a, Leiter: Herbert Schröter. In btidenTandcmrznncn Dresden, IS. MaH927 SiCffGI*» Buschonhaqen- Frankenstein aaf Mifa wl �addatz Z€9 \BQr>Jin Leipziaen Str. 122-125, Freitag 20. Mai:H27 Unterhaltung unö ÄVissen Seiloge öes vorwärts der Schulaufsatz. Don Karl Ettlinger, München. Fritz, das achtjährige Söhnchen des Schriftstellers, saß vor seinen Schulaufgaben und kaut« am Federhalter. Durch die offene Tür sah er in Vaters Schreibzimmer; da faß Papa und kaute gleich» falls am Federhalter. „Du, Papa?" „Fritz, man spricht nicht durch die Türe! Wenn du etwas willst. so komme herüber!" „Du. Papa?" wiederholte Fritz am Schreibtisch des Schrift- stellers. „?!a, was ist denn, mein Iunge?� „Du kannst wohl nicht mehr weiter, Papa?" Ein belustigter Seufzer.„Jawohl, ich weiß nicht mehr weiter. Di» mal wieder in meine(Sedankensackgasse geraten. Ich sitze fest." „Ich auch, Papa." Wie bekümmert das klang! Ja. ja. Kinder haben furchtbare Sorgen!„Soll ich dir helfen, mein Junge?" „Ich weiß nicht, ob du dos kannst, Papa." „Was sagst du da. du Frechdachs? Ich Hab« dich wohl lange nicht mehr an den Ohren gezupft? Gleich bringst du mir dein Heft. Wir werden die Aufgabe schon lösen." Fritz brachte sein Heft und der Vater las: » Der Frühling. Wenn der Frühling kommt, ist alles schön. „Aha, deutscher Aussatz!" dachte der Schriftsteller. Und gar kein schweres Thema." Laut sagte er:„Ist das alles, was du über den Frühling weißt?" -La. Papa, mir fällt nichts mehr ein" „Das ist aber stark! Ueoer den Frühling kann man doch ein« ganze Menge schreiben." „Dos Hab ich auch gemeint, Papa! Aber wie ich vor dem Heft saß, wußte ich nichts mehr." „Weil du ein kleiner Esel bist. Laß mir das Hcst da, heute nach Tisch besprechen wir den Aufsatz. Jetzt Hab ich kein« Zeit." Der Schriftsteller beschäftigte sich wieder mit seiner Arbeit. Aber immer wieder lenkte ihn das Aufsahhcft auf dem Schreibtisch ob. Was hatte fein Söhnchen gesagt:„Ich weiß nickst, ob du das kannst, Papa?". Er lächelte. Aus älterem Mund« wäre das eine verteufelt unerfreulich« Kritik gewesen. Aber welcher ernsthast« Kritiker hätte sich einen Zweifel erlaubt, daß er. der berühmte Schriftsteller, den Frühling schildern könne! Hatte er das nicht schon soundso oft getan? Zum Beispiel... �um Beispiel... Er hatte einmal ein Gedicht geschrieben„Der Frühling". Sogar ver- tcnt war's worden. Ein paarmal. Wie ging's doch an? Nun hat des Lenzes sonnenweicher Atem Die Welt, die scheintot träumte, wachgeküßt! Hm!... Was würde der Lehrer wohl sagen, wenn Fritzchen so etwas in seinem Aussatz schriebe? Er würde ihm vermutlich das , Heft um die Ohren schlagen: wach keine solchen Spsüchc, mein Junge! Sprüche??? Don Schriftsteller überrieselte Unbehaglichkeit. Er war immer so stolz gewsten auf dieses Gedicht, besonders auf den Anfang,— richtig.�das Gedicht hatte sogar bei einem Preisausschreiben für das beste Frühlingsgedicht den ersten Preis errungen. Und in dem Schiedsgericht saßen doch lackier anerkannte Größen. Natürlich, das Gedicht war gut. Bloß...„Die Welt, die scheintot träumte"... eigentlich, bei Licht besehen, war es doch ein Schmarren! Keine Spur von Frühling liegt darin! Frühling, Frühling, das ist doch ganz was anderes!„Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, olle!" jawohl, das ist Frühling! Nicht preisgekrönter Frühling, sondern wirtlicher, lebendiger! Hingegen„des Lenzes sannenweicher Zltem"...? Der Schriftsteller mußte über sich selbst lachen. Am Ende hatte Fritzchen recht: Papa konnte keinen Frühling schildern?—— Ohe, das wäre ja noch schöner! Zum Donnerwetter, ich bin doch kein Pfuscher? Ich weiß, was ich kann. Und die Well hat mir's oft genug bestätigt. Was habe ich heute mir? Die Fragx, was er heute hatte, wäre sq einfach zu beantworten gewesen: er prüft« heute zum erstenmal sein Werk nicht mit den Augen der Literatur, sondern mit den Augen eines Kindes. Also mit Dichteraugen. Nun guckte er wieder in da» Aussatzhest. Der Frühling. Wenn der Frühling kommt, ist alles schön. Ist alles"schön— ist alles schön— Mein Junge, das hast du eigentlich ganz ausgezeichnet gesagt! Ist alles schön... ---„Du, Papa." erinnerte ihn nach Tisch sein Sohn,„du wolltest mir doch bei dem Aufsatz helfen?" Wollt« ich auch, ober ich habe mir's überlegt. Ich brauche dir nicht zu helfen, der Aufsatz Ist fertig." Erstaunt blickten ihn zwei große Kmderaugen an.„Och, du--!" „Jawohl, mein Junge! Mein voller Ernst. Gib da» Heft ab. wie es ist. aus meine Verantwortung!" Und als Frigchen für diesen Aussatz die Note„Völlig ungc» nügend' heimbrachte, kaufte ihm sein Dater zur Belohnung ein« große Tafel Schokolade.„Weißt du wofür. Fritzchen? Weil ich soviel aus dem Aufsatz gelernt habe. Ich, nicht du." Papas sind manchmal furchtbar merkwürdig. Das Richterlazarett. bcfck üolciikein Kwnk fielt Lqfck Scbwiegert Xnnkheit cimtui.'- SerwtipMsiiJent Fliedner HMnWieit; OUdnun,- O ü Ö �anägerichtsöirektor �oewenthal, öer Vorsitzende des Schröder- Haas-prozesies in Magdeburg, wurde gemaßregelt. Er hatte den Wink eines Gbersiaatsanwalts, sich vor dem Prozeß krank zu melden und dadurch deu Vorsitz einem„genehmeren" Richter zuzuschieben, unbeachtet gelassen. Um ähnlichen Vorkommnissen vorzubeugen, plant Sie Justizverwaltung die Einrichtung eines Richter- lazaretts, in dem unerwünschte Strafkammer- und Senatsvorsitzende vor Senfationsprozessen unentgeltliche Aufnahme findet». Der verpönte Nasenring. Die Welt verliert immer mehr von ihrer Buntheit. Der Mensch der europäisch-amerikanischen Zivilisation und der Exote kommen da- bei einander aus halbem Wege entgegen. Während sich der Kultur- mensch der alten und der neuen Welt heiß bemüht. Neger- und Indianertänze zu erlernen, bekundet der Exote nicht geringeren Eiser. sich einer Eigentümlichkeitmoch der anderen zu entledigen, um die vor- geschriebene Zioilisationsunisorm anzuziehen. So sehr der Romantiker diese Entwicklung beklagen mag, so wenig kann man leugnen, daß die Preisgabe solcher nationaler Gewohnheiten auch ihre guten Seilen hat. Die französisch« Regierung hat auf Borschloq des Kolonial. Ministers und des Äriegsministers die freiwilligen Verstümmelungen, die bei vielen eingeborenen Stämmen in den sranzösischen Kolonien üblich sind, unter schwere Strafe gestellt.- Besonder» haben die Frauen in Französisch-Kongo und in Französisch-Westasrika unter diesen Deformationen zu leiden, wobei allerdings gesagt werden muß, daß sie sich den damit verbundenen Qualen mit der gleichen Selbst- Verständlichkeit, unterziehen, mit der auch bei uns die Gesetz« der Mode befolgt werden. Bisher hatten sich Missionare und Kolonialbeamt« immer wieder bemüht, durch Ratschläge und Drohungen den Schön- heitsbegriff der Eingeborenen zu ändern; aber der Erfolg ist aus- geblieben. Die Regierung hat deshalb jetzt eine Verordnung erlösten. die derartige Verstümmelungen künftig mit empfindlichen Gefängnis- strafen zwischen zwei"und fünf Iahren ahndet. Eltern, die ihre Kinder, alter Gewohnheit getreu, verstümmeln» haben schwere Zucht» hausstrasen zu gewärtigen. Die Körperdeformation ist unter den Naturvölkern weit ver- breitet. Sie haben aber keinesfalls den Kuriositätswert, den ihnen der oberflächliche Betrachter zuerkennen möchte. Auch in zivilisierten Regionen haben sich noch Ueberreste dieser Barbarei wider den Körper erhalten, und so mancher Damenschuh erinnert an die große Ber- gangenheit der Wespentaille und ähnlichen Modewahnsinns. Auch die Exoten haben ihren Modegeschmack und ihren Schönheitsbegrisf; wir werden uns nicht in allen Fällen tzas Recht anmäßen können, uns darüber lustig zu machen, wo wii>uns noch nicht einmal im eigenen Haus etwa über Zweckmäßigkeit oder Unwert, Schönheit oder Häus- lichkeit des Bubikopfes einig werden können. Die Körperdeforma- tionen, die in den verschiedensten Formen austreten, sind in der ganzen Welt, in gemäßigter Form auch bei Kulturvölkern, anzu- treffen. Die verkrüppelten Füße der Chinesin verschwinden ja dank den Einflüssen moderner hygienischer Idee allmählich von der Bild- fläche. Andere Kulluroölter, wie z. B. die Bewohner des alten Peru und verschiedene Mayastämm«, gaben durch entsprechende Behand- lung dem Schädel des neugeborenen Kindes eine einem Turbai� ähnliche Form, indem ste den Kopf des Säuglings fest einschnürten. Auch bei weniger zivilisierten Völkern trifft man die scheußliche Mode, die einen der edelsten Körperteile verunstaltet, noch heute an. Man bindet dem Kind ein Brett auf Stirn oder Hinterhaupt, um der ge- wünschten Stelle des Hauptes ein« platte Form zu oerleihen. So werden, nach den Angaben eines bekannten Berliner Ethnologen, des Unioersitätsprofestors Max Schmidt, an der Südküste von Neu- Pommern und auf den Neuen Hobriden die Köpfe zu hohen, turban- ortigen Formen gepreßt. Die häufigste Form der Körperverunstaltung betrisft das Gesicht. Sämtliche Teile: Nase, Ohren, Lippeü und Wongen, werden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Recht jchmerzhast ist das Anbringen von Lippeistcheiben oder Lippenpflöckchcn in der liurchbohrten Ober- oder Unterlippe. Gerade diese Gewohnheit ist besonders weit verbreitet, man trifft ste sowohl in Südamerika wie in den afrikanischen Kolonien, besonders bei Stämmen in der Sahara und im wesllichcn Sudan an, wo ste sich in geradezu grotesken Formen äußert. Mit der Zeit wird da, Loch in der Lippe allmählich zu einer solchen Größe erweitert, daß nur noch ein schmaler Lippenrand um eine große stäche Scheibe herumliegt, oder daß etwa eine Lippe wie ein long-t gezogener Bogelschnabel au» dem Gesicht herausragt. Auch die Ohr- pflöcke von ungeheurem Ausmaß trifft man an. Einige Volker haben diese Absonderlichkeit so„vervollkommnet", daß sie den Rand des Ohr- läppchen» über den ganzen Kopf hinüberziehen können. Da mutet die Durchbohrung der Nasenflügel und der Nasenscheidewand fast noch harmlos an! Aber welche Orgien feiert die eitle Putzsucht gerade an dem Riechorgan! Da werden Ringe. Schmnckscheiben von oft recht ansehnlicher Gräße und Gewicht, Federn und Schmuck, Stäbchen und Zähne angebracht. Was mag der Gehorsam der Mode gegenüber auch jbei diesen Völkern an persönlichen Opfer» und Geduld verlangen! Bielleicht lacht man dorx ebenso über die Kleidung des europäischen Mannes, die ja auch nicht das Ideal der Zweckmäßigkeit ist. Wir müssen also solche Geschmackseinrichtungen schon verstehen. Weniger ist diese Nachsicht allerdings einigen Stämmen in Australien und der Südsee gegenüber angebracht, die ihre» Neugeborenen die Nasenbeine gewaltsam eindrücken, um den von Natur aus flachen Nasenrücken noch flacher erscheinen zu lassen. Auch die Zähne bleiben bei dieser„Berschönerungssuchl" nicht verschont. Es gibt Völker, die bestimmt« Vordcrzähne ausschlagen oder ste spitz feilen, um dadurch einen gewissen Schönheitseffekt erzielen. Aber nicht nur Zähne werden ausgeschlagen, sondern, wl« dies bei afrikanischen und pazifischen Stämmen der Fall ist, Finger und Zehen abgehackt, verständlicher mutet die Gewohnheit auf Neuguinea an, bestimmte Körperteile, so besonders die Taill«. zu pressen; ober auch Arme und Beine werden in feste Binden gelegt, und dadurch empfindlich eingeschnürt. Di« geschnürte Taille— Rindengürtel dienen hier als Korsett— ist übrigens nicht so sehr eine Gewohnheit des schönen, wie vielmehr des starken Geschlechts. Hier- her gehören auch die verschiedenen Arten der sog. Narbentätowierung. wobei die Haut mit Nadeln oder besonderen Instrumenten punktiert wird und Farbstoffe unter die Epidermis gebracht werden, sodaß aus diese Weis« ganze Ornament« aus dem Rücken der schönen Kongo- Negerin hervorgezaubert werden. Der Einfluß des Europäers in den kolonisierten Gebieten ist nicht immer ein Segen gewesen. Von dem Verbot der Körperdeformationen wird man das Gegenteil sagen können. Und wenn der Ring durch die Nase verschwindet, so wird die Welt zwar um ein« Kuriosität ärmer sein, aber die Betroffenen werden erkennen, daß damit ihrem Körper ein Gefallen erwiesen wird. Ob auch der Schönheit, wird vielleicht bestritten werden— über den Geschmack läßt sich streiten. Oer Stahl üer Urmenschen. Das Interesse für die Urgeschichte des Menschen wird infolge der umfangreichen Entdeckungen der lchten Zeit immer größer, und wir bewundern die verhältnismäßige Höhe der Kultur, die er schon in diesen Ansängen menschlicher Kiiliur erreicht hott«. Eine solche Kultur wäre aber dem vorgeschichtlichen Menschen nicht möglich gewesen, wenn er nicht bereis einen ausgezeichneten Stoff sür seine Werkzeuge besessen hätte, nämlich den F e u e r st e i n, der der ganzen Periode der Steinzeit seinen Stempel aufgeprägt hat. Mit gutem Recht nennt daher der englische Prähistoriker I- Reid Moir in emem Aussatz des Scientific Ämcrican den Feuerstein den Stahl des Urmenschen und hebt seine vortreffliche Eignung für Werkzeuge hervor, da er die sünshärteste Substanz der Natur ist und sich dabei leicht bearbeiten läßt. Nur da, wo sich m den geologische» Schichten der Feuerstein fand, ist der Mensch der Urzeit zu einer höheren Lebensform emporgediehen. Der Feuerstein rvar ihm so notwendig und wichtig, wie uns Kohle und Eisen, und er unter- nahm die größten Anstrengungen, um die beste Art des Feuersteins zu gewinnen und sich mit ihr reichlich zu versorgen. Das zeigt ein Studium der vorgeschichtlichen Berg- werke, wie sie besonders in England und Frankreich aber auch in anderen Teilen Europas entdeckt' worden sind. Zu Grimes Graoes im nördlichen Susfolk umfassen die Bergwerke einen Raum von 8 Hektar und gehen bis zu einer Ties« von 30 Fuß herab. Die Auegrabung so' tiefer Schächte war notwendig, um in den Kalkschichten den besten Feuerstein zu finden. Die vorgeschichtliche» Bergleute kümmerten sich nicht um die Feuersteinschichten, deren Güte ihnen nicht genügte, sondern drangen in seitlichen Galerien, die sie nach allen Richtungen in den Stein trieben, bis zu den Sttllen vor, an denen sich der beste und sestesle Feuerstein fand. Wenn man bedenkt/ daß sie dabei mit Werkzeugen arbeiteten, w e Schaufeln aus flachen Knochen und Hocken aus den Geweihen von Renntiercn, so begreift man die Schwierigkeit ünd Größe des Unternehmen«. Diese Urmenschen waren bereit» erfahrene Berg- leut«, une sich aus der überaus geschickten Anlegung ihrer Schächte ergibt. Zu Prossgny-lc-Grond in Frankreich war der Urmensch auf eine F«uersteinschicht gestoßen, die eine besondere Honifsarbe zeigte und sich für Werkzeuge vortrefflich eignet«. Diese Feuer- steine von Prosigny sind weit cntsernt von ihrem Fundort in Eng- land und auch sonst ausgegraben worden, und auch der Feiierstehi von Grimes Graves findet sich in Werkzeugen, die an Fundstätten de» Kontinents zutage kamen. Der vorgeschichtliche Mensch, der in den Tälern des Rheins lebte, benutzte Werkzeug«, deren Feuerstein aus den englischen Bergwerken stammte. Wir müssen also an- nehmen, daß dieser„Stahl der Vorzeit" bereits als Handelsgegen- stand weithin verbreitet wurde. Die Nachtigall als Grammophonprimadonna. Es ist ein« seit- same Erscheinung, daß das nüchterne Volt der Engländer für ge- misse sentimentale Genüsse große Summen zu. opfern bereit ist. Man erinnert sich noch, daß im vorigen Jahr der Gesang einer Rachtigall als besondere Sensation im Londoner Rundsunkprogramm erschien; wenn man jetzt mit großen Kosten bemüht ist, die Sing- stimmen der in Freiheit lebenden Nachtigallen aus die Grammophon- platte zu bannen, so dürfte allerdings weniger die Schönheit des Vogelgesanges die Anteilnahme großer Bolksmassen erwecken als vielmehr da» technisch-sportliche Interesse an der Ausführbarkeit eines so schwierigen Unternehmens. Eine Schallplattengesellschaft hat 10 000 Pfund für den Bau einer luxuriösen Falle ausgegeben, in der nichts weiter eingefangcn werden soll als der Gesang der Nachtigallen. Der Apparat besteht aus einem vollständigen ÄusnaHmeraum für Schallptatren, der aus einem mächtigen Automobilchassis montiert ist, und der in kürzester Zeil deiz Standort wechseln kann. Mrs. Beatrice Harrison, die schon im vorigen Jahr bei den Radiovorsührungen der Nachtigallprimadonnen mitgewirkt hat, begleitet die Bogel- stimmenjäger, um durch ein weiches Cellospiel die Nachtigallen zum Gesang zu reizen. Die Expedition in die englischen Wälder war bisher von vollem Erfolg begleitet; wahrend es am hellen Tage gelang, drei Nachtigallen aufzunehmen, die sich mit den Stimmen anderer Singvögel zu einem Chor vereinigten, konnte man in einer hellen Mondnacht ein klares Nachtigallensolo von besonderer Schön- heit auf der Wachsplatte festhalten, von der nun«ine große Zahl von Grammophonplatten hergestellt werden soll. Es war aber in der Dunkelheit sehr schwierig, das Mikrophon so dicht an die scheuen Sänger heranzubringen, daß die Aufnahmen mit genügender Deut- lichkeit erfolgen konnten. Man hat außerdem die Beobachtung ge- macht, daß bestimmte unmelodische Töne die singenden Nachtigallen dadurch reizten, ihren Gesang anhaltender ertöven zu lassen. Kottbuser Damm Drunnenstrasse iiinmiiNuuMuitiiiMiiniitiiiiiMiifMii I UM t III II IUI II Mit HIHI II Hill II IUI il 11� | Fleisch, Wurstwaren, Kolonlaiwaren, Käse, i Konserven und Fette sind auch in unserer Filiale 1 | Chausseestrasse erhältlich| «imMiiMiiiiiiiMMiiiiiMiiiitiiitiimiimi|MiiiMmiiiiiiiiiiMiimiiiiniiiiiiiMiMMiiiMiimiiiiniiiiiMin~ I Leipziger Str.* Alexanderplatz* Frankfurter Allee* Andreasstr.* Brunnenstr.* Belle-Aliiance-Str.* Kottbuser Damm Mengenabgabe vofbehalten Blukarttkel Auszugniem 5b~ 1" Auszugmelil Pf3o, Z7pf. Kartoffelineh]pf.nd30pi. Haispuder....PAuidZSpi U/eizenpuder pf.nd 4Zpt. Sultaninen Pfd. 50 u.75p(. Rosinen........ p�d 60?,. Korinthen..... p�d 60« Handelio...... p,.nd 70« RoHosschnitzelpM. 65« Zitronat......... p�d l50 Handeln sfisse... ktllvä r Pfiauraen b0B1ÄZ8« BackohstFfln"Ä45pf. ßonjiHHMH' Vi Dose Kohlrabi im s«im«wb...42p) Spinal.................. 48pi ]g. Erbsen n«Mctii.K Gem. Gemüse miuei... I05 Gem. Gemüse..... l45 Gem. Gemüse....... 75« Pfeflerlinge............ 88pi Pflaumen a. stein«, pfd.90pi Kürbis.................. 65p, Preiselbeeren.......... I10 Aprikosen>/, Pra°iit....t� Pfirsiche«/.Fruciit........ I45 Erdbeeren............... 1M Ananas................... I60 Frisches Fleisch miiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimiuiiim Berliner Sclilachthauswarc 155 Pa. ttbvebiesctiM'en........ Pinnd 86pi. Pb. icbvetDSSctmlterblatt.... ptnnd 86pi. Pa. Scbveioebancb.......... Pfand SS« Pa, Schweinekamm n. Schuft.....«und 1,10 Pa. Kassier-Kamm,-Speer,-Schall pmnd 1,16 Pa. Uesen....................«and 76« Pa.BMeiltellbr*tferüg....... Pfand 78« Pa. Eisbein m. Spitzbein mild g«p. Pid. 54p,. Pa.Snppeiilli'lZch............. pmnd 72Pt. Pa. Schmorfleisch Keul(,o.Knoeben,Pfd. 1,18 Pa. Bonladen................... Pfand 1.28 Pa. Bammellleiscta iDisk« Rippe), Pfand 98Pf. Pa.ScbabeDeisch...............«und 1,20 Pa. Gehacktes.................. Pfund 78« Pa. Gulasch....................«und 84«. Pa. Ochsenhacken.............«und 50« Kalhskamm.................. Pfund 80« Kalhsnierenhrnten............. pmnd 88« Kalbskeulen d>- 1 pii ict»»,-Blatt pm. 94et. Schweinenieren............... pmnd 88p,. Rindericher................... pmnd 90« BindertalO selbst aasgelassen..«nnd 50?,. Gesvievvleiieh imiiiiiiitiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiin Pa' Ochsen-Schmorfleisch o. Rn. pmnd 94?,. Pa. Rinderherzen wie frisch... Pfand 42?,. Pa. Ochsendulasch«. Knochen, Pfand 7ÜPf. Pa. Kuhenler................ Pfand 22«. Pa. Oduen-Soppenlleisdi...... Pfand 48« Pa. RinderlnnRen............. Pfand 28«. Pa. Odisen-Rinderbrnst........ pmnd 58«. Pa. Sckweinekäpfe m Fe„t»icte. pmnd 44?, Kalif. Rlngäpfel pfd.6Sp,. Kalif, Birnen..pmnd 65pl Kalif. Pfirsiche«d.SSp,. unserer Konfitüren-Abteilung: Vdt m lieh-.Vollmilch- Nu*«- � m c und Spelsescbokolade....3 Tatein 1 91 5 Haushalt-Keks...... pmnd 85« In Speiseschokolade... prima Qualität................ Pfund■ Schokoladen-Keks«d. 1,30 Sii'Un' Frühslückskäse stet 12pt Romafour....... stock ISpi. Camembert sann«rin,schti.28pf. Briekäse......... Pfand 4V« Harzerkäse i-Pfd.-Kst 50pl Allg. Stangenkäse piaSOpl Edam. u. Holländ.pid. 7 V« Chesfer.......... pmnd 90pt Steinbusdiervoiif, Pid. 95?,. Tilsifervouiett...... pmnd l05 Margarine pmnd 55. 62« Rinderfeii i-pid-Paket 55pt Kokosfett l-PId.-Tafel 55pl Brafensdimalz«nndSSpt Tafelbuller........ Pfand 1M Teebutter.......... pmnd 1" Dän. Tafelbutter pmnd 2#0 Kaffee lr. p«lr.,?,d.n>» 2,20nn Perlkaffee....«an. 2,30 Malzkaffee i-ptd-PakSOp,. Verkau, soweit Vorrat RhucherheringesicJZ« Flundern.pmnd 40, 55« Seelachs eeriacK, Pfd. 45 p,. Schellfisch ger.«and 35«. Bundaalß...... Banr55p.. Räucherlachs hp.sr ÖisardinenC�t'Z20 ♦Dorsch fff.r/Äe 7«. ♦Rohilau...... pmndl4«. ♦Seelachs......«und 14«. ♦Fischfilet....«nndSO« ♦Rothurs......«und 38« ♦fiefr. Zunder«und 55p, 10 ♦Leh. Karnfcn P�1 * Nor Leipziger Str.. Alezanderplatz, Frankfurter Allee Sülze............ Pmnd 40« Hausm. Leberwurst ph. 1 00 Speck wurst..... pmnd 98« Berliner Mettwurst pm. l00 Mettwurst a.Br.Ait.. Pfund]J0 Fleischwursl....... Pmnd 1M Jagdwurst......... pmnd I2* Hildesheimer....Pfand 1M Knoblauchswurstpmnd 1M Teewurst........... pmndl60 Holsi.Zerv.u.Salami ptd,l 60 Magerer Speck o.B�Pfd.!20 Schinkenspeck...; Pmnd 1 71 Mausschinken....Pfund l95 JungC Tauben frisch geschlachtet..... Stack 75?,. Wolgahühner gefroren................ Plnnd 1 ,1 5 Suppenhühner frisch geschlachtet...Pfund 1 ,20 aniiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiMiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiimiiuiiiiig I Besonders billige Weine.om Faß �.""�1.�' jj Izeihsze dllie mitbringen Ltr. in l.fr. s f Borsdorler ArIGIWGIO.Unsere spezlalroilnng* 50?,. 4,50= Mr. h Mr.§ Z ROtOrfOllSniliSbßBrVßill sau, hervorrag QnalltAt 95 Pt. 4,50 Z | Rolßr Tanafiona............................. 1,50 7,00 Z 1 Malafia lettenas, dunkel......................... 2,00 9,50 1 �iniitiiiiiiifiiiiiiiiiiiniiHiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiniiiiiiniiMniiiriiiiiiiiiriiR; HaushalS&rtikel K8rnSSifB. garantiert rein, Piund 4UPinl0.piund-Bimcr3,75 SchmiarseilB roiigekarnt, garantiert i ein. Pfund 45Pf., 10-Plnnd-Eimer4,2 j Roltmann's Stärke....... v.,-pi und- Karton 23?,. Bestes darantierf reines SeiienpolTor, Marke!, Hertie" Salmiak-Terpentin 13-/»........ S-Piuad-Paket 50?,. Schnitzel 15°/» 2-P,d.-Pkt. 50, 30»/» l-P,d.-Pkt.35Pr. Echte Bielefelder Glanzstärke>/s-«d.-senie> 45p,. Feinste Seitenllocken überleitet, ,or Seide,. Batist und Wolle....'............. I Ptund ItOO Prima Fensterleder....... Stack ILO. 2,25, 3,00 Prima Poliertücher ssxsa em......... stock 20?,. Pa. Scheuertücher extra stark, Stck. 30, 40, 50p,. ßohnertucier gmn................... stock 75« Loofahdnrken.................... stock 15, 20., Impr. Putzlficher f-Metall, Möbel n. Schabe. BL 45 Pf. If-Cohlierwachs l-P,d.-Dose S0pf�?-p,d..vose 1.75 Fiiissides Bohnerwachs... Biec-ü.isi'he...'.liik£«iSO*/, kg 2,15 i kg 3,15 Süherpntzselte....f.............. stock 35, 60 p, SilhenratzpnlTer 25, 30pt.Goddard" 60?, 1.00 Messerpntzschmiriel............. vo°e 35, SO« Pntzwasser Marke Sidol, Geolin 25, 35, iOpr. nsw. Streichhölzer rote Imprägnierte..... Paket 20?,. CjflHiiHfa HU# Q&{1 RadlesdieD....iBnndlO« fihaharber Saiat......... smual....... ...t Pfand 15« .eop.6« Grüne Gurben stock v S5� dS.'f. SUSriBi frisch, Pfand t. 2S an .Pfunde Zitronen...... Dutnend 48pt Amerik. Aepjel pmnd 55pt Bananen....... pmnd 68p, Aplelsinen....spmnd 95pt Elmer ca. 2«and KOfif itÜFC Eimer ca. 2 Pmnd Erdbeer 1,45, Aprikosen 1,45, Kirsch 1,45, Orange 1,15, 3ohannisbeer 1.15, Pflaumen 1,10, Pflaumenmus 1,05 fgiiimiMiimiiiiiiiiiimiiimniiimimraiiiiiimimmiiiminiiiimiimiiiimuiiiiiiimjiimimiiMiiiiMiiimiimiH Mottens®hatxmiitel yoo Kampfer In Tabletten, Paket mit tu Stock 75?,. ..Slobol"......... 1.............. 5 Beutel 70?,. „Hertle"-Mottentafelnstock5Pi,« stock 25pl MO-lm-Pa KleiderschutzhOUen, (irflsse 1 1,80 Grosse II 2,40 Grösse M 3,30 Mouentüten........................ stück 60?,. Naphthalin In Kngeln und Schoppen, P und 25Pf. 1 kg 45P1. 5 kg 2,10 ChIOrOtanPackoh.m.4Beuteln25Pf, 10 Pak 2,25 Chiorotan Motteneier................ Stock 10 Pf. 1 ünfPUaft alkoholfrei, 7% 1 1 Xf|llCllJull naturrein. Hasche 8 Cr Pf., 10 Fl. 1 Hiniheerv Gnlbeer- und joo i75 tu- I Kirschsall 1 1 10«10 Preise ohne Flasche �itniiinniiiiiiimiiniinmiiiiiiiitnnmiiiitiiiiirtiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiinniiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiiiii immwuS oo Gewinnauszug 2. ftlalte 29. Preubilch-Güddeullch« Klagen. Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck oerboleu Auf jede gezogen« Nummer sind zwei gleich höh« Gewinn« gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Rummer in den beiden Ableilimgen I und II 2. Ziehungslag. 19. Mal 1927 In der Bormittagsziehuog wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 Gewinne ,» 60000 W. 76428 2 Gewinne ,u 10000 M. 203478 2 Gewinne»u 3000 M. 268164 6 Gewinne ,n 1 0OS M. 38174 61222 110263 6»-Winne ,n 800 M. 123968 157075 329387 14 Gewinne ,n 500 M. 21807 67213 199347 248888 293449 301397 348377 102 Gewinne ,» 300 M. 3007 4715 10994 16039 25919 26227 36706 3891 I 41281 49480 61416 57631 89726 107148 108732>09025 118428 125022 142617 149460 155296 161302 178561 194148 203736 206018 216862 219589 224170 237941 240862 242694 245555 246947 247473 249702 251083 256431 261532 264712 266226 273244 273776 286108 291239 291273 306618 307149 309068 312226 333434 244«-Winne ,n 180 M. 4263 7807 9691 14906 16770 26692 26898 28643 31030 33872 35821 36214 39320 41945 42837 42849 48816 62091 56993 68756 60356 66429 70332 74189 76895 89250 91247 96345 97000 98956 102803 104095 104600 108618 108644 111746 114207 114366 119577 119739 123800 132119 132537 134837 137611 140625 143710 144742 146522 149969 160314 161674 159529 159859 166594 166616 170089 170362 175278 175697 179661 179965 181641 186698 188589 191758 192236 192610 196124 199969 205565 206665 206148 206320 211855 218076 220158 226094 226316 227682 231679 234130 240512 242559 245871 247045 248067 249508 261217 266061 256172 257498 258314 260722 260848 263566 270983 273614 276711 290873 291794 293640 295094 295397 296614 298566 300985 311441 313230 320880 322974 323458 327322 329216 329677 382223 334640 339706 340760 342904 348670 348869 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über so M gezogen» 2 Gewinne ,n 6000 M. 39387 2 Gewinne m 3000 9t 291969 6 Gewinne ,» 1000 9t 63131 79928 274873 14 Gewinne ,n 800 9t 55096 67212 99573 96939 119318»47280 349748 26 Gewinne ,n 500 9t 42619 79627 135464 142623 159891 170679 201641 221921 235771 254912 288240 317749 348521 104 Gewinne ,n 300 91. 483 13086 21892 38412 42469 64521 62870 74282 76884 82978 86208 88448 90645 95472 97736 100687 115452 118162 129683 130341 131319 134156 160096 164757 171316 177653 197933 205774 206779 210177 213997 214838 223724 224080 224972 237088 246377 260536 262543 265254 267398 268499 271696 275069 298616 300970 302938 304947 331152 337062 338144 340688 296 Gewinne ,u 180 9t. 5329 6925 9113 11906 19379 19486 19579 21108 21519 22411 25816 20078 31778 32235 36266 41870 42190 47395 49005 52235 52504 54394 59588 60033 60113 66910 71146 73541 73849 75728 76532 79820 79876 79997 80148 81787 84390 94197 96204 96342 101702 103717 104282 106610 108637 111261 112281 116262 117598 118327 124629 126981 130766 134114 135654 137459 138627 144823 147580 163433 154064 166501 167278 169784 160363 161090 161124 161327 161599 164299 164539 167386 167835 168762 171 657. 172072 172556 174660 176922 184543 186224 186646 188716 189641 192819 192896 195289 206174 2 07067 211601 214707 214748 219082 220169 220406 221997 227081 228926 232509 233217 233697 235200 236536 238491 246424 240928 269360 260544 261346 281736 286593 286126 266377. 286674 289268 290170 290754 296347 296828 297016 297083 297263 297434 304283 304674 305756 306616 307963 309875 310988 314841 318649 319676 322886 328202 328768 329176 329453 330963 332454 334954 336928 336969 338876 339701 345038 348222 349488 M hfl eilen Menlfelnen, Vis. Magen- und Darmfrämpfen, Erschlaffung, Gicht und Rheumatismus, Nierensteinen, Nierenleiden, Blasensteinen, Blasenkatarrh, Stuhlverstopfung, hämorrhoiden, Zuckerkrankheit, inneren Entzündungen, Nerven- und Herzkrankheiten, Kopsschmerz, Schlaflosigkeit, Schwindel, Grippe, Anschwellungen, Lunaenleiden verfügen wir über wertvolle und viele beglaubigte Dankschreiben, sowie ärztliche Gutachten, die nur der Wirkung des Stern-Engel-Tees zu verdanken sind. läurezersetzungs- uno-ausicheivungs- schützt und nur in Apotheken erhSltlich, wo nicht vorrätg, durch unsere Stern-Engel-Tees sind giftfreie, wirksame Harn' und-ausscheidungS-heilmittel, patentamtlich ge- Berfand-Apotheke zu beziehen. Aerztlich erprobt und empfohlen Prospekte und Beweismaterial gratis durch den Lteru- Eugel- Xtt-Grotzvertrieb, Bad Schaada« Jtenhelr Seltener"Pulvjef itt handlicher Siteuflusche�/ Sichert fpar/amfie Mx Wendung Unseren oer-hrlen Mitgliedern* Karl n. Emma Kistel dt« heezUchsten Glückwünsche «»« Silbeehochzett q Die Genossinnen und Genossen des . 98. u%. Bezirks der SPD. 93. Abt. HWHMHCKKKI MsiMlallaMüMIADil WiHngl MlkWWUdM»ditnng niontag. 23. Plai. abenbs 7 Ahe, Im ertschastshnno. Enge (grabet Saal): Sem »skshano. Engelufer24 2» Branchenversammlung '. Werkzeugmacher. Scharfschleifer und werkzeughärter Lag eearbnung; 1 Unsere Cohn- unb Otcbeitsocrbält- nlsse in der Branche. 2. Disfusston. Branchenangelegenheiten. Milgiledshuch legitimiert Ts Ist Pstlcht aller Kollegen, zu erscheinen _ OleOrlaoertoalfudg a. Elbe l c □ R. 5.- fih. an von ca. 300 Landparzellen. ca. lOOverk. Pa. Qartenbod.20iMin.v.Bahn.Verkäuf. Sonnt u.Dienst j.Restaur.„Zu den drei Linden", dir. am Bahnhof Fredersdorf. InLBleger. Berlin C, Oontardstr. 5., Verkäufe Stek Teilzahlung sofort Kinderwagen, Klavpwagen. Kinderbellen. Melalldeilen. Korbmöbel. Ball Drohe-sranPurler� llroA« 47.' Ceitezwage», Schuhkarren, Dinzelräder, Achsen, ssedern, Sensen, Sicheln. Fa- hrit TtesbcnccflroBe 55. Moritzplatz 12 738.• Hans, Rost« cftrale 71.• »artenschlinche» Cuntml,. billigst. Erstling, Lothringer! selileidutigsztüclip.-ho uirw. wenig getragene Iackellanzllge, teils aus Seide, 18,—, Smoünganzllg», Bauch- anzllge, Taillenmäntel, Paletots, stau- nend billig. Delegenbeilsfäufe in neuer Herreiigarderobe. Leihhaus Rosenlhaler Tor, Linienstraße 203—204, Ecke Rosen. thaler Straße. Keine Lombardware.» wenig getrogene ssrackonzllqe. Smo kinganzllge. Dehrockanzüge. Zackettan züge. Gabardinemäntel, Gummimäntel, Etitawan-Anzllge Taillenmäntel für jede Sfigur passend SpczialifSf: Band). thalerstraße 4. «erleid■ Anziige. ftrofte 105 IUI« erst, Halpern. Etage._ Rosen. hocheleganter DeWKdmfts- Leibbaus Lowick! Brinzen- Selragen« verrengarberobe. Lnezioli. löl Bauchsianren. spottbillig. Roß Dor- wannsiiaße 25/25. früher Mulackstraße.% Boa Kavalieren wenig getragene so� wie neue'T spottbillig Leihhaus Keine Lombarda>are. Serrengarderobc verkaust — Friedrichstraße 2. Anzüge, 18 an, neue unb getragene/ teils auf Seide. Federbetten, Stand 25 an. Leihhaus Reinickendarferstr. WS, Netleibcckplatz._ Kein« Lombardwaren.- verleih von hocheleganten Gesell- schasisanzügen. Rosenihalirstraße 4. Norden«323._* Paten tmatraßen„Primissima". Me. tallbetten, Aufiegemairaßen, Chaise- longues Walter, Siargarderstraße acht- zehn, Spezialgeschäft." Wenig getragene, teil, auf Seid» ge- ardeileie, erstklassige Iackettanzllge. Frack- nzüge, Smotinganzüge, Dehrockanzüge Dabardine-Paleioi», Bauchanzllge, stii sede Figur passend, außerdem hoch elegante neue Darderode, non erstkiasti gen Schneidern geardeiiei, zu staunend billigen Preisen im Leihhaus Lomicki, Prinzen straße 105. eine Treppe. Keine Lombardware. Mow«! Ausfallend dillige Preise nur Möbel- Haus Gottlied, Rilgenerstraße 13. Haupi- geschäst Möbelmagazin Inbalidenstraße nur 131, Haltestelle direkt Stettiuer Bahnhof.__ Ren eröffnet Schlafzimmer, 130 breit. mit vollen Türen, echtem Marmor und Spiegel, komplett 455 Mort. Herren- zimmer mit Lrdermödeln fompiett 235,—. Cß, immer, echt Eiche, 285,—. Anrichte- tiichen, lackiert, mit Linoleum, nur 90,—. Möbelmagazin, Znvalidenstr. 131, Halteftelle Stetttner Bahnhos.- Ren eröffnet. Reue Rußbaum-Piano. Band-Ankleideschränke, 150 breit, mit Faeette-Spiegel, ertra Wäscheadteilung, 128,—. Reue sournierte Ankleibeschränke, ISO breit, mit Spiegel, 105,—. Reue englische Bettstellen mit Patentdoden, dreiteilige Auflagen, komplett 55,—. Chaiselongues 15,—. Rachitische mit Marnlorplatte 15,—. Apotheten 12,—. Säulenbüfett 75,—. Diplomaten 35,—. Plüschsofa 48,—. Umbauten' 45,—. Riesenauowahl in Einzelmöbeln, Re. naissaneemöbeln, kompletten Einrichiun. gen. Möbelmagazin, Inoalidenstr. 131, Haltestelle Stettiner Bahnhof.» Ren eröffnet. Kleiderschrank 18,—. Vertiko 15,—. Waschioilette mit Mar» mot 15,—. Rußdaum- Schreidiisch 25,—. Küchen 24,—. Möbelmagazin, Inno- lidenfiraße Bahnhof. 131, Haliesiell» Stettiner Meiallbetten mit Auflagen 21,—. Schlafchaiselongues 22.—. Chaiselongue, decken 8,—. Wandbehänge 3.— Va» lenimairahen 9,—. Polsterauflage» Wochenabzahlung 3,—. Göhr. Papoei- allee 12: Pankow. Schmidiftraße l Hunderte Ankleideschränke, Mahagoni, englische Bettstellen, Umbausofas, Tru» meaus. Herabgeseßte Preise. Zahlung», erleichterung. Kamerling, Kastanien, alle« 5«. Ohne Anzahlung sämtliche Möbel in reichhattigster Auswahl, langfristige Ra» tenzdhlungcn. erhasten Sie bei Möbel» Cohn:>m Osten: Große Frankfurter- straße 53